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	<title>Digitalizaciski koncept - Wužiwarske přinoški [hsb]</title>
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	<updated>2026-11-03T05:13:55Z</updated>
	<subtitle>Wužiwarske přinoški</subtitle>
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		<id>https://koncept.serbski-inkubator.de/index.php?title=12.3_Digitalisierung_des_Kulturerbes&amp;diff=1227</id>
		<title>12.3 Digitalisierung des Kulturerbes</title>
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		<updated>2026-10-30T14:15:53Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Měrko Šenk: /* ENTWURF 3.4 Gesamtbewertung und vorrangiger Handlungsbedarf */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;= 1 Einleitung =&lt;br /&gt;
Die Digitalisierung von sorbischem Kulturerbe ist eine historische Chance für uns Sorben, eine Chance, unser kulturelles Erbe neu zu entdecken, es für kommende Generationen zu erhalten, für eine breitere Öffentlichkeit zugänglich zu machen und dabei die eigene Deutungshoheit zu stärken. Das erfordert neben Mut, einer klaren gemeinsamen Vision, starker Zusammenarbeit zwischen den beteiligten Akteuren auch die notwendigen Ressourcen in Form von Personal mit entsprechenden Kompetenzen, passender Technik sowie einer nachhaltig gesicherten Finanzierung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im folgenden Abschnitt werden Zielbilder für die Digitalisierung des sorbischen Kulturerbes entworfen mittels lang- und kurzfristiger Visionen sowie konkreter Ziele.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== 1.1 Vision und Ziele für die sorbische digitale Welt ==&lt;br /&gt;
'''Vision'''&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
''Sorbisches materielles und immaterielles Kulturerbe ist systematisch digital erfasst, rechtssicher und langfristig gesichert, leicht auffindbar, offen nutzbar und wird aktiv von Interessierten genutzt.''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Konkrete Ziele'''&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Bis 2032 ist ein tragfähiges, finanziell und organisatorisch abgesichertes Modell etabliert, das:&lt;br /&gt;
* Ein zentrales (oder föderiertes) digitales Langzeitarchiv nach OAIS-Referenzmodell betreibt,&lt;br /&gt;
* klare Zuständigkeiten, Prozesse und Budgets definiert,&lt;br /&gt;
* regelmäßige Qualitätssicherung und Technik-Updates vorsieht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bis 2030 sind wichtige sorbische Kulturerbe-Bestände (Kernbestände nach fachlicher Festlegung) in hoher Qualität digitalisiert, beschrieben und im Langzeitarchiv gesichert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bis 2028 liegt eine institutionenübergreifende Übersicht über relevante Kulturerbe-Bestände (analog und digital, materiell und immateriell) vor, einschließlich einer Prioritätenliste für die Digitalisierung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bis 2028 existiert ein zentrales, nutzerfreundliches „Sorbisches Kulturerbe-Portal“, das:&lt;br /&gt;
* Suchzugang über alle teilnehmenden Institutionen ermöglicht,&lt;br /&gt;
* grundlegende Inhalte frei zugänglich bereitstellt,&lt;br /&gt;
* mehrsprachige Oberflächen anbietet (Deutsch, Obersorbisch, Niedersorbisch, Englisch).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= 2 Ist-Analyse „Digitalisierung von Kulturerbe“ =&lt;br /&gt;
Das Ziel in diesem Themenbereich ist es, sorbisches Kulturerbe digital zu verwalten und damit langfristig für Recherche, Nutzung und Präsentation vorzuhalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Abschnitt &amp;quot;IST-Analyse“ werden die folgenden Fragen beantwortet: Was ist sorbisches Kulturerbe und was zählt alles dazu? Welche Schritte durchläuft ein Kulturgut, um zum digitalen Kulturerbe zu gehören? Wie können die digitale Verwaltung, Archivierung, Nutzung und Präsentation von Kulturgütern umgesetzt werden?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die grundlegenden Terminologien des Kulturerbes sollen im Folgenden festgelegt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== 2.1 Terminologie – von Kultur zu Kulturerbe ==&lt;br /&gt;
In diesem Abschnitt werden die Begriffe rund um das Kulturerbe grundlegend definiert. Es soll ein Verständnis über die Begriffe Kultur, kulturelle Ausprägung, Kulturgut und Kulturerbe erreicht werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Dataja:Wobraz_K1.png|center|260px]]&amp;lt;ref&amp;gt;Mermaid Flowchart Code: [https://mermaid.live/edit#pako:eNpF0UtuwyAQBuCroFlaTuRHTGMvKuWxq7pqV627IGZso2CIMChtk9ymN-nFimmasmJGfP-AOEGjOUIFrdTHpmfGkudtrWpF_Fq9RtGDk9aZKHojU-_aJ7PZ_bmGgSnR4mgFejaKpidC1XAmq8zDfYAoJZKVG7lxzX5stRl81C0_uwYdheGEubHD4_dXLy1hcpyC1rcLdM4GOLH1Ve2E5Gj9TPLkhgEnsLkBNDsMAmLojOBQWeMwhgHNwKYSTuFBYHucbOW3HFvmcQ21unh2YOpF6-FPGu26HqrW381X7sCZxa1gnWH_R1BxNBvtlIUqTUMEVCd49xVdzpeLMs1pXmRFXiY0hg-o8iyZL_LFXZaVSTJ1LzF8hqHJnBZ5WhZLWt5RmtIsBuTCavP4-2Hh3y4_NXaMmw hier klicken], abgerufen am 22.09.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.1.1 Kultur ===&lt;br /&gt;
Kultur bezeichnet hier die Gesamtheit aller '''vom Menschen geschaffenen und erlernten Ausdrucksformen''' des Lebens, die auf gemeinsamen Werten und Verhaltensweisen beruhen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;wiki-kultur&amp;quot;&amp;gt;URL: https://de.wikipedia.org/wiki/Kultur&amp;lt;/ref&amp;gt; Dazu zählen '''materielle Ergebnisse''' (z. B. Kunstwerke, Technik) ebenso wie '''immaterielle Praktiken''' (Sprache, Bräuche, Wissen). Kultur umfasst laut der UNESCO geistige, materielle, intellektuelle und emotionale Merkmale, die eine Gesellschaft oder soziale Gruppe kennzeichnen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;mondiacult&amp;quot;&amp;gt;UNESCO 1982: Mexico City Declaration on Cultural Policies (MONDIACULT). URL: https://www.lacult.unesco.org/docc/1982_MONDIACULT.pdf&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;ref name=&amp;quot;cultureaction&amp;quot;&amp;gt;Culture Action Europe 2024: The State of Culture report. URL: https://cultureactioneurope.org/de/news/the-state-of-culture-report-published, abgerufen am 01.10.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;  Sie ist dynamisch und wird von jeder Generation neu gestaltet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das deutsche Wort „Kultur“ ist eine Eindeutschung des lateinischen Worts „cultura“. Dieses bedeutet ursprünglich „Bebauung, Bearbeitung, Bestellung, Pflege“ und meinte sowohl die physische Bearbeitung als auch die Pflege geistiger Güter, z. B. der Sprache.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.1.2 Kulturelle Ausdrucksform ===&lt;br /&gt;
Eine kulturelle Ausdrucksform ist eine '''konkrete, gegenwärtige oder historische, Manifestation von Kultur''', bspw. eine Zeichnung, eine Tracht oder ein Lied: Sie macht die Kultur sichtbar und erlebbar. Im engeren Sinne ist es eine Ausdrucksweise, die aus der Kreativität einer Person, Gruppe oder Gesellschaft entsteht und '''kulturellen Inhalt''' trägt (symbolische Bedeutung, künstlerische Dimension, kulturelle Werte).&amp;lt;ref&amp;gt;Österreichische UNESCO-Kommission 2007: Übereinkommen zum Schutz und zur Förderung der Vielfalt kultureller Ausdrucksformen, Art. 4, Seite 13. URL: https://www.unesco.at/fileadmin/Redaktion/Publikationen/Publikations-Dokumente/2005er_UNESCO-Convention_German.pdf, abgerufen am 22.09.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt; Sie wird innerhalb und zwischen Gemeinschaften weitergegeben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Alle kulturellen Ausdrucksformen bilden einen wesentlichen Kern von Kultur, aber Kultur enthält auch latente Dimensionen (Werte, Normen, Vorannahmen etc.), die nicht unmittelbar als Ausdrucksform erscheinen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.1.3 Kulturgut ===&lt;br /&gt;
Ein „Kulturgut“ ist '''eine einzelne kulturelle Ausdrucksform''', der ein '''besonderer kultureller Wert zugemessen wird''' (durch Anerkennung, Schutz, Bedeutung). Es ist somit ein Erzeugnis menschlicher Kreativität oder Zeugnis menschlichen Lebens, welches '''Bedeutung für die Kultur einer Gemeinschaft''' hat und daher '''Bestand haben und bewahrt werden soll'''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die '''Summe aller Kulturgüter''' einer Gemeinschaft wird als dessen '''Kulturerbe''' bezeichnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.1.4 Kulturerbe ===&lt;br /&gt;
Kulturerbe ist die '''Summe der materiellen und immateriellen Ausdrucksformen''' (= Kulturgüter) einer Kultur, die als „'''bewahrenswert'''“ anerkannt wurden. International umfasst das u. a. das '''Welterbe''' (Denkmäler, Ensembles, Stätten)&amp;lt;ref&amp;gt;UNESCO (1972), Welterbekonvention, Art. 1. URL: https://www.dnk.de/wp-content/uploads/2021/02/1972_DNK_UNESCO-Welterbekonvention.pdf (abgerufen am 11.09.2025).&amp;lt;/ref&amp;gt; und das '''Immaterielles Kulturerbe''' (Praktiken, Wissen).&amp;lt;ref&amp;gt;Deutsche UNESCO-Kommission o. J.:, Übereinkommen zur Erhaltung des immateriellen Kulturerbes (dt. Ausgabe). URL: https://www.unesco.de/assets/dokumente/Deutsche_UNESCO-Kommission/02_Publikationen/Publikation_UNESCO-%C3%9Cbereinkommen_zur_Erhaltung_des_immateriellen_Kulturerbes_01.pdf, (abgerufen am 11.09.2025).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ob etwas „zum Kulturerbe“ zählt, ist Ergebnis von Bewertung, Diskurs und teils formellen Verfahren. Dem Sorbischen Kulturregister (SKR) zufolge ist „sorbisch-wendisches Kulturerbe“ eine Zuschreibung, die durch Gesellschaft, Museen, Archive und Wissenschaft erfolgen kann.&amp;lt;ref&amp;gt;Sorbisches Institut 2025: Konzept für ein Sorbisches Kulturregister (SKR). URL: https://www.serbski-institut.de/wp-content/uploads/2021/11/00_Zweite-aktualisierte-Fassung_Konzept_Sorbisches-Kulturregister_20.11.2025.pdf, abgerufen am 20.11.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.1.5 Abgrenzung: Kultur und Kulturerbe ===&lt;br /&gt;
'''Kultur / Kulturelle Ausdrucksform''' sind als Begriffe weiter gefasst als '''Kulturgut / Kulturerbe'''. Kulturelle Ausdrucksformen umfassen alles Gelebte und Gestaltete einer Gemeinschaft in Gegenwart und Vergangenheit, während Kulturgut / Kulturerbe diejenigen kulturellen Güter und Traditionen meint, denen eine Bedeutung beigemessen wurde und die als bewahrens- und weitergebenswert erkannt wurden. Kultur ist der „aktuelle“ kreative Prozess (einschließlich Popkultur, Alltagskultur), Kulturerbe der daraus überkommene Schatz. Dennoch sind die Grenzen fließend: Was heute nur Kultur ist, kann morgen zum Kulturerbe erklärt werden – abhängig von Wertzuschreibung und Diskurs.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Rahmen dieses Dokuments werden für den sorbischen Kontext die Begriffe '''„kulturelle Ausdrucksform“''' und '''„Kulturgut“''' weitgehend '''synonym''' verwendet, sofern nicht ausdrücklich anders gekennzeichnet. Hintergrund ist, dass die Gesamtzahl der identifizierbaren kulturellen Ausdrucksformen einer kleinen Minderheit wie der Sorben/Wenden im Vergleich zu großen Mehrheitsgesellschaften überschaubar ist. Zugleich ist der Anteil dieser Ausdrucksformen, denen in der Community ein besonderer Wert beigemessen wird und die daher faktisch als Kulturgut wahrgenommen und behandelt werden, sehr hoch: Ein großer Teil des gelebten kulturellen Repertoires wird als identitätsstiftend und bewahrenswert verstanden und damit dem Kulturerbe zugerechnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== 2.2 Klassifizierung von Kulturgütern ==&lt;br /&gt;
Im Folgenden soll eine griffige Klassifizierung von Kulturgütern entwickelt werden, so dass pro Kulturgut-Klasse später auf die Besonderheiten ihrer Digitalisierung eingegangen werden kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Dataja:Wobraz_K2.png|center|600px]]&amp;lt;ref&amp;gt;Mermaid Flowchart Code: [https://mermaid.live/edit#pako:eNptlM9u00AQxl9ltFWoFDlp_C9OjISU2KSgUCq1BSRIDxt77Syxd6v1mkKjSDwBlThw4YCEeuXOoeLSN-EF4BHYjZOQQG67-32_2ZnZsWco4jFBPqrVZpRR6cNsP8n4ZTTBQu7rHVP66QWOKEvV3nQM2BeYTf8eea35fF6rjdiIrUl4cjJiAMPDV_X6sMxkKdJS1uvnvu9PtRGgp5ReE46wJIKSLIOf779CycbkkqQZjSb1Ovz-cv351_drDWGN9BXS_xfZBj7dLoGxBgIFBE14nOcrZGH68E07Iu0IlSNsQkhTKnGlfvyh1bjKcngIjcYD6G2s-xvrYGMdLuuqAFOXZ0IflzFh0xxn5OBU3t1ISZhqw6KaKpo29k04jSaCJrLq0oZsa9mCAZc8FTihhBnQp1ksxd1NSsS22dFmG3oMZzwl0HveONtlc7XNATtsHI9fk6kkC3nRsKoqnVNgwrFQaUOvLGJRRtMi4SJfZ790WtppQYhFIVV7CYsJDO9uWbEMujbqOgIbTqgsddB7MCD_eXT6gQMvaFEQBlclPMVqcA6eMfqGiKLMt926isCFM4FjKiln-voCHmEWXxIxXZcUVo-jSwrVe3DBGvHqtc83DLqS0FpNAi3wRluiDBdFSBIYQ0KzzN_r265jPjQinnHh7yVJYhRS8ClZKfe3KLyk2oHneuEuqlK2qWhJWYPOwGnvoiplm4qXVMd17V5rF1UpikIGSgWNkS9FSQyUE5FjvUUzHXGE5ITkZIR8tYxJgtVXPEIjNlfYBWYvOc9XpOBlOkF-grNC7cqLWPUupFjNa74-FXo0RMBLJpFvWtYiCPJn6C3yG7bTNO2u6Tidrue0W13HQO_Usdtquuqg1bG6TtvzPNuZG-hqcXGr2baV5NhuyzId13XbBiJqDrg4qn5ni7_a_A_W9oMu hier klicken], abgerufen am 22.09.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.2.1 A. Materiell - unbeweglich 🏛️ ===&lt;br /&gt;
„Materiell - unbeweglich&amp;quot; bezeichnet ortsfeste Kulturobjekte wie Bauwerke, Ensembles, Gebäudekomplexe und Stätten/Kulturlandschaften, wie sie in Art. 1 der UNESCO-Welterbekonvention als Kategorien des kulturellen Erbes definiert sind.&amp;lt;ref&amp;gt;UNESCO World Heritage Centre o. J.: Convention Concerning the Protection of the World Cultural and Natural Heritage, Artikel 1. URL: https://whc.unesco.org/en/conventiontext/, abgerufen am 01.10.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.2.2 B. Materiell - beweglich 🖼️ ===&lt;br /&gt;
Die Kategorie „Materiell - beweglich&amp;quot; umfasst bewegliche Sachen bzw. Sachgesamtheiten von kulturellem Wert (z. B. Objekte, Sammlungen), wie sie das deutsche Kulturgutschutzgesetz (§ 2 KGSG)&amp;lt;ref&amp;gt;Deutschland 2016: Kulturgutschutzgesetz (KGSG), § 2. URL: https://www.buzer.de/2_KGSG.htm, abgerufen am 01.10.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt; als „Kulturgut“ beschreibt.&lt;br /&gt;
* B1 '''Schriftgut''' - Bücher, Zeitungen, Handschriften, Archivgut, Graphiken, Pläne, Karten&lt;br /&gt;
* B2 '''Fotografien &amp;amp; Bildträger''' &lt;br /&gt;
** Fotografisch erzeugte statische Bildträger, auch Stillbildträger genannt, z. B. Positive/Negative auf Film/Platte/Photopapier, Dias, Abzüge, Mikrofilm/-fiche und vergleichbare fotografische Repro-Träger.&lt;br /&gt;
* B3 '''Analoge AV-Träger''' (Audio/Video/Film)&lt;br /&gt;
** Analoge zeitbasierte Medien, z. B. Magnetton (Tonband, Kassette), Schallplatte, Videobänder, Film.&lt;br /&gt;
* B4 '''3D-Objekte''' - Gegenstände, „sachkulturelle Artefakte“&amp;lt;ref&amp;gt;Sorbisches Institut o. J.: Konzept zum Digitalisierungszentrum am Sorbischen Institut, S. 24.&lt;br /&gt;
(Unveröffentlichtes Konzeptpapier; interne Projektunterlage.)&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.2.3 C. Immateriell 🎭 ===&lt;br /&gt;
Meint lebendige Praktiken, Darstellungen, Ausdrucksformen, Ideen, Werte, Wissen und Fertigkeiten, die von Gemeinschaften getragen und weitergegeben werden, gemäß der folgenden 5 UNESCO ICH-Domänen.&amp;lt;ref&amp;gt;UNESCO o. J.: Intangible Cultural Heritage – Five Domains. URL: https://ich.unesco.org/doc/src/01857-EN.pdf, abgerufen am 01.10.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* C1 '''Orale Traditionen/Ausdrucksformen''' - Sprache, Gesangstraditionen&lt;br /&gt;
* C2 '''Darstellende Künste''' - Musik, Tanz, Theater&lt;br /&gt;
* C3 '''Rituale &amp;amp; Feste''' - Bräuche und soziale Praktiken des Kalenders und Lebenslaufs&lt;br /&gt;
* C4 '''Wissen &amp;amp; Praktiken''' zu Natur &amp;amp; Universum - Heil- und Sammelkenntnisse, ökologisches und astronomisches Wissen, Glaube, Religion&lt;br /&gt;
* C5 '''Traditionelles Handwerk''' - Techniken, Werkzeuge und Gestaltungsmuster&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.2.4 D. Digital 💾 ===&lt;br /&gt;
Bezeichnet in digitaler Form vorliegende Ressourcen menschlichen Wissens und Ausdrucks. Diese können sowohl born-digital sein als auch digitalisierte Repräsentationen von materiellen und immateriellen Kulturgütern.&amp;lt;ref&amp;gt;UNESCO 2003: Charter on the Preservation of Digital Heritage. URL: https://www.unesco.org/en/legal-affairs/charter-preservation-digital-heritage, abgerufen am 01.10.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* D1 '''Born-digital''' (ursprünglich digital erzeugt, kein analoges Original), z. B. Webseiten, Social-Media-Beiträge, Software, Apps, Spiele, digitale Fotos/Audio/Video.&lt;br /&gt;
* D2 '''Digitalisate''' - Digitalisierte Repräsentationen/Derivate aus den Klassen A, B und C.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== 2.3 Begriffe und Kernfunktionen ==&lt;br /&gt;
Die vorherigen Abschnitte haben geklärt, was unter Kulturerbe verstanden wird und welche Arten von Kulturgütern unterschieden werden. Bevor der nachfolgende Abschnitt den Prozess der Kulturerbe-Digitalisierung beschreibt, werden in diesem Abschnitt die dafür wichtigsten Arbeitsbegriffe und Funktionen erläutert. Der Abschnitt soll dabei die Frage beantworten: Welche Arbeitsabläufe und Funktionen sind notwendig, damit Kulturgüter nicht nur digital erfasst, sondern auch gefunden, verstanden, gesichert und genutzt werden können?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Erläuterungen sollen eine gemeinsame und leicht verständliche Grundlage schaffen für alle, die an der Digitalisierung von Kulturerbe interessiert sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.3.1 Vom Kulturgut zur digitalen Repräsentation ===&lt;br /&gt;
Dieser Abschnitt erklärt, was bei einer Digitalisierung entsteht und wie sich das digitale Ergebnis vom ursprünglichen Kulturgut unterscheidet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
! Begriff&lt;br /&gt;
! Erklärung&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Digitalisierung von Kulturerbe'''&lt;br /&gt;
| Digitalisierung bezeichnet in diesem Konzept den gesamten zusammenhängenden Prozess: Kulturgüter erfassen, beschreiben und bewerten, digitale Repräsentationen erzeugen oder übernehmen, ihre Qualität prüfen, sie sichern und für die Nutzung zugänglich machen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;DFG2016&amp;quot;&amp;gt;Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) 2016: Praxisregeln „Digitalisierung“, insbesondere S. 13 und 41-44. URL: https://www.dfg.de/resource/blob/176108/898bf3574ad0ff3b1db525fa7d04c86c/12-151-v1216-de-data.pdf, abgerufen am 16.07.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Bei ursprünglich digital entstandenen Kulturgütern – auch ''born digital'' genannt – entfällt die Überführung aus einem analogen Original; die weiteren Aufgaben bleiben bestehen.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Digitalisat und digitale Repräsentation'''&lt;br /&gt;
| Ein '''Digitalisat''' ist ein digitales Abbild eines analogen Kulturguts, beispielsweise ein Scan einer Handschrift oder ein Foto eines Museumsobjekts. Der weitere Begriff '''digitale Repräsentation''' umfasst auch Audio-, Video- oder 3D-Dokumentationen einer immateriellen kulturellen Praxis. Die digitale Repräsentation ersetzt weder das materielle Kulturgut noch die lebendige Praxis.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Masterdatei und Nutzungsderivat'''&lt;br /&gt;
| Die '''Masterdatei''' ist die möglichst hochwertige und qualitätsgeprüfte Ausgangsdatei. Sie wird für die langfristige Sicherung und spätere Bearbeitungen aufbewahrt. Ein '''Nutzungsderivat''' ist eine daraus erzeugte, an einen bestimmten Zweck angepasste Datei, beispielsweise ein kleineres Bild für eine Internetseite.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Digitales Objekt'''&lt;br /&gt;
| Als '''digitales Objekt''' wird in diesem Konzept eine zusammengehörige digitale Einheit bezeichnet. Sie kann aus einer oder mehreren Dateien, den zugehörigen Metadaten und ihren Verknüpfungen bestehen. Ein digitales Objekt kann ein Digitalisat oder ein ursprünglich digital entstandenes Kulturgut sein.&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
''Beispiel:'' Das verzierte sorbische Osterei bleibt das materielle Kulturgut. Hochauflösende Fotografien, ein 3D-Modell und die dazugehörigen Beschreibungen bilden gemeinsam seine digitale Repräsentation.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.3.2 Vier Kernfunktionen ===&lt;br /&gt;
Als '''Kernfunktionen der Kulturerbe-Digitalisierung''' werden im Folgenden vier dauerhaft zu erfüllende Aufgabenbereiche bezeichnet. Sie beschreiben, was für eine nachhaltige Digitalisierung von Kulturerbe geleistet werden muss, unabhängig davon, welche Institution oder welches technische System die jeweilige Funktion übernimmt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
! Kernfunktion&lt;br /&gt;
! Typische organisatorisch-technische Umsetzung&lt;br /&gt;
! Hauptaufgabe&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Nachweisen, beschreiben und verknüpfen'''&lt;br /&gt;
| Register oder Katalog&lt;br /&gt;
| Macht sichtbar, welche Kulturgüter vorhanden sind, wo sie sich befinden und in welchem Zusammenhang sie stehen. Ein Registereintrag kann bereits bestehen, bevor ein Digitalisat angefertigt wurde. &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Digitalisieren und Qualität sichern'''&lt;br /&gt;
| Digitalisierungszentrum oder Digitalisierungsdienst&lt;br /&gt;
| Erzeugt bzw. übernimmt digitale Repräsentationen, prüft sie und bereitet Dateien und Metadaten für die weitere Verarbeitung vor. Geliefert werden bspw. geprüfte Masterdateien und Nutzungsderivate. &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Langfristig erhalten'''&lt;br /&gt;
| Repositorium oder digitales Langzeitarchiv&lt;br /&gt;
| Übernimmt Dateien und Metadaten, speichert und verwaltet sie und erhält sie über technische und organisatorische Veränderungen hinweg dauerhaft nutzbar.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Zugänglich machen und Nutzung ermöglichen'''&lt;br /&gt;
| Präsentations- und Nutzungssystem&lt;br /&gt;
| Führt beschreibende Informationen und digitale Medien für Nutzerinnen und Nutzer zusammen. Es ermöglicht beispielsweise Suche, Anzeige, Kontextualisierung, Vermittlung und – soweit zulässig – Nachnutzung. &lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese '''Kernfunktionen''' beschreiben zunächst nicht zwingend getrennte Institutionen oder Systeme. Eine Einrichtung kann mehrere Kernfunktionen übernehmen. Umgekehrt kann eine Kernfunktion auf mehrere Einrichtungen oder technische Systeme verteilt sein. Entscheidend sind klare Zuständigkeiten, verlässliche Übergaben und gemeinsame Standards.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vereinfacht lässt sich das Zusammenspiel so zusammenfassen:&lt;br /&gt;
# Das '''Register oder der Katalog''' beschreibt und verknüpft das Kulturgut.&lt;br /&gt;
# Der '''Digitalisierungsdienst''' erzeugt und prüft seine digitale Repräsentation.&lt;br /&gt;
# Das '''Repositorium oder digitale Archiv''' übernimmt und erhält die Dateien.&lt;br /&gt;
# Das '''Präsentationssystem''' führt Beschreibungen und Medien für die Nutzung zusammen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die konkrete Ausgestaltung kann zentral, dezentral oder als Verbund mehrerer Systeme erfolgen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.3.3 Register ===&lt;br /&gt;
Die folgende Tabelle erklärt, wie Kulturgüter so erfasst, beschrieben und verknüpft werden, dass sie eindeutig zugeordnet, wiedergefunden und nach einheitlichen Regeln weiterverarbeitet werden können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
! Begriff&lt;br /&gt;
! Erklärung&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Erschließung, Verzeichnung und Registrierung'''&lt;br /&gt;
| '''Erschließung''' ist der übergeordnete Vorgang, bei dem ein Kulturgut identifiziert, beschrieben und in seinen Zusammenhang eingeordnet wird. '''Verzeichnung''' bezeichnet seine strukturierte dokumentarische Beschreibung. '''Registrierung''' bedeutet die Aufnahme in ein konkretes Register, einen Katalog oder ein Sammlungssystem. Ein Kulturgut kann bereits registriert werden, bevor ein Digitalisat vorhanden ist.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Metadaten'''&lt;br /&gt;
| Metadaten sind strukturierte Informationen über ein Kulturgut und seine digitalen Repräsentationen. Dazu gehören beispielsweise Titel, Herkunft, beteiligte Personen, Ort, Zeit, kultureller Kontext, Rechte, Dateieigenschaften und Bearbeitungsschritte. Je nach Zweck werden beschreibende, technische, rechtliche und erhaltungsbezogene Metadaten unterschieden. Sie machen Kulturgüter auffindbar, verständlich, verwaltbar und langfristig nutzbar.&amp;lt;ref name=&amp;quot;PREMIS&amp;quot;&amp;gt;Library of Congress o. J.: PREMIS – Preservation Metadata: Implementation Strategies. Internationaler Standard für Erhaltungsmetadaten. URL: https://www.loc.gov/standards/premis/, abgerufen am 16.07.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Persistenter Identifikator'''&lt;br /&gt;
| Ein '''persistenter Identifikator''' ist eine dauerhafte und eindeutige Kennung für ein Kulturgut, einen Datensatz oder eine digitale Ressource. Die Kennung bleibt bestehen, auch wenn sich der technische Speicherort oder die Internetadresse ändern. Dadurch können Kulturgüter dauerhaft zitiert und zwischen Systemen verknüpft werden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;DFG2016&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Metadaten sind keine bloße Beigabe zu einer Datei. Ohne ausreichende Beschreibungen kann ein Digitalisat zwar technisch vorhanden sein, später aber kaum gefunden, verstanden oder zuverlässig zugeordnet werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.3.4 Digitalisierungsdienst und Archiv ===&lt;br /&gt;
Die folgende Tabelle erklärt was erforderlich ist, damit Kulturgüter digitalisiert werden und nicht nur heute gespeichert sind, sondern auch nach technischen und organisatorischen Veränderungen noch gefunden, verstanden und genutzt werden können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
! Begriff&lt;br /&gt;
! Erklärung&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Repositorium'''&lt;br /&gt;
| Ein '''Repositorium''', auch ''Repository'' genannt, ist eine verwaltete technische Umgebung, in der digitale Objekte und ihre Metadaten übernommen, gespeichert, geordnet, verwaltet und bereitgestellt werden. Ein Repositorium kann Teil eines digitalen Archivs sein. Nicht jedes Repositorium erfüllt jedoch automatisch alle Anforderungen der Langzeiterhaltung.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Digitales Archiv oder digitales Langzeitarchiv'''&lt;br /&gt;
| Ein digitales Archiv ist mehr als ein Server oder ein Speicherprogramm. Es verbindet eine verantwortliche Organisation, fachkundiges Personal, Regeln, Arbeitsabläufe und technische Systeme. Es übernimmt die Verantwortung dafür, digitale Informationen langfristig zu erhalten und für festgelegte Nutzergruppen zugänglich zu machen. Das internationale Referenzmodell '''Open Archival Information System''' (OAIS, offenes Archiv-Informationssystem) bietet hierfür einen fachlichen Rahmen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;OAIS2024&amp;quot;&amp;gt;Consultative Committee for Space Data Systems (CCSDS) 2024: Reference Model for an Open Archival Information System (OAIS), CCSDS 650.0-M-3, insbesondere S. 1-1–1-2 und 2-1–2-2. URL: https://ccsds.org/Pubs/650x0m3.pdf, abgerufen am 16.07.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Ingest oder kontrollierte Übernahme'''&lt;br /&gt;
| '''Ingest''' bezeichnet die kontrollierte Übernahme digitaler Dateien und Metadaten in ein Repositorium oder digitales Archiv. Dabei werden beispielsweise Vollständigkeit, Dateiformate, Metadaten und Dateiintegrität geprüft und die Übernahme dokumentiert.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Langzeitverfügbarkeit und digitale Langzeiterhaltung'''&lt;br /&gt;
| '''Langzeitverfügbarkeit''' ist das Ziel, digitale Inhalte über technische und organisatorische Veränderungen hinweg auffindbar, lesbar, verständlich und nutzbar zu halten. '''Digitale Langzeiterhaltung''' bezeichnet die dafür notwendigen fortlaufenden Maßnahmen. Dazu können mehrere Speicherorte, regelmäßige Prüfungen, Formatüberwachung, technische Migrationen und eine nachvollziehbare Dokumentation gehören. „Langfristig“ bezeichnet dabei keine feste Zahl von Jahren, sondern einen Zeitraum, in dem mit veränderten Technologien, Formaten und Nutzungsanforderungen gerechnet werden muss.&amp;lt;ref name=&amp;quot;OAIS2024&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Datensicherung oder Backup'''&lt;br /&gt;
| Ein '''Backup''' ist eine zusätzliche Sicherungskopie, aus der Dateien nach einem Verlust oder technischen Ausfall wiederhergestellt werden können. Backups sind notwendig, ersetzen aber keine Langzeiterhaltung: Sie regeln allein noch keine dauerhaften Zuständigkeiten, Metadaten, Formatüberwachung, Integritätsprüfungen oder langfristige Zugänglichkeit.&amp;lt;ref name=&amp;quot;DPCStorage&amp;quot;&amp;gt;Digital Preservation Coalition o. J.: Digital Preservation Handbook – Storage. URL: https://www.dpconline.org/handbook/organisational-activities/storage, abgerufen am 16.07.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Integrität und Authentizität'''&lt;br /&gt;
| '''Integrität''' bedeutet, dass unbeabsichtigte Veränderungen oder Beschädigungen einer Datei erkannt werden können. Dafür werden häufig Prüfsummen verwendet - digitale Kontrollwerte, die regelmäßig verglichen werden. '''Authentizität''' bedeutet, dass Herkunft, Identität und Bearbeitungsgeschichte eines digitalen Objekts nachvollziehbar sind und belegt werden kann, dass es das ist, was es zu sein vorgibt.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Dateiformat und Datenformat'''&lt;br /&gt;
| Ein '''Dateiformat''' legt den technischen Aufbau einer einzelnen Datei fest. Ein '''Datenformat''' beschreibt, wie Informationen strukturiert und zwischen Systemen ausgetauscht werden. Gut dokumentierte, verbreitete und möglichst offen beschriebene Formate erleichtern den Austausch und die langfristige Nutzung. Sie ersetzen jedoch keine aktive Langzeiterhaltung.&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Merksatz:''' Speichern ist nicht dasselbe wie langfristiges Erhalten. Auch ein vorhandenes Backup ist noch kein digitales Langzeitarchiv.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.3.5 Präsentationssystem ===&lt;br /&gt;
Die folgende Tabelle erklärt, wie aus langfristig gesicherten Dateien ein digitales Kulturerbe wird, das von Menschen gefunden, verstanden und sinnvoll genutzt werden kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
! Begriff&lt;br /&gt;
! Erklärung&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Zugänglichmachung und Präsentation'''&lt;br /&gt;
| '''Zugänglichmachung''' bedeutet, dass digitale Objekte auffindbar und im rechtlich sowie technisch zulässigen Umfang abrufbar sind. '''Präsentation''' geht darüber hinaus: Inhalte werden ausgewählt, miteinander verknüpft, erklärt und für bestimmte Zielgruppen vermittelt. Dazu gehören verständliche Kontextinformationen, klare Rechteangaben, Mehrsprachigkeit und möglichst barrierearme Zugänge. Abhängig von Rechten, personenbezogenen Daten oder kulturellen Schutzbedarfen kann der Zugang offen oder eingeschränkt sein.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Nutzung und Nachnutzung'''&lt;br /&gt;
| '''Nutzung''' umfasst beispielsweise das Betrachten, Lesen, Anhören, Erforschen oder Vermitteln eines digitalen Kulturguts. '''Nachnutzung''' bedeutet seine weitere Verwendung in einem neuen Zusammenhang, etwa in Bildung, Forschung, Publikationen, Ausstellungen, Anwendungen oder kreativen Werken. Dafür werden geeignete Dateien, verständliche Metadaten und klare Rechteinformationen benötigt.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Rechteinformation und Lizenz'''&lt;br /&gt;
| Eine '''Rechteinformation''' beschreibt den rechtlichen Status eines digitalen Objekts und mögliche Einschränkungen seiner Nutzung. Eine '''Lizenz''' räumt durch eine dazu berechtigte Person oder Institution konkrete Nutzungsrechte ein. Ein allgemeiner Rechtehinweis ist daher nicht automatisch eine Lizenz.&amp;lt;ref name=&amp;quot;RightsReuse&amp;quot;&amp;gt;RightsStatements.org o. J.: Standardisierte Rechtehinweise für online verfügbares Kulturerbe. URL: https://rightsstatements.org/de/, abgerufen am 16.07.2026. Creative Commons 2025: Recommended Licenses and Tools for Cultural Heritage Content. URL: https://creativecommons.org/2025/07/09/recommended-licenses-and-tools-for-cultural-heritage-content/, abgerufen am 16.07.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Interoperabilität'''&lt;br /&gt;
| '''Interoperabilität''' bezeichnet die Fähigkeit von Systemen und Organisationen, Daten auszutauschen und in gleicher Bedeutung zu verstehen. Dafür werden gemeinsame Metadatenmodelle, Begriffe, Identifikatoren und technische Schnittstellen benötigt. So können beispielsweise Register, Repositorien, Präsentationsportale und externe Kulturplattformen miteinander verbunden werden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;EuropeanaEDM&amp;quot;&amp;gt;Europeana o. J.: Metadata – Europeana Data Model (EDM, Europeana-Datenmodell). URL: https://pro.europeana.eu/page/metadata, abgerufen am 16.07.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Digitalisierte Inhalte entfalten ihren kulturellen und gesellschaftlichen Nutzen erst dann vollständig, wenn sie auffindbar, verständlich, rechtlich klar und für unterschiedliche Zielgruppen tatsächlich verwendbar sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der folgende Abschnitt 2.4 beschreibt, wie diese Kernfunktionen innerhalb des gesamten Prozesses der Kulturerbe-Digitalisierung zusammenwirken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== 2.4 Prozess der Digitalisierung von Kulturerbe ==&lt;br /&gt;
Die Digitalisierung von Kulturgut ist kein rein technischer Arbeitsschritt, sondern ein vielschichtiger, oft langfristiger Prozess, der bereits mit der Wahrnehmung und Identifikation einer kulturellen Ausdrucksform beginnt. Ziel dieses Abschnitts ist es, diesen Gesamtprozess systematisch darzustellen: von der gelebten Kultur über das identifizierte Kulturgut bis hin zur digital nutzbaren Repräsentation.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die hier entwickelte Prozessdarstellung soll als praxisorientierter Überblick dienen für die Digitalisierung des sorbischen Kulturerbes. Sie berücksichtigt die Anforderungen sorbischer Einrichtungen ebenso wie die international etablierten Referenzmodelle und Standards, darunter:&lt;br /&gt;
* das OAIS-Referenzmodell (ISO 14721) für digitale Archivierung&amp;lt;ref&amp;gt;Consultative Committee for Space Data Systems (CCSDS) 2024: Reference Model for an Open Archival Information System (OAIS), CCSDS 650.0-M-3. URL: https://ccsds.org/Pubs/650x0m3.pdf, abgerufen am 01.10.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
* das DCC Curation Lifecycle Model für kuratorische Entscheidungsprozesse&amp;lt;ref&amp;gt;Higgins 2008: The DCC Curation Lifecycle Model. International Journal of Digital Curation, 3(1), 134-140. URL: https://ijdc.net/index.php/ijdc/article/view/48, abgerufen am 01.10.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
* das Spectrum-Modell für museale Objektverwaltung&amp;lt;ref&amp;gt;Collections Trust 2022. Spectrum 5.1 - The UK Museum Collections Management Standard. URL: https://collectionstrust.org.uk/spectrum/spectrum-5, abgerufen am 01.10.2025. &amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
* die UNESCO-Leitlinien zur Inventarisierung immateriellen Kulturerbes&amp;lt;ref&amp;gt;UNESCO 2024: Operational Directives for the Implementation of the Convention for the Safeguarding of the Intangible Cultural Heritage (10.GA). URL: https://ich.unesco.org/doc/src/ICH-Operational_Directives-10.GA_EN.pdf, abgerufen am 01.10.2025. &amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
* sowie technische Vorgaben wie die DFG-Praxisregeln Digitalisierung&amp;lt;ref&amp;gt;Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) 2022: Praxisregeln Digitalisierung (aktualisierte Fassung). URL: https://www.ulb.hhu.de/fileadmin/redaktion/ULB/Documents/Infomaterial/DFG_Praxisregeln_Digitalisierung_Aktualisierte_Fassung2022.pdf, abgerufen am 01.10.2025. &amp;lt;/ref&amp;gt; und die FADGI-Richtlinien&amp;lt;ref&amp;gt;Federal Agencies Digital Guidelines Initiative (FADGI) 2023: Technical Guidelines for Digitizing Cultural Heritage Materials – Still Image, 3rd ed. URL: https://www.digitizationguidelines.gov/guidelines/digitize-technical.html, abgerufen am 01.10.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Folge soll der „Lebenslauf“ eines Kulturguts dargestellt werden, also der Weg, den ein Objekt oder eine kulturelle Praxis vom Zeitpunkt der Entstehung über die Erfassung, Digitalisierung und Archivierung bis zur Veröffentlichung in einem digitalen Präsentationsmodul durchläuft.&lt;br /&gt;
Hierfür erläutert der folgende Abschnitt die einzelnen Prozessschritte im Detail, jeweils mit Akteuren und Beispielen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.4.1 Vorüberlegungen zum Prozess ===&lt;br /&gt;
Im hier vorgestellten Prozess wird auf eine harte, systematische Filterung verzichtet, welche kulturellen Ausdrucksformen „nur“ Kultur und welche bereits Kulturgut sind. Ein solcher Bewertungs- und Abgrenzungsprozess wäre ressourcenintensiv und würde den vorhandenen Kapazitäten in den beteiligten Einrichtungen nicht entsprechen. Stattdessen folgt das Konzept einer inklusiven Logik: Alle dokumentierten Ausdrucksformen werden zunächst als potenzielle Kulturgüter erfasst. Eine feinere Auswahl und Priorisierung erfolgen erst in einem späteren Schritt, nämlich dann, wenn konkret entschieden wird, welche Ausdrucksformen bzw. Kulturgüter in welcher Tiefe digitalisiert, archiviert und präsentiert werden sollen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieses Vorgehen schließt an das SKR-Konzept an, das bewusst auf eine frühe normative Trennung zwischen „kultureller Ausdrucksform“ und „Kulturgut“ verzichtet. Auch hier steht zunächst der möglichst vollständige, strukturierte Überblick über die sorbischen Kulturgüter im Vordergrund. Die differenzierte Bewertung und Schwerpunktsetzung werden als anschließende fachliche Aufgabe verstanden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.4.2 Prozessschritte im Detail ===&lt;br /&gt;
Das folgende Diagramm gibt einen Überblick über die sechs Kernschritte des Gesamtprozesses der Digitalisierung von Kulturgut – von der ersten Wahrnehmung einer kulturellen Ausdrucksform bis zu ihrer digitalen Präsentation als Kulturgut. Die Abfolge zeigt zugleich die Entwicklungsstufen: von gelebter Kultur zur kulturellen Ausdrucksform, von dort zum Kulturgut und schließlich zum digitalen Kulturgut. Die Schritte sind als generischer Ablauf zu verstehen: Je nach Art des Kulturguts können einzelne Tätigkeiten unterschiedlich aufwendig sein oder parallel erfolgen.&lt;br /&gt;
[[Dataja:Wobraz_K3.png|center|600px]]&amp;lt;ref&amp;gt;Mermaid Flowchart Code: [https://mermaid.live/edit#pako:eNplkk1OwzAQha8yGqmbkloxSZs2CyTa8LOphIAVhIVJpolF4iDH4a_qbXqTXgzHFdAKr2y97703lmaNWZMTxriqmvesFNrAfZIqgPPHFIdDzuBO1DVVajhM8QlGozOYO-WUwS0VsjVakqa93Pvmjlk4JmAwp3fS5kCHwQAWjkkcE_Y5WWkIXqrd9jBpT138UIkspBGVbI_7-rwLR146csLgRryQ-U8lMGLwTG1WapLPpHKCZQLMOY9ch7m2VxiSpOAEjJ1TSev_M_bkvv3KtY8ZnOuslG_H9VcOuf4dUO-2LamjGdHDQsscY6M78rAmXYv-ies-IEVTUk0pxvaa00p0lUkxVRtrexXqoWnqH6duuqLEeCWq1r6619zOn0hRaPGH9J_Xi6ZTBuOxS8B4jR8YhxGLeDThkR-EM37KuYefFmHTaOz7fOZHQTidBMHGwy9X6VslnNnDw4jPuB8GHlIuTaOX-7Vy27X5Bh_Osqo hier klicken], abgerufen am 22.09.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Prozess zeigt, dass Digitalisierung von Kulturgut mehr ist als das Erstellen digitaler Dateien. Sie umfasst eine Reihe aufeinander bezogener Schritte – von der ersten Wahrnehmung einer kulturellen Ausdrucksform über ihre Erfassung, Bewertung und Digitalisierung bis hin zur langfristigen Sicherung und Präsentation. Dabei sind je nach Schritt unterschiedliche Akteure beteiligt, etwa Gemeinschaften, Museen, Archive, Fachgremien, Digitalisierungsstellen oder IT. Die folgenden Beschreibungen erläutern diese Schritte so, dass nachvollziehbar wird, was jeweils mit einem Kulturgut geschieht, wer daran beteiligt ist und wie sich der Ablauf in der Praxis vorstellen lässt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''1. Sammeln &amp;amp; erfassen''' &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Hier wird eine kulturelle Ausdrucksform erstmals wahrgenommen, benannt und mit ersten Informationen erfasst: Was ist es, wer macht es oder hat es geschaffen, wo kommt es vor, warum ist es bedeutsam für die Gemeinschaft? &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Akteure''': Community, Vereine, Museen, Archive, Forschende, Privatpersonen.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Beispiel''': Auf einem Dorffest zeigt eine Frau das Verzieren sorbischer Ostereier. Jemand fotografiert dies und notiert Technik, Ort und Namen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''2. Registrieren &amp;amp; beschreiben''' &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Hier wird aus der ersten Beobachtung ein strukturierter Nachweis. Das Kulturgut oder die kulturelle Ausdrucksform wird in ein Register, eine Sammlung oder einen Katalog aufgenommen und mit strukturierten Metadaten beschrieben, damit es wiedergefunden, zugeordnet und verstanden werden kann. Dazu gehören z. B. Titel, Ort, Zeit, Technik, Funktion, beteiligte Personen und der kulturelle Kontext.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Akteure''': Registerverantwortliche, Kurator:innen, Sammlungsmitarbeitende, Community für Kontextinformationen.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Beispiel''': Das Osterei erhält einen Eintrag mit Angaben wie „Wachsbatik“, „Schleife“, „Osterei-Verzierung“, Name der Trägerin und Entstehungsjahr.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''3. Bewerten &amp;amp; freigeben''' &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
In diesem Schritt wird entschieden, ob und in welcher Priorität ein Kulturgut oder die kulturelle Ausdrucksform digitalisiert werden soll und ob dies rechtlich und ethisch möglich ist. Dabei spielen fachliche Kriterien wie Bedeutung, Repräsentativität, Seltenheit oder Gefährdung eine Rolle, aber auch Fragen des Urheberrechts, Datenschutzes und möglicher kultureller Sensibilitäten. Am Ende steht eine begründete Entscheidung, ob und in welchem Umfang das Kulturgut weiterbearbeitet und später veröffentlicht werden darf. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Akteure''': Kurator:innen, Fachgremien, Community-Vertretungen, Register/SKR, ggf. Rechteverantwortliche und Behörden. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Beispiel''': Es wird entschieden, dass die Osterei-Technik wegen ihrer Bedeutung für die sorbische Identität digital gesichert werden soll; die Kunsthandwerkerin stimmt der Veröffentlichung zu.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''4. Digitalisieren &amp;amp; prüfen''' &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Nun wird das Kulturgut technisch erfasst, also in eine digitale Form überführt. Das kann je nach Objektart durch Scan, Fotografie, Audio- oder Videoaufnahme oder 3D-Erfassung geschehen. Dabei entstehen hochwertige Master-Dateien und nutzbare Derivate. Die Digitalisierung folgt qualifizierten Standards, um Reproduzierbarkeit, Farbkonsistenz und Nutzbarkeit zu gewährleisten. Anschließend wird geprüft, ob Schärfe, Farbe, Vollständigkeit und Dateiformate den Anforderungen für Archivierung und Nutzung entsprechen. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Akteure''': Digitalisierungszentrum, Foto-/AV-/3D-Spezialist:innen, externe Dienstleister bei Spezialfällen. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Beispiel''': Das Osterei wird fotografisch hochauflösend aufgenommen und zusätzlich als 3D-Modell erfasst. Danach werden Schärfe, Farbe und Dateiformate geprüft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''5. Archivieren &amp;amp; sichern''' &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die entstandenen digitalen Dateien werden geordnet abgelegt, mit den zugehörigen Metadaten verknüpft und für die langfristige Erhaltung gesichert. Dazu gehören sichere Speicherorte, Backups, Integritätskontrollen und – wenn nötig – spätere technische Migration auf neue Systeme. Ziel ist, dass das digitale Kulturgut langfristig erhalten bleibt, auch wenn sich Technik und Formate verändern. Das Original bleibt in der Regel weiterhin am Sammlungs- oder Aufbewahrungsort. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Akteure''': Archiv, Repository, IT-Betrieb, ggf. Sorbisches Kulturarchiv bzw. Digitalisierungszentrum. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Beispiel''': Die Bilder und das 3D-Modell des Ostereis werden auf gesicherten Servern gespeichert; das Original bleibt im Museum oder bei der Eigentümerin.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''6. Präsentieren &amp;amp; nutzen''' &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Im letzten Schritt werden die digitalen Objekte so bereitgestellt, dass sie gefunden, verstanden und genutzt werden können, z. B. in Portalen, digitalen Sammlungen oder virtuellen Ausstellungen. Dafür reicht es nicht, nur Dateien anzuzeigen: Es braucht auch verständliche Kontexte, Rechteangaben, Mehrsprachigkeit und möglichst barrierearme Zugänge. So wird aus der technischen Digitalisierung eine tatsächliche kulturelle Nutzung. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Akteure''': Kurator:innen, Vermittlung, Web/IT, Museen, Kulturinformationen, Community. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Beispiel''': Das Osterei erscheint in einer Online-Ausstellung, kann herangezoomt oder als 3D-Modell gedreht werden und wird mit einem kurzen Text zur Technik erklärt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.4.3 Organisatorische Perspektive ===&lt;br /&gt;
Die folgende Abbildung ist entnommen aus einem Poster des Sorbischen Instituts zu dessen Digitalisierungsstrategie, gefunden auf der Projektseite des Digitalisierungszentrums.&amp;lt;ref&amp;gt;Sorbisches Institut: Digitalisierungszentrum (DZ). URL: [https://www.serbski-institut.de/projekte-zentrale-vorhaben/digitalisierungszentrum-dz/ https://www.serbski-institut.de/projekte-zentrale-vorhaben/digitalisierungszentrum-dz/], abgerufen am 25.03.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Digitalisierungsstrategie des Sorbischen Instituts zeigt die Erfassung, Registrierung, Digitalisierung und Archivierung bis zur Präsentation von Kulturgütern aus '''organisatorischer Sicht'''. Sie basiert auf einem '''3-Säulen-Modell aus Kulturregister, Digitalisierungszentrum und Präsentationsumgebung'''. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Dataja:Wobraz_K4.png|mini||center|600px|Abbildung: 3-Säulen-Modell der Digitalisierungsstrategie des Sorbischen Instituts. Quelle: Sorbisches Institut, „Digitalizacija serbskich kulturnych datow / Digitalisierung der sorbischen/wendischen Kulturdaten“&amp;lt;ref&amp;gt;Sorbisches Institut 2025: Digitalizacija serbskich kulturnych datow / Digitalisierung der sorbischen/wendischen Kulturdaten (Poster). URL:  [https://www.serbski-institut.de/wp-content/uploads/2021/11/A0-Druck_Digitalisierungsstrategie-SI.pdf  https://www.serbski-institut.de/wp-content/uploads/2021/11/A0-Druck_Digitalisierungsstrategie-SI.pdf], abgerufen am 25.03.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Beide Sichtweisen - die fachliche &amp;quot;Prozess-Sicht&amp;quot; und die &amp;quot;organisatorische Sicht&amp;quot; lassen sich wie folgt in einer Darstellung zusammenfassen:&lt;br /&gt;
[[Dataja:Wobraz_K5.jpg|mini||center|600px|Abbildung: Zusammengefasste Sichtweisen auf die Digitalisierung von Kulturerbe.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der &amp;quot;Prozess der Digitalisierung von Kulturerbe&amp;quot; beschreibt, '''was''' mit einem Kulturgut geschieht; das 3-Säulen-Modell zeigt, '''wo''' diese Aufgaben organisatorisch verortet sind. Bezogen auf die oben beschriebenen [[#2.3.2 Prozessschritte im Detail|Prozessschritte der Digitalisierung von Kulturerbe]] steht das '''Sorbische Kulturregister''' für den Prozessschritt „'''2. Registrieren'''“ und dient dabei vor allem der Verzeichnung und Metadatenverwaltung. Das '''Digitalisierungszentrum''' steht für die Prozessschritte „'''4. Digitalisieren'''“ und „'''5. Archivieren'''“ und dient dabei der technischen Erfassung, Bearbeitung und Sicherung der Digitalisate. Die '''Präsentationsumgebung''' steht für den Schritt „'''6. Präsentieren'''“ und dient der öffentlichen oder kuratierten Bereitstellung zur Nutzung. Ergänzende Konzepte des SI machen dabei deutlich, dass die Digitalisierung im Regelfall eine vorherige Verzeichnung im Register voraussetzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
! Prozessschritt&lt;br /&gt;
! Verantwortliche Organisation&lt;br /&gt;
! Funktion im Gesamtsystem&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''2. Registrieren'''&lt;br /&gt;
| '''Sorbisches Kulturregister'''&lt;br /&gt;
| Kulturgüter werden als Entitäten nachgewiesen, beschrieben, mit Metadaten versehen und miteinander verknüpft. Das Register erfüllt damit eine katalogähnliche Funktion: Es macht sichtbar, welche Kulturgüter es gibt, wo sie sich befinden und in welchem Kontext sie stehen.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''4. Digitalisieren'''&lt;br /&gt;
| '''Digitalisierungszentrum'''&lt;br /&gt;
| Kulturgüter werden technisch erfasst, z. B. durch Scan, Fotografie, Audio-/Videoübertragung oder 3D-Erfassung. Das Digitalisierungszentrum erzeugt und prüft die Digitalisate, ist aber nicht selbst primär ein Präsentationssystem.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''5. Archivieren'''&lt;br /&gt;
| '''Digitalisierungszentrum / Repositorium / Archiv'''&lt;br /&gt;
| Die digitalen Dateien werden geordnet gespeichert, mit Metadaten verbunden und langfristig gesichert. Dazu gehört auch die Sicherstellung der Langzeitaufbewahrung, etwa durch geeignete Speicherorte, Prüfroutinen und spätere Migrationen.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''6. Präsentieren'''&lt;br /&gt;
| '''Sorabicon / weitere Präsentationsumgebungen'''&lt;br /&gt;
| Die digitalen Inhalte werden für Nutzer:innen sichtbar, erfahrbar und verständlich gemacht, z. B. in Portalen, digitalen Sammlungen oder virtuellen Ausstellungen. Die Präsentation greift dafür auf Metadaten aus dem Register und auf Digitalisate aus dem Repositorium bzw. dem Digitalisierungszentrum zurück.&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Schritt '''1. Sammeln''' liegt vor diesen drei Säulen. Er betrifft die Sammlungsorte selbst, also z. B. Museen, Archive, Heimatstuben, Vereine, Projekte, Gemeinden oder Privatpersonen. Dort entstehen oder befinden sich die Kulturgüter zunächst, bevor sie systematisch registriert, bewertet oder digitalisiert werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Schritt '''3. Bewerten''' ist ebenfalls keine eigene technische Säule, sondern ein steuernder Entscheidungsschritt. In ihm wird geklärt, welche Kulturgüter priorisiert digitalisiert werden, welche fachliche Bedeutung sie haben, welche Rechte zu beachten sind und ob eine öffentliche Präsentation möglich ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Damit wird deutlich: Register, Digitalisierungszentrum und Präsentation erfüllen unterschiedliche Aufgaben. Das '''Register''' beschreibt und verknüpft Kulturgüter, das '''Digitalisierungszentrum''' erzeugt und sichert Digitalisate und die '''Präsentationsumgebung''' macht ausgewählte Inhalte verständlich zugänglich. Gerade diese Trennung schafft klare Zuständigkeiten und erleichtert die Zusammenarbeit zwischen Sammlungsorten, Fachstellen, technischen Dienstleistern und Öffentlichkeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== 2.5 Beispiele anderer Kulturen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Digitalisierung des Kulturerbes kleiner, autochthoner, indigener und sprachlicher Gemeinschaften weist häufig vergleichbare Herausforderungen auf: Kulturgüter und Bestände sind auf viele Institutionen, Vereine, lokale Einrichtungen und private Träger verteilt. Personelle und finanzielle Ressourcen sind begrenzt, mehrere Sprachen und Beschreibungstraditionen müssen berücksichtigt werden und nicht alle kulturellen Inhalte dürfen oder sollen ohne Einschränkung öffentlich zugänglich gemacht werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In einer vergleichenden Recherche wurde daher untersucht, wie andere Gemeinschaften und Regionen ihr Kulturerbe erfassen, beschreiben, digitalisieren, langfristig sichern und zur Nutzung bereitstellen. Dabei wurde nicht nach einer universell „idealen“ technischen Lösung gesucht. Untersucht wurde vielmehr, welche organisatorischen, technischen, rechtlichen und gemeinschaftlichen Modelle unter welchen Rahmenbedingungen funktionieren, welche Schwierigkeiten auftreten und welche übertragbaren Erfolgsfaktoren erkennbar sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die nachfolgenden Beispiele verdeutlichen unterschiedliche Schwerpunkte: gemeinschaftliche Steuerung, institutionsübergreifende Register und Suchsysteme, Digitalisierung verteilter Bestände, Sprach- und Tonarchive, abgestufte Zugänge, Unterstützung kleiner Kulturgutträger sowie die Überführung zeitlich begrenzter Projekte in einen dauerhaften Betrieb.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die daraus abgeleiteten Kriterien bilden einen Referenzrahmen. Anhand dieses Referenzrahmens kann in einer späteren Ist-Analyse geprüft werden, welche Funktionen bereits vorhanden, nur konzeptionell beschrieben, in Pilotprojekten erprobt oder dauerhaft im Regelbetrieb verankert sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die ausführlichen Fallprofile, Vergleichsmatrizen, Quellen sowie ein Hinweis zur KI-gestützten Erstellung befinden sich in der [[12.3.A1 Vergleichende Recherche – Digitalisierung des Kulturerbes anderer Kulturen und Regionen|ausführlichen Vergleichsrecherche]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.5.1 RomArchive – Digitales Archiv der Roma ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Roma und Sinti sind eine transnationale Minderheit, die in zahlreichen europäischen Staaten lebt. RomArchive wurde von 2015 bis 2019 mit 3,75 Millionen Euro durch die Kulturstiftung des Bundes gefördert. Weitere Unterstützer waren unter anderem die Bundeszentrale für politische Bildung, das Auswärtige Amt und das Goethe-Institut. Seit 2019 wird das Archiv durch das Dokumentations- und Kulturzentrum Deutscher Sinti und Roma in Heidelberg betrieben.&amp;lt;ref name=&amp;quot;vergleich_romarchive&amp;quot;&amp;gt;RomArchive o. J.: Frequently Asked Questions. URL: https://www.romarchive.eu/en/about/frequently-answered-questions/; Dokumentations- und Kulturzentrum Deutscher Sinti und Roma e. V. o. J.: Imprint. URL: https://www.romarchive.eu/en/imprint/; Kulturstiftung des Bundes o. J.: RomArchive. URL: https://www.kulturstiftung-des-bundes.de/en/programmes_projects/film_and_new_media/detail/romarchive.html, jeweils abgerufen am 20.07.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Archiv präsentiert Kunst, Geschichte und Kultur aus der Perspektive der Roma. Kuratorische Teams und Beirat waren überwiegend mit Angehörigen der Minderheit besetzt. Neben öffentlich zugänglichen Inhalten existiert ein internes Archiv mit beschränktem Forschungszugang. Besonders lehrreich ist der bereits zu Projektbeginn geplante und später tatsächlich vollzogene Übergang an einen dauerhaften Betreiber.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Erfolgsfaktoren und Learnings:''' &lt;br /&gt;
* Angehörige der Gemeinschaft sollten nicht nur Inhalte zuliefern, sondern festgelegte Entscheidungsrechte bei Auswahl, Beschreibung, Kontextualisierung und Zugangsregeln besitzen. &lt;br /&gt;
* Bereits zu Beginn einer Projektphase verbindlich klären, welche Institution das Register, Archiv oder Portal nach dem Ende der Förderung dauerhaft betreibt, pflegt und finanziert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.5.2 Nuohtti – Zugang zum Sámi-Kulturerbe ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Sámi sind ein indigenes Volk im nordeuropäischen Sápmi, das sich über Teile Norwegens, Schwedens, Finnlands und Russlands erstreckt. Viele historische Sámi-Materialien befinden sich außerhalb der Sámi-Institutionen in europäischen Archiven und Museen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nuohtti ist ein gemeinsamer Suchdienst für digitalisierte Sámi-Materialien. Er wurde von 2018 bis 2021 mit Mitteln des Programms Interreg Nord der EU (Europäische Union) entwickelt. Beteiligt waren unter anderem die Sámi-Archive der finnischen und norwegischen Nationalarchive, das schwedische Reichsarchiv und mehrere Universitäten. Die Sámi-Parlamente Finnlands, Norwegens und Schwedens waren in der Steuerungsgruppe vertreten. Der Dienst führte nach Projektangaben etwa 30.000 Datensätze aus 32 Institutionen zusammen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;vergleich_nuohtti&amp;quot;&amp;gt;Nuohtti o. J.: About Nuohtti. URL: https://nuohtti.com/Content/about; University of the Arctic 2023: The Nuohtti service provides digital access to Sámi material in European archives. URL: https://www.uarctic.org/news/2023/3/the-nuohtti-service-provides-digital-access-to-sami-material-in-european-archives/, jeweils abgerufen am 20.07.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nuohtti übernimmt nicht alle Bestände in ein einziges System. Stattdessen werden Metadaten, also strukturierte Beschreibungsdaten zu Objekten und Beständen, aus vorhandenen Einrichtungen zusammengeführt und mit mehrsprachiger Suche, Karte und Zeitleiste zugänglich gemacht. Ethische Hinweise machen darauf aufmerksam, dass viele Bestände unter historischen und teilweise kolonialen Bedingungen gesammelt und beschrieben wurden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Erfolgsfaktoren und Learnings:''' &lt;br /&gt;
* Ein gemeinsamer Zugang kann auch mit dezentraler Architektur der Bestände erfolgen – Originale, Dateien und Fachsysteme können beim Kulturgutträger verbleiben.&lt;br /&gt;
* Ein Register für Kulturdaten kann als übergreifende Nachweisschicht arbeiten: Größere Einrichtungen liefern Daten über technische Schnittstellen, während kleine Träger zentrale oder gemeinsam bereitgestellte Erfassungsdienste nutzen können. &lt;br /&gt;
* Historische Fremdbeschreibungen sollten ergänzt werden durch Selbstbezeichnungen, eigene Sprachformen, alternative Benennungen und Kontexte der betreffenden Gemeinschaft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.5.3 People’s Collection Wales / Casgliad y Werin Cymru ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wales ist ein Landesteil des Vereinigten Königreichs mit einer eigenständigen nationalen und walisischsprachigen Identität. People’s Collection Wales ist eine zweisprachige Plattform für institutionelles und gemeinschaftlich getragenes Kulturerbe. Sie wird als Verbund der National Library of Wales, des National Museum Wales und der Royal Commission on the Ancient and Historical Monuments of Wales betrieben und durch die walisische Regierung finanziert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Neben der technischen Plattform werden kostenlose Beratung und Schulungen zu Digitalisierung, Metadaten, Urheberrecht, Datenschutz und Oral History, also mündlich überlieferter und aufgezeichneter Geschichte, angeboten. Eine unabhängige Evaluation stellte Fortschritte bei der Zusammenarbeit und beim Kompetenzaufbau fest, benannte aber auch begrenzte Wirkungsnachweise, Finanzierungsrisiken und den hohen Personalaufwand für die Unterstützung der beteiligten Gemeinschaften.&amp;lt;ref name=&amp;quot;vergleich_wales&amp;quot;&amp;gt;Vittle, Kate / Haswell-Walls, Fran / Dixon, Tim; ERS Ltd. 2016: Evaluation of the Casgliad y Werin Cymru / People’s Collection Wales Digital Heritage Programme. Impact Report. URL: https://www.gov.wales/sites/default/files/publications/2019-08/evaluation-of-the-peoples-collection-wales-digital-heritage-programme-impact.pdf; People’s Collection Wales o. J.: Community Support. URL: https://www.peoplescollection.wales/about-us/community-support, jeweils abgerufen am 20.07.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Erfolgsfaktoren und Learnings:''' &lt;br /&gt;
* Kleine und ehrenamtlich betreute Sammlungen benötigen nicht nur technische Standards, sondern konkrete und dauerhaft verfügbare Dienstleistungen: Erstberatung, Schulung, Vorlagen, Unterstützung bei Rechtefragen, Qualitätskontrolle und persönliche Ansprechpartner. &lt;br /&gt;
* Ein Digitalisierungszentrum oder ein Verbund koordinierter Digitalisierungsdienste sollte daher als Service- und Kompetenzstruktur ausgestaltet werden und nicht lediglich als technische Produktionsstelle. &lt;br /&gt;
* Der dafür notwendige Beratungs- und Unterstützungsaufwand muss als dauerhafte Betriebsaufgabe eingeplant werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.5.4 Tobar an Dualchais / Kist o Riches ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schottisch-Gälisch ist eine Minderheitensprache, die vor allem in den Highlands und auf den schottischen Inseln gesprochen wird. Tobar an Dualchais macht mehr als 40.000 seit den 1930er Jahren entstandene Tonaufnahmen zugänglich. Die Bestände umfassen Erzählungen, Lieder, Musik, Gedichte und mündlich überliefertes Wissen auf Gälisch, Scots und Englisch. Ein bedeutender Teil der Originalbestände wird in den School of Scottish Studies Archives der Universität Edinburgh verwahrt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;vergleich_tobar&amp;quot;&amp;gt;University of Edinburgh 2024: Tobar an Dualchais / Kist o Riches. URL: https://gaelic.ed.ac.uk/gaelic-collections/tobar-an-dualchais-kist-o-riches; Scottish Government 2025: Rediscovering lost Gaelic words. URL: https://www.gov.scot/news/rediscovering-lost-gaelic-words/, jeweils abgerufen am 20.07.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Digitalisierung wird mit Verschriftlichung beziehungsweise Transkription, sprachlicher Erschließung, Freiwilligenarbeit und teilweise automatischer Spracherkennung verbunden. Das Projekt erhält wiederkehrende öffentliche Förderungen, muss Rechteklärung, Transkription und technische Weiterentwicklung jedoch dauerhaft fortsetzen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Erfolgsfaktoren und Learnings:''' &lt;br /&gt;
* Gefährdete Ton-, Film- und Videobestände müssen wegen Materialverfall, beschädigungsanfälliger Trägermaterialien und nicht mehr verfügbarer Wiedergabetechnik zeitlich priorisiert werden. &lt;br /&gt;
* Ein geeignetes Pilotprojekt kann Digitalisierung, Rechteklärung, Verschriftlichung, Übersetzung, Metadatenerfassung, Archivierung und Bildungsnutzung entlang einer vollständigen Prozesskette verbinden. &lt;br /&gt;
* Dadurch werden nicht nur einzelne Dateien erzeugt, sondern zugleich die notwendigen Standards, Zuständigkeiten und Aufwände erprobt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.5.5 Euskariana – Portal zum baskischen Kulturerbe ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Baskinnen und Basken leben in Gebieten Spaniens und Frankreichs. Euskariana ist das staatlich betriebene Kulturportal der Autonomen Gemeinschaft Baskenland in Spanien. Es wird durch die Digitale Bibliothek Euskadi betrieben und verbindet Daten der baskischen Regierung, der Provinzen, Kommunen, Universitäten sowie öffentlicher, kirchlicher und privater Einrichtungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Portal ist zugleich gemeinsamer Katalog und Zugang zu digitalen Objekten. Es kann Inhalte über ein eigenes Repositorium, also ein institutionell betriebenes digitales Ablage- und Erhaltungssystem, bereitstellen oder zu den Systemen der Partner verlinken. Verwendet werden internationale Standards wie Dublin Core als allgemeiner Metadatenstandard, METS (Metadata Encoding and Transmission Standard) zur Strukturierung und Übertragung digitaler Objekte, PREMIS (Preservation Metadata: Implementation Strategies) für Metadaten zur digitalen Langzeiterhaltung und ALTO (Analyzed Layout and Text Object) für erkannte Texte und Seitenlayouts. Die standardisierten Daten können unter anderem an Europeana weitergegeben werden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;vergleich_euskariana&amp;quot;&amp;gt;Gobierno Vasco / Biblioteca Digital de Euskadi o. J.: Acerca de Euskariana. URL: https://www.euskariana.euskadi.eus/euskadibib/es/help/about.do, abgerufen am 20.07.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Erfolgsfaktoren und Learnings:''' &lt;br /&gt;
* Unterschiedliche Kulturgutträger benötigen unterschiedliche Anschlussmöglichkeiten. &lt;br /&gt;
** Kleine Einrichtungen sollten Daten und gegebenenfalls Dateien in zentral bereitgestellten Diensten erfassen und verwalten können. &lt;br /&gt;
** Größere Institutionen sollten ihre vorhandenen Systeme über Datenexporte oder Programmierschnittstellen anbinden können. &lt;br /&gt;
* Dafür ist ein gemeinsamer, bewusst schlank gehaltener Metadatenkern erforderlich, der durch fach- und institutionsspezifische Angaben erweitert werden kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.5.6 Mukurtu und Plateau Peoples’ Web Portal ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mukurtu ist eine frei verfügbare Software für die gemeinschaftlich kontrollierte Verwaltung digitalen indigenen Kulturerbes. Das Plateau Peoples’ Web Portal verbindet acht indigene Nationen des nordwestlichen Plateaus der USA mit der Washington State University und mehreren Museen und Archiven. Stammesvertreter wählen und beschreiben die Inhalte; die Universität übernimmt wesentliche technische Betriebsaufgaben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mukurtu ermöglicht kulturelle Protokolle, also gemeinschaftlich festgelegte Regeln für Zugang und Nutzung, Traditional Knowledge Labels als Kennzeichnungen für überliefertes gemeinschaftliches Wissen sowie mehrere Beschreibungen zu demselben Objekt. Dadurch kann neben einer institutionellen Museumsbeschreibung eine Beschreibung der Herkunftsgemeinschaft stehen. Zugänge können von vollständig öffentlich bis streng beschränkt reichen. Mukurtu weist ausdrücklich darauf hin, dass die Plattform vor allem dem Zugang und der gemeinschaftlichen Verwaltung dient und ein gesondertes Konzept für Digitalisierung, Langzeiterhaltung, Personal und Finanzierung erforderlich bleibt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;vergleich_mukurtu&amp;quot;&amp;gt;Mukurtu CMS / Washington State University o. J.: About. URL: https://mukurtu.org/about/; Plateau Peoples’ Web Portal. URL: https://mukurtu.org/project/plateau-peoples-web-portal-showcase/, jeweils abgerufen am 20.07.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Erfolgsfaktoren und Learnings:''' &lt;br /&gt;
* Rechte und kulturelle Sensibilität müssen als Bestandteil des Datenmodells behandelt werden und dürfen nicht erst unmittelbar vor einer Veröffentlichung geprüft werden. &lt;br /&gt;
* Sinnvoll sind abgestufte Kategorien wie &lt;br /&gt;
** „nur Metadaten öffentlich“, &lt;br /&gt;
** „öffentliches Nutzungsdigitalisat“, &lt;br /&gt;
** „Zugang nach Rücksprache“, &lt;br /&gt;
** „beschränkter Gemeinschafts- oder Forschungszugang“, &lt;br /&gt;
** „zeitlich gesperrt“ und &lt;br /&gt;
** „nicht zugänglich“. &lt;br /&gt;
* Mehrere Beschreibungen zu demselben Objekt ermöglichen es außerdem, institutionelle Überlieferung und Selbstbeschreibung nebeneinander nachvollziehbar zu dokumentieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.5.7 Indigitization – zentrale Unterstützung für dezentrale Digitalisierung ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Indigitization unterstützt First Nations und weitere indigene Gemeinschaften in British Columbia in Kanada. Das Programm wird gemeinsam von indigenen Organisationen, Bibliotheken, Archiven und Hochschulen getragen. Es stellt einen Werkzeugkasten, Schulungen, Musterunterlagen, technische Beratung und Förderhilfen bereit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von 2013 bis 2019 wurden drei Pilotprojekte und 45 weitere Projekte gefördert. Dabei wurden mehr als 11.000 Audiokassetten digitalisiert. Die Digitalisierung erfolgte in den Gemeinschaften; eine allgemeine Veröffentlichung war nicht zwingend. Das frühere Förderprogramm für Audiokassetten befindet sich inzwischen allerdings in einer Pause.&amp;lt;ref name=&amp;quot;vergleich_indigitization&amp;quot;&amp;gt;Indigitization o. J.: About Us. URL: https://www.indigitization.ca/about-2/; Indigitization Toolkit. URL: https://www.indigitization.ca/toolkit/; Audio Cassette Digitization Grant. URL: https://www.indigitization.ca/funding/audio-cassette-grant/, jeweils abgerufen am 20.07.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Erfolgsfaktoren und Learnings:''' &lt;br /&gt;
* Zentral bereitgestellte Kompetenz lässt sich mit dezentraler Verantwortung verbinden. &lt;br /&gt;
* Ein Digitalisierungszentrum oder ein Verbund gemeinsamer Dienste kann Schulungen, Leih- und Mobiltechnik, Qualitätsprüfung, Rahmenverträge, Musterunterlagen, Beratung und Kleinprojektförderung anbieten. &lt;br /&gt;
* Originale, lokales Wissen und kulturelle Beziehungen können grundsätzlich bei den jeweiligen Kulturgutträgern verbleiben. &lt;br /&gt;
* Damit nach Abschluss einzelner Digitalisierungsprojekte keine ungesicherten Dateien zurückbleiben, sollte jedoch von Beginn an ein gemeinsames oder verbindlich angebundenes Repositorium beziehungsweise digitales Archiv vorgesehen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.5.8 Zusammenfassungen der Beispiele anderer Kulturen im Anhang ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tabellarische Übersichten und Zusammenfassungen aller untersuchten Beispiele anderer Kulturen und Regionen befinden sich im Anhang [[12.3.A1 Vergleichende Recherche – Digitalisierung des Kulturerbes anderer Kulturen und Regionen#E. Vergleichsmatrix|in Abschnitt E. Vergleichsmatrix]] unter &lt;br /&gt;
* [[12.3.A1 Vergleichende Recherche – Digitalisierung des Kulturerbes anderer Kulturen und Regionen#E.1 Funktionen, Architektur und Standards|E.1 Funktionen, Architektur und Standards]] und&lt;br /&gt;
* [[12.3.A1 Vergleichende Recherche – Digitalisierung des Kulturerbes anderer Kulturen und Regionen#E.2 Governance, Finanzierung, Erfolg und Übertragbarkeit|E.2 Governance, Finanzierung, Erfolg und Übertragbarkeit]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Zusammenfassung der übergreifenden Erfolgsfaktoren aus den Beispielen befindet sich im Anhang [[12.3.A1 Vergleichende Recherche – Digitalisierung des Kulturerbes anderer Kulturen und Regionen#F. Übergreifende Erfolgsfaktoren|in Abschnitt F. Übergreifende Erfolgsfaktoren]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.5.9 Was sich aus den Beispielen ableiten lässt ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus den untersuchten Beispielen lässt sich kein einzelnes Projekt und kein bestimmtes Softwaresystem ableiten, das unverändert übernommen werden könnte. Wiederkehrend zeigen sich jedoch '''vier notwendige Funktionen, drei übergreifende Erfolgsbedingungen und zwei grundlegende Umsetzungsprinzipien'''. Sie bilden einen kompakten Orientierungsrahmen für die Digitalisierung von Kulturerbe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Vier Kernfunktionen – was muss dauerhaft geleistet werden? ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Damit die Digitalisierung nicht bei einzelnen Digitalisaten oder einem Präsentationsportal stehen bleibt, müssen vier Kernfunktionen verlässlich abgedeckt und miteinander verbunden werden:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot; style=&amp;quot;width:100%;&amp;quot;&lt;br /&gt;
! Kernfunktion&lt;br /&gt;
! Kernfrage&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''1. Register für Kulturdaten'''&lt;br /&gt;
| '''Was ist vorhanden und was sollte prioritär bearbeitet werden?''' – Kulturgüter und Bestände nachweisen, beschreiben, verknüpfen und ihren Digitalisierungs- und Rechtezustand erfassen.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''2. Digitalisierungszentrum / Digitalisierungsdienste'''&lt;br /&gt;
| '''Wie wird qualitätsgesichert digitalisiert?''' – Kulturgutträger beraten, Digitalisierung vorbereiten oder durchführen, Qualität sichern und die Übergabe vorbereiten.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''3. Repositorium / digitales Langzeitarchiv'''&lt;br /&gt;
| '''Wie bleibt das digitale Kulturerbe dauerhaft erhalten?''' – Masterdateien und Metadaten sicher übernehmen, erhalten, sichern und bei technischen Veränderungen migrieren.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''4. Präsentations- und Nutzungssysteme'''&lt;br /&gt;
| '''Wie wird das Kulturerbe gefunden, verstanden und genutzt?''' – freigegebene Inhalte mehrsprachig vermitteln und für Bildung, Forschung und kulturelle Nachnutzung bereitstellen.&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die vier Funktionen bedeuten nicht zwingend vier Einrichtungen oder vier technische Systeme. Entscheidend ist, dass alle Funktionen abgedeckt, ihre Zuständigkeiten geklärt und ihre Übergaben zuverlässig organisiert sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Drei Erfolgsbedingungen – was gilt für alle Kernfunktionen? ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
# '''Gemeinsam entscheiden und Rechte abgestuft regeln:''' &lt;br /&gt;
#* Angehörige der betreffenden Gemeinschaft und die Kulturgutträger sollten nachvollziehbare Entscheidungsrechte bei Auswahl, Beschreibung, Priorisierung und Veröffentlichung besitzen. &lt;br /&gt;
#* Zugänge sollten abgestuft sein, beispielsweise auch &amp;quot;ausschließlich Metadaten&amp;quot;, &amp;quot;Zugang nach Rücksprache&amp;quot; oder &amp;quot;beschränkte Gemeinschafts- und Forschungszugänge&amp;quot; ermöglichen. &lt;br /&gt;
#* Rechtliche Zulässigkeit und kulturelle Angemessenheit sind dabei getrennt zu betrachten. &lt;br /&gt;
#* Selbstbezeichnungen und eigene kulturelle Perspektiven sollten historische Fremdbeschreibungen ergänzen können.&amp;lt;br&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
# '''Gemeinsame Standards, Mehrsprachigkeit und technische Anschlussfähigkeit sichern:''' &lt;br /&gt;
#* Ein bewusst schlanker gemeinsamer Metadatenkern, Qualitätsstandards und geregelte Datenübergaben ermöglichen die Zusammenarbeit unterschiedlicher Einrichtungen. Zusätzlich können fach- oder institutionsspezifische Metadatensätze genutzt werden.&lt;br /&gt;
#* Sprachen und Sprachvarianten müssen als eigenständige Datenwerte berücksichtigt werden, bspw. bei Metadaten, Beschreibungen usw. &lt;br /&gt;
#* Kleine Träger benötigen einfache zentrale Erfassungsmöglichkeiten, z. B. per Weboberfläche, größere Institutionen Schnittstellen oder Datenexporte aus ihren vorhandenen Systemen.&amp;lt;br&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
# '''Dauerhafte Verantwortung und Finanzierung sichern:''' &lt;br /&gt;
#* Bereits beim Aufbau muss feststehen, wer Register, Digitalisierungsdienste, Repositorium und Präsentationssystem nach einer Projektförderung dauerhaft betreibt. &lt;br /&gt;
#* Neben einmaligen Projektmitteln müssen deshalb auch Personal, Beratung, Datenpflege, Speicher, Softwarepflege, Sicherung und spätere technische Erneuerungen dauerhaft finanziert werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Zwei Umsetzungsprinzipien – wie sollte vorgegangen werden? ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
# '''Priorisieren, die vollständige Kette pilotieren, dann skalieren:''' &lt;br /&gt;
#* Nicht alles muss gleichzeitig digitalisiert werden. Besonders gefährdete oder kulturell bedeutsame Bestände sollten priorisiert werden. &lt;br /&gt;
#* Pilotprojekte sollten möglichst den gesamten Weg von der Erfassung und Rechteklärung über die Digitalisierung bis zur Archivierung und Nutzung durchlaufen. Dabei werden Standards, Zuständigkeiten, Kosten und tatsächliche Nutzung erprobt. &lt;br /&gt;
#* Erst auf dieser Grundlage sollte in größerem Umfang skaliert werden.&amp;lt;br&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
# '''Zentral ermöglichen, dezentral verantworten:''' &lt;br /&gt;
#* Zentrale Stellen können Infrastruktur, Beratung, Schulung, Digitalisierungstechnik, Qualitätskontrolle, Rechtehilfe und Langzeiterhaltung bereitstellen. &lt;br /&gt;
#* Originale, lokales Wissen, kulturelle Beziehungen und wesentliche inhaltliche Entscheidungen können gleichzeitig bei den jeweiligen Kulturgutträgern verbleiben. &lt;br /&gt;
#* Zentralisierung von Diensten und dezentrale kulturelle Verantwortung sind damit keine Gegensätze, sondern können sich gegenseitig ergänzen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Für die Reihenfolge ergibt sich daraus:''' &lt;br /&gt;
# Zuerst Entscheidungsrechte, Standards, Betreiber und Finanzierung ausreichend klären; &lt;br /&gt;
# anschließend mit ausgewählten Beständen die vollständige Prozesskette erproben und die Unterstützungsstrukturen aufbauen; &lt;br /&gt;
# auf dieser Grundlage Digitalisierung, Präsentation und Nachnutzung schrittweise verbreitern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Präsentation und Nutzung sind dabei nicht von geringerer Bedeutung und sollten bereits Bestandteil der Pilotprojekte sein. '''Später erfolgt nicht die Nutzung selbst, sondern deren breiter Ausbau.'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weiterführende '''Hinweise und Empfehlungen zu einem möglichen Vorgehen sowie zeitlichen und inhaltlichen Prioritäten''' befinden sich im Anhang [[12.3.A1 Vergleichende Recherche – Digitalisierung des Kulturerbes anderer Kulturen und Regionen#G.2 Was zentral, dezentral und gemeinsam organisiert werden sollte|im Abschnitt &amp;quot;Priorisierte Schlussfolgerung&amp;quot; von G2 bis G9]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein ausführliches '''Prüfraster zur Bewertung des jeweiligen Entwicklungsstandes''' befindet sich [[12.3.A2 Prüfraster zur Bewertung des Entwicklungsstandes beim Aufbau der Digitalisierung des Kulturerbes|im Anhang 2 &amp;quot;Prüfraster zur Bewertung des Entwicklungsstandes&amp;quot;]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= 3. Ist-Analyse der Digitalisierung des sorbischen Kulturerbes =&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der [[#2 Ist-Analyse „Digitalisierung von Kulturerbe“|vorangegangene Abschnitt 2]] hat beschrieben, was zur Digitalisierung von Kulturerbe gehört, welche Aufgaben dabei dauerhaft erfüllt werden müssen und wie andere Gemeinschaften und Regionen diese Aufgaben lösen. Der Abschnitt 3 richtet nun den Blick auf die sorbische Situation. Er geht der Frage nach, wie gut die sorbische Kulturerbelandschaft heute organisatorisch, technisch und personell aufgestellt ist, um ihr materielles, immaterielles und digitales Kulturerbe institutionsübergreifend zu erfassen, zu digitalisieren, dauerhaft zu erhalten und zugänglich zu machen – und wo vorrangiger Handlungsbedarf besteht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Analyse gliedert sich in fünf Teile:&lt;br /&gt;
* '''Akteure und Rollen''': Wer bewahrt sorbisches Kulturerbe und welche Aufgaben übernehmen die Akteure bei seiner Digitalisierung (Sammeln, Finanzieren, Koordinieren usw.)?&lt;br /&gt;
* '''Bestände und Bedarfe''': Welche Kulturgüter gibt es, wie weit sind  sie erfasst und digitalisiert, welche müssen vorrangig gesichert werden und welche Unterstützung brauchen ihre Träger?&lt;br /&gt;
* '''Vorhaben Systeme und Dienste''': Welche Angebote decken die [[#2.3.2 Vier Kernfunktionen|vier Kernfunktionen]] Erfassen, Digitalisieren, langfristig Erhalten und Zugänglichmachen heute ab, und welche sind im Aufbau oder geplant?&lt;br /&gt;
* '''Zusammenarbeit und dauerhafter Betrieb''': Wie sind die Steuerung und Zusammenarbeit (Governance) organisiert (Zuständigkeiten, Standards, Rechte und Finanzierung)?&lt;br /&gt;
* '''Gesamtbewertung''': Was funktioniert bereits, wo gibt es Lücken und welche davon sollten zuerst geschlossen werden?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Analyse stellt dabei den Bedarf der Bestände dem vorhandenen Angebot an Diensten und dem organisatorischen Rahmen gegenüber. Wo beides auseinanderfällt, entstehen Lücken, siehe nachfolgende Übersicht.&lt;br /&gt;
[[Dataja:Wobraz K6.png|thumb|center|600px|Übersicht der Ist-Analyse]]&amp;lt;ref&amp;gt;Mermaid Flowchart Code: [https://mermaid.live/edit#pako:eNqVlM1y2jAQx19lR7maFGMcwJPJDGAnh9AcaE4pPcj2-qPYErOWmtJ8PE0fo7e8WGWDTUja6VS-WB_7293_rvTAIhkj81hSyPso46Tg1l_RSoAZ088rdh5eOKc2TNcKNeH5h_DiPKQPF7fbjQW39PIzRaqMXaIsWMqiQLFiX2r7llHpMCW-yeDGwG54lCXEU9wfgv2Ic8JI5VLAYvl6fdYGMIAZVurlp4gPIVzrQmlKtVoXvKoQNiThEy_LQou0kqTe-Ji_ZsWckgOJC4hRwFSkGEpl_r5i44-L2IIyV-BTLtIij7I15m-5M-j1LmDeLqGI_5j-0rjfOwAtYljyrOzE-pcOfhu7A36OolLYMD5tzV95yONbjgTXSCLRYl1j3jkIWtAQruQ3c5KL6GB_pyujHwpOocmzcRFzjVSX15BnqCjH8A3Sh-fnZwj-kv-0VufReLrnGRlluzI-ws3xmdDQMQ_NmX2KFqR1DYq6IDu1HqFT5aZRfbFLZ_HyK1qj6PLY1RdkJhC4rgw2ykxcWLUlfpXCcgdqp4tmetXK5MIVGk1UiPdIyjRW7eNNh0d1-_mYgECtiBeQ5EXhnVzawWUwtipFco3eiXvpBu7UimQhyTsZzM03fU9o70fLmAbzYNQxJhNnbvstY2QPZrbzjsH3TbYjBLbxG3SE_uVZ4J61hP7Y7Q_tIwJMrYV11aZyvDWz5ocIj7d8K2gdd52vtgWaOu3iSJrRxTEej0fj_n7ai3llXh7iW88F99h--d_2zGIp5THzFGm0WIlU8nrKHmruiqnMXJkV88wvYay_9xoxVmwlnozphos7KcvWmqROM-YlvKjMTG9irtDPubnSZbdKdWvRXGqhmDd07AbCvAf2nXnuqWP3RwN7eDZwJ4Ph2MHeyGJb5vXs0-HEnTgDxxn3-4OzvuOarSeL_Wi8C10UFsM4V5I-7h7o5p1--g24x9CK hier klicken], abgerufen am 20.10.2026&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== 3.1 Akteure und Rollen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sorbisches Kulturerbe wird von vielen Einrichtungen, Gruppen und Einzelpersonen bewahrt, gepflegt und dokumentiert – von sorbischen ebenso wie von nicht-sorbischen. Dieser Abschnitt zeigt, wer Bestände hält, wer Dienste zur Digitalisierung anbietet und wer den organisatorischen und finanziellen Rahmen gestaltet. Damit wird auch sichtbar, welche Aufgaben bislang von keinem Akteur erkennbar übernommen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Grundlage sind Arbeitsunterlagen der Domowina aus den Jahren 2019 und 2020&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;&amp;gt;Domowina e. V., Kulturausschuss (Clemens Škoda) 2019: Serbske kulturne herbstwo (SKH). Arbeitspapier, Stand 18.03.2019, S. 2-8. Unveröffentlicht; interne Referenz: 2020-09-07_Serbske kulturne herbstwo w Budyšinje_opt.pdf.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019b&amp;quot;&amp;gt;Domowina e. V. 2019: Přehlad relewantnych městnosćow / „małkich“ a „wulkich“ muzejow nastupajo serbske kulturne herbstwo, Stand 11.11.2019. Unveröffentlicht; interne Referenz: 2019_11_Priloha A_prehlad_muzejow a zberkow.pdf.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2020&amp;quot;&amp;gt;Domowina e. V., Kulturausschuss 2020: Protokoll der Fachkommission „Serbske kulturne herbstwo“ vom 07.09.2020. Unveröffentlicht; interne Referenz: 2020_09_07_skh komisija-protokol.pdf.&amp;lt;/ref&amp;gt;, eine darauf aufbauende Arbeitsliste der Sammlungsorte mit ergänzender Internetrecherche&amp;lt;ref name=&amp;quot;liste2026&amp;quot;&amp;gt;Arbeitsliste „Sammlungsorte sorbischen Kulturerbes“, Stand 02.04.2026, erstellt im Rahmen des Digitalisierungskonzepts aus Internetrecherche und den Domowina-Unterlagen. Unveröffentlicht; Grundlage für Anhang 12.3.A3.&amp;lt;/ref&amp;gt;, das Konzept des Sorbischen Instituts zum Digitalisierungszentrum&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;&amp;gt;Sorbisches Institut 2025: Konzept zum Digitalisierungszentrum am Sorbischen Institut, Arbeitsfassung vom 13.08.2025. Unveröffentlicht; interne Referenz: DigCentr_Wersija13082025_wip.pdf.&amp;lt;/ref&amp;gt;, Rückmeldungen der Museen und der Domowina aus dem April 2026 sowie das Protokoll des Digitalisierungskreises vom 21.04.2026&amp;lt;ref name=&amp;quot;dk2026&amp;quot;&amp;gt;Digitalisierungskreis 2026: Protokoll der Sitzung zum Stand des Digitalisierungszentrums vom 21.04.2026. Unveröffentlicht; interne Referenz: 2026-04-21_DE_Protokoll_Digitalisierungskreis_Digitalisierungszentrum.docx.&amp;lt;/ref&amp;gt;. Ein Teil der Angaben ist mehrere Jahre alt und wird schrittweise aktualisiert. Nicht belegte Angaben sind als ''offen'', Vermutungen als ''Annahme'' gekennzeichnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.1.1 Begriffe und Rollen ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
; Akteur&lt;br /&gt;
: Einrichtung, Gruppe oder Person, die eine Aufgabe im Umgang mit sorbischem Kulturerbe oder seiner Digitalisierung übernimmt.&lt;br /&gt;
; Kulturgutträger&lt;br /&gt;
: Akteur, der Kulturgüter verwahrt oder eine kulturelle Praxis trägt und weitergibt, bspw. ein Museum, eine Heimatstube, ein Chor oder eine Privatperson mit einer Sammlung.&lt;br /&gt;
; Trägerschaft&lt;br /&gt;
: Rechtliche und finanzielle Verantwortung für eine Einrichtung, zum Beispiel durch eine Kommune, einen Landkreis, eine Stiftung, einen Verein, eine Kirche oder eine Privatperson. Eigentum und Betrieb können dabei auseinanderfallen, bspw. gehörte der Dom Njechorńskeho 2019 der Domowina und wurde von der Stiftung für das sorbische Volk bewirtschaftet, der Hanzo Šustrowy dom in Trebendorf gehörte der Gemeinde und wurde von der örtlichen Domowina-Gruppe bewirtschaftet.&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019b&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
; Rolle&lt;br /&gt;
: Aufgabe, die ein Akteur übernimmt. Ein Akteur kann mehrere Rollen haben, unterschieden werden Haupt- und Nebenrollen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Rollen lassen sich drei Gruppen zuordnen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
! Gruppe !! Rolle !! Kürzel&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| rowspan=&amp;quot;2&amp;quot; | '''Am Kulturgut''' || '''Bewahren''': Originale verwahren, pflegen und verwalten || '''B'''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Dokumentieren''': lebendige Praxis festhalten in Ton, Bild oder Text || '''D'''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| rowspan=&amp;quot;4&amp;quot; | '''Dienste''' ([[#2.3.2 Vier Kernfunktionen|Kernfunktionen]]) || '''Erfassen''', registrieren, beschreiben und verknüpfen || '''K1'''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Digitalisieren''' und Qualität sichern || '''K2'''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Langfristig '''erhalten''' || '''K3'''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Zugänglich machen''' und Nutzung ermöglichen || '''K4'''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| rowspan=&amp;quot;2&amp;quot; | '''Rahmen''' (Governance) || '''Steuern''', koordinieren und Regeln setzen || '''S'''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Fördern''' und finanzieren || '''F'''&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dokumentieren meint hier das Festhalten von immateriellen Kulturgütern im laufenden Kulturleben, etwa Mitschnitte von Veranstaltungen. Geschieht es systematisch nach festgelegten Standards zur dauerhaften Sicherung, ist es Teil der Kernfunktion Digitalisieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.1.2 Schlüsselakteure ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einzeln aufgeführt wird, wer mindestens eines der folgenden Kriterien erfüllt:&lt;br /&gt;
# betreibt oder plant eine Kernfunktion, die über die eigene Einrichtung hinaus wirkt,&lt;br /&gt;
# verwahrt einen hauptamtlich betreuten Kernbestand,&lt;br /&gt;
# dokumentiert regelmäßig das lebendige Kulturgeschehen,&lt;br /&gt;
# fördert, koordiniert oder setzt Regeln für die Digitalisierung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;mark&amp;gt;Die folgende Übersicht muss mit den Institutionen bzgl. Änderungen und Ergänzungen abgestimmt werden.&amp;lt;/mark&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|+ Rollen der Schlüsselakteure (■ Hauptrolle · ○ Nebenrolle · ? vermutet oder offen)&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
B. Bewahren, D. Dokumentieren, K1. Erfassen, K2. Digitalisieren, K3. Erhalten, K4. Nutzung ermöglichen, S. Steuern, F. Fördern&lt;br /&gt;
! Akteur !! Typ / Trägerschaft !! B !! D !! K1 !! K2 !! K3 !! K4 !! S !! F !! Hinweise&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Stiftung für das sorbische Volk || Stiftung des öffentlichen Rechts, finanziert von Bund, Freistaat Sachsen u. Land Brandenburg || ○ || || || || || || ■ || ■ || bewirtschaftete 2019 den Dom Njechorńskeho&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019b&amp;quot;/&amp;gt;; unterstützt beide sorbischen Museen finanziell&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;; Zielvereinbarungen u. a. mit dem Wendischen Museum&amp;lt;ref name=&amp;quot;wm2026&amp;quot;&amp;gt;Wendisches Museum Cottbus (Anja Jahn, Leitende Kuratorin) 2026: Zuarbeit zum Thema Digitalisierung des sorbischen/wendischen Kulturerbes, E-Mail vom 17.04.2026. Unveröffentlicht; interne Referenz: 2026-04-17 - Wendisches Museum Cottbus - Zuarbeit zum Thema Digitalisierung des sorbischen wendischen Kulturerbes.pdf.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Sorbisches Institut (SI) mit Sorbischem Kulturarchiv (SKA) und Sorbischer Zentralbibliothek || Forschungseinrichtung mit Archiv und Bibliothek; eingetragener Verein, gefördert u. a. durch die Stiftung; Digitalisierungszentrum aus Strukturwandelmitteln&amp;lt;ref name=&amp;quot;dk2026&amp;quot;/&amp;gt; || ■ || ? || ■ || ■ || ○ || ■ || ○ || || '''Digitalisierungszentrum (DZ):''' Aufbauprojekt 2024-2027 mit drei Vollzeitstellen, derzeit Pilot- und Evaluationsphase; Dienstleistung für andere Träger, kostenfrei derzeit nur in Sachsen; Finanzierung ab 2028 ''offen''&amp;lt;ref name=&amp;quot;dk2026&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz&amp;quot;&amp;gt;Sorbisches Institut: Digitalisierungszentrum (DZ). URL: https://www.serbski-institut.de/projekte-zentrale-vorhaben/digitalisierungszentrum-dz/&amp;lt;/ref&amp;gt;.&amp;lt;br&amp;gt;'''Sorbisches Kulturregister (SKR):''' Konzept mit technischem Prototyp; befristete Projektstelle bis Ende 2025&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;&amp;gt;Sorbisches Institut 2025: Konzept für ein Sorbisches Kulturregister (SKR), zweite aktualisierte Fassung vom 20.11.2025. URL: https://www.serbski-institut.de/wp-content/uploads/2021/11/00_Zweite-aktualisierte-Fassung_Konzept_Sorbisches-Kulturregister_20.11.2025.pdf&amp;lt;/ref&amp;gt;.&amp;lt;br&amp;gt;'''Präsentation:''' Virtueller Lesesaal mit Bibliographie, Katalog, digitalisierten Drucken, Handschriften, Fotos und Filmen&amp;lt;ref name=&amp;quot;vls&amp;quot;&amp;gt;Sorbisches Institut o. J.: Virtueller Lesesaal. URL: https://www.serbski-institut.de/bibliothek/virtueller-lesesaal/, abgerufen am 20.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;; Wissensportal Sorabicon mit zwölf Sammlungen&amp;lt;ref name=&amp;quot;atlas&amp;quot;&amp;gt;Sorbisches Institut 2026: Pressemitteilung zum digitalen Atlas sorbischer Kulturdenkmale im Wissensportal Sorabicon, 30.04.2026. URL: https://idw-online.de/de/news870102, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;; Repositorium digitalizat.de (öffentlich voraussichtlich ab ca. Q3/2026)&amp;lt;ref name=&amp;quot;dk2026&amp;quot;/&amp;gt;.&amp;lt;br&amp;gt;'''Erhalten:''' Repositorium mit Datensicherung; Konzept für die Langzeitarchivierung im Dauerbetrieb ''offen''&amp;lt;ref name=&amp;quot;dk2026&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Sorbisches Museum Bautzen || Museum; Landkreis Bautzen, finanziell unterstützt von der Stiftung&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt; || ■ || || ■ || ○ || ? || ? || || || ca. 42.000 Objekte; Inventar in Inventarbüchern und Datenbank (HiDA 4.8), Standortverzeichnis, Fotodatenbank; Objektfotografie und Scans bis DIN A3 im Haus; Sammlung erst teilweise digital erfasst; Pilot zur Plakatdigitalisierung mit dem SI&amp;lt;ref name=&amp;quot;smb2026&amp;quot;&amp;gt;Sorbisches Museum Bautzen (Alexander Pólk, Museologe) 2026: Bedarfserklärung zur Digitalisierung des sorbischen Kulturerbes für den Fachbeirat Digitalisierung, 15.04.2026. Unveröffentlicht; interne Referenz: 2026-04-15_Bedarfserklaerung_Digitalisierung_sorbisches_Kulturerbe_Vorlage - SMB-AxP.docx.&amp;lt;/ref&amp;gt;; Online-Angebot ''offen''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Wendisches Museum Cottbus || Museum; Stadt Cottbus, finanziert von Stadt und Stiftung&amp;lt;ref name=&amp;quot;wm&amp;quot;&amp;gt;Wendisches Museum Cottbus o. J.: Selbstdarstellung des Museums, Dokument im Ratsinformationssystem der Stadt Cottbus. URL: https://session.cottbus.de/oparl/bodies/0001/downloadfiles/00007050.pdf, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; || ■ || || ■ || ○ || ? || ○ || || || Inventarisierung mit Adlib, Veröffentlichung über museum-digital begonnen; A3-Flachbettscanner und Buchscan im Haus; derzeit vor allem Digitalisierung der Kunst; keine Digitalstrategie, keine Mittel für studentische Hilfskräfte&amp;lt;ref name=&amp;quot;wm2026&amp;quot;/&amp;gt;; Nutzung des DZ für brandenburgische Bestände ''offen'', bilateral zwischen SI, Stiftung und Museum zu klären&amp;lt;ref name=&amp;quot;dk2026&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Sächsische Landesbibliothek – Staats- und Universitätsbibliothek Dresden (SLUB) mit Deutscher Fotothek || Landes- und Universitätsbibliothek; Freistaat Sachsen || ■ || || ○ || ○ || ○ || ■ || || || Lusatica-Sammlung, die das kulturelle Erbe der Sorben zugänglich machen soll&amp;lt;ref name=&amp;quot;slub&amp;quot;&amp;gt;SLUB Dresden o. J.: Sammlungen zur sächsischen Landeskunde. URL: https://www.slub-dresden.de/entdecken/saechsische-landeskunde/sammlungen, abgerufen am 20.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;; über Sachsen.Digital ist auch digitales Schrifttum des SI erreichbar&amp;lt;ref name=&amp;quot;vls&amp;quot;/&amp;gt; (Betrieb der Plattform durch die SLUB); die Deutsche Fotothek macht Fotosammlungen des SKA im Rahmen eines Kooperationsvertrags digital zugänglich und hat auch Filme des SKA digitalisiert und präsentiert&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt;; eigene digitale Langzeitarchivierung&amp;lt;ref name=&amp;quot;nestor&amp;quot;&amp;gt;nestor o. J.: Mitglied SLUB Dresden. URL: https://www.langzeitarchivierung.de/Webs/nestor/EN/nestor/Mitglieder/sLUB.html, abgerufen am 20.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; (Kosten nach Angabe im Digitalisierungskreis ca. 800 € je Terabyte und Jahr&amp;lt;ref name=&amp;quot;dk2026&amp;quot;/&amp;gt;), ob sie Digitalisate sorbischer Träger übernehmen könnte, ist ''offen''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Domowina – Bund Lausitzer Sorben e. V. mit Regionalverbänden und Ortsgruppen || Dachverband sorbischer Vereine; eingetragener Verein || ○ || ○ || || || || || ○ || || keine zentralen Bestände außer einzelnen Exponaten, Schenkungen und Originalen, z. B. im Haus der Sorben; ein Inventarregister der Finanzverwaltung erfasst diese nur teilweise; keine Gesamtübersicht über die Bestände in ihren Strukturen&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2026&amp;quot;&amp;gt;Domowina e. V. (Clemens Škoda, Referent) 2026: Bedarfserklärung zur Digitalisierung des sorbischen Kulturerbes für den Fachbeirat Digitalisierung, Entwurf vom 01.04.2026. Unveröffentlicht; interne Referenz: 2026-03-27_Bedarfserklaerung_Digitalisierung_sorbisches_Kulturerbe_Vorlage-naćisk Clemens Škoda.docx.&amp;lt;/ref&amp;gt;; Eigentümerin des Dom Njechorńskeho; Ortsgruppe Trebendorf bewirtschaftet den Hanzo Šustrowy dom&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019b&amp;quot;/&amp;gt;; mindestens 9 der 23 kleinen Sammlungsorte sind direkt oder über Mitgliedsvereine mit ihr verbunden&amp;lt;ref name=&amp;quot;liste2026&amp;quot;/&amp;gt;; Chronistengruppe der Župa Michał Hórnik; Fachkommission „Sorbisches Kulturerbe“ 2018-2020&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2020&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Maćica Serbska e. V. || wissenschaftliche Gesellschaft; Verein || || || || || || || ○ || || Arbeitskreis „Museale Einrichtungen“ mit rund 40 Adressaten; Denkmalausschuss mit eigenem, von der Stiftung verwaltetem Budget, 2019 als Vorbild für die Bewertung von Kulturerbe genannt&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Sorbisches National-Ensemble (SNE) || Ensemble; gGmbH der Stiftung || ■ || ? || ○ || || || || || || Spezialarchiv, für die Öffentlichkeit nicht zugänglich, unterschiedlich gut erschlossen&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt;; im SKR-Konzept als sekundärer Sammlungsort genannt&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;/&amp;gt;; 2019 vorgeschlagen, dort nur Kopien zu halten und die Originale an das SKA zu geben&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;; Umfang ''offen''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| studijo LUCIJA || Medienproduktion; gGmbH des Sorbischen Schulvereins  e. V. || ○ || ■ || || || || || || || dokumentiert sorbische Veranstaltungen; Aufnahmen liegen beim Studio und werden teilweise und komprimiert (''zu prüfen'') an das SKA übergeben&amp;lt;ref name=&amp;quot;lucija&amp;quot;&amp;gt;Projektinterne Auskunft, Oktober 2026; schriftlicher Beleg noch einzuholen.&amp;lt;/ref&amp;gt;; eigener YouTube-Kanal mit Zeitzeugen-Interviews und Veranstaltungsmitschnitten&amp;lt;ref name=&amp;quot;lucija_youtube&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Mitteldeutscher Rundfunk (MDR) und Rundfunk Berlin-Brandenburg (rbb), sorbischsprachige Programme || öffentlich-rechtlicher Rundfunk || ■? || ■ || || || || ○? || || || Spezialarchive, für die Öffentlichkeit nicht zugänglich&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt;; Produktionen standen dem SKA 2019 aus rechtlichen Gründen nicht zur Verfügung&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;; Umfang und heutiger Stand ''offen''&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.1.3 Akteursgruppen ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die meisten Kulturgutträger sind kleinere Einrichtungen, Gruppen oder Privatpersonen. Sie werden hier zu Gruppen zusammengefasst. Die Anzahlen sind Mindestwerte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;mark&amp;gt;Die folgende Übersicht muss insb. mit Domowina, SI und Lucija bzgl. Änderungen und Ergänzungen abgestimmt werden.&amp;lt;/mark&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|+ B. Bewahren, D. Dokumentieren, K1. Erfassen, K2. Digitalisieren, K3. Erhalten, K4. Nutzung ermöglichen, S. Steuern, F. Fördern&lt;br /&gt;
! Gruppe !! Beispiele !! Typische Trägerschaft !! Bekannte Anzahl !! Typische Rollen !! Besonderheiten&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Kleine Museen, Heimatstuben, Gedenk- und Begegnungsorte ||&lt;br /&gt;
* Muzej Ćišinskeho (Panschwitz-Kuckau),&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Njepilic dwór (Rohne),&lt;br /&gt;
* Sorbisches Kulturzentrum Schleife,&lt;br /&gt;
* Heimatmuseum Dissen,&lt;br /&gt;
* Sorbische Webstube Drebkau (Ostereiersammlung mit über 4.000 Exemplaren)&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt;,&lt;br /&gt;
* Archiv verschwundener Orte (Horno)&lt;br /&gt;
|| Gemeinde, Förderverein, Domowina-Ortsgruppe, privat || 22 in der Domowina-Übersicht 2019 (9 Ober-, 13 Niederlausitz)&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019b&amp;quot;/&amp;gt;; 23 in der Arbeitsliste 2026, davon 12 bisher nur durch die Domowina-Unterlagen belegt&amp;lt;ref name=&amp;quot;liste2026&amp;quot;/&amp;gt;; im Arbeitskreis Lausitzer Museenland etwa ein Drittel von 48 Häusern mit sorbischem Schwerpunkt (SKR-Konzept, S. 7)&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;/&amp;gt; || '''B''' ■, '''D''' ○ || überwiegend ehrenamtlich; Digitalisierung unterbleibt nach Einschätzung des SI weitestgehend, weil personelle, technische und finanzielle Kapazitäten fehlen&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt;; 2019 benannte Defizite: fehlender Nachwuchs, fehlende Marketingstrategie, fehlende Vernetzung, unzureichende Finanzierung, fehlende fachliche Begleitung; teilweise ohne eigenes Inventar&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;; zwei private Ausstellungen ohne jede Förderung, von den Betreibern im Ruhestand allein betreut&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019b&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Regionale Museen mit sorbischen Beständen ||&lt;br /&gt;
* Museum der Westlausitz Kamenz,&lt;br /&gt;
* Museum Bautzen,&lt;br /&gt;
* Spreewald-Museum Lübbenau mit Freilandmuseum Lehde,&lt;br /&gt;
* Slawenburg Raddusch,&lt;br /&gt;
* Niederlausitzer Heidemuseum Spremberg,&lt;br /&gt;
* Stadtmuseum Cottbus,&lt;br /&gt;
* Städtische Sammlungen Görlitz&amp;lt;ref name=&amp;quot;lorenz2023&amp;quot;&amp;gt;Lorenz, Robert 2023: Das Register für sorbische/wendische Kultur(erbe)daten. Vortragsfolien, Mai 2023. URL: https://digiserb.de/wp-content/uploads/2023/06/2023_05_prednosk_kulturne_herbstwo_robert_lorenc.pdf&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
|| Landkreis oder Kommune (''Annahme'') || 7 in der Domowina-Übersicht 2019 (2 Ober-, 5 Niederlausitz)&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019b&amp;quot;/&amp;gt; || '''B''' ■; &amp;lt;br&amp;gt;'''K1-K4''' ''offen'' || Umfang des sorbischen Anteils am Bestand ''offen''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Ensembles, Chöre, Trachten- und Brauchtumsgruppen || – || Verein || ''offen'' || tragen die Praxis;&amp;lt;br&amp;gt; '''D''' ○, '''B''' ○ || Trachtenfundi 2019 ausdrücklich zu den Beständen in sorbischer Verantwortung gezählt&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;; eigene Aufnahmen und Fundi meist nicht erfasst (''Annahme'')&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Chronisten, Film- und Fotoamateure ||&lt;br /&gt;
* Chronistengruppe der Župa Michał Hórnik,&lt;br /&gt;
* deutsch-sorbischer Filmkreis&lt;br /&gt;
|| ehrenamtlich, privat || ''offen'' || '''D''' ■, '''B''' ○ || Beiträge von Laien 2019 nur sporadisch, Bestände oft unstrukturiert&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;; das DZ bahnt Kooperationen mit privaten Filmschaffenden an&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Private Sammlungen und Nachlässe ||&lt;br /&gt;
* Nachlass der Malerin Hanka Krawcec, überwiegend in Tschechien;&lt;br /&gt;
* weitere private Sammlungen und Nachlässe in Ober- und Niederlausitz&lt;br /&gt;
|| privat || 4 in der Domowina-Übersicht 2019; tatsächlich ''offen'' || '''B''' ■ || Verbleib beim Generationenwechsel ungesichert (''Annahme''); bei einer privaten Sammlung ist der dauerhafte Verbleib ausdrücklich ungeklärt&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Kirchliche Einrichtungen ||&lt;br /&gt;
* Ausstellung zu Jan Bjedrich Fryco in der evangelischen Kirche Kolkwitz;&lt;br /&gt;
* kirchliches Informations- und Begegnungszentrum in Horno mit Holzmodellen abgebaggerter Kirchen&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019b&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|| Kirchgemeinde || 2 (in den kleinen Orten enthalten); weitere ''offen'' || '''B''' ○ || weitere kirchliche Bestände nicht erfasst (''Annahme'')&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Weitere sorbische Kultur- und Medieneinrichtungen ||&lt;br /&gt;
* Deutsch-Sorbisches Volkstheater (Archiv 2019 zusammen mit dem des SNE genannt);&lt;br /&gt;
* Domowina-Verlag (2019 als Produzent genannt, dessen Erzeugnisse an das SKA gehen sollten)&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|| verschieden || ''offen'' || '''B''' ○ || Spezialarchive von SNE, Domowina-Verlag, Volkstheater und Rundfunk: für die Öffentlichkeit nicht zugänglich, unterschiedlich gut erschlossen, teils mit eigenem Personal&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt;; der Domowina-Verlag erprobt mit dem DZ die Neuauflage vergriffener Bücher als Book on Demand&amp;lt;ref name=&amp;quot;dk2026&amp;quot;/&amp;gt;; Umfang ''offen''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Öffentliche Träger und Fördergeber ||&lt;br /&gt;
* Bund,&lt;br /&gt;
* Freistaat Sachsen,&lt;br /&gt;
* Land Brandenburg,&lt;br /&gt;
* Landkreise,&lt;br /&gt;
* Kommunen&lt;br /&gt;
|| öffentlich || – || '''F''' ■, '''S''' ○ || tragen die großen Museen; 2019 erfüllten kleine Museen im Landkreis Bautzen die Kriterien für eine institutionelle Förderung nicht, im Landkreis Spree-Neiße waren die Bedingungen besser&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Gedächtniseinrichtungen außerhalb der Lausitz und der sorbischen Trägerschaft ||&lt;br /&gt;
* Oberlausitzische Bibliothek der Wissenschaften Görlitz&amp;lt;ref name=&amp;quot;slub&amp;quot;/&amp;gt;;&lt;br /&gt;
* Hórnik-Bibliothek im Wendischen Seminar Prag&amp;lt;ref name=&amp;quot;ldp&amp;quot;&amp;gt;Sorbisches Institut 2021: Pressemitteilung zu Digitalisaten aus dem Landesdigitalisierungsprogramm Sachsen (u. a. „Serbowka“, erstes sorbisches Lehrbuch), 12.03.2021. URL: https://serbski-institut.de/wp-content/uploads/2021/12/2021-03-12_MI_Erstes-sorbisches-Lehrbuch-LDP_Serbowka_de.4753.pdf, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;;&lt;br /&gt;
* Deutsches Historisches Museum, Literaturarchive Marbach und Berlin, Nationalmuseum Prag&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt;;&lt;br /&gt;
* Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland, Bonn&amp;lt;ref name=&amp;quot;lorenz2023&amp;quot;/&amp;gt;;&lt;br /&gt;
* Sächsisches Staatsarchiv,&lt;br /&gt;
* Brandenburgisches Landeshauptarchiv,&lt;br /&gt;
* Deutsche Nationalbibliothek (''Annahme'');&lt;br /&gt;
* Einrichtungen in Tschechien&lt;br /&gt;
|| öffentlich || ''offen'' || '''B''' ○; &amp;lt;br&amp;gt;mögliche Partner für K3 und K4 || unterliegen eigenen Digitalisierungsabläufen; sorabistische Expertise wird dort bisher nicht nachgefragt&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt;; Umfang der sorbischen Bestände ''offen''&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.1.4 Erste Befunde ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;mark&amp;gt;Die folgende Übersicht muss mit den Institutionen bzgl. Änderungen und Ergänzungen abgestimmt werden.&amp;lt;/mark&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Rollenübersicht erlaubt erste Hinweise, die in den folgenden Abschnitten geprüft werden:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* '''Bewahren ist breit verteilt, Dienste sind konzentriert und projektgebunden.''' Nur die vier hauptamtlichen Einrichtungen mit Sammlungsauftrag – Sorbisches Museum, Wendisches Museum, Sorbische Zentralbibliothek und SKA – sowie die Spezialarchive verfügen zumindest grundsätzlich über Personal und Technik für Digitalisierung. Sie arbeiten in nicht miteinander verbundenen Insellösungen mit eher einfacher Ausstattung; keine von ihnen hat eine eigene Digitalisierungsabteilung.&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt; Dienste für andere Träger baut das DZ des SI auf. Es ist bis Ende 2027 projektfinanziert, derzeit nur für sächsische Träger kostenfrei, und seine Nutzung durch das Wendische Museum ist noch zu klären.&amp;lt;ref name=&amp;quot;dk2026&amp;quot;/&amp;gt; Die SLUB macht sorbisches Schrifttum bereits digital zugänglich, auch aus Beständen des SI, und übernimmt mit der Deutschen Fotothek Leistungen für das SKA&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt;. &lt;br /&gt;
* '''Für die langfristige Erhaltung fremder Bestände gibt es noch keine dauerhafte Lösung.''' Offen ist, wer Digitalisate anderer Träger verbindlich und dauerhaft übernimmt. Das DZ legt Digitalisate in einem Repositorium mit Datensicherung ab; ein Konzept für die Langzeitarchivierung im Dauerbetrieb soll aus der Evaluationsphase entstehen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;dk2026&amp;quot;/&amp;gt; Das Sorbische Museum sieht hier keinen akuten Bedarf, weil Archivierung Teil seiner regulären Arbeit sei;&amp;lt;ref name=&amp;quot;smb2026&amp;quot;/&amp;gt; ob dies einer Langzeiterhaltung im Sinne von [[#2.3.4 Digitalisierungsdienst und Archiv|Abschnitt 2.3.4]] entspricht, ist ''offen''. So gelangen Veranstaltungsaufnahmen des studijo LUCIJA nur teilweise und komprimiert (''zu prüfen'') in das SKA.&amp;lt;ref name=&amp;quot;lucija&amp;quot;/&amp;gt; Die SLUB betreibt eine eigene digitale Langzeitarchivierung; ob sie auch für sorbische Träger in Frage kommt, ist ''offen''. Das Gleiche gilt für das Sächsische Staatsarchiv.&lt;br /&gt;
* '''Die Dokumentation des lebendigen Kulturlebens liegt teils außerhalb sorbischer Verantwortung.''' Die Archive des sorbischen Rundfunks sind nicht öffentlich zugänglich.&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt; Sorbischsprachige Produktionen von MDR und rbb standen dem SKA 2019 aus rechtlichen Gründen nicht zur Verfügung.&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt; Der heutige Stand ist ''offen''.&lt;br /&gt;
* '''Die Domowina ist der wichtigste Zugang zu kleinen Trägern, hat aber selbst keinen Überblick über deren Bestände.''' Mindestens 9 der 23 kleinen Sammlungsorte sind direkt oder über Mitgliedsvereine mit ihr verbunden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;liste2026&amp;quot;/&amp;gt; Ihre Strukturen eignen sich daher als Weg, kleine Träger zu erreichen – für die Erhebung ebenso wie für spätere Unterstützungsangebote. Eine zentrale Verwaltung oder Übersicht der Bestände in ihren Strukturen gibt es allerdings nicht; ihr Zustand ist daher nicht feststellbar.&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2026&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
* '''Das Wissen über kleine Träger ist lückenhaft und teils veraltet.''' 12 der 23 kleinen Orte sind bisher nur durch die Domowina-Unterlagen von 2019 und 2020 belegt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;liste2026&amp;quot;/&amp;gt; Ob sie heute noch bestehen und wie es um ihre Bestände steht, ist ''offen''. Besonders privat betreute Ausstellungen werden in Abschnitt 3.2 auf ihre Gefährdung geprüft.&lt;br /&gt;
* '''Kleine Träger haben keine feste Anlaufstelle; Koordination und Priorisierung sind noch nicht verbindlich geregelt.''' Das frühere Sorbische Folklorezentrum war seit 1993 faktisch nicht mehr tätig.&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt; In der Niederlausitz diente 2020 ein Projekt zur Inwertsetzung des immateriellen Kulturerbes auch der Vernetzung kleiner Museen. Der Kulturausschuss der Domowina sah sich als ehrenamtliches Gremium nicht in der Lage, die Koordination zu leisten, und bat Fachinstitutionen und die Gremien der Stiftung, Verantwortung zu übernehmen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2020&amp;quot;/&amp;gt; Das DZ-Konzept sieht für die Auswahl ein Lenkungsgremium aus Vertreterinnen und Vertretern der vier hauptamtlichen Einrichtungen und des SKR vor; Zusammensetzung und Kriterien sind noch festzulegen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt; Wie das heute geregelt ist, untersucht Abschnitt 3.4.&lt;br /&gt;
* '''Ein Teil des Erbes liegt bei Einrichtungen der Mehrheitsgesellschaft und im Ausland.''' Dort folgt die Digitalisierung eigenen Abläufen, und sorabistische Expertise wird bisher nicht nachgefragt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Liste aller bekannten Sammlungsorte mit Typ, Trägerschaft und Kulturgutklassen steht in [[12.3.A3 Sammlungsorte des sorbischen Kulturerbes|Anhang 12.3.A3]]. Sie wird laufend ergänzt.&lt;br /&gt;
&amp;lt;!-- Anhang 12.3.A3 aus der Arbeitsliste vom 02.04.2026 aufbauen; Namen privater Sammler nur mit Einverständnis --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== 3.2 Bestände und Bedarfe ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieser Abschnitt beschreibt die Nachfrageseite der Analyse: Welche Bestände sorbischen Kulturerbes gibt es, wie weit sind sie erfasst und digitalisiert, welche sind gefährdet, und welche Unterstützung brauchen die Kulturgutträger? Festgestellt wird dabei nur, wo Zeitdruck besteht. Welche Bestände mit welcher Priorität bearbeitet werden, sollten die sorbische Gemeinschaft und ihre Fachgremien entscheiden (vgl. [[#2.4.2 Prozessschritte im Detail|Prozessschritt 3 „Bewerten &amp;amp; freigeben“]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein institutionsübergreifender Überblick über die Bestände existiert bisher nicht (siehe 3.2.5). Die folgenden Angaben sind daher Mindestwerte und Größenordnungen aus veröffentlichten Angaben der Einrichtungen, den Bedarfserklärungen des Sorbischen Museums, des Wendischen Museums und der Domowina vom April 2026, Projektunterlagen und den in [[#3.1 Akteure und Rollen|Abschnitt 3.1]] genannten Quellen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;mark&amp;gt;Die Bestände sollten mit den SI, insb. Register, bzgl. Korrektheit und Vollständigkeit abgestimmt werden, evtl. liegt dort ein institutionsübergreifender Überblick über Bestände vor.&amp;lt;/mark&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.2.1 Begriffe ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
; Sammlungsort&lt;br /&gt;
: Ort, an dem Kulturgüter verwahrt werden, etwa ein Museum, ein Archiv, eine Heimatstube oder eine Privatwohnung. Ein Akteur kann mehrere Sammlungsorte haben.&lt;br /&gt;
; Bestand&lt;br /&gt;
: Abgrenzbare Gruppe von Kulturgütern einer [[#2.2 Klassifizierung von Kulturgütern|Kulturgutklasse]], die an einem Sammlungsort gemeinsam verwahrt wird, zum Beispiel die Fotografien einer Heimatstube oder die Tonbänder eines Archivs. Feiner unterschieden wird nur, wenn sich Zustand oder Rechtslage deutlich unterscheiden. Ein Bestand gehört zu dem Ort, an dem das Original oder die Masterdatei liegt - Kopien an anderen Orten beschreiben seinen Digitalisierungsstand.&lt;br /&gt;
: Bei immateriellem Kulturerbe gilt die vorhandene Dokumentation als Bestand, etwa Ton- und Videoaufnahmen oder Beschreibungen. Eine bisher nicht dokumentierte Praxis erscheint als Dokumentationsbedarf.&lt;br /&gt;
; Bedarf&lt;br /&gt;
: Was ein Bestand oder ein Kulturgutträger braucht.&lt;br /&gt;
:* ''Bestandsbezogene'' Bedarfe richten sich auf die [[#2.3.2 Vier Kernfunktionen|vier Kernfunktionen]] (erfassen, digitalisieren, langfristig erhalten, zugänglich machen).&lt;br /&gt;
:* ''Trägerbezogene'' Bedarfe betreffen den Akteur selbst, etwa Personal, Beratung oder Finanzierung.&lt;br /&gt;
; Dringlichkeit&lt;br /&gt;
: Zeitdruck, der sich aus einer Gefährdung ergibt. Sie ist nicht gleichbedeutend mit Priorität, in die auch kulturelle Bedeutung, Nutzen und Machbarkeit eingehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.2.2 Bestandslandkarte ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Übersicht folgt der [[#2.2 Klassifizierung von Kulturgütern|Klassifizierung aus Abschnitt 2.2]]. Sie nennt für jede Klasse typische Bestände, die wichtigsten Träger und den bekannten Stand. Einzelne Sammlungsorte stehen in [[12.3.A3 Sammlungsorte des sorbischen Kulturerbes|Anhang 12.3.A3]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|+ Bestände nach Kulturgutklassen (Stand: weitgehend · teilweise · kaum · ''offen'')&lt;br /&gt;
