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	<title>Digitalizaciski koncept - Wužiwarske přinoški [hsb]</title>
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	<updated>2026-04-15T19:24:29Z</updated>
	<subtitle>Wužiwarske přinoški</subtitle>
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		<id>https://koncept.serbski-inkubator.de/index.php?title=12.3_Digitalisierung_des_Kulturerbes&amp;diff=1052</id>
		<title>12.3 Digitalisierung des Kulturerbes</title>
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		<updated>2026-03-27T10:47:46Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Měrko Šenk: /* 2.1.4 Kulturerbe */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;= 1 Einleitung =&lt;br /&gt;
Die Digitalisierung von sorbischem Kulturerbe ist eine historische Chance für uns Sorben, eine Chance, unser kulturelles Erbe neu zu entdecken, es für kommende Generationen zu erhalten, für eine breitere Öffentlichkeit zugänglich zu machen und dabei die eigene Deutungshoheit zu stärken. Das erfordert neben Mut, einer klaren gemeinsamen Vision, starker Zusammenarbeit zwischen den beteiligten Akteuren auch die notwendigen Ressourcen in Form von Personal mit entsprechenden Kompetenzen, passender Technik sowie einer nachhaltig gesicherten Finanzierung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im folgenden Abschnitt werden Zielbilder für die Digitalisierung des sorbischen Kulturerbes entworfen mittels lang- und kurzfristiger Visionen sowie konkreter Ziele.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== 1.1 Visionen und Ziele für die sorbische digitale Welt ==&lt;br /&gt;
'''Vision 2035'''&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
''Sorbisches materielles und immaterielles Kulturerbe ist systematisch digital erfasst, rechtssicher und langfristig gesichert, leicht auffindbar, offen nutzbar und wird aktiv von Interessierten genutzt.''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Konkrete Ziele'''&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Bis 2032 ist ein tragfähiges, finanziell und organisatorisch abgesichertes Modell etabliert, das:&lt;br /&gt;
* Ein zentrales (oder föderiertes) digitales Langzeitarchiv nach OAIS-Referenzmodell betreibt,&lt;br /&gt;
* klare Zuständigkeiten, Prozesse und Budgets definiert,&lt;br /&gt;
* regelmäßige Qualitätssicherung und Technik-Updates vorsieht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bis 2030 sind wichtige sorbische Kulturerbe-Bestände (Kernbestände nach fachlicher Festlegung) in hoher Qualität digitalisiert, beschrieben und im Langzeitarchiv gesichert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bis 2028 liegt eine institutionenübergreifende Übersicht über relevante Kulturerbe-Bestände (analog und digital, materiell und immateriell) vor, einschließlich einer Prioritätenliste für die Digitalisierung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bis 2028 existiert ein zentrales, nutzerfreundliches „Sorbisches Kulturerbe-Portal“, das:&lt;br /&gt;
* Suchzugang über alle teilnehmenden Institutionen ermöglicht,&lt;br /&gt;
* grundlegende Inhalte frei zugänglich bereitstellt,&lt;br /&gt;
* mehrsprachige Oberflächen anbietet (Deutsch, Obersorbisch, Niedersorbisch, Englisch).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= 2 IST-Analyse „Digitalisierung von Kulturerbe“ =&lt;br /&gt;
Das Ziel in diesem Themenbereich ist es, sorbisches Kulturerbe digital zu verwalten und damit langfristig für Recherche, Nutzung und Präsentation vorzuhalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Abschnitt &amp;quot;IST-Analyse“ werden die folgenden Fragen beantwortet: Was ist sorbisches Kulturerbe und was zählt alles dazu? Welche Schritte durchläuft ein Kulturgut, um zum digitalen Kulturerbe zu gehören? Wie können die digitale Verwaltung, Archivierung, Nutzung und Präsentation von Kulturgütern umgesetzt werden?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die grundlegenden Terminologien des Kulturerbes sollen im Folgenden festgelegt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== 2.1 Terminologie – von Kultur zu Kulturerbe ==&lt;br /&gt;
In diesem Abschnitt werden die Begriffe rund um das Kulturerbe grundlegend definiert. Es soll ein Verständnis über die Begriffe Kultur, kulturelle Ausprägung, Kulturgut und Kulturerbe erreicht werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Dataja:Wobraz_K1.png|center|260px]]&amp;lt;ref&amp;gt;Mermaid Flowchart Code: [https://mermaid.live/edit#pako:eNpF0UtuwyAQBuCroFlaTuRHTGMvKuWxq7pqV627IGZso2CIMChtk9ymN-nFimmasmJGfP-AOEGjOUIFrdTHpmfGkudtrWpF_Fq9RtGDk9aZKHojU-_aJ7PZ_bmGgSnR4mgFejaKpidC1XAmq8zDfYAoJZKVG7lxzX5stRl81C0_uwYdheGEubHD4_dXLy1hcpyC1rcLdM4GOLH1Ve2E5Gj9TPLkhgEnsLkBNDsMAmLojOBQWeMwhgHNwKYSTuFBYHucbOW3HFvmcQ21unh2YOpF6-FPGu26HqrW381X7sCZxa1gnWH_R1BxNBvtlIUqTUMEVCd49xVdzpeLMs1pXmRFXiY0hg-o8iyZL_LFXZaVSTJ1LzF8hqHJnBZ5WhZLWt5RmtIsBuTCavP4-2Hh3y4_NXaMmw hier klicken], abgerufen am 22.09.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.1.1 Kultur ===&lt;br /&gt;
Kultur bezeichnet hier die Gesamtheit aller '''vom Menschen geschaffenen und erlernten Ausdrucksformen''' des Lebens, die auf gemeinsamen Werten und Verhaltensweisen beruhen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;wiki-kultur&amp;quot;&amp;gt;URL: https://de.wikipedia.org/wiki/Kultur&amp;lt;/ref&amp;gt; Dazu zählen '''materielle Ergebnisse''' (z. B. Kunstwerke, Technik) ebenso wie '''immaterielle Praktiken''' (Sprache, Bräuche, Wissen). Kultur umfasst laut der UNESCO geistige, materielle, intellektuelle und emotionale Merkmale, die eine Gesellschaft oder soziale Gruppe kennzeichnen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;mondiacult&amp;quot;&amp;gt;UNESCO 1982: Mexico City Declaration on Cultural Policies (MONDIACULT). URL: https://www.lacult.unesco.org/docc/1982_MONDIACULT.pdf&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;ref name=&amp;quot;cultureaction&amp;quot;&amp;gt;Culture Action Europe 2024: The State of Culture report. URL: https://cultureactioneurope.org/de/news/the-state-of-culture-report-published, abgerufen am 01.10.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;  Sie ist dynamisch und wird von jeder Generation neu gestaltet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das deutsche Wort „Kultur“ ist eine Eindeutschung des lateinischen Worts „cultura“. Dieses bedeutet ursprünglich „Bebauung, Bearbeitung, Bestellung, Pflege“ und meinte sowohl die physische Bearbeitung als auch die Pflege geistiger Güter, z. B. der Sprache.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.1.2 Kulturelle Ausdrucksform ===&lt;br /&gt;
Eine kulturelle Ausdrucksform ist eine '''konkrete, gegenwärtige oder historische, Manifestation von Kultur''', bspw. eine Zeichnung, eine Tracht oder ein Lied: Sie macht die Kultur sichtbar und erlebbar. Im engeren Sinne ist es eine Ausdrucksweise, die aus der Kreativität einer Person, Gruppe oder Gesellschaft entsteht und '''kulturellen Inhalt''' trägt (symbolische Bedeutung, künstlerische Dimension, kulturelle Werte).&amp;lt;ref&amp;gt;Österreichische UNESCO-Kommission 2007: Übereinkommen zum Schutz und zur Förderung der Vielfalt kultureller Ausdrucksformen, Art. 4, Seite 13. URL: https://www.unesco.at/fileadmin/Redaktion/Publikationen/Publikations-Dokumente/2005er_UNESCO-Convention_German.pdf, abgerufen am 22.09.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt; Sie wird innerhalb und zwischen Gemeinschaften weitergegeben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Alle kulturellen Ausdrucksformen bilden einen wesentlichen Kern von Kultur, aber Kultur enthält auch latente Dimensionen (Werte, Normen, Vorannahmen etc.), die nicht unmittelbar als Ausdrucksform erscheinen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.1.3 Kulturgut ===&lt;br /&gt;
Ein „Kulturgut“ ist '''eine einzelne kulturelle Ausdrucksform''', der ein '''besonderer kultureller Wert zugemessen wird''' (durch Anerkennung, Schutz, Bedeutung). Es ist somit ein Erzeugnis menschlicher Kreativität oder Zeugnis menschlichen Lebens, welches '''Bedeutung für die Kultur einer Gemeinschaft''' hat und daher '''Bestand haben und bewahrt werden soll'''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die '''Summe aller Kulturgüter''' einer Gemeinschaft wird als dessen '''Kulturerbe''' bezeichnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.1.4 Kulturerbe ===&lt;br /&gt;
Kulturerbe ist die '''Summe der materiellen und immateriellen Ausdrucksformen''' (= Kulturgüter) einer Kultur, die als „'''bewahrenswert'''“ anerkannt wurden. International umfasst das u. a. das '''Welterbe''' (Denkmäler, Ensembles, Stätten)&amp;lt;ref&amp;gt;UNESCO (1972), Welterbekonvention, Art. 1. URL: https://www.dnk.de/wp-content/uploads/2021/02/1972_DNK_UNESCO-Welterbekonvention.pdf (abgerufen am 11.09.2025).&amp;lt;/ref&amp;gt; und das '''Immaterielles Kulturerbe''' (Praktiken, Wissen).&amp;lt;ref&amp;gt;Deutsche UNESCO-Kommission o. J.:, Übereinkommen zur Erhaltung des immateriellen Kulturerbes (dt. Ausgabe). URL: https://www.unesco.de/assets/dokumente/Deutsche_UNESCO-Kommission/02_Publikationen/Publikation_UNESCO-%C3%9Cbereinkommen_zur_Erhaltung_des_immateriellen_Kulturerbes_01.pdf, (abgerufen am 11.09.2025).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ob etwas „zum Kulturerbe“ zählt, ist Ergebnis von Bewertung, Diskurs und teils formellen Verfahren. Dem Sorbischen Kulturregister (SKR) zufolge ist „sorbisch-wendisches Kulturerbe“ eine Zuschreibung, die durch Gesellschaft, Museen, Archive und Wissenschaft erfolgen kann.&amp;lt;ref&amp;gt;Sorbisches Institut 2025: Konzept für ein Sorbisches Kulturregister (SKR). URL: https://www.serbski-institut.de/wp-content/uploads/2021/11/00_Zweite-aktualisierte-Fassung_Konzept_Sorbisches-Kulturregister_20.11.2025.pdf, abgerufen am 20.11.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.1.5 Abgrenzung: Kultur und Kulturerbe ===&lt;br /&gt;
'''Kultur / Kulturelle Ausdrucksform''' sind als Begriffe weiter gefasst als '''Kulturgut / Kulturerbe'''. Kulturelle Ausdrucksformen umfassen alles Gelebte und Gestaltete einer Gemeinschaft in Gegenwart und Vergangenheit, während Kulturgut / Kulturerbe diejenigen kulturellen Güter und Traditionen meint, denen eine Bedeutung beigemessen wurde und die als bewahrens- und weitergebenswert erkannt wurden. Kultur ist der „aktuelle“ kreative Prozess (einschließlich Popkultur, Alltagskultur), Kulturerbe der daraus überkommene Schatz. Dennoch sind die Grenzen fließend: Was heute nur Kultur ist, kann morgen zum Kulturerbe erklärt werden – abhängig von Wertzuschreibung und Diskurs.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Rahmen dieses Dokuments werden für den sorbischen Kontext die Begriffe '''„kulturelle Ausdrucksform“''' und '''„Kulturgut“''' weitgehend '''synonym''' verwendet, sofern nicht ausdrücklich anders gekennzeichnet. Hintergrund ist, dass die Gesamtzahl der identifizierbaren kulturellen Ausdrucksformen einer kleinen Minderheit wie der Sorben/Wenden im Vergleich zu großen Mehrheitsgesellschaften überschaubar ist. Zugleich ist der Anteil dieser Ausdrucksformen, denen in der Community ein besonderer Wert beigemessen wird und die daher faktisch als Kulturgut wahrgenommen und behandelt werden, sehr hoch: Ein großer Teil des gelebten kulturellen Repertoires wird als identitätsstiftend und bewahrenswert verstanden und damit dem Kulturerbe zugerechnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== 2.2 Klassifizierung von Kulturgütern ==&lt;br /&gt;
Im Folgenden soll eine griffige Klassifizierung von Kulturgütern entwickelt werden, so dass pro Kulturgut-Klasse später auf die Besonderheiten ihrer Digitalisierung eingegangen werden kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Dataja:Wobraz_K2.png|center|600px]]&amp;lt;ref&amp;gt;Mermaid Flowchart Code: [https://mermaid.live/edit#pako:eNptlM9u00AQxl9ltFWoFDlp_C9OjISU2KSgUCq1BSRIDxt77Syxd6v1mkKjSDwBlThw4YCEeuXOoeLSN-EF4BHYjZOQQG67-32_2ZnZsWco4jFBPqrVZpRR6cNsP8n4ZTTBQu7rHVP66QWOKEvV3nQM2BeYTf8eea35fF6rjdiIrUl4cjJiAMPDV_X6sMxkKdJS1uvnvu9PtRGgp5ReE46wJIKSLIOf779CycbkkqQZjSb1Ovz-cv351_drDWGN9BXS_xfZBj7dLoGxBgIFBE14nOcrZGH68E07Iu0IlSNsQkhTKnGlfvyh1bjKcngIjcYD6G2s-xvrYGMdLuuqAFOXZ0IflzFh0xxn5OBU3t1ISZhqw6KaKpo29k04jSaCJrLq0oZsa9mCAZc8FTihhBnQp1ksxd1NSsS22dFmG3oMZzwl0HveONtlc7XNATtsHI9fk6kkC3nRsKoqnVNgwrFQaUOvLGJRRtMi4SJfZ790WtppQYhFIVV7CYsJDO9uWbEMujbqOgIbTqgsddB7MCD_eXT6gQMvaFEQBlclPMVqcA6eMfqGiKLMt926isCFM4FjKiln-voCHmEWXxIxXZcUVo-jSwrVe3DBGvHqtc83DLqS0FpNAi3wRluiDBdFSBIYQ0KzzN_r265jPjQinnHh7yVJYhRS8ClZKfe3KLyk2oHneuEuqlK2qWhJWYPOwGnvoiplm4qXVMd17V5rF1UpikIGSgWNkS9FSQyUE5FjvUUzHXGE5ITkZIR8tYxJgtVXPEIjNlfYBWYvOc9XpOBlOkF-grNC7cqLWPUupFjNa74-FXo0RMBLJpFvWtYiCPJn6C3yG7bTNO2u6Tidrue0W13HQO_Usdtquuqg1bG6TtvzPNuZG-hqcXGr2baV5NhuyzId13XbBiJqDrg4qn5ni7_a_A_W9oMu hier klicken], abgerufen am 22.09.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.2.1 A. Materiell - unbeweglich 🏛️ ===&lt;br /&gt;
„Materiell - unbeweglich&amp;quot; bezeichnet ortsfeste Kulturobjekte wie Bauwerke, Ensembles, Gebäudekomplexe und Stätten/Kulturlandschaften, wie sie in Art. 1 der UNESCO-Welterbekonvention als Kategorien des kulturellen Erbes definiert sind.&amp;lt;ref&amp;gt;UNESCO World Heritage Centre o. J.: Convention Concerning the Protection of the World Cultural and Natural Heritage, Artikel 1. URL: https://whc.unesco.org/en/conventiontext/, abgerufen am 01.10.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.2.2 B. Materiell - beweglich 🖼️ ===&lt;br /&gt;
Die Kategorie „Materiell - beweglich&amp;quot; umfasst bewegliche Sachen bzw. Sachgesamtheiten von kulturellem Wert (z. B. Objekte, Sammlungen), wie sie das deutsche Kulturgutschutzgesetz (§ 2 KGSG)&amp;lt;ref&amp;gt;Deutschland 2016: Kulturgutschutzgesetz (KGSG), § 2. URL: https://www.buzer.de/2_KGSG.htm, abgerufen am 01.10.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt; als „Kulturgut“ beschreibt.&lt;br /&gt;
* B1 '''Schriftgut''' - Bücher, Zeitungen, Handschriften, Archivgut, Graphiken, Pläne, Karten&lt;br /&gt;
* B2 '''Fotografien &amp;amp; Bildträger''' &lt;br /&gt;
** Fotografisch erzeugte statische Bildträger, auch Stillbildträger genannt, z. B. Positive/Negative auf Film/Platte/Photopapier, Dias, Abzüge, Mikrofilm/-fiche und vergleichbare fotografische Repro-Träger.&lt;br /&gt;
* B3 '''Analoge AV-Träger''' (Audio/Video/Film)&lt;br /&gt;
** Analoge zeitbasierte Medien, z. B. Magnetton (Tonband, Kassette), Schallplatte, Videobänder, Film.&lt;br /&gt;
* B4 '''3D-Objekte''' - Gegenstände, „sachkulturelle Artefakte“&amp;lt;ref&amp;gt;Sorbisches Institut o. J.: Konzept zum Digitalisierungszentrum am Sorbischen Institut, S. 24.&lt;br /&gt;
(Unveröffentlichtes Konzeptpapier; interne Projektunterlage.)&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.2.3 C. Immateriell 🎭 ===&lt;br /&gt;
Meint lebendige Praktiken, Darstellungen, Ausdrucksformen, Ideen, Werte, Wissen und Fertigkeiten, die von Gemeinschaften getragen und weitergegeben werden, gemäß der folgenden 5 UNESCO ICH-Domänen.&amp;lt;ref&amp;gt;UNESCO o. J.: Intangible Cultural Heritage – Five Domains. URL: https://ich.unesco.org/doc/src/01857-EN.pdf, abgerufen am 01.10.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* C1 '''Orale Traditionen/Ausdrucksformen''' - Sprache, Gesangstraditionen&lt;br /&gt;
* C2 '''Darstellende Künste''' - Musik, Tanz, Theater&lt;br /&gt;
* C3 '''Rituale &amp;amp; Feste''' - Bräuche und soziale Praktiken des Kalenders und Lebenslaufs&lt;br /&gt;
* C4 '''Wissen &amp;amp; Praktiken''' zu Natur &amp;amp; Universum - Heil- und Sammelkenntnisse, ökologisches und astronomisches Wissen, Glaube, Religion&lt;br /&gt;
* C5 '''Traditionelles Handwerk''' - Techniken, Werkzeuge und Gestaltungsmuster&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.2.4 D. Digital 💾 ===&lt;br /&gt;
Bezeichnet in digitaler Form vorliegende Ressourcen menschlichen Wissens und Ausdrucks. Diese können sowohl born-digital sein als auch digitalisierte Repräsentationen von materiellen und immateriellen Kulturgütern.&amp;lt;ref&amp;gt;UNESCO 2003: Charter on the Preservation of Digital Heritage. URL: https://www.unesco.org/en/legal-affairs/charter-preservation-digital-heritage, abgerufen am 01.10.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* D1 '''Born-digital''' (ursprünglich digital erzeugt, kein analoges Original), z. B. Webseiten, Social-Media-Beiträge, Software, Apps, Spiele, digitale Fotos/Audio/Video.&lt;br /&gt;
* D2 '''Digitalisate''' - Digitalisierte Repräsentationen/Derivate aus den Klassen A, B und C.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== 2.3 Prozess der Digitalisierung von Kulturerbe ==&lt;br /&gt;
Die Digitalisierung von Kulturgut ist kein rein technischer Arbeitsschritt, sondern ein vielschichtiger, oft langfristiger Prozess, der bereits mit der Wahrnehmung und Identifikation einer kulturellen Ausdrucksform beginnt. Ziel dieses Abschnitts ist es, diesen Gesamtprozess systematisch darzustellen: von der gelebten Kultur über das identifizierte Kulturgut bis hin zur digital nutzbaren Repräsentation.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die hier entwickelte Prozessdarstellung soll als praxisorientierter Überblick dienen für die Digitalisierung des sorbischen Kulturerbes. Sie berücksichtigt die Anforderungen sorbischer Einrichtungen ebenso wie die international etablierten Referenzmodelle und Standards, darunter:&lt;br /&gt;
* das OAIS-Referenzmodell (ISO 14721) für digitale Archivierung&amp;lt;ref&amp;gt;Consultative Committee for Space Data Systems (CCSDS) 2024: Reference Model for an Open Archival Information System (OAIS), CCSDS 650.0-M-3. URL: https://ccsds.org/Pubs/650x0m3.pdf, abgerufen am 01.10.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
* das DCC Curation Lifecycle Model für kuratorische Entscheidungsprozesse&amp;lt;ref&amp;gt;Higgins 2008: The DCC Curation Lifecycle Model. International Journal of Digital Curation, 3(1), 134-140. URL: https://ijdc.net/index.php/ijdc/article/view/48, abgerufen am 01.10.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
* das Spectrum-Modell für museale Objektverwaltung&amp;lt;ref&amp;gt;Collections Trust 2022. Spectrum 5.1 - The UK Museum Collections Management Standard. URL: https://collectionstrust.org.uk/spectrum/spectrum-5, abgerufen am 01.10.2025. &amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
* die UNESCO-Leitlinien zur Inventarisierung immateriellen Kulturerbes&amp;lt;ref&amp;gt;UNESCO 2024: Operational Directives for the Implementation of the Convention for the Safeguarding of the Intangible Cultural Heritage (10.GA). URL: https://ich.unesco.org/doc/src/ICH-Operational_Directives-10.GA_EN.pdf, abgerufen am 01.10.2025. &amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
* sowie technische Vorgaben wie die DFG-Praxisregeln Digitalisierung&amp;lt;ref&amp;gt;Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) 2022: Praxisregeln Digitalisierung (aktualisierte Fassung). URL: https://www.ulb.hhu.de/fileadmin/redaktion/ULB/Documents/Infomaterial/DFG_Praxisregeln_Digitalisierung_Aktualisierte_Fassung2022.pdf, abgerufen am 01.10.2025. &amp;lt;/ref&amp;gt; und die FADGI-Richtlinien&amp;lt;ref&amp;gt;Federal Agencies Digital Guidelines Initiative (FADGI) 2023: Technical Guidelines for Digitizing Cultural Heritage Materials – Still Image, 3rd ed. URL: https://www.digitizationguidelines.gov/guidelines/digitize-technical.html, abgerufen am 01.10.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Folge soll der „Lebenslauf“ eines Kulturguts dargestellt werden, also der Weg, den ein Objekt oder eine kulturelle Praxis vom Zeitpunkt der Entstehung über die Erfassung, Digitalisierung und Archivierung bis zur Veröffentlichung in einem digitalen Präsentationsmodul durchläuft.&lt;br /&gt;
Hierfür erläutert der folgende Abschnitt die einzelnen Prozessschritte im Detail, jeweils mit Akteuren und Beispielen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.3.1 Vorüberlegungen zum Prozess ===&lt;br /&gt;
Im hier vorgestellten Prozess wird auf eine harte, systematische Filterung verzichtet, welche kulturellen Ausdrucksformen „nur“ Kultur und welche bereits Kulturgut sind. Ein solcher Bewertungs- und Abgrenzungsprozess wäre ressourcenintensiv und würde den vorhandenen Kapazitäten in den beteiligten Einrichtungen nicht entsprechen. Stattdessen folgt das Konzept einer inklusiven Logik: Alle dokumentierten Ausdrucksformen werden zunächst als potenzielle Kulturgüter erfasst. Eine feinere Auswahl und Priorisierung erfolgen erst in einem späteren Schritt, nämlich dann, wenn konkret entschieden wird, welche Ausdrucksformen bzw. Kulturgüter in welcher Tiefe digitalisiert, archiviert und präsentiert werden sollen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieses Vorgehen schließt an das SKR-Konzept an, das bewusst auf eine frühe normative Trennung zwischen „kultureller Ausdrucksform“ und „Kulturgut“ verzichtet. Auch hier steht zunächst der möglichst vollständige, strukturierte Überblick über die sorbischen Kulturgüter im Vordergrund. Die differenzierte Bewertung und Schwerpunktsetzung werden als anschließende fachliche Aufgabe verstanden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.3.2 Prozessschritte im Detail ===&lt;br /&gt;
Das folgende Diagramm gibt einen Überblick über die sechs Kernschritte des Gesamtprozesses der Digitalisierung von Kulturgut – von der ersten Wahrnehmung einer kulturellen Ausdrucksform bis zu ihrer digitalen Präsentation als Kulturgut. Die Abfolge zeigt zugleich die Entwicklungsstufen: von gelebter Kultur zur kulturellen Ausdrucksform, von dort zum Kulturgut und schließlich zum digitalen Kulturgut. Die Schritte sind als generischer Ablauf zu verstehen: Je nach Art des Kulturguts können einzelne Tätigkeiten unterschiedlich aufwendig sein oder parallel erfolgen.&lt;br /&gt;
[[Dataja:Wobraz_K3.png|center|600px]]&amp;lt;ref&amp;gt;Mermaid Flowchart Code: [https://mermaid.live/edit#pako:eNplkk1OwzAQha8yGqmbkloxSZs2CyTa8LOphIAVhIVJpolF4iDH4a_qbXqTXgzHFdAKr2y97703lmaNWZMTxriqmvesFNrAfZIqgPPHFIdDzuBO1DVVajhM8QlGozOYO-WUwS0VsjVakqa93Pvmjlk4JmAwp3fS5kCHwQAWjkkcE_Y5WWkIXqrd9jBpT138UIkspBGVbI_7-rwLR146csLgRryQ-U8lMGLwTG1WapLPpHKCZQLMOY9ch7m2VxiSpOAEjJ1TSev_M_bkvv3KtY8ZnOuslG_H9VcOuf4dUO-2LamjGdHDQsscY6M78rAmXYv-ies-IEVTUk0pxvaa00p0lUkxVRtrexXqoWnqH6duuqLEeCWq1r6619zOn0hRaPGH9J_Xi6ZTBuOxS8B4jR8YhxGLeDThkR-EM37KuYefFmHTaOz7fOZHQTidBMHGwy9X6VslnNnDw4jPuB8GHlIuTaOX-7Vy27X5Bh_Osqo hier klicken], abgerufen am 22.09.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Prozess zeigt, dass Digitalisierung von Kulturgut mehr ist als das Erstellen digitaler Dateien. Sie umfasst eine Reihe aufeinander bezogener Schritte – von der ersten Wahrnehmung einer kulturellen Ausdrucksform über ihre Erfassung, Bewertung und Digitalisierung bis hin zur langfristigen Sicherung und Präsentation. Dabei sind je nach Schritt unterschiedliche Akteure beteiligt, etwa Gemeinschaften, Museen, Archive, Fachgremien, Digitalisierungsstellen oder IT. Die folgenden Beschreibungen erläutern diese Schritte so, dass nachvollziehbar wird, was jeweils mit einem Kulturgut geschieht, wer daran beteiligt ist und wie sich der Ablauf in der Praxis vorstellen lässt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''1. Sammeln &amp;amp; erfassen''' &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Hier wird eine kulturelle Ausdrucksform erstmals wahrgenommen, benannt und mit ersten Informationen erfasst: Was ist es, wer macht es oder hat es geschaffen, wo kommt es vor, warum ist es bedeutsam für die Gemeinschaft? &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Akteure''': Community, Vereine, Museen, Archive, Forschende, Privatpersonen.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Beispiel''': Auf einem Dorffest zeigt eine Frau das Verzieren sorbischer Ostereier. Jemand fotografiert dies und notiert Technik, Ort und Namen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''2. Registrieren &amp;amp; beschreiben''' &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Hier wird aus der ersten Beobachtung ein strukturierter Nachweis. Das Kulturgut oder die kulturelle Ausdrucksform wird in ein Register, eine Sammlung oder einen Katalog aufgenommen und mit strukturierten Metadaten beschrieben, damit es wiedergefunden, zugeordnet und verstanden werden kann. Dazu gehören z. B. Titel, Ort, Zeit, Technik, Funktion, beteiligte Personen und der kulturelle Kontext.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Akteure''': Registerverantwortliche, Kurator:innen, Sammlungsmitarbeitende, Community für Kontextinformationen.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Beispiel''': Das Osterei erhält einen Eintrag mit Angaben wie „Wachsbatik“, „Schleife“, „Osterei-Verzierung“, Name der Trägerin und Entstehungsjahr.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''3. Bewerten &amp;amp; freigeben''' &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
In diesem Schritt wird entschieden, ob und in welcher Priorität ein Kulturgut oder die kulturelle Ausdrucksform digitalisiert werden soll und ob dies rechtlich und ethisch möglich ist. Dabei spielen fachliche Kriterien wie Bedeutung, Repräsentativität, Seltenheit oder Gefährdung eine Rolle, aber auch Fragen des Urheberrechts, Datenschutzes und möglicher kultureller Sensibilitäten. Am Ende steht eine begründete Entscheidung, ob und in welchem Umfang das Kulturgut weiterbearbeitet und später veröffentlicht werden darf. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Akteure''': Kurator:innen, Fachgremien, Community-Vertretungen, Register/SKR, ggf. Rechteverantwortliche und Behörden. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Beispiel''': Es wird entschieden, dass die Osterei-Technik wegen ihrer Bedeutung für die sorbische Identität digital gesichert werden soll; die Kunsthandwerkerin stimmt der Veröffentlichung zu.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''4. Digitalisieren &amp;amp; prüfen''' &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Nun wird das Kulturgut technisch erfasst, also in eine digitale Form überführt. Das kann je nach Objektart durch Scan, Fotografie, Audio- oder Videoaufnahme oder 3D-Erfassung geschehen. Dabei entstehen hochwertige Master-Dateien und nutzbare Derivate. Die Digitalisierung folgt qualifizierten Standards, um Reproduzierbarkeit, Farbkonsistenz und Nutzbarkeit zu gewährleisten. Anschließend wird geprüft, ob Schärfe, Farbe, Vollständigkeit und Dateiformate den Anforderungen für Archivierung und Nutzung entsprechen. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Akteure''': Digitalisierungszentrum, Foto-/AV-/3D-Spezialist:innen, externe Dienstleister bei Spezialfällen. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Beispiel''': Das Osterei wird fotografisch hochauflösend aufgenommen und zusätzlich als 3D-Modell erfasst. Danach werden Schärfe, Farbe und Dateiformate geprüft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''5. Archivieren &amp;amp; sichern''' &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die entstandenen digitalen Dateien werden geordnet abgelegt, mit den zugehörigen Metadaten verknüpft und für die langfristige Erhaltung gesichert. Dazu gehören sichere Speicherorte, Backups, Integritätskontrollen und – wenn nötig – spätere technische Migration auf neue Systeme. Ziel ist, dass das digitale Kulturgut langfristig erhalten bleibt, auch wenn sich Technik und Formate verändern. Das Original bleibt in der Regel weiterhin am Sammlungs- oder Aufbewahrungsort. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Akteure''': Archiv, Repository, IT-Betrieb, ggf. Sorbisches Kulturarchiv bzw. Digitalisierungszentrum. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Beispiel''': Die Bilder und das 3D-Modell des Ostereis werden auf gesicherten Servern gespeichert; das Original bleibt im Museum oder bei der Eigentümerin.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''6. Präsentieren &amp;amp; nutzen''' &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Im letzten Schritt werden die digitalen Objekte so bereitgestellt, dass sie gefunden, verstanden und genutzt werden können, z. B. in Portalen, digitalen Sammlungen oder virtuellen Ausstellungen. Dafür reicht es nicht, nur Dateien anzuzeigen: Es braucht auch verständliche Kontexte, Rechteangaben, Mehrsprachigkeit und möglichst barrierearme Zugänge. So wird aus der technischen Digitalisierung eine tatsächliche kulturelle Nutzung. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Akteure''': Kurator:innen, Vermittlung, Web/IT, Museen, Kulturinformationen, Community. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Beispiel''': Das Osterei erscheint in einer Online-Ausstellung, kann herangezoomt oder als 3D-Modell gedreht werden und wird mit einem kurzen Text zur Technik erklärt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Ergänzende organisatorische Perspektive''' &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die folgende Abbildung ist entnommen aus einem Poster des Sorbischen Instituts zu dessen Digitalisierungsstrategie, gefunden auf der Projektseite des Digitalisierungszentrums.&amp;lt;ref&amp;gt;Sorbisches Institut: Digitalisierungszentrum (DZ). URL: [https://www.serbski-institut.de/projekte-zentrale-vorhaben/digitalisierungszentrum-dz/ https://www.serbski-institut.de/projekte-zentrale-vorhaben/digitalisierungszentrum-dz/], abgerufen am 25.03.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Sie zeigt den Prozess der Digitalisierung der sorbischen/wendischen Kulturdaten aus Sicht des Sorbischen Instituts. Im Unterschied zur linearen Prozessgrafik oben bildet sie nicht den Weg eines einzelnen Kulturguts ab, sondern das Zusammenspiel von Kulturregister, Digitalisierungszentrum und Präsentationsumgebung. Sie ergänzt damit den oben beschriebenen Prozess um die Ebenen der Zuständigkeiten und Daten.&lt;br /&gt;
[[Dataja:Wobraz_K4.png|mini||center|600px|Abbildung: 3-Säulen-Modell der Digitalisierungsstrategie des Sorbischen Instituts. Quelle: Sorbisches Institut, „Digitalizacija serbskich kulturnych datow / Digitalisierung der sorbischen/wendischen Kulturdaten“&amp;lt;ref&amp;gt;Sorbisches Institut 2025: Digitalizacija serbskich kulturnych datow / Digitalisierung der sorbischen/wendischen Kulturdaten (Poster). URL:  [https://www.serbski-institut.de/wp-content/uploads/2021/11/A0-Druck_Digitalisierungsstrategie-SI.pdf  https://www.serbski-institut.de/wp-content/uploads/2021/11/A0-Druck_Digitalisierungsstrategie-SI.pdf], abgerufen am 25.03.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bezogen auf die oben beschriebenen [[#2.3.2 Prozessschritte im Detail|Prozessschritte der Digitalisierung von Kulturerbe]] steht das '''Sorbische Kulturregister''' vor allem für den Prozessschritt „'''2. Registrieren'''“ und dient dabei vor allem der Verzeichnung und Metadatenverwaltung. Das '''Digitalisierungszentrum''' steht für die Prozessschritte „'''4. Digitalisieren'''“ und „'''5. Archivieren'''“ und dient dabei der technischen Erfassung, Bearbeitung und Sicherung der Digitalisate. Die '''Präsentationsumgebung''' steht für den Schritt „'''6. Präsentieren'''“ und dient der öffentlichen oder kuratierten Bereitstellung zur Nutzung. Ergänzende Konzepte des SI machen dabei deutlich, dass die Digitalisierung im Regelfall eine vorherige Verzeichnung im Register voraussetzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Referenzen ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Měrko Šenk</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://koncept.serbski-inkubator.de/index.php?title=12.3_Digitalisierung_des_Kulturerbes&amp;diff=1051</id>
		<title>12.3 Digitalisierung des Kulturerbes</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://koncept.serbski-inkubator.de/index.php?title=12.3_Digitalisierung_des_Kulturerbes&amp;diff=1051"/>
		<updated>2026-03-26T10:05:09Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Měrko Šenk: /* 2.3.2 Prozessschritte im Detail */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;= 1 Einleitung =&lt;br /&gt;
Die Digitalisierung von sorbischem Kulturerbe ist eine historische Chance für uns Sorben, eine Chance, unser kulturelles Erbe neu zu entdecken, es für kommende Generationen zu erhalten, für eine breitere Öffentlichkeit zugänglich zu machen und dabei die eigene Deutungshoheit zu stärken. Das erfordert neben Mut, einer klaren gemeinsamen Vision, starker Zusammenarbeit zwischen den beteiligten Akteuren auch die notwendigen Ressourcen in Form von Personal mit entsprechenden Kompetenzen, passender Technik sowie einer nachhaltig gesicherten Finanzierung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im folgenden Abschnitt werden Zielbilder für die Digitalisierung des sorbischen Kulturerbes entworfen mittels lang- und kurzfristiger Visionen sowie konkreter Ziele.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== 1.1 Visionen und Ziele für die sorbische digitale Welt ==&lt;br /&gt;
'''Vision 2035'''&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
''Sorbisches materielles und immaterielles Kulturerbe ist systematisch digital erfasst, rechtssicher und langfristig gesichert, leicht auffindbar, offen nutzbar und wird aktiv von Interessierten genutzt.''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Konkrete Ziele'''&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Bis 2032 ist ein tragfähiges, finanziell und organisatorisch abgesichertes Modell etabliert, das:&lt;br /&gt;
* Ein zentrales (oder föderiertes) digitales Langzeitarchiv nach OAIS-Referenzmodell betreibt,&lt;br /&gt;
* klare Zuständigkeiten, Prozesse und Budgets definiert,&lt;br /&gt;
* regelmäßige Qualitätssicherung und Technik-Updates vorsieht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bis 2030 sind wichtige sorbische Kulturerbe-Bestände (Kernbestände nach fachlicher Festlegung) in hoher Qualität digitalisiert, beschrieben und im Langzeitarchiv gesichert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bis 2028 liegt eine institutionenübergreifende Übersicht über relevante Kulturerbe-Bestände (analog und digital, materiell und immateriell) vor, einschließlich einer Prioritätenliste für die Digitalisierung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bis 2028 existiert ein zentrales, nutzerfreundliches „Sorbisches Kulturerbe-Portal“, das:&lt;br /&gt;
* Suchzugang über alle teilnehmenden Institutionen ermöglicht,&lt;br /&gt;
* grundlegende Inhalte frei zugänglich bereitstellt,&lt;br /&gt;
* mehrsprachige Oberflächen anbietet (Deutsch, Obersorbisch, Niedersorbisch, Englisch).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= 2 IST-Analyse „Digitalisierung von Kulturerbe“ =&lt;br /&gt;
Das Ziel in diesem Themenbereich ist es, sorbisches Kulturerbe digital zu verwalten und damit langfristig für Recherche, Nutzung und Präsentation vorzuhalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Abschnitt &amp;quot;IST-Analyse“ werden die folgenden Fragen beantwortet: Was ist sorbisches Kulturerbe und was zählt alles dazu? Welche Schritte durchläuft ein Kulturgut, um zum digitalen Kulturerbe zu gehören? Wie können die digitale Verwaltung, Archivierung, Nutzung und Präsentation von Kulturgütern umgesetzt werden?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die grundlegenden Terminologien des Kulturerbes sollen im Folgenden festgelegt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== 2.1 Terminologie – von Kultur zu Kulturerbe ==&lt;br /&gt;
In diesem Abschnitt werden die Begriffe rund um das Kulturerbe grundlegend definiert. Es soll ein Verständnis über die Begriffe Kultur, kulturelle Ausprägung, Kulturgut und Kulturerbe erreicht werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Dataja:Wobraz_K1.png|center|260px]]&amp;lt;ref&amp;gt;Mermaid Flowchart Code: [https://mermaid.live/edit#pako:eNpF0UtuwyAQBuCroFlaTuRHTGMvKuWxq7pqV627IGZso2CIMChtk9ymN-nFimmasmJGfP-AOEGjOUIFrdTHpmfGkudtrWpF_Fq9RtGDk9aZKHojU-_aJ7PZ_bmGgSnR4mgFejaKpidC1XAmq8zDfYAoJZKVG7lxzX5stRl81C0_uwYdheGEubHD4_dXLy1hcpyC1rcLdM4GOLH1Ve2E5Gj9TPLkhgEnsLkBNDsMAmLojOBQWeMwhgHNwKYSTuFBYHucbOW3HFvmcQ21unh2YOpF6-FPGu26HqrW381X7sCZxa1gnWH_R1BxNBvtlIUqTUMEVCd49xVdzpeLMs1pXmRFXiY0hg-o8iyZL_LFXZaVSTJ1LzF8hqHJnBZ5WhZLWt5RmtIsBuTCavP4-2Hh3y4_NXaMmw hier klicken], abgerufen am 22.09.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.1.1 Kultur ===&lt;br /&gt;
Kultur bezeichnet hier die Gesamtheit aller '''vom Menschen geschaffenen und erlernten Ausdrucksformen''' des Lebens, die auf gemeinsamen Werten und Verhaltensweisen beruhen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;wiki-kultur&amp;quot;&amp;gt;URL: https://de.wikipedia.org/wiki/Kultur&amp;lt;/ref&amp;gt; Dazu zählen '''materielle Ergebnisse''' (z. B. Kunstwerke, Technik) ebenso wie '''immaterielle Praktiken''' (Sprache, Bräuche, Wissen). Kultur umfasst laut der UNESCO geistige, materielle, intellektuelle und emotionale Merkmale, die eine Gesellschaft oder soziale Gruppe kennzeichnen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;mondiacult&amp;quot;&amp;gt;UNESCO 1982: Mexico City Declaration on Cultural Policies (MONDIACULT). URL: https://www.lacult.unesco.org/docc/1982_MONDIACULT.pdf&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;ref name=&amp;quot;cultureaction&amp;quot;&amp;gt;Culture Action Europe 2024: The State of Culture report. URL: https://cultureactioneurope.org/de/news/the-state-of-culture-report-published, abgerufen am 01.10.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;  Sie ist dynamisch und wird von jeder Generation neu gestaltet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das deutsche Wort „Kultur“ ist eine Eindeutschung des lateinischen Worts „cultura“. Dieses bedeutet ursprünglich „Bebauung, Bearbeitung, Bestellung, Pflege“ und meinte sowohl die physische Bearbeitung als auch die Pflege geistiger Güter, z. B. der Sprache.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.1.2 Kulturelle Ausdrucksform ===&lt;br /&gt;
Eine kulturelle Ausdrucksform ist eine '''konkrete, gegenwärtige oder historische, Manifestation von Kultur''', bspw. eine Zeichnung, eine Tracht oder ein Lied: Sie macht die Kultur sichtbar und erlebbar. Im engeren Sinne ist es eine Ausdrucksweise, die aus der Kreativität einer Person, Gruppe oder Gesellschaft entsteht und '''kulturellen Inhalt''' trägt (symbolische Bedeutung, künstlerische Dimension, kulturelle Werte).&amp;lt;ref&amp;gt;Österreichische UNESCO-Kommission 2007: Übereinkommen zum Schutz und zur Förderung der Vielfalt kultureller Ausdrucksformen, Art. 4, Seite 13. URL: https://www.unesco.at/fileadmin/Redaktion/Publikationen/Publikations-Dokumente/2005er_UNESCO-Convention_German.pdf, abgerufen am 22.09.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt; Sie wird innerhalb und zwischen Gemeinschaften weitergegeben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Alle kulturellen Ausdrucksformen bilden einen wesentlichen Kern von Kultur, aber Kultur enthält auch latente Dimensionen (Werte, Normen, Vorannahmen etc.), die nicht unmittelbar als Ausdrucksform erscheinen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.1.3 Kulturgut ===&lt;br /&gt;
Ein „Kulturgut“ ist '''eine einzelne kulturelle Ausdrucksform''', der ein '''besonderer kultureller Wert zugemessen wird''' (durch Anerkennung, Schutz, Bedeutung). Es ist somit ein Erzeugnis menschlicher Kreativität oder Zeugnis menschlichen Lebens, welches '''Bedeutung für die Kultur einer Gemeinschaft''' hat und daher '''Bestand haben und bewahrt werden soll'''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die '''Summe aller Kulturgüter''' einer Gemeinschaft wird als dessen '''Kulturerbe''' bezeichnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.1.4 Kulturerbe ===&lt;br /&gt;
Kulturerbe ist die '''Summe der materiellen und immateriellen Ausdrucksformen''' (= Kulturgüter) einer Kultur, die als „'''bewahrenswert'''“ anerkannt wurden. International umfasst das u. a. das '''Welterbe''' (Denkmäler, Ensembles, Stätten)&amp;lt;ref&amp;gt;UNESCO (1972), Welterbekonvention, Art. 1. URL: https://www.dnk.de/wp-content/uploads/2021/02/1972_DNK_UNESCO-Welterbekonvention.pdf (abgerufen am 11.09.2025).&amp;lt;/ref&amp;gt; und das '''Immaterielles Kulturerbe''' (Praktiken, Wissen).&amp;lt;ref&amp;gt;Deutsche UNESCO-Kommission o. J.:, Übereinkommen zur Erhaltung des immateriellen Kulturerbes (dt. Ausgabe). URL: https://www.unesco.de/assets/dokumente/Deutsche_UNESCO-Kommission/02_Publikationen/Publikation_UNESCO-%C3%9Cbereinkommen_zur_Erhaltung_des_immateriellen_Kulturerbes_01.pdf, (abgerufen am 11.09.2025).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ob etwas „zum Kulturerbe“ zählt, ist Ergebnis von Bewertung, Diskurs und teils formellen Verfahren. Dem Sorbischen Kulturregister (SKR) zufolge ist „sorbisch-wendisches Kulturerbe“ eine Zuschreibung, die durch Gesellschaft, Museen, Archive und Wissenschaft erfolgen kann.&amp;lt;ref&amp;gt;Sorbisches Institut 2025: Konzept für ein Sorbisches Kulturregister (SKR). URL: https://www.serbski-institut.de/wp-content/uploa ds/2021/11/00_Zweite-aktualisierte-Fassung_Konzept_Sorbisches-Kulturregister_20.11.2025.pdf, abgerufen am 20.11.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.1.5 Abgrenzung: Kultur und Kulturerbe ===&lt;br /&gt;
'''Kultur / Kulturelle Ausdrucksform''' sind als Begriffe weiter gefasst als '''Kulturgut / Kulturerbe'''. Kulturelle Ausdrucksformen umfassen alles Gelebte und Gestaltete einer Gemeinschaft in Gegenwart und Vergangenheit, während Kulturgut / Kulturerbe diejenigen kulturellen Güter und Traditionen meint, denen eine Bedeutung beigemessen wurde und die als bewahrens- und weitergebenswert erkannt wurden. Kultur ist der „aktuelle“ kreative Prozess (einschließlich Popkultur, Alltagskultur), Kulturerbe der daraus überkommene Schatz. Dennoch sind die Grenzen fließend: Was heute nur Kultur ist, kann morgen zum Kulturerbe erklärt werden – abhängig von Wertzuschreibung und Diskurs.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Rahmen dieses Dokuments werden für den sorbischen Kontext die Begriffe '''„kulturelle Ausdrucksform“''' und '''„Kulturgut“''' weitgehend '''synonym''' verwendet, sofern nicht ausdrücklich anders gekennzeichnet. Hintergrund ist, dass die Gesamtzahl der identifizierbaren kulturellen Ausdrucksformen einer kleinen Minderheit wie der Sorben/Wenden im Vergleich zu großen Mehrheitsgesellschaften überschaubar ist. Zugleich ist der Anteil dieser Ausdrucksformen, denen in der Community ein besonderer Wert beigemessen wird und die daher faktisch als Kulturgut wahrgenommen und behandelt werden, sehr hoch: Ein großer Teil des gelebten kulturellen Repertoires wird als identitätsstiftend und bewahrenswert verstanden und damit dem Kulturerbe zugerechnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== 2.2 Klassifizierung von Kulturgütern ==&lt;br /&gt;
Im Folgenden soll eine griffige Klassifizierung von Kulturgütern entwickelt werden, so dass pro Kulturgut-Klasse später auf die Besonderheiten ihrer Digitalisierung eingegangen werden kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Dataja:Wobraz_K2.png|center|600px]]&amp;lt;ref&amp;gt;Mermaid Flowchart Code: [https://mermaid.live/edit#pako:eNptlM9u00AQxl9ltFWoFDlp_C9OjISU2KSgUCq1BSRIDxt77Syxd6v1mkKjSDwBlThw4YCEeuXOoeLSN-EF4BHYjZOQQG67-32_2ZnZsWco4jFBPqrVZpRR6cNsP8n4ZTTBQu7rHVP66QWOKEvV3nQM2BeYTf8eea35fF6rjdiIrUl4cjJiAMPDV_X6sMxkKdJS1uvnvu9PtRGgp5ReE46wJIKSLIOf779CycbkkqQZjSb1Ovz-cv351_drDWGN9BXS_xfZBj7dLoGxBgIFBE14nOcrZGH68E07Iu0IlSNsQkhTKnGlfvyh1bjKcngIjcYD6G2s-xvrYGMdLuuqAFOXZ0IflzFh0xxn5OBU3t1ISZhqw6KaKpo29k04jSaCJrLq0oZsa9mCAZc8FTihhBnQp1ksxd1NSsS22dFmG3oMZzwl0HveONtlc7XNATtsHI9fk6kkC3nRsKoqnVNgwrFQaUOvLGJRRtMi4SJfZ790WtppQYhFIVV7CYsJDO9uWbEMujbqOgIbTqgsddB7MCD_eXT6gQMvaFEQBlclPMVqcA6eMfqGiKLMt926isCFM4FjKiln-voCHmEWXxIxXZcUVo-jSwrVe3DBGvHqtc83DLqS0FpNAi3wRluiDBdFSBIYQ0KzzN_r265jPjQinnHh7yVJYhRS8ClZKfe3KLyk2oHneuEuqlK2qWhJWYPOwGnvoiplm4qXVMd17V5rF1UpikIGSgWNkS9FSQyUE5FjvUUzHXGE5ITkZIR8tYxJgtVXPEIjNlfYBWYvOc9XpOBlOkF-grNC7cqLWPUupFjNa74-FXo0RMBLJpFvWtYiCPJn6C3yG7bTNO2u6Tidrue0W13HQO_Usdtquuqg1bG6TtvzPNuZG-hqcXGr2baV5NhuyzId13XbBiJqDrg4qn5ni7_a_A_W9oMu hier klicken], abgerufen am 22.09.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.2.1 A. Materiell - unbeweglich 🏛️ ===&lt;br /&gt;
„Materiell - unbeweglich&amp;quot; bezeichnet ortsfeste Kulturobjekte wie Bauwerke, Ensembles, Gebäudekomplexe und Stätten/Kulturlandschaften, wie sie in Art. 1 der UNESCO-Welterbekonvention als Kategorien des kulturellen Erbes definiert sind.&amp;lt;ref&amp;gt;UNESCO World Heritage Centre o. J.: Convention Concerning the Protection of the World Cultural and Natural Heritage, Artikel 1. URL: https://whc.unesco.org/en/conventiontext/, abgerufen am 01.10.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.2.2 B. Materiell - beweglich 🖼️ ===&lt;br /&gt;
Die Kategorie „Materiell - beweglich&amp;quot; umfasst bewegliche Sachen bzw. Sachgesamtheiten von kulturellem Wert (z. B. Objekte, Sammlungen), wie sie das deutsche Kulturgutschutzgesetz (§ 2 KGSG)&amp;lt;ref&amp;gt;Deutschland 2016: Kulturgutschutzgesetz (KGSG), § 2. URL: https://www.buzer.de/2_KGSG.htm, abgerufen am 01.10.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt; als „Kulturgut“ beschreibt.&lt;br /&gt;
* B1 '''Schriftgut''' - Bücher, Zeitungen, Handschriften, Archivgut, Graphiken, Pläne, Karten&lt;br /&gt;
* B2 '''Fotografien &amp;amp; Bildträger''' &lt;br /&gt;
** Fotografisch erzeugte statische Bildträger, auch Stillbildträger genannt, z. B. Positive/Negative auf Film/Platte/Photopapier, Dias, Abzüge, Mikrofilm/-fiche und vergleichbare fotografische Repro-Träger.&lt;br /&gt;
* B3 '''Analoge AV-Träger''' (Audio/Video/Film)&lt;br /&gt;
** Analoge zeitbasierte Medien, z. B. Magnetton (Tonband, Kassette), Schallplatte, Videobänder, Film.&lt;br /&gt;
* B4 '''3D-Objekte''' - Gegenstände, „sachkulturelle Artefakte“&amp;lt;ref&amp;gt;Sorbisches Institut o. J.: Konzept zum Digitalisierungszentrum am Sorbischen Institut, S. 24.&lt;br /&gt;
(Unveröffentlichtes Konzeptpapier; interne Projektunterlage.)&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.2.3 C. Immateriell 🎭 ===&lt;br /&gt;
Meint lebendige Praktiken, Darstellungen, Ausdrucksformen, Ideen, Werte, Wissen und Fertigkeiten, die von Gemeinschaften getragen und weitergegeben werden, gemäß der folgenden 5 UNESCO ICH-Domänen.&amp;lt;ref&amp;gt;UNESCO o. J.: Intangible Cultural Heritage – Five Domains. URL: https://ich.unesco.org/doc/src/01857-EN.pdf, abgerufen am 01.10.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* C1 '''Orale Traditionen/Ausdrucksformen''' - Sprache, Gesangstraditionen&lt;br /&gt;
* C2 '''Darstellende Künste''' - Musik, Tanz, Theater&lt;br /&gt;
* C3 '''Rituale &amp;amp; Feste''' - Bräuche und soziale Praktiken des Kalenders und Lebenslaufs&lt;br /&gt;
* C4 '''Wissen &amp;amp; Praktiken''' zu Natur &amp;amp; Universum - Heil- und Sammelkenntnisse, ökologisches und astronomisches Wissen, Glaube, Religion&lt;br /&gt;
* C5 '''Traditionelles Handwerk''' - Techniken, Werkzeuge und Gestaltungsmuster&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.2.4 D. Digital 💾 ===&lt;br /&gt;
Bezeichnet in digitaler Form vorliegende Ressourcen menschlichen Wissens und Ausdrucks. Diese können sowohl born-digital sein als auch digitalisierte Repräsentationen von materiellen und immateriellen Kulturgütern.&amp;lt;ref&amp;gt;UNESCO 2003: Charter on the Preservation of Digital Heritage. URL: https://www.unesco.org/en/legal-affairs/charter-preservation-digital-heritage, abgerufen am 01.10.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* D1 '''Born-digital''' (ursprünglich digital erzeugt, kein analoges Original), z. B. Webseiten, Social-Media-Beiträge, Software, Apps, Spiele, digitale Fotos/Audio/Video.&lt;br /&gt;
* D2 '''Digitalisate''' - Digitalisierte Repräsentationen/Derivate aus den Klassen A, B und C.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== 2.3 Prozess der Digitalisierung von Kulturerbe ==&lt;br /&gt;
Die Digitalisierung von Kulturgut ist kein rein technischer Arbeitsschritt, sondern ein vielschichtiger, oft langfristiger Prozess, der bereits mit der Wahrnehmung und Identifikation einer kulturellen Ausdrucksform beginnt. Ziel dieses Abschnitts ist es, diesen Gesamtprozess systematisch darzustellen: von der gelebten Kultur über das identifizierte Kulturgut bis hin zur digital nutzbaren Repräsentation.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die hier entwickelte Prozessdarstellung soll als praxisorientierter Überblick dienen für die Digitalisierung des sorbischen Kulturerbes. Sie berücksichtigt die Anforderungen sorbischer Einrichtungen ebenso wie die international etablierten Referenzmodelle und Standards, darunter:&lt;br /&gt;
* das OAIS-Referenzmodell (ISO 14721) für digitale Archivierung&amp;lt;ref&amp;gt;Consultative Committee for Space Data Systems (CCSDS) 2024: Reference Model for an Open Archival Information System (OAIS), CCSDS 650.0-M-3. URL: https://ccsds.org/Pubs/650x0m3.pdf, abgerufen am 01.10.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
* das DCC Curation Lifecycle Model für kuratorische Entscheidungsprozesse&amp;lt;ref&amp;gt;Higgins 2008: The DCC Curation Lifecycle Model. International Journal of Digital Curation, 3(1), 134-140. URL: https://ijdc.net/index.php/ijdc/article/view/48, abgerufen am 01.10.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
* das Spectrum-Modell für museale Objektverwaltung&amp;lt;ref&amp;gt;Collections Trust 2022. Spectrum 5.1 - The UK Museum Collections Management Standard. URL: https://collectionstrust.org.uk/spectrum/spectrum-5, abgerufen am 01.10.2025. &amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
* die UNESCO-Leitlinien zur Inventarisierung immateriellen Kulturerbes&amp;lt;ref&amp;gt;UNESCO 2024: Operational Directives for the Implementation of the Convention for the Safeguarding of the Intangible Cultural Heritage (10.GA). URL: https://ich.unesco.org/doc/src/ICH-Operational_Directives-10.GA_EN.pdf, abgerufen am 01.10.2025. &amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
* sowie technische Vorgaben wie die DFG-Praxisregeln Digitalisierung&amp;lt;ref&amp;gt;Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) 2022: Praxisregeln Digitalisierung (aktualisierte Fassung). URL: https://www.ulb.hhu.de/fileadmin/redaktion/ULB/Documents/Infomaterial/DFG_Praxisregeln_Digitalisierung_Aktualisierte_Fassung2022.pdf, abgerufen am 01.10.2025. &amp;lt;/ref&amp;gt; und die FADGI-Richtlinien&amp;lt;ref&amp;gt;Federal Agencies Digital Guidelines Initiative (FADGI) 2023: Technical Guidelines for Digitizing Cultural Heritage Materials – Still Image, 3rd ed. URL: https://www.digitizationguidelines.gov/guidelines/digitize-technical.html, abgerufen am 01.10.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Folge soll der „Lebenslauf“ eines Kulturguts dargestellt werden, also der Weg, den ein Objekt oder eine kulturelle Praxis vom Zeitpunkt der Entstehung über die Erfassung, Digitalisierung und Archivierung bis zur Veröffentlichung in einem digitalen Präsentationsmodul durchläuft.&lt;br /&gt;
Hierfür erläutert der folgende Abschnitt die einzelnen Prozessschritte im Detail, jeweils mit Akteuren und Beispielen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.3.1 Vorüberlegungen zum Prozess ===&lt;br /&gt;
Im hier vorgestellten Prozess wird auf eine harte, systematische Filterung verzichtet, welche kulturellen Ausdrucksformen „nur“ Kultur und welche bereits Kulturgut sind. Ein solcher Bewertungs- und Abgrenzungsprozess wäre ressourcenintensiv und würde den vorhandenen Kapazitäten in den beteiligten Einrichtungen nicht entsprechen. Stattdessen folgt das Konzept einer inklusiven Logik: Alle dokumentierten Ausdrucksformen werden zunächst als potenzielle Kulturgüter erfasst. Eine feinere Auswahl und Priorisierung erfolgen erst in einem späteren Schritt, nämlich dann, wenn konkret entschieden wird, welche Ausdrucksformen bzw. Kulturgüter in welcher Tiefe digitalisiert, archiviert und präsentiert werden sollen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieses Vorgehen schließt an das SKR-Konzept an, das bewusst auf eine frühe normative Trennung zwischen „kultureller Ausdrucksform“ und „Kulturgut“ verzichtet. Auch hier steht zunächst der möglichst vollständige, strukturierte Überblick über die sorbischen Kulturgüter im Vordergrund. Die differenzierte Bewertung und Schwerpunktsetzung werden als anschließende fachliche Aufgabe verstanden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.3.2 Prozessschritte im Detail ===&lt;br /&gt;
Das folgende Diagramm gibt einen Überblick über die sechs Kernschritte des Gesamtprozesses der Digitalisierung von Kulturgut – von der ersten Wahrnehmung einer kulturellen Ausdrucksform bis zu ihrer digitalen Präsentation als Kulturgut. Die Abfolge zeigt zugleich die Entwicklungsstufen: von gelebter Kultur zur kulturellen Ausdrucksform, von dort zum Kulturgut und schließlich zum digitalen Kulturgut. Die Schritte sind als generischer Ablauf zu verstehen: Je nach Art des Kulturguts können einzelne Tätigkeiten unterschiedlich aufwendig sein oder parallel erfolgen.&lt;br /&gt;
[[Dataja:Wobraz_K3.png|center|600px]]&amp;lt;ref&amp;gt;Mermaid Flowchart Code: [https://mermaid.live/edit#pako:eNplkk1OwzAQha8yGqmbkloxSZs2CyTa8LOphIAVhIVJpolF4iDH4a_qbXqTXgzHFdAKr2y97703lmaNWZMTxriqmvesFNrAfZIqgPPHFIdDzuBO1DVVajhM8QlGozOYO-WUwS0VsjVakqa93Pvmjlk4JmAwp3fS5kCHwQAWjkkcE_Y5WWkIXqrd9jBpT138UIkspBGVbI_7-rwLR146csLgRryQ-U8lMGLwTG1WapLPpHKCZQLMOY9ch7m2VxiSpOAEjJ1TSev_M_bkvv3KtY8ZnOuslG_H9VcOuf4dUO-2LamjGdHDQsscY6M78rAmXYv-ies-IEVTUk0pxvaa00p0lUkxVRtrexXqoWnqH6duuqLEeCWq1r6619zOn0hRaPGH9J_Xi6ZTBuOxS8B4jR8YhxGLeDThkR-EM37KuYefFmHTaOz7fOZHQTidBMHGwy9X6VslnNnDw4jPuB8GHlIuTaOX-7Vy27X5Bh_Osqo hier klicken], abgerufen am 22.09.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Prozess zeigt, dass Digitalisierung von Kulturgut mehr ist als das Erstellen digitaler Dateien. Sie umfasst eine Reihe aufeinander bezogener Schritte – von der ersten Wahrnehmung einer kulturellen Ausdrucksform über ihre Erfassung, Bewertung und Digitalisierung bis hin zur langfristigen Sicherung und Präsentation. Dabei sind je nach Schritt unterschiedliche Akteure beteiligt, etwa Gemeinschaften, Museen, Archive, Fachgremien, Digitalisierungsstellen oder IT. Die folgenden Beschreibungen erläutern diese Schritte so, dass nachvollziehbar wird, was jeweils mit einem Kulturgut geschieht, wer daran beteiligt ist und wie sich der Ablauf in der Praxis vorstellen lässt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''1. Sammeln &amp;amp; erfassen''' &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Hier wird eine kulturelle Ausdrucksform erstmals wahrgenommen, benannt und mit ersten Informationen erfasst: Was ist es, wer macht es oder hat es geschaffen, wo kommt es vor, warum ist es bedeutsam für die Gemeinschaft? &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Akteure''': Community, Vereine, Museen, Archive, Forschende, Privatpersonen.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Beispiel''': Auf einem Dorffest zeigt eine Frau das Verzieren sorbischer Ostereier. Jemand fotografiert dies und notiert Technik, Ort und Namen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''2. Registrieren &amp;amp; beschreiben''' &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Hier wird aus der ersten Beobachtung ein strukturierter Nachweis. Das Kulturgut oder die kulturelle Ausdrucksform wird in ein Register, eine Sammlung oder einen Katalog aufgenommen und mit strukturierten Metadaten beschrieben, damit es wiedergefunden, zugeordnet und verstanden werden kann. Dazu gehören z. B. Titel, Ort, Zeit, Technik, Funktion, beteiligte Personen und der kulturelle Kontext.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Akteure''': Registerverantwortliche, Kurator:innen, Sammlungsmitarbeitende, Community für Kontextinformationen.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Beispiel''': Das Osterei erhält einen Eintrag mit Angaben wie „Wachsbatik“, „Schleife“, „Osterei-Verzierung“, Name der Trägerin und Entstehungsjahr.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''3. Bewerten &amp;amp; freigeben''' &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
In diesem Schritt wird entschieden, ob und in welcher Priorität ein Kulturgut oder die kulturelle Ausdrucksform digitalisiert werden soll und ob dies rechtlich und ethisch möglich ist. Dabei spielen fachliche Kriterien wie Bedeutung, Repräsentativität, Seltenheit oder Gefährdung eine Rolle, aber auch Fragen des Urheberrechts, Datenschutzes und möglicher kultureller Sensibilitäten. Am Ende steht eine begründete Entscheidung, ob und in welchem Umfang das Kulturgut weiterbearbeitet und später veröffentlicht werden darf. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Akteure''': Kurator:innen, Fachgremien, Community-Vertretungen, Register/SKR, ggf. Rechteverantwortliche und Behörden. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Beispiel''': Es wird entschieden, dass die Osterei-Technik wegen ihrer Bedeutung für die sorbische Identität digital gesichert werden soll; die Kunsthandwerkerin stimmt der Veröffentlichung zu.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''4. Digitalisieren &amp;amp; prüfen''' &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Nun wird das Kulturgut technisch erfasst, also in eine digitale Form überführt. Das kann je nach Objektart durch Scan, Fotografie, Audio- oder Videoaufnahme oder 3D-Erfassung geschehen. Dabei entstehen hochwertige Master-Dateien und nutzbare Derivate. Die Digitalisierung folgt qualifizierten Standards, um Reproduzierbarkeit, Farbkonsistenz und Nutzbarkeit zu gewährleisten. Anschließend wird geprüft, ob Schärfe, Farbe, Vollständigkeit und Dateiformate den Anforderungen für Archivierung und Nutzung entsprechen. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Akteure''': Digitalisierungszentrum, Foto-/AV-/3D-Spezialist:innen, externe Dienstleister bei Spezialfällen. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Beispiel''': Das Osterei wird fotografisch hochauflösend aufgenommen und zusätzlich als 3D-Modell erfasst. Danach werden Schärfe, Farbe und Dateiformate geprüft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''5. Archivieren &amp;amp; sichern''' &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die entstandenen digitalen Dateien werden geordnet abgelegt, mit den zugehörigen Metadaten verknüpft und für die langfristige Erhaltung gesichert. Dazu gehören sichere Speicherorte, Backups, Integritätskontrollen und – wenn nötig – spätere technische Migration auf neue Systeme. Ziel ist, dass das digitale Kulturgut langfristig erhalten bleibt, auch wenn sich Technik und Formate verändern. Das Original bleibt in der Regel weiterhin am Sammlungs- oder Aufbewahrungsort. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Akteure''': Archiv, Repository, IT-Betrieb, ggf. Sorbisches Kulturarchiv bzw. Digitalisierungszentrum. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Beispiel''': Die Bilder und das 3D-Modell des Ostereis werden auf gesicherten Servern gespeichert; das Original bleibt im Museum oder bei der Eigentümerin.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''6. Präsentieren &amp;amp; nutzen''' &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Im letzten Schritt werden die digitalen Objekte so bereitgestellt, dass sie gefunden, verstanden und genutzt werden können, z. B. in Portalen, digitalen Sammlungen oder virtuellen Ausstellungen. Dafür reicht es nicht, nur Dateien anzuzeigen: Es braucht auch verständliche Kontexte, Rechteangaben, Mehrsprachigkeit und möglichst barrierearme Zugänge. So wird aus der technischen Digitalisierung eine tatsächliche kulturelle Nutzung. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Akteure''': Kurator:innen, Vermittlung, Web/IT, Museen, Kulturinformationen, Community. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Beispiel''': Das Osterei erscheint in einer Online-Ausstellung, kann herangezoomt oder als 3D-Modell gedreht werden und wird mit einem kurzen Text zur Technik erklärt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Ergänzende organisatorische Perspektive''' &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die folgende Abbildung ist entnommen aus einem Poster des Sorbischen Instituts zu dessen Digitalisierungsstrategie, gefunden auf der Projektseite des Digitalisierungszentrums.&amp;lt;ref&amp;gt;Sorbisches Institut: Digitalisierungszentrum (DZ). URL: [https://www.serbski-institut.de/projekte-zentrale-vorhaben/digitalisierungszentrum-dz/ https://www.serbski-institut.de/projekte-zentrale-vorhaben/digitalisierungszentrum-dz/], abgerufen am 25.03.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Sie zeigt den Prozess der Digitalisierung der sorbischen/wendischen Kulturdaten aus Sicht des Sorbischen Instituts. Im Unterschied zur linearen Prozessgrafik oben bildet sie nicht den Weg eines einzelnen Kulturguts ab, sondern das Zusammenspiel von Kulturregister, Digitalisierungszentrum und Präsentationsumgebung. Sie ergänzt damit den oben beschriebenen Prozess um die Ebenen der Zuständigkeiten und Daten.&lt;br /&gt;
[[Dataja:Wobraz_K4.png|mini||center|600px|Abbildung: 3-Säulen-Modell der Digitalisierungsstrategie des Sorbischen Instituts. Quelle: Sorbisches Institut, „Digitalizacija serbskich kulturnych datow / Digitalisierung der sorbischen/wendischen Kulturdaten“&amp;lt;ref&amp;gt;Sorbisches Institut 2025: Digitalizacija serbskich kulturnych datow / Digitalisierung der sorbischen/wendischen Kulturdaten (Poster). URL:  [https://www.serbski-institut.de/wp-content/uploads/2021/11/A0-Druck_Digitalisierungsstrategie-SI.pdf  https://www.serbski-institut.de/wp-content/uploads/2021/11/A0-Druck_Digitalisierungsstrategie-SI.pdf], abgerufen am 25.03.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bezogen auf die oben beschriebenen [[#2.3.2 Prozessschritte im Detail|Prozessschritte der Digitalisierung von Kulturerbe]] steht das '''Sorbische Kulturregister''' vor allem für den Prozessschritt „'''2. Registrieren'''“ und dient dabei vor allem der Verzeichnung und Metadatenverwaltung. Das '''Digitalisierungszentrum''' steht für die Prozessschritte „'''4. Digitalisieren'''“ und „'''5. Archivieren'''“ und dient dabei der technischen Erfassung, Bearbeitung und Sicherung der Digitalisate. Die '''Präsentationsumgebung''' steht für den Schritt „'''6. Präsentieren'''“ und dient der öffentlichen oder kuratierten Bereitstellung zur Nutzung. Ergänzende Konzepte des SI machen dabei deutlich, dass die Digitalisierung im Regelfall eine vorherige Verzeichnung im Register voraussetzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Referenzen ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Měrko Šenk</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://koncept.serbski-inkubator.de/index.php?title=12.3_Digitalisierung_des_Kulturerbes&amp;diff=1050</id>
		<title>12.3 Digitalisierung des Kulturerbes</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://koncept.serbski-inkubator.de/index.php?title=12.3_Digitalisierung_des_Kulturerbes&amp;diff=1050"/>
		<updated>2026-03-26T09:56:32Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Měrko Šenk: /* 2.3.2 Prozessschritte im Detail */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;= 1 Einleitung =&lt;br /&gt;
Die Digitalisierung von sorbischem Kulturerbe ist eine historische Chance für uns Sorben, eine Chance, unser kulturelles Erbe neu zu entdecken, es für kommende Generationen zu erhalten, für eine breitere Öffentlichkeit zugänglich zu machen und dabei die eigene Deutungshoheit zu stärken. Das erfordert neben Mut, einer klaren gemeinsamen Vision, starker Zusammenarbeit zwischen den beteiligten Akteuren auch die notwendigen Ressourcen in Form von Personal mit entsprechenden Kompetenzen, passender Technik sowie einer nachhaltig gesicherten Finanzierung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im folgenden Abschnitt werden Zielbilder für die Digitalisierung des sorbischen Kulturerbes entworfen mittels lang- und kurzfristiger Visionen sowie konkreter Ziele.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== 1.1 Visionen und Ziele für die sorbische digitale Welt ==&lt;br /&gt;
'''Vision 2035'''&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
''Sorbisches materielles und immaterielles Kulturerbe ist systematisch digital erfasst, rechtssicher und langfristig gesichert, leicht auffindbar, offen nutzbar und wird aktiv von Interessierten genutzt.''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Konkrete Ziele'''&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Bis 2032 ist ein tragfähiges, finanziell und organisatorisch abgesichertes Modell etabliert, das:&lt;br /&gt;
* Ein zentrales (oder föderiertes) digitales Langzeitarchiv nach OAIS-Referenzmodell betreibt,&lt;br /&gt;
* klare Zuständigkeiten, Prozesse und Budgets definiert,&lt;br /&gt;
* regelmäßige Qualitätssicherung und Technik-Updates vorsieht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bis 2030 sind wichtige sorbische Kulturerbe-Bestände (Kernbestände nach fachlicher Festlegung) in hoher Qualität digitalisiert, beschrieben und im Langzeitarchiv gesichert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bis 2028 liegt eine institutionenübergreifende Übersicht über relevante Kulturerbe-Bestände (analog und digital, materiell und immateriell) vor, einschließlich einer Prioritätenliste für die Digitalisierung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bis 2028 existiert ein zentrales, nutzerfreundliches „Sorbisches Kulturerbe-Portal“, das:&lt;br /&gt;
* Suchzugang über alle teilnehmenden Institutionen ermöglicht,&lt;br /&gt;
* grundlegende Inhalte frei zugänglich bereitstellt,&lt;br /&gt;
* mehrsprachige Oberflächen anbietet (Deutsch, Obersorbisch, Niedersorbisch, Englisch).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= 2 IST-Analyse „Digitalisierung von Kulturerbe“ =&lt;br /&gt;
Das Ziel in diesem Themenbereich ist es, sorbisches Kulturerbe digital zu verwalten und damit langfristig für Recherche, Nutzung und Präsentation vorzuhalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Abschnitt &amp;quot;IST-Analyse“ werden die folgenden Fragen beantwortet: Was ist sorbisches Kulturerbe und was zählt alles dazu? Welche Schritte durchläuft ein Kulturgut, um zum digitalen Kulturerbe zu gehören? Wie können die digitale Verwaltung, Archivierung, Nutzung und Präsentation von Kulturgütern umgesetzt werden?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die grundlegenden Terminologien des Kulturerbes sollen im Folgenden festgelegt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== 2.1 Terminologie – von Kultur zu Kulturerbe ==&lt;br /&gt;
In diesem Abschnitt werden die Begriffe rund um das Kulturerbe grundlegend definiert. Es soll ein Verständnis über die Begriffe Kultur, kulturelle Ausprägung, Kulturgut und Kulturerbe erreicht werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Dataja:Wobraz_K1.png|center|260px]]&amp;lt;ref&amp;gt;Mermaid Flowchart Code: [https://mermaid.live/edit#pako:eNpF0UtuwyAQBuCroFlaTuRHTGMvKuWxq7pqV627IGZso2CIMChtk9ymN-nFimmasmJGfP-AOEGjOUIFrdTHpmfGkudtrWpF_Fq9RtGDk9aZKHojU-_aJ7PZ_bmGgSnR4mgFejaKpidC1XAmq8zDfYAoJZKVG7lxzX5stRl81C0_uwYdheGEubHD4_dXLy1hcpyC1rcLdM4GOLH1Ve2E5Gj9TPLkhgEnsLkBNDsMAmLojOBQWeMwhgHNwKYSTuFBYHucbOW3HFvmcQ21unh2YOpF6-FPGu26HqrW381X7sCZxa1gnWH_R1BxNBvtlIUqTUMEVCd49xVdzpeLMs1pXmRFXiY0hg-o8iyZL_LFXZaVSTJ1LzF8hqHJnBZ5WhZLWt5RmtIsBuTCavP4-2Hh3y4_NXaMmw hier klicken], abgerufen am 22.09.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.1.1 Kultur ===&lt;br /&gt;
Kultur bezeichnet hier die Gesamtheit aller '''vom Menschen geschaffenen und erlernten Ausdrucksformen''' des Lebens, die auf gemeinsamen Werten und Verhaltensweisen beruhen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;wiki-kultur&amp;quot;&amp;gt;URL: https://de.wikipedia.org/wiki/Kultur&amp;lt;/ref&amp;gt; Dazu zählen '''materielle Ergebnisse''' (z. B. Kunstwerke, Technik) ebenso wie '''immaterielle Praktiken''' (Sprache, Bräuche, Wissen). Kultur umfasst laut der UNESCO geistige, materielle, intellektuelle und emotionale Merkmale, die eine Gesellschaft oder soziale Gruppe kennzeichnen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;mondiacult&amp;quot;&amp;gt;UNESCO 1982: Mexico City Declaration on Cultural Policies (MONDIACULT). URL: https://www.lacult.unesco.org/docc/1982_MONDIACULT.pdf&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;ref name=&amp;quot;cultureaction&amp;quot;&amp;gt;Culture Action Europe 2024: The State of Culture report. URL: https://cultureactioneurope.org/de/news/the-state-of-culture-report-published, abgerufen am 01.10.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;  Sie ist dynamisch und wird von jeder Generation neu gestaltet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das deutsche Wort „Kultur“ ist eine Eindeutschung des lateinischen Worts „cultura“. Dieses bedeutet ursprünglich „Bebauung, Bearbeitung, Bestellung, Pflege“ und meinte sowohl die physische Bearbeitung als auch die Pflege geistiger Güter, z. B. der Sprache.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.1.2 Kulturelle Ausdrucksform ===&lt;br /&gt;
Eine kulturelle Ausdrucksform ist eine '''konkrete, gegenwärtige oder historische, Manifestation von Kultur''', bspw. eine Zeichnung, eine Tracht oder ein Lied: Sie macht die Kultur sichtbar und erlebbar. Im engeren Sinne ist es eine Ausdrucksweise, die aus der Kreativität einer Person, Gruppe oder Gesellschaft entsteht und '''kulturellen Inhalt''' trägt (symbolische Bedeutung, künstlerische Dimension, kulturelle Werte).&amp;lt;ref&amp;gt;Österreichische UNESCO-Kommission 2007: Übereinkommen zum Schutz und zur Förderung der Vielfalt kultureller Ausdrucksformen, Art. 4, Seite 13. URL: https://www.unesco.at/fileadmin/Redaktion/Publikationen/Publikations-Dokumente/2005er_UNESCO-Convention_German.pdf, abgerufen am 22.09.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt; Sie wird innerhalb und zwischen Gemeinschaften weitergegeben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Alle kulturellen Ausdrucksformen bilden einen wesentlichen Kern von Kultur, aber Kultur enthält auch latente Dimensionen (Werte, Normen, Vorannahmen etc.), die nicht unmittelbar als Ausdrucksform erscheinen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.1.3 Kulturgut ===&lt;br /&gt;
Ein „Kulturgut“ ist '''eine einzelne kulturelle Ausdrucksform''', der ein '''besonderer kultureller Wert zugemessen wird''' (durch Anerkennung, Schutz, Bedeutung). Es ist somit ein Erzeugnis menschlicher Kreativität oder Zeugnis menschlichen Lebens, welches '''Bedeutung für die Kultur einer Gemeinschaft''' hat und daher '''Bestand haben und bewahrt werden soll'''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die '''Summe aller Kulturgüter''' einer Gemeinschaft wird als dessen '''Kulturerbe''' bezeichnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.1.4 Kulturerbe ===&lt;br /&gt;
Kulturerbe ist die '''Summe der materiellen und immateriellen Ausdrucksformen''' (= Kulturgüter) einer Kultur, die als „'''bewahrenswert'''“ anerkannt wurden. International umfasst das u. a. das '''Welterbe''' (Denkmäler, Ensembles, Stätten)&amp;lt;ref&amp;gt;UNESCO (1972), Welterbekonvention, Art. 1. URL: https://www.dnk.de/wp-content/uploads/2021/02/1972_DNK_UNESCO-Welterbekonvention.pdf (abgerufen am 11.09.2025).&amp;lt;/ref&amp;gt; und das '''Immaterielles Kulturerbe''' (Praktiken, Wissen).&amp;lt;ref&amp;gt;Deutsche UNESCO-Kommission o. J.:, Übereinkommen zur Erhaltung des immateriellen Kulturerbes (dt. Ausgabe). URL: https://www.unesco.de/assets/dokumente/Deutsche_UNESCO-Kommission/02_Publikationen/Publikation_UNESCO-%C3%9Cbereinkommen_zur_Erhaltung_des_immateriellen_Kulturerbes_01.pdf, (abgerufen am 11.09.2025).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ob etwas „zum Kulturerbe“ zählt, ist Ergebnis von Bewertung, Diskurs und teils formellen Verfahren. Dem Sorbischen Kulturregister (SKR) zufolge ist „sorbisch-wendisches Kulturerbe“ eine Zuschreibung, die durch Gesellschaft, Museen, Archive und Wissenschaft erfolgen kann.&amp;lt;ref&amp;gt;Sorbisches Institut 2025: Konzept für ein Sorbisches Kulturregister (SKR). URL: https://www.serbski-institut.de/wp-content/uploa ds/2021/11/00_Zweite-aktualisierte-Fassung_Konzept_Sorbisches-Kulturregister_20.11.2025.pdf, abgerufen am 20.11.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.1.5 Abgrenzung: Kultur und Kulturerbe ===&lt;br /&gt;
'''Kultur / Kulturelle Ausdrucksform''' sind als Begriffe weiter gefasst als '''Kulturgut / Kulturerbe'''. Kulturelle Ausdrucksformen umfassen alles Gelebte und Gestaltete einer Gemeinschaft in Gegenwart und Vergangenheit, während Kulturgut / Kulturerbe diejenigen kulturellen Güter und Traditionen meint, denen eine Bedeutung beigemessen wurde und die als bewahrens- und weitergebenswert erkannt wurden. Kultur ist der „aktuelle“ kreative Prozess (einschließlich Popkultur, Alltagskultur), Kulturerbe der daraus überkommene Schatz. Dennoch sind die Grenzen fließend: Was heute nur Kultur ist, kann morgen zum Kulturerbe erklärt werden – abhängig von Wertzuschreibung und Diskurs.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Rahmen dieses Dokuments werden für den sorbischen Kontext die Begriffe '''„kulturelle Ausdrucksform“''' und '''„Kulturgut“''' weitgehend '''synonym''' verwendet, sofern nicht ausdrücklich anders gekennzeichnet. Hintergrund ist, dass die Gesamtzahl der identifizierbaren kulturellen Ausdrucksformen einer kleinen Minderheit wie der Sorben/Wenden im Vergleich zu großen Mehrheitsgesellschaften überschaubar ist. Zugleich ist der Anteil dieser Ausdrucksformen, denen in der Community ein besonderer Wert beigemessen wird und die daher faktisch als Kulturgut wahrgenommen und behandelt werden, sehr hoch: Ein großer Teil des gelebten kulturellen Repertoires wird als identitätsstiftend und bewahrenswert verstanden und damit dem Kulturerbe zugerechnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== 2.2 Klassifizierung von Kulturgütern ==&lt;br /&gt;
Im Folgenden soll eine griffige Klassifizierung von Kulturgütern entwickelt werden, so dass pro Kulturgut-Klasse später auf die Besonderheiten ihrer Digitalisierung eingegangen werden kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Dataja:Wobraz_K2.png|center|600px]]&amp;lt;ref&amp;gt;Mermaid Flowchart Code: [https://mermaid.live/edit#pako:eNptlM9u00AQxl9ltFWoFDlp_C9OjISU2KSgUCq1BSRIDxt77Syxd6v1mkKjSDwBlThw4YCEeuXOoeLSN-EF4BHYjZOQQG67-32_2ZnZsWco4jFBPqrVZpRR6cNsP8n4ZTTBQu7rHVP66QWOKEvV3nQM2BeYTf8eea35fF6rjdiIrUl4cjJiAMPDV_X6sMxkKdJS1uvnvu9PtRGgp5ReE46wJIKSLIOf779CycbkkqQZjSb1Ovz-cv351_drDWGN9BXS_xfZBj7dLoGxBgIFBE14nOcrZGH68E07Iu0IlSNsQkhTKnGlfvyh1bjKcngIjcYD6G2s-xvrYGMdLuuqAFOXZ0IflzFh0xxn5OBU3t1ISZhqw6KaKpo29k04jSaCJrLq0oZsa9mCAZc8FTihhBnQp1ksxd1NSsS22dFmG3oMZzwl0HveONtlc7XNATtsHI9fk6kkC3nRsKoqnVNgwrFQaUOvLGJRRtMi4SJfZ790WtppQYhFIVV7CYsJDO9uWbEMujbqOgIbTqgsddB7MCD_eXT6gQMvaFEQBlclPMVqcA6eMfqGiKLMt926isCFM4FjKiln-voCHmEWXxIxXZcUVo-jSwrVe3DBGvHqtc83DLqS0FpNAi3wRluiDBdFSBIYQ0KzzN_r265jPjQinnHh7yVJYhRS8ClZKfe3KLyk2oHneuEuqlK2qWhJWYPOwGnvoiplm4qXVMd17V5rF1UpikIGSgWNkS9FSQyUE5FjvUUzHXGE5ITkZIR8tYxJgtVXPEIjNlfYBWYvOc9XpOBlOkF-grNC7cqLWPUupFjNa74-FXo0RMBLJpFvWtYiCPJn6C3yG7bTNO2u6Tidrue0W13HQO_Usdtquuqg1bG6TtvzPNuZG-hqcXGr2baV5NhuyzId13XbBiJqDrg4qn5ni7_a_A_W9oMu hier klicken], abgerufen am 22.09.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.2.1 A. Materiell - unbeweglich 🏛️ ===&lt;br /&gt;
„Materiell - unbeweglich&amp;quot; bezeichnet ortsfeste Kulturobjekte wie Bauwerke, Ensembles, Gebäudekomplexe und Stätten/Kulturlandschaften, wie sie in Art. 1 der UNESCO-Welterbekonvention als Kategorien des kulturellen Erbes definiert sind.&amp;lt;ref&amp;gt;UNESCO World Heritage Centre o. J.: Convention Concerning the Protection of the World Cultural and Natural Heritage, Artikel 1. URL: https://whc.unesco.org/en/conventiontext/, abgerufen am 01.10.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.2.2 B. Materiell - beweglich 🖼️ ===&lt;br /&gt;
Die Kategorie „Materiell - beweglich&amp;quot; umfasst bewegliche Sachen bzw. Sachgesamtheiten von kulturellem Wert (z. B. Objekte, Sammlungen), wie sie das deutsche Kulturgutschutzgesetz (§ 2 KGSG)&amp;lt;ref&amp;gt;Deutschland 2016: Kulturgutschutzgesetz (KGSG), § 2. URL: https://www.buzer.de/2_KGSG.htm, abgerufen am 01.10.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt; als „Kulturgut“ beschreibt.&lt;br /&gt;
* B1 '''Schriftgut''' - Bücher, Zeitungen, Handschriften, Archivgut, Graphiken, Pläne, Karten&lt;br /&gt;
* B2 '''Fotografien &amp;amp; Bildträger''' &lt;br /&gt;
** Fotografisch erzeugte statische Bildträger, auch Stillbildträger genannt, z. B. Positive/Negative auf Film/Platte/Photopapier, Dias, Abzüge, Mikrofilm/-fiche und vergleichbare fotografische Repro-Träger.&lt;br /&gt;
* B3 '''Analoge AV-Träger''' (Audio/Video/Film)&lt;br /&gt;
** Analoge zeitbasierte Medien, z. B. Magnetton (Tonband, Kassette), Schallplatte, Videobänder, Film.&lt;br /&gt;
* B4 '''3D-Objekte''' - Gegenstände, „sachkulturelle Artefakte“&amp;lt;ref&amp;gt;Sorbisches Institut o. J.: Konzept zum Digitalisierungszentrum am Sorbischen Institut, S. 24.&lt;br /&gt;
(Unveröffentlichtes Konzeptpapier; interne Projektunterlage.)&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.2.3 C. Immateriell 🎭 ===&lt;br /&gt;
Meint lebendige Praktiken, Darstellungen, Ausdrucksformen, Ideen, Werte, Wissen und Fertigkeiten, die von Gemeinschaften getragen und weitergegeben werden, gemäß der folgenden 5 UNESCO ICH-Domänen.&amp;lt;ref&amp;gt;UNESCO o. J.: Intangible Cultural Heritage – Five Domains. URL: https://ich.unesco.org/doc/src/01857-EN.pdf, abgerufen am 01.10.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* C1 '''Orale Traditionen/Ausdrucksformen''' - Sprache, Gesangstraditionen&lt;br /&gt;
* C2 '''Darstellende Künste''' - Musik, Tanz, Theater&lt;br /&gt;
* C3 '''Rituale &amp;amp; Feste''' - Bräuche und soziale Praktiken des Kalenders und Lebenslaufs&lt;br /&gt;
* C4 '''Wissen &amp;amp; Praktiken''' zu Natur &amp;amp; Universum - Heil- und Sammelkenntnisse, ökologisches und astronomisches Wissen, Glaube, Religion&lt;br /&gt;
* C5 '''Traditionelles Handwerk''' - Techniken, Werkzeuge und Gestaltungsmuster&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.2.4 D. Digital 💾 ===&lt;br /&gt;
Bezeichnet in digitaler Form vorliegende Ressourcen menschlichen Wissens und Ausdrucks. Diese können sowohl born-digital sein als auch digitalisierte Repräsentationen von materiellen und immateriellen Kulturgütern.&amp;lt;ref&amp;gt;UNESCO 2003: Charter on the Preservation of Digital Heritage. URL: https://www.unesco.org/en/legal-affairs/charter-preservation-digital-heritage, abgerufen am 01.10.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* D1 '''Born-digital''' (ursprünglich digital erzeugt, kein analoges Original), z. B. Webseiten, Social-Media-Beiträge, Software, Apps, Spiele, digitale Fotos/Audio/Video.&lt;br /&gt;
* D2 '''Digitalisate''' - Digitalisierte Repräsentationen/Derivate aus den Klassen A, B und C.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== 2.3 Prozess der Digitalisierung von Kulturerbe ==&lt;br /&gt;
Die Digitalisierung von Kulturgut ist kein rein technischer Arbeitsschritt, sondern ein vielschichtiger, oft langfristiger Prozess, der bereits mit der Wahrnehmung und Identifikation einer kulturellen Ausdrucksform beginnt. Ziel dieses Abschnitts ist es, diesen Gesamtprozess systematisch darzustellen: von der gelebten Kultur über das identifizierte Kulturgut bis hin zur digital nutzbaren Repräsentation.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die hier entwickelte Prozessdarstellung soll als praxisorientierter Überblick dienen für die Digitalisierung des sorbischen Kulturerbes. Sie berücksichtigt die Anforderungen sorbischer Einrichtungen ebenso wie die international etablierten Referenzmodelle und Standards, darunter:&lt;br /&gt;
* das OAIS-Referenzmodell (ISO 14721) für digitale Archivierung&amp;lt;ref&amp;gt;Consultative Committee for Space Data Systems (CCSDS) 2024: Reference Model for an Open Archival Information System (OAIS), CCSDS 650.0-M-3. URL: https://ccsds.org/Pubs/650x0m3.pdf, abgerufen am 01.10.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
* das DCC Curation Lifecycle Model für kuratorische Entscheidungsprozesse&amp;lt;ref&amp;gt;Higgins 2008: The DCC Curation Lifecycle Model. International Journal of Digital Curation, 3(1), 134-140. URL: https://ijdc.net/index.php/ijdc/article/view/48, abgerufen am 01.10.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
* das Spectrum-Modell für museale Objektverwaltung&amp;lt;ref&amp;gt;Collections Trust 2022. Spectrum 5.1 - The UK Museum Collections Management Standard. URL: https://collectionstrust.org.uk/spectrum/spectrum-5, abgerufen am 01.10.2025. &amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
* die UNESCO-Leitlinien zur Inventarisierung immateriellen Kulturerbes&amp;lt;ref&amp;gt;UNESCO 2024: Operational Directives for the Implementation of the Convention for the Safeguarding of the Intangible Cultural Heritage (10.GA). URL: https://ich.unesco.org/doc/src/ICH-Operational_Directives-10.GA_EN.pdf, abgerufen am 01.10.2025. &amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
* sowie technische Vorgaben wie die DFG-Praxisregeln Digitalisierung&amp;lt;ref&amp;gt;Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) 2022: Praxisregeln Digitalisierung (aktualisierte Fassung). URL: https://www.ulb.hhu.de/fileadmin/redaktion/ULB/Documents/Infomaterial/DFG_Praxisregeln_Digitalisierung_Aktualisierte_Fassung2022.pdf, abgerufen am 01.10.2025. &amp;lt;/ref&amp;gt; und die FADGI-Richtlinien&amp;lt;ref&amp;gt;Federal Agencies Digital Guidelines Initiative (FADGI) 2023: Technical Guidelines for Digitizing Cultural Heritage Materials – Still Image, 3rd ed. URL: https://www.digitizationguidelines.gov/guidelines/digitize-technical.html, abgerufen am 01.10.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Folge soll der „Lebenslauf“ eines Kulturguts dargestellt werden, also der Weg, den ein Objekt oder eine kulturelle Praxis vom Zeitpunkt der Entstehung über die Erfassung, Digitalisierung und Archivierung bis zur Veröffentlichung in einem digitalen Präsentationsmodul durchläuft.&lt;br /&gt;
Hierfür erläutert der folgende Abschnitt die einzelnen Prozessschritte im Detail, jeweils mit Akteuren und Beispielen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.3.1 Vorüberlegungen zum Prozess ===&lt;br /&gt;
Im hier vorgestellten Prozess wird auf eine harte, systematische Filterung verzichtet, welche kulturellen Ausdrucksformen „nur“ Kultur und welche bereits Kulturgut sind. Ein solcher Bewertungs- und Abgrenzungsprozess wäre ressourcenintensiv und würde den vorhandenen Kapazitäten in den beteiligten Einrichtungen nicht entsprechen. Stattdessen folgt das Konzept einer inklusiven Logik: Alle dokumentierten Ausdrucksformen werden zunächst als potenzielle Kulturgüter erfasst. Eine feinere Auswahl und Priorisierung erfolgen erst in einem späteren Schritt, nämlich dann, wenn konkret entschieden wird, welche Ausdrucksformen bzw. Kulturgüter in welcher Tiefe digitalisiert, archiviert und präsentiert werden sollen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieses Vorgehen schließt an das SKR-Konzept an, das bewusst auf eine frühe normative Trennung zwischen „kultureller Ausdrucksform“ und „Kulturgut“ verzichtet. Auch hier steht zunächst der möglichst vollständige, strukturierte Überblick über die sorbischen Kulturgüter im Vordergrund. Die differenzierte Bewertung und Schwerpunktsetzung werden als anschließende fachliche Aufgabe verstanden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.3.2 Prozessschritte im Detail ===&lt;br /&gt;
Das folgende Diagramm gibt einen Überblick über die sechs Kernschritte des Gesamtprozesses der Digitalisierung von Kulturgut – von der ersten Wahrnehmung einer kulturellen Ausdrucksform bis zu ihrer digitalen Präsentation als Kulturgut. Die Abfolge zeigt zugleich die Entwicklungsstufen: von gelebter Kultur zur kulturellen Ausdrucksform, von dort zum Kulturgut und schließlich zum digitalen Kulturgut. Die Schritte sind als generischer Ablauf zu verstehen: Je nach Art des Kulturguts können einzelne Tätigkeiten unterschiedlich aufwendig sein oder parallel erfolgen.&lt;br /&gt;
[[Dataja:Wobraz_K3.png|center|600px]]&amp;lt;ref&amp;gt;Mermaid Flowchart Code: [https://mermaid.live/edit#pako:eNplkk1OwzAQha8yGqmbkloxSZs2CyTa8LOphIAVhIVJpolF4iDH4a_qbXqTXgzHFdAKr2y97703lmaNWZMTxriqmvesFNrAfZIqgPPHFIdDzuBO1DVVajhM8QlGozOYO-WUwS0VsjVakqa93Pvmjlk4JmAwp3fS5kCHwQAWjkkcE_Y5WWkIXqrd9jBpT138UIkspBGVbI_7-rwLR146csLgRryQ-U8lMGLwTG1WapLPpHKCZQLMOY9ch7m2VxiSpOAEjJ1TSev_M_bkvv3KtY8ZnOuslG_H9VcOuf4dUO-2LamjGdHDQsscY6M78rAmXYv-ies-IEVTUk0pxvaa00p0lUkxVRtrexXqoWnqH6duuqLEeCWq1r6619zOn0hRaPGH9J_Xi6ZTBuOxS8B4jR8YhxGLeDThkR-EM37KuYefFmHTaOz7fOZHQTidBMHGwy9X6VslnNnDw4jPuB8GHlIuTaOX-7Vy27X5Bh_Osqo hier klicken], abgerufen am 22.09.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Prozess zeigt, dass Digitalisierung von Kulturgut mehr ist als das Erstellen digitaler Dateien. Sie umfasst eine Reihe aufeinander bezogener Schritte – von der ersten Wahrnehmung einer kulturellen Ausdrucksform über ihre Erfassung, Bewertung und Digitalisierung bis hin zur langfristigen Sicherung und Präsentation. Dabei sind je nach Schritt unterschiedliche Akteure beteiligt, etwa Gemeinschaften, Museen, Archive, Fachgremien, Digitalisierungsstellen oder IT. Die folgenden Beschreibungen erläutern diese Schritte so, dass nachvollziehbar wird, was jeweils mit einem Kulturgut geschieht, wer daran beteiligt ist und wie sich der Ablauf in der Praxis vorstellen lässt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''1. Sammeln &amp;amp; erfassen''' &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Hier wird eine kulturelle Ausdrucksform erstmals wahrgenommen, benannt und mit ersten Informationen erfasst: Was ist es, wer macht es oder hat es geschaffen, wo kommt es vor, warum ist es bedeutsam für die Gemeinschaft? &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Akteure''': Community, Vereine, Museen, Archive, Forschende, Privatpersonen.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Beispiel''': Auf einem Dorffest zeigt eine Frau das Verzieren sorbischer Ostereier. Jemand fotografiert dies und notiert Technik, Ort und Namen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''2. Registrieren &amp;amp; beschreiben''' &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Hier wird aus der ersten Beobachtung ein strukturierter Nachweis. Das Kulturgut oder die kulturelle Ausdrucksform wird in ein Register, eine Sammlung oder einen Katalog aufgenommen und mit strukturierten Metadaten beschrieben, damit es wiedergefunden, zugeordnet und verstanden werden kann. Dazu gehören z. B. Titel, Ort, Zeit, Technik, Funktion, beteiligte Personen und der kulturelle Kontext.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Akteure''': Registerverantwortliche, Kurator:innen, Sammlungsmitarbeitende, Community für Kontextinformationen.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Beispiel''': Das Osterei erhält einen Eintrag mit Angaben wie „Wachsbatik“, „Schleife“, „Osterei-Verzierung“, Name der Trägerin und Entstehungsjahr.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''3. Bewerten &amp;amp; freigeben''' &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
In diesem Schritt wird entschieden, ob und in welcher Priorität ein Kulturgut oder die kulturelle Ausdrucksform digitalisiert werden soll und ob dies rechtlich und ethisch möglich ist. Dabei spielen fachliche Kriterien wie Bedeutung, Repräsentativität, Seltenheit oder Gefährdung eine Rolle, aber auch Fragen des Urheberrechts, Datenschutzes und möglicher kultureller Sensibilitäten. Am Ende steht eine begründete Entscheidung, ob und in welchem Umfang das Kulturgut weiterbearbeitet und später veröffentlicht werden darf. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Akteure''': Kurator:innen, Fachgremien, Community-Vertretungen, Register/SKR, ggf. Rechteverantwortliche und Behörden. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Beispiel''': Es wird entschieden, dass die Osterei-Technik wegen ihrer Bedeutung für die sorbische Identität digital gesichert werden soll; die Kunsthandwerkerin stimmt der Veröffentlichung zu.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''4. Digitalisieren &amp;amp; prüfen''' &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Nun wird das Kulturgut technisch erfasst, also in eine digitale Form überführt. Das kann je nach Objektart durch Scan, Fotografie, Audio- oder Videoaufnahme oder 3D-Erfassung geschehen. Dabei entstehen hochwertige Master-Dateien und nutzbare Derivate. Die Digitalisierung folgt qualifizierten Standards, um Reproduzierbarkeit, Farbkonsistenz und Nutzbarkeit zu gewährleisten. Anschließend wird geprüft, ob Schärfe, Farbe, Vollständigkeit und Dateiformate den Anforderungen für Archivierung und Nutzung entsprechen. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Akteure''': Digitalisierungszentrum, Foto-/AV-/3D-Spezialist:innen, externe Dienstleister bei Spezialfällen. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Beispiel''': Das Osterei wird fotografisch hochauflösend aufgenommen und zusätzlich als 3D-Modell erfasst. Danach werden Schärfe, Farbe und Dateiformate geprüft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''5. Archivieren &amp;amp; sichern''' &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die entstandenen digitalen Dateien werden geordnet abgelegt, mit den zugehörigen Metadaten verknüpft und für die langfristige Erhaltung gesichert. Dazu gehören sichere Speicherorte, Backups, Integritätskontrollen und – wenn nötig – spätere technische Migration auf neue Systeme. Ziel ist, dass das digitale Kulturgut langfristig erhalten bleibt, auch wenn sich Technik und Formate verändern. Das Original bleibt in der Regel weiterhin am Sammlungs- oder Aufbewahrungsort. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Akteure''': Archiv, Repository, IT-Betrieb, ggf. Sorbisches Kulturarchiv bzw. Digitalisierungszentrum. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Beispiel''': Die Bilder und das 3D-Modell des Ostereis werden auf gesicherten Servern gespeichert; das Original bleibt im Museum oder bei der Eigentümerin.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''6. Präsentieren &amp;amp; nutzen''' &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Im letzten Schritt werden die digitalen Objekte so bereitgestellt, dass sie gefunden, verstanden und genutzt werden können, z. B. in Portalen, digitalen Sammlungen oder virtuellen Ausstellungen. Dafür reicht es nicht, nur Dateien anzuzeigen: Es braucht auch verständliche Kontexte, Rechteangaben, Mehrsprachigkeit und möglichst barrierearme Zugänge. So wird aus der technischen Digitalisierung eine tatsächliche kulturelle Nutzung. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Akteure''': Kurator:innen, Vermittlung, Web/IT, Museen, Kulturinformationen, Community. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Beispiel''': Das Osterei erscheint in einer Online-Ausstellung, kann herangezoomt oder als 3D-Modell gedreht werden und wird mit einem kurzen Text zur Technik erklärt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Ergänzende organisatorische Perspektive''' &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die folgende Abbildung ist entnommen aus einem Poster des Sorbischen Instituts zu dessen Digitalisierungsstrategie, gefunden auf der Projektseite des Digitalisierungszentrums.&amp;lt;ref&amp;gt;Sorbisches Institut: Digitalisierungszentrum (DZ). URL: [https://www.serbski-institut.de/projekte-zentrale-vorhaben/digitalisierungszentrum-dz/ https://www.serbski-institut.de/projekte-zentrale-vorhaben/digitalisierungszentrum-dz/], abgerufen am 25.03.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Sie zeigt den Prozess der Digitalisierung der sorbischen/wendischen Kulturdaten aus Sicht des Sorbischen Instituts. Im Unterschied zur linearen Prozessgrafik oben bildet sie nicht den Weg eines einzelnen Kulturguts ab, sondern das Zusammenspiel von Kulturregister, Digitalisierungszentrum und Präsentations¬umgebung. Sie ergänzt damit den oben beschriebenen Prozess um die Ebenen der Zuständigkeiten und Daten.&lt;br /&gt;
[[Dataja:Wobraz_K4.png|center|600px|Abbildung]]&amp;lt;ref&amp;gt;Sorbisches Institut 2025: Digitalizacija serbskich kulturnych datow / Digitalisierung der sorbischen/wendischen Kulturdaten (Poster). URL:  [https://www.serbski-institut.de/wp-content/uploads/2021/11/A0-Druck_Digitalisierungsstrategie-SI.pdf  https://www.serbski-institut.de/wp-content/uploads/2021/11/A0-Druck_Digitalisierungsstrategie-SI.pdf], abgerufen am 25.03.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bezogen auf die oben beschriebenen [[#2.3.2 Prozessschritte im Detail|Prozessschritte der Digitalisierung von Kulturerbe]] steht das '''Sorbische Kulturregister''' vor allem für den Prozessschritt „'''2. Registrieren'''“ und dient dabei vor allem der Verzeichnung und Metadatenverwaltung. Das '''Digitalisierungszentrum''' steht für die Prozessschritte „'''4. Digitalisieren'''“ und „'''5. Archivieren'''“ und dient dabei der technischen Erfassung, Bearbeitung und Sicherung der Digitalisate. Die '''Präsentationsumgebung''' steht für den Schritt „'''6. Präsentieren'''“ und dient der öffentlichen oder kuratierten Bereitstellung zur Nutzung. Ergänzende Konzepte des SI machen dabei deutlich, dass die Digitalisierung im Regelfall eine vorherige Verzeichnung im Register voraussetzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Referenzen ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Měrko Šenk</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://koncept.serbski-inkubator.de/index.php?title=Dataja:Wobraz_K4.png&amp;diff=1049</id>
		<title>Dataja:Wobraz K4.png</title>
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		<updated>2026-03-25T12:26:07Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Měrko Šenk: 3-Säulen-Modell der Digitalisierungsstrategie des Sorbischen Instituts. Quelle: Sorbisches Institut, „Digitalizacija serbskich kulturnych datow / Digitalisierung der sorbischen/wendischen Kulturdaten“.

Quelle: Sorbisches Institut 2025: Digitalizacija serbskich kulturnych datow / Digitalisierung der sorbischen/wendischen Kulturdaten (Poster). URL: https://www.serbski-institut.de/wp-content/uploads/2021/11/A0-Druck_Digitalisierungsstrategie-SI.pdf, abgerufen am 25.03.2026.&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;== Zjeće ==&lt;br /&gt;
3-Säulen-Modell der Digitalisierungsstrategie des Sorbischen Instituts. Quelle: Sorbisches Institut, „Digitalizacija serbskich kulturnych datow / Digitalisierung der sorbischen/wendischen Kulturdaten“.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Quelle: Sorbisches Institut 2025: Digitalizacija serbskich kulturnych datow / Digitalisierung der sorbischen/wendischen Kulturdaten (Poster). URL: https://www.serbski-institut.de/wp-content/uploads/2021/11/A0-Druck_Digitalisierungsstrategie-SI.pdf, abgerufen am 25.03.2026.&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Měrko Šenk</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://koncept.serbski-inkubator.de/index.php?title=12.3_Digitalisierung_des_Kulturerbes&amp;diff=1048</id>
		<title>12.3 Digitalisierung des Kulturerbes</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://koncept.serbski-inkubator.de/index.php?title=12.3_Digitalisierung_des_Kulturerbes&amp;diff=1048"/>
		<updated>2026-03-25T12:24:46Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Měrko Šenk: /* 2.3.2 Prozessschritte im Detail */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;= 1 Einleitung =&lt;br /&gt;
Die Digitalisierung von sorbischem Kulturerbe ist eine historische Chance für uns Sorben, eine Chance, unser kulturelles Erbe neu zu entdecken, es für kommende Generationen zu erhalten, für eine breitere Öffentlichkeit zugänglich zu machen und dabei die eigene Deutungshoheit zu stärken. Das erfordert neben Mut, einer klaren gemeinsamen Vision, starker Zusammenarbeit zwischen den beteiligten Akteuren auch die notwendigen Ressourcen in Form von Personal mit entsprechenden Kompetenzen, passender Technik sowie einer nachhaltig gesicherten Finanzierung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im folgenden Abschnitt werden Zielbilder für die Digitalisierung des sorbischen Kulturerbes entworfen mittels lang- und kurzfristiger Visionen sowie konkreter Ziele.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== 1.1 Visionen und Ziele für die sorbische digitale Welt ==&lt;br /&gt;
'''Vision 2035'''&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
''Sorbisches materielles und immaterielles Kulturerbe ist systematisch digital erfasst, rechtssicher und langfristig gesichert, leicht auffindbar, offen nutzbar und wird aktiv von Interessierten genutzt.''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Konkrete Ziele'''&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Bis 2032 ist ein tragfähiges, finanziell und organisatorisch abgesichertes Modell etabliert, das:&lt;br /&gt;
* Ein zentrales (oder föderiertes) digitales Langzeitarchiv nach OAIS-Referenzmodell betreibt,&lt;br /&gt;
* klare Zuständigkeiten, Prozesse und Budgets definiert,&lt;br /&gt;
* regelmäßige Qualitätssicherung und Technik-Updates vorsieht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bis 2030 sind wichtige sorbische Kulturerbe-Bestände (Kernbestände nach fachlicher Festlegung) in hoher Qualität digitalisiert, beschrieben und im Langzeitarchiv gesichert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bis 2028 liegt eine institutionenübergreifende Übersicht über relevante Kulturerbe-Bestände (analog und digital, materiell und immateriell) vor, einschließlich einer Prioritätenliste für die Digitalisierung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bis 2028 existiert ein zentrales, nutzerfreundliches „Sorbisches Kulturerbe-Portal“, das:&lt;br /&gt;
* Suchzugang über alle teilnehmenden Institutionen ermöglicht,&lt;br /&gt;
* grundlegende Inhalte frei zugänglich bereitstellt,&lt;br /&gt;
* mehrsprachige Oberflächen anbietet (Deutsch, Obersorbisch, Niedersorbisch, Englisch).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= 2 IST-Analyse „Digitalisierung von Kulturerbe“ =&lt;br /&gt;
Das Ziel in diesem Themenbereich ist es, sorbisches Kulturerbe digital zu verwalten und damit langfristig für Recherche, Nutzung und Präsentation vorzuhalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Abschnitt &amp;quot;IST-Analyse“ werden die folgenden Fragen beantwortet: Was ist sorbisches Kulturerbe und was zählt alles dazu? Welche Schritte durchläuft ein Kulturgut, um zum digitalen Kulturerbe zu gehören? Wie können die digitale Verwaltung, Archivierung, Nutzung und Präsentation von Kulturgütern umgesetzt werden?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die grundlegenden Terminologien des Kulturerbes sollen im Folgenden festgelegt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== 2.1 Terminologie – von Kultur zu Kulturerbe ==&lt;br /&gt;
In diesem Abschnitt werden die Begriffe rund um das Kulturerbe grundlegend definiert. Es soll ein Verständnis über die Begriffe Kultur, kulturelle Ausprägung, Kulturgut und Kulturerbe erreicht werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Dataja:Wobraz_K1.png|center|260px]]&amp;lt;ref&amp;gt;Mermaid Flowchart Code: [https://mermaid.live/edit#pako:eNpF0UtuwyAQBuCroFlaTuRHTGMvKuWxq7pqV627IGZso2CIMChtk9ymN-nFimmasmJGfP-AOEGjOUIFrdTHpmfGkudtrWpF_Fq9RtGDk9aZKHojU-_aJ7PZ_bmGgSnR4mgFejaKpidC1XAmq8zDfYAoJZKVG7lxzX5stRl81C0_uwYdheGEubHD4_dXLy1hcpyC1rcLdM4GOLH1Ve2E5Gj9TPLkhgEnsLkBNDsMAmLojOBQWeMwhgHNwKYSTuFBYHucbOW3HFvmcQ21unh2YOpF6-FPGu26HqrW381X7sCZxa1gnWH_R1BxNBvtlIUqTUMEVCd49xVdzpeLMs1pXmRFXiY0hg-o8iyZL_LFXZaVSTJ1LzF8hqHJnBZ5WhZLWt5RmtIsBuTCavP4-2Hh3y4_NXaMmw hier klicken], abgerufen am 22.09.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.1.1 Kultur ===&lt;br /&gt;
Kultur bezeichnet hier die Gesamtheit aller '''vom Menschen geschaffenen und erlernten Ausdrucksformen''' des Lebens, die auf gemeinsamen Werten und Verhaltensweisen beruhen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;wiki-kultur&amp;quot;&amp;gt;URL: https://de.wikipedia.org/wiki/Kultur&amp;lt;/ref&amp;gt; Dazu zählen '''materielle Ergebnisse''' (z. B. Kunstwerke, Technik) ebenso wie '''immaterielle Praktiken''' (Sprache, Bräuche, Wissen). Kultur umfasst laut der UNESCO geistige, materielle, intellektuelle und emotionale Merkmale, die eine Gesellschaft oder soziale Gruppe kennzeichnen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;mondiacult&amp;quot;&amp;gt;UNESCO 1982: Mexico City Declaration on Cultural Policies (MONDIACULT). URL: https://www.lacult.unesco.org/docc/1982_MONDIACULT.pdf&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;ref name=&amp;quot;cultureaction&amp;quot;&amp;gt;Culture Action Europe 2024: The State of Culture report. URL: https://cultureactioneurope.org/de/news/the-state-of-culture-report-published, abgerufen am 01.10.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;  Sie ist dynamisch und wird von jeder Generation neu gestaltet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das deutsche Wort „Kultur“ ist eine Eindeutschung des lateinischen Worts „cultura“. Dieses bedeutet ursprünglich „Bebauung, Bearbeitung, Bestellung, Pflege“ und meinte sowohl die physische Bearbeitung als auch die Pflege geistiger Güter, z. B. der Sprache.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.1.2 Kulturelle Ausdrucksform ===&lt;br /&gt;
Eine kulturelle Ausdrucksform ist eine '''konkrete, gegenwärtige oder historische, Manifestation von Kultur''', bspw. eine Zeichnung, eine Tracht oder ein Lied: Sie macht die Kultur sichtbar und erlebbar. Im engeren Sinne ist es eine Ausdrucksweise, die aus der Kreativität einer Person, Gruppe oder Gesellschaft entsteht und '''kulturellen Inhalt''' trägt (symbolische Bedeutung, künstlerische Dimension, kulturelle Werte).&amp;lt;ref&amp;gt;Österreichische UNESCO-Kommission 2007: Übereinkommen zum Schutz und zur Förderung der Vielfalt kultureller Ausdrucksformen, Art. 4, Seite 13. URL: https://www.unesco.at/fileadmin/Redaktion/Publikationen/Publikations-Dokumente/2005er_UNESCO-Convention_German.pdf, abgerufen am 22.09.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt; Sie wird innerhalb und zwischen Gemeinschaften weitergegeben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Alle kulturellen Ausdrucksformen bilden einen wesentlichen Kern von Kultur, aber Kultur enthält auch latente Dimensionen (Werte, Normen, Vorannahmen etc.), die nicht unmittelbar als Ausdrucksform erscheinen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.1.3 Kulturgut ===&lt;br /&gt;
Ein „Kulturgut“ ist '''eine einzelne kulturelle Ausdrucksform''', der ein '''besonderer kultureller Wert zugemessen wird''' (durch Anerkennung, Schutz, Bedeutung). Es ist somit ein Erzeugnis menschlicher Kreativität oder Zeugnis menschlichen Lebens, welches '''Bedeutung für die Kultur einer Gemeinschaft''' hat und daher '''Bestand haben und bewahrt werden soll'''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die '''Summe aller Kulturgüter''' einer Gemeinschaft wird als dessen '''Kulturerbe''' bezeichnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.1.4 Kulturerbe ===&lt;br /&gt;
Kulturerbe ist die '''Summe der materiellen und immateriellen Ausdrucksformen''' (= Kulturgüter) einer Kultur, die als „'''bewahrenswert'''“ anerkannt wurden. International umfasst das u. a. das '''Welterbe''' (Denkmäler, Ensembles, Stätten)&amp;lt;ref&amp;gt;UNESCO (1972), Welterbekonvention, Art. 1. URL: https://www.dnk.de/wp-content/uploads/2021/02/1972_DNK_UNESCO-Welterbekonvention.pdf (abgerufen am 11.09.2025).&amp;lt;/ref&amp;gt; und das '''Immaterielles Kulturerbe''' (Praktiken, Wissen).&amp;lt;ref&amp;gt;Deutsche UNESCO-Kommission o. J.:, Übereinkommen zur Erhaltung des immateriellen Kulturerbes (dt. Ausgabe). URL: https://www.unesco.de/assets/dokumente/Deutsche_UNESCO-Kommission/02_Publikationen/Publikation_UNESCO-%C3%9Cbereinkommen_zur_Erhaltung_des_immateriellen_Kulturerbes_01.pdf, (abgerufen am 11.09.2025).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ob etwas „zum Kulturerbe“ zählt, ist Ergebnis von Bewertung, Diskurs und teils formellen Verfahren. Dem Sorbischen Kulturregister (SKR) zufolge ist „sorbisch-wendisches Kulturerbe“ eine Zuschreibung, die durch Gesellschaft, Museen, Archive und Wissenschaft erfolgen kann.&amp;lt;ref&amp;gt;Sorbisches Institut 2025: Konzept für ein Sorbisches Kulturregister (SKR). URL: https://www.serbski-institut.de/wp-content/uploa ds/2021/11/00_Zweite-aktualisierte-Fassung_Konzept_Sorbisches-Kulturregister_20.11.2025.pdf, abgerufen am 20.11.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.1.5 Abgrenzung: Kultur und Kulturerbe ===&lt;br /&gt;
'''Kultur / Kulturelle Ausdrucksform''' sind als Begriffe weiter gefasst als '''Kulturgut / Kulturerbe'''. Kulturelle Ausdrucksformen umfassen alles Gelebte und Gestaltete einer Gemeinschaft in Gegenwart und Vergangenheit, während Kulturgut / Kulturerbe diejenigen kulturellen Güter und Traditionen meint, denen eine Bedeutung beigemessen wurde und die als bewahrens- und weitergebenswert erkannt wurden. Kultur ist der „aktuelle“ kreative Prozess (einschließlich Popkultur, Alltagskultur), Kulturerbe der daraus überkommene Schatz. Dennoch sind die Grenzen fließend: Was heute nur Kultur ist, kann morgen zum Kulturerbe erklärt werden – abhängig von Wertzuschreibung und Diskurs.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Rahmen dieses Dokuments werden für den sorbischen Kontext die Begriffe '''„kulturelle Ausdrucksform“''' und '''„Kulturgut“''' weitgehend '''synonym''' verwendet, sofern nicht ausdrücklich anders gekennzeichnet. Hintergrund ist, dass die Gesamtzahl der identifizierbaren kulturellen Ausdrucksformen einer kleinen Minderheit wie der Sorben/Wenden im Vergleich zu großen Mehrheitsgesellschaften überschaubar ist. Zugleich ist der Anteil dieser Ausdrucksformen, denen in der Community ein besonderer Wert beigemessen wird und die daher faktisch als Kulturgut wahrgenommen und behandelt werden, sehr hoch: Ein großer Teil des gelebten kulturellen Repertoires wird als identitätsstiftend und bewahrenswert verstanden und damit dem Kulturerbe zugerechnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== 2.2 Klassifizierung von Kulturgütern ==&lt;br /&gt;
Im Folgenden soll eine griffige Klassifizierung von Kulturgütern entwickelt werden, so dass pro Kulturgut-Klasse später auf die Besonderheiten ihrer Digitalisierung eingegangen werden kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Dataja:Wobraz_K2.png|center|600px]]&amp;lt;ref&amp;gt;Mermaid Flowchart Code: [https://mermaid.live/edit#pako:eNptlM9u00AQxl9ltFWoFDlp_C9OjISU2KSgUCq1BSRIDxt77Syxd6v1mkKjSDwBlThw4YCEeuXOoeLSN-EF4BHYjZOQQG67-32_2ZnZsWco4jFBPqrVZpRR6cNsP8n4ZTTBQu7rHVP66QWOKEvV3nQM2BeYTf8eea35fF6rjdiIrUl4cjJiAMPDV_X6sMxkKdJS1uvnvu9PtRGgp5ReE46wJIKSLIOf779CycbkkqQZjSb1Ovz-cv351_drDWGN9BXS_xfZBj7dLoGxBgIFBE14nOcrZGH68E07Iu0IlSNsQkhTKnGlfvyh1bjKcngIjcYD6G2s-xvrYGMdLuuqAFOXZ0IflzFh0xxn5OBU3t1ISZhqw6KaKpo29k04jSaCJrLq0oZsa9mCAZc8FTihhBnQp1ksxd1NSsS22dFmG3oMZzwl0HveONtlc7XNATtsHI9fk6kkC3nRsKoqnVNgwrFQaUOvLGJRRtMi4SJfZ790WtppQYhFIVV7CYsJDO9uWbEMujbqOgIbTqgsddB7MCD_eXT6gQMvaFEQBlclPMVqcA6eMfqGiKLMt926isCFM4FjKiln-voCHmEWXxIxXZcUVo-jSwrVe3DBGvHqtc83DLqS0FpNAi3wRluiDBdFSBIYQ0KzzN_r265jPjQinnHh7yVJYhRS8ClZKfe3KLyk2oHneuEuqlK2qWhJWYPOwGnvoiplm4qXVMd17V5rF1UpikIGSgWNkS9FSQyUE5FjvUUzHXGE5ITkZIR8tYxJgtVXPEIjNlfYBWYvOc9XpOBlOkF-grNC7cqLWPUupFjNa74-FXo0RMBLJpFvWtYiCPJn6C3yG7bTNO2u6Tidrue0W13HQO_Usdtquuqg1bG6TtvzPNuZG-hqcXGr2baV5NhuyzId13XbBiJqDrg4qn5ni7_a_A_W9oMu hier klicken], abgerufen am 22.09.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.2.1 A. Materiell - unbeweglich 🏛️ ===&lt;br /&gt;
„Materiell - unbeweglich&amp;quot; bezeichnet ortsfeste Kulturobjekte wie Bauwerke, Ensembles, Gebäudekomplexe und Stätten/Kulturlandschaften, wie sie in Art. 1 der UNESCO-Welterbekonvention als Kategorien des kulturellen Erbes definiert sind.&amp;lt;ref&amp;gt;UNESCO World Heritage Centre o. J.: Convention Concerning the Protection of the World Cultural and Natural Heritage, Artikel 1. URL: https://whc.unesco.org/en/conventiontext/, abgerufen am 01.10.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.2.2 B. Materiell - beweglich 🖼️ ===&lt;br /&gt;
Die Kategorie „Materiell - beweglich&amp;quot; umfasst bewegliche Sachen bzw. Sachgesamtheiten von kulturellem Wert (z. B. Objekte, Sammlungen), wie sie das deutsche Kulturgutschutzgesetz (§ 2 KGSG)&amp;lt;ref&amp;gt;Deutschland 2016: Kulturgutschutzgesetz (KGSG), § 2. URL: https://www.buzer.de/2_KGSG.htm, abgerufen am 01.10.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt; als „Kulturgut“ beschreibt.&lt;br /&gt;
* B1 '''Schriftgut''' - Bücher, Zeitungen, Handschriften, Archivgut, Graphiken, Pläne, Karten&lt;br /&gt;
* B2 '''Fotografien &amp;amp; Bildträger''' &lt;br /&gt;
** Fotografisch erzeugte statische Bildträger, auch Stillbildträger genannt, z. B. Positive/Negative auf Film/Platte/Photopapier, Dias, Abzüge, Mikrofilm/-fiche und vergleichbare fotografische Repro-Träger.&lt;br /&gt;
* B3 '''Analoge AV-Träger''' (Audio/Video/Film)&lt;br /&gt;
** Analoge zeitbasierte Medien, z. B. Magnetton (Tonband, Kassette), Schallplatte, Videobänder, Film.&lt;br /&gt;
* B4 '''3D-Objekte''' - Gegenstände, „sachkulturelle Artefakte“&amp;lt;ref&amp;gt;Sorbisches Institut o. J.: Konzept zum Digitalisierungszentrum am Sorbischen Institut, S. 24.&lt;br /&gt;
(Unveröffentlichtes Konzeptpapier; interne Projektunterlage.)&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.2.3 C. Immateriell 🎭 ===&lt;br /&gt;
Meint lebendige Praktiken, Darstellungen, Ausdrucksformen, Ideen, Werte, Wissen und Fertigkeiten, die von Gemeinschaften getragen und weitergegeben werden, gemäß der folgenden 5 UNESCO ICH-Domänen.&amp;lt;ref&amp;gt;UNESCO o. J.: Intangible Cultural Heritage – Five Domains. URL: https://ich.unesco.org/doc/src/01857-EN.pdf, abgerufen am 01.10.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* C1 '''Orale Traditionen/Ausdrucksformen''' - Sprache, Gesangstraditionen&lt;br /&gt;
* C2 '''Darstellende Künste''' - Musik, Tanz, Theater&lt;br /&gt;
* C3 '''Rituale &amp;amp; Feste''' - Bräuche und soziale Praktiken des Kalenders und Lebenslaufs&lt;br /&gt;
* C4 '''Wissen &amp;amp; Praktiken''' zu Natur &amp;amp; Universum - Heil- und Sammelkenntnisse, ökologisches und astronomisches Wissen, Glaube, Religion&lt;br /&gt;
* C5 '''Traditionelles Handwerk''' - Techniken, Werkzeuge und Gestaltungsmuster&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.2.4 D. Digital 💾 ===&lt;br /&gt;
Bezeichnet in digitaler Form vorliegende Ressourcen menschlichen Wissens und Ausdrucks. Diese können sowohl born-digital sein als auch digitalisierte Repräsentationen von materiellen und immateriellen Kulturgütern.&amp;lt;ref&amp;gt;UNESCO 2003: Charter on the Preservation of Digital Heritage. URL: https://www.unesco.org/en/legal-affairs/charter-preservation-digital-heritage, abgerufen am 01.10.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* D1 '''Born-digital''' (ursprünglich digital erzeugt, kein analoges Original), z. B. Webseiten, Social-Media-Beiträge, Software, Apps, Spiele, digitale Fotos/Audio/Video.&lt;br /&gt;
* D2 '''Digitalisate''' - Digitalisierte Repräsentationen/Derivate aus den Klassen A, B und C.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== 2.3 Prozess der Digitalisierung von Kulturerbe ==&lt;br /&gt;
Die Digitalisierung von Kulturgut ist kein rein technischer Arbeitsschritt, sondern ein vielschichtiger, oft langfristiger Prozess, der bereits mit der Wahrnehmung und Identifikation einer kulturellen Ausdrucksform beginnt. Ziel dieses Abschnitts ist es, diesen Gesamtprozess systematisch darzustellen: von der gelebten Kultur über das identifizierte Kulturgut bis hin zur digital nutzbaren Repräsentation.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die hier entwickelte Prozessdarstellung soll als praxisorientierter Überblick dienen für die Digitalisierung des sorbischen Kulturerbes. Sie berücksichtigt die Anforderungen sorbischer Einrichtungen ebenso wie die international etablierten Referenzmodelle und Standards, darunter:&lt;br /&gt;
* das OAIS-Referenzmodell (ISO 14721) für digitale Archivierung&amp;lt;ref&amp;gt;Consultative Committee for Space Data Systems (CCSDS) 2024: Reference Model for an Open Archival Information System (OAIS), CCSDS 650.0-M-3. URL: https://ccsds.org/Pubs/650x0m3.pdf, abgerufen am 01.10.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
* das DCC Curation Lifecycle Model für kuratorische Entscheidungsprozesse&amp;lt;ref&amp;gt;Higgins 2008: The DCC Curation Lifecycle Model. International Journal of Digital Curation, 3(1), 134-140. URL: https://ijdc.net/index.php/ijdc/article/view/48, abgerufen am 01.10.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
* das Spectrum-Modell für museale Objektverwaltung&amp;lt;ref&amp;gt;Collections Trust 2022. Spectrum 5.1 - The UK Museum Collections Management Standard. URL: https://collectionstrust.org.uk/spectrum/spectrum-5, abgerufen am 01.10.2025. &amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
* die UNESCO-Leitlinien zur Inventarisierung immateriellen Kulturerbes&amp;lt;ref&amp;gt;UNESCO 2024: Operational Directives for the Implementation of the Convention for the Safeguarding of the Intangible Cultural Heritage (10.GA). URL: https://ich.unesco.org/doc/src/ICH-Operational_Directives-10.GA_EN.pdf, abgerufen am 01.10.2025. &amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
* sowie technische Vorgaben wie die DFG-Praxisregeln Digitalisierung&amp;lt;ref&amp;gt;Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) 2022: Praxisregeln Digitalisierung (aktualisierte Fassung). URL: https://www.ulb.hhu.de/fileadmin/redaktion/ULB/Documents/Infomaterial/DFG_Praxisregeln_Digitalisierung_Aktualisierte_Fassung2022.pdf, abgerufen am 01.10.2025. &amp;lt;/ref&amp;gt; und die FADGI-Richtlinien&amp;lt;ref&amp;gt;Federal Agencies Digital Guidelines Initiative (FADGI) 2023: Technical Guidelines for Digitizing Cultural Heritage Materials – Still Image, 3rd ed. URL: https://www.digitizationguidelines.gov/guidelines/digitize-technical.html, abgerufen am 01.10.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Folge soll der „Lebenslauf“ eines Kulturguts dargestellt werden, also der Weg, den ein Objekt oder eine kulturelle Praxis vom Zeitpunkt der Entstehung über die Erfassung, Digitalisierung und Archivierung bis zur Veröffentlichung in einem digitalen Präsentationsmodul durchläuft.&lt;br /&gt;
Hierfür erläutert der folgende Abschnitt die einzelnen Prozessschritte im Detail, jeweils mit Akteuren und Beispielen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.3.1 Vorüberlegungen zum Prozess ===&lt;br /&gt;
Im hier vorgestellten Prozess wird auf eine harte, systematische Filterung verzichtet, welche kulturellen Ausdrucksformen „nur“ Kultur und welche bereits Kulturgut sind. Ein solcher Bewertungs- und Abgrenzungsprozess wäre ressourcenintensiv und würde den vorhandenen Kapazitäten in den beteiligten Einrichtungen nicht entsprechen. Stattdessen folgt das Konzept einer inklusiven Logik: Alle dokumentierten Ausdrucksformen werden zunächst als potenzielle Kulturgüter erfasst. Eine feinere Auswahl und Priorisierung erfolgen erst in einem späteren Schritt, nämlich dann, wenn konkret entschieden wird, welche Ausdrucksformen bzw. Kulturgüter in welcher Tiefe digitalisiert, archiviert und präsentiert werden sollen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieses Vorgehen schließt an das SKR-Konzept an, das bewusst auf eine frühe normative Trennung zwischen „kultureller Ausdrucksform“ und „Kulturgut“ verzichtet. Auch hier steht zunächst der möglichst vollständige, strukturierte Überblick über die sorbischen Kulturgüter im Vordergrund. Die differenzierte Bewertung und Schwerpunktsetzung werden als anschließende fachliche Aufgabe verstanden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.3.2 Prozessschritte im Detail ===&lt;br /&gt;
Das folgende Diagramm gibt einen Überblick über die sechs Kernschritte des Gesamtprozesses der Digitalisierung von Kulturgut – von der ersten Wahrnehmung einer kulturellen Ausdrucksform bis zu ihrer digitalen Präsentation als Kulturgut. Die Abfolge zeigt zugleich die Entwicklungsstufen: von gelebter Kultur zur kulturellen Ausdrucksform, von dort zum Kulturgut und schließlich zum digitalen Kulturgut. Die Schritte sind als generischer Ablauf zu verstehen: Je nach Art des Kulturguts können einzelne Tätigkeiten unterschiedlich aufwendig sein oder parallel erfolgen.&lt;br /&gt;
[[Dataja:Wobraz_K3.png|center|600px]]&amp;lt;ref&amp;gt;Mermaid Flowchart Code: [https://mermaid.live/edit#pako:eNplkk1OwzAQha8yGqmbkloxSZs2CyTa8LOphIAVhIVJpolF4iDH4a_qbXqTXgzHFdAKr2y97703lmaNWZMTxriqmvesFNrAfZIqgPPHFIdDzuBO1DVVajhM8QlGozOYO-WUwS0VsjVakqa93Pvmjlk4JmAwp3fS5kCHwQAWjkkcE_Y5WWkIXqrd9jBpT138UIkspBGVbI_7-rwLR146csLgRryQ-U8lMGLwTG1WapLPpHKCZQLMOY9ch7m2VxiSpOAEjJ1TSev_M_bkvv3KtY8ZnOuslG_H9VcOuf4dUO-2LamjGdHDQsscY6M78rAmXYv-ies-IEVTUk0pxvaa00p0lUkxVRtrexXqoWnqH6duuqLEeCWq1r6619zOn0hRaPGH9J_Xi6ZTBuOxS8B4jR8YhxGLeDThkR-EM37KuYefFmHTaOz7fOZHQTidBMHGwy9X6VslnNnDw4jPuB8GHlIuTaOX-7Vy27X5Bh_Osqo hier klicken], abgerufen am 22.09.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Prozess zeigt, dass Digitalisierung von Kulturgut mehr ist als das Erstellen digitaler Dateien. Sie umfasst eine Reihe aufeinander bezogener Schritte – von der ersten Wahrnehmung einer kulturellen Ausdrucksform über ihre Erfassung, Bewertung und Digitalisierung bis hin zur langfristigen Sicherung und Präsentation. Dabei sind je nach Schritt unterschiedliche Akteure beteiligt, etwa Gemeinschaften, Museen, Archive, Fachgremien, Digitalisierungsstellen oder IT. Die folgenden Beschreibungen erläutern diese Schritte so, dass nachvollziehbar wird, was jeweils mit einem Kulturgut geschieht, wer daran beteiligt ist und wie sich der Ablauf in der Praxis vorstellen lässt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''1. Sammeln &amp;amp; erfassen''' &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Hier wird eine kulturelle Ausdrucksform erstmals wahrgenommen, benannt und mit ersten Informationen erfasst: Was ist es, wer macht es oder hat es geschaffen, wo kommt es vor, warum ist es bedeutsam für die Gemeinschaft? &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Akteure''': Community, Vereine, Museen, Archive, Forschende, Privatpersonen.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Beispiel''': Auf einem Dorffest zeigt eine Frau das Verzieren sorbischer Ostereier. Jemand fotografiert dies und notiert Technik, Ort und Namen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''2. Registrieren &amp;amp; beschreiben''' &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Hier wird aus der ersten Beobachtung ein strukturierter Nachweis. Das Kulturgut oder die kulturelle Ausdrucksform wird in ein Register, eine Sammlung oder einen Katalog aufgenommen und mit strukturierten Metadaten beschrieben, damit es wiedergefunden, zugeordnet und verstanden werden kann. Dazu gehören z. B. Titel, Ort, Zeit, Technik, Funktion, beteiligte Personen und der kulturelle Kontext.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Akteure''': Registerverantwortliche, Kurator:innen, Sammlungsmitarbeitende, Community für Kontextinformationen.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Beispiel''': Das Osterei erhält einen Eintrag mit Angaben wie „Wachsbatik“, „Schleife“, „Osterei-Verzierung“, Name der Trägerin und Entstehungsjahr.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''3. Bewerten &amp;amp; freigeben''' &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
In diesem Schritt wird entschieden, ob und in welcher Priorität ein Kulturgut oder die kulturelle Ausdrucksform digitalisiert werden soll und ob dies rechtlich und ethisch möglich ist. Dabei spielen fachliche Kriterien wie Bedeutung, Repräsentativität, Seltenheit oder Gefährdung eine Rolle, aber auch Fragen des Urheberrechts, Datenschutzes und möglicher kultureller Sensibilitäten. Am Ende steht eine begründete Entscheidung, ob und in welchem Umfang das Kulturgut weiterbearbeitet und später veröffentlicht werden darf. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Akteure''': Kurator:innen, Fachgremien, Community-Vertretungen, Register/SKR, ggf. Rechteverantwortliche und Behörden. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Beispiel''': Es wird entschieden, dass die Osterei-Technik wegen ihrer Bedeutung für die sorbische Identität digital gesichert werden soll; die Kunsthandwerkerin stimmt der Veröffentlichung zu.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''4. Digitalisieren &amp;amp; prüfen''' &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Nun wird das Kulturgut technisch erfasst, also in eine digitale Form überführt. Das kann je nach Objektart durch Scan, Fotografie, Audio- oder Videoaufnahme oder 3D-Erfassung geschehen. Dabei entstehen hochwertige Master-Dateien und nutzbare Derivate. Die Digitalisierung folgt qualifizierten Standards, um Reproduzierbarkeit, Farbkonsistenz und Nutzbarkeit zu gewährleisten. Anschließend wird geprüft, ob Schärfe, Farbe, Vollständigkeit und Dateiformate den Anforderungen für Archivierung und Nutzung entsprechen. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Akteure''': Digitalisierungszentrum, Foto-/AV-/3D-Spezialist:innen, externe Dienstleister bei Spezialfällen. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Beispiel''': Das Osterei wird fotografisch hochauflösend aufgenommen und zusätzlich als 3D-Modell erfasst. Danach werden Schärfe, Farbe und Dateiformate geprüft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''5. Archivieren &amp;amp; sichern''' &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die entstandenen digitalen Dateien werden geordnet abgelegt, mit den zugehörigen Metadaten verknüpft und für die langfristige Erhaltung gesichert. Dazu gehören sichere Speicherorte, Backups, Integritätskontrollen und – wenn nötig – spätere technische Migration auf neue Systeme. Ziel ist, dass das digitale Kulturgut langfristig erhalten bleibt, auch wenn sich Technik und Formate verändern. Das Original bleibt in der Regel weiterhin am Sammlungs- oder Aufbewahrungsort. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Akteure''': Archiv, Repository, IT-Betrieb, ggf. Sorbisches Kulturarchiv bzw. Digitalisierungszentrum. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Beispiel''': Die Bilder und das 3D-Modell des Ostereis werden auf gesicherten Servern gespeichert; das Original bleibt im Museum oder bei der Eigentümerin.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''6. Präsentieren &amp;amp; nutzen''' &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Im letzten Schritt werden die digitalen Objekte so bereitgestellt, dass sie gefunden, verstanden und genutzt werden können, z. B. in Portalen, digitalen Sammlungen oder virtuellen Ausstellungen. Dafür reicht es nicht, nur Dateien anzuzeigen: Es braucht auch verständliche Kontexte, Rechteangaben, Mehrsprachigkeit und möglichst barrierearme Zugänge. So wird aus der technischen Digitalisierung eine tatsächliche kulturelle Nutzung. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Akteure''': Kurator:innen, Vermittlung, Web/IT, Museen, Kulturinformationen, Community. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Beispiel''': Das Osterei erscheint in einer Online-Ausstellung, kann herangezoomt oder als 3D-Modell gedreht werden und wird mit einem kurzen Text zur Technik erklärt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Ergänzende organisatorische Perspektive''' &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die folgende Abbildung ist entnommen aus einem Poster des Sorbischen Instituts zu dessen Digitalisierungsstrategie, gefunden auf der Projektseite des Digitalisierungszentrums.&amp;lt;ref&amp;gt;Sorbisches Institut: Digitalisierungszentrum (DZ). URL: [https://www.serbski-institut.de/projekte-zentrale-vorhaben/digitalisierungszentrum-dz/ https://www.serbski-institut.de/projekte-zentrale-vorhaben/digitalisierungszentrum-dz/], abgerufen am 25.03.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Sie zeigt den Prozess der Digitalisierung der sorbischen/wendischen Kulturdaten aus Sicht des Sorbischen Instituts. Im Unterschied zur linearen Prozessgrafik oben bildet sie nicht den Weg eines einzelnen Kulturguts ab, sondern das Zusammenspiel von Kulturregister, Digitalisierungszentrum und Präsentations¬umgebung. Sie ergänzt damit den oben beschriebenen Prozess um die Ebenen der Zuständigkeiten und Daten.&lt;br /&gt;
[[Dataja:Wobraz_K4.png|center|600px]]&amp;lt;ref&amp;gt;Sorbisches Institut 2025: Digitalizacija serbskich kulturnych datow / Digitalisierung der sorbischen/wendischen Kulturdaten (Poster). URL:  [https://www.serbski-institut.de/wp-content/uploads/2021/11/A0-Druck_Digitalisierungsstrategie-SI.pdf  https://www.serbski-institut.de/wp-content/uploads/2021/11/A0-Druck_Digitalisierungsstrategie-SI.pdf], abgerufen am 25.03.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bezogen auf den oben beschriebenen Prozess der Digitalisierung von Kulturerbe steht das '''Sorbische Kulturregister''' vor allem für den Prozessschritt „'''2. Registrieren &amp;amp; beschreiben'''“ und dient dabei vor allem der Verzeichnung und Metadatenverwaltung. Das '''Digitalisierungszentrum''' steht für die Prozessschritte „'''4. Digitalisieren &amp;amp; prüfen'''“ sowie „'''5. Archivieren &amp;amp; sichern'''“ und dient dabei der technischen Erfassung, Bearbeitung und Sicherung der Digitalisate. Die '''Präsentationsumgebung''' steht für den Schritt „'''6. Präsentieren &amp;amp; nutzen'''“ und dient der öffentlichen oder kuratierten Bereitstellung zur Nutzung. Ergänzende Konzepte des SI machen dabei deutlich, dass die Digitalisierung im Regelfall eine vorherige Verzeichnung im Register voraussetzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Referenzen ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Měrko Šenk</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://koncept.serbski-inkubator.de/index.php?title=12.3_Digitalisierung_des_Kulturerbes&amp;diff=1047</id>
		<title>12.3 Digitalisierung des Kulturerbes</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://koncept.serbski-inkubator.de/index.php?title=12.3_Digitalisierung_des_Kulturerbes&amp;diff=1047"/>
		<updated>2026-03-25T10:45:10Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Měrko Šenk: /* 2.3.2 Prozessschritte im Detail */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;= 1 Einleitung =&lt;br /&gt;
Die Digitalisierung von sorbischem Kulturerbe ist eine historische Chance für uns Sorben, eine Chance, unser kulturelles Erbe neu zu entdecken, es für kommende Generationen zu erhalten, für eine breitere Öffentlichkeit zugänglich zu machen und dabei die eigene Deutungshoheit zu stärken. Das erfordert neben Mut, einer klaren gemeinsamen Vision, starker Zusammenarbeit zwischen den beteiligten Akteuren auch die notwendigen Ressourcen in Form von Personal mit entsprechenden Kompetenzen, passender Technik sowie einer nachhaltig gesicherten Finanzierung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im folgenden Abschnitt werden Zielbilder für die Digitalisierung des sorbischen Kulturerbes entworfen mittels lang- und kurzfristiger Visionen sowie konkreter Ziele.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== 1.1 Visionen und Ziele für die sorbische digitale Welt ==&lt;br /&gt;
'''Vision 2035'''&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
''Sorbisches materielles und immaterielles Kulturerbe ist systematisch digital erfasst, rechtssicher und langfristig gesichert, leicht auffindbar, offen nutzbar und wird aktiv von Interessierten genutzt.''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Konkrete Ziele'''&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Bis 2032 ist ein tragfähiges, finanziell und organisatorisch abgesichertes Modell etabliert, das:&lt;br /&gt;
* Ein zentrales (oder föderiertes) digitales Langzeitarchiv nach OAIS-Referenzmodell betreibt,&lt;br /&gt;
* klare Zuständigkeiten, Prozesse und Budgets definiert,&lt;br /&gt;
* regelmäßige Qualitätssicherung und Technik-Updates vorsieht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bis 2030 sind wichtige sorbische Kulturerbe-Bestände (Kernbestände nach fachlicher Festlegung) in hoher Qualität digitalisiert, beschrieben und im Langzeitarchiv gesichert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bis 2028 liegt eine institutionenübergreifende Übersicht über relevante Kulturerbe-Bestände (analog und digital, materiell und immateriell) vor, einschließlich einer Prioritätenliste für die Digitalisierung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bis 2028 existiert ein zentrales, nutzerfreundliches „Sorbisches Kulturerbe-Portal“, das:&lt;br /&gt;
* Suchzugang über alle teilnehmenden Institutionen ermöglicht,&lt;br /&gt;
* grundlegende Inhalte frei zugänglich bereitstellt,&lt;br /&gt;
* mehrsprachige Oberflächen anbietet (Deutsch, Obersorbisch, Niedersorbisch, Englisch).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= 2 IST-Analyse „Digitalisierung von Kulturerbe“ =&lt;br /&gt;
Das Ziel in diesem Themenbereich ist es, sorbisches Kulturerbe digital zu verwalten und damit langfristig für Recherche, Nutzung und Präsentation vorzuhalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Abschnitt &amp;quot;IST-Analyse“ werden die folgenden Fragen beantwortet: Was ist sorbisches Kulturerbe und was zählt alles dazu? Welche Schritte durchläuft ein Kulturgut, um zum digitalen Kulturerbe zu gehören? Wie können die digitale Verwaltung, Archivierung, Nutzung und Präsentation von Kulturgütern umgesetzt werden?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die grundlegenden Terminologien des Kulturerbes sollen im Folgenden festgelegt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== 2.1 Terminologie – von Kultur zu Kulturerbe ==&lt;br /&gt;
In diesem Abschnitt werden die Begriffe rund um das Kulturerbe grundlegend definiert. Es soll ein Verständnis über die Begriffe Kultur, kulturelle Ausprägung, Kulturgut und Kulturerbe erreicht werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Dataja:Wobraz_K1.png|center|260px]]&amp;lt;ref&amp;gt;Mermaid Flowchart Code: [https://mermaid.live/edit#pako:eNpF0UtuwyAQBuCroFlaTuRHTGMvKuWxq7pqV627IGZso2CIMChtk9ymN-nFimmasmJGfP-AOEGjOUIFrdTHpmfGkudtrWpF_Fq9RtGDk9aZKHojU-_aJ7PZ_bmGgSnR4mgFejaKpidC1XAmq8zDfYAoJZKVG7lxzX5stRl81C0_uwYdheGEubHD4_dXLy1hcpyC1rcLdM4GOLH1Ve2E5Gj9TPLkhgEnsLkBNDsMAmLojOBQWeMwhgHNwKYSTuFBYHucbOW3HFvmcQ21unh2YOpF6-FPGu26HqrW381X7sCZxa1gnWH_R1BxNBvtlIUqTUMEVCd49xVdzpeLMs1pXmRFXiY0hg-o8iyZL_LFXZaVSTJ1LzF8hqHJnBZ5WhZLWt5RmtIsBuTCavP4-2Hh3y4_NXaMmw hier klicken], abgerufen am 22.09.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.1.1 Kultur ===&lt;br /&gt;
Kultur bezeichnet hier die Gesamtheit aller '''vom Menschen geschaffenen und erlernten Ausdrucksformen''' des Lebens, die auf gemeinsamen Werten und Verhaltensweisen beruhen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;wiki-kultur&amp;quot;&amp;gt;URL: https://de.wikipedia.org/wiki/Kultur&amp;lt;/ref&amp;gt; Dazu zählen '''materielle Ergebnisse''' (z. B. Kunstwerke, Technik) ebenso wie '''immaterielle Praktiken''' (Sprache, Bräuche, Wissen). Kultur umfasst laut der UNESCO geistige, materielle, intellektuelle und emotionale Merkmale, die eine Gesellschaft oder soziale Gruppe kennzeichnen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;mondiacult&amp;quot;&amp;gt;UNESCO 1982: Mexico City Declaration on Cultural Policies (MONDIACULT). URL: https://www.lacult.unesco.org/docc/1982_MONDIACULT.pdf&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;ref name=&amp;quot;cultureaction&amp;quot;&amp;gt;Culture Action Europe 2024: The State of Culture report. URL: https://cultureactioneurope.org/de/news/the-state-of-culture-report-published, abgerufen am 01.10.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;  Sie ist dynamisch und wird von jeder Generation neu gestaltet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das deutsche Wort „Kultur“ ist eine Eindeutschung des lateinischen Worts „cultura“. Dieses bedeutet ursprünglich „Bebauung, Bearbeitung, Bestellung, Pflege“ und meinte sowohl die physische Bearbeitung als auch die Pflege geistiger Güter, z. B. der Sprache.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.1.2 Kulturelle Ausdrucksform ===&lt;br /&gt;
Eine kulturelle Ausdrucksform ist eine '''konkrete, gegenwärtige oder historische, Manifestation von Kultur''', bspw. eine Zeichnung, eine Tracht oder ein Lied: Sie macht die Kultur sichtbar und erlebbar. Im engeren Sinne ist es eine Ausdrucksweise, die aus der Kreativität einer Person, Gruppe oder Gesellschaft entsteht und '''kulturellen Inhalt''' trägt (symbolische Bedeutung, künstlerische Dimension, kulturelle Werte).&amp;lt;ref&amp;gt;Österreichische UNESCO-Kommission 2007: Übereinkommen zum Schutz und zur Förderung der Vielfalt kultureller Ausdrucksformen, Art. 4, Seite 13. URL: https://www.unesco.at/fileadmin/Redaktion/Publikationen/Publikations-Dokumente/2005er_UNESCO-Convention_German.pdf, abgerufen am 22.09.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt; Sie wird innerhalb und zwischen Gemeinschaften weitergegeben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Alle kulturellen Ausdrucksformen bilden einen wesentlichen Kern von Kultur, aber Kultur enthält auch latente Dimensionen (Werte, Normen, Vorannahmen etc.), die nicht unmittelbar als Ausdrucksform erscheinen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.1.3 Kulturgut ===&lt;br /&gt;
Ein „Kulturgut“ ist '''eine einzelne kulturelle Ausdrucksform''', der ein '''besonderer kultureller Wert zugemessen wird''' (durch Anerkennung, Schutz, Bedeutung). Es ist somit ein Erzeugnis menschlicher Kreativität oder Zeugnis menschlichen Lebens, welches '''Bedeutung für die Kultur einer Gemeinschaft''' hat und daher '''Bestand haben und bewahrt werden soll'''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die '''Summe aller Kulturgüter''' einer Gemeinschaft wird als dessen '''Kulturerbe''' bezeichnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.1.4 Kulturerbe ===&lt;br /&gt;
Kulturerbe ist die '''Summe der materiellen und immateriellen Ausdrucksformen''' (= Kulturgüter) einer Kultur, die als „'''bewahrenswert'''“ anerkannt wurden. International umfasst das u. a. das '''Welterbe''' (Denkmäler, Ensembles, Stätten)&amp;lt;ref&amp;gt;UNESCO (1972), Welterbekonvention, Art. 1. URL: https://www.dnk.de/wp-content/uploads/2021/02/1972_DNK_UNESCO-Welterbekonvention.pdf (abgerufen am 11.09.2025).&amp;lt;/ref&amp;gt; und das '''Immaterielles Kulturerbe''' (Praktiken, Wissen).&amp;lt;ref&amp;gt;Deutsche UNESCO-Kommission o. J.:, Übereinkommen zur Erhaltung des immateriellen Kulturerbes (dt. Ausgabe). URL: https://www.unesco.de/assets/dokumente/Deutsche_UNESCO-Kommission/02_Publikationen/Publikation_UNESCO-%C3%9Cbereinkommen_zur_Erhaltung_des_immateriellen_Kulturerbes_01.pdf, (abgerufen am 11.09.2025).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ob etwas „zum Kulturerbe“ zählt, ist Ergebnis von Bewertung, Diskurs und teils formellen Verfahren. Dem Sorbischen Kulturregister (SKR) zufolge ist „sorbisch-wendisches Kulturerbe“ eine Zuschreibung, die durch Gesellschaft, Museen, Archive und Wissenschaft erfolgen kann.&amp;lt;ref&amp;gt;Sorbisches Institut 2025: Konzept für ein Sorbisches Kulturregister (SKR). URL: https://www.serbski-institut.de/wp-content/uploa ds/2021/11/00_Zweite-aktualisierte-Fassung_Konzept_Sorbisches-Kulturregister_20.11.2025.pdf, abgerufen am 20.11.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.1.5 Abgrenzung: Kultur und Kulturerbe ===&lt;br /&gt;
'''Kultur / Kulturelle Ausdrucksform''' sind als Begriffe weiter gefasst als '''Kulturgut / Kulturerbe'''. Kulturelle Ausdrucksformen umfassen alles Gelebte und Gestaltete einer Gemeinschaft in Gegenwart und Vergangenheit, während Kulturgut / Kulturerbe diejenigen kulturellen Güter und Traditionen meint, denen eine Bedeutung beigemessen wurde und die als bewahrens- und weitergebenswert erkannt wurden. Kultur ist der „aktuelle“ kreative Prozess (einschließlich Popkultur, Alltagskultur), Kulturerbe der daraus überkommene Schatz. Dennoch sind die Grenzen fließend: Was heute nur Kultur ist, kann morgen zum Kulturerbe erklärt werden – abhängig von Wertzuschreibung und Diskurs.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Rahmen dieses Dokuments werden für den sorbischen Kontext die Begriffe '''„kulturelle Ausdrucksform“''' und '''„Kulturgut“''' weitgehend '''synonym''' verwendet, sofern nicht ausdrücklich anders gekennzeichnet. Hintergrund ist, dass die Gesamtzahl der identifizierbaren kulturellen Ausdrucksformen einer kleinen Minderheit wie der Sorben/Wenden im Vergleich zu großen Mehrheitsgesellschaften überschaubar ist. Zugleich ist der Anteil dieser Ausdrucksformen, denen in der Community ein besonderer Wert beigemessen wird und die daher faktisch als Kulturgut wahrgenommen und behandelt werden, sehr hoch: Ein großer Teil des gelebten kulturellen Repertoires wird als identitätsstiftend und bewahrenswert verstanden und damit dem Kulturerbe zugerechnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== 2.2 Klassifizierung von Kulturgütern ==&lt;br /&gt;
Im Folgenden soll eine griffige Klassifizierung von Kulturgütern entwickelt werden, so dass pro Kulturgut-Klasse später auf die Besonderheiten ihrer Digitalisierung eingegangen werden kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Dataja:Wobraz_K2.png|center|600px]]&amp;lt;ref&amp;gt;Mermaid Flowchart Code: [https://mermaid.live/edit#pako:eNptlM9u00AQxl9ltFWoFDlp_C9OjISU2KSgUCq1BSRIDxt77Syxd6v1mkKjSDwBlThw4YCEeuXOoeLSN-EF4BHYjZOQQG67-32_2ZnZsWco4jFBPqrVZpRR6cNsP8n4ZTTBQu7rHVP66QWOKEvV3nQM2BeYTf8eea35fF6rjdiIrUl4cjJiAMPDV_X6sMxkKdJS1uvnvu9PtRGgp5ReE46wJIKSLIOf779CycbkkqQZjSb1Ovz-cv351_drDWGN9BXS_xfZBj7dLoGxBgIFBE14nOcrZGH68E07Iu0IlSNsQkhTKnGlfvyh1bjKcngIjcYD6G2s-xvrYGMdLuuqAFOXZ0IflzFh0xxn5OBU3t1ISZhqw6KaKpo29k04jSaCJrLq0oZsa9mCAZc8FTihhBnQp1ksxd1NSsS22dFmG3oMZzwl0HveONtlc7XNATtsHI9fk6kkC3nRsKoqnVNgwrFQaUOvLGJRRtMi4SJfZ790WtppQYhFIVV7CYsJDO9uWbEMujbqOgIbTqgsddB7MCD_eXT6gQMvaFEQBlclPMVqcA6eMfqGiKLMt926isCFM4FjKiln-voCHmEWXxIxXZcUVo-jSwrVe3DBGvHqtc83DLqS0FpNAi3wRluiDBdFSBIYQ0KzzN_r265jPjQinnHh7yVJYhRS8ClZKfe3KLyk2oHneuEuqlK2qWhJWYPOwGnvoiplm4qXVMd17V5rF1UpikIGSgWNkS9FSQyUE5FjvUUzHXGE5ITkZIR8tYxJgtVXPEIjNlfYBWYvOc9XpOBlOkF-grNC7cqLWPUupFjNa74-FXo0RMBLJpFvWtYiCPJn6C3yG7bTNO2u6Tidrue0W13HQO_Usdtquuqg1bG6TtvzPNuZG-hqcXGr2baV5NhuyzId13XbBiJqDrg4qn5ni7_a_A_W9oMu hier klicken], abgerufen am 22.09.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.2.1 A. Materiell - unbeweglich 🏛️ ===&lt;br /&gt;
„Materiell - unbeweglich&amp;quot; bezeichnet ortsfeste Kulturobjekte wie Bauwerke, Ensembles, Gebäudekomplexe und Stätten/Kulturlandschaften, wie sie in Art. 1 der UNESCO-Welterbekonvention als Kategorien des kulturellen Erbes definiert sind.&amp;lt;ref&amp;gt;UNESCO World Heritage Centre o. J.: Convention Concerning the Protection of the World Cultural and Natural Heritage, Artikel 1. URL: https://whc.unesco.org/en/conventiontext/, abgerufen am 01.10.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.2.2 B. Materiell - beweglich 🖼️ ===&lt;br /&gt;
Die Kategorie „Materiell - beweglich&amp;quot; umfasst bewegliche Sachen bzw. Sachgesamtheiten von kulturellem Wert (z. B. Objekte, Sammlungen), wie sie das deutsche Kulturgutschutzgesetz (§ 2 KGSG)&amp;lt;ref&amp;gt;Deutschland 2016: Kulturgutschutzgesetz (KGSG), § 2. URL: https://www.buzer.de/2_KGSG.htm, abgerufen am 01.10.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt; als „Kulturgut“ beschreibt.&lt;br /&gt;
* B1 '''Schriftgut''' - Bücher, Zeitungen, Handschriften, Archivgut, Graphiken, Pläne, Karten&lt;br /&gt;
* B2 '''Fotografien &amp;amp; Bildträger''' &lt;br /&gt;
** Fotografisch erzeugte statische Bildträger, auch Stillbildträger genannt, z. B. Positive/Negative auf Film/Platte/Photopapier, Dias, Abzüge, Mikrofilm/-fiche und vergleichbare fotografische Repro-Träger.&lt;br /&gt;
* B3 '''Analoge AV-Träger''' (Audio/Video/Film)&lt;br /&gt;
** Analoge zeitbasierte Medien, z. B. Magnetton (Tonband, Kassette), Schallplatte, Videobänder, Film.&lt;br /&gt;
* B4 '''3D-Objekte''' - Gegenstände, „sachkulturelle Artefakte“&amp;lt;ref&amp;gt;Sorbisches Institut o. J.: Konzept zum Digitalisierungszentrum am Sorbischen Institut, S. 24.&lt;br /&gt;
(Unveröffentlichtes Konzeptpapier; interne Projektunterlage.)&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.2.3 C. Immateriell 🎭 ===&lt;br /&gt;
Meint lebendige Praktiken, Darstellungen, Ausdrucksformen, Ideen, Werte, Wissen und Fertigkeiten, die von Gemeinschaften getragen und weitergegeben werden, gemäß der folgenden 5 UNESCO ICH-Domänen.&amp;lt;ref&amp;gt;UNESCO o. J.: Intangible Cultural Heritage – Five Domains. URL: https://ich.unesco.org/doc/src/01857-EN.pdf, abgerufen am 01.10.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* C1 '''Orale Traditionen/Ausdrucksformen''' - Sprache, Gesangstraditionen&lt;br /&gt;
* C2 '''Darstellende Künste''' - Musik, Tanz, Theater&lt;br /&gt;
* C3 '''Rituale &amp;amp; Feste''' - Bräuche und soziale Praktiken des Kalenders und Lebenslaufs&lt;br /&gt;
* C4 '''Wissen &amp;amp; Praktiken''' zu Natur &amp;amp; Universum - Heil- und Sammelkenntnisse, ökologisches und astronomisches Wissen, Glaube, Religion&lt;br /&gt;
* C5 '''Traditionelles Handwerk''' - Techniken, Werkzeuge und Gestaltungsmuster&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.2.4 D. Digital 💾 ===&lt;br /&gt;
Bezeichnet in digitaler Form vorliegende Ressourcen menschlichen Wissens und Ausdrucks. Diese können sowohl born-digital sein als auch digitalisierte Repräsentationen von materiellen und immateriellen Kulturgütern.&amp;lt;ref&amp;gt;UNESCO 2003: Charter on the Preservation of Digital Heritage. URL: https://www.unesco.org/en/legal-affairs/charter-preservation-digital-heritage, abgerufen am 01.10.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* D1 '''Born-digital''' (ursprünglich digital erzeugt, kein analoges Original), z. B. Webseiten, Social-Media-Beiträge, Software, Apps, Spiele, digitale Fotos/Audio/Video.&lt;br /&gt;
* D2 '''Digitalisate''' - Digitalisierte Repräsentationen/Derivate aus den Klassen A, B und C.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== 2.3 Prozess der Digitalisierung von Kulturerbe ==&lt;br /&gt;
Die Digitalisierung von Kulturgut ist kein rein technischer Arbeitsschritt, sondern ein vielschichtiger, oft langfristiger Prozess, der bereits mit der Wahrnehmung und Identifikation einer kulturellen Ausdrucksform beginnt. Ziel dieses Abschnitts ist es, diesen Gesamtprozess systematisch darzustellen: von der gelebten Kultur über das identifizierte Kulturgut bis hin zur digital nutzbaren Repräsentation.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die hier entwickelte Prozessdarstellung soll als praxisorientierter Überblick dienen für die Digitalisierung des sorbischen Kulturerbes. Sie berücksichtigt die Anforderungen sorbischer Einrichtungen ebenso wie die international etablierten Referenzmodelle und Standards, darunter:&lt;br /&gt;
* das OAIS-Referenzmodell (ISO 14721) für digitale Archivierung&amp;lt;ref&amp;gt;Consultative Committee for Space Data Systems (CCSDS) 2024: Reference Model for an Open Archival Information System (OAIS), CCSDS 650.0-M-3. URL: https://ccsds.org/Pubs/650x0m3.pdf, abgerufen am 01.10.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
* das DCC Curation Lifecycle Model für kuratorische Entscheidungsprozesse&amp;lt;ref&amp;gt;Higgins 2008: The DCC Curation Lifecycle Model. International Journal of Digital Curation, 3(1), 134-140. URL: https://ijdc.net/index.php/ijdc/article/view/48, abgerufen am 01.10.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
* das Spectrum-Modell für museale Objektverwaltung&amp;lt;ref&amp;gt;Collections Trust 2022. Spectrum 5.1 - The UK Museum Collections Management Standard. URL: https://collectionstrust.org.uk/spectrum/spectrum-5, abgerufen am 01.10.2025. &amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
* die UNESCO-Leitlinien zur Inventarisierung immateriellen Kulturerbes&amp;lt;ref&amp;gt;UNESCO 2024: Operational Directives for the Implementation of the Convention for the Safeguarding of the Intangible Cultural Heritage (10.GA). URL: https://ich.unesco.org/doc/src/ICH-Operational_Directives-10.GA_EN.pdf, abgerufen am 01.10.2025. &amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
* sowie technische Vorgaben wie die DFG-Praxisregeln Digitalisierung&amp;lt;ref&amp;gt;Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) 2022: Praxisregeln Digitalisierung (aktualisierte Fassung). URL: https://www.ulb.hhu.de/fileadmin/redaktion/ULB/Documents/Infomaterial/DFG_Praxisregeln_Digitalisierung_Aktualisierte_Fassung2022.pdf, abgerufen am 01.10.2025. &amp;lt;/ref&amp;gt; und die FADGI-Richtlinien&amp;lt;ref&amp;gt;Federal Agencies Digital Guidelines Initiative (FADGI) 2023: Technical Guidelines for Digitizing Cultural Heritage Materials – Still Image, 3rd ed. URL: https://www.digitizationguidelines.gov/guidelines/digitize-technical.html, abgerufen am 01.10.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Folge soll der „Lebenslauf“ eines Kulturguts dargestellt werden, also der Weg, den ein Objekt oder eine kulturelle Praxis vom Zeitpunkt der Entstehung über die Erfassung, Digitalisierung und Archivierung bis zur Veröffentlichung in einem digitalen Präsentationsmodul durchläuft.&lt;br /&gt;
Hierfür erläutert der folgende Abschnitt die einzelnen Prozessschritte im Detail, jeweils mit Akteuren und Beispielen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.3.1 Vorüberlegungen zum Prozess ===&lt;br /&gt;
Im hier vorgestellten Prozess wird auf eine harte, systematische Filterung verzichtet, welche kulturellen Ausdrucksformen „nur“ Kultur und welche bereits Kulturgut sind. Ein solcher Bewertungs- und Abgrenzungsprozess wäre ressourcenintensiv und würde den vorhandenen Kapazitäten in den beteiligten Einrichtungen nicht entsprechen. Stattdessen folgt das Konzept einer inklusiven Logik: Alle dokumentierten Ausdrucksformen werden zunächst als potenzielle Kulturgüter erfasst. Eine feinere Auswahl und Priorisierung erfolgen erst in einem späteren Schritt, nämlich dann, wenn konkret entschieden wird, welche Ausdrucksformen bzw. Kulturgüter in welcher Tiefe digitalisiert, archiviert und präsentiert werden sollen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieses Vorgehen schließt an das SKR-Konzept an, das bewusst auf eine frühe normative Trennung zwischen „kultureller Ausdrucksform“ und „Kulturgut“ verzichtet. Auch hier steht zunächst der möglichst vollständige, strukturierte Überblick über die sorbischen Kulturgüter im Vordergrund. Die differenzierte Bewertung und Schwerpunktsetzung werden als anschließende fachliche Aufgabe verstanden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.3.2 Prozessschritte im Detail ===&lt;br /&gt;
Das folgende Diagramm gibt einen Überblick über die sechs Kernschritte des Gesamtprozesses der Digitalisierung von Kulturgut – von der ersten Wahrnehmung einer kulturellen Ausdrucksform bis zu ihrer digitalen Präsentation als Kulturgut. Die Abfolge zeigt zugleich die Entwicklungsstufen: von gelebter Kultur zur kulturellen Ausdrucksform, von dort zum Kulturgut und schließlich zum digitalen Kulturgut. Die Schritte sind als generischer Ablauf zu verstehen: Je nach Art des Kulturguts können einzelne Tätigkeiten unterschiedlich aufwendig sein oder parallel erfolgen.&lt;br /&gt;
[[Dataja:Wobraz_K3.png|center|600px]]&amp;lt;ref&amp;gt;Mermaid Flowchart Code: [https://mermaid.live/edit#pako:eNplkk1OwzAQha8yGqmbkloxSZs2CyTa8LOphIAVhIVJpolF4iDH4a_qbXqTXgzHFdAKr2y97703lmaNWZMTxriqmvesFNrAfZIqgPPHFIdDzuBO1DVVajhM8QlGozOYO-WUwS0VsjVakqa93Pvmjlk4JmAwp3fS5kCHwQAWjkkcE_Y5WWkIXqrd9jBpT138UIkspBGVbI_7-rwLR146csLgRryQ-U8lMGLwTG1WapLPpHKCZQLMOY9ch7m2VxiSpOAEjJ1TSev_M_bkvv3KtY8ZnOuslG_H9VcOuf4dUO-2LamjGdHDQsscY6M78rAmXYv-ies-IEVTUk0pxvaa00p0lUkxVRtrexXqoWnqH6duuqLEeCWq1r6619zOn0hRaPGH9J_Xi6ZTBuOxS8B4jR8YhxGLeDThkR-EM37KuYefFmHTaOz7fOZHQTidBMHGwy9X6VslnNnDw4jPuB8GHlIuTaOX-7Vy27X5Bh_Osqo hier klicken], abgerufen am 22.09.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Prozess zeigt, dass Digitalisierung von Kulturgut mehr ist als das Erstellen digitaler Dateien. Sie umfasst eine Reihe aufeinander bezogener Schritte – von der ersten Wahrnehmung einer kulturellen Ausdrucksform über ihre Erfassung, Bewertung und Digitalisierung bis hin zur langfristigen Sicherung und Präsentation. Dabei sind je nach Schritt unterschiedliche Akteure beteiligt, etwa Gemeinschaften, Museen, Archive, Fachgremien, Digitalisierungsstellen oder IT. Die folgenden Beschreibungen erläutern diese Schritte so, dass nachvollziehbar wird, was jeweils mit einem Kulturgut geschieht, wer daran beteiligt ist und wie sich der Ablauf in der Praxis vorstellen lässt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''1. Sammeln &amp;amp; erfassen''' &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Hier wird eine kulturelle Ausdrucksform erstmals wahrgenommen, benannt und mit ersten Informationen erfasst: Was ist es, wer macht es oder hat es geschaffen, wo kommt es vor, warum ist es bedeutsam für die Gemeinschaft? &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Akteure''': Community, Vereine, Museen, Archive, Forschende, Privatpersonen.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Beispiel''': Auf einem Dorffest zeigt eine Frau das Verzieren sorbischer Ostereier. Jemand fotografiert dies und notiert Technik, Ort und Namen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''2. Registrieren &amp;amp; beschreiben''' &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Hier wird aus der ersten Beobachtung ein strukturierter Nachweis. Das Kulturgut oder die kulturelle Ausdrucksform wird in ein Register, eine Sammlung oder einen Katalog aufgenommen und mit strukturierten Metadaten beschrieben, damit es wiedergefunden, zugeordnet und verstanden werden kann. Dazu gehören z. B. Titel, Ort, Zeit, Technik, Funktion, beteiligte Personen und der kulturelle Kontext.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Akteure''': Registerverantwortliche, Kurator:innen, Sammlungsmitarbeitende, Community für Kontextinformationen.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Beispiel''': Das Osterei erhält einen Eintrag mit Angaben wie „Wachsbatik“, „Schleife“, „Osterei-Verzierung“, Name der Trägerin und Entstehungsjahr.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''3. Bewerten &amp;amp; freigeben''' &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
In diesem Schritt wird entschieden, ob und in welcher Priorität ein Kulturgut oder die kulturelle Ausdrucksform digitalisiert werden soll und ob dies rechtlich und ethisch möglich ist. Dabei spielen fachliche Kriterien wie Bedeutung, Repräsentativität, Seltenheit oder Gefährdung eine Rolle, aber auch Fragen des Urheberrechts, Datenschutzes und möglicher kultureller Sensibilitäten. Am Ende steht eine begründete Entscheidung, ob und in welchem Umfang das Kulturgut weiterbearbeitet und später veröffentlicht werden darf. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Akteure''': Kurator:innen, Fachgremien, Community-Vertretungen, Register/SKR, ggf. Rechteverantwortliche und Behörden. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Beispiel''': Es wird entschieden, dass die Osterei-Technik wegen ihrer Bedeutung für die sorbische Identität digital gesichert werden soll; die Kunsthandwerkerin stimmt der Veröffentlichung zu.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''4. Digitalisieren &amp;amp; prüfen''' &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Nun wird das Kulturgut technisch erfasst, also in eine digitale Form überführt. Das kann je nach Objektart durch Scan, Fotografie, Audio- oder Videoaufnahme oder 3D-Erfassung geschehen. Dabei entstehen hochwertige Master-Dateien und nutzbare Derivate. Die Digitalisierung folgt qualifizierten Standards, um Reproduzierbarkeit, Farbkonsistenz und Nutzbarkeit zu gewährleisten. Anschließend wird geprüft, ob Schärfe, Farbe, Vollständigkeit und Dateiformate den Anforderungen für Archivierung und Nutzung entsprechen. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Akteure''': Digitalisierungszentrum, Foto-/AV-/3D-Spezialist:innen, externe Dienstleister bei Spezialfällen. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Beispiel''': Das Osterei wird fotografisch hochauflösend aufgenommen und zusätzlich als 3D-Modell erfasst. Danach werden Schärfe, Farbe und Dateiformate geprüft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''5. Archivieren &amp;amp; sichern''' &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die entstandenen digitalen Dateien werden geordnet abgelegt, mit den zugehörigen Metadaten verknüpft und für die langfristige Erhaltung gesichert. Dazu gehören sichere Speicherorte, Backups, Integritätskontrollen und – wenn nötig – spätere technische Migration auf neue Systeme. Ziel ist, dass das digitale Kulturgut langfristig erhalten bleibt, auch wenn sich Technik und Formate verändern. Das Original bleibt in der Regel weiterhin am Sammlungs- oder Aufbewahrungsort. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Akteure''': Archiv, Repository, IT-Betrieb, ggf. Sorbisches Kulturarchiv bzw. Digitalisierungszentrum. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Beispiel''': Die Bilder und das 3D-Modell des Ostereis werden auf gesicherten Servern gespeichert; das Original bleibt im Museum oder bei der Eigentümerin.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''6. Präsentieren &amp;amp; nutzen''' &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Im letzten Schritt werden die digitalen Objekte so bereitgestellt, dass sie gefunden, verstanden und genutzt werden können, z. B. in Portalen, digitalen Sammlungen oder virtuellen Ausstellungen. Dafür reicht es nicht, nur Dateien anzuzeigen: Es braucht auch verständliche Kontexte, Rechteangaben, Mehrsprachigkeit und möglichst barrierearme Zugänge. So wird aus der technischen Digitalisierung eine tatsächliche kulturelle Nutzung. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Akteure''': Kurator:innen, Vermittlung, Web/IT, Museen, Kulturinformationen, Community. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Beispiel''': Das Osterei erscheint in einer Online-Ausstellung, kann herangezoomt oder als 3D-Modell gedreht werden und wird mit einem kurzen Text zur Technik erklärt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Referenzen ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Měrko Šenk</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://koncept.serbski-inkubator.de/index.php?title=12.3_Digitalisierung_des_Kulturerbes&amp;diff=1046</id>
		<title>12.3 Digitalisierung des Kulturerbes</title>
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		<updated>2026-03-20T10:45:25Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Měrko Šenk: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;= 1 Einleitung =&lt;br /&gt;
Die Digitalisierung von sorbischem Kulturerbe ist eine historische Chance für uns Sorben, eine Chance, unser kulturelles Erbe neu zu entdecken, es für kommende Generationen zu erhalten, für eine breitere Öffentlichkeit zugänglich zu machen und dabei die eigene Deutungshoheit zu stärken. Das erfordert neben Mut, einer klaren gemeinsamen Vision, starker Zusammenarbeit zwischen den beteiligten Akteuren auch die notwendigen Ressourcen in Form von Personal mit entsprechenden Kompetenzen, passender Technik sowie einer nachhaltig gesicherten Finanzierung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im folgenden Abschnitt werden Zielbilder für die Digitalisierung des sorbischen Kulturerbes entworfen mittels lang- und kurzfristiger Visionen sowie konkreter Ziele.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== 1.1 Visionen und Ziele für die sorbische digitale Welt ==&lt;br /&gt;
'''Vision 2035'''&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
''Sorbisches materielles und immaterielles Kulturerbe ist systematisch digital erfasst, rechtssicher und langfristig gesichert, leicht auffindbar, offen nutzbar und wird aktiv von Interessierten genutzt.''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Konkrete Ziele'''&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Bis 2032 ist ein tragfähiges, finanziell und organisatorisch abgesichertes Modell etabliert, das:&lt;br /&gt;
* Ein zentrales (oder föderiertes) digitales Langzeitarchiv nach OAIS-Referenzmodell betreibt,&lt;br /&gt;
* klare Zuständigkeiten, Prozesse und Budgets definiert,&lt;br /&gt;
* regelmäßige Qualitätssicherung und Technik-Updates vorsieht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bis 2030 sind wichtige sorbische Kulturerbe-Bestände (Kernbestände nach fachlicher Festlegung) in hoher Qualität digitalisiert, beschrieben und im Langzeitarchiv gesichert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bis 2028 liegt eine institutionenübergreifende Übersicht über relevante Kulturerbe-Bestände (analog und digital, materiell und immateriell) vor, einschließlich einer Prioritätenliste für die Digitalisierung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bis 2028 existiert ein zentrales, nutzerfreundliches „Sorbisches Kulturerbe-Portal“, das:&lt;br /&gt;
* Suchzugang über alle teilnehmenden Institutionen ermöglicht,&lt;br /&gt;
* grundlegende Inhalte frei zugänglich bereitstellt,&lt;br /&gt;
* mehrsprachige Oberflächen anbietet (Deutsch, Obersorbisch, Niedersorbisch, Englisch).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= 2 IST-Analyse „Digitalisierung von Kulturerbe“ =&lt;br /&gt;
Das Ziel in diesem Themenbereich ist es, sorbisches Kulturerbe digital zu verwalten und damit langfristig für Recherche, Nutzung und Präsentation vorzuhalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Abschnitt &amp;quot;IST-Analyse“ werden die folgenden Fragen beantwortet: Was ist sorbisches Kulturerbe und was zählt alles dazu? Welche Schritte durchläuft ein Kulturgut, um zum digitalen Kulturerbe zu gehören? Wie können die digitale Verwaltung, Archivierung, Nutzung und Präsentation von Kulturgütern umgesetzt werden?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die grundlegenden Terminologien des Kulturerbes sollen im Folgenden festgelegt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== 2.1 Terminologie – von Kultur zu Kulturerbe ==&lt;br /&gt;
In diesem Abschnitt werden die Begriffe rund um das Kulturerbe grundlegend definiert. Es soll ein Verständnis über die Begriffe Kultur, kulturelle Ausprägung, Kulturgut und Kulturerbe erreicht werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Dataja:Wobraz_K1.png|center|260px]]&amp;lt;ref&amp;gt;Mermaid Flowchart Code: [https://mermaid.live/edit#pako:eNpF0UtuwyAQBuCroFlaTuRHTGMvKuWxq7pqV627IGZso2CIMChtk9ymN-nFimmasmJGfP-AOEGjOUIFrdTHpmfGkudtrWpF_Fq9RtGDk9aZKHojU-_aJ7PZ_bmGgSnR4mgFejaKpidC1XAmq8zDfYAoJZKVG7lxzX5stRl81C0_uwYdheGEubHD4_dXLy1hcpyC1rcLdM4GOLH1Ve2E5Gj9TPLkhgEnsLkBNDsMAmLojOBQWeMwhgHNwKYSTuFBYHucbOW3HFvmcQ21unh2YOpF6-FPGu26HqrW381X7sCZxa1gnWH_R1BxNBvtlIUqTUMEVCd49xVdzpeLMs1pXmRFXiY0hg-o8iyZL_LFXZaVSTJ1LzF8hqHJnBZ5WhZLWt5RmtIsBuTCavP4-2Hh3y4_NXaMmw hier klicken], abgerufen am 22.09.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.1.1 Kultur ===&lt;br /&gt;
Kultur bezeichnet hier die Gesamtheit aller '''vom Menschen geschaffenen und erlernten Ausdrucksformen''' des Lebens, die auf gemeinsamen Werten und Verhaltensweisen beruhen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;wiki-kultur&amp;quot;&amp;gt;URL: https://de.wikipedia.org/wiki/Kultur&amp;lt;/ref&amp;gt; Dazu zählen '''materielle Ergebnisse''' (z. B. Kunstwerke, Technik) ebenso wie '''immaterielle Praktiken''' (Sprache, Bräuche, Wissen). Kultur umfasst laut der UNESCO geistige, materielle, intellektuelle und emotionale Merkmale, die eine Gesellschaft oder soziale Gruppe kennzeichnen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;mondiacult&amp;quot;&amp;gt;UNESCO 1982: Mexico City Declaration on Cultural Policies (MONDIACULT). URL: https://www.lacult.unesco.org/docc/1982_MONDIACULT.pdf&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;ref name=&amp;quot;cultureaction&amp;quot;&amp;gt;Culture Action Europe 2024: The State of Culture report. URL: https://cultureactioneurope.org/de/news/the-state-of-culture-report-published, abgerufen am 01.10.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;  Sie ist dynamisch und wird von jeder Generation neu gestaltet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das deutsche Wort „Kultur“ ist eine Eindeutschung des lateinischen Worts „cultura“. Dieses bedeutet ursprünglich „Bebauung, Bearbeitung, Bestellung, Pflege“ und meinte sowohl die physische Bearbeitung als auch die Pflege geistiger Güter, z. B. der Sprache.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.1.2 Kulturelle Ausdrucksform ===&lt;br /&gt;
Eine kulturelle Ausdrucksform ist eine '''konkrete, gegenwärtige oder historische, Manifestation von Kultur''', bspw. eine Zeichnung, eine Tracht oder ein Lied: Sie macht die Kultur sichtbar und erlebbar. Im engeren Sinne ist es eine Ausdrucksweise, die aus der Kreativität einer Person, Gruppe oder Gesellschaft entsteht und '''kulturellen Inhalt''' trägt (symbolische Bedeutung, künstlerische Dimension, kulturelle Werte).&amp;lt;ref&amp;gt;Österreichische UNESCO-Kommission 2007: Übereinkommen zum Schutz und zur Förderung der Vielfalt kultureller Ausdrucksformen, Art. 4, Seite 13. URL: https://www.unesco.at/fileadmin/Redaktion/Publikationen/Publikations-Dokumente/2005er_UNESCO-Convention_German.pdf, abgerufen am 22.09.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt; Sie wird innerhalb und zwischen Gemeinschaften weitergegeben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Alle kulturellen Ausdrucksformen bilden einen wesentlichen Kern von Kultur, aber Kultur enthält auch latente Dimensionen (Werte, Normen, Vorannahmen etc.), die nicht unmittelbar als Ausdrucksform erscheinen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.1.3 Kulturgut ===&lt;br /&gt;
Ein „Kulturgut“ ist '''eine einzelne kulturelle Ausdrucksform''', der ein '''besonderer kultureller Wert zugemessen wird''' (durch Anerkennung, Schutz, Bedeutung). Es ist somit ein Erzeugnis menschlicher Kreativität oder Zeugnis menschlichen Lebens, welches '''Bedeutung für die Kultur einer Gemeinschaft''' hat und daher '''Bestand haben und bewahrt werden soll'''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die '''Summe aller Kulturgüter''' einer Gemeinschaft wird als dessen '''Kulturerbe''' bezeichnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.1.4 Kulturerbe ===&lt;br /&gt;
Kulturerbe ist die '''Summe der materiellen und immateriellen Ausdrucksformen''' (= Kulturgüter) einer Kultur, die als „'''bewahrenswert'''“ anerkannt wurden. International umfasst das u. a. das '''Welterbe''' (Denkmäler, Ensembles, Stätten)&amp;lt;ref&amp;gt;UNESCO (1972), Welterbekonvention, Art. 1. URL: https://www.dnk.de/wp-content/uploads/2021/02/1972_DNK_UNESCO-Welterbekonvention.pdf (abgerufen am 11.09.2025).&amp;lt;/ref&amp;gt; und das '''Immaterielles Kulturerbe''' (Praktiken, Wissen).&amp;lt;ref&amp;gt;Deutsche UNESCO-Kommission o. J.:, Übereinkommen zur Erhaltung des immateriellen Kulturerbes (dt. Ausgabe). URL: https://www.unesco.de/assets/dokumente/Deutsche_UNESCO-Kommission/02_Publikationen/Publikation_UNESCO-%C3%9Cbereinkommen_zur_Erhaltung_des_immateriellen_Kulturerbes_01.pdf, (abgerufen am 11.09.2025).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ob etwas „zum Kulturerbe“ zählt, ist Ergebnis von Bewertung, Diskurs und teils formellen Verfahren. Dem Sorbischen Kulturregister (SKR) zufolge ist „sorbisch-wendisches Kulturerbe“ eine Zuschreibung, die durch Gesellschaft, Museen, Archive und Wissenschaft erfolgen kann.&amp;lt;ref&amp;gt;Sorbisches Institut 2025: Konzept für ein Sorbisches Kulturregister (SKR). URL: https://www.serbski-institut.de/wp-content/uploa ds/2021/11/00_Zweite-aktualisierte-Fassung_Konzept_Sorbisches-Kulturregister_20.11.2025.pdf, abgerufen am 20.11.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.1.5 Abgrenzung: Kultur und Kulturerbe ===&lt;br /&gt;
'''Kultur / Kulturelle Ausdrucksform''' sind als Begriffe weiter gefasst als '''Kulturgut / Kulturerbe'''. Kulturelle Ausdrucksformen umfassen alles Gelebte und Gestaltete einer Gemeinschaft in Gegenwart und Vergangenheit, während Kulturgut / Kulturerbe diejenigen kulturellen Güter und Traditionen meint, denen eine Bedeutung beigemessen wurde und die als bewahrens- und weitergebenswert erkannt wurden. Kultur ist der „aktuelle“ kreative Prozess (einschließlich Popkultur, Alltagskultur), Kulturerbe der daraus überkommene Schatz. Dennoch sind die Grenzen fließend: Was heute nur Kultur ist, kann morgen zum Kulturerbe erklärt werden – abhängig von Wertzuschreibung und Diskurs.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Rahmen dieses Dokuments werden für den sorbischen Kontext die Begriffe '''„kulturelle Ausdrucksform“''' und '''„Kulturgut“''' weitgehend '''synonym''' verwendet, sofern nicht ausdrücklich anders gekennzeichnet. Hintergrund ist, dass die Gesamtzahl der identifizierbaren kulturellen Ausdrucksformen einer kleinen Minderheit wie der Sorben/Wenden im Vergleich zu großen Mehrheitsgesellschaften überschaubar ist. Zugleich ist der Anteil dieser Ausdrucksformen, denen in der Community ein besonderer Wert beigemessen wird und die daher faktisch als Kulturgut wahrgenommen und behandelt werden, sehr hoch: Ein großer Teil des gelebten kulturellen Repertoires wird als identitätsstiftend und bewahrenswert verstanden und damit dem Kulturerbe zugerechnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== 2.2 Klassifizierung von Kulturgütern ==&lt;br /&gt;
Im Folgenden soll eine griffige Klassifizierung von Kulturgütern entwickelt werden, so dass pro Kulturgut-Klasse später auf die Besonderheiten ihrer Digitalisierung eingegangen werden kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Dataja:Wobraz_K2.png|center|600px]]&amp;lt;ref&amp;gt;Mermaid Flowchart Code: [https://mermaid.live/edit#pako:eNptlM9u00AQxl9ltFWoFDlp_C9OjISU2KSgUCq1BSRIDxt77Syxd6v1mkKjSDwBlThw4YCEeuXOoeLSN-EF4BHYjZOQQG67-32_2ZnZsWco4jFBPqrVZpRR6cNsP8n4ZTTBQu7rHVP66QWOKEvV3nQM2BeYTf8eea35fF6rjdiIrUl4cjJiAMPDV_X6sMxkKdJS1uvnvu9PtRGgp5ReE46wJIKSLIOf779CycbkkqQZjSb1Ovz-cv351_drDWGN9BXS_xfZBj7dLoGxBgIFBE14nOcrZGH68E07Iu0IlSNsQkhTKnGlfvyh1bjKcngIjcYD6G2s-xvrYGMdLuuqAFOXZ0IflzFh0xxn5OBU3t1ISZhqw6KaKpo29k04jSaCJrLq0oZsa9mCAZc8FTihhBnQp1ksxd1NSsS22dFmG3oMZzwl0HveONtlc7XNATtsHI9fk6kkC3nRsKoqnVNgwrFQaUOvLGJRRtMi4SJfZ790WtppQYhFIVV7CYsJDO9uWbEMujbqOgIbTqgsddB7MCD_eXT6gQMvaFEQBlclPMVqcA6eMfqGiKLMt926isCFM4FjKiln-voCHmEWXxIxXZcUVo-jSwrVe3DBGvHqtc83DLqS0FpNAi3wRluiDBdFSBIYQ0KzzN_r265jPjQinnHh7yVJYhRS8ClZKfe3KLyk2oHneuEuqlK2qWhJWYPOwGnvoiplm4qXVMd17V5rF1UpikIGSgWNkS9FSQyUE5FjvUUzHXGE5ITkZIR8tYxJgtVXPEIjNlfYBWYvOc9XpOBlOkF-grNC7cqLWPUupFjNa74-FXo0RMBLJpFvWtYiCPJn6C3yG7bTNO2u6Tidrue0W13HQO_Usdtquuqg1bG6TtvzPNuZG-hqcXGr2baV5NhuyzId13XbBiJqDrg4qn5ni7_a_A_W9oMu hier klicken], abgerufen am 22.09.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.2.1 A. Materiell - unbeweglich 🏛️ ===&lt;br /&gt;
„Materiell - unbeweglich&amp;quot; bezeichnet ortsfeste Kulturobjekte wie Bauwerke, Ensembles, Gebäudekomplexe und Stätten/Kulturlandschaften, wie sie in Art. 1 der UNESCO-Welterbekonvention als Kategorien des kulturellen Erbes definiert sind.&amp;lt;ref&amp;gt;UNESCO World Heritage Centre o. J.: Convention Concerning the Protection of the World Cultural and Natural Heritage, Artikel 1. URL: https://whc.unesco.org/en/conventiontext/, abgerufen am 01.10.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.2.2 B. Materiell - beweglich 🖼️ ===&lt;br /&gt;
Die Kategorie „Materiell - beweglich&amp;quot; umfasst bewegliche Sachen bzw. Sachgesamtheiten von kulturellem Wert (z. B. Objekte, Sammlungen), wie sie das deutsche Kulturgutschutzgesetz (§ 2 KGSG)&amp;lt;ref&amp;gt;Deutschland 2016: Kulturgutschutzgesetz (KGSG), § 2. URL: https://www.buzer.de/2_KGSG.htm, abgerufen am 01.10.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt; als „Kulturgut“ beschreibt.&lt;br /&gt;
* B1 '''Schriftgut''' - Bücher, Zeitungen, Handschriften, Archivgut, Graphiken, Pläne, Karten&lt;br /&gt;
* B2 '''Fotografien &amp;amp; Bildträger''' &lt;br /&gt;
** Fotografisch erzeugte statische Bildträger, auch Stillbildträger genannt, z. B. Positive/Negative auf Film/Platte/Photopapier, Dias, Abzüge, Mikrofilm/-fiche und vergleichbare fotografische Repro-Träger.&lt;br /&gt;
* B3 '''Analoge AV-Träger''' (Audio/Video/Film)&lt;br /&gt;
** Analoge zeitbasierte Medien, z. B. Magnetton (Tonband, Kassette), Schallplatte, Videobänder, Film.&lt;br /&gt;
* B4 '''3D-Objekte''' - Gegenstände, „sachkulturelle Artefakte“&amp;lt;ref&amp;gt;Sorbisches Institut o. J.: Konzept zum Digitalisierungszentrum am Sorbischen Institut, S. 24.&lt;br /&gt;
(Unveröffentlichtes Konzeptpapier; interne Projektunterlage.)&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.2.3 C. Immateriell 🎭 ===&lt;br /&gt;
