1.3 Aufgaben und Zielstellung
Das Sorbische Digitalisierungskonzept ist das Ergebnis eines mehrstufigen Entwicklungsprozesses. Drei erreichte Meilensteine bilden seine fachliche und organisatorische Grundlage:
- 2013 – Arbeitsgruppe und erstes Konzept: Im Auftrag des Stiftungsrates wurde eine Arbeitsgruppe zur stärkeren Präsenz der sorbischen Sprache in den Neuen Medien gebildet. Sie erarbeitete ein erstes Konzept zur Anwendung der sorbischen Sprachen in elektronischen Medien und im Bildungsbereich. Auf dieser Grundlage konnten ab 2015 unter anderem digitale Sprachlernangebote, Lernplattformen und eine sorbische Rechtschreibkontrolle umgesetzt werden.[1]
- 2018 bis 2021 – Auftrag, Erarbeitung und Veröffentlichung des Digitalkonzeptes: Mit Beschluss Nr. 545 beauftragte der Stiftungsrat die Erarbeitung eines ganzheitlichen Konzeptes zur Initialisierung, Umsetzung, Betreuung, Weiterentwicklung und Koordination sorbischer digitaler Projekte sowie zur Digitalisierung der Arbeitswelt. Die Stiftung übertrug die Erarbeitung des Sorbischen Digitalisierungskonzeptes 2019 dem externen IT-Berater Mirko Schenk (Mirko Schenk Consulting), der das Konzept in Rücksprache mit einem von der Stiftung benannten Kreis sorbischer Fachexperten entwickelte.[2] Im Jahr 2021 nahm der Stiftungsrat das Sorbische Digitalisierungskonzept zustimmend zur Kenntnis und beauftragte seine Veröffentlichung und öffentliche Diskussion.[3]
- 2021 – Digitalisierungsbeauftragter: Seit 2021 unterstützt ein eigener Digitalisierungsbeauftragter der Stiftung die Umsetzung und Weiterentwicklung des Konzeptes, die Begleitung und Koordination der Digitalisierungsaktivitäten sorbischer Institutionen, die Weiterbildung und die weitere strategische Ausrichtung.[4]
Mit diesen Meilensteinen wurde aus einzelnen Digitalisierungsprojekten ein fortlaufender strategischer Prozess. Das Digitalisierungskonzept ist daher nicht als abgeschlossenes einmaliges Dokument angelegt. Es wird als anpassbares Wiki veröffentlicht, fortgeschrieben und an neue technische Entwicklungen, Erkenntnisse und Bedarfe der sorbischen Lebenswelt angepasst.[5]
Zielstellung
Auf Grundlage der in Abschnitt 1.2 beschriebenen strategischen Orientierung hat das Sorbische Digitalisierungskonzept die Aufgabe, die digitale Entwicklung der sorbischen Lebenswelt systematisch zu erfassen, Visionen und Ziele zu entwickeln sowie daraus priorisierte Maßnahmen, nächste Schritte und mögliche Akteure abzuleiten.
Die Zielstellung des Sorbischen Digitalisierungskonzeptes ist es, die folgenden fünf Fragen zu beantworten:
- Wie ist der aktuelle Stand der Entwicklung in den Bereichen der sorbischen Digitalisierung im Vergleich zum weltweiten Stand der Digitalisierung?
- Wohin soll sich die sorbische digitale Welt entwickeln? Welche Visionen und Ziele ergeben sich für die beiden sorbischen Sprachen, die sorbische Kultur und die weiteren durch Digitalisierung berührten Bereiche sorbischen Lebens?
- Welche Maßnahmen werden für die Verwirklichung dieser Visionen und Ziele benötigt, und welche sollten zuerst angegangen werden, um einen möglichst großen Nutzen zu erreichen?
- Welches sind die nächsten wichtigen Schritte dieser Maßnahmen?
- Welche Aufgaben und möglichen Verantwortlichkeiten lassen sich daraus ableiten, und welche Akteure können zu ihrer Umsetzung beitragen?
Das Sorbische Digitalisierungskonzept soll somit einen fortlaufend aktualisierten strategischen Analyse- und Orientierungsrahmen bieten, der die Gesamtheit der Handlungsfelder und Themenbereiche der sorbischen digitalen Welt umspannt.
- ↑ Vgl. Beschlussprotokoll der 58. Sitzung des Stiftungsrates vom 25.01.2013, Beschluss Nr. 387 (PDF). Siehe außerdem Stiftung für das sorbische Volk: Das Digitalisierungskonzept. Dort werden die Arbeitsgruppe, das erste Konzept sowie die anschließend finanzierten und umgesetzten digitalen Sprachprojekte beschrieben.
- ↑ Vgl. Mirko Schenk Consulting.
- ↑ Vgl. Beschlussprotokoll der 72. Sitzung des Stiftungsrates vom 10.04.2018, Beschluss Nr. 545 (PDF) sowie Beschlussprotokoll der 78. Sitzung des Stiftungsrates vom 20.05.2021, Beschluss Nr. 609 (PDF).
- ↑ Vgl. Stiftung für das sorbische Volk: Neuer Beauftragter für Digitalisierung bei der Stiftung, 09.04.2021.
- ↑ Vgl. Stiftung für das sorbische Volk: Das Digitalisierungskonzept.