! Klasse !! Typische Bestände !! Wichtigste Träger !! Umfang, soweit bekannt !! Erfasst !! Digitalisiert !! Gefährdung&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''A''' Materiell – unbeweglich || Denkmale, Gedenktafeln, Inschriften, Grabmäler, Blockbauten, Wirkungsstätten, Kirchen; Häuser wie der Dom Njechorńskeho || Eigentümer, Gemeinden, Kirchgemeinden; dokumentiert durch das SI || Langzeitprojekt „Großes Inventar sorbischer Kulturdenkmale“ des SI (ab 2000): rund 1.700 Objekte in der sächsischen Oberlausitz&amp;lt;ref name=&amp;quot;kdm&amp;quot;&amp;gt;Fachpublikation zu sorbischen Kulturdenkmalen. Interne Referenz: saxorum-10788_Sorbische_Kulturdenkmale_digital_erfassen_präsentieren.pdf. Angabe nach Projektunterlagen, noch zu prüfen.&amp;lt;/ref&amp;gt; mit 6.161 Fotonegativen&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt; || weitgehend für die sächsische Oberlausitz: 1.760 Datensätze in einer Datenbank, qualitätsgesichert und in das SKR integriert&amp;lt;ref name=&amp;quot;kdmsi&amp;quot;&amp;gt;Sorbisches Institut o. J.: Sorbische Kulturdenkmale in Sachsen. Projektbeschreibung, u. a. zum Teilprojekt im Verbundprojekt DIKUSA – Vernetzung digitaler Kulturdaten in Sachsen (2022-2025). URL: https://www.serbski-institut.de/projekte-kulturwissenschaften/sorbische-kulturdenkmale-in-sachsen/; ältere Fassung: https://www.serbski-institut.de/projekte-kulturwissenschaften/sorbische-kulturdenkmale-in-sachsen-2/, abgerufen im Oktober 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;; Niederlausitz in Erfassung, geplant in drei Phasen bis 2031&amp;lt;ref name=&amp;quot;nlposter&amp;quot;&amp;gt;Sorbisches Institut o. J.: Materielle Zeugnisse sorbischer/wendischer Kultur in der Niederlausitz. Modul 4 des Vorhabens „Digitales Portal zu sorbischen und Lausitzer Sprach- und Kulturlandschaften“ (Poster). URL: https://serbski-institut.de/wp-content/uploads/2021/11/A0-Druck_DigPortal-M4.pdf, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; || teilweise: Fotonegative im Dezember 2024 extern digitalisiert&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt;; rund 1.200 Objektbeschreibungen für den Wissensgraphen des Verbundprojekts DIKUSA aufbereitet&amp;lt;ref name=&amp;quot;kdmsi&amp;quot;/&amp;gt;; 78 Objekte öffentlich im Atlas auf Sorabicon, davon 26 aus dem sächsischen und 52 aus dem brandenburgischen Teil (April 2026)&amp;lt;ref name=&amp;quot;atlas&amp;quot;&amp;gt;Sorbisches Institut 2026: Pressemitteilung zum digitalen Atlas sorbischer Kulturdenkmale im Wissensportal Sorabicon, 30.04.2026. URL: https://idw-online.de/de/news870102, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;; erste 3D-Raumscans, z. B. des Dom Njechorńskeho&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt; || Verwitterung, Umbau, Abriss; Bausubstanz einzelner Häuser 2019 als Problem genannt&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019b&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''B1''' Schriftgut || Bücher, Zeitungen, Handschriften, Nachlässe, Vereins- und Institutionsakten, Musikalien, Plakate, Grafik, Postkarten || Sorbische Zentralbibliothek, Sorbisches Kulturarchiv (SKA), Sorbisches Museum, Wendisches Museum, SLUB, Hórnik-Bibliothek im Wendischen Seminar Prag, Oberlausitzische Bibliothek der Wissenschaften Görlitz, Domowina-Verlag || SI: mindestens 500.000, eher 1 Mio. zu digitalisierende Druckseiten, Archivalien nicht eingerechnet (DZ-Konzept, S. 39)&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt;; Zentralbibliothek ca. 110.000 Medieneinheiten&amp;lt;ref name=&amp;quot;liste2026&amp;quot;/&amp;gt;; Sorbisches Museum: bibliophile und sorabistische Sammlung ca. 8.700, Plakate ca. 1.700, Postkarten ca. 2.500&amp;lt;ref name=&amp;quot;smb2026&amp;quot;/&amp;gt;; Wendisches Museum: historische Karten, Plakate, Literatur, Zeitschriften, Postkarten, Zahl ''offen''&amp;lt;ref name=&amp;quot;wm2026&amp;quot;/&amp;gt;; SKA: Nachlässe, Akten der Domowina 1912-1989 und sorbischer Vereine, Umfang ''offen''&amp;lt;ref name=&amp;quot;ska&amp;quot;&amp;gt;Sorbisches Institut o. J.: Sorbian Cultural Archive. URL: https://www.serbski-institut.de/en/sorbian-cultural-archive/, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; || weitgehend in den Bibliotheken (Katalog, Sorbische Bibliographie)&amp;lt;ref name=&amp;quot;vls&amp;quot;/&amp;gt;; kleine und private Träger ''offen'' || teilweise: 1.634 Dokumente des SI auf Sachsen.Digital (Stand 2021)&amp;lt;ref name=&amp;quot;ldp&amp;quot;&amp;gt;Sorbisches Institut 2021: Pressemitteilung zu Digitalisaten aus dem Landesdigitalisierungsprogramm Sachsen (u. a. „Serbowka“, erstes sorbisches Lehrbuch), 12.03.2021. URL: https://serbski-institut.de/wp-content/uploads/2021/12/2021-03-12_MI_Erstes-sorbisches-Lehrbuch-LDP_Serbowka_de.4753.pdf, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;; Handschriften des SKA 2016 digitalisiert&amp;lt;ref name=&amp;quot;hs&amp;quot;&amp;gt;Sorbisches Institut o. J.: Digitalisate handschriftlicher Literatur aus den Beständen des SKA in Sachsen.digital. URL: https://serbski-institut.de/de/Handschriften-als-Digitalisat, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;; Zeitungen und Zeitschriften teils online&amp;lt;ref name=&amp;quot;vls&amp;quot;/&amp;gt;; Plakate des Sorbischen Museums im Pilot mit dem SI&amp;lt;ref name=&amp;quot;smb2026&amp;quot;/&amp;gt;; DZ-Pilot zu den Periodika Bramborski Casnik (ab 1848) und Katolski Posoł (ab 1863) mit Texterkennung&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt;; Neuauflage vergriffener Bücher des Domowina-Verlags als Book on Demand im Pilot&amp;lt;ref name=&amp;quot;dk2026&amp;quot;/&amp;gt;; Texterkennung historischer sorbischer Drucke mit weiterem Forschungsbedarf&amp;lt;ref name=&amp;quot;dk2026&amp;quot;/&amp;gt; || Nachlässe in Privatbesitz; säurehaltiges Papier des 19. und 20. Jahrhunderts (''Annahme'', nicht erhoben)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''B2''' Fotografien und Bildträger || Fotosammlungen und Fotonachlässe, Negative, Glasplatten, Dias || SKA, Sorbisches Museum, Wendisches Museum, Stadtmuseum Cottbus, SI (Kulturdenkmale), Sorbisches National-Ensemble (SNE), Domowina Verlag (LND), Deutsch-Sorbisches Volkstheater ''(Annahme)'', Chronisten, Privatpersonen || Sorbisches Museum: Foto- und Bildarchiv ca. 8.300&amp;lt;ref name=&amp;quot;smb2026&amp;quot;/&amp;gt;; Kulturdenkmal-Inventar 6.161 Negative&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt;; SKA: Fotosammlungen und Diakollektionen aus Domowina-Nachlässen vor 1990, Umfang ''offen''&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt;; Wendisches Museum: historische Fotografien, Dias, Zahl ''offen''&amp;lt;ref name=&amp;quot;wm2026&amp;quot;/&amp;gt; || teilweise bei Museen und SKA, z. B. Fotodatenbank des Sorbischen Museums&amp;lt;ref name=&amp;quot;smb2026&amp;quot;/&amp;gt;; private Bestände oft unstrukturiert&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt; || teilweise: Fotosammlungen des SKA über die Deutsche Fotothek zugänglich; Diakollektionen und Kulturdenkmal-Negative extern digitalisiert&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt;; ausgewählte Bildsammlungen des SKA im Virtuellen Lesesaal&amp;lt;ref name=&amp;quot;vls&amp;quot;/&amp;gt;; Glasplattennegative der Sammlung Fritz Unger (Stadtmuseum Cottbus) mit wendischen Motiven auf museum-digital&amp;lt;ref name=&amp;quot;unger&amp;quot;&amp;gt;museum-digital:brandenburg o. J.: Wendische Trachtengruppe, Glasplattennegativ, Fotografische Sammlung Fritz Unger, Stadtmuseum Cottbus, Inv.-Nr. U190-05. URL: https://brandenburg.museum-digital.de/pdf/object/65463.pdf?lang=de, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; || Negative, Dias und Glasplatten empfindlich; private Bestände ohne Verzeichnis&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''B3''' Analoge AV-Träger || Tonbänder, Kassetten, Schallplatten, Videobänder, Filme || SKA, MDR und rbb, SNE, Sorbisches Museum, Wendisches Museum, Amateurfilmer, Njepila-Hof (Tondokumente)&amp;lt;ref name=&amp;quot;liste2026&amp;quot;/&amp;gt;; Filme der früheren DEFA (Filmstudio der DDR), Hörfunkbestände der DDR-Zeit im Deutschen Rundfunkarchiv (''Annahme'') || sorbischsprachiger Rundfunk seit 1948&amp;lt;ref name=&amp;quot;rundfunk&amp;quot;&amp;gt;Wikipedia (englisch): Sorbischer Rundfunk. URL: https://en.wikipedia.org/wiki/Sorbischer_Rundfunk, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;; DEFA-Gruppe „Sorbischer Film“ 1980-1990: knapp 40 Filme&amp;lt;ref name=&amp;quot;defa&amp;quot;&amp;gt;Deutsches Historisches Museum, Zeughauskino o. J.: Filmreihe „Sorbische Filmlandschaften“. URL: https://www.dhm.de/zeughauskino/filmreihe/sorbische-filmlandschaften/, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;; Sorbisches Museum: Audiokassetten, Schallplatten, Filmrollen, VHS&amp;lt;ref name=&amp;quot;smb2026&amp;quot;/&amp;gt;; Wendisches Museum: VHS-Kassetten, CDs&amp;lt;ref name=&amp;quot;wm2026&amp;quot;/&amp;gt;; SKA, SNE und Amateurbestände ''offen'' || kaum bekannt || teilweise: Filme des SKA über die Deutsche Fotothek bzw. im sächsischen Programm zur Sicherung des audiovisuellen Erbes digitalisiert&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;vls&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;avsachsen&amp;quot;&amp;gt;Leipziger Internet Zeitung 2020: Über 50.000 Film- und Tonminuten digitalisiert. Zwischenbilanz zur Sicherung des audiovisuellen Erbes in Sachsen, 16.09.2020. URL: https://www.l-iz.de/melder/wortmelder/2020/09/Ueber-50-000-Film-und-Tonminuten-digitalisiert-Zwischenbilanz-zur-Sicherung-des-audiovisuellen-Erbes-in-Sachsen-349190, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;; Umfang ''offen''; im DZ bisher ein einfacher 8-mm-Digitalisierer, hochwertige Filmdigitalisierung nur in Kooperation&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt;; das Sorbische Museum benötigt Technik für Ton-, Film- und Videoträger&amp;lt;ref name=&amp;quot;smb2026&amp;quot;/&amp;gt; || '''hoch''': Material und veraltete Abspieltechnik erfordern eine priorisierte Digitalisierung; bei Film drohen Essigsäure-Syndrom, Farbverblassung und Schrumpfung&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt;; Magnetbandformate sind veraltet, die routinemäßige Überspielung endete nach Einschätzung von UNESCO und IASA (Internationaler Verband der Schall- und audiovisuellen Archive) etwa 2025&amp;lt;ref name=&amp;quot;mta&amp;quot;&amp;gt;IASA o. J.: Announcing the Magnetic Tape Alert Project (UNESCO-Programm „Information for All“ und IASA). URL: https://iasa-web.org/node/5374, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''B4''' 3D-Objekte || Trachten und Textilien, Volkskunst, Ostereier, Keramik, Glas, Hausrat, Musikinstrumente, Kunstwerke || Sorbisches Museum, Wendisches Museum, Heimatmuseen und Heimatstuben, Trachtenfundi von Vereinen und Ensembles, private Sammlungen || Sorbisches Museum: ca. 42.000 Objekte insgesamt, davon materielle Kultur ca. 21.000 mit ca. 6.700 Trachten und Textilien und ca. 8.000 Werken bildender Kunst&amp;lt;ref name=&amp;quot;smb2026&amp;quot;/&amp;gt;; Wendisches Museum: größte Sammlung niedersorbischer Tracht&amp;lt;ref name=&amp;quot;wm&amp;quot;&amp;gt;Wendisches Museum Cottbus o. J.: Selbstdarstellung des Museums, Dokument im Ratsinformationssystem der Stadt Cottbus. URL: https://session.cottbus.de/oparl/bodies/0001/downloadfiles/00007050.pdf, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;, dazu u. a. Keramik, Glas, Musikinstrumente, Volkskunst mit großer Ostereiersammlung, Zahl ''offen''&amp;lt;ref name=&amp;quot;wm2026&amp;quot;/&amp;gt;; Sorbische Webstube Drebkau über 4.000 Ostereier&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt;; Heimatmuseum Dissen 6.700 inventarisierte Exponate (SKR-Konzept, S. 8)&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;/&amp;gt;; Jänschwalde über 40 Originaltrachten und über 1.000 Keramiken&amp;lt;ref name=&amp;quot;liste2026&amp;quot;/&amp;gt; || teilweise: Sorbisches Museum mit Inventarbüchern und Datenbank (HiDA)&amp;lt;ref name=&amp;quot;smb2026&amp;quot;/&amp;gt;, Wendisches Museum mit Adlib&amp;lt;ref name=&amp;quot;wm2026&amp;quot;/&amp;gt;, aber ohne verknüpfendes System (SKR-Konzept, S. 7)&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;/&amp;gt;; kleine Museen teils ohne Inventar&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt; || kaum bis teilweise: Sorbisches Museum erst teilweise digital erfasst&amp;lt;ref name=&amp;quot;smb2026&amp;quot;/&amp;gt;; Wendisches Museum digitalisiert derzeit vor allem Kunst und hat mit museum-digital begonnen&amp;lt;ref name=&amp;quot;wm2026&amp;quot;/&amp;gt;; acht Häuser mit sorbischem Schwerpunkt haben zusammen 401 Objekte auf museum-digital veröffentlicht (SKR-Konzept, S. 8)&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;/&amp;gt;; Pilot Drebkau: sorbische Ostereier fotografiert, 16 davon als 3D-Modell, auf museum-digital&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt; || Sorbisches Museum: Zustand weitgehend gut, keine akut gefährdeten Bestände bekannt, ca. 100 Objekte mit Pestiziden aus der DDR-Zeit belastet&amp;lt;ref name=&amp;quot;smb2026&amp;quot;/&amp;gt;; Textilien empfindlich; private Ausstellungen ohne Nachfolge (siehe 3.2.3)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''C1''' Orale Traditionen || Sprache und Dialekte, Erzählungen, Sagen, Zeitzeugenberichte || Sprecherinnen und Sprecher; dokumentiert durch SI und Rundfunk || ''offen'' || teilweise: Zeitzeugen-O-Töne im Wissensportal Sorabicon&amp;lt;ref name=&amp;quot;atlas&amp;quot;/&amp;gt;; Zeitzeugen-Sammlung des studijo LUCIJA auf YouTube&amp;lt;ref name=&amp;quot;lucija_youtube&amp;quot;&amp;gt;studijo LUCIJA YouTube Kanal. URL: https://www.youtube.com/@studijoLucija/videos, abgerufen am 30.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; || teilweise || '''hoch''' für das Niedersorbische: nach Angaben des Bundesinnenministeriums 2024 nur noch wenige hundert fließende Sprecherinnen und Sprecher&amp;lt;ref name=&amp;quot;sprache&amp;quot;&amp;gt;Universität Potsdam o. J.: Mehrsprachigkeit in Brandenburg – Sorbisch (mit Verweis auf BMI 2024 und Landesregierung Brandenburg 2024). URL: https://www.uni-potsdam.de/de/svm/mehrsprachigkeit-in-brandenburg/studentische-projekte/sorbisch, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;; die Sicherung des Wissens von Zeitzeuginnen und Zeitzeugen ist im DZ-Konzept als Auswahlkriterium genannt&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''C2''' Darstellende Künste || Musik, Lieder, Tanz, Theater, Chorgesang || SNE, Deutsch-Sorbisches Volkstheater, Chöre und Ensembles; dokumentiert durch Rundfunk und studijo LUCIJA&amp;lt;ref name=&amp;quot;lucija_youtube&amp;quot;/&amp;gt; || ''offen'' || ''offen'' || teilweise: neuere Aufnahmen meist ursprünglich digital (siehe D1) || vergängliche Formate wie Aufführungen, Ausstellungen und Veranstaltungen werden bisher zu wenig gesichert; einfache Wege wie 360-Grad-Aufnahmen wurden angeregt&amp;lt;ref name=&amp;quot;dk2026&amp;quot;/&amp;gt;; ältere Mitschnitte auf AV-Trägern (siehe B3); digitale Mitschnitte, die nicht langzeittauglich gelagert und nicht registriert sind (siehe D1 und D2)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''C3''' Rituale und Feste || Bräuche und Feste im Jahreslauf, u. a. Vogelhochzeit, Zampern, Zapust, Ostersingen, Osterreiten, Maibaum, Kirmes || MDR, rbb, studijo LUCIJA&amp;lt;ref name=&amp;quot;lucija_youtube&amp;quot;/&amp;gt;, Vereine, Dorfgemeinschaften, Kirchgemeinden || „Gesellschaftliche Bräuche und Feste der Lausitzer Sorben im Jahreslauf“ seit 2014 im Bundesweiten Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes&amp;lt;ref name=&amp;quot;ike&amp;quot;&amp;gt;Sorbisches Institut 2020: Aufruf und Fragebogen zur Erhebung sorbischer/wendischer Bräuche und Feste im Landkreis Spree-Neiße, 18.12.2020. URL: https://www.serbski-institut.de/wp-content/uploads/2022/03/IKE-Fragebogen-Aufruf_2020_12_189_DE.4701.pdf, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;iketour&amp;quot;&amp;gt;Sachsen-Tourismus 2025: Hintergrundtext Immaterielles Kulturerbe. URL: https://www.sachsen-tourismus.de/fileadmin/mediendatenbank_ALT/mediendatenbank/bilder/presse/rechercheideen/hintergrundtext-immaterielles-kulturerbe-2025.pdf, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; || teilweise: Erhebung im Landkreis Spree-Neiße durch das SI ab 2020&amp;lt;ref name=&amp;quot;ike&amp;quot;/&amp;gt; mit rund 500 dokumentierten Praktiken, Ergebnisse auf Sorabicon („lebendiges Kulturerbe in der Niederlausitz“)&amp;lt;ref name=&amp;quot;ike2023&amp;quot;&amp;gt;Sorbisches Institut 2023: Teilprojekt zum immateriellen Kulturerbe der Sorben/Wenden in der Niederlausitz im Vorhaben „Digitales Portal zu sorbischen und Lausitzer Sprach- und Kulturlandschaften“. Folien zum Institutstag. URL: https://www.serbski-institut.de/wp-content/uploads/2023/01/08_DigPortal-M5-Institutstag-neu.pdf, abgerufen am 30.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;atlas&amp;quot;/&amp;gt;; Oberlausitz ''offen'' || teilweise || Praxis im Wandel; frühere Ausprägungen nur über Dokumentation greifbar&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''C4''' Wissen über Natur und Universum || Volksglaube, Heil- und Sammelwissen, religiöse Praxis || Familien, Kirchgemeinden || ''offen'' || ''offen'' || ''offen'' || Wissen oft bei wenigen, teils älteren Personen (SKR-Konzept, S. 8)&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''C5''' Traditionelles Handwerk || Ostereiverzierung, Trachtenherstellung und -pflege, Weben, Flachs und Leinen, Töpfern || Handwerkerinnen und Handwerker, Vereine, Heimatmuseen, z. B. Sorbische Webstube Drebkau&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;/&amp;gt;, Kólasko Drachhausen&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019b&amp;quot;/&amp;gt; || ''offen'' || ''offen'' || ''offen'' || Wissen an wenige Personen gebunden; fehlender Nachwuchs (SKR-Konzept, S. 8)&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''D1''' Born-digital || Websites, soziale Medien, Musikvideos, Veranstaltungsmitschnitte, digitale Fotos und Videos, digitale Publikationen, Projektdaten, ältere Datenträger || Künstlerinnen und Künstler, studijo LUCIJA, Rundfunk, Verlage, Vereine, Einrichtungen || 2024 ermittelte das SKR 41 sorbische Musikvideos von 18 Künstlerinnen, Künstlern und Gruppen auf YouTube, das früheste von 2007&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt;; Sorbisches Museum: neue Sammlungskategorie „Datenträger“ mit 5 Objekten&amp;lt;ref name=&amp;quot;smb2026&amp;quot;/&amp;gt;; sonst ''offen'' || kaum; erste Erhebungen durch das SKR&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt; || – || '''hoch''': YouTube ist kein verlässlicher Speicherort, Inhalte können jederzeit entfernt werden; vorgeschlagen ist eine Notsicherung durch das DZ&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt;; keine systematische Sicherung sorbischer Web- und Social-Media-Inhalte bekannt; Webarchivierung in Deutschland insgesamt lückenhaft&amp;lt;ref name=&amp;quot;webarchiv&amp;quot;&amp;gt;netzpolitik.org 2026: Kritische Infrastruktur: Bei der Web-Archivierung fehlt die Strategie. URL: https://netzpolitik.org/2026/kritische-infrastruktur-bei-der-web-archivierung-fehlt-die-strategie/, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;; Masterdateien teils nur beim Erzeuger&amp;lt;ref name=&amp;quot;lucija&amp;quot;/&amp;gt;; ältere Speichermedien wie Disketten schwer lesbar&amp;lt;ref name=&amp;quot;smb2026&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''D2''' Digitalisate || digitale Repräsentationen aus den Klassen A bis C || SI, SLUB mit Deutscher Fotothek, Museen, Projekte || SI: 1.634 Dokumente auf Sachsen.Digital (2021)&amp;lt;ref name=&amp;quot;ldp&amp;quot;/&amp;gt;; Sorabicon: zwölf veröffentlichte Sammlungen (2026)&amp;lt;ref name=&amp;quot;atlas&amp;quot;/&amp;gt;; Repositorium digitalizat.de, öffentlich voraussichtlich ab ca. Q3/2026, Stand ''offen''&amp;lt;ref name=&amp;quot;dk2026&amp;quot;/&amp;gt; || teilweise: über Kataloge und die Deutsche Digitale Bibliothek nachgewiesen, teils als gemeinfrei gekennzeichnet&amp;lt;ref name=&amp;quot;ddb&amp;quot;&amp;gt;Deutsche Digitale Bibliothek o. J.: Wot togo narodu Jesu Christußa (1865), Datengeber: Sorbisches Institut / Sorbisches Kulturarchiv. URL: https://www.deutsche-digitale-bibliothek.de/item/3IVBZKDCQK6LHTOFW5HKYF235K6A4QEF, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; || – || Langzeiterhaltung nicht dauerhaft geregelt: Das DZ legt Digitalisate in einem Repositorium mit Datensicherung ab, ein Konzept für die Langzeitarchivierung im Dauerbetrieb steht aus&amp;lt;ref name=&amp;quot;dk2026&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.2.3 Bestände mit vorrangigem Digitalisierungsbedarf ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als vorrangig gilt ein Bestand, wenn mindestens einer der folgenden Gründe zutrifft:&lt;br /&gt;
# '''Materialverfall oder veraltete Technik:''' Der Träger zerfällt, oder Abspielgeräte sind kaum noch verfügbar.&lt;br /&gt;
# '''Ungesicherte Betreuung:''' Nachfolge, Räume oder Trägerschaft sind nicht gesichert.&lt;br /&gt;
# '''Unikat ohne Sicherung:''' Es gibt weder eine Kopie noch einen Nachweis an anderer Stelle.&lt;br /&gt;
# '''Schwindendes Wissen:''' Trägerinnen und Träger einer Praxis oder Zeitzeugen können nur noch begrenzte Zeit befragt werden.&lt;br /&gt;
# '''Ungesicherte digitale Dateien:''' Masterdateien fehlen, es gibt kein Zielarchiv, oder die Dateiformate veralten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die '''Dringlichkeit''' ist&lt;br /&gt;
* ''hoch'', wenn Verlust oder Unzugänglichkeit innerhalb weniger Jahre wahrscheinlich sind,&lt;br /&gt;
* ''mittel'', wenn ein Risiko erkennbar ist, der Zeitrahmen aber offen ist, und&lt;br /&gt;
* ''offen'', wenn die Lage nicht bekannt ist.&lt;br /&gt;
Die Herkunft der Dringlichkeit ist mit '''G''' gekennzeichnet, wenn der Bedarf von Trägern oder in ihren Unterlagen genannt wurde, und mit '''A''', wenn er aus der Analyse abgeleitet ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|+ Bestände mit vorrangigem Digitalisierungsbedarf&lt;br /&gt;
! Bestand / Bestandsgruppe !! Träger !! Klasse !! Grund !! Dringlichkeit !! Herkunft !! Quelle&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Ton-, Video- und Filmbestände auf Magnetband und Film || SKA, SNE, Rundfunk, Sorbisches Museum, Wendisches Museum, Amateurfilmer, Njepila-Hof u. a. || B3 || 1, 3 || hoch || G, A || &amp;lt;ref name=&amp;quot;smb2026&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;mta&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;ska&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Sprache und Erzählwissen der letzten muttersprachlichen Sprecherinnen und Sprecher des Niedersorbischen || – || C1 || 4 || hoch || A || &amp;lt;ref name=&amp;quot;sprache&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Zwei private Ausstellungen in der Oberlausitz, von den Betreibern im Ruhestand allein und ohne Förderung betreut (Stand 2019); eine davon inzwischen vom DZ als 3D-Raumscan erfasst, ihr dauerhafter Verbleib ist ungeklärt || privat || B4 || 2, 3 || hoch || G || &amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019b&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Private Sammlungen und Nachlässe, darunter Filme und Chroniken sowie ein Nachlass, dessen Sichtung und Bewertung 2019 erbeten wurde || privat || B1-B4 || 1, 2, 3 || hoch || G || &amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019b&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Veranstaltungsmitschnitte, die nicht zentral registriert sind und nur teilweise und komprimiert (''zu prüfen'') an das SKA gehen || studijo LUCIJA || D1 (C2, C3) || 5 || hoch || A || &amp;lt;ref name=&amp;quot;lucija&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Sorbische Musikvideos auf YouTube, Websites und soziale Medien || Künstlerinnen und Künstler, Gruppen, Einrichtungen || D1 || 5 || hoch || G ||&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;webarchiv&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Ältere Datenträger und ursprünglich digitale Objekte in Sammlungen, z. B. Disketten; Sammlungskategorie „Datenträger“ des Sorbischen Museums || Sorbisches Museum u. a. || D1 || 1, 5 || mittel || G || &amp;lt;ref name=&amp;quot;smb2026&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Ausstellungen kleiner Sammlungsorte ohne Langzeitperspektive, deren Sicherung im Ist-Zustand häufig gewünscht wird || Heimatstuben, kleine Museen || B4, A || 2 || mittel || G || &amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Archiv verschwundener Orte in Horno: Umzug 2019 geplant || Trägerschaft ''offen'' || B1, B2 || 2 || ''offen'' || G || &amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019b&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Sorbische Museum kennt in seinen eigenen Beständen keine akut gefährdeten Objekte.&amp;lt;ref name=&amp;quot;smb2026&amp;quot;/&amp;gt; Die Fotonegative des Kulturdenkmal-Inventars, die bis 2024 nahezu ausschließlich analog vorlagen, sind inzwischen digitalisiert.&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.2.4 Bedarfe der Kulturgutträger ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Neben dem Bedarf einzelner Bestände haben viele Kulturgutträger Bedarfe, die sie selbst betreffen. Sie werden hier gebündelt und der Seite des Angebots zugeordnet, an die sie sich richten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
! Bedarf !! Betroffene Träger !! Richtet sich an !! Herkunft !! Quelle&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Personal und Nachwuchs für Betreuung, Erfassung und Digitalisierung; keine Mittel für studentische Hilfskräfte || kleine Museen, Heimatstuben, ehrenamtliche Sammlungsorte; Sorbisches Museum, Wendisches Museum&amp;gt; || Rahmen (F), K2 || G || &amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;smb2026&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;wm2026&amp;quot;/&amp;gt;; SKR-Konzept, S. 7-8 und 29&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Laufende Finanzierung für Personal und Unterhalt; z. B. jährliches Ringen um Personalmittel in Dissen || kleine Museen || Rahmen (F) || G || &amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019b&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Fachliche Begleitung, Beratung und Schulung, auch zu einer Digitalstrategie und zum Umgang mit digitalen Sammlungsobjekten || kleine und ehrenamtliche Träger; Wendisches Museum; Sorbisches Museum || K1-K3, Rahmen || G || &amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;wm2026&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;smb2026&amp;quot;/&amp;gt;; SKR-Konzept, S. 10 und 30&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Inventarisierung und digitale Erschließung; Nachholbedarf wegen Personalmangels „teils bestandsgefährdend“; Erfassung von Metadaten mit Hilfskräften, ggf. mit KI-Unterstützung || kleine Museen, private Sammlungen, Domowina-Strukturen || K1 || G || SKR-Konzept, S. 7&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;/&amp;gt;; &amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2026&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Vernetzung und Kooperation; eine Dienstleistungs- und Ermöglichungsstruktur für die Digitalisierung || kleine Museen, Domowina || Rahmen (S) || G || &amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2026&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Sichtbarkeit und Präsentation; Katalog für die im Aufbau befindliche Fachbibliothek || sorbische Museen, kleine Museen; Wendisches Museum || K4 || G || &amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2020&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;smb2026&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;wm2026&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Sichtung und Bewertung von Nachlässen || private Nachlässe || K1, Prozessschritt „Bewerten“ || G || &amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019b&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Räume, Bausubstanz und Bewirtschaftung, z. B. Muzej Ćišinskeho, Dom Njechorńskeho || kleine Museen und Gedenkorte || Rahmen (Voraussetzung) || G || &amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019b&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2026&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Technik und Dienstleistung zur Digitalisierung von Ton-, Film-, Video- und Diaträgern || Sorbisches Museum, Wendisches Museum, kleine und private Träger || K2 || G || &amp;lt;ref name=&amp;quot;smb2026&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;wm2026&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Großformatige Scans über DIN A3 bis DIN A0, z. B. für Plakate und Kunstwerke auf Papier || Sorbisches Museum || K2 || G || &amp;lt;ref name=&amp;quot;smb2026&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Lesbarmachung älterer Speichermedien wie Disketten || Sorbisches Museum || K2, K3 || G || &amp;lt;ref name=&amp;quot;smb2026&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Digitalisierung mit Texterkennung von Verwaltungsdokumenten wie Kauf- und Leihverträgen, um Sammlungs- und Besitzstand und Provenienz zu sichern || Wendisches Museum || K2 || G || &amp;lt;ref name=&amp;quot;wm2026&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Klarheit über Leistungsrahmen, Laufzeit, Kapazität und Logistik des DZ sowie über seine Nutzbarkeit für brandenburgische Bestände || Wendisches Museum || K2, Rahmen || G || &amp;lt;ref name=&amp;quot;wm2026&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;dk2026&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Verbindlicher Ort für die langfristige Erhaltung von Digitalisaten und ursprünglich digitalen Aufnahmen || Domowina;studijo LUCIJA, Projekte, kleine Träger || K3 || G / A || &amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2026&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;lucija&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Rechteklärung: Bild- und Urheberrechte an Digitalisaten des DZ; Rundfunkproduktionen; Einwilligungen bei Veranstaltungsaufnahmen || Sorbisches Museum, Rundfunkproduktionen, Veranstaltungsaufnahmen || Rahmen || G / A || &amp;lt;ref name=&amp;quot;smb2026&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Sorbische Museum sieht bei Langzeitverfügbarkeit sowie bei Register und Metadaten keinen akuten Bedarf, da beides Teil seiner regulären Museumsarbeit sei. Es erwartet vom SKR vor allem eine einfachere Objektrecherche, Unterstützung beim Leihverkehr und größere Sichtbarkeit seiner Sammlung.&amp;lt;ref name=&amp;quot;smb2026&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.2.5 Erste Befunde ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* '''Ein Gesamtüberblick über die Bestände fehlt.''' 2020 wurde festgestellt, dass eine systematische Registrierung des sorbischen Kulturerbes fehlt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2020&amp;quot;/&amp;gt; 2025 beschrieb das SI die Bedingungen an den Sammlungsorten als „von vorbildlich bis prekär“; vieles liege nur analog vor, und die Digitalisierung stehe überwiegend am Anfang.&amp;lt;ref name=&amp;quot;skrhandout&amp;quot;&amp;gt;Sorbisches Institut 2025: Handout zum Pressegespräch „Konzept Sorbisches Kulturregister“, 20.11.2025. URL: https://www.serbski-institut.de/wp-content/uploads/2025/11/2025-11-20_Handout-Pressegespraech-SKR_Konzept.pdf, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Ein Überblick sei derzeit nicht möglich, weil die Sammlungsorte technisch „fraktioniert oder gar inkompatibel“ arbeiten (SKR-Konzept, S. 8).&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;/&amp;gt; Für ein Erbe von „viele[n] hunderttausend Entitäten“ fehle es an systematischer Erfassung mit eindeutigen Kennungen und gemeinsamen Metadaten.&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt; Auch die Domowina hat keinen Überblick über die Bestände in ihren Strukturen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2026&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
* '''Die bekannten Sammlungsorte sind nur ein Ausschnitt.''' Das SKR-Konzept nennt mehr als 70 Einrichtungen mit kulturerberelevantem Archivgut (S. 10), die Domowina verweist auf mindestens 70 Orte&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2026&amp;quot;/&amp;gt;. Im Arbeitskreis Lausitzer Museenland widmet sich etwa ein Drittel der 48 Heimatstuben und Regionalmuseen sorbischer Geschichte und Kultur (S. 7).&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;/&amp;gt; Die Arbeitsliste umfasst bisher rund 32 Orte.&amp;lt;ref name=&amp;quot;liste2026&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
* '''Zahlen gibt es nur für wenige große Träger.''' Größenordnungen liegen vor für das Sorbische Museum (ca. 42.000 Objekte), das Schriftgut des SI (mindestens 500.000 Druckseiten), die Sorbische Zentralbibliothek und das Kulturdenkmal-Inventar (1.760 Datensätze). Für das SKA, das Wendische Museum, die audiovisuellen Bestände und fast alle kleinen Träger fehlen sie. &amp;lt;mark&amp;gt;SKA anfragen&amp;lt;/mark&amp;gt;&lt;br /&gt;
* '''Wo der Zeitdruck am größten ist, ist am wenigsten bekannt.''' Das betrifft vor allem die analogen Ton-, Video- und Filmbestände sowie die Dokumentation des Niedersorbischen. Beide großen Museen nennen Technik für audiovisuelle Träger als Bedarf.&amp;lt;ref name=&amp;quot;smb2026&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;wm2026&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
* '''Online sichtbar ist nur ein Bruchteil.''' Acht Häuser mit sorbischem Schwerpunkt haben zusammen 401 Objekte auf museum-digital veröffentlicht; das Heimatmuseum Dissen mit 6.700 inventarisierten Exponaten noch keines (SKR-Konzept, S. 8).&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;/&amp;gt; Das Wendische Museum hat mit museum-digital begonnen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;wm2026&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
* '''Digital vorhanden heißt nicht gesichert.''' Ursprünglich digitale Aufnahmen, Musikvideos und Projektdaten haben teils kein Zielarchiv oder liegen nur bei ihrem Erzeuger (siehe 3.2.3). Welche Dienste für die langfristige Erhaltung (K3) bestehen oder geplant sind, untersucht Abschnitt 3.3, wer die Aufgabe übernimmt, Abschnitt 3.4.&lt;br /&gt;
* '''Das immaterielle Kulturerbe ist ungleich dokumentiert.''' Für die Niederlausitz gab es ab 2020 eine Erhebung der Bräuche und Feste,&amp;lt;ref name=&amp;quot;ike&amp;quot;/&amp;gt; für die Oberlausitz ist keine vergleichbare bekannt.&lt;br /&gt;
* '''Ein Teil des Erbes liegt außerhalb sorbischer Verantwortung oder außerhalb der Lausitz,''' etwa in Prag, Dresden, Görlitz, Berlin und Marbach, in nicht öffentlichen Rundfunkarchiven und bei der DEFA-Überlieferung.&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Ist-Analyse kann damit Struktur und Schwerpunkte benennen, aber keine vollständige Bestandsübersicht ersetzen. Eine institutionsübergreifende Bestands- und Bedarfserhebung mit Prioritätenliste ist eine eigene Aufgabe (vgl. das Ziel 2028 in [[#1.1 Visionen und Ziele für die sorbische digitale Welt|Abschnitt 1.1]]) und wird bei den Maßnahmen aufgegriffen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== 3.3 Kernfunktionen: Vorhaben, Systeme, Dienste ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieser Abschnitt beschreibt die Angebotsseite der Analyse: Welche Vorhaben, Systeme und Dienste decken die [[#2.3.2 Vier Kernfunktionen|vier Kernfunktionen]] heute ab, welche sind im Aufbau oder geplant, und welche Kulturgutträger können sie nutzen? Er stellt damit dem Bedarf aus [[#3.2 Bestände und Bedarfe|Abschnitt 3.2]] das vorhandene und geplante Angebot gegenüber. Wie Zuständigkeiten, Regeln und Finanzierung organisiert sind, untersucht Abschnitt 3.4.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Grundlage sind das Konzept des Digitalisierungszentrums (DZ) vom 13.08.2025&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt;, das Konzept des Sorbischen Kulturregisters (SKR) vom 20.11.2025&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;/&amp;gt;, das Protokoll des Digitalisierungskreises vom 21.04.2026&amp;lt;ref name=&amp;quot;dk2026&amp;quot;/&amp;gt;, die Rückmeldungen der Museen vom April 2026&amp;lt;ref name=&amp;quot;smb2026&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;wm2026&amp;quot;/&amp;gt; sowie öffentlich zugängliche Angaben der Betreiber. Einzelheiten zu jedem Vorhaben (Laufzeit, Finanzierung, Hinweise) stehen in [[12.3.A4 Vorhaben, Systeme und Dienste zur Digitalisierung des sorbischen Kulturerbes|Anhang 12.3.A4]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;mark&amp;gt;Die folgende Übersicht muss mit dem SI (DZ, SKR, SKA, Zentralbibliothek), der SLUB und den Museen bzgl. Korrektheit und Vollständigkeit abgestimmt werden.&amp;lt;/mark&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.3.1 Bewertungsmaßstab und Begriffe ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jedes Vorhaben wird mit zwei Merkmalen beschrieben. Bewertet werden dabei Dienste aus einrichtungsübergreifender Sicht, nicht die Arbeit einzelner Einrichtungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
; Reifegrad&lt;br /&gt;
: Entwicklungsstand nach dem Prüfraster in [[12.3.A2 Prüfraster zur Bewertung des Entwicklungsstandes beim Aufbau der Digitalisierung des Kulturerbes|Anhang 12.3.A2]]. Er zeigt zugleich, ob ein Angebot geplant (Stufe 1), im Aufbau (Stufe 2) oder nutzbar ist (Stufen 3 und 4). Wie im Prüfraster empfohlen, wird jede Kernfunktion getrennt bewertet. Für die Gesamtkette zählt die schwächste kritische Abhängigkeit mehr als der Durchschnitt.&lt;br /&gt;
; Trägerabdeckung&lt;br /&gt;
: Welche Kulturgutträger den Dienst heute tatsächlich nutzen können. Ist ein Dienst für einen größeren Kreis ausgelegt, steht das Ziel in Klammern. Ein Dienst, der alle Träger abdeckt, steht damit auch Dritten zur Verfügung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|+ Stufen der beiden Merkmale&lt;br /&gt;
! Reifegrad !! Trägerabdeckung&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;background:#f8d7da&amp;quot; | '''0''' · nicht begonnen: keine abgestimmten Ziele, Zuständigkeiten oder Verfahren || style=&amp;quot;background:#fde2c4&amp;quot; | '''eigene Bestände''': nur der Betreiber selbst&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;background:#fde2c4&amp;quot; | '''1''' · konzeptionell geklärt: Ziele, Rollen und Anforderungen beschrieben, noch nicht erprobt || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | '''einzelne Partner''': ausgewählte Träger, z. B. im Pilotbetrieb oder per Kooperationsvertrag&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | '''2''' · pilotiert: mit einzelnen Beständen oder Trägern praktisch erprobt || style=&amp;quot;background:#e8f0c8&amp;quot; | '''Teilgruppe''': alle Träger eines Landes oder einer Art, z. B. alle Museen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;background:#dff0d8&amp;quot; | '''3''' · teilweise im Regelbetrieb: Leistungen werden wiederholt erbracht, sind aber noch nicht vollständig verfügbar || style=&amp;quot;background:#c3e6cb&amp;quot; | '''alle Träger''' sorbischen Kulturerbes&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;background:#c3e6cb&amp;quot; | '''4''' · dauerhaft etabliert und überprüft: Zuständigkeiten, Finanzierung und Verfahren dauerhaft verankert || style=&amp;quot;background:#eeeeee&amp;quot; | '''–''': nicht anwendbar, z. B. bei Dokumentationen durch das SI&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Daraus ergibt sich der Maßstab für die Bewertung: Für jede Kernfunktion sollte mindestens ein Dienst oder ein abgestimmtes Bündel von Diensten mit Reifegrad 4 bestehen, das zusammen alle Kulturgutklassen und alle Träger abdeckt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den Tabellen kommen einige technische Begriffe vor:&lt;br /&gt;
; Kitodo&lt;br /&gt;
: Freie Software für Digitalisierungsabläufe. Kitodo.Production steuert die Arbeitsschritte vom Scan bis zum fertigen digitalen Objekt, Kitodo.Presentation stellt Digitalisate online bereit. Beide werden u. a. von der SLUB eingesetzt.&lt;br /&gt;
; METS/MODS, LIDO&lt;br /&gt;
: Standardformate für Metadaten. METS/MODS fasst ein Digitalisat mit seiner Struktur und Beschreibung zusammen und ist Grundlage z. B. für den DFG-Viewer, einen Online-Betrachter für Digitalisate. LIDO ist ein Austauschformat für Museumsobjekte.&lt;br /&gt;
; IIIF (International Image Interoperability Framework)&lt;br /&gt;
: Standard, über den Bilder und ihre Beschreibungen in verschiedenen Portalen und Betrachtern abgerufen werden können.&lt;br /&gt;
; PURL&lt;br /&gt;
: Persistent Uniform Resource Locator, eine dauerhafte Internetadresse, die auch bei einem Systemwechsel gleich bleibt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.3.2 Vorhaben und Dienste je Kernfunktion ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dienste, die mehrere Kernfunktionen abdecken, erscheinen bei jeder dieser Funktionen, weil ihr Reifegrad je Funktion verschieden sein kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|+ Vorhaben, Systeme und Dienste nach Kernfunktionen (Einzelheiten in Anhang 12.3.A4)&lt;br /&gt;
! Vorhaben / Dienst (Betreiber) !! Kulturgut-Klassen !! Reifegrad !! Trägerabdeckung heute (Ziel)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! colspan=&amp;quot;4&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left; background:#eaecf0&amp;quot; | K1 – Erfassen, beschreiben und verknüpfen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Sorbisches Kulturregister (SKR)''' (SI)&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;/&amp;gt; || alle || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | 2 · pilotiert (Regelbetrieb nach Personalausstattung möglich, Zeitpunkt offen) || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | einzelne Partner (Ziel: alle)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''museum-digital''' als Inventarisierungswerkzeug (Verbund museum-digital)&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt; || B1, B2, B4 || style=&amp;quot;background:#dff0d8&amp;quot; | 3 · teilweise Regelbetrieb || style=&amp;quot;background:#e8f0c8&amp;quot; | Teilgruppe: alle Museen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Bibliothekskatalog und Sorbische Bibliographie''' (Sorbische Zentralbibliothek)&amp;lt;ref name=&amp;quot;vls&amp;quot;/&amp;gt; || B1 || style=&amp;quot;background:#c3e6cb&amp;quot; | 4 · etabliert (''Annahme'') || style=&amp;quot;background:#fde2c4&amp;quot; | eigene Bestände&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Archivische Erschließung des SKA''', u. a. im Verbundkatalog Kalliope (SI)&amp;lt;ref name=&amp;quot;kitodo2021&amp;quot;&amp;gt;Böhmak, Wito 2021: Vortragsfolien zum Einsatz von Kitodo.Production am Sorbischen Institut (Nachlass Gotthold Schwela), Kitodo-Anwendertreffen 2021. URL: https://www.kitodo.org/fileadmin/groups/kitodo/Dokumente/Anwendertreffen_2021_Boehmak.pdf, abgerufen am 30.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; || B1-B3 || style=&amp;quot;background:#dff0d8&amp;quot; | 3 · teilweise Regelbetrieb (''Annahme'') || style=&amp;quot;background:#fde2c4&amp;quot; | eigene Bestände&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Inventardatenbanken der Museen''' (Sorbisches Museum: HiDA; Wendisches Museum: Adlib)&amp;lt;ref name=&amp;quot;smb2026&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;wm2026&amp;quot;/&amp;gt; || B1, B2, B4 || style=&amp;quot;background:#dff0d8&amp;quot; | 3 · teilweise Regelbetrieb || style=&amp;quot;background:#fde2c4&amp;quot; | eigene Bestände&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Datenbank sorbischer Kulturdenkmale''' (SI; Teilprojekt im Verbund DIKUSA)&amp;lt;ref name=&amp;quot;kdmsi&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;sorabiconkdm&amp;quot;&amp;gt;Sorabicon o. J.: Kulturdenkmale – Förderung. URL: https://sorabicon.de/en/cultural-memorials/about/grant/, abgerufen am 30.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; || A || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | 2 · pilotiert || style=&amp;quot;background:#eeeeee&amp;quot; | – (Dokumentation durch das SI)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Erhebung des immateriellen Kulturerbes in der Niederlausitz''' mit Belegdatenbank (SI)&amp;lt;ref name=&amp;quot;ike2023&amp;quot;/&amp;gt; || C1-C5 || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | 2 · pilotiert || style=&amp;quot;background:#eeeeee&amp;quot; | – (Dokumentation durch das SI)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Quellen zur sorbischen Geschichte 1918-1945''': Nachweis von Archivbeständen außerhalb der Lausitz (SI, Modul auf Sorabicon)&amp;lt;ref name=&amp;quot;quellen&amp;quot;&amp;gt;Heitmann, Clemens (Hrsg.) o. J.: Quellen zur sorbischen Geschichte 1918-1945. Modul im Wissensportal Sorabicon. URL: https://www1.sorabicon.de/en/sources-of-sorbian-history-1918-1945/, abgerufen am 30.10.2026; vgl. Heitmann, Clemens 2019: Digitales Archivportal zur Geschichte der Sorben. Arbeitsfortschritte und erste Ergebnisse. In: Lětopis 2019/1, S. 129-140.&amp;lt;/ref&amp;gt; || B1 || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | 2 · pilotiert, Projekt abgeschlossen || style=&amp;quot;background:#eeeeee&amp;quot; | – (Nachweis fremder Bestände)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! colspan=&amp;quot;4&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left; background:#eaecf0&amp;quot; | K2 – Digitalisieren und Qualität sichern&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Digitalisierungszentrum (DZ)''' (SI)&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;dk2026&amp;quot;/&amp;gt; || B1, B2, B4, A (Raumscans) || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | 2 · pilotiert (Regelbetrieb bis Ende 2027 vorgesehen, danach Finanzierung offen) || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | einzelne Partner, kostenfrei nur in Sachsen (Ziel: alle)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Filmdigitalisierung in Kooperation''' (DZ, Prüfung mit dem Medienzentrum der SLUB)&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt; || B3 || style=&amp;quot;background:#fde2c4&amp;quot; | 1 · konzeptionell || style=&amp;quot;background:#eeeeee&amp;quot; | – (Ziel: alle)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Landesdigitalisierungsprogramm Sachsen''' (SLUB)&amp;lt;ref name=&amp;quot;ldp&amp;quot;/&amp;gt; || B1 || style=&amp;quot;background:#dff0d8&amp;quot; | 3 · teilweise Regelbetrieb || style=&amp;quot;background:#e8f0c8&amp;quot; | Teilgruppe: Sachsen (''Annahme'')&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Deutsche Fotothek''', Kooperation mit dem SKA (SLUB)&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt; || B2, B3 || style=&amp;quot;background:#dff0d8&amp;quot; | 3 · teilweise Regelbetrieb || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | einzelne Partner: SKA&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''SAVE''', Landesprogramm zur Sicherung des audiovisuellen Erbes in Sachsen (SLUB mit dem Filmverband Sachsen)&amp;lt;ref name=&amp;quot;save2019&amp;quot;&amp;gt;Leipziger Internet Zeitung 2019: Sachsen startet Sicherung von historischen Film- und Tonaufnahmen, August 2019. URL: https://www.l-iz.de/melder/wortmelder/2019/08/Sachsen-startet-Sicherung-von-historischen-Film-und-Tonaufnahmen-292580, abgerufen am 30.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;save2026&amp;quot;&amp;gt;Loch, René 2026: Filminstitutionen protestieren gegen Kürzungen im sächsischen Doppelhaushalt. Leipziger Zeitung, 18.09.2026. URL: https://www.l-iz.de/kultur/film-tv/2026/09/filminstitutionen-protestieren-gegen-kuerzungen-im-saechsischen-doppelhaushalt-671028, abgerufen am 30.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; || B3 || style=&amp;quot;background:#dff0d8&amp;quot; | 3 · teilweise Regelbetrieb; Kürzungen ab 2027 geplant || style=&amp;quot;background:#e8f0c8&amp;quot; | Teilgruppe: Sachsen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Eigene Digitalisierung der Museen''' (Sorbisches Museum, Wendisches Museum)&amp;lt;ref name=&amp;quot;smb2026&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;wm2026&amp;quot;/&amp;gt; || B1, B2, B4 bis DIN A3 || style=&amp;quot;background:#dff0d8&amp;quot; | 3 · teilweise Regelbetrieb || style=&amp;quot;background:#fde2c4&amp;quot; | eigene Bestände&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! colspan=&amp;quot;4&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left; background:#eaecf0&amp;quot; | K3 – Langfristig erhalten&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Repositorium und Datenhaltung des DZ''' (SI)&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;dk2026&amp;quot;/&amp;gt; || D2 || style=&amp;quot;background:#fde2c4&amp;quot; | 1 · konzeptionell (Datenhaltung mit Sicherung erprobt, Langzeitarchivierung offen) || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | einzelne Partner (Ziel: alle)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Digitale Langzeitarchivierung der SLUB''' (SLUB)&amp;lt;ref name=&amp;quot;nestor&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;dk2026&amp;quot;/&amp;gt; || D1, D2 || style=&amp;quot;background:#c3e6cb&amp;quot; | 4 · etabliert für eigene Bestände (''Annahme'') || style=&amp;quot;background:#fde2c4&amp;quot; | eigene Bestände; für sorbische Träger ''offen''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Datensicherung der Museen''' (Sorbisches Museum, Wendisches Museum)&amp;lt;ref name=&amp;quot;smb2026&amp;quot;/&amp;gt; || eigene Digitalisate || style=&amp;quot;background:#eeeeee&amp;quot; | ''offen'' || style=&amp;quot;background:#fde2c4&amp;quot; | eigene Bestände&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Notsicherung ursprünglich digitaler Werke''' (DZ und SKR, Vorschlag)&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt; || D1 || style=&amp;quot;background:#fde2c4&amp;quot; | 1 · konzeptionell || style=&amp;quot;background:#eeeeee&amp;quot; | – (Vorschlag)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! colspan=&amp;quot;4&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left; background:#eaecf0&amp;quot; | K4 – Zugänglich machen und Nutzung ermöglichen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Sorabicon''', mehrsprachiges Wissensportal (SI)&amp;lt;ref name=&amp;quot;siposter&amp;quot;&amp;gt;Sorbisches Institut o. J.: Digitalisierung der sorbischen/wendischen Kulturdaten. Poster zum Drei-Säulen-Modell der Digitalisierungsstrategie des SI. URL: https://serbski-institut.de/wp-content/uploads/2021/11/A0-Druck_Digitalisierungsstrategie-SI.pdf, abgerufen am 30.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;sorabicon2024&amp;quot;&amp;gt;Bejmak, Wito; Slodička, Marek 2024: Sorabicon. Vortrag auf der 17. Tagung der AG Regionalportale, Dresden, 6.-8. Mai 2024. URL: https://hackmd.io/@Marek00/Sorabicon-17-AG-RegPortale, abgerufen am 30.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; || A, B1, C1, C3 || style=&amp;quot;background:#dff0d8&amp;quot; | 3 · teilweise Regelbetrieb || style=&amp;quot;background:#fde2c4&amp;quot; | eigene Bestände (kuratiert durch das SI)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Virtueller Lesesaal''' (SI)&amp;lt;ref name=&amp;quot;vls&amp;quot;/&amp;gt; || B1-B3 || style=&amp;quot;background:#dff0d8&amp;quot; | 3 · teilweise Regelbetrieb || style=&amp;quot;background:#fde2c4&amp;quot; | eigene Bestände&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Sachsen.digital''' und '''DFG-Viewer''' (SLUB)&amp;lt;ref name=&amp;quot;ldp&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;kitodo2021&amp;quot;/&amp;gt; || B1 || style=&amp;quot;background:#c3e6cb&amp;quot; | 4 · etabliert || style=&amp;quot;background:#e8f0c8&amp;quot; | Teilgruppe: Sachsen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''digitalizat.de''', Repositorium und Präsentation des DZ (SI)&amp;lt;ref name=&amp;quot;dk2026&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt; || B1, B2 || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | 2 · pilotiert || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | einzelne Partner (Ziel: alle)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Rechercheoberfläche des SKR''' mit Suche, Filtern und eigenen Seiten je Eintrag (SI, geplant)&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;/&amp;gt; || alle || style=&amp;quot;background:#fde2c4&amp;quot; | 1 · konzeptionell (''Annahme'') || style=&amp;quot;background:#eeeeee&amp;quot; | – (Ziel: alle)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''museum-digital''' (Verbund museum-digital)&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;wm2026&amp;quot;/&amp;gt; || B4, B2, B1 || style=&amp;quot;background:#dff0d8&amp;quot; | 3 · teilweise Regelbetrieb || style=&amp;quot;background:#e8f0c8&amp;quot; | Teilgruppe: alle Museen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Überregionale Portale''': Deutsche Digitale Bibliothek (DDB), Archivportal-D, Kalliope, Copernico&amp;lt;ref name=&amp;quot;fotothekddb&amp;quot;&amp;gt;Deutsche Digitale Bibliothek o. J.: Fotografie aus der Fotosammlung Ernst Tschernik. Datengeber: Sorbisches Institut / Sorbisches Kulturarchiv, geliefert über die Deutsche Fotothek. URL: https://www.deutsche-digitale-bibliothek.de/item/VYGCX4DORKMVYJG6JKMITHNBQ3QOC6JB, abgerufen am 30.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;copernico&amp;quot;&amp;gt;Sorbisches Institut 2026: Pressemitteilung zur Mitgliedschaft im Netzwerk „Copernico – Geschichte und kulturelles Erbe im östlichen Europa“, 28.07.2026. URL: https://idw-online.de/de/news875220, abgerufen am 30.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; || B1, B2 || style=&amp;quot;background:#c3e6cb&amp;quot; | 4 · etabliert || style=&amp;quot;background:#e8f0c8&amp;quot; | Teilgruppe: Einrichtungen mit eigenen Daten&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Sprachportale''' niedersorbisch.de und obersorbisch.de (SI, ''Annahme'')&amp;lt;ref name=&amp;quot;atlas&amp;quot;/&amp;gt; || C1 || style=&amp;quot;background:#dff0d8&amp;quot; | 3 · teilweise Regelbetrieb (''Annahme'') || style=&amp;quot;background:#fde2c4&amp;quot; | eigene Bestände&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kein heute nutzbarer Dienst deckt alle Träger ab. Für alle Träger ausgelegt sind bisher nur Vorhaben im Aufbau oder in Planung: SKR, DZ, digitalizat.de und die Rechercheoberfläche des SKR.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.3.3 Kurzbewertung der vier Kernfunktionen ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Kurzbewertung fasst die Tabelle aus einrichtungsübergreifender Sicht zusammen: Bewertet wird, was für das sorbische Kulturerbe insgesamt verfügbar ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|+ Kurzbewertung der Kernfunktionen&lt;br /&gt;
! Kernfunktion !! Reifegrad !! Trägerabdeckung heute !! Was funktioniert !! Was fehlt&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''K1''' Erfassen, beschreiben und verknüpfen || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | '''2''' · pilotiert || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | einzelne Partner (SKR-Pilot); Museen über museum-digital || Erfassung in den einzelnen Einrichtungen im Regelbetrieb; für Kulturdenkmale in Sachsen und das immaterielle Erbe der Niederlausitz erprobt; SKR-Prototyp mit Schnittstellen und Normdaten || kein einrichtungsübergreifender Nachweis im Regelbetrieb; kleine Träger und Privatsammlungen kaum erfasst; Personal des SKR über 2025 hinaus nicht gesichert (Stand ''offen''); Regeln für Masterdaten, Versionierung und Kennungen erst diskutiert&amp;lt;ref name=&amp;quot;dk2026&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''K2''' Digitalisieren und Qualität sichern || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | '''2''' · pilotiert || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | einzelne Partner; Landesangebote nur in Sachsen || DZ mit Technik, Kitodo-Arbeitsablauf und Piloten für Schriftgut, Fotos, 3D-Objekte und Räume; bewährte Landesangebote in Sachsen; Museen digitalisieren eigene Bestände bis A3 || Dienstleistungsbetrieb des DZ erst nach der Pilotphase; Leistungsrahmen und Logistik für Partner noch nicht beschrieben&amp;lt;ref name=&amp;quot;wm2026&amp;quot;/&amp;gt;; AV-Träger nur über Kooperationen; Großformate über A2 und ältere Datenträger ohne Angebot (''Annahme''); Zugang für brandenburgische Träger ungeklärt&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''K3''' Langfristig erhalten || style=&amp;quot;background:#fde2c4&amp;quot; | '''1''' · konzeptionell || style=&amp;quot;background:#fde2c4&amp;quot; | nur eigene Bestände || Datenhaltung mit Sicherung im DZ; Langzeitarchiv der SLUB für deren eigene Programme; Museen sichern eigene Daten || ein Dienst für die Langzeitarchivierung, der auch Dritten offensteht, ist noch nicht ausgearbeitet: das Konzept des DZ für den Dauerbetrieb steht aus&amp;lt;ref name=&amp;quot;dk2026&amp;quot;/&amp;gt;; keine Regeln für die Übernahme ursprünglich digitaler Dokumentationen (siehe 3.3.6); Nutzung der SLUB oder anderer Landeseinrichtungen und deren Kosten nicht geklärt&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''K4''' Zugänglich machen und Nutzung ermöglichen || style=&amp;quot;background:#dff0d8&amp;quot; | '''3''' · teilweise Regelbetrieb || style=&amp;quot;background:#e8f0c8&amp;quot; | Einrichtungen mit eigenen Daten; kleine und private Träger kaum || mehrere Angebote im Regelbetrieb: Sorabicon, Virtueller Lesesaal, Sachsen.digital, Deutsche Fotothek, museum-digital, DDB; Sorabicon und Kitodo.Presentation mehrsprachig || kein gemeinsamer Einstieg; digitalizat.de und die Rechercheoberfläche des SKR im Aufbau; Museumsobjekte kaum online; Nachnutzung teils durch Rechte eingeschränkt, z. B. Fotos des SKA mit dem Status „urheberrechtlich geschützt“&amp;lt;ref name=&amp;quot;fotothekddb&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kritische Abhängigkeiten zwischen den Kernfunktionen:&lt;br /&gt;
* '''K1 und K2:''' Laut Konzept setzt das DZ die Verzeichnung im SKR voraus, und das SKR soll die Masterdaten führen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;dk2026&amp;quot;/&amp;gt; In der Praxis vergibt das DZ für Digitalisate eigene dauerhafte Adressen (PURL), die nicht durchgängig mit dem SKR verknüpft werden (''zu prüfen'').&amp;lt;ref name=&amp;quot;dzpraxis&amp;quot;&amp;gt;Auskunft aus dem Digitalisierungskreis, Oktober 2026; schriftlicher Beleg noch einzuholen.&amp;lt;/ref&amp;gt; Damit entstehen Digitalisate ohne Registereintrag, und Metadaten werden womöglich doppelt gepflegt.&lt;br /&gt;
* '''K3 für alle:''' Nach der Bewertungsregel des Prüfrasters bestimmt das langfristige Erhalten als schwächstes Glied den Stand der Gesamtkette. Speichern ist nicht dasselbe wie langfristiges Erhalten (vgl. [[#2.3.4 Digitalisierungsdienst und Archiv|Abschnitt 2.3.4]]).&lt;br /&gt;
* '''K4:''' Die Sichtbarkeit hängt am Nachweis (K1) und an der Rechteklärung (siehe 3.4).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.3.4 Abdeckung nach Kulturgutklassen ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Matrix verdichtet die Tabelle aus 3.3.2 zur Frage, für welche Kulturgutklassen heute für Dritte nutzbare Dienste bestehen. Sie ist eine Einschätzung. Digitalisate (Klasse D2) sind in der Zeile ihrer Ausgangsklasse enthalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|+ Abdeckung der Kernfunktionen nach Kulturgutklassen&lt;br /&gt;
! Klasse !! K1 Erfassen !! K2 Digitalisieren !! K3 Erhalten !! K4 Zugänglich machen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''A''' Materiell – unbeweglich || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | '''teilweise:''' Kulturdenkmal-Datenbank (Sachsen); Niederlausitz im Aufbau || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | '''teilweise:''' Negative extern digitalisiert; Raumscans im DZ-Pilot || style=&amp;quot;background:#f8d7da&amp;quot; | '''Lücke:''' Datenhaltung im DZ, keine Langzeitarchivierung || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | '''teilweise:''' Atlas auf Sorabicon (78 Objekte)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''B1''' Schriftgut || style=&amp;quot;background:#c3e6cb&amp;quot; | '''gut:''' Bibliothekskatalog, Sorbische Bibliographie, Kalliope || style=&amp;quot;background:#c3e6cb&amp;quot; | '''gut:''' Landesdigitalisierungsprogramm (Sachsen); DZ-Pilot Periodika || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | '''teilweise:''' SLUB für Landesprogramme (''Annahme''); sonst ''offen'' || style=&amp;quot;background:#c3e6cb&amp;quot; | '''gut:''' Sachsen.digital, Virtueller Lesesaal, DDB, DFG-Viewer&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''B2''' Fotografien und Bildträger || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | '''teilweise:''' SKA, Fotodatenbanken der Museen; private Bestände kaum || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | '''teilweise:''' Deutsche Fotothek (nur SKA), DZ-Pilot, Dienstleister || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | '''teilweise:''' SLUB für Fotothek-Bestände (''Annahme''); sonst ''offen'' || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | '''teilweise:''' Deutsche Fotothek, DDB (nur SKA)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''B3''' Analoge AV-Träger || style=&amp;quot;background:#eeeeee&amp;quot; | '''unbekannt:''' Bestände kaum bekannt || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | '''teilweise:''' SAVE (nur Sachsen, Kürzungen geplant), Deutsche Fotothek (Filme des SKA); DZ nur 8 mm || style=&amp;quot;background:#eeeeee&amp;quot; | '''unbekannt''' || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | '''teilweise:''' einzelne Filme im Virtuellen Lesesaal&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''B4''' 3D-Objekte || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | '''teilweise:''' Museumsdatenbanken, museum-digital; kleine Träger teils ohne Inventar || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | '''teilweise:''' Museen bis A3; DZ-Pilot Drebkau; Projektförderung in Brandenburg || style=&amp;quot;background:#eeeeee&amp;quot; | '''unbekannt:''' Museen eigenverantwortlich || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | '''teilweise:''' museum-digital (401 Objekte aus Häusern mit sorbischem Schwerpunkt)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''C1''' Orale Traditionen || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | '''teilweise:''' Zeitzeugen-Aufnahmen des SI und des studijo LUCIJA, keine Systematik || style=&amp;quot;background:#eeeeee&amp;quot; | '''unbekannt:''' Aufnahmen durch SI, Rundfunk, studijo LUCIJA || style=&amp;quot;background:#eeeeee&amp;quot; | '''unbekannt''' || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | '''teilweise:''' Sorabicon, Sprachportale, YouTube&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''C2-C5''' Darstellende Künste, Rituale und Feste, Wissen, Handwerk || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | '''teilweise:''' Erhebung Niederlausitz (rund 500 Praktiken); Oberlausitz keine || style=&amp;quot;background:#f8d7da&amp;quot; | '''Lücke:''' keine systematische Dokumentation; Mitschnitte durch studijo LUCIJA und Rundfunk || style=&amp;quot;background:#f8d7da&amp;quot; | '''Lücke:''' Mitschnitte nur teilweise und komprimiert im SKA (''zu prüfen'') || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | '''teilweise:''' Sorabicon (Niederlausitz), Mediatheken, YouTube&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''D1''' Born-digital || style=&amp;quot;background:#f8d7da&amp;quot; | '''Lücke:''' erste Erhebung durch das SKR (41 Musikvideos) || style=&amp;quot;background:#f8f9fa&amp;quot; | – Übernahme statt Digitalisierung (siehe 3.3.6) || style=&amp;quot;background:#f8d7da&amp;quot; | '''Lücke:''' Notsicherung vorgeschlagen; keine Webarchivierung bekannt || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | '''teilweise:''' nur auf Plattformen der Erzeuger, ungesichert&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am besten abgedeckt ist das Schriftgut (B1), weil es an die Infrastruktur von Bibliotheken und Land anschließt. Für die in [[#3.2.3 Bestände mit vorrangigem Digitalisierungsbedarf|Abschnitt 3.2.3]] als besonders dringlich eingestuften Bestände – analoge AV-Träger, Dokumentationen des lebendigen Kulturgeschehens, ursprünglich digitale Werke – gibt es nur Teilangebote, und das langfristige Erhalten ist dort durchweg ungeklärt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.3.5 Durchgängigkeit der Prozesskette ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Kulturgut ist erst dann dauerhaft digital verfügbar, wenn es alle sechs [[#2.4.2 Prozessschritte im Detail|Prozessschritte]] durchlaufen hat. Die Abbildung ordnet den Schritten die heutigen Vorhaben zu und zeigt Reifegrad und Trägerabdeckung aus einrichtungsübergreifender Sicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Dataja:Wobraz K7.png|thumb|center|600px|Prozesskette mit heutigen Vorhaben, Reifegraden und Trägerabdeckung]]&amp;lt;ref&amp;gt;Mermaid Flowchart Code: [https://mermaid.live/edit#pako:eNqNVtFO60YQ_ZVRrqi4kYNwHFKaSpVAoa0Et0LklkptKrG2x87erNfWeg0FBF_DP_SFp-bHenbtkJTeS-s8bHZ2Z_acObNj3_eSMuXehHo7O_dSSzuh-3kvU-VNshDGznt-fmNEVUmd_yJTu3C2g_F-QPOehu-sEgmWnDXyRiP0ctt4-PBADzs7c_0SlT4ezzXRLPxt3rvq90P660-aiaJgpekrYpOJumbd79PuafjeLV6wzDg3IqWhd8Re1ei8Lo1lStnQR7N6yjFi74lZcIxF2GuSRSEsG8lKscZS7Gzau_wkGYMSTS3tHe2eS1Xa9y56vwsm4pSTJSJNiKW-Azhen_MtLWFiZzcyWViHZfUcs8mNQ6pTfoHRv5r3fveghy3bYUsol7UFLsOOMmAlC7jGb7I-vQBMU9rS3lZ-w7GMlSztgpf1UlihytxZT4WCtWL3_0c5PXLjUapk7P4UTc1NMUhlLuHwX3TPIZZGrnZx9qDNUEAfEAKoPd9X8TZko5Zs5GHyDUMoRzQDyZw7mhdiUbB-RTV07ifaIiEsU6fjJyRzk2cqnXhIwydeWo__jLWDXSP3hWwKyrlSQtuATo302msqM4iyATdqwY3cydMWuazXWlRm9Zx1Ogw_p8P013W1tHWbLFCsEzoTkL1Ot8I5UJUp4VkUAU258aToe6cgNAtodnR54mJ0GY1lTUfR_9Qk6A4UGvkscQ10Y1xpd3g2ZA9asge-DEyykNdrpjVSyqZlGn1Ohinujl4I5fMuC8e8kJZm3s_Z4AIU-R2Dsw_tb9bs7OdjDydbPRtygjvYXSL4C_zc_m7rMdd29QRyGxLjlsTYnXgOXzC0axq6sXedXqNXLHwyZyXOkUmp3dqlNLZx3cDQGddIn1BbKu518vnCeK3Xv6-P3zY9_gKjraIFTpe4lp9u84oeonwTaXSKopPXML70saVoig37kAaD79BA2iFqh1E7HLTDuG0xNNhDB75CV7N0WqJiKkuX4N-godo7J5nXJBU1xAycT9cNz434A-WnHWBKG4iZQ4Jc5nTNZqlXz1VmgYf2_NHO8ezkByfKJtkaOaQj1AtOCYd70d7RcEL7XciY81I77khZSMsWmiw1pMCFXarVE14LWBtS5a4WtPXTiCxLdcOyZleAaJusYnaN03ezEZg0bBYiQ3KtQDeE36Zo6PHx0eF0s0ThpTLljExImVRq8i5LeZiMArThcsmTd_Hh-CCMg6RUpZm8C4X7_dNxuHbMsmjLUYwPxf7-W45R55hm2X56-OIYJV-Po_QNR8X55kg8L57f-GftOfJPtziAtnjHGnGLV297AXw81E2AYjHhliUMZsMAhWSGW8Yx8G6myJ6DMde9gHoFm0LI1H0t4KMAdwK3GZN5L-VMNApfCw9uG4qvnN3qBEvWNAxLU6Wo7qkUrgV05oe_AfVO9_k hier klicken], abgerufen am 30.10.2026&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie weit die Kette heute tatsächlich reicht, zeigen sechs Beispiele:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|+ Beispiele durchgängiger und unterbrochener Ketten (grün: vorhanden · gelb: teilweise oder ''Annahme'' · rot: fehlt oder ''offen'')&lt;br /&gt;
! Beispiel !! 1-2 Erfassen, registrieren !! 3 Bewerten, freigeben !! 4 Digitalisieren !! 5 Archivieren !! 6 Präsentieren !! Bewertung&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Drucke und Handschriften des SI''' || style=&amp;quot;background:#c3e6cb&amp;quot; | Bibliothekskatalog (K10plus) || style=&amp;quot;background:#c3e6cb&amp;quot; | Auswahl durch das SI im Landesprogramm || style=&amp;quot;background:#c3e6cb&amp;quot; | Landesdigitalisierungsprogramm || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | SLUB (''Annahme'') || style=&amp;quot;background:#c3e6cb&amp;quot; | Sachsen.digital, DDB || durchgängig, auf Schriftgut des SI beschränkt&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Nachlass Schwela (SKA)''' || style=&amp;quot;background:#c3e6cb&amp;quot; | Kalliope || style=&amp;quot;background:#c3e6cb&amp;quot; | Auswahl durch das SI, Förderung durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft || style=&amp;quot;background:#c3e6cb&amp;quot; | Kitodo im SI || style=&amp;quot;background:#f8d7da&amp;quot; | ''offen'' || style=&amp;quot;background:#c3e6cb&amp;quot; | DFG-Viewer, Archivportal-D, DDB, Sorabicon || durchgängig bis auf das Erhalten; drittmittelfinanziert&amp;lt;ref name=&amp;quot;kitodo2021&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;sorabicon2024&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Fotosammlungen des SKA''' || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | Verzeichnisse des SKA (Umfang ''offen'') || style=&amp;quot;background:#c3e6cb&amp;quot; | Kooperationsvertrag || style=&amp;quot;background:#c3e6cb&amp;quot; | Deutsche Fotothek || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | SLUB (''Annahme'') || style=&amp;quot;background:#c3e6cb&amp;quot; | Deutsche Fotothek, DDB || durchgängig, nur für das SKA&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Kulturdenkmale in Sachsen''' || style=&amp;quot;background:#c3e6cb&amp;quot; | Inventar seit 2000; 1.760 Datensätze im SKR&amp;lt;ref name=&amp;quot;kdmsi&amp;quot;/&amp;gt; || style=&amp;quot;background:#c3e6cb&amp;quot; | Projektentscheidung (DIKUSA) || style=&amp;quot;background:#c3e6cb&amp;quot; | Negative 2024 extern digitalisiert; Qualitätssicherung mit Kitodo im DZ vorgesehen || style=&amp;quot;background:#f8d7da&amp;quot; | Datenhaltung im DZ, Langzeitarchivierung ''offen'' || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | Atlas auf Sorabicon (bisher 26 Objekte aus dem sächsischen Teil) || bis zur Präsentation erprobt; Erhalten ''offen''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Ostereier der Sorbischen Webstube Drebkau''' || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | Excel-Inventar, Erfassung in museum-digital || style=&amp;quot;background:#c3e6cb&amp;quot; | Pilot mit eingeworbenen Projektmitteln || style=&amp;quot;background:#c3e6cb&amp;quot; | Fotos durch das DZ, 16 3D-Modelle im Makerspace der SLUB || style=&amp;quot;background:#f8d7da&amp;quot; | Rückgabe an den Träger mit Empfehlungen || style=&amp;quot;background:#c3e6cb&amp;quot; | museum-digital || Kette bricht beim Erhalten ab&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Veranstaltungsmitschnitte des studijo LUCIJA''' || style=&amp;quot;background:#f8d7da&amp;quot; | nicht zentral registriert || style=&amp;quot;background:#f8d7da&amp;quot; | keine abgestimmte Auswahl || style=&amp;quot;background:#f8f9fa&amp;quot; | – ursprünglich digital || style=&amp;quot;background:#f8d7da&amp;quot; | teilweise und komprimiert an das SKA (''zu prüfen'') || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | YouTube, ungesichert || keine geregelte Kette&amp;lt;ref name=&amp;quot;lucija&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;lucija_youtube&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Andere Darstellung:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|+ Beispiele durchgängiger und unterbrochener Ketten&amp;lt;br&amp;gt;(grün: vorhanden · gelb: teilweise oder ''Annahme'' · rot: fehlt oder ''offen'')&lt;br /&gt;
! Prozessschritt !! Stand&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! colspan=&amp;quot;2&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left; background:#eaecf0&amp;quot; | Drucke und Handschriften des SI – durchgängig, auf Schriftgut des SI beschränkt&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1-2 Erfassen, registrieren || style=&amp;quot;background:#c3e6cb&amp;quot; | Bibliothekskatalog (K10plus)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 3 Bewerten, freigeben || style=&amp;quot;background:#c3e6cb&amp;quot; | Auswahl durch das SI im Landesprogramm&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 4 Digitalisieren || style=&amp;quot;background:#c3e6cb&amp;quot; | Landesdigitalisierungsprogramm&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 5 Archivieren || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | SLUB (''Annahme'')&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 6 Präsentieren || style=&amp;quot;background:#c3e6cb&amp;quot; | Sachsen.digital, DDB&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! colspan=&amp;quot;2&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left; background:#eaecf0&amp;quot; | Nachlass Schwela (SKA) – durchgängig bis auf das Erhalten; drittmittelfinanziert&amp;lt;ref name=&amp;quot;kitodo2021&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;sorabicon2024&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1-2 Erfassen, registrieren || style=&amp;quot;background:#c3e6cb&amp;quot; | Kalliope&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 3 Bewerten, freigeben || style=&amp;quot;background:#c3e6cb&amp;quot; | Auswahl durch das SI, Förderung durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 4 Digitalisieren || style=&amp;quot;background:#c3e6cb&amp;quot; | Kitodo im SI&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 5 Archivieren || style=&amp;quot;background:#f8d7da&amp;quot; | ''offen''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 6 Präsentieren || style=&amp;quot;background:#c3e6cb&amp;quot; | DFG-Viewer, Archivportal-D, DDB, Sorabicon&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! colspan=&amp;quot;2&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left; background:#eaecf0&amp;quot; | Fotosammlungen des SKA – durchgängig, nur für das SKA&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1-2 Erfassen, registrieren || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | Verzeichnisse des SKA (Umfang ''offen'')&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 3 Bewerten, freigeben || style=&amp;quot;background:#c3e6cb&amp;quot; | Kooperationsvertrag&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 4 Digitalisieren || style=&amp;quot;background:#c3e6cb&amp;quot; | Deutsche Fotothek&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 5 Archivieren || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | SLUB (''Annahme'')&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 6 Präsentieren || style=&amp;quot;background:#c3e6cb&amp;quot; | Deutsche Fotothek, DDB&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! colspan=&amp;quot;2&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left; background:#eaecf0&amp;quot; | Kulturdenkmale in Sachsen – bis zur Präsentation erprobt; Erhalten ''offen''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1-2 Erfassen, registrieren || style=&amp;quot;background:#c3e6cb&amp;quot; | Inventar seit 2000; 1.760 Datensätze im SKR&amp;lt;ref name=&amp;quot;kdmsi&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 3 Bewerten, freigeben || style=&amp;quot;background:#c3e6cb&amp;quot; | Projektentscheidung (DIKUSA)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 4 Digitalisieren || style=&amp;quot;background:#c3e6cb&amp;quot; | Negative 2024 extern digitalisiert; Qualitätssicherung mit Kitodo im DZ vorgesehen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 5 Archivieren || style=&amp;quot;background:#f8d7da&amp;quot; | Datenhaltung im DZ, Langzeitarchivierung ''offen''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 6 Präsentieren || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | Atlas auf Sorabicon (bisher 26 Objekte aus dem sächsischen Teil)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! colspan=&amp;quot;2&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left; background:#eaecf0&amp;quot; | Ostereier der Sorbischen Webstube Drebkau – Kette bricht beim Erhalten ab&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1-2 Erfassen, registrieren || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | Excel-Inventar, Erfassung in museum-digital&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 3 Bewerten, freigeben || style=&amp;quot;background:#c3e6cb&amp;quot; | Pilot mit eingeworbenen Projektmitteln&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 4 Digitalisieren || style=&amp;quot;background:#c3e6cb&amp;quot; | Fotos durch das DZ, 16 3D-Modelle im Makerspace der SLUB&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 5 Archivieren || style=&amp;quot;background:#f8d7da&amp;quot; | Rückgabe an den Träger mit Empfehlungen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 6 Präsentieren || style=&amp;quot;background:#c3e6cb&amp;quot; | museum-digital&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! colspan=&amp;quot;2&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left; background:#eaecf0&amp;quot; | Veranstaltungsmitschnitte des studijo LUCIJA – keine geregelte Kette&amp;lt;ref name=&amp;quot;lucija&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;lucija_youtube&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1-2 Erfassen, registrieren || style=&amp;quot;background:#f8d7da&amp;quot; | nicht zentral registriert&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 3 Bewerten, freigeben || style=&amp;quot;background:#f8d7da&amp;quot; | keine abgestimmte Auswahl&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 4 Digitalisieren || style=&amp;quot;background:#f8f9fa&amp;quot; | – ursprünglich digital&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 5 Archivieren || style=&amp;quot;background:#f8d7da&amp;quot; | teilweise und komprimiert an das SKA (''zu prüfen'')&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 6 Präsentieren || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | YouTube, ungesichert&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durchgängig sind bisher vor allem Ketten, die an bestehende Landes- und Bibliotheksinfrastruktur anschließen. Ketten für Museumsobjekte und für das lebendige Kulturgeschehen brechen spätestens beim langfristigen Erhalten ab. Über die Auswahl (Schritt 3) entscheidet bisher die jeweilige Einrichtung oder das Projekt. Das im DZ-Konzept vorgesehene Lenkungsgremium aus den vier hauptamtlichen Sammlungseinrichtungen und dem SKR ist nach den vorliegenden Unterlagen noch nicht eingerichtet, seine Kriterien sind noch festzulegen (DZ-Konzept, S. 7-8).&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt; Dies wird in Abschnitt 3.4 vertieft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.3.6 Sonderfall: Übernahme ursprünglich digitaler Dokumentationen ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein wachsender Teil des Kulturerbes entsteht von vornherein digital: Veranstaltungsmitschnitte, Musikvideos, Websites und Beiträge in sozialen Medien, digitale Fotos von Vereinen, Projektdaten. Hier entfällt die Digitalisierung (K2). An ihre Stelle tritt die geregelte Übernahme in ein Archiv (Ingest, vgl. [[#2.3.4 Digitalisierungsdienst und Archiv|Abschnitt 2.3.4]]). Dafür sind mehrere Bausteine nötig. Ihr heutiger Stand:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|+ Bausteine einer geregelten Übernahme und ihr Stand&lt;br /&gt;
! Baustein !! Stand heute !! Quelle&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Zuständigkeit und Sammlungsauftrag''' || style=&amp;quot;background:#f8d7da&amp;quot; | nicht festgelegt. Das DZ erwartet eine Daueraufgabe gemeinsam mit SKA und SKR, die archivischen Strategien „stehen noch am Anfang“ (DZ-Konzept, S. 23). Die Frage „Wer sammelt?“ wurde 2023 offen gestellt. || &amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;lorenz2023&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Auswahl''' || style=&amp;quot;background:#f8d7da&amp;quot; | keine Kriterien für ursprünglich digitale Dokumentationen; das DZ-Konzept nennt Priorisierungskriterien nur allgemein (S. 8) || &amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Rechte und Übernahmevereinbarung''' || style=&amp;quot;background:#f8d7da&amp;quot; | bei YouTube-Musikvideos ungeklärt; für Veranstaltungsmitschnitte ist keine schriftliche Vereinbarung bekannt (''offen'') || &amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;lucija&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Format- und Qualitätsvorgaben''' (Masterdateien statt komprimierter Kopien, Prüfsummen, technische Metadaten) || style=&amp;quot;background:#f8d7da&amp;quot; | keine bekannt; Mitschnitte des studijo LUCIJA gehen nur teilweise und komprimiert an das SKA (''zu prüfen''), die Masterdateien bleiben beim Studio || &amp;lt;ref name=&amp;quot;lucija&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Verzeichnung''' || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | Das SKR hat 2024 41 Musikvideos von 18 Künstlerinnen, Künstlern und Gruppen erhoben und verweist auf YouTube. Wie ursprünglich digitale Werke im Datenmodell des SKR behandelt werden, ist ''zu prüfen''. || &amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Langzeitarchiv''' || style=&amp;quot;background:#f8d7da&amp;quot; | keines; vorgeschlagen ist eine Notsicherung als lokale Kopie. Das Sorbische Museum wünscht Beratung zu seiner neuen Sammlungskategorie „Datenträger“. || &amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;smb2026&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Webarchivierung''' || style=&amp;quot;background:#f8d7da&amp;quot; | keine systematische Sicherung sorbischer Websites und sozialer Medien bekannt; ob die Deutsche Nationalbibliothek oder die SLUB sorbische Websites erfassen, ist ''offen'' || &amp;lt;ref name=&amp;quot;webarchiv&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Rundfunkproduktionen''' || style=&amp;quot;background:#f8d7da&amp;quot; | Archive von MDR und rbb nicht öffentlich zugänglich; 2019 standen die Produktionen dem SKA aus rechtlichen Gründen nicht zur Verfügung || &amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.3.7 Erste Befunde ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* '''Das Angebot ist in Bewegung, aber überwiegend projektgebunden.''' Das DZ ist bis Ende 2027 finanziert, die befristete Stelle für das SKR endete laut Konzept Ende 2025 (heutiger Stand ''offen''), Sorabicon wächst projektweise.&amp;lt;ref name=&amp;quot;dk2026&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;siposter&amp;quot;/&amp;gt; Kein heute nutzbarer Dienst deckt alle Träger ab; für alle Träger ausgelegt sind nur Vorhaben im Aufbau oder in Planung.&lt;br /&gt;
* '''Am weitesten ist das Zugänglichmachen, am schwächsten das langfristige Erhalten.''' K4 erreicht Reifegrad 3, K3 nur Reifegrad 1 und deckt nur eigene Bestände ab. Nach dem Prüfraster bestimmt K3 als schwächstes Glied den Stand der Gesamtkette.&lt;br /&gt;
* '''Register und DZ sind konzeptionell eng verzahnt, in der Praxis noch nicht durchgängig.''' Das Konzept sieht vor, dass jedes Objekt einmal hochwertig digitalisiert und über das SKR mit dauerhaften Adressen nachnutzbar wird.&amp;lt;ref name=&amp;quot;dk2026&amp;quot;/&amp;gt; In der Praxis vergibt das DZ eigene dauerhafte Adressen, die nicht durchgängig mit dem SKR verknüpft werden (''zu prüfen'').&amp;lt;ref name=&amp;quot;dzpraxis&amp;quot;/&amp;gt; Ohne gesicherten Betrieb des SKR und ohne Regeln für Masterdaten droht ein Nebeneinander statt einer Kette.&lt;br /&gt;
* '''Was heute verlässlich funktioniert, stützt sich auf sächsische Landesinfrastruktur.''' Landesdigitalisierungsprogramm, Deutsche Fotothek, SAVE und Sachsen.digital werden von der SLUB getragen. Für brandenburgische Träger gibt es keinen vergleichbaren Dienst, sondern Projektförderung&amp;lt;ref name=&amp;quot;diwa2023&amp;quot;&amp;gt;Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landes Brandenburg (MWFK) 2023: Übersicht geförderter Projekte im Förderprogramm zur Digitalisierung des kulturellen Erbes 2023. URL: https://mwfk.brandenburg.de/sixcms/media.php/9/%C3%9Cbersicht%20gef%C3%B6rderter%20Projekte%20Digitalisierung%20Kulturelles%20Erbe%202023.pdf, abgerufen am 30.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;diwa2026&amp;quot;&amp;gt;MWFK o. J.: Fördergrundsätze „Förderung und Begleitung des digitalen Wandels im Kulturbereich im Land Brandenburg 2026“ (DIWA). URL: https://mwfk.brandenburg.de/sixcms/media.php/9/FG_DIWA_2026.pdf, abgerufen am 30.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; und museum-digital. Auch das DZ ist derzeit nur in Sachsen kostenfrei.&lt;br /&gt;
* '''Für die großen und die gefährdeten Bestände gibt es nur Teilangebote.''' Das betrifft die Museumsobjekte (B4), allein im Sorbischen Museum rund 21.000 Objekte der materiellen Kultur, und die analogen AV-Träger (B3), die am stärksten gefährdet sind. Das sächsische Landesprogramm für AV-Träger soll ab 2027 gekürzt werden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;save2026&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
* '''Ursprünglich digitale Dokumentationen haben keinen geregelten Übernahmeweg.''' Das betrifft vor allem das lebendige Kulturgeschehen (C2, C3) und neue digitale Ausdrucksformen.&lt;br /&gt;
* '''Kleine Träger können heute praktisch nur museum-digital selbst nutzen.''' Das DZ soll sie künftig beraten und für sie digitalisieren, ist aber noch nicht im Dienstleistungsbetrieb.&lt;br /&gt;
* '''Ein gemeinsamer Zugang fehlt.''' Die Konzepte sehen drei Ebenen vor: das SKR als einrichtungsübergreifenden Nachweis mit Recherche, digitalizat.de für die Digitalisate des DZ und Sorabicon als kuratiertes Schaufenster.&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;dk2026&amp;quot;/&amp;gt; Ist das digitale Kulturerbe vollständig im SKR verzeichnet, kann die Recherche dort zusammenlaufen. Welche Plattform den einheitlichen Einstieg für Nutzerinnen und Nutzer bietet, ist offen und wird in Abschnitt 3.4 aufgegriffen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== 3.4 Governance ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieser Abschnitt prüft, ob der organisatorische Rahmen das Angebot aus [[#3.3 Kernfunktionen: Vorhaben, Systeme, Dienste|Abschnitt 3.3]] zusammenhält und dauerhaft trägt. Governance meint hier die Regeln und Strukturen, mit denen die Beteiligten gemeinsam entscheiden, Standards vereinbaren, Rechte klären und den Betrieb finanzieren. Der Abschnitt behandelt vier Fragen:&lt;br /&gt;
* '''Steuerung und Zuständigkeiten:''' Wer koordiniert, und wer entscheidet über Auswahl und Freigabe?&lt;br /&gt;
* '''Standards und Austausch:''' Welche Metadaten-, Format- und Austauschstandards gelten, und wo werden sie abgestimmt?&lt;br /&gt;
* '''Rechte und Einwilligungen:''' Wie werden Nutzungsrechte, Einwilligungen und Zugänge geregelt?&lt;br /&gt;
* '''Betrieb und Finanzierung:''' Wer betreibt die Kernfunktionen, und sind sie dauerhaft oder nur projektweise finanziert?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Maßstab sind die drei Erfolgsbedingungen aus [[#2.5.9.2 Drei Erfolgsbedingungen – was gilt für alle Kernfunktionen?|Abschnitt 2.5.9.2]]. Sie werden am Ende mit den Reifegraden aus [[12.3.A2 Prüfraster zur Bewertung des Entwicklungsstandes beim Aufbau der Digitalisierung des Kulturerbes|Anhang 12.3.A2]] bewertet (siehe 3.4.5). Grundlage sind der Staatsvertrag über die Stiftung&amp;lt;ref name=&amp;quot;stv&amp;quot;&amp;gt;Staatsvertrag zwischen dem Land Brandenburg und dem Freistaat Sachsen über die Errichtung der „Stiftung für das sorbische Volk“. URL: https://www.revosax.sachsen.de/vorschrift/5360.1, abgerufen am 30.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;, das Finanzierungsabkommen von 2026&amp;lt;ref name=&amp;quot;fin2026&amp;quot;&amp;gt;Bundesministerium des Innern, Freistaat Sachsen und Land Brandenburg 2026: Bund, Sachsen und Brandenburg sichern Fortbestand der Stiftung für das sorbische Volk. Gemeinsame Pressemitteilung vom 19.05.2026. URL: https://zalozba.de/fileadmin/user_upload/Dokumente/Pressemitteilungen/2026-05-19__PM_BMI_Bund_Sachsen_Brandenburg_sichernFortbestandStiftung.pdf, abgerufen am 30.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;, die Konzepte von DZ und SKR&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;/&amp;gt;, das Protokoll des Digitalisierungskreises vom 21.04.2026&amp;lt;ref name=&amp;quot;dk2026&amp;quot;/&amp;gt; und die Bedarfserklärungen der Träger vom April 2026&amp;lt;ref name=&amp;quot;smb2026&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;wm2026&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2026&amp;quot;/&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;mark&amp;gt;Die folgende Analyse muss mit der Stiftung, dem SI und den Museen bzgl. Korrektheit und Vollständigkeit abgestimmt werden.&amp;lt;/mark&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.4.1 Steuerung und Zuständigkeiten ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Stiftung für das sorbische Volk ist der zentrale Förderer. Ihre Organe sind der Stiftungsrat, in dem Vertreterinnen und Vertreter des sorbischen Volkes, des Bundes, beider Länder und der Kommunen sitzen, der Parlamentarische Beirat und der Direktor.&amp;lt;ref name=&amp;quot;stv&amp;quot;/&amp;gt; 2018 gab der Stiftungsrat eine Strategie für Digitalisierungsprojekte in Auftrag. Daraus entstand das sorbische Digitalisierungskonzept, veröffentlicht im Mai 2021. Seit Juli 2021 koordiniert ein Digitalisierungsbeauftragter in der Stiftungsverwaltung die Digitalisierungsaktivitäten der sorbischen Institutionen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;stiftung2023&amp;quot;&amp;gt;Stiftung für das sorbische Volk 2023: 25 Jahre Stiftung für das sorbische Volk – 30 Jahre Staatsvertrag. Broschüre, Bautzen, S. 89.&amp;lt;/ref&amp;gt; Ein Gremium, das für das Kulturerbe verbindlich über Auswahl, Standards oder Zugang entscheidet, gibt es nicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|+ Wer steuert und entscheidet heute?&lt;br /&gt;
! Aufgabe !! Zuständig heute !! Stand&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Strategie und Förderung''' || Stiftung für das sorbische Volk (Stiftungsrat, Direktor, Digitalisierungsbeauftragter); Digitalisierungskonzept als Orientierungsrahmen&amp;lt;ref name=&amp;quot;stiftung2023&amp;quot;/&amp;gt; || style=&amp;quot;background:#dff0d8&amp;quot; | eingerichtet&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Fachlicher Austausch''' || Digitalisierungskreis || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | Austausch ja, keine Entscheidungsbefugnis&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Auswahl und Freigabe von Digitalisierungsvorhaben''' || die jeweilige Einrichtung oder das Projekt. Das DZ-Konzept sieht ein Lenkungsgremium aus den hauptamtlichen sorbischen Sammlungseinrichtungen und dem SKR vor. Das DZ selbst soll nicht entscheiden, was digitalisiert wird (DZ-Konzept, S. 7-8).&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt; Als Idealvorgehen gilt: erst im SKR verzeichnen, dann priorisiert ein Fachgremium nach Kriterien.&amp;lt;ref name=&amp;quot;dk2026&amp;quot;/&amp;gt; || style=&amp;quot;background:#fde2c4&amp;quot; | Lenkungsgremium konzipiert, nicht eingerichtet; Kriterien nur beispielhaft genannt&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Steuerung des Registers''' || SI. Das SKR soll Qualität sichern und über Kooperationsverträge technische Standards setzen; ein Beirat aus Fachleuten für Sorabistik, Museologie, Digital Humanities sowie Bibliotheks- und Archivwesen ist vorgesehen. Die Datenpartner bleiben für ihre Daten verantwortlich und entscheiden über deren Einbringung (SKR-Konzept, S. 13-14 und 21).&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;/&amp;gt; || style=&amp;quot;background:#fde2c4&amp;quot; | Beirat konzipiert, Stand ''offen''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Gemeinsamer Zugang für Nutzerinnen und Nutzer''' || je Plattform: SKR, digitalizat.de und Sorabicon betreibt das SI, Sachsen.digital die SLUB, museum-digital die Museen selbst (siehe 3.3.7) || style=&amp;quot;background:#f8d7da&amp;quot; | keine Zuständigkeit für die Gesamtentscheidung&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Zugang zu kleinen Trägern''' || Domowina mit Regionalverbänden und Ortsgruppen. Der Kulturausschuss der Domowina sah sich 2020 als ehrenamtliches Gremium nicht in der Lage, die Koordination zu leisten.&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2020&amp;quot;/&amp;gt; 2026 wünscht die Domowina eine Dienstleistungs- und Ermöglichungsstruktur.&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2026&amp;quot;/&amp;gt; || style=&amp;quot;background:#f8d7da&amp;quot; | keine feste Anlaufstelle&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Länderübergreifende Abstimmung''' || Sachsen und Brandenburg fördern getrennt. Sächsische Träger können das DZ über Strukturmittel nutzen; die Nutzung für brandenburgische Bestände soll bilateral zwischen SI, Stiftung und Wendischem Museum geklärt werden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;dk2026&amp;quot;/&amp;gt; || style=&amp;quot;background:#fde2c4&amp;quot; | Einzelfallklärung&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Mitwirkung der Gemeinschaft''' || über den Stiftungsrat; ein Verfahren, in dem Kulturgutträger und Gemeinschaft bei Auswahl, Beschreibung und Zugang mitentscheiden, ist nicht bekannt (''offen'') || style=&amp;quot;background:#fde2c4&amp;quot; | nicht geregelt&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als mögliche Kriterien für die Auswahl nennt das DZ-Konzept: virtueller Bestandserhalt gefährdeter Einrichtungen, Sicherung des Wissens von Zeitzeuginnen und Zeitzeugen, Forschungsrelevanz, Bedeutung für die sorbische Identität, Verknüpfbarkeit mit anderen Ressourcen und wirtschaftlicher Nachnutzen (S. 8).&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt; Sie decken sich teilweise mit den Dringlichkeitsgründen aus [[#3.2.3 Bestände mit vorrangigem Digitalisierungsbedarf|Abschnitt 3.2.3]]. Beschlossen sind sie nicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Offen ist auch, wer über den '''gemeinsamen Zugang''' entscheidet. Die Konzepte sehen drei Ebenen vor: das SKR als einrichtungsübergreifenden Nachweis, digitalizat.de für die Digitalisate des DZ und Sorabicon als kuratiertes Schaufenster.&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;/&amp;gt; Welche Plattform den Einstieg bietet und wie die Angebote der Museen und der SLUB eingebunden werden, betrifft alle Träger. Bisher ist diese Entscheidung keinem Gremium zugeordnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.4.2 Standards und Austausch ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die großen Einrichtungen arbeiten mit etablierten Standards ihrer Sparte. SKR und DZ haben ein gemeinsames technisches Modell konzipiert und teilweise erprobt. Das DZ-Konzept erklärt die Metadatenstandards des SKR für verbindlich (S. 29).&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt; Einen von allen Trägern beschlossenen Mindeststandard gibt es nicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|+ Standards: heute genutzt, konzipiert, offen&lt;br /&gt;
! Bereich !! Heute genutzt !! Konzipiert oder erprobt !! Offen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Erschließung und Metadaten''' || Bibliotheken: Verbundkatalog K10plus; Archive: Kalliope; Museen: HiDA, Adlib, museum-digital&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;smb2026&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;wm2026&amp;quot;/&amp;gt; || SKR: eigene Ontologie auf Basis verknüpfter Daten (RDF) unter Rückgriff auf CIDOC (Referenzmodell für Museumsinformation) und GND; Bereitstellung in LIDO und MODS (SKR-Konzept, S. 16 und 28)&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;/&amp;gt; || gemeinsamer Metadatenkern mit Pflichtfeldern für alle Träger; Regeln, wer die Masterdaten führt und wie Änderungen abgeglichen und versioniert werden&amp;lt;ref name=&amp;quot;dk2026&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Normdaten und Kennungen''' || Normdaten der Verbünde; URN mit Institutionscode im Publikationsserver Qucosa des SI&amp;lt;ref name=&amp;quot;dk2026&amp;quot;/&amp;gt; || SKR: GND, GeoNames, VIAF, Wikidata; dauerhafte Adressen (PURL) mit Registerpräfix (SKR-Konzept, S. 16 und 21)&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;/&amp;gt; || Basisadresse der PURL; Kennungsschema mit Institutionspräfix nur diskutiert&amp;lt;ref name=&amp;quot;dk2026&amp;quot;/&amp;gt;; DZ vergibt in der Praxis eigene PURL (''zu prüfen'')&amp;lt;ref name=&amp;quot;dzpraxis&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Digitalisierung und Dateiformate''' || TIFF für Masterdateien, JPEG für die Nutzung; Orientierung an den DFG-Praxisregeln „Digitalisierung“ (DZ-Konzept, S. 31 und 33)&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt; || Kitodo-Arbeitsablauf mit METS/MODS; Texterkennung mit Werkzeugen des Projekts OCR-D, Volltexte in ALTO und TEI (DZ-Konzept, S. 17-18)&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt; || verbindliche Qualitätsvorgaben je Kulturgutart, besonders für AV-Träger, 3D-Objekte und ursprünglich digitale Dokumentationen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Austausch und Schnittstellen''' || Lieferung an DDB, Archivportal-D und Sachsen.digital&amp;lt;ref name=&amp;quot;fotothekddb&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;ldp&amp;quot;/&amp;gt; || SKR: Programmierschnittstelle (REST) und OAI-PMH im Prototyp, Abfrageschnittstelle für verknüpfte Daten (SPARQL) vorgesehen, Übernahme aus museum-digital (SKR-Konzept, S. 21 und 27-28)&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;/&amp;gt;; Bildbereitstellung über IIIF (DZ-Konzept, S. 21 und 33)&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt; || dokumentierte und praktisch getestete Schnittstellen zwischen SKR, DZ und den Systemen der Museen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Langzeiterhaltung''' || Datensicherung in den Einrichtungen; SLUB mit eigener Langzeitarchivierung&amp;lt;ref name=&amp;quot;nestor&amp;quot;/&amp;gt; || DZ strebt die dauerhafte Datenhaltung der originalen Bilddigitalisate an (DZ-Konzept, S. 8)&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt;; unterschieden wird zwischen Datenhaltung mit Sicherung und echter Langzeitarchivierung&amp;lt;ref name=&amp;quot;dk2026&amp;quot;/&amp;gt; || Konzept für den Dauerbetrieb; Vorgaben nach Standards wie dem Referenzmodell OAIS oder dem Metadatenstandard PREMIS; Prüfsummen, Wiederherstellungstests, Formatmigration&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Mehrsprachigkeit''' || Sorabicon mehrsprachig; Kitodo.Presentation mit mehrsprachiger Oberfläche&amp;lt;ref name=&amp;quot;sorabicon2024&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt; || SKR: Bezeichnungen und Beschreibungen in Ober- und Niedersorbisch, Deutsch und Englisch als Teil des Datenmodells, erweiterbar („4+-Sprachigkeit“, SKR-Konzept, S. 16-18)&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;/&amp;gt; || Übertragung auf die Erfassung bei den Trägern und im DZ; sorbischsprachige kontrollierte Vokabulare (''offen'')&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Abstimmung in Gremien''' || Einbindung des SI in überregionale Netzwerke, z. B. AG Regionalportale, Verbund DIKUSA, Copernico&amp;lt;ref name=&amp;quot;sorabicon2024&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;kdmsi&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;copernico&amp;quot;/&amp;gt; || SKR setzt Standards über Kooperationsverträge (SKR-Konzept, S. 13-14)&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;/&amp;gt; || kein sorbisches Gremium, das Standards gemeinsam beschließt und ihre Einhaltung prüft&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.4.3 Rechte und Einwilligungen ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Rechtefragen bestimmen, was digitalisiert, gespeichert und gezeigt werden darf. Bisher sind sie nur in Grundsätzen und von Fall zu Fall geregelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Was vereinbart ist:'''&lt;br /&gt;
* Das DZ braucht vor der Digitalisierung eine ausreichende Erlaubnis des Objektgebers. Die Rechteklärung soll vor Projektbeginn erfolgen und vertraglich dokumentiert werden. Zu unterscheiden sind Digitalisierung, interne Nutzung, Übergabe an die liefernde Einrichtung, öffentliche Präsentation und Nachnutzung durch Dritte. Eingeschränkte Nutzungsformen wie Vorschau, geringere Auflösung oder nur interne Bereitstellung sind möglich. Eigentümer, Datengeber und Rechteinhaber sollen in den Metadaten erkennbar bleiben.&amp;lt;ref name=&amp;quot;dk2026&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Der Vertrag zwischen DZ und Partner soll Umfang, Haftung, Datenhaltung, Präsentation und etwaige Nutzungsentgelte regeln. Das Eigentum an den Digitalisaten bleibt beim Partner (DZ-Konzept, S. 8-9 und 11).&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Im SKR bleiben die Datenpartner für ihre Daten verantwortlich und entscheiden über deren Einbringung.&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;/&amp;gt; Regeln zu Lizenzen und Zugangsstufen enthält das SKR-Konzept nach erster Durchsicht nicht (''zu prüfen'').&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Was die Praxis zeigt:'''&lt;br /&gt;
* Die Lizenzangaben sind uneinheitlich: Ein Teil der Digitalisate des SI ist als gemeinfrei gekennzeichnet&amp;lt;ref name=&amp;quot;ddb&amp;quot;/&amp;gt;, Fotos des SKA tragen den Status „urheberrechtlich geschützt“&amp;lt;ref name=&amp;quot;fotothekddb&amp;quot;/&amp;gt;.&lt;br /&gt;
* Bei sorbischen Musikvideos auf YouTube prägen Rechtefragen jeden Einzelfall (DZ-Konzept, S. 22).&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt; Sorbischsprachige Produktionen von MDR und rbb standen dem SKA 2019 aus rechtlichen Gründen nicht zur Verfügung.&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt; Für Veranstaltungsmitschnitte des studijo LUCIJA ist keine schriftliche Vereinbarung über Rechte und Übergabe bekannt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;lucija&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Erste Vorlagen für die Regelung von Nutzungsrechten gibt es in einzelnen Einrichtungen. Der Domowina-Verlag (LND) hat im Zusammenhang mit Arbeitsverträgen einen Anhang zu Nutzungsrechten. Das WITAJ-Sprachzentrum hat eine Präambel und Vereinbarungen zu internen Daten, angekauften Werken sowie zur Sammlung und Veröffentlichung von Texten. Beide Einrichtungen haben ihre Vorlagen dem Digitalisierungskreis in seiner Sitzung am 18.06.2026 zur Orientierung bereitgestellt. Dort wurde auch festgehalten, dass Nutzungsrechte an Texten, Fotos, Tonaufnahmen und anderen Inhalten, die im Arbeitskontext entstehen, klarer geregelt werden sollten.&amp;lt;ref name=&amp;quot;dk2026b&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Der Rechtsrahmen bietet Spielräume, die bisher nicht systematisch genutzt werden. Kulturerbe-Einrichtungen dürfen nicht verfügbare Werke unter bestimmten Bedingungen nicht kommerziell online zugänglich machen (§ 61d Urheberrechtsgesetz, UrhG).&amp;lt;ref name=&amp;quot;urhg61d&amp;quot;&amp;gt;Urheberrechtsgesetz (UrhG), § 61d Nicht verfügbare Werke. URL: https://www.gesetze-im-internet.de/urhg/__61d.html, abgerufen am 30.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Fotos und Scans gemeinfreier visueller Werke begründen keine eigenen Leistungsschutzrechte (§ 68 UrhG).&amp;lt;ref name=&amp;quot;urhg68&amp;quot;&amp;gt;Urheberrechtsgesetz (UrhG), § 68 Vervielfältigungen gemeinfreier visueller Werke. URL: https://www.gesetze-im-internet.de/urhg/__68.html, abgerufen am 30.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Was fehlt:'''&lt;br /&gt;
* einheitliche Rechte- und Zugangskategorien, die je Objekt oder Bestand dokumentiert werden, von „nur Metadaten öffentlich“ bis „nicht zugänglich“ (vgl. [[#2.5.6 Mukurtu und Plateau Peoples' Web Portal|Abschnitt 2.5.6]]);&lt;br /&gt;
* einrichtungsübergreifende Musterverträge und Musterklauseln für Übergaben, Digitalisierung und Veröffentlichung; einzelne Vorlagen gibt es bei LND und WITAJ (siehe oben);&lt;br /&gt;
* Regeln für Einwilligungen bei Zeitzeugen-Interviews und Veranstaltungsaufnahmen, einschließlich des Datenschutzes (''Annahme'': bisher je Projekt geregelt);&lt;br /&gt;
* ein Verfahren, in dem rechtliche Zulässigkeit und kulturelle Angemessenheit getrennt geprüft werden, sowie Wege für Korrekturen, Beschwerden und nachträgliche Sperrungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Digitalisierungskreis befasst sich mit Urheber- und Nutzungsrechten anhand konkreter Nutzungsszenarien. Für diese Szenarien wird eine rechtliche Einschätzung erarbeitet. Die dazu für den 18.06.2026 geplante Sitzung wurde verschoben, weil die Einschätzung noch nicht vorlag.&amp;lt;ref name=&amp;quot;dk2026b&amp;quot;&amp;gt;Digitalisierungskreis 2026: Protokoll der Sitzung „Nutzungsszenarien für sprachtechnologische Anwendungen“ vom 18.06.2026, Entwurf (obersorbisch). Unveröffentlicht; interne Referenz: 2026-06-18_HSB_Protokol_Digitalizaciski_kruh_Rěčnotechnologiske_naloženja.pdf.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Prüfung ist noch nicht abgeschlossen (Stand Oktober 2026).&amp;lt;ref name=&amp;quot;dkinfo&amp;quot;&amp;gt;Projektinterne Angaben zum Digitalisierungskreis, Stand Oktober 2026; schriftlicher Beleg noch einzuholen.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!-- Ergebnisse nach Abschluss der rechtlichen Einschätzung ergänzen, soweit veröffentlichbar. --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.4.4 Betrieb und Finanzierung ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Stiftung selbst ist langfristig finanziert. Im Mai 2026 vereinbarten Bund, Sachsen und Brandenburg das fünfte Finanzierungsabkommen: rund 29,3 Mio. Euro für 2026 und jährliche Erhöhungen bis 2030. Der Bund trägt die Hälfte, Sachsen ein Drittel, Brandenburg ein Sechstel. Digitalisierungsprojekte werden ausdrücklich als Förderziel genannt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;fin2026&amp;quot;/&amp;gt; Der Haushalt der Stiftung weist für 2026 gesonderte Zuwendungen für Digitalisierungsprojekte aus, 195.000 Euro vom Bund und 130.000 Euro von Sachsen, dazu knapp 5 Mio. Euro Bundesmittel für den Strukturwandel.&amp;lt;ref name=&amp;quot;hh2026&amp;quot;&amp;gt;Stiftung für das sorbische Volk 2026: Haushaltssatzung 2026. URL: https://zalozba.de/fileadmin/user_upload/Dokumente/Haushaltsplaene/HHSatzung_2026.pdf, abgerufen am 30.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Welcher Anteil davon auf das Kulturerbe entfällt, ist ''offen''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die einrichtungsübergreifenden Dienste für das Kulturerbe laufen dagegen überwiegend als befristete Projekte:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|+ Betreiber und Finanzierung je Kernfunktion&lt;br /&gt;
! Kernfunktion !! Einrichtungsübergreifender Dienst (Betreiber) !! Finanzierung heute !! Gesichert bis&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''K1''' Erfassen || Sorbisches Kulturregister (SI) || Projektstelle bis Ende 2025 (SKR-Konzept, S. 2), heutiger Stand ''offen''; Regelbetrieb braucht 2,5 Fachstellen und 0,5 Stellen für Hilfskräfte, Zeithorizont 15-20 Jahre (S. 31-32)&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;/&amp;gt; || style=&amp;quot;background:#f8d7da&amp;quot; | ''offen''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''K2''' Digitalisieren || Digitalisierungszentrum (SI) || Aufbauprojekt, bis 2027 projektbezogen gesichert (Mittelgeber ''zu prüfen''); für sächsische Träger derzeit kostenfrei&amp;lt;ref name=&amp;quot;dk2026&amp;quot;/&amp;gt; || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | Ende 2027&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''K2''' Digitalisieren || Landesprogramme der SLUB (Landesdigitalisierungsprogramm, SAVE) || Freistaat Sachsen; Kürzungen bei SAVE im Entwurf des Doppelhaushalts 2027/28&amp;lt;ref name=&amp;quot;save2026&amp;quot;/&amp;gt; || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | jährlicher Landeshaushalt&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''K3''' Erhalten || Datenhaltung des DZ (SI) || wie DZ; für den Dauerbetrieb ist ein Konzept erforderlich. Zum Vergleich: echte Langzeitarchivierung kostet bei der SLUB derzeit ca. 800 Euro je TB und Jahr.&amp;lt;ref name=&amp;quot;dk2026&amp;quot;/&amp;gt; || style=&amp;quot;background:#f8d7da&amp;quot; | Ende 2027; Dauerbetrieb ''offen''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''K4''' Zugänglich machen || Sorabicon, Virtueller Lesesaal (SI) || Grundbetrieb des SI (''Annahme''); Inhalte wachsen über Projekte, z. B. das „Digitale Portal zu sorbischen und Lausitzer Sprach- und Kulturlandschaften“ (2022-2031) im Bundesförderprogramm „Sorbische Sprache und Kultur im Strukturwandel“&amp;lt;ref name=&amp;quot;digportal&amp;quot;&amp;gt;Sorbisches Institut o. J.: Digitales Portal zu sorbischen und Lausitzer Sprach- und Kulturlandschaften. Poster zum Gesamtvorhaben. URL: https://serbski-institut.de/wp-content/uploads/2021/11/A0-Druck_DigPortal-Gesamtvorhaben.pdf, abgerufen am 30.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | Grundbetrieb ''offen''; Projekt bis 2031&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''K4''' Zugänglich machen || digitalizat.de (SI) || wie DZ (''Annahme'') || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | Ende 2027 (''Annahme'')&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Damit sind für alle vier Kernfunktionen Betreiber benannt, für alle einrichtungsübergreifenden Dienste mit Ausnahme der Landesprogramme das SI. Für die Zeit ab 2028 braucht das DZ ein Modell für Basisfinanzierung, Personal, Infrastruktur, Repositorium und Dienstleistungsbetrieb. Unterschieden wird zwischen einem Grundbetrieb, der dauerhaft finanziert werden muss, und der Digitalisierung einzelner Sammlungen, für die Drittmittel beantragt werden können. Eine Gebühren- oder Kostenlogik für Leistungen an Dritte ist nicht entschieden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;dk2026&amp;quot;/&amp;gt; Ein Konzept für Trägerwechsel, Projektende oder den Ausfall eines Dienstleisters ist nicht bekannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.4.5 Bewertung der drei Erfolgsbedingungen ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die drei Erfolgsbedingungen aus [[#2.5.9.2 Drei Erfolgsbedingungen – was gilt für alle Kernfunktionen?|Abschnitt 2.5.9.2]] werden mit den Prüfkriterien der Handlungsfelder 1 bis 3 des [[12.3.A2 Prüfraster zur Bewertung des Entwicklungsstandes beim Aufbau der Digitalisierung des Kulturerbes|Prüfrasters]] bewertet. Die Bewertung ist eine Einschätzung auf Grundlage der genannten Quellen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|+ Reifegrad der drei Erfolgsbedingungen&lt;br /&gt;
! Erfolgsbedingung !! Reifegrad !! Was vorhanden ist !! Was fehlt&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''1. Gemeinsam entscheiden und Rechte abgestuft regeln''' || style=&amp;quot;background:#fde2c4&amp;quot; | '''1''' · konzeptionell geklärt || Stiftung als Förderer mit Digitalisierungskonzept und Digitalisierungsbeauftragtem; Lenkungsgremium und Auswahlkriterien im DZ-Konzept beschrieben; Grundsätze zur Rechteklärung im Digitalisierungskreis vereinbart; regelmäßiger Austausch im Digitalisierungskreis || kein eingerichtetes Gremium für Auswahl, Freigabe und gemeinsamen Zugang; keine schriftlich festgelegten Entscheidungsrechte für Träger und Gemeinschaft; keine einheitlichen Rechte- und Zugangskategorien, Musterverträge oder Verfahren für Beschwerden und Sperrungen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''2. Gemeinsame Standards, Mehrsprachigkeit und technische Anschlussfähigkeit sichern''' || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | '''2''' · pilotiert (Langzeiterhaltung: 1) || etablierte Spartenstandards in Bibliothek, Archiv und Museen; technisches Modell von SKR und DZ mit Normdaten, METS/MODS, LIDO, IIIF und Schnittstellen in Prototyp und Piloten erprobt; Mehrsprachigkeit im Datenmodell des SKR vorgesehen || kein beschlossener gemeinsamer Metadatenkern; Regeln für Masterdaten, Versionierung und Kennungen offen; Qualitätsvorgaben je Kulturgutart und Vorgaben zur Langzeiterhaltung nicht festgelegt; kein niedrigschwelliger Einstieg für kleine Träger außer museum-digital; kein Gremium, das Standards beschließt&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''3. Dauerhafte Verantwortung und Finanzierung sichern''' || style=&amp;quot;background:#fde2c4&amp;quot; | '''1''' · konzeptionell geklärt || Stiftung bis 2030 finanziert; Betreiber für alle Kernfunktionen benannt; Personalbedarf des SKR beziffert; Unterscheidung von Grundbetrieb und Projektdigitalisierung || Dauerbetrieb von SKR (ab 2026) sowie DZ und Datenhaltung (ab 2028) nicht finanziert; Übergang von der Projekt- in die Betriebsphase nicht geregelt; keine Kostenlogik für Dritte; kein Ausstiegs- und Übergabekonzept&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach der Bewertungsregel des Prüfrasters zählt die schwächste kritische Abhängigkeit. Für die Governance sind das die Erfolgsbedingungen 1 und 3: Es fehlen verbindliche Entscheidungswege und eine Finanzierung des Dauerbetriebs. Beides begrenzt auch die Reife der Dienste aus Abschnitt 3.3. Ein Dienst kann Reifegrad 4 erst erreichen, wenn Zuständigkeiten, Finanzierung und Verfahren dauerhaft verankert sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.4.6 Erste Befunde ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* '''Die Förderung ist gesichert, der Betrieb der gemeinsamen Dienste nicht.''' Die Stiftung ist bis 2030 finanziert. SKR, DZ und Datenhaltung hängen dagegen an befristeten Mitteln; die Projektstelle für das SKR lief laut Konzept Ende 2025 aus.&amp;lt;ref name=&amp;quot;fin2026&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;dk2026&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
* '''Es gibt Austausch, aber keinen Ort für verbindliche Entscheidungen.''' Der Digitalisierungskreis berät, entscheidet aber nicht.&amp;lt;ref name=&amp;quot;dkinfo&amp;quot;/&amp;gt; Das im DZ-Konzept vorgesehene Lenkungsgremium ist nicht eingerichtet. Damit fehlt eine Stelle, die Prioritäten über Einrichtungen hinweg festlegt und über den gemeinsamen Zugang entscheidet.&lt;br /&gt;
* '''Das SI trägt fast die gesamte gemeinsame Infrastruktur.''' Es betreibt oder plant Register, Digitalisierungszentrum, Datenhaltung und die wichtigsten Präsentationsangebote. Das bündelt Fachwissen, macht die Kette aber von einer Einrichtung und ihren Projektmitteln abhängig.&lt;br /&gt;
* '''Die Standards sind technisch gut vorbereitet, aber nicht gemeinsam beschlossen.''' Mit SKR und DZ liegt ein anschlussfähiges, mehrsprachig angelegtes Modell vor. Es fehlen ein verbindlicher Metadatenkern, Regeln für Masterdaten und Kennungen sowie Vorgaben für die Langzeiterhaltung.&lt;br /&gt;
* '''Rechte werden von Fall zu Fall geklärt.''' Grundsätze sind vereinbart; Musterverträge, Zugangskategorien und Einwilligungsregeln fehlen. Gerade beim lebendigen Kulturgeschehen und bei ursprünglich digitalen Werken bremst das die Sicherung.&lt;br /&gt;
* '''Sachsen und Brandenburg sind unterschiedlich angebunden.''' Sächsische Träger können Landesprogramme und das DZ nutzen. Für brandenburgische Träger gibt es Projektförderung, die Nutzung des DZ wird im Einzelfall geklärt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;dk2026&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;diwa2026&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