Meint lebendige Praktiken, Darstellungen, Ausdrucksformen, Ideen, Werte, Wissen und Fertigkeiten, die von Gemeinschaften getragen und weitergegeben werden, gemäß der folgenden 5 UNESCO ICH-Domänen.&amp;lt;ref&amp;gt;UNESCO o. J.: Intangible Cultural Heritage – Five Domains. URL: https://ich.unesco.org/doc/src/01857-EN.pdf, abgerufen am 01.10.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* C1 '''Orale Traditionen/Ausdrucksformen''' - Sprache, Gesangstraditionen&lt;br /&gt;
* C2 '''Darstellende Künste''' - Musik, Tanz, Theater&lt;br /&gt;
* C3 '''Rituale &amp;amp; Feste''' - Bräuche und soziale Praktiken des Kalenders und Lebenslaufs&lt;br /&gt;
* C4 '''Wissen &amp;amp; Praktiken''' zu Natur &amp;amp; Universum - Heil- und Sammelkenntnisse, ökologisches und astronomisches Wissen, Glaube, Religion&lt;br /&gt;
* C5 '''Traditionelles Handwerk''' - Techniken, Werkzeuge und Gestaltungsmuster&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.2.4 D. Digital 💾 ===&lt;br /&gt;
Bezeichnet in digitaler Form vorliegende Ressourcen menschlichen Wissens und Ausdrucks. Diese können sowohl born-digital sein als auch digitalisierte Repräsentationen von materiellen und immateriellen Kulturgütern.&amp;lt;ref&amp;gt;UNESCO 2003: Charter on the Preservation of Digital Heritage. URL: https://www.unesco.org/en/legal-affairs/charter-preservation-digital-heritage, abgerufen am 01.10.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* D1 '''Born-digital''' (ursprünglich digital erzeugt, kein analoges Original), z. B. Webseiten, Social-Media-Beiträge, Software, Apps, Spiele, digitale Fotos/Audio/Video.&lt;br /&gt;
* D2 '''Digitalisate''' - Digitalisierte Repräsentationen/Derivate aus den Klassen A, B und C.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== 2.3 Prozess der Digitalisierung von Kulturerbe ==&lt;br /&gt;
Die Digitalisierung von Kulturgut ist kein rein technischer Arbeitsschritt, sondern ein vielschichtiger, oft langfristiger Prozess, der bereits mit der Wahrnehmung und Identifikation einer kulturellen Ausdrucksform beginnt. Ziel dieses Abschnitts ist es, diesen Gesamtprozess systematisch darzustellen: von der gelebten Kultur über das identifizierte Kulturgut bis hin zur digital nutzbaren Repräsentation.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die hier entwickelte Prozessdarstellung soll als praxisorientierter Überblick dienen für die Digitalisierung des sorbischen Kulturerbes. Sie berücksichtigt die Anforderungen sorbischer Einrichtungen ebenso wie die international etablierten Referenzmodelle und Standards, darunter:&lt;br /&gt;
* das OAIS-Referenzmodell (ISO 14721) für digitale Archivierung&amp;lt;ref&amp;gt;Consultative Committee for Space Data Systems (CCSDS) 2024: Reference Model for an Open Archival Information System (OAIS), CCSDS 650.0-M-3. URL: https://ccsds.org/Pubs/650x0m3.pdf, abgerufen am 01.10.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
* das DCC Curation Lifecycle Model für kuratorische Entscheidungsprozesse&amp;lt;ref&amp;gt;Higgins 2008: The DCC Curation Lifecycle Model. International Journal of Digital Curation, 3(1), 134-140. URL: https://ijdc.net/index.php/ijdc/article/view/48, abgerufen am 01.10.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
* das Spectrum-Modell für museale Objektverwaltung&amp;lt;ref&amp;gt;Collections Trust 2022. Spectrum 5.1 - The UK Museum Collections Management Standard. URL: https://collectionstrust.org.uk/spectrum/spectrum-5, abgerufen am 01.10.2025. &amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
* die UNESCO-Leitlinien zur Inventarisierung immateriellen Kulturerbes&amp;lt;ref&amp;gt;UNESCO 2024: Operational Directives for the Implementation of the Convention for the Safeguarding of the Intangible Cultural Heritage (10.GA). URL: https://ich.unesco.org/doc/src/ICH-Operational_Directives-10.GA_EN.pdf, abgerufen am 01.10.2025. &amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
* sowie technische Vorgaben wie die DFG-Praxisregeln Digitalisierung&amp;lt;ref&amp;gt;Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) 2022: Praxisregeln Digitalisierung (aktualisierte Fassung). URL: https://www.ulb.hhu.de/fileadmin/redaktion/ULB/Documents/Infomaterial/DFG_Praxisregeln_Digitalisierung_Aktualisierte_Fassung2022.pdf, abgerufen am 01.10.2025. &amp;lt;/ref&amp;gt; und die FADGI-Richtlinien&amp;lt;ref&amp;gt;Federal Agencies Digital Guidelines Initiative (FADGI) 2023: Technical Guidelines for Digitizing Cultural Heritage Materials – Still Image, 3rd ed. URL: https://www.digitizationguidelines.gov/guidelines/digitize-technical.html, abgerufen am 01.10.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Folge soll der „Lebenslauf“ eines Kulturguts dargestellt werden, also der Weg, den ein Objekt oder eine kulturelle Praxis vom Zeitpunkt der Entstehung über die Erfassung, Digitalisierung und Archivierung bis zur Veröffentlichung in einem digitalen Präsentationsmodul durchläuft.&lt;br /&gt;
Hierfür erläutert der folgende Abschnitt die einzelnen Prozessschritte im Detail, jeweils mit Akteuren und Beispielen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.3.1 Vorüberlegungen zum Prozess ===&lt;br /&gt;
Im hier vorgestellten Prozess wird auf eine harte, systematische Filterung verzichtet, welche kulturellen Ausdrucksformen „nur“ Kultur und welche bereits Kulturgut sind. Ein solcher Bewertungs- und Abgrenzungsprozess wäre ressourcenintensiv und würde den vorhandenen Kapazitäten in den beteiligten Einrichtungen nicht entsprechen. Stattdessen folgt das Konzept einer inklusiven Logik: Alle dokumentierten Ausdrucksformen werden zunächst als potenzielle Kulturgüter erfasst. Eine feinere Auswahl und Priorisierung erfolgen erst in einem späteren Schritt, nämlich dann, wenn konkret entschieden wird, welche Ausdrucksformen bzw. Kulturgüter in welcher Tiefe digitalisiert, archiviert und präsentiert werden sollen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieses Vorgehen schließt an das SKR-Konzept an, das bewusst auf eine frühe normative Trennung zwischen „kultureller Ausdrucksform“ und „Kulturgut“ verzichtet. Auch hier steht zunächst der möglichst vollständige, strukturierte Überblick über die sorbischen Kulturgüter im Vordergrund. Die differenzierte Bewertung und Schwerpunktsetzung werden als anschließende fachliche Aufgabe verstanden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.3.2 Prozessschritte im Detail ===&lt;br /&gt;
Das folgende Diagramm gibt einen Überblick über die sechs Kernschritte im Digitalisierungsprozess von Kulturgut – von der ersten Entdeckung einer kulturellen Ausdrucksform bis zur Nutzung einer digitalen Repräsentation dieses Kulturguts. Die Abfolge bildet auch die Entwicklungsstufen ab: von gelebter Kultur zur kulturellen Ausdrucksform, von dort zum Kulturgut und schließlich zum digitalisierten Kulturgut.&lt;br /&gt;
[[Dataja:Wobraz_K3.png|center|600px]]&amp;lt;ref&amp;gt;Mermaid Flowchart Code: [https://mermaid.live/edit#pako:eNplkk1OwzAQha8yGqmbkloxSZs2CyTa8LOphIAVhIVJpolF4iDH4a_qbXqTXgzHFdAKr2y97703lmaNWZMTxriqmvesFNrAfZIqgPPHFIdDzuBO1DVVajhM8QlGozOYO-WUwS0VsjVakqa93Pvmjlk4JmAwp3fS5kCHwQAWjkkcE_Y5WWkIXqrd9jBpT138UIkspBGVbI_7-rwLR146csLgRryQ-U8lMGLwTG1WapLPpHKCZQLMOY9ch7m2VxiSpOAEjJ1TSev_M_bkvv3KtY8ZnOuslG_H9VcOuf4dUO-2LamjGdHDQsscY6M78rAmXYv-ies-IEVTUk0pxvaa00p0lUkxVRtrexXqoWnqH6duuqLEeCWq1r6619zOn0hRaPGH9J_Xi6ZTBuOxS8B4jR8YhxGLeDThkR-EM37KuYefFmHTaOz7fOZHQTidBMHGwy9X6VslnNnDw4jPuB8GHlIuTaOX-7Vy27X5Bh_Osqo hier klicken], abgerufen am 22.09.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Kernprozess verdeutlicht, dass Digitalisierung mehr ist als Technik: Sie ist ein komplexer, vielfältig verantworteter kultureller Transformationsprozess. Jeder Schritt kann durch unterschiedliche Akteure getragen sein und erfordert spezifisches Fachwissen. Ziel der nachfolgenden Beschreibung ist es, die Prozessschritte nachvollziehbar und anschlussfähig für die Praxis darzustellen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Referenzen ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Měrko Šenk</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://koncept.serbski-inkubator.de/index.php?title=12.3_Digitalisierung_des_Kulturerbes&amp;diff=1045</id>
		<title>12.3 Digitalisierung des Kulturerbes</title>
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		<updated>2026-03-20T10:39:44Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Měrko Šenk: /* 2.1 Terminologie – von Kultur zu Kulturerbe */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;= 1 Einleitung =&lt;br /&gt;
Die Digitalisierung von sorbischem Kulturerbe ist eine historische Chance für uns Sorben, eine Chance, unser kulturelles Erbe neu zu entdecken, es für kommende Generationen zu erhalten, für eine breitere Öffentlichkeit zugänglich zu machen und dabei die eigene Deutungshoheit zu stärken. Das erfordert neben Mut, einer klaren gemeinsamen Vision, starker Zusammenarbeit zwischen den beteiligten Akteuren auch die notwendigen Ressourcen in Form von Personal mit entsprechenden Kompetenzen, passender Technik sowie einer nachhaltig gesicherten Finanzierung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im folgenden Abschnitt werden Zielbilder für die Digitalisierung des sorbischen Kulturerbes entworfen mittels lang- und kurzfristiger Visionen sowie konkreter Ziele.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== 1.1 Visionen und Ziele für die sorbische digitale Welt ==&lt;br /&gt;
'''Vision 2035'''&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
''Sorbisches materielles und immaterielles Kulturerbe ist systematisch digital erfasst, rechtssicher und langfristig gesichert, leicht auffindbar, offen nutzbar und wird aktiv von Interessierten genutzt.''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Konkrete Ziele'''&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Bis 2032 ist ein tragfähiges, finanziell und organisatorisch abgesichertes Modell etabliert, das:&lt;br /&gt;
* Ein zentrales (oder föderiertes) digitales Langzeitarchiv nach OAIS-Referenzmodell betreibt,&lt;br /&gt;
* klare Zuständigkeiten, Prozesse und Budgets definiert,&lt;br /&gt;
* regelmäßige Qualitätssicherung und Technik-Updates vorsieht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bis 2030 sind wichtige sorbische Kulturerbe-Bestände (Kernbestände nach fachlicher Festlegung) in hoher Qualität digitalisiert, beschrieben und im Langzeitarchiv gesichert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bis 2028 liegt eine institutionenübergreifende Übersicht über relevante Kulturerbe-Bestände (analog und digital, materiell und immateriell) vor, einschließlich einer Prioritätenliste für die Digitalisierung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bis 2028 existiert ein zentrales, nutzerfreundliches „Sorbisches Kulturerbe-Portal“, das:&lt;br /&gt;
* Suchzugang über alle teilnehmenden Institutionen ermöglicht,&lt;br /&gt;
* grundlegende Inhalte frei zugänglich bereitstellt,&lt;br /&gt;
* mehrsprachige Oberflächen anbietet (Deutsch, Obersorbisch, Niedersorbisch, Englisch).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= 2 IST-Analyse „Digitalisierung von Kulturerbe“ =&lt;br /&gt;
Das Ziel in diesem Themenbereich ist es, sorbisches Kulturerbe digital zu verwalten und damit langfristig für Recherche, Nutzung und Präsentation vorzuhalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Abschnitt &amp;quot;IST-Analyse“ werden die folgenden Fragen beantwortet: Was ist sorbisches Kulturerbe und was zählt alles dazu? Welche Schritte durchläuft ein Kulturgut, um zum digitalen Kulturerbe zu gehören? Wie können die digitale Verwaltung, Archivierung, Nutzung und Präsentation von Kulturgütern umgesetzt werden?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die grundlegenden Terminologien des Kulturerbes sollen im Folgenden festgelegt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== 2.1 Terminologie – von Kultur zu Kulturerbe ==&lt;br /&gt;
In diesem Abschnitt werden die Begriffe rund um das Kulturerbe grundlegend definiert. Es soll ein Verständnis über die Begriffe Kultur, kulturelle Ausprägung, Kulturgut und Kulturerbe erreicht werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Dataja:Wobraz_K1.png|center|260px]]&amp;lt;ref&amp;gt;Mermaid Flowchart Code: [https://mermaid.live/edit#pako:eNpF0UtuwyAQBuCroFlaTuRHTGMvKuWxq7pqV627IGZso2CIMChtk9ymN-nFimmasmJGfP-AOEGjOUIFrdTHpmfGkudtrWpF_Fq9RtGDk9aZKHojU-_aJ7PZ_bmGgSnR4mgFejaKpidC1XAmq8zDfYAoJZKVG7lxzX5stRl81C0_uwYdheGEubHD4_dXLy1hcpyC1rcLdM4GOLH1Ve2E5Gj9TPLkhgEnsLkBNDsMAmLojOBQWeMwhgHNwKYSTuFBYHucbOW3HFvmcQ21unh2YOpF6-FPGu26HqrW381X7sCZxa1gnWH_R1BxNBvtlIUqTUMEVCd49xVdzpeLMs1pXmRFXiY0hg-o8iyZL_LFXZaVSTJ1LzF8hqHJnBZ5WhZLWt5RmtIsBuTCavP4-2Hh3y4_NXaMmw hier klicken], abgerufen am 22.09.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.1.1 Kultur ===&lt;br /&gt;
Kultur bezeichnet hier die Gesamtheit aller '''vom Menschen geschaffenen und erlernten Ausdrucksformen''' des Lebens, die auf gemeinsamen Werten und Verhaltensweisen beruhen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;wiki-kultur&amp;quot;&amp;gt;URL: https://de.wikipedia.org/wiki/Kultur&amp;lt;/ref&amp;gt; Dazu zählen '''materielle Ergebnisse''' (z. B. Kunstwerke, Technik) ebenso wie '''immaterielle Praktiken''' (Sprache, Bräuche, Wissen). Kultur umfasst laut der UNESCO geistige, materielle, intellektuelle und emotionale Merkmale, die eine Gesellschaft oder soziale Gruppe kennzeichnen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;mondiacult&amp;quot;&amp;gt;UNESCO 1982: Mexico City Declaration on Cultural Policies (MONDIACULT). URL: https://www.lacult.unesco.org/docc/1982_MONDIACULT.pdf&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;ref name=&amp;quot;cultureaction&amp;quot;&amp;gt;Culture Action Europe 2024: The State of Culture report. URL: https://cultureactioneurope.org/de/news/the-state-of-culture-report-published, abgerufen am 01.10.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;  Sie ist dynamisch und wird von jeder Generation neu gestaltet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das deutsche Wort „Kultur“ ist eine Eindeutschung des lateinischen Worts „cultura“. Dieses bedeutet ursprünglich „Bebauung, Bearbeitung, Bestellung, Pflege“ und meinte sowohl die physische Bearbeitung als auch die Pflege geistiger Güter, z. B. der Sprache.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.1.2 Kulturelle Ausdrucksform ===&lt;br /&gt;
Eine kulturelle Ausdrucksform ist eine '''konkrete, gegenwärtige oder historische, Manifestation von Kultur''', bspw. eine Zeichnung, eine Tracht oder ein Lied: Sie macht die Kultur sichtbar und erlebbar. Im engeren Sinne ist es eine Ausdrucksweise, die aus der Kreativität einer Person, Gruppe oder Gesellschaft entsteht und '''kulturellen Inhalt''' trägt (symbolische Bedeutung, künstlerische Dimension, kulturelle Werte).&amp;lt;ref&amp;gt;Österreichische UNESCO-Kommission 2007: Übereinkommen zum Schutz und zur Förderung der Vielfalt kultureller Ausdrucksformen, Art. 4, Seite 13. URL: https://www.unesco.at/fileadmin/Redaktion/Publikationen/Publikations-Dokumente/2005er_UNESCO-Convention_German.pdf, abgerufen am 22.09.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt; Sie wird innerhalb und zwischen Gemeinschaften weitergegeben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Alle kulturellen Ausdrucksformen bilden einen wesentlichen Kern von Kultur, aber Kultur enthält auch latente Dimensionen (Werte, Normen, Vorannahmen etc.), die nicht unmittelbar als Ausdrucksform erscheinen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.1.3 Kulturgut ===&lt;br /&gt;
Ein „Kulturgut“ ist '''eine einzelne kulturelle Ausdrucksform''', der ein '''besonderer kultureller Wert zugemessen wird''' (durch Anerkennung, Schutz, Bedeutung). Es ist somit ein Erzeugnis menschlicher Kreativität oder Zeugnis menschlichen Lebens, welches '''Bedeutung für die Kultur einer Gemeinschaft''' hat und daher '''Bestand haben und bewahrt werden soll'''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die '''Summe aller Kulturgüter''' einer Gemeinschaft wird als dessen '''Kulturerbe''' bezeichnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.1.4 Kulturerbe ===&lt;br /&gt;
Kulturerbe ist die '''Summe der materiellen und immateriellen Ausdrucksformen''' (= Kulturgüter) einer Kultur, die als „'''bewahrenswert'''“ anerkannt wurden. International umfasst das u. a. das '''Welterbe''' (Denkmäler, Ensembles, Stätten)&amp;lt;ref&amp;gt;UNESCO (1972), Welterbekonvention, Art. 1. URL: https://www.dnk.de/wp-content/uploads/2021/02/1972_DNK_UNESCO-Welterbekonvention.pdf (abgerufen am 11.09.2025).&amp;lt;/ref&amp;gt; und das '''Immaterielles Kulturerbe''' (Praktiken, Wissen).&amp;lt;ref&amp;gt;Deutsche UNESCO-Kommission o. J.:, Übereinkommen zur Erhaltung des immateriellen Kulturerbes (dt. Ausgabe). URL: https://www.unesco.de/assets/dokumente/Deutsche_UNESCO-Kommission/02_Publikationen/Publikation_UNESCO-%C3%9Cbereinkommen_zur_Erhaltung_des_immateriellen_Kulturerbes_01.pdf, (abgerufen am 11.09.2025).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ob etwas „zum Kulturerbe“ zählt, ist Ergebnis von Bewertung, Diskurs und teils formellen Verfahren. Dem Sorbischen Kulturregister (SKR) zufolge ist „sorbisch-wendisches Kulturerbe“ eine Zuschreibung, die durch Gesellschaft, Museen, Archive und Wissenschaft erfolgen kann.&amp;lt;ref&amp;gt;Sorbisches Institut 2025: Konzept für ein Sorbisches Kulturregister (SKR). URL: https://www.serbski-institut.de/wp-content/uploa ds/2021/11/00_Zweite-aktualisierte-Fassung_Konzept_Sorbisches-Kulturregister_20.11.2025.pdf, abgerufen am 20.11.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.1.5 Abgrenzung: Kultur und Kulturerbe ===&lt;br /&gt;
'''Kultur / Kulturelle Ausdrucksform''' sind als Begriffe weiter gefasst als '''Kulturgut / Kulturerbe'''. Kulturelle Ausdrucksformen umfassen alles Gelebte und Gestaltete einer Gemeinschaft in Gegenwart und Vergangenheit, während Kulturgut / Kulturerbe diejenigen kulturellen Güter und Traditionen meint, denen eine Bedeutung beigemessen wurde und die als bewahrens- und weitergebenswert erkannt wurden. Kultur ist der „aktuelle“ kreative Prozess (einschließlich Popkultur, Alltagskultur), Kulturerbe der daraus überkommene Schatz. Dennoch sind die Grenzen fließend: Was heute nur Kultur ist, kann morgen zum Kulturerbe erklärt werden – abhängig von Wertzuschreibung und Diskurs.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Rahmen dieses Dokuments werden für den sorbischen Kontext die Begriffe '''„kulturelle Ausdrucksform“''' und '''„Kulturgut“''' weitgehend '''synonym''' verwendet, sofern nicht ausdrücklich anders gekennzeichnet. Hintergrund ist, dass die Gesamtzahl der identifizierbaren kulturellen Ausdrucksformen einer kleinen Minderheit wie der Sorben/Wenden im Vergleich zu großen Mehrheitsgesellschaften überschaubar ist. Zugleich ist der Anteil dieser Ausdrucksformen, denen in der Community ein besonderer Wert beigemessen wird und die daher faktisch als Kulturgut wahrgenommen und behandelt werden, sehr hoch: Ein großer Teil des gelebten kulturellen Repertoires wird als identitätsstiftend und bewahrenswert verstanden und damit dem Kulturerbe zugerechnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== 2.2 Klassifizierung von Kulturgütern ==&lt;br /&gt;
Im Folgenden soll eine griffige Klassifizierung von Kulturgütern entwickelt werden, so dass pro Kulturgut-Klasse später auf die Besonderheiten ihrer Digitalisierung eingegangen werden kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Dataja:Wobraz_K2.png|center|600px]]&amp;lt;ref&amp;gt;Mermaid Flowchart Code: [https://mermaid.live/edit#pako:eNptlM9u00AQxl9ltFWoFDlp_C9OjISU2KSgUCq1BSRIDxt77Syxd6v1mkKjSDwBlThw4YCEeuXOoeLSN-EF4BHYjZOQQG67-32_2ZnZsWco4jFBPqrVZpRR6cNsP8n4ZTTBQu7rHVP66QWOKEvV3nQM2BeYTf8eea35fF6rjdiIrUl4cjJiAMPDV_X6sMxkKdJS1uvnvu9PtRGgp5ReE46wJIKSLIOf779CycbkkqQZjSb1Ovz-cv351_drDWGN9BXS_xfZBj7dLoGxBgIFBE14nOcrZGH68E07Iu0IlSNsQkhTKnGlfvyh1bjKcngIjcYD6G2s-xvrYGMdLuuqAFOXZ0IflzFh0xxn5OBU3t1ISZhqw6KaKpo29k04jSaCJrLq0oZsa9mCAZc8FTihhBnQp1ksxd1NSsS22dFmG3oMZzwl0HveONtlc7XNATtsHI9fk6kkC3nRsKoqnVNgwrFQaUOvLGJRRtMi4SJfZ790WtppQYhFIVV7CYsJDO9uWbEMujbqOgIbTqgsddB7MCD_eXT6gQMvaFEQBlclPMVqcA6eMfqGiKLMt926isCFM4FjKiln-voCHmEWXxIxXZcUVo-jSwrVe3DBGvHqtc83DLqS0FpNAi3wRluiDBdFSBIYQ0KzzN_r265jPjQinnHh7yVJYhRS8ClZKfe3KLyk2oHneuEuqlK2qWhJWYPOwGnvoiplm4qXVMd17V5rF1UpikIGSgWNkS9FSQyUE5FjvUUzHXGE5ITkZIR8tYxJgtVXPEIjNlfYBWYvOc9XpOBlOkF-grNC7cqLWPUupFjNa74-FXo0RMBLJpFvWtYiCPJn6C3yG7bTNO2u6Tidrue0W13HQO_Usdtquuqg1bG6TtvzPNuZG-hqcXGr2baV5NhuyzId13XbBiJqDrg4qn5ni7_a_A_W9oMu hier klicken], abgerufen am 22.09.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.2.1 A. Materiell - unbeweglich 🏛️ ===&lt;br /&gt;
„Materiell - unbeweglich&amp;quot; bezeichnet ortsfeste Kulturobjekte wie Bauwerke, Ensembles, Gebäudekomplexe und Stätten/Kulturlandschaften, wie sie in Art. 1 der UNESCO-Welterbekonvention als Kategorien des kulturellen Erbes definiert sind.&amp;lt;ref&amp;gt;UNESCO World Heritage Centre o. J.: Convention Concerning the Protection of the World Cultural and Natural Heritage, Artikel 1. URL: https://whc.unesco.org/en/conventiontext/, abgerufen am 01.10.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.2.2 B. Materiell - beweglich 🖼️ ===&lt;br /&gt;
Die Kategorie „Materiell - beweglich&amp;quot; umfasst bewegliche Sachen bzw. Sachgesamtheiten von kulturellem Wert (z. B. Objekte, Sammlungen), wie sie das deutsche Kulturgutschutzgesetz (§ 2 KGSG)&amp;lt;ref&amp;gt;Deutschland 2016: Kulturgutschutzgesetz (KGSG), § 2. URL: https://www.buzer.de/2_KGSG.htm, abgerufen am 01.10.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt; als „Kulturgut“ beschreibt.&lt;br /&gt;
* B1 '''Schriftgut''' - Bücher, Zeitungen, Handschriften, Archivgut, Graphiken, Pläne, Karten&lt;br /&gt;
* B2 '''Fotografien &amp;amp; Bildträger''' &lt;br /&gt;
** Fotografisch erzeugte statische Bildträger, auch Stillbildträger genannt, z. B. Positive/Negative auf Film/Platte/Photopapier, Dias, Abzüge, Mikrofilm/-fiche und vergleichbare fotografische Repro-Träger.&lt;br /&gt;
* B3 '''Analoge AV-Träger''' (Audio/Video/Film)&lt;br /&gt;
** Analoge zeitbasierte Medien, z. B. Magnetton (Tonband, Kassette), Schallplatte, Videobänder, Film.&lt;br /&gt;
* B4 '''3D-Objekte''' - Gegenstände, „sachkulturelle Artefakte“&amp;lt;ref&amp;gt;Sorbisches Institut o. J.: Konzept zum Digitalisierungszentrum am Sorbischen Institut, S. 24.&lt;br /&gt;
(Unveröffentlichtes Konzeptpapier; interne Projektunterlage.)&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.2.3 C. Immateriell 🎭 ===&lt;br /&gt;
Meint lebendige Praktiken, Darstellungen, Ausdrucksformen, Ideen, Werte, Wissen und Fertigkeiten, die von Gemeinschaften getragen und weitergegeben werden, gemäß der folgenden 5 UNESCO ICH-Domänen.&amp;lt;ref&amp;gt;UNESCO o. J.: Intangible Cultural Heritage – Five Domains. URL: https://ich.unesco.org/doc/src/01857-EN.pdf, abgerufen am 01.10.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* C1 '''Orale Traditionen/Ausdrucksformen''' - Sprache, Gesangstraditionen&lt;br /&gt;
* C2 '''Darstellende Künste''' - Musik, Tanz, Theater&lt;br /&gt;
* C3 '''Rituale &amp;amp; Feste''' - Bräuche und soziale Praktiken des Kalenders und Lebenslaufs&lt;br /&gt;
* C4 '''Wissen &amp;amp; Praktiken''' zu Natur &amp;amp; Universum - Heil- und Sammelkenntnisse, ökologisches und astronomisches Wissen, Glaube, Religion&lt;br /&gt;
* C5 '''Traditionelles Handwerk''' - Techniken, Werkzeuge und Gestaltungsmuster&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.2.4 D. Digital 💾 ===&lt;br /&gt;
Bezeichnet in digitaler Form vorliegende Ressourcen menschlichen Wissens und Ausdrucks. Diese können sowohl born-digital sein als auch digitalisierte Repräsentationen von materiellen und immateriellen Kulturgütern.&amp;lt;ref&amp;gt;UNESCO 2003: Charter on the Preservation of Digital Heritage. URL: https://www.unesco.org/en/legal-affairs/charter-preservation-digital-heritage, abgerufen am 01.10.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* D1 '''Born-digital''' (ursprünglich digital erzeugt, kein analoges Original), z. B. Webseiten, Social-Media-Beiträge, Software, Apps, Spiele, digitale Fotos/Audio/Video.&lt;br /&gt;
* D2 '''Digitalisate''' - Digitalisierte Repräsentationen/Derivate aus den Klassen A, B und C.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== 2.3 Prozess der Digitalisierung von Kulturerbe ==&lt;br /&gt;
Die Digitalisierung von Kulturgut ist kein rein technischer Arbeitsschritt, sondern ein vielschichtiger, oft langfristiger Prozess, der bereits mit der Wahrnehmung und Identifikation einer kulturellen Ausdrucksform beginnt. Ziel dieses Abschnitts ist es, diesen Gesamtprozess systematisch darzustellen: von der gelebten Kultur über das identifizierte Kulturgut bis hin zur digital nutzbaren Repräsentation.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die hier entwickelte Prozessdarstellung soll als praxisorientierter Überblick dienen für die Digitalisierung des sorbischen Kulturerbes. Sie berücksichtigt die Anforderungen sorbischer Einrichtungen ebenso wie die international etablierten Referenzmodelle und Standards, darunter:&lt;br /&gt;
* das OAIS-Referenzmodell (ISO 14721) für digitale Archivierung&amp;lt;ref&amp;gt;Consultative Committee for Space Data Systems (CCSDS) 2024: Reference Model for an Open Archival Information System (OAIS), CCSDS 650.0-M-3. URL: https://ccsds.org/Pubs/650x0m3.pdf, abgerufen am 01.10.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
* das DCC Curation Lifecycle Model für kuratorische Entscheidungsprozesse&amp;lt;ref&amp;gt;Higgins 2008: The DCC Curation Lifecycle Model. International Journal of Digital Curation, 3(1), 134-140. URL: https://ijdc.net/index.php/ijdc/article/view/48, abgerufen am 01.10.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
* das Spectrum-Modell für museale Objektverwaltung&amp;lt;ref&amp;gt;Collections Trust 2022. Spectrum 5.1 - The UK Museum Collections Management Standard. URL: https://collectionstrust.org.uk/spectrum/spectrum-5, abgerufen am 01.10.2025. &amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
* die UNESCO-Leitlinien zur Inventarisierung immateriellen Kulturerbes&amp;lt;ref&amp;gt;UNESCO 2024: Operational Directives for the Implementation of the Convention for the Safeguarding of the Intangible Cultural Heritage (10.GA). URL: https://ich.unesco.org/doc/src/ICH-Operational_Directives-10.GA_EN.pdf, abgerufen am 01.10.2025. &amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
* sowie technische Vorgaben wie die DFG-Praxisregeln Digitalisierung&amp;lt;ref&amp;gt;Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) 2022: Praxisregeln Digitalisierung (aktualisierte Fassung). URL: https://www.ulb.hhu.de/fileadmin/redaktion/ULB/Documents/Infomaterial/DFG_Praxisregeln_Digitalisierung_Aktualisierte_Fassung2022.pdf, abgerufen am 01.10.2025. &amp;lt;/ref&amp;gt; und die FADGI-Richtlinien&amp;lt;ref&amp;gt;Federal Agencies Digital Guidelines Initiative (FADGI) 2023: Technical Guidelines for Digitizing Cultural Heritage Materials – Still Image, 3rd ed. URL: https://www.digitizationguidelines.gov/guidelines/digitize-technical.html, abgerufen am 01.10.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Folge soll der „Lebenslauf“ eines Kulturguts dargestellt werden, also der Weg, den ein Objekt oder eine kulturelle Praxis vom Zeitpunkt der Entstehung über die Erfassung, Digitalisierung und Archivierung bis zur Veröffentlichung in einem digitalen Präsentationsmodul durchläuft.&lt;br /&gt;
Hierfür erläutert der folgende Abschnitt die einzelnen Prozessschritte im Detail, jeweils mit Akteuren und Beispielen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.3.1 Vorüberlegungen zum Prozess ===&lt;br /&gt;
Im hier vorgestellten Prozess wird auf eine harte, systematische Filterung verzichtet, welche kulturellen Ausdrucksformen „nur“ Kultur und welche bereits Kulturgut sind. Ein solcher Bewertungs- und Abgrenzungsprozess wäre ressourcenintensiv und würde den vorhandenen Kapazitäten in den beteiligten Einrichtungen nicht entsprechen. Stattdessen folgt das Konzept einer inklusiven Logik: Alle dokumentierten Ausdrucksformen werden zunächst als potenzielle Kulturgüter erfasst. Eine feinere Auswahl und Priorisierung erfolgen erst in einem späteren Schritt, nämlich dann, wenn konkret entschieden wird, welche Ausdrucksformen bzw. Kulturgüter in welcher Tiefe digitalisiert, archiviert und präsentiert werden sollen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieses Vorgehen schließt an das RSK-Konzept an, das bewusst auf eine frühe normative Trennung zwischen „kultureller Ausdrucksform“ und „Kulturgut“ verzichtet. Auch hier steht zunächst der möglichst vollständige, strukturierte Überblick über die sorbischen Kulturgüter im Vordergrund. Die differenzierte Bewertung und Schwerpunktsetzung werden als anschließende fachliche Aufgabe verstanden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.3.2 Prozessschritte im Detail ===&lt;br /&gt;
Das folgende Diagramm gibt einen Überblick über die sechs Kernschritte im Digitalisierungsprozess von Kulturgut – von der ersten Entdeckung einer kulturellen Ausdrucksform bis zur Nutzung einer digitalen Repräsentation dieses Kulturguts. Die Abfolge bildet auch die Entwicklungsstufen ab: von gelebter Kultur zur kulturellen Ausdrucksform, von dort zum Kulturgut und schließlich zum digitalisierten Kulturgut.&lt;br /&gt;
[[Dataja:Wobraz_K3.png|center|600px]]&amp;lt;ref&amp;gt;Mermaid Flowchart Code: [https://mermaid.live/edit#pako:eNplkk1OwzAQha8yGqmbkloxSZs2CyTa8LOphIAVhIVJpolF4iDH4a_qbXqTXgzHFdAKr2y97703lmaNWZMTxriqmvesFNrAfZIqgPPHFIdDzuBO1DVVajhM8QlGozOYO-WUwS0VsjVakqa93Pvmjlk4JmAwp3fS5kCHwQAWjkkcE_Y5WWkIXqrd9jBpT138UIkspBGVbI_7-rwLR146csLgRryQ-U8lMGLwTG1WapLPpHKCZQLMOY9ch7m2VxiSpOAEjJ1TSev_M_bkvv3KtY8ZnOuslG_H9VcOuf4dUO-2LamjGdHDQsscY6M78rAmXYv-ies-IEVTUk0pxvaa00p0lUkxVRtrexXqoWnqH6duuqLEeCWq1r6619zOn0hRaPGH9J_Xi6ZTBuOxS8B4jR8YhxGLeDThkR-EM37KuYefFmHTaOz7fOZHQTidBMHGwy9X6VslnNnDw4jPuB8GHlIuTaOX-7Vy27X5Bh_Osqo hier klicken], abgerufen am 22.09.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Kernprozess verdeutlicht, dass Digitalisierung mehr ist als Technik: Sie ist ein komplexer, vielfältig verantworteter kultureller Transformationsprozess. Jeder Schritt kann durch unterschiedliche Akteure getragen sein und erfordert spezifisches Fachwissen. Ziel der nachfolgenden Beschreibung ist es, die Prozessschritte nachvollziehbar und anschlussfähig für die Praxis darzustellen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Referenzen ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Měrko Šenk</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://koncept.serbski-inkubator.de/index.php?title=12.3_Digitalisierung_des_Kulturerbes&amp;diff=1044</id>
		<title>12.3 Digitalisierung des Kulturerbes</title>
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		<updated>2026-03-20T10:32:48Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Měrko Šenk: /* 2.1.1 Kultur */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;= 1 Einleitung =&lt;br /&gt;
Die Digitalisierung von sorbischem Kulturerbe ist eine historische Chance für uns Sorben, eine Chance, unser kulturelles Erbe neu zu entdecken, es für kommende Generationen zu erhalten, für eine breitere Öffentlichkeit zugänglich zu machen und dabei die eigene Deutungshoheit zu stärken. Das erfordert neben Mut, einer klaren gemeinsamen Vision, starker Zusammenarbeit zwischen den beteiligten Akteuren auch die notwendigen Ressourcen in Form von Personal mit entsprechenden Kompetenzen, passender Technik sowie einer nachhaltig gesicherten Finanzierung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im folgenden Abschnitt werden Zielbilder für die Digitalisierung des sorbischen Kulturerbes entworfen mittels lang- und kurzfristiger Visionen sowie konkreter Ziele.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== 1.1 Visionen und Ziele für die sorbische digitale Welt ==&lt;br /&gt;
'''Vision 2035'''&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
''Sorbisches materielles und immaterielles Kulturerbe ist systematisch digital erfasst, rechtssicher und langfristig gesichert, leicht auffindbar, offen nutzbar und wird aktiv von Interessierten genutzt.''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Konkrete Ziele'''&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Bis 2032 ist ein tragfähiges, finanziell und organisatorisch abgesichertes Modell etabliert, das:&lt;br /&gt;
* Ein zentrales (oder föderiertes) digitales Langzeitarchiv nach OAIS-Referenzmodell betreibt,&lt;br /&gt;
* klare Zuständigkeiten, Prozesse und Budgets definiert,&lt;br /&gt;
* regelmäßige Qualitätssicherung und Technik-Updates vorsieht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bis 2030 sind wichtige sorbische Kulturerbe-Bestände (Kernbestände nach fachlicher Festlegung) in hoher Qualität digitalisiert, beschrieben und im Langzeitarchiv gesichert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bis 2028 liegt eine institutionenübergreifende Übersicht über relevante Kulturerbe-Bestände (analog und digital, materiell und immateriell) vor, einschließlich einer Prioritätenliste für die Digitalisierung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bis 2028 existiert ein zentrales, nutzerfreundliches „Sorbisches Kulturerbe-Portal“, das:&lt;br /&gt;
* Suchzugang über alle teilnehmenden Institutionen ermöglicht,&lt;br /&gt;
* grundlegende Inhalte frei zugänglich bereitstellt,&lt;br /&gt;
* mehrsprachige Oberflächen anbietet (Deutsch, Obersorbisch, Niedersorbisch, Englisch).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= 2 IST-Analyse „Digitalisierung von Kulturerbe“ =&lt;br /&gt;
Das Ziel in diesem Themenbereich ist es, sorbisches Kulturerbe digital zu verwalten und damit langfristig für Recherche, Nutzung und Präsentation vorzuhalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Abschnitt &amp;quot;IST-Analyse“ werden die folgenden Fragen beantwortet: Was ist sorbisches Kulturerbe und was zählt alles dazu? Welche Schritte durchläuft ein Kulturgut, um zum digitalen Kulturerbe zu gehören? Wie können die digitale Verwaltung, Archivierung, Nutzung und Präsentation von Kulturgütern umgesetzt werden?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die grundlegenden Terminologien des Kulturerbes sollen im Folgenden festgelegt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== 2.1 Terminologie – von Kultur zu Kulturerbe ==&lt;br /&gt;
In diesem Abschnitt werden die Begriffe rund um das Kulturerbe grundlegend definiert. Es soll ein Verständnis über die Begriffe Kultur, kulturelle Ausprägung, Kulturgut und Kulturerbe erreicht werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Dataja:Wobraz_K1.png|center|260px]]&amp;lt;ref&amp;gt;Mermaid Flowchart Code: [https://mermaid.live/edit#pako:eNpF0UtuwyAQBuCroFlaTuRHTGMvKuWxq7pqV627IGZso2CIMChtk9ymN-nFimmasmJGfP-AOEGjOUIFrdTHpmfGkudtrWpF_Fq9RtGDk9aZKHojU-_aJ7PZ_bmGgSnR4mgFejaKpidC1XAmq8zDfYAoJZKVG7lxzX5stRl81C0_uwYdheGEubHD4_dXLy1hcpyC1rcLdM4GOLH1Ve2E5Gj9TPLkhgEnsLkBNDsMAmLojOBQWeMwhgHNwKYSTuFBYHucbOW3HFvmcQ21unh2YOpF6-FPGu26HqrW381X7sCZxa1gnWH_R1BxNBvtlIUqTUMEVCd49xVdzpeLMs1pXmRFXiY0hg-o8iyZL_LFXZaVSTJ1LzF8hqHJnBZ5WhZLWt5RmtIsBuTCavP4-2Hh3y4_NXaMmw hier klicken], abgerufen am 22.09.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.1.1 Kultur ===&lt;br /&gt;
Kultur bezeichnet hier die Gesamtheit aller '''vom Menschen geschaffenen und erlernten Ausdrucksformen''' des Lebens, die auf gemeinsamen Werten und Verhaltensweisen beruhen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;wiki-kultur&amp;quot;&amp;gt;URL: https://de.wikipedia.org/wiki/Kultur&amp;lt;/ref&amp;gt; Dazu zählen '''materielle Ergebnisse''' (z. B. Kunstwerke, Technik) ebenso wie '''immaterielle Praktiken''' (Sprache, Bräuche, Wissen). Kultur umfasst laut der UNESCO geistige, materielle, intellektuelle und emotionale Merkmale, die eine Gesellschaft oder soziale Gruppe kennzeichnen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;mondiacult&amp;quot;&amp;gt;UNESCO 1982: Mexico City Declaration on Cultural Policies (MONDIACULT). URL: https://www.lacult.unesco.org/docc/1982_MONDIACULT.pdf&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;ref name=&amp;quot;cultureaction&amp;quot;&amp;gt;Culture Action Europe 2024: The State of Culture report. URL: https://cultureactioneurope.org/de/news/the-state-of-culture-report-published, abgerufen am 01.10.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;  Sie ist dynamisch und wird von jeder Generation neu gestaltet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das deutsche Wort „Kultur“ ist eine Eindeutschung des lateinischen Worts „cultura“. Dieses bedeutet ursprünglich „Bebauung, Bearbeitung, Bestellung, Pflege“ und meinte sowohl die physische Bearbeitung als auch die Pflege geistiger Güter, z. B. der Sprache.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.1.2 Kulturelle Ausdrucksform ===&lt;br /&gt;
Eine kulturelle Ausdrucksform ist eine konkrete, gegenwärtige oder historische, Manifestation von Kultur, bspw. eine Zeichnung, eine Tracht oder ein Lied: Sie macht die Kultur sichtbar und erlebbar. Im engeren Sinne ist es eine Ausdrucksweise, die aus der Kreativität einer Person, Gruppe oder Gesellschaft entsteht und kulturellen Inhalt trägt (symbolische Bedeutung, künstlerische Dimension, kulturelle Werte).&amp;lt;ref&amp;gt;Österreichische UNESCO-Kommission 2007: Übereinkommen zum Schutz und zur Förderung der Vielfalt kultureller Ausdrucksformen, Art. 4, Seite 13. URL: https://www.unesco.at/fileadmin/Redaktion/Publikationen/Publikations-Dokumente/2005er_UNESCO-Convention_German.pdf, abgerufen am 22.09.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt; Sie wird innerhalb und zwischen Gemeinschaften weitergegeben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Alle kulturellen Ausdrucksformen bilden einen wesentlichen Kern von Kultur, aber Kultur enthält auch latente Dimensionen (Werte, Normen, Vorannahmen etc.), die nicht unmittelbar als Ausdrucksform erscheinen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.1.3 Kulturgut ===&lt;br /&gt;
Ein „Kulturgut“ ist eine einzelne kulturelle Ausdrucksform, der ein besonderer kultureller Wert zugemessen wird (durch Anerkennung, Schutz, Bedeutung). Es ist somit ein Erzeugnis menschlicher Kreativität oder Zeugnis menschlichen Lebens, welches Bedeutung für die Kultur einer Gemeinschaft hat und daher Bestand haben und bewahrt werden soll.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Summe aller Kulturgüter einer Gemeinschaft wird als dessen Kulturerbe bezeichnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.1.4 Kulturerbe ===&lt;br /&gt;
Kulturerbe ist die Summe der materiellen und immateriellen Ausdrucksformen (= Kulturgüter) einer Kultur, die als „bewahrenswert“ anerkannt wurden. International umfasst das u. a. das Welterbe (Denkmäler, Ensembles, Stätten)&amp;lt;ref&amp;gt;UNESCO (1972), Welterbekonvention, Art. 1. URL: https://www.dnk.de/wp-content/uploads/2021/02/1972_DNK_UNESCO-Welterbekonvention.pdf (abgerufen am 11.09.2025).&amp;lt;/ref&amp;gt; und das Immaterielles Kulturerbe (Praktiken, Wissen).&amp;lt;ref&amp;gt;Deutsche UNESCO-Kommission o. J.:, Übereinkommen zur Erhaltung des immateriellen Kulturerbes (dt. Ausgabe). URL: https://www.unesco.de/assets/dokumente/Deutsche_UNESCO-Kommission/02_Publikationen/Publikation_UNESCO-%C3%9Cbereinkommen_zur_Erhaltung_des_immateriellen_Kulturerbes_01.pdf, (abgerufen am 11.09.2025).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ob etwas „zum Kulturerbe“ zählt, ist Ergebnis von Bewertung, Diskurs und teils formellen Verfahren. Dem Sorbischen Kulturregister (SKR) zufolge ist „sorbisch-wendisches Kulturerbe“ eine Zuschreibung, die durch Gesellschaft, Museen, Archive und Wissenschaft erfolgen kann.&amp;lt;ref&amp;gt;Sorbisches Institut 2025: Konzept für ein Sorbisches Kulturregister (SKR). URL: https://www.serbski-institut.de/wp-content/uploa ds/2021/11/00_Zweite-aktualisierte-Fassung_Konzept_Sorbisches-Kulturregister_20.11.2025.pdf, abgerufen am 20.11.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.1.5 Abgrenzung: Kultur und Kulturerbe ===&lt;br /&gt;
Kultur / Kulturelle Ausdrucksform sind als Begriffe weiter gefasst als Kulturgut / Kulturerbe. Kulturelle Ausdrucksformen umfassen alles Gelebte und Gestaltete einer Gemeinschaft in Gegenwart und Vergangenheit, während Kulturgut / Kulturerbe diejenigen kulturellen Güter und Traditionen meint, denen eine Bedeutung beigemessen wurde und die als bewahrens- und weitergebenswert erkannt wurden. Kultur ist der „aktuelle“ kreative Prozess (einschließlich Popkultur, Alltagskultur), Kulturerbe der daraus überkommene Schatz. Dennoch sind die Grenzen fließend: Was heute nur Kultur ist, kann morgen zum Kulturerbe erklärt werden – abhängig von Wertzuschreibung und Diskurs.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Rahmen dieses Dokuments werden für den sorbischen Kontext die Begriffe „kulturelle Ausdrucksform“ und „Kulturgut“ weitgehend synonym verwendet, sofern nicht ausdrücklich anders gekennzeichnet. Hintergrund ist, dass die Gesamtzahl der identifizierbaren kulturellen Ausdrucksformen einer kleinen Minderheit wie der Sorben/Wenden im Vergleich zu großen Mehrheitsgesellschaften überschaubar ist. Zugleich ist der Anteil dieser Ausdrucksformen, denen in der Community ein besonderer Wert beigemessen wird und die daher faktisch als Kulturgut wahrgenommen und behandelt werden, sehr hoch: Ein großer Teil des gelebten kulturellen Repertoires wird als identitätsstiftend und bewahrenswert verstanden und damit dem Kulturerbe zugerechnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== 2.2 Klassifizierung von Kulturgütern ==&lt;br /&gt;
Im Folgenden soll eine griffige Klassifizierung von Kulturgütern entwickelt werden, so dass pro Kulturgut-Klasse später auf die Besonderheiten ihrer Digitalisierung eingegangen werden kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Dataja:Wobraz_K2.png|center|600px]]&amp;lt;ref&amp;gt;Mermaid Flowchart Code: [https://mermaid.live/edit#pako:eNptlM9u00AQxl9ltFWoFDlp_C9OjISU2KSgUCq1BSRIDxt77Syxd6v1mkKjSDwBlThw4YCEeuXOoeLSN-EF4BHYjZOQQG67-32_2ZnZsWco4jFBPqrVZpRR6cNsP8n4ZTTBQu7rHVP66QWOKEvV3nQM2BeYTf8eea35fF6rjdiIrUl4cjJiAMPDV_X6sMxkKdJS1uvnvu9PtRGgp5ReE46wJIKSLIOf779CycbkkqQZjSb1Ovz-cv351_drDWGN9BXS_xfZBj7dLoGxBgIFBE14nOcrZGH68E07Iu0IlSNsQkhTKnGlfvyh1bjKcngIjcYD6G2s-xvrYGMdLuuqAFOXZ0IflzFh0xxn5OBU3t1ISZhqw6KaKpo29k04jSaCJrLq0oZsa9mCAZc8FTihhBnQp1ksxd1NSsS22dFmG3oMZzwl0HveONtlc7XNATtsHI9fk6kkC3nRsKoqnVNgwrFQaUOvLGJRRtMi4SJfZ790WtppQYhFIVV7CYsJDO9uWbEMujbqOgIbTqgsddB7MCD_eXT6gQMvaFEQBlclPMVqcA6eMfqGiKLMt926isCFM4FjKiln-voCHmEWXxIxXZcUVo-jSwrVe3DBGvHqtc83DLqS0FpNAi3wRluiDBdFSBIYQ0KzzN_r265jPjQinnHh7yVJYhRS8ClZKfe3KLyk2oHneuEuqlK2qWhJWYPOwGnvoiplm4qXVMd17V5rF1UpikIGSgWNkS9FSQyUE5FjvUUzHXGE5ITkZIR8tYxJgtVXPEIjNlfYBWYvOc9XpOBlOkF-grNC7cqLWPUupFjNa74-FXo0RMBLJpFvWtYiCPJn6C3yG7bTNO2u6Tidrue0W13HQO_Usdtquuqg1bG6TtvzPNuZG-hqcXGr2baV5NhuyzId13XbBiJqDrg4qn5ni7_a_A_W9oMu hier klicken], abgerufen am 22.09.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.2.1 A. Materiell - unbeweglich 🏛️ ===&lt;br /&gt;
„Materiell - unbeweglich&amp;quot; bezeichnet ortsfeste Kulturobjekte wie Bauwerke, Ensembles, Gebäudekomplexe und Stätten/Kulturlandschaften, wie sie in Art. 1 der UNESCO-Welterbekonvention als Kategorien des kulturellen Erbes definiert sind.&amp;lt;ref&amp;gt;UNESCO World Heritage Centre o. J.: Convention Concerning the Protection of the World Cultural and Natural Heritage, Artikel 1. URL: https://whc.unesco.org/en/conventiontext/, abgerufen am 01.10.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.2.2 B. Materiell - beweglich 🖼️ ===&lt;br /&gt;
Die Kategorie „Materiell - beweglich&amp;quot; umfasst bewegliche Sachen bzw. Sachgesamtheiten von kulturellem Wert (z. B. Objekte, Sammlungen), wie sie das deutsche Kulturgutschutzgesetz (§ 2 KGSG)&amp;lt;ref&amp;gt;Deutschland 2016: Kulturgutschutzgesetz (KGSG), § 2. URL: https://www.buzer.de/2_KGSG.htm, abgerufen am 01.10.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt; als „Kulturgut“ beschreibt.&lt;br /&gt;
* B1 '''Schriftgut''' - Bücher, Zeitungen, Handschriften, Archivgut, Graphiken, Pläne, Karten&lt;br /&gt;
* B2 '''Fotografien &amp;amp; Bildträger''' &lt;br /&gt;
** Fotografisch erzeugte statische Bildträger, auch Stillbildträger genannt, z. B. Positive/Negative auf Film/Platte/Photopapier, Dias, Abzüge, Mikrofilm/-fiche und vergleichbare fotografische Repro-Träger.&lt;br /&gt;
* B3 '''Analoge AV-Träger''' (Audio/Video/Film)&lt;br /&gt;
** Analoge zeitbasierte Medien, z. B. Magnetton (Tonband, Kassette), Schallplatte, Videobänder, Film.&lt;br /&gt;
* B4 '''3D-Objekte''' - Gegenstände, „sachkulturelle Artefakte“&amp;lt;ref&amp;gt;Sorbisches Institut o. J.: Konzept zum Digitalisierungszentrum am Sorbischen Institut, S. 24.&lt;br /&gt;
(Unveröffentlichtes Konzeptpapier; interne Projektunterlage.)&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.2.3 C. Immateriell 🎭 ===&lt;br /&gt;
Meint lebendige Praktiken, Darstellungen, Ausdrucksformen, Ideen, Werte, Wissen und Fertigkeiten, die von Gemeinschaften getragen und weitergegeben werden, gemäß der folgenden 5 UNESCO ICH-Domänen.&amp;lt;ref&amp;gt;UNESCO o. J.: Intangible Cultural Heritage – Five Domains. URL: https://ich.unesco.org/doc/src/01857-EN.pdf, abgerufen am 01.10.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* C1 '''Orale Traditionen/Ausdrucksformen''' - Sprache, Gesangstraditionen&lt;br /&gt;
* C2 '''Darstellende Künste''' - Musik, Tanz, Theater&lt;br /&gt;
* C3 '''Rituale &amp;amp; Feste''' - Bräuche und soziale Praktiken des Kalenders und Lebenslaufs&lt;br /&gt;
* C4 '''Wissen &amp;amp; Praktiken''' zu Natur &amp;amp; Universum - Heil- und Sammelkenntnisse, ökologisches und astronomisches Wissen, Glaube, Religion&lt;br /&gt;
* C5 '''Traditionelles Handwerk''' - Techniken, Werkzeuge und Gestaltungsmuster&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.2.4 D. Digital 💾 ===&lt;br /&gt;
Bezeichnet in digitaler Form vorliegende Ressourcen menschlichen Wissens und Ausdrucks. Diese können sowohl born-digital sein als auch digitalisierte Repräsentationen von materiellen und immateriellen Kulturgütern.&amp;lt;ref&amp;gt;UNESCO 2003: Charter on the Preservation of Digital Heritage. URL: https://www.unesco.org/en/legal-affairs/charter-preservation-digital-heritage, abgerufen am 01.10.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* D1 '''Born-digital''' (ursprünglich digital erzeugt, kein analoges Original), z. B. Webseiten, Social-Media-Beiträge, Software, Apps, Spiele, digitale Fotos/Audio/Video.&lt;br /&gt;
* D2 '''Digitalisate''' - Digitalisierte Repräsentationen/Derivate aus den Klassen A, B und C.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== 2.3 Prozess der Digitalisierung von Kulturerbe ==&lt;br /&gt;
Die Digitalisierung von Kulturgut ist kein rein technischer Arbeitsschritt, sondern ein vielschichtiger, oft langfristiger Prozess, der bereits mit der Wahrnehmung und Identifikation einer kulturellen Ausdrucksform beginnt. Ziel dieses Abschnitts ist es, diesen Gesamtprozess systematisch darzustellen: von der gelebten Kultur über das identifizierte Kulturgut bis hin zur digital nutzbaren Repräsentation.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die hier entwickelte Prozessdarstellung soll als praxisorientierter Überblick dienen für die Digitalisierung des sorbischen Kulturerbes. Sie berücksichtigt die Anforderungen sorbischer Einrichtungen ebenso wie die international etablierten Referenzmodelle und Standards, darunter:&lt;br /&gt;
* das OAIS-Referenzmodell (ISO 14721) für digitale Archivierung&amp;lt;ref&amp;gt;Consultative Committee for Space Data Systems (CCSDS) 2024: Reference Model for an Open Archival Information System (OAIS), CCSDS 650.0-M-3. URL: https://ccsds.org/Pubs/650x0m3.pdf, abgerufen am 01.10.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
* das DCC Curation Lifecycle Model für kuratorische Entscheidungsprozesse&amp;lt;ref&amp;gt;Higgins 2008: The DCC Curation Lifecycle Model. International Journal of Digital Curation, 3(1), 134-140. URL: https://ijdc.net/index.php/ijdc/article/view/48, abgerufen am 01.10.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
* das Spectrum-Modell für museale Objektverwaltung&amp;lt;ref&amp;gt;Collections Trust 2022. Spectrum 5.1 - The UK Museum Collections Management Standard. URL: https://collectionstrust.org.uk/spectrum/spectrum-5, abgerufen am 01.10.2025. &amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
* die UNESCO-Leitlinien zur Inventarisierung immateriellen Kulturerbes&amp;lt;ref&amp;gt;UNESCO 2024: Operational Directives for the Implementation of the Convention for the Safeguarding of the Intangible Cultural Heritage (10.GA). URL: https://ich.unesco.org/doc/src/ICH-Operational_Directives-10.GA_EN.pdf, abgerufen am 01.10.2025. &amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
* sowie technische Vorgaben wie die DFG-Praxisregeln Digitalisierung&amp;lt;ref&amp;gt;Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) 2022: Praxisregeln Digitalisierung (aktualisierte Fassung). URL: https://www.ulb.hhu.de/fileadmin/redaktion/ULB/Documents/Infomaterial/DFG_Praxisregeln_Digitalisierung_Aktualisierte_Fassung2022.pdf, abgerufen am 01.10.2025. &amp;lt;/ref&amp;gt; und die FADGI-Richtlinien&amp;lt;ref&amp;gt;Federal Agencies Digital Guidelines Initiative (FADGI) 2023: Technical Guidelines for Digitizing Cultural Heritage Materials – Still Image, 3rd ed. URL: https://www.digitizationguidelines.gov/guidelines/digitize-technical.html, abgerufen am 01.10.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Folge soll der „Lebenslauf“ eines Kulturguts dargestellt werden, also der Weg, den ein Objekt oder eine kulturelle Praxis vom Zeitpunkt der Entstehung über die Erfassung, Digitalisierung und Archivierung bis zur Veröffentlichung in einem digitalen Präsentationsmodul durchläuft.&lt;br /&gt;
Hierfür erläutert der folgende Abschnitt die einzelnen Prozessschritte im Detail, jeweils mit Akteuren und Beispielen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.3.1 Vorüberlegungen zum Prozess ===&lt;br /&gt;
Im hier vorgestellten Prozess wird auf eine harte, systematische Filterung verzichtet, welche kulturellen Ausdrucksformen „nur“ Kultur und welche bereits Kulturgut sind. Ein solcher Bewertungs- und Abgrenzungsprozess wäre ressourcenintensiv und würde den vorhandenen Kapazitäten in den beteiligten Einrichtungen nicht entsprechen. Stattdessen folgt das Konzept einer inklusiven Logik: Alle dokumentierten Ausdrucksformen werden zunächst als potenzielle Kulturgüter erfasst. Eine feinere Auswahl und Priorisierung erfolgen erst in einem späteren Schritt, nämlich dann, wenn konkret entschieden wird, welche Ausdrucksformen bzw. Kulturgüter in welcher Tiefe digitalisiert, archiviert und präsentiert werden sollen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieses Vorgehen schließt an das RSK-Konzept an, das bewusst auf eine frühe normative Trennung zwischen „kultureller Ausdrucksform“ und „Kulturgut“ verzichtet. Auch hier steht zunächst der möglichst vollständige, strukturierte Überblick über die sorbischen Kulturgüter im Vordergrund. Die differenzierte Bewertung und Schwerpunktsetzung werden als anschließende fachliche Aufgabe verstanden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.3.2 Prozessschritte im Detail ===&lt;br /&gt;
Das folgende Diagramm gibt einen Überblick über die sechs Kernschritte im Digitalisierungsprozess von Kulturgut – von der ersten Entdeckung einer kulturellen Ausdrucksform bis zur Nutzung einer digitalen Repräsentation dieses Kulturguts. Die Abfolge bildet auch die Entwicklungsstufen ab: von gelebter Kultur zur kulturellen Ausdrucksform, von dort zum Kulturgut und schließlich zum digitalisierten Kulturgut.&lt;br /&gt;
[[Dataja:Wobraz_K3.png|center|600px]]&amp;lt;ref&amp;gt;Mermaid Flowchart Code: [https://mermaid.live/edit#pako:eNplkk1OwzAQha8yGqmbkloxSZs2CyTa8LOphIAVhIVJpolF4iDH4a_qbXqTXgzHFdAKr2y97703lmaNWZMTxriqmvesFNrAfZIqgPPHFIdDzuBO1DVVajhM8QlGozOYO-WUwS0VsjVakqa93Pvmjlk4JmAwp3fS5kCHwQAWjkkcE_Y5WWkIXqrd9jBpT138UIkspBGVbI_7-rwLR146csLgRryQ-U8lMGLwTG1WapLPpHKCZQLMOY9ch7m2VxiSpOAEjJ1TSev_M_bkvv3KtY8ZnOuslG_H9VcOuf4dUO-2LamjGdHDQsscY6M78rAmXYv-ies-IEVTUk0pxvaa00p0lUkxVRtrexXqoWnqH6duuqLEeCWq1r6619zOn0hRaPGH9J_Xi6ZTBuOxS8B4jR8YhxGLeDThkR-EM37KuYefFmHTaOz7fOZHQTidBMHGwy9X6VslnNnDw4jPuB8GHlIuTaOX-7Vy27X5Bh_Osqo hier klicken], abgerufen am 22.09.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Kernprozess verdeutlicht, dass Digitalisierung mehr ist als Technik: Sie ist ein komplexer, vielfältig verantworteter kultureller Transformationsprozess. Jeder Schritt kann durch unterschiedliche Akteure getragen sein und erfordert spezifisches Fachwissen. Ziel der nachfolgenden Beschreibung ist es, die Prozessschritte nachvollziehbar und anschlussfähig für die Praxis darzustellen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Referenzen ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Měrko Šenk</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://koncept.serbski-inkubator.de/index.php?title=12.3_Digitalisierung_des_Kulturerbes&amp;diff=1043</id>
		<title>12.3 Digitalisierung des Kulturerbes</title>
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		<updated>2026-03-20T10:30:36Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Měrko Šenk: /* 2 IST-Analyse „Digitalisierung von Kulturerbe“ */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;= 1 Einleitung =&lt;br /&gt;
Die Digitalisierung von sorbischem Kulturerbe ist eine historische Chance für uns Sorben, eine Chance, unser kulturelles Erbe neu zu entdecken, es für kommende Generationen zu erhalten, für eine breitere Öffentlichkeit zugänglich zu machen und dabei die eigene Deutungshoheit zu stärken. Das erfordert neben Mut, einer klaren gemeinsamen Vision, starker Zusammenarbeit zwischen den beteiligten Akteuren auch die notwendigen Ressourcen in Form von Personal mit entsprechenden Kompetenzen, passender Technik sowie einer nachhaltig gesicherten Finanzierung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im folgenden Abschnitt werden Zielbilder für die Digitalisierung des sorbischen Kulturerbes entworfen mittels lang- und kurzfristiger Visionen sowie konkreter Ziele.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== 1.1 Visionen und Ziele für die sorbische digitale Welt ==&lt;br /&gt;
'''Vision 2035'''&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
''Sorbisches materielles und immaterielles Kulturerbe ist systematisch digital erfasst, rechtssicher und langfristig gesichert, leicht auffindbar, offen nutzbar und wird aktiv von Interessierten genutzt.''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Konkrete Ziele'''&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Bis 2032 ist ein tragfähiges, finanziell und organisatorisch abgesichertes Modell etabliert, das:&lt;br /&gt;
* Ein zentrales (oder föderiertes) digitales Langzeitarchiv nach OAIS-Referenzmodell betreibt,&lt;br /&gt;
* klare Zuständigkeiten, Prozesse und Budgets definiert,&lt;br /&gt;
* regelmäßige Qualitätssicherung und Technik-Updates vorsieht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bis 2030 sind wichtige sorbische Kulturerbe-Bestände (Kernbestände nach fachlicher Festlegung) in hoher Qualität digitalisiert, beschrieben und im Langzeitarchiv gesichert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bis 2028 liegt eine institutionenübergreifende Übersicht über relevante Kulturerbe-Bestände (analog und digital, materiell und immateriell) vor, einschließlich einer Prioritätenliste für die Digitalisierung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bis 2028 existiert ein zentrales, nutzerfreundliches „Sorbisches Kulturerbe-Portal“, das:&lt;br /&gt;
* Suchzugang über alle teilnehmenden Institutionen ermöglicht,&lt;br /&gt;
* grundlegende Inhalte frei zugänglich bereitstellt,&lt;br /&gt;
* mehrsprachige Oberflächen anbietet (Deutsch, Obersorbisch, Niedersorbisch, Englisch).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= 2 IST-Analyse „Digitalisierung von Kulturerbe“ =&lt;br /&gt;
Das Ziel in diesem Themenbereich ist es, sorbisches Kulturerbe digital zu verwalten und damit langfristig für Recherche, Nutzung und Präsentation vorzuhalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Abschnitt &amp;quot;IST-Analyse“ werden die folgenden Fragen beantwortet: Was ist sorbisches Kulturerbe und was zählt alles dazu? Welche Schritte durchläuft ein Kulturgut, um zum digitalen Kulturerbe zu gehören? Wie können die digitale Verwaltung, Archivierung, Nutzung und Präsentation von Kulturgütern umgesetzt werden?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die grundlegenden Terminologien des Kulturerbes sollen im Folgenden festgelegt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== 2.1 Terminologie – von Kultur zu Kulturerbe ==&lt;br /&gt;
In diesem Abschnitt werden die Begriffe rund um das Kulturerbe grundlegend definiert. Es soll ein Verständnis über die Begriffe Kultur, kulturelle Ausprägung, Kulturgut und Kulturerbe erreicht werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Dataja:Wobraz_K1.png|center|260px]]&amp;lt;ref&amp;gt;Mermaid Flowchart Code: [https://mermaid.live/edit#pako:eNpF0UtuwyAQBuCroFlaTuRHTGMvKuWxq7pqV627IGZso2CIMChtk9ymN-nFimmasmJGfP-AOEGjOUIFrdTHpmfGkudtrWpF_Fq9RtGDk9aZKHojU-_aJ7PZ_bmGgSnR4mgFejaKpidC1XAmq8zDfYAoJZKVG7lxzX5stRl81C0_uwYdheGEubHD4_dXLy1hcpyC1rcLdM4GOLH1Ve2E5Gj9TPLkhgEnsLkBNDsMAmLojOBQWeMwhgHNwKYSTuFBYHucbOW3HFvmcQ21unh2YOpF6-FPGu26HqrW381X7sCZxa1gnWH_R1BxNBvtlIUqTUMEVCd49xVdzpeLMs1pXmRFXiY0hg-o8iyZL_LFXZaVSTJ1LzF8hqHJnBZ5WhZLWt5RmtIsBuTCavP4-2Hh3y4_NXaMmw hier klicken], abgerufen am 22.09.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.1.1 Kultur ===&lt;br /&gt;
Kultur bezeichnet hier die Gesamtheit aller vom Menschen geschaffenen und erlernten Ausdrucksformen des Lebens, die auf gemeinsamen Werten und Verhaltensweisen beruhen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;wiki-kultur&amp;quot;&amp;gt;URL: https://de.wikipedia.org/wiki/Kultur&amp;lt;/ref&amp;gt; Dazu zählen materielle Ergebnisse (z. B. Kunstwerke, Technik) ebenso wie immaterielle Praktiken (Sprache, Bräuche, Wissen). Kultur umfasst laut der UNESCO geistige, materielle, intellektuelle und emotionale Merkmale, die eine Gesellschaft oder soziale Gruppe kennzeichnen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;mondiacult&amp;quot;&amp;gt;UNESCO 1982: Mexico City Declaration on Cultural Policies (MONDIACULT). URL: https://www.lacult.unesco.org/docc/1982_MONDIACULT.pdf&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;ref name=&amp;quot;cultureaction&amp;quot;&amp;gt;Culture Action Europe 2024: The State of Culture report. URL: https://cultureactioneurope.org/de/news/the-state-of-culture-report-published, abgerufen am 01.10.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;  Sie ist dynamisch und wird von jeder Generation neu gestaltet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das deutsche Wort „Kultur“ ist eine Eindeutschung des lateinischen Worts „cultura“. Dieses bedeutet ursprünglich „Bebauung, Bearbeitung, Bestellung, Pflege“ und meinte sowohl die physische Bearbeitung als auch die Pflege geistiger Güter, z. B. der Sprache.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.1.2 Kulturelle Ausdrucksform ===&lt;br /&gt;
Eine kulturelle Ausdrucksform ist eine konkrete, gegenwärtige oder historische, Manifestation von Kultur, bspw. eine Zeichnung, eine Tracht oder ein Lied: Sie macht die Kultur sichtbar und erlebbar. Im engeren Sinne ist es eine Ausdrucksweise, die aus der Kreativität einer Person, Gruppe oder Gesellschaft entsteht und kulturellen Inhalt trägt (symbolische Bedeutung, künstlerische Dimension, kulturelle Werte).&amp;lt;ref&amp;gt;Österreichische UNESCO-Kommission 2007: Übereinkommen zum Schutz und zur Förderung der Vielfalt kultureller Ausdrucksformen, Art. 4, Seite 13. URL: https://www.unesco.at/fileadmin/Redaktion/Publikationen/Publikations-Dokumente/2005er_UNESCO-Convention_German.pdf, abgerufen am 22.09.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt; Sie wird innerhalb und zwischen Gemeinschaften weitergegeben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Alle kulturellen Ausdrucksformen bilden einen wesentlichen Kern von Kultur, aber Kultur enthält auch latente Dimensionen (Werte, Normen, Vorannahmen etc.), die nicht unmittelbar als Ausdrucksform erscheinen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.1.3 Kulturgut ===&lt;br /&gt;
Ein „Kulturgut“ ist eine einzelne kulturelle Ausdrucksform, der ein besonderer kultureller Wert zugemessen wird (durch Anerkennung, Schutz, Bedeutung). Es ist somit ein Erzeugnis menschlicher Kreativität oder Zeugnis menschlichen Lebens, welches Bedeutung für die Kultur einer Gemeinschaft hat und daher Bestand haben und bewahrt werden soll.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Summe aller Kulturgüter einer Gemeinschaft wird als dessen Kulturerbe bezeichnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.1.4 Kulturerbe ===&lt;br /&gt;
Kulturerbe ist die Summe der materiellen und immateriellen Ausdrucksformen (= Kulturgüter) einer Kultur, die als „bewahrenswert“ anerkannt wurden. International umfasst das u. a. das Welterbe (Denkmäler, Ensembles, Stätten)&amp;lt;ref&amp;gt;UNESCO (1972), Welterbekonvention, Art. 1. URL: https://www.dnk.de/wp-content/uploads/2021/02/1972_DNK_UNESCO-Welterbekonvention.pdf (abgerufen am 11.09.2025).&amp;lt;/ref&amp;gt; und das Immaterielles Kulturerbe (Praktiken, Wissen).&amp;lt;ref&amp;gt;Deutsche UNESCO-Kommission o. J.:, Übereinkommen zur Erhaltung des immateriellen Kulturerbes (dt. Ausgabe). URL: https://www.unesco.de/assets/dokumente/Deutsche_UNESCO-Kommission/02_Publikationen/Publikation_UNESCO-%C3%9Cbereinkommen_zur_Erhaltung_des_immateriellen_Kulturerbes_01.pdf, (abgerufen am 11.09.2025).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ob etwas „zum Kulturerbe“ zählt, ist Ergebnis von Bewertung, Diskurs und teils formellen Verfahren. Dem Sorbischen Kulturregister (SKR) zufolge ist „sorbisch-wendisches Kulturerbe“ eine Zuschreibung, die durch Gesellschaft, Museen, Archive und Wissenschaft erfolgen kann.&amp;lt;ref&amp;gt;Sorbisches Institut 2025: Konzept für ein Sorbisches Kulturregister (SKR). URL: https://www.serbski-institut.de/wp-content/uploa ds/2021/11/00_Zweite-aktualisierte-Fassung_Konzept_Sorbisches-Kulturregister_20.11.2025.pdf, abgerufen am 20.11.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.1.5 Abgrenzung: Kultur und Kulturerbe ===&lt;br /&gt;
Kultur / Kulturelle Ausdrucksform sind als Begriffe weiter gefasst als Kulturgut / Kulturerbe. Kulturelle Ausdrucksformen umfassen alles Gelebte und Gestaltete einer Gemeinschaft in Gegenwart und Vergangenheit, während Kulturgut / Kulturerbe diejenigen kulturellen Güter und Traditionen meint, denen eine Bedeutung beigemessen wurde und die als bewahrens- und weitergebenswert erkannt wurden. Kultur ist der „aktuelle“ kreative Prozess (einschließlich Popkultur, Alltagskultur), Kulturerbe der daraus überkommene Schatz. Dennoch sind die Grenzen fließend: Was heute nur Kultur ist, kann morgen zum Kulturerbe erklärt werden – abhängig von Wertzuschreibung und Diskurs.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Rahmen dieses Dokuments werden für den sorbischen Kontext die Begriffe „kulturelle Ausdrucksform“ und „Kulturgut“ weitgehend synonym verwendet, sofern nicht ausdrücklich anders gekennzeichnet. Hintergrund ist, dass die Gesamtzahl der identifizierbaren kulturellen Ausdrucksformen einer kleinen Minderheit wie der Sorben/Wenden im Vergleich zu großen Mehrheitsgesellschaften überschaubar ist. Zugleich ist der Anteil dieser Ausdrucksformen, denen in der Community ein besonderer Wert beigemessen wird und die daher faktisch als Kulturgut wahrgenommen und behandelt werden, sehr hoch: Ein großer Teil des gelebten kulturellen Repertoires wird als identitätsstiftend und bewahrenswert verstanden und damit dem Kulturerbe zugerechnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== 2.2 Klassifizierung von Kulturgütern ==&lt;br /&gt;
Im Folgenden soll eine griffige Klassifizierung von Kulturgütern entwickelt werden, so dass pro Kulturgut-Klasse später auf die Besonderheiten ihrer Digitalisierung eingegangen werden kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Dataja:Wobraz_K2.png|center|600px]]&amp;lt;ref&amp;gt;Mermaid Flowchart Code: [https://mermaid.live/edit#pako:eNptlM9u00AQxl9ltFWoFDlp_C9OjISU2KSgUCq1BSRIDxt77Syxd6v1mkKjSDwBlThw4YCEeuXOoeLSN-EF4BHYjZOQQG67-32_2ZnZsWco4jFBPqrVZpRR6cNsP8n4ZTTBQu7rHVP66QWOKEvV3nQM2BeYTf8eea35fF6rjdiIrUl4cjJiAMPDV_X6sMxkKdJS1uvnvu9PtRGgp5ReE46wJIKSLIOf779CycbkkqQZjSb1Ovz-cv351_drDWGN9BXS_xfZBj7dLoGxBgIFBE14nOcrZGH68E07Iu0IlSNsQkhTKnGlfvyh1bjKcngIjcYD6G2s-xvrYGMdLuuqAFOXZ0IflzFh0xxn5OBU3t1ISZhqw6KaKpo29k04jSaCJrLq0oZsa9mCAZc8FTihhBnQp1ksxd1NSsS22dFmG3oMZzwl0HveONtlc7XNATtsHI9fk6kkC3nRsKoqnVNgwrFQaUOvLGJRRtMi4SJfZ790WtppQYhFIVV7CYsJDO9uWbEMujbqOgIbTqgsddB7MCD_eXT6gQMvaFEQBlclPMVqcA6eMfqGiKLMt926isCFM4FjKiln-voCHmEWXxIxXZcUVo-jSwrVe3DBGvHqtc83DLqS0FpNAi3wRluiDBdFSBIYQ0KzzN_r265jPjQinnHh7yVJYhRS8ClZKfe3KLyk2oHneuEuqlK2qWhJWYPOwGnvoiplm4qXVMd17V5rF1UpikIGSgWNkS9FSQyUE5FjvUUzHXGE5ITkZIR8tYxJgtVXPEIjNlfYBWYvOc9XpOBlOkF-grNC7cqLWPUupFjNa74-FXo0RMBLJpFvWtYiCPJn6C3yG7bTNO2u6Tidrue0W13HQO_Usdtquuqg1bG6TtvzPNuZG-hqcXGr2baV5NhuyzId13XbBiJqDrg4qn5ni7_a_A_W9oMu hier klicken], abgerufen am 22.09.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.2.1 A. Materiell - unbeweglich 🏛️ ===&lt;br /&gt;
„Materiell - unbeweglich&amp;quot; bezeichnet ortsfeste Kulturobjekte wie Bauwerke, Ensembles, Gebäudekomplexe und Stätten/Kulturlandschaften, wie sie in Art. 1 der UNESCO-Welterbekonvention als Kategorien des kulturellen Erbes definiert sind.&amp;lt;ref&amp;gt;UNESCO World Heritage Centre o. J.: Convention Concerning the Protection of the World Cultural and Natural Heritage, Artikel 1. URL: https://whc.unesco.org/en/conventiontext/, abgerufen am 01.10.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.2.2 B. Materiell - beweglich 🖼️ ===&lt;br /&gt;
Die Kategorie „Materiell - beweglich&amp;quot; umfasst bewegliche Sachen bzw. Sachgesamtheiten von kulturellem Wert (z. B. Objekte, Sammlungen), wie sie das deutsche Kulturgutschutzgesetz (§ 2 KGSG)&amp;lt;ref&amp;gt;Deutschland 2016: Kulturgutschutzgesetz (KGSG), § 2. URL: https://www.buzer.de/2_KGSG.htm, abgerufen am 01.10.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt; als „Kulturgut“ beschreibt.&lt;br /&gt;
* B1 '''Schriftgut''' - Bücher, Zeitungen, Handschriften, Archivgut, Graphiken, Pläne, Karten&lt;br /&gt;
* B2 '''Fotografien &amp;amp; Bildträger''' &lt;br /&gt;
** Fotografisch erzeugte statische Bildträger, auch Stillbildträger genannt, z. B. Positive/Negative auf Film/Platte/Photopapier, Dias, Abzüge, Mikrofilm/-fiche und vergleichbare fotografische Repro-Träger.&lt;br /&gt;
* B3 '''Analoge AV-Träger''' (Audio/Video/Film)&lt;br /&gt;
** Analoge zeitbasierte Medien, z. B. Magnetton (Tonband, Kassette), Schallplatte, Videobänder, Film.&lt;br /&gt;
* B4 '''3D-Objekte''' - Gegenstände, „sachkulturelle Artefakte“&amp;lt;ref&amp;gt;Sorbisches Institut o. J.: Konzept zum Digitalisierungszentrum am Sorbischen Institut, S. 24.&lt;br /&gt;
(Unveröffentlichtes Konzeptpapier; interne Projektunterlage.)&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.2.3 C. Immateriell 🎭 ===&lt;br /&gt;
Meint lebendige Praktiken, Darstellungen, Ausdrucksformen, Ideen, Werte, Wissen und Fertigkeiten, die von Gemeinschaften getragen und weitergegeben werden, gemäß der folgenden 5 UNESCO ICH-Domänen.&amp;lt;ref&amp;gt;UNESCO o. J.: Intangible Cultural Heritage – Five Domains. URL: https://ich.unesco.org/doc/src/01857-EN.pdf, abgerufen am 01.10.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* C1 '''Orale Traditionen/Ausdrucksformen''' - Sprache, Gesangstraditionen&lt;br /&gt;
* C2 '''Darstellende Künste''' - Musik, Tanz, Theater&lt;br /&gt;
* C3 '''Rituale &amp;amp; Feste''' - Bräuche und soziale Praktiken des Kalenders und Lebenslaufs&lt;br /&gt;
* C4 '''Wissen &amp;amp; Praktiken''' zu Natur &amp;amp; Universum - Heil- und Sammelkenntnisse, ökologisches und astronomisches Wissen, Glaube, Religion&lt;br /&gt;
* C5 '''Traditionelles Handwerk''' - Techniken, Werkzeuge und Gestaltungsmuster&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.2.4 D. Digital 💾 ===&lt;br /&gt;
Bezeichnet in digitaler Form vorliegende Ressourcen menschlichen Wissens und Ausdrucks. Diese können sowohl born-digital sein als auch digitalisierte Repräsentationen von materiellen und immateriellen Kulturgütern.&amp;lt;ref&amp;gt;UNESCO 2003: Charter on the Preservation of Digital Heritage. URL: https://www.unesco.org/en/legal-affairs/charter-preservation-digital-heritage, abgerufen am 01.10.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* D1 '''Born-digital''' (ursprünglich digital erzeugt, kein analoges Original), z. B. Webseiten, Social-Media-Beiträge, Software, Apps, Spiele, digitale Fotos/Audio/Video.&lt;br /&gt;
* D2 '''Digitalisate''' - Digitalisierte Repräsentationen/Derivate aus den Klassen A, B und C.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== 2.3 Prozess der Digitalisierung von Kulturerbe ==&lt;br /&gt;
Die Digitalisierung von Kulturgut ist kein rein technischer Arbeitsschritt, sondern ein vielschichtiger, oft langfristiger Prozess, der bereits mit der Wahrnehmung und Identifikation einer kulturellen Ausdrucksform beginnt. Ziel dieses Abschnitts ist es, diesen Gesamtprozess systematisch darzustellen: von der gelebten Kultur über das identifizierte Kulturgut bis hin zur digital nutzbaren Repräsentation.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die hier entwickelte Prozessdarstellung soll als praxisorientierter Überblick dienen für die Digitalisierung des sorbischen Kulturerbes. Sie berücksichtigt die Anforderungen sorbischer Einrichtungen ebenso wie die international etablierten Referenzmodelle und Standards, darunter:&lt;br /&gt;
* das OAIS-Referenzmodell (ISO 14721) für digitale Archivierung&amp;lt;ref&amp;gt;Consultative Committee for Space Data Systems (CCSDS) 2024: Reference Model for an Open Archival Information System (OAIS), CCSDS 650.0-M-3. URL: https://ccsds.org/Pubs/650x0m3.pdf, abgerufen am 01.10.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
* das DCC Curation Lifecycle Model für kuratorische Entscheidungsprozesse&amp;lt;ref&amp;gt;Higgins 2008: The DCC Curation Lifecycle Model. International Journal of Digital Curation, 3(1), 134-140. URL: https://ijdc.net/index.php/ijdc/article/view/48, abgerufen am 01.10.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
* das Spectrum-Modell für museale Objektverwaltung&amp;lt;ref&amp;gt;Collections Trust 2022. Spectrum 5.1 - The UK Museum Collections Management Standard. URL: https://collectionstrust.org.uk/spectrum/spectrum-5, abgerufen am 01.10.2025. &amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
* die UNESCO-Leitlinien zur Inventarisierung immateriellen Kulturerbes&amp;lt;ref&amp;gt;UNESCO 2024: Operational Directives for the Implementation of the Convention for the Safeguarding of the Intangible Cultural Heritage (10.GA). URL: https://ich.unesco.org/doc/src/ICH-Operational_Directives-10.GA_EN.pdf, abgerufen am 01.10.2025. &amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
* sowie technische Vorgaben wie die DFG-Praxisregeln Digitalisierung&amp;lt;ref&amp;gt;Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) 2022: Praxisregeln Digitalisierung (aktualisierte Fassung). URL: https://www.ulb.hhu.de/fileadmin/redaktion/ULB/Documents/Infomaterial/DFG_Praxisregeln_Digitalisierung_Aktualisierte_Fassung2022.pdf, abgerufen am 01.10.2025. &amp;lt;/ref&amp;gt; und die FADGI-Richtlinien&amp;lt;ref&amp;gt;Federal Agencies Digital Guidelines Initiative (FADGI) 2023: Technical Guidelines for Digitizing Cultural Heritage Materials – Still Image, 3rd ed. URL: https://www.digitizationguidelines.gov/guidelines/digitize-technical.html, abgerufen am 01.10.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Folge soll der „Lebenslauf“ eines Kulturguts dargestellt werden, also der Weg, den ein Objekt oder eine kulturelle Praxis vom Zeitpunkt der Entstehung über die Erfassung, Digitalisierung und Archivierung bis zur Veröffentlichung in einem digitalen Präsentationsmodul durchläuft.&lt;br /&gt;
Hierfür erläutert der folgende Abschnitt die einzelnen Prozessschritte im Detail, jeweils mit Akteuren und Beispielen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.3.1 Vorüberlegungen zum Prozess ===&lt;br /&gt;
Im hier vorgestellten Prozess wird auf eine harte, systematische Filterung verzichtet, welche kulturellen Ausdrucksformen „nur“ Kultur und welche bereits Kulturgut sind. Ein solcher Bewertungs- und Abgrenzungsprozess wäre ressourcenintensiv und würde den vorhandenen Kapazitäten in den beteiligten Einrichtungen nicht entsprechen. Stattdessen folgt das Konzept einer inklusiven Logik: Alle dokumentierten Ausdrucksformen werden zunächst als potenzielle Kulturgüter erfasst. Eine feinere Auswahl und Priorisierung erfolgen erst in einem späteren Schritt, nämlich dann, wenn konkret entschieden wird, welche Ausdrucksformen bzw. Kulturgüter in welcher Tiefe digitalisiert, archiviert und präsentiert werden sollen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieses Vorgehen schließt an das RSK-Konzept an, das bewusst auf eine frühe normative Trennung zwischen „kultureller Ausdrucksform“ und „Kulturgut“ verzichtet. Auch hier steht zunächst der möglichst vollständige, strukturierte Überblick über die sorbischen Kulturgüter im Vordergrund. Die differenzierte Bewertung und Schwerpunktsetzung werden als anschließende fachliche Aufgabe verstanden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.3.2 Prozessschritte im Detail ===&lt;br /&gt;
Das folgende Diagramm gibt einen Überblick über die sechs Kernschritte im Digitalisierungsprozess von Kulturgut – von der ersten Entdeckung einer kulturellen Ausdrucksform bis zur Nutzung einer digitalen Repräsentation dieses Kulturguts. Die Abfolge bildet auch die Entwicklungsstufen ab: von gelebter Kultur zur kulturellen Ausdrucksform, von dort zum Kulturgut und schließlich zum digitalisierten Kulturgut.&lt;br /&gt;
[[Dataja:Wobraz_K3.png|center|600px]]&amp;lt;ref&amp;gt;Mermaid Flowchart Code: [https://mermaid.live/edit#pako:eNplkk1OwzAQha8yGqmbkloxSZs2CyTa8LOphIAVhIVJpolF4iDH4a_qbXqTXgzHFdAKr2y97703lmaNWZMTxriqmvesFNrAfZIqgPPHFIdDzuBO1DVVajhM8QlGozOYO-WUwS0VsjVakqa93Pvmjlk4JmAwp3fS5kCHwQAWjkkcE_Y5WWkIXqrd9jBpT138UIkspBGVbI_7-rwLR146csLgRryQ-U8lMGLwTG1WapLPpHKCZQLMOY9ch7m2VxiSpOAEjJ1TSev_M_bkvv3KtY8ZnOuslG_H9VcOuf4dUO-2LamjGdHDQsscY6M78rAmXYv-ies-IEVTUk0pxvaa00p0lUkxVRtrexXqoWnqH6duuqLEeCWq1r6619zOn0hRaPGH9J_Xi6ZTBuOxS8B4jR8YhxGLeDThkR-EM37KuYefFmHTaOz7fOZHQTidBMHGwy9X6VslnNnDw4jPuB8GHlIuTaOX-7Vy27X5Bh_Osqo hier klicken], abgerufen am 22.09.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Kernprozess verdeutlicht, dass Digitalisierung mehr ist als Technik: Sie ist ein komplexer, vielfältig verantworteter kultureller Transformationsprozess. Jeder Schritt kann durch unterschiedliche Akteure getragen sein und erfordert spezifisches Fachwissen. Ziel der nachfolgenden Beschreibung ist es, die Prozessschritte nachvollziehbar und anschlussfähig für die Praxis darzustellen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Referenzen ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Měrko Šenk</name></author>
	</entry>
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		<id>https://koncept.serbski-inkubator.de/index.php?title=12.3_Digitalisierung_des_Kulturerbes&amp;diff=1042</id>
		<title>12.3 Digitalisierung des Kulturerbes</title>
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		<updated>2026-03-04T17:24:39Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Měrko Šenk: /* 2.3.2 Prozessschritte im Detail */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;= 1 Einleitung =&lt;br /&gt;
Die Digitalisierung von sorbischem Kulturerbe ist eine historische Chance für uns Sorben, eine Chance, unser kulturelles Erbe neu zu entdecken, es für kommende Generationen zu erhalten, für eine breitere Öffentlichkeit zugänglich zu machen und dabei die eigene Deutungshoheit zu stärken. Das erfordert neben Mut, einer klaren gemeinsamen Vision, starker Zusammenarbeit zwischen den beteiligten Akteuren auch die notwendigen Ressourcen in Form von Personal mit entsprechenden Kompetenzen, passender Technik sowie einer nachhaltig gesicherten Finanzierung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im folgenden Abschnitt werden Zielbilder für die Digitalisierung des sorbischen Kulturerbes entworfen mittels lang- und kurzfristiger Visionen sowie konkreter Ziele.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== 1.1 Visionen und Ziele für die sorbische digitale Welt ==&lt;br /&gt;
'''Vision 2035'''&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
''Sorbisches materielles und immaterielles Kulturerbe ist systematisch digital erfasst, rechtssicher und langfristig gesichert, leicht auffindbar, offen nutzbar und wird aktiv von Interessierten genutzt.''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Konkrete Ziele'''&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Bis 2032 ist ein tragfähiges, finanziell und organisatorisch abgesichertes Modell etabliert, das:&lt;br /&gt;
* Ein zentrales (oder föderiertes) digitales Langzeitarchiv nach OAIS-Referenzmodell betreibt,&lt;br /&gt;
* klare Zuständigkeiten, Prozesse und Budgets definiert,&lt;br /&gt;
* regelmäßige Qualitätssicherung und Technik-Updates vorsieht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bis 2030 sind wichtige sorbische Kulturerbe-Bestände (Kernbestände nach fachlicher Festlegung) in hoher Qualität digitalisiert, beschrieben und im Langzeitarchiv gesichert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bis 2028 liegt eine institutionenübergreifende Übersicht über relevante Kulturerbe-Bestände (analog und digital, materiell und immateriell) vor, einschließlich einer Prioritätenliste für die Digitalisierung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bis 2028 existiert ein zentrales, nutzerfreundliches „Sorbisches Kulturerbe-Portal“, das:&lt;br /&gt;
* Suchzugang über alle teilnehmenden Institutionen ermöglicht,&lt;br /&gt;
* grundlegende Inhalte frei zugänglich bereitstellt,&lt;br /&gt;
* mehrsprachige Oberflächen anbietet (Deutsch, Obersorbisch, Niedersorbisch, Englisch).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= 2 IST-Analyse „Digitalisierung von Kulturerbe“ =&lt;br /&gt;
Das Ziel in diesem Themenbereich ist es, sorbisches Kulturerbe digital zu verwalten und damit langfristig für Recherche, Nutzung und Präsentation vorzuhalten.&lt;br /&gt;
Im Abschnitt &amp;quot;IST-Analyse“ werden die folgenden Fragen beantwortet: Was ist sorbisches Kulturerbe und was zählt alles dazu? Welche Schritte durchläuft ein Kulturgut, um zum digitalen Kulturerbe zu gehören? Wie können die digitale Verwaltung, Archivierung, Nutzung und Präsentation von Kulturgütern umgesetzt werden?&lt;br /&gt;
Die grundlegenden Terminologien des Kulturerbes sollen im Folgenden festgelegt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== 2.1 Terminologie – von Kultur zu Kulturerbe ==&lt;br /&gt;
In diesem Abschnitt werden die Begriffe rund um das Kulturerbe grundlegend definiert. Es soll ein Verständnis über die Begriffe Kultur, kulturelle Ausprägung, Kulturgut und Kulturerbe erreicht werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Dataja:Wobraz_K1.png|center|260px]]&amp;lt;ref&amp;gt;Mermaid Flowchart Code: [https://mermaid.live/edit#pako:eNpF0UtuwyAQBuCroFlaTuRHTGMvKuWxq7pqV627IGZso2CIMChtk9ymN-nFimmasmJGfP-AOEGjOUIFrdTHpmfGkudtrWpF_Fq9RtGDk9aZKHojU-_aJ7PZ_bmGgSnR4mgFejaKpidC1XAmq8zDfYAoJZKVG7lxzX5stRl81C0_uwYdheGEubHD4_dXLy1hcpyC1rcLdM4GOLH1Ve2E5Gj9TPLkhgEnsLkBNDsMAmLojOBQWeMwhgHNwKYSTuFBYHucbOW3HFvmcQ21unh2YOpF6-FPGu26HqrW381X7sCZxa1gnWH_R1BxNBvtlIUqTUMEVCd49xVdzpeLMs1pXmRFXiY0hg-o8iyZL_LFXZaVSTJ1LzF8hqHJnBZ5WhZLWt5RmtIsBuTCavP4-2Hh3y4_NXaMmw hier klicken], abgerufen am 22.09.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.1.1 Kultur ===&lt;br /&gt;
Kultur bezeichnet hier die Gesamtheit aller vom Menschen geschaffenen und erlernten Ausdrucksformen des Lebens, die auf gemeinsamen Werten und Verhaltensweisen beruhen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;wiki-kultur&amp;quot;&amp;gt;URL: https://de.wikipedia.org/wiki/Kultur&amp;lt;/ref&amp;gt; Dazu zählen materielle Ergebnisse (z. B. Kunstwerke, Technik) ebenso wie immaterielle Praktiken (Sprache, Bräuche, Wissen). Kultur umfasst laut der UNESCO geistige, materielle, intellektuelle und emotionale Merkmale, die eine Gesellschaft oder soziale Gruppe kennzeichnen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;mondiacult&amp;quot;&amp;gt;UNESCO 1982: Mexico City Declaration on Cultural Policies (MONDIACULT). URL: https://www.lacult.unesco.org/docc/1982_MONDIACULT.pdf&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;ref name=&amp;quot;cultureaction&amp;quot;&amp;gt;Culture Action Europe 2024: The State of Culture report. URL: https://cultureactioneurope.org/de/news/the-state-of-culture-report-published, abgerufen am 01.10.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;  Sie ist dynamisch und wird von jeder Generation neu gestaltet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das deutsche Wort „Kultur“ ist eine Eindeutschung des lateinischen Worts „cultura“. Dieses bedeutet ursprünglich „Bebauung, Bearbeitung, Bestellung, Pflege“ und meinte sowohl die physische Bearbeitung als auch die Pflege geistiger Güter, z. B. der Sprache.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.1.2 Kulturelle Ausdrucksform ===&lt;br /&gt;
Eine kulturelle Ausdrucksform ist eine konkrete, gegenwärtige oder historische, Manifestation von Kultur, bspw. eine Zeichnung, eine Tracht oder ein Lied: Sie macht die Kultur sichtbar und erlebbar. Im engeren Sinne ist es eine Ausdrucksweise, die aus der Kreativität einer Person, Gruppe oder Gesellschaft entsteht und kulturellen Inhalt trägt (symbolische Bedeutung, künstlerische Dimension, kulturelle Werte).&amp;lt;ref&amp;gt;Österreichische UNESCO-Kommission 2007: Übereinkommen zum Schutz und zur Förderung der Vielfalt kultureller Ausdrucksformen, Art. 4, Seite 13. URL: https://www.unesco.at/fileadmin/Redaktion/Publikationen/Publikations-Dokumente/2005er_UNESCO-Convention_German.pdf, abgerufen am 22.09.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt; Sie wird innerhalb und zwischen Gemeinschaften weitergegeben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Alle kulturellen Ausdrucksformen bilden einen wesentlichen Kern von Kultur, aber Kultur enthält auch latente Dimensionen (Werte, Normen, Vorannahmen etc.), die nicht unmittelbar als Ausdrucksform erscheinen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.1.3 Kulturgut ===&lt;br /&gt;
Ein „Kulturgut“ ist eine einzelne kulturelle Ausdrucksform, der ein besonderer kultureller Wert zugemessen wird (durch Anerkennung, Schutz, Bedeutung). Es ist somit ein Erzeugnis menschlicher Kreativität oder Zeugnis menschlichen Lebens, welches Bedeutung für die Kultur einer Gemeinschaft hat und daher Bestand haben und bewahrt werden soll.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Summe aller Kulturgüter einer Gemeinschaft wird als dessen Kulturerbe bezeichnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.1.4 Kulturerbe ===&lt;br /&gt;
Kulturerbe ist die Summe der materiellen und immateriellen Ausdrucksformen (= Kulturgüter) einer Kultur, die als „bewahrenswert“ anerkannt wurden. International umfasst das u. a. das Welterbe (Denkmäler, Ensembles, Stätten)&amp;lt;ref&amp;gt;UNESCO (1972), Welterbekonvention, Art. 1. URL: https://www.dnk.de/wp-content/uploads/2021/02/1972_DNK_UNESCO-Welterbekonvention.pdf (abgerufen am 11.09.2025).&amp;lt;/ref&amp;gt; und das Immaterielles Kulturerbe (Praktiken, Wissen).&amp;lt;ref&amp;gt;Deutsche UNESCO-Kommission o. J.:, Übereinkommen zur Erhaltung des immateriellen Kulturerbes (dt. Ausgabe). URL: https://www.unesco.de/assets/dokumente/Deutsche_UNESCO-Kommission/02_Publikationen/Publikation_UNESCO-%C3%9Cbereinkommen_zur_Erhaltung_des_immateriellen_Kulturerbes_01.pdf, (abgerufen am 11.09.2025).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ob etwas „zum Kulturerbe“ zählt, ist Ergebnis von Bewertung, Diskurs und teils formellen Verfahren. Dem Sorbischen Kulturregister (SKR) zufolge ist „sorbisch-wendisches Kulturerbe“ eine Zuschreibung, die durch Gesellschaft, Museen, Archive und Wissenschaft erfolgen kann.&amp;lt;ref&amp;gt;Sorbisches Institut 2025: Konzept für ein Sorbisches Kulturregister (SKR). URL: https://www.serbski-institut.de/wp-content/uploa ds/2021/11/00_Zweite-aktualisierte-Fassung_Konzept_Sorbisches-Kulturregister_20.11.2025.pdf, abgerufen am 20.11.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.1.5 Abgrenzung: Kultur und Kulturerbe ===&lt;br /&gt;
Kultur / Kulturelle Ausdrucksform sind als Begriffe weiter gefasst als Kulturgut / Kulturerbe. Kulturelle Ausdrucksformen umfassen alles Gelebte und Gestaltete einer Gemeinschaft in Gegenwart und Vergangenheit, während Kulturgut / Kulturerbe diejenigen kulturellen Güter und Traditionen meint, denen eine Bedeutung beigemessen wurde und die als bewahrens- und weitergebenswert erkannt wurden. Kultur ist der „aktuelle“ kreative Prozess (einschließlich Popkultur, Alltagskultur), Kulturerbe der daraus überkommene Schatz. Dennoch sind die Grenzen fließend: Was heute nur Kultur ist, kann morgen zum Kulturerbe erklärt werden – abhängig von Wertzuschreibung und Diskurs.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Rahmen dieses Dokuments werden für den sorbischen Kontext die Begriffe „kulturelle Ausdrucksform“ und „Kulturgut“ weitgehend synonym verwendet, sofern nicht ausdrücklich anders gekennzeichnet. Hintergrund ist, dass die Gesamtzahl der identifizierbaren kulturellen Ausdrucksformen einer kleinen Minderheit wie der Sorben/Wenden im Vergleich zu großen Mehrheitsgesellschaften überschaubar ist. Zugleich ist der Anteil dieser Ausdrucksformen, denen in der Community ein besonderer Wert beigemessen wird und die daher faktisch als Kulturgut wahrgenommen und behandelt werden, sehr hoch: Ein großer Teil des gelebten kulturellen Repertoires wird als identitätsstiftend und bewahrenswert verstanden und damit dem Kulturerbe zugerechnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== 2.2 Klassifizierung von Kulturgütern ==&lt;br /&gt;
Im Folgenden soll eine griffige Klassifizierung von Kulturgütern entwickelt werden, so dass pro Kulturgut-Klasse später auf die Besonderheiten ihrer Digitalisierung eingegangen werden kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Dataja:Wobraz_K2.png|center|600px]]&amp;lt;ref&amp;gt;Mermaid Flowchart Code: [https://mermaid.live/edit#pako:eNptlM9u00AQxl9ltFWoFDlp_C9OjISU2KSgUCq1BSRIDxt77Syxd6v1mkKjSDwBlThw4YCEeuXOoeLSN-EF4BHYjZOQQG67-32_2ZnZsWco4jFBPqrVZpRR6cNsP8n4ZTTBQu7rHVP66QWOKEvV3nQM2BeYTf8eea35fF6rjdiIrUl4cjJiAMPDV_X6sMxkKdJS1uvnvu9PtRGgp5ReE46wJIKSLIOf779CycbkkqQZjSb1Ovz-cv351_drDWGN9BXS_xfZBj7dLoGxBgIFBE14nOcrZGH68E07Iu0IlSNsQkhTKnGlfvyh1bjKcngIjcYD6G2s-xvrYGMdLuuqAFOXZ0IflzFh0xxn5OBU3t1ISZhqw6KaKpo29k04jSaCJrLq0oZsa9mCAZc8FTihhBnQp1ksxd1NSsS22dFmG3oMZzwl0HveONtlc7XNATtsHI9fk6kkC3nRsKoqnVNgwrFQaUOvLGJRRtMi4SJfZ790WtppQYhFIVV7CYsJDO9uWbEMujbqOgIbTqgsddB7MCD_eXT6gQMvaFEQBlclPMVqcA6eMfqGiKLMt926isCFM4FjKiln-voCHmEWXxIxXZcUVo-jSwrVe3DBGvHqtc83DLqS0FpNAi3wRluiDBdFSBIYQ0KzzN_r265jPjQinnHh7yVJYhRS8ClZKfe3KLyk2oHneuEuqlK2qWhJWYPOwGnvoiplm4qXVMd17V5rF1UpikIGSgWNkS9FSQyUE5FjvUUzHXGE5ITkZIR8tYxJgtVXPEIjNlfYBWYvOc9XpOBlOkF-grNC7cqLWPUupFjNa74-FXo0RMBLJpFvWtYiCPJn6C3yG7bTNO2u6Tidrue0W13HQO_Usdtquuqg1bG6TtvzPNuZG-hqcXGr2baV5NhuyzId13XbBiJqDrg4qn5ni7_a_A_W9oMu hier klicken], abgerufen am 22.09.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.2.1 A. Materiell - unbeweglich 🏛️ ===&lt;br /&gt;
„Materiell - unbeweglich&amp;quot; bezeichnet ortsfeste Kulturobjekte wie Bauwerke, Ensembles, Gebäudekomplexe und Stätten/Kulturlandschaften, wie sie in Art. 1 der UNESCO-Welterbekonvention als Kategorien des kulturellen Erbes definiert sind.&amp;lt;ref&amp;gt;UNESCO World Heritage Centre o. J.: Convention Concerning the Protection of the World Cultural and Natural Heritage, Artikel 1. URL: https://whc.unesco.org/en/conventiontext/, abgerufen am 01.10.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.2.2 B. Materiell - beweglich 🖼️ ===&lt;br /&gt;
Die Kategorie „Materiell - beweglich&amp;quot; umfasst bewegliche Sachen bzw. Sachgesamtheiten von kulturellem Wert (z. B. Objekte, Sammlungen), wie sie das deutsche Kulturgutschutzgesetz (§ 2 KGSG)&amp;lt;ref&amp;gt;Deutschland 2016: Kulturgutschutzgesetz (KGSG), § 2. URL: https://www.buzer.de/2_KGSG.htm, abgerufen am 01.10.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt; als „Kulturgut“ beschreibt.&lt;br /&gt;
* B1 '''Schriftgut''' - Bücher, Zeitungen, Handschriften, Archivgut, Graphiken, Pläne, Karten&lt;br /&gt;
* B2 '''Fotografien &amp;amp; Bildträger''' &lt;br /&gt;
** Fotografisch erzeugte statische Bildträger, auch Stillbildträger genannt, z. B. Positive/Negative auf Film/Platte/Photopapier, Dias, Abzüge, Mikrofilm/-fiche und vergleichbare fotografische Repro-Träger.&lt;br /&gt;
* B3 '''Analoge AV-Träger''' (Audio/Video/Film)&lt;br /&gt;
** Analoge zeitbasierte Medien, z. B. Magnetton (Tonband, Kassette), Schallplatte, Videobänder, Film.&lt;br /&gt;
* B4 '''3D-Objekte''' - Gegenstände, „sachkulturelle Artefakte“&amp;lt;ref&amp;gt;Sorbisches Institut o. J.: Konzept zum Digitalisierungszentrum am Sorbischen Institut, S. 24.&lt;br /&gt;
(Unveröffentlichtes Konzeptpapier; interne Projektunterlage.)&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.2.3 C. Immateriell 🎭 ===&lt;br /&gt;
Meint lebendige Praktiken, Darstellungen, Ausdrucksformen, Ideen, Werte, Wissen und Fertigkeiten, die von Gemeinschaften getragen und weitergegeben werden, gemäß der folgenden 5 UNESCO ICH-Domänen.&amp;lt;ref&amp;gt;UNESCO o. J.: Intangible Cultural Heritage – Five Domains. URL: https://ich.unesco.org/doc/src/01857-EN.pdf, abgerufen am 01.10.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* C1 '''Orale Traditionen/Ausdrucksformen''' - Sprache, Gesangstraditionen&lt;br /&gt;
* C2 '''Darstellende Künste''' - Musik, Tanz, Theater&lt;br /&gt;
* C3 '''Rituale &amp;amp; Feste''' - Bräuche und soziale Praktiken des Kalenders und Lebenslaufs&lt;br /&gt;
* C4 '''Wissen &amp;amp; Praktiken''' zu Natur &amp;amp; Universum - Heil- und Sammelkenntnisse, ökologisches und astronomisches Wissen, Glaube, Religion&lt;br /&gt;
* C5 '''Traditionelles Handwerk''' - Techniken, Werkzeuge und Gestaltungsmuster&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.2.4 D. Digital 💾 ===&lt;br /&gt;
Bezeichnet in digitaler Form vorliegende Ressourcen menschlichen Wissens und Ausdrucks. Diese können sowohl born-digital sein als auch digitalisierte Repräsentationen von materiellen und immateriellen Kulturgütern.&amp;lt;ref&amp;gt;UNESCO 2003: Charter on the Preservation of Digital Heritage. URL: https://www.unesco.org/en/legal-affairs/charter-preservation-digital-heritage, abgerufen am 01.10.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* D1 '''Born-digital''' (ursprünglich digital erzeugt, kein analoges Original), z. B. Webseiten, Social-Media-Beiträge, Software, Apps, Spiele, digitale Fotos/Audio/Video.&lt;br /&gt;
* D2 '''Digitalisate''' - Digitalisierte Repräsentationen/Derivate aus den Klassen A, B und C.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== 2.3 Prozess der Digitalisierung von Kulturerbe ==&lt;br /&gt;
Die Digitalisierung von Kulturgut ist kein rein technischer Arbeitsschritt, sondern ein vielschichtiger, oft langfristiger Prozess, der bereits mit der Wahrnehmung und Identifikation einer kulturellen Ausdrucksform beginnt. Ziel dieses Abschnitts ist es, diesen Gesamtprozess systematisch darzustellen: von der gelebten Kultur über das identifizierte Kulturgut bis hin zur digital nutzbaren Repräsentation.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die hier entwickelte Prozessdarstellung soll als praxisorientierter Überblick dienen für die Digitalisierung des sorbischen Kulturerbes. Sie berücksichtigt die Anforderungen sorbischer Einrichtungen ebenso wie die international etablierten Referenzmodelle und Standards, darunter:&lt;br /&gt;
* das OAIS-Referenzmodell (ISO 14721) für digitale Archivierung&amp;lt;ref&amp;gt;Consultative Committee for Space Data Systems (CCSDS) 2024: Reference Model for an Open Archival Information System (OAIS), CCSDS 650.0-M-3. URL: https://ccsds.org/Pubs/650x0m3.pdf, abgerufen am 01.10.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
* das DCC Curation Lifecycle Model für kuratorische Entscheidungsprozesse&amp;lt;ref&amp;gt;Higgins 2008: The DCC Curation Lifecycle Model. International Journal of Digital Curation, 3(1), 134-140. URL: https://ijdc.net/index.php/ijdc/article/view/48, abgerufen am 01.10.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
* das Spectrum-Modell für museale Objektverwaltung&amp;lt;ref&amp;gt;Collections Trust 2022. Spectrum 5.1 - The UK Museum Collections Management Standard. URL: https://collectionstrust.org.uk/spectrum/spectrum-5, abgerufen am 01.10.2025. &amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
* die UNESCO-Leitlinien zur Inventarisierung immateriellen Kulturerbes&amp;lt;ref&amp;gt;UNESCO 2024: Operational Directives for the Implementation of the Convention for the Safeguarding of the Intangible Cultural Heritage (10.GA). URL: https://ich.unesco.org/doc/src/ICH-Operational_Directives-10.GA_EN.pdf, abgerufen am 01.10.2025. &amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
* sowie technische Vorgaben wie die DFG-Praxisregeln Digitalisierung&amp;lt;ref&amp;gt;Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) 2022: Praxisregeln Digitalisierung (aktualisierte Fassung). URL: https://www.ulb.hhu.de/fileadmin/redaktion/ULB/Documents/Infomaterial/DFG_Praxisregeln_Digitalisierung_Aktualisierte_Fassung2022.pdf, abgerufen am 01.10.2025. &amp;lt;/ref&amp;gt; und die FADGI-Richtlinien&amp;lt;ref&amp;gt;Federal Agencies Digital Guidelines Initiative (FADGI) 2023: Technical Guidelines for Digitizing Cultural Heritage Materials – Still Image, 3rd ed. URL: https://www.digitizationguidelines.gov/guidelines/digitize-technical.html, abgerufen am 01.10.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Folge soll der „Lebenslauf“ eines Kulturguts dargestellt werden, also der Weg, den ein Objekt oder eine kulturelle Praxis vom Zeitpunkt der Entstehung über die Erfassung, Digitalisierung und Archivierung bis zur Veröffentlichung in einem digitalen Präsentationsmodul durchläuft.&lt;br /&gt;
Hierfür erläutert der folgende Abschnitt die einzelnen Prozessschritte im Detail, jeweils mit Akteuren und Beispielen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.3.1 Vorüberlegungen zum Prozess ===&lt;br /&gt;
Im hier vorgestellten Prozess wird auf eine harte, systematische Filterung verzichtet, welche kulturellen Ausdrucksformen „nur“ Kultur und welche bereits Kulturgut sind. Ein solcher Bewertungs- und Abgrenzungsprozess wäre ressourcenintensiv und würde den vorhandenen Kapazitäten in den beteiligten Einrichtungen nicht entsprechen. Stattdessen folgt das Konzept einer inklusiven Logik: Alle dokumentierten Ausdrucksformen werden zunächst als potenzielle Kulturgüter erfasst. Eine feinere Auswahl und Priorisierung erfolgen erst in einem späteren Schritt, nämlich dann, wenn konkret entschieden wird, welche Ausdrucksformen bzw. Kulturgüter in welcher Tiefe digitalisiert, archiviert und präsentiert werden sollen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieses Vorgehen schließt an das RSK-Konzept an, das bewusst auf eine frühe normative Trennung zwischen „kultureller Ausdrucksform“ und „Kulturgut“ verzichtet. Auch hier steht zunächst der möglichst vollständige, strukturierte Überblick über die sorbischen Kulturgüter im Vordergrund. Die differenzierte Bewertung und Schwerpunktsetzung werden als anschließende fachliche Aufgabe verstanden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.3.2 Prozessschritte im Detail ===&lt;br /&gt;
Das folgende Diagramm gibt einen Überblick über die sechs Kernschritte im Digitalisierungsprozess von Kulturgut – von der ersten Entdeckung einer kulturellen Ausdrucksform bis zur Nutzung einer digitalen Repräsentation dieses Kulturguts. Die Abfolge bildet auch die Entwicklungsstufen ab: von gelebter Kultur zur kulturellen Ausdrucksform, von dort zum Kulturgut und schließlich zum digitalisierten Kulturgut.&lt;br /&gt;
[[Dataja:Wobraz_K3.png|center|600px]]&amp;lt;ref&amp;gt;Mermaid Flowchart Code: [https://mermaid.live/edit#pako:eNplkk1OwzAQha8yGqmbkloxSZs2CyTa8LOphIAVhIVJpolF4iDH4a_qbXqTXgzHFdAKr2y97703lmaNWZMTxriqmvesFNrAfZIqgPPHFIdDzuBO1DVVajhM8QlGozOYO-WUwS0VsjVakqa93Pvmjlk4JmAwp3fS5kCHwQAWjkkcE_Y5WWkIXqrd9jBpT138UIkspBGVbI_7-rwLR146csLgRryQ-U8lMGLwTG1WapLPpHKCZQLMOY9ch7m2VxiSpOAEjJ1TSev_M_bkvv3KtY8ZnOuslG_H9VcOuf4dUO-2LamjGdHDQsscY6M78rAmXYv-ies-IEVTUk0pxvaa00p0lUkxVRtrexXqoWnqH6duuqLEeCWq1r6619zOn0hRaPGH9J_Xi6ZTBuOxS8B4jR8YhxGLeDThkR-EM37KuYefFmHTaOz7fOZHQTidBMHGwy9X6VslnNnDw4jPuB8GHlIuTaOX-7Vy27X5Bh_Osqo hier klicken], abgerufen am 22.09.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Kernprozess verdeutlicht, dass Digitalisierung mehr ist als Technik: Sie ist ein komplexer, vielfältig verantworteter kultureller Transformationsprozess. Jeder Schritt kann durch unterschiedliche Akteure getragen sein und erfordert spezifisches Fachwissen. Ziel der nachfolgenden Beschreibung ist es, die Prozessschritte nachvollziehbar und anschlussfähig für die Praxis darzustellen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Referenzen ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Měrko Šenk</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://koncept.serbski-inkubator.de/index.php?title=12.3_Digitalisierung_des_Kulturerbes&amp;diff=1041</id>
		<title>12.3 Digitalisierung des Kulturerbes</title>
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		<updated>2026-02-27T14:40:19Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Měrko Šenk: /* 2 IST-Analyse „Digitalisierung von Kulturerbe“ */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;= 1 Einleitung =&lt;br /&gt;
Die Digitalisierung von sorbischem Kulturerbe ist eine historische Chance für uns Sorben, eine Chance, unser kulturelles Erbe neu zu entdecken, es für kommende Generationen zu erhalten, für eine breitere Öffentlichkeit zugänglich zu machen und dabei die eigene Deutungshoheit zu stärken. Das erfordert neben Mut, einer klaren gemeinsamen Vision, starker Zusammenarbeit zwischen den beteiligten Akteuren auch die notwendigen Ressourcen in Form von Personal mit entsprechenden Kompetenzen, passender Technik sowie einer nachhaltig gesicherten Finanzierung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im folgenden Abschnitt werden Zielbilder für die Digitalisierung des sorbischen Kulturerbes entworfen mittels lang- und kurzfristiger Visionen sowie konkreter Ziele.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== 1.1 Visionen und Ziele für die sorbische digitale Welt ==&lt;br /&gt;
'''Vision 2035'''&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
''Sorbisches materielles und immaterielles Kulturerbe ist systematisch digital erfasst, rechtssicher und langfristig gesichert, leicht auffindbar, offen nutzbar und wird aktiv von Interessierten genutzt.''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Konkrete Ziele'''&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Bis 2032 ist ein tragfähiges, finanziell und organisatorisch abgesichertes Modell etabliert, das:&lt;br /&gt;
* Ein zentrales (oder föderiertes) digitales Langzeitarchiv nach OAIS-Referenzmodell betreibt,&lt;br /&gt;
* klare Zuständigkeiten, Prozesse und Budgets definiert,&lt;br /&gt;
* regelmäßige Qualitätssicherung und Technik-Updates vorsieht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bis 2030 sind wichtige sorbische Kulturerbe-Bestände (Kernbestände nach fachlicher Festlegung) in hoher Qualität digitalisiert, beschrieben und im Langzeitarchiv gesichert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bis 2028 liegt eine institutionenübergreifende Übersicht über relevante Kulturerbe-Bestände (analog und digital, materiell und immateriell) vor, einschließlich einer Prioritätenliste für die Digitalisierung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bis 2028 existiert ein zentrales, nutzerfreundliches „Sorbisches Kulturerbe-Portal“, das:&lt;br /&gt;
* Suchzugang über alle teilnehmenden Institutionen ermöglicht,&lt;br /&gt;
* grundlegende Inhalte frei zugänglich bereitstellt,&lt;br /&gt;
* mehrsprachige Oberflächen anbietet (Deutsch, Obersorbisch, Niedersorbisch, Englisch).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= 2 IST-Analyse „Digitalisierung von Kulturerbe“ =&lt;br /&gt;
Das Ziel in diesem Themenbereich ist es, sorbisches Kulturerbe digital zu verwalten und damit langfristig für Recherche, Nutzung und Präsentation vorzuhalten.&lt;br /&gt;
Im Abschnitt &amp;quot;IST-Analyse“ werden die folgenden Fragen beantwortet: Was ist sorbisches Kulturerbe und was zählt alles dazu? Welche Schritte durchläuft ein Kulturgut, um zum digitalen Kulturerbe zu gehören? Wie können die digitale Verwaltung, Archivierung, Nutzung und Präsentation von Kulturgütern umgesetzt werden?&lt;br /&gt;
Die grundlegenden Terminologien des Kulturerbes sollen im Folgenden festgelegt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== 2.1 Terminologie – von Kultur zu Kulturerbe ==&lt;br /&gt;
In diesem Abschnitt werden die Begriffe rund um das Kulturerbe grundlegend definiert. Es soll ein Verständnis über die Begriffe Kultur, kulturelle Ausprägung, Kulturgut und Kulturerbe erreicht werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Dataja:Wobraz_K1.png|center|260px]]&amp;lt;ref&amp;gt;Mermaid Flowchart Code: [https://mermaid.live/edit#pako:eNpF0UtuwyAQBuCroFlaTuRHTGMvKuWxq7pqV627IGZso2CIMChtk9ymN-nFimmasmJGfP-AOEGjOUIFrdTHpmfGkudtrWpF_Fq9RtGDk9aZKHojU-_aJ7PZ_bmGgSnR4mgFejaKpidC1XAmq8zDfYAoJZKVG7lxzX5stRl81C0_uwYdheGEubHD4_dXLy1hcpyC1rcLdM4GOLH1Ve2E5Gj9TPLkhgEnsLkBNDsMAmLojOBQWeMwhgHNwKYSTuFBYHucbOW3HFvmcQ21unh2YOpF6-FPGu26HqrW381X7sCZxa1gnWH_R1BxNBvtlIUqTUMEVCd49xVdzpeLMs1pXmRFXiY0hg-o8iyZL_LFXZaVSTJ1LzF8hqHJnBZ5WhZLWt5RmtIsBuTCavP4-2Hh3y4_NXaMmw hier klicken], abgerufen am 22.09.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.1.1 Kultur ===&lt;br /&gt;
Kultur bezeichnet hier die Gesamtheit aller vom Menschen geschaffenen und erlernten Ausdrucksformen des Lebens, die auf gemeinsamen Werten und Verhaltensweisen beruhen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;wiki-kultur&amp;quot;&amp;gt;URL: https://de.wikipedia.org/wiki/Kultur&amp;lt;/ref&amp;gt; Dazu zählen materielle Ergebnisse (z. B. Kunstwerke, Technik) ebenso wie immaterielle Praktiken (Sprache, Bräuche, Wissen). Kultur umfasst laut der UNESCO geistige, materielle, intellektuelle und emotionale Merkmale, die eine Gesellschaft oder soziale Gruppe kennzeichnen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;mondiacult&amp;quot;&amp;gt;UNESCO 1982: Mexico City Declaration on Cultural Policies (MONDIACULT). URL: https://www.lacult.unesco.org/docc/1982_MONDIACULT.pdf&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;ref name=&amp;quot;cultureaction&amp;quot;&amp;gt;Culture Action Europe 2024: The State of Culture report. URL: https://cultureactioneurope.org/de/news/the-state-of-culture-report-published, abgerufen am 01.10.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;  Sie ist dynamisch und wird von jeder Generation neu gestaltet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das deutsche Wort „Kultur“ ist eine Eindeutschung des lateinischen Worts „cultura“. Dieses bedeutet ursprünglich „Bebauung, Bearbeitung, Bestellung, Pflege“ und meinte sowohl die physische Bearbeitung als auch die Pflege geistiger Güter, z. B. der Sprache.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.1.2 Kulturelle Ausdrucksform ===&lt;br /&gt;
Eine kulturelle Ausdrucksform ist eine konkrete, gegenwärtige oder historische, Manifestation von Kultur, bspw. eine Zeichnung, eine Tracht oder ein Lied: Sie macht die Kultur sichtbar und erlebbar. Im engeren Sinne ist es eine Ausdrucksweise, die aus der Kreativität einer Person, Gruppe oder Gesellschaft entsteht und kulturellen Inhalt trägt (symbolische Bedeutung, künstlerische Dimension, kulturelle Werte).&amp;lt;ref&amp;gt;Österreichische UNESCO-Kommission 2007: Übereinkommen zum Schutz und zur Förderung der Vielfalt kultureller Ausdrucksformen, Art. 4, Seite 13. URL: https://www.unesco.at/fileadmin/Redaktion/Publikationen/Publikations-Dokumente/2005er_UNESCO-Convention_German.pdf, abgerufen am 22.09.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt; Sie wird innerhalb und zwischen Gemeinschaften weitergegeben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Alle kulturellen Ausdrucksformen bilden einen wesentlichen Kern von Kultur, aber Kultur enthält auch latente Dimensionen (Werte, Normen, Vorannahmen etc.), die nicht unmittelbar als Ausdrucksform erscheinen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.1.3 Kulturgut ===&lt;br /&gt;
Ein „Kulturgut“ ist eine einzelne kulturelle Ausdrucksform, der ein besonderer kultureller Wert zugemessen wird (durch Anerkennung, Schutz, Bedeutung). Es ist somit ein Erzeugnis menschlicher Kreativität oder Zeugnis menschlichen Lebens, welches Bedeutung für die Kultur einer Gemeinschaft hat und daher Bestand haben und bewahrt werden soll.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Summe aller Kulturgüter einer Gemeinschaft wird als dessen Kulturerbe bezeichnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.1.4 Kulturerbe ===&lt;br /&gt;
Kulturerbe ist die Summe der materiellen und immateriellen Ausdrucksformen (= Kulturgüter) einer Kultur, die als „bewahrenswert“ anerkannt wurden. International umfasst das u. a. das Welterbe (Denkmäler, Ensembles, Stätten)&amp;lt;ref&amp;gt;UNESCO (1972), Welterbekonvention, Art. 1. URL: https://www.dnk.de/wp-content/uploads/2021/02/1972_DNK_UNESCO-Welterbekonvention.pdf (abgerufen am 11.09.2025).&amp;lt;/ref&amp;gt; und das Immaterielles Kulturerbe (Praktiken, Wissen).&amp;lt;ref&amp;gt;Deutsche UNESCO-Kommission o. J.:, Übereinkommen zur Erhaltung des immateriellen Kulturerbes (dt. Ausgabe). URL: https://www.unesco.de/assets/dokumente/Deutsche_UNESCO-Kommission/02_Publikationen/Publikation_UNESCO-%C3%9Cbereinkommen_zur_Erhaltung_des_immateriellen_Kulturerbes_01.pdf, (abgerufen am 11.09.2025).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ob etwas „zum Kulturerbe“ zählt, ist Ergebnis von Bewertung, Diskurs und teils formellen Verfahren. Dem Sorbischen Kulturregister (SKR) zufolge ist „sorbisch-wendisches Kulturerbe“ eine Zuschreibung, die durch Gesellschaft, Museen, Archive und Wissenschaft erfolgen kann.&amp;lt;ref&amp;gt;Sorbisches Institut 2025: Konzept für ein Sorbisches Kulturregister (SKR). URL: https://www.serbski-institut.de/wp-content/uploa ds/2021/11/00_Zweite-aktualisierte-Fassung_Konzept_Sorbisches-Kulturregister_20.11.2025.pdf, abgerufen am 20.11.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.1.5 Abgrenzung: Kultur und Kulturerbe ===&lt;br /&gt;
Kultur / Kulturelle Ausdrucksform sind als Begriffe weiter gefasst als Kulturgut / Kulturerbe. Kulturelle Ausdrucksformen umfassen alles Gelebte und Gestaltete einer Gemeinschaft in Gegenwart und Vergangenheit, während Kulturgut / Kulturerbe diejenigen kulturellen Güter und Traditionen meint, denen eine Bedeutung beigemessen wurde und die als bewahrens- und weitergebenswert erkannt wurden. Kultur ist der „aktuelle“ kreative Prozess (einschließlich Popkultur, Alltagskultur), Kulturerbe der daraus überkommene Schatz. Dennoch sind die Grenzen fließend: Was heute nur Kultur ist, kann morgen zum Kulturerbe erklärt werden – abhängig von Wertzuschreibung und Diskurs.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Rahmen dieses Dokuments werden für den sorbischen Kontext die Begriffe „kulturelle Ausdrucksform“ und „Kulturgut“ weitgehend synonym verwendet, sofern nicht ausdrücklich anders gekennzeichnet. Hintergrund ist, dass die Gesamtzahl der identifizierbaren kulturellen Ausdrucksformen einer kleinen Minderheit wie der Sorben/Wenden im Vergleich zu großen Mehrheitsgesellschaften überschaubar ist. Zugleich ist der Anteil dieser Ausdrucksformen, denen in der Community ein besonderer Wert beigemessen wird und die daher faktisch als Kulturgut wahrgenommen und behandelt werden, sehr hoch: Ein großer Teil des gelebten kulturellen Repertoires wird als identitätsstiftend und bewahrenswert verstanden und damit dem Kulturerbe zugerechnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== 2.2 Klassifizierung von Kulturgütern ==&lt;br /&gt;
Im Folgenden soll eine griffige Klassifizierung von Kulturgütern entwickelt werden, so dass pro Kulturgut-Klasse später auf die Besonderheiten ihrer Digitalisierung eingegangen werden kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Dataja:Wobraz_K2.png|center|600px]]&amp;lt;ref&amp;gt;Mermaid Flowchart Code: [https://mermaid.live/edit#pako:eNptlM9u00AQxl9ltFWoFDlp_C9OjISU2KSgUCq1BSRIDxt77Syxd6v1mkKjSDwBlThw4YCEeuXOoeLSN-EF4BHYjZOQQG67-32_2ZnZsWco4jFBPqrVZpRR6cNsP8n4ZTTBQu7rHVP66QWOKEvV3nQM2BeYTf8eea35fF6rjdiIrUl4cjJiAMPDV_X6sMxkKdJS1uvnvu9PtRGgp5ReE46wJIKSLIOf779CycbkkqQZjSb1Ovz-cv351_drDWGN9BXS_xfZBj7dLoGxBgIFBE14nOcrZGH68E07Iu0IlSNsQkhTKnGlfvyh1bjKcngIjcYD6G2s-xvrYGMdLuuqAFOXZ0IflzFh0xxn5OBU3t1ISZhqw6KaKpo29k04jSaCJrLq0oZsa9mCAZc8FTihhBnQp1ksxd1NSsS22dFmG3oMZzwl0HveONtlc7XNATtsHI9fk6kkC3nRsKoqnVNgwrFQaUOvLGJRRtMi4SJfZ790WtppQYhFIVV7CYsJDO9uWbEMujbqOgIbTqgsddB7MCD_eXT6gQMvaFEQBlclPMVqcA6eMfqGiKLMt926isCFM4FjKiln-voCHmEWXxIxXZcUVo-jSwrVe3DBGvHqtc83DLqS0FpNAi3wRluiDBdFSBIYQ0KzzN_r265jPjQinnHh7yVJYhRS8ClZKfe3KLyk2oHneuEuqlK2qWhJWYPOwGnvoiplm4qXVMd17V5rF1UpikIGSgWNkS9FSQyUE5FjvUUzHXGE5ITkZIR8tYxJgtVXPEIjNlfYBWYvOc9XpOBlOkF-grNC7cqLWPUupFjNa74-FXo0RMBLJpFvWtYiCPJn6C3yG7bTNO2u6Tidrue0W13HQO_Usdtquuqg1bG6TtvzPNuZG-hqcXGr2baV5NhuyzId13XbBiJqDrg4qn5ni7_a_A_W9oMu hier klicken], abgerufen am 22.09.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.2.1 A. Materiell - unbeweglich 🏛️ ===&lt;br /&gt;
„Materiell - unbeweglich&amp;quot; bezeichnet ortsfeste Kulturobjekte wie Bauwerke, Ensembles, Gebäudekomplexe und Stätten/Kulturlandschaften, wie sie in Art. 1 der UNESCO-Welterbekonvention als Kategorien des kulturellen Erbes definiert sind.&amp;lt;ref&amp;gt;UNESCO World Heritage Centre o. J.: Convention Concerning the Protection of the World Cultural and Natural Heritage, Artikel 1. URL: https://whc.unesco.org/en/conventiontext/, abgerufen am 01.10.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.2.2 B. Materiell - beweglich 🖼️ ===&lt;br /&gt;
Die Kategorie „Materiell - beweglich&amp;quot; umfasst bewegliche Sachen bzw. Sachgesamtheiten von kulturellem Wert (z. B. Objekte, Sammlungen), wie sie das deutsche Kulturgutschutzgesetz (§ 2 KGSG)&amp;lt;ref&amp;gt;Deutschland 2016: Kulturgutschutzgesetz (KGSG), § 2. URL: https://www.buzer.de/2_KGSG.htm, abgerufen am 01.10.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt; als „Kulturgut“ beschreibt.&lt;br /&gt;
* B1 '''Schriftgut''' - Bücher, Zeitungen, Handschriften, Archivgut, Graphiken, Pläne, Karten&lt;br /&gt;
* B2 '''Fotografien &amp;amp; Bildträger''' &lt;br /&gt;
** Fotografisch erzeugte statische Bildträger, auch Stillbildträger genannt, z. B. Positive/Negative auf Film/Platte/Photopapier, Dias, Abzüge, Mikrofilm/-fiche und vergleichbare fotografische Repro-Träger.&lt;br /&gt;
* B3 '''Analoge AV-Träger''' (Audio/Video/Film)&lt;br /&gt;
** Analoge zeitbasierte Medien, z. B. Magnetton (Tonband, Kassette), Schallplatte, Videobänder, Film.&lt;br /&gt;
* B4 '''3D-Objekte''' - Gegenstände, „sachkulturelle Artefakte“&amp;lt;ref&amp;gt;Sorbisches Institut o. J.: Konzept zum Digitalisierungszentrum am Sorbischen Institut, S. 24.&lt;br /&gt;
(Unveröffentlichtes Konzeptpapier; interne Projektunterlage.)&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.2.3 C. Immateriell 🎭 ===&lt;br /&gt;
Meint lebendige Praktiken, Darstellungen, Ausdrucksformen, Ideen, Werte, Wissen und Fertigkeiten, die von Gemeinschaften getragen und weitergegeben werden, gemäß der folgenden 5 UNESCO ICH-Domänen.&amp;lt;ref&amp;gt;UNESCO o. J.: Intangible Cultural Heritage – Five Domains. URL: https://ich.unesco.org/doc/src/01857-EN.pdf, abgerufen am 01.10.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* C1 '''Orale Traditionen/Ausdrucksformen''' - Sprache, Gesangstraditionen&lt;br /&gt;
* C2 '''Darstellende Künste''' - Musik, Tanz, Theater&lt;br /&gt;
* C3 '''Rituale &amp;amp; Feste''' - Bräuche und soziale Praktiken des Kalenders und Lebenslaufs&lt;br /&gt;
* C4 '''Wissen &amp;amp; Praktiken''' zu Natur &amp;amp; Universum - Heil- und Sammelkenntnisse, ökologisches und astronomisches Wissen, Glaube, Religion&lt;br /&gt;
* C5 '''Traditionelles Handwerk''' - Techniken, Werkzeuge und Gestaltungsmuster&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.2.4 D. Digital 💾 ===&lt;br /&gt;
Bezeichnet in digitaler Form vorliegende Ressourcen menschlichen Wissens und Ausdrucks. Diese können sowohl born-digital sein als auch digitalisierte Repräsentationen von materiellen und immateriellen Kulturgütern.&amp;lt;ref&amp;gt;UNESCO 2003: Charter on the Preservation of Digital Heritage. URL: https://www.unesco.org/en/legal-affairs/charter-preservation-digital-heritage, abgerufen am 01.10.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* D1 '''Born-digital''' (ursprünglich digital erzeugt, kein analoges Original), z. B. Webseiten, Social-Media-Beiträge, Software, Apps, Spiele, digitale Fotos/Audio/Video.&lt;br /&gt;
* D2 '''Digitalisate''' - Digitalisierte Repräsentationen/Derivate aus den Klassen A, B und C.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== 2.3 Prozess der Digitalisierung von Kulturerbe ==&lt;br /&gt;
Die Digitalisierung von Kulturgut ist kein rein technischer Arbeitsschritt, sondern ein vielschichtiger, oft langfristiger Prozess, der bereits mit der Wahrnehmung und Identifikation einer kulturellen Ausdrucksform beginnt. Ziel dieses Abschnitts ist es, diesen Gesamtprozess systematisch darzustellen: von der gelebten Kultur über das identifizierte Kulturgut bis hin zur digital nutzbaren Repräsentation.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die hier entwickelte Prozessdarstellung soll als praxisorientierter Überblick dienen für die Digitalisierung des sorbischen Kulturerbes. Sie berücksichtigt die Anforderungen sorbischer Einrichtungen ebenso wie die international etablierten Referenzmodelle und Standards, darunter:&lt;br /&gt;
* das OAIS-Referenzmodell (ISO 14721) für digitale Archivierung&amp;lt;ref&amp;gt;Consultative Committee for Space Data Systems (CCSDS) 2024: Reference Model for an Open Archival Information System (OAIS), CCSDS 650.0-M-3. URL: https://ccsds.org/Pubs/650x0m3.pdf, abgerufen am 01.10.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
* das DCC Curation Lifecycle Model für kuratorische Entscheidungsprozesse&amp;lt;ref&amp;gt;Higgins 2008: The DCC Curation Lifecycle Model. International Journal of Digital Curation, 3(1), 134-140. URL: https://ijdc.net/index.php/ijdc/article/view/48, abgerufen am 01.10.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
* das Spectrum-Modell für museale Objektverwaltung&amp;lt;ref&amp;gt;Collections Trust 2022. Spectrum 5.1 - The UK Museum Collections Management Standard. URL: https://collectionstrust.org.uk/spectrum/spectrum-5, abgerufen am 01.10.2025. &amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
* die UNESCO-Leitlinien zur Inventarisierung immateriellen Kulturerbes&amp;lt;ref&amp;gt;UNESCO 2024: Operational Directives for the Implementation of the Convention for the Safeguarding of the Intangible Cultural Heritage (10.GA). URL: https://ich.unesco.org/doc/src/ICH-Operational_Directives-10.GA_EN.pdf, abgerufen am 01.10.2025. &amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
* sowie technische Vorgaben wie die DFG-Praxisregeln Digitalisierung&amp;lt;ref&amp;gt;Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) 2022: Praxisregeln Digitalisierung (aktualisierte Fassung). URL: https://www.ulb.hhu.de/fileadmin/redaktion/ULB/Documents/Infomaterial/DFG_Praxisregeln_Digitalisierung_Aktualisierte_Fassung2022.pdf, abgerufen am 01.10.2025. &amp;lt;/ref&amp;gt; und die FADGI-Richtlinien&amp;lt;ref&amp;gt;Federal Agencies Digital Guidelines Initiative (FADGI) 2023: Technical Guidelines for Digitizing Cultural Heritage Materials – Still Image, 3rd ed. URL: https://www.digitizationguidelines.gov/guidelines/digitize-technical.html, abgerufen am 01.10.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Folge soll der „Lebenslauf“ eines Kulturguts dargestellt werden, also der Weg, den ein Objekt oder eine kulturelle Praxis vom Zeitpunkt der Entstehung über die Erfassung, Digitalisierung und Archivierung bis zur Veröffentlichung in einem digitalen Präsentationsmodul durchläuft.&lt;br /&gt;
Hierfür erläutert der folgende Abschnitt die einzelnen Prozessschritte im Detail, jeweils mit Akteuren und Beispielen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.3.1 Vorüberlegungen zum Prozess ===&lt;br /&gt;
Im hier vorgestellten Prozess wird auf eine harte, systematische Filterung verzichtet, welche kulturellen Ausdrucksformen „nur“ Kultur und welche bereits Kulturgut sind. Ein solcher Bewertungs- und Abgrenzungsprozess wäre ressourcenintensiv und würde den vorhandenen Kapazitäten in den beteiligten Einrichtungen nicht entsprechen. Stattdessen folgt das Konzept einer inklusiven Logik: Alle dokumentierten Ausdrucksformen werden zunächst als potenzielle Kulturgüter erfasst. Eine feinere Auswahl und Priorisierung erfolgen erst in einem späteren Schritt, nämlich dann, wenn konkret entschieden wird, welche Ausdrucksformen bzw. Kulturgüter in welcher Tiefe digitalisiert, archiviert und präsentiert werden sollen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieses Vorgehen schließt an das RSK-Konzept an, das bewusst auf eine frühe normative Trennung zwischen „kultureller Ausdrucksform“ und „Kulturgut“ verzichtet. Auch hier steht zunächst der möglichst vollständige, strukturierte Überblick über die sorbischen Kulturgüter im Vordergrund. Die differenzierte Bewertung und Schwerpunktsetzung werden als anschließende fachliche Aufgabe verstanden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.3.2 Prozessschritte im Detail ===&lt;br /&gt;
Das folgende Diagramm gibt einen Überblick über die sechs Kernschritte im Digitalisierungsprozess von Kulturgut – von der ersten Entdeckung einer kulturellen Ausdrucksform bis zur Nutzung einer digitalen Repräsentation dieses Kulturguts. Die Abfolge bildet auch die Entwicklungsstufen ab: von gelebter Kultur zur kulturellen Ausdrucksform, von dort zum Kulturgut und schließlich zum digitalisierten Kulturgut.&lt;br /&gt;
[[Dataja:Wobraz_K3.png|center|600px]]&amp;lt;ref&amp;gt;Mermaid Flowchart Code: [https://mermaid.live/edit#pako:eNplkk1OwzAQha8yGqmbkloxSZs2CyTa8LOphIAVhIVJpolF4iDH4a_qbXqTXgzHFdAKr2y97703lmaNWZMTxriqmvesFNrAfZIqgPPHFIdDzuBO1DVVajhM8QlGozOYO-WUwS0VsjVakqa93Pvmjlk4JmAwp3fS5kCHwQAWjkkcE_Y5WWkIXqrd9jBpT138UIkspBGVbI_7-rwLR146csLgRryQ-U8lMGLwTG1WapLPpHKCZQLMOY9ch7m2VxiSpOAEjJ1TSev_M_bkvv3KtY8ZnOuslG_H9VcOuf4dUO-2LamjGdHDQsscY6M78rAmXYv-ies-IEVTUk0pxvaa00p0lUkxVRtrexXqoWnqH6duuqLEeCWq1r6619zOn0hRaPGH9J_Xi6ZTBuOxS8B4jR8YhxGLeDThkR-EM37KuYefFmHTaOz7fOZHQTidBMHGwy9X6VslnNnDw4jPuB8GHlIuTaOX-7Vy27X5Bh_Osqo hier klicken], abgerufen am 22.09.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Kernprozess verdeutlicht, dass Digitalisierung mehr ist als Technik: Sie ist ein komplexer, vielfältig verantworteter kultureller Transformationsprozess. Jeder Schritt kann durch unterschiedliche Akteure getragen sein und erfordert spezifisches Fachwissen. Ziel der nachfolgenden Beschreibung ist es, die Prozessschritte nachvollziehbar und anschlussfähig für die Praxis Einrichtungen darzustellen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Referenzen ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Měrko Šenk</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://koncept.serbski-inkubator.de/index.php?title=12.3_Digitalisierung_des_Kulturerbes&amp;diff=1040</id>
		<title>12.3 Digitalisierung des Kulturerbes</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://koncept.serbski-inkubator.de/index.php?title=12.3_Digitalisierung_des_Kulturerbes&amp;diff=1040"/>
		<updated>2026-02-27T12:24:04Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Měrko Šenk: /* 2.3 Prozess der Digitalisierung von Kulturerbe */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;= 1 Einleitung =&lt;br /&gt;
Die Digitalisierung von sorbischem Kulturerbe ist eine historische Chance für uns Sorben, eine Chance, unser kulturelles Erbe neu zu entdecken, es für kommende Generationen zu erhalten, für eine breitere Öffentlichkeit zugänglich zu machen und dabei die eigene Deutungshoheit zu stärken. Das erfordert neben Mut, einer klaren gemeinsamen Vision, starker Zusammenarbeit zwischen den beteiligten Akteuren auch die notwendigen Ressourcen in Form von Personal mit entsprechenden Kompetenzen, passender Technik sowie einer nachhaltig gesicherten Finanzierung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im folgenden Abschnitt werden Zielbilder für die Digitalisierung des sorbischen Kulturerbes entworfen mittels lang- und kurzfristiger Visionen sowie konkreter Ziele.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== 1.1 Visionen und Ziele für die sorbische digitale Welt ==&lt;br /&gt;
'''Vision 2035'''&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
''Sorbisches materielles und immaterielles Kulturerbe ist systematisch digital erfasst, rechtssicher und langfristig gesichert, leicht auffindbar, offen nutzbar und wird aktiv von Interessierten genutzt.''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Konkrete Ziele'''&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Bis 2032 ist ein tragfähiges, finanziell und organisatorisch abgesichertes Modell etabliert, das:&lt;br /&gt;
* Ein zentrales (oder föderiertes) digitales Langzeitarchiv nach OAIS-Referenzmodell betreibt,&lt;br /&gt;
* klare Zuständigkeiten, Prozesse und Budgets definiert,&lt;br /&gt;
* regelmäßige Qualitätssicherung und Technik-Updates vorsieht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bis 2030 sind wichtige sorbische Kulturerbe-Bestände (Kernbestände nach fachlicher Festlegung) in hoher Qualität digitalisiert, beschrieben und im Langzeitarchiv gesichert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bis 2028 liegt eine institutionenübergreifende Übersicht über relevante Kulturerbe-Bestände (analog und digital, materiell und immateriell) vor, einschließlich einer Prioritätenliste für die Digitalisierung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bis 2028 existiert ein zentrales, nutzerfreundliches „Sorbisches Kulturerbe-Portal“, das:&lt;br /&gt;
* Suchzugang über alle teilnehmenden Institutionen ermöglicht,&lt;br /&gt;
* grundlegende Inhalte frei zugänglich bereitstellt,&lt;br /&gt;
* mehrsprachige Oberflächen anbietet (Deutsch, Obersorbisch, Niedersorbisch, Englisch).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= 2 IST-Analyse „Digitalisierung von Kulturerbe“ =&lt;br /&gt;
Das Ziel in diesem Themenbereich ist es, sorbisches Kulturerbe digital zu verwalten und damit langfristig für Recherche, Nutzung und Präsentation vorzuhalten.&lt;br /&gt;
Im Abschnitt &amp;quot;IST-Analyse“ werden die folgenden Fragen beantwortet: Was ist sorbisches Kulturerbe und was zählt alles dazu? Welche Schritte durchläuft ein Kulturgut, um zum digitalen Kulturerbe zu gehören? Wie können die digitale Verwaltung, Archivierung, Nutzung und Präsentation von Kulturgütern umgesetzt werden?&lt;br /&gt;
Die grundlegenden Terminologien sollen im Folgenden festgelegt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== 2.1 Terminologie – von Kultur zu Kulturerbe ==&lt;br /&gt;
In diesem Abschnitt werden die Begriffe rund um das Kulturerbe grundlegend definiert. Es soll ein Verständnis über die Begriffe Kultur, kulturelle Ausprägung, Kulturgut und Kulturerbe erreicht werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Dataja:Wobraz_K1.png|center|260px]]&amp;lt;ref&amp;gt;Mermaid Flowchart Code: [https://mermaid.live/edit#pako:eNpF0UtuwyAQBuCroFlaTuRHTGMvKuWxq7pqV627IGZso2CIMChtk9ymN-nFimmasmJGfP-AOEGjOUIFrdTHpmfGkudtrWpF_Fq9RtGDk9aZKHojU-_aJ7PZ_bmGgSnR4mgFejaKpidC1XAmq8zDfYAoJZKVG7lxzX5stRl81C0_uwYdheGEubHD4_dXLy1hcpyC1rcLdM4GOLH1Ve2E5Gj9TPLkhgEnsLkBNDsMAmLojOBQWeMwhgHNwKYSTuFBYHucbOW3HFvmcQ21unh2YOpF6-FPGu26HqrW381X7sCZxa1gnWH_R1BxNBvtlIUqTUMEVCd49xVdzpeLMs1pXmRFXiY0hg-o8iyZL_LFXZaVSTJ1LzF8hqHJnBZ5WhZLWt5RmtIsBuTCavP4-2Hh3y4_NXaMmw hier klicken], abgerufen am 22.09.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.1.1 Kultur ===&lt;br /&gt;
Kultur bezeichnet hier die Gesamtheit aller vom Menschen geschaffenen und erlernten Ausdrucksformen des Lebens, die auf gemeinsamen Werten und Verhaltensweisen beruhen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;wiki-kultur&amp;quot;&amp;gt;URL: https://de.wikipedia.org/wiki/Kultur&amp;lt;/ref&amp;gt; Dazu zählen materielle Ergebnisse (z. B. Kunstwerke, Technik) ebenso wie immaterielle Praktiken (Sprache, Bräuche, Wissen). Kultur umfasst laut der UNESCO geistige, materielle, intellektuelle und emotionale Merkmale, die eine Gesellschaft oder soziale Gruppe kennzeichnen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;mondiacult&amp;quot;&amp;gt;UNESCO 1982: Mexico City Declaration on Cultural Policies (MONDIACULT). URL: https://www.lacult.unesco.org/docc/1982_MONDIACULT.pdf&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;ref name=&amp;quot;cultureaction&amp;quot;&amp;gt;Culture Action Europe 2024: The State of Culture report. URL: https://cultureactioneurope.org/de/news/the-state-of-culture-report-published, abgerufen am 01.10.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;  Sie ist dynamisch und wird von jeder Generation neu gestaltet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das deutsche Wort „Kultur“ ist eine Eindeutschung des lateinischen Worts „cultura“. Dieses bedeutet ursprünglich „Bebauung, Bearbeitung, Bestellung, Pflege“ und meinte sowohl die physische Bearbeitung als auch die Pflege geistiger Güter, z. B. der Sprache.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.1.2 Kulturelle Ausdrucksform ===&lt;br /&gt;
Eine kulturelle Ausdrucksform ist eine konkrete, gegenwärtige oder historische, Manifestation von Kultur, bspw. eine Zeichnung, eine Tracht oder ein Lied: Sie macht die Kultur sichtbar und erlebbar. Im engeren Sinne ist es eine Ausdrucksweise, die aus der Kreativität einer Person, Gruppe oder Gesellschaft entsteht und kulturellen Inhalt trägt (symbolische Bedeutung, künstlerische Dimension, kulturelle Werte).&amp;lt;ref&amp;gt;Österreichische UNESCO-Kommission 2007: Übereinkommen zum Schutz und zur Förderung der Vielfalt kultureller Ausdrucksformen, Art. 4, Seite 13. URL: https://www.unesco.at/fileadmin/Redaktion/Publikationen/Publikations-Dokumente/2005er_UNESCO-Convention_German.pdf, abgerufen am 22.09.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt; Sie wird innerhalb und zwischen Gemeinschaften weitergegeben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Alle kulturellen Ausdrucksformen bilden einen wesentlichen Kern von Kultur, aber Kultur enthält auch latente Dimensionen (Werte, Normen, Vorannahmen etc.), die nicht unmittelbar als Ausdrucksform erscheinen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.1.3 Kulturgut ===&lt;br /&gt;
Ein „Kulturgut“ ist eine einzelne kulturelle Ausdrucksform, der ein besonderer kultureller Wert zugemessen wird (durch Anerkennung, Schutz, Bedeutung). Es ist somit ein Erzeugnis menschlicher Kreativität oder Zeugnis menschlichen Lebens, welches Bedeutung für die Kultur einer Gemeinschaft hat und daher Bestand haben und bewahrt werden soll.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Summe aller Kulturgüter einer Gemeinschaft wird als dessen Kulturerbe bezeichnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.1.4 Kulturerbe ===&lt;br /&gt;
Kulturerbe ist die Summe der materiellen und immateriellen Ausdrucksformen (= Kulturgüter) einer Kultur, die als „bewahrenswert“ anerkannt wurden. International umfasst das u. a. das Welterbe (Denkmäler, Ensembles, Stätten)&amp;lt;ref&amp;gt;UNESCO (1972), Welterbekonvention, Art. 1. URL: https://www.dnk.de/wp-content/uploads/2021/02/1972_DNK_UNESCO-Welterbekonvention.pdf (abgerufen am 11.09.2025).&amp;lt;/ref&amp;gt; und das Immaterielles Kulturerbe (Praktiken, Wissen).&amp;lt;ref&amp;gt;Deutsche UNESCO-Kommission o. J.:, Übereinkommen zur Erhaltung des immateriellen Kulturerbes (dt. Ausgabe). URL: https://www.unesco.de/assets/dokumente/Deutsche_UNESCO-Kommission/02_Publikationen/Publikation_UNESCO-%C3%9Cbereinkommen_zur_Erhaltung_des_immateriellen_Kulturerbes_01.pdf, (abgerufen am 11.09.2025).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ob etwas „zum Kulturerbe“ zählt, ist Ergebnis von Bewertung, Diskurs und teils formellen Verfahren. Dem Sorbischen Kulturregister (SKR) zufolge ist „sorbisch-wendisches Kulturerbe“ eine Zuschreibung, die durch Gesellschaft, Museen, Archive und Wissenschaft erfolgen kann.&amp;lt;ref&amp;gt;Sorbisches Institut 2025: Konzept für ein Sorbisches Kulturregister (SKR). URL: https://www.serbski-institut.de/wp-content/uploa ds/2021/11/00_Zweite-aktualisierte-Fassung_Konzept_Sorbisches-Kulturregister_20.11.2025.pdf, abgerufen am 20.11.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.1.5 Abgrenzung: Kultur und Kulturerbe ===&lt;br /&gt;
Kultur / Kulturelle Ausdrucksform sind als Begriffe weiter gefasst als Kulturgut / Kulturerbe. Kulturelle Ausdrucksformen umfassen alles Gelebte und Gestaltete einer Gemeinschaft in Gegenwart und Vergangenheit, während Kulturgut / Kulturerbe diejenigen kulturellen Güter und Traditionen meint, denen eine Bedeutung beigemessen wurde und die als bewahrens- und weitergebenswert erkannt wurden. Kultur ist der „aktuelle“ kreative Prozess (einschließlich Popkultur, Alltagskultur), Kulturerbe der daraus überkommene Schatz. Dennoch sind die Grenzen fließend: Was heute nur Kultur ist, kann morgen zum Kulturerbe erklärt werden – abhängig von Wertzuschreibung und Diskurs.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Rahmen dieses Dokuments werden für den sorbischen Kontext die Begriffe „kulturelle Ausdrucksform“ und „Kulturgut“ weitgehend synonym verwendet, sofern nicht ausdrücklich anders gekennzeichnet. Hintergrund ist, dass die Gesamtzahl der identifizierbaren kulturellen Ausdrucksformen einer kleinen Minderheit wie der Sorben/Wenden im Vergleich zu großen Mehrheitsgesellschaften überschaubar ist. Zugleich ist der Anteil dieser Ausdrucksformen, denen in der Community ein besonderer Wert beigemessen wird und die daher faktisch als Kulturgut wahrgenommen und behandelt werden, sehr hoch: Ein großer Teil des gelebten kulturellen Repertoires wird als identitätsstiftend und bewahrenswert verstanden und damit dem Kulturerbe zugerechnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== 2.2 Klassifizierung von Kulturgütern ==&lt;br /&gt;
Im Folgenden soll eine griffige Klassifizierung von Kulturgütern entwickelt werden, so dass pro Kulturgut-Klasse später auf die Besonderheiten ihrer Digitalisierung eingegangen werden kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Dataja:Wobraz_K2.png|center|600px]]&amp;lt;ref&amp;gt;Mermaid Flowchart Code: [https://mermaid.live/edit#pako:eNptlM9u00AQxl9ltFWoFDlp_C9OjISU2KSgUCq1BSRIDxt77Syxd6v1mkKjSDwBlThw4YCEeuXOoeLSN-EF4BHYjZOQQG67-32_2ZnZsWco4jFBPqrVZpRR6cNsP8n4ZTTBQu7rHVP66QWOKEvV3nQM2BeYTf8eea35fF6rjdiIrUl4cjJiAMPDV_X6sMxkKdJS1uvnvu9PtRGgp5ReE46wJIKSLIOf779CycbkkqQZjSb1Ovz-cv351_drDWGN9BXS_xfZBj7dLoGxBgIFBE14nOcrZGH68E07Iu0IlSNsQkhTKnGlfvyh1bjKcngIjcYD6G2s-xvrYGMdLuuqAFOXZ0IflzFh0xxn5OBU3t1ISZhqw6KaKpo29k04jSaCJrLq0oZsa9mCAZc8FTihhBnQp1ksxd1NSsS22dFmG3oMZzwl0HveONtlc7XNATtsHI9fk6kkC3nRsKoqnVNgwrFQaUOvLGJRRtMi4SJfZ790WtppQYhFIVV7CYsJDO9uWbEMujbqOgIbTqgsddB7MCD_eXT6gQMvaFEQBlclPMVqcA6eMfqGiKLMt926isCFM4FjKiln-voCHmEWXxIxXZcUVo-jSwrVe3DBGvHqtc83DLqS0FpNAi3wRluiDBdFSBIYQ0KzzN_r265jPjQinnHh7yVJYhRS8ClZKfe3KLyk2oHneuEuqlK2qWhJWYPOwGnvoiplm4qXVMd17V5rF1UpikIGSgWNkS9FSQyUE5FjvUUzHXGE5ITkZIR8tYxJgtVXPEIjNlfYBWYvOc9XpOBlOkF-grNC7cqLWPUupFjNa74-FXo0RMBLJpFvWtYiCPJn6C3yG7bTNO2u6Tidrue0W13HQO_Usdtquuqg1bG6TtvzPNuZG-hqcXGr2baV5NhuyzId13XbBiJqDrg4qn5ni7_a_A_W9oMu hier klicken], abgerufen am 22.09.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.2.1 A. Materiell - unbeweglich 🏛️ ===&lt;br /&gt;
„Materiell - unbeweglich&amp;quot; bezeichnet ortsfeste Kulturobjekte wie Bauwerke, Ensembles, Gebäudekomplexe und Stätten/Kulturlandschaften, wie sie in Art. 1 der UNESCO-Welterbekonvention als Kategorien des kulturellen Erbes definiert sind.&amp;lt;ref&amp;gt;UNESCO World Heritage Centre o. J.: Convention Concerning the Protection of the World Cultural and Natural Heritage, Artikel 1. URL: https://whc.unesco.org/en/conventiontext/, abgerufen am 01.10.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.2.2 B. Materiell - beweglich 🖼️ ===&lt;br /&gt;
Die Kategorie „Materiell - beweglich&amp;quot; umfasst bewegliche Sachen bzw. Sachgesamtheiten von kulturellem Wert (z. B. Objekte, Sammlungen), wie sie das deutsche Kulturgutschutzgesetz (§ 2 KGSG)&amp;lt;ref&amp;gt;Deutschland 2016: Kulturgutschutzgesetz (KGSG), § 2. URL: https://www.buzer.de/2_KGSG.htm, abgerufen am 01.10.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt; als „Kulturgut“ beschreibt.&lt;br /&gt;
* B1 '''Schriftgut''' - Bücher, Zeitungen, Handschriften, Archivgut, Graphiken, Pläne, Karten&lt;br /&gt;
* B2 '''Fotografien &amp;amp; Bildträger''' &lt;br /&gt;
** Fotografisch erzeugte statische Bildträger, auch Stillbildträger genannt, z. B. Positive/Negative auf Film/Platte/Photopapier, Dias, Abzüge, Mikrofilm/-fiche und vergleichbare fotografische Repro-Träger.&lt;br /&gt;
* B3 '''Analoge AV-Träger''' (Audio/Video/Film)&lt;br /&gt;
** Analoge zeitbasierte Medien, z. B. Magnetton (Tonband, Kassette), Schallplatte, Videobänder, Film.&lt;br /&gt;
* B4 '''3D-Objekte''' - Gegenstände, „sachkulturelle Artefakte“&amp;lt;ref&amp;gt;Sorbisches Institut o. J.: Konzept zum Digitalisierungszentrum am Sorbischen Institut, S. 24.&lt;br /&gt;
(Unveröffentlichtes Konzeptpapier; interne Projektunterlage.)&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.2.3 C. Immateriell 🎭 ===&lt;br /&gt;
Meint lebendige Praktiken, Darstellungen, Ausdrucksformen, Ideen, Werte, Wissen und Fertigkeiten, die von Gemeinschaften getragen und weitergegeben werden, gemäß der folgenden 5 UNESCO ICH-Domänen.&amp;lt;ref&amp;gt;UNESCO o. J.: Intangible Cultural Heritage – Five Domains. URL: https://ich.unesco.org/doc/src/01857-EN.pdf, abgerufen am 01.10.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* C1 '''Orale Traditionen/Ausdrucksformen''' - Sprache, Gesangstraditionen&lt;br /&gt;
* C2 '''Darstellende Künste''' - Musik, Tanz, Theater&lt;br /&gt;
* C3 '''Rituale &amp;amp; Feste''' - Bräuche und soziale Praktiken des Kalenders und Lebenslaufs&lt;br /&gt;
* C4 '''Wissen &amp;amp; Praktiken''' zu Natur &amp;amp; Universum - Heil- und Sammelkenntnisse, ökologisches und astronomisches Wissen, Glaube, Religion&lt;br /&gt;
* C5 '''Traditionelles Handwerk''' - Techniken, Werkzeuge und Gestaltungsmuster&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.2.4 D. Digital 💾 ===&lt;br /&gt;
Bezeichnet in digitaler Form vorliegende Ressourcen menschlichen Wissens und Ausdrucks. Diese können sowohl born-digital sein als auch digitalisierte Repräsentationen von materiellen und immateriellen Kulturgütern.&amp;lt;ref&amp;gt;UNESCO 2003: Charter on the Preservation of Digital Heritage. URL: https://www.unesco.org/en/legal-affairs/charter-preservation-digital-heritage, abgerufen am 01.10.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* D1 '''Born-digital''' (ursprünglich digital erzeugt, kein analoges Original), z. B. Webseiten, Social-Media-Beiträge, Software, Apps, Spiele, digitale Fotos/Audio/Video.&lt;br /&gt;
* D2 '''Digitalisate''' - Digitalisierte Repräsentationen/Derivate aus den Klassen A, B und C.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== 2.3 Prozess der Digitalisierung von Kulturerbe ==&lt;br /&gt;
Die Digitalisierung von Kulturgut ist kein rein technischer Arbeitsschritt, sondern ein vielschichtiger, oft langfristiger Prozess, der bereits mit der Wahrnehmung und Identifikation einer kulturellen Ausdrucksform beginnt. Ziel dieses Abschnitts ist es, diesen Gesamtprozess systematisch darzustellen: von der gelebten Kultur über das identifizierte Kulturgut bis hin zur digital nutzbaren Repräsentation.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die hier entwickelte Prozessdarstellung soll als praxisorientierter Überblick dienen für die Digitalisierung des sorbischen Kulturerbes. Sie berücksichtigt die Anforderungen sorbischer Einrichtungen ebenso wie die international etablierten Referenzmodelle und Standards, darunter:&lt;br /&gt;
* das OAIS-Referenzmodell (ISO 14721) für digitale Archivierung&amp;lt;ref&amp;gt;Consultative Committee for Space Data Systems (CCSDS) 2024: Reference Model for an Open Archival Information System (OAIS), CCSDS 650.0-M-3. URL: https://ccsds.org/Pubs/650x0m3.pdf, abgerufen am 01.10.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
* das DCC Curation Lifecycle Model für kuratorische Entscheidungsprozesse&amp;lt;ref&amp;gt;Higgins 2008: The DCC Curation Lifecycle Model. International Journal of Digital Curation, 3(1), 134-140. URL: https://ijdc.net/index.php/ijdc/article/view/48, abgerufen am 01.10.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
* das Spectrum-Modell für museale Objektverwaltung&amp;lt;ref&amp;gt;Collections Trust 2022. Spectrum 5.1 - The UK Museum Collections Management Standard. URL: https://collectionstrust.org.uk/spectrum/spectrum-5, abgerufen am 01.10.2025. &amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
* die UNESCO-Leitlinien zur Inventarisierung immateriellen Kulturerbes&amp;lt;ref&amp;gt;UNESCO 2024: Operational Directives for the Implementation of the Convention for the Safeguarding of the Intangible Cultural Heritage (10.GA). URL: https://ich.unesco.org/doc/src/ICH-Operational_Directives-10.GA_EN.pdf, abgerufen am 01.10.2025. &amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
* sowie technische Vorgaben wie die DFG-Praxisregeln Digitalisierung&amp;lt;ref&amp;gt;Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) 2022: Praxisregeln Digitalisierung (aktualisierte Fassung). URL: https://www.ulb.hhu.de/fileadmin/redaktion/ULB/Documents/Infomaterial/DFG_Praxisregeln_Digitalisierung_Aktualisierte_Fassung2022.pdf, abgerufen am 01.10.2025. &amp;lt;/ref&amp;gt; und die FADGI-Richtlinien&amp;lt;ref&amp;gt;Federal Agencies Digital Guidelines Initiative (FADGI) 2023: Technical Guidelines for Digitizing Cultural Heritage Materials – Still Image, 3rd ed. URL: https://www.digitizationguidelines.gov/guidelines/digitize-technical.html, abgerufen am 01.10.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Folge soll der „Lebenslauf“ eines Kulturguts dargestellt werden, also der Weg, den ein Objekt oder eine kulturelle Praxis vom Zeitpunkt der Entstehung über die Erfassung, Digitalisierung und Archivierung bis zur Veröffentlichung in einem digitalen Präsentationsmodul durchläuft.&lt;br /&gt;
Hierfür erläutert der folgende Abschnitt die einzelnen Prozessschritte im Detail, jeweils mit Akteuren und Beispielen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.3.1 Vorüberlegungen zum Prozess ===&lt;br /&gt;
Im hier vorgestellten Prozess wird auf eine harte, systematische Filterung verzichtet, welche kulturellen Ausdrucksformen „nur“ Kultur und welche bereits Kulturgut sind. Ein solcher Bewertungs- und Abgrenzungsprozess wäre ressourcenintensiv und würde den vorhandenen Kapazitäten in den beteiligten Einrichtungen nicht entsprechen. Stattdessen folgt das Konzept einer inklusiven Logik: Alle dokumentierten Ausdrucksformen werden zunächst als potenzielle Kulturgüter erfasst. Eine feinere Auswahl und Priorisierung erfolgen erst in einem späteren Schritt, nämlich dann, wenn konkret entschieden wird, welche Ausdrucksformen bzw. Kulturgüter in welcher Tiefe digitalisiert, archiviert und präsentiert werden sollen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieses Vorgehen schließt an das RSK-Konzept an, das bewusst auf eine frühe normative Trennung zwischen „kultureller Ausdrucksform“ und „Kulturgut“ verzichtet. Auch hier steht zunächst der möglichst vollständige, strukturierte Überblick über die sorbischen Kulturgüter im Vordergrund. Die differenzierte Bewertung und Schwerpunktsetzung werden als anschließende fachliche Aufgabe verstanden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.3.2 Prozessschritte im Detail ===&lt;br /&gt;
Das folgende Diagramm gibt einen Überblick über die sechs Kernschritte im Digitalisierungsprozess von Kulturgut – von der ersten Entdeckung einer kulturellen Ausdrucksform bis zur Nutzung einer digitalen Repräsentation dieses Kulturguts. Die Abfolge bildet auch die Entwicklungsstufen ab: von gelebter Kultur zur kulturellen Ausdrucksform, von dort zum Kulturgut und schließlich zum digitalisierten Kulturgut.&lt;br /&gt;
[[Dataja:Wobraz_K3.png|center|600px]]&amp;lt;ref&amp;gt;Mermaid Flowchart Code: [https://mermaid.live/edit#pako:eNplkk1OwzAQha8yGqmbkloxSZs2CyTa8LOphIAVhIVJpolF4iDH4a_qbXqTXgzHFdAKr2y97703lmaNWZMTxriqmvesFNrAfZIqgPPHFIdDzuBO1DVVajhM8QlGozOYO-WUwS0VsjVakqa93Pvmjlk4JmAwp3fS5kCHwQAWjkkcE_Y5WWkIXqrd9jBpT138UIkspBGVbI_7-rwLR146csLgRryQ-U8lMGLwTG1WapLPpHKCZQLMOY9ch7m2VxiSpOAEjJ1TSev_M_bkvv3KtY8ZnOuslG_H9VcOuf4dUO-2LamjGdHDQsscY6M78rAmXYv-ies-IEVTUk0pxvaa00p0lUkxVRtrexXqoWnqH6duuqLEeCWq1r6619zOn0hRaPGH9J_Xi6ZTBuOxS8B4jR8YhxGLeDThkR-EM37KuYefFmHTaOz7fOZHQTidBMHGwy9X6VslnNnDw4jPuB8GHlIuTaOX-7Vy27X5Bh_Osqo hier klicken], abgerufen am 22.09.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Kernprozess verdeutlicht, dass Digitalisierung mehr ist als Technik: Sie ist ein komplexer, vielfältig verantworteter kultureller Transformationsprozess. Jeder Schritt kann durch unterschiedliche Akteure getragen sein und erfordert spezifisches Fachwissen. Ziel der nachfolgenden Beschreibung ist es, die Prozessschritte nachvollziehbar und anschlussfähig für die Praxis Einrichtungen darzustellen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Referenzen ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Měrko Šenk</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://koncept.serbski-inkubator.de/index.php?title=12.3_Digitalisierung_des_Kulturerbes&amp;diff=1039</id>
		<title>12.3 Digitalisierung des Kulturerbes</title>
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		<updated>2026-02-27T12:13:12Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Měrko Šenk: /* 2.2.2 B. Materiell - beweglich 🖼️ */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;= 1 Einleitung =&lt;br /&gt;
Die Digitalisierung von sorbischem Kulturerbe ist eine historische Chance für uns Sorben, eine Chance, unser kulturelles Erbe neu zu entdecken, es für kommende Generationen zu erhalten, für eine breitere Öffentlichkeit zugänglich zu machen und dabei die eigene Deutungshoheit zu stärken. Das erfordert neben Mut, einer klaren gemeinsamen Vision, starker Zusammenarbeit zwischen den beteiligten Akteuren auch die notwendigen Ressourcen in Form von Personal mit entsprechenden Kompetenzen, passender Technik sowie einer nachhaltig gesicherten Finanzierung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im folgenden Abschnitt werden Zielbilder für die Digitalisierung des sorbischen Kulturerbes entworfen mittels lang- und kurzfristiger Visionen sowie konkreter Ziele.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== 1.1 Visionen und Ziele für die sorbische digitale Welt ==&lt;br /&gt;
'''Vision 2035'''&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
''Sorbisches materielles und immaterielles Kulturerbe ist systematisch digital erfasst, rechtssicher und langfristig gesichert, leicht auffindbar, offen nutzbar und wird aktiv von Interessierten genutzt.''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Konkrete Ziele'''&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Bis 2032 ist ein tragfähiges, finanziell und organisatorisch abgesichertes Modell etabliert, das:&lt;br /&gt;
* Ein zentrales (oder föderiertes) digitales Langzeitarchiv nach OAIS-Referenzmodell betreibt,&lt;br /&gt;
* klare Zuständigkeiten, Prozesse und Budgets definiert,&lt;br /&gt;
* regelmäßige Qualitätssicherung und Technik-Updates vorsieht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bis 2030 sind wichtige sorbische Kulturerbe-Bestände (Kernbestände nach fachlicher Festlegung) in hoher Qualität digitalisiert, beschrieben und im Langzeitarchiv gesichert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bis 2028 liegt eine institutionenübergreifende Übersicht über relevante Kulturerbe-Bestände (analog und digital, materiell und immateriell) vor, einschließlich einer Prioritätenliste für die Digitalisierung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bis 2028 existiert ein zentrales, nutzerfreundliches „Sorbisches Kulturerbe-Portal“, das:&lt;br /&gt;
* Suchzugang über alle teilnehmenden Institutionen ermöglicht,&lt;br /&gt;
* grundlegende Inhalte frei zugänglich bereitstellt,&lt;br /&gt;
* mehrsprachige Oberflächen anbietet (Deutsch, Obersorbisch, Niedersorbisch, Englisch).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= 2 IST-Analyse „Digitalisierung von Kulturerbe“ =&lt;br /&gt;
Das Ziel in diesem Themenbereich ist es, sorbisches Kulturerbe digital zu verwalten und damit langfristig für Recherche, Nutzung und Präsentation vorzuhalten.&lt;br /&gt;
Im Abschnitt &amp;quot;IST-Analyse“ werden die folgenden Fragen beantwortet: Was ist sorbisches Kulturerbe und was zählt alles dazu? Welche Schritte durchläuft ein Kulturgut, um zum digitalen Kulturerbe zu gehören? Wie können die digitale Verwaltung, Archivierung, Nutzung und Präsentation von Kulturgütern umgesetzt werden?&lt;br /&gt;
Die grundlegenden Terminologien sollen im Folgenden festgelegt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== 2.1 Terminologie – von Kultur zu Kulturerbe ==&lt;br /&gt;
In diesem Abschnitt werden die Begriffe rund um das Kulturerbe grundlegend definiert. Es soll ein Verständnis über die Begriffe Kultur, kulturelle Ausprägung, Kulturgut und Kulturerbe erreicht werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Dataja:Wobraz_K1.png|center|260px]]&amp;lt;ref&amp;gt;Mermaid Flowchart Code: [https://mermaid.live/edit#pako:eNpF0UtuwyAQBuCroFlaTuRHTGMvKuWxq7pqV627IGZso2CIMChtk9ymN-nFimmasmJGfP-AOEGjOUIFrdTHpmfGkudtrWpF_Fq9RtGDk9aZKHojU-_aJ7PZ_bmGgSnR4mgFejaKpidC1XAmq8zDfYAoJZKVG7lxzX5stRl81C0_uwYdheGEubHD4_dXLy1hcpyC1rcLdM4GOLH1Ve2E5Gj9TPLkhgEnsLkBNDsMAmLojOBQWeMwhgHNwKYSTuFBYHucbOW3HFvmcQ21unh2YOpF6-FPGu26HqrW381X7sCZxa1gnWH_R1BxNBvtlIUqTUMEVCd49xVdzpeLMs1pXmRFXiY0hg-o8iyZL_LFXZaVSTJ1LzF8hqHJnBZ5WhZLWt5RmtIsBuTCavP4-2Hh3y4_NXaMmw hier klicken], abgerufen am 22.09.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.1.1 Kultur ===&lt;br /&gt;
Kultur bezeichnet hier die Gesamtheit aller vom Menschen geschaffenen und erlernten Ausdrucksformen des Lebens, die auf gemeinsamen Werten und Verhaltensweisen beruhen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;wiki-kultur&amp;quot;&amp;gt;URL: https://de.wikipedia.org/wiki/Kultur&amp;lt;/ref&amp;gt; Dazu zählen materielle Ergebnisse (z. B. Kunstwerke, Technik) ebenso wie immaterielle Praktiken (Sprache, Bräuche, Wissen). Kultur umfasst laut der UNESCO geistige, materielle, intellektuelle und emotionale Merkmale, die eine Gesellschaft oder soziale Gruppe kennzeichnen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;mondiacult&amp;quot;&amp;gt;UNESCO 1982: Mexico City Declaration on Cultural Policies (MONDIACULT). URL: https://www.lacult.unesco.org/docc/1982_MONDIACULT.pdf&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;ref name=&amp;quot;cultureaction&amp;quot;&amp;gt;Culture Action Europe 2024: The State of Culture report. URL: https://cultureactioneurope.org/de/news/the-state-of-culture-report-published, abgerufen am 01.10.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;  Sie ist dynamisch und wird von jeder Generation neu gestaltet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das deutsche Wort „Kultur“ ist eine Eindeutschung des lateinischen Worts „cultura“. Dieses bedeutet ursprünglich „Bebauung, Bearbeitung, Bestellung, Pflege“ und meinte sowohl die physische Bearbeitung als auch die Pflege geistiger Güter, z. B. der Sprache.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.1.2 Kulturelle Ausdrucksform ===&lt;br /&gt;
Eine kulturelle Ausdrucksform ist eine konkrete, gegenwärtige oder historische, Manifestation von Kultur, bspw. eine Zeichnung, eine Tracht oder ein Lied: Sie macht die Kultur sichtbar und erlebbar. Im engeren Sinne ist es eine Ausdrucksweise, die aus der Kreativität einer Person, Gruppe oder Gesellschaft entsteht und kulturellen Inhalt trägt (symbolische Bedeutung, künstlerische Dimension, kulturelle Werte).&amp;lt;ref&amp;gt;Österreichische UNESCO-Kommission 2007: Übereinkommen zum Schutz und zur Förderung der Vielfalt kultureller Ausdrucksformen, Art. 4, Seite 13. URL: https://www.unesco.at/fileadmin/Redaktion/Publikationen/Publikations-Dokumente/2005er_UNESCO-Convention_German.pdf, abgerufen am 22.09.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt; Sie wird innerhalb und zwischen Gemeinschaften weitergegeben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Alle kulturellen Ausdrucksformen bilden einen wesentlichen Kern von Kultur, aber Kultur enthält auch latente Dimensionen (Werte, Normen, Vorannahmen etc.), die nicht unmittelbar als Ausdrucksform erscheinen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.1.3 Kulturgut ===&lt;br /&gt;
Ein „Kulturgut“ ist eine einzelne kulturelle Ausdrucksform, der ein besonderer kultureller Wert zugemessen wird (durch Anerkennung, Schutz, Bedeutung). Es ist somit ein Erzeugnis menschlicher Kreativität oder Zeugnis menschlichen Lebens, welches Bedeutung für die Kultur einer Gemeinschaft hat und daher Bestand haben und bewahrt werden soll.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Summe aller Kulturgüter einer Gemeinschaft wird als dessen Kulturerbe bezeichnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.1.4 Kulturerbe ===&lt;br /&gt;
Kulturerbe ist die Summe der materiellen und immateriellen Ausdrucksformen (= Kulturgüter) einer Kultur, die als „bewahrenswert“ anerkannt wurden. International umfasst das u. a. das Welterbe (Denkmäler, Ensembles, Stätten)&amp;lt;ref&amp;gt;UNESCO (1972), Welterbekonvention, Art. 1. URL: https://www.dnk.de/wp-content/uploads/2021/02/1972_DNK_UNESCO-Welterbekonvention.pdf (abgerufen am 11.09.2025).&amp;lt;/ref&amp;gt; und das Immaterielles Kulturerbe (Praktiken, Wissen).&amp;lt;ref&amp;gt;Deutsche UNESCO-Kommission o. J.:, Übereinkommen zur Erhaltung des immateriellen Kulturerbes (dt. Ausgabe). URL: https://www.unesco.de/assets/dokumente/Deutsche_UNESCO-Kommission/02_Publikationen/Publikation_UNESCO-%C3%9Cbereinkommen_zur_Erhaltung_des_immateriellen_Kulturerbes_01.pdf, (abgerufen am 11.09.2025).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ob etwas „zum Kulturerbe“ zählt, ist Ergebnis von Bewertung, Diskurs und teils formellen Verfahren. Dem Sorbischen Kulturregister (SKR) zufolge ist „sorbisch-wendisches Kulturerbe“ eine Zuschreibung, die durch Gesellschaft, Museen, Archive und Wissenschaft erfolgen kann.&amp;lt;ref&amp;gt;Sorbisches Institut 2025: Konzept für ein Sorbisches Kulturregister (SKR). URL: https://www.serbski-institut.de/wp-content/uploa ds/2021/11/00_Zweite-aktualisierte-Fassung_Konzept_Sorbisches-Kulturregister_20.11.2025.pdf, abgerufen am 20.11.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.1.5 Abgrenzung: Kultur und Kulturerbe ===&lt;br /&gt;
Kultur / Kulturelle Ausdrucksform sind als Begriffe weiter gefasst als Kulturgut / Kulturerbe. Kulturelle Ausdrucksformen umfassen alles Gelebte und Gestaltete einer Gemeinschaft in Gegenwart und Vergangenheit, während Kulturgut / Kulturerbe diejenigen kulturellen Güter und Traditionen meint, denen eine Bedeutung beigemessen wurde und die als bewahrens- und weitergebenswert erkannt wurden. Kultur ist der „aktuelle“ kreative Prozess (einschließlich Popkultur, Alltagskultur), Kulturerbe der daraus überkommene Schatz. Dennoch sind die Grenzen fließend: Was heute nur Kultur ist, kann morgen zum Kulturerbe erklärt werden – abhängig von Wertzuschreibung und Diskurs.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Rahmen dieses Dokuments werden für den sorbischen Kontext die Begriffe „kulturelle Ausdrucksform“ und „Kulturgut“ weitgehend synonym verwendet, sofern nicht ausdrücklich anders gekennzeichnet. Hintergrund ist, dass die Gesamtzahl der identifizierbaren kulturellen Ausdrucksformen einer kleinen Minderheit wie der Sorben/Wenden im Vergleich zu großen Mehrheitsgesellschaften überschaubar ist. Zugleich ist der Anteil dieser Ausdrucksformen, denen in der Community ein besonderer Wert beigemessen wird und die daher faktisch als Kulturgut wahrgenommen und behandelt werden, sehr hoch: Ein großer Teil des gelebten kulturellen Repertoires wird als identitätsstiftend und bewahrenswert verstanden und damit dem Kulturerbe zugerechnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== 2.2 Klassifizierung von Kulturgütern ==&lt;br /&gt;
Im Folgenden soll eine griffige Klassifizierung von Kulturgütern entwickelt werden, so dass pro Kulturgut-Klasse später auf die Besonderheiten ihrer Digitalisierung eingegangen werden kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Dataja:Wobraz_K2.png|center|600px]]&amp;lt;ref&amp;gt;Mermaid Flowchart Code: [https://mermaid.live/edit#pako:eNptlM9u00AQxl9ltFWoFDlp_C9OjISU2KSgUCq1BSRIDxt77Syxd6v1mkKjSDwBlThw4YCEeuXOoeLSN-EF4BHYjZOQQG67-32_2ZnZsWco4jFBPqrVZpRR6cNsP8n4ZTTBQu7rHVP66QWOKEvV3nQM2BeYTf8eea35fF6rjdiIrUl4cjJiAMPDV_X6sMxkKdJS1uvnvu9PtRGgp5ReE46wJIKSLIOf779CycbkkqQZjSb1Ovz-cv351_drDWGN9BXS_xfZBj7dLoGxBgIFBE14nOcrZGH68E07Iu0IlSNsQkhTKnGlfvyh1bjKcngIjcYD6G2s-xvrYGMdLuuqAFOXZ0IflzFh0xxn5OBU3t1ISZhqw6KaKpo29k04jSaCJrLq0oZsa9mCAZc8FTihhBnQp1ksxd1NSsS22dFmG3oMZzwl0HveONtlc7XNATtsHI9fk6kkC3nRsKoqnVNgwrFQaUOvLGJRRtMi4SJfZ790WtppQYhFIVV7CYsJDO9uWbEMujbqOgIbTqgsddB7MCD_eXT6gQMvaFEQBlclPMVqcA6eMfqGiKLMt926isCFM4FjKiln-voCHmEWXxIxXZcUVo-jSwrVe3DBGvHqtc83DLqS0FpNAi3wRluiDBdFSBIYQ0KzzN_r265jPjQinnHh7yVJYhRS8ClZKfe3KLyk2oHneuEuqlK2qWhJWYPOwGnvoiplm4qXVMd17V5rF1UpikIGSgWNkS9FSQyUE5FjvUUzHXGE5ITkZIR8tYxJgtVXPEIjNlfYBWYvOc9XpOBlOkF-grNC7cqLWPUupFjNa74-FXo0RMBLJpFvWtYiCPJn6C3yG7bTNO2u6Tidrue0W13HQO_Usdtquuqg1bG6TtvzPNuZG-hqcXGr2baV5NhuyzId13XbBiJqDrg4qn5ni7_a_A_W9oMu hier klicken], abgerufen am 22.09.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.2.1 A. Materiell - unbeweglich 🏛️ ===&lt;br /&gt;
„Materiell - unbeweglich&amp;quot; bezeichnet ortsfeste Kulturobjekte wie Bauwerke, Ensembles, Gebäudekomplexe und Stätten/Kulturlandschaften, wie sie in Art. 1 der UNESCO-Welterbekonvention als Kategorien des kulturellen Erbes definiert sind.&amp;lt;ref&amp;gt;UNESCO World Heritage Centre o. J.: Convention Concerning the Protection of the World Cultural and Natural Heritage, Artikel 1. URL: https://whc.unesco.org/en/conventiontext/, abgerufen am 01.10.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.2.2 B. Materiell - beweglich 🖼️ ===&lt;br /&gt;
Die Kategorie „Materiell - beweglich&amp;quot; umfasst bewegliche Sachen bzw. Sachgesamtheiten von kulturellem Wert (z. B. Objekte, Sammlungen), wie sie das deutsche Kulturgutschutzgesetz (§ 2 KGSG)&amp;lt;ref&amp;gt;Deutschland 2016: Kulturgutschutzgesetz (KGSG), § 2. URL: https://www.buzer.de/2_KGSG.htm, abgerufen am 01.10.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt; als „Kulturgut“ beschreibt.&lt;br /&gt;
* B1 '''Schriftgut''' - Bücher, Zeitungen, Handschriften, Archivgut, Graphiken, Pläne, Karten&lt;br /&gt;
* B2 '''Fotografien &amp;amp; Bildträger''' &lt;br /&gt;
** Fotografisch erzeugte statische Bildträger, auch Stillbildträger genannt, z. B. Positive/Negative auf Film/Platte/Photopapier, Dias, Abzüge, Mikrofilm/-fiche und vergleichbare fotografische Repro-Träger.&lt;br /&gt;
* B3 '''Analoge AV-Träger''' (Audio/Video/Film)&lt;br /&gt;
** Analoge zeitbasierte Medien, z. B. Magnetton (Tonband, Kassette), Schallplatte, Videobänder, Film.&lt;br /&gt;
* B4 '''3D-Objekte''' - Gegenstände, „sachkulturelle Artefakte“&amp;lt;ref&amp;gt;Sorbisches Institut o. J.: Konzept zum Digitalisierungszentrum am Sorbischen Institut, S. 24.&lt;br /&gt;
(Unveröffentlichtes Konzeptpapier; interne Projektunterlage.)&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.2.3 C. Immateriell 🎭 ===&lt;br /&gt;
Meint lebendige Praktiken, Darstellungen, Ausdrucksformen, Ideen, Werte, Wissen und Fertigkeiten, die von Gemeinschaften getragen und weitergegeben werden, gemäß der folgenden 5 UNESCO ICH-Domänen.&amp;lt;ref&amp;gt;UNESCO o. J.: Intangible Cultural Heritage – Five Domains. URL: https://ich.unesco.org/doc/src/01857-EN.pdf, abgerufen am 01.10.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* C1 '''Orale Traditionen/Ausdrucksformen''' - Sprache, Gesangstraditionen&lt;br /&gt;
* C2 '''Darstellende Künste''' - Musik, Tanz, Theater&lt;br /&gt;
* C3 '''Rituale &amp;amp; Feste''' - Bräuche und soziale Praktiken des Kalenders und Lebenslaufs&lt;br /&gt;
* C4 '''Wissen &amp;amp; Praktiken''' zu Natur &amp;amp; Universum - Heil- und Sammelkenntnisse, ökologisches und astronomisches Wissen, Glaube, Religion&lt;br /&gt;
* C5 '''Traditionelles Handwerk''' - Techniken, Werkzeuge und Gestaltungsmuster&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.2.4 D. Digital 💾 ===&lt;br /&gt;
Bezeichnet in digitaler Form vorliegende Ressourcen menschlichen Wissens und Ausdrucks. Diese können sowohl born-digital sein als auch digitalisierte Repräsentationen von materiellen und immateriellen Kulturgütern.&amp;lt;ref&amp;gt;UNESCO 2003: Charter on the Preservation of Digital Heritage. URL: https://www.unesco.org/en/legal-affairs/charter-preservation-digital-heritage, abgerufen am 01.10.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* D1 '''Born-digital''' (ursprünglich digital erzeugt, kein analoges Original), z. B. Webseiten, Social-Media-Beiträge, Software, Apps, Spiele, digitale Fotos/Audio/Video.&lt;br /&gt;
* D2 '''Digitalisate''' - Digitalisierte Repräsentationen/Derivate aus den Klassen A, B und C.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== 2.3 Prozess der Digitalisierung von Kulturerbe ==&lt;br /&gt;
Die Digitalisierung von Kulturgut ist kein rein technischer Arbeitsschritt, sondern ein vielschichtiger, oft langfristiger Prozess, der bereits mit der Wahrnehmung und Identifikation einer kulturellen Ausdrucksform beginnt. Ziel dieses Abschnitts ist es, diesen Gesamtprozess systematisch darzustellen: von der gelebten Kultur über das identifizierte Kulturgut bis hin zur digital nutzbaren Repräsentation.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die hier entwickelte Prozessdarstellung soll als praxisorientierter Überblick dienen für die Digitalisierung des sorbischen Kulturerbes. Sie berücksichtigt die Anforderungen sorbischer Einrichtungen ebenso wie die international etablierten Referenzmodelle und Standards, darunter:&lt;br /&gt;
* das OAIS-Referenzmodell (ISO 14721) für digitale Archivierung&amp;lt;ref&amp;gt;Consultative Committee for Space Data Systems (CCSDS) 2024: Reference Model for an Open Archival Information System (OAIS), CCSDS 650.0-M-3. URL: https://ccsds.org/Pubs/650x0m3.pdf, abgerufen am 01.10.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
* das DCC Curation Lifecycle Model für kuratorische Entscheidungsprozesse&amp;lt;ref&amp;gt;Higgins 2008: The DCC Curation Lifecycle Model. International Journal of Digital Curation, 3(1), 134-140. URL: https://ijdc.net/index.php/ijdc/article/view/48, abgerufen am 01.10.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
* das Spectrum-Modell für museale Objektverwaltung&amp;lt;ref&amp;gt;Collections Trust 2022. Spectrum 5.1 - The UK Museum Collections Management Standard. URL: https://collectionstrust.org.uk/spectrum/spectrum-5, abgerufen am 01.10.2025. &amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
* die UNESCO-Leitlinien zur Inventarisierung immateriellen Kulturerbes&amp;lt;ref&amp;gt;UNESCO 2024: Operational Directives for the Implementation of the Convention for the Safeguarding of the Intangible Cultural Heritage (10.GA). URL: https://ich.unesco.org/doc/src/ICH-Operational_Directives-10.GA_EN.pdf, abgerufen am 01.10.2025. &amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
* sowie technische Vorgaben wie die DFG-Praxisregeln Digitalisierung&amp;lt;ref&amp;gt;Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) 2022: Praxisregeln Digitalisierung (aktualisierte Fassung). URL: https://www.ulb.hhu.de/fileadmin/redaktion/ULB/Documents/Infomaterial/DFG_Praxisregeln_Digitalisierung_Aktualisierte_Fassung2022.pdf, abgerufen am 01.10.2025. &amp;lt;/ref&amp;gt; und die FADGI-Richtlinien&amp;lt;ref&amp;gt;Federal Agencies Digital Guidelines Initiative (FADGI) 2023: Technical Guidelines for Digitizing Cultural Heritage Materials – Still Image, 3rd ed. URL: https://www.digitizationguidelines.gov/guidelines/digitize-technical.html, abgerufen am 01.10.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Folge soll der sogenannte „Lebenslauf“ eines Kulturguts dargestellt werden, also der Weg, den ein Objekt oder eine kulturelle Praxis vom Zeitpunkt der Entstehung über die Erfassung, Digitalisierung und Archivierung bis zur Veröffentlichung in einem digitalen Präsentationsmodul durchläuft.&lt;br /&gt;
Hierfür erläutert der folgende Abschnitt die einzelnen Prozessschritte im Detail – jeweils mit Akteuren, Standards und Beispielen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.3.1 Vorüberlegungen zum Prozess ===&lt;br /&gt;
Im hier vorgestellten Prozess wird auf eine harte, systematische Filterung verzichtet, welche kulturellen Ausdrucksformen „nur“ Kultur und welche bereits Kulturgut sind. Ein solcher Bewertungs- und Abgrenzungsprozess wäre ressourcenintensiv und würde den vorhandenen Kapazitäten in den beteiligten Einrichtungen nicht entsprechen. Stattdessen folgt das Konzept einer inklusiven Logik: Alle dokumentierten Ausdrucksformen werden zunächst als potenzielle Kulturgüter erfasst. Eine feinere Auswahl und Priorisierung erfolgen erst in einem späteren Schritt, nämlich dann, wenn konkret entschieden wird, welche Ausdrucksformen bzw. Kulturgüter in welcher Tiefe digitalisiert, archiviert und präsentiert werden sollen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieses Vorgehen schließt an das RSK-Konzept an, das bewusst auf eine frühe normative Trennung zwischen „kultureller Ausdrucksform“ und „Kulturgut“ verzichtet. Auch hier steht zunächst der möglichst vollständige, strukturierte Überblick über die sorbischen Kulturgüter im Vordergrund. Die differenzierte Bewertung und Schwerpunktsetzung werden als anschließende fachliche Aufgabe verstanden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.3.2 Prozessschritte im Detail ===&lt;br /&gt;
Das folgende Diagramm gibt einen Überblick über die sechs Kernschritte im Digitalisierungsprozess von Kulturgut – von der ersten Entdeckung einer kulturellen Ausdrucksform bis zur Nutzung einer digitalen Repräsentation dieses Kulturguts. Die Abfolge bildet auch die Entwicklungsstufen ab: von gelebter Kultur zur kulturellen Ausdrucksform, von dort zum Kulturgut und schließlich zum digitalisierten Kulturgut.&lt;br /&gt;
[[Dataja:Wobraz_K3.png|center|600px]]&amp;lt;ref&amp;gt;Mermaid Flowchart Code: [https://mermaid.live/edit#pako:eNplkk1OwzAQha8yGqmbkloxSZs2CyTa8LOphIAVhIVJpolF4iDH4a_qbXqTXgzHFdAKr2y97703lmaNWZMTxriqmvesFNrAfZIqgPPHFIdDzuBO1DVVajhM8QlGozOYO-WUwS0VsjVakqa93Pvmjlk4JmAwp3fS5kCHwQAWjkkcE_Y5WWkIXqrd9jBpT138UIkspBGVbI_7-rwLR146csLgRryQ-U8lMGLwTG1WapLPpHKCZQLMOY9ch7m2VxiSpOAEjJ1TSev_M_bkvv3KtY8ZnOuslG_H9VcOuf4dUO-2LamjGdHDQsscY6M78rAmXYv-ies-IEVTUk0pxvaa00p0lUkxVRtrexXqoWnqH6duuqLEeCWq1r6619zOn0hRaPGH9J_Xi6ZTBuOxS8B4jR8YhxGLeDThkR-EM37KuYefFmHTaOz7fOZHQTidBMHGwy9X6VslnNnDw4jPuB8GHlIuTaOX-7Vy27X5Bh_Osqo hier klicken], abgerufen am 22.09.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Kernprozess verdeutlicht, dass Digitalisierung mehr ist als Technik: Sie ist ein komplexer, vielfältig verantworteter kultureller Transformationsprozess. Jeder Schritt kann durch unterschiedliche Akteure getragen sein und erfordert spezifisches Fachwissen. Ziel der nachfolgenden Beschreibung ist es, die Prozessschritte nachvollziehbar und anschlussfähig für die Praxis Einrichtungen darzustellen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Referenzen ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Měrko Šenk</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://koncept.serbski-inkubator.de/index.php?title=12.3_Digitalisierung_des_Kulturerbes&amp;diff=1038</id>
		<title>12.3 Digitalisierung des Kulturerbes</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://koncept.serbski-inkubator.de/index.php?title=12.3_Digitalisierung_des_Kulturerbes&amp;diff=1038"/>
		<updated>2026-02-27T12:09:31Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Měrko Šenk: /* 2 IST-Analyse „Digitalisierung von Kulturerbe“ */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;= 1 Einleitung =&lt;br /&gt;
Die Digitalisierung von sorbischem Kulturerbe ist eine historische Chance für uns Sorben, eine Chance, unser kulturelles Erbe neu zu entdecken, es für kommende Generationen zu erhalten, für eine breitere Öffentlichkeit zugänglich zu machen und dabei die eigene Deutungshoheit zu stärken. Das erfordert neben Mut, einer klaren gemeinsamen Vision, starker Zusammenarbeit zwischen den beteiligten Akteuren auch die notwendigen Ressourcen in Form von Personal mit entsprechenden Kompetenzen, passender Technik sowie einer nachhaltig gesicherten Finanzierung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im folgenden Abschnitt werden Zielbilder für die Digitalisierung des sorbischen Kulturerbes entworfen mittels lang- und kurzfristiger Visionen sowie konkreter Ziele.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== 1.1 Visionen und Ziele für die sorbische digitale Welt ==&lt;br /&gt;
'''Vision 2035'''&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
''Sorbisches materielles und immaterielles Kulturerbe ist systematisch digital erfasst, rechtssicher und langfristig gesichert, leicht auffindbar, offen nutzbar und wird aktiv von Interessierten genutzt.''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Konkrete Ziele'''&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Bis 2032 ist ein tragfähiges, finanziell und organisatorisch abgesichertes Modell etabliert, das:&lt;br /&gt;
* Ein zentrales (oder föderiertes) digitales Langzeitarchiv nach OAIS-Referenzmodell betreibt,&lt;br /&gt;
* klare Zuständigkeiten, Prozesse und Budgets definiert,&lt;br /&gt;
* regelmäßige Qualitätssicherung und Technik-Updates vorsieht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bis 2030 sind wichtige sorbische Kulturerbe-Bestände (Kernbestände nach fachlicher Festlegung) in hoher Qualität digitalisiert, beschrieben und im Langzeitarchiv gesichert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bis 2028 liegt eine institutionenübergreifende Übersicht über relevante Kulturerbe-Bestände (analog und digital, materiell und immateriell) vor, einschließlich einer Prioritätenliste für die Digitalisierung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bis 2028 existiert ein zentrales, nutzerfreundliches „Sorbisches Kulturerbe-Portal“, das:&lt;br /&gt;
* Suchzugang über alle teilnehmenden Institutionen ermöglicht,&lt;br /&gt;
* grundlegende Inhalte frei zugänglich bereitstellt,&lt;br /&gt;
* mehrsprachige Oberflächen anbietet (Deutsch, Obersorbisch, Niedersorbisch, Englisch).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= 2 IST-Analyse „Digitalisierung von Kulturerbe“ =&lt;br /&gt;
Das Ziel in diesem Themenbereich ist es, sorbisches Kulturerbe digital zu verwalten und damit langfristig für Recherche, Nutzung und Präsentation vorzuhalten.&lt;br /&gt;
Im Abschnitt &amp;quot;IST-Analyse“ werden die folgenden Fragen beantwortet: Was ist sorbisches Kulturerbe und was zählt alles dazu? Welche Schritte durchläuft ein Kulturgut, um zum digitalen Kulturerbe zu gehören? Wie können die digitale Verwaltung, Archivierung, Nutzung und Präsentation von Kulturgütern umgesetzt werden?&lt;br /&gt;
Die grundlegenden Terminologien sollen im Folgenden festgelegt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== 2.1 Terminologie – von Kultur zu Kulturerbe ==&lt;br /&gt;
In diesem Abschnitt werden die Begriffe rund um das Kulturerbe grundlegend definiert. Es soll ein Verständnis über die Begriffe Kultur, kulturelle Ausprägung, Kulturgut und Kulturerbe erreicht werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Dataja:Wobraz_K1.png|center|260px]]&amp;lt;ref&amp;gt;Mermaid Flowchart Code: [https://mermaid.live/edit#pako:eNpF0UtuwyAQBuCroFlaTuRHTGMvKuWxq7pqV627IGZso2CIMChtk9ymN-nFimmasmJGfP-AOEGjOUIFrdTHpmfGkudtrWpF_Fq9RtGDk9aZKHojU-_aJ7PZ_bmGgSnR4mgFejaKpidC1XAmq8zDfYAoJZKVG7lxzX5stRl81C0_uwYdheGEubHD4_dXLy1hcpyC1rcLdM4GOLH1Ve2E5Gj9TPLkhgEnsLkBNDsMAmLojOBQWeMwhgHNwKYSTuFBYHucbOW3HFvmcQ21unh2YOpF6-FPGu26HqrW381X7sCZxa1gnWH_R1BxNBvtlIUqTUMEVCd49xVdzpeLMs1pXmRFXiY0hg-o8iyZL_LFXZaVSTJ1LzF8hqHJnBZ5WhZLWt5RmtIsBuTCavP4-2Hh3y4_NXaMmw hier klicken], abgerufen am 22.09.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.1.1 Kultur ===&lt;br /&gt;