* '''Kleine Träger haben keine feste Anlaufstelle.''' Die Domowina erreicht sie, kann die Koordination aber nicht leisten und wünscht eine Dienstleistungs- und Ermöglichungsstruktur.&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2020&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2026&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== 3.5 Gesamtbewertung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieser Abschnitt führt die Ergebnisse zusammen. Er gleicht den Bedarf aus [[#3.2 Bestände und Bedarfe|Abschnitt 3.2]] mit dem Angebot aus [[#3.3 Kernfunktionen: Vorhaben, Systeme, Dienste|Abschnitt 3.3]] und dem Rahmen aus [[#3.4 Governance|Abschnitt 3.4]] ab und leitet daraus Lücken und ihre Dringlichkeit ab. Maßstab sind die Reifegrade und Mindestbedingungen des Prüfrasters in [[12.3.A2 Prüfraster zur Bewertung des Entwicklungsstandes beim Aufbau der Digitalisierung des Kulturerbes|Anhang 12.3.A2]] sowie die Ziele aus [[#1.1 Visionen und Ziele für die sorbische digitale Welt|Abschnitt 1.1]]. Die Bewertung ist eine Einschätzung auf Grundlage der in 3.1 bis 3.4 genannten Quellen. Sie kann sich ändern, sobald die offenen Punkte aus 3.5.4 geklärt sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;mark&amp;gt;Die Gesamtbewertung sollte nach der Abstimmung der Abschnitte 3.1 bis 3.4 mit den Einrichtungen noch einmal überprüft werden.&amp;lt;/mark&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.5.1 Lückenmatrix ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Lückenmatrix verbindet die Abschnitte 3.2 und 3.3. Die Zeilen sind die [[#2.2 Klassifizierung von Kulturgütern|Kulturgutklassen]], die Spalten die vier Kernfunktionen. Jede Zelle stellt den Bedarf dem Angebot gegenüber:&lt;br /&gt;
* '''Bedarf''' nach Abschnitt 3.2: Menge, Gefährdung und Wissensstand der Bestände sowie die Bedarfe der Träger (hoch · mittel · gering).&lt;br /&gt;
* '''Angebot''' nach der Matrix in [[#3.3.4 Abdeckung nach Kulturgutklassen|Abschnitt 3.3.4]] (gut · teilweise · fehlt · unbekannt).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Farbe zeigt die daraus abgeleitete Lücke:&lt;br /&gt;
; groß&lt;br /&gt;
: Hoher Bedarf trifft auf ein fehlendes, unbekanntes oder nur teilweises Angebot, oder mittlerer Bedarf trifft auf kein Angebot.&lt;br /&gt;
; mittel&lt;br /&gt;
: Mittlerer Bedarf trifft auf ein teilweises Angebot.&lt;br /&gt;
; gering&lt;br /&gt;
: Ein nutzbares Angebot deckt den bekannten Bedarf weitgehend.&lt;br /&gt;
; unbekannt&lt;br /&gt;
: Bei mittlerem Bedarf ist das Angebot nicht ausreichend bekannt, um die Lücke einzuschätzen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|+ Lückenmatrix: Bedarf vs. Angebot je Kulturgutklasse und Kernfunktion&amp;lt;br&amp;gt;(rot: Lücke groß · gelb: mittel · grün: gering · grau: unbekannt)&lt;br /&gt;
! Klasse !! K1 Erfassen !! K2 Digitalisieren !! K3 Erhalten !! K4 Zugänglich machen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''A''' Materiell – unbeweglich || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | '''mittel'''&amp;lt;br&amp;gt;&amp;lt;small&amp;gt;Bedarf mittel · Angebot teilweise&amp;lt;/small&amp;gt; || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | '''mittel'''&amp;lt;br&amp;gt;&amp;lt;small&amp;gt;Bedarf mittel · Angebot teilweise&amp;lt;/small&amp;gt; || style=&amp;quot;background:#f8d7da&amp;quot; | '''groß'''&amp;lt;br&amp;gt;&amp;lt;small&amp;gt;Bedarf hoch · Angebot fehlt&amp;lt;/small&amp;gt; || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | '''mittel'''&amp;lt;br&amp;gt;&amp;lt;small&amp;gt;Bedarf mittel · Angebot teilweise&amp;lt;/small&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''B1''' Schriftgut || style=&amp;quot;background:#c3e6cb&amp;quot; | '''gering'''&amp;lt;br&amp;gt;&amp;lt;small&amp;gt;Bedarf gering · Angebot gut&amp;lt;/small&amp;gt; || style=&amp;quot;background:#c3e6cb&amp;quot; | '''gering'''&amp;lt;br&amp;gt;&amp;lt;small&amp;gt;Bedarf mittel · Angebot gut (nur Sachsen)&amp;lt;/small&amp;gt; || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | '''mittel'''&amp;lt;br&amp;gt;&amp;lt;small&amp;gt;Bedarf mittel · Angebot teilweise&amp;lt;/small&amp;gt; || style=&amp;quot;background:#c3e6cb&amp;quot; | '''gering'''&amp;lt;br&amp;gt;&amp;lt;small&amp;gt;Bedarf mittel · Angebot gut&amp;lt;/small&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''B2''' Fotografien und Bildträger || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | '''mittel'''&amp;lt;br&amp;gt;&amp;lt;small&amp;gt;Bedarf mittel · Angebot teilweise&amp;lt;/small&amp;gt; || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | '''mittel'''&amp;lt;br&amp;gt;&amp;lt;small&amp;gt;Bedarf mittel · Angebot teilweise&amp;lt;/small&amp;gt; || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | '''mittel'''&amp;lt;br&amp;gt;&amp;lt;small&amp;gt;Bedarf mittel · Angebot teilweise&amp;lt;/small&amp;gt; || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | '''mittel'''&amp;lt;br&amp;gt;&amp;lt;small&amp;gt;Bedarf mittel · Angebot teilweise&amp;lt;/small&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''B3''' Analoge AV-Träger || style=&amp;quot;background:#f8d7da&amp;quot; | '''groß'''&amp;lt;br&amp;gt;&amp;lt;small&amp;gt;Bedarf hoch · Angebot unbekannt&amp;lt;/small&amp;gt; || style=&amp;quot;background:#f8d7da&amp;quot; | '''groß'''&amp;lt;br&amp;gt;&amp;lt;small&amp;gt;Bedarf hoch · Angebot teilweise&amp;lt;/small&amp;gt; || style=&amp;quot;background:#f8d7da&amp;quot; | '''groß'''&amp;lt;br&amp;gt;&amp;lt;small&amp;gt;Bedarf hoch · Angebot unbekannt&amp;lt;/small&amp;gt; || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | '''mittel'''&amp;lt;br&amp;gt;&amp;lt;small&amp;gt;Bedarf mittel · Angebot teilweise&amp;lt;/small&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''B4''' 3D-Objekte || style=&amp;quot;background:#f8d7da&amp;quot; | '''groß'''&amp;lt;br&amp;gt;&amp;lt;small&amp;gt;Bedarf hoch · Angebot teilweise&amp;lt;/small&amp;gt; || style=&amp;quot;background:#f8d7da&amp;quot; | '''groß'''&amp;lt;br&amp;gt;&amp;lt;small&amp;gt;Bedarf hoch · Angebot teilweise&amp;lt;/small&amp;gt; || style=&amp;quot;background:#eeeeee&amp;quot; | '''unbekannt'''&amp;lt;br&amp;gt;&amp;lt;small&amp;gt;Bedarf mittel · Angebot unbekannt&amp;lt;/small&amp;gt; || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | '''mittel'''&amp;lt;br&amp;gt;&amp;lt;small&amp;gt;Bedarf mittel · Angebot teilweise&amp;lt;/small&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''C1''' Orale Traditionen || style=&amp;quot;background:#f8d7da&amp;quot; | '''groß'''&amp;lt;br&amp;gt;&amp;lt;small&amp;gt;Bedarf hoch · Angebot teilweise&amp;lt;/small&amp;gt; || style=&amp;quot;background:#f8d7da&amp;quot; | '''groß'''&amp;lt;br&amp;gt;&amp;lt;small&amp;gt;Bedarf hoch · Angebot unbekannt&amp;lt;/small&amp;gt; || style=&amp;quot;background:#f8d7da&amp;quot; | '''groß'''&amp;lt;br&amp;gt;&amp;lt;small&amp;gt;Bedarf hoch · Angebot unbekannt&amp;lt;/small&amp;gt; || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | '''mittel'''&amp;lt;br&amp;gt;&amp;lt;small&amp;gt;Bedarf mittel · Angebot teilweise&amp;lt;/small&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''C2-C5''' Darstellende Künste, Rituale und Feste, Wissen, Handwerk || style=&amp;quot;background:#f8d7da&amp;quot; | '''groß'''&amp;lt;br&amp;gt;&amp;lt;small&amp;gt;Bedarf hoch · Angebot teilweise&amp;lt;/small&amp;gt; || style=&amp;quot;background:#f8d7da&amp;quot; | '''groß'''&amp;lt;br&amp;gt;&amp;lt;small&amp;gt;Bedarf hoch · Angebot fehlt&amp;lt;/small&amp;gt; || style=&amp;quot;background:#f8d7da&amp;quot; | '''groß'''&amp;lt;br&amp;gt;&amp;lt;small&amp;gt;Bedarf hoch · Angebot fehlt&amp;lt;/small&amp;gt; || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | '''mittel'''&amp;lt;br&amp;gt;&amp;lt;small&amp;gt;Bedarf mittel · Angebot teilweise&amp;lt;/small&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''D1''' Born-digital || style=&amp;quot;background:#f8d7da&amp;quot; | '''groß'''&amp;lt;br&amp;gt;&amp;lt;small&amp;gt;Bedarf hoch · Angebot fehlt&amp;lt;/small&amp;gt; || style=&amp;quot;background:#f8f9fa&amp;quot; | –&amp;lt;br&amp;gt;&amp;lt;small&amp;gt;Übernahme statt Digitalisierung, siehe K3&amp;lt;/small&amp;gt; || style=&amp;quot;background:#f8d7da&amp;quot; | '''groß'''&amp;lt;br&amp;gt;&amp;lt;small&amp;gt;Bedarf hoch · Angebot fehlt&amp;lt;/small&amp;gt; || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | '''mittel'''&amp;lt;br&amp;gt;&amp;lt;small&amp;gt;Bedarf mittel · Angebot teilweise&amp;lt;/small&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Begründung je Zeile in Kurzform:&lt;br /&gt;
* '''A:''' In Sachsen weitgehend erfasst, in der Niederlausitz bis 2031 in Arbeit. Digitalisate wie die Fotonegative und Raumscans liegen nur in der Datenhaltung des DZ.&lt;br /&gt;
* '''B1:''' gut erschlossen und über das Landesdigitalisierungsprogramm digitalisierbar, allerdings nur in Sachsen; die Menge ist groß (0,5 bis 1 Mio. Druckseiten allein im SI). Langzeitarchivierung besteht nur für die Landesprogramme (''Annahme'').&lt;br /&gt;
* '''B2:''' Durchgängige Angebote bestehen vor allem für das SKA. Private Bestände sind kaum verzeichnet, die Bestände der Museen nur teilweise.&lt;br /&gt;
* '''B3:''' Die Gefährdung ist am höchsten, die Kenntnis der Bestände am geringsten. SAVE gibt es nur in Sachsen, und es soll gekürzt werden; das DZ hat für Film bisher nur einen einfachen 8-mm-Digitalisierer.&lt;br /&gt;
* '''B4:''' große Mengen; kleine Träger teils ohne Inventar; private Ausstellungen ohne Nachfolge. Digitalisiert wird nur bis DIN A3 in den Museen oder im Pilot. Ob die Museen ihre Digitalisate langfristig erhalten können, ist ''offen''.&lt;br /&gt;
* '''C1 bis C5:''' Das Wissen ist an wenige, teils ältere Personen gebunden; für das Niedersorbische drängt die Zeit. Systematisch erhoben wurde nur in der Niederlausitz, Mitschnitte haben keinen geregelten Übernahmeweg.&lt;br /&gt;
* '''D1:''' kaum erfasst, ohne Übernahmeweg und ohne Zielarchiv; Plattformen wie YouTube sind kein verlässlicher Speicherort.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Matrix zeigt zwei Muster. Erstens folgen die Lücken den Kulturgutklassen: Wo der Zeitdruck nach [[#3.2.3 Bestände mit vorrangigem Digitalisierungsbedarf|Abschnitt 3.2.3]] am größten ist, bei B3, C und D1, sind die Lücken in K1 bis K3 durchgehend groß (bei D1 entfällt K2). Zweitens folgen sie den Kernfunktionen: Beim langfristigen Erhalten (K3) ist die Lücke in keiner Klasse gering, beim Zugänglichmachen (K4) in keiner groß.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.5.2 Reifegrade und Mindestbedingungen ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Prüfraster bewertet den Aufbau in sechs Handlungsfeldern (HF) mit drei Prioritätsstufen. Die Handlungsfelder 1 bis 3 entsprechen inhaltlich den drei Erfolgsbedingungen aus [[#3.4.5 Bewertung der drei Erfolgsbedingungen|Abschnitt 3.4.5]]. Die Handlungsfelder 4 bis 6 werden hier erstmals eingeschätzt. Die Tabelle fasst sie mit den Reifegraden der Kernfunktionen aus [[#3.3.3 Kurzbewertung der vier Kernfunktionen|Abschnitt 3.3.3]] zusammen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|+ Reifegrade im Überblick&lt;br /&gt;
! Bereich !! Reifegrad !! Engpass&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! colspan=&amp;quot;3&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left; background:#eaecf0&amp;quot; | Kernfunktionen (aus 3.3.3)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''K1''' Erfassen, beschreiben und verknüpfen || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | '''2''' · pilotiert || SKR nicht im Regelbetrieb, Personal ''offen''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''K2''' Digitalisieren und Qualität sichern || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | '''2''' · pilotiert || Dienstleistung des DZ erst nach der Pilotphase; AV-Träger nur über Kooperationen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''K3''' Langfristig erhalten || style=&amp;quot;background:#fde2c4&amp;quot; | '''1''' · konzeptionell || kein Langzeitarchiv, das Digitalisate anderer Träger übernimmt&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''K4''' Zugänglich machen || style=&amp;quot;background:#dff0d8&amp;quot; | '''3''' · teilweise Regelbetrieb || kein gemeinsamer Einstieg; Nachnutzung durch Rechte begrenzt&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! colspan=&amp;quot;3&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left; background:#eaecf0&amp;quot; | Handlungsfelder des Prüfrasters (Priorität 1 bis 3)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''HF1''' Gemeinsam entscheiden und Zugänge regeln (Prio 1) || style=&amp;quot;background:#fde2c4&amp;quot; | '''1''' · konzeptionell || kein Gremium für Auswahl und Zugang; keine Zugangskategorien&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''HF2''' Dauerbetrieb und Finanzierung sichern (Prio 1) || style=&amp;quot;background:#fde2c4&amp;quot; | '''1''' · konzeptionell || Dauerbetrieb von SKR, DZ und Datenhaltung nicht finanziert&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''HF3''' Standards und Langzeiterhaltung festlegen (Prio 1) || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | '''2''' · pilotiert (Langzeiterhaltung: 1) || kein beschlossener Metadatenkern; kein Zielarchiv&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''HF4''' Bestände priorisieren und die vollständige Kette pilotieren (Prio 2) || style=&amp;quot;background:#fde2c4&amp;quot; | '''1''' · konzeptionell (Teilketten pilotiert) || keine Prioritätenliste; keine Kette einschließlich des Erhaltens erprobt (siehe 3.3.5)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''HF5''' Zentral unterstützen und dezentral verantworten (Prio 2) || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | '''2''' · pilotiert || DZ-Piloten mit externen Partnern, z. B. in Drebkau; keine feste Beratung für kleine Träger; Nutzung durch brandenburgische Träger ungeklärt&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''HF6''' Mehrsprachig vermitteln, Nachnutzung ermöglichen und Wirkung prüfen (Prio 3) || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | '''2''' · pilotiert (Vermittlung: 3) || mehrsprachige Portale im Regelbetrieb; Lizenzen uneinheitlich; keine Wirkungsprüfung bekannt (''offen'')&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Gesamtkette''' || style=&amp;quot;background:#fde2c4&amp;quot; | '''1''' · konzeptionell || bestimmt durch K3, HF1 und HF2&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Prüfraster nennt pragmatische Mindestbedingungen dafür, welche Schritte auf welchem Stand sinnvoll sind:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|+ Mindestbedingungen des Prüfrasters (verkürzt) und heutiger Stand&lt;br /&gt;
! Stufe !! Mindestbedingung !! Heute&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Pilotprojekte''' || Handlungsfelder der Priorität 1 mindestens konzeptionell geklärt; verantwortliche Stellen, vorläufige Standards und ein Zielrepositorium benannt || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | '''weitgehend erfüllt:''' HF1 bis HF3 mindestens auf Stufe 1; SI als verantwortliche Stelle; Standards von SKR und DZ; als Zielrepositorium nur die Datenhaltung des DZ ohne Langzeitarchivierung&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Breitere Digitalisierung''' || Entscheidungsrechte, Betrieb, Finanzierung, Standards und Archivierung praktisch erprobt und zumindest teilweise im Regelbetrieb || style=&amp;quot;background:#f8d7da&amp;quot; | '''nicht erfüllt:''' HF1, HF2 und die Archivierung auf Stufe 1&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Breiter Ausbau der Präsentation''' || Rechteprüfung, Datenpflege, Repositorium, Betreiberverantwortung und Korrekturverfahren arbeiten verlässlich im Regelbetrieb || style=&amp;quot;background:#f8d7da&amp;quot; | '''nicht erfüllt:''' keine Zugangskategorien und Korrekturverfahren; SKR und Repositorium nicht im Dauerbetrieb&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach dem Leitgedanken des Prüfrasters gilt: ohne geklärte Verantwortung kein breiter Ausbau, ohne Zielarchiv kein Digitalisat, ohne Datenpflege kein Register und ohne Rechte- und Kulturprüfung keine Veröffentlichung. Heute sind damit Pilotprojekte möglich und sinnvoll. Ein breiter Ausbau würde dagegen die Lücken beim Erhalten und in der Governance vergrößern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.5.3 Kernaussagen ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* '''1. Bedarf und Angebot sind gegenläufig verteilt.''' Am besten versorgt ist das Schriftgut (B1), weil es an Bibliotheken und sächsische Landesprogramme anschließt. Große Lücken bestehen dort, wo der Zeitdruck am größten ist: bei analogen AV-Trägern (B3), beim immateriellen Kulturerbe (C), bei ursprünglich digitalen Werken (D1) und bei Objekten kleiner und privater Träger (B4).&lt;br /&gt;
* '''2. Das langfristige Erhalten ist das schwächste Glied.''' K3 steht auf Reifegrad 1, und in keiner Kulturgutklasse ist die Lücke gering. Es gibt keinen Dienst, der Digitalisate und ursprünglich digitale Werke anderer Träger dauerhaft übernimmt. Jedes neue Digitalisat ohne Zielarchiv vergrößert das Risiko, statt es zu verringern.&lt;br /&gt;
* '''3. Die Bausteine stehen, ihr Dauerbetrieb nicht.''' SKR, DZ, digitalizat.de und Sorabicon bilden eine schlüssige, in Piloten erprobte Architektur. Die Projektstelle des SKR lief jedoch Ende 2025 aus, und das DZ ist nur bis Ende 2027 finanziert. Über die Anschlussfinanzierung muss deshalb spätestens im Laufe des Jahres 2027 entschieden werden.&lt;br /&gt;
* '''4. Pilotprojekte sind möglich, ein breiter Ausbau noch nicht.''' Die Mindestbedingungen des Prüfrasters für Pilotprojekte sind weitgehend erfüllt, die für eine breitere Digitalisierung und den breiten Ausbau der Präsentation nicht. Die Gesamtkette steht auf Reifegrad 1. Bestimmt wird sie durch das Erhalten (K3), die gemeinsamen Entscheidungen (HF1) und die Finanzierung des Dauerbetriebs (HF2).&lt;br /&gt;
* '''5. Es fehlt ein Ort für verbindliche gemeinsame Entscheidungen.''' Über Auswahl, Prioritäten, Standards, Rechte und den gemeinsamen Zugang entscheidet bisher jede Einrichtung oder jedes Projekt für sich. Ohne ein solches Gremium lässt sich die für 2028 angestrebte Prioritätenliste nicht beschließen.&lt;br /&gt;
* '''6. Wo der Zeitdruck am größten ist, ist am wenigsten bekannt.''' Belastbare Zahlen gibt es nur für wenige große Träger. Für die AV-Bestände, das immaterielle Erbe, ursprünglich digitale Werke und die meisten kleinen Träger fehlen sie. Eine Bestandserhebung ist deshalb Voraussetzung jeder Priorisierung.&lt;br /&gt;
* '''7. Der Zugang zu Diensten ist ungleich verteilt.''' Große sächsische Einrichtungen nutzen bewährte Landesinfrastruktur, die selbst unter Kürzungsdruck steht.&amp;lt;ref name=&amp;quot;save2026&amp;quot;/&amp;gt; Brandenburgische Träger sind auf Projektförderung angewiesen. Kleine Träger können praktisch nur museum-digital selbst nutzen und haben keine feste Anlaufstelle.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.5.4 Offene Punkte ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die folgenden Punkte sind in den Abschnitten 3.1 bis 3.4 als ''offen'' oder ''zu prüfen'' gekennzeichnet und beeinflussen die Bewertung. Sie sollten vor der Ableitung der Maßnahmen geklärt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|+ Offene Punkte mit Einfluss auf die Gesamtbewertung&lt;br /&gt;
! Offener Punkt !! Abschnitt !! Zu klären mit&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Umfang und Zustand der Bestände des SKA, des Wendischen Museums, der AV-Bestände (u. a. SNE, Rundfunk, Amateurfilmer) und der kleinen Träger || 3.2 || SI (SKA), Wendisches Museum, SNE, Domowina&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Fortbestand der zwölf kleinen Sammlungsorte, die nur durch Unterlagen von 2019 und 2020 belegt sind || 3.1, 3.2 || Domowina&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Personal und Betrieb des SKR seit 2026; Stand des vorgesehenen Beirats || 3.3, 3.4 || SI&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Mittelgeber des DZ bis 2027; Anschluss ab 2028; Nutzung für brandenburgische Bestände || 3.3, 3.4 || SI, Stiftung, Wendisches Museum, Land Brandenburg&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Zielarchiv für Dritte: Langzeitarchivierungskonzept des DZ, Übernahme durch die SLUB oder eine andere Einrichtung, Kosten || 3.3, 3.4 || SI, SLUB&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Verknüpfung der PURL des DZ mit dem SKR; Regeln für Masterdaten || 3.3, 3.4 || SI (DZ, SKR)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Freischaltung von digitalizat.de || 3.2, 3.3 || SI&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Rechtliche Einschätzung typischer Nutzungsszenarien || 3.4 || Digitalisierungskreis, Stiftung&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Zugang zu den Rundfunkarchiven von MDR und rbb; Übergabe der Mitschnitte des studijo LUCIJA an das SKA || 3.1 bis 3.3 || MDR, rbb, studijo LUCIJA, SKA&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Sicherung sorbischer Websites durch die Deutsche Nationalbibliothek (DNB) oder die SLUB || 3.3 || DNB, SLUB&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Kürzungen bei SAVE: Der Landtag soll den Doppelhaushalt 2027/28 bis Ende Dezember 2026 beschließen, die Verhandlungen dauern an.&amp;lt;ref name=&amp;quot;dhh2026&amp;quot;&amp;gt;Sachsen Fernsehen 2026: Sachsen: CDU und SPD verhandeln Haushalt weiter, 27.10.2026. URL: https://www.sachsen-fernsehen.de/amp/sachsen-cdu-und-spd-verhandeln-haushalt-weiter-2315394/, abgerufen am 30.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; || 3.3, 3.4 || Landtag Sachsen (Beschluss abwarten)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Erhebung des immateriellen Kulturerbes in der Oberlausitz || 3.2 || SI, Domowina&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.5.5 Überleitung zu den Maßnahmen ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Gesamtbewertung legt keine Maßnahmen fest. Darüber entscheiden die sorbische Gemeinschaft und ihre Gremien. Sie zeigt aber, wo anzusetzen ist und in welcher Reihenfolge. Das Prüfraster gibt die Reihenfolge vor: Die Handlungsfelder der Priorität 1 sind Voraussetzung für den Ausbau. Die Umsetzungsprinzipien aus [[#2.5.9.3 Zwei Umsetzungsprinzipien – wie sollte vorgegangen werden?|Abschnitt 2.5.9.3]] ergänzen sie: priorisieren, die vollständige Kette pilotieren, dann skalieren; zentral ermöglichen, dezentral verantworten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie dringlich das ist, zeigt der Abstand zu den Zielen aus Abschnitt 1.1:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|+ Abstand zu den Zielen aus Abschnitt 1.1&lt;br /&gt;
! Ziel !! Stand heute !! Abstand&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Bis 2028:''' institutionenübergreifende Übersicht über relevante Bestände mit einer Prioritätenliste für die Digitalisierung || kein Gesamtüberblick; SKR im Pilot, Personal ''offen''; Auswahlkriterien nicht beschlossen, kein Gremium || style=&amp;quot;background:#f8d7da&amp;quot; | groß&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Bis 2028:''' zentrales, mehrsprachiges Kulturerbe-Portal mit Suche über alle teilnehmenden Einrichtungen || mehrsprachige Einzelportale im Regelbetrieb; Rechercheoberfläche des SKR konzipiert; Entscheidung über den gemeinsamen Einstieg keinem Gremium zugeordnet || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | mittel&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Bis 2030:''' Kernbestände in hoher Qualität digitalisiert, beschrieben und im Langzeitarchiv gesichert || Kernbestände nicht festgelegt; K2 auf Stufe 2, K3 auf Stufe 1 || style=&amp;quot;background:#f8d7da&amp;quot; | groß&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Bis 2032:''' tragfähiges Modell mit Langzeitarchiv nach dem Referenzmodell OAIS (Open Archival Information System), klaren Zuständigkeiten, Prozessen und Budgets || Betreiber benannt; Dauerbetrieb nicht finanziert; kein Langzeitarchiv für Dritte || style=&amp;quot;background:#f8d7da&amp;quot; | groß&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus der Lückenmatrix, den Reifegraden und den Zielen ergeben sich die folgenden Ansatzpunkte. Die Reihenfolge folgt den Prioritäten des Prüfrasters, die Bestandserhebung steht als Voraussetzung voran.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|+ Ansatzpunkte für die Maßnahmen&lt;br /&gt;
! Ansatzpunkt !! Bezug !! Zeitbezug&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''1. Bestands- und Bedarfserhebung''' mit anschließender Prioritätenliste || Kernaussage 6; Zellen mit unbekanntem Angebot; HF4 || Ziel 2028; Beginn 2027 nötig (''Annahme'')&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''2. Dauerbetrieb von SKR, DZ und Datenhaltung''' finanzieren und den Übergang aus der Projektphase regeln || Kernaussage 3; HF2 (Prio 1) || SKR sofort; DZ vor Ende 2027&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''3. Zielarchiv für Dritte''' festlegen: eigener Dienst, Kooperation, z. B. mit der SLUB, oder föderierte Lösung || Kernaussage 2; Spalte K3; HF3 (Prio 1) || vor jeder breiteren Digitalisierung; Ziel 2032&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''4. Gemeinsames Entscheidungsgremium''' mit Auswahlkriterien, Rechte- und Zugangskategorien und Musterverträgen || Kernaussage 5; HF1 (Prio 1) || Voraussetzung für die Prioritätenliste 2028&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''5. Notsicherung zeitkritischer Bestände''' als vollständige Kette pilotieren: analoge AV-Träger, Sprache und Zeitzeugen des Niedersorbischen, ursprünglich digitale Werke || Kernaussagen 1 und 4; Zeilen B3, C1, D1; HF4 (Prio 2) || sofort möglich, da die Mindestbedingungen für Pilotprojekte weitgehend erfüllt sind&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''6. Anlaufstelle und Beratung''' für kleine und brandenburgische Träger || Kernaussage 7; HF5 (Prio 2) || mit der Bestandserhebung verbinden&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''7. Gemeinsamer Einstieg''' für Nutzerinnen und Nutzer: Plattform und Einbindung der übrigen Portale festlegen || Spalte K4; HF6 (Prio 3) || Ziel 2028&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Bestandserhebung.''' Sie steht am Anfang, weil ohne sie weder eine Prioritätenliste noch eine Bemessung von Kapazitäten und Kosten möglich ist. Aus der Ist-Analyse ergeben sich folgende Eckpunkte:&lt;br /&gt;
* '''Gegenstand:''' Sammlungsorte und Bestände je Kulturgutklasse mit Umfang, Zustand, Erfassungs- und Digitalisierungsstand, Rechtelage und Gefährdung nach den Gründen aus 3.2.3.&lt;br /&gt;
* '''Ausgangsbasis:''' die Arbeitsliste mit rund 32 Orten ([[12.3.A3 Sammlungsorte des sorbischen Kulturerbes|Anhang 12.3.A3]]), die mehr als 70 Einrichtungen aus dem SKR-Konzept und die Fragebogenerhebung zu Bräuchen und Festen im Landkreis Spree-Neiße ab 2020 als erprobtes Vorbild.&amp;lt;ref name=&amp;quot;liste2026&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;ike&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
* '''Werkzeug:''' Erfassung möglichst direkt im SKR, für Museen auch über museum-digital mit dem im SKR-Konzept vorgesehenen Anwendungsprofil (S. 30).&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;/&amp;gt; So baut die Erhebung zugleich den Nachweis auf, und Daten werden nicht doppelt gepflegt.&lt;br /&gt;
* '''Zugang:''' über die Domowina mit ihren Regionalverbänden und Ortsgruppen und gegebenenfalls über den Arbeitskreis Lausitzer Museenland; die großen Einrichtungen liefern ihre Angaben direkt.&lt;br /&gt;
* '''Reihenfolge:''' zuerst die Klassen mit großer Lücke und unbekanntem Umfang (B3, C, D1) sowie die kleinen Orte, die nur bis 2020 belegt sind.&lt;br /&gt;
* '''Voraussetzung:''' Personal für das SKR und eine Stelle, die die Erhebung koordiniert. Der Kulturausschuss der Domowina sah sich 2020 als ehrenamtliches Gremium nicht in der Lage, die Koordination zu leisten.&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2020&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Maßnahmen selbst werden im nächsten Arbeitsschritt erarbeitet. &amp;lt;mark&amp;gt;Verweis auf den Abschnitt oder Artikel mit den Maßnahmen ergänzen.&amp;lt;/mark&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= Referenzen =&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Měrko Šenk</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://koncept.serbski-inkubator.de/index.php?title=12.3_Digitalisierung_des_Kulturerbes&amp;diff=1226</id>
		<title>12.3 Digitalisierung des Kulturerbes</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://koncept.serbski-inkubator.de/index.php?title=12.3_Digitalisierung_des_Kulturerbes&amp;diff=1226"/>
		<updated>2026-10-30T14:15:17Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Měrko Šenk: /* ENTWURF 3.3 Gemeinsame Regeln, Zusammenarbeit und dauerhafter Betrieb */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;= 1 Einleitung =&lt;br /&gt;
Die Digitalisierung von sorbischem Kulturerbe ist eine historische Chance für uns Sorben, eine Chance, unser kulturelles Erbe neu zu entdecken, es für kommende Generationen zu erhalten, für eine breitere Öffentlichkeit zugänglich zu machen und dabei die eigene Deutungshoheit zu stärken. Das erfordert neben Mut, einer klaren gemeinsamen Vision, starker Zusammenarbeit zwischen den beteiligten Akteuren auch die notwendigen Ressourcen in Form von Personal mit entsprechenden Kompetenzen, passender Technik sowie einer nachhaltig gesicherten Finanzierung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im folgenden Abschnitt werden Zielbilder für die Digitalisierung des sorbischen Kulturerbes entworfen mittels lang- und kurzfristiger Visionen sowie konkreter Ziele.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== 1.1 Vision und Ziele für die sorbische digitale Welt ==&lt;br /&gt;
'''Vision'''&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
''Sorbisches materielles und immaterielles Kulturerbe ist systematisch digital erfasst, rechtssicher und langfristig gesichert, leicht auffindbar, offen nutzbar und wird aktiv von Interessierten genutzt.''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Konkrete Ziele'''&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Bis 2032 ist ein tragfähiges, finanziell und organisatorisch abgesichertes Modell etabliert, das:&lt;br /&gt;
* Ein zentrales (oder föderiertes) digitales Langzeitarchiv nach OAIS-Referenzmodell betreibt,&lt;br /&gt;
* klare Zuständigkeiten, Prozesse und Budgets definiert,&lt;br /&gt;
* regelmäßige Qualitätssicherung und Technik-Updates vorsieht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bis 2030 sind wichtige sorbische Kulturerbe-Bestände (Kernbestände nach fachlicher Festlegung) in hoher Qualität digitalisiert, beschrieben und im Langzeitarchiv gesichert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bis 2028 liegt eine institutionenübergreifende Übersicht über relevante Kulturerbe-Bestände (analog und digital, materiell und immateriell) vor, einschließlich einer Prioritätenliste für die Digitalisierung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bis 2028 existiert ein zentrales, nutzerfreundliches „Sorbisches Kulturerbe-Portal“, das:&lt;br /&gt;
* Suchzugang über alle teilnehmenden Institutionen ermöglicht,&lt;br /&gt;
* grundlegende Inhalte frei zugänglich bereitstellt,&lt;br /&gt;
* mehrsprachige Oberflächen anbietet (Deutsch, Obersorbisch, Niedersorbisch, Englisch).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= 2 Ist-Analyse „Digitalisierung von Kulturerbe“ =&lt;br /&gt;
Das Ziel in diesem Themenbereich ist es, sorbisches Kulturerbe digital zu verwalten und damit langfristig für Recherche, Nutzung und Präsentation vorzuhalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Abschnitt &amp;quot;IST-Analyse“ werden die folgenden Fragen beantwortet: Was ist sorbisches Kulturerbe und was zählt alles dazu? Welche Schritte durchläuft ein Kulturgut, um zum digitalen Kulturerbe zu gehören? Wie können die digitale Verwaltung, Archivierung, Nutzung und Präsentation von Kulturgütern umgesetzt werden?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die grundlegenden Terminologien des Kulturerbes sollen im Folgenden festgelegt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== 2.1 Terminologie – von Kultur zu Kulturerbe ==&lt;br /&gt;
In diesem Abschnitt werden die Begriffe rund um das Kulturerbe grundlegend definiert. Es soll ein Verständnis über die Begriffe Kultur, kulturelle Ausprägung, Kulturgut und Kulturerbe erreicht werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Dataja:Wobraz_K1.png|center|260px]]&amp;lt;ref&amp;gt;Mermaid Flowchart Code: [https://mermaid.live/edit#pako:eNpF0UtuwyAQBuCroFlaTuRHTGMvKuWxq7pqV627IGZso2CIMChtk9ymN-nFimmasmJGfP-AOEGjOUIFrdTHpmfGkudtrWpF_Fq9RtGDk9aZKHojU-_aJ7PZ_bmGgSnR4mgFejaKpidC1XAmq8zDfYAoJZKVG7lxzX5stRl81C0_uwYdheGEubHD4_dXLy1hcpyC1rcLdM4GOLH1Ve2E5Gj9TPLkhgEnsLkBNDsMAmLojOBQWeMwhgHNwKYSTuFBYHucbOW3HFvmcQ21unh2YOpF6-FPGu26HqrW381X7sCZxa1gnWH_R1BxNBvtlIUqTUMEVCd49xVdzpeLMs1pXmRFXiY0hg-o8iyZL_LFXZaVSTJ1LzF8hqHJnBZ5WhZLWt5RmtIsBuTCavP4-2Hh3y4_NXaMmw hier klicken], abgerufen am 22.09.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.1.1 Kultur ===&lt;br /&gt;
Kultur bezeichnet hier die Gesamtheit aller '''vom Menschen geschaffenen und erlernten Ausdrucksformen''' des Lebens, die auf gemeinsamen Werten und Verhaltensweisen beruhen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;wiki-kultur&amp;quot;&amp;gt;URL: https://de.wikipedia.org/wiki/Kultur&amp;lt;/ref&amp;gt; Dazu zählen '''materielle Ergebnisse''' (z. B. Kunstwerke, Technik) ebenso wie '''immaterielle Praktiken''' (Sprache, Bräuche, Wissen). Kultur umfasst laut der UNESCO geistige, materielle, intellektuelle und emotionale Merkmale, die eine Gesellschaft oder soziale Gruppe kennzeichnen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;mondiacult&amp;quot;&amp;gt;UNESCO 1982: Mexico City Declaration on Cultural Policies (MONDIACULT). URL: https://www.lacult.unesco.org/docc/1982_MONDIACULT.pdf&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;ref name=&amp;quot;cultureaction&amp;quot;&amp;gt;Culture Action Europe 2024: The State of Culture report. URL: https://cultureactioneurope.org/de/news/the-state-of-culture-report-published, abgerufen am 01.10.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;  Sie ist dynamisch und wird von jeder Generation neu gestaltet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das deutsche Wort „Kultur“ ist eine Eindeutschung des lateinischen Worts „cultura“. Dieses bedeutet ursprünglich „Bebauung, Bearbeitung, Bestellung, Pflege“ und meinte sowohl die physische Bearbeitung als auch die Pflege geistiger Güter, z. B. der Sprache.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.1.2 Kulturelle Ausdrucksform ===&lt;br /&gt;
Eine kulturelle Ausdrucksform ist eine '''konkrete, gegenwärtige oder historische, Manifestation von Kultur''', bspw. eine Zeichnung, eine Tracht oder ein Lied: Sie macht die Kultur sichtbar und erlebbar. Im engeren Sinne ist es eine Ausdrucksweise, die aus der Kreativität einer Person, Gruppe oder Gesellschaft entsteht und '''kulturellen Inhalt''' trägt (symbolische Bedeutung, künstlerische Dimension, kulturelle Werte).&amp;lt;ref&amp;gt;Österreichische UNESCO-Kommission 2007: Übereinkommen zum Schutz und zur Förderung der Vielfalt kultureller Ausdrucksformen, Art. 4, Seite 13. URL: https://www.unesco.at/fileadmin/Redaktion/Publikationen/Publikations-Dokumente/2005er_UNESCO-Convention_German.pdf, abgerufen am 22.09.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt; Sie wird innerhalb und zwischen Gemeinschaften weitergegeben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Alle kulturellen Ausdrucksformen bilden einen wesentlichen Kern von Kultur, aber Kultur enthält auch latente Dimensionen (Werte, Normen, Vorannahmen etc.), die nicht unmittelbar als Ausdrucksform erscheinen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.1.3 Kulturgut ===&lt;br /&gt;
Ein „Kulturgut“ ist '''eine einzelne kulturelle Ausdrucksform''', der ein '''besonderer kultureller Wert zugemessen wird''' (durch Anerkennung, Schutz, Bedeutung). Es ist somit ein Erzeugnis menschlicher Kreativität oder Zeugnis menschlichen Lebens, welches '''Bedeutung für die Kultur einer Gemeinschaft''' hat und daher '''Bestand haben und bewahrt werden soll'''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die '''Summe aller Kulturgüter''' einer Gemeinschaft wird als dessen '''Kulturerbe''' bezeichnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.1.4 Kulturerbe ===&lt;br /&gt;
Kulturerbe ist die '''Summe der materiellen und immateriellen Ausdrucksformen''' (= Kulturgüter) einer Kultur, die als „'''bewahrenswert'''“ anerkannt wurden. International umfasst das u. a. das '''Welterbe''' (Denkmäler, Ensembles, Stätten)&amp;lt;ref&amp;gt;UNESCO (1972), Welterbekonvention, Art. 1. URL: https://www.dnk.de/wp-content/uploads/2021/02/1972_DNK_UNESCO-Welterbekonvention.pdf (abgerufen am 11.09.2025).&amp;lt;/ref&amp;gt; und das '''Immaterielles Kulturerbe''' (Praktiken, Wissen).&amp;lt;ref&amp;gt;Deutsche UNESCO-Kommission o. J.:, Übereinkommen zur Erhaltung des immateriellen Kulturerbes (dt. Ausgabe). URL: https://www.unesco.de/assets/dokumente/Deutsche_UNESCO-Kommission/02_Publikationen/Publikation_UNESCO-%C3%9Cbereinkommen_zur_Erhaltung_des_immateriellen_Kulturerbes_01.pdf, (abgerufen am 11.09.2025).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ob etwas „zum Kulturerbe“ zählt, ist Ergebnis von Bewertung, Diskurs und teils formellen Verfahren. Dem Sorbischen Kulturregister (SKR) zufolge ist „sorbisch-wendisches Kulturerbe“ eine Zuschreibung, die durch Gesellschaft, Museen, Archive und Wissenschaft erfolgen kann.&amp;lt;ref&amp;gt;Sorbisches Institut 2025: Konzept für ein Sorbisches Kulturregister (SKR). URL: https://www.serbski-institut.de/wp-content/uploads/2021/11/00_Zweite-aktualisierte-Fassung_Konzept_Sorbisches-Kulturregister_20.11.2025.pdf, abgerufen am 20.11.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.1.5 Abgrenzung: Kultur und Kulturerbe ===&lt;br /&gt;
'''Kultur / Kulturelle Ausdrucksform''' sind als Begriffe weiter gefasst als '''Kulturgut / Kulturerbe'''. Kulturelle Ausdrucksformen umfassen alles Gelebte und Gestaltete einer Gemeinschaft in Gegenwart und Vergangenheit, während Kulturgut / Kulturerbe diejenigen kulturellen Güter und Traditionen meint, denen eine Bedeutung beigemessen wurde und die als bewahrens- und weitergebenswert erkannt wurden. Kultur ist der „aktuelle“ kreative Prozess (einschließlich Popkultur, Alltagskultur), Kulturerbe der daraus überkommene Schatz. Dennoch sind die Grenzen fließend: Was heute nur Kultur ist, kann morgen zum Kulturerbe erklärt werden – abhängig von Wertzuschreibung und Diskurs.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Rahmen dieses Dokuments werden für den sorbischen Kontext die Begriffe '''„kulturelle Ausdrucksform“''' und '''„Kulturgut“''' weitgehend '''synonym''' verwendet, sofern nicht ausdrücklich anders gekennzeichnet. Hintergrund ist, dass die Gesamtzahl der identifizierbaren kulturellen Ausdrucksformen einer kleinen Minderheit wie der Sorben/Wenden im Vergleich zu großen Mehrheitsgesellschaften überschaubar ist. Zugleich ist der Anteil dieser Ausdrucksformen, denen in der Community ein besonderer Wert beigemessen wird und die daher faktisch als Kulturgut wahrgenommen und behandelt werden, sehr hoch: Ein großer Teil des gelebten kulturellen Repertoires wird als identitätsstiftend und bewahrenswert verstanden und damit dem Kulturerbe zugerechnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== 2.2 Klassifizierung von Kulturgütern ==&lt;br /&gt;
Im Folgenden soll eine griffige Klassifizierung von Kulturgütern entwickelt werden, so dass pro Kulturgut-Klasse später auf die Besonderheiten ihrer Digitalisierung eingegangen werden kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Dataja:Wobraz_K2.png|center|600px]]&amp;lt;ref&amp;gt;Mermaid Flowchart Code: [https://mermaid.live/edit#pako:eNptlM9u00AQxl9ltFWoFDlp_C9OjISU2KSgUCq1BSRIDxt77Syxd6v1mkKjSDwBlThw4YCEeuXOoeLSN-EF4BHYjZOQQG67-32_2ZnZsWco4jFBPqrVZpRR6cNsP8n4ZTTBQu7rHVP66QWOKEvV3nQM2BeYTf8eea35fF6rjdiIrUl4cjJiAMPDV_X6sMxkKdJS1uvnvu9PtRGgp5ReE46wJIKSLIOf779CycbkkqQZjSb1Ovz-cv351_drDWGN9BXS_xfZBj7dLoGxBgIFBE14nOcrZGH68E07Iu0IlSNsQkhTKnGlfvyh1bjKcngIjcYD6G2s-xvrYGMdLuuqAFOXZ0IflzFh0xxn5OBU3t1ISZhqw6KaKpo29k04jSaCJrLq0oZsa9mCAZc8FTihhBnQp1ksxd1NSsS22dFmG3oMZzwl0HveONtlc7XNATtsHI9fk6kkC3nRsKoqnVNgwrFQaUOvLGJRRtMi4SJfZ790WtppQYhFIVV7CYsJDO9uWbEMujbqOgIbTqgsddB7MCD_eXT6gQMvaFEQBlclPMVqcA6eMfqGiKLMt926isCFM4FjKiln-voCHmEWXxIxXZcUVo-jSwrVe3DBGvHqtc83DLqS0FpNAi3wRluiDBdFSBIYQ0KzzN_r265jPjQinnHh7yVJYhRS8ClZKfe3KLyk2oHneuEuqlK2qWhJWYPOwGnvoiplm4qXVMd17V5rF1UpikIGSgWNkS9FSQyUE5FjvUUzHXGE5ITkZIR8tYxJgtVXPEIjNlfYBWYvOc9XpOBlOkF-grNC7cqLWPUupFjNa74-FXo0RMBLJpFvWtYiCPJn6C3yG7bTNO2u6Tidrue0W13HQO_Usdtquuqg1bG6TtvzPNuZG-hqcXGr2baV5NhuyzId13XbBiJqDrg4qn5ni7_a_A_W9oMu hier klicken], abgerufen am 22.09.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.2.1 A. Materiell - unbeweglich 🏛️ ===&lt;br /&gt;
„Materiell - unbeweglich&amp;quot; bezeichnet ortsfeste Kulturobjekte wie Bauwerke, Ensembles, Gebäudekomplexe und Stätten/Kulturlandschaften, wie sie in Art. 1 der UNESCO-Welterbekonvention als Kategorien des kulturellen Erbes definiert sind.&amp;lt;ref&amp;gt;UNESCO World Heritage Centre o. J.: Convention Concerning the Protection of the World Cultural and Natural Heritage, Artikel 1. URL: https://whc.unesco.org/en/conventiontext/, abgerufen am 01.10.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.2.2 B. Materiell - beweglich 🖼️ ===&lt;br /&gt;
Die Kategorie „Materiell - beweglich&amp;quot; umfasst bewegliche Sachen bzw. Sachgesamtheiten von kulturellem Wert (z. B. Objekte, Sammlungen), wie sie das deutsche Kulturgutschutzgesetz (§ 2 KGSG)&amp;lt;ref&amp;gt;Deutschland 2016: Kulturgutschutzgesetz (KGSG), § 2. URL: https://www.buzer.de/2_KGSG.htm, abgerufen am 01.10.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt; als „Kulturgut“ beschreibt.&lt;br /&gt;
* B1 '''Schriftgut''' - Bücher, Zeitungen, Handschriften, Archivgut, Graphiken, Pläne, Karten&lt;br /&gt;
* B2 '''Fotografien &amp;amp; Bildträger''' &lt;br /&gt;
** Fotografisch erzeugte statische Bildträger, auch Stillbildträger genannt, z. B. Positive/Negative auf Film/Platte/Photopapier, Dias, Abzüge, Mikrofilm/-fiche und vergleichbare fotografische Repro-Träger.&lt;br /&gt;
* B3 '''Analoge AV-Träger''' (Audio/Video/Film)&lt;br /&gt;
** Analoge zeitbasierte Medien, z. B. Magnetton (Tonband, Kassette), Schallplatte, Videobänder, Film.&lt;br /&gt;
* B4 '''3D-Objekte''' - Gegenstände, „sachkulturelle Artefakte“&amp;lt;ref&amp;gt;Sorbisches Institut o. J.: Konzept zum Digitalisierungszentrum am Sorbischen Institut, S. 24.&lt;br /&gt;
(Unveröffentlichtes Konzeptpapier; interne Projektunterlage.)&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.2.3 C. Immateriell 🎭 ===&lt;br /&gt;
Meint lebendige Praktiken, Darstellungen, Ausdrucksformen, Ideen, Werte, Wissen und Fertigkeiten, die von Gemeinschaften getragen und weitergegeben werden, gemäß der folgenden 5 UNESCO ICH-Domänen.&amp;lt;ref&amp;gt;UNESCO o. J.: Intangible Cultural Heritage – Five Domains. URL: https://ich.unesco.org/doc/src/01857-EN.pdf, abgerufen am 01.10.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* C1 '''Orale Traditionen/Ausdrucksformen''' - Sprache, Gesangstraditionen&lt;br /&gt;
* C2 '''Darstellende Künste''' - Musik, Tanz, Theater&lt;br /&gt;
* C3 '''Rituale &amp;amp; Feste''' - Bräuche und soziale Praktiken des Kalenders und Lebenslaufs&lt;br /&gt;
* C4 '''Wissen &amp;amp; Praktiken''' zu Natur &amp;amp; Universum - Heil- und Sammelkenntnisse, ökologisches und astronomisches Wissen, Glaube, Religion&lt;br /&gt;
* C5 '''Traditionelles Handwerk''' - Techniken, Werkzeuge und Gestaltungsmuster&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.2.4 D. Digital 💾 ===&lt;br /&gt;
Bezeichnet in digitaler Form vorliegende Ressourcen menschlichen Wissens und Ausdrucks. Diese können sowohl born-digital sein als auch digitalisierte Repräsentationen von materiellen und immateriellen Kulturgütern.&amp;lt;ref&amp;gt;UNESCO 2003: Charter on the Preservation of Digital Heritage. URL: https://www.unesco.org/en/legal-affairs/charter-preservation-digital-heritage, abgerufen am 01.10.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* D1 '''Born-digital''' (ursprünglich digital erzeugt, kein analoges Original), z. B. Webseiten, Social-Media-Beiträge, Software, Apps, Spiele, digitale Fotos/Audio/Video.&lt;br /&gt;
* D2 '''Digitalisate''' - Digitalisierte Repräsentationen/Derivate aus den Klassen A, B und C.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== 2.3 Begriffe und Kernfunktionen ==&lt;br /&gt;
Die vorherigen Abschnitte haben geklärt, was unter Kulturerbe verstanden wird und welche Arten von Kulturgütern unterschieden werden. Bevor der nachfolgende Abschnitt den Prozess der Kulturerbe-Digitalisierung beschreibt, werden in diesem Abschnitt die dafür wichtigsten Arbeitsbegriffe und Funktionen erläutert. Der Abschnitt soll dabei die Frage beantworten: Welche Arbeitsabläufe und Funktionen sind notwendig, damit Kulturgüter nicht nur digital erfasst, sondern auch gefunden, verstanden, gesichert und genutzt werden können?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Erläuterungen sollen eine gemeinsame und leicht verständliche Grundlage schaffen für alle, die an der Digitalisierung von Kulturerbe interessiert sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.3.1 Vom Kulturgut zur digitalen Repräsentation ===&lt;br /&gt;
Dieser Abschnitt erklärt, was bei einer Digitalisierung entsteht und wie sich das digitale Ergebnis vom ursprünglichen Kulturgut unterscheidet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
! Begriff&lt;br /&gt;
! Erklärung&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Digitalisierung von Kulturerbe'''&lt;br /&gt;
| Digitalisierung bezeichnet in diesem Konzept den gesamten zusammenhängenden Prozess: Kulturgüter erfassen, beschreiben und bewerten, digitale Repräsentationen erzeugen oder übernehmen, ihre Qualität prüfen, sie sichern und für die Nutzung zugänglich machen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;DFG2016&amp;quot;&amp;gt;Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) 2016: Praxisregeln „Digitalisierung“, insbesondere S. 13 und 41-44. URL: https://www.dfg.de/resource/blob/176108/898bf3574ad0ff3b1db525fa7d04c86c/12-151-v1216-de-data.pdf, abgerufen am 16.07.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Bei ursprünglich digital entstandenen Kulturgütern – auch ''born digital'' genannt – entfällt die Überführung aus einem analogen Original; die weiteren Aufgaben bleiben bestehen.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Digitalisat und digitale Repräsentation'''&lt;br /&gt;
| Ein '''Digitalisat''' ist ein digitales Abbild eines analogen Kulturguts, beispielsweise ein Scan einer Handschrift oder ein Foto eines Museumsobjekts. Der weitere Begriff '''digitale Repräsentation''' umfasst auch Audio-, Video- oder 3D-Dokumentationen einer immateriellen kulturellen Praxis. Die digitale Repräsentation ersetzt weder das materielle Kulturgut noch die lebendige Praxis.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Masterdatei und Nutzungsderivat'''&lt;br /&gt;
| Die '''Masterdatei''' ist die möglichst hochwertige und qualitätsgeprüfte Ausgangsdatei. Sie wird für die langfristige Sicherung und spätere Bearbeitungen aufbewahrt. Ein '''Nutzungsderivat''' ist eine daraus erzeugte, an einen bestimmten Zweck angepasste Datei, beispielsweise ein kleineres Bild für eine Internetseite.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Digitales Objekt'''&lt;br /&gt;
| Als '''digitales Objekt''' wird in diesem Konzept eine zusammengehörige digitale Einheit bezeichnet. Sie kann aus einer oder mehreren Dateien, den zugehörigen Metadaten und ihren Verknüpfungen bestehen. Ein digitales Objekt kann ein Digitalisat oder ein ursprünglich digital entstandenes Kulturgut sein.&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
''Beispiel:'' Das verzierte sorbische Osterei bleibt das materielle Kulturgut. Hochauflösende Fotografien, ein 3D-Modell und die dazugehörigen Beschreibungen bilden gemeinsam seine digitale Repräsentation.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.3.2 Vier Kernfunktionen ===&lt;br /&gt;
Als '''Kernfunktionen der Kulturerbe-Digitalisierung''' werden im Folgenden vier dauerhaft zu erfüllende Aufgabenbereiche bezeichnet. Sie beschreiben, was für eine nachhaltige Digitalisierung von Kulturerbe geleistet werden muss, unabhängig davon, welche Institution oder welches technische System die jeweilige Funktion übernimmt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
! Kernfunktion&lt;br /&gt;
! Typische organisatorisch-technische Umsetzung&lt;br /&gt;
! Hauptaufgabe&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Nachweisen, beschreiben und verknüpfen'''&lt;br /&gt;
| Register oder Katalog&lt;br /&gt;
| Macht sichtbar, welche Kulturgüter vorhanden sind, wo sie sich befinden und in welchem Zusammenhang sie stehen. Ein Registereintrag kann bereits bestehen, bevor ein Digitalisat angefertigt wurde. &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Digitalisieren und Qualität sichern'''&lt;br /&gt;
| Digitalisierungszentrum oder Digitalisierungsdienst&lt;br /&gt;
| Erzeugt bzw. übernimmt digitale Repräsentationen, prüft sie und bereitet Dateien und Metadaten für die weitere Verarbeitung vor. Geliefert werden bspw. geprüfte Masterdateien und Nutzungsderivate. &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Langfristig erhalten'''&lt;br /&gt;
| Repositorium oder digitales Langzeitarchiv&lt;br /&gt;
| Übernimmt Dateien und Metadaten, speichert und verwaltet sie und erhält sie über technische und organisatorische Veränderungen hinweg dauerhaft nutzbar.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Zugänglich machen und Nutzung ermöglichen'''&lt;br /&gt;
| Präsentations- und Nutzungssystem&lt;br /&gt;
| Führt beschreibende Informationen und digitale Medien für Nutzerinnen und Nutzer zusammen. Es ermöglicht beispielsweise Suche, Anzeige, Kontextualisierung, Vermittlung und – soweit zulässig – Nachnutzung. &lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese '''Kernfunktionen''' beschreiben zunächst nicht zwingend getrennte Institutionen oder Systeme. Eine Einrichtung kann mehrere Kernfunktionen übernehmen. Umgekehrt kann eine Kernfunktion auf mehrere Einrichtungen oder technische Systeme verteilt sein. Entscheidend sind klare Zuständigkeiten, verlässliche Übergaben und gemeinsame Standards.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vereinfacht lässt sich das Zusammenspiel so zusammenfassen:&lt;br /&gt;
# Das '''Register oder der Katalog''' beschreibt und verknüpft das Kulturgut.&lt;br /&gt;
# Der '''Digitalisierungsdienst''' erzeugt und prüft seine digitale Repräsentation.&lt;br /&gt;
# Das '''Repositorium oder digitale Archiv''' übernimmt und erhält die Dateien.&lt;br /&gt;
# Das '''Präsentationssystem''' führt Beschreibungen und Medien für die Nutzung zusammen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die konkrete Ausgestaltung kann zentral, dezentral oder als Verbund mehrerer Systeme erfolgen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.3.3 Register ===&lt;br /&gt;
Die folgende Tabelle erklärt, wie Kulturgüter so erfasst, beschrieben und verknüpft werden, dass sie eindeutig zugeordnet, wiedergefunden und nach einheitlichen Regeln weiterverarbeitet werden können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
! Begriff&lt;br /&gt;
! Erklärung&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Erschließung, Verzeichnung und Registrierung'''&lt;br /&gt;
| '''Erschließung''' ist der übergeordnete Vorgang, bei dem ein Kulturgut identifiziert, beschrieben und in seinen Zusammenhang eingeordnet wird. '''Verzeichnung''' bezeichnet seine strukturierte dokumentarische Beschreibung. '''Registrierung''' bedeutet die Aufnahme in ein konkretes Register, einen Katalog oder ein Sammlungssystem. Ein Kulturgut kann bereits registriert werden, bevor ein Digitalisat vorhanden ist.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Metadaten'''&lt;br /&gt;
| Metadaten sind strukturierte Informationen über ein Kulturgut und seine digitalen Repräsentationen. Dazu gehören beispielsweise Titel, Herkunft, beteiligte Personen, Ort, Zeit, kultureller Kontext, Rechte, Dateieigenschaften und Bearbeitungsschritte. Je nach Zweck werden beschreibende, technische, rechtliche und erhaltungsbezogene Metadaten unterschieden. Sie machen Kulturgüter auffindbar, verständlich, verwaltbar und langfristig nutzbar.&amp;lt;ref name=&amp;quot;PREMIS&amp;quot;&amp;gt;Library of Congress o. J.: PREMIS – Preservation Metadata: Implementation Strategies. Internationaler Standard für Erhaltungsmetadaten. URL: https://www.loc.gov/standards/premis/, abgerufen am 16.07.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Persistenter Identifikator'''&lt;br /&gt;
| Ein '''persistenter Identifikator''' ist eine dauerhafte und eindeutige Kennung für ein Kulturgut, einen Datensatz oder eine digitale Ressource. Die Kennung bleibt bestehen, auch wenn sich der technische Speicherort oder die Internetadresse ändern. Dadurch können Kulturgüter dauerhaft zitiert und zwischen Systemen verknüpft werden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;DFG2016&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Metadaten sind keine bloße Beigabe zu einer Datei. Ohne ausreichende Beschreibungen kann ein Digitalisat zwar technisch vorhanden sein, später aber kaum gefunden, verstanden oder zuverlässig zugeordnet werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.3.4 Digitalisierungsdienst und Archiv ===&lt;br /&gt;
Die folgende Tabelle erklärt was erforderlich ist, damit Kulturgüter digitalisiert werden und nicht nur heute gespeichert sind, sondern auch nach technischen und organisatorischen Veränderungen noch gefunden, verstanden und genutzt werden können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
! Begriff&lt;br /&gt;
! Erklärung&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Repositorium'''&lt;br /&gt;
| Ein '''Repositorium''', auch ''Repository'' genannt, ist eine verwaltete technische Umgebung, in der digitale Objekte und ihre Metadaten übernommen, gespeichert, geordnet, verwaltet und bereitgestellt werden. Ein Repositorium kann Teil eines digitalen Archivs sein. Nicht jedes Repositorium erfüllt jedoch automatisch alle Anforderungen der Langzeiterhaltung.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Digitales Archiv oder digitales Langzeitarchiv'''&lt;br /&gt;
| Ein digitales Archiv ist mehr als ein Server oder ein Speicherprogramm. Es verbindet eine verantwortliche Organisation, fachkundiges Personal, Regeln, Arbeitsabläufe und technische Systeme. Es übernimmt die Verantwortung dafür, digitale Informationen langfristig zu erhalten und für festgelegte Nutzergruppen zugänglich zu machen. Das internationale Referenzmodell '''Open Archival Information System''' (OAIS, offenes Archiv-Informationssystem) bietet hierfür einen fachlichen Rahmen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;OAIS2024&amp;quot;&amp;gt;Consultative Committee for Space Data Systems (CCSDS) 2024: Reference Model for an Open Archival Information System (OAIS), CCSDS 650.0-M-3, insbesondere S. 1-1–1-2 und 2-1–2-2. URL: https://ccsds.org/Pubs/650x0m3.pdf, abgerufen am 16.07.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Ingest oder kontrollierte Übernahme'''&lt;br /&gt;
| '''Ingest''' bezeichnet die kontrollierte Übernahme digitaler Dateien und Metadaten in ein Repositorium oder digitales Archiv. Dabei werden beispielsweise Vollständigkeit, Dateiformate, Metadaten und Dateiintegrität geprüft und die Übernahme dokumentiert.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Langzeitverfügbarkeit und digitale Langzeiterhaltung'''&lt;br /&gt;
| '''Langzeitverfügbarkeit''' ist das Ziel, digitale Inhalte über technische und organisatorische Veränderungen hinweg auffindbar, lesbar, verständlich und nutzbar zu halten. '''Digitale Langzeiterhaltung''' bezeichnet die dafür notwendigen fortlaufenden Maßnahmen. Dazu können mehrere Speicherorte, regelmäßige Prüfungen, Formatüberwachung, technische Migrationen und eine nachvollziehbare Dokumentation gehören. „Langfristig“ bezeichnet dabei keine feste Zahl von Jahren, sondern einen Zeitraum, in dem mit veränderten Technologien, Formaten und Nutzungsanforderungen gerechnet werden muss.&amp;lt;ref name=&amp;quot;OAIS2024&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Datensicherung oder Backup'''&lt;br /&gt;
| Ein '''Backup''' ist eine zusätzliche Sicherungskopie, aus der Dateien nach einem Verlust oder technischen Ausfall wiederhergestellt werden können. Backups sind notwendig, ersetzen aber keine Langzeiterhaltung: Sie regeln allein noch keine dauerhaften Zuständigkeiten, Metadaten, Formatüberwachung, Integritätsprüfungen oder langfristige Zugänglichkeit.&amp;lt;ref name=&amp;quot;DPCStorage&amp;quot;&amp;gt;Digital Preservation Coalition o. J.: Digital Preservation Handbook – Storage. URL: https://www.dpconline.org/handbook/organisational-activities/storage, abgerufen am 16.07.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Integrität und Authentizität'''&lt;br /&gt;
| '''Integrität''' bedeutet, dass unbeabsichtigte Veränderungen oder Beschädigungen einer Datei erkannt werden können. Dafür werden häufig Prüfsummen verwendet - digitale Kontrollwerte, die regelmäßig verglichen werden. '''Authentizität''' bedeutet, dass Herkunft, Identität und Bearbeitungsgeschichte eines digitalen Objekts nachvollziehbar sind und belegt werden kann, dass es das ist, was es zu sein vorgibt.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Dateiformat und Datenformat'''&lt;br /&gt;
| Ein '''Dateiformat''' legt den technischen Aufbau einer einzelnen Datei fest. Ein '''Datenformat''' beschreibt, wie Informationen strukturiert und zwischen Systemen ausgetauscht werden. Gut dokumentierte, verbreitete und möglichst offen beschriebene Formate erleichtern den Austausch und die langfristige Nutzung. Sie ersetzen jedoch keine aktive Langzeiterhaltung.&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Merksatz:''' Speichern ist nicht dasselbe wie langfristiges Erhalten. Auch ein vorhandenes Backup ist noch kein digitales Langzeitarchiv.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.3.5 Präsentationssystem ===&lt;br /&gt;
Die folgende Tabelle erklärt, wie aus langfristig gesicherten Dateien ein digitales Kulturerbe wird, das von Menschen gefunden, verstanden und sinnvoll genutzt werden kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
! Begriff&lt;br /&gt;
! Erklärung&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Zugänglichmachung und Präsentation'''&lt;br /&gt;
| '''Zugänglichmachung''' bedeutet, dass digitale Objekte auffindbar und im rechtlich sowie technisch zulässigen Umfang abrufbar sind. '''Präsentation''' geht darüber hinaus: Inhalte werden ausgewählt, miteinander verknüpft, erklärt und für bestimmte Zielgruppen vermittelt. Dazu gehören verständliche Kontextinformationen, klare Rechteangaben, Mehrsprachigkeit und möglichst barrierearme Zugänge. Abhängig von Rechten, personenbezogenen Daten oder kulturellen Schutzbedarfen kann der Zugang offen oder eingeschränkt sein.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Nutzung und Nachnutzung'''&lt;br /&gt;
| '''Nutzung''' umfasst beispielsweise das Betrachten, Lesen, Anhören, Erforschen oder Vermitteln eines digitalen Kulturguts. '''Nachnutzung''' bedeutet seine weitere Verwendung in einem neuen Zusammenhang, etwa in Bildung, Forschung, Publikationen, Ausstellungen, Anwendungen oder kreativen Werken. Dafür werden geeignete Dateien, verständliche Metadaten und klare Rechteinformationen benötigt.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Rechteinformation und Lizenz'''&lt;br /&gt;
| Eine '''Rechteinformation''' beschreibt den rechtlichen Status eines digitalen Objekts und mögliche Einschränkungen seiner Nutzung. Eine '''Lizenz''' räumt durch eine dazu berechtigte Person oder Institution konkrete Nutzungsrechte ein. Ein allgemeiner Rechtehinweis ist daher nicht automatisch eine Lizenz.&amp;lt;ref name=&amp;quot;RightsReuse&amp;quot;&amp;gt;RightsStatements.org o. J.: Standardisierte Rechtehinweise für online verfügbares Kulturerbe. URL: https://rightsstatements.org/de/, abgerufen am 16.07.2026. Creative Commons 2025: Recommended Licenses and Tools for Cultural Heritage Content. URL: https://creativecommons.org/2025/07/09/recommended-licenses-and-tools-for-cultural-heritage-content/, abgerufen am 16.07.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Interoperabilität'''&lt;br /&gt;
| '''Interoperabilität''' bezeichnet die Fähigkeit von Systemen und Organisationen, Daten auszutauschen und in gleicher Bedeutung zu verstehen. Dafür werden gemeinsame Metadatenmodelle, Begriffe, Identifikatoren und technische Schnittstellen benötigt. So können beispielsweise Register, Repositorien, Präsentationsportale und externe Kulturplattformen miteinander verbunden werden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;EuropeanaEDM&amp;quot;&amp;gt;Europeana o. J.: Metadata – Europeana Data Model (EDM, Europeana-Datenmodell). URL: https://pro.europeana.eu/page/metadata, abgerufen am 16.07.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Digitalisierte Inhalte entfalten ihren kulturellen und gesellschaftlichen Nutzen erst dann vollständig, wenn sie auffindbar, verständlich, rechtlich klar und für unterschiedliche Zielgruppen tatsächlich verwendbar sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der folgende Abschnitt 2.4 beschreibt, wie diese Kernfunktionen innerhalb des gesamten Prozesses der Kulturerbe-Digitalisierung zusammenwirken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== 2.4 Prozess der Digitalisierung von Kulturerbe ==&lt;br /&gt;
Die Digitalisierung von Kulturgut ist kein rein technischer Arbeitsschritt, sondern ein vielschichtiger, oft langfristiger Prozess, der bereits mit der Wahrnehmung und Identifikation einer kulturellen Ausdrucksform beginnt. Ziel dieses Abschnitts ist es, diesen Gesamtprozess systematisch darzustellen: von der gelebten Kultur über das identifizierte Kulturgut bis hin zur digital nutzbaren Repräsentation.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die hier entwickelte Prozessdarstellung soll als praxisorientierter Überblick dienen für die Digitalisierung des sorbischen Kulturerbes. Sie berücksichtigt die Anforderungen sorbischer Einrichtungen ebenso wie die international etablierten Referenzmodelle und Standards, darunter:&lt;br /&gt;
* das OAIS-Referenzmodell (ISO 14721) für digitale Archivierung&amp;lt;ref&amp;gt;Consultative Committee for Space Data Systems (CCSDS) 2024: Reference Model for an Open Archival Information System (OAIS), CCSDS 650.0-M-3. URL: https://ccsds.org/Pubs/650x0m3.pdf, abgerufen am 01.10.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
* das DCC Curation Lifecycle Model für kuratorische Entscheidungsprozesse&amp;lt;ref&amp;gt;Higgins 2008: The DCC Curation Lifecycle Model. International Journal of Digital Curation, 3(1), 134-140. URL: https://ijdc.net/index.php/ijdc/article/view/48, abgerufen am 01.10.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
* das Spectrum-Modell für museale Objektverwaltung&amp;lt;ref&amp;gt;Collections Trust 2022. Spectrum 5.1 - The UK Museum Collections Management Standard. URL: https://collectionstrust.org.uk/spectrum/spectrum-5, abgerufen am 01.10.2025. &amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
* die UNESCO-Leitlinien zur Inventarisierung immateriellen Kulturerbes&amp;lt;ref&amp;gt;UNESCO 2024: Operational Directives for the Implementation of the Convention for the Safeguarding of the Intangible Cultural Heritage (10.GA). URL: https://ich.unesco.org/doc/src/ICH-Operational_Directives-10.GA_EN.pdf, abgerufen am 01.10.2025. &amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
* sowie technische Vorgaben wie die DFG-Praxisregeln Digitalisierung&amp;lt;ref&amp;gt;Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) 2022: Praxisregeln Digitalisierung (aktualisierte Fassung). URL: https://www.ulb.hhu.de/fileadmin/redaktion/ULB/Documents/Infomaterial/DFG_Praxisregeln_Digitalisierung_Aktualisierte_Fassung2022.pdf, abgerufen am 01.10.2025. &amp;lt;/ref&amp;gt; und die FADGI-Richtlinien&amp;lt;ref&amp;gt;Federal Agencies Digital Guidelines Initiative (FADGI) 2023: Technical Guidelines for Digitizing Cultural Heritage Materials – Still Image, 3rd ed. URL: https://www.digitizationguidelines.gov/guidelines/digitize-technical.html, abgerufen am 01.10.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Folge soll der „Lebenslauf“ eines Kulturguts dargestellt werden, also der Weg, den ein Objekt oder eine kulturelle Praxis vom Zeitpunkt der Entstehung über die Erfassung, Digitalisierung und Archivierung bis zur Veröffentlichung in einem digitalen Präsentationsmodul durchläuft.&lt;br /&gt;
Hierfür erläutert der folgende Abschnitt die einzelnen Prozessschritte im Detail, jeweils mit Akteuren und Beispielen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.4.1 Vorüberlegungen zum Prozess ===&lt;br /&gt;
Im hier vorgestellten Prozess wird auf eine harte, systematische Filterung verzichtet, welche kulturellen Ausdrucksformen „nur“ Kultur und welche bereits Kulturgut sind. Ein solcher Bewertungs- und Abgrenzungsprozess wäre ressourcenintensiv und würde den vorhandenen Kapazitäten in den beteiligten Einrichtungen nicht entsprechen. Stattdessen folgt das Konzept einer inklusiven Logik: Alle dokumentierten Ausdrucksformen werden zunächst als potenzielle Kulturgüter erfasst. Eine feinere Auswahl und Priorisierung erfolgen erst in einem späteren Schritt, nämlich dann, wenn konkret entschieden wird, welche Ausdrucksformen bzw. Kulturgüter in welcher Tiefe digitalisiert, archiviert und präsentiert werden sollen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieses Vorgehen schließt an das SKR-Konzept an, das bewusst auf eine frühe normative Trennung zwischen „kultureller Ausdrucksform“ und „Kulturgut“ verzichtet. Auch hier steht zunächst der möglichst vollständige, strukturierte Überblick über die sorbischen Kulturgüter im Vordergrund. Die differenzierte Bewertung und Schwerpunktsetzung werden als anschließende fachliche Aufgabe verstanden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.4.2 Prozessschritte im Detail ===&lt;br /&gt;
Das folgende Diagramm gibt einen Überblick über die sechs Kernschritte des Gesamtprozesses der Digitalisierung von Kulturgut – von der ersten Wahrnehmung einer kulturellen Ausdrucksform bis zu ihrer digitalen Präsentation als Kulturgut. Die Abfolge zeigt zugleich die Entwicklungsstufen: von gelebter Kultur zur kulturellen Ausdrucksform, von dort zum Kulturgut und schließlich zum digitalen Kulturgut. Die Schritte sind als generischer Ablauf zu verstehen: Je nach Art des Kulturguts können einzelne Tätigkeiten unterschiedlich aufwendig sein oder parallel erfolgen.&lt;br /&gt;
[[Dataja:Wobraz_K3.png|center|600px]]&amp;lt;ref&amp;gt;Mermaid Flowchart Code: [https://mermaid.live/edit#pako:eNplkk1OwzAQha8yGqmbkloxSZs2CyTa8LOphIAVhIVJpolF4iDH4a_qbXqTXgzHFdAKr2y97703lmaNWZMTxriqmvesFNrAfZIqgPPHFIdDzuBO1DVVajhM8QlGozOYO-WUwS0VsjVakqa93Pvmjlk4JmAwp3fS5kCHwQAWjkkcE_Y5WWkIXqrd9jBpT138UIkspBGVbI_7-rwLR146csLgRryQ-U8lMGLwTG1WapLPpHKCZQLMOY9ch7m2VxiSpOAEjJ1TSev_M_bkvv3KtY8ZnOuslG_H9VcOuf4dUO-2LamjGdHDQsscY6M78rAmXYv-ies-IEVTUk0pxvaa00p0lUkxVRtrexXqoWnqH6duuqLEeCWq1r6619zOn0hRaPGH9J_Xi6ZTBuOxS8B4jR8YhxGLeDThkR-EM37KuYefFmHTaOz7fOZHQTidBMHGwy9X6VslnNnDw4jPuB8GHlIuTaOX-7Vy27X5Bh_Osqo hier klicken], abgerufen am 22.09.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Prozess zeigt, dass Digitalisierung von Kulturgut mehr ist als das Erstellen digitaler Dateien. Sie umfasst eine Reihe aufeinander bezogener Schritte – von der ersten Wahrnehmung einer kulturellen Ausdrucksform über ihre Erfassung, Bewertung und Digitalisierung bis hin zur langfristigen Sicherung und Präsentation. Dabei sind je nach Schritt unterschiedliche Akteure beteiligt, etwa Gemeinschaften, Museen, Archive, Fachgremien, Digitalisierungsstellen oder IT. Die folgenden Beschreibungen erläutern diese Schritte so, dass nachvollziehbar wird, was jeweils mit einem Kulturgut geschieht, wer daran beteiligt ist und wie sich der Ablauf in der Praxis vorstellen lässt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''1. Sammeln &amp;amp; erfassen''' &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Hier wird eine kulturelle Ausdrucksform erstmals wahrgenommen, benannt und mit ersten Informationen erfasst: Was ist es, wer macht es oder hat es geschaffen, wo kommt es vor, warum ist es bedeutsam für die Gemeinschaft? &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Akteure''': Community, Vereine, Museen, Archive, Forschende, Privatpersonen.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Beispiel''': Auf einem Dorffest zeigt eine Frau das Verzieren sorbischer Ostereier. Jemand fotografiert dies und notiert Technik, Ort und Namen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''2. Registrieren &amp;amp; beschreiben''' &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Hier wird aus der ersten Beobachtung ein strukturierter Nachweis. Das Kulturgut oder die kulturelle Ausdrucksform wird in ein Register, eine Sammlung oder einen Katalog aufgenommen und mit strukturierten Metadaten beschrieben, damit es wiedergefunden, zugeordnet und verstanden werden kann. Dazu gehören z. B. Titel, Ort, Zeit, Technik, Funktion, beteiligte Personen und der kulturelle Kontext.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Akteure''': Registerverantwortliche, Kurator:innen, Sammlungsmitarbeitende, Community für Kontextinformationen.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Beispiel''': Das Osterei erhält einen Eintrag mit Angaben wie „Wachsbatik“, „Schleife“, „Osterei-Verzierung“, Name der Trägerin und Entstehungsjahr.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''3. Bewerten &amp;amp; freigeben''' &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
In diesem Schritt wird entschieden, ob und in welcher Priorität ein Kulturgut oder die kulturelle Ausdrucksform digitalisiert werden soll und ob dies rechtlich und ethisch möglich ist. Dabei spielen fachliche Kriterien wie Bedeutung, Repräsentativität, Seltenheit oder Gefährdung eine Rolle, aber auch Fragen des Urheberrechts, Datenschutzes und möglicher kultureller Sensibilitäten. Am Ende steht eine begründete Entscheidung, ob und in welchem Umfang das Kulturgut weiterbearbeitet und später veröffentlicht werden darf. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Akteure''': Kurator:innen, Fachgremien, Community-Vertretungen, Register/SKR, ggf. Rechteverantwortliche und Behörden. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Beispiel''': Es wird entschieden, dass die Osterei-Technik wegen ihrer Bedeutung für die sorbische Identität digital gesichert werden soll; die Kunsthandwerkerin stimmt der Veröffentlichung zu.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''4. Digitalisieren &amp;amp; prüfen''' &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Nun wird das Kulturgut technisch erfasst, also in eine digitale Form überführt. Das kann je nach Objektart durch Scan, Fotografie, Audio- oder Videoaufnahme oder 3D-Erfassung geschehen. Dabei entstehen hochwertige Master-Dateien und nutzbare Derivate. Die Digitalisierung folgt qualifizierten Standards, um Reproduzierbarkeit, Farbkonsistenz und Nutzbarkeit zu gewährleisten. Anschließend wird geprüft, ob Schärfe, Farbe, Vollständigkeit und Dateiformate den Anforderungen für Archivierung und Nutzung entsprechen. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Akteure''': Digitalisierungszentrum, Foto-/AV-/3D-Spezialist:innen, externe Dienstleister bei Spezialfällen. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Beispiel''': Das Osterei wird fotografisch hochauflösend aufgenommen und zusätzlich als 3D-Modell erfasst. Danach werden Schärfe, Farbe und Dateiformate geprüft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''5. Archivieren &amp;amp; sichern''' &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die entstandenen digitalen Dateien werden geordnet abgelegt, mit den zugehörigen Metadaten verknüpft und für die langfristige Erhaltung gesichert. Dazu gehören sichere Speicherorte, Backups, Integritätskontrollen und – wenn nötig – spätere technische Migration auf neue Systeme. Ziel ist, dass das digitale Kulturgut langfristig erhalten bleibt, auch wenn sich Technik und Formate verändern. Das Original bleibt in der Regel weiterhin am Sammlungs- oder Aufbewahrungsort. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Akteure''': Archiv, Repository, IT-Betrieb, ggf. Sorbisches Kulturarchiv bzw. Digitalisierungszentrum. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Beispiel''': Die Bilder und das 3D-Modell des Ostereis werden auf gesicherten Servern gespeichert; das Original bleibt im Museum oder bei der Eigentümerin.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''6. Präsentieren &amp;amp; nutzen''' &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Im letzten Schritt werden die digitalen Objekte so bereitgestellt, dass sie gefunden, verstanden und genutzt werden können, z. B. in Portalen, digitalen Sammlungen oder virtuellen Ausstellungen. Dafür reicht es nicht, nur Dateien anzuzeigen: Es braucht auch verständliche Kontexte, Rechteangaben, Mehrsprachigkeit und möglichst barrierearme Zugänge. So wird aus der technischen Digitalisierung eine tatsächliche kulturelle Nutzung. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Akteure''': Kurator:innen, Vermittlung, Web/IT, Museen, Kulturinformationen, Community. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Beispiel''': Das Osterei erscheint in einer Online-Ausstellung, kann herangezoomt oder als 3D-Modell gedreht werden und wird mit einem kurzen Text zur Technik erklärt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.4.3 Organisatorische Perspektive ===&lt;br /&gt;
Die folgende Abbildung ist entnommen aus einem Poster des Sorbischen Instituts zu dessen Digitalisierungsstrategie, gefunden auf der Projektseite des Digitalisierungszentrums.&amp;lt;ref&amp;gt;Sorbisches Institut: Digitalisierungszentrum (DZ). URL: [https://www.serbski-institut.de/projekte-zentrale-vorhaben/digitalisierungszentrum-dz/ https://www.serbski-institut.de/projekte-zentrale-vorhaben/digitalisierungszentrum-dz/], abgerufen am 25.03.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Digitalisierungsstrategie des Sorbischen Instituts zeigt die Erfassung, Registrierung, Digitalisierung und Archivierung bis zur Präsentation von Kulturgütern aus '''organisatorischer Sicht'''. Sie basiert auf einem '''3-Säulen-Modell aus Kulturregister, Digitalisierungszentrum und Präsentationsumgebung'''. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Dataja:Wobraz_K4.png|mini||center|600px|Abbildung: 3-Säulen-Modell der Digitalisierungsstrategie des Sorbischen Instituts. Quelle: Sorbisches Institut, „Digitalizacija serbskich kulturnych datow / Digitalisierung der sorbischen/wendischen Kulturdaten“&amp;lt;ref&amp;gt;Sorbisches Institut 2025: Digitalizacija serbskich kulturnych datow / Digitalisierung der sorbischen/wendischen Kulturdaten (Poster). URL:  [https://www.serbski-institut.de/wp-content/uploads/2021/11/A0-Druck_Digitalisierungsstrategie-SI.pdf  https://www.serbski-institut.de/wp-content/uploads/2021/11/A0-Druck_Digitalisierungsstrategie-SI.pdf], abgerufen am 25.03.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Beide Sichtweisen - die fachliche &amp;quot;Prozess-Sicht&amp;quot; und die &amp;quot;organisatorische Sicht&amp;quot; lassen sich wie folgt in einer Darstellung zusammenfassen:&lt;br /&gt;
[[Dataja:Wobraz_K5.jpg|mini||center|600px|Abbildung: Zusammengefasste Sichtweisen auf die Digitalisierung von Kulturerbe.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der &amp;quot;Prozess der Digitalisierung von Kulturerbe&amp;quot; beschreibt, '''was''' mit einem Kulturgut geschieht; das 3-Säulen-Modell zeigt, '''wo''' diese Aufgaben organisatorisch verortet sind. Bezogen auf die oben beschriebenen [[#2.3.2 Prozessschritte im Detail|Prozessschritte der Digitalisierung von Kulturerbe]] steht das '''Sorbische Kulturregister''' für den Prozessschritt „'''2. Registrieren'''“ und dient dabei vor allem der Verzeichnung und Metadatenverwaltung. Das '''Digitalisierungszentrum''' steht für die Prozessschritte „'''4. Digitalisieren'''“ und „'''5. Archivieren'''“ und dient dabei der technischen Erfassung, Bearbeitung und Sicherung der Digitalisate. Die '''Präsentationsumgebung''' steht für den Schritt „'''6. Präsentieren'''“ und dient der öffentlichen oder kuratierten Bereitstellung zur Nutzung. Ergänzende Konzepte des SI machen dabei deutlich, dass die Digitalisierung im Regelfall eine vorherige Verzeichnung im Register voraussetzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
! Prozessschritt&lt;br /&gt;
! Verantwortliche Organisation&lt;br /&gt;
! Funktion im Gesamtsystem&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''2. Registrieren'''&lt;br /&gt;
| '''Sorbisches Kulturregister'''&lt;br /&gt;
| Kulturgüter werden als Entitäten nachgewiesen, beschrieben, mit Metadaten versehen und miteinander verknüpft. Das Register erfüllt damit eine katalogähnliche Funktion: Es macht sichtbar, welche Kulturgüter es gibt, wo sie sich befinden und in welchem Kontext sie stehen.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''4. Digitalisieren'''&lt;br /&gt;
| '''Digitalisierungszentrum'''&lt;br /&gt;
| Kulturgüter werden technisch erfasst, z. B. durch Scan, Fotografie, Audio-/Videoübertragung oder 3D-Erfassung. Das Digitalisierungszentrum erzeugt und prüft die Digitalisate, ist aber nicht selbst primär ein Präsentationssystem.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''5. Archivieren'''&lt;br /&gt;
| '''Digitalisierungszentrum / Repositorium / Archiv'''&lt;br /&gt;
| Die digitalen Dateien werden geordnet gespeichert, mit Metadaten verbunden und langfristig gesichert. Dazu gehört auch die Sicherstellung der Langzeitaufbewahrung, etwa durch geeignete Speicherorte, Prüfroutinen und spätere Migrationen.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''6. Präsentieren'''&lt;br /&gt;
| '''Sorabicon / weitere Präsentationsumgebungen'''&lt;br /&gt;
| Die digitalen Inhalte werden für Nutzer:innen sichtbar, erfahrbar und verständlich gemacht, z. B. in Portalen, digitalen Sammlungen oder virtuellen Ausstellungen. Die Präsentation greift dafür auf Metadaten aus dem Register und auf Digitalisate aus dem Repositorium bzw. dem Digitalisierungszentrum zurück.&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Schritt '''1. Sammeln''' liegt vor diesen drei Säulen. Er betrifft die Sammlungsorte selbst, also z. B. Museen, Archive, Heimatstuben, Vereine, Projekte, Gemeinden oder Privatpersonen. Dort entstehen oder befinden sich die Kulturgüter zunächst, bevor sie systematisch registriert, bewertet oder digitalisiert werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Schritt '''3. Bewerten''' ist ebenfalls keine eigene technische Säule, sondern ein steuernder Entscheidungsschritt. In ihm wird geklärt, welche Kulturgüter priorisiert digitalisiert werden, welche fachliche Bedeutung sie haben, welche Rechte zu beachten sind und ob eine öffentliche Präsentation möglich ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Damit wird deutlich: Register, Digitalisierungszentrum und Präsentation erfüllen unterschiedliche Aufgaben. Das '''Register''' beschreibt und verknüpft Kulturgüter, das '''Digitalisierungszentrum''' erzeugt und sichert Digitalisate und die '''Präsentationsumgebung''' macht ausgewählte Inhalte verständlich zugänglich. Gerade diese Trennung schafft klare Zuständigkeiten und erleichtert die Zusammenarbeit zwischen Sammlungsorten, Fachstellen, technischen Dienstleistern und Öffentlichkeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== 2.5 Beispiele anderer Kulturen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Digitalisierung des Kulturerbes kleiner, autochthoner, indigener und sprachlicher Gemeinschaften weist häufig vergleichbare Herausforderungen auf: Kulturgüter und Bestände sind auf viele Institutionen, Vereine, lokale Einrichtungen und private Träger verteilt. Personelle und finanzielle Ressourcen sind begrenzt, mehrere Sprachen und Beschreibungstraditionen müssen berücksichtigt werden und nicht alle kulturellen Inhalte dürfen oder sollen ohne Einschränkung öffentlich zugänglich gemacht werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In einer vergleichenden Recherche wurde daher untersucht, wie andere Gemeinschaften und Regionen ihr Kulturerbe erfassen, beschreiben, digitalisieren, langfristig sichern und zur Nutzung bereitstellen. Dabei wurde nicht nach einer universell „idealen“ technischen Lösung gesucht. Untersucht wurde vielmehr, welche organisatorischen, technischen, rechtlichen und gemeinschaftlichen Modelle unter welchen Rahmenbedingungen funktionieren, welche Schwierigkeiten auftreten und welche übertragbaren Erfolgsfaktoren erkennbar sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die nachfolgenden Beispiele verdeutlichen unterschiedliche Schwerpunkte: gemeinschaftliche Steuerung, institutionsübergreifende Register und Suchsysteme, Digitalisierung verteilter Bestände, Sprach- und Tonarchive, abgestufte Zugänge, Unterstützung kleiner Kulturgutträger sowie die Überführung zeitlich begrenzter Projekte in einen dauerhaften Betrieb.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die daraus abgeleiteten Kriterien bilden einen Referenzrahmen. Anhand dieses Referenzrahmens kann in einer späteren Ist-Analyse geprüft werden, welche Funktionen bereits vorhanden, nur konzeptionell beschrieben, in Pilotprojekten erprobt oder dauerhaft im Regelbetrieb verankert sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die ausführlichen Fallprofile, Vergleichsmatrizen, Quellen sowie ein Hinweis zur KI-gestützten Erstellung befinden sich in der [[12.3.A1 Vergleichende Recherche – Digitalisierung des Kulturerbes anderer Kulturen und Regionen|ausführlichen Vergleichsrecherche]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.5.1 RomArchive – Digitales Archiv der Roma ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Roma und Sinti sind eine transnationale Minderheit, die in zahlreichen europäischen Staaten lebt. RomArchive wurde von 2015 bis 2019 mit 3,75 Millionen Euro durch die Kulturstiftung des Bundes gefördert. Weitere Unterstützer waren unter anderem die Bundeszentrale für politische Bildung, das Auswärtige Amt und das Goethe-Institut. Seit 2019 wird das Archiv durch das Dokumentations- und Kulturzentrum Deutscher Sinti und Roma in Heidelberg betrieben.&amp;lt;ref name=&amp;quot;vergleich_romarchive&amp;quot;&amp;gt;RomArchive o. J.: Frequently Asked Questions. URL: https://www.romarchive.eu/en/about/frequently-answered-questions/; Dokumentations- und Kulturzentrum Deutscher Sinti und Roma e. V. o. J.: Imprint. URL: https://www.romarchive.eu/en/imprint/; Kulturstiftung des Bundes o. J.: RomArchive. URL: https://www.kulturstiftung-des-bundes.de/en/programmes_projects/film_and_new_media/detail/romarchive.html, jeweils abgerufen am 20.07.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Archiv präsentiert Kunst, Geschichte und Kultur aus der Perspektive der Roma. Kuratorische Teams und Beirat waren überwiegend mit Angehörigen der Minderheit besetzt. Neben öffentlich zugänglichen Inhalten existiert ein internes Archiv mit beschränktem Forschungszugang. Besonders lehrreich ist der bereits zu Projektbeginn geplante und später tatsächlich vollzogene Übergang an einen dauerhaften Betreiber.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Erfolgsfaktoren und Learnings:''' &lt;br /&gt;
* Angehörige der Gemeinschaft sollten nicht nur Inhalte zuliefern, sondern festgelegte Entscheidungsrechte bei Auswahl, Beschreibung, Kontextualisierung und Zugangsregeln besitzen. &lt;br /&gt;
* Bereits zu Beginn einer Projektphase verbindlich klären, welche Institution das Register, Archiv oder Portal nach dem Ende der Förderung dauerhaft betreibt, pflegt und finanziert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.5.2 Nuohtti – Zugang zum Sámi-Kulturerbe ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Sámi sind ein indigenes Volk im nordeuropäischen Sápmi, das sich über Teile Norwegens, Schwedens, Finnlands und Russlands erstreckt. Viele historische Sámi-Materialien befinden sich außerhalb der Sámi-Institutionen in europäischen Archiven und Museen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nuohtti ist ein gemeinsamer Suchdienst für digitalisierte Sámi-Materialien. Er wurde von 2018 bis 2021 mit Mitteln des Programms Interreg Nord der EU (Europäische Union) entwickelt. Beteiligt waren unter anderem die Sámi-Archive der finnischen und norwegischen Nationalarchive, das schwedische Reichsarchiv und mehrere Universitäten. Die Sámi-Parlamente Finnlands, Norwegens und Schwedens waren in der Steuerungsgruppe vertreten. Der Dienst führte nach Projektangaben etwa 30.000 Datensätze aus 32 Institutionen zusammen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;vergleich_nuohtti&amp;quot;&amp;gt;Nuohtti o. J.: About Nuohtti. URL: https://nuohtti.com/Content/about; University of the Arctic 2023: The Nuohtti service provides digital access to Sámi material in European archives. URL: https://www.uarctic.org/news/2023/3/the-nuohtti-service-provides-digital-access-to-sami-material-in-european-archives/, jeweils abgerufen am 20.07.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nuohtti übernimmt nicht alle Bestände in ein einziges System. Stattdessen werden Metadaten, also strukturierte Beschreibungsdaten zu Objekten und Beständen, aus vorhandenen Einrichtungen zusammengeführt und mit mehrsprachiger Suche, Karte und Zeitleiste zugänglich gemacht. Ethische Hinweise machen darauf aufmerksam, dass viele Bestände unter historischen und teilweise kolonialen Bedingungen gesammelt und beschrieben wurden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Erfolgsfaktoren und Learnings:''' &lt;br /&gt;
* Ein gemeinsamer Zugang kann auch mit dezentraler Architektur der Bestände erfolgen – Originale, Dateien und Fachsysteme können beim Kulturgutträger verbleiben.&lt;br /&gt;
* Ein Register für Kulturdaten kann als übergreifende Nachweisschicht arbeiten: Größere Einrichtungen liefern Daten über technische Schnittstellen, während kleine Träger zentrale oder gemeinsam bereitgestellte Erfassungsdienste nutzen können. &lt;br /&gt;
* Historische Fremdbeschreibungen sollten ergänzt werden durch Selbstbezeichnungen, eigene Sprachformen, alternative Benennungen und Kontexte der betreffenden Gemeinschaft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.5.3 People’s Collection Wales / Casgliad y Werin Cymru ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wales ist ein Landesteil des Vereinigten Königreichs mit einer eigenständigen nationalen und walisischsprachigen Identität. People’s Collection Wales ist eine zweisprachige Plattform für institutionelles und gemeinschaftlich getragenes Kulturerbe. Sie wird als Verbund der National Library of Wales, des National Museum Wales und der Royal Commission on the Ancient and Historical Monuments of Wales betrieben und durch die walisische Regierung finanziert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Neben der technischen Plattform werden kostenlose Beratung und Schulungen zu Digitalisierung, Metadaten, Urheberrecht, Datenschutz und Oral History, also mündlich überlieferter und aufgezeichneter Geschichte, angeboten. Eine unabhängige Evaluation stellte Fortschritte bei der Zusammenarbeit und beim Kompetenzaufbau fest, benannte aber auch begrenzte Wirkungsnachweise, Finanzierungsrisiken und den hohen Personalaufwand für die Unterstützung der beteiligten Gemeinschaften.&amp;lt;ref name=&amp;quot;vergleich_wales&amp;quot;&amp;gt;Vittle, Kate / Haswell-Walls, Fran / Dixon, Tim; ERS Ltd. 2016: Evaluation of the Casgliad y Werin Cymru / People’s Collection Wales Digital Heritage Programme. Impact Report. URL: https://www.gov.wales/sites/default/files/publications/2019-08/evaluation-of-the-peoples-collection-wales-digital-heritage-programme-impact.pdf; People’s Collection Wales o. J.: Community Support. URL: https://www.peoplescollection.wales/about-us/community-support, jeweils abgerufen am 20.07.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Erfolgsfaktoren und Learnings:''' &lt;br /&gt;
* Kleine und ehrenamtlich betreute Sammlungen benötigen nicht nur technische Standards, sondern konkrete und dauerhaft verfügbare Dienstleistungen: Erstberatung, Schulung, Vorlagen, Unterstützung bei Rechtefragen, Qualitätskontrolle und persönliche Ansprechpartner. &lt;br /&gt;
* Ein Digitalisierungszentrum oder ein Verbund koordinierter Digitalisierungsdienste sollte daher als Service- und Kompetenzstruktur ausgestaltet werden und nicht lediglich als technische Produktionsstelle. &lt;br /&gt;
* Der dafür notwendige Beratungs- und Unterstützungsaufwand muss als dauerhafte Betriebsaufgabe eingeplant werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.5.4 Tobar an Dualchais / Kist o Riches ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schottisch-Gälisch ist eine Minderheitensprache, die vor allem in den Highlands und auf den schottischen Inseln gesprochen wird. Tobar an Dualchais macht mehr als 40.000 seit den 1930er Jahren entstandene Tonaufnahmen zugänglich. Die Bestände umfassen Erzählungen, Lieder, Musik, Gedichte und mündlich überliefertes Wissen auf Gälisch, Scots und Englisch. Ein bedeutender Teil der Originalbestände wird in den School of Scottish Studies Archives der Universität Edinburgh verwahrt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;vergleich_tobar&amp;quot;&amp;gt;University of Edinburgh 2024: Tobar an Dualchais / Kist o Riches. URL: https://gaelic.ed.ac.uk/gaelic-collections/tobar-an-dualchais-kist-o-riches; Scottish Government 2025: Rediscovering lost Gaelic words. URL: https://www.gov.scot/news/rediscovering-lost-gaelic-words/, jeweils abgerufen am 20.07.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Digitalisierung wird mit Verschriftlichung beziehungsweise Transkription, sprachlicher Erschließung, Freiwilligenarbeit und teilweise automatischer Spracherkennung verbunden. Das Projekt erhält wiederkehrende öffentliche Förderungen, muss Rechteklärung, Transkription und technische Weiterentwicklung jedoch dauerhaft fortsetzen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Erfolgsfaktoren und Learnings:''' &lt;br /&gt;
* Gefährdete Ton-, Film- und Videobestände müssen wegen Materialverfall, beschädigungsanfälliger Trägermaterialien und nicht mehr verfügbarer Wiedergabetechnik zeitlich priorisiert werden. &lt;br /&gt;
* Ein geeignetes Pilotprojekt kann Digitalisierung, Rechteklärung, Verschriftlichung, Übersetzung, Metadatenerfassung, Archivierung und Bildungsnutzung entlang einer vollständigen Prozesskette verbinden. &lt;br /&gt;
* Dadurch werden nicht nur einzelne Dateien erzeugt, sondern zugleich die notwendigen Standards, Zuständigkeiten und Aufwände erprobt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.5.5 Euskariana – Portal zum baskischen Kulturerbe ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Baskinnen und Basken leben in Gebieten Spaniens und Frankreichs. Euskariana ist das staatlich betriebene Kulturportal der Autonomen Gemeinschaft Baskenland in Spanien. Es wird durch die Digitale Bibliothek Euskadi betrieben und verbindet Daten der baskischen Regierung, der Provinzen, Kommunen, Universitäten sowie öffentlicher, kirchlicher und privater Einrichtungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Portal ist zugleich gemeinsamer Katalog und Zugang zu digitalen Objekten. Es kann Inhalte über ein eigenes Repositorium, also ein institutionell betriebenes digitales Ablage- und Erhaltungssystem, bereitstellen oder zu den Systemen der Partner verlinken. Verwendet werden internationale Standards wie Dublin Core als allgemeiner Metadatenstandard, METS (Metadata Encoding and Transmission Standard) zur Strukturierung und Übertragung digitaler Objekte, PREMIS (Preservation Metadata: Implementation Strategies) für Metadaten zur digitalen Langzeiterhaltung und ALTO (Analyzed Layout and Text Object) für erkannte Texte und Seitenlayouts. Die standardisierten Daten können unter anderem an Europeana weitergegeben werden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;vergleich_euskariana&amp;quot;&amp;gt;Gobierno Vasco / Biblioteca Digital de Euskadi o. J.: Acerca de Euskariana. URL: https://www.euskariana.euskadi.eus/euskadibib/es/help/about.do, abgerufen am 20.07.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Erfolgsfaktoren und Learnings:''' &lt;br /&gt;
* Unterschiedliche Kulturgutträger benötigen unterschiedliche Anschlussmöglichkeiten. &lt;br /&gt;
** Kleine Einrichtungen sollten Daten und gegebenenfalls Dateien in zentral bereitgestellten Diensten erfassen und verwalten können. &lt;br /&gt;
** Größere Institutionen sollten ihre vorhandenen Systeme über Datenexporte oder Programmierschnittstellen anbinden können. &lt;br /&gt;
* Dafür ist ein gemeinsamer, bewusst schlank gehaltener Metadatenkern erforderlich, der durch fach- und institutionsspezifische Angaben erweitert werden kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.5.6 Mukurtu und Plateau Peoples’ Web Portal ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mukurtu ist eine frei verfügbare Software für die gemeinschaftlich kontrollierte Verwaltung digitalen indigenen Kulturerbes. Das Plateau Peoples’ Web Portal verbindet acht indigene Nationen des nordwestlichen Plateaus der USA mit der Washington State University und mehreren Museen und Archiven. Stammesvertreter wählen und beschreiben die Inhalte; die Universität übernimmt wesentliche technische Betriebsaufgaben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mukurtu ermöglicht kulturelle Protokolle, also gemeinschaftlich festgelegte Regeln für Zugang und Nutzung, Traditional Knowledge Labels als Kennzeichnungen für überliefertes gemeinschaftliches Wissen sowie mehrere Beschreibungen zu demselben Objekt. Dadurch kann neben einer institutionellen Museumsbeschreibung eine Beschreibung der Herkunftsgemeinschaft stehen. Zugänge können von vollständig öffentlich bis streng beschränkt reichen. Mukurtu weist ausdrücklich darauf hin, dass die Plattform vor allem dem Zugang und der gemeinschaftlichen Verwaltung dient und ein gesondertes Konzept für Digitalisierung, Langzeiterhaltung, Personal und Finanzierung erforderlich bleibt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;vergleich_mukurtu&amp;quot;&amp;gt;Mukurtu CMS / Washington State University o. J.: About. URL: https://mukurtu.org/about/; Plateau Peoples’ Web Portal. URL: https://mukurtu.org/project/plateau-peoples-web-portal-showcase/, jeweils abgerufen am 20.07.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Erfolgsfaktoren und Learnings:''' &lt;br /&gt;
* Rechte und kulturelle Sensibilität müssen als Bestandteil des Datenmodells behandelt werden und dürfen nicht erst unmittelbar vor einer Veröffentlichung geprüft werden. &lt;br /&gt;
* Sinnvoll sind abgestufte Kategorien wie &lt;br /&gt;
** „nur Metadaten öffentlich“, &lt;br /&gt;
** „öffentliches Nutzungsdigitalisat“, &lt;br /&gt;
** „Zugang nach Rücksprache“, &lt;br /&gt;
** „beschränkter Gemeinschafts- oder Forschungszugang“, &lt;br /&gt;
** „zeitlich gesperrt“ und &lt;br /&gt;
** „nicht zugänglich“. &lt;br /&gt;
* Mehrere Beschreibungen zu demselben Objekt ermöglichen es außerdem, institutionelle Überlieferung und Selbstbeschreibung nebeneinander nachvollziehbar zu dokumentieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.5.7 Indigitization – zentrale Unterstützung für dezentrale Digitalisierung ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Indigitization unterstützt First Nations und weitere indigene Gemeinschaften in British Columbia in Kanada. Das Programm wird gemeinsam von indigenen Organisationen, Bibliotheken, Archiven und Hochschulen getragen. Es stellt einen Werkzeugkasten, Schulungen, Musterunterlagen, technische Beratung und Förderhilfen bereit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von 2013 bis 2019 wurden drei Pilotprojekte und 45 weitere Projekte gefördert. Dabei wurden mehr als 11.000 Audiokassetten digitalisiert. Die Digitalisierung erfolgte in den Gemeinschaften; eine allgemeine Veröffentlichung war nicht zwingend. Das frühere Förderprogramm für Audiokassetten befindet sich inzwischen allerdings in einer Pause.&amp;lt;ref name=&amp;quot;vergleich_indigitization&amp;quot;&amp;gt;Indigitization o. J.: About Us. URL: https://www.indigitization.ca/about-2/; Indigitization Toolkit. URL: https://www.indigitization.ca/toolkit/; Audio Cassette Digitization Grant. URL: https://www.indigitization.ca/funding/audio-cassette-grant/, jeweils abgerufen am 20.07.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Erfolgsfaktoren und Learnings:''' &lt;br /&gt;
* Zentral bereitgestellte Kompetenz lässt sich mit dezentraler Verantwortung verbinden. &lt;br /&gt;
* Ein Digitalisierungszentrum oder ein Verbund gemeinsamer Dienste kann Schulungen, Leih- und Mobiltechnik, Qualitätsprüfung, Rahmenverträge, Musterunterlagen, Beratung und Kleinprojektförderung anbieten. &lt;br /&gt;
* Originale, lokales Wissen und kulturelle Beziehungen können grundsätzlich bei den jeweiligen Kulturgutträgern verbleiben. &lt;br /&gt;
* Damit nach Abschluss einzelner Digitalisierungsprojekte keine ungesicherten Dateien zurückbleiben, sollte jedoch von Beginn an ein gemeinsames oder verbindlich angebundenes Repositorium beziehungsweise digitales Archiv vorgesehen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.5.8 Zusammenfassungen der Beispiele anderer Kulturen im Anhang ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tabellarische Übersichten und Zusammenfassungen aller untersuchten Beispiele anderer Kulturen und Regionen befinden sich im Anhang [[12.3.A1 Vergleichende Recherche – Digitalisierung des Kulturerbes anderer Kulturen und Regionen#E. Vergleichsmatrix|in Abschnitt E. Vergleichsmatrix]] unter &lt;br /&gt;
* [[12.3.A1 Vergleichende Recherche – Digitalisierung des Kulturerbes anderer Kulturen und Regionen#E.1 Funktionen, Architektur und Standards|E.1 Funktionen, Architektur und Standards]] und&lt;br /&gt;
* [[12.3.A1 Vergleichende Recherche – Digitalisierung des Kulturerbes anderer Kulturen und Regionen#E.2 Governance, Finanzierung, Erfolg und Übertragbarkeit|E.2 Governance, Finanzierung, Erfolg und Übertragbarkeit]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Zusammenfassung der übergreifenden Erfolgsfaktoren aus den Beispielen befindet sich im Anhang [[12.3.A1 Vergleichende Recherche – Digitalisierung des Kulturerbes anderer Kulturen und Regionen#F. Übergreifende Erfolgsfaktoren|in Abschnitt F. Übergreifende Erfolgsfaktoren]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.5.9 Was sich aus den Beispielen ableiten lässt ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus den untersuchten Beispielen lässt sich kein einzelnes Projekt und kein bestimmtes Softwaresystem ableiten, das unverändert übernommen werden könnte. Wiederkehrend zeigen sich jedoch '''vier notwendige Funktionen, drei übergreifende Erfolgsbedingungen und zwei grundlegende Umsetzungsprinzipien'''. Sie bilden einen kompakten Orientierungsrahmen für die Digitalisierung von Kulturerbe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Vier Kernfunktionen – was muss dauerhaft geleistet werden? ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Damit die Digitalisierung nicht bei einzelnen Digitalisaten oder einem Präsentationsportal stehen bleibt, müssen vier Kernfunktionen verlässlich abgedeckt und miteinander verbunden werden:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot; style=&amp;quot;width:100%;&amp;quot;&lt;br /&gt;
! Kernfunktion&lt;br /&gt;
! Kernfrage&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''1. Register für Kulturdaten'''&lt;br /&gt;
| '''Was ist vorhanden und was sollte prioritär bearbeitet werden?''' – Kulturgüter und Bestände nachweisen, beschreiben, verknüpfen und ihren Digitalisierungs- und Rechtezustand erfassen.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''2. Digitalisierungszentrum / Digitalisierungsdienste'''&lt;br /&gt;
| '''Wie wird qualitätsgesichert digitalisiert?''' – Kulturgutträger beraten, Digitalisierung vorbereiten oder durchführen, Qualität sichern und die Übergabe vorbereiten.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''3. Repositorium / digitales Langzeitarchiv'''&lt;br /&gt;
| '''Wie bleibt das digitale Kulturerbe dauerhaft erhalten?''' – Masterdateien und Metadaten sicher übernehmen, erhalten, sichern und bei technischen Veränderungen migrieren.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''4. Präsentations- und Nutzungssysteme'''&lt;br /&gt;
| '''Wie wird das Kulturerbe gefunden, verstanden und genutzt?''' – freigegebene Inhalte mehrsprachig vermitteln und für Bildung, Forschung und kulturelle Nachnutzung bereitstellen.&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die vier Funktionen bedeuten nicht zwingend vier Einrichtungen oder vier technische Systeme. Entscheidend ist, dass alle Funktionen abgedeckt, ihre Zuständigkeiten geklärt und ihre Übergaben zuverlässig organisiert sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Drei Erfolgsbedingungen – was gilt für alle Kernfunktionen? ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
# '''Gemeinsam entscheiden und Rechte abgestuft regeln:''' &lt;br /&gt;
#* Angehörige der betreffenden Gemeinschaft und die Kulturgutträger sollten nachvollziehbare Entscheidungsrechte bei Auswahl, Beschreibung, Priorisierung und Veröffentlichung besitzen. &lt;br /&gt;
#* Zugänge sollten abgestuft sein, beispielsweise auch &amp;quot;ausschließlich Metadaten&amp;quot;, &amp;quot;Zugang nach Rücksprache&amp;quot; oder &amp;quot;beschränkte Gemeinschafts- und Forschungszugänge&amp;quot; ermöglichen. &lt;br /&gt;
#* Rechtliche Zulässigkeit und kulturelle Angemessenheit sind dabei getrennt zu betrachten. &lt;br /&gt;
#* Selbstbezeichnungen und eigene kulturelle Perspektiven sollten historische Fremdbeschreibungen ergänzen können.&amp;lt;br&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
# '''Gemeinsame Standards, Mehrsprachigkeit und technische Anschlussfähigkeit sichern:''' &lt;br /&gt;
#* Ein bewusst schlanker gemeinsamer Metadatenkern, Qualitätsstandards und geregelte Datenübergaben ermöglichen die Zusammenarbeit unterschiedlicher Einrichtungen. Zusätzlich können fach- oder institutionsspezifische Metadatensätze genutzt werden.&lt;br /&gt;
#* Sprachen und Sprachvarianten müssen als eigenständige Datenwerte berücksichtigt werden, bspw. bei Metadaten, Beschreibungen usw. &lt;br /&gt;
#* Kleine Träger benötigen einfache zentrale Erfassungsmöglichkeiten, z. B. per Weboberfläche, größere Institutionen Schnittstellen oder Datenexporte aus ihren vorhandenen Systemen.&amp;lt;br&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
# '''Dauerhafte Verantwortung und Finanzierung sichern:''' &lt;br /&gt;
#* Bereits beim Aufbau muss feststehen, wer Register, Digitalisierungsdienste, Repositorium und Präsentationssystem nach einer Projektförderung dauerhaft betreibt. &lt;br /&gt;
#* Neben einmaligen Projektmitteln müssen deshalb auch Personal, Beratung, Datenpflege, Speicher, Softwarepflege, Sicherung und spätere technische Erneuerungen dauerhaft finanziert werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Zwei Umsetzungsprinzipien – wie sollte vorgegangen werden? ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
# '''Priorisieren, die vollständige Kette pilotieren, dann skalieren:''' &lt;br /&gt;
#* Nicht alles muss gleichzeitig digitalisiert werden. Besonders gefährdete oder kulturell bedeutsame Bestände sollten priorisiert werden. &lt;br /&gt;
#* Pilotprojekte sollten möglichst den gesamten Weg von der Erfassung und Rechteklärung über die Digitalisierung bis zur Archivierung und Nutzung durchlaufen. Dabei werden Standards, Zuständigkeiten, Kosten und tatsächliche Nutzung erprobt. &lt;br /&gt;
#* Erst auf dieser Grundlage sollte in größerem Umfang skaliert werden.&amp;lt;br&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
# '''Zentral ermöglichen, dezentral verantworten:''' &lt;br /&gt;
#* Zentrale Stellen können Infrastruktur, Beratung, Schulung, Digitalisierungstechnik, Qualitätskontrolle, Rechtehilfe und Langzeiterhaltung bereitstellen. &lt;br /&gt;
#* Originale, lokales Wissen, kulturelle Beziehungen und wesentliche inhaltliche Entscheidungen können gleichzeitig bei den jeweiligen Kulturgutträgern verbleiben. &lt;br /&gt;
#* Zentralisierung von Diensten und dezentrale kulturelle Verantwortung sind damit keine Gegensätze, sondern können sich gegenseitig ergänzen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Für die Reihenfolge ergibt sich daraus:''' &lt;br /&gt;
# Zuerst Entscheidungsrechte, Standards, Betreiber und Finanzierung ausreichend klären; &lt;br /&gt;
# anschließend mit ausgewählten Beständen die vollständige Prozesskette erproben und die Unterstützungsstrukturen aufbauen; &lt;br /&gt;
# auf dieser Grundlage Digitalisierung, Präsentation und Nachnutzung schrittweise verbreitern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Präsentation und Nutzung sind dabei nicht von geringerer Bedeutung und sollten bereits Bestandteil der Pilotprojekte sein. '''Später erfolgt nicht die Nutzung selbst, sondern deren breiter Ausbau.'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weiterführende '''Hinweise und Empfehlungen zu einem möglichen Vorgehen sowie zeitlichen und inhaltlichen Prioritäten''' befinden sich im Anhang [[12.3.A1 Vergleichende Recherche – Digitalisierung des Kulturerbes anderer Kulturen und Regionen#G.2 Was zentral, dezentral und gemeinsam organisiert werden sollte|im Abschnitt &amp;quot;Priorisierte Schlussfolgerung&amp;quot; von G2 bis G9]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein ausführliches '''Prüfraster zur Bewertung des jeweiligen Entwicklungsstandes''' befindet sich [[12.3.A2 Prüfraster zur Bewertung des Entwicklungsstandes beim Aufbau der Digitalisierung des Kulturerbes|im Anhang 2 &amp;quot;Prüfraster zur Bewertung des Entwicklungsstandes&amp;quot;]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= 3. Ist-Analyse der Digitalisierung des sorbischen Kulturerbes =&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der [[#2 Ist-Analyse „Digitalisierung von Kulturerbe“|vorangegangene Abschnitt 2]] hat beschrieben, was zur Digitalisierung von Kulturerbe gehört, welche Aufgaben dabei dauerhaft erfüllt werden müssen und wie andere Gemeinschaften und Regionen diese Aufgaben lösen. Der Abschnitt 3 richtet nun den Blick auf die sorbische Situation. Er geht der Frage nach, wie gut die sorbische Kulturerbelandschaft heute organisatorisch, technisch und personell aufgestellt ist, um ihr materielles, immaterielles und digitales Kulturerbe institutionsübergreifend zu erfassen, zu digitalisieren, dauerhaft zu erhalten und zugänglich zu machen – und wo vorrangiger Handlungsbedarf besteht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Analyse gliedert sich in fünf Teile:&lt;br /&gt;
* '''Akteure und Rollen''': Wer bewahrt sorbisches Kulturerbe und welche Aufgaben übernehmen die Akteure bei seiner Digitalisierung (Sammeln, Finanzieren, Koordinieren usw.)?&lt;br /&gt;
* '''Bestände und Bedarfe''': Welche Kulturgüter gibt es, wie weit sind  sie erfasst und digitalisiert, welche müssen vorrangig gesichert werden und welche Unterstützung brauchen ihre Träger?&lt;br /&gt;
* '''Vorhaben Systeme und Dienste''': Welche Angebote decken die [[#2.3.2 Vier Kernfunktionen|vier Kernfunktionen]] Erfassen, Digitalisieren, langfristig Erhalten und Zugänglichmachen heute ab, und welche sind im Aufbau oder geplant?&lt;br /&gt;
* '''Zusammenarbeit und dauerhafter Betrieb''': Wie sind die Steuerung und Zusammenarbeit (Governance) organisiert (Zuständigkeiten, Standards, Rechte und Finanzierung)?&lt;br /&gt;
* '''Gesamtbewertung''': Was funktioniert bereits, wo gibt es Lücken und welche davon sollten zuerst geschlossen werden?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Analyse stellt dabei den Bedarf der Bestände dem vorhandenen Angebot an Diensten und dem organisatorischen Rahmen gegenüber. Wo beides auseinanderfällt, entstehen Lücken, siehe nachfolgende Übersicht.&lt;br /&gt;
[[Dataja:Wobraz K6.png|thumb|center|600px|Übersicht der Ist-Analyse]]&amp;lt;ref&amp;gt;Mermaid Flowchart Code: [https://mermaid.live/edit#pako:eNqVlM1y2jAQx19lR7maFGMcwJPJDGAnh9AcaE4pPcj2-qPYErOWmtJ8PE0fo7e8WGWDTUja6VS-WB_7293_rvTAIhkj81hSyPso46Tg1l_RSoAZ088rdh5eOKc2TNcKNeH5h_DiPKQPF7fbjQW39PIzRaqMXaIsWMqiQLFiX2r7llHpMCW-yeDGwG54lCXEU9wfgv2Ic8JI5VLAYvl6fdYGMIAZVurlp4gPIVzrQmlKtVoXvKoQNiThEy_LQou0kqTe-Ji_ZsWckgOJC4hRwFSkGEpl_r5i44-L2IIyV-BTLtIij7I15m-5M-j1LmDeLqGI_5j-0rjfOwAtYljyrOzE-pcOfhu7A36OolLYMD5tzV95yONbjgTXSCLRYl1j3jkIWtAQruQ3c5KL6GB_pyujHwpOocmzcRFzjVSX15BnqCjH8A3Sh-fnZwj-kv-0VufReLrnGRlluzI-ws3xmdDQMQ_NmX2KFqR1DYq6IDu1HqFT5aZRfbFLZ_HyK1qj6PLY1RdkJhC4rgw2ykxcWLUlfpXCcgdqp4tmetXK5MIVGk1UiPdIyjRW7eNNh0d1-_mYgECtiBeQ5EXhnVzawWUwtipFco3eiXvpBu7UimQhyTsZzM03fU9o70fLmAbzYNQxJhNnbvstY2QPZrbzjsH3TbYjBLbxG3SE_uVZ4J61hP7Y7Q_tIwJMrYV11aZyvDWz5ocIj7d8K2gdd52vtgWaOu3iSJrRxTEej0fj_n7ai3llXh7iW88F99h--d_2zGIp5THzFGm0WIlU8nrKHmruiqnMXJkV88wvYay_9xoxVmwlnozphos7KcvWmqROM-YlvKjMTG9irtDPubnSZbdKdWvRXGqhmDd07AbCvAf2nXnuqWP3RwN7eDZwJ4Ph2MHeyGJb5vXs0-HEnTgDxxn3-4OzvuOarSeL_Wi8C10UFsM4V5I-7h7o5p1--g24x9CK hier klicken], abgerufen am 20.10.2026&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== 3.1 Akteure und Rollen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sorbisches Kulturerbe wird von vielen Einrichtungen, Gruppen und Einzelpersonen bewahrt, gepflegt und dokumentiert – von sorbischen ebenso wie von nicht-sorbischen. Dieser Abschnitt zeigt, wer Bestände hält, wer Dienste zur Digitalisierung anbietet und wer den organisatorischen und finanziellen Rahmen gestaltet. Damit wird auch sichtbar, welche Aufgaben bislang von keinem Akteur erkennbar übernommen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Grundlage sind Arbeitsunterlagen der Domowina aus den Jahren 2019 und 2020&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;&amp;gt;Domowina e. V., Kulturausschuss (Clemens Škoda) 2019: Serbske kulturne herbstwo (SKH). Arbeitspapier, Stand 18.03.2019, S. 2-8. Unveröffentlicht; interne Referenz: 2020-09-07_Serbske kulturne herbstwo w Budyšinje_opt.pdf.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019b&amp;quot;&amp;gt;Domowina e. V. 2019: Přehlad relewantnych městnosćow / „małkich“ a „wulkich“ muzejow nastupajo serbske kulturne herbstwo, Stand 11.11.2019. Unveröffentlicht; interne Referenz: 2019_11_Priloha A_prehlad_muzejow a zberkow.pdf.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2020&amp;quot;&amp;gt;Domowina e. V., Kulturausschuss 2020: Protokoll der Fachkommission „Serbske kulturne herbstwo“ vom 07.09.2020. Unveröffentlicht; interne Referenz: 2020_09_07_skh komisija-protokol.pdf.&amp;lt;/ref&amp;gt;, eine darauf aufbauende Arbeitsliste der Sammlungsorte mit ergänzender Internetrecherche&amp;lt;ref name=&amp;quot;liste2026&amp;quot;&amp;gt;Arbeitsliste „Sammlungsorte sorbischen Kulturerbes“, Stand 02.04.2026, erstellt im Rahmen des Digitalisierungskonzepts aus Internetrecherche und den Domowina-Unterlagen. Unveröffentlicht; Grundlage für Anhang 12.3.A3.&amp;lt;/ref&amp;gt;, das Konzept des Sorbischen Instituts zum Digitalisierungszentrum&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;&amp;gt;Sorbisches Institut 2025: Konzept zum Digitalisierungszentrum am Sorbischen Institut, Arbeitsfassung vom 13.08.2025. Unveröffentlicht; interne Referenz: DigCentr_Wersija13082025_wip.pdf.&amp;lt;/ref&amp;gt;, Rückmeldungen der Museen und der Domowina aus dem April 2026 sowie das Protokoll des Digitalisierungskreises vom 21.04.2026&amp;lt;ref name=&amp;quot;dk2026&amp;quot;&amp;gt;Digitalisierungskreis 2026: Protokoll der Sitzung zum Stand des Digitalisierungszentrums vom 21.04.2026. Unveröffentlicht; interne Referenz: 2026-04-21_DE_Protokoll_Digitalisierungskreis_Digitalisierungszentrum.docx.&amp;lt;/ref&amp;gt;. Ein Teil der Angaben ist mehrere Jahre alt und wird schrittweise aktualisiert. Nicht belegte Angaben sind als ''offen'', Vermutungen als ''Annahme'' gekennzeichnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.1.1 Begriffe und Rollen ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
; Akteur&lt;br /&gt;
: Einrichtung, Gruppe oder Person, die eine Aufgabe im Umgang mit sorbischem Kulturerbe oder seiner Digitalisierung übernimmt.&lt;br /&gt;
; Kulturgutträger&lt;br /&gt;
: Akteur, der Kulturgüter verwahrt oder eine kulturelle Praxis trägt und weitergibt, bspw. ein Museum, eine Heimatstube, ein Chor oder eine Privatperson mit einer Sammlung.&lt;br /&gt;
; Trägerschaft&lt;br /&gt;
: Rechtliche und finanzielle Verantwortung für eine Einrichtung, zum Beispiel durch eine Kommune, einen Landkreis, eine Stiftung, einen Verein, eine Kirche oder eine Privatperson. Eigentum und Betrieb können dabei auseinanderfallen, bspw. gehörte der Dom Njechorńskeho 2019 der Domowina und wurde von der Stiftung für das sorbische Volk bewirtschaftet, der Hanzo Šustrowy dom in Trebendorf gehörte der Gemeinde und wurde von der örtlichen Domowina-Gruppe bewirtschaftet.&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019b&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
; Rolle&lt;br /&gt;
: Aufgabe, die ein Akteur übernimmt. Ein Akteur kann mehrere Rollen haben, unterschieden werden Haupt- und Nebenrollen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Rollen lassen sich drei Gruppen zuordnen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
! Gruppe !! Rolle !! Kürzel&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| rowspan=&amp;quot;2&amp;quot; | '''Am Kulturgut''' || '''Bewahren''': Originale verwahren, pflegen und verwalten || '''B'''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Dokumentieren''': lebendige Praxis festhalten in Ton, Bild oder Text || '''D'''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| rowspan=&amp;quot;4&amp;quot; | '''Dienste''' ([[#2.3.2 Vier Kernfunktionen|Kernfunktionen]]) || '''Erfassen''', registrieren, beschreiben und verknüpfen || '''K1'''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Digitalisieren''' und Qualität sichern || '''K2'''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Langfristig '''erhalten''' || '''K3'''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Zugänglich machen''' und Nutzung ermöglichen || '''K4'''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| rowspan=&amp;quot;2&amp;quot; | '''Rahmen''' (Governance) || '''Steuern''', koordinieren und Regeln setzen || '''S'''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Fördern''' und finanzieren || '''F'''&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dokumentieren meint hier das Festhalten von immateriellen Kulturgütern im laufenden Kulturleben, etwa Mitschnitte von Veranstaltungen. Geschieht es systematisch nach festgelegten Standards zur dauerhaften Sicherung, ist es Teil der Kernfunktion Digitalisieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.1.2 Schlüsselakteure ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einzeln aufgeführt wird, wer mindestens eines der folgenden Kriterien erfüllt:&lt;br /&gt;
# betreibt oder plant eine Kernfunktion, die über die eigene Einrichtung hinaus wirkt,&lt;br /&gt;
# verwahrt einen hauptamtlich betreuten Kernbestand,&lt;br /&gt;
# dokumentiert regelmäßig das lebendige Kulturgeschehen,&lt;br /&gt;
# fördert, koordiniert oder setzt Regeln für die Digitalisierung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;mark&amp;gt;Die folgende Übersicht muss mit den Institutionen bzgl. Änderungen und Ergänzungen abgestimmt werden.&amp;lt;/mark&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|+ Rollen der Schlüsselakteure (■ Hauptrolle · ○ Nebenrolle · ? vermutet oder offen)&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
B. Bewahren, D. Dokumentieren, K1. Erfassen, K2. Digitalisieren, K3. Erhalten, K4. Nutzung ermöglichen, S. Steuern, F. Fördern&lt;br /&gt;
! Akteur !! Typ / Trägerschaft !! B !! D !! K1 !! K2 !! K3 !! K4 !! S !! F !! Hinweise&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Stiftung für das sorbische Volk || Stiftung des öffentlichen Rechts, finanziert von Bund, Freistaat Sachsen u. Land Brandenburg || ○ || || || || || || ■ || ■ || bewirtschaftete 2019 den Dom Njechorńskeho&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019b&amp;quot;/&amp;gt;; unterstützt beide sorbischen Museen finanziell&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;; Zielvereinbarungen u. a. mit dem Wendischen Museum&amp;lt;ref name=&amp;quot;wm2026&amp;quot;&amp;gt;Wendisches Museum Cottbus (Anja Jahn, Leitende Kuratorin) 2026: Zuarbeit zum Thema Digitalisierung des sorbischen/wendischen Kulturerbes, E-Mail vom 17.04.2026. Unveröffentlicht; interne Referenz: 2026-04-17 - Wendisches Museum Cottbus - Zuarbeit zum Thema Digitalisierung des sorbischen wendischen Kulturerbes.pdf.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Sorbisches Institut (SI) mit Sorbischem Kulturarchiv (SKA) und Sorbischer Zentralbibliothek || Forschungseinrichtung mit Archiv und Bibliothek; eingetragener Verein, gefördert u. a. durch die Stiftung; Digitalisierungszentrum aus Strukturwandelmitteln&amp;lt;ref name=&amp;quot;dk2026&amp;quot;/&amp;gt; || ■ || ? || ■ || ■ || ○ || ■ || ○ || || '''Digitalisierungszentrum (DZ):''' Aufbauprojekt 2024-2027 mit drei Vollzeitstellen, derzeit Pilot- und Evaluationsphase; Dienstleistung für andere Träger, kostenfrei derzeit nur in Sachsen; Finanzierung ab 2028 ''offen''&amp;lt;ref name=&amp;quot;dk2026&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz&amp;quot;&amp;gt;Sorbisches Institut: Digitalisierungszentrum (DZ). URL: https://www.serbski-institut.de/projekte-zentrale-vorhaben/digitalisierungszentrum-dz/&amp;lt;/ref&amp;gt;.&amp;lt;br&amp;gt;'''Sorbisches Kulturregister (SKR):''' Konzept mit technischem Prototyp; befristete Projektstelle bis Ende 2025&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;&amp;gt;Sorbisches Institut 2025: Konzept für ein Sorbisches Kulturregister (SKR), zweite aktualisierte Fassung vom 20.11.2025. URL: https://www.serbski-institut.de/wp-content/uploads/2021/11/00_Zweite-aktualisierte-Fassung_Konzept_Sorbisches-Kulturregister_20.11.2025.pdf&amp;lt;/ref&amp;gt;.&amp;lt;br&amp;gt;'''Präsentation:''' Virtueller Lesesaal mit Bibliographie, Katalog, digitalisierten Drucken, Handschriften, Fotos und Filmen&amp;lt;ref name=&amp;quot;vls&amp;quot;&amp;gt;Sorbisches Institut o. J.: Virtueller Lesesaal. URL: https://www.serbski-institut.de/bibliothek/virtueller-lesesaal/, abgerufen am 20.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;; Wissensportal Sorabicon mit zwölf Sammlungen&amp;lt;ref name=&amp;quot;atlas&amp;quot;&amp;gt;Sorbisches Institut 2026: Pressemitteilung zum digitalen Atlas sorbischer Kulturdenkmale im Wissensportal Sorabicon, 30.04.2026. URL: https://idw-online.de/de/news870102, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;; Repositorium digitalizat.de (öffentlich voraussichtlich ab ca. Q3/2026)&amp;lt;ref name=&amp;quot;dk2026&amp;quot;/&amp;gt;.&amp;lt;br&amp;gt;'''Erhalten:''' Repositorium mit Datensicherung; Konzept für die Langzeitarchivierung im Dauerbetrieb ''offen''&amp;lt;ref name=&amp;quot;dk2026&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Sorbisches Museum Bautzen || Museum; Landkreis Bautzen, finanziell unterstützt von der Stiftung&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt; || ■ || || ■ || ○ || ? || ? || || || ca. 42.000 Objekte; Inventar in Inventarbüchern und Datenbank (HiDA 4.8), Standortverzeichnis, Fotodatenbank; Objektfotografie und Scans bis DIN A3 im Haus; Sammlung erst teilweise digital erfasst; Pilot zur Plakatdigitalisierung mit dem SI&amp;lt;ref name=&amp;quot;smb2026&amp;quot;&amp;gt;Sorbisches Museum Bautzen (Alexander Pólk, Museologe) 2026: Bedarfserklärung zur Digitalisierung des sorbischen Kulturerbes für den Fachbeirat Digitalisierung, 15.04.2026. Unveröffentlicht; interne Referenz: 2026-04-15_Bedarfserklaerung_Digitalisierung_sorbisches_Kulturerbe_Vorlage - SMB-AxP.docx.&amp;lt;/ref&amp;gt;; Online-Angebot ''offen''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Wendisches Museum Cottbus || Museum; Stadt Cottbus, finanziert von Stadt und Stiftung&amp;lt;ref name=&amp;quot;wm&amp;quot;&amp;gt;Wendisches Museum Cottbus o. J.: Selbstdarstellung des Museums, Dokument im Ratsinformationssystem der Stadt Cottbus. URL: https://session.cottbus.de/oparl/bodies/0001/downloadfiles/00007050.pdf, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; || ■ || || ■ || ○ || ? || ○ || || || Inventarisierung mit Adlib, Veröffentlichung über museum-digital begonnen; A3-Flachbettscanner und Buchscan im Haus; derzeit vor allem Digitalisierung der Kunst; keine Digitalstrategie, keine Mittel für studentische Hilfskräfte&amp;lt;ref name=&amp;quot;wm2026&amp;quot;/&amp;gt;; Nutzung des DZ für brandenburgische Bestände ''offen'', bilateral zwischen SI, Stiftung und Museum zu klären&amp;lt;ref name=&amp;quot;dk2026&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Sächsische Landesbibliothek – Staats- und Universitätsbibliothek Dresden (SLUB) mit Deutscher Fotothek || Landes- und Universitätsbibliothek; Freistaat Sachsen || ■ || || ○ || ○ || ○ || ■ || || || Lusatica-Sammlung, die das kulturelle Erbe der Sorben zugänglich machen soll&amp;lt;ref name=&amp;quot;slub&amp;quot;&amp;gt;SLUB Dresden o. J.: Sammlungen zur sächsischen Landeskunde. URL: https://www.slub-dresden.de/entdecken/saechsische-landeskunde/sammlungen, abgerufen am 20.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;; über Sachsen.Digital ist auch digitales Schrifttum des SI erreichbar&amp;lt;ref name=&amp;quot;vls&amp;quot;/&amp;gt; (Betrieb der Plattform durch die SLUB); die Deutsche Fotothek macht Fotosammlungen des SKA im Rahmen eines Kooperationsvertrags digital zugänglich und hat auch Filme des SKA digitalisiert und präsentiert&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt;; eigene digitale Langzeitarchivierung&amp;lt;ref name=&amp;quot;nestor&amp;quot;&amp;gt;nestor o. J.: Mitglied SLUB Dresden. URL: https://www.langzeitarchivierung.de/Webs/nestor/EN/nestor/Mitglieder/sLUB.html, abgerufen am 20.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; (Kosten nach Angabe im Digitalisierungskreis ca. 800 € je Terabyte und Jahr&amp;lt;ref name=&amp;quot;dk2026&amp;quot;/&amp;gt;), ob sie Digitalisate sorbischer Träger übernehmen könnte, ist ''offen''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Domowina – Bund Lausitzer Sorben e. V. mit Regionalverbänden und Ortsgruppen || Dachverband sorbischer Vereine; eingetragener Verein || ○ || ○ || || || || || ○ || || keine zentralen Bestände außer einzelnen Exponaten, Schenkungen und Originalen, z. B. im Haus der Sorben; ein Inventarregister der Finanzverwaltung erfasst diese nur teilweise; keine Gesamtübersicht über die Bestände in ihren Strukturen&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2026&amp;quot;&amp;gt;Domowina e. V. (Clemens Škoda, Referent) 2026: Bedarfserklärung zur Digitalisierung des sorbischen Kulturerbes für den Fachbeirat Digitalisierung, Entwurf vom 01.04.2026. Unveröffentlicht; interne Referenz: 2026-03-27_Bedarfserklaerung_Digitalisierung_sorbisches_Kulturerbe_Vorlage-naćisk Clemens Škoda.docx.&amp;lt;/ref&amp;gt;; Eigentümerin des Dom Njechorńskeho; Ortsgruppe Trebendorf bewirtschaftet den Hanzo Šustrowy dom&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019b&amp;quot;/&amp;gt;; mindestens 9 der 23 kleinen Sammlungsorte sind direkt oder über Mitgliedsvereine mit ihr verbunden&amp;lt;ref name=&amp;quot;liste2026&amp;quot;/&amp;gt;; Chronistengruppe der Župa Michał Hórnik; Fachkommission „Sorbisches Kulturerbe“ 2018-2020&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2020&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Maćica Serbska e. V. || wissenschaftliche Gesellschaft; Verein || || || || || || || ○ || || Arbeitskreis „Museale Einrichtungen“ mit rund 40 Adressaten; Denkmalausschuss mit eigenem, von der Stiftung verwaltetem Budget, 2019 als Vorbild für die Bewertung von Kulturerbe genannt&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Sorbisches National-Ensemble (SNE) || Ensemble; gGmbH der Stiftung || ■ || ? || ○ || || || || || || Spezialarchiv, für die Öffentlichkeit nicht zugänglich, unterschiedlich gut erschlossen&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt;; im SKR-Konzept als sekundärer Sammlungsort genannt&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;/&amp;gt;; 2019 vorgeschlagen, dort nur Kopien zu halten und die Originale an das SKA zu geben&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;; Umfang ''offen''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| studijo LUCIJA || Medienproduktion; gGmbH des Sorbischen Schulvereins  e. V. || ○ || ■ || || || || || || || dokumentiert sorbische Veranstaltungen; Aufnahmen liegen beim Studio und werden teilweise und komprimiert (''zu prüfen'') an das SKA übergeben&amp;lt;ref name=&amp;quot;lucija&amp;quot;&amp;gt;Projektinterne Auskunft, Oktober 2026; schriftlicher Beleg noch einzuholen.&amp;lt;/ref&amp;gt;; eigener YouTube-Kanal mit Zeitzeugen-Interviews und Veranstaltungsmitschnitten&amp;lt;ref name=&amp;quot;lucija_youtube&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Mitteldeutscher Rundfunk (MDR) und Rundfunk Berlin-Brandenburg (rbb), sorbischsprachige Programme || öffentlich-rechtlicher Rundfunk || ■? || ■ || || || || ○? || || || Spezialarchive, für die Öffentlichkeit nicht zugänglich&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt;; Produktionen standen dem SKA 2019 aus rechtlichen Gründen nicht zur Verfügung&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;; Umfang und heutiger Stand ''offen''&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.1.3 Akteursgruppen ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die meisten Kulturgutträger sind kleinere Einrichtungen, Gruppen oder Privatpersonen. Sie werden hier zu Gruppen zusammengefasst. Die Anzahlen sind Mindestwerte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;mark&amp;gt;Die folgende Übersicht muss insb. mit Domowina, SI und Lucija bzgl. Änderungen und Ergänzungen abgestimmt werden.&amp;lt;/mark&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|+ B. Bewahren, D. Dokumentieren, K1. Erfassen, K2. Digitalisieren, K3. Erhalten, K4. Nutzung ermöglichen, S. Steuern, F. Fördern&lt;br /&gt;
! Gruppe !! Beispiele !! Typische Trägerschaft !! Bekannte Anzahl !! Typische Rollen !! Besonderheiten&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Kleine Museen, Heimatstuben, Gedenk- und Begegnungsorte ||&lt;br /&gt;
* Muzej Ćišinskeho (Panschwitz-Kuckau),&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Njepilic dwór (Rohne),&lt;br /&gt;
* Sorbisches Kulturzentrum Schleife,&lt;br /&gt;
* Heimatmuseum Dissen,&lt;br /&gt;
* Sorbische Webstube Drebkau (Ostereiersammlung mit über 4.000 Exemplaren)&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt;,&lt;br /&gt;
* Archiv verschwundener Orte (Horno)&lt;br /&gt;
|| Gemeinde, Förderverein, Domowina-Ortsgruppe, privat || 22 in der Domowina-Übersicht 2019 (9 Ober-, 13 Niederlausitz)&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019b&amp;quot;/&amp;gt;; 23 in der Arbeitsliste 2026, davon 12 bisher nur durch die Domowina-Unterlagen belegt&amp;lt;ref name=&amp;quot;liste2026&amp;quot;/&amp;gt;; im Arbeitskreis Lausitzer Museenland etwa ein Drittel von 48 Häusern mit sorbischem Schwerpunkt (SKR-Konzept, S. 7)&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;/&amp;gt; || '''B''' ■, '''D''' ○ || überwiegend ehrenamtlich; Digitalisierung unterbleibt nach Einschätzung des SI weitestgehend, weil personelle, technische und finanzielle Kapazitäten fehlen&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt;; 2019 benannte Defizite: fehlender Nachwuchs, fehlende Marketingstrategie, fehlende Vernetzung, unzureichende Finanzierung, fehlende fachliche Begleitung; teilweise ohne eigenes Inventar&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;; zwei private Ausstellungen ohne jede Förderung, von den Betreibern im Ruhestand allein betreut&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019b&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Regionale Museen mit sorbischen Beständen ||&lt;br /&gt;
* Museum der Westlausitz Kamenz,&lt;br /&gt;
* Museum Bautzen,&lt;br /&gt;
* Spreewald-Museum Lübbenau mit Freilandmuseum Lehde,&lt;br /&gt;
* Slawenburg Raddusch,&lt;br /&gt;
* Niederlausitzer Heidemuseum Spremberg,&lt;br /&gt;
* Stadtmuseum Cottbus,&lt;br /&gt;
* Städtische Sammlungen Görlitz&amp;lt;ref name=&amp;quot;lorenz2023&amp;quot;&amp;gt;Lorenz, Robert 2023: Das Register für sorbische/wendische Kultur(erbe)daten. Vortragsfolien, Mai 2023. URL: https://digiserb.de/wp-content/uploads/2023/06/2023_05_prednosk_kulturne_herbstwo_robert_lorenc.pdf&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
|| Landkreis oder Kommune (''Annahme'') || 7 in der Domowina-Übersicht 2019 (2 Ober-, 5 Niederlausitz)&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019b&amp;quot;/&amp;gt; || '''B''' ■; &amp;lt;br&amp;gt;'''K1-K4''' ''offen'' || Umfang des sorbischen Anteils am Bestand ''offen''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Ensembles, Chöre, Trachten- und Brauchtumsgruppen || – || Verein || ''offen'' || tragen die Praxis;&amp;lt;br&amp;gt; '''D''' ○, '''B''' ○ || Trachtenfundi 2019 ausdrücklich zu den Beständen in sorbischer Verantwortung gezählt&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;; eigene Aufnahmen und Fundi meist nicht erfasst (''Annahme'')&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Chronisten, Film- und Fotoamateure ||&lt;br /&gt;
* Chronistengruppe der Župa Michał Hórnik,&lt;br /&gt;
* deutsch-sorbischer Filmkreis&lt;br /&gt;
|| ehrenamtlich, privat || ''offen'' || '''D''' ■, '''B''' ○ || Beiträge von Laien 2019 nur sporadisch, Bestände oft unstrukturiert&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;; das DZ bahnt Kooperationen mit privaten Filmschaffenden an&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Private Sammlungen und Nachlässe ||&lt;br /&gt;
* Nachlass der Malerin Hanka Krawcec, überwiegend in Tschechien;&lt;br /&gt;
* weitere private Sammlungen und Nachlässe in Ober- und Niederlausitz&lt;br /&gt;
|| privat || 4 in der Domowina-Übersicht 2019; tatsächlich ''offen'' || '''B''' ■ || Verbleib beim Generationenwechsel ungesichert (''Annahme''); bei einer privaten Sammlung ist der dauerhafte Verbleib ausdrücklich ungeklärt&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Kirchliche Einrichtungen ||&lt;br /&gt;
* Ausstellung zu Jan Bjedrich Fryco in der evangelischen Kirche Kolkwitz;&lt;br /&gt;
* kirchliches Informations- und Begegnungszentrum in Horno mit Holzmodellen abgebaggerter Kirchen&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019b&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|| Kirchgemeinde || 2 (in den kleinen Orten enthalten); weitere ''offen'' || '''B''' ○ || weitere kirchliche Bestände nicht erfasst (''Annahme'')&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Weitere sorbische Kultur- und Medieneinrichtungen ||&lt;br /&gt;
* Deutsch-Sorbisches Volkstheater (Archiv 2019 zusammen mit dem des SNE genannt);&lt;br /&gt;
* Domowina-Verlag (2019 als Produzent genannt, dessen Erzeugnisse an das SKA gehen sollten)&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|| verschieden || ''offen'' || '''B''' ○ || Spezialarchive von SNE, Domowina-Verlag, Volkstheater und Rundfunk: für die Öffentlichkeit nicht zugänglich, unterschiedlich gut erschlossen, teils mit eigenem Personal&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt;; der Domowina-Verlag erprobt mit dem DZ die Neuauflage vergriffener Bücher als Book on Demand&amp;lt;ref name=&amp;quot;dk2026&amp;quot;/&amp;gt;; Umfang ''offen''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Öffentliche Träger und Fördergeber ||&lt;br /&gt;
* Bund,&lt;br /&gt;
* Freistaat Sachsen,&lt;br /&gt;
* Land Brandenburg,&lt;br /&gt;
* Landkreise,&lt;br /&gt;
* Kommunen&lt;br /&gt;
|| öffentlich || – || '''F''' ■, '''S''' ○ || tragen die großen Museen; 2019 erfüllten kleine Museen im Landkreis Bautzen die Kriterien für eine institutionelle Förderung nicht, im Landkreis Spree-Neiße waren die Bedingungen besser&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Gedächtniseinrichtungen außerhalb der Lausitz und der sorbischen Trägerschaft ||&lt;br /&gt;
* Oberlausitzische Bibliothek der Wissenschaften Görlitz&amp;lt;ref name=&amp;quot;slub&amp;quot;/&amp;gt;;&lt;br /&gt;
* Hórnik-Bibliothek im Wendischen Seminar Prag&amp;lt;ref name=&amp;quot;ldp&amp;quot;&amp;gt;Sorbisches Institut 2021: Pressemitteilung zu Digitalisaten aus dem Landesdigitalisierungsprogramm Sachsen (u. a. „Serbowka“, erstes sorbisches Lehrbuch), 12.03.2021. URL: https://serbski-institut.de/wp-content/uploads/2021/12/2021-03-12_MI_Erstes-sorbisches-Lehrbuch-LDP_Serbowka_de.4753.pdf, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;;&lt;br /&gt;
* Deutsches Historisches Museum, Literaturarchive Marbach und Berlin, Nationalmuseum Prag&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt;;&lt;br /&gt;
* Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland, Bonn&amp;lt;ref name=&amp;quot;lorenz2023&amp;quot;/&amp;gt;;&lt;br /&gt;
* Sächsisches Staatsarchiv,&lt;br /&gt;
* Brandenburgisches Landeshauptarchiv,&lt;br /&gt;
* Deutsche Nationalbibliothek (''Annahme'');&lt;br /&gt;
* Einrichtungen in Tschechien&lt;br /&gt;
|| öffentlich || ''offen'' || '''B''' ○; &amp;lt;br&amp;gt;mögliche Partner für K3 und K4 || unterliegen eigenen Digitalisierungsabläufen; sorabistische Expertise wird dort bisher nicht nachgefragt&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt;; Umfang der sorbischen Bestände ''offen''&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.1.4 Erste Befunde ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;mark&amp;gt;Die folgende Übersicht muss mit den Institutionen bzgl. Änderungen und Ergänzungen abgestimmt werden.&amp;lt;/mark&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Rollenübersicht erlaubt erste Hinweise, die in den folgenden Abschnitten geprüft werden:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* '''Bewahren ist breit verteilt, Dienste sind konzentriert und projektgebunden.''' Nur die vier hauptamtlichen Einrichtungen mit Sammlungsauftrag – Sorbisches Museum, Wendisches Museum, Sorbische Zentralbibliothek und SKA – sowie die Spezialarchive verfügen zumindest grundsätzlich über Personal und Technik für Digitalisierung. Sie arbeiten in nicht miteinander verbundenen Insellösungen mit eher einfacher Ausstattung; keine von ihnen hat eine eigene Digitalisierungsabteilung.&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt; Dienste für andere Träger baut das DZ des SI auf. Es ist bis Ende 2027 projektfinanziert, derzeit nur für sächsische Träger kostenfrei, und seine Nutzung durch das Wendische Museum ist noch zu klären.&amp;lt;ref name=&amp;quot;dk2026&amp;quot;/&amp;gt; Die SLUB macht sorbisches Schrifttum bereits digital zugänglich, auch aus Beständen des SI, und übernimmt mit der Deutschen Fotothek Leistungen für das SKA&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt;. &lt;br /&gt;
* '''Für die langfristige Erhaltung fremder Bestände gibt es noch keine dauerhafte Lösung.''' Offen ist, wer Digitalisate anderer Träger verbindlich und dauerhaft übernimmt. Das DZ legt Digitalisate in einem Repositorium mit Datensicherung ab; ein Konzept für die Langzeitarchivierung im Dauerbetrieb soll aus der Evaluationsphase entstehen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;dk2026&amp;quot;/&amp;gt; Das Sorbische Museum sieht hier keinen akuten Bedarf, weil Archivierung Teil seiner regulären Arbeit sei;&amp;lt;ref name=&amp;quot;smb2026&amp;quot;/&amp;gt; ob dies einer Langzeiterhaltung im Sinne von [[#2.3.4 Digitalisierungsdienst und Archiv|Abschnitt 2.3.4]] entspricht, ist ''offen''. So gelangen Veranstaltungsaufnahmen des studijo LUCIJA nur teilweise und komprimiert (''zu prüfen'') in das SKA.&amp;lt;ref name=&amp;quot;lucija&amp;quot;/&amp;gt; Die SLUB betreibt eine eigene digitale Langzeitarchivierung; ob sie auch für sorbische Träger in Frage kommt, ist ''offen''. Das Gleiche gilt für das Sächsische Staatsarchiv.&lt;br /&gt;
* '''Die Dokumentation des lebendigen Kulturlebens liegt teils außerhalb sorbischer Verantwortung.''' Die Archive des sorbischen Rundfunks sind nicht öffentlich zugänglich.&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt; Sorbischsprachige Produktionen von MDR und rbb standen dem SKA 2019 aus rechtlichen Gründen nicht zur Verfügung.&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt; Der heutige Stand ist ''offen''.&lt;br /&gt;
* '''Die Domowina ist der wichtigste Zugang zu kleinen Trägern, hat aber selbst keinen Überblick über deren Bestände.''' Mindestens 9 der 23 kleinen Sammlungsorte sind direkt oder über Mitgliedsvereine mit ihr verbunden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;liste2026&amp;quot;/&amp;gt; Ihre Strukturen eignen sich daher als Weg, kleine Träger zu erreichen – für die Erhebung ebenso wie für spätere Unterstützungsangebote. Eine zentrale Verwaltung oder Übersicht der Bestände in ihren Strukturen gibt es allerdings nicht; ihr Zustand ist daher nicht feststellbar.&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2026&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
* '''Das Wissen über kleine Träger ist lückenhaft und teils veraltet.''' 12 der 23 kleinen Orte sind bisher nur durch die Domowina-Unterlagen von 2019 und 2020 belegt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;liste2026&amp;quot;/&amp;gt; Ob sie heute noch bestehen und wie es um ihre Bestände steht, ist ''offen''. Besonders privat betreute Ausstellungen werden in Abschnitt 3.2 auf ihre Gefährdung geprüft.&lt;br /&gt;
* '''Kleine Träger haben keine feste Anlaufstelle; Koordination und Priorisierung sind noch nicht verbindlich geregelt.''' Das frühere Sorbische Folklorezentrum war seit 1993 faktisch nicht mehr tätig.&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt; In der Niederlausitz diente 2020 ein Projekt zur Inwertsetzung des immateriellen Kulturerbes auch der Vernetzung kleiner Museen. Der Kulturausschuss der Domowina sah sich als ehrenamtliches Gremium nicht in der Lage, die Koordination zu leisten, und bat Fachinstitutionen und die Gremien der Stiftung, Verantwortung zu übernehmen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2020&amp;quot;/&amp;gt; Das DZ-Konzept sieht für die Auswahl ein Lenkungsgremium aus Vertreterinnen und Vertretern der vier hauptamtlichen Einrichtungen und des SKR vor; Zusammensetzung und Kriterien sind noch festzulegen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt; Wie das heute geregelt ist, untersucht Abschnitt 3.4.&lt;br /&gt;
* '''Ein Teil des Erbes liegt bei Einrichtungen der Mehrheitsgesellschaft und im Ausland.''' Dort folgt die Digitalisierung eigenen Abläufen, und sorabistische Expertise wird bisher nicht nachgefragt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Liste aller bekannten Sammlungsorte mit Typ, Trägerschaft und Kulturgutklassen steht in [[12.3.A3 Sammlungsorte des sorbischen Kulturerbes|Anhang 12.3.A3]]. Sie wird laufend ergänzt.&lt;br /&gt;
&amp;lt;!-- Anhang 12.3.A3 aus der Arbeitsliste vom 02.04.2026 aufbauen; Namen privater Sammler nur mit Einverständnis --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== 3.2 Bestände und Bedarfe ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieser Abschnitt beschreibt die Nachfrageseite der Analyse: Welche Bestände sorbischen Kulturerbes gibt es, wie weit sind sie erfasst und digitalisiert, welche sind gefährdet, und welche Unterstützung brauchen die Kulturgutträger? Festgestellt wird dabei nur, wo Zeitdruck besteht. Welche Bestände mit welcher Priorität bearbeitet werden, sollten die sorbische Gemeinschaft und ihre Fachgremien entscheiden (vgl. [[#2.4.2 Prozessschritte im Detail|Prozessschritt 3 „Bewerten &amp;amp; freigeben“]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein institutionsübergreifender Überblick über die Bestände existiert bisher nicht (siehe 3.2.5). Die folgenden Angaben sind daher Mindestwerte und Größenordnungen aus veröffentlichten Angaben der Einrichtungen, den Bedarfserklärungen des Sorbischen Museums, des Wendischen Museums und der Domowina vom April 2026, Projektunterlagen und den in [[#3.1 Akteure und Rollen|Abschnitt 3.1]] genannten Quellen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;mark&amp;gt;Die Bestände sollten mit den SI, insb. Register, bzgl. Korrektheit und Vollständigkeit abgestimmt werden, evtl. liegt dort ein institutionsübergreifender Überblick über Bestände vor.&amp;lt;/mark&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.2.1 Begriffe ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
; Sammlungsort&lt;br /&gt;
: Ort, an dem Kulturgüter verwahrt werden, etwa ein Museum, ein Archiv, eine Heimatstube oder eine Privatwohnung. Ein Akteur kann mehrere Sammlungsorte haben.&lt;br /&gt;
; Bestand&lt;br /&gt;
: Abgrenzbare Gruppe von Kulturgütern einer [[#2.2 Klassifizierung von Kulturgütern|Kulturgutklasse]], die an einem Sammlungsort gemeinsam verwahrt wird, zum Beispiel die Fotografien einer Heimatstube oder die Tonbänder eines Archivs. Feiner unterschieden wird nur, wenn sich Zustand oder Rechtslage deutlich unterscheiden. Ein Bestand gehört zu dem Ort, an dem das Original oder die Masterdatei liegt - Kopien an anderen Orten beschreiben seinen Digitalisierungsstand.&lt;br /&gt;
: Bei immateriellem Kulturerbe gilt die vorhandene Dokumentation als Bestand, etwa Ton- und Videoaufnahmen oder Beschreibungen. Eine bisher nicht dokumentierte Praxis erscheint als Dokumentationsbedarf.&lt;br /&gt;
; Bedarf&lt;br /&gt;
: Was ein Bestand oder ein Kulturgutträger braucht.&lt;br /&gt;
:* ''Bestandsbezogene'' Bedarfe richten sich auf die [[#2.3.2 Vier Kernfunktionen|vier Kernfunktionen]] (erfassen, digitalisieren, langfristig erhalten, zugänglich machen).&lt;br /&gt;
:* ''Trägerbezogene'' Bedarfe betreffen den Akteur selbst, etwa Personal, Beratung oder Finanzierung.&lt;br /&gt;
; Dringlichkeit&lt;br /&gt;
: Zeitdruck, der sich aus einer Gefährdung ergibt. Sie ist nicht gleichbedeutend mit Priorität, in die auch kulturelle Bedeutung, Nutzen und Machbarkeit eingehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.2.2 Bestandslandkarte ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Übersicht folgt der [[#2.2 Klassifizierung von Kulturgütern|Klassifizierung aus Abschnitt 2.2]]. Sie nennt für jede Klasse typische Bestände, die wichtigsten Träger und den bekannten Stand. Einzelne Sammlungsorte stehen in [[12.3.A3 Sammlungsorte des sorbischen Kulturerbes|Anhang 12.3.A3]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|+ Bestände nach Kulturgutklassen (Stand: weitgehend · teilweise · kaum · ''offen'')&lt;br /&gt;
! Klasse !! Typische Bestände !! Wichtigste Träger !! Umfang, soweit bekannt !! Erfasst !! Digitalisiert !! Gefährdung&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''A''' Materiell – unbeweglich || Denkmale, Gedenktafeln, Inschriften, Grabmäler, Blockbauten, Wirkungsstätten, Kirchen; Häuser wie der Dom Njechorńskeho || Eigentümer, Gemeinden, Kirchgemeinden; dokumentiert durch das SI || Langzeitprojekt „Großes Inventar sorbischer Kulturdenkmale“ des SI (ab 2000): rund 1.700 Objekte in der sächsischen Oberlausitz&amp;lt;ref name=&amp;quot;kdm&amp;quot;&amp;gt;Fachpublikation zu sorbischen Kulturdenkmalen. Interne Referenz: saxorum-10788_Sorbische_Kulturdenkmale_digital_erfassen_präsentieren.pdf. Angabe nach Projektunterlagen, noch zu prüfen.&amp;lt;/ref&amp;gt; mit 6.161 Fotonegativen&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt; || weitgehend für die sächsische Oberlausitz: 1.760 Datensätze in einer Datenbank, qualitätsgesichert und in das SKR integriert&amp;lt;ref name=&amp;quot;kdmsi&amp;quot;&amp;gt;Sorbisches Institut o. J.: Sorbische Kulturdenkmale in Sachsen. Projektbeschreibung, u. a. zum Teilprojekt im Verbundprojekt DIKUSA – Vernetzung digitaler Kulturdaten in Sachsen (2022-2025). URL: https://www.serbski-institut.de/projekte-kulturwissenschaften/sorbische-kulturdenkmale-in-sachsen/; ältere Fassung: https://www.serbski-institut.de/projekte-kulturwissenschaften/sorbische-kulturdenkmale-in-sachsen-2/, abgerufen im Oktober 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;; Niederlausitz in Erfassung, geplant in drei Phasen bis 2031&amp;lt;ref name=&amp;quot;nlposter&amp;quot;&amp;gt;Sorbisches Institut o. J.: Materielle Zeugnisse sorbischer/wendischer Kultur in der Niederlausitz. Modul 4 des Vorhabens „Digitales Portal zu sorbischen und Lausitzer Sprach- und Kulturlandschaften“ (Poster). URL: https://serbski-institut.de/wp-content/uploads/2021/11/A0-Druck_DigPortal-M4.pdf, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; || teilweise: Fotonegative im Dezember 2024 extern digitalisiert&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt;; rund 1.200 Objektbeschreibungen für den Wissensgraphen des Verbundprojekts DIKUSA aufbereitet&amp;lt;ref name=&amp;quot;kdmsi&amp;quot;/&amp;gt;; 78 Objekte öffentlich im Atlas auf Sorabicon, davon 26 aus dem sächsischen und 52 aus dem brandenburgischen Teil (April 2026)&amp;lt;ref name=&amp;quot;atlas&amp;quot;&amp;gt;Sorbisches Institut 2026: Pressemitteilung zum digitalen Atlas sorbischer Kulturdenkmale im Wissensportal Sorabicon, 30.04.2026. URL: https://idw-online.de/de/news870102, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;; erste 3D-Raumscans, z. B. des Dom Njechorńskeho&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt; || Verwitterung, Umbau, Abriss; Bausubstanz einzelner Häuser 2019 als Problem genannt&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019b&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''B1''' Schriftgut || Bücher, Zeitungen, Handschriften, Nachlässe, Vereins- und Institutionsakten, Musikalien, Plakate, Grafik, Postkarten || Sorbische Zentralbibliothek, Sorbisches Kulturarchiv (SKA), Sorbisches Museum, Wendisches Museum, SLUB, Hórnik-Bibliothek im Wendischen Seminar Prag, Oberlausitzische Bibliothek der Wissenschaften Görlitz, Domowina-Verlag || SI: mindestens 500.000, eher 1 Mio. zu digitalisierende Druckseiten, Archivalien nicht eingerechnet (DZ-Konzept, S. 39)&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt;; Zentralbibliothek ca. 110.000 Medieneinheiten&amp;lt;ref name=&amp;quot;liste2026&amp;quot;/&amp;gt;; Sorbisches Museum: bibliophile und sorabistische Sammlung ca. 8.700, Plakate ca. 1.700, Postkarten ca. 2.500&amp;lt;ref name=&amp;quot;smb2026&amp;quot;/&amp;gt;; Wendisches Museum: historische Karten, Plakate, Literatur, Zeitschriften, Postkarten, Zahl ''offen''&amp;lt;ref name=&amp;quot;wm2026&amp;quot;/&amp;gt;; SKA: Nachlässe, Akten der Domowina 1912-1989 und sorbischer Vereine, Umfang ''offen''&amp;lt;ref name=&amp;quot;ska&amp;quot;&amp;gt;Sorbisches Institut o. J.: Sorbian Cultural Archive. URL: https://www.serbski-institut.de/en/sorbian-cultural-archive/, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; || weitgehend in den Bibliotheken (Katalog, Sorbische Bibliographie)&amp;lt;ref name=&amp;quot;vls&amp;quot;/&amp;gt;; kleine und private Träger ''offen'' || teilweise: 1.634 Dokumente des SI auf Sachsen.Digital (Stand 2021)&amp;lt;ref name=&amp;quot;ldp&amp;quot;&amp;gt;Sorbisches Institut 2021: Pressemitteilung zu Digitalisaten aus dem Landesdigitalisierungsprogramm Sachsen (u. a. „Serbowka“, erstes sorbisches Lehrbuch), 12.03.2021. URL: https://serbski-institut.de/wp-content/uploads/2021/12/2021-03-12_MI_Erstes-sorbisches-Lehrbuch-LDP_Serbowka_de.4753.pdf, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;; Handschriften des SKA 2016 digitalisiert&amp;lt;ref name=&amp;quot;hs&amp;quot;&amp;gt;Sorbisches Institut o. J.: Digitalisate handschriftlicher Literatur aus den Beständen des SKA in Sachsen.digital. URL: https://serbski-institut.de/de/Handschriften-als-Digitalisat, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;; Zeitungen und Zeitschriften teils online&amp;lt;ref name=&amp;quot;vls&amp;quot;/&amp;gt;; Plakate des Sorbischen Museums im Pilot mit dem SI&amp;lt;ref name=&amp;quot;smb2026&amp;quot;/&amp;gt;; DZ-Pilot zu den Periodika Bramborski Casnik (ab 1848) und Katolski Posoł (ab 1863) mit Texterkennung&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt;; Neuauflage vergriffener Bücher des Domowina-Verlags als Book on Demand im Pilot&amp;lt;ref name=&amp;quot;dk2026&amp;quot;/&amp;gt;; Texterkennung historischer sorbischer Drucke mit weiterem Forschungsbedarf&amp;lt;ref name=&amp;quot;dk2026&amp;quot;/&amp;gt; || Nachlässe in Privatbesitz; säurehaltiges Papier des 19. und 20. Jahrhunderts (''Annahme'', nicht erhoben)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''B2''' Fotografien und Bildträger || Fotosammlungen und Fotonachlässe, Negative, Glasplatten, Dias || SKA, Sorbisches Museum, Wendisches Museum, Stadtmuseum Cottbus, SI (Kulturdenkmale), Sorbisches National-Ensemble (SNE), Domowina Verlag (LND), Deutsch-Sorbisches Volkstheater ''(Annahme)'', Chronisten, Privatpersonen || Sorbisches Museum: Foto- und Bildarchiv ca. 8.300&amp;lt;ref name=&amp;quot;smb2026&amp;quot;/&amp;gt;; Kulturdenkmal-Inventar 6.161 Negative&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt;; SKA: Fotosammlungen und Diakollektionen aus Domowina-Nachlässen vor 1990, Umfang ''offen''&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt;; Wendisches Museum: historische Fotografien, Dias, Zahl ''offen''&amp;lt;ref name=&amp;quot;wm2026&amp;quot;/&amp;gt; || teilweise bei Museen und SKA, z. B. Fotodatenbank des Sorbischen Museums&amp;lt;ref name=&amp;quot;smb2026&amp;quot;/&amp;gt;; private Bestände oft unstrukturiert&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt; || teilweise: Fotosammlungen des SKA über die Deutsche Fotothek zugänglich; Diakollektionen und Kulturdenkmal-Negative extern digitalisiert&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt;; ausgewählte Bildsammlungen des SKA im Virtuellen Lesesaal&amp;lt;ref name=&amp;quot;vls&amp;quot;/&amp;gt;; Glasplattennegative der Sammlung Fritz Unger (Stadtmuseum Cottbus) mit wendischen Motiven auf museum-digital&amp;lt;ref name=&amp;quot;unger&amp;quot;&amp;gt;museum-digital:brandenburg o. J.: Wendische Trachtengruppe, Glasplattennegativ, Fotografische Sammlung Fritz Unger, Stadtmuseum Cottbus, Inv.-Nr. U190-05. URL: https://brandenburg.museum-digital.de/pdf/object/65463.pdf?lang=de, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; || Negative, Dias und Glasplatten empfindlich; private Bestände ohne Verzeichnis&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''B3''' Analoge AV-Träger || Tonbänder, Kassetten, Schallplatten, Videobänder, Filme || SKA, MDR und rbb, SNE, Sorbisches Museum, Wendisches Museum, Amateurfilmer, Njepila-Hof (Tondokumente)&amp;lt;ref name=&amp;quot;liste2026&amp;quot;/&amp;gt;; Filme der früheren DEFA (Filmstudio der DDR), Hörfunkbestände der DDR-Zeit im Deutschen Rundfunkarchiv (''Annahme'') || sorbischsprachiger Rundfunk seit 1948&amp;lt;ref name=&amp;quot;rundfunk&amp;quot;&amp;gt;Wikipedia (englisch): Sorbischer Rundfunk. URL: https://en.wikipedia.org/wiki/Sorbischer_Rundfunk, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;; DEFA-Gruppe „Sorbischer Film“ 1980-1990: knapp 40 Filme&amp;lt;ref name=&amp;quot;defa&amp;quot;&amp;gt;Deutsches Historisches Museum, Zeughauskino o. J.: Filmreihe „Sorbische Filmlandschaften“. URL: https://www.dhm.de/zeughauskino/filmreihe/sorbische-filmlandschaften/, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;; Sorbisches Museum: Audiokassetten, Schallplatten, Filmrollen, VHS&amp;lt;ref name=&amp;quot;smb2026&amp;quot;/&amp;gt;; Wendisches Museum: VHS-Kassetten, CDs&amp;lt;ref name=&amp;quot;wm2026&amp;quot;/&amp;gt;; SKA, SNE und Amateurbestände ''offen'' || kaum bekannt || teilweise: Filme des SKA über die Deutsche Fotothek bzw. im sächsischen Programm zur Sicherung des audiovisuellen Erbes digitalisiert&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;vls&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;avsachsen&amp;quot;&amp;gt;Leipziger Internet Zeitung 2020: Über 50.000 Film- und Tonminuten digitalisiert. Zwischenbilanz zur Sicherung des audiovisuellen Erbes in Sachsen, 16.09.2020. URL: https://www.l-iz.de/melder/wortmelder/2020/09/Ueber-50-000-Film-und-Tonminuten-digitalisiert-Zwischenbilanz-zur-Sicherung-des-audiovisuellen-Erbes-in-Sachsen-349190, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;; Umfang ''offen''; im DZ bisher ein einfacher 8-mm-Digitalisierer, hochwertige Filmdigitalisierung nur in Kooperation&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt;; das Sorbische Museum benötigt Technik für Ton-, Film- und Videoträger&amp;lt;ref name=&amp;quot;smb2026&amp;quot;/&amp;gt; || '''hoch''': Material und veraltete Abspieltechnik erfordern eine priorisierte Digitalisierung; bei Film drohen Essigsäure-Syndrom, Farbverblassung und Schrumpfung&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt;; Magnetbandformate sind veraltet, die routinemäßige Überspielung endete nach Einschätzung von UNESCO und IASA (Internationaler Verband der Schall- und audiovisuellen Archive) etwa 2025&amp;lt;ref name=&amp;quot;mta&amp;quot;&amp;gt;IASA o. J.: Announcing the Magnetic Tape Alert Project (UNESCO-Programm „Information for All“ und IASA). URL: https://iasa-web.org/node/5374, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''B4''' 3D-Objekte || Trachten und Textilien, Volkskunst, Ostereier, Keramik, Glas, Hausrat, Musikinstrumente, Kunstwerke || Sorbisches Museum, Wendisches Museum, Heimatmuseen und Heimatstuben, Trachtenfundi von Vereinen und Ensembles, private Sammlungen || Sorbisches Museum: ca. 42.000 Objekte insgesamt, davon materielle Kultur ca. 21.000 mit ca. 6.700 Trachten und Textilien und ca. 8.000 Werken bildender Kunst&amp;lt;ref name=&amp;quot;smb2026&amp;quot;/&amp;gt;; Wendisches Museum: größte Sammlung niedersorbischer Tracht&amp;lt;ref name=&amp;quot;wm&amp;quot;&amp;gt;Wendisches Museum Cottbus o. J.: Selbstdarstellung des Museums, Dokument im Ratsinformationssystem der Stadt Cottbus. URL: https://session.cottbus.de/oparl/bodies/0001/downloadfiles/00007050.pdf, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;, dazu u. a. Keramik, Glas, Musikinstrumente, Volkskunst mit großer Ostereiersammlung, Zahl ''offen''&amp;lt;ref name=&amp;quot;wm2026&amp;quot;/&amp;gt;; Sorbische Webstube Drebkau über 4.000 Ostereier&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt;; Heimatmuseum Dissen 6.700 inventarisierte Exponate (SKR-Konzept, S. 8)&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;/&amp;gt;; Jänschwalde über 40 Originaltrachten und über 1.000 Keramiken&amp;lt;ref name=&amp;quot;liste2026&amp;quot;/&amp;gt; || teilweise: Sorbisches Museum mit Inventarbüchern und Datenbank (HiDA)&amp;lt;ref name=&amp;quot;smb2026&amp;quot;/&amp;gt;, Wendisches Museum mit Adlib&amp;lt;ref name=&amp;quot;wm2026&amp;quot;/&amp;gt;, aber ohne verknüpfendes System (SKR-Konzept, S. 7)&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;/&amp;gt;; kleine Museen teils ohne Inventar&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt; || kaum bis teilweise: Sorbisches Museum erst teilweise digital erfasst&amp;lt;ref name=&amp;quot;smb2026&amp;quot;/&amp;gt;; Wendisches Museum digitalisiert derzeit vor allem Kunst und hat mit museum-digital begonnen&amp;lt;ref name=&amp;quot;wm2026&amp;quot;/&amp;gt;; acht Häuser mit sorbischem Schwerpunkt haben zusammen 401 Objekte auf museum-digital veröffentlicht (SKR-Konzept, S. 8)&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;/&amp;gt;; Pilot Drebkau: sorbische Ostereier fotografiert, 16 davon als 3D-Modell, auf museum-digital&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt; || Sorbisches Museum: Zustand weitgehend gut, keine akut gefährdeten Bestände bekannt, ca. 100 Objekte mit Pestiziden aus der DDR-Zeit belastet&amp;lt;ref name=&amp;quot;smb2026&amp;quot;/&amp;gt;; Textilien empfindlich; private Ausstellungen ohne Nachfolge (siehe 3.2.3)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''C1''' Orale Traditionen || Sprache und Dialekte, Erzählungen, Sagen, Zeitzeugenberichte || Sprecherinnen und Sprecher; dokumentiert durch SI und Rundfunk || ''offen'' || teilweise: Zeitzeugen-O-Töne im Wissensportal Sorabicon&amp;lt;ref name=&amp;quot;atlas&amp;quot;/&amp;gt;; Zeitzeugen-Sammlung des studijo LUCIJA auf YouTube&amp;lt;ref name=&amp;quot;lucija_youtube&amp;quot;&amp;gt;studijo LUCIJA YouTube Kanal. URL: https://www.youtube.com/@studijoLucija/videos, abgerufen am 30.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; || teilweise || '''hoch''' für das Niedersorbische: nach Angaben des Bundesinnenministeriums 2024 nur noch wenige hundert fließende Sprecherinnen und Sprecher&amp;lt;ref name=&amp;quot;sprache&amp;quot;&amp;gt;Universität Potsdam o. J.: Mehrsprachigkeit in Brandenburg – Sorbisch (mit Verweis auf BMI 2024 und Landesregierung Brandenburg 2024). URL: https://www.uni-potsdam.de/de/svm/mehrsprachigkeit-in-brandenburg/studentische-projekte/sorbisch, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;; die Sicherung des Wissens von Zeitzeuginnen und Zeitzeugen ist im DZ-Konzept als Auswahlkriterium genannt&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''C2''' Darstellende Künste || Musik, Lieder, Tanz, Theater, Chorgesang || SNE, Deutsch-Sorbisches Volkstheater, Chöre und Ensembles; dokumentiert durch Rundfunk und studijo LUCIJA&amp;lt;ref name=&amp;quot;lucija_youtube&amp;quot;/&amp;gt; || ''offen'' || ''offen'' || teilweise: neuere Aufnahmen meist ursprünglich digital (siehe D1) || vergängliche Formate wie Aufführungen, Ausstellungen und Veranstaltungen werden bisher zu wenig gesichert; einfache Wege wie 360-Grad-Aufnahmen wurden angeregt&amp;lt;ref name=&amp;quot;dk2026&amp;quot;/&amp;gt;; ältere Mitschnitte auf AV-Trägern (siehe B3); digitale Mitschnitte, die nicht langzeittauglich gelagert und nicht registriert sind (siehe D1 und D2)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''C3''' Rituale und Feste || Bräuche und Feste im Jahreslauf, u. a. Vogelhochzeit, Zampern, Zapust, Ostersingen, Osterreiten, Maibaum, Kirmes || MDR, rbb, studijo LUCIJA&amp;lt;ref name=&amp;quot;lucija_youtube&amp;quot;/&amp;gt;, Vereine, Dorfgemeinschaften, Kirchgemeinden || „Gesellschaftliche Bräuche und Feste der Lausitzer Sorben im Jahreslauf“ seit 2014 im Bundesweiten Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes&amp;lt;ref name=&amp;quot;ike&amp;quot;&amp;gt;Sorbisches Institut 2020: Aufruf und Fragebogen zur Erhebung sorbischer/wendischer Bräuche und Feste im Landkreis Spree-Neiße, 18.12.2020. URL: https://www.serbski-institut.de/wp-content/uploads/2022/03/IKE-Fragebogen-Aufruf_2020_12_189_DE.4701.pdf, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;iketour&amp;quot;&amp;gt;Sachsen-Tourismus 2025: Hintergrundtext Immaterielles Kulturerbe. URL: https://www.sachsen-tourismus.de/fileadmin/mediendatenbank_ALT/mediendatenbank/bilder/presse/rechercheideen/hintergrundtext-immaterielles-kulturerbe-2025.pdf, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; || teilweise: Erhebung im Landkreis Spree-Neiße durch das SI ab 2020&amp;lt;ref name=&amp;quot;ike&amp;quot;/&amp;gt; mit rund 500 dokumentierten Praktiken, Ergebnisse auf Sorabicon („lebendiges Kulturerbe in der Niederlausitz“)&amp;lt;ref name=&amp;quot;ike2023&amp;quot;&amp;gt;Sorbisches Institut 2023: Teilprojekt zum immateriellen Kulturerbe der Sorben/Wenden in der Niederlausitz im Vorhaben „Digitales Portal zu sorbischen und Lausitzer Sprach- und Kulturlandschaften“. Folien zum Institutstag. URL: https://www.serbski-institut.de/wp-content/uploads/2023/01/08_DigPortal-M5-Institutstag-neu.pdf, abgerufen am 30.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;atlas&amp;quot;/&amp;gt;; Oberlausitz ''offen'' || teilweise || Praxis im Wandel; frühere Ausprägungen nur über Dokumentation greifbar&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''C4''' Wissen über Natur und Universum || Volksglaube, Heil- und Sammelwissen, religiöse Praxis || Familien, Kirchgemeinden || ''offen'' || ''offen'' || ''offen'' || Wissen oft bei wenigen, teils älteren Personen (SKR-Konzept, S. 8)&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''C5''' Traditionelles Handwerk || Ostereiverzierung, Trachtenherstellung und -pflege, Weben, Flachs und Leinen, Töpfern || Handwerkerinnen und Handwerker, Vereine, Heimatmuseen, z. B. Sorbische Webstube Drebkau&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;/&amp;gt;, Kólasko Drachhausen&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019b&amp;quot;/&amp;gt; || ''offen'' || ''offen'' || ''offen'' || Wissen an wenige Personen gebunden; fehlender Nachwuchs (SKR-Konzept, S. 8)&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''D1''' Born-digital || Websites, soziale Medien, Musikvideos, Veranstaltungsmitschnitte, digitale Fotos und Videos, digitale Publikationen, Projektdaten, ältere Datenträger || Künstlerinnen und Künstler, studijo LUCIJA, Rundfunk, Verlage, Vereine, Einrichtungen || 2024 ermittelte das SKR 41 sorbische Musikvideos von 18 Künstlerinnen, Künstlern und Gruppen auf YouTube, das früheste von 2007&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt;; Sorbisches Museum: neue Sammlungskategorie „Datenträger“ mit 5 Objekten&amp;lt;ref name=&amp;quot;smb2026&amp;quot;/&amp;gt;; sonst ''offen'' || kaum; erste Erhebungen durch das SKR&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt; || – || '''hoch''': YouTube ist kein verlässlicher Speicherort, Inhalte können jederzeit entfernt werden; vorgeschlagen ist eine Notsicherung durch das DZ&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt;; keine systematische Sicherung sorbischer Web- und Social-Media-Inhalte bekannt; Webarchivierung in Deutschland insgesamt lückenhaft&amp;lt;ref name=&amp;quot;webarchiv&amp;quot;&amp;gt;netzpolitik.org 2026: Kritische Infrastruktur: Bei der Web-Archivierung fehlt die Strategie. URL: https://netzpolitik.org/2026/kritische-infrastruktur-bei-der-web-archivierung-fehlt-die-strategie/, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;; Masterdateien teils nur beim Erzeuger&amp;lt;ref name=&amp;quot;lucija&amp;quot;/&amp;gt;; ältere Speichermedien wie Disketten schwer lesbar&amp;lt;ref name=&amp;quot;smb2026&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''D2''' Digitalisate || digitale Repräsentationen aus den Klassen A bis C || SI, SLUB mit Deutscher Fotothek, Museen, Projekte || SI: 1.634 Dokumente auf Sachsen.Digital (2021)&amp;lt;ref name=&amp;quot;ldp&amp;quot;/&amp;gt;; Sorabicon: zwölf veröffentlichte Sammlungen (2026)&amp;lt;ref name=&amp;quot;atlas&amp;quot;/&amp;gt;; Repositorium digitalizat.de, öffentlich voraussichtlich ab ca. Q3/2026, Stand ''offen''&amp;lt;ref name=&amp;quot;dk2026&amp;quot;/&amp;gt; || teilweise: über Kataloge und die Deutsche Digitale Bibliothek nachgewiesen, teils als gemeinfrei gekennzeichnet&amp;lt;ref name=&amp;quot;ddb&amp;quot;&amp;gt;Deutsche Digitale Bibliothek o. J.: Wot togo narodu Jesu Christußa (1865), Datengeber: Sorbisches Institut / Sorbisches Kulturarchiv. URL: https://www.deutsche-digitale-bibliothek.de/item/3IVBZKDCQK6LHTOFW5HKYF235K6A4QEF, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; || – || Langzeiterhaltung nicht dauerhaft geregelt: Das DZ legt Digitalisate in einem Repositorium mit Datensicherung ab, ein Konzept für die Langzeitarchivierung im Dauerbetrieb steht aus&amp;lt;ref name=&amp;quot;dk2026&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.2.3 Bestände mit vorrangigem Digitalisierungsbedarf ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als vorrangig gilt ein Bestand, wenn mindestens einer der folgenden Gründe zutrifft:&lt;br /&gt;
# '''Materialverfall oder veraltete Technik:''' Der Träger zerfällt, oder Abspielgeräte sind kaum noch verfügbar.&lt;br /&gt;
# '''Ungesicherte Betreuung:''' Nachfolge, Räume oder Trägerschaft sind nicht gesichert.&lt;br /&gt;
# '''Unikat ohne Sicherung:''' Es gibt weder eine Kopie noch einen Nachweis an anderer Stelle.&lt;br /&gt;
# '''Schwindendes Wissen:''' Trägerinnen und Träger einer Praxis oder Zeitzeugen können nur noch begrenzte Zeit befragt werden.&lt;br /&gt;
# '''Ungesicherte digitale Dateien:''' Masterdateien fehlen, es gibt kein Zielarchiv, oder die Dateiformate veralten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die '''Dringlichkeit''' ist&lt;br /&gt;
* ''hoch'', wenn Verlust oder Unzugänglichkeit innerhalb weniger Jahre wahrscheinlich sind,&lt;br /&gt;
* ''mittel'', wenn ein Risiko erkennbar ist, der Zeitrahmen aber offen ist, und&lt;br /&gt;
* ''offen'', wenn die Lage nicht bekannt ist.&lt;br /&gt;
Die Herkunft der Dringlichkeit ist mit '''G''' gekennzeichnet, wenn der Bedarf von Trägern oder in ihren Unterlagen genannt wurde, und mit '''A''', wenn er aus der Analyse abgeleitet ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|+ Bestände mit vorrangigem Digitalisierungsbedarf&lt;br /&gt;
! Bestand / Bestandsgruppe !! Träger !! Klasse !! Grund !! Dringlichkeit !! Herkunft !! Quelle&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Ton-, Video- und Filmbestände auf Magnetband und Film || SKA, SNE, Rundfunk, Sorbisches Museum, Wendisches Museum, Amateurfilmer, Njepila-Hof u. a. || B3 || 1, 3 || hoch || G, A || &amp;lt;ref name=&amp;quot;smb2026&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;mta&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;ska&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Sprache und Erzählwissen der letzten muttersprachlichen Sprecherinnen und Sprecher des Niedersorbischen || – || C1 || 4 || hoch || A || &amp;lt;ref name=&amp;quot;sprache&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Zwei private Ausstellungen in der Oberlausitz, von den Betreibern im Ruhestand allein und ohne Förderung betreut (Stand 2019); eine davon inzwischen vom DZ als 3D-Raumscan erfasst, ihr dauerhafter Verbleib ist ungeklärt || privat || B4 || 2, 3 || hoch || G || &amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019b&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Private Sammlungen und Nachlässe, darunter Filme und Chroniken sowie ein Nachlass, dessen Sichtung und Bewertung 2019 erbeten wurde || privat || B1-B4 || 1, 2, 3 || hoch || G || &amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019b&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Veranstaltungsmitschnitte, die nicht zentral registriert sind und nur teilweise und komprimiert (''zu prüfen'') an das SKA gehen || studijo LUCIJA || D1 (C2, C3) || 5 || hoch || A || &amp;lt;ref name=&amp;quot;lucija&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Sorbische Musikvideos auf YouTube, Websites und soziale Medien || Künstlerinnen und Künstler, Gruppen, Einrichtungen || D1 || 5 || hoch || G ||&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;webarchiv&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Ältere Datenträger und ursprünglich digitale Objekte in Sammlungen, z. B. Disketten; Sammlungskategorie „Datenträger“ des Sorbischen Museums || Sorbisches Museum u. a. || D1 || 1, 5 || mittel || G || &amp;lt;ref name=&amp;quot;smb2026&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Ausstellungen kleiner Sammlungsorte ohne Langzeitperspektive, deren Sicherung im Ist-Zustand häufig gewünscht wird || Heimatstuben, kleine Museen || B4, A || 2 || mittel || G || &amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Archiv verschwundener Orte in Horno: Umzug 2019 geplant || Trägerschaft ''offen'' || B1, B2 || 2 || ''offen'' || G || &amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019b&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Sorbische Museum kennt in seinen eigenen Beständen keine akut gefährdeten Objekte.&amp;lt;ref name=&amp;quot;smb2026&amp;quot;/&amp;gt; Die Fotonegative des Kulturdenkmal-Inventars, die bis 2024 nahezu ausschließlich analog vorlagen, sind inzwischen digitalisiert.&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.2.4 Bedarfe der Kulturgutträger ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Neben dem Bedarf einzelner Bestände haben viele Kulturgutträger Bedarfe, die sie selbst betreffen. Sie werden hier gebündelt und der Seite des Angebots zugeordnet, an die sie sich richten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
! Bedarf !! Betroffene Träger !! Richtet sich an !! Herkunft !! Quelle&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Personal und Nachwuchs für Betreuung, Erfassung und Digitalisierung; keine Mittel für studentische Hilfskräfte || kleine Museen, Heimatstuben, ehrenamtliche Sammlungsorte; Sorbisches Museum, Wendisches Museum&amp;gt; || Rahmen (F), K2 || G || &amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;smb2026&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;wm2026&amp;quot;/&amp;gt;; SKR-Konzept, S. 7-8 und 29&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Laufende Finanzierung für Personal und Unterhalt; z. B. jährliches Ringen um Personalmittel in Dissen || kleine Museen || Rahmen (F) || G || &amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019b&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Fachliche Begleitung, Beratung und Schulung, auch zu einer Digitalstrategie und zum Umgang mit digitalen Sammlungsobjekten || kleine und ehrenamtliche Träger; Wendisches Museum; Sorbisches Museum || K1-K3, Rahmen || G || &amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;wm2026&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;smb2026&amp;quot;/&amp;gt;; SKR-Konzept, S. 10 und 30&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Inventarisierung und digitale Erschließung; Nachholbedarf wegen Personalmangels „teils bestandsgefährdend“; Erfassung von Metadaten mit Hilfskräften, ggf. mit KI-Unterstützung || kleine Museen, private Sammlungen, Domowina-Strukturen || K1 || G || SKR-Konzept, S. 7&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;/&amp;gt;; &amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2026&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Vernetzung und Kooperation; eine Dienstleistungs- und Ermöglichungsstruktur für die Digitalisierung || kleine Museen, Domowina || Rahmen (S) || G || &amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2026&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Sichtbarkeit und Präsentation; Katalog für die im Aufbau befindliche Fachbibliothek || sorbische Museen, kleine Museen; Wendisches Museum || K4 || G || &amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2020&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;smb2026&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;wm2026&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Sichtung und Bewertung von Nachlässen || private Nachlässe || K1, Prozessschritt „Bewerten“ || G || &amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019b&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Räume, Bausubstanz und Bewirtschaftung, z. B. Muzej Ćišinskeho, Dom Njechorńskeho || kleine Museen und Gedenkorte || Rahmen (Voraussetzung) || G || &amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019b&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2026&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Technik und Dienstleistung zur Digitalisierung von Ton-, Film-, Video- und Diaträgern || Sorbisches Museum, Wendisches Museum, kleine und private Träger || K2 || G || &amp;lt;ref name=&amp;quot;smb2026&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;wm2026&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Großformatige Scans über DIN A3 bis DIN A0, z. B. für Plakate und Kunstwerke auf Papier || Sorbisches Museum || K2 || G || &amp;lt;ref name=&amp;quot;smb2026&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Lesbarmachung älterer Speichermedien wie Disketten || Sorbisches Museum || K2, K3 || G || &amp;lt;ref name=&amp;quot;smb2026&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Digitalisierung mit Texterkennung von Verwaltungsdokumenten wie Kauf- und Leihverträgen, um Sammlungs- und Besitzstand und Provenienz zu sichern || Wendisches Museum || K2 || G || &amp;lt;ref name=&amp;quot;wm2026&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Klarheit über Leistungsrahmen, Laufzeit, Kapazität und Logistik des DZ sowie über seine Nutzbarkeit für brandenburgische Bestände || Wendisches Museum || K2, Rahmen || G || &amp;lt;ref name=&amp;quot;wm2026&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;dk2026&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Verbindlicher Ort für die langfristige Erhaltung von Digitalisaten und ursprünglich digitalen Aufnahmen || Domowina;studijo LUCIJA, Projekte, kleine Träger || K3 || G / A || &amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2026&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;lucija&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Rechteklärung: Bild- und Urheberrechte an Digitalisaten des DZ; Rundfunkproduktionen; Einwilligungen bei Veranstaltungsaufnahmen || Sorbisches Museum, Rundfunkproduktionen, Veranstaltungsaufnahmen || Rahmen || G / A || &amp;lt;ref name=&amp;quot;smb2026&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Sorbische Museum sieht bei Langzeitverfügbarkeit sowie bei Register und Metadaten keinen akuten Bedarf, da beides Teil seiner regulären Museumsarbeit sei. Es erwartet vom SKR vor allem eine einfachere Objektrecherche, Unterstützung beim Leihverkehr und größere Sichtbarkeit seiner Sammlung.&amp;lt;ref name=&amp;quot;smb2026&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.2.5 Erste Befunde ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* '''Ein Gesamtüberblick über die Bestände fehlt.''' 2020 wurde festgestellt, dass eine systematische Registrierung des sorbischen Kulturerbes fehlt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2020&amp;quot;/&amp;gt; 2025 beschrieb das SI die Bedingungen an den Sammlungsorten als „von vorbildlich bis prekär“; vieles liege nur analog vor, und die Digitalisierung stehe überwiegend am Anfang.&amp;lt;ref name=&amp;quot;skrhandout&amp;quot;&amp;gt;Sorbisches Institut 2025: Handout zum Pressegespräch „Konzept Sorbisches Kulturregister“, 20.11.2025. URL: https://www.serbski-institut.de/wp-content/uploads/2025/11/2025-11-20_Handout-Pressegespraech-SKR_Konzept.pdf, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Ein Überblick sei derzeit nicht möglich, weil die Sammlungsorte technisch „fraktioniert oder gar inkompatibel“ arbeiten (SKR-Konzept, S. 8).&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;/&amp;gt; Für ein Erbe von „viele[n] hunderttausend Entitäten“ fehle es an systematischer Erfassung mit eindeutigen Kennungen und gemeinsamen Metadaten.&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt; Auch die Domowina hat keinen Überblick über die Bestände in ihren Strukturen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2026&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
* '''Die bekannten Sammlungsorte sind nur ein Ausschnitt.''' Das SKR-Konzept nennt mehr als 70 Einrichtungen mit kulturerberelevantem Archivgut (S. 10), die Domowina verweist auf mindestens 70 Orte&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2026&amp;quot;/&amp;gt;. Im Arbeitskreis Lausitzer Museenland widmet sich etwa ein Drittel der 48 Heimatstuben und Regionalmuseen sorbischer Geschichte und Kultur (S. 7).&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;/&amp;gt; Die Arbeitsliste umfasst bisher rund 32 Orte.&amp;lt;ref name=&amp;quot;liste2026&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
* '''Zahlen gibt es nur für wenige große Träger.''' Größenordnungen liegen vor für das Sorbische Museum (ca. 42.000 Objekte), das Schriftgut des SI (mindestens 500.000 Druckseiten), die Sorbische Zentralbibliothek und das Kulturdenkmal-Inventar (1.760 Datensätze). Für das SKA, das Wendische Museum, die audiovisuellen Bestände und fast alle kleinen Träger fehlen sie. &amp;lt;mark&amp;gt;SKA anfragen&amp;lt;/mark&amp;gt;&lt;br /&gt;
* '''Wo der Zeitdruck am größten ist, ist am wenigsten bekannt.''' Das betrifft vor allem die analogen Ton-, Video- und Filmbestände sowie die Dokumentation des Niedersorbischen. Beide großen Museen nennen Technik für audiovisuelle Träger als Bedarf.&amp;lt;ref name=&amp;quot;smb2026&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;wm2026&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
* '''Online sichtbar ist nur ein Bruchteil.''' Acht Häuser mit sorbischem Schwerpunkt haben zusammen 401 Objekte auf museum-digital veröffentlicht; das Heimatmuseum Dissen mit 6.700 inventarisierten Exponaten noch keines (SKR-Konzept, S. 8).&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;/&amp;gt; Das Wendische Museum hat mit museum-digital begonnen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;wm2026&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
* '''Digital vorhanden heißt nicht gesichert.''' Ursprünglich digitale Aufnahmen, Musikvideos und Projektdaten haben teils kein Zielarchiv oder liegen nur bei ihrem Erzeuger (siehe 3.2.3). Welche Dienste für die langfristige Erhaltung (K3) bestehen oder geplant sind, untersucht Abschnitt 3.3, wer die Aufgabe übernimmt, Abschnitt 3.4.&lt;br /&gt;
* '''Das immaterielle Kulturerbe ist ungleich dokumentiert.''' Für die Niederlausitz gab es ab 2020 eine Erhebung der Bräuche und Feste,&amp;lt;ref name=&amp;quot;ike&amp;quot;/&amp;gt; für die Oberlausitz ist keine vergleichbare bekannt.&lt;br /&gt;
* '''Ein Teil des Erbes liegt außerhalb sorbischer Verantwortung oder außerhalb der Lausitz,''' etwa in Prag, Dresden, Görlitz, Berlin und Marbach, in nicht öffentlichen Rundfunkarchiven und bei der DEFA-Überlieferung.&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Ist-Analyse kann damit Struktur und Schwerpunkte benennen, aber keine vollständige Bestandsübersicht ersetzen. Eine institutionsübergreifende Bestands- und Bedarfserhebung mit Prioritätenliste ist eine eigene Aufgabe (vgl. das Ziel 2028 in [[#1.1 Visionen und Ziele für die sorbische digitale Welt|Abschnitt 1.1]]) und wird bei den Maßnahmen aufgegriffen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== 3.3 Kernfunktionen: Vorhaben, Systeme, Dienste ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieser Abschnitt beschreibt die Angebotsseite der Analyse: Welche Vorhaben, Systeme und Dienste decken die [[#2.3.2 Vier Kernfunktionen|vier Kernfunktionen]] heute ab, welche sind im Aufbau oder geplant, und welche Kulturgutträger können sie nutzen? Er stellt damit dem Bedarf aus [[#3.2 Bestände und Bedarfe|Abschnitt 3.2]] das vorhandene und geplante Angebot gegenüber. Wie Zuständigkeiten, Regeln und Finanzierung organisiert sind, untersucht Abschnitt 3.4.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Grundlage sind das Konzept des Digitalisierungszentrums (DZ) vom 13.08.2025&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt;, das Konzept des Sorbischen Kulturregisters (SKR) vom 20.11.2025&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;/&amp;gt;, das Protokoll des Digitalisierungskreises vom 21.04.2026&amp;lt;ref name=&amp;quot;dk2026&amp;quot;/&amp;gt;, die Rückmeldungen der Museen vom April 2026&amp;lt;ref name=&amp;quot;smb2026&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;wm2026&amp;quot;/&amp;gt; sowie öffentlich zugängliche Angaben der Betreiber. Einzelheiten zu jedem Vorhaben (Laufzeit, Finanzierung, Hinweise) stehen in [[12.3.A4 Vorhaben, Systeme und Dienste zur Digitalisierung des sorbischen Kulturerbes|Anhang 12.3.A4]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;mark&amp;gt;Die folgende Übersicht muss mit dem SI (DZ, SKR, SKA, Zentralbibliothek), der SLUB und den Museen bzgl. Korrektheit und Vollständigkeit abgestimmt werden.&amp;lt;/mark&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.3.1 Bewertungsmaßstab und Begriffe ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jedes Vorhaben wird mit zwei Merkmalen beschrieben. Bewertet werden dabei Dienste aus einrichtungsübergreifender Sicht, nicht die Arbeit einzelner Einrichtungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
; Reifegrad&lt;br /&gt;
: Entwicklungsstand nach dem Prüfraster in [[12.3.A2 Prüfraster zur Bewertung des Entwicklungsstandes beim Aufbau der Digitalisierung des Kulturerbes|Anhang 12.3.A2]]. Er zeigt zugleich, ob ein Angebot geplant (Stufe 1), im Aufbau (Stufe 2) oder nutzbar ist (Stufen 3 und 4). Wie im Prüfraster empfohlen, wird jede Kernfunktion getrennt bewertet. Für die Gesamtkette zählt die schwächste kritische Abhängigkeit mehr als der Durchschnitt.&lt;br /&gt;
; Trägerabdeckung&lt;br /&gt;
: Welche Kulturgutträger den Dienst heute tatsächlich nutzen können. Ist ein Dienst für einen größeren Kreis ausgelegt, steht das Ziel in Klammern. Ein Dienst, der alle Träger abdeckt, steht damit auch Dritten zur Verfügung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|+ Stufen der beiden Merkmale&lt;br /&gt;
! Reifegrad !! Trägerabdeckung&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;background:#f8d7da&amp;quot; | '''0''' · nicht begonnen: keine abgestimmten Ziele, Zuständigkeiten oder Verfahren || style=&amp;quot;background:#fde2c4&amp;quot; | '''eigene Bestände''': nur der Betreiber selbst&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;background:#fde2c4&amp;quot; | '''1''' · konzeptionell geklärt: Ziele, Rollen und Anforderungen beschrieben, noch nicht erprobt || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | '''einzelne Partner''': ausgewählte Träger, z. B. im Pilotbetrieb oder per Kooperationsvertrag&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | '''2''' · pilotiert: mit einzelnen Beständen oder Trägern praktisch erprobt || style=&amp;quot;background:#e8f0c8&amp;quot; | '''Teilgruppe''': alle Träger eines Landes oder einer Art, z. B. alle Museen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;background:#dff0d8&amp;quot; | '''3''' · teilweise im Regelbetrieb: Leistungen werden wiederholt erbracht, sind aber noch nicht vollständig verfügbar || style=&amp;quot;background:#c3e6cb&amp;quot; | '''alle Träger''' sorbischen Kulturerbes&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;background:#c3e6cb&amp;quot; | '''4''' · dauerhaft etabliert und überprüft: Zuständigkeiten, Finanzierung und Verfahren dauerhaft verankert || style=&amp;quot;background:#eeeeee&amp;quot; | '''–''': nicht anwendbar, z. B. bei Dokumentationen durch das SI&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Daraus ergibt sich der Maßstab für die Bewertung: Für jede Kernfunktion sollte mindestens ein Dienst oder ein abgestimmtes Bündel von Diensten mit Reifegrad 4 bestehen, das zusammen alle Kulturgutklassen und alle Träger abdeckt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den Tabellen kommen einige technische Begriffe vor:&lt;br /&gt;
; Kitodo&lt;br /&gt;
: Freie Software für Digitalisierungsabläufe. Kitodo.Production steuert die Arbeitsschritte vom Scan bis zum fertigen digitalen Objekt, Kitodo.Presentation stellt Digitalisate online bereit. Beide werden u. a. von der SLUB eingesetzt.&lt;br /&gt;
; METS/MODS, LIDO&lt;br /&gt;
: Standardformate für Metadaten. METS/MODS fasst ein Digitalisat mit seiner Struktur und Beschreibung zusammen und ist Grundlage z. B. für den DFG-Viewer, einen Online-Betrachter für Digitalisate. LIDO ist ein Austauschformat für Museumsobjekte.&lt;br /&gt;
; IIIF (International Image Interoperability Framework)&lt;br /&gt;
: Standard, über den Bilder und ihre Beschreibungen in verschiedenen Portalen und Betrachtern abgerufen werden können.&lt;br /&gt;
; PURL&lt;br /&gt;
: Persistent Uniform Resource Locator, eine dauerhafte Internetadresse, die auch bei einem Systemwechsel gleich bleibt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.3.2 Vorhaben und Dienste je Kernfunktion ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dienste, die mehrere Kernfunktionen abdecken, erscheinen bei jeder dieser Funktionen, weil ihr Reifegrad je Funktion verschieden sein kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|+ Vorhaben, Systeme und Dienste nach Kernfunktionen (Einzelheiten in Anhang 12.3.A4)&lt;br /&gt;
! Vorhaben / Dienst (Betreiber) !! Kulturgut-Klassen !! Reifegrad !! Trägerabdeckung heute (Ziel)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! colspan=&amp;quot;4&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left; background:#eaecf0&amp;quot; | K1 – Erfassen, beschreiben und verknüpfen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Sorbisches Kulturregister (SKR)''' (SI)&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;/&amp;gt; || alle || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | 2 · pilotiert (Regelbetrieb nach Personalausstattung möglich, Zeitpunkt offen) || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | einzelne Partner (Ziel: alle)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''museum-digital''' als Inventarisierungswerkzeug (Verbund museum-digital)&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt; || B1, B2, B4 || style=&amp;quot;background:#dff0d8&amp;quot; | 3 · teilweise Regelbetrieb || style=&amp;quot;background:#e8f0c8&amp;quot; | Teilgruppe: alle Museen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Bibliothekskatalog und Sorbische Bibliographie''' (Sorbische Zentralbibliothek)&amp;lt;ref name=&amp;quot;vls&amp;quot;/&amp;gt; || B1 || style=&amp;quot;background:#c3e6cb&amp;quot; | 4 · etabliert (''Annahme'') || style=&amp;quot;background:#fde2c4&amp;quot; | eigene Bestände&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Archivische Erschließung des SKA''', u. a. im Verbundkatalog Kalliope (SI)&amp;lt;ref name=&amp;quot;kitodo2021&amp;quot;&amp;gt;Böhmak, Wito 2021: Vortragsfolien zum Einsatz von Kitodo.Production am Sorbischen Institut (Nachlass Gotthold Schwela), Kitodo-Anwendertreffen 2021. URL: https://www.kitodo.org/fileadmin/groups/kitodo/Dokumente/Anwendertreffen_2021_Boehmak.pdf, abgerufen am 30.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; || B1-B3 || style=&amp;quot;background:#dff0d8&amp;quot; | 3 · teilweise Regelbetrieb (''Annahme'') || style=&amp;quot;background:#fde2c4&amp;quot; | eigene Bestände&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Inventardatenbanken der Museen''' (Sorbisches Museum: HiDA; Wendisches Museum: Adlib)&amp;lt;ref name=&amp;quot;smb2026&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;wm2026&amp;quot;/&amp;gt; || B1, B2, B4 || style=&amp;quot;background:#dff0d8&amp;quot; | 3 · teilweise Regelbetrieb || style=&amp;quot;background:#fde2c4&amp;quot; | eigene Bestände&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Datenbank sorbischer Kulturdenkmale''' (SI; Teilprojekt im Verbund DIKUSA)&amp;lt;ref name=&amp;quot;kdmsi&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;sorabiconkdm&amp;quot;&amp;gt;Sorabicon o. J.: Kulturdenkmale – Förderung. URL: https://sorabicon.de/en/cultural-memorials/about/grant/, abgerufen am 30.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; || A || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | 2 · pilotiert || style=&amp;quot;background:#eeeeee&amp;quot; | – (Dokumentation durch das SI)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Erhebung des immateriellen Kulturerbes in der Niederlausitz''' mit Belegdatenbank (SI)&amp;lt;ref name=&amp;quot;ike2023&amp;quot;/&amp;gt; || C1-C5 || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | 2 · pilotiert || style=&amp;quot;background:#eeeeee&amp;quot; | – (Dokumentation durch das SI)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Quellen zur sorbischen Geschichte 1918-1945''': Nachweis von Archivbeständen außerhalb der Lausitz (SI, Modul auf Sorabicon)&amp;lt;ref name=&amp;quot;quellen&amp;quot;&amp;gt;Heitmann, Clemens (Hrsg.) o. J.: Quellen zur sorbischen Geschichte 1918-1945. Modul im Wissensportal Sorabicon. URL: https://www1.sorabicon.de/en/sources-of-sorbian-history-1918-1945/, abgerufen am 30.10.2026; vgl. Heitmann, Clemens 2019: Digitales Archivportal zur Geschichte der Sorben. Arbeitsfortschritte und erste Ergebnisse. In: Lětopis 2019/1, S. 129-140.&amp;lt;/ref&amp;gt; || B1 || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | 2 · pilotiert, Projekt abgeschlossen || style=&amp;quot;background:#eeeeee&amp;quot; | – (Nachweis fremder Bestände)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! colspan=&amp;quot;4&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left; background:#eaecf0&amp;quot; | K2 – Digitalisieren und Qualität sichern&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Digitalisierungszentrum (DZ)''' (SI)&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;dk2026&amp;quot;/&amp;gt; || B1, B2, B4, A (Raumscans) || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | 2 · pilotiert (Regelbetrieb bis Ende 2027 vorgesehen, danach Finanzierung offen) || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | einzelne Partner, kostenfrei nur in Sachsen (Ziel: alle)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Filmdigitalisierung in Kooperation''' (DZ, Prüfung mit dem Medienzentrum der SLUB)&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt; || B3 || style=&amp;quot;background:#fde2c4&amp;quot; | 1 · konzeptionell || style=&amp;quot;background:#eeeeee&amp;quot; | – (Ziel: alle)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Landesdigitalisierungsprogramm Sachsen''' (SLUB)&amp;lt;ref name=&amp;quot;ldp&amp;quot;/&amp;gt; || B1 || style=&amp;quot;background:#dff0d8&amp;quot; | 3 · teilweise Regelbetrieb || style=&amp;quot;background:#e8f0c8&amp;quot; | Teilgruppe: Sachsen (''Annahme'')&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Deutsche Fotothek''', Kooperation mit dem SKA (SLUB)&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt; || B2, B3 || style=&amp;quot;background:#dff0d8&amp;quot; | 3 · teilweise Regelbetrieb || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | einzelne Partner: SKA&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''SAVE''', Landesprogramm zur Sicherung des audiovisuellen Erbes in Sachsen (SLUB mit dem Filmverband Sachsen)&amp;lt;ref name=&amp;quot;save2019&amp;quot;&amp;gt;Leipziger Internet Zeitung 2019: Sachsen startet Sicherung von historischen Film- und Tonaufnahmen, August 2019. URL: https://www.l-iz.de/melder/wortmelder/2019/08/Sachsen-startet-Sicherung-von-historischen-Film-und-Tonaufnahmen-292580, abgerufen am 30.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;save2026&amp;quot;&amp;gt;Loch, René 2026: Filminstitutionen protestieren gegen Kürzungen im sächsischen Doppelhaushalt. Leipziger Zeitung, 18.09.2026. URL: https://www.l-iz.de/kultur/film-tv/2026/09/filminstitutionen-protestieren-gegen-kuerzungen-im-saechsischen-doppelhaushalt-671028, abgerufen am 30.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; || B3 || style=&amp;quot;background:#dff0d8&amp;quot; | 3 · teilweise Regelbetrieb; Kürzungen ab 2027 geplant || style=&amp;quot;background:#e8f0c8&amp;quot; | Teilgruppe: Sachsen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Eigene Digitalisierung der Museen''' (Sorbisches Museum, Wendisches Museum)&amp;lt;ref name=&amp;quot;smb2026&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;wm2026&amp;quot;/&amp;gt; || B1, B2, B4 bis DIN A3 || style=&amp;quot;background:#dff0d8&amp;quot; | 3 · teilweise Regelbetrieb || style=&amp;quot;background:#fde2c4&amp;quot; | eigene Bestände&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! colspan=&amp;quot;4&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left; background:#eaecf0&amp;quot; | K3 – Langfristig erhalten&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Repositorium und Datenhaltung des DZ''' (SI)&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;dk2026&amp;quot;/&amp;gt; || D2 || style=&amp;quot;background:#fde2c4&amp;quot; | 1 · konzeptionell (Datenhaltung mit Sicherung erprobt, Langzeitarchivierung offen) || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | einzelne Partner (Ziel: alle)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Digitale Langzeitarchivierung der SLUB''' (SLUB)&amp;lt;ref name=&amp;quot;nestor&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;dk2026&amp;quot;/&amp;gt; || D1, D2 || style=&amp;quot;background:#c3e6cb&amp;quot; | 4 · etabliert für eigene Bestände (''Annahme'') || style=&amp;quot;background:#fde2c4&amp;quot; | eigene Bestände; für sorbische Träger ''offen''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Datensicherung der Museen''' (Sorbisches Museum, Wendisches Museum)&amp;lt;ref name=&amp;quot;smb2026&amp;quot;/&amp;gt; || eigene Digitalisate || style=&amp;quot;background:#eeeeee&amp;quot; | ''offen'' || style=&amp;quot;background:#fde2c4&amp;quot; | eigene Bestände&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Notsicherung ursprünglich digitaler Werke''' (DZ und SKR, Vorschlag)&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt; || D1 || style=&amp;quot;background:#fde2c4&amp;quot; | 1 · konzeptionell || style=&amp;quot;background:#eeeeee&amp;quot; | – (Vorschlag)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! colspan=&amp;quot;4&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left; background:#eaecf0&amp;quot; | K4 – Zugänglich machen und Nutzung ermöglichen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Sorabicon''', mehrsprachiges Wissensportal (SI)&amp;lt;ref name=&amp;quot;siposter&amp;quot;&amp;gt;Sorbisches Institut o. J.: Digitalisierung der sorbischen/wendischen Kulturdaten. Poster zum Drei-Säulen-Modell der Digitalisierungsstrategie des SI. URL: https://serbski-institut.de/wp-content/uploads/2021/11/A0-Druck_Digitalisierungsstrategie-SI.pdf, abgerufen am 30.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;sorabicon2024&amp;quot;&amp;gt;Bejmak, Wito; Slodička, Marek 2024: Sorabicon. Vortrag auf der 17. Tagung der AG Regionalportale, Dresden, 6.-8. Mai 2024. URL: https://hackmd.io/@Marek00/Sorabicon-17-AG-RegPortale, abgerufen am 30.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; || A, B1, C1, C3 || style=&amp;quot;background:#dff0d8&amp;quot; | 3 · teilweise Regelbetrieb || style=&amp;quot;background:#fde2c4&amp;quot; | eigene Bestände (kuratiert durch das SI)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Virtueller Lesesaal''' (SI)&amp;lt;ref name=&amp;quot;vls&amp;quot;/&amp;gt; || B1-B3 || style=&amp;quot;background:#dff0d8&amp;quot; | 3 · teilweise Regelbetrieb || style=&amp;quot;background:#fde2c4&amp;quot; | eigene Bestände&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Sachsen.digital''' und '''DFG-Viewer''' (SLUB)&amp;lt;ref name=&amp;quot;ldp&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;kitodo2021&amp;quot;/&amp;gt; || B1 || style=&amp;quot;background:#c3e6cb&amp;quot; | 4 · etabliert || style=&amp;quot;background:#e8f0c8&amp;quot; | Teilgruppe: Sachsen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''digitalizat.de''', Repositorium und Präsentation des DZ (SI)&amp;lt;ref name=&amp;quot;dk2026&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt; || B1, B2 || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | 2 · pilotiert || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | einzelne Partner (Ziel: alle)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Rechercheoberfläche des SKR''' mit Suche, Filtern und eigenen Seiten je Eintrag (SI, geplant)&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;/&amp;gt; || alle || style=&amp;quot;background:#fde2c4&amp;quot; | 1 · konzeptionell (''Annahme'') || style=&amp;quot;background:#eeeeee&amp;quot; | – (Ziel: alle)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''museum-digital''' (Verbund museum-digital)&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;wm2026&amp;quot;/&amp;gt; || B4, B2, B1 || style=&amp;quot;background:#dff0d8&amp;quot; | 3 · teilweise Regelbetrieb || style=&amp;quot;background:#e8f0c8&amp;quot; | Teilgruppe: alle Museen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Überregionale Portale''': Deutsche Digitale Bibliothek (DDB), Archivportal-D, Kalliope, Copernico&amp;lt;ref name=&amp;quot;fotothekddb&amp;quot;&amp;gt;Deutsche Digitale Bibliothek o. J.: Fotografie aus der Fotosammlung Ernst Tschernik. Datengeber: Sorbisches Institut / Sorbisches Kulturarchiv, geliefert über die Deutsche Fotothek. URL: https://www.deutsche-digitale-bibliothek.de/item/VYGCX4DORKMVYJG6JKMITHNBQ3QOC6JB, abgerufen am 30.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;copernico&amp;quot;&amp;gt;Sorbisches Institut 2026: Pressemitteilung zur Mitgliedschaft im Netzwerk „Copernico – Geschichte und kulturelles Erbe im östlichen Europa“, 28.07.2026. URL: https://idw-online.de/de/news875220, abgerufen am 30.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; || B1, B2 || style=&amp;quot;background:#c3e6cb&amp;quot; | 4 · etabliert || style=&amp;quot;background:#e8f0c8&amp;quot; | Teilgruppe: Einrichtungen mit eigenen Daten&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Sprachportale''' niedersorbisch.de und obersorbisch.de (SI, ''Annahme'')&amp;lt;ref name=&amp;quot;atlas&amp;quot;/&amp;gt; || C1 || style=&amp;quot;background:#dff0d8&amp;quot; | 3 · teilweise Regelbetrieb (''Annahme'') || style=&amp;quot;background:#fde2c4&amp;quot; | eigene Bestände&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kein heute nutzbarer Dienst deckt alle Träger ab. Für alle Träger ausgelegt sind bisher nur Vorhaben im Aufbau oder in Planung: SKR, DZ, digitalizat.de und die Rechercheoberfläche des SKR.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.3.3 Kurzbewertung der vier Kernfunktionen ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Kurzbewertung fasst die Tabelle aus einrichtungsübergreifender Sicht zusammen: Bewertet wird, was für das sorbische Kulturerbe insgesamt verfügbar ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|+ Kurzbewertung der Kernfunktionen&lt;br /&gt;
! Kernfunktion !! Reifegrad !! Trägerabdeckung heute !! Was funktioniert !! Was fehlt&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''K1''' Erfassen, beschreiben und verknüpfen || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | '''2''' · pilotiert || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | einzelne Partner (SKR-Pilot); Museen über museum-digital || Erfassung in den einzelnen Einrichtungen im Regelbetrieb; für Kulturdenkmale in Sachsen und das immaterielle Erbe der Niederlausitz erprobt; SKR-Prototyp mit Schnittstellen und Normdaten || kein einrichtungsübergreifender Nachweis im Regelbetrieb; kleine Träger und Privatsammlungen kaum erfasst; Personal des SKR über 2025 hinaus nicht gesichert (Stand ''offen''); Regeln für Masterdaten, Versionierung und Kennungen erst diskutiert&amp;lt;ref name=&amp;quot;dk2026&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''K2''' Digitalisieren und Qualität sichern || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | '''2''' · pilotiert || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | einzelne Partner; Landesangebote nur in Sachsen || DZ mit Technik, Kitodo-Arbeitsablauf und Piloten für Schriftgut, Fotos, 3D-Objekte und Räume; bewährte Landesangebote in Sachsen; Museen digitalisieren eigene Bestände bis A3 || Dienstleistungsbetrieb des DZ erst nach der Pilotphase; Leistungsrahmen und Logistik für Partner noch nicht beschrieben&amp;lt;ref name=&amp;quot;wm2026&amp;quot;/&amp;gt;; AV-Träger nur über Kooperationen; Großformate über A2 und ältere Datenträger ohne Angebot (''Annahme''); Zugang für brandenburgische Träger ungeklärt&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''K3''' Langfristig erhalten || style=&amp;quot;background:#fde2c4&amp;quot; | '''1''' · konzeptionell || style=&amp;quot;background:#fde2c4&amp;quot; | nur eigene Bestände || Datenhaltung mit Sicherung im DZ; Langzeitarchiv der SLUB für deren eigene Programme; Museen sichern eigene Daten || ein Dienst für die Langzeitarchivierung, der auch Dritten offensteht, ist noch nicht ausgearbeitet: das Konzept des DZ für den Dauerbetrieb steht aus&amp;lt;ref name=&amp;quot;dk2026&amp;quot;/&amp;gt;; keine Regeln für die Übernahme ursprünglich digitaler Dokumentationen (siehe 3.3.6); Nutzung der SLUB oder anderer Landeseinrichtungen und deren Kosten nicht geklärt&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''K4''' Zugänglich machen und Nutzung ermöglichen || style=&amp;quot;background:#dff0d8&amp;quot; | '''3''' · teilweise Regelbetrieb || style=&amp;quot;background:#e8f0c8&amp;quot; | Einrichtungen mit eigenen Daten; kleine und private Träger kaum || mehrere Angebote im Regelbetrieb: Sorabicon, Virtueller Lesesaal, Sachsen.digital, Deutsche Fotothek, museum-digital, DDB; Sorabicon und Kitodo.Presentation mehrsprachig || kein gemeinsamer Einstieg; digitalizat.de und die Rechercheoberfläche des SKR im Aufbau; Museumsobjekte kaum online; Nachnutzung teils durch Rechte eingeschränkt, z. B. Fotos des SKA mit dem Status „urheberrechtlich geschützt“&amp;lt;ref name=&amp;quot;fotothekddb&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kritische Abhängigkeiten zwischen den Kernfunktionen:&lt;br /&gt;
* '''K1 und K2:''' Laut Konzept setzt das DZ die Verzeichnung im SKR voraus, und das SKR soll die Masterdaten führen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;dk2026&amp;quot;/&amp;gt; In der Praxis vergibt das DZ für Digitalisate eigene dauerhafte Adressen (PURL), die nicht durchgängig mit dem SKR verknüpft werden (''zu prüfen'').&amp;lt;ref name=&amp;quot;dzpraxis&amp;quot;&amp;gt;Auskunft aus dem Digitalisierungskreis, Oktober 2026; schriftlicher Beleg noch einzuholen.&amp;lt;/ref&amp;gt; Damit entstehen Digitalisate ohne Registereintrag, und Metadaten werden womöglich doppelt gepflegt.&lt;br /&gt;
* '''K3 für alle:''' Nach der Bewertungsregel des Prüfrasters bestimmt das langfristige Erhalten als schwächstes Glied den Stand der Gesamtkette. Speichern ist nicht dasselbe wie langfristiges Erhalten (vgl. [[#2.3.4 Digitalisierungsdienst und Archiv|Abschnitt 2.3.4]]).&lt;br /&gt;
* '''K4:''' Die Sichtbarkeit hängt am Nachweis (K1) und an der Rechteklärung (siehe 3.4).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.3.4 Abdeckung nach Kulturgutklassen ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Matrix verdichtet die Tabelle aus 3.3.2 zur Frage, für welche Kulturgutklassen heute für Dritte nutzbare Dienste bestehen. Sie ist eine Einschätzung. Digitalisate (Klasse D2) sind in der Zeile ihrer Ausgangsklasse enthalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|+ Abdeckung der Kernfunktionen nach Kulturgutklassen&lt;br /&gt;
! Klasse !! K1 Erfassen !! K2 Digitalisieren !! K3 Erhalten !! K4 Zugänglich machen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''A''' Materiell – unbeweglich || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | '''teilweise:''' Kulturdenkmal-Datenbank (Sachsen); Niederlausitz im Aufbau || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | '''teilweise:''' Negative extern digitalisiert; Raumscans im DZ-Pilot || style=&amp;quot;background:#f8d7da&amp;quot; | '''Lücke:''' Datenhaltung im DZ, keine Langzeitarchivierung || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | '''teilweise:''' Atlas auf Sorabicon (78 Objekte)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''B1''' Schriftgut || style=&amp;quot;background:#c3e6cb&amp;quot; | '''gut:''' Bibliothekskatalog, Sorbische Bibliographie, Kalliope || style=&amp;quot;background:#c3e6cb&amp;quot; | '''gut:''' Landesdigitalisierungsprogramm (Sachsen); DZ-Pilot Periodika || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | '''teilweise:''' SLUB für Landesprogramme (''Annahme''); sonst ''offen'' || style=&amp;quot;background:#c3e6cb&amp;quot; | '''gut:''' Sachsen.digital, Virtueller Lesesaal, DDB, DFG-Viewer&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''B2''' Fotografien und Bildträger || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | '''teilweise:''' SKA, Fotodatenbanken der Museen; private Bestände kaum || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | '''teilweise:''' Deutsche Fotothek (nur SKA), DZ-Pilot, Dienstleister || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | '''teilweise:''' SLUB für Fotothek-Bestände (''Annahme''); sonst ''offen'' || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | '''teilweise:''' Deutsche Fotothek, DDB (nur SKA)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''B3''' Analoge AV-Träger || style=&amp;quot;background:#eeeeee&amp;quot; | '''unbekannt:''' Bestände kaum bekannt || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | '''teilweise:''' SAVE (nur Sachsen, Kürzungen geplant), Deutsche Fotothek (Filme des SKA); DZ nur 8 mm || style=&amp;quot;background:#eeeeee&amp;quot; | '''unbekannt''' || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | '''teilweise:''' einzelne Filme im Virtuellen Lesesaal&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''B4''' 3D-Objekte || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | '''teilweise:''' Museumsdatenbanken, museum-digital; kleine Träger teils ohne Inventar || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | '''teilweise:''' Museen bis A3; DZ-Pilot Drebkau; Projektförderung in Brandenburg || style=&amp;quot;background:#eeeeee&amp;quot; | '''unbekannt:''' Museen eigenverantwortlich || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | '''teilweise:''' museum-digital (401 Objekte aus Häusern mit sorbischem Schwerpunkt)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''C1''' Orale Traditionen || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | '''teilweise:''' Zeitzeugen-Aufnahmen des SI und des studijo LUCIJA, keine Systematik || style=&amp;quot;background:#eeeeee&amp;quot; | '''unbekannt:''' Aufnahmen durch SI, Rundfunk, studijo LUCIJA || style=&amp;quot;background:#eeeeee&amp;quot; | '''unbekannt''' || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | '''teilweise:''' Sorabicon, Sprachportale, YouTube&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''C2-C5''' Darstellende Künste, Rituale und Feste, Wissen, Handwerk || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | '''teilweise:''' Erhebung Niederlausitz (rund 500 Praktiken); Oberlausitz keine || style=&amp;quot;background:#f8d7da&amp;quot; | '''Lücke:''' keine systematische Dokumentation; Mitschnitte durch studijo LUCIJA und Rundfunk || style=&amp;quot;background:#f8d7da&amp;quot; | '''Lücke:''' Mitschnitte nur teilweise und komprimiert im SKA (''zu prüfen'') || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | '''teilweise:''' Sorabicon (Niederlausitz), Mediatheken, YouTube&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''D1''' Born-digital || style=&amp;quot;background:#f8d7da&amp;quot; | '''Lücke:''' erste Erhebung durch das SKR (41 Musikvideos) || style=&amp;quot;background:#f8f9fa&amp;quot; | – Übernahme statt Digitalisierung (siehe 3.3.6) || style=&amp;quot;background:#f8d7da&amp;quot; | '''Lücke:''' Notsicherung vorgeschlagen; keine Webarchivierung bekannt || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | '''teilweise:''' nur auf Plattformen der Erzeuger, ungesichert&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am besten abgedeckt ist das Schriftgut (B1), weil es an die Infrastruktur von Bibliotheken und Land anschließt. Für die in [[#3.2.3 Bestände mit vorrangigem Digitalisierungsbedarf|Abschnitt 3.2.3]] als besonders dringlich eingestuften Bestände – analoge AV-Träger, Dokumentationen des lebendigen Kulturgeschehens, ursprünglich digitale Werke – gibt es nur Teilangebote, und das langfristige Erhalten ist dort durchweg ungeklärt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.3.5 Durchgängigkeit der Prozesskette ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Kulturgut ist erst dann dauerhaft digital verfügbar, wenn es alle sechs [[#2.4.2 Prozessschritte im Detail|Prozessschritte]] durchlaufen hat. Die Abbildung ordnet den Schritten die heutigen Vorhaben zu und zeigt Reifegrad und Trägerabdeckung aus einrichtungsübergreifender Sicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Dataja:Wobraz K7.png|thumb|center|600px|Prozesskette mit heutigen Vorhaben, Reifegraden und Trägerabdeckung]]&amp;lt;ref&amp;gt;Mermaid Flowchart Code: [https://mermaid.live/edit#pako:eNqNVtFO60YQ_ZVRrqi4kYNwHFKaSpVAoa0Et0LklkptKrG2x87erNfWeg0FBF_DP_SFp-bHenbtkJTeS-s8bHZ2Z_acObNj3_eSMuXehHo7O_dSSzuh-3kvU-VNshDGznt-fmNEVUmd_yJTu3C2g_F-QPOehu-sEgmWnDXyRiP0ctt4-PBADzs7c_0SlT4ezzXRLPxt3rvq90P660-aiaJgpekrYpOJumbd79PuafjeLV6wzDg3IqWhd8Re1ei8Lo1lStnQR7N6yjFi74lZcIxF2GuSRSEsG8lKscZS7Gzau_wkGYMSTS3tHe2eS1Xa9y56vwsm4pSTJSJNiKW-Azhen_MtLWFiZzcyWViHZfUcs8mNQ6pTfoHRv5r3fveghy3bYUsol7UFLsOOMmAlC7jGb7I-vQBMU9rS3lZ-w7GMlSztgpf1UlihytxZT4WCtWL3_0c5PXLjUapk7P4UTc1NMUhlLuHwX3TPIZZGrnZx9qDNUEAfEAKoPd9X8TZko5Zs5GHyDUMoRzQDyZw7mhdiUbB-RTV07ifaIiEsU6fjJyRzk2cqnXhIwydeWo__jLWDXSP3hWwKyrlSQtuATo302msqM4iyATdqwY3cydMWuazXWlRm9Zx1Ogw_p8P013W1tHWbLFCsEzoTkL1Ot8I5UJUp4VkUAU258aToe6cgNAtodnR54mJ0GY1lTUfR_9Qk6A4UGvkscQ10Y1xpd3g2ZA9asge-DEyykNdrpjVSyqZlGn1Ohinujl4I5fMuC8e8kJZm3s_Z4AIU-R2Dsw_tb9bs7OdjDydbPRtygjvYXSL4C_zc_m7rMdd29QRyGxLjlsTYnXgOXzC0axq6sXedXqNXLHwyZyXOkUmp3dqlNLZx3cDQGddIn1BbKu518vnCeK3Xv6-P3zY9_gKjraIFTpe4lp9u84oeonwTaXSKopPXML70saVoig37kAaD79BA2iFqh1E7HLTDuG0xNNhDB75CV7N0WqJiKkuX4N-godo7J5nXJBU1xAycT9cNz434A-WnHWBKG4iZQ4Jc5nTNZqlXz1VmgYf2_NHO8ezkByfKJtkaOaQj1AtOCYd70d7RcEL7XciY81I77khZSMsWmiw1pMCFXarVE14LWBtS5a4WtPXTiCxLdcOyZleAaJusYnaN03ezEZg0bBYiQ3KtQDeE36Zo6PHx0eF0s0ThpTLljExImVRq8i5LeZiMArThcsmTd_Hh-CCMg6RUpZm8C4X7_dNxuHbMsmjLUYwPxf7-W45R55hm2X56-OIYJV-Po_QNR8X55kg8L57f-GftOfJPtziAtnjHGnGLV297AXw81E2AYjHhliUMZsMAhWSGW8Yx8G6myJ6DMde9gHoFm0LI1H0t4KMAdwK3GZN5L-VMNApfCw9uG4qvnN3qBEvWNAxLU6Wo7qkUrgV05oe_AfVO9_k hier klicken], abgerufen am 30.10.2026&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie weit die Kette heute tatsächlich reicht, zeigen sechs Beispiele:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|+ Beispiele durchgängiger und unterbrochener Ketten (grün: vorhanden · gelb: teilweise oder ''Annahme'' · rot: fehlt oder ''offen'')&lt;br /&gt;
! Beispiel !! 1-2 Erfassen, registrieren !! 3 Bewerten, freigeben !! 4 Digitalisieren !! 5 Archivieren !! 6 Präsentieren !! Bewertung&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Drucke und Handschriften des SI''' || style=&amp;quot;background:#c3e6cb&amp;quot; | Bibliothekskatalog (K10plus) || style=&amp;quot;background:#c3e6cb&amp;quot; | Auswahl durch das SI im Landesprogramm || style=&amp;quot;background:#c3e6cb&amp;quot; | Landesdigitalisierungsprogramm || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | SLUB (''Annahme'') || style=&amp;quot;background:#c3e6cb&amp;quot; | Sachsen.digital, DDB || durchgängig, auf Schriftgut des SI beschränkt&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Nachlass Schwela (SKA)''' || style=&amp;quot;background:#c3e6cb&amp;quot; | Kalliope || style=&amp;quot;background:#c3e6cb&amp;quot; | Auswahl durch das SI, Förderung durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft || style=&amp;quot;background:#c3e6cb&amp;quot; | Kitodo im SI || style=&amp;quot;background:#f8d7da&amp;quot; | ''offen'' || style=&amp;quot;background:#c3e6cb&amp;quot; | DFG-Viewer, Archivportal-D, DDB, Sorabicon || durchgängig bis auf das Erhalten; drittmittelfinanziert&amp;lt;ref name=&amp;quot;kitodo2021&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;sorabicon2024&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Fotosammlungen des SKA''' || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | Verzeichnisse des SKA (Umfang ''offen'') || style=&amp;quot;background:#c3e6cb&amp;quot; | Kooperationsvertrag || style=&amp;quot;background:#c3e6cb&amp;quot; | Deutsche Fotothek || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | SLUB (''Annahme'') || style=&amp;quot;background:#c3e6cb&amp;quot; | Deutsche Fotothek, DDB || durchgängig, nur für das SKA&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Kulturdenkmale in Sachsen''' || style=&amp;quot;background:#c3e6cb&amp;quot; | Inventar seit 2000; 1.760 Datensätze im SKR&amp;lt;ref name=&amp;quot;kdmsi&amp;quot;/&amp;gt; || style=&amp;quot;background:#c3e6cb&amp;quot; | Projektentscheidung (DIKUSA) || style=&amp;quot;background:#c3e6cb&amp;quot; | Negative 2024 extern digitalisiert; Qualitätssicherung mit Kitodo im DZ vorgesehen || style=&amp;quot;background:#f8d7da&amp;quot; | Datenhaltung im DZ, Langzeitarchivierung ''offen'' || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | Atlas auf Sorabicon (bisher 26 Objekte aus dem sächsischen Teil) || bis zur Präsentation erprobt; Erhalten ''offen''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Ostereier der Sorbischen Webstube Drebkau''' || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | Excel-Inventar, Erfassung in museum-digital || style=&amp;quot;background:#c3e6cb&amp;quot; | Pilot mit eingeworbenen Projektmitteln || style=&amp;quot;background:#c3e6cb&amp;quot; | Fotos durch das DZ, 16 3D-Modelle im Makerspace der SLUB || style=&amp;quot;background:#f8d7da&amp;quot; | Rückgabe an den Träger mit Empfehlungen || style=&amp;quot;background:#c3e6cb&amp;quot; | museum-digital || Kette bricht beim Erhalten ab&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Veranstaltungsmitschnitte des studijo LUCIJA''' || style=&amp;quot;background:#f8d7da&amp;quot; | nicht zentral registriert || style=&amp;quot;background:#f8d7da&amp;quot; | keine abgestimmte Auswahl || style=&amp;quot;background:#f8f9fa&amp;quot; | – ursprünglich digital || style=&amp;quot;background:#f8d7da&amp;quot; | teilweise und komprimiert an das SKA (''zu prüfen'') || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | YouTube, ungesichert || keine geregelte Kette&amp;lt;ref name=&amp;quot;lucija&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;lucija_youtube&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Andere Darstellung:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|+ Beispiele durchgängiger und unterbrochener Ketten&amp;lt;br&amp;gt;(grün: vorhanden · gelb: teilweise oder ''Annahme'' · rot: fehlt oder ''offen'')&lt;br /&gt;
! Prozessschritt !! Stand&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! colspan=&amp;quot;2&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left; background:#eaecf0&amp;quot; | Drucke und Handschriften des SI – durchgängig, auf Schriftgut des SI beschränkt&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1-2 Erfassen, registrieren || style=&amp;quot;background:#c3e6cb&amp;quot; | Bibliothekskatalog (K10plus)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 3 Bewerten, freigeben || style=&amp;quot;background:#c3e6cb&amp;quot; | Auswahl durch das SI im Landesprogramm&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 4 Digitalisieren || style=&amp;quot;background:#c3e6cb&amp;quot; | Landesdigitalisierungsprogramm&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 5 Archivieren || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | SLUB (''Annahme'')&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 6 Präsentieren || style=&amp;quot;background:#c3e6cb&amp;quot; | Sachsen.digital, DDB&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! colspan=&amp;quot;2&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left; background:#eaecf0&amp;quot; | Nachlass Schwela (SKA) – durchgängig bis auf das Erhalten; drittmittelfinanziert&amp;lt;ref name=&amp;quot;kitodo2021&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;sorabicon2024&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1-2 Erfassen, registrieren || style=&amp;quot;background:#c3e6cb&amp;quot; | Kalliope&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 3 Bewerten, freigeben || style=&amp;quot;background:#c3e6cb&amp;quot; | Auswahl durch das SI, Förderung durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 4 Digitalisieren || style=&amp;quot;background:#c3e6cb&amp;quot; | Kitodo im SI&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 5 Archivieren || style=&amp;quot;background:#f8d7da&amp;quot; | ''offen''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 6 Präsentieren || style=&amp;quot;background:#c3e6cb&amp;quot; | DFG-Viewer, Archivportal-D, DDB, Sorabicon&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! colspan=&amp;quot;2&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left; background:#eaecf0&amp;quot; | Fotosammlungen des SKA – durchgängig, nur für das SKA&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1-2 Erfassen, registrieren || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | Verzeichnisse des SKA (Umfang ''offen'')&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 3 Bewerten, freigeben || style=&amp;quot;background:#c3e6cb&amp;quot; | Kooperationsvertrag&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 4 Digitalisieren || style=&amp;quot;background:#c3e6cb&amp;quot; | Deutsche Fotothek&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 5 Archivieren || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | SLUB (''Annahme'')&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 6 Präsentieren || style=&amp;quot;background:#c3e6cb&amp;quot; | Deutsche Fotothek, DDB&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! colspan=&amp;quot;2&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left; background:#eaecf0&amp;quot; | Kulturdenkmale in Sachsen – bis zur Präsentation erprobt; Erhalten ''offen''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1-2 Erfassen, registrieren || style=&amp;quot;background:#c3e6cb&amp;quot; | Inventar seit 2000; 1.760 Datensätze im SKR&amp;lt;ref name=&amp;quot;kdmsi&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 3 Bewerten, freigeben || style=&amp;quot;background:#c3e6cb&amp;quot; | Projektentscheidung (DIKUSA)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 4 Digitalisieren || style=&amp;quot;background:#c3e6cb&amp;quot; | Negative 2024 extern digitalisiert; Qualitätssicherung mit Kitodo im DZ vorgesehen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 5 Archivieren || style=&amp;quot;background:#f8d7da&amp;quot; | Datenhaltung im DZ, Langzeitarchivierung ''offen''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 6 Präsentieren || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | Atlas auf Sorabicon (bisher 26 Objekte aus dem sächsischen Teil)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! colspan=&amp;quot;2&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left; background:#eaecf0&amp;quot; | Ostereier der Sorbischen Webstube Drebkau – Kette bricht beim Erhalten ab&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1-2 Erfassen, registrieren || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | Excel-Inventar, Erfassung in museum-digital&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 3 Bewerten, freigeben || style=&amp;quot;background:#c3e6cb&amp;quot; | Pilot mit eingeworbenen Projektmitteln&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 4 Digitalisieren || style=&amp;quot;background:#c3e6cb&amp;quot; | Fotos durch das DZ, 16 3D-Modelle im Makerspace der SLUB&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 5 Archivieren || style=&amp;quot;background:#f8d7da&amp;quot; | Rückgabe an den Träger mit Empfehlungen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 6 Präsentieren || style=&amp;quot;background:#c3e6cb&amp;quot; | museum-digital&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! colspan=&amp;quot;2&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left; background:#eaecf0&amp;quot; | Veranstaltungsmitschnitte des studijo LUCIJA – keine geregelte Kette&amp;lt;ref name=&amp;quot;lucija&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;lucija_youtube&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1-2 Erfassen, registrieren || style=&amp;quot;background:#f8d7da&amp;quot; | nicht zentral registriert&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 3 Bewerten, freigeben || style=&amp;quot;background:#f8d7da&amp;quot; | keine abgestimmte Auswahl&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 4 Digitalisieren || style=&amp;quot;background:#f8f9fa&amp;quot; | – ursprünglich digital&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 5 Archivieren || style=&amp;quot;background:#f8d7da&amp;quot; | teilweise und komprimiert an das SKA (''zu prüfen'')&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 6 Präsentieren || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | YouTube, ungesichert&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durchgängig sind bisher vor allem Ketten, die an bestehende Landes- und Bibliotheksinfrastruktur anschließen. Ketten für Museumsobjekte und für das lebendige Kulturgeschehen brechen spätestens beim langfristigen Erhalten ab. Über die Auswahl (Schritt 3) entscheidet bisher die jeweilige Einrichtung oder das Projekt. Das im DZ-Konzept vorgesehene Lenkungsgremium aus den vier hauptamtlichen Sammlungseinrichtungen und dem SKR ist nach den vorliegenden Unterlagen noch nicht eingerichtet, seine Kriterien sind noch festzulegen (DZ-Konzept, S. 7-8).&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt; Dies wird in Abschnitt 3.4 vertieft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.3.6 Sonderfall: Übernahme ursprünglich digitaler Dokumentationen ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein wachsender Teil des Kulturerbes entsteht von vornherein digital: Veranstaltungsmitschnitte, Musikvideos, Websites und Beiträge in sozialen Medien, digitale Fotos von Vereinen, Projektdaten. Hier entfällt die Digitalisierung (K2). An ihre Stelle tritt die geregelte Übernahme in ein Archiv (Ingest, vgl. [[#2.3.4 Digitalisierungsdienst und Archiv|Abschnitt 2.3.4]]). Dafür sind mehrere Bausteine nötig. Ihr heutiger Stand:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|+ Bausteine einer geregelten Übernahme und ihr Stand&lt;br /&gt;
! Baustein !! Stand heute !! Quelle&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Zuständigkeit und Sammlungsauftrag''' || style=&amp;quot;background:#f8d7da&amp;quot; | nicht festgelegt. Das DZ erwartet eine Daueraufgabe gemeinsam mit SKA und SKR, die archivischen Strategien „stehen noch am Anfang“ (DZ-Konzept, S. 23). Die Frage „Wer sammelt?“ wurde 2023 offen gestellt. || &amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;lorenz2023&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Auswahl''' || style=&amp;quot;background:#f8d7da&amp;quot; | keine Kriterien für ursprünglich digitale Dokumentationen; das DZ-Konzept nennt Priorisierungskriterien nur allgemein (S. 8) || &amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Rechte und Übernahmevereinbarung''' || style=&amp;quot;background:#f8d7da&amp;quot; | bei YouTube-Musikvideos ungeklärt; für Veranstaltungsmitschnitte ist keine schriftliche Vereinbarung bekannt (''offen'') || &amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;lucija&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Format- und Qualitätsvorgaben''' (Masterdateien statt komprimierter Kopien, Prüfsummen, technische Metadaten) || style=&amp;quot;background:#f8d7da&amp;quot; | keine bekannt; Mitschnitte des studijo LUCIJA gehen nur teilweise und komprimiert an das SKA (''zu prüfen''), die Masterdateien bleiben beim Studio || &amp;lt;ref name=&amp;quot;lucija&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Verzeichnung''' || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | Das SKR hat 2024 41 Musikvideos von 18 Künstlerinnen, Künstlern und Gruppen erhoben und verweist auf YouTube. Wie ursprünglich digitale Werke im Datenmodell des SKR behandelt werden, ist ''zu prüfen''. || &amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Langzeitarchiv''' || style=&amp;quot;background:#f8d7da&amp;quot; | keines; vorgeschlagen ist eine Notsicherung als lokale Kopie. Das Sorbische Museum wünscht Beratung zu seiner neuen Sammlungskategorie „Datenträger“. || &amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;smb2026&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Webarchivierung''' || style=&amp;quot;background:#f8d7da&amp;quot; | keine systematische Sicherung sorbischer Websites und sozialer Medien bekannt; ob die Deutsche Nationalbibliothek oder die SLUB sorbische Websites erfassen, ist ''offen'' || &amp;lt;ref name=&amp;quot;webarchiv&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Rundfunkproduktionen''' || style=&amp;quot;background:#f8d7da&amp;quot; | Archive von MDR und rbb nicht öffentlich zugänglich; 2019 standen die Produktionen dem SKA aus rechtlichen Gründen nicht zur Verfügung || &amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.3.7 Erste Befunde ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* '''Das Angebot ist in Bewegung, aber überwiegend projektgebunden.''' Das DZ ist bis Ende 2027 finanziert, die befristete Stelle für das SKR endete laut Konzept Ende 2025 (heutiger Stand ''offen''), Sorabicon wächst projektweise.&amp;lt;ref name=&amp;quot;dk2026&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;siposter&amp;quot;/&amp;gt; Kein heute nutzbarer Dienst deckt alle Träger ab; für alle Träger ausgelegt sind nur Vorhaben im Aufbau oder in Planung.&lt;br /&gt;
* '''Am weitesten ist das Zugänglichmachen, am schwächsten das langfristige Erhalten.''' K4 erreicht Reifegrad 3, K3 nur Reifegrad 1 und deckt nur eigene Bestände ab. Nach dem Prüfraster bestimmt K3 als schwächstes Glied den Stand der Gesamtkette.&lt;br /&gt;
* '''Register und DZ sind konzeptionell eng verzahnt, in der Praxis noch nicht durchgängig.''' Das Konzept sieht vor, dass jedes Objekt einmal hochwertig digitalisiert und über das SKR mit dauerhaften Adressen nachnutzbar wird.&amp;lt;ref name=&amp;quot;dk2026&amp;quot;/&amp;gt; In der Praxis vergibt das DZ eigene dauerhafte Adressen, die nicht durchgängig mit dem SKR verknüpft werden (''zu prüfen'').&amp;lt;ref name=&amp;quot;dzpraxis&amp;quot;/&amp;gt; Ohne gesicherten Betrieb des SKR und ohne Regeln für Masterdaten droht ein Nebeneinander statt einer Kette.&lt;br /&gt;
* '''Was heute verlässlich funktioniert, stützt sich auf sächsische Landesinfrastruktur.''' Landesdigitalisierungsprogramm, Deutsche Fotothek, SAVE und Sachsen.digital werden von der SLUB getragen. Für brandenburgische Träger gibt es keinen vergleichbaren Dienst, sondern Projektförderung&amp;lt;ref name=&amp;quot;diwa2023&amp;quot;&amp;gt;Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landes Brandenburg (MWFK) 2023: Übersicht geförderter Projekte im Förderprogramm zur Digitalisierung des kulturellen Erbes 2023. URL: https://mwfk.brandenburg.de/sixcms/media.php/9/%C3%9Cbersicht%20gef%C3%B6rderter%20Projekte%20Digitalisierung%20Kulturelles%20Erbe%202023.pdf, abgerufen am 30.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;diwa2026&amp;quot;&amp;gt;MWFK o. J.: Fördergrundsätze „Förderung und Begleitung des digitalen Wandels im Kulturbereich im Land Brandenburg 2026“ (DIWA). URL: https://mwfk.brandenburg.de/sixcms/media.php/9/FG_DIWA_2026.pdf, abgerufen am 30.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; und museum-digital. Auch das DZ ist derzeit nur in Sachsen kostenfrei.&lt;br /&gt;
* '''Für die großen und die gefährdeten Bestände gibt es nur Teilangebote.''' Das betrifft die Museumsobjekte (B4), allein im Sorbischen Museum rund 21.000 Objekte der materiellen Kultur, und die analogen AV-Träger (B3), die am stärksten gefährdet sind. Das sächsische Landesprogramm für AV-Träger soll ab 2027 gekürzt werden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;save2026&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
* '''Ursprünglich digitale Dokumentationen haben keinen geregelten Übernahmeweg.''' Das betrifft vor allem das lebendige Kulturgeschehen (C2, C3) und neue digitale Ausdrucksformen.&lt;br /&gt;
* '''Kleine Träger können heute praktisch nur museum-digital selbst nutzen.''' Das DZ soll sie künftig beraten und für sie digitalisieren, ist aber noch nicht im Dienstleistungsbetrieb.&lt;br /&gt;
* '''Ein gemeinsamer Zugang fehlt.''' Die Konzepte sehen drei Ebenen vor: das SKR als einrichtungsübergreifenden Nachweis mit Recherche, digitalizat.de für die Digitalisate des DZ und Sorabicon als kuratiertes Schaufenster.&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;dk2026&amp;quot;/&amp;gt; Ist das digitale Kulturerbe vollständig im SKR verzeichnet, kann die Recherche dort zusammenlaufen. Welche Plattform den einheitlichen Einstieg für Nutzerinnen und Nutzer bietet, ist offen und wird in Abschnitt 3.4 aufgegriffen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== 3.4 Governance ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieser Abschnitt prüft, ob der organisatorische Rahmen das Angebot aus [[#3.3 Kernfunktionen: Vorhaben, Systeme, Dienste|Abschnitt 3.3]] zusammenhält und dauerhaft trägt. Governance meint hier die Regeln und Strukturen, mit denen die Beteiligten gemeinsam entscheiden, Standards vereinbaren, Rechte klären und den Betrieb finanzieren. Der Abschnitt behandelt vier Fragen:&lt;br /&gt;
* '''Steuerung und Zuständigkeiten:''' Wer koordiniert, und wer entscheidet über Auswahl und Freigabe?&lt;br /&gt;
* '''Standards und Austausch:''' Welche Metadaten-, Format- und Austauschstandards gelten, und wo werden sie abgestimmt?&lt;br /&gt;
* '''Rechte und Einwilligungen:''' Wie werden Nutzungsrechte, Einwilligungen und Zugänge geregelt?&lt;br /&gt;
* '''Betrieb und Finanzierung:''' Wer betreibt die Kernfunktionen, und sind sie dauerhaft oder nur projektweise finanziert?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Maßstab sind die drei Erfolgsbedingungen aus [[#2.5.9.2 Drei Erfolgsbedingungen – was gilt für alle Kernfunktionen?|Abschnitt 2.5.9.2]]. Sie werden am Ende mit den Reifegraden aus [[12.3.A2 Prüfraster zur Bewertung des Entwicklungsstandes beim Aufbau der Digitalisierung des Kulturerbes|Anhang 12.3.A2]] bewertet (siehe 3.4.5). Grundlage sind der Staatsvertrag über die Stiftung&amp;lt;ref name=&amp;quot;stv&amp;quot;&amp;gt;Staatsvertrag zwischen dem Land Brandenburg und dem Freistaat Sachsen über die Errichtung der „Stiftung für das sorbische Volk“. URL: https://www.revosax.sachsen.de/vorschrift/5360.1, abgerufen am 30.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;, das Finanzierungsabkommen von 2026&amp;lt;ref name=&amp;quot;fin2026&amp;quot;&amp;gt;Bundesministerium des Innern, Freistaat Sachsen und Land Brandenburg 2026: Bund, Sachsen und Brandenburg sichern Fortbestand der Stiftung für das sorbische Volk. Gemeinsame Pressemitteilung vom 19.05.2026. URL: https://zalozba.de/fileadmin/user_upload/Dokumente/Pressemitteilungen/2026-05-19__PM_BMI_Bund_Sachsen_Brandenburg_sichernFortbestandStiftung.pdf, abgerufen am 30.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;, die Konzepte von DZ und SKR&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;/&amp;gt;, das Protokoll des Digitalisierungskreises vom 21.04.2026&amp;lt;ref name=&amp;quot;dk2026&amp;quot;/&amp;gt; und die Bedarfserklärungen der Träger vom April 2026&amp;lt;ref name=&amp;quot;smb2026&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;wm2026&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2026&amp;quot;/&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;mark&amp;gt;Die folgende Analyse muss mit der Stiftung, dem SI und den Museen bzgl. Korrektheit und Vollständigkeit abgestimmt werden.&amp;lt;/mark&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.4.1 Steuerung und Zuständigkeiten ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Stiftung für das sorbische Volk ist der zentrale Förderer. Ihre Organe sind der Stiftungsrat, in dem Vertreterinnen und Vertreter des sorbischen Volkes, des Bundes, beider Länder und der Kommunen sitzen, der Parlamentarische Beirat und der Direktor.&amp;lt;ref name=&amp;quot;stv&amp;quot;/&amp;gt; 2018 gab der Stiftungsrat eine Strategie für Digitalisierungsprojekte in Auftrag. Daraus entstand das sorbische Digitalisierungskonzept, veröffentlicht im Mai 2021. Seit Juli 2021 koordiniert ein Digitalisierungsbeauftragter in der Stiftungsverwaltung die Digitalisierungsaktivitäten der sorbischen Institutionen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;stiftung2023&amp;quot;&amp;gt;Stiftung für das sorbische Volk 2023: 25 Jahre Stiftung für das sorbische Volk – 30 Jahre Staatsvertrag. Broschüre, Bautzen, S. 89.&amp;lt;/ref&amp;gt; Ein Gremium, das für das Kulturerbe verbindlich über Auswahl, Standards oder Zugang entscheidet, gibt es nicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|+ Wer steuert und entscheidet heute?&lt;br /&gt;