Kultur bezeichnet hier die Gesamtheit aller vom Menschen geschaffenen und erlernten Ausdrucksformen des Lebens, die auf gemeinsamen Werten und Verhaltensweisen beruhen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;wiki-kultur&amp;quot;&amp;gt;URL: https://de.wikipedia.org/wiki/Kultur&amp;lt;/ref&amp;gt; Dazu zählen materielle Ergebnisse (z. B. Kunstwerke, Technik) ebenso wie immaterielle Praktiken (Sprache, Bräuche, Wissen). Kultur umfasst laut der UNESCO geistige, materielle, intellektuelle und emotionale Merkmale, die eine Gesellschaft oder soziale Gruppe kennzeichnen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;mondiacult&amp;quot;&amp;gt;UNESCO 1982: Mexico City Declaration on Cultural Policies (MONDIACULT). URL: https://www.lacult.unesco.org/docc/1982_MONDIACULT.pdf&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;ref name=&amp;quot;cultureaction&amp;quot;&amp;gt;Culture Action Europe 2024: The State of Culture report. URL: https://cultureactioneurope.org/de/news/the-state-of-culture-report-published, abgerufen am 01.10.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;  Sie ist dynamisch und wird von jeder Generation neu gestaltet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das deutsche Wort „Kultur“ ist eine Eindeutschung des lateinischen Worts „cultura“. Dieses bedeutet ursprünglich „Bebauung, Bearbeitung, Bestellung, Pflege“ und meinte sowohl die physische Bearbeitung als auch die Pflege geistiger Güter, z. B. der Sprache.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.1.2 Kulturelle Ausdrucksform ===&lt;br /&gt;
Eine kulturelle Ausdrucksform ist eine konkrete, gegenwärtige oder historische, Manifestation von Kultur, bspw. eine Zeichnung, eine Tracht oder ein Lied: Sie macht die Kultur sichtbar und erlebbar. Im engeren Sinne ist es eine Ausdrucksweise, die aus der Kreativität einer Person, Gruppe oder Gesellschaft entsteht und kulturellen Inhalt trägt (symbolische Bedeutung, künstlerische Dimension, kulturelle Werte).&amp;lt;ref&amp;gt;Österreichische UNESCO-Kommission 2007: Übereinkommen zum Schutz und zur Förderung der Vielfalt kultureller Ausdrucksformen, Art. 4, Seite 13. URL: https://www.unesco.at/fileadmin/Redaktion/Publikationen/Publikations-Dokumente/2005er_UNESCO-Convention_German.pdf, abgerufen am 22.09.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt; Sie wird innerhalb und zwischen Gemeinschaften weitergegeben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Alle kulturellen Ausdrucksformen bilden einen wesentlichen Kern von Kultur, aber Kultur enthält auch latente Dimensionen (Werte, Normen, Vorannahmen etc.), die nicht unmittelbar als Ausdrucksform erscheinen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.1.3 Kulturgut ===&lt;br /&gt;
Ein „Kulturgut“ ist eine einzelne kulturelle Ausdrucksform, der ein besonderer kultureller Wert zugemessen wird (durch Anerkennung, Schutz, Bedeutung). Es ist somit ein Erzeugnis menschlicher Kreativität oder Zeugnis menschlichen Lebens, welches Bedeutung für die Kultur einer Gemeinschaft hat und daher Bestand haben und bewahrt werden soll.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Summe aller Kulturgüter einer Gemeinschaft wird als dessen Kulturerbe bezeichnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.1.4 Kulturerbe ===&lt;br /&gt;
Kulturerbe ist die Summe der materiellen und immateriellen Ausdrucksformen (= Kulturgüter) einer Kultur, die als „bewahrenswert“ anerkannt wurden. International umfasst das u. a. das Welterbe (Denkmäler, Ensembles, Stätten)&amp;lt;ref&amp;gt;UNESCO (1972), Welterbekonvention, Art. 1. URL: https://www.dnk.de/wp-content/uploads/2021/02/1972_DNK_UNESCO-Welterbekonvention.pdf (abgerufen am 11.09.2025).&amp;lt;/ref&amp;gt; und das Immaterielles Kulturerbe (Praktiken, Wissen).&amp;lt;ref&amp;gt;Deutsche UNESCO-Kommission o. J.:, Übereinkommen zur Erhaltung des immateriellen Kulturerbes (dt. Ausgabe). URL: https://www.unesco.de/assets/dokumente/Deutsche_UNESCO-Kommission/02_Publikationen/Publikation_UNESCO-%C3%9Cbereinkommen_zur_Erhaltung_des_immateriellen_Kulturerbes_01.pdf, (abgerufen am 11.09.2025).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ob etwas „zum Kulturerbe“ zählt, ist Ergebnis von Bewertung, Diskurs und teils formellen Verfahren. Dem Sorbischen Kulturregister (SKR) zufolge ist „sorbisch-wendisches Kulturerbe“ eine Zuschreibung, die durch Gesellschaft, Museen, Archive und Wissenschaft erfolgen kann.&amp;lt;ref&amp;gt;Sorbisches Institut 2025: Konzept für ein Sorbisches Kulturregister (SKR). URL: https://www.serbski-institut.de/wp-content/uploa ds/2021/11/00_Zweite-aktualisierte-Fassung_Konzept_Sorbisches-Kulturregister_20.11.2025.pdf, abgerufen am 20.11.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.1.5 Abgrenzung: Kultur und Kulturerbe ===&lt;br /&gt;
Kultur / Kulturelle Ausdrucksform sind als Begriffe weiter gefasst als Kulturgut / Kulturerbe. Kulturelle Ausdrucksformen umfassen alles Gelebte und Gestaltete einer Gemeinschaft in Gegenwart und Vergangenheit, während Kulturgut / Kulturerbe diejenigen kulturellen Güter und Traditionen meint, denen eine Bedeutung beigemessen wurde und die als bewahrens- und weitergebenswert erkannt wurden. Kultur ist der „aktuelle“ kreative Prozess (einschließlich Popkultur, Alltagskultur), Kulturerbe der daraus überkommene Schatz. Dennoch sind die Grenzen fließend: Was heute nur Kultur ist, kann morgen zum Kulturerbe erklärt werden – abhängig von Wertzuschreibung und Diskurs.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Rahmen dieses Dokuments werden für den sorbischen Kontext die Begriffe „kulturelle Ausdrucksform“ und „Kulturgut“ weitgehend synonym verwendet, sofern nicht ausdrücklich anders gekennzeichnet. Hintergrund ist, dass die Gesamtzahl der identifizierbaren kulturellen Ausdrucksformen einer kleinen Minderheit wie der Sorben/Wenden im Vergleich zu großen Mehrheitsgesellschaften überschaubar ist. Zugleich ist der Anteil dieser Ausdrucksformen, denen in der Community ein besonderer Wert beigemessen wird und die daher faktisch als Kulturgut wahrgenommen und behandelt werden, sehr hoch: Ein großer Teil des gelebten kulturellen Repertoires wird als identitätsstiftend und bewahrenswert verstanden und damit dem Kulturerbe zugerechnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== 2.2 Klassifizierung von Kulturgütern ==&lt;br /&gt;
Im Folgenden soll eine griffige Klassifizierung von Kulturgütern entwickelt werden, so dass pro Kulturgut-Klasse später auf die Besonderheiten ihrer Digitalisierung eingegangen werden kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Dataja:Wobraz_K2.png|center|600px]]&amp;lt;ref&amp;gt;Mermaid Flowchart Code: [https://mermaid.live/edit#pako:eNptlM9u00AQxl9ltFWoFDlp_C9OjISU2KSgUCq1BSRIDxt77Syxd6v1mkKjSDwBlThw4YCEeuXOoeLSN-EF4BHYjZOQQG67-32_2ZnZsWco4jFBPqrVZpRR6cNsP8n4ZTTBQu7rHVP66QWOKEvV3nQM2BeYTf8eea35fF6rjdiIrUl4cjJiAMPDV_X6sMxkKdJS1uvnvu9PtRGgp5ReE46wJIKSLIOf779CycbkkqQZjSb1Ovz-cv351_drDWGN9BXS_xfZBj7dLoGxBgIFBE14nOcrZGH68E07Iu0IlSNsQkhTKnGlfvyh1bjKcngIjcYD6G2s-xvrYGMdLuuqAFOXZ0IflzFh0xxn5OBU3t1ISZhqw6KaKpo29k04jSaCJrLq0oZsa9mCAZc8FTihhBnQp1ksxd1NSsS22dFmG3oMZzwl0HveONtlc7XNATtsHI9fk6kkC3nRsKoqnVNgwrFQaUOvLGJRRtMi4SJfZ790WtppQYhFIVV7CYsJDO9uWbEMujbqOgIbTqgsddB7MCD_eXT6gQMvaFEQBlclPMVqcA6eMfqGiKLMt926isCFM4FjKiln-voCHmEWXxIxXZcUVo-jSwrVe3DBGvHqtc83DLqS0FpNAi3wRluiDBdFSBIYQ0KzzN_r265jPjQinnHh7yVJYhRS8ClZKfe3KLyk2oHneuEuqlK2qWhJWYPOwGnvoiplm4qXVMd17V5rF1UpikIGSgWNkS9FSQyUE5FjvUUzHXGE5ITkZIR8tYxJgtVXPEIjNlfYBWYvOc9XpOBlOkF-grNC7cqLWPUupFjNa74-FXo0RMBLJpFvWtYiCPJn6C3yG7bTNO2u6Tidrue0W13HQO_Usdtquuqg1bG6TtvzPNuZG-hqcXGr2baV5NhuyzId13XbBiJqDrg4qn5ni7_a_A_W9oMu hier klicken], abgerufen am 22.09.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.2.1 A. Materiell - unbeweglich 🏛️ ===&lt;br /&gt;
„Materiell - unbeweglich&amp;quot; bezeichnet ortsfeste Kulturobjekte wie Bauwerke, Ensembles, Gebäudekomplexe und Stätten/Kulturlandschaften, wie sie in Art. 1 der UNESCO-Welterbekonvention als Kategorien des kulturellen Erbes definiert sind.&amp;lt;ref&amp;gt;UNESCO World Heritage Centre o. J.: Convention Concerning the Protection of the World Cultural and Natural Heritage, Artikel 1. URL: https://whc.unesco.org/en/conventiontext/, abgerufen am 01.10.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.2.2 B. Materiell - beweglich 🖼️ ===&lt;br /&gt;
Umfasst bewegliche Sachen bzw. Sachgesamtheiten von kulturellem Wert (z. B. Objekte, Sammlungen), wie sie das deutsche Kulturgutschutzgesetz (§ 2 KGSG)&amp;lt;ref&amp;gt;Deutschland 2016: Kulturgutschutzgesetz (KGSG), § 2. URL: https://www.buzer.de/2_KGSG.htm, abgerufen am 01.10.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt; als „Kulturgut“ beschreibt.&lt;br /&gt;
* B1 '''Schriftgut''' - Bücher, Zeitungen, Handschriften, Archivgut, Graphiken, Pläne, Karten&lt;br /&gt;
* B2 '''Fotografien &amp;amp; Bildträger''' &lt;br /&gt;
** Fotografisch erzeugte statische Bildträger, auch Stillbildträger genannt, z. B. Positive/Negative auf Film/Platte/Photopapier, Dias, Abzüge, Mikrofilm/-fiche und vergleichbare fotografische Repro-Träger.&lt;br /&gt;
* B3 '''Analoge AV-Träger''' (Audio/Video/Film)&lt;br /&gt;
** Analoge zeitbasierte Medien, z. B. Magnetton (Tonband, Kassette), Schallplatte, Videobänder, Film.&lt;br /&gt;
* B4 '''3D-Objekte''' - Gegenstände, „sachkulturelle Artefakte“&amp;lt;ref&amp;gt;Sorbisches Institut o. J.: Konzept zum Digitalisierungszentrum am Sorbischen Institut, S. 24.&lt;br /&gt;
(Unveröffentlichtes Konzeptpapier; interne Projektunterlage.)&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.2.3 C. Immateriell 🎭 ===&lt;br /&gt;
Meint lebendige Praktiken, Darstellungen, Ausdrucksformen, Ideen, Werte, Wissen und Fertigkeiten, die von Gemeinschaften getragen und weitergegeben werden, gemäß der folgenden 5 UNESCO ICH-Domänen.&amp;lt;ref&amp;gt;UNESCO o. J.: Intangible Cultural Heritage – Five Domains. URL: https://ich.unesco.org/doc/src/01857-EN.pdf, abgerufen am 01.10.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* C1 '''Orale Traditionen/Ausdrucksformen''' - Sprache, Gesangstraditionen&lt;br /&gt;
* C2 '''Darstellende Künste''' - Musik, Tanz, Theater&lt;br /&gt;
* C3 '''Rituale &amp;amp; Feste''' - Bräuche und soziale Praktiken des Kalenders und Lebenslaufs&lt;br /&gt;
* C4 '''Wissen &amp;amp; Praktiken''' zu Natur &amp;amp; Universum - Heil- und Sammelkenntnisse, ökologisches und astronomisches Wissen, Glaube, Religion&lt;br /&gt;
* C5 '''Traditionelles Handwerk''' - Techniken, Werkzeuge und Gestaltungsmuster&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.2.4 D. Digital 💾 ===&lt;br /&gt;
Bezeichnet in digitaler Form vorliegende Ressourcen menschlichen Wissens und Ausdrucks. Diese können sowohl born-digital sein als auch digitalisierte Repräsentationen von materiellen und immateriellen Kulturgütern.&amp;lt;ref&amp;gt;UNESCO 2003: Charter on the Preservation of Digital Heritage. URL: https://www.unesco.org/en/legal-affairs/charter-preservation-digital-heritage, abgerufen am 01.10.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* D1 '''Born-digital''' (ursprünglich digital erzeugt, kein analoges Original), z. B. Webseiten, Social-Media-Beiträge, Software, Apps, Spiele, digitale Fotos/Audio/Video.&lt;br /&gt;
* D2 '''Digitalisate''' - Digitalisierte Repräsentationen/Derivate aus den Klassen A, B und C.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== 2.3 Prozess der Digitalisierung von Kulturerbe ==&lt;br /&gt;
Die Digitalisierung von Kulturgut ist kein rein technischer Arbeitsschritt, sondern ein vielschichtiger, oft langfristiger Prozess, der bereits mit der Wahrnehmung und Identifikation einer kulturellen Ausdrucksform beginnt. Ziel dieses Abschnitts ist es, diesen Gesamtprozess systematisch darzustellen: von der gelebten Kultur über das identifizierte Kulturgut bis hin zur digital nutzbaren Repräsentation.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die hier entwickelte Prozessdarstellung soll als praxisorientierter Überblick dienen für die Digitalisierung des sorbischen Kulturerbes. Sie berücksichtigt die Anforderungen sorbischer Einrichtungen ebenso wie die international etablierten Referenzmodelle und Standards, darunter:&lt;br /&gt;
* das OAIS-Referenzmodell (ISO 14721) für digitale Archivierung&amp;lt;ref&amp;gt;Consultative Committee for Space Data Systems (CCSDS) 2024: Reference Model for an Open Archival Information System (OAIS), CCSDS 650.0-M-3. URL: https://ccsds.org/Pubs/650x0m3.pdf, abgerufen am 01.10.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
* das DCC Curation Lifecycle Model für kuratorische Entscheidungsprozesse&amp;lt;ref&amp;gt;Higgins 2008: The DCC Curation Lifecycle Model. International Journal of Digital Curation, 3(1), 134-140. URL: https://ijdc.net/index.php/ijdc/article/view/48, abgerufen am 01.10.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
* das Spectrum-Modell für museale Objektverwaltung&amp;lt;ref&amp;gt;Collections Trust 2022. Spectrum 5.1 - The UK Museum Collections Management Standard. URL: https://collectionstrust.org.uk/spectrum/spectrum-5, abgerufen am 01.10.2025. &amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
* die UNESCO-Leitlinien zur Inventarisierung immateriellen Kulturerbes&amp;lt;ref&amp;gt;UNESCO 2024: Operational Directives for the Implementation of the Convention for the Safeguarding of the Intangible Cultural Heritage (10.GA). URL: https://ich.unesco.org/doc/src/ICH-Operational_Directives-10.GA_EN.pdf, abgerufen am 01.10.2025. &amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
* sowie technische Vorgaben wie die DFG-Praxisregeln Digitalisierung&amp;lt;ref&amp;gt;Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) 2022: Praxisregeln Digitalisierung (aktualisierte Fassung). URL: https://www.ulb.hhu.de/fileadmin/redaktion/ULB/Documents/Infomaterial/DFG_Praxisregeln_Digitalisierung_Aktualisierte_Fassung2022.pdf, abgerufen am 01.10.2025. &amp;lt;/ref&amp;gt; und die FADGI-Richtlinien&amp;lt;ref&amp;gt;Federal Agencies Digital Guidelines Initiative (FADGI) 2023: Technical Guidelines for Digitizing Cultural Heritage Materials – Still Image, 3rd ed. URL: https://www.digitizationguidelines.gov/guidelines/digitize-technical.html, abgerufen am 01.10.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Folge soll der sogenannte „Lebenslauf“ eines Kulturguts dargestellt werden, also der Weg, den ein Objekt oder eine kulturelle Praxis vom Zeitpunkt der Entstehung über die Erfassung, Digitalisierung und Archivierung bis zur Veröffentlichung in einem digitalen Präsentationsmodul durchläuft.&lt;br /&gt;
Hierfür erläutert der folgende Abschnitt die einzelnen Prozessschritte im Detail – jeweils mit Akteuren, Standards und Beispielen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.3.1 Vorüberlegungen zum Prozess ===&lt;br /&gt;
Im hier vorgestellten Prozess wird auf eine harte, systematische Filterung verzichtet, welche kulturellen Ausdrucksformen „nur“ Kultur und welche bereits Kulturgut sind. Ein solcher Bewertungs- und Abgrenzungsprozess wäre ressourcenintensiv und würde den vorhandenen Kapazitäten in den beteiligten Einrichtungen nicht entsprechen. Stattdessen folgt das Konzept einer inklusiven Logik: Alle dokumentierten Ausdrucksformen werden zunächst als potenzielle Kulturgüter erfasst. Eine feinere Auswahl und Priorisierung erfolgen erst in einem späteren Schritt, nämlich dann, wenn konkret entschieden wird, welche Ausdrucksformen bzw. Kulturgüter in welcher Tiefe digitalisiert, archiviert und präsentiert werden sollen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieses Vorgehen schließt an das RSK-Konzept an, das bewusst auf eine frühe normative Trennung zwischen „kultureller Ausdrucksform“ und „Kulturgut“ verzichtet. Auch hier steht zunächst der möglichst vollständige, strukturierte Überblick über die sorbischen Kulturgüter im Vordergrund. Die differenzierte Bewertung und Schwerpunktsetzung werden als anschließende fachliche Aufgabe verstanden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.3.2 Prozessschritte im Detail ===&lt;br /&gt;
Das folgende Diagramm gibt einen Überblick über die sechs Kernschritte im Digitalisierungsprozess von Kulturgut – von der ersten Entdeckung einer kulturellen Ausdrucksform bis zur Nutzung einer digitalen Repräsentation dieses Kulturguts. Die Abfolge bildet auch die Entwicklungsstufen ab: von gelebter Kultur zur kulturellen Ausdrucksform, von dort zum Kulturgut und schließlich zum digitalisierten Kulturgut.&lt;br /&gt;
[[Dataja:Wobraz_K3.png|center|600px]]&amp;lt;ref&amp;gt;Mermaid Flowchart Code: [https://mermaid.live/edit#pako:eNplkk1OwzAQha8yGqmbkloxSZs2CyTa8LOphIAVhIVJpolF4iDH4a_qbXqTXgzHFdAKr2y97703lmaNWZMTxriqmvesFNrAfZIqgPPHFIdDzuBO1DVVajhM8QlGozOYO-WUwS0VsjVakqa93Pvmjlk4JmAwp3fS5kCHwQAWjkkcE_Y5WWkIXqrd9jBpT138UIkspBGVbI_7-rwLR146csLgRryQ-U8lMGLwTG1WapLPpHKCZQLMOY9ch7m2VxiSpOAEjJ1TSev_M_bkvv3KtY8ZnOuslG_H9VcOuf4dUO-2LamjGdHDQsscY6M78rAmXYv-ies-IEVTUk0pxvaa00p0lUkxVRtrexXqoWnqH6duuqLEeCWq1r6619zOn0hRaPGH9J_Xi6ZTBuOxS8B4jR8YhxGLeDThkR-EM37KuYefFmHTaOz7fOZHQTidBMHGwy9X6VslnNnDw4jPuB8GHlIuTaOX-7Vy27X5Bh_Osqo hier klicken], abgerufen am 22.09.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Kernprozess verdeutlicht, dass Digitalisierung mehr ist als Technik: Sie ist ein komplexer, vielfältig verantworteter kultureller Transformationsprozess. Jeder Schritt kann durch unterschiedliche Akteure getragen sein und erfordert spezifisches Fachwissen. Ziel der nachfolgenden Beschreibung ist es, die Prozessschritte nachvollziehbar und anschlussfähig für die Praxis Einrichtungen darzustellen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Referenzen ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Měrko Šenk</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://koncept.serbski-inkubator.de/index.php?title=12.3_Digitalisierung_des_Kulturerbes&amp;diff=1037</id>
		<title>12.3 Digitalisierung des Kulturerbes</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://koncept.serbski-inkubator.de/index.php?title=12.3_Digitalisierung_des_Kulturerbes&amp;diff=1037"/>
		<updated>2026-02-27T12:02:05Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Měrko Šenk: /* 1.1 Visionen und Ziele für die sorbische digitale Welt */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;= 1 Einleitung =&lt;br /&gt;
Die Digitalisierung von sorbischem Kulturerbe ist eine historische Chance für uns Sorben, eine Chance, unser kulturelles Erbe neu zu entdecken, es für kommende Generationen zu erhalten, für eine breitere Öffentlichkeit zugänglich zu machen und dabei die eigene Deutungshoheit zu stärken. Das erfordert neben Mut, einer klaren gemeinsamen Vision, starker Zusammenarbeit zwischen den beteiligten Akteuren auch die notwendigen Ressourcen in Form von Personal mit entsprechenden Kompetenzen, passender Technik sowie einer nachhaltig gesicherten Finanzierung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im folgenden Abschnitt werden Zielbilder für die Digitalisierung des sorbischen Kulturerbes entworfen mittels lang- und kurzfristiger Visionen sowie konkreter Ziele.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== 1.1 Visionen und Ziele für die sorbische digitale Welt ==&lt;br /&gt;
'''Vision 2035'''&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
''Sorbisches materielles und immaterielles Kulturerbe ist systematisch digital erfasst, rechtssicher und langfristig gesichert, leicht auffindbar, offen nutzbar und wird aktiv von Interessierten genutzt.''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Konkrete Ziele'''&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Bis 2032 ist ein tragfähiges, finanziell und organisatorisch abgesichertes Modell etabliert, das:&lt;br /&gt;
* Ein zentrales (oder föderiertes) digitales Langzeitarchiv nach OAIS-Referenzmodell betreibt,&lt;br /&gt;
* klare Zuständigkeiten, Prozesse und Budgets definiert,&lt;br /&gt;
* regelmäßige Qualitätssicherung und Technik-Updates vorsieht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bis 2030 sind wichtige sorbische Kulturerbe-Bestände (Kernbestände nach fachlicher Festlegung) in hoher Qualität digitalisiert, beschrieben und im Langzeitarchiv gesichert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bis 2028 liegt eine institutionenübergreifende Übersicht über relevante Kulturerbe-Bestände (analog und digital, materiell und immateriell) vor, einschließlich einer Prioritätenliste für die Digitalisierung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bis 2028 existiert ein zentrales, nutzerfreundliches „Sorbisches Kulturerbe-Portal“, das:&lt;br /&gt;
* Suchzugang über alle teilnehmenden Institutionen ermöglicht,&lt;br /&gt;
* grundlegende Inhalte frei zugänglich bereitstellt,&lt;br /&gt;
* mehrsprachige Oberflächen anbietet (Deutsch, Obersorbisch, Niedersorbisch, Englisch).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= 2 IST-Analyse „Digitalisierung von Kulturerbe“ =&lt;br /&gt;
Das Ziel in diesem Themenbereich ist es, sorbisches Kulturerbe digital zu verwalten und damit langfristig für Recherche, Nutzung und Präsentation vorzuhalten.&lt;br /&gt;
Was ist sorbischen Kulturerbe und was zählt alles dazu? Welche Schritte durchläuft ein Kulturgut, um zum digitalen Kulturerbe zu gehören? Wie können die digitale Verwaltung, Archivierung, Nutzung und Präsentation von Kulturgütern umgesetzt werden?&lt;br /&gt;
Diese Fragen sollen im Folgenden beantwortet werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== 2.1 Terminologie – von Kultur zu Kulturerbe ==&lt;br /&gt;
In diesem Abschnitt werden die Begriffe rund um das Kulturerbe grundlegend definiert. Es soll ein Verständnis über die Begriffe Kultur, kulturelle Ausprägung, Kulturgut und Kulturerbe erreicht werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Dataja:Wobraz_K1.png|center|260px]]&amp;lt;ref&amp;gt;Mermaid Flowchart Code: [https://mermaid.live/edit#pako:eNpF0UtuwyAQBuCroFlaTuRHTGMvKuWxq7pqV627IGZso2CIMChtk9ymN-nFimmasmJGfP-AOEGjOUIFrdTHpmfGkudtrWpF_Fq9RtGDk9aZKHojU-_aJ7PZ_bmGgSnR4mgFejaKpidC1XAmq8zDfYAoJZKVG7lxzX5stRl81C0_uwYdheGEubHD4_dXLy1hcpyC1rcLdM4GOLH1Ve2E5Gj9TPLkhgEnsLkBNDsMAmLojOBQWeMwhgHNwKYSTuFBYHucbOW3HFvmcQ21unh2YOpF6-FPGu26HqrW381X7sCZxa1gnWH_R1BxNBvtlIUqTUMEVCd49xVdzpeLMs1pXmRFXiY0hg-o8iyZL_LFXZaVSTJ1LzF8hqHJnBZ5WhZLWt5RmtIsBuTCavP4-2Hh3y4_NXaMmw hier klicken], abgerufen am 22.09.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.1.1 Kultur ===&lt;br /&gt;
Kultur bezeichnet hier die Gesamtheit aller vom Menschen geschaffenen und erlernten Ausdrucksformen des Lebens, die auf gemeinsamen Werten und Verhaltensweisen beruhen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;wiki-kultur&amp;quot;&amp;gt;URL: https://de.wikipedia.org/wiki/Kultur&amp;lt;/ref&amp;gt; Dazu zählen materielle Ergebnisse (z. B. Kunstwerke, Technik) ebenso wie immaterielle Praktiken (Sprache, Bräuche, Wissen). Kultur umfasst laut der UNESCO geistige, materielle, intellektuelle und emotionale Merkmale, die eine Gesellschaft oder soziale Gruppe kennzeichnen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;mondiacult&amp;quot;&amp;gt;UNESCO 1982: Mexico City Declaration on Cultural Policies (MONDIACULT). URL: https://www.lacult.unesco.org/docc/1982_MONDIACULT.pdf&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;ref name=&amp;quot;cultureaction&amp;quot;&amp;gt;Culture Action Europe 2024: The State of Culture report. URL: https://cultureactioneurope.org/de/news/the-state-of-culture-report-published, abgerufen am 01.10.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;  Sie ist dynamisch und wird von jeder Generation neu gestaltet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das deutsche Wort „Kultur“ ist eine Eindeutschung des lateinischen Worts „cultura“. Dieses bedeutet ursprünglich „Bebauung, Bearbeitung, Bestellung, Pflege“ und meinte sowohl die physische Bearbeitung als auch die Pflege geistiger Güter, z. B. der Sprache.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.1.2 Kulturelle Ausdrucksform ===&lt;br /&gt;
Eine kulturelle Ausdrucksform ist eine konkrete, gegenwärtige oder historische, Manifestation von Kultur, bspw. eine Zeichnung, eine Tracht oder ein Lied: Sie macht die Kultur sichtbar und erlebbar. Im engeren Sinne ist es eine Ausdrucksweise, die aus der Kreativität einer Person, Gruppe oder Gesellschaft entsteht und kulturellen Inhalt trägt (symbolische Bedeutung, künstlerische Dimension, kulturelle Werte).&amp;lt;ref&amp;gt;Österreichische UNESCO-Kommission 2007: Übereinkommen zum Schutz und zur Förderung der Vielfalt kultureller Ausdrucksformen, Art. 4, Seite 13. URL: https://www.unesco.at/fileadmin/Redaktion/Publikationen/Publikations-Dokumente/2005er_UNESCO-Convention_German.pdf, abgerufen am 22.09.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt; Sie wird innerhalb und zwischen Gemeinschaften weitergegeben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Alle kulturellen Ausdrucksformen bilden einen wesentlichen Kern von Kultur, aber Kultur enthält auch latente Dimensionen (Werte, Normen, Vorannahmen etc.), die nicht unmittelbar als Ausdrucksform erscheinen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.1.3 Kulturgut ===&lt;br /&gt;
Ein „Kulturgut“ ist eine einzelne kulturelle Ausdrucksform, der ein besonderer kultureller Wert zugemessen wird (durch Anerkennung, Schutz, Bedeutung). Es ist somit ein Erzeugnis menschlicher Kreativität oder Zeugnis menschlichen Lebens, welches Bedeutung für die Kultur einer Gemeinschaft hat und daher Bestand haben und bewahrt werden soll.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Summe aller Kulturgüter einer Gemeinschaft wird als dessen Kulturerbe bezeichnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.1.4 Kulturerbe ===&lt;br /&gt;
Kulturerbe ist die Summe der materiellen und immateriellen Ausdrucksformen (= Kulturgüter) einer Kultur, die als „bewahrenswert“ anerkannt wurden. International umfasst das u. a. das Welterbe (Denkmäler, Ensembles, Stätten)&amp;lt;ref&amp;gt;UNESCO (1972), Welterbekonvention, Art. 1. URL: https://www.dnk.de/wp-content/uploads/2021/02/1972_DNK_UNESCO-Welterbekonvention.pdf (abgerufen am 11.09.2025).&amp;lt;/ref&amp;gt; und das Immaterielles Kulturerbe (Praktiken, Wissen).&amp;lt;ref&amp;gt;Deutsche UNESCO-Kommission o. J.:, Übereinkommen zur Erhaltung des immateriellen Kulturerbes (dt. Ausgabe). URL: https://www.unesco.de/assets/dokumente/Deutsche_UNESCO-Kommission/02_Publikationen/Publikation_UNESCO-%C3%9Cbereinkommen_zur_Erhaltung_des_immateriellen_Kulturerbes_01.pdf, (abgerufen am 11.09.2025).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ob etwas „zum Kulturerbe“ zählt, ist Ergebnis von Bewertung, Diskurs und teils formellen Verfahren. Dem Sorbischen Kulturregister (SKR) zufolge ist „sorbisch-wendisches Kulturerbe“ eine Zuschreibung, die durch Gesellschaft, Museen, Archive und Wissenschaft erfolgen kann.&amp;lt;ref&amp;gt;Sorbisches Institut 2025: Konzept für ein Sorbisches Kulturregister (SKR). URL: https://www.serbski-institut.de/wp-content/uploa ds/2021/11/00_Zweite-aktualisierte-Fassung_Konzept_Sorbisches-Kulturregister_20.11.2025.pdf, abgerufen am 20.11.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.1.5 Abgrenzung: Kultur und Kulturerbe ===&lt;br /&gt;
Kultur / Kulturelle Ausdrucksform sind als Begriffe weiter gefasst als Kulturgut / Kulturerbe. Kulturelle Ausdrucksformen umfassen alles Gelebte und Gestaltete einer Gemeinschaft in Gegenwart und Vergangenheit, während Kulturgut / Kulturerbe diejenigen kulturellen Güter und Traditionen meint, denen eine Bedeutung beigemessen wurde und die als bewahrens- und weitergebenswert erkannt wurden. Kultur ist der „aktuelle“ kreative Prozess (einschließlich Popkultur, Alltagskultur), Kulturerbe der daraus überkommene Schatz. Dennoch sind die Grenzen fließend: Was heute nur Kultur ist, kann morgen zum Kulturerbe erklärt werden – abhängig von Wertzuschreibung und Diskurs.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Rahmen dieses Dokuments werden für den sorbischen Kontext die Begriffe „kulturelle Ausdrucksform“ und „Kulturgut“ weitgehend synonym verwendet, sofern nicht ausdrücklich anders gekennzeichnet. Hintergrund ist, dass die Gesamtzahl der identifizierbaren kulturellen Ausdrucksformen einer kleinen Minderheit wie der Sorben/Wenden im Vergleich zu großen Mehrheitsgesellschaften überschaubar ist. Zugleich ist der Anteil dieser Ausdrucksformen, denen in der Community ein besonderer Wert beigemessen wird und die daher faktisch als Kulturgut wahrgenommen und behandelt werden, sehr hoch: Ein großer Teil des gelebten kulturellen Repertoires wird als identitätsstiftend und bewahrenswert verstanden und damit dem Kulturerbe zugerechnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== 2.2 Klassifizierung von Kulturgütern ==&lt;br /&gt;
Im Folgenden soll eine griffige Klassifizierung von Kulturgütern entwickelt werden, so dass pro Kulturgut-Klasse später auf die Besonderheiten ihrer Digitalisierung eingegangen werden kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Dataja:Wobraz_K2.png|center|600px]]&amp;lt;ref&amp;gt;Mermaid Flowchart Code: [https://mermaid.live/edit#pako:eNptlM9u00AQxl9ltFWoFDlp_C9OjISU2KSgUCq1BSRIDxt77Syxd6v1mkKjSDwBlThw4YCEeuXOoeLSN-EF4BHYjZOQQG67-32_2ZnZsWco4jFBPqrVZpRR6cNsP8n4ZTTBQu7rHVP66QWOKEvV3nQM2BeYTf8eea35fF6rjdiIrUl4cjJiAMPDV_X6sMxkKdJS1uvnvu9PtRGgp5ReE46wJIKSLIOf779CycbkkqQZjSb1Ovz-cv351_drDWGN9BXS_xfZBj7dLoGxBgIFBE14nOcrZGH68E07Iu0IlSNsQkhTKnGlfvyh1bjKcngIjcYD6G2s-xvrYGMdLuuqAFOXZ0IflzFh0xxn5OBU3t1ISZhqw6KaKpo29k04jSaCJrLq0oZsa9mCAZc8FTihhBnQp1ksxd1NSsS22dFmG3oMZzwl0HveONtlc7XNATtsHI9fk6kkC3nRsKoqnVNgwrFQaUOvLGJRRtMi4SJfZ790WtppQYhFIVV7CYsJDO9uWbEMujbqOgIbTqgsddB7MCD_eXT6gQMvaFEQBlclPMVqcA6eMfqGiKLMt926isCFM4FjKiln-voCHmEWXxIxXZcUVo-jSwrVe3DBGvHqtc83DLqS0FpNAi3wRluiDBdFSBIYQ0KzzN_r265jPjQinnHh7yVJYhRS8ClZKfe3KLyk2oHneuEuqlK2qWhJWYPOwGnvoiplm4qXVMd17V5rF1UpikIGSgWNkS9FSQyUE5FjvUUzHXGE5ITkZIR8tYxJgtVXPEIjNlfYBWYvOc9XpOBlOkF-grNC7cqLWPUupFjNa74-FXo0RMBLJpFvWtYiCPJn6C3yG7bTNO2u6Tidrue0W13HQO_Usdtquuqg1bG6TtvzPNuZG-hqcXGr2baV5NhuyzId13XbBiJqDrg4qn5ni7_a_A_W9oMu hier klicken], abgerufen am 22.09.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.2.1 A. Materiell - unbeweglich 🏛️ ===&lt;br /&gt;
„Materiell - unbeweglich&amp;quot; bezeichnet ortsfeste Kulturobjekte wie Bauwerke, Ensembles, Gebäudekomplexe und Stätten/Kulturlandschaften, wie sie in Art. 1 der UNESCO-Welterbekonvention als Kategorien des kulturellen Erbes definiert sind.&amp;lt;ref&amp;gt;UNESCO World Heritage Centre o. J.: Convention Concerning the Protection of the World Cultural and Natural Heritage, Artikel 1. URL: https://whc.unesco.org/en/conventiontext/, abgerufen am 01.10.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.2.2 B. Materiell - beweglich 🖼️ ===&lt;br /&gt;
Umfasst bewegliche Sachen bzw. Sachgesamtheiten von kulturellem Wert (z. B. Objekte, Sammlungen), wie sie das deutsche Kulturgutschutzgesetz (§ 2 KGSG)&amp;lt;ref&amp;gt;Deutschland 2016: Kulturgutschutzgesetz (KGSG), § 2. URL: https://www.buzer.de/2_KGSG.htm, abgerufen am 01.10.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt; als „Kulturgut“ beschreibt.&lt;br /&gt;
* B1 '''Schriftgut''' - Bücher, Zeitungen, Handschriften, Archivgut, Graphiken, Pläne, Karten&lt;br /&gt;
* B2 '''Fotografien &amp;amp; Bildträger''' &lt;br /&gt;
** Fotografisch erzeugte statische Bildträger, auch Stillbildträger genannt, z. B. Positive/Negative auf Film/Platte/Photopapier, Dias, Abzüge, Mikrofilm/-fiche und vergleichbare fotografische Repro-Träger.&lt;br /&gt;
* B3 '''Analoge AV-Träger''' (Audio/Video/Film)&lt;br /&gt;
** Analoge zeitbasierte Medien, z. B. Magnetton (Tonband, Kassette), Schallplatte, Videobänder, Film.&lt;br /&gt;
* B4 '''3D-Objekte''' - Gegenstände, „sachkulturelle Artefakte“&amp;lt;ref&amp;gt;Sorbisches Institut o. J.: Konzept zum Digitalisierungszentrum am Sorbischen Institut, S. 24.&lt;br /&gt;
(Unveröffentlichtes Konzeptpapier; interne Projektunterlage.)&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.2.3 C. Immateriell 🎭 ===&lt;br /&gt;
Meint lebendige Praktiken, Darstellungen, Ausdrucksformen, Ideen, Werte, Wissen und Fertigkeiten, die von Gemeinschaften getragen und weitergegeben werden, gemäß der folgenden 5 UNESCO ICH-Domänen.&amp;lt;ref&amp;gt;UNESCO o. J.: Intangible Cultural Heritage – Five Domains. URL: https://ich.unesco.org/doc/src/01857-EN.pdf, abgerufen am 01.10.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* C1 '''Orale Traditionen/Ausdrucksformen''' - Sprache, Gesangstraditionen&lt;br /&gt;
* C2 '''Darstellende Künste''' - Musik, Tanz, Theater&lt;br /&gt;
* C3 '''Rituale &amp;amp; Feste''' - Bräuche und soziale Praktiken des Kalenders und Lebenslaufs&lt;br /&gt;
* C4 '''Wissen &amp;amp; Praktiken''' zu Natur &amp;amp; Universum - Heil- und Sammelkenntnisse, ökologisches und astronomisches Wissen, Glaube, Religion&lt;br /&gt;
* C5 '''Traditionelles Handwerk''' - Techniken, Werkzeuge und Gestaltungsmuster&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.2.4 D. Digital 💾 ===&lt;br /&gt;
Bezeichnet in digitaler Form vorliegende Ressourcen menschlichen Wissens und Ausdrucks. Diese können sowohl born-digital sein als auch digitalisierte Repräsentationen von materiellen und immateriellen Kulturgütern.&amp;lt;ref&amp;gt;UNESCO 2003: Charter on the Preservation of Digital Heritage. URL: https://www.unesco.org/en/legal-affairs/charter-preservation-digital-heritage, abgerufen am 01.10.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* D1 '''Born-digital''' (ursprünglich digital erzeugt, kein analoges Original), z. B. Webseiten, Social-Media-Beiträge, Software, Apps, Spiele, digitale Fotos/Audio/Video.&lt;br /&gt;
* D2 '''Digitalisate''' - Digitalisierte Repräsentationen/Derivate aus den Klassen A, B und C.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== 2.3 Prozess der Digitalisierung von Kulturerbe ==&lt;br /&gt;
Die Digitalisierung von Kulturgut ist kein rein technischer Arbeitsschritt, sondern ein vielschichtiger, oft langfristiger Prozess, der bereits mit der Wahrnehmung und Identifikation einer kulturellen Ausdrucksform beginnt. Ziel dieses Abschnitts ist es, diesen Gesamtprozess systematisch darzustellen: von der gelebten Kultur über das identifizierte Kulturgut bis hin zur digital nutzbaren Repräsentation.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die hier entwickelte Prozessdarstellung soll als praxisorientierter Überblick dienen für die Digitalisierung des sorbischen Kulturerbes. Sie berücksichtigt die Anforderungen sorbischer Einrichtungen ebenso wie die international etablierten Referenzmodelle und Standards, darunter:&lt;br /&gt;
* das OAIS-Referenzmodell (ISO 14721) für digitale Archivierung&amp;lt;ref&amp;gt;Consultative Committee for Space Data Systems (CCSDS) 2024: Reference Model for an Open Archival Information System (OAIS), CCSDS 650.0-M-3. URL: https://ccsds.org/Pubs/650x0m3.pdf, abgerufen am 01.10.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
* das DCC Curation Lifecycle Model für kuratorische Entscheidungsprozesse&amp;lt;ref&amp;gt;Higgins 2008: The DCC Curation Lifecycle Model. International Journal of Digital Curation, 3(1), 134-140. URL: https://ijdc.net/index.php/ijdc/article/view/48, abgerufen am 01.10.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
* das Spectrum-Modell für museale Objektverwaltung&amp;lt;ref&amp;gt;Collections Trust 2022. Spectrum 5.1 - The UK Museum Collections Management Standard. URL: https://collectionstrust.org.uk/spectrum/spectrum-5, abgerufen am 01.10.2025. &amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
* die UNESCO-Leitlinien zur Inventarisierung immateriellen Kulturerbes&amp;lt;ref&amp;gt;UNESCO 2024: Operational Directives for the Implementation of the Convention for the Safeguarding of the Intangible Cultural Heritage (10.GA). URL: https://ich.unesco.org/doc/src/ICH-Operational_Directives-10.GA_EN.pdf, abgerufen am 01.10.2025. &amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
* sowie technische Vorgaben wie die DFG-Praxisregeln Digitalisierung&amp;lt;ref&amp;gt;Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) 2022: Praxisregeln Digitalisierung (aktualisierte Fassung). URL: https://www.ulb.hhu.de/fileadmin/redaktion/ULB/Documents/Infomaterial/DFG_Praxisregeln_Digitalisierung_Aktualisierte_Fassung2022.pdf, abgerufen am 01.10.2025. &amp;lt;/ref&amp;gt; und die FADGI-Richtlinien&amp;lt;ref&amp;gt;Federal Agencies Digital Guidelines Initiative (FADGI) 2023: Technical Guidelines for Digitizing Cultural Heritage Materials – Still Image, 3rd ed. URL: https://www.digitizationguidelines.gov/guidelines/digitize-technical.html, abgerufen am 01.10.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Folge soll der sogenannte „Lebenslauf“ eines Kulturguts dargestellt werden, also der Weg, den ein Objekt oder eine kulturelle Praxis vom Zeitpunkt der Entstehung über die Erfassung, Digitalisierung und Archivierung bis zur Veröffentlichung in einem digitalen Präsentationsmodul durchläuft.&lt;br /&gt;
Hierfür erläutert der folgende Abschnitt die einzelnen Prozessschritte im Detail – jeweils mit Akteuren, Standards und Beispielen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.3.1 Vorüberlegungen zum Prozess ===&lt;br /&gt;
Im hier vorgestellten Prozess wird auf eine harte, systematische Filterung verzichtet, welche kulturellen Ausdrucksformen „nur“ Kultur und welche bereits Kulturgut sind. Ein solcher Bewertungs- und Abgrenzungsprozess wäre ressourcenintensiv und würde den vorhandenen Kapazitäten in den beteiligten Einrichtungen nicht entsprechen. Stattdessen folgt das Konzept einer inklusiven Logik: Alle dokumentierten Ausdrucksformen werden zunächst als potenzielle Kulturgüter erfasst. Eine feinere Auswahl und Priorisierung erfolgen erst in einem späteren Schritt, nämlich dann, wenn konkret entschieden wird, welche Ausdrucksformen bzw. Kulturgüter in welcher Tiefe digitalisiert, archiviert und präsentiert werden sollen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieses Vorgehen schließt an das RSK-Konzept an, das bewusst auf eine frühe normative Trennung zwischen „kultureller Ausdrucksform“ und „Kulturgut“ verzichtet. Auch hier steht zunächst der möglichst vollständige, strukturierte Überblick über die sorbischen Kulturgüter im Vordergrund. Die differenzierte Bewertung und Schwerpunktsetzung werden als anschließende fachliche Aufgabe verstanden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.3.2 Prozessschritte im Detail ===&lt;br /&gt;
Das folgende Diagramm gibt einen Überblick über die sechs Kernschritte im Digitalisierungsprozess von Kulturgut – von der ersten Entdeckung einer kulturellen Ausdrucksform bis zur Nutzung einer digitalen Repräsentation dieses Kulturguts. Die Abfolge bildet auch die Entwicklungsstufen ab: von gelebter Kultur zur kulturellen Ausdrucksform, von dort zum Kulturgut und schließlich zum digitalisierten Kulturgut.&lt;br /&gt;
[[Dataja:Wobraz_K3.png|center|600px]]&amp;lt;ref&amp;gt;Mermaid Flowchart Code: [https://mermaid.live/edit#pako:eNplkk1OwzAQha8yGqmbkloxSZs2CyTa8LOphIAVhIVJpolF4iDH4a_qbXqTXgzHFdAKr2y97703lmaNWZMTxriqmvesFNrAfZIqgPPHFIdDzuBO1DVVajhM8QlGozOYO-WUwS0VsjVakqa93Pvmjlk4JmAwp3fS5kCHwQAWjkkcE_Y5WWkIXqrd9jBpT138UIkspBGVbI_7-rwLR146csLgRryQ-U8lMGLwTG1WapLPpHKCZQLMOY9ch7m2VxiSpOAEjJ1TSev_M_bkvv3KtY8ZnOuslG_H9VcOuf4dUO-2LamjGdHDQsscY6M78rAmXYv-ies-IEVTUk0pxvaa00p0lUkxVRtrexXqoWnqH6duuqLEeCWq1r6619zOn0hRaPGH9J_Xi6ZTBuOxS8B4jR8YhxGLeDThkR-EM37KuYefFmHTaOz7fOZHQTidBMHGwy9X6VslnNnDw4jPuB8GHlIuTaOX-7Vy27X5Bh_Osqo hier klicken], abgerufen am 22.09.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Kernprozess verdeutlicht, dass Digitalisierung mehr ist als Technik: Sie ist ein komplexer, vielfältig verantworteter kultureller Transformationsprozess. Jeder Schritt kann durch unterschiedliche Akteure getragen sein und erfordert spezifisches Fachwissen. Ziel der nachfolgenden Beschreibung ist es, die Prozessschritte nachvollziehbar und anschlussfähig für die Praxis Einrichtungen darzustellen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Referenzen ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Měrko Šenk</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://koncept.serbski-inkubator.de/index.php?title=12.3_Digitalisierung_des_Kulturerbes&amp;diff=1036</id>
		<title>12.3 Digitalisierung des Kulturerbes</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://koncept.serbski-inkubator.de/index.php?title=12.3_Digitalisierung_des_Kulturerbes&amp;diff=1036"/>
		<updated>2026-01-08T16:54:25Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Měrko Šenk: /* 2.1.4 Kulturerbe */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;= 1 Einleitung =&lt;br /&gt;
Die Digitalisierung von sorbischem Kulturerbe ist eine historische Chance für uns Sorben, eine Chance, unser kulturelles Erbe neu zu entdecken, es für kommende Generationen zu erhalten, für eine breitere Öffentlichkeit zugänglich zu machen und dabei die eigene Deutungshoheit zu stärken. Das erfordert neben Mut, einer klaren gemeinsamen Vision, starker Zusammenarbeit zwischen den beteiligten Akteuren auch die notwendigen Ressourcen in Form von Personal mit entsprechenden Kompetenzen, passender Technik sowie einer nachhaltig gesicherten Finanzierung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im folgenden Abschnitt werden Zielbilder für die Digitalisierung des sorbischen Kulturerbes entworfen mittels lang- und kurzfristiger Visionen sowie konkreter Ziele.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== 1.1 Visionen und Ziele für die sorbische digitale Welt ==&lt;br /&gt;
'''Vision 2035'''&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
''Sorbisches materielles und immaterielles Kulturerbe ist systematisch digital erfasst, rechtssicher und langfristig gesichert, leicht auffindbar, offen nutzbar und wird aktiv von Interessierten genutzt.''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Konkrete Visionen'''&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Bis 2032 ist ein tragfähiges, finanziell und organisatorisch abgesichertes Modell etabliert, das:&lt;br /&gt;
* Ein zentrales (oder föderiertes) digitales Langzeitarchiv nach OAIS-Referenzmodell betreibt,&lt;br /&gt;
* klare Zuständigkeiten, Prozesse und Budgets definiert,&lt;br /&gt;
* regelmäßige Qualitätssicherung und Technik-Updates vorsieht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bis 2030 sind wichtige sorbische Kulturerbe-Bestände (Kernbestände nach fachlicher Festlegung) in hoher Qualität digitalisiert, beschrieben und im Langzeitarchiv gesichert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bis 2028 liegt eine institutionenübergreifende Übersicht über relevante Kulturerbe-Bestände (analog und digital, materiell und immateriell) vor, einschließlich einer Prioritätenliste für die Digitalisierung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bis 2028 existiert ein zentrales, nutzerfreundliches „Sorbisches Kulturerbe-Portal“, das:&lt;br /&gt;
* Suchzugang über alle teilnehmenden Institutionen ermöglicht,&lt;br /&gt;
* grundlegende Inhalte frei zugänglich bereitstellt,&lt;br /&gt;
* mehrsprachige Oberflächen anbietet (Deutsch, Obersorbisch, Niedersorbisch, Englisch).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= 2 IST-Analyse „Digitalisierung von Kulturerbe“ =&lt;br /&gt;
Das Ziel in diesem Themenbereich ist es, sorbisches Kulturerbe digital zu verwalten und damit langfristig für Recherche, Nutzung und Präsentation vorzuhalten.&lt;br /&gt;
Was ist sorbischen Kulturerbe und was zählt alles dazu? Welche Schritte durchläuft ein Kulturgut, um zum digitalen Kulturerbe zu gehören? Wie können die digitale Verwaltung, Archivierung, Nutzung und Präsentation von Kulturgütern umgesetzt werden?&lt;br /&gt;
Diese Fragen sollen im Folgenden beantwortet werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== 2.1 Terminologie – von Kultur zu Kulturerbe ==&lt;br /&gt;
In diesem Abschnitt werden die Begriffe rund um das Kulturerbe grundlegend definiert. Es soll ein Verständnis über die Begriffe Kultur, kulturelle Ausprägung, Kulturgut und Kulturerbe erreicht werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Dataja:Wobraz_K1.png|center|260px]]&amp;lt;ref&amp;gt;Mermaid Flowchart Code: [https://mermaid.live/edit#pako:eNpF0UtuwyAQBuCroFlaTuRHTGMvKuWxq7pqV627IGZso2CIMChtk9ymN-nFimmasmJGfP-AOEGjOUIFrdTHpmfGkudtrWpF_Fq9RtGDk9aZKHojU-_aJ7PZ_bmGgSnR4mgFejaKpidC1XAmq8zDfYAoJZKVG7lxzX5stRl81C0_uwYdheGEubHD4_dXLy1hcpyC1rcLdM4GOLH1Ve2E5Gj9TPLkhgEnsLkBNDsMAmLojOBQWeMwhgHNwKYSTuFBYHucbOW3HFvmcQ21unh2YOpF6-FPGu26HqrW381X7sCZxa1gnWH_R1BxNBvtlIUqTUMEVCd49xVdzpeLMs1pXmRFXiY0hg-o8iyZL_LFXZaVSTJ1LzF8hqHJnBZ5WhZLWt5RmtIsBuTCavP4-2Hh3y4_NXaMmw hier klicken], abgerufen am 22.09.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.1.1 Kultur ===&lt;br /&gt;
Kultur bezeichnet hier die Gesamtheit aller vom Menschen geschaffenen und erlernten Ausdrucksformen des Lebens, die auf gemeinsamen Werten und Verhaltensweisen beruhen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;wiki-kultur&amp;quot;&amp;gt;URL: https://de.wikipedia.org/wiki/Kultur&amp;lt;/ref&amp;gt; Dazu zählen materielle Ergebnisse (z. B. Kunstwerke, Technik) ebenso wie immaterielle Praktiken (Sprache, Bräuche, Wissen). Kultur umfasst laut der UNESCO geistige, materielle, intellektuelle und emotionale Merkmale, die eine Gesellschaft oder soziale Gruppe kennzeichnen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;mondiacult&amp;quot;&amp;gt;UNESCO 1982: Mexico City Declaration on Cultural Policies (MONDIACULT). URL: https://www.lacult.unesco.org/docc/1982_MONDIACULT.pdf&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;ref name=&amp;quot;cultureaction&amp;quot;&amp;gt;Culture Action Europe 2024: The State of Culture report. URL: https://cultureactioneurope.org/de/news/the-state-of-culture-report-published, abgerufen am 01.10.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;  Sie ist dynamisch und wird von jeder Generation neu gestaltet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das deutsche Wort „Kultur“ ist eine Eindeutschung des lateinischen Worts „cultura“. Dieses bedeutet ursprünglich „Bebauung, Bearbeitung, Bestellung, Pflege“ und meinte sowohl die physische Bearbeitung als auch die Pflege geistiger Güter, z. B. der Sprache.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.1.2 Kulturelle Ausdrucksform ===&lt;br /&gt;
Eine kulturelle Ausdrucksform ist eine konkrete, gegenwärtige oder historische, Manifestation von Kultur, bspw. eine Zeichnung, eine Tracht oder ein Lied: Sie macht die Kultur sichtbar und erlebbar. Im engeren Sinne ist es eine Ausdrucksweise, die aus der Kreativität einer Person, Gruppe oder Gesellschaft entsteht und kulturellen Inhalt trägt (symbolische Bedeutung, künstlerische Dimension, kulturelle Werte).&amp;lt;ref&amp;gt;Österreichische UNESCO-Kommission 2007: Übereinkommen zum Schutz und zur Förderung der Vielfalt kultureller Ausdrucksformen, Art. 4, Seite 13. URL: https://www.unesco.at/fileadmin/Redaktion/Publikationen/Publikations-Dokumente/2005er_UNESCO-Convention_German.pdf, abgerufen am 22.09.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt; Sie wird innerhalb und zwischen Gemeinschaften weitergegeben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Alle kulturellen Ausdrucksformen bilden einen wesentlichen Kern von Kultur, aber Kultur enthält auch latente Dimensionen (Werte, Normen, Vorannahmen etc.), die nicht unmittelbar als Ausdrucksform erscheinen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.1.3 Kulturgut ===&lt;br /&gt;
Ein „Kulturgut“ ist eine einzelne kulturelle Ausdrucksform, der ein besonderer kultureller Wert zugemessen wird (durch Anerkennung, Schutz, Bedeutung). Es ist somit ein Erzeugnis menschlicher Kreativität oder Zeugnis menschlichen Lebens, welches Bedeutung für die Kultur einer Gemeinschaft hat und daher Bestand haben und bewahrt werden soll.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Summe aller Kulturgüter einer Gemeinschaft wird als dessen Kulturerbe bezeichnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.1.4 Kulturerbe ===&lt;br /&gt;
Kulturerbe ist die Summe der materiellen und immateriellen Ausdrucksformen (= Kulturgüter) einer Kultur, die als „bewahrenswert“ anerkannt wurden. International umfasst das u. a. das Welterbe (Denkmäler, Ensembles, Stätten)&amp;lt;ref&amp;gt;UNESCO (1972), Welterbekonvention, Art. 1. URL: https://www.dnk.de/wp-content/uploads/2021/02/1972_DNK_UNESCO-Welterbekonvention.pdf (abgerufen am 11.09.2025).&amp;lt;/ref&amp;gt; und das Immaterielles Kulturerbe (Praktiken, Wissen).&amp;lt;ref&amp;gt;Deutsche UNESCO-Kommission o. J.:, Übereinkommen zur Erhaltung des immateriellen Kulturerbes (dt. Ausgabe). URL: https://www.unesco.de/assets/dokumente/Deutsche_UNESCO-Kommission/02_Publikationen/Publikation_UNESCO-%C3%9Cbereinkommen_zur_Erhaltung_des_immateriellen_Kulturerbes_01.pdf, (abgerufen am 11.09.2025).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ob etwas „zum Kulturerbe“ zählt, ist Ergebnis von Bewertung, Diskurs und teils formellen Verfahren. Dem Sorbischen Kulturregister (SKR) zufolge ist „sorbisch-wendisches Kulturerbe“ eine Zuschreibung, die durch Gesellschaft, Museen, Archive und Wissenschaft erfolgen kann.&amp;lt;ref&amp;gt;Sorbisches Institut 2025: Konzept für ein Sorbisches Kulturregister (SKR). URL: https://www.serbski-institut.de/wp-content/uploa ds/2021/11/00_Zweite-aktualisierte-Fassung_Konzept_Sorbisches-Kulturregister_20.11.2025.pdf, abgerufen am 20.11.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.1.5 Abgrenzung: Kultur und Kulturerbe ===&lt;br /&gt;
Kultur / Kulturelle Ausdrucksform sind als Begriffe weiter gefasst als Kulturgut / Kulturerbe. Kulturelle Ausdrucksformen umfassen alles Gelebte und Gestaltete einer Gemeinschaft in Gegenwart und Vergangenheit, während Kulturgut / Kulturerbe diejenigen kulturellen Güter und Traditionen meint, denen eine Bedeutung beigemessen wurde und die als bewahrens- und weitergebenswert erkannt wurden. Kultur ist der „aktuelle“ kreative Prozess (einschließlich Popkultur, Alltagskultur), Kulturerbe der daraus überkommene Schatz. Dennoch sind die Grenzen fließend: Was heute nur Kultur ist, kann morgen zum Kulturerbe erklärt werden – abhängig von Wertzuschreibung und Diskurs.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Rahmen dieses Dokuments werden für den sorbischen Kontext die Begriffe „kulturelle Ausdrucksform“ und „Kulturgut“ weitgehend synonym verwendet, sofern nicht ausdrücklich anders gekennzeichnet. Hintergrund ist, dass die Gesamtzahl der identifizierbaren kulturellen Ausdrucksformen einer kleinen Minderheit wie der Sorben/Wenden im Vergleich zu großen Mehrheitsgesellschaften überschaubar ist. Zugleich ist der Anteil dieser Ausdrucksformen, denen in der Community ein besonderer Wert beigemessen wird und die daher faktisch als Kulturgut wahrgenommen und behandelt werden, sehr hoch: Ein großer Teil des gelebten kulturellen Repertoires wird als identitätsstiftend und bewahrenswert verstanden und damit dem Kulturerbe zugerechnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== 2.2 Klassifizierung von Kulturgütern ==&lt;br /&gt;
Im Folgenden soll eine griffige Klassifizierung von Kulturgütern entwickelt werden, so dass pro Kulturgut-Klasse später auf die Besonderheiten ihrer Digitalisierung eingegangen werden kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Dataja:Wobraz_K2.png|center|600px]]&amp;lt;ref&amp;gt;Mermaid Flowchart Code: [https://mermaid.live/edit#pako:eNptlM9u00AQxl9ltFWoFDlp_C9OjISU2KSgUCq1BSRIDxt77Syxd6v1mkKjSDwBlThw4YCEeuXOoeLSN-EF4BHYjZOQQG67-32_2ZnZsWco4jFBPqrVZpRR6cNsP8n4ZTTBQu7rHVP66QWOKEvV3nQM2BeYTf8eea35fF6rjdiIrUl4cjJiAMPDV_X6sMxkKdJS1uvnvu9PtRGgp5ReE46wJIKSLIOf779CycbkkqQZjSb1Ovz-cv351_drDWGN9BXS_xfZBj7dLoGxBgIFBE14nOcrZGH68E07Iu0IlSNsQkhTKnGlfvyh1bjKcngIjcYD6G2s-xvrYGMdLuuqAFOXZ0IflzFh0xxn5OBU3t1ISZhqw6KaKpo29k04jSaCJrLq0oZsa9mCAZc8FTihhBnQp1ksxd1NSsS22dFmG3oMZzwl0HveONtlc7XNATtsHI9fk6kkC3nRsKoqnVNgwrFQaUOvLGJRRtMi4SJfZ790WtppQYhFIVV7CYsJDO9uWbEMujbqOgIbTqgsddB7MCD_eXT6gQMvaFEQBlclPMVqcA6eMfqGiKLMt926isCFM4FjKiln-voCHmEWXxIxXZcUVo-jSwrVe3DBGvHqtc83DLqS0FpNAi3wRluiDBdFSBIYQ0KzzN_r265jPjQinnHh7yVJYhRS8ClZKfe3KLyk2oHneuEuqlK2qWhJWYPOwGnvoiplm4qXVMd17V5rF1UpikIGSgWNkS9FSQyUE5FjvUUzHXGE5ITkZIR8tYxJgtVXPEIjNlfYBWYvOc9XpOBlOkF-grNC7cqLWPUupFjNa74-FXo0RMBLJpFvWtYiCPJn6C3yG7bTNO2u6Tidrue0W13HQO_Usdtquuqg1bG6TtvzPNuZG-hqcXGr2baV5NhuyzId13XbBiJqDrg4qn5ni7_a_A_W9oMu hier klicken], abgerufen am 22.09.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.2.1 A. Materiell - unbeweglich 🏛️ ===&lt;br /&gt;
„Materiell - unbeweglich&amp;quot; bezeichnet ortsfeste Kulturobjekte wie Bauwerke, Ensembles, Gebäudekomplexe und Stätten/Kulturlandschaften, wie sie in Art. 1 der UNESCO-Welterbekonvention als Kategorien des kulturellen Erbes definiert sind.&amp;lt;ref&amp;gt;UNESCO World Heritage Centre o. J.: Convention Concerning the Protection of the World Cultural and Natural Heritage, Artikel 1. URL: https://whc.unesco.org/en/conventiontext/, abgerufen am 01.10.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.2.2 B. Materiell - beweglich 🖼️ ===&lt;br /&gt;
Umfasst bewegliche Sachen bzw. Sachgesamtheiten von kulturellem Wert (z. B. Objekte, Sammlungen), wie sie das deutsche Kulturgutschutzgesetz (§ 2 KGSG)&amp;lt;ref&amp;gt;Deutschland 2016: Kulturgutschutzgesetz (KGSG), § 2. URL: https://www.buzer.de/2_KGSG.htm, abgerufen am 01.10.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt; als „Kulturgut“ beschreibt.&lt;br /&gt;
* B1 '''Schriftgut''' - Bücher, Zeitungen, Handschriften, Archivgut, Graphiken, Pläne, Karten&lt;br /&gt;
* B2 '''Fotografien &amp;amp; Bildträger''' &lt;br /&gt;
** Fotografisch erzeugte statische Bildträger, auch Stillbildträger genannt, z. B. Positive/Negative auf Film/Platte/Photopapier, Dias, Abzüge, Mikrofilm/-fiche und vergleichbare fotografische Repro-Träger.&lt;br /&gt;
* B3 '''Analoge AV-Träger''' (Audio/Video/Film)&lt;br /&gt;
** Analoge zeitbasierte Medien, z. B. Magnetton (Tonband, Kassette), Schallplatte, Videobänder, Film.&lt;br /&gt;
* B4 '''3D-Objekte''' - Gegenstände, „sachkulturelle Artefakte“&amp;lt;ref&amp;gt;Sorbisches Institut o. J.: Konzept zum Digitalisierungszentrum am Sorbischen Institut, S. 24.&lt;br /&gt;
(Unveröffentlichtes Konzeptpapier; interne Projektunterlage.)&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.2.3 C. Immateriell 🎭 ===&lt;br /&gt;
Meint lebendige Praktiken, Darstellungen, Ausdrucksformen, Ideen, Werte, Wissen und Fertigkeiten, die von Gemeinschaften getragen und weitergegeben werden, gemäß der folgenden 5 UNESCO ICH-Domänen.&amp;lt;ref&amp;gt;UNESCO o. J.: Intangible Cultural Heritage – Five Domains. URL: https://ich.unesco.org/doc/src/01857-EN.pdf, abgerufen am 01.10.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* C1 '''Orale Traditionen/Ausdrucksformen''' - Sprache, Gesangstraditionen&lt;br /&gt;
* C2 '''Darstellende Künste''' - Musik, Tanz, Theater&lt;br /&gt;
* C3 '''Rituale &amp;amp; Feste''' - Bräuche und soziale Praktiken des Kalenders und Lebenslaufs&lt;br /&gt;
* C4 '''Wissen &amp;amp; Praktiken''' zu Natur &amp;amp; Universum - Heil- und Sammelkenntnisse, ökologisches und astronomisches Wissen, Glaube, Religion&lt;br /&gt;
* C5 '''Traditionelles Handwerk''' - Techniken, Werkzeuge und Gestaltungsmuster&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.2.4 D. Digital 💾 ===&lt;br /&gt;
Bezeichnet in digitaler Form vorliegende Ressourcen menschlichen Wissens und Ausdrucks. Diese können sowohl born-digital sein als auch digitalisierte Repräsentationen von materiellen und immateriellen Kulturgütern.&amp;lt;ref&amp;gt;UNESCO 2003: Charter on the Preservation of Digital Heritage. URL: https://www.unesco.org/en/legal-affairs/charter-preservation-digital-heritage, abgerufen am 01.10.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* D1 '''Born-digital''' (ursprünglich digital erzeugt, kein analoges Original), z. B. Webseiten, Social-Media-Beiträge, Software, Apps, Spiele, digitale Fotos/Audio/Video.&lt;br /&gt;
* D2 '''Digitalisate''' - Digitalisierte Repräsentationen/Derivate aus den Klassen A, B und C.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== 2.3 Prozess der Digitalisierung von Kulturerbe ==&lt;br /&gt;
Die Digitalisierung von Kulturgut ist kein rein technischer Arbeitsschritt, sondern ein vielschichtiger, oft langfristiger Prozess, der bereits mit der Wahrnehmung und Identifikation einer kulturellen Ausdrucksform beginnt. Ziel dieses Abschnitts ist es, diesen Gesamtprozess systematisch darzustellen: von der gelebten Kultur über das identifizierte Kulturgut bis hin zur digital nutzbaren Repräsentation.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die hier entwickelte Prozessdarstellung soll als praxisorientierter Überblick dienen für die Digitalisierung des sorbischen Kulturerbes. Sie berücksichtigt die Anforderungen sorbischer Einrichtungen ebenso wie die international etablierten Referenzmodelle und Standards, darunter:&lt;br /&gt;
* das OAIS-Referenzmodell (ISO 14721) für digitale Archivierung&amp;lt;ref&amp;gt;Consultative Committee for Space Data Systems (CCSDS) 2024: Reference Model for an Open Archival Information System (OAIS), CCSDS 650.0-M-3. URL: https://ccsds.org/Pubs/650x0m3.pdf, abgerufen am 01.10.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
* das DCC Curation Lifecycle Model für kuratorische Entscheidungsprozesse&amp;lt;ref&amp;gt;Higgins 2008: The DCC Curation Lifecycle Model. International Journal of Digital Curation, 3(1), 134-140. URL: https://ijdc.net/index.php/ijdc/article/view/48, abgerufen am 01.10.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
* das Spectrum-Modell für museale Objektverwaltung&amp;lt;ref&amp;gt;Collections Trust 2022. Spectrum 5.1 - The UK Museum Collections Management Standard. URL: https://collectionstrust.org.uk/spectrum/spectrum-5, abgerufen am 01.10.2025. &amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
* die UNESCO-Leitlinien zur Inventarisierung immateriellen Kulturerbes&amp;lt;ref&amp;gt;UNESCO 2024: Operational Directives for the Implementation of the Convention for the Safeguarding of the Intangible Cultural Heritage (10.GA). URL: https://ich.unesco.org/doc/src/ICH-Operational_Directives-10.GA_EN.pdf, abgerufen am 01.10.2025. &amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
* sowie technische Vorgaben wie die DFG-Praxisregeln Digitalisierung&amp;lt;ref&amp;gt;Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) 2022: Praxisregeln Digitalisierung (aktualisierte Fassung). URL: https://www.ulb.hhu.de/fileadmin/redaktion/ULB/Documents/Infomaterial/DFG_Praxisregeln_Digitalisierung_Aktualisierte_Fassung2022.pdf, abgerufen am 01.10.2025. &amp;lt;/ref&amp;gt; und die FADGI-Richtlinien&amp;lt;ref&amp;gt;Federal Agencies Digital Guidelines Initiative (FADGI) 2023: Technical Guidelines for Digitizing Cultural Heritage Materials – Still Image, 3rd ed. URL: https://www.digitizationguidelines.gov/guidelines/digitize-technical.html, abgerufen am 01.10.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Folge soll der sogenannte „Lebenslauf“ eines Kulturguts dargestellt werden, also der Weg, den ein Objekt oder eine kulturelle Praxis vom Zeitpunkt der Entstehung über die Erfassung, Digitalisierung und Archivierung bis zur Veröffentlichung in einem digitalen Präsentationsmodul durchläuft.&lt;br /&gt;
Hierfür erläutert der folgende Abschnitt die einzelnen Prozessschritte im Detail – jeweils mit Akteuren, Standards und Beispielen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.3.1 Vorüberlegungen zum Prozess ===&lt;br /&gt;
Im hier vorgestellten Prozess wird auf eine harte, systematische Filterung verzichtet, welche kulturellen Ausdrucksformen „nur“ Kultur und welche bereits Kulturgut sind. Ein solcher Bewertungs- und Abgrenzungsprozess wäre ressourcenintensiv und würde den vorhandenen Kapazitäten in den beteiligten Einrichtungen nicht entsprechen. Stattdessen folgt das Konzept einer inklusiven Logik: Alle dokumentierten Ausdrucksformen werden zunächst als potenzielle Kulturgüter erfasst. Eine feinere Auswahl und Priorisierung erfolgen erst in einem späteren Schritt, nämlich dann, wenn konkret entschieden wird, welche Ausdrucksformen bzw. Kulturgüter in welcher Tiefe digitalisiert, archiviert und präsentiert werden sollen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieses Vorgehen schließt an das RSK-Konzept an, das bewusst auf eine frühe normative Trennung zwischen „kultureller Ausdrucksform“ und „Kulturgut“ verzichtet. Auch hier steht zunächst der möglichst vollständige, strukturierte Überblick über die sorbischen Kulturgüter im Vordergrund. Die differenzierte Bewertung und Schwerpunktsetzung werden als anschließende fachliche Aufgabe verstanden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.3.2 Prozessschritte im Detail ===&lt;br /&gt;
Das folgende Diagramm gibt einen Überblick über die sechs Kernschritte im Digitalisierungsprozess von Kulturgut – von der ersten Entdeckung einer kulturellen Ausdrucksform bis zur Nutzung einer digitalen Repräsentation dieses Kulturguts. Die Abfolge bildet auch die Entwicklungsstufen ab: von gelebter Kultur zur kulturellen Ausdrucksform, von dort zum Kulturgut und schließlich zum digitalisierten Kulturgut.&lt;br /&gt;
[[Dataja:Wobraz_K3.png|center|600px]]&amp;lt;ref&amp;gt;Mermaid Flowchart Code: [https://mermaid.live/edit#pako:eNplkk1OwzAQha8yGqmbkloxSZs2CyTa8LOphIAVhIVJpolF4iDH4a_qbXqTXgzHFdAKr2y97703lmaNWZMTxriqmvesFNrAfZIqgPPHFIdDzuBO1DVVajhM8QlGozOYO-WUwS0VsjVakqa93Pvmjlk4JmAwp3fS5kCHwQAWjkkcE_Y5WWkIXqrd9jBpT138UIkspBGVbI_7-rwLR146csLgRryQ-U8lMGLwTG1WapLPpHKCZQLMOY9ch7m2VxiSpOAEjJ1TSev_M_bkvv3KtY8ZnOuslG_H9VcOuf4dUO-2LamjGdHDQsscY6M78rAmXYv-ies-IEVTUk0pxvaa00p0lUkxVRtrexXqoWnqH6duuqLEeCWq1r6619zOn0hRaPGH9J_Xi6ZTBuOxS8B4jR8YhxGLeDThkR-EM37KuYefFmHTaOz7fOZHQTidBMHGwy9X6VslnNnDw4jPuB8GHlIuTaOX-7Vy27X5Bh_Osqo hier klicken], abgerufen am 22.09.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Kernprozess verdeutlicht, dass Digitalisierung mehr ist als Technik: Sie ist ein komplexer, vielfältig verantworteter kultureller Transformationsprozess. Jeder Schritt kann durch unterschiedliche Akteure getragen sein und erfordert spezifisches Fachwissen. Ziel der nachfolgenden Beschreibung ist es, die Prozessschritte nachvollziehbar und anschlussfähig für die Praxis Einrichtungen darzustellen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Referenzen ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Měrko Šenk</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://koncept.serbski-inkubator.de/index.php?title=12.3_Digitalisierung_des_Kulturerbes&amp;diff=1035</id>
		<title>12.3 Digitalisierung des Kulturerbes</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://koncept.serbski-inkubator.de/index.php?title=12.3_Digitalisierung_des_Kulturerbes&amp;diff=1035"/>
		<updated>2026-01-08T16:44:59Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Měrko Šenk: /* 2.2.4 D. Digital 💾 */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;= 1 Einleitung =&lt;br /&gt;
Die Digitalisierung von sorbischem Kulturerbe ist eine historische Chance für uns Sorben, eine Chance, unser kulturelles Erbe neu zu entdecken, es für kommende Generationen zu erhalten, für eine breitere Öffentlichkeit zugänglich zu machen und dabei die eigene Deutungshoheit zu stärken. Das erfordert neben Mut, einer klaren gemeinsamen Vision, starker Zusammenarbeit zwischen den beteiligten Akteuren auch die notwendigen Ressourcen in Form von Personal mit entsprechenden Kompetenzen, passender Technik sowie einer nachhaltig gesicherten Finanzierung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im folgenden Abschnitt werden Zielbilder für die Digitalisierung des sorbischen Kulturerbes entworfen mittels lang- und kurzfristiger Visionen sowie konkreter Ziele.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== 1.1 Visionen und Ziele für die sorbische digitale Welt ==&lt;br /&gt;
'''Vision 2035'''&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
''Sorbisches materielles und immaterielles Kulturerbe ist systematisch digital erfasst, rechtssicher und langfristig gesichert, leicht auffindbar, offen nutzbar und wird aktiv von Interessierten genutzt.''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Konkrete Visionen'''&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Bis 2032 ist ein tragfähiges, finanziell und organisatorisch abgesichertes Modell etabliert, das:&lt;br /&gt;
* Ein zentrales (oder föderiertes) digitales Langzeitarchiv nach OAIS-Referenzmodell betreibt,&lt;br /&gt;
* klare Zuständigkeiten, Prozesse und Budgets definiert,&lt;br /&gt;
* regelmäßige Qualitätssicherung und Technik-Updates vorsieht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bis 2030 sind wichtige sorbische Kulturerbe-Bestände (Kernbestände nach fachlicher Festlegung) in hoher Qualität digitalisiert, beschrieben und im Langzeitarchiv gesichert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bis 2028 liegt eine institutionenübergreifende Übersicht über relevante Kulturerbe-Bestände (analog und digital, materiell und immateriell) vor, einschließlich einer Prioritätenliste für die Digitalisierung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bis 2028 existiert ein zentrales, nutzerfreundliches „Sorbisches Kulturerbe-Portal“, das:&lt;br /&gt;
* Suchzugang über alle teilnehmenden Institutionen ermöglicht,&lt;br /&gt;
* grundlegende Inhalte frei zugänglich bereitstellt,&lt;br /&gt;
* mehrsprachige Oberflächen anbietet (Deutsch, Obersorbisch, Niedersorbisch, Englisch).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= 2 IST-Analyse „Digitalisierung von Kulturerbe“ =&lt;br /&gt;
Das Ziel in diesem Themenbereich ist es, sorbisches Kulturerbe digital zu verwalten und damit langfristig für Recherche, Nutzung und Präsentation vorzuhalten.&lt;br /&gt;
Was ist sorbischen Kulturerbe und was zählt alles dazu? Welche Schritte durchläuft ein Kulturgut, um zum digitalen Kulturerbe zu gehören? Wie können die digitale Verwaltung, Archivierung, Nutzung und Präsentation von Kulturgütern umgesetzt werden?&lt;br /&gt;
Diese Fragen sollen im Folgenden beantwortet werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== 2.1 Terminologie – von Kultur zu Kulturerbe ==&lt;br /&gt;
In diesem Abschnitt werden die Begriffe rund um das Kulturerbe grundlegend definiert. Es soll ein Verständnis über die Begriffe Kultur, kulturelle Ausprägung, Kulturgut und Kulturerbe erreicht werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Dataja:Wobraz_K1.png|center|260px]]&amp;lt;ref&amp;gt;Mermaid Flowchart Code: [https://mermaid.live/edit#pako:eNpF0UtuwyAQBuCroFlaTuRHTGMvKuWxq7pqV627IGZso2CIMChtk9ymN-nFimmasmJGfP-AOEGjOUIFrdTHpmfGkudtrWpF_Fq9RtGDk9aZKHojU-_aJ7PZ_bmGgSnR4mgFejaKpidC1XAmq8zDfYAoJZKVG7lxzX5stRl81C0_uwYdheGEubHD4_dXLy1hcpyC1rcLdM4GOLH1Ve2E5Gj9TPLkhgEnsLkBNDsMAmLojOBQWeMwhgHNwKYSTuFBYHucbOW3HFvmcQ21unh2YOpF6-FPGu26HqrW381X7sCZxa1gnWH_R1BxNBvtlIUqTUMEVCd49xVdzpeLMs1pXmRFXiY0hg-o8iyZL_LFXZaVSTJ1LzF8hqHJnBZ5WhZLWt5RmtIsBuTCavP4-2Hh3y4_NXaMmw hier klicken], abgerufen am 22.09.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.1.1 Kultur ===&lt;br /&gt;
Kultur bezeichnet hier die Gesamtheit aller vom Menschen geschaffenen und erlernten Ausdrucksformen des Lebens, die auf gemeinsamen Werten und Verhaltensweisen beruhen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;wiki-kultur&amp;quot;&amp;gt;URL: https://de.wikipedia.org/wiki/Kultur&amp;lt;/ref&amp;gt; Dazu zählen materielle Ergebnisse (z. B. Kunstwerke, Technik) ebenso wie immaterielle Praktiken (Sprache, Bräuche, Wissen). Kultur umfasst laut der UNESCO geistige, materielle, intellektuelle und emotionale Merkmale, die eine Gesellschaft oder soziale Gruppe kennzeichnen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;mondiacult&amp;quot;&amp;gt;UNESCO 1982: Mexico City Declaration on Cultural Policies (MONDIACULT). URL: https://www.lacult.unesco.org/docc/1982_MONDIACULT.pdf&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;ref name=&amp;quot;cultureaction&amp;quot;&amp;gt;Culture Action Europe 2024: The State of Culture report. URL: https://cultureactioneurope.org/de/news/the-state-of-culture-report-published, abgerufen am 01.10.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;  Sie ist dynamisch und wird von jeder Generation neu gestaltet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das deutsche Wort „Kultur“ ist eine Eindeutschung des lateinischen Worts „cultura“. Dieses bedeutet ursprünglich „Bebauung, Bearbeitung, Bestellung, Pflege“ und meinte sowohl die physische Bearbeitung als auch die Pflege geistiger Güter, z. B. der Sprache.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.1.2 Kulturelle Ausdrucksform ===&lt;br /&gt;
Eine kulturelle Ausdrucksform ist eine konkrete, gegenwärtige oder historische, Manifestation von Kultur, bspw. eine Zeichnung, eine Tracht oder ein Lied: Sie macht die Kultur sichtbar und erlebbar. Im engeren Sinne ist es eine Ausdrucksweise, die aus der Kreativität einer Person, Gruppe oder Gesellschaft entsteht und kulturellen Inhalt trägt (symbolische Bedeutung, künstlerische Dimension, kulturelle Werte).&amp;lt;ref&amp;gt;Österreichische UNESCO-Kommission 2007: Übereinkommen zum Schutz und zur Förderung der Vielfalt kultureller Ausdrucksformen, Art. 4, Seite 13. URL: https://www.unesco.at/fileadmin/Redaktion/Publikationen/Publikations-Dokumente/2005er_UNESCO-Convention_German.pdf, abgerufen am 22.09.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt; Sie wird innerhalb und zwischen Gemeinschaften weitergegeben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Alle kulturellen Ausdrucksformen bilden einen wesentlichen Kern von Kultur, aber Kultur enthält auch latente Dimensionen (Werte, Normen, Vorannahmen etc.), die nicht unmittelbar als Ausdrucksform erscheinen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.1.3 Kulturgut ===&lt;br /&gt;
Ein „Kulturgut“ ist eine einzelne kulturelle Ausdrucksform, der ein besonderer kultureller Wert zugemessen wird (durch Anerkennung, Schutz, Bedeutung). Es ist somit ein Erzeugnis menschlicher Kreativität oder Zeugnis menschlichen Lebens, welches Bedeutung für die Kultur einer Gemeinschaft hat und daher Bestand haben und bewahrt werden soll.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Summe aller Kulturgüter einer Gemeinschaft wird als dessen Kulturerbe bezeichnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.1.4 Kulturerbe ===&lt;br /&gt;
Kulturerbe ist die Summe der materiellen und immateriellen Ausdrucksformen (= Kulturgüter) einer Kultur, die als „bewahrenswert“ anerkannt wurden. International umfasst das u. a. das Welterbe (Denkmäler, Ensembles, Stätten)&amp;lt;ref&amp;gt;UNESCO (1972), Welterbekonvention, Art. 1. URL: https://www.dnk.de/wp-content/uploads/2021/02/1972_DNK_UNESCO-Welterbekonvention.pdf (abgerufen am 11.09.2025).&amp;lt;/ref&amp;gt; und das Immaterielles Kulturerbe (Praktiken, Wissen).&amp;lt;ref&amp;gt;Deutsche UNESCO-Kommission o. J.:, Übereinkommen zur Erhaltung des immateriellen Kulturerbes (dt. Ausgabe). URL: https://www.unesco.de/assets/dokumente/Deutsche_UNESCO-Kommission/02_Publikationen/Publikation_UNESCO-%C3%9Cbereinkommen_zur_Erhaltung_des_immateriellen_Kulturerbes_01.pdf, (abgerufen am 11.09.2025).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ob etwas „zum Kulturerbe“ zählt, ist Ergebnis von Bewertung, Diskurs und teils formellen Verfahren. Nach dem Sorbischen Kulturregister (SKR) ist „sorbisch-wendisches Kulturerbe“ eine Zuschreibung – welche durch die Gesellschaft, Museen, Archive und Wissenschaft erfolgen können.&amp;lt;ref&amp;gt;Sorbisches Institut 2025: Konzept für ein Sorbisches Kulturregister (SKR). URL: https://www.serbski-institut.de/wp-content/uploads/2021/11/00_Zweite-aktualisierte-Fassung_Konzept_Sorbisches-Kulturregister_20.11.2025.pdf, abgerufen am 20.11.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.1.5 Abgrenzung: Kultur und Kulturerbe ===&lt;br /&gt;
Kultur / Kulturelle Ausdrucksform sind als Begriffe weiter gefasst als Kulturgut / Kulturerbe. Kulturelle Ausdrucksformen umfassen alles Gelebte und Gestaltete einer Gemeinschaft in Gegenwart und Vergangenheit, während Kulturgut / Kulturerbe diejenigen kulturellen Güter und Traditionen meint, denen eine Bedeutung beigemessen wurde und die als bewahrens- und weitergebenswert erkannt wurden. Kultur ist der „aktuelle“ kreative Prozess (einschließlich Popkultur, Alltagskultur), Kulturerbe der daraus überkommene Schatz. Dennoch sind die Grenzen fließend: Was heute nur Kultur ist, kann morgen zum Kulturerbe erklärt werden – abhängig von Wertzuschreibung und Diskurs.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Rahmen dieses Dokuments werden für den sorbischen Kontext die Begriffe „kulturelle Ausdrucksform“ und „Kulturgut“ weitgehend synonym verwendet, sofern nicht ausdrücklich anders gekennzeichnet. Hintergrund ist, dass die Gesamtzahl der identifizierbaren kulturellen Ausdrucksformen einer kleinen Minderheit wie der Sorben/Wenden im Vergleich zu großen Mehrheitsgesellschaften überschaubar ist. Zugleich ist der Anteil dieser Ausdrucksformen, denen in der Community ein besonderer Wert beigemessen wird und die daher faktisch als Kulturgut wahrgenommen und behandelt werden, sehr hoch: Ein großer Teil des gelebten kulturellen Repertoires wird als identitätsstiftend und bewahrenswert verstanden und damit dem Kulturerbe zugerechnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== 2.2 Klassifizierung von Kulturgütern ==&lt;br /&gt;
Im Folgenden soll eine griffige Klassifizierung von Kulturgütern entwickelt werden, so dass pro Kulturgut-Klasse später auf die Besonderheiten ihrer Digitalisierung eingegangen werden kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Dataja:Wobraz_K2.png|center|600px]]&amp;lt;ref&amp;gt;Mermaid Flowchart Code: [https://mermaid.live/edit#pako:eNptlM9u00AQxl9ltFWoFDlp_C9OjISU2KSgUCq1BSRIDxt77Syxd6v1mkKjSDwBlThw4YCEeuXOoeLSN-EF4BHYjZOQQG67-32_2ZnZsWco4jFBPqrVZpRR6cNsP8n4ZTTBQu7rHVP66QWOKEvV3nQM2BeYTf8eea35fF6rjdiIrUl4cjJiAMPDV_X6sMxkKdJS1uvnvu9PtRGgp5ReE46wJIKSLIOf779CycbkkqQZjSb1Ovz-cv351_drDWGN9BXS_xfZBj7dLoGxBgIFBE14nOcrZGH68E07Iu0IlSNsQkhTKnGlfvyh1bjKcngIjcYD6G2s-xvrYGMdLuuqAFOXZ0IflzFh0xxn5OBU3t1ISZhqw6KaKpo29k04jSaCJrLq0oZsa9mCAZc8FTihhBnQp1ksxd1NSsS22dFmG3oMZzwl0HveONtlc7XNATtsHI9fk6kkC3nRsKoqnVNgwrFQaUOvLGJRRtMi4SJfZ790WtppQYhFIVV7CYsJDO9uWbEMujbqOgIbTqgsddB7MCD_eXT6gQMvaFEQBlclPMVqcA6eMfqGiKLMt926isCFM4FjKiln-voCHmEWXxIxXZcUVo-jSwrVe3DBGvHqtc83DLqS0FpNAi3wRluiDBdFSBIYQ0KzzN_r265jPjQinnHh7yVJYhRS8ClZKfe3KLyk2oHneuEuqlK2qWhJWYPOwGnvoiplm4qXVMd17V5rF1UpikIGSgWNkS9FSQyUE5FjvUUzHXGE5ITkZIR8tYxJgtVXPEIjNlfYBWYvOc9XpOBlOkF-grNC7cqLWPUupFjNa74-FXo0RMBLJpFvWtYiCPJn6C3yG7bTNO2u6Tidrue0W13HQO_Usdtquuqg1bG6TtvzPNuZG-hqcXGr2baV5NhuyzId13XbBiJqDrg4qn5ni7_a_A_W9oMu hier klicken], abgerufen am 22.09.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.2.1 A. Materiell - unbeweglich 🏛️ ===&lt;br /&gt;
„Materiell - unbeweglich&amp;quot; bezeichnet ortsfeste Kulturobjekte wie Bauwerke, Ensembles, Gebäudekomplexe und Stätten/Kulturlandschaften, wie sie in Art. 1 der UNESCO-Welterbekonvention als Kategorien des kulturellen Erbes definiert sind.&amp;lt;ref&amp;gt;UNESCO World Heritage Centre o. J.: Convention Concerning the Protection of the World Cultural and Natural Heritage, Artikel 1. URL: https://whc.unesco.org/en/conventiontext/, abgerufen am 01.10.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.2.2 B. Materiell - beweglich 🖼️ ===&lt;br /&gt;
Umfasst bewegliche Sachen bzw. Sachgesamtheiten von kulturellem Wert (z. B. Objekte, Sammlungen), wie sie das deutsche Kulturgutschutzgesetz (§ 2 KGSG)&amp;lt;ref&amp;gt;Deutschland 2016: Kulturgutschutzgesetz (KGSG), § 2. URL: https://www.buzer.de/2_KGSG.htm, abgerufen am 01.10.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt; als „Kulturgut“ beschreibt.&lt;br /&gt;
* B1 '''Schriftgut''' - Bücher, Zeitungen, Handschriften, Archivgut, Graphiken, Pläne, Karten&lt;br /&gt;
* B2 '''Fotografien &amp;amp; Bildträger''' &lt;br /&gt;
** Fotografisch erzeugte statische Bildträger, auch Stillbildträger genannt, z. B. Positive/Negative auf Film/Platte/Photopapier, Dias, Abzüge, Mikrofilm/-fiche und vergleichbare fotografische Repro-Träger.&lt;br /&gt;
* B3 '''Analoge AV-Träger''' (Audio/Video/Film)&lt;br /&gt;
** Analoge zeitbasierte Medien, z. B. Magnetton (Tonband, Kassette), Schallplatte, Videobänder, Film.&lt;br /&gt;
* B4 '''3D-Objekte''' - Gegenstände, „sachkulturelle Artefakte“&amp;lt;ref&amp;gt;Sorbisches Institut o. J.: Konzept zum Digitalisierungszentrum am Sorbischen Institut, S. 24.&lt;br /&gt;
(Unveröffentlichtes Konzeptpapier; interne Projektunterlage.)&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.2.3 C. Immateriell 🎭 ===&lt;br /&gt;
Meint lebendige Praktiken, Darstellungen, Ausdrucksformen, Ideen, Werte, Wissen und Fertigkeiten, die von Gemeinschaften getragen und weitergegeben werden, gemäß der folgenden 5 UNESCO ICH-Domänen.&amp;lt;ref&amp;gt;UNESCO o. J.: Intangible Cultural Heritage – Five Domains. URL: https://ich.unesco.org/doc/src/01857-EN.pdf, abgerufen am 01.10.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* C1 '''Orale Traditionen/Ausdrucksformen''' - Sprache, Gesangstraditionen&lt;br /&gt;
* C2 '''Darstellende Künste''' - Musik, Tanz, Theater&lt;br /&gt;
* C3 '''Rituale &amp;amp; Feste''' - Bräuche und soziale Praktiken des Kalenders und Lebenslaufs&lt;br /&gt;
* C4 '''Wissen &amp;amp; Praktiken''' zu Natur &amp;amp; Universum - Heil- und Sammelkenntnisse, ökologisches und astronomisches Wissen, Glaube, Religion&lt;br /&gt;
* C5 '''Traditionelles Handwerk''' - Techniken, Werkzeuge und Gestaltungsmuster&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.2.4 D. Digital 💾 ===&lt;br /&gt;
Bezeichnet in digitaler Form vorliegende Ressourcen menschlichen Wissens und Ausdrucks. Diese können sowohl born-digital sein als auch digitalisierte Repräsentationen von materiellen und immateriellen Kulturgütern.&amp;lt;ref&amp;gt;UNESCO 2003: Charter on the Preservation of Digital Heritage. URL: https://www.unesco.org/en/legal-affairs/charter-preservation-digital-heritage, abgerufen am 01.10.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* D1 '''Born-digital''' (ursprünglich digital erzeugt, kein analoges Original), z. B. Webseiten, Social-Media-Beiträge, Software, Apps, Spiele, digitale Fotos/Audio/Video.&lt;br /&gt;
* D2 '''Digitalisate''' - Digitalisierte Repräsentationen/Derivate aus den Klassen A, B und C.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== 2.3 Prozess der Digitalisierung von Kulturerbe ==&lt;br /&gt;
Die Digitalisierung von Kulturgut ist kein rein technischer Arbeitsschritt, sondern ein vielschichtiger, oft langfristiger Prozess, der bereits mit der Wahrnehmung und Identifikation einer kulturellen Ausdrucksform beginnt. Ziel dieses Abschnitts ist es, diesen Gesamtprozess systematisch darzustellen: von der gelebten Kultur über das identifizierte Kulturgut bis hin zur digital nutzbaren Repräsentation.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die hier entwickelte Prozessdarstellung soll als praxisorientierter Überblick dienen für die Digitalisierung des sorbischen Kulturerbes. Sie berücksichtigt die Anforderungen sorbischer Einrichtungen ebenso wie die international etablierten Referenzmodelle und Standards, darunter:&lt;br /&gt;
* das OAIS-Referenzmodell (ISO 14721) für digitale Archivierung&amp;lt;ref&amp;gt;Consultative Committee for Space Data Systems (CCSDS) 2024: Reference Model for an Open Archival Information System (OAIS), CCSDS 650.0-M-3. URL: https://ccsds.org/Pubs/650x0m3.pdf, abgerufen am 01.10.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
* das DCC Curation Lifecycle Model für kuratorische Entscheidungsprozesse&amp;lt;ref&amp;gt;Higgins 2008: The DCC Curation Lifecycle Model. International Journal of Digital Curation, 3(1), 134-140. URL: https://ijdc.net/index.php/ijdc/article/view/48, abgerufen am 01.10.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
* das Spectrum-Modell für museale Objektverwaltung&amp;lt;ref&amp;gt;Collections Trust 2022. Spectrum 5.1 - The UK Museum Collections Management Standard. URL: https://collectionstrust.org.uk/spectrum/spectrum-5, abgerufen am 01.10.2025. &amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
* die UNESCO-Leitlinien zur Inventarisierung immateriellen Kulturerbes&amp;lt;ref&amp;gt;UNESCO 2024: Operational Directives for the Implementation of the Convention for the Safeguarding of the Intangible Cultural Heritage (10.GA). URL: https://ich.unesco.org/doc/src/ICH-Operational_Directives-10.GA_EN.pdf, abgerufen am 01.10.2025. &amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
* sowie technische Vorgaben wie die DFG-Praxisregeln Digitalisierung&amp;lt;ref&amp;gt;Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) 2022: Praxisregeln Digitalisierung (aktualisierte Fassung). URL: https://www.ulb.hhu.de/fileadmin/redaktion/ULB/Documents/Infomaterial/DFG_Praxisregeln_Digitalisierung_Aktualisierte_Fassung2022.pdf, abgerufen am 01.10.2025. &amp;lt;/ref&amp;gt; und die FADGI-Richtlinien&amp;lt;ref&amp;gt;Federal Agencies Digital Guidelines Initiative (FADGI) 2023: Technical Guidelines for Digitizing Cultural Heritage Materials – Still Image, 3rd ed. URL: https://www.digitizationguidelines.gov/guidelines/digitize-technical.html, abgerufen am 01.10.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Folge soll der sogenannte „Lebenslauf“ eines Kulturguts dargestellt werden, also der Weg, den ein Objekt oder eine kulturelle Praxis vom Zeitpunkt der Entstehung über die Erfassung, Digitalisierung und Archivierung bis zur Veröffentlichung in einem digitalen Präsentationsmodul durchläuft.&lt;br /&gt;
Hierfür erläutert der folgende Abschnitt die einzelnen Prozessschritte im Detail – jeweils mit Akteuren, Standards und Beispielen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.3.1 Vorüberlegungen zum Prozess ===&lt;br /&gt;
Im hier vorgestellten Prozess wird auf eine harte, systematische Filterung verzichtet, welche kulturellen Ausdrucksformen „nur“ Kultur und welche bereits Kulturgut sind. Ein solcher Bewertungs- und Abgrenzungsprozess wäre ressourcenintensiv und würde den vorhandenen Kapazitäten in den beteiligten Einrichtungen nicht entsprechen. Stattdessen folgt das Konzept einer inklusiven Logik: Alle dokumentierten Ausdrucksformen werden zunächst als potenzielle Kulturgüter erfasst. Eine feinere Auswahl und Priorisierung erfolgen erst in einem späteren Schritt, nämlich dann, wenn konkret entschieden wird, welche Ausdrucksformen bzw. Kulturgüter in welcher Tiefe digitalisiert, archiviert und präsentiert werden sollen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieses Vorgehen schließt an das RSK-Konzept an, das bewusst auf eine frühe normative Trennung zwischen „kultureller Ausdrucksform“ und „Kulturgut“ verzichtet. Auch hier steht zunächst der möglichst vollständige, strukturierte Überblick über die sorbischen Kulturgüter im Vordergrund. Die differenzierte Bewertung und Schwerpunktsetzung werden als anschließende fachliche Aufgabe verstanden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.3.2 Prozessschritte im Detail ===&lt;br /&gt;
Das folgende Diagramm gibt einen Überblick über die sechs Kernschritte im Digitalisierungsprozess von Kulturgut – von der ersten Entdeckung einer kulturellen Ausdrucksform bis zur Nutzung einer digitalen Repräsentation dieses Kulturguts. Die Abfolge bildet auch die Entwicklungsstufen ab: von gelebter Kultur zur kulturellen Ausdrucksform, von dort zum Kulturgut und schließlich zum digitalisierten Kulturgut.&lt;br /&gt;
[[Dataja:Wobraz_K3.png|center|600px]]&amp;lt;ref&amp;gt;Mermaid Flowchart Code: [https://mermaid.live/edit#pako:eNplkk1OwzAQha8yGqmbkloxSZs2CyTa8LOphIAVhIVJpolF4iDH4a_qbXqTXgzHFdAKr2y97703lmaNWZMTxriqmvesFNrAfZIqgPPHFIdDzuBO1DVVajhM8QlGozOYO-WUwS0VsjVakqa93Pvmjlk4JmAwp3fS5kCHwQAWjkkcE_Y5WWkIXqrd9jBpT138UIkspBGVbI_7-rwLR146csLgRryQ-U8lMGLwTG1WapLPpHKCZQLMOY9ch7m2VxiSpOAEjJ1TSev_M_bkvv3KtY8ZnOuslG_H9VcOuf4dUO-2LamjGdHDQsscY6M78rAmXYv-ies-IEVTUk0pxvaa00p0lUkxVRtrexXqoWnqH6duuqLEeCWq1r6619zOn0hRaPGH9J_Xi6ZTBuOxS8B4jR8YhxGLeDThkR-EM37KuYefFmHTaOz7fOZHQTidBMHGwy9X6VslnNnDw4jPuB8GHlIuTaOX-7Vy27X5Bh_Osqo hier klicken], abgerufen am 22.09.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Kernprozess verdeutlicht, dass Digitalisierung mehr ist als Technik: Sie ist ein komplexer, vielfältig verantworteter kultureller Transformationsprozess. Jeder Schritt kann durch unterschiedliche Akteure getragen sein und erfordert spezifisches Fachwissen. Ziel der nachfolgenden Beschreibung ist es, die Prozessschritte nachvollziehbar und anschlussfähig für die Praxis Einrichtungen darzustellen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Referenzen ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Měrko Šenk</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://koncept.serbski-inkubator.de/index.php?title=12.3_Digitalisierung_des_Kulturerbes&amp;diff=1034</id>
		<title>12.3 Digitalisierung des Kulturerbes</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://koncept.serbski-inkubator.de/index.php?title=12.3_Digitalisierung_des_Kulturerbes&amp;diff=1034"/>
		<updated>2026-01-08T16:19:00Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Měrko Šenk: /* 2.1.4 Kulturerbe */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;= 1 Einleitung =&lt;br /&gt;
Die Digitalisierung von sorbischem Kulturerbe ist eine historische Chance für uns Sorben, eine Chance, unser kulturelles Erbe neu zu entdecken, es für kommende Generationen zu erhalten, für eine breitere Öffentlichkeit zugänglich zu machen und dabei die eigene Deutungshoheit zu stärken. Das erfordert neben Mut, einer klaren gemeinsamen Vision, starker Zusammenarbeit zwischen den beteiligten Akteuren auch die notwendigen Ressourcen in Form von Personal mit entsprechenden Kompetenzen, passender Technik sowie einer nachhaltig gesicherten Finanzierung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im folgenden Abschnitt werden Zielbilder für die Digitalisierung des sorbischen Kulturerbes entworfen mittels lang- und kurzfristiger Visionen sowie konkreter Ziele.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== 1.1 Visionen und Ziele für die sorbische digitale Welt ==&lt;br /&gt;
'''Vision 2035'''&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
''Sorbisches materielles und immaterielles Kulturerbe ist systematisch digital erfasst, rechtssicher und langfristig gesichert, leicht auffindbar, offen nutzbar und wird aktiv von Interessierten genutzt.''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Konkrete Visionen'''&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Bis 2032 ist ein tragfähiges, finanziell und organisatorisch abgesichertes Modell etabliert, das:&lt;br /&gt;
* Ein zentrales (oder föderiertes) digitales Langzeitarchiv nach OAIS-Referenzmodell betreibt,&lt;br /&gt;
* klare Zuständigkeiten, Prozesse und Budgets definiert,&lt;br /&gt;
* regelmäßige Qualitätssicherung und Technik-Updates vorsieht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bis 2030 sind wichtige sorbische Kulturerbe-Bestände (Kernbestände nach fachlicher Festlegung) in hoher Qualität digitalisiert, beschrieben und im Langzeitarchiv gesichert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bis 2028 liegt eine institutionenübergreifende Übersicht über relevante Kulturerbe-Bestände (analog und digital, materiell und immateriell) vor, einschließlich einer Prioritätenliste für die Digitalisierung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bis 2028 existiert ein zentrales, nutzerfreundliches „Sorbisches Kulturerbe-Portal“, das:&lt;br /&gt;
* Suchzugang über alle teilnehmenden Institutionen ermöglicht,&lt;br /&gt;
* grundlegende Inhalte frei zugänglich bereitstellt,&lt;br /&gt;
* mehrsprachige Oberflächen anbietet (Deutsch, Obersorbisch, Niedersorbisch, Englisch).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= 2 IST-Analyse „Digitalisierung von Kulturerbe“ =&lt;br /&gt;
Das Ziel in diesem Themenbereich ist es, sorbisches Kulturerbe digital zu verwalten und damit langfristig für Recherche, Nutzung und Präsentation vorzuhalten.&lt;br /&gt;
Was ist sorbischen Kulturerbe und was zählt alles dazu? Welche Schritte durchläuft ein Kulturgut, um zum digitalen Kulturerbe zu gehören? Wie können die digitale Verwaltung, Archivierung, Nutzung und Präsentation von Kulturgütern umgesetzt werden?&lt;br /&gt;
Diese Fragen sollen im Folgenden beantwortet werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== 2.1 Terminologie – von Kultur zu Kulturerbe ==&lt;br /&gt;
In diesem Abschnitt werden die Begriffe rund um das Kulturerbe grundlegend definiert. Es soll ein Verständnis über die Begriffe Kultur, kulturelle Ausprägung, Kulturgut und Kulturerbe erreicht werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Dataja:Wobraz_K1.png|center|260px]]&amp;lt;ref&amp;gt;Mermaid Flowchart Code: [https://mermaid.live/edit#pako:eNpF0UtuwyAQBuCroFlaTuRHTGMvKuWxq7pqV627IGZso2CIMChtk9ymN-nFimmasmJGfP-AOEGjOUIFrdTHpmfGkudtrWpF_Fq9RtGDk9aZKHojU-_aJ7PZ_bmGgSnR4mgFejaKpidC1XAmq8zDfYAoJZKVG7lxzX5stRl81C0_uwYdheGEubHD4_dXLy1hcpyC1rcLdM4GOLH1Ve2E5Gj9TPLkhgEnsLkBNDsMAmLojOBQWeMwhgHNwKYSTuFBYHucbOW3HFvmcQ21unh2YOpF6-FPGu26HqrW381X7sCZxa1gnWH_R1BxNBvtlIUqTUMEVCd49xVdzpeLMs1pXmRFXiY0hg-o8iyZL_LFXZaVSTJ1LzF8hqHJnBZ5WhZLWt5RmtIsBuTCavP4-2Hh3y4_NXaMmw hier klicken], abgerufen am 22.09.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.1.1 Kultur ===&lt;br /&gt;
Kultur bezeichnet hier die Gesamtheit aller vom Menschen geschaffenen und erlernten Ausdrucksformen des Lebens, die auf gemeinsamen Werten und Verhaltensweisen beruhen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;wiki-kultur&amp;quot;&amp;gt;URL: https://de.wikipedia.org/wiki/Kultur&amp;lt;/ref&amp;gt; Dazu zählen materielle Ergebnisse (z. B. Kunstwerke, Technik) ebenso wie immaterielle Praktiken (Sprache, Bräuche, Wissen). Kultur umfasst laut der UNESCO geistige, materielle, intellektuelle und emotionale Merkmale, die eine Gesellschaft oder soziale Gruppe kennzeichnen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;mondiacult&amp;quot;&amp;gt;UNESCO 1982: Mexico City Declaration on Cultural Policies (MONDIACULT). URL: https://www.lacult.unesco.org/docc/1982_MONDIACULT.pdf&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;ref name=&amp;quot;cultureaction&amp;quot;&amp;gt;Culture Action Europe 2024: The State of Culture report. URL: https://cultureactioneurope.org/de/news/the-state-of-culture-report-published, abgerufen am 01.10.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;  Sie ist dynamisch und wird von jeder Generation neu gestaltet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das deutsche Wort „Kultur“ ist eine Eindeutschung des lateinischen Worts „cultura“. Dieses bedeutet ursprünglich „Bebauung, Bearbeitung, Bestellung, Pflege“ und meinte sowohl die physische Bearbeitung als auch die Pflege geistiger Güter, z. B. der Sprache.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.1.2 Kulturelle Ausdrucksform ===&lt;br /&gt;
Eine kulturelle Ausdrucksform ist eine konkrete, gegenwärtige oder historische, Manifestation von Kultur, bspw. eine Zeichnung, eine Tracht oder ein Lied: Sie macht die Kultur sichtbar und erlebbar. Im engeren Sinne ist es eine Ausdrucksweise, die aus der Kreativität einer Person, Gruppe oder Gesellschaft entsteht und kulturellen Inhalt trägt (symbolische Bedeutung, künstlerische Dimension, kulturelle Werte).&amp;lt;ref&amp;gt;Österreichische UNESCO-Kommission 2007: Übereinkommen zum Schutz und zur Förderung der Vielfalt kultureller Ausdrucksformen, Art. 4, Seite 13. URL: https://www.unesco.at/fileadmin/Redaktion/Publikationen/Publikations-Dokumente/2005er_UNESCO-Convention_German.pdf, abgerufen am 22.09.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt; Sie wird innerhalb und zwischen Gemeinschaften weitergegeben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Alle kulturellen Ausdrucksformen bilden einen wesentlichen Kern von Kultur, aber Kultur enthält auch latente Dimensionen (Werte, Normen, Vorannahmen etc.), die nicht unmittelbar als Ausdrucksform erscheinen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.1.3 Kulturgut ===&lt;br /&gt;
Ein „Kulturgut“ ist eine einzelne kulturelle Ausdrucksform, der ein besonderer kultureller Wert zugemessen wird (durch Anerkennung, Schutz, Bedeutung). Es ist somit ein Erzeugnis menschlicher Kreativität oder Zeugnis menschlichen Lebens, welches Bedeutung für die Kultur einer Gemeinschaft hat und daher Bestand haben und bewahrt werden soll.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Summe aller Kulturgüter einer Gemeinschaft wird als dessen Kulturerbe bezeichnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.1.4 Kulturerbe ===&lt;br /&gt;
Kulturerbe ist die Summe der materiellen und immateriellen Ausdrucksformen (= Kulturgüter) einer Kultur, die als „bewahrenswert“ anerkannt wurden. International umfasst das u. a. das Welterbe (Denkmäler, Ensembles, Stätten)&amp;lt;ref&amp;gt;UNESCO (1972), Welterbekonvention, Art. 1. URL: https://www.dnk.de/wp-content/uploads/2021/02/1972_DNK_UNESCO-Welterbekonvention.pdf (abgerufen am 11.09.2025).&amp;lt;/ref&amp;gt; und das Immaterielles Kulturerbe (Praktiken, Wissen).&amp;lt;ref&amp;gt;Deutsche UNESCO-Kommission o. J.:, Übereinkommen zur Erhaltung des immateriellen Kulturerbes (dt. Ausgabe). URL: https://www.unesco.de/assets/dokumente/Deutsche_UNESCO-Kommission/02_Publikationen/Publikation_UNESCO-%C3%9Cbereinkommen_zur_Erhaltung_des_immateriellen_Kulturerbes_01.pdf, (abgerufen am 11.09.2025).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ob etwas „zum Kulturerbe“ zählt, ist Ergebnis von Bewertung, Diskurs und teils formellen Verfahren. Nach dem Sorbischen Kulturregister (SKR) ist „sorbisch-wendisches Kulturerbe“ eine Zuschreibung – welche durch die Gesellschaft, Museen, Archive und Wissenschaft erfolgen können.&amp;lt;ref&amp;gt;Sorbisches Institut 2025: Konzept für ein Sorbisches Kulturregister (SKR). URL: https://www.serbski-institut.de/wp-content/uploads/2021/11/00_Zweite-aktualisierte-Fassung_Konzept_Sorbisches-Kulturregister_20.11.2025.pdf, abgerufen am 20.11.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.1.5 Abgrenzung: Kultur und Kulturerbe ===&lt;br /&gt;
Kultur / Kulturelle Ausdrucksform sind als Begriffe weiter gefasst als Kulturgut / Kulturerbe. Kulturelle Ausdrucksformen umfassen alles Gelebte und Gestaltete einer Gemeinschaft in Gegenwart und Vergangenheit, während Kulturgut / Kulturerbe diejenigen kulturellen Güter und Traditionen meint, denen eine Bedeutung beigemessen wurde und die als bewahrens- und weitergebenswert erkannt wurden. Kultur ist der „aktuelle“ kreative Prozess (einschließlich Popkultur, Alltagskultur), Kulturerbe der daraus überkommene Schatz. Dennoch sind die Grenzen fließend: Was heute nur Kultur ist, kann morgen zum Kulturerbe erklärt werden – abhängig von Wertzuschreibung und Diskurs.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Rahmen dieses Dokuments werden für den sorbischen Kontext die Begriffe „kulturelle Ausdrucksform“ und „Kulturgut“ weitgehend synonym verwendet, sofern nicht ausdrücklich anders gekennzeichnet. Hintergrund ist, dass die Gesamtzahl der identifizierbaren kulturellen Ausdrucksformen einer kleinen Minderheit wie der Sorben/Wenden im Vergleich zu großen Mehrheitsgesellschaften überschaubar ist. Zugleich ist der Anteil dieser Ausdrucksformen, denen in der Community ein besonderer Wert beigemessen wird und die daher faktisch als Kulturgut wahrgenommen und behandelt werden, sehr hoch: Ein großer Teil des gelebten kulturellen Repertoires wird als identitätsstiftend und bewahrenswert verstanden und damit dem Kulturerbe zugerechnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== 2.2 Klassifizierung von Kulturgütern ==&lt;br /&gt;
Im Folgenden soll eine griffige Klassifizierung von Kulturgütern entwickelt werden, so dass pro Kulturgut-Klasse später auf die Besonderheiten ihrer Digitalisierung eingegangen werden kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Dataja:Wobraz_K2.png|center|600px]]&amp;lt;ref&amp;gt;Mermaid Flowchart Code: [https://mermaid.live/edit#pako:eNptlM9u00AQxl9ltFWoFDlp_C9OjISU2KSgUCq1BSRIDxt77Syxd6v1mkKjSDwBlThw4YCEeuXOoeLSN-EF4BHYjZOQQG67-32_2ZnZsWco4jFBPqrVZpRR6cNsP8n4ZTTBQu7rHVP66QWOKEvV3nQM2BeYTf8eea35fF6rjdiIrUl4cjJiAMPDV_X6sMxkKdJS1uvnvu9PtRGgp5ReE46wJIKSLIOf779CycbkkqQZjSb1Ovz-cv351_drDWGN9BXS_xfZBj7dLoGxBgIFBE14nOcrZGH68E07Iu0IlSNsQkhTKnGlfvyh1bjKcngIjcYD6G2s-xvrYGMdLuuqAFOXZ0IflzFh0xxn5OBU3t1ISZhqw6KaKpo29k04jSaCJrLq0oZsa9mCAZc8FTihhBnQp1ksxd1NSsS22dFmG3oMZzwl0HveONtlc7XNATtsHI9fk6kkC3nRsKoqnVNgwrFQaUOvLGJRRtMi4SJfZ790WtppQYhFIVV7CYsJDO9uWbEMujbqOgIbTqgsddB7MCD_eXT6gQMvaFEQBlclPMVqcA6eMfqGiKLMt926isCFM4FjKiln-voCHmEWXxIxXZcUVo-jSwrVe3DBGvHqtc83DLqS0FpNAi3wRluiDBdFSBIYQ0KzzN_r265jPjQinnHh7yVJYhRS8ClZKfe3KLyk2oHneuEuqlK2qWhJWYPOwGnvoiplm4qXVMd17V5rF1UpikIGSgWNkS9FSQyUE5FjvUUzHXGE5ITkZIR8tYxJgtVXPEIjNlfYBWYvOc9XpOBlOkF-grNC7cqLWPUupFjNa74-FXo0RMBLJpFvWtYiCPJn6C3yG7bTNO2u6Tidrue0W13HQO_Usdtquuqg1bG6TtvzPNuZG-hqcXGr2baV5NhuyzId13XbBiJqDrg4qn5ni7_a_A_W9oMu hier klicken], abgerufen am 22.09.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.2.1 A. Materiell - unbeweglich 🏛️ ===&lt;br /&gt;
„Materiell - unbeweglich&amp;quot; bezeichnet ortsfeste Kulturobjekte wie Bauwerke, Ensembles, Gebäudekomplexe und Stätten/Kulturlandschaften, wie sie in Art. 1 der UNESCO-Welterbekonvention als Kategorien des kulturellen Erbes definiert sind.&amp;lt;ref&amp;gt;UNESCO World Heritage Centre o. J.: Convention Concerning the Protection of the World Cultural and Natural Heritage, Artikel 1. URL: https://whc.unesco.org/en/conventiontext/, abgerufen am 01.10.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.2.2 B. Materiell - beweglich 🖼️ ===&lt;br /&gt;
Umfasst bewegliche Sachen bzw. Sachgesamtheiten von kulturellem Wert (z. B. Objekte, Sammlungen), wie sie das deutsche Kulturgutschutzgesetz (§ 2 KGSG)&amp;lt;ref&amp;gt;Deutschland 2016: Kulturgutschutzgesetz (KGSG), § 2. URL: https://www.buzer.de/2_KGSG.htm, abgerufen am 01.10.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt; als „Kulturgut“ beschreibt.&lt;br /&gt;
* B1 '''Schriftgut''' - Bücher, Zeitungen, Handschriften, Archivgut, Graphiken, Pläne, Karten&lt;br /&gt;
* B2 '''Fotografien &amp;amp; Bildträger''' &lt;br /&gt;
** Fotografisch erzeugte statische Bildträger, auch Stillbildträger genannt, z. B. Positive/Negative auf Film/Platte/Photopapier, Dias, Abzüge, Mikrofilm/-fiche und vergleichbare fotografische Repro-Träger.&lt;br /&gt;
* B3 '''Analoge AV-Träger''' (Audio/Video/Film)&lt;br /&gt;
** Analoge zeitbasierte Medien, z. B. Magnetton (Tonband, Kassette), Schallplatte, Videobänder, Film.&lt;br /&gt;
* B4 '''3D-Objekte''' - Gegenstände, „sachkulturelle Artefakte“&amp;lt;ref&amp;gt;Sorbisches Institut o. J.: Konzept zum Digitalisierungszentrum am Sorbischen Institut, S. 24.&lt;br /&gt;
(Unveröffentlichtes Konzeptpapier; interne Projektunterlage.)&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.2.3 C. Immateriell 🎭 ===&lt;br /&gt;
Meint lebendige Praktiken, Darstellungen, Ausdrucksformen, Ideen, Werte, Wissen und Fertigkeiten, die von Gemeinschaften getragen und weitergegeben werden, gemäß der folgenden 5 UNESCO ICH-Domänen.&amp;lt;ref&amp;gt;UNESCO o. J.: Intangible Cultural Heritage – Five Domains. URL: https://ich.unesco.org/doc/src/01857-EN.pdf, abgerufen am 01.10.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* C1 '''Orale Traditionen/Ausdrucksformen''' - Sprache, Gesangstraditionen&lt;br /&gt;
* C2 '''Darstellende Künste''' - Musik, Tanz, Theater&lt;br /&gt;
* C3 '''Rituale &amp;amp; Feste''' - Bräuche und soziale Praktiken des Kalenders und Lebenslaufs&lt;br /&gt;
* C4 '''Wissen &amp;amp; Praktiken''' zu Natur &amp;amp; Universum - Heil- und Sammelkenntnisse, ökologisches und astronomisches Wissen, Glaube, Religion&lt;br /&gt;
* C5 '''Traditionelles Handwerk''' - Techniken, Werkzeuge und Gestaltungsmuster&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.2.4 D. Digital 💾 ===&lt;br /&gt;
Bezeichnet in digitaler Form vorliegende Ressourcen menschlichen Wissens und Ausdrucks. Diese können sowohl born-digital sein als auch digitalisierte Repräsentationen von materiellen und immateriellen Kulturgütern.&amp;lt;ref&amp;gt;UNESCO 2003: Charter on the Preservation of Digital Heritage. URL: https://www.unesco.org/en/legal-affairs/charter-preservation-digital-heritage, abgerufen am 01.10.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* D1 '''Born-digital''', z. B. Websites, Social-Media, Software, Apps, Spiele, digitale Fotos/Audio/Video.&lt;br /&gt;
* D2 '''Digitalisate''' - Digitalisierte Repräsentationen/Derivate aus den Klassen A, B und C.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== 2.3 Prozess der Digitalisierung von Kulturerbe ==&lt;br /&gt;
Die Digitalisierung von Kulturgut ist kein rein technischer Arbeitsschritt, sondern ein vielschichtiger, oft langfristiger Prozess, der bereits mit der Wahrnehmung und Identifikation einer kulturellen Ausdrucksform beginnt. Ziel dieses Abschnitts ist es, diesen Gesamtprozess systematisch darzustellen: von der gelebten Kultur über das identifizierte Kulturgut bis hin zur digital nutzbaren Repräsentation.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die hier entwickelte Prozessdarstellung soll als praxisorientierter Überblick dienen für die Digitalisierung des sorbischen Kulturerbes. Sie berücksichtigt die Anforderungen sorbischer Einrichtungen ebenso wie die international etablierten Referenzmodelle und Standards, darunter:&lt;br /&gt;
* das OAIS-Referenzmodell (ISO 14721) für digitale Archivierung&amp;lt;ref&amp;gt;Consultative Committee for Space Data Systems (CCSDS) 2024: Reference Model for an Open Archival Information System (OAIS), CCSDS 650.0-M-3. URL: https://ccsds.org/Pubs/650x0m3.pdf, abgerufen am 01.10.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
* das DCC Curation Lifecycle Model für kuratorische Entscheidungsprozesse&amp;lt;ref&amp;gt;Higgins 2008: The DCC Curation Lifecycle Model. International Journal of Digital Curation, 3(1), 134-140. URL: https://ijdc.net/index.php/ijdc/article/view/48, abgerufen am 01.10.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
* das Spectrum-Modell für museale Objektverwaltung&amp;lt;ref&amp;gt;Collections Trust 2022. Spectrum 5.1 - The UK Museum Collections Management Standard. URL: https://collectionstrust.org.uk/spectrum/spectrum-5, abgerufen am 01.10.2025. &amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
* die UNESCO-Leitlinien zur Inventarisierung immateriellen Kulturerbes&amp;lt;ref&amp;gt;UNESCO 2024: Operational Directives for the Implementation of the Convention for the Safeguarding of the Intangible Cultural Heritage (10.GA). URL: https://ich.unesco.org/doc/src/ICH-Operational_Directives-10.GA_EN.pdf, abgerufen am 01.10.2025. &amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
* sowie technische Vorgaben wie die DFG-Praxisregeln Digitalisierung&amp;lt;ref&amp;gt;Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) 2022: Praxisregeln Digitalisierung (aktualisierte Fassung). URL: https://www.ulb.hhu.de/fileadmin/redaktion/ULB/Documents/Infomaterial/DFG_Praxisregeln_Digitalisierung_Aktualisierte_Fassung2022.pdf, abgerufen am 01.10.2025. &amp;lt;/ref&amp;gt; und die FADGI-Richtlinien&amp;lt;ref&amp;gt;Federal Agencies Digital Guidelines Initiative (FADGI) 2023: Technical Guidelines for Digitizing Cultural Heritage Materials – Still Image, 3rd ed. URL: https://www.digitizationguidelines.gov/guidelines/digitize-technical.html, abgerufen am 01.10.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Folge soll der sogenannte „Lebenslauf“ eines Kulturguts dargestellt werden, also der Weg, den ein Objekt oder eine kulturelle Praxis vom Zeitpunkt der Entstehung über die Erfassung, Digitalisierung und Archivierung bis zur Veröffentlichung in einem digitalen Präsentationsmodul durchläuft.&lt;br /&gt;
Hierfür erläutert der folgende Abschnitt die einzelnen Prozessschritte im Detail – jeweils mit Akteuren, Standards und Beispielen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.3.1 Vorüberlegungen zum Prozess ===&lt;br /&gt;
Im hier vorgestellten Prozess wird auf eine harte, systematische Filterung verzichtet, welche kulturellen Ausdrucksformen „nur“ Kultur und welche bereits Kulturgut sind. Ein solcher Bewertungs- und Abgrenzungsprozess wäre ressourcenintensiv und würde den vorhandenen Kapazitäten in den beteiligten Einrichtungen nicht entsprechen. Stattdessen folgt das Konzept einer inklusiven Logik: Alle dokumentierten Ausdrucksformen werden zunächst als potenzielle Kulturgüter erfasst. Eine feinere Auswahl und Priorisierung erfolgen erst in einem späteren Schritt, nämlich dann, wenn konkret entschieden wird, welche Ausdrucksformen bzw. Kulturgüter in welcher Tiefe digitalisiert, archiviert und präsentiert werden sollen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieses Vorgehen schließt an das RSK-Konzept an, das bewusst auf eine frühe normative Trennung zwischen „kultureller Ausdrucksform“ und „Kulturgut“ verzichtet. Auch hier steht zunächst der möglichst vollständige, strukturierte Überblick über die sorbischen Kulturgüter im Vordergrund. Die differenzierte Bewertung und Schwerpunktsetzung werden als anschließende fachliche Aufgabe verstanden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.3.2 Prozessschritte im Detail ===&lt;br /&gt;
Das folgende Diagramm gibt einen Überblick über die sechs Kernschritte im Digitalisierungsprozess von Kulturgut – von der ersten Entdeckung einer kulturellen Ausdrucksform bis zur Nutzung einer digitalen Repräsentation dieses Kulturguts. Die Abfolge bildet auch die Entwicklungsstufen ab: von gelebter Kultur zur kulturellen Ausdrucksform, von dort zum Kulturgut und schließlich zum digitalisierten Kulturgut.&lt;br /&gt;
[[Dataja:Wobraz_K3.png|center|600px]]&amp;lt;ref&amp;gt;Mermaid Flowchart Code: [https://mermaid.live/edit#pako:eNplkk1OwzAQha8yGqmbkloxSZs2CyTa8LOphIAVhIVJpolF4iDH4a_qbXqTXgzHFdAKr2y97703lmaNWZMTxriqmvesFNrAfZIqgPPHFIdDzuBO1DVVajhM8QlGozOYO-WUwS0VsjVakqa93Pvmjlk4JmAwp3fS5kCHwQAWjkkcE_Y5WWkIXqrd9jBpT138UIkspBGVbI_7-rwLR146csLgRryQ-U8lMGLwTG1WapLPpHKCZQLMOY9ch7m2VxiSpOAEjJ1TSev_M_bkvv3KtY8ZnOuslG_H9VcOuf4dUO-2LamjGdHDQsscY6M78rAmXYv-ies-IEVTUk0pxvaa00p0lUkxVRtrexXqoWnqH6duuqLEeCWq1r6619zOn0hRaPGH9J_Xi6ZTBuOxS8B4jR8YhxGLeDThkR-EM37KuYefFmHTaOz7fOZHQTidBMHGwy9X6VslnNnDw4jPuB8GHlIuTaOX-7Vy27X5Bh_Osqo hier klicken], abgerufen am 22.09.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Kernprozess verdeutlicht, dass Digitalisierung mehr ist als Technik: Sie ist ein komplexer, vielfältig verantworteter kultureller Transformationsprozess. Jeder Schritt kann durch unterschiedliche Akteure getragen sein und erfordert spezifisches Fachwissen. Ziel der nachfolgenden Beschreibung ist es, die Prozessschritte nachvollziehbar und anschlussfähig für die Praxis Einrichtungen darzustellen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Referenzen ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Měrko Šenk</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://koncept.serbski-inkubator.de/index.php?title=12.3_Digitalisierung_des_Kulturerbes&amp;diff=1033</id>
		<title>12.3 Digitalisierung des Kulturerbes</title>
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		<updated>2026-01-08T15:29:04Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Měrko Šenk: /* 2.2.2 B. Materiell - beweglich 🖼️ */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;= 1 Einleitung =&lt;br /&gt;
Die Digitalisierung von sorbischem Kulturerbe ist eine historische Chance für uns Sorben, eine Chance, unser kulturelles Erbe neu zu entdecken, es für kommende Generationen zu erhalten, für eine breitere Öffentlichkeit zugänglich zu machen und dabei die eigene Deutungshoheit zu stärken. Das erfordert neben Mut, einer klaren gemeinsamen Vision, starker Zusammenarbeit zwischen den beteiligten Akteuren auch die notwendigen Ressourcen in Form von Personal mit entsprechenden Kompetenzen, passender Technik sowie einer nachhaltig gesicherten Finanzierung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im folgenden Abschnitt werden Zielbilder für die Digitalisierung des sorbischen Kulturerbes entworfen mittels lang- und kurzfristiger Visionen sowie konkreter Ziele.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== 1.1 Visionen und Ziele für die sorbische digitale Welt ==&lt;br /&gt;
'''Vision 2035'''&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
''Sorbisches materielles und immaterielles Kulturerbe ist systematisch digital erfasst, rechtssicher und langfristig gesichert, leicht auffindbar, offen nutzbar und wird aktiv von Interessierten genutzt.''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Konkrete Visionen'''&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Bis 2032 ist ein tragfähiges, finanziell und organisatorisch abgesichertes Modell etabliert, das:&lt;br /&gt;
* Ein zentrales (oder föderiertes) digitales Langzeitarchiv nach OAIS-Referenzmodell betreibt,&lt;br /&gt;
* klare Zuständigkeiten, Prozesse und Budgets definiert,&lt;br /&gt;
* regelmäßige Qualitätssicherung und Technik-Updates vorsieht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bis 2030 sind wichtige sorbische Kulturerbe-Bestände (Kernbestände nach fachlicher Festlegung) in hoher Qualität digitalisiert, beschrieben und im Langzeitarchiv gesichert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bis 2028 liegt eine institutionenübergreifende Übersicht über relevante Kulturerbe-Bestände (analog und digital, materiell und immateriell) vor, einschließlich einer Prioritätenliste für die Digitalisierung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bis 2028 existiert ein zentrales, nutzerfreundliches „Sorbisches Kulturerbe-Portal“, das:&lt;br /&gt;
* Suchzugang über alle teilnehmenden Institutionen ermöglicht,&lt;br /&gt;
* grundlegende Inhalte frei zugänglich bereitstellt,&lt;br /&gt;
* mehrsprachige Oberflächen anbietet (Deutsch, Obersorbisch, Niedersorbisch, Englisch).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= 2 IST-Analyse „Digitalisierung von Kulturerbe“ =&lt;br /&gt;
Das Ziel in diesem Themenbereich ist es, sorbisches Kulturerbe digital zu verwalten und damit langfristig für Recherche, Nutzung und Präsentation vorzuhalten.&lt;br /&gt;
Was ist sorbischen Kulturerbe und was zählt alles dazu? Welche Schritte durchläuft ein Kulturgut, um zum digitalen Kulturerbe zu gehören? Wie können die digitale Verwaltung, Archivierung, Nutzung und Präsentation von Kulturgütern umgesetzt werden?&lt;br /&gt;
Diese Fragen sollen im Folgenden beantwortet werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== 2.1 Terminologie – von Kultur zu Kulturerbe ==&lt;br /&gt;
In diesem Abschnitt werden die Begriffe rund um das Kulturerbe grundlegend definiert. Es soll ein Verständnis über die Begriffe Kultur, kulturelle Ausprägung, Kulturgut und Kulturerbe erreicht werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Dataja:Wobraz_K1.png|center|260px]]&amp;lt;ref&amp;gt;Mermaid Flowchart Code: [https://mermaid.live/edit#pako:eNpF0UtuwyAQBuCroFlaTuRHTGMvKuWxq7pqV627IGZso2CIMChtk9ymN-nFimmasmJGfP-AOEGjOUIFrdTHpmfGkudtrWpF_Fq9RtGDk9aZKHojU-_aJ7PZ_bmGgSnR4mgFejaKpidC1XAmq8zDfYAoJZKVG7lxzX5stRl81C0_uwYdheGEubHD4_dXLy1hcpyC1rcLdM4GOLH1Ve2E5Gj9TPLkhgEnsLkBNDsMAmLojOBQWeMwhgHNwKYSTuFBYHucbOW3HFvmcQ21unh2YOpF6-FPGu26HqrW381X7sCZxa1gnWH_R1BxNBvtlIUqTUMEVCd49xVdzpeLMs1pXmRFXiY0hg-o8iyZL_LFXZaVSTJ1LzF8hqHJnBZ5WhZLWt5RmtIsBuTCavP4-2Hh3y4_NXaMmw hier klicken], abgerufen am 22.09.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.1.1 Kultur ===&lt;br /&gt;
Kultur bezeichnet hier die Gesamtheit aller vom Menschen geschaffenen und erlernten Ausdrucksformen des Lebens, die auf gemeinsamen Werten und Verhaltensweisen beruhen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;wiki-kultur&amp;quot;&amp;gt;URL: https://de.wikipedia.org/wiki/Kultur&amp;lt;/ref&amp;gt; Dazu zählen materielle Ergebnisse (z. B. Kunstwerke, Technik) ebenso wie immaterielle Praktiken (Sprache, Bräuche, Wissen). Kultur umfasst laut der UNESCO geistige, materielle, intellektuelle und emotionale Merkmale, die eine Gesellschaft oder soziale Gruppe kennzeichnen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;mondiacult&amp;quot;&amp;gt;UNESCO 1982: Mexico City Declaration on Cultural Policies (MONDIACULT). URL: https://www.lacult.unesco.org/docc/1982_MONDIACULT.pdf&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;ref name=&amp;quot;cultureaction&amp;quot;&amp;gt;Culture Action Europe 2024: The State of Culture report. URL: https://cultureactioneurope.org/de/news/the-state-of-culture-report-published, abgerufen am 01.10.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;  Sie ist dynamisch und wird von jeder Generation neu gestaltet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das deutsche Wort „Kultur“ ist eine Eindeutschung des lateinischen Worts „cultura“. Dieses bedeutet ursprünglich „Bebauung, Bearbeitung, Bestellung, Pflege“ und meinte sowohl die physische Bearbeitung als auch die Pflege geistiger Güter, z. B. der Sprache.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.1.2 Kulturelle Ausdrucksform ===&lt;br /&gt;
Eine kulturelle Ausdrucksform ist eine konkrete, gegenwärtige oder historische, Manifestation von Kultur, bspw. eine Zeichnung, eine Tracht oder ein Lied: Sie macht die Kultur sichtbar und erlebbar. Im engeren Sinne ist es eine Ausdrucksweise, die aus der Kreativität einer Person, Gruppe oder Gesellschaft entsteht und kulturellen Inhalt trägt (symbolische Bedeutung, künstlerische Dimension, kulturelle Werte).&amp;lt;ref&amp;gt;Österreichische UNESCO-Kommission 2007: Übereinkommen zum Schutz und zur Förderung der Vielfalt kultureller Ausdrucksformen, Art. 4, Seite 13. URL: https://www.unesco.at/fileadmin/Redaktion/Publikationen/Publikations-Dokumente/2005er_UNESCO-Convention_German.pdf, abgerufen am 22.09.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt; Sie wird innerhalb und zwischen Gemeinschaften weitergegeben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Alle kulturellen Ausdrucksformen bilden einen wesentlichen Kern von Kultur, aber Kultur enthält auch latente Dimensionen (Werte, Normen, Vorannahmen etc.), die nicht unmittelbar als Ausdrucksform erscheinen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.1.3 Kulturgut ===&lt;br /&gt;
Ein „Kulturgut“ ist eine einzelne kulturelle Ausdrucksform, der ein besonderer kultureller Wert zugemessen wird (durch Anerkennung, Schutz, Bedeutung). Es ist somit ein Erzeugnis menschlicher Kreativität oder Zeugnis menschlichen Lebens, welches Bedeutung für die Kultur einer Gemeinschaft hat und daher Bestand haben und bewahrt werden soll.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Summe aller Kulturgüter einer Gemeinschaft wird als dessen Kulturerbe bezeichnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.1.4 Kulturerbe ===&lt;br /&gt;
Kulturerbe ist die Summe der materiellen und immateriellen Ausdrucksformen (= Kulturgüter) einer Kultur, die als „bewahrenswert“ anerkannt wurden. International umfasst das u. a. das Welterbe (Denkmäler, Ensembles, Stätten)&amp;lt;ref&amp;gt;UNESCO (1972), Welterbekonvention, Art. 1. URL: https://www.dnk.de/wp-content/uploads/2021/02/1972_DNK_UNESCO-Welterbekonvention.pdf (abgerufen am 11.09.2025).&amp;lt;/ref&amp;gt; und das Immaterielles Kulturerbe (Praktiken, Wissen).&amp;lt;ref&amp;gt;Deutsche UNESCO-Kommission o. J.:, Übereinkommen zur Erhaltung des immateriellen Kulturerbes (dt. Ausgabe). URL: https://www.unesco.de/assets/dokumente/Deutsche_UNESCO-Kommission/02_Publikationen/Publikation_UNESCO-%C3%9Cbereinkommen_zur_Erhaltung_des_immateriellen_Kulturerbes_01.pdf, (abgerufen am 11.09.2025).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ob etwas „zum Kulturerbe“ zählt, ist Ergebnis von Bewertung, Diskurs und teils formellen Verfahren. Das Sorbisches Kulturregister (SKR) betont, dass „sorbisch-wendisches Kulturerbe“ einer kulturellen Ausdrucksform als Qualität zugeschrieben wird – durch den gesellschaftlichen, museologischen, archivischen und wissenschaftlichen Diskurs.&amp;lt;ref&amp;gt;Sorbisches Institut 2025: Konzept für ein Sorbisches Kulturregister (SKR). URL: https://www.serbski-institut.de/wp-content/uploads/2021/11/00_Zweite-aktualisierte-Fassung_Konzept_Sorbisches-Kulturregister_20.11.2025.pdf, abgerufen am 20.11.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.1.5 Abgrenzung: Kultur und Kulturerbe ===&lt;br /&gt;
Kultur / Kulturelle Ausdrucksform sind als Begriffe weiter gefasst als Kulturgut / Kulturerbe. Kulturelle Ausdrucksformen umfassen alles Gelebte und Gestaltete einer Gemeinschaft in Gegenwart und Vergangenheit, während Kulturgut / Kulturerbe diejenigen kulturellen Güter und Traditionen meint, denen eine Bedeutung beigemessen wurde und die als bewahrens- und weitergebenswert erkannt wurden. Kultur ist der „aktuelle“ kreative Prozess (einschließlich Popkultur, Alltagskultur), Kulturerbe der daraus überkommene Schatz. Dennoch sind die Grenzen fließend: Was heute nur Kultur ist, kann morgen zum Kulturerbe erklärt werden – abhängig von Wertzuschreibung und Diskurs.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Rahmen dieses Dokuments werden für den sorbischen Kontext die Begriffe „kulturelle Ausdrucksform“ und „Kulturgut“ weitgehend synonym verwendet, sofern nicht ausdrücklich anders gekennzeichnet. Hintergrund ist, dass die Gesamtzahl der identifizierbaren kulturellen Ausdrucksformen einer kleinen Minderheit wie der Sorben/Wenden im Vergleich zu großen Mehrheitsgesellschaften überschaubar ist. Zugleich ist der Anteil dieser Ausdrucksformen, denen in der Community ein besonderer Wert beigemessen wird und die daher faktisch als Kulturgut wahrgenommen und behandelt werden, sehr hoch: Ein großer Teil des gelebten kulturellen Repertoires wird als identitätsstiftend und bewahrenswert verstanden und damit dem Kulturerbe zugerechnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== 2.2 Klassifizierung von Kulturgütern ==&lt;br /&gt;
Im Folgenden soll eine griffige Klassifizierung von Kulturgütern entwickelt werden, so dass pro Kulturgut-Klasse später auf die Besonderheiten ihrer Digitalisierung eingegangen werden kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Dataja:Wobraz_K2.png|center|600px]]&amp;lt;ref&amp;gt;Mermaid Flowchart Code: [https://mermaid.live/edit#pako:eNptlM9u00AQxl9ltFWoFDlp_C9OjISU2KSgUCq1BSRIDxt77Syxd6v1mkKjSDwBlThw4YCEeuXOoeLSN-EF4BHYjZOQQG67-32_2ZnZsWco4jFBPqrVZpRR6cNsP8n4ZTTBQu7rHVP66QWOKEvV3nQM2BeYTf8eea35fF6rjdiIrUl4cjJiAMPDV_X6sMxkKdJS1uvnvu9PtRGgp5ReE46wJIKSLIOf779CycbkkqQZjSb1Ovz-cv351_drDWGN9BXS_xfZBj7dLoGxBgIFBE14nOcrZGH68E07Iu0IlSNsQkhTKnGlfvyh1bjKcngIjcYD6G2s-xvrYGMdLuuqAFOXZ0IflzFh0xxn5OBU3t1ISZhqw6KaKpo29k04jSaCJrLq0oZsa9mCAZc8FTihhBnQp1ksxd1NSsS22dFmG3oMZzwl0HveONtlc7XNATtsHI9fk6kkC3nRsKoqnVNgwrFQaUOvLGJRRtMi4SJfZ790WtppQYhFIVV7CYsJDO9uWbEMujbqOgIbTqgsddB7MCD_eXT6gQMvaFEQBlclPMVqcA6eMfqGiKLMt926isCFM4FjKiln-voCHmEWXxIxXZcUVo-jSwrVe3DBGvHqtc83DLqS0FpNAi3wRluiDBdFSBIYQ0KzzN_r265jPjQinnHh7yVJYhRS8ClZKfe3KLyk2oHneuEuqlK2qWhJWYPOwGnvoiplm4qXVMd17V5rF1UpikIGSgWNkS9FSQyUE5FjvUUzHXGE5ITkZIR8tYxJgtVXPEIjNlfYBWYvOc9XpOBlOkF-grNC7cqLWPUupFjNa74-FXo0RMBLJpFvWtYiCPJn6C3yG7bTNO2u6Tidrue0W13HQO_Usdtquuqg1bG6TtvzPNuZG-hqcXGr2baV5NhuyzId13XbBiJqDrg4qn5ni7_a_A_W9oMu hier klicken], abgerufen am 22.09.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.2.1 A. Materiell - unbeweglich 🏛️ ===&lt;br /&gt;
„Materiell - unbeweglich&amp;quot; bezeichnet ortsfeste Kulturobjekte wie Bauwerke, Ensembles, Gebäudekomplexe und Stätten/Kulturlandschaften, wie sie in Art. 1 der UNESCO-Welterbekonvention als Kategorien des kulturellen Erbes definiert sind.&amp;lt;ref&amp;gt;UNESCO World Heritage Centre o. J.: Convention Concerning the Protection of the World Cultural and Natural Heritage, Artikel 1. URL: https://whc.unesco.org/en/conventiontext/, abgerufen am 01.10.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.2.2 B. Materiell - beweglich 🖼️ ===&lt;br /&gt;
Umfasst bewegliche Sachen bzw. Sachgesamtheiten von kulturellem Wert (z. B. Objekte, Sammlungen), wie sie das deutsche Kulturgutschutzgesetz (§ 2 KGSG)&amp;lt;ref&amp;gt;Deutschland 2016: Kulturgutschutzgesetz (KGSG), § 2. URL: https://www.buzer.de/2_KGSG.htm, abgerufen am 01.10.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt; als „Kulturgut“ beschreibt.&lt;br /&gt;
* B1 '''Schriftgut''' - Bücher, Zeitungen, Handschriften, Archivgut, Graphiken, Pläne, Karten&lt;br /&gt;
* B2 '''Fotografien &amp;amp; Bildträger''' &lt;br /&gt;
** Fotografisch erzeugte statische Bildträger, auch Stillbildträger genannt, z. B. Positive/Negative auf Film/Platte/Photopapier, Dias, Abzüge, Mikrofilm/-fiche und vergleichbare fotografische Repro-Träger.&lt;br /&gt;
* B3 '''Analoge AV-Träger''' (Audio/Video/Film)&lt;br /&gt;
** Analoge zeitbasierte Medien, z. B. Magnetton (Tonband, Kassette), Schallplatte, Videobänder, Film.&lt;br /&gt;
* B4 '''3D-Objekte''' - Gegenstände, „sachkulturelle Artefakte“&amp;lt;ref&amp;gt;Sorbisches Institut o. J.: Konzept zum Digitalisierungszentrum am Sorbischen Institut, S. 24.&lt;br /&gt;
(Unveröffentlichtes Konzeptpapier; interne Projektunterlage.)&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.2.3 C. Immateriell 🎭 ===&lt;br /&gt;
Meint lebendige Praktiken, Darstellungen, Ausdrucksformen, Ideen, Werte, Wissen und Fertigkeiten, die von Gemeinschaften getragen und weitergegeben werden, gemäß der folgenden 5 UNESCO ICH-Domänen.&amp;lt;ref&amp;gt;UNESCO o. J.: Intangible Cultural Heritage – Five Domains. URL: https://ich.unesco.org/doc/src/01857-EN.pdf, abgerufen am 01.10.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* C1 '''Orale Traditionen/Ausdrucksformen''' - Sprache, Gesangstraditionen&lt;br /&gt;
* C2 '''Darstellende Künste''' - Musik, Tanz, Theater&lt;br /&gt;
* C3 '''Rituale &amp;amp; Feste''' - Bräuche und soziale Praktiken des Kalenders und Lebenslaufs&lt;br /&gt;
* C4 '''Wissen &amp;amp; Praktiken''' zu Natur &amp;amp; Universum - Heil- und Sammelkenntnisse, ökologisches und astronomisches Wissen, Glaube, Religion&lt;br /&gt;
* C5 '''Traditionelles Handwerk''' - Techniken, Werkzeuge und Gestaltungsmuster&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.2.4 D. Digital 💾 ===&lt;br /&gt;
Bezeichnet in digitaler Form vorliegende Ressourcen menschlichen Wissens und Ausdrucks. Diese können sowohl born-digital sein als auch digitalisierte Repräsentationen von materiellen und immateriellen Kulturgütern.&amp;lt;ref&amp;gt;UNESCO 2003: Charter on the Preservation of Digital Heritage. URL: https://www.unesco.org/en/legal-affairs/charter-preservation-digital-heritage, abgerufen am 01.10.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* D1 '''Born-digital''', z. B. Websites, Social-Media, Software, Apps, Spiele, digitale Fotos/Audio/Video.&lt;br /&gt;
* D2 '''Digitalisate''' - Digitalisierte Repräsentationen/Derivate aus den Klassen A, B und C.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== 2.3 Prozess der Digitalisierung von Kulturerbe ==&lt;br /&gt;
Die Digitalisierung von Kulturgut ist kein rein technischer Arbeitsschritt, sondern ein vielschichtiger, oft langfristiger Prozess, der bereits mit der Wahrnehmung und Identifikation einer kulturellen Ausdrucksform beginnt. Ziel dieses Abschnitts ist es, diesen Gesamtprozess systematisch darzustellen: von der gelebten Kultur über das identifizierte Kulturgut bis hin zur digital nutzbaren Repräsentation.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die hier entwickelte Prozessdarstellung soll als praxisorientierter Überblick dienen für die Digitalisierung des sorbischen Kulturerbes. Sie berücksichtigt die Anforderungen sorbischer Einrichtungen ebenso wie die international etablierten Referenzmodelle und Standards, darunter:&lt;br /&gt;
* das OAIS-Referenzmodell (ISO 14721) für digitale Archivierung&amp;lt;ref&amp;gt;Consultative Committee for Space Data Systems (CCSDS) 2024: Reference Model for an Open Archival Information System (OAIS), CCSDS 650.0-M-3. URL: https://ccsds.org/Pubs/650x0m3.pdf, abgerufen am 01.10.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
* das DCC Curation Lifecycle Model für kuratorische Entscheidungsprozesse&amp;lt;ref&amp;gt;Higgins 2008: The DCC Curation Lifecycle Model. International Journal of Digital Curation, 3(1), 134-140. URL: https://ijdc.net/index.php/ijdc/article/view/48, abgerufen am 01.10.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
* das Spectrum-Modell für museale Objektverwaltung&amp;lt;ref&amp;gt;Collections Trust 2022. Spectrum 5.1 - The UK Museum Collections Management Standard. URL: https://collectionstrust.org.uk/spectrum/spectrum-5, abgerufen am 01.10.2025. &amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
* die UNESCO-Leitlinien zur Inventarisierung immateriellen Kulturerbes&amp;lt;ref&amp;gt;UNESCO 2024: Operational Directives for the Implementation of the Convention for the Safeguarding of the Intangible Cultural Heritage (10.GA). URL: https://ich.unesco.org/doc/src/ICH-Operational_Directives-10.GA_EN.pdf, abgerufen am 01.10.2025. &amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
* sowie technische Vorgaben wie die DFG-Praxisregeln Digitalisierung&amp;lt;ref&amp;gt;Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) 2022: Praxisregeln Digitalisierung (aktualisierte Fassung). URL: https://www.ulb.hhu.de/fileadmin/redaktion/ULB/Documents/Infomaterial/DFG_Praxisregeln_Digitalisierung_Aktualisierte_Fassung2022.pdf, abgerufen am 01.10.2025. &amp;lt;/ref&amp;gt; und die FADGI-Richtlinien&amp;lt;ref&amp;gt;Federal Agencies Digital Guidelines Initiative (FADGI) 2023: Technical Guidelines for Digitizing Cultural Heritage Materials – Still Image, 3rd ed. URL: https://www.digitizationguidelines.gov/guidelines/digitize-technical.html, abgerufen am 01.10.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Folge soll der sogenannte „Lebenslauf“ eines Kulturguts dargestellt werden, also der Weg, den ein Objekt oder eine kulturelle Praxis vom Zeitpunkt der Entstehung über die Erfassung, Digitalisierung und Archivierung bis zur Veröffentlichung in einem digitalen Präsentationsmodul durchläuft.&lt;br /&gt;
Hierfür erläutert der folgende Abschnitt die einzelnen Prozessschritte im Detail – jeweils mit Akteuren, Standards und Beispielen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.3.1 Vorüberlegungen zum Prozess ===&lt;br /&gt;
Im hier vorgestellten Prozess wird auf eine harte, systematische Filterung verzichtet, welche kulturellen Ausdrucksformen „nur“ Kultur und welche bereits Kulturgut sind. Ein solcher Bewertungs- und Abgrenzungsprozess wäre ressourcenintensiv und würde den vorhandenen Kapazitäten in den beteiligten Einrichtungen nicht entsprechen. Stattdessen folgt das Konzept einer inklusiven Logik: Alle dokumentierten Ausdrucksformen werden zunächst als potenzielle Kulturgüter erfasst. Eine feinere Auswahl und Priorisierung erfolgen erst in einem späteren Schritt, nämlich dann, wenn konkret entschieden wird, welche Ausdrucksformen bzw. Kulturgüter in welcher Tiefe digitalisiert, archiviert und präsentiert werden sollen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieses Vorgehen schließt an das RSK-Konzept an, das bewusst auf eine frühe normative Trennung zwischen „kultureller Ausdrucksform“ und „Kulturgut“ verzichtet. Auch hier steht zunächst der möglichst vollständige, strukturierte Überblick über die sorbischen Kulturgüter im Vordergrund. Die differenzierte Bewertung und Schwerpunktsetzung werden als anschließende fachliche Aufgabe verstanden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.3.2 Prozessschritte im Detail ===&lt;br /&gt;
Das folgende Diagramm gibt einen Überblick über die sechs Kernschritte im Digitalisierungsprozess von Kulturgut – von der ersten Entdeckung einer kulturellen Ausdrucksform bis zur Nutzung einer digitalen Repräsentation dieses Kulturguts. Die Abfolge bildet auch die Entwicklungsstufen ab: von gelebter Kultur zur kulturellen Ausdrucksform, von dort zum Kulturgut und schließlich zum digitalisierten Kulturgut.&lt;br /&gt;
[[Dataja:Wobraz_K3.png|center|600px]]&amp;lt;ref&amp;gt;Mermaid Flowchart Code: [https://mermaid.live/edit#pako:eNplkk1OwzAQha8yGqmbkloxSZs2CyTa8LOphIAVhIVJpolF4iDH4a_qbXqTXgzHFdAKr2y97703lmaNWZMTxriqmvesFNrAfZIqgPPHFIdDzuBO1DVVajhM8QlGozOYO-WUwS0VsjVakqa93Pvmjlk4JmAwp3fS5kCHwQAWjkkcE_Y5WWkIXqrd9jBpT138UIkspBGVbI_7-rwLR146csLgRryQ-U8lMGLwTG1WapLPpHKCZQLMOY9ch7m2VxiSpOAEjJ1TSev_M_bkvv3KtY8ZnOuslG_H9VcOuf4dUO-2LamjGdHDQsscY6M78rAmXYv-ies-IEVTUk0pxvaa00p0lUkxVRtrexXqoWnqH6duuqLEeCWq1r6619zOn0hRaPGH9J_Xi6ZTBuOxS8B4jR8YhxGLeDThkR-EM37KuYefFmHTaOz7fOZHQTidBMHGwy9X6VslnNnDw4jPuB8GHlIuTaOX-7Vy27X5Bh_Osqo hier klicken], abgerufen am 22.09.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Kernprozess verdeutlicht, dass Digitalisierung mehr ist als Technik: Sie ist ein komplexer, vielfältig verantworteter kultureller Transformationsprozess. Jeder Schritt kann durch unterschiedliche Akteure getragen sein und erfordert spezifisches Fachwissen. Ziel der nachfolgenden Beschreibung ist es, die Prozessschritte nachvollziehbar und anschlussfähig für die Praxis Einrichtungen darzustellen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Referenzen ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Měrko Šenk</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://koncept.serbski-inkubator.de/index.php?title=12.3_Digitalisierung_des_Kulturerbes&amp;diff=1032</id>
		<title>12.3 Digitalisierung des Kulturerbes</title>
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		<updated>2026-01-08T15:23:33Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Měrko Šenk: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;= 1 Einleitung =&lt;br /&gt;
Die Digitalisierung von sorbischem Kulturerbe ist eine historische Chance für uns Sorben, eine Chance, unser kulturelles Erbe neu zu entdecken, es für kommende Generationen zu erhalten, für eine breitere Öffentlichkeit zugänglich zu machen und dabei die eigene Deutungshoheit zu stärken. Das erfordert neben Mut, einer klaren gemeinsamen Vision, starker Zusammenarbeit zwischen den beteiligten Akteuren auch die notwendigen Ressourcen in Form von Personal mit entsprechenden Kompetenzen, passender Technik sowie einer nachhaltig gesicherten Finanzierung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im folgenden Abschnitt werden Zielbilder für die Digitalisierung des sorbischen Kulturerbes entworfen mittels lang- und kurzfristiger Visionen sowie konkreter Ziele.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== 1.1 Visionen und Ziele für die sorbische digitale Welt ==&lt;br /&gt;
'''Vision 2035'''&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
''Sorbisches materielles und immaterielles Kulturerbe ist systematisch digital erfasst, rechtssicher und langfristig gesichert, leicht auffindbar, offen nutzbar und wird aktiv von Interessierten genutzt.''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Konkrete Visionen'''&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Bis 2032 ist ein tragfähiges, finanziell und organisatorisch abgesichertes Modell etabliert, das:&lt;br /&gt;
* Ein zentrales (oder föderiertes) digitales Langzeitarchiv nach OAIS-Referenzmodell betreibt,&lt;br /&gt;
* klare Zuständigkeiten, Prozesse und Budgets definiert,&lt;br /&gt;
* regelmäßige Qualitätssicherung und Technik-Updates vorsieht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bis 2030 sind wichtige sorbische Kulturerbe-Bestände (Kernbestände nach fachlicher Festlegung) in hoher Qualität digitalisiert, beschrieben und im Langzeitarchiv gesichert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bis 2028 liegt eine institutionenübergreifende Übersicht über relevante Kulturerbe-Bestände (analog und digital, materiell und immateriell) vor, einschließlich einer Prioritätenliste für die Digitalisierung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bis 2028 existiert ein zentrales, nutzerfreundliches „Sorbisches Kulturerbe-Portal“, das:&lt;br /&gt;
* Suchzugang über alle teilnehmenden Institutionen ermöglicht,&lt;br /&gt;
* grundlegende Inhalte frei zugänglich bereitstellt,&lt;br /&gt;
* mehrsprachige Oberflächen anbietet (Deutsch, Obersorbisch, Niedersorbisch, Englisch).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= 2 IST-Analyse „Digitalisierung von Kulturerbe“ =&lt;br /&gt;
Das Ziel in diesem Themenbereich ist es, sorbisches Kulturerbe digital zu verwalten und damit langfristig für Recherche, Nutzung und Präsentation vorzuhalten.&lt;br /&gt;
Was ist sorbischen Kulturerbe und was zählt alles dazu? Welche Schritte durchläuft ein Kulturgut, um zum digitalen Kulturerbe zu gehören? Wie können die digitale Verwaltung, Archivierung, Nutzung und Präsentation von Kulturgütern umgesetzt werden?&lt;br /&gt;
Diese Fragen sollen im Folgenden beantwortet werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== 2.1 Terminologie – von Kultur zu Kulturerbe ==&lt;br /&gt;
In diesem Abschnitt werden die Begriffe rund um das Kulturerbe grundlegend definiert. Es soll ein Verständnis über die Begriffe Kultur, kulturelle Ausprägung, Kulturgut und Kulturerbe erreicht werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Dataja:Wobraz_K1.png|center|260px]]&amp;lt;ref&amp;gt;Mermaid Flowchart Code: [https://mermaid.live/edit#pako:eNpF0UtuwyAQBuCroFlaTuRHTGMvKuWxq7pqV627IGZso2CIMChtk9ymN-nFimmasmJGfP-AOEGjOUIFrdTHpmfGkudtrWpF_Fq9RtGDk9aZKHojU-_aJ7PZ_bmGgSnR4mgFejaKpidC1XAmq8zDfYAoJZKVG7lxzX5stRl81C0_uwYdheGEubHD4_dXLy1hcpyC1rcLdM4GOLH1Ve2E5Gj9TPLkhgEnsLkBNDsMAmLojOBQWeMwhgHNwKYSTuFBYHucbOW3HFvmcQ21unh2YOpF6-FPGu26HqrW381X7sCZxa1gnWH_R1BxNBvtlIUqTUMEVCd49xVdzpeLMs1pXmRFXiY0hg-o8iyZL_LFXZaVSTJ1LzF8hqHJnBZ5WhZLWt5RmtIsBuTCavP4-2Hh3y4_NXaMmw hier klicken], abgerufen am 22.09.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.1.1 Kultur ===&lt;br /&gt;
Kultur bezeichnet hier die Gesamtheit aller vom Menschen geschaffenen und erlernten Ausdrucksformen des Lebens, die auf gemeinsamen Werten und Verhaltensweisen beruhen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;wiki-kultur&amp;quot;&amp;gt;URL: https://de.wikipedia.org/wiki/Kultur&amp;lt;/ref&amp;gt; Dazu zählen materielle Ergebnisse (z. B. Kunstwerke, Technik) ebenso wie immaterielle Praktiken (Sprache, Bräuche, Wissen). Kultur umfasst laut der UNESCO geistige, materielle, intellektuelle und emotionale Merkmale, die eine Gesellschaft oder soziale Gruppe kennzeichnen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;mondiacult&amp;quot;&amp;gt;UNESCO 1982: Mexico City Declaration on Cultural Policies (MONDIACULT). URL: https://www.lacult.unesco.org/docc/1982_MONDIACULT.pdf&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;ref name=&amp;quot;cultureaction&amp;quot;&amp;gt;Culture Action Europe 2024: The State of Culture report. URL: https://cultureactioneurope.org/de/news/the-state-of-culture-report-published, abgerufen am 01.10.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;  Sie ist dynamisch und wird von jeder Generation neu gestaltet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das deutsche Wort „Kultur“ ist eine Eindeutschung des lateinischen Worts „cultura“. Dieses bedeutet ursprünglich „Bebauung, Bearbeitung, Bestellung, Pflege“ und meinte sowohl die physische Bearbeitung als auch die Pflege geistiger Güter, z. B. der Sprache.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.1.2 Kulturelle Ausdrucksform ===&lt;br /&gt;
Eine kulturelle Ausdrucksform ist eine konkrete, gegenwärtige oder historische, Manifestation von Kultur, bspw. eine Zeichnung, eine Tracht oder ein Lied: Sie macht die Kultur sichtbar und erlebbar. Im engeren Sinne ist es eine Ausdrucksweise, die aus der Kreativität einer Person, Gruppe oder Gesellschaft entsteht und kulturellen Inhalt trägt (symbolische Bedeutung, künstlerische Dimension, kulturelle Werte).&amp;lt;ref&amp;gt;Österreichische UNESCO-Kommission 2007: Übereinkommen zum Schutz und zur Förderung der Vielfalt kultureller Ausdrucksformen, Art. 4, Seite 13. URL: https://www.unesco.at/fileadmin/Redaktion/Publikationen/Publikations-Dokumente/2005er_UNESCO-Convention_German.pdf, abgerufen am 22.09.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt; Sie wird innerhalb und zwischen Gemeinschaften weitergegeben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Alle kulturellen Ausdrucksformen bilden einen wesentlichen Kern von Kultur, aber Kultur enthält auch latente Dimensionen (Werte, Normen, Vorannahmen etc.), die nicht unmittelbar als Ausdrucksform erscheinen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.1.3 Kulturgut ===&lt;br /&gt;
Ein „Kulturgut“ ist eine einzelne kulturelle Ausdrucksform, der ein besonderer kultureller Wert zugemessen wird (durch Anerkennung, Schutz, Bedeutung). Es ist somit ein Erzeugnis menschlicher Kreativität oder Zeugnis menschlichen Lebens, welches Bedeutung für die Kultur einer Gemeinschaft hat und daher Bestand haben und bewahrt werden soll.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Summe aller Kulturgüter einer Gemeinschaft wird als dessen Kulturerbe bezeichnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.1.4 Kulturerbe ===&lt;br /&gt;
Kulturerbe ist die Summe der materiellen und immateriellen Ausdrucksformen (= Kulturgüter) einer Kultur, die als „bewahrenswert“ anerkannt wurden. International umfasst das u. a. das Welterbe (Denkmäler, Ensembles, Stätten)&amp;lt;ref&amp;gt;UNESCO (1972), Welterbekonvention, Art. 1. URL: https://www.dnk.de/wp-content/uploads/2021/02/1972_DNK_UNESCO-Welterbekonvention.pdf (abgerufen am 11.09.2025).&amp;lt;/ref&amp;gt; und das Immaterielles Kulturerbe (Praktiken, Wissen).&amp;lt;ref&amp;gt;Deutsche UNESCO-Kommission o. J.:, Übereinkommen zur Erhaltung des immateriellen Kulturerbes (dt. Ausgabe). URL: https://www.unesco.de/assets/dokumente/Deutsche_UNESCO-Kommission/02_Publikationen/Publikation_UNESCO-%C3%9Cbereinkommen_zur_Erhaltung_des_immateriellen_Kulturerbes_01.pdf, (abgerufen am 11.09.2025).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ob etwas „zum Kulturerbe“ zählt, ist Ergebnis von Bewertung, Diskurs und teils formellen Verfahren. Das Sorbisches Kulturregister (SKR) betont, dass „sorbisch-wendisches Kulturerbe“ einer kulturellen Ausdrucksform als Qualität zugeschrieben wird – durch den gesellschaftlichen, museologischen, archivischen und wissenschaftlichen Diskurs.&amp;lt;ref&amp;gt;Sorbisches Institut 2025: Konzept für ein Sorbisches Kulturregister (SKR). URL: https://www.serbski-institut.de/wp-content/uploads/2021/11/00_Zweite-aktualisierte-Fassung_Konzept_Sorbisches-Kulturregister_20.11.2025.pdf, abgerufen am 20.11.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.1.5 Abgrenzung: Kultur und Kulturerbe ===&lt;br /&gt;
Kultur / Kulturelle Ausdrucksform sind als Begriffe weiter gefasst als Kulturgut / Kulturerbe. Kulturelle Ausdrucksformen umfassen alles Gelebte und Gestaltete einer Gemeinschaft in Gegenwart und Vergangenheit, während Kulturgut / Kulturerbe diejenigen kulturellen Güter und Traditionen meint, denen eine Bedeutung beigemessen wurde und die als bewahrens- und weitergebenswert erkannt wurden. Kultur ist der „aktuelle“ kreative Prozess (einschließlich Popkultur, Alltagskultur), Kulturerbe der daraus überkommene Schatz. Dennoch sind die Grenzen fließend: Was heute nur Kultur ist, kann morgen zum Kulturerbe erklärt werden – abhängig von Wertzuschreibung und Diskurs.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Rahmen dieses Dokuments werden für den sorbischen Kontext die Begriffe „kulturelle Ausdrucksform“ und „Kulturgut“ weitgehend synonym verwendet, sofern nicht ausdrücklich anders gekennzeichnet. Hintergrund ist, dass die Gesamtzahl der identifizierbaren kulturellen Ausdrucksformen einer kleinen Minderheit wie der Sorben/Wenden im Vergleich zu großen Mehrheitsgesellschaften überschaubar ist. Zugleich ist der Anteil dieser Ausdrucksformen, denen in der Community ein besonderer Wert beigemessen wird und die daher faktisch als Kulturgut wahrgenommen und behandelt werden, sehr hoch: Ein großer Teil des gelebten kulturellen Repertoires wird als identitätsstiftend und bewahrenswert verstanden und damit dem Kulturerbe zugerechnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== 2.2 Klassifizierung von Kulturgütern ==&lt;br /&gt;
Im Folgenden soll eine griffige Klassifizierung von Kulturgütern entwickelt werden, so dass pro Kulturgut-Klasse später auf die Besonderheiten ihrer Digitalisierung eingegangen werden kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Dataja:Wobraz_K2.png|center|600px]]&amp;lt;ref&amp;gt;Mermaid Flowchart Code: [https://mermaid.live/edit#pako:eNptlM9u00AQxl9ltFWoFDlp_C9OjISU2KSgUCq1BSRIDxt77Syxd6v1mkKjSDwBlThw4YCEeuXOoeLSN-EF4BHYjZOQQG67-32_2ZnZsWco4jFBPqrVZpRR6cNsP8n4ZTTBQu7rHVP66QWOKEvV3nQM2BeYTf8eea35fF6rjdiIrUl4cjJiAMPDV_X6sMxkKdJS1uvnvu9PtRGgp5ReE46wJIKSLIOf779CycbkkqQZjSb1Ovz-cv351_drDWGN9BXS_xfZBj7dLoGxBgIFBE14nOcrZGH68E07Iu0IlSNsQkhTKnGlfvyh1bjKcngIjcYD6G2s-xvrYGMdLuuqAFOXZ0IflzFh0xxn5OBU3t1ISZhqw6KaKpo29k04jSaCJrLq0oZsa9mCAZc8FTihhBnQp1ksxd1NSsS22dFmG3oMZzwl0HveONtlc7XNATtsHI9fk6kkC3nRsKoqnVNgwrFQaUOvLGJRRtMi4SJfZ790WtppQYhFIVV7CYsJDO9uWbEMujbqOgIbTqgsddB7MCD_eXT6gQMvaFEQBlclPMVqcA6eMfqGiKLMt926isCFM4FjKiln-voCHmEWXxIxXZcUVo-jSwrVe3DBGvHqtc83DLqS0FpNAi3wRluiDBdFSBIYQ0KzzN_r265jPjQinnHh7yVJYhRS8ClZKfe3KLyk2oHneuEuqlK2qWhJWYPOwGnvoiplm4qXVMd17V5rF1UpikIGSgWNkS9FSQyUE5FjvUUzHXGE5ITkZIR8tYxJgtVXPEIjNlfYBWYvOc9XpOBlOkF-grNC7cqLWPUupFjNa74-FXo0RMBLJpFvWtYiCPJn6C3yG7bTNO2u6Tidrue0W13HQO_Usdtquuqg1bG6TtvzPNuZG-hqcXGr2baV5NhuyzId13XbBiJqDrg4qn5ni7_a_A_W9oMu hier klicken], abgerufen am 22.09.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.2.1 A. Materiell - unbeweglich 🏛️ ===&lt;br /&gt;
„Materiell - unbeweglich&amp;quot; bezeichnet ortsfeste Kulturobjekte wie Bauwerke, Ensembles, Gebäudekomplexe und Stätten/Kulturlandschaften, wie sie in Art. 1 der UNESCO-Welterbekonvention als Kategorien des kulturellen Erbes definiert sind.&amp;lt;ref&amp;gt;UNESCO World Heritage Centre o. J.: Convention Concerning the Protection of the World Cultural and Natural Heritage, Artikel 1. URL: https://whc.unesco.org/en/conventiontext/, abgerufen am 01.10.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.2.2 B. Materiell - beweglich 🖼️ ===&lt;br /&gt;
Umfasst bewegliche Sachen bzw. Sachgesamtheiten von kulturellem Wert (z. B. Objekte, Sammlungen), wie sie das deutsche Kulturgutschutzgesetz (§ 2 KGSG)&amp;lt;ref&amp;gt;Deutschland 2016: Kulturgutschutzgesetz (KGSG), § 2. URL: https://www.buzer.de/2_KGSG.htm, abgerufen am 01.10.2025.  als „Kulturgut“ beschreibt.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* B1 '''Schriftgut''' - Bücher, Zeitungen, Handschriften, Archivgut, Graphiken, Pläne, Karten&lt;br /&gt;
* B2 '''Fotografien &amp;amp; Bildträger''' &lt;br /&gt;
** Fotografisch erzeugte statische Bildträger, auch Stillbildträger genannt, z. B. Positive/Negative auf Film/Platte/Photopapier, Dias, Abzüge, Mikrofilm/-fiche und vergleichbare fotografische Repro-Träger.&lt;br /&gt;
* B3 '''Analoge AV-Träger''' (Audio/Video/Film)&lt;br /&gt;
** Analoge zeitbasierte Medien, z. B. Magnetton (Tonband, Kassette), Schallplatte, Videobänder, Film.&lt;br /&gt;
* B4 '''3D-Objekte''' - Gegenstände, „sachkulturelle Artefakte“&amp;lt;ref&amp;gt;Sorbisches Institut o. J.: Konzept zum Digitalisierungszentrum am Sorbischen Institut, S. 24.&lt;br /&gt;
(Unveröffentlichtes Konzeptpapier; interne Projektunterlage.)&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.2.3 C. Immateriell 🎭 ===&lt;br /&gt;
Meint lebendige Praktiken, Darstellungen, Ausdrucksformen, Ideen, Werte, Wissen und Fertigkeiten, die von Gemeinschaften getragen und weitergegeben werden, gemäß der folgenden 5 UNESCO ICH-Domänen.&amp;lt;ref&amp;gt;UNESCO o. J.: Intangible Cultural Heritage – Five Domains. URL: https://ich.unesco.org/doc/src/01857-EN.pdf, abgerufen am 01.10.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* C1 '''Orale Traditionen/Ausdrucksformen''' - Sprache, Gesangstraditionen&lt;br /&gt;
* C2 '''Darstellende Künste''' - Musik, Tanz, Theater&lt;br /&gt;
* C3 '''Rituale &amp;amp; Feste''' - Bräuche und soziale Praktiken des Kalenders und Lebenslaufs&lt;br /&gt;
* C4 '''Wissen &amp;amp; Praktiken''' zu Natur &amp;amp; Universum - Heil- und Sammelkenntnisse, ökologisches und astronomisches Wissen, Glaube, Religion&lt;br /&gt;
* C5 '''Traditionelles Handwerk''' - Techniken, Werkzeuge und Gestaltungsmuster&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.2.4 D. Digital 💾 ===&lt;br /&gt;
Bezeichnet in digitaler Form vorliegende Ressourcen menschlichen Wissens und Ausdrucks. Diese können sowohl born-digital sein als auch digitalisierte Repräsentationen von materiellen und immateriellen Kulturgütern.&amp;lt;ref&amp;gt;UNESCO 2003: Charter on the Preservation of Digital Heritage. URL: https://www.unesco.org/en/legal-affairs/charter-preservation-digital-heritage, abgerufen am 01.10.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* D1 '''Born-digital''', z. B. Websites, Social-Media, Software, Apps, Spiele, digitale Fotos/Audio/Video.&lt;br /&gt;
* D2 '''Digitalisate''' - Digitalisierte Repräsentationen/Derivate aus den Klassen A, B und C.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== 2.3 Prozess der Digitalisierung von Kulturerbe ==&lt;br /&gt;
Die Digitalisierung von Kulturgut ist kein rein technischer Arbeitsschritt, sondern ein vielschichtiger, oft langfristiger Prozess, der bereits mit der Wahrnehmung und Identifikation einer kulturellen Ausdrucksform beginnt. Ziel dieses Abschnitts ist es, diesen Gesamtprozess systematisch darzustellen: von der gelebten Kultur über das identifizierte Kulturgut bis hin zur digital nutzbaren Repräsentation.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die hier entwickelte Prozessdarstellung soll als praxisorientierter Überblick dienen für die Digitalisierung des sorbischen Kulturerbes. Sie berücksichtigt die Anforderungen sorbischer Einrichtungen ebenso wie die international etablierten Referenzmodelle und Standards, darunter:&lt;br /&gt;
* das OAIS-Referenzmodell (ISO 14721) für digitale Archivierung&amp;lt;ref&amp;gt;Consultative Committee for Space Data Systems (CCSDS) 2024: Reference Model for an Open Archival Information System (OAIS), CCSDS 650.0-M-3. URL: https://ccsds.org/Pubs/650x0m3.pdf, abgerufen am 01.10.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
* das DCC Curation Lifecycle Model für kuratorische Entscheidungsprozesse&amp;lt;ref&amp;gt;Higgins 2008: The DCC Curation Lifecycle Model. International Journal of Digital Curation, 3(1), 134-140. URL: https://ijdc.net/index.php/ijdc/article/view/48, abgerufen am 01.10.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
* das Spectrum-Modell für museale Objektverwaltung&amp;lt;ref&amp;gt;Collections Trust 2022. Spectrum 5.1 - The UK Museum Collections Management Standard. URL: https://collectionstrust.org.uk/spectrum/spectrum-5, abgerufen am 01.10.2025. &amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
* die UNESCO-Leitlinien zur Inventarisierung immateriellen Kulturerbes&amp;lt;ref&amp;gt;UNESCO 2024: Operational Directives for the Implementation of the Convention for the Safeguarding of the Intangible Cultural Heritage (10.GA). URL: https://ich.unesco.org/doc/src/ICH-Operational_Directives-10.GA_EN.pdf, abgerufen am 01.10.2025. &amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
* sowie technische Vorgaben wie die DFG-Praxisregeln Digitalisierung&amp;lt;ref&amp;gt;Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) 2022: Praxisregeln Digitalisierung (aktualisierte Fassung). URL: https://www.ulb.hhu.de/fileadmin/redaktion/ULB/Documents/Infomaterial/DFG_Praxisregeln_Digitalisierung_Aktualisierte_Fassung2022.pdf, abgerufen am 01.10.2025. &amp;lt;/ref&amp;gt; und die FADGI-Richtlinien&amp;lt;ref&amp;gt;Federal Agencies Digital Guidelines Initiative (FADGI) 2023: Technical Guidelines for Digitizing Cultural Heritage Materials – Still Image, 3rd ed. URL: https://www.digitizationguidelines.gov/guidelines/digitize-technical.html, abgerufen am 01.10.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Folge soll der sogenannte „Lebenslauf“ eines Kulturguts dargestellt werden, also der Weg, den ein Objekt oder eine kulturelle Praxis vom Zeitpunkt der Entstehung über die Erfassung, Digitalisierung und Archivierung bis zur Veröffentlichung in einem digitalen Präsentationsmodul durchläuft.&lt;br /&gt;
Hierfür erläutert der folgende Abschnitt die einzelnen Prozessschritte im Detail – jeweils mit Akteuren, Standards und Beispielen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.3.1 Vorüberlegungen zum Prozess ===&lt;br /&gt;
Im hier vorgestellten Prozess wird auf eine harte, systematische Filterung verzichtet, welche kulturellen Ausdrucksformen „nur“ Kultur und welche bereits Kulturgut sind. Ein solcher Bewertungs- und Abgrenzungsprozess wäre ressourcenintensiv und würde den vorhandenen Kapazitäten in den beteiligten Einrichtungen nicht entsprechen. Stattdessen folgt das Konzept einer inklusiven Logik: Alle dokumentierten Ausdrucksformen werden zunächst als potenzielle Kulturgüter erfasst. Eine feinere Auswahl und Priorisierung erfolgen erst in einem späteren Schritt, nämlich dann, wenn konkret entschieden wird, welche Ausdrucksformen bzw. Kulturgüter in welcher Tiefe digitalisiert, archiviert und präsentiert werden sollen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieses Vorgehen schließt an das RSK-Konzept an, das bewusst auf eine frühe normative Trennung zwischen „kultureller Ausdrucksform“ und „Kulturgut“ verzichtet. Auch hier steht zunächst der möglichst vollständige, strukturierte Überblick über die sorbischen Kulturgüter im Vordergrund. Die differenzierte Bewertung und Schwerpunktsetzung werden als anschließende fachliche Aufgabe verstanden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.3.2 Prozessschritte im Detail ===&lt;br /&gt;
Das folgende Diagramm gibt einen Überblick über die sechs Kernschritte im Digitalisierungsprozess von Kulturgut – von der ersten Entdeckung einer kulturellen Ausdrucksform bis zur Nutzung einer digitalen Repräsentation dieses Kulturguts. Die Abfolge bildet auch die Entwicklungsstufen ab: von gelebter Kultur zur kulturellen Ausdrucksform, von dort zum Kulturgut und schließlich zum digitalisierten Kulturgut.&lt;br /&gt;
[[Dataja:Wobraz_K3.png|center|600px]]&amp;lt;ref&amp;gt;Mermaid Flowchart Code: [https://mermaid.live/edit#pako:eNplkk1OwzAQha8yGqmbkloxSZs2CyTa8LOphIAVhIVJpolF4iDH4a_qbXqTXgzHFdAKr2y97703lmaNWZMTxriqmvesFNrAfZIqgPPHFIdDzuBO1DVVajhM8QlGozOYO-WUwS0VsjVakqa93Pvmjlk4JmAwp3fS5kCHwQAWjkkcE_Y5WWkIXqrd9jBpT138UIkspBGVbI_7-rwLR146csLgRryQ-U8lMGLwTG1WapLPpHKCZQLMOY9ch7m2VxiSpOAEjJ1TSev_M_bkvv3KtY8ZnOuslG_H9VcOuf4dUO-2LamjGdHDQsscY6M78rAmXYv-ies-IEVTUk0pxvaa00p0lUkxVRtrexXqoWnqH6duuqLEeCWq1r6619zOn0hRaPGH9J_Xi6ZTBuOxS8B4jR8YhxGLeDThkR-EM37KuYefFmHTaOz7fOZHQTidBMHGwy9X6VslnNnDw4jPuB8GHlIuTaOX-7Vy27X5Bh_Osqo hier klicken], abgerufen am 22.09.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Kernprozess verdeutlicht, dass Digitalisierung mehr ist als Technik: Sie ist ein komplexer, vielfältig verantworteter kultureller Transformationsprozess. Jeder Schritt kann durch unterschiedliche Akteure getragen sein und erfordert spezifisches Fachwissen. Ziel der nachfolgenden Beschreibung ist es, die Prozessschritte nachvollziehbar und anschlussfähig für die Praxis Einrichtungen darzustellen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Referenzen ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Měrko Šenk</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://koncept.serbski-inkubator.de/index.php?title=Dataja:Wobraz_K2.png&amp;diff=1031</id>
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		<updated>2026-01-08T14:50:09Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Měrko Šenk: Měrko Šenk je nowu wersiju Dataja:Wobraz K2.png nahrał&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Měrko Šenk</name></author>
	</entry>
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		<updated>2026-01-08T14:21:24Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Měrko Šenk: Měrko Šenk je nowu wersiju Dataja:Wobraz K2.png nahrał&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Měrko Šenk</name></author>
	</entry>
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		<id>https://koncept.serbski-inkubator.de/index.php?title=12.3_Digitalisierung_des_Kulturerbes&amp;diff=1029</id>
		<title>12.3 Digitalisierung des Kulturerbes</title>
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		<updated>2026-01-08T14:15:30Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Měrko Šenk: /* 1.1 Visionen und Ziele für die sorbische digitale Welt */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;= 1 Einleitung =&lt;br /&gt;
Die Digitalisierung von sorbischem Kulturerbe ist eine historische Chance für uns Sorben, eine Chance, unser kulturelles Erbe neu zu entdecken, es für kommende Generationen zu erhalten, für eine breitere Öffentlichkeit zugänglich zu machen und dabei die eigene Deutungshoheit zu stärken. Das erfordert neben Mut, einer klaren gemeinsamen Vision, starker Zusammenarbeit zwischen den beteiligten Akteuren auch die notwendigen Ressourcen in Form von Personal mit entsprechenden Kompetenzen, passender Technik sowie einer nachhaltig gesicherten Finanzierung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im folgenden Abschnitt werden Zielbilder für die Digitalisierung des sorbischen Kulturerbes entworfen mittels lang- und kurzfristiger Visionen sowie konkreter Ziele.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== 1.1 Visionen und Ziele für die sorbische digitale Welt ==&lt;br /&gt;
'''Vision 2035'''&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
''Sorbisches materielles und immaterielles Kulturerbe ist systematisch digital erfasst, rechtssicher und langfristig gesichert, leicht auffindbar, offen nutzbar und wird aktiv von Interessierten genutzt.''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Konkrete Visionen'''&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Bis 2032 ist ein tragfähiges, finanziell und organisatorisch abgesichertes Modell etabliert, das:&lt;br /&gt;
* Ein zentrales (oder föderiertes) digitales Langzeitarchiv nach OAIS-Referenzmodell betreibt,&lt;br /&gt;
* klare Zuständigkeiten, Prozesse und Budgets definiert,&lt;br /&gt;
* regelmäßige Qualitätssicherung und Technik-Updates vorsieht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bis 2030 sind wichtige sorbische Kulturerbe-Bestände (Kernbestände nach fachlicher Festlegung) in hoher Qualität digitalisiert, beschrieben und im Langzeitarchiv gesichert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bis 2028 liegt eine institutionenübergreifende Übersicht über relevante Kulturerbe-Bestände (analog und digital, materiell und immateriell) vor, einschließlich einer Prioritätenliste für die Digitalisierung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bis 2028 existiert ein zentrales, nutzerfreundliches „Sorbisches Kulturerbe-Portal“, das:&lt;br /&gt;
* Suchzugang über alle teilnehmenden Institutionen ermöglicht,&lt;br /&gt;
* grundlegende Inhalte frei zugänglich bereitstellt,&lt;br /&gt;
* mehrsprachige Oberflächen anbietet (Deutsch, Obersorbisch, Niedersorbisch, Englisch).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= 2 IST-Analyse „Digitalisierung von Kulturerbe“ =&lt;br /&gt;
Das Ziel in diesem Themenbereich ist es, sorbisches Kulturerbe digital zu verwalten und damit langfristig für Recherche, Nutzung und Präsentation vorzuhalten.&lt;br /&gt;
Was ist sorbischen Kulturerbe und was zählt alles dazu? Welche Schritte durchläuft ein Kulturgut, um zum digitalen Kulturerbe zu gehören? Wie können die digitale Verwaltung, Archivierung, Nutzung und Präsentation von Kulturgütern umgesetzt werden?&lt;br /&gt;
Diese Fragen sollen im Folgenden beantwortet werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== 2.1 Terminologie – von Kultur zu Kulturerbe ==&lt;br /&gt;
In diesem Abschnitt werden die Begriffe rund um das Kulturerbe grundlegend definiert. Es soll ein Verständnis über die Begriffe Kultur, kulturelle Ausprägung, Kulturgut und Kulturerbe erreicht werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Dataja:Wobraz_K1.png|center|260px]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.1.1 Kultur ===&lt;br /&gt;
Kultur bezeichnet hier die Gesamtheit aller vom Menschen geschaffenen und erlernten Ausdrucksformen des Lebens, die auf gemeinsamen Werten und Verhaltensweisen beruhen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;wiki-kultur&amp;quot;&amp;gt;URL: https://de.wikipedia.org/wiki/Kultur&amp;lt;/ref&amp;gt; Dazu zählen materielle Ergebnisse (z. B. Kunstwerke, Technik) ebenso wie immaterielle Praktiken (Sprache, Bräuche, Wissen). Kultur umfasst laut der UNESCO geistige, materielle, intellektuelle und emotionale Merkmale, die eine Gesellschaft oder soziale Gruppe kennzeichnen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;mondiacult&amp;quot;&amp;gt;UNESCO 1982: Mexico City Declaration on Cultural Policies (MONDIACULT). URL: https://www.lacult.unesco.org/docc/1982_MONDIACULT.pdf&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;ref name=&amp;quot;cultureaction&amp;quot;&amp;gt;Culture Action Europe 2024: The State of Culture report. URL: https://cultureactioneurope.org/de/news/the-state-of-culture-report-published, abgerufen am 01.10.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;  Sie ist dynamisch und wird von jeder Generation neu gestaltet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das deutsche Wort „Kultur“ ist eine Eindeutschung des lateinischen Worts „cultura“. Dieses bedeutet ursprünglich „Bebauung, Bearbeitung, Bestellung, Pflege“ und meinte sowohl die physische Bearbeitung als auch die Pflege geistiger Güter, z. B. der Sprache.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.1.2 Kulturelle Ausdrucksform ===&lt;br /&gt;
Eine kulturelle Ausdrucksform ist eine konkrete, gegenwärtige oder historische, Manifestation von Kultur, bspw. eine Zeichnung, eine Tracht oder ein Lied: Sie macht die Kultur sichtbar und erlebbar. Im engeren Sinne ist es eine Ausdrucksweise, die aus der Kreativität einer Person, Gruppe oder Gesellschaft entsteht und kulturellen Inhalt trägt (symbolische Bedeutung, künstlerische Dimension, kulturelle Werte).&amp;lt;ref&amp;gt;Österreichische UNESCO-Kommission 2007: Übereinkommen zum Schutz und zur Förderung der Vielfalt kultureller Ausdrucksformen, Art. 4, Seite 13. URL: https://www.unesco.at/fileadmin/Redaktion/Publikationen/Publikations-Dokumente/2005er_UNESCO-Convention_German.pdf, abgerufen am 22.09.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt; Sie wird innerhalb und zwischen Gemeinschaften weitergegeben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Alle kulturellen Ausdrucksformen bilden einen wesentlichen Kern von Kultur, aber Kultur enthält auch latente Dimensionen (Werte, Normen, Vorannahmen etc.), die nicht unmittelbar als Ausdrucksform erscheinen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.1.3 Kulturgut ===&lt;br /&gt;
Ein „Kulturgut“ ist eine einzelne kulturelle Ausdrucksform, der ein besonderer kultureller Wert zugemessen wird (durch Anerkennung, Schutz, Bedeutung). Es ist somit ein Erzeugnis menschlicher Kreativität oder Zeugnis menschlichen Lebens, welches Bedeutung für die Kultur einer Gemeinschaft hat und daher Bestand haben und bewahrt werden soll.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Summe aller Kulturgüter einer Gemeinschaft wird als dessen Kulturerbe bezeichnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.1.4 Kulturerbe ===&lt;br /&gt;
Kulturerbe ist die Summe der materiellen und immateriellen Ausdrucksformen (= Kulturgüter) einer Kultur, die als „bewahrenswert“ anerkannt wurden. International umfasst das u. a. das Welterbe (Denkmäler, Ensembles, Stätten)&amp;lt;ref&amp;gt;UNESCO (1972), Welterbekonvention, Art. 1. URL: https://www.dnk.de/wp-content/uploads/2021/02/1972_DNK_UNESCO-Welterbekonvention.pdf (abgerufen am 11.09.2025).&amp;lt;/ref&amp;gt; und das Immaterielles Kulturerbe (Praktiken, Wissen).&amp;lt;ref&amp;gt;Deutsche UNESCO-Kommission o. J.:, Übereinkommen zur Erhaltung des immateriellen Kulturerbes (dt. Ausgabe). URL: https://www.unesco.de/assets/dokumente/Deutsche_UNESCO-Kommission/02_Publikationen/Publikation_UNESCO-%C3%9Cbereinkommen_zur_Erhaltung_des_immateriellen_Kulturerbes_01.pdf, (abgerufen am 11.09.2025).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ob etwas „zum Kulturerbe“ zählt, ist Ergebnis von Bewertung, Diskurs und teils formellen Verfahren. Das Sorbisches Kulturregister (SKR) betont, dass „sorbisch-wendisches Kulturerbe“ einer kulturellen Ausdrucksform als Qualität zugeschrieben wird – durch den gesellschaftlichen, museologischen, archivischen und wissenschaftlichen Diskurs.&amp;lt;ref&amp;gt;Sorbisches Institut 2025: Konzept für ein Sorbisches Kulturregister (SKR). URL: https://www.serbski-institut.de/wp-content/uploads/2021/11/00_Zweite-aktualisierte-Fassung_Konzept_Sorbisches-Kulturregister_20.11.2025.pdf, abgerufen am 20.11.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.1.5 Abgrenzung: Kultur und Kulturerbe ===&lt;br /&gt;
Kultur / Kulturelle Ausdrucksform sind als Begriffe weiter gefasst als Kulturgut / Kulturerbe. Kulturelle Ausdrucksformen umfassen alles Gelebte und Gestaltete einer Gemeinschaft in Gegenwart und Vergangenheit, während Kulturgut / Kulturerbe diejenigen kulturellen Güter und Traditionen meint, denen eine Bedeutung beigemessen wurde und die als bewahrens- und weitergebenswert erkannt wurden. Kultur ist der „aktuelle“ kreative Prozess (einschließlich Popkultur, Alltagskultur), Kulturerbe der daraus überkommene Schatz. Dennoch sind die Grenzen fließend: Was heute nur Kultur ist, kann morgen zum Kulturerbe erklärt werden – abhängig von Wertzuschreibung und Diskurs.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Rahmen dieses Dokuments werden für den sorbischen Kontext die Begriffe „kulturelle Ausdrucksform“ und „Kulturgut“ weitgehend synonym verwendet, sofern nicht ausdrücklich anders gekennzeichnet. Hintergrund ist, dass die Gesamtzahl der identifizierbaren kulturellen Ausdrucksformen einer kleinen Minderheit wie der Sorben/Wenden im Vergleich zu großen Mehrheitsgesellschaften überschaubar ist. Zugleich ist der Anteil dieser Ausdrucksformen, denen in der Community ein besonderer Wert beigemessen wird und die daher faktisch als Kulturgut wahrgenommen und behandelt werden, sehr hoch: Ein großer Teil des gelebten kulturellen Repertoires wird als identitätsstiftend und bewahrenswert verstanden und damit dem Kulturerbe zugerechnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== 2.2 Klassifizierung von Kulturgütern ==&lt;br /&gt;
Im Folgenden soll eine griffige Klassifizierung von Kulturgütern entwickelt werden, so dass pro Kulturgut-Klasse später auf die Besonderheiten ihrer Digitalisierung eingegangen werden kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Dataja:Wobraz_K2.png|center|600px]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.2.1 A. Materiell - unbeweglich 🏛️ ===&lt;br /&gt;
„Materiell - unbeweglich&amp;quot; bezeichnet ortsfeste Kulturobjekte wie Bauwerke, Ensembles, Gebäudekomplexe und Stätten/Kulturlandschaften, wie sie in Art. 1 der UNESCO-Welterbekonvention als Kategorien des kulturellen Erbes definiert sind.&amp;lt;ref&amp;gt;UNESCO World Heritage Centre o. J.: Convention Concerning the Protection of the World Cultural and Natural Heritage, Artikel 1. URL: https://whc.unesco.org/en/conventiontext/, abgerufen am 01.10.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.2.2 B. Materiell - beweglich 🖼️ ===&lt;br /&gt;
Umfasst bewegliche Sachen bzw. Sachgesamtheiten von kulturellem Wert (z. B. Objekte, Sammlungen), wie sie das deutsche Kulturgutschutzgesetz (§ 2 KGSG)&amp;lt;ref&amp;gt;Deutschland 2016: Kulturgutschutzgesetz (KGSG), § 2. URL: https://www.buzer.de/2_KGSG.htm, abgerufen am 01.10.2025.  als „Kulturgut“ beschreibt.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* B1 '''Schriftgut''' - Bücher, Zeitungen, Handschriften, Archivgut, Graphiken, Pläne, Karten&lt;br /&gt;
* B2 '''Fotografien &amp;amp; Bildträger''' &lt;br /&gt;
** Fotografisch erzeugte statische Bildträger, auch Stillbildträger genannt, z. B. Positive/Negative auf Film/Platte/Photopapier, Dias, Abzüge, Mikrofilm/-fiche und vergleichbare fotografische Repro-Träger.&lt;br /&gt;
* B3 '''Analoge AV-Träger''' (Audio/Video/Film)&lt;br /&gt;
** Analoge zeitbasierte Medien, z. B. Magnetton (Tonband, Kassette), Schallplatte, Videobänder, Film.&lt;br /&gt;
* B4 '''3D-Objekte''' - Gegenstände, „sachkulturelle Artefakte“&amp;lt;ref&amp;gt;Sorbisches Institut o. J.: Konzept zum Digitalisierungszentrum am Sorbischen Institut, S. 24.&lt;br /&gt;
(Unveröffentlichtes Konzeptpapier; interne Projektunterlage.)&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.2.3 C. Immateriell 🎭 ===&lt;br /&gt;
Meint lebendige Praktiken, Darstellungen, Ausdrucksformen, Ideen, Werte, Wissen und Fertigkeiten, die von Gemeinschaften getragen und weitergegeben werden, gemäß der folgenden 5 UNESCO ICH-Domänen.&amp;lt;ref&amp;gt;UNESCO o. J.: Intangible Cultural Heritage – Five Domains. URL: https://ich.unesco.org/doc/src/01857-EN.pdf, abgerufen am 01.10.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* C1 '''Orale Traditionen/Ausdrucksformen''' - Sprache, Gesangstraditionen&lt;br /&gt;
* C2 '''Darstellende Künste''' - Musik, Tanz, Theater&lt;br /&gt;
* C3 '''Rituale &amp;amp; Feste''' - Bräuche und soziale Praktiken des Kalenders und Lebenslaufs&lt;br /&gt;
* C4 '''Wissen &amp;amp; Praktiken''' zu Natur &amp;amp; Universum - Heil- und Sammelkenntnisse, ökologisches und astronomisches Wissen, Glaube, Religion&lt;br /&gt;
* C5 '''Traditionelles Handwerk''' - Techniken, Werkzeuge und Gestaltungsmuster&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.2.4 D. Digital 💾 ===&lt;br /&gt;
Bezeichnet in digitaler Form vorliegende Ressourcen menschlichen Wissens und Ausdrucks. Diese können sowohl born-digital sein als auch digitalisierte Repräsentationen von materiellen und immateriellen Kulturgütern.&amp;lt;ref&amp;gt;UNESCO 2003: Charter on the Preservation of Digital Heritage. URL: https://www.unesco.org/en/legal-affairs/charter-preservation-digital-heritage, abgerufen am 01.10.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* D1 '''Born-digital''', z. B. Websites, Social-Media, Software, Apps, Spiele, digitale Fotos/Audio/Video.&lt;br /&gt;
* D2 '''Digitalisate''' - Digitalisierte Repräsentationen/Derivate aus den Klassen A, B und C.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== 2.3 Prozess der Digitalisierung von Kulturerbe ==&lt;br /&gt;
Die Digitalisierung von Kulturgut ist kein rein technischer Arbeitsschritt, sondern ein vielschichtiger, oft langfristiger Prozess, der bereits mit der Wahrnehmung und Identifikation einer kulturellen Ausdrucksform beginnt. Ziel dieses Abschnitts ist es, diesen Gesamtprozess systematisch darzustellen: von der gelebten Kultur über das identifizierte Kulturgut bis hin zur digital nutzbaren Repräsentation.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die hier entwickelte Prozessdarstellung soll als praxisorientierter Überblick dienen für die Digitalisierung des sorbischen Kulturerbes. Sie berücksichtigt die Anforderungen sorbischer Einrichtungen ebenso wie die international etablierten Referenzmodelle und Standards, darunter:&lt;br /&gt;
* das OAIS-Referenzmodell (ISO 14721) für digitale Archivierung&amp;lt;ref&amp;gt;Consultative Committee for Space Data Systems (CCSDS) 2024: Reference Model for an Open Archival Information System (OAIS), CCSDS 650.0-M-3. URL: https://ccsds.org/Pubs/650x0m3.pdf, abgerufen am 01.10.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
* das DCC Curation Lifecycle Model für kuratorische Entscheidungsprozesse&amp;lt;ref&amp;gt;Higgins 2008: The DCC Curation Lifecycle Model. International Journal of Digital Curation, 3(1), 134-140. URL: https://ijdc.net/index.php/ijdc/article/view/48, abgerufen am 01.10.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
* das Spectrum-Modell für museale Objektverwaltung&amp;lt;ref&amp;gt;Collections Trust 2022. Spectrum 5.1 - The UK Museum Collections Management Standard. URL: https://collectionstrust.org.uk/spectrum/spectrum-5, abgerufen am 01.10.2025. &amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
* die UNESCO-Leitlinien zur Inventarisierung immateriellen Kulturerbes&amp;lt;ref&amp;gt;UNESCO 2024: Operational Directives for the Implementation of the Convention for the Safeguarding of the Intangible Cultural Heritage (10.GA). URL: https://ich.unesco.org/doc/src/ICH-Operational_Directives-10.GA_EN.pdf, abgerufen am 01.10.2025. &amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
* sowie technische Vorgaben wie die DFG-Praxisregeln Digitalisierung&amp;lt;ref&amp;gt;Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) 2022: Praxisregeln Digitalisierung (aktualisierte Fassung). URL: https://www.ulb.hhu.de/fileadmin/redaktion/ULB/Documents/Infomaterial/DFG_Praxisregeln_Digitalisierung_Aktualisierte_Fassung2022.pdf, abgerufen am 01.10.2025. &amp;lt;/ref&amp;gt; und die FADGI-Richtlinien&amp;lt;ref&amp;gt;Federal Agencies Digital Guidelines Initiative (FADGI) 2023: Technical Guidelines for Digitizing Cultural Heritage Materials – Still Image, 3rd ed. URL: https://www.digitizationguidelines.gov/guidelines/digitize-technical.html, abgerufen am 01.10.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Folge soll der sogenannte „Lebenslauf“ eines Kulturguts dargestellt werden, also der Weg, den ein Objekt oder eine kulturelle Praxis vom Zeitpunkt der Entstehung über die Erfassung, Digitalisierung und Archivierung bis zur Veröffentlichung in einem digitalen Präsentationsmodul durchläuft.&lt;br /&gt;
Hierfür erläutert der folgende Abschnitt die einzelnen Prozessschritte im Detail – jeweils mit Akteuren, Standards und Beispielen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.3.1 Vorüberlegungen zum Prozess ===&lt;br /&gt;
Im hier vorgestellten Prozess wird auf eine harte, systematische Filterung verzichtet, welche kulturellen Ausdrucksformen „nur“ Kultur und welche bereits Kulturgut sind. Ein solcher Bewertungs- und Abgrenzungsprozess wäre ressourcenintensiv und würde den vorhandenen Kapazitäten in den beteiligten Einrichtungen nicht entsprechen. Stattdessen folgt das Konzept einer inklusiven Logik: Alle dokumentierten Ausdrucksformen werden zunächst als potenzielle Kulturgüter erfasst. Eine feinere Auswahl und Priorisierung erfolgen erst in einem späteren Schritt, nämlich dann, wenn konkret entschieden wird, welche Ausdrucksformen bzw. Kulturgüter in welcher Tiefe digitalisiert, archiviert und präsentiert werden sollen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieses Vorgehen schließt an das RSK-Konzept an, das bewusst auf eine frühe normative Trennung zwischen „kultureller Ausdrucksform“ und „Kulturgut“ verzichtet. Auch hier steht zunächst der möglichst vollständige, strukturierte Überblick über die sorbischen Kulturgüter im Vordergrund. Die differenzierte Bewertung und Schwerpunktsetzung werden als anschließende fachliche Aufgabe verstanden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.3.2 Prozessschritte im Detail ===&lt;br /&gt;
Das folgende Diagramm gibt einen Überblick über die sechs Kernschritte im Digitalisierungsprozess von Kulturgut – von der ersten Entdeckung einer kulturellen Ausdrucksform bis zur Nutzung einer digitalen Repräsentation dieses Kulturguts. Die Abfolge bildet auch die Entwicklungsstufen ab: von gelebter Kultur zur kulturellen Ausdrucksform, von dort zum Kulturgut und schließlich zum digitalisierten Kulturgut.&lt;br /&gt;
[[Dataja:Wobraz_K3.png|center|600px]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Kernprozess verdeutlicht, dass Digitalisierung mehr ist als Technik: Sie ist ein komplexer, vielfältig verantworteter kultureller Transformationsprozess. Jeder Schritt kann durch unterschiedliche Akteure getragen sein und erfordert spezifisches Fachwissen. Ziel der nachfolgenden Beschreibung ist es, die Prozessschritte nachvollziehbar und anschlussfähig für die Praxis Einrichtungen darzustellen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Referenzen ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Měrko Šenk</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://koncept.serbski-inkubator.de/index.php?title=MediaWiki:Sidebar&amp;diff=1028</id>
		<title>MediaWiki:Sidebar</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://koncept.serbski-inkubator.de/index.php?title=MediaWiki:Sidebar&amp;diff=1028"/>
		<updated>2025-12-23T17:03:12Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Měrko Šenk: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&lt;br /&gt;
* navigation&lt;br /&gt;
** mainpage|mainpage-description&lt;br /&gt;
** recentchanges-url|recentchanges&lt;br /&gt;
** randompage-url|randompage&lt;br /&gt;
** helppage|help-mediawiki&lt;br /&gt;
* Sorbisches Digitalkonzept&lt;br /&gt;
** 1._Einleitung|1. Einleitung&lt;br /&gt;
*** 1.1_Ausgangssituation|1.1 Ausgangssituation&lt;br /&gt;
*** 1.2_Aufgaben_und_Zielstellung|1.2 Aufgaben...&lt;br /&gt;
*** 1.3_Vorgehen|1.3 Vorgehen&lt;br /&gt;
** 2._PHASE_1-Strategische Voruntersuchungen|2. PHASE 1...&lt;br /&gt;
*** 2.1_Handlungsfelder_und_Themenbereiche_der_sorbischen_digitalen_Welt|2.1 Handlungsfelder...&lt;br /&gt;
*** 2.2_Visionen_für_die_sorbische_digitale_Welt_2025|2.2 Visionen...&lt;br /&gt;
*** 2.3_Strategische_Ziele_für_die_sorbische_Kultur_und_Sprache|2.3 Strategische Ziele...&lt;br /&gt;
*** 2.4_Priorisierung_mittels_Nutzwertanalyse|2.4 Priorisierung...&lt;br /&gt;
*** 2.5_Ergebnisse_der_Priorisierung_der_Handlungsfelder|2.5 Ergebnisse HF&lt;br /&gt;
*** 2.6_Ergebnisse_der_Priorisierung_der_Themenbereiche|2.6 Ergebnisse TB&lt;br /&gt;
** 3._PHASE_2–Ist-Erhebung_und_Analyse|3. PHASE 2...&lt;br /&gt;
*** 3.1_Sprechen_mit_elektronischen_Geräten|3.1 Erg.: Sprechen...&lt;br /&gt;
*** 3.2_Schreiben_auf_elektronischen_Geräten|3.2 Erg.: Schreiben...&lt;br /&gt;
*** 3.3_Politische_Unterstützung_Lobbyarbeit|3.3 Erg.: Lobbyarbeit...&lt;br /&gt;
*** 3.4_Digitale_Vernetzung_Gleichgesinnter_soziale_Medien|3.4 Erg.: Vernetzung...&lt;br /&gt;
*** 3.5_Unterhaltungsmedien|3.5 Erg.: Medien&lt;br /&gt;
*** 3.6_Digitales_Marketing_für_Kultur_und_Angebote|3.6 Erg.: Marketing...&lt;br /&gt;
*** 3.7_Open_Access_Open_Data_Lizenzen|3.7 Erg.: Open Data...&lt;br /&gt;
*** 3.8_Präsenz_in_Standards|3.8 Erg.: Standards...&lt;br /&gt;
** 4._Sprechen_mit_elektronischen_Geräten|4. Sprechen...&lt;br /&gt;
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** 8._Unterhaltungsmedien|8. Medien&lt;br /&gt;
** 9._Digitales_Marketing_für_Kultur_und_Angebote|9. Marketing...&lt;br /&gt;
** 10._Open_Access_Open_Data_Lizenzen|10. Open Data...&lt;br /&gt;
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** 12._Weitere_Handlungsfelder_und_Themenbereiche|12. Weitere HF TB&lt;br /&gt;
*** 12.1_Sorbische_Benutzeroberflächen | 12.1 Benutzeroberfl...&lt;br /&gt;
*** 12.2_Digitalisierung_von_Arbeitsabläufen | 12.2 Arbeitsabläufe&lt;br /&gt;
*** 12.3_Digitalisierung_des_Kulturerbes | 12.3 Kulturerbe&lt;br /&gt;
** 13._PHASE_3–Soll-Konzeption-Maßnahmen_und_Aufgaben|13. PHASE 3...&lt;br /&gt;
*** 13.1_Zusammenfassung_und_Einordnung_der_Erkenntnisse|13.1 Erkenntnisse...&lt;br /&gt;
*** 13.2_Zukünftige_Maßnahmen_und_Schritte|13.2 Massnahmen...&lt;br /&gt;
**** 13.2.1_Technologische_Basis:_Open_Access,_Open_Data,_Lizenzen|13.2.1 Open Data...&lt;br /&gt;
**** 13.2.2_Technologische_Basis:_Präsenz_in_Standards|13.2.2 Standards...&lt;br /&gt;
**** 13.2.3_Digitales_Marketing:_Digitales_Marketing_für_Kultur_und_Angebote|13.2.3 Marketing...&lt;br /&gt;
**** 13.2.4_Lobbyarbeit:_Politische_Unterstützung_Lobbyarbeit|13.2.4 Lobbyarbeit...&lt;br /&gt;
**** 13.2.5_Digitale_Sprachräume:_Schreiben_auf_elektronischen_Geräten|13.2.5 Schreiben...&lt;br /&gt;
**** 13.2.6_Digitale_Sprachräume:_Sprechen_mit_elektronischen_Geräten|13.2.6 Sprechen...&lt;br /&gt;
**** 13.2.7_Digitale_Vernetzung_Gleichgesinnter_soziale_Medien|13.2.7 Vernetzung...&lt;br /&gt;
**** 13.2.8_Digitale_Unterhaltungsmedien|13.2.8 Medien...&lt;br /&gt;
**** 13.2.9_Allgemeine_Maßnahmen|13.2.9 Allgemein...&lt;br /&gt;
**** 13.2.10_Übersicht_der_Maßnahmen_nach_Aufwand_und_Nutzen|13.2.10 Uebersicht...&lt;br /&gt;
*** 13.3_Aufgaben_und_Strukturvarianten|13.3 Aufgaben...&lt;br /&gt;
** 14._Danksagungen|14. Danksagungen&lt;br /&gt;
* SEARCH&lt;br /&gt;
* TOOLBOX&lt;br /&gt;
* LANGUAGES&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Měrko Šenk</name></author>
	</entry>
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		<id>https://koncept.serbski-inkubator.de/index.php?title=MediaWiki:Sidebar&amp;diff=1027</id>
		<title>MediaWiki:Sidebar</title>
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		<updated>2025-12-23T17:02:23Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Měrko Šenk: &lt;/p&gt;
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*** 1.1_Ausgangssituation|1.1 Ausgangssituation&lt;br /&gt;
*** 1.2_Aufgaben_und_Zielstellung|1.2 Aufgaben...&lt;br /&gt;
*** 1.3_Vorgehen|1.3 Vorgehen&lt;br /&gt;
** 2._PHASE_1-Strategische Voruntersuchungen|2. PHASE 1...&lt;br /&gt;
*** 2.1_Handlungsfelder_und_Themenbereiche_der_sorbischen_digitalen_Welt|2.1 Handlungsfelder...&lt;br /&gt;
*** 2.2_Visionen_für_die_sorbische_digitale_Welt_2025|2.2 Visionen...&lt;br /&gt;
*** 2.3_Strategische_Ziele_für_die_sorbische_Kultur_und_Sprache|2.3 Strategische Ziele...&lt;br /&gt;
*** 2.4_Priorisierung_mittels_Nutzwertanalyse|2.4 Priorisierung...&lt;br /&gt;
*** 2.5_Ergebnisse_der_Priorisierung_der_Handlungsfelder|2.5 Ergebnisse HF&lt;br /&gt;
*** 2.6_Ergebnisse_der_Priorisierung_der_Themenbereiche|2.6 Ergebnisse TB&lt;br /&gt;
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** 8._Unterhaltungsmedien|8. Medien&lt;br /&gt;
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**** 13.2.1_Technologische_Basis:_Open_Access,_Open_Data,_Lizenzen|13.2.1 Open Data...&lt;br /&gt;
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		<author><name>Měrko Šenk</name></author>
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		<summary type="html">&lt;p&gt;Měrko Šenk: &lt;/p&gt;
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*** 2.3_Strategische_Ziele_für_die_sorbische_Kultur_und_Sprache|2.3 Strategische Ziele...&lt;br /&gt;
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** 8._Unterhaltungsmedien|8. Medien&lt;br /&gt;
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*** 12.1_Sorbische_Benutzeroberflächen | 12.1 Benutzeroberfl...&lt;br /&gt;
*** 12.2_Digitalisierung_von_Arbeitsabläufen | 12.2 Arbeitsablaeufe&lt;br /&gt;
*** 12.3_Digitalisierung_des_Kulturerbes | 12.3 Digitalisierung des Kulturerbes&lt;br /&gt;
** 13._PHASE_3–Soll-Konzeption-Maßnahmen_und_Aufgaben|13. PHASE 3...&lt;br /&gt;
*** 13.1_Zusammenfassung_und_Einordnung_der_Erkenntnisse|13.1 Erkenntnisse...&lt;br /&gt;
*** 13.2_Zukünftige_Maßnahmen_und_Schritte|13.2 Massnahmen...&lt;br /&gt;
**** 13.2.1_Technologische_Basis:_Open_Access,_Open_Data,_Lizenzen|13.2.1 Open Data...&lt;br /&gt;
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**** 13.2.5_Digitale_Sprachräume:_Schreiben_auf_elektronischen_Geräten|13.2.5 Schreiben...&lt;br /&gt;
**** 13.2.6_Digitale_Sprachräume:_Sprechen_mit_elektronischen_Geräten|13.2.6 Sprechen...&lt;br /&gt;
**** 13.2.7_Digitale_Vernetzung_Gleichgesinnter_soziale_Medien|13.2.7 Vernetzung...&lt;br /&gt;
**** 13.2.8_Digitale_Unterhaltungsmedien|13.2.8 Medien...&lt;br /&gt;
**** 13.2.9_Allgemeine_Maßnahmen|13.2.9 Allgemein...&lt;br /&gt;
**** 13.2.10_Übersicht_der_Maßnahmen_nach_Aufwand_und_Nutzen|13.2.10 Uebersicht...&lt;br /&gt;
*** 13.3_Aufgaben_und_Strukturvarianten|13.3 Aufgaben...&lt;br /&gt;
** 14._Danksagungen|14. Danksagungen&lt;br /&gt;
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* LANGUAGES&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Měrko Šenk</name></author>
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	<entry>
		<id>https://koncept.serbski-inkubator.de/index.php?title=Serbski_digitalizaciski_koncept_-_Sorbisches_Digitalkonzept&amp;diff=1025</id>
		<title>Serbski digitalizaciski koncept - Sorbisches Digitalkonzept</title>
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		<updated>2025-12-23T16:55:32Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Měrko Šenk: /* Inhalt */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;__NOTOC__&lt;br /&gt;
=== '''[https://mm.tt/app/map/3469200591?t=aK7ZKgTkHt DE: Mind map der sorbischen digitalen Welt]''' ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== '''[https://mm.tt/app/map/3469367294?t=GJ7psqRoqY EN: Mind map of the Sorbian digital world]''' ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== '''[https://koncept.serbski-inkubator.de/index.php/H%C5%82owna_strona#Inhalt Inhaltsverzeichnis / Content]''' ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= Wutrobnje witajće! - Witamy was wutšobnje! - Herzlich willkommen! =&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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	&amp;lt;div class=&amp;quot;mainpage_box&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
== Hornjoserbsce ==&lt;br /&gt;
		&amp;lt;div class=&amp;quot;items&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
=== Kajki je to wiki? ===&lt;br /&gt;
Wobsah tutoho wikija je Serbski digitalizaciski koncept (w němčinje), kiž [https://stiftung.sorben.com/hornjoserbsce/swojske-projekty/digitalizacija-a-serbska-rec/digitalizaciski-koncept/ je so w nadawku Załožby za serbski lud wudźěłał a w meji 2021 zjawnosći předstajił].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Digitalizaciski koncept smy z [https://stiftung.sorben.com/fileadmin/user_upload/2021-02-12_-_Sorbisches_Digitalkonzept_korr.pdf PDFki] do formata wikija přenjesli. Z tym chcemy zjawnu diskusiju nastorčić, wuměnu wo wobsahach koncepta podpěrać a koncept zdobom dale wuwiwać.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wobšěrny pozadkowe informacije ke konceptej namakaće [https://koncept.serbski-inkubator.de/index.php/1._Einleitung w zawodnym artiklu dokumenta] a na [https://stiftung.sorben.com/hornjoserbsce/swojske-projekty/digitalizacija-a-serbska-rec/digitalizaciski-koncept/ internetowej stronje Załožby za serbski lud].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== So wobdźělić ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Digitalizaciski koncept je zjawnje přistupny a čitanje bjez přizjewjenja móžne. Chceće-li pak so tež na diskusiji wobdźělić, dyrbiće so registrować resp. přizjewić. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Registracija ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Prosymy wo to, zo při registraciji w polu ''wužiwarske mjeno'' swoje woprawdźite mjeno zapodaće.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hdyž přizjewiće nowy konto za instituciju, potom zapodajće jako ''wužiwarske mjeno'' mjeno institucije a w polu ''woprawdźite mjeno'' mjeno wosoby, kiž dóstanje přistupne daty za tutoho wužiwarja.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Diskusija a [[Specialnje:WikiForum| forum]] ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Artikle tutoho wikija so njehodźa wobdźěłać. Swoje ideje a nastorki ke koncepće pak móžeće jako registrowany čłon na dwoje wašnje podać:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
# Za přispomnjenja ke konkretnemu wobsahej wužiwajće rajtar ''diskusija'' při wotpowědnym wotdźělu koncepta. Hdyž maće n.př. dalše ideje k temje “8. Unterhaltungsmedien”, potom zapodajće tež tam swoje přispomnjenja.&lt;br /&gt;
# Wužiwajće [[Specialnje:WikiForum| forum]] za powšitkownu diskusiju a temy, kiž so k žanomu wobsahej tak prawje njehodźa.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diskusijne přinoški móžeće w hornjo- abo delnjoserbšćinje kaž tež w němčinje zapodać. Prošu wobkedźbujće při tym zakłady [https://de.wikipedia.org/wiki/Netiquette ''Netiquette''].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Wuhlad ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dopóznaća a rezultaty z diskusijow a naspomnjenjow so wuhódnoća a za dalewuwiće koncepta wužiwaja. Z konstruktiwnej diskusiju a sobudźěłom možeće potajkim dalše wuwiće serbskeho digitalneho koncepta wobliwować. Tuž wobdźělće so!&lt;br /&gt;
      &amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
	&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
	&amp;lt;div class=&amp;quot;mainpage_box&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
== Dolnoserbski ==&lt;br /&gt;
		&amp;lt;div class=&amp;quot;items&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
=== Kaki wiki jo to? ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wopśimjeśe toś togo wikija jo Serbski digitalizaciski koncept (w nimšćinje), kenž  [https://stiftung.sorben.com/dolnoserbski/projekty-zalozby/digitalizacija-a-serbska-rec/koncept-za-digitalizaciju/ kenž jo se w nadawku Załožby za serbski lud wuźěłał a w maju 2021 zjawnosći pśedstajił].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Digitalizaciski koncept smy z [https://stiftung.sorben.com/fileadmin/user_upload/2021-02-12_-_Sorbisches_Digitalkonzept_korr.pdf PDFki] do formata wikija pśenjasli. Z tym comy zjawnu diskusiju póstarcyś, wuměnu wó wopśimjeśach koncepta pódpěrowaś a koncept rownocasnje dalej wuwijaś. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wobšyrne slězynowe informacije ku konceptoju namakajośo  [https://koncept.serbski-inkubator.de/index.php/1._Einleitung w zawjeźeńskem artiklu dokumenta] a na [https://stiftung.sorben.com/dolnoserbski/projekty-zalozby/digitalizacija-a-serbska-rec/koncept-za-digitalizaciju/ internetowem boce Załožby za serbski lud].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Se wobźěliś ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Digitalizaciski koncept jo zjawnje pśistupny a cytanje bźez pśizjawjenja móžne. Cośo-lic pak se tek na diskusiji wobźěliś, musyśo se registrěrowaś a pśizjawiś. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Registracija ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Pšosymy wó to, aby pśi registraciji w pólu ''wužywaŕske mě'' swojo wopšawdne mě zapódali. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gaž pśizjawijośo nowe konto za instituciju, pótom zapódajśo pla ''wužywaŕske mě'' mě institucije a w pólu ''wopšawdne mě'' mě wósoby, kenž dostanjo pśistupne daty za togo wužywarja. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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Artikle toho wikija se njedaju wobźěłaś. Swóje ideje a póstarcenja ku konceptoju pak móžośo ako registrěrowany cłonk na dwójaku  wašnju pódaś: &lt;br /&gt;
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# Za pśispomnjenja ku konkretnemu wopśimjeśeju abo kapitla wužywajśo wótpowědujucy rejtaŕ ''diskusija''. Gaž maśo na pśikład dalšne ideje k temje &amp;quot;8. Unterhaltungsmedien&amp;quot;, pótom zapódajśo tam swóje pśispomnjenja.&lt;br /&gt;
# Wužywajśo [[Specialnje:WikiForum| forum]] za powšyknu diskusiju a temy, kenž se k žednomu wopśimjeśoju tak pšawje njegóźe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diskusijne pśinoski móžośo w górno- abo dolnoserbšćinje ako teke w němšćinje zapódać. Pšošym źiwajśo pśi tom zakłady [https://de.wikipedia.org/wiki/Netiquette ''Netiquette''].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Póglěd ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Póznaśa a rezultaty z diskusijow a pśispomnjenjow se wugódnośe a za dalejwuwiśe koncepta wužywaju. Z konstruktiwneju diskusiju a sobuźěłom móžośo pótakem dalšne wuwiśe serbskego digitalnego koncepta wobwliwowaś. Toś wobźělśo se! &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
		&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
	&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
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== Deutsch ==&lt;br /&gt;
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=== Was ist das für ein Wiki? ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieses Wiki beinhaltet das Sorbische Digitalkonzept, welches [https://stiftung.sorben.com/deutsch/stiftungsprojekte/digitalisierung-und-die-sorbische-sprache/das-digitalisierungskonzept/ von der Stiftung für das sorbische Volk in Auftrag gegeben und im Mai 2021 der Öffentlichkeit vorgestellt wurde].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Inhalte des als [https://stiftung.sorben.com/fileadmin/user_upload/2021-02-12_-_Sorbisches_Digitalkonzept_korr.pdf PDF vorliegenden Digitalkonzeptes] wurden als Wiki aufbereitet. Damit möchten wir die öffentliche Diskussion anregen, den Austausch zu den Inhalten des Konzeptes ermöglichen und somit auch das Digitalkonzept weiterentwickeln.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine ausführliche Beschreibung zum Hintergrund der Konzepterstellung finden Sie in der [https://koncept.serbski-inkubator.de/index.php/1._Einleitung Einleitung des Dokuments] und auf der [https://stiftung.sorben.com/deutsch/stiftungsprojekte/digitalisierung-und-die-sorbische-sprache/das-digitalisierungskonzept/ Webseite der Stiftung für das sorbische Volk].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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Sie können Ihre Anmekrungen sowohl in Ober- und Niedersorbisch als auch in Deutsch hinterlassen. Bitte beachten Sie dabei die Grundsätze der [https://de.wikipedia.org/wiki/Netiquette ''Netiquette''].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Ausblick ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Erkenntnisse und Resultate aus den Diskussionen und Anmerkungen werden ausgewertet und fließen in die Weiterentwicklung des Konzepts mit ein. Mit einer konstruktiven Diskussion und Mitarbeit können Sie also die Weiterentwicklung des sorbischen Digitalkonzeptes positiv beeinflussen. Ihre Mitarbeit ist daher sehr wichtig! &lt;br /&gt;
		&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
	&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= Inhaltsangabe Sorbisches Digitalkonzept =&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Ist-Analyse und Maßnahmenplanung für die sorbische digitale Welt'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Übersicht aller Themenbereiche (TB) als Mindmap ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!-- {{#widget:HelloWorld}} */ --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!-- [[Image:Grafik 9.png|600px|link=https://cutt.ly/digisorb]] */ --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Image:Grafik 9.png|1200px|link=https://mm.tt/map/2703363168?t=1m8R0lQ4Op]]&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
interaktiwna mindmap: [https://mm.tt/map/2703363168?t=1m8R0lQ4Op https://mm.tt/map/2703363168?t=1m8R0lQ4Op]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Inhalt ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[1._Einleitung|1. '''Einleitung''']]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:[[1.1_Ausgangssituation|1.1 Ausgangssituation]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:[[1.2_Aufgaben_und_Zielstellung|1.2 Aufgaben und Zielstellung]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:[[1.3_Vorgehen|1.3 Vorgehen]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[2._PHASE_1-Strategische Voruntersuchungen|2. PHASE 1 - '''Strategische Voruntersuchungen''']]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:[[2.1_Handlungsfelder_und_Themenbereiche_der_sorbischen_digitalen_Welt|2.1 Handlungsfelder und Themenbereiche der sorbischen digitalen Welt]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:[[2.2_Visionen_für_die_sorbische_digitale_Welt_2025|2.2 '''Visionen für die sorbische digitale Welt 2025''']]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:[[2.3_Strategische_Ziele_für_die_sorbische_Kultur_und_Sprache|2.3 Strategische Ziele für die sorbische Kultur und Sprache]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:[[2.4_Priorisierung_mittels_Nutzwertanalyse|2.4 Priorisierung mittels Nutzwertanalyse]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:[[2.5_Ergebnisse_der_Priorisierung_der_Handlungsfelder|2.5 Ergebnisse der Priorisierung der Handlungsfelder]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:[[2.6_Ergebnisse_der_Priorisierung_der_Themenbereiche|2.6 Ergebnisse der '''Priorisierung der Themenbereiche''']]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[3._PHASE_2–Ist-Erhebung_und_Analyse|3. PHASE 2 – '''Ist-Erhebung und Analyse''']]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:[[3.1_Sprechen_mit_elektronischen_Geräten|3.1 Ergebnisse: '''Sprechen''' mit elektronischen Geräten - ['''TB 1.1, Zusammenfassung''']]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:[[3.2_Schreiben_auf_elektronischen_Geräten|3.2 Ergebnisse: '''Schreiben''' auf elektronischen Geräten - ['''TB 1.2, Zusammenfassung''']]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:[[3.3_Politische_Unterstützung_Lobbyarbeit|3.3 Ergebnisse: Politische Unterstützung, '''Lobbyarbeit''' - ['''TB 2.1, Zusammenfassung''']]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:[[3.4_Digitale_Vernetzung_Gleichgesinnter_soziale_Medien|3.4 Ergebnisse: Digitale '''Vernetzung''' Gleichgesinnter, soziale Medien - ['''TB 5.1, Zusammenfassung''']]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:[[3.5_Unterhaltungsmedien|3.5 Ergebnisse: '''Unterhaltungsmedien''' - ['''TB 4.1, Zusammenfassung''']]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:[[3.6_Digitales_Marketing_für_Kultur_und_Angebote|3.6 Ergebnisse: Digitales '''Marketing''' für Kultur und Angebote - ['''TB 3.1 - 3.3, Zusammenfassung''']]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:[[3.7_Open_Access_Open_Data_Lizenzen|3.7 Ergebnisse: Open Access, '''Open Data''', Lizenzen - ['''TB 2.2, Zusammenfassung''']]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:[[3.8_Präsenz_in_Standards|3.8 Ergebnisse: Präsenz in '''Standards''' - ['''TB 2.3, Zusammenfassung''']]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[4._Sprechen_mit_elektronischen_Geräten|4. '''Sprechen''' mit elektronischen Geräten - ['''TB 1.1, Analyse''']]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[5._Schreiben_auf_elektronischen_Geräten|5. '''Schreiben''' auf elektronischen Geräten - ['''TB 1.2, Analyse''']]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[6._Politische_Unterstützung_Lobbyarbeit|6. Politische Unterstützung, '''Lobbyarbeit''' - ['''TB 2.1, Analyse''']]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[7._Digitale_Vernetzung_Gleichgesinnter_soziale_Medien|7. Digitale '''Vernetzung''' Gleichgesinnter, soziale Medien - ['''TB 5.1, Analyse''']]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[8._Unterhaltungsmedien|8. '''Unterhaltungsmedien''' - ['''TB 4.1, Analyse''']]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[9._Digitales_Marketing_für_Kultur_und_Angebote|9. Digitales '''Marketing''' für Kultur und Angebote - ['''TB 3.1 - 3.3, Analyse''']]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[10._Open_Access_Open_Data_Lizenzen|10. Open Access, '''Open Data''', Lizenzen - ['''TB 2.2, Analyse''']]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[11._Präsenz_in_Standards|11. Präsenz in '''Standards''' - ['''TB 2.3, Analyse''']]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[12._Weitere_Handlungsfelder_und_Themenbereiche|12. Weitere Handlungsfelder und Themenbereiche]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:[[12.1_Sorbische_Benutzeroberflächen|12.1 Sorbische '''Benutzeroberflächen''' - ['''TB 1.3, Analyse''']]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:[[12.2_Digitalisierung_von_Arbeitsabläufen|12.2 Digitalisierung von '''Arbeitsabläufen''' - ['''TB 7.1, Analyse''']]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:[[12.3_Digitalisierung_des_Kulturerbes |12.3 Digitalisierung des '''Kulturerbes''' - ['''TB 8.1, Analyse''']]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[13._PHASE_3–Soll-Konzeption-Maßnahmen_und_Aufgaben|13. PHASE 3 – Soll-Konzeption - '''Maßnahmen und Aufgaben''']]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:[[13.1_Zusammenfassung_und_Einordnung_der_Erkenntnisse|13.1 Zusammenfassung und Einordnung der Erkenntnisse]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:[[13.2_Zukünftige_Maßnahmen_und_Schritte|13.2 Zukünftige Maßnahmen und Schritte]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
::[[13.2.1_Technologische_Basis:_Open_Access,_Open_Data,_Lizenzen|13.2.1 Technologische Basis: Open Access, '''Open Data''', Lizenzen - ['''TB 2.2, Maßnahmen''']]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
::[[13.2.2_Technologische_Basis:_Präsenz_in_Standards|13.2.2 Technologische Basis: Präsenz in '''Standards''' - ['''TB 2.3, Maßnahmen''']]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
::[[13.2.3_Digitales_Marketing:_Digitales_Marketing_für_Kultur_und_Angebote|13.2.3 Digitales '''Marketing''': Digitales Marketing für Kultur und Angebote - ['''TB 3.1 - 3.3, Maßnahmen''']]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
::[[13.2.4_Lobbyarbeit:_Politische_Unterstützung_Lobbyarbeit|13.2.4 Lobbyarbeit: Politische Unterstützung, '''Lobbyarbeit''' - ['''TB 2.1, Maßnahmen''']]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
::[[13.2.5_Digitale_Sprachräume:_Schreiben_auf_elektronischen_Geräten|13.2.5 Digitale Sprachräume: '''Schreiben''' auf elektronischen Geräten - ['''TB 1.2, Maßnahmen''']]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
::[[13.2.6_Digitale_Sprachräume:_Sprechen_mit_elektronischen_Geräten|13.2.6 Digitale Sprachräume: '''Sprechen''' mit elektronischen Geräten - ['''TB 1.1, Maßnahmen''']]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
::[[13.2.7_Digitale_Vernetzung_Gleichgesinnter_soziale_Medien|13.2.7 Digitale '''Vernetzung''' Gleichgesinnter, soziale Medien - ['''TB 5.1, Maßnahmen''']]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
::[[13.2.8_Digitale_Unterhaltungsmedien|13.2.8 Digitale '''Unterhaltungsmedien''' - ['''TB 4.1, Maßnahmen''']]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
::[[13.2.9_Allgemeine_Maßnahmen|13.2.9 Allgemeine Maßnahmen]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
::[[13.2.10_Übersicht_der_Maßnahmen_nach_Aufwand_und_Nutzen|13.2.10 Übersicht der Maßnahmen nach Aufwand und Nutzen]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:[[13.3_Aufgaben_und_Strukturvarianten|13.3 Aufgaben und Strukturvarianten]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[14._Danksagungen|14. '''Danksagungen''']]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Měrko Šenk</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://koncept.serbski-inkubator.de/index.php?title=Dataja:Wobraz_K3.png&amp;diff=1024</id>
		<title>Dataja:Wobraz K3.png</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://koncept.serbski-inkubator.de/index.php?title=Dataja:Wobraz_K3.png&amp;diff=1024"/>
		<updated>2025-12-23T16:45:06Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Měrko Šenk: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Měrko Šenk</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://koncept.serbski-inkubator.de/index.php?title=Dataja:Wobraz_K2.png&amp;diff=1023</id>
		<title>Dataja:Wobraz K2.png</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://koncept.serbski-inkubator.de/index.php?title=Dataja:Wobraz_K2.png&amp;diff=1023"/>
		<updated>2025-12-23T16:43:41Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Měrko Šenk: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Měrko Šenk</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://koncept.serbski-inkubator.de/index.php?title=12.3_Digitalisierung_des_Kulturerbes&amp;diff=1022</id>
		<title>12.3 Digitalisierung des Kulturerbes</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://koncept.serbski-inkubator.de/index.php?title=12.3_Digitalisierung_des_Kulturerbes&amp;diff=1022"/>
		<updated>2025-12-23T16:43:10Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Měrko Šenk: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;= 1 Einleitung =&lt;br /&gt;
Die Digitalisierung von sorbischem Kulturerbe ist eine historische Chance für uns Sorben, eine Chance, unser kulturelles Erbe neu zu entdecken, es für kommende Generationen zu erhalten, für eine breitere Öffentlichkeit zugänglich zu machen und dabei die eigene Deutungshoheit zu stärken. Das erfordert neben Mut, einer klaren gemeinsamen Vision, starker Zusammenarbeit zwischen den beteiligten Akteuren auch die notwendigen Ressourcen in Form von Personal mit entsprechenden Kompetenzen, passender Technik sowie einer nachhaltig gesicherten Finanzierung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im folgenden Abschnitt werden Zielbilder für die Digitalisierung des sorbischen Kulturerbes entworfen mittels lang- und kurzfristiger Visionen sowie konkreter Ziele.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== 1.1 Visionen und Ziele für die sorbische digitale Welt ==&lt;br /&gt;
'''Vision 2035'''&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
''Sorbisches materielles und immaterielles Kulturerbe ist systematisch digital erfasst, rechtssicher und langfristig gesichert, leicht auffindbar, offen nutzbar und wird aktiv von Interessierten genutzt.''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Konkrete Visionen'''&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Bis 2028 liegt eine institutionenübergreifende Übersicht über relevante Kulturerbe-Bestände (analog und digital, materiell und immateriell) vor, einschließlich einer Prioritätenliste für die Digitalisierung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bis 2028 existiert ein zentrales, nutzerfreundliches „Sorbisches Kulturerbe-Portal“, das:&lt;br /&gt;
* Suchzugang über alle teilnehmenden Institutionen ermöglicht,&lt;br /&gt;
* grundlegende Inhalte frei zugänglich bereitstellt,&lt;br /&gt;
* mehrsprachige Oberflächen anbietet (Deutsch, Obersorbisch, Niedersorbisch, Englisch).&lt;br /&gt;
Bis 2030 sind wichtige sorbische Kulturerbe-Bestände (Kernbestände nach fachlicher Festlegung) in hoher Qualität digitalisiert, beschrieben und im Langzeitarchiv gesichert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bis 2032 ist ein tragfähiges, finanziell und organisatorisch abgesichertes Modell etabliert, das:&lt;br /&gt;
* Ein zentrales (oder föderiertes) digitales Langzeitarchiv nach OAIS-Referenzmodell betreibt,&lt;br /&gt;
* klare Zuständigkeiten, Prozesse und Budgets definiert,&lt;br /&gt;
* regelmäßige Qualitätssicherung und Technik-Updates vorsieht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= 2 IST-Analyse „Digitalisierung von Kulturerbe“ =&lt;br /&gt;
Das Ziel in diesem Themenbereich ist es, sorbisches Kulturerbe digital zu verwalten und damit langfristig für Recherche, Nutzung und Präsentation vorzuhalten.&lt;br /&gt;
Was ist sorbischen Kulturerbe und was zählt alles dazu? Welche Schritte durchläuft ein Kulturgut, um zum digitalen Kulturerbe zu gehören? Wie können die digitale Verwaltung, Archivierung, Nutzung und Präsentation von Kulturgütern umgesetzt werden?&lt;br /&gt;
Diese Fragen sollen im Folgenden beantwortet werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== 2.1 Terminologie – von Kultur zu Kulturerbe ==&lt;br /&gt;
In diesem Abschnitt werden die Begriffe rund um das Kulturerbe grundlegend definiert. Es soll ein Verständnis über die Begriffe Kultur, kulturelle Ausprägung, Kulturgut und Kulturerbe erreicht werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Dataja:Wobraz_K1.png|center|260px]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.1.1 Kultur ===&lt;br /&gt;
Kultur bezeichnet hier die Gesamtheit aller vom Menschen geschaffenen und erlernten Ausdrucksformen des Lebens, die auf gemeinsamen Werten und Verhaltensweisen beruhen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;wiki-kultur&amp;quot;&amp;gt;URL: https://de.wikipedia.org/wiki/Kultur&amp;lt;/ref&amp;gt; Dazu zählen materielle Ergebnisse (z. B. Kunstwerke, Technik) ebenso wie immaterielle Praktiken (Sprache, Bräuche, Wissen). Kultur umfasst laut der UNESCO geistige, materielle, intellektuelle und emotionale Merkmale, die eine Gesellschaft oder soziale Gruppe kennzeichnen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;mondiacult&amp;quot;&amp;gt;UNESCO 1982: Mexico City Declaration on Cultural Policies (MONDIACULT). URL: https://www.lacult.unesco.org/docc/1982_MONDIACULT.pdf&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;ref name=&amp;quot;cultureaction&amp;quot;&amp;gt;Culture Action Europe 2024: The State of Culture report. URL: https://cultureactioneurope.org/de/news/the-state-of-culture-report-published, abgerufen am 01.10.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;  Sie ist dynamisch und wird von jeder Generation neu gestaltet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das deutsche Wort „Kultur“ ist eine Eindeutschung des lateinischen Worts „cultura“. Dieses bedeutet ursprünglich „Bebauung, Bearbeitung, Bestellung, Pflege“ und meinte sowohl die physische Bearbeitung als auch die Pflege geistiger Güter, z. B. der Sprache.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.1.2 Kulturelle Ausdrucksform ===&lt;br /&gt;
Eine kulturelle Ausdrucksform ist eine konkrete, gegenwärtige oder historische, Manifestation von Kultur, bspw. eine Zeichnung, eine Tracht oder ein Lied: Sie macht die Kultur sichtbar und erlebbar. Im engeren Sinne ist es eine Ausdrucksweise, die aus der Kreativität einer Person, Gruppe oder Gesellschaft entsteht und kulturellen Inhalt trägt (symbolische Bedeutung, künstlerische Dimension, kulturelle Werte).&amp;lt;ref&amp;gt;Österreichische UNESCO-Kommission 2007: Übereinkommen zum Schutz und zur Förderung der Vielfalt kultureller Ausdrucksformen, Art. 4, Seite 13. URL: https://www.unesco.at/fileadmin/Redaktion/Publikationen/Publikations-Dokumente/2005er_UNESCO-Convention_German.pdf, abgerufen am 22.09.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt; Sie wird innerhalb und zwischen Gemeinschaften weitergegeben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Alle kulturellen Ausdrucksformen bilden einen wesentlichen Kern von Kultur, aber Kultur enthält auch latente Dimensionen (Werte, Normen, Vorannahmen etc.), die nicht unmittelbar als Ausdrucksform erscheinen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.1.3 Kulturgut ===&lt;br /&gt;
Ein „Kulturgut“ ist eine einzelne kulturelle Ausdrucksform, der ein besonderer kultureller Wert zugemessen wird (durch Anerkennung, Schutz, Bedeutung). Es ist somit ein Erzeugnis menschlicher Kreativität oder Zeugnis menschlichen Lebens, welches Bedeutung für die Kultur einer Gemeinschaft hat und daher Bestand haben und bewahrt werden soll.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Summe aller Kulturgüter einer Gemeinschaft wird als dessen Kulturerbe bezeichnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.1.4 Kulturerbe ===&lt;br /&gt;
Kulturerbe ist die Summe der materiellen und immateriellen Ausdrucksformen (= Kulturgüter) einer Kultur, die als „bewahrenswert“ anerkannt wurden. International umfasst das u. a. das Welterbe (Denkmäler, Ensembles, Stätten)&amp;lt;ref&amp;gt;UNESCO (1972), Welterbekonvention, Art. 1. URL: https://www.dnk.de/wp-content/uploads/2021/02/1972_DNK_UNESCO-Welterbekonvention.pdf (abgerufen am 11.09.2025).&amp;lt;/ref&amp;gt; und das Immaterielles Kulturerbe (Praktiken, Wissen).&amp;lt;ref&amp;gt;Deutsche UNESCO-Kommission o. J.:, Übereinkommen zur Erhaltung des immateriellen Kulturerbes (dt. Ausgabe). URL: https://www.unesco.de/assets/dokumente/Deutsche_UNESCO-Kommission/02_Publikationen/Publikation_UNESCO-%C3%9Cbereinkommen_zur_Erhaltung_des_immateriellen_Kulturerbes_01.pdf, (abgerufen am 11.09.2025).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ob etwas „zum Kulturerbe“ zählt, ist Ergebnis von Bewertung, Diskurs und teils formellen Verfahren. Das Sorbisches Kulturregister (SKR) betont, dass „sorbisch-wendisches Kulturerbe“ einer kulturellen Ausdrucksform als Qualität zugeschrieben wird – durch den gesellschaftlichen, museologischen, archivischen und wissenschaftlichen Diskurs.&amp;lt;ref&amp;gt;Sorbisches Institut 2025: Konzept für ein Sorbisches Kulturregister (SKR). URL: https://www.serbski-institut.de/wp-content/uploads/2021/11/00_Zweite-aktualisierte-Fassung_Konzept_Sorbisches-Kulturregister_20.11.2025.pdf, abgerufen am 20.11.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.1.5 Abgrenzung: Kultur und Kulturerbe ===&lt;br /&gt;
Kultur / Kulturelle Ausdrucksform sind als Begriffe weiter gefasst als Kulturgut / Kulturerbe. Kulturelle Ausdrucksformen umfassen alles Gelebte und Gestaltete einer Gemeinschaft in Gegenwart und Vergangenheit, während Kulturgut / Kulturerbe diejenigen kulturellen Güter und Traditionen meint, denen eine Bedeutung beigemessen wurde und die als bewahrens- und weitergebenswert erkannt wurden. Kultur ist der „aktuelle“ kreative Prozess (einschließlich Popkultur, Alltagskultur), Kulturerbe der daraus überkommene Schatz. Dennoch sind die Grenzen fließend: Was heute nur Kultur ist, kann morgen zum Kulturerbe erklärt werden – abhängig von Wertzuschreibung und Diskurs.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Rahmen dieses Dokuments werden für den sorbischen Kontext die Begriffe „kulturelle Ausdrucksform“ und „Kulturgut“ weitgehend synonym verwendet, sofern nicht ausdrücklich anders gekennzeichnet. Hintergrund ist, dass die Gesamtzahl der identifizierbaren kulturellen Ausdrucksformen einer kleinen Minderheit wie der Sorben/Wenden im Vergleich zu großen Mehrheitsgesellschaften überschaubar ist. Zugleich ist der Anteil dieser Ausdrucksformen, denen in der Community ein besonderer Wert beigemessen wird und die daher faktisch als Kulturgut wahrgenommen und behandelt werden, sehr hoch: Ein großer Teil des gelebten kulturellen Repertoires wird als identitätsstiftend und bewahrenswert verstanden und damit dem Kulturerbe zugerechnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== 2.2 Klassifizierung von Kulturgütern ==&lt;br /&gt;
Im Folgenden soll eine griffige Klassifizierung von Kulturgütern entwickelt werden, so dass pro Kulturgut-Klasse später auf die Besonderheiten ihrer Digitalisierung eingegangen werden kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Dataja:Wobraz_K2.png|center|600px]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.2.1 A. Materiell - unbeweglich 🏛️ ===&lt;br /&gt;
„Materiell - unbeweglich&amp;quot; bezeichnet ortsfeste Kulturobjekte wie Bauwerke, Ensembles, Gebäudekomplexe und Stätten/Kulturlandschaften, wie sie in Art. 1 der UNESCO-Welterbekonvention als Kategorien des kulturellen Erbes definiert sind.&amp;lt;ref&amp;gt;UNESCO World Heritage Centre o. J.: Convention Concerning the Protection of the World Cultural and Natural Heritage, Artikel 1. URL: https://whc.unesco.org/en/conventiontext/, abgerufen am 01.10.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.2.2 B. Materiell - beweglich 🖼️ ===&lt;br /&gt;
Umfasst bewegliche Sachen bzw. Sachgesamtheiten von kulturellem Wert (z. B. Objekte, Sammlungen), wie sie das deutsche Kulturgutschutzgesetz (§ 2 KGSG)&amp;lt;ref&amp;gt;Deutschland 2016: Kulturgutschutzgesetz (KGSG), § 2. URL: https://www.buzer.de/2_KGSG.htm, abgerufen am 01.10.2025.  als „Kulturgut“ beschreibt.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* B1 '''Schriftgut''' - Bücher, Zeitungen, Handschriften, Archivgut, Graphiken, Pläne, Karten&lt;br /&gt;
* B2 '''Fotografien &amp;amp; Bildträger''' &lt;br /&gt;
** Fotografisch erzeugte statische Bildträger, auch Stillbildträger genannt, z. B. Positive/Negative auf Film/Platte/Photopapier, Dias, Abzüge, Mikrofilm/-fiche und vergleichbare fotografische Repro-Träger.&lt;br /&gt;
* B3 '''Analoge AV-Träger''' (Audio/Video/Film)&lt;br /&gt;
** Analoge zeitbasierte Medien, z. B. Magnetton (Tonband, Kassette), Schallplatte, Videobänder, Film.&lt;br /&gt;
* B4 '''3D-Objekte''' - Gegenstände, „sachkulturelle Artefakte“&amp;lt;ref&amp;gt;Sorbisches Institut o. J.: Konzept zum Digitalisierungszentrum am Sorbischen Institut, S. 24.&lt;br /&gt;
(Unveröffentlichtes Konzeptpapier; interne Projektunterlage.)&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.2.3 C. Immateriell 🎭 ===&lt;br /&gt;
Meint lebendige Praktiken, Darstellungen, Ausdrucksformen, Ideen, Werte, Wissen und Fertigkeiten, die von Gemeinschaften getragen und weitergegeben werden, gemäß der folgenden 5 UNESCO ICH-Domänen.&amp;lt;ref&amp;gt;UNESCO o. J.: Intangible Cultural Heritage – Five Domains. URL: https://ich.unesco.org/doc/src/01857-EN.pdf, abgerufen am 01.10.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* C1 '''Orale Traditionen/Ausdrucksformen''' - Sprache, Gesangstraditionen&lt;br /&gt;
* C2 '''Darstellende Künste''' - Musik, Tanz, Theater&lt;br /&gt;
* C3 '''Rituale &amp;amp; Feste''' - Bräuche und soziale Praktiken des Kalenders und Lebenslaufs&lt;br /&gt;
* C4 '''Wissen &amp;amp; Praktiken''' zu Natur &amp;amp; Universum - Heil- und Sammelkenntnisse, ökologisches und astronomisches Wissen, Glaube, Religion&lt;br /&gt;
* C5 '''Traditionelles Handwerk''' - Techniken, Werkzeuge und Gestaltungsmuster&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.2.4 D. Digital 💾 ===&lt;br /&gt;
Bezeichnet in digitaler Form vorliegende Ressourcen menschlichen Wissens und Ausdrucks. Diese können sowohl born-digital sein als auch digitalisierte Repräsentationen von materiellen und immateriellen Kulturgütern.&amp;lt;ref&amp;gt;UNESCO 2003: Charter on the Preservation of Digital Heritage. URL: https://www.unesco.org/en/legal-affairs/charter-preservation-digital-heritage, abgerufen am 01.10.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* D1 '''Born-digital''', z. B. Websites, Social-Media, Software, Apps, Spiele, digitale Fotos/Audio/Video.&lt;br /&gt;
* D2 '''Digitalisate''' - Digitalisierte Repräsentationen/Derivate aus den Klassen A, B und C.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== 2.3 Prozess der Digitalisierung von Kulturerbe ==&lt;br /&gt;
Die Digitalisierung von Kulturgut ist kein rein technischer Arbeitsschritt, sondern ein vielschichtiger, oft langfristiger Prozess, der bereits mit der Wahrnehmung und Identifikation einer kulturellen Ausdrucksform beginnt. Ziel dieses Abschnitts ist es, diesen Gesamtprozess systematisch darzustellen: von der gelebten Kultur über das identifizierte Kulturgut bis hin zur digital nutzbaren Repräsentation.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die hier entwickelte Prozessdarstellung soll als praxisorientierter Überblick dienen für die Digitalisierung des sorbischen Kulturerbes. Sie berücksichtigt die Anforderungen sorbischer Einrichtungen ebenso wie die international etablierten Referenzmodelle und Standards, darunter:&lt;br /&gt;
* das OAIS-Referenzmodell (ISO 14721) für digitale Archivierung&amp;lt;ref&amp;gt;Consultative Committee for Space Data Systems (CCSDS) 2024: Reference Model for an Open Archival Information System (OAIS), CCSDS 650.0-M-3. URL: https://ccsds.org/Pubs/650x0m3.pdf, abgerufen am 01.10.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
* das DCC Curation Lifecycle Model für kuratorische Entscheidungsprozesse&amp;lt;ref&amp;gt;Higgins 2008: The DCC Curation Lifecycle Model. International Journal of Digital Curation, 3(1), 134-140. URL: https://ijdc.net/index.php/ijdc/article/view/48, abgerufen am 01.10.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
* das Spectrum-Modell für museale Objektverwaltung&amp;lt;ref&amp;gt;Collections Trust 2022. Spectrum 5.1 - The UK Museum Collections Management Standard. URL: https://collectionstrust.org.uk/spectrum/spectrum-5, abgerufen am 01.10.2025. &amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
* die UNESCO-Leitlinien zur Inventarisierung immateriellen Kulturerbes&amp;lt;ref&amp;gt;UNESCO 2024: Operational Directives for the Implementation of the Convention for the Safeguarding of the Intangible Cultural Heritage (10.GA). URL: https://ich.unesco.org/doc/src/ICH-Operational_Directives-10.GA_EN.pdf, abgerufen am 01.10.2025. &amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
* sowie technische Vorgaben wie die DFG-Praxisregeln Digitalisierung&amp;lt;ref&amp;gt;Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) 2022: Praxisregeln Digitalisierung (aktualisierte Fassung). URL: https://www.ulb.hhu.de/fileadmin/redaktion/ULB/Documents/Infomaterial/DFG_Praxisregeln_Digitalisierung_Aktualisierte_Fassung2022.pdf, abgerufen am 01.10.2025. &amp;lt;/ref&amp;gt; und die FADGI-Richtlinien&amp;lt;ref&amp;gt;Federal Agencies Digital Guidelines Initiative (FADGI) 2023: Technical Guidelines for Digitizing Cultural Heritage Materials – Still Image, 3rd ed. URL: https://www.digitizationguidelines.gov/guidelines/digitize-technical.html, abgerufen am 01.10.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Folge soll der sogenannte „Lebenslauf“ eines Kulturguts dargestellt werden, also der Weg, den ein Objekt oder eine kulturelle Praxis vom Zeitpunkt der Entstehung über die Erfassung, Digitalisierung und Archivierung bis zur Veröffentlichung in einem digitalen Präsentationsmodul durchläuft.&lt;br /&gt;
Hierfür erläutert der folgende Abschnitt die einzelnen Prozessschritte im Detail – jeweils mit Akteuren, Standards und Beispielen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.3.1 Vorüberlegungen zum Prozess ===&lt;br /&gt;
Im hier vorgestellten Prozess wird auf eine harte, systematische Filterung verzichtet, welche kulturellen Ausdrucksformen „nur“ Kultur und welche bereits Kulturgut sind. Ein solcher Bewertungs- und Abgrenzungsprozess wäre ressourcenintensiv und würde den vorhandenen Kapazitäten in den beteiligten Einrichtungen nicht entsprechen. Stattdessen folgt das Konzept einer inklusiven Logik: Alle dokumentierten Ausdrucksformen werden zunächst als potenzielle Kulturgüter erfasst. Eine feinere Auswahl und Priorisierung erfolgen erst in einem späteren Schritt, nämlich dann, wenn konkret entschieden wird, welche Ausdrucksformen bzw. Kulturgüter in welcher Tiefe digitalisiert, archiviert und präsentiert werden sollen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieses Vorgehen schließt an das RSK-Konzept an, das bewusst auf eine frühe normative Trennung zwischen „kultureller Ausdrucksform“ und „Kulturgut“ verzichtet. Auch hier steht zunächst der möglichst vollständige, strukturierte Überblick über die sorbischen Kulturgüter im Vordergrund. Die differenzierte Bewertung und Schwerpunktsetzung werden als anschließende fachliche Aufgabe verstanden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.3.2 Prozessschritte im Detail ===&lt;br /&gt;
Das folgende Diagramm gibt einen Überblick über die sechs Kernschritte im Digitalisierungsprozess von Kulturgut – von der ersten Entdeckung einer kulturellen Ausdrucksform bis zur Nutzung einer digitalen Repräsentation dieses Kulturguts. Die Abfolge bildet auch die Entwicklungsstufen ab: von gelebter Kultur zur kulturellen Ausdrucksform, von dort zum Kulturgut und schließlich zum digitalisierten Kulturgut.&lt;br /&gt;
[[Dataja:Wobraz_K3.png|center|600px]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Kernprozess verdeutlicht, dass Digitalisierung mehr ist als Technik: Sie ist ein komplexer, vielfältig verantworteter kultureller Transformationsprozess. Jeder Schritt kann durch unterschiedliche Akteure getragen sein und erfordert spezifisches Fachwissen. Ziel der nachfolgenden Beschreibung ist es, die Prozessschritte nachvollziehbar und anschlussfähig für die Praxis Einrichtungen darzustellen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Referenzen ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Měrko Šenk</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://koncept.serbski-inkubator.de/index.php?title=Dataja:Wobraz_K1.png&amp;diff=1021</id>
		<title>Dataja:Wobraz K1.png</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://koncept.serbski-inkubator.de/index.php?title=Dataja:Wobraz_K1.png&amp;diff=1021"/>
		<updated>2025-12-23T16:40:59Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Měrko Šenk: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Měrko Šenk</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://koncept.serbski-inkubator.de/index.php?title=12.3_Digitalisierung_des_Kulturerbes&amp;diff=1020</id>
		<title>12.3 Digitalisierung des Kulturerbes</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://koncept.serbski-inkubator.de/index.php?title=12.3_Digitalisierung_des_Kulturerbes&amp;diff=1020"/>
		<updated>2025-12-23T16:33:05Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Měrko Šenk: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;= 1 Einleitung =&lt;br /&gt;
Die Digitalisierung von sorbischem Kulturerbe ist eine historische Chance für uns Sorben, eine Chance, unser kulturelles Erbe neu zu entdecken, es für kommende Generationen zu erhalten, für eine breitere Öffentlichkeit zugänglich zu machen und dabei die eigene Deutungshoheit zu stärken. Das erfordert neben Mut, einer klaren gemeinsamen Vision, starker Zusammenarbeit zwischen den beteiligten Akteuren auch die notwendigen Ressourcen in Form von Personal mit entsprechenden Kompetenzen, passender Technik sowie einer nachhaltig gesicherten Finanzierung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im folgenden Abschnitt werden Zielbilder für die Digitalisierung des sorbischen Kulturerbes entworfen mittels lang- und kurzfristiger Visionen sowie konkreter Ziele.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== 1.1 Visionen und Ziele für die sorbische digitale Welt ==&lt;br /&gt;
'''Vision 2035'''&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
''Sorbisches materielles und immaterielles Kulturerbe ist systematisch digital erfasst, rechtssicher und langfristig gesichert, leicht auffindbar, offen nutzbar und wird aktiv von Interessierten genutzt.''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Konkrete Visionen'''&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Bis 2028 liegt eine institutionenübergreifende Übersicht über relevante Kulturerbe-Bestände (analog und digital, materiell und immateriell) vor, einschließlich einer Prioritätenliste für die Digitalisierung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bis 2028 existiert ein zentrales, nutzerfreundliches „Sorbisches Kulturerbe-Portal“, das:&lt;br /&gt;
* Suchzugang über alle teilnehmenden Institutionen ermöglicht,&lt;br /&gt;
* grundlegende Inhalte frei zugänglich bereitstellt,&lt;br /&gt;
* mehrsprachige Oberflächen anbietet (Deutsch, Obersorbisch, Niedersorbisch, Englisch).&lt;br /&gt;
Bis 2030 sind wichtige sorbische Kulturerbe-Bestände (Kernbestände nach fachlicher Festlegung) in hoher Qualität digitalisiert, beschrieben und im Langzeitarchiv gesichert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bis 2032 ist ein tragfähiges, finanziell und organisatorisch abgesichertes Modell etabliert, das:&lt;br /&gt;
* Ein zentrales (oder föderiertes) digitales Langzeitarchiv nach OAIS-Referenzmodell betreibt,&lt;br /&gt;
* klare Zuständigkeiten, Prozesse und Budgets definiert,&lt;br /&gt;
* regelmäßige Qualitätssicherung und Technik-Updates vorsieht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= 2 IST-Analyse „Digitalisierung von Kulturerbe“ =&lt;br /&gt;
Das Ziel in diesem Themenbereich ist es, sorbisches Kulturerbe digital zu verwalten und damit langfristig für Recherche, Nutzung und Präsentation vorzuhalten.&lt;br /&gt;
Was ist sorbischen Kulturerbe und was zählt alles dazu? Welche Schritte durchläuft ein Kulturgut, um zum digitalen Kulturerbe zu gehören? Wie können die digitale Verwaltung, Archivierung, Nutzung und Präsentation von Kulturgütern umgesetzt werden?&lt;br /&gt;
Diese Fragen sollen im Folgenden beantwortet werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== 2.1 Terminologie – von Kultur zu Kulturerbe ==&lt;br /&gt;
In diesem Abschnitt werden die Begriffe rund um das Kulturerbe grundlegend definiert. Es soll ein Verständnis über die Begriffe Kultur, kulturelle Ausprägung, Kulturgut und Kulturerbe erreicht werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Dataja:Wobraz_K1.png|center|600px]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.1.1 Kultur ===&lt;br /&gt;
Kultur bezeichnet hier die Gesamtheit aller vom Menschen geschaffenen und erlernten Ausdrucksformen des Lebens, die auf gemeinsamen Werten und Verhaltensweisen beruhen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;wiki-kultur&amp;quot;&amp;gt;URL: https://de.wikipedia.org/wiki/Kultur&amp;lt;/ref&amp;gt; Dazu zählen materielle Ergebnisse (z. B. Kunstwerke, Technik) ebenso wie immaterielle Praktiken (Sprache, Bräuche, Wissen). Kultur umfasst laut der UNESCO geistige, materielle, intellektuelle und emotionale Merkmale, die eine Gesellschaft oder soziale Gruppe kennzeichnen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;mondiacult&amp;quot;&amp;gt;UNESCO 1982: Mexico City Declaration on Cultural Policies (MONDIACULT). URL: https://www.lacult.unesco.org/docc/1982_MONDIACULT.pdf&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;ref name=&amp;quot;cultureaction&amp;quot;&amp;gt;Culture Action Europe 2024: The State of Culture report. URL: https://cultureactioneurope.org/de/news/the-state-of-culture-report-published, abgerufen am 01.10.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;  Sie ist dynamisch und wird von jeder Generation neu gestaltet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das deutsche Wort „Kultur“ ist eine Eindeutschung des lateinischen Worts „cultura“. Dieses bedeutet ursprünglich „Bebauung, Bearbeitung, Bestellung, Pflege“ und meinte sowohl die physische Bearbeitung als auch die Pflege geistiger Güter, z. B. der Sprache.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.1.2 Kulturelle Ausdrucksform ===&lt;br /&gt;
Eine kulturelle Ausdrucksform ist eine konkrete, gegenwärtige oder historische, Manifestation von Kultur, bspw. eine Zeichnung, eine Tracht oder ein Lied: Sie macht die Kultur sichtbar und erlebbar. Im engeren Sinne ist es eine Ausdrucksweise, die aus der Kreativität einer Person, Gruppe oder Gesellschaft entsteht und kulturellen Inhalt trägt (symbolische Bedeutung, künstlerische Dimension, kulturelle Werte).&amp;lt;ref&amp;gt;Österreichische UNESCO-Kommission 2007: Übereinkommen zum Schutz und zur Förderung der Vielfalt kultureller Ausdrucksformen, Art. 4, Seite 13. URL: https://www.unesco.at/fileadmin/Redaktion/Publikationen/Publikations-Dokumente/2005er_UNESCO-Convention_German.pdf, abgerufen am 22.09.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt; Sie wird innerhalb und zwischen Gemeinschaften weitergegeben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Alle kulturellen Ausdrucksformen bilden einen wesentlichen Kern von Kultur, aber Kultur enthält auch latente Dimensionen (Werte, Normen, Vorannahmen etc.), die nicht unmittelbar als Ausdrucksform erscheinen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.1.3 Kulturgut ===&lt;br /&gt;
Ein „Kulturgut“ ist eine einzelne kulturelle Ausdrucksform, der ein besonderer kultureller Wert zugemessen wird (durch Anerkennung, Schutz, Bedeutung). Es ist somit ein Erzeugnis menschlicher Kreativität oder Zeugnis menschlichen Lebens, welches Bedeutung für die Kultur einer Gemeinschaft hat und daher Bestand haben und bewahrt werden soll.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Summe aller Kulturgüter einer Gemeinschaft wird als dessen Kulturerbe bezeichnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.1.4 Kulturerbe ===&lt;br /&gt;
Kulturerbe ist die Summe der materiellen und immateriellen Ausdrucksformen (= Kulturgüter) einer Kultur, die als „bewahrenswert“ anerkannt wurden. International umfasst das u. a. das Welterbe (Denkmäler, Ensembles, Stätten)&amp;lt;ref&amp;gt;UNESCO (1972), Welterbekonvention, Art. 1. URL: https://www.dnk.de/wp-content/uploads/2021/02/1972_DNK_UNESCO-Welterbekonvention.pdf (abgerufen am 11.09.2025).&amp;lt;/ref&amp;gt; und das Immaterielles Kulturerbe (Praktiken, Wissen).&amp;lt;ref&amp;gt;Deutsche UNESCO-Kommission o. J.:, Übereinkommen zur Erhaltung des immateriellen Kulturerbes (dt. Ausgabe). URL: https://www.unesco.de/assets/dokumente/Deutsche_UNESCO-Kommission/02_Publikationen/Publikation_UNESCO-%C3%9Cbereinkommen_zur_Erhaltung_des_immateriellen_Kulturerbes_01.pdf, (abgerufen am 11.09.2025).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ob etwas „zum Kulturerbe“ zählt, ist Ergebnis von Bewertung, Diskurs und teils formellen Verfahren. Das Sorbisches Kulturregister (SKR) betont, dass „sorbisch-wendisches Kulturerbe“ einer kulturellen Ausdrucksform als Qualität zugeschrieben wird – durch den gesellschaftlichen, museologischen, archivischen und wissenschaftlichen Diskurs.&amp;lt;ref&amp;gt;Sorbisches Institut 2025: Konzept für ein Sorbisches Kulturregister (SKR). URL: https://www.serbski-institut.de/wp-content/uploads/2021/11/00_Zweite-aktualisierte-Fassung_Konzept_Sorbisches-Kulturregister_20.11.2025.pdf, abgerufen am 20.11.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.1.5 Abgrenzung: Kultur und Kulturerbe ===&lt;br /&gt;
Kultur / Kulturelle Ausdrucksform sind als Begriffe weiter gefasst als Kulturgut / Kulturerbe. Kulturelle Ausdrucksformen umfassen alles Gelebte und Gestaltete einer Gemeinschaft in Gegenwart und Vergangenheit, während Kulturgut / Kulturerbe diejenigen kulturellen Güter und Traditionen meint, denen eine Bedeutung beigemessen wurde und die als bewahrens- und weitergebenswert erkannt wurden. Kultur ist der „aktuelle“ kreative Prozess (einschließlich Popkultur, Alltagskultur), Kulturerbe der daraus überkommene Schatz. Dennoch sind die Grenzen fließend: Was heute nur Kultur ist, kann morgen zum Kulturerbe erklärt werden – abhängig von Wertzuschreibung und Diskurs.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Rahmen dieses Dokuments werden für den sorbischen Kontext die Begriffe „kulturelle Ausdrucksform“ und „Kulturgut“ weitgehend synonym verwendet, sofern nicht ausdrücklich anders gekennzeichnet. Hintergrund ist, dass die Gesamtzahl der identifizierbaren kulturellen Ausdrucksformen einer kleinen Minderheit wie der Sorben/Wenden im Vergleich zu großen Mehrheitsgesellschaften überschaubar ist. Zugleich ist der Anteil dieser Ausdrucksformen, denen in der Community ein besonderer Wert beigemessen wird und die daher faktisch als Kulturgut wahrgenommen und behandelt werden, sehr hoch: Ein großer Teil des gelebten kulturellen Repertoires wird als identitätsstiftend und bewahrenswert verstanden und damit dem Kulturerbe zugerechnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== 2.2 Klassifizierung von Kulturgütern ==&lt;br /&gt;
Im Folgenden soll eine griffige Klassifizierung von Kulturgütern entwickelt werden, so dass pro Kulturgut-Klasse später auf die Besonderheiten ihrer Digitalisierung eingegangen werden kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Dataja:Wobraz_K2.png|center|600px]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.2.1 A. Materiell - unbeweglich 🏛️ ===&lt;br /&gt;
„Materiell - unbeweglich&amp;quot; bezeichnet ortsfeste Kulturobjekte wie Bauwerke, Ensembles, Gebäudekomplexe und Stätten/Kulturlandschaften, wie sie in Art. 1 der UNESCO-Welterbekonvention als Kategorien des kulturellen Erbes definiert sind.&amp;lt;ref&amp;gt;UNESCO World Heritage Centre o. J.: Convention Concerning the Protection of the World Cultural and Natural Heritage, Artikel 1. URL: https://whc.unesco.org/en/conventiontext/, abgerufen am 01.10.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.2.2 B. Materiell - beweglich 🖼️ ===&lt;br /&gt;
Umfasst bewegliche Sachen bzw. Sachgesamtheiten von kulturellem Wert (z. B. Objekte, Sammlungen), wie sie das deutsche Kulturgutschutzgesetz (§ 2 KGSG)&amp;lt;ref&amp;gt;Deutschland 2016: Kulturgutschutzgesetz (KGSG), § 2. URL: https://www.buzer.de/2_KGSG.htm, abgerufen am 01.10.2025.  als „Kulturgut“ beschreibt.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* B1 '''Schriftgut''' - Bücher, Zeitungen, Handschriften, Archivgut, Graphiken, Pläne, Karten&lt;br /&gt;
* B2 '''Fotografien &amp;amp; Bildträger''' &lt;br /&gt;
** Fotografisch erzeugte statische Bildträger, auch Stillbildträger genannt, z. B. Positive/Negative auf Film/Platte/Photopapier, Dias, Abzüge, Mikrofilm/-fiche und vergleichbare fotografische Repro-Träger.&lt;br /&gt;
* B3 '''Analoge AV-Träger''' (Audio/Video/Film)&lt;br /&gt;
** Analoge zeitbasierte Medien, z. B. Magnetton (Tonband, Kassette), Schallplatte, Videobänder, Film.&lt;br /&gt;
* B4 '''3D-Objekte''' - Gegenstände, „sachkulturelle Artefakte“&amp;lt;ref&amp;gt;Sorbisches Institut o. J.: Konzept zum Digitalisierungszentrum am Sorbischen Institut, S. 24.&lt;br /&gt;
(Unveröffentlichtes Konzeptpapier; interne Projektunterlage.)&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.2.3 C. Immateriell 🎭 ===&lt;br /&gt;
Meint lebendige Praktiken, Darstellungen, Ausdrucksformen, Ideen, Werte, Wissen und Fertigkeiten, die von Gemeinschaften getragen und weitergegeben werden, gemäß der folgenden 5 UNESCO ICH-Domänen.&amp;lt;ref&amp;gt;UNESCO o. J.: Intangible Cultural Heritage – Five Domains. URL: https://ich.unesco.org/doc/src/01857-EN.pdf, abgerufen am 01.10.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* C1 '''Orale Traditionen/Ausdrucksformen''' - Sprache, Gesangstraditionen&lt;br /&gt;
* C2 '''Darstellende Künste''' - Musik, Tanz, Theater&lt;br /&gt;
* C3 '''Rituale &amp;amp; Feste''' - Bräuche und soziale Praktiken des Kalenders und Lebenslaufs&lt;br /&gt;
* C4 '''Wissen &amp;amp; Praktiken''' zu Natur &amp;amp; Universum - Heil- und Sammelkenntnisse, ökologisches und astronomisches Wissen, Glaube, Religion&lt;br /&gt;
* C5 '''Traditionelles Handwerk''' - Techniken, Werkzeuge und Gestaltungsmuster&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.2.4 D. Digital 💾 ===&lt;br /&gt;
Bezeichnet in digitaler Form vorliegende Ressourcen menschlichen Wissens und Ausdrucks. Diese können sowohl born-digital sein als auch digitalisierte Repräsentationen von materiellen und immateriellen Kulturgütern.&amp;lt;ref&amp;gt;UNESCO 2003: Charter on the Preservation of Digital Heritage. URL: https://www.unesco.org/en/legal-affairs/charter-preservation-digital-heritage, abgerufen am 01.10.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* D1 '''Born-digital''', z. B. Websites, Social-Media, Software, Apps, Spiele, digitale Fotos/Audio/Video.&lt;br /&gt;
* D2 '''Digitalisate''' - Digitalisierte Repräsentationen/Derivate aus den Klassen A, B und C.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== 2.3 Prozess der Digitalisierung von Kulturerbe ==&lt;br /&gt;
Die Digitalisierung von Kulturgut ist kein rein technischer Arbeitsschritt, sondern ein vielschichtiger, oft langfristiger Prozess, der bereits mit der Wahrnehmung und Identifikation einer kulturellen Ausdrucksform beginnt. Ziel dieses Abschnitts ist es, diesen Gesamtprozess systematisch darzustellen: von der gelebten Kultur über das identifizierte Kulturgut bis hin zur digital nutzbaren Repräsentation.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die hier entwickelte Prozessdarstellung soll als praxisorientierter Überblick dienen für die Digitalisierung des sorbischen Kulturerbes. Sie berücksichtigt die Anforderungen sorbischer Einrichtungen ebenso wie die international etablierten Referenzmodelle und Standards, darunter:&lt;br /&gt;
* das OAIS-Referenzmodell (ISO 14721) für digitale Archivierung&amp;lt;ref&amp;gt;Consultative Committee for Space Data Systems (CCSDS) 2024: Reference Model for an Open Archival Information System (OAIS), CCSDS 650.0-M-3. URL: https://ccsds.org/Pubs/650x0m3.pdf, abgerufen am 01.10.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
* das DCC Curation Lifecycle Model für kuratorische Entscheidungsprozesse&amp;lt;ref&amp;gt;Higgins 2008: The DCC Curation Lifecycle Model. International Journal of Digital Curation, 3(1), 134-140. URL: https://ijdc.net/index.php/ijdc/article/view/48, abgerufen am 01.10.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
* das Spectrum-Modell für museale Objektverwaltung&amp;lt;ref&amp;gt;Collections Trust 2022. Spectrum 5.1 - The UK Museum Collections Management Standard. URL: https://collectionstrust.org.uk/spectrum/spectrum-5, abgerufen am 01.10.2025. &amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
* die UNESCO-Leitlinien zur Inventarisierung immateriellen Kulturerbes&amp;lt;ref&amp;gt;UNESCO 2024: Operational Directives for the Implementation of the Convention for the Safeguarding of the Intangible Cultural Heritage (10.GA). URL: https://ich.unesco.org/doc/src/ICH-Operational_Directives-10.GA_EN.pdf, abgerufen am 01.10.2025. &amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
* sowie technische Vorgaben wie die DFG-Praxisregeln Digitalisierung&amp;lt;ref&amp;gt;Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) 2022: Praxisregeln Digitalisierung (aktualisierte Fassung). URL: https://www.ulb.hhu.de/fileadmin/redaktion/ULB/Documents/Infomaterial/DFG_Praxisregeln_Digitalisierung_Aktualisierte_Fassung2022.pdf, abgerufen am 01.10.2025. &amp;lt;/ref&amp;gt; und die FADGI-Richtlinien&amp;lt;ref&amp;gt;Federal Agencies Digital Guidelines Initiative (FADGI) 2023: Technical Guidelines for Digitizing Cultural Heritage Materials – Still Image, 3rd ed. URL: https://www.digitizationguidelines.gov/guidelines/digitize-technical.html, abgerufen am 01.10.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Folge soll der sogenannte „Lebenslauf“ eines Kulturguts dargestellt werden, also der Weg, den ein Objekt oder eine kulturelle Praxis vom Zeitpunkt der Entstehung über die Erfassung, Digitalisierung und Archivierung bis zur Veröffentlichung in einem digitalen Präsentationsmodul durchläuft.&lt;br /&gt;
Hierfür erläutert der folgende Abschnitt die einzelnen Prozessschritte im Detail – jeweils mit Akteuren, Standards und Beispielen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.3.1 Vorüberlegungen zum Prozess ===&lt;br /&gt;
Im hier vorgestellten Prozess wird auf eine harte, systematische Filterung verzichtet, welche kulturellen Ausdrucksformen „nur“ Kultur und welche bereits Kulturgut sind. Ein solcher Bewertungs- und Abgrenzungsprozess wäre ressourcenintensiv und würde den vorhandenen Kapazitäten in den beteiligten Einrichtungen nicht entsprechen. Stattdessen folgt das Konzept einer inklusiven Logik: Alle dokumentierten Ausdrucksformen werden zunächst als potenzielle Kulturgüter erfasst. Eine feinere Auswahl und Priorisierung erfolgen erst in einem späteren Schritt, nämlich dann, wenn konkret entschieden wird, welche Ausdrucksformen bzw. Kulturgüter in welcher Tiefe digitalisiert, archiviert und präsentiert werden sollen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieses Vorgehen schließt an das RSK-Konzept an, das bewusst auf eine frühe normative Trennung zwischen „kultureller Ausdrucksform“ und „Kulturgut“ verzichtet. Auch hier steht zunächst der möglichst vollständige, strukturierte Überblick über die sorbischen Kulturgüter im Vordergrund. Die differenzierte Bewertung und Schwerpunktsetzung werden als anschließende fachliche Aufgabe verstanden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.3.2 Prozessschritte im Detail ===&lt;br /&gt;
Das folgende Diagramm gibt einen Überblick über die sechs Kernschritte im Digitalisierungsprozess von Kulturgut – von der ersten Entdeckung einer kulturellen Ausdrucksform bis zur Nutzung einer digitalen Repräsentation dieses Kulturguts. Die Abfolge bildet auch die Entwicklungsstufen ab: von gelebter Kultur zur kulturellen Ausdrucksform, von dort zum Kulturgut und schließlich zum digitalisierten Kulturgut.&lt;br /&gt;
[[Dataja:Wobraz_K3.png|center|600px]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Kernprozess verdeutlicht, dass Digitalisierung mehr ist als Technik: Sie ist ein komplexer, vielfältig verantworteter kultureller Transformationsprozess. Jeder Schritt kann durch unterschiedliche Akteure getragen sein und erfordert spezifisches Fachwissen. Ziel der nachfolgenden Beschreibung ist es, die Prozessschritte nachvollziehbar und anschlussfähig für die Praxis Einrichtungen darzustellen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Referenzen ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Měrko Šenk</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://koncept.serbski-inkubator.de/index.php?title=12.3_Digitalisierung_des_Kulturerbes&amp;diff=1019</id>
		<title>12.3 Digitalisierung des Kulturerbes</title>
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		<updated>2025-12-23T16:32:10Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Měrko Šenk: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;= 1 Einleitung =&lt;br /&gt;
Die Digitalisierung von sorbischem Kulturerbe ist eine historische Chance für uns Sorben, eine Chance, unser kulturelles Erbe neu zu entdecken, es für kommende Generationen zu erhalten, für eine breitere Öffentlichkeit zugänglich zu machen und dabei die eigene Deutungshoheit zu stärken. Das erfordert neben Mut, einer klaren gemeinsamen Vision, starker Zusammenarbeit zwischen den beteiligten Akteuren auch die notwendigen Ressourcen in Form von Personal mit entsprechenden Kompetenzen, passender Technik sowie einer nachhaltig gesicherten Finanzierung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im folgenden Abschnitt werden Zielbilder für die Digitalisierung des sorbischen Kulturerbes entworfen mittels lang- und kurzfristiger Visionen sowie konkreter Ziele.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== 1.1 Visionen und Ziele für die sorbische digitale Welt ==&lt;br /&gt;
'''Vision 2035'''&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
''Sorbisches materielles und immaterielles Kulturerbe ist systematisch digital erfasst, rechtssicher und langfristig gesichert, leicht auffindbar, offen nutzbar und wird aktiv von Interessierten genutzt.''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Konkrete Visionen 2029'''&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Bis 2028 liegt eine institutionenübergreifende Übersicht über relevante Kulturerbe-Bestände (analog und digital, materiell und immateriell) vor, einschließlich einer Prioritätenliste für die Digitalisierung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bis 2028 existiert ein zentrales, nutzerfreundliches „Sorbisches Kulturerbe-Portal“, das:&lt;br /&gt;
* Suchzugang über alle teilnehmenden Institutionen ermöglicht,&lt;br /&gt;
* grundlegende Inhalte frei zugänglich bereitstellt,&lt;br /&gt;
* mehrsprachige Oberflächen anbietet (Deutsch, Obersorbisch, Niedersorbisch, Englisch).&lt;br /&gt;
Bis 2030 sind wichtige sorbische Kulturerbe-Bestände (Kernbestände nach fachlicher Festlegung) in hoher Qualität digitalisiert, beschrieben und im Langzeitarchiv gesichert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bis 2032 ist ein tragfähiges, finanziell und organisatorisch abgesichertes Modell etabliert, das:&lt;br /&gt;
* Ein zentrales (oder föderiertes) digitales Langzeitarchiv nach OAIS-Referenzmodell betreibt,&lt;br /&gt;
* klare Zuständigkeiten, Prozesse und Budgets definiert,&lt;br /&gt;
* regelmäßige Qualitätssicherung und Technik-Updates vorsieht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= 2 IST-Analyse „Digitalisierung von Kulturerbe“ =&lt;br /&gt;
Das Ziel in diesem Themenbereich ist es, sorbisches Kulturerbe digital zu verwalten und damit langfristig für Recherche, Nutzung und Präsentation vorzuhalten.&lt;br /&gt;
Was ist sorbischen Kulturerbe und was zählt alles dazu? Welche Schritte durchläuft ein Kulturgut, um zum digitalen Kulturerbe zu gehören? Wie können die digitale Verwaltung, Archivierung, Nutzung und Präsentation von Kulturgütern umgesetzt werden?&lt;br /&gt;
Diese Fragen sollen im Folgenden beantwortet werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== 2.1 Terminologie – von Kultur zu Kulturerbe ==&lt;br /&gt;
In diesem Abschnitt werden die Begriffe rund um das Kulturerbe grundlegend definiert. Es soll ein Verständnis über die Begriffe Kultur, kulturelle Ausprägung, Kulturgut und Kulturerbe erreicht werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Dataja:Wobraz_K1.png|center|600px]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.1.1 Kultur ===&lt;br /&gt;
Kultur bezeichnet hier die Gesamtheit aller vom Menschen geschaffenen und erlernten Ausdrucksformen des Lebens, die auf gemeinsamen Werten und Verhaltensweisen beruhen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;wiki-kultur&amp;quot;&amp;gt;URL: https://de.wikipedia.org/wiki/Kultur&amp;lt;/ref&amp;gt; Dazu zählen materielle Ergebnisse (z. B. Kunstwerke, Technik) ebenso wie immaterielle Praktiken (Sprache, Bräuche, Wissen). Kultur umfasst laut der UNESCO geistige, materielle, intellektuelle und emotionale Merkmale, die eine Gesellschaft oder soziale Gruppe kennzeichnen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;mondiacult&amp;quot;&amp;gt;UNESCO 1982: Mexico City Declaration on Cultural Policies (MONDIACULT). URL: https://www.lacult.unesco.org/docc/1982_MONDIACULT.pdf&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;ref name=&amp;quot;cultureaction&amp;quot;&amp;gt;Culture Action Europe 2024: The State of Culture report. URL: https://cultureactioneurope.org/de/news/the-state-of-culture-report-published, abgerufen am 01.10.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;  Sie ist dynamisch und wird von jeder Generation neu gestaltet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das deutsche Wort „Kultur“ ist eine Eindeutschung des lateinischen Worts „cultura“. Dieses bedeutet ursprünglich „Bebauung, Bearbeitung, Bestellung, Pflege“ und meinte sowohl die physische Bearbeitung als auch die Pflege geistiger Güter, z. B. der Sprache.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.1.2 Kulturelle Ausdrucksform ===&lt;br /&gt;
Eine kulturelle Ausdrucksform ist eine konkrete, gegenwärtige oder historische, Manifestation von Kultur, bspw. eine Zeichnung, eine Tracht oder ein Lied: Sie macht die Kultur sichtbar und erlebbar. Im engeren Sinne ist es eine Ausdrucksweise, die aus der Kreativität einer Person, Gruppe oder Gesellschaft entsteht und kulturellen Inhalt trägt (symbolische Bedeutung, künstlerische Dimension, kulturelle Werte).&amp;lt;ref&amp;gt;Österreichische UNESCO-Kommission 2007: Übereinkommen zum Schutz und zur Förderung der Vielfalt kultureller Ausdrucksformen, Art. 4, Seite 13. URL: https://www.unesco.at/fileadmin/Redaktion/Publikationen/Publikations-Dokumente/2005er_UNESCO-Convention_German.pdf, abgerufen am 22.09.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt; Sie wird innerhalb und zwischen Gemeinschaften weitergegeben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Alle kulturellen Ausdrucksformen bilden einen wesentlichen Kern von Kultur, aber Kultur enthält auch latente Dimensionen (Werte, Normen, Vorannahmen etc.), die nicht unmittelbar als Ausdrucksform erscheinen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.1.3 Kulturgut ===&lt;br /&gt;
Ein „Kulturgut“ ist eine einzelne kulturelle Ausdrucksform, der ein besonderer kultureller Wert zugemessen wird (durch Anerkennung, Schutz, Bedeutung). Es ist somit ein Erzeugnis menschlicher Kreativität oder Zeugnis menschlichen Lebens, welches Bedeutung für die Kultur einer Gemeinschaft hat und daher Bestand haben und bewahrt werden soll.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Summe aller Kulturgüter einer Gemeinschaft wird als dessen Kulturerbe bezeichnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.1.4 Kulturerbe ===&lt;br /&gt;
Kulturerbe ist die Summe der materiellen und immateriellen Ausdrucksformen (= Kulturgüter) einer Kultur, die als „bewahrenswert“ anerkannt wurden. International umfasst das u. a. das Welterbe (Denkmäler, Ensembles, Stätten)&amp;lt;ref&amp;gt;UNESCO (1972), Welterbekonvention, Art. 1. URL: https://www.dnk.de/wp-content/uploads/2021/02/1972_DNK_UNESCO-Welterbekonvention.pdf (abgerufen am 11.09.2025).&amp;lt;/ref&amp;gt; und das Immaterielles Kulturerbe (Praktiken, Wissen).&amp;lt;ref&amp;gt;Deutsche UNESCO-Kommission o. J.:, Übereinkommen zur Erhaltung des immateriellen Kulturerbes (dt. Ausgabe). URL: https://www.unesco.de/assets/dokumente/Deutsche_UNESCO-Kommission/02_Publikationen/Publikation_UNESCO-%C3%9Cbereinkommen_zur_Erhaltung_des_immateriellen_Kulturerbes_01.pdf, (abgerufen am 11.09.2025).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ob etwas „zum Kulturerbe“ zählt, ist Ergebnis von Bewertung, Diskurs und teils formellen Verfahren. Das Sorbisches Kulturregister (SKR) betont, dass „sorbisch-wendisches Kulturerbe“ einer kulturellen Ausdrucksform als Qualität zugeschrieben wird – durch den gesellschaftlichen, museologischen, archivischen und wissenschaftlichen Diskurs.&amp;lt;ref&amp;gt;Sorbisches Institut 2025: Konzept für ein Sorbisches Kulturregister (SKR). URL: https://www.serbski-institut.de/wp-content/uploads/2021/11/00_Zweite-aktualisierte-Fassung_Konzept_Sorbisches-Kulturregister_20.11.2025.pdf, abgerufen am 20.11.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.1.5 Abgrenzung: Kultur und Kulturerbe ===&lt;br /&gt;
Kultur / Kulturelle Ausdrucksform sind als Begriffe weiter gefasst als Kulturgut / Kulturerbe. Kulturelle Ausdrucksformen umfassen alles Gelebte und Gestaltete einer Gemeinschaft in Gegenwart und Vergangenheit, während Kulturgut / Kulturerbe diejenigen kulturellen Güter und Traditionen meint, denen eine Bedeutung beigemessen wurde und die als bewahrens- und weitergebenswert erkannt wurden. Kultur ist der „aktuelle“ kreative Prozess (einschließlich Popkultur, Alltagskultur), Kulturerbe der daraus überkommene Schatz. Dennoch sind die Grenzen fließend: Was heute nur Kultur ist, kann morgen zum Kulturerbe erklärt werden – abhängig von Wertzuschreibung und Diskurs.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Rahmen dieses Dokuments werden für den sorbischen Kontext die Begriffe „kulturelle Ausdrucksform“ und „Kulturgut“ weitgehend synonym verwendet, sofern nicht ausdrücklich anders gekennzeichnet. Hintergrund ist, dass die Gesamtzahl der identifizierbaren kulturellen Ausdrucksformen einer kleinen Minderheit wie der Sorben/Wenden im Vergleich zu großen Mehrheitsgesellschaften überschaubar ist. Zugleich ist der Anteil dieser Ausdrucksformen, denen in der Community ein besonderer Wert beigemessen wird und die daher faktisch als Kulturgut wahrgenommen und behandelt werden, sehr hoch: Ein großer Teil des gelebten kulturellen Repertoires wird als identitätsstiftend und bewahrenswert verstanden und damit dem Kulturerbe zugerechnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== 2.2 Klassifizierung von Kulturgütern ==&lt;br /&gt;
Im Folgenden soll eine griffige Klassifizierung von Kulturgütern entwickelt werden, so dass pro Kulturgut-Klasse später auf die Besonderheiten ihrer Digitalisierung eingegangen werden kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Dataja:Wobraz_K2.png|center|600px]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.2.1 A. Materiell - unbeweglich 🏛️ ===&lt;br /&gt;
„Materiell - unbeweglich&amp;quot; bezeichnet ortsfeste Kulturobjekte wie Bauwerke, Ensembles, Gebäudekomplexe und Stätten/Kulturlandschaften, wie sie in Art. 1 der UNESCO-Welterbekonvention als Kategorien des kulturellen Erbes definiert sind.&amp;lt;ref&amp;gt;UNESCO World Heritage Centre o. J.: Convention Concerning the Protection of the World Cultural and Natural Heritage, Artikel 1. URL: https://whc.unesco.org/en/conventiontext/, abgerufen am 01.10.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.2.2 B. Materiell - beweglich 🖼️ ===&lt;br /&gt;
Umfasst bewegliche Sachen bzw. Sachgesamtheiten von kulturellem Wert (z. B. Objekte, Sammlungen), wie sie das deutsche Kulturgutschutzgesetz (§ 2 KGSG)&amp;lt;ref&amp;gt;Deutschland 2016: Kulturgutschutzgesetz (KGSG), § 2. URL: https://www.buzer.de/2_KGSG.htm, abgerufen am 01.10.2025.  als „Kulturgut“ beschreibt.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* B1 '''Schriftgut''' - Bücher, Zeitungen, Handschriften, Archivgut, Graphiken, Pläne, Karten&lt;br /&gt;
* B2 '''Fotografien &amp;amp; Bildträger''' &lt;br /&gt;
** Fotografisch erzeugte statische Bildträger, auch Stillbildträger genannt, z. B. Positive/Negative auf Film/Platte/Photopapier, Dias, Abzüge, Mikrofilm/-fiche und vergleichbare fotografische Repro-Träger.&lt;br /&gt;
* B3 '''Analoge AV-Träger''' (Audio/Video/Film)&lt;br /&gt;
** Analoge zeitbasierte Medien, z. B. Magnetton (Tonband, Kassette), Schallplatte, Videobänder, Film.&lt;br /&gt;
* B4 '''3D-Objekte''' - Gegenstände, „sachkulturelle Artefakte“&amp;lt;ref&amp;gt;Sorbisches Institut o. J.: Konzept zum Digitalisierungszentrum am Sorbischen Institut, S. 24.&lt;br /&gt;
(Unveröffentlichtes Konzeptpapier; interne Projektunterlage.)&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.2.3 C. Immateriell 🎭 ===&lt;br /&gt;
Meint lebendige Praktiken, Darstellungen, Ausdrucksformen, Ideen, Werte, Wissen und Fertigkeiten, die von Gemeinschaften getragen und weitergegeben werden, gemäß der folgenden 5 UNESCO ICH-Domänen.&amp;lt;ref&amp;gt;UNESCO o. J.: Intangible Cultural Heritage – Five Domains. URL: https://ich.unesco.org/doc/src/01857-EN.pdf, abgerufen am 01.10.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* C1 '''Orale Traditionen/Ausdrucksformen''' - Sprache, Gesangstraditionen&lt;br /&gt;
* C2 '''Darstellende Künste''' - Musik, Tanz, Theater&lt;br /&gt;
* C3 '''Rituale &amp;amp; Feste''' - Bräuche und soziale Praktiken des Kalenders und Lebenslaufs&lt;br /&gt;
* C4 '''Wissen &amp;amp; Praktiken''' zu Natur &amp;amp; Universum - Heil- und Sammelkenntnisse, ökologisches und astronomisches Wissen, Glaube, Religion&lt;br /&gt;
* C5 '''Traditionelles Handwerk''' - Techniken, Werkzeuge und Gestaltungsmuster&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.2.4 D. Digital 💾 ===&lt;br /&gt;
Bezeichnet in digitaler Form vorliegende Ressourcen menschlichen Wissens und Ausdrucks. Diese können sowohl born-digital sein als auch digitalisierte Repräsentationen von materiellen und immateriellen Kulturgütern.&amp;lt;ref&amp;gt;UNESCO 2003: Charter on the Preservation of Digital Heritage. URL: https://www.unesco.org/en/legal-affairs/charter-preservation-digital-heritage, abgerufen am 01.10.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* D1 '''Born-digital''', z. B. Websites, Social-Media, Software, Apps, Spiele, digitale Fotos/Audio/Video.&lt;br /&gt;
* D2 '''Digitalisate''' - Digitalisierte Repräsentationen/Derivate aus den Klassen A, B und C.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== 2.3 Prozess der Digitalisierung von Kulturerbe ==&lt;br /&gt;
Die Digitalisierung von Kulturgut ist kein rein technischer Arbeitsschritt, sondern ein vielschichtiger, oft langfristiger Prozess, der bereits mit der Wahrnehmung und Identifikation einer kulturellen Ausdrucksform beginnt. Ziel dieses Abschnitts ist es, diesen Gesamtprozess systematisch darzustellen: von der gelebten Kultur über das identifizierte Kulturgut bis hin zur digital nutzbaren Repräsentation.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die hier entwickelte Prozessdarstellung soll als praxisorientierter Überblick dienen für die Digitalisierung des sorbischen Kulturerbes. Sie berücksichtigt die Anforderungen sorbischer Einrichtungen ebenso wie die international etablierten Referenzmodelle und Standards, darunter:&lt;br /&gt;
* das OAIS-Referenzmodell (ISO 14721) für digitale Archivierung&amp;lt;ref&amp;gt;Consultative Committee for Space Data Systems (CCSDS) 2024: Reference Model for an Open Archival Information System (OAIS), CCSDS 650.0-M-3. URL: https://ccsds.org/Pubs/650x0m3.pdf, abgerufen am 01.10.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
* das DCC Curation Lifecycle Model für kuratorische Entscheidungsprozesse&amp;lt;ref&amp;gt;Higgins 2008: The DCC Curation Lifecycle Model. International Journal of Digital Curation, 3(1), 134-140. URL: https://ijdc.net/index.php/ijdc/article/view/48, abgerufen am 01.10.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
* das Spectrum-Modell für museale Objektverwaltung&amp;lt;ref&amp;gt;Collections Trust 2022. Spectrum 5.1 - The UK Museum Collections Management Standard. URL: https://collectionstrust.org.uk/spectrum/spectrum-5, abgerufen am 01.10.2025. &amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
* die UNESCO-Leitlinien zur Inventarisierung immateriellen Kulturerbes&amp;lt;ref&amp;gt;UNESCO 2024: Operational Directives for the Implementation of the Convention for the Safeguarding of the Intangible Cultural Heritage (10.GA). URL: https://ich.unesco.org/doc/src/ICH-Operational_Directives-10.GA_EN.pdf, abgerufen am 01.10.2025. &amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
* sowie technische Vorgaben wie die DFG-Praxisregeln Digitalisierung&amp;lt;ref&amp;gt;Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) 2022: Praxisregeln Digitalisierung (aktualisierte Fassung). URL: https://www.ulb.hhu.de/fileadmin/redaktion/ULB/Documents/Infomaterial/DFG_Praxisregeln_Digitalisierung_Aktualisierte_Fassung2022.pdf, abgerufen am 01.10.2025. &amp;lt;/ref&amp;gt; und die FADGI-Richtlinien&amp;lt;ref&amp;gt;Federal Agencies Digital Guidelines Initiative (FADGI) 2023: Technical Guidelines for Digitizing Cultural Heritage Materials – Still Image, 3rd ed. URL: https://www.digitizationguidelines.gov/guidelines/digitize-technical.html, abgerufen am 01.10.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Folge soll der sogenannte „Lebenslauf“ eines Kulturguts dargestellt werden, also der Weg, den ein Objekt oder eine kulturelle Praxis vom Zeitpunkt der Entstehung über die Erfassung, Digitalisierung und Archivierung bis zur Veröffentlichung in einem digitalen Präsentationsmodul durchläuft.&lt;br /&gt;
Hierfür erläutert der folgende Abschnitt die einzelnen Prozessschritte im Detail – jeweils mit Akteuren, Standards und Beispielen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.3.1 Vorüberlegungen zum Prozess ===&lt;br /&gt;
Im hier vorgestellten Prozess wird auf eine harte, systematische Filterung verzichtet, welche kulturellen Ausdrucksformen „nur“ Kultur und welche bereits Kulturgut sind. Ein solcher Bewertungs- und Abgrenzungsprozess wäre ressourcenintensiv und würde den vorhandenen Kapazitäten in den beteiligten Einrichtungen nicht entsprechen. Stattdessen folgt das Konzept einer inklusiven Logik: Alle dokumentierten Ausdrucksformen werden zunächst als potenzielle Kulturgüter erfasst. Eine feinere Auswahl und Priorisierung erfolgen erst in einem späteren Schritt, nämlich dann, wenn konkret entschieden wird, welche Ausdrucksformen bzw. Kulturgüter in welcher Tiefe digitalisiert, archiviert und präsentiert werden sollen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieses Vorgehen schließt an das RSK-Konzept an, das bewusst auf eine frühe normative Trennung zwischen „kultureller Ausdrucksform“ und „Kulturgut“ verzichtet. Auch hier steht zunächst der möglichst vollständige, strukturierte Überblick über die sorbischen Kulturgüter im Vordergrund. Die differenzierte Bewertung und Schwerpunktsetzung werden als anschließende fachliche Aufgabe verstanden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.3.2 Prozessschritte im Detail ===&lt;br /&gt;
Das folgende Diagramm gibt einen Überblick über die sechs Kernschritte im Digitalisierungsprozess von Kulturgut – von der ersten Entdeckung einer kulturellen Ausdrucksform bis zur Nutzung einer digitalen Repräsentation dieses Kulturguts. Die Abfolge bildet auch die Entwicklungsstufen ab: von gelebter Kultur zur kulturellen Ausdrucksform, von dort zum Kulturgut und schließlich zum digitalisierten Kulturgut.&lt;br /&gt;
[[Dataja:Wobraz_K3.png|center|600px]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Kernprozess verdeutlicht, dass Digitalisierung mehr ist als Technik: Sie ist ein komplexer, vielfältig verantworteter kultureller Transformationsprozess. Jeder Schritt kann durch unterschiedliche Akteure getragen sein und erfordert spezifisches Fachwissen. Ziel der nachfolgenden Beschreibung ist es, die Prozessschritte nachvollziehbar und anschlussfähig für die Praxis Einrichtungen darzustellen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Referenzen ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Měrko Šenk</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://koncept.serbski-inkubator.de/index.php?title=12.3_Digitalisierung_des_Kulturerbes&amp;diff=1018</id>
		<title>12.3 Digitalisierung des Kulturerbes</title>
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		<updated>2025-12-23T16:08:07Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Měrko Šenk: Die Seite führt in Ziele, Begriffe und Prozesse der Digitalisierung sorbischen Kulturerbes ein, von Vision 2035 bis zu konkreten Prioritäten. Sie erläutert präzise Terminologie (Kultur, Kulturgut, Kulturerbe), eine praxistaugliche Klassifikation (A–D) und einen Prozessrahmen, der internationale Standards (u. a. OAIS, DCC, Spectrum) berücksichtigt.&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;= 1 Einleitung =&lt;br /&gt;
Die Digitalisierung von sorbischem Kulturerbe ist eine historische Chance für uns Sorben, eine Chance, unser kulturelles Erbe neu zu entdecken, es für kommende Generationen zu erhalten, für eine breitere Öffentlichkeit zugänglich zu machen und dabei die eigene Deutungshoheit zu stärken. Das erfordert neben Mut, einer klaren gemeinsamen Vision, starker Zusammenarbeit zwischen den beteiligten Akteuren auch die notwendigen Ressourcen in Form von Personal mit entsprechenden Kompetenzen, passender Technik sowie einer nachhaltig gesicherten Finanzierung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im folgenden Abschnitt werden Zielbilder für die Digitalisierung des sorbischen Kulturerbes entworfen mittels lang- und kurzfristiger Visionen sowie konkreter Ziele.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== 1.1 Visionen und Ziele für die sorbische digitale Welt ==&lt;br /&gt;
'''Vision 2035'''&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
''Sorbisches materielles und immaterielles Kulturerbe ist systematisch digital erfasst, rechtssicher und langfristig gesichert, leicht auffindbar, offen nutzbar und wird aktiv von Interessierten genutzt.''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Konkrete Visionen 2029'''&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Bis 2028 liegt eine institutionenübergreifende Übersicht über relevante Kulturerbe-Bestände (analog und digital, materiell und immateriell) vor, einschließlich einer Prioritätenliste für die Digitalisierung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bis 2028 existiert ein zentrales, nutzerfreundliches „Sorbisches Kulturerbe-Portal“, das:&lt;br /&gt;
* Suchzugang über alle teilnehmenden Institutionen ermöglicht,&lt;br /&gt;
* grundlegende Inhalte frei zugänglich bereitstellt,&lt;br /&gt;
* mehrsprachige Oberflächen anbietet (Deutsch, Obersorbisch, Niedersorbisch, Englisch).&lt;br /&gt;
Bis 2030 sind wichtige sorbische Kulturerbe-Bestände (Kernbestände nach fachlicher Festlegung) in hoher Qualität digitalisiert, beschrieben und im Langzeitarchiv gesichert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bis 2032 ist ein tragfähiges, finanziell und organisatorisch abgesichertes Modell etabliert, das:&lt;br /&gt;
* Ein zentrales (oder föderiertes) digitales Langzeitarchiv nach OAIS-Referenzmodell betreibt,&lt;br /&gt;
* klare Zuständigkeiten, Prozesse und Budgets definiert,&lt;br /&gt;
* regelmäßige Qualitätssicherung und Technik-Updates vorsieht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= 2 IST-Analyse „Digitalisierung von Kulturerbe“ =&lt;br /&gt;
Das Ziel in diesem Themenbereich ist es, sorbisches Kulturerbe digital zu verwalten und damit langfristig für Recherche, Nutzung und Präsentation vorzuhalten.&lt;br /&gt;
Was ist sorbischen Kulturerbe und was zählt alles dazu? Welche Schritte durchläuft ein Kulturgut, um zum digitalen Kulturerbe zu gehören? Wie können die digitale Verwaltung, Archivierung, Nutzung und Präsentation von Kulturgütern umgesetzt werden?&lt;br /&gt;
Diese Fragen sollen im Folgenden beantwortet werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== 2.1 Terminologie – von Kultur zu Kulturerbe ==&lt;br /&gt;
In diesem Abschnitt werden die Begriffe rund um das Kulturerbe grundlegend definiert. Es soll ein Verständnis über die Begriffe Kultur, kulturelle Ausprägung, Kulturgut und Kulturerbe erreicht werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Dataja:Wobraz_K1.png|center|600px]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.1.1 Kultur ===&lt;br /&gt;
Kultur bezeichnet hier die Gesamtheit aller vom Menschen geschaffenen und erlernten Ausdrucksformen des Lebens, die auf gemeinsamen Werten und Verhaltensweisen beruhen. Dazu zählen materielle Ergebnisse (z. B. Kunstwerke, Technik) ebenso wie immaterielle Praktiken (Sprache, Bräuche, Wissen). Kultur umfasst laut der UNESCO geistige, materielle, intellektuelle und emotionale Merkmale, die eine Gesellschaft oder soziale Gruppe kennzeichnen.,  Sie ist dynamisch und wird von jeder Generation neu gestaltet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das deutsche Wort „Kultur“ ist eine Eindeutschung des lateinischen Worts „cultura“. Dieses bedeutet ursprünglich „Bebauung, Bearbeitung, Bestellung, Pflege“ und meinte sowohl die physische Bearbeitung als auch die Pflege geistiger Güter, z. B. der Sprache.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.1.2 Kulturelle Ausdrucksform ===&lt;br /&gt;
Eine kulturelle Ausdrucksform ist eine konkrete, gegenwärtige oder historische, Manifestation von Kultur, bspw. eine Zeichnung, eine Tracht oder ein Lied: Sie macht die Kultur sichtbar und erlebbar. Im engeren Sinne ist es eine Ausdrucksweise, die aus der Kreativität einer Person, Gruppe oder Gesellschaft entsteht und kulturellen Inhalt trägt (symbolische Bedeutung, künstlerische Dimension, kulturelle Werte). Sie wird innerhalb und zwischen Gemeinschaften weitergegeben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Alle kulturellen Ausdrucksformen bilden einen wesentlichen Kern von Kultur, aber Kultur enthält auch latente Dimensionen (Werte, Normen, Vorannahmen etc.), die nicht unmittelbar als Ausdrucksform erscheinen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.1.3 Kulturgut ===&lt;br /&gt;
Ein „Kulturgut“ ist eine einzelne kulturelle Ausdrucksform, der ein besonderer kultureller Wert zugemessen wird (durch Anerkennung, Schutz, Bedeutung). Es ist somit ein Erzeugnis menschlicher Kreativität oder Zeugnis menschlichen Lebens, welches Bedeutung für die Kultur einer Gemeinschaft hat und daher Bestand haben und bewahrt werden soll.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Summe aller Kulturgüter einer Gemeinschaft wird als dessen Kulturerbe bezeichnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.1.4 Kulturerbe ===&lt;br /&gt;
Kulturerbe ist die Summe der materiellen und immateriellen Ausdrucksformen (= Kulturgüter) einer Kultur, die als „bewahrenswert“ anerkannt wurden. International umfasst das u. a. das Welterbe (Denkmäler, Ensembles, Stätten) und das Immaterielles Kulturerbe (Praktiken, Wissen).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ob etwas „zum Kulturerbe“ zählt, ist Ergebnis von Bewertung, Diskurs und teils formellen Verfahren. Das Sorbisches Kulturregister (SKR) betont, dass „sorbisch-wendisches Kulturerbe“ einer kulturellen Ausdrucksform als Qualität zugeschrieben wird – durch den gesellschaftlichen, museologischen, archivischen und wissenschaftlichen Diskurs.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.1.5 Abgrenzung: Kultur und Kulturerbe ===&lt;br /&gt;
Kultur / Kulturelle Ausdrucksform sind als Begriffe weiter gefasst als Kulturgut / Kulturerbe. Kulturelle Ausdrucksformen umfassen alles Gelebte und Gestaltete einer Gemeinschaft in Gegenwart und Vergangenheit, während Kulturgut / Kulturerbe diejenigen kulturellen Güter und Traditionen meint, denen eine Bedeutung beigemessen wurde und die als bewahrens- und weitergebenswert erkannt wurden. Kultur ist der „aktuelle“ kreative Prozess (einschließlich Popkultur, Alltagskultur), Kulturerbe der daraus überkommene Schatz. Dennoch sind die Grenzen fließend: Was heute nur Kultur ist, kann morgen zum Kulturerbe erklärt werden – abhängig von Wertzuschreibung und Diskurs.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Rahmen dieses Dokuments werden für den sorbischen Kontext die Begriffe „kulturelle Ausdrucksform“ und „Kulturgut“ weitgehend synonym verwendet, sofern nicht ausdrücklich anders gekennzeichnet. Hintergrund ist, dass die Gesamtzahl der identifizierbaren kulturellen Ausdrucksformen einer kleinen Minderheit wie der Sorben/Wenden im Vergleich zu großen Mehrheitsgesellschaften überschaubar ist. Zugleich ist der Anteil dieser Ausdrucksformen, denen in der Community ein besonderer Wert beigemessen wird und die daher faktisch als Kulturgut wahrgenommen und behandelt werden, sehr hoch: Ein großer Teil des gelebten kulturellen Repertoires wird als identitätsstiftend und bewahrenswert verstanden und damit dem Kulturerbe zugerechnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== 2.2 Klassifizierung von Kulturgütern ==&lt;br /&gt;
Im Folgenden soll eine griffige Klassifizierung von Kulturgütern entwickelt werden, so dass pro Kulturgut-Klasse später auf die Besonderheiten ihrer Digitalisierung eingegangen werden kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Dataja:Wobraz_K2.png|center|600px]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.2.1 A. Materiell - unbeweglich 🏛️ ===&lt;br /&gt;
„Materiell - unbeweglich&amp;quot; bezeichnet ortsfeste Kulturobjekte wie Bauwerke, Ensembles, Gebäudekomplexe und Stätten/Kulturlandschaften, wie sie in Art. 1 der UNESCO-Welterbekonvention als Kategorien des kulturellen Erbes definiert sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.2.2 B. Materiell - beweglich 🖼️ ===&lt;br /&gt;
Umfasst bewegliche Sachen bzw. Sachgesamtheiten von kulturellem Wert (z. B. Objekte, Sammlungen), wie sie das deutsche Kulturgutschutzgesetz (§ 2 KGSG) als „Kulturgut“ beschreibt.&lt;br /&gt;
* B1 '''Schriftgut''' - Bücher, Zeitungen, Handschriften, Archivgut, Graphiken, Pläne, Karten&lt;br /&gt;
* B2 '''Fotografien &amp;amp; Bildträger''' &lt;br /&gt;
** Fotografisch erzeugte statische Bildträger, auch Stillbildträger genannt, z. B. Positive/Negative auf Film/Platte/Photopapier, Dias, Abzüge, Mikrofilm/-fiche und vergleichbare fotografische Repro-Träger.&lt;br /&gt;
* B3 '''Analoge AV-Träger''' (Audio/Video/Film)&lt;br /&gt;
** Analoge zeitbasierte Medien, z. B. Magnetton (Tonband, Kassette), Schallplatte, Videobänder, Film.&lt;br /&gt;
* B4 '''3D-Objekte''' - Gegenstände, „sachkulturelle Artefakte“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.2.3 C. Immateriell 🎭 ===&lt;br /&gt;
Meint lebendige Praktiken, Darstellungen, Ausdrucksformen, Ideen, Werte, Wissen und Fertigkeiten, die von Gemeinschaften getragen und weitergegeben werden, gemäß der folgenden 5 UNESCO ICH-Domänen.&lt;br /&gt;
* C1 '''Orale Traditionen/Ausdrucksformen''' - Sprache, Gesangstraditionen&lt;br /&gt;
* C2 '''Darstellende Künste''' - Musik, Tanz, Theater&lt;br /&gt;
* C3 '''Rituale &amp;amp; Feste''' - Bräuche und soziale Praktiken des Kalenders und Lebenslaufs&lt;br /&gt;
* C4 '''Wissen &amp;amp; Praktiken''' zu Natur &amp;amp; Universum - Heil- und Sammelkenntnisse, ökologisches und astronomisches Wissen, Glaube, Religion&lt;br /&gt;
* C5 '''Traditionelles Handwerk''' - Techniken, Werkzeuge und Gestaltungsmuster&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.2.4 D. Digital 💾 ===&lt;br /&gt;
Bezeichnet in digitaler Form vorliegende Ressourcen menschlichen Wissens und Ausdrucks. Diese können sowohl born-digital sein als auch digitalisierte Repräsentationen von materiellen und immateriellen Kulturgütern.&lt;br /&gt;
* D1 '''Born-digital''', z. B. Websites, Social-Media, Software, Apps, Spiele, digitale Fotos/Audio/Video.&lt;br /&gt;
* D2 '''Digitalisate''' - Digitalisierte Repräsentationen/Derivate aus den Klassen A, B und C.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== 2.3 Prozess der Digitalisierung von Kulturerbe ==&lt;br /&gt;
Die Digitalisierung von Kulturgut ist kein rein technischer Arbeitsschritt, sondern ein vielschichtiger, oft langfristiger Prozess, der bereits mit der Wahrnehmung und Identifikation einer kulturellen Ausdrucksform beginnt. Ziel dieses Abschnitts ist es, diesen Gesamtprozess systematisch darzustellen: von der gelebten Kultur über das identifizierte Kulturgut bis hin zur digital nutzbaren Repräsentation.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die hier entwickelte Prozessdarstellung soll als praxisorientierter Überblick dienen für die Digitalisierung des sorbischen Kulturerbes. Sie berücksichtigt die Anforderungen sorbischer Einrichtungen ebenso wie die international etablierten Referenzmodelle und Standards, darunter:&lt;br /&gt;
* das OAIS-Referenzmodell (ISO 14721) für digitale Archivierung,&lt;br /&gt;
* das DCC Curation Lifecycle Model für kuratorische Entscheidungsprozesse,&lt;br /&gt;
* das Spectrum-Modell für museale Objektverwaltung,&lt;br /&gt;
* die UNESCO-Leitlinien zur Inventarisierung immateriellen Kulturerbes,&lt;br /&gt;
* sowie technische Vorgaben wie die DFG-Praxisregeln Digitalisierung und die FADGI-Richtlinien.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Folge soll der sogenannte „Lebenslauf“ eines Kulturguts dargestellt werden, also der Weg, den ein Objekt oder eine kulturelle Praxis vom Zeitpunkt der Entstehung über die Erfassung, Digitalisierung und Archivierung bis zur Veröffentlichung in einem digitalen Präsentationsmodul durchläuft.&lt;br /&gt;
Hierfür erläutert der folgende Abschnitt die einzelnen Prozessschritte im Detail – jeweils mit Akteuren, Standards und Beispielen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.3.1 Vorüberlegungen zum Prozess ===&lt;br /&gt;
Im hier vorgestellten Prozess wird auf eine harte, systematische Filterung verzichtet, welche kulturellen Ausdrucksformen „nur“ Kultur und welche bereits Kulturgut sind. Ein solcher Bewertungs- und Abgrenzungsprozess wäre ressourcenintensiv und würde den vorhandenen Kapazitäten in den beteiligten Einrichtungen nicht entsprechen. Stattdessen folgt das Konzept einer inklusiven Logik: Alle dokumentierten Ausdrucksformen werden zunächst als potenzielle Kulturgüter erfasst. Eine feinere Auswahl und Priorisierung erfolgen erst in einem späteren Schritt, nämlich dann, wenn konkret entschieden wird, welche Ausdrucksformen bzw. Kulturgüter in welcher Tiefe digitalisiert, archiviert und präsentiert werden sollen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieses Vorgehen schließt an das RSK-Konzept an, das bewusst auf eine frühe normative Trennung zwischen „kultureller Ausdrucksform“ und „Kulturgut“ verzichtet. Auch hier steht zunächst der möglichst vollständige, strukturierte Überblick über die sorbischen Kulturgüter im Vordergrund. Die differenzierte Bewertung und Schwerpunktsetzung werden als anschließende fachliche Aufgabe verstanden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.3.2 Prozessschritte im Detail ===&lt;br /&gt;
Das folgende Diagramm gibt einen Überblick über die sechs Kernschritte im Digitalisierungsprozess von Kulturgut – von der ersten Entdeckung einer kulturellen Ausdrucksform bis zur Nutzung einer digitalen Repräsentation dieses Kulturguts. Die Abfolge bildet auch die Entwicklungsstufen ab: von gelebter Kultur zur kulturellen Ausdrucksform, von dort zum Kulturgut und schließlich zum digitalisierten Kulturgut.&lt;br /&gt;
[[Dataja:Wobraz_K3.png|center|600px]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Kernprozess verdeutlicht, dass Digitalisierung mehr ist als Technik: Sie ist ein komplexer, vielfältig verantworteter kultureller Transformationsprozess. Jeder Schritt kann durch unterschiedliche Akteure getragen sein und erfordert spezifisches Fachwissen. Ziel der nachfolgenden Beschreibung ist es, die Prozessschritte nachvollziehbar und anschlussfähig für die Praxis Einrichtungen darzustellen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Referenzen ==&lt;br /&gt;
# URL: https://de.wikipedia.org/wiki/Kultur, abgerufen am 01.10.2025.&lt;br /&gt;
# UNESCO 1982: Mexico City Declaration on Cultural Policies (MO...lt.unesco.org/docc/1982_MONDIACULT.pdf, abgerufen am 01.10.2025.&lt;br /&gt;
# Culture Action Europe 2024: The State of Culture report. URL: .../the-state-of-culture-report-published, abgerufen am 01.10.2025.&lt;br /&gt;
# Österreichische UNESCO-Kommission 2007: Übereinkommen zum Sch...te/2005er_UNESCO-Convention_German.pdf, abgerufen am 22.09.2025.&lt;br /&gt;
# UNESCO (1972), Welterbekonvention, Art. 1. URL: https://www.dn...972_DNK_UNESCO-Welterbekonvention.pdf (abgerufen am 11.09.2025).&lt;br /&gt;
# Deutsche UNESCO-Kommission o. J.:, Übereinkommen zur Erhaltung des immateriellen Kulturerbes (2003). URL: https://www.unesco.de/sites/default/files/2018-04/Convention_for_Safeguarding_Intangibles_immateriellen_Kulturerbes_01.pdf, (abgerufen am 11.09.2025).&lt;br /&gt;
# Sorbisches Institut 2025: Konzept für ein Sorbisches Kulturregister (Entwurf). URL: https://www.serbski-institut.de/wp-content/uploads/2025/11/Sorbisches-Kulturregister_20.11.2025.pdf, abgerufen am 20.11.2025.&lt;br /&gt;
# UNESCO o. J.: Intangible Cultural Heritage – Five Domains. URL: https://ich.unesco.org/doc/src/01857-EN.pdf, abgerufen am 01.10.2025.&lt;br /&gt;
# UNESCO 2003: Charter on the Preservation of Digital Heritage. URL: https://www.unesco.org/en/communication-information/digital-preservation/charter-preservation-digital-heritage, abgerufen am 01.10.2025.&lt;br /&gt;
# Consultative Committee for Space Data Systems (CCSDS) 2024: Reference Model for an Open Archival Information System (OAIS), Magenta Book. URL: https://ccsds.org/Pubs/650x0m3.pdf, abgerufen am 01.10.2025.&lt;br /&gt;
# Higgins 2008: The DCC Curation Lifecycle Model. International Journal of Digital Curation 3(1). URL: https://ijdc.net/index.php/ijdc/article/view/48, abgerufen am 01.10.2025.&lt;br /&gt;
# Collections Trust 2022. Spectrum 5.1 - The UK Museum Collections Management Standard. URL: https://collectionstrust.org.uk/spectrum/spectrum-5, abgerufen am 01.10.2025.&lt;br /&gt;
# UNESCO 2024: Operational Directives for the Implementation of the Convention for the Safeguarding of the Intangible Cultural Heritage. URL: https://ich.unesco.org/en/documents/Operational_Directives-10.GA_EN.pdf, abgerufen am 01.10.2025.&lt;br /&gt;
# Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) 2022: Praxisregeln Digitalisierung. URL: https://www.dfg.de/download/pdf/foerderung/programme/lis/praxisregeln_digitalisierung_Aktualisierte_Fassung2022.pdf, abgerufen am 01.10.2025.&lt;br /&gt;
# Federal Agencies Digital Guidelines Initiative (FADGI) 2023: Guidelines: Technical Guidelines for Digitizing Cultural Heritage Materials. URL: https://www.digitizationguidelines.gov/guidelines/digitize-technical.html, abgerufen am 01.10.2025.&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Měrko Šenk</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://koncept.serbski-inkubator.de/index.php?title=Serbski_digitalizaciski_koncept_-_Sorbisches_Digitalkonzept&amp;diff=1017</id>
		<title>Serbski digitalizaciski koncept - Sorbisches Digitalkonzept</title>
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		<updated>2025-12-23T15:09:02Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Měrko Šenk: /* Inhalt */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;__NOTOC__&lt;br /&gt;
=== '''[https://mm.tt/app/map/3469200591?t=aK7ZKgTkHt DE: Mind map der sorbischen digitalen Welt]''' ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== '''[https://mm.tt/app/map/3469367294?t=GJ7psqRoqY EN: Mind map of the Sorbian digital world]''' ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== '''[https://koncept.serbski-inkubator.de/index.php/H%C5%82owna_strona#Inhalt Inhaltsverzeichnis / Content]''' ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= Wutrobnje witajće! - Witamy was wutšobnje! - Herzlich willkommen! =&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div id=&amp;quot;audiences&amp;quot; class=&amp;quot;mainpage_row&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
	&amp;lt;div class=&amp;quot;mainpage_box&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
== Hornjoserbsce ==&lt;br /&gt;
		&amp;lt;div class=&amp;quot;items&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
=== Kajki je to wiki? ===&lt;br /&gt;
Wobsah tutoho wikija je Serbski digitalizaciski koncept (w němčinje), kiž [https://stiftung.sorben.com/hornjoserbsce/swojske-projekty/digitalizacija-a-serbska-rec/digitalizaciski-koncept/ je so w nadawku Załožby za serbski lud wudźěłał a w meji 2021 zjawnosći předstajił].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Digitalizaciski koncept smy z [https://stiftung.sorben.com/fileadmin/user_upload/2021-02-12_-_Sorbisches_Digitalkonzept_korr.pdf PDFki] do formata wikija přenjesli. Z tym chcemy zjawnu diskusiju nastorčić, wuměnu wo wobsahach koncepta podpěrać a koncept zdobom dale wuwiwać.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wobšěrny pozadkowe informacije ke konceptej namakaće [https://koncept.serbski-inkubator.de/index.php/1._Einleitung w zawodnym artiklu dokumenta] a na [https://stiftung.sorben.com/hornjoserbsce/swojske-projekty/digitalizacija-a-serbska-rec/digitalizaciski-koncept/ internetowej stronje Załožby za serbski lud].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== So wobdźělić ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Digitalizaciski koncept je zjawnje přistupny a čitanje bjez přizjewjenja móžne. Chceće-li pak so tež na diskusiji wobdźělić, dyrbiće so registrować resp. přizjewić. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Registracija ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Prosymy wo to, zo při registraciji w polu ''wužiwarske mjeno'' swoje woprawdźite mjeno zapodaće.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hdyž přizjewiće nowy konto za instituciju, potom zapodajće jako ''wužiwarske mjeno'' mjeno institucije a w polu ''woprawdźite mjeno'' mjeno wosoby, kiž dóstanje přistupne daty za tutoho wužiwarja.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Diskusija a [[Specialnje:WikiForum| forum]] ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Artikle tutoho wikija so njehodźa wobdźěłać. Swoje ideje a nastorki ke koncepće pak móžeće jako registrowany čłon na dwoje wašnje podać:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
# Za přispomnjenja ke konkretnemu wobsahej wužiwajće rajtar ''diskusija'' při wotpowědnym wotdźělu koncepta. Hdyž maće n.př. dalše ideje k temje “8. Unterhaltungsmedien”, potom zapodajće tež tam swoje přispomnjenja.&lt;br /&gt;
# Wužiwajće [[Specialnje:WikiForum| forum]] za powšitkownu diskusiju a temy, kiž so k žanomu wobsahej tak prawje njehodźa.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diskusijne přinoški móžeće w hornjo- abo delnjoserbšćinje kaž tež w němčinje zapodać. Prošu wobkedźbujće při tym zakłady [https://de.wikipedia.org/wiki/Netiquette ''Netiquette''].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Wuhlad ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dopóznaća a rezultaty z diskusijow a naspomnjenjow so wuhódnoća a za dalewuwiće koncepta wužiwaja. Z konstruktiwnej diskusiju a sobudźěłom možeće potajkim dalše wuwiće serbskeho digitalneho koncepta wobliwować. Tuž wobdźělće so!&lt;br /&gt;
      &amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
	&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
	&amp;lt;div class=&amp;quot;mainpage_box&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
== Dolnoserbski ==&lt;br /&gt;
		&amp;lt;div class=&amp;quot;items&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
=== Kaki wiki jo to? ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wopśimjeśe toś togo wikija jo Serbski digitalizaciski koncept (w nimšćinje), kenž  [https://stiftung.sorben.com/dolnoserbski/projekty-zalozby/digitalizacija-a-serbska-rec/koncept-za-digitalizaciju/ kenž jo se w nadawku Załožby za serbski lud wuźěłał a w maju 2021 zjawnosći pśedstajił].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Digitalizaciski koncept smy z [https://stiftung.sorben.com/fileadmin/user_upload/2021-02-12_-_Sorbisches_Digitalkonzept_korr.pdf PDFki] do formata wikija pśenjasli. Z tym comy zjawnu diskusiju póstarcyś, wuměnu wó wopśimjeśach koncepta pódpěrowaś a koncept rownocasnje dalej wuwijaś. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wobšyrne slězynowe informacije ku konceptoju namakajośo  [https://koncept.serbski-inkubator.de/index.php/1._Einleitung w zawjeźeńskem artiklu dokumenta] a na [https://stiftung.sorben.com/dolnoserbski/projekty-zalozby/digitalizacija-a-serbska-rec/koncept-za-digitalizaciju/ internetowem boce Załožby za serbski lud].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Se wobźěliś ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Digitalizaciski koncept jo zjawnje pśistupny a cytanje bźez pśizjawjenja móžne. Cośo-lic pak se tek na diskusiji wobźěliś, musyśo se registrěrowaś a pśizjawiś. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Registracija ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Pšosymy wó to, aby pśi registraciji w pólu ''wužywaŕske mě'' swojo wopšawdne mě zapódali. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gaž pśizjawijośo nowe konto za instituciju, pótom zapódajśo pla ''wužywaŕske mě'' mě institucije a w pólu ''wopšawdne mě'' mě wósoby, kenž dostanjo pśistupne daty za togo wužywarja. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Diskusija a [[Specialnje:WikiForum| forum]] ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Artikle toho wikija se njedaju wobźěłaś. Swóje ideje a póstarcenja ku konceptoju pak móžośo ako registrěrowany cłonk na dwójaku  wašnju pódaś: &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
# Za pśispomnjenja ku konkretnemu wopśimjeśeju abo kapitla wužywajśo wótpowědujucy rejtaŕ ''diskusija''. Gaž maśo na pśikład dalšne ideje k temje &amp;quot;8. Unterhaltungsmedien&amp;quot;, pótom zapódajśo tam swóje pśispomnjenja.&lt;br /&gt;
# Wužywajśo [[Specialnje:WikiForum| forum]] za powšyknu diskusiju a temy, kenž se k žednomu wopśimjeśoju tak pšawje njegóźe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diskusijne pśinoski móžośo w górno- abo dolnoserbšćinje ako teke w němšćinje zapódać. Pšošym źiwajśo pśi tom zakłady [https://de.wikipedia.org/wiki/Netiquette ''Netiquette''].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Póglěd ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Póznaśa a rezultaty z diskusijow a pśispomnjenjow se wugódnośe a za dalejwuwiśe koncepta wužywaju. Z konstruktiwneju diskusiju a sobuźěłom móžośo pótakem dalšne wuwiśe serbskego digitalnego koncepta wobwliwowaś. Toś wobźělśo se! &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
		&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
	&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
	&amp;lt;div class=&amp;quot;mainpage_box&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Deutsch ==&lt;br /&gt;
		&amp;lt;div id=&amp;quot;mainpage-devs&amp;quot; title=&amp;quot;Developers&amp;quot; class=&amp;quot;items&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
=== Was ist das für ein Wiki? ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieses Wiki beinhaltet das Sorbische Digitalkonzept, welches [https://stiftung.sorben.com/deutsch/stiftungsprojekte/digitalisierung-und-die-sorbische-sprache/das-digitalisierungskonzept/ von der Stiftung für das sorbische Volk in Auftrag gegeben und im Mai 2021 der Öffentlichkeit vorgestellt wurde].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Inhalte des als [https://stiftung.sorben.com/fileadmin/user_upload/2021-02-12_-_Sorbisches_Digitalkonzept_korr.pdf PDF vorliegenden Digitalkonzeptes] wurden als Wiki aufbereitet. Damit möchten wir die öffentliche Diskussion anregen, den Austausch zu den Inhalten des Konzeptes ermöglichen und somit auch das Digitalkonzept weiterentwickeln.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine ausführliche Beschreibung zum Hintergrund der Konzepterstellung finden Sie in der [https://koncept.serbski-inkubator.de/index.php/1._Einleitung Einleitung des Dokuments] und auf der [https://stiftung.sorben.com/deutsch/stiftungsprojekte/digitalisierung-und-die-sorbische-sprache/das-digitalisierungskonzept/ Webseite der Stiftung für das sorbische Volk].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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Das sorbische Digitalkonzept ist öffentlich zugänglich und kann von jedem Nutzer gelesen werden. Um sich an der Diskussion zu beteiligen, müssen Sie sich jedoch registrieren bzw. anmelden.&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
Sie können Ihre Anmekrungen sowohl in Ober- und Niedersorbisch als auch in Deutsch hinterlassen. Bitte beachten Sie dabei die Grundsätze der [https://de.wikipedia.org/wiki/Netiquette ''Netiquette''].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Ausblick ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Erkenntnisse und Resultate aus den Diskussionen und Anmerkungen werden ausgewertet und fließen in die Weiterentwicklung des Konzepts mit ein. Mit einer konstruktiven Diskussion und Mitarbeit können Sie also die Weiterentwicklung des sorbischen Digitalkonzeptes positiv beeinflussen. Ihre Mitarbeit ist daher sehr wichtig! &lt;br /&gt;
		&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
	&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= Inhaltsangabe Sorbisches Digitalkonzept =&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Ist-Analyse und Maßnahmenplanung für die sorbische digitale Welt'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Übersicht aller Themenbereiche (TB) als Mindmap ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!-- {{#widget:HelloWorld}} */ --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!-- [[Image:Grafik 9.png|600px|link=https://cutt.ly/digisorb]] */ --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Image:Grafik 9.png|1200px|link=https://mm.tt/map/2703363168?t=1m8R0lQ4Op]]&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
interaktiwna mindmap: [https://mm.tt/map/2703363168?t=1m8R0lQ4Op https://mm.tt/map/2703363168?t=1m8R0lQ4Op]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Inhalt ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[1._Einleitung|1. '''Einleitung''']]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:[[1.1_Ausgangssituation|1.1 Ausgangssituation]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:[[1.2_Aufgaben_und_Zielstellung|1.2 Aufgaben und Zielstellung]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:[[1.3_Vorgehen|1.3 Vorgehen]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[2._PHASE_1-Strategische Voruntersuchungen|2. PHASE 1 - '''Strategische Voruntersuchungen''']]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:[[2.1_Handlungsfelder_und_Themenbereiche_der_sorbischen_digitalen_Welt|2.1 Handlungsfelder und Themenbereiche der sorbischen digitalen Welt]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:[[2.2_Visionen_für_die_sorbische_digitale_Welt_2025|2.2 '''Visionen für die sorbische digitale Welt 2025''']]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:[[2.3_Strategische_Ziele_für_die_sorbische_Kultur_und_Sprache|2.3 Strategische Ziele für die sorbische Kultur und Sprache]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:[[2.4_Priorisierung_mittels_Nutzwertanalyse|2.4 Priorisierung mittels Nutzwertanalyse]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:[[2.5_Ergebnisse_der_Priorisierung_der_Handlungsfelder|2.5 Ergebnisse der Priorisierung der Handlungsfelder]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:[[2.6_Ergebnisse_der_Priorisierung_der_Themenbereiche|2.6 Ergebnisse der '''Priorisierung der Themenbereiche''']]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[3._PHASE_2–Ist-Erhebung_und_Analyse|3. PHASE 2 – '''Ist-Erhebung und Analyse''']]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:[[3.1_Sprechen_mit_elektronischen_Geräten|3.1 Ergebnisse: '''Sprechen''' mit elektronischen Geräten - ['''TB 1.1, Zusammenfassung''']]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:[[3.2_Schreiben_auf_elektronischen_Geräten|3.2 Ergebnisse: '''Schreiben''' auf elektronischen Geräten - ['''TB 1.2, Zusammenfassung''']]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:[[3.3_Politische_Unterstützung_Lobbyarbeit|3.3 Ergebnisse: Politische Unterstützung, '''Lobbyarbeit''' - ['''TB 2.1, Zusammenfassung''']]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:[[3.4_Digitale_Vernetzung_Gleichgesinnter_soziale_Medien|3.4 Ergebnisse: Digitale '''Vernetzung''' Gleichgesinnter, soziale Medien - ['''TB 5.1, Zusammenfassung''']]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:[[3.5_Unterhaltungsmedien|3.5 Ergebnisse: '''Unterhaltungsmedien''' - ['''TB 4.1, Zusammenfassung''']]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:[[3.6_Digitales_Marketing_für_Kultur_und_Angebote|3.6 Ergebnisse: Digitales '''Marketing''' für Kultur und Angebote - ['''TB 3.1 - 3.3, Zusammenfassung''']]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:[[3.7_Open_Access_Open_Data_Lizenzen|3.7 Ergebnisse: Open Access, '''Open Data''', Lizenzen - ['''TB 2.2, Zusammenfassung''']]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:[[3.8_Präsenz_in_Standards|3.8 Ergebnisse: Präsenz in '''Standards''' - ['''TB 2.3, Zusammenfassung''']]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[4._Sprechen_mit_elektronischen_Geräten|4. '''Sprechen''' mit elektronischen Geräten - ['''TB 1.1, Analyse''']]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[5._Schreiben_auf_elektronischen_Geräten|5. '''Schreiben''' auf elektronischen Geräten - ['''TB 1.2, Analyse''']]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[6._Politische_Unterstützung_Lobbyarbeit|6. Politische Unterstützung, '''Lobbyarbeit''' - ['''TB 2.1, Analyse''']]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[7._Digitale_Vernetzung_Gleichgesinnter_soziale_Medien|7. Digitale '''Vernetzung''' Gleichgesinnter, soziale Medien - ['''TB 5.1, Analyse''']]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[8._Unterhaltungsmedien|8. '''Unterhaltungsmedien''' - ['''TB 4.1, Analyse''']]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[9._Digitales_Marketing_für_Kultur_und_Angebote|9. Digitales '''Marketing''' für Kultur und Angebote - ['''TB 3.1 - 3.3, Analyse''']]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[10._Open_Access_Open_Data_Lizenzen|10. Open Access, '''Open Data''', Lizenzen - ['''TB 2.2, Analyse''']]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[11._Präsenz_in_Standards|11. Präsenz in '''Standards''' - ['''TB 2.3, Analyse''']]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[12._Weitere_Handlungsfelder_und_Themenbereiche|12. Weitere Handlungsfelder und Themenbereiche]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:[[12.1_Sorbische_Benutzeroberflächen|12.1 Sorbische '''Benutzeroberflächen''' - ['''TB 1.3, Analyse''']]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:[[12.2_Digitalisierung_von_Arbeitsabläufen|12.2 Digitalisierung von '''Arbeitsabläufen''' - ['''TB 7.1, Analyse''']]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:[[12.3_Digitalisierung_des_Kulturerbes |12.3 Digitalisierung des Kulturerbes - ['''TB 8.1, Analyse''']]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[13._PHASE_3–Soll-Konzeption-Maßnahmen_und_Aufgaben|13. PHASE 3 – Soll-Konzeption - '''Maßnahmen und Aufgaben''']]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:[[13.1_Zusammenfassung_und_Einordnung_der_Erkenntnisse|13.1 Zusammenfassung und Einordnung der Erkenntnisse]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:[[13.2_Zukünftige_Maßnahmen_und_Schritte|13.2 Zukünftige Maßnahmen und Schritte]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
::[[13.2.1_Technologische_Basis:_Open_Access,_Open_Data,_Lizenzen|13.2.1 Technologische Basis: Open Access, '''Open Data''', Lizenzen - ['''TB 2.2, Maßnahmen''']]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
::[[13.2.2_Technologische_Basis:_Präsenz_in_Standards|13.2.2 Technologische Basis: Präsenz in '''Standards''' - ['''TB 2.3, Maßnahmen''']]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
::[[13.2.3_Digitales_Marketing:_Digitales_Marketing_für_Kultur_und_Angebote|13.2.3 Digitales '''Marketing''': Digitales Marketing für Kultur und Angebote - ['''TB 3.1 - 3.3, Maßnahmen''']]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
::[[13.2.4_Lobbyarbeit:_Politische_Unterstützung_Lobbyarbeit|13.2.4 Lobbyarbeit: Politische Unterstützung, '''Lobbyarbeit''' - ['''TB 2.1, Maßnahmen''']]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
::[[13.2.5_Digitale_Sprachräume:_Schreiben_auf_elektronischen_Geräten|13.2.5 Digitale Sprachräume: '''Schreiben''' auf elektronischen Geräten - ['''TB 1.2, Maßnahmen''']]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
::[[13.2.6_Digitale_Sprachräume:_Sprechen_mit_elektronischen_Geräten|13.2.6 Digitale Sprachräume: '''Sprechen''' mit elektronischen Geräten - ['''TB 1.1, Maßnahmen''']]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
::[[13.2.7_Digitale_Vernetzung_Gleichgesinnter_soziale_Medien|13.2.7 Digitale '''Vernetzung''' Gleichgesinnter, soziale Medien - ['''TB 5.1, Maßnahmen''']]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
::[[13.2.8_Digitale_Unterhaltungsmedien|13.2.8 Digitale '''Unterhaltungsmedien''' - ['''TB 4.1, Maßnahmen''']]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
::[[13.2.9_Allgemeine_Maßnahmen|13.2.9 Allgemeine Maßnahmen]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
::[[13.2.10_Übersicht_der_Maßnahmen_nach_Aufwand_und_Nutzen|13.2.10 Übersicht der Maßnahmen nach Aufwand und Nutzen]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:[[13.3_Aufgaben_und_Strukturvarianten|13.3 Aufgaben und Strukturvarianten]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[14._Danksagungen|14. '''Danksagungen''']]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Měrko Šenk</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://koncept.serbski-inkubator.de/index.php?title=12._Weitere_Handlungsfelder_und_Themenbereiche&amp;diff=1016</id>
		<title>12. Weitere Handlungsfelder und Themenbereiche</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://koncept.serbski-inkubator.de/index.php?title=12._Weitere_Handlungsfelder_und_Themenbereiche&amp;diff=1016"/>
		<updated>2025-12-23T15:03:23Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Měrko Šenk: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Die bisherige Analyse wurde zunächst für die ersten wesentlichen Themenbereiche durchgeführt. Als wesentlich wurden die Bereiche angesehen, die einen möglichst hohen Einfluss auf das Erreichen der o.&amp;amp;nbsp;g. Visionen sowie der strategischen Ziele für die sorbische Kultur und Sprache haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die weiteren Themenbereiche inkl. neuer Handlungsfelder soll die Ist-Analyse zukünftig durchgeführt werden und es sollen Maßnahmen für diese Bereiche entwickelt werden, vgl. Maßnahme ‚0.1_1 - Weiterentwicklung des sorbischen Digitalkonzepts‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Folgende Themenbereiche sind dabei zukünftig zu analysieren:&lt;br /&gt;
* 1.3 [[12.1_Sorbische_Benutzeroberfl%C3%A4chen | Sorbische Benutzeroberflächen]]&lt;br /&gt;
* 1.4 Sprachkurse, Lernmaterial&lt;br /&gt;
* 1.5 Zentraler Übersetzungsservice&lt;br /&gt;
* 3.4 Marketingberatung&lt;br /&gt;
* 4.3 News, Informationen, Wissen&lt;br /&gt;
* 6.1 Weiterbildungen für Arbeitnehmer&lt;br /&gt;
* 6.2 Digitalisierungsberatung&lt;br /&gt;
* 6.3 Weiterbildungen für Ersteller von Inhalten&lt;br /&gt;
* 7.1 [[12.2_Digitalisierung_von_Arbeitsabl%C3%A4ufen | Digitalisierung von Arbeitsabläufen]]&lt;br /&gt;
* 8.1 [[12.3_Digitalisierung_des_Kulturerbes |Digitalisierung des Kulturerbes]]&lt;br /&gt;
* 9.1 Öffentlicher Nahverkehr (neues Handlungsfeld 9: Digitaler Lebensraum)&lt;br /&gt;
* 9.2 Automaten des öffentlichen Lebens (neues Handlungsfeld 9: Digitaler Lebensraum)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In vielen dieser Themenbereiche gibt es bereits spannende Projekt-Ideen sowie abgeschlossene Projekte. So befasst sich das Sorbische Institut innerhalb des Projektes &amp;quot;Inwertsetzung des immateriellen sorbischen Kulturerbes&amp;quot; mit der Gesamtproblematik der Digitalisierung sorbischen Kulturerbes. Hierfür liegt bereits eine Grobkonzeption des Sorbischen Instituts vor.&amp;lt;ref name=&amp;quot;ftn1&amp;quot;&amp;gt;vgl. „Konzeption und Aufbau eines digitalen Registers für das sorbische Kulturerbe (SKH)“, Sorbisches Institut, Oktober 2019&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
----&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Měrko Šenk</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://koncept.serbski-inkubator.de/index.php?title=12.2_Digitalisierung_von_Arbeitsabl%C3%A4ufen&amp;diff=1015</id>
		<title>12.2 Digitalisierung von Arbeitsabläufen</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://koncept.serbski-inkubator.de/index.php?title=12.2_Digitalisierung_von_Arbeitsabl%C3%A4ufen&amp;diff=1015"/>
		<updated>2025-11-07T15:27:36Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Měrko Šenk: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;== Einleitung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieser Themenbereich beinhaltet die Unterstützung des Anwenders beim Arbeiten mit elektronischen Geräten in den sorbischen Sprachen. Im Fokus steht hier die Interaktion von Menschen mit elektronischen Geräten in beruflichen Kontexten in der &lt;br /&gt;
* öffentlichen Verwaltung, &lt;br /&gt;
* Forschung, &lt;br /&gt;
* Handwerk und &lt;br /&gt;
* Dienstleistungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Visionen und Ziel für die sorbische digitale Welt ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Vision 2030 ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:0.501cm;margin-right:0cm;&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;span style=&amp;quot;color:#000000;&amp;quot;&amp;gt;„Sorben und Sorbisch-Lernende schreiben sehr leicht ober- und niedersorbisch auf elektronischen Geräten und werden vom Gerät dabei unterstützt, ihre sorbische Muttersprache respektive ihre Sprachfähigkeiten im Alltag oft und leicht anzuwenden.“&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:0.501cm;margin-right:0cm;&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;span style=&amp;quot;color:#000000;&amp;quot;&amp;gt;„Sorben und Sorbisch-Lernende nutzen für die Interaktion mit elektronischen Geräten die gesprochene sorbische Sprache (gleichwertig zur geschriebenen Sprache und gleichwertig zur deutschen Sprache).“&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Konkrete Visionen 2025 ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:0.501cm;margin-right:0cm;&amp;quot;&amp;gt;„Mitarbeitende in sorbischen Verwaltungen und Unternehmen nutzen sorbische Benutzeroberflächen und wenden damit ihre sorbische Muttersprache im Arbeitsalltag oft und leicht an.“&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:0.501cm;margin-right:0cm;&amp;quot;&amp;gt;„Potenzielle Auftragnehmer und Arbeitnehmer sind mittels digitaler Technologien gut vernetzt mit sorbischen Auftraggebern und Arbeitgebern, sie werden über neue Aufträge und Gesuche informiert sowie präsentieren ihre Angebote und Leistungen.“&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Konkretes Ziel ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| style=&amp;quot;border-spacing:0;&amp;quot;&lt;br /&gt;
|- style=&amp;quot;background-color:#e2efd9;border:0.25pt solid #808080;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.123cm;padding-right:0.123cm;&amp;quot;&lt;br /&gt;
|| &amp;lt;div style=&amp;quot;color:#000000;&amp;quot;&amp;gt;In einer sorbischen Institutionen wird ein Programm mit vollständig sorbischer Sprachunterstützung genutzt.&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;color:#000000;&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ist-Analyse Digitalisierung von Arbeitsabläufen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Recherche und Abgrenzung des Themas ===&lt;br /&gt;
Eine moderne digitale Arbeitswelt umfasst verschiedene Bereiche, die durch den Einsatz digitaler Technologien und Lösungen geprägt sind. Die Digitalisierung bietet zahlreiche Möglichkeiten, Arbeitsabläufe effizienter und schneller zu gestalten. &lt;br /&gt;
Im Folgenden liegt der Schwerpunkt der Analyse auf Organisationsformen, die hauptsächlich im sorbischen Sprachraum vorkommen. Diese Organisationsformen sind&lt;br /&gt;
* '''Öffentliche Verwaltung und Forschung'''&lt;br /&gt;
* '''Handwerk und Dienstleistungen'''&lt;br /&gt;
* '''Vereine'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Digital unterstützbare Bereiche in Organisationen ===&lt;br /&gt;
Die folgenden Bereiche von Organisationen können digital unterstützt werden und sollten in einer modernen Arbeitswelt von öffentlichen Verwaltungen, im Handwerk und bei Dienstleistern beachtet werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Übergreifende Bereiche ====&lt;br /&gt;
* '''Kommunikation, Kollaboration, Wissensmanagement'''&lt;br /&gt;
** E-Mail, Kalender&lt;br /&gt;
** Chat, Videokonferenzen &lt;br /&gt;
** Kollaborative Plattformen, gemeinsame digitale Arbeitsräume, Foren, soziale Intranets, Portale&lt;br /&gt;
** Projekt- und Aufgabenmanagement&lt;br /&gt;
* '''Dokumentenmanagement und Archivierung'''&lt;br /&gt;
** Elektronische Aktenführung und Dokumentenmanagement-Systeme&lt;br /&gt;
** Austausch von Dokumenten&lt;br /&gt;
** Aufbewahrung und Archivierung und von Dokumenten&lt;br /&gt;
* '''Datenmanagement, Analyse, Datenschutz'''&lt;br /&gt;
** Datenanalyse-Tools und Business Intelligence&lt;br /&gt;
** Datensicherheit und Datenschutz&lt;br /&gt;
** Open Data&lt;br /&gt;
* '''Prozessmanagement und Automatisierung'''&lt;br /&gt;
** Prozessanalyse und -optimierung&lt;br /&gt;
** Automatisierung von Verwaltungsprozessen&lt;br /&gt;
* '''Schulungen, Weiterbildungen, Trainings'''&lt;br /&gt;
** E-Learning-Plattformen und Online-Schulungen&lt;br /&gt;
** Digitale Kompetenzentwicklung und Schulungsprogramme&lt;br /&gt;
** Wissensmanagement und interne Schulungen&lt;br /&gt;
* '''IT-Infrastruktur und Technologie'''&lt;br /&gt;
** Netzwerk- und Kommunikationstechnologien&lt;br /&gt;
** Cloud Computing und Virtualisierung&lt;br /&gt;
** Cybersecurity und Informationssicherheit&lt;br /&gt;
** Elektronische Signaturen und Authentifizierung&lt;br /&gt;
** Mobile Arbeitsumgebungen&lt;br /&gt;
* Buchführung und Finanzen&lt;br /&gt;
* Marketing, Vertrieb&lt;br /&gt;
* Kundenmanagement, Kundeninteraktion, Support&lt;br /&gt;
* Personalmanagement / Mitarbeiterverwaltung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Ergänzende Bereiche in öffentlichen Verwaltungen ====&lt;br /&gt;
* Antragsmanagement&lt;br /&gt;
* Sonstige Verwaltung / Ressourcenmanagement&lt;br /&gt;
** Inventar, Lager&lt;br /&gt;
** Fuhrpark&lt;br /&gt;
** Immobilien&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Ergänzende Bereiche in der Forschung ====&lt;br /&gt;
* Forschungsdatenmanagement&lt;br /&gt;
* Open Science&lt;br /&gt;
* Simulation und Modellierung&lt;br /&gt;
* Literaturrecherche&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Ergänzende Bereiche im Handwerk und bei Dienstleistern ====&lt;br /&gt;
* Auftragsmanagement&lt;br /&gt;
** Angebote&lt;br /&gt;
** Zeiterfassung&lt;br /&gt;
** Dokumentation&lt;br /&gt;
** Terminplanung&lt;br /&gt;
* Materialbeschaffung und Lagerverwaltung&lt;br /&gt;
* Arbeitsvorbereitung &lt;br /&gt;
** Planung und Simulation (CAD, virtuelle Realität)&lt;br /&gt;
&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''zusammenfassend sollen im Folgenden die wesentlichen Bereiche analysiert werden'''&lt;br /&gt;
* Kommunikation, Kollaboration, Wissensmanagement&lt;br /&gt;
* Dokumentenmanagement und Archivierung&lt;br /&gt;
* Datenmanagement, Analyse, Datenschutz&lt;br /&gt;
* Prozessmanagement und Automatisierung&lt;br /&gt;
* Schulungen und Weiterbildung&lt;br /&gt;
* IT-Infrastruktur und Technologie&lt;br /&gt;
* Buchhaltung und Finanzen&lt;br /&gt;
* Marketing, Vertrieb, Kundenmanagement&lt;br /&gt;
* Personalmanagement / Mitarbeiterverwaltung&lt;br /&gt;
&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Aktuelle Standards in den Bereichen von Organisationen ===&lt;br /&gt;
In diesem Abschnitt sollen aktuelle Standards genannt werden, die in den oben gennanten Bereichen von Organisationen derzeit gelten.&lt;br /&gt;
* Überblick über den Status quo der Digitalisierung in der Arbeitswelt&lt;br /&gt;
* Welche (digitalen) Standards (Tools, Prozesse, Methoden etc.) gibt es in den einzelnen Bereichen?&lt;br /&gt;
* inkl. der Komponenten (Dokumenten-, Prozess-, Wissensmanagement, elektronische Unterschriften mittels Zertifikaten usw.)&lt;br /&gt;
* Entwicklung von Nutzungs-Szenarien (Soll-Zustand)&lt;br /&gt;
* wesentliche Bereiche identifizieren, in diesen status quo ermitteln an Methoden, Tools, Prozessen&lt;br /&gt;
* Überblick erstellen über den Status quo der Weiterbildungen von Arbeitnehmern (von Verwaltungen)&lt;br /&gt;
&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====E-Rechnungs-Standards in der Buchhaltung: XRechnung und ZUGFeRD-Rechnung ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Inhaltsverzeichnis ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[#Toc184300204|1 Pflicht zur E-Rechnung: rechtliche Anforderungen]]&lt;br /&gt;
:[[#Toc184300205|1.1 E-Rechnung: Einführungstermine und Rahmenbedingungen]]&lt;br /&gt;
:[[#Toc184300206|1.2 Zulässige Formate für elektronische Rechnungen]]&lt;br /&gt;
[[#Toc184300207|2 E-Rechnungen empfangen, bearbeiten und aufbewahren]]&lt;br /&gt;
:[[#Toc184300208|2.1 Eingang von E-Rechnungen]]&lt;br /&gt;
:[[#Toc184300209|2.2 NEU: Prüfung einer E-Rechnung]]&lt;br /&gt;
::[[#Toc184300210|2.2.1 ZUGFeRD-Rechnung: Abweichungen zwischen PDF und XML?]]&lt;br /&gt;
::[[#Toc184300211|2.2.2 Validierung, Prüfung und Wandlung einer XML-Datei in PDF]]&lt;br /&gt;
::[[#Toc184300212|2.2.3 Sachliche und rechnerische Prüfung der E-Rechnung]]&lt;br /&gt;
:[[#Toc184300213|2.3 Buchung und Zahlung der E-Rechnung]]&lt;br /&gt;
:[[#Toc184300214|2.4 Aufbewahrung von E-Rechnungen]]&lt;br /&gt;
:[[#Toc184300215|2.5 Technische Lösungen für die Aufbewahrung von E-Rechnungen]]&lt;br /&gt;
:[[#Toc184300216|2.6 Verfahrensdokumentation]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span id=&amp;quot;DMS3&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt; &amp;lt;span style=&amp;quot;color:#2f5496;&amp;quot;&amp;gt;Dokumentenlenkung&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| style=&amp;quot;border-spacing:0;width:15.993cm;&amp;quot;&lt;br /&gt;
|- style=&amp;quot;background-color:#d9d9d9;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot;&lt;br /&gt;
|| '''Datum'''&lt;br /&gt;
|| '''Version'''&lt;br /&gt;
|| '''Verfasser'''&lt;br /&gt;
|| '''Bemerkungen'''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | 27.11.2024&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | 1.0&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | Mirko Schenk&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | Erstellung erste Version&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | 05.12.2024&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | 1.1&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | Mirko Schenk&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | Ergänzung Prüfung, ob PDF eine ZUGFeRD-Rechnung ist&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hinweis: Grundsätzlich gilt bei allen personenbezogenen Bezeichnungen die gewählte Form für Angehörige aller Geschlechter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== &amp;lt;span id=&amp;quot;Toc184300204&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt; 1. Pflicht zur E-Rechnung: rechtliche Anforderungen  =====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ab dem 1. Januar 2025 gilt die Pflicht zum Empfang von E-Rechnungen für Unternehmen und öffentliche Einrichtungen gemäß der EU-Richtlinie 2014/55/EU sowie deren Umsetzung im deutschen Wachstumschancengesetz und im Umsatzsteuergesetz (UStG). Im vorliegenden Dokument sind hierfür die Anforderungen an und notwendigen Anpassungen bei den Buchhaltungsabläufen erläutert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Anleitung gilt, bis die Buchhaltungsabteilung über eine spezialisierte Software für den Empfang und die Aufbewahrung von E-Rechnungen verfügt oder bis das Docuware-Dokumenten­management­system (DMS) den Betrieb aufnimmt, welches diese Aufgabe übernehmen kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====== &amp;lt;span id=&amp;quot;Toc184300205&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt; 1.1 E-Rechnung: Einführungstermine und Rahmenbedingungen ======&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Verpflichtende''' &amp;lt;u&amp;gt;Annahme&amp;lt;/u&amp;gt; von E-Rechnungen''': &lt;br /&gt;
** Ab dem 1. Januar &amp;lt;u&amp;gt;'''2025'''&amp;lt;/u&amp;gt; müssen Sie in der Lage sein, E-Rechnungen zu empfangen, zu verarbeiten und zu archivieren. - Gleichzeitig kann jedoch mit Lieferanten und Rechnungs­stellern ein anderes Rechnungsformat vereinbart werden.&lt;br /&gt;
* Verpflichtender''' &amp;lt;u&amp;gt;Versand&amp;lt;/u&amp;gt; von E-Rechnungen''': &lt;br /&gt;
** Ab dem 1. Januar &amp;lt;u&amp;gt;'''2027'''&amp;lt;/u&amp;gt; sind Unternehmen mit einem Vorjahresumsatz von mehr als 800.000 € verpflichtet, im B2B-Bereich E-Rechnungen zu versenden - bei einem Vorjahresumsatz unter 800.000&amp;amp;nbsp;€ sind sie ab dem 1. Januar &amp;lt;u&amp;gt;'''2028'''&amp;lt;/u&amp;gt; dazu verpflichtet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* '''Anwendungsbereich:'''&lt;br /&gt;
** inländische '''B2B-Umsätze''': d. h. Umsätze zwischen inländischen Unternehmen&lt;br /&gt;
* '''Ausnahmen:'''&lt;br /&gt;
** Rechnungen an Privatpersonen ('''B2C-Bereich''')&lt;br /&gt;
** Rechnungen für steuerfreie Leistungen&lt;br /&gt;
** Kleinbetragsrechnungen bis 250 Euro&lt;br /&gt;
** Fahrausweise und Fahrscheine&lt;br /&gt;
* '''Formatvorgaben für E-Rechnungen: '''&lt;br /&gt;
** E-Rechnungen müssen – wenn sie verwendet werden – in einem strukturierten, maschinenlesbaren elektronischen Format vorliegen, wie z. B. '''XRechnung''' oder '''ZUGFeRD''' (gemäß der EU-Richtlinie 2014/55/EU und der Normenreihe EN 16931). &lt;br /&gt;
** Alternativ kann zwischen Rechnungssteller und -empfänger ein anderes Format vereinbart werden, solange es eine vollständige Extraktion der nach dem UStG erforderlichen Angaben ermöglicht und mit der europäischen Norm (EN 16931) kompatibel ist. Beispielsweise kann das EDI-Verfahren weiterhin genutzt werden.&lt;br /&gt;
* '''Keine E-Rechnungen:''' Ab dem 1. Januar 2025 gelten reine PDF-Rechnungen, Papierrechnungen, Bilddateien oder E-Mails als '''sonstige Rechnungen''' und nicht als E-Rechnungen.&lt;br /&gt;
* '''Prozessanpassungen:''' Buchhaltungsprozesse müssen an die Verarbeitung von E-Rechnungen angepasst werden, um eine effiziente und rechtskonforme Handhabung zu gewährleisten.&lt;br /&gt;
* '''GoBD-Compliance:''' Die Verarbeitung und insbesondere die Archivierung von E-Rechnungen muss den GoBD&amp;lt;ref name=&amp;quot;ftn1&amp;quot;&amp;gt;Vgl. [https://ao.bundesfinanzministerium.de/ao/2023/Anhaenge/BMF-Schreiben-und-gleichlautende-Laendererlasse/Anhang-64/inhalt.html https://ao.bundesfinanzministerium.de/ao/2023/Anhaenge/BMF-Schreiben-und-gleichlautende-Laendererlasse/Anhang-64/inhalt.html] &amp;lt;/ref&amp;gt; entsprechen und '''unveränderbar''', vollständig und nachvollziehbar sein. Neben einer revisionssicheren Archivierung sollte eine '''Verfahrensdokumentation '''der technischen und organisatorischen Maßnahmen erstellt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====== &amp;lt;span id=&amp;quot;Ref183532442&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt; &amp;lt;span id=&amp;quot;Toc184300206&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt; 1.2 Zulässige Formate für elektronische Rechnungen ======&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
E-Rechnungen müssen der europäischen Norm für die elektronische Rechnungsstellung sowie der Liste der entsprechenden Syntaxen gemäß der Richtlinie 2014/55/EU entsprechen. Folgende Formate sind zulässig:* &amp;lt;u&amp;gt;'''XRechnung&amp;lt;/u&amp;gt;:''' Strukturiertes '''XML-Format''' für den Austausch von Rechnungen, aktuell in der Version 3.0.2&amp;lt;ref name=&amp;quot;ftn21&amp;quot;&amp;gt;[https://xeinkauf.de/dokumente https://xeinkauf.de/dokumente] &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;/ref&amp;gt; - ähnlich einer Textdatei mit maschinenlesbarer Struktur.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Dataja:Wobraz_E1_Org.png|500px|center]]&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* &amp;lt;u&amp;gt;'''ZUGFeRD-Rechnung&amp;lt;/u&amp;gt;:''' Hybrides Format aus '''PDF'''-Datei (Format PDF/A-3) '''mit eingebetteter strukturierter XML-Datei''' als Anhang. Der ZUGFeRD-Standard wurde in Deutschland entwickelt ('''Z'''entraler '''U'''ser '''G'''uide des '''F'''orums '''e'''lektronische '''R'''echnung '''D'''eutschland) und liegt aktuell in der Version 3.2 vor.&amp;lt;ref name=&amp;quot;ftn22&amp;quot;&amp;gt;[https://www.ferd-net.de/standards/zugferd-versionsarchiv/zugferd-versionen.html https://www.ferd-net.de/standards/zugferd-versionsarchiv/zugferd-versionen.html] &amp;lt;/ref&amp;gt; Es gibt 5 ZUGFeRD-Profile, die sich im Umfang unterscheiden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;ftn23&amp;quot;&amp;gt;[https://www.ferd-net.de/faqs/allgemeine-technische-fragen-zur-erechnung/index.html https://www.ferd-net.de/faqs/allgemeine-technische-fragen-zur-erechnung/index.html] &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Dataja:Wobraz_E2.png|600px|center]]&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* '''Sonstige Formate:''' Weitere europäische Rechnungsformate, die dem genannten Standard entsprechen, wie z. B. EDI, Factur-X (Frankreich) oder '''Peppol'''-BIS Billing.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== &amp;lt;span id=&amp;quot;Toc184300207&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt; 2. E-Rechnungen empfangen, bearbeiten und aufbewahren =====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nachfolgend wird der neue Ablauf in der Buchhaltung beschrieben, wenn E-Rechnungen eingehen; grundsätzlich bleibt es jedoch möglich, dass die Buchhaltung den Lieferanten oder Rechnungssteller kontaktiert und um eine klassische Rechnung bittet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der grundsätzliche '''Rechnungseingangsprozess''' bleibt gleich:&lt;br /&gt;
# Rechnungseingang, vgl. Abschnitt [[#Toc184300208|2.1]]&lt;br /&gt;
# Rechnungsprüfung, vgl. Abschnitt [[#Toc184300209|2.2]]&lt;br /&gt;
# Buchung und Zahlung, vgl. Abschnitt [[#Toc184300213|2.3]]&lt;br /&gt;
# Aufbewahrung und Archivierung, vgl. [[#Toc184300214|2.4]]&lt;br /&gt;
[[Dataja:Wobraz_E3.jpg|500px]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====== &amp;lt;span id=&amp;quot;Ref183533790&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt; &amp;lt;span id=&amp;quot;Toc184300208&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt; &amp;lt;span id=&amp;quot;Ref183533796&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt; 2.1 &amp;lt;span style=&amp;quot;background-color:#ffff00;&amp;quot;&amp;gt;Eingang von E-Rechnungen&amp;lt;/span&amp;gt; ======&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* ZUGFeRD- und XRechnungen können über verschiedene Übertragungswege wie E-Mail, elektronische Plattformen, File-Download, FTP oder direkte Integrationen von IT-Systemen empfangen werden.&lt;br /&gt;
* Üblicherweise werden E-Rechnungen per E-Mail als Anhang eingehen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''NEU''': Ab dem 1.1.2025 ist es notwendig festzustellen, ob es sich bei einer &amp;lt;span style=&amp;quot;background-color:#ffff00;&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;u&amp;gt;'''per E-Mail eingehenden PDF-Rechnung'''&amp;lt;/u&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;span style=&amp;quot;background-color:#ffff00;&amp;quot;&amp;gt; um eine &amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;span style=&amp;quot;background-color:#ffff00;&amp;quot;&amp;gt;'''E-Rechnung vom Typ ZUGFeRD'''&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;span style=&amp;quot;background-color:#ffff00;&amp;quot;&amp;gt; handelt&amp;lt;/span&amp;gt; oder um eine „normale“ PDF-Rechnung („sonstige Rechnung“, siehe S. 2). Hierfür empfehle ich folgende Prüfschritte:&lt;br /&gt;
# '''PDF-Datei öffnen:'''&amp;amp;nbsp;Öffnen Sie die Datei mit einem PDF-Viewer (z. B. Adobe Acrobat Reader).&lt;br /&gt;
# '''Prüfen auf Hinweise im Dateinamen und Text:'''&amp;amp;nbsp;Suchen Sie nach Angaben wie „ZUGFeRD“, „Eingebettete XML-Daten“ oder „Diese Datei enthält strukturierte Rechnungsdaten“.&lt;br /&gt;
# &amp;lt;span style=&amp;quot;background-color:#ffff00;&amp;quot;&amp;gt;'''Prüfen auf Anhänge&amp;lt;/span&amp;gt;:'''&amp;amp;nbsp;Die meisten PDF-Viewer zeigen Anhänge bzw. eingebettete Dateien mit einem &amp;lt;span style=&amp;quot;background-color:#ffff00;&amp;quot;&amp;gt;'''Büroklammer-Symbol'''&amp;lt;/span&amp;gt; an. Beim Anklicken dieses Symbols wird die XML-Datei sichtbar, was auf eine ZUGFeRD-Rechnung hinweist. – Fehlt das Büroklammer-Symbol, so enthält das PDF keine Anlagen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Dataja:Wobraz_E4.png|600px]]&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Dataja:Wobraz_E5.png|600px|center]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====== &amp;lt;span id=&amp;quot;Ref183533812&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt; &amp;lt;span id=&amp;quot;Toc184300209&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt; 2.2 NEU: Prüfung einer E-Rechnung ======&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Den bisherigen fachlichen und rechnerischen Prüfungen von Rechnungen muss nun die &amp;lt;span style=&amp;quot;background-color:#00ffff;&amp;quot;&amp;gt;'''Validierung der XML-Datei'''&amp;lt;/span&amp;gt; einer E-Rechnung vorangehen. Dies ist die technische Prüfung auf Korrektheit des XML-Schemas mittels eines Validators, vgl. Abschnitt 2.2.2. Gleichzeitig sollte bei &amp;lt;span style=&amp;quot;background-color:#00ff00;&amp;quot;&amp;gt;ZUGFeRD-Rechnungen&amp;lt;/span&amp;gt; auf &amp;lt;span style=&amp;quot;background-color:#00ff00;&amp;quot;&amp;gt;Abweichungen zwischen PDF- und eingebetteter XML-Rechnung&amp;lt;/span&amp;gt; geprüft werden. Wie das praktisch umgesetzt werden kann, ist auf der Seiten 5 erläutert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====== &amp;lt;span id=&amp;quot;Ref183533361&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt; &amp;lt;span id=&amp;quot;Toc184300210&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt; 2.2.1 ZUGFeRD-Rechnung: Abweichungen zwischen PDF und XML? ======&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach dem Empfang einer ZUGFeRD-Rechnung sollte eine Prüfung erfolgen, um sicherzustellen, dass die XML-Datei und die PDF-Darstellung keine Abweichungen aufweisen. Im Fall von Abweichungen können beide Bestandteile gemäß BMF 2024 als eigenständige Rechnungen gelten.&amp;lt;ref name=&amp;quot;ftn24&amp;quot;&amp;gt;Vgl. BMF 2024, S. 10: Bundesministerium der Finanzen (BMF). (2024). ''Ausstellung von Rechnungen nach § 14 UStG; Einführung der obligatorischen elektronischen Rechnung bei Umsätzen zwischen inländischen Unternehmern ab dem 1. Januar 2025''. BMF-Schreiben vom 15. Oktober 2024. Verfügbar unter: [https://www.bundesfinanzministerium.de/Content/DE/Downloads/BMF_Schreiben/Steuerarten/Umsatzsteuer/2024-10-15-einfuehrung-e-rechnung.pdf https://www.bundesfinanzministerium.de/Content/DE/Downloads/BMF_Schreiben/Steuerarten/Umsatzsteuer/2024-10-15-einfuehrung-e-rechnung.pdf]&amp;lt;/ref&amp;gt; „PDF und XML müssen die Vorgaben des § 14 Abs. 4 Umsatzsteuergesetz (UStG) berücksichtigen, um inhaltlich identische Mehrstücke derselben Rechnung darzustellen.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;ftn25&amp;quot;&amp;gt;Vgl. [https://www.ferd-net.de/standards/was-ist-zugferd/was-ist-zugferd.html https://www.ferd-net.de/standards/was-ist-zugferd/was-ist-zugferd.html] &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Lt. BMF 2024 muss mit dem XML-Anhang der ZUGFeRD-Rechnung weitergearbeitet werden. „Bei einem hybriden Format bilden die im '''XML-Format''' vorliegenden Rechnungsdaten '''den führenden Teil'''. Im Fall von Abweichungen zwischen den strukturierten Rechnungsdaten und den sonstigen Informationen gehen die Daten des strukturierten Teils [XML] denen der Bilddatei [PDF] vor.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;ftn26&amp;quot;&amp;gt;Vgl. BMF 2024, S. 10. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Sind PDF und XML &amp;lt;u&amp;gt;'''identisch'''&amp;lt;/u&amp;gt;, handelt es sich beim PDF um ein inhaltlich identisches Mehrstück.&amp;lt;ref name=&amp;quot;ftn27&amp;quot;&amp;gt;Vgl. BMF 2024, S. 10 und [https://www.ferd-net.de/standards/was-ist-zugferd/was-ist-zugferd.html https://www.ferd-net.de/standards/was-ist-zugferd/was-ist-zugferd.html].&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Sind PDF und XML &amp;lt;u&amp;gt;'''nicht identisch'''&amp;lt;/u&amp;gt;, stellt das PDF ggf. eine weitere (sonstige) Rechnung dar, für die die Voraussetzungen des § 14c UStG zu prüfen sind.&amp;lt;ref name=&amp;quot;ftn28&amp;quot;&amp;gt;Vgl. BMF 2024, S. 11.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br /&amp;gt; &lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;border-left:4px solid #36c; background:#f8f9fa; padding:0.75em 1em; margin:0.5em 0;&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;b&amp;gt;Hinweis:&amp;lt;/b&amp;gt; Neben offiziellen E-Rechnungen können – insbesondere im europäischen Ausland (z.&amp;amp;nbsp;B. Frankreich) – PDF-Rechnungen eingehen mit beigefügten, &amp;lt;b&amp;gt;proprietären XML-Dateien&amp;lt;/b&amp;gt;, die nicht EN 16931-kompatibel sind und daher keine E-Rechnung im Sinne der EU-Richtlinie 2014/55/EU. Solche XMLs lassen sich nicht wie unten beschrieben prüfen und validieren und gelten nur als &amp;lt;b&amp;gt;Zusatzanlage zur PDF-Rechnung&amp;lt;/b&amp;gt; . &amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====== &amp;lt;span id=&amp;quot;Ref183531396&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt; &amp;lt;span id=&amp;quot;Toc184300211&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt; 2.2.2 &amp;lt;span style=&amp;quot;background-color:#00ffff;&amp;quot;&amp;gt;Validierung&amp;lt;/span&amp;gt;, &amp;lt;span style=&amp;quot;background-color:#00ff00;&amp;quot;&amp;gt;Prüfung&amp;lt;/span&amp;gt; und Wandlung einer XML-Datei in PDF ======&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die XML-Datei (XRechnung oder XML-Anhang einer ZUGFeRD-Rechnung) sollte validiert und geprüft werden, ob sie einem gültigen Format entspricht. Hierfür kann die XML-Datei mittels eines Validators geprüft werden. Es gibt hierfür eine Menge von &amp;lt;span style=&amp;quot;background-color:#00ffff;&amp;quot;&amp;gt;Online und Offline Validatoren&amp;lt;/span&amp;gt;.&amp;lt;ref name=&amp;quot;ftn29&amp;quot;&amp;gt;Vgl. Übersicht unter [https://easyfirma.net/e-rechnung/validieren https://easyfirma.net/e-rechnung/validieren]. &amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich empfehle mit dem Offline-Validator „'''Ultramarinviewer'''“&amp;lt;ref name=&amp;quot;ftn30&amp;quot;&amp;gt;Vgl. [https://www.ultramarinviewer.de https://www.ultramarinviewer.de] &amp;lt;/ref&amp;gt; zu arbeiten, da dieser die Dateien lokal im Unternehmen weiterverarbeitet. Zudem lässt sich mittels der Druckfunktion eine PDF-Datei (oder ein Papierdokument) aus der XML-Datei erzeugen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Folgenden werden die Arbeitsschritte mit dem Ultramarinviewer im Detail erläutert:&lt;br /&gt;
# &amp;lt;u&amp;gt;'''Herunterladen und installieren'''&amp;lt;/u&amp;gt; des Ultramarinviewer&lt;br /&gt;
#* Aktuell in der Version 1.2: [https://www.ultramarinviewer.de https://www.ultramarinviewer.de] &lt;br /&gt;
# &amp;lt;u&amp;gt;'''Öffnen'''&amp;lt;/u&amp;gt; des Ultramarinviewer&lt;br /&gt;
#* In der Windows-Suche in der Taskleiste suchen nach „Ultramarin“ und öffnen der App&lt;br /&gt;
# &amp;lt;u&amp;gt;'''XML-Datei öffnen '''(XRechnung und ZUGFeRD-PDF)&amp;lt;/u&amp;gt;''':''' Dieses Video zeigt 4 Wege, eine '''XML-Datei zu öffnen''': [https://www.ultramarinviewer.de/assets/Ultramarinviewer.mp4 https://www.ultramarinviewer.de/assets/Ultramarinviewer.mp4] &lt;br /&gt;
:: a) '''Drag and Drop''' einer '''XML-Datei''' einer E-Rechnung in die &amp;lt;u&amp;gt;'''Startseite'''&amp;lt;/u&amp;gt; des Ultramarinviewer.&lt;br /&gt;
:::* Das funktioniert ebenfalls mit den meisten '''ZUGFeRD-Rechnungen als PDF''', d. h. es kann die '''PDF-Datei''' per Drag and Drop in die Viewer-Startseite gezogen werden – es wird automatisch das eingebettete XML geöffnet!&lt;br /&gt;
:: b) „'''Datei öffnen'''“ klicken in der Menü-Leiste.&lt;br /&gt;
:: c) „'''Vorherige Datei'''“, „'''Nächste Datei'''“ in der Menü-Leiste nutzen. &lt;br /&gt;
:: d) („'''Senden an'''“: Rechtsklick auf eine XML-Datei und senden an Ultramarinviewer – hat bei mir nicht funktioniert. Ebenfalls traten mittels „'''Öffnen mit'''“ nach Rechtsklick auf eine Datei '''Fehler''' auf.)&lt;br /&gt;
: 4. &amp;lt;span style=&amp;quot;background-color:#00ffff;&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;u&amp;gt;'''XML-Datei validieren&amp;lt;/span&amp;gt; und &amp;lt;span style=&amp;quot;background-color:#00ff00;&amp;quot;&amp;gt;ZUGFeRD-Rechnung prüfen&amp;lt;/u&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;:'''&lt;br /&gt;
:: a) Kann die XML-Datei mit dem Ultramarinviewer &amp;lt;span style=&amp;quot;background-color:#00ffff;&amp;quot;&amp;gt;'''nicht geöffnet&amp;lt;/span&amp;gt; '''werden oder erscheint beim Öffnen eine Fehlermeldung, so ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass sie nicht validiert werden konnte und somit &amp;lt;span style=&amp;quot;background-color:#00ffff;&amp;quot;&amp;gt;'''keine valide XRechnungs-Datei'''&amp;lt;/span&amp;gt; ist. &lt;br /&gt;
:: b) Konnte die Datei dagegen &amp;lt;span style=&amp;quot;background-color:#00ffff;&amp;quot;&amp;gt;'''geöffnet&amp;lt;/span&amp;gt; '''werden, so ist sie &amp;lt;span style=&amp;quot;background-color:#00ffff;&amp;quot;&amp;gt;'''valide'''&amp;lt;/span&amp;gt;. Im Abschnitt „Zusätze“ unter „&amp;lt;span style=&amp;quot;background-color:#00ffff;&amp;quot;&amp;gt;Spezifikationskennung&amp;lt;/span&amp;gt;“ unten ist oft das verwendete XML-Schema eingetragen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Dataja:Wobraz_E6.png|600px|center]]&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:: c) Handelt es sich ursprünglich um eine &amp;lt;span style=&amp;quot;background-color:#00ff00;&amp;quot;&amp;gt;'''ZUGFeRD-Rechnung'''&amp;lt;/span&amp;gt;, dann sollten nun die &amp;lt;span style=&amp;quot;background-color:#00ff00;&amp;quot;&amp;gt;'''Datenfelder der XML'''&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;span style=&amp;quot;background-color:#00ff00;&amp;quot;&amp;gt; im Ultramarinviewer&amp;lt;/span&amp;gt; '''mit &amp;lt;span style=&amp;quot;background-color:#00ff00;&amp;quot;&amp;gt;den Daten der PDF-Rechnung'''&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;span style=&amp;quot;background-color:#00ff00;&amp;quot;&amp;gt; &amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;span style=&amp;quot;background-color:#00ff00;&amp;quot;&amp;gt;'''verglichen'''&amp;lt;/span&amp;gt; werden, um sicherzustellen, dass es sich &amp;lt;span style=&amp;quot;background-color:#00ff00;&amp;quot;&amp;gt;um identische Mehrstücke derselben Rechnung&amp;lt;/span&amp;gt; handelt, siehe Abschnitt 2.2.1. &lt;br /&gt;
:: d) Die Daten der geöffneten XML-Datei werden im Ultramarinviewer in '''5 Abschnitten''' angezeigt, wobei meist nur die ersten 3 Abschnitte befüllt sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Dataja:Wobraz_E7.png|500px|center]]&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:: e) &amp;lt;u&amp;gt;'''XML-Datei drucken'''&amp;lt;/u&amp;gt;: Die dargestellte '''XML-Datei '''(XRechnung oder ZUGFeRD-Anhang)''' kann nun als PDF gedruckt''' werden, z.&amp;amp;nbsp;B. zur Dokumentation oder wenn für den weiteren Buchungsprozess eine Datei zum Weiterverarbeiten benötigt wird. &lt;br /&gt;
::: i) Zunächst in der geöffneten Datei im Ultramarinviewer den '''Abschnitt''' wählen, der gedruckt werden soll. Dort mittels „'''Strg + P'''“ oder '''Rechtsklick''' auf die angezeigte XML-Datei und „'''Drucken'''“ das Druckmenü öffnen.&lt;br /&gt;
::: ii) Hier unter „Drucker“ einen '''PDF-Drucker wählen''', bspw. den „Microsoft Print to PDF“.&lt;br /&gt;
::: iii) Empfohlene '''Einstellungen'''&lt;br /&gt;
::::* '''Layout''': Hochformat&lt;br /&gt;
::::*  '''Seiten''': Alles&lt;br /&gt;
::::*  '''Farbe''': Farbe&lt;br /&gt;
::::*  '''Weitere''' Einstellungen:&lt;br /&gt;
::::*  '''Papierformat''': A4&lt;br /&gt;
::::*  '''Skalierung (%)''': Tatsächliche Größe&lt;br /&gt;
::::*  '''Seiten pro Blatt''': 1 oder 2 (oder ggf. 4)&lt;br /&gt;
::::*  '''Optionen''': Kopf- und Fußzeilen: ja; Hintergrundgrafiken: nein&lt;br /&gt;
::: iv) '''Wiederholen pro Abschnitt''', welcher buchungsrelevante Daten enthält.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* '''Hinweis''': Bei mir traten Fehler auf, wenn mehrere Instanzen des Ultramarinviewer geöffnet waren. Ebenfalle beim Öffnen einer Datei mittels Rechtsklick auf eine Datei im Explorer und „Öffnen mit“, dann konnte diese Datei nicht geöffnet und validiert werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====== &amp;lt;span id=&amp;quot;Toc184300212&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt; 2.2.3 Sachliche und rechnerische Prüfung der E-Rechnung ======&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die aus der XML-Datei gedruckten PDF-Dokumente können nun für die weitere Rechnungsbearbeitung verwendet werden, bspw. für die sachliche und rechnerische Prüfung der E-Rechnung. Bei einer ZUGFeRD-Rechnung kann bei identischen Rechnungsdaten auch das ursprüngliche PDF hierfür verwendet werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu beachten ist, dass sowohl die E-Rechnung in ihrer ursprünglichen Form als auch die zusätzlichen Dokumente unveränderlich aufbewahrt werden müssen, sofern an ihnen Aufzeichnungen enthalten sind, die für die Besteuerung von Bedeutung sind, z. B. Buchungsvermerke oder Unterschriften.&amp;lt;ref name=&amp;quot;ftn31&amp;quot;&amp;gt;Vgl. BMF 2024, S. 17.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====== &amp;lt;span id=&amp;quot;Toc184300213&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt; 2.3 Buchung und Zahlung der E-Rechnung ======&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Buchung und Zahlung einer E-Rechnung kann wie bisher erfolgen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====== &amp;lt;span id=&amp;quot;Ref183533885&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt; &amp;lt;span id=&amp;quot;Toc184300214&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt; 2.4 Aufbewahrung von E-Rechnungen ======&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zusammenfassend lässt sich das Schreiben des BMF 2024 wie folgt interpretieren, siehe Zitate unten. Für eine GoBD-konforme Aufbewahrung von E-Rechnungen ist folgendes notwendig:&lt;br /&gt;
* E-Rechnungen, insb. XRechnungen sowie der strukturierte XML-Teil einer ZUGFeRD-Rechnung, müssen in dem Format aufbewahrt werden, in dem sie empfangen wurden.&lt;br /&gt;
** Hierfür kann, aber muss nicht, die E-Mail samt Anhang archiviert werden.&lt;br /&gt;
* E-Rechnungen müssen während ihrer Aufbewahrungsfrist von min. 10 Jahren maschinell auswertbar sein. Sie dürfen nicht ausgedruckt aufbewahrt werden!&lt;br /&gt;
* Zusätzliche Dokumente (z. B. Bildteil einer hybriden Rechnung oder die als PDF gedruckte XML-Rechnung) müssen mit aufbewahrt werden, sofern sie Aufzeichnungen enthalten, die für die Besteuerung von Bedeutung sind, z. B. Buchungsvermerke oder Unterschriften zur sachlichen und rechnerischen Prüfung.&lt;br /&gt;
* Um die GoBD-Vorgaben zu erfüllen, müssen während der Aufbewahrungsphase die Unveränderbarkeit, Vollständigkeit und Nachvollziehbarkeit der gespeicherten Dokumente sichergestellt sein. Eine einfache Speicherung im Windows-Dateisystem erfüllt diese Anforderungen nicht. &lt;br /&gt;
* Mögliche technische Lösungen werden in im folgenden Abschnitt 2.5vorgestellt.&lt;br /&gt;
* Neben einer revisionssicheren Archivierung sollte eine Verfahrensdokumentation der technischen und organisatorischen Maßnahmen erstellt werden, vgl. Abschnitt 2.6.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Zitate und Verlinkungen zur Aufbewahrung von E-Rechnungen:'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Das Umsatzsteuergesetz sieht vor, dass Rechnungen '''zehn Jahre''' aufzubewahren sind ([https://www.gesetze-im-internet.de/ustg_1980/__14b.html § 14b Abs. 1 S. 1 UStG]). Elektronische Rechnungen müssen gemäß den jeweils gültigen Grundsätzen zur ordnungsgemäßen Führung und Aufbewahrung von Büchern, Aufzeichnungen und Unterlagen in elektronischer Form sowie zum Datenzugriff (GoBD) aufbewahrt werden. Elektronische Handels- oder Geschäftsbriefe und Buchungsbelege müssen '''in dem Format aufbewahrt werden, in dem Sie empfangen werden''' (Randziffer 131 der GoBD vom 28. November 2019). D.&amp;amp;nbsp;h. elektronische Rechnungen sind originär elektronisch aufzubewahren und '''müssen maschinell auswertbar''' sein (Randziffer 128 GoBD vom 28. November 2019). Eine Aufbewahrung elektronischer Rechnungen in ausgedruckter Form ist nicht möglich.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;ftn32&amp;quot;&amp;gt;Vgl. [https://www.ferd-net.de/standards/was-ist-zugferd/was-ist-zugferd.html https://www.ferd-net.de/standards/was-ist-zugferd/was-ist-zugferd.html] &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gemäß BMF 2024 ist „['''d]er strukturierte Teil einer E-Rechnung''' [...] '''so aufzubewahren''', dass dieser in seiner '''ursprünglichen Form''' vorliegt und die Anforderungen an die '''Unveränderbarkeit''' erfüllt werden. Eine '''maschinelle Auswertbarkeit''' seitens der Finanzverwaltung muss sichergestellt sein. Sofern in einem zusätzlich übersandten Dokument (z. B. Bildteil einer hybriden Rechnung) Aufzeichnungen enthalten sind, die für die Besteuerung von Bedeutung sind, z. B. Buchungsvermerke, sind diese ebenfalls so aufzubewahren, dass diese in ihrer ursprünglichen Form vorliegen und die Anforderungen an die Unveränderbarkeit erfüllt werden.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;ftn33&amp;quot;&amp;gt;Vgl. BMF 2024, S. 17.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Wird die elektronische Rechnung per E-Mail übersandt, so ist die '''E-Mail selbst''' als reines '''Transportmittel der Rechnung''' (= Briefumschlag der elektronischen Rechnung) grundsätzlich '''nicht aufzubewahren''', es sei denn, die E-Mail enthält der Rechnung zugehörige, aufbewahrungspflichtige Informationen.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;ftn34&amp;quot;&amp;gt;Vgl. [https://www.ferd-net.de/standards/was-ist-zugferd/was-ist-zugferd.html https://www.ferd-net.de/standards/was-ist-zugferd/was-ist-zugferd.html]&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;span id=&amp;quot;Ref183535663&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====== &amp;lt;span id=&amp;quot;Ref183609885&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt; &amp;lt;span id=&amp;quot;Toc184300215&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt; 2.5 Technische Lösungen für die Aufbewahrung von E-Rechnungen ======&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Um unter Windows eine GoBD-konforme Archivierung sicherzustellen, ist es entscheidend, dass die gespeicherten Dokumente unveränderbar, vollständig und nachvollziehbar sind. Die bloße Ablage von Dateien im Windows-Dateisystem erfüllt diese Anforderungen in der Regel nicht, da sie keine Mechanismen zur Verhinderung von Änderungen oder Löschungen ohne Protokollierung bietet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''WORM-Speichermedien für die Archivierung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