! Aufgabe !! Zuständig heute !! Stand&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Strategie und Förderung''' || Stiftung für das sorbische Volk (Stiftungsrat, Direktor, Digitalisierungsbeauftragter); Digitalisierungskonzept als Orientierungsrahmen&amp;lt;ref name=&amp;quot;stiftung2023&amp;quot;/&amp;gt; || style=&amp;quot;background:#dff0d8&amp;quot; | eingerichtet&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Fachlicher Austausch''' || Digitalisierungskreis || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | Austausch ja, keine Entscheidungsbefugnis&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Auswahl und Freigabe von Digitalisierungsvorhaben''' || die jeweilige Einrichtung oder das Projekt. Das DZ-Konzept sieht ein Lenkungsgremium aus den hauptamtlichen sorbischen Sammlungseinrichtungen und dem SKR vor. Das DZ selbst soll nicht entscheiden, was digitalisiert wird (DZ-Konzept, S. 7-8).&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt; Als Idealvorgehen gilt: erst im SKR verzeichnen, dann priorisiert ein Fachgremium nach Kriterien.&amp;lt;ref name=&amp;quot;dk2026&amp;quot;/&amp;gt; || style=&amp;quot;background:#fde2c4&amp;quot; | Lenkungsgremium konzipiert, nicht eingerichtet; Kriterien nur beispielhaft genannt&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Steuerung des Registers''' || SI. Das SKR soll Qualität sichern und über Kooperationsverträge technische Standards setzen; ein Beirat aus Fachleuten für Sorabistik, Museologie, Digital Humanities sowie Bibliotheks- und Archivwesen ist vorgesehen. Die Datenpartner bleiben für ihre Daten verantwortlich und entscheiden über deren Einbringung (SKR-Konzept, S. 13-14 und 21).&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;/&amp;gt; || style=&amp;quot;background:#fde2c4&amp;quot; | Beirat konzipiert, Stand ''offen''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Gemeinsamer Zugang für Nutzerinnen und Nutzer''' || je Plattform: SKR, digitalizat.de und Sorabicon betreibt das SI, Sachsen.digital die SLUB, museum-digital die Museen selbst (siehe 3.3.7) || style=&amp;quot;background:#f8d7da&amp;quot; | keine Zuständigkeit für die Gesamtentscheidung&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Zugang zu kleinen Trägern''' || Domowina mit Regionalverbänden und Ortsgruppen. Der Kulturausschuss der Domowina sah sich 2020 als ehrenamtliches Gremium nicht in der Lage, die Koordination zu leisten.&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2020&amp;quot;/&amp;gt; 2026 wünscht die Domowina eine Dienstleistungs- und Ermöglichungsstruktur.&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2026&amp;quot;/&amp;gt; || style=&amp;quot;background:#f8d7da&amp;quot; | keine feste Anlaufstelle&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Länderübergreifende Abstimmung''' || Sachsen und Brandenburg fördern getrennt. Sächsische Träger können das DZ über Strukturmittel nutzen; die Nutzung für brandenburgische Bestände soll bilateral zwischen SI, Stiftung und Wendischem Museum geklärt werden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;dk2026&amp;quot;/&amp;gt; || style=&amp;quot;background:#fde2c4&amp;quot; | Einzelfallklärung&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Mitwirkung der Gemeinschaft''' || über den Stiftungsrat; ein Verfahren, in dem Kulturgutträger und Gemeinschaft bei Auswahl, Beschreibung und Zugang mitentscheiden, ist nicht bekannt (''offen'') || style=&amp;quot;background:#fde2c4&amp;quot; | nicht geregelt&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als mögliche Kriterien für die Auswahl nennt das DZ-Konzept: virtueller Bestandserhalt gefährdeter Einrichtungen, Sicherung des Wissens von Zeitzeuginnen und Zeitzeugen, Forschungsrelevanz, Bedeutung für die sorbische Identität, Verknüpfbarkeit mit anderen Ressourcen und wirtschaftlicher Nachnutzen (S. 8).&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt; Sie decken sich teilweise mit den Dringlichkeitsgründen aus [[#3.2.3 Bestände mit vorrangigem Digitalisierungsbedarf|Abschnitt 3.2.3]]. Beschlossen sind sie nicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Offen ist auch, wer über den '''gemeinsamen Zugang''' entscheidet. Die Konzepte sehen drei Ebenen vor: das SKR als einrichtungsübergreifenden Nachweis, digitalizat.de für die Digitalisate des DZ und Sorabicon als kuratiertes Schaufenster.&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;/&amp;gt; Welche Plattform den Einstieg bietet und wie die Angebote der Museen und der SLUB eingebunden werden, betrifft alle Träger. Bisher ist diese Entscheidung keinem Gremium zugeordnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.4.2 Standards und Austausch ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die großen Einrichtungen arbeiten mit etablierten Standards ihrer Sparte. SKR und DZ haben ein gemeinsames technisches Modell konzipiert und teilweise erprobt. Das DZ-Konzept erklärt die Metadatenstandards des SKR für verbindlich (S. 29).&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt; Einen von allen Trägern beschlossenen Mindeststandard gibt es nicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|+ Standards: heute genutzt, konzipiert, offen&lt;br /&gt;
! Bereich !! Heute genutzt !! Konzipiert oder erprobt !! Offen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Erschließung und Metadaten''' || Bibliotheken: Verbundkatalog K10plus; Archive: Kalliope; Museen: HiDA, Adlib, museum-digital&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;smb2026&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;wm2026&amp;quot;/&amp;gt; || SKR: eigene Ontologie auf Basis verknüpfter Daten (RDF) unter Rückgriff auf CIDOC (Referenzmodell für Museumsinformation) und GND; Bereitstellung in LIDO und MODS (SKR-Konzept, S. 16 und 28)&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;/&amp;gt; || gemeinsamer Metadatenkern mit Pflichtfeldern für alle Träger; Regeln, wer die Masterdaten führt und wie Änderungen abgeglichen und versioniert werden&amp;lt;ref name=&amp;quot;dk2026&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Normdaten und Kennungen''' || Normdaten der Verbünde; URN mit Institutionscode im Publikationsserver Qucosa des SI&amp;lt;ref name=&amp;quot;dk2026&amp;quot;/&amp;gt; || SKR: GND, GeoNames, VIAF, Wikidata; dauerhafte Adressen (PURL) mit Registerpräfix (SKR-Konzept, S. 16 und 21)&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;/&amp;gt; || Basisadresse der PURL; Kennungsschema mit Institutionspräfix nur diskutiert&amp;lt;ref name=&amp;quot;dk2026&amp;quot;/&amp;gt;; DZ vergibt in der Praxis eigene PURL (''zu prüfen'')&amp;lt;ref name=&amp;quot;dzpraxis&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Digitalisierung und Dateiformate''' || TIFF für Masterdateien, JPEG für die Nutzung; Orientierung an den DFG-Praxisregeln „Digitalisierung“ (DZ-Konzept, S. 31 und 33)&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt; || Kitodo-Arbeitsablauf mit METS/MODS; Texterkennung mit Werkzeugen des Projekts OCR-D, Volltexte in ALTO und TEI (DZ-Konzept, S. 17-18)&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt; || verbindliche Qualitätsvorgaben je Kulturgutart, besonders für AV-Träger, 3D-Objekte und ursprünglich digitale Dokumentationen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Austausch und Schnittstellen''' || Lieferung an DDB, Archivportal-D und Sachsen.digital&amp;lt;ref name=&amp;quot;fotothekddb&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;ldp&amp;quot;/&amp;gt; || SKR: Programmierschnittstelle (REST) und OAI-PMH im Prototyp, Abfrageschnittstelle für verknüpfte Daten (SPARQL) vorgesehen, Übernahme aus museum-digital (SKR-Konzept, S. 21 und 27-28)&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;/&amp;gt;; Bildbereitstellung über IIIF (DZ-Konzept, S. 21 und 33)&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt; || dokumentierte und praktisch getestete Schnittstellen zwischen SKR, DZ und den Systemen der Museen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Langzeiterhaltung''' || Datensicherung in den Einrichtungen; SLUB mit eigener Langzeitarchivierung&amp;lt;ref name=&amp;quot;nestor&amp;quot;/&amp;gt; || DZ strebt die dauerhafte Datenhaltung der originalen Bilddigitalisate an (DZ-Konzept, S. 8)&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt;; unterschieden wird zwischen Datenhaltung mit Sicherung und echter Langzeitarchivierung&amp;lt;ref name=&amp;quot;dk2026&amp;quot;/&amp;gt; || Konzept für den Dauerbetrieb; Vorgaben nach Standards wie dem Referenzmodell OAIS oder dem Metadatenstandard PREMIS; Prüfsummen, Wiederherstellungstests, Formatmigration&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Mehrsprachigkeit''' || Sorabicon mehrsprachig; Kitodo.Presentation mit mehrsprachiger Oberfläche&amp;lt;ref name=&amp;quot;sorabicon2024&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt; || SKR: Bezeichnungen und Beschreibungen in Ober- und Niedersorbisch, Deutsch und Englisch als Teil des Datenmodells, erweiterbar („4+-Sprachigkeit“, SKR-Konzept, S. 16-18)&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;/&amp;gt; || Übertragung auf die Erfassung bei den Trägern und im DZ; sorbischsprachige kontrollierte Vokabulare (''offen'')&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Abstimmung in Gremien''' || Einbindung des SI in überregionale Netzwerke, z. B. AG Regionalportale, Verbund DIKUSA, Copernico&amp;lt;ref name=&amp;quot;sorabicon2024&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;kdmsi&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;copernico&amp;quot;/&amp;gt; || SKR setzt Standards über Kooperationsverträge (SKR-Konzept, S. 13-14)&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;/&amp;gt; || kein sorbisches Gremium, das Standards gemeinsam beschließt und ihre Einhaltung prüft&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.4.3 Rechte und Einwilligungen ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Rechtefragen bestimmen, was digitalisiert, gespeichert und gezeigt werden darf. Bisher sind sie nur in Grundsätzen und von Fall zu Fall geregelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Was vereinbart ist:'''&lt;br /&gt;
* Das DZ braucht vor der Digitalisierung eine ausreichende Erlaubnis des Objektgebers. Die Rechteklärung soll vor Projektbeginn erfolgen und vertraglich dokumentiert werden. Zu unterscheiden sind Digitalisierung, interne Nutzung, Übergabe an die liefernde Einrichtung, öffentliche Präsentation und Nachnutzung durch Dritte. Eingeschränkte Nutzungsformen wie Vorschau, geringere Auflösung oder nur interne Bereitstellung sind möglich. Eigentümer, Datengeber und Rechteinhaber sollen in den Metadaten erkennbar bleiben.&amp;lt;ref name=&amp;quot;dk2026&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Der Vertrag zwischen DZ und Partner soll Umfang, Haftung, Datenhaltung, Präsentation und etwaige Nutzungsentgelte regeln. Das Eigentum an den Digitalisaten bleibt beim Partner (DZ-Konzept, S. 8-9 und 11).&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Im SKR bleiben die Datenpartner für ihre Daten verantwortlich und entscheiden über deren Einbringung.&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;/&amp;gt; Regeln zu Lizenzen und Zugangsstufen enthält das SKR-Konzept nach erster Durchsicht nicht (''zu prüfen'').&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Was die Praxis zeigt:'''&lt;br /&gt;
* Die Lizenzangaben sind uneinheitlich: Ein Teil der Digitalisate des SI ist als gemeinfrei gekennzeichnet&amp;lt;ref name=&amp;quot;ddb&amp;quot;/&amp;gt;, Fotos des SKA tragen den Status „urheberrechtlich geschützt“&amp;lt;ref name=&amp;quot;fotothekddb&amp;quot;/&amp;gt;.&lt;br /&gt;
* Bei sorbischen Musikvideos auf YouTube prägen Rechtefragen jeden Einzelfall (DZ-Konzept, S. 22).&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt; Sorbischsprachige Produktionen von MDR und rbb standen dem SKA 2019 aus rechtlichen Gründen nicht zur Verfügung.&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt; Für Veranstaltungsmitschnitte des studijo LUCIJA ist keine schriftliche Vereinbarung über Rechte und Übergabe bekannt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;lucija&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Erste Vorlagen für die Regelung von Nutzungsrechten gibt es in einzelnen Einrichtungen. Der Domowina-Verlag (LND) hat im Zusammenhang mit Arbeitsverträgen einen Anhang zu Nutzungsrechten. Das WITAJ-Sprachzentrum hat eine Präambel und Vereinbarungen zu internen Daten, angekauften Werken sowie zur Sammlung und Veröffentlichung von Texten. Beide Einrichtungen haben ihre Vorlagen dem Digitalisierungskreis in seiner Sitzung am 18.06.2026 zur Orientierung bereitgestellt. Dort wurde auch festgehalten, dass Nutzungsrechte an Texten, Fotos, Tonaufnahmen und anderen Inhalten, die im Arbeitskontext entstehen, klarer geregelt werden sollten.&amp;lt;ref name=&amp;quot;dk2026b&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Der Rechtsrahmen bietet Spielräume, die bisher nicht systematisch genutzt werden. Kulturerbe-Einrichtungen dürfen nicht verfügbare Werke unter bestimmten Bedingungen nicht kommerziell online zugänglich machen (§ 61d Urheberrechtsgesetz, UrhG).&amp;lt;ref name=&amp;quot;urhg61d&amp;quot;&amp;gt;Urheberrechtsgesetz (UrhG), § 61d Nicht verfügbare Werke. URL: https://www.gesetze-im-internet.de/urhg/__61d.html, abgerufen am 30.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Fotos und Scans gemeinfreier visueller Werke begründen keine eigenen Leistungsschutzrechte (§ 68 UrhG).&amp;lt;ref name=&amp;quot;urhg68&amp;quot;&amp;gt;Urheberrechtsgesetz (UrhG), § 68 Vervielfältigungen gemeinfreier visueller Werke. URL: https://www.gesetze-im-internet.de/urhg/__68.html, abgerufen am 30.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Was fehlt:'''&lt;br /&gt;
* einheitliche Rechte- und Zugangskategorien, die je Objekt oder Bestand dokumentiert werden, von „nur Metadaten öffentlich“ bis „nicht zugänglich“ (vgl. [[#2.5.6 Mukurtu und Plateau Peoples' Web Portal|Abschnitt 2.5.6]]);&lt;br /&gt;
* einrichtungsübergreifende Musterverträge und Musterklauseln für Übergaben, Digitalisierung und Veröffentlichung; einzelne Vorlagen gibt es bei LND und WITAJ (siehe oben);&lt;br /&gt;
* Regeln für Einwilligungen bei Zeitzeugen-Interviews und Veranstaltungsaufnahmen, einschließlich des Datenschutzes (''Annahme'': bisher je Projekt geregelt);&lt;br /&gt;
* ein Verfahren, in dem rechtliche Zulässigkeit und kulturelle Angemessenheit getrennt geprüft werden, sowie Wege für Korrekturen, Beschwerden und nachträgliche Sperrungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Digitalisierungskreis befasst sich mit Urheber- und Nutzungsrechten anhand konkreter Nutzungsszenarien. Für diese Szenarien wird eine rechtliche Einschätzung erarbeitet. Die dazu für den 18.06.2026 geplante Sitzung wurde verschoben, weil die Einschätzung noch nicht vorlag.&amp;lt;ref name=&amp;quot;dk2026b&amp;quot;&amp;gt;Digitalisierungskreis 2026: Protokoll der Sitzung „Nutzungsszenarien für sprachtechnologische Anwendungen“ vom 18.06.2026, Entwurf (obersorbisch). Unveröffentlicht; interne Referenz: 2026-06-18_HSB_Protokol_Digitalizaciski_kruh_Rěčnotechnologiske_naloženja.pdf.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Prüfung ist noch nicht abgeschlossen (Stand Oktober 2026).&amp;lt;ref name=&amp;quot;dkinfo&amp;quot;&amp;gt;Projektinterne Angaben zum Digitalisierungskreis, Stand Oktober 2026; schriftlicher Beleg noch einzuholen.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!-- Ergebnisse nach Abschluss der rechtlichen Einschätzung ergänzen, soweit veröffentlichbar. --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.4.4 Betrieb und Finanzierung ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Stiftung selbst ist langfristig finanziert. Im Mai 2026 vereinbarten Bund, Sachsen und Brandenburg das fünfte Finanzierungsabkommen: rund 29,3 Mio. Euro für 2026 und jährliche Erhöhungen bis 2030. Der Bund trägt die Hälfte, Sachsen ein Drittel, Brandenburg ein Sechstel. Digitalisierungsprojekte werden ausdrücklich als Förderziel genannt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;fin2026&amp;quot;/&amp;gt; Der Haushalt der Stiftung weist für 2026 gesonderte Zuwendungen für Digitalisierungsprojekte aus, 195.000 Euro vom Bund und 130.000 Euro von Sachsen, dazu knapp 5 Mio. Euro Bundesmittel für den Strukturwandel.&amp;lt;ref name=&amp;quot;hh2026&amp;quot;&amp;gt;Stiftung für das sorbische Volk 2026: Haushaltssatzung 2026. URL: https://zalozba.de/fileadmin/user_upload/Dokumente/Haushaltsplaene/HHSatzung_2026.pdf, abgerufen am 30.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Welcher Anteil davon auf das Kulturerbe entfällt, ist ''offen''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die einrichtungsübergreifenden Dienste für das Kulturerbe laufen dagegen überwiegend als befristete Projekte:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|+ Betreiber und Finanzierung je Kernfunktion&lt;br /&gt;
! Kernfunktion !! Einrichtungsübergreifender Dienst (Betreiber) !! Finanzierung heute !! Gesichert bis&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''K1''' Erfassen || Sorbisches Kulturregister (SI) || Projektstelle bis Ende 2025 (SKR-Konzept, S. 2), heutiger Stand ''offen''; Regelbetrieb braucht 2,5 Fachstellen und 0,5 Stellen für Hilfskräfte, Zeithorizont 15-20 Jahre (S. 31-32)&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;/&amp;gt; || style=&amp;quot;background:#f8d7da&amp;quot; | ''offen''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''K2''' Digitalisieren || Digitalisierungszentrum (SI) || Aufbauprojekt, bis 2027 projektbezogen gesichert (Mittelgeber ''zu prüfen''); für sächsische Träger derzeit kostenfrei&amp;lt;ref name=&amp;quot;dk2026&amp;quot;/&amp;gt; || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | Ende 2027&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''K2''' Digitalisieren || Landesprogramme der SLUB (Landesdigitalisierungsprogramm, SAVE) || Freistaat Sachsen; Kürzungen bei SAVE im Entwurf des Doppelhaushalts 2027/28&amp;lt;ref name=&amp;quot;save2026&amp;quot;/&amp;gt; || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | jährlicher Landeshaushalt&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''K3''' Erhalten || Datenhaltung des DZ (SI) || wie DZ; für den Dauerbetrieb ist ein Konzept erforderlich. Zum Vergleich: echte Langzeitarchivierung kostet bei der SLUB derzeit ca. 800 Euro je TB und Jahr.&amp;lt;ref name=&amp;quot;dk2026&amp;quot;/&amp;gt; || style=&amp;quot;background:#f8d7da&amp;quot; | Ende 2027; Dauerbetrieb ''offen''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''K4''' Zugänglich machen || Sorabicon, Virtueller Lesesaal (SI) || Grundbetrieb des SI (''Annahme''); Inhalte wachsen über Projekte, z. B. das „Digitale Portal zu sorbischen und Lausitzer Sprach- und Kulturlandschaften“ (2022-2031) im Bundesförderprogramm „Sorbische Sprache und Kultur im Strukturwandel“&amp;lt;ref name=&amp;quot;digportal&amp;quot;&amp;gt;Sorbisches Institut o. J.: Digitales Portal zu sorbischen und Lausitzer Sprach- und Kulturlandschaften. Poster zum Gesamtvorhaben. URL: https://serbski-institut.de/wp-content/uploads/2021/11/A0-Druck_DigPortal-Gesamtvorhaben.pdf, abgerufen am 30.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | Grundbetrieb ''offen''; Projekt bis 2031&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''K4''' Zugänglich machen || digitalizat.de (SI) || wie DZ (''Annahme'') || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | Ende 2027 (''Annahme'')&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Damit sind für alle vier Kernfunktionen Betreiber benannt, für alle einrichtungsübergreifenden Dienste mit Ausnahme der Landesprogramme das SI. Für die Zeit ab 2028 braucht das DZ ein Modell für Basisfinanzierung, Personal, Infrastruktur, Repositorium und Dienstleistungsbetrieb. Unterschieden wird zwischen einem Grundbetrieb, der dauerhaft finanziert werden muss, und der Digitalisierung einzelner Sammlungen, für die Drittmittel beantragt werden können. Eine Gebühren- oder Kostenlogik für Leistungen an Dritte ist nicht entschieden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;dk2026&amp;quot;/&amp;gt; Ein Konzept für Trägerwechsel, Projektende oder den Ausfall eines Dienstleisters ist nicht bekannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.4.5 Bewertung der drei Erfolgsbedingungen ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die drei Erfolgsbedingungen aus [[#2.5.9.2 Drei Erfolgsbedingungen – was gilt für alle Kernfunktionen?|Abschnitt 2.5.9.2]] werden mit den Prüfkriterien der Handlungsfelder 1 bis 3 des [[12.3.A2 Prüfraster zur Bewertung des Entwicklungsstandes beim Aufbau der Digitalisierung des Kulturerbes|Prüfrasters]] bewertet. Die Bewertung ist eine Einschätzung auf Grundlage der genannten Quellen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|+ Reifegrad der drei Erfolgsbedingungen&lt;br /&gt;
! Erfolgsbedingung !! Reifegrad !! Was vorhanden ist !! Was fehlt&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''1. Gemeinsam entscheiden und Rechte abgestuft regeln''' || style=&amp;quot;background:#fde2c4&amp;quot; | '''1''' · konzeptionell geklärt || Stiftung als Förderer mit Digitalisierungskonzept und Digitalisierungsbeauftragtem; Lenkungsgremium und Auswahlkriterien im DZ-Konzept beschrieben; Grundsätze zur Rechteklärung im Digitalisierungskreis vereinbart; regelmäßiger Austausch im Digitalisierungskreis || kein eingerichtetes Gremium für Auswahl, Freigabe und gemeinsamen Zugang; keine schriftlich festgelegten Entscheidungsrechte für Träger und Gemeinschaft; keine einheitlichen Rechte- und Zugangskategorien, Musterverträge oder Verfahren für Beschwerden und Sperrungen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''2. Gemeinsame Standards, Mehrsprachigkeit und technische Anschlussfähigkeit sichern''' || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | '''2''' · pilotiert (Langzeiterhaltung: 1) || etablierte Spartenstandards in Bibliothek, Archiv und Museen; technisches Modell von SKR und DZ mit Normdaten, METS/MODS, LIDO, IIIF und Schnittstellen in Prototyp und Piloten erprobt; Mehrsprachigkeit im Datenmodell des SKR vorgesehen || kein beschlossener gemeinsamer Metadatenkern; Regeln für Masterdaten, Versionierung und Kennungen offen; Qualitätsvorgaben je Kulturgutart und Vorgaben zur Langzeiterhaltung nicht festgelegt; kein niedrigschwelliger Einstieg für kleine Träger außer museum-digital; kein Gremium, das Standards beschließt&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''3. Dauerhafte Verantwortung und Finanzierung sichern''' || style=&amp;quot;background:#fde2c4&amp;quot; | '''1''' · konzeptionell geklärt || Stiftung bis 2030 finanziert; Betreiber für alle Kernfunktionen benannt; Personalbedarf des SKR beziffert; Unterscheidung von Grundbetrieb und Projektdigitalisierung || Dauerbetrieb von SKR (ab 2026) sowie DZ und Datenhaltung (ab 2028) nicht finanziert; Übergang von der Projekt- in die Betriebsphase nicht geregelt; keine Kostenlogik für Dritte; kein Ausstiegs- und Übergabekonzept&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach der Bewertungsregel des Prüfrasters zählt die schwächste kritische Abhängigkeit. Für die Governance sind das die Erfolgsbedingungen 1 und 3: Es fehlen verbindliche Entscheidungswege und eine Finanzierung des Dauerbetriebs. Beides begrenzt auch die Reife der Dienste aus Abschnitt 3.3. Ein Dienst kann Reifegrad 4 erst erreichen, wenn Zuständigkeiten, Finanzierung und Verfahren dauerhaft verankert sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.4.6 Erste Befunde ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* '''Die Förderung ist gesichert, der Betrieb der gemeinsamen Dienste nicht.''' Die Stiftung ist bis 2030 finanziert. SKR, DZ und Datenhaltung hängen dagegen an befristeten Mitteln; die Projektstelle für das SKR lief laut Konzept Ende 2025 aus.&amp;lt;ref name=&amp;quot;fin2026&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;dk2026&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
* '''Es gibt Austausch, aber keinen Ort für verbindliche Entscheidungen.''' Der Digitalisierungskreis berät, entscheidet aber nicht.&amp;lt;ref name=&amp;quot;dkinfo&amp;quot;/&amp;gt; Das im DZ-Konzept vorgesehene Lenkungsgremium ist nicht eingerichtet. Damit fehlt eine Stelle, die Prioritäten über Einrichtungen hinweg festlegt und über den gemeinsamen Zugang entscheidet.&lt;br /&gt;
* '''Das SI trägt fast die gesamte gemeinsame Infrastruktur.''' Es betreibt oder plant Register, Digitalisierungszentrum, Datenhaltung und die wichtigsten Präsentationsangebote. Das bündelt Fachwissen, macht die Kette aber von einer Einrichtung und ihren Projektmitteln abhängig.&lt;br /&gt;
* '''Die Standards sind technisch gut vorbereitet, aber nicht gemeinsam beschlossen.''' Mit SKR und DZ liegt ein anschlussfähiges, mehrsprachig angelegtes Modell vor. Es fehlen ein verbindlicher Metadatenkern, Regeln für Masterdaten und Kennungen sowie Vorgaben für die Langzeiterhaltung.&lt;br /&gt;
* '''Rechte werden von Fall zu Fall geklärt.''' Grundsätze sind vereinbart; Musterverträge, Zugangskategorien und Einwilligungsregeln fehlen. Gerade beim lebendigen Kulturgeschehen und bei ursprünglich digitalen Werken bremst das die Sicherung.&lt;br /&gt;
* '''Sachsen und Brandenburg sind unterschiedlich angebunden.''' Sächsische Träger können Landesprogramme und das DZ nutzen. Für brandenburgische Träger gibt es Projektförderung, die Nutzung des DZ wird im Einzelfall geklärt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;dk2026&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;diwa2026&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
* '''Kleine Träger haben keine feste Anlaufstelle.''' Die Domowina erreicht sie, kann die Koordination aber nicht leisten und wünscht eine Dienstleistungs- und Ermöglichungsstruktur.&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2020&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2026&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== 3.5 Gesamtbewertung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieser Abschnitt führt die Ergebnisse zusammen. Er gleicht den Bedarf aus [[#3.2 Bestände und Bedarfe|Abschnitt 3.2]] mit dem Angebot aus [[#3.3 Kernfunktionen: Vorhaben, Systeme, Dienste|Abschnitt 3.3]] und dem Rahmen aus [[#3.4 Governance|Abschnitt 3.4]] ab und leitet daraus Lücken und ihre Dringlichkeit ab. Maßstab sind die Reifegrade und Mindestbedingungen des Prüfrasters in [[12.3.A2 Prüfraster zur Bewertung des Entwicklungsstandes beim Aufbau der Digitalisierung des Kulturerbes|Anhang 12.3.A2]] sowie die Ziele aus [[#1.1 Visionen und Ziele für die sorbische digitale Welt|Abschnitt 1.1]]. Die Bewertung ist eine Einschätzung auf Grundlage der in 3.1 bis 3.4 genannten Quellen. Sie kann sich ändern, sobald die offenen Punkte aus 3.5.4 geklärt sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;mark&amp;gt;Die Gesamtbewertung sollte nach der Abstimmung der Abschnitte 3.1 bis 3.4 mit den Einrichtungen noch einmal überprüft werden.&amp;lt;/mark&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.5.1 Lückenmatrix ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Lückenmatrix verbindet die Abschnitte 3.2 und 3.3. Die Zeilen sind die [[#2.2 Klassifizierung von Kulturgütern|Kulturgutklassen]], die Spalten die vier Kernfunktionen. Jede Zelle stellt den Bedarf dem Angebot gegenüber:&lt;br /&gt;
* '''Bedarf''' nach Abschnitt 3.2: Menge, Gefährdung und Wissensstand der Bestände sowie die Bedarfe der Träger (hoch · mittel · gering).&lt;br /&gt;
* '''Angebot''' nach der Matrix in [[#3.3.4 Abdeckung nach Kulturgutklassen|Abschnitt 3.3.4]] (gut · teilweise · fehlt · unbekannt).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Farbe zeigt die daraus abgeleitete Lücke:&lt;br /&gt;
; groß&lt;br /&gt;
: Hoher Bedarf trifft auf ein fehlendes, unbekanntes oder nur teilweises Angebot, oder mittlerer Bedarf trifft auf kein Angebot.&lt;br /&gt;
; mittel&lt;br /&gt;
: Mittlerer Bedarf trifft auf ein teilweises Angebot.&lt;br /&gt;
; gering&lt;br /&gt;
: Ein nutzbares Angebot deckt den bekannten Bedarf weitgehend.&lt;br /&gt;
; unbekannt&lt;br /&gt;
: Bei mittlerem Bedarf ist das Angebot nicht ausreichend bekannt, um die Lücke einzuschätzen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|+ Lückenmatrix: Bedarf vs. Angebot je Kulturgutklasse und Kernfunktion&amp;lt;br&amp;gt;(rot: Lücke groß · gelb: mittel · grün: gering · grau: unbekannt)&lt;br /&gt;
! Klasse !! K1 Erfassen !! K2 Digitalisieren !! K3 Erhalten !! K4 Zugänglich machen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''A''' Materiell – unbeweglich || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | '''mittel'''&amp;lt;br&amp;gt;&amp;lt;small&amp;gt;Bedarf mittel · Angebot teilweise&amp;lt;/small&amp;gt; || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | '''mittel'''&amp;lt;br&amp;gt;&amp;lt;small&amp;gt;Bedarf mittel · Angebot teilweise&amp;lt;/small&amp;gt; || style=&amp;quot;background:#f8d7da&amp;quot; | '''groß'''&amp;lt;br&amp;gt;&amp;lt;small&amp;gt;Bedarf hoch · Angebot fehlt&amp;lt;/small&amp;gt; || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | '''mittel'''&amp;lt;br&amp;gt;&amp;lt;small&amp;gt;Bedarf mittel · Angebot teilweise&amp;lt;/small&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''B1''' Schriftgut || style=&amp;quot;background:#c3e6cb&amp;quot; | '''gering'''&amp;lt;br&amp;gt;&amp;lt;small&amp;gt;Bedarf gering · Angebot gut&amp;lt;/small&amp;gt; || style=&amp;quot;background:#c3e6cb&amp;quot; | '''gering'''&amp;lt;br&amp;gt;&amp;lt;small&amp;gt;Bedarf mittel · Angebot gut (nur Sachsen)&amp;lt;/small&amp;gt; || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | '''mittel'''&amp;lt;br&amp;gt;&amp;lt;small&amp;gt;Bedarf mittel · Angebot teilweise&amp;lt;/small&amp;gt; || style=&amp;quot;background:#c3e6cb&amp;quot; | '''gering'''&amp;lt;br&amp;gt;&amp;lt;small&amp;gt;Bedarf mittel · Angebot gut&amp;lt;/small&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''B2''' Fotografien und Bildträger || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | '''mittel'''&amp;lt;br&amp;gt;&amp;lt;small&amp;gt;Bedarf mittel · Angebot teilweise&amp;lt;/small&amp;gt; || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | '''mittel'''&amp;lt;br&amp;gt;&amp;lt;small&amp;gt;Bedarf mittel · Angebot teilweise&amp;lt;/small&amp;gt; || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | '''mittel'''&amp;lt;br&amp;gt;&amp;lt;small&amp;gt;Bedarf mittel · Angebot teilweise&amp;lt;/small&amp;gt; || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | '''mittel'''&amp;lt;br&amp;gt;&amp;lt;small&amp;gt;Bedarf mittel · Angebot teilweise&amp;lt;/small&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''B3''' Analoge AV-Träger || style=&amp;quot;background:#f8d7da&amp;quot; | '''groß'''&amp;lt;br&amp;gt;&amp;lt;small&amp;gt;Bedarf hoch · Angebot unbekannt&amp;lt;/small&amp;gt; || style=&amp;quot;background:#f8d7da&amp;quot; | '''groß'''&amp;lt;br&amp;gt;&amp;lt;small&amp;gt;Bedarf hoch · Angebot teilweise&amp;lt;/small&amp;gt; || style=&amp;quot;background:#f8d7da&amp;quot; | '''groß'''&amp;lt;br&amp;gt;&amp;lt;small&amp;gt;Bedarf hoch · Angebot unbekannt&amp;lt;/small&amp;gt; || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | '''mittel'''&amp;lt;br&amp;gt;&amp;lt;small&amp;gt;Bedarf mittel · Angebot teilweise&amp;lt;/small&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''B4''' 3D-Objekte || style=&amp;quot;background:#f8d7da&amp;quot; | '''groß'''&amp;lt;br&amp;gt;&amp;lt;small&amp;gt;Bedarf hoch · Angebot teilweise&amp;lt;/small&amp;gt; || style=&amp;quot;background:#f8d7da&amp;quot; | '''groß'''&amp;lt;br&amp;gt;&amp;lt;small&amp;gt;Bedarf hoch · Angebot teilweise&amp;lt;/small&amp;gt; || style=&amp;quot;background:#eeeeee&amp;quot; | '''unbekannt'''&amp;lt;br&amp;gt;&amp;lt;small&amp;gt;Bedarf mittel · Angebot unbekannt&amp;lt;/small&amp;gt; || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | '''mittel'''&amp;lt;br&amp;gt;&amp;lt;small&amp;gt;Bedarf mittel · Angebot teilweise&amp;lt;/small&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''C1''' Orale Traditionen || style=&amp;quot;background:#f8d7da&amp;quot; | '''groß'''&amp;lt;br&amp;gt;&amp;lt;small&amp;gt;Bedarf hoch · Angebot teilweise&amp;lt;/small&amp;gt; || style=&amp;quot;background:#f8d7da&amp;quot; | '''groß'''&amp;lt;br&amp;gt;&amp;lt;small&amp;gt;Bedarf hoch · Angebot unbekannt&amp;lt;/small&amp;gt; || style=&amp;quot;background:#f8d7da&amp;quot; | '''groß'''&amp;lt;br&amp;gt;&amp;lt;small&amp;gt;Bedarf hoch · Angebot unbekannt&amp;lt;/small&amp;gt; || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | '''mittel'''&amp;lt;br&amp;gt;&amp;lt;small&amp;gt;Bedarf mittel · Angebot teilweise&amp;lt;/small&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''C2-C5''' Darstellende Künste, Rituale und Feste, Wissen, Handwerk || style=&amp;quot;background:#f8d7da&amp;quot; | '''groß'''&amp;lt;br&amp;gt;&amp;lt;small&amp;gt;Bedarf hoch · Angebot teilweise&amp;lt;/small&amp;gt; || style=&amp;quot;background:#f8d7da&amp;quot; | '''groß'''&amp;lt;br&amp;gt;&amp;lt;small&amp;gt;Bedarf hoch · Angebot fehlt&amp;lt;/small&amp;gt; || style=&amp;quot;background:#f8d7da&amp;quot; | '''groß'''&amp;lt;br&amp;gt;&amp;lt;small&amp;gt;Bedarf hoch · Angebot fehlt&amp;lt;/small&amp;gt; || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | '''mittel'''&amp;lt;br&amp;gt;&amp;lt;small&amp;gt;Bedarf mittel · Angebot teilweise&amp;lt;/small&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''D1''' Born-digital || style=&amp;quot;background:#f8d7da&amp;quot; | '''groß'''&amp;lt;br&amp;gt;&amp;lt;small&amp;gt;Bedarf hoch · Angebot fehlt&amp;lt;/small&amp;gt; || style=&amp;quot;background:#f8f9fa&amp;quot; | –&amp;lt;br&amp;gt;&amp;lt;small&amp;gt;Übernahme statt Digitalisierung, siehe K3&amp;lt;/small&amp;gt; || style=&amp;quot;background:#f8d7da&amp;quot; | '''groß'''&amp;lt;br&amp;gt;&amp;lt;small&amp;gt;Bedarf hoch · Angebot fehlt&amp;lt;/small&amp;gt; || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | '''mittel'''&amp;lt;br&amp;gt;&amp;lt;small&amp;gt;Bedarf mittel · Angebot teilweise&amp;lt;/small&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Begründung je Zeile in Kurzform:&lt;br /&gt;
* '''A:''' In Sachsen weitgehend erfasst, in der Niederlausitz bis 2031 in Arbeit. Digitalisate wie die Fotonegative und Raumscans liegen nur in der Datenhaltung des DZ.&lt;br /&gt;
* '''B1:''' gut erschlossen und über das Landesdigitalisierungsprogramm digitalisierbar, allerdings nur in Sachsen; die Menge ist groß (0,5 bis 1 Mio. Druckseiten allein im SI). Langzeitarchivierung besteht nur für die Landesprogramme (''Annahme'').&lt;br /&gt;
* '''B2:''' Durchgängige Angebote bestehen vor allem für das SKA. Private Bestände sind kaum verzeichnet, die Bestände der Museen nur teilweise.&lt;br /&gt;
* '''B3:''' Die Gefährdung ist am höchsten, die Kenntnis der Bestände am geringsten. SAVE gibt es nur in Sachsen, und es soll gekürzt werden; das DZ hat für Film bisher nur einen einfachen 8-mm-Digitalisierer.&lt;br /&gt;
* '''B4:''' große Mengen; kleine Träger teils ohne Inventar; private Ausstellungen ohne Nachfolge. Digitalisiert wird nur bis DIN A3 in den Museen oder im Pilot. Ob die Museen ihre Digitalisate langfristig erhalten können, ist ''offen''.&lt;br /&gt;
* '''C1 bis C5:''' Das Wissen ist an wenige, teils ältere Personen gebunden; für das Niedersorbische drängt die Zeit. Systematisch erhoben wurde nur in der Niederlausitz, Mitschnitte haben keinen geregelten Übernahmeweg.&lt;br /&gt;
* '''D1:''' kaum erfasst, ohne Übernahmeweg und ohne Zielarchiv; Plattformen wie YouTube sind kein verlässlicher Speicherort.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Matrix zeigt zwei Muster. Erstens folgen die Lücken den Kulturgutklassen: Wo der Zeitdruck nach [[#3.2.3 Bestände mit vorrangigem Digitalisierungsbedarf|Abschnitt 3.2.3]] am größten ist, bei B3, C und D1, sind die Lücken in K1 bis K3 durchgehend groß (bei D1 entfällt K2). Zweitens folgen sie den Kernfunktionen: Beim langfristigen Erhalten (K3) ist die Lücke in keiner Klasse gering, beim Zugänglichmachen (K4) in keiner groß.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.5.2 Reifegrade und Mindestbedingungen ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Prüfraster bewertet den Aufbau in sechs Handlungsfeldern (HF) mit drei Prioritätsstufen. Die Handlungsfelder 1 bis 3 entsprechen inhaltlich den drei Erfolgsbedingungen aus [[#3.4.5 Bewertung der drei Erfolgsbedingungen|Abschnitt 3.4.5]]. Die Handlungsfelder 4 bis 6 werden hier erstmals eingeschätzt. Die Tabelle fasst sie mit den Reifegraden der Kernfunktionen aus [[#3.3.3 Kurzbewertung der vier Kernfunktionen|Abschnitt 3.3.3]] zusammen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|+ Reifegrade im Überblick&lt;br /&gt;
! Bereich !! Reifegrad !! Engpass&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! colspan=&amp;quot;3&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left; background:#eaecf0&amp;quot; | Kernfunktionen (aus 3.3.3)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''K1''' Erfassen, beschreiben und verknüpfen || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | '''2''' · pilotiert || SKR nicht im Regelbetrieb, Personal ''offen''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''K2''' Digitalisieren und Qualität sichern || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | '''2''' · pilotiert || Dienstleistung des DZ erst nach der Pilotphase; AV-Träger nur über Kooperationen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''K3''' Langfristig erhalten || style=&amp;quot;background:#fde2c4&amp;quot; | '''1''' · konzeptionell || kein Langzeitarchiv, das Digitalisate anderer Träger übernimmt&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''K4''' Zugänglich machen || style=&amp;quot;background:#dff0d8&amp;quot; | '''3''' · teilweise Regelbetrieb || kein gemeinsamer Einstieg; Nachnutzung durch Rechte begrenzt&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! colspan=&amp;quot;3&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left; background:#eaecf0&amp;quot; | Handlungsfelder des Prüfrasters (Priorität 1 bis 3)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''HF1''' Gemeinsam entscheiden und Zugänge regeln (Prio 1) || style=&amp;quot;background:#fde2c4&amp;quot; | '''1''' · konzeptionell || kein Gremium für Auswahl und Zugang; keine Zugangskategorien&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''HF2''' Dauerbetrieb und Finanzierung sichern (Prio 1) || style=&amp;quot;background:#fde2c4&amp;quot; | '''1''' · konzeptionell || Dauerbetrieb von SKR, DZ und Datenhaltung nicht finanziert&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''HF3''' Standards und Langzeiterhaltung festlegen (Prio 1) || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | '''2''' · pilotiert (Langzeiterhaltung: 1) || kein beschlossener Metadatenkern; kein Zielarchiv&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''HF4''' Bestände priorisieren und die vollständige Kette pilotieren (Prio 2) || style=&amp;quot;background:#fde2c4&amp;quot; | '''1''' · konzeptionell (Teilketten pilotiert) || keine Prioritätenliste; keine Kette einschließlich des Erhaltens erprobt (siehe 3.3.5)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''HF5''' Zentral unterstützen und dezentral verantworten (Prio 2) || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | '''2''' · pilotiert || DZ-Piloten mit externen Partnern, z. B. in Drebkau; keine feste Beratung für kleine Träger; Nutzung durch brandenburgische Träger ungeklärt&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''HF6''' Mehrsprachig vermitteln, Nachnutzung ermöglichen und Wirkung prüfen (Prio 3) || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | '''2''' · pilotiert (Vermittlung: 3) || mehrsprachige Portale im Regelbetrieb; Lizenzen uneinheitlich; keine Wirkungsprüfung bekannt (''offen'')&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Gesamtkette''' || style=&amp;quot;background:#fde2c4&amp;quot; | '''1''' · konzeptionell || bestimmt durch K3, HF1 und HF2&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Prüfraster nennt pragmatische Mindestbedingungen dafür, welche Schritte auf welchem Stand sinnvoll sind:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|+ Mindestbedingungen des Prüfrasters (verkürzt) und heutiger Stand&lt;br /&gt;
! Stufe !! Mindestbedingung !! Heute&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Pilotprojekte''' || Handlungsfelder der Priorität 1 mindestens konzeptionell geklärt; verantwortliche Stellen, vorläufige Standards und ein Zielrepositorium benannt || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | '''weitgehend erfüllt:''' HF1 bis HF3 mindestens auf Stufe 1; SI als verantwortliche Stelle; Standards von SKR und DZ; als Zielrepositorium nur die Datenhaltung des DZ ohne Langzeitarchivierung&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Breitere Digitalisierung''' || Entscheidungsrechte, Betrieb, Finanzierung, Standards und Archivierung praktisch erprobt und zumindest teilweise im Regelbetrieb || style=&amp;quot;background:#f8d7da&amp;quot; | '''nicht erfüllt:''' HF1, HF2 und die Archivierung auf Stufe 1&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Breiter Ausbau der Präsentation''' || Rechteprüfung, Datenpflege, Repositorium, Betreiberverantwortung und Korrekturverfahren arbeiten verlässlich im Regelbetrieb || style=&amp;quot;background:#f8d7da&amp;quot; | '''nicht erfüllt:''' keine Zugangskategorien und Korrekturverfahren; SKR und Repositorium nicht im Dauerbetrieb&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach dem Leitgedanken des Prüfrasters gilt: ohne geklärte Verantwortung kein breiter Ausbau, ohne Zielarchiv kein Digitalisat, ohne Datenpflege kein Register und ohne Rechte- und Kulturprüfung keine Veröffentlichung. Heute sind damit Pilotprojekte möglich und sinnvoll. Ein breiter Ausbau würde dagegen die Lücken beim Erhalten und in der Governance vergrößern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.5.3 Kernaussagen ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* '''1. Bedarf und Angebot sind gegenläufig verteilt.''' Am besten versorgt ist das Schriftgut (B1), weil es an Bibliotheken und sächsische Landesprogramme anschließt. Große Lücken bestehen dort, wo der Zeitdruck am größten ist: bei analogen AV-Trägern (B3), beim immateriellen Kulturerbe (C), bei ursprünglich digitalen Werken (D1) und bei Objekten kleiner und privater Träger (B4).&lt;br /&gt;
* '''2. Das langfristige Erhalten ist das schwächste Glied.''' K3 steht auf Reifegrad 1, und in keiner Kulturgutklasse ist die Lücke gering. Es gibt keinen Dienst, der Digitalisate und ursprünglich digitale Werke anderer Träger dauerhaft übernimmt. Jedes neue Digitalisat ohne Zielarchiv vergrößert das Risiko, statt es zu verringern.&lt;br /&gt;
* '''3. Die Bausteine stehen, ihr Dauerbetrieb nicht.''' SKR, DZ, digitalizat.de und Sorabicon bilden eine schlüssige, in Piloten erprobte Architektur. Die Projektstelle des SKR lief jedoch Ende 2025 aus, und das DZ ist nur bis Ende 2027 finanziert. Über die Anschlussfinanzierung muss deshalb spätestens im Laufe des Jahres 2027 entschieden werden.&lt;br /&gt;
* '''4. Pilotprojekte sind möglich, ein breiter Ausbau noch nicht.''' Die Mindestbedingungen des Prüfrasters für Pilotprojekte sind weitgehend erfüllt, die für eine breitere Digitalisierung und den breiten Ausbau der Präsentation nicht. Die Gesamtkette steht auf Reifegrad 1. Bestimmt wird sie durch das Erhalten (K3), die gemeinsamen Entscheidungen (HF1) und die Finanzierung des Dauerbetriebs (HF2).&lt;br /&gt;
* '''5. Es fehlt ein Ort für verbindliche gemeinsame Entscheidungen.''' Über Auswahl, Prioritäten, Standards, Rechte und den gemeinsamen Zugang entscheidet bisher jede Einrichtung oder jedes Projekt für sich. Ohne ein solches Gremium lässt sich die für 2028 angestrebte Prioritätenliste nicht beschließen.&lt;br /&gt;
* '''6. Wo der Zeitdruck am größten ist, ist am wenigsten bekannt.''' Belastbare Zahlen gibt es nur für wenige große Träger. Für die AV-Bestände, das immaterielle Erbe, ursprünglich digitale Werke und die meisten kleinen Träger fehlen sie. Eine Bestandserhebung ist deshalb Voraussetzung jeder Priorisierung.&lt;br /&gt;
* '''7. Der Zugang zu Diensten ist ungleich verteilt.''' Große sächsische Einrichtungen nutzen bewährte Landesinfrastruktur, die selbst unter Kürzungsdruck steht.&amp;lt;ref name=&amp;quot;save2026&amp;quot;/&amp;gt; Brandenburgische Träger sind auf Projektförderung angewiesen. Kleine Träger können praktisch nur museum-digital selbst nutzen und haben keine feste Anlaufstelle.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.5.4 Offene Punkte ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die folgenden Punkte sind in den Abschnitten 3.1 bis 3.4 als ''offen'' oder ''zu prüfen'' gekennzeichnet und beeinflussen die Bewertung. Sie sollten vor der Ableitung der Maßnahmen geklärt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|+ Offene Punkte mit Einfluss auf die Gesamtbewertung&lt;br /&gt;
! Offener Punkt !! Abschnitt !! Zu klären mit&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Umfang und Zustand der Bestände des SKA, des Wendischen Museums, der AV-Bestände (u. a. SNE, Rundfunk, Amateurfilmer) und der kleinen Träger || 3.2 || SI (SKA), Wendisches Museum, SNE, Domowina&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Fortbestand der zwölf kleinen Sammlungsorte, die nur durch Unterlagen von 2019 und 2020 belegt sind || 3.1, 3.2 || Domowina&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Personal und Betrieb des SKR seit 2026; Stand des vorgesehenen Beirats || 3.3, 3.4 || SI&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Mittelgeber des DZ bis 2027; Anschluss ab 2028; Nutzung für brandenburgische Bestände || 3.3, 3.4 || SI, Stiftung, Wendisches Museum, Land Brandenburg&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Zielarchiv für Dritte: Langzeitarchivierungskonzept des DZ, Übernahme durch die SLUB oder eine andere Einrichtung, Kosten || 3.3, 3.4 || SI, SLUB&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Verknüpfung der PURL des DZ mit dem SKR; Regeln für Masterdaten || 3.3, 3.4 || SI (DZ, SKR)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Freischaltung von digitalizat.de || 3.2, 3.3 || SI&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Rechtliche Einschätzung typischer Nutzungsszenarien || 3.4 || Digitalisierungskreis, Stiftung&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Zugang zu den Rundfunkarchiven von MDR und rbb; Übergabe der Mitschnitte des studijo LUCIJA an das SKA || 3.1 bis 3.3 || MDR, rbb, studijo LUCIJA, SKA&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Sicherung sorbischer Websites durch die Deutsche Nationalbibliothek (DNB) oder die SLUB || 3.3 || DNB, SLUB&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Kürzungen bei SAVE: Der Landtag soll den Doppelhaushalt 2027/28 bis Ende Dezember 2026 beschließen, die Verhandlungen dauern an.&amp;lt;ref name=&amp;quot;dhh2026&amp;quot;&amp;gt;Sachsen Fernsehen 2026: Sachsen: CDU und SPD verhandeln Haushalt weiter, 27.10.2026. URL: https://www.sachsen-fernsehen.de/amp/sachsen-cdu-und-spd-verhandeln-haushalt-weiter-2315394/, abgerufen am 30.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; || 3.3, 3.4 || Landtag Sachsen (Beschluss abwarten)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Erhebung des immateriellen Kulturerbes in der Oberlausitz || 3.2 || SI, Domowina&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.5.5 Überleitung zu den Maßnahmen ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Gesamtbewertung legt keine Maßnahmen fest. Darüber entscheiden die sorbische Gemeinschaft und ihre Gremien. Sie zeigt aber, wo anzusetzen ist und in welcher Reihenfolge. Das Prüfraster gibt die Reihenfolge vor: Die Handlungsfelder der Priorität 1 sind Voraussetzung für den Ausbau. Die Umsetzungsprinzipien aus [[#2.5.9.3 Zwei Umsetzungsprinzipien – wie sollte vorgegangen werden?|Abschnitt 2.5.9.3]] ergänzen sie: priorisieren, die vollständige Kette pilotieren, dann skalieren; zentral ermöglichen, dezentral verantworten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie dringlich das ist, zeigt der Abstand zu den Zielen aus Abschnitt 1.1:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|+ Abstand zu den Zielen aus Abschnitt 1.1&lt;br /&gt;
! Ziel !! Stand heute !! Abstand&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Bis 2028:''' institutionenübergreifende Übersicht über relevante Bestände mit einer Prioritätenliste für die Digitalisierung || kein Gesamtüberblick; SKR im Pilot, Personal ''offen''; Auswahlkriterien nicht beschlossen, kein Gremium || style=&amp;quot;background:#f8d7da&amp;quot; | groß&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Bis 2028:''' zentrales, mehrsprachiges Kulturerbe-Portal mit Suche über alle teilnehmenden Einrichtungen || mehrsprachige Einzelportale im Regelbetrieb; Rechercheoberfläche des SKR konzipiert; Entscheidung über den gemeinsamen Einstieg keinem Gremium zugeordnet || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | mittel&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Bis 2030:''' Kernbestände in hoher Qualität digitalisiert, beschrieben und im Langzeitarchiv gesichert || Kernbestände nicht festgelegt; K2 auf Stufe 2, K3 auf Stufe 1 || style=&amp;quot;background:#f8d7da&amp;quot; | groß&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Bis 2032:''' tragfähiges Modell mit Langzeitarchiv nach dem Referenzmodell OAIS (Open Archival Information System), klaren Zuständigkeiten, Prozessen und Budgets || Betreiber benannt; Dauerbetrieb nicht finanziert; kein Langzeitarchiv für Dritte || style=&amp;quot;background:#f8d7da&amp;quot; | groß&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus der Lückenmatrix, den Reifegraden und den Zielen ergeben sich die folgenden Ansatzpunkte. Die Reihenfolge folgt den Prioritäten des Prüfrasters, die Bestandserhebung steht als Voraussetzung voran.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|+ Ansatzpunkte für die Maßnahmen&lt;br /&gt;
! Ansatzpunkt !! Bezug !! Zeitbezug&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''1. Bestands- und Bedarfserhebung''' mit anschließender Prioritätenliste || Kernaussage 6; Zellen mit unbekanntem Angebot; HF4 || Ziel 2028; Beginn 2027 nötig (''Annahme'')&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''2. Dauerbetrieb von SKR, DZ und Datenhaltung''' finanzieren und den Übergang aus der Projektphase regeln || Kernaussage 3; HF2 (Prio 1) || SKR sofort; DZ vor Ende 2027&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''3. Zielarchiv für Dritte''' festlegen: eigener Dienst, Kooperation, z. B. mit der SLUB, oder föderierte Lösung || Kernaussage 2; Spalte K3; HF3 (Prio 1) || vor jeder breiteren Digitalisierung; Ziel 2032&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''4. Gemeinsames Entscheidungsgremium''' mit Auswahlkriterien, Rechte- und Zugangskategorien und Musterverträgen || Kernaussage 5; HF1 (Prio 1) || Voraussetzung für die Prioritätenliste 2028&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''5. Notsicherung zeitkritischer Bestände''' als vollständige Kette pilotieren: analoge AV-Träger, Sprache und Zeitzeugen des Niedersorbischen, ursprünglich digitale Werke || Kernaussagen 1 und 4; Zeilen B3, C1, D1; HF4 (Prio 2) || sofort möglich, da die Mindestbedingungen für Pilotprojekte weitgehend erfüllt sind&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''6. Anlaufstelle und Beratung''' für kleine und brandenburgische Träger || Kernaussage 7; HF5 (Prio 2) || mit der Bestandserhebung verbinden&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''7. Gemeinsamer Einstieg''' für Nutzerinnen und Nutzer: Plattform und Einbindung der übrigen Portale festlegen || Spalte K4; HF6 (Prio 3) || Ziel 2028&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Bestandserhebung.''' Sie steht am Anfang, weil ohne sie weder eine Prioritätenliste noch eine Bemessung von Kapazitäten und Kosten möglich ist. Aus der Ist-Analyse ergeben sich folgende Eckpunkte:&lt;br /&gt;
* '''Gegenstand:''' Sammlungsorte und Bestände je Kulturgutklasse mit Umfang, Zustand, Erfassungs- und Digitalisierungsstand, Rechtelage und Gefährdung nach den Gründen aus 3.2.3.&lt;br /&gt;
* '''Ausgangsbasis:''' die Arbeitsliste mit rund 32 Orten ([[12.3.A3 Sammlungsorte des sorbischen Kulturerbes|Anhang 12.3.A3]]), die mehr als 70 Einrichtungen aus dem SKR-Konzept und die Fragebogenerhebung zu Bräuchen und Festen im Landkreis Spree-Neiße ab 2020 als erprobtes Vorbild.&amp;lt;ref name=&amp;quot;liste2026&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;ike&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
* '''Werkzeug:''' Erfassung möglichst direkt im SKR, für Museen auch über museum-digital mit dem im SKR-Konzept vorgesehenen Anwendungsprofil (S. 30).&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;/&amp;gt; So baut die Erhebung zugleich den Nachweis auf, und Daten werden nicht doppelt gepflegt.&lt;br /&gt;
* '''Zugang:''' über die Domowina mit ihren Regionalverbänden und Ortsgruppen und gegebenenfalls über den Arbeitskreis Lausitzer Museenland; die großen Einrichtungen liefern ihre Angaben direkt.&lt;br /&gt;
* '''Reihenfolge:''' zuerst die Klassen mit großer Lücke und unbekanntem Umfang (B3, C, D1) sowie die kleinen Orte, die nur bis 2020 belegt sind.&lt;br /&gt;
* '''Voraussetzung:''' Personal für das SKR und eine Stelle, die die Erhebung koordiniert. Der Kulturausschuss der Domowina sah sich 2020 als ehrenamtliches Gremium nicht in der Lage, die Koordination zu leisten.&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2020&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Maßnahmen selbst werden im nächsten Arbeitsschritt erarbeitet. &amp;lt;mark&amp;gt;Verweis auf den Abschnitt oder Artikel mit den Maßnahmen ergänzen.&amp;lt;/mark&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== ENTWURF 3.4 Gesamtbewertung und vorrangiger Handlungsbedarf ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;background-color:#eef5fb;border-left:4px solid #5b9bd5;padding:0.7em 1em;margin:1em 0;&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Leitfrage:''' Welche Bedarfe sind bereits ausreichend abgedeckt, wo liegen die entscheidenden Lücken und welche davon sollten vorrangig bearbeitet werden? &amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Ergebnisse der vorangegangenen Abschnitte werden abschließend zusammengeführt. Ziel ist noch nicht die vollständige Formulierung konkreter Maßnahmen, sondern zunächst eine begründete Bewertung des Ist-Standes und der wichtigsten Lücken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dabei sollte insbesondere unterschieden werden zwischen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* unmittelbar gefährdeten Kulturgütern beziehungsweise Beständen,&lt;br /&gt;
* strukturellen Lücken, die weitere Digitalisierungsschritte blockieren,&lt;br /&gt;
* fehlenden oder nur teilweise verfügbaren Kernfunktionen,&lt;br /&gt;
* nicht dauerhaft abgesicherten Angeboten,&lt;br /&gt;
* Verbesserungsmöglichkeiten bei bereits grundsätzlich funktionierenden Strukturen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die abschließende Bewertung insbesondere zu prüfen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Ergebnisse aus Akteurs-, Bestands- und Bedarfserhebung zusammenführen&lt;br /&gt;
* für jede der vier Kernfunktionen die wichtigsten Stärken und Lücken benennen&lt;br /&gt;
* übergreifende strukturelle Probleme aus Zuständigkeiten, Standards, Betrieb und Finanzierung ergänzen&lt;br /&gt;
* unterscheiden zwischen:&lt;br /&gt;
** fehlender Leistung,&lt;br /&gt;
** unzureichender Kapazität,&lt;br /&gt;
** fehlender Bekanntheit beziehungsweise Zugänglichkeit,&lt;br /&gt;
** fehlender Verbindung bestehender Angebote,&lt;br /&gt;
** ungeklärter Zuständigkeit,&lt;br /&gt;
** fehlender dauerhafter Absicherung;&lt;br /&gt;
* Dringlichkeit begründen, insbesondere anhand von:&lt;br /&gt;
** Verlustgefahr,&lt;br /&gt;
** blockierenden Abhängigkeiten,&lt;br /&gt;
** Anzahl beziehungsweise Bedeutung betroffener Kulturgutträger,&lt;br /&gt;
** kultureller und sprachlicher Bedeutung,&lt;br /&gt;
** Aufwand und Realisierbarkeit;&lt;br /&gt;
* offene Informationslücken ausdrücklich kennzeichnen&lt;br /&gt;
* aus den ermittelten Lücken anschließend Handlungsbedarfe ableiten&lt;br /&gt;
* konkrete Lösungsmaßnahmen erst im folgenden Maßnahmen- beziehungsweise Soll-Abschnitt festlegen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mögliche zusammenfassende Bewertungsmatrix:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot; style=&amp;quot;width:100%;&amp;quot;&lt;br /&gt;
! Bereich&lt;br /&gt;
! Belegter Ist-Stand&lt;br /&gt;
! Abgedeckte Bedarfe&lt;br /&gt;
! Lücke / Risiko&lt;br /&gt;
! Dringlichkeit&lt;br /&gt;
! Daraus abgeleiteter Handlungsbedarf&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| ''Beispiel: Nachweisen und Registrieren''&lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| ''Beispiel: Digitalisieren''&lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| ''Beispiel: Langfristig erhalten''&lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| ''Beispiel: Zugänglich machen und nutzen''&lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| ''Beispiel: gemeinsame Standards / Zusammenarbeit''&lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= Referenzen =&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Měrko Šenk</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://koncept.serbski-inkubator.de/index.php?title=12.3_Digitalisierung_des_Kulturerbes&amp;diff=1225</id>
		<title>12.3 Digitalisierung des Kulturerbes</title>
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		<updated>2026-10-30T14:07:18Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Měrko Šenk: /* 3.4.3 Rechte und Einwilligungen */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;= 1 Einleitung =&lt;br /&gt;
Die Digitalisierung von sorbischem Kulturerbe ist eine historische Chance für uns Sorben, eine Chance, unser kulturelles Erbe neu zu entdecken, es für kommende Generationen zu erhalten, für eine breitere Öffentlichkeit zugänglich zu machen und dabei die eigene Deutungshoheit zu stärken. Das erfordert neben Mut, einer klaren gemeinsamen Vision, starker Zusammenarbeit zwischen den beteiligten Akteuren auch die notwendigen Ressourcen in Form von Personal mit entsprechenden Kompetenzen, passender Technik sowie einer nachhaltig gesicherten Finanzierung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im folgenden Abschnitt werden Zielbilder für die Digitalisierung des sorbischen Kulturerbes entworfen mittels lang- und kurzfristiger Visionen sowie konkreter Ziele.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== 1.1 Vision und Ziele für die sorbische digitale Welt ==&lt;br /&gt;
'''Vision'''&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
''Sorbisches materielles und immaterielles Kulturerbe ist systematisch digital erfasst, rechtssicher und langfristig gesichert, leicht auffindbar, offen nutzbar und wird aktiv von Interessierten genutzt.''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Konkrete Ziele'''&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Bis 2032 ist ein tragfähiges, finanziell und organisatorisch abgesichertes Modell etabliert, das:&lt;br /&gt;
* Ein zentrales (oder föderiertes) digitales Langzeitarchiv nach OAIS-Referenzmodell betreibt,&lt;br /&gt;
* klare Zuständigkeiten, Prozesse und Budgets definiert,&lt;br /&gt;
* regelmäßige Qualitätssicherung und Technik-Updates vorsieht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bis 2030 sind wichtige sorbische Kulturerbe-Bestände (Kernbestände nach fachlicher Festlegung) in hoher Qualität digitalisiert, beschrieben und im Langzeitarchiv gesichert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bis 2028 liegt eine institutionenübergreifende Übersicht über relevante Kulturerbe-Bestände (analog und digital, materiell und immateriell) vor, einschließlich einer Prioritätenliste für die Digitalisierung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bis 2028 existiert ein zentrales, nutzerfreundliches „Sorbisches Kulturerbe-Portal“, das:&lt;br /&gt;
* Suchzugang über alle teilnehmenden Institutionen ermöglicht,&lt;br /&gt;
* grundlegende Inhalte frei zugänglich bereitstellt,&lt;br /&gt;
* mehrsprachige Oberflächen anbietet (Deutsch, Obersorbisch, Niedersorbisch, Englisch).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= 2 Ist-Analyse „Digitalisierung von Kulturerbe“ =&lt;br /&gt;
Das Ziel in diesem Themenbereich ist es, sorbisches Kulturerbe digital zu verwalten und damit langfristig für Recherche, Nutzung und Präsentation vorzuhalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Abschnitt &amp;quot;IST-Analyse“ werden die folgenden Fragen beantwortet: Was ist sorbisches Kulturerbe und was zählt alles dazu? Welche Schritte durchläuft ein Kulturgut, um zum digitalen Kulturerbe zu gehören? Wie können die digitale Verwaltung, Archivierung, Nutzung und Präsentation von Kulturgütern umgesetzt werden?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die grundlegenden Terminologien des Kulturerbes sollen im Folgenden festgelegt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== 2.1 Terminologie – von Kultur zu Kulturerbe ==&lt;br /&gt;
In diesem Abschnitt werden die Begriffe rund um das Kulturerbe grundlegend definiert. Es soll ein Verständnis über die Begriffe Kultur, kulturelle Ausprägung, Kulturgut und Kulturerbe erreicht werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Dataja:Wobraz_K1.png|center|260px]]&amp;lt;ref&amp;gt;Mermaid Flowchart Code: [https://mermaid.live/edit#pako:eNpF0UtuwyAQBuCroFlaTuRHTGMvKuWxq7pqV627IGZso2CIMChtk9ymN-nFimmasmJGfP-AOEGjOUIFrdTHpmfGkudtrWpF_Fq9RtGDk9aZKHojU-_aJ7PZ_bmGgSnR4mgFejaKpidC1XAmq8zDfYAoJZKVG7lxzX5stRl81C0_uwYdheGEubHD4_dXLy1hcpyC1rcLdM4GOLH1Ve2E5Gj9TPLkhgEnsLkBNDsMAmLojOBQWeMwhgHNwKYSTuFBYHucbOW3HFvmcQ21unh2YOpF6-FPGu26HqrW381X7sCZxa1gnWH_R1BxNBvtlIUqTUMEVCd49xVdzpeLMs1pXmRFXiY0hg-o8iyZL_LFXZaVSTJ1LzF8hqHJnBZ5WhZLWt5RmtIsBuTCavP4-2Hh3y4_NXaMmw hier klicken], abgerufen am 22.09.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.1.1 Kultur ===&lt;br /&gt;
Kultur bezeichnet hier die Gesamtheit aller '''vom Menschen geschaffenen und erlernten Ausdrucksformen''' des Lebens, die auf gemeinsamen Werten und Verhaltensweisen beruhen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;wiki-kultur&amp;quot;&amp;gt;URL: https://de.wikipedia.org/wiki/Kultur&amp;lt;/ref&amp;gt; Dazu zählen '''materielle Ergebnisse''' (z. B. Kunstwerke, Technik) ebenso wie '''immaterielle Praktiken''' (Sprache, Bräuche, Wissen). Kultur umfasst laut der UNESCO geistige, materielle, intellektuelle und emotionale Merkmale, die eine Gesellschaft oder soziale Gruppe kennzeichnen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;mondiacult&amp;quot;&amp;gt;UNESCO 1982: Mexico City Declaration on Cultural Policies (MONDIACULT). URL: https://www.lacult.unesco.org/docc/1982_MONDIACULT.pdf&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;ref name=&amp;quot;cultureaction&amp;quot;&amp;gt;Culture Action Europe 2024: The State of Culture report. URL: https://cultureactioneurope.org/de/news/the-state-of-culture-report-published, abgerufen am 01.10.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;  Sie ist dynamisch und wird von jeder Generation neu gestaltet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das deutsche Wort „Kultur“ ist eine Eindeutschung des lateinischen Worts „cultura“. Dieses bedeutet ursprünglich „Bebauung, Bearbeitung, Bestellung, Pflege“ und meinte sowohl die physische Bearbeitung als auch die Pflege geistiger Güter, z. B. der Sprache.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.1.2 Kulturelle Ausdrucksform ===&lt;br /&gt;
Eine kulturelle Ausdrucksform ist eine '''konkrete, gegenwärtige oder historische, Manifestation von Kultur''', bspw. eine Zeichnung, eine Tracht oder ein Lied: Sie macht die Kultur sichtbar und erlebbar. Im engeren Sinne ist es eine Ausdrucksweise, die aus der Kreativität einer Person, Gruppe oder Gesellschaft entsteht und '''kulturellen Inhalt''' trägt (symbolische Bedeutung, künstlerische Dimension, kulturelle Werte).&amp;lt;ref&amp;gt;Österreichische UNESCO-Kommission 2007: Übereinkommen zum Schutz und zur Förderung der Vielfalt kultureller Ausdrucksformen, Art. 4, Seite 13. URL: https://www.unesco.at/fileadmin/Redaktion/Publikationen/Publikations-Dokumente/2005er_UNESCO-Convention_German.pdf, abgerufen am 22.09.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt; Sie wird innerhalb und zwischen Gemeinschaften weitergegeben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Alle kulturellen Ausdrucksformen bilden einen wesentlichen Kern von Kultur, aber Kultur enthält auch latente Dimensionen (Werte, Normen, Vorannahmen etc.), die nicht unmittelbar als Ausdrucksform erscheinen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.1.3 Kulturgut ===&lt;br /&gt;
Ein „Kulturgut“ ist '''eine einzelne kulturelle Ausdrucksform''', der ein '''besonderer kultureller Wert zugemessen wird''' (durch Anerkennung, Schutz, Bedeutung). Es ist somit ein Erzeugnis menschlicher Kreativität oder Zeugnis menschlichen Lebens, welches '''Bedeutung für die Kultur einer Gemeinschaft''' hat und daher '''Bestand haben und bewahrt werden soll'''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die '''Summe aller Kulturgüter''' einer Gemeinschaft wird als dessen '''Kulturerbe''' bezeichnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.1.4 Kulturerbe ===&lt;br /&gt;
Kulturerbe ist die '''Summe der materiellen und immateriellen Ausdrucksformen''' (= Kulturgüter) einer Kultur, die als „'''bewahrenswert'''“ anerkannt wurden. International umfasst das u. a. das '''Welterbe''' (Denkmäler, Ensembles, Stätten)&amp;lt;ref&amp;gt;UNESCO (1972), Welterbekonvention, Art. 1. URL: https://www.dnk.de/wp-content/uploads/2021/02/1972_DNK_UNESCO-Welterbekonvention.pdf (abgerufen am 11.09.2025).&amp;lt;/ref&amp;gt; und das '''Immaterielles Kulturerbe''' (Praktiken, Wissen).&amp;lt;ref&amp;gt;Deutsche UNESCO-Kommission o. J.:, Übereinkommen zur Erhaltung des immateriellen Kulturerbes (dt. Ausgabe). URL: https://www.unesco.de/assets/dokumente/Deutsche_UNESCO-Kommission/02_Publikationen/Publikation_UNESCO-%C3%9Cbereinkommen_zur_Erhaltung_des_immateriellen_Kulturerbes_01.pdf, (abgerufen am 11.09.2025).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ob etwas „zum Kulturerbe“ zählt, ist Ergebnis von Bewertung, Diskurs und teils formellen Verfahren. Dem Sorbischen Kulturregister (SKR) zufolge ist „sorbisch-wendisches Kulturerbe“ eine Zuschreibung, die durch Gesellschaft, Museen, Archive und Wissenschaft erfolgen kann.&amp;lt;ref&amp;gt;Sorbisches Institut 2025: Konzept für ein Sorbisches Kulturregister (SKR). URL: https://www.serbski-institut.de/wp-content/uploads/2021/11/00_Zweite-aktualisierte-Fassung_Konzept_Sorbisches-Kulturregister_20.11.2025.pdf, abgerufen am 20.11.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.1.5 Abgrenzung: Kultur und Kulturerbe ===&lt;br /&gt;
'''Kultur / Kulturelle Ausdrucksform''' sind als Begriffe weiter gefasst als '''Kulturgut / Kulturerbe'''. Kulturelle Ausdrucksformen umfassen alles Gelebte und Gestaltete einer Gemeinschaft in Gegenwart und Vergangenheit, während Kulturgut / Kulturerbe diejenigen kulturellen Güter und Traditionen meint, denen eine Bedeutung beigemessen wurde und die als bewahrens- und weitergebenswert erkannt wurden. Kultur ist der „aktuelle“ kreative Prozess (einschließlich Popkultur, Alltagskultur), Kulturerbe der daraus überkommene Schatz. Dennoch sind die Grenzen fließend: Was heute nur Kultur ist, kann morgen zum Kulturerbe erklärt werden – abhängig von Wertzuschreibung und Diskurs.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Rahmen dieses Dokuments werden für den sorbischen Kontext die Begriffe '''„kulturelle Ausdrucksform“''' und '''„Kulturgut“''' weitgehend '''synonym''' verwendet, sofern nicht ausdrücklich anders gekennzeichnet. Hintergrund ist, dass die Gesamtzahl der identifizierbaren kulturellen Ausdrucksformen einer kleinen Minderheit wie der Sorben/Wenden im Vergleich zu großen Mehrheitsgesellschaften überschaubar ist. Zugleich ist der Anteil dieser Ausdrucksformen, denen in der Community ein besonderer Wert beigemessen wird und die daher faktisch als Kulturgut wahrgenommen und behandelt werden, sehr hoch: Ein großer Teil des gelebten kulturellen Repertoires wird als identitätsstiftend und bewahrenswert verstanden und damit dem Kulturerbe zugerechnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== 2.2 Klassifizierung von Kulturgütern ==&lt;br /&gt;
Im Folgenden soll eine griffige Klassifizierung von Kulturgütern entwickelt werden, so dass pro Kulturgut-Klasse später auf die Besonderheiten ihrer Digitalisierung eingegangen werden kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Dataja:Wobraz_K2.png|center|600px]]&amp;lt;ref&amp;gt;Mermaid Flowchart Code: [https://mermaid.live/edit#pako:eNptlM9u00AQxl9ltFWoFDlp_C9OjISU2KSgUCq1BSRIDxt77Syxd6v1mkKjSDwBlThw4YCEeuXOoeLSN-EF4BHYjZOQQG67-32_2ZnZsWco4jFBPqrVZpRR6cNsP8n4ZTTBQu7rHVP66QWOKEvV3nQM2BeYTf8eea35fF6rjdiIrUl4cjJiAMPDV_X6sMxkKdJS1uvnvu9PtRGgp5ReE46wJIKSLIOf779CycbkkqQZjSb1Ovz-cv351_drDWGN9BXS_xfZBj7dLoGxBgIFBE14nOcrZGH68E07Iu0IlSNsQkhTKnGlfvyh1bjKcngIjcYD6G2s-xvrYGMdLuuqAFOXZ0IflzFh0xxn5OBU3t1ISZhqw6KaKpo29k04jSaCJrLq0oZsa9mCAZc8FTihhBnQp1ksxd1NSsS22dFmG3oMZzwl0HveONtlc7XNATtsHI9fk6kkC3nRsKoqnVNgwrFQaUOvLGJRRtMi4SJfZ790WtppQYhFIVV7CYsJDO9uWbEMujbqOgIbTqgsddB7MCD_eXT6gQMvaFEQBlclPMVqcA6eMfqGiKLMt926isCFM4FjKiln-voCHmEWXxIxXZcUVo-jSwrVe3DBGvHqtc83DLqS0FpNAi3wRluiDBdFSBIYQ0KzzN_r265jPjQinnHh7yVJYhRS8ClZKfe3KLyk2oHneuEuqlK2qWhJWYPOwGnvoiplm4qXVMd17V5rF1UpikIGSgWNkS9FSQyUE5FjvUUzHXGE5ITkZIR8tYxJgtVXPEIjNlfYBWYvOc9XpOBlOkF-grNC7cqLWPUupFjNa74-FXo0RMBLJpFvWtYiCPJn6C3yG7bTNO2u6Tidrue0W13HQO_Usdtquuqg1bG6TtvzPNuZG-hqcXGr2baV5NhuyzId13XbBiJqDrg4qn5ni7_a_A_W9oMu hier klicken], abgerufen am 22.09.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.2.1 A. Materiell - unbeweglich 🏛️ ===&lt;br /&gt;
„Materiell - unbeweglich&amp;quot; bezeichnet ortsfeste Kulturobjekte wie Bauwerke, Ensembles, Gebäudekomplexe und Stätten/Kulturlandschaften, wie sie in Art. 1 der UNESCO-Welterbekonvention als Kategorien des kulturellen Erbes definiert sind.&amp;lt;ref&amp;gt;UNESCO World Heritage Centre o. J.: Convention Concerning the Protection of the World Cultural and Natural Heritage, Artikel 1. URL: https://whc.unesco.org/en/conventiontext/, abgerufen am 01.10.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.2.2 B. Materiell - beweglich 🖼️ ===&lt;br /&gt;
Die Kategorie „Materiell - beweglich&amp;quot; umfasst bewegliche Sachen bzw. Sachgesamtheiten von kulturellem Wert (z. B. Objekte, Sammlungen), wie sie das deutsche Kulturgutschutzgesetz (§ 2 KGSG)&amp;lt;ref&amp;gt;Deutschland 2016: Kulturgutschutzgesetz (KGSG), § 2. URL: https://www.buzer.de/2_KGSG.htm, abgerufen am 01.10.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt; als „Kulturgut“ beschreibt.&lt;br /&gt;
* B1 '''Schriftgut''' - Bücher, Zeitungen, Handschriften, Archivgut, Graphiken, Pläne, Karten&lt;br /&gt;
* B2 '''Fotografien &amp;amp; Bildträger''' &lt;br /&gt;
** Fotografisch erzeugte statische Bildträger, auch Stillbildträger genannt, z. B. Positive/Negative auf Film/Platte/Photopapier, Dias, Abzüge, Mikrofilm/-fiche und vergleichbare fotografische Repro-Träger.&lt;br /&gt;
* B3 '''Analoge AV-Träger''' (Audio/Video/Film)&lt;br /&gt;
** Analoge zeitbasierte Medien, z. B. Magnetton (Tonband, Kassette), Schallplatte, Videobänder, Film.&lt;br /&gt;
* B4 '''3D-Objekte''' - Gegenstände, „sachkulturelle Artefakte“&amp;lt;ref&amp;gt;Sorbisches Institut o. J.: Konzept zum Digitalisierungszentrum am Sorbischen Institut, S. 24.&lt;br /&gt;
(Unveröffentlichtes Konzeptpapier; interne Projektunterlage.)&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.2.3 C. Immateriell 🎭 ===&lt;br /&gt;
Meint lebendige Praktiken, Darstellungen, Ausdrucksformen, Ideen, Werte, Wissen und Fertigkeiten, die von Gemeinschaften getragen und weitergegeben werden, gemäß der folgenden 5 UNESCO ICH-Domänen.&amp;lt;ref&amp;gt;UNESCO o. J.: Intangible Cultural Heritage – Five Domains. URL: https://ich.unesco.org/doc/src/01857-EN.pdf, abgerufen am 01.10.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* C1 '''Orale Traditionen/Ausdrucksformen''' - Sprache, Gesangstraditionen&lt;br /&gt;
* C2 '''Darstellende Künste''' - Musik, Tanz, Theater&lt;br /&gt;
* C3 '''Rituale &amp;amp; Feste''' - Bräuche und soziale Praktiken des Kalenders und Lebenslaufs&lt;br /&gt;
* C4 '''Wissen &amp;amp; Praktiken''' zu Natur &amp;amp; Universum - Heil- und Sammelkenntnisse, ökologisches und astronomisches Wissen, Glaube, Religion&lt;br /&gt;
* C5 '''Traditionelles Handwerk''' - Techniken, Werkzeuge und Gestaltungsmuster&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.2.4 D. Digital 💾 ===&lt;br /&gt;
Bezeichnet in digitaler Form vorliegende Ressourcen menschlichen Wissens und Ausdrucks. Diese können sowohl born-digital sein als auch digitalisierte Repräsentationen von materiellen und immateriellen Kulturgütern.&amp;lt;ref&amp;gt;UNESCO 2003: Charter on the Preservation of Digital Heritage. URL: https://www.unesco.org/en/legal-affairs/charter-preservation-digital-heritage, abgerufen am 01.10.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* D1 '''Born-digital''' (ursprünglich digital erzeugt, kein analoges Original), z. B. Webseiten, Social-Media-Beiträge, Software, Apps, Spiele, digitale Fotos/Audio/Video.&lt;br /&gt;
* D2 '''Digitalisate''' - Digitalisierte Repräsentationen/Derivate aus den Klassen A, B und C.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== 2.3 Begriffe und Kernfunktionen ==&lt;br /&gt;
Die vorherigen Abschnitte haben geklärt, was unter Kulturerbe verstanden wird und welche Arten von Kulturgütern unterschieden werden. Bevor der nachfolgende Abschnitt den Prozess der Kulturerbe-Digitalisierung beschreibt, werden in diesem Abschnitt die dafür wichtigsten Arbeitsbegriffe und Funktionen erläutert. Der Abschnitt soll dabei die Frage beantworten: Welche Arbeitsabläufe und Funktionen sind notwendig, damit Kulturgüter nicht nur digital erfasst, sondern auch gefunden, verstanden, gesichert und genutzt werden können?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Erläuterungen sollen eine gemeinsame und leicht verständliche Grundlage schaffen für alle, die an der Digitalisierung von Kulturerbe interessiert sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.3.1 Vom Kulturgut zur digitalen Repräsentation ===&lt;br /&gt;
Dieser Abschnitt erklärt, was bei einer Digitalisierung entsteht und wie sich das digitale Ergebnis vom ursprünglichen Kulturgut unterscheidet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
! Begriff&lt;br /&gt;
! Erklärung&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Digitalisierung von Kulturerbe'''&lt;br /&gt;
| Digitalisierung bezeichnet in diesem Konzept den gesamten zusammenhängenden Prozess: Kulturgüter erfassen, beschreiben und bewerten, digitale Repräsentationen erzeugen oder übernehmen, ihre Qualität prüfen, sie sichern und für die Nutzung zugänglich machen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;DFG2016&amp;quot;&amp;gt;Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) 2016: Praxisregeln „Digitalisierung“, insbesondere S. 13 und 41-44. URL: https://www.dfg.de/resource/blob/176108/898bf3574ad0ff3b1db525fa7d04c86c/12-151-v1216-de-data.pdf, abgerufen am 16.07.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Bei ursprünglich digital entstandenen Kulturgütern – auch ''born digital'' genannt – entfällt die Überführung aus einem analogen Original; die weiteren Aufgaben bleiben bestehen.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Digitalisat und digitale Repräsentation'''&lt;br /&gt;
| Ein '''Digitalisat''' ist ein digitales Abbild eines analogen Kulturguts, beispielsweise ein Scan einer Handschrift oder ein Foto eines Museumsobjekts. Der weitere Begriff '''digitale Repräsentation''' umfasst auch Audio-, Video- oder 3D-Dokumentationen einer immateriellen kulturellen Praxis. Die digitale Repräsentation ersetzt weder das materielle Kulturgut noch die lebendige Praxis.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Masterdatei und Nutzungsderivat'''&lt;br /&gt;
| Die '''Masterdatei''' ist die möglichst hochwertige und qualitätsgeprüfte Ausgangsdatei. Sie wird für die langfristige Sicherung und spätere Bearbeitungen aufbewahrt. Ein '''Nutzungsderivat''' ist eine daraus erzeugte, an einen bestimmten Zweck angepasste Datei, beispielsweise ein kleineres Bild für eine Internetseite.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Digitales Objekt'''&lt;br /&gt;
| Als '''digitales Objekt''' wird in diesem Konzept eine zusammengehörige digitale Einheit bezeichnet. Sie kann aus einer oder mehreren Dateien, den zugehörigen Metadaten und ihren Verknüpfungen bestehen. Ein digitales Objekt kann ein Digitalisat oder ein ursprünglich digital entstandenes Kulturgut sein.&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
''Beispiel:'' Das verzierte sorbische Osterei bleibt das materielle Kulturgut. Hochauflösende Fotografien, ein 3D-Modell und die dazugehörigen Beschreibungen bilden gemeinsam seine digitale Repräsentation.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.3.2 Vier Kernfunktionen ===&lt;br /&gt;
Als '''Kernfunktionen der Kulturerbe-Digitalisierung''' werden im Folgenden vier dauerhaft zu erfüllende Aufgabenbereiche bezeichnet. Sie beschreiben, was für eine nachhaltige Digitalisierung von Kulturerbe geleistet werden muss, unabhängig davon, welche Institution oder welches technische System die jeweilige Funktion übernimmt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
! Kernfunktion&lt;br /&gt;
! Typische organisatorisch-technische Umsetzung&lt;br /&gt;
! Hauptaufgabe&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Nachweisen, beschreiben und verknüpfen'''&lt;br /&gt;
| Register oder Katalog&lt;br /&gt;
| Macht sichtbar, welche Kulturgüter vorhanden sind, wo sie sich befinden und in welchem Zusammenhang sie stehen. Ein Registereintrag kann bereits bestehen, bevor ein Digitalisat angefertigt wurde. &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Digitalisieren und Qualität sichern'''&lt;br /&gt;
| Digitalisierungszentrum oder Digitalisierungsdienst&lt;br /&gt;
| Erzeugt bzw. übernimmt digitale Repräsentationen, prüft sie und bereitet Dateien und Metadaten für die weitere Verarbeitung vor. Geliefert werden bspw. geprüfte Masterdateien und Nutzungsderivate. &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Langfristig erhalten'''&lt;br /&gt;
| Repositorium oder digitales Langzeitarchiv&lt;br /&gt;
| Übernimmt Dateien und Metadaten, speichert und verwaltet sie und erhält sie über technische und organisatorische Veränderungen hinweg dauerhaft nutzbar.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Zugänglich machen und Nutzung ermöglichen'''&lt;br /&gt;
| Präsentations- und Nutzungssystem&lt;br /&gt;
| Führt beschreibende Informationen und digitale Medien für Nutzerinnen und Nutzer zusammen. Es ermöglicht beispielsweise Suche, Anzeige, Kontextualisierung, Vermittlung und – soweit zulässig – Nachnutzung. &lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese '''Kernfunktionen''' beschreiben zunächst nicht zwingend getrennte Institutionen oder Systeme. Eine Einrichtung kann mehrere Kernfunktionen übernehmen. Umgekehrt kann eine Kernfunktion auf mehrere Einrichtungen oder technische Systeme verteilt sein. Entscheidend sind klare Zuständigkeiten, verlässliche Übergaben und gemeinsame Standards.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vereinfacht lässt sich das Zusammenspiel so zusammenfassen:&lt;br /&gt;
# Das '''Register oder der Katalog''' beschreibt und verknüpft das Kulturgut.&lt;br /&gt;
# Der '''Digitalisierungsdienst''' erzeugt und prüft seine digitale Repräsentation.&lt;br /&gt;
# Das '''Repositorium oder digitale Archiv''' übernimmt und erhält die Dateien.&lt;br /&gt;
# Das '''Präsentationssystem''' führt Beschreibungen und Medien für die Nutzung zusammen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die konkrete Ausgestaltung kann zentral, dezentral oder als Verbund mehrerer Systeme erfolgen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.3.3 Register ===&lt;br /&gt;
Die folgende Tabelle erklärt, wie Kulturgüter so erfasst, beschrieben und verknüpft werden, dass sie eindeutig zugeordnet, wiedergefunden und nach einheitlichen Regeln weiterverarbeitet werden können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
! Begriff&lt;br /&gt;
! Erklärung&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Erschließung, Verzeichnung und Registrierung'''&lt;br /&gt;
| '''Erschließung''' ist der übergeordnete Vorgang, bei dem ein Kulturgut identifiziert, beschrieben und in seinen Zusammenhang eingeordnet wird. '''Verzeichnung''' bezeichnet seine strukturierte dokumentarische Beschreibung. '''Registrierung''' bedeutet die Aufnahme in ein konkretes Register, einen Katalog oder ein Sammlungssystem. Ein Kulturgut kann bereits registriert werden, bevor ein Digitalisat vorhanden ist.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Metadaten'''&lt;br /&gt;
| Metadaten sind strukturierte Informationen über ein Kulturgut und seine digitalen Repräsentationen. Dazu gehören beispielsweise Titel, Herkunft, beteiligte Personen, Ort, Zeit, kultureller Kontext, Rechte, Dateieigenschaften und Bearbeitungsschritte. Je nach Zweck werden beschreibende, technische, rechtliche und erhaltungsbezogene Metadaten unterschieden. Sie machen Kulturgüter auffindbar, verständlich, verwaltbar und langfristig nutzbar.&amp;lt;ref name=&amp;quot;PREMIS&amp;quot;&amp;gt;Library of Congress o. J.: PREMIS – Preservation Metadata: Implementation Strategies. Internationaler Standard für Erhaltungsmetadaten. URL: https://www.loc.gov/standards/premis/, abgerufen am 16.07.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Persistenter Identifikator'''&lt;br /&gt;
| Ein '''persistenter Identifikator''' ist eine dauerhafte und eindeutige Kennung für ein Kulturgut, einen Datensatz oder eine digitale Ressource. Die Kennung bleibt bestehen, auch wenn sich der technische Speicherort oder die Internetadresse ändern. Dadurch können Kulturgüter dauerhaft zitiert und zwischen Systemen verknüpft werden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;DFG2016&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Metadaten sind keine bloße Beigabe zu einer Datei. Ohne ausreichende Beschreibungen kann ein Digitalisat zwar technisch vorhanden sein, später aber kaum gefunden, verstanden oder zuverlässig zugeordnet werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.3.4 Digitalisierungsdienst und Archiv ===&lt;br /&gt;
Die folgende Tabelle erklärt was erforderlich ist, damit Kulturgüter digitalisiert werden und nicht nur heute gespeichert sind, sondern auch nach technischen und organisatorischen Veränderungen noch gefunden, verstanden und genutzt werden können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
! Begriff&lt;br /&gt;
! Erklärung&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Repositorium'''&lt;br /&gt;
| Ein '''Repositorium''', auch ''Repository'' genannt, ist eine verwaltete technische Umgebung, in der digitale Objekte und ihre Metadaten übernommen, gespeichert, geordnet, verwaltet und bereitgestellt werden. Ein Repositorium kann Teil eines digitalen Archivs sein. Nicht jedes Repositorium erfüllt jedoch automatisch alle Anforderungen der Langzeiterhaltung.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Digitales Archiv oder digitales Langzeitarchiv'''&lt;br /&gt;
| Ein digitales Archiv ist mehr als ein Server oder ein Speicherprogramm. Es verbindet eine verantwortliche Organisation, fachkundiges Personal, Regeln, Arbeitsabläufe und technische Systeme. Es übernimmt die Verantwortung dafür, digitale Informationen langfristig zu erhalten und für festgelegte Nutzergruppen zugänglich zu machen. Das internationale Referenzmodell '''Open Archival Information System''' (OAIS, offenes Archiv-Informationssystem) bietet hierfür einen fachlichen Rahmen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;OAIS2024&amp;quot;&amp;gt;Consultative Committee for Space Data Systems (CCSDS) 2024: Reference Model for an Open Archival Information System (OAIS), CCSDS 650.0-M-3, insbesondere S. 1-1–1-2 und 2-1–2-2. URL: https://ccsds.org/Pubs/650x0m3.pdf, abgerufen am 16.07.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Ingest oder kontrollierte Übernahme'''&lt;br /&gt;
| '''Ingest''' bezeichnet die kontrollierte Übernahme digitaler Dateien und Metadaten in ein Repositorium oder digitales Archiv. Dabei werden beispielsweise Vollständigkeit, Dateiformate, Metadaten und Dateiintegrität geprüft und die Übernahme dokumentiert.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Langzeitverfügbarkeit und digitale Langzeiterhaltung'''&lt;br /&gt;
| '''Langzeitverfügbarkeit''' ist das Ziel, digitale Inhalte über technische und organisatorische Veränderungen hinweg auffindbar, lesbar, verständlich und nutzbar zu halten. '''Digitale Langzeiterhaltung''' bezeichnet die dafür notwendigen fortlaufenden Maßnahmen. Dazu können mehrere Speicherorte, regelmäßige Prüfungen, Formatüberwachung, technische Migrationen und eine nachvollziehbare Dokumentation gehören. „Langfristig“ bezeichnet dabei keine feste Zahl von Jahren, sondern einen Zeitraum, in dem mit veränderten Technologien, Formaten und Nutzungsanforderungen gerechnet werden muss.&amp;lt;ref name=&amp;quot;OAIS2024&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Datensicherung oder Backup'''&lt;br /&gt;
| Ein '''Backup''' ist eine zusätzliche Sicherungskopie, aus der Dateien nach einem Verlust oder technischen Ausfall wiederhergestellt werden können. Backups sind notwendig, ersetzen aber keine Langzeiterhaltung: Sie regeln allein noch keine dauerhaften Zuständigkeiten, Metadaten, Formatüberwachung, Integritätsprüfungen oder langfristige Zugänglichkeit.&amp;lt;ref name=&amp;quot;DPCStorage&amp;quot;&amp;gt;Digital Preservation Coalition o. J.: Digital Preservation Handbook – Storage. URL: https://www.dpconline.org/handbook/organisational-activities/storage, abgerufen am 16.07.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Integrität und Authentizität'''&lt;br /&gt;
| '''Integrität''' bedeutet, dass unbeabsichtigte Veränderungen oder Beschädigungen einer Datei erkannt werden können. Dafür werden häufig Prüfsummen verwendet - digitale Kontrollwerte, die regelmäßig verglichen werden. '''Authentizität''' bedeutet, dass Herkunft, Identität und Bearbeitungsgeschichte eines digitalen Objekts nachvollziehbar sind und belegt werden kann, dass es das ist, was es zu sein vorgibt.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Dateiformat und Datenformat'''&lt;br /&gt;
| Ein '''Dateiformat''' legt den technischen Aufbau einer einzelnen Datei fest. Ein '''Datenformat''' beschreibt, wie Informationen strukturiert und zwischen Systemen ausgetauscht werden. Gut dokumentierte, verbreitete und möglichst offen beschriebene Formate erleichtern den Austausch und die langfristige Nutzung. Sie ersetzen jedoch keine aktive Langzeiterhaltung.&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Merksatz:''' Speichern ist nicht dasselbe wie langfristiges Erhalten. Auch ein vorhandenes Backup ist noch kein digitales Langzeitarchiv.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.3.5 Präsentationssystem ===&lt;br /&gt;
Die folgende Tabelle erklärt, wie aus langfristig gesicherten Dateien ein digitales Kulturerbe wird, das von Menschen gefunden, verstanden und sinnvoll genutzt werden kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
! Begriff&lt;br /&gt;
! Erklärung&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Zugänglichmachung und Präsentation'''&lt;br /&gt;
| '''Zugänglichmachung''' bedeutet, dass digitale Objekte auffindbar und im rechtlich sowie technisch zulässigen Umfang abrufbar sind. '''Präsentation''' geht darüber hinaus: Inhalte werden ausgewählt, miteinander verknüpft, erklärt und für bestimmte Zielgruppen vermittelt. Dazu gehören verständliche Kontextinformationen, klare Rechteangaben, Mehrsprachigkeit und möglichst barrierearme Zugänge. Abhängig von Rechten, personenbezogenen Daten oder kulturellen Schutzbedarfen kann der Zugang offen oder eingeschränkt sein.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Nutzung und Nachnutzung'''&lt;br /&gt;
| '''Nutzung''' umfasst beispielsweise das Betrachten, Lesen, Anhören, Erforschen oder Vermitteln eines digitalen Kulturguts. '''Nachnutzung''' bedeutet seine weitere Verwendung in einem neuen Zusammenhang, etwa in Bildung, Forschung, Publikationen, Ausstellungen, Anwendungen oder kreativen Werken. Dafür werden geeignete Dateien, verständliche Metadaten und klare Rechteinformationen benötigt.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Rechteinformation und Lizenz'''&lt;br /&gt;
| Eine '''Rechteinformation''' beschreibt den rechtlichen Status eines digitalen Objekts und mögliche Einschränkungen seiner Nutzung. Eine '''Lizenz''' räumt durch eine dazu berechtigte Person oder Institution konkrete Nutzungsrechte ein. Ein allgemeiner Rechtehinweis ist daher nicht automatisch eine Lizenz.&amp;lt;ref name=&amp;quot;RightsReuse&amp;quot;&amp;gt;RightsStatements.org o. J.: Standardisierte Rechtehinweise für online verfügbares Kulturerbe. URL: https://rightsstatements.org/de/, abgerufen am 16.07.2026. Creative Commons 2025: Recommended Licenses and Tools for Cultural Heritage Content. URL: https://creativecommons.org/2025/07/09/recommended-licenses-and-tools-for-cultural-heritage-content/, abgerufen am 16.07.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Interoperabilität'''&lt;br /&gt;
| '''Interoperabilität''' bezeichnet die Fähigkeit von Systemen und Organisationen, Daten auszutauschen und in gleicher Bedeutung zu verstehen. Dafür werden gemeinsame Metadatenmodelle, Begriffe, Identifikatoren und technische Schnittstellen benötigt. So können beispielsweise Register, Repositorien, Präsentationsportale und externe Kulturplattformen miteinander verbunden werden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;EuropeanaEDM&amp;quot;&amp;gt;Europeana o. J.: Metadata – Europeana Data Model (EDM, Europeana-Datenmodell). URL: https://pro.europeana.eu/page/metadata, abgerufen am 16.07.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Digitalisierte Inhalte entfalten ihren kulturellen und gesellschaftlichen Nutzen erst dann vollständig, wenn sie auffindbar, verständlich, rechtlich klar und für unterschiedliche Zielgruppen tatsächlich verwendbar sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der folgende Abschnitt 2.4 beschreibt, wie diese Kernfunktionen innerhalb des gesamten Prozesses der Kulturerbe-Digitalisierung zusammenwirken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== 2.4 Prozess der Digitalisierung von Kulturerbe ==&lt;br /&gt;
Die Digitalisierung von Kulturgut ist kein rein technischer Arbeitsschritt, sondern ein vielschichtiger, oft langfristiger Prozess, der bereits mit der Wahrnehmung und Identifikation einer kulturellen Ausdrucksform beginnt. Ziel dieses Abschnitts ist es, diesen Gesamtprozess systematisch darzustellen: von der gelebten Kultur über das identifizierte Kulturgut bis hin zur digital nutzbaren Repräsentation.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die hier entwickelte Prozessdarstellung soll als praxisorientierter Überblick dienen für die Digitalisierung des sorbischen Kulturerbes. Sie berücksichtigt die Anforderungen sorbischer Einrichtungen ebenso wie die international etablierten Referenzmodelle und Standards, darunter:&lt;br /&gt;
* das OAIS-Referenzmodell (ISO 14721) für digitale Archivierung&amp;lt;ref&amp;gt;Consultative Committee for Space Data Systems (CCSDS) 2024: Reference Model for an Open Archival Information System (OAIS), CCSDS 650.0-M-3. URL: https://ccsds.org/Pubs/650x0m3.pdf, abgerufen am 01.10.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
* das DCC Curation Lifecycle Model für kuratorische Entscheidungsprozesse&amp;lt;ref&amp;gt;Higgins 2008: The DCC Curation Lifecycle Model. International Journal of Digital Curation, 3(1), 134-140. URL: https://ijdc.net/index.php/ijdc/article/view/48, abgerufen am 01.10.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
* das Spectrum-Modell für museale Objektverwaltung&amp;lt;ref&amp;gt;Collections Trust 2022. Spectrum 5.1 - The UK Museum Collections Management Standard. URL: https://collectionstrust.org.uk/spectrum/spectrum-5, abgerufen am 01.10.2025. &amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
* die UNESCO-Leitlinien zur Inventarisierung immateriellen Kulturerbes&amp;lt;ref&amp;gt;UNESCO 2024: Operational Directives for the Implementation of the Convention for the Safeguarding of the Intangible Cultural Heritage (10.GA). URL: https://ich.unesco.org/doc/src/ICH-Operational_Directives-10.GA_EN.pdf, abgerufen am 01.10.2025. &amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
* sowie technische Vorgaben wie die DFG-Praxisregeln Digitalisierung&amp;lt;ref&amp;gt;Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) 2022: Praxisregeln Digitalisierung (aktualisierte Fassung). URL: https://www.ulb.hhu.de/fileadmin/redaktion/ULB/Documents/Infomaterial/DFG_Praxisregeln_Digitalisierung_Aktualisierte_Fassung2022.pdf, abgerufen am 01.10.2025. &amp;lt;/ref&amp;gt; und die FADGI-Richtlinien&amp;lt;ref&amp;gt;Federal Agencies Digital Guidelines Initiative (FADGI) 2023: Technical Guidelines for Digitizing Cultural Heritage Materials – Still Image, 3rd ed. URL: https://www.digitizationguidelines.gov/guidelines/digitize-technical.html, abgerufen am 01.10.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Folge soll der „Lebenslauf“ eines Kulturguts dargestellt werden, also der Weg, den ein Objekt oder eine kulturelle Praxis vom Zeitpunkt der Entstehung über die Erfassung, Digitalisierung und Archivierung bis zur Veröffentlichung in einem digitalen Präsentationsmodul durchläuft.&lt;br /&gt;
Hierfür erläutert der folgende Abschnitt die einzelnen Prozessschritte im Detail, jeweils mit Akteuren und Beispielen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.4.1 Vorüberlegungen zum Prozess ===&lt;br /&gt;
Im hier vorgestellten Prozess wird auf eine harte, systematische Filterung verzichtet, welche kulturellen Ausdrucksformen „nur“ Kultur und welche bereits Kulturgut sind. Ein solcher Bewertungs- und Abgrenzungsprozess wäre ressourcenintensiv und würde den vorhandenen Kapazitäten in den beteiligten Einrichtungen nicht entsprechen. Stattdessen folgt das Konzept einer inklusiven Logik: Alle dokumentierten Ausdrucksformen werden zunächst als potenzielle Kulturgüter erfasst. Eine feinere Auswahl und Priorisierung erfolgen erst in einem späteren Schritt, nämlich dann, wenn konkret entschieden wird, welche Ausdrucksformen bzw. Kulturgüter in welcher Tiefe digitalisiert, archiviert und präsentiert werden sollen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieses Vorgehen schließt an das SKR-Konzept an, das bewusst auf eine frühe normative Trennung zwischen „kultureller Ausdrucksform“ und „Kulturgut“ verzichtet. Auch hier steht zunächst der möglichst vollständige, strukturierte Überblick über die sorbischen Kulturgüter im Vordergrund. Die differenzierte Bewertung und Schwerpunktsetzung werden als anschließende fachliche Aufgabe verstanden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.4.2 Prozessschritte im Detail ===&lt;br /&gt;
Das folgende Diagramm gibt einen Überblick über die sechs Kernschritte des Gesamtprozesses der Digitalisierung von Kulturgut – von der ersten Wahrnehmung einer kulturellen Ausdrucksform bis zu ihrer digitalen Präsentation als Kulturgut. Die Abfolge zeigt zugleich die Entwicklungsstufen: von gelebter Kultur zur kulturellen Ausdrucksform, von dort zum Kulturgut und schließlich zum digitalen Kulturgut. Die Schritte sind als generischer Ablauf zu verstehen: Je nach Art des Kulturguts können einzelne Tätigkeiten unterschiedlich aufwendig sein oder parallel erfolgen.&lt;br /&gt;
[[Dataja:Wobraz_K3.png|center|600px]]&amp;lt;ref&amp;gt;Mermaid Flowchart Code: [https://mermaid.live/edit#pako:eNplkk1OwzAQha8yGqmbkloxSZs2CyTa8LOphIAVhIVJpolF4iDH4a_qbXqTXgzHFdAKr2y97703lmaNWZMTxriqmvesFNrAfZIqgPPHFIdDzuBO1DVVajhM8QlGozOYO-WUwS0VsjVakqa93Pvmjlk4JmAwp3fS5kCHwQAWjkkcE_Y5WWkIXqrd9jBpT138UIkspBGVbI_7-rwLR146csLgRryQ-U8lMGLwTG1WapLPpHKCZQLMOY9ch7m2VxiSpOAEjJ1TSev_M_bkvv3KtY8ZnOuslG_H9VcOuf4dUO-2LamjGdHDQsscY6M78rAmXYv-ies-IEVTUk0pxvaa00p0lUkxVRtrexXqoWnqH6duuqLEeCWq1r6619zOn0hRaPGH9J_Xi6ZTBuOxS8B4jR8YhxGLeDThkR-EM37KuYefFmHTaOz7fOZHQTidBMHGwy9X6VslnNnDw4jPuB8GHlIuTaOX-7Vy27X5Bh_Osqo hier klicken], abgerufen am 22.09.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Prozess zeigt, dass Digitalisierung von Kulturgut mehr ist als das Erstellen digitaler Dateien. Sie umfasst eine Reihe aufeinander bezogener Schritte – von der ersten Wahrnehmung einer kulturellen Ausdrucksform über ihre Erfassung, Bewertung und Digitalisierung bis hin zur langfristigen Sicherung und Präsentation. Dabei sind je nach Schritt unterschiedliche Akteure beteiligt, etwa Gemeinschaften, Museen, Archive, Fachgremien, Digitalisierungsstellen oder IT. Die folgenden Beschreibungen erläutern diese Schritte so, dass nachvollziehbar wird, was jeweils mit einem Kulturgut geschieht, wer daran beteiligt ist und wie sich der Ablauf in der Praxis vorstellen lässt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''1. Sammeln &amp;amp; erfassen''' &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Hier wird eine kulturelle Ausdrucksform erstmals wahrgenommen, benannt und mit ersten Informationen erfasst: Was ist es, wer macht es oder hat es geschaffen, wo kommt es vor, warum ist es bedeutsam für die Gemeinschaft? &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Akteure''': Community, Vereine, Museen, Archive, Forschende, Privatpersonen.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Beispiel''': Auf einem Dorffest zeigt eine Frau das Verzieren sorbischer Ostereier. Jemand fotografiert dies und notiert Technik, Ort und Namen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''2. Registrieren &amp;amp; beschreiben''' &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Hier wird aus der ersten Beobachtung ein strukturierter Nachweis. Das Kulturgut oder die kulturelle Ausdrucksform wird in ein Register, eine Sammlung oder einen Katalog aufgenommen und mit strukturierten Metadaten beschrieben, damit es wiedergefunden, zugeordnet und verstanden werden kann. Dazu gehören z. B. Titel, Ort, Zeit, Technik, Funktion, beteiligte Personen und der kulturelle Kontext.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Akteure''': Registerverantwortliche, Kurator:innen, Sammlungsmitarbeitende, Community für Kontextinformationen.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Beispiel''': Das Osterei erhält einen Eintrag mit Angaben wie „Wachsbatik“, „Schleife“, „Osterei-Verzierung“, Name der Trägerin und Entstehungsjahr.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''3. Bewerten &amp;amp; freigeben''' &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
In diesem Schritt wird entschieden, ob und in welcher Priorität ein Kulturgut oder die kulturelle Ausdrucksform digitalisiert werden soll und ob dies rechtlich und ethisch möglich ist. Dabei spielen fachliche Kriterien wie Bedeutung, Repräsentativität, Seltenheit oder Gefährdung eine Rolle, aber auch Fragen des Urheberrechts, Datenschutzes und möglicher kultureller Sensibilitäten. Am Ende steht eine begründete Entscheidung, ob und in welchem Umfang das Kulturgut weiterbearbeitet und später veröffentlicht werden darf. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Akteure''': Kurator:innen, Fachgremien, Community-Vertretungen, Register/SKR, ggf. Rechteverantwortliche und Behörden. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Beispiel''': Es wird entschieden, dass die Osterei-Technik wegen ihrer Bedeutung für die sorbische Identität digital gesichert werden soll; die Kunsthandwerkerin stimmt der Veröffentlichung zu.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''4. Digitalisieren &amp;amp; prüfen''' &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Nun wird das Kulturgut technisch erfasst, also in eine digitale Form überführt. Das kann je nach Objektart durch Scan, Fotografie, Audio- oder Videoaufnahme oder 3D-Erfassung geschehen. Dabei entstehen hochwertige Master-Dateien und nutzbare Derivate. Die Digitalisierung folgt qualifizierten Standards, um Reproduzierbarkeit, Farbkonsistenz und Nutzbarkeit zu gewährleisten. Anschließend wird geprüft, ob Schärfe, Farbe, Vollständigkeit und Dateiformate den Anforderungen für Archivierung und Nutzung entsprechen. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Akteure''': Digitalisierungszentrum, Foto-/AV-/3D-Spezialist:innen, externe Dienstleister bei Spezialfällen. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Beispiel''': Das Osterei wird fotografisch hochauflösend aufgenommen und zusätzlich als 3D-Modell erfasst. Danach werden Schärfe, Farbe und Dateiformate geprüft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''5. Archivieren &amp;amp; sichern''' &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die entstandenen digitalen Dateien werden geordnet abgelegt, mit den zugehörigen Metadaten verknüpft und für die langfristige Erhaltung gesichert. Dazu gehören sichere Speicherorte, Backups, Integritätskontrollen und – wenn nötig – spätere technische Migration auf neue Systeme. Ziel ist, dass das digitale Kulturgut langfristig erhalten bleibt, auch wenn sich Technik und Formate verändern. Das Original bleibt in der Regel weiterhin am Sammlungs- oder Aufbewahrungsort. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Akteure''': Archiv, Repository, IT-Betrieb, ggf. Sorbisches Kulturarchiv bzw. Digitalisierungszentrum. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Beispiel''': Die Bilder und das 3D-Modell des Ostereis werden auf gesicherten Servern gespeichert; das Original bleibt im Museum oder bei der Eigentümerin.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''6. Präsentieren &amp;amp; nutzen''' &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Im letzten Schritt werden die digitalen Objekte so bereitgestellt, dass sie gefunden, verstanden und genutzt werden können, z. B. in Portalen, digitalen Sammlungen oder virtuellen Ausstellungen. Dafür reicht es nicht, nur Dateien anzuzeigen: Es braucht auch verständliche Kontexte, Rechteangaben, Mehrsprachigkeit und möglichst barrierearme Zugänge. So wird aus der technischen Digitalisierung eine tatsächliche kulturelle Nutzung. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Akteure''': Kurator:innen, Vermittlung, Web/IT, Museen, Kulturinformationen, Community. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Beispiel''': Das Osterei erscheint in einer Online-Ausstellung, kann herangezoomt oder als 3D-Modell gedreht werden und wird mit einem kurzen Text zur Technik erklärt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.4.3 Organisatorische Perspektive ===&lt;br /&gt;
Die folgende Abbildung ist entnommen aus einem Poster des Sorbischen Instituts zu dessen Digitalisierungsstrategie, gefunden auf der Projektseite des Digitalisierungszentrums.&amp;lt;ref&amp;gt;Sorbisches Institut: Digitalisierungszentrum (DZ). URL: [https://www.serbski-institut.de/projekte-zentrale-vorhaben/digitalisierungszentrum-dz/ https://www.serbski-institut.de/projekte-zentrale-vorhaben/digitalisierungszentrum-dz/], abgerufen am 25.03.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Digitalisierungsstrategie des Sorbischen Instituts zeigt die Erfassung, Registrierung, Digitalisierung und Archivierung bis zur Präsentation von Kulturgütern aus '''organisatorischer Sicht'''. Sie basiert auf einem '''3-Säulen-Modell aus Kulturregister, Digitalisierungszentrum und Präsentationsumgebung'''. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Dataja:Wobraz_K4.png|mini||center|600px|Abbildung: 3-Säulen-Modell der Digitalisierungsstrategie des Sorbischen Instituts. Quelle: Sorbisches Institut, „Digitalizacija serbskich kulturnych datow / Digitalisierung der sorbischen/wendischen Kulturdaten“&amp;lt;ref&amp;gt;Sorbisches Institut 2025: Digitalizacija serbskich kulturnych datow / Digitalisierung der sorbischen/wendischen Kulturdaten (Poster). URL:  [https://www.serbski-institut.de/wp-content/uploads/2021/11/A0-Druck_Digitalisierungsstrategie-SI.pdf  https://www.serbski-institut.de/wp-content/uploads/2021/11/A0-Druck_Digitalisierungsstrategie-SI.pdf], abgerufen am 25.03.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Beide Sichtweisen - die fachliche &amp;quot;Prozess-Sicht&amp;quot; und die &amp;quot;organisatorische Sicht&amp;quot; lassen sich wie folgt in einer Darstellung zusammenfassen:&lt;br /&gt;
[[Dataja:Wobraz_K5.jpg|mini||center|600px|Abbildung: Zusammengefasste Sichtweisen auf die Digitalisierung von Kulturerbe.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der &amp;quot;Prozess der Digitalisierung von Kulturerbe&amp;quot; beschreibt, '''was''' mit einem Kulturgut geschieht; das 3-Säulen-Modell zeigt, '''wo''' diese Aufgaben organisatorisch verortet sind. Bezogen auf die oben beschriebenen [[#2.3.2 Prozessschritte im Detail|Prozessschritte der Digitalisierung von Kulturerbe]] steht das '''Sorbische Kulturregister''' für den Prozessschritt „'''2. Registrieren'''“ und dient dabei vor allem der Verzeichnung und Metadatenverwaltung. Das '''Digitalisierungszentrum''' steht für die Prozessschritte „'''4. Digitalisieren'''“ und „'''5. Archivieren'''“ und dient dabei der technischen Erfassung, Bearbeitung und Sicherung der Digitalisate. Die '''Präsentationsumgebung''' steht für den Schritt „'''6. Präsentieren'''“ und dient der öffentlichen oder kuratierten Bereitstellung zur Nutzung. Ergänzende Konzepte des SI machen dabei deutlich, dass die Digitalisierung im Regelfall eine vorherige Verzeichnung im Register voraussetzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
! Prozessschritt&lt;br /&gt;
! Verantwortliche Organisation&lt;br /&gt;
! Funktion im Gesamtsystem&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''2. Registrieren'''&lt;br /&gt;
| '''Sorbisches Kulturregister'''&lt;br /&gt;
| Kulturgüter werden als Entitäten nachgewiesen, beschrieben, mit Metadaten versehen und miteinander verknüpft. Das Register erfüllt damit eine katalogähnliche Funktion: Es macht sichtbar, welche Kulturgüter es gibt, wo sie sich befinden und in welchem Kontext sie stehen.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''4. Digitalisieren'''&lt;br /&gt;
| '''Digitalisierungszentrum'''&lt;br /&gt;
| Kulturgüter werden technisch erfasst, z. B. durch Scan, Fotografie, Audio-/Videoübertragung oder 3D-Erfassung. Das Digitalisierungszentrum erzeugt und prüft die Digitalisate, ist aber nicht selbst primär ein Präsentationssystem.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''5. Archivieren'''&lt;br /&gt;
| '''Digitalisierungszentrum / Repositorium / Archiv'''&lt;br /&gt;
| Die digitalen Dateien werden geordnet gespeichert, mit Metadaten verbunden und langfristig gesichert. Dazu gehört auch die Sicherstellung der Langzeitaufbewahrung, etwa durch geeignete Speicherorte, Prüfroutinen und spätere Migrationen.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''6. Präsentieren'''&lt;br /&gt;
| '''Sorabicon / weitere Präsentationsumgebungen'''&lt;br /&gt;
| Die digitalen Inhalte werden für Nutzer:innen sichtbar, erfahrbar und verständlich gemacht, z. B. in Portalen, digitalen Sammlungen oder virtuellen Ausstellungen. Die Präsentation greift dafür auf Metadaten aus dem Register und auf Digitalisate aus dem Repositorium bzw. dem Digitalisierungszentrum zurück.&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Schritt '''1. Sammeln''' liegt vor diesen drei Säulen. Er betrifft die Sammlungsorte selbst, also z. B. Museen, Archive, Heimatstuben, Vereine, Projekte, Gemeinden oder Privatpersonen. Dort entstehen oder befinden sich die Kulturgüter zunächst, bevor sie systematisch registriert, bewertet oder digitalisiert werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Schritt '''3. Bewerten''' ist ebenfalls keine eigene technische Säule, sondern ein steuernder Entscheidungsschritt. In ihm wird geklärt, welche Kulturgüter priorisiert digitalisiert werden, welche fachliche Bedeutung sie haben, welche Rechte zu beachten sind und ob eine öffentliche Präsentation möglich ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Damit wird deutlich: Register, Digitalisierungszentrum und Präsentation erfüllen unterschiedliche Aufgaben. Das '''Register''' beschreibt und verknüpft Kulturgüter, das '''Digitalisierungszentrum''' erzeugt und sichert Digitalisate und die '''Präsentationsumgebung''' macht ausgewählte Inhalte verständlich zugänglich. Gerade diese Trennung schafft klare Zuständigkeiten und erleichtert die Zusammenarbeit zwischen Sammlungsorten, Fachstellen, technischen Dienstleistern und Öffentlichkeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== 2.5 Beispiele anderer Kulturen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Digitalisierung des Kulturerbes kleiner, autochthoner, indigener und sprachlicher Gemeinschaften weist häufig vergleichbare Herausforderungen auf: Kulturgüter und Bestände sind auf viele Institutionen, Vereine, lokale Einrichtungen und private Träger verteilt. Personelle und finanzielle Ressourcen sind begrenzt, mehrere Sprachen und Beschreibungstraditionen müssen berücksichtigt werden und nicht alle kulturellen Inhalte dürfen oder sollen ohne Einschränkung öffentlich zugänglich gemacht werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In einer vergleichenden Recherche wurde daher untersucht, wie andere Gemeinschaften und Regionen ihr Kulturerbe erfassen, beschreiben, digitalisieren, langfristig sichern und zur Nutzung bereitstellen. Dabei wurde nicht nach einer universell „idealen“ technischen Lösung gesucht. Untersucht wurde vielmehr, welche organisatorischen, technischen, rechtlichen und gemeinschaftlichen Modelle unter welchen Rahmenbedingungen funktionieren, welche Schwierigkeiten auftreten und welche übertragbaren Erfolgsfaktoren erkennbar sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die nachfolgenden Beispiele verdeutlichen unterschiedliche Schwerpunkte: gemeinschaftliche Steuerung, institutionsübergreifende Register und Suchsysteme, Digitalisierung verteilter Bestände, Sprach- und Tonarchive, abgestufte Zugänge, Unterstützung kleiner Kulturgutträger sowie die Überführung zeitlich begrenzter Projekte in einen dauerhaften Betrieb.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die daraus abgeleiteten Kriterien bilden einen Referenzrahmen. Anhand dieses Referenzrahmens kann in einer späteren Ist-Analyse geprüft werden, welche Funktionen bereits vorhanden, nur konzeptionell beschrieben, in Pilotprojekten erprobt oder dauerhaft im Regelbetrieb verankert sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die ausführlichen Fallprofile, Vergleichsmatrizen, Quellen sowie ein Hinweis zur KI-gestützten Erstellung befinden sich in der [[12.3.A1 Vergleichende Recherche – Digitalisierung des Kulturerbes anderer Kulturen und Regionen|ausführlichen Vergleichsrecherche]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.5.1 RomArchive – Digitales Archiv der Roma ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Roma und Sinti sind eine transnationale Minderheit, die in zahlreichen europäischen Staaten lebt. RomArchive wurde von 2015 bis 2019 mit 3,75 Millionen Euro durch die Kulturstiftung des Bundes gefördert. Weitere Unterstützer waren unter anderem die Bundeszentrale für politische Bildung, das Auswärtige Amt und das Goethe-Institut. Seit 2019 wird das Archiv durch das Dokumentations- und Kulturzentrum Deutscher Sinti und Roma in Heidelberg betrieben.&amp;lt;ref name=&amp;quot;vergleich_romarchive&amp;quot;&amp;gt;RomArchive o. J.: Frequently Asked Questions. URL: https://www.romarchive.eu/en/about/frequently-answered-questions/; Dokumentations- und Kulturzentrum Deutscher Sinti und Roma e. V. o. J.: Imprint. URL: https://www.romarchive.eu/en/imprint/; Kulturstiftung des Bundes o. J.: RomArchive. URL: https://www.kulturstiftung-des-bundes.de/en/programmes_projects/film_and_new_media/detail/romarchive.html, jeweils abgerufen am 20.07.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Archiv präsentiert Kunst, Geschichte und Kultur aus der Perspektive der Roma. Kuratorische Teams und Beirat waren überwiegend mit Angehörigen der Minderheit besetzt. Neben öffentlich zugänglichen Inhalten existiert ein internes Archiv mit beschränktem Forschungszugang. Besonders lehrreich ist der bereits zu Projektbeginn geplante und später tatsächlich vollzogene Übergang an einen dauerhaften Betreiber.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Erfolgsfaktoren und Learnings:''' &lt;br /&gt;
* Angehörige der Gemeinschaft sollten nicht nur Inhalte zuliefern, sondern festgelegte Entscheidungsrechte bei Auswahl, Beschreibung, Kontextualisierung und Zugangsregeln besitzen. &lt;br /&gt;