WORM ('''W'''rite '''O'''nce, '''R'''ead '''M'''any)-Medien sind Speichermedien, auf denen Daten einmalig gespeichert und anschließend nicht mehr verändert werden können. Dies stellt die Unveränderbarkeit der Daten sicher. Beispiele für WORM-Medien sind:&lt;br /&gt;
* '''Optische Speichermedien''': CD-R, DVD-R und BD-R (Blu-ray Disc Recordable) sind klassische WORM-Medien. &lt;br /&gt;
* '''Magneto-Optische Laufwerke''': Diese bieten hohe Speicherkapazitäten und Langlebigkeit, sind jedoch weniger verbreitet und erfordern spezielle Hardware.&amp;lt;ref name=&amp;quot;ftn35&amp;quot;&amp;gt;Bspw. Overland Tandberg [https://ftp1.overlandtandberg.com/website/website/DS_RDX_Family_EMEA.pdf https://ftp1.overlandtandberg.com/website/website/DS_RDX_Family_EMEA.pdf] &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* '''WORM-Festplatten bzw. Archivierugssysteme''': Einige Hersteller bieten spezielle Festplatten mit WORM-Funktionalität an, die eine einmalige Speicherung von Daten ermöglichen. Beispielsweise bieten EMC mit Centera sowie NetApp mit SnapLock solche Lösungen an.&amp;lt;ref name=&amp;quot;ftn36&amp;quot;&amp;gt;Bspw. [https://docs.netapp.com/de-de/ontap/snaplock https://docs.netapp.com/de-de/ontap/snaplock], [https://www.fast-lta.de/de/produkte/silent-brick-system https://www.fast-lta.de/de/produkte/silent-brick-system] &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* '''WORM USB'''-Sticks&amp;lt;ref name=&amp;quot;ftn37&amp;quot;&amp;gt;Bspw. [https://www.digikey.de/de/products/detail/flexxon-pte-ltd/FUUP008GME-XE00/16705751 https://www.digikey.de/de/products/detail/flexxon-pte-ltd/FUUP008GME-XE00/16705751] &amp;lt;/ref&amp;gt; können eine Lösung für die Archivierung darstellen.&lt;br /&gt;
* '''Softwarebasierte WORM-Lösungen''': Es gibt Softwarelösungen, die innerhalb des Windows-Dateisystems einen WORM-Bereich schaffen können. Beispielsweise bieten iTernity mit iCAS&amp;lt;ref name=&amp;quot;ftn38&amp;quot;&amp;gt;Vgl. [https://iternity.com/de/produkte/icas/ https://iternity.com/de/produkte/icas/] &amp;lt;/ref&amp;gt; sowie Synology mit DSM eine WORM-Funktionalität an, die es ermöglicht, Daten einmalig zu schreiben und mehrfach zu lesen, ohne dass sie verändert werden können.&amp;lt;ref name=&amp;quot;ftn39&amp;quot;&amp;gt;Vgl. [https://blog.synology.com/ger/anleitung-was-ist-worm-schreib-und-loeschschutz-in-synology-dsm https://blog.synology.com/ger/anleitung-was-ist-worm-schreib-und-loeschschutz-in-synology-dsm] und [https://kb.synology.com/de-de/DSM/tutorial/which_synology_nas_models_support_WriteOnce_and_secure_snapshots https://kb.synology.com/de-de/DSM/tutorial/which_synology_nas_models_support_WriteOnce_and_secure_snapshots] &lt;br /&gt;
&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wichtige Funktionen solcher Systeme:&lt;br /&gt;
* '''Unveränderbarkeit''': Dokumente können nach der Archivierung nicht mehr ohne Protokollierung verändert werden.&lt;br /&gt;
* '''Zugriffskontrollen''': Nur autorisierte Personen haben Zugriff auf die Dokumente.&lt;br /&gt;
* '''Protokollierung''': Alle Zugriffe und Änderungen werden lückenlos protokolliert.&lt;br /&gt;
* '''Sicherheitsmaßnahmen''': Schutz vor unbefugtem Zugriff und Datenverlust.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;color:#2f5496;&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====== &amp;lt;span id=&amp;quot;Ref183605446&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt; &amp;lt;span id=&amp;quot;Toc184300216&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt; 2.6 Verfahrensdokumentation ======&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gemäß den GoBD ist eine Verfahrensdokumentation zu erstellen. Sie dient dazu, alle technischen und organisatorischen Maßnahmen zur Verarbeitung und Archivierung von E-Rechnungen transparent und prüfungssicher darzustellen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Verfahrensdokumentation sollte die folgenden Punkte detailliert abdecken:&lt;br /&gt;
# '''Allgemeine Beschreibung des Unternehmens und der Organisation'''&lt;br /&gt;
#* Darstellung der Unternehmensstruktur und Zuständigkeiten.&lt;br /&gt;
#* Beschreibung der Abteilungen, die an der Verarbeitung von E-Rechnungen beteiligt sind.&lt;br /&gt;
# '''Aufbau der IT-Infrastruktur'''&lt;br /&gt;
#* Hardware: Server, Speichersysteme, Backup-Geräte.&lt;br /&gt;
#* Software: Eingesetzte Anwendungen für die Rechnungsverarbeitung und Archivierung.&lt;br /&gt;
#* Netzwerke: Netzwerkarchitektur und Sicherheitsmaßnahmen.&lt;br /&gt;
# '''Prozessbeschreibungen'''&lt;br /&gt;
#* Empfang von E-Rechnungen: Kanäle und Formate (z.B. E-Mail, Webportal).&lt;br /&gt;
#* Verarbeitung: Validierung, Datenextraktion und Weiterleitung.&lt;br /&gt;
#* Buchung: Integration in das Finanzbuchhaltungssystem.&lt;br /&gt;
#* Archivierung: Speichervorgänge und -orte, Zugriffsrechte.&lt;br /&gt;
# '''Internes Kontrollsystem (IKS)'''&lt;br /&gt;
#* Zugriffsrechte: Haben nur befugte Personen Zugriff auf archivierte Daten und Systeme?&lt;br /&gt;
#* Funktionstrennungen: Trennung von Verantwortlichkeiten zur Minimierung von Fehlern und Betrug.&lt;br /&gt;
#* Kontrollen: Regelmäßige Überprüfungen und Freigabeprozesse.&lt;br /&gt;
# '''Datensicherungskonzept'''&lt;br /&gt;
#* Backup-Strategien: Regelmäßigkeit und Methoden der Datensicherung.&lt;br /&gt;
#* Notfallplan: Maßnahmen bei Datenverlust oder Systemausfällen.&lt;br /&gt;
# '''Aufbewahrung'''&lt;br /&gt;
#* WORM-Speicher: Einsatz von &amp;quot;Write Once Read Many&amp;quot;-Technologien zur Sicherstellung der Unveränderbarkeit.&lt;br /&gt;
#* Archivierungsprozesse: Wie und wo werden die Daten langfristig gespeichert?&lt;br /&gt;
# '''Versionierung und Änderungshistorie'''&lt;br /&gt;
#* Dokumentation aller Änderungen am Verfahren und an den Systemen.&lt;br /&gt;
#* Protokollierung von Software-Updates und Prozessanpassungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Umsetzungsschritte'''&lt;br /&gt;
* '''Erstellung eines Projektteams''': Zusammensetzung aus IT, Buchhaltung und Compliance-Experten.&lt;br /&gt;
* '''Dokumentation der aktuellen Prozesse''': Erfassung des Ist-Zustands und Identifikation von Lücken.&lt;br /&gt;
* '''Dokumentation erstellen''': Ausführliche Beschreibung gemäß den oben genannten Punkten.&lt;br /&gt;
* '''Schulung der Mitarbeiter''': Sicherstellen, dass alle Beteiligten die Prozesse u. ihre Rollen verstehen.&lt;br /&gt;
* '''Regelmäßige Aktualisierung''': Die Verfahrensdokumentation sollte mindestens jährlich oder bei wesentlichen Änderungen aktualisiert werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
----&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ist-Analyse sorbische Welt der Digitalisierung von Arbeitsabläufen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Ergebnisse der Interviews zusammenfassen, Fokus Tools, Prozesse, Methoden und Weiterbildungen&lt;br /&gt;
* ggf. weiterführende Gespräche mit den betreffenden Institutionen, insb. zu Weiterbildungen von Arbeitnehmern&lt;br /&gt;
* auch Gespräche mit dem Bund sorbischer Handwerker und Unternehmer e. V. (https://www.domowina.de/?id=284)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Ergebnisse der Interviews ===&lt;br /&gt;
Im Rahmen der Erstellung des sorbischen Digitalisierungskonzeptes wurde 2021 der Ist-Stand im Themenbereich &amp;quot;Digitale Arbeitswelt&amp;quot; analysiert. Hierfür wurden Interviews mit  ausgewählten sorbischen Institutionen durchgeführt, um die spezifischen Anforderungen sorbischer Organisationen an die Digitalisierung zu identifizieren, zu analysieren und zusammenzufassen. In diesem Abschnitt präsentieren wir die Resultate dieser Interviews und interpretieren die daraus gewonnenen Erkenntnisse.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Interviews wurden mit Vertretern folgender sorbischer Institutionen durchgeführt:&lt;br /&gt;
* Domowina e. V. / Domowina z. t.&lt;br /&gt;
* Sprachzentrum WITAJ / Rěčny centrum WITAJ&lt;br /&gt;
* Stiftung für das sorbische Volk / Załožba za serbski lud&lt;br /&gt;
* Sorbisches Institut e. V. / Serbski institut z. t.&lt;br /&gt;
* Sorbisches National-Ensemble gGmbH / Serbski ludowy ansambl tzwr&lt;br /&gt;
* Domowina-Verlag GmbH / Ludowe nakładnistwo Domowina tzwr&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|+ Zusammenfassung der Digitalisierungsbedarfe von sorbischen Organisationen 2021&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Digitalisierungsbedarf !! Beschreibung !! Nennungen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Ermöglichen von '''Home-Office''' || &lt;br /&gt;
* ausreichend dienstliche Notebooks&lt;br /&gt;
* entsprechende IT-Infrastruktur&lt;br /&gt;
* interne Regelungen &lt;br /&gt;
| 6 von 6&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| hoher Anwendungs-'''Kenntnisstand der Mitarbeiter'''  || &lt;br /&gt;
* regelmäßige Weiterbildungen&lt;br /&gt;
* Wissenstransfer zu IT-Themen mittels Wissens-Mediatoren und Wissens-Pools&lt;br /&gt;
* Fachkreise&lt;br /&gt;
* Fachkräfte DB&lt;br /&gt;
| 5 von 6&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| [[12.2_Digitalisierung_von_Arbeitsabläufen#Dokumentenmanagementsystem_.28DMS.29 | '''Dokumentenablage''' / Dokumentenmanagementsystem (DMS)]] || &lt;br /&gt;
* leichtes Finden&lt;br /&gt;
* OCR inkl. sorbischer Buchstaben&lt;br /&gt;
* revisionssichere Ablage&lt;br /&gt;
* ggf. zentral genutzt von mehreren sorbischen Institutionen&lt;br /&gt;
* Arbeitskreis DMS über alle sorbischen Institutionen hinweg&lt;br /&gt;
| 5 von 6&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Cloudlösung''' / Kollaborationsplattform || &lt;br /&gt;
* auch Kommunikationsplattform&lt;br /&gt;
* für Dateiaustausch mit Externen&lt;br /&gt;
* zentral betriebene Cloud für alle sorbischen Institutionen wäre vorteilhaft&lt;br /&gt;
| 5 von 6&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| moderne '''IT-Infrastruktur''' || &lt;br /&gt;
* Standort- und Organisationsstruktur-übergreifende Infrastruktur&lt;br /&gt;
* höhere Upstream-Bandbreite der Server im Haus&lt;br /&gt;
* Virtualisierung der Serverumgebung&lt;br /&gt;
* Standortunabhängig&lt;br /&gt;
* ggf. extern administriert&lt;br /&gt;
* moderne Ausstattung des Neubaus am Lauengraben&lt;br /&gt;
| 5 von 6&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''IT-Fachkräfte''' || &lt;br /&gt;
* für IT-Management, CMS / Webseite&lt;br /&gt;
* sorbischsprachige IT-Fachkräfte&lt;br /&gt;
* leichter Zugriff auf interne, zentrale oder externe Fachkräfte&lt;br /&gt;
| 5 von 6&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| umfangreiche [[12.2_Digitalisierung_von_Arbeitsabläufen#Dreisprachigkeit| '''Unterstützung der Dreisprachigkeit''']] || &lt;br /&gt;
* MS Office&lt;br /&gt;
* Spracherkennung&lt;br /&gt;
* Übersetzungsdienst&lt;br /&gt;
* geographische Namen&lt;br /&gt;
* soziale Netzwerke&lt;br /&gt;
* aller Softwareprodukte und Webangebote&lt;br /&gt;
* leichteres Update der sorbischen Rechtschreibprüfung&lt;br /&gt;
| 4 von 6&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Projekt- und Aufgabenmanagement''' || &lt;br /&gt;
* auch übergreifendes Projektmanagement&lt;br /&gt;
| 4 von 6&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| [[12.2_Digitalisierung_von_Arbeitsabläufen#Customer_Relationship_Management_.28CRM.29_.2F_Content_Management_System_.28CMS.29| '''Customer-Relationship-Management'''-System (CRM)]] || &lt;br /&gt;
* für die Adress- und Verteilerpflege&lt;br /&gt;
| 4 von 6&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Foto-Archiv''' ||&lt;br /&gt;
*  mit Archivierung gedruckter Fotos&lt;br /&gt;
* Übergabe an das Kultur-Archiv&lt;br /&gt;
* Recherche im Kultur-Archiv&lt;br /&gt;
| 4 von 6&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| zentrale Verwaltung der '''IT-Assets''' ||&lt;br /&gt;
* IT-Inventar&lt;br /&gt;
* Lizenzen&lt;br /&gt;
* Softwareversionen&lt;br /&gt;
| 3 von 6&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''moderne Webseite'''  || &lt;br /&gt;
* Content Management System (CMS)&lt;br /&gt;
* gerne gemeinsam mit weiteren sorbischen Institutionen&lt;br /&gt;
| 3 von 6&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''IT-Support'''-Ansprechpartner || &lt;br /&gt;
* 1st-Level-Support&lt;br /&gt;
* definierte IT-Prozesse&lt;br /&gt;
* gern zentral organisiert für alle sorbischen Institutionen&lt;br /&gt;
| 2 von 6&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Organisationsstandard''' zur Dokumentenablage || &lt;br /&gt;
* Verringerung der Redundanzen der Daten&lt;br /&gt;
| 2 von 6&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| digitale '''Personalprozesse''' || &lt;br /&gt;
* Genehmigungsprozesse wie Urlaubsanträge&lt;br /&gt;
* Zeiterfassung&lt;br /&gt;
* Travel-Management&lt;br /&gt;
* Recruiting&lt;br /&gt;
| 2 von 6&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Dokumentenarchivierung''' || &lt;br /&gt;
*  Aufbewahrung von abgeschlossenen Vorgängen und Akten&lt;br /&gt;
* Übergabe an zentrales Kulturarchiv&lt;br /&gt;
| 2 von 6&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| moderne '''VoIP-Telefonanlage''' || &lt;br /&gt;
*&lt;br /&gt;
| 2 von 6&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Integration''' der vorhandenen Software || &lt;br /&gt;
* Schnittstellen&lt;br /&gt;
| 2 von 6&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| moderne '''Online-Shop'''-Lösung || &lt;br /&gt;
* gemeinsame Lösung&lt;br /&gt;
* inkl. moderner Bezahlmethoden&lt;br /&gt;
| 2 von 6&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Wissensmanagement''' || &lt;br /&gt;
* Intranet&lt;br /&gt;
* Wiki&lt;br /&gt;
| 2 von 6&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Pressemonitoring''' || &lt;br /&gt;
* auch zentral möglich &lt;br /&gt;
| 2 von 6&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Weitere Nennungen''' || &lt;br /&gt;
* Organisationsstandard für Zugriffe auf IT-Systeme &lt;br /&gt;
** arbeiten im Home-Office&lt;br /&gt;
** Zugriff per VPN&lt;br /&gt;
* Zeitgemäßes Redaktionssystem &lt;br /&gt;
** mit zeitnahen, aktuellen Angeboten und News über alle Kanäle &lt;br /&gt;
* Organisationsstandard für E-Mail-Umgang &lt;br /&gt;
** Ablage, Löschen und Archivieren von E-Mails&lt;br /&gt;
** einheitliche E-Mail-Adressen &lt;br /&gt;
** zentrales Pflegen von Adress- und Kontaktlisten&lt;br /&gt;
* Aufbau eines Digitalisierungszentrums&lt;br /&gt;
* Aufbau eines Forschungsdatenmanagements und wissenschaftlichen Informationsportals&lt;br /&gt;
* Organisationsstandard für Webkonten&lt;br /&gt;
** Benutzerkonten in sozialen Medien&lt;br /&gt;
** Webseiten etc. &lt;br /&gt;
* Moderne Buchhaltungslösung&lt;br /&gt;
** auch zentral organisiert und betrieben für alle sorbischen Institutionen, wenn mandantenfähig &lt;br /&gt;
| 1 von 6&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Sonstiges''' || &lt;br /&gt;
* Bündeln der Kräfte und Kapazitäten &lt;br /&gt;
** Angleichung der Software-Produkte über die sorbischen Institutionen &lt;br /&gt;
** Finden von Partnern in Wirtschaft und Politik &lt;br /&gt;
** Kooperationen mit anderen Minderheiten &lt;br /&gt;
** mit anderen sorbischen Institutionen:&lt;br /&gt;
** zentrale Fachkreise Digitalisierung, IT, Marketing u. a. &lt;br /&gt;
** schnelles und professionelles Übersetzen von Texten zwischen deutsch, ober- und niedersorbisch &lt;br /&gt;
** gemeinsame professionelle Auftritte in sozialen Medien (z. B. YouTube)  &lt;br /&gt;
** zentraler sorbischer News-Feed - zentrale Adressdatenbank&lt;br /&gt;
** zentrale Bereitstellung von Standardsoftware (z. B. Office)&lt;br /&gt;
** zentrale IT-Prozesse (Vergabe von Mails, Einrichtung Rechner etc.)&lt;br /&gt;
* Weiterentwicklung digitaler Prozesse&lt;br /&gt;
* Live-Streaming von Vorträgen&lt;br /&gt;
* Einheitliche E-Mail-Namenskonvention/E-Mails f. Mitarbeiter&lt;br /&gt;
* Optimierung Rechnungsworkflow&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nachfolgend sollen die ermittelten Digitalisierungsbedarfe sinnvoll zu Themenbereichen zusammengefasst und erläutert werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Dokumentenmanagementsystem (DMS) ====&lt;br /&gt;
Bei einem Großteil der Institutionen zeigt sich das Thema Dokumentenmanagementsystem als ein zentraler Bedarf.&lt;br /&gt;
Der Bedarf umfasst gängige Funktionalitäten eines DMS, wie visualisierte Ordnungsstrukturen, Checkin- / Checkout-Möglichkeiten von Dokumenten, Versionierung sowie datenbankgestützte Metadatenverwaltung zur Index-gestützten Dokumentensuche. Hierbei liegt die Anforderung nicht nur bei organisatorischen Prozessen, wie beispielsweise das Personalwesen oder das Rechnungswesen, sondern berührt auch die Archivierung und Durchsuchbarkeit von Dokumenten und Medien aus der Kulturgeschichte der Sorben. Inwieweit eine Verbindung zwischen einem aus organisatorischen Prozessen geprägten DMS und einem Archiv für kulturelle Dokumente und Medien sinnvoll ist, kann erst in der nachfolgenden Konzeption erörtert werden. &lt;br /&gt;
Ebenso relevant ist eine revisionssichere Archivierung von Rechnungen und buchhaltungsrelevanten Dokumenten im Sinne der Grundsätze zur ordnungsmäßigen Führung und Aufbewahrung von Büchern, Aufzeichnungen und Unterlagen in elektronischer Form sowie zum Datenzugriff (GoBD). Dies umfasst nicht nur die erwähnten Dokumente, sondern auch die Betrachtung der zugrundeliegenden E-Mail-Kommunikation. Die Konzeption zu Vorgaben der E-Mail-Archivierung ist somit ebenfalls Bestandteil einer Konzeption eines DMS.&lt;br /&gt;
Inwieweit ein zentrales institutionsübergeifendes DMS sinnvoll ist, ist auch eine Frage des zugrunde liegenden Datenmodells. Die Erhebung eines Datenmodells für alle relevanten Institutionen stellt einen ersten Schritt für eine Umsetzung dieses Bedarfes dar. Ohne die Kenntnisse der vorhandenen Daten und Informationen, der Informationsübergänge sowie deren von den Informationseigentümern eingeschätzte Kritikalität können vorhandene Synergieeffekte nur schwer eingeschätzt und genutzt werden. Ebenso können mit Hilfe des Datenmodells vorhandene Redundanzen der Daten und Informationen erkannt und konsolidiert werden. &lt;br /&gt;
Daher besteht auch seitens der Institutionen der Wunsch nach einer internen Arbeitsgruppe, welche die Anforderungen, Ideen und Konzepte der Institutionen gemeinsam bewertet und weiterentwickelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Customer Relationship Management (CRM) / Content Management System (CMS) ====&lt;br /&gt;
Bei einem Großteil der Institutionen zeigt sich der Bedarf an einer zentralen Möglichkeit zum Management von Inhalten für die Webauftritte und zur Öffentlichkeitsarbeit.&lt;br /&gt;
Bestehende CM-Systeme sind teilweise veraltet und ohne entsprechende Fachkenntnisse durch die Verantwortlichen nur schwer zu pflegen. Ein integriertes CMS erleichtert die Pflege und das Einbinden von Content plattformübergreifend und aktuell. &lt;br /&gt;
Kunden- und Kontaktinformationen zu relevanten Personen sind aktuell oft nicht zentral und für alle Beteiligten vorhanden. Dies erschwert eine professionelle Kommunikation nach außen. Es werden zentrale Datenbanken und Verteiler für dedizierte Zwecke vorgehalten, wie beispielsweise um Einladungen, Newsletter oder Veranstaltungsbewerbung zu verschicken. Ebenso ist es notwendig zentrale Datenbanken für Erstellung von Content zu implementieren. Hier kann sich eine Schnittstelle zu dem oben erwähnten Medienarchiv ergeben, da für die Erstellung von Content ein Zugriff auf ein Medienarchiv mit der entsprechenden Durchsuchbarkeit sinnvoll scheint. &lt;br /&gt;
Inwieweit eine institutionsübergreifende Lösung sinnvoll ist, ist Bestandteil einer nachfolgenden Konzeption. Seitens der Institutionen besteht der Wunsch nach einer zentralen Bündelung von Ressourcen im Bereich Öffentlichkeitsarbeit. Mechanismen der Mandantenfähigkeit sowie der Rechteverwaltung sind bei der Konzeption einer zentralen Lösung zu beachten. &lt;br /&gt;
Grundsätzlich besteht auch im Bereich der Öffentlichkeitsarbeit der Wunsch nach einem zentralen und institutionenübergreifenden Fachkreis, welcher den Austausch von Wissen im Umgang mit den technischen Lösungen und sozialen Medien ermöglicht, aber auch eine enge Zusammenarbeit der Institutionen bei der Konzeption gemeinsamer Image-Materialien, wie beispielsweise Flyer oder Videos, fördert. So besteht der Wunsch nach einem gemeinsamen Auftritt in den sozialen Medien sowie eines zentralen Pressemonitorings von sorbischen Medien, da individuell eingesetzte Tools, wie beispielsweise Google Alerts, die sorbische Schrift nicht erkennen.&lt;br /&gt;
Im Bereich der Onlineshops besteht der Bedarf nach einem integrierten Shopsystem, welches die Bestellprozesse, Lagerbestandsprüfungen, die Zahlungsabwicklung sowie den Rechnungsversand zentral und nach Möglichkeit automatisiert steuert, da manuelle Prozesse aktuell zum einen zu einem hohen Zeitverzug im Versand führen und auch innerhalb der Institutionen zeitliche Ressourcen für manuelle Prüfungen und Bestätigungen binden. &lt;br /&gt;
Für bestimmte Käufergruppen kann die aktuelle Shopstruktur unattraktiv wirken, da moderne Zahlungsmittel und Bewertungsfunktionalitäten nicht vorhanden sind. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Zentralisierung der IT-Fachkräfte / First-Level Support ====&lt;br /&gt;
Die Zusammenarbeit mit den IT-Dienstleistern Infotech und Omega wird von den meisten Institutionen als gut bis sehr gut beschrieben. Dennoch zeigte sich ein hoher Bedarf an „IT-Fachkräften“ für den First-Level-Support vor Ort am Arbeitsplatz der Mitarbeitenden. Diese könnten institutionsintern oder institutionsübergreifend angesiedelt werden und sollten im Bedarfsfall schnell einsatzbereit sein. &lt;br /&gt;
IT-affine Mitarbeiter der Institutionen übernehmen teilweise IT-Tätigkeiten, was einen hohen Ressourcenverbrauch bedeutet, da diese Zeit nicht für die originären Tätigkeiten der Mitarbeiter zur Verfügung steht. Zudem entsteht eine Exklusivität bei diesen Mitarbeitern. Zentrales Wissen sammelt sich bei einzelnen Mitarbeitern der Institutionen. Wenn diese Mitarbeiter die Institutionen verlassen, kommt es zu einem nicht unerheblichen Wegfall von Fachwissen. &lt;br /&gt;
Grundsätzlich zeigt sich der Bedarf an institutionsübergreifenden Fachkreisen und Arbeitsgruppen zum Thema IT, um Ideen, erarbeitete Konzepte und Erfahrungen gemeinsam regelmäßig auszutauschen. Aus diesen gemeinsamen Arbeitsgruppen entstehen zudem Synergien für IT-relevante Schulungen der anderen Mitarbeiter sowie ein institutionsübergreifendes Verständnis für die Fachkunde der beteiligten Mitarbeiter in den jeweiligen Institutionen. So wird Wissen nicht mehr bei einzelnen Mitarbeitern gesammelt, sondern steht dem Arbeitskreis und somit anderen Institutionen zur Verfügung. Über eine Vernetzung der IT-affinen Mitarbeiter der Institutionen, entsteht ein Bewusstsein dafür, welcher Mitarbeiter „Spezialist“ in welchem IT-relevanten Thema ist, so dass interne Fachkräfte schneller bekannt und für Sachverhalte ansprechbar sind. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Internes Wissens- und Informationsmanagement ====&lt;br /&gt;
Es zeigt sich sowohl auf der Ebene der Institutionen als auch institutionsübergreifend der Bedarf, vorhandenes Wissen zur Verfügung zu stellen sowie internes Wissen und Wissen anderer Institutionen leichter finden und nutzen zu können, beispielsweise in Form eines Wikis oder Intranets.&lt;br /&gt;
Dies betrifft zum einen Informationen, die das tägliche Arbeiten betreffen, wie z. B. Ansprechpartner, Prozesse, Arbeitsanweisungen etc. &lt;br /&gt;
Zum anderen sollen Informationen auch institutionsübergreifend ausgetauscht werden und Wissen zentral bereitgestellt werden können. Dies umfasst sowohl Informationen aus institutionsübergreifenden Arbeitsgruppen als auch den Zugang zu gemeinsamen Archivdaten, wie z.B. Bilder oder Texte.&lt;br /&gt;
Ein internes Wissens- und Informationsmanagement unterstützt folgende Ziele:&lt;br /&gt;
* innerinstitutionelle Informationsströme werden beschleunigt,&lt;br /&gt;
* es existiert eine sichere Datenbank, die innerinstitutionelle Informationen bündelt,&lt;br /&gt;
* es ermöglicht einen schnellen Zugriff und Erreichbarkeit aller Beteiligten,&lt;br /&gt;
* es ermöglicht Abläufe zu organisieren und transparent für alle zu kommunizieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Digitalisierung von Personalprozessen ====&lt;br /&gt;
Standardisierte Personalprozesse werden größtenteils noch händisch ausgeführt. Diese Prozesse sind ebenfalls durch Medienbrüche gekennzeichnet, was eine Nachverfolgbarkeit und Auswertbarkeit durch die Verantwortlichen erschwert. Dies betrifft maßgeblich folgende Prozesse:&lt;br /&gt;
* Urlaubsanträge&lt;br /&gt;
* Zeiterfassung&lt;br /&gt;
* Zentraler Abwesenheitskalender&lt;br /&gt;
* Freigabe-Prozesse für Home-Office etc.&lt;br /&gt;
* Personaldaten- und Vertragsverwaltung&lt;br /&gt;
* Dienstreisen&lt;br /&gt;
Hier besteht seitens der Institutionen der Wunsch nach einer Digitalisierung der standardisierten Personalprozesse mit einer Möglichkeit zur digitalen Signierung und Freigabe von Dokumenten. Als zentrale Vorgaben wurden ein leichtes Verständnis bzw. eine leichte Bedienbarkeit dieser Prozesse genannt sowie die Notwendigkeit, dass ein entsprechendes Tool die sorbischen Schriftzeichen verarbeiten und darstellen kann. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Kollaborationsplattformen ====&lt;br /&gt;
Auch der Wunsch nach einer Cloudlösung zum institutionsübergreifenden Austausch von Dokumenten wurde oft genannt. Hierbei beschränkt sich der Funktionsumfang einer Cloudlösung nicht nur auf den reinen Datentransfer, sondern soll um die Funktionalitäten einer Kollaborationsplattform erweitert werden. Diese soll sowohl die Zusammenarbeit von internen Mitarbeitern („Intranet“), als auch die Zusammenarbeit mit externen Personen („Extranet“) unterstützen.&lt;br /&gt;
Die Kernbereiche einer Kollaborationsplattform sind Kommunikation, Koordination und Kooperation. Mittels einer solchen digitalen Plattformen können komplexe Aufgaben und Projekte gemeinschaftlich ohne räumliche oder zeitliche Zwänge browserbasiert abgewickelt werden. Die Funktionalität reicht damit weit über den reinen Datentransfer hinaus. Nachfolgende Funktionen wurden im Rahmen der Interviews als notwendig erachtet:&lt;br /&gt;
* Kommunikationsunterstützung&lt;br /&gt;
* Projekt- und Aufgabenmanagement&lt;br /&gt;
* Informations- und Datenmanagement&lt;br /&gt;
* Administrative Funktionen&lt;br /&gt;
Ebenso besteht ein Bedarf nach dem rechtskonformen und sicheren Austausch von Daten und Dokumenten mit externen Dritten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Telefonie / Netzwerk / E-Mail ====&lt;br /&gt;
Einige Institutionen nutzen noch ISDN-basierte Telefonanlagen. Aufgrund der erweiterten Funktionalitäten wünschen sich diese Institutionen eine Umstellung auf eine IP-basierte Telefonie (VoIP).&lt;br /&gt;
Ein Problem, welches mehrere Institutionen sahen, war die zur Verfügung stehende Bandbreite, sowohl in den Institutionen als auch bei den jeweiligen Mitarbeitern im Home-Office. Die Netzwerkinfrastruktur zeigt sich teilweise instabil. Es kommt zu Verbindungsabbrüchen vor allem bei VPN-Zugriff auf die IT-Infrastruktur. &lt;br /&gt;
Es besteht der Wunsch die Netze von Bautzen und Cottbus über ein virtuelles lokales Netzwerk so zusammenzuschließen, dass alle Mitarbeiter alle Programme und Daten unabhängig vom Standort nutzen können. Dieses Netz soll nach Möglichkeit durch einen externen Dienstleister betreut werden.&lt;br /&gt;
Ein weiterer Bedarf in der digitalen Kommunikation zeigt sich in dem Wunsch, eine zentral gültige E-Mail-Konvention zu schaffen, welche eine eindeutige Namenskonvention für den Lokalteil der E-Mail-Adresse für alle Institutionen vorgibt. Als Lokalteil wird der Teil einer E-Mail-Adresse bezeichnet, der vor dem „@“-Zeichen steht und die Adresse innerhalb der Domain des E-Mail-Providers eindeutig bezeichnet. Typischerweise entspricht der Lokalteil dem Benutzernamen des Besitzers des E-Mail-Kontos. Zudem hat sich gezeigt, dass nicht alle Mitarbeiter eine dienstliche E-Mail-Adresse besitzen. So arbeiten Betreuer der Internate des Sprachzentrums WITAJ teilweise noch mit privaten E-Mail-Adressen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Mobiles Arbeiten ====&lt;br /&gt;
Die Möglichkeit für das mobile Arbeiten wird in zahlreichen Institutionen genutzt. Ebenso geben die meisten Institutionen an, ausreichend für das mobile Arbeiten vorbereitet zu sein. So wurde die Beschaffung der notwendigen Hardware (Laptops, Headsets etc.) von vielen Institutionen bereits durchgeführt oder wird aktuell durchgeführt.  &lt;br /&gt;
Zudem zeigt sich, dass der Remote-Zugriff auf lokale Arbeitsrechner teilweise ineffizient ist, da vor allem Anwendungen zur Kooperation, wie z. B. Videokonferenz-Anwendungen, nicht genutzt werden können. Dies liegt daran, dass Kamera und Mikrofon des lokalen Rechners über den Remote-Zugang nicht angesteuert werden können. Dies führt zu sog. „Work-Arounds“ bei denen alternative Kommunikationswege über private Mobilgeräte geführt werden. Diese „Work-Arounds“ können bei einem Datenaustausch personenbezogener Daten auch datenschutzrechtliche Relevanz entwickeln. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Dreisprachigkeit ====&lt;br /&gt;
Ein zentraler Bedarf besteht in der Möglichkeit, digitale Medien dreisprachig zu implementieren, zu konfigurieren und zu nutzen. Viele genutzte Medien bieten aktuell keine Dreisprachigkeit (Deutsch, Obersorbisch, Niedersorbisch). Es zeigt sich vor allem bei schon jetzt vorhandenen digitalen Angeboten der Wunsch, diese durchgängig dreisprachig anzubieten. Dies umfasst Webauftritte, soziale Medien und Webshops bis hin zu verwendeten Software-Lösungen für die tägliche Arbeit. Neben der Ansprache der jeweiligen Hersteller von Anwendungen zeigt sich, dass sich ein zentrales Verzeichnis aller Tools und Anwendungen für die Arbeit der Institutionen hilfreich wäre, welche bereits eine Dreisprachigkeit bieten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Forschungsdatenmanagement ====&lt;br /&gt;
Aufgrund der zu erwartenden Komplexität soll an dieser Stelle auf einen institutionsspezifischen Bedarf des Sorbischen Institutes eingegangen werden. Hier wurde der Aufbau eines Forschungsdatenmanagements als ein zentraler Bedarf genannt, um wettbewerbsfähig zu bleiben und die Richtlinien der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) einzuhalten, welche bei Nicht-Beachtung zum Ausschluss von der Drittmittelbeantragung führen. Ein Forschungsdatenmanagement (FDM) bezeichnet alle methodischen, konzeptionellen, organisato-rischen und technischen Maßnahmen und Verfahren zur Handhabung von Forschungsdaten über deren Lebenszyklus. Zum Forschungsdatenmanagement gehören zudem Festlegungen, was mit den Daten nach Abschluss eines Forschungsprojekts geschehen soll, also beispielsweise wo und wie die Daten archiviert werden und wer auf die archivierten Daten Zugriff erhält. &lt;br /&gt;
Eine technische Verwaltung der Forschungsdaten kann auf vielfältige Weise erfolgen. Das sorbische Institut wünscht sich eine Lösung, welche folgende Kriterien erfüllt:&lt;br /&gt;
* Zentrale Datenverwaltung, ggf. nach dem FAIR Data-Prinzipien; diese umfassen folgend Anforderungen:&lt;br /&gt;
** Findable: Die Daten sollen wieder auffindbar sein.&lt;br /&gt;
** Accessible: Die Daten sollen langfristig zugänglich sein.&lt;br /&gt;
** Interoperable: Die Daten sollen technisch nachnutzbar und mit anderen Datensätzen kombinierbar sein.&lt;br /&gt;
** Reusable: Die Daten sollen analytisch und intellektuell wieder verwendbar sein.&lt;br /&gt;
* Auswertungs- und Reportingmöglichkeiten&lt;br /&gt;
* Kooperatives Repository für wissenschaftliche Kooperationen&lt;br /&gt;
* Langzeitarchivierung der Forschungsdaten mit einem persistenten Zugang für Berechtigte&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Soll-Konzeption Digitalisierung von Arbeitsabläufen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Maßnahmen entwickeln'''&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
	    Welche Maßnahmen und Schritte sind notwendig, um die „Digitalisierung von Arbeitsabläufen     inkl. Weiterbildungen für Arbeitnehmer“ voranzubringen oder gar als Dienstleistung für sorbische Kulturgutträger anzubieten?&lt;br /&gt;
* Beschreibung der Maßnahmen inkl. ihrer Schritte&lt;br /&gt;
* Bewertung der Maßnahmen (grobe Aufwandsschätzung)&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Měrko Šenk</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://koncept.serbski-inkubator.de/index.php?title=12.2_Digitalisierung_von_Arbeitsabl%C3%A4ufen&amp;diff=1013</id>
		<title>12.2 Digitalisierung von Arbeitsabläufen</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://koncept.serbski-inkubator.de/index.php?title=12.2_Digitalisierung_von_Arbeitsabl%C3%A4ufen&amp;diff=1013"/>
		<updated>2025-11-06T12:21:38Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Měrko Šenk: /*   2.6 Verfahrensdokumentation */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;== Einleitung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieser Themenbereich beinhaltet die Unterstützung des Anwenders beim Arbeiten mit elektronischen Geräten in den sorbischen Sprachen. Im Fokus steht hier die Interaktion von Menschen mit elektronischen Geräten in beruflichen Kontexten in der &lt;br /&gt;
* öffentlichen Verwaltung, &lt;br /&gt;
* Forschung, &lt;br /&gt;
* Handwerk und &lt;br /&gt;
* Dienstleistungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Visionen und Ziel für die sorbische digitale Welt ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Vision 2030 ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:0.501cm;margin-right:0cm;&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;span style=&amp;quot;color:#000000;&amp;quot;&amp;gt;„Sorben und Sorbisch-Lernende schreiben sehr leicht ober- und niedersorbisch auf elektronischen Geräten und werden vom Gerät dabei unterstützt, ihre sorbische Muttersprache respektive ihre Sprachfähigkeiten im Alltag oft und leicht anzuwenden.“&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:0.501cm;margin-right:0cm;&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;span style=&amp;quot;color:#000000;&amp;quot;&amp;gt;„Sorben und Sorbisch-Lernende nutzen für die Interaktion mit elektronischen Geräten die gesprochene sorbische Sprache (gleichwertig zur geschriebenen Sprache und gleichwertig zur deutschen Sprache).“&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Konkrete Visionen 2025 ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:0.501cm;margin-right:0cm;&amp;quot;&amp;gt;„Mitarbeitende in sorbischen Verwaltungen und Unternehmen nutzen sorbische Benutzeroberflächen und wenden damit ihre sorbische Muttersprache im Arbeitsalltag oft und leicht an.“&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:0.501cm;margin-right:0cm;&amp;quot;&amp;gt;„Potenzielle Auftragnehmer und Arbeitnehmer sind mittels digitaler Technologien gut vernetzt mit sorbischen Auftraggebern und Arbeitgebern, sie werden über neue Aufträge und Gesuche informiert sowie präsentieren ihre Angebote und Leistungen.“&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Konkretes Ziel ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| style=&amp;quot;border-spacing:0;&amp;quot;&lt;br /&gt;
|- style=&amp;quot;background-color:#e2efd9;border:0.25pt solid #808080;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.123cm;padding-right:0.123cm;&amp;quot;&lt;br /&gt;
|| &amp;lt;div style=&amp;quot;color:#000000;&amp;quot;&amp;gt;In einer sorbischen Institutionen wird ein Programm mit vollständig sorbischer Sprachunterstützung genutzt.&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;color:#000000;&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ist-Analyse Digitalisierung von Arbeitsabläufen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Recherche und Abgrenzung des Themas ===&lt;br /&gt;
Eine moderne digitale Arbeitswelt umfasst verschiedene Bereiche, die durch den Einsatz digitaler Technologien und Lösungen geprägt sind. Die Digitalisierung bietet zahlreiche Möglichkeiten, Arbeitsabläufe effizienter und schneller zu gestalten. &lt;br /&gt;
Im Folgenden liegt der Schwerpunkt der Analyse auf Organisationsformen, die hauptsächlich im sorbischen Sprachraum vorkommen. Diese Organisationsformen sind&lt;br /&gt;
* '''Öffentliche Verwaltung und Forschung'''&lt;br /&gt;
* '''Handwerk und Dienstleistungen'''&lt;br /&gt;
* '''Vereine'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Digital unterstützbare Bereiche in Organisationen ===&lt;br /&gt;
Die folgenden Bereiche von Organisationen können digital unterstützt werden und sollten in einer modernen Arbeitswelt von öffentlichen Verwaltungen, im Handwerk und bei Dienstleistern beachtet werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Übergreifende Bereiche ====&lt;br /&gt;
* '''Kommunikation, Kollaboration, Wissensmanagement'''&lt;br /&gt;
** E-Mail, Kalender&lt;br /&gt;
** Chat, Videokonferenzen &lt;br /&gt;
** Kollaborative Plattformen, gemeinsame digitale Arbeitsräume, Foren, soziale Intranets, Portale&lt;br /&gt;
** Projekt- und Aufgabenmanagement&lt;br /&gt;
* '''Dokumentenmanagement und Archivierung'''&lt;br /&gt;
** Elektronische Aktenführung und Dokumentenmanagement-Systeme&lt;br /&gt;
** Austausch von Dokumenten&lt;br /&gt;
** Aufbewahrung und Archivierung und von Dokumenten&lt;br /&gt;
* '''Datenmanagement, Analyse, Datenschutz'''&lt;br /&gt;
** Datenanalyse-Tools und Business Intelligence&lt;br /&gt;
** Datensicherheit und Datenschutz&lt;br /&gt;
** Open Data&lt;br /&gt;
* '''Prozessmanagement und Automatisierung'''&lt;br /&gt;
** Prozessanalyse und -optimierung&lt;br /&gt;
** Automatisierung von Verwaltungsprozessen&lt;br /&gt;
* '''Schulungen, Weiterbildungen, Trainings'''&lt;br /&gt;
** E-Learning-Plattformen und Online-Schulungen&lt;br /&gt;
** Digitale Kompetenzentwicklung und Schulungsprogramme&lt;br /&gt;
** Wissensmanagement und interne Schulungen&lt;br /&gt;
* '''IT-Infrastruktur und Technologie'''&lt;br /&gt;
** Netzwerk- und Kommunikationstechnologien&lt;br /&gt;
** Cloud Computing und Virtualisierung&lt;br /&gt;
** Cybersecurity und Informationssicherheit&lt;br /&gt;
** Elektronische Signaturen und Authentifizierung&lt;br /&gt;
** Mobile Arbeitsumgebungen&lt;br /&gt;
* Buchführung und Finanzen&lt;br /&gt;
* Marketing, Vertrieb&lt;br /&gt;
* Kundenmanagement, Kundeninteraktion, Support&lt;br /&gt;
* Personalmanagement / Mitarbeiterverwaltung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Ergänzende Bereiche in öffentlichen Verwaltungen ====&lt;br /&gt;
* Antragsmanagement&lt;br /&gt;
* Sonstige Verwaltung / Ressourcenmanagement&lt;br /&gt;
** Inventar, Lager&lt;br /&gt;
** Fuhrpark&lt;br /&gt;
** Immobilien&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Ergänzende Bereiche in der Forschung ====&lt;br /&gt;
* Forschungsdatenmanagement&lt;br /&gt;
* Open Science&lt;br /&gt;
* Simulation und Modellierung&lt;br /&gt;
* Literaturrecherche&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Ergänzende Bereiche im Handwerk und bei Dienstleistern ====&lt;br /&gt;
* Auftragsmanagement&lt;br /&gt;
** Angebote&lt;br /&gt;
** Zeiterfassung&lt;br /&gt;
** Dokumentation&lt;br /&gt;
** Terminplanung&lt;br /&gt;
* Materialbeschaffung und Lagerverwaltung&lt;br /&gt;
* Arbeitsvorbereitung &lt;br /&gt;
** Planung und Simulation (CAD, virtuelle Realität)&lt;br /&gt;
&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''zusammenfassend sollen im Folgenden die wesentlichen Bereiche analysiert werden'''&lt;br /&gt;
* Kommunikation, Kollaboration, Wissensmanagement&lt;br /&gt;
* Dokumentenmanagement und Archivierung&lt;br /&gt;
* Datenmanagement, Analyse, Datenschutz&lt;br /&gt;
* Prozessmanagement und Automatisierung&lt;br /&gt;
* Schulungen und Weiterbildung&lt;br /&gt;
* IT-Infrastruktur und Technologie&lt;br /&gt;
* Buchhaltung und Finanzen&lt;br /&gt;
* Marketing, Vertrieb, Kundenmanagement&lt;br /&gt;
* Personalmanagement / Mitarbeiterverwaltung&lt;br /&gt;
&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Aktuelle Standards in den Bereichen von Organisationen ===&lt;br /&gt;
In diesem Abschnitt sollen aktuelle Standards genannt werden, die in den oben gennanten Bereichen von Organisationen derzeit gelten.&lt;br /&gt;
* Überblick über den Status quo der Digitalisierung in der Arbeitswelt&lt;br /&gt;
* Welche (digitalen) Standards (Tools, Prozesse, Methoden etc.) gibt es in den einzelnen Bereichen?&lt;br /&gt;
* inkl. der Komponenten (Dokumenten-, Prozess-, Wissensmanagement, elektronische Unterschriften mittels Zertifikaten usw.)&lt;br /&gt;
* Entwicklung von Nutzungs-Szenarien (Soll-Zustand)&lt;br /&gt;
* wesentliche Bereiche identifizieren, in diesen status quo ermitteln an Methoden, Tools, Prozessen&lt;br /&gt;
* Überblick erstellen über den Status quo der Weiterbildungen von Arbeitnehmern (von Verwaltungen)&lt;br /&gt;
&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====E-Rechnungs-Standards in der Buchhaltung: XRechnung und ZUGFeRD-Rechnung ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Inhaltsverzeichnis ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[#Toc184300204|1 Pflicht zur E-Rechnung: rechtliche Anforderungen]]&lt;br /&gt;
:[[#Toc184300205|1.1 E-Rechnung: Einführungstermine und Rahmenbedingungen]]&lt;br /&gt;
:[[#Toc184300206|1.2 Zulässige Formate für elektronische Rechnungen]]&lt;br /&gt;
[[#Toc184300207|2 E-Rechnungen empfangen, bearbeiten und aufbewahren]]&lt;br /&gt;
:[[#Toc184300208|2.1 Eingang von E-Rechnungen]]&lt;br /&gt;
:[[#Toc184300209|2.2 NEU: Prüfung einer E-Rechnung]]&lt;br /&gt;
::[[#Toc184300210|2.2.1 ZUGFeRD-Rechnung: Abweichungen zwischen PDF und XML?]]&lt;br /&gt;
::[[#Toc184300211|2.2.2 Validierung, Prüfung und Wandlung einer XML-Datei in PDF]]&lt;br /&gt;
::[[#Toc184300212|2.2.3 Sachliche und rechnerische Prüfung der E-Rechnung]]&lt;br /&gt;
:[[#Toc184300213|2.3 Buchung und Zahlung der E-Rechnung]]&lt;br /&gt;
:[[#Toc184300214|2.4 Aufbewahrung von E-Rechnungen]]&lt;br /&gt;
:[[#Toc184300215|2.5 Technische Lösungen für die Aufbewahrung von E-Rechnungen]]&lt;br /&gt;
:[[#Toc184300216|2.6 Verfahrensdokumentation]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span id=&amp;quot;DMS3&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt; &amp;lt;span style=&amp;quot;color:#2f5496;&amp;quot;&amp;gt;Dokumentenlenkung&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| style=&amp;quot;border-spacing:0;width:15.993cm;&amp;quot;&lt;br /&gt;
|- style=&amp;quot;background-color:#d9d9d9;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot;&lt;br /&gt;
|| '''Datum'''&lt;br /&gt;
|| '''Version'''&lt;br /&gt;
|| '''Verfasser'''&lt;br /&gt;
|| '''Bemerkungen'''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | 27.11.2024&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | 1.0&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | Mirko Schenk&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | Erstellung erste Version&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | 05.12.2024&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | 1.1&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | Mirko Schenk&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | Ergänzung Prüfung, ob PDF eine ZUGFeRD-Rechnung ist&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hinweis: Grundsätzlich gilt bei allen personenbezogenen Bezeichnungen die gewählte Form für Angehörige aller Geschlechter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== &amp;lt;span id=&amp;quot;Toc184300204&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt; 1. Pflicht zur E-Rechnung: rechtliche Anforderungen  =====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ab dem 1. Januar 2025 gilt die Pflicht zum Empfang von E-Rechnungen für Unternehmen und öffentliche Einrichtungen gemäß der EU-Richtlinie 2014/55/EU sowie deren Umsetzung im deutschen Wachstumschancengesetz und im Umsatzsteuergesetz (UStG). Im vorliegenden Dokument sind hierfür die Anforderungen an und notwendigen Anpassungen bei den Buchhaltungsabläufen erläutert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Anleitung gilt, bis die Buchhaltungsabteilung über eine spezialisierte Software für den Empfang und die Aufbewahrung von E-Rechnungen verfügt oder bis das Docuware-Dokumenten­management­system (DMS) den Betrieb aufnimmt, welches diese Aufgabe übernehmen kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====== &amp;lt;span id=&amp;quot;Toc184300205&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt; 1.1 E-Rechnung: Einführungstermine und Rahmenbedingungen ======&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Verpflichtende''' &amp;lt;u&amp;gt;Annahme&amp;lt;/u&amp;gt; von E-Rechnungen''': &lt;br /&gt;
** Ab dem 1. Januar &amp;lt;u&amp;gt;'''2025'''&amp;lt;/u&amp;gt; müssen Sie in der Lage sein, E-Rechnungen zu empfangen, zu verarbeiten und zu archivieren. - Gleichzeitig kann jedoch mit Lieferanten und Rechnungs­stellern ein anderes Rechnungsformat vereinbart werden.&lt;br /&gt;
* Verpflichtender''' &amp;lt;u&amp;gt;Versand&amp;lt;/u&amp;gt; von E-Rechnungen''': &lt;br /&gt;
** Ab dem 1. Januar &amp;lt;u&amp;gt;'''2027'''&amp;lt;/u&amp;gt; sind Unternehmen mit einem Vorjahresumsatz von mehr als 800.000 € verpflichtet, im B2B-Bereich E-Rechnungen zu versenden - bei einem Vorjahresumsatz unter 800.000&amp;amp;nbsp;€ sind sie ab dem 1. Januar &amp;lt;u&amp;gt;'''2028'''&amp;lt;/u&amp;gt; dazu verpflichtet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* '''Anwendungsbereich:'''&lt;br /&gt;
** inländische '''B2B-Umsätze''': d. h. Umsätze zwischen inländischen Unternehmen&lt;br /&gt;
* '''Ausnahmen:'''&lt;br /&gt;
** Rechnungen an Privatpersonen ('''B2C-Bereich''')&lt;br /&gt;
** Rechnungen für steuerfreie Leistungen&lt;br /&gt;
** Kleinbetragsrechnungen bis 250 Euro&lt;br /&gt;
** Fahrausweise und Fahrscheine&lt;br /&gt;
* '''Formatvorgaben für E-Rechnungen: '''&lt;br /&gt;
** E-Rechnungen müssen – wenn sie verwendet werden – in einem strukturierten, maschinenlesbaren elektronischen Format vorliegen, wie z. B. '''XRechnung''' oder '''ZUGFeRD''' (gemäß der EU-Richtlinie 2014/55/EU und der Normenreihe EN 16931). &lt;br /&gt;
** Alternativ kann zwischen Rechnungssteller und -empfänger ein anderes Format vereinbart werden, solange es eine vollständige Extraktion der nach dem UStG erforderlichen Angaben ermöglicht und mit der europäischen Norm (EN 16931) kompatibel ist. Beispielsweise kann das EDI-Verfahren weiterhin genutzt werden.&lt;br /&gt;
* '''Keine E-Rechnungen:''' Ab dem 1. Januar 2025 gelten reine PDF-Rechnungen, Papierrechnungen, Bilddateien oder E-Mails als '''sonstige Rechnungen''' und nicht als E-Rechnungen.&lt;br /&gt;
* '''Prozessanpassungen:''' Buchhaltungsprozesse müssen an die Verarbeitung von E-Rechnungen angepasst werden, um eine effiziente und rechtskonforme Handhabung zu gewährleisten.&lt;br /&gt;
* '''GoBD-Compliance:''' Die Verarbeitung und insbesondere die Archivierung von E-Rechnungen muss den GoBD&amp;lt;ref name=&amp;quot;ftn1&amp;quot;&amp;gt;Vgl. [https://ao.bundesfinanzministerium.de/ao/2023/Anhaenge/BMF-Schreiben-und-gleichlautende-Laendererlasse/Anhang-64/inhalt.html https://ao.bundesfinanzministerium.de/ao/2023/Anhaenge/BMF-Schreiben-und-gleichlautende-Laendererlasse/Anhang-64/inhalt.html] &amp;lt;/ref&amp;gt; entsprechen und '''unveränderbar''', vollständig und nachvollziehbar sein. Neben einer revisionssicheren Archivierung sollte eine '''Verfahrensdokumentation '''der technischen und organisatorischen Maßnahmen erstellt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====== &amp;lt;span id=&amp;quot;Ref183532442&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt; &amp;lt;span id=&amp;quot;Toc184300206&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt; 1.2 Zulässige Formate für elektronische Rechnungen ======&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
E-Rechnungen müssen der europäischen Norm für die elektronische Rechnungsstellung sowie der Liste der entsprechenden Syntaxen gemäß der Richtlinie 2014/55/EU entsprechen. Folgende Formate sind zulässig:* &amp;lt;u&amp;gt;'''XRechnung&amp;lt;/u&amp;gt;:''' Strukturiertes '''XML-Format''' für den Austausch von Rechnungen, aktuell in der Version 3.0.2&amp;lt;ref name=&amp;quot;ftn21&amp;quot;&amp;gt;[https://xeinkauf.de/dokumente https://xeinkauf.de/dokumente] &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;/ref&amp;gt; - ähnlich einer Textdatei mit maschinenlesbarer Struktur.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Dataja:Wobraz_E1_Org.png|500px|center]]&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* &amp;lt;u&amp;gt;'''ZUGFeRD-Rechnung&amp;lt;/u&amp;gt;:''' Hybrides Format aus '''PDF'''-Datei (Format PDF/A-3) '''mit eingebetteter strukturierter XML-Datei''' als Anhang. Der ZUGFeRD-Standard wurde in Deutschland entwickelt ('''Z'''entraler '''U'''ser '''G'''uide des '''F'''orums '''e'''lektronische '''R'''echnung '''D'''eutschland) und liegt aktuell in der Version 3.2 vor.&amp;lt;ref name=&amp;quot;ftn22&amp;quot;&amp;gt;[https://www.ferd-net.de/standards/zugferd-versionsarchiv/zugferd-versionen.html https://www.ferd-net.de/standards/zugferd-versionsarchiv/zugferd-versionen.html] &amp;lt;/ref&amp;gt; Es gibt 5 ZUGFeRD-Profile, die sich im Umfang unterscheiden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;ftn23&amp;quot;&amp;gt;[https://www.ferd-net.de/faqs/allgemeine-technische-fragen-zur-erechnung/index.html https://www.ferd-net.de/faqs/allgemeine-technische-fragen-zur-erechnung/index.html] &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Dataja:Wobraz_E2.png|600px|center]]&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* '''Sonstige Formate:''' Weitere europäische Rechnungsformate, die dem genannten Standard entsprechen, wie z. B. EDI, Factur-X (Frankreich) oder '''Peppol'''-BIS Billing.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== &amp;lt;span id=&amp;quot;Toc184300207&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt; 2. E-Rechnungen empfangen, bearbeiten und aufbewahren =====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nachfolgend wird der neue Ablauf in der Buchhaltung beschrieben, wenn E-Rechnungen eingehen; grundsätzlich bleibt es jedoch möglich, dass die Buchhaltung den Lieferanten oder Rechnungssteller kontaktiert und um eine klassische Rechnung bittet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der grundsätzliche '''Rechnungseingangsprozess''' bleibt gleich:&lt;br /&gt;
# Rechnungseingang, vgl. Abschnitt [[#Toc184300208|2.1]]&lt;br /&gt;
# Rechnungsprüfung, vgl. Abschnitt [[#Toc184300209|2.2]]&lt;br /&gt;
# Buchung und Zahlung, vgl. Abschnitt [[#Toc184300213|2.3]]&lt;br /&gt;
# Aufbewahrung und Archivierung, vgl. [[#Toc184300214|2.4]]&lt;br /&gt;
[[Dataja:Wobraz_E3.jpg|500px]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====== &amp;lt;span id=&amp;quot;Ref183533790&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt; &amp;lt;span id=&amp;quot;Toc184300208&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt; &amp;lt;span id=&amp;quot;Ref183533796&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt; 2.1 &amp;lt;span style=&amp;quot;background-color:#ffff00;&amp;quot;&amp;gt;Eingang von E-Rechnungen&amp;lt;/span&amp;gt; ======&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* ZUGFeRD- und XRechnungen können über verschiedene Übertragungswege wie E-Mail, elektronische Plattformen, File-Download, FTP oder direkte Integrationen von IT-Systemen empfangen werden.&lt;br /&gt;
* Üblicherweise werden E-Rechnungen per E-Mail als Anhang eingehen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''NEU''': Ab dem 1.1.2025 ist es notwendig festzustellen, ob es sich bei einer &amp;lt;span style=&amp;quot;background-color:#ffff00;&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;u&amp;gt;'''per E-Mail eingehenden PDF-Rechnung'''&amp;lt;/u&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;span style=&amp;quot;background-color:#ffff00;&amp;quot;&amp;gt; um eine &amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;span style=&amp;quot;background-color:#ffff00;&amp;quot;&amp;gt;'''E-Rechnung vom Typ ZUGFeRD'''&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;span style=&amp;quot;background-color:#ffff00;&amp;quot;&amp;gt; handelt&amp;lt;/span&amp;gt; oder um eine „normale“ PDF-Rechnung („sonstige Rechnung“, siehe S. 2). Hierfür empfehle ich folgende Prüfschritte:&lt;br /&gt;
# '''PDF-Datei öffnen:'''&amp;amp;nbsp;Öffnen Sie die Datei mit einem PDF-Viewer (z. B. Adobe Acrobat Reader).&lt;br /&gt;
# '''Prüfen auf Hinweise im Dateinamen und Text:'''&amp;amp;nbsp;Suchen Sie nach Angaben wie „ZUGFeRD“, „Eingebettete XML-Daten“ oder „Diese Datei enthält strukturierte Rechnungsdaten“.&lt;br /&gt;
# &amp;lt;span style=&amp;quot;background-color:#ffff00;&amp;quot;&amp;gt;'''Prüfen auf Anhänge&amp;lt;/span&amp;gt;:'''&amp;amp;nbsp;Die meisten PDF-Viewer zeigen Anhänge bzw. eingebettete Dateien mit einem &amp;lt;span style=&amp;quot;background-color:#ffff00;&amp;quot;&amp;gt;'''Büroklammer-Symbol'''&amp;lt;/span&amp;gt; an. Beim Anklicken dieses Symbols wird die XML-Datei sichtbar, was auf eine ZUGFeRD-Rechnung hinweist. – Fehlt das Büroklammer-Symbol, so enthält das PDF keine Anlagen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Dataja:Wobraz_E4.png|600px]]&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Dataja:Wobraz_E5.png|600px|center]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====== &amp;lt;span id=&amp;quot;Ref183533812&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt; &amp;lt;span id=&amp;quot;Toc184300209&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt; 2.2 NEU: Prüfung einer E-Rechnung ======&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Den bisherigen fachlichen und rechnerischen Prüfungen von Rechnungen muss nun die &amp;lt;span style=&amp;quot;background-color:#00ffff;&amp;quot;&amp;gt;'''Validierung der XML-Datei'''&amp;lt;/span&amp;gt; einer E-Rechnung vorangehen. Dies ist die technische Prüfung auf Korrektheit des XML-Schemas mittels eines Validators, vgl. Abschnitt 2.2.2. Gleichzeitig sollte bei &amp;lt;span style=&amp;quot;background-color:#00ff00;&amp;quot;&amp;gt;ZUGFeRD-Rechnungen&amp;lt;/span&amp;gt; auf &amp;lt;span style=&amp;quot;background-color:#00ff00;&amp;quot;&amp;gt;Abweichungen zwischen PDF- und eingebetteter XML-Rechnung&amp;lt;/span&amp;gt; geprüft werden. Wie das praktisch umgesetzt werden kann, ist auf der Seiten 5 erläutert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====== &amp;lt;span id=&amp;quot;Ref183533361&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt; &amp;lt;span id=&amp;quot;Toc184300210&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt; 2.2.1 ZUGFeRD-Rechnung: Abweichungen zwischen PDF und XML? ======&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach dem Empfang einer ZUGFeRD-Rechnung sollte eine Prüfung erfolgen, um sicherzustellen, dass die XML-Datei und die PDF-Darstellung keine Abweichungen aufweisen. Im Fall von Abweichungen können beide Bestandteile gemäß BMF 2024 als eigenständige Rechnungen gelten.&amp;lt;ref name=&amp;quot;ftn24&amp;quot;&amp;gt;Vgl. BMF 2024, S. 10: Bundesministerium der Finanzen (BMF). (2024). ''Ausstellung von Rechnungen nach § 14 UStG; Einführung der obligatorischen elektronischen Rechnung bei Umsätzen zwischen inländischen Unternehmern ab dem 1. Januar 2025''. BMF-Schreiben vom 15. Oktober 2024. Verfügbar unter: [https://www.bundesfinanzministerium.de/Content/DE/Downloads/BMF_Schreiben/Steuerarten/Umsatzsteuer/2024-10-15-einfuehrung-e-rechnung.pdf https://www.bundesfinanzministerium.de/Content/DE/Downloads/BMF_Schreiben/Steuerarten/Umsatzsteuer/2024-10-15-einfuehrung-e-rechnung.pdf]&amp;lt;/ref&amp;gt; „PDF und XML müssen die Vorgaben des § 14 Abs. 4 Umsatzsteuergesetz (UStG) berücksichtigen, um inhaltlich identische Mehrstücke derselben Rechnung darzustellen.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;ftn25&amp;quot;&amp;gt;Vgl. [https://www.ferd-net.de/standards/was-ist-zugferd/was-ist-zugferd.html https://www.ferd-net.de/standards/was-ist-zugferd/was-ist-zugferd.html] &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Lt. BMF 2024 muss mit dem XML-Anhang der ZUGFeRD-Rechnung weitergearbeitet werden. „Bei einem hybriden Format bilden die im '''XML-Format''' vorliegenden Rechnungsdaten '''den führenden Teil'''. Im Fall von Abweichungen zwischen den strukturierten Rechnungsdaten und den sonstigen Informationen gehen die Daten des strukturierten Teils [XML] denen der Bilddatei [PDF] vor.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;ftn26&amp;quot;&amp;gt;Vgl. BMF 2024, S. 10. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Sind PDF und XML &amp;lt;u&amp;gt;'''identisch'''&amp;lt;/u&amp;gt;, handelt es sich beim PDF um ein inhaltlich identisches Mehrstück.&amp;lt;ref name=&amp;quot;ftn27&amp;quot;&amp;gt;Vgl. BMF 2024, S. 10 und [https://www.ferd-net.de/standards/was-ist-zugferd/was-ist-zugferd.html https://www.ferd-net.de/standards/was-ist-zugferd/was-ist-zugferd.html].&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Sind PDF und XML &amp;lt;u&amp;gt;'''nicht identisch'''&amp;lt;/u&amp;gt;, stellt das PDF ggf. eine weitere (sonstige) Rechnung dar, für die die Voraussetzungen des § 14c UStG zu prüfen sind.&amp;lt;ref name=&amp;quot;ftn28&amp;quot;&amp;gt;Vgl. BMF 2024, S. 11.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====== &amp;lt;span id=&amp;quot;Ref183531396&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt; &amp;lt;span id=&amp;quot;Toc184300211&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt; 2.2.2 &amp;lt;span style=&amp;quot;background-color:#00ffff;&amp;quot;&amp;gt;Validierung&amp;lt;/span&amp;gt;, &amp;lt;span style=&amp;quot;background-color:#00ff00;&amp;quot;&amp;gt;Prüfung&amp;lt;/span&amp;gt; und Wandlung einer XML-Datei in PDF ======&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die XML-Datei (XRechnung oder XML-Anhang einer ZUGFeRD-Rechnung) sollte validiert und geprüft werden, ob sie einem gültigen Format entspricht. Hierfür kann die XML-Datei mittels eines Validators geprüft werden. Es gibt hierfür eine Menge von &amp;lt;span style=&amp;quot;background-color:#00ffff;&amp;quot;&amp;gt;Online und Offline Validatoren&amp;lt;/span&amp;gt;.&amp;lt;ref name=&amp;quot;ftn29&amp;quot;&amp;gt;Vgl. Übersicht unter [https://easyfirma.net/e-rechnung/validieren https://easyfirma.net/e-rechnung/validieren]. &amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich empfehle mit dem Offline-Validator „'''Ultramarinviewer'''“&amp;lt;ref name=&amp;quot;ftn30&amp;quot;&amp;gt;Vgl. [https://www.ultramarinviewer.de https://www.ultramarinviewer.de] &amp;lt;/ref&amp;gt; zu arbeiten, da dieser die Dateien lokal im Unternehmen weiterverarbeitet. Zudem lässt sich mittels der Druckfunktion eine PDF-Datei (oder ein Papierdokument) aus der XML-Datei erzeugen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Folgenden werden die Arbeitsschritte mit dem Ultramarinviewer im Detail erläutert:&lt;br /&gt;
# &amp;lt;u&amp;gt;'''Herunterladen und installieren'''&amp;lt;/u&amp;gt; des Ultramarinviewer&lt;br /&gt;
#* Aktuell in der Version 1.2: [https://www.ultramarinviewer.de https://www.ultramarinviewer.de] &lt;br /&gt;
# &amp;lt;u&amp;gt;'''Öffnen'''&amp;lt;/u&amp;gt; des Ultramarinviewer&lt;br /&gt;
#* In der Windows-Suche in der Taskleiste suchen nach „Ultramarin“ und öffnen der App&lt;br /&gt;
# &amp;lt;u&amp;gt;'''XML-Datei öffnen '''(XRechnung und ZUGFeRD-PDF)&amp;lt;/u&amp;gt;''':''' Dieses Video zeigt 4 Wege, eine '''XML-Datei zu öffnen''': [https://www.ultramarinviewer.de/assets/Ultramarinviewer.mp4 https://www.ultramarinviewer.de/assets/Ultramarinviewer.mp4] &lt;br /&gt;
:: a) '''Drag and Drop''' einer '''XML-Datei''' einer E-Rechnung in die &amp;lt;u&amp;gt;'''Startseite'''&amp;lt;/u&amp;gt; des Ultramarinviewer.&lt;br /&gt;
:::* Das funktioniert ebenfalls mit den meisten '''ZUGFeRD-Rechnungen als PDF''', d. h. es kann die '''PDF-Datei''' per Drag and Drop in die Viewer-Startseite gezogen werden – es wird automatisch das eingebettete XML geöffnet!&lt;br /&gt;
:: b) „'''Datei öffnen'''“ klicken in der Menü-Leiste.&lt;br /&gt;
:: c) „'''Vorherige Datei'''“, „'''Nächste Datei'''“ in der Menü-Leiste nutzen. &lt;br /&gt;
:: d) („'''Senden an'''“: Rechtsklick auf eine XML-Datei und senden an Ultramarinviewer – hat bei mir nicht funktioniert. Ebenfalls traten mittels „'''Öffnen mit'''“ nach Rechtsklick auf eine Datei '''Fehler''' auf.)&lt;br /&gt;
: 4. &amp;lt;span style=&amp;quot;background-color:#00ffff;&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;u&amp;gt;'''XML-Datei validieren&amp;lt;/span&amp;gt; und &amp;lt;span style=&amp;quot;background-color:#00ff00;&amp;quot;&amp;gt;ZUGFeRD-Rechnung prüfen&amp;lt;/u&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;:'''&lt;br /&gt;
:: a) Kann die XML-Datei mit dem Ultramarinviewer &amp;lt;span style=&amp;quot;background-color:#00ffff;&amp;quot;&amp;gt;'''nicht geöffnet&amp;lt;/span&amp;gt; '''werden oder erscheint beim Öffnen eine Fehlermeldung, so ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass sie nicht validiert werden konnte und somit &amp;lt;span style=&amp;quot;background-color:#00ffff;&amp;quot;&amp;gt;'''keine valide XRechnungs-Datei'''&amp;lt;/span&amp;gt; ist. &lt;br /&gt;
:: b) Konnte die Datei dagegen &amp;lt;span style=&amp;quot;background-color:#00ffff;&amp;quot;&amp;gt;'''geöffnet&amp;lt;/span&amp;gt; '''werden, so ist sie &amp;lt;span style=&amp;quot;background-color:#00ffff;&amp;quot;&amp;gt;'''valide'''&amp;lt;/span&amp;gt;. Im Abschnitt „Zusätze“ unter „&amp;lt;span style=&amp;quot;background-color:#00ffff;&amp;quot;&amp;gt;Spezifikationskennung&amp;lt;/span&amp;gt;“ unten ist oft das verwendete XML-Schema eingetragen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Dataja:Wobraz_E6.png|600px|center]]&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:: c) Handelt es sich ursprünglich um eine &amp;lt;span style=&amp;quot;background-color:#00ff00;&amp;quot;&amp;gt;'''ZUGFeRD-Rechnung'''&amp;lt;/span&amp;gt;, dann sollten nun die &amp;lt;span style=&amp;quot;background-color:#00ff00;&amp;quot;&amp;gt;'''Datenfelder der XML'''&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;span style=&amp;quot;background-color:#00ff00;&amp;quot;&amp;gt; im Ultramarinviewer&amp;lt;/span&amp;gt; '''mit &amp;lt;span style=&amp;quot;background-color:#00ff00;&amp;quot;&amp;gt;den Daten der PDF-Rechnung'''&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;span style=&amp;quot;background-color:#00ff00;&amp;quot;&amp;gt; &amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;span style=&amp;quot;background-color:#00ff00;&amp;quot;&amp;gt;'''verglichen'''&amp;lt;/span&amp;gt; werden, um sicherzustellen, dass es sich &amp;lt;span style=&amp;quot;background-color:#00ff00;&amp;quot;&amp;gt;um identische Mehrstücke derselben Rechnung&amp;lt;/span&amp;gt; handelt, siehe Abschnitt 2.2.1. &lt;br /&gt;
:: d) Die Daten der geöffneten XML-Datei werden im Ultramarinviewer in '''5 Abschnitten''' angezeigt, wobei meist nur die ersten 3 Abschnitte befüllt sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Dataja:Wobraz_E7.png|500px|center]]&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:: e) &amp;lt;u&amp;gt;'''XML-Datei drucken'''&amp;lt;/u&amp;gt;: Die dargestellte '''XML-Datei '''(XRechnung oder ZUGFeRD-Anhang)''' kann nun als PDF gedruckt''' werden, z.&amp;amp;nbsp;B. zur Dokumentation oder wenn für den weiteren Buchungsprozess eine Datei zum Weiterverarbeiten benötigt wird. &lt;br /&gt;
::: i) Zunächst in der geöffneten Datei im Ultramarinviewer den '''Abschnitt''' wählen, der gedruckt werden soll. Dort mittels „'''Strg + P'''“ oder '''Rechtsklick''' auf die angezeigte XML-Datei und „'''Drucken'''“ das Druckmenü öffnen.&lt;br /&gt;
::: ii) Hier unter „Drucker“ einen '''PDF-Drucker wählen''', bspw. den „Microsoft Print to PDF“.&lt;br /&gt;
::: iii) Empfohlene '''Einstellungen'''&lt;br /&gt;
::::* '''Layout''': Hochformat&lt;br /&gt;
::::*  '''Seiten''': Alles&lt;br /&gt;
::::*  '''Farbe''': Farbe&lt;br /&gt;
::::*  '''Weitere''' Einstellungen:&lt;br /&gt;
::::*  '''Papierformat''': A4&lt;br /&gt;
::::*  '''Skalierung (%)''': Tatsächliche Größe&lt;br /&gt;
::::*  '''Seiten pro Blatt''': 1 oder 2 (oder ggf. 4)&lt;br /&gt;
::::*  '''Optionen''': Kopf- und Fußzeilen: ja; Hintergrundgrafiken: nein&lt;br /&gt;
::: iv) '''Wiederholen pro Abschnitt''', welcher buchungsrelevante Daten enthält.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* '''Hinweis''': Bei mir traten Fehler auf, wenn mehrere Instanzen des Ultramarinviewer geöffnet waren. Ebenfalle beim Öffnen einer Datei mittels Rechtsklick auf eine Datei im Explorer und „Öffnen mit“, dann konnte diese Datei nicht geöffnet und validiert werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====== &amp;lt;span id=&amp;quot;Toc184300212&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt; 2.2.3 Sachliche und rechnerische Prüfung der E-Rechnung ======&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die aus der XML-Datei gedruckten PDF-Dokumente können nun für die weitere Rechnungsbearbeitung verwendet werden, bspw. für die sachliche und rechnerische Prüfung der E-Rechnung. Bei einer ZUGFeRD-Rechnung kann bei identischen Rechnungsdaten auch das ursprüngliche PDF hierfür verwendet werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu beachten ist, dass sowohl die E-Rechnung in ihrer ursprünglichen Form als auch die zusätzlichen Dokumente unveränderlich aufbewahrt werden müssen, sofern an ihnen Aufzeichnungen enthalten sind, die für die Besteuerung von Bedeutung sind, z. B. Buchungsvermerke oder Unterschriften.&amp;lt;ref name=&amp;quot;ftn31&amp;quot;&amp;gt;Vgl. BMF 2024, S. 17.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====== &amp;lt;span id=&amp;quot;Toc184300213&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt; 2.3 Buchung und Zahlung der E-Rechnung ======&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Buchung und Zahlung einer E-Rechnung kann wie bisher erfolgen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====== &amp;lt;span id=&amp;quot;Ref183533885&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt; &amp;lt;span id=&amp;quot;Toc184300214&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt; 2.4 Aufbewahrung von E-Rechnungen ======&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zusammenfassend lässt sich das Schreiben des BMF 2024 wie folgt interpretieren, siehe Zitate unten. Für eine GoBD-konforme Aufbewahrung von E-Rechnungen ist folgendes notwendig:&lt;br /&gt;
* E-Rechnungen, insb. XRechnungen sowie der strukturierte XML-Teil einer ZUGFeRD-Rechnung, müssen in dem Format aufbewahrt werden, in dem sie empfangen wurden.&lt;br /&gt;
** Hierfür kann, aber muss nicht, die E-Mail samt Anhang archiviert werden.&lt;br /&gt;
* E-Rechnungen müssen während ihrer Aufbewahrungsfrist von min. 10 Jahren maschinell auswertbar sein. Sie dürfen nicht ausgedruckt aufbewahrt werden!&lt;br /&gt;
* Zusätzliche Dokumente (z. B. Bildteil einer hybriden Rechnung oder die als PDF gedruckte XML-Rechnung) müssen mit aufbewahrt werden, sofern sie Aufzeichnungen enthalten, die für die Besteuerung von Bedeutung sind, z. B. Buchungsvermerke oder Unterschriften zur sachlichen und rechnerischen Prüfung.&lt;br /&gt;
* Um die GoBD-Vorgaben zu erfüllen, müssen während der Aufbewahrungsphase die Unveränderbarkeit, Vollständigkeit und Nachvollziehbarkeit der gespeicherten Dokumente sichergestellt sein. Eine einfache Speicherung im Windows-Dateisystem erfüllt diese Anforderungen nicht. &lt;br /&gt;
* Mögliche technische Lösungen werden in im folgenden Abschnitt 2.5vorgestellt.&lt;br /&gt;
* Neben einer revisionssicheren Archivierung sollte eine Verfahrensdokumentation der technischen und organisatorischen Maßnahmen erstellt werden, vgl. Abschnitt 2.6.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Zitate und Verlinkungen zur Aufbewahrung von E-Rechnungen:'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Das Umsatzsteuergesetz sieht vor, dass Rechnungen '''zehn Jahre''' aufzubewahren sind ([https://www.gesetze-im-internet.de/ustg_1980/__14b.html § 14b Abs. 1 S. 1 UStG]). Elektronische Rechnungen müssen gemäß den jeweils gültigen Grundsätzen zur ordnungsgemäßen Führung und Aufbewahrung von Büchern, Aufzeichnungen und Unterlagen in elektronischer Form sowie zum Datenzugriff (GoBD) aufbewahrt werden. Elektronische Handels- oder Geschäftsbriefe und Buchungsbelege müssen '''in dem Format aufbewahrt werden, in dem Sie empfangen werden''' (Randziffer 131 der GoBD vom 28. November 2019). D.&amp;amp;nbsp;h. elektronische Rechnungen sind originär elektronisch aufzubewahren und '''müssen maschinell auswertbar''' sein (Randziffer 128 GoBD vom 28. November 2019). Eine Aufbewahrung elektronischer Rechnungen in ausgedruckter Form ist nicht möglich.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;ftn32&amp;quot;&amp;gt;Vgl. [https://www.ferd-net.de/standards/was-ist-zugferd/was-ist-zugferd.html https://www.ferd-net.de/standards/was-ist-zugferd/was-ist-zugferd.html] &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gemäß BMF 2024 ist „['''d]er strukturierte Teil einer E-Rechnung''' [...] '''so aufzubewahren''', dass dieser in seiner '''ursprünglichen Form''' vorliegt und die Anforderungen an die '''Unveränderbarkeit''' erfüllt werden. Eine '''maschinelle Auswertbarkeit''' seitens der Finanzverwaltung muss sichergestellt sein. Sofern in einem zusätzlich übersandten Dokument (z. B. Bildteil einer hybriden Rechnung) Aufzeichnungen enthalten sind, die für die Besteuerung von Bedeutung sind, z. B. Buchungsvermerke, sind diese ebenfalls so aufzubewahren, dass diese in ihrer ursprünglichen Form vorliegen und die Anforderungen an die Unveränderbarkeit erfüllt werden.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;ftn33&amp;quot;&amp;gt;Vgl. BMF 2024, S. 17.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Wird die elektronische Rechnung per E-Mail übersandt, so ist die '''E-Mail selbst''' als reines '''Transportmittel der Rechnung''' (= Briefumschlag der elektronischen Rechnung) grundsätzlich '''nicht aufzubewahren''', es sei denn, die E-Mail enthält der Rechnung zugehörige, aufbewahrungspflichtige Informationen.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;ftn34&amp;quot;&amp;gt;Vgl. [https://www.ferd-net.de/standards/was-ist-zugferd/was-ist-zugferd.html https://www.ferd-net.de/standards/was-ist-zugferd/was-ist-zugferd.html]&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;span id=&amp;quot;Ref183535663&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====== &amp;lt;span id=&amp;quot;Ref183609885&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt; &amp;lt;span id=&amp;quot;Toc184300215&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt; 2.5 Technische Lösungen für die Aufbewahrung von E-Rechnungen ======&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Um unter Windows eine GoBD-konforme Archivierung sicherzustellen, ist es entscheidend, dass die gespeicherten Dokumente unveränderbar, vollständig und nachvollziehbar sind. Die bloße Ablage von Dateien im Windows-Dateisystem erfüllt diese Anforderungen in der Regel nicht, da sie keine Mechanismen zur Verhinderung von Änderungen oder Löschungen ohne Protokollierung bietet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''WORM-Speichermedien für die Archivierung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
WORM ('''W'''rite '''O'''nce, '''R'''ead '''M'''any)-Medien sind Speichermedien, auf denen Daten einmalig gespeichert und anschließend nicht mehr verändert werden können. Dies stellt die Unveränderbarkeit der Daten sicher. Beispiele für WORM-Medien sind:&lt;br /&gt;
* '''Optische Speichermedien''': CD-R, DVD-R und BD-R (Blu-ray Disc Recordable) sind klassische WORM-Medien. &lt;br /&gt;
* '''Magneto-Optische Laufwerke''': Diese bieten hohe Speicherkapazitäten und Langlebigkeit, sind jedoch weniger verbreitet und erfordern spezielle Hardware.&amp;lt;ref name=&amp;quot;ftn35&amp;quot;&amp;gt;Bspw. Overland Tandberg [https://ftp1.overlandtandberg.com/website/website/DS_RDX_Family_EMEA.pdf https://ftp1.overlandtandberg.com/website/website/DS_RDX_Family_EMEA.pdf] &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* '''WORM-Festplatten bzw. Archivierugssysteme''': Einige Hersteller bieten spezielle Festplatten mit WORM-Funktionalität an, die eine einmalige Speicherung von Daten ermöglichen. Beispielsweise bieten EMC mit Centera sowie NetApp mit SnapLock solche Lösungen an.&amp;lt;ref name=&amp;quot;ftn36&amp;quot;&amp;gt;Bspw. [https://docs.netapp.com/de-de/ontap/snaplock https://docs.netapp.com/de-de/ontap/snaplock], [https://www.fast-lta.de/de/produkte/silent-brick-system https://www.fast-lta.de/de/produkte/silent-brick-system] &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* '''WORM USB'''-Sticks&amp;lt;ref name=&amp;quot;ftn37&amp;quot;&amp;gt;Bspw. [https://www.digikey.de/de/products/detail/flexxon-pte-ltd/FUUP008GME-XE00/16705751 https://www.digikey.de/de/products/detail/flexxon-pte-ltd/FUUP008GME-XE00/16705751] &amp;lt;/ref&amp;gt; können eine Lösung für die Archivierung darstellen.&lt;br /&gt;
* '''Softwarebasierte WORM-Lösungen''': Es gibt Softwarelösungen, die innerhalb des Windows-Dateisystems einen WORM-Bereich schaffen können. Beispielsweise bieten iTernity mit iCAS&amp;lt;ref name=&amp;quot;ftn38&amp;quot;&amp;gt;Vgl. [https://iternity.com/de/produkte/icas/ https://iternity.com/de/produkte/icas/] &amp;lt;/ref&amp;gt; sowie Synology mit DSM eine WORM-Funktionalität an, die es ermöglicht, Daten einmalig zu schreiben und mehrfach zu lesen, ohne dass sie verändert werden können.&amp;lt;ref name=&amp;quot;ftn39&amp;quot;&amp;gt;Vgl. [https://blog.synology.com/ger/anleitung-was-ist-worm-schreib-und-loeschschutz-in-synology-dsm https://blog.synology.com/ger/anleitung-was-ist-worm-schreib-und-loeschschutz-in-synology-dsm] und [https://kb.synology.com/de-de/DSM/tutorial/which_synology_nas_models_support_WriteOnce_and_secure_snapshots https://kb.synology.com/de-de/DSM/tutorial/which_synology_nas_models_support_WriteOnce_and_secure_snapshots] &lt;br /&gt;
&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wichtige Funktionen solcher Systeme:&lt;br /&gt;
* '''Unveränderbarkeit''': Dokumente können nach der Archivierung nicht mehr ohne Protokollierung verändert werden.&lt;br /&gt;
* '''Zugriffskontrollen''': Nur autorisierte Personen haben Zugriff auf die Dokumente.&lt;br /&gt;
* '''Protokollierung''': Alle Zugriffe und Änderungen werden lückenlos protokolliert.&lt;br /&gt;
* '''Sicherheitsmaßnahmen''': Schutz vor unbefugtem Zugriff und Datenverlust.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;color:#2f5496;&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====== &amp;lt;span id=&amp;quot;Ref183605446&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt; &amp;lt;span id=&amp;quot;Toc184300216&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt; 2.6 Verfahrensdokumentation ======&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gemäß den GoBD ist eine Verfahrensdokumentation zu erstellen. Sie dient dazu, alle technischen und organisatorischen Maßnahmen zur Verarbeitung und Archivierung von E-Rechnungen transparent und prüfungssicher darzustellen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Verfahrensdokumentation sollte die folgenden Punkte detailliert abdecken:&lt;br /&gt;
# '''Allgemeine Beschreibung des Unternehmens und der Organisation'''&lt;br /&gt;
#* Darstellung der Unternehmensstruktur und Zuständigkeiten.&lt;br /&gt;
#* Beschreibung der Abteilungen, die an der Verarbeitung von E-Rechnungen beteiligt sind.&lt;br /&gt;
# '''Aufbau der IT-Infrastruktur'''&lt;br /&gt;
#* Hardware: Server, Speichersysteme, Backup-Geräte.&lt;br /&gt;
#* Software: Eingesetzte Anwendungen für die Rechnungsverarbeitung und Archivierung.&lt;br /&gt;
#* Netzwerke: Netzwerkarchitektur und Sicherheitsmaßnahmen.&lt;br /&gt;
# '''Prozessbeschreibungen'''&lt;br /&gt;
#* Empfang von E-Rechnungen: Kanäle und Formate (z.B. E-Mail, Webportal).&lt;br /&gt;
#* Verarbeitung: Validierung, Datenextraktion und Weiterleitung.&lt;br /&gt;
#* Buchung: Integration in das Finanzbuchhaltungssystem.&lt;br /&gt;
#* Archivierung: Speichervorgänge und -orte, Zugriffsrechte.&lt;br /&gt;
# '''Internes Kontrollsystem (IKS)'''&lt;br /&gt;
#* Zugriffsrechte: Haben nur befugte Personen Zugriff auf archivierte Daten und Systeme?&lt;br /&gt;
#* Funktionstrennungen: Trennung von Verantwortlichkeiten zur Minimierung von Fehlern und Betrug.&lt;br /&gt;
#* Kontrollen: Regelmäßige Überprüfungen und Freigabeprozesse.&lt;br /&gt;
# '''Datensicherungskonzept'''&lt;br /&gt;
#* Backup-Strategien: Regelmäßigkeit und Methoden der Datensicherung.&lt;br /&gt;
#* Notfallplan: Maßnahmen bei Datenverlust oder Systemausfällen.&lt;br /&gt;
# '''Aufbewahrung'''&lt;br /&gt;
#* WORM-Speicher: Einsatz von &amp;quot;Write Once Read Many&amp;quot;-Technologien zur Sicherstellung der Unveränderbarkeit.&lt;br /&gt;
#* Archivierungsprozesse: Wie und wo werden die Daten langfristig gespeichert?&lt;br /&gt;
# '''Versionierung und Änderungshistorie'''&lt;br /&gt;
#* Dokumentation aller Änderungen am Verfahren und an den Systemen.&lt;br /&gt;
#* Protokollierung von Software-Updates und Prozessanpassungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Umsetzungsschritte'''&lt;br /&gt;
* '''Erstellung eines Projektteams''': Zusammensetzung aus IT, Buchhaltung und Compliance-Experten.&lt;br /&gt;
* '''Dokumentation der aktuellen Prozesse''': Erfassung des Ist-Zustands und Identifikation von Lücken.&lt;br /&gt;
* '''Dokumentation erstellen''': Ausführliche Beschreibung gemäß den oben genannten Punkten.&lt;br /&gt;
* '''Schulung der Mitarbeiter''': Sicherstellen, dass alle Beteiligten die Prozesse u. ihre Rollen verstehen.&lt;br /&gt;
* '''Regelmäßige Aktualisierung''': Die Verfahrensdokumentation sollte mindestens jährlich oder bei wesentlichen Änderungen aktualisiert werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
----&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ist-Analyse sorbische Welt der Digitalisierung von Arbeitsabläufen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Ergebnisse der Interviews zusammenfassen, Fokus Tools, Prozesse, Methoden und Weiterbildungen&lt;br /&gt;
* ggf. weiterführende Gespräche mit den betreffenden Institutionen, insb. zu Weiterbildungen von Arbeitnehmern&lt;br /&gt;
* auch Gespräche mit dem Bund sorbischer Handwerker und Unternehmer e. V. (https://www.domowina.de/?id=284)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Ergebnisse der Interviews ===&lt;br /&gt;
Im Rahmen der Erstellung des sorbischen Digitalisierungskonzeptes wurde 2021 der Ist-Stand im Themenbereich &amp;quot;Digitale Arbeitswelt&amp;quot; analysiert. Hierfür wurden Interviews mit  ausgewählten sorbischen Institutionen durchgeführt, um die spezifischen Anforderungen sorbischer Organisationen an die Digitalisierung zu identifizieren, zu analysieren und zusammenzufassen. In diesem Abschnitt präsentieren wir die Resultate dieser Interviews und interpretieren die daraus gewonnenen Erkenntnisse.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Interviews wurden mit Vertretern folgender sorbischer Institutionen durchgeführt:&lt;br /&gt;
* Domowina e. V. / Domowina z. t.&lt;br /&gt;
* Sprachzentrum WITAJ / Rěčny centrum WITAJ&lt;br /&gt;
* Stiftung für das sorbische Volk / Załožba za serbski lud&lt;br /&gt;
* Sorbisches Institut e. V. / Serbski institut z. t.&lt;br /&gt;
* Sorbisches National-Ensemble gGmbH / Serbski ludowy ansambl tzwr&lt;br /&gt;
* Domowina-Verlag GmbH / Ludowe nakładnistwo Domowina tzwr&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|+ Zusammenfassung der Digitalisierungsbedarfe von sorbischen Organisationen 2021&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Digitalisierungsbedarf !! Beschreibung !! Nennungen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Ermöglichen von '''Home-Office''' || &lt;br /&gt;
* ausreichend dienstliche Notebooks&lt;br /&gt;
* entsprechende IT-Infrastruktur&lt;br /&gt;
* interne Regelungen &lt;br /&gt;
| 6 von 6&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| hoher Anwendungs-'''Kenntnisstand der Mitarbeiter'''  || &lt;br /&gt;
* regelmäßige Weiterbildungen&lt;br /&gt;
* Wissenstransfer zu IT-Themen mittels Wissens-Mediatoren und Wissens-Pools&lt;br /&gt;
* Fachkreise&lt;br /&gt;
* Fachkräfte DB&lt;br /&gt;
| 5 von 6&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| [[12.2_Digitalisierung_von_Arbeitsabläufen#Dokumentenmanagementsystem_.28DMS.29 | '''Dokumentenablage''' / Dokumentenmanagementsystem (DMS)]] || &lt;br /&gt;
* leichtes Finden&lt;br /&gt;
* OCR inkl. sorbischer Buchstaben&lt;br /&gt;
* revisionssichere Ablage&lt;br /&gt;
* ggf. zentral genutzt von mehreren sorbischen Institutionen&lt;br /&gt;
* Arbeitskreis DMS über alle sorbischen Institutionen hinweg&lt;br /&gt;
| 5 von 6&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Cloudlösung''' / Kollaborationsplattform || &lt;br /&gt;
* auch Kommunikationsplattform&lt;br /&gt;
* für Dateiaustausch mit Externen&lt;br /&gt;
* zentral betriebene Cloud für alle sorbischen Institutionen wäre vorteilhaft&lt;br /&gt;
| 5 von 6&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| moderne '''IT-Infrastruktur''' || &lt;br /&gt;
* Standort- und Organisationsstruktur-übergreifende Infrastruktur&lt;br /&gt;
* höhere Upstream-Bandbreite der Server im Haus&lt;br /&gt;
* Virtualisierung der Serverumgebung&lt;br /&gt;
* Standortunabhängig&lt;br /&gt;
* ggf. extern administriert&lt;br /&gt;
* moderne Ausstattung des Neubaus am Lauengraben&lt;br /&gt;
| 5 von 6&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''IT-Fachkräfte''' || &lt;br /&gt;
* für IT-Management, CMS / Webseite&lt;br /&gt;
* sorbischsprachige IT-Fachkräfte&lt;br /&gt;
* leichter Zugriff auf interne, zentrale oder externe Fachkräfte&lt;br /&gt;
| 5 von 6&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| umfangreiche [[12.2_Digitalisierung_von_Arbeitsabläufen#Dreisprachigkeit| '''Unterstützung der Dreisprachigkeit''']] || &lt;br /&gt;
* MS Office&lt;br /&gt;
* Spracherkennung&lt;br /&gt;
* Übersetzungsdienst&lt;br /&gt;
* geographische Namen&lt;br /&gt;
* soziale Netzwerke&lt;br /&gt;
* aller Softwareprodukte und Webangebote&lt;br /&gt;
* leichteres Update der sorbischen Rechtschreibprüfung&lt;br /&gt;
| 4 von 6&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Projekt- und Aufgabenmanagement''' || &lt;br /&gt;
* auch übergreifendes Projektmanagement&lt;br /&gt;
| 4 von 6&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| [[12.2_Digitalisierung_von_Arbeitsabläufen#Customer_Relationship_Management_.28CRM.29_.2F_Content_Management_System_.28CMS.29| '''Customer-Relationship-Management'''-System (CRM)]] || &lt;br /&gt;
* für die Adress- und Verteilerpflege&lt;br /&gt;
| 4 von 6&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Foto-Archiv''' ||&lt;br /&gt;
*  mit Archivierung gedruckter Fotos&lt;br /&gt;
* Übergabe an das Kultur-Archiv&lt;br /&gt;
* Recherche im Kultur-Archiv&lt;br /&gt;
| 4 von 6&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| zentrale Verwaltung der '''IT-Assets''' ||&lt;br /&gt;
* IT-Inventar&lt;br /&gt;
* Lizenzen&lt;br /&gt;
* Softwareversionen&lt;br /&gt;
| 3 von 6&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''moderne Webseite'''  || &lt;br /&gt;
* Content Management System (CMS)&lt;br /&gt;
* gerne gemeinsam mit weiteren sorbischen Institutionen&lt;br /&gt;
| 3 von 6&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''IT-Support'''-Ansprechpartner || &lt;br /&gt;
* 1st-Level-Support&lt;br /&gt;
* definierte IT-Prozesse&lt;br /&gt;
* gern zentral organisiert für alle sorbischen Institutionen&lt;br /&gt;
| 2 von 6&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Organisationsstandard''' zur Dokumentenablage || &lt;br /&gt;
* Verringerung der Redundanzen der Daten&lt;br /&gt;
| 2 von 6&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| digitale '''Personalprozesse''' || &lt;br /&gt;
* Genehmigungsprozesse wie Urlaubsanträge&lt;br /&gt;
* Zeiterfassung&lt;br /&gt;
* Travel-Management&lt;br /&gt;
* Recruiting&lt;br /&gt;
| 2 von 6&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Dokumentenarchivierung''' || &lt;br /&gt;
*  Aufbewahrung von abgeschlossenen Vorgängen und Akten&lt;br /&gt;
* Übergabe an zentrales Kulturarchiv&lt;br /&gt;
| 2 von 6&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| moderne '''VoIP-Telefonanlage''' || &lt;br /&gt;
*&lt;br /&gt;
| 2 von 6&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Integration''' der vorhandenen Software || &lt;br /&gt;
* Schnittstellen&lt;br /&gt;
| 2 von 6&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| moderne '''Online-Shop'''-Lösung || &lt;br /&gt;
* gemeinsame Lösung&lt;br /&gt;
* inkl. moderner Bezahlmethoden&lt;br /&gt;
| 2 von 6&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Wissensmanagement''' || &lt;br /&gt;
* Intranet&lt;br /&gt;
* Wiki&lt;br /&gt;
| 2 von 6&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Pressemonitoring''' || &lt;br /&gt;
* auch zentral möglich &lt;br /&gt;
| 2 von 6&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Weitere Nennungen''' || &lt;br /&gt;
* Organisationsstandard für Zugriffe auf IT-Systeme &lt;br /&gt;
** arbeiten im Home-Office&lt;br /&gt;
** Zugriff per VPN&lt;br /&gt;
* Zeitgemäßes Redaktionssystem &lt;br /&gt;
** mit zeitnahen, aktuellen Angeboten und News über alle Kanäle &lt;br /&gt;
* Organisationsstandard für E-Mail-Umgang &lt;br /&gt;
** Ablage, Löschen und Archivieren von E-Mails&lt;br /&gt;
** einheitliche E-Mail-Adressen &lt;br /&gt;
** zentrales Pflegen von Adress- und Kontaktlisten&lt;br /&gt;
* Aufbau eines Digitalisierungszentrums&lt;br /&gt;
* Aufbau eines Forschungsdatenmanagements und wissenschaftlichen Informationsportals&lt;br /&gt;
* Organisationsstandard für Webkonten&lt;br /&gt;
** Benutzerkonten in sozialen Medien&lt;br /&gt;
** Webseiten etc. &lt;br /&gt;
* Moderne Buchhaltungslösung&lt;br /&gt;
** auch zentral organisiert und betrieben für alle sorbischen Institutionen, wenn mandantenfähig &lt;br /&gt;
| 1 von 6&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Sonstiges''' || &lt;br /&gt;
* Bündeln der Kräfte und Kapazitäten &lt;br /&gt;
** Angleichung der Software-Produkte über die sorbischen Institutionen &lt;br /&gt;
** Finden von Partnern in Wirtschaft und Politik &lt;br /&gt;
** Kooperationen mit anderen Minderheiten &lt;br /&gt;
** mit anderen sorbischen Institutionen:&lt;br /&gt;
** zentrale Fachkreise Digitalisierung, IT, Marketing u. a. &lt;br /&gt;
** schnelles und professionelles Übersetzen von Texten zwischen deutsch, ober- und niedersorbisch &lt;br /&gt;
** gemeinsame professionelle Auftritte in sozialen Medien (z. B. YouTube)  &lt;br /&gt;
** zentraler sorbischer News-Feed - zentrale Adressdatenbank&lt;br /&gt;
** zentrale Bereitstellung von Standardsoftware (z. B. Office)&lt;br /&gt;
** zentrale IT-Prozesse (Vergabe von Mails, Einrichtung Rechner etc.)&lt;br /&gt;
* Weiterentwicklung digitaler Prozesse&lt;br /&gt;
* Live-Streaming von Vorträgen&lt;br /&gt;
* Einheitliche E-Mail-Namenskonvention/E-Mails f. Mitarbeiter&lt;br /&gt;
* Optimierung Rechnungsworkflow&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nachfolgend sollen die ermittelten Digitalisierungsbedarfe sinnvoll zu Themenbereichen zusammengefasst und erläutert werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Dokumentenmanagementsystem (DMS) ====&lt;br /&gt;
Bei einem Großteil der Institutionen zeigt sich das Thema Dokumentenmanagementsystem als ein zentraler Bedarf.&lt;br /&gt;
Der Bedarf umfasst gängige Funktionalitäten eines DMS, wie visualisierte Ordnungsstrukturen, Checkin- / Checkout-Möglichkeiten von Dokumenten, Versionierung sowie datenbankgestützte Metadatenverwaltung zur Index-gestützten Dokumentensuche. Hierbei liegt die Anforderung nicht nur bei organisatorischen Prozessen, wie beispielsweise das Personalwesen oder das Rechnungswesen, sondern berührt auch die Archivierung und Durchsuchbarkeit von Dokumenten und Medien aus der Kulturgeschichte der Sorben. Inwieweit eine Verbindung zwischen einem aus organisatorischen Prozessen geprägten DMS und einem Archiv für kulturelle Dokumente und Medien sinnvoll ist, kann erst in der nachfolgenden Konzeption erörtert werden. &lt;br /&gt;
Ebenso relevant ist eine revisionssichere Archivierung von Rechnungen und buchhaltungsrelevanten Dokumenten im Sinne der Grundsätze zur ordnungsmäßigen Führung und Aufbewahrung von Büchern, Aufzeichnungen und Unterlagen in elektronischer Form sowie zum Datenzugriff (GoBD). Dies umfasst nicht nur die erwähnten Dokumente, sondern auch die Betrachtung der zugrundeliegenden E-Mail-Kommunikation. Die Konzeption zu Vorgaben der E-Mail-Archivierung ist somit ebenfalls Bestandteil einer Konzeption eines DMS.&lt;br /&gt;
Inwieweit ein zentrales institutionsübergeifendes DMS sinnvoll ist, ist auch eine Frage des zugrunde liegenden Datenmodells. Die Erhebung eines Datenmodells für alle relevanten Institutionen stellt einen ersten Schritt für eine Umsetzung dieses Bedarfes dar. Ohne die Kenntnisse der vorhandenen Daten und Informationen, der Informationsübergänge sowie deren von den Informationseigentümern eingeschätzte Kritikalität können vorhandene Synergieeffekte nur schwer eingeschätzt und genutzt werden. Ebenso können mit Hilfe des Datenmodells vorhandene Redundanzen der Daten und Informationen erkannt und konsolidiert werden. &lt;br /&gt;
Daher besteht auch seitens der Institutionen der Wunsch nach einer internen Arbeitsgruppe, welche die Anforderungen, Ideen und Konzepte der Institutionen gemeinsam bewertet und weiterentwickelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Customer Relationship Management (CRM) / Content Management System (CMS) ====&lt;br /&gt;
Bei einem Großteil der Institutionen zeigt sich der Bedarf an einer zentralen Möglichkeit zum Management von Inhalten für die Webauftritte und zur Öffentlichkeitsarbeit.&lt;br /&gt;
Bestehende CM-Systeme sind teilweise veraltet und ohne entsprechende Fachkenntnisse durch die Verantwortlichen nur schwer zu pflegen. Ein integriertes CMS erleichtert die Pflege und das Einbinden von Content plattformübergreifend und aktuell. &lt;br /&gt;
Kunden- und Kontaktinformationen zu relevanten Personen sind aktuell oft nicht zentral und für alle Beteiligten vorhanden. Dies erschwert eine professionelle Kommunikation nach außen. Es werden zentrale Datenbanken und Verteiler für dedizierte Zwecke vorgehalten, wie beispielsweise um Einladungen, Newsletter oder Veranstaltungsbewerbung zu verschicken. Ebenso ist es notwendig zentrale Datenbanken für Erstellung von Content zu implementieren. Hier kann sich eine Schnittstelle zu dem oben erwähnten Medienarchiv ergeben, da für die Erstellung von Content ein Zugriff auf ein Medienarchiv mit der entsprechenden Durchsuchbarkeit sinnvoll scheint. &lt;br /&gt;
Inwieweit eine institutionsübergreifende Lösung sinnvoll ist, ist Bestandteil einer nachfolgenden Konzeption. Seitens der Institutionen besteht der Wunsch nach einer zentralen Bündelung von Ressourcen im Bereich Öffentlichkeitsarbeit. Mechanismen der Mandantenfähigkeit sowie der Rechteverwaltung sind bei der Konzeption einer zentralen Lösung zu beachten. &lt;br /&gt;
Grundsätzlich besteht auch im Bereich der Öffentlichkeitsarbeit der Wunsch nach einem zentralen und institutionenübergreifenden Fachkreis, welcher den Austausch von Wissen im Umgang mit den technischen Lösungen und sozialen Medien ermöglicht, aber auch eine enge Zusammenarbeit der Institutionen bei der Konzeption gemeinsamer Image-Materialien, wie beispielsweise Flyer oder Videos, fördert. So besteht der Wunsch nach einem gemeinsamen Auftritt in den sozialen Medien sowie eines zentralen Pressemonitorings von sorbischen Medien, da individuell eingesetzte Tools, wie beispielsweise Google Alerts, die sorbische Schrift nicht erkennen.&lt;br /&gt;
Im Bereich der Onlineshops besteht der Bedarf nach einem integrierten Shopsystem, welches die Bestellprozesse, Lagerbestandsprüfungen, die Zahlungsabwicklung sowie den Rechnungsversand zentral und nach Möglichkeit automatisiert steuert, da manuelle Prozesse aktuell zum einen zu einem hohen Zeitverzug im Versand führen und auch innerhalb der Institutionen zeitliche Ressourcen für manuelle Prüfungen und Bestätigungen binden. &lt;br /&gt;
Für bestimmte Käufergruppen kann die aktuelle Shopstruktur unattraktiv wirken, da moderne Zahlungsmittel und Bewertungsfunktionalitäten nicht vorhanden sind. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Zentralisierung der IT-Fachkräfte / First-Level Support ====&lt;br /&gt;
Die Zusammenarbeit mit den IT-Dienstleistern Infotech und Omega wird von den meisten Institutionen als gut bis sehr gut beschrieben. Dennoch zeigte sich ein hoher Bedarf an „IT-Fachkräften“ für den First-Level-Support vor Ort am Arbeitsplatz der Mitarbeitenden. Diese könnten institutionsintern oder institutionsübergreifend angesiedelt werden und sollten im Bedarfsfall schnell einsatzbereit sein. &lt;br /&gt;
IT-affine Mitarbeiter der Institutionen übernehmen teilweise IT-Tätigkeiten, was einen hohen Ressourcenverbrauch bedeutet, da diese Zeit nicht für die originären Tätigkeiten der Mitarbeiter zur Verfügung steht. Zudem entsteht eine Exklusivität bei diesen Mitarbeitern. Zentrales Wissen sammelt sich bei einzelnen Mitarbeitern der Institutionen. Wenn diese Mitarbeiter die Institutionen verlassen, kommt es zu einem nicht unerheblichen Wegfall von Fachwissen. &lt;br /&gt;
Grundsätzlich zeigt sich der Bedarf an institutionsübergreifenden Fachkreisen und Arbeitsgruppen zum Thema IT, um Ideen, erarbeitete Konzepte und Erfahrungen gemeinsam regelmäßig auszutauschen. Aus diesen gemeinsamen Arbeitsgruppen entstehen zudem Synergien für IT-relevante Schulungen der anderen Mitarbeiter sowie ein institutionsübergreifendes Verständnis für die Fachkunde der beteiligten Mitarbeiter in den jeweiligen Institutionen. So wird Wissen nicht mehr bei einzelnen Mitarbeitern gesammelt, sondern steht dem Arbeitskreis und somit anderen Institutionen zur Verfügung. Über eine Vernetzung der IT-affinen Mitarbeiter der Institutionen, entsteht ein Bewusstsein dafür, welcher Mitarbeiter „Spezialist“ in welchem IT-relevanten Thema ist, so dass interne Fachkräfte schneller bekannt und für Sachverhalte ansprechbar sind. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Internes Wissens- und Informationsmanagement ====&lt;br /&gt;
Es zeigt sich sowohl auf der Ebene der Institutionen als auch institutionsübergreifend der Bedarf, vorhandenes Wissen zur Verfügung zu stellen sowie internes Wissen und Wissen anderer Institutionen leichter finden und nutzen zu können, beispielsweise in Form eines Wikis oder Intranets.&lt;br /&gt;
Dies betrifft zum einen Informationen, die das tägliche Arbeiten betreffen, wie z. B. Ansprechpartner, Prozesse, Arbeitsanweisungen etc. &lt;br /&gt;
Zum anderen sollen Informationen auch institutionsübergreifend ausgetauscht werden und Wissen zentral bereitgestellt werden können. Dies umfasst sowohl Informationen aus institutionsübergreifenden Arbeitsgruppen als auch den Zugang zu gemeinsamen Archivdaten, wie z.B. Bilder oder Texte.&lt;br /&gt;
Ein internes Wissens- und Informationsmanagement unterstützt folgende Ziele:&lt;br /&gt;
* innerinstitutionelle Informationsströme werden beschleunigt,&lt;br /&gt;
* es existiert eine sichere Datenbank, die innerinstitutionelle Informationen bündelt,&lt;br /&gt;
* es ermöglicht einen schnellen Zugriff und Erreichbarkeit aller Beteiligten,&lt;br /&gt;
* es ermöglicht Abläufe zu organisieren und transparent für alle zu kommunizieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Digitalisierung von Personalprozessen ====&lt;br /&gt;
Standardisierte Personalprozesse werden größtenteils noch händisch ausgeführt. Diese Prozesse sind ebenfalls durch Medienbrüche gekennzeichnet, was eine Nachverfolgbarkeit und Auswertbarkeit durch die Verantwortlichen erschwert. Dies betrifft maßgeblich folgende Prozesse:&lt;br /&gt;
* Urlaubsanträge&lt;br /&gt;
* Zeiterfassung&lt;br /&gt;
* Zentraler Abwesenheitskalender&lt;br /&gt;
* Freigabe-Prozesse für Home-Office etc.&lt;br /&gt;
* Personaldaten- und Vertragsverwaltung&lt;br /&gt;
* Dienstreisen&lt;br /&gt;
Hier besteht seitens der Institutionen der Wunsch nach einer Digitalisierung der standardisierten Personalprozesse mit einer Möglichkeit zur digitalen Signierung und Freigabe von Dokumenten. Als zentrale Vorgaben wurden ein leichtes Verständnis bzw. eine leichte Bedienbarkeit dieser Prozesse genannt sowie die Notwendigkeit, dass ein entsprechendes Tool die sorbischen Schriftzeichen verarbeiten und darstellen kann. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Kollaborationsplattformen ====&lt;br /&gt;
Auch der Wunsch nach einer Cloudlösung zum institutionsübergreifenden Austausch von Dokumenten wurde oft genannt. Hierbei beschränkt sich der Funktionsumfang einer Cloudlösung nicht nur auf den reinen Datentransfer, sondern soll um die Funktionalitäten einer Kollaborationsplattform erweitert werden. Diese soll sowohl die Zusammenarbeit von internen Mitarbeitern („Intranet“), als auch die Zusammenarbeit mit externen Personen („Extranet“) unterstützen.&lt;br /&gt;
Die Kernbereiche einer Kollaborationsplattform sind Kommunikation, Koordination und Kooperation. Mittels einer solchen digitalen Plattformen können komplexe Aufgaben und Projekte gemeinschaftlich ohne räumliche oder zeitliche Zwänge browserbasiert abgewickelt werden. Die Funktionalität reicht damit weit über den reinen Datentransfer hinaus. Nachfolgende Funktionen wurden im Rahmen der Interviews als notwendig erachtet:&lt;br /&gt;
* Kommunikationsunterstützung&lt;br /&gt;
* Projekt- und Aufgabenmanagement&lt;br /&gt;
* Informations- und Datenmanagement&lt;br /&gt;
* Administrative Funktionen&lt;br /&gt;
Ebenso besteht ein Bedarf nach dem rechtskonformen und sicheren Austausch von Daten und Dokumenten mit externen Dritten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Telefonie / Netzwerk / E-Mail ====&lt;br /&gt;
Einige Institutionen nutzen noch ISDN-basierte Telefonanlagen. Aufgrund der erweiterten Funktionalitäten wünschen sich diese Institutionen eine Umstellung auf eine IP-basierte Telefonie (VoIP).&lt;br /&gt;
Ein Problem, welches mehrere Institutionen sahen, war die zur Verfügung stehende Bandbreite, sowohl in den Institutionen als auch bei den jeweiligen Mitarbeitern im Home-Office. Die Netzwerkinfrastruktur zeigt sich teilweise instabil. Es kommt zu Verbindungsabbrüchen vor allem bei VPN-Zugriff auf die IT-Infrastruktur. &lt;br /&gt;
Es besteht der Wunsch die Netze von Bautzen und Cottbus über ein virtuelles lokales Netzwerk so zusammenzuschließen, dass alle Mitarbeiter alle Programme und Daten unabhängig vom Standort nutzen können. Dieses Netz soll nach Möglichkeit durch einen externen Dienstleister betreut werden.&lt;br /&gt;
Ein weiterer Bedarf in der digitalen Kommunikation zeigt sich in dem Wunsch, eine zentral gültige E-Mail-Konvention zu schaffen, welche eine eindeutige Namenskonvention für den Lokalteil der E-Mail-Adresse für alle Institutionen vorgibt. Als Lokalteil wird der Teil einer E-Mail-Adresse bezeichnet, der vor dem „@“-Zeichen steht und die Adresse innerhalb der Domain des E-Mail-Providers eindeutig bezeichnet. Typischerweise entspricht der Lokalteil dem Benutzernamen des Besitzers des E-Mail-Kontos. Zudem hat sich gezeigt, dass nicht alle Mitarbeiter eine dienstliche E-Mail-Adresse besitzen. So arbeiten Betreuer der Internate des Sprachzentrums WITAJ teilweise noch mit privaten E-Mail-Adressen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Mobiles Arbeiten ====&lt;br /&gt;
Die Möglichkeit für das mobile Arbeiten wird in zahlreichen Institutionen genutzt. Ebenso geben die meisten Institutionen an, ausreichend für das mobile Arbeiten vorbereitet zu sein. So wurde die Beschaffung der notwendigen Hardware (Laptops, Headsets etc.) von vielen Institutionen bereits durchgeführt oder wird aktuell durchgeführt.  &lt;br /&gt;
Zudem zeigt sich, dass der Remote-Zugriff auf lokale Arbeitsrechner teilweise ineffizient ist, da vor allem Anwendungen zur Kooperation, wie z. B. Videokonferenz-Anwendungen, nicht genutzt werden können. Dies liegt daran, dass Kamera und Mikrofon des lokalen Rechners über den Remote-Zugang nicht angesteuert werden können. Dies führt zu sog. „Work-Arounds“ bei denen alternative Kommunikationswege über private Mobilgeräte geführt werden. Diese „Work-Arounds“ können bei einem Datenaustausch personenbezogener Daten auch datenschutzrechtliche Relevanz entwickeln. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Dreisprachigkeit ====&lt;br /&gt;
Ein zentraler Bedarf besteht in der Möglichkeit, digitale Medien dreisprachig zu implementieren, zu konfigurieren und zu nutzen. Viele genutzte Medien bieten aktuell keine Dreisprachigkeit (Deutsch, Obersorbisch, Niedersorbisch). Es zeigt sich vor allem bei schon jetzt vorhandenen digitalen Angeboten der Wunsch, diese durchgängig dreisprachig anzubieten. Dies umfasst Webauftritte, soziale Medien und Webshops bis hin zu verwendeten Software-Lösungen für die tägliche Arbeit. Neben der Ansprache der jeweiligen Hersteller von Anwendungen zeigt sich, dass sich ein zentrales Verzeichnis aller Tools und Anwendungen für die Arbeit der Institutionen hilfreich wäre, welche bereits eine Dreisprachigkeit bieten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Forschungsdatenmanagement ====&lt;br /&gt;
Aufgrund der zu erwartenden Komplexität soll an dieser Stelle auf einen institutionsspezifischen Bedarf des Sorbischen Institutes eingegangen werden. Hier wurde der Aufbau eines Forschungsdatenmanagements als ein zentraler Bedarf genannt, um wettbewerbsfähig zu bleiben und die Richtlinien der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) einzuhalten, welche bei Nicht-Beachtung zum Ausschluss von der Drittmittelbeantragung führen. Ein Forschungsdatenmanagement (FDM) bezeichnet alle methodischen, konzeptionellen, organisato-rischen und technischen Maßnahmen und Verfahren zur Handhabung von Forschungsdaten über deren Lebenszyklus. Zum Forschungsdatenmanagement gehören zudem Festlegungen, was mit den Daten nach Abschluss eines Forschungsprojekts geschehen soll, also beispielsweise wo und wie die Daten archiviert werden und wer auf die archivierten Daten Zugriff erhält. &lt;br /&gt;
Eine technische Verwaltung der Forschungsdaten kann auf vielfältige Weise erfolgen. Das sorbische Institut wünscht sich eine Lösung, welche folgende Kriterien erfüllt:&lt;br /&gt;
* Zentrale Datenverwaltung, ggf. nach dem FAIR Data-Prinzipien; diese umfassen folgend Anforderungen:&lt;br /&gt;
** Findable: Die Daten sollen wieder auffindbar sein.&lt;br /&gt;
** Accessible: Die Daten sollen langfristig zugänglich sein.&lt;br /&gt;
** Interoperable: Die Daten sollen technisch nachnutzbar und mit anderen Datensätzen kombinierbar sein.&lt;br /&gt;
** Reusable: Die Daten sollen analytisch und intellektuell wieder verwendbar sein.&lt;br /&gt;
* Auswertungs- und Reportingmöglichkeiten&lt;br /&gt;
* Kooperatives Repository für wissenschaftliche Kooperationen&lt;br /&gt;
* Langzeitarchivierung der Forschungsdaten mit einem persistenten Zugang für Berechtigte&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Soll-Konzeption Digitalisierung von Arbeitsabläufen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Maßnahmen entwickeln'''&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
	    Welche Maßnahmen und Schritte sind notwendig, um die „Digitalisierung von Arbeitsabläufen     inkl. Weiterbildungen für Arbeitnehmer“ voranzubringen oder gar als Dienstleistung für sorbische Kulturgutträger anzubieten?&lt;br /&gt;
* Beschreibung der Maßnahmen inkl. ihrer Schritte&lt;br /&gt;
* Bewertung der Maßnahmen (grobe Aufwandsschätzung)&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Měrko Šenk</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://koncept.serbski-inkubator.de/index.php?title=12.2_Digitalisierung_von_Arbeitsabl%C3%A4ufen&amp;diff=1012</id>
		<title>12.2 Digitalisierung von Arbeitsabläufen</title>
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		<updated>2025-11-06T12:20:58Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Měrko Šenk: /*   2.5 Technische Lösungen für die Aufbewahrung von E-Rechnungen */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;== Einleitung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieser Themenbereich beinhaltet die Unterstützung des Anwenders beim Arbeiten mit elektronischen Geräten in den sorbischen Sprachen. Im Fokus steht hier die Interaktion von Menschen mit elektronischen Geräten in beruflichen Kontexten in der &lt;br /&gt;
* öffentlichen Verwaltung, &lt;br /&gt;
* Forschung, &lt;br /&gt;
* Handwerk und &lt;br /&gt;
* Dienstleistungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Visionen und Ziel für die sorbische digitale Welt ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Vision 2030 ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:0.501cm;margin-right:0cm;&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;span style=&amp;quot;color:#000000;&amp;quot;&amp;gt;„Sorben und Sorbisch-Lernende schreiben sehr leicht ober- und niedersorbisch auf elektronischen Geräten und werden vom Gerät dabei unterstützt, ihre sorbische Muttersprache respektive ihre Sprachfähigkeiten im Alltag oft und leicht anzuwenden.“&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:0.501cm;margin-right:0cm;&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;span style=&amp;quot;color:#000000;&amp;quot;&amp;gt;„Sorben und Sorbisch-Lernende nutzen für die Interaktion mit elektronischen Geräten die gesprochene sorbische Sprache (gleichwertig zur geschriebenen Sprache und gleichwertig zur deutschen Sprache).“&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Konkrete Visionen 2025 ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:0.501cm;margin-right:0cm;&amp;quot;&amp;gt;„Mitarbeitende in sorbischen Verwaltungen und Unternehmen nutzen sorbische Benutzeroberflächen und wenden damit ihre sorbische Muttersprache im Arbeitsalltag oft und leicht an.“&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:0.501cm;margin-right:0cm;&amp;quot;&amp;gt;„Potenzielle Auftragnehmer und Arbeitnehmer sind mittels digitaler Technologien gut vernetzt mit sorbischen Auftraggebern und Arbeitgebern, sie werden über neue Aufträge und Gesuche informiert sowie präsentieren ihre Angebote und Leistungen.“&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Konkretes Ziel ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| style=&amp;quot;border-spacing:0;&amp;quot;&lt;br /&gt;
|- style=&amp;quot;background-color:#e2efd9;border:0.25pt solid #808080;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.123cm;padding-right:0.123cm;&amp;quot;&lt;br /&gt;
|| &amp;lt;div style=&amp;quot;color:#000000;&amp;quot;&amp;gt;In einer sorbischen Institutionen wird ein Programm mit vollständig sorbischer Sprachunterstützung genutzt.&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;color:#000000;&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ist-Analyse Digitalisierung von Arbeitsabläufen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Recherche und Abgrenzung des Themas ===&lt;br /&gt;
Eine moderne digitale Arbeitswelt umfasst verschiedene Bereiche, die durch den Einsatz digitaler Technologien und Lösungen geprägt sind. Die Digitalisierung bietet zahlreiche Möglichkeiten, Arbeitsabläufe effizienter und schneller zu gestalten. &lt;br /&gt;
Im Folgenden liegt der Schwerpunkt der Analyse auf Organisationsformen, die hauptsächlich im sorbischen Sprachraum vorkommen. Diese Organisationsformen sind&lt;br /&gt;
* '''Öffentliche Verwaltung und Forschung'''&lt;br /&gt;
* '''Handwerk und Dienstleistungen'''&lt;br /&gt;
* '''Vereine'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Digital unterstützbare Bereiche in Organisationen ===&lt;br /&gt;
Die folgenden Bereiche von Organisationen können digital unterstützt werden und sollten in einer modernen Arbeitswelt von öffentlichen Verwaltungen, im Handwerk und bei Dienstleistern beachtet werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Übergreifende Bereiche ====&lt;br /&gt;
* '''Kommunikation, Kollaboration, Wissensmanagement'''&lt;br /&gt;
** E-Mail, Kalender&lt;br /&gt;
** Chat, Videokonferenzen &lt;br /&gt;
** Kollaborative Plattformen, gemeinsame digitale Arbeitsräume, Foren, soziale Intranets, Portale&lt;br /&gt;
** Projekt- und Aufgabenmanagement&lt;br /&gt;
* '''Dokumentenmanagement und Archivierung'''&lt;br /&gt;
** Elektronische Aktenführung und Dokumentenmanagement-Systeme&lt;br /&gt;
** Austausch von Dokumenten&lt;br /&gt;
** Aufbewahrung und Archivierung und von Dokumenten&lt;br /&gt;
* '''Datenmanagement, Analyse, Datenschutz'''&lt;br /&gt;
** Datenanalyse-Tools und Business Intelligence&lt;br /&gt;
** Datensicherheit und Datenschutz&lt;br /&gt;
** Open Data&lt;br /&gt;
* '''Prozessmanagement und Automatisierung'''&lt;br /&gt;
** Prozessanalyse und -optimierung&lt;br /&gt;
** Automatisierung von Verwaltungsprozessen&lt;br /&gt;
* '''Schulungen, Weiterbildungen, Trainings'''&lt;br /&gt;
** E-Learning-Plattformen und Online-Schulungen&lt;br /&gt;
** Digitale Kompetenzentwicklung und Schulungsprogramme&lt;br /&gt;
** Wissensmanagement und interne Schulungen&lt;br /&gt;
* '''IT-Infrastruktur und Technologie'''&lt;br /&gt;
** Netzwerk- und Kommunikationstechnologien&lt;br /&gt;
** Cloud Computing und Virtualisierung&lt;br /&gt;
** Cybersecurity und Informationssicherheit&lt;br /&gt;
** Elektronische Signaturen und Authentifizierung&lt;br /&gt;
** Mobile Arbeitsumgebungen&lt;br /&gt;
* Buchführung und Finanzen&lt;br /&gt;
* Marketing, Vertrieb&lt;br /&gt;
* Kundenmanagement, Kundeninteraktion, Support&lt;br /&gt;
* Personalmanagement / Mitarbeiterverwaltung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Ergänzende Bereiche in öffentlichen Verwaltungen ====&lt;br /&gt;
* Antragsmanagement&lt;br /&gt;
* Sonstige Verwaltung / Ressourcenmanagement&lt;br /&gt;
** Inventar, Lager&lt;br /&gt;
** Fuhrpark&lt;br /&gt;
** Immobilien&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Ergänzende Bereiche in der Forschung ====&lt;br /&gt;
* Forschungsdatenmanagement&lt;br /&gt;
* Open Science&lt;br /&gt;
* Simulation und Modellierung&lt;br /&gt;
* Literaturrecherche&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Ergänzende Bereiche im Handwerk und bei Dienstleistern ====&lt;br /&gt;
* Auftragsmanagement&lt;br /&gt;
** Angebote&lt;br /&gt;
** Zeiterfassung&lt;br /&gt;
** Dokumentation&lt;br /&gt;
** Terminplanung&lt;br /&gt;
* Materialbeschaffung und Lagerverwaltung&lt;br /&gt;
* Arbeitsvorbereitung &lt;br /&gt;
** Planung und Simulation (CAD, virtuelle Realität)&lt;br /&gt;
&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''zusammenfassend sollen im Folgenden die wesentlichen Bereiche analysiert werden'''&lt;br /&gt;
* Kommunikation, Kollaboration, Wissensmanagement&lt;br /&gt;
* Dokumentenmanagement und Archivierung&lt;br /&gt;
* Datenmanagement, Analyse, Datenschutz&lt;br /&gt;
* Prozessmanagement und Automatisierung&lt;br /&gt;
* Schulungen und Weiterbildung&lt;br /&gt;
* IT-Infrastruktur und Technologie&lt;br /&gt;
* Buchhaltung und Finanzen&lt;br /&gt;
* Marketing, Vertrieb, Kundenmanagement&lt;br /&gt;
* Personalmanagement / Mitarbeiterverwaltung&lt;br /&gt;
&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Aktuelle Standards in den Bereichen von Organisationen ===&lt;br /&gt;
In diesem Abschnitt sollen aktuelle Standards genannt werden, die in den oben gennanten Bereichen von Organisationen derzeit gelten.&lt;br /&gt;
* Überblick über den Status quo der Digitalisierung in der Arbeitswelt&lt;br /&gt;
* Welche (digitalen) Standards (Tools, Prozesse, Methoden etc.) gibt es in den einzelnen Bereichen?&lt;br /&gt;
* inkl. der Komponenten (Dokumenten-, Prozess-, Wissensmanagement, elektronische Unterschriften mittels Zertifikaten usw.)&lt;br /&gt;
* Entwicklung von Nutzungs-Szenarien (Soll-Zustand)&lt;br /&gt;
* wesentliche Bereiche identifizieren, in diesen status quo ermitteln an Methoden, Tools, Prozessen&lt;br /&gt;
* Überblick erstellen über den Status quo der Weiterbildungen von Arbeitnehmern (von Verwaltungen)&lt;br /&gt;
&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====E-Rechnungs-Standards in der Buchhaltung: XRechnung und ZUGFeRD-Rechnung ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Inhaltsverzeichnis ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[#Toc184300204|1 Pflicht zur E-Rechnung: rechtliche Anforderungen]]&lt;br /&gt;
:[[#Toc184300205|1.1 E-Rechnung: Einführungstermine und Rahmenbedingungen]]&lt;br /&gt;
:[[#Toc184300206|1.2 Zulässige Formate für elektronische Rechnungen]]&lt;br /&gt;
[[#Toc184300207|2 E-Rechnungen empfangen, bearbeiten und aufbewahren]]&lt;br /&gt;
:[[#Toc184300208|2.1 Eingang von E-Rechnungen]]&lt;br /&gt;
:[[#Toc184300209|2.2 NEU: Prüfung einer E-Rechnung]]&lt;br /&gt;
::[[#Toc184300210|2.2.1 ZUGFeRD-Rechnung: Abweichungen zwischen PDF und XML?]]&lt;br /&gt;
::[[#Toc184300211|2.2.2 Validierung, Prüfung und Wandlung einer XML-Datei in PDF]]&lt;br /&gt;
::[[#Toc184300212|2.2.3 Sachliche und rechnerische Prüfung der E-Rechnung]]&lt;br /&gt;
:[[#Toc184300213|2.3 Buchung und Zahlung der E-Rechnung]]&lt;br /&gt;
:[[#Toc184300214|2.4 Aufbewahrung von E-Rechnungen]]&lt;br /&gt;
:[[#Toc184300215|2.5 Technische Lösungen für die Aufbewahrung von E-Rechnungen]]&lt;br /&gt;
:[[#Toc184300216|2.6 Verfahrensdokumentation]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span id=&amp;quot;DMS3&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt; &amp;lt;span style=&amp;quot;color:#2f5496;&amp;quot;&amp;gt;Dokumentenlenkung&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| style=&amp;quot;border-spacing:0;width:15.993cm;&amp;quot;&lt;br /&gt;
|- style=&amp;quot;background-color:#d9d9d9;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot;&lt;br /&gt;
|| '''Datum'''&lt;br /&gt;
|| '''Version'''&lt;br /&gt;
|| '''Verfasser'''&lt;br /&gt;
|| '''Bemerkungen'''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | 27.11.2024&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | 1.0&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | Mirko Schenk&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | Erstellung erste Version&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | 05.12.2024&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | 1.1&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | Mirko Schenk&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | Ergänzung Prüfung, ob PDF eine ZUGFeRD-Rechnung ist&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hinweis: Grundsätzlich gilt bei allen personenbezogenen Bezeichnungen die gewählte Form für Angehörige aller Geschlechter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== &amp;lt;span id=&amp;quot;Toc184300204&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt; 1. Pflicht zur E-Rechnung: rechtliche Anforderungen  =====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ab dem 1. Januar 2025 gilt die Pflicht zum Empfang von E-Rechnungen für Unternehmen und öffentliche Einrichtungen gemäß der EU-Richtlinie 2014/55/EU sowie deren Umsetzung im deutschen Wachstumschancengesetz und im Umsatzsteuergesetz (UStG). Im vorliegenden Dokument sind hierfür die Anforderungen an und notwendigen Anpassungen bei den Buchhaltungsabläufen erläutert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Anleitung gilt, bis die Buchhaltungsabteilung über eine spezialisierte Software für den Empfang und die Aufbewahrung von E-Rechnungen verfügt oder bis das Docuware-Dokumenten­management­system (DMS) den Betrieb aufnimmt, welches diese Aufgabe übernehmen kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====== &amp;lt;span id=&amp;quot;Toc184300205&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt; 1.1 E-Rechnung: Einführungstermine und Rahmenbedingungen ======&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Verpflichtende''' &amp;lt;u&amp;gt;Annahme&amp;lt;/u&amp;gt; von E-Rechnungen''': &lt;br /&gt;
** Ab dem 1. Januar &amp;lt;u&amp;gt;'''2025'''&amp;lt;/u&amp;gt; müssen Sie in der Lage sein, E-Rechnungen zu empfangen, zu verarbeiten und zu archivieren. - Gleichzeitig kann jedoch mit Lieferanten und Rechnungs­stellern ein anderes Rechnungsformat vereinbart werden.&lt;br /&gt;
* Verpflichtender''' &amp;lt;u&amp;gt;Versand&amp;lt;/u&amp;gt; von E-Rechnungen''': &lt;br /&gt;
** Ab dem 1. Januar &amp;lt;u&amp;gt;'''2027'''&amp;lt;/u&amp;gt; sind Unternehmen mit einem Vorjahresumsatz von mehr als 800.000 € verpflichtet, im B2B-Bereich E-Rechnungen zu versenden - bei einem Vorjahresumsatz unter 800.000&amp;amp;nbsp;€ sind sie ab dem 1. Januar &amp;lt;u&amp;gt;'''2028'''&amp;lt;/u&amp;gt; dazu verpflichtet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* '''Anwendungsbereich:'''&lt;br /&gt;
** inländische '''B2B-Umsätze''': d. h. Umsätze zwischen inländischen Unternehmen&lt;br /&gt;
* '''Ausnahmen:'''&lt;br /&gt;
** Rechnungen an Privatpersonen ('''B2C-Bereich''')&lt;br /&gt;
** Rechnungen für steuerfreie Leistungen&lt;br /&gt;
** Kleinbetragsrechnungen bis 250 Euro&lt;br /&gt;
** Fahrausweise und Fahrscheine&lt;br /&gt;
* '''Formatvorgaben für E-Rechnungen: '''&lt;br /&gt;
** E-Rechnungen müssen – wenn sie verwendet werden – in einem strukturierten, maschinenlesbaren elektronischen Format vorliegen, wie z. B. '''XRechnung''' oder '''ZUGFeRD''' (gemäß der EU-Richtlinie 2014/55/EU und der Normenreihe EN 16931). &lt;br /&gt;
** Alternativ kann zwischen Rechnungssteller und -empfänger ein anderes Format vereinbart werden, solange es eine vollständige Extraktion der nach dem UStG erforderlichen Angaben ermöglicht und mit der europäischen Norm (EN 16931) kompatibel ist. Beispielsweise kann das EDI-Verfahren weiterhin genutzt werden.&lt;br /&gt;
* '''Keine E-Rechnungen:''' Ab dem 1. Januar 2025 gelten reine PDF-Rechnungen, Papierrechnungen, Bilddateien oder E-Mails als '''sonstige Rechnungen''' und nicht als E-Rechnungen.&lt;br /&gt;
* '''Prozessanpassungen:''' Buchhaltungsprozesse müssen an die Verarbeitung von E-Rechnungen angepasst werden, um eine effiziente und rechtskonforme Handhabung zu gewährleisten.&lt;br /&gt;
* '''GoBD-Compliance:''' Die Verarbeitung und insbesondere die Archivierung von E-Rechnungen muss den GoBD&amp;lt;ref name=&amp;quot;ftn1&amp;quot;&amp;gt;Vgl. [https://ao.bundesfinanzministerium.de/ao/2023/Anhaenge/BMF-Schreiben-und-gleichlautende-Laendererlasse/Anhang-64/inhalt.html https://ao.bundesfinanzministerium.de/ao/2023/Anhaenge/BMF-Schreiben-und-gleichlautende-Laendererlasse/Anhang-64/inhalt.html] &amp;lt;/ref&amp;gt; entsprechen und '''unveränderbar''', vollständig und nachvollziehbar sein. Neben einer revisionssicheren Archivierung sollte eine '''Verfahrensdokumentation '''der technischen und organisatorischen Maßnahmen erstellt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====== &amp;lt;span id=&amp;quot;Ref183532442&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt; &amp;lt;span id=&amp;quot;Toc184300206&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt; 1.2 Zulässige Formate für elektronische Rechnungen ======&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
E-Rechnungen müssen der europäischen Norm für die elektronische Rechnungsstellung sowie der Liste der entsprechenden Syntaxen gemäß der Richtlinie 2014/55/EU entsprechen. Folgende Formate sind zulässig:* &amp;lt;u&amp;gt;'''XRechnung&amp;lt;/u&amp;gt;:''' Strukturiertes '''XML-Format''' für den Austausch von Rechnungen, aktuell in der Version 3.0.2&amp;lt;ref name=&amp;quot;ftn21&amp;quot;&amp;gt;[https://xeinkauf.de/dokumente https://xeinkauf.de/dokumente] &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;/ref&amp;gt; - ähnlich einer Textdatei mit maschinenlesbarer Struktur.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Dataja:Wobraz_E1_Org.png|500px|center]]&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* &amp;lt;u&amp;gt;'''ZUGFeRD-Rechnung&amp;lt;/u&amp;gt;:''' Hybrides Format aus '''PDF'''-Datei (Format PDF/A-3) '''mit eingebetteter strukturierter XML-Datei''' als Anhang. Der ZUGFeRD-Standard wurde in Deutschland entwickelt ('''Z'''entraler '''U'''ser '''G'''uide des '''F'''orums '''e'''lektronische '''R'''echnung '''D'''eutschland) und liegt aktuell in der Version 3.2 vor.&amp;lt;ref name=&amp;quot;ftn22&amp;quot;&amp;gt;[https://www.ferd-net.de/standards/zugferd-versionsarchiv/zugferd-versionen.html https://www.ferd-net.de/standards/zugferd-versionsarchiv/zugferd-versionen.html] &amp;lt;/ref&amp;gt; Es gibt 5 ZUGFeRD-Profile, die sich im Umfang unterscheiden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;ftn23&amp;quot;&amp;gt;[https://www.ferd-net.de/faqs/allgemeine-technische-fragen-zur-erechnung/index.html https://www.ferd-net.de/faqs/allgemeine-technische-fragen-zur-erechnung/index.html] &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Dataja:Wobraz_E2.png|600px|center]]&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* '''Sonstige Formate:''' Weitere europäische Rechnungsformate, die dem genannten Standard entsprechen, wie z. B. EDI, Factur-X (Frankreich) oder '''Peppol'''-BIS Billing.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== &amp;lt;span id=&amp;quot;Toc184300207&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt; 2. E-Rechnungen empfangen, bearbeiten und aufbewahren =====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nachfolgend wird der neue Ablauf in der Buchhaltung beschrieben, wenn E-Rechnungen eingehen; grundsätzlich bleibt es jedoch möglich, dass die Buchhaltung den Lieferanten oder Rechnungssteller kontaktiert und um eine klassische Rechnung bittet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der grundsätzliche '''Rechnungseingangsprozess''' bleibt gleich:&lt;br /&gt;
# Rechnungseingang, vgl. Abschnitt [[#Toc184300208|2.1]]&lt;br /&gt;
# Rechnungsprüfung, vgl. Abschnitt [[#Toc184300209|2.2]]&lt;br /&gt;
# Buchung und Zahlung, vgl. Abschnitt [[#Toc184300213|2.3]]&lt;br /&gt;
# Aufbewahrung und Archivierung, vgl. [[#Toc184300214|2.4]]&lt;br /&gt;
[[Dataja:Wobraz_E3.jpg|500px]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====== &amp;lt;span id=&amp;quot;Ref183533790&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt; &amp;lt;span id=&amp;quot;Toc184300208&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt; &amp;lt;span id=&amp;quot;Ref183533796&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt; 2.1 &amp;lt;span style=&amp;quot;background-color:#ffff00;&amp;quot;&amp;gt;Eingang von E-Rechnungen&amp;lt;/span&amp;gt; ======&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* ZUGFeRD- und XRechnungen können über verschiedene Übertragungswege wie E-Mail, elektronische Plattformen, File-Download, FTP oder direkte Integrationen von IT-Systemen empfangen werden.&lt;br /&gt;
* Üblicherweise werden E-Rechnungen per E-Mail als Anhang eingehen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''NEU''': Ab dem 1.1.2025 ist es notwendig festzustellen, ob es sich bei einer &amp;lt;span style=&amp;quot;background-color:#ffff00;&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;u&amp;gt;'''per E-Mail eingehenden PDF-Rechnung'''&amp;lt;/u&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;span style=&amp;quot;background-color:#ffff00;&amp;quot;&amp;gt; um eine &amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;span style=&amp;quot;background-color:#ffff00;&amp;quot;&amp;gt;'''E-Rechnung vom Typ ZUGFeRD'''&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;span style=&amp;quot;background-color:#ffff00;&amp;quot;&amp;gt; handelt&amp;lt;/span&amp;gt; oder um eine „normale“ PDF-Rechnung („sonstige Rechnung“, siehe S. 2). Hierfür empfehle ich folgende Prüfschritte:&lt;br /&gt;
# '''PDF-Datei öffnen:'''&amp;amp;nbsp;Öffnen Sie die Datei mit einem PDF-Viewer (z. B. Adobe Acrobat Reader).&lt;br /&gt;
# '''Prüfen auf Hinweise im Dateinamen und Text:'''&amp;amp;nbsp;Suchen Sie nach Angaben wie „ZUGFeRD“, „Eingebettete XML-Daten“ oder „Diese Datei enthält strukturierte Rechnungsdaten“.&lt;br /&gt;
# &amp;lt;span style=&amp;quot;background-color:#ffff00;&amp;quot;&amp;gt;'''Prüfen auf Anhänge&amp;lt;/span&amp;gt;:'''&amp;amp;nbsp;Die meisten PDF-Viewer zeigen Anhänge bzw. eingebettete Dateien mit einem &amp;lt;span style=&amp;quot;background-color:#ffff00;&amp;quot;&amp;gt;'''Büroklammer-Symbol'''&amp;lt;/span&amp;gt; an. Beim Anklicken dieses Symbols wird die XML-Datei sichtbar, was auf eine ZUGFeRD-Rechnung hinweist. – Fehlt das Büroklammer-Symbol, so enthält das PDF keine Anlagen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Dataja:Wobraz_E4.png|600px]]&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Dataja:Wobraz_E5.png|600px|center]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====== &amp;lt;span id=&amp;quot;Ref183533812&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt; &amp;lt;span id=&amp;quot;Toc184300209&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt; 2.2 NEU: Prüfung einer E-Rechnung ======&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Den bisherigen fachlichen und rechnerischen Prüfungen von Rechnungen muss nun die &amp;lt;span style=&amp;quot;background-color:#00ffff;&amp;quot;&amp;gt;'''Validierung der XML-Datei'''&amp;lt;/span&amp;gt; einer E-Rechnung vorangehen. Dies ist die technische Prüfung auf Korrektheit des XML-Schemas mittels eines Validators, vgl. Abschnitt 2.2.2. Gleichzeitig sollte bei &amp;lt;span style=&amp;quot;background-color:#00ff00;&amp;quot;&amp;gt;ZUGFeRD-Rechnungen&amp;lt;/span&amp;gt; auf &amp;lt;span style=&amp;quot;background-color:#00ff00;&amp;quot;&amp;gt;Abweichungen zwischen PDF- und eingebetteter XML-Rechnung&amp;lt;/span&amp;gt; geprüft werden. Wie das praktisch umgesetzt werden kann, ist auf der Seiten 5 erläutert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====== &amp;lt;span id=&amp;quot;Ref183533361&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt; &amp;lt;span id=&amp;quot;Toc184300210&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt; 2.2.1 ZUGFeRD-Rechnung: Abweichungen zwischen PDF und XML? ======&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach dem Empfang einer ZUGFeRD-Rechnung sollte eine Prüfung erfolgen, um sicherzustellen, dass die XML-Datei und die PDF-Darstellung keine Abweichungen aufweisen. Im Fall von Abweichungen können beide Bestandteile gemäß BMF 2024 als eigenständige Rechnungen gelten.&amp;lt;ref name=&amp;quot;ftn24&amp;quot;&amp;gt;Vgl. BMF 2024, S. 10: Bundesministerium der Finanzen (BMF). (2024). ''Ausstellung von Rechnungen nach § 14 UStG; Einführung der obligatorischen elektronischen Rechnung bei Umsätzen zwischen inländischen Unternehmern ab dem 1. Januar 2025''. BMF-Schreiben vom 15. Oktober 2024. Verfügbar unter: [https://www.bundesfinanzministerium.de/Content/DE/Downloads/BMF_Schreiben/Steuerarten/Umsatzsteuer/2024-10-15-einfuehrung-e-rechnung.pdf https://www.bundesfinanzministerium.de/Content/DE/Downloads/BMF_Schreiben/Steuerarten/Umsatzsteuer/2024-10-15-einfuehrung-e-rechnung.pdf]&amp;lt;/ref&amp;gt; „PDF und XML müssen die Vorgaben des § 14 Abs. 4 Umsatzsteuergesetz (UStG) berücksichtigen, um inhaltlich identische Mehrstücke derselben Rechnung darzustellen.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;ftn25&amp;quot;&amp;gt;Vgl. [https://www.ferd-net.de/standards/was-ist-zugferd/was-ist-zugferd.html https://www.ferd-net.de/standards/was-ist-zugferd/was-ist-zugferd.html] &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Lt. BMF 2024 muss mit dem XML-Anhang der ZUGFeRD-Rechnung weitergearbeitet werden. „Bei einem hybriden Format bilden die im '''XML-Format''' vorliegenden Rechnungsdaten '''den führenden Teil'''. Im Fall von Abweichungen zwischen den strukturierten Rechnungsdaten und den sonstigen Informationen gehen die Daten des strukturierten Teils [XML] denen der Bilddatei [PDF] vor.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;ftn26&amp;quot;&amp;gt;Vgl. BMF 2024, S. 10. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Sind PDF und XML &amp;lt;u&amp;gt;'''identisch'''&amp;lt;/u&amp;gt;, handelt es sich beim PDF um ein inhaltlich identisches Mehrstück.&amp;lt;ref name=&amp;quot;ftn27&amp;quot;&amp;gt;Vgl. BMF 2024, S. 10 und [https://www.ferd-net.de/standards/was-ist-zugferd/was-ist-zugferd.html https://www.ferd-net.de/standards/was-ist-zugferd/was-ist-zugferd.html].&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Sind PDF und XML &amp;lt;u&amp;gt;'''nicht identisch'''&amp;lt;/u&amp;gt;, stellt das PDF ggf. eine weitere (sonstige) Rechnung dar, für die die Voraussetzungen des § 14c UStG zu prüfen sind.&amp;lt;ref name=&amp;quot;ftn28&amp;quot;&amp;gt;Vgl. BMF 2024, S. 11.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====== &amp;lt;span id=&amp;quot;Ref183531396&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt; &amp;lt;span id=&amp;quot;Toc184300211&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt; 2.2.2 &amp;lt;span style=&amp;quot;background-color:#00ffff;&amp;quot;&amp;gt;Validierung&amp;lt;/span&amp;gt;, &amp;lt;span style=&amp;quot;background-color:#00ff00;&amp;quot;&amp;gt;Prüfung&amp;lt;/span&amp;gt; und Wandlung einer XML-Datei in PDF ======&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die XML-Datei (XRechnung oder XML-Anhang einer ZUGFeRD-Rechnung) sollte validiert und geprüft werden, ob sie einem gültigen Format entspricht. Hierfür kann die XML-Datei mittels eines Validators geprüft werden. Es gibt hierfür eine Menge von &amp;lt;span style=&amp;quot;background-color:#00ffff;&amp;quot;&amp;gt;Online und Offline Validatoren&amp;lt;/span&amp;gt;.&amp;lt;ref name=&amp;quot;ftn29&amp;quot;&amp;gt;Vgl. Übersicht unter [https://easyfirma.net/e-rechnung/validieren https://easyfirma.net/e-rechnung/validieren]. &amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich empfehle mit dem Offline-Validator „'''Ultramarinviewer'''“&amp;lt;ref name=&amp;quot;ftn30&amp;quot;&amp;gt;Vgl. [https://www.ultramarinviewer.de https://www.ultramarinviewer.de] &amp;lt;/ref&amp;gt; zu arbeiten, da dieser die Dateien lokal im Unternehmen weiterverarbeitet. Zudem lässt sich mittels der Druckfunktion eine PDF-Datei (oder ein Papierdokument) aus der XML-Datei erzeugen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Folgenden werden die Arbeitsschritte mit dem Ultramarinviewer im Detail erläutert:&lt;br /&gt;
# &amp;lt;u&amp;gt;'''Herunterladen und installieren'''&amp;lt;/u&amp;gt; des Ultramarinviewer&lt;br /&gt;
#* Aktuell in der Version 1.2: [https://www.ultramarinviewer.de https://www.ultramarinviewer.de] &lt;br /&gt;
# &amp;lt;u&amp;gt;'''Öffnen'''&amp;lt;/u&amp;gt; des Ultramarinviewer&lt;br /&gt;
#* In der Windows-Suche in der Taskleiste suchen nach „Ultramarin“ und öffnen der App&lt;br /&gt;
# &amp;lt;u&amp;gt;'''XML-Datei öffnen '''(XRechnung und ZUGFeRD-PDF)&amp;lt;/u&amp;gt;''':''' Dieses Video zeigt 4 Wege, eine '''XML-Datei zu öffnen''': [https://www.ultramarinviewer.de/assets/Ultramarinviewer.mp4 https://www.ultramarinviewer.de/assets/Ultramarinviewer.mp4] &lt;br /&gt;
:: a) '''Drag and Drop''' einer '''XML-Datei''' einer E-Rechnung in die &amp;lt;u&amp;gt;'''Startseite'''&amp;lt;/u&amp;gt; des Ultramarinviewer.&lt;br /&gt;
:::* Das funktioniert ebenfalls mit den meisten '''ZUGFeRD-Rechnungen als PDF''', d. h. es kann die '''PDF-Datei''' per Drag and Drop in die Viewer-Startseite gezogen werden – es wird automatisch das eingebettete XML geöffnet!&lt;br /&gt;
:: b) „'''Datei öffnen'''“ klicken in der Menü-Leiste.&lt;br /&gt;
:: c) „'''Vorherige Datei'''“, „'''Nächste Datei'''“ in der Menü-Leiste nutzen. &lt;br /&gt;
:: d) („'''Senden an'''“: Rechtsklick auf eine XML-Datei und senden an Ultramarinviewer – hat bei mir nicht funktioniert. Ebenfalls traten mittels „'''Öffnen mit'''“ nach Rechtsklick auf eine Datei '''Fehler''' auf.)&lt;br /&gt;
: 4. &amp;lt;span style=&amp;quot;background-color:#00ffff;&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;u&amp;gt;'''XML-Datei validieren&amp;lt;/span&amp;gt; und &amp;lt;span style=&amp;quot;background-color:#00ff00;&amp;quot;&amp;gt;ZUGFeRD-Rechnung prüfen&amp;lt;/u&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;:'''&lt;br /&gt;
:: a) Kann die XML-Datei mit dem Ultramarinviewer &amp;lt;span style=&amp;quot;background-color:#00ffff;&amp;quot;&amp;gt;'''nicht geöffnet&amp;lt;/span&amp;gt; '''werden oder erscheint beim Öffnen eine Fehlermeldung, so ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass sie nicht validiert werden konnte und somit &amp;lt;span style=&amp;quot;background-color:#00ffff;&amp;quot;&amp;gt;'''keine valide XRechnungs-Datei'''&amp;lt;/span&amp;gt; ist. &lt;br /&gt;
:: b) Konnte die Datei dagegen &amp;lt;span style=&amp;quot;background-color:#00ffff;&amp;quot;&amp;gt;'''geöffnet&amp;lt;/span&amp;gt; '''werden, so ist sie &amp;lt;span style=&amp;quot;background-color:#00ffff;&amp;quot;&amp;gt;'''valide'''&amp;lt;/span&amp;gt;. Im Abschnitt „Zusätze“ unter „&amp;lt;span style=&amp;quot;background-color:#00ffff;&amp;quot;&amp;gt;Spezifikationskennung&amp;lt;/span&amp;gt;“ unten ist oft das verwendete XML-Schema eingetragen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Dataja:Wobraz_E6.png|600px|center]]&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:: c) Handelt es sich ursprünglich um eine &amp;lt;span style=&amp;quot;background-color:#00ff00;&amp;quot;&amp;gt;'''ZUGFeRD-Rechnung'''&amp;lt;/span&amp;gt;, dann sollten nun die &amp;lt;span style=&amp;quot;background-color:#00ff00;&amp;quot;&amp;gt;'''Datenfelder der XML'''&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;span style=&amp;quot;background-color:#00ff00;&amp;quot;&amp;gt; im Ultramarinviewer&amp;lt;/span&amp;gt; '''mit &amp;lt;span style=&amp;quot;background-color:#00ff00;&amp;quot;&amp;gt;den Daten der PDF-Rechnung'''&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;span style=&amp;quot;background-color:#00ff00;&amp;quot;&amp;gt; &amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;span style=&amp;quot;background-color:#00ff00;&amp;quot;&amp;gt;'''verglichen'''&amp;lt;/span&amp;gt; werden, um sicherzustellen, dass es sich &amp;lt;span style=&amp;quot;background-color:#00ff00;&amp;quot;&amp;gt;um identische Mehrstücke derselben Rechnung&amp;lt;/span&amp;gt; handelt, siehe Abschnitt 2.2.1. &lt;br /&gt;
:: d) Die Daten der geöffneten XML-Datei werden im Ultramarinviewer in '''5 Abschnitten''' angezeigt, wobei meist nur die ersten 3 Abschnitte befüllt sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Dataja:Wobraz_E7.png|500px|center]]&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:: e) &amp;lt;u&amp;gt;'''XML-Datei drucken'''&amp;lt;/u&amp;gt;: Die dargestellte '''XML-Datei '''(XRechnung oder ZUGFeRD-Anhang)''' kann nun als PDF gedruckt''' werden, z.&amp;amp;nbsp;B. zur Dokumentation oder wenn für den weiteren Buchungsprozess eine Datei zum Weiterverarbeiten benötigt wird. &lt;br /&gt;
::: i) Zunächst in der geöffneten Datei im Ultramarinviewer den '''Abschnitt''' wählen, der gedruckt werden soll. Dort mittels „'''Strg + P'''“ oder '''Rechtsklick''' auf die angezeigte XML-Datei und „'''Drucken'''“ das Druckmenü öffnen.&lt;br /&gt;
::: ii) Hier unter „Drucker“ einen '''PDF-Drucker wählen''', bspw. den „Microsoft Print to PDF“.&lt;br /&gt;
::: iii) Empfohlene '''Einstellungen'''&lt;br /&gt;
::::* '''Layout''': Hochformat&lt;br /&gt;
::::*  '''Seiten''': Alles&lt;br /&gt;
::::*  '''Farbe''': Farbe&lt;br /&gt;
::::*  '''Weitere''' Einstellungen:&lt;br /&gt;
::::*  '''Papierformat''': A4&lt;br /&gt;
::::*  '''Skalierung (%)''': Tatsächliche Größe&lt;br /&gt;
::::*  '''Seiten pro Blatt''': 1 oder 2 (oder ggf. 4)&lt;br /&gt;
::::*  '''Optionen''': Kopf- und Fußzeilen: ja; Hintergrundgrafiken: nein&lt;br /&gt;
::: iv) '''Wiederholen pro Abschnitt''', welcher buchungsrelevante Daten enthält.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* '''Hinweis''': Bei mir traten Fehler auf, wenn mehrere Instanzen des Ultramarinviewer geöffnet waren. Ebenfalle beim Öffnen einer Datei mittels Rechtsklick auf eine Datei im Explorer und „Öffnen mit“, dann konnte diese Datei nicht geöffnet und validiert werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====== &amp;lt;span id=&amp;quot;Toc184300212&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt; 2.2.3 Sachliche und rechnerische Prüfung der E-Rechnung ======&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die aus der XML-Datei gedruckten PDF-Dokumente können nun für die weitere Rechnungsbearbeitung verwendet werden, bspw. für die sachliche und rechnerische Prüfung der E-Rechnung. Bei einer ZUGFeRD-Rechnung kann bei identischen Rechnungsdaten auch das ursprüngliche PDF hierfür verwendet werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu beachten ist, dass sowohl die E-Rechnung in ihrer ursprünglichen Form als auch die zusätzlichen Dokumente unveränderlich aufbewahrt werden müssen, sofern an ihnen Aufzeichnungen enthalten sind, die für die Besteuerung von Bedeutung sind, z. B. Buchungsvermerke oder Unterschriften.&amp;lt;ref name=&amp;quot;ftn31&amp;quot;&amp;gt;Vgl. BMF 2024, S. 17.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====== &amp;lt;span id=&amp;quot;Toc184300213&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt; 2.3 Buchung und Zahlung der E-Rechnung ======&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Buchung und Zahlung einer E-Rechnung kann wie bisher erfolgen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====== &amp;lt;span id=&amp;quot;Ref183533885&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt; &amp;lt;span id=&amp;quot;Toc184300214&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt; 2.4 Aufbewahrung von E-Rechnungen ======&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zusammenfassend lässt sich das Schreiben des BMF 2024 wie folgt interpretieren, siehe Zitate unten. Für eine GoBD-konforme Aufbewahrung von E-Rechnungen ist folgendes notwendig:&lt;br /&gt;
* E-Rechnungen, insb. XRechnungen sowie der strukturierte XML-Teil einer ZUGFeRD-Rechnung, müssen in dem Format aufbewahrt werden, in dem sie empfangen wurden.&lt;br /&gt;
** Hierfür kann, aber muss nicht, die E-Mail samt Anhang archiviert werden.&lt;br /&gt;
* E-Rechnungen müssen während ihrer Aufbewahrungsfrist von min. 10 Jahren maschinell auswertbar sein. Sie dürfen nicht ausgedruckt aufbewahrt werden!&lt;br /&gt;
* Zusätzliche Dokumente (z. B. Bildteil einer hybriden Rechnung oder die als PDF gedruckte XML-Rechnung) müssen mit aufbewahrt werden, sofern sie Aufzeichnungen enthalten, die für die Besteuerung von Bedeutung sind, z. B. Buchungsvermerke oder Unterschriften zur sachlichen und rechnerischen Prüfung.&lt;br /&gt;
* Um die GoBD-Vorgaben zu erfüllen, müssen während der Aufbewahrungsphase die Unveränderbarkeit, Vollständigkeit und Nachvollziehbarkeit der gespeicherten Dokumente sichergestellt sein. Eine einfache Speicherung im Windows-Dateisystem erfüllt diese Anforderungen nicht. &lt;br /&gt;
* Mögliche technische Lösungen werden in im folgenden Abschnitt 2.5vorgestellt.&lt;br /&gt;
* Neben einer revisionssicheren Archivierung sollte eine Verfahrensdokumentation der technischen und organisatorischen Maßnahmen erstellt werden, vgl. Abschnitt 2.6.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Zitate und Verlinkungen zur Aufbewahrung von E-Rechnungen:'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Das Umsatzsteuergesetz sieht vor, dass Rechnungen '''zehn Jahre''' aufzubewahren sind ([https://www.gesetze-im-internet.de/ustg_1980/__14b.html § 14b Abs. 1 S. 1 UStG]). Elektronische Rechnungen müssen gemäß den jeweils gültigen Grundsätzen zur ordnungsgemäßen Führung und Aufbewahrung von Büchern, Aufzeichnungen und Unterlagen in elektronischer Form sowie zum Datenzugriff (GoBD) aufbewahrt werden. Elektronische Handels- oder Geschäftsbriefe und Buchungsbelege müssen '''in dem Format aufbewahrt werden, in dem Sie empfangen werden''' (Randziffer 131 der GoBD vom 28. November 2019). D.&amp;amp;nbsp;h. elektronische Rechnungen sind originär elektronisch aufzubewahren und '''müssen maschinell auswertbar''' sein (Randziffer 128 GoBD vom 28. November 2019). Eine Aufbewahrung elektronischer Rechnungen in ausgedruckter Form ist nicht möglich.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;ftn32&amp;quot;&amp;gt;Vgl. [https://www.ferd-net.de/standards/was-ist-zugferd/was-ist-zugferd.html https://www.ferd-net.de/standards/was-ist-zugferd/was-ist-zugferd.html] &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gemäß BMF 2024 ist „['''d]er strukturierte Teil einer E-Rechnung''' [...] '''so aufzubewahren''', dass dieser in seiner '''ursprünglichen Form''' vorliegt und die Anforderungen an die '''Unveränderbarkeit''' erfüllt werden. Eine '''maschinelle Auswertbarkeit''' seitens der Finanzverwaltung muss sichergestellt sein. Sofern in einem zusätzlich übersandten Dokument (z. B. Bildteil einer hybriden Rechnung) Aufzeichnungen enthalten sind, die für die Besteuerung von Bedeutung sind, z. B. Buchungsvermerke, sind diese ebenfalls so aufzubewahren, dass diese in ihrer ursprünglichen Form vorliegen und die Anforderungen an die Unveränderbarkeit erfüllt werden.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;ftn33&amp;quot;&amp;gt;Vgl. BMF 2024, S. 17.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Wird die elektronische Rechnung per E-Mail übersandt, so ist die '''E-Mail selbst''' als reines '''Transportmittel der Rechnung''' (= Briefumschlag der elektronischen Rechnung) grundsätzlich '''nicht aufzubewahren''', es sei denn, die E-Mail enthält der Rechnung zugehörige, aufbewahrungspflichtige Informationen.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;ftn34&amp;quot;&amp;gt;Vgl. [https://www.ferd-net.de/standards/was-ist-zugferd/was-ist-zugferd.html https://www.ferd-net.de/standards/was-ist-zugferd/was-ist-zugferd.html]&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;span id=&amp;quot;Ref183535663&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====== &amp;lt;span id=&amp;quot;Ref183609885&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt; &amp;lt;span id=&amp;quot;Toc184300215&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt; 2.5 Technische Lösungen für die Aufbewahrung von E-Rechnungen ======&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Um unter Windows eine GoBD-konforme Archivierung sicherzustellen, ist es entscheidend, dass die gespeicherten Dokumente unveränderbar, vollständig und nachvollziehbar sind. Die bloße Ablage von Dateien im Windows-Dateisystem erfüllt diese Anforderungen in der Regel nicht, da sie keine Mechanismen zur Verhinderung von Änderungen oder Löschungen ohne Protokollierung bietet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''WORM-Speichermedien für die Archivierung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
WORM ('''W'''rite '''O'''nce, '''R'''ead '''M'''any)-Medien sind Speichermedien, auf denen Daten einmalig gespeichert und anschließend nicht mehr verändert werden können. Dies stellt die Unveränderbarkeit der Daten sicher. Beispiele für WORM-Medien sind:&lt;br /&gt;
* '''Optische Speichermedien''': CD-R, DVD-R und BD-R (Blu-ray Disc Recordable) sind klassische WORM-Medien. &lt;br /&gt;
* '''Magneto-Optische Laufwerke''': Diese bieten hohe Speicherkapazitäten und Langlebigkeit, sind jedoch weniger verbreitet und erfordern spezielle Hardware.&amp;lt;ref name=&amp;quot;ftn35&amp;quot;&amp;gt;Bspw. Overland Tandberg [https://ftp1.overlandtandberg.com/website/website/DS_RDX_Family_EMEA.pdf https://ftp1.overlandtandberg.com/website/website/DS_RDX_Family_EMEA.pdf] &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* '''WORM-Festplatten bzw. Archivierugssysteme''': Einige Hersteller bieten spezielle Festplatten mit WORM-Funktionalität an, die eine einmalige Speicherung von Daten ermöglichen. Beispielsweise bieten EMC mit Centera sowie NetApp mit SnapLock solche Lösungen an.&amp;lt;ref name=&amp;quot;ftn36&amp;quot;&amp;gt;Bspw. [https://docs.netapp.com/de-de/ontap/snaplock https://docs.netapp.com/de-de/ontap/snaplock], [https://www.fast-lta.de/de/produkte/silent-brick-system https://www.fast-lta.de/de/produkte/silent-brick-system] &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* '''WORM USB'''-Sticks&amp;lt;ref name=&amp;quot;ftn37&amp;quot;&amp;gt;Bspw. [https://www.digikey.de/de/products/detail/flexxon-pte-ltd/FUUP008GME-XE00/16705751 https://www.digikey.de/de/products/detail/flexxon-pte-ltd/FUUP008GME-XE00/16705751] &amp;lt;/ref&amp;gt; können eine Lösung für die Archivierung darstellen.&lt;br /&gt;
* '''Softwarebasierte WORM-Lösungen''': Es gibt Softwarelösungen, die innerhalb des Windows-Dateisystems einen WORM-Bereich schaffen können. Beispielsweise bieten iTernity mit iCAS&amp;lt;ref name=&amp;quot;ftn38&amp;quot;&amp;gt;Vgl. [https://iternity.com/de/produkte/icas/ https://iternity.com/de/produkte/icas/] &amp;lt;/ref&amp;gt; sowie Synology mit DSM eine WORM-Funktionalität an, die es ermöglicht, Daten einmalig zu schreiben und mehrfach zu lesen, ohne dass sie verändert werden können.&amp;lt;ref name=&amp;quot;ftn39&amp;quot;&amp;gt;Vgl. [https://blog.synology.com/ger/anleitung-was-ist-worm-schreib-und-loeschschutz-in-synology-dsm https://blog.synology.com/ger/anleitung-was-ist-worm-schreib-und-loeschschutz-in-synology-dsm] und [https://kb.synology.com/de-de/DSM/tutorial/which_synology_nas_models_support_WriteOnce_and_secure_snapshots https://kb.synology.com/de-de/DSM/tutorial/which_synology_nas_models_support_WriteOnce_and_secure_snapshots] &lt;br /&gt;
&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wichtige Funktionen solcher Systeme:&lt;br /&gt;
* '''Unveränderbarkeit''': Dokumente können nach der Archivierung nicht mehr ohne Protokollierung verändert werden.&lt;br /&gt;
* '''Zugriffskontrollen''': Nur autorisierte Personen haben Zugriff auf die Dokumente.&lt;br /&gt;
* '''Protokollierung''': Alle Zugriffe und Änderungen werden lückenlos protokolliert.&lt;br /&gt;
* '''Sicherheitsmaßnahmen''': Schutz vor unbefugtem Zugriff und Datenverlust.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;color:#2f5496;&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====== &amp;lt;span id=&amp;quot;Ref183605446&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt; &amp;lt;span id=&amp;quot;Toc184300216&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt; 2.6 Verfahrensdokumentation ======&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gemäß den GoBD ist eine Verfahrensdokumentation zu erstellen. Sie dient dazu, alle technischen und organisatorischen Maßnahmen zur Verarbeitung und Archivierung von E-Rechnungen transparent und prüfungssicher darzustellen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Verfahrensdokumentation sollte die folgenden Punkte detailliert abdecken:&lt;br /&gt;
# '''Allgemeine Beschreibung des Unternehmens und der Organisation'''&lt;br /&gt;
#* Darstellung der Unternehmensstruktur und Zuständigkeiten.&lt;br /&gt;
#* Beschreibung der Abteilungen, die an der Verarbeitung von E-Rechnungen beteiligt sind.&lt;br /&gt;
# '''Aufbau der IT-Infrastruktur'''&lt;br /&gt;
#* Hardware: Server, Speichersysteme, Backup-Geräte.&lt;br /&gt;
#* Software: Eingesetzte Anwendungen für die Rechnungsverarbeitung und Archivierung.&lt;br /&gt;
#* Netzwerke: Netzwerkarchitektur und Sicherheitsmaßnahmen.&lt;br /&gt;
# '''Prozessbeschreibungen'''&lt;br /&gt;
#* Empfang von E-Rechnungen: Kanäle und Formate (z.B. E-Mail, Webportal).&lt;br /&gt;
#* Verarbeitung: Validierung, Datenextraktion und Weiterleitung.&lt;br /&gt;
#* Buchung: Integration in das Finanzbuchhaltungssystem.&lt;br /&gt;
#* Archivierung: Speichervorgänge und -orte, Zugriffsrechte.&lt;br /&gt;
# '''Internes Kontrollsystem (IKS)'''&lt;br /&gt;
#* Zugriffsrechte: Haben nur befugte Personen Zugriff auf archivierte Daten und Systeme?&lt;br /&gt;
#* Funktionstrennungen: Trennung von Verantwortlichkeiten zur Minimierung von Fehlern und Betrug.&lt;br /&gt;
#* Kontrollen: Regelmäßige Überprüfungen und Freigabeprozesse.&lt;br /&gt;
# '''Datensicherungskonzept'''&lt;br /&gt;
#* Backup-Strategien: Regelmäßigkeit und Methoden der Datensicherung.&lt;br /&gt;
#* Notfallplan: Maßnahmen bei Datenverlust oder Systemausfällen.&lt;br /&gt;
# '''Aufbewahrung'''&lt;br /&gt;
#* WORM-Speicher: Einsatz von &amp;quot;Write Once Read Many&amp;quot;-Technologien zur Sicherstellung der Unveränderbarkeit.&lt;br /&gt;
#* Archivierungsprozesse: Wie und wo werden die Daten langfristig gespeichert?&lt;br /&gt;
# '''Versionierung und Änderungshistorie'''&lt;br /&gt;
#* Dokumentation aller Änderungen am Verfahren und an den Systemen.&lt;br /&gt;
#* Protokollierung von Software-Updates und Prozessanpassungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Umsetzungsschritte'''&lt;br /&gt;
* '''Erstellung eines Projektteams''': Zusammensetzung aus IT, Buchhaltung und Compliance-Experten.&lt;br /&gt;
* '''Dokumentation der aktuellen Prozesse''': Erfassung des Ist-Zustands und Identifikation von Lücken.&lt;br /&gt;
* '''Dokumentation erstellen''': Ausführliche Beschreibung gemäß den oben genannten Punkten.&lt;br /&gt;
* '''Schulung der Mitarbeiter''': Sicherstellen, dass alle Beteiligten die Prozesse u. ihre Rollen verstehen.&lt;br /&gt;
* '''Regelmäßige Aktualisierung''': Die Verfahrensdokumentation sollte mindestens jährlich oder bei wesentlichen Änderungen aktualisiert werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
----&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ist-Analyse sorbische Welt der Digitalisierung von Arbeitsabläufen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Ergebnisse der Interviews zusammenfassen, Fokus Tools, Prozesse, Methoden und Weiterbildungen&lt;br /&gt;
* ggf. weiterführende Gespräche mit den betreffenden Institutionen, insb. zu Weiterbildungen von Arbeitnehmern&lt;br /&gt;
* auch Gespräche mit dem Bund sorbischer Handwerker und Unternehmer e. V. (https://www.domowina.de/?id=284)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Ergebnisse der Interviews ===&lt;br /&gt;
Im Rahmen der Erstellung des sorbischen Digitalisierungskonzeptes wurde 2021 der Ist-Stand im Themenbereich &amp;quot;Digitale Arbeitswelt&amp;quot; analysiert. Hierfür wurden Interviews mit  ausgewählten sorbischen Institutionen durchgeführt, um die spezifischen Anforderungen sorbischer Organisationen an die Digitalisierung zu identifizieren, zu analysieren und zusammenzufassen. In diesem Abschnitt präsentieren wir die Resultate dieser Interviews und interpretieren die daraus gewonnenen Erkenntnisse.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Interviews wurden mit Vertretern folgender sorbischer Institutionen durchgeführt:&lt;br /&gt;
* Domowina e. V. / Domowina z. t.&lt;br /&gt;
* Sprachzentrum WITAJ / Rěčny centrum WITAJ&lt;br /&gt;
* Stiftung für das sorbische Volk / Załožba za serbski lud&lt;br /&gt;
* Sorbisches Institut e. V. / Serbski institut z. t.&lt;br /&gt;
* Sorbisches National-Ensemble gGmbH / Serbski ludowy ansambl tzwr&lt;br /&gt;
* Domowina-Verlag GmbH / Ludowe nakładnistwo Domowina tzwr&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|+ Zusammenfassung der Digitalisierungsbedarfe von sorbischen Organisationen 2021&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Digitalisierungsbedarf !! Beschreibung !! Nennungen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Ermöglichen von '''Home-Office''' || &lt;br /&gt;
* ausreichend dienstliche Notebooks&lt;br /&gt;
* entsprechende IT-Infrastruktur&lt;br /&gt;
* interne Regelungen &lt;br /&gt;
| 6 von 6&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| hoher Anwendungs-'''Kenntnisstand der Mitarbeiter'''  || &lt;br /&gt;
* regelmäßige Weiterbildungen&lt;br /&gt;
* Wissenstransfer zu IT-Themen mittels Wissens-Mediatoren und Wissens-Pools&lt;br /&gt;
* Fachkreise&lt;br /&gt;
* Fachkräfte DB&lt;br /&gt;
| 5 von 6&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| [[12.2_Digitalisierung_von_Arbeitsabläufen#Dokumentenmanagementsystem_.28DMS.29 | '''Dokumentenablage''' / Dokumentenmanagementsystem (DMS)]] || &lt;br /&gt;
* leichtes Finden&lt;br /&gt;
* OCR inkl. sorbischer Buchstaben&lt;br /&gt;
* revisionssichere Ablage&lt;br /&gt;
* ggf. zentral genutzt von mehreren sorbischen Institutionen&lt;br /&gt;
* Arbeitskreis DMS über alle sorbischen Institutionen hinweg&lt;br /&gt;
| 5 von 6&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Cloudlösung''' / Kollaborationsplattform || &lt;br /&gt;
* auch Kommunikationsplattform&lt;br /&gt;
* für Dateiaustausch mit Externen&lt;br /&gt;
* zentral betriebene Cloud für alle sorbischen Institutionen wäre vorteilhaft&lt;br /&gt;
| 5 von 6&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| moderne '''IT-Infrastruktur''' || &lt;br /&gt;
* Standort- und Organisationsstruktur-übergreifende Infrastruktur&lt;br /&gt;
* höhere Upstream-Bandbreite der Server im Haus&lt;br /&gt;
* Virtualisierung der Serverumgebung&lt;br /&gt;
* Standortunabhängig&lt;br /&gt;
* ggf. extern administriert&lt;br /&gt;
* moderne Ausstattung des Neubaus am Lauengraben&lt;br /&gt;
| 5 von 6&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''IT-Fachkräfte''' || &lt;br /&gt;
* für IT-Management, CMS / Webseite&lt;br /&gt;
* sorbischsprachige IT-Fachkräfte&lt;br /&gt;
* leichter Zugriff auf interne, zentrale oder externe Fachkräfte&lt;br /&gt;
| 5 von 6&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| umfangreiche [[12.2_Digitalisierung_von_Arbeitsabläufen#Dreisprachigkeit| '''Unterstützung der Dreisprachigkeit''']] || &lt;br /&gt;
* MS Office&lt;br /&gt;
* Spracherkennung&lt;br /&gt;
* Übersetzungsdienst&lt;br /&gt;
* geographische Namen&lt;br /&gt;
* soziale Netzwerke&lt;br /&gt;
* aller Softwareprodukte und Webangebote&lt;br /&gt;
* leichteres Update der sorbischen Rechtschreibprüfung&lt;br /&gt;
| 4 von 6&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Projekt- und Aufgabenmanagement''' || &lt;br /&gt;
* auch übergreifendes Projektmanagement&lt;br /&gt;
| 4 von 6&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| [[12.2_Digitalisierung_von_Arbeitsabläufen#Customer_Relationship_Management_.28CRM.29_.2F_Content_Management_System_.28CMS.29| '''Customer-Relationship-Management'''-System (CRM)]] || &lt;br /&gt;
* für die Adress- und Verteilerpflege&lt;br /&gt;
| 4 von 6&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Foto-Archiv''' ||&lt;br /&gt;
*  mit Archivierung gedruckter Fotos&lt;br /&gt;
* Übergabe an das Kultur-Archiv&lt;br /&gt;
* Recherche im Kultur-Archiv&lt;br /&gt;
| 4 von 6&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| zentrale Verwaltung der '''IT-Assets''' ||&lt;br /&gt;
* IT-Inventar&lt;br /&gt;
* Lizenzen&lt;br /&gt;
* Softwareversionen&lt;br /&gt;
| 3 von 6&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''moderne Webseite'''  || &lt;br /&gt;
* Content Management System (CMS)&lt;br /&gt;
* gerne gemeinsam mit weiteren sorbischen Institutionen&lt;br /&gt;
| 3 von 6&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''IT-Support'''-Ansprechpartner || &lt;br /&gt;
* 1st-Level-Support&lt;br /&gt;
* definierte IT-Prozesse&lt;br /&gt;
* gern zentral organisiert für alle sorbischen Institutionen&lt;br /&gt;
| 2 von 6&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Organisationsstandard''' zur Dokumentenablage || &lt;br /&gt;
* Verringerung der Redundanzen der Daten&lt;br /&gt;
| 2 von 6&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| digitale '''Personalprozesse''' || &lt;br /&gt;
* Genehmigungsprozesse wie Urlaubsanträge&lt;br /&gt;
* Zeiterfassung&lt;br /&gt;
* Travel-Management&lt;br /&gt;
* Recruiting&lt;br /&gt;
| 2 von 6&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Dokumentenarchivierung''' || &lt;br /&gt;
*  Aufbewahrung von abgeschlossenen Vorgängen und Akten&lt;br /&gt;
* Übergabe an zentrales Kulturarchiv&lt;br /&gt;
| 2 von 6&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| moderne '''VoIP-Telefonanlage''' || &lt;br /&gt;
*&lt;br /&gt;
| 2 von 6&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Integration''' der vorhandenen Software || &lt;br /&gt;
* Schnittstellen&lt;br /&gt;
| 2 von 6&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| moderne '''Online-Shop'''-Lösung || &lt;br /&gt;
* gemeinsame Lösung&lt;br /&gt;
* inkl. moderner Bezahlmethoden&lt;br /&gt;
| 2 von 6&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Wissensmanagement''' || &lt;br /&gt;
* Intranet&lt;br /&gt;
* Wiki&lt;br /&gt;
| 2 von 6&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Pressemonitoring''' || &lt;br /&gt;
* auch zentral möglich &lt;br /&gt;
| 2 von 6&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Weitere Nennungen''' || &lt;br /&gt;
* Organisationsstandard für Zugriffe auf IT-Systeme &lt;br /&gt;
** arbeiten im Home-Office&lt;br /&gt;
** Zugriff per VPN&lt;br /&gt;
* Zeitgemäßes Redaktionssystem &lt;br /&gt;
** mit zeitnahen, aktuellen Angeboten und News über alle Kanäle &lt;br /&gt;
* Organisationsstandard für E-Mail-Umgang &lt;br /&gt;
** Ablage, Löschen und Archivieren von E-Mails&lt;br /&gt;
** einheitliche E-Mail-Adressen &lt;br /&gt;
** zentrales Pflegen von Adress- und Kontaktlisten&lt;br /&gt;
* Aufbau eines Digitalisierungszentrums&lt;br /&gt;
* Aufbau eines Forschungsdatenmanagements und wissenschaftlichen Informationsportals&lt;br /&gt;
* Organisationsstandard für Webkonten&lt;br /&gt;
** Benutzerkonten in sozialen Medien&lt;br /&gt;
** Webseiten etc. &lt;br /&gt;
* Moderne Buchhaltungslösung&lt;br /&gt;
** auch zentral organisiert und betrieben für alle sorbischen Institutionen, wenn mandantenfähig &lt;br /&gt;
| 1 von 6&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Sonstiges''' || &lt;br /&gt;
* Bündeln der Kräfte und Kapazitäten &lt;br /&gt;
** Angleichung der Software-Produkte über die sorbischen Institutionen &lt;br /&gt;
** Finden von Partnern in Wirtschaft und Politik &lt;br /&gt;
** Kooperationen mit anderen Minderheiten &lt;br /&gt;
** mit anderen sorbischen Institutionen:&lt;br /&gt;
** zentrale Fachkreise Digitalisierung, IT, Marketing u. a. &lt;br /&gt;
** schnelles und professionelles Übersetzen von Texten zwischen deutsch, ober- und niedersorbisch &lt;br /&gt;
** gemeinsame professionelle Auftritte in sozialen Medien (z. B. YouTube)  &lt;br /&gt;
** zentraler sorbischer News-Feed - zentrale Adressdatenbank&lt;br /&gt;
** zentrale Bereitstellung von Standardsoftware (z. B. Office)&lt;br /&gt;
** zentrale IT-Prozesse (Vergabe von Mails, Einrichtung Rechner etc.)&lt;br /&gt;
* Weiterentwicklung digitaler Prozesse&lt;br /&gt;
* Live-Streaming von Vorträgen&lt;br /&gt;
* Einheitliche E-Mail-Namenskonvention/E-Mails f. Mitarbeiter&lt;br /&gt;
* Optimierung Rechnungsworkflow&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nachfolgend sollen die ermittelten Digitalisierungsbedarfe sinnvoll zu Themenbereichen zusammengefasst und erläutert werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Dokumentenmanagementsystem (DMS) ====&lt;br /&gt;
Bei einem Großteil der Institutionen zeigt sich das Thema Dokumentenmanagementsystem als ein zentraler Bedarf.&lt;br /&gt;
Der Bedarf umfasst gängige Funktionalitäten eines DMS, wie visualisierte Ordnungsstrukturen, Checkin- / Checkout-Möglichkeiten von Dokumenten, Versionierung sowie datenbankgestützte Metadatenverwaltung zur Index-gestützten Dokumentensuche. Hierbei liegt die Anforderung nicht nur bei organisatorischen Prozessen, wie beispielsweise das Personalwesen oder das Rechnungswesen, sondern berührt auch die Archivierung und Durchsuchbarkeit von Dokumenten und Medien aus der Kulturgeschichte der Sorben. Inwieweit eine Verbindung zwischen einem aus organisatorischen Prozessen geprägten DMS und einem Archiv für kulturelle Dokumente und Medien sinnvoll ist, kann erst in der nachfolgenden Konzeption erörtert werden. &lt;br /&gt;
Ebenso relevant ist eine revisionssichere Archivierung von Rechnungen und buchhaltungsrelevanten Dokumenten im Sinne der Grundsätze zur ordnungsmäßigen Führung und Aufbewahrung von Büchern, Aufzeichnungen und Unterlagen in elektronischer Form sowie zum Datenzugriff (GoBD). Dies umfasst nicht nur die erwähnten Dokumente, sondern auch die Betrachtung der zugrundeliegenden E-Mail-Kommunikation. Die Konzeption zu Vorgaben der E-Mail-Archivierung ist somit ebenfalls Bestandteil einer Konzeption eines DMS.&lt;br /&gt;
Inwieweit ein zentrales institutionsübergeifendes DMS sinnvoll ist, ist auch eine Frage des zugrunde liegenden Datenmodells. Die Erhebung eines Datenmodells für alle relevanten Institutionen stellt einen ersten Schritt für eine Umsetzung dieses Bedarfes dar. Ohne die Kenntnisse der vorhandenen Daten und Informationen, der Informationsübergänge sowie deren von den Informationseigentümern eingeschätzte Kritikalität können vorhandene Synergieeffekte nur schwer eingeschätzt und genutzt werden. Ebenso können mit Hilfe des Datenmodells vorhandene Redundanzen der Daten und Informationen erkannt und konsolidiert werden. &lt;br /&gt;
Daher besteht auch seitens der Institutionen der Wunsch nach einer internen Arbeitsgruppe, welche die Anforderungen, Ideen und Konzepte der Institutionen gemeinsam bewertet und weiterentwickelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Customer Relationship Management (CRM) / Content Management System (CMS) ====&lt;br /&gt;
Bei einem Großteil der Institutionen zeigt sich der Bedarf an einer zentralen Möglichkeit zum Management von Inhalten für die Webauftritte und zur Öffentlichkeitsarbeit.&lt;br /&gt;
Bestehende CM-Systeme sind teilweise veraltet und ohne entsprechende Fachkenntnisse durch die Verantwortlichen nur schwer zu pflegen. Ein integriertes CMS erleichtert die Pflege und das Einbinden von Content plattformübergreifend und aktuell. &lt;br /&gt;
Kunden- und Kontaktinformationen zu relevanten Personen sind aktuell oft nicht zentral und für alle Beteiligten vorhanden. Dies erschwert eine professionelle Kommunikation nach außen. Es werden zentrale Datenbanken und Verteiler für dedizierte Zwecke vorgehalten, wie beispielsweise um Einladungen, Newsletter oder Veranstaltungsbewerbung zu verschicken. Ebenso ist es notwendig zentrale Datenbanken für Erstellung von Content zu implementieren. Hier kann sich eine Schnittstelle zu dem oben erwähnten Medienarchiv ergeben, da für die Erstellung von Content ein Zugriff auf ein Medienarchiv mit der entsprechenden Durchsuchbarkeit sinnvoll scheint. &lt;br /&gt;
Inwieweit eine institutionsübergreifende Lösung sinnvoll ist, ist Bestandteil einer nachfolgenden Konzeption. Seitens der Institutionen besteht der Wunsch nach einer zentralen Bündelung von Ressourcen im Bereich Öffentlichkeitsarbeit. Mechanismen der Mandantenfähigkeit sowie der Rechteverwaltung sind bei der Konzeption einer zentralen Lösung zu beachten. &lt;br /&gt;
Grundsätzlich besteht auch im Bereich der Öffentlichkeitsarbeit der Wunsch nach einem zentralen und institutionenübergreifenden Fachkreis, welcher den Austausch von Wissen im Umgang mit den technischen Lösungen und sozialen Medien ermöglicht, aber auch eine enge Zusammenarbeit der Institutionen bei der Konzeption gemeinsamer Image-Materialien, wie beispielsweise Flyer oder Videos, fördert. So besteht der Wunsch nach einem gemeinsamen Auftritt in den sozialen Medien sowie eines zentralen Pressemonitorings von sorbischen Medien, da individuell eingesetzte Tools, wie beispielsweise Google Alerts, die sorbische Schrift nicht erkennen.&lt;br /&gt;
Im Bereich der Onlineshops besteht der Bedarf nach einem integrierten Shopsystem, welches die Bestellprozesse, Lagerbestandsprüfungen, die Zahlungsabwicklung sowie den Rechnungsversand zentral und nach Möglichkeit automatisiert steuert, da manuelle Prozesse aktuell zum einen zu einem hohen Zeitverzug im Versand führen und auch innerhalb der Institutionen zeitliche Ressourcen für manuelle Prüfungen und Bestätigungen binden. &lt;br /&gt;
Für bestimmte Käufergruppen kann die aktuelle Shopstruktur unattraktiv wirken, da moderne Zahlungsmittel und Bewertungsfunktionalitäten nicht vorhanden sind. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Zentralisierung der IT-Fachkräfte / First-Level Support ====&lt;br /&gt;
Die Zusammenarbeit mit den IT-Dienstleistern Infotech und Omega wird von den meisten Institutionen als gut bis sehr gut beschrieben. Dennoch zeigte sich ein hoher Bedarf an „IT-Fachkräften“ für den First-Level-Support vor Ort am Arbeitsplatz der Mitarbeitenden. Diese könnten institutionsintern oder institutionsübergreifend angesiedelt werden und sollten im Bedarfsfall schnell einsatzbereit sein. &lt;br /&gt;
IT-affine Mitarbeiter der Institutionen übernehmen teilweise IT-Tätigkeiten, was einen hohen Ressourcenverbrauch bedeutet, da diese Zeit nicht für die originären Tätigkeiten der Mitarbeiter zur Verfügung steht. Zudem entsteht eine Exklusivität bei diesen Mitarbeitern. Zentrales Wissen sammelt sich bei einzelnen Mitarbeitern der Institutionen. Wenn diese Mitarbeiter die Institutionen verlassen, kommt es zu einem nicht unerheblichen Wegfall von Fachwissen. &lt;br /&gt;
Grundsätzlich zeigt sich der Bedarf an institutionsübergreifenden Fachkreisen und Arbeitsgruppen zum Thema IT, um Ideen, erarbeitete Konzepte und Erfahrungen gemeinsam regelmäßig auszutauschen. Aus diesen gemeinsamen Arbeitsgruppen entstehen zudem Synergien für IT-relevante Schulungen der anderen Mitarbeiter sowie ein institutionsübergreifendes Verständnis für die Fachkunde der beteiligten Mitarbeiter in den jeweiligen Institutionen. So wird Wissen nicht mehr bei einzelnen Mitarbeitern gesammelt, sondern steht dem Arbeitskreis und somit anderen Institutionen zur Verfügung. Über eine Vernetzung der IT-affinen Mitarbeiter der Institutionen, entsteht ein Bewusstsein dafür, welcher Mitarbeiter „Spezialist“ in welchem IT-relevanten Thema ist, so dass interne Fachkräfte schneller bekannt und für Sachverhalte ansprechbar sind. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Internes Wissens- und Informationsmanagement ====&lt;br /&gt;
Es zeigt sich sowohl auf der Ebene der Institutionen als auch institutionsübergreifend der Bedarf, vorhandenes Wissen zur Verfügung zu stellen sowie internes Wissen und Wissen anderer Institutionen leichter finden und nutzen zu können, beispielsweise in Form eines Wikis oder Intranets.&lt;br /&gt;
Dies betrifft zum einen Informationen, die das tägliche Arbeiten betreffen, wie z. B. Ansprechpartner, Prozesse, Arbeitsanweisungen etc. &lt;br /&gt;
Zum anderen sollen Informationen auch institutionsübergreifend ausgetauscht werden und Wissen zentral bereitgestellt werden können. Dies umfasst sowohl Informationen aus institutionsübergreifenden Arbeitsgruppen als auch den Zugang zu gemeinsamen Archivdaten, wie z.B. Bilder oder Texte.&lt;br /&gt;
Ein internes Wissens- und Informationsmanagement unterstützt folgende Ziele:&lt;br /&gt;
* innerinstitutionelle Informationsströme werden beschleunigt,&lt;br /&gt;
* es existiert eine sichere Datenbank, die innerinstitutionelle Informationen bündelt,&lt;br /&gt;
* es ermöglicht einen schnellen Zugriff und Erreichbarkeit aller Beteiligten,&lt;br /&gt;
* es ermöglicht Abläufe zu organisieren und transparent für alle zu kommunizieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Digitalisierung von Personalprozessen ====&lt;br /&gt;
Standardisierte Personalprozesse werden größtenteils noch händisch ausgeführt. Diese Prozesse sind ebenfalls durch Medienbrüche gekennzeichnet, was eine Nachverfolgbarkeit und Auswertbarkeit durch die Verantwortlichen erschwert. Dies betrifft maßgeblich folgende Prozesse:&lt;br /&gt;