* Bereits zu Beginn einer Projektphase verbindlich klären, welche Institution das Register, Archiv oder Portal nach dem Ende der Förderung dauerhaft betreibt, pflegt und finanziert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.5.2 Nuohtti – Zugang zum Sámi-Kulturerbe ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Sámi sind ein indigenes Volk im nordeuropäischen Sápmi, das sich über Teile Norwegens, Schwedens, Finnlands und Russlands erstreckt. Viele historische Sámi-Materialien befinden sich außerhalb der Sámi-Institutionen in europäischen Archiven und Museen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nuohtti ist ein gemeinsamer Suchdienst für digitalisierte Sámi-Materialien. Er wurde von 2018 bis 2021 mit Mitteln des Programms Interreg Nord der EU (Europäische Union) entwickelt. Beteiligt waren unter anderem die Sámi-Archive der finnischen und norwegischen Nationalarchive, das schwedische Reichsarchiv und mehrere Universitäten. Die Sámi-Parlamente Finnlands, Norwegens und Schwedens waren in der Steuerungsgruppe vertreten. Der Dienst führte nach Projektangaben etwa 30.000 Datensätze aus 32 Institutionen zusammen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;vergleich_nuohtti&amp;quot;&amp;gt;Nuohtti o. J.: About Nuohtti. URL: https://nuohtti.com/Content/about; University of the Arctic 2023: The Nuohtti service provides digital access to Sámi material in European archives. URL: https://www.uarctic.org/news/2023/3/the-nuohtti-service-provides-digital-access-to-sami-material-in-european-archives/, jeweils abgerufen am 20.07.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nuohtti übernimmt nicht alle Bestände in ein einziges System. Stattdessen werden Metadaten, also strukturierte Beschreibungsdaten zu Objekten und Beständen, aus vorhandenen Einrichtungen zusammengeführt und mit mehrsprachiger Suche, Karte und Zeitleiste zugänglich gemacht. Ethische Hinweise machen darauf aufmerksam, dass viele Bestände unter historischen und teilweise kolonialen Bedingungen gesammelt und beschrieben wurden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Erfolgsfaktoren und Learnings:''' &lt;br /&gt;
* Ein gemeinsamer Zugang kann auch mit dezentraler Architektur der Bestände erfolgen – Originale, Dateien und Fachsysteme können beim Kulturgutträger verbleiben.&lt;br /&gt;
* Ein Register für Kulturdaten kann als übergreifende Nachweisschicht arbeiten: Größere Einrichtungen liefern Daten über technische Schnittstellen, während kleine Träger zentrale oder gemeinsam bereitgestellte Erfassungsdienste nutzen können. &lt;br /&gt;
* Historische Fremdbeschreibungen sollten ergänzt werden durch Selbstbezeichnungen, eigene Sprachformen, alternative Benennungen und Kontexte der betreffenden Gemeinschaft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.5.3 People’s Collection Wales / Casgliad y Werin Cymru ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wales ist ein Landesteil des Vereinigten Königreichs mit einer eigenständigen nationalen und walisischsprachigen Identität. People’s Collection Wales ist eine zweisprachige Plattform für institutionelles und gemeinschaftlich getragenes Kulturerbe. Sie wird als Verbund der National Library of Wales, des National Museum Wales und der Royal Commission on the Ancient and Historical Monuments of Wales betrieben und durch die walisische Regierung finanziert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Neben der technischen Plattform werden kostenlose Beratung und Schulungen zu Digitalisierung, Metadaten, Urheberrecht, Datenschutz und Oral History, also mündlich überlieferter und aufgezeichneter Geschichte, angeboten. Eine unabhängige Evaluation stellte Fortschritte bei der Zusammenarbeit und beim Kompetenzaufbau fest, benannte aber auch begrenzte Wirkungsnachweise, Finanzierungsrisiken und den hohen Personalaufwand für die Unterstützung der beteiligten Gemeinschaften.&amp;lt;ref name=&amp;quot;vergleich_wales&amp;quot;&amp;gt;Vittle, Kate / Haswell-Walls, Fran / Dixon, Tim; ERS Ltd. 2016: Evaluation of the Casgliad y Werin Cymru / People’s Collection Wales Digital Heritage Programme. Impact Report. URL: https://www.gov.wales/sites/default/files/publications/2019-08/evaluation-of-the-peoples-collection-wales-digital-heritage-programme-impact.pdf; People’s Collection Wales o. J.: Community Support. URL: https://www.peoplescollection.wales/about-us/community-support, jeweils abgerufen am 20.07.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Erfolgsfaktoren und Learnings:''' &lt;br /&gt;
* Kleine und ehrenamtlich betreute Sammlungen benötigen nicht nur technische Standards, sondern konkrete und dauerhaft verfügbare Dienstleistungen: Erstberatung, Schulung, Vorlagen, Unterstützung bei Rechtefragen, Qualitätskontrolle und persönliche Ansprechpartner. &lt;br /&gt;
* Ein Digitalisierungszentrum oder ein Verbund koordinierter Digitalisierungsdienste sollte daher als Service- und Kompetenzstruktur ausgestaltet werden und nicht lediglich als technische Produktionsstelle. &lt;br /&gt;
* Der dafür notwendige Beratungs- und Unterstützungsaufwand muss als dauerhafte Betriebsaufgabe eingeplant werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.5.4 Tobar an Dualchais / Kist o Riches ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schottisch-Gälisch ist eine Minderheitensprache, die vor allem in den Highlands und auf den schottischen Inseln gesprochen wird. Tobar an Dualchais macht mehr als 40.000 seit den 1930er Jahren entstandene Tonaufnahmen zugänglich. Die Bestände umfassen Erzählungen, Lieder, Musik, Gedichte und mündlich überliefertes Wissen auf Gälisch, Scots und Englisch. Ein bedeutender Teil der Originalbestände wird in den School of Scottish Studies Archives der Universität Edinburgh verwahrt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;vergleich_tobar&amp;quot;&amp;gt;University of Edinburgh 2024: Tobar an Dualchais / Kist o Riches. URL: https://gaelic.ed.ac.uk/gaelic-collections/tobar-an-dualchais-kist-o-riches; Scottish Government 2025: Rediscovering lost Gaelic words. URL: https://www.gov.scot/news/rediscovering-lost-gaelic-words/, jeweils abgerufen am 20.07.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Digitalisierung wird mit Verschriftlichung beziehungsweise Transkription, sprachlicher Erschließung, Freiwilligenarbeit und teilweise automatischer Spracherkennung verbunden. Das Projekt erhält wiederkehrende öffentliche Förderungen, muss Rechteklärung, Transkription und technische Weiterentwicklung jedoch dauerhaft fortsetzen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Erfolgsfaktoren und Learnings:''' &lt;br /&gt;
* Gefährdete Ton-, Film- und Videobestände müssen wegen Materialverfall, beschädigungsanfälliger Trägermaterialien und nicht mehr verfügbarer Wiedergabetechnik zeitlich priorisiert werden. &lt;br /&gt;
* Ein geeignetes Pilotprojekt kann Digitalisierung, Rechteklärung, Verschriftlichung, Übersetzung, Metadatenerfassung, Archivierung und Bildungsnutzung entlang einer vollständigen Prozesskette verbinden. &lt;br /&gt;
* Dadurch werden nicht nur einzelne Dateien erzeugt, sondern zugleich die notwendigen Standards, Zuständigkeiten und Aufwände erprobt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.5.5 Euskariana – Portal zum baskischen Kulturerbe ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Baskinnen und Basken leben in Gebieten Spaniens und Frankreichs. Euskariana ist das staatlich betriebene Kulturportal der Autonomen Gemeinschaft Baskenland in Spanien. Es wird durch die Digitale Bibliothek Euskadi betrieben und verbindet Daten der baskischen Regierung, der Provinzen, Kommunen, Universitäten sowie öffentlicher, kirchlicher und privater Einrichtungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Portal ist zugleich gemeinsamer Katalog und Zugang zu digitalen Objekten. Es kann Inhalte über ein eigenes Repositorium, also ein institutionell betriebenes digitales Ablage- und Erhaltungssystem, bereitstellen oder zu den Systemen der Partner verlinken. Verwendet werden internationale Standards wie Dublin Core als allgemeiner Metadatenstandard, METS (Metadata Encoding and Transmission Standard) zur Strukturierung und Übertragung digitaler Objekte, PREMIS (Preservation Metadata: Implementation Strategies) für Metadaten zur digitalen Langzeiterhaltung und ALTO (Analyzed Layout and Text Object) für erkannte Texte und Seitenlayouts. Die standardisierten Daten können unter anderem an Europeana weitergegeben werden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;vergleich_euskariana&amp;quot;&amp;gt;Gobierno Vasco / Biblioteca Digital de Euskadi o. J.: Acerca de Euskariana. URL: https://www.euskariana.euskadi.eus/euskadibib/es/help/about.do, abgerufen am 20.07.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Erfolgsfaktoren und Learnings:''' &lt;br /&gt;
* Unterschiedliche Kulturgutträger benötigen unterschiedliche Anschlussmöglichkeiten. &lt;br /&gt;
** Kleine Einrichtungen sollten Daten und gegebenenfalls Dateien in zentral bereitgestellten Diensten erfassen und verwalten können. &lt;br /&gt;
** Größere Institutionen sollten ihre vorhandenen Systeme über Datenexporte oder Programmierschnittstellen anbinden können. &lt;br /&gt;
* Dafür ist ein gemeinsamer, bewusst schlank gehaltener Metadatenkern erforderlich, der durch fach- und institutionsspezifische Angaben erweitert werden kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.5.6 Mukurtu und Plateau Peoples’ Web Portal ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mukurtu ist eine frei verfügbare Software für die gemeinschaftlich kontrollierte Verwaltung digitalen indigenen Kulturerbes. Das Plateau Peoples’ Web Portal verbindet acht indigene Nationen des nordwestlichen Plateaus der USA mit der Washington State University und mehreren Museen und Archiven. Stammesvertreter wählen und beschreiben die Inhalte; die Universität übernimmt wesentliche technische Betriebsaufgaben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mukurtu ermöglicht kulturelle Protokolle, also gemeinschaftlich festgelegte Regeln für Zugang und Nutzung, Traditional Knowledge Labels als Kennzeichnungen für überliefertes gemeinschaftliches Wissen sowie mehrere Beschreibungen zu demselben Objekt. Dadurch kann neben einer institutionellen Museumsbeschreibung eine Beschreibung der Herkunftsgemeinschaft stehen. Zugänge können von vollständig öffentlich bis streng beschränkt reichen. Mukurtu weist ausdrücklich darauf hin, dass die Plattform vor allem dem Zugang und der gemeinschaftlichen Verwaltung dient und ein gesondertes Konzept für Digitalisierung, Langzeiterhaltung, Personal und Finanzierung erforderlich bleibt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;vergleich_mukurtu&amp;quot;&amp;gt;Mukurtu CMS / Washington State University o. J.: About. URL: https://mukurtu.org/about/; Plateau Peoples’ Web Portal. URL: https://mukurtu.org/project/plateau-peoples-web-portal-showcase/, jeweils abgerufen am 20.07.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Erfolgsfaktoren und Learnings:''' &lt;br /&gt;
* Rechte und kulturelle Sensibilität müssen als Bestandteil des Datenmodells behandelt werden und dürfen nicht erst unmittelbar vor einer Veröffentlichung geprüft werden. &lt;br /&gt;
* Sinnvoll sind abgestufte Kategorien wie &lt;br /&gt;
** „nur Metadaten öffentlich“, &lt;br /&gt;
** „öffentliches Nutzungsdigitalisat“, &lt;br /&gt;
** „Zugang nach Rücksprache“, &lt;br /&gt;
** „beschränkter Gemeinschafts- oder Forschungszugang“, &lt;br /&gt;
** „zeitlich gesperrt“ und &lt;br /&gt;
** „nicht zugänglich“. &lt;br /&gt;
* Mehrere Beschreibungen zu demselben Objekt ermöglichen es außerdem, institutionelle Überlieferung und Selbstbeschreibung nebeneinander nachvollziehbar zu dokumentieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.5.7 Indigitization – zentrale Unterstützung für dezentrale Digitalisierung ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Indigitization unterstützt First Nations und weitere indigene Gemeinschaften in British Columbia in Kanada. Das Programm wird gemeinsam von indigenen Organisationen, Bibliotheken, Archiven und Hochschulen getragen. Es stellt einen Werkzeugkasten, Schulungen, Musterunterlagen, technische Beratung und Förderhilfen bereit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von 2013 bis 2019 wurden drei Pilotprojekte und 45 weitere Projekte gefördert. Dabei wurden mehr als 11.000 Audiokassetten digitalisiert. Die Digitalisierung erfolgte in den Gemeinschaften; eine allgemeine Veröffentlichung war nicht zwingend. Das frühere Förderprogramm für Audiokassetten befindet sich inzwischen allerdings in einer Pause.&amp;lt;ref name=&amp;quot;vergleich_indigitization&amp;quot;&amp;gt;Indigitization o. J.: About Us. URL: https://www.indigitization.ca/about-2/; Indigitization Toolkit. URL: https://www.indigitization.ca/toolkit/; Audio Cassette Digitization Grant. URL: https://www.indigitization.ca/funding/audio-cassette-grant/, jeweils abgerufen am 20.07.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Erfolgsfaktoren und Learnings:''' &lt;br /&gt;
* Zentral bereitgestellte Kompetenz lässt sich mit dezentraler Verantwortung verbinden. &lt;br /&gt;
* Ein Digitalisierungszentrum oder ein Verbund gemeinsamer Dienste kann Schulungen, Leih- und Mobiltechnik, Qualitätsprüfung, Rahmenverträge, Musterunterlagen, Beratung und Kleinprojektförderung anbieten. &lt;br /&gt;
* Originale, lokales Wissen und kulturelle Beziehungen können grundsätzlich bei den jeweiligen Kulturgutträgern verbleiben. &lt;br /&gt;
* Damit nach Abschluss einzelner Digitalisierungsprojekte keine ungesicherten Dateien zurückbleiben, sollte jedoch von Beginn an ein gemeinsames oder verbindlich angebundenes Repositorium beziehungsweise digitales Archiv vorgesehen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.5.8 Zusammenfassungen der Beispiele anderer Kulturen im Anhang ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tabellarische Übersichten und Zusammenfassungen aller untersuchten Beispiele anderer Kulturen und Regionen befinden sich im Anhang [[12.3.A1 Vergleichende Recherche – Digitalisierung des Kulturerbes anderer Kulturen und Regionen#E. Vergleichsmatrix|in Abschnitt E. Vergleichsmatrix]] unter &lt;br /&gt;
* [[12.3.A1 Vergleichende Recherche – Digitalisierung des Kulturerbes anderer Kulturen und Regionen#E.1 Funktionen, Architektur und Standards|E.1 Funktionen, Architektur und Standards]] und&lt;br /&gt;
* [[12.3.A1 Vergleichende Recherche – Digitalisierung des Kulturerbes anderer Kulturen und Regionen#E.2 Governance, Finanzierung, Erfolg und Übertragbarkeit|E.2 Governance, Finanzierung, Erfolg und Übertragbarkeit]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Zusammenfassung der übergreifenden Erfolgsfaktoren aus den Beispielen befindet sich im Anhang [[12.3.A1 Vergleichende Recherche – Digitalisierung des Kulturerbes anderer Kulturen und Regionen#F. Übergreifende Erfolgsfaktoren|in Abschnitt F. Übergreifende Erfolgsfaktoren]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.5.9 Was sich aus den Beispielen ableiten lässt ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus den untersuchten Beispielen lässt sich kein einzelnes Projekt und kein bestimmtes Softwaresystem ableiten, das unverändert übernommen werden könnte. Wiederkehrend zeigen sich jedoch '''vier notwendige Funktionen, drei übergreifende Erfolgsbedingungen und zwei grundlegende Umsetzungsprinzipien'''. Sie bilden einen kompakten Orientierungsrahmen für die Digitalisierung von Kulturerbe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Vier Kernfunktionen – was muss dauerhaft geleistet werden? ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Damit die Digitalisierung nicht bei einzelnen Digitalisaten oder einem Präsentationsportal stehen bleibt, müssen vier Kernfunktionen verlässlich abgedeckt und miteinander verbunden werden:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot; style=&amp;quot;width:100%;&amp;quot;&lt;br /&gt;
! Kernfunktion&lt;br /&gt;
! Kernfrage&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''1. Register für Kulturdaten'''&lt;br /&gt;
| '''Was ist vorhanden und was sollte prioritär bearbeitet werden?''' – Kulturgüter und Bestände nachweisen, beschreiben, verknüpfen und ihren Digitalisierungs- und Rechtezustand erfassen.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''2. Digitalisierungszentrum / Digitalisierungsdienste'''&lt;br /&gt;
| '''Wie wird qualitätsgesichert digitalisiert?''' – Kulturgutträger beraten, Digitalisierung vorbereiten oder durchführen, Qualität sichern und die Übergabe vorbereiten.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''3. Repositorium / digitales Langzeitarchiv'''&lt;br /&gt;
| '''Wie bleibt das digitale Kulturerbe dauerhaft erhalten?''' – Masterdateien und Metadaten sicher übernehmen, erhalten, sichern und bei technischen Veränderungen migrieren.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''4. Präsentations- und Nutzungssysteme'''&lt;br /&gt;
| '''Wie wird das Kulturerbe gefunden, verstanden und genutzt?''' – freigegebene Inhalte mehrsprachig vermitteln und für Bildung, Forschung und kulturelle Nachnutzung bereitstellen.&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die vier Funktionen bedeuten nicht zwingend vier Einrichtungen oder vier technische Systeme. Entscheidend ist, dass alle Funktionen abgedeckt, ihre Zuständigkeiten geklärt und ihre Übergaben zuverlässig organisiert sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Drei Erfolgsbedingungen – was gilt für alle Kernfunktionen? ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
# '''Gemeinsam entscheiden und Rechte abgestuft regeln:''' &lt;br /&gt;
#* Angehörige der betreffenden Gemeinschaft und die Kulturgutträger sollten nachvollziehbare Entscheidungsrechte bei Auswahl, Beschreibung, Priorisierung und Veröffentlichung besitzen. &lt;br /&gt;
#* Zugänge sollten abgestuft sein, beispielsweise auch &amp;quot;ausschließlich Metadaten&amp;quot;, &amp;quot;Zugang nach Rücksprache&amp;quot; oder &amp;quot;beschränkte Gemeinschafts- und Forschungszugänge&amp;quot; ermöglichen. &lt;br /&gt;
#* Rechtliche Zulässigkeit und kulturelle Angemessenheit sind dabei getrennt zu betrachten. &lt;br /&gt;
#* Selbstbezeichnungen und eigene kulturelle Perspektiven sollten historische Fremdbeschreibungen ergänzen können.&amp;lt;br&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
# '''Gemeinsame Standards, Mehrsprachigkeit und technische Anschlussfähigkeit sichern:''' &lt;br /&gt;
#* Ein bewusst schlanker gemeinsamer Metadatenkern, Qualitätsstandards und geregelte Datenübergaben ermöglichen die Zusammenarbeit unterschiedlicher Einrichtungen. Zusätzlich können fach- oder institutionsspezifische Metadatensätze genutzt werden.&lt;br /&gt;
#* Sprachen und Sprachvarianten müssen als eigenständige Datenwerte berücksichtigt werden, bspw. bei Metadaten, Beschreibungen usw. &lt;br /&gt;
#* Kleine Träger benötigen einfache zentrale Erfassungsmöglichkeiten, z. B. per Weboberfläche, größere Institutionen Schnittstellen oder Datenexporte aus ihren vorhandenen Systemen.&amp;lt;br&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
# '''Dauerhafte Verantwortung und Finanzierung sichern:''' &lt;br /&gt;
#* Bereits beim Aufbau muss feststehen, wer Register, Digitalisierungsdienste, Repositorium und Präsentationssystem nach einer Projektförderung dauerhaft betreibt. &lt;br /&gt;
#* Neben einmaligen Projektmitteln müssen deshalb auch Personal, Beratung, Datenpflege, Speicher, Softwarepflege, Sicherung und spätere technische Erneuerungen dauerhaft finanziert werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Zwei Umsetzungsprinzipien – wie sollte vorgegangen werden? ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
# '''Priorisieren, die vollständige Kette pilotieren, dann skalieren:''' &lt;br /&gt;
#* Nicht alles muss gleichzeitig digitalisiert werden. Besonders gefährdete oder kulturell bedeutsame Bestände sollten priorisiert werden. &lt;br /&gt;
#* Pilotprojekte sollten möglichst den gesamten Weg von der Erfassung und Rechteklärung über die Digitalisierung bis zur Archivierung und Nutzung durchlaufen. Dabei werden Standards, Zuständigkeiten, Kosten und tatsächliche Nutzung erprobt. &lt;br /&gt;
#* Erst auf dieser Grundlage sollte in größerem Umfang skaliert werden.&amp;lt;br&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
# '''Zentral ermöglichen, dezentral verantworten:''' &lt;br /&gt;
#* Zentrale Stellen können Infrastruktur, Beratung, Schulung, Digitalisierungstechnik, Qualitätskontrolle, Rechtehilfe und Langzeiterhaltung bereitstellen. &lt;br /&gt;
#* Originale, lokales Wissen, kulturelle Beziehungen und wesentliche inhaltliche Entscheidungen können gleichzeitig bei den jeweiligen Kulturgutträgern verbleiben. &lt;br /&gt;
#* Zentralisierung von Diensten und dezentrale kulturelle Verantwortung sind damit keine Gegensätze, sondern können sich gegenseitig ergänzen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Für die Reihenfolge ergibt sich daraus:''' &lt;br /&gt;
# Zuerst Entscheidungsrechte, Standards, Betreiber und Finanzierung ausreichend klären; &lt;br /&gt;
# anschließend mit ausgewählten Beständen die vollständige Prozesskette erproben und die Unterstützungsstrukturen aufbauen; &lt;br /&gt;
# auf dieser Grundlage Digitalisierung, Präsentation und Nachnutzung schrittweise verbreitern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Präsentation und Nutzung sind dabei nicht von geringerer Bedeutung und sollten bereits Bestandteil der Pilotprojekte sein. '''Später erfolgt nicht die Nutzung selbst, sondern deren breiter Ausbau.'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weiterführende '''Hinweise und Empfehlungen zu einem möglichen Vorgehen sowie zeitlichen und inhaltlichen Prioritäten''' befinden sich im Anhang [[12.3.A1 Vergleichende Recherche – Digitalisierung des Kulturerbes anderer Kulturen und Regionen#G.2 Was zentral, dezentral und gemeinsam organisiert werden sollte|im Abschnitt &amp;quot;Priorisierte Schlussfolgerung&amp;quot; von G2 bis G9]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein ausführliches '''Prüfraster zur Bewertung des jeweiligen Entwicklungsstandes''' befindet sich [[12.3.A2 Prüfraster zur Bewertung des Entwicklungsstandes beim Aufbau der Digitalisierung des Kulturerbes|im Anhang 2 &amp;quot;Prüfraster zur Bewertung des Entwicklungsstandes&amp;quot;]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= 3. Ist-Analyse der Digitalisierung des sorbischen Kulturerbes =&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der [[#2 Ist-Analyse „Digitalisierung von Kulturerbe“|vorangegangene Abschnitt 2]] hat beschrieben, was zur Digitalisierung von Kulturerbe gehört, welche Aufgaben dabei dauerhaft erfüllt werden müssen und wie andere Gemeinschaften und Regionen diese Aufgaben lösen. Der Abschnitt 3 richtet nun den Blick auf die sorbische Situation. Er geht der Frage nach, wie gut die sorbische Kulturerbelandschaft heute organisatorisch, technisch und personell aufgestellt ist, um ihr materielles, immaterielles und digitales Kulturerbe institutionsübergreifend zu erfassen, zu digitalisieren, dauerhaft zu erhalten und zugänglich zu machen – und wo vorrangiger Handlungsbedarf besteht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Analyse gliedert sich in fünf Teile:&lt;br /&gt;
* '''Akteure und Rollen''': Wer bewahrt sorbisches Kulturerbe und welche Aufgaben übernehmen die Akteure bei seiner Digitalisierung (Sammeln, Finanzieren, Koordinieren usw.)?&lt;br /&gt;
* '''Bestände und Bedarfe''': Welche Kulturgüter gibt es, wie weit sind  sie erfasst und digitalisiert, welche müssen vorrangig gesichert werden und welche Unterstützung brauchen ihre Träger?&lt;br /&gt;
* '''Vorhaben Systeme und Dienste''': Welche Angebote decken die [[#2.3.2 Vier Kernfunktionen|vier Kernfunktionen]] Erfassen, Digitalisieren, langfristig Erhalten und Zugänglichmachen heute ab, und welche sind im Aufbau oder geplant?&lt;br /&gt;
* '''Zusammenarbeit und dauerhafter Betrieb''': Wie sind die Steuerung und Zusammenarbeit (Governance) organisiert (Zuständigkeiten, Standards, Rechte und Finanzierung)?&lt;br /&gt;
* '''Gesamtbewertung''': Was funktioniert bereits, wo gibt es Lücken und welche davon sollten zuerst geschlossen werden?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Analyse stellt dabei den Bedarf der Bestände dem vorhandenen Angebot an Diensten und dem organisatorischen Rahmen gegenüber. Wo beides auseinanderfällt, entstehen Lücken, siehe nachfolgende Übersicht.&lt;br /&gt;
[[Dataja:Wobraz K6.png|thumb|center|600px|Übersicht der Ist-Analyse]]&amp;lt;ref&amp;gt;Mermaid Flowchart Code: [https://mermaid.live/edit#pako:eNqVlM1y2jAQx19lR7maFGMcwJPJDGAnh9AcaE4pPcj2-qPYErOWmtJ8PE0fo7e8WGWDTUja6VS-WB_7293_rvTAIhkj81hSyPso46Tg1l_RSoAZ088rdh5eOKc2TNcKNeH5h_DiPKQPF7fbjQW39PIzRaqMXaIsWMqiQLFiX2r7llHpMCW-yeDGwG54lCXEU9wfgv2Ic8JI5VLAYvl6fdYGMIAZVurlp4gPIVzrQmlKtVoXvKoQNiThEy_LQou0kqTe-Ji_ZsWckgOJC4hRwFSkGEpl_r5i44-L2IIyV-BTLtIij7I15m-5M-j1LmDeLqGI_5j-0rjfOwAtYljyrOzE-pcOfhu7A36OolLYMD5tzV95yONbjgTXSCLRYl1j3jkIWtAQruQ3c5KL6GB_pyujHwpOocmzcRFzjVSX15BnqCjH8A3Sh-fnZwj-kv-0VufReLrnGRlluzI-ws3xmdDQMQ_NmX2KFqR1DYq6IDu1HqFT5aZRfbFLZ_HyK1qj6PLY1RdkJhC4rgw2ykxcWLUlfpXCcgdqp4tmetXK5MIVGk1UiPdIyjRW7eNNh0d1-_mYgECtiBeQ5EXhnVzawWUwtipFco3eiXvpBu7UimQhyTsZzM03fU9o70fLmAbzYNQxJhNnbvstY2QPZrbzjsH3TbYjBLbxG3SE_uVZ4J61hP7Y7Q_tIwJMrYV11aZyvDWz5ocIj7d8K2gdd52vtgWaOu3iSJrRxTEej0fj_n7ai3llXh7iW88F99h--d_2zGIp5THzFGm0WIlU8nrKHmruiqnMXJkV88wvYay_9xoxVmwlnozphos7KcvWmqROM-YlvKjMTG9irtDPubnSZbdKdWvRXGqhmDd07AbCvAf2nXnuqWP3RwN7eDZwJ4Ph2MHeyGJb5vXs0-HEnTgDxxn3-4OzvuOarSeL_Wi8C10UFsM4V5I-7h7o5p1--g24x9CK hier klicken], abgerufen am 20.10.2026&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== 3.1 Akteure und Rollen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sorbisches Kulturerbe wird von vielen Einrichtungen, Gruppen und Einzelpersonen bewahrt, gepflegt und dokumentiert – von sorbischen ebenso wie von nicht-sorbischen. Dieser Abschnitt zeigt, wer Bestände hält, wer Dienste zur Digitalisierung anbietet und wer den organisatorischen und finanziellen Rahmen gestaltet. Damit wird auch sichtbar, welche Aufgaben bislang von keinem Akteur erkennbar übernommen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Grundlage sind Arbeitsunterlagen der Domowina aus den Jahren 2019 und 2020&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;&amp;gt;Domowina e. V., Kulturausschuss (Clemens Škoda) 2019: Serbske kulturne herbstwo (SKH). Arbeitspapier, Stand 18.03.2019, S. 2-8. Unveröffentlicht; interne Referenz: 2020-09-07_Serbske kulturne herbstwo w Budyšinje_opt.pdf.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019b&amp;quot;&amp;gt;Domowina e. V. 2019: Přehlad relewantnych městnosćow / „małkich“ a „wulkich“ muzejow nastupajo serbske kulturne herbstwo, Stand 11.11.2019. Unveröffentlicht; interne Referenz: 2019_11_Priloha A_prehlad_muzejow a zberkow.pdf.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2020&amp;quot;&amp;gt;Domowina e. V., Kulturausschuss 2020: Protokoll der Fachkommission „Serbske kulturne herbstwo“ vom 07.09.2020. Unveröffentlicht; interne Referenz: 2020_09_07_skh komisija-protokol.pdf.&amp;lt;/ref&amp;gt;, eine darauf aufbauende Arbeitsliste der Sammlungsorte mit ergänzender Internetrecherche&amp;lt;ref name=&amp;quot;liste2026&amp;quot;&amp;gt;Arbeitsliste „Sammlungsorte sorbischen Kulturerbes“, Stand 02.04.2026, erstellt im Rahmen des Digitalisierungskonzepts aus Internetrecherche und den Domowina-Unterlagen. Unveröffentlicht; Grundlage für Anhang 12.3.A3.&amp;lt;/ref&amp;gt;, das Konzept des Sorbischen Instituts zum Digitalisierungszentrum&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;&amp;gt;Sorbisches Institut 2025: Konzept zum Digitalisierungszentrum am Sorbischen Institut, Arbeitsfassung vom 13.08.2025. Unveröffentlicht; interne Referenz: DigCentr_Wersija13082025_wip.pdf.&amp;lt;/ref&amp;gt;, Rückmeldungen der Museen und der Domowina aus dem April 2026 sowie das Protokoll des Digitalisierungskreises vom 21.04.2026&amp;lt;ref name=&amp;quot;dk2026&amp;quot;&amp;gt;Digitalisierungskreis 2026: Protokoll der Sitzung zum Stand des Digitalisierungszentrums vom 21.04.2026. Unveröffentlicht; interne Referenz: 2026-04-21_DE_Protokoll_Digitalisierungskreis_Digitalisierungszentrum.docx.&amp;lt;/ref&amp;gt;. Ein Teil der Angaben ist mehrere Jahre alt und wird schrittweise aktualisiert. Nicht belegte Angaben sind als ''offen'', Vermutungen als ''Annahme'' gekennzeichnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.1.1 Begriffe und Rollen ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
; Akteur&lt;br /&gt;
: Einrichtung, Gruppe oder Person, die eine Aufgabe im Umgang mit sorbischem Kulturerbe oder seiner Digitalisierung übernimmt.&lt;br /&gt;
; Kulturgutträger&lt;br /&gt;
: Akteur, der Kulturgüter verwahrt oder eine kulturelle Praxis trägt und weitergibt, bspw. ein Museum, eine Heimatstube, ein Chor oder eine Privatperson mit einer Sammlung.&lt;br /&gt;
; Trägerschaft&lt;br /&gt;
: Rechtliche und finanzielle Verantwortung für eine Einrichtung, zum Beispiel durch eine Kommune, einen Landkreis, eine Stiftung, einen Verein, eine Kirche oder eine Privatperson. Eigentum und Betrieb können dabei auseinanderfallen, bspw. gehörte der Dom Njechorńskeho 2019 der Domowina und wurde von der Stiftung für das sorbische Volk bewirtschaftet, der Hanzo Šustrowy dom in Trebendorf gehörte der Gemeinde und wurde von der örtlichen Domowina-Gruppe bewirtschaftet.&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019b&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
; Rolle&lt;br /&gt;
: Aufgabe, die ein Akteur übernimmt. Ein Akteur kann mehrere Rollen haben, unterschieden werden Haupt- und Nebenrollen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Rollen lassen sich drei Gruppen zuordnen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
! Gruppe !! Rolle !! Kürzel&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| rowspan=&amp;quot;2&amp;quot; | '''Am Kulturgut''' || '''Bewahren''': Originale verwahren, pflegen und verwalten || '''B'''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Dokumentieren''': lebendige Praxis festhalten in Ton, Bild oder Text || '''D'''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| rowspan=&amp;quot;4&amp;quot; | '''Dienste''' ([[#2.3.2 Vier Kernfunktionen|Kernfunktionen]]) || '''Erfassen''', registrieren, beschreiben und verknüpfen || '''K1'''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Digitalisieren''' und Qualität sichern || '''K2'''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Langfristig '''erhalten''' || '''K3'''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Zugänglich machen''' und Nutzung ermöglichen || '''K4'''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| rowspan=&amp;quot;2&amp;quot; | '''Rahmen''' (Governance) || '''Steuern''', koordinieren und Regeln setzen || '''S'''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Fördern''' und finanzieren || '''F'''&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dokumentieren meint hier das Festhalten von immateriellen Kulturgütern im laufenden Kulturleben, etwa Mitschnitte von Veranstaltungen. Geschieht es systematisch nach festgelegten Standards zur dauerhaften Sicherung, ist es Teil der Kernfunktion Digitalisieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.1.2 Schlüsselakteure ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einzeln aufgeführt wird, wer mindestens eines der folgenden Kriterien erfüllt:&lt;br /&gt;
# betreibt oder plant eine Kernfunktion, die über die eigene Einrichtung hinaus wirkt,&lt;br /&gt;
# verwahrt einen hauptamtlich betreuten Kernbestand,&lt;br /&gt;
# dokumentiert regelmäßig das lebendige Kulturgeschehen,&lt;br /&gt;
# fördert, koordiniert oder setzt Regeln für die Digitalisierung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;mark&amp;gt;Die folgende Übersicht muss mit den Institutionen bzgl. Änderungen und Ergänzungen abgestimmt werden.&amp;lt;/mark&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|+ Rollen der Schlüsselakteure (■ Hauptrolle · ○ Nebenrolle · ? vermutet oder offen)&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
B. Bewahren, D. Dokumentieren, K1. Erfassen, K2. Digitalisieren, K3. Erhalten, K4. Nutzung ermöglichen, S. Steuern, F. Fördern&lt;br /&gt;
! Akteur !! Typ / Trägerschaft !! B !! D !! K1 !! K2 !! K3 !! K4 !! S !! F !! Hinweise&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Stiftung für das sorbische Volk || Stiftung des öffentlichen Rechts, finanziert von Bund, Freistaat Sachsen u. Land Brandenburg || ○ || || || || || || ■ || ■ || bewirtschaftete 2019 den Dom Njechorńskeho&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019b&amp;quot;/&amp;gt;; unterstützt beide sorbischen Museen finanziell&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;; Zielvereinbarungen u. a. mit dem Wendischen Museum&amp;lt;ref name=&amp;quot;wm2026&amp;quot;&amp;gt;Wendisches Museum Cottbus (Anja Jahn, Leitende Kuratorin) 2026: Zuarbeit zum Thema Digitalisierung des sorbischen/wendischen Kulturerbes, E-Mail vom 17.04.2026. Unveröffentlicht; interne Referenz: 2026-04-17 - Wendisches Museum Cottbus - Zuarbeit zum Thema Digitalisierung des sorbischen wendischen Kulturerbes.pdf.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Sorbisches Institut (SI) mit Sorbischem Kulturarchiv (SKA) und Sorbischer Zentralbibliothek || Forschungseinrichtung mit Archiv und Bibliothek; eingetragener Verein, gefördert u. a. durch die Stiftung; Digitalisierungszentrum aus Strukturwandelmitteln&amp;lt;ref name=&amp;quot;dk2026&amp;quot;/&amp;gt; || ■ || ? || ■ || ■ || ○ || ■ || ○ || || '''Digitalisierungszentrum (DZ):''' Aufbauprojekt 2024-2027 mit drei Vollzeitstellen, derzeit Pilot- und Evaluationsphase; Dienstleistung für andere Träger, kostenfrei derzeit nur in Sachsen; Finanzierung ab 2028 ''offen''&amp;lt;ref name=&amp;quot;dk2026&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz&amp;quot;&amp;gt;Sorbisches Institut: Digitalisierungszentrum (DZ). URL: https://www.serbski-institut.de/projekte-zentrale-vorhaben/digitalisierungszentrum-dz/&amp;lt;/ref&amp;gt;.&amp;lt;br&amp;gt;'''Sorbisches Kulturregister (SKR):''' Konzept mit technischem Prototyp; befristete Projektstelle bis Ende 2025&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;&amp;gt;Sorbisches Institut 2025: Konzept für ein Sorbisches Kulturregister (SKR), zweite aktualisierte Fassung vom 20.11.2025. URL: https://www.serbski-institut.de/wp-content/uploads/2021/11/00_Zweite-aktualisierte-Fassung_Konzept_Sorbisches-Kulturregister_20.11.2025.pdf&amp;lt;/ref&amp;gt;.&amp;lt;br&amp;gt;'''Präsentation:''' Virtueller Lesesaal mit Bibliographie, Katalog, digitalisierten Drucken, Handschriften, Fotos und Filmen&amp;lt;ref name=&amp;quot;vls&amp;quot;&amp;gt;Sorbisches Institut o. J.: Virtueller Lesesaal. URL: https://www.serbski-institut.de/bibliothek/virtueller-lesesaal/, abgerufen am 20.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;; Wissensportal Sorabicon mit zwölf Sammlungen&amp;lt;ref name=&amp;quot;atlas&amp;quot;&amp;gt;Sorbisches Institut 2026: Pressemitteilung zum digitalen Atlas sorbischer Kulturdenkmale im Wissensportal Sorabicon, 30.04.2026. URL: https://idw-online.de/de/news870102, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;; Repositorium digitalizat.de (öffentlich voraussichtlich ab ca. Q3/2026)&amp;lt;ref name=&amp;quot;dk2026&amp;quot;/&amp;gt;.&amp;lt;br&amp;gt;'''Erhalten:''' Repositorium mit Datensicherung; Konzept für die Langzeitarchivierung im Dauerbetrieb ''offen''&amp;lt;ref name=&amp;quot;dk2026&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Sorbisches Museum Bautzen || Museum; Landkreis Bautzen, finanziell unterstützt von der Stiftung&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt; || ■ || || ■ || ○ || ? || ? || || || ca. 42.000 Objekte; Inventar in Inventarbüchern und Datenbank (HiDA 4.8), Standortverzeichnis, Fotodatenbank; Objektfotografie und Scans bis DIN A3 im Haus; Sammlung erst teilweise digital erfasst; Pilot zur Plakatdigitalisierung mit dem SI&amp;lt;ref name=&amp;quot;smb2026&amp;quot;&amp;gt;Sorbisches Museum Bautzen (Alexander Pólk, Museologe) 2026: Bedarfserklärung zur Digitalisierung des sorbischen Kulturerbes für den Fachbeirat Digitalisierung, 15.04.2026. Unveröffentlicht; interne Referenz: 2026-04-15_Bedarfserklaerung_Digitalisierung_sorbisches_Kulturerbe_Vorlage - SMB-AxP.docx.&amp;lt;/ref&amp;gt;; Online-Angebot ''offen''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Wendisches Museum Cottbus || Museum; Stadt Cottbus, finanziert von Stadt und Stiftung&amp;lt;ref name=&amp;quot;wm&amp;quot;&amp;gt;Wendisches Museum Cottbus o. J.: Selbstdarstellung des Museums, Dokument im Ratsinformationssystem der Stadt Cottbus. URL: https://session.cottbus.de/oparl/bodies/0001/downloadfiles/00007050.pdf, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; || ■ || || ■ || ○ || ? || ○ || || || Inventarisierung mit Adlib, Veröffentlichung über museum-digital begonnen; A3-Flachbettscanner und Buchscan im Haus; derzeit vor allem Digitalisierung der Kunst; keine Digitalstrategie, keine Mittel für studentische Hilfskräfte&amp;lt;ref name=&amp;quot;wm2026&amp;quot;/&amp;gt;; Nutzung des DZ für brandenburgische Bestände ''offen'', bilateral zwischen SI, Stiftung und Museum zu klären&amp;lt;ref name=&amp;quot;dk2026&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Sächsische Landesbibliothek – Staats- und Universitätsbibliothek Dresden (SLUB) mit Deutscher Fotothek || Landes- und Universitätsbibliothek; Freistaat Sachsen || ■ || || ○ || ○ || ○ || ■ || || || Lusatica-Sammlung, die das kulturelle Erbe der Sorben zugänglich machen soll&amp;lt;ref name=&amp;quot;slub&amp;quot;&amp;gt;SLUB Dresden o. J.: Sammlungen zur sächsischen Landeskunde. URL: https://www.slub-dresden.de/entdecken/saechsische-landeskunde/sammlungen, abgerufen am 20.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;; über Sachsen.Digital ist auch digitales Schrifttum des SI erreichbar&amp;lt;ref name=&amp;quot;vls&amp;quot;/&amp;gt; (Betrieb der Plattform durch die SLUB); die Deutsche Fotothek macht Fotosammlungen des SKA im Rahmen eines Kooperationsvertrags digital zugänglich und hat auch Filme des SKA digitalisiert und präsentiert&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt;; eigene digitale Langzeitarchivierung&amp;lt;ref name=&amp;quot;nestor&amp;quot;&amp;gt;nestor o. J.: Mitglied SLUB Dresden. URL: https://www.langzeitarchivierung.de/Webs/nestor/EN/nestor/Mitglieder/sLUB.html, abgerufen am 20.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; (Kosten nach Angabe im Digitalisierungskreis ca. 800 € je Terabyte und Jahr&amp;lt;ref name=&amp;quot;dk2026&amp;quot;/&amp;gt;), ob sie Digitalisate sorbischer Träger übernehmen könnte, ist ''offen''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Domowina – Bund Lausitzer Sorben e. V. mit Regionalverbänden und Ortsgruppen || Dachverband sorbischer Vereine; eingetragener Verein || ○ || ○ || || || || || ○ || || keine zentralen Bestände außer einzelnen Exponaten, Schenkungen und Originalen, z. B. im Haus der Sorben; ein Inventarregister der Finanzverwaltung erfasst diese nur teilweise; keine Gesamtübersicht über die Bestände in ihren Strukturen&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2026&amp;quot;&amp;gt;Domowina e. V. (Clemens Škoda, Referent) 2026: Bedarfserklärung zur Digitalisierung des sorbischen Kulturerbes für den Fachbeirat Digitalisierung, Entwurf vom 01.04.2026. Unveröffentlicht; interne Referenz: 2026-03-27_Bedarfserklaerung_Digitalisierung_sorbisches_Kulturerbe_Vorlage-naćisk Clemens Škoda.docx.&amp;lt;/ref&amp;gt;; Eigentümerin des Dom Njechorńskeho; Ortsgruppe Trebendorf bewirtschaftet den Hanzo Šustrowy dom&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019b&amp;quot;/&amp;gt;; mindestens 9 der 23 kleinen Sammlungsorte sind direkt oder über Mitgliedsvereine mit ihr verbunden&amp;lt;ref name=&amp;quot;liste2026&amp;quot;/&amp;gt;; Chronistengruppe der Župa Michał Hórnik; Fachkommission „Sorbisches Kulturerbe“ 2018-2020&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2020&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Maćica Serbska e. V. || wissenschaftliche Gesellschaft; Verein || || || || || || || ○ || || Arbeitskreis „Museale Einrichtungen“ mit rund 40 Adressaten; Denkmalausschuss mit eigenem, von der Stiftung verwaltetem Budget, 2019 als Vorbild für die Bewertung von Kulturerbe genannt&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Sorbisches National-Ensemble (SNE) || Ensemble; gGmbH der Stiftung || ■ || ? || ○ || || || || || || Spezialarchiv, für die Öffentlichkeit nicht zugänglich, unterschiedlich gut erschlossen&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt;; im SKR-Konzept als sekundärer Sammlungsort genannt&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;/&amp;gt;; 2019 vorgeschlagen, dort nur Kopien zu halten und die Originale an das SKA zu geben&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;; Umfang ''offen''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| studijo LUCIJA || Medienproduktion; gGmbH des Sorbischen Schulvereins  e. V. || ○ || ■ || || || || || || || dokumentiert sorbische Veranstaltungen; Aufnahmen liegen beim Studio und werden teilweise und komprimiert (''zu prüfen'') an das SKA übergeben&amp;lt;ref name=&amp;quot;lucija&amp;quot;&amp;gt;Projektinterne Auskunft, Oktober 2026; schriftlicher Beleg noch einzuholen.&amp;lt;/ref&amp;gt;; eigener YouTube-Kanal mit Zeitzeugen-Interviews und Veranstaltungsmitschnitten&amp;lt;ref name=&amp;quot;lucija_youtube&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Mitteldeutscher Rundfunk (MDR) und Rundfunk Berlin-Brandenburg (rbb), sorbischsprachige Programme || öffentlich-rechtlicher Rundfunk || ■? || ■ || || || || ○? || || || Spezialarchive, für die Öffentlichkeit nicht zugänglich&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt;; Produktionen standen dem SKA 2019 aus rechtlichen Gründen nicht zur Verfügung&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;; Umfang und heutiger Stand ''offen''&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.1.3 Akteursgruppen ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die meisten Kulturgutträger sind kleinere Einrichtungen, Gruppen oder Privatpersonen. Sie werden hier zu Gruppen zusammengefasst. Die Anzahlen sind Mindestwerte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;mark&amp;gt;Die folgende Übersicht muss insb. mit Domowina, SI und Lucija bzgl. Änderungen und Ergänzungen abgestimmt werden.&amp;lt;/mark&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|+ B. Bewahren, D. Dokumentieren, K1. Erfassen, K2. Digitalisieren, K3. Erhalten, K4. Nutzung ermöglichen, S. Steuern, F. Fördern&lt;br /&gt;
! Gruppe !! Beispiele !! Typische Trägerschaft !! Bekannte Anzahl !! Typische Rollen !! Besonderheiten&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Kleine Museen, Heimatstuben, Gedenk- und Begegnungsorte ||&lt;br /&gt;
* Muzej Ćišinskeho (Panschwitz-Kuckau),&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Njepilic dwór (Rohne),&lt;br /&gt;
* Sorbisches Kulturzentrum Schleife,&lt;br /&gt;
* Heimatmuseum Dissen,&lt;br /&gt;
* Sorbische Webstube Drebkau (Ostereiersammlung mit über 4.000 Exemplaren)&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt;,&lt;br /&gt;
* Archiv verschwundener Orte (Horno)&lt;br /&gt;
|| Gemeinde, Förderverein, Domowina-Ortsgruppe, privat || 22 in der Domowina-Übersicht 2019 (9 Ober-, 13 Niederlausitz)&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019b&amp;quot;/&amp;gt;; 23 in der Arbeitsliste 2026, davon 12 bisher nur durch die Domowina-Unterlagen belegt&amp;lt;ref name=&amp;quot;liste2026&amp;quot;/&amp;gt;; im Arbeitskreis Lausitzer Museenland etwa ein Drittel von 48 Häusern mit sorbischem Schwerpunkt (SKR-Konzept, S. 7)&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;/&amp;gt; || '''B''' ■, '''D''' ○ || überwiegend ehrenamtlich; Digitalisierung unterbleibt nach Einschätzung des SI weitestgehend, weil personelle, technische und finanzielle Kapazitäten fehlen&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt;; 2019 benannte Defizite: fehlender Nachwuchs, fehlende Marketingstrategie, fehlende Vernetzung, unzureichende Finanzierung, fehlende fachliche Begleitung; teilweise ohne eigenes Inventar&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;; zwei private Ausstellungen ohne jede Förderung, von den Betreibern im Ruhestand allein betreut&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019b&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Regionale Museen mit sorbischen Beständen ||&lt;br /&gt;
* Museum der Westlausitz Kamenz,&lt;br /&gt;
* Museum Bautzen,&lt;br /&gt;
* Spreewald-Museum Lübbenau mit Freilandmuseum Lehde,&lt;br /&gt;
* Slawenburg Raddusch,&lt;br /&gt;
* Niederlausitzer Heidemuseum Spremberg,&lt;br /&gt;
* Stadtmuseum Cottbus,&lt;br /&gt;
* Städtische Sammlungen Görlitz&amp;lt;ref name=&amp;quot;lorenz2023&amp;quot;&amp;gt;Lorenz, Robert 2023: Das Register für sorbische/wendische Kultur(erbe)daten. Vortragsfolien, Mai 2023. URL: https://digiserb.de/wp-content/uploads/2023/06/2023_05_prednosk_kulturne_herbstwo_robert_lorenc.pdf&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
|| Landkreis oder Kommune (''Annahme'') || 7 in der Domowina-Übersicht 2019 (2 Ober-, 5 Niederlausitz)&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019b&amp;quot;/&amp;gt; || '''B''' ■; &amp;lt;br&amp;gt;'''K1-K4''' ''offen'' || Umfang des sorbischen Anteils am Bestand ''offen''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Ensembles, Chöre, Trachten- und Brauchtumsgruppen || – || Verein || ''offen'' || tragen die Praxis;&amp;lt;br&amp;gt; '''D''' ○, '''B''' ○ || Trachtenfundi 2019 ausdrücklich zu den Beständen in sorbischer Verantwortung gezählt&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;; eigene Aufnahmen und Fundi meist nicht erfasst (''Annahme'')&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Chronisten, Film- und Fotoamateure ||&lt;br /&gt;
* Chronistengruppe der Župa Michał Hórnik,&lt;br /&gt;
* deutsch-sorbischer Filmkreis&lt;br /&gt;
|| ehrenamtlich, privat || ''offen'' || '''D''' ■, '''B''' ○ || Beiträge von Laien 2019 nur sporadisch, Bestände oft unstrukturiert&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;; das DZ bahnt Kooperationen mit privaten Filmschaffenden an&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Private Sammlungen und Nachlässe ||&lt;br /&gt;
* Nachlass der Malerin Hanka Krawcec, überwiegend in Tschechien;&lt;br /&gt;
* weitere private Sammlungen und Nachlässe in Ober- und Niederlausitz&lt;br /&gt;
|| privat || 4 in der Domowina-Übersicht 2019; tatsächlich ''offen'' || '''B''' ■ || Verbleib beim Generationenwechsel ungesichert (''Annahme''); bei einer privaten Sammlung ist der dauerhafte Verbleib ausdrücklich ungeklärt&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Kirchliche Einrichtungen ||&lt;br /&gt;
* Ausstellung zu Jan Bjedrich Fryco in der evangelischen Kirche Kolkwitz;&lt;br /&gt;
* kirchliches Informations- und Begegnungszentrum in Horno mit Holzmodellen abgebaggerter Kirchen&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019b&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|| Kirchgemeinde || 2 (in den kleinen Orten enthalten); weitere ''offen'' || '''B''' ○ || weitere kirchliche Bestände nicht erfasst (''Annahme'')&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Weitere sorbische Kultur- und Medieneinrichtungen ||&lt;br /&gt;
* Deutsch-Sorbisches Volkstheater (Archiv 2019 zusammen mit dem des SNE genannt);&lt;br /&gt;
* Domowina-Verlag (2019 als Produzent genannt, dessen Erzeugnisse an das SKA gehen sollten)&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|| verschieden || ''offen'' || '''B''' ○ || Spezialarchive von SNE, Domowina-Verlag, Volkstheater und Rundfunk: für die Öffentlichkeit nicht zugänglich, unterschiedlich gut erschlossen, teils mit eigenem Personal&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt;; der Domowina-Verlag erprobt mit dem DZ die Neuauflage vergriffener Bücher als Book on Demand&amp;lt;ref name=&amp;quot;dk2026&amp;quot;/&amp;gt;; Umfang ''offen''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Öffentliche Träger und Fördergeber ||&lt;br /&gt;
* Bund,&lt;br /&gt;
* Freistaat Sachsen,&lt;br /&gt;
* Land Brandenburg,&lt;br /&gt;
* Landkreise,&lt;br /&gt;
* Kommunen&lt;br /&gt;
|| öffentlich || – || '''F''' ■, '''S''' ○ || tragen die großen Museen; 2019 erfüllten kleine Museen im Landkreis Bautzen die Kriterien für eine institutionelle Förderung nicht, im Landkreis Spree-Neiße waren die Bedingungen besser&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Gedächtniseinrichtungen außerhalb der Lausitz und der sorbischen Trägerschaft ||&lt;br /&gt;
* Oberlausitzische Bibliothek der Wissenschaften Görlitz&amp;lt;ref name=&amp;quot;slub&amp;quot;/&amp;gt;;&lt;br /&gt;
* Hórnik-Bibliothek im Wendischen Seminar Prag&amp;lt;ref name=&amp;quot;ldp&amp;quot;&amp;gt;Sorbisches Institut 2021: Pressemitteilung zu Digitalisaten aus dem Landesdigitalisierungsprogramm Sachsen (u. a. „Serbowka“, erstes sorbisches Lehrbuch), 12.03.2021. URL: https://serbski-institut.de/wp-content/uploads/2021/12/2021-03-12_MI_Erstes-sorbisches-Lehrbuch-LDP_Serbowka_de.4753.pdf, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;;&lt;br /&gt;
* Deutsches Historisches Museum, Literaturarchive Marbach und Berlin, Nationalmuseum Prag&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt;;&lt;br /&gt;
* Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland, Bonn&amp;lt;ref name=&amp;quot;lorenz2023&amp;quot;/&amp;gt;;&lt;br /&gt;
* Sächsisches Staatsarchiv,&lt;br /&gt;
* Brandenburgisches Landeshauptarchiv,&lt;br /&gt;
* Deutsche Nationalbibliothek (''Annahme'');&lt;br /&gt;
* Einrichtungen in Tschechien&lt;br /&gt;
|| öffentlich || ''offen'' || '''B''' ○; &amp;lt;br&amp;gt;mögliche Partner für K3 und K4 || unterliegen eigenen Digitalisierungsabläufen; sorabistische Expertise wird dort bisher nicht nachgefragt&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt;; Umfang der sorbischen Bestände ''offen''&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.1.4 Erste Befunde ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;mark&amp;gt;Die folgende Übersicht muss mit den Institutionen bzgl. Änderungen und Ergänzungen abgestimmt werden.&amp;lt;/mark&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Rollenübersicht erlaubt erste Hinweise, die in den folgenden Abschnitten geprüft werden:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* '''Bewahren ist breit verteilt, Dienste sind konzentriert und projektgebunden.''' Nur die vier hauptamtlichen Einrichtungen mit Sammlungsauftrag – Sorbisches Museum, Wendisches Museum, Sorbische Zentralbibliothek und SKA – sowie die Spezialarchive verfügen zumindest grundsätzlich über Personal und Technik für Digitalisierung. Sie arbeiten in nicht miteinander verbundenen Insellösungen mit eher einfacher Ausstattung; keine von ihnen hat eine eigene Digitalisierungsabteilung.&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt; Dienste für andere Träger baut das DZ des SI auf. Es ist bis Ende 2027 projektfinanziert, derzeit nur für sächsische Träger kostenfrei, und seine Nutzung durch das Wendische Museum ist noch zu klären.&amp;lt;ref name=&amp;quot;dk2026&amp;quot;/&amp;gt; Die SLUB macht sorbisches Schrifttum bereits digital zugänglich, auch aus Beständen des SI, und übernimmt mit der Deutschen Fotothek Leistungen für das SKA&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt;. &lt;br /&gt;
* '''Für die langfristige Erhaltung fremder Bestände gibt es noch keine dauerhafte Lösung.''' Offen ist, wer Digitalisate anderer Träger verbindlich und dauerhaft übernimmt. Das DZ legt Digitalisate in einem Repositorium mit Datensicherung ab; ein Konzept für die Langzeitarchivierung im Dauerbetrieb soll aus der Evaluationsphase entstehen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;dk2026&amp;quot;/&amp;gt; Das Sorbische Museum sieht hier keinen akuten Bedarf, weil Archivierung Teil seiner regulären Arbeit sei;&amp;lt;ref name=&amp;quot;smb2026&amp;quot;/&amp;gt; ob dies einer Langzeiterhaltung im Sinne von [[#2.3.4 Digitalisierungsdienst und Archiv|Abschnitt 2.3.4]] entspricht, ist ''offen''. So gelangen Veranstaltungsaufnahmen des studijo LUCIJA nur teilweise und komprimiert (''zu prüfen'') in das SKA.&amp;lt;ref name=&amp;quot;lucija&amp;quot;/&amp;gt; Die SLUB betreibt eine eigene digitale Langzeitarchivierung; ob sie auch für sorbische Träger in Frage kommt, ist ''offen''. Das Gleiche gilt für das Sächsische Staatsarchiv.&lt;br /&gt;
* '''Die Dokumentation des lebendigen Kulturlebens liegt teils außerhalb sorbischer Verantwortung.''' Die Archive des sorbischen Rundfunks sind nicht öffentlich zugänglich.&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt; Sorbischsprachige Produktionen von MDR und rbb standen dem SKA 2019 aus rechtlichen Gründen nicht zur Verfügung.&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt; Der heutige Stand ist ''offen''.&lt;br /&gt;
* '''Die Domowina ist der wichtigste Zugang zu kleinen Trägern, hat aber selbst keinen Überblick über deren Bestände.''' Mindestens 9 der 23 kleinen Sammlungsorte sind direkt oder über Mitgliedsvereine mit ihr verbunden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;liste2026&amp;quot;/&amp;gt; Ihre Strukturen eignen sich daher als Weg, kleine Träger zu erreichen – für die Erhebung ebenso wie für spätere Unterstützungsangebote. Eine zentrale Verwaltung oder Übersicht der Bestände in ihren Strukturen gibt es allerdings nicht; ihr Zustand ist daher nicht feststellbar.&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2026&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
* '''Das Wissen über kleine Träger ist lückenhaft und teils veraltet.''' 12 der 23 kleinen Orte sind bisher nur durch die Domowina-Unterlagen von 2019 und 2020 belegt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;liste2026&amp;quot;/&amp;gt; Ob sie heute noch bestehen und wie es um ihre Bestände steht, ist ''offen''. Besonders privat betreute Ausstellungen werden in Abschnitt 3.2 auf ihre Gefährdung geprüft.&lt;br /&gt;
* '''Kleine Träger haben keine feste Anlaufstelle; Koordination und Priorisierung sind noch nicht verbindlich geregelt.''' Das frühere Sorbische Folklorezentrum war seit 1993 faktisch nicht mehr tätig.&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt; In der Niederlausitz diente 2020 ein Projekt zur Inwertsetzung des immateriellen Kulturerbes auch der Vernetzung kleiner Museen. Der Kulturausschuss der Domowina sah sich als ehrenamtliches Gremium nicht in der Lage, die Koordination zu leisten, und bat Fachinstitutionen und die Gremien der Stiftung, Verantwortung zu übernehmen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2020&amp;quot;/&amp;gt; Das DZ-Konzept sieht für die Auswahl ein Lenkungsgremium aus Vertreterinnen und Vertretern der vier hauptamtlichen Einrichtungen und des SKR vor; Zusammensetzung und Kriterien sind noch festzulegen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt; Wie das heute geregelt ist, untersucht Abschnitt 3.4.&lt;br /&gt;
* '''Ein Teil des Erbes liegt bei Einrichtungen der Mehrheitsgesellschaft und im Ausland.''' Dort folgt die Digitalisierung eigenen Abläufen, und sorabistische Expertise wird bisher nicht nachgefragt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Liste aller bekannten Sammlungsorte mit Typ, Trägerschaft und Kulturgutklassen steht in [[12.3.A3 Sammlungsorte des sorbischen Kulturerbes|Anhang 12.3.A3]]. Sie wird laufend ergänzt.&lt;br /&gt;
&amp;lt;!-- Anhang 12.3.A3 aus der Arbeitsliste vom 02.04.2026 aufbauen; Namen privater Sammler nur mit Einverständnis --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== 3.2 Bestände und Bedarfe ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieser Abschnitt beschreibt die Nachfrageseite der Analyse: Welche Bestände sorbischen Kulturerbes gibt es, wie weit sind sie erfasst und digitalisiert, welche sind gefährdet, und welche Unterstützung brauchen die Kulturgutträger? Festgestellt wird dabei nur, wo Zeitdruck besteht. Welche Bestände mit welcher Priorität bearbeitet werden, sollten die sorbische Gemeinschaft und ihre Fachgremien entscheiden (vgl. [[#2.4.2 Prozessschritte im Detail|Prozessschritt 3 „Bewerten &amp;amp; freigeben“]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein institutionsübergreifender Überblick über die Bestände existiert bisher nicht (siehe 3.2.5). Die folgenden Angaben sind daher Mindestwerte und Größenordnungen aus veröffentlichten Angaben der Einrichtungen, den Bedarfserklärungen des Sorbischen Museums, des Wendischen Museums und der Domowina vom April 2026, Projektunterlagen und den in [[#3.1 Akteure und Rollen|Abschnitt 3.1]] genannten Quellen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;mark&amp;gt;Die Bestände sollten mit den SI, insb. Register, bzgl. Korrektheit und Vollständigkeit abgestimmt werden, evtl. liegt dort ein institutionsübergreifender Überblick über Bestände vor.&amp;lt;/mark&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.2.1 Begriffe ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
; Sammlungsort&lt;br /&gt;
: Ort, an dem Kulturgüter verwahrt werden, etwa ein Museum, ein Archiv, eine Heimatstube oder eine Privatwohnung. Ein Akteur kann mehrere Sammlungsorte haben.&lt;br /&gt;
; Bestand&lt;br /&gt;
: Abgrenzbare Gruppe von Kulturgütern einer [[#2.2 Klassifizierung von Kulturgütern|Kulturgutklasse]], die an einem Sammlungsort gemeinsam verwahrt wird, zum Beispiel die Fotografien einer Heimatstube oder die Tonbänder eines Archivs. Feiner unterschieden wird nur, wenn sich Zustand oder Rechtslage deutlich unterscheiden. Ein Bestand gehört zu dem Ort, an dem das Original oder die Masterdatei liegt - Kopien an anderen Orten beschreiben seinen Digitalisierungsstand.&lt;br /&gt;
: Bei immateriellem Kulturerbe gilt die vorhandene Dokumentation als Bestand, etwa Ton- und Videoaufnahmen oder Beschreibungen. Eine bisher nicht dokumentierte Praxis erscheint als Dokumentationsbedarf.&lt;br /&gt;
; Bedarf&lt;br /&gt;
: Was ein Bestand oder ein Kulturgutträger braucht.&lt;br /&gt;
:* ''Bestandsbezogene'' Bedarfe richten sich auf die [[#2.3.2 Vier Kernfunktionen|vier Kernfunktionen]] (erfassen, digitalisieren, langfristig erhalten, zugänglich machen).&lt;br /&gt;
:* ''Trägerbezogene'' Bedarfe betreffen den Akteur selbst, etwa Personal, Beratung oder Finanzierung.&lt;br /&gt;
; Dringlichkeit&lt;br /&gt;
: Zeitdruck, der sich aus einer Gefährdung ergibt. Sie ist nicht gleichbedeutend mit Priorität, in die auch kulturelle Bedeutung, Nutzen und Machbarkeit eingehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.2.2 Bestandslandkarte ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Übersicht folgt der [[#2.2 Klassifizierung von Kulturgütern|Klassifizierung aus Abschnitt 2.2]]. Sie nennt für jede Klasse typische Bestände, die wichtigsten Träger und den bekannten Stand. Einzelne Sammlungsorte stehen in [[12.3.A3 Sammlungsorte des sorbischen Kulturerbes|Anhang 12.3.A3]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|+ Bestände nach Kulturgutklassen (Stand: weitgehend · teilweise · kaum · ''offen'')&lt;br /&gt;
! Klasse !! Typische Bestände !! Wichtigste Träger !! Umfang, soweit bekannt !! Erfasst !! Digitalisiert !! Gefährdung&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''A''' Materiell – unbeweglich || Denkmale, Gedenktafeln, Inschriften, Grabmäler, Blockbauten, Wirkungsstätten, Kirchen; Häuser wie der Dom Njechorńskeho || Eigentümer, Gemeinden, Kirchgemeinden; dokumentiert durch das SI || Langzeitprojekt „Großes Inventar sorbischer Kulturdenkmale“ des SI (ab 2000): rund 1.700 Objekte in der sächsischen Oberlausitz&amp;lt;ref name=&amp;quot;kdm&amp;quot;&amp;gt;Fachpublikation zu sorbischen Kulturdenkmalen. Interne Referenz: saxorum-10788_Sorbische_Kulturdenkmale_digital_erfassen_präsentieren.pdf. Angabe nach Projektunterlagen, noch zu prüfen.&amp;lt;/ref&amp;gt; mit 6.161 Fotonegativen&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt; || weitgehend für die sächsische Oberlausitz: 1.760 Datensätze in einer Datenbank, qualitätsgesichert und in das SKR integriert&amp;lt;ref name=&amp;quot;kdmsi&amp;quot;&amp;gt;Sorbisches Institut o. J.: Sorbische Kulturdenkmale in Sachsen. Projektbeschreibung, u. a. zum Teilprojekt im Verbundprojekt DIKUSA – Vernetzung digitaler Kulturdaten in Sachsen (2022-2025). URL: https://www.serbski-institut.de/projekte-kulturwissenschaften/sorbische-kulturdenkmale-in-sachsen/; ältere Fassung: https://www.serbski-institut.de/projekte-kulturwissenschaften/sorbische-kulturdenkmale-in-sachsen-2/, abgerufen im Oktober 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;; Niederlausitz in Erfassung, geplant in drei Phasen bis 2031&amp;lt;ref name=&amp;quot;nlposter&amp;quot;&amp;gt;Sorbisches Institut o. J.: Materielle Zeugnisse sorbischer/wendischer Kultur in der Niederlausitz. Modul 4 des Vorhabens „Digitales Portal zu sorbischen und Lausitzer Sprach- und Kulturlandschaften“ (Poster). URL: https://serbski-institut.de/wp-content/uploads/2021/11/A0-Druck_DigPortal-M4.pdf, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; || teilweise: Fotonegative im Dezember 2024 extern digitalisiert&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt;; rund 1.200 Objektbeschreibungen für den Wissensgraphen des Verbundprojekts DIKUSA aufbereitet&amp;lt;ref name=&amp;quot;kdmsi&amp;quot;/&amp;gt;; 78 Objekte öffentlich im Atlas auf Sorabicon, davon 26 aus dem sächsischen und 52 aus dem brandenburgischen Teil (April 2026)&amp;lt;ref name=&amp;quot;atlas&amp;quot;&amp;gt;Sorbisches Institut 2026: Pressemitteilung zum digitalen Atlas sorbischer Kulturdenkmale im Wissensportal Sorabicon, 30.04.2026. URL: https://idw-online.de/de/news870102, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;; erste 3D-Raumscans, z. B. des Dom Njechorńskeho&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt; || Verwitterung, Umbau, Abriss; Bausubstanz einzelner Häuser 2019 als Problem genannt&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019b&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''B1''' Schriftgut || Bücher, Zeitungen, Handschriften, Nachlässe, Vereins- und Institutionsakten, Musikalien, Plakate, Grafik, Postkarten || Sorbische Zentralbibliothek, Sorbisches Kulturarchiv (SKA), Sorbisches Museum, Wendisches Museum, SLUB, Hórnik-Bibliothek im Wendischen Seminar Prag, Oberlausitzische Bibliothek der Wissenschaften Görlitz, Domowina-Verlag || SI: mindestens 500.000, eher 1 Mio. zu digitalisierende Druckseiten, Archivalien nicht eingerechnet (DZ-Konzept, S. 39)&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt;; Zentralbibliothek ca. 110.000 Medieneinheiten&amp;lt;ref name=&amp;quot;liste2026&amp;quot;/&amp;gt;; Sorbisches Museum: bibliophile und sorabistische Sammlung ca. 8.700, Plakate ca. 1.700, Postkarten ca. 2.500&amp;lt;ref name=&amp;quot;smb2026&amp;quot;/&amp;gt;; Wendisches Museum: historische Karten, Plakate, Literatur, Zeitschriften, Postkarten, Zahl ''offen''&amp;lt;ref name=&amp;quot;wm2026&amp;quot;/&amp;gt;; SKA: Nachlässe, Akten der Domowina 1912-1989 und sorbischer Vereine, Umfang ''offen''&amp;lt;ref name=&amp;quot;ska&amp;quot;&amp;gt;Sorbisches Institut o. J.: Sorbian Cultural Archive. URL: https://www.serbski-institut.de/en/sorbian-cultural-archive/, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; || weitgehend in den Bibliotheken (Katalog, Sorbische Bibliographie)&amp;lt;ref name=&amp;quot;vls&amp;quot;/&amp;gt;; kleine und private Träger ''offen'' || teilweise: 1.634 Dokumente des SI auf Sachsen.Digital (Stand 2021)&amp;lt;ref name=&amp;quot;ldp&amp;quot;&amp;gt;Sorbisches Institut 2021: Pressemitteilung zu Digitalisaten aus dem Landesdigitalisierungsprogramm Sachsen (u. a. „Serbowka“, erstes sorbisches Lehrbuch), 12.03.2021. URL: https://serbski-institut.de/wp-content/uploads/2021/12/2021-03-12_MI_Erstes-sorbisches-Lehrbuch-LDP_Serbowka_de.4753.pdf, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;; Handschriften des SKA 2016 digitalisiert&amp;lt;ref name=&amp;quot;hs&amp;quot;&amp;gt;Sorbisches Institut o. J.: Digitalisate handschriftlicher Literatur aus den Beständen des SKA in Sachsen.digital. URL: https://serbski-institut.de/de/Handschriften-als-Digitalisat, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;; Zeitungen und Zeitschriften teils online&amp;lt;ref name=&amp;quot;vls&amp;quot;/&amp;gt;; Plakate des Sorbischen Museums im Pilot mit dem SI&amp;lt;ref name=&amp;quot;smb2026&amp;quot;/&amp;gt;; DZ-Pilot zu den Periodika Bramborski Casnik (ab 1848) und Katolski Posoł (ab 1863) mit Texterkennung&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt;; Neuauflage vergriffener Bücher des Domowina-Verlags als Book on Demand im Pilot&amp;lt;ref name=&amp;quot;dk2026&amp;quot;/&amp;gt;; Texterkennung historischer sorbischer Drucke mit weiterem Forschungsbedarf&amp;lt;ref name=&amp;quot;dk2026&amp;quot;/&amp;gt; || Nachlässe in Privatbesitz; säurehaltiges Papier des 19. und 20. Jahrhunderts (''Annahme'', nicht erhoben)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''B2''' Fotografien und Bildträger || Fotosammlungen und Fotonachlässe, Negative, Glasplatten, Dias || SKA, Sorbisches Museum, Wendisches Museum, Stadtmuseum Cottbus, SI (Kulturdenkmale), Sorbisches National-Ensemble (SNE), Domowina Verlag (LND), Deutsch-Sorbisches Volkstheater ''(Annahme)'', Chronisten, Privatpersonen || Sorbisches Museum: Foto- und Bildarchiv ca. 8.300&amp;lt;ref name=&amp;quot;smb2026&amp;quot;/&amp;gt;; Kulturdenkmal-Inventar 6.161 Negative&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt;; SKA: Fotosammlungen und Diakollektionen aus Domowina-Nachlässen vor 1990, Umfang ''offen''&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt;; Wendisches Museum: historische Fotografien, Dias, Zahl ''offen''&amp;lt;ref name=&amp;quot;wm2026&amp;quot;/&amp;gt; || teilweise bei Museen und SKA, z. B. Fotodatenbank des Sorbischen Museums&amp;lt;ref name=&amp;quot;smb2026&amp;quot;/&amp;gt;; private Bestände oft unstrukturiert&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt; || teilweise: Fotosammlungen des SKA über die Deutsche Fotothek zugänglich; Diakollektionen und Kulturdenkmal-Negative extern digitalisiert&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt;; ausgewählte Bildsammlungen des SKA im Virtuellen Lesesaal&amp;lt;ref name=&amp;quot;vls&amp;quot;/&amp;gt;; Glasplattennegative der Sammlung Fritz Unger (Stadtmuseum Cottbus) mit wendischen Motiven auf museum-digital&amp;lt;ref name=&amp;quot;unger&amp;quot;&amp;gt;museum-digital:brandenburg o. J.: Wendische Trachtengruppe, Glasplattennegativ, Fotografische Sammlung Fritz Unger, Stadtmuseum Cottbus, Inv.-Nr. U190-05. URL: https://brandenburg.museum-digital.de/pdf/object/65463.pdf?lang=de, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; || Negative, Dias und Glasplatten empfindlich; private Bestände ohne Verzeichnis&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''B3''' Analoge AV-Träger || Tonbänder, Kassetten, Schallplatten, Videobänder, Filme || SKA, MDR und rbb, SNE, Sorbisches Museum, Wendisches Museum, Amateurfilmer, Njepila-Hof (Tondokumente)&amp;lt;ref name=&amp;quot;liste2026&amp;quot;/&amp;gt;; Filme der früheren DEFA (Filmstudio der DDR), Hörfunkbestände der DDR-Zeit im Deutschen Rundfunkarchiv (''Annahme'') || sorbischsprachiger Rundfunk seit 1948&amp;lt;ref name=&amp;quot;rundfunk&amp;quot;&amp;gt;Wikipedia (englisch): Sorbischer Rundfunk. URL: https://en.wikipedia.org/wiki/Sorbischer_Rundfunk, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;; DEFA-Gruppe „Sorbischer Film“ 1980-1990: knapp 40 Filme&amp;lt;ref name=&amp;quot;defa&amp;quot;&amp;gt;Deutsches Historisches Museum, Zeughauskino o. J.: Filmreihe „Sorbische Filmlandschaften“. URL: https://www.dhm.de/zeughauskino/filmreihe/sorbische-filmlandschaften/, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;; Sorbisches Museum: Audiokassetten, Schallplatten, Filmrollen, VHS&amp;lt;ref name=&amp;quot;smb2026&amp;quot;/&amp;gt;; Wendisches Museum: VHS-Kassetten, CDs&amp;lt;ref name=&amp;quot;wm2026&amp;quot;/&amp;gt;; SKA, SNE und Amateurbestände ''offen'' || kaum bekannt || teilweise: Filme des SKA über die Deutsche Fotothek bzw. im sächsischen Programm zur Sicherung des audiovisuellen Erbes digitalisiert&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;vls&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;avsachsen&amp;quot;&amp;gt;Leipziger Internet Zeitung 2020: Über 50.000 Film- und Tonminuten digitalisiert. Zwischenbilanz zur Sicherung des audiovisuellen Erbes in Sachsen, 16.09.2020. URL: https://www.l-iz.de/melder/wortmelder/2020/09/Ueber-50-000-Film-und-Tonminuten-digitalisiert-Zwischenbilanz-zur-Sicherung-des-audiovisuellen-Erbes-in-Sachsen-349190, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;; Umfang ''offen''; im DZ bisher ein einfacher 8-mm-Digitalisierer, hochwertige Filmdigitalisierung nur in Kooperation&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt;; das Sorbische Museum benötigt Technik für Ton-, Film- und Videoträger&amp;lt;ref name=&amp;quot;smb2026&amp;quot;/&amp;gt; || '''hoch''': Material und veraltete Abspieltechnik erfordern eine priorisierte Digitalisierung; bei Film drohen Essigsäure-Syndrom, Farbverblassung und Schrumpfung&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt;; Magnetbandformate sind veraltet, die routinemäßige Überspielung endete nach Einschätzung von UNESCO und IASA (Internationaler Verband der Schall- und audiovisuellen Archive) etwa 2025&amp;lt;ref name=&amp;quot;mta&amp;quot;&amp;gt;IASA o. J.: Announcing the Magnetic Tape Alert Project (UNESCO-Programm „Information for All“ und IASA). URL: https://iasa-web.org/node/5374, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''B4''' 3D-Objekte || Trachten und Textilien, Volkskunst, Ostereier, Keramik, Glas, Hausrat, Musikinstrumente, Kunstwerke || Sorbisches Museum, Wendisches Museum, Heimatmuseen und Heimatstuben, Trachtenfundi von Vereinen und Ensembles, private Sammlungen || Sorbisches Museum: ca. 42.000 Objekte insgesamt, davon materielle Kultur ca. 21.000 mit ca. 6.700 Trachten und Textilien und ca. 8.000 Werken bildender Kunst&amp;lt;ref name=&amp;quot;smb2026&amp;quot;/&amp;gt;; Wendisches Museum: größte Sammlung niedersorbischer Tracht&amp;lt;ref name=&amp;quot;wm&amp;quot;&amp;gt;Wendisches Museum Cottbus o. J.: Selbstdarstellung des Museums, Dokument im Ratsinformationssystem der Stadt Cottbus. URL: https://session.cottbus.de/oparl/bodies/0001/downloadfiles/00007050.pdf, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;, dazu u. a. Keramik, Glas, Musikinstrumente, Volkskunst mit großer Ostereiersammlung, Zahl ''offen''&amp;lt;ref name=&amp;quot;wm2026&amp;quot;/&amp;gt;; Sorbische Webstube Drebkau über 4.000 Ostereier&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt;; Heimatmuseum Dissen 6.700 inventarisierte Exponate (SKR-Konzept, S. 8)&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;/&amp;gt;; Jänschwalde über 40 Originaltrachten und über 1.000 Keramiken&amp;lt;ref name=&amp;quot;liste2026&amp;quot;/&amp;gt; || teilweise: Sorbisches Museum mit Inventarbüchern und Datenbank (HiDA)&amp;lt;ref name=&amp;quot;smb2026&amp;quot;/&amp;gt;, Wendisches Museum mit Adlib&amp;lt;ref name=&amp;quot;wm2026&amp;quot;/&amp;gt;, aber ohne verknüpfendes System (SKR-Konzept, S. 7)&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;/&amp;gt;; kleine Museen teils ohne Inventar&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt; || kaum bis teilweise: Sorbisches Museum erst teilweise digital erfasst&amp;lt;ref name=&amp;quot;smb2026&amp;quot;/&amp;gt;; Wendisches Museum digitalisiert derzeit vor allem Kunst und hat mit museum-digital begonnen&amp;lt;ref name=&amp;quot;wm2026&amp;quot;/&amp;gt;; acht Häuser mit sorbischem Schwerpunkt haben zusammen 401 Objekte auf museum-digital veröffentlicht (SKR-Konzept, S. 8)&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;/&amp;gt;; Pilot Drebkau: sorbische Ostereier fotografiert, 16 davon als 3D-Modell, auf museum-digital&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt; || Sorbisches Museum: Zustand weitgehend gut, keine akut gefährdeten Bestände bekannt, ca. 100 Objekte mit Pestiziden aus der DDR-Zeit belastet&amp;lt;ref name=&amp;quot;smb2026&amp;quot;/&amp;gt;; Textilien empfindlich; private Ausstellungen ohne Nachfolge (siehe 3.2.3)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''C1''' Orale Traditionen || Sprache und Dialekte, Erzählungen, Sagen, Zeitzeugenberichte || Sprecherinnen und Sprecher; dokumentiert durch SI und Rundfunk || ''offen'' || teilweise: Zeitzeugen-O-Töne im Wissensportal Sorabicon&amp;lt;ref name=&amp;quot;atlas&amp;quot;/&amp;gt;; Zeitzeugen-Sammlung des studijo LUCIJA auf YouTube&amp;lt;ref name=&amp;quot;lucija_youtube&amp;quot;&amp;gt;studijo LUCIJA YouTube Kanal. URL: https://www.youtube.com/@studijoLucija/videos, abgerufen am 30.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; || teilweise || '''hoch''' für das Niedersorbische: nach Angaben des Bundesinnenministeriums 2024 nur noch wenige hundert fließende Sprecherinnen und Sprecher&amp;lt;ref name=&amp;quot;sprache&amp;quot;&amp;gt;Universität Potsdam o. J.: Mehrsprachigkeit in Brandenburg – Sorbisch (mit Verweis auf BMI 2024 und Landesregierung Brandenburg 2024). URL: https://www.uni-potsdam.de/de/svm/mehrsprachigkeit-in-brandenburg/studentische-projekte/sorbisch, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;; die Sicherung des Wissens von Zeitzeuginnen und Zeitzeugen ist im DZ-Konzept als Auswahlkriterium genannt&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''C2''' Darstellende Künste || Musik, Lieder, Tanz, Theater, Chorgesang || SNE, Deutsch-Sorbisches Volkstheater, Chöre und Ensembles; dokumentiert durch Rundfunk und studijo LUCIJA&amp;lt;ref name=&amp;quot;lucija_youtube&amp;quot;/&amp;gt; || ''offen'' || ''offen'' || teilweise: neuere Aufnahmen meist ursprünglich digital (siehe D1) || vergängliche Formate wie Aufführungen, Ausstellungen und Veranstaltungen werden bisher zu wenig gesichert; einfache Wege wie 360-Grad-Aufnahmen wurden angeregt&amp;lt;ref name=&amp;quot;dk2026&amp;quot;/&amp;gt;; ältere Mitschnitte auf AV-Trägern (siehe B3); digitale Mitschnitte, die nicht langzeittauglich gelagert und nicht registriert sind (siehe D1 und D2)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''C3''' Rituale und Feste || Bräuche und Feste im Jahreslauf, u. a. Vogelhochzeit, Zampern, Zapust, Ostersingen, Osterreiten, Maibaum, Kirmes || MDR, rbb, studijo LUCIJA&amp;lt;ref name=&amp;quot;lucija_youtube&amp;quot;/&amp;gt;, Vereine, Dorfgemeinschaften, Kirchgemeinden || „Gesellschaftliche Bräuche und Feste der Lausitzer Sorben im Jahreslauf“ seit 2014 im Bundesweiten Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes&amp;lt;ref name=&amp;quot;ike&amp;quot;&amp;gt;Sorbisches Institut 2020: Aufruf und Fragebogen zur Erhebung sorbischer/wendischer Bräuche und Feste im Landkreis Spree-Neiße, 18.12.2020. URL: https://www.serbski-institut.de/wp-content/uploads/2022/03/IKE-Fragebogen-Aufruf_2020_12_189_DE.4701.pdf, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;iketour&amp;quot;&amp;gt;Sachsen-Tourismus 2025: Hintergrundtext Immaterielles Kulturerbe. URL: https://www.sachsen-tourismus.de/fileadmin/mediendatenbank_ALT/mediendatenbank/bilder/presse/rechercheideen/hintergrundtext-immaterielles-kulturerbe-2025.pdf, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; || teilweise: Erhebung im Landkreis Spree-Neiße durch das SI ab 2020&amp;lt;ref name=&amp;quot;ike&amp;quot;/&amp;gt; mit rund 500 dokumentierten Praktiken, Ergebnisse auf Sorabicon („lebendiges Kulturerbe in der Niederlausitz“)&amp;lt;ref name=&amp;quot;ike2023&amp;quot;&amp;gt;Sorbisches Institut 2023: Teilprojekt zum immateriellen Kulturerbe der Sorben/Wenden in der Niederlausitz im Vorhaben „Digitales Portal zu sorbischen und Lausitzer Sprach- und Kulturlandschaften“. Folien zum Institutstag. URL: https://www.serbski-institut.de/wp-content/uploads/2023/01/08_DigPortal-M5-Institutstag-neu.pdf, abgerufen am 30.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;atlas&amp;quot;/&amp;gt;; Oberlausitz ''offen'' || teilweise || Praxis im Wandel; frühere Ausprägungen nur über Dokumentation greifbar&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''C4''' Wissen über Natur und Universum || Volksglaube, Heil- und Sammelwissen, religiöse Praxis || Familien, Kirchgemeinden || ''offen'' || ''offen'' || ''offen'' || Wissen oft bei wenigen, teils älteren Personen (SKR-Konzept, S. 8)&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''C5''' Traditionelles Handwerk || Ostereiverzierung, Trachtenherstellung und -pflege, Weben, Flachs und Leinen, Töpfern || Handwerkerinnen und Handwerker, Vereine, Heimatmuseen, z. B. Sorbische Webstube Drebkau&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;/&amp;gt;, Kólasko Drachhausen&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019b&amp;quot;/&amp;gt; || ''offen'' || ''offen'' || ''offen'' || Wissen an wenige Personen gebunden; fehlender Nachwuchs (SKR-Konzept, S. 8)&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''D1''' Born-digital || Websites, soziale Medien, Musikvideos, Veranstaltungsmitschnitte, digitale Fotos und Videos, digitale Publikationen, Projektdaten, ältere Datenträger || Künstlerinnen und Künstler, studijo LUCIJA, Rundfunk, Verlage, Vereine, Einrichtungen || 2024 ermittelte das SKR 41 sorbische Musikvideos von 18 Künstlerinnen, Künstlern und Gruppen auf YouTube, das früheste von 2007&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt;; Sorbisches Museum: neue Sammlungskategorie „Datenträger“ mit 5 Objekten&amp;lt;ref name=&amp;quot;smb2026&amp;quot;/&amp;gt;; sonst ''offen'' || kaum; erste Erhebungen durch das SKR&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt; || – || '''hoch''': YouTube ist kein verlässlicher Speicherort, Inhalte können jederzeit entfernt werden; vorgeschlagen ist eine Notsicherung durch das DZ&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt;; keine systematische Sicherung sorbischer Web- und Social-Media-Inhalte bekannt; Webarchivierung in Deutschland insgesamt lückenhaft&amp;lt;ref name=&amp;quot;webarchiv&amp;quot;&amp;gt;netzpolitik.org 2026: Kritische Infrastruktur: Bei der Web-Archivierung fehlt die Strategie. URL: https://netzpolitik.org/2026/kritische-infrastruktur-bei-der-web-archivierung-fehlt-die-strategie/, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;; Masterdateien teils nur beim Erzeuger&amp;lt;ref name=&amp;quot;lucija&amp;quot;/&amp;gt;; ältere Speichermedien wie Disketten schwer lesbar&amp;lt;ref name=&amp;quot;smb2026&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''D2''' Digitalisate || digitale Repräsentationen aus den Klassen A bis C || SI, SLUB mit Deutscher Fotothek, Museen, Projekte || SI: 1.634 Dokumente auf Sachsen.Digital (2021)&amp;lt;ref name=&amp;quot;ldp&amp;quot;/&amp;gt;; Sorabicon: zwölf veröffentlichte Sammlungen (2026)&amp;lt;ref name=&amp;quot;atlas&amp;quot;/&amp;gt;; Repositorium digitalizat.de, öffentlich voraussichtlich ab ca. Q3/2026, Stand ''offen''&amp;lt;ref name=&amp;quot;dk2026&amp;quot;/&amp;gt; || teilweise: über Kataloge und die Deutsche Digitale Bibliothek nachgewiesen, teils als gemeinfrei gekennzeichnet&amp;lt;ref name=&amp;quot;ddb&amp;quot;&amp;gt;Deutsche Digitale Bibliothek o. J.: Wot togo narodu Jesu Christußa (1865), Datengeber: Sorbisches Institut / Sorbisches Kulturarchiv. URL: https://www.deutsche-digitale-bibliothek.de/item/3IVBZKDCQK6LHTOFW5HKYF235K6A4QEF, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; || – || Langzeiterhaltung nicht dauerhaft geregelt: Das DZ legt Digitalisate in einem Repositorium mit Datensicherung ab, ein Konzept für die Langzeitarchivierung im Dauerbetrieb steht aus&amp;lt;ref name=&amp;quot;dk2026&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.2.3 Bestände mit vorrangigem Digitalisierungsbedarf ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als vorrangig gilt ein Bestand, wenn mindestens einer der folgenden Gründe zutrifft:&lt;br /&gt;
# '''Materialverfall oder veraltete Technik:''' Der Träger zerfällt, oder Abspielgeräte sind kaum noch verfügbar.&lt;br /&gt;
# '''Ungesicherte Betreuung:''' Nachfolge, Räume oder Trägerschaft sind nicht gesichert.&lt;br /&gt;
# '''Unikat ohne Sicherung:''' Es gibt weder eine Kopie noch einen Nachweis an anderer Stelle.&lt;br /&gt;
# '''Schwindendes Wissen:''' Trägerinnen und Träger einer Praxis oder Zeitzeugen können nur noch begrenzte Zeit befragt werden.&lt;br /&gt;
# '''Ungesicherte digitale Dateien:''' Masterdateien fehlen, es gibt kein Zielarchiv, oder die Dateiformate veralten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die '''Dringlichkeit''' ist&lt;br /&gt;
* ''hoch'', wenn Verlust oder Unzugänglichkeit innerhalb weniger Jahre wahrscheinlich sind,&lt;br /&gt;
* ''mittel'', wenn ein Risiko erkennbar ist, der Zeitrahmen aber offen ist, und&lt;br /&gt;
* ''offen'', wenn die Lage nicht bekannt ist.&lt;br /&gt;
Die Herkunft der Dringlichkeit ist mit '''G''' gekennzeichnet, wenn der Bedarf von Trägern oder in ihren Unterlagen genannt wurde, und mit '''A''', wenn er aus der Analyse abgeleitet ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|+ Bestände mit vorrangigem Digitalisierungsbedarf&lt;br /&gt;
! Bestand / Bestandsgruppe !! Träger !! Klasse !! Grund !! Dringlichkeit !! Herkunft !! Quelle&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Ton-, Video- und Filmbestände auf Magnetband und Film || SKA, SNE, Rundfunk, Sorbisches Museum, Wendisches Museum, Amateurfilmer, Njepila-Hof u. a. || B3 || 1, 3 || hoch || G, A || &amp;lt;ref name=&amp;quot;smb2026&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;mta&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;ska&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Sprache und Erzählwissen der letzten muttersprachlichen Sprecherinnen und Sprecher des Niedersorbischen || – || C1 || 4 || hoch || A || &amp;lt;ref name=&amp;quot;sprache&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Zwei private Ausstellungen in der Oberlausitz, von den Betreibern im Ruhestand allein und ohne Förderung betreut (Stand 2019); eine davon inzwischen vom DZ als 3D-Raumscan erfasst, ihr dauerhafter Verbleib ist ungeklärt || privat || B4 || 2, 3 || hoch || G || &amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019b&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Private Sammlungen und Nachlässe, darunter Filme und Chroniken sowie ein Nachlass, dessen Sichtung und Bewertung 2019 erbeten wurde || privat || B1-B4 || 1, 2, 3 || hoch || G || &amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019b&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Veranstaltungsmitschnitte, die nicht zentral registriert sind und nur teilweise und komprimiert (''zu prüfen'') an das SKA gehen || studijo LUCIJA || D1 (C2, C3) || 5 || hoch || A || &amp;lt;ref name=&amp;quot;lucija&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Sorbische Musikvideos auf YouTube, Websites und soziale Medien || Künstlerinnen und Künstler, Gruppen, Einrichtungen || D1 || 5 || hoch || G ||&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;webarchiv&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Ältere Datenträger und ursprünglich digitale Objekte in Sammlungen, z. B. Disketten; Sammlungskategorie „Datenträger“ des Sorbischen Museums || Sorbisches Museum u. a. || D1 || 1, 5 || mittel || G || &amp;lt;ref name=&amp;quot;smb2026&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Ausstellungen kleiner Sammlungsorte ohne Langzeitperspektive, deren Sicherung im Ist-Zustand häufig gewünscht wird || Heimatstuben, kleine Museen || B4, A || 2 || mittel || G || &amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Archiv verschwundener Orte in Horno: Umzug 2019 geplant || Trägerschaft ''offen'' || B1, B2 || 2 || ''offen'' || G || &amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019b&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Sorbische Museum kennt in seinen eigenen Beständen keine akut gefährdeten Objekte.&amp;lt;ref name=&amp;quot;smb2026&amp;quot;/&amp;gt; Die Fotonegative des Kulturdenkmal-Inventars, die bis 2024 nahezu ausschließlich analog vorlagen, sind inzwischen digitalisiert.&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.2.4 Bedarfe der Kulturgutträger ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Neben dem Bedarf einzelner Bestände haben viele Kulturgutträger Bedarfe, die sie selbst betreffen. Sie werden hier gebündelt und der Seite des Angebots zugeordnet, an die sie sich richten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
! Bedarf !! Betroffene Träger !! Richtet sich an !! Herkunft !! Quelle&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Personal und Nachwuchs für Betreuung, Erfassung und Digitalisierung; keine Mittel für studentische Hilfskräfte || kleine Museen, Heimatstuben, ehrenamtliche Sammlungsorte; Sorbisches Museum, Wendisches Museum&amp;gt; || Rahmen (F), K2 || G || &amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;smb2026&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;wm2026&amp;quot;/&amp;gt;; SKR-Konzept, S. 7-8 und 29&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Laufende Finanzierung für Personal und Unterhalt; z. B. jährliches Ringen um Personalmittel in Dissen || kleine Museen || Rahmen (F) || G || &amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019b&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Fachliche Begleitung, Beratung und Schulung, auch zu einer Digitalstrategie und zum Umgang mit digitalen Sammlungsobjekten || kleine und ehrenamtliche Träger; Wendisches Museum; Sorbisches Museum || K1-K3, Rahmen || G || &amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;wm2026&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;smb2026&amp;quot;/&amp;gt;; SKR-Konzept, S. 10 und 30&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Inventarisierung und digitale Erschließung; Nachholbedarf wegen Personalmangels „teils bestandsgefährdend“; Erfassung von Metadaten mit Hilfskräften, ggf. mit KI-Unterstützung || kleine Museen, private Sammlungen, Domowina-Strukturen || K1 || G || SKR-Konzept, S. 7&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;/&amp;gt;; &amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2026&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Vernetzung und Kooperation; eine Dienstleistungs- und Ermöglichungsstruktur für die Digitalisierung || kleine Museen, Domowina || Rahmen (S) || G || &amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2026&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Sichtbarkeit und Präsentation; Katalog für die im Aufbau befindliche Fachbibliothek || sorbische Museen, kleine Museen; Wendisches Museum || K4 || G || &amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2020&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;smb2026&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;wm2026&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Sichtung und Bewertung von Nachlässen || private Nachlässe || K1, Prozessschritt „Bewerten“ || G || &amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019b&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Räume, Bausubstanz und Bewirtschaftung, z. B. Muzej Ćišinskeho, Dom Njechorńskeho || kleine Museen und Gedenkorte || Rahmen (Voraussetzung) || G || &amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019b&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2026&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Technik und Dienstleistung zur Digitalisierung von Ton-, Film-, Video- und Diaträgern || Sorbisches Museum, Wendisches Museum, kleine und private Träger || K2 || G || &amp;lt;ref name=&amp;quot;smb2026&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;wm2026&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Großformatige Scans über DIN A3 bis DIN A0, z. B. für Plakate und Kunstwerke auf Papier || Sorbisches Museum || K2 || G || &amp;lt;ref name=&amp;quot;smb2026&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Lesbarmachung älterer Speichermedien wie Disketten || Sorbisches Museum || K2, K3 || G || &amp;lt;ref name=&amp;quot;smb2026&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Digitalisierung mit Texterkennung von Verwaltungsdokumenten wie Kauf- und Leihverträgen, um Sammlungs- und Besitzstand und Provenienz zu sichern || Wendisches Museum || K2 || G || &amp;lt;ref name=&amp;quot;wm2026&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Klarheit über Leistungsrahmen, Laufzeit, Kapazität und Logistik des DZ sowie über seine Nutzbarkeit für brandenburgische Bestände || Wendisches Museum || K2, Rahmen || G || &amp;lt;ref name=&amp;quot;wm2026&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;dk2026&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Verbindlicher Ort für die langfristige Erhaltung von Digitalisaten und ursprünglich digitalen Aufnahmen || Domowina;studijo LUCIJA, Projekte, kleine Träger || K3 || G / A || &amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2026&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;lucija&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Rechteklärung: Bild- und Urheberrechte an Digitalisaten des DZ; Rundfunkproduktionen; Einwilligungen bei Veranstaltungsaufnahmen || Sorbisches Museum, Rundfunkproduktionen, Veranstaltungsaufnahmen || Rahmen || G / A || &amp;lt;ref name=&amp;quot;smb2026&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Sorbische Museum sieht bei Langzeitverfügbarkeit sowie bei Register und Metadaten keinen akuten Bedarf, da beides Teil seiner regulären Museumsarbeit sei. Es erwartet vom SKR vor allem eine einfachere Objektrecherche, Unterstützung beim Leihverkehr und größere Sichtbarkeit seiner Sammlung.&amp;lt;ref name=&amp;quot;smb2026&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.2.5 Erste Befunde ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* '''Ein Gesamtüberblick über die Bestände fehlt.''' 2020 wurde festgestellt, dass eine systematische Registrierung des sorbischen Kulturerbes fehlt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2020&amp;quot;/&amp;gt; 2025 beschrieb das SI die Bedingungen an den Sammlungsorten als „von vorbildlich bis prekär“; vieles liege nur analog vor, und die Digitalisierung stehe überwiegend am Anfang.&amp;lt;ref name=&amp;quot;skrhandout&amp;quot;&amp;gt;Sorbisches Institut 2025: Handout zum Pressegespräch „Konzept Sorbisches Kulturregister“, 20.11.2025. URL: https://www.serbski-institut.de/wp-content/uploads/2025/11/2025-11-20_Handout-Pressegespraech-SKR_Konzept.pdf, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Ein Überblick sei derzeit nicht möglich, weil die Sammlungsorte technisch „fraktioniert oder gar inkompatibel“ arbeiten (SKR-Konzept, S. 8).&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;/&amp;gt; Für ein Erbe von „viele[n] hunderttausend Entitäten“ fehle es an systematischer Erfassung mit eindeutigen Kennungen und gemeinsamen Metadaten.&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt; Auch die Domowina hat keinen Überblick über die Bestände in ihren Strukturen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2026&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
* '''Die bekannten Sammlungsorte sind nur ein Ausschnitt.''' Das SKR-Konzept nennt mehr als 70 Einrichtungen mit kulturerberelevantem Archivgut (S. 10), die Domowina verweist auf mindestens 70 Orte&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2026&amp;quot;/&amp;gt;. Im Arbeitskreis Lausitzer Museenland widmet sich etwa ein Drittel der 48 Heimatstuben und Regionalmuseen sorbischer Geschichte und Kultur (S. 7).&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;/&amp;gt; Die Arbeitsliste umfasst bisher rund 32 Orte.&amp;lt;ref name=&amp;quot;liste2026&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
* '''Zahlen gibt es nur für wenige große Träger.''' Größenordnungen liegen vor für das Sorbische Museum (ca. 42.000 Objekte), das Schriftgut des SI (mindestens 500.000 Druckseiten), die Sorbische Zentralbibliothek und das Kulturdenkmal-Inventar (1.760 Datensätze). Für das SKA, das Wendische Museum, die audiovisuellen Bestände und fast alle kleinen Träger fehlen sie. &amp;lt;mark&amp;gt;SKA anfragen&amp;lt;/mark&amp;gt;&lt;br /&gt;
* '''Wo der Zeitdruck am größten ist, ist am wenigsten bekannt.''' Das betrifft vor allem die analogen Ton-, Video- und Filmbestände sowie die Dokumentation des Niedersorbischen. Beide großen Museen nennen Technik für audiovisuelle Träger als Bedarf.&amp;lt;ref name=&amp;quot;smb2026&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;wm2026&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
* '''Online sichtbar ist nur ein Bruchteil.''' Acht Häuser mit sorbischem Schwerpunkt haben zusammen 401 Objekte auf museum-digital veröffentlicht; das Heimatmuseum Dissen mit 6.700 inventarisierten Exponaten noch keines (SKR-Konzept, S. 8).&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;/&amp;gt; Das Wendische Museum hat mit museum-digital begonnen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;wm2026&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
* '''Digital vorhanden heißt nicht gesichert.''' Ursprünglich digitale Aufnahmen, Musikvideos und Projektdaten haben teils kein Zielarchiv oder liegen nur bei ihrem Erzeuger (siehe 3.2.3). Welche Dienste für die langfristige Erhaltung (K3) bestehen oder geplant sind, untersucht Abschnitt 3.3, wer die Aufgabe übernimmt, Abschnitt 3.4.&lt;br /&gt;
* '''Das immaterielle Kulturerbe ist ungleich dokumentiert.''' Für die Niederlausitz gab es ab 2020 eine Erhebung der Bräuche und Feste,&amp;lt;ref name=&amp;quot;ike&amp;quot;/&amp;gt; für die Oberlausitz ist keine vergleichbare bekannt.&lt;br /&gt;
* '''Ein Teil des Erbes liegt außerhalb sorbischer Verantwortung oder außerhalb der Lausitz,''' etwa in Prag, Dresden, Görlitz, Berlin und Marbach, in nicht öffentlichen Rundfunkarchiven und bei der DEFA-Überlieferung.&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Ist-Analyse kann damit Struktur und Schwerpunkte benennen, aber keine vollständige Bestandsübersicht ersetzen. Eine institutionsübergreifende Bestands- und Bedarfserhebung mit Prioritätenliste ist eine eigene Aufgabe (vgl. das Ziel 2028 in [[#1.1 Visionen und Ziele für die sorbische digitale Welt|Abschnitt 1.1]]) und wird bei den Maßnahmen aufgegriffen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== 3.3 Kernfunktionen: Vorhaben, Systeme, Dienste ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieser Abschnitt beschreibt die Angebotsseite der Analyse: Welche Vorhaben, Systeme und Dienste decken die [[#2.3.2 Vier Kernfunktionen|vier Kernfunktionen]] heute ab, welche sind im Aufbau oder geplant, und welche Kulturgutträger können sie nutzen? Er stellt damit dem Bedarf aus [[#3.2 Bestände und Bedarfe|Abschnitt 3.2]] das vorhandene und geplante Angebot gegenüber. Wie Zuständigkeiten, Regeln und Finanzierung organisiert sind, untersucht Abschnitt 3.4.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Grundlage sind das Konzept des Digitalisierungszentrums (DZ) vom 13.08.2025&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt;, das Konzept des Sorbischen Kulturregisters (SKR) vom 20.11.2025&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;/&amp;gt;, das Protokoll des Digitalisierungskreises vom 21.04.2026&amp;lt;ref name=&amp;quot;dk2026&amp;quot;/&amp;gt;, die Rückmeldungen der Museen vom April 2026&amp;lt;ref name=&amp;quot;smb2026&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;wm2026&amp;quot;/&amp;gt; sowie öffentlich zugängliche Angaben der Betreiber. Einzelheiten zu jedem Vorhaben (Laufzeit, Finanzierung, Hinweise) stehen in [[12.3.A4 Vorhaben, Systeme und Dienste zur Digitalisierung des sorbischen Kulturerbes|Anhang 12.3.A4]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;mark&amp;gt;Die folgende Übersicht muss mit dem SI (DZ, SKR, SKA, Zentralbibliothek), der SLUB und den Museen bzgl. Korrektheit und Vollständigkeit abgestimmt werden.&amp;lt;/mark&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.3.1 Bewertungsmaßstab und Begriffe ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jedes Vorhaben wird mit zwei Merkmalen beschrieben. Bewertet werden dabei Dienste aus einrichtungsübergreifender Sicht, nicht die Arbeit einzelner Einrichtungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
; Reifegrad&lt;br /&gt;
: Entwicklungsstand nach dem Prüfraster in [[12.3.A2 Prüfraster zur Bewertung des Entwicklungsstandes beim Aufbau der Digitalisierung des Kulturerbes|Anhang 12.3.A2]]. Er zeigt zugleich, ob ein Angebot geplant (Stufe 1), im Aufbau (Stufe 2) oder nutzbar ist (Stufen 3 und 4). Wie im Prüfraster empfohlen, wird jede Kernfunktion getrennt bewertet. Für die Gesamtkette zählt die schwächste kritische Abhängigkeit mehr als der Durchschnitt.&lt;br /&gt;
; Trägerabdeckung&lt;br /&gt;
: Welche Kulturgutträger den Dienst heute tatsächlich nutzen können. Ist ein Dienst für einen größeren Kreis ausgelegt, steht das Ziel in Klammern. Ein Dienst, der alle Träger abdeckt, steht damit auch Dritten zur Verfügung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|+ Stufen der beiden Merkmale&lt;br /&gt;
! Reifegrad !! Trägerabdeckung&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;background:#f8d7da&amp;quot; | '''0''' · nicht begonnen: keine abgestimmten Ziele, Zuständigkeiten oder Verfahren || style=&amp;quot;background:#fde2c4&amp;quot; | '''eigene Bestände''': nur der Betreiber selbst&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;background:#fde2c4&amp;quot; | '''1''' · konzeptionell geklärt: Ziele, Rollen und Anforderungen beschrieben, noch nicht erprobt || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | '''einzelne Partner''': ausgewählte Träger, z. B. im Pilotbetrieb oder per Kooperationsvertrag&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | '''2''' · pilotiert: mit einzelnen Beständen oder Trägern praktisch erprobt || style=&amp;quot;background:#e8f0c8&amp;quot; | '''Teilgruppe''': alle Träger eines Landes oder einer Art, z. B. alle Museen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;background:#dff0d8&amp;quot; | '''3''' · teilweise im Regelbetrieb: Leistungen werden wiederholt erbracht, sind aber noch nicht vollständig verfügbar || style=&amp;quot;background:#c3e6cb&amp;quot; | '''alle Träger''' sorbischen Kulturerbes&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;background:#c3e6cb&amp;quot; | '''4''' · dauerhaft etabliert und überprüft: Zuständigkeiten, Finanzierung und Verfahren dauerhaft verankert || style=&amp;quot;background:#eeeeee&amp;quot; | '''–''': nicht anwendbar, z. B. bei Dokumentationen durch das SI&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Daraus ergibt sich der Maßstab für die Bewertung: Für jede Kernfunktion sollte mindestens ein Dienst oder ein abgestimmtes Bündel von Diensten mit Reifegrad 4 bestehen, das zusammen alle Kulturgutklassen und alle Träger abdeckt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den Tabellen kommen einige technische Begriffe vor:&lt;br /&gt;
; Kitodo&lt;br /&gt;
: Freie Software für Digitalisierungsabläufe. Kitodo.Production steuert die Arbeitsschritte vom Scan bis zum fertigen digitalen Objekt, Kitodo.Presentation stellt Digitalisate online bereit. Beide werden u. a. von der SLUB eingesetzt.&lt;br /&gt;
; METS/MODS, LIDO&lt;br /&gt;
: Standardformate für Metadaten. METS/MODS fasst ein Digitalisat mit seiner Struktur und Beschreibung zusammen und ist Grundlage z. B. für den DFG-Viewer, einen Online-Betrachter für Digitalisate. LIDO ist ein Austauschformat für Museumsobjekte.&lt;br /&gt;
; IIIF (International Image Interoperability Framework)&lt;br /&gt;
: Standard, über den Bilder und ihre Beschreibungen in verschiedenen Portalen und Betrachtern abgerufen werden können.&lt;br /&gt;
; PURL&lt;br /&gt;
: Persistent Uniform Resource Locator, eine dauerhafte Internetadresse, die auch bei einem Systemwechsel gleich bleibt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.3.2 Vorhaben und Dienste je Kernfunktion ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dienste, die mehrere Kernfunktionen abdecken, erscheinen bei jeder dieser Funktionen, weil ihr Reifegrad je Funktion verschieden sein kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|+ Vorhaben, Systeme und Dienste nach Kernfunktionen (Einzelheiten in Anhang 12.3.A4)&lt;br /&gt;
! Vorhaben / Dienst (Betreiber) !! Kulturgut-Klassen !! Reifegrad !! Trägerabdeckung heute (Ziel)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! colspan=&amp;quot;4&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left; background:#eaecf0&amp;quot; | K1 – Erfassen, beschreiben und verknüpfen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Sorbisches Kulturregister (SKR)''' (SI)&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;/&amp;gt; || alle || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | 2 · pilotiert (Regelbetrieb nach Personalausstattung möglich, Zeitpunkt offen) || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | einzelne Partner (Ziel: alle)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''museum-digital''' als Inventarisierungswerkzeug (Verbund museum-digital)&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt; || B1, B2, B4 || style=&amp;quot;background:#dff0d8&amp;quot; | 3 · teilweise Regelbetrieb || style=&amp;quot;background:#e8f0c8&amp;quot; | Teilgruppe: alle Museen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Bibliothekskatalog und Sorbische Bibliographie''' (Sorbische Zentralbibliothek)&amp;lt;ref name=&amp;quot;vls&amp;quot;/&amp;gt; || B1 || style=&amp;quot;background:#c3e6cb&amp;quot; | 4 · etabliert (''Annahme'') || style=&amp;quot;background:#fde2c4&amp;quot; | eigene Bestände&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Archivische Erschließung des SKA''', u. a. im Verbundkatalog Kalliope (SI)&amp;lt;ref name=&amp;quot;kitodo2021&amp;quot;&amp;gt;Böhmak, Wito 2021: Vortragsfolien zum Einsatz von Kitodo.Production am Sorbischen Institut (Nachlass Gotthold Schwela), Kitodo-Anwendertreffen 2021. URL: https://www.kitodo.org/fileadmin/groups/kitodo/Dokumente/Anwendertreffen_2021_Boehmak.pdf, abgerufen am 30.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; || B1-B3 || style=&amp;quot;background:#dff0d8&amp;quot; | 3 · teilweise Regelbetrieb (''Annahme'') || style=&amp;quot;background:#fde2c4&amp;quot; | eigene Bestände&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Inventardatenbanken der Museen''' (Sorbisches Museum: HiDA; Wendisches Museum: Adlib)&amp;lt;ref name=&amp;quot;smb2026&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;wm2026&amp;quot;/&amp;gt; || B1, B2, B4 || style=&amp;quot;background:#dff0d8&amp;quot; | 3 · teilweise Regelbetrieb || style=&amp;quot;background:#fde2c4&amp;quot; | eigene Bestände&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Datenbank sorbischer Kulturdenkmale''' (SI; Teilprojekt im Verbund DIKUSA)&amp;lt;ref name=&amp;quot;kdmsi&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;sorabiconkdm&amp;quot;&amp;gt;Sorabicon o. J.: Kulturdenkmale – Förderung. URL: https://sorabicon.de/en/cultural-memorials/about/grant/, abgerufen am 30.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; || A || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | 2 · pilotiert || style=&amp;quot;background:#eeeeee&amp;quot; | – (Dokumentation durch das SI)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Erhebung des immateriellen Kulturerbes in der Niederlausitz''' mit Belegdatenbank (SI)&amp;lt;ref name=&amp;quot;ike2023&amp;quot;/&amp;gt; || C1-C5 || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | 2 · pilotiert || style=&amp;quot;background:#eeeeee&amp;quot; | – (Dokumentation durch das SI)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Quellen zur sorbischen Geschichte 1918-1945''': Nachweis von Archivbeständen außerhalb der Lausitz (SI, Modul auf Sorabicon)&amp;lt;ref name=&amp;quot;quellen&amp;quot;&amp;gt;Heitmann, Clemens (Hrsg.) o. J.: Quellen zur sorbischen Geschichte 1918-1945. Modul im Wissensportal Sorabicon. URL: https://www1.sorabicon.de/en/sources-of-sorbian-history-1918-1945/, abgerufen am 30.10.2026; vgl. Heitmann, Clemens 2019: Digitales Archivportal zur Geschichte der Sorben. Arbeitsfortschritte und erste Ergebnisse. In: Lětopis 2019/1, S. 129-140.&amp;lt;/ref&amp;gt; || B1 || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | 2 · pilotiert, Projekt abgeschlossen || style=&amp;quot;background:#eeeeee&amp;quot; | – (Nachweis fremder Bestände)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! colspan=&amp;quot;4&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left; background:#eaecf0&amp;quot; | K2 – Digitalisieren und Qualität sichern&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Digitalisierungszentrum (DZ)''' (SI)&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;dk2026&amp;quot;/&amp;gt; || B1, B2, B4, A (Raumscans) || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | 2 · pilotiert (Regelbetrieb bis Ende 2027 vorgesehen, danach Finanzierung offen) || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | einzelne Partner, kostenfrei nur in Sachsen (Ziel: alle)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Filmdigitalisierung in Kooperation''' (DZ, Prüfung mit dem Medienzentrum der SLUB)&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt; || B3 || style=&amp;quot;background:#fde2c4&amp;quot; | 1 · konzeptionell || style=&amp;quot;background:#eeeeee&amp;quot; | – (Ziel: alle)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Landesdigitalisierungsprogramm Sachsen''' (SLUB)&amp;lt;ref name=&amp;quot;ldp&amp;quot;/&amp;gt; || B1 || style=&amp;quot;background:#dff0d8&amp;quot; | 3 · teilweise Regelbetrieb || style=&amp;quot;background:#e8f0c8&amp;quot; | Teilgruppe: Sachsen (''Annahme'')&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Deutsche Fotothek''', Kooperation mit dem SKA (SLUB)&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt; || B2, B3 || style=&amp;quot;background:#dff0d8&amp;quot; | 3 · teilweise Regelbetrieb || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | einzelne Partner: SKA&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''SAVE''', Landesprogramm zur Sicherung des audiovisuellen Erbes in Sachsen (SLUB mit dem Filmverband Sachsen)&amp;lt;ref name=&amp;quot;save2019&amp;quot;&amp;gt;Leipziger Internet Zeitung 2019: Sachsen startet Sicherung von historischen Film- und Tonaufnahmen, August 2019. URL: https://www.l-iz.de/melder/wortmelder/2019/08/Sachsen-startet-Sicherung-von-historischen-Film-und-Tonaufnahmen-292580, abgerufen am 30.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;save2026&amp;quot;&amp;gt;Loch, René 2026: Filminstitutionen protestieren gegen Kürzungen im sächsischen Doppelhaushalt. Leipziger Zeitung, 18.09.2026. URL: https://www.l-iz.de/kultur/film-tv/2026/09/filminstitutionen-protestieren-gegen-kuerzungen-im-saechsischen-doppelhaushalt-671028, abgerufen am 30.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; || B3 || style=&amp;quot;background:#dff0d8&amp;quot; | 3 · teilweise Regelbetrieb; Kürzungen ab 2027 geplant || style=&amp;quot;background:#e8f0c8&amp;quot; | Teilgruppe: Sachsen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Eigene Digitalisierung der Museen''' (Sorbisches Museum, Wendisches Museum)&amp;lt;ref name=&amp;quot;smb2026&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;wm2026&amp;quot;/&amp;gt; || B1, B2, B4 bis DIN A3 || style=&amp;quot;background:#dff0d8&amp;quot; | 3 · teilweise Regelbetrieb || style=&amp;quot;background:#fde2c4&amp;quot; | eigene Bestände&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! colspan=&amp;quot;4&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left; background:#eaecf0&amp;quot; | K3 – Langfristig erhalten&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Repositorium und Datenhaltung des DZ''' (SI)&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;dk2026&amp;quot;/&amp;gt; || D2 || style=&amp;quot;background:#fde2c4&amp;quot; | 1 · konzeptionell (Datenhaltung mit Sicherung erprobt, Langzeitarchivierung offen) || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | einzelne Partner (Ziel: alle)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Digitale Langzeitarchivierung der SLUB''' (SLUB)&amp;lt;ref name=&amp;quot;nestor&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;dk2026&amp;quot;/&amp;gt; || D1, D2 || style=&amp;quot;background:#c3e6cb&amp;quot; | 4 · etabliert für eigene Bestände (''Annahme'') || style=&amp;quot;background:#fde2c4&amp;quot; | eigene Bestände; für sorbische Träger ''offen''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Datensicherung der Museen''' (Sorbisches Museum, Wendisches Museum)&amp;lt;ref name=&amp;quot;smb2026&amp;quot;/&amp;gt; || eigene Digitalisate || style=&amp;quot;background:#eeeeee&amp;quot; | ''offen'' || style=&amp;quot;background:#fde2c4&amp;quot; | eigene Bestände&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Notsicherung ursprünglich digitaler Werke''' (DZ und SKR, Vorschlag)&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt; || D1 || style=&amp;quot;background:#fde2c4&amp;quot; | 1 · konzeptionell || style=&amp;quot;background:#eeeeee&amp;quot; | – (Vorschlag)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! colspan=&amp;quot;4&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left; background:#eaecf0&amp;quot; | K4 – Zugänglich machen und Nutzung ermöglichen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Sorabicon''', mehrsprachiges Wissensportal (SI)&amp;lt;ref name=&amp;quot;siposter&amp;quot;&amp;gt;Sorbisches Institut o. J.: Digitalisierung der sorbischen/wendischen Kulturdaten. Poster zum Drei-Säulen-Modell der Digitalisierungsstrategie des SI. URL: https://serbski-institut.de/wp-content/uploads/2021/11/A0-Druck_Digitalisierungsstrategie-SI.pdf, abgerufen am 30.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;sorabicon2024&amp;quot;&amp;gt;Bejmak, Wito; Slodička, Marek 2024: Sorabicon. Vortrag auf der 17. Tagung der AG Regionalportale, Dresden, 6.-8. Mai 2024. URL: https://hackmd.io/@Marek00/Sorabicon-17-AG-RegPortale, abgerufen am 30.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; || A, B1, C1, C3 || style=&amp;quot;background:#dff0d8&amp;quot; | 3 · teilweise Regelbetrieb || style=&amp;quot;background:#fde2c4&amp;quot; | eigene Bestände (kuratiert durch das SI)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Virtueller Lesesaal''' (SI)&amp;lt;ref name=&amp;quot;vls&amp;quot;/&amp;gt; || B1-B3 || style=&amp;quot;background:#dff0d8&amp;quot; | 3 · teilweise Regelbetrieb || style=&amp;quot;background:#fde2c4&amp;quot; | eigene Bestände&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Sachsen.digital''' und '''DFG-Viewer''' (SLUB)&amp;lt;ref name=&amp;quot;ldp&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;kitodo2021&amp;quot;/&amp;gt; || B1 || style=&amp;quot;background:#c3e6cb&amp;quot; | 4 · etabliert || style=&amp;quot;background:#e8f0c8&amp;quot; | Teilgruppe: Sachsen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''digitalizat.de''', Repositorium und Präsentation des DZ (SI)&amp;lt;ref name=&amp;quot;dk2026&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt; || B1, B2 || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | 2 · pilotiert || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | einzelne Partner (Ziel: alle)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Rechercheoberfläche des SKR''' mit Suche, Filtern und eigenen Seiten je Eintrag (SI, geplant)&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;/&amp;gt; || alle || style=&amp;quot;background:#fde2c4&amp;quot; | 1 · konzeptionell (''Annahme'') || style=&amp;quot;background:#eeeeee&amp;quot; | – (Ziel: alle)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''museum-digital''' (Verbund museum-digital)&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;wm2026&amp;quot;/&amp;gt; || B4, B2, B1 || style=&amp;quot;background:#dff0d8&amp;quot; | 3 · teilweise Regelbetrieb || style=&amp;quot;background:#e8f0c8&amp;quot; | Teilgruppe: alle Museen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Überregionale Portale''': Deutsche Digitale Bibliothek (DDB), Archivportal-D, Kalliope, Copernico&amp;lt;ref name=&amp;quot;fotothekddb&amp;quot;&amp;gt;Deutsche Digitale Bibliothek o. J.: Fotografie aus der Fotosammlung Ernst Tschernik. Datengeber: Sorbisches Institut / Sorbisches Kulturarchiv, geliefert über die Deutsche Fotothek. URL: https://www.deutsche-digitale-bibliothek.de/item/VYGCX4DORKMVYJG6JKMITHNBQ3QOC6JB, abgerufen am 30.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;copernico&amp;quot;&amp;gt;Sorbisches Institut 2026: Pressemitteilung zur Mitgliedschaft im Netzwerk „Copernico – Geschichte und kulturelles Erbe im östlichen Europa“, 28.07.2026. URL: https://idw-online.de/de/news875220, abgerufen am 30.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; || B1, B2 || style=&amp;quot;background:#c3e6cb&amp;quot; | 4 · etabliert || style=&amp;quot;background:#e8f0c8&amp;quot; | Teilgruppe: Einrichtungen mit eigenen Daten&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Sprachportale''' niedersorbisch.de und obersorbisch.de (SI, ''Annahme'')&amp;lt;ref name=&amp;quot;atlas&amp;quot;/&amp;gt; || C1 || style=&amp;quot;background:#dff0d8&amp;quot; | 3 · teilweise Regelbetrieb (''Annahme'') || style=&amp;quot;background:#fde2c4&amp;quot; | eigene Bestände&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kein heute nutzbarer Dienst deckt alle Träger ab. Für alle Träger ausgelegt sind bisher nur Vorhaben im Aufbau oder in Planung: SKR, DZ, digitalizat.de und die Rechercheoberfläche des SKR.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.3.3 Kurzbewertung der vier Kernfunktionen ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Kurzbewertung fasst die Tabelle aus einrichtungsübergreifender Sicht zusammen: Bewertet wird, was für das sorbische Kulturerbe insgesamt verfügbar ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|+ Kurzbewertung der Kernfunktionen&lt;br /&gt;
! Kernfunktion !! Reifegrad !! Trägerabdeckung heute !! Was funktioniert !! Was fehlt&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''K1''' Erfassen, beschreiben und verknüpfen || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | '''2''' · pilotiert || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | einzelne Partner (SKR-Pilot); Museen über museum-digital || Erfassung in den einzelnen Einrichtungen im Regelbetrieb; für Kulturdenkmale in Sachsen und das immaterielle Erbe der Niederlausitz erprobt; SKR-Prototyp mit Schnittstellen und Normdaten || kein einrichtungsübergreifender Nachweis im Regelbetrieb; kleine Träger und Privatsammlungen kaum erfasst; Personal des SKR über 2025 hinaus nicht gesichert (Stand ''offen''); Regeln für Masterdaten, Versionierung und Kennungen erst diskutiert&amp;lt;ref name=&amp;quot;dk2026&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''K2''' Digitalisieren und Qualität sichern || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | '''2''' · pilotiert || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | einzelne Partner; Landesangebote nur in Sachsen || DZ mit Technik, Kitodo-Arbeitsablauf und Piloten für Schriftgut, Fotos, 3D-Objekte und Räume; bewährte Landesangebote in Sachsen; Museen digitalisieren eigene Bestände bis A3 || Dienstleistungsbetrieb des DZ erst nach der Pilotphase; Leistungsrahmen und Logistik für Partner noch nicht beschrieben&amp;lt;ref name=&amp;quot;wm2026&amp;quot;/&amp;gt;; AV-Träger nur über Kooperationen; Großformate über A2 und ältere Datenträger ohne Angebot (''Annahme''); Zugang für brandenburgische Träger ungeklärt&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''K3''' Langfristig erhalten || style=&amp;quot;background:#fde2c4&amp;quot; | '''1''' · konzeptionell || style=&amp;quot;background:#fde2c4&amp;quot; | nur eigene Bestände || Datenhaltung mit Sicherung im DZ; Langzeitarchiv der SLUB für deren eigene Programme; Museen sichern eigene Daten || ein Dienst für die Langzeitarchivierung, der auch Dritten offensteht, ist noch nicht ausgearbeitet: das Konzept des DZ für den Dauerbetrieb steht aus&amp;lt;ref name=&amp;quot;dk2026&amp;quot;/&amp;gt;; keine Regeln für die Übernahme ursprünglich digitaler Dokumentationen (siehe 3.3.6); Nutzung der SLUB oder anderer Landeseinrichtungen und deren Kosten nicht geklärt&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''K4''' Zugänglich machen und Nutzung ermöglichen || style=&amp;quot;background:#dff0d8&amp;quot; | '''3''' · teilweise Regelbetrieb || style=&amp;quot;background:#e8f0c8&amp;quot; | Einrichtungen mit eigenen Daten; kleine und private Träger kaum || mehrere Angebote im Regelbetrieb: Sorabicon, Virtueller Lesesaal, Sachsen.digital, Deutsche Fotothek, museum-digital, DDB; Sorabicon und Kitodo.Presentation mehrsprachig || kein gemeinsamer Einstieg; digitalizat.de und die Rechercheoberfläche des SKR im Aufbau; Museumsobjekte kaum online; Nachnutzung teils durch Rechte eingeschränkt, z. B. Fotos des SKA mit dem Status „urheberrechtlich geschützt“&amp;lt;ref name=&amp;quot;fotothekddb&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kritische Abhängigkeiten zwischen den Kernfunktionen:&lt;br /&gt;
* '''K1 und K2:''' Laut Konzept setzt das DZ die Verzeichnung im SKR voraus, und das SKR soll die Masterdaten führen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;dk2026&amp;quot;/&amp;gt; In der Praxis vergibt das DZ für Digitalisate eigene dauerhafte Adressen (PURL), die nicht durchgängig mit dem SKR verknüpft werden (''zu prüfen'').&amp;lt;ref name=&amp;quot;dzpraxis&amp;quot;&amp;gt;Auskunft aus dem Digitalisierungskreis, Oktober 2026; schriftlicher Beleg noch einzuholen.&amp;lt;/ref&amp;gt; Damit entstehen Digitalisate ohne Registereintrag, und Metadaten werden womöglich doppelt gepflegt.&lt;br /&gt;
* '''K3 für alle:''' Nach der Bewertungsregel des Prüfrasters bestimmt das langfristige Erhalten als schwächstes Glied den Stand der Gesamtkette. Speichern ist nicht dasselbe wie langfristiges Erhalten (vgl. [[#2.3.4 Digitalisierungsdienst und Archiv|Abschnitt 2.3.4]]).&lt;br /&gt;
* '''K4:''' Die Sichtbarkeit hängt am Nachweis (K1) und an der Rechteklärung (siehe 3.4).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.3.4 Abdeckung nach Kulturgutklassen ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Matrix verdichtet die Tabelle aus 3.3.2 zur Frage, für welche Kulturgutklassen heute für Dritte nutzbare Dienste bestehen. Sie ist eine Einschätzung. Digitalisate (Klasse D2) sind in der Zeile ihrer Ausgangsklasse enthalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|+ Abdeckung der Kernfunktionen nach Kulturgutklassen&lt;br /&gt;
! Klasse !! K1 Erfassen !! K2 Digitalisieren !! K3 Erhalten !! K4 Zugänglich machen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''A''' Materiell – unbeweglich || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | '''teilweise:''' Kulturdenkmal-Datenbank (Sachsen); Niederlausitz im Aufbau || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | '''teilweise:''' Negative extern digitalisiert; Raumscans im DZ-Pilot || style=&amp;quot;background:#f8d7da&amp;quot; | '''Lücke:''' Datenhaltung im DZ, keine Langzeitarchivierung || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | '''teilweise:''' Atlas auf Sorabicon (78 Objekte)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''B1''' Schriftgut || style=&amp;quot;background:#c3e6cb&amp;quot; | '''gut:''' Bibliothekskatalog, Sorbische Bibliographie, Kalliope || style=&amp;quot;background:#c3e6cb&amp;quot; | '''gut:''' Landesdigitalisierungsprogramm (Sachsen); DZ-Pilot Periodika || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | '''teilweise:''' SLUB für Landesprogramme (''Annahme''); sonst ''offen'' || style=&amp;quot;background:#c3e6cb&amp;quot; | '''gut:''' Sachsen.digital, Virtueller Lesesaal, DDB, DFG-Viewer&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''B2''' Fotografien und Bildträger || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | '''teilweise:''' SKA, Fotodatenbanken der Museen; private Bestände kaum || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | '''teilweise:''' Deutsche Fotothek (nur SKA), DZ-Pilot, Dienstleister || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | '''teilweise:''' SLUB für Fotothek-Bestände (''Annahme''); sonst ''offen'' || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | '''teilweise:''' Deutsche Fotothek, DDB (nur SKA)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''B3''' Analoge AV-Träger || style=&amp;quot;background:#eeeeee&amp;quot; | '''unbekannt:''' Bestände kaum bekannt || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | '''teilweise:''' SAVE (nur Sachsen, Kürzungen geplant), Deutsche Fotothek (Filme des SKA); DZ nur 8 mm || style=&amp;quot;background:#eeeeee&amp;quot; | '''unbekannt''' || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | '''teilweise:''' einzelne Filme im Virtuellen Lesesaal&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''B4''' 3D-Objekte || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | '''teilweise:''' Museumsdatenbanken, museum-digital; kleine Träger teils ohne Inventar || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | '''teilweise:''' Museen bis A3; DZ-Pilot Drebkau; Projektförderung in Brandenburg || style=&amp;quot;background:#eeeeee&amp;quot; | '''unbekannt:''' Museen eigenverantwortlich || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | '''teilweise:''' museum-digital (401 Objekte aus Häusern mit sorbischem Schwerpunkt)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''C1''' Orale Traditionen || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | '''teilweise:''' Zeitzeugen-Aufnahmen des SI und des studijo LUCIJA, keine Systematik || style=&amp;quot;background:#eeeeee&amp;quot; | '''unbekannt:''' Aufnahmen durch SI, Rundfunk, studijo LUCIJA || style=&amp;quot;background:#eeeeee&amp;quot; | '''unbekannt''' || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | '''teilweise:''' Sorabicon, Sprachportale, YouTube&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''C2-C5''' Darstellende Künste, Rituale und Feste, Wissen, Handwerk || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | '''teilweise:''' Erhebung Niederlausitz (rund 500 Praktiken); Oberlausitz keine || style=&amp;quot;background:#f8d7da&amp;quot; | '''Lücke:''' keine systematische Dokumentation; Mitschnitte durch studijo LUCIJA und Rundfunk || style=&amp;quot;background:#f8d7da&amp;quot; | '''Lücke:''' Mitschnitte nur teilweise und komprimiert im SKA (''zu prüfen'') || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | '''teilweise:''' Sorabicon (Niederlausitz), Mediatheken, YouTube&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''D1''' Born-digital || style=&amp;quot;background:#f8d7da&amp;quot; | '''Lücke:''' erste Erhebung durch das SKR (41 Musikvideos) || style=&amp;quot;background:#f8f9fa&amp;quot; | – Übernahme statt Digitalisierung (siehe 3.3.6) || style=&amp;quot;background:#f8d7da&amp;quot; | '''Lücke:''' Notsicherung vorgeschlagen; keine Webarchivierung bekannt || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | '''teilweise:''' nur auf Plattformen der Erzeuger, ungesichert&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am besten abgedeckt ist das Schriftgut (B1), weil es an die Infrastruktur von Bibliotheken und Land anschließt. Für die in [[#3.2.3 Bestände mit vorrangigem Digitalisierungsbedarf|Abschnitt 3.2.3]] als besonders dringlich eingestuften Bestände – analoge AV-Träger, Dokumentationen des lebendigen Kulturgeschehens, ursprünglich digitale Werke – gibt es nur Teilangebote, und das langfristige Erhalten ist dort durchweg ungeklärt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.3.5 Durchgängigkeit der Prozesskette ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Kulturgut ist erst dann dauerhaft digital verfügbar, wenn es alle sechs [[#2.4.2 Prozessschritte im Detail|Prozessschritte]] durchlaufen hat. Die Abbildung ordnet den Schritten die heutigen Vorhaben zu und zeigt Reifegrad und Trägerabdeckung aus einrichtungsübergreifender Sicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Dataja:Wobraz K7.png|thumb|center|600px|Prozesskette mit heutigen Vorhaben, Reifegraden und Trägerabdeckung]]&amp;lt;ref&amp;gt;Mermaid Flowchart Code: [https://mermaid.live/edit#pako:eNqNVtFO60YQ_ZVRrqi4kYNwHFKaSpVAoa0Et0LklkptKrG2x87erNfWeg0FBF_DP_SFp-bHenbtkJTeS-s8bHZ2Z_acObNj3_eSMuXehHo7O_dSSzuh-3kvU-VNshDGznt-fmNEVUmd_yJTu3C2g_F-QPOehu-sEgmWnDXyRiP0ctt4-PBADzs7c_0SlT4ezzXRLPxt3rvq90P660-aiaJgpekrYpOJumbd79PuafjeLV6wzDg3IqWhd8Re1ei8Lo1lStnQR7N6yjFi74lZcIxF2GuSRSEsG8lKscZS7Gzau_wkGYMSTS3tHe2eS1Xa9y56vwsm4pSTJSJNiKW-Azhen_MtLWFiZzcyWViHZfUcs8mNQ6pTfoHRv5r3fveghy3bYUsol7UFLsOOMmAlC7jGb7I-vQBMU9rS3lZ-w7GMlSztgpf1UlihytxZT4WCtWL3_0c5PXLjUapk7P4UTc1NMUhlLuHwX3TPIZZGrnZx9qDNUEAfEAKoPd9X8TZko5Zs5GHyDUMoRzQDyZw7mhdiUbB-RTV07ifaIiEsU6fjJyRzk2cqnXhIwydeWo__jLWDXSP3hWwKyrlSQtuATo302msqM4iyATdqwY3cydMWuazXWlRm9Zx1Ogw_p8P013W1tHWbLFCsEzoTkL1Ot8I5UJUp4VkUAU258aToe6cgNAtodnR54mJ0GY1lTUfR_9Qk6A4UGvkscQ10Y1xpd3g2ZA9asge-DEyykNdrpjVSyqZlGn1Ohinujl4I5fMuC8e8kJZm3s_Z4AIU-R2Dsw_tb9bs7OdjDydbPRtygjvYXSL4C_zc_m7rMdd29QRyGxLjlsTYnXgOXzC0axq6sXedXqNXLHwyZyXOkUmp3dqlNLZx3cDQGddIn1BbKu518vnCeK3Xv6-P3zY9_gKjraIFTpe4lp9u84oeonwTaXSKopPXML70saVoig37kAaD79BA2iFqh1E7HLTDuG0xNNhDB75CV7N0WqJiKkuX4N-godo7J5nXJBU1xAycT9cNz434A-WnHWBKG4iZQ4Jc5nTNZqlXz1VmgYf2_NHO8ezkByfKJtkaOaQj1AtOCYd70d7RcEL7XciY81I77khZSMsWmiw1pMCFXarVE14LWBtS5a4WtPXTiCxLdcOyZleAaJusYnaN03ezEZg0bBYiQ3KtQDeE36Zo6PHx0eF0s0ThpTLljExImVRq8i5LeZiMArThcsmTd_Hh-CCMg6RUpZm8C4X7_dNxuHbMsmjLUYwPxf7-W45R55hm2X56-OIYJV-Po_QNR8X55kg8L57f-GftOfJPtziAtnjHGnGLV297AXw81E2AYjHhliUMZsMAhWSGW8Yx8G6myJ6DMde9gHoFm0LI1H0t4KMAdwK3GZN5L-VMNApfCw9uG4qvnN3qBEvWNAxLU6Wo7qkUrgV05oe_AfVO9_k hier klicken], abgerufen am 30.10.2026&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie weit die Kette heute tatsächlich reicht, zeigen sechs Beispiele:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|+ Beispiele durchgängiger und unterbrochener Ketten (grün: vorhanden · gelb: teilweise oder ''Annahme'' · rot: fehlt oder ''offen'')&lt;br /&gt;
! Beispiel !! 1-2 Erfassen, registrieren !! 3 Bewerten, freigeben !! 4 Digitalisieren !! 5 Archivieren !! 6 Präsentieren !! Bewertung&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Drucke und Handschriften des SI''' || style=&amp;quot;background:#c3e6cb&amp;quot; | Bibliothekskatalog (K10plus) || style=&amp;quot;background:#c3e6cb&amp;quot; | Auswahl durch das SI im Landesprogramm || style=&amp;quot;background:#c3e6cb&amp;quot; | Landesdigitalisierungsprogramm || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | SLUB (''Annahme'') || style=&amp;quot;background:#c3e6cb&amp;quot; | Sachsen.digital, DDB || durchgängig, auf Schriftgut des SI beschränkt&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Nachlass Schwela (SKA)''' || style=&amp;quot;background:#c3e6cb&amp;quot; | Kalliope || style=&amp;quot;background:#c3e6cb&amp;quot; | Auswahl durch das SI, Förderung durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft || style=&amp;quot;background:#c3e6cb&amp;quot; | Kitodo im SI || style=&amp;quot;background:#f8d7da&amp;quot; | ''offen'' || style=&amp;quot;background:#c3e6cb&amp;quot; | DFG-Viewer, Archivportal-D, DDB, Sorabicon || durchgängig bis auf das Erhalten; drittmittelfinanziert&amp;lt;ref name=&amp;quot;kitodo2021&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;sorabicon2024&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Fotosammlungen des SKA''' || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | Verzeichnisse des SKA (Umfang ''offen'') || style=&amp;quot;background:#c3e6cb&amp;quot; | Kooperationsvertrag || style=&amp;quot;background:#c3e6cb&amp;quot; | Deutsche Fotothek || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | SLUB (''Annahme'') || style=&amp;quot;background:#c3e6cb&amp;quot; | Deutsche Fotothek, DDB || durchgängig, nur für das SKA&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Kulturdenkmale in Sachsen''' || style=&amp;quot;background:#c3e6cb&amp;quot; | Inventar seit 2000; 1.760 Datensätze im SKR&amp;lt;ref name=&amp;quot;kdmsi&amp;quot;/&amp;gt; || style=&amp;quot;background:#c3e6cb&amp;quot; | Projektentscheidung (DIKUSA) || style=&amp;quot;background:#c3e6cb&amp;quot; | Negative 2024 extern digitalisiert; Qualitätssicherung mit Kitodo im DZ vorgesehen || style=&amp;quot;background:#f8d7da&amp;quot; | Datenhaltung im DZ, Langzeitarchivierung ''offen'' || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | Atlas auf Sorabicon (bisher 26 Objekte aus dem sächsischen Teil) || bis zur Präsentation erprobt; Erhalten ''offen''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Ostereier der Sorbischen Webstube Drebkau''' || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | Excel-Inventar, Erfassung in museum-digital || style=&amp;quot;background:#c3e6cb&amp;quot; | Pilot mit eingeworbenen Projektmitteln || style=&amp;quot;background:#c3e6cb&amp;quot; | Fotos durch das DZ, 16 3D-Modelle im Makerspace der SLUB || style=&amp;quot;background:#f8d7da&amp;quot; | Rückgabe an den Träger mit Empfehlungen || style=&amp;quot;background:#c3e6cb&amp;quot; | museum-digital || Kette bricht beim Erhalten ab&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Veranstaltungsmitschnitte des studijo LUCIJA''' || style=&amp;quot;background:#f8d7da&amp;quot; | nicht zentral registriert || style=&amp;quot;background:#f8d7da&amp;quot; | keine abgestimmte Auswahl || style=&amp;quot;background:#f8f9fa&amp;quot; | – ursprünglich digital || style=&amp;quot;background:#f8d7da&amp;quot; | teilweise und komprimiert an das SKA (''zu prüfen'') || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | YouTube, ungesichert || keine geregelte Kette&amp;lt;ref name=&amp;quot;lucija&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;lucija_youtube&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Andere Darstellung:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|+ Beispiele durchgängiger und unterbrochener Ketten&amp;lt;br&amp;gt;(grün: vorhanden · gelb: teilweise oder ''Annahme'' · rot: fehlt oder ''offen'')&lt;br /&gt;
! Prozessschritt !! Stand&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! colspan=&amp;quot;2&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left; background:#eaecf0&amp;quot; | Drucke und Handschriften des SI – durchgängig, auf Schriftgut des SI beschränkt&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1-2 Erfassen, registrieren || style=&amp;quot;background:#c3e6cb&amp;quot; | Bibliothekskatalog (K10plus)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 3 Bewerten, freigeben || style=&amp;quot;background:#c3e6cb&amp;quot; | Auswahl durch das SI im Landesprogramm&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 4 Digitalisieren || style=&amp;quot;background:#c3e6cb&amp;quot; | Landesdigitalisierungsprogramm&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 5 Archivieren || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | SLUB (''Annahme'')&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 6 Präsentieren || style=&amp;quot;background:#c3e6cb&amp;quot; | Sachsen.digital, DDB&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! colspan=&amp;quot;2&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left; background:#eaecf0&amp;quot; | Nachlass Schwela (SKA) – durchgängig bis auf das Erhalten; drittmittelfinanziert&amp;lt;ref name=&amp;quot;kitodo2021&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;sorabicon2024&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1-2 Erfassen, registrieren || style=&amp;quot;background:#c3e6cb&amp;quot; | Kalliope&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 3 Bewerten, freigeben || style=&amp;quot;background:#c3e6cb&amp;quot; | Auswahl durch das SI, Förderung durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 4 Digitalisieren || style=&amp;quot;background:#c3e6cb&amp;quot; | Kitodo im SI&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 5 Archivieren || style=&amp;quot;background:#f8d7da&amp;quot; | ''offen''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 6 Präsentieren || style=&amp;quot;background:#c3e6cb&amp;quot; | DFG-Viewer, Archivportal-D, DDB, Sorabicon&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! colspan=&amp;quot;2&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left; background:#eaecf0&amp;quot; | Fotosammlungen des SKA – durchgängig, nur für das SKA&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1-2 Erfassen, registrieren || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | Verzeichnisse des SKA (Umfang ''offen'')&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 3 Bewerten, freigeben || style=&amp;quot;background:#c3e6cb&amp;quot; | Kooperationsvertrag&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 4 Digitalisieren || style=&amp;quot;background:#c3e6cb&amp;quot; | Deutsche Fotothek&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 5 Archivieren || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | SLUB (''Annahme'')&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 6 Präsentieren || style=&amp;quot;background:#c3e6cb&amp;quot; | Deutsche Fotothek, DDB&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! colspan=&amp;quot;2&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left; background:#eaecf0&amp;quot; | Kulturdenkmale in Sachsen – bis zur Präsentation erprobt; Erhalten ''offen''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1-2 Erfassen, registrieren || style=&amp;quot;background:#c3e6cb&amp;quot; | Inventar seit 2000; 1.760 Datensätze im SKR&amp;lt;ref name=&amp;quot;kdmsi&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 3 Bewerten, freigeben || style=&amp;quot;background:#c3e6cb&amp;quot; | Projektentscheidung (DIKUSA)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 4 Digitalisieren || style=&amp;quot;background:#c3e6cb&amp;quot; | Negative 2024 extern digitalisiert; Qualitätssicherung mit Kitodo im DZ vorgesehen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 5 Archivieren || style=&amp;quot;background:#f8d7da&amp;quot; | Datenhaltung im DZ, Langzeitarchivierung ''offen''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 6 Präsentieren || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | Atlas auf Sorabicon (bisher 26 Objekte aus dem sächsischen Teil)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! colspan=&amp;quot;2&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left; background:#eaecf0&amp;quot; | Ostereier der Sorbischen Webstube Drebkau – Kette bricht beim Erhalten ab&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1-2 Erfassen, registrieren || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | Excel-Inventar, Erfassung in museum-digital&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 3 Bewerten, freigeben || style=&amp;quot;background:#c3e6cb&amp;quot; | Pilot mit eingeworbenen Projektmitteln&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 4 Digitalisieren || style=&amp;quot;background:#c3e6cb&amp;quot; | Fotos durch das DZ, 16 3D-Modelle im Makerspace der SLUB&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 5 Archivieren || style=&amp;quot;background:#f8d7da&amp;quot; | Rückgabe an den Träger mit Empfehlungen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 6 Präsentieren || style=&amp;quot;background:#c3e6cb&amp;quot; | museum-digital&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! colspan=&amp;quot;2&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left; background:#eaecf0&amp;quot; | Veranstaltungsmitschnitte des studijo LUCIJA – keine geregelte Kette&amp;lt;ref name=&amp;quot;lucija&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;lucija_youtube&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1-2 Erfassen, registrieren || style=&amp;quot;background:#f8d7da&amp;quot; | nicht zentral registriert&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 3 Bewerten, freigeben || style=&amp;quot;background:#f8d7da&amp;quot; | keine abgestimmte Auswahl&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 4 Digitalisieren || style=&amp;quot;background:#f8f9fa&amp;quot; | – ursprünglich digital&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 5 Archivieren || style=&amp;quot;background:#f8d7da&amp;quot; | teilweise und komprimiert an das SKA (''zu prüfen'')&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 6 Präsentieren || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | YouTube, ungesichert&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durchgängig sind bisher vor allem Ketten, die an bestehende Landes- und Bibliotheksinfrastruktur anschließen. Ketten für Museumsobjekte und für das lebendige Kulturgeschehen brechen spätestens beim langfristigen Erhalten ab. Über die Auswahl (Schritt 3) entscheidet bisher die jeweilige Einrichtung oder das Projekt. Das im DZ-Konzept vorgesehene Lenkungsgremium aus den vier hauptamtlichen Sammlungseinrichtungen und dem SKR ist nach den vorliegenden Unterlagen noch nicht eingerichtet, seine Kriterien sind noch festzulegen (DZ-Konzept, S. 7-8).&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt; Dies wird in Abschnitt 3.4 vertieft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.3.6 Sonderfall: Übernahme ursprünglich digitaler Dokumentationen ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein wachsender Teil des Kulturerbes entsteht von vornherein digital: Veranstaltungsmitschnitte, Musikvideos, Websites und Beiträge in sozialen Medien, digitale Fotos von Vereinen, Projektdaten. Hier entfällt die Digitalisierung (K2). An ihre Stelle tritt die geregelte Übernahme in ein Archiv (Ingest, vgl. [[#2.3.4 Digitalisierungsdienst und Archiv|Abschnitt 2.3.4]]). Dafür sind mehrere Bausteine nötig. Ihr heutiger Stand:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|+ Bausteine einer geregelten Übernahme und ihr Stand&lt;br /&gt;
! Baustein !! Stand heute !! Quelle&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Zuständigkeit und Sammlungsauftrag''' || style=&amp;quot;background:#f8d7da&amp;quot; | nicht festgelegt. Das DZ erwartet eine Daueraufgabe gemeinsam mit SKA und SKR, die archivischen Strategien „stehen noch am Anfang“ (DZ-Konzept, S. 23). Die Frage „Wer sammelt?“ wurde 2023 offen gestellt. || &amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;lorenz2023&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Auswahl''' || style=&amp;quot;background:#f8d7da&amp;quot; | keine Kriterien für ursprünglich digitale Dokumentationen; das DZ-Konzept nennt Priorisierungskriterien nur allgemein (S. 8) || &amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Rechte und Übernahmevereinbarung''' || style=&amp;quot;background:#f8d7da&amp;quot; | bei YouTube-Musikvideos ungeklärt; für Veranstaltungsmitschnitte ist keine schriftliche Vereinbarung bekannt (''offen'') || &amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;lucija&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Format- und Qualitätsvorgaben''' (Masterdateien statt komprimierter Kopien, Prüfsummen, technische Metadaten) || style=&amp;quot;background:#f8d7da&amp;quot; | keine bekannt; Mitschnitte des studijo LUCIJA gehen nur teilweise und komprimiert an das SKA (''zu prüfen''), die Masterdateien bleiben beim Studio || &amp;lt;ref name=&amp;quot;lucija&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Verzeichnung''' || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | Das SKR hat 2024 41 Musikvideos von 18 Künstlerinnen, Künstlern und Gruppen erhoben und verweist auf YouTube. Wie ursprünglich digitale Werke im Datenmodell des SKR behandelt werden, ist ''zu prüfen''. || &amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Langzeitarchiv''' || style=&amp;quot;background:#f8d7da&amp;quot; | keines; vorgeschlagen ist eine Notsicherung als lokale Kopie. Das Sorbische Museum wünscht Beratung zu seiner neuen Sammlungskategorie „Datenträger“. || &amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;smb2026&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Webarchivierung''' || style=&amp;quot;background:#f8d7da&amp;quot; | keine systematische Sicherung sorbischer Websites und sozialer Medien bekannt; ob die Deutsche Nationalbibliothek oder die SLUB sorbische Websites erfassen, ist ''offen'' || &amp;lt;ref name=&amp;quot;webarchiv&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Rundfunkproduktionen''' || style=&amp;quot;background:#f8d7da&amp;quot; | Archive von MDR und rbb nicht öffentlich zugänglich; 2019 standen die Produktionen dem SKA aus rechtlichen Gründen nicht zur Verfügung || &amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.3.7 Erste Befunde ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* '''Das Angebot ist in Bewegung, aber überwiegend projektgebunden.''' Das DZ ist bis Ende 2027 finanziert, die befristete Stelle für das SKR endete laut Konzept Ende 2025 (heutiger Stand ''offen''), Sorabicon wächst projektweise.&amp;lt;ref name=&amp;quot;dk2026&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;siposter&amp;quot;/&amp;gt; Kein heute nutzbarer Dienst deckt alle Träger ab; für alle Träger ausgelegt sind nur Vorhaben im Aufbau oder in Planung.&lt;br /&gt;
* '''Am weitesten ist das Zugänglichmachen, am schwächsten das langfristige Erhalten.''' K4 erreicht Reifegrad 3, K3 nur Reifegrad 1 und deckt nur eigene Bestände ab. Nach dem Prüfraster bestimmt K3 als schwächstes Glied den Stand der Gesamtkette.&lt;br /&gt;
* '''Register und DZ sind konzeptionell eng verzahnt, in der Praxis noch nicht durchgängig.''' Das Konzept sieht vor, dass jedes Objekt einmal hochwertig digitalisiert und über das SKR mit dauerhaften Adressen nachnutzbar wird.&amp;lt;ref name=&amp;quot;dk2026&amp;quot;/&amp;gt; In der Praxis vergibt das DZ eigene dauerhafte Adressen, die nicht durchgängig mit dem SKR verknüpft werden (''zu prüfen'').&amp;lt;ref name=&amp;quot;dzpraxis&amp;quot;/&amp;gt; Ohne gesicherten Betrieb des SKR und ohne Regeln für Masterdaten droht ein Nebeneinander statt einer Kette.&lt;br /&gt;
* '''Was heute verlässlich funktioniert, stützt sich auf sächsische Landesinfrastruktur.''' Landesdigitalisierungsprogramm, Deutsche Fotothek, SAVE und Sachsen.digital werden von der SLUB getragen. Für brandenburgische Träger gibt es keinen vergleichbaren Dienst, sondern Projektförderung&amp;lt;ref name=&amp;quot;diwa2023&amp;quot;&amp;gt;Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landes Brandenburg (MWFK) 2023: Übersicht geförderter Projekte im Förderprogramm zur Digitalisierung des kulturellen Erbes 2023. URL: https://mwfk.brandenburg.de/sixcms/media.php/9/%C3%9Cbersicht%20gef%C3%B6rderter%20Projekte%20Digitalisierung%20Kulturelles%20Erbe%202023.pdf, abgerufen am 30.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;diwa2026&amp;quot;&amp;gt;MWFK o. J.: Fördergrundsätze „Förderung und Begleitung des digitalen Wandels im Kulturbereich im Land Brandenburg 2026“ (DIWA). URL: https://mwfk.brandenburg.de/sixcms/media.php/9/FG_DIWA_2026.pdf, abgerufen am 30.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; und museum-digital. Auch das DZ ist derzeit nur in Sachsen kostenfrei.&lt;br /&gt;
* '''Für die großen und die gefährdeten Bestände gibt es nur Teilangebote.''' Das betrifft die Museumsobjekte (B4), allein im Sorbischen Museum rund 21.000 Objekte der materiellen Kultur, und die analogen AV-Träger (B3), die am stärksten gefährdet sind. Das sächsische Landesprogramm für AV-Träger soll ab 2027 gekürzt werden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;save2026&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
* '''Ursprünglich digitale Dokumentationen haben keinen geregelten Übernahmeweg.''' Das betrifft vor allem das lebendige Kulturgeschehen (C2, C3) und neue digitale Ausdrucksformen.&lt;br /&gt;
* '''Kleine Träger können heute praktisch nur museum-digital selbst nutzen.''' Das DZ soll sie künftig beraten und für sie digitalisieren, ist aber noch nicht im Dienstleistungsbetrieb.&lt;br /&gt;
* '''Ein gemeinsamer Zugang fehlt.''' Die Konzepte sehen drei Ebenen vor: das SKR als einrichtungsübergreifenden Nachweis mit Recherche, digitalizat.de für die Digitalisate des DZ und Sorabicon als kuratiertes Schaufenster.&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;dk2026&amp;quot;/&amp;gt; Ist das digitale Kulturerbe vollständig im SKR verzeichnet, kann die Recherche dort zusammenlaufen. Welche Plattform den einheitlichen Einstieg für Nutzerinnen und Nutzer bietet, ist offen und wird in Abschnitt 3.4 aufgegriffen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== 3.4 Governance ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieser Abschnitt prüft, ob der organisatorische Rahmen das Angebot aus [[#3.3 Kernfunktionen: Vorhaben, Systeme, Dienste|Abschnitt 3.3]] zusammenhält und dauerhaft trägt. Governance meint hier die Regeln und Strukturen, mit denen die Beteiligten gemeinsam entscheiden, Standards vereinbaren, Rechte klären und den Betrieb finanzieren. Der Abschnitt behandelt vier Fragen:&lt;br /&gt;
* '''Steuerung und Zuständigkeiten:''' Wer koordiniert, und wer entscheidet über Auswahl und Freigabe?&lt;br /&gt;
* '''Standards und Austausch:''' Welche Metadaten-, Format- und Austauschstandards gelten, und wo werden sie abgestimmt?&lt;br /&gt;
* '''Rechte und Einwilligungen:''' Wie werden Nutzungsrechte, Einwilligungen und Zugänge geregelt?&lt;br /&gt;
* '''Betrieb und Finanzierung:''' Wer betreibt die Kernfunktionen, und sind sie dauerhaft oder nur projektweise finanziert?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Maßstab sind die drei Erfolgsbedingungen aus [[#2.5.9.2 Drei Erfolgsbedingungen – was gilt für alle Kernfunktionen?|Abschnitt 2.5.9.2]]. Sie werden am Ende mit den Reifegraden aus [[12.3.A2 Prüfraster zur Bewertung des Entwicklungsstandes beim Aufbau der Digitalisierung des Kulturerbes|Anhang 12.3.A2]] bewertet (siehe 3.4.5). Grundlage sind der Staatsvertrag über die Stiftung&amp;lt;ref name=&amp;quot;stv&amp;quot;&amp;gt;Staatsvertrag zwischen dem Land Brandenburg und dem Freistaat Sachsen über die Errichtung der „Stiftung für das sorbische Volk“. URL: https://www.revosax.sachsen.de/vorschrift/5360.1, abgerufen am 30.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;, das Finanzierungsabkommen von 2026&amp;lt;ref name=&amp;quot;fin2026&amp;quot;&amp;gt;Bundesministerium des Innern, Freistaat Sachsen und Land Brandenburg 2026: Bund, Sachsen und Brandenburg sichern Fortbestand der Stiftung für das sorbische Volk. Gemeinsame Pressemitteilung vom 19.05.2026. URL: https://zalozba.de/fileadmin/user_upload/Dokumente/Pressemitteilungen/2026-05-19__PM_BMI_Bund_Sachsen_Brandenburg_sichernFortbestandStiftung.pdf, abgerufen am 30.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;, die Konzepte von DZ und SKR&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;/&amp;gt;, das Protokoll des Digitalisierungskreises vom 21.04.2026&amp;lt;ref name=&amp;quot;dk2026&amp;quot;/&amp;gt; und die Bedarfserklärungen der Träger vom April 2026&amp;lt;ref name=&amp;quot;smb2026&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;wm2026&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2026&amp;quot;/&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;mark&amp;gt;Die folgende Analyse muss mit der Stiftung, dem SI und den Museen bzgl. Korrektheit und Vollständigkeit abgestimmt werden.&amp;lt;/mark&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.4.1 Steuerung und Zuständigkeiten ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Stiftung für das sorbische Volk ist der zentrale Förderer. Ihre Organe sind der Stiftungsrat, in dem Vertreterinnen und Vertreter des sorbischen Volkes, des Bundes, beider Länder und der Kommunen sitzen, der Parlamentarische Beirat und der Direktor.&amp;lt;ref name=&amp;quot;stv&amp;quot;/&amp;gt; 2018 gab der Stiftungsrat eine Strategie für Digitalisierungsprojekte in Auftrag. Daraus entstand das sorbische Digitalisierungskonzept, veröffentlicht im Mai 2021. Seit Juli 2021 koordiniert ein Digitalisierungsbeauftragter in der Stiftungsverwaltung die Digitalisierungsaktivitäten der sorbischen Institutionen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;stiftung2023&amp;quot;&amp;gt;Stiftung für das sorbische Volk 2023: 25 Jahre Stiftung für das sorbische Volk – 30 Jahre Staatsvertrag. Broschüre, Bautzen, S. 89.&amp;lt;/ref&amp;gt; Ein Gremium, das für das Kulturerbe verbindlich über Auswahl, Standards oder Zugang entscheidet, gibt es nicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|+ Wer steuert und entscheidet heute?&lt;br /&gt;
! Aufgabe !! Zuständig heute !! Stand&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Strategie und Förderung''' || Stiftung für das sorbische Volk (Stiftungsrat, Direktor, Digitalisierungsbeauftragter); Digitalisierungskonzept als Orientierungsrahmen&amp;lt;ref name=&amp;quot;stiftung2023&amp;quot;/&amp;gt; || style=&amp;quot;background:#dff0d8&amp;quot; | eingerichtet&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Fachlicher Austausch''' || Digitalisierungskreis || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | Austausch ja, keine Entscheidungsbefugnis&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Auswahl und Freigabe von Digitalisierungsvorhaben''' || die jeweilige Einrichtung oder das Projekt. Das DZ-Konzept sieht ein Lenkungsgremium aus den hauptamtlichen sorbischen Sammlungseinrichtungen und dem SKR vor. Das DZ selbst soll nicht entscheiden, was digitalisiert wird (DZ-Konzept, S. 7-8).&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt; Als Idealvorgehen gilt: erst im SKR verzeichnen, dann priorisiert ein Fachgremium nach Kriterien.&amp;lt;ref name=&amp;quot;dk2026&amp;quot;/&amp;gt; || style=&amp;quot;background:#fde2c4&amp;quot; | Lenkungsgremium konzipiert, nicht eingerichtet; Kriterien nur beispielhaft genannt&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Steuerung des Registers''' || SI. Das SKR soll Qualität sichern und über Kooperationsverträge technische Standards setzen; ein Beirat aus Fachleuten für Sorabistik, Museologie, Digital Humanities sowie Bibliotheks- und Archivwesen ist vorgesehen. Die Datenpartner bleiben für ihre Daten verantwortlich und entscheiden über deren Einbringung (SKR-Konzept, S. 13-14 und 21).&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;/&amp;gt; || style=&amp;quot;background:#fde2c4&amp;quot; | Beirat konzipiert, Stand ''offen''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Gemeinsamer Zugang für Nutzerinnen und Nutzer''' || je Plattform: SKR, digitalizat.de und Sorabicon betreibt das SI, Sachsen.digital die SLUB, museum-digital die Museen selbst (siehe 3.3.7) || style=&amp;quot;background:#f8d7da&amp;quot; | keine Zuständigkeit für die Gesamtentscheidung&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Zugang zu kleinen Trägern''' || Domowina mit Regionalverbänden und Ortsgruppen. Der Kulturausschuss der Domowina sah sich 2020 als ehrenamtliches Gremium nicht in der Lage, die Koordination zu leisten.&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2020&amp;quot;/&amp;gt; 2026 wünscht die Domowina eine Dienstleistungs- und Ermöglichungsstruktur.&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2026&amp;quot;/&amp;gt; || style=&amp;quot;background:#f8d7da&amp;quot; | keine feste Anlaufstelle&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Länderübergreifende Abstimmung''' || Sachsen und Brandenburg fördern getrennt. Sächsische Träger können das DZ über Strukturmittel nutzen; die Nutzung für brandenburgische Bestände soll bilateral zwischen SI, Stiftung und Wendischem Museum geklärt werden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;dk2026&amp;quot;/&amp;gt; || style=&amp;quot;background:#fde2c4&amp;quot; | Einzelfallklärung&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Mitwirkung der Gemeinschaft''' || über den Stiftungsrat; ein Verfahren, in dem Kulturgutträger und Gemeinschaft bei Auswahl, Beschreibung und Zugang mitentscheiden, ist nicht bekannt (''offen'') || style=&amp;quot;background:#fde2c4&amp;quot; | nicht geregelt&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als mögliche Kriterien für die Auswahl nennt das DZ-Konzept: virtueller Bestandserhalt gefährdeter Einrichtungen, Sicherung des Wissens von Zeitzeuginnen und Zeitzeugen, Forschungsrelevanz, Bedeutung für die sorbische Identität, Verknüpfbarkeit mit anderen Ressourcen und wirtschaftlicher Nachnutzen (S. 8).&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt; Sie decken sich teilweise mit den Dringlichkeitsgründen aus [[#3.2.3 Bestände mit vorrangigem Digitalisierungsbedarf|Abschnitt 3.2.3]]. Beschlossen sind sie nicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Offen ist auch, wer über den '''gemeinsamen Zugang''' entscheidet. Die Konzepte sehen drei Ebenen vor: das SKR als einrichtungsübergreifenden Nachweis, digitalizat.de für die Digitalisate des DZ und Sorabicon als kuratiertes Schaufenster.&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;/&amp;gt; Welche Plattform den Einstieg bietet und wie die Angebote der Museen und der SLUB eingebunden werden, betrifft alle Träger. Bisher ist diese Entscheidung keinem Gremium zugeordnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.4.2 Standards und Austausch ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die großen Einrichtungen arbeiten mit etablierten Standards ihrer Sparte. SKR und DZ haben ein gemeinsames technisches Modell konzipiert und teilweise erprobt. Das DZ-Konzept erklärt die Metadatenstandards des SKR für verbindlich (S. 29).&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt; Einen von allen Trägern beschlossenen Mindeststandard gibt es nicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|+ Standards: heute genutzt, konzipiert, offen&lt;br /&gt;
! Bereich !! Heute genutzt !! Konzipiert oder erprobt !! Offen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Erschließung und Metadaten''' || Bibliotheken: Verbundkatalog K10plus; Archive: Kalliope; Museen: HiDA, Adlib, museum-digital&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;smb2026&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;wm2026&amp;quot;/&amp;gt; || SKR: eigene Ontologie auf Basis verknüpfter Daten (RDF) unter Rückgriff auf CIDOC (Referenzmodell für Museumsinformation) und GND; Bereitstellung in LIDO und MODS (SKR-Konzept, S. 16 und 28)&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;/&amp;gt; || gemeinsamer Metadatenkern mit Pflichtfeldern für alle Träger; Regeln, wer die Masterdaten führt und wie Änderungen abgeglichen und versioniert werden&amp;lt;ref name=&amp;quot;dk2026&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Normdaten und Kennungen''' || Normdaten der Verbünde; URN mit Institutionscode im Publikationsserver Qucosa des SI&amp;lt;ref name=&amp;quot;dk2026&amp;quot;/&amp;gt; || SKR: GND, GeoNames, VIAF, Wikidata; dauerhafte Adressen (PURL) mit Registerpräfix (SKR-Konzept, S. 16 und 21)&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;/&amp;gt; || Basisadresse der PURL; Kennungsschema mit Institutionspräfix nur diskutiert&amp;lt;ref name=&amp;quot;dk2026&amp;quot;/&amp;gt;; DZ vergibt in der Praxis eigene PURL (''zu prüfen'')&amp;lt;ref name=&amp;quot;dzpraxis&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Digitalisierung und Dateiformate''' || TIFF für Masterdateien, JPEG für die Nutzung; Orientierung an den DFG-Praxisregeln „Digitalisierung“ (DZ-Konzept, S. 31 und 33)&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt; || Kitodo-Arbeitsablauf mit METS/MODS; Texterkennung mit Werkzeugen des Projekts OCR-D, Volltexte in ALTO und TEI (DZ-Konzept, S. 17-18)&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt; || verbindliche Qualitätsvorgaben je Kulturgutart, besonders für AV-Träger, 3D-Objekte und ursprünglich digitale Dokumentationen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Austausch und Schnittstellen''' || Lieferung an DDB, Archivportal-D und Sachsen.digital&amp;lt;ref name=&amp;quot;fotothekddb&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;ldp&amp;quot;/&amp;gt; || SKR: Programmierschnittstelle (REST) und OAI-PMH im Prototyp, Abfrageschnittstelle für verknüpfte Daten (SPARQL) vorgesehen, Übernahme aus museum-digital (SKR-Konzept, S. 21 und 27-28)&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;/&amp;gt;; Bildbereitstellung über IIIF (DZ-Konzept, S. 21 und 33)&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt; || dokumentierte und praktisch getestete Schnittstellen zwischen SKR, DZ und den Systemen der Museen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Langzeiterhaltung''' || Datensicherung in den Einrichtungen; SLUB mit eigener Langzeitarchivierung&amp;lt;ref name=&amp;quot;nestor&amp;quot;/&amp;gt; || DZ strebt die dauerhafte Datenhaltung der originalen Bilddigitalisate an (DZ-Konzept, S. 8)&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt;; unterschieden wird zwischen Datenhaltung mit Sicherung und echter Langzeitarchivierung&amp;lt;ref name=&amp;quot;dk2026&amp;quot;/&amp;gt; || Konzept für den Dauerbetrieb; Vorgaben nach Standards wie dem Referenzmodell OAIS oder dem Metadatenstandard PREMIS; Prüfsummen, Wiederherstellungstests, Formatmigration&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Mehrsprachigkeit''' || Sorabicon mehrsprachig; Kitodo.Presentation mit mehrsprachiger Oberfläche&amp;lt;ref name=&amp;quot;sorabicon2024&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt; || SKR: Bezeichnungen und Beschreibungen in Ober- und Niedersorbisch, Deutsch und Englisch als Teil des Datenmodells, erweiterbar („4+-Sprachigkeit“, SKR-Konzept, S. 16-18)&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;/&amp;gt; || Übertragung auf die Erfassung bei den Trägern und im DZ; sorbischsprachige kontrollierte Vokabulare (''offen'')&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Abstimmung in Gremien''' || Einbindung des SI in überregionale Netzwerke, z. B. AG Regionalportale, Verbund DIKUSA, Copernico&amp;lt;ref name=&amp;quot;sorabicon2024&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;kdmsi&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;copernico&amp;quot;/&amp;gt; || SKR setzt Standards über Kooperationsverträge (SKR-Konzept, S. 13-14)&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;/&amp;gt; || kein sorbisches Gremium, das Standards gemeinsam beschließt und ihre Einhaltung prüft&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.4.3 Rechte und Einwilligungen ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Rechtefragen bestimmen, was digitalisiert, gespeichert und gezeigt werden darf. Bisher sind sie nur in Grundsätzen und von Fall zu Fall geregelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Was vereinbart ist:'''&lt;br /&gt;
* Das DZ braucht vor der Digitalisierung eine ausreichende Erlaubnis des Objektgebers. Die Rechteklärung soll vor Projektbeginn erfolgen und vertraglich dokumentiert werden. Zu unterscheiden sind Digitalisierung, interne Nutzung, Übergabe an die liefernde Einrichtung, öffentliche Präsentation und Nachnutzung durch Dritte. Eingeschränkte Nutzungsformen wie Vorschau, geringere Auflösung oder nur interne Bereitstellung sind möglich. Eigentümer, Datengeber und Rechteinhaber sollen in den Metadaten erkennbar bleiben.&amp;lt;ref name=&amp;quot;dk2026&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Der Vertrag zwischen DZ und Partner soll Umfang, Haftung, Datenhaltung, Präsentation und etwaige Nutzungsentgelte regeln. Das Eigentum an den Digitalisaten bleibt beim Partner (DZ-Konzept, S. 8-9 und 11).&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Im SKR bleiben die Datenpartner für ihre Daten verantwortlich und entscheiden über deren Einbringung.&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;/&amp;gt; Regeln zu Lizenzen und Zugangsstufen enthält das SKR-Konzept nach erster Durchsicht nicht (''zu prüfen'').&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Was die Praxis zeigt:'''&lt;br /&gt;
* Die Lizenzangaben sind uneinheitlich: Ein Teil der Digitalisate des SI ist als gemeinfrei gekennzeichnet&amp;lt;ref name=&amp;quot;ddb&amp;quot;/&amp;gt;, Fotos des SKA tragen den Status „urheberrechtlich geschützt“&amp;lt;ref name=&amp;quot;fotothekddb&amp;quot;/&amp;gt;.&lt;br /&gt;
* Bei sorbischen Musikvideos auf YouTube prägen Rechtefragen jeden Einzelfall (DZ-Konzept, S. 22).&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt; Sorbischsprachige Produktionen von MDR und rbb standen dem SKA 2019 aus rechtlichen Gründen nicht zur Verfügung.&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt; Für Veranstaltungsmitschnitte des studijo LUCIJA ist keine schriftliche Vereinbarung über Rechte und Übergabe bekannt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;lucija&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Erste Vorlagen für die Regelung von Nutzungsrechten gibt es in einzelnen Einrichtungen. Der Domowina-Verlag (LND) hat im Zusammenhang mit Arbeitsverträgen einen Anhang zu Nutzungsrechten. Das WITAJ-Sprachzentrum hat eine Präambel und Vereinbarungen zu internen Daten, angekauften Werken sowie zur Sammlung und Veröffentlichung von Texten. Beide Einrichtungen haben ihre Vorlagen dem Digitalisierungskreis in seiner Sitzung am 18.06.2026 zur Orientierung bereitgestellt. Dort wurde auch festgehalten, dass Nutzungsrechte an Texten, Fotos, Tonaufnahmen und anderen Inhalten, die im Arbeitskontext entstehen, klarer geregelt werden sollten.&amp;lt;ref name=&amp;quot;dk2026b&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Der Rechtsrahmen bietet Spielräume, die bisher nicht systematisch genutzt werden. Kulturerbe-Einrichtungen dürfen nicht verfügbare Werke unter bestimmten Bedingungen nicht kommerziell online zugänglich machen (§ 61d Urheberrechtsgesetz, UrhG).&amp;lt;ref name=&amp;quot;urhg61d&amp;quot;&amp;gt;Urheberrechtsgesetz (UrhG), § 61d Nicht verfügbare Werke. URL: https://www.gesetze-im-internet.de/urhg/__61d.html, abgerufen am 30.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Fotos und Scans gemeinfreier visueller Werke begründen keine eigenen Leistungsschutzrechte (§ 68 UrhG).&amp;lt;ref name=&amp;quot;urhg68&amp;quot;&amp;gt;Urheberrechtsgesetz (UrhG), § 68 Vervielfältigungen gemeinfreier visueller Werke. URL: https://www.gesetze-im-internet.de/urhg/__68.html, abgerufen am 30.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Was fehlt:'''&lt;br /&gt;
* einheitliche Rechte- und Zugangskategorien, die je Objekt oder Bestand dokumentiert werden, von „nur Metadaten öffentlich“ bis „nicht zugänglich“ (vgl. [[#2.5.6 Mukurtu und Plateau Peoples' Web Portal|Abschnitt 2.5.6]]);&lt;br /&gt;
* einrichtungsübergreifende Musterverträge und Musterklauseln für Übergaben, Digitalisierung und Veröffentlichung; einzelne Vorlagen gibt es bei LND und WITAJ (siehe oben);&lt;br /&gt;
* Regeln für Einwilligungen bei Zeitzeugen-Interviews und Veranstaltungsaufnahmen, einschließlich des Datenschutzes (''Annahme'': bisher je Projekt geregelt);&lt;br /&gt;
* ein Verfahren, in dem rechtliche Zulässigkeit und kulturelle Angemessenheit getrennt geprüft werden, sowie Wege für Korrekturen, Beschwerden und nachträgliche Sperrungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Digitalisierungskreis befasst sich mit Urheber- und Nutzungsrechten anhand konkreter Nutzungsszenarien. Für diese Szenarien wird eine rechtliche Einschätzung erarbeitet. Die dazu für den 18.06.2026 geplante Sitzung wurde verschoben, weil die Einschätzung noch nicht vorlag.&amp;lt;ref name=&amp;quot;dk2026b&amp;quot;&amp;gt;Digitalisierungskreis 2026: Protokoll der Sitzung „Nutzungsszenarien für sprachtechnologische Anwendungen“ vom 18.06.2026, Entwurf (obersorbisch). Unveröffentlicht; interne Referenz: 2026-06-18_HSB_Protokol_Digitalizaciski_kruh_Rěčnotechnologiske_naloženja.pdf.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Prüfung ist noch nicht abgeschlossen (Stand Oktober 2026).&amp;lt;ref name=&amp;quot;dkinfo&amp;quot;&amp;gt;Projektinterne Angaben zum Digitalisierungskreis, Stand Oktober 2026; schriftlicher Beleg noch einzuholen.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!-- Ergebnisse nach Abschluss der rechtlichen Einschätzung ergänzen, soweit veröffentlichbar. --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.4.4 Betrieb und Finanzierung ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Stiftung selbst ist langfristig finanziert. Im Mai 2026 vereinbarten Bund, Sachsen und Brandenburg das fünfte Finanzierungsabkommen: rund 29,3 Mio. Euro für 2026 und jährliche Erhöhungen bis 2030. Der Bund trägt die Hälfte, Sachsen ein Drittel, Brandenburg ein Sechstel. Digitalisierungsprojekte werden ausdrücklich als Förderziel genannt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;fin2026&amp;quot;/&amp;gt; Der Haushalt der Stiftung weist für 2026 gesonderte Zuwendungen für Digitalisierungsprojekte aus, 195.000 Euro vom Bund und 130.000 Euro von Sachsen, dazu knapp 5 Mio. Euro Bundesmittel für den Strukturwandel.&amp;lt;ref name=&amp;quot;hh2026&amp;quot;&amp;gt;Stiftung für das sorbische Volk 2026: Haushaltssatzung 2026. URL: https://zalozba.de/fileadmin/user_upload/Dokumente/Haushaltsplaene/HHSatzung_2026.pdf, abgerufen am 30.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Welcher Anteil davon auf das Kulturerbe entfällt, ist ''offen''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die einrichtungsübergreifenden Dienste für das Kulturerbe laufen dagegen überwiegend als befristete Projekte:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|+ Betreiber und Finanzierung je Kernfunktion&lt;br /&gt;
! Kernfunktion !! Einrichtungsübergreifender Dienst (Betreiber) !! Finanzierung heute !! Gesichert bis&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''K1''' Erfassen || Sorbisches Kulturregister (SI) || Projektstelle bis Ende 2025 (SKR-Konzept, S. 2), heutiger Stand ''offen''; Regelbetrieb braucht 2,5 Fachstellen und 0,5 Stellen für Hilfskräfte, Zeithorizont 15-20 Jahre (S. 31-32)&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;/&amp;gt; || style=&amp;quot;background:#f8d7da&amp;quot; | ''offen''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''K2''' Digitalisieren || Digitalisierungszentrum (SI) || Aufbauprojekt, bis 2027 projektbezogen gesichert (Mittelgeber ''zu prüfen''); für sächsische Träger derzeit kostenfrei&amp;lt;ref name=&amp;quot;dk2026&amp;quot;/&amp;gt; || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | Ende 2027&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''K2''' Digitalisieren || Landesprogramme der SLUB (Landesdigitalisierungsprogramm, SAVE) || Freistaat Sachsen; Kürzungen bei SAVE im Entwurf des Doppelhaushalts 2027/28&amp;lt;ref name=&amp;quot;save2026&amp;quot;/&amp;gt; || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | jährlicher Landeshaushalt&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''K3''' Erhalten || Datenhaltung des DZ (SI) || wie DZ; für den Dauerbetrieb ist ein Konzept erforderlich. Zum Vergleich: echte Langzeitarchivierung kostet bei der SLUB derzeit ca. 800 Euro je TB und Jahr.&amp;lt;ref name=&amp;quot;dk2026&amp;quot;/&amp;gt; || style=&amp;quot;background:#f8d7da&amp;quot; | Ende 2027; Dauerbetrieb ''offen''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''K4''' Zugänglich machen || Sorabicon, Virtueller Lesesaal (SI) || Grundbetrieb des SI (''Annahme''); Inhalte wachsen über Projekte, z. B. das „Digitale Portal zu sorbischen und Lausitzer Sprach- und Kulturlandschaften“ (2022-2031) im Bundesförderprogramm „Sorbische Sprache und Kultur im Strukturwandel“&amp;lt;ref name=&amp;quot;digportal&amp;quot;&amp;gt;Sorbisches Institut o. J.: Digitales Portal zu sorbischen und Lausitzer Sprach- und Kulturlandschaften. Poster zum Gesamtvorhaben. URL: https://serbski-institut.de/wp-content/uploads/2021/11/A0-Druck_DigPortal-Gesamtvorhaben.pdf, abgerufen am 30.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | Grundbetrieb ''offen''; Projekt bis 2031&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''K4''' Zugänglich machen || digitalizat.de (SI) || wie DZ (''Annahme'') || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | Ende 2027 (''Annahme'')&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Damit sind für alle vier Kernfunktionen Betreiber benannt, für alle einrichtungsübergreifenden Dienste mit Ausnahme der Landesprogramme das SI. Für die Zeit ab 2028 braucht das DZ ein Modell für Basisfinanzierung, Personal, Infrastruktur, Repositorium und Dienstleistungsbetrieb. Unterschieden wird zwischen einem Grundbetrieb, der dauerhaft finanziert werden muss, und der Digitalisierung einzelner Sammlungen, für die Drittmittel beantragt werden können. Eine Gebühren- oder Kostenlogik für Leistungen an Dritte ist nicht entschieden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;dk2026&amp;quot;/&amp;gt; Ein Konzept für Trägerwechsel, Projektende oder den Ausfall eines Dienstleisters ist nicht bekannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.4.5 Bewertung der drei Erfolgsbedingungen ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die drei Erfolgsbedingungen aus [[#2.5.9.2 Drei Erfolgsbedingungen – was gilt für alle Kernfunktionen?|Abschnitt 2.5.9.2]] werden mit den Prüfkriterien der Handlungsfelder 1 bis 3 des [[12.3.A2 Prüfraster zur Bewertung des Entwicklungsstandes beim Aufbau der Digitalisierung des Kulturerbes|Prüfrasters]] bewertet. Die Bewertung ist eine Einschätzung auf Grundlage der genannten Quellen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|+ Reifegrad der drei Erfolgsbedingungen&lt;br /&gt;
! Erfolgsbedingung !! Reifegrad !! Was vorhanden ist !! Was fehlt&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''1. Gemeinsam entscheiden und Rechte abgestuft regeln''' || style=&amp;quot;background:#fde2c4&amp;quot; | '''1''' · konzeptionell geklärt || Stiftung als Förderer mit Digitalisierungskonzept und Digitalisierungsbeauftragtem; Lenkungsgremium und Auswahlkriterien im DZ-Konzept beschrieben; Grundsätze zur Rechteklärung im Digitalisierungskreis vereinbart; regelmäßiger Austausch im Digitalisierungskreis || kein eingerichtetes Gremium für Auswahl, Freigabe und gemeinsamen Zugang; keine schriftlich festgelegten Entscheidungsrechte für Träger und Gemeinschaft; keine einheitlichen Rechte- und Zugangskategorien, Musterverträge oder Verfahren für Beschwerden und Sperrungen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''2. Gemeinsame Standards, Mehrsprachigkeit und technische Anschlussfähigkeit sichern''' || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | '''2''' · pilotiert (Langzeiterhaltung: 1) || etablierte Spartenstandards in Bibliothek, Archiv und Museen; technisches Modell von SKR und DZ mit Normdaten, METS/MODS, LIDO, IIIF und Schnittstellen in Prototyp und Piloten erprobt; Mehrsprachigkeit im Datenmodell des SKR vorgesehen || kein beschlossener gemeinsamer Metadatenkern; Regeln für Masterdaten, Versionierung und Kennungen offen; Qualitätsvorgaben je Kulturgutart und Vorgaben zur Langzeiterhaltung nicht festgelegt; kein niedrigschwelliger Einstieg für kleine Träger außer museum-digital; kein Gremium, das Standards beschließt&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''3. Dauerhafte Verantwortung und Finanzierung sichern''' || style=&amp;quot;background:#fde2c4&amp;quot; | '''1''' · konzeptionell geklärt || Stiftung bis 2030 finanziert; Betreiber für alle Kernfunktionen benannt; Personalbedarf des SKR beziffert; Unterscheidung von Grundbetrieb und Projektdigitalisierung || Dauerbetrieb von SKR (ab 2026) sowie DZ und Datenhaltung (ab 2028) nicht finanziert; Übergang von der Projekt- in die Betriebsphase nicht geregelt; keine Kostenlogik für Dritte; kein Ausstiegs- und Übergabekonzept&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach der Bewertungsregel des Prüfrasters zählt die schwächste kritische Abhängigkeit. Für die Governance sind das die Erfolgsbedingungen 1 und 3: Es fehlen verbindliche Entscheidungswege und eine Finanzierung des Dauerbetriebs. Beides begrenzt auch die Reife der Dienste aus Abschnitt 3.3. Ein Dienst kann Reifegrad 4 erst erreichen, wenn Zuständigkeiten, Finanzierung und Verfahren dauerhaft verankert sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.4.6 Erste Befunde ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* '''Die Förderung ist gesichert, der Betrieb der gemeinsamen Dienste nicht.''' Die Stiftung ist bis 2030 finanziert. SKR, DZ und Datenhaltung hängen dagegen an befristeten Mitteln; die Projektstelle für das SKR lief laut Konzept Ende 2025 aus.&amp;lt;ref name=&amp;quot;fin2026&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;dk2026&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
* '''Es gibt Austausch, aber keinen Ort für verbindliche Entscheidungen.''' Der Digitalisierungskreis berät, entscheidet aber nicht.&amp;lt;ref name=&amp;quot;dkinfo&amp;quot;/&amp;gt; Das im DZ-Konzept vorgesehene Lenkungsgremium ist nicht eingerichtet. Damit fehlt eine Stelle, die Prioritäten über Einrichtungen hinweg festlegt und über den gemeinsamen Zugang entscheidet.&lt;br /&gt;
* '''Das SI trägt fast die gesamte gemeinsame Infrastruktur.''' Es betreibt oder plant Register, Digitalisierungszentrum, Datenhaltung und die wichtigsten Präsentationsangebote. Das bündelt Fachwissen, macht die Kette aber von einer Einrichtung und ihren Projektmitteln abhängig.&lt;br /&gt;
* '''Die Standards sind technisch gut vorbereitet, aber nicht gemeinsam beschlossen.''' Mit SKR und DZ liegt ein anschlussfähiges, mehrsprachig angelegtes Modell vor. Es fehlen ein verbindlicher Metadatenkern, Regeln für Masterdaten und Kennungen sowie Vorgaben für die Langzeiterhaltung.&lt;br /&gt;
* '''Rechte werden von Fall zu Fall geklärt.''' Grundsätze sind vereinbart; Musterverträge, Zugangskategorien und Einwilligungsregeln fehlen. Gerade beim lebendigen Kulturgeschehen und bei ursprünglich digitalen Werken bremst das die Sicherung.&lt;br /&gt;
* '''Sachsen und Brandenburg sind unterschiedlich angebunden.''' Sächsische Träger können Landesprogramme und das DZ nutzen. Für brandenburgische Träger gibt es Projektförderung, die Nutzung des DZ wird im Einzelfall geklärt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;dk2026&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;diwa2026&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
* '''Kleine Träger haben keine feste Anlaufstelle.''' Die Domowina erreicht sie, kann die Koordination aber nicht leisten und wünscht eine Dienstleistungs- und Ermöglichungsstruktur.&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2020&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2026&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== ENTWURF 3.3 Gemeinsame Regeln, Zusammenarbeit und dauerhafter Betrieb ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;background-color:#eef5fb;border-left:4px solid #5b9bd5;padding:0.7em 1em;margin:1em 0;&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Leitfrage:''' Sind die übergreifenden Voraussetzungen vorhanden, damit die einzelnen Angebote gemeinsam, verlässlich und dauerhaft funktionieren?&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Neben den einzelnen Kernfunktionen ist zu prüfen, ob '''gemeinsame organisatorische und fachliche Voraussetzungen''' vorhanden sind, damit die verschiedenen Angebote zusammenarbeiten und dauerhaft betrieben werden können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieser Abschnitt soll keine allgemeine oder abstrakte Governance-Analyse darstellen. Untersucht werden nur solche übergreifenden Fragen, die konkrete Auswirkungen auf die Digitalisierung des Kulturerbes und die spätere Ableitung von Maßnahmen haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== ENTWURF 3.3.1 Zuständigkeiten, Beteiligung und Freigaben ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;background-color:#eef5fb;border-left:4px solid #5b9bd5;padding:0.7em 1em;margin:1em 0;&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Leitfrage:''' Wer entscheidet verbindlich über Auswahl, Priorisierung, Beschreibung, Digitalisierung, Veröffentlichung und Zugang, und wie sind die Kulturgutträger dabei beteiligt?&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
''Für die weitere Erhebung und Analyse insbesondere zu prüfen:''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* formelle und informelle Zuständigkeiten der beteiligten Institutionen&lt;br /&gt;
* Entscheidungsrechte bei Auswahl und Priorisierung von Beständen&lt;br /&gt;
* Verantwortlichkeiten für Rechteklärung und Veröffentlichung&lt;br /&gt;
* Beteiligung der jeweiligen Kulturgutträger&lt;br /&gt;
* Beteiligung sorbischer Fachleute und Angehöriger der Gemeinschaft bei kulturell sensiblen Inhalten&lt;br /&gt;
* vorhandene Freigabe- und Sperrverfahren&lt;br /&gt;
* Umgang mit nachträglichen Korrekturen oder Einschränkungen&lt;br /&gt;
* erkennbare Überschneidungen beziehungsweise ungeklärte Zuständigkeiten&lt;br /&gt;
* vorhandene Gremien oder Koordinierungsstrukturen&lt;br /&gt;
* prüfen, an welchen Stellen verbindliche Zuständigkeiten fehlen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== ENTWURF  3.3.2 Gemeinsame Standards und Anschlussmöglichkeiten ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;background-color:#eef5fb;border-left:4px solid #5b9bd5;padding:0.7em 1em;margin:1em 0;&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Leitfrage:''' Welche gemeinsamen Regeln ermöglichen es unterschiedlichen Kulturgutträgern, Daten und Digitalisate in eine gemeinsame Infrastruktur einzubringen und zwischen den Kernfunktionen weiterzugeben?&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die weitere Erhebung und Analyse insbesondere zu prüfen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* vorhandene gemeinsame Metadatenstandards beziehungsweise Pflichtfelder&lt;br /&gt;
* verwendete Fachstandards einzelner Einrichtungen&lt;br /&gt;
* gemeinsame Regeln für Ober- und Niedersorbisch&lt;br /&gt;
* Dateiformate und Qualitätsanforderungen für unterschiedliche Kulturgutarten&lt;br /&gt;
* Identifikatoren und Normdaten&lt;br /&gt;
* Rechte- und Lizenzinformationen&lt;br /&gt;
* technische Schnittstellen und Datenexporte&lt;br /&gt;
* Übernahme vorhandener institutioneller Metadaten&lt;br /&gt;
* einfache Erfassungswege für kleinere Kulturgutträger&lt;br /&gt;
* Schnittstellen für Einrichtungen mit bestehenden Fachsystemen&lt;br /&gt;
* Möglichkeiten zur Weitergabe von Daten zwischen Register, Digitalisierung, Repositorium und Präsentation&lt;br /&gt;
* prüfen, wo fehlende Standards oder inkompatible Systeme den Austausch derzeit behindern&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== ENTWURF 3.3.3 Personal, Finanzierung und Betreiberverantwortung ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;background-color:#eef5fb;border-left:4px solid #5b9bd5;padding:0.7em 1em;margin:1em 0;&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Leitfrage:''' Welche zentralen Leistungen sind dauerhaft personell, organisatorisch und finanziell abgesichert, und welche hängen noch von befristeten Projekten oder einzelnen Personen ab?&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die weitere Erhebung und Analyse insbesondere zu prüfen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Betreiber beziehungsweise verantwortliche Stellen für die vier Kernfunktionen&lt;br /&gt;
* dauerhafte Stellen gegenüber befristeten Projektstellen&lt;br /&gt;
* vorhandene beziehungsweise geplante Finanzierungsmodelle&lt;br /&gt;
* laufende Betriebs- und Pflegekosten&lt;br /&gt;
* personelle Kapazitäten und erkennbare Schlüsselpersonenrisiken&lt;br /&gt;
* Unterstützung kleiner und ehrenamtlich geführter Einrichtungen&lt;br /&gt;
* Finanzierung von&lt;br /&gt;
** Beratung,&lt;br /&gt;
** Digitalisierung,&lt;br /&gt;
** Speicher und Langzeiterhaltung,&lt;br /&gt;
** Datenpflege,&lt;br /&gt;
** Rechteklärung,&lt;br /&gt;
** technischer Wartung und Weiterentwicklung;&lt;br /&gt;
* Übergang von geförderten Projekten in einen dauerhaften Regelbetrieb&lt;br /&gt;
* vorhandene Betriebs-, Kooperations- und Übergabevereinbarungen&lt;br /&gt;
* erkennbare Risiken bei Auslaufen einzelner Förderungen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== ENTWURF 3.4 Gesamtbewertung und vorrangiger Handlungsbedarf ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;background-color:#eef5fb;border-left:4px solid #5b9bd5;padding:0.7em 1em;margin:1em 0;&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Leitfrage:''' Welche Bedarfe sind bereits ausreichend abgedeckt, wo liegen die entscheidenden Lücken und welche davon sollten vorrangig bearbeitet werden? &amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Ergebnisse der vorangegangenen Abschnitte werden abschließend zusammengeführt. Ziel ist noch nicht die vollständige Formulierung konkreter Maßnahmen, sondern zunächst eine begründete Bewertung des Ist-Standes und der wichtigsten Lücken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dabei sollte insbesondere unterschieden werden zwischen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* unmittelbar gefährdeten Kulturgütern beziehungsweise Beständen,&lt;br /&gt;
* strukturellen Lücken, die weitere Digitalisierungsschritte blockieren,&lt;br /&gt;
* fehlenden oder nur teilweise verfügbaren Kernfunktionen,&lt;br /&gt;
* nicht dauerhaft abgesicherten Angeboten,&lt;br /&gt;
* Verbesserungsmöglichkeiten bei bereits grundsätzlich funktionierenden Strukturen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die abschließende Bewertung insbesondere zu prüfen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Ergebnisse aus Akteurs-, Bestands- und Bedarfserhebung zusammenführen&lt;br /&gt;
* für jede der vier Kernfunktionen die wichtigsten Stärken und Lücken benennen&lt;br /&gt;
* übergreifende strukturelle Probleme aus Zuständigkeiten, Standards, Betrieb und Finanzierung ergänzen&lt;br /&gt;
* unterscheiden zwischen:&lt;br /&gt;
** fehlender Leistung,&lt;br /&gt;
** unzureichender Kapazität,&lt;br /&gt;
** fehlender Bekanntheit beziehungsweise Zugänglichkeit,&lt;br /&gt;
** fehlender Verbindung bestehender Angebote,&lt;br /&gt;
** ungeklärter Zuständigkeit,&lt;br /&gt;
** fehlender dauerhafter Absicherung;&lt;br /&gt;
* Dringlichkeit begründen, insbesondere anhand von:&lt;br /&gt;
** Verlustgefahr,&lt;br /&gt;
** blockierenden Abhängigkeiten,&lt;br /&gt;
** Anzahl beziehungsweise Bedeutung betroffener Kulturgutträger,&lt;br /&gt;
** kultureller und sprachlicher Bedeutung,&lt;br /&gt;
** Aufwand und Realisierbarkeit;&lt;br /&gt;
* offene Informationslücken ausdrücklich kennzeichnen&lt;br /&gt;
* aus den ermittelten Lücken anschließend Handlungsbedarfe ableiten&lt;br /&gt;
* konkrete Lösungsmaßnahmen erst im folgenden Maßnahmen- beziehungsweise Soll-Abschnitt festlegen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mögliche zusammenfassende Bewertungsmatrix:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot; style=&amp;quot;width:100%;&amp;quot;&lt;br /&gt;
! Bereich&lt;br /&gt;
! Belegter Ist-Stand&lt;br /&gt;
! Abgedeckte Bedarfe&lt;br /&gt;
! Lücke / Risiko&lt;br /&gt;
! Dringlichkeit&lt;br /&gt;
! Daraus abgeleiteter Handlungsbedarf&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| ''Beispiel: Nachweisen und Registrieren''&lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| ''Beispiel: Digitalisieren''&lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| ''Beispiel: Langfristig erhalten''&lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| ''Beispiel: Zugänglich machen und nutzen''&lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| ''Beispiel: gemeinsame Standards / Zusammenarbeit''&lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= Referenzen =&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Měrko Šenk</name></author>
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		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://koncept.serbski-inkubator.de/index.php?title=12.3_Digitalisierung_des_Kulturerbes&amp;diff=1224"/>
		<updated>2026-10-30T14:05:49Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Měrko Šenk: /* 3.1.2 Schlüsselakteure */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;= 1 Einleitung =&lt;br /&gt;
Die Digitalisierung von sorbischem Kulturerbe ist eine historische Chance für uns Sorben, eine Chance, unser kulturelles Erbe neu zu entdecken, es für kommende Generationen zu erhalten, für eine breitere Öffentlichkeit zugänglich zu machen und dabei die eigene Deutungshoheit zu stärken. Das erfordert neben Mut, einer klaren gemeinsamen Vision, starker Zusammenarbeit zwischen den beteiligten Akteuren auch die notwendigen Ressourcen in Form von Personal mit entsprechenden Kompetenzen, passender Technik sowie einer nachhaltig gesicherten Finanzierung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im folgenden Abschnitt werden Zielbilder für die Digitalisierung des sorbischen Kulturerbes entworfen mittels lang- und kurzfristiger Visionen sowie konkreter Ziele.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== 1.1 Vision und Ziele für die sorbische digitale Welt ==&lt;br /&gt;
'''Vision'''&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
''Sorbisches materielles und immaterielles Kulturerbe ist systematisch digital erfasst, rechtssicher und langfristig gesichert, leicht auffindbar, offen nutzbar und wird aktiv von Interessierten genutzt.''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Konkrete Ziele'''&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Bis 2032 ist ein tragfähiges, finanziell und organisatorisch abgesichertes Modell etabliert, das:&lt;br /&gt;
* Ein zentrales (oder föderiertes) digitales Langzeitarchiv nach OAIS-Referenzmodell betreibt,&lt;br /&gt;
* klare Zuständigkeiten, Prozesse und Budgets definiert,&lt;br /&gt;
* regelmäßige Qualitätssicherung und Technik-Updates vorsieht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bis 2030 sind wichtige sorbische Kulturerbe-Bestände (Kernbestände nach fachlicher Festlegung) in hoher Qualität digitalisiert, beschrieben und im Langzeitarchiv gesichert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bis 2028 liegt eine institutionenübergreifende Übersicht über relevante Kulturerbe-Bestände (analog und digital, materiell und immateriell) vor, einschließlich einer Prioritätenliste für die Digitalisierung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bis 2028 existiert ein zentrales, nutzerfreundliches „Sorbisches Kulturerbe-Portal“, das:&lt;br /&gt;
* Suchzugang über alle teilnehmenden Institutionen ermöglicht,&lt;br /&gt;
* grundlegende Inhalte frei zugänglich bereitstellt,&lt;br /&gt;
* mehrsprachige Oberflächen anbietet (Deutsch, Obersorbisch, Niedersorbisch, Englisch).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= 2 Ist-Analyse „Digitalisierung von Kulturerbe“ =&lt;br /&gt;
Das Ziel in diesem Themenbereich ist es, sorbisches Kulturerbe digital zu verwalten und damit langfristig für Recherche, Nutzung und Präsentation vorzuhalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Abschnitt &amp;quot;IST-Analyse“ werden die folgenden Fragen beantwortet: Was ist sorbisches Kulturerbe und was zählt alles dazu? Welche Schritte durchläuft ein Kulturgut, um zum digitalen Kulturerbe zu gehören? Wie können die digitale Verwaltung, Archivierung, Nutzung und Präsentation von Kulturgütern umgesetzt werden?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die grundlegenden Terminologien des Kulturerbes sollen im Folgenden festgelegt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== 2.1 Terminologie – von Kultur zu Kulturerbe ==&lt;br /&gt;
In diesem Abschnitt werden die Begriffe rund um das Kulturerbe grundlegend definiert. Es soll ein Verständnis über die Begriffe Kultur, kulturelle Ausprägung, Kulturgut und Kulturerbe erreicht werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Dataja:Wobraz_K1.png|center|260px]]&amp;lt;ref&amp;gt;Mermaid Flowchart Code: [https://mermaid.live/edit#pako:eNpF0UtuwyAQBuCroFlaTuRHTGMvKuWxq7pqV627IGZso2CIMChtk9ymN-nFimmasmJGfP-AOEGjOUIFrdTHpmfGkudtrWpF_Fq9RtGDk9aZKHojU-_aJ7PZ_bmGgSnR4mgFejaKpidC1XAmq8zDfYAoJZKVG7lxzX5stRl81C0_uwYdheGEubHD4_dXLy1hcpyC1rcLdM4GOLH1Ve2E5Gj9TPLkhgEnsLkBNDsMAmLojOBQWeMwhgHNwKYSTuFBYHucbOW3HFvmcQ21unh2YOpF6-FPGu26HqrW381X7sCZxa1gnWH_R1BxNBvtlIUqTUMEVCd49xVdzpeLMs1pXmRFXiY0hg-o8iyZL_LFXZaVSTJ1LzF8hqHJnBZ5WhZLWt5RmtIsBuTCavP4-2Hh3y4_NXaMmw hier klicken], abgerufen am 22.09.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.1.1 Kultur ===&lt;br /&gt;
Kultur bezeichnet hier die Gesamtheit aller '''vom Menschen geschaffenen und erlernten Ausdrucksformen''' des Lebens, die auf gemeinsamen Werten und Verhaltensweisen beruhen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;wiki-kultur&amp;quot;&amp;gt;URL: https://de.wikipedia.org/wiki/Kultur&amp;lt;/ref&amp;gt; Dazu zählen '''materielle Ergebnisse''' (z. B. Kunstwerke, Technik) ebenso wie '''immaterielle Praktiken''' (Sprache, Bräuche, Wissen). Kultur umfasst laut der UNESCO geistige, materielle, intellektuelle und emotionale Merkmale, die eine Gesellschaft oder soziale Gruppe kennzeichnen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;mondiacult&amp;quot;&amp;gt;UNESCO 1982: Mexico City Declaration on Cultural Policies (MONDIACULT). URL: https://www.lacult.unesco.org/docc/1982_MONDIACULT.pdf&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;ref name=&amp;quot;cultureaction&amp;quot;&amp;gt;Culture Action Europe 2024: The State of Culture report. URL: https://cultureactioneurope.org/de/news/the-state-of-culture-report-published, abgerufen am 01.10.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;  Sie ist dynamisch und wird von jeder Generation neu gestaltet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das deutsche Wort „Kultur“ ist eine Eindeutschung des lateinischen Worts „cultura“. Dieses bedeutet ursprünglich „Bebauung, Bearbeitung, Bestellung, Pflege“ und meinte sowohl die physische Bearbeitung als auch die Pflege geistiger Güter, z. B. der Sprache.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.1.2 Kulturelle Ausdrucksform ===&lt;br /&gt;
Eine kulturelle Ausdrucksform ist eine '''konkrete, gegenwärtige oder historische, Manifestation von Kultur''', bspw. eine Zeichnung, eine Tracht oder ein Lied: Sie macht die Kultur sichtbar und erlebbar. Im engeren Sinne ist es eine Ausdrucksweise, die aus der Kreativität einer Person, Gruppe oder Gesellschaft entsteht und '''kulturellen Inhalt''' trägt (symbolische Bedeutung, künstlerische Dimension, kulturelle Werte).&amp;lt;ref&amp;gt;Österreichische UNESCO-Kommission 2007: Übereinkommen zum Schutz und zur Förderung der Vielfalt kultureller Ausdrucksformen, Art. 4, Seite 13. URL: https://www.unesco.at/fileadmin/Redaktion/Publikationen/Publikations-Dokumente/2005er_UNESCO-Convention_German.pdf, abgerufen am 22.09.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt; Sie wird innerhalb und zwischen Gemeinschaften weitergegeben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Alle kulturellen Ausdrucksformen bilden einen wesentlichen Kern von Kultur, aber Kultur enthält auch latente Dimensionen (Werte, Normen, Vorannahmen etc.), die nicht unmittelbar als Ausdrucksform erscheinen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.1.3 Kulturgut ===&lt;br /&gt;
Ein „Kulturgut“ ist '''eine einzelne kulturelle Ausdrucksform''', der ein '''besonderer kultureller Wert zugemessen wird''' (durch Anerkennung, Schutz, Bedeutung). Es ist somit ein Erzeugnis menschlicher Kreativität oder Zeugnis menschlichen Lebens, welches '''Bedeutung für die Kultur einer Gemeinschaft''' hat und daher '''Bestand haben und bewahrt werden soll'''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die '''Summe aller Kulturgüter''' einer Gemeinschaft wird als dessen '''Kulturerbe''' bezeichnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.1.4 Kulturerbe ===&lt;br /&gt;
Kulturerbe ist die '''Summe der materiellen und immateriellen Ausdrucksformen''' (= Kulturgüter) einer Kultur, die als „'''bewahrenswert'''“ anerkannt wurden. International umfasst das u. a. das '''Welterbe''' (Denkmäler, Ensembles, Stätten)&amp;lt;ref&amp;gt;UNESCO (1972), Welterbekonvention, Art. 1. URL: https://www.dnk.de/wp-content/uploads/2021/02/1972_DNK_UNESCO-Welterbekonvention.pdf (abgerufen am 11.09.2025).&amp;lt;/ref&amp;gt; und das '''Immaterielles Kulturerbe''' (Praktiken, Wissen).&amp;lt;ref&amp;gt;Deutsche UNESCO-Kommission o. J.:, Übereinkommen zur Erhaltung des immateriellen Kulturerbes (dt. Ausgabe). URL: https://www.unesco.de/assets/dokumente/Deutsche_UNESCO-Kommission/02_Publikationen/Publikation_UNESCO-%C3%9Cbereinkommen_zur_Erhaltung_des_immateriellen_Kulturerbes_01.pdf, (abgerufen am 11.09.2025).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ob etwas „zum Kulturerbe“ zählt, ist Ergebnis von Bewertung, Diskurs und teils formellen Verfahren. Dem Sorbischen Kulturregister (SKR) zufolge ist „sorbisch-wendisches Kulturerbe“ eine Zuschreibung, die durch Gesellschaft, Museen, Archive und Wissenschaft erfolgen kann.&amp;lt;ref&amp;gt;Sorbisches Institut 2025: Konzept für ein Sorbisches Kulturregister (SKR). URL: https://www.serbski-institut.de/wp-content/uploads/2021/11/00_Zweite-aktualisierte-Fassung_Konzept_Sorbisches-Kulturregister_20.11.2025.pdf, abgerufen am 20.11.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.1.5 Abgrenzung: Kultur und Kulturerbe ===&lt;br /&gt;
'''Kultur / Kulturelle Ausdrucksform''' sind als Begriffe weiter gefasst als '''Kulturgut / Kulturerbe'''. Kulturelle Ausdrucksformen umfassen alles Gelebte und Gestaltete einer Gemeinschaft in Gegenwart und Vergangenheit, während Kulturgut / Kulturerbe diejenigen kulturellen Güter und Traditionen meint, denen eine Bedeutung beigemessen wurde und die als bewahrens- und weitergebenswert erkannt wurden. Kultur ist der „aktuelle“ kreative Prozess (einschließlich Popkultur, Alltagskultur), Kulturerbe der daraus überkommene Schatz. Dennoch sind die Grenzen fließend: Was heute nur Kultur ist, kann morgen zum Kulturerbe erklärt werden – abhängig von Wertzuschreibung und Diskurs.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Rahmen dieses Dokuments werden für den sorbischen Kontext die Begriffe '''„kulturelle Ausdrucksform“''' und '''„Kulturgut“''' weitgehend '''synonym''' verwendet, sofern nicht ausdrücklich anders gekennzeichnet. Hintergrund ist, dass die Gesamtzahl der identifizierbaren kulturellen Ausdrucksformen einer kleinen Minderheit wie der Sorben/Wenden im Vergleich zu großen Mehrheitsgesellschaften überschaubar ist. Zugleich ist der Anteil dieser Ausdrucksformen, denen in der Community ein besonderer Wert beigemessen wird und die daher faktisch als Kulturgut wahrgenommen und behandelt werden, sehr hoch: Ein großer Teil des gelebten kulturellen Repertoires wird als identitätsstiftend und bewahrenswert verstanden und damit dem Kulturerbe zugerechnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== 2.2 Klassifizierung von Kulturgütern ==&lt;br /&gt;
Im Folgenden soll eine griffige Klassifizierung von Kulturgütern entwickelt werden, so dass pro Kulturgut-Klasse später auf die Besonderheiten ihrer Digitalisierung eingegangen werden kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Dataja:Wobraz_K2.png|center|600px]]&amp;lt;ref&amp;gt;Mermaid Flowchart Code: [https://mermaid.live/edit#pako:eNptlM9u00AQxl9ltFWoFDlp_C9OjISU2KSgUCq1BSRIDxt77Syxd6v1mkKjSDwBlThw4YCEeuXOoeLSN-EF4BHYjZOQQG67-32_2ZnZsWco4jFBPqrVZpRR6cNsP8n4ZTTBQu7rHVP66QWOKEvV3nQM2BeYTf8eea35fF6rjdiIrUl4cjJiAMPDV_X6sMxkKdJS1uvnvu9PtRGgp5ReE46wJIKSLIOf779CycbkkqQZjSb1Ovz-cv351_drDWGN9BXS_xfZBj7dLoGxBgIFBE14nOcrZGH68E07Iu0IlSNsQkhTKnGlfvyh1bjKcngIjcYD6G2s-xvrYGMdLuuqAFOXZ0IflzFh0xxn5OBU3t1ISZhqw6KaKpo29k04jSaCJrLq0oZsa9mCAZc8FTihhBnQp1ksxd1NSsS22dFmG3oMZzwl0HveONtlc7XNATtsHI9fk6kkC3nRsKoqnVNgwrFQaUOvLGJRRtMi4SJfZ790WtppQYhFIVV7CYsJDO9uWbEMujbqOgIbTqgsddB7MCD_eXT6gQMvaFEQBlclPMVqcA6eMfqGiKLMt926isCFM4FjKiln-voCHmEWXxIxXZcUVo-jSwrVe3DBGvHqtc83DLqS0FpNAi3wRluiDBdFSBIYQ0KzzN_r265jPjQinnHh7yVJYhRS8ClZKfe3KLyk2oHneuEuqlK2qWhJWYPOwGnvoiplm4qXVMd17V5rF1UpikIGSgWNkS9FSQyUE5FjvUUzHXGE5ITkZIR8tYxJgtVXPEIjNlfYBWYvOc9XpOBlOkF-grNC7cqLWPUupFjNa74-FXo0RMBLJpFvWtYiCPJn6C3yG7bTNO2u6Tidrue0W13HQO_Usdtquuqg1bG6TtvzPNuZG-hqcXGr2baV5NhuyzId13XbBiJqDrg4qn5ni7_a_A_W9oMu hier klicken], abgerufen am 22.09.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.2.1 A. Materiell - unbeweglich 🏛️ ===&lt;br /&gt;
„Materiell - unbeweglich&amp;quot; bezeichnet ortsfeste Kulturobjekte wie Bauwerke, Ensembles, Gebäudekomplexe und Stätten/Kulturlandschaften, wie sie in Art. 1 der UNESCO-Welterbekonvention als Kategorien des kulturellen Erbes definiert sind.&amp;lt;ref&amp;gt;UNESCO World Heritage Centre o. J.: Convention Concerning the Protection of the World Cultural and Natural Heritage, Artikel 1. URL: https://whc.unesco.org/en/conventiontext/, abgerufen am 01.10.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.2.2 B. Materiell - beweglich 🖼️ ===&lt;br /&gt;
Die Kategorie „Materiell - beweglich&amp;quot; umfasst bewegliche Sachen bzw. Sachgesamtheiten von kulturellem Wert (z. B. Objekte, Sammlungen), wie sie das deutsche Kulturgutschutzgesetz (§ 2 KGSG)&amp;lt;ref&amp;gt;Deutschland 2016: Kulturgutschutzgesetz (KGSG), § 2. URL: https://www.buzer.de/2_KGSG.htm, abgerufen am 01.10.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt; als „Kulturgut“ beschreibt.&lt;br /&gt;
* B1 '''Schriftgut''' - Bücher, Zeitungen, Handschriften, Archivgut, Graphiken, Pläne, Karten&lt;br /&gt;
* B2 '''Fotografien &amp;amp; Bildträger''' &lt;br /&gt;
** Fotografisch erzeugte statische Bildträger, auch Stillbildträger genannt, z. B. Positive/Negative auf Film/Platte/Photopapier, Dias, Abzüge, Mikrofilm/-fiche und vergleichbare fotografische Repro-Träger.&lt;br /&gt;
* B3 '''Analoge AV-Träger''' (Audio/Video/Film)&lt;br /&gt;
** Analoge zeitbasierte Medien, z. B. Magnetton (Tonband, Kassette), Schallplatte, Videobänder, Film.&lt;br /&gt;
* B4 '''3D-Objekte''' - Gegenstände, „sachkulturelle Artefakte“&amp;lt;ref&amp;gt;Sorbisches Institut o. J.: Konzept zum Digitalisierungszentrum am Sorbischen Institut, S. 24.&lt;br /&gt;
(Unveröffentlichtes Konzeptpapier; interne Projektunterlage.)&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.2.3 C. Immateriell 🎭 ===&lt;br /&gt;
Meint lebendige Praktiken, Darstellungen, Ausdrucksformen, Ideen, Werte, Wissen und Fertigkeiten, die von Gemeinschaften getragen und weitergegeben werden, gemäß der folgenden 5 UNESCO ICH-Domänen.&amp;lt;ref&amp;gt;UNESCO o. J.: Intangible Cultural Heritage – Five Domains. URL: https://ich.unesco.org/doc/src/01857-EN.pdf, abgerufen am 01.10.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* C1 '''Orale Traditionen/Ausdrucksformen''' - Sprache, Gesangstraditionen&lt;br /&gt;
* C2 '''Darstellende Künste''' - Musik, Tanz, Theater&lt;br /&gt;
* C3 '''Rituale &amp;amp; Feste''' - Bräuche und soziale Praktiken des Kalenders und Lebenslaufs&lt;br /&gt;
* C4 '''Wissen &amp;amp; Praktiken''' zu Natur &amp;amp; Universum - Heil- und Sammelkenntnisse, ökologisches und astronomisches Wissen, Glaube, Religion&lt;br /&gt;
* C5 '''Traditionelles Handwerk''' - Techniken, Werkzeuge und Gestaltungsmuster&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.2.4 D. Digital 💾 ===&lt;br /&gt;
Bezeichnet in digitaler Form vorliegende Ressourcen menschlichen Wissens und Ausdrucks. Diese können sowohl born-digital sein als auch digitalisierte Repräsentationen von materiellen und immateriellen Kulturgütern.&amp;lt;ref&amp;gt;UNESCO 2003: Charter on the Preservation of Digital Heritage. URL: https://www.unesco.org/en/legal-affairs/charter-preservation-digital-heritage, abgerufen am 01.10.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* D1 '''Born-digital''' (ursprünglich digital erzeugt, kein analoges Original), z. B. Webseiten, Social-Media-Beiträge, Software, Apps, Spiele, digitale Fotos/Audio/Video.&lt;br /&gt;
* D2 '''Digitalisate''' - Digitalisierte Repräsentationen/Derivate aus den Klassen A, B und C.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== 2.3 Begriffe und Kernfunktionen ==&lt;br /&gt;
Die vorherigen Abschnitte haben geklärt, was unter Kulturerbe verstanden wird und welche Arten von Kulturgütern unterschieden werden. Bevor der nachfolgende Abschnitt den Prozess der Kulturerbe-Digitalisierung beschreibt, werden in diesem Abschnitt die dafür wichtigsten Arbeitsbegriffe und Funktionen erläutert. Der Abschnitt soll dabei die Frage beantworten: Welche Arbeitsabläufe und Funktionen sind notwendig, damit Kulturgüter nicht nur digital erfasst, sondern auch gefunden, verstanden, gesichert und genutzt werden können?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Erläuterungen sollen eine gemeinsame und leicht verständliche Grundlage schaffen für alle, die an der Digitalisierung von Kulturerbe interessiert sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.3.1 Vom Kulturgut zur digitalen Repräsentation ===&lt;br /&gt;
Dieser Abschnitt erklärt, was bei einer Digitalisierung entsteht und wie sich das digitale Ergebnis vom ursprünglichen Kulturgut unterscheidet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
! Begriff&lt;br /&gt;
! Erklärung&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Digitalisierung von Kulturerbe'''&lt;br /&gt;
| Digitalisierung bezeichnet in diesem Konzept den gesamten zusammenhängenden Prozess: Kulturgüter erfassen, beschreiben und bewerten, digitale Repräsentationen erzeugen oder übernehmen, ihre Qualität prüfen, sie sichern und für die Nutzung zugänglich machen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;DFG2016&amp;quot;&amp;gt;Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) 2016: Praxisregeln „Digitalisierung“, insbesondere S. 13 und 41-44. URL: https://www.dfg.de/resource/blob/176108/898bf3574ad0ff3b1db525fa7d04c86c/12-151-v1216-de-data.pdf, abgerufen am 16.07.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Bei ursprünglich digital entstandenen Kulturgütern – auch ''born digital'' genannt – entfällt die Überführung aus einem analogen Original; die weiteren Aufgaben bleiben bestehen.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Digitalisat und digitale Repräsentation'''&lt;br /&gt;
| Ein '''Digitalisat''' ist ein digitales Abbild eines analogen Kulturguts, beispielsweise ein Scan einer Handschrift oder ein Foto eines Museumsobjekts. Der weitere Begriff '''digitale Repräsentation''' umfasst auch Audio-, Video- oder 3D-Dokumentationen einer immateriellen kulturellen Praxis. Die digitale Repräsentation ersetzt weder das materielle Kulturgut noch die lebendige Praxis.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Masterdatei und Nutzungsderivat'''&lt;br /&gt;
| Die '''Masterdatei''' ist die möglichst hochwertige und qualitätsgeprüfte Ausgangsdatei. Sie wird für die langfristige Sicherung und spätere Bearbeitungen aufbewahrt. Ein '''Nutzungsderivat''' ist eine daraus erzeugte, an einen bestimmten Zweck angepasste Datei, beispielsweise ein kleineres Bild für eine Internetseite.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Digitales Objekt'''&lt;br /&gt;
| Als '''digitales Objekt''' wird in diesem Konzept eine zusammengehörige digitale Einheit bezeichnet. Sie kann aus einer oder mehreren Dateien, den zugehörigen Metadaten und ihren Verknüpfungen bestehen. Ein digitales Objekt kann ein Digitalisat oder ein ursprünglich digital entstandenes Kulturgut sein.&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
''Beispiel:'' Das verzierte sorbische Osterei bleibt das materielle Kulturgut. Hochauflösende Fotografien, ein 3D-Modell und die dazugehörigen Beschreibungen bilden gemeinsam seine digitale Repräsentation.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.3.2 Vier Kernfunktionen ===&lt;br /&gt;
Als '''Kernfunktionen der Kulturerbe-Digitalisierung''' werden im Folgenden vier dauerhaft zu erfüllende Aufgabenbereiche bezeichnet. Sie beschreiben, was für eine nachhaltige Digitalisierung von Kulturerbe geleistet werden muss, unabhängig davon, welche Institution oder welches technische System die jeweilige Funktion übernimmt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
! Kernfunktion&lt;br /&gt;
! Typische organisatorisch-technische Umsetzung&lt;br /&gt;
! Hauptaufgabe&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Nachweisen, beschreiben und verknüpfen'''&lt;br /&gt;
| Register oder Katalog&lt;br /&gt;
| Macht sichtbar, welche Kulturgüter vorhanden sind, wo sie sich befinden und in welchem Zusammenhang sie stehen. Ein Registereintrag kann bereits bestehen, bevor ein Digitalisat angefertigt wurde. &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Digitalisieren und Qualität sichern'''&lt;br /&gt;
| Digitalisierungszentrum oder Digitalisierungsdienst&lt;br /&gt;
| Erzeugt bzw. übernimmt digitale Repräsentationen, prüft sie und bereitet Dateien und Metadaten für die weitere Verarbeitung vor. Geliefert werden bspw. geprüfte Masterdateien und Nutzungsderivate. &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Langfristig erhalten'''&lt;br /&gt;
| Repositorium oder digitales Langzeitarchiv&lt;br /&gt;
| Übernimmt Dateien und Metadaten, speichert und verwaltet sie und erhält sie über technische und organisatorische Veränderungen hinweg dauerhaft nutzbar.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Zugänglich machen und Nutzung ermöglichen'''&lt;br /&gt;
| Präsentations- und Nutzungssystem&lt;br /&gt;
| Führt beschreibende Informationen und digitale Medien für Nutzerinnen und Nutzer zusammen. Es ermöglicht beispielsweise Suche, Anzeige, Kontextualisierung, Vermittlung und – soweit zulässig – Nachnutzung. &lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese '''Kernfunktionen''' beschreiben zunächst nicht zwingend getrennte Institutionen oder Systeme. Eine Einrichtung kann mehrere Kernfunktionen übernehmen. Umgekehrt kann eine Kernfunktion auf mehrere Einrichtungen oder technische Systeme verteilt sein. Entscheidend sind klare Zuständigkeiten, verlässliche Übergaben und gemeinsame Standards.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vereinfacht lässt sich das Zusammenspiel so zusammenfassen:&lt;br /&gt;
# Das '''Register oder der Katalog''' beschreibt und verknüpft das Kulturgut.&lt;br /&gt;
# Der '''Digitalisierungsdienst''' erzeugt und prüft seine digitale Repräsentation.&lt;br /&gt;
# Das '''Repositorium oder digitale Archiv''' übernimmt und erhält die Dateien.&lt;br /&gt;
# Das '''Präsentationssystem''' führt Beschreibungen und Medien für die Nutzung zusammen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die konkrete Ausgestaltung kann zentral, dezentral oder als Verbund mehrerer Systeme erfolgen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.3.3 Register ===&lt;br /&gt;
Die folgende Tabelle erklärt, wie Kulturgüter so erfasst, beschrieben und verknüpft werden, dass sie eindeutig zugeordnet, wiedergefunden und nach einheitlichen Regeln weiterverarbeitet werden können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
! Begriff&lt;br /&gt;
! Erklärung&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Erschließung, Verzeichnung und Registrierung'''&lt;br /&gt;
| '''Erschließung''' ist der übergeordnete Vorgang, bei dem ein Kulturgut identifiziert, beschrieben und in seinen Zusammenhang eingeordnet wird. '''Verzeichnung''' bezeichnet seine strukturierte dokumentarische Beschreibung. '''Registrierung''' bedeutet die Aufnahme in ein konkretes Register, einen Katalog oder ein Sammlungssystem. Ein Kulturgut kann bereits registriert werden, bevor ein Digitalisat vorhanden ist.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Metadaten'''&lt;br /&gt;
| Metadaten sind strukturierte Informationen über ein Kulturgut und seine digitalen Repräsentationen. Dazu gehören beispielsweise Titel, Herkunft, beteiligte Personen, Ort, Zeit, kultureller Kontext, Rechte, Dateieigenschaften und Bearbeitungsschritte. Je nach Zweck werden beschreibende, technische, rechtliche und erhaltungsbezogene Metadaten unterschieden. Sie machen Kulturgüter auffindbar, verständlich, verwaltbar und langfristig nutzbar.&amp;lt;ref name=&amp;quot;PREMIS&amp;quot;&amp;gt;Library of Congress o. J.: PREMIS – Preservation Metadata: Implementation Strategies. Internationaler Standard für Erhaltungsmetadaten. URL: https://www.loc.gov/standards/premis/, abgerufen am 16.07.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Persistenter Identifikator'''&lt;br /&gt;
| Ein '''persistenter Identifikator''' ist eine dauerhafte und eindeutige Kennung für ein Kulturgut, einen Datensatz oder eine digitale Ressource. Die Kennung bleibt bestehen, auch wenn sich der technische Speicherort oder die Internetadresse ändern. Dadurch können Kulturgüter dauerhaft zitiert und zwischen Systemen verknüpft werden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;DFG2016&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Metadaten sind keine bloße Beigabe zu einer Datei. Ohne ausreichende Beschreibungen kann ein Digitalisat zwar technisch vorhanden sein, später aber kaum gefunden, verstanden oder zuverlässig zugeordnet werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.3.4 Digitalisierungsdienst und Archiv ===&lt;br /&gt;
Die folgende Tabelle erklärt was erforderlich ist, damit Kulturgüter digitalisiert werden und nicht nur heute gespeichert sind, sondern auch nach technischen und organisatorischen Veränderungen noch gefunden, verstanden und genutzt werden können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
! Begriff&lt;br /&gt;
! Erklärung&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Repositorium'''&lt;br /&gt;
| Ein '''Repositorium''', auch ''Repository'' genannt, ist eine verwaltete technische Umgebung, in der digitale Objekte und ihre Metadaten übernommen, gespeichert, geordnet, verwaltet und bereitgestellt werden. Ein Repositorium kann Teil eines digitalen Archivs sein. Nicht jedes Repositorium erfüllt jedoch automatisch alle Anforderungen der Langzeiterhaltung.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Digitales Archiv oder digitales Langzeitarchiv'''&lt;br /&gt;
| Ein digitales Archiv ist mehr als ein Server oder ein Speicherprogramm. Es verbindet eine verantwortliche Organisation, fachkundiges Personal, Regeln, Arbeitsabläufe und technische Systeme. Es übernimmt die Verantwortung dafür, digitale Informationen langfristig zu erhalten und für festgelegte Nutzergruppen zugänglich zu machen. Das internationale Referenzmodell '''Open Archival Information System''' (OAIS, offenes Archiv-Informationssystem) bietet hierfür einen fachlichen Rahmen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;OAIS2024&amp;quot;&amp;gt;Consultative Committee for Space Data Systems (CCSDS) 2024: Reference Model for an Open Archival Information System (OAIS), CCSDS 650.0-M-3, insbesondere S. 1-1–1-2 und 2-1–2-2. URL: https://ccsds.org/Pubs/650x0m3.pdf, abgerufen am 16.07.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Ingest oder kontrollierte Übernahme'''&lt;br /&gt;
| '''Ingest''' bezeichnet die kontrollierte Übernahme digitaler Dateien und Metadaten in ein Repositorium oder digitales Archiv. Dabei werden beispielsweise Vollständigkeit, Dateiformate, Metadaten und Dateiintegrität geprüft und die Übernahme dokumentiert.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Langzeitverfügbarkeit und digitale Langzeiterhaltung'''&lt;br /&gt;
| '''Langzeitverfügbarkeit''' ist das Ziel, digitale Inhalte über technische und organisatorische Veränderungen hinweg auffindbar, lesbar, verständlich und nutzbar zu halten. '''Digitale Langzeiterhaltung''' bezeichnet die dafür notwendigen fortlaufenden Maßnahmen. Dazu können mehrere Speicherorte, regelmäßige Prüfungen, Formatüberwachung, technische Migrationen und eine nachvollziehbare Dokumentation gehören. „Langfristig“ bezeichnet dabei keine feste Zahl von Jahren, sondern einen Zeitraum, in dem mit veränderten Technologien, Formaten und Nutzungsanforderungen gerechnet werden muss.&amp;lt;ref name=&amp;quot;OAIS2024&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Datensicherung oder Backup'''&lt;br /&gt;
| Ein '''Backup''' ist eine zusätzliche Sicherungskopie, aus der Dateien nach einem Verlust oder technischen Ausfall wiederhergestellt werden können. Backups sind notwendig, ersetzen aber keine Langzeiterhaltung: Sie regeln allein noch keine dauerhaften Zuständigkeiten, Metadaten, Formatüberwachung, Integritätsprüfungen oder langfristige Zugänglichkeit.&amp;lt;ref name=&amp;quot;DPCStorage&amp;quot;&amp;gt;Digital Preservation Coalition o. J.: Digital Preservation Handbook – Storage. URL: https://www.dpconline.org/handbook/organisational-activities/storage, abgerufen am 16.07.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Integrität und Authentizität'''&lt;br /&gt;
| '''Integrität''' bedeutet, dass unbeabsichtigte Veränderungen oder Beschädigungen einer Datei erkannt werden können. Dafür werden häufig Prüfsummen verwendet - digitale Kontrollwerte, die regelmäßig verglichen werden. '''Authentizität''' bedeutet, dass Herkunft, Identität und Bearbeitungsgeschichte eines digitalen Objekts nachvollziehbar sind und belegt werden kann, dass es das ist, was es zu sein vorgibt.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Dateiformat und Datenformat'''&lt;br /&gt;
| Ein '''Dateiformat''' legt den technischen Aufbau einer einzelnen Datei fest. Ein '''Datenformat''' beschreibt, wie Informationen strukturiert und zwischen Systemen ausgetauscht werden. Gut dokumentierte, verbreitete und möglichst offen beschriebene Formate erleichtern den Austausch und die langfristige Nutzung. Sie ersetzen jedoch keine aktive Langzeiterhaltung.&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Merksatz:''' Speichern ist nicht dasselbe wie langfristiges Erhalten. Auch ein vorhandenes Backup ist noch kein digitales Langzeitarchiv.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.3.5 Präsentationssystem ===&lt;br /&gt;
Die folgende Tabelle erklärt, wie aus langfristig gesicherten Dateien ein digitales Kulturerbe wird, das von Menschen gefunden, verstanden und sinnvoll genutzt werden kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
! Begriff&lt;br /&gt;
! Erklärung&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Zugänglichmachung und Präsentation'''&lt;br /&gt;
| '''Zugänglichmachung''' bedeutet, dass digitale Objekte auffindbar und im rechtlich sowie technisch zulässigen Umfang abrufbar sind. '''Präsentation''' geht darüber hinaus: Inhalte werden ausgewählt, miteinander verknüpft, erklärt und für bestimmte Zielgruppen vermittelt. Dazu gehören verständliche Kontextinformationen, klare Rechteangaben, Mehrsprachigkeit und möglichst barrierearme Zugänge. Abhängig von Rechten, personenbezogenen Daten oder kulturellen Schutzbedarfen kann der Zugang offen oder eingeschränkt sein.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Nutzung und Nachnutzung'''&lt;br /&gt;
| '''Nutzung''' umfasst beispielsweise das Betrachten, Lesen, Anhören, Erforschen oder Vermitteln eines digitalen Kulturguts. '''Nachnutzung''' bedeutet seine weitere Verwendung in einem neuen Zusammenhang, etwa in Bildung, Forschung, Publikationen, Ausstellungen, Anwendungen oder kreativen Werken. Dafür werden geeignete Dateien, verständliche Metadaten und klare Rechteinformationen benötigt.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Rechteinformation und Lizenz'''&lt;br /&gt;
| Eine '''Rechteinformation''' beschreibt den rechtlichen Status eines digitalen Objekts und mögliche Einschränkungen seiner Nutzung. Eine '''Lizenz''' räumt durch eine dazu berechtigte Person oder Institution konkrete Nutzungsrechte ein. Ein allgemeiner Rechtehinweis ist daher nicht automatisch eine Lizenz.&amp;lt;ref name=&amp;quot;RightsReuse&amp;quot;&amp;gt;RightsStatements.org o. J.: Standardisierte Rechtehinweise für online verfügbares Kulturerbe. URL: https://rightsstatements.org/de/, abgerufen am 16.07.2026. Creative Commons 2025: Recommended Licenses and Tools for Cultural Heritage Content. URL: https://creativecommons.org/2025/07/09/recommended-licenses-and-tools-for-cultural-heritage-content/, abgerufen am 16.07.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Interoperabilität'''&lt;br /&gt;
| '''Interoperabilität''' bezeichnet die Fähigkeit von Systemen und Organisationen, Daten auszutauschen und in gleicher Bedeutung zu verstehen. Dafür werden gemeinsame Metadatenmodelle, Begriffe, Identifikatoren und technische Schnittstellen benötigt. So können beispielsweise Register, Repositorien, Präsentationsportale und externe Kulturplattformen miteinander verbunden werden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;EuropeanaEDM&amp;quot;&amp;gt;Europeana o. J.: Metadata – Europeana Data Model (EDM, Europeana-Datenmodell). URL: https://pro.europeana.eu/page/metadata, abgerufen am 16.07.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Digitalisierte Inhalte entfalten ihren kulturellen und gesellschaftlichen Nutzen erst dann vollständig, wenn sie auffindbar, verständlich, rechtlich klar und für unterschiedliche Zielgruppen tatsächlich verwendbar sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der folgende Abschnitt 2.4 beschreibt, wie diese Kernfunktionen innerhalb des gesamten Prozesses der Kulturerbe-Digitalisierung zusammenwirken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== 2.4 Prozess der Digitalisierung von Kulturerbe ==&lt;br /&gt;
Die Digitalisierung von Kulturgut ist kein rein technischer Arbeitsschritt, sondern ein vielschichtiger, oft langfristiger Prozess, der bereits mit der Wahrnehmung und Identifikation einer kulturellen Ausdrucksform beginnt. Ziel dieses Abschnitts ist es, diesen Gesamtprozess systematisch darzustellen: von der gelebten Kultur über das identifizierte Kulturgut bis hin zur digital nutzbaren Repräsentation.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die hier entwickelte Prozessdarstellung soll als praxisorientierter Überblick dienen für die Digitalisierung des sorbischen Kulturerbes. Sie berücksichtigt die Anforderungen sorbischer Einrichtungen ebenso wie die international etablierten Referenzmodelle und Standards, darunter:&lt;br /&gt;
* das OAIS-Referenzmodell (ISO 14721) für digitale Archivierung&amp;lt;ref&amp;gt;Consultative Committee for Space Data Systems (CCSDS) 2024: Reference Model for an Open Archival Information System (OAIS), CCSDS 650.0-M-3. URL: https://ccsds.org/Pubs/650x0m3.pdf, abgerufen am 01.10.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
* das DCC Curation Lifecycle Model für kuratorische Entscheidungsprozesse&amp;lt;ref&amp;gt;Higgins 2008: The DCC Curation Lifecycle Model. International Journal of Digital Curation, 3(1), 134-140. URL: https://ijdc.net/index.php/ijdc/article/view/48, abgerufen am 01.10.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
* das Spectrum-Modell für museale Objektverwaltung&amp;lt;ref&amp;gt;Collections Trust 2022. Spectrum 5.1 - The UK Museum Collections Management Standard. URL: https://collectionstrust.org.uk/spectrum/spectrum-5, abgerufen am 01.10.2025. &amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
* die UNESCO-Leitlinien zur Inventarisierung immateriellen Kulturerbes&amp;lt;ref&amp;gt;UNESCO 2024: Operational Directives for the Implementation of the Convention for the Safeguarding of the Intangible Cultural Heritage (10.GA). URL: https://ich.unesco.org/doc/src/ICH-Operational_Directives-10.GA_EN.pdf, abgerufen am 01.10.2025. &amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
* sowie technische Vorgaben wie die DFG-Praxisregeln Digitalisierung&amp;lt;ref&amp;gt;Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) 2022: Praxisregeln Digitalisierung (aktualisierte Fassung). URL: https://www.ulb.hhu.de/fileadmin/redaktion/ULB/Documents/Infomaterial/DFG_Praxisregeln_Digitalisierung_Aktualisierte_Fassung2022.pdf, abgerufen am 01.10.2025. &amp;lt;/ref&amp;gt; und die FADGI-Richtlinien&amp;lt;ref&amp;gt;Federal Agencies Digital Guidelines Initiative (FADGI) 2023: Technical Guidelines for Digitizing Cultural Heritage Materials – Still Image, 3rd ed. URL: https://www.digitizationguidelines.gov/guidelines/digitize-technical.html, abgerufen am 01.10.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Folge soll der „Lebenslauf“ eines Kulturguts dargestellt werden, also der Weg, den ein Objekt oder eine kulturelle Praxis vom Zeitpunkt der Entstehung über die Erfassung, Digitalisierung und Archivierung bis zur Veröffentlichung in einem digitalen Präsentationsmodul durchläuft.&lt;br /&gt;
Hierfür erläutert der folgende Abschnitt die einzelnen Prozessschritte im Detail, jeweils mit Akteuren und Beispielen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.4.1 Vorüberlegungen zum Prozess ===&lt;br /&gt;
Im hier vorgestellten Prozess wird auf eine harte, systematische Filterung verzichtet, welche kulturellen Ausdrucksformen „nur“ Kultur und welche bereits Kulturgut sind. Ein solcher Bewertungs- und Abgrenzungsprozess wäre ressourcenintensiv und würde den vorhandenen Kapazitäten in den beteiligten Einrichtungen nicht entsprechen. Stattdessen folgt das Konzept einer inklusiven Logik: Alle dokumentierten Ausdrucksformen werden zunächst als potenzielle Kulturgüter erfasst. Eine feinere Auswahl und Priorisierung erfolgen erst in einem späteren Schritt, nämlich dann, wenn konkret entschieden wird, welche Ausdrucksformen bzw. Kulturgüter in welcher Tiefe digitalisiert, archiviert und präsentiert werden sollen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieses Vorgehen schließt an das SKR-Konzept an, das bewusst auf eine frühe normative Trennung zwischen „kultureller Ausdrucksform“ und „Kulturgut“ verzichtet. Auch hier steht zunächst der möglichst vollständige, strukturierte Überblick über die sorbischen Kulturgüter im Vordergrund. Die differenzierte Bewertung und Schwerpunktsetzung werden als anschließende fachliche Aufgabe verstanden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.4.2 Prozessschritte im Detail ===&lt;br /&gt;
Das folgende Diagramm gibt einen Überblick über die sechs Kernschritte des Gesamtprozesses der Digitalisierung von Kulturgut – von der ersten Wahrnehmung einer kulturellen Ausdrucksform bis zu ihrer digitalen Präsentation als Kulturgut. Die Abfolge zeigt zugleich die Entwicklungsstufen: von gelebter Kultur zur kulturellen Ausdrucksform, von dort zum Kulturgut und schließlich zum digitalen Kulturgut. Die Schritte sind als generischer Ablauf zu verstehen: Je nach Art des Kulturguts können einzelne Tätigkeiten unterschiedlich aufwendig sein oder parallel erfolgen.&lt;br /&gt;
[[Dataja:Wobraz_K3.png|center|600px]]&amp;lt;ref&amp;gt;Mermaid Flowchart Code: [https://mermaid.live/edit#pako:eNplkk1OwzAQha8yGqmbkloxSZs2CyTa8LOphIAVhIVJpolF4iDH4a_qbXqTXgzHFdAKr2y97703lmaNWZMTxriqmvesFNrAfZIqgPPHFIdDzuBO1DVVajhM8QlGozOYO-WUwS0VsjVakqa93Pvmjlk4JmAwp3fS5kCHwQAWjkkcE_Y5WWkIXqrd9jBpT138UIkspBGVbI_7-rwLR146csLgRryQ-U8lMGLwTG1WapLPpHKCZQLMOY9ch7m2VxiSpOAEjJ1TSev_M_bkvv3KtY8ZnOuslG_H9VcOuf4dUO-2LamjGdHDQsscY6M78rAmXYv-ies-IEVTUk0pxvaa00p0lUkxVRtrexXqoWnqH6duuqLEeCWq1r6619zOn0hRaPGH9J_Xi6ZTBuOxS8B4jR8YhxGLeDThkR-EM37KuYefFmHTaOz7fOZHQTidBMHGwy9X6VslnNnDw4jPuB8GHlIuTaOX-7Vy27X5Bh_Osqo hier klicken], abgerufen am 22.09.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Prozess zeigt, dass Digitalisierung von Kulturgut mehr ist als das Erstellen digitaler Dateien. Sie umfasst eine Reihe aufeinander bezogener Schritte – von der ersten Wahrnehmung einer kulturellen Ausdrucksform über ihre Erfassung, Bewertung und Digitalisierung bis hin zur langfristigen Sicherung und Präsentation. Dabei sind je nach Schritt unterschiedliche Akteure beteiligt, etwa Gemeinschaften, Museen, Archive, Fachgremien, Digitalisierungsstellen oder IT. Die folgenden Beschreibungen erläutern diese Schritte so, dass nachvollziehbar wird, was jeweils mit einem Kulturgut geschieht, wer daran beteiligt ist und wie sich der Ablauf in der Praxis vorstellen lässt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''1. Sammeln &amp;amp; erfassen''' &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Hier wird eine kulturelle Ausdrucksform erstmals wahrgenommen, benannt und mit ersten Informationen erfasst: Was ist es, wer macht es oder hat es geschaffen, wo kommt es vor, warum ist es bedeutsam für die Gemeinschaft? &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Akteure''': Community, Vereine, Museen, Archive, Forschende, Privatpersonen.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Beispiel''': Auf einem Dorffest zeigt eine Frau das Verzieren sorbischer Ostereier. Jemand fotografiert dies und notiert Technik, Ort und Namen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''2. Registrieren &amp;amp; beschreiben''' &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Hier wird aus der ersten Beobachtung ein strukturierter Nachweis. Das Kulturgut oder die kulturelle Ausdrucksform wird in ein Register, eine Sammlung oder einen Katalog aufgenommen und mit strukturierten Metadaten beschrieben, damit es wiedergefunden, zugeordnet und verstanden werden kann. Dazu gehören z. B. Titel, Ort, Zeit, Technik, Funktion, beteiligte Personen und der kulturelle Kontext.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Akteure''': Registerverantwortliche, Kurator:innen, Sammlungsmitarbeitende, Community für Kontextinformationen.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Beispiel''': Das Osterei erhält einen Eintrag mit Angaben wie „Wachsbatik“, „Schleife“, „Osterei-Verzierung“, Name der Trägerin und Entstehungsjahr.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''3. Bewerten &amp;amp; freigeben''' &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
In diesem Schritt wird entschieden, ob und in welcher Priorität ein Kulturgut oder die kulturelle Ausdrucksform digitalisiert werden soll und ob dies rechtlich und ethisch möglich ist. Dabei spielen fachliche Kriterien wie Bedeutung, Repräsentativität, Seltenheit oder Gefährdung eine Rolle, aber auch Fragen des Urheberrechts, Datenschutzes und möglicher kultureller Sensibilitäten. Am Ende steht eine begründete Entscheidung, ob und in welchem Umfang das Kulturgut weiterbearbeitet und später veröffentlicht werden darf. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Akteure''': Kurator:innen, Fachgremien, Community-Vertretungen, Register/SKR, ggf. Rechteverantwortliche und Behörden. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Beispiel''': Es wird entschieden, dass die Osterei-Technik wegen ihrer Bedeutung für die sorbische Identität digital gesichert werden soll; die Kunsthandwerkerin stimmt der Veröffentlichung zu.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''4. Digitalisieren &amp;amp; prüfen''' &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Nun wird das Kulturgut technisch erfasst, also in eine digitale Form überführt. Das kann je nach Objektart durch Scan, Fotografie, Audio- oder Videoaufnahme oder 3D-Erfassung geschehen. Dabei entstehen hochwertige Master-Dateien und nutzbare Derivate. Die Digitalisierung folgt qualifizierten Standards, um Reproduzierbarkeit, Farbkonsistenz und Nutzbarkeit zu gewährleisten. Anschließend wird geprüft, ob Schärfe, Farbe, Vollständigkeit und Dateiformate den Anforderungen für Archivierung und Nutzung entsprechen. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Akteure''': Digitalisierungszentrum, Foto-/AV-/3D-Spezialist:innen, externe Dienstleister bei Spezialfällen. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Beispiel''': Das Osterei wird fotografisch hochauflösend aufgenommen und zusätzlich als 3D-Modell erfasst. Danach werden Schärfe, Farbe und Dateiformate geprüft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''5. Archivieren &amp;amp; sichern''' &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die entstandenen digitalen Dateien werden geordnet abgelegt, mit den zugehörigen Metadaten verknüpft und für die langfristige Erhaltung gesichert. Dazu gehören sichere Speicherorte, Backups, Integritätskontrollen und – wenn nötig – spätere technische Migration auf neue Systeme. Ziel ist, dass das digitale Kulturgut langfristig erhalten bleibt, auch wenn sich Technik und Formate verändern. Das Original bleibt in der Regel weiterhin am Sammlungs- oder Aufbewahrungsort. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Akteure''': Archiv, Repository, IT-Betrieb, ggf. Sorbisches Kulturarchiv bzw. Digitalisierungszentrum. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Beispiel''': Die Bilder und das 3D-Modell des Ostereis werden auf gesicherten Servern gespeichert; das Original bleibt im Museum oder bei der Eigentümerin.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''6. Präsentieren &amp;amp; nutzen''' &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Im letzten Schritt werden die digitalen Objekte so bereitgestellt, dass sie gefunden, verstanden und genutzt werden können, z. B. in Portalen, digitalen Sammlungen oder virtuellen Ausstellungen. Dafür reicht es nicht, nur Dateien anzuzeigen: Es braucht auch verständliche Kontexte, Rechteangaben, Mehrsprachigkeit und möglichst barrierearme Zugänge. So wird aus der technischen Digitalisierung eine tatsächliche kulturelle Nutzung. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Akteure''': Kurator:innen, Vermittlung, Web/IT, Museen, Kulturinformationen, Community. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Beispiel''': Das Osterei erscheint in einer Online-Ausstellung, kann herangezoomt oder als 3D-Modell gedreht werden und wird mit einem kurzen Text zur Technik erklärt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.4.3 Organisatorische Perspektive ===&lt;br /&gt;
Die folgende Abbildung ist entnommen aus einem Poster des Sorbischen Instituts zu dessen Digitalisierungsstrategie, gefunden auf der Projektseite des Digitalisierungszentrums.&amp;lt;ref&amp;gt;Sorbisches Institut: Digitalisierungszentrum (DZ). URL: [https://www.serbski-institut.de/projekte-zentrale-vorhaben/digitalisierungszentrum-dz/ https://www.serbski-institut.de/projekte-zentrale-vorhaben/digitalisierungszentrum-dz/], abgerufen am 25.03.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Digitalisierungsstrategie des Sorbischen Instituts zeigt die Erfassung, Registrierung, Digitalisierung und Archivierung bis zur Präsentation von Kulturgütern aus '''organisatorischer Sicht'''. Sie basiert auf einem '''3-Säulen-Modell aus Kulturregister, Digitalisierungszentrum und Präsentationsumgebung'''. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Dataja:Wobraz_K4.png|mini||center|600px|Abbildung: 3-Säulen-Modell der Digitalisierungsstrategie des Sorbischen Instituts. Quelle: Sorbisches Institut, „Digitalizacija serbskich kulturnych datow / Digitalisierung der sorbischen/wendischen Kulturdaten“&amp;lt;ref&amp;gt;Sorbisches Institut 2025: Digitalizacija serbskich kulturnych datow / Digitalisierung der sorbischen/wendischen Kulturdaten (Poster). URL:  [https://www.serbski-institut.de/wp-content/uploads/2021/11/A0-Druck_Digitalisierungsstrategie-SI.pdf  https://www.serbski-institut.de/wp-content/uploads/2021/11/A0-Druck_Digitalisierungsstrategie-SI.pdf], abgerufen am 25.03.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Beide Sichtweisen - die fachliche &amp;quot;Prozess-Sicht&amp;quot; und die &amp;quot;organisatorische Sicht&amp;quot; lassen sich wie folgt in einer Darstellung zusammenfassen:&lt;br /&gt;
[[Dataja:Wobraz_K5.jpg|mini||center|600px|Abbildung: Zusammengefasste Sichtweisen auf die Digitalisierung von Kulturerbe.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der &amp;quot;Prozess der Digitalisierung von Kulturerbe&amp;quot; beschreibt, '''was''' mit einem Kulturgut geschieht; das 3-Säulen-Modell zeigt, '''wo''' diese Aufgaben organisatorisch verortet sind. Bezogen auf die oben beschriebenen [[#2.3.2 Prozessschritte im Detail|Prozessschritte der Digitalisierung von Kulturerbe]] steht das '''Sorbische Kulturregister''' für den Prozessschritt „'''2. Registrieren'''“ und dient dabei vor allem der Verzeichnung und Metadatenverwaltung. Das '''Digitalisierungszentrum''' steht für die Prozessschritte „'''4. Digitalisieren'''“ und „'''5. Archivieren'''“ und dient dabei der technischen Erfassung, Bearbeitung und Sicherung der Digitalisate. Die '''Präsentationsumgebung''' steht für den Schritt „'''6. Präsentieren'''“ und dient der öffentlichen oder kuratierten Bereitstellung zur Nutzung. Ergänzende Konzepte des SI machen dabei deutlich, dass die Digitalisierung im Regelfall eine vorherige Verzeichnung im Register voraussetzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