* Urlaubsanträge&lt;br /&gt;
* Zeiterfassung&lt;br /&gt;
* Zentraler Abwesenheitskalender&lt;br /&gt;
* Freigabe-Prozesse für Home-Office etc.&lt;br /&gt;
* Personaldaten- und Vertragsverwaltung&lt;br /&gt;
* Dienstreisen&lt;br /&gt;
Hier besteht seitens der Institutionen der Wunsch nach einer Digitalisierung der standardisierten Personalprozesse mit einer Möglichkeit zur digitalen Signierung und Freigabe von Dokumenten. Als zentrale Vorgaben wurden ein leichtes Verständnis bzw. eine leichte Bedienbarkeit dieser Prozesse genannt sowie die Notwendigkeit, dass ein entsprechendes Tool die sorbischen Schriftzeichen verarbeiten und darstellen kann. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Kollaborationsplattformen ====&lt;br /&gt;
Auch der Wunsch nach einer Cloudlösung zum institutionsübergreifenden Austausch von Dokumenten wurde oft genannt. Hierbei beschränkt sich der Funktionsumfang einer Cloudlösung nicht nur auf den reinen Datentransfer, sondern soll um die Funktionalitäten einer Kollaborationsplattform erweitert werden. Diese soll sowohl die Zusammenarbeit von internen Mitarbeitern („Intranet“), als auch die Zusammenarbeit mit externen Personen („Extranet“) unterstützen.&lt;br /&gt;
Die Kernbereiche einer Kollaborationsplattform sind Kommunikation, Koordination und Kooperation. Mittels einer solchen digitalen Plattformen können komplexe Aufgaben und Projekte gemeinschaftlich ohne räumliche oder zeitliche Zwänge browserbasiert abgewickelt werden. Die Funktionalität reicht damit weit über den reinen Datentransfer hinaus. Nachfolgende Funktionen wurden im Rahmen der Interviews als notwendig erachtet:&lt;br /&gt;
* Kommunikationsunterstützung&lt;br /&gt;
* Projekt- und Aufgabenmanagement&lt;br /&gt;
* Informations- und Datenmanagement&lt;br /&gt;
* Administrative Funktionen&lt;br /&gt;
Ebenso besteht ein Bedarf nach dem rechtskonformen und sicheren Austausch von Daten und Dokumenten mit externen Dritten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Telefonie / Netzwerk / E-Mail ====&lt;br /&gt;
Einige Institutionen nutzen noch ISDN-basierte Telefonanlagen. Aufgrund der erweiterten Funktionalitäten wünschen sich diese Institutionen eine Umstellung auf eine IP-basierte Telefonie (VoIP).&lt;br /&gt;
Ein Problem, welches mehrere Institutionen sahen, war die zur Verfügung stehende Bandbreite, sowohl in den Institutionen als auch bei den jeweiligen Mitarbeitern im Home-Office. Die Netzwerkinfrastruktur zeigt sich teilweise instabil. Es kommt zu Verbindungsabbrüchen vor allem bei VPN-Zugriff auf die IT-Infrastruktur. &lt;br /&gt;
Es besteht der Wunsch die Netze von Bautzen und Cottbus über ein virtuelles lokales Netzwerk so zusammenzuschließen, dass alle Mitarbeiter alle Programme und Daten unabhängig vom Standort nutzen können. Dieses Netz soll nach Möglichkeit durch einen externen Dienstleister betreut werden.&lt;br /&gt;
Ein weiterer Bedarf in der digitalen Kommunikation zeigt sich in dem Wunsch, eine zentral gültige E-Mail-Konvention zu schaffen, welche eine eindeutige Namenskonvention für den Lokalteil der E-Mail-Adresse für alle Institutionen vorgibt. Als Lokalteil wird der Teil einer E-Mail-Adresse bezeichnet, der vor dem „@“-Zeichen steht und die Adresse innerhalb der Domain des E-Mail-Providers eindeutig bezeichnet. Typischerweise entspricht der Lokalteil dem Benutzernamen des Besitzers des E-Mail-Kontos. Zudem hat sich gezeigt, dass nicht alle Mitarbeiter eine dienstliche E-Mail-Adresse besitzen. So arbeiten Betreuer der Internate des Sprachzentrums WITAJ teilweise noch mit privaten E-Mail-Adressen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Mobiles Arbeiten ====&lt;br /&gt;
Die Möglichkeit für das mobile Arbeiten wird in zahlreichen Institutionen genutzt. Ebenso geben die meisten Institutionen an, ausreichend für das mobile Arbeiten vorbereitet zu sein. So wurde die Beschaffung der notwendigen Hardware (Laptops, Headsets etc.) von vielen Institutionen bereits durchgeführt oder wird aktuell durchgeführt.  &lt;br /&gt;
Zudem zeigt sich, dass der Remote-Zugriff auf lokale Arbeitsrechner teilweise ineffizient ist, da vor allem Anwendungen zur Kooperation, wie z. B. Videokonferenz-Anwendungen, nicht genutzt werden können. Dies liegt daran, dass Kamera und Mikrofon des lokalen Rechners über den Remote-Zugang nicht angesteuert werden können. Dies führt zu sog. „Work-Arounds“ bei denen alternative Kommunikationswege über private Mobilgeräte geführt werden. Diese „Work-Arounds“ können bei einem Datenaustausch personenbezogener Daten auch datenschutzrechtliche Relevanz entwickeln. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Dreisprachigkeit ====&lt;br /&gt;
Ein zentraler Bedarf besteht in der Möglichkeit, digitale Medien dreisprachig zu implementieren, zu konfigurieren und zu nutzen. Viele genutzte Medien bieten aktuell keine Dreisprachigkeit (Deutsch, Obersorbisch, Niedersorbisch). Es zeigt sich vor allem bei schon jetzt vorhandenen digitalen Angeboten der Wunsch, diese durchgängig dreisprachig anzubieten. Dies umfasst Webauftritte, soziale Medien und Webshops bis hin zu verwendeten Software-Lösungen für die tägliche Arbeit. Neben der Ansprache der jeweiligen Hersteller von Anwendungen zeigt sich, dass sich ein zentrales Verzeichnis aller Tools und Anwendungen für die Arbeit der Institutionen hilfreich wäre, welche bereits eine Dreisprachigkeit bieten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Forschungsdatenmanagement ====&lt;br /&gt;
Aufgrund der zu erwartenden Komplexität soll an dieser Stelle auf einen institutionsspezifischen Bedarf des Sorbischen Institutes eingegangen werden. Hier wurde der Aufbau eines Forschungsdatenmanagements als ein zentraler Bedarf genannt, um wettbewerbsfähig zu bleiben und die Richtlinien der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) einzuhalten, welche bei Nicht-Beachtung zum Ausschluss von der Drittmittelbeantragung führen. Ein Forschungsdatenmanagement (FDM) bezeichnet alle methodischen, konzeptionellen, organisato-rischen und technischen Maßnahmen und Verfahren zur Handhabung von Forschungsdaten über deren Lebenszyklus. Zum Forschungsdatenmanagement gehören zudem Festlegungen, was mit den Daten nach Abschluss eines Forschungsprojekts geschehen soll, also beispielsweise wo und wie die Daten archiviert werden und wer auf die archivierten Daten Zugriff erhält. &lt;br /&gt;
Eine technische Verwaltung der Forschungsdaten kann auf vielfältige Weise erfolgen. Das sorbische Institut wünscht sich eine Lösung, welche folgende Kriterien erfüllt:&lt;br /&gt;
* Zentrale Datenverwaltung, ggf. nach dem FAIR Data-Prinzipien; diese umfassen folgend Anforderungen:&lt;br /&gt;
** Findable: Die Daten sollen wieder auffindbar sein.&lt;br /&gt;
** Accessible: Die Daten sollen langfristig zugänglich sein.&lt;br /&gt;
** Interoperable: Die Daten sollen technisch nachnutzbar und mit anderen Datensätzen kombinierbar sein.&lt;br /&gt;
** Reusable: Die Daten sollen analytisch und intellektuell wieder verwendbar sein.&lt;br /&gt;
* Auswertungs- und Reportingmöglichkeiten&lt;br /&gt;
* Kooperatives Repository für wissenschaftliche Kooperationen&lt;br /&gt;
* Langzeitarchivierung der Forschungsdaten mit einem persistenten Zugang für Berechtigte&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Soll-Konzeption Digitalisierung von Arbeitsabläufen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Maßnahmen entwickeln'''&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
	    Welche Maßnahmen und Schritte sind notwendig, um die „Digitalisierung von Arbeitsabläufen     inkl. Weiterbildungen für Arbeitnehmer“ voranzubringen oder gar als Dienstleistung für sorbische Kulturgutträger anzubieten?&lt;br /&gt;
* Beschreibung der Maßnahmen inkl. ihrer Schritte&lt;br /&gt;
* Bewertung der Maßnahmen (grobe Aufwandsschätzung)&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Měrko Šenk</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://koncept.serbski-inkubator.de/index.php?title=12.2_Digitalisierung_von_Arbeitsabl%C3%A4ufen&amp;diff=1011</id>
		<title>12.2 Digitalisierung von Arbeitsabläufen</title>
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		<updated>2025-11-06T12:20:12Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Měrko Šenk: /*   2.4 Aufbewahrung von E-Rechnungen */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;== Einleitung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieser Themenbereich beinhaltet die Unterstützung des Anwenders beim Arbeiten mit elektronischen Geräten in den sorbischen Sprachen. Im Fokus steht hier die Interaktion von Menschen mit elektronischen Geräten in beruflichen Kontexten in der &lt;br /&gt;
* öffentlichen Verwaltung, &lt;br /&gt;
* Forschung, &lt;br /&gt;
* Handwerk und &lt;br /&gt;
* Dienstleistungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Visionen und Ziel für die sorbische digitale Welt ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Vision 2030 ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:0.501cm;margin-right:0cm;&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;span style=&amp;quot;color:#000000;&amp;quot;&amp;gt;„Sorben und Sorbisch-Lernende schreiben sehr leicht ober- und niedersorbisch auf elektronischen Geräten und werden vom Gerät dabei unterstützt, ihre sorbische Muttersprache respektive ihre Sprachfähigkeiten im Alltag oft und leicht anzuwenden.“&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:0.501cm;margin-right:0cm;&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;span style=&amp;quot;color:#000000;&amp;quot;&amp;gt;„Sorben und Sorbisch-Lernende nutzen für die Interaktion mit elektronischen Geräten die gesprochene sorbische Sprache (gleichwertig zur geschriebenen Sprache und gleichwertig zur deutschen Sprache).“&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Konkrete Visionen 2025 ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:0.501cm;margin-right:0cm;&amp;quot;&amp;gt;„Mitarbeitende in sorbischen Verwaltungen und Unternehmen nutzen sorbische Benutzeroberflächen und wenden damit ihre sorbische Muttersprache im Arbeitsalltag oft und leicht an.“&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:0.501cm;margin-right:0cm;&amp;quot;&amp;gt;„Potenzielle Auftragnehmer und Arbeitnehmer sind mittels digitaler Technologien gut vernetzt mit sorbischen Auftraggebern und Arbeitgebern, sie werden über neue Aufträge und Gesuche informiert sowie präsentieren ihre Angebote und Leistungen.“&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Konkretes Ziel ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| style=&amp;quot;border-spacing:0;&amp;quot;&lt;br /&gt;
|- style=&amp;quot;background-color:#e2efd9;border:0.25pt solid #808080;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.123cm;padding-right:0.123cm;&amp;quot;&lt;br /&gt;
|| &amp;lt;div style=&amp;quot;color:#000000;&amp;quot;&amp;gt;In einer sorbischen Institutionen wird ein Programm mit vollständig sorbischer Sprachunterstützung genutzt.&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;color:#000000;&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ist-Analyse Digitalisierung von Arbeitsabläufen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Recherche und Abgrenzung des Themas ===&lt;br /&gt;
Eine moderne digitale Arbeitswelt umfasst verschiedene Bereiche, die durch den Einsatz digitaler Technologien und Lösungen geprägt sind. Die Digitalisierung bietet zahlreiche Möglichkeiten, Arbeitsabläufe effizienter und schneller zu gestalten. &lt;br /&gt;
Im Folgenden liegt der Schwerpunkt der Analyse auf Organisationsformen, die hauptsächlich im sorbischen Sprachraum vorkommen. Diese Organisationsformen sind&lt;br /&gt;
* '''Öffentliche Verwaltung und Forschung'''&lt;br /&gt;
* '''Handwerk und Dienstleistungen'''&lt;br /&gt;
* '''Vereine'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Digital unterstützbare Bereiche in Organisationen ===&lt;br /&gt;
Die folgenden Bereiche von Organisationen können digital unterstützt werden und sollten in einer modernen Arbeitswelt von öffentlichen Verwaltungen, im Handwerk und bei Dienstleistern beachtet werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Übergreifende Bereiche ====&lt;br /&gt;
* '''Kommunikation, Kollaboration, Wissensmanagement'''&lt;br /&gt;
** E-Mail, Kalender&lt;br /&gt;
** Chat, Videokonferenzen &lt;br /&gt;
** Kollaborative Plattformen, gemeinsame digitale Arbeitsräume, Foren, soziale Intranets, Portale&lt;br /&gt;
** Projekt- und Aufgabenmanagement&lt;br /&gt;
* '''Dokumentenmanagement und Archivierung'''&lt;br /&gt;
** Elektronische Aktenführung und Dokumentenmanagement-Systeme&lt;br /&gt;
** Austausch von Dokumenten&lt;br /&gt;
** Aufbewahrung und Archivierung und von Dokumenten&lt;br /&gt;
* '''Datenmanagement, Analyse, Datenschutz'''&lt;br /&gt;
** Datenanalyse-Tools und Business Intelligence&lt;br /&gt;
** Datensicherheit und Datenschutz&lt;br /&gt;
** Open Data&lt;br /&gt;
* '''Prozessmanagement und Automatisierung'''&lt;br /&gt;
** Prozessanalyse und -optimierung&lt;br /&gt;
** Automatisierung von Verwaltungsprozessen&lt;br /&gt;
* '''Schulungen, Weiterbildungen, Trainings'''&lt;br /&gt;
** E-Learning-Plattformen und Online-Schulungen&lt;br /&gt;
** Digitale Kompetenzentwicklung und Schulungsprogramme&lt;br /&gt;
** Wissensmanagement und interne Schulungen&lt;br /&gt;
* '''IT-Infrastruktur und Technologie'''&lt;br /&gt;
** Netzwerk- und Kommunikationstechnologien&lt;br /&gt;
** Cloud Computing und Virtualisierung&lt;br /&gt;
** Cybersecurity und Informationssicherheit&lt;br /&gt;
** Elektronische Signaturen und Authentifizierung&lt;br /&gt;
** Mobile Arbeitsumgebungen&lt;br /&gt;
* Buchführung und Finanzen&lt;br /&gt;
* Marketing, Vertrieb&lt;br /&gt;
* Kundenmanagement, Kundeninteraktion, Support&lt;br /&gt;
* Personalmanagement / Mitarbeiterverwaltung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Ergänzende Bereiche in öffentlichen Verwaltungen ====&lt;br /&gt;
* Antragsmanagement&lt;br /&gt;
* Sonstige Verwaltung / Ressourcenmanagement&lt;br /&gt;
** Inventar, Lager&lt;br /&gt;
** Fuhrpark&lt;br /&gt;
** Immobilien&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Ergänzende Bereiche in der Forschung ====&lt;br /&gt;
* Forschungsdatenmanagement&lt;br /&gt;
* Open Science&lt;br /&gt;
* Simulation und Modellierung&lt;br /&gt;
* Literaturrecherche&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Ergänzende Bereiche im Handwerk und bei Dienstleistern ====&lt;br /&gt;
* Auftragsmanagement&lt;br /&gt;
** Angebote&lt;br /&gt;
** Zeiterfassung&lt;br /&gt;
** Dokumentation&lt;br /&gt;
** Terminplanung&lt;br /&gt;
* Materialbeschaffung und Lagerverwaltung&lt;br /&gt;
* Arbeitsvorbereitung &lt;br /&gt;
** Planung und Simulation (CAD, virtuelle Realität)&lt;br /&gt;
&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''zusammenfassend sollen im Folgenden die wesentlichen Bereiche analysiert werden'''&lt;br /&gt;
* Kommunikation, Kollaboration, Wissensmanagement&lt;br /&gt;
* Dokumentenmanagement und Archivierung&lt;br /&gt;
* Datenmanagement, Analyse, Datenschutz&lt;br /&gt;
* Prozessmanagement und Automatisierung&lt;br /&gt;
* Schulungen und Weiterbildung&lt;br /&gt;
* IT-Infrastruktur und Technologie&lt;br /&gt;
* Buchhaltung und Finanzen&lt;br /&gt;
* Marketing, Vertrieb, Kundenmanagement&lt;br /&gt;
* Personalmanagement / Mitarbeiterverwaltung&lt;br /&gt;
&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Aktuelle Standards in den Bereichen von Organisationen ===&lt;br /&gt;
In diesem Abschnitt sollen aktuelle Standards genannt werden, die in den oben gennanten Bereichen von Organisationen derzeit gelten.&lt;br /&gt;
* Überblick über den Status quo der Digitalisierung in der Arbeitswelt&lt;br /&gt;
* Welche (digitalen) Standards (Tools, Prozesse, Methoden etc.) gibt es in den einzelnen Bereichen?&lt;br /&gt;
* inkl. der Komponenten (Dokumenten-, Prozess-, Wissensmanagement, elektronische Unterschriften mittels Zertifikaten usw.)&lt;br /&gt;
* Entwicklung von Nutzungs-Szenarien (Soll-Zustand)&lt;br /&gt;
* wesentliche Bereiche identifizieren, in diesen status quo ermitteln an Methoden, Tools, Prozessen&lt;br /&gt;
* Überblick erstellen über den Status quo der Weiterbildungen von Arbeitnehmern (von Verwaltungen)&lt;br /&gt;
&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====E-Rechnungs-Standards in der Buchhaltung: XRechnung und ZUGFeRD-Rechnung ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Inhaltsverzeichnis ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[#Toc184300204|1 Pflicht zur E-Rechnung: rechtliche Anforderungen]]&lt;br /&gt;
:[[#Toc184300205|1.1 E-Rechnung: Einführungstermine und Rahmenbedingungen]]&lt;br /&gt;
:[[#Toc184300206|1.2 Zulässige Formate für elektronische Rechnungen]]&lt;br /&gt;
[[#Toc184300207|2 E-Rechnungen empfangen, bearbeiten und aufbewahren]]&lt;br /&gt;
:[[#Toc184300208|2.1 Eingang von E-Rechnungen]]&lt;br /&gt;
:[[#Toc184300209|2.2 NEU: Prüfung einer E-Rechnung]]&lt;br /&gt;
::[[#Toc184300210|2.2.1 ZUGFeRD-Rechnung: Abweichungen zwischen PDF und XML?]]&lt;br /&gt;
::[[#Toc184300211|2.2.2 Validierung, Prüfung und Wandlung einer XML-Datei in PDF]]&lt;br /&gt;
::[[#Toc184300212|2.2.3 Sachliche und rechnerische Prüfung der E-Rechnung]]&lt;br /&gt;
:[[#Toc184300213|2.3 Buchung und Zahlung der E-Rechnung]]&lt;br /&gt;
:[[#Toc184300214|2.4 Aufbewahrung von E-Rechnungen]]&lt;br /&gt;
:[[#Toc184300215|2.5 Technische Lösungen für die Aufbewahrung von E-Rechnungen]]&lt;br /&gt;
:[[#Toc184300216|2.6 Verfahrensdokumentation]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span id=&amp;quot;DMS3&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt; &amp;lt;span style=&amp;quot;color:#2f5496;&amp;quot;&amp;gt;Dokumentenlenkung&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| style=&amp;quot;border-spacing:0;width:15.993cm;&amp;quot;&lt;br /&gt;
|- style=&amp;quot;background-color:#d9d9d9;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot;&lt;br /&gt;
|| '''Datum'''&lt;br /&gt;
|| '''Version'''&lt;br /&gt;
|| '''Verfasser'''&lt;br /&gt;
|| '''Bemerkungen'''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | 27.11.2024&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | 1.0&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | Mirko Schenk&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | Erstellung erste Version&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | 05.12.2024&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | 1.1&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | Mirko Schenk&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | Ergänzung Prüfung, ob PDF eine ZUGFeRD-Rechnung ist&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hinweis: Grundsätzlich gilt bei allen personenbezogenen Bezeichnungen die gewählte Form für Angehörige aller Geschlechter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== &amp;lt;span id=&amp;quot;Toc184300204&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt; 1. Pflicht zur E-Rechnung: rechtliche Anforderungen  =====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ab dem 1. Januar 2025 gilt die Pflicht zum Empfang von E-Rechnungen für Unternehmen und öffentliche Einrichtungen gemäß der EU-Richtlinie 2014/55/EU sowie deren Umsetzung im deutschen Wachstumschancengesetz und im Umsatzsteuergesetz (UStG). Im vorliegenden Dokument sind hierfür die Anforderungen an und notwendigen Anpassungen bei den Buchhaltungsabläufen erläutert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Anleitung gilt, bis die Buchhaltungsabteilung über eine spezialisierte Software für den Empfang und die Aufbewahrung von E-Rechnungen verfügt oder bis das Docuware-Dokumenten­management­system (DMS) den Betrieb aufnimmt, welches diese Aufgabe übernehmen kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====== &amp;lt;span id=&amp;quot;Toc184300205&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt; 1.1 E-Rechnung: Einführungstermine und Rahmenbedingungen ======&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Verpflichtende''' &amp;lt;u&amp;gt;Annahme&amp;lt;/u&amp;gt; von E-Rechnungen''': &lt;br /&gt;
** Ab dem 1. Januar &amp;lt;u&amp;gt;'''2025'''&amp;lt;/u&amp;gt; müssen Sie in der Lage sein, E-Rechnungen zu empfangen, zu verarbeiten und zu archivieren. - Gleichzeitig kann jedoch mit Lieferanten und Rechnungs­stellern ein anderes Rechnungsformat vereinbart werden.&lt;br /&gt;
* Verpflichtender''' &amp;lt;u&amp;gt;Versand&amp;lt;/u&amp;gt; von E-Rechnungen''': &lt;br /&gt;
** Ab dem 1. Januar &amp;lt;u&amp;gt;'''2027'''&amp;lt;/u&amp;gt; sind Unternehmen mit einem Vorjahresumsatz von mehr als 800.000 € verpflichtet, im B2B-Bereich E-Rechnungen zu versenden - bei einem Vorjahresumsatz unter 800.000&amp;amp;nbsp;€ sind sie ab dem 1. Januar &amp;lt;u&amp;gt;'''2028'''&amp;lt;/u&amp;gt; dazu verpflichtet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* '''Anwendungsbereich:'''&lt;br /&gt;
** inländische '''B2B-Umsätze''': d. h. Umsätze zwischen inländischen Unternehmen&lt;br /&gt;
* '''Ausnahmen:'''&lt;br /&gt;
** Rechnungen an Privatpersonen ('''B2C-Bereich''')&lt;br /&gt;
** Rechnungen für steuerfreie Leistungen&lt;br /&gt;
** Kleinbetragsrechnungen bis 250 Euro&lt;br /&gt;
** Fahrausweise und Fahrscheine&lt;br /&gt;
* '''Formatvorgaben für E-Rechnungen: '''&lt;br /&gt;
** E-Rechnungen müssen – wenn sie verwendet werden – in einem strukturierten, maschinenlesbaren elektronischen Format vorliegen, wie z. B. '''XRechnung''' oder '''ZUGFeRD''' (gemäß der EU-Richtlinie 2014/55/EU und der Normenreihe EN 16931). &lt;br /&gt;
** Alternativ kann zwischen Rechnungssteller und -empfänger ein anderes Format vereinbart werden, solange es eine vollständige Extraktion der nach dem UStG erforderlichen Angaben ermöglicht und mit der europäischen Norm (EN 16931) kompatibel ist. Beispielsweise kann das EDI-Verfahren weiterhin genutzt werden.&lt;br /&gt;
* '''Keine E-Rechnungen:''' Ab dem 1. Januar 2025 gelten reine PDF-Rechnungen, Papierrechnungen, Bilddateien oder E-Mails als '''sonstige Rechnungen''' und nicht als E-Rechnungen.&lt;br /&gt;
* '''Prozessanpassungen:''' Buchhaltungsprozesse müssen an die Verarbeitung von E-Rechnungen angepasst werden, um eine effiziente und rechtskonforme Handhabung zu gewährleisten.&lt;br /&gt;
* '''GoBD-Compliance:''' Die Verarbeitung und insbesondere die Archivierung von E-Rechnungen muss den GoBD&amp;lt;ref name=&amp;quot;ftn1&amp;quot;&amp;gt;Vgl. [https://ao.bundesfinanzministerium.de/ao/2023/Anhaenge/BMF-Schreiben-und-gleichlautende-Laendererlasse/Anhang-64/inhalt.html https://ao.bundesfinanzministerium.de/ao/2023/Anhaenge/BMF-Schreiben-und-gleichlautende-Laendererlasse/Anhang-64/inhalt.html] &amp;lt;/ref&amp;gt; entsprechen und '''unveränderbar''', vollständig und nachvollziehbar sein. Neben einer revisionssicheren Archivierung sollte eine '''Verfahrensdokumentation '''der technischen und organisatorischen Maßnahmen erstellt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====== &amp;lt;span id=&amp;quot;Ref183532442&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt; &amp;lt;span id=&amp;quot;Toc184300206&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt; 1.2 Zulässige Formate für elektronische Rechnungen ======&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
E-Rechnungen müssen der europäischen Norm für die elektronische Rechnungsstellung sowie der Liste der entsprechenden Syntaxen gemäß der Richtlinie 2014/55/EU entsprechen. Folgende Formate sind zulässig:* &amp;lt;u&amp;gt;'''XRechnung&amp;lt;/u&amp;gt;:''' Strukturiertes '''XML-Format''' für den Austausch von Rechnungen, aktuell in der Version 3.0.2&amp;lt;ref name=&amp;quot;ftn21&amp;quot;&amp;gt;[https://xeinkauf.de/dokumente https://xeinkauf.de/dokumente] &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;/ref&amp;gt; - ähnlich einer Textdatei mit maschinenlesbarer Struktur.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Dataja:Wobraz_E1_Org.png|500px|center]]&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* &amp;lt;u&amp;gt;'''ZUGFeRD-Rechnung&amp;lt;/u&amp;gt;:''' Hybrides Format aus '''PDF'''-Datei (Format PDF/A-3) '''mit eingebetteter strukturierter XML-Datei''' als Anhang. Der ZUGFeRD-Standard wurde in Deutschland entwickelt ('''Z'''entraler '''U'''ser '''G'''uide des '''F'''orums '''e'''lektronische '''R'''echnung '''D'''eutschland) und liegt aktuell in der Version 3.2 vor.&amp;lt;ref name=&amp;quot;ftn22&amp;quot;&amp;gt;[https://www.ferd-net.de/standards/zugferd-versionsarchiv/zugferd-versionen.html https://www.ferd-net.de/standards/zugferd-versionsarchiv/zugferd-versionen.html] &amp;lt;/ref&amp;gt; Es gibt 5 ZUGFeRD-Profile, die sich im Umfang unterscheiden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;ftn23&amp;quot;&amp;gt;[https://www.ferd-net.de/faqs/allgemeine-technische-fragen-zur-erechnung/index.html https://www.ferd-net.de/faqs/allgemeine-technische-fragen-zur-erechnung/index.html] &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Dataja:Wobraz_E2.png|600px|center]]&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* '''Sonstige Formate:''' Weitere europäische Rechnungsformate, die dem genannten Standard entsprechen, wie z. B. EDI, Factur-X (Frankreich) oder '''Peppol'''-BIS Billing.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== &amp;lt;span id=&amp;quot;Toc184300207&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt; 2. E-Rechnungen empfangen, bearbeiten und aufbewahren =====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nachfolgend wird der neue Ablauf in der Buchhaltung beschrieben, wenn E-Rechnungen eingehen; grundsätzlich bleibt es jedoch möglich, dass die Buchhaltung den Lieferanten oder Rechnungssteller kontaktiert und um eine klassische Rechnung bittet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der grundsätzliche '''Rechnungseingangsprozess''' bleibt gleich:&lt;br /&gt;
# Rechnungseingang, vgl. Abschnitt [[#Toc184300208|2.1]]&lt;br /&gt;
# Rechnungsprüfung, vgl. Abschnitt [[#Toc184300209|2.2]]&lt;br /&gt;
# Buchung und Zahlung, vgl. Abschnitt [[#Toc184300213|2.3]]&lt;br /&gt;
# Aufbewahrung und Archivierung, vgl. [[#Toc184300214|2.4]]&lt;br /&gt;
[[Dataja:Wobraz_E3.jpg|500px]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====== &amp;lt;span id=&amp;quot;Ref183533790&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt; &amp;lt;span id=&amp;quot;Toc184300208&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt; &amp;lt;span id=&amp;quot;Ref183533796&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt; 2.1 &amp;lt;span style=&amp;quot;background-color:#ffff00;&amp;quot;&amp;gt;Eingang von E-Rechnungen&amp;lt;/span&amp;gt; ======&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* ZUGFeRD- und XRechnungen können über verschiedene Übertragungswege wie E-Mail, elektronische Plattformen, File-Download, FTP oder direkte Integrationen von IT-Systemen empfangen werden.&lt;br /&gt;
* Üblicherweise werden E-Rechnungen per E-Mail als Anhang eingehen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''NEU''': Ab dem 1.1.2025 ist es notwendig festzustellen, ob es sich bei einer &amp;lt;span style=&amp;quot;background-color:#ffff00;&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;u&amp;gt;'''per E-Mail eingehenden PDF-Rechnung'''&amp;lt;/u&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;span style=&amp;quot;background-color:#ffff00;&amp;quot;&amp;gt; um eine &amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;span style=&amp;quot;background-color:#ffff00;&amp;quot;&amp;gt;'''E-Rechnung vom Typ ZUGFeRD'''&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;span style=&amp;quot;background-color:#ffff00;&amp;quot;&amp;gt; handelt&amp;lt;/span&amp;gt; oder um eine „normale“ PDF-Rechnung („sonstige Rechnung“, siehe S. 2). Hierfür empfehle ich folgende Prüfschritte:&lt;br /&gt;
# '''PDF-Datei öffnen:'''&amp;amp;nbsp;Öffnen Sie die Datei mit einem PDF-Viewer (z. B. Adobe Acrobat Reader).&lt;br /&gt;
# '''Prüfen auf Hinweise im Dateinamen und Text:'''&amp;amp;nbsp;Suchen Sie nach Angaben wie „ZUGFeRD“, „Eingebettete XML-Daten“ oder „Diese Datei enthält strukturierte Rechnungsdaten“.&lt;br /&gt;
# &amp;lt;span style=&amp;quot;background-color:#ffff00;&amp;quot;&amp;gt;'''Prüfen auf Anhänge&amp;lt;/span&amp;gt;:'''&amp;amp;nbsp;Die meisten PDF-Viewer zeigen Anhänge bzw. eingebettete Dateien mit einem &amp;lt;span style=&amp;quot;background-color:#ffff00;&amp;quot;&amp;gt;'''Büroklammer-Symbol'''&amp;lt;/span&amp;gt; an. Beim Anklicken dieses Symbols wird die XML-Datei sichtbar, was auf eine ZUGFeRD-Rechnung hinweist. – Fehlt das Büroklammer-Symbol, so enthält das PDF keine Anlagen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Dataja:Wobraz_E4.png|600px]]&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Dataja:Wobraz_E5.png|600px|center]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====== &amp;lt;span id=&amp;quot;Ref183533812&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt; &amp;lt;span id=&amp;quot;Toc184300209&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt; 2.2 NEU: Prüfung einer E-Rechnung ======&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Den bisherigen fachlichen und rechnerischen Prüfungen von Rechnungen muss nun die &amp;lt;span style=&amp;quot;background-color:#00ffff;&amp;quot;&amp;gt;'''Validierung der XML-Datei'''&amp;lt;/span&amp;gt; einer E-Rechnung vorangehen. Dies ist die technische Prüfung auf Korrektheit des XML-Schemas mittels eines Validators, vgl. Abschnitt 2.2.2. Gleichzeitig sollte bei &amp;lt;span style=&amp;quot;background-color:#00ff00;&amp;quot;&amp;gt;ZUGFeRD-Rechnungen&amp;lt;/span&amp;gt; auf &amp;lt;span style=&amp;quot;background-color:#00ff00;&amp;quot;&amp;gt;Abweichungen zwischen PDF- und eingebetteter XML-Rechnung&amp;lt;/span&amp;gt; geprüft werden. Wie das praktisch umgesetzt werden kann, ist auf der Seiten 5 erläutert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====== &amp;lt;span id=&amp;quot;Ref183533361&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt; &amp;lt;span id=&amp;quot;Toc184300210&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt; 2.2.1 ZUGFeRD-Rechnung: Abweichungen zwischen PDF und XML? ======&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach dem Empfang einer ZUGFeRD-Rechnung sollte eine Prüfung erfolgen, um sicherzustellen, dass die XML-Datei und die PDF-Darstellung keine Abweichungen aufweisen. Im Fall von Abweichungen können beide Bestandteile gemäß BMF 2024 als eigenständige Rechnungen gelten.&amp;lt;ref name=&amp;quot;ftn24&amp;quot;&amp;gt;Vgl. BMF 2024, S. 10: Bundesministerium der Finanzen (BMF). (2024). ''Ausstellung von Rechnungen nach § 14 UStG; Einführung der obligatorischen elektronischen Rechnung bei Umsätzen zwischen inländischen Unternehmern ab dem 1. Januar 2025''. BMF-Schreiben vom 15. Oktober 2024. Verfügbar unter: [https://www.bundesfinanzministerium.de/Content/DE/Downloads/BMF_Schreiben/Steuerarten/Umsatzsteuer/2024-10-15-einfuehrung-e-rechnung.pdf https://www.bundesfinanzministerium.de/Content/DE/Downloads/BMF_Schreiben/Steuerarten/Umsatzsteuer/2024-10-15-einfuehrung-e-rechnung.pdf]&amp;lt;/ref&amp;gt; „PDF und XML müssen die Vorgaben des § 14 Abs. 4 Umsatzsteuergesetz (UStG) berücksichtigen, um inhaltlich identische Mehrstücke derselben Rechnung darzustellen.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;ftn25&amp;quot;&amp;gt;Vgl. [https://www.ferd-net.de/standards/was-ist-zugferd/was-ist-zugferd.html https://www.ferd-net.de/standards/was-ist-zugferd/was-ist-zugferd.html] &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Lt. BMF 2024 muss mit dem XML-Anhang der ZUGFeRD-Rechnung weitergearbeitet werden. „Bei einem hybriden Format bilden die im '''XML-Format''' vorliegenden Rechnungsdaten '''den führenden Teil'''. Im Fall von Abweichungen zwischen den strukturierten Rechnungsdaten und den sonstigen Informationen gehen die Daten des strukturierten Teils [XML] denen der Bilddatei [PDF] vor.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;ftn26&amp;quot;&amp;gt;Vgl. BMF 2024, S. 10. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Sind PDF und XML &amp;lt;u&amp;gt;'''identisch'''&amp;lt;/u&amp;gt;, handelt es sich beim PDF um ein inhaltlich identisches Mehrstück.&amp;lt;ref name=&amp;quot;ftn27&amp;quot;&amp;gt;Vgl. BMF 2024, S. 10 und [https://www.ferd-net.de/standards/was-ist-zugferd/was-ist-zugferd.html https://www.ferd-net.de/standards/was-ist-zugferd/was-ist-zugferd.html].&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Sind PDF und XML &amp;lt;u&amp;gt;'''nicht identisch'''&amp;lt;/u&amp;gt;, stellt das PDF ggf. eine weitere (sonstige) Rechnung dar, für die die Voraussetzungen des § 14c UStG zu prüfen sind.&amp;lt;ref name=&amp;quot;ftn28&amp;quot;&amp;gt;Vgl. BMF 2024, S. 11.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====== &amp;lt;span id=&amp;quot;Ref183531396&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt; &amp;lt;span id=&amp;quot;Toc184300211&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt; 2.2.2 &amp;lt;span style=&amp;quot;background-color:#00ffff;&amp;quot;&amp;gt;Validierung&amp;lt;/span&amp;gt;, &amp;lt;span style=&amp;quot;background-color:#00ff00;&amp;quot;&amp;gt;Prüfung&amp;lt;/span&amp;gt; und Wandlung einer XML-Datei in PDF ======&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die XML-Datei (XRechnung oder XML-Anhang einer ZUGFeRD-Rechnung) sollte validiert und geprüft werden, ob sie einem gültigen Format entspricht. Hierfür kann die XML-Datei mittels eines Validators geprüft werden. Es gibt hierfür eine Menge von &amp;lt;span style=&amp;quot;background-color:#00ffff;&amp;quot;&amp;gt;Online und Offline Validatoren&amp;lt;/span&amp;gt;.&amp;lt;ref name=&amp;quot;ftn29&amp;quot;&amp;gt;Vgl. Übersicht unter [https://easyfirma.net/e-rechnung/validieren https://easyfirma.net/e-rechnung/validieren]. &amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich empfehle mit dem Offline-Validator „'''Ultramarinviewer'''“&amp;lt;ref name=&amp;quot;ftn30&amp;quot;&amp;gt;Vgl. [https://www.ultramarinviewer.de https://www.ultramarinviewer.de] &amp;lt;/ref&amp;gt; zu arbeiten, da dieser die Dateien lokal im Unternehmen weiterverarbeitet. Zudem lässt sich mittels der Druckfunktion eine PDF-Datei (oder ein Papierdokument) aus der XML-Datei erzeugen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Folgenden werden die Arbeitsschritte mit dem Ultramarinviewer im Detail erläutert:&lt;br /&gt;
# &amp;lt;u&amp;gt;'''Herunterladen und installieren'''&amp;lt;/u&amp;gt; des Ultramarinviewer&lt;br /&gt;
#* Aktuell in der Version 1.2: [https://www.ultramarinviewer.de https://www.ultramarinviewer.de] &lt;br /&gt;
# &amp;lt;u&amp;gt;'''Öffnen'''&amp;lt;/u&amp;gt; des Ultramarinviewer&lt;br /&gt;
#* In der Windows-Suche in der Taskleiste suchen nach „Ultramarin“ und öffnen der App&lt;br /&gt;
# &amp;lt;u&amp;gt;'''XML-Datei öffnen '''(XRechnung und ZUGFeRD-PDF)&amp;lt;/u&amp;gt;''':''' Dieses Video zeigt 4 Wege, eine '''XML-Datei zu öffnen''': [https://www.ultramarinviewer.de/assets/Ultramarinviewer.mp4 https://www.ultramarinviewer.de/assets/Ultramarinviewer.mp4] &lt;br /&gt;
:: a) '''Drag and Drop''' einer '''XML-Datei''' einer E-Rechnung in die &amp;lt;u&amp;gt;'''Startseite'''&amp;lt;/u&amp;gt; des Ultramarinviewer.&lt;br /&gt;
:::* Das funktioniert ebenfalls mit den meisten '''ZUGFeRD-Rechnungen als PDF''', d. h. es kann die '''PDF-Datei''' per Drag and Drop in die Viewer-Startseite gezogen werden – es wird automatisch das eingebettete XML geöffnet!&lt;br /&gt;
:: b) „'''Datei öffnen'''“ klicken in der Menü-Leiste.&lt;br /&gt;
:: c) „'''Vorherige Datei'''“, „'''Nächste Datei'''“ in der Menü-Leiste nutzen. &lt;br /&gt;
:: d) („'''Senden an'''“: Rechtsklick auf eine XML-Datei und senden an Ultramarinviewer – hat bei mir nicht funktioniert. Ebenfalls traten mittels „'''Öffnen mit'''“ nach Rechtsklick auf eine Datei '''Fehler''' auf.)&lt;br /&gt;
: 4. &amp;lt;span style=&amp;quot;background-color:#00ffff;&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;u&amp;gt;'''XML-Datei validieren&amp;lt;/span&amp;gt; und &amp;lt;span style=&amp;quot;background-color:#00ff00;&amp;quot;&amp;gt;ZUGFeRD-Rechnung prüfen&amp;lt;/u&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;:'''&lt;br /&gt;
:: a) Kann die XML-Datei mit dem Ultramarinviewer &amp;lt;span style=&amp;quot;background-color:#00ffff;&amp;quot;&amp;gt;'''nicht geöffnet&amp;lt;/span&amp;gt; '''werden oder erscheint beim Öffnen eine Fehlermeldung, so ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass sie nicht validiert werden konnte und somit &amp;lt;span style=&amp;quot;background-color:#00ffff;&amp;quot;&amp;gt;'''keine valide XRechnungs-Datei'''&amp;lt;/span&amp;gt; ist. &lt;br /&gt;
:: b) Konnte die Datei dagegen &amp;lt;span style=&amp;quot;background-color:#00ffff;&amp;quot;&amp;gt;'''geöffnet&amp;lt;/span&amp;gt; '''werden, so ist sie &amp;lt;span style=&amp;quot;background-color:#00ffff;&amp;quot;&amp;gt;'''valide'''&amp;lt;/span&amp;gt;. Im Abschnitt „Zusätze“ unter „&amp;lt;span style=&amp;quot;background-color:#00ffff;&amp;quot;&amp;gt;Spezifikationskennung&amp;lt;/span&amp;gt;“ unten ist oft das verwendete XML-Schema eingetragen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Dataja:Wobraz_E6.png|600px|center]]&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:: c) Handelt es sich ursprünglich um eine &amp;lt;span style=&amp;quot;background-color:#00ff00;&amp;quot;&amp;gt;'''ZUGFeRD-Rechnung'''&amp;lt;/span&amp;gt;, dann sollten nun die &amp;lt;span style=&amp;quot;background-color:#00ff00;&amp;quot;&amp;gt;'''Datenfelder der XML'''&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;span style=&amp;quot;background-color:#00ff00;&amp;quot;&amp;gt; im Ultramarinviewer&amp;lt;/span&amp;gt; '''mit &amp;lt;span style=&amp;quot;background-color:#00ff00;&amp;quot;&amp;gt;den Daten der PDF-Rechnung'''&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;span style=&amp;quot;background-color:#00ff00;&amp;quot;&amp;gt; &amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;span style=&amp;quot;background-color:#00ff00;&amp;quot;&amp;gt;'''verglichen'''&amp;lt;/span&amp;gt; werden, um sicherzustellen, dass es sich &amp;lt;span style=&amp;quot;background-color:#00ff00;&amp;quot;&amp;gt;um identische Mehrstücke derselben Rechnung&amp;lt;/span&amp;gt; handelt, siehe Abschnitt 2.2.1. &lt;br /&gt;
:: d) Die Daten der geöffneten XML-Datei werden im Ultramarinviewer in '''5 Abschnitten''' angezeigt, wobei meist nur die ersten 3 Abschnitte befüllt sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Dataja:Wobraz_E7.png|500px|center]]&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:: e) &amp;lt;u&amp;gt;'''XML-Datei drucken'''&amp;lt;/u&amp;gt;: Die dargestellte '''XML-Datei '''(XRechnung oder ZUGFeRD-Anhang)''' kann nun als PDF gedruckt''' werden, z.&amp;amp;nbsp;B. zur Dokumentation oder wenn für den weiteren Buchungsprozess eine Datei zum Weiterverarbeiten benötigt wird. &lt;br /&gt;
::: i) Zunächst in der geöffneten Datei im Ultramarinviewer den '''Abschnitt''' wählen, der gedruckt werden soll. Dort mittels „'''Strg + P'''“ oder '''Rechtsklick''' auf die angezeigte XML-Datei und „'''Drucken'''“ das Druckmenü öffnen.&lt;br /&gt;
::: ii) Hier unter „Drucker“ einen '''PDF-Drucker wählen''', bspw. den „Microsoft Print to PDF“.&lt;br /&gt;
::: iii) Empfohlene '''Einstellungen'''&lt;br /&gt;
::::* '''Layout''': Hochformat&lt;br /&gt;
::::*  '''Seiten''': Alles&lt;br /&gt;
::::*  '''Farbe''': Farbe&lt;br /&gt;
::::*  '''Weitere''' Einstellungen:&lt;br /&gt;
::::*  '''Papierformat''': A4&lt;br /&gt;
::::*  '''Skalierung (%)''': Tatsächliche Größe&lt;br /&gt;
::::*  '''Seiten pro Blatt''': 1 oder 2 (oder ggf. 4)&lt;br /&gt;
::::*  '''Optionen''': Kopf- und Fußzeilen: ja; Hintergrundgrafiken: nein&lt;br /&gt;
::: iv) '''Wiederholen pro Abschnitt''', welcher buchungsrelevante Daten enthält.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* '''Hinweis''': Bei mir traten Fehler auf, wenn mehrere Instanzen des Ultramarinviewer geöffnet waren. Ebenfalle beim Öffnen einer Datei mittels Rechtsklick auf eine Datei im Explorer und „Öffnen mit“, dann konnte diese Datei nicht geöffnet und validiert werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====== &amp;lt;span id=&amp;quot;Toc184300212&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt; 2.2.3 Sachliche und rechnerische Prüfung der E-Rechnung ======&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die aus der XML-Datei gedruckten PDF-Dokumente können nun für die weitere Rechnungsbearbeitung verwendet werden, bspw. für die sachliche und rechnerische Prüfung der E-Rechnung. Bei einer ZUGFeRD-Rechnung kann bei identischen Rechnungsdaten auch das ursprüngliche PDF hierfür verwendet werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu beachten ist, dass sowohl die E-Rechnung in ihrer ursprünglichen Form als auch die zusätzlichen Dokumente unveränderlich aufbewahrt werden müssen, sofern an ihnen Aufzeichnungen enthalten sind, die für die Besteuerung von Bedeutung sind, z. B. Buchungsvermerke oder Unterschriften.&amp;lt;ref name=&amp;quot;ftn31&amp;quot;&amp;gt;Vgl. BMF 2024, S. 17.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====== &amp;lt;span id=&amp;quot;Toc184300213&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt; 2.3 Buchung und Zahlung der E-Rechnung ======&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Buchung und Zahlung einer E-Rechnung kann wie bisher erfolgen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====== &amp;lt;span id=&amp;quot;Ref183533885&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt; &amp;lt;span id=&amp;quot;Toc184300214&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt; 2.4 Aufbewahrung von E-Rechnungen ======&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zusammenfassend lässt sich das Schreiben des BMF 2024 wie folgt interpretieren, siehe Zitate unten. Für eine GoBD-konforme Aufbewahrung von E-Rechnungen ist folgendes notwendig:&lt;br /&gt;
* E-Rechnungen, insb. XRechnungen sowie der strukturierte XML-Teil einer ZUGFeRD-Rechnung, müssen in dem Format aufbewahrt werden, in dem sie empfangen wurden.&lt;br /&gt;
** Hierfür kann, aber muss nicht, die E-Mail samt Anhang archiviert werden.&lt;br /&gt;
* E-Rechnungen müssen während ihrer Aufbewahrungsfrist von min. 10 Jahren maschinell auswertbar sein. Sie dürfen nicht ausgedruckt aufbewahrt werden!&lt;br /&gt;
* Zusätzliche Dokumente (z. B. Bildteil einer hybriden Rechnung oder die als PDF gedruckte XML-Rechnung) müssen mit aufbewahrt werden, sofern sie Aufzeichnungen enthalten, die für die Besteuerung von Bedeutung sind, z. B. Buchungsvermerke oder Unterschriften zur sachlichen und rechnerischen Prüfung.&lt;br /&gt;
* Um die GoBD-Vorgaben zu erfüllen, müssen während der Aufbewahrungsphase die Unveränderbarkeit, Vollständigkeit und Nachvollziehbarkeit der gespeicherten Dokumente sichergestellt sein. Eine einfache Speicherung im Windows-Dateisystem erfüllt diese Anforderungen nicht. &lt;br /&gt;
* Mögliche technische Lösungen werden in im folgenden Abschnitt 2.5vorgestellt.&lt;br /&gt;
* Neben einer revisionssicheren Archivierung sollte eine Verfahrensdokumentation der technischen und organisatorischen Maßnahmen erstellt werden, vgl. Abschnitt 2.6.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Zitate und Verlinkungen zur Aufbewahrung von E-Rechnungen:'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Das Umsatzsteuergesetz sieht vor, dass Rechnungen '''zehn Jahre''' aufzubewahren sind ([https://www.gesetze-im-internet.de/ustg_1980/__14b.html § 14b Abs. 1 S. 1 UStG]). Elektronische Rechnungen müssen gemäß den jeweils gültigen Grundsätzen zur ordnungsgemäßen Führung und Aufbewahrung von Büchern, Aufzeichnungen und Unterlagen in elektronischer Form sowie zum Datenzugriff (GoBD) aufbewahrt werden. Elektronische Handels- oder Geschäftsbriefe und Buchungsbelege müssen '''in dem Format aufbewahrt werden, in dem Sie empfangen werden''' (Randziffer 131 der GoBD vom 28. November 2019). D.&amp;amp;nbsp;h. elektronische Rechnungen sind originär elektronisch aufzubewahren und '''müssen maschinell auswertbar''' sein (Randziffer 128 GoBD vom 28. November 2019). Eine Aufbewahrung elektronischer Rechnungen in ausgedruckter Form ist nicht möglich.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;ftn32&amp;quot;&amp;gt;Vgl. [https://www.ferd-net.de/standards/was-ist-zugferd/was-ist-zugferd.html https://www.ferd-net.de/standards/was-ist-zugferd/was-ist-zugferd.html] &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gemäß BMF 2024 ist „['''d]er strukturierte Teil einer E-Rechnung''' [...] '''so aufzubewahren''', dass dieser in seiner '''ursprünglichen Form''' vorliegt und die Anforderungen an die '''Unveränderbarkeit''' erfüllt werden. Eine '''maschinelle Auswertbarkeit''' seitens der Finanzverwaltung muss sichergestellt sein. Sofern in einem zusätzlich übersandten Dokument (z. B. Bildteil einer hybriden Rechnung) Aufzeichnungen enthalten sind, die für die Besteuerung von Bedeutung sind, z. B. Buchungsvermerke, sind diese ebenfalls so aufzubewahren, dass diese in ihrer ursprünglichen Form vorliegen und die Anforderungen an die Unveränderbarkeit erfüllt werden.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;ftn33&amp;quot;&amp;gt;Vgl. BMF 2024, S. 17.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Wird die elektronische Rechnung per E-Mail übersandt, so ist die '''E-Mail selbst''' als reines '''Transportmittel der Rechnung''' (= Briefumschlag der elektronischen Rechnung) grundsätzlich '''nicht aufzubewahren''', es sei denn, die E-Mail enthält der Rechnung zugehörige, aufbewahrungspflichtige Informationen.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;ftn34&amp;quot;&amp;gt;Vgl. [https://www.ferd-net.de/standards/was-ist-zugferd/was-ist-zugferd.html https://www.ferd-net.de/standards/was-ist-zugferd/was-ist-zugferd.html]&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;span id=&amp;quot;Ref183535663&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====== &amp;lt;span id=&amp;quot;Ref183609885&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt; &amp;lt;span id=&amp;quot;Toc184300215&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt; 2.5 Technische Lösungen für die Aufbewahrung von E-Rechnungen ======&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Um unter Windows eine GoBD-konforme Archivierung sicherzustellen, ist es entscheidend, dass die gespeicherten Dokumente unveränderbar, vollständig und nachvollziehbar sind. Die bloße Ablage von Dateien im Windows-Dateisystem erfüllt diese Anforderungen in der Regel nicht, da sie keine Mechanismen zur Verhinderung von Änderungen oder Löschungen ohne Protokollierung bietet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''WORM-Speichermedien für die Archivierung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
WORM ('''W'''rite '''O'''nce, '''R'''ead '''M'''any)-Medien sind Speichermedien, auf denen Daten einmalig gespeichert und anschließend nicht mehr verändert werden können. Dies stellt die Unveränderbarkeit der Daten sicher. Beispiele für WORM-Medien sind:&lt;br /&gt;
* '''Optische Speichermedien''': CD-R, DVD-R und BD-R (Blu-ray Disc Recordable) sind klassische WORM-Medien. &lt;br /&gt;
* '''Magneto-Optische Laufwerke''': Diese bieten hohe Speicherkapazitäten und Langlebigkeit, sind jedoch weniger verbreitet und erfordern spezielle Hardware.&amp;lt;ref name=&amp;quot;ftn35&amp;quot;&amp;gt;Bspw. Overland Tandberg [https://ftp1.overlandtandberg.com/website/website/DS_RDX_Family_EMEA.pdf https://ftp1.overlandtandberg.com/website/website/DS_RDX_Family_EMEA.pdf] &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* '''WORM-Festplatten bzw. Archivierugssysteme''': Einige Hersteller bieten spezielle Festplatten mit WORM-Funktionalität an, die eine einmalige Speicherung von Daten ermöglichen. Beispielsweise bieten EMC mit Centera sowie NetApp mit SnapLock solche Lösungen an.&amp;lt;ref name=&amp;quot;ftn36&amp;quot;&amp;gt;Bspw. [https://docs.netapp.com/de-de/ontap/snaplock https://docs.netapp.com/de-de/ontap/snaplock], [https://www.fast-lta.de/de/produkte/silent-brick-system https://www.fast-lta.de/de/produkte/silent-brick-system] &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* '''WORM USB'''-Sticks&amp;lt;ref name=&amp;quot;ftn37&amp;quot;&amp;gt;Bspw. [https://www.digikey.de/de/products/detail/flexxon-pte-ltd/FUUP008GME-XE00/16705751 https://www.digikey.de/de/products/detail/flexxon-pte-ltd/FUUP008GME-XE00/16705751] &amp;lt;/ref&amp;gt; können eine Lösung für die Archivierung darstellen.&lt;br /&gt;
* '''Softwarebasierte WORM-Lösungen''': Es gibt Softwarelösungen, die innerhalb des Windows-Dateisystems einen WORM-Bereich schaffen können. Beispielsweise bieten iTernity mit iCAS&amp;lt;ref name=&amp;quot;ftn38&amp;quot;&amp;gt;Vgl. [https://iternity.com/de/produkte/icas/ https://iternity.com/de/produkte/icas/] &amp;lt;/ref&amp;gt; sowie Synology mit DSM eine WORM-Funktionalität an, die es ermöglicht, Daten einmalig zu schreiben und mehrfach zu lesen, ohne dass sie verändert werden können.&amp;lt;ref name=&amp;quot;ftn39&amp;quot;&amp;gt;Vgl. [https://blog.synology.com/ger/anleitung-was-ist-worm-schreib-und-loeschschutz-in-synology-dsm https://blog.synology.com/ger/anleitung-was-ist-worm-schreib-und-loeschschutz-in-synology-dsm] und [https://kb.synology.com/de-de/DSM/tutorial/which_synology_nas_models_support_WriteOnce_and_secure_snapshots https://kb.synology.com/de-de/DSM/tutorial/which_synology_nas_models_support_WriteOnce_and_secure_snapshots] &lt;br /&gt;
&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wichtige Funktionen solcher Systeme:&lt;br /&gt;
* '''Unveränderbarkeit''': Dokumente können nach der Archivierung nicht mehr ohne Protokollierung verändert werden.&lt;br /&gt;
* '''Zugriffskontrollen''': Nur autorisierte Personen haben Zugriff auf die Dokumente.&lt;br /&gt;
* '''Protokollierung''': Alle Zugriffe und Änderungen werden lückenlos protokolliert.&lt;br /&gt;
* '''Sicherheitsmaßnahmen''': Schutz vor unbefugtem Zugriff und Datenverlust.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;color:#2f5496;&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====== &amp;lt;span id=&amp;quot;Ref183605446&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt; &amp;lt;span id=&amp;quot;Toc184300216&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt; 2.6 Verfahrensdokumentation ======&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gemäß den GoBD ist eine Verfahrensdokumentation zu erstellen. Sie dient dazu, alle technischen und organisatorischen Maßnahmen zur Verarbeitung und Archivierung von E-Rechnungen transparent und prüfungssicher darzustellen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Verfahrensdokumentation sollte die folgenden Punkte detailliert abdecken:&lt;br /&gt;
# '''Allgemeine Beschreibung des Unternehmens und der Organisation'''&lt;br /&gt;
#* Darstellung der Unternehmensstruktur und Zuständigkeiten.&lt;br /&gt;
#* Beschreibung der Abteilungen, die an der Verarbeitung von E-Rechnungen beteiligt sind.&lt;br /&gt;
# '''Aufbau der IT-Infrastruktur'''&lt;br /&gt;
#* Hardware: Server, Speichersysteme, Backup-Geräte.&lt;br /&gt;
#* Software: Eingesetzte Anwendungen für die Rechnungsverarbeitung und Archivierung.&lt;br /&gt;
#* Netzwerke: Netzwerkarchitektur und Sicherheitsmaßnahmen.&lt;br /&gt;
# '''Prozessbeschreibungen'''&lt;br /&gt;
#* Empfang von E-Rechnungen: Kanäle und Formate (z.B. E-Mail, Webportal).&lt;br /&gt;
#* Verarbeitung: Validierung, Datenextraktion und Weiterleitung.&lt;br /&gt;
#* Buchung: Integration in das Finanzbuchhaltungssystem.&lt;br /&gt;
#* Archivierung: Speichervorgänge und -orte, Zugriffsrechte.&lt;br /&gt;
# '''Internes Kontrollsystem (IKS)'''&lt;br /&gt;
#* Zugriffsrechte: Haben nur befugte Personen Zugriff auf archivierte Daten und Systeme?&lt;br /&gt;
#* Funktionstrennungen: Trennung von Verantwortlichkeiten zur Minimierung von Fehlern und Betrug.&lt;br /&gt;
#* Kontrollen: Regelmäßige Überprüfungen und Freigabeprozesse.&lt;br /&gt;
# '''Datensicherungskonzept'''&lt;br /&gt;
#* Backup-Strategien: Regelmäßigkeit und Methoden der Datensicherung.&lt;br /&gt;
#* Notfallplan: Maßnahmen bei Datenverlust oder Systemausfällen.&lt;br /&gt;
# '''Aufbewahrung'''&lt;br /&gt;
#* WORM-Speicher: Einsatz von &amp;quot;Write Once Read Many&amp;quot;-Technologien zur Sicherstellung der Unveränderbarkeit.&lt;br /&gt;
#* Archivierungsprozesse: Wie und wo werden die Daten langfristig gespeichert?&lt;br /&gt;
# '''Versionierung und Änderungshistorie'''&lt;br /&gt;
#* Dokumentation aller Änderungen am Verfahren und an den Systemen.&lt;br /&gt;
#* Protokollierung von Software-Updates und Prozessanpassungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Umsetzungsschritte'''&lt;br /&gt;
* '''Erstellung eines Projektteams''': Zusammensetzung aus IT, Buchhaltung und Compliance-Experten.&lt;br /&gt;
* '''Dokumentation der aktuellen Prozesse''': Erfassung des Ist-Zustands und Identifikation von Lücken.&lt;br /&gt;
* '''Dokumentation erstellen''': Ausführliche Beschreibung gemäß den oben genannten Punkten.&lt;br /&gt;
* '''Schulung der Mitarbeiter''': Sicherstellen, dass alle Beteiligten die Prozesse u. ihre Rollen verstehen.&lt;br /&gt;
* '''Regelmäßige Aktualisierung''': Die Verfahrensdokumentation sollte mindestens jährlich oder bei wesentlichen Änderungen aktualisiert werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
----&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ist-Analyse sorbische Welt der Digitalisierung von Arbeitsabläufen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Ergebnisse der Interviews zusammenfassen, Fokus Tools, Prozesse, Methoden und Weiterbildungen&lt;br /&gt;
* ggf. weiterführende Gespräche mit den betreffenden Institutionen, insb. zu Weiterbildungen von Arbeitnehmern&lt;br /&gt;
* auch Gespräche mit dem Bund sorbischer Handwerker und Unternehmer e. V. (https://www.domowina.de/?id=284)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Ergebnisse der Interviews ===&lt;br /&gt;
Im Rahmen der Erstellung des sorbischen Digitalisierungskonzeptes wurde 2021 der Ist-Stand im Themenbereich &amp;quot;Digitale Arbeitswelt&amp;quot; analysiert. Hierfür wurden Interviews mit  ausgewählten sorbischen Institutionen durchgeführt, um die spezifischen Anforderungen sorbischer Organisationen an die Digitalisierung zu identifizieren, zu analysieren und zusammenzufassen. In diesem Abschnitt präsentieren wir die Resultate dieser Interviews und interpretieren die daraus gewonnenen Erkenntnisse.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Interviews wurden mit Vertretern folgender sorbischer Institutionen durchgeführt:&lt;br /&gt;
* Domowina e. V. / Domowina z. t.&lt;br /&gt;
* Sprachzentrum WITAJ / Rěčny centrum WITAJ&lt;br /&gt;
* Stiftung für das sorbische Volk / Załožba za serbski lud&lt;br /&gt;
* Sorbisches Institut e. V. / Serbski institut z. t.&lt;br /&gt;
* Sorbisches National-Ensemble gGmbH / Serbski ludowy ansambl tzwr&lt;br /&gt;
* Domowina-Verlag GmbH / Ludowe nakładnistwo Domowina tzwr&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|+ Zusammenfassung der Digitalisierungsbedarfe von sorbischen Organisationen 2021&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Digitalisierungsbedarf !! Beschreibung !! Nennungen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Ermöglichen von '''Home-Office''' || &lt;br /&gt;
* ausreichend dienstliche Notebooks&lt;br /&gt;
* entsprechende IT-Infrastruktur&lt;br /&gt;
* interne Regelungen &lt;br /&gt;
| 6 von 6&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| hoher Anwendungs-'''Kenntnisstand der Mitarbeiter'''  || &lt;br /&gt;
* regelmäßige Weiterbildungen&lt;br /&gt;
* Wissenstransfer zu IT-Themen mittels Wissens-Mediatoren und Wissens-Pools&lt;br /&gt;
* Fachkreise&lt;br /&gt;
* Fachkräfte DB&lt;br /&gt;
| 5 von 6&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| [[12.2_Digitalisierung_von_Arbeitsabläufen#Dokumentenmanagementsystem_.28DMS.29 | '''Dokumentenablage''' / Dokumentenmanagementsystem (DMS)]] || &lt;br /&gt;
* leichtes Finden&lt;br /&gt;
* OCR inkl. sorbischer Buchstaben&lt;br /&gt;
* revisionssichere Ablage&lt;br /&gt;
* ggf. zentral genutzt von mehreren sorbischen Institutionen&lt;br /&gt;
* Arbeitskreis DMS über alle sorbischen Institutionen hinweg&lt;br /&gt;
| 5 von 6&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Cloudlösung''' / Kollaborationsplattform || &lt;br /&gt;
* auch Kommunikationsplattform&lt;br /&gt;
* für Dateiaustausch mit Externen&lt;br /&gt;
* zentral betriebene Cloud für alle sorbischen Institutionen wäre vorteilhaft&lt;br /&gt;
| 5 von 6&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| moderne '''IT-Infrastruktur''' || &lt;br /&gt;
* Standort- und Organisationsstruktur-übergreifende Infrastruktur&lt;br /&gt;
* höhere Upstream-Bandbreite der Server im Haus&lt;br /&gt;
* Virtualisierung der Serverumgebung&lt;br /&gt;
* Standortunabhängig&lt;br /&gt;
* ggf. extern administriert&lt;br /&gt;
* moderne Ausstattung des Neubaus am Lauengraben&lt;br /&gt;
| 5 von 6&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''IT-Fachkräfte''' || &lt;br /&gt;
* für IT-Management, CMS / Webseite&lt;br /&gt;
* sorbischsprachige IT-Fachkräfte&lt;br /&gt;
* leichter Zugriff auf interne, zentrale oder externe Fachkräfte&lt;br /&gt;
| 5 von 6&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| umfangreiche [[12.2_Digitalisierung_von_Arbeitsabläufen#Dreisprachigkeit| '''Unterstützung der Dreisprachigkeit''']] || &lt;br /&gt;
* MS Office&lt;br /&gt;
* Spracherkennung&lt;br /&gt;
* Übersetzungsdienst&lt;br /&gt;
* geographische Namen&lt;br /&gt;
* soziale Netzwerke&lt;br /&gt;
* aller Softwareprodukte und Webangebote&lt;br /&gt;
* leichteres Update der sorbischen Rechtschreibprüfung&lt;br /&gt;
| 4 von 6&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Projekt- und Aufgabenmanagement''' || &lt;br /&gt;
* auch übergreifendes Projektmanagement&lt;br /&gt;
| 4 von 6&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| [[12.2_Digitalisierung_von_Arbeitsabläufen#Customer_Relationship_Management_.28CRM.29_.2F_Content_Management_System_.28CMS.29| '''Customer-Relationship-Management'''-System (CRM)]] || &lt;br /&gt;
* für die Adress- und Verteilerpflege&lt;br /&gt;
| 4 von 6&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Foto-Archiv''' ||&lt;br /&gt;
*  mit Archivierung gedruckter Fotos&lt;br /&gt;
* Übergabe an das Kultur-Archiv&lt;br /&gt;
* Recherche im Kultur-Archiv&lt;br /&gt;
| 4 von 6&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| zentrale Verwaltung der '''IT-Assets''' ||&lt;br /&gt;
* IT-Inventar&lt;br /&gt;
* Lizenzen&lt;br /&gt;
* Softwareversionen&lt;br /&gt;
| 3 von 6&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''moderne Webseite'''  || &lt;br /&gt;
* Content Management System (CMS)&lt;br /&gt;
* gerne gemeinsam mit weiteren sorbischen Institutionen&lt;br /&gt;
| 3 von 6&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''IT-Support'''-Ansprechpartner || &lt;br /&gt;
* 1st-Level-Support&lt;br /&gt;
* definierte IT-Prozesse&lt;br /&gt;
* gern zentral organisiert für alle sorbischen Institutionen&lt;br /&gt;
| 2 von 6&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Organisationsstandard''' zur Dokumentenablage || &lt;br /&gt;
* Verringerung der Redundanzen der Daten&lt;br /&gt;
| 2 von 6&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| digitale '''Personalprozesse''' || &lt;br /&gt;
* Genehmigungsprozesse wie Urlaubsanträge&lt;br /&gt;
* Zeiterfassung&lt;br /&gt;
* Travel-Management&lt;br /&gt;
* Recruiting&lt;br /&gt;
| 2 von 6&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Dokumentenarchivierung''' || &lt;br /&gt;
*  Aufbewahrung von abgeschlossenen Vorgängen und Akten&lt;br /&gt;
* Übergabe an zentrales Kulturarchiv&lt;br /&gt;
| 2 von 6&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| moderne '''VoIP-Telefonanlage''' || &lt;br /&gt;
*&lt;br /&gt;
| 2 von 6&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Integration''' der vorhandenen Software || &lt;br /&gt;
* Schnittstellen&lt;br /&gt;
| 2 von 6&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| moderne '''Online-Shop'''-Lösung || &lt;br /&gt;
* gemeinsame Lösung&lt;br /&gt;
* inkl. moderner Bezahlmethoden&lt;br /&gt;
| 2 von 6&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Wissensmanagement''' || &lt;br /&gt;
* Intranet&lt;br /&gt;
* Wiki&lt;br /&gt;
| 2 von 6&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Pressemonitoring''' || &lt;br /&gt;
* auch zentral möglich &lt;br /&gt;
| 2 von 6&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Weitere Nennungen''' || &lt;br /&gt;
* Organisationsstandard für Zugriffe auf IT-Systeme &lt;br /&gt;
** arbeiten im Home-Office&lt;br /&gt;
** Zugriff per VPN&lt;br /&gt;
* Zeitgemäßes Redaktionssystem &lt;br /&gt;
** mit zeitnahen, aktuellen Angeboten und News über alle Kanäle &lt;br /&gt;
* Organisationsstandard für E-Mail-Umgang &lt;br /&gt;
** Ablage, Löschen und Archivieren von E-Mails&lt;br /&gt;
** einheitliche E-Mail-Adressen &lt;br /&gt;
** zentrales Pflegen von Adress- und Kontaktlisten&lt;br /&gt;
* Aufbau eines Digitalisierungszentrums&lt;br /&gt;
* Aufbau eines Forschungsdatenmanagements und wissenschaftlichen Informationsportals&lt;br /&gt;
* Organisationsstandard für Webkonten&lt;br /&gt;
** Benutzerkonten in sozialen Medien&lt;br /&gt;
** Webseiten etc. &lt;br /&gt;
* Moderne Buchhaltungslösung&lt;br /&gt;
** auch zentral organisiert und betrieben für alle sorbischen Institutionen, wenn mandantenfähig &lt;br /&gt;
| 1 von 6&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Sonstiges''' || &lt;br /&gt;
* Bündeln der Kräfte und Kapazitäten &lt;br /&gt;
** Angleichung der Software-Produkte über die sorbischen Institutionen &lt;br /&gt;
** Finden von Partnern in Wirtschaft und Politik &lt;br /&gt;
** Kooperationen mit anderen Minderheiten &lt;br /&gt;
** mit anderen sorbischen Institutionen:&lt;br /&gt;
** zentrale Fachkreise Digitalisierung, IT, Marketing u. a. &lt;br /&gt;
** schnelles und professionelles Übersetzen von Texten zwischen deutsch, ober- und niedersorbisch &lt;br /&gt;
** gemeinsame professionelle Auftritte in sozialen Medien (z. B. YouTube)  &lt;br /&gt;
** zentraler sorbischer News-Feed - zentrale Adressdatenbank&lt;br /&gt;
** zentrale Bereitstellung von Standardsoftware (z. B. Office)&lt;br /&gt;
** zentrale IT-Prozesse (Vergabe von Mails, Einrichtung Rechner etc.)&lt;br /&gt;
* Weiterentwicklung digitaler Prozesse&lt;br /&gt;
* Live-Streaming von Vorträgen&lt;br /&gt;
* Einheitliche E-Mail-Namenskonvention/E-Mails f. Mitarbeiter&lt;br /&gt;
* Optimierung Rechnungsworkflow&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nachfolgend sollen die ermittelten Digitalisierungsbedarfe sinnvoll zu Themenbereichen zusammengefasst und erläutert werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Dokumentenmanagementsystem (DMS) ====&lt;br /&gt;
Bei einem Großteil der Institutionen zeigt sich das Thema Dokumentenmanagementsystem als ein zentraler Bedarf.&lt;br /&gt;
Der Bedarf umfasst gängige Funktionalitäten eines DMS, wie visualisierte Ordnungsstrukturen, Checkin- / Checkout-Möglichkeiten von Dokumenten, Versionierung sowie datenbankgestützte Metadatenverwaltung zur Index-gestützten Dokumentensuche. Hierbei liegt die Anforderung nicht nur bei organisatorischen Prozessen, wie beispielsweise das Personalwesen oder das Rechnungswesen, sondern berührt auch die Archivierung und Durchsuchbarkeit von Dokumenten und Medien aus der Kulturgeschichte der Sorben. Inwieweit eine Verbindung zwischen einem aus organisatorischen Prozessen geprägten DMS und einem Archiv für kulturelle Dokumente und Medien sinnvoll ist, kann erst in der nachfolgenden Konzeption erörtert werden. &lt;br /&gt;
Ebenso relevant ist eine revisionssichere Archivierung von Rechnungen und buchhaltungsrelevanten Dokumenten im Sinne der Grundsätze zur ordnungsmäßigen Führung und Aufbewahrung von Büchern, Aufzeichnungen und Unterlagen in elektronischer Form sowie zum Datenzugriff (GoBD). Dies umfasst nicht nur die erwähnten Dokumente, sondern auch die Betrachtung der zugrundeliegenden E-Mail-Kommunikation. Die Konzeption zu Vorgaben der E-Mail-Archivierung ist somit ebenfalls Bestandteil einer Konzeption eines DMS.&lt;br /&gt;
Inwieweit ein zentrales institutionsübergeifendes DMS sinnvoll ist, ist auch eine Frage des zugrunde liegenden Datenmodells. Die Erhebung eines Datenmodells für alle relevanten Institutionen stellt einen ersten Schritt für eine Umsetzung dieses Bedarfes dar. Ohne die Kenntnisse der vorhandenen Daten und Informationen, der Informationsübergänge sowie deren von den Informationseigentümern eingeschätzte Kritikalität können vorhandene Synergieeffekte nur schwer eingeschätzt und genutzt werden. Ebenso können mit Hilfe des Datenmodells vorhandene Redundanzen der Daten und Informationen erkannt und konsolidiert werden. &lt;br /&gt;
Daher besteht auch seitens der Institutionen der Wunsch nach einer internen Arbeitsgruppe, welche die Anforderungen, Ideen und Konzepte der Institutionen gemeinsam bewertet und weiterentwickelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Customer Relationship Management (CRM) / Content Management System (CMS) ====&lt;br /&gt;
Bei einem Großteil der Institutionen zeigt sich der Bedarf an einer zentralen Möglichkeit zum Management von Inhalten für die Webauftritte und zur Öffentlichkeitsarbeit.&lt;br /&gt;
Bestehende CM-Systeme sind teilweise veraltet und ohne entsprechende Fachkenntnisse durch die Verantwortlichen nur schwer zu pflegen. Ein integriertes CMS erleichtert die Pflege und das Einbinden von Content plattformübergreifend und aktuell. &lt;br /&gt;
Kunden- und Kontaktinformationen zu relevanten Personen sind aktuell oft nicht zentral und für alle Beteiligten vorhanden. Dies erschwert eine professionelle Kommunikation nach außen. Es werden zentrale Datenbanken und Verteiler für dedizierte Zwecke vorgehalten, wie beispielsweise um Einladungen, Newsletter oder Veranstaltungsbewerbung zu verschicken. Ebenso ist es notwendig zentrale Datenbanken für Erstellung von Content zu implementieren. Hier kann sich eine Schnittstelle zu dem oben erwähnten Medienarchiv ergeben, da für die Erstellung von Content ein Zugriff auf ein Medienarchiv mit der entsprechenden Durchsuchbarkeit sinnvoll scheint. &lt;br /&gt;
Inwieweit eine institutionsübergreifende Lösung sinnvoll ist, ist Bestandteil einer nachfolgenden Konzeption. Seitens der Institutionen besteht der Wunsch nach einer zentralen Bündelung von Ressourcen im Bereich Öffentlichkeitsarbeit. Mechanismen der Mandantenfähigkeit sowie der Rechteverwaltung sind bei der Konzeption einer zentralen Lösung zu beachten. &lt;br /&gt;
Grundsätzlich besteht auch im Bereich der Öffentlichkeitsarbeit der Wunsch nach einem zentralen und institutionenübergreifenden Fachkreis, welcher den Austausch von Wissen im Umgang mit den technischen Lösungen und sozialen Medien ermöglicht, aber auch eine enge Zusammenarbeit der Institutionen bei der Konzeption gemeinsamer Image-Materialien, wie beispielsweise Flyer oder Videos, fördert. So besteht der Wunsch nach einem gemeinsamen Auftritt in den sozialen Medien sowie eines zentralen Pressemonitorings von sorbischen Medien, da individuell eingesetzte Tools, wie beispielsweise Google Alerts, die sorbische Schrift nicht erkennen.&lt;br /&gt;
Im Bereich der Onlineshops besteht der Bedarf nach einem integrierten Shopsystem, welches die Bestellprozesse, Lagerbestandsprüfungen, die Zahlungsabwicklung sowie den Rechnungsversand zentral und nach Möglichkeit automatisiert steuert, da manuelle Prozesse aktuell zum einen zu einem hohen Zeitverzug im Versand führen und auch innerhalb der Institutionen zeitliche Ressourcen für manuelle Prüfungen und Bestätigungen binden. &lt;br /&gt;
Für bestimmte Käufergruppen kann die aktuelle Shopstruktur unattraktiv wirken, da moderne Zahlungsmittel und Bewertungsfunktionalitäten nicht vorhanden sind. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Zentralisierung der IT-Fachkräfte / First-Level Support ====&lt;br /&gt;
Die Zusammenarbeit mit den IT-Dienstleistern Infotech und Omega wird von den meisten Institutionen als gut bis sehr gut beschrieben. Dennoch zeigte sich ein hoher Bedarf an „IT-Fachkräften“ für den First-Level-Support vor Ort am Arbeitsplatz der Mitarbeitenden. Diese könnten institutionsintern oder institutionsübergreifend angesiedelt werden und sollten im Bedarfsfall schnell einsatzbereit sein. &lt;br /&gt;
IT-affine Mitarbeiter der Institutionen übernehmen teilweise IT-Tätigkeiten, was einen hohen Ressourcenverbrauch bedeutet, da diese Zeit nicht für die originären Tätigkeiten der Mitarbeiter zur Verfügung steht. Zudem entsteht eine Exklusivität bei diesen Mitarbeitern. Zentrales Wissen sammelt sich bei einzelnen Mitarbeitern der Institutionen. Wenn diese Mitarbeiter die Institutionen verlassen, kommt es zu einem nicht unerheblichen Wegfall von Fachwissen. &lt;br /&gt;
Grundsätzlich zeigt sich der Bedarf an institutionsübergreifenden Fachkreisen und Arbeitsgruppen zum Thema IT, um Ideen, erarbeitete Konzepte und Erfahrungen gemeinsam regelmäßig auszutauschen. Aus diesen gemeinsamen Arbeitsgruppen entstehen zudem Synergien für IT-relevante Schulungen der anderen Mitarbeiter sowie ein institutionsübergreifendes Verständnis für die Fachkunde der beteiligten Mitarbeiter in den jeweiligen Institutionen. So wird Wissen nicht mehr bei einzelnen Mitarbeitern gesammelt, sondern steht dem Arbeitskreis und somit anderen Institutionen zur Verfügung. Über eine Vernetzung der IT-affinen Mitarbeiter der Institutionen, entsteht ein Bewusstsein dafür, welcher Mitarbeiter „Spezialist“ in welchem IT-relevanten Thema ist, so dass interne Fachkräfte schneller bekannt und für Sachverhalte ansprechbar sind. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Internes Wissens- und Informationsmanagement ====&lt;br /&gt;
Es zeigt sich sowohl auf der Ebene der Institutionen als auch institutionsübergreifend der Bedarf, vorhandenes Wissen zur Verfügung zu stellen sowie internes Wissen und Wissen anderer Institutionen leichter finden und nutzen zu können, beispielsweise in Form eines Wikis oder Intranets.&lt;br /&gt;
Dies betrifft zum einen Informationen, die das tägliche Arbeiten betreffen, wie z. B. Ansprechpartner, Prozesse, Arbeitsanweisungen etc. &lt;br /&gt;
Zum anderen sollen Informationen auch institutionsübergreifend ausgetauscht werden und Wissen zentral bereitgestellt werden können. Dies umfasst sowohl Informationen aus institutionsübergreifenden Arbeitsgruppen als auch den Zugang zu gemeinsamen Archivdaten, wie z.B. Bilder oder Texte.&lt;br /&gt;
Ein internes Wissens- und Informationsmanagement unterstützt folgende Ziele:&lt;br /&gt;
* innerinstitutionelle Informationsströme werden beschleunigt,&lt;br /&gt;
* es existiert eine sichere Datenbank, die innerinstitutionelle Informationen bündelt,&lt;br /&gt;
* es ermöglicht einen schnellen Zugriff und Erreichbarkeit aller Beteiligten,&lt;br /&gt;
* es ermöglicht Abläufe zu organisieren und transparent für alle zu kommunizieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Digitalisierung von Personalprozessen ====&lt;br /&gt;
Standardisierte Personalprozesse werden größtenteils noch händisch ausgeführt. Diese Prozesse sind ebenfalls durch Medienbrüche gekennzeichnet, was eine Nachverfolgbarkeit und Auswertbarkeit durch die Verantwortlichen erschwert. Dies betrifft maßgeblich folgende Prozesse:&lt;br /&gt;
* Urlaubsanträge&lt;br /&gt;
* Zeiterfassung&lt;br /&gt;
* Zentraler Abwesenheitskalender&lt;br /&gt;
* Freigabe-Prozesse für Home-Office etc.&lt;br /&gt;
* Personaldaten- und Vertragsverwaltung&lt;br /&gt;
* Dienstreisen&lt;br /&gt;
Hier besteht seitens der Institutionen der Wunsch nach einer Digitalisierung der standardisierten Personalprozesse mit einer Möglichkeit zur digitalen Signierung und Freigabe von Dokumenten. Als zentrale Vorgaben wurden ein leichtes Verständnis bzw. eine leichte Bedienbarkeit dieser Prozesse genannt sowie die Notwendigkeit, dass ein entsprechendes Tool die sorbischen Schriftzeichen verarbeiten und darstellen kann. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Kollaborationsplattformen ====&lt;br /&gt;
Auch der Wunsch nach einer Cloudlösung zum institutionsübergreifenden Austausch von Dokumenten wurde oft genannt. Hierbei beschränkt sich der Funktionsumfang einer Cloudlösung nicht nur auf den reinen Datentransfer, sondern soll um die Funktionalitäten einer Kollaborationsplattform erweitert werden. Diese soll sowohl die Zusammenarbeit von internen Mitarbeitern („Intranet“), als auch die Zusammenarbeit mit externen Personen („Extranet“) unterstützen.&lt;br /&gt;
Die Kernbereiche einer Kollaborationsplattform sind Kommunikation, Koordination und Kooperation. Mittels einer solchen digitalen Plattformen können komplexe Aufgaben und Projekte gemeinschaftlich ohne räumliche oder zeitliche Zwänge browserbasiert abgewickelt werden. Die Funktionalität reicht damit weit über den reinen Datentransfer hinaus. Nachfolgende Funktionen wurden im Rahmen der Interviews als notwendig erachtet:&lt;br /&gt;
* Kommunikationsunterstützung&lt;br /&gt;
* Projekt- und Aufgabenmanagement&lt;br /&gt;
* Informations- und Datenmanagement&lt;br /&gt;
* Administrative Funktionen&lt;br /&gt;
Ebenso besteht ein Bedarf nach dem rechtskonformen und sicheren Austausch von Daten und Dokumenten mit externen Dritten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Telefonie / Netzwerk / E-Mail ====&lt;br /&gt;
Einige Institutionen nutzen noch ISDN-basierte Telefonanlagen. Aufgrund der erweiterten Funktionalitäten wünschen sich diese Institutionen eine Umstellung auf eine IP-basierte Telefonie (VoIP).&lt;br /&gt;
Ein Problem, welches mehrere Institutionen sahen, war die zur Verfügung stehende Bandbreite, sowohl in den Institutionen als auch bei den jeweiligen Mitarbeitern im Home-Office. Die Netzwerkinfrastruktur zeigt sich teilweise instabil. Es kommt zu Verbindungsabbrüchen vor allem bei VPN-Zugriff auf die IT-Infrastruktur. &lt;br /&gt;
Es besteht der Wunsch die Netze von Bautzen und Cottbus über ein virtuelles lokales Netzwerk so zusammenzuschließen, dass alle Mitarbeiter alle Programme und Daten unabhängig vom Standort nutzen können. Dieses Netz soll nach Möglichkeit durch einen externen Dienstleister betreut werden.&lt;br /&gt;
Ein weiterer Bedarf in der digitalen Kommunikation zeigt sich in dem Wunsch, eine zentral gültige E-Mail-Konvention zu schaffen, welche eine eindeutige Namenskonvention für den Lokalteil der E-Mail-Adresse für alle Institutionen vorgibt. Als Lokalteil wird der Teil einer E-Mail-Adresse bezeichnet, der vor dem „@“-Zeichen steht und die Adresse innerhalb der Domain des E-Mail-Providers eindeutig bezeichnet. Typischerweise entspricht der Lokalteil dem Benutzernamen des Besitzers des E-Mail-Kontos. Zudem hat sich gezeigt, dass nicht alle Mitarbeiter eine dienstliche E-Mail-Adresse besitzen. So arbeiten Betreuer der Internate des Sprachzentrums WITAJ teilweise noch mit privaten E-Mail-Adressen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Mobiles Arbeiten ====&lt;br /&gt;
Die Möglichkeit für das mobile Arbeiten wird in zahlreichen Institutionen genutzt. Ebenso geben die meisten Institutionen an, ausreichend für das mobile Arbeiten vorbereitet zu sein. So wurde die Beschaffung der notwendigen Hardware (Laptops, Headsets etc.) von vielen Institutionen bereits durchgeführt oder wird aktuell durchgeführt.  &lt;br /&gt;
Zudem zeigt sich, dass der Remote-Zugriff auf lokale Arbeitsrechner teilweise ineffizient ist, da vor allem Anwendungen zur Kooperation, wie z. B. Videokonferenz-Anwendungen, nicht genutzt werden können. Dies liegt daran, dass Kamera und Mikrofon des lokalen Rechners über den Remote-Zugang nicht angesteuert werden können. Dies führt zu sog. „Work-Arounds“ bei denen alternative Kommunikationswege über private Mobilgeräte geführt werden. Diese „Work-Arounds“ können bei einem Datenaustausch personenbezogener Daten auch datenschutzrechtliche Relevanz entwickeln. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Dreisprachigkeit ====&lt;br /&gt;
Ein zentraler Bedarf besteht in der Möglichkeit, digitale Medien dreisprachig zu implementieren, zu konfigurieren und zu nutzen. Viele genutzte Medien bieten aktuell keine Dreisprachigkeit (Deutsch, Obersorbisch, Niedersorbisch). Es zeigt sich vor allem bei schon jetzt vorhandenen digitalen Angeboten der Wunsch, diese durchgängig dreisprachig anzubieten. Dies umfasst Webauftritte, soziale Medien und Webshops bis hin zu verwendeten Software-Lösungen für die tägliche Arbeit. Neben der Ansprache der jeweiligen Hersteller von Anwendungen zeigt sich, dass sich ein zentrales Verzeichnis aller Tools und Anwendungen für die Arbeit der Institutionen hilfreich wäre, welche bereits eine Dreisprachigkeit bieten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Forschungsdatenmanagement ====&lt;br /&gt;
Aufgrund der zu erwartenden Komplexität soll an dieser Stelle auf einen institutionsspezifischen Bedarf des Sorbischen Institutes eingegangen werden. Hier wurde der Aufbau eines Forschungsdatenmanagements als ein zentraler Bedarf genannt, um wettbewerbsfähig zu bleiben und die Richtlinien der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) einzuhalten, welche bei Nicht-Beachtung zum Ausschluss von der Drittmittelbeantragung führen. Ein Forschungsdatenmanagement (FDM) bezeichnet alle methodischen, konzeptionellen, organisato-rischen und technischen Maßnahmen und Verfahren zur Handhabung von Forschungsdaten über deren Lebenszyklus. Zum Forschungsdatenmanagement gehören zudem Festlegungen, was mit den Daten nach Abschluss eines Forschungsprojekts geschehen soll, also beispielsweise wo und wie die Daten archiviert werden und wer auf die archivierten Daten Zugriff erhält. &lt;br /&gt;
Eine technische Verwaltung der Forschungsdaten kann auf vielfältige Weise erfolgen. Das sorbische Institut wünscht sich eine Lösung, welche folgende Kriterien erfüllt:&lt;br /&gt;
* Zentrale Datenverwaltung, ggf. nach dem FAIR Data-Prinzipien; diese umfassen folgend Anforderungen:&lt;br /&gt;
** Findable: Die Daten sollen wieder auffindbar sein.&lt;br /&gt;
** Accessible: Die Daten sollen langfristig zugänglich sein.&lt;br /&gt;
** Interoperable: Die Daten sollen technisch nachnutzbar und mit anderen Datensätzen kombinierbar sein.&lt;br /&gt;
** Reusable: Die Daten sollen analytisch und intellektuell wieder verwendbar sein.&lt;br /&gt;
* Auswertungs- und Reportingmöglichkeiten&lt;br /&gt;
* Kooperatives Repository für wissenschaftliche Kooperationen&lt;br /&gt;
* Langzeitarchivierung der Forschungsdaten mit einem persistenten Zugang für Berechtigte&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Soll-Konzeption Digitalisierung von Arbeitsabläufen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Maßnahmen entwickeln'''&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
	    Welche Maßnahmen und Schritte sind notwendig, um die „Digitalisierung von Arbeitsabläufen     inkl. Weiterbildungen für Arbeitnehmer“ voranzubringen oder gar als Dienstleistung für sorbische Kulturgutträger anzubieten?&lt;br /&gt;
* Beschreibung der Maßnahmen inkl. ihrer Schritte&lt;br /&gt;
* Bewertung der Maßnahmen (grobe Aufwandsschätzung)&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Měrko Šenk</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://koncept.serbski-inkubator.de/index.php?title=12.2_Digitalisierung_von_Arbeitsabl%C3%A4ufen&amp;diff=1010</id>
		<title>12.2 Digitalisierung von Arbeitsabläufen</title>
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		<updated>2025-11-05T16:40:10Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Měrko Šenk: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;== Einleitung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieser Themenbereich beinhaltet die Unterstützung des Anwenders beim Arbeiten mit elektronischen Geräten in den sorbischen Sprachen. Im Fokus steht hier die Interaktion von Menschen mit elektronischen Geräten in beruflichen Kontexten in der &lt;br /&gt;
* öffentlichen Verwaltung, &lt;br /&gt;
* Forschung, &lt;br /&gt;
* Handwerk und &lt;br /&gt;
* Dienstleistungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Visionen und Ziel für die sorbische digitale Welt ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Vision 2030 ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:0.501cm;margin-right:0cm;&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;span style=&amp;quot;color:#000000;&amp;quot;&amp;gt;„Sorben und Sorbisch-Lernende schreiben sehr leicht ober- und niedersorbisch auf elektronischen Geräten und werden vom Gerät dabei unterstützt, ihre sorbische Muttersprache respektive ihre Sprachfähigkeiten im Alltag oft und leicht anzuwenden.“&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:0.501cm;margin-right:0cm;&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;span style=&amp;quot;color:#000000;&amp;quot;&amp;gt;„Sorben und Sorbisch-Lernende nutzen für die Interaktion mit elektronischen Geräten die gesprochene sorbische Sprache (gleichwertig zur geschriebenen Sprache und gleichwertig zur deutschen Sprache).“&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Konkrete Visionen 2025 ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:0.501cm;margin-right:0cm;&amp;quot;&amp;gt;„Mitarbeitende in sorbischen Verwaltungen und Unternehmen nutzen sorbische Benutzeroberflächen und wenden damit ihre sorbische Muttersprache im Arbeitsalltag oft und leicht an.“&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:0.501cm;margin-right:0cm;&amp;quot;&amp;gt;„Potenzielle Auftragnehmer und Arbeitnehmer sind mittels digitaler Technologien gut vernetzt mit sorbischen Auftraggebern und Arbeitgebern, sie werden über neue Aufträge und Gesuche informiert sowie präsentieren ihre Angebote und Leistungen.“&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Konkretes Ziel ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| style=&amp;quot;border-spacing:0;&amp;quot;&lt;br /&gt;
|- style=&amp;quot;background-color:#e2efd9;border:0.25pt solid #808080;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.123cm;padding-right:0.123cm;&amp;quot;&lt;br /&gt;
|| &amp;lt;div style=&amp;quot;color:#000000;&amp;quot;&amp;gt;In einer sorbischen Institutionen wird ein Programm mit vollständig sorbischer Sprachunterstützung genutzt.&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;color:#000000;&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ist-Analyse Digitalisierung von Arbeitsabläufen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Recherche und Abgrenzung des Themas ===&lt;br /&gt;
Eine moderne digitale Arbeitswelt umfasst verschiedene Bereiche, die durch den Einsatz digitaler Technologien und Lösungen geprägt sind. Die Digitalisierung bietet zahlreiche Möglichkeiten, Arbeitsabläufe effizienter und schneller zu gestalten. &lt;br /&gt;
Im Folgenden liegt der Schwerpunkt der Analyse auf Organisationsformen, die hauptsächlich im sorbischen Sprachraum vorkommen. Diese Organisationsformen sind&lt;br /&gt;
* '''Öffentliche Verwaltung und Forschung'''&lt;br /&gt;
* '''Handwerk und Dienstleistungen'''&lt;br /&gt;
* '''Vereine'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Digital unterstützbare Bereiche in Organisationen ===&lt;br /&gt;
Die folgenden Bereiche von Organisationen können digital unterstützt werden und sollten in einer modernen Arbeitswelt von öffentlichen Verwaltungen, im Handwerk und bei Dienstleistern beachtet werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Übergreifende Bereiche ====&lt;br /&gt;
* '''Kommunikation, Kollaboration, Wissensmanagement'''&lt;br /&gt;
** E-Mail, Kalender&lt;br /&gt;
** Chat, Videokonferenzen &lt;br /&gt;
** Kollaborative Plattformen, gemeinsame digitale Arbeitsräume, Foren, soziale Intranets, Portale&lt;br /&gt;
** Projekt- und Aufgabenmanagement&lt;br /&gt;
* '''Dokumentenmanagement und Archivierung'''&lt;br /&gt;
** Elektronische Aktenführung und Dokumentenmanagement-Systeme&lt;br /&gt;
** Austausch von Dokumenten&lt;br /&gt;
** Aufbewahrung und Archivierung und von Dokumenten&lt;br /&gt;
* '''Datenmanagement, Analyse, Datenschutz'''&lt;br /&gt;
** Datenanalyse-Tools und Business Intelligence&lt;br /&gt;
** Datensicherheit und Datenschutz&lt;br /&gt;
** Open Data&lt;br /&gt;
* '''Prozessmanagement und Automatisierung'''&lt;br /&gt;
** Prozessanalyse und -optimierung&lt;br /&gt;
** Automatisierung von Verwaltungsprozessen&lt;br /&gt;
* '''Schulungen, Weiterbildungen, Trainings'''&lt;br /&gt;
** E-Learning-Plattformen und Online-Schulungen&lt;br /&gt;
** Digitale Kompetenzentwicklung und Schulungsprogramme&lt;br /&gt;
** Wissensmanagement und interne Schulungen&lt;br /&gt;
* '''IT-Infrastruktur und Technologie'''&lt;br /&gt;
** Netzwerk- und Kommunikationstechnologien&lt;br /&gt;
** Cloud Computing und Virtualisierung&lt;br /&gt;
** Cybersecurity und Informationssicherheit&lt;br /&gt;
** Elektronische Signaturen und Authentifizierung&lt;br /&gt;
** Mobile Arbeitsumgebungen&lt;br /&gt;
* Buchführung und Finanzen&lt;br /&gt;
* Marketing, Vertrieb&lt;br /&gt;
* Kundenmanagement, Kundeninteraktion, Support&lt;br /&gt;
* Personalmanagement / Mitarbeiterverwaltung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Ergänzende Bereiche in öffentlichen Verwaltungen ====&lt;br /&gt;
* Antragsmanagement&lt;br /&gt;
* Sonstige Verwaltung / Ressourcenmanagement&lt;br /&gt;
** Inventar, Lager&lt;br /&gt;
** Fuhrpark&lt;br /&gt;
** Immobilien&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Ergänzende Bereiche in der Forschung ====&lt;br /&gt;
* Forschungsdatenmanagement&lt;br /&gt;
* Open Science&lt;br /&gt;
* Simulation und Modellierung&lt;br /&gt;
* Literaturrecherche&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Ergänzende Bereiche im Handwerk und bei Dienstleistern ====&lt;br /&gt;
* Auftragsmanagement&lt;br /&gt;
** Angebote&lt;br /&gt;
** Zeiterfassung&lt;br /&gt;
** Dokumentation&lt;br /&gt;
** Terminplanung&lt;br /&gt;
* Materialbeschaffung und Lagerverwaltung&lt;br /&gt;
* Arbeitsvorbereitung &lt;br /&gt;
** Planung und Simulation (CAD, virtuelle Realität)&lt;br /&gt;
&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''zusammenfassend sollen im Folgenden die wesentlichen Bereiche analysiert werden'''&lt;br /&gt;
* Kommunikation, Kollaboration, Wissensmanagement&lt;br /&gt;
* Dokumentenmanagement und Archivierung&lt;br /&gt;
* Datenmanagement, Analyse, Datenschutz&lt;br /&gt;
* Prozessmanagement und Automatisierung&lt;br /&gt;
* Schulungen und Weiterbildung&lt;br /&gt;
* IT-Infrastruktur und Technologie&lt;br /&gt;
* Buchhaltung und Finanzen&lt;br /&gt;
* Marketing, Vertrieb, Kundenmanagement&lt;br /&gt;
* Personalmanagement / Mitarbeiterverwaltung&lt;br /&gt;
&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Aktuelle Standards in den Bereichen von Organisationen ===&lt;br /&gt;
In diesem Abschnitt sollen aktuelle Standards genannt werden, die in den oben gennanten Bereichen von Organisationen derzeit gelten.&lt;br /&gt;
* Überblick über den Status quo der Digitalisierung in der Arbeitswelt&lt;br /&gt;
* Welche (digitalen) Standards (Tools, Prozesse, Methoden etc.) gibt es in den einzelnen Bereichen?&lt;br /&gt;
* inkl. der Komponenten (Dokumenten-, Prozess-, Wissensmanagement, elektronische Unterschriften mittels Zertifikaten usw.)&lt;br /&gt;
* Entwicklung von Nutzungs-Szenarien (Soll-Zustand)&lt;br /&gt;
* wesentliche Bereiche identifizieren, in diesen status quo ermitteln an Methoden, Tools, Prozessen&lt;br /&gt;
* Überblick erstellen über den Status quo der Weiterbildungen von Arbeitnehmern (von Verwaltungen)&lt;br /&gt;
&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====E-Rechnungs-Standards in der Buchhaltung: XRechnung und ZUGFeRD-Rechnung ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Inhaltsverzeichnis ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[#Toc184300204|1 Pflicht zur E-Rechnung: rechtliche Anforderungen]]&lt;br /&gt;
:[[#Toc184300205|1.1 E-Rechnung: Einführungstermine und Rahmenbedingungen]]&lt;br /&gt;
:[[#Toc184300206|1.2 Zulässige Formate für elektronische Rechnungen]]&lt;br /&gt;
[[#Toc184300207|2 E-Rechnungen empfangen, bearbeiten und aufbewahren]]&lt;br /&gt;
:[[#Toc184300208|2.1 Eingang von E-Rechnungen]]&lt;br /&gt;
:[[#Toc184300209|2.2 NEU: Prüfung einer E-Rechnung]]&lt;br /&gt;
::[[#Toc184300210|2.2.1 ZUGFeRD-Rechnung: Abweichungen zwischen PDF und XML?]]&lt;br /&gt;
::[[#Toc184300211|2.2.2 Validierung, Prüfung und Wandlung einer XML-Datei in PDF]]&lt;br /&gt;
::[[#Toc184300212|2.2.3 Sachliche und rechnerische Prüfung der E-Rechnung]]&lt;br /&gt;
:[[#Toc184300213|2.3 Buchung und Zahlung der E-Rechnung]]&lt;br /&gt;
:[[#Toc184300214|2.4 Aufbewahrung von E-Rechnungen]]&lt;br /&gt;
:[[#Toc184300215|2.5 Technische Lösungen für die Aufbewahrung von E-Rechnungen]]&lt;br /&gt;
:[[#Toc184300216|2.6 Verfahrensdokumentation]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span id=&amp;quot;DMS3&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt; &amp;lt;span style=&amp;quot;color:#2f5496;&amp;quot;&amp;gt;Dokumentenlenkung&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| style=&amp;quot;border-spacing:0;width:15.993cm;&amp;quot;&lt;br /&gt;
|- style=&amp;quot;background-color:#d9d9d9;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot;&lt;br /&gt;
|| '''Datum'''&lt;br /&gt;
|| '''Version'''&lt;br /&gt;
|| '''Verfasser'''&lt;br /&gt;
|| '''Bemerkungen'''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | 27.11.2024&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | 1.0&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | Mirko Schenk&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | Erstellung erste Version&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | 05.12.2024&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | 1.1&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | Mirko Schenk&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | Ergänzung Prüfung, ob PDF eine ZUGFeRD-Rechnung ist&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hinweis: Grundsätzlich gilt bei allen personenbezogenen Bezeichnungen die gewählte Form für Angehörige aller Geschlechter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== &amp;lt;span id=&amp;quot;Toc184300204&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt; 1. Pflicht zur E-Rechnung: rechtliche Anforderungen  =====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ab dem 1. Januar 2025 gilt die Pflicht zum Empfang von E-Rechnungen für Unternehmen und öffentliche Einrichtungen gemäß der EU-Richtlinie 2014/55/EU sowie deren Umsetzung im deutschen Wachstumschancengesetz und im Umsatzsteuergesetz (UStG). Im vorliegenden Dokument sind hierfür die Anforderungen an und notwendigen Anpassungen bei den Buchhaltungsabläufen erläutert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Anleitung gilt, bis die Buchhaltungsabteilung über eine spezialisierte Software für den Empfang und die Aufbewahrung von E-Rechnungen verfügt oder bis das Docuware-Dokumenten­management­system (DMS) den Betrieb aufnimmt, welches diese Aufgabe übernehmen kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====== &amp;lt;span id=&amp;quot;Toc184300205&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt; 1.1 E-Rechnung: Einführungstermine und Rahmenbedingungen ======&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Verpflichtende''' &amp;lt;u&amp;gt;Annahme&amp;lt;/u&amp;gt; von E-Rechnungen''': &lt;br /&gt;
** Ab dem 1. Januar &amp;lt;u&amp;gt;'''2025'''&amp;lt;/u&amp;gt; müssen Sie in der Lage sein, E-Rechnungen zu empfangen, zu verarbeiten und zu archivieren. - Gleichzeitig kann jedoch mit Lieferanten und Rechnungs­stellern ein anderes Rechnungsformat vereinbart werden.&lt;br /&gt;
* Verpflichtender''' &amp;lt;u&amp;gt;Versand&amp;lt;/u&amp;gt; von E-Rechnungen''': &lt;br /&gt;
** Ab dem 1. Januar &amp;lt;u&amp;gt;'''2027'''&amp;lt;/u&amp;gt; sind Unternehmen mit einem Vorjahresumsatz von mehr als 800.000 € verpflichtet, im B2B-Bereich E-Rechnungen zu versenden - bei einem Vorjahresumsatz unter 800.000&amp;amp;nbsp;€ sind sie ab dem 1. Januar &amp;lt;u&amp;gt;'''2028'''&amp;lt;/u&amp;gt; dazu verpflichtet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* '''Anwendungsbereich:'''&lt;br /&gt;
** inländische '''B2B-Umsätze''': d. h. Umsätze zwischen inländischen Unternehmen&lt;br /&gt;
* '''Ausnahmen:'''&lt;br /&gt;
** Rechnungen an Privatpersonen ('''B2C-Bereich''')&lt;br /&gt;
** Rechnungen für steuerfreie Leistungen&lt;br /&gt;
** Kleinbetragsrechnungen bis 250 Euro&lt;br /&gt;
** Fahrausweise und Fahrscheine&lt;br /&gt;
* '''Formatvorgaben für E-Rechnungen: '''&lt;br /&gt;
** E-Rechnungen müssen – wenn sie verwendet werden – in einem strukturierten, maschinenlesbaren elektronischen Format vorliegen, wie z. B. '''XRechnung''' oder '''ZUGFeRD''' (gemäß der EU-Richtlinie 2014/55/EU und der Normenreihe EN 16931). &lt;br /&gt;
** Alternativ kann zwischen Rechnungssteller und -empfänger ein anderes Format vereinbart werden, solange es eine vollständige Extraktion der nach dem UStG erforderlichen Angaben ermöglicht und mit der europäischen Norm (EN 16931) kompatibel ist. Beispielsweise kann das EDI-Verfahren weiterhin genutzt werden.&lt;br /&gt;
* '''Keine E-Rechnungen:''' Ab dem 1. Januar 2025 gelten reine PDF-Rechnungen, Papierrechnungen, Bilddateien oder E-Mails als '''sonstige Rechnungen''' und nicht als E-Rechnungen.&lt;br /&gt;
* '''Prozessanpassungen:''' Buchhaltungsprozesse müssen an die Verarbeitung von E-Rechnungen angepasst werden, um eine effiziente und rechtskonforme Handhabung zu gewährleisten.&lt;br /&gt;
* '''GoBD-Compliance:''' Die Verarbeitung und insbesondere die Archivierung von E-Rechnungen muss den GoBD&amp;lt;ref name=&amp;quot;ftn1&amp;quot;&amp;gt;Vgl. [https://ao.bundesfinanzministerium.de/ao/2023/Anhaenge/BMF-Schreiben-und-gleichlautende-Laendererlasse/Anhang-64/inhalt.html https://ao.bundesfinanzministerium.de/ao/2023/Anhaenge/BMF-Schreiben-und-gleichlautende-Laendererlasse/Anhang-64/inhalt.html] &amp;lt;/ref&amp;gt; entsprechen und '''unveränderbar''', vollständig und nachvollziehbar sein. Neben einer revisionssicheren Archivierung sollte eine '''Verfahrensdokumentation '''der technischen und organisatorischen Maßnahmen erstellt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====== &amp;lt;span id=&amp;quot;Ref183532442&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt; &amp;lt;span id=&amp;quot;Toc184300206&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt; 1.2 Zulässige Formate für elektronische Rechnungen ======&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
E-Rechnungen müssen der europäischen Norm für die elektronische Rechnungsstellung sowie der Liste der entsprechenden Syntaxen gemäß der Richtlinie 2014/55/EU entsprechen. Folgende Formate sind zulässig:* &amp;lt;u&amp;gt;'''XRechnung&amp;lt;/u&amp;gt;:''' Strukturiertes '''XML-Format''' für den Austausch von Rechnungen, aktuell in der Version 3.0.2&amp;lt;ref name=&amp;quot;ftn21&amp;quot;&amp;gt;[https://xeinkauf.de/dokumente https://xeinkauf.de/dokumente] &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;/ref&amp;gt; - ähnlich einer Textdatei mit maschinenlesbarer Struktur.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Dataja:Wobraz_E1_Org.png|500px|center]]&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* &amp;lt;u&amp;gt;'''ZUGFeRD-Rechnung&amp;lt;/u&amp;gt;:''' Hybrides Format aus '''PDF'''-Datei (Format PDF/A-3) '''mit eingebetteter strukturierter XML-Datei''' als Anhang. Der ZUGFeRD-Standard wurde in Deutschland entwickelt ('''Z'''entraler '''U'''ser '''G'''uide des '''F'''orums '''e'''lektronische '''R'''echnung '''D'''eutschland) und liegt aktuell in der Version 3.2 vor.&amp;lt;ref name=&amp;quot;ftn22&amp;quot;&amp;gt;[https://www.ferd-net.de/standards/zugferd-versionsarchiv/zugferd-versionen.html https://www.ferd-net.de/standards/zugferd-versionsarchiv/zugferd-versionen.html] &amp;lt;/ref&amp;gt; Es gibt 5 ZUGFeRD-Profile, die sich im Umfang unterscheiden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;ftn23&amp;quot;&amp;gt;[https://www.ferd-net.de/faqs/allgemeine-technische-fragen-zur-erechnung/index.html https://www.ferd-net.de/faqs/allgemeine-technische-fragen-zur-erechnung/index.html] &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Dataja:Wobraz_E2.png|600px|center]]&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* '''Sonstige Formate:''' Weitere europäische Rechnungsformate, die dem genannten Standard entsprechen, wie z. B. EDI, Factur-X (Frankreich) oder '''Peppol'''-BIS Billing.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== &amp;lt;span id=&amp;quot;Toc184300207&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt; 2. E-Rechnungen empfangen, bearbeiten und aufbewahren =====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nachfolgend wird der neue Ablauf in der Buchhaltung beschrieben, wenn E-Rechnungen eingehen; grundsätzlich bleibt es jedoch möglich, dass die Buchhaltung den Lieferanten oder Rechnungssteller kontaktiert und um eine klassische Rechnung bittet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der grundsätzliche '''Rechnungseingangsprozess''' bleibt gleich:&lt;br /&gt;
# Rechnungseingang, vgl. Abschnitt [[#Toc184300208|2.1]]&lt;br /&gt;
# Rechnungsprüfung, vgl. Abschnitt [[#Toc184300209|2.2]]&lt;br /&gt;
# Buchung und Zahlung, vgl. Abschnitt [[#Toc184300213|2.3]]&lt;br /&gt;
# Aufbewahrung und Archivierung, vgl. [[#Toc184300214|2.4]]&lt;br /&gt;
[[Dataja:Wobraz_E3.jpg|500px]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====== &amp;lt;span id=&amp;quot;Ref183533790&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt; &amp;lt;span id=&amp;quot;Toc184300208&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt; &amp;lt;span id=&amp;quot;Ref183533796&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt; 2.1 &amp;lt;span style=&amp;quot;background-color:#ffff00;&amp;quot;&amp;gt;Eingang von E-Rechnungen&amp;lt;/span&amp;gt; ======&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* ZUGFeRD- und XRechnungen können über verschiedene Übertragungswege wie E-Mail, elektronische Plattformen, File-Download, FTP oder direkte Integrationen von IT-Systemen empfangen werden.&lt;br /&gt;
* Üblicherweise werden E-Rechnungen per E-Mail als Anhang eingehen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''NEU''': Ab dem 1.1.2025 ist es notwendig festzustellen, ob es sich bei einer &amp;lt;span style=&amp;quot;background-color:#ffff00;&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;u&amp;gt;'''per E-Mail eingehenden PDF-Rechnung'''&amp;lt;/u&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;span style=&amp;quot;background-color:#ffff00;&amp;quot;&amp;gt; um eine &amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;span style=&amp;quot;background-color:#ffff00;&amp;quot;&amp;gt;'''E-Rechnung vom Typ ZUGFeRD'''&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;span style=&amp;quot;background-color:#ffff00;&amp;quot;&amp;gt; handelt&amp;lt;/span&amp;gt; oder um eine „normale“ PDF-Rechnung („sonstige Rechnung“, siehe S. 2). Hierfür empfehle ich folgende Prüfschritte:&lt;br /&gt;
# '''PDF-Datei öffnen:'''&amp;amp;nbsp;Öffnen Sie die Datei mit einem PDF-Viewer (z. B. Adobe Acrobat Reader).&lt;br /&gt;
# '''Prüfen auf Hinweise im Dateinamen und Text:'''&amp;amp;nbsp;Suchen Sie nach Angaben wie „ZUGFeRD“, „Eingebettete XML-Daten“ oder „Diese Datei enthält strukturierte Rechnungsdaten“.&lt;br /&gt;
# &amp;lt;span style=&amp;quot;background-color:#ffff00;&amp;quot;&amp;gt;'''Prüfen auf Anhänge&amp;lt;/span&amp;gt;:'''&amp;amp;nbsp;Die meisten PDF-Viewer zeigen Anhänge bzw. eingebettete Dateien mit einem &amp;lt;span style=&amp;quot;background-color:#ffff00;&amp;quot;&amp;gt;'''Büroklammer-Symbol'''&amp;lt;/span&amp;gt; an. Beim Anklicken dieses Symbols wird die XML-Datei sichtbar, was auf eine ZUGFeRD-Rechnung hinweist. – Fehlt das Büroklammer-Symbol, so enthält das PDF keine Anlagen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Dataja:Wobraz_E4.png|600px]]&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Dataja:Wobraz_E5.png|600px|center]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====== &amp;lt;span id=&amp;quot;Ref183533812&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt; &amp;lt;span id=&amp;quot;Toc184300209&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt; 2.2 NEU: Prüfung einer E-Rechnung ======&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Den bisherigen fachlichen und rechnerischen Prüfungen von Rechnungen muss nun die &amp;lt;span style=&amp;quot;background-color:#00ffff;&amp;quot;&amp;gt;'''Validierung der XML-Datei'''&amp;lt;/span&amp;gt; einer E-Rechnung vorangehen. Dies ist die technische Prüfung auf Korrektheit des XML-Schemas mittels eines Validators, vgl. Abschnitt 2.2.2. Gleichzeitig sollte bei &amp;lt;span style=&amp;quot;background-color:#00ff00;&amp;quot;&amp;gt;ZUGFeRD-Rechnungen&amp;lt;/span&amp;gt; auf &amp;lt;span style=&amp;quot;background-color:#00ff00;&amp;quot;&amp;gt;Abweichungen zwischen PDF- und eingebetteter XML-Rechnung&amp;lt;/span&amp;gt; geprüft werden. Wie das praktisch umgesetzt werden kann, ist auf der Seiten 5 erläutert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====== &amp;lt;span id=&amp;quot;Ref183533361&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt; &amp;lt;span id=&amp;quot;Toc184300210&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt; 2.2.1 ZUGFeRD-Rechnung: Abweichungen zwischen PDF und XML? ======&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach dem Empfang einer ZUGFeRD-Rechnung sollte eine Prüfung erfolgen, um sicherzustellen, dass die XML-Datei und die PDF-Darstellung keine Abweichungen aufweisen. Im Fall von Abweichungen können beide Bestandteile gemäß BMF 2024 als eigenständige Rechnungen gelten.&amp;lt;ref name=&amp;quot;ftn24&amp;quot;&amp;gt;Vgl. BMF 2024, S. 10: Bundesministerium der Finanzen (BMF). (2024). ''Ausstellung von Rechnungen nach § 14 UStG; Einführung der obligatorischen elektronischen Rechnung bei Umsätzen zwischen inländischen Unternehmern ab dem 1. Januar 2025''. BMF-Schreiben vom 15. Oktober 2024. Verfügbar unter: [https://www.bundesfinanzministerium.de/Content/DE/Downloads/BMF_Schreiben/Steuerarten/Umsatzsteuer/2024-10-15-einfuehrung-e-rechnung.pdf https://www.bundesfinanzministerium.de/Content/DE/Downloads/BMF_Schreiben/Steuerarten/Umsatzsteuer/2024-10-15-einfuehrung-e-rechnung.pdf]&amp;lt;/ref&amp;gt; „PDF und XML müssen die Vorgaben des § 14 Abs. 4 Umsatzsteuergesetz (UStG) berücksichtigen, um inhaltlich identische Mehrstücke derselben Rechnung darzustellen.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;ftn25&amp;quot;&amp;gt;Vgl. [https://www.ferd-net.de/standards/was-ist-zugferd/was-ist-zugferd.html https://www.ferd-net.de/standards/was-ist-zugferd/was-ist-zugferd.html] &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Lt. BMF 2024 muss mit dem XML-Anhang der ZUGFeRD-Rechnung weitergearbeitet werden. „Bei einem hybriden Format bilden die im '''XML-Format''' vorliegenden Rechnungsdaten '''den führenden Teil'''. Im Fall von Abweichungen zwischen den strukturierten Rechnungsdaten und den sonstigen Informationen gehen die Daten des strukturierten Teils [XML] denen der Bilddatei [PDF] vor.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;ftn26&amp;quot;&amp;gt;Vgl. BMF 2024, S. 10. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Sind PDF und XML &amp;lt;u&amp;gt;'''identisch'''&amp;lt;/u&amp;gt;, handelt es sich beim PDF um ein inhaltlich identisches Mehrstück.&amp;lt;ref name=&amp;quot;ftn27&amp;quot;&amp;gt;Vgl. BMF 2024, S. 10 und [https://www.ferd-net.de/standards/was-ist-zugferd/was-ist-zugferd.html https://www.ferd-net.de/standards/was-ist-zugferd/was-ist-zugferd.html].&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Sind PDF und XML &amp;lt;u&amp;gt;'''nicht identisch'''&amp;lt;/u&amp;gt;, stellt das PDF ggf. eine weitere (sonstige) Rechnung dar, für die die Voraussetzungen des § 14c UStG zu prüfen sind.&amp;lt;ref name=&amp;quot;ftn28&amp;quot;&amp;gt;Vgl. BMF 2024, S. 11.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====== &amp;lt;span id=&amp;quot;Ref183531396&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt; &amp;lt;span id=&amp;quot;Toc184300211&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt; 2.2.2 &amp;lt;span style=&amp;quot;background-color:#00ffff;&amp;quot;&amp;gt;Validierung&amp;lt;/span&amp;gt;, &amp;lt;span style=&amp;quot;background-color:#00ff00;&amp;quot;&amp;gt;Prüfung&amp;lt;/span&amp;gt; und Wandlung einer XML-Datei in PDF ======&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die XML-Datei (XRechnung oder XML-Anhang einer ZUGFeRD-Rechnung) sollte validiert und geprüft werden, ob sie einem gültigen Format entspricht. Hierfür kann die XML-Datei mittels eines Validators geprüft werden. Es gibt hierfür eine Menge von &amp;lt;span style=&amp;quot;background-color:#00ffff;&amp;quot;&amp;gt;Online und Offline Validatoren&amp;lt;/span&amp;gt;.&amp;lt;ref name=&amp;quot;ftn29&amp;quot;&amp;gt;Vgl. Übersicht unter [https://easyfirma.net/e-rechnung/validieren https://easyfirma.net/e-rechnung/validieren]. &amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich empfehle mit dem Offline-Validator „'''Ultramarinviewer'''“&amp;lt;ref name=&amp;quot;ftn30&amp;quot;&amp;gt;Vgl. [https://www.ultramarinviewer.de https://www.ultramarinviewer.de] &amp;lt;/ref&amp;gt; zu arbeiten, da dieser die Dateien lokal im Unternehmen weiterverarbeitet. Zudem lässt sich mittels der Druckfunktion eine PDF-Datei (oder ein Papierdokument) aus der XML-Datei erzeugen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Folgenden werden die Arbeitsschritte mit dem Ultramarinviewer im Detail erläutert:&lt;br /&gt;
# &amp;lt;u&amp;gt;'''Herunterladen und installieren'''&amp;lt;/u&amp;gt; des Ultramarinviewer&lt;br /&gt;
#* Aktuell in der Version 1.2: [https://www.ultramarinviewer.de https://www.ultramarinviewer.de] &lt;br /&gt;
# &amp;lt;u&amp;gt;'''Öffnen'''&amp;lt;/u&amp;gt; des Ultramarinviewer&lt;br /&gt;
#* In der Windows-Suche in der Taskleiste suchen nach „Ultramarin“ und öffnen der App&lt;br /&gt;
# &amp;lt;u&amp;gt;'''XML-Datei öffnen '''(XRechnung und ZUGFeRD-PDF)&amp;lt;/u&amp;gt;''':''' Dieses Video zeigt 4 Wege, eine '''XML-Datei zu öffnen''': [https://www.ultramarinviewer.de/assets/Ultramarinviewer.mp4 https://www.ultramarinviewer.de/assets/Ultramarinviewer.mp4] &lt;br /&gt;
:: a) '''Drag and Drop''' einer '''XML-Datei''' einer E-Rechnung in die &amp;lt;u&amp;gt;'''Startseite'''&amp;lt;/u&amp;gt; des Ultramarinviewer.&lt;br /&gt;
:::* Das funktioniert ebenfalls mit den meisten '''ZUGFeRD-Rechnungen als PDF''', d. h. es kann die '''PDF-Datei''' per Drag and Drop in die Viewer-Startseite gezogen werden – es wird automatisch das eingebettete XML geöffnet!&lt;br /&gt;
:: b) „'''Datei öffnen'''“ klicken in der Menü-Leiste.&lt;br /&gt;
:: c) „'''Vorherige Datei'''“, „'''Nächste Datei'''“ in der Menü-Leiste nutzen. &lt;br /&gt;
:: d) („'''Senden an'''“: Rechtsklick auf eine XML-Datei und senden an Ultramarinviewer – hat bei mir nicht funktioniert. Ebenfalls traten mittels „'''Öffnen mit'''“ nach Rechtsklick auf eine Datei '''Fehler''' auf.)&lt;br /&gt;
: 4. &amp;lt;span style=&amp;quot;background-color:#00ffff;&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;u&amp;gt;'''XML-Datei validieren&amp;lt;/span&amp;gt; und &amp;lt;span style=&amp;quot;background-color:#00ff00;&amp;quot;&amp;gt;ZUGFeRD-Rechnung prüfen&amp;lt;/u&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;:'''&lt;br /&gt;
:: a) Kann die XML-Datei mit dem Ultramarinviewer &amp;lt;span style=&amp;quot;background-color:#00ffff;&amp;quot;&amp;gt;'''nicht geöffnet&amp;lt;/span&amp;gt; '''werden oder erscheint beim Öffnen eine Fehlermeldung, so ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass sie nicht validiert werden konnte und somit &amp;lt;span style=&amp;quot;background-color:#00ffff;&amp;quot;&amp;gt;'''keine valide XRechnungs-Datei'''&amp;lt;/span&amp;gt; ist. &lt;br /&gt;
:: b) Konnte die Datei dagegen &amp;lt;span style=&amp;quot;background-color:#00ffff;&amp;quot;&amp;gt;'''geöffnet&amp;lt;/span&amp;gt; '''werden, so ist sie &amp;lt;span style=&amp;quot;background-color:#00ffff;&amp;quot;&amp;gt;'''valide'''&amp;lt;/span&amp;gt;. Im Abschnitt „Zusätze“ unter „&amp;lt;span style=&amp;quot;background-color:#00ffff;&amp;quot;&amp;gt;Spezifikationskennung&amp;lt;/span&amp;gt;“ unten ist oft das verwendete XML-Schema eingetragen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Dataja:Wobraz_E6.png|600px|center]]&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:: c) Handelt es sich ursprünglich um eine &amp;lt;span style=&amp;quot;background-color:#00ff00;&amp;quot;&amp;gt;'''ZUGFeRD-Rechnung'''&amp;lt;/span&amp;gt;, dann sollten nun die &amp;lt;span style=&amp;quot;background-color:#00ff00;&amp;quot;&amp;gt;'''Datenfelder der XML'''&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;span style=&amp;quot;background-color:#00ff00;&amp;quot;&amp;gt; im Ultramarinviewer&amp;lt;/span&amp;gt; '''mit &amp;lt;span style=&amp;quot;background-color:#00ff00;&amp;quot;&amp;gt;den Daten der PDF-Rechnung'''&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;span style=&amp;quot;background-color:#00ff00;&amp;quot;&amp;gt; &amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;span style=&amp;quot;background-color:#00ff00;&amp;quot;&amp;gt;'''verglichen'''&amp;lt;/span&amp;gt; werden, um sicherzustellen, dass es sich &amp;lt;span style=&amp;quot;background-color:#00ff00;&amp;quot;&amp;gt;um identische Mehrstücke derselben Rechnung&amp;lt;/span&amp;gt; handelt, siehe Abschnitt 2.2.1. &lt;br /&gt;
:: d) Die Daten der geöffneten XML-Datei werden im Ultramarinviewer in '''5 Abschnitten''' angezeigt, wobei meist nur die ersten 3 Abschnitte befüllt sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Dataja:Wobraz_E7.png|500px|center]]&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:: e) &amp;lt;u&amp;gt;'''XML-Datei drucken'''&amp;lt;/u&amp;gt;: Die dargestellte '''XML-Datei '''(XRechnung oder ZUGFeRD-Anhang)''' kann nun als PDF gedruckt''' werden, z.&amp;amp;nbsp;B. zur Dokumentation oder wenn für den weiteren Buchungsprozess eine Datei zum Weiterverarbeiten benötigt wird. &lt;br /&gt;
::: i) Zunächst in der geöffneten Datei im Ultramarinviewer den '''Abschnitt''' wählen, der gedruckt werden soll. Dort mittels „'''Strg + P'''“ oder '''Rechtsklick''' auf die angezeigte XML-Datei und „'''Drucken'''“ das Druckmenü öffnen.&lt;br /&gt;
::: ii) Hier unter „Drucker“ einen '''PDF-Drucker wählen''', bspw. den „Microsoft Print to PDF“.&lt;br /&gt;
::: iii) Empfohlene '''Einstellungen'''&lt;br /&gt;
::::* '''Layout''': Hochformat&lt;br /&gt;
::::*  '''Seiten''': Alles&lt;br /&gt;
::::*  '''Farbe''': Farbe&lt;br /&gt;
::::*  '''Weitere''' Einstellungen:&lt;br /&gt;
::::*  '''Papierformat''': A4&lt;br /&gt;
::::*  '''Skalierung (%)''': Tatsächliche Größe&lt;br /&gt;
::::*  '''Seiten pro Blatt''': 1 oder 2 (oder ggf. 4)&lt;br /&gt;
::::*  '''Optionen''': Kopf- und Fußzeilen: ja; Hintergrundgrafiken: nein&lt;br /&gt;
::: iv) '''Wiederholen pro Abschnitt''', welcher buchungsrelevante Daten enthält.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* '''Hinweis''': Bei mir traten Fehler auf, wenn mehrere Instanzen des Ultramarinviewer geöffnet waren. Ebenfalle beim Öffnen einer Datei mittels Rechtsklick auf eine Datei im Explorer und „Öffnen mit“, dann konnte diese Datei nicht geöffnet und validiert werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====== &amp;lt;span id=&amp;quot;Toc184300212&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt; 2.2.3 Sachliche und rechnerische Prüfung der E-Rechnung ======&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die aus der XML-Datei gedruckten PDF-Dokumente können nun für die weitere Rechnungsbearbeitung verwendet werden, bspw. für die sachliche und rechnerische Prüfung der E-Rechnung. Bei einer ZUGFeRD-Rechnung kann bei identischen Rechnungsdaten auch das ursprüngliche PDF hierfür verwendet werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu beachten ist, dass sowohl die E-Rechnung in ihrer ursprünglichen Form als auch die zusätzlichen Dokumente unveränderlich aufbewahrt werden müssen, sofern an ihnen Aufzeichnungen enthalten sind, die für die Besteuerung von Bedeutung sind, z. B. Buchungsvermerke oder Unterschriften.&amp;lt;ref name=&amp;quot;ftn31&amp;quot;&amp;gt;Vgl. BMF 2024, S. 17.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====== &amp;lt;span id=&amp;quot;Toc184300213&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt; 2.3 Buchung und Zahlung der E-Rechnung ======&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Buchung und Zahlung einer E-Rechnung kann wie bisher erfolgen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====== &amp;lt;span id=&amp;quot;Ref183533885&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt; &amp;lt;span id=&amp;quot;Toc184300214&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt; 2.4 Aufbewahrung von E-Rechnungen ======&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zusammenfassend lässt sich das Schreiben des BMF 2024 wie folgt interpretieren, siehe Zitate unten. Für eine GoBD-konforme Aufbewahrung von E-Rechnungen ist folgendes notwendig:&lt;br /&gt;
* E-Rechnungen, insb. XRechnungen sowie der strukturierte XML-Teil einer ZUGFeRD-Rechnung, müssen in dem Format aufbewahrt werden, in dem sie empfangen wurden.&lt;br /&gt;
** Hierfür kann, aber muss nicht, die E-Mail samt Anhang archiviert werden.&lt;br /&gt;
* E-Rechnungen müssen während ihrer Aufbewahrungsfrist von min. 10 Jahren maschinell auswertbar sein. Sie dürfen nicht ausgedruckt aufbewahrt werden!&lt;br /&gt;
* Zusätzliche Dokumente (z. B. Bildteil einer hybriden Rechnung oder die als PDF gedruckte XML-Rechnung) müssen mit aufbewahrt werden, sofern sie Aufzeichnungen enthalten, die für die Besteuerung von Bedeutung sind, z. B. Buchungsvermerke oder Unterschriften zur sachlichen und rechnerischen Prüfung.&lt;br /&gt;
* Um die GoBD-Vorgaben zu erfüllen, müssen während der Aufbewahrungsphase die Unveränderbarkeit, Vollständigkeit und Nachvollziehbarkeit der gespeicherten Dokumente sichergestellt sein. Eine einfache Speicherung im Windows-Dateisystem erfüllt diese Anforderungen nicht. &lt;br /&gt;
* Mögliche technische Lösungen werden in im folgenden Abschnitt 2.5vorgestellt.&lt;br /&gt;
* Neben einer revisionssicheren Archivierung sollte eine Verfahrensdokumentation der technischen und organisatorischen Maßnahmen erstellt werden, vgl. Abschnitt 2.6.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Zitate und Verlinkungen zur Aufbewahrung von E-Rechnungen:'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Das Umsatzsteuergesetz sieht vor, dass Rechnungen '''zehn Jahre''' aufzubewahren sind ([https://www.gesetze-im-internet.de/ustg_1980/__14b.html § 14b Abs. 1 S. 1 UStG]). Elektronische Rechnungen müssen gemäß den jeweils gültigen Grundsätzen zur ordnungsgemäßen Führung und Aufbewahrung von Büchern, Aufzeichnungen und Unterlagen in elektronischer Form sowie zum Datenzugriff (GoBD) aufbewahrt werden. Elektronische Handels- oder Geschäftsbriefe und Buchungsbelege müssen '''in dem Format aufbewahrt werden, in dem Sie empfangen werden''' (Randziffer 131 der GoBD vom 28. November 2019). D.&amp;amp;nbsp;h. elektronische Rechnungen sind originär elektronisch aufzubewahren und '''müssen maschinell auswertbar''' sein (Randziffer 128 GoBD vom 28. November 2019). Eine Aufbewahrung elektronischer Rechnungen in ausgedruckter Form ist nicht möglich.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;ftn32&amp;quot;&amp;gt;Vgl. [https://www.ferd-net.de/standards/was-ist-zugferd/was-ist-zugferd.html https://www.ferd-net.de/standards/was-ist-zugferd/was-ist-zugferd.html] &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gemäß BMF 2024 ist „['''d]er strukturierte Teil einer E-Rechnung''' [...] '''so aufzubewahren''', dass dieser in seiner '''ursprünglichen Form''' vorliegt und die Anforderungen an die '''Unveränderbarkeit''' erfüllt werden. Eine '''maschinelle Auswertbarkeit''' seitens der Finanzverwaltung muss sichergestellt sein. Sofern in einem zusätzlich übersandten Dokument (z. B. Bildteil einer hybriden Rechnung) Aufzeichnungen enthalten sind, die für die Besteuerung von Bedeutung sind, z. B. Buchungsvermerke, sind diese ebenfalls so aufzubewahren, dass diese in ihrer ursprünglichen Form vorliegen und die Anforderungen an die Unveränderbarkeit erfüllt werden.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;ftn33&amp;quot;&amp;gt;Vgl. BMF 2024, S. 17.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Wird die elektronische Rechnung per E-Mail übersandt, so ist die '''E-Mail selbst''' als reines '''Transportmittel der Rechnung''' (= Briefumschlag der elektronischen Rechnung) grundsätzlich '''nicht aufzubewahren''', es sei denn, die E-Mail enthält der Rechnung zugehörige, aufbewahrungspflichtige Informationen.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;ftn34&amp;quot;&amp;gt;Vgl. [https://www.ferd-net.de/standards/was-ist-zugferd/was-ist-zugferd.html https://www.ferd-net.de/standards/was-ist-zugferd/was-ist-zugferd.html]&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;span id=&amp;quot;Ref183535663&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====== &amp;lt;span id=&amp;quot;Ref183609885&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt; &amp;lt;span id=&amp;quot;Toc184300215&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt; 2.5 Technische Lösungen für die Aufbewahrung von E-Rechnungen ======&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Um unter Windows eine GoBD-konforme Archivierung sicherzustellen, ist es entscheidend, dass die gespeicherten Dokumente unveränderbar, vollständig und nachvollziehbar sind. Die bloße Ablage von Dateien im Windows-Dateisystem erfüllt diese Anforderungen in der Regel nicht, da sie keine Mechanismen zur Verhinderung von Änderungen oder Löschungen ohne Protokollierung bietet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''WORM-Speichermedien für die Archivierung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
WORM ('''W'''rite '''O'''nce, '''R'''ead '''M'''any)-Medien sind Speichermedien, auf denen Daten einmalig gespeichert und anschließend nicht mehr verändert werden können. Dies stellt die Unveränderbarkeit der Daten sicher. Beispiele für WORM-Medien sind:&lt;br /&gt;
* '''Optische Speichermedien''': CD-R, DVD-R und BD-R (Blu-ray Disc Recordable) sind klassische WORM-Medien. &lt;br /&gt;
* '''Magneto-Optische Laufwerke''': Diese bieten hohe Speicherkapazitäten und Langlebigkeit, sind jedoch weniger verbreitet und erfordern spezielle Hardware.&amp;lt;ref name=&amp;quot;ftn35&amp;quot;&amp;gt;Bspw. Overland Tandberg [https://ftp1.overlandtandberg.com/website/website/DS_RDX_Family_EMEA.pdf https://ftp1.overlandtandberg.com/website/website/DS_RDX_Family_EMEA.pdf] &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* '''WORM-Festplatten bzw. Archivierugssysteme''': Einige Hersteller bieten spezielle Festplatten mit WORM-Funktionalität an, die eine einmalige Speicherung von Daten ermöglichen. Beispielsweise bieten EMC mit Centera sowie NetApp mit SnapLock solche Lösungen an.&amp;lt;ref name=&amp;quot;ftn36&amp;quot;&amp;gt;Bspw. [https://docs.netapp.com/de-de/ontap/snaplock https://docs.netapp.com/de-de/ontap/snaplock], [https://www.fast-lta.de/de/produkte/silent-brick-system https://www.fast-lta.de/de/produkte/silent-brick-system] &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* '''WORM USB'''-Sticks&amp;lt;ref name=&amp;quot;ftn37&amp;quot;&amp;gt;Bspw. [https://www.digikey.de/de/products/detail/flexxon-pte-ltd/FUUP008GME-XE00/16705751 https://www.digikey.de/de/products/detail/flexxon-pte-ltd/FUUP008GME-XE00/16705751] &amp;lt;/ref&amp;gt; können eine Lösung für die Archivierung darstellen.&lt;br /&gt;
* '''Softwarebasierte WORM-Lösungen''': Es gibt Softwarelösungen, die innerhalb des Windows-Dateisystems einen WORM-Bereich schaffen können. Beispielsweise bieten iTernity mit iCAS&amp;lt;ref name=&amp;quot;ftn38&amp;quot;&amp;gt;Vgl. [https://iternity.com/de/produkte/icas/ https://iternity.com/de/produkte/icas/] &amp;lt;/ref&amp;gt; sowie Synology mit DSM eine WORM-Funktionalität an, die es ermöglicht, Daten einmalig zu schreiben und mehrfach zu lesen, ohne dass sie verändert werden können.&amp;lt;ref name=&amp;quot;ftn39&amp;quot;&amp;gt;Vgl. [https://blog.synology.com/ger/anleitung-was-ist-worm-schreib-und-loeschschutz-in-synology-dsm https://blog.synology.com/ger/anleitung-was-ist-worm-schreib-und-loeschschutz-in-synology-dsm] und [https://kb.synology.com/de-de/DSM/tutorial/which_synology_nas_models_support_WriteOnce_and_secure_snapshots https://kb.synology.com/de-de/DSM/tutorial/which_synology_nas_models_support_WriteOnce_and_secure_snapshots] &lt;br /&gt;
&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wichtige Funktionen solcher Systeme:&lt;br /&gt;
* '''Unveränderbarkeit''': Dokumente können nach der Archivierung nicht mehr ohne Protokollierung verändert werden.&lt;br /&gt;
* '''Zugriffskontrollen''': Nur autorisierte Personen haben Zugriff auf die Dokumente.&lt;br /&gt;
* '''Protokollierung''': Alle Zugriffe und Änderungen werden lückenlos protokolliert.&lt;br /&gt;
* '''Sicherheitsmaßnahmen''': Schutz vor unbefugtem Zugriff und Datenverlust.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;color:#2f5496;&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====== &amp;lt;span id=&amp;quot;Ref183605446&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt; &amp;lt;span id=&amp;quot;Toc184300216&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt; 2.6 Verfahrensdokumentation ======&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gemäß den GoBD ist eine Verfahrensdokumentation zu erstellen. Sie dient dazu, alle technischen und organisatorischen Maßnahmen zur Verarbeitung und Archivierung von E-Rechnungen transparent und prüfungssicher darzustellen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Verfahrensdokumentation sollte die folgenden Punkte detailliert abdecken:&lt;br /&gt;
# '''Allgemeine Beschreibung des Unternehmens und der Organisation'''&lt;br /&gt;
#* Darstellung der Unternehmensstruktur und Zuständigkeiten.&lt;br /&gt;
#* Beschreibung der Abteilungen, die an der Verarbeitung von E-Rechnungen beteiligt sind.&lt;br /&gt;
# '''Aufbau der IT-Infrastruktur'''&lt;br /&gt;
#* Hardware: Server, Speichersysteme, Backup-Geräte.&lt;br /&gt;
#* Software: Eingesetzte Anwendungen für die Rechnungsverarbeitung und Archivierung.&lt;br /&gt;
#* Netzwerke: Netzwerkarchitektur und Sicherheitsmaßnahmen.&lt;br /&gt;
# '''Prozessbeschreibungen'''&lt;br /&gt;
#* Empfang von E-Rechnungen: Kanäle und Formate (z.B. E-Mail, Webportal).&lt;br /&gt;
#* Verarbeitung: Validierung, Datenextraktion und Weiterleitung.&lt;br /&gt;
#* Buchung: Integration in das Finanzbuchhaltungssystem.&lt;br /&gt;
#* Archivierung: Speichervorgänge und -orte, Zugriffsrechte.&lt;br /&gt;
# '''Internes Kontrollsystem (IKS)'''&lt;br /&gt;
#* Zugriffsrechte: Haben nur befugte Personen Zugriff auf archivierte Daten und Systeme?&lt;br /&gt;
#* Funktionstrennungen: Trennung von Verantwortlichkeiten zur Minimierung von Fehlern und Betrug.&lt;br /&gt;
#* Kontrollen: Regelmäßige Überprüfungen und Freigabeprozesse.&lt;br /&gt;
# '''Datensicherungskonzept'''&lt;br /&gt;
#* Backup-Strategien: Regelmäßigkeit und Methoden der Datensicherung.&lt;br /&gt;
#* Notfallplan: Maßnahmen bei Datenverlust oder Systemausfällen.&lt;br /&gt;
# '''Aufbewahrung'''&lt;br /&gt;
#* WORM-Speicher: Einsatz von &amp;quot;Write Once Read Many&amp;quot;-Technologien zur Sicherstellung der Unveränderbarkeit.&lt;br /&gt;
#* Archivierungsprozesse: Wie und wo werden die Daten langfristig gespeichert?&lt;br /&gt;
# '''Versionierung und Änderungshistorie'''&lt;br /&gt;
#* Dokumentation aller Änderungen am Verfahren und an den Systemen.&lt;br /&gt;
#* Protokollierung von Software-Updates und Prozessanpassungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Umsetzungsschritte'''&lt;br /&gt;
* '''Erstellung eines Projektteams''': Zusammensetzung aus IT, Buchhaltung und Compliance-Experten.&lt;br /&gt;
* '''Dokumentation der aktuellen Prozesse''': Erfassung des Ist-Zustands und Identifikation von Lücken.&lt;br /&gt;
* '''Dokumentation erstellen''': Ausführliche Beschreibung gemäß den oben genannten Punkten.&lt;br /&gt;
* '''Schulung der Mitarbeiter''': Sicherstellen, dass alle Beteiligten die Prozesse u. ihre Rollen verstehen.&lt;br /&gt;
* '''Regelmäßige Aktualisierung''': Die Verfahrensdokumentation sollte mindestens jährlich oder bei wesentlichen Änderungen aktualisiert werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
----&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ist-Analyse sorbische Welt der Digitalisierung von Arbeitsabläufen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Ergebnisse der Interviews zusammenfassen, Fokus Tools, Prozesse, Methoden und Weiterbildungen&lt;br /&gt;
* ggf. weiterführende Gespräche mit den betreffenden Institutionen, insb. zu Weiterbildungen von Arbeitnehmern&lt;br /&gt;
* auch Gespräche mit dem Bund sorbischer Handwerker und Unternehmer e. V. (https://www.domowina.de/?id=284)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Ergebnisse der Interviews ===&lt;br /&gt;
Im Rahmen der Erstellung des sorbischen Digitalisierungskonzeptes wurde 2021 der Ist-Stand im Themenbereich &amp;quot;Digitale Arbeitswelt&amp;quot; analysiert. Hierfür wurden Interviews mit  ausgewählten sorbischen Institutionen durchgeführt, um die spezifischen Anforderungen sorbischer Organisationen an die Digitalisierung zu identifizieren, zu analysieren und zusammenzufassen. In diesem Abschnitt präsentieren wir die Resultate dieser Interviews und interpretieren die daraus gewonnenen Erkenntnisse.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Interviews wurden mit Vertretern folgender sorbischer Institutionen durchgeführt:&lt;br /&gt;
* Domowina e. V. / Domowina z. t.&lt;br /&gt;
* Sprachzentrum WITAJ / Rěčny centrum WITAJ&lt;br /&gt;
* Stiftung für das sorbische Volk / Załožba za serbski lud&lt;br /&gt;
* Sorbisches Institut e. V. / Serbski institut z. t.&lt;br /&gt;
* Sorbisches National-Ensemble gGmbH / Serbski ludowy ansambl tzwr&lt;br /&gt;
* Domowina-Verlag GmbH / Ludowe nakładnistwo Domowina tzwr&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|+ Zusammenfassung der Digitalisierungsbedarfe von sorbischen Organisationen 2021&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Digitalisierungsbedarf !! Beschreibung !! Nennungen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Ermöglichen von '''Home-Office''' || &lt;br /&gt;
* ausreichend dienstliche Notebooks&lt;br /&gt;
* entsprechende IT-Infrastruktur&lt;br /&gt;
* interne Regelungen &lt;br /&gt;
| 6 von 6&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| hoher Anwendungs-'''Kenntnisstand der Mitarbeiter'''  || &lt;br /&gt;
* regelmäßige Weiterbildungen&lt;br /&gt;
* Wissenstransfer zu IT-Themen mittels Wissens-Mediatoren und Wissens-Pools&lt;br /&gt;
* Fachkreise&lt;br /&gt;
* Fachkräfte DB&lt;br /&gt;
| 5 von 6&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| [[12.2_Digitalisierung_von_Arbeitsabläufen#Dokumentenmanagementsystem_.28DMS.29 | '''Dokumentenablage''' / Dokumentenmanagementsystem (DMS)]] || &lt;br /&gt;
* leichtes Finden&lt;br /&gt;
* OCR inkl. sorbischer Buchstaben&lt;br /&gt;
* revisionssichere Ablage&lt;br /&gt;
* ggf. zentral genutzt von mehreren sorbischen Institutionen&lt;br /&gt;
* Arbeitskreis DMS über alle sorbischen Institutionen hinweg&lt;br /&gt;
| 5 von 6&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Cloudlösung''' / Kollaborationsplattform || &lt;br /&gt;
* auch Kommunikationsplattform&lt;br /&gt;
* für Dateiaustausch mit Externen&lt;br /&gt;
* zentral betriebene Cloud für alle sorbischen Institutionen wäre vorteilhaft&lt;br /&gt;
| 5 von 6&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| moderne '''IT-Infrastruktur''' || &lt;br /&gt;
* Standort- und Organisationsstruktur-übergreifende Infrastruktur&lt;br /&gt;
* höhere Upstream-Bandbreite der Server im Haus&lt;br /&gt;
* Virtualisierung der Serverumgebung&lt;br /&gt;
* Standortunabhängig&lt;br /&gt;
* ggf. extern administriert&lt;br /&gt;
* moderne Ausstattung des Neubaus am Lauengraben&lt;br /&gt;
| 5 von 6&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''IT-Fachkräfte''' || &lt;br /&gt;
* für IT-Management, CMS / Webseite&lt;br /&gt;
* sorbischsprachige IT-Fachkräfte&lt;br /&gt;
* leichter Zugriff auf interne, zentrale oder externe Fachkräfte&lt;br /&gt;
| 5 von 6&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| umfangreiche [[12.2_Digitalisierung_von_Arbeitsabläufen#Dreisprachigkeit| '''Unterstützung der Dreisprachigkeit''']] || &lt;br /&gt;
* MS Office&lt;br /&gt;
* Spracherkennung&lt;br /&gt;
* Übersetzungsdienst&lt;br /&gt;
* geographische Namen&lt;br /&gt;
* soziale Netzwerke&lt;br /&gt;
* aller Softwareprodukte und Webangebote&lt;br /&gt;
* leichteres Update der sorbischen Rechtschreibprüfung&lt;br /&gt;
| 4 von 6&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Projekt- und Aufgabenmanagement''' || &lt;br /&gt;
* auch übergreifendes Projektmanagement&lt;br /&gt;
| 4 von 6&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| [[12.2_Digitalisierung_von_Arbeitsabläufen#Customer_Relationship_Management_.28CRM.29_.2F_Content_Management_System_.28CMS.29| '''Customer-Relationship-Management'''-System (CRM)]] || &lt;br /&gt;
* für die Adress- und Verteilerpflege&lt;br /&gt;
| 4 von 6&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Foto-Archiv''' ||&lt;br /&gt;
*  mit Archivierung gedruckter Fotos&lt;br /&gt;
* Übergabe an das Kultur-Archiv&lt;br /&gt;
* Recherche im Kultur-Archiv&lt;br /&gt;
| 4 von 6&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| zentrale Verwaltung der '''IT-Assets''' ||&lt;br /&gt;
* IT-Inventar&lt;br /&gt;
* Lizenzen&lt;br /&gt;
* Softwareversionen&lt;br /&gt;
| 3 von 6&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''moderne Webseite'''  || &lt;br /&gt;
* Content Management System (CMS)&lt;br /&gt;
* gerne gemeinsam mit weiteren sorbischen Institutionen&lt;br /&gt;
| 3 von 6&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''IT-Support'''-Ansprechpartner || &lt;br /&gt;
* 1st-Level-Support&lt;br /&gt;
* definierte IT-Prozesse&lt;br /&gt;
* gern zentral organisiert für alle sorbischen Institutionen&lt;br /&gt;
| 2 von 6&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Organisationsstandard''' zur Dokumentenablage || &lt;br /&gt;
* Verringerung der Redundanzen der Daten&lt;br /&gt;
| 2 von 6&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| digitale '''Personalprozesse''' || &lt;br /&gt;
* Genehmigungsprozesse wie Urlaubsanträge&lt;br /&gt;
* Zeiterfassung&lt;br /&gt;
* Travel-Management&lt;br /&gt;
* Recruiting&lt;br /&gt;
| 2 von 6&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Dokumentenarchivierung''' || &lt;br /&gt;
*  Aufbewahrung von abgeschlossenen Vorgängen und Akten&lt;br /&gt;
* Übergabe an zentrales Kulturarchiv&lt;br /&gt;
| 2 von 6&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| moderne '''VoIP-Telefonanlage''' || &lt;br /&gt;
*&lt;br /&gt;
| 2 von 6&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Integration''' der vorhandenen Software || &lt;br /&gt;
* Schnittstellen&lt;br /&gt;
| 2 von 6&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| moderne '''Online-Shop'''-Lösung || &lt;br /&gt;
* gemeinsame Lösung&lt;br /&gt;
* inkl. moderner Bezahlmethoden&lt;br /&gt;
| 2 von 6&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Wissensmanagement''' || &lt;br /&gt;
* Intranet&lt;br /&gt;
* Wiki&lt;br /&gt;
| 2 von 6&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Pressemonitoring''' || &lt;br /&gt;
* auch zentral möglich &lt;br /&gt;
| 2 von 6&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Weitere Nennungen''' || &lt;br /&gt;
* Organisationsstandard für Zugriffe auf IT-Systeme &lt;br /&gt;
** arbeiten im Home-Office&lt;br /&gt;
** Zugriff per VPN&lt;br /&gt;
* Zeitgemäßes Redaktionssystem &lt;br /&gt;
** mit zeitnahen, aktuellen Angeboten und News über alle Kanäle &lt;br /&gt;
* Organisationsstandard für E-Mail-Umgang &lt;br /&gt;
** Ablage, Löschen und Archivieren von E-Mails&lt;br /&gt;
** einheitliche E-Mail-Adressen &lt;br /&gt;
** zentrales Pflegen von Adress- und Kontaktlisten&lt;br /&gt;
* Aufbau eines Digitalisierungszentrums&lt;br /&gt;
* Aufbau eines Forschungsdatenmanagements und wissenschaftlichen Informationsportals&lt;br /&gt;
* Organisationsstandard für Webkonten&lt;br /&gt;
** Benutzerkonten in sozialen Medien&lt;br /&gt;
** Webseiten etc. &lt;br /&gt;
* Moderne Buchhaltungslösung&lt;br /&gt;
** auch zentral organisiert und betrieben für alle sorbischen Institutionen, wenn mandantenfähig &lt;br /&gt;
| 1 von 6&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Sonstiges''' || &lt;br /&gt;
* Bündeln der Kräfte und Kapazitäten &lt;br /&gt;
** Angleichung der Software-Produkte über die sorbischen Institutionen &lt;br /&gt;
** Finden von Partnern in Wirtschaft und Politik &lt;br /&gt;
** Kooperationen mit anderen Minderheiten &lt;br /&gt;
** mit anderen sorbischen Institutionen:&lt;br /&gt;
** zentrale Fachkreise Digitalisierung, IT, Marketing u. a. &lt;br /&gt;
** schnelles und professionelles Übersetzen von Texten zwischen deutsch, ober- und niedersorbisch &lt;br /&gt;
** gemeinsame professionelle Auftritte in sozialen Medien (z. B. YouTube)  &lt;br /&gt;
** zentraler sorbischer News-Feed - zentrale Adressdatenbank&lt;br /&gt;
** zentrale Bereitstellung von Standardsoftware (z. B. Office)&lt;br /&gt;
** zentrale IT-Prozesse (Vergabe von Mails, Einrichtung Rechner etc.)&lt;br /&gt;
* Weiterentwicklung digitaler Prozesse&lt;br /&gt;
* Live-Streaming von Vorträgen&lt;br /&gt;
* Einheitliche E-Mail-Namenskonvention/E-Mails f. Mitarbeiter&lt;br /&gt;
* Optimierung Rechnungsworkflow&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nachfolgend sollen die ermittelten Digitalisierungsbedarfe sinnvoll zu Themenbereichen zusammengefasst und erläutert werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Dokumentenmanagementsystem (DMS) ====&lt;br /&gt;
Bei einem Großteil der Institutionen zeigt sich das Thema Dokumentenmanagementsystem als ein zentraler Bedarf.&lt;br /&gt;
Der Bedarf umfasst gängige Funktionalitäten eines DMS, wie visualisierte Ordnungsstrukturen, Checkin- / Checkout-Möglichkeiten von Dokumenten, Versionierung sowie datenbankgestützte Metadatenverwaltung zur Index-gestützten Dokumentensuche. Hierbei liegt die Anforderung nicht nur bei organisatorischen Prozessen, wie beispielsweise das Personalwesen oder das Rechnungswesen, sondern berührt auch die Archivierung und Durchsuchbarkeit von Dokumenten und Medien aus der Kulturgeschichte der Sorben. Inwieweit eine Verbindung zwischen einem aus organisatorischen Prozessen geprägten DMS und einem Archiv für kulturelle Dokumente und Medien sinnvoll ist, kann erst in der nachfolgenden Konzeption erörtert werden. &lt;br /&gt;
Ebenso relevant ist eine revisionssichere Archivierung von Rechnungen und buchhaltungsrelevanten Dokumenten im Sinne der Grundsätze zur ordnungsmäßigen Führung und Aufbewahrung von Büchern, Aufzeichnungen und Unterlagen in elektronischer Form sowie zum Datenzugriff (GoBD). Dies umfasst nicht nur die erwähnten Dokumente, sondern auch die Betrachtung der zugrundeliegenden E-Mail-Kommunikation. Die Konzeption zu Vorgaben der E-Mail-Archivierung ist somit ebenfalls Bestandteil einer Konzeption eines DMS.&lt;br /&gt;
Inwieweit ein zentrales institutionsübergeifendes DMS sinnvoll ist, ist auch eine Frage des zugrunde liegenden Datenmodells. Die Erhebung eines Datenmodells für alle relevanten Institutionen stellt einen ersten Schritt für eine Umsetzung dieses Bedarfes dar. Ohne die Kenntnisse der vorhandenen Daten und Informationen, der Informationsübergänge sowie deren von den Informationseigentümern eingeschätzte Kritikalität können vorhandene Synergieeffekte nur schwer eingeschätzt und genutzt werden. Ebenso können mit Hilfe des Datenmodells vorhandene Redundanzen der Daten und Informationen erkannt und konsolidiert werden. &lt;br /&gt;
Daher besteht auch seitens der Institutionen der Wunsch nach einer internen Arbeitsgruppe, welche die Anforderungen, Ideen und Konzepte der Institutionen gemeinsam bewertet und weiterentwickelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Customer Relationship Management (CRM) / Content Management System (CMS) ====&lt;br /&gt;
Bei einem Großteil der Institutionen zeigt sich der Bedarf an einer zentralen Möglichkeit zum Management von Inhalten für die Webauftritte und zur Öffentlichkeitsarbeit.&lt;br /&gt;
Bestehende CM-Systeme sind teilweise veraltet und ohne entsprechende Fachkenntnisse durch die Verantwortlichen nur schwer zu pflegen. Ein integriertes CMS erleichtert die Pflege und das Einbinden von Content plattformübergreifend und aktuell. &lt;br /&gt;
Kunden- und Kontaktinformationen zu relevanten Personen sind aktuell oft nicht zentral und für alle Beteiligten vorhanden. Dies erschwert eine professionelle Kommunikation nach außen. Es werden zentrale Datenbanken und Verteiler für dedizierte Zwecke vorgehalten, wie beispielsweise um Einladungen, Newsletter oder Veranstaltungsbewerbung zu verschicken. Ebenso ist es notwendig zentrale Datenbanken für Erstellung von Content zu implementieren. Hier kann sich eine Schnittstelle zu dem oben erwähnten Medienarchiv ergeben, da für die Erstellung von Content ein Zugriff auf ein Medienarchiv mit der entsprechenden Durchsuchbarkeit sinnvoll scheint. &lt;br /&gt;
Inwieweit eine institutionsübergreifende Lösung sinnvoll ist, ist Bestandteil einer nachfolgenden Konzeption. Seitens der Institutionen besteht der Wunsch nach einer zentralen Bündelung von Ressourcen im Bereich Öffentlichkeitsarbeit. Mechanismen der Mandantenfähigkeit sowie der Rechteverwaltung sind bei der Konzeption einer zentralen Lösung zu beachten. &lt;br /&gt;
Grundsätzlich besteht auch im Bereich der Öffentlichkeitsarbeit der Wunsch nach einem zentralen und institutionenübergreifenden Fachkreis, welcher den Austausch von Wissen im Umgang mit den technischen Lösungen und sozialen Medien ermöglicht, aber auch eine enge Zusammenarbeit der Institutionen bei der Konzeption gemeinsamer Image-Materialien, wie beispielsweise Flyer oder Videos, fördert. So besteht der Wunsch nach einem gemeinsamen Auftritt in den sozialen Medien sowie eines zentralen Pressemonitorings von sorbischen Medien, da individuell eingesetzte Tools, wie beispielsweise Google Alerts, die sorbische Schrift nicht erkennen.&lt;br /&gt;
Im Bereich der Onlineshops besteht der Bedarf nach einem integrierten Shopsystem, welches die Bestellprozesse, Lagerbestandsprüfungen, die Zahlungsabwicklung sowie den Rechnungsversand zentral und nach Möglichkeit automatisiert steuert, da manuelle Prozesse aktuell zum einen zu einem hohen Zeitverzug im Versand führen und auch innerhalb der Institutionen zeitliche Ressourcen für manuelle Prüfungen und Bestätigungen binden. &lt;br /&gt;
Für bestimmte Käufergruppen kann die aktuelle Shopstruktur unattraktiv wirken, da moderne Zahlungsmittel und Bewertungsfunktionalitäten nicht vorhanden sind. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Zentralisierung der IT-Fachkräfte / First-Level Support ====&lt;br /&gt;
Die Zusammenarbeit mit den IT-Dienstleistern Infotech und Omega wird von den meisten Institutionen als gut bis sehr gut beschrieben. Dennoch zeigte sich ein hoher Bedarf an „IT-Fachkräften“ für den First-Level-Support vor Ort am Arbeitsplatz der Mitarbeitenden. Diese könnten institutionsintern oder institutionsübergreifend angesiedelt werden und sollten im Bedarfsfall schnell einsatzbereit sein. &lt;br /&gt;
IT-affine Mitarbeiter der Institutionen übernehmen teilweise IT-Tätigkeiten, was einen hohen Ressourcenverbrauch bedeutet, da diese Zeit nicht für die originären Tätigkeiten der Mitarbeiter zur Verfügung steht. Zudem entsteht eine Exklusivität bei diesen Mitarbeitern. Zentrales Wissen sammelt sich bei einzelnen Mitarbeitern der Institutionen. Wenn diese Mitarbeiter die Institutionen verlassen, kommt es zu einem nicht unerheblichen Wegfall von Fachwissen. &lt;br /&gt;
Grundsätzlich zeigt sich der Bedarf an institutionsübergreifenden Fachkreisen und Arbeitsgruppen zum Thema IT, um Ideen, erarbeitete Konzepte und Erfahrungen gemeinsam regelmäßig auszutauschen. Aus diesen gemeinsamen Arbeitsgruppen entstehen zudem Synergien für IT-relevante Schulungen der anderen Mitarbeiter sowie ein institutionsübergreifendes Verständnis für die Fachkunde der beteiligten Mitarbeiter in den jeweiligen Institutionen. So wird Wissen nicht mehr bei einzelnen Mitarbeitern gesammelt, sondern steht dem Arbeitskreis und somit anderen Institutionen zur Verfügung. Über eine Vernetzung der IT-affinen Mitarbeiter der Institutionen, entsteht ein Bewusstsein dafür, welcher Mitarbeiter „Spezialist“ in welchem IT-relevanten Thema ist, so dass interne Fachkräfte schneller bekannt und für Sachverhalte ansprechbar sind. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Internes Wissens- und Informationsmanagement ====&lt;br /&gt;
Es zeigt sich sowohl auf der Ebene der Institutionen als auch institutionsübergreifend der Bedarf, vorhandenes Wissen zur Verfügung zu stellen sowie internes Wissen und Wissen anderer Institutionen leichter finden und nutzen zu können, beispielsweise in Form eines Wikis oder Intranets.&lt;br /&gt;
Dies betrifft zum einen Informationen, die das tägliche Arbeiten betreffen, wie z. B. Ansprechpartner, Prozesse, Arbeitsanweisungen etc. &lt;br /&gt;
Zum anderen sollen Informationen auch institutionsübergreifend ausgetauscht werden und Wissen zentral bereitgestellt werden können. Dies umfasst sowohl Informationen aus institutionsübergreifenden Arbeitsgruppen als auch den Zugang zu gemeinsamen Archivdaten, wie z.B. Bilder oder Texte.&lt;br /&gt;
Ein internes Wissens- und Informationsmanagement unterstützt folgende Ziele:&lt;br /&gt;
* innerinstitutionelle Informationsströme werden beschleunigt,&lt;br /&gt;
* es existiert eine sichere Datenbank, die innerinstitutionelle Informationen bündelt,&lt;br /&gt;
* es ermöglicht einen schnellen Zugriff und Erreichbarkeit aller Beteiligten,&lt;br /&gt;
* es ermöglicht Abläufe zu organisieren und transparent für alle zu kommunizieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Digitalisierung von Personalprozessen ====&lt;br /&gt;
Standardisierte Personalprozesse werden größtenteils noch händisch ausgeführt. Diese Prozesse sind ebenfalls durch Medienbrüche gekennzeichnet, was eine Nachverfolgbarkeit und Auswertbarkeit durch die Verantwortlichen erschwert. Dies betrifft maßgeblich folgende Prozesse:&lt;br /&gt;
* Urlaubsanträge&lt;br /&gt;
* Zeiterfassung&lt;br /&gt;
* Zentraler Abwesenheitskalender&lt;br /&gt;
* Freigabe-Prozesse für Home-Office etc.&lt;br /&gt;
* Personaldaten- und Vertragsverwaltung&lt;br /&gt;
* Dienstreisen&lt;br /&gt;
Hier besteht seitens der Institutionen der Wunsch nach einer Digitalisierung der standardisierten Personalprozesse mit einer Möglichkeit zur digitalen Signierung und Freigabe von Dokumenten. Als zentrale Vorgaben wurden ein leichtes Verständnis bzw. eine leichte Bedienbarkeit dieser Prozesse genannt sowie die Notwendigkeit, dass ein entsprechendes Tool die sorbischen Schriftzeichen verarbeiten und darstellen kann. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Kollaborationsplattformen ====&lt;br /&gt;
Auch der Wunsch nach einer Cloudlösung zum institutionsübergreifenden Austausch von Dokumenten wurde oft genannt. Hierbei beschränkt sich der Funktionsumfang einer Cloudlösung nicht nur auf den reinen Datentransfer, sondern soll um die Funktionalitäten einer Kollaborationsplattform erweitert werden. Diese soll sowohl die Zusammenarbeit von internen Mitarbeitern („Intranet“), als auch die Zusammenarbeit mit externen Personen („Extranet“) unterstützen.&lt;br /&gt;
Die Kernbereiche einer Kollaborationsplattform sind Kommunikation, Koordination und Kooperation. Mittels einer solchen digitalen Plattformen können komplexe Aufgaben und Projekte gemeinschaftlich ohne räumliche oder zeitliche Zwänge browserbasiert abgewickelt werden. Die Funktionalität reicht damit weit über den reinen Datentransfer hinaus. Nachfolgende Funktionen wurden im Rahmen der Interviews als notwendig erachtet:&lt;br /&gt;
* Kommunikationsunterstützung&lt;br /&gt;
* Projekt- und Aufgabenmanagement&lt;br /&gt;
* Informations- und Datenmanagement&lt;br /&gt;
* Administrative Funktionen&lt;br /&gt;
Ebenso besteht ein Bedarf nach dem rechtskonformen und sicheren Austausch von Daten und Dokumenten mit externen Dritten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Telefonie / Netzwerk / E-Mail ====&lt;br /&gt;
Einige Institutionen nutzen noch ISDN-basierte Telefonanlagen. Aufgrund der erweiterten Funktionalitäten wünschen sich diese Institutionen eine Umstellung auf eine IP-basierte Telefonie (VoIP).&lt;br /&gt;
Ein Problem, welches mehrere Institutionen sahen, war die zur Verfügung stehende Bandbreite, sowohl in den Institutionen als auch bei den jeweiligen Mitarbeitern im Home-Office. Die Netzwerkinfrastruktur zeigt sich teilweise instabil. Es kommt zu Verbindungsabbrüchen vor allem bei VPN-Zugriff auf die IT-Infrastruktur. &lt;br /&gt;
Es besteht der Wunsch die Netze von Bautzen und Cottbus über ein virtuelles lokales Netzwerk so zusammenzuschließen, dass alle Mitarbeiter alle Programme und Daten unabhängig vom Standort nutzen können. Dieses Netz soll nach Möglichkeit durch einen externen Dienstleister betreut werden.&lt;br /&gt;
Ein weiterer Bedarf in der digitalen Kommunikation zeigt sich in dem Wunsch, eine zentral gültige E-Mail-Konvention zu schaffen, welche eine eindeutige Namenskonvention für den Lokalteil der E-Mail-Adresse für alle Institutionen vorgibt. Als Lokalteil wird der Teil einer E-Mail-Adresse bezeichnet, der vor dem „@“-Zeichen steht und die Adresse innerhalb der Domain des E-Mail-Providers eindeutig bezeichnet. Typischerweise entspricht der Lokalteil dem Benutzernamen des Besitzers des E-Mail-Kontos. Zudem hat sich gezeigt, dass nicht alle Mitarbeiter eine dienstliche E-Mail-Adresse besitzen. So arbeiten Betreuer der Internate des Sprachzentrums WITAJ teilweise noch mit privaten E-Mail-Adressen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Mobiles Arbeiten ====&lt;br /&gt;
Die Möglichkeit für das mobile Arbeiten wird in zahlreichen Institutionen genutzt. Ebenso geben die meisten Institutionen an, ausreichend für das mobile Arbeiten vorbereitet zu sein. So wurde die Beschaffung der notwendigen Hardware (Laptops, Headsets etc.) von vielen Institutionen bereits durchgeführt oder wird aktuell durchgeführt.  &lt;br /&gt;
Zudem zeigt sich, dass der Remote-Zugriff auf lokale Arbeitsrechner teilweise ineffizient ist, da vor allem Anwendungen zur Kooperation, wie z. B. Videokonferenz-Anwendungen, nicht genutzt werden können. Dies liegt daran, dass Kamera und Mikrofon des lokalen Rechners über den Remote-Zugang nicht angesteuert werden können. Dies führt zu sog. „Work-Arounds“ bei denen alternative Kommunikationswege über private Mobilgeräte geführt werden. Diese „Work-Arounds“ können bei einem Datenaustausch personenbezogener Daten auch datenschutzrechtliche Relevanz entwickeln. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Dreisprachigkeit ====&lt;br /&gt;
Ein zentraler Bedarf besteht in der Möglichkeit, digitale Medien dreisprachig zu implementieren, zu konfigurieren und zu nutzen. Viele genutzte Medien bieten aktuell keine Dreisprachigkeit (Deutsch, Obersorbisch, Niedersorbisch). Es zeigt sich vor allem bei schon jetzt vorhandenen digitalen Angeboten der Wunsch, diese durchgängig dreisprachig anzubieten. Dies umfasst Webauftritte, soziale Medien und Webshops bis hin zu verwendeten Software-Lösungen für die tägliche Arbeit. Neben der Ansprache der jeweiligen Hersteller von Anwendungen zeigt sich, dass sich ein zentrales Verzeichnis aller Tools und Anwendungen für die Arbeit der Institutionen hilfreich wäre, welche bereits eine Dreisprachigkeit bieten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Forschungsdatenmanagement ====&lt;br /&gt;
Aufgrund der zu erwartenden Komplexität soll an dieser Stelle auf einen institutionsspezifischen Bedarf des Sorbischen Institutes eingegangen werden. Hier wurde der Aufbau eines Forschungsdatenmanagements als ein zentraler Bedarf genannt, um wettbewerbsfähig zu bleiben und die Richtlinien der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) einzuhalten, welche bei Nicht-Beachtung zum Ausschluss von der Drittmittelbeantragung führen. Ein Forschungsdatenmanagement (FDM) bezeichnet alle methodischen, konzeptionellen, organisato-rischen und technischen Maßnahmen und Verfahren zur Handhabung von Forschungsdaten über deren Lebenszyklus. Zum Forschungsdatenmanagement gehören zudem Festlegungen, was mit den Daten nach Abschluss eines Forschungsprojekts geschehen soll, also beispielsweise wo und wie die Daten archiviert werden und wer auf die archivierten Daten Zugriff erhält. &lt;br /&gt;
Eine technische Verwaltung der Forschungsdaten kann auf vielfältige Weise erfolgen. Das sorbische Institut wünscht sich eine Lösung, welche folgende Kriterien erfüllt:&lt;br /&gt;
* Zentrale Datenverwaltung, ggf. nach dem FAIR Data-Prinzipien; diese umfassen folgend Anforderungen:&lt;br /&gt;
** Findable: Die Daten sollen wieder auffindbar sein.&lt;br /&gt;
** Accessible: Die Daten sollen langfristig zugänglich sein.&lt;br /&gt;
** Interoperable: Die Daten sollen technisch nachnutzbar und mit anderen Datensätzen kombinierbar sein.&lt;br /&gt;
** Reusable: Die Daten sollen analytisch und intellektuell wieder verwendbar sein.&lt;br /&gt;
* Auswertungs- und Reportingmöglichkeiten&lt;br /&gt;
* Kooperatives Repository für wissenschaftliche Kooperationen&lt;br /&gt;
* Langzeitarchivierung der Forschungsdaten mit einem persistenten Zugang für Berechtigte&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Soll-Konzeption Digitalisierung von Arbeitsabläufen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Maßnahmen entwickeln'''&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
	    Welche Maßnahmen und Schritte sind notwendig, um die „Digitalisierung von Arbeitsabläufen     inkl. Weiterbildungen für Arbeitnehmer“ voranzubringen oder gar als Dienstleistung für sorbische Kulturgutträger anzubieten?&lt;br /&gt;
* Beschreibung der Maßnahmen inkl. ihrer Schritte&lt;br /&gt;
* Bewertung der Maßnahmen (grobe Aufwandsschätzung)&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Měrko Šenk</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://koncept.serbski-inkubator.de/index.php?title=12.2_Digitalisierung_von_Arbeitsabl%C3%A4ufen&amp;diff=1009</id>
		<title>12.2 Digitalisierung von Arbeitsabläufen</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://koncept.serbski-inkubator.de/index.php?title=12.2_Digitalisierung_von_Arbeitsabl%C3%A4ufen&amp;diff=1009"/>
		<updated>2025-11-05T16:37:32Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Měrko Šenk: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;== Einleitung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieser Themenbereich beinhaltet die Unterstützung des Anwenders beim Arbeiten mit elektronischen Geräten in den sorbischen Sprachen. Im Fokus steht hier die Interaktion von Menschen mit elektronischen Geräten in beruflichen Kontexten in der &lt;br /&gt;
* öffentlichen Verwaltung, &lt;br /&gt;
* Forschung, &lt;br /&gt;
* Handwerk und &lt;br /&gt;
* Dienstleistungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Visionen und Ziel für die sorbische digitale Welt ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Vision 2030 ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:0.501cm;margin-right:0cm;&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;span style=&amp;quot;color:#000000;&amp;quot;&amp;gt;„Sorben und Sorbisch-Lernende schreiben sehr leicht ober- und niedersorbisch auf elektronischen Geräten und werden vom Gerät dabei unterstützt, ihre sorbische Muttersprache respektive ihre Sprachfähigkeiten im Alltag oft und leicht anzuwenden.“&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:0.501cm;margin-right:0cm;&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;span style=&amp;quot;color:#000000;&amp;quot;&amp;gt;„Sorben und Sorbisch-Lernende nutzen für die Interaktion mit elektronischen Geräten die gesprochene sorbische Sprache (gleichwertig zur geschriebenen Sprache und gleichwertig zur deutschen Sprache).“&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Konkrete Visionen 2025 ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:0.501cm;margin-right:0cm;&amp;quot;&amp;gt;„Mitarbeitende in sorbischen Verwaltungen und Unternehmen nutzen sorbische Benutzeroberflächen und wenden damit ihre sorbische Muttersprache im Arbeitsalltag oft und leicht an.“&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:0.501cm;margin-right:0cm;&amp;quot;&amp;gt;„Potenzielle Auftragnehmer und Arbeitnehmer sind mittels digitaler Technologien gut vernetzt mit sorbischen Auftraggebern und Arbeitgebern, sie werden über neue Aufträge und Gesuche informiert sowie präsentieren ihre Angebote und Leistungen.“&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Konkretes Ziel ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| style=&amp;quot;border-spacing:0;&amp;quot;&lt;br /&gt;
|- style=&amp;quot;background-color:#e2efd9;border:0.25pt solid #808080;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.123cm;padding-right:0.123cm;&amp;quot;&lt;br /&gt;
|| &amp;lt;div style=&amp;quot;color:#000000;&amp;quot;&amp;gt;In einer sorbischen Institutionen wird ein Programm mit vollständig sorbischer Sprachunterstützung genutzt.&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;color:#000000;&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ist-Analyse Digitalisierung von Arbeitsabläufen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Recherche und Abgrenzung des Themas ===&lt;br /&gt;
Eine moderne digitale Arbeitswelt umfasst verschiedene Bereiche, die durch den Einsatz digitaler Technologien und Lösungen geprägt sind. Die Digitalisierung bietet zahlreiche Möglichkeiten, Arbeitsabläufe effizienter und schneller zu gestalten. &lt;br /&gt;
Im Folgenden liegt der Schwerpunkt der Analyse auf Organisationsformen, die hauptsächlich im sorbischen Sprachraum vorkommen. Diese Organisationsformen sind&lt;br /&gt;
* '''Öffentliche Verwaltung und Forschung'''&lt;br /&gt;
* '''Handwerk und Dienstleistungen'''&lt;br /&gt;
* '''Vereine'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Digital unterstützbare Bereiche in Organisationen ===&lt;br /&gt;
Die folgenden Bereiche von Organisationen können digital unterstützt werden und sollten in einer modernen Arbeitswelt von öffentlichen Verwaltungen, im Handwerk und bei Dienstleistern beachtet werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Übergreifende Bereiche ====&lt;br /&gt;
* '''Kommunikation, Kollaboration, Wissensmanagement'''&lt;br /&gt;
** E-Mail, Kalender&lt;br /&gt;
** Chat, Videokonferenzen &lt;br /&gt;
** Kollaborative Plattformen, gemeinsame digitale Arbeitsräume, Foren, soziale Intranets, Portale&lt;br /&gt;
** Projekt- und Aufgabenmanagement&lt;br /&gt;
* '''Dokumentenmanagement und Archivierung'''&lt;br /&gt;
** Elektronische Aktenführung und Dokumentenmanagement-Systeme&lt;br /&gt;
** Austausch von Dokumenten&lt;br /&gt;
** Aufbewahrung und Archivierung und von Dokumenten&lt;br /&gt;
* '''Datenmanagement, Analyse, Datenschutz'''&lt;br /&gt;
** Datenanalyse-Tools und Business Intelligence&lt;br /&gt;
** Datensicherheit und Datenschutz&lt;br /&gt;
** Open Data&lt;br /&gt;
* '''Prozessmanagement und Automatisierung'''&lt;br /&gt;
** Prozessanalyse und -optimierung&lt;br /&gt;
** Automatisierung von Verwaltungsprozessen&lt;br /&gt;
* '''Schulungen, Weiterbildungen, Trainings'''&lt;br /&gt;
** E-Learning-Plattformen und Online-Schulungen&lt;br /&gt;
** Digitale Kompetenzentwicklung und Schulungsprogramme&lt;br /&gt;
** Wissensmanagement und interne Schulungen&lt;br /&gt;
* '''IT-Infrastruktur und Technologie'''&lt;br /&gt;
** Netzwerk- und Kommunikationstechnologien&lt;br /&gt;
** Cloud Computing und Virtualisierung&lt;br /&gt;
** Cybersecurity und Informationssicherheit&lt;br /&gt;
** Elektronische Signaturen und Authentifizierung&lt;br /&gt;
** Mobile Arbeitsumgebungen&lt;br /&gt;
* Buchführung und Finanzen&lt;br /&gt;
* Marketing, Vertrieb&lt;br /&gt;
* Kundenmanagement, Kundeninteraktion, Support&lt;br /&gt;
* Personalmanagement / Mitarbeiterverwaltung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Ergänzende Bereiche in öffentlichen Verwaltungen ====&lt;br /&gt;
* Antragsmanagement&lt;br /&gt;
* Sonstige Verwaltung / Ressourcenmanagement&lt;br /&gt;
** Inventar, Lager&lt;br /&gt;
** Fuhrpark&lt;br /&gt;
** Immobilien&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Ergänzende Bereiche in der Forschung ====&lt;br /&gt;
* Forschungsdatenmanagement&lt;br /&gt;
* Open Science&lt;br /&gt;
* Simulation und Modellierung&lt;br /&gt;
* Literaturrecherche&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Ergänzende Bereiche im Handwerk und bei Dienstleistern ====&lt;br /&gt;
* Auftragsmanagement&lt;br /&gt;
** Angebote&lt;br /&gt;
** Zeiterfassung&lt;br /&gt;
** Dokumentation&lt;br /&gt;
** Terminplanung&lt;br /&gt;
* Materialbeschaffung und Lagerverwaltung&lt;br /&gt;
* Arbeitsvorbereitung &lt;br /&gt;
** Planung und Simulation (CAD, virtuelle Realität)&lt;br /&gt;
&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''zusammenfassend sollen im Folgenden die wesentlichen Bereiche analysiert werden'''&lt;br /&gt;
* Kommunikation, Kollaboration, Wissensmanagement&lt;br /&gt;
* Dokumentenmanagement und Archivierung&lt;br /&gt;
* Datenmanagement, Analyse, Datenschutz&lt;br /&gt;
* Prozessmanagement und Automatisierung&lt;br /&gt;
* Schulungen und Weiterbildung&lt;br /&gt;
* IT-Infrastruktur und Technologie&lt;br /&gt;
* Buchhaltung und Finanzen&lt;br /&gt;
* Marketing, Vertrieb, Kundenmanagement&lt;br /&gt;
* Personalmanagement / Mitarbeiterverwaltung&lt;br /&gt;
&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Aktuelle Standards in den Bereichen von Organisationen ===&lt;br /&gt;
In diesem Abschnitt sollen aktuelle Standards genannt werden, die in den oben gennanten Bereichen von Organisationen derzeit gelten.&lt;br /&gt;
* Überblick über den Status quo der Digitalisierung in der Arbeitswelt&lt;br /&gt;
* Welche (digitalen) Standards (Tools, Prozesse, Methoden etc.) gibt es in den einzelnen Bereichen?&lt;br /&gt;
* inkl. der Komponenten (Dokumenten-, Prozess-, Wissensmanagement, elektronische Unterschriften mittels Zertifikaten usw.)&lt;br /&gt;
* Entwicklung von Nutzungs-Szenarien (Soll-Zustand)&lt;br /&gt;
* wesentliche Bereiche identifizieren, in diesen status quo ermitteln an Methoden, Tools, Prozessen&lt;br /&gt;
* Überblick erstellen über den Status quo der Weiterbildungen von Arbeitnehmern (von Verwaltungen)&lt;br /&gt;
&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====E-Rechnungs-Standards in der Buchhaltung: XRechnung und ZUGFeRD-Rechnung ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Inhaltsverzeichnis ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[#Toc184300204|1 Pflicht zur E-Rechnung: rechtliche Anforderungen]]&lt;br /&gt;
:[[#Toc184300205|1.1 E-Rechnung: Einführungstermine und Rahmenbedingungen]]&lt;br /&gt;
:[[#Toc184300206|1.2 Zulässige Formate für elektronische Rechnungen]]&lt;br /&gt;
[[#Toc184300207|2 E-Rechnungen empfangen, bearbeiten und aufbewahren]]&lt;br /&gt;
:[[#Toc184300208|2.1 Eingang von E-Rechnungen]]&lt;br /&gt;
:[[#Toc184300209|2.2 NEU: Prüfung einer E-Rechnung]]&lt;br /&gt;
::[[#Toc184300210|2.2.1 ZUGFeRD-Rechnung: Abweichungen zwischen PDF und XML?]]&lt;br /&gt;
::[[#Toc184300211|2.2.2 Validierung, Prüfung und Wandlung einer XML-Datei in PDF]]&lt;br /&gt;
::[[#Toc184300212|2.2.3 Sachliche und rechnerische Prüfung der E-Rechnung]]&lt;br /&gt;
:[[#Toc184300213|2.3 Buchung und Zahlung der E-Rechnung]]&lt;br /&gt;
:[[#Toc184300214|2.4 Aufbewahrung von E-Rechnungen]]&lt;br /&gt;
:[[#Toc184300215|2.5 Technische Lösungen für die Aufbewahrung von E-Rechnungen]]&lt;br /&gt;
:[[#Toc184300216|2.6 Verfahrensdokumentation]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span id=&amp;quot;DMS3&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt; &amp;lt;span style=&amp;quot;color:#2f5496;&amp;quot;&amp;gt;Dokumentenlenkung&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| align=&amp;quot;center&amp;quot; style=&amp;quot;border-spacing:0;width:15.993cm;&amp;quot;&lt;br /&gt;
|- style=&amp;quot;background-color:#d9d9d9;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot;&lt;br /&gt;
|| '''Datum'''&lt;br /&gt;
|| '''Version'''&lt;br /&gt;
|| '''Verfasser'''&lt;br /&gt;
|| '''Bemerkungen'''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | 27.11.2024&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | 1.0&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | Mirko Schenk&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | Erstellung erste Version&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | 05.12.2024&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | 1.1&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | Mirko Schenk&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | Ergänzung Prüfung, ob PDF eine ZUGFeRD-Rechnung ist&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hinweis: Grundsätzlich gilt bei allen personenbezogenen Bezeichnungen die gewählte Form für Angehörige aller Geschlechter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== &amp;lt;span id=&amp;quot;Toc184300204&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt; 1. Pflicht zur E-Rechnung: rechtliche Anforderungen  =====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ab dem 1. Januar 2025 gilt die Pflicht zum Empfang von E-Rechnungen für Unternehmen und öffentliche Einrichtungen gemäß der EU-Richtlinie 2014/55/EU sowie deren Umsetzung im deutschen Wachstumschancengesetz und im Umsatzsteuergesetz (UStG). Im vorliegenden Dokument sind hierfür die Anforderungen an und notwendigen Anpassungen bei den Buchhaltungsabläufen erläutert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Anleitung gilt, bis die Buchhaltungsabteilung über eine spezialisierte Software für den Empfang und die Aufbewahrung von E-Rechnungen verfügt oder bis das Docuware-Dokumenten­management­system (DMS) den Betrieb aufnimmt, welches diese Aufgabe übernehmen kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====== &amp;lt;span id=&amp;quot;Toc184300205&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt; 1.1 E-Rechnung: Einführungstermine und Rahmenbedingungen ======&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Verpflichtende''' &amp;lt;u&amp;gt;Annahme&amp;lt;/u&amp;gt; von E-Rechnungen''': &lt;br /&gt;
** Ab dem 1. Januar &amp;lt;u&amp;gt;'''2025'''&amp;lt;/u&amp;gt; müssen Sie in der Lage sein, E-Rechnungen zu empfangen, zu verarbeiten und zu archivieren. - Gleichzeitig kann jedoch mit Lieferanten und Rechnungs­stellern ein anderes Rechnungsformat vereinbart werden.&lt;br /&gt;
* Verpflichtender''' &amp;lt;u&amp;gt;Versand&amp;lt;/u&amp;gt; von E-Rechnungen''': &lt;br /&gt;
** Ab dem 1. Januar &amp;lt;u&amp;gt;'''2027'''&amp;lt;/u&amp;gt; sind Unternehmen mit einem Vorjahresumsatz von mehr als 800.000 € verpflichtet, im B2B-Bereich E-Rechnungen zu versenden - bei einem Vorjahresumsatz unter 800.000&amp;amp;nbsp;€ sind sie ab dem 1. Januar &amp;lt;u&amp;gt;'''2028'''&amp;lt;/u&amp;gt; dazu verpflichtet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* '''Anwendungsbereich:'''&lt;br /&gt;
** inländische '''B2B-Umsätze''': d. h. Umsätze zwischen inländischen Unternehmen&lt;br /&gt;
* '''Ausnahmen:'''&lt;br /&gt;
** Rechnungen an Privatpersonen ('''B2C-Bereich''')&lt;br /&gt;
** Rechnungen für steuerfreie Leistungen&lt;br /&gt;
** Kleinbetragsrechnungen bis 250 Euro&lt;br /&gt;
** Fahrausweise und Fahrscheine&lt;br /&gt;
* '''Formatvorgaben für E-Rechnungen: '''&lt;br /&gt;
** E-Rechnungen müssen – wenn sie verwendet werden – in einem strukturierten, maschinenlesbaren elektronischen Format vorliegen, wie z. B. '''XRechnung''' oder '''ZUGFeRD''' (gemäß der EU-Richtlinie 2014/55/EU und der Normenreihe EN 16931). &lt;br /&gt;
** Alternativ kann zwischen Rechnungssteller und -empfänger ein anderes Format vereinbart werden, solange es eine vollständige Extraktion der nach dem UStG erforderlichen Angaben ermöglicht und mit der europäischen Norm (EN 16931) kompatibel ist. Beispielsweise kann das EDI-Verfahren weiterhin genutzt werden.&lt;br /&gt;
* '''Keine E-Rechnungen:''' Ab dem 1. Januar 2025 gelten reine PDF-Rechnungen, Papierrechnungen, Bilddateien oder E-Mails als '''sonstige Rechnungen''' und nicht als E-Rechnungen.&lt;br /&gt;
* '''Prozessanpassungen:''' Buchhaltungsprozesse müssen an die Verarbeitung von E-Rechnungen angepasst werden, um eine effiziente und rechtskonforme Handhabung zu gewährleisten.&lt;br /&gt;
* '''GoBD-Compliance:''' Die Verarbeitung und insbesondere die Archivierung von E-Rechnungen muss den GoBD&amp;lt;ref name=&amp;quot;ftn1&amp;quot;&amp;gt;Vgl. [https://ao.bundesfinanzministerium.de/ao/2023/Anhaenge/BMF-Schreiben-und-gleichlautende-Laendererlasse/Anhang-64/inhalt.html https://ao.bundesfinanzministerium.de/ao/2023/Anhaenge/BMF-Schreiben-und-gleichlautende-Laendererlasse/Anhang-64/inhalt.html] &amp;lt;/ref&amp;gt; entsprechen und '''unveränderbar''', vollständig und nachvollziehbar sein. Neben einer revisionssicheren Archivierung sollte eine '''Verfahrensdokumentation '''der technischen und organisatorischen Maßnahmen erstellt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====== &amp;lt;span id=&amp;quot;Ref183532442&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt; &amp;lt;span id=&amp;quot;Toc184300206&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt; 1.2 Zulässige Formate für elektronische Rechnungen ======&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
E-Rechnungen müssen der europäischen Norm für die elektronische Rechnungsstellung sowie der Liste der entsprechenden Syntaxen gemäß der Richtlinie 2014/55/EU entsprechen. Folgende Formate sind zulässig:* &amp;lt;u&amp;gt;'''XRechnung&amp;lt;/u&amp;gt;:''' Strukturiertes '''XML-Format''' für den Austausch von Rechnungen, aktuell in der Version 3.0.2&amp;lt;ref name=&amp;quot;ftn21&amp;quot;&amp;gt;[https://xeinkauf.de/dokumente https://xeinkauf.de/dokumente] &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;/ref&amp;gt; - ähnlich einer Textdatei mit maschinenlesbarer Struktur.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Dataja:Wobraz_E1_Org.png|500px|center]]&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* &amp;lt;u&amp;gt;'''ZUGFeRD-Rechnung&amp;lt;/u&amp;gt;:''' Hybrides Format aus '''PDF'''-Datei (Format PDF/A-3) '''mit eingebetteter strukturierter XML-Datei''' als Anhang. Der ZUGFeRD-Standard wurde in Deutschland entwickelt ('''Z'''entraler '''U'''ser '''G'''uide des '''F'''orums '''e'''lektronische '''R'''echnung '''D'''eutschland) und liegt aktuell in der Version 3.2 vor.&amp;lt;ref name=&amp;quot;ftn22&amp;quot;&amp;gt;[https://www.ferd-net.de/standards/zugferd-versionsarchiv/zugferd-versionen.html https://www.ferd-net.de/standards/zugferd-versionsarchiv/zugferd-versionen.html] &amp;lt;/ref&amp;gt; Es gibt 5 ZUGFeRD-Profile, die sich im Umfang unterscheiden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;ftn23&amp;quot;&amp;gt;[https://www.ferd-net.de/faqs/allgemeine-technische-fragen-zur-erechnung/index.html https://www.ferd-net.de/faqs/allgemeine-technische-fragen-zur-erechnung/index.html] &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Dataja:Wobraz_E2.png|600px|center]]&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* '''Sonstige Formate:''' Weitere europäische Rechnungsformate, die dem genannten Standard entsprechen, wie z. B. EDI, Factur-X (Frankreich) oder '''Peppol'''-BIS Billing.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== &amp;lt;span id=&amp;quot;Toc184300207&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt; 2. E-Rechnungen empfangen, bearbeiten und aufbewahren =====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nachfolgend wird der neue Ablauf in der Buchhaltung beschrieben, wenn E-Rechnungen eingehen; grundsätzlich bleibt es jedoch möglich, dass die Buchhaltung den Lieferanten oder Rechnungssteller kontaktiert und um eine klassische Rechnung bittet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der grundsätzliche '''Rechnungseingangsprozess''' bleibt gleich:&lt;br /&gt;
# Rechnungseingang, vgl. Abschnitt [[#Toc184300208|2.1]]&lt;br /&gt;
# Rechnungsprüfung, vgl. Abschnitt [[#Toc184300209|2.2]]&lt;br /&gt;
# Buchung und Zahlung, vgl. Abschnitt [[#Toc184300213|2.3]]&lt;br /&gt;
# Aufbewahrung und Archivierung, vgl. [[#Toc184300214|2.4]]&lt;br /&gt;
[[Dataja:Wobraz_E3.jpg|500px]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====== &amp;lt;span id=&amp;quot;Ref183533790&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt; &amp;lt;span id=&amp;quot;Toc184300208&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt; &amp;lt;span id=&amp;quot;Ref183533796&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt; 2.1 &amp;lt;span style=&amp;quot;background-color:#ffff00;&amp;quot;&amp;gt;Eingang von E-Rechnungen&amp;lt;/span&amp;gt; ======&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* ZUGFeRD- und XRechnungen können über verschiedene Übertragungswege wie E-Mail, elektronische Plattformen, File-Download, FTP oder direkte Integrationen von IT-Systemen empfangen werden.&lt;br /&gt;
* Üblicherweise werden E-Rechnungen per E-Mail als Anhang eingehen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''NEU''': Ab dem 1.1.2025 ist es notwendig festzustellen, ob es sich bei einer &amp;lt;span style=&amp;quot;background-color:#ffff00;&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;u&amp;gt;'''per E-Mail eingehenden PDF-Rechnung'''&amp;lt;/u&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;span style=&amp;quot;background-color:#ffff00;&amp;quot;&amp;gt; um eine &amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;span style=&amp;quot;background-color:#ffff00;&amp;quot;&amp;gt;'''E-Rechnung vom Typ ZUGFeRD'''&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;span style=&amp;quot;background-color:#ffff00;&amp;quot;&amp;gt; handelt&amp;lt;/span&amp;gt; oder um eine „normale“ PDF-Rechnung („sonstige Rechnung“, siehe S. 2). Hierfür empfehle ich folgende Prüfschritte:&lt;br /&gt;
# '''PDF-Datei öffnen:'''&amp;amp;nbsp;Öffnen Sie die Datei mit einem PDF-Viewer (z. B. Adobe Acrobat Reader).&lt;br /&gt;
# '''Prüfen auf Hinweise im Dateinamen und Text:'''&amp;amp;nbsp;Suchen Sie nach Angaben wie „ZUGFeRD“, „Eingebettete XML-Daten“ oder „Diese Datei enthält strukturierte Rechnungsdaten“.&lt;br /&gt;
# &amp;lt;span style=&amp;quot;background-color:#ffff00;&amp;quot;&amp;gt;'''Prüfen auf Anhänge&amp;lt;/span&amp;gt;:'''&amp;amp;nbsp;Die meisten PDF-Viewer zeigen Anhänge bzw. eingebettete Dateien mit einem &amp;lt;span style=&amp;quot;background-color:#ffff00;&amp;quot;&amp;gt;'''Büroklammer-Symbol'''&amp;lt;/span&amp;gt; an. Beim Anklicken dieses Symbols wird die XML-Datei sichtbar, was auf eine ZUGFeRD-Rechnung hinweist. – Fehlt das Büroklammer-Symbol, so enthält das PDF keine Anlagen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Dataja:Wobraz_E4.png|600px]]&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Dataja:Wobraz_E5.png|600px|center]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====== &amp;lt;span id=&amp;quot;Ref183533812&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt; &amp;lt;span id=&amp;quot;Toc184300209&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt; 2.2 NEU: Prüfung einer E-Rechnung ======&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Den bisherigen fachlichen und rechnerischen Prüfungen von Rechnungen muss nun die &amp;lt;span style=&amp;quot;background-color:#00ffff;&amp;quot;&amp;gt;'''Validierung der XML-Datei'''&amp;lt;/span&amp;gt; einer E-Rechnung vorangehen. Dies ist die technische Prüfung auf Korrektheit des XML-Schemas mittels eines Validators, vgl. Abschnitt 2.2.2. Gleichzeitig sollte bei &amp;lt;span style=&amp;quot;background-color:#00ff00;&amp;quot;&amp;gt;ZUGFeRD-Rechnungen&amp;lt;/span&amp;gt; auf &amp;lt;span style=&amp;quot;background-color:#00ff00;&amp;quot;&amp;gt;Abweichungen zwischen PDF- und eingebetteter XML-Rechnung&amp;lt;/span&amp;gt; geprüft werden. Wie das praktisch umgesetzt werden kann, ist auf der Seiten 5 erläutert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====== &amp;lt;span id=&amp;quot;Ref183533361&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt; &amp;lt;span id=&amp;quot;Toc184300210&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt; 2.2.1 ZUGFeRD-Rechnung: Abweichungen zwischen PDF und XML? ======&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach dem Empfang einer ZUGFeRD-Rechnung sollte eine Prüfung erfolgen, um sicherzustellen, dass die XML-Datei und die PDF-Darstellung keine Abweichungen aufweisen. Im Fall von Abweichungen können beide Bestandteile gemäß BMF 2024 als eigenständige Rechnungen gelten.&amp;lt;ref name=&amp;quot;ftn24&amp;quot;&amp;gt;Vgl. BMF 2024, S. 10: Bundesministerium der Finanzen (BMF). (2024). ''Ausstellung von Rechnungen nach § 14 UStG; Einführung der obligatorischen elektronischen Rechnung bei Umsätzen zwischen inländischen Unternehmern ab dem 1. Januar 2025''. BMF-Schreiben vom 15. Oktober 2024. Verfügbar unter: [https://www.bundesfinanzministerium.de/Content/DE/Downloads/BMF_Schreiben/Steuerarten/Umsatzsteuer/2024-10-15-einfuehrung-e-rechnung.pdf https://www.bundesfinanzministerium.de/Content/DE/Downloads/BMF_Schreiben/Steuerarten/Umsatzsteuer/2024-10-15-einfuehrung-e-rechnung.pdf]&amp;lt;/ref&amp;gt; „PDF und XML müssen die Vorgaben des § 14 Abs. 4 Umsatzsteuergesetz (UStG) berücksichtigen, um inhaltlich identische Mehrstücke derselben Rechnung darzustellen.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;ftn25&amp;quot;&amp;gt;Vgl. [https://www.ferd-net.de/standards/was-ist-zugferd/was-ist-zugferd.html https://www.ferd-net.de/standards/was-ist-zugferd/was-ist-zugferd.html] &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Lt. BMF 2024 muss mit dem XML-Anhang der ZUGFeRD-Rechnung weitergearbeitet werden. „Bei einem hybriden Format bilden die im '''XML-Format''' vorliegenden Rechnungsdaten '''den führenden Teil'''. Im Fall von Abweichungen zwischen den strukturierten Rechnungsdaten und den sonstigen Informationen gehen die Daten des strukturierten Teils [XML] denen der Bilddatei [PDF] vor.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;ftn26&amp;quot;&amp;gt;Vgl. BMF 2024, S. 10. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Sind PDF und XML &amp;lt;u&amp;gt;'''identisch'''&amp;lt;/u&amp;gt;, handelt es sich beim PDF um ein inhaltlich identisches Mehrstück.&amp;lt;ref name=&amp;quot;ftn27&amp;quot;&amp;gt;Vgl. BMF 2024, S. 10 und [https://www.ferd-net.de/standards/was-ist-zugferd/was-ist-zugferd.html https://www.ferd-net.de/standards/was-ist-zugferd/was-ist-zugferd.html].&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Sind PDF und XML &amp;lt;u&amp;gt;'''nicht identisch'''&amp;lt;/u&amp;gt;, stellt das PDF ggf. eine weitere (sonstige) Rechnung dar, für die die Voraussetzungen des § 14c UStG zu prüfen sind.&amp;lt;ref name=&amp;quot;ftn28&amp;quot;&amp;gt;Vgl. BMF 2024, S. 11.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====== &amp;lt;span id=&amp;quot;Ref183531396&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt; &amp;lt;span id=&amp;quot;Toc184300211&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt; 2.2.2 &amp;lt;span style=&amp;quot;background-color:#00ffff;&amp;quot;&amp;gt;Validierung&amp;lt;/span&amp;gt;, &amp;lt;span style=&amp;quot;background-color:#00ff00;&amp;quot;&amp;gt;Prüfung&amp;lt;/span&amp;gt; und Wandlung einer XML-Datei in PDF ======&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die XML-Datei (XRechnung oder XML-Anhang einer ZUGFeRD-Rechnung) sollte validiert und geprüft werden, ob sie einem gültigen Format entspricht. Hierfür kann die XML-Datei mittels eines Validators geprüft werden. Es gibt hierfür eine Menge von &amp;lt;span style=&amp;quot;background-color:#00ffff;&amp;quot;&amp;gt;Online und Offline Validatoren&amp;lt;/span&amp;gt;.&amp;lt;ref name=&amp;quot;ftn29&amp;quot;&amp;gt;Vgl. Übersicht unter [https://easyfirma.net/e-rechnung/validieren https://easyfirma.net/e-rechnung/validieren]. &amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich empfehle mit dem Offline-Validator „'''Ultramarinviewer'''“&amp;lt;ref name=&amp;quot;ftn30&amp;quot;&amp;gt;Vgl. [https://www.ultramarinviewer.de https://www.ultramarinviewer.de] &amp;lt;/ref&amp;gt; zu arbeiten, da dieser die Dateien lokal im Unternehmen weiterverarbeitet. Zudem lässt sich mittels der Druckfunktion eine PDF-Datei (oder ein Papierdokument) aus der XML-Datei erzeugen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Folgenden werden die Arbeitsschritte mit dem Ultramarinviewer im Detail erläutert:&lt;br /&gt;
# &amp;lt;u&amp;gt;'''Herunterladen und installieren'''&amp;lt;/u&amp;gt; des Ultramarinviewer&lt;br /&gt;
#* Aktuell in der Version 1.2: [https://www.ultramarinviewer.de https://www.ultramarinviewer.de] &lt;br /&gt;
# &amp;lt;u&amp;gt;'''Öffnen'''&amp;lt;/u&amp;gt; des Ultramarinviewer&lt;br /&gt;
#* In der Windows-Suche in der Taskleiste suchen nach „Ultramarin“ und öffnen der App&lt;br /&gt;
# &amp;lt;u&amp;gt;'''XML-Datei öffnen '''(XRechnung und ZUGFeRD-PDF)&amp;lt;/u&amp;gt;''':''' Dieses Video zeigt 4 Wege, eine '''XML-Datei zu öffnen''': [https://www.ultramarinviewer.de/assets/Ultramarinviewer.mp4 https://www.ultramarinviewer.de/assets/Ultramarinviewer.mp4] &lt;br /&gt;
:: a) '''Drag and Drop''' einer '''XML-Datei''' einer E-Rechnung in die &amp;lt;u&amp;gt;'''Startseite'''&amp;lt;/u&amp;gt; des Ultramarinviewer.&lt;br /&gt;
:::* Das funktioniert ebenfalls mit den meisten '''ZUGFeRD-Rechnungen als PDF''', d. h. es kann die '''PDF-Datei''' per Drag and Drop in die Viewer-Startseite gezogen werden – es wird automatisch das eingebettete XML geöffnet!&lt;br /&gt;
:: b) „'''Datei öffnen'''“ klicken in der Menü-Leiste.&lt;br /&gt;
:: c) „'''Vorherige Datei'''“, „'''Nächste Datei'''“ in der Menü-Leiste nutzen. &lt;br /&gt;
:: d) („'''Senden an'''“: Rechtsklick auf eine XML-Datei und senden an Ultramarinviewer – hat bei mir nicht funktioniert. Ebenfalls traten mittels „'''Öffnen mit'''“ nach Rechtsklick auf eine Datei '''Fehler''' auf.)&lt;br /&gt;
: 4. &amp;lt;span style=&amp;quot;background-color:#00ffff;&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;u&amp;gt;'''XML-Datei validieren&amp;lt;/span&amp;gt; und &amp;lt;span style=&amp;quot;background-color:#00ff00;&amp;quot;&amp;gt;ZUGFeRD-Rechnung prüfen&amp;lt;/u&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;:'''&lt;br /&gt;
:: a) Kann die XML-Datei mit dem Ultramarinviewer &amp;lt;span style=&amp;quot;background-color:#00ffff;&amp;quot;&amp;gt;'''nicht geöffnet&amp;lt;/span&amp;gt; '''werden oder erscheint beim Öffnen eine Fehlermeldung, so ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass sie nicht validiert werden konnte und somit &amp;lt;span style=&amp;quot;background-color:#00ffff;&amp;quot;&amp;gt;'''keine valide XRechnungs-Datei'''&amp;lt;/span&amp;gt; ist. &lt;br /&gt;
:: b) Konnte die Datei dagegen &amp;lt;span style=&amp;quot;background-color:#00ffff;&amp;quot;&amp;gt;'''geöffnet&amp;lt;/span&amp;gt; '''werden, so ist sie &amp;lt;span style=&amp;quot;background-color:#00ffff;&amp;quot;&amp;gt;'''valide'''&amp;lt;/span&amp;gt;. Im Abschnitt „Zusätze“ unter „&amp;lt;span style=&amp;quot;background-color:#00ffff;&amp;quot;&amp;gt;Spezifikationskennung&amp;lt;/span&amp;gt;“ unten ist oft das verwendete XML-Schema eingetragen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Dataja:Wobraz_E6.png|600px|center]]&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:: c) Handelt es sich ursprünglich um eine &amp;lt;span style=&amp;quot;background-color:#00ff00;&amp;quot;&amp;gt;'''ZUGFeRD-Rechnung'''&amp;lt;/span&amp;gt;, dann sollten nun die &amp;lt;span style=&amp;quot;background-color:#00ff00;&amp;quot;&amp;gt;'''Datenfelder der XML'''&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;span style=&amp;quot;background-color:#00ff00;&amp;quot;&amp;gt; im Ultramarinviewer&amp;lt;/span&amp;gt; '''mit &amp;lt;span style=&amp;quot;background-color:#00ff00;&amp;quot;&amp;gt;den Daten der PDF-Rechnung'''&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;span style=&amp;quot;background-color:#00ff00;&amp;quot;&amp;gt; &amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;span style=&amp;quot;background-color:#00ff00;&amp;quot;&amp;gt;'''verglichen'''&amp;lt;/span&amp;gt; werden, um sicherzustellen, dass es sich &amp;lt;span style=&amp;quot;background-color:#00ff00;&amp;quot;&amp;gt;um identische Mehrstücke derselben Rechnung&amp;lt;/span&amp;gt; handelt, siehe Abschnitt 2.2.1. &lt;br /&gt;
:: d) Die Daten der geöffneten XML-Datei werden im Ultramarinviewer in '''5 Abschnitten''' angezeigt, wobei meist nur die ersten 3 Abschnitte befüllt sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Dataja:Wobraz_E7.png|500px|center]]&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:: e) &amp;lt;u&amp;gt;'''XML-Datei drucken'''&amp;lt;/u&amp;gt;: Die dargestellte '''XML-Datei '''(XRechnung oder ZUGFeRD-Anhang)''' kann nun als PDF gedruckt''' werden, z.&amp;amp;nbsp;B. zur Dokumentation oder wenn für den weiteren Buchungsprozess eine Datei zum Weiterverarbeiten benötigt wird. &lt;br /&gt;
::: i) Zunächst in der geöffneten Datei im Ultramarinviewer den '''Abschnitt''' wählen, der gedruckt werden soll. Dort mittels „'''Strg + P'''“ oder '''Rechtsklick''' auf die angezeigte XML-Datei und „'''Drucken'''“ das Druckmenü öffnen.&lt;br /&gt;
::: ii) Hier unter „Drucker“ einen '''PDF-Drucker wählen''', bspw. den „Microsoft Print to PDF“.&lt;br /&gt;
::: iii) Empfohlene '''Einstellungen'''&lt;br /&gt;
::::* '''Layout''': Hochformat&lt;br /&gt;
::::*  '''Seiten''': Alles&lt;br /&gt;
::::*  '''Farbe''': Farbe&lt;br /&gt;
::::*  '''Weitere''' Einstellungen:&lt;br /&gt;
::::*  '''Papierformat''': A4&lt;br /&gt;
::::*  '''Skalierung (%)''': Tatsächliche Größe&lt;br /&gt;
::::*  '''Seiten pro Blatt''': 1 oder 2 (oder ggf. 4)&lt;br /&gt;
::::*  '''Optionen''': Kopf- und Fußzeilen: ja; Hintergrundgrafiken: nein&lt;br /&gt;
::: iv) '''Wiederholen pro Abschnitt''', welcher buchungsrelevante Daten enthält.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* '''Hinweis''': Bei mir traten Fehler auf, wenn mehrere Instanzen des Ultramarinviewer geöffnet waren. Ebenfalle beim Öffnen einer Datei mittels Rechtsklick auf eine Datei im Explorer und „Öffnen mit“, dann konnte diese Datei nicht geöffnet und validiert werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====== &amp;lt;span id=&amp;quot;Toc184300212&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt; 2.2.3 Sachliche und rechnerische Prüfung der E-Rechnung ======&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die aus der XML-Datei gedruckten PDF-Dokumente können nun für die weitere Rechnungsbearbeitung verwendet werden, bspw. für die sachliche und rechnerische Prüfung der E-Rechnung. Bei einer ZUGFeRD-Rechnung kann bei identischen Rechnungsdaten auch das ursprüngliche PDF hierfür verwendet werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu beachten ist, dass sowohl die E-Rechnung in ihrer ursprünglichen Form als auch die zusätzlichen Dokumente unveränderlich aufbewahrt werden müssen, sofern an ihnen Aufzeichnungen enthalten sind, die für die Besteuerung von Bedeutung sind, z. B. Buchungsvermerke oder Unterschriften.&amp;lt;ref name=&amp;quot;ftn31&amp;quot;&amp;gt;Vgl. BMF 2024, S. 17.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====== &amp;lt;span id=&amp;quot;Toc184300213&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt; 2.3 Buchung und Zahlung der E-Rechnung ======&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Buchung und Zahlung einer E-Rechnung kann wie bisher erfolgen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====== &amp;lt;span id=&amp;quot;Ref183533885&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt; &amp;lt;span id=&amp;quot;Toc184300214&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt; 2.4 Aufbewahrung von E-Rechnungen ======&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zusammenfassend lässt sich das Schreiben des BMF 2024 wie folgt interpretieren, siehe Zitate unten. Für eine GoBD-konforme Aufbewahrung von E-Rechnungen ist folgendes notwendig:&lt;br /&gt;
* E-Rechnungen, insb. XRechnungen sowie der strukturierte XML-Teil einer ZUGFeRD-Rechnung, müssen in dem Format aufbewahrt werden, in dem sie empfangen wurden.&lt;br /&gt;
** Hierfür kann, aber muss nicht, die E-Mail samt Anhang archiviert werden.&lt;br /&gt;
* E-Rechnungen müssen während ihrer Aufbewahrungsfrist von min. 10 Jahren maschinell auswertbar sein. Sie dürfen nicht ausgedruckt aufbewahrt werden!&lt;br /&gt;
* Zusätzliche Dokumente (z. B. Bildteil einer hybriden Rechnung oder die als PDF gedruckte XML-Rechnung) müssen mit aufbewahrt werden, sofern sie Aufzeichnungen enthalten, die für die Besteuerung von Bedeutung sind, z. B. Buchungsvermerke oder Unterschriften zur sachlichen und rechnerischen Prüfung.&lt;br /&gt;
* Um die GoBD-Vorgaben zu erfüllen, müssen während der Aufbewahrungsphase die Unveränderbarkeit, Vollständigkeit und Nachvollziehbarkeit der gespeicherten Dokumente sichergestellt sein. Eine einfache Speicherung im Windows-Dateisystem erfüllt diese Anforderungen nicht. &lt;br /&gt;
* Mögliche technische Lösungen werden in im folgenden Abschnitt 2.5vorgestellt.&lt;br /&gt;
* Neben einer revisionssicheren Archivierung sollte eine Verfahrensdokumentation der technischen und organisatorischen Maßnahmen erstellt werden, vgl. Abschnitt 2.6.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Zitate und Verlinkungen zur Aufbewahrung von E-Rechnungen:'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Das Umsatzsteuergesetz sieht vor, dass Rechnungen '''zehn Jahre''' aufzubewahren sind ([https://www.gesetze-im-internet.de/ustg_1980/__14b.html § 14b Abs. 1 S. 1 UStG]). Elektronische Rechnungen müssen gemäß den jeweils gültigen Grundsätzen zur ordnungsgemäßen Führung und Aufbewahrung von Büchern, Aufzeichnungen und Unterlagen in elektronischer Form sowie zum Datenzugriff (GoBD) aufbewahrt werden. Elektronische Handels- oder Geschäftsbriefe und Buchungsbelege müssen '''in dem Format aufbewahrt werden, in dem Sie empfangen werden''' (Randziffer 131 der GoBD vom 28. November 2019). D.&amp;amp;nbsp;h. elektronische Rechnungen sind originär elektronisch aufzubewahren und '''müssen maschinell auswertbar''' sein (Randziffer 128 GoBD vom 28. November 2019). Eine Aufbewahrung elektronischer Rechnungen in ausgedruckter Form ist nicht möglich.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;ftn32&amp;quot;&amp;gt;Vgl. [https://www.ferd-net.de/standards/was-ist-zugferd/was-ist-zugferd.html https://www.ferd-net.de/standards/was-ist-zugferd/was-ist-zugferd.html] &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gemäß BMF 2024 ist „['''d]er strukturierte Teil einer E-Rechnung''' [...] '''so aufzubewahren''', dass dieser in seiner '''ursprünglichen Form''' vorliegt und die Anforderungen an die '''Unveränderbarkeit''' erfüllt werden. Eine '''maschinelle Auswertbarkeit''' seitens der Finanzverwaltung muss sichergestellt sein. Sofern in einem zusätzlich übersandten Dokument (z. B. Bildteil einer hybriden Rechnung) Aufzeichnungen enthalten sind, die für die Besteuerung von Bedeutung sind, z. B. Buchungsvermerke, sind diese ebenfalls so aufzubewahren, dass diese in ihrer ursprünglichen Form vorliegen und die Anforderungen an die Unveränderbarkeit erfüllt werden.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;ftn33&amp;quot;&amp;gt;Vgl. BMF 2024, S. 17.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Wird die elektronische Rechnung per E-Mail übersandt, so ist die '''E-Mail selbst''' als reines '''Transportmittel der Rechnung''' (= Briefumschlag der elektronischen Rechnung) grundsätzlich '''nicht aufzubewahren''', es sei denn, die E-Mail enthält der Rechnung zugehörige, aufbewahrungspflichtige Informationen.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;ftn34&amp;quot;&amp;gt;Vgl. [https://www.ferd-net.de/standards/was-ist-zugferd/was-ist-zugferd.html https://www.ferd-net.de/standards/was-ist-zugferd/was-ist-zugferd.html]&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;span id=&amp;quot;Ref183535663&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====== &amp;lt;span id=&amp;quot;Ref183609885&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt; &amp;lt;span id=&amp;quot;Toc184300215&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt; 2.5 Technische Lösungen für die Aufbewahrung von E-Rechnungen ======&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Um unter Windows eine GoBD-konforme Archivierung sicherzustellen, ist es entscheidend, dass die gespeicherten Dokumente unveränderbar, vollständig und nachvollziehbar sind. Die bloße Ablage von Dateien im Windows-Dateisystem erfüllt diese Anforderungen in der Regel nicht, da sie keine Mechanismen zur Verhinderung von Änderungen oder Löschungen ohne Protokollierung bietet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''WORM-Speichermedien für die Archivierung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
WORM ('''W'''rite '''O'''nce, '''R'''ead '''M'''any)-Medien sind Speichermedien, auf denen Daten einmalig gespeichert und anschließend nicht mehr verändert werden können. Dies stellt die Unveränderbarkeit der Daten sicher. Beispiele für WORM-Medien sind:&lt;br /&gt;
* '''Optische Speichermedien''': CD-R, DVD-R und BD-R (Blu-ray Disc Recordable) sind klassische WORM-Medien. &lt;br /&gt;
* '''Magneto-Optische Laufwerke''': Diese bieten hohe Speicherkapazitäten und Langlebigkeit, sind jedoch weniger verbreitet und erfordern spezielle Hardware.&amp;lt;ref name=&amp;quot;ftn35&amp;quot;&amp;gt;Bspw. Overland Tandberg [https://ftp1.overlandtandberg.com/website/website/DS_RDX_Family_EMEA.pdf https://ftp1.overlandtandberg.com/website/website/DS_RDX_Family_EMEA.pdf] &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* '''WORM-Festplatten bzw. Archivierugssysteme''': Einige Hersteller bieten spezielle Festplatten mit WORM-Funktionalität an, die eine einmalige Speicherung von Daten ermöglichen. Beispielsweise bieten EMC mit Centera sowie NetApp mit SnapLock solche Lösungen an.&amp;lt;ref name=&amp;quot;ftn36&amp;quot;&amp;gt;Bspw. [https://docs.netapp.com/de-de/ontap/snaplock https://docs.netapp.com/de-de/ontap/snaplock], [https://www.fast-lta.de/de/produkte/silent-brick-system https://www.fast-lta.de/de/produkte/silent-brick-system] &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* '''WORM USB'''-Sticks&amp;lt;ref name=&amp;quot;ftn37&amp;quot;&amp;gt;Bspw. [https://www.digikey.de/de/products/detail/flexxon-pte-ltd/FUUP008GME-XE00/16705751 https://www.digikey.de/de/products/detail/flexxon-pte-ltd/FUUP008GME-XE00/16705751] &amp;lt;/ref&amp;gt; können eine Lösung für die Archivierung darstellen.&lt;br /&gt;
* '''Softwarebasierte WORM-Lösungen''': Es gibt Softwarelösungen, die innerhalb des Windows-Dateisystems einen WORM-Bereich schaffen können. Beispielsweise bieten iTernity mit iCAS&amp;lt;ref name=&amp;quot;ftn38&amp;quot;&amp;gt;Vgl. [https://iternity.com/de/produkte/icas/ https://iternity.com/de/produkte/icas/] &amp;lt;/ref&amp;gt; sowie Synology mit DSM eine WORM-Funktionalität an, die es ermöglicht, Daten einmalig zu schreiben und mehrfach zu lesen, ohne dass sie verändert werden können.&amp;lt;ref name=&amp;quot;ftn39&amp;quot;&amp;gt;Vgl. [https://blog.synology.com/ger/anleitung-was-ist-worm-schreib-und-loeschschutz-in-synology-dsm https://blog.synology.com/ger/anleitung-was-ist-worm-schreib-und-loeschschutz-in-synology-dsm] und [https://kb.synology.com/de-de/DSM/tutorial/which_synology_nas_models_support_WriteOnce_and_secure_snapshots https://kb.synology.com/de-de/DSM/tutorial/which_synology_nas_models_support_WriteOnce_and_secure_snapshots] &lt;br /&gt;
&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wichtige Funktionen solcher Systeme:&lt;br /&gt;
* '''Unveränderbarkeit''': Dokumente können nach der Archivierung nicht mehr ohne Protokollierung verändert werden.&lt;br /&gt;
* '''Zugriffskontrollen''': Nur autorisierte Personen haben Zugriff auf die Dokumente.&lt;br /&gt;
* '''Protokollierung''': Alle Zugriffe und Änderungen werden lückenlos protokolliert.&lt;br /&gt;
* '''Sicherheitsmaßnahmen''': Schutz vor unbefugtem Zugriff und Datenverlust.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;color:#2f5496;&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====== &amp;lt;span id=&amp;quot;Ref183605446&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt; &amp;lt;span id=&amp;quot;Toc184300216&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt; 2.6 Verfahrensdokumentation ======&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gemäß den GoBD ist eine Verfahrensdokumentation zu erstellen. Sie dient dazu, alle technischen und organisatorischen Maßnahmen zur Verarbeitung und Archivierung von E-Rechnungen transparent und prüfungssicher darzustellen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Verfahrensdokumentation sollte die folgenden Punkte detailliert abdecken:&lt;br /&gt;
# '''Allgemeine Beschreibung des Unternehmens und der Organisation'''&lt;br /&gt;
#* Darstellung der Unternehmensstruktur und Zuständigkeiten.&lt;br /&gt;
#* Beschreibung der Abteilungen, die an der Verarbeitung von E-Rechnungen beteiligt sind.&lt;br /&gt;
# '''Aufbau der IT-Infrastruktur'''&lt;br /&gt;
#* Hardware: Server, Speichersysteme, Backup-Geräte.&lt;br /&gt;
#* Software: Eingesetzte Anwendungen für die Rechnungsverarbeitung und Archivierung.&lt;br /&gt;
#* Netzwerke: Netzwerkarchitektur und Sicherheitsmaßnahmen.&lt;br /&gt;
# '''Prozessbeschreibungen'''&lt;br /&gt;
#* Empfang von E-Rechnungen: Kanäle und Formate (z.B. E-Mail, Webportal).&lt;br /&gt;
#* Verarbeitung: Validierung, Datenextraktion und Weiterleitung.&lt;br /&gt;
#* Buchung: Integration in das Finanzbuchhaltungssystem.&lt;br /&gt;
#* Archivierung: Speichervorgänge und -orte, Zugriffsrechte.&lt;br /&gt;
# '''Internes Kontrollsystem (IKS)'''&lt;br /&gt;
#* Zugriffsrechte: Haben nur befugte Personen Zugriff auf archivierte Daten und Systeme?&lt;br /&gt;
#* Funktionstrennungen: Trennung von Verantwortlichkeiten zur Minimierung von Fehlern und Betrug.&lt;br /&gt;
#* Kontrollen: Regelmäßige Überprüfungen und Freigabeprozesse.&lt;br /&gt;
# '''Datensicherungskonzept'''&lt;br /&gt;
#* Backup-Strategien: Regelmäßigkeit und Methoden der Datensicherung.&lt;br /&gt;
#* Notfallplan: Maßnahmen bei Datenverlust oder Systemausfällen.&lt;br /&gt;
# '''Aufbewahrung'''&lt;br /&gt;
#* WORM-Speicher: Einsatz von &amp;quot;Write Once Read Many&amp;quot;-Technologien zur Sicherstellung der Unveränderbarkeit.&lt;br /&gt;
#* Archivierungsprozesse: Wie und wo werden die Daten langfristig gespeichert?&lt;br /&gt;
# '''Versionierung und Änderungshistorie'''&lt;br /&gt;
#* Dokumentation aller Änderungen am Verfahren und an den Systemen.&lt;br /&gt;
#* Protokollierung von Software-Updates und Prozessanpassungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Umsetzungsschritte'''&lt;br /&gt;
* '''Erstellung eines Projektteams''': Zusammensetzung aus IT, Buchhaltung und Compliance-Experten.&lt;br /&gt;
* '''Dokumentation der aktuellen Prozesse''': Erfassung des Ist-Zustands und Identifikation von Lücken.&lt;br /&gt;
* '''Dokumentation erstellen''': Ausführliche Beschreibung gemäß den oben genannten Punkten.&lt;br /&gt;
* '''Schulung der Mitarbeiter''': Sicherstellen, dass alle Beteiligten die Prozesse u. ihre Rollen verstehen.&lt;br /&gt;
* '''Regelmäßige Aktualisierung''': Die Verfahrensdokumentation sollte mindestens jährlich oder bei wesentlichen Änderungen aktualisiert werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
----&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ist-Analyse sorbische Welt der Digitalisierung von Arbeitsabläufen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Ergebnisse der Interviews zusammenfassen, Fokus Tools, Prozesse, Methoden und Weiterbildungen&lt;br /&gt;
* ggf. weiterführende Gespräche mit den betreffenden Institutionen, insb. zu Weiterbildungen von Arbeitnehmern&lt;br /&gt;
* auch Gespräche mit dem Bund sorbischer Handwerker und Unternehmer e. V. (https://www.domowina.de/?id=284)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Ergebnisse der Interviews ===&lt;br /&gt;
Im Rahmen der Erstellung des sorbischen Digitalisierungskonzeptes wurde 2021 der Ist-Stand im Themenbereich &amp;quot;Digitale Arbeitswelt&amp;quot; analysiert. Hierfür wurden Interviews mit  ausgewählten sorbischen Institutionen durchgeführt, um die spezifischen Anforderungen sorbischer Organisationen an die Digitalisierung zu identifizieren, zu analysieren und zusammenzufassen. In diesem Abschnitt präsentieren wir die Resultate dieser Interviews und interpretieren die daraus gewonnenen Erkenntnisse.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Interviews wurden mit Vertretern folgender sorbischer Institutionen durchgeführt:&lt;br /&gt;
* Domowina e. V. / Domowina z. t.&lt;br /&gt;
* Sprachzentrum WITAJ / Rěčny centrum WITAJ&lt;br /&gt;
* Stiftung für das sorbische Volk / Załožba za serbski lud&lt;br /&gt;
* Sorbisches Institut e. V. / Serbski institut z. t.&lt;br /&gt;
* Sorbisches National-Ensemble gGmbH / Serbski ludowy ansambl tzwr&lt;br /&gt;
* Domowina-Verlag GmbH / Ludowe nakładnistwo Domowina tzwr&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|+ Zusammenfassung der Digitalisierungsbedarfe von sorbischen Organisationen 2021&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Digitalisierungsbedarf !! Beschreibung !! Nennungen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Ermöglichen von '''Home-Office''' || &lt;br /&gt;
* ausreichend dienstliche Notebooks&lt;br /&gt;
* entsprechende IT-Infrastruktur&lt;br /&gt;
* interne Regelungen &lt;br /&gt;
| 6 von 6&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| hoher Anwendungs-'''Kenntnisstand der Mitarbeiter'''  || &lt;br /&gt;
* regelmäßige Weiterbildungen&lt;br /&gt;
* Wissenstransfer zu IT-Themen mittels Wissens-Mediatoren und Wissens-Pools&lt;br /&gt;
* Fachkreise&lt;br /&gt;
* Fachkräfte DB&lt;br /&gt;
| 5 von 6&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| [[12.2_Digitalisierung_von_Arbeitsabläufen#Dokumentenmanagementsystem_.28DMS.29 | '''Dokumentenablage''' / Dokumentenmanagementsystem (DMS)]] || &lt;br /&gt;
* leichtes Finden&lt;br /&gt;
* OCR inkl. sorbischer Buchstaben&lt;br /&gt;
* revisionssichere Ablage&lt;br /&gt;
* ggf. zentral genutzt von mehreren sorbischen Institutionen&lt;br /&gt;
* Arbeitskreis DMS über alle sorbischen Institutionen hinweg&lt;br /&gt;
| 5 von 6&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Cloudlösung''' / Kollaborationsplattform || &lt;br /&gt;
* auch Kommunikationsplattform&lt;br /&gt;
* für Dateiaustausch mit Externen&lt;br /&gt;
* zentral betriebene Cloud für alle sorbischen Institutionen wäre vorteilhaft&lt;br /&gt;
| 5 von 6&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| moderne '''IT-Infrastruktur''' || &lt;br /&gt;
* Standort- und Organisationsstruktur-übergreifende Infrastruktur&lt;br /&gt;
* höhere Upstream-Bandbreite der Server im Haus&lt;br /&gt;
* Virtualisierung der Serverumgebung&lt;br /&gt;
* Standortunabhängig&lt;br /&gt;
* ggf. extern administriert&lt;br /&gt;
* moderne Ausstattung des Neubaus am Lauengraben&lt;br /&gt;
| 5 von 6&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''IT-Fachkräfte''' || &lt;br /&gt;
* für IT-Management, CMS / Webseite&lt;br /&gt;
* sorbischsprachige IT-Fachkräfte&lt;br /&gt;
* leichter Zugriff auf interne, zentrale oder externe Fachkräfte&lt;br /&gt;
| 5 von 6&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| umfangreiche [[12.2_Digitalisierung_von_Arbeitsabläufen#Dreisprachigkeit| '''Unterstützung der Dreisprachigkeit''']] || &lt;br /&gt;
* MS Office&lt;br /&gt;
* Spracherkennung&lt;br /&gt;
* Übersetzungsdienst&lt;br /&gt;
* geographische Namen&lt;br /&gt;
* soziale Netzwerke&lt;br /&gt;
* aller Softwareprodukte und Webangebote&lt;br /&gt;
* leichteres Update der sorbischen Rechtschreibprüfung&lt;br /&gt;
| 4 von 6&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Projekt- und Aufgabenmanagement''' || &lt;br /&gt;
* auch übergreifendes Projektmanagement&lt;br /&gt;
| 4 von 6&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| [[12.2_Digitalisierung_von_Arbeitsabläufen#Customer_Relationship_Management_.28CRM.29_.2F_Content_Management_System_.28CMS.29| '''Customer-Relationship-Management'''-System (CRM)]] || &lt;br /&gt;
* für die Adress- und Verteilerpflege&lt;br /&gt;
| 4 von 6&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Foto-Archiv''' ||&lt;br /&gt;
*  mit Archivierung gedruckter Fotos&lt;br /&gt;
* Übergabe an das Kultur-Archiv&lt;br /&gt;
* Recherche im Kultur-Archiv&lt;br /&gt;
| 4 von 6&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| zentrale Verwaltung der '''IT-Assets''' ||&lt;br /&gt;
* IT-Inventar&lt;br /&gt;
* Lizenzen&lt;br /&gt;
* Softwareversionen&lt;br /&gt;
| 3 von 6&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''moderne Webseite'''  || &lt;br /&gt;
* Content Management System (CMS)&lt;br /&gt;
* gerne gemeinsam mit weiteren sorbischen Institutionen&lt;br /&gt;
| 3 von 6&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''IT-Support'''-Ansprechpartner || &lt;br /&gt;
* 1st-Level-Support&lt;br /&gt;
* definierte IT-Prozesse&lt;br /&gt;
* gern zentral organisiert für alle sorbischen Institutionen&lt;br /&gt;
| 2 von 6&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Organisationsstandard''' zur Dokumentenablage || &lt;br /&gt;
* Verringerung der Redundanzen der Daten&lt;br /&gt;
| 2 von 6&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| digitale '''Personalprozesse''' || &lt;br /&gt;
* Genehmigungsprozesse wie Urlaubsanträge&lt;br /&gt;
* Zeiterfassung&lt;br /&gt;
* Travel-Management&lt;br /&gt;
* Recruiting&lt;br /&gt;
| 2 von 6&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Dokumentenarchivierung''' || &lt;br /&gt;
*  Aufbewahrung von abgeschlossenen Vorgängen und Akten&lt;br /&gt;
* Übergabe an zentrales Kulturarchiv&lt;br /&gt;
| 2 von 6&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| moderne '''VoIP-Telefonanlage''' || &lt;br /&gt;
*&lt;br /&gt;
| 2 von 6&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Integration''' der vorhandenen Software || &lt;br /&gt;
* Schnittstellen&lt;br /&gt;
| 2 von 6&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| moderne '''Online-Shop'''-Lösung || &lt;br /&gt;
* gemeinsame Lösung&lt;br /&gt;
* inkl. moderner Bezahlmethoden&lt;br /&gt;
| 2 von 6&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Wissensmanagement''' || &lt;br /&gt;
* Intranet&lt;br /&gt;
* Wiki&lt;br /&gt;
| 2 von 6&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Pressemonitoring''' || &lt;br /&gt;
* auch zentral möglich &lt;br /&gt;
| 2 von 6&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Weitere Nennungen''' || &lt;br /&gt;
* Organisationsstandard für Zugriffe auf IT-Systeme &lt;br /&gt;
** arbeiten im Home-Office&lt;br /&gt;
** Zugriff per VPN&lt;br /&gt;
* Zeitgemäßes Redaktionssystem &lt;br /&gt;
** mit zeitnahen, aktuellen Angeboten und News über alle Kanäle &lt;br /&gt;
* Organisationsstandard für E-Mail-Umgang &lt;br /&gt;
** Ablage, Löschen und Archivieren von E-Mails&lt;br /&gt;
** einheitliche E-Mail-Adressen &lt;br /&gt;
** zentrales Pflegen von Adress- und Kontaktlisten&lt;br /&gt;
* Aufbau eines Digitalisierungszentrums&lt;br /&gt;
* Aufbau eines Forschungsdatenmanagements und wissenschaftlichen Informationsportals&lt;br /&gt;
* Organisationsstandard für Webkonten&lt;br /&gt;
** Benutzerkonten in sozialen Medien&lt;br /&gt;
** Webseiten etc. &lt;br /&gt;
* Moderne Buchhaltungslösung&lt;br /&gt;
** auch zentral organisiert und betrieben für alle sorbischen Institutionen, wenn mandantenfähig &lt;br /&gt;
| 1 von 6&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Sonstiges''' || &lt;br /&gt;
* Bündeln der Kräfte und Kapazitäten &lt;br /&gt;
** Angleichung der Software-Produkte über die sorbischen Institutionen &lt;br /&gt;
** Finden von Partnern in Wirtschaft und Politik &lt;br /&gt;
** Kooperationen mit anderen Minderheiten &lt;br /&gt;
** mit anderen sorbischen Institutionen:&lt;br /&gt;
** zentrale Fachkreise Digitalisierung, IT, Marketing u. a. &lt;br /&gt;
** schnelles und professionelles Übersetzen von Texten zwischen deutsch, ober- und niedersorbisch &lt;br /&gt;
** gemeinsame professionelle Auftritte in sozialen Medien (z. B. YouTube)  &lt;br /&gt;
** zentraler sorbischer News-Feed - zentrale Adressdatenbank&lt;br /&gt;
** zentrale Bereitstellung von Standardsoftware (z. B. Office)&lt;br /&gt;
** zentrale IT-Prozesse (Vergabe von Mails, Einrichtung Rechner etc.)&lt;br /&gt;
* Weiterentwicklung digitaler Prozesse&lt;br /&gt;
* Live-Streaming von Vorträgen&lt;br /&gt;
* Einheitliche E-Mail-Namenskonvention/E-Mails f. Mitarbeiter&lt;br /&gt;
* Optimierung Rechnungsworkflow&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nachfolgend sollen die ermittelten Digitalisierungsbedarfe sinnvoll zu Themenbereichen zusammengefasst und erläutert werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Dokumentenmanagementsystem (DMS) ====&lt;br /&gt;
Bei einem Großteil der Institutionen zeigt sich das Thema Dokumentenmanagementsystem als ein zentraler Bedarf.&lt;br /&gt;
Der Bedarf umfasst gängige Funktionalitäten eines DMS, wie visualisierte Ordnungsstrukturen, Checkin- / Checkout-Möglichkeiten von Dokumenten, Versionierung sowie datenbankgestützte Metadatenverwaltung zur Index-gestützten Dokumentensuche. Hierbei liegt die Anforderung nicht nur bei organisatorischen Prozessen, wie beispielsweise das Personalwesen oder das Rechnungswesen, sondern berührt auch die Archivierung und Durchsuchbarkeit von Dokumenten und Medien aus der Kulturgeschichte der Sorben. Inwieweit eine Verbindung zwischen einem aus organisatorischen Prozessen geprägten DMS und einem Archiv für kulturelle Dokumente und Medien sinnvoll ist, kann erst in der nachfolgenden Konzeption erörtert werden. &lt;br /&gt;
Ebenso relevant ist eine revisionssichere Archivierung von Rechnungen und buchhaltungsrelevanten Dokumenten im Sinne der Grundsätze zur ordnungsmäßigen Führung und Aufbewahrung von Büchern, Aufzeichnungen und Unterlagen in elektronischer Form sowie zum Datenzugriff (GoBD). Dies umfasst nicht nur die erwähnten Dokumente, sondern auch die Betrachtung der zugrundeliegenden E-Mail-Kommunikation. Die Konzeption zu Vorgaben der E-Mail-Archivierung ist somit ebenfalls Bestandteil einer Konzeption eines DMS.&lt;br /&gt;
Inwieweit ein zentrales institutionsübergeifendes DMS sinnvoll ist, ist auch eine Frage des zugrunde liegenden Datenmodells. Die Erhebung eines Datenmodells für alle relevanten Institutionen stellt einen ersten Schritt für eine Umsetzung dieses Bedarfes dar. Ohne die Kenntnisse der vorhandenen Daten und Informationen, der Informationsübergänge sowie deren von den Informationseigentümern eingeschätzte Kritikalität können vorhandene Synergieeffekte nur schwer eingeschätzt und genutzt werden. Ebenso können mit Hilfe des Datenmodells vorhandene Redundanzen der Daten und Informationen erkannt und konsolidiert werden. &lt;br /&gt;
Daher besteht auch seitens der Institutionen der Wunsch nach einer internen Arbeitsgruppe, welche die Anforderungen, Ideen und Konzepte der Institutionen gemeinsam bewertet und weiterentwickelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Customer Relationship Management (CRM) / Content Management System (CMS) ====&lt;br /&gt;
Bei einem Großteil der Institutionen zeigt sich der Bedarf an einer zentralen Möglichkeit zum Management von Inhalten für die Webauftritte und zur Öffentlichkeitsarbeit.&lt;br /&gt;
Bestehende CM-Systeme sind teilweise veraltet und ohne entsprechende Fachkenntnisse durch die Verantwortlichen nur schwer zu pflegen. Ein integriertes CMS erleichtert die Pflege und das Einbinden von Content plattformübergreifend und aktuell. &lt;br /&gt;
Kunden- und Kontaktinformationen zu relevanten Personen sind aktuell oft nicht zentral und für alle Beteiligten vorhanden. Dies erschwert eine professionelle Kommunikation nach außen. Es werden zentrale Datenbanken und Verteiler für dedizierte Zwecke vorgehalten, wie beispielsweise um Einladungen, Newsletter oder Veranstaltungsbewerbung zu verschicken. Ebenso ist es notwendig zentrale Datenbanken für Erstellung von Content zu implementieren. Hier kann sich eine Schnittstelle zu dem oben erwähnten Medienarchiv ergeben, da für die Erstellung von Content ein Zugriff auf ein Medienarchiv mit der entsprechenden Durchsuchbarkeit sinnvoll scheint. &lt;br /&gt;
Inwieweit eine institutionsübergreifende Lösung sinnvoll ist, ist Bestandteil einer nachfolgenden Konzeption. Seitens der Institutionen besteht der Wunsch nach einer zentralen Bündelung von Ressourcen im Bereich Öffentlichkeitsarbeit. Mechanismen der Mandantenfähigkeit sowie der Rechteverwaltung sind bei der Konzeption einer zentralen Lösung zu beachten. &lt;br /&gt;
Grundsätzlich besteht auch im Bereich der Öffentlichkeitsarbeit der Wunsch nach einem zentralen und institutionenübergreifenden Fachkreis, welcher den Austausch von Wissen im Umgang mit den technischen Lösungen und sozialen Medien ermöglicht, aber auch eine enge Zusammenarbeit der Institutionen bei der Konzeption gemeinsamer Image-Materialien, wie beispielsweise Flyer oder Videos, fördert. So besteht der Wunsch nach einem gemeinsamen Auftritt in den sozialen Medien sowie eines zentralen Pressemonitorings von sorbischen Medien, da individuell eingesetzte Tools, wie beispielsweise Google Alerts, die sorbische Schrift nicht erkennen.&lt;br /&gt;
Im Bereich der Onlineshops besteht der Bedarf nach einem integrierten Shopsystem, welches die Bestellprozesse, Lagerbestandsprüfungen, die Zahlungsabwicklung sowie den Rechnungsversand zentral und nach Möglichkeit automatisiert steuert, da manuelle Prozesse aktuell zum einen zu einem hohen Zeitverzug im Versand führen und auch innerhalb der Institutionen zeitliche Ressourcen für manuelle Prüfungen und Bestätigungen binden. &lt;br /&gt;
Für bestimmte Käufergruppen kann die aktuelle Shopstruktur unattraktiv wirken, da moderne Zahlungsmittel und Bewertungsfunktionalitäten nicht vorhanden sind. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Zentralisierung der IT-Fachkräfte / First-Level Support ====&lt;br /&gt;
Die Zusammenarbeit mit den IT-Dienstleistern Infotech und Omega wird von den meisten Institutionen als gut bis sehr gut beschrieben. Dennoch zeigte sich ein hoher Bedarf an „IT-Fachkräften“ für den First-Level-Support vor Ort am Arbeitsplatz der Mitarbeitenden. Diese könnten institutionsintern oder institutionsübergreifend angesiedelt werden und sollten im Bedarfsfall schnell einsatzbereit sein. &lt;br /&gt;
IT-affine Mitarbeiter der Institutionen übernehmen teilweise IT-Tätigkeiten, was einen hohen Ressourcenverbrauch bedeutet, da diese Zeit nicht für die originären Tätigkeiten der Mitarbeiter zur Verfügung steht. Zudem entsteht eine Exklusivität bei diesen Mitarbeitern. Zentrales Wissen sammelt sich bei einzelnen Mitarbeitern der Institutionen. Wenn diese Mitarbeiter die Institutionen verlassen, kommt es zu einem nicht unerheblichen Wegfall von Fachwissen. &lt;br /&gt;
Grundsätzlich zeigt sich der Bedarf an institutionsübergreifenden Fachkreisen und Arbeitsgruppen zum Thema IT, um Ideen, erarbeitete Konzepte und Erfahrungen gemeinsam regelmäßig auszutauschen. Aus diesen gemeinsamen Arbeitsgruppen entstehen zudem Synergien für IT-relevante Schulungen der anderen Mitarbeiter sowie ein institutionsübergreifendes Verständnis für die Fachkunde der beteiligten Mitarbeiter in den jeweiligen Institutionen. So wird Wissen nicht mehr bei einzelnen Mitarbeitern gesammelt, sondern steht dem Arbeitskreis und somit anderen Institutionen zur Verfügung. Über eine Vernetzung der IT-affinen Mitarbeiter der Institutionen, entsteht ein Bewusstsein dafür, welcher Mitarbeiter „Spezialist“ in welchem IT-relevanten Thema ist, so dass interne Fachkräfte schneller bekannt und für Sachverhalte ansprechbar sind. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Internes Wissens- und Informationsmanagement ====&lt;br /&gt;
Es zeigt sich sowohl auf der Ebene der Institutionen als auch institutionsübergreifend der Bedarf, vorhandenes Wissen zur Verfügung zu stellen sowie internes Wissen und Wissen anderer Institutionen leichter finden und nutzen zu können, beispielsweise in Form eines Wikis oder Intranets.&lt;br /&gt;
Dies betrifft zum einen Informationen, die das tägliche Arbeiten betreffen, wie z. B. Ansprechpartner, Prozesse, Arbeitsanweisungen etc. &lt;br /&gt;
Zum anderen sollen Informationen auch institutionsübergreifend ausgetauscht werden und Wissen zentral bereitgestellt werden können. Dies umfasst sowohl Informationen aus institutionsübergreifenden Arbeitsgruppen als auch den Zugang zu gemeinsamen Archivdaten, wie z.B. Bilder oder Texte.&lt;br /&gt;
Ein internes Wissens- und Informationsmanagement unterstützt folgende Ziele:&lt;br /&gt;
* innerinstitutionelle Informationsströme werden beschleunigt,&lt;br /&gt;
* es existiert eine sichere Datenbank, die innerinstitutionelle Informationen bündelt,&lt;br /&gt;
* es ermöglicht einen schnellen Zugriff und Erreichbarkeit aller Beteiligten,&lt;br /&gt;
* es ermöglicht Abläufe zu organisieren und transparent für alle zu kommunizieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Digitalisierung von Personalprozessen ====&lt;br /&gt;
Standardisierte Personalprozesse werden größtenteils noch händisch ausgeführt. Diese Prozesse sind ebenfalls durch Medienbrüche gekennzeichnet, was eine Nachverfolgbarkeit und Auswertbarkeit durch die Verantwortlichen erschwert. Dies betrifft maßgeblich folgende Prozesse:&lt;br /&gt;
* Urlaubsanträge&lt;br /&gt;
* Zeiterfassung&lt;br /&gt;
* Zentraler Abwesenheitskalender&lt;br /&gt;
* Freigabe-Prozesse für Home-Office etc.&lt;br /&gt;
* Personaldaten- und Vertragsverwaltung&lt;br /&gt;
* Dienstreisen&lt;br /&gt;
Hier besteht seitens der Institutionen der Wunsch nach einer Digitalisierung der standardisierten Personalprozesse mit einer Möglichkeit zur digitalen Signierung und Freigabe von Dokumenten. Als zentrale Vorgaben wurden ein leichtes Verständnis bzw. eine leichte Bedienbarkeit dieser Prozesse genannt sowie die Notwendigkeit, dass ein entsprechendes Tool die sorbischen Schriftzeichen verarbeiten und darstellen kann. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Kollaborationsplattformen ====&lt;br /&gt;
Auch der Wunsch nach einer Cloudlösung zum institutionsübergreifenden Austausch von Dokumenten wurde oft genannt. Hierbei beschränkt sich der Funktionsumfang einer Cloudlösung nicht nur auf den reinen Datentransfer, sondern soll um die Funktionalitäten einer Kollaborationsplattform erweitert werden. Diese soll sowohl die Zusammenarbeit von internen Mitarbeitern („Intranet“), als auch die Zusammenarbeit mit externen Personen („Extranet“) unterstützen.&lt;br /&gt;
Die Kernbereiche einer Kollaborationsplattform sind Kommunikation, Koordination und Kooperation. Mittels einer solchen digitalen Plattformen können komplexe Aufgaben und Projekte gemeinschaftlich ohne räumliche oder zeitliche Zwänge browserbasiert abgewickelt werden. Die Funktionalität reicht damit weit über den reinen Datentransfer hinaus. Nachfolgende Funktionen wurden im Rahmen der Interviews als notwendig erachtet:&lt;br /&gt;
* Kommunikationsunterstützung&lt;br /&gt;
* Projekt- und Aufgabenmanagement&lt;br /&gt;
* Informations- und Datenmanagement&lt;br /&gt;
* Administrative Funktionen&lt;br /&gt;
Ebenso besteht ein Bedarf nach dem rechtskonformen und sicheren Austausch von Daten und Dokumenten mit externen Dritten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Telefonie / Netzwerk / E-Mail ====&lt;br /&gt;
Einige Institutionen nutzen noch ISDN-basierte Telefonanlagen. Aufgrund der erweiterten Funktionalitäten wünschen sich diese Institutionen eine Umstellung auf eine IP-basierte Telefonie (VoIP).&lt;br /&gt;
Ein Problem, welches mehrere Institutionen sahen, war die zur Verfügung stehende Bandbreite, sowohl in den Institutionen als auch bei den jeweiligen Mitarbeitern im Home-Office. Die Netzwerkinfrastruktur zeigt sich teilweise instabil. Es kommt zu Verbindungsabbrüchen vor allem bei VPN-Zugriff auf die IT-Infrastruktur. &lt;br /&gt;
Es besteht der Wunsch die Netze von Bautzen und Cottbus über ein virtuelles lokales Netzwerk so zusammenzuschließen, dass alle Mitarbeiter alle Programme und Daten unabhängig vom Standort nutzen können. Dieses Netz soll nach Möglichkeit durch einen externen Dienstleister betreut werden.&lt;br /&gt;
Ein weiterer Bedarf in der digitalen Kommunikation zeigt sich in dem Wunsch, eine zentral gültige E-Mail-Konvention zu schaffen, welche eine eindeutige Namenskonvention für den Lokalteil der E-Mail-Adresse für alle Institutionen vorgibt. Als Lokalteil wird der Teil einer E-Mail-Adresse bezeichnet, der vor dem „@“-Zeichen steht und die Adresse innerhalb der Domain des E-Mail-Providers eindeutig bezeichnet. Typischerweise entspricht der Lokalteil dem Benutzernamen des Besitzers des E-Mail-Kontos. Zudem hat sich gezeigt, dass nicht alle Mitarbeiter eine dienstliche E-Mail-Adresse besitzen. So arbeiten Betreuer der Internate des Sprachzentrums WITAJ teilweise noch mit privaten E-Mail-Adressen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Mobiles Arbeiten ====&lt;br /&gt;
Die Möglichkeit für das mobile Arbeiten wird in zahlreichen Institutionen genutzt. Ebenso geben die meisten Institutionen an, ausreichend für das mobile Arbeiten vorbereitet zu sein. So wurde die Beschaffung der notwendigen Hardware (Laptops, Headsets etc.) von vielen Institutionen bereits durchgeführt oder wird aktuell durchgeführt.  &lt;br /&gt;
Zudem zeigt sich, dass der Remote-Zugriff auf lokale Arbeitsrechner teilweise ineffizient ist, da vor allem Anwendungen zur Kooperation, wie z. B. Videokonferenz-Anwendungen, nicht genutzt werden können. Dies liegt daran, dass Kamera und Mikrofon des lokalen Rechners über den Remote-Zugang nicht angesteuert werden können. Dies führt zu sog. „Work-Arounds“ bei denen alternative Kommunikationswege über private Mobilgeräte geführt werden. Diese „Work-Arounds“ können bei einem Datenaustausch personenbezogener Daten auch datenschutzrechtliche Relevanz entwickeln. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Dreisprachigkeit ====&lt;br /&gt;
Ein zentraler Bedarf besteht in der Möglichkeit, digitale Medien dreisprachig zu implementieren, zu konfigurieren und zu nutzen. Viele genutzte Medien bieten aktuell keine Dreisprachigkeit (Deutsch, Obersorbisch, Niedersorbisch). Es zeigt sich vor allem bei schon jetzt vorhandenen digitalen Angeboten der Wunsch, diese durchgängig dreisprachig anzubieten. Dies umfasst Webauftritte, soziale Medien und Webshops bis hin zu verwendeten Software-Lösungen für die tägliche Arbeit. Neben der Ansprache der jeweiligen Hersteller von Anwendungen zeigt sich, dass sich ein zentrales Verzeichnis aller Tools und Anwendungen für die Arbeit der Institutionen hilfreich wäre, welche bereits eine Dreisprachigkeit bieten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Forschungsdatenmanagement ====&lt;br /&gt;
Aufgrund der zu erwartenden Komplexität soll an dieser Stelle auf einen institutionsspezifischen Bedarf des Sorbischen Institutes eingegangen werden. Hier wurde der Aufbau eines Forschungsdatenmanagements als ein zentraler Bedarf genannt, um wettbewerbsfähig zu bleiben und die Richtlinien der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) einzuhalten, welche bei Nicht-Beachtung zum Ausschluss von der Drittmittelbeantragung führen. Ein Forschungsdatenmanagement (FDM) bezeichnet alle methodischen, konzeptionellen, organisato-rischen und technischen Maßnahmen und Verfahren zur Handhabung von Forschungsdaten über deren Lebenszyklus. Zum Forschungsdatenmanagement gehören zudem Festlegungen, was mit den Daten nach Abschluss eines Forschungsprojekts geschehen soll, also beispielsweise wo und wie die Daten archiviert werden und wer auf die archivierten Daten Zugriff erhält. &lt;br /&gt;
Eine technische Verwaltung der Forschungsdaten kann auf vielfältige Weise erfolgen. Das sorbische Institut wünscht sich eine Lösung, welche folgende Kriterien erfüllt:&lt;br /&gt;
* Zentrale Datenverwaltung, ggf. nach dem FAIR Data-Prinzipien; diese umfassen folgend Anforderungen:&lt;br /&gt;
** Findable: Die Daten sollen wieder auffindbar sein.&lt;br /&gt;
** Accessible: Die Daten sollen langfristig zugänglich sein.&lt;br /&gt;
** Interoperable: Die Daten sollen technisch nachnutzbar und mit anderen Datensätzen kombinierbar sein.&lt;br /&gt;
** Reusable: Die Daten sollen analytisch und intellektuell wieder verwendbar sein.&lt;br /&gt;
* Auswertungs- und Reportingmöglichkeiten&lt;br /&gt;
* Kooperatives Repository für wissenschaftliche Kooperationen&lt;br /&gt;
* Langzeitarchivierung der Forschungsdaten mit einem persistenten Zugang für Berechtigte&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Soll-Konzeption Digitalisierung von Arbeitsabläufen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Maßnahmen entwickeln'''&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
	    Welche Maßnahmen und Schritte sind notwendig, um die „Digitalisierung von Arbeitsabläufen     inkl. Weiterbildungen für Arbeitnehmer“ voranzubringen oder gar als Dienstleistung für sorbische Kulturgutträger anzubieten?&lt;br /&gt;
* Beschreibung der Maßnahmen inkl. ihrer Schritte&lt;br /&gt;
* Bewertung der Maßnahmen (grobe Aufwandsschätzung)&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Měrko Šenk</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://koncept.serbski-inkubator.de/index.php?title=12.2_Digitalisierung_von_Arbeitsabl%C3%A4ufen&amp;diff=1008</id>
		<title>12.2 Digitalisierung von Arbeitsabläufen</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://koncept.serbski-inkubator.de/index.php?title=12.2_Digitalisierung_von_Arbeitsabl%C3%A4ufen&amp;diff=1008"/>
		<updated>2025-11-05T16:33:47Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Měrko Šenk: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;== Einleitung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieser Themenbereich beinhaltet die Unterstützung des Anwenders beim Arbeiten mit elektronischen Geräten in den sorbischen Sprachen. Im Fokus steht hier die Interaktion von Menschen mit elektronischen Geräten in beruflichen Kontexten in der &lt;br /&gt;
* öffentlichen Verwaltung, &lt;br /&gt;
* Forschung, &lt;br /&gt;
* Handwerk und &lt;br /&gt;
* Dienstleistungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Visionen und Ziel für die sorbische digitale Welt ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Vision 2030 ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:0.501cm;margin-right:0cm;&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;span style=&amp;quot;color:#000000;&amp;quot;&amp;gt;„Sorben und Sorbisch-Lernende schreiben sehr leicht ober- und niedersorbisch auf elektronischen Geräten und werden vom Gerät dabei unterstützt, ihre sorbische Muttersprache respektive ihre Sprachfähigkeiten im Alltag oft und leicht anzuwenden.“&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:0.501cm;margin-right:0cm;&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;span style=&amp;quot;color:#000000;&amp;quot;&amp;gt;„Sorben und Sorbisch-Lernende nutzen für die Interaktion mit elektronischen Geräten die gesprochene sorbische Sprache (gleichwertig zur geschriebenen Sprache und gleichwertig zur deutschen Sprache).“&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Konkrete Visionen 2025 ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:0.501cm;margin-right:0cm;&amp;quot;&amp;gt;„Mitarbeitende in sorbischen Verwaltungen und Unternehmen nutzen sorbische Benutzeroberflächen und wenden damit ihre sorbische Muttersprache im Arbeitsalltag oft und leicht an.“&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:0.501cm;margin-right:0cm;&amp;quot;&amp;gt;„Potenzielle Auftragnehmer und Arbeitnehmer sind mittels digitaler Technologien gut vernetzt mit sorbischen Auftraggebern und Arbeitgebern, sie werden über neue Aufträge und Gesuche informiert sowie präsentieren ihre Angebote und Leistungen.“&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Konkretes Ziel ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| style=&amp;quot;border-spacing:0;&amp;quot;&lt;br /&gt;
|- style=&amp;quot;background-color:#e2efd9;border:0.25pt solid #808080;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.123cm;padding-right:0.123cm;&amp;quot;&lt;br /&gt;
|| &amp;lt;div style=&amp;quot;color:#000000;&amp;quot;&amp;gt;In einer sorbischen Institutionen wird ein Programm mit vollständig sorbischer Sprachunterstützung genutzt.&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;color:#000000;&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ist-Analyse Digitalisierung von Arbeitsabläufen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Recherche und Abgrenzung des Themas ===&lt;br /&gt;
Eine moderne digitale Arbeitswelt umfasst verschiedene Bereiche, die durch den Einsatz digitaler Technologien und Lösungen geprägt sind. Die Digitalisierung bietet zahlreiche Möglichkeiten, Arbeitsabläufe effizienter und schneller zu gestalten. &lt;br /&gt;
Im Folgenden liegt der Schwerpunkt der Analyse auf Organisationsformen, die hauptsächlich im sorbischen Sprachraum vorkommen. Diese Organisationsformen sind&lt;br /&gt;
* '''Öffentliche Verwaltung und Forschung'''&lt;br /&gt;
* '''Handwerk und Dienstleistungen'''&lt;br /&gt;
* '''Vereine'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Digital unterstützbare Bereiche in Organisationen ===&lt;br /&gt;
Die folgenden Bereiche von Organisationen können digital unterstützt werden und sollten in einer modernen Arbeitswelt von öffentlichen Verwaltungen, im Handwerk und bei Dienstleistern beachtet werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Übergreifende Bereiche ====&lt;br /&gt;
* '''Kommunikation, Kollaboration, Wissensmanagement'''&lt;br /&gt;
** E-Mail, Kalender&lt;br /&gt;
** Chat, Videokonferenzen &lt;br /&gt;
** Kollaborative Plattformen, gemeinsame digitale Arbeitsräume, Foren, soziale Intranets, Portale&lt;br /&gt;
** Projekt- und Aufgabenmanagement&lt;br /&gt;
* '''Dokumentenmanagement und Archivierung'''&lt;br /&gt;
** Elektronische Aktenführung und Dokumentenmanagement-Systeme&lt;br /&gt;
** Austausch von Dokumenten&lt;br /&gt;
** Aufbewahrung und Archivierung und von Dokumenten&lt;br /&gt;
* '''Datenmanagement, Analyse, Datenschutz'''&lt;br /&gt;
** Datenanalyse-Tools und Business Intelligence&lt;br /&gt;
** Datensicherheit und Datenschutz&lt;br /&gt;
** Open Data&lt;br /&gt;
* '''Prozessmanagement und Automatisierung'''&lt;br /&gt;
** Prozessanalyse und -optimierung&lt;br /&gt;
** Automatisierung von Verwaltungsprozessen&lt;br /&gt;
* '''Schulungen, Weiterbildungen, Trainings'''&lt;br /&gt;
** E-Learning-Plattformen und Online-Schulungen&lt;br /&gt;
** Digitale Kompetenzentwicklung und Schulungsprogramme&lt;br /&gt;
** Wissensmanagement und interne Schulungen&lt;br /&gt;
* '''IT-Infrastruktur und Technologie'''&lt;br /&gt;
** Netzwerk- und Kommunikationstechnologien&lt;br /&gt;
** Cloud Computing und Virtualisierung&lt;br /&gt;
** Cybersecurity und Informationssicherheit&lt;br /&gt;
** Elektronische Signaturen und Authentifizierung&lt;br /&gt;
** Mobile Arbeitsumgebungen&lt;br /&gt;
* Buchführung und Finanzen&lt;br /&gt;
* Marketing, Vertrieb&lt;br /&gt;
* Kundenmanagement, Kundeninteraktion, Support&lt;br /&gt;
* Personalmanagement / Mitarbeiterverwaltung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Ergänzende Bereiche in öffentlichen Verwaltungen ====&lt;br /&gt;
* Antragsmanagement&lt;br /&gt;
* Sonstige Verwaltung / Ressourcenmanagement&lt;br /&gt;
** Inventar, Lager&lt;br /&gt;
** Fuhrpark&lt;br /&gt;
** Immobilien&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Ergänzende Bereiche in der Forschung ====&lt;br /&gt;
* Forschungsdatenmanagement&lt;br /&gt;
* Open Science&lt;br /&gt;
* Simulation und Modellierung&lt;br /&gt;
* Literaturrecherche&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Ergänzende Bereiche im Handwerk und bei Dienstleistern ====&lt;br /&gt;
* Auftragsmanagement&lt;br /&gt;
** Angebote&lt;br /&gt;
** Zeiterfassung&lt;br /&gt;
** Dokumentation&lt;br /&gt;
** Terminplanung&lt;br /&gt;
* Materialbeschaffung und Lagerverwaltung&lt;br /&gt;
* Arbeitsvorbereitung &lt;br /&gt;
** Planung und Simulation (CAD, virtuelle Realität)&lt;br /&gt;
&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''zusammenfassend sollen im Folgenden die wesentlichen Bereiche analysiert werden'''&lt;br /&gt;
* Kommunikation, Kollaboration, Wissensmanagement&lt;br /&gt;
* Dokumentenmanagement und Archivierung&lt;br /&gt;
* Datenmanagement, Analyse, Datenschutz&lt;br /&gt;
* Prozessmanagement und Automatisierung&lt;br /&gt;
* Schulungen und Weiterbildung&lt;br /&gt;
* IT-Infrastruktur und Technologie&lt;br /&gt;
* Buchhaltung und Finanzen&lt;br /&gt;
* Marketing, Vertrieb, Kundenmanagement&lt;br /&gt;
* Personalmanagement / Mitarbeiterverwaltung&lt;br /&gt;
&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Aktuelle Standards in den Bereichen von Organisationen ===&lt;br /&gt;
In diesem Abschnitt sollen aktuelle Standards genannt werden, die in den oben gennanten Bereichen von Organisationen derzeit gelten.&lt;br /&gt;
* Überblick über den Status quo der Digitalisierung in der Arbeitswelt&lt;br /&gt;
* Welche (digitalen) Standards (Tools, Prozesse, Methoden etc.) gibt es in den einzelnen Bereichen?&lt;br /&gt;
* inkl. der Komponenten (Dokumenten-, Prozess-, Wissensmanagement, elektronische Unterschriften mittels Zertifikaten usw.)&lt;br /&gt;
* Entwicklung von Nutzungs-Szenarien (Soll-Zustand)&lt;br /&gt;
* wesentliche Bereiche identifizieren, in diesen status quo ermitteln an Methoden, Tools, Prozessen&lt;br /&gt;
* Überblick erstellen über den Status quo der Weiterbildungen von Arbeitnehmern (von Verwaltungen)&lt;br /&gt;
&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====E-Rechnungs-Standards in der Buchhaltung: XRechnung und ZUGFeRD-Rechnung ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Inhaltsverzeichnis ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[#Toc184300204|1 Pflicht zur E-Rechnung: rechtliche Anforderungen]]&lt;br /&gt;
:[[#Toc184300205|1.1 E-Rechnung: Einführungstermine und Rahmenbedingungen]]&lt;br /&gt;
:[[#Toc184300206|1.2 Zulässige Formate für elektronische Rechnungen]]&lt;br /&gt;
[[#Toc184300207|2 E-Rechnungen empfangen, bearbeiten und aufbewahren]]&lt;br /&gt;
:[[#Toc184300208|2.1 Eingang von E-Rechnungen]]&lt;br /&gt;
:[[#Toc184300209|2.2 NEU: Prüfung einer E-Rechnung]]&lt;br /&gt;
::[[#Toc184300210|2.2.1 ZUGFeRD-Rechnung: Abweichungen zwischen PDF und XML?]]&lt;br /&gt;
::[[#Toc184300211|2.2.2 Validierung, Prüfung und Wandlung einer XML-Datei in PDF]]&lt;br /&gt;
::[[#Toc184300212|2.2.3 Sachliche und rechnerische Prüfung der E-Rechnung]]&lt;br /&gt;
:[[#Toc184300213|2.3 Buchung und Zahlung der E-Rechnung]]&lt;br /&gt;
:[[#Toc184300214|2.4 Aufbewahrung von E-Rechnungen]]&lt;br /&gt;
:[[#Toc184300215|2.5 Technische Lösungen für die Aufbewahrung von E-Rechnungen]]&lt;br /&gt;
:[[#Toc184300216|2.6 Verfahrensdokumentation]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span id=&amp;quot;DMS3&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt; &amp;lt;span style=&amp;quot;color:#2f5496;&amp;quot;&amp;gt;Dokumentenlenkung&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| align=&amp;quot;center&amp;quot; style=&amp;quot;border-spacing:0;width:15.993cm;&amp;quot;&lt;br /&gt;
|- style=&amp;quot;background-color:#d9d9d9;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot;&lt;br /&gt;
|| '''Datum'''&lt;br /&gt;
|| '''Version'''&lt;br /&gt;
|| '''Verfasser'''&lt;br /&gt;
|| '''Bemerkungen'''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | 27.11.2024&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | 1.0&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | Mirko Schenk&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | Erstellung erste Version&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | 05.12.2024&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | 1.1&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | Mirko Schenk&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | Ergänzung Prüfung, ob PDF eine ZUGFeRD-Rechnung ist&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hinweis: Grundsätzlich gilt bei allen personenbezogenen Bezeichnungen die gewählte Form für Angehörige aller Geschlechter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== &amp;lt;span id=&amp;quot;Toc184300204&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt; 1. Pflicht zur E-Rechnung: rechtliche Anforderungen  =====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ab dem 1. Januar 2025 gilt die Pflicht zum Empfang von E-Rechnungen für Unternehmen und öffentliche Einrichtungen gemäß der EU-Richtlinie 2014/55/EU sowie deren Umsetzung im deutschen Wachstumschancengesetz und im Umsatzsteuergesetz (UStG). Im vorliegenden Dokument sind hierfür die Anforderungen an und notwendigen Anpassungen bei den Buchhaltungsabläufen erläutert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Anleitung gilt, bis die Buchhaltungsabteilung über eine spezialisierte Software für den Empfang und die Aufbewahrung von E-Rechnungen verfügt oder bis das Docuware-Dokumenten­management­system (DMS) den Betrieb aufnimmt, welches diese Aufgabe übernehmen kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====== &amp;lt;span id=&amp;quot;Toc184300205&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt; 1.1 E-Rechnung: Einführungstermine und Rahmenbedingungen ======&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Verpflichtende''' &amp;lt;u&amp;gt;Annahme&amp;lt;/u&amp;gt; von E-Rechnungen''': &lt;br /&gt;
** Ab dem 1. Januar &amp;lt;u&amp;gt;'''2025'''&amp;lt;/u&amp;gt; müssen Sie in der Lage sein, E-Rechnungen zu empfangen, zu verarbeiten und zu archivieren. - Gleichzeitig kann jedoch mit Lieferanten und Rechnungs­stellern ein anderes Rechnungsformat vereinbart werden.&lt;br /&gt;
* Verpflichtender''' &amp;lt;u&amp;gt;Versand&amp;lt;/u&amp;gt; von E-Rechnungen''': &lt;br /&gt;
** Ab dem 1. Januar &amp;lt;u&amp;gt;'''2027'''&amp;lt;/u&amp;gt; sind Unternehmen mit einem Vorjahresumsatz von mehr als 800.000 € verpflichtet, im B2B-Bereich E-Rechnungen zu versenden - bei einem Vorjahresumsatz unter 800.000&amp;amp;nbsp;€ sind sie ab dem 1. Januar &amp;lt;u&amp;gt;'''2028'''&amp;lt;/u&amp;gt; dazu verpflichtet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* '''Anwendungsbereich:'''&lt;br /&gt;
** inländische '''B2B-Umsätze''': d. h. Umsätze zwischen inländischen Unternehmen&lt;br /&gt;
* '''Ausnahmen:'''&lt;br /&gt;
** Rechnungen an Privatpersonen ('''B2C-Bereich''')&lt;br /&gt;
** Rechnungen für steuerfreie Leistungen&lt;br /&gt;
** Kleinbetragsrechnungen bis 250 Euro&lt;br /&gt;
** Fahrausweise und Fahrscheine&lt;br /&gt;
* '''Formatvorgaben für E-Rechnungen: '''&lt;br /&gt;
** E-Rechnungen müssen – wenn sie verwendet werden – in einem strukturierten, maschinenlesbaren elektronischen Format vorliegen, wie z. B. '''XRechnung''' oder '''ZUGFeRD''' (gemäß der EU-Richtlinie 2014/55/EU und der Normenreihe EN 16931). &lt;br /&gt;
** Alternativ kann zwischen Rechnungssteller und -empfänger ein anderes Format vereinbart werden, solange es eine vollständige Extraktion der nach dem UStG erforderlichen Angaben ermöglicht und mit der europäischen Norm (EN 16931) kompatibel ist. Beispielsweise kann das EDI-Verfahren weiterhin genutzt werden.&lt;br /&gt;
* '''Keine E-Rechnungen:''' Ab dem 1. Januar 2025 gelten reine PDF-Rechnungen, Papierrechnungen, Bilddateien oder E-Mails als '''sonstige Rechnungen''' und nicht als E-Rechnungen.&lt;br /&gt;
* '''Prozessanpassungen:''' Buchhaltungsprozesse müssen an die Verarbeitung von E-Rechnungen angepasst werden, um eine effiziente und rechtskonforme Handhabung zu gewährleisten.&lt;br /&gt;
* '''GoBD-Compliance:''' Die Verarbeitung und insbesondere die Archivierung von E-Rechnungen muss den GoBD&amp;lt;ref name=&amp;quot;ftn1&amp;quot;&amp;gt;Vgl. [https://ao.bundesfinanzministerium.de/ao/2023/Anhaenge/BMF-Schreiben-und-gleichlautende-Laendererlasse/Anhang-64/inhalt.html https://ao.bundesfinanzministerium.de/ao/2023/Anhaenge/BMF-Schreiben-und-gleichlautende-Laendererlasse/Anhang-64/inhalt.html] &amp;lt;/ref&amp;gt; entsprechen und '''unveränderbar''', vollständig und nachvollziehbar sein. Neben einer revisionssicheren Archivierung sollte eine '''Verfahrensdokumentation '''der technischen und organisatorischen Maßnahmen erstellt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====== &amp;lt;span id=&amp;quot;Ref183532442&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt; &amp;lt;span id=&amp;quot;Toc184300206&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt; 1.2 Zulässige Formate für elektronische Rechnungen ======&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
E-Rechnungen müssen der europäischen Norm für die elektronische Rechnungsstellung sowie der Liste der entsprechenden Syntaxen gemäß der Richtlinie 2014/55/EU entsprechen. Folgende Formate sind zulässig:* &amp;lt;u&amp;gt;'''XRechnung&amp;lt;/u&amp;gt;:''' Strukturiertes '''XML-Format''' für den Austausch von Rechnungen, aktuell in der Version 3.0.2&amp;lt;ref name=&amp;quot;ftn21&amp;quot;&amp;gt;[https://xeinkauf.de/dokumente https://xeinkauf.de/dokumente] &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;/ref&amp;gt; - ähnlich einer Textdatei mit maschinenlesbarer Struktur.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Dataja:Wobraz_E1_Org.png|500px|center]]&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* &amp;lt;u&amp;gt;'''ZUGFeRD-Rechnung&amp;lt;/u&amp;gt;:''' Hybrides Format aus '''PDF'''-Datei (Format PDF/A-3) '''mit eingebetteter strukturierter XML-Datei''' als Anhang. Der ZUGFeRD-Standard wurde in Deutschland entwickelt ('''Z'''entraler '''U'''ser '''G'''uide des '''F'''orums '''e'''lektronische '''R'''echnung '''D'''eutschland) und liegt aktuell in der Version 3.2 vor.&amp;lt;ref name=&amp;quot;ftn22&amp;quot;&amp;gt;[https://www.ferd-net.de/standards/zugferd-versionsarchiv/zugferd-versionen.html https://www.ferd-net.de/standards/zugferd-versionsarchiv/zugferd-versionen.html] &amp;lt;/ref&amp;gt; Es gibt 5 ZUGFeRD-Profile, die sich im Umfang unterscheiden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;ftn23&amp;quot;&amp;gt;[https://www.ferd-net.de/faqs/allgemeine-technische-fragen-zur-erechnung/index.html https://www.ferd-net.de/faqs/allgemeine-technische-fragen-zur-erechnung/index.html] &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Dataja:Wobraz_E2.png|600px|center]]&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* '''Sonstige Formate:''' Weitere europäische Rechnungsformate, die dem genannten Standard entsprechen, wie z. B. EDI, Factur-X (Frankreich) oder '''Peppol'''-BIS Billing.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== &amp;lt;span id=&amp;quot;Toc184300207&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt; 2. E-Rechnungen empfangen, bearbeiten und aufbewahren =====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nachfolgend wird der neue Ablauf in der Buchhaltung beschrieben, wenn E-Rechnungen eingehen; grundsätzlich bleibt es jedoch möglich, dass die Buchhaltung den Lieferanten oder Rechnungssteller kontaktiert und um eine klassische Rechnung bittet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Dataja:Wobraz_E3.jpg|thumb|400px]]&lt;br /&gt;
Der grundsätzliche '''Rechnungseingangsprozess''' bleibt gleich:&lt;br /&gt;
# Rechnungseingang, vgl. Abschnitt [[#Toc184300208|2.1]]&lt;br /&gt;
# Rechnungsprüfung, vgl. Abschnitt [[#Toc184300209|2.2]]&lt;br /&gt;
# Buchung und Zahlung, vgl. Abschnitt [[#Toc184300213|2.3]]&lt;br /&gt;
# Aufbewahrung und Archivierung, vgl. [[#Toc184300214|2.4]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====== &amp;lt;span id=&amp;quot;Ref183533790&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt; &amp;lt;span id=&amp;quot;Toc184300208&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt; &amp;lt;span id=&amp;quot;Ref183533796&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt; 2.1 &amp;lt;span style=&amp;quot;background-color:#ffff00;&amp;quot;&amp;gt;Eingang von E-Rechnungen&amp;lt;/span&amp;gt; ======&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* ZUGFeRD- und XRechnungen können über verschiedene Übertragungswege wie E-Mail, elektronische Plattformen, File-Download, FTP oder direkte Integrationen von IT-Systemen empfangen werden.&lt;br /&gt;
* Üblicherweise werden E-Rechnungen per E-Mail als Anhang eingehen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''NEU''': Ab dem 1.1.2025 ist es notwendig festzustellen, ob es sich bei einer &amp;lt;span style=&amp;quot;background-color:#ffff00;&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;u&amp;gt;'''per E-Mail eingehenden PDF-Rechnung'''&amp;lt;/u&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;span style=&amp;quot;background-color:#ffff00;&amp;quot;&amp;gt; um eine &amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;span style=&amp;quot;background-color:#ffff00;&amp;quot;&amp;gt;'''E-Rechnung vom Typ ZUGFeRD'''&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;span style=&amp;quot;background-color:#ffff00;&amp;quot;&amp;gt; handelt&amp;lt;/span&amp;gt; oder um eine „normale“ PDF-Rechnung („sonstige Rechnung“, siehe S. 2). Hierfür empfehle ich folgende Prüfschritte:&lt;br /&gt;
# '''PDF-Datei öffnen:'''&amp;amp;nbsp;Öffnen Sie die Datei mit einem PDF-Viewer (z. B. Adobe Acrobat Reader).&lt;br /&gt;
# '''Prüfen auf Hinweise im Dateinamen und Text:'''&amp;amp;nbsp;Suchen Sie nach Angaben wie „ZUGFeRD“, „Eingebettete XML-Daten“ oder „Diese Datei enthält strukturierte Rechnungsdaten“.&lt;br /&gt;
# &amp;lt;span style=&amp;quot;background-color:#ffff00;&amp;quot;&amp;gt;'''Prüfen auf Anhänge&amp;lt;/span&amp;gt;:'''&amp;amp;nbsp;Die meisten PDF-Viewer zeigen Anhänge bzw. eingebettete Dateien mit einem &amp;lt;span style=&amp;quot;background-color:#ffff00;&amp;quot;&amp;gt;'''Büroklammer-Symbol'''&amp;lt;/span&amp;gt; an. Beim Anklicken dieses Symbols wird die XML-Datei sichtbar, was auf eine ZUGFeRD-Rechnung hinweist. – Fehlt das Büroklammer-Symbol, so enthält das PDF keine Anlagen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Dataja:Wobraz_E4.png|600px]]&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Dataja:Wobraz_E5.png|600px|center]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====== &amp;lt;span id=&amp;quot;Ref183533812&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt; &amp;lt;span id=&amp;quot;Toc184300209&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt; 2.2 NEU: Prüfung einer E-Rechnung ======&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Den bisherigen fachlichen und rechnerischen Prüfungen von Rechnungen muss nun die &amp;lt;span style=&amp;quot;background-color:#00ffff;&amp;quot;&amp;gt;'''Validierung der XML-Datei'''&amp;lt;/span&amp;gt; einer E-Rechnung vorangehen. Dies ist die technische Prüfung auf Korrektheit des XML-Schemas mittels eines Validators, vgl. Abschnitt 2.2.2. Gleichzeitig sollte bei &amp;lt;span style=&amp;quot;background-color:#00ff00;&amp;quot;&amp;gt;ZUGFeRD-Rechnungen&amp;lt;/span&amp;gt; auf &amp;lt;span style=&amp;quot;background-color:#00ff00;&amp;quot;&amp;gt;Abweichungen zwischen PDF- und eingebetteter XML-Rechnung&amp;lt;/span&amp;gt; geprüft werden. Wie das praktisch umgesetzt werden kann, ist auf der Seiten 5 erläutert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====== &amp;lt;span id=&amp;quot;Ref183533361&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt; &amp;lt;span id=&amp;quot;Toc184300210&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt; 2.2.1 ZUGFeRD-Rechnung: Abweichungen zwischen PDF und XML? ======&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach dem Empfang einer ZUGFeRD-Rechnung sollte eine Prüfung erfolgen, um sicherzustellen, dass die XML-Datei und die PDF-Darstellung keine Abweichungen aufweisen. Im Fall von Abweichungen können beide Bestandteile gemäß BMF 2024 als eigenständige Rechnungen gelten.&amp;lt;ref name=&amp;quot;ftn24&amp;quot;&amp;gt;Vgl. BMF 2024, S. 10: Bundesministerium der Finanzen (BMF). (2024). ''Ausstellung von Rechnungen nach § 14 UStG; Einführung der obligatorischen elektronischen Rechnung bei Umsätzen zwischen inländischen Unternehmern ab dem 1. Januar 2025''. BMF-Schreiben vom 15. Oktober 2024. Verfügbar unter: [https://www.bundesfinanzministerium.de/Content/DE/Downloads/BMF_Schreiben/Steuerarten/Umsatzsteuer/2024-10-15-einfuehrung-e-rechnung.pdf https://www.bundesfinanzministerium.de/Content/DE/Downloads/BMF_Schreiben/Steuerarten/Umsatzsteuer/2024-10-15-einfuehrung-e-rechnung.pdf]&amp;lt;/ref&amp;gt; „PDF und XML müssen die Vorgaben des § 14 Abs. 4 Umsatzsteuergesetz (UStG) berücksichtigen, um inhaltlich identische Mehrstücke derselben Rechnung darzustellen.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;ftn25&amp;quot;&amp;gt;Vgl. [https://www.ferd-net.de/standards/was-ist-zugferd/was-ist-zugferd.html https://www.ferd-net.de/standards/was-ist-zugferd/was-ist-zugferd.html] &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Lt. BMF 2024 muss mit dem XML-Anhang der ZUGFeRD-Rechnung weitergearbeitet werden. „Bei einem hybriden Format bilden die im '''XML-Format''' vorliegenden Rechnungsdaten '''den führenden Teil'''. Im Fall von Abweichungen zwischen den strukturierten Rechnungsdaten und den sonstigen Informationen gehen die Daten des strukturierten Teils [XML] denen der Bilddatei [PDF] vor.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;ftn26&amp;quot;&amp;gt;Vgl. BMF 2024, S. 10. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Sind PDF und XML &amp;lt;u&amp;gt;'''identisch'''&amp;lt;/u&amp;gt;, handelt es sich beim PDF um ein inhaltlich identisches Mehrstück.&amp;lt;ref name=&amp;quot;ftn27&amp;quot;&amp;gt;Vgl. BMF 2024, S. 10 und [https://www.ferd-net.de/standards/was-ist-zugferd/was-ist-zugferd.html https://www.ferd-net.de/standards/was-ist-zugferd/was-ist-zugferd.html].&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Sind PDF und XML &amp;lt;u&amp;gt;'''nicht identisch'''&amp;lt;/u&amp;gt;, stellt das PDF ggf. eine weitere (sonstige) Rechnung dar, für die die Voraussetzungen des § 14c UStG zu prüfen sind.&amp;lt;ref name=&amp;quot;ftn28&amp;quot;&amp;gt;Vgl. BMF 2024, S. 11.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====== &amp;lt;span id=&amp;quot;Ref183531396&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt; &amp;lt;span id=&amp;quot;Toc184300211&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt; 2.2.2 &amp;lt;span style=&amp;quot;background-color:#00ffff;&amp;quot;&amp;gt;Validierung&amp;lt;/span&amp;gt;, &amp;lt;span style=&amp;quot;background-color:#00ff00;&amp;quot;&amp;gt;Prüfung&amp;lt;/span&amp;gt; und Wandlung einer XML-Datei in PDF ======&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die XML-Datei (XRechnung oder XML-Anhang einer ZUGFeRD-Rechnung) sollte validiert und geprüft werden, ob sie einem gültigen Format entspricht. Hierfür kann die XML-Datei mittels eines Validators geprüft werden. Es gibt hierfür eine Menge von &amp;lt;span style=&amp;quot;background-color:#00ffff;&amp;quot;&amp;gt;Online und Offline Validatoren&amp;lt;/span&amp;gt;.&amp;lt;ref name=&amp;quot;ftn29&amp;quot;&amp;gt;Vgl. Übersicht unter [https://easyfirma.net/e-rechnung/validieren https://easyfirma.net/e-rechnung/validieren]. &amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich empfehle mit dem Offline-Validator „'''Ultramarinviewer'''“&amp;lt;ref name=&amp;quot;ftn30&amp;quot;&amp;gt;Vgl. [https://www.ultramarinviewer.de https://www.ultramarinviewer.de] &amp;lt;/ref&amp;gt; zu arbeiten, da dieser die Dateien lokal im Unternehmen weiterverarbeitet. Zudem lässt sich mittels der Druckfunktion eine PDF-Datei (oder ein Papierdokument) aus der XML-Datei erzeugen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Folgenden werden die Arbeitsschritte mit dem Ultramarinviewer im Detail erläutert:&lt;br /&gt;
# &amp;lt;u&amp;gt;'''Herunterladen und installieren'''&amp;lt;/u&amp;gt; des Ultramarinviewer&lt;br /&gt;
#* Aktuell in der Version 1.2: [https://www.ultramarinviewer.de https://www.ultramarinviewer.de] &lt;br /&gt;
# &amp;lt;u&amp;gt;'''Öffnen'''&amp;lt;/u&amp;gt; des Ultramarinviewer&lt;br /&gt;
#* In der Windows-Suche in der Taskleiste suchen nach „Ultramarin“ und öffnen der App&lt;br /&gt;
# &amp;lt;u&amp;gt;'''XML-Datei öffnen '''(XRechnung und ZUGFeRD-PDF)&amp;lt;/u&amp;gt;''':''' Dieses Video zeigt 4 Wege, eine '''XML-Datei zu öffnen''': [https://www.ultramarinviewer.de/assets/Ultramarinviewer.mp4 https://www.ultramarinviewer.de/assets/Ultramarinviewer.mp4] &lt;br /&gt;
:: a) '''Drag and Drop''' einer '''XML-Datei''' einer E-Rechnung in die &amp;lt;u&amp;gt;'''Startseite'''&amp;lt;/u&amp;gt; des Ultramarinviewer.&lt;br /&gt;
:::* Das funktioniert ebenfalls mit den meisten '''ZUGFeRD-Rechnungen als PDF''', d. h. es kann die '''PDF-Datei''' per Drag and Drop in die Viewer-Startseite gezogen werden – es wird automatisch das eingebettete XML geöffnet!&lt;br /&gt;
:: b) „'''Datei öffnen'''“ klicken in der Menü-Leiste.&lt;br /&gt;
:: c) „'''Vorherige Datei'''“, „'''Nächste Datei'''“ in der Menü-Leiste nutzen. &lt;br /&gt;
:: d) („'''Senden an'''“: Rechtsklick auf eine XML-Datei und senden an Ultramarinviewer – hat bei mir nicht funktioniert. Ebenfalls traten mittels „'''Öffnen mit'''“ nach Rechtsklick auf eine Datei '''Fehler''' auf.)&lt;br /&gt;
: 4. &amp;lt;span style=&amp;quot;background-color:#00ffff;&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;u&amp;gt;'''XML-Datei validieren&amp;lt;/span&amp;gt; und &amp;lt;span style=&amp;quot;background-color:#00ff00;&amp;quot;&amp;gt;ZUGFeRD-Rechnung prüfen&amp;lt;/u&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;:'''&lt;br /&gt;
:: a) Kann die XML-Datei mit dem Ultramarinviewer &amp;lt;span style=&amp;quot;background-color:#00ffff;&amp;quot;&amp;gt;'''nicht geöffnet&amp;lt;/span&amp;gt; '''werden oder erscheint beim Öffnen eine Fehlermeldung, so ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass sie nicht validiert werden konnte und somit &amp;lt;span style=&amp;quot;background-color:#00ffff;&amp;quot;&amp;gt;'''keine valide XRechnungs-Datei'''&amp;lt;/span&amp;gt; ist. &lt;br /&gt;
:: b) Konnte die Datei dagegen &amp;lt;span style=&amp;quot;background-color:#00ffff;&amp;quot;&amp;gt;'''geöffnet&amp;lt;/span&amp;gt; '''werden, so ist sie &amp;lt;span style=&amp;quot;background-color:#00ffff;&amp;quot;&amp;gt;'''valide'''&amp;lt;/span&amp;gt;. Im Abschnitt „Zusätze“ unter „&amp;lt;span style=&amp;quot;background-color:#00ffff;&amp;quot;&amp;gt;Spezifikationskennung&amp;lt;/span&amp;gt;“ unten ist oft das verwendete XML-Schema eingetragen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Dataja:Wobraz_E6.png|600px|center]]&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:: c) Handelt es sich ursprünglich um eine &amp;lt;span style=&amp;quot;background-color:#00ff00;&amp;quot;&amp;gt;'''ZUGFeRD-Rechnung'''&amp;lt;/span&amp;gt;, dann sollten nun die &amp;lt;span style=&amp;quot;background-color:#00ff00;&amp;quot;&amp;gt;'''Datenfelder der XML'''&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;span style=&amp;quot;background-color:#00ff00;&amp;quot;&amp;gt; im Ultramarinviewer&amp;lt;/span&amp;gt; '''mit &amp;lt;span style=&amp;quot;background-color:#00ff00;&amp;quot;&amp;gt;den Daten der PDF-Rechnung'''&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;span style=&amp;quot;background-color:#00ff00;&amp;quot;&amp;gt; &amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;span style=&amp;quot;background-color:#00ff00;&amp;quot;&amp;gt;'''verglichen'''&amp;lt;/span&amp;gt; werden, um sicherzustellen, dass es sich &amp;lt;span style=&amp;quot;background-color:#00ff00;&amp;quot;&amp;gt;um identische Mehrstücke derselben Rechnung&amp;lt;/span&amp;gt; handelt, siehe Abschnitt 2.2.1. &lt;br /&gt;
:: d) Die Daten der geöffneten XML-Datei werden im Ultramarinviewer in '''5 Abschnitten''' angezeigt, wobei meist nur die ersten 3 Abschnitte befüllt sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Dataja:Wobraz_E7.png|500px|center]]&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:: e) &amp;lt;u&amp;gt;'''XML-Datei drucken'''&amp;lt;/u&amp;gt;: Die dargestellte '''XML-Datei '''(XRechnung oder ZUGFeRD-Anhang)''' kann nun als PDF gedruckt''' werden, z.&amp;amp;nbsp;B. zur Dokumentation oder wenn für den weiteren Buchungsprozess eine Datei zum Weiterverarbeiten benötigt wird. &lt;br /&gt;
::: i) Zunächst in der geöffneten Datei im Ultramarinviewer den '''Abschnitt''' wählen, der gedruckt werden soll. Dort mittels „'''Strg + P'''“ oder '''Rechtsklick''' auf die angezeigte XML-Datei und „'''Drucken'''“ das Druckmenü öffnen.&lt;br /&gt;
::: ii) Hier unter „Drucker“ einen '''PDF-Drucker wählen''', bspw. den „Microsoft Print to PDF“.&lt;br /&gt;
::: iii) Empfohlene '''Einstellungen'''&lt;br /&gt;
::::* '''Layout''': Hochformat&lt;br /&gt;
::::*  '''Seiten''': Alles&lt;br /&gt;
::::*  '''Farbe''': Farbe&lt;br /&gt;
::::*  '''Weitere''' Einstellungen:&lt;br /&gt;
::::*  '''Papierformat''': A4&lt;br /&gt;
::::*  '''Skalierung (%)''': Tatsächliche Größe&lt;br /&gt;
::::*  '''Seiten pro Blatt''': 1 oder 2 (oder ggf. 4)&lt;br /&gt;
::::*  '''Optionen''': Kopf- und Fußzeilen: ja; Hintergrundgrafiken: nein&lt;br /&gt;
::: iv) '''Wiederholen pro Abschnitt''', welcher buchungsrelevante Daten enthält.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* '''Hinweis''': Bei mir traten Fehler auf, wenn mehrere Instanzen des Ultramarinviewer geöffnet waren. Ebenfalle beim Öffnen einer Datei mittels Rechtsklick auf eine Datei im Explorer und „Öffnen mit“, dann konnte diese Datei nicht geöffnet und validiert werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====== &amp;lt;span id=&amp;quot;Toc184300212&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt; 2.2.3 Sachliche und rechnerische Prüfung der E-Rechnung ======&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die aus der XML-Datei gedruckten PDF-Dokumente können nun für die weitere Rechnungsbearbeitung verwendet werden, bspw. für die sachliche und rechnerische Prüfung der E-Rechnung. Bei einer ZUGFeRD-Rechnung kann bei identischen Rechnungsdaten auch das ursprüngliche PDF hierfür verwendet werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu beachten ist, dass sowohl die E-Rechnung in ihrer ursprünglichen Form als auch die zusätzlichen Dokumente unveränderlich aufbewahrt werden müssen, sofern an ihnen Aufzeichnungen enthalten sind, die für die Besteuerung von Bedeutung sind, z. B. Buchungsvermerke oder Unterschriften.&amp;lt;ref name=&amp;quot;ftn31&amp;quot;&amp;gt;Vgl. BMF 2024, S. 17.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====== &amp;lt;span id=&amp;quot;Toc184300213&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt; 2.3 Buchung und Zahlung der E-Rechnung ======&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Buchung und Zahlung einer E-Rechnung kann wie bisher erfolgen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====== &amp;lt;span id=&amp;quot;Ref183533885&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt; &amp;lt;span id=&amp;quot;Toc184300214&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt; 2.4 Aufbewahrung von E-Rechnungen ======&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zusammenfassend lässt sich das Schreiben des BMF 2024 wie folgt interpretieren, siehe Zitate unten. Für eine GoBD-konforme Aufbewahrung von E-Rechnungen ist folgendes notwendig:&lt;br /&gt;
* E-Rechnungen, insb. XRechnungen sowie der strukturierte XML-Teil einer ZUGFeRD-Rechnung, müssen in dem Format aufbewahrt werden, in dem sie empfangen wurden.&lt;br /&gt;
** Hierfür kann, aber muss nicht, die E-Mail samt Anhang archiviert werden.&lt;br /&gt;
* E-Rechnungen müssen während ihrer Aufbewahrungsfrist von min. 10 Jahren maschinell auswertbar sein. Sie dürfen nicht ausgedruckt aufbewahrt werden!&lt;br /&gt;
* Zusätzliche Dokumente (z. B. Bildteil einer hybriden Rechnung oder die als PDF gedruckte XML-Rechnung) müssen mit aufbewahrt werden, sofern sie Aufzeichnungen enthalten, die für die Besteuerung von Bedeutung sind, z. B. Buchungsvermerke oder Unterschriften zur sachlichen und rechnerischen Prüfung.&lt;br /&gt;
* Um die GoBD-Vorgaben zu erfüllen, müssen während der Aufbewahrungsphase die Unveränderbarkeit, Vollständigkeit und Nachvollziehbarkeit der gespeicherten Dokumente sichergestellt sein. Eine einfache Speicherung im Windows-Dateisystem erfüllt diese Anforderungen nicht. &lt;br /&gt;
* Mögliche technische Lösungen werden in im folgenden Abschnitt 2.5vorgestellt.&lt;br /&gt;
* Neben einer revisionssicheren Archivierung sollte eine Verfahrensdokumentation der technischen und organisatorischen Maßnahmen erstellt werden, vgl. Abschnitt 2.6.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Zitate und Verlinkungen zur Aufbewahrung von E-Rechnungen:'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Das Umsatzsteuergesetz sieht vor, dass Rechnungen '''zehn Jahre''' aufzubewahren sind ([https://www.gesetze-im-internet.de/ustg_1980/__14b.html § 14b Abs. 1 S. 1 UStG]). Elektronische Rechnungen müssen gemäß den jeweils gültigen Grundsätzen zur ordnungsgemäßen Führung und Aufbewahrung von Büchern, Aufzeichnungen und Unterlagen in elektronischer Form sowie zum Datenzugriff (GoBD) aufbewahrt werden. Elektronische Handels- oder Geschäftsbriefe und Buchungsbelege müssen '''in dem Format aufbewahrt werden, in dem Sie empfangen werden''' (Randziffer 131 der GoBD vom 28. November 2019). D.&amp;amp;nbsp;h. elektronische Rechnungen sind originär elektronisch aufzubewahren und '''müssen maschinell auswertbar''' sein (Randziffer 128 GoBD vom 28. November 2019). Eine Aufbewahrung elektronischer Rechnungen in ausgedruckter Form ist nicht möglich.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;ftn32&amp;quot;&amp;gt;Vgl. [https://www.ferd-net.de/standards/was-ist-zugferd/was-ist-zugferd.html https://www.ferd-net.de/standards/was-ist-zugferd/was-ist-zugferd.html] &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gemäß BMF 2024 ist „['''d]er strukturierte Teil einer E-Rechnung''' [...] '''so aufzubewahren''', dass dieser in seiner '''ursprünglichen Form''' vorliegt und die Anforderungen an die '''Unveränderbarkeit''' erfüllt werden. Eine '''maschinelle Auswertbarkeit''' seitens der Finanzverwaltung muss sichergestellt sein. Sofern in einem zusätzlich übersandten Dokument (z. B. Bildteil einer hybriden Rechnung) Aufzeichnungen enthalten sind, die für die Besteuerung von Bedeutung sind, z. B. Buchungsvermerke, sind diese ebenfalls so aufzubewahren, dass diese in ihrer ursprünglichen Form vorliegen und die Anforderungen an die Unveränderbarkeit erfüllt werden.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;ftn33&amp;quot;&amp;gt;Vgl. BMF 2024, S. 17.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Wird die elektronische Rechnung per E-Mail übersandt, so ist die '''E-Mail selbst''' als reines '''Transportmittel der Rechnung''' (= Briefumschlag der elektronischen Rechnung) grundsätzlich '''nicht aufzubewahren''', es sei denn, die E-Mail enthält der Rechnung zugehörige, aufbewahrungspflichtige Informationen.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;ftn34&amp;quot;&amp;gt;Vgl. [https://www.ferd-net.de/standards/was-ist-zugferd/was-ist-zugferd.html https://www.ferd-net.de/standards/was-ist-zugferd/was-ist-zugferd.html]&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;span id=&amp;quot;Ref183535663&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====== &amp;lt;span id=&amp;quot;Ref183609885&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt; &amp;lt;span id=&amp;quot;Toc184300215&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt; 2.5 Technische Lösungen für die Aufbewahrung von E-Rechnungen ======&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Um unter Windows eine GoBD-konforme Archivierung sicherzustellen, ist es entscheidend, dass die gespeicherten Dokumente unveränderbar, vollständig und nachvollziehbar sind. Die bloße Ablage von Dateien im Windows-Dateisystem erfüllt diese Anforderungen in der Regel nicht, da sie keine Mechanismen zur Verhinderung von Änderungen oder Löschungen ohne Protokollierung bietet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''WORM-Speichermedien für die Archivierung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
WORM ('''W'''rite '''O'''nce, '''R'''ead '''M'''any)-Medien sind Speichermedien, auf denen Daten einmalig gespeichert und anschließend nicht mehr verändert werden können. Dies stellt die Unveränderbarkeit der Daten sicher. Beispiele für WORM-Medien sind:&lt;br /&gt;
* '''Optische Speichermedien''': CD-R, DVD-R und BD-R (Blu-ray Disc Recordable) sind klassische WORM-Medien. &lt;br /&gt;
* '''Magneto-Optische Laufwerke''': Diese bieten hohe Speicherkapazitäten und Langlebigkeit, sind jedoch weniger verbreitet und erfordern spezielle Hardware.&amp;lt;ref name=&amp;quot;ftn35&amp;quot;&amp;gt;Bspw. Overland Tandberg [https://ftp1.overlandtandberg.com/website/website/DS_RDX_Family_EMEA.pdf https://ftp1.overlandtandberg.com/website/website/DS_RDX_Family_EMEA.pdf] &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* '''WORM-Festplatten bzw. Archivierugssysteme''': Einige Hersteller bieten spezielle Festplatten mit WORM-Funktionalität an, die eine einmalige Speicherung von Daten ermöglichen. Beispielsweise bieten EMC mit Centera sowie NetApp mit SnapLock solche Lösungen an.&amp;lt;ref name=&amp;quot;ftn36&amp;quot;&amp;gt;Bspw. [https://docs.netapp.com/de-de/ontap/snaplock https://docs.netapp.com/de-de/ontap/snaplock], [https://www.fast-lta.de/de/produkte/silent-brick-system https://www.fast-lta.de/de/produkte/silent-brick-system] &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* '''WORM USB'''-Sticks&amp;lt;ref name=&amp;quot;ftn37&amp;quot;&amp;gt;Bspw. [https://www.digikey.de/de/products/detail/flexxon-pte-ltd/FUUP008GME-XE00/16705751 https://www.digikey.de/de/products/detail/flexxon-pte-ltd/FUUP008GME-XE00/16705751] &amp;lt;/ref&amp;gt; können eine Lösung für die Archivierung darstellen.&lt;br /&gt;
* '''Softwarebasierte WORM-Lösungen''': Es gibt Softwarelösungen, die innerhalb des Windows-Dateisystems einen WORM-Bereich schaffen können. Beispielsweise bieten iTernity mit iCAS&amp;lt;ref name=&amp;quot;ftn38&amp;quot;&amp;gt;Vgl. [https://iternity.com/de/produkte/icas/ https://iternity.com/de/produkte/icas/] &amp;lt;/ref&amp;gt; sowie Synology mit DSM eine WORM-Funktionalität an, die es ermöglicht, Daten einmalig zu schreiben und mehrfach zu lesen, ohne dass sie verändert werden können.&amp;lt;ref name=&amp;quot;ftn39&amp;quot;&amp;gt;Vgl. [https://blog.synology.com/ger/anleitung-was-ist-worm-schreib-und-loeschschutz-in-synology-dsm https://blog.synology.com/ger/anleitung-was-ist-worm-schreib-und-loeschschutz-in-synology-dsm] und [https://kb.synology.com/de-de/DSM/tutorial/which_synology_nas_models_support_WriteOnce_and_secure_snapshots https://kb.synology.com/de-de/DSM/tutorial/which_synology_nas_models_support_WriteOnce_and_secure_snapshots] &lt;br /&gt;
&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wichtige Funktionen solcher Systeme:&lt;br /&gt;
* '''Unveränderbarkeit''': Dokumente können nach der Archivierung nicht mehr ohne Protokollierung verändert werden.&lt;br /&gt;
* '''Zugriffskontrollen''': Nur autorisierte Personen haben Zugriff auf die Dokumente.&lt;br /&gt;
* '''Protokollierung''': Alle Zugriffe und Änderungen werden lückenlos protokolliert.&lt;br /&gt;
* '''Sicherheitsmaßnahmen''': Schutz vor unbefugtem Zugriff und Datenverlust.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;color:#2f5496;&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====== &amp;lt;span id=&amp;quot;Ref183605446&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt; &amp;lt;span id=&amp;quot;Toc184300216&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt; 2.6 Verfahrensdokumentation ======&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gemäß den GoBD ist eine Verfahrensdokumentation zu erstellen. Sie dient dazu, alle technischen und organisatorischen Maßnahmen zur Verarbeitung und Archivierung von E-Rechnungen transparent und prüfungssicher darzustellen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Verfahrensdokumentation sollte die folgenden Punkte detailliert abdecken:&lt;br /&gt;
# '''Allgemeine Beschreibung des Unternehmens und der Organisation'''&lt;br /&gt;
#* Darstellung der Unternehmensstruktur und Zuständigkeiten.&lt;br /&gt;
#* Beschreibung der Abteilungen, die an der Verarbeitung von E-Rechnungen beteiligt sind.&lt;br /&gt;
# '''Aufbau der IT-Infrastruktur'''&lt;br /&gt;
#* Hardware: Server, Speichersysteme, Backup-Geräte.&lt;br /&gt;
#* Software: Eingesetzte Anwendungen für die Rechnungsverarbeitung und Archivierung.&lt;br /&gt;
#* Netzwerke: Netzwerkarchitektur und Sicherheitsmaßnahmen.&lt;br /&gt;
# '''Prozessbeschreibungen'''&lt;br /&gt;
#* Empfang von E-Rechnungen: Kanäle und Formate (z.B. E-Mail, Webportal).&lt;br /&gt;
#* Verarbeitung: Validierung, Datenextraktion und Weiterleitung.&lt;br /&gt;
#* Buchung: Integration in das Finanzbuchhaltungssystem.&lt;br /&gt;
#* Archivierung: Speichervorgänge und -orte, Zugriffsrechte.&lt;br /&gt;
# '''Internes Kontrollsystem (IKS)'''&lt;br /&gt;
#* Zugriffsrechte: Haben nur befugte Personen Zugriff auf archivierte Daten und Systeme?&lt;br /&gt;
#* Funktionstrennungen: Trennung von Verantwortlichkeiten zur Minimierung von Fehlern und Betrug.&lt;br /&gt;
#* Kontrollen: Regelmäßige Überprüfungen und Freigabeprozesse.&lt;br /&gt;
# '''Datensicherungskonzept'''&lt;br /&gt;
#* Backup-Strategien: Regelmäßigkeit und Methoden der Datensicherung.&lt;br /&gt;
#* Notfallplan: Maßnahmen bei Datenverlust oder Systemausfällen.&lt;br /&gt;
# '''Aufbewahrung'''&lt;br /&gt;
#* WORM-Speicher: Einsatz von &amp;quot;Write Once Read Many&amp;quot;-Technologien zur Sicherstellung der Unveränderbarkeit.&lt;br /&gt;
#* Archivierungsprozesse: Wie und wo werden die Daten langfristig gespeichert?&lt;br /&gt;
# '''Versionierung und Änderungshistorie'''&lt;br /&gt;
#* Dokumentation aller Änderungen am Verfahren und an den Systemen.&lt;br /&gt;
#* Protokollierung von Software-Updates und Prozessanpassungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Umsetzungsschritte'''&lt;br /&gt;
* '''Erstellung eines Projektteams''': Zusammensetzung aus IT, Buchhaltung und Compliance-Experten.&lt;br /&gt;
* '''Dokumentation der aktuellen Prozesse''': Erfassung des Ist-Zustands und Identifikation von Lücken.&lt;br /&gt;
* '''Dokumentation erstellen''': Ausführliche Beschreibung gemäß den oben genannten Punkten.&lt;br /&gt;
* '''Schulung der Mitarbeiter''': Sicherstellen, dass alle Beteiligten die Prozesse u. ihre Rollen verstehen.&lt;br /&gt;
* '''Regelmäßige Aktualisierung''': Die Verfahrensdokumentation sollte mindestens jährlich oder bei wesentlichen Änderungen aktualisiert werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
----&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ist-Analyse sorbische Welt der Digitalisierung von Arbeitsabläufen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Ergebnisse der Interviews zusammenfassen, Fokus Tools, Prozesse, Methoden und Weiterbildungen&lt;br /&gt;
* ggf. weiterführende Gespräche mit den betreffenden Institutionen, insb. zu Weiterbildungen von Arbeitnehmern&lt;br /&gt;
* auch Gespräche mit dem Bund sorbischer Handwerker und Unternehmer e. V. (https://www.domowina.de/?id=284)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Ergebnisse der Interviews ===&lt;br /&gt;
Im Rahmen der Erstellung des sorbischen Digitalisierungskonzeptes wurde 2021 der Ist-Stand im Themenbereich &amp;quot;Digitale Arbeitswelt&amp;quot; analysiert. Hierfür wurden Interviews mit  ausgewählten sorbischen Institutionen durchgeführt, um die spezifischen Anforderungen sorbischer Organisationen an die Digitalisierung zu identifizieren, zu analysieren und zusammenzufassen. In diesem Abschnitt präsentieren wir die Resultate dieser Interviews und interpretieren die daraus gewonnenen Erkenntnisse.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Interviews wurden mit Vertretern folgender sorbischer Institutionen durchgeführt:&lt;br /&gt;
* Domowina e. V. / Domowina z. t.&lt;br /&gt;
* Sprachzentrum WITAJ / Rěčny centrum WITAJ&lt;br /&gt;
* Stiftung für das sorbische Volk / Załožba za serbski lud&lt;br /&gt;
* Sorbisches Institut e. V. / Serbski institut z. t.&lt;br /&gt;
* Sorbisches National-Ensemble gGmbH / Serbski ludowy ansambl tzwr&lt;br /&gt;
* Domowina-Verlag GmbH / Ludowe nakładnistwo Domowina tzwr&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|+ Zusammenfassung der Digitalisierungsbedarfe von sorbischen Organisationen 2021&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Digitalisierungsbedarf !! Beschreibung !! Nennungen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Ermöglichen von '''Home-Office''' || &lt;br /&gt;
* ausreichend dienstliche Notebooks&lt;br /&gt;
* entsprechende IT-Infrastruktur&lt;br /&gt;
* interne Regelungen &lt;br /&gt;
| 6 von 6&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| hoher Anwendungs-'''Kenntnisstand der Mitarbeiter'''  || &lt;br /&gt;
* regelmäßige Weiterbildungen&lt;br /&gt;
* Wissenstransfer zu IT-Themen mittels Wissens-Mediatoren und Wissens-Pools&lt;br /&gt;
* Fachkreise&lt;br /&gt;
* Fachkräfte DB&lt;br /&gt;
| 5 von 6&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| [[12.2_Digitalisierung_von_Arbeitsabläufen#Dokumentenmanagementsystem_.28DMS.29 | '''Dokumentenablage''' / Dokumentenmanagementsystem (DMS)]] || &lt;br /&gt;
* leichtes Finden&lt;br /&gt;
* OCR inkl. sorbischer Buchstaben&lt;br /&gt;
* revisionssichere Ablage&lt;br /&gt;
* ggf. zentral genutzt von mehreren sorbischen Institutionen&lt;br /&gt;
* Arbeitskreis DMS über alle sorbischen Institutionen hinweg&lt;br /&gt;
| 5 von 6&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Cloudlösung''' / Kollaborationsplattform || &lt;br /&gt;
* auch Kommunikationsplattform&lt;br /&gt;
* für Dateiaustausch mit Externen&lt;br /&gt;
* zentral betriebene Cloud für alle sorbischen Institutionen wäre vorteilhaft&lt;br /&gt;
| 5 von 6&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| moderne '''IT-Infrastruktur''' || &lt;br /&gt;
* Standort- und Organisationsstruktur-übergreifende Infrastruktur&lt;br /&gt;
* höhere Upstream-Bandbreite der Server im Haus&lt;br /&gt;
* Virtualisierung der Serverumgebung&lt;br /&gt;
* Standortunabhängig&lt;br /&gt;
* ggf. extern administriert&lt;br /&gt;
* moderne Ausstattung des Neubaus am Lauengraben&lt;br /&gt;
| 5 von 6&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''IT-Fachkräfte''' || &lt;br /&gt;
* für IT-Management, CMS / Webseite&lt;br /&gt;
* sorbischsprachige IT-Fachkräfte&lt;br /&gt;
* leichter Zugriff auf interne, zentrale oder externe Fachkräfte&lt;br /&gt;
| 5 von 6&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| umfangreiche [[12.2_Digitalisierung_von_Arbeitsabläufen#Dreisprachigkeit| '''Unterstützung der Dreisprachigkeit''']] || &lt;br /&gt;
* MS Office&lt;br /&gt;
* Spracherkennung&lt;br /&gt;
* Übersetzungsdienst&lt;br /&gt;
* geographische Namen&lt;br /&gt;
* soziale Netzwerke&lt;br /&gt;
* aller Softwareprodukte und Webangebote&lt;br /&gt;
* leichteres Update der sorbischen Rechtschreibprüfung&lt;br /&gt;
| 4 von 6&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Projekt- und Aufgabenmanagement''' || &lt;br /&gt;
* auch übergreifendes Projektmanagement&lt;br /&gt;
| 4 von 6&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| [[12.2_Digitalisierung_von_Arbeitsabläufen#Customer_Relationship_Management_.28CRM.29_.2F_Content_Management_System_.28CMS.29| '''Customer-Relationship-Management'''-System (CRM)]] || &lt;br /&gt;
* für die Adress- und Verteilerpflege&lt;br /&gt;
| 4 von 6&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Foto-Archiv''' ||&lt;br /&gt;
*  mit Archivierung gedruckter Fotos&lt;br /&gt;
* Übergabe an das Kultur-Archiv&lt;br /&gt;
* Recherche im Kultur-Archiv&lt;br /&gt;
| 4 von 6&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| zentrale Verwaltung der '''IT-Assets''' ||&lt;br /&gt;
* IT-Inventar&lt;br /&gt;
* Lizenzen&lt;br /&gt;
* Softwareversionen&lt;br /&gt;
| 3 von 6&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''moderne Webseite'''  || &lt;br /&gt;
* Content Management System (CMS)&lt;br /&gt;
* gerne gemeinsam mit weiteren sorbischen Institutionen&lt;br /&gt;
| 3 von 6&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''IT-Support'''-Ansprechpartner || &lt;br /&gt;
* 1st-Level-Support&lt;br /&gt;
* definierte IT-Prozesse&lt;br /&gt;
* gern zentral organisiert für alle sorbischen Institutionen&lt;br /&gt;
| 2 von 6&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Organisationsstandard''' zur Dokumentenablage || &lt;br /&gt;
* Verringerung der Redundanzen der Daten&lt;br /&gt;
| 2 von 6&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| digitale '''Personalprozesse''' || &lt;br /&gt;
* Genehmigungsprozesse wie Urlaubsanträge&lt;br /&gt;
* Zeiterfassung&lt;br /&gt;
* Travel-Management&lt;br /&gt;
* Recruiting&lt;br /&gt;
| 2 von 6&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Dokumentenarchivierung''' || &lt;br /&gt;
*  Aufbewahrung von abgeschlossenen Vorgängen und Akten&lt;br /&gt;
* Übergabe an zentrales Kulturarchiv&lt;br /&gt;
| 2 von 6&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| moderne '''VoIP-Telefonanlage''' || &lt;br /&gt;
*&lt;br /&gt;
| 2 von 6&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Integration''' der vorhandenen Software || &lt;br /&gt;
* Schnittstellen&lt;br /&gt;
| 2 von 6&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| moderne '''Online-Shop'''-Lösung || &lt;br /&gt;
* gemeinsame Lösung&lt;br /&gt;
* inkl. moderner Bezahlmethoden&lt;br /&gt;
| 2 von 6&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Wissensmanagement''' || &lt;br /&gt;
* Intranet&lt;br /&gt;
* Wiki&lt;br /&gt;
| 2 von 6&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Pressemonitoring''' || &lt;br /&gt;
* auch zentral möglich &lt;br /&gt;
| 2 von 6&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Weitere Nennungen''' || &lt;br /&gt;
* Organisationsstandard für Zugriffe auf IT-Systeme &lt;br /&gt;
** arbeiten im Home-Office&lt;br /&gt;
** Zugriff per VPN&lt;br /&gt;
* Zeitgemäßes Redaktionssystem &lt;br /&gt;
** mit zeitnahen, aktuellen Angeboten und News über alle Kanäle &lt;br /&gt;
* Organisationsstandard für E-Mail-Umgang &lt;br /&gt;
** Ablage, Löschen und Archivieren von E-Mails&lt;br /&gt;
** einheitliche E-Mail-Adressen &lt;br /&gt;
** zentrales Pflegen von Adress- und Kontaktlisten&lt;br /&gt;
* Aufbau eines Digitalisierungszentrums&lt;br /&gt;
* Aufbau eines Forschungsdatenmanagements und wissenschaftlichen Informationsportals&lt;br /&gt;
* Organisationsstandard für Webkonten&lt;br /&gt;
** Benutzerkonten in sozialen Medien&lt;br /&gt;
** Webseiten etc. &lt;br /&gt;
* Moderne Buchhaltungslösung&lt;br /&gt;
** auch zentral organisiert und betrieben für alle sorbischen Institutionen, wenn mandantenfähig &lt;br /&gt;
| 1 von 6&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Sonstiges''' || &lt;br /&gt;
* Bündeln der Kräfte und Kapazitäten &lt;br /&gt;
** Angleichung der Software-Produkte über die sorbischen Institutionen &lt;br /&gt;
** Finden von Partnern in Wirtschaft und Politik &lt;br /&gt;
** Kooperationen mit anderen Minderheiten &lt;br /&gt;
** mit anderen sorbischen Institutionen:&lt;br /&gt;
** zentrale Fachkreise Digitalisierung, IT, Marketing u. a. &lt;br /&gt;
** schnelles und professionelles Übersetzen von Texten zwischen deutsch, ober- und niedersorbisch &lt;br /&gt;
** gemeinsame professionelle Auftritte in sozialen Medien (z. B. YouTube)  &lt;br /&gt;
** zentraler sorbischer News-Feed - zentrale Adressdatenbank&lt;br /&gt;
** zentrale Bereitstellung von Standardsoftware (z. B. Office)&lt;br /&gt;
** zentrale IT-Prozesse (Vergabe von Mails, Einrichtung Rechner etc.)&lt;br /&gt;
* Weiterentwicklung digitaler Prozesse&lt;br /&gt;
* Live-Streaming von Vorträgen&lt;br /&gt;
* Einheitliche E-Mail-Namenskonvention/E-Mails f. Mitarbeiter&lt;br /&gt;
* Optimierung Rechnungsworkflow&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nachfolgend sollen die ermittelten Digitalisierungsbedarfe sinnvoll zu Themenbereichen zusammengefasst und erläutert werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Dokumentenmanagementsystem (DMS) ====&lt;br /&gt;
Bei einem Großteil der Institutionen zeigt sich das Thema Dokumentenmanagementsystem als ein zentraler Bedarf.&lt;br /&gt;
Der Bedarf umfasst gängige Funktionalitäten eines DMS, wie visualisierte Ordnungsstrukturen, Checkin- / Checkout-Möglichkeiten von Dokumenten, Versionierung sowie datenbankgestützte Metadatenverwaltung zur Index-gestützten Dokumentensuche. Hierbei liegt die Anforderung nicht nur bei organisatorischen Prozessen, wie beispielsweise das Personalwesen oder das Rechnungswesen, sondern berührt auch die Archivierung und Durchsuchbarkeit von Dokumenten und Medien aus der Kulturgeschichte der Sorben. Inwieweit eine Verbindung zwischen einem aus organisatorischen Prozessen geprägten DMS und einem Archiv für kulturelle Dokumente und Medien sinnvoll ist, kann erst in der nachfolgenden Konzeption erörtert werden. &lt;br /&gt;
Ebenso relevant ist eine revisionssichere Archivierung von Rechnungen und buchhaltungsrelevanten Dokumenten im Sinne der Grundsätze zur ordnungsmäßigen Führung und Aufbewahrung von Büchern, Aufzeichnungen und Unterlagen in elektronischer Form sowie zum Datenzugriff (GoBD). Dies umfasst nicht nur die erwähnten Dokumente, sondern auch die Betrachtung der zugrundeliegenden E-Mail-Kommunikation. Die Konzeption zu Vorgaben der E-Mail-Archivierung ist somit ebenfalls Bestandteil einer Konzeption eines DMS.&lt;br /&gt;
Inwieweit ein zentrales institutionsübergeifendes DMS sinnvoll ist, ist auch eine Frage des zugrunde liegenden Datenmodells. Die Erhebung eines Datenmodells für alle relevanten Institutionen stellt einen ersten Schritt für eine Umsetzung dieses Bedarfes dar. Ohne die Kenntnisse der vorhandenen Daten und Informationen, der Informationsübergänge sowie deren von den Informationseigentümern eingeschätzte Kritikalität können vorhandene Synergieeffekte nur schwer eingeschätzt und genutzt werden. Ebenso können mit Hilfe des Datenmodells vorhandene Redundanzen der Daten und Informationen erkannt und konsolidiert werden. &lt;br /&gt;
Daher besteht auch seitens der Institutionen der Wunsch nach einer internen Arbeitsgruppe, welche die Anforderungen, Ideen und Konzepte der Institutionen gemeinsam bewertet und weiterentwickelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Customer Relationship Management (CRM) / Content Management System (CMS) ====&lt;br /&gt;
Bei einem Großteil der Institutionen zeigt sich der Bedarf an einer zentralen Möglichkeit zum Management von Inhalten für die Webauftritte und zur Öffentlichkeitsarbeit.&lt;br /&gt;
Bestehende CM-Systeme sind teilweise veraltet und ohne entsprechende Fachkenntnisse durch die Verantwortlichen nur schwer zu pflegen. Ein integriertes CMS erleichtert die Pflege und das Einbinden von Content plattformübergreifend und aktuell. &lt;br /&gt;
Kunden- und Kontaktinformationen zu relevanten Personen sind aktuell oft nicht zentral und für alle Beteiligten vorhanden. Dies erschwert eine professionelle Kommunikation nach außen. Es werden zentrale Datenbanken und Verteiler für dedizierte Zwecke vorgehalten, wie beispielsweise um Einladungen, Newsletter oder Veranstaltungsbewerbung zu verschicken. Ebenso ist es notwendig zentrale Datenbanken für Erstellung von Content zu implementieren. Hier kann sich eine Schnittstelle zu dem oben erwähnten Medienarchiv ergeben, da für die Erstellung von Content ein Zugriff auf ein Medienarchiv mit der entsprechenden Durchsuchbarkeit sinnvoll scheint. &lt;br /&gt;
Inwieweit eine institutionsübergreifende Lösung sinnvoll ist, ist Bestandteil einer nachfolgenden Konzeption. Seitens der Institutionen besteht der Wunsch nach einer zentralen Bündelung von Ressourcen im Bereich Öffentlichkeitsarbeit. Mechanismen der Mandantenfähigkeit sowie der Rechteverwaltung sind bei der Konzeption einer zentralen Lösung zu beachten. &lt;br /&gt;
Grundsätzlich besteht auch im Bereich der Öffentlichkeitsarbeit der Wunsch nach einem zentralen und institutionenübergreifenden Fachkreis, welcher den Austausch von Wissen im Umgang mit den technischen Lösungen und sozialen Medien ermöglicht, aber auch eine enge Zusammenarbeit der Institutionen bei der Konzeption gemeinsamer Image-Materialien, wie beispielsweise Flyer oder Videos, fördert. So besteht der Wunsch nach einem gemeinsamen Auftritt in den sozialen Medien sowie eines zentralen Pressemonitorings von sorbischen Medien, da individuell eingesetzte Tools, wie beispielsweise Google Alerts, die sorbische Schrift nicht erkennen.&lt;br /&gt;
Im Bereich der Onlineshops besteht der Bedarf nach einem integrierten Shopsystem, welches die Bestellprozesse, Lagerbestandsprüfungen, die Zahlungsabwicklung sowie den Rechnungsversand zentral und nach Möglichkeit automatisiert steuert, da manuelle Prozesse aktuell zum einen zu einem hohen Zeitverzug im Versand führen und auch innerhalb der Institutionen zeitliche Ressourcen für manuelle Prüfungen und Bestätigungen binden. &lt;br /&gt;
Für bestimmte Käufergruppen kann die aktuelle Shopstruktur unattraktiv wirken, da moderne Zahlungsmittel und Bewertungsfunktionalitäten nicht vorhanden sind. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Zentralisierung der IT-Fachkräfte / First-Level Support ====&lt;br /&gt;
Die Zusammenarbeit mit den IT-Dienstleistern Infotech und Omega wird von den meisten Institutionen als gut bis sehr gut beschrieben. Dennoch zeigte sich ein hoher Bedarf an „IT-Fachkräften“ für den First-Level-Support vor Ort am Arbeitsplatz der Mitarbeitenden. Diese könnten institutionsintern oder institutionsübergreifend angesiedelt werden und sollten im Bedarfsfall schnell einsatzbereit sein. &lt;br /&gt;
IT-affine Mitarbeiter der Institutionen übernehmen teilweise IT-Tätigkeiten, was einen hohen Ressourcenverbrauch bedeutet, da diese Zeit nicht für die originären Tätigkeiten der Mitarbeiter zur Verfügung steht. Zudem entsteht eine Exklusivität bei diesen Mitarbeitern. Zentrales Wissen sammelt sich bei einzelnen Mitarbeitern der Institutionen. Wenn diese Mitarbeiter die Institutionen verlassen, kommt es zu einem nicht unerheblichen Wegfall von Fachwissen. &lt;br /&gt;
Grundsätzlich zeigt sich der Bedarf an institutionsübergreifenden Fachkreisen und Arbeitsgruppen zum Thema IT, um Ideen, erarbeitete Konzepte und Erfahrungen gemeinsam regelmäßig auszutauschen. Aus diesen gemeinsamen Arbeitsgruppen entstehen zudem Synergien für IT-relevante Schulungen der anderen Mitarbeiter sowie ein institutionsübergreifendes Verständnis für die Fachkunde der beteiligten Mitarbeiter in den jeweiligen Institutionen. So wird Wissen nicht mehr bei einzelnen Mitarbeitern gesammelt, sondern steht dem Arbeitskreis und somit anderen Institutionen zur Verfügung. Über eine Vernetzung der IT-affinen Mitarbeiter der Institutionen, entsteht ein Bewusstsein dafür, welcher Mitarbeiter „Spezialist“ in welchem IT-relevanten Thema ist, so dass interne Fachkräfte schneller bekannt und für Sachverhalte ansprechbar sind. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Internes Wissens- und Informationsmanagement ====&lt;br /&gt;
Es zeigt sich sowohl auf der Ebene der Institutionen als auch institutionsübergreifend der Bedarf, vorhandenes Wissen zur Verfügung zu stellen sowie internes Wissen und Wissen anderer Institutionen leichter finden und nutzen zu können, beispielsweise in Form eines Wikis oder Intranets.&lt;br /&gt;
Dies betrifft zum einen Informationen, die das tägliche Arbeiten betreffen, wie z. B. Ansprechpartner, Prozesse, Arbeitsanweisungen etc. &lt;br /&gt;
Zum anderen sollen Informationen auch institutionsübergreifend ausgetauscht werden und Wissen zentral bereitgestellt werden können. Dies umfasst sowohl Informationen aus institutionsübergreifenden Arbeitsgruppen als auch den Zugang zu gemeinsamen Archivdaten, wie z.B. Bilder oder Texte.&lt;br /&gt;
Ein internes Wissens- und Informationsmanagement unterstützt folgende Ziele:&lt;br /&gt;
* innerinstitutionelle Informationsströme werden beschleunigt,&lt;br /&gt;
* es existiert eine sichere Datenbank, die innerinstitutionelle Informationen bündelt,&lt;br /&gt;
* es ermöglicht einen schnellen Zugriff und Erreichbarkeit aller Beteiligten,&lt;br /&gt;
* es ermöglicht Abläufe zu organisieren und transparent für alle zu kommunizieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Digitalisierung von Personalprozessen ====&lt;br /&gt;
Standardisierte Personalprozesse werden größtenteils noch händisch ausgeführt. Diese Prozesse sind ebenfalls durch Medienbrüche gekennzeichnet, was eine Nachverfolgbarkeit und Auswertbarkeit durch die Verantwortlichen erschwert. Dies betrifft maßgeblich folgende Prozesse:&lt;br /&gt;
* Urlaubsanträge&lt;br /&gt;
* Zeiterfassung&lt;br /&gt;
* Zentraler Abwesenheitskalender&lt;br /&gt;
* Freigabe-Prozesse für Home-Office etc.&lt;br /&gt;
* Personaldaten- und Vertragsverwaltung&lt;br /&gt;
* Dienstreisen&lt;br /&gt;
Hier besteht seitens der Institutionen der Wunsch nach einer Digitalisierung der standardisierten Personalprozesse mit einer Möglichkeit zur digitalen Signierung und Freigabe von Dokumenten. Als zentrale Vorgaben wurden ein leichtes Verständnis bzw. eine leichte Bedienbarkeit dieser Prozesse genannt sowie die Notwendigkeit, dass ein entsprechendes Tool die sorbischen Schriftzeichen verarbeiten und darstellen kann. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Kollaborationsplattformen ====&lt;br /&gt;
Auch der Wunsch nach einer Cloudlösung zum institutionsübergreifenden Austausch von Dokumenten wurde oft genannt. Hierbei beschränkt sich der Funktionsumfang einer Cloudlösung nicht nur auf den reinen Datentransfer, sondern soll um die Funktionalitäten einer Kollaborationsplattform erweitert werden. Diese soll sowohl die Zusammenarbeit von internen Mitarbeitern („Intranet“), als auch die Zusammenarbeit mit externen Personen („Extranet“) unterstützen.&lt;br /&gt;
Die Kernbereiche einer Kollaborationsplattform sind Kommunikation, Koordination und Kooperation. Mittels einer solchen digitalen Plattformen können komplexe Aufgaben und Projekte gemeinschaftlich ohne räumliche oder zeitliche Zwänge browserbasiert abgewickelt werden. Die Funktionalität reicht damit weit über den reinen Datentransfer hinaus. Nachfolgende Funktionen wurden im Rahmen der Interviews als notwendig erachtet:&lt;br /&gt;
* Kommunikationsunterstützung&lt;br /&gt;
* Projekt- und Aufgabenmanagement&lt;br /&gt;
* Informations- und Datenmanagement&lt;br /&gt;
* Administrative Funktionen&lt;br /&gt;
Ebenso besteht ein Bedarf nach dem rechtskonformen und sicheren Austausch von Daten und Dokumenten mit externen Dritten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Telefonie / Netzwerk / E-Mail ====&lt;br /&gt;
Einige Institutionen nutzen noch ISDN-basierte Telefonanlagen. Aufgrund der erweiterten Funktionalitäten wünschen sich diese Institutionen eine Umstellung auf eine IP-basierte Telefonie (VoIP).&lt;br /&gt;
Ein Problem, welches mehrere Institutionen sahen, war die zur Verfügung stehende Bandbreite, sowohl in den Institutionen als auch bei den jeweiligen Mitarbeitern im Home-Office. Die Netzwerkinfrastruktur zeigt sich teilweise instabil. Es kommt zu Verbindungsabbrüchen vor allem bei VPN-Zugriff auf die IT-Infrastruktur. &lt;br /&gt;
Es besteht der Wunsch die Netze von Bautzen und Cottbus über ein virtuelles lokales Netzwerk so zusammenzuschließen, dass alle Mitarbeiter alle Programme und Daten unabhängig vom Standort nutzen können. Dieses Netz soll nach Möglichkeit durch einen externen Dienstleister betreut werden.&lt;br /&gt;
Ein weiterer Bedarf in der digitalen Kommunikation zeigt sich in dem Wunsch, eine zentral gültige E-Mail-Konvention zu schaffen, welche eine eindeutige Namenskonvention für den Lokalteil der E-Mail-Adresse für alle Institutionen vorgibt. Als Lokalteil wird der Teil einer E-Mail-Adresse bezeichnet, der vor dem „@“-Zeichen steht und die Adresse innerhalb der Domain des E-Mail-Providers eindeutig bezeichnet. Typischerweise entspricht der Lokalteil dem Benutzernamen des Besitzers des E-Mail-Kontos. Zudem hat sich gezeigt, dass nicht alle Mitarbeiter eine dienstliche E-Mail-Adresse besitzen. So arbeiten Betreuer der Internate des Sprachzentrums WITAJ teilweise noch mit privaten E-Mail-Adressen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Mobiles Arbeiten ====&lt;br /&gt;
Die Möglichkeit für das mobile Arbeiten wird in zahlreichen Institutionen genutzt. Ebenso geben die meisten Institutionen an, ausreichend für das mobile Arbeiten vorbereitet zu sein. So wurde die Beschaffung der notwendigen Hardware (Laptops, Headsets etc.) von vielen Institutionen bereits durchgeführt oder wird aktuell durchgeführt.  &lt;br /&gt;
Zudem zeigt sich, dass der Remote-Zugriff auf lokale Arbeitsrechner teilweise ineffizient ist, da vor allem Anwendungen zur Kooperation, wie z. B. Videokonferenz-Anwendungen, nicht genutzt werden können. Dies liegt daran, dass Kamera und Mikrofon des lokalen Rechners über den Remote-Zugang nicht angesteuert werden können. Dies führt zu sog. „Work-Arounds“ bei denen alternative Kommunikationswege über private Mobilgeräte geführt werden. Diese „Work-Arounds“ können bei einem Datenaustausch personenbezogener Daten auch datenschutzrechtliche Relevanz entwickeln. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Dreisprachigkeit ====&lt;br /&gt;
Ein zentraler Bedarf besteht in der Möglichkeit, digitale Medien dreisprachig zu implementieren, zu konfigurieren und zu nutzen. Viele genutzte Medien bieten aktuell keine Dreisprachigkeit (Deutsch, Obersorbisch, Niedersorbisch). Es zeigt sich vor allem bei schon jetzt vorhandenen digitalen Angeboten der Wunsch, diese durchgängig dreisprachig anzubieten. Dies umfasst Webauftritte, soziale Medien und Webshops bis hin zu verwendeten Software-Lösungen für die tägliche Arbeit. Neben der Ansprache der jeweiligen Hersteller von Anwendungen zeigt sich, dass sich ein zentrales Verzeichnis aller Tools und Anwendungen für die Arbeit der Institutionen hilfreich wäre, welche bereits eine Dreisprachigkeit bieten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Forschungsdatenmanagement ====&lt;br /&gt;
Aufgrund der zu erwartenden Komplexität soll an dieser Stelle auf einen institutionsspezifischen Bedarf des Sorbischen Institutes eingegangen werden. Hier wurde der Aufbau eines Forschungsdatenmanagements als ein zentraler Bedarf genannt, um wettbewerbsfähig zu bleiben und die Richtlinien der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) einzuhalten, welche bei Nicht-Beachtung zum Ausschluss von der Drittmittelbeantragung führen. Ein Forschungsdatenmanagement (FDM) bezeichnet alle methodischen, konzeptionellen, organisato-rischen und technischen Maßnahmen und Verfahren zur Handhabung von Forschungsdaten über deren Lebenszyklus. Zum Forschungsdatenmanagement gehören zudem Festlegungen, was mit den Daten nach Abschluss eines Forschungsprojekts geschehen soll, also beispielsweise wo und wie die Daten archiviert werden und wer auf die archivierten Daten Zugriff erhält. &lt;br /&gt;
Eine technische Verwaltung der Forschungsdaten kann auf vielfältige Weise erfolgen. Das sorbische Institut wünscht sich eine Lösung, welche folgende Kriterien erfüllt:&lt;br /&gt;
* Zentrale Datenverwaltung, ggf. nach dem FAIR Data-Prinzipien; diese umfassen folgend Anforderungen:&lt;br /&gt;
** Findable: Die Daten sollen wieder auffindbar sein.&lt;br /&gt;
** Accessible: Die Daten sollen langfristig zugänglich sein.&lt;br /&gt;
** Interoperable: Die Daten sollen technisch nachnutzbar und mit anderen Datensätzen kombinierbar sein.&lt;br /&gt;
** Reusable: Die Daten sollen analytisch und intellektuell wieder verwendbar sein.&lt;br /&gt;
* Auswertungs- und Reportingmöglichkeiten&lt;br /&gt;
* Kooperatives Repository für wissenschaftliche Kooperationen&lt;br /&gt;
* Langzeitarchivierung der Forschungsdaten mit einem persistenten Zugang für Berechtigte&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Soll-Konzeption Digitalisierung von Arbeitsabläufen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Maßnahmen entwickeln'''&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
	    Welche Maßnahmen und Schritte sind notwendig, um die „Digitalisierung von Arbeitsabläufen     inkl. Weiterbildungen für Arbeitnehmer“ voranzubringen oder gar als Dienstleistung für sorbische Kulturgutträger anzubieten?&lt;br /&gt;
* Beschreibung der Maßnahmen inkl. ihrer Schritte&lt;br /&gt;
* Bewertung der Maßnahmen (grobe Aufwandsschätzung)&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Měrko Šenk</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://koncept.serbski-inkubator.de/index.php?title=12.2_Digitalisierung_von_Arbeitsabl%C3%A4ufen&amp;diff=996</id>
		<title>12.2 Digitalisierung von Arbeitsabläufen</title>
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		<updated>2024-12-12T16:15:42Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Měrko Šenk: /* Aktuelle Standards in den Bereichen von Organisationen */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;== Einleitung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieser Themenbereich beinhaltet die Unterstützung des Anwenders beim Arbeiten mit elektronischen Geräten in den sorbischen Sprachen. Im Fokus steht hier die Interaktion von Menschen mit elektronischen Geräten in beruflichen Kontexten in der &lt;br /&gt;
* öffentlichen Verwaltung, &lt;br /&gt;
* Forschung, &lt;br /&gt;
* Handwerk und &lt;br /&gt;
* Dienstleistungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Visionen und Ziel für die sorbische digitale Welt ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Vision 2030 ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:0.501cm;margin-right:0cm;&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;span style=&amp;quot;color:#000000;&amp;quot;&amp;gt;„Sorben und Sorbisch-Lernende schreiben sehr leicht ober- und niedersorbisch auf elektronischen Geräten und werden vom Gerät dabei unterstützt, ihre sorbische Muttersprache respektive ihre Sprachfähigkeiten im Alltag oft und leicht anzuwenden.“&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:0.501cm;margin-right:0cm;&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;span style=&amp;quot;color:#000000;&amp;quot;&amp;gt;„Sorben und Sorbisch-Lernende nutzen für die Interaktion mit elektronischen Geräten die gesprochene sorbische Sprache (gleichwertig zur geschriebenen Sprache und gleichwertig zur deutschen Sprache).“&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Konkrete Visionen 2025 ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:0.501cm;margin-right:0cm;&amp;quot;&amp;gt;„Mitarbeitende in sorbischen Verwaltungen und Unternehmen nutzen sorbische Benutzeroberflächen und wenden damit ihre sorbische Muttersprache im Arbeitsalltag oft und leicht an.“&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:0.501cm;margin-right:0cm;&amp;quot;&amp;gt;„Potenzielle Auftragnehmer und Arbeitnehmer sind mittels digitaler Technologien gut vernetzt mit sorbischen Auftraggebern und Arbeitgebern, sie werden über neue Aufträge und Gesuche informiert sowie präsentieren ihre Angebote und Leistungen.“&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Konkretes Ziel ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| style=&amp;quot;border-spacing:0;&amp;quot;&lt;br /&gt;
|- style=&amp;quot;background-color:#e2efd9;border:0.25pt solid #808080;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.123cm;padding-right:0.123cm;&amp;quot;&lt;br /&gt;
|| &amp;lt;div style=&amp;quot;color:#000000;&amp;quot;&amp;gt;In einer sorbischen Institutionen wird ein Programm mit vollständig sorbischer Sprachunterstützung genutzt.&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;color:#000000;&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ist-Analyse Digitalisierung von Arbeitsabläufen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Recherche und Abgrenzung des Themas ===&lt;br /&gt;
Eine moderne digitale Arbeitswelt umfasst verschiedene Bereiche, die durch den Einsatz digitaler Technologien und Lösungen geprägt sind. Die Digitalisierung bietet zahlreiche Möglichkeiten, Arbeitsabläufe effizienter und schneller zu gestalten. &lt;br /&gt;
Im Folgenden liegt der Schwerpunkt der Analyse auf Organisationsformen, die hauptsächlich im sorbischen Sprachraum vorkommen. Diese Organisationsformen sind&lt;br /&gt;
* '''Öffentliche Verwaltung und Forschung'''&lt;br /&gt;
* '''Handwerk und Dienstleistungen'''&lt;br /&gt;
* '''Vereine'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Digital unterstützbare Bereiche in Organisationen ===&lt;br /&gt;
Die folgenden Bereiche von Organisationen können digital unterstützt werden und sollten in einer modernen Arbeitswelt von öffentlichen Verwaltungen, im Handwerk und bei Dienstleistern beachtet werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Übergreifende Bereiche ====&lt;br /&gt;
* '''Kommunikation, Kollaboration, Wissensmanagement'''&lt;br /&gt;
** E-Mail, Kalender&lt;br /&gt;
** Chat, Videokonferenzen &lt;br /&gt;
** Kollaborative Plattformen, gemeinsame digitale Arbeitsräume, Foren, soziale Intranets, Portale&lt;br /&gt;
** Projekt- und Aufgabenmanagement&lt;br /&gt;
* '''Dokumentenmanagement und Archivierung'''&lt;br /&gt;
** Elektronische Aktenführung und Dokumentenmanagement-Systeme&lt;br /&gt;
** Austausch von Dokumenten&lt;br /&gt;
** Aufbewahrung und Archivierung und von Dokumenten&lt;br /&gt;
* '''Datenmanagement, Analyse, Datenschutz'''&lt;br /&gt;
** Datenanalyse-Tools und Business Intelligence&lt;br /&gt;
** Datensicherheit und Datenschutz&lt;br /&gt;
** Open Data&lt;br /&gt;
* '''Prozessmanagement und Automatisierung'''&lt;br /&gt;
** Prozessanalyse und -optimierung&lt;br /&gt;
** Automatisierung von Verwaltungsprozessen&lt;br /&gt;
* '''Schulungen, Weiterbildungen, Trainings'''&lt;br /&gt;
** E-Learning-Plattformen und Online-Schulungen&lt;br /&gt;
** Digitale Kompetenzentwicklung und Schulungsprogramme&lt;br /&gt;
** Wissensmanagement und interne Schulungen&lt;br /&gt;
* '''IT-Infrastruktur und Technologie'''&lt;br /&gt;
** Netzwerk- und Kommunikationstechnologien&lt;br /&gt;
** Cloud Computing und Virtualisierung&lt;br /&gt;
** Cybersecurity und Informationssicherheit&lt;br /&gt;
** Elektronische Signaturen und Authentifizierung&lt;br /&gt;
** Mobile Arbeitsumgebungen&lt;br /&gt;
* Buchführung und Finanzen&lt;br /&gt;
* Marketing, Vertrieb&lt;br /&gt;
* Kundenmanagement, Kundeninteraktion, Support&lt;br /&gt;
* Personalmanagement / Mitarbeiterverwaltung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Ergänzende Bereiche in öffentlichen Verwaltungen ====&lt;br /&gt;
* Antragsmanagement&lt;br /&gt;
* Sonstige Verwaltung / Ressourcenmanagement&lt;br /&gt;
** Inventar, Lager&lt;br /&gt;
** Fuhrpark&lt;br /&gt;
** Immobilien&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Ergänzende Bereiche in der Forschung ====&lt;br /&gt;
* Forschungsdatenmanagement&lt;br /&gt;
* Open Science&lt;br /&gt;
* Simulation und Modellierung&lt;br /&gt;
* Literaturrecherche&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Ergänzende Bereiche im Handwerk und bei Dienstleistern ====&lt;br /&gt;
* Auftragsmanagement&lt;br /&gt;
** Angebote&lt;br /&gt;
** Zeiterfassung&lt;br /&gt;
** Dokumentation&lt;br /&gt;
** Terminplanung&lt;br /&gt;
* Materialbeschaffung und Lagerverwaltung&lt;br /&gt;
* Arbeitsvorbereitung &lt;br /&gt;
** Planung und Simulation (CAD, virtuelle Realität)&lt;br /&gt;
&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''zusammenfassend sollen im Folgenden die wesentlichen Bereiche analysiert werden'''&lt;br /&gt;
* Kommunikation, Kollaboration, Wissensmanagement&lt;br /&gt;
* Dokumentenmanagement und Archivierung&lt;br /&gt;
* Datenmanagement, Analyse, Datenschutz&lt;br /&gt;
* Prozessmanagement und Automatisierung&lt;br /&gt;
* Schulungen und Weiterbildung&lt;br /&gt;
* IT-Infrastruktur und Technologie&lt;br /&gt;
* Buchhaltung und Finanzen&lt;br /&gt;
* Marketing, Vertrieb, Kundenmanagement&lt;br /&gt;
* Personalmanagement / Mitarbeiterverwaltung&lt;br /&gt;
&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Aktuelle Standards in den Bereichen von Organisationen ===&lt;br /&gt;
In diesem Abschnitt sollen aktuelle Standards genannt werden, die in den oben gennanten Bereichen von Organisationen derzeit gelten.&lt;br /&gt;
* Überblick über den Status quo der Digitalisierung in der Arbeitswelt&lt;br /&gt;
* Welche (digitalen) Standards (Tools, Prozesse, Methoden etc.) gibt es in den einzelnen Bereichen?&lt;br /&gt;
* inkl. der Komponenten (Dokumenten-, Prozess-, Wissensmanagement, elektronische Unterschriften mittels Zertifikaten usw.)&lt;br /&gt;
* Entwicklung von Nutzungs-Szenarien (Soll-Zustand)&lt;br /&gt;
* wesentliche Bereiche identifizieren, in diesen status quo ermitteln an Methoden, Tools, Prozessen&lt;br /&gt;
* Überblick erstellen über den Status quo der Weiterbildungen von Arbeitnehmern (von Verwaltungen)&lt;br /&gt;
&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====E-Rechnungs-Standards in der Buchhaltung: XRechnung und ZUGFeRD-Rechnung ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
__NOTOC__&lt;br /&gt;
==== &amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:0cm;&amp;quot;&amp;gt;Inhaltsverzeichnis&amp;lt;/div&amp;gt; ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[#Toc184300204|1 Pflicht zur E-Rechnung: rechtliche Anforderungen]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:[[#Toc184300205|1.1 E-Rechnung: Einführungstermine und Rahmenbedingungen]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:[[#Toc184300206|1.2 Zulässige Formate für elektronische Rechnungen]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[#Toc184300207|2 E-Rechnungen empfangen, bearbeiten und aufbewahren]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:[[#Toc184300208|2.1 Eingang von E-Rechnungen]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:[[#Toc184300209|2.2 NEU: Prüfung einer E-Rechnung]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
::[[#Toc184300210|2.2.1 ZUGFeRD-Rechnung: Abweichungen zwischen PDF und XML?]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
::[[#Toc184300211|2.2.2 Validierung, Prüfung und Wandlung einer XML-Datei in PDF]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
::[[#Toc184300212|2.2.3 Sachliche und rechnerische Prüfung der E-Rechnung]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:[[#Toc184300213|2.3 Buchung und Zahlung der E-Rechnung]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:[[#Toc184300214|2.4 Aufbewahrung von E-Rechnungen]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:[[#Toc184300215|2.5 Technische Lösungen für die Aufbewahrung von E-Rechnungen]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:[[#Toc184300216|2.6 Verfahrensdokumentation]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{anchor|DMS3}} &amp;lt;span style=&amp;quot;color:#2f5496;&amp;quot;&amp;gt;Dokumentenlenkung&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| align=&amp;quot;center&amp;quot; style=&amp;quot;border-spacing:0;width:15.993cm;&amp;quot;&lt;br /&gt;
|- style=&amp;quot;background-color:#d9d9d9;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot;&lt;br /&gt;
|| '''Datum'''&lt;br /&gt;
|| '''Version'''&lt;br /&gt;
|| '''Verfasser'''&lt;br /&gt;
|| '''Bemerkungen'''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | 27.11.2024&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | 1.0&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | Mirko Schenk&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | Erstellung erste Version&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | 05.12.2024&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | 1.1&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | Mirko Schenk&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | Ergänzung Prüfung, ob PDF eine ZUGFeRD-Rechnung ist&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hinweis: Grundsätzlich gilt bei allen personenbezogenen Bezeichnungen die gewählte Form für Angehörige aller Geschlechter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== {{anchor|Toc184300204}} Pflicht zur E-Rechnung: rechtliche Anforderungen  =====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ab dem 1. Januar 2025 gilt die Pflicht zum Empfang von E-Rechnungen für Unternehmen und öffentliche Einrichtungen gemäß der EU-Richtlinie 2014/55/EU sowie deren Umsetzung im deutschen Wachstumschancengesetz und im Umsatzsteuergesetz (UStG). Im vorliegenden Dokument sind hierfür die Anforderungen an und notwendigen Anpassungen bei den Buchhaltungsabläufen erläutert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Anleitung gilt, bis die Buchhaltungsabteilung über eine spezialisierte Software für den Empfang und die Aufbewahrung von E-Rechnungen verfügt oder bis das Docuware-Dokumenten­management­system (DMS) den Betrieb aufnimmt, welches diese Aufgabe übernehmen kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====== {{anchor|Toc184300205}} E-Rechnung: Einführungstermine und Rahmenbedingungen ======&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Verpflichtende''' &amp;lt;u&amp;gt;Annahme&amp;lt;/u&amp;gt; von E-Rechnungen''': &lt;br /&gt;
** &amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:2.529cm;&amp;quot;&amp;gt;Ab dem 1. Januar &amp;lt;u&amp;gt;'''2025'''&amp;lt;/u&amp;gt; müssen Sie in der Lage sein, E-Rechnungen zu empfangen, zu verarbeiten und zu archivieren. - Gleichzeitig kann jedoch mit Lieferanten und Rechnungs­stellern ein anderes Rechnungsformat vereinbart werden.&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Verpflichtender''' &amp;lt;u&amp;gt;Versand&amp;lt;/u&amp;gt; von E-Rechnungen''': &lt;br /&gt;
** &amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:2.529cm;&amp;quot;&amp;gt;Ab dem 1. Januar &amp;lt;u&amp;gt;'''2027'''&amp;lt;/u&amp;gt; sind Unternehmen mit einem Vorjahresumsatz von mehr als 800.000 € verpflichtet, im B2B-Bereich E-Rechnungen zu versenden - bei einem Vorjahresumsatz unter 800.000&amp;amp;nbsp;€ sind sie ab dem 1. Januar &amp;lt;u&amp;gt;'''2028'''&amp;lt;/u&amp;gt; dazu verpflichtet.&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* &amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:1.259cm;&amp;quot;&amp;gt;'''Anwendungsbereich:'''&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
** inländische '''B2B-Umsätze''': d. h. Umsätze zwischen inländischen Unternehmen&lt;br /&gt;
* &amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:1.259cm;&amp;quot;&amp;gt;'''Ausnahmen:'''&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
** Rechnungen an Privatpersonen ('''B2C-Bereich''')&lt;br /&gt;
** Rechnungen für steuerfreie Leistungen&lt;br /&gt;
** Kleinbetragsrechnungen bis 250 Euro&lt;br /&gt;
** &amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:2.529cm;&amp;quot;&amp;gt;Fahrausweise und Fahrscheine&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
* '''Formatvorgaben für E-Rechnungen: '''&lt;br /&gt;
** &amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:2.529cm;&amp;quot;&amp;gt;E-Rechnungen müssen – wenn sie verwendet werden – in einem strukturierten, maschinenlesbaren elektronischen Format vorliegen, wie z. B. '''XRechnung''' oder '''ZUGFeRD''' (gemäß der EU-Richtlinie 2014/55/EU und der Normenreihe EN 16931). &amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
** &amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:2.529cm;&amp;quot;&amp;gt;Alternativ kann zwischen Rechnungssteller und -empfänger ein anderes Format vereinbart werden, solange es eine vollständige Extraktion der nach dem UStG erforderlichen Angaben ermöglicht und mit der europäischen Norm (EN 16931) kompatibel ist. Beispielsweise kann das EDI-Verfahren weiterhin genutzt werden.&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
* '''Keine E-Rechnungen:''' Ab dem 1. Januar 2025 gelten reine PDF-Rechnungen, Papierrechnungen, Bilddateien oder E-Mails als '''sonstige Rechnungen''' und nicht als E-Rechnungen.&lt;br /&gt;
* '''Prozessanpassungen:''' Buchhaltungsprozesse müssen an die Verarbeitung von E-Rechnungen angepasst werden, um eine effiziente und rechtskonforme Handhabung zu gewährleisten.&lt;br /&gt;
* '''GoBD-Compliance:''' Die Verarbeitung und insbesondere die Archivierung von E-Rechnungen muss den GoBD&amp;lt;ref name=&amp;quot;ftn1&amp;quot;&amp;gt;Vgl. [https://ao.bundesfinanzministerium.de/ao/2023/Anhaenge/BMF-Schreiben-und-gleichlautende-Laendererlasse/Anhang-64/inhalt.html https://ao.bundesfinanzministerium.de/ao/2023/Anhaenge/BMF-Schreiben-und-gleichlautende-Laendererlasse/Anhang-64/inhalt.html] &amp;lt;/ref&amp;gt; entsprechen und '''unveränderbar''', vollständig und nachvollziehbar sein. Neben einer revisionssicheren Archivierung sollte eine '''Verfahrensdokumentation '''der technischen und organisatorischen Maßnahmen erstellt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====== {{anchor|Ref183532442}} {{anchor|Toc184300206}} Zulässige Formate für elektronische Rechnungen ======&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
E-Rechnungen müssen der europäischen Norm für die elektronische Rechnungsstellung sowie der Liste der entsprechenden Syntaxen gemäß der Richtlinie 2014/55/EU entsprechen. Folgende Formate sind zulässig:* &amp;lt;u&amp;gt;'''XRechnung&amp;lt;/u&amp;gt;:''' Strukturiertes '''XML-Format''' für den Austausch von Rechnungen, aktuell in der Version 3.0.2&amp;lt;ref name=&amp;quot;ftn21&amp;quot;&amp;gt;[https://xeinkauf.de/dokumente https://xeinkauf.de/dokumente] &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;/ref&amp;gt; - ähnlich einer Textdatei mit maschinenlesbarer Struktur.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:1.251cm;&amp;quot;&amp;gt;[[Image:Grafik 2.png|top]]&amp;lt;/div&amp;gt;* &amp;lt;u&amp;gt;'''ZUGFeRD-Rechnung&amp;lt;/u&amp;gt;:''' Hybrides Format aus '''PDF'''-Datei (Format PDF/A-3) '''mit eingebetteter strukturierter XML-Datei''' als Anhang. Der ZUGFeRD-Standard wurde in Deutschland entwickelt ('''Z'''entraler '''U'''ser '''G'''uide des '''F'''orums '''e'''lektronische '''R'''echnung '''D'''eutschland) und liegt aktuell in der Version 3.2 vor.&amp;lt;ref name=&amp;quot;ftn22&amp;quot;&amp;gt;[https://www.ferd-net.de/standards/zugferd-versionsarchiv/zugferd-versionen.html https://www.ferd-net.de/standards/zugferd-versionsarchiv/zugferd-versionen.html] &amp;lt;/ref&amp;gt; Es gibt 5 ZUGFeRD-Profile, die sich im Umfang unterscheiden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;ftn23&amp;quot;&amp;gt;[https://www.ferd-net.de/faqs/allgemeine-technische-fragen-zur-erechnung/index.html https://www.ferd-net.de/faqs/allgemeine-technische-fragen-zur-erechnung/index.html] &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:1.251cm;&amp;quot;&amp;gt;[[Image:Grafik 3.png|top]]&amp;lt;/div&amp;gt;* '''Sonstige Formate:''' Weitere europäische Rechnungsformate, die dem genannten Standard entsprechen, wie z. B. EDI, Factur-X (Frankreich) oder '''Peppol'''-BIS Billing.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== {{anchor|Toc184300207}} E-Rechnungen empfangen, bearbeiten und aufbewahren =====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Image:Grafik 1.png]]Nachfolgend wird der neue Ablauf in der Buchhaltung beschrieben, wenn E-Rechnungen eingehen; grundsätzlich bleibt es jedoch möglich, dass die Buchhaltung den Lieferanten oder Rechnungssteller kontaktiert und um eine klassische Rechnung bittet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der grundsätzliche '''Rechnungseingangsprozess''' bleibt gleich:# Rechnungseingang, vgl. Abschnitt 2.1&lt;br /&gt;
# Rechnungsprüfung, vgl. Abschnitt 2.2&lt;br /&gt;
# Buchung und Zahlung, vgl. Abschnitt &lt;br /&gt;
# &amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:1.259cm;&amp;quot;&amp;gt;Aufbewahrung und Archivierung, vgl. 2.4&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====== {{anchor|Ref183533790}} {{anchor|Toc184300208}} {{anchor|Ref183533796}} &amp;lt;span style=&amp;quot;background-color:#ffff00;&amp;quot;&amp;gt;Eingang von E-Rechnungen&amp;lt;/span&amp;gt; ======&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* ZUGFeRD- und XRechnungen können über verschiedene Übertragungswege wie E-Mail, elektronische Plattformen, File-Download, FTP oder direkte Integrationen von IT-Systemen empfangen werden.&lt;br /&gt;
* Üblicherweise werden E-Rechnungen per E-Mail als Anhang eingehen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''NEU''': Ab dem 1.1.2025 ist es notwendig festzustellen, ob es sich bei einer &amp;lt;span style=&amp;quot;background-color:#ffff00;&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;u&amp;gt;'''per E-Mail eingehenden PDF-Rechnung'''&amp;lt;/u&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;span style=&amp;quot;background-color:#ffff00;&amp;quot;&amp;gt; um eine &amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;span style=&amp;quot;background-color:#ffff00;&amp;quot;&amp;gt;'''E-Rechnung vom Typ ZUGFeRD'''&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;span style=&amp;quot;background-color:#ffff00;&amp;quot;&amp;gt; handelt&amp;lt;/span&amp;gt; oder um eine „normale“ PDF-Rechnung („sonstige Rechnung“, siehe S. 2). Hierfür empfehle ich folgende Prüfschritte:# &amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:1.259cm;&amp;quot;&amp;gt;'''PDF-Datei öffnen:'''&amp;amp;nbsp;Öffnen Sie die Datei mit einem PDF-Viewer (z. B. Adobe Acrobat Reader).&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
# &amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:1.259cm;&amp;quot;&amp;gt;'''Prüfen auf Hinweise im Dateinamen und Text:'''&amp;amp;nbsp;Suchen Sie nach Angaben wie „ZUGFeRD“, „Eingebettete XML-Daten“ oder „Diese Datei enthält strukturierte Rechnungsdaten“.&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
# &amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:1.259cm;&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;span style=&amp;quot;background-color:#ffff00;&amp;quot;&amp;gt;'''Prüfen auf Anhänge&amp;lt;/span&amp;gt;:'''&amp;amp;nbsp;Die meisten PDF-Viewer zeigen Anhänge bzw. eingebettete Dateien mit einem &amp;lt;span style=&amp;quot;background-color:#ffff00;&amp;quot;&amp;gt;'''Büroklammer-Symbol'''&amp;lt;/span&amp;gt; an. Beim Anklicken dieses Symbols wird die XML-Datei sichtbar, was auf eine ZUGFeRD-Rechnung hinweist. – Fehlt das Büroklammer-Symbol, so enthält das PDF keine Anlagen.&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Image:Bild2.png|top]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Image:Bild3.png|top]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====== {{anchor|Ref183533812}} {{anchor|Toc184300209}} NEU: Prüfung einer E-Rechnung ======&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Den bisherigen fachlichen und rechnerischen Prüfungen von Rechnungen muss nun die &amp;lt;span style=&amp;quot;background-color:#00ffff;&amp;quot;&amp;gt;'''Validierung der XML-Datei'''&amp;lt;/span&amp;gt; einer E-Rechnung vorangehen. Dies ist die technische Prüfung auf Korrektheit des XML-Schemas mittels eines Validators, vgl. Abschnitt 2.2.2. Gleichzeitig sollte bei &amp;lt;span style=&amp;quot;background-color:#00ff00;&amp;quot;&amp;gt;ZUGFeRD-Rechnungen&amp;lt;/span&amp;gt; auf &amp;lt;span style=&amp;quot;background-color:#00ff00;&amp;quot;&amp;gt;Abweichungen zwischen PDF- und eingebetteter XML-Rechnung&amp;lt;/span&amp;gt; geprüft werden. Wie das praktisch umgesetzt werden kann, ist auf der Seiten 5 erläutert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
======= {{anchor|Ref183533361}} {{anchor|Toc184300210}} ZUGFeRD-Rechnung: Abweichungen zwischen PDF und XML? =======&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach dem Empfang einer ZUGFeRD-Rechnung sollte eine Prüfung erfolgen, um sicherzustellen, dass die XML-Datei und die PDF-Darstellung keine Abweichungen aufweisen. Im Fall von Abweichungen können beide Bestandteile gemäß BMF 2024 als eigenständige Rechnungen gelten.&amp;lt;ref name=&amp;quot;ftn24&amp;quot;&amp;gt;Vgl. BMF 2024, S. 10: Bundesministerium der Finanzen (BMF). (2024). ''Ausstellung von Rechnungen nach § 14 UStG; Einführung der obligatorischen elektronischen Rechnung bei Umsätzen zwischen inländischen Unternehmern ab dem 1. Januar 2025''. BMF-Schreiben vom 15. Oktober 2024. Verfügbar unter: [https://www.bundesfinanzministerium.de/Content/DE/Downloads/BMF_Schreiben/Steuerarten/Umsatzsteuer/2024-10-15-einfuehrung-e-rechnung.pdf https://www.bundesfinanzministerium.de/Content/DE/Downloads/BMF_Schreiben/Steuerarten/Umsatzsteuer/2024-10-15-einfuehrung-e-rechnung.pdf]&amp;lt;/ref&amp;gt; „PDF und XML müssen die Vorgaben des § 14 Abs. 4 Umsatzsteuergesetz (UStG) berücksichtigen, um inhaltlich identische Mehrstücke derselben Rechnung darzustellen.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;ftn25&amp;quot;&amp;gt;Vgl. [https://www.ferd-net.de/standards/was-ist-zugferd/was-ist-zugferd.html https://www.ferd-net.de/standards/was-ist-zugferd/was-ist-zugferd.html] &amp;lt;/ref&amp;gt;* &amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:0.63cm;&amp;quot;&amp;gt;Lt. BMF 2024 muss mit dem XML-Anhang der ZUGFeRD-Rechnung weitergearbeitet werden. „Bei einem hybriden Format bilden die im '''XML-Format''' vorliegenden Rechnungsdaten '''den führenden Teil'''. Im Fall von Abweichungen zwischen den strukturierten Rechnungsdaten und den sonstigen Informationen gehen die Daten des strukturierten Teils [XML] denen der Bilddatei [PDF] vor.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;ftn26&amp;quot;&amp;gt;Vgl. BMF 2024, S. 10. &amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
* &amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:0.63cm;&amp;quot;&amp;gt;Sind PDF und XML &amp;lt;u&amp;gt;'''identisch'''&amp;lt;/u&amp;gt;, handelt es sich beim PDF um ein inhaltlich identisches Mehrstück.&amp;lt;ref name=&amp;quot;ftn27&amp;quot;&amp;gt;Vgl. BMF 2024, S. 10 und [https://www.ferd-net.de/standards/was-ist-zugferd/was-ist-zugferd.html https://www.ferd-net.de/standards/was-ist-zugferd/was-ist-zugferd.html].&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
* &amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:0.63cm;&amp;quot;&amp;gt;Sind PDF und XML &amp;lt;u&amp;gt;'''nicht identisch'''&amp;lt;/u&amp;gt;, stellt das PDF ggf. eine weitere (sonstige) Rechnung dar, für die die Voraussetzungen des § 14c UStG zu prüfen sind.&amp;lt;ref name=&amp;quot;ftn28&amp;quot;&amp;gt;Vgl. BMF 2024, S. 11.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
======= {{anchor|Ref183531396}} {{anchor|Toc184300211}} &amp;lt;span style=&amp;quot;background-color:#00ffff;&amp;quot;&amp;gt;Validierung&amp;lt;/span&amp;gt;, &amp;lt;span style=&amp;quot;background-color:#00ff00;&amp;quot;&amp;gt;Prüfung&amp;lt;/span&amp;gt; und Wandlung einer XML-Datei in PDF =======&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die XML-Datei (XRechnung oder XML-Anhang einer ZUGFeRD-Rechnung) sollte validiert und geprüft werden, ob sie einem gültigen Format entspricht. Hierfür kann die XML-Datei mittels eines Validators geprüft werden. Es gibt hierfür eine Menge von &amp;lt;span style=&amp;quot;background-color:#00ffff;&amp;quot;&amp;gt;Online und Offline Validatoren&amp;lt;/span&amp;gt;.&amp;lt;ref name=&amp;quot;ftn29&amp;quot;&amp;gt;Vgl. Übersicht unter [https://easyfirma.net/e-rechnung/validieren https://easyfirma.net/e-rechnung/validieren]. &amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich empfehle mit dem Offline-Validator „'''Ultramarinviewer'''“&amp;lt;ref name=&amp;quot;ftn30&amp;quot;&amp;gt;Vgl. [https://www.ultramarinviewer.de https://www.ultramarinviewer.de] &amp;lt;/ref&amp;gt; zu arbeiten, da dieser die Dateien lokal im Unternehmen weiterverarbeitet. Zudem lässt sich mittels der Druckfunktion eine PDF-Datei (oder ein Papierdokument) aus der XML-Datei erzeugen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Folgenden werden die Arbeitsschritte mit dem Ultramarinviewer im Detail erläutert:# &amp;lt;u&amp;gt;'''Herunterladen und installieren'''&amp;lt;/u&amp;gt; des Ultramarinviewer&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
# &lt;br /&gt;
#* Aktuell in der Version 1.2: [https://www.ultramarinviewer.de https://www.ultramarinviewer.de] &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
# &amp;lt;u&amp;gt;'''Öffnen'''&amp;lt;/u&amp;gt; des Ultramarinviewer&lt;br /&gt;
#* In der Windows-Suche in der Taskleiste suchen nach „Ultramarin“ und öffnen der App&lt;br /&gt;
# &amp;lt;u&amp;gt;'''XML-Datei öffnen '''(XRechnung und ZUGFeRD-PDF)&amp;lt;/u&amp;gt;''':''' Dieses Video zeigt 4 Wege, eine '''XML-Datei zu öffnen''': [https://www.ultramarinviewer.de/assets/Ultramarinviewer.mp4 https://www.ultramarinviewer.de/assets/Ultramarinviewer.mp4] &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
# &lt;br /&gt;
## '''Drag and Drop''' einer '''XML-Datei''' einer E-Rechnung in die &amp;lt;u&amp;gt;'''Startseite'''&amp;lt;/u&amp;gt; des Ultramarinviewer.&lt;br /&gt;
##* &amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:2.752cm;&amp;quot;&amp;gt;Das funktioniert ebenfalls mit den meisten '''ZUGFeRD-Rechnungen als PDF''', d. h. es kann die '''PDF-Datei''' per Drag and Drop in die Viewer-Startseite gezogen werden – es wird automatisch das eingebettete XML geöffnet!&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
## „'''Datei öffnen'''“ klicken in der Menü-Leiste.&lt;br /&gt;
## „'''Vorherige Datei'''“, „'''Nächste Datei'''“ in der Menü-Leiste nutzen. &lt;br /&gt;
## („'''Senden an'''“: Rechtsklick auf eine XML-Datei und senden an Ultramarinviewer – hat bei mir nicht funktioniert. Ebenfalls traten mittels „'''Öffnen mit'''“ nach Rechtsklick auf eine Datei '''Fehler''' auf.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
# &amp;lt;span style=&amp;quot;background-color:#00ffff;&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;u&amp;gt;'''XML-Datei validieren&amp;lt;/span&amp;gt; und &amp;lt;span style=&amp;quot;background-color:#00ff00;&amp;quot;&amp;gt;ZUGFeRD-Rechnung prüfen&amp;lt;/u&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;:'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
# Kann die XML-Datei mit dem Ultramarinviewer &amp;lt;span style=&amp;quot;background-color:#00ffff;&amp;quot;&amp;gt;'''nicht geöffnet&amp;lt;/span&amp;gt; '''werden oder erscheint beim Öffnen eine Fehlermeldung, so ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass sie nicht validiert werden konnte und somit &amp;lt;span style=&amp;quot;background-color:#00ffff;&amp;quot;&amp;gt;'''keine valide XRechnungs-Datei'''&amp;lt;/span&amp;gt; ist. &lt;br /&gt;
# Konnte die Datei dagegen &amp;lt;span style=&amp;quot;background-color:#00ffff;&amp;quot;&amp;gt;'''geöffnet&amp;lt;/span&amp;gt; '''werden, so ist sie &amp;lt;span style=&amp;quot;background-color:#00ffff;&amp;quot;&amp;gt;'''valide'''&amp;lt;/span&amp;gt;. Im Abschnitt „Zusätze“ unter „&amp;lt;span style=&amp;quot;background-color:#00ffff;&amp;quot;&amp;gt;Spezifikationskennung&amp;lt;/span&amp;gt;“ unten ist oft das verwendete XML-Schema eingetragen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:1.9cm;&amp;quot;&amp;gt;[[Image:Bild4.png|top]]&amp;lt;/div&amp;gt;# &amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:1.9cm;&amp;quot;&amp;gt;Handelt es sich ursprünglich um eine &amp;lt;span style=&amp;quot;background-color:#00ff00;&amp;quot;&amp;gt;'''ZUGFeRD-Rechnung'''&amp;lt;/span&amp;gt;, dann sollten nun die &amp;lt;span style=&amp;quot;background-color:#00ff00;&amp;quot;&amp;gt;'''Datenfelder der XML'''&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;span style=&amp;quot;background-color:#00ff00;&amp;quot;&amp;gt; im Ultramarinviewer&amp;lt;/span&amp;gt; '''mit &amp;lt;span style=&amp;quot;background-color:#00ff00;&amp;quot;&amp;gt;den Daten der PDF-Rechnung'''&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;span style=&amp;quot;background-color:#00ff00;&amp;quot;&amp;gt; &amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;span style=&amp;quot;background-color:#00ff00;&amp;quot;&amp;gt;'''verglichen'''&amp;lt;/span&amp;gt; werden, um sicherzustellen, dass es sich &amp;lt;span style=&amp;quot;background-color:#00ff00;&amp;quot;&amp;gt;um identische Mehrstücke derselben Rechnung&amp;lt;/span&amp;gt; handelt, siehe Abschnitt 2.2.1. &amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
# Die Daten der geöffneten XML-Datei werden im Ultramarinviewer in '''5 Abschnitten''' angezeigt, wobei meist nur die ersten 3 Abschnitte befüllt sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:2.501cm;&amp;quot;&amp;gt;[[Image:Bild5.png|top]]&amp;lt;/div&amp;gt;# &amp;lt;u&amp;gt;'''XML-Datei drucken'''&amp;lt;/u&amp;gt;: Die dargestellte '''XML-Datei '''(XRechnung oder ZUGFeRD-Anhang)''' kann nun als PDF gedruckt''' werden, z.&amp;amp;nbsp;B. zur Dokumentation oder wenn für den weiteren Buchungsprozess eine Datei zum Weiterverarbeiten benötigt wird. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
# &lt;br /&gt;
## &lt;br /&gt;
##* &lt;br /&gt;
##*# &amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:2.501cm;&amp;quot;&amp;gt;Zunächst in der geöffneten Datei im Ultramarinviewer den '''Abschnitt''' wählen, der gedruckt werden soll. Dort mittels „'''Strg + P'''“ oder '''Rechtsklick''' auf die angezeigte XML-Datei und „'''Drucken'''“ das Druckmenü öffnen.&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
##*# &amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:2.501cm;&amp;quot;&amp;gt;Hier unter „Drucker“ einen '''PDF-Drucker wählen''', bspw. den „Microsoft Print to PDF“.&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
##*# &amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:2.501cm;&amp;quot;&amp;gt;Empfohlene '''Einstellungen'''&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| style=&amp;quot;border-spacing:0;width:13.501cm;&amp;quot;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:none;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.123cm;padding-right:0.123cm;&amp;quot; | # &lt;br /&gt;
## &lt;br /&gt;
### &lt;br /&gt;
###* &amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:0.751cm;&amp;quot;&amp;gt;'''Layout''': Hochformat&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
###* &amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:0.751cm;&amp;quot;&amp;gt;'''Seiten''': Alles&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
###* &amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:0.751cm;&amp;quot;&amp;gt;'''Farbe''': Farbe&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
###* &amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:0.751cm;&amp;quot;&amp;gt;'''Weitere''' Einstellungen:&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;background-color:transparent;border:none;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.123cm;padding-right:0.123cm;&amp;quot; | # &lt;br /&gt;
## &lt;br /&gt;
### &lt;br /&gt;
###* &amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:0.637cm;&amp;quot;&amp;gt;'''Papierformat''': A4&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
###* &amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:0.637cm;&amp;quot;&amp;gt;'''Skalierung (%)''': Tatsächliche Größe&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
###* &amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:0.637cm;&amp;quot;&amp;gt;'''Seiten pro Blatt''': 1 oder 2 (oder ggf. 4)&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
###* &amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:0.64cm;&amp;quot;&amp;gt;'''Optionen''': Kopf- und Fußzeilen: ja; Hintergrundgrafiken: nein&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
# &lt;br /&gt;
## &lt;br /&gt;
##* &lt;br /&gt;
##*# &amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:2.501cm;&amp;quot;&amp;gt;'''Wiederholen pro Abschnitt''', welcher buchungsrelevante Daten enthält.&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* '''Hinweis''': Bei mir traten Fehler auf, wenn mehrere Instanzen des Ultramarinviewer geöffnet waren. Ebenfalle beim Öffnen einer Datei mittels Rechtsklick auf eine Datei im Explorer und „Öffnen mit“, dann konnte diese Datei nicht geöffnet und validiert werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
======= {{anchor|Toc184300212}} Sachliche und rechnerische Prüfung der E-Rechnung =======&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die aus der XML-Datei gedruckten PDF-Dokumente können nun für die weitere Rechnungsbearbeitung verwendet werden, bspw. für die sachliche und rechnerische Prüfung der E-Rechnung. Bei einer ZUGFeRD-Rechnung kann bei identischen Rechnungsdaten auch das ursprüngliche PDF hierfür verwendet werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu beachten ist, dass sowohl die E-Rechnung in ihrer ursprünglichen Form als auch die zusätzlichen Dokumente unveränderlich aufbewahrt werden müssen, sofern an ihnen Aufzeichnungen enthalten sind, die für die Besteuerung von Bedeutung sind, z. B. Buchungsvermerke oder Unterschriften.&amp;lt;ref name=&amp;quot;ftn31&amp;quot;&amp;gt;Vgl. BMF 2024, S. 17.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====== {{anchor|Toc184300213}} Buchung und Zahlung der E-Rechnung ======&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Buchung und Zahlung einer E-Rechnung kann wie bisher erfolgen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====== {{anchor|Ref183533885}} {{anchor|Toc184300214}} Aufbewahrung von E-Rechnungen ======&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zusammenfassend lässt sich das Schreiben des BMF 2024 wie folgt interpretieren, siehe Zitate unten. Für eine GoBD-konforme Aufbewahrung von E-Rechnungen ist folgendes notwendig:&lt;br /&gt;
* E-Rechnungen, insb. XRechnungen sowie der strukturierte XML-Teil einer ZUGFeRD-Rechnung, müssen in dem Format aufbewahrt werden, in dem sie empfangen wurden.&lt;br /&gt;
** Hierfür kann, aber muss nicht, die E-Mail samt Anhang archiviert werden.&lt;br /&gt;
* E-Rechnungen müssen während ihrer Aufbewahrungsfrist von min. 10 Jahren maschinell auswertbar sein. Sie dürfen nicht ausgedruckt aufbewahrt werden!&lt;br /&gt;
* Zusätzliche Dokumente (z. B. Bildteil einer hybriden Rechnung oder die als PDF gedruckte XML-Rechnung) müssen mit aufbewahrt werden, sofern sie Aufzeichnungen enthalten, die für die Besteuerung von Bedeutung sind, z. B. Buchungsvermerke oder Unterschriften zur sachlichen und rechnerischen Prüfung.&lt;br /&gt;
* Um die GoBD-Vorgaben zu erfüllen, müssen während der Aufbewahrungsphase die Unveränderbarkeit, Vollständigkeit und Nachvollziehbarkeit der gespeicherten Dokumente sichergestellt sein. Eine einfache Speicherung im Windows-Dateisystem erfüllt diese Anforderungen nicht. &lt;br /&gt;
* Mögliche technische Lösungen werden in im folgenden Abschnitt 2.5vorgestellt.&lt;br /&gt;
* Neben einer revisionssicheren Archivierung sollte eine Verfahrensdokumentation der technischen und organisatorischen Maßnahmen erstellt werden, vgl. Abschnitt 2.6.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Zitate und Verlinkungen zur Aufbewahrung von E-Rechnungen:'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Das Umsatzsteuergesetz sieht vor, dass Rechnungen '''zehn Jahre''' aufzubewahren sind ([https://www.gesetze-im-internet.de/ustg_1980/__14b.html § 14b Abs. 1 S. 1 UStG]). Elektronische Rechnungen müssen gemäß den jeweils gültigen Grundsätzen zur ordnungsgemäßen Führung und Aufbewahrung von Büchern, Aufzeichnungen und Unterlagen in elektronischer Form sowie zum Datenzugriff (GoBD) aufbewahrt werden. Elektronische Handels- oder Geschäftsbriefe und Buchungsbelege müssen '''in dem Format aufbewahrt werden, in dem Sie empfangen werden''' (Randziffer 131 der GoBD vom 28. November 2019). D.&amp;amp;nbsp;h. elektronische Rechnungen sind originär elektronisch aufzubewahren und '''müssen maschinell auswertbar''' sein (Randziffer 128 GoBD vom 28. November 2019). Eine Aufbewahrung elektronischer Rechnungen in ausgedruckter Form ist nicht möglich.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;ftn32&amp;quot;&amp;gt;Vgl. [https://www.ferd-net.de/standards/was-ist-zugferd/was-ist-zugferd.html https://www.ferd-net.de/standards/was-ist-zugferd/was-ist-zugferd.html] &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gemäß BMF 2024 ist „['''d]er strukturierte Teil einer E-Rechnung''' [...] '''so aufzubewahren''', dass dieser in seiner '''ursprünglichen Form''' vorliegt und die Anforderungen an die '''Unveränderbarkeit''' erfüllt werden. Eine '''maschinelle Auswertbarkeit''' seitens der Finanzverwaltung muss sichergestellt sein. Sofern in einem zusätzlich übersandten Dokument (z. B. Bildteil einer hybriden Rechnung) Aufzeichnungen enthalten sind, die für die Besteuerung von Bedeutung sind, z. B. Buchungsvermerke, sind diese ebenfalls so aufzubewahren, dass diese in ihrer ursprünglichen Form vorliegen und die Anforderungen an die Unveränderbarkeit erfüllt werden.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;ftn33&amp;quot;&amp;gt;Vgl. BMF 2024, S. 17.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Wird die elektronische Rechnung per E-Mail übersandt, so ist die '''E-Mail selbst''' als reines '''Transportmittel der Rechnung''' (= Briefumschlag der elektronischen Rechnung) grundsätzlich '''nicht aufzubewahren''', es sei denn, die E-Mail enthält der Rechnung zugehörige, aufbewahrungspflichtige Informationen.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;ftn34&amp;quot;&amp;gt;Vgl. [https://www.ferd-net.de/standards/was-ist-zugferd/was-ist-zugferd.html https://www.ferd-net.de/standards/was-ist-zugferd/was-ist-zugferd.html]&amp;lt;/ref&amp;gt;{{anchor|Ref183535663}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====== {{anchor|Ref183609885}} {{anchor|Toc184300215}} Technische Lösungen für die Aufbewahrung von E-Rechnungen ======&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Um unter Windows eine GoBD-konforme Archivierung sicherzustellen, ist es entscheidend, dass die gespeicherten Dokumente unveränderbar, vollständig und nachvollziehbar sind. Die bloße Ablage von Dateien im Windows-Dateisystem erfüllt diese Anforderungen in der Regel nicht, da sie keine Mechanismen zur Verhinderung von Änderungen oder Löschungen ohne Protokollierung bietet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''WORM-Speichermedien für die Archivierung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
WORM ('''W'''rite '''O'''nce, '''R'''ead '''M'''any)-Medien sind Speichermedien, auf denen Daten einmalig gespeichert und anschließend nicht mehr verändert werden können. Dies stellt die Unveränderbarkeit der Daten sicher. Beispiele für WORM-Medien sind:&lt;br /&gt;
* &amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:1.259cm;&amp;quot;&amp;gt;'''Optische Speichermedien''': CD-R, DVD-R und BD-R (Blu-ray Disc Recordable) sind klassische WORM-Medien. &amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
* &amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:1.259cm;&amp;quot;&amp;gt;'''Magneto-Optische Laufwerke''': Diese bieten hohe Speicherkapazitäten und Langlebigkeit, sind jedoch weniger verbreitet und erfordern spezielle Hardware.&amp;lt;ref name=&amp;quot;ftn35&amp;quot;&amp;gt;Bspw. Overland Tandberg [https://ftp1.overlandtandberg.com/website/website/DS_RDX_Family_EMEA.pdf https://ftp1.overlandtandberg.com/website/website/DS_RDX_Family_EMEA.pdf] &amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
* &amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:1.259cm;&amp;quot;&amp;gt;'''WORM-Festplatten bzw. Archivierugssysteme''': Einige Hersteller bieten spezielle Festplatten mit WORM-Funktionalität an, die eine einmalige Speicherung von Daten ermöglichen. Beispielsweise bieten EMC mit Centera sowie NetApp mit SnapLock solche Lösungen an.&amp;lt;ref name=&amp;quot;ftn36&amp;quot;&amp;gt;Bspw. [https://docs.netapp.com/de-de/ontap/snaplock https://docs.netapp.com/de-de/ontap/snaplock], [https://www.fast-lta.de/de/produkte/silent-brick-system https://www.fast-lta.de/de/produkte/silent-brick-system] &amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
* &amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:1.259cm;&amp;quot;&amp;gt;'''WORM USB'''-Sticks&amp;lt;ref name=&amp;quot;ftn37&amp;quot;&amp;gt;Bspw. [https://www.digikey.de/de/products/detail/flexxon-pte-ltd/FUUP008GME-XE00/16705751 https://www.digikey.de/de/products/detail/flexxon-pte-ltd/FUUP008GME-XE00/16705751] &amp;lt;/ref&amp;gt; können eine Lösung für die Archivierung darstellen.&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
* &amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:1.259cm;&amp;quot;&amp;gt;'''Softwarebasierte WORM-Lösungen''': Es gibt Softwarelösungen, die innerhalb des Windows-Dateisystems einen WORM-Bereich schaffen können. Beispielsweise bieten iTernity mit iCAS&amp;lt;ref name=&amp;quot;ftn38&amp;quot;&amp;gt;Vgl. [https://iternity.com/de/produkte/icas/ https://iternity.com/de/produkte/icas/] &amp;lt;/ref&amp;gt; sowie Synology mit DSM eine WORM-Funktionalität an, die es ermöglicht, Daten einmalig zu schreiben und mehrfach zu lesen, ohne dass sie verändert werden können.&amp;lt;ref name=&amp;quot;ftn39&amp;quot;&amp;gt;Vgl. [https://blog.synology.com/ger/anleitung-was-ist-worm-schreib-und-loeschschutz-in-synology-dsm https://blog.synology.com/ger/anleitung-was-ist-worm-schreib-und-loeschschutz-in-synology-dsm] und [https://kb.synology.com/de-de/DSM/tutorial/which_synology_nas_models_support_WriteOnce_and_secure_snapshots https://kb.synology.com/de-de/DSM/tutorial/which_synology_nas_models_support_WriteOnce_and_secure_snapshots] &lt;br /&gt;
&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wichtige Funktionen solcher Systeme:&lt;br /&gt;
* &amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:1.259cm;&amp;quot;&amp;gt;'''Unveränderbarkeit''': Dokumente können nach der Archivierung nicht mehr ohne Protokollierung verändert werden.&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
* &amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:1.259cm;&amp;quot;&amp;gt;'''Zugriffskontrollen''': Nur autorisierte Personen haben Zugriff auf die Dokumente.&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
* &amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:1.259cm;&amp;quot;&amp;gt;'''Protokollierung''': Alle Zugriffe und Änderungen werden lückenlos protokolliert.&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
* &amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:1.259cm;&amp;quot;&amp;gt;'''Sicherheitsmaßnahmen''': Schutz vor unbefugtem Zugriff und Datenverlust.&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;color:#2f5496;&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====== {{anchor|Ref183605446}} {{anchor|Toc184300216}} Verfahrensdokumentation ======&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gemäß den GoBD ist eine Verfahrensdokumentation zu erstellen. Sie dient dazu, alle technischen und organisatorischen Maßnahmen zur Verarbeitung und Archivierung von E-Rechnungen transparent und prüfungssicher darzustellen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Verfahrensdokumentation sollte die folgenden Punkte detailliert abdecken:&lt;br /&gt;
# '''Allgemeine Beschreibung des Unternehmens und der Organisation'''&lt;br /&gt;
#* &amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:2cm;&amp;quot;&amp;gt;Darstellung der Unternehmensstruktur und Zuständigkeiten.&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
#* &amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:2cm;&amp;quot;&amp;gt;Beschreibung der Abteilungen, die an der Verarbeitung von E-Rechnungen beteiligt sind.&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
# '''Aufbau der IT-Infrastruktur'''&lt;br /&gt;
#* &amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:2cm;&amp;quot;&amp;gt;Hardware: Server, Speichersysteme, Backup-Geräte.&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
#* &amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:2cm;&amp;quot;&amp;gt;Software: Eingesetzte Anwendungen für die Rechnungsverarbeitung und Archivierung.&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
#* &amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:2cm;&amp;quot;&amp;gt;Netzwerke: Netzwerkarchitektur und Sicherheitsmaßnahmen.&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
# '''Prozessbeschreibungen'''&lt;br /&gt;
#* &amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:2cm;&amp;quot;&amp;gt;Empfang von E-Rechnungen: Kanäle und Formate (z.B. E-Mail, Webportal).&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
#* &amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:2cm;&amp;quot;&amp;gt;Verarbeitung: Validierung, Datenextraktion und Weiterleitung.&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
#* &amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:2cm;&amp;quot;&amp;gt;Buchung: Integration in das Finanzbuchhaltungssystem.&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
#* &amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:2cm;&amp;quot;&amp;gt;Archivierung: Speichervorgänge und -orte, Zugriffsrechte.&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
# '''Internes Kontrollsystem (IKS)'''&lt;br /&gt;
#* &amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:2cm;&amp;quot;&amp;gt;Zugriffsrechte: Haben nur befugte Personen Zugriff auf archivierte Daten und Systeme?&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
#* &amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:2cm;&amp;quot;&amp;gt;Funktionstrennungen: Trennung von Verantwortlichkeiten zur Minimierung von Fehlern und Betrug.&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
#* &amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:2cm;&amp;quot;&amp;gt;Kontrollen: Regelmäßige Überprüfungen und Freigabeprozesse.&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
# '''Datensicherungskonzept'''&lt;br /&gt;
#* &amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:2cm;&amp;quot;&amp;gt;Backup-Strategien: Regelmäßigkeit und Methoden der Datensicherung.&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
#* &amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:2cm;&amp;quot;&amp;gt;Notfallplan: Maßnahmen bei Datenverlust oder Systemausfällen.&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
# '''Aufbewahrung'''&lt;br /&gt;
#* &amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:2cm;&amp;quot;&amp;gt;WORM-Speicher: Einsatz von &amp;quot;Write Once Read Many&amp;quot;-Technologien zur Sicherstellung der Unveränderbarkeit.&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
#* &amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:2cm;&amp;quot;&amp;gt;Archivierungsprozesse: Wie und wo werden die Daten langfristig gespeichert?&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
# '''Versionierung und Änderungshistorie'''&lt;br /&gt;
#* &amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:2cm;&amp;quot;&amp;gt;Dokumentation aller Änderungen am Verfahren und an den Systemen.&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
#* &amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:2cm;&amp;quot;&amp;gt;Protokollierung von Software-Updates und Prozessanpassungen.&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Umsetzungsschritte'''&lt;br /&gt;
* &amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:0.501cm;&amp;quot;&amp;gt;'''Erstellung eines Projektteams''': Zusammensetzung aus IT, Buchhaltung und Compliance-Experten.&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
* &amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:0.501cm;&amp;quot;&amp;gt;'''Dokumentation der aktuellen Prozesse''': Erfassung des Ist-Zustands und Identifikation von Lücken.&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
* &amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:0.501cm;&amp;quot;&amp;gt;'''Dokumentation erstellen''': Ausführliche Beschreibung gemäß den oben genannten Punkten.&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
* &amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:0.501cm;&amp;quot;&amp;gt;'''Schulung der Mitarbeiter''': Sicherstellen, dass alle Beteiligten die Prozesse u. ihre Rollen verstehen.&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
* &amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:0.501cm;&amp;quot;&amp;gt;'''Regelmäßige Aktualisierung''': Die Verfahrensdokumentation sollte mindestens jährlich oder bei wesentlichen Änderungen aktualisiert werden.&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
----&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ist-Analyse sorbische Welt der Digitalisierung von Arbeitsabläufen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Ergebnisse der Interviews zusammenfassen, Fokus Tools, Prozesse, Methoden und Weiterbildungen&lt;br /&gt;
* ggf. weiterführende Gespräche mit den betreffenden Institutionen, insb. zu Weiterbildungen von Arbeitnehmern&lt;br /&gt;
* auch Gespräche mit dem Bund sorbischer Handwerker und Unternehmer e. V. (https://www.domowina.de/?id=284)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Ergebnisse der Interviews ===&lt;br /&gt;
Im Rahmen der Erstellung des sorbischen Digitalisierungskonzeptes wurde 2021 der Ist-Stand im Themenbereich &amp;quot;Digitale Arbeitswelt&amp;quot; analysiert. Hierfür wurden Interviews mit  ausgewählten sorbischen Institutionen durchgeführt, um die spezifischen Anforderungen sorbischer Organisationen an die Digitalisierung zu identifizieren, zu analysieren und zusammenzufassen. In diesem Abschnitt präsentieren wir die Resultate dieser Interviews und interpretieren die daraus gewonnenen Erkenntnisse.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Interviews wurden mit Vertretern folgender sorbischer Institutionen durchgeführt:&lt;br /&gt;
* Domowina e. V. / Domowina z. t.&lt;br /&gt;
* Sprachzentrum WITAJ / Rěčny centrum WITAJ&lt;br /&gt;
* Stiftung für das sorbische Volk / Załožba za serbski lud&lt;br /&gt;
* Sorbisches Institut e. V. / Serbski institut z. t.&lt;br /&gt;
* Sorbisches National-Ensemble gGmbH / Serbski ludowy ansambl tzwr&lt;br /&gt;
* Domowina-Verlag GmbH / Ludowe nakładnistwo Domowina tzwr&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|+ Zusammenfassung der Digitalisierungsbedarfe von sorbischen Organisationen 2021&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Digitalisierungsbedarf !! Beschreibung !! Nennungen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Ermöglichen von '''Home-Office''' || &lt;br /&gt;
* ausreichend dienstliche Notebooks&lt;br /&gt;
* entsprechende IT-Infrastruktur&lt;br /&gt;
* interne Regelungen &lt;br /&gt;
| 6 von 6&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| hoher Anwendungs-'''Kenntnisstand der Mitarbeiter'''  || &lt;br /&gt;
* regelmäßige Weiterbildungen&lt;br /&gt;
* Wissenstransfer zu IT-Themen mittels Wissens-Mediatoren und Wissens-Pools&lt;br /&gt;
* Fachkreise&lt;br /&gt;
* Fachkräfte DB&lt;br /&gt;
| 5 von 6&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| [[12.2_Digitalisierung_von_Arbeitsabläufen#Dokumentenmanagementsystem_.28DMS.29 | '''Dokumentenablage''' / Dokumentenmanagementsystem (DMS)]] || &lt;br /&gt;
* leichtes Finden&lt;br /&gt;
* OCR inkl. sorbischer Buchstaben&lt;br /&gt;
* revisionssichere Ablage&lt;br /&gt;
* ggf. zentral genutzt von mehreren sorbischen Institutionen&lt;br /&gt;
* Arbeitskreis DMS über alle sorbischen Institutionen hinweg&lt;br /&gt;
| 5 von 6&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Cloudlösung''' / Kollaborationsplattform || &lt;br /&gt;
* auch Kommunikationsplattform&lt;br /&gt;
* für Dateiaustausch mit Externen&lt;br /&gt;
* zentral betriebene Cloud für alle sorbischen Institutionen wäre vorteilhaft&lt;br /&gt;
| 5 von 6&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| moderne '''IT-Infrastruktur''' || &lt;br /&gt;
* Standort- und Organisationsstruktur-übergreifende Infrastruktur&lt;br /&gt;
* höhere Upstream-Bandbreite der Server im Haus&lt;br /&gt;
* Virtualisierung der Serverumgebung&lt;br /&gt;
* Standortunabhängig&lt;br /&gt;
* ggf. extern administriert&lt;br /&gt;
* moderne Ausstattung des Neubaus am Lauengraben&lt;br /&gt;
| 5 von 6&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''IT-Fachkräfte''' || &lt;br /&gt;
* für IT-Management, CMS / Webseite&lt;br /&gt;
* sorbischsprachige IT-Fachkräfte&lt;br /&gt;
* leichter Zugriff auf interne, zentrale oder externe Fachkräfte&lt;br /&gt;
| 5 von 6&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| umfangreiche [[12.2_Digitalisierung_von_Arbeitsabläufen#Dreisprachigkeit| '''Unterstützung der Dreisprachigkeit''']] || &lt;br /&gt;
* MS Office&lt;br /&gt;
* Spracherkennung&lt;br /&gt;
* Übersetzungsdienst&lt;br /&gt;
* geographische Namen&lt;br /&gt;
* soziale Netzwerke&lt;br /&gt;
* aller Softwareprodukte und Webangebote&lt;br /&gt;
* leichteres Update der sorbischen Rechtschreibprüfung&lt;br /&gt;
| 4 von 6&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Projekt- und Aufgabenmanagement''' || &lt;br /&gt;
* auch übergreifendes Projektmanagement&lt;br /&gt;
| 4 von 6&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| [[12.2_Digitalisierung_von_Arbeitsabläufen#Customer_Relationship_Management_.28CRM.29_.2F_Content_Management_System_.28CMS.29| '''Customer-Relationship-Management'''-System (CRM)]] || &lt;br /&gt;
* für die Adress- und Verteilerpflege&lt;br /&gt;
| 4 von 6&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Foto-Archiv''' ||&lt;br /&gt;
*  mit Archivierung gedruckter Fotos&lt;br /&gt;
* Übergabe an das Kultur-Archiv&lt;br /&gt;
* Recherche im Kultur-Archiv&lt;br /&gt;
| 4 von 6&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| zentrale Verwaltung der '''IT-Assets''' ||&lt;br /&gt;
* IT-Inventar&lt;br /&gt;
* Lizenzen&lt;br /&gt;
* Softwareversionen&lt;br /&gt;
| 3 von 6&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''moderne Webseite'''  || &lt;br /&gt;
* Content Management System (CMS)&lt;br /&gt;
* gerne gemeinsam mit weiteren sorbischen Institutionen&lt;br /&gt;
| 3 von 6&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''IT-Support'''-Ansprechpartner || &lt;br /&gt;
* 1st-Level-Support&lt;br /&gt;
* definierte IT-Prozesse&lt;br /&gt;
* gern zentral organisiert für alle sorbischen Institutionen&lt;br /&gt;
| 2 von 6&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Organisationsstandard''' zur Dokumentenablage || &lt;br /&gt;
* Verringerung der Redundanzen der Daten&lt;br /&gt;
| 2 von 6&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| digitale '''Personalprozesse''' || &lt;br /&gt;
* Genehmigungsprozesse wie Urlaubsanträge&lt;br /&gt;
* Zeiterfassung&lt;br /&gt;
* Travel-Management&lt;br /&gt;
* Recruiting&lt;br /&gt;
| 2 von 6&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Dokumentenarchivierung''' || &lt;br /&gt;
*  Aufbewahrung von abgeschlossenen Vorgängen und Akten&lt;br /&gt;
* Übergabe an zentrales Kulturarchiv&lt;br /&gt;
| 2 von 6&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| moderne '''VoIP-Telefonanlage''' || &lt;br /&gt;
*&lt;br /&gt;
| 2 von 6&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Integration''' der vorhandenen Software || &lt;br /&gt;
* Schnittstellen&lt;br /&gt;
| 2 von 6&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| moderne '''Online-Shop'''-Lösung || &lt;br /&gt;
* gemeinsame Lösung&lt;br /&gt;
* inkl. moderner Bezahlmethoden&lt;br /&gt;
| 2 von 6&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Wissensmanagement''' || &lt;br /&gt;
* Intranet&lt;br /&gt;
* Wiki&lt;br /&gt;
| 2 von 6&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Pressemonitoring''' || &lt;br /&gt;
* auch zentral möglich &lt;br /&gt;
| 2 von 6&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Weitere Nennungen''' || &lt;br /&gt;
* Organisationsstandard für Zugriffe auf IT-Systeme &lt;br /&gt;
** arbeiten im Home-Office&lt;br /&gt;
** Zugriff per VPN&lt;br /&gt;
* Zeitgemäßes Redaktionssystem &lt;br /&gt;
** mit zeitnahen, aktuellen Angeboten und News über alle Kanäle &lt;br /&gt;
* Organisationsstandard für E-Mail-Umgang &lt;br /&gt;
** Ablage, Löschen und Archivieren von E-Mails&lt;br /&gt;
** einheitliche E-Mail-Adressen &lt;br /&gt;
** zentrales Pflegen von Adress- und Kontaktlisten&lt;br /&gt;
* Aufbau eines Digitalisierungszentrums&lt;br /&gt;
* Aufbau eines Forschungsdatenmanagements und wissenschaftlichen Informationsportals&lt;br /&gt;
* Organisationsstandard für Webkonten&lt;br /&gt;
** Benutzerkonten in sozialen Medien&lt;br /&gt;
** Webseiten etc. &lt;br /&gt;
* Moderne Buchhaltungslösung&lt;br /&gt;
** auch zentral organisiert und betrieben für alle sorbischen Institutionen, wenn mandantenfähig &lt;br /&gt;
| 1 von 6&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Sonstiges''' || &lt;br /&gt;
* Bündeln der Kräfte und Kapazitäten &lt;br /&gt;
** Angleichung der Software-Produkte über die sorbischen Institutionen &lt;br /&gt;
** Finden von Partnern in Wirtschaft und Politik &lt;br /&gt;
** Kooperationen mit anderen Minderheiten &lt;br /&gt;
** mit anderen sorbischen Institutionen:&lt;br /&gt;
** zentrale Fachkreise Digitalisierung, IT, Marketing u. a. &lt;br /&gt;
** schnelles und professionelles Übersetzen von Texten zwischen deutsch, ober- und niedersorbisch &lt;br /&gt;
** gemeinsame professionelle Auftritte in sozialen Medien (z. B. YouTube)  &lt;br /&gt;
** zentraler sorbischer News-Feed - zentrale Adressdatenbank&lt;br /&gt;
** zentrale Bereitstellung von Standardsoftware (z. B. Office)&lt;br /&gt;
** zentrale IT-Prozesse (Vergabe von Mails, Einrichtung Rechner etc.)&lt;br /&gt;
* Weiterentwicklung digitaler Prozesse&lt;br /&gt;
* Live-Streaming von Vorträgen&lt;br /&gt;
* Einheitliche E-Mail-Namenskonvention/E-Mails f. Mitarbeiter&lt;br /&gt;
* Optimierung Rechnungsworkflow&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nachfolgend sollen die ermittelten Digitalisierungsbedarfe sinnvoll zu Themenbereichen zusammengefasst und erläutert werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Dokumentenmanagementsystem (DMS) ====&lt;br /&gt;
Bei einem Großteil der Institutionen zeigt sich das Thema Dokumentenmanagementsystem als ein zentraler Bedarf.&lt;br /&gt;
Der Bedarf umfasst gängige Funktionalitäten eines DMS, wie visualisierte Ordnungsstrukturen, Checkin- / Checkout-Möglichkeiten von Dokumenten, Versionierung sowie datenbankgestützte Metadatenverwaltung zur Index-gestützten Dokumentensuche. Hierbei liegt die Anforderung nicht nur bei organisatorischen Prozessen, wie beispielsweise das Personalwesen oder das Rechnungswesen, sondern berührt auch die Archivierung und Durchsuchbarkeit von Dokumenten und Medien aus der Kulturgeschichte der Sorben. Inwieweit eine Verbindung zwischen einem aus organisatorischen Prozessen geprägten DMS und einem Archiv für kulturelle Dokumente und Medien sinnvoll ist, kann erst in der nachfolgenden Konzeption erörtert werden. &lt;br /&gt;
Ebenso relevant ist eine revisionssichere Archivierung von Rechnungen und buchhaltungsrelevanten Dokumenten im Sinne der Grundsätze zur ordnungsmäßigen Führung und Aufbewahrung von Büchern, Aufzeichnungen und Unterlagen in elektronischer Form sowie zum Datenzugriff (GoBD). Dies umfasst nicht nur die erwähnten Dokumente, sondern auch die Betrachtung der zugrundeliegenden E-Mail-Kommunikation. Die Konzeption zu Vorgaben der E-Mail-Archivierung ist somit ebenfalls Bestandteil einer Konzeption eines DMS.&lt;br /&gt;
Inwieweit ein zentrales institutionsübergeifendes DMS sinnvoll ist, ist auch eine Frage des zugrunde liegenden Datenmodells. Die Erhebung eines Datenmodells für alle relevanten Institutionen stellt einen ersten Schritt für eine Umsetzung dieses Bedarfes dar. Ohne die Kenntnisse der vorhandenen Daten und Informationen, der Informationsübergänge sowie deren von den Informationseigentümern eingeschätzte Kritikalität können vorhandene Synergieeffekte nur schwer eingeschätzt und genutzt werden. Ebenso können mit Hilfe des Datenmodells vorhandene Redundanzen der Daten und Informationen erkannt und konsolidiert werden. &lt;br /&gt;
Daher besteht auch seitens der Institutionen der Wunsch nach einer internen Arbeitsgruppe, welche die Anforderungen, Ideen und Konzepte der Institutionen gemeinsam bewertet und weiterentwickelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Customer Relationship Management (CRM) / Content Management System (CMS) ====&lt;br /&gt;
Bei einem Großteil der Institutionen zeigt sich der Bedarf an einer zentralen Möglichkeit zum Management von Inhalten für die Webauftritte und zur Öffentlichkeitsarbeit.&lt;br /&gt;
Bestehende CM-Systeme sind teilweise veraltet und ohne entsprechende Fachkenntnisse durch die Verantwortlichen nur schwer zu pflegen. Ein integriertes CMS erleichtert die Pflege und das Einbinden von Content plattformübergreifend und aktuell. &lt;br /&gt;
Kunden- und Kontaktinformationen zu relevanten Personen sind aktuell oft nicht zentral und für alle Beteiligten vorhanden. Dies erschwert eine professionelle Kommunikation nach außen. Es werden zentrale Datenbanken und Verteiler für dedizierte Zwecke vorgehalten, wie beispielsweise um Einladungen, Newsletter oder Veranstaltungsbewerbung zu verschicken. Ebenso ist es notwendig zentrale Datenbanken für Erstellung von Content zu implementieren. Hier kann sich eine Schnittstelle zu dem oben erwähnten Medienarchiv ergeben, da für die Erstellung von Content ein Zugriff auf ein Medienarchiv mit der entsprechenden Durchsuchbarkeit sinnvoll scheint. &lt;br /&gt;
Inwieweit eine institutionsübergreifende Lösung sinnvoll ist, ist Bestandteil einer nachfolgenden Konzeption. Seitens der Institutionen besteht der Wunsch nach einer zentralen Bündelung von Ressourcen im Bereich Öffentlichkeitsarbeit. Mechanismen der Mandantenfähigkeit sowie der Rechteverwaltung sind bei der Konzeption einer zentralen Lösung zu beachten. &lt;br /&gt;
Grundsätzlich besteht auch im Bereich der Öffentlichkeitsarbeit der Wunsch nach einem zentralen und institutionenübergreifenden Fachkreis, welcher den Austausch von Wissen im Umgang mit den technischen Lösungen und sozialen Medien ermöglicht, aber auch eine enge Zusammenarbeit der Institutionen bei der Konzeption gemeinsamer Image-Materialien, wie beispielsweise Flyer oder Videos, fördert. So besteht der Wunsch nach einem gemeinsamen Auftritt in den sozialen Medien sowie eines zentralen Pressemonitorings von sorbischen Medien, da individuell eingesetzte Tools, wie beispielsweise Google Alerts, die sorbische Schrift nicht erkennen.&lt;br /&gt;
Im Bereich der Onlineshops besteht der Bedarf nach einem integrierten Shopsystem, welches die Bestellprozesse, Lagerbestandsprüfungen, die Zahlungsabwicklung sowie den Rechnungsversand zentral und nach Möglichkeit automatisiert steuert, da manuelle Prozesse aktuell zum einen zu einem hohen Zeitverzug im Versand führen und auch innerhalb der Institutionen zeitliche Ressourcen für manuelle Prüfungen und Bestätigungen binden. &lt;br /&gt;
Für bestimmte Käufergruppen kann die aktuelle Shopstruktur unattraktiv wirken, da moderne Zahlungsmittel und Bewertungsfunktionalitäten nicht vorhanden sind. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Zentralisierung der IT-Fachkräfte / First-Level Support ====&lt;br /&gt;
Die Zusammenarbeit mit den IT-Dienstleistern Infotech und Omega wird von den meisten Institutionen als gut bis sehr gut beschrieben. Dennoch zeigte sich ein hoher Bedarf an „IT-Fachkräften“ für den First-Level-Support vor Ort am Arbeitsplatz der Mitarbeitenden. Diese könnten institutionsintern oder institutionsübergreifend angesiedelt werden und sollten im Bedarfsfall schnell einsatzbereit sein. &lt;br /&gt;
IT-affine Mitarbeiter der Institutionen übernehmen teilweise IT-Tätigkeiten, was einen hohen Ressourcenverbrauch bedeutet, da diese Zeit nicht für die originären Tätigkeiten der Mitarbeiter zur Verfügung steht. Zudem entsteht eine Exklusivität bei diesen Mitarbeitern. Zentrales Wissen sammelt sich bei einzelnen Mitarbeitern der Institutionen. Wenn diese Mitarbeiter die Institutionen verlassen, kommt es zu einem nicht unerheblichen Wegfall von Fachwissen. &lt;br /&gt;
Grundsätzlich zeigt sich der Bedarf an institutionsübergreifenden Fachkreisen und Arbeitsgruppen zum Thema IT, um Ideen, erarbeitete Konzepte und Erfahrungen gemeinsam regelmäßig auszutauschen. Aus diesen gemeinsamen Arbeitsgruppen entstehen zudem Synergien für IT-relevante Schulungen der anderen Mitarbeiter sowie ein institutionsübergreifendes Verständnis für die Fachkunde der beteiligten Mitarbeiter in den jeweiligen Institutionen. So wird Wissen nicht mehr bei einzelnen Mitarbeitern gesammelt, sondern steht dem Arbeitskreis und somit anderen Institutionen zur Verfügung. Über eine Vernetzung der IT-affinen Mitarbeiter der Institutionen, entsteht ein Bewusstsein dafür, welcher Mitarbeiter „Spezialist“ in welchem IT-relevanten Thema ist, so dass interne Fachkräfte schneller bekannt und für Sachverhalte ansprechbar sind. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Internes Wissens- und Informationsmanagement ====&lt;br /&gt;
Es zeigt sich sowohl auf der Ebene der Institutionen als auch institutionsübergreifend der Bedarf, vorhandenes Wissen zur Verfügung zu stellen sowie internes Wissen und Wissen anderer Institutionen leichter finden und nutzen zu können, beispielsweise in Form eines Wikis oder Intranets.&lt;br /&gt;
Dies betrifft zum einen Informationen, die das tägliche Arbeiten betreffen, wie z. B. Ansprechpartner, Prozesse, Arbeitsanweisungen etc. &lt;br /&gt;
Zum anderen sollen Informationen auch institutionsübergreifend ausgetauscht werden und Wissen zentral bereitgestellt werden können. Dies umfasst sowohl Informationen aus institutionsübergreifenden Arbeitsgruppen als auch den Zugang zu gemeinsamen Archivdaten, wie z.B. Bilder oder Texte.&lt;br /&gt;
Ein internes Wissens- und Informationsmanagement unterstützt folgende Ziele:&lt;br /&gt;
* innerinstitutionelle Informationsströme werden beschleunigt,&lt;br /&gt;
* es existiert eine sichere Datenbank, die innerinstitutionelle Informationen bündelt,&lt;br /&gt;
* es ermöglicht einen schnellen Zugriff und Erreichbarkeit aller Beteiligten,&lt;br /&gt;
* es ermöglicht Abläufe zu organisieren und transparent für alle zu kommunizieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Digitalisierung von Personalprozessen ====&lt;br /&gt;
Standardisierte Personalprozesse werden größtenteils noch händisch ausgeführt. Diese Prozesse sind ebenfalls durch Medienbrüche gekennzeichnet, was eine Nachverfolgbarkeit und Auswertbarkeit durch die Verantwortlichen erschwert. Dies betrifft maßgeblich folgende Prozesse:&lt;br /&gt;
* Urlaubsanträge&lt;br /&gt;
* Zeiterfassung&lt;br /&gt;
* Zentraler Abwesenheitskalender&lt;br /&gt;
* Freigabe-Prozesse für Home-Office etc.&lt;br /&gt;
* Personaldaten- und Vertragsverwaltung&lt;br /&gt;
* Dienstreisen&lt;br /&gt;
Hier besteht seitens der Institutionen der Wunsch nach einer Digitalisierung der standardisierten Personalprozesse mit einer Möglichkeit zur digitalen Signierung und Freigabe von Dokumenten. Als zentrale Vorgaben wurden ein leichtes Verständnis bzw. eine leichte Bedienbarkeit dieser Prozesse genannt sowie die Notwendigkeit, dass ein entsprechendes Tool die sorbischen Schriftzeichen verarbeiten und darstellen kann. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Kollaborationsplattformen ====&lt;br /&gt;
Auch der Wunsch nach einer Cloudlösung zum institutionsübergreifenden Austausch von Dokumenten wurde oft genannt. Hierbei beschränkt sich der Funktionsumfang einer Cloudlösung nicht nur auf den reinen Datentransfer, sondern soll um die Funktionalitäten einer Kollaborationsplattform erweitert werden. Diese soll sowohl die Zusammenarbeit von internen Mitarbeitern („Intranet“), als auch die Zusammenarbeit mit externen Personen („Extranet“) unterstützen.&lt;br /&gt;
Die Kernbereiche einer Kollaborationsplattform sind Kommunikation, Koordination und Kooperation. Mittels einer solchen digitalen Plattformen können komplexe Aufgaben und Projekte gemeinschaftlich ohne räumliche oder zeitliche Zwänge browserbasiert abgewickelt werden. Die Funktionalität reicht damit weit über den reinen Datentransfer hinaus. Nachfolgende Funktionen wurden im Rahmen der Interviews als notwendig erachtet:&lt;br /&gt;
* Kommunikationsunterstützung&lt;br /&gt;
* Projekt- und Aufgabenmanagement&lt;br /&gt;
* Informations- und Datenmanagement&lt;br /&gt;
* Administrative Funktionen&lt;br /&gt;
Ebenso besteht ein Bedarf nach dem rechtskonformen und sicheren Austausch von Daten und Dokumenten mit externen Dritten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Telefonie / Netzwerk / E-Mail ====&lt;br /&gt;
Einige Institutionen nutzen noch ISDN-basierte Telefonanlagen. Aufgrund der erweiterten Funktionalitäten wünschen sich diese Institutionen eine Umstellung auf eine IP-basierte Telefonie (VoIP).&lt;br /&gt;
Ein Problem, welches mehrere Institutionen sahen, war die zur Verfügung stehende Bandbreite, sowohl in den Institutionen als auch bei den jeweiligen Mitarbeitern im Home-Office. Die Netzwerkinfrastruktur zeigt sich teilweise instabil. Es kommt zu Verbindungsabbrüchen vor allem bei VPN-Zugriff auf die IT-Infrastruktur. &lt;br /&gt;
Es besteht der Wunsch die Netze von Bautzen und Cottbus über ein virtuelles lokales Netzwerk so zusammenzuschließen, dass alle Mitarbeiter alle Programme und Daten unabhängig vom Standort nutzen können. Dieses Netz soll nach Möglichkeit durch einen externen Dienstleister betreut werden.&lt;br /&gt;
Ein weiterer Bedarf in der digitalen Kommunikation zeigt sich in dem Wunsch, eine zentral gültige E-Mail-Konvention zu schaffen, welche eine eindeutige Namenskonvention für den Lokalteil der E-Mail-Adresse für alle Institutionen vorgibt. Als Lokalteil wird der Teil einer E-Mail-Adresse bezeichnet, der vor dem „@“-Zeichen steht und die Adresse innerhalb der Domain des E-Mail-Providers eindeutig bezeichnet. Typischerweise entspricht der Lokalteil dem Benutzernamen des Besitzers des E-Mail-Kontos. Zudem hat sich gezeigt, dass nicht alle Mitarbeiter eine dienstliche E-Mail-Adresse besitzen. So arbeiten Betreuer der Internate des Sprachzentrums WITAJ teilweise noch mit privaten E-Mail-Adressen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Mobiles Arbeiten ====&lt;br /&gt;
Die Möglichkeit für das mobile Arbeiten wird in zahlreichen Institutionen genutzt. Ebenso geben die meisten Institutionen an, ausreichend für das mobile Arbeiten vorbereitet zu sein. So wurde die Beschaffung der notwendigen Hardware (Laptops, Headsets etc.) von vielen Institutionen bereits durchgeführt oder wird aktuell durchgeführt.  &lt;br /&gt;
Zudem zeigt sich, dass der Remote-Zugriff auf lokale Arbeitsrechner teilweise ineffizient ist, da vor allem Anwendungen zur Kooperation, wie z. B. Videokonferenz-Anwendungen, nicht genutzt werden können. Dies liegt daran, dass Kamera und Mikrofon des lokalen Rechners über den Remote-Zugang nicht angesteuert werden können. Dies führt zu sog. „Work-Arounds“ bei denen alternative Kommunikationswege über private Mobilgeräte geführt werden. Diese „Work-Arounds“ können bei einem Datenaustausch personenbezogener Daten auch datenschutzrechtliche Relevanz entwickeln. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Dreisprachigkeit ====&lt;br /&gt;
Ein zentraler Bedarf besteht in der Möglichkeit, digitale Medien dreisprachig zu implementieren, zu konfigurieren und zu nutzen. Viele genutzte Medien bieten aktuell keine Dreisprachigkeit (Deutsch, Obersorbisch, Niedersorbisch). Es zeigt sich vor allem bei schon jetzt vorhandenen digitalen Angeboten der Wunsch, diese durchgängig dreisprachig anzubieten. Dies umfasst Webauftritte, soziale Medien und Webshops bis hin zu verwendeten Software-Lösungen für die tägliche Arbeit. Neben der Ansprache der jeweiligen Hersteller von Anwendungen zeigt sich, dass sich ein zentrales Verzeichnis aller Tools und Anwendungen für die Arbeit der Institutionen hilfreich wäre, welche bereits eine Dreisprachigkeit bieten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Forschungsdatenmanagement ====&lt;br /&gt;
Aufgrund der zu erwartenden Komplexität soll an dieser Stelle auf einen institutionsspezifischen Bedarf des Sorbischen Institutes eingegangen werden. Hier wurde der Aufbau eines Forschungsdatenmanagements als ein zentraler Bedarf genannt, um wettbewerbsfähig zu bleiben und die Richtlinien der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) einzuhalten, welche bei Nicht-Beachtung zum Ausschluss von der Drittmittelbeantragung führen. Ein Forschungsdatenmanagement (FDM) bezeichnet alle methodischen, konzeptionellen, organisato-rischen und technischen Maßnahmen und Verfahren zur Handhabung von Forschungsdaten über deren Lebenszyklus. Zum Forschungsdatenmanagement gehören zudem Festlegungen, was mit den Daten nach Abschluss eines Forschungsprojekts geschehen soll, also beispielsweise wo und wie die Daten archiviert werden und wer auf die archivierten Daten Zugriff erhält. &lt;br /&gt;
Eine technische Verwaltung der Forschungsdaten kann auf vielfältige Weise erfolgen. Das sorbische Institut wünscht sich eine Lösung, welche folgende Kriterien erfüllt:&lt;br /&gt;
* Zentrale Datenverwaltung, ggf. nach dem FAIR Data-Prinzipien; diese umfassen folgend Anforderungen:&lt;br /&gt;
** Findable: Die Daten sollen wieder auffindbar sein.&lt;br /&gt;
** Accessible: Die Daten sollen langfristig zugänglich sein.&lt;br /&gt;
** Interoperable: Die Daten sollen technisch nachnutzbar und mit anderen Datensätzen kombinierbar sein.&lt;br /&gt;
** Reusable: Die Daten sollen analytisch und intellektuell wieder verwendbar sein.&lt;br /&gt;
* Auswertungs- und Reportingmöglichkeiten&lt;br /&gt;
* Kooperatives Repository für wissenschaftliche Kooperationen&lt;br /&gt;
* Langzeitarchivierung der Forschungsdaten mit einem persistenten Zugang für Berechtigte&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Soll-Konzeption Digitalisierung von Arbeitsabläufen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Maßnahmen entwickeln'''&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
	    Welche Maßnahmen und Schritte sind notwendig, um die „Digitalisierung von Arbeitsabläufen     inkl. Weiterbildungen für Arbeitnehmer“ voranzubringen oder gar als Dienstleistung für sorbische Kulturgutträger anzubieten?&lt;br /&gt;
* Beschreibung der Maßnahmen inkl. ihrer Schritte&lt;br /&gt;
* Bewertung der Maßnahmen (grobe Aufwandsschätzung)&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Měrko Šenk</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://koncept.serbski-inkubator.de/index.php?title=Serbski_digitalizaciski_koncept_-_Sorbisches_Digitalkonzept&amp;diff=995</id>
		<title>Serbski digitalizaciski koncept - Sorbisches Digitalkonzept</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://koncept.serbski-inkubator.de/index.php?title=Serbski_digitalizaciski_koncept_-_Sorbisches_Digitalkonzept&amp;diff=995"/>
		<updated>2024-10-11T17:50:14Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Měrko Šenk: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;__NOTOC__&lt;br /&gt;
=== '''[https://mm.tt/app/map/3469200591?t=aK7ZKgTkHt DE: Mind map der sorbischen digitalen Welt]''' ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== '''[https://mm.tt/app/map/3469367294?t=GJ7psqRoqY EN: Mind map of the Sorbian digital world]''' ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== '''[https://koncept.serbski-inkubator.de/index.php/H%C5%82owna_strona#Inhalt Inhaltsverzeichnis / Content]''' ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= Wutrobnje witajće! - Witamy was wutšobnje! - Herzlich willkommen! =&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div id=&amp;quot;audiences&amp;quot; class=&amp;quot;mainpage_row&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
	&amp;lt;div class=&amp;quot;mainpage_box&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
== Hornjoserbsce ==&lt;br /&gt;
		&amp;lt;div class=&amp;quot;items&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
=== Kajki je to wiki? ===&lt;br /&gt;
Wobsah tutoho wikija je Serbski digitalizaciski koncept (w němčinje), kiž [https://stiftung.sorben.com/hornjoserbsce/swojske-projekty/digitalizacija-a-serbska-rec/digitalizaciski-koncept/ je so w nadawku Załožby za serbski lud wudźěłał a w meji 2021 zjawnosći předstajił].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Digitalizaciski koncept smy z [https://stiftung.sorben.com/fileadmin/user_upload/2021-02-12_-_Sorbisches_Digitalkonzept_korr.pdf PDFki] do formata wikija přenjesli. Z tym chcemy zjawnu diskusiju nastorčić, wuměnu wo wobsahach koncepta podpěrać a koncept zdobom dale wuwiwać.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wobšěrny pozadkowe informacije ke konceptej namakaće [https://koncept.serbski-inkubator.de/index.php/1._Einleitung w zawodnym artiklu dokumenta] a na [https://stiftung.sorben.com/hornjoserbsce/swojske-projekty/digitalizacija-a-serbska-rec/digitalizaciski-koncept/ internetowej stronje Załožby za serbski lud].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== So wobdźělić ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Digitalizaciski koncept je zjawnje přistupny a čitanje bjez přizjewjenja móžne. Chceće-li pak so tež na diskusiji wobdźělić, dyrbiće so registrować resp. přizjewić. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Registracija ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Prosymy wo to, zo při registraciji w polu ''wužiwarske mjeno'' swoje woprawdźite mjeno zapodaće.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hdyž přizjewiće nowy konto za instituciju, potom zapodajće jako ''wužiwarske mjeno'' mjeno institucije a w polu ''woprawdźite mjeno'' mjeno wosoby, kiž dóstanje přistupne daty za tutoho wužiwarja.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Diskusija a [[Specialnje:WikiForum| forum]] ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Artikle tutoho wikija so njehodźa wobdźěłać. Swoje ideje a nastorki ke koncepće pak móžeće jako registrowany čłon na dwoje wašnje podać:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
# Za přispomnjenja ke konkretnemu wobsahej wužiwajće rajtar ''diskusija'' při wotpowědnym wotdźělu koncepta. Hdyž maće n.př. dalše ideje k temje “8. Unterhaltungsmedien”, potom zapodajće tež tam swoje přispomnjenja.&lt;br /&gt;
# Wužiwajće [[Specialnje:WikiForum| forum]] za powšitkownu diskusiju a temy, kiž so k žanomu wobsahej tak prawje njehodźa.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diskusijne přinoški móžeće w hornjo- abo delnjoserbšćinje kaž tež w němčinje zapodać. Prošu wobkedźbujće při tym zakłady [https://de.wikipedia.org/wiki/Netiquette ''Netiquette''].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Wuhlad ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dopóznaća a rezultaty z diskusijow a naspomnjenjow so wuhódnoća a za dalewuwiće koncepta wužiwaja. Z konstruktiwnej diskusiju a sobudźěłom možeće potajkim dalše wuwiće serbskeho digitalneho koncepta wobliwować. Tuž wobdźělće so!&lt;br /&gt;
      &amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
	&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
	&amp;lt;div class=&amp;quot;mainpage_box&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
== Dolnoserbski ==&lt;br /&gt;
		&amp;lt;div class=&amp;quot;items&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
=== Kaki wiki jo to? ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wopśimjeśe toś togo wikija jo Serbski digitalizaciski koncept (w nimšćinje), kenž  [https://stiftung.sorben.com/dolnoserbski/projekty-zalozby/digitalizacija-a-serbska-rec/koncept-za-digitalizaciju/ kenž jo se w nadawku Załožby za serbski lud wuźěłał a w maju 2021 zjawnosći pśedstajił].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Digitalizaciski koncept smy z [https://stiftung.sorben.com/fileadmin/user_upload/2021-02-12_-_Sorbisches_Digitalkonzept_korr.pdf PDFki] do formata wikija pśenjasli. Z tym comy zjawnu diskusiju póstarcyś, wuměnu wó wopśimjeśach koncepta pódpěrowaś a koncept rownocasnje dalej wuwijaś. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wobšyrne slězynowe informacije ku konceptoju namakajośo  [https://koncept.serbski-inkubator.de/index.php/1._Einleitung w zawjeźeńskem artiklu dokumenta] a na [https://stiftung.sorben.com/dolnoserbski/projekty-zalozby/digitalizacija-a-serbska-rec/koncept-za-digitalizaciju/ internetowem boce Załožby za serbski lud].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Se wobźěliś ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Digitalizaciski koncept jo zjawnje pśistupny a cytanje bźez pśizjawjenja móžne. Cośo-lic pak se tek na diskusiji wobźěliś, musyśo se registrěrowaś a pśizjawiś. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Registracija ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Pšosymy wó to, aby pśi registraciji w pólu ''wužywaŕske mě'' swojo wopšawdne mě zapódali. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gaž pśizjawijośo nowe konto za instituciju, pótom zapódajśo pla ''wužywaŕske mě'' mě institucije a w pólu ''wopšawdne mě'' mě wósoby, kenž dostanjo pśistupne daty za togo wužywarja. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Diskusija a [[Specialnje:WikiForum| forum]] ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Artikle toho wikija se njedaju wobźěłaś. Swóje ideje a póstarcenja ku konceptoju pak móžośo ako registrěrowany cłonk na dwójaku  wašnju pódaś: &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
# Za pśispomnjenja ku konkretnemu wopśimjeśeju abo kapitla wužywajśo wótpowědujucy rejtaŕ ''diskusija''. Gaž maśo na pśikład dalšne ideje k temje &amp;quot;8. Unterhaltungsmedien&amp;quot;, pótom zapódajśo tam swóje pśispomnjenja.&lt;br /&gt;
# Wužywajśo [[Specialnje:WikiForum| forum]] za powšyknu diskusiju a temy, kenž se k žednomu wopśimjeśoju tak pšawje njegóźe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diskusijne pśinoski móžośo w górno- abo dolnoserbšćinje ako teke w němšćinje zapódać. Pšošym źiwajśo pśi tom zakłady [https://de.wikipedia.org/wiki/Netiquette ''Netiquette''].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Póglěd ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Póznaśa a rezultaty z diskusijow a pśispomnjenjow se wugódnośe a za dalejwuwiśe koncepta wužywaju. Z konstruktiwneju diskusiju a sobuźěłom móžośo pótakem dalšne wuwiśe serbskego digitalnego koncepta wobwliwowaś. Toś wobźělśo se! &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
		&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
	&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
	&amp;lt;div class=&amp;quot;mainpage_box&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Deutsch ==&lt;br /&gt;
		&amp;lt;div id=&amp;quot;mainpage-devs&amp;quot; title=&amp;quot;Developers&amp;quot; class=&amp;quot;items&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
=== Was ist das für ein Wiki? ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieses Wiki beinhaltet das Sorbische Digitalkonzept, welches [https://stiftung.sorben.com/deutsch/stiftungsprojekte/digitalisierung-und-die-sorbische-sprache/das-digitalisierungskonzept/ von der Stiftung für das sorbische Volk in Auftrag gegeben und im Mai 2021 der Öffentlichkeit vorgestellt wurde].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Inhalte des als [https://stiftung.sorben.com/fileadmin/user_upload/2021-02-12_-_Sorbisches_Digitalkonzept_korr.pdf PDF vorliegenden Digitalkonzeptes] wurden als Wiki aufbereitet. Damit möchten wir die öffentliche Diskussion anregen, den Austausch zu den Inhalten des Konzeptes ermöglichen und somit auch das Digitalkonzept weiterentwickeln.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine ausführliche Beschreibung zum Hintergrund der Konzepterstellung finden Sie in der [https://koncept.serbski-inkubator.de/index.php/1._Einleitung Einleitung des Dokuments] und auf der [https://stiftung.sorben.com/deutsch/stiftungsprojekte/digitalisierung-und-die-sorbische-sprache/das-digitalisierungskonzept/ Webseite der Stiftung für das sorbische Volk].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Sich beteiligen ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das sorbische Digitalkonzept ist öffentlich zugänglich und kann von jedem Nutzer gelesen werden. Um sich an der Diskussion zu beteiligen, müssen Sie sich jedoch registrieren bzw. anmelden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Registrierung ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bitte benutzen Sie als ''Nutzernamen'' Ihren tasächlichen Namen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn Sie eine Institution als Nutzer anlegen, dann vergeben Sie bitte als ''Nutzernamen'' den Institutionsnamen und hinterlegen im Feld ''Tatsächlicher Name'' den Namen der Person, die den Account verwalten wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Diskussion und [[Specialnje:WikiForum| Forum]] ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Artikel in diesem Wiki sind nicht zur Bearbeitung freigeschaltet. Als registriertes Mitglied können Sie sich aber mittels folgender Möglichkeiten an der Diskussion beteiligen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
# Für Anmerkungen zu einem konkreten Inhalt oder Kapitel benutzen Sie bitte den jeweiligen Reiter ''Diskussion''. Wenn Sie z.B. weitere Ideen zum Thema &amp;quot;8. Unterhaltungsmedien&amp;quot; haben, dann hinterlassen Sie bitte dort auch Ihre Anmerkungen.&lt;br /&gt;
# Für allgemeine Diskussionen oder Themen, die sich keinem Punkt zuordnen lassen, verwenden Sie bitte das [[Specialnje:WikiForum| Forum]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie können Ihre Anmekrungen sowohl in Ober- und Niedersorbisch als auch in Deutsch hinterlassen. Bitte beachten Sie dabei die Grundsätze der [https://de.wikipedia.org/wiki/Netiquette ''Netiquette''].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Ausblick ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Erkenntnisse und Resultate aus den Diskussionen und Anmerkungen werden ausgewertet und fließen in die Weiterentwicklung des Konzepts mit ein. Mit einer konstruktiven Diskussion und Mitarbeit können Sie also die Weiterentwicklung des sorbischen Digitalkonzeptes positiv beeinflussen. Ihre Mitarbeit ist daher sehr wichtig! &lt;br /&gt;
		&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
	&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= Inhaltsangabe Sorbisches Digitalkonzept =&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Ist-Analyse und Maßnahmenplanung für die sorbische digitale Welt'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Übersicht aller Themenbereiche (TB) als Mindmap ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!-- {{#widget:HelloWorld}} */ --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!-- [[Image:Grafik 9.png|600px|link=https://cutt.ly/digisorb]] */ --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Image:Grafik 9.png|1200px|link=https://mm.tt/map/2703363168?t=1m8R0lQ4Op]]&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
interaktiwna mindmap: [https://mm.tt/map/2703363168?t=1m8R0lQ4Op https://mm.tt/map/2703363168?t=1m8R0lQ4Op]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Inhalt ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[1._Einleitung|1. '''Einleitung''']]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:[[1.1_Ausgangssituation|1.1 Ausgangssituation]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:[[1.2_Aufgaben_und_Zielstellung|1.2 Aufgaben und Zielstellung]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:[[1.3_Vorgehen|1.3 Vorgehen]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[2._PHASE_1-Strategische Voruntersuchungen|2. PHASE 1 - '''Strategische Voruntersuchungen''']]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:[[2.1_Handlungsfelder_und_Themenbereiche_der_sorbischen_digitalen_Welt|2.1 Handlungsfelder und Themenbereiche der sorbischen digitalen Welt]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:[[2.2_Visionen_für_die_sorbische_digitale_Welt_2025|2.2 '''Visionen für die sorbische digitale Welt 2025''']]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:[[2.3_Strategische_Ziele_für_die_sorbische_Kultur_und_Sprache|2.3 Strategische Ziele für die sorbische Kultur und Sprache]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:[[2.4_Priorisierung_mittels_Nutzwertanalyse|2.4 Priorisierung mittels Nutzwertanalyse]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:[[2.5_Ergebnisse_der_Priorisierung_der_Handlungsfelder|2.5 Ergebnisse der Priorisierung der Handlungsfelder]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:[[2.6_Ergebnisse_der_Priorisierung_der_Themenbereiche|2.6 Ergebnisse der '''Priorisierung der Themenbereiche''']]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[3._PHASE_2–Ist-Erhebung_und_Analyse|3. PHASE 2 – '''Ist-Erhebung und Analyse''']]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:[[3.1_Sprechen_mit_elektronischen_Geräten|3.1 Ergebnisse: '''Sprechen''' mit elektronischen Geräten - ['''TB 1.1, Zusammenfassung''']]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:[[3.2_Schreiben_auf_elektronischen_Geräten|3.2 Ergebnisse: '''Schreiben''' auf elektronischen Geräten - ['''TB 1.2, Zusammenfassung''']]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:[[3.3_Politische_Unterstützung_Lobbyarbeit|3.3 Ergebnisse: Politische Unterstützung, '''Lobbyarbeit''' - ['''TB 2.1, Zusammenfassung''']]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:[[3.4_Digitale_Vernetzung_Gleichgesinnter_soziale_Medien|3.4 Ergebnisse: Digitale '''Vernetzung''' Gleichgesinnter, soziale Medien - ['''TB 5.1, Zusammenfassung''']]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:[[3.5_Unterhaltungsmedien|3.5 Ergebnisse: '''Unterhaltungsmedien''' - ['''TB 4.1, Zusammenfassung''']]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:[[3.6_Digitales_Marketing_für_Kultur_und_Angebote|3.6 Ergebnisse: Digitales '''Marketing''' für Kultur und Angebote - ['''TB 3.1 - 3.3, Zusammenfassung''']]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:[[3.7_Open_Access_Open_Data_Lizenzen|3.7 Ergebnisse: Open Access, '''Open Data''', Lizenzen - ['''TB 2.2, Zusammenfassung''']]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:[[3.8_Präsenz_in_Standards|3.8 Ergebnisse: Präsenz in '''Standards''' - ['''TB 2.3, Zusammenfassung''']]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[4._Sprechen_mit_elektronischen_Geräten|4. '''Sprechen''' mit elektronischen Geräten - ['''TB 1.1, Analyse''']]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[5._Schreiben_auf_elektronischen_Geräten|5. '''Schreiben''' auf elektronischen Geräten - ['''TB 1.2, Analyse''']]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[6._Politische_Unterstützung_Lobbyarbeit|6. Politische Unterstützung, '''Lobbyarbeit''' - ['''TB 2.1, Analyse''']]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[7._Digitale_Vernetzung_Gleichgesinnter_soziale_Medien|7. Digitale '''Vernetzung''' Gleichgesinnter, soziale Medien - ['''TB 5.1, Analyse''']]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[8._Unterhaltungsmedien|8. '''Unterhaltungsmedien''' - ['''TB 4.1, Analyse''']]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[9._Digitales_Marketing_für_Kultur_und_Angebote|9. Digitales '''Marketing''' für Kultur und Angebote - ['''TB 3.1 - 3.3, Analyse''']]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[10._Open_Access_Open_Data_Lizenzen|10. Open Access, '''Open Data''', Lizenzen - ['''TB 2.2, Analyse''']]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[11._Präsenz_in_Standards|11. Präsenz in '''Standards''' - ['''TB 2.3, Analyse''']]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[12._Weitere_Handlungsfelder_und_Themenbereiche|12. Weitere Handlungsfelder und Themenbereiche]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:[[12.1_Sorbische_Benutzeroberflächen|12.1 Sorbische '''Benutzeroberflächen''' - ['''TB 1.3, Analyse''']]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:[[12.2_Digitalisierung_von_Arbeitsabläufen|12.2 Digitalisierung von '''Arbeitsabläufen''' - ['''TB 7.1, Analyse''']]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[13._PHASE_3–Soll-Konzeption-Maßnahmen_und_Aufgaben|13. PHASE 3 – Soll-Konzeption - '''Maßnahmen und Aufgaben''']]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:[[13.1_Zusammenfassung_und_Einordnung_der_Erkenntnisse|13.1 Zusammenfassung und Einordnung der Erkenntnisse]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:[[13.2_Zukünftige_Maßnahmen_und_Schritte|13.2 Zukünftige Maßnahmen und Schritte]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
::[[13.2.1_Technologische_Basis:_Open_Access,_Open_Data,_Lizenzen|13.2.1 Technologische Basis: Open Access, '''Open Data''', Lizenzen - ['''TB 2.2, Maßnahmen''']]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
::[[13.2.2_Technologische_Basis:_Präsenz_in_Standards|13.2.2 Technologische Basis: Präsenz in '''Standards''' - ['''TB 2.3, Maßnahmen''']]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
::[[13.2.3_Digitales_Marketing:_Digitales_Marketing_für_Kultur_und_Angebote|13.2.3 Digitales '''Marketing''': Digitales Marketing für Kultur und Angebote - ['''TB 3.1 - 3.3, Maßnahmen''']]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
::[[13.2.4_Lobbyarbeit:_Politische_Unterstützung_Lobbyarbeit|13.2.4 Lobbyarbeit: Politische Unterstützung, '''Lobbyarbeit''' - ['''TB 2.1, Maßnahmen''']]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
::[[13.2.5_Digitale_Sprachräume:_Schreiben_auf_elektronischen_Geräten|13.2.5 Digitale Sprachräume: '''Schreiben''' auf elektronischen Geräten - ['''TB 1.2, Maßnahmen''']]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
::[[13.2.6_Digitale_Sprachräume:_Sprechen_mit_elektronischen_Geräten|13.2.6 Digitale Sprachräume: '''Sprechen''' mit elektronischen Geräten - ['''TB 1.1, Maßnahmen''']]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
::[[13.2.7_Digitale_Vernetzung_Gleichgesinnter_soziale_Medien|13.2.7 Digitale '''Vernetzung''' Gleichgesinnter, soziale Medien - ['''TB 5.1, Maßnahmen''']]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
::[[13.2.8_Digitale_Unterhaltungsmedien|13.2.8 Digitale '''Unterhaltungsmedien''' - ['''TB 4.1, Maßnahmen''']]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
::[[13.2.9_Allgemeine_Maßnahmen|13.2.9 Allgemeine Maßnahmen]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
::[[13.2.10_Übersicht_der_Maßnahmen_nach_Aufwand_und_Nutzen|13.2.10 Übersicht der Maßnahmen nach Aufwand und Nutzen]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:[[13.3_Aufgaben_und_Strukturvarianten|13.3 Aufgaben und Strukturvarianten]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[14._Danksagungen|14. '''Danksagungen''']]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Měrko Šenk</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://koncept.serbski-inkubator.de/index.php?title=Widget:HelloWorld&amp;diff=994</id>
		<title>Widget:HelloWorld</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://koncept.serbski-inkubator.de/index.php?title=Widget:HelloWorld&amp;diff=994"/>
		<updated>2023-07-07T09:27:52Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Měrko Šenk: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&amp;lt;iframe width=&amp;quot;1200&amp;quot; height=&amp;quot;700&amp;quot; frameBorder=&amp;quot;1&amp;quot; src=&amp;quot;https://www.mindmeister.com/maps/public_map_shell/2703363168/sorbische-digitale-welt?width=1200&amp;amp;height=700&amp;amp;z=auto&amp;amp;no_share=1&amp;amp;no_logo=1&amp;quot; scrolling=&amp;quot;no&amp;quot; style=&amp;quot;overflow:hidden;margin-bottom:5px&amp;quot;&amp;gt;Ihr Browser kann keine iframes darstellen. Bitte gehen Sie zu &amp;lt;a href=&amp;quot;https://www.mindmeister.com/2703363168/sorbische-digitale-welt&amp;quot; target=&amp;quot;_blank&amp;quot;&amp;gt;sorbische digitale Welt&amp;lt;/a&amp;gt; in MindMeister.&amp;lt;/iframe&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Měrko Šenk</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://koncept.serbski-inkubator.de/index.php?title=Serbski_digitalizaciski_koncept_-_Sorbisches_Digitalkonzept&amp;diff=993</id>
		<title>Serbski digitalizaciski koncept - Sorbisches Digitalkonzept</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://koncept.serbski-inkubator.de/index.php?title=Serbski_digitalizaciski_koncept_-_Sorbisches_Digitalkonzept&amp;diff=993"/>
		<updated>2023-07-06T12:16:57Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Měrko Šenk: /* Übersicht aller Themenbereiche (TB) als Mindmap */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;__NOTOC__&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= Wutrobnje witajće! - Witamy was wutšobnje! - Herzlich willkommen! =&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div id=&amp;quot;audiences&amp;quot; class=&amp;quot;mainpage_row&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
	&amp;lt;div class=&amp;quot;mainpage_box&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
== Hornjoserbsce ==&lt;br /&gt;
		&amp;lt;div class=&amp;quot;items&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
=== Kajki je to wiki? ===&lt;br /&gt;
Wobsah tutoho wikija je Serbski digitalizaciski koncept (w němčinje), kiž [https://stiftung.sorben.com/hornjoserbsce/swojske-projekty/digitalizacija-a-serbska-rec/digitalizaciski-koncept/ je so w nadawku Załožby za serbski lud wudźěłał a w meji 2021 zjawnosći předstajił].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Digitalizaciski koncept smy z [https://stiftung.sorben.com/fileadmin/user_upload/2021-02-12_-_Sorbisches_Digitalkonzept_korr.pdf PDFki] do formata wikija přenjesli. Z tym chcemy zjawnu diskusiju nastorčić, wuměnu wo wobsahach koncepta podpěrać a koncept zdobom dale wuwiwać.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wobšěrny pozadkowe informacije ke konceptej namakaće [https://koncept.serbski-inkubator.de/index.php/1._Einleitung w zawodnym artiklu dokumenta] a na [https://stiftung.sorben.com/hornjoserbsce/swojske-projekty/digitalizacija-a-serbska-rec/digitalizaciski-koncept/ internetowej stronje Załožby za serbski lud].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== So wobdźělić ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Digitalizaciski koncept je zjawnje přistupny a čitanje bjez přizjewjenja móžne. Chceće-li pak so tež na diskusiji wobdźělić, dyrbiće so registrować resp. přizjewić. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Registracija ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Prosymy wo to, zo při registraciji w polu ''wužiwarske mjeno'' swoje woprawdźite mjeno zapodaće.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hdyž přizjewiće nowy konto za instituciju, potom zapodajće jako ''wužiwarske mjeno'' mjeno institucije a w polu ''woprawdźite mjeno'' mjeno wosoby, kiž dóstanje přistupne daty za tutoho wužiwarja.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Diskusija a [[Specialnje:WikiForum| forum]] ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Artikle tutoho wikija so njehodźa wobdźěłać. Swoje ideje a nastorki ke koncepće pak móžeće jako registrowany čłon na dwoje wašnje podać:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
# Za přispomnjenja ke konkretnemu wobsahej wužiwajće rajtar ''diskusija'' při wotpowědnym wotdźělu koncepta. Hdyž maće n.př. dalše ideje k temje “8. Unterhaltungsmedien”, potom zapodajće tež tam swoje přispomnjenja.&lt;br /&gt;
# Wužiwajće [[Specialnje:WikiForum| forum]] za powšitkownu diskusiju a temy, kiž so k žanomu wobsahej tak prawje njehodźa.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diskusijne přinoški móžeće w hornjo- abo delnjoserbšćinje kaž tež w němčinje zapodać. Prošu wobkedźbujće při tym zakłady [https://de.wikipedia.org/wiki/Netiquette ''Netiquette''].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Wuhlad ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dopóznaća a rezultaty z diskusijow a naspomnjenjow so wuhódnoća a za dalewuwiće koncepta wužiwaja. Z konstruktiwnej diskusiju a sobudźěłom možeće potajkim dalše wuwiće serbskeho digitalneho koncepta wobliwować. Tuž wobdźělće so!&lt;br /&gt;
      &amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
	&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
	&amp;lt;div class=&amp;quot;mainpage_box&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
== Dolnoserbski ==&lt;br /&gt;
		&amp;lt;div class=&amp;quot;items&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
=== Kaki wiki jo to? ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wopśimjeśe toś togo wikija jo Serbski digitalizaciski koncept (w nimšćinje), kenž  [https://stiftung.sorben.com/dolnoserbski/projekty-zalozby/digitalizacija-a-serbska-rec/koncept-za-digitalizaciju/ kenž jo se w nadawku Załožby za serbski lud wuźěłał a w maju 2021 zjawnosći pśedstajił].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Digitalizaciski koncept smy z [https://stiftung.sorben.com/fileadmin/user_upload/2021-02-12_-_Sorbisches_Digitalkonzept_korr.pdf PDFki] do formata wikija pśenjasli. Z tym comy zjawnu diskusiju póstarcyś, wuměnu wó wopśimjeśach koncepta pódpěrowaś a koncept rownocasnje dalej wuwijaś. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wobšyrne slězynowe informacije ku konceptoju namakajośo  [https://koncept.serbski-inkubator.de/index.php/1._Einleitung w zawjeźeńskem artiklu dokumenta] a na [https://stiftung.sorben.com/dolnoserbski/projekty-zalozby/digitalizacija-a-serbska-rec/koncept-za-digitalizaciju/ internetowem boce Załožby za serbski lud].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Se wobźěliś ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Digitalizaciski koncept jo zjawnje pśistupny a cytanje bźez pśizjawjenja móžne. Cośo-lic pak se tek na diskusiji wobźěliś, musyśo se registrěrowaś a pśizjawiś. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Registracija ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Pšosymy wó to, aby pśi registraciji w pólu ''wužywaŕske mě'' swojo wopšawdne mě zapódali. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gaž pśizjawijośo nowe konto za instituciju, pótom zapódajśo pla ''wužywaŕske mě'' mě institucije a w pólu ''wopšawdne mě'' mě wósoby, kenž dostanjo pśistupne daty za togo wužywarja. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Diskusija a [[Specialnje:WikiForum| forum]] ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Artikle toho wikija se njedaju wobźěłaś. Swóje ideje a póstarcenja ku konceptoju pak móžośo ako registrěrowany cłonk na dwójaku  wašnju pódaś: &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
# Za pśispomnjenja ku konkretnemu wopśimjeśeju abo kapitla wužywajśo wótpowědujucy rejtaŕ ''diskusija''. Gaž maśo na pśikład dalšne ideje k temje &amp;quot;8. Unterhaltungsmedien&amp;quot;, pótom zapódajśo tam swóje pśispomnjenja.&lt;br /&gt;
# Wužywajśo [[Specialnje:WikiForum| forum]] za powšyknu diskusiju a temy, kenž se k žednomu wopśimjeśoju tak pšawje njegóźe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diskusijne pśinoski móžośo w górno- abo dolnoserbšćinje ako teke w němšćinje zapódać. Pšošym źiwajśo pśi tom zakłady [https://de.wikipedia.org/wiki/Netiquette ''Netiquette''].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Póglěd ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Póznaśa a rezultaty z diskusijow a pśispomnjenjow se wugódnośe a za dalejwuwiśe koncepta wužywaju. Z konstruktiwneju diskusiju a sobuźěłom móžośo pótakem dalšne wuwiśe serbskego digitalnego koncepta wobwliwowaś. Toś wobźělśo se! &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
		&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
	&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
	&amp;lt;div class=&amp;quot;mainpage_box&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Deutsch ==&lt;br /&gt;
		&amp;lt;div id=&amp;quot;mainpage-devs&amp;quot; title=&amp;quot;Developers&amp;quot; class=&amp;quot;items&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
=== Was ist das für ein Wiki? ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieses Wiki beinhaltet das Sorbische Digitalkonzept, welches [https://stiftung.sorben.com/deutsch/stiftungsprojekte/digitalisierung-und-die-sorbische-sprache/das-digitalisierungskonzept/ von der Stiftung für das sorbische Volk in Auftrag gegeben und im Mai 2021 der Öffentlichkeit vorgestellt wurde].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Inhalte des als [https://stiftung.sorben.com/fileadmin/user_upload/2021-02-12_-_Sorbisches_Digitalkonzept_korr.pdf PDF vorliegenden Digitalkonzeptes] wurden als Wiki aufbereitet. Damit möchten wir die öffentliche Diskussion anregen, den Austausch zu den Inhalten des Konzeptes ermöglichen und somit auch das Digitalkonzept weiterentwickeln.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine ausführliche Beschreibung zum Hintergrund der Konzepterstellung finden Sie in der [https://koncept.serbski-inkubator.de/index.php/1._Einleitung Einleitung des Dokuments] und auf der [https://stiftung.sorben.com/deutsch/stiftungsprojekte/digitalisierung-und-die-sorbische-sprache/das-digitalisierungskonzept/ Webseite der Stiftung für das sorbische Volk].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Sich beteiligen ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das sorbische Digitalkonzept ist öffentlich zugänglich und kann von jedem Nutzer gelesen werden. Um sich an der Diskussion zu beteiligen, müssen Sie sich jedoch registrieren bzw. anmelden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Registrierung ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bitte benutzen Sie als ''Nutzernamen'' Ihren tasächlichen Namen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn Sie eine Institution als Nutzer anlegen, dann vergeben Sie bitte als ''Nutzernamen'' den Institutionsnamen und hinterlegen im Feld ''Tatsächlicher Name'' den Namen der Person, die den Account verwalten wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Diskussion und [[Specialnje:WikiForum| Forum]] ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Artikel in diesem Wiki sind nicht zur Bearbeitung freigeschaltet. Als registriertes Mitglied können Sie sich aber mittels folgender Möglichkeiten an der Diskussion beteiligen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
# Für Anmerkungen zu einem konkreten Inhalt oder Kapitel benutzen Sie bitte den jeweiligen Reiter ''Diskussion''. Wenn Sie z.B. weitere Ideen zum Thema &amp;quot;8. Unterhaltungsmedien&amp;quot; haben, dann hinterlassen Sie bitte dort auch Ihre Anmerkungen.&lt;br /&gt;
# Für allgemeine Diskussionen oder Themen, die sich keinem Punkt zuordnen lassen, verwenden Sie bitte das [[Specialnje:WikiForum| Forum]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie können Ihre Anmekrungen sowohl in Ober- und Niedersorbisch als auch in Deutsch hinterlassen. Bitte beachten Sie dabei die Grundsätze der [https://de.wikipedia.org/wiki/Netiquette ''Netiquette''].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Ausblick ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Erkenntnisse und Resultate aus den Diskussionen und Anmerkungen werden ausgewertet und fließen in die Weiterentwicklung des Konzepts mit ein. Mit einer konstruktiven Diskussion und Mitarbeit können Sie also die Weiterentwicklung des sorbischen Digitalkonzeptes positiv beeinflussen. Ihre Mitarbeit ist daher sehr wichtig! &lt;br /&gt;
		&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
	&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= Inhaltsangabe Sorbisches Digitalkonzept =&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Ist-Analyse und Maßnahmenplanung für die sorbische digitale Welt'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Übersicht aller Themenbereiche (TB) als Mindmap ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!-- {{#widget:HelloWorld}} */ --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!-- [[Image:Grafik 9.png|600px|link=https://cutt.ly/digisorb]] */ --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Image:Grafik 9.png|1200px|link=https://mm.tt/map/2703363168?t=1m8R0lQ4Op]]&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
interaktiwna mindmap: [https://mm.tt/map/2703363168?t=1m8R0lQ4Op https://mm.tt/map/2703363168?t=1m8R0lQ4Op]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Inhalt ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[1._Einleitung|1. '''Einleitung''']]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:[[1.1_Ausgangssituation|1.1 Ausgangssituation]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:[[1.2_Aufgaben_und_Zielstellung|1.2 Aufgaben und Zielstellung]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:[[1.3_Vorgehen|1.3 Vorgehen]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[2._PHASE_1-Strategische Voruntersuchungen|2. PHASE 1 - '''Strategische Voruntersuchungen''']]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:[[2.1_Handlungsfelder_und_Themenbereiche_der_sorbischen_digitalen_Welt|2.1 Handlungsfelder und Themenbereiche der sorbischen digitalen Welt]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:[[2.2_Visionen_für_die_sorbische_digitale_Welt_2025|2.2 '''Visionen für die sorbische digitale Welt 2025''']]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:[[2.3_Strategische_Ziele_für_die_sorbische_Kultur_und_Sprache|2.3 Strategische Ziele für die sorbische Kultur und Sprache]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:[[2.4_Priorisierung_mittels_Nutzwertanalyse|2.4 Priorisierung mittels Nutzwertanalyse]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:[[2.5_Ergebnisse_der_Priorisierung_der_Handlungsfelder|2.5 Ergebnisse der Priorisierung der Handlungsfelder]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:[[2.6_Ergebnisse_der_Priorisierung_der_Themenbereiche|2.6 Ergebnisse der '''Priorisierung der Themenbereiche''']]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[3._PHASE_2–Ist-Erhebung_und_Analyse|3. PHASE 2 – '''Ist-Erhebung und Analyse''']]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:[[3.1_Sprechen_mit_elektronischen_Geräten|3.1 Ergebnisse: '''Sprechen''' mit elektronischen Geräten - ['''TB 1.1, Zusammenfassung''']]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:[[3.2_Schreiben_auf_elektronischen_Geräten|3.2 Ergebnisse: '''Schreiben''' auf elektronischen Geräten - ['''TB 1.2, Zusammenfassung''']]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:[[3.3_Politische_Unterstützung_Lobbyarbeit|3.3 Ergebnisse: Politische Unterstützung, '''Lobbyarbeit''' - ['''TB 2.1, Zusammenfassung''']]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:[[3.4_Digitale_Vernetzung_Gleichgesinnter_soziale_Medien|3.4 Ergebnisse: Digitale '''Vernetzung''' Gleichgesinnter, soziale Medien - ['''TB 5.1, Zusammenfassung''']]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:[[3.5_Unterhaltungsmedien|3.5 Ergebnisse: '''Unterhaltungsmedien''' - ['''TB 4.1, Zusammenfassung''']]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:[[3.6_Digitales_Marketing_für_Kultur_und_Angebote|3.6 Ergebnisse: Digitales '''Marketing''' für Kultur und Angebote - ['''TB 3.1 - 3.3, Zusammenfassung''']]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:[[3.7_Open_Access_Open_Data_Lizenzen|3.7 Ergebnisse: Open Access, '''Open Data''', Lizenzen - ['''TB 2.2, Zusammenfassung''']]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:[[3.8_Präsenz_in_Standards|3.8 Ergebnisse: Präsenz in '''Standards''' - ['''TB 2.3, Zusammenfassung''']]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[4._Sprechen_mit_elektronischen_Geräten|4. '''Sprechen''' mit elektronischen Geräten - ['''TB 1.1, Analyse''']]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[5._Schreiben_auf_elektronischen_Geräten|5. '''Schreiben''' auf elektronischen Geräten - ['''TB 1.2, Analyse''']]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[6._Politische_Unterstützung_Lobbyarbeit|6. Politische Unterstützung, '''Lobbyarbeit''' - ['''TB 2.1, Analyse''']]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[7._Digitale_Vernetzung_Gleichgesinnter_soziale_Medien|7. Digitale '''Vernetzung''' Gleichgesinnter, soziale Medien - ['''TB 5.1, Analyse''']]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[8._Unterhaltungsmedien|8. '''Unterhaltungsmedien''' - ['''TB 4.1, Analyse''']]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[9._Digitales_Marketing_für_Kultur_und_Angebote|9. Digitales '''Marketing''' für Kultur und Angebote - ['''TB 3.1 - 3.3, Analyse''']]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[10._Open_Access_Open_Data_Lizenzen|10. Open Access, '''Open Data''', Lizenzen - ['''TB 2.2, Analyse''']]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[11._Präsenz_in_Standards|11. Präsenz in '''Standards''' - ['''TB 2.3, Analyse''']]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[12._Weitere_Handlungsfelder_und_Themenbereiche|12. Weitere Handlungsfelder und Themenbereiche]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:[[12.1_Sorbische_Benutzeroberflächen|12.1 Sorbische '''Benutzeroberflächen''' - ['''TB 1.3, Analyse''']]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:[[12.2_Digitalisierung_von_Arbeitsabläufen|12.2 Digitalisierung von '''Arbeitsabläufen''' - ['''TB 7.1, Analyse''']]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[13._PHASE_3–Soll-Konzeption-Maßnahmen_und_Aufgaben|13. PHASE 3 – Soll-Konzeption - '''Maßnahmen und Aufgaben''']]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:[[13.1_Zusammenfassung_und_Einordnung_der_Erkenntnisse|13.1 Zusammenfassung und Einordnung der Erkenntnisse]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:[[13.2_Zukünftige_Maßnahmen_und_Schritte|13.2 Zukünftige Maßnahmen und Schritte]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
::[[13.2.1_Technologische_Basis:_Open_Access,_Open_Data,_Lizenzen|13.2.1 Technologische Basis: Open Access, '''Open Data''', Lizenzen - ['''TB 2.2, Maßnahmen''']]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
::[[13.2.2_Technologische_Basis:_Präsenz_in_Standards|13.2.2 Technologische Basis: Präsenz in '''Standards''' - ['''TB 2.3, Maßnahmen''']]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
::[[13.2.3_Digitales_Marketing:_Digitales_Marketing_für_Kultur_und_Angebote|13.2.3 Digitales '''Marketing''': Digitales Marketing für Kultur und Angebote - ['''TB 3.1 - 3.3, Maßnahmen''']]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
::[[13.2.4_Lobbyarbeit:_Politische_Unterstützung_Lobbyarbeit|13.2.4 Lobbyarbeit: Politische Unterstützung, '''Lobbyarbeit''' - ['''TB 2.1, Maßnahmen''']]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
::[[13.2.5_Digitale_Sprachräume:_Schreiben_auf_elektronischen_Geräten|13.2.5 Digitale Sprachräume: '''Schreiben''' auf elektronischen Geräten - ['''TB 1.2, Maßnahmen''']]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
::[[13.2.6_Digitale_Sprachräume:_Sprechen_mit_elektronischen_Geräten|13.2.6 Digitale Sprachräume: '''Sprechen''' mit elektronischen Geräten - ['''TB 1.1, Maßnahmen''']]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
::[[13.2.7_Digitale_Vernetzung_Gleichgesinnter_soziale_Medien|13.2.7 Digitale '''Vernetzung''' Gleichgesinnter, soziale Medien - ['''TB 5.1, Maßnahmen''']]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
::[[13.2.8_Digitale_Unterhaltungsmedien|13.2.8 Digitale '''Unterhaltungsmedien''' - ['''TB 4.1, Maßnahmen''']]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
::[[13.2.9_Allgemeine_Maßnahmen|13.2.9 Allgemeine Maßnahmen]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
::[[13.2.10_Übersicht_der_Maßnahmen_nach_Aufwand_und_Nutzen|13.2.10 Übersicht der Maßnahmen nach Aufwand und Nutzen]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:[[13.3_Aufgaben_und_Strukturvarianten|13.3 Aufgaben und Strukturvarianten]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[14._Danksagungen|14. '''Danksagungen''']]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Měrko Šenk</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://koncept.serbski-inkubator.de/index.php?title=4._Sprechen_mit_elektronischen_Ger%C3%A4ten&amp;diff=992</id>
		<title>4. Sprechen mit elektronischen Geräten</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://koncept.serbski-inkubator.de/index.php?title=4._Sprechen_mit_elektronischen_Ger%C3%A4ten&amp;diff=992"/>
		<updated>2023-07-06T12:15:47Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Měrko Šenk: /* Baustein 1: Spracherkennung (Automatic Speech Recognition, ASR; Speech to Text, STT) */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;== Einleitung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieser Themenbereich beinhaltet die Unterstützung des Anwenders beim Sprechen mit elektronischen Geräten in den sorbischen Sprachen. Im Fokus steht die Interaktion von Menschen mit elektronischen Geräten mittels gesprochener Worte. Dies umfasst folgende Bereiche:&lt;br /&gt;
* '''Sprachausgabe:''' das '''Vorlesen''' geschriebener sorbischer Wörter&lt;br /&gt;
* '''Spracherkennung: '''das '''Erkennen''' und Darstellen von gesprochenen sorbischen Wörtern durch elektronische Geräte (Computer, Smartphones usw.)&lt;br /&gt;
* '''Sprachverarbeitung: ''' das '''Verarbeiten''' gesprochener sorbischer Wörter und '''Reagieren''' darauf (z.&amp;amp;nbsp;B. Anweisungen ausführen, Antworten).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mögliche Einsatzbereiche und Applikationen sind bspw.&lt;br /&gt;
* Sprachassistenten,&lt;br /&gt;
* Spiele, Spielzeuge (wie Lingufino),&lt;br /&gt;
* Untertitel und Simultanübersetzungen (z. B. bei Videokonferenzen).&lt;br /&gt;
&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Visionen und Ziel für die sorbische digitale Welt ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Vision 2028 ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:0.501cm;margin-right:0cm;&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;span style=&amp;quot;color:#000000;&amp;quot;&amp;gt;„Sorben und Sorbisch-Lernende nutzen für die Interaktion mit elektronischen Geräten die gesprochene sorbische Sprache (gleichwertig zur geschriebenen Sprache und gleichwertig zur deutschen Sprache).“ (z.B. für Sprachassistenz oder andere Applikationen)&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Konkrete Visionen 2025 ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:0.501cm;margin-right:0cm;&amp;quot;&amp;gt;„Sorben und Sorbisch-Lernende können mit den meistgenutzten elektronischen Geräten sprechen – die sorbischen Worte werden vom Gerät erkannt und dargestellt (Spracherkennung).“&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:0.501cm;margin-right:0cm;&amp;quot;&amp;gt;„Sorben und Sorbisch-Lernende können sich mit den meistgenutzten elektronischen Geräten sorbische Worte und Texte anhören (Sprachausgabe).“&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Konkrete Ziele ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| style=&amp;quot;border-spacing:0;&amp;quot;&lt;br /&gt;
|- style=&amp;quot;background-color:#e2efd9;border:0.25pt solid #808080;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.123cm;padding-right:0.123cm;&amp;quot;&lt;br /&gt;
|| &amp;lt;div style=&amp;quot;color:#000000;&amp;quot;&amp;gt;Einzelne Applikationen verstehen die gesprochenen sorbischen Sprachen und stellen gesprochene Worte dar. (Spracherkennung)&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;color:#000000;&amp;quot;&amp;gt;Einzelne Applikationen können sorbische Worte vorlesen. (Sprachausgabe)&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;color:#000000;&amp;quot;&amp;gt;Einzelne Applikationen können gesprochene sorbische Worte und Sätze erkennen, verarbeiten und ausgeben, z. B. in einem Online-Videokonferenzsystem mit Simultanübersetzung als Untertitel.&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;color:#000000;&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ist-Analyse Stand der Entwicklung von Sprachassistenzsystemen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Welche Bausteine werden für eine Sprachassistenz benötigt? ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Um eine sprachliche Interaktion mit einem elektronischen Gerät ähnlich wie mit Menschen zu erreichen, sind verschiedene technische Bausteine notwendig, welche jeweils unterschiedliche Aufgaben übernehmen. Die folgende Einteilung der Bausteine orientiert sich an einem Vortrag von Jan Budar vom 13.09.2018 in Senftenberg zu “Digitalisierung als Chance für die Sorben”.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Baustein 1: Spracherkennung (Automatic Speech Recognition, ASR; Speech to Text, STT)&amp;lt;ref name=&amp;quot;ftn1&amp;quot;&amp;gt;Übersicht STT-Engines: [https://mycroft-ai.gitbook.io/docs/using-mycroft-ai/customizations/stt-engine https://mycroft-ai.gitbook.io/docs/using-mycroft-ai/customizations/stt-engine]&amp;lt;/ref&amp;gt; ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* basiert auf phonetischen Informationen zu&lt;br /&gt;
** einzelnen Buchstaben und Silben&lt;br /&gt;
** deren Kombinationen&lt;br /&gt;
** ihrer Position im Wort/Satz&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Umwandlung von gesprochener Sprache in Text''' &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die typischen Schritte zur Umwandlung von gesprochener Sprache in Text (Speech-to-Text, STT) sind:&lt;br /&gt;
# Aufnahme der Sprache: Der erste Schritt besteht darin, die gesprochene Sprache aufzunehmen. Dies kann entweder über ein Mikrofon oder eine andere Audioquelle erfolgen.&lt;br /&gt;
# Signalverarbeitung: Die aufgenommenen Audiosignale werden durch Signalverarbeitungsalgorithmen vorverarbeitet. Dazu gehören zum Beispiel Rauschunterdrückung, Echo-Entfernung und Entzerrung.&lt;br /&gt;
# Sprachsegmentierung: Die Audioaufnahme wird in kurze Segmente unterteilt, die normalerweise zwischen 10 und 30 Millisekunden lang sind. Diese Segmente werden dann weiterverarbeitet.&lt;br /&gt;
# Merkmalsextraktion: Für jedes Sprachsegment werden akustische Merkmale wie Frequenz, Lautstärke, Tonhöhe und Dauer extrahiert. Diese Merkmale dienen als Eingabe für das Spracherkennungsmodell.&lt;br /&gt;
# Spracherkennung: Das Spracherkennungsmodell verwendet die extrahierten Merkmale, um die gesprochene Sprache in Text umzuwandeln. Dieser Schritt kann auf unterschiedliche Weise durchgeführt werden, z.B. mit Hidden Markov Models (HMMs), künstlichen neuronalen Netzen (KNNs) oder Deep-Learning-Modellen.&lt;br /&gt;
# Postprocessing: Der erkannte Text wird postprozessiert, um mögliche Fehler oder Inkonsistenzen im Text zu korrigieren. Dazu können beispielsweise Grammatik- und Sprachmodelle verwendet werden, um den erkannten Text zu verbessern.&lt;br /&gt;
# Textausgabe: Der endgültige Text wird dann ausgegeben, z.B. in einer Textdatei oder als Eingabe für eine andere Anwendung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Je nach Anwendung und Sprachmodell können die genauen Schritte und Technologien zur Umwandlung von Sprache in Text  variieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Training von Spracherkennungs-Maschinen''' &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
* vgl. auch Vortrag von D. Sobe 2022 im Rahmen einer Online-Abendveranstaltung&amp;lt;ref&amp;gt;vgl. [https://digiserb.de/2022/06/09/zarjadowanje-masinelne-spoznawanje-serbsciny/ Veranstaltung auf digiserb.de], [https://digiserb.de/wp-content/uploads/2022/06/2022_06_auswertung.pdf Folien bei digiserb.de], [https://www.youtube.com/watch?v=RWUo7N_Aybw Video bei YouTube].&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Klassischerweise wird die Spracherkennung durch die Verwendung von stochastische Modellen wie Hidden-Markov-Modellen (HMM) und Gauss'schen Mischmodellen (GMM) durchgeführt. Das Sprachsignal wird dabei in kurze Abschnitte, sogenannte Phoneme, unterteilt. Die Phoneme werden dann in einer HMM- oder GMM-Datenbank gespeichert. Bei der Erkennung wird das Sprachsignal in Phoneme aufgeteilt und mit der HMM- oder GMM-Datenbank abgeglichen, um die wahrscheinlichste Sequenz von Phonemen zu finden. Diese wird dann in Text umgewandelt und ausgegeben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den letzten Jahren haben sich Deep Learning Modelle mit tiefen neuronalen Netzen, wie z.B. Recurrent Neural Networks (RNNs) und Convolutional Neural Networks (CNNs), als effektive Methoden zur Spracherkennung erwiesen. Diese Modelle können komplexe Beziehungen zwischen Phonemen und Wörtern erfassen und somit die Genauigkeit der Spracherkennung verbessern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* z.&amp;amp;nbsp;B. Mozilla Common Voice&amp;lt;ref name=&amp;quot;ftn2&amp;quot;&amp;gt;vgl. [https://voice.mozilla.org https://voice.mozilla.org] und [https://github.com/mozilla/DeepSpeech https://github.com/mozilla/DeepSpeech]&amp;lt;/ref&amp;gt; in Kombination mit einer Spracherkennungs-Engine wie Mozilla Deep Speech&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Erstellung von Spracherkennungs-Maschinen''' &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Um eine Spracherkennungs-Engine (Speech-to-Text) zu erstellen, werden verschiedene Ressourcen benötigt, darunter:&lt;br /&gt;
# Sprachdaten: Um ein Spracherkennungsmodell zu trainieren, werden große Mengen an Audioaufnahmen benötigt, die repräsentativ für die Sprache und den Dialekt sind, den die Engine erkennen soll. Diese Sprachdaten sollten auch verschiedene Sprecher, Akzente und Hintergrundgeräusche enthalten.&lt;br /&gt;
# Transkriptionen: Jede Audioaufnahme muss mit einer Texttranskription versehen werden, die angibt, was in der Aufnahme gesagt wird. Diese Transkriptionen werden verwendet, um das Modell zu trainieren und zu testen.&lt;br /&gt;
# Sprachmodelle: Sprachmodelle sind eine wichtige Komponente von Spracherkennungs-Engines, da sie die Wahrscheinlichkeit berechnen, mit der eine bestimmte Sequenz von Wörtern in einem bestimmten Kontext auftreten wird. Diese Modelle werden verwendet, um die Wahrscheinlichkeit des erkannten Textes zu berechnen und die Genauigkeit der Spracherkennungs-Engine zu verbessern.&lt;br /&gt;
# Aussprachelexika: Ein Aussprachelexikon enthält eine Liste von Wörtern und deren Aussprache in der jeweiligen Sprache. Dies wird verwendet, um die richtige Aussprache von Wörtern im erkannten Text zu bestimmen.&lt;br /&gt;
# Phonemmodelle: Phonemmodelle beschreiben, wie Wörter in ihre kleinsten sprachlichen Einheiten (Phoneme) aufgeteilt werden können. Diese Modelle werden verwendet, um die Wahrscheinlichkeit von Phonemsequenzen zu berechnen und die Genauigkeit der Spracherkennungs-Engine zu verbessern.&lt;br /&gt;
# Linguistische Ressourcen: Zusätzlich zu den oben genannten Ressourcen können auch linguistische Ressourcen wie Grammatiken, semantische Modelle und syntaktische Modelle verwendet werden, um die Genauigkeit der Spracherkennungs-Engine zu verbessern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Baustein 2: Textübersetzung (Machine Translation, MT) ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Grundlage hierfür sind Massen an übersetzten Sätzen&lt;br /&gt;
* Künstliche Intelligenz lernt aus diesen übersetzten Sätzen durch&lt;br /&gt;
** Mustererkennung&lt;br /&gt;
** Training&lt;br /&gt;
* vgl. Kapitel 5 Abschnitt [https://koncept.serbski-inkubator.de/index.php/5._Schreiben_auf_elektronischen_Ger%C3%A4ten#.C3.9Cbersetzer Übersetzer]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Baustein 3: Intention erkennen und Anweisungen ausführen&amp;lt;ref name=&amp;quot;ftn3&amp;quot;&amp;gt;vgl. [https://mycroft.ai/wp-content/uploads/2018/08/mycroft-ai-introduction-to-voice-stack-whitepaper.pdf https://mycroft.ai/wp-content/uploads/2018/08/mycroft-ai-introduction-to-voice-stack-whitepaper.pdf]&amp;lt;/ref&amp;gt;  ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* aus dem erkannten Text wird die Intention des Nutzers extrahiert (intent parser)&lt;br /&gt;
* Anweisungen werden abgeleitet und ausgeführt (Skill invocation)&lt;br /&gt;
* z.&amp;amp;nbsp;B. [https://wit.ai/ https://wit.ai/] (eine Sprachplattform, welche zum Facebook-Konzern gehört)&lt;br /&gt;
* z.B. [https://mycroft.ai/ https://mycroft.ai/]als datenschutzfreundliche Alternative&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Baustein 4: Sprachausgabe (Text to Speech, TTS)&amp;lt;ref name=&amp;quot;ftn4&amp;quot;&amp;gt;Übersicht TTS-Engines: [https://mycroft-ai.gitbook.io/docs/using-mycroft-ai/customizations/tts-engine https://mycroft-ai.gitbook.io/docs/using-mycroft-ai/customizations/tts-engine]&amp;lt;/ref&amp;gt; ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* bspw. für barrierefreie Webseiten notwendig&lt;br /&gt;
* Open Source Text-to-speech-System: MaryTTS&lt;br /&gt;
* modularer Aufbau: Lexikon, Sprache, Daten, Synthese&lt;br /&gt;
* Unit-Selectin-Synthese (Verkettung natürlichsprachlicher Elemente)&lt;br /&gt;
* ThorstenVoice (OSS Variante)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die folgenden Schritte sind typischerweise erforderlich, um einen Text in eine gesprochene Sprachausgabe umzuwandeln:&lt;br /&gt;
# Linguistische Analyse: Der eingegebene Text wird vorverarbeitet, um dessen Struktur zu analysieren, einschließlich der Trennung von Sätzen, der Erkennung von Interpunktion und der Ermittlung der Betonung.&lt;br /&gt;
# Phonetische Umsetzung: Der Text wird in eine phonetische Darstellung umgewandelt, in der jeder Textabschnitt in eine entsprechende Sequenz von Lauten (Phonemen) übersetzt wird. Dies wird typischerweise durch eine phonetische Lexikon-Datenbank und Sprachregeln erreicht.&lt;br /&gt;
# Prosodische Modellierung: Es wird die Betonung und Intonation des Textes bestimmt. Hierbei werden Faktoren wie Akzent, Tonhöhe, Tempo, Pause und Rhythmus berücksichtigt, um eine natürliche Sprachmelodie zu erzeugen.&lt;br /&gt;
# Synthese: Der phonetisch umgesetzte Text wird dann in Sprache umgewandelt, indem die phonetischen Einheiten zu Sprachsignalen zusammengefügt werden. Dies kann entweder durch die Verwendung von Klangeinheiten, die in einer Datenbank gespeichert sind, oder durch das Generieren von Sprache auf der Grundlage von Modellen, wie z.B. Deep-Learning-Modellen, erfolgen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine TTS-Engine benötigt folgende Voraussetzungen:&lt;br /&gt;
# Eine umfangreiche phonetische Datenbank oder ein phonetisches Modell, um die Übersetzung von Text in Phoneme zu ermöglichen.&lt;br /&gt;
# Ein Prosodie-Modell, um die natürliche Sprachmelodie zu erzeugen.&lt;br /&gt;
# Eine Sprachsynthesetechnologie, um die Phoneme in Sprachsignale zu konvertieren.&lt;br /&gt;
# Training mit großen Datenmengen, um die Sprachsynthese-Modelle auf die spezifische Sprache und Stimme zu optimieren.&lt;br /&gt;
&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Definition und Marktübersicht von Sprachassistenten ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Sprachassistent ist eine bestimmte Art von Software, die gesprochene Worte analysiert, in den richtigen Kontext einordnet und darauf reagiert. Sprachassistenten sind als Software meist in Smartphones oder Smart Speaker, aber auch in Konsolen (PS4), Fernseher und smart watches integriert. Ein Smart Speaker wiederum ist ein bestimmtes Gerät, auf welchem der Sprachassistent als Software installiert ist.&amp;lt;ref name=&amp;quot;ftn5&amp;quot;&amp;gt;vgl. [https://de.wikipedia.org/wiki/Intelligenter_pers%C3%B6nlicher_Assistent https://de.wikipedia.org/wiki/Intelligenter_pers%C3%B6nlicher_Assistent]&amp;lt;/ref&amp;gt; Spricht ein Mensch mit diesem Gerät, so beantwortet es über seine Sprachsoftware verbal Fragen oder führt Anweisungen aus, z.&amp;amp;nbsp;B. steuert es vernetzte smart home Geräte (TV-Geräte, Heizungsthermostate, Rollläden, Lampen, Waschmaschine, Backofen, Kaffee­maschine bis hin zur Toilettenspülung usw.). Auch in Autos, Kopfhörern, Bürogeräten und Kleidung sind bereits Sprachassistenten im Einsatz.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Entwicklung der Sprachassistenten:* 2010 Apples Siri („Hey Siri“)&lt;br /&gt;
* 2012 Google Assistant (vormals Google Now) („Ok, Google“)&lt;br /&gt;
* 2013 Microsoft Cortana („Hey Cortana“)&lt;br /&gt;
* 2014 Amazon Alexa („Alexa“)&lt;br /&gt;
* 2015 Mycroft - open Source Smart Speaker (“Hey Mycroft”)&amp;lt;ref name=&amp;quot;ftn6&amp;quot;&amp;gt;vgl. [https://mycroft.ai/ https://mycroft.ai/] und [https://www.kickstarter.com/projects/aiforeveryone/mycroft-an-open-source-artificial-intelligence-for/description https://www.kickstarter.com/projects/aiforeveryone/mycroft-an-open-source-artificial-intelligence-for/description]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* 2017 Sprachassistenten der chinesischen Firmen Baidu und Alibaba&lt;br /&gt;
* 2018 Samsung Bixby („Hi Bixby“)&lt;br /&gt;
* 2019 Leon – open source personal assistant&amp;lt;ref name=&amp;quot;ftn7&amp;quot;&amp;gt;vgl. [https://getleon.ai/ https://getleon.ai/]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Heute sind weltweit bereits mehr als 4 Milliarden Sprachassistenten im Einsatz. Bis 2023 rechnet die Marktforschungsfirma Juniper Research mit 8 Milliarden Sprachassistenten.&amp;lt;ref name=&amp;quot;ftn8&amp;quot;&amp;gt;vgl. [https://voicebot.ai/google-home-google-assistant-stats/#voice-asst-in-use-juniper https://voicebot.ai/google-home-google-assistant-stats/#voice-asst-in-use-juniper]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Image:Grafik 16.png|top]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Marktübersicht'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die führenden Anbieter für Sprachassistenzsysteme am weltweiten Markt sind:&lt;br /&gt;
# Amazon mit seinem Sprachassistenzsystem &amp;quot;Alexa&amp;quot; und den Amazon Echo Geräten.&lt;br /&gt;
# Google mit seinem Sprachassistenzsystem &amp;quot;Google Assistant&amp;quot; und den Google Home Geräten.&lt;br /&gt;
# Apple mit seinem Sprachassistenzsystem &amp;quot;Siri&amp;quot; und der HomePod-Produktlinie.&lt;br /&gt;
# Microsoft mit seinem Sprachassistenzsystem &amp;quot;Cortana&amp;quot; und der Surface Headphones Produktlinie.&lt;br /&gt;
# Samsung mit seinem Sprachassistenzsystem &amp;quot;Bixby&amp;quot; und der Galaxy Home Produktlinie.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Anbieter haben in den letzten Jahren in die Entwicklung und Verbesserung von Sprachassistenzsystemen investiert und setzen auf künstliche Intelligenz und maschinelles Lernen, um die Spracherkennung und -verarbeitung zu verbessern. Dabei sind ihre Sprachassistenzsysteme nicht nur auf den Heimgebrauch beschränkt, sondern auch in mobilen Geräten, Autos und anderen Branchen wie Gesundheitswesen, Einzelhandel und Finanzen verbreitet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es ist schwierig, genaue Zahlen darüber zu finden, welchen Anteil jeder Anbieter am Gesamtmarkt für Sprachassistenzsysteme hat, da es keine einheitliche Definition des Marktes gibt und die Zahlen von verschiedenen Marktforschungsunternehmen variieren können. Basierend auf den verfügbaren Daten sind die größten Anbieter am Markt Amazon Alexa mit rund 25% Marktanteil, Google Assistant mit rund 20% Marktanteil und Apples Siri mit rund 15% Marktanteil weltweit. Es gibt jedoch Unterschiede in den Zahlen je nach Region und Art des Geräts (z.B. intelligente Lautsprecher, Mobiltelefone, Smart-Home-Geräte). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die beliebtesten Anwendungsfälle von Nutzern von Smart Speakern sind&amp;lt;ref name=&amp;quot;ftn12&amp;quot;&amp;gt;vgl. [https://voicebot.ai/2020/05/03/streaming-music-questions-weather-timers-and-alarms-remain-smart-speaker-killer-apps-third-party-voice-app-usage-not-growing/ https://voicebot.ai/2020/05/03/streaming-music-questions-weather-timers-and-alarms-remain-smart-speaker-killer-apps-third-party-voice-app-usage-not-growing/] &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
# Musik hören&lt;br /&gt;
# Fragen stellen&lt;br /&gt;
# Wetter checken&lt;br /&gt;
# Zeitschaltuhr einschalten&lt;br /&gt;
# Alarm einstellen&lt;br /&gt;
# Radio hören&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Image:Grafik 17.png|top]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Aktuell unterstützte Sprachen'''&amp;lt;ref name=&amp;quot;ftn13&amp;quot;&amp;gt;vgl. [https://www.globalme.net/blog/language-support-voice-assistants-compared/ https://www.globalme.net/blog/language-support-voice-assistants-compared/] sowie die dort angegeben Webseiten&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* &amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:0.501cm;margin-right:0cm;&amp;quot;&amp;gt;'''Amazons Alexa''' unterstützt '''9 Sprachen'''&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
** Arabisch, Deutsch, Englisch (5 Dialekte), Französisch (2 Dialekte), Hindi (Indisch), Italienisch, Japanisch, Portugiesisch (Brasil.), Spanisch (3 Dialekte)&lt;br /&gt;
* &amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:0.501cm;margin-right:0cm;&amp;quot;&amp;gt;'''Google Assistant''' unterstützt '''44 Sprachen '''auf Smartphones&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
* &amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:0.501cm;margin-right:0cm;&amp;quot;&amp;gt;'''Google Assistant''' unterstützt '''13 Sprachen''' auf Smart Speakern / Google Home&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
** Dänisch, Deutsch (2 Dialekte), Englisch (6 Dialekte), Französisch (2 Dialekte), Hindi, Italienisch, Japanisch, Koreanisch, Niederländisch, Norwegisch, Portugiesisch (Brasil.), Schwedisch, Spanisch (3 Dialekte)&lt;br /&gt;
* &amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:0.501cm;margin-right:0cm;&amp;quot;&amp;gt;'''Apples Siri unterstützt rund 42 Sprachen'''&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ist-Analyse sorbischer Potenziale, Ressourcen und Projekte ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während digitale Angebote wie Sprachausgabe und Spracherkennung in deutscher Sprache selbstverständlich sind und sowohl von internationalen Großkonzernen als auch von der öffentlichen Hand vorangetrieben und ausgebaut werden, gilt das für dieselben Angebote in sorbischer Sprache nur sehr eingeschränkt. Welche Grundlagen der Sprachunterstützung beider sorbischer Sprachen bereits realisiert oder geplant sind, sollen die folgenden Abschnitte untersuchen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Ist-Stand der 4 Bausteine des Sprechens mit elektronischen Geräten===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Baustein 1: Spracherkennung (Automatic Speech Recognition, ASR; Speech to Text, STT) ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* sorbische Ausgangslage: die folgenden Vorarbeiten sind vorhanden&lt;br /&gt;
* '''Mozilla common voice''': &lt;br /&gt;
** die sorbischen Sprachen werden hier aktuell nicht weiter ergänzt, die gesammelten Daten werden jedoch in anderen Projekten weiter verwendet&lt;br /&gt;
*** die Anzahl an Daten ist bei weitem nicht ausreichend für den Einsatz von neuronalen Technologien&lt;br /&gt;
*** die Qualität der Daten ist nur hinreichend für die Evaluation von Spracherkennungssystemen, nicht jedoch für deren Training (hierfür wird Tonstudio-Qualität benötigt)&lt;br /&gt;
** für das Obersorbische wurden bereits ca. 7.500 lizenzfreie Sätze gesammelt sowie 2 Stunden und 51 Minuten eingesprochen und validiert&lt;br /&gt;
** diese sind aktuell in sehr unterschiedlicher Qualität, sehr unausgewogen hinsichtlich der Stimmen (Geschlecht- und Alter-Verteilung)&lt;br /&gt;
** darüber hinaus lassen sich die Sätze common voice aktuell nicht thematisch zuordnen &lt;br /&gt;
** Für das Niedersorbische fehlen die Sätze und das Einsprechen&amp;lt;ref name=&amp;quot;ftn17&amp;quot;&amp;gt;vgl. [https://voice.mozilla.org/de/languages https://voice.mozilla.org/de/languages]&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;br&amp;gt;  &lt;br /&gt;
  &lt;br /&gt;
* '''Prototyp &amp;quot;smart lamp&amp;quot; / &amp;quot;digidom&amp;quot;'''&lt;br /&gt;
** 2020 startete das '''Projekt „Spracherkennung und maschinelle Übersetzung der sorbischen Sprachen'''“ der Stiftung für das sorbische Volk&lt;br /&gt;
** Durchgeführt wurde eine Machbarkeitsstudie zur automatischen Spracherkennung für die ober­sorbische Sprache vom Fraunhofer-Institut für keramische Technologien und Systeme Dresden (Abteilung Maschinelles Lernen und Datenanalyse) in Zusammenarbeit mit der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus mit folgenden Zielstellungen: &lt;br /&gt;
*** Realisierung eines prototypischen Spracherkenners für eine spezifizierte Beispielanwendung in einer stark beschränkten Sprachdomäne&lt;br /&gt;
*** Ziel wurde es, eine Smart-Home-Anwendung zu erstellen, welches mittels Sprachbefehlen eine Lampe bedienen kann, &amp;quot;digidom&amp;quot;&lt;br /&gt;
*** Einschätzung möglicher und empfohlener Technologien für die Entwicklung eines sorbischen Spracherkenners mit umfangreichem Wortschatz&lt;br /&gt;
*** Aussagen zur Anwendung der niedersorbischen Sprache&lt;br /&gt;
** Folgende Arbeitsschritte wurden bisher für dieses Projekt durchgeführt:&lt;br /&gt;
*** Statistische Auswertung von Textkorpora&lt;br /&gt;
*** Aufstellen der Phonemliste und der Ausspracheregeln&lt;br /&gt;
*** Auswahl an Aufzeichnungen aus „Common Voice“ sowie neue Aufzeichnungen wurden erstellt&lt;br /&gt;
*** Demonstrator unter Open Source Lizenz veröffentlicht&amp;lt;ref&amp;gt;vgl. [https://github.com/ZalozbaDev/web_demo_spoznawanje https://github.com/ZalozbaDev/web_demo_spoznawanje]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
*** Prototyp „digidom“ unter Open Source Lizenz veröffentlicht &amp;lt;ref&amp;gt;vgl. [https://github.com/ZalozbaDev/raspberry_pi_demo_spoznawanje https://github.com/ZalozbaDev/raspberry_pi_demo_spoznawanje]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
*** Veröfentlichung der Ergebnisse in einer Studie&amp;lt;ref&amp;gt;vgl. [http://www.essv.de/pdf/2021_43_50.pdf http://www.essv.de/pdf/2021_43_50.pdf]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
*** Veröffentlichen von Kriterien zur Auswahl eines Sprachkorpus&amp;lt;ref&amp;gt;vgl. [https://github.com/ZalozbaDev/speech_recognition_corpus_creation/blob/main/report/report_summary_german.pdf https://github.com/ZalozbaDev/speech_recognition_corpus_creation/blob/main/report/report_summary_german.pdf]&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
* '''Folgeprojekt &amp;quot;Vorbereitung der Spracherkennung für das Obersorbische für eine Diktierfunktion&amp;quot;''' 2023:&lt;br /&gt;
** Das Ziel war die Entwicklung neuer und Verbesserung bestehender akustischer Modelle für die obersorbische Spracherkennung. &lt;br /&gt;
** Hierfür sollten akustische Modelle auf größeren Audiokorpora trainiert werden.&lt;br /&gt;
*** Es erfolgte eine Erweiterung der Sprachdatensätze mittels Augmentation, d. h. Einfügen von Hintergrundgeräuschen verschiedener Stärke.&lt;br /&gt;
*** Monophon- und Triphon-basierte Modelle wurden mit dem Open-Source-ASR-Toolkit KALDI trainiert.&lt;br /&gt;
*** Die Daten für die Modelle stammen aus verschiedenen Quellen, einschließlich des Common Voice Projekts, der ersten Machbarkeitsstudie (HSB-I) und neuen Audiodaten aus dem aktuellen Projekt.&lt;br /&gt;
*** Nach der Datenaugmentation umfassten die Sprachaufnahmen insgesamt 33:31:10 Stunden und 29.229 gesprochene Sätze.&lt;br /&gt;
** Triphon-basierte Modelle zeigten eine signifikant bessere Leistung als das monophon-basierte Modell. &lt;br /&gt;
** Ein robusteres und weiterentwickeltes triphon-basiertes akustisches Modell wurde erfolgreich erstellt.&lt;br /&gt;
** Mit den folgenden Schritten erfolgte die Verbesserung der Sprachmodellierung mit den bereitgestellten Ressourcen:&lt;br /&gt;
*** Vorverarbeitung und Normalisierung der Textdaten, z. B. Erkennen von Abkürzungen und Eigennamen, Segmentierung von Wörtern in morphologische Einheiten usw.&lt;br /&gt;
*** Wortklassenmodellierung durch Erkennung benannter Einheiten aus vordefinierten Wortklassen, z. B. Datums-, Uhrzeits-, Wochentags-, Namens-, Orts- und Zahlen-Ausdrücke.&lt;br /&gt;
*** Teilwortzerlegung mittels Byte Pair Encoding (BPE) und dem Morfessor-Algorithmus, um das Vokabular zu verkleinern.&lt;br /&gt;
** Die Wahl des richtigen Teilwortzerlegungsverfahrens und der geeigneten Vokabulargröße hat einen signifikanten Einfluss auf die Leistung des Sprachmodells.&lt;br /&gt;
** Im Ergebnis konnte eine Sammlung von normalisierten Textkorpora erzeugt werden, der für das Training von statistischen Sprachmodellen basierend auf ganzen Wörtern oder Wortteilen geeignet ist.&lt;br /&gt;
* Weitere Arbeit an Robustheit und Leistungsfähigkeit von &amp;quot;digidom&amp;quot; ist nötig &amp;lt;br&amp;gt;  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* '''weitere Applikationen mittels Spracherkennung''' &lt;br /&gt;
** Spiele&lt;br /&gt;
*** Lingufino, eine interaktive Puppe, die auf Spracheingaben reagiert&lt;br /&gt;
** Diktierfunktion&lt;br /&gt;
** Simultanübersetzung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Baustein 2: Textübersetzung (Machine Translation, MT) ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* vgl. auch Kapitel 5 Abschnitt [https://koncept.serbski-inkubator.de/index.php/5._Schreiben_auf_elektronischen_Ger%C3%A4ten#.C3.9Cbersetzer Übersetzer]&lt;br /&gt;
* Notwendig: umfangreicher 2-sprachiger Textkorpus&lt;br /&gt;
** Urheberrechtsfrei, gemeinfrei oder unter Creative-Commons-Lizenz (CC0)&lt;br /&gt;
** Satzweise übersetzt&lt;br /&gt;
** Vereinheitlicht, maschinenlesbar&lt;br /&gt;
* Sorbische Ausgangslage: paralleler Textkorpus liegt im WITAJ-Sprachzentrum vor&lt;br /&gt;
* Aufgabe: laufende digitale Erfassung bestehender Übersetzungen in hoher Qualität&lt;br /&gt;
* Herausforderung: Technologieneutralität, d.&amp;amp;nbsp;h. eine Textübersetzung unabhängig von einer speziellen Technologie zu erstellen, so dass sie später in verschiedenen Produkten und Diensten genutzt werden kann (Google Translate, Microsoft Bing Translator, DeepL)&lt;br /&gt;
*  '''sotra.app''': Seit 2019 laufendes Projekt des '''WITAJ-Sprachzentrums: Aufbau eines automatischen „Online-Übersetzers Deutsch-Sorbisch, Sorbisch-Deutsch“''' &lt;br /&gt;
** seit 2021 verfügbar für Obersorbisch und seit 2022 auch in Niedersorbisch für Texte mit max. 6.000 Zeichen&lt;br /&gt;
** Übersetzungen möglich von und nach Deutsch, Ober- und Niedersorbisch und Tschechisch (Beta, von und nach den sorbischen Sprachen)&lt;br /&gt;
** zusätzlicher Service: Rechtschreibkontrolle&lt;br /&gt;
** Mitte 2022 beinhaltete der 2-sprachige Textkorpus ca. 300.000 parallele Satzpaare &lt;br /&gt;
** zukünftig geplant: OCR-Erkennung von Bildern mit Texten&lt;br /&gt;
** Historie:&lt;br /&gt;
*** Aufbau eines großen 2-sprachigen Textkorpus, Ziel bis Ende 2020 ca. 170.000 Satzpaare (ca. 2 Mio. Wörter)&lt;br /&gt;
*** Ende 2021 beinhaltete der 2-sprachige Textkorpus ca. 260.000 parallele Satzpaare &lt;br /&gt;
*** das Projekt startete mit dem Tool Microsoft Translator Hub (eingestellt durch Microsoft)&lt;br /&gt;
*** es wird nun der Ansatz verfolgt, offene Plattformen zu nutzen, um Unabhängigkeit von den Firmen Google, Microsoft, DeepL usw. und deren wirtschaftlichen Interessen zu bewahren&lt;br /&gt;
*** aktuell wird das statistische System MOSES-decoder genutzt&lt;br /&gt;
*** parallel erfolgen Tests des neuronalen Systems OpenNMT (Python)&lt;br /&gt;
* '''Microsoft Bing Translator'''&amp;lt;ref name=&amp;quot;ftn46&amp;quot;&amp;gt;vgl. [https://www.bing.com/translator https://www.bing.com/translator]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
** Der Bing Translator konnte mittels des 2-sprachigen Teytkorpus des WITAJ-Sprachzentrums auf beide sorbische Sprachen trainiert werden:&lt;br /&gt;
** Obersorbisch wird seit 2022 mit aktuell max. 1.000 Zeichen pro Text unterstützt.&lt;br /&gt;
** Niedersorbisch wird seit 2023 mit aktuell max. 1.000 Zeichen pro Text unterstützt.&lt;br /&gt;
** In der Microsoft Bing Translator App wird lediglich die Funktion 'Text übersetzen' unterstützt. Es fehlen die Funktionen 'Sprechen' (STT), 'autom. Spracherkennung', 'Text in Bild übersetzen', 'Audiowiedergabe der Übersetzung' (TTS), 'Offline übersetzen'.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Baustein 3: Intention erkennen und Anweisungen ausführen  ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Hierzu sind keine sorbischen Projekte bekannt. Es kann zu einem späteren Zeitpunkt im Bedarfsfall ggf. auf bereits bestehende Projekte zurückgegriffen werden, wie z.&amp;amp;nbsp;B. [https://wit.ai/ https://wit.ai/].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Baustein 4: Sprachausgabe (Text to Speech, TTS) ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Erste Projekte in die Richtung Sprachausgabe wurden bereits umgesetzt:&lt;br /&gt;
* '''Audioversion des Deutsch-Niedersorbischen Wörterbuchs (nicht als TTS realisiert)'''&lt;br /&gt;
** Für die niedersorbische Sprache wurden vom Sorbischen Institut seit 2014 Tondateien erstellt und in die online-Fassung des Deutsch-Niedersorbischen Wörterbuchs integriert. In einer wissenschaftlichen Studie wurden zudem die verschiedenen Erfahrungen mit praktischen Schwierigkeiten bei der Aussprache verarbeitet. Diese Studie diente dazu, im Jahre 2018 einen praktischen online-Führer zur Aussprache des Niedersorbischen zu erarbeiten. Hochwertige Tonaufnahmen wurden zusammengestellt und bestimmten Lautgruppen bzw. für den Spracherwerb wichtigen lautlichen Phänomenen zugeordnet, mit wichtigen erläuternden Texten ergänzt und auf [http://www.dolnoserbski.de www.dolnoserbski.de] als neue Dienstleistung angeboten. Dadurch steht erstmals eine praktische, durch Tonbeispiele illustrierte Anleitung zur Aussprache des Niedersorbischen zur Verfügung.&lt;br /&gt;
* '''Entwicklung einer Vorlesefunktion für die nieder- und obersorbische Schriftsprache'''&lt;br /&gt;
** Seit 2018 erfolgen die Konzeption, Planung und Entwicklung einer Vorlesesoftware für Nieder- und Obersorbisch für die Integration in Webseiten, Online-Wörterbücher u.&amp;amp;nbsp;ä. durch das Sorbische Institut in Bautzen. Geplanter Abschluss ist 2023.&lt;br /&gt;
** Seit 2023 können die beiden Vorlesestimmen Juro (niedersorbisch) und Matej (obersorbisch) in einer ersten Version ausprobiert werden.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl. [http://tts-juro-matej.serbski-institut.de http://tts-juro-matej.serbski-institut.de], [https://www.serbski-institut.de/projekte-sprachwissenschaft/entwicklung-einer-vorlesefunktion-fuer-die-nieder-und-obersorbische-schriftsprache/ Projektseite SI], [https://www.serbski-institut.de/erste-version-der-sorbischen-vorlesefunktion-und-sprachlandschaft-schleife/ Pressemitteilung SI]&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
* '''Bookii-Bücher in sorbischer Sprache'''&amp;lt;ref&amp;gt;vgl. [https://www.domowina-verlag.de/kinderbuecher/bookii-buecher.html?limit=20 https://www.domowina-verlag.de/kinderbuecher/bookii-buecher.html?limit=20]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
** Aktuell gibt es 9 Bookii-Bücher in obersorbischer Sprache&lt;br /&gt;
** und 3 Bookii-Bücher in niedersorbischer Sprache.&lt;br /&gt;
* '''bamborak''', TTS-System für Obersorbisch&amp;lt;ref name=&amp;quot;ftn56&amp;quot;&amp;gt;vgl. [https://gaussia.de/bamborak/ https://gaussia.de/bamborak]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
** Seit 2022 entwickelt K. Baier ein obersorbisches TTS-System auf Basis eines neuronalen Netzes.&lt;br /&gt;
** Bisher wurden hierfür ca. 2.400 Sätze aufgenommen und durch das neuronale Netz verarbeitet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Fazit ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für eine funktionierende Spracherkennung der sorbischen Sprachen ist es noch ein weiter Weg, auf dem die ersten Schritte bereits gegangen wurden. Eine breite Basis an digitalen Wortsammlungen (sog. linguistischen Ressourcen) in Form von Wörterbüchern, Textkorpora sowie entsprechende morphologische Generatoren sind für beide sorbische Sprachen vorhanden, vgl. Kapitel [[5._Schreiben_auf_elektronischen_Geräten|5. Schreiben auf elektronischen Geräten]]. Hierfür sind noch die Nutzungsrechte zu klären, vgl. Kapitel [[10._Open_Access_Open_Data_Lizenzen|10. Open Access, Open Data, Lizenzen]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die hierauf aufbauenden digitalen sorbischen Sprachdienste werden aktuell gerade erst die Grundlagen gelegt oder eruiert. Für die Umsetzung einer Spracherkennung laufen aktuell 2 Projekte: das freiwillige Projekt der Sammlung von Sprachdaten mittels Mozilla common voice sowie das Projekt „Spracherkennung und maschinelle Übersetzung der sorbischen Sprachen“ der Stiftung für das sorbische Volk. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die Umsetzung einer automatischen Textübersetzung gibt es das Projekt „Online-Übersetzer Deutsch-Sorbisch, Sorbisch-Deutsch“ des WITAJ-Sprachzentrums. Dieses bezieht sich aktuell zunächst auf obersorbische Texte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für den Baustein&amp;amp;nbsp;3 „Intention erkennen, Anweisungen ausführen“ gibt es keine speziellen sorbischen Projekte, jedoch eine Reihe weltweiter Projekte, einige davon open source. Sind die weiteren Bausteine realisiert, so kann ein passendes System für die Umsetzung dieses Bausteins recherchiert werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die Sprachausgabe entwickelt das Sorbische Institut bereits eine Vorlesefunktion für beide sorbischen Sprachen, welche voraussichtlich 2023 abgeschlossen ist. Ebenso werden vom Sorbischen Institut die niedersorbischen Online-Wörterbücher nach und nach mit Tonbeispielen unterlegt. Für das Niedersorbische sind hierfür bereits umfangreiche Tonbeispiele zur Aussprache des Niedersorbischen auf [http://www.dolnoserbski.de www.dolnoserbski.de] veröffentlicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Übersicht von bisherigen Maßnahmen und Projekten bzgl. Sprachassistenz ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weitere Projekte zu Wörterbüchern u.&amp;amp;nbsp;ä. werden in Abschnitt 5.3.2 &amp;quot;Übersicht von bisherigen Maßnahmen und Projekten bzgl. Schreibunterstützung&amp;quot; genannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| style=&amp;quot;border-spacing:0;&amp;quot;&lt;br /&gt;
|- style=&amp;quot;background-color:#d9e2f3;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot;&lt;br /&gt;
|| '''Name'''&lt;br /&gt;
|| '''Beschreibung'''&lt;br /&gt;
|| '''Zeitraum'''&lt;br /&gt;
|| '''Verantwortlich'''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | '''Audioversion des Deutsch-Niedersorbischen Wörterbuchs'''&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | Tonbeispiele zur Aussprache des Niedersorbischen&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | Seit 2014&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | Sorbisches Institut&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | '''Erarbeitung eines online-Führers mit Tonbeispielen zur Aussprache des Niedersorbischen'''&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | Veröffentlichung auf [http://www.dolnoserbski.de www.dolnoserbski.de]&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | 2018&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | Sorbisches Institut, gefördert durch die Stiftung für das sorbische Volk&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | '''Entwicklung einer Vorlesefunktion für die nieder- und obersorbische Schriftsprache'''&amp;lt;ref name=&amp;quot;ftn18&amp;quot;&amp;gt;vgl. [https://www.serbski-institut.de/de/Entwicklung-einer-Vorlesefunktion-fuer-die-nieder--und-obersorbische-Schriftsprache/ https://www.serbski-institut.de/de/Entwicklung-einer-Vorlesefunktion-fuer-die-nieder--und-obersorbische-Schriftsprache/]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | Konzeption, Planung und Entwicklung einer Vorlesesoftware für Nieder- und Obersorbisch (geplanter Abschluss 2023)&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | Seit 2018&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | Sorbisches Institut, gefördert durch das Sächsische Staatsministerium für Wissenschaft, Kultur und Tourismus (SMWK)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | '''Online-Übersetzer Deutsch-Sorbisch, Sorbisch-Deutsch'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''(zunächst Obersorbisch)'''&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | Entwicklung und Bereitstellung eines Online-Übersetzungsdienstes für Sätze und Texte, Deutsch-Sorbisch und Sorbisch-Deutsch. Als Übersetzungs­grundlage dient ein bilingualer Textkorpus, welcher erstellt wird und für das Training eines Übersetzungssystems verwendet wird.&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | Seit 2019 &lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | WITAJ-Sprachzentrum, gefördert durch die Stiftung für das sorbische Volk&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | '''Mozilla Common Voice obersorbisch und niedersorbisch'''&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | Erstellung von öffentlich zugänglichen Sprachdaten, diese stehen via CC0-Lizenz zur freien Nutzung zur Verfügung, z.&amp;amp;nbsp;B. für das Training eine Spracherkennungs-Engine&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | Seit 2019&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | engagierte Privat­personen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | '''Spracherkennung und maschinelle Übersetzung der sorbischen Sprachen'''&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | Machbarkeitsstudie zur automatischen Spracherkennung für die obersorbische Sprache, Prototypen &amp;quot;smart lamp&amp;quot; und &amp;quot;digidom&amp;quot;&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | Seit 2020&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | Stiftung für das sorbische Volk&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | '''Bereitstellung von interaktiven Spielzeugen und Büchern in den sorbischen Sprachen'''&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | Bereitstellung von interaktiven Bookii-Büchern und der sprechenden interaktiven Puppe Lingufino in den sorbischen Sprachen&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | Seit 2018&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | Domowina Verlag gGmbH und  Medienpädagogisches Projekt LUCIJA des Sorbischen Schulvereins e. V., gefördert durch die Stiftung für das sorbische Volk &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | '''Bereitstellung von Online-Vorlesefunktionen in obersorbischer Sprache'''&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | Vorlesefunktion auf Basis neuronaler Netze für Zahlen und Uhrzeit&amp;lt;ref name=&amp;quot;ftn&amp;quot;&amp;gt;vgl. [https://gaussia.de/slp/ https://gaussia.de/slp]&amp;lt;/ref&amp;gt; sowie für Texte&amp;lt;ref name=&amp;quot;ftn56&amp;quot;&amp;gt;vgl. [https://gaussia.de/bamborak/ https://gaussia.de/bamborak]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | Seit ca. 2020&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | eine engagierte Privatperson&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Zukünftige Maßnahmen und Projekte bzgl. Sprachassistenz ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die folgenden Maßnahmen ergeben sich aus der Ist-Analyse. Sie werden in Abschnitt&amp;amp;nbsp;13.2 beschrieben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| style=&amp;quot;border-spacing:0;&amp;quot;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;background-color:#d9e2f3;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;color:#000000;&amp;quot; | '''Sub-Thema'''&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;background-color:#d9e2f3;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | &amp;lt;span style=&amp;quot;color:#000000;&amp;quot;&amp;gt;'''Nr.'''&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;background-color:#d9e2f3;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | &amp;lt;span style=&amp;quot;color:#000000;&amp;quot;&amp;gt;'''Maßnahme'''&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;background-color:#d9e2f3;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | &amp;lt;span style=&amp;quot;color:#000000;&amp;quot;&amp;gt;'''Zielstellung:'''&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;color:#000000;&amp;quot; | Spracherkennung&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | &amp;lt;span style=&amp;quot;color:#000000;&amp;quot;&amp;gt;1.1_1&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | Entwicklung einer obersorbischer Spracherkennung (HSB)&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | &amp;lt;span style=&amp;quot;color:#000000;&amp;quot;&amp;gt;Die obersorbische Spracherkennung ist auf den meistgenutzten elektronischen Geräten nutzbar.&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;color:#000000;&amp;quot; | Spracherkennung&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | &amp;lt;span style=&amp;quot;color:#000000;&amp;quot;&amp;gt;1.1_2&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;color:#000000;&amp;quot; | Entwicklung einer niedersorbischer Spracherkennung (DSB)&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | &amp;lt;span style=&amp;quot;color:#000000;&amp;quot;&amp;gt;Die niedersorbische Spracherkennung ist auf den meistgenutzten elektronischen Geräten nutzbar.&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;color:#000000;&amp;quot; | Übersetzungsdienst&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | &amp;lt;span style=&amp;quot;color:#000000;&amp;quot;&amp;gt;1.1_3&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | &amp;lt;span style=&amp;quot;color:#000000;&amp;quot;&amp;gt;Entwicklung obersorbischer Übersetzungsdienst (für Sätze) (HSB)&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | Ein obersorbischer Übersetzungsdienst ist auf den meistgenutzten elektronischen Geräten nutzbar.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;color:#000000;&amp;quot; | Übersetzungsdienst&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | &amp;lt;span style=&amp;quot;color:#000000;&amp;quot;&amp;gt;1.1_4&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | Entwicklung niedersorbischer Übersetzungsdienst (für Sätze) (DSB)&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | Ein niedersorbischer Übersetzungsdienst ist auf den meistgenutzten elektronischen Geräten nutzbar.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | Sprachausgabe&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | &amp;lt;span style=&amp;quot;color:#000000;&amp;quot;&amp;gt;1.1_5 und 1.1_6&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | Entwicklung einer Sprachausgabe (HSB, DSB)&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | Eine Sprachausgabe in beiden sorbischen Sprachen ist auf den meistgenutzten elektronischen Geräten nutzbar.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;color:#000000;&amp;quot; | Intention und Anweisungen&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | &amp;lt;span style=&amp;quot;color:#000000;&amp;quot;&amp;gt;1.1_7&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | Finden einer Software für 'Intention und Anweisungen'&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | Für die Interaktion mit elektronischen Geräten kann die gesprochene sorbische Sprache gleichwertig zur geschriebenen Sprache genutzt werden.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
----&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Měrko Šenk</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://koncept.serbski-inkubator.de/index.php?title=4._Sprechen_mit_elektronischen_Ger%C3%A4ten&amp;diff=991</id>
		<title>4. Sprechen mit elektronischen Geräten</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://koncept.serbski-inkubator.de/index.php?title=4._Sprechen_mit_elektronischen_Ger%C3%A4ten&amp;diff=991"/>
		<updated>2023-07-04T16:34:32Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Měrko Šenk: /* Baustein 1: Spracherkennung (Automatic Speech Recognition, ASR; Speech to Text, STT) */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;== Einleitung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieser Themenbereich beinhaltet die Unterstützung des Anwenders beim Sprechen mit elektronischen Geräten in den sorbischen Sprachen. Im Fokus steht die Interaktion von Menschen mit elektronischen Geräten mittels gesprochener Worte. Dies umfasst folgende Bereiche:&lt;br /&gt;
* '''Sprachausgabe:''' das '''Vorlesen''' geschriebener sorbischer Wörter&lt;br /&gt;
* '''Spracherkennung: '''das '''Erkennen''' und Darstellen von gesprochenen sorbischen Wörtern durch elektronische Geräte (Computer, Smartphones usw.)&lt;br /&gt;
* '''Sprachverarbeitung: ''' das '''Verarbeiten''' gesprochener sorbischer Wörter und '''Reagieren''' darauf (z.&amp;amp;nbsp;B. Anweisungen ausführen, Antworten).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mögliche Einsatzbereiche und Applikationen sind bspw.&lt;br /&gt;
* Sprachassistenten,&lt;br /&gt;
* Spiele, Spielzeuge (wie Lingufino),&lt;br /&gt;
* Untertitel und Simultanübersetzungen (z. B. bei Videokonferenzen).&lt;br /&gt;
&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Visionen und Ziel für die sorbische digitale Welt ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Vision 2028 ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:0.501cm;margin-right:0cm;&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;span style=&amp;quot;color:#000000;&amp;quot;&amp;gt;„Sorben und Sorbisch-Lernende nutzen für die Interaktion mit elektronischen Geräten die gesprochene sorbische Sprache (gleichwertig zur geschriebenen Sprache und gleichwertig zur deutschen Sprache).“ (z.B. für Sprachassistenz oder andere Applikationen)&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Konkrete Visionen 2025 ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:0.501cm;margin-right:0cm;&amp;quot;&amp;gt;„Sorben und Sorbisch-Lernende können mit den meistgenutzten elektronischen Geräten sprechen – die sorbischen Worte werden vom Gerät erkannt und dargestellt (Spracherkennung).“&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:0.501cm;margin-right:0cm;&amp;quot;&amp;gt;„Sorben und Sorbisch-Lernende können sich mit den meistgenutzten elektronischen Geräten sorbische Worte und Texte anhören (Sprachausgabe).“&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Konkrete Ziele ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| style=&amp;quot;border-spacing:0;&amp;quot;&lt;br /&gt;
|- style=&amp;quot;background-color:#e2efd9;border:0.25pt solid #808080;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.123cm;padding-right:0.123cm;&amp;quot;&lt;br /&gt;
|| &amp;lt;div style=&amp;quot;color:#000000;&amp;quot;&amp;gt;Einzelne Applikationen verstehen die gesprochenen sorbischen Sprachen und stellen gesprochene Worte dar. (Spracherkennung)&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;color:#000000;&amp;quot;&amp;gt;Einzelne Applikationen können sorbische Worte vorlesen. (Sprachausgabe)&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;color:#000000;&amp;quot;&amp;gt;Einzelne Applikationen können gesprochene sorbische Worte und Sätze erkennen, verarbeiten und ausgeben, z. B. in einem Online-Videokonferenzsystem mit Simultanübersetzung als Untertitel.&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;color:#000000;&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ist-Analyse Stand der Entwicklung von Sprachassistenzsystemen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Welche Bausteine werden für eine Sprachassistenz benötigt? ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Um eine sprachliche Interaktion mit einem elektronischen Gerät ähnlich wie mit Menschen zu erreichen, sind verschiedene technische Bausteine notwendig, welche jeweils unterschiedliche Aufgaben übernehmen. Die folgende Einteilung der Bausteine orientiert sich an einem Vortrag von Jan Budar vom 13.09.2018 in Senftenberg zu “Digitalisierung als Chance für die Sorben”.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Baustein 1: Spracherkennung (Automatic Speech Recognition, ASR; Speech to Text, STT)&amp;lt;ref name=&amp;quot;ftn1&amp;quot;&amp;gt;Übersicht STT-Engines: [https://mycroft-ai.gitbook.io/docs/using-mycroft-ai/customizations/stt-engine https://mycroft-ai.gitbook.io/docs/using-mycroft-ai/customizations/stt-engine]&amp;lt;/ref&amp;gt; ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* basiert auf phonetischen Informationen zu&lt;br /&gt;
** einzelnen Buchstaben und Silben&lt;br /&gt;
** deren Kombinationen&lt;br /&gt;
** ihrer Position im Wort/Satz&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Umwandlung von gesprochener Sprache in Text''' &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die typischen Schritte zur Umwandlung von gesprochener Sprache in Text (Speech-to-Text, STT) sind:&lt;br /&gt;
# Aufnahme der Sprache: Der erste Schritt besteht darin, die gesprochene Sprache aufzunehmen. Dies kann entweder über ein Mikrofon oder eine andere Audioquelle erfolgen.&lt;br /&gt;
# Signalverarbeitung: Die aufgenommenen Audiosignale werden durch Signalverarbeitungsalgorithmen vorverarbeitet. Dazu gehören zum Beispiel Rauschunterdrückung, Echo-Entfernung und Entzerrung.&lt;br /&gt;
# Sprachsegmentierung: Die Audioaufnahme wird in kurze Segmente unterteilt, die normalerweise zwischen 10 und 30 Millisekunden lang sind. Diese Segmente werden dann weiterverarbeitet.&lt;br /&gt;
# Merkmalsextraktion: Für jedes Sprachsegment werden akustische Merkmale wie Frequenz, Lautstärke, Tonhöhe und Dauer extrahiert. Diese Merkmale dienen als Eingabe für das Spracherkennungsmodell.&lt;br /&gt;
# Spracherkennung: Das Spracherkennungsmodell verwendet die extrahierten Merkmale, um die gesprochene Sprache in Text umzuwandeln. Dieser Schritt kann auf unterschiedliche Weise durchgeführt werden, z.B. mit Hidden Markov Models (HMMs), künstlichen neuronalen Netzen (KNNs) oder Deep-Learning-Modellen.&lt;br /&gt;
# Postprocessing: Der erkannte Text wird postprozessiert, um mögliche Fehler oder Inkonsistenzen im Text zu korrigieren. Dazu können beispielsweise Grammatik- und Sprachmodelle verwendet werden, um den erkannten Text zu verbessern.&lt;br /&gt;
# Textausgabe: Der endgültige Text wird dann ausgegeben, z.B. in einer Textdatei oder als Eingabe für eine andere Anwendung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Je nach Anwendung und Sprachmodell können die genauen Schritte und Technologien zur Umwandlung von Sprache in Text  variieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Training von Spracherkennungs-Maschinen''' &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
* vgl. auch Vortrag von D. Sobe 2022 im Rahmen einer Online-Abendveranstaltung&amp;lt;ref&amp;gt;vgl. [https://digiserb.de/2022/06/09/zarjadowanje-masinelne-spoznawanje-serbsciny/ Veranstaltung auf digiserb.de], [https://digiserb.de/wp-content/uploads/2022/06/2022_06_auswertung.pdf Folien bei digiserb.de], [https://www.youtube.com/watch?v=RWUo7N_Aybw Video bei YouTube].&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Klassischerweise wird die Spracherkennung durch die Verwendung von stochastische Modellen wie Hidden-Markov-Modellen (HMM) und Gauss'schen Mischmodellen (GMM) durchgeführt. Das Sprachsignal wird dabei in kurze Abschnitte, sogenannte Phoneme, unterteilt. Die Phoneme werden dann in einer HMM- oder GMM-Datenbank gespeichert. Bei der Erkennung wird das Sprachsignal in Phoneme aufgeteilt und mit der HMM- oder GMM-Datenbank abgeglichen, um die wahrscheinlichste Sequenz von Phonemen zu finden. Diese wird dann in Text umgewandelt und ausgegeben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den letzten Jahren haben sich Deep Learning Modelle mit tiefen neuronalen Netzen, wie z.B. Recurrent Neural Networks (RNNs) und Convolutional Neural Networks (CNNs), als effektive Methoden zur Spracherkennung erwiesen. Diese Modelle können komplexe Beziehungen zwischen Phonemen und Wörtern erfassen und somit die Genauigkeit der Spracherkennung verbessern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* z.&amp;amp;nbsp;B. Mozilla Common Voice&amp;lt;ref name=&amp;quot;ftn2&amp;quot;&amp;gt;vgl. [https://voice.mozilla.org https://voice.mozilla.org] und [https://github.com/mozilla/DeepSpeech https://github.com/mozilla/DeepSpeech]&amp;lt;/ref&amp;gt; in Kombination mit einer Spracherkennungs-Engine wie Mozilla Deep Speech&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Erstellung von Spracherkennungs-Maschinen''' &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Um eine Spracherkennungs-Engine (Speech-to-Text) zu erstellen, werden verschiedene Ressourcen benötigt, darunter:&lt;br /&gt;
# Sprachdaten: Um ein Spracherkennungsmodell zu trainieren, werden große Mengen an Audioaufnahmen benötigt, die repräsentativ für die Sprache und den Dialekt sind, den die Engine erkennen soll. Diese Sprachdaten sollten auch verschiedene Sprecher, Akzente und Hintergrundgeräusche enthalten.&lt;br /&gt;
# Transkriptionen: Jede Audioaufnahme muss mit einer Texttranskription versehen werden, die angibt, was in der Aufnahme gesagt wird. Diese Transkriptionen werden verwendet, um das Modell zu trainieren und zu testen.&lt;br /&gt;
# Sprachmodelle: Sprachmodelle sind eine wichtige Komponente von Spracherkennungs-Engines, da sie die Wahrscheinlichkeit berechnen, mit der eine bestimmte Sequenz von Wörtern in einem bestimmten Kontext auftreten wird. Diese Modelle werden verwendet, um die Wahrscheinlichkeit des erkannten Textes zu berechnen und die Genauigkeit der Spracherkennungs-Engine zu verbessern.&lt;br /&gt;
# Aussprachelexika: Ein Aussprachelexikon enthält eine Liste von Wörtern und deren Aussprache in der jeweiligen Sprache. Dies wird verwendet, um die richtige Aussprache von Wörtern im erkannten Text zu bestimmen.&lt;br /&gt;
# Phonemmodelle: Phonemmodelle beschreiben, wie Wörter in ihre kleinsten sprachlichen Einheiten (Phoneme) aufgeteilt werden können. Diese Modelle werden verwendet, um die Wahrscheinlichkeit von Phonemsequenzen zu berechnen und die Genauigkeit der Spracherkennungs-Engine zu verbessern.&lt;br /&gt;
# Linguistische Ressourcen: Zusätzlich zu den oben genannten Ressourcen können auch linguistische Ressourcen wie Grammatiken, semantische Modelle und syntaktische Modelle verwendet werden, um die Genauigkeit der Spracherkennungs-Engine zu verbessern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Baustein 2: Textübersetzung (Machine Translation, MT) ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Grundlage hierfür sind Massen an übersetzten Sätzen&lt;br /&gt;
* Künstliche Intelligenz lernt aus diesen übersetzten Sätzen durch&lt;br /&gt;
** Mustererkennung&lt;br /&gt;
** Training&lt;br /&gt;
* vgl. Kapitel 5 Abschnitt [https://koncept.serbski-inkubator.de/index.php/5._Schreiben_auf_elektronischen_Ger%C3%A4ten#.C3.9Cbersetzer Übersetzer]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Baustein 3: Intention erkennen und Anweisungen ausführen&amp;lt;ref name=&amp;quot;ftn3&amp;quot;&amp;gt;vgl. [https://mycroft.ai/wp-content/uploads/2018/08/mycroft-ai-introduction-to-voice-stack-whitepaper.pdf https://mycroft.ai/wp-content/uploads/2018/08/mycroft-ai-introduction-to-voice-stack-whitepaper.pdf]&amp;lt;/ref&amp;gt;  ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* aus dem erkannten Text wird die Intention des Nutzers extrahiert (intent parser)&lt;br /&gt;
* Anweisungen werden abgeleitet und ausgeführt (Skill invocation)&lt;br /&gt;
* z.&amp;amp;nbsp;B. [https://wit.ai/ https://wit.ai/] (eine Sprachplattform, welche zum Facebook-Konzern gehört)&lt;br /&gt;
* z.B. [https://mycroft.ai/ https://mycroft.ai/]als datenschutzfreundliche Alternative&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Baustein 4: Sprachausgabe (Text to Speech, TTS)&amp;lt;ref name=&amp;quot;ftn4&amp;quot;&amp;gt;Übersicht TTS-Engines: [https://mycroft-ai.gitbook.io/docs/using-mycroft-ai/customizations/tts-engine https://mycroft-ai.gitbook.io/docs/using-mycroft-ai/customizations/tts-engine]&amp;lt;/ref&amp;gt; ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* bspw. für barrierefreie Webseiten notwendig&lt;br /&gt;
* Open Source Text-to-speech-System: MaryTTS&lt;br /&gt;
* modularer Aufbau: Lexikon, Sprache, Daten, Synthese&lt;br /&gt;
* Unit-Selectin-Synthese (Verkettung natürlichsprachlicher Elemente)&lt;br /&gt;
* ThorstenVoice (OSS Variante)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die folgenden Schritte sind typischerweise erforderlich, um einen Text in eine gesprochene Sprachausgabe umzuwandeln:&lt;br /&gt;
# Linguistische Analyse: Der eingegebene Text wird vorverarbeitet, um dessen Struktur zu analysieren, einschließlich der Trennung von Sätzen, der Erkennung von Interpunktion und der Ermittlung der Betonung.&lt;br /&gt;
# Phonetische Umsetzung: Der Text wird in eine phonetische Darstellung umgewandelt, in der jeder Textabschnitt in eine entsprechende Sequenz von Lauten (Phonemen) übersetzt wird. Dies wird typischerweise durch eine phonetische Lexikon-Datenbank und Sprachregeln erreicht.&lt;br /&gt;
# Prosodische Modellierung: Es wird die Betonung und Intonation des Textes bestimmt. Hierbei werden Faktoren wie Akzent, Tonhöhe, Tempo, Pause und Rhythmus berücksichtigt, um eine natürliche Sprachmelodie zu erzeugen.&lt;br /&gt;
# Synthese: Der phonetisch umgesetzte Text wird dann in Sprache umgewandelt, indem die phonetischen Einheiten zu Sprachsignalen zusammengefügt werden. Dies kann entweder durch die Verwendung von Klangeinheiten, die in einer Datenbank gespeichert sind, oder durch das Generieren von Sprache auf der Grundlage von Modellen, wie z.B. Deep-Learning-Modellen, erfolgen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine TTS-Engine benötigt folgende Voraussetzungen:&lt;br /&gt;
# Eine umfangreiche phonetische Datenbank oder ein phonetisches Modell, um die Übersetzung von Text in Phoneme zu ermöglichen.&lt;br /&gt;
# Ein Prosodie-Modell, um die natürliche Sprachmelodie zu erzeugen.&lt;br /&gt;
# Eine Sprachsynthesetechnologie, um die Phoneme in Sprachsignale zu konvertieren.&lt;br /&gt;
# Training mit großen Datenmengen, um die Sprachsynthese-Modelle auf die spezifische Sprache und Stimme zu optimieren.&lt;br /&gt;
&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Definition und Marktübersicht von Sprachassistenten ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Sprachassistent ist eine bestimmte Art von Software, die gesprochene Worte analysiert, in den richtigen Kontext einordnet und darauf reagiert. Sprachassistenten sind als Software meist in Smartphones oder Smart Speaker, aber auch in Konsolen (PS4), Fernseher und smart watches integriert. Ein Smart Speaker wiederum ist ein bestimmtes Gerät, auf welchem der Sprachassistent als Software installiert ist.&amp;lt;ref name=&amp;quot;ftn5&amp;quot;&amp;gt;vgl. [https://de.wikipedia.org/wiki/Intelligenter_pers%C3%B6nlicher_Assistent https://de.wikipedia.org/wiki/Intelligenter_pers%C3%B6nlicher_Assistent]&amp;lt;/ref&amp;gt; Spricht ein Mensch mit diesem Gerät, so beantwortet es über seine Sprachsoftware verbal Fragen oder führt Anweisungen aus, z.&amp;amp;nbsp;B. steuert es vernetzte smart home Geräte (TV-Geräte, Heizungsthermostate, Rollläden, Lampen, Waschmaschine, Backofen, Kaffee­maschine bis hin zur Toilettenspülung usw.). Auch in Autos, Kopfhörern, Bürogeräten und Kleidung sind bereits Sprachassistenten im Einsatz.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Entwicklung der Sprachassistenten:* 2010 Apples Siri („Hey Siri“)&lt;br /&gt;
* 2012 Google Assistant (vormals Google Now) („Ok, Google“)&lt;br /&gt;
* 2013 Microsoft Cortana („Hey Cortana“)&lt;br /&gt;
* 2014 Amazon Alexa („Alexa“)&lt;br /&gt;
* 2015 Mycroft - open Source Smart Speaker (“Hey Mycroft”)&amp;lt;ref name=&amp;quot;ftn6&amp;quot;&amp;gt;vgl. [https://mycroft.ai/ https://mycroft.ai/] und [https://www.kickstarter.com/projects/aiforeveryone/mycroft-an-open-source-artificial-intelligence-for/description https://www.kickstarter.com/projects/aiforeveryone/mycroft-an-open-source-artificial-intelligence-for/description]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* 2017 Sprachassistenten der chinesischen Firmen Baidu und Alibaba&lt;br /&gt;
* 2018 Samsung Bixby („Hi Bixby“)&lt;br /&gt;
* 2019 Leon – open source personal assistant&amp;lt;ref name=&amp;quot;ftn7&amp;quot;&amp;gt;vgl. [https://getleon.ai/ https://getleon.ai/]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Heute sind weltweit bereits mehr als 4 Milliarden Sprachassistenten im Einsatz. Bis 2023 rechnet die Marktforschungsfirma Juniper Research mit 8 Milliarden Sprachassistenten.&amp;lt;ref name=&amp;quot;ftn8&amp;quot;&amp;gt;vgl. [https://voicebot.ai/google-home-google-assistant-stats/#voice-asst-in-use-juniper https://voicebot.ai/google-home-google-assistant-stats/#voice-asst-in-use-juniper]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Image:Grafik 16.png|top]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Marktübersicht'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die führenden Anbieter für Sprachassistenzsysteme am weltweiten Markt sind:&lt;br /&gt;
# Amazon mit seinem Sprachassistenzsystem &amp;quot;Alexa&amp;quot; und den Amazon Echo Geräten.&lt;br /&gt;
# Google mit seinem Sprachassistenzsystem &amp;quot;Google Assistant&amp;quot; und den Google Home Geräten.&lt;br /&gt;
# Apple mit seinem Sprachassistenzsystem &amp;quot;Siri&amp;quot; und der HomePod-Produktlinie.&lt;br /&gt;
# Microsoft mit seinem Sprachassistenzsystem &amp;quot;Cortana&amp;quot; und der Surface Headphones Produktlinie.&lt;br /&gt;
# Samsung mit seinem Sprachassistenzsystem &amp;quot;Bixby&amp;quot; und der Galaxy Home Produktlinie.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Anbieter haben in den letzten Jahren in die Entwicklung und Verbesserung von Sprachassistenzsystemen investiert und setzen auf künstliche Intelligenz und maschinelles Lernen, um die Spracherkennung und -verarbeitung zu verbessern. Dabei sind ihre Sprachassistenzsysteme nicht nur auf den Heimgebrauch beschränkt, sondern auch in mobilen Geräten, Autos und anderen Branchen wie Gesundheitswesen, Einzelhandel und Finanzen verbreitet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es ist schwierig, genaue Zahlen darüber zu finden, welchen Anteil jeder Anbieter am Gesamtmarkt für Sprachassistenzsysteme hat, da es keine einheitliche Definition des Marktes gibt und die Zahlen von verschiedenen Marktforschungsunternehmen variieren können. Basierend auf den verfügbaren Daten sind die größten Anbieter am Markt Amazon Alexa mit rund 25% Marktanteil, Google Assistant mit rund 20% Marktanteil und Apples Siri mit rund 15% Marktanteil weltweit. Es gibt jedoch Unterschiede in den Zahlen je nach Region und Art des Geräts (z.B. intelligente Lautsprecher, Mobiltelefone, Smart-Home-Geräte). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die beliebtesten Anwendungsfälle von Nutzern von Smart Speakern sind&amp;lt;ref name=&amp;quot;ftn12&amp;quot;&amp;gt;vgl. [https://voicebot.ai/2020/05/03/streaming-music-questions-weather-timers-and-alarms-remain-smart-speaker-killer-apps-third-party-voice-app-usage-not-growing/ https://voicebot.ai/2020/05/03/streaming-music-questions-weather-timers-and-alarms-remain-smart-speaker-killer-apps-third-party-voice-app-usage-not-growing/] &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
# Musik hören&lt;br /&gt;
# Fragen stellen&lt;br /&gt;
# Wetter checken&lt;br /&gt;
# Zeitschaltuhr einschalten&lt;br /&gt;
# Alarm einstellen&lt;br /&gt;
# Radio hören&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Image:Grafik 17.png|top]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Aktuell unterstützte Sprachen'''&amp;lt;ref name=&amp;quot;ftn13&amp;quot;&amp;gt;vgl. [https://www.globalme.net/blog/language-support-voice-assistants-compared/ https://www.globalme.net/blog/language-support-voice-assistants-compared/] sowie die dort angegeben Webseiten&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* &amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:0.501cm;margin-right:0cm;&amp;quot;&amp;gt;'''Amazons Alexa''' unterstützt '''9 Sprachen'''&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
** Arabisch, Deutsch, Englisch (5 Dialekte), Französisch (2 Dialekte), Hindi (Indisch), Italienisch, Japanisch, Portugiesisch (Brasil.), Spanisch (3 Dialekte)&lt;br /&gt;
* &amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:0.501cm;margin-right:0cm;&amp;quot;&amp;gt;'''Google Assistant''' unterstützt '''44 Sprachen '''auf Smartphones&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
* &amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:0.501cm;margin-right:0cm;&amp;quot;&amp;gt;'''Google Assistant''' unterstützt '''13 Sprachen''' auf Smart Speakern / Google Home&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
** Dänisch, Deutsch (2 Dialekte), Englisch (6 Dialekte), Französisch (2 Dialekte), Hindi, Italienisch, Japanisch, Koreanisch, Niederländisch, Norwegisch, Portugiesisch (Brasil.), Schwedisch, Spanisch (3 Dialekte)&lt;br /&gt;
* &amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:0.501cm;margin-right:0cm;&amp;quot;&amp;gt;'''Apples Siri unterstützt rund 42 Sprachen'''&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ist-Analyse sorbischer Potenziale, Ressourcen und Projekte ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während digitale Angebote wie Sprachausgabe und Spracherkennung in deutscher Sprache selbstverständlich sind und sowohl von internationalen Großkonzernen als auch von der öffentlichen Hand vorangetrieben und ausgebaut werden, gilt das für dieselben Angebote in sorbischer Sprache nur sehr eingeschränkt. Welche Grundlagen der Sprachunterstützung beider sorbischer Sprachen bereits realisiert oder geplant sind, sollen die folgenden Abschnitte untersuchen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Ist-Stand der 4 Bausteine des Sprechens mit elektronischen Geräten===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Baustein 1: Spracherkennung (Automatic Speech Recognition, ASR; Speech to Text, STT) ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* sorbische Ausgangslage: die folgenden Vorarbeiten sind vorhanden&lt;br /&gt;
* '''Mozilla common voice''': &lt;br /&gt;
** die sorbischen Sprachen werden hier aktuell nicht weiter ergänzt, die gesammelten Daten werden jedoch in anderen Projekten weiter verwendet&lt;br /&gt;
*** die Anzahl an Daten ist bei weitem nicht ausreichend für den Einsatz von neuronalen Technologien&lt;br /&gt;
*** die Qualität der Daten ist nur hinreichend für die Evaluation von Spracherkennungssystemen, nicht jedoch für deren Training (hierfür wird Tonstudio-Qualität benötigt)&lt;br /&gt;
** für das Obersorbische wurden bereits ca. 7.500 lizenzfreie Sätze gesammelt sowie 2 Stunden und 51 Minuten eingesprochen und validiert&lt;br /&gt;
** diese sind aktuell in sehr unterschiedlicher Qualität, sehr unausgewogen hinsichtlich der Stimmen (Geschlecht- und Alter-Verteilung)&lt;br /&gt;
** darüber hinaus lassen sich die Sätze common voice aktuell nicht thematisch zuordnen &lt;br /&gt;
** Für das Niedersorbische fehlen die Sätze und das Einsprechen&amp;lt;ref name=&amp;quot;ftn17&amp;quot;&amp;gt;vgl. [https://voice.mozilla.org/de/languages https://voice.mozilla.org/de/languages]&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
* '''Prototyp &amp;quot;smart lamp&amp;quot; / &amp;quot;digidom&amp;quot;'''&lt;br /&gt;
** 2020 startete das '''Projekt „Spracherkennung und maschinelle Übersetzung der sorbischen Sprachen'''“ der Stiftung für das sorbische Volk&lt;br /&gt;
** Durchgeführt wurde eine Machbarkeitsstudie zur automatischen Spracherkennung für die ober­sorbische Sprache vom Fraunhofer-Institut für keramische Technologien und Systeme Dresden (Abteilung Maschinelles Lernen und Datenanalyse) in Zusammenarbeit mit der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus mit folgenden Zielstellungen: &lt;br /&gt;
*** Realisierung eines prototypischen Spracherkenners für eine spezifizierte Beispielanwendung in einer stark beschränkten Sprachdomäne&lt;br /&gt;
*** Ziel wurde es, eine Smart-Home-Anwendung zu erstellen, welches mittels Sprachbefehlen eine Lampe bedienen kann, &amp;quot;digidom&amp;quot;&lt;br /&gt;
*** Einschätzung möglicher und empfohlener Technologien für die Entwicklung eines sorbischen Spracherkenners mit umfangreichem Wortschatz&lt;br /&gt;
*** Aussagen zur Anwendung der niedersorbischen Sprache&lt;br /&gt;
** Folgende Arbeitsschritte wurden bisher für dieses Projekt durchgeführt:&lt;br /&gt;
*** Statistische Auswertung von Textkorpora&lt;br /&gt;
*** Aufstellen der Phonemliste und der Ausspracheregeln&lt;br /&gt;
*** Auswahl an Aufzeichnungen aus „Common Voice“ sowie neue Aufzeichnungen wurden erstellt&lt;br /&gt;
*** Demonstrator unter Open Source Lizenz veröffentlicht&amp;lt;ref&amp;gt;vgl. [https://github.com/ZalozbaDev/web_demo_spoznawanje https://github.com/ZalozbaDev/web_demo_spoznawanje]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
*** Prototyp „digidom“ unter Open Source Lizenz veröffentlicht &amp;lt;ref&amp;gt;vgl. [https://github.com/ZalozbaDev/raspberry_pi_demo_spoznawanje https://github.com/ZalozbaDev/raspberry_pi_demo_spoznawanje]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
*** Veröfentlichung der Ergebnisse in einer Studie&amp;lt;ref&amp;gt;vgl. [http://www.essv.de/pdf/2021_43_50.pdf http://www.essv.de/pdf/2021_43_50.pdf]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
*** Veröffentlichen von Kriterien zur Auswahl eines Sprachkorpus&amp;lt;ref&amp;gt;vgl. [https://github.com/ZalozbaDev/speech_recognition_corpus_creation/blob/main/report/report_summary_german.pdf https://github.com/ZalozbaDev/speech_recognition_corpus_creation/blob/main/report/report_summary_german.pdf]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
* '''Folgeprojekt &amp;quot;Vorbereitung der Spracherkennung für das Obersorbische für eine Diktierfunktion&amp;quot;''' 2023:&lt;br /&gt;
** Das Ziel war die Entwicklung neuer und Verbesserung bestehender akustischer Modelle für die obersorbische Spracherkennung. &lt;br /&gt;
** Hierfür sollten akustische Modelle auf größeren Audiokorpora trainiert werden.&lt;br /&gt;
*** Es erfolgte eine Erweiterung der Sprachdatensätze mittels Augmentation, d. h. Einfügen von Hintergrundgeräuschen verschiedener Stärke.&lt;br /&gt;
*** Monophon- und Triphon-basierte Modelle wurden mit dem Open-Source-ASR-Toolkit KALDI trainiert.&lt;br /&gt;
*** Die Daten für die Modelle stammen aus verschiedenen Quellen, einschließlich des Common Voice Projekts, der ersten Machbarkeitsstudie (HSB-I) und neuen Audiodaten aus dem aktuellen Projekt.&lt;br /&gt;
*** Nach der Datenaugmentation umfassten die Sprachaufnahmen insgesamt 33:31:10 Stunden und 29.229 gesprochene Sätze.&lt;br /&gt;
** Triphon-basierte Modelle zeigten eine signifikant bessere Leistung als das monophon-basierte Modell. &lt;br /&gt;
** Ein robusteres und weiterentwickeltes triphon-basiertes akustisches Modell wurde erfolgreich erstellt.&lt;br /&gt;
** Mit den folgenden Schritten erfolgte die Verbesserung der Sprachmodellierung mit den bereitgestellten Ressourcen:&lt;br /&gt;
*** Vorverarbeitung und Normalisierung der Textdaten, z. B. Erkennen von Abkürzungen und Eigennamen, Segmentierung von Wörtern in morphologische Einheiten usw.&lt;br /&gt;
*** Wortklassenmodellierung durch Erkennung benannter Einheiten aus vordefinierten Wortklassen, z. B. Datums-, Uhrzeits-, Wochentags-, Namens-, Orts- und Zahlen-Ausdrücke.&lt;br /&gt;
*** Teilwortzerlegung mittels Byte Pair Encoding (BPE) und dem Morfessor-Algorithmus, um das Vokabular zu verkleinern.&lt;br /&gt;
** Die Wahl des richtigen Teilwortzerlegungsverfahrens und der geeigneten Vokabulargröße hat einen signifikanten Einfluss auf die Leistung des Sprachmodells.&lt;br /&gt;
** Im Ergebnis konnte eine Sammlung von normalisierten Textkorpora erzeugt werden, der für das Training von statistischen Sprachmodellen basierend auf ganzen Wörtern oder Wortteilen geeignet ist.&lt;br /&gt;
* Weitere Arbeit an Robustheit und Leistungsfähigkeit von &amp;quot;digidom&amp;quot; ist nötig &lt;br /&gt;
&amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
* '''weitere Applikationen mittels Spracherkennung''' &lt;br /&gt;
** Spiele&lt;br /&gt;
*** Lingufino, eine interaktive Puppe, die auf Spracheingaben reagiert&lt;br /&gt;
** Diktierfunktion&lt;br /&gt;
** Simultanübersetzung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Baustein 2: Textübersetzung (Machine Translation, MT) ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* vgl. auch Kapitel 5 Abschnitt [https://koncept.serbski-inkubator.de/index.php/5._Schreiben_auf_elektronischen_Ger%C3%A4ten#.C3.9Cbersetzer Übersetzer]&lt;br /&gt;
* Notwendig: umfangreicher 2-sprachiger Textkorpus&lt;br /&gt;
** Urheberrechtsfrei, gemeinfrei oder unter Creative-Commons-Lizenz (CC0)&lt;br /&gt;
** Satzweise übersetzt&lt;br /&gt;
** Vereinheitlicht, maschinenlesbar&lt;br /&gt;
* Sorbische Ausgangslage: paralleler Textkorpus liegt im WITAJ-Sprachzentrum vor&lt;br /&gt;
* Aufgabe: laufende digitale Erfassung bestehender Übersetzungen in hoher Qualität&lt;br /&gt;
* Herausforderung: Technologieneutralität, d.&amp;amp;nbsp;h. eine Textübersetzung unabhängig von einer speziellen Technologie zu erstellen, so dass sie später in verschiedenen Produkten und Diensten genutzt werden kann (Google Translate, Microsoft Bing Translator, DeepL)&lt;br /&gt;
*  '''sotra.app''': Seit 2019 laufendes Projekt des '''WITAJ-Sprachzentrums: Aufbau eines automatischen „Online-Übersetzers Deutsch-Sorbisch, Sorbisch-Deutsch“''' &lt;br /&gt;
** seit 2021 verfügbar für Obersorbisch und seit 2022 auch in Niedersorbisch für Texte mit max. 6.000 Zeichen&lt;br /&gt;
** Übersetzungen möglich von und nach Deutsch, Ober- und Niedersorbisch und Tschechisch (Beta, von und nach den sorbischen Sprachen)&lt;br /&gt;
** zusätzlicher Service: Rechtschreibkontrolle&lt;br /&gt;
** Mitte 2022 beinhaltete der 2-sprachige Textkorpus ca. 300.000 parallele Satzpaare &lt;br /&gt;
** zukünftig geplant: OCR-Erkennung von Bildern mit Texten&lt;br /&gt;
** Historie:&lt;br /&gt;
*** Aufbau eines großen 2-sprachigen Textkorpus, Ziel bis Ende 2020 ca. 170.000 Satzpaare (ca. 2 Mio. Wörter)&lt;br /&gt;
*** Ende 2021 beinhaltete der 2-sprachige Textkorpus ca. 260.000 parallele Satzpaare &lt;br /&gt;
*** das Projekt startete mit dem Tool Microsoft Translator Hub (eingestellt durch Microsoft)&lt;br /&gt;
*** es wird nun der Ansatz verfolgt, offene Plattformen zu nutzen, um Unabhängigkeit von den Firmen Google, Microsoft, DeepL usw. und deren wirtschaftlichen Interessen zu bewahren&lt;br /&gt;
*** aktuell wird das statistische System MOSES-decoder genutzt&lt;br /&gt;
*** parallel erfolgen Tests des neuronalen Systems OpenNMT (Python)&lt;br /&gt;
* '''Microsoft Bing Translator'''&amp;lt;ref name=&amp;quot;ftn46&amp;quot;&amp;gt;vgl. [https://www.bing.com/translator https://www.bing.com/translator]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
** Der Bing Translator konnte mittels des 2-sprachigen Teytkorpus des WITAJ-Sprachzentrums auf beide sorbische Sprachen trainiert werden:&lt;br /&gt;
** Obersorbisch wird seit 2022 mit aktuell max. 1.000 Zeichen pro Text unterstützt.&lt;br /&gt;
** Niedersorbisch wird seit 2023 mit aktuell max. 1.000 Zeichen pro Text unterstützt.&lt;br /&gt;
** In der Microsoft Bing Translator App wird lediglich die Funktion 'Text übersetzen' unterstützt. Es fehlen die Funktionen 'Sprechen' (STT), 'autom. Spracherkennung', 'Text in Bild übersetzen', 'Audiowiedergabe der Übersetzung' (TTS), 'Offline übersetzen'.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Baustein 3: Intention erkennen und Anweisungen ausführen  ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Hierzu sind keine sorbischen Projekte bekannt. Es kann zu einem späteren Zeitpunkt im Bedarfsfall ggf. auf bereits bestehende Projekte zurückgegriffen werden, wie z.&amp;amp;nbsp;B. [https://wit.ai/ https://wit.ai/].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Baustein 4: Sprachausgabe (Text to Speech, TTS) ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Erste Projekte in die Richtung Sprachausgabe wurden bereits umgesetzt:&lt;br /&gt;
* '''Audioversion des Deutsch-Niedersorbischen Wörterbuchs (nicht als TTS realisiert)'''&lt;br /&gt;
** Für die niedersorbische Sprache wurden vom Sorbischen Institut seit 2014 Tondateien erstellt und in die online-Fassung des Deutsch-Niedersorbischen Wörterbuchs integriert. In einer wissenschaftlichen Studie wurden zudem die verschiedenen Erfahrungen mit praktischen Schwierigkeiten bei der Aussprache verarbeitet. Diese Studie diente dazu, im Jahre 2018 einen praktischen online-Führer zur Aussprache des Niedersorbischen zu erarbeiten. Hochwertige Tonaufnahmen wurden zusammengestellt und bestimmten Lautgruppen bzw. für den Spracherwerb wichtigen lautlichen Phänomenen zugeordnet, mit wichtigen erläuternden Texten ergänzt und auf [http://www.dolnoserbski.de www.dolnoserbski.de] als neue Dienstleistung angeboten. Dadurch steht erstmals eine praktische, durch Tonbeispiele illustrierte Anleitung zur Aussprache des Niedersorbischen zur Verfügung.&lt;br /&gt;
* '''Entwicklung einer Vorlesefunktion für die nieder- und obersorbische Schriftsprache'''&lt;br /&gt;
** Seit 2018 erfolgen die Konzeption, Planung und Entwicklung einer Vorlesesoftware für Nieder- und Obersorbisch für die Integration in Webseiten, Online-Wörterbücher u.&amp;amp;nbsp;ä. durch das Sorbische Institut in Bautzen. Geplanter Abschluss ist 2023.&lt;br /&gt;
** Seit 2023 können die beiden Vorlesestimmen Juro (niedersorbisch) und Matej (obersorbisch) in einer ersten Version ausprobiert werden.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl. [http://tts-juro-matej.serbski-institut.de http://tts-juro-matej.serbski-institut.de], [https://www.serbski-institut.de/projekte-sprachwissenschaft/entwicklung-einer-vorlesefunktion-fuer-die-nieder-und-obersorbische-schriftsprache/ Projektseite SI], [https://www.serbski-institut.de/erste-version-der-sorbischen-vorlesefunktion-und-sprachlandschaft-schleife/ Pressemitteilung SI]&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
* '''Bookii-Bücher in sorbischer Sprache'''&amp;lt;ref&amp;gt;vgl. [https://www.domowina-verlag.de/kinderbuecher/bookii-buecher.html?limit=20 https://www.domowina-verlag.de/kinderbuecher/bookii-buecher.html?limit=20]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
** Aktuell gibt es 9 Bookii-Bücher in obersorbischer Sprache&lt;br /&gt;
** und 3 Bookii-Bücher in niedersorbischer Sprache.&lt;br /&gt;
* '''bamborak''', TTS-System für Obersorbisch&amp;lt;ref name=&amp;quot;ftn56&amp;quot;&amp;gt;vgl. [https://gaussia.de/bamborak/ https://gaussia.de/bamborak]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
** Seit 2022 entwickelt K. Baier ein obersorbisches TTS-System auf Basis eines neuronalen Netzes.&lt;br /&gt;
** Bisher wurden hierfür ca. 2.400 Sätze aufgenommen und durch das neuronale Netz verarbeitet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Fazit ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für eine funktionierende Spracherkennung der sorbischen Sprachen ist es noch ein weiter Weg, auf dem die ersten Schritte bereits gegangen wurden. Eine breite Basis an digitalen Wortsammlungen (sog. linguistischen Ressourcen) in Form von Wörterbüchern, Textkorpora sowie entsprechende morphologische Generatoren sind für beide sorbische Sprachen vorhanden, vgl. Kapitel [[5._Schreiben_auf_elektronischen_Geräten|5. Schreiben auf elektronischen Geräten]]. Hierfür sind noch die Nutzungsrechte zu klären, vgl. Kapitel [[10._Open_Access_Open_Data_Lizenzen|10. Open Access, Open Data, Lizenzen]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die hierauf aufbauenden digitalen sorbischen Sprachdienste werden aktuell gerade erst die Grundlagen gelegt oder eruiert. Für die Umsetzung einer Spracherkennung laufen aktuell 2 Projekte: das freiwillige Projekt der Sammlung von Sprachdaten mittels Mozilla common voice sowie das Projekt „Spracherkennung und maschinelle Übersetzung der sorbischen Sprachen“ der Stiftung für das sorbische Volk. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die Umsetzung einer automatischen Textübersetzung gibt es das Projekt „Online-Übersetzer Deutsch-Sorbisch, Sorbisch-Deutsch“ des WITAJ-Sprachzentrums. Dieses bezieht sich aktuell zunächst auf obersorbische Texte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für den Baustein&amp;amp;nbsp;3 „Intention erkennen, Anweisungen ausführen“ gibt es keine speziellen sorbischen Projekte, jedoch eine Reihe weltweiter Projekte, einige davon open source. Sind die weiteren Bausteine realisiert, so kann ein passendes System für die Umsetzung dieses Bausteins recherchiert werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die Sprachausgabe entwickelt das Sorbische Institut bereits eine Vorlesefunktion für beide sorbischen Sprachen, welche voraussichtlich 2023 abgeschlossen ist. Ebenso werden vom Sorbischen Institut die niedersorbischen Online-Wörterbücher nach und nach mit Tonbeispielen unterlegt. Für das Niedersorbische sind hierfür bereits umfangreiche Tonbeispiele zur Aussprache des Niedersorbischen auf [http://www.dolnoserbski.de www.dolnoserbski.de] veröffentlicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Übersicht von bisherigen Maßnahmen und Projekten bzgl. Sprachassistenz ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weitere Projekte zu Wörterbüchern u.&amp;amp;nbsp;ä. werden in Abschnitt 5.3.2 &amp;quot;Übersicht von bisherigen Maßnahmen und Projekten bzgl. Schreibunterstützung&amp;quot; genannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| style=&amp;quot;border-spacing:0;&amp;quot;&lt;br /&gt;
|- style=&amp;quot;background-color:#d9e2f3;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot;&lt;br /&gt;
|| '''Name'''&lt;br /&gt;
|| '''Beschreibung'''&lt;br /&gt;
|| '''Zeitraum'''&lt;br /&gt;
|| '''Verantwortlich'''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | '''Audioversion des Deutsch-Niedersorbischen Wörterbuchs'''&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | Tonbeispiele zur Aussprache des Niedersorbischen&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | Seit 2014&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | Sorbisches Institut&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | '''Erarbeitung eines online-Führers mit Tonbeispielen zur Aussprache des Niedersorbischen'''&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | Veröffentlichung auf [http://www.dolnoserbski.de www.dolnoserbski.de]&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | 2018&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | Sorbisches Institut, gefördert durch die Stiftung für das sorbische Volk&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | '''Entwicklung einer Vorlesefunktion für die nieder- und obersorbische Schriftsprache'''&amp;lt;ref name=&amp;quot;ftn18&amp;quot;&amp;gt;vgl. [https://www.serbski-institut.de/de/Entwicklung-einer-Vorlesefunktion-fuer-die-nieder--und-obersorbische-Schriftsprache/ https://www.serbski-institut.de/de/Entwicklung-einer-Vorlesefunktion-fuer-die-nieder--und-obersorbische-Schriftsprache/]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | Konzeption, Planung und Entwicklung einer Vorlesesoftware für Nieder- und Obersorbisch (geplanter Abschluss 2023)&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | Seit 2018&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | Sorbisches Institut, gefördert durch das Sächsische Staatsministerium für Wissenschaft, Kultur und Tourismus (SMWK)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | '''Online-Übersetzer Deutsch-Sorbisch, Sorbisch-Deutsch'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''(zunächst Obersorbisch)'''&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | Entwicklung und Bereitstellung eines Online-Übersetzungsdienstes für Sätze und Texte, Deutsch-Sorbisch und Sorbisch-Deutsch. Als Übersetzungs­grundlage dient ein bilingualer Textkorpus, welcher erstellt wird und für das Training eines Übersetzungssystems verwendet wird.&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | Seit 2019 &lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | WITAJ-Sprachzentrum, gefördert durch die Stiftung für das sorbische Volk&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | '''Mozilla Common Voice obersorbisch und niedersorbisch'''&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | Erstellung von öffentlich zugänglichen Sprachdaten, diese stehen via CC0-Lizenz zur freien Nutzung zur Verfügung, z.&amp;amp;nbsp;B. für das Training eine Spracherkennungs-Engine&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | Seit 2019&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | engagierte Privat­personen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | '''Spracherkennung und maschinelle Übersetzung der sorbischen Sprachen'''&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | Machbarkeitsstudie zur automatischen Spracherkennung für die obersorbische Sprache, Prototypen &amp;quot;smart lamp&amp;quot; und &amp;quot;digidom&amp;quot;&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | Seit 2020&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | Stiftung für das sorbische Volk&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | '''Bereitstellung von interaktiven Spielzeugen und Büchern in den sorbischen Sprachen'''&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | Bereitstellung von interaktiven Bookii-Büchern und der sprechenden interaktiven Puppe Lingufino in den sorbischen Sprachen&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | Seit 2018&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | Domowina Verlag gGmbH und  Medienpädagogisches Projekt LUCIJA des Sorbischen Schulvereins e. V., gefördert durch die Stiftung für das sorbische Volk &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | '''Bereitstellung von Online-Vorlesefunktionen in obersorbischer Sprache'''&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | Vorlesefunktion auf Basis neuronaler Netze für Zahlen und Uhrzeit&amp;lt;ref name=&amp;quot;ftn&amp;quot;&amp;gt;vgl. [https://gaussia.de/slp/ https://gaussia.de/slp]&amp;lt;/ref&amp;gt; sowie für Texte&amp;lt;ref name=&amp;quot;ftn56&amp;quot;&amp;gt;vgl. [https://gaussia.de/bamborak/ https://gaussia.de/bamborak]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | Seit ca. 2020&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | eine engagierte Privatperson&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Zukünftige Maßnahmen und Projekte bzgl. Sprachassistenz ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die folgenden Maßnahmen ergeben sich aus der Ist-Analyse. Sie werden in Abschnitt&amp;amp;nbsp;13.2 beschrieben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| style=&amp;quot;border-spacing:0;&amp;quot;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;background-color:#d9e2f3;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;color:#000000;&amp;quot; | '''Sub-Thema'''&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;background-color:#d9e2f3;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | &amp;lt;span style=&amp;quot;color:#000000;&amp;quot;&amp;gt;'''Nr.'''&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;background-color:#d9e2f3;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | &amp;lt;span style=&amp;quot;color:#000000;&amp;quot;&amp;gt;'''Maßnahme'''&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;background-color:#d9e2f3;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | &amp;lt;span style=&amp;quot;color:#000000;&amp;quot;&amp;gt;'''Zielstellung:'''&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;color:#000000;&amp;quot; | Spracherkennung&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | &amp;lt;span style=&amp;quot;color:#000000;&amp;quot;&amp;gt;1.1_1&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | Entwicklung einer obersorbischer Spracherkennung (HSB)&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | &amp;lt;span style=&amp;quot;color:#000000;&amp;quot;&amp;gt;Die obersorbische Spracherkennung ist auf den meistgenutzten elektronischen Geräten nutzbar.&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;color:#000000;&amp;quot; | Spracherkennung&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | &amp;lt;span style=&amp;quot;color:#000000;&amp;quot;&amp;gt;1.1_2&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;color:#000000;&amp;quot; | Entwicklung einer niedersorbischer Spracherkennung (DSB)&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | &amp;lt;span style=&amp;quot;color:#000000;&amp;quot;&amp;gt;Die niedersorbische Spracherkennung ist auf den meistgenutzten elektronischen Geräten nutzbar.&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;color:#000000;&amp;quot; | Übersetzungsdienst&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | &amp;lt;span style=&amp;quot;color:#000000;&amp;quot;&amp;gt;1.1_3&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | &amp;lt;span style=&amp;quot;color:#000000;&amp;quot;&amp;gt;Entwicklung obersorbischer Übersetzungsdienst (für Sätze) (HSB)&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | Ein obersorbischer Übersetzungsdienst ist auf den meistgenutzten elektronischen Geräten nutzbar.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;color:#000000;&amp;quot; | Übersetzungsdienst&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | &amp;lt;span style=&amp;quot;color:#000000;&amp;quot;&amp;gt;1.1_4&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | Entwicklung niedersorbischer Übersetzungsdienst (für Sätze) (DSB)&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | Ein niedersorbischer Übersetzungsdienst ist auf den meistgenutzten elektronischen Geräten nutzbar.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | Sprachausgabe&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | &amp;lt;span style=&amp;quot;color:#000000;&amp;quot;&amp;gt;1.1_5 und 1.1_6&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | Entwicklung einer Sprachausgabe (HSB, DSB)&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | Eine Sprachausgabe in beiden sorbischen Sprachen ist auf den meistgenutzten elektronischen Geräten nutzbar.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;color:#000000;&amp;quot; | Intention und Anweisungen&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | &amp;lt;span style=&amp;quot;color:#000000;&amp;quot;&amp;gt;1.1_7&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | Finden einer Software für 'Intention und Anweisungen'&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | Für die Interaktion mit elektronischen Geräten kann die gesprochene sorbische Sprache gleichwertig zur geschriebenen Sprache genutzt werden.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
----&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Měrko Šenk</name></author>
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