! Prozessschritt&lt;br /&gt;
! Verantwortliche Organisation&lt;br /&gt;
! Funktion im Gesamtsystem&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''2. Registrieren'''&lt;br /&gt;
| '''Sorbisches Kulturregister'''&lt;br /&gt;
| Kulturgüter werden als Entitäten nachgewiesen, beschrieben, mit Metadaten versehen und miteinander verknüpft. Das Register erfüllt damit eine katalogähnliche Funktion: Es macht sichtbar, welche Kulturgüter es gibt, wo sie sich befinden und in welchem Kontext sie stehen.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''4. Digitalisieren'''&lt;br /&gt;
| '''Digitalisierungszentrum'''&lt;br /&gt;
| Kulturgüter werden technisch erfasst, z. B. durch Scan, Fotografie, Audio-/Videoübertragung oder 3D-Erfassung. Das Digitalisierungszentrum erzeugt und prüft die Digitalisate, ist aber nicht selbst primär ein Präsentationssystem.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''5. Archivieren'''&lt;br /&gt;
| '''Digitalisierungszentrum / Repositorium / Archiv'''&lt;br /&gt;
| Die digitalen Dateien werden geordnet gespeichert, mit Metadaten verbunden und langfristig gesichert. Dazu gehört auch die Sicherstellung der Langzeitaufbewahrung, etwa durch geeignete Speicherorte, Prüfroutinen und spätere Migrationen.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''6. Präsentieren'''&lt;br /&gt;
| '''Sorabicon / weitere Präsentationsumgebungen'''&lt;br /&gt;
| Die digitalen Inhalte werden für Nutzer:innen sichtbar, erfahrbar und verständlich gemacht, z. B. in Portalen, digitalen Sammlungen oder virtuellen Ausstellungen. Die Präsentation greift dafür auf Metadaten aus dem Register und auf Digitalisate aus dem Repositorium bzw. dem Digitalisierungszentrum zurück.&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Schritt '''1. Sammeln''' liegt vor diesen drei Säulen. Er betrifft die Sammlungsorte selbst, also z. B. Museen, Archive, Heimatstuben, Vereine, Projekte, Gemeinden oder Privatpersonen. Dort entstehen oder befinden sich die Kulturgüter zunächst, bevor sie systematisch registriert, bewertet oder digitalisiert werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Schritt '''3. Bewerten''' ist ebenfalls keine eigene technische Säule, sondern ein steuernder Entscheidungsschritt. In ihm wird geklärt, welche Kulturgüter priorisiert digitalisiert werden, welche fachliche Bedeutung sie haben, welche Rechte zu beachten sind und ob eine öffentliche Präsentation möglich ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Damit wird deutlich: Register, Digitalisierungszentrum und Präsentation erfüllen unterschiedliche Aufgaben. Das '''Register''' beschreibt und verknüpft Kulturgüter, das '''Digitalisierungszentrum''' erzeugt und sichert Digitalisate und die '''Präsentationsumgebung''' macht ausgewählte Inhalte verständlich zugänglich. Gerade diese Trennung schafft klare Zuständigkeiten und erleichtert die Zusammenarbeit zwischen Sammlungsorten, Fachstellen, technischen Dienstleistern und Öffentlichkeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== 2.5 Beispiele anderer Kulturen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Digitalisierung des Kulturerbes kleiner, autochthoner, indigener und sprachlicher Gemeinschaften weist häufig vergleichbare Herausforderungen auf: Kulturgüter und Bestände sind auf viele Institutionen, Vereine, lokale Einrichtungen und private Träger verteilt. Personelle und finanzielle Ressourcen sind begrenzt, mehrere Sprachen und Beschreibungstraditionen müssen berücksichtigt werden und nicht alle kulturellen Inhalte dürfen oder sollen ohne Einschränkung öffentlich zugänglich gemacht werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In einer vergleichenden Recherche wurde daher untersucht, wie andere Gemeinschaften und Regionen ihr Kulturerbe erfassen, beschreiben, digitalisieren, langfristig sichern und zur Nutzung bereitstellen. Dabei wurde nicht nach einer universell „idealen“ technischen Lösung gesucht. Untersucht wurde vielmehr, welche organisatorischen, technischen, rechtlichen und gemeinschaftlichen Modelle unter welchen Rahmenbedingungen funktionieren, welche Schwierigkeiten auftreten und welche übertragbaren Erfolgsfaktoren erkennbar sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die nachfolgenden Beispiele verdeutlichen unterschiedliche Schwerpunkte: gemeinschaftliche Steuerung, institutionsübergreifende Register und Suchsysteme, Digitalisierung verteilter Bestände, Sprach- und Tonarchive, abgestufte Zugänge, Unterstützung kleiner Kulturgutträger sowie die Überführung zeitlich begrenzter Projekte in einen dauerhaften Betrieb.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die daraus abgeleiteten Kriterien bilden einen Referenzrahmen. Anhand dieses Referenzrahmens kann in einer späteren Ist-Analyse geprüft werden, welche Funktionen bereits vorhanden, nur konzeptionell beschrieben, in Pilotprojekten erprobt oder dauerhaft im Regelbetrieb verankert sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die ausführlichen Fallprofile, Vergleichsmatrizen, Quellen sowie ein Hinweis zur KI-gestützten Erstellung befinden sich in der [[12.3.A1 Vergleichende Recherche – Digitalisierung des Kulturerbes anderer Kulturen und Regionen|ausführlichen Vergleichsrecherche]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.5.1 RomArchive – Digitales Archiv der Roma ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Roma und Sinti sind eine transnationale Minderheit, die in zahlreichen europäischen Staaten lebt. RomArchive wurde von 2015 bis 2019 mit 3,75 Millionen Euro durch die Kulturstiftung des Bundes gefördert. Weitere Unterstützer waren unter anderem die Bundeszentrale für politische Bildung, das Auswärtige Amt und das Goethe-Institut. Seit 2019 wird das Archiv durch das Dokumentations- und Kulturzentrum Deutscher Sinti und Roma in Heidelberg betrieben.&amp;lt;ref name=&amp;quot;vergleich_romarchive&amp;quot;&amp;gt;RomArchive o. J.: Frequently Asked Questions. URL: https://www.romarchive.eu/en/about/frequently-answered-questions/; Dokumentations- und Kulturzentrum Deutscher Sinti und Roma e. V. o. J.: Imprint. URL: https://www.romarchive.eu/en/imprint/; Kulturstiftung des Bundes o. J.: RomArchive. URL: https://www.kulturstiftung-des-bundes.de/en/programmes_projects/film_and_new_media/detail/romarchive.html, jeweils abgerufen am 20.07.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Archiv präsentiert Kunst, Geschichte und Kultur aus der Perspektive der Roma. Kuratorische Teams und Beirat waren überwiegend mit Angehörigen der Minderheit besetzt. Neben öffentlich zugänglichen Inhalten existiert ein internes Archiv mit beschränktem Forschungszugang. Besonders lehrreich ist der bereits zu Projektbeginn geplante und später tatsächlich vollzogene Übergang an einen dauerhaften Betreiber.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Erfolgsfaktoren und Learnings:''' &lt;br /&gt;
* Angehörige der Gemeinschaft sollten nicht nur Inhalte zuliefern, sondern festgelegte Entscheidungsrechte bei Auswahl, Beschreibung, Kontextualisierung und Zugangsregeln besitzen. &lt;br /&gt;
* Bereits zu Beginn einer Projektphase verbindlich klären, welche Institution das Register, Archiv oder Portal nach dem Ende der Förderung dauerhaft betreibt, pflegt und finanziert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.5.2 Nuohtti – Zugang zum Sámi-Kulturerbe ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Sámi sind ein indigenes Volk im nordeuropäischen Sápmi, das sich über Teile Norwegens, Schwedens, Finnlands und Russlands erstreckt. Viele historische Sámi-Materialien befinden sich außerhalb der Sámi-Institutionen in europäischen Archiven und Museen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nuohtti ist ein gemeinsamer Suchdienst für digitalisierte Sámi-Materialien. Er wurde von 2018 bis 2021 mit Mitteln des Programms Interreg Nord der EU (Europäische Union) entwickelt. Beteiligt waren unter anderem die Sámi-Archive der finnischen und norwegischen Nationalarchive, das schwedische Reichsarchiv und mehrere Universitäten. Die Sámi-Parlamente Finnlands, Norwegens und Schwedens waren in der Steuerungsgruppe vertreten. Der Dienst führte nach Projektangaben etwa 30.000 Datensätze aus 32 Institutionen zusammen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;vergleich_nuohtti&amp;quot;&amp;gt;Nuohtti o. J.: About Nuohtti. URL: https://nuohtti.com/Content/about; University of the Arctic 2023: The Nuohtti service provides digital access to Sámi material in European archives. URL: https://www.uarctic.org/news/2023/3/the-nuohtti-service-provides-digital-access-to-sami-material-in-european-archives/, jeweils abgerufen am 20.07.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nuohtti übernimmt nicht alle Bestände in ein einziges System. Stattdessen werden Metadaten, also strukturierte Beschreibungsdaten zu Objekten und Beständen, aus vorhandenen Einrichtungen zusammengeführt und mit mehrsprachiger Suche, Karte und Zeitleiste zugänglich gemacht. Ethische Hinweise machen darauf aufmerksam, dass viele Bestände unter historischen und teilweise kolonialen Bedingungen gesammelt und beschrieben wurden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Erfolgsfaktoren und Learnings:''' &lt;br /&gt;
* Ein gemeinsamer Zugang kann auch mit dezentraler Architektur der Bestände erfolgen – Originale, Dateien und Fachsysteme können beim Kulturgutträger verbleiben.&lt;br /&gt;
* Ein Register für Kulturdaten kann als übergreifende Nachweisschicht arbeiten: Größere Einrichtungen liefern Daten über technische Schnittstellen, während kleine Träger zentrale oder gemeinsam bereitgestellte Erfassungsdienste nutzen können. &lt;br /&gt;
* Historische Fremdbeschreibungen sollten ergänzt werden durch Selbstbezeichnungen, eigene Sprachformen, alternative Benennungen und Kontexte der betreffenden Gemeinschaft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.5.3 People’s Collection Wales / Casgliad y Werin Cymru ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wales ist ein Landesteil des Vereinigten Königreichs mit einer eigenständigen nationalen und walisischsprachigen Identität. People’s Collection Wales ist eine zweisprachige Plattform für institutionelles und gemeinschaftlich getragenes Kulturerbe. Sie wird als Verbund der National Library of Wales, des National Museum Wales und der Royal Commission on the Ancient and Historical Monuments of Wales betrieben und durch die walisische Regierung finanziert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Neben der technischen Plattform werden kostenlose Beratung und Schulungen zu Digitalisierung, Metadaten, Urheberrecht, Datenschutz und Oral History, also mündlich überlieferter und aufgezeichneter Geschichte, angeboten. Eine unabhängige Evaluation stellte Fortschritte bei der Zusammenarbeit und beim Kompetenzaufbau fest, benannte aber auch begrenzte Wirkungsnachweise, Finanzierungsrisiken und den hohen Personalaufwand für die Unterstützung der beteiligten Gemeinschaften.&amp;lt;ref name=&amp;quot;vergleich_wales&amp;quot;&amp;gt;Vittle, Kate / Haswell-Walls, Fran / Dixon, Tim; ERS Ltd. 2016: Evaluation of the Casgliad y Werin Cymru / People’s Collection Wales Digital Heritage Programme. Impact Report. URL: https://www.gov.wales/sites/default/files/publications/2019-08/evaluation-of-the-peoples-collection-wales-digital-heritage-programme-impact.pdf; People’s Collection Wales o. J.: Community Support. URL: https://www.peoplescollection.wales/about-us/community-support, jeweils abgerufen am 20.07.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Erfolgsfaktoren und Learnings:''' &lt;br /&gt;
* Kleine und ehrenamtlich betreute Sammlungen benötigen nicht nur technische Standards, sondern konkrete und dauerhaft verfügbare Dienstleistungen: Erstberatung, Schulung, Vorlagen, Unterstützung bei Rechtefragen, Qualitätskontrolle und persönliche Ansprechpartner. &lt;br /&gt;
* Ein Digitalisierungszentrum oder ein Verbund koordinierter Digitalisierungsdienste sollte daher als Service- und Kompetenzstruktur ausgestaltet werden und nicht lediglich als technische Produktionsstelle. &lt;br /&gt;
* Der dafür notwendige Beratungs- und Unterstützungsaufwand muss als dauerhafte Betriebsaufgabe eingeplant werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.5.4 Tobar an Dualchais / Kist o Riches ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schottisch-Gälisch ist eine Minderheitensprache, die vor allem in den Highlands und auf den schottischen Inseln gesprochen wird. Tobar an Dualchais macht mehr als 40.000 seit den 1930er Jahren entstandene Tonaufnahmen zugänglich. Die Bestände umfassen Erzählungen, Lieder, Musik, Gedichte und mündlich überliefertes Wissen auf Gälisch, Scots und Englisch. Ein bedeutender Teil der Originalbestände wird in den School of Scottish Studies Archives der Universität Edinburgh verwahrt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;vergleich_tobar&amp;quot;&amp;gt;University of Edinburgh 2024: Tobar an Dualchais / Kist o Riches. URL: https://gaelic.ed.ac.uk/gaelic-collections/tobar-an-dualchais-kist-o-riches; Scottish Government 2025: Rediscovering lost Gaelic words. URL: https://www.gov.scot/news/rediscovering-lost-gaelic-words/, jeweils abgerufen am 20.07.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Digitalisierung wird mit Verschriftlichung beziehungsweise Transkription, sprachlicher Erschließung, Freiwilligenarbeit und teilweise automatischer Spracherkennung verbunden. Das Projekt erhält wiederkehrende öffentliche Förderungen, muss Rechteklärung, Transkription und technische Weiterentwicklung jedoch dauerhaft fortsetzen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Erfolgsfaktoren und Learnings:''' &lt;br /&gt;
* Gefährdete Ton-, Film- und Videobestände müssen wegen Materialverfall, beschädigungsanfälliger Trägermaterialien und nicht mehr verfügbarer Wiedergabetechnik zeitlich priorisiert werden. &lt;br /&gt;
* Ein geeignetes Pilotprojekt kann Digitalisierung, Rechteklärung, Verschriftlichung, Übersetzung, Metadatenerfassung, Archivierung und Bildungsnutzung entlang einer vollständigen Prozesskette verbinden. &lt;br /&gt;
* Dadurch werden nicht nur einzelne Dateien erzeugt, sondern zugleich die notwendigen Standards, Zuständigkeiten und Aufwände erprobt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.5.5 Euskariana – Portal zum baskischen Kulturerbe ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Baskinnen und Basken leben in Gebieten Spaniens und Frankreichs. Euskariana ist das staatlich betriebene Kulturportal der Autonomen Gemeinschaft Baskenland in Spanien. Es wird durch die Digitale Bibliothek Euskadi betrieben und verbindet Daten der baskischen Regierung, der Provinzen, Kommunen, Universitäten sowie öffentlicher, kirchlicher und privater Einrichtungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Portal ist zugleich gemeinsamer Katalog und Zugang zu digitalen Objekten. Es kann Inhalte über ein eigenes Repositorium, also ein institutionell betriebenes digitales Ablage- und Erhaltungssystem, bereitstellen oder zu den Systemen der Partner verlinken. Verwendet werden internationale Standards wie Dublin Core als allgemeiner Metadatenstandard, METS (Metadata Encoding and Transmission Standard) zur Strukturierung und Übertragung digitaler Objekte, PREMIS (Preservation Metadata: Implementation Strategies) für Metadaten zur digitalen Langzeiterhaltung und ALTO (Analyzed Layout and Text Object) für erkannte Texte und Seitenlayouts. Die standardisierten Daten können unter anderem an Europeana weitergegeben werden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;vergleich_euskariana&amp;quot;&amp;gt;Gobierno Vasco / Biblioteca Digital de Euskadi o. J.: Acerca de Euskariana. URL: https://www.euskariana.euskadi.eus/euskadibib/es/help/about.do, abgerufen am 20.07.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Erfolgsfaktoren und Learnings:''' &lt;br /&gt;
* Unterschiedliche Kulturgutträger benötigen unterschiedliche Anschlussmöglichkeiten. &lt;br /&gt;
** Kleine Einrichtungen sollten Daten und gegebenenfalls Dateien in zentral bereitgestellten Diensten erfassen und verwalten können. &lt;br /&gt;
** Größere Institutionen sollten ihre vorhandenen Systeme über Datenexporte oder Programmierschnittstellen anbinden können. &lt;br /&gt;
* Dafür ist ein gemeinsamer, bewusst schlank gehaltener Metadatenkern erforderlich, der durch fach- und institutionsspezifische Angaben erweitert werden kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.5.6 Mukurtu und Plateau Peoples’ Web Portal ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mukurtu ist eine frei verfügbare Software für die gemeinschaftlich kontrollierte Verwaltung digitalen indigenen Kulturerbes. Das Plateau Peoples’ Web Portal verbindet acht indigene Nationen des nordwestlichen Plateaus der USA mit der Washington State University und mehreren Museen und Archiven. Stammesvertreter wählen und beschreiben die Inhalte; die Universität übernimmt wesentliche technische Betriebsaufgaben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mukurtu ermöglicht kulturelle Protokolle, also gemeinschaftlich festgelegte Regeln für Zugang und Nutzung, Traditional Knowledge Labels als Kennzeichnungen für überliefertes gemeinschaftliches Wissen sowie mehrere Beschreibungen zu demselben Objekt. Dadurch kann neben einer institutionellen Museumsbeschreibung eine Beschreibung der Herkunftsgemeinschaft stehen. Zugänge können von vollständig öffentlich bis streng beschränkt reichen. Mukurtu weist ausdrücklich darauf hin, dass die Plattform vor allem dem Zugang und der gemeinschaftlichen Verwaltung dient und ein gesondertes Konzept für Digitalisierung, Langzeiterhaltung, Personal und Finanzierung erforderlich bleibt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;vergleich_mukurtu&amp;quot;&amp;gt;Mukurtu CMS / Washington State University o. J.: About. URL: https://mukurtu.org/about/; Plateau Peoples’ Web Portal. URL: https://mukurtu.org/project/plateau-peoples-web-portal-showcase/, jeweils abgerufen am 20.07.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Erfolgsfaktoren und Learnings:''' &lt;br /&gt;
* Rechte und kulturelle Sensibilität müssen als Bestandteil des Datenmodells behandelt werden und dürfen nicht erst unmittelbar vor einer Veröffentlichung geprüft werden. &lt;br /&gt;
* Sinnvoll sind abgestufte Kategorien wie &lt;br /&gt;
** „nur Metadaten öffentlich“, &lt;br /&gt;
** „öffentliches Nutzungsdigitalisat“, &lt;br /&gt;
** „Zugang nach Rücksprache“, &lt;br /&gt;
** „beschränkter Gemeinschafts- oder Forschungszugang“, &lt;br /&gt;
** „zeitlich gesperrt“ und &lt;br /&gt;
** „nicht zugänglich“. &lt;br /&gt;
* Mehrere Beschreibungen zu demselben Objekt ermöglichen es außerdem, institutionelle Überlieferung und Selbstbeschreibung nebeneinander nachvollziehbar zu dokumentieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.5.7 Indigitization – zentrale Unterstützung für dezentrale Digitalisierung ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Indigitization unterstützt First Nations und weitere indigene Gemeinschaften in British Columbia in Kanada. Das Programm wird gemeinsam von indigenen Organisationen, Bibliotheken, Archiven und Hochschulen getragen. Es stellt einen Werkzeugkasten, Schulungen, Musterunterlagen, technische Beratung und Förderhilfen bereit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von 2013 bis 2019 wurden drei Pilotprojekte und 45 weitere Projekte gefördert. Dabei wurden mehr als 11.000 Audiokassetten digitalisiert. Die Digitalisierung erfolgte in den Gemeinschaften; eine allgemeine Veröffentlichung war nicht zwingend. Das frühere Förderprogramm für Audiokassetten befindet sich inzwischen allerdings in einer Pause.&amp;lt;ref name=&amp;quot;vergleich_indigitization&amp;quot;&amp;gt;Indigitization o. J.: About Us. URL: https://www.indigitization.ca/about-2/; Indigitization Toolkit. URL: https://www.indigitization.ca/toolkit/; Audio Cassette Digitization Grant. URL: https://www.indigitization.ca/funding/audio-cassette-grant/, jeweils abgerufen am 20.07.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Erfolgsfaktoren und Learnings:''' &lt;br /&gt;
* Zentral bereitgestellte Kompetenz lässt sich mit dezentraler Verantwortung verbinden. &lt;br /&gt;
* Ein Digitalisierungszentrum oder ein Verbund gemeinsamer Dienste kann Schulungen, Leih- und Mobiltechnik, Qualitätsprüfung, Rahmenverträge, Musterunterlagen, Beratung und Kleinprojektförderung anbieten. &lt;br /&gt;
* Originale, lokales Wissen und kulturelle Beziehungen können grundsätzlich bei den jeweiligen Kulturgutträgern verbleiben. &lt;br /&gt;
* Damit nach Abschluss einzelner Digitalisierungsprojekte keine ungesicherten Dateien zurückbleiben, sollte jedoch von Beginn an ein gemeinsames oder verbindlich angebundenes Repositorium beziehungsweise digitales Archiv vorgesehen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.5.8 Zusammenfassungen der Beispiele anderer Kulturen im Anhang ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tabellarische Übersichten und Zusammenfassungen aller untersuchten Beispiele anderer Kulturen und Regionen befinden sich im Anhang [[12.3.A1 Vergleichende Recherche – Digitalisierung des Kulturerbes anderer Kulturen und Regionen#E. Vergleichsmatrix|in Abschnitt E. Vergleichsmatrix]] unter &lt;br /&gt;
* [[12.3.A1 Vergleichende Recherche – Digitalisierung des Kulturerbes anderer Kulturen und Regionen#E.1 Funktionen, Architektur und Standards|E.1 Funktionen, Architektur und Standards]] und&lt;br /&gt;
* [[12.3.A1 Vergleichende Recherche – Digitalisierung des Kulturerbes anderer Kulturen und Regionen#E.2 Governance, Finanzierung, Erfolg und Übertragbarkeit|E.2 Governance, Finanzierung, Erfolg und Übertragbarkeit]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Zusammenfassung der übergreifenden Erfolgsfaktoren aus den Beispielen befindet sich im Anhang [[12.3.A1 Vergleichende Recherche – Digitalisierung des Kulturerbes anderer Kulturen und Regionen#F. Übergreifende Erfolgsfaktoren|in Abschnitt F. Übergreifende Erfolgsfaktoren]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.5.9 Was sich aus den Beispielen ableiten lässt ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus den untersuchten Beispielen lässt sich kein einzelnes Projekt und kein bestimmtes Softwaresystem ableiten, das unverändert übernommen werden könnte. Wiederkehrend zeigen sich jedoch '''vier notwendige Funktionen, drei übergreifende Erfolgsbedingungen und zwei grundlegende Umsetzungsprinzipien'''. Sie bilden einen kompakten Orientierungsrahmen für die Digitalisierung von Kulturerbe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Vier Kernfunktionen – was muss dauerhaft geleistet werden? ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Damit die Digitalisierung nicht bei einzelnen Digitalisaten oder einem Präsentationsportal stehen bleibt, müssen vier Kernfunktionen verlässlich abgedeckt und miteinander verbunden werden:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot; style=&amp;quot;width:100%;&amp;quot;&lt;br /&gt;
! Kernfunktion&lt;br /&gt;
! Kernfrage&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''1. Register für Kulturdaten'''&lt;br /&gt;
| '''Was ist vorhanden und was sollte prioritär bearbeitet werden?''' – Kulturgüter und Bestände nachweisen, beschreiben, verknüpfen und ihren Digitalisierungs- und Rechtezustand erfassen.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''2. Digitalisierungszentrum / Digitalisierungsdienste'''&lt;br /&gt;
| '''Wie wird qualitätsgesichert digitalisiert?''' – Kulturgutträger beraten, Digitalisierung vorbereiten oder durchführen, Qualität sichern und die Übergabe vorbereiten.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''3. Repositorium / digitales Langzeitarchiv'''&lt;br /&gt;
| '''Wie bleibt das digitale Kulturerbe dauerhaft erhalten?''' – Masterdateien und Metadaten sicher übernehmen, erhalten, sichern und bei technischen Veränderungen migrieren.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''4. Präsentations- und Nutzungssysteme'''&lt;br /&gt;
| '''Wie wird das Kulturerbe gefunden, verstanden und genutzt?''' – freigegebene Inhalte mehrsprachig vermitteln und für Bildung, Forschung und kulturelle Nachnutzung bereitstellen.&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die vier Funktionen bedeuten nicht zwingend vier Einrichtungen oder vier technische Systeme. Entscheidend ist, dass alle Funktionen abgedeckt, ihre Zuständigkeiten geklärt und ihre Übergaben zuverlässig organisiert sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Drei Erfolgsbedingungen – was gilt für alle Kernfunktionen? ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
# '''Gemeinsam entscheiden und Rechte abgestuft regeln:''' &lt;br /&gt;
#* Angehörige der betreffenden Gemeinschaft und die Kulturgutträger sollten nachvollziehbare Entscheidungsrechte bei Auswahl, Beschreibung, Priorisierung und Veröffentlichung besitzen. &lt;br /&gt;
#* Zugänge sollten abgestuft sein, beispielsweise auch &amp;quot;ausschließlich Metadaten&amp;quot;, &amp;quot;Zugang nach Rücksprache&amp;quot; oder &amp;quot;beschränkte Gemeinschafts- und Forschungszugänge&amp;quot; ermöglichen. &lt;br /&gt;
#* Rechtliche Zulässigkeit und kulturelle Angemessenheit sind dabei getrennt zu betrachten. &lt;br /&gt;
#* Selbstbezeichnungen und eigene kulturelle Perspektiven sollten historische Fremdbeschreibungen ergänzen können.&amp;lt;br&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
# '''Gemeinsame Standards, Mehrsprachigkeit und technische Anschlussfähigkeit sichern:''' &lt;br /&gt;
#* Ein bewusst schlanker gemeinsamer Metadatenkern, Qualitätsstandards und geregelte Datenübergaben ermöglichen die Zusammenarbeit unterschiedlicher Einrichtungen. Zusätzlich können fach- oder institutionsspezifische Metadatensätze genutzt werden.&lt;br /&gt;
#* Sprachen und Sprachvarianten müssen als eigenständige Datenwerte berücksichtigt werden, bspw. bei Metadaten, Beschreibungen usw. &lt;br /&gt;
#* Kleine Träger benötigen einfache zentrale Erfassungsmöglichkeiten, z. B. per Weboberfläche, größere Institutionen Schnittstellen oder Datenexporte aus ihren vorhandenen Systemen.&amp;lt;br&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
# '''Dauerhafte Verantwortung und Finanzierung sichern:''' &lt;br /&gt;
#* Bereits beim Aufbau muss feststehen, wer Register, Digitalisierungsdienste, Repositorium und Präsentationssystem nach einer Projektförderung dauerhaft betreibt. &lt;br /&gt;
#* Neben einmaligen Projektmitteln müssen deshalb auch Personal, Beratung, Datenpflege, Speicher, Softwarepflege, Sicherung und spätere technische Erneuerungen dauerhaft finanziert werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Zwei Umsetzungsprinzipien – wie sollte vorgegangen werden? ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
# '''Priorisieren, die vollständige Kette pilotieren, dann skalieren:''' &lt;br /&gt;
#* Nicht alles muss gleichzeitig digitalisiert werden. Besonders gefährdete oder kulturell bedeutsame Bestände sollten priorisiert werden. &lt;br /&gt;
#* Pilotprojekte sollten möglichst den gesamten Weg von der Erfassung und Rechteklärung über die Digitalisierung bis zur Archivierung und Nutzung durchlaufen. Dabei werden Standards, Zuständigkeiten, Kosten und tatsächliche Nutzung erprobt. &lt;br /&gt;
#* Erst auf dieser Grundlage sollte in größerem Umfang skaliert werden.&amp;lt;br&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
# '''Zentral ermöglichen, dezentral verantworten:''' &lt;br /&gt;
#* Zentrale Stellen können Infrastruktur, Beratung, Schulung, Digitalisierungstechnik, Qualitätskontrolle, Rechtehilfe und Langzeiterhaltung bereitstellen. &lt;br /&gt;
#* Originale, lokales Wissen, kulturelle Beziehungen und wesentliche inhaltliche Entscheidungen können gleichzeitig bei den jeweiligen Kulturgutträgern verbleiben. &lt;br /&gt;
#* Zentralisierung von Diensten und dezentrale kulturelle Verantwortung sind damit keine Gegensätze, sondern können sich gegenseitig ergänzen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Für die Reihenfolge ergibt sich daraus:''' &lt;br /&gt;
# Zuerst Entscheidungsrechte, Standards, Betreiber und Finanzierung ausreichend klären; &lt;br /&gt;
# anschließend mit ausgewählten Beständen die vollständige Prozesskette erproben und die Unterstützungsstrukturen aufbauen; &lt;br /&gt;
# auf dieser Grundlage Digitalisierung, Präsentation und Nachnutzung schrittweise verbreitern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Präsentation und Nutzung sind dabei nicht von geringerer Bedeutung und sollten bereits Bestandteil der Pilotprojekte sein. '''Später erfolgt nicht die Nutzung selbst, sondern deren breiter Ausbau.'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weiterführende '''Hinweise und Empfehlungen zu einem möglichen Vorgehen sowie zeitlichen und inhaltlichen Prioritäten''' befinden sich im Anhang [[12.3.A1 Vergleichende Recherche – Digitalisierung des Kulturerbes anderer Kulturen und Regionen#G.2 Was zentral, dezentral und gemeinsam organisiert werden sollte|im Abschnitt &amp;quot;Priorisierte Schlussfolgerung&amp;quot; von G2 bis G9]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein ausführliches '''Prüfraster zur Bewertung des jeweiligen Entwicklungsstandes''' befindet sich [[12.3.A2 Prüfraster zur Bewertung des Entwicklungsstandes beim Aufbau der Digitalisierung des Kulturerbes|im Anhang 2 &amp;quot;Prüfraster zur Bewertung des Entwicklungsstandes&amp;quot;]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= 3. Ist-Analyse der Digitalisierung des sorbischen Kulturerbes =&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der [[#2 Ist-Analyse „Digitalisierung von Kulturerbe“|vorangegangene Abschnitt 2]] hat beschrieben, was zur Digitalisierung von Kulturerbe gehört, welche Aufgaben dabei dauerhaft erfüllt werden müssen und wie andere Gemeinschaften und Regionen diese Aufgaben lösen. Der Abschnitt 3 richtet nun den Blick auf die sorbische Situation. Er geht der Frage nach, wie gut die sorbische Kulturerbelandschaft heute organisatorisch, technisch und personell aufgestellt ist, um ihr materielles, immaterielles und digitales Kulturerbe institutionsübergreifend zu erfassen, zu digitalisieren, dauerhaft zu erhalten und zugänglich zu machen – und wo vorrangiger Handlungsbedarf besteht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Analyse gliedert sich in fünf Teile:&lt;br /&gt;
* '''Akteure und Rollen''': Wer bewahrt sorbisches Kulturerbe und welche Aufgaben übernehmen die Akteure bei seiner Digitalisierung (Sammeln, Finanzieren, Koordinieren usw.)?&lt;br /&gt;
* '''Bestände und Bedarfe''': Welche Kulturgüter gibt es, wie weit sind  sie erfasst und digitalisiert, welche müssen vorrangig gesichert werden und welche Unterstützung brauchen ihre Träger?&lt;br /&gt;
* '''Vorhaben Systeme und Dienste''': Welche Angebote decken die [[#2.3.2 Vier Kernfunktionen|vier Kernfunktionen]] Erfassen, Digitalisieren, langfristig Erhalten und Zugänglichmachen heute ab, und welche sind im Aufbau oder geplant?&lt;br /&gt;
* '''Zusammenarbeit und dauerhafter Betrieb''': Wie sind die Steuerung und Zusammenarbeit (Governance) organisiert (Zuständigkeiten, Standards, Rechte und Finanzierung)?&lt;br /&gt;
* '''Gesamtbewertung''': Was funktioniert bereits, wo gibt es Lücken und welche davon sollten zuerst geschlossen werden?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Analyse stellt dabei den Bedarf der Bestände dem vorhandenen Angebot an Diensten und dem organisatorischen Rahmen gegenüber. Wo beides auseinanderfällt, entstehen Lücken, siehe nachfolgende Übersicht.&lt;br /&gt;
[[Dataja:Wobraz K6.png|thumb|center|600px|Übersicht der Ist-Analyse]]&amp;lt;ref&amp;gt;Mermaid Flowchart Code: [https://mermaid.live/edit#pako:eNqVlM1y2jAQx19lR7maFGMcwJPJDGAnh9AcaE4pPcj2-qPYErOWmtJ8PE0fo7e8WGWDTUja6VS-WB_7293_rvTAIhkj81hSyPso46Tg1l_RSoAZ088rdh5eOKc2TNcKNeH5h_DiPKQPF7fbjQW39PIzRaqMXaIsWMqiQLFiX2r7llHpMCW-yeDGwG54lCXEU9wfgv2Ic8JI5VLAYvl6fdYGMIAZVurlp4gPIVzrQmlKtVoXvKoQNiThEy_LQou0kqTe-Ji_ZsWckgOJC4hRwFSkGEpl_r5i44-L2IIyV-BTLtIij7I15m-5M-j1LmDeLqGI_5j-0rjfOwAtYljyrOzE-pcOfhu7A36OolLYMD5tzV95yONbjgTXSCLRYl1j3jkIWtAQruQ3c5KL6GB_pyujHwpOocmzcRFzjVSX15BnqCjH8A3Sh-fnZwj-kv-0VufReLrnGRlluzI-ws3xmdDQMQ_NmX2KFqR1DYq6IDu1HqFT5aZRfbFLZ_HyK1qj6PLY1RdkJhC4rgw2ykxcWLUlfpXCcgdqp4tmetXK5MIVGk1UiPdIyjRW7eNNh0d1-_mYgECtiBeQ5EXhnVzawWUwtipFco3eiXvpBu7UimQhyTsZzM03fU9o70fLmAbzYNQxJhNnbvstY2QPZrbzjsH3TbYjBLbxG3SE_uVZ4J61hP7Y7Q_tIwJMrYV11aZyvDWz5ocIj7d8K2gdd52vtgWaOu3iSJrRxTEej0fj_n7ai3llXh7iW88F99h--d_2zGIp5THzFGm0WIlU8nrKHmruiqnMXJkV88wvYay_9xoxVmwlnozphos7KcvWmqROM-YlvKjMTG9irtDPubnSZbdKdWvRXGqhmDd07AbCvAf2nXnuqWP3RwN7eDZwJ4Ph2MHeyGJb5vXs0-HEnTgDxxn3-4OzvuOarSeL_Wi8C10UFsM4V5I-7h7o5p1--g24x9CK hier klicken], abgerufen am 20.10.2026&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== 3.1 Akteure und Rollen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sorbisches Kulturerbe wird von vielen Einrichtungen, Gruppen und Einzelpersonen bewahrt, gepflegt und dokumentiert – von sorbischen ebenso wie von nicht-sorbischen. Dieser Abschnitt zeigt, wer Bestände hält, wer Dienste zur Digitalisierung anbietet und wer den organisatorischen und finanziellen Rahmen gestaltet. Damit wird auch sichtbar, welche Aufgaben bislang von keinem Akteur erkennbar übernommen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Grundlage sind Arbeitsunterlagen der Domowina aus den Jahren 2019 und 2020&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;&amp;gt;Domowina e. V., Kulturausschuss (Clemens Škoda) 2019: Serbske kulturne herbstwo (SKH). Arbeitspapier, Stand 18.03.2019, S. 2-8. Unveröffentlicht; interne Referenz: 2020-09-07_Serbske kulturne herbstwo w Budyšinje_opt.pdf.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019b&amp;quot;&amp;gt;Domowina e. V. 2019: Přehlad relewantnych městnosćow / „małkich“ a „wulkich“ muzejow nastupajo serbske kulturne herbstwo, Stand 11.11.2019. Unveröffentlicht; interne Referenz: 2019_11_Priloha A_prehlad_muzejow a zberkow.pdf.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2020&amp;quot;&amp;gt;Domowina e. V., Kulturausschuss 2020: Protokoll der Fachkommission „Serbske kulturne herbstwo“ vom 07.09.2020. Unveröffentlicht; interne Referenz: 2020_09_07_skh komisija-protokol.pdf.&amp;lt;/ref&amp;gt;, eine darauf aufbauende Arbeitsliste der Sammlungsorte mit ergänzender Internetrecherche&amp;lt;ref name=&amp;quot;liste2026&amp;quot;&amp;gt;Arbeitsliste „Sammlungsorte sorbischen Kulturerbes“, Stand 02.04.2026, erstellt im Rahmen des Digitalisierungskonzepts aus Internetrecherche und den Domowina-Unterlagen. Unveröffentlicht; Grundlage für Anhang 12.3.A3.&amp;lt;/ref&amp;gt;, das Konzept des Sorbischen Instituts zum Digitalisierungszentrum&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;&amp;gt;Sorbisches Institut 2025: Konzept zum Digitalisierungszentrum am Sorbischen Institut, Arbeitsfassung vom 13.08.2025. Unveröffentlicht; interne Referenz: DigCentr_Wersija13082025_wip.pdf.&amp;lt;/ref&amp;gt;, Rückmeldungen der Museen und der Domowina aus dem April 2026 sowie das Protokoll des Digitalisierungskreises vom 21.04.2026&amp;lt;ref name=&amp;quot;dk2026&amp;quot;&amp;gt;Digitalisierungskreis 2026: Protokoll der Sitzung zum Stand des Digitalisierungszentrums vom 21.04.2026. Unveröffentlicht; interne Referenz: 2026-04-21_DE_Protokoll_Digitalisierungskreis_Digitalisierungszentrum.docx.&amp;lt;/ref&amp;gt;. Ein Teil der Angaben ist mehrere Jahre alt und wird schrittweise aktualisiert. Nicht belegte Angaben sind als ''offen'', Vermutungen als ''Annahme'' gekennzeichnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.1.1 Begriffe und Rollen ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
; Akteur&lt;br /&gt;
: Einrichtung, Gruppe oder Person, die eine Aufgabe im Umgang mit sorbischem Kulturerbe oder seiner Digitalisierung übernimmt.&lt;br /&gt;
; Kulturgutträger&lt;br /&gt;
: Akteur, der Kulturgüter verwahrt oder eine kulturelle Praxis trägt und weitergibt, bspw. ein Museum, eine Heimatstube, ein Chor oder eine Privatperson mit einer Sammlung.&lt;br /&gt;
; Trägerschaft&lt;br /&gt;
: Rechtliche und finanzielle Verantwortung für eine Einrichtung, zum Beispiel durch eine Kommune, einen Landkreis, eine Stiftung, einen Verein, eine Kirche oder eine Privatperson. Eigentum und Betrieb können dabei auseinanderfallen, bspw. gehörte der Dom Njechorńskeho 2019 der Domowina und wurde von der Stiftung für das sorbische Volk bewirtschaftet, der Hanzo Šustrowy dom in Trebendorf gehörte der Gemeinde und wurde von der örtlichen Domowina-Gruppe bewirtschaftet.&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019b&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
; Rolle&lt;br /&gt;
: Aufgabe, die ein Akteur übernimmt. Ein Akteur kann mehrere Rollen haben, unterschieden werden Haupt- und Nebenrollen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Rollen lassen sich drei Gruppen zuordnen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
! Gruppe !! Rolle !! Kürzel&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| rowspan=&amp;quot;2&amp;quot; | '''Am Kulturgut''' || '''Bewahren''': Originale verwahren, pflegen und verwalten || '''B'''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Dokumentieren''': lebendige Praxis festhalten in Ton, Bild oder Text || '''D'''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| rowspan=&amp;quot;4&amp;quot; | '''Dienste''' ([[#2.3.2 Vier Kernfunktionen|Kernfunktionen]]) || '''Erfassen''', registrieren, beschreiben und verknüpfen || '''K1'''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Digitalisieren''' und Qualität sichern || '''K2'''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Langfristig '''erhalten''' || '''K3'''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Zugänglich machen''' und Nutzung ermöglichen || '''K4'''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| rowspan=&amp;quot;2&amp;quot; | '''Rahmen''' (Governance) || '''Steuern''', koordinieren und Regeln setzen || '''S'''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Fördern''' und finanzieren || '''F'''&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dokumentieren meint hier das Festhalten von immateriellen Kulturgütern im laufenden Kulturleben, etwa Mitschnitte von Veranstaltungen. Geschieht es systematisch nach festgelegten Standards zur dauerhaften Sicherung, ist es Teil der Kernfunktion Digitalisieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.1.2 Schlüsselakteure ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einzeln aufgeführt wird, wer mindestens eines der folgenden Kriterien erfüllt:&lt;br /&gt;
# betreibt oder plant eine Kernfunktion, die über die eigene Einrichtung hinaus wirkt,&lt;br /&gt;
# verwahrt einen hauptamtlich betreuten Kernbestand,&lt;br /&gt;
# dokumentiert regelmäßig das lebendige Kulturgeschehen,&lt;br /&gt;
# fördert, koordiniert oder setzt Regeln für die Digitalisierung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;mark&amp;gt;Die folgende Übersicht muss mit den Institutionen bzgl. Änderungen und Ergänzungen abgestimmt werden.&amp;lt;/mark&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|+ Rollen der Schlüsselakteure (■ Hauptrolle · ○ Nebenrolle · ? vermutet oder offen)&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
B. Bewahren, D. Dokumentieren, K1. Erfassen, K2. Digitalisieren, K3. Erhalten, K4. Nutzung ermöglichen, S. Steuern, F. Fördern&lt;br /&gt;
! Akteur !! Typ / Trägerschaft !! B !! D !! K1 !! K2 !! K3 !! K4 !! S !! F !! Hinweise&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Stiftung für das sorbische Volk || Stiftung des öffentlichen Rechts, finanziert von Bund, Freistaat Sachsen u. Land Brandenburg || ○ || || || || || || ■ || ■ || bewirtschaftete 2019 den Dom Njechorńskeho&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019b&amp;quot;/&amp;gt;; unterstützt beide sorbischen Museen finanziell&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;; Zielvereinbarungen u. a. mit dem Wendischen Museum&amp;lt;ref name=&amp;quot;wm2026&amp;quot;&amp;gt;Wendisches Museum Cottbus (Anja Jahn, Leitende Kuratorin) 2026: Zuarbeit zum Thema Digitalisierung des sorbischen/wendischen Kulturerbes, E-Mail vom 17.04.2026. Unveröffentlicht; interne Referenz: 2026-04-17 - Wendisches Museum Cottbus - Zuarbeit zum Thema Digitalisierung des sorbischen wendischen Kulturerbes.pdf.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Sorbisches Institut (SI) mit Sorbischem Kulturarchiv (SKA) und Sorbischer Zentralbibliothek || Forschungseinrichtung mit Archiv und Bibliothek; eingetragener Verein, gefördert u. a. durch die Stiftung; Digitalisierungszentrum aus Strukturwandelmitteln&amp;lt;ref name=&amp;quot;dk2026&amp;quot;/&amp;gt; || ■ || ? || ■ || ■ || ○ || ■ || ○ || || '''Digitalisierungszentrum (DZ):''' Aufbauprojekt 2024-2027 mit drei Vollzeitstellen, derzeit Pilot- und Evaluationsphase; Dienstleistung für andere Träger, kostenfrei derzeit nur in Sachsen; Finanzierung ab 2028 ''offen''&amp;lt;ref name=&amp;quot;dk2026&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz&amp;quot;&amp;gt;Sorbisches Institut: Digitalisierungszentrum (DZ). URL: https://www.serbski-institut.de/projekte-zentrale-vorhaben/digitalisierungszentrum-dz/&amp;lt;/ref&amp;gt;.&amp;lt;br&amp;gt;'''Sorbisches Kulturregister (SKR):''' Konzept mit technischem Prototyp; befristete Projektstelle bis Ende 2025&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;&amp;gt;Sorbisches Institut 2025: Konzept für ein Sorbisches Kulturregister (SKR), zweite aktualisierte Fassung vom 20.11.2025. URL: https://www.serbski-institut.de/wp-content/uploads/2021/11/00_Zweite-aktualisierte-Fassung_Konzept_Sorbisches-Kulturregister_20.11.2025.pdf&amp;lt;/ref&amp;gt;.&amp;lt;br&amp;gt;'''Präsentation:''' Virtueller Lesesaal mit Bibliographie, Katalog, digitalisierten Drucken, Handschriften, Fotos und Filmen&amp;lt;ref name=&amp;quot;vls&amp;quot;&amp;gt;Sorbisches Institut o. J.: Virtueller Lesesaal. URL: https://www.serbski-institut.de/bibliothek/virtueller-lesesaal/, abgerufen am 20.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;; Wissensportal Sorabicon mit zwölf Sammlungen&amp;lt;ref name=&amp;quot;atlas&amp;quot;&amp;gt;Sorbisches Institut 2026: Pressemitteilung zum digitalen Atlas sorbischer Kulturdenkmale im Wissensportal Sorabicon, 30.04.2026. URL: https://idw-online.de/de/news870102, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;; Repositorium digitalizat.de (öffentlich voraussichtlich ab ca. Q3/2026)&amp;lt;ref name=&amp;quot;dk2026&amp;quot;/&amp;gt;.&amp;lt;br&amp;gt;'''Erhalten:''' Repositorium mit Datensicherung; Konzept für die Langzeitarchivierung im Dauerbetrieb ''offen''&amp;lt;ref name=&amp;quot;dk2026&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Sorbisches Museum Bautzen || Museum; Landkreis Bautzen, finanziell unterstützt von der Stiftung&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt; || ■ || || ■ || ○ || ? || ? || || || ca. 42.000 Objekte; Inventar in Inventarbüchern und Datenbank (HiDA 4.8), Standortverzeichnis, Fotodatenbank; Objektfotografie und Scans bis DIN A3 im Haus; Sammlung erst teilweise digital erfasst; Pilot zur Plakatdigitalisierung mit dem SI&amp;lt;ref name=&amp;quot;smb2026&amp;quot;&amp;gt;Sorbisches Museum Bautzen (Alexander Pólk, Museologe) 2026: Bedarfserklärung zur Digitalisierung des sorbischen Kulturerbes für den Fachbeirat Digitalisierung, 15.04.2026. Unveröffentlicht; interne Referenz: 2026-04-15_Bedarfserklaerung_Digitalisierung_sorbisches_Kulturerbe_Vorlage - SMB-AxP.docx.&amp;lt;/ref&amp;gt;; Online-Angebot ''offen''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Wendisches Museum Cottbus || Museum; Stadt Cottbus, finanziert von Stadt und Stiftung&amp;lt;ref name=&amp;quot;wm&amp;quot;&amp;gt;Wendisches Museum Cottbus o. J.: Selbstdarstellung des Museums, Dokument im Ratsinformationssystem der Stadt Cottbus. URL: https://session.cottbus.de/oparl/bodies/0001/downloadfiles/00007050.pdf, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; || ■ || || ■ || ○ || ? || ○ || || || Inventarisierung mit Adlib, Veröffentlichung über museum-digital begonnen; A3-Flachbettscanner und Buchscan im Haus; derzeit vor allem Digitalisierung der Kunst; keine Digitalstrategie, keine Mittel für studentische Hilfskräfte&amp;lt;ref name=&amp;quot;wm2026&amp;quot;/&amp;gt;; Nutzung des DZ für brandenburgische Bestände ''offen'', bilateral zwischen SI, Stiftung und Museum zu klären&amp;lt;ref name=&amp;quot;dk2026&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Sächsische Landesbibliothek – Staats- und Universitätsbibliothek Dresden (SLUB) mit Deutscher Fotothek || Landes- und Universitätsbibliothek; Freistaat Sachsen || ■ || || ○ || ○ || ○ || ■ || || || Lusatica-Sammlung, die das kulturelle Erbe der Sorben zugänglich machen soll&amp;lt;ref name=&amp;quot;slub&amp;quot;&amp;gt;SLUB Dresden o. J.: Sammlungen zur sächsischen Landeskunde. URL: https://www.slub-dresden.de/entdecken/saechsische-landeskunde/sammlungen, abgerufen am 20.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;; über Sachsen.Digital ist auch digitales Schrifttum des SI erreichbar&amp;lt;ref name=&amp;quot;vls&amp;quot;/&amp;gt; (Betrieb der Plattform durch die SLUB); die Deutsche Fotothek macht Fotosammlungen des SKA im Rahmen eines Kooperationsvertrags digital zugänglich und hat auch Filme des SKA digitalisiert und präsentiert&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt;; eigene digitale Langzeitarchivierung&amp;lt;ref name=&amp;quot;nestor&amp;quot;&amp;gt;nestor o. J.: Mitglied SLUB Dresden. URL: https://www.langzeitarchivierung.de/Webs/nestor/EN/nestor/Mitglieder/sLUB.html, abgerufen am 20.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; (Kosten nach Angabe im Digitalisierungskreis ca. 800 € je Terabyte und Jahr&amp;lt;ref name=&amp;quot;dk2026&amp;quot;/&amp;gt;), ob sie Digitalisate sorbischer Träger übernehmen könnte, ist ''offen''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Domowina – Bund Lausitzer Sorben e. V. mit Regionalverbänden und Ortsgruppen || Dachverband sorbischer Vereine; eingetragener Verein || ○ || ○ || || || || || ○ || || keine zentralen Bestände außer einzelnen Exponaten, Schenkungen und Originalen, z. B. im Haus der Sorben; ein Inventarregister der Finanzverwaltung erfasst diese nur teilweise; keine Gesamtübersicht über die Bestände in ihren Strukturen&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2026&amp;quot;&amp;gt;Domowina e. V. (Clemens Škoda, Referent) 2026: Bedarfserklärung zur Digitalisierung des sorbischen Kulturerbes für den Fachbeirat Digitalisierung, Entwurf vom 01.04.2026. Unveröffentlicht; interne Referenz: 2026-03-27_Bedarfserklaerung_Digitalisierung_sorbisches_Kulturerbe_Vorlage-naćisk Clemens Škoda.docx.&amp;lt;/ref&amp;gt;; Eigentümerin des Dom Njechorńskeho; Ortsgruppe Trebendorf bewirtschaftet den Hanzo Šustrowy dom&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019b&amp;quot;/&amp;gt;; mindestens 9 der 23 kleinen Sammlungsorte sind direkt oder über Mitgliedsvereine mit ihr verbunden&amp;lt;ref name=&amp;quot;liste2026&amp;quot;/&amp;gt;; Chronistengruppe der Župa Michał Hórnik; Fachkommission „Sorbisches Kulturerbe“ 2018-2020&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2020&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Maćica Serbska e. V. || wissenschaftliche Gesellschaft; Verein || || || || || || || ○ || || Arbeitskreis „Museale Einrichtungen“ mit rund 40 Adressaten; Denkmalausschuss mit eigenem, von der Stiftung verwaltetem Budget, 2019 als Vorbild für die Bewertung von Kulturerbe genannt&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Sorbisches National-Ensemble (SNE) || Ensemble; gGmbH der Stiftung || ■ || ? || ○ || || || || || || Spezialarchiv, für die Öffentlichkeit nicht zugänglich, unterschiedlich gut erschlossen&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt;; im SKR-Konzept als sekundärer Sammlungsort genannt&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;/&amp;gt;; 2019 vorgeschlagen, dort nur Kopien zu halten und die Originale an das SKA zu geben&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;; Umfang ''offen''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| studijo LUCIJA || Medienproduktion; gGmbH des Sorbischen Schulvereins  e. V. || ○ || ■ || || || || || || || dokumentiert sorbische Veranstaltungen; Aufnahmen liegen beim Studio und werden teilweise und komprimiert (''zu prüfen'') an das SKA übergeben&amp;lt;ref name=&amp;quot;lucija&amp;quot;&amp;gt;Projektinterne Auskunft, Oktober 2026; schriftlicher Beleg noch einzuholen.&amp;lt;/ref&amp;gt;; eigener YouTube-Kanal mit Zeitzeugen-Interviews und Veranstaltungsmitschnitten&amp;lt;ref name=&amp;quot;lucija_youtube&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Mitteldeutscher Rundfunk (MDR) und Rundfunk Berlin-Brandenburg (rbb), sorbischsprachige Programme || öffentlich-rechtlicher Rundfunk || ■? || ■ || || || || ○? || || || Spezialarchive, für die Öffentlichkeit nicht zugänglich&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt;; Produktionen standen dem SKA 2019 aus rechtlichen Gründen nicht zur Verfügung&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;; Umfang und heutiger Stand ''offen''&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.1.3 Akteursgruppen ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die meisten Kulturgutträger sind kleinere Einrichtungen, Gruppen oder Privatpersonen. Sie werden hier zu Gruppen zusammengefasst. Die Anzahlen sind Mindestwerte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;mark&amp;gt;Die folgende Übersicht muss insb. mit Domowina, SI und Lucija bzgl. Änderungen und Ergänzungen abgestimmt werden.&amp;lt;/mark&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|+ B. Bewahren, D. Dokumentieren, K1. Erfassen, K2. Digitalisieren, K3. Erhalten, K4. Nutzung ermöglichen, S. Steuern, F. Fördern&lt;br /&gt;
! Gruppe !! Beispiele !! Typische Trägerschaft !! Bekannte Anzahl !! Typische Rollen !! Besonderheiten&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Kleine Museen, Heimatstuben, Gedenk- und Begegnungsorte ||&lt;br /&gt;
* Muzej Ćišinskeho (Panschwitz-Kuckau),&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Njepilic dwór (Rohne),&lt;br /&gt;
* Sorbisches Kulturzentrum Schleife,&lt;br /&gt;
* Heimatmuseum Dissen,&lt;br /&gt;
* Sorbische Webstube Drebkau (Ostereiersammlung mit über 4.000 Exemplaren)&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt;,&lt;br /&gt;
* Archiv verschwundener Orte (Horno)&lt;br /&gt;
|| Gemeinde, Förderverein, Domowina-Ortsgruppe, privat || 22 in der Domowina-Übersicht 2019 (9 Ober-, 13 Niederlausitz)&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019b&amp;quot;/&amp;gt;; 23 in der Arbeitsliste 2026, davon 12 bisher nur durch die Domowina-Unterlagen belegt&amp;lt;ref name=&amp;quot;liste2026&amp;quot;/&amp;gt;; im Arbeitskreis Lausitzer Museenland etwa ein Drittel von 48 Häusern mit sorbischem Schwerpunkt (SKR-Konzept, S. 7)&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;/&amp;gt; || '''B''' ■, '''D''' ○ || überwiegend ehrenamtlich; Digitalisierung unterbleibt nach Einschätzung des SI weitestgehend, weil personelle, technische und finanzielle Kapazitäten fehlen&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt;; 2019 benannte Defizite: fehlender Nachwuchs, fehlende Marketingstrategie, fehlende Vernetzung, unzureichende Finanzierung, fehlende fachliche Begleitung; teilweise ohne eigenes Inventar&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;; zwei private Ausstellungen ohne jede Förderung, von den Betreibern im Ruhestand allein betreut&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019b&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Regionale Museen mit sorbischen Beständen ||&lt;br /&gt;
* Museum der Westlausitz Kamenz,&lt;br /&gt;
* Museum Bautzen,&lt;br /&gt;
* Spreewald-Museum Lübbenau mit Freilandmuseum Lehde,&lt;br /&gt;
* Slawenburg Raddusch,&lt;br /&gt;
* Niederlausitzer Heidemuseum Spremberg,&lt;br /&gt;
* Stadtmuseum Cottbus,&lt;br /&gt;
* Städtische Sammlungen Görlitz&amp;lt;ref name=&amp;quot;lorenz2023&amp;quot;&amp;gt;Lorenz, Robert 2023: Das Register für sorbische/wendische Kultur(erbe)daten. Vortragsfolien, Mai 2023. URL: https://digiserb.de/wp-content/uploads/2023/06/2023_05_prednosk_kulturne_herbstwo_robert_lorenc.pdf&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
|| Landkreis oder Kommune (''Annahme'') || 7 in der Domowina-Übersicht 2019 (2 Ober-, 5 Niederlausitz)&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019b&amp;quot;/&amp;gt; || '''B''' ■; &amp;lt;br&amp;gt;'''K1-K4''' ''offen'' || Umfang des sorbischen Anteils am Bestand ''offen''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Ensembles, Chöre, Trachten- und Brauchtumsgruppen || – || Verein || ''offen'' || tragen die Praxis;&amp;lt;br&amp;gt; '''D''' ○, '''B''' ○ || Trachtenfundi 2019 ausdrücklich zu den Beständen in sorbischer Verantwortung gezählt&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;; eigene Aufnahmen und Fundi meist nicht erfasst (''Annahme'')&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Chronisten, Film- und Fotoamateure ||&lt;br /&gt;
* Chronistengruppe der Župa Michał Hórnik,&lt;br /&gt;
* deutsch-sorbischer Filmkreis&lt;br /&gt;
|| ehrenamtlich, privat || ''offen'' || '''D''' ■, '''B''' ○ || Beiträge von Laien 2019 nur sporadisch, Bestände oft unstrukturiert&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;; das DZ bahnt Kooperationen mit privaten Filmschaffenden an&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Private Sammlungen und Nachlässe ||&lt;br /&gt;
* Nachlass der Malerin Hanka Krawcec, überwiegend in Tschechien;&lt;br /&gt;
* weitere private Sammlungen und Nachlässe in Ober- und Niederlausitz&lt;br /&gt;
|| privat || 4 in der Domowina-Übersicht 2019; tatsächlich ''offen'' || '''B''' ■ || Verbleib beim Generationenwechsel ungesichert (''Annahme''); bei einer privaten Sammlung ist der dauerhafte Verbleib ausdrücklich ungeklärt&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Kirchliche Einrichtungen ||&lt;br /&gt;
* Ausstellung zu Jan Bjedrich Fryco in der evangelischen Kirche Kolkwitz;&lt;br /&gt;
* kirchliches Informations- und Begegnungszentrum in Horno mit Holzmodellen abgebaggerter Kirchen&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019b&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|| Kirchgemeinde || 2 (in den kleinen Orten enthalten); weitere ''offen'' || '''B''' ○ || weitere kirchliche Bestände nicht erfasst (''Annahme'')&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Weitere sorbische Kultur- und Medieneinrichtungen ||&lt;br /&gt;
* Deutsch-Sorbisches Volkstheater (Archiv 2019 zusammen mit dem des SNE genannt);&lt;br /&gt;
* Domowina-Verlag (2019 als Produzent genannt, dessen Erzeugnisse an das SKA gehen sollten)&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|| verschieden || ''offen'' || '''B''' ○ || Spezialarchive von SNE, Domowina-Verlag, Volkstheater und Rundfunk: für die Öffentlichkeit nicht zugänglich, unterschiedlich gut erschlossen, teils mit eigenem Personal&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt;; der Domowina-Verlag erprobt mit dem DZ die Neuauflage vergriffener Bücher als Book on Demand&amp;lt;ref name=&amp;quot;dk2026&amp;quot;/&amp;gt;; Umfang ''offen''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Öffentliche Träger und Fördergeber ||&lt;br /&gt;
* Bund,&lt;br /&gt;
* Freistaat Sachsen,&lt;br /&gt;
* Land Brandenburg,&lt;br /&gt;
* Landkreise,&lt;br /&gt;
* Kommunen&lt;br /&gt;
|| öffentlich || – || '''F''' ■, '''S''' ○ || tragen die großen Museen; 2019 erfüllten kleine Museen im Landkreis Bautzen die Kriterien für eine institutionelle Förderung nicht, im Landkreis Spree-Neiße waren die Bedingungen besser&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Gedächtniseinrichtungen außerhalb der Lausitz und der sorbischen Trägerschaft ||&lt;br /&gt;
* Oberlausitzische Bibliothek der Wissenschaften Görlitz&amp;lt;ref name=&amp;quot;slub&amp;quot;/&amp;gt;;&lt;br /&gt;
* Hórnik-Bibliothek im Wendischen Seminar Prag&amp;lt;ref name=&amp;quot;ldp&amp;quot;&amp;gt;Sorbisches Institut 2021: Pressemitteilung zu Digitalisaten aus dem Landesdigitalisierungsprogramm Sachsen (u. a. „Serbowka“, erstes sorbisches Lehrbuch), 12.03.2021. URL: https://serbski-institut.de/wp-content/uploads/2021/12/2021-03-12_MI_Erstes-sorbisches-Lehrbuch-LDP_Serbowka_de.4753.pdf, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;;&lt;br /&gt;
* Deutsches Historisches Museum, Literaturarchive Marbach und Berlin, Nationalmuseum Prag&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt;;&lt;br /&gt;
* Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland, Bonn&amp;lt;ref name=&amp;quot;lorenz2023&amp;quot;/&amp;gt;;&lt;br /&gt;
* Sächsisches Staatsarchiv,&lt;br /&gt;
* Brandenburgisches Landeshauptarchiv,&lt;br /&gt;
* Deutsche Nationalbibliothek (''Annahme'');&lt;br /&gt;
* Einrichtungen in Tschechien&lt;br /&gt;
|| öffentlich || ''offen'' || '''B''' ○; &amp;lt;br&amp;gt;mögliche Partner für K3 und K4 || unterliegen eigenen Digitalisierungsabläufen; sorabistische Expertise wird dort bisher nicht nachgefragt&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt;; Umfang der sorbischen Bestände ''offen''&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.1.4 Erste Befunde ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;mark&amp;gt;Die folgende Übersicht muss mit den Institutionen bzgl. Änderungen und Ergänzungen abgestimmt werden.&amp;lt;/mark&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Rollenübersicht erlaubt erste Hinweise, die in den folgenden Abschnitten geprüft werden:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* '''Bewahren ist breit verteilt, Dienste sind konzentriert und projektgebunden.''' Nur die vier hauptamtlichen Einrichtungen mit Sammlungsauftrag – Sorbisches Museum, Wendisches Museum, Sorbische Zentralbibliothek und SKA – sowie die Spezialarchive verfügen zumindest grundsätzlich über Personal und Technik für Digitalisierung. Sie arbeiten in nicht miteinander verbundenen Insellösungen mit eher einfacher Ausstattung; keine von ihnen hat eine eigene Digitalisierungsabteilung.&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt; Dienste für andere Träger baut das DZ des SI auf. Es ist bis Ende 2027 projektfinanziert, derzeit nur für sächsische Träger kostenfrei, und seine Nutzung durch das Wendische Museum ist noch zu klären.&amp;lt;ref name=&amp;quot;dk2026&amp;quot;/&amp;gt; Die SLUB macht sorbisches Schrifttum bereits digital zugänglich, auch aus Beständen des SI, und übernimmt mit der Deutschen Fotothek Leistungen für das SKA&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt;. &lt;br /&gt;
* '''Für die langfristige Erhaltung fremder Bestände gibt es noch keine dauerhafte Lösung.''' Offen ist, wer Digitalisate anderer Träger verbindlich und dauerhaft übernimmt. Das DZ legt Digitalisate in einem Repositorium mit Datensicherung ab; ein Konzept für die Langzeitarchivierung im Dauerbetrieb soll aus der Evaluationsphase entstehen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;dk2026&amp;quot;/&amp;gt; Das Sorbische Museum sieht hier keinen akuten Bedarf, weil Archivierung Teil seiner regulären Arbeit sei;&amp;lt;ref name=&amp;quot;smb2026&amp;quot;/&amp;gt; ob dies einer Langzeiterhaltung im Sinne von [[#2.3.4 Digitalisierungsdienst und Archiv|Abschnitt 2.3.4]] entspricht, ist ''offen''. So gelangen Veranstaltungsaufnahmen des studijo LUCIJA nur teilweise und komprimiert (''zu prüfen'') in das SKA.&amp;lt;ref name=&amp;quot;lucija&amp;quot;/&amp;gt; Die SLUB betreibt eine eigene digitale Langzeitarchivierung; ob sie auch für sorbische Träger in Frage kommt, ist ''offen''. Das Gleiche gilt für das Sächsische Staatsarchiv.&lt;br /&gt;
* '''Die Dokumentation des lebendigen Kulturlebens liegt teils außerhalb sorbischer Verantwortung.''' Die Archive des sorbischen Rundfunks sind nicht öffentlich zugänglich.&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt; Sorbischsprachige Produktionen von MDR und rbb standen dem SKA 2019 aus rechtlichen Gründen nicht zur Verfügung.&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt; Der heutige Stand ist ''offen''.&lt;br /&gt;
* '''Die Domowina ist der wichtigste Zugang zu kleinen Trägern, hat aber selbst keinen Überblick über deren Bestände.''' Mindestens 9 der 23 kleinen Sammlungsorte sind direkt oder über Mitgliedsvereine mit ihr verbunden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;liste2026&amp;quot;/&amp;gt; Ihre Strukturen eignen sich daher als Weg, kleine Träger zu erreichen – für die Erhebung ebenso wie für spätere Unterstützungsangebote. Eine zentrale Verwaltung oder Übersicht der Bestände in ihren Strukturen gibt es allerdings nicht; ihr Zustand ist daher nicht feststellbar.&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2026&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
* '''Das Wissen über kleine Träger ist lückenhaft und teils veraltet.''' 12 der 23 kleinen Orte sind bisher nur durch die Domowina-Unterlagen von 2019 und 2020 belegt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;liste2026&amp;quot;/&amp;gt; Ob sie heute noch bestehen und wie es um ihre Bestände steht, ist ''offen''. Besonders privat betreute Ausstellungen werden in Abschnitt 3.2 auf ihre Gefährdung geprüft.&lt;br /&gt;
* '''Kleine Träger haben keine feste Anlaufstelle; Koordination und Priorisierung sind noch nicht verbindlich geregelt.''' Das frühere Sorbische Folklorezentrum war seit 1993 faktisch nicht mehr tätig.&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt; In der Niederlausitz diente 2020 ein Projekt zur Inwertsetzung des immateriellen Kulturerbes auch der Vernetzung kleiner Museen. Der Kulturausschuss der Domowina sah sich als ehrenamtliches Gremium nicht in der Lage, die Koordination zu leisten, und bat Fachinstitutionen und die Gremien der Stiftung, Verantwortung zu übernehmen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2020&amp;quot;/&amp;gt; Das DZ-Konzept sieht für die Auswahl ein Lenkungsgremium aus Vertreterinnen und Vertretern der vier hauptamtlichen Einrichtungen und des SKR vor; Zusammensetzung und Kriterien sind noch festzulegen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt; Wie das heute geregelt ist, untersucht Abschnitt 3.4.&lt;br /&gt;
* '''Ein Teil des Erbes liegt bei Einrichtungen der Mehrheitsgesellschaft und im Ausland.''' Dort folgt die Digitalisierung eigenen Abläufen, und sorabistische Expertise wird bisher nicht nachgefragt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Liste aller bekannten Sammlungsorte mit Typ, Trägerschaft und Kulturgutklassen steht in [[12.3.A3 Sammlungsorte des sorbischen Kulturerbes|Anhang 12.3.A3]]. Sie wird laufend ergänzt.&lt;br /&gt;
&amp;lt;!-- Anhang 12.3.A3 aus der Arbeitsliste vom 02.04.2026 aufbauen; Namen privater Sammler nur mit Einverständnis --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== 3.2 Bestände und Bedarfe ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieser Abschnitt beschreibt die Nachfrageseite der Analyse: Welche Bestände sorbischen Kulturerbes gibt es, wie weit sind sie erfasst und digitalisiert, welche sind gefährdet, und welche Unterstützung brauchen die Kulturgutträger? Festgestellt wird dabei nur, wo Zeitdruck besteht. Welche Bestände mit welcher Priorität bearbeitet werden, sollten die sorbische Gemeinschaft und ihre Fachgremien entscheiden (vgl. [[#2.4.2 Prozessschritte im Detail|Prozessschritt 3 „Bewerten &amp;amp; freigeben“]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein institutionsübergreifender Überblick über die Bestände existiert bisher nicht (siehe 3.2.5). Die folgenden Angaben sind daher Mindestwerte und Größenordnungen aus veröffentlichten Angaben der Einrichtungen, den Bedarfserklärungen des Sorbischen Museums, des Wendischen Museums und der Domowina vom April 2026, Projektunterlagen und den in [[#3.1 Akteure und Rollen|Abschnitt 3.1]] genannten Quellen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;mark&amp;gt;Die Bestände sollten mit den SI, insb. Register, bzgl. Korrektheit und Vollständigkeit abgestimmt werden, evtl. liegt dort ein institutionsübergreifender Überblick über Bestände vor.&amp;lt;/mark&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.2.1 Begriffe ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
; Sammlungsort&lt;br /&gt;
: Ort, an dem Kulturgüter verwahrt werden, etwa ein Museum, ein Archiv, eine Heimatstube oder eine Privatwohnung. Ein Akteur kann mehrere Sammlungsorte haben.&lt;br /&gt;
; Bestand&lt;br /&gt;
: Abgrenzbare Gruppe von Kulturgütern einer [[#2.2 Klassifizierung von Kulturgütern|Kulturgutklasse]], die an einem Sammlungsort gemeinsam verwahrt wird, zum Beispiel die Fotografien einer Heimatstube oder die Tonbänder eines Archivs. Feiner unterschieden wird nur, wenn sich Zustand oder Rechtslage deutlich unterscheiden. Ein Bestand gehört zu dem Ort, an dem das Original oder die Masterdatei liegt - Kopien an anderen Orten beschreiben seinen Digitalisierungsstand.&lt;br /&gt;
: Bei immateriellem Kulturerbe gilt die vorhandene Dokumentation als Bestand, etwa Ton- und Videoaufnahmen oder Beschreibungen. Eine bisher nicht dokumentierte Praxis erscheint als Dokumentationsbedarf.&lt;br /&gt;
; Bedarf&lt;br /&gt;
: Was ein Bestand oder ein Kulturgutträger braucht.&lt;br /&gt;
:* ''Bestandsbezogene'' Bedarfe richten sich auf die [[#2.3.2 Vier Kernfunktionen|vier Kernfunktionen]] (erfassen, digitalisieren, langfristig erhalten, zugänglich machen).&lt;br /&gt;
:* ''Trägerbezogene'' Bedarfe betreffen den Akteur selbst, etwa Personal, Beratung oder Finanzierung.&lt;br /&gt;
; Dringlichkeit&lt;br /&gt;
: Zeitdruck, der sich aus einer Gefährdung ergibt. Sie ist nicht gleichbedeutend mit Priorität, in die auch kulturelle Bedeutung, Nutzen und Machbarkeit eingehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.2.2 Bestandslandkarte ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Übersicht folgt der [[#2.2 Klassifizierung von Kulturgütern|Klassifizierung aus Abschnitt 2.2]]. Sie nennt für jede Klasse typische Bestände, die wichtigsten Träger und den bekannten Stand. Einzelne Sammlungsorte stehen in [[12.3.A3 Sammlungsorte des sorbischen Kulturerbes|Anhang 12.3.A3]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|+ Bestände nach Kulturgutklassen (Stand: weitgehend · teilweise · kaum · ''offen'')&lt;br /&gt;
! Klasse !! Typische Bestände !! Wichtigste Träger !! Umfang, soweit bekannt !! Erfasst !! Digitalisiert !! Gefährdung&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''A''' Materiell – unbeweglich || Denkmale, Gedenktafeln, Inschriften, Grabmäler, Blockbauten, Wirkungsstätten, Kirchen; Häuser wie der Dom Njechorńskeho || Eigentümer, Gemeinden, Kirchgemeinden; dokumentiert durch das SI || Langzeitprojekt „Großes Inventar sorbischer Kulturdenkmale“ des SI (ab 2000): rund 1.700 Objekte in der sächsischen Oberlausitz&amp;lt;ref name=&amp;quot;kdm&amp;quot;&amp;gt;Fachpublikation zu sorbischen Kulturdenkmalen. Interne Referenz: saxorum-10788_Sorbische_Kulturdenkmale_digital_erfassen_präsentieren.pdf. Angabe nach Projektunterlagen, noch zu prüfen.&amp;lt;/ref&amp;gt; mit 6.161 Fotonegativen&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt; || weitgehend für die sächsische Oberlausitz: 1.760 Datensätze in einer Datenbank, qualitätsgesichert und in das SKR integriert&amp;lt;ref name=&amp;quot;kdmsi&amp;quot;&amp;gt;Sorbisches Institut o. J.: Sorbische Kulturdenkmale in Sachsen. Projektbeschreibung, u. a. zum Teilprojekt im Verbundprojekt DIKUSA – Vernetzung digitaler Kulturdaten in Sachsen (2022-2025). URL: https://www.serbski-institut.de/projekte-kulturwissenschaften/sorbische-kulturdenkmale-in-sachsen/; ältere Fassung: https://www.serbski-institut.de/projekte-kulturwissenschaften/sorbische-kulturdenkmale-in-sachsen-2/, abgerufen im Oktober 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;; Niederlausitz in Erfassung, geplant in drei Phasen bis 2031&amp;lt;ref name=&amp;quot;nlposter&amp;quot;&amp;gt;Sorbisches Institut o. J.: Materielle Zeugnisse sorbischer/wendischer Kultur in der Niederlausitz. Modul 4 des Vorhabens „Digitales Portal zu sorbischen und Lausitzer Sprach- und Kulturlandschaften“ (Poster). URL: https://serbski-institut.de/wp-content/uploads/2021/11/A0-Druck_DigPortal-M4.pdf, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; || teilweise: Fotonegative im Dezember 2024 extern digitalisiert&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt;; rund 1.200 Objektbeschreibungen für den Wissensgraphen des Verbundprojekts DIKUSA aufbereitet&amp;lt;ref name=&amp;quot;kdmsi&amp;quot;/&amp;gt;; 78 Objekte öffentlich im Atlas auf Sorabicon, davon 26 aus dem sächsischen und 52 aus dem brandenburgischen Teil (April 2026)&amp;lt;ref name=&amp;quot;atlas&amp;quot;&amp;gt;Sorbisches Institut 2026: Pressemitteilung zum digitalen Atlas sorbischer Kulturdenkmale im Wissensportal Sorabicon, 30.04.2026. URL: https://idw-online.de/de/news870102, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;; erste 3D-Raumscans, z. B. des Dom Njechorńskeho&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt; || Verwitterung, Umbau, Abriss; Bausubstanz einzelner Häuser 2019 als Problem genannt&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019b&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''B1''' Schriftgut || Bücher, Zeitungen, Handschriften, Nachlässe, Vereins- und Institutionsakten, Musikalien, Plakate, Grafik, Postkarten || Sorbische Zentralbibliothek, Sorbisches Kulturarchiv (SKA), Sorbisches Museum, Wendisches Museum, SLUB, Hórnik-Bibliothek im Wendischen Seminar Prag, Oberlausitzische Bibliothek der Wissenschaften Görlitz, Domowina-Verlag || SI: mindestens 500.000, eher 1 Mio. zu digitalisierende Druckseiten, Archivalien nicht eingerechnet (DZ-Konzept, S. 39)&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt;; Zentralbibliothek ca. 110.000 Medieneinheiten&amp;lt;ref name=&amp;quot;liste2026&amp;quot;/&amp;gt;; Sorbisches Museum: bibliophile und sorabistische Sammlung ca. 8.700, Plakate ca. 1.700, Postkarten ca. 2.500&amp;lt;ref name=&amp;quot;smb2026&amp;quot;/&amp;gt;; Wendisches Museum: historische Karten, Plakate, Literatur, Zeitschriften, Postkarten, Zahl ''offen''&amp;lt;ref name=&amp;quot;wm2026&amp;quot;/&amp;gt;; SKA: Nachlässe, Akten der Domowina 1912-1989 und sorbischer Vereine, Umfang ''offen''&amp;lt;ref name=&amp;quot;ska&amp;quot;&amp;gt;Sorbisches Institut o. J.: Sorbian Cultural Archive. URL: https://www.serbski-institut.de/en/sorbian-cultural-archive/, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; || weitgehend in den Bibliotheken (Katalog, Sorbische Bibliographie)&amp;lt;ref name=&amp;quot;vls&amp;quot;/&amp;gt;; kleine und private Träger ''offen'' || teilweise: 1.634 Dokumente des SI auf Sachsen.Digital (Stand 2021)&amp;lt;ref name=&amp;quot;ldp&amp;quot;&amp;gt;Sorbisches Institut 2021: Pressemitteilung zu Digitalisaten aus dem Landesdigitalisierungsprogramm Sachsen (u. a. „Serbowka“, erstes sorbisches Lehrbuch), 12.03.2021. URL: https://serbski-institut.de/wp-content/uploads/2021/12/2021-03-12_MI_Erstes-sorbisches-Lehrbuch-LDP_Serbowka_de.4753.pdf, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;; Handschriften des SKA 2016 digitalisiert&amp;lt;ref name=&amp;quot;hs&amp;quot;&amp;gt;Sorbisches Institut o. J.: Digitalisate handschriftlicher Literatur aus den Beständen des SKA in Sachsen.digital. URL: https://serbski-institut.de/de/Handschriften-als-Digitalisat, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;; Zeitungen und Zeitschriften teils online&amp;lt;ref name=&amp;quot;vls&amp;quot;/&amp;gt;; Plakate des Sorbischen Museums im Pilot mit dem SI&amp;lt;ref name=&amp;quot;smb2026&amp;quot;/&amp;gt;; DZ-Pilot zu den Periodika Bramborski Casnik (ab 1848) und Katolski Posoł (ab 1863) mit Texterkennung&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt;; Neuauflage vergriffener Bücher des Domowina-Verlags als Book on Demand im Pilot&amp;lt;ref name=&amp;quot;dk2026&amp;quot;/&amp;gt;; Texterkennung historischer sorbischer Drucke mit weiterem Forschungsbedarf&amp;lt;ref name=&amp;quot;dk2026&amp;quot;/&amp;gt; || Nachlässe in Privatbesitz; säurehaltiges Papier des 19. und 20. Jahrhunderts (''Annahme'', nicht erhoben)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''B2''' Fotografien und Bildträger || Fotosammlungen und Fotonachlässe, Negative, Glasplatten, Dias || SKA, Sorbisches Museum, Wendisches Museum, Stadtmuseum Cottbus, SI (Kulturdenkmale), Sorbisches National-Ensemble (SNE), Domowina Verlag (LND), Deutsch-Sorbisches Volkstheater ''(Annahme)'', Chronisten, Privatpersonen || Sorbisches Museum: Foto- und Bildarchiv ca. 8.300&amp;lt;ref name=&amp;quot;smb2026&amp;quot;/&amp;gt;; Kulturdenkmal-Inventar 6.161 Negative&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt;; SKA: Fotosammlungen und Diakollektionen aus Domowina-Nachlässen vor 1990, Umfang ''offen''&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt;; Wendisches Museum: historische Fotografien, Dias, Zahl ''offen''&amp;lt;ref name=&amp;quot;wm2026&amp;quot;/&amp;gt; || teilweise bei Museen und SKA, z. B. Fotodatenbank des Sorbischen Museums&amp;lt;ref name=&amp;quot;smb2026&amp;quot;/&amp;gt;; private Bestände oft unstrukturiert&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt; || teilweise: Fotosammlungen des SKA über die Deutsche Fotothek zugänglich; Diakollektionen und Kulturdenkmal-Negative extern digitalisiert&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt;; ausgewählte Bildsammlungen des SKA im Virtuellen Lesesaal&amp;lt;ref name=&amp;quot;vls&amp;quot;/&amp;gt;; Glasplattennegative der Sammlung Fritz Unger (Stadtmuseum Cottbus) mit wendischen Motiven auf museum-digital&amp;lt;ref name=&amp;quot;unger&amp;quot;&amp;gt;museum-digital:brandenburg o. J.: Wendische Trachtengruppe, Glasplattennegativ, Fotografische Sammlung Fritz Unger, Stadtmuseum Cottbus, Inv.-Nr. U190-05. URL: https://brandenburg.museum-digital.de/pdf/object/65463.pdf?lang=de, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; || Negative, Dias und Glasplatten empfindlich; private Bestände ohne Verzeichnis&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''B3''' Analoge AV-Träger || Tonbänder, Kassetten, Schallplatten, Videobänder, Filme || SKA, MDR und rbb, SNE, Sorbisches Museum, Wendisches Museum, Amateurfilmer, Njepila-Hof (Tondokumente)&amp;lt;ref name=&amp;quot;liste2026&amp;quot;/&amp;gt;; Filme der früheren DEFA (Filmstudio der DDR), Hörfunkbestände der DDR-Zeit im Deutschen Rundfunkarchiv (''Annahme'') || sorbischsprachiger Rundfunk seit 1948&amp;lt;ref name=&amp;quot;rundfunk&amp;quot;&amp;gt;Wikipedia (englisch): Sorbischer Rundfunk. URL: https://en.wikipedia.org/wiki/Sorbischer_Rundfunk, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;; DEFA-Gruppe „Sorbischer Film“ 1980-1990: knapp 40 Filme&amp;lt;ref name=&amp;quot;defa&amp;quot;&amp;gt;Deutsches Historisches Museum, Zeughauskino o. J.: Filmreihe „Sorbische Filmlandschaften“. URL: https://www.dhm.de/zeughauskino/filmreihe/sorbische-filmlandschaften/, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;; Sorbisches Museum: Audiokassetten, Schallplatten, Filmrollen, VHS&amp;lt;ref name=&amp;quot;smb2026&amp;quot;/&amp;gt;; Wendisches Museum: VHS-Kassetten, CDs&amp;lt;ref name=&amp;quot;wm2026&amp;quot;/&amp;gt;; SKA, SNE und Amateurbestände ''offen'' || kaum bekannt || teilweise: Filme des SKA über die Deutsche Fotothek bzw. im sächsischen Programm zur Sicherung des audiovisuellen Erbes digitalisiert&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;vls&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;avsachsen&amp;quot;&amp;gt;Leipziger Internet Zeitung 2020: Über 50.000 Film- und Tonminuten digitalisiert. Zwischenbilanz zur Sicherung des audiovisuellen Erbes in Sachsen, 16.09.2020. URL: https://www.l-iz.de/melder/wortmelder/2020/09/Ueber-50-000-Film-und-Tonminuten-digitalisiert-Zwischenbilanz-zur-Sicherung-des-audiovisuellen-Erbes-in-Sachsen-349190, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;; Umfang ''offen''; im DZ bisher ein einfacher 8-mm-Digitalisierer, hochwertige Filmdigitalisierung nur in Kooperation&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt;; das Sorbische Museum benötigt Technik für Ton-, Film- und Videoträger&amp;lt;ref name=&amp;quot;smb2026&amp;quot;/&amp;gt; || '''hoch''': Material und veraltete Abspieltechnik erfordern eine priorisierte Digitalisierung; bei Film drohen Essigsäure-Syndrom, Farbverblassung und Schrumpfung&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt;; Magnetbandformate sind veraltet, die routinemäßige Überspielung endete nach Einschätzung von UNESCO und IASA (Internationaler Verband der Schall- und audiovisuellen Archive) etwa 2025&amp;lt;ref name=&amp;quot;mta&amp;quot;&amp;gt;IASA o. J.: Announcing the Magnetic Tape Alert Project (UNESCO-Programm „Information for All“ und IASA). URL: https://iasa-web.org/node/5374, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''B4''' 3D-Objekte || Trachten und Textilien, Volkskunst, Ostereier, Keramik, Glas, Hausrat, Musikinstrumente, Kunstwerke || Sorbisches Museum, Wendisches Museum, Heimatmuseen und Heimatstuben, Trachtenfundi von Vereinen und Ensembles, private Sammlungen || Sorbisches Museum: ca. 42.000 Objekte insgesamt, davon materielle Kultur ca. 21.000 mit ca. 6.700 Trachten und Textilien und ca. 8.000 Werken bildender Kunst&amp;lt;ref name=&amp;quot;smb2026&amp;quot;/&amp;gt;; Wendisches Museum: größte Sammlung niedersorbischer Tracht&amp;lt;ref name=&amp;quot;wm&amp;quot;&amp;gt;Wendisches Museum Cottbus o. J.: Selbstdarstellung des Museums, Dokument im Ratsinformationssystem der Stadt Cottbus. URL: https://session.cottbus.de/oparl/bodies/0001/downloadfiles/00007050.pdf, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;, dazu u. a. Keramik, Glas, Musikinstrumente, Volkskunst mit großer Ostereiersammlung, Zahl ''offen''&amp;lt;ref name=&amp;quot;wm2026&amp;quot;/&amp;gt;; Sorbische Webstube Drebkau über 4.000 Ostereier&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt;; Heimatmuseum Dissen 6.700 inventarisierte Exponate (SKR-Konzept, S. 8)&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;/&amp;gt;; Jänschwalde über 40 Originaltrachten und über 1.000 Keramiken&amp;lt;ref name=&amp;quot;liste2026&amp;quot;/&amp;gt; || teilweise: Sorbisches Museum mit Inventarbüchern und Datenbank (HiDA)&amp;lt;ref name=&amp;quot;smb2026&amp;quot;/&amp;gt;, Wendisches Museum mit Adlib&amp;lt;ref name=&amp;quot;wm2026&amp;quot;/&amp;gt;, aber ohne verknüpfendes System (SKR-Konzept, S. 7)&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;/&amp;gt;; kleine Museen teils ohne Inventar&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt; || kaum bis teilweise: Sorbisches Museum erst teilweise digital erfasst&amp;lt;ref name=&amp;quot;smb2026&amp;quot;/&amp;gt;; Wendisches Museum digitalisiert derzeit vor allem Kunst und hat mit museum-digital begonnen&amp;lt;ref name=&amp;quot;wm2026&amp;quot;/&amp;gt;; acht Häuser mit sorbischem Schwerpunkt haben zusammen 401 Objekte auf museum-digital veröffentlicht (SKR-Konzept, S. 8)&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;/&amp;gt;; Pilot Drebkau: sorbische Ostereier fotografiert, 16 davon als 3D-Modell, auf museum-digital&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt; || Sorbisches Museum: Zustand weitgehend gut, keine akut gefährdeten Bestände bekannt, ca. 100 Objekte mit Pestiziden aus der DDR-Zeit belastet&amp;lt;ref name=&amp;quot;smb2026&amp;quot;/&amp;gt;; Textilien empfindlich; private Ausstellungen ohne Nachfolge (siehe 3.2.3)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''C1''' Orale Traditionen || Sprache und Dialekte, Erzählungen, Sagen, Zeitzeugenberichte || Sprecherinnen und Sprecher; dokumentiert durch SI und Rundfunk || ''offen'' || teilweise: Zeitzeugen-O-Töne im Wissensportal Sorabicon&amp;lt;ref name=&amp;quot;atlas&amp;quot;/&amp;gt;; Zeitzeugen-Sammlung des studijo LUCIJA auf YouTube&amp;lt;ref name=&amp;quot;lucija_youtube&amp;quot;&amp;gt;studijo LUCIJA YouTube Kanal. URL: https://www.youtube.com/@studijoLucija/videos, abgerufen am 30.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; || teilweise || '''hoch''' für das Niedersorbische: nach Angaben des Bundesinnenministeriums 2024 nur noch wenige hundert fließende Sprecherinnen und Sprecher&amp;lt;ref name=&amp;quot;sprache&amp;quot;&amp;gt;Universität Potsdam o. J.: Mehrsprachigkeit in Brandenburg – Sorbisch (mit Verweis auf BMI 2024 und Landesregierung Brandenburg 2024). URL: https://www.uni-potsdam.de/de/svm/mehrsprachigkeit-in-brandenburg/studentische-projekte/sorbisch, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;; die Sicherung des Wissens von Zeitzeuginnen und Zeitzeugen ist im DZ-Konzept als Auswahlkriterium genannt&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''C2''' Darstellende Künste || Musik, Lieder, Tanz, Theater, Chorgesang || SNE, Deutsch-Sorbisches Volkstheater, Chöre und Ensembles; dokumentiert durch Rundfunk und studijo LUCIJA&amp;lt;ref name=&amp;quot;lucija_youtube&amp;quot;/&amp;gt; || ''offen'' || ''offen'' || teilweise: neuere Aufnahmen meist ursprünglich digital (siehe D1) || vergängliche Formate wie Aufführungen, Ausstellungen und Veranstaltungen werden bisher zu wenig gesichert; einfache Wege wie 360-Grad-Aufnahmen wurden angeregt&amp;lt;ref name=&amp;quot;dk2026&amp;quot;/&amp;gt;; ältere Mitschnitte auf AV-Trägern (siehe B3); digitale Mitschnitte, die nicht langzeittauglich gelagert und nicht registriert sind (siehe D1 und D2)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''C3''' Rituale und Feste || Bräuche und Feste im Jahreslauf, u. a. Vogelhochzeit, Zampern, Zapust, Ostersingen, Osterreiten, Maibaum, Kirmes || MDR, rbb, studijo LUCIJA&amp;lt;ref name=&amp;quot;lucija_youtube&amp;quot;/&amp;gt;, Vereine, Dorfgemeinschaften, Kirchgemeinden || „Gesellschaftliche Bräuche und Feste der Lausitzer Sorben im Jahreslauf“ seit 2014 im Bundesweiten Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes&amp;lt;ref name=&amp;quot;ike&amp;quot;&amp;gt;Sorbisches Institut 2020: Aufruf und Fragebogen zur Erhebung sorbischer/wendischer Bräuche und Feste im Landkreis Spree-Neiße, 18.12.2020. URL: https://www.serbski-institut.de/wp-content/uploads/2022/03/IKE-Fragebogen-Aufruf_2020_12_189_DE.4701.pdf, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;iketour&amp;quot;&amp;gt;Sachsen-Tourismus 2025: Hintergrundtext Immaterielles Kulturerbe. URL: https://www.sachsen-tourismus.de/fileadmin/mediendatenbank_ALT/mediendatenbank/bilder/presse/rechercheideen/hintergrundtext-immaterielles-kulturerbe-2025.pdf, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; || teilweise: Erhebung im Landkreis Spree-Neiße durch das SI ab 2020&amp;lt;ref name=&amp;quot;ike&amp;quot;/&amp;gt; mit rund 500 dokumentierten Praktiken, Ergebnisse auf Sorabicon („lebendiges Kulturerbe in der Niederlausitz“)&amp;lt;ref name=&amp;quot;ike2023&amp;quot;&amp;gt;Sorbisches Institut 2023: Teilprojekt zum immateriellen Kulturerbe der Sorben/Wenden in der Niederlausitz im Vorhaben „Digitales Portal zu sorbischen und Lausitzer Sprach- und Kulturlandschaften“. Folien zum Institutstag. URL: https://www.serbski-institut.de/wp-content/uploads/2023/01/08_DigPortal-M5-Institutstag-neu.pdf, abgerufen am 30.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;atlas&amp;quot;/&amp;gt;; Oberlausitz ''offen'' || teilweise || Praxis im Wandel; frühere Ausprägungen nur über Dokumentation greifbar&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''C4''' Wissen über Natur und Universum || Volksglaube, Heil- und Sammelwissen, religiöse Praxis || Familien, Kirchgemeinden || ''offen'' || ''offen'' || ''offen'' || Wissen oft bei wenigen, teils älteren Personen (SKR-Konzept, S. 8)&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''C5''' Traditionelles Handwerk || Ostereiverzierung, Trachtenherstellung und -pflege, Weben, Flachs und Leinen, Töpfern || Handwerkerinnen und Handwerker, Vereine, Heimatmuseen, z. B. Sorbische Webstube Drebkau&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;/&amp;gt;, Kólasko Drachhausen&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019b&amp;quot;/&amp;gt; || ''offen'' || ''offen'' || ''offen'' || Wissen an wenige Personen gebunden; fehlender Nachwuchs (SKR-Konzept, S. 8)&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''D1''' Born-digital || Websites, soziale Medien, Musikvideos, Veranstaltungsmitschnitte, digitale Fotos und Videos, digitale Publikationen, Projektdaten, ältere Datenträger || Künstlerinnen und Künstler, studijo LUCIJA, Rundfunk, Verlage, Vereine, Einrichtungen || 2024 ermittelte das SKR 41 sorbische Musikvideos von 18 Künstlerinnen, Künstlern und Gruppen auf YouTube, das früheste von 2007&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt;; Sorbisches Museum: neue Sammlungskategorie „Datenträger“ mit 5 Objekten&amp;lt;ref name=&amp;quot;smb2026&amp;quot;/&amp;gt;; sonst ''offen'' || kaum; erste Erhebungen durch das SKR&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt; || – || '''hoch''': YouTube ist kein verlässlicher Speicherort, Inhalte können jederzeit entfernt werden; vorgeschlagen ist eine Notsicherung durch das DZ&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt;; keine systematische Sicherung sorbischer Web- und Social-Media-Inhalte bekannt; Webarchivierung in Deutschland insgesamt lückenhaft&amp;lt;ref name=&amp;quot;webarchiv&amp;quot;&amp;gt;netzpolitik.org 2026: Kritische Infrastruktur: Bei der Web-Archivierung fehlt die Strategie. URL: https://netzpolitik.org/2026/kritische-infrastruktur-bei-der-web-archivierung-fehlt-die-strategie/, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;; Masterdateien teils nur beim Erzeuger&amp;lt;ref name=&amp;quot;lucija&amp;quot;/&amp;gt;; ältere Speichermedien wie Disketten schwer lesbar&amp;lt;ref name=&amp;quot;smb2026&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''D2''' Digitalisate || digitale Repräsentationen aus den Klassen A bis C || SI, SLUB mit Deutscher Fotothek, Museen, Projekte || SI: 1.634 Dokumente auf Sachsen.Digital (2021)&amp;lt;ref name=&amp;quot;ldp&amp;quot;/&amp;gt;; Sorabicon: zwölf veröffentlichte Sammlungen (2026)&amp;lt;ref name=&amp;quot;atlas&amp;quot;/&amp;gt;; Repositorium digitalizat.de, öffentlich voraussichtlich ab ca. Q3/2026, Stand ''offen''&amp;lt;ref name=&amp;quot;dk2026&amp;quot;/&amp;gt; || teilweise: über Kataloge und die Deutsche Digitale Bibliothek nachgewiesen, teils als gemeinfrei gekennzeichnet&amp;lt;ref name=&amp;quot;ddb&amp;quot;&amp;gt;Deutsche Digitale Bibliothek o. J.: Wot togo narodu Jesu Christußa (1865), Datengeber: Sorbisches Institut / Sorbisches Kulturarchiv. URL: https://www.deutsche-digitale-bibliothek.de/item/3IVBZKDCQK6LHTOFW5HKYF235K6A4QEF, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; || – || Langzeiterhaltung nicht dauerhaft geregelt: Das DZ legt Digitalisate in einem Repositorium mit Datensicherung ab, ein Konzept für die Langzeitarchivierung im Dauerbetrieb steht aus&amp;lt;ref name=&amp;quot;dk2026&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.2.3 Bestände mit vorrangigem Digitalisierungsbedarf ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als vorrangig gilt ein Bestand, wenn mindestens einer der folgenden Gründe zutrifft:&lt;br /&gt;
# '''Materialverfall oder veraltete Technik:''' Der Träger zerfällt, oder Abspielgeräte sind kaum noch verfügbar.&lt;br /&gt;
# '''Ungesicherte Betreuung:''' Nachfolge, Räume oder Trägerschaft sind nicht gesichert.&lt;br /&gt;
# '''Unikat ohne Sicherung:''' Es gibt weder eine Kopie noch einen Nachweis an anderer Stelle.&lt;br /&gt;
# '''Schwindendes Wissen:''' Trägerinnen und Träger einer Praxis oder Zeitzeugen können nur noch begrenzte Zeit befragt werden.&lt;br /&gt;
# '''Ungesicherte digitale Dateien:''' Masterdateien fehlen, es gibt kein Zielarchiv, oder die Dateiformate veralten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die '''Dringlichkeit''' ist&lt;br /&gt;
* ''hoch'', wenn Verlust oder Unzugänglichkeit innerhalb weniger Jahre wahrscheinlich sind,&lt;br /&gt;
* ''mittel'', wenn ein Risiko erkennbar ist, der Zeitrahmen aber offen ist, und&lt;br /&gt;
* ''offen'', wenn die Lage nicht bekannt ist.&lt;br /&gt;
Die Herkunft der Dringlichkeit ist mit '''G''' gekennzeichnet, wenn der Bedarf von Trägern oder in ihren Unterlagen genannt wurde, und mit '''A''', wenn er aus der Analyse abgeleitet ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|+ Bestände mit vorrangigem Digitalisierungsbedarf&lt;br /&gt;
! Bestand / Bestandsgruppe !! Träger !! Klasse !! Grund !! Dringlichkeit !! Herkunft !! Quelle&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Ton-, Video- und Filmbestände auf Magnetband und Film || SKA, SNE, Rundfunk, Sorbisches Museum, Wendisches Museum, Amateurfilmer, Njepila-Hof u. a. || B3 || 1, 3 || hoch || G, A || &amp;lt;ref name=&amp;quot;smb2026&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;mta&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;ska&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Sprache und Erzählwissen der letzten muttersprachlichen Sprecherinnen und Sprecher des Niedersorbischen || – || C1 || 4 || hoch || A || &amp;lt;ref name=&amp;quot;sprache&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Zwei private Ausstellungen in der Oberlausitz, von den Betreibern im Ruhestand allein und ohne Förderung betreut (Stand 2019); eine davon inzwischen vom DZ als 3D-Raumscan erfasst, ihr dauerhafter Verbleib ist ungeklärt || privat || B4 || 2, 3 || hoch || G || &amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019b&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Private Sammlungen und Nachlässe, darunter Filme und Chroniken sowie ein Nachlass, dessen Sichtung und Bewertung 2019 erbeten wurde || privat || B1-B4 || 1, 2, 3 || hoch || G || &amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019b&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Veranstaltungsmitschnitte, die nicht zentral registriert sind und nur teilweise und komprimiert (''zu prüfen'') an das SKA gehen || studijo LUCIJA || D1 (C2, C3) || 5 || hoch || A || &amp;lt;ref name=&amp;quot;lucija&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Sorbische Musikvideos auf YouTube, Websites und soziale Medien || Künstlerinnen und Künstler, Gruppen, Einrichtungen || D1 || 5 || hoch || G ||&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;webarchiv&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Ältere Datenträger und ursprünglich digitale Objekte in Sammlungen, z. B. Disketten; Sammlungskategorie „Datenträger“ des Sorbischen Museums || Sorbisches Museum u. a. || D1 || 1, 5 || mittel || G || &amp;lt;ref name=&amp;quot;smb2026&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Ausstellungen kleiner Sammlungsorte ohne Langzeitperspektive, deren Sicherung im Ist-Zustand häufig gewünscht wird || Heimatstuben, kleine Museen || B4, A || 2 || mittel || G || &amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Archiv verschwundener Orte in Horno: Umzug 2019 geplant || Trägerschaft ''offen'' || B1, B2 || 2 || ''offen'' || G || &amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019b&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Sorbische Museum kennt in seinen eigenen Beständen keine akut gefährdeten Objekte.&amp;lt;ref name=&amp;quot;smb2026&amp;quot;/&amp;gt; Die Fotonegative des Kulturdenkmal-Inventars, die bis 2024 nahezu ausschließlich analog vorlagen, sind inzwischen digitalisiert.&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.2.4 Bedarfe der Kulturgutträger ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Neben dem Bedarf einzelner Bestände haben viele Kulturgutträger Bedarfe, die sie selbst betreffen. Sie werden hier gebündelt und der Seite des Angebots zugeordnet, an die sie sich richten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
! Bedarf !! Betroffene Träger !! Richtet sich an !! Herkunft !! Quelle&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Personal und Nachwuchs für Betreuung, Erfassung und Digitalisierung; keine Mittel für studentische Hilfskräfte || kleine Museen, Heimatstuben, ehrenamtliche Sammlungsorte; Sorbisches Museum, Wendisches Museum&amp;gt; || Rahmen (F), K2 || G || &amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;smb2026&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;wm2026&amp;quot;/&amp;gt;; SKR-Konzept, S. 7-8 und 29&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Laufende Finanzierung für Personal und Unterhalt; z. B. jährliches Ringen um Personalmittel in Dissen || kleine Museen || Rahmen (F) || G || &amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019b&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Fachliche Begleitung, Beratung und Schulung, auch zu einer Digitalstrategie und zum Umgang mit digitalen Sammlungsobjekten || kleine und ehrenamtliche Träger; Wendisches Museum; Sorbisches Museum || K1-K3, Rahmen || G || &amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;wm2026&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;smb2026&amp;quot;/&amp;gt;; SKR-Konzept, S. 10 und 30&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Inventarisierung und digitale Erschließung; Nachholbedarf wegen Personalmangels „teils bestandsgefährdend“; Erfassung von Metadaten mit Hilfskräften, ggf. mit KI-Unterstützung || kleine Museen, private Sammlungen, Domowina-Strukturen || K1 || G || SKR-Konzept, S. 7&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;/&amp;gt;; &amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2026&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Vernetzung und Kooperation; eine Dienstleistungs- und Ermöglichungsstruktur für die Digitalisierung || kleine Museen, Domowina || Rahmen (S) || G || &amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2026&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Sichtbarkeit und Präsentation; Katalog für die im Aufbau befindliche Fachbibliothek || sorbische Museen, kleine Museen; Wendisches Museum || K4 || G || &amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2020&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;smb2026&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;wm2026&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Sichtung und Bewertung von Nachlässen || private Nachlässe || K1, Prozessschritt „Bewerten“ || G || &amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019b&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Räume, Bausubstanz und Bewirtschaftung, z. B. Muzej Ćišinskeho, Dom Njechorńskeho || kleine Museen und Gedenkorte || Rahmen (Voraussetzung) || G || &amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019b&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2026&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Technik und Dienstleistung zur Digitalisierung von Ton-, Film-, Video- und Diaträgern || Sorbisches Museum, Wendisches Museum, kleine und private Träger || K2 || G || &amp;lt;ref name=&amp;quot;smb2026&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;wm2026&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Großformatige Scans über DIN A3 bis DIN A0, z. B. für Plakate und Kunstwerke auf Papier || Sorbisches Museum || K2 || G || &amp;lt;ref name=&amp;quot;smb2026&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Lesbarmachung älterer Speichermedien wie Disketten || Sorbisches Museum || K2, K3 || G || &amp;lt;ref name=&amp;quot;smb2026&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Digitalisierung mit Texterkennung von Verwaltungsdokumenten wie Kauf- und Leihverträgen, um Sammlungs- und Besitzstand und Provenienz zu sichern || Wendisches Museum || K2 || G || &amp;lt;ref name=&amp;quot;wm2026&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Klarheit über Leistungsrahmen, Laufzeit, Kapazität und Logistik des DZ sowie über seine Nutzbarkeit für brandenburgische Bestände || Wendisches Museum || K2, Rahmen || G || &amp;lt;ref name=&amp;quot;wm2026&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;dk2026&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Verbindlicher Ort für die langfristige Erhaltung von Digitalisaten und ursprünglich digitalen Aufnahmen || Domowina;studijo LUCIJA, Projekte, kleine Träger || K3 || G / A || &amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2026&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;lucija&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Rechteklärung: Bild- und Urheberrechte an Digitalisaten des DZ; Rundfunkproduktionen; Einwilligungen bei Veranstaltungsaufnahmen || Sorbisches Museum, Rundfunkproduktionen, Veranstaltungsaufnahmen || Rahmen || G / A || &amp;lt;ref name=&amp;quot;smb2026&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Sorbische Museum sieht bei Langzeitverfügbarkeit sowie bei Register und Metadaten keinen akuten Bedarf, da beides Teil seiner regulären Museumsarbeit sei. Es erwartet vom SKR vor allem eine einfachere Objektrecherche, Unterstützung beim Leihverkehr und größere Sichtbarkeit seiner Sammlung.&amp;lt;ref name=&amp;quot;smb2026&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.2.5 Erste Befunde ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* '''Ein Gesamtüberblick über die Bestände fehlt.''' 2020 wurde festgestellt, dass eine systematische Registrierung des sorbischen Kulturerbes fehlt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2020&amp;quot;/&amp;gt; 2025 beschrieb das SI die Bedingungen an den Sammlungsorten als „von vorbildlich bis prekär“; vieles liege nur analog vor, und die Digitalisierung stehe überwiegend am Anfang.&amp;lt;ref name=&amp;quot;skrhandout&amp;quot;&amp;gt;Sorbisches Institut 2025: Handout zum Pressegespräch „Konzept Sorbisches Kulturregister“, 20.11.2025. URL: https://www.serbski-institut.de/wp-content/uploads/2025/11/2025-11-20_Handout-Pressegespraech-SKR_Konzept.pdf, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Ein Überblick sei derzeit nicht möglich, weil die Sammlungsorte technisch „fraktioniert oder gar inkompatibel“ arbeiten (SKR-Konzept, S. 8).&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;/&amp;gt; Für ein Erbe von „viele[n] hunderttausend Entitäten“ fehle es an systematischer Erfassung mit eindeutigen Kennungen und gemeinsamen Metadaten.&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt; Auch die Domowina hat keinen Überblick über die Bestände in ihren Strukturen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2026&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
* '''Die bekannten Sammlungsorte sind nur ein Ausschnitt.''' Das SKR-Konzept nennt mehr als 70 Einrichtungen mit kulturerberelevantem Archivgut (S. 10), die Domowina verweist auf mindestens 70 Orte&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2026&amp;quot;/&amp;gt;. Im Arbeitskreis Lausitzer Museenland widmet sich etwa ein Drittel der 48 Heimatstuben und Regionalmuseen sorbischer Geschichte und Kultur (S. 7).&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;/&amp;gt; Die Arbeitsliste umfasst bisher rund 32 Orte.&amp;lt;ref name=&amp;quot;liste2026&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
* '''Zahlen gibt es nur für wenige große Träger.''' Größenordnungen liegen vor für das Sorbische Museum (ca. 42.000 Objekte), das Schriftgut des SI (mindestens 500.000 Druckseiten), die Sorbische Zentralbibliothek und das Kulturdenkmal-Inventar (1.760 Datensätze). Für das SKA, das Wendische Museum, die audiovisuellen Bestände und fast alle kleinen Träger fehlen sie. &amp;lt;mark&amp;gt;SKA anfragen&amp;lt;/mark&amp;gt;&lt;br /&gt;
* '''Wo der Zeitdruck am größten ist, ist am wenigsten bekannt.''' Das betrifft vor allem die analogen Ton-, Video- und Filmbestände sowie die Dokumentation des Niedersorbischen. Beide großen Museen nennen Technik für audiovisuelle Träger als Bedarf.&amp;lt;ref name=&amp;quot;smb2026&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;wm2026&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
* '''Online sichtbar ist nur ein Bruchteil.''' Acht Häuser mit sorbischem Schwerpunkt haben zusammen 401 Objekte auf museum-digital veröffentlicht; das Heimatmuseum Dissen mit 6.700 inventarisierten Exponaten noch keines (SKR-Konzept, S. 8).&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;/&amp;gt; Das Wendische Museum hat mit museum-digital begonnen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;wm2026&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
* '''Digital vorhanden heißt nicht gesichert.''' Ursprünglich digitale Aufnahmen, Musikvideos und Projektdaten haben teils kein Zielarchiv oder liegen nur bei ihrem Erzeuger (siehe 3.2.3). Welche Dienste für die langfristige Erhaltung (K3) bestehen oder geplant sind, untersucht Abschnitt 3.3, wer die Aufgabe übernimmt, Abschnitt 3.4.&lt;br /&gt;
* '''Das immaterielle Kulturerbe ist ungleich dokumentiert.''' Für die Niederlausitz gab es ab 2020 eine Erhebung der Bräuche und Feste,&amp;lt;ref name=&amp;quot;ike&amp;quot;/&amp;gt; für die Oberlausitz ist keine vergleichbare bekannt.&lt;br /&gt;
* '''Ein Teil des Erbes liegt außerhalb sorbischer Verantwortung oder außerhalb der Lausitz,''' etwa in Prag, Dresden, Görlitz, Berlin und Marbach, in nicht öffentlichen Rundfunkarchiven und bei der DEFA-Überlieferung.&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Ist-Analyse kann damit Struktur und Schwerpunkte benennen, aber keine vollständige Bestandsübersicht ersetzen. Eine institutionsübergreifende Bestands- und Bedarfserhebung mit Prioritätenliste ist eine eigene Aufgabe (vgl. das Ziel 2028 in [[#1.1 Visionen und Ziele für die sorbische digitale Welt|Abschnitt 1.1]]) und wird bei den Maßnahmen aufgegriffen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== 3.3 Kernfunktionen: Vorhaben, Systeme, Dienste ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieser Abschnitt beschreibt die Angebotsseite der Analyse: Welche Vorhaben, Systeme und Dienste decken die [[#2.3.2 Vier Kernfunktionen|vier Kernfunktionen]] heute ab, welche sind im Aufbau oder geplant, und welche Kulturgutträger können sie nutzen? Er stellt damit dem Bedarf aus [[#3.2 Bestände und Bedarfe|Abschnitt 3.2]] das vorhandene und geplante Angebot gegenüber. Wie Zuständigkeiten, Regeln und Finanzierung organisiert sind, untersucht Abschnitt 3.4.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Grundlage sind das Konzept des Digitalisierungszentrums (DZ) vom 13.08.2025&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt;, das Konzept des Sorbischen Kulturregisters (SKR) vom 20.11.2025&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;/&amp;gt;, das Protokoll des Digitalisierungskreises vom 21.04.2026&amp;lt;ref name=&amp;quot;dk2026&amp;quot;/&amp;gt;, die Rückmeldungen der Museen vom April 2026&amp;lt;ref name=&amp;quot;smb2026&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;wm2026&amp;quot;/&amp;gt; sowie öffentlich zugängliche Angaben der Betreiber. Einzelheiten zu jedem Vorhaben (Laufzeit, Finanzierung, Hinweise) stehen in [[12.3.A4 Vorhaben, Systeme und Dienste zur Digitalisierung des sorbischen Kulturerbes|Anhang 12.3.A4]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;mark&amp;gt;Die folgende Übersicht muss mit dem SI (DZ, SKR, SKA, Zentralbibliothek), der SLUB und den Museen bzgl. Korrektheit und Vollständigkeit abgestimmt werden.&amp;lt;/mark&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.3.1 Bewertungsmaßstab und Begriffe ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jedes Vorhaben wird mit zwei Merkmalen beschrieben. Bewertet werden dabei Dienste aus einrichtungsübergreifender Sicht, nicht die Arbeit einzelner Einrichtungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
; Reifegrad&lt;br /&gt;
: Entwicklungsstand nach dem Prüfraster in [[12.3.A2 Prüfraster zur Bewertung des Entwicklungsstandes beim Aufbau der Digitalisierung des Kulturerbes|Anhang 12.3.A2]]. Er zeigt zugleich, ob ein Angebot geplant (Stufe 1), im Aufbau (Stufe 2) oder nutzbar ist (Stufen 3 und 4). Wie im Prüfraster empfohlen, wird jede Kernfunktion getrennt bewertet. Für die Gesamtkette zählt die schwächste kritische Abhängigkeit mehr als der Durchschnitt.&lt;br /&gt;
; Trägerabdeckung&lt;br /&gt;
: Welche Kulturgutträger den Dienst heute tatsächlich nutzen können. Ist ein Dienst für einen größeren Kreis ausgelegt, steht das Ziel in Klammern. Ein Dienst, der alle Träger abdeckt, steht damit auch Dritten zur Verfügung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|+ Stufen der beiden Merkmale&lt;br /&gt;
! Reifegrad !! Trägerabdeckung&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;background:#f8d7da&amp;quot; | '''0''' · nicht begonnen: keine abgestimmten Ziele, Zuständigkeiten oder Verfahren || style=&amp;quot;background:#fde2c4&amp;quot; | '''eigene Bestände''': nur der Betreiber selbst&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;background:#fde2c4&amp;quot; | '''1''' · konzeptionell geklärt: Ziele, Rollen und Anforderungen beschrieben, noch nicht erprobt || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | '''einzelne Partner''': ausgewählte Träger, z. B. im Pilotbetrieb oder per Kooperationsvertrag&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | '''2''' · pilotiert: mit einzelnen Beständen oder Trägern praktisch erprobt || style=&amp;quot;background:#e8f0c8&amp;quot; | '''Teilgruppe''': alle Träger eines Landes oder einer Art, z. B. alle Museen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;background:#dff0d8&amp;quot; | '''3''' · teilweise im Regelbetrieb: Leistungen werden wiederholt erbracht, sind aber noch nicht vollständig verfügbar || style=&amp;quot;background:#c3e6cb&amp;quot; | '''alle Träger''' sorbischen Kulturerbes&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;background:#c3e6cb&amp;quot; | '''4''' · dauerhaft etabliert und überprüft: Zuständigkeiten, Finanzierung und Verfahren dauerhaft verankert || style=&amp;quot;background:#eeeeee&amp;quot; | '''–''': nicht anwendbar, z. B. bei Dokumentationen durch das SI&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Daraus ergibt sich der Maßstab für die Bewertung: Für jede Kernfunktion sollte mindestens ein Dienst oder ein abgestimmtes Bündel von Diensten mit Reifegrad 4 bestehen, das zusammen alle Kulturgutklassen und alle Träger abdeckt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den Tabellen kommen einige technische Begriffe vor:&lt;br /&gt;
; Kitodo&lt;br /&gt;
: Freie Software für Digitalisierungsabläufe. Kitodo.Production steuert die Arbeitsschritte vom Scan bis zum fertigen digitalen Objekt, Kitodo.Presentation stellt Digitalisate online bereit. Beide werden u. a. von der SLUB eingesetzt.&lt;br /&gt;
; METS/MODS, LIDO&lt;br /&gt;
: Standardformate für Metadaten. METS/MODS fasst ein Digitalisat mit seiner Struktur und Beschreibung zusammen und ist Grundlage z. B. für den DFG-Viewer, einen Online-Betrachter für Digitalisate. LIDO ist ein Austauschformat für Museumsobjekte.&lt;br /&gt;
; IIIF (International Image Interoperability Framework)&lt;br /&gt;
: Standard, über den Bilder und ihre Beschreibungen in verschiedenen Portalen und Betrachtern abgerufen werden können.&lt;br /&gt;
; PURL&lt;br /&gt;
: Persistent Uniform Resource Locator, eine dauerhafte Internetadresse, die auch bei einem Systemwechsel gleich bleibt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.3.2 Vorhaben und Dienste je Kernfunktion ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dienste, die mehrere Kernfunktionen abdecken, erscheinen bei jeder dieser Funktionen, weil ihr Reifegrad je Funktion verschieden sein kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|+ Vorhaben, Systeme und Dienste nach Kernfunktionen (Einzelheiten in Anhang 12.3.A4)&lt;br /&gt;
! Vorhaben / Dienst (Betreiber) !! Kulturgut-Klassen !! Reifegrad !! Trägerabdeckung heute (Ziel)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! colspan=&amp;quot;4&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left; background:#eaecf0&amp;quot; | K1 – Erfassen, beschreiben und verknüpfen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Sorbisches Kulturregister (SKR)''' (SI)&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;/&amp;gt; || alle || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | 2 · pilotiert (Regelbetrieb nach Personalausstattung möglich, Zeitpunkt offen) || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | einzelne Partner (Ziel: alle)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''museum-digital''' als Inventarisierungswerkzeug (Verbund museum-digital)&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt; || B1, B2, B4 || style=&amp;quot;background:#dff0d8&amp;quot; | 3 · teilweise Regelbetrieb || style=&amp;quot;background:#e8f0c8&amp;quot; | Teilgruppe: alle Museen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Bibliothekskatalog und Sorbische Bibliographie''' (Sorbische Zentralbibliothek)&amp;lt;ref name=&amp;quot;vls&amp;quot;/&amp;gt; || B1 || style=&amp;quot;background:#c3e6cb&amp;quot; | 4 · etabliert (''Annahme'') || style=&amp;quot;background:#fde2c4&amp;quot; | eigene Bestände&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Archivische Erschließung des SKA''', u. a. im Verbundkatalog Kalliope (SI)&amp;lt;ref name=&amp;quot;kitodo2021&amp;quot;&amp;gt;Böhmak, Wito 2021: Vortragsfolien zum Einsatz von Kitodo.Production am Sorbischen Institut (Nachlass Gotthold Schwela), Kitodo-Anwendertreffen 2021. URL: https://www.kitodo.org/fileadmin/groups/kitodo/Dokumente/Anwendertreffen_2021_Boehmak.pdf, abgerufen am 30.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; || B1-B3 || style=&amp;quot;background:#dff0d8&amp;quot; | 3 · teilweise Regelbetrieb (''Annahme'') || style=&amp;quot;background:#fde2c4&amp;quot; | eigene Bestände&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Inventardatenbanken der Museen''' (Sorbisches Museum: HiDA; Wendisches Museum: Adlib)&amp;lt;ref name=&amp;quot;smb2026&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;wm2026&amp;quot;/&amp;gt; || B1, B2, B4 || style=&amp;quot;background:#dff0d8&amp;quot; | 3 · teilweise Regelbetrieb || style=&amp;quot;background:#fde2c4&amp;quot; | eigene Bestände&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Datenbank sorbischer Kulturdenkmale''' (SI; Teilprojekt im Verbund DIKUSA)&amp;lt;ref name=&amp;quot;kdmsi&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;sorabiconkdm&amp;quot;&amp;gt;Sorabicon o. J.: Kulturdenkmale – Förderung. URL: https://sorabicon.de/en/cultural-memorials/about/grant/, abgerufen am 30.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; || A || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | 2 · pilotiert || style=&amp;quot;background:#eeeeee&amp;quot; | – (Dokumentation durch das SI)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Erhebung des immateriellen Kulturerbes in der Niederlausitz''' mit Belegdatenbank (SI)&amp;lt;ref name=&amp;quot;ike2023&amp;quot;/&amp;gt; || C1-C5 || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | 2 · pilotiert || style=&amp;quot;background:#eeeeee&amp;quot; | – (Dokumentation durch das SI)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Quellen zur sorbischen Geschichte 1918-1945''': Nachweis von Archivbeständen außerhalb der Lausitz (SI, Modul auf Sorabicon)&amp;lt;ref name=&amp;quot;quellen&amp;quot;&amp;gt;Heitmann, Clemens (Hrsg.) o. J.: Quellen zur sorbischen Geschichte 1918-1945. Modul im Wissensportal Sorabicon. URL: https://www1.sorabicon.de/en/sources-of-sorbian-history-1918-1945/, abgerufen am 30.10.2026; vgl. Heitmann, Clemens 2019: Digitales Archivportal zur Geschichte der Sorben. Arbeitsfortschritte und erste Ergebnisse. In: Lětopis 2019/1, S. 129-140.&amp;lt;/ref&amp;gt; || B1 || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | 2 · pilotiert, Projekt abgeschlossen || style=&amp;quot;background:#eeeeee&amp;quot; | – (Nachweis fremder Bestände)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! colspan=&amp;quot;4&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left; background:#eaecf0&amp;quot; | K2 – Digitalisieren und Qualität sichern&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Digitalisierungszentrum (DZ)''' (SI)&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;dk2026&amp;quot;/&amp;gt; || B1, B2, B4, A (Raumscans) || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | 2 · pilotiert (Regelbetrieb bis Ende 2027 vorgesehen, danach Finanzierung offen) || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | einzelne Partner, kostenfrei nur in Sachsen (Ziel: alle)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Filmdigitalisierung in Kooperation''' (DZ, Prüfung mit dem Medienzentrum der SLUB)&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt; || B3 || style=&amp;quot;background:#fde2c4&amp;quot; | 1 · konzeptionell || style=&amp;quot;background:#eeeeee&amp;quot; | – (Ziel: alle)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Landesdigitalisierungsprogramm Sachsen''' (SLUB)&amp;lt;ref name=&amp;quot;ldp&amp;quot;/&amp;gt; || B1 || style=&amp;quot;background:#dff0d8&amp;quot; | 3 · teilweise Regelbetrieb || style=&amp;quot;background:#e8f0c8&amp;quot; | Teilgruppe: Sachsen (''Annahme'')&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Deutsche Fotothek''', Kooperation mit dem SKA (SLUB)&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt; || B2, B3 || style=&amp;quot;background:#dff0d8&amp;quot; | 3 · teilweise Regelbetrieb || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | einzelne Partner: SKA&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''SAVE''', Landesprogramm zur Sicherung des audiovisuellen Erbes in Sachsen (SLUB mit dem Filmverband Sachsen)&amp;lt;ref name=&amp;quot;save2019&amp;quot;&amp;gt;Leipziger Internet Zeitung 2019: Sachsen startet Sicherung von historischen Film- und Tonaufnahmen, August 2019. URL: https://www.l-iz.de/melder/wortmelder/2019/08/Sachsen-startet-Sicherung-von-historischen-Film-und-Tonaufnahmen-292580, abgerufen am 30.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;save2026&amp;quot;&amp;gt;Loch, René 2026: Filminstitutionen protestieren gegen Kürzungen im sächsischen Doppelhaushalt. Leipziger Zeitung, 18.09.2026. URL: https://www.l-iz.de/kultur/film-tv/2026/09/filminstitutionen-protestieren-gegen-kuerzungen-im-saechsischen-doppelhaushalt-671028, abgerufen am 30.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; || B3 || style=&amp;quot;background:#dff0d8&amp;quot; | 3 · teilweise Regelbetrieb; Kürzungen ab 2027 geplant || style=&amp;quot;background:#e8f0c8&amp;quot; | Teilgruppe: Sachsen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Eigene Digitalisierung der Museen''' (Sorbisches Museum, Wendisches Museum)&amp;lt;ref name=&amp;quot;smb2026&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;wm2026&amp;quot;/&amp;gt; || B1, B2, B4 bis DIN A3 || style=&amp;quot;background:#dff0d8&amp;quot; | 3 · teilweise Regelbetrieb || style=&amp;quot;background:#fde2c4&amp;quot; | eigene Bestände&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! colspan=&amp;quot;4&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left; background:#eaecf0&amp;quot; | K3 – Langfristig erhalten&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Repositorium und Datenhaltung des DZ''' (SI)&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;dk2026&amp;quot;/&amp;gt; || D2 || style=&amp;quot;background:#fde2c4&amp;quot; | 1 · konzeptionell (Datenhaltung mit Sicherung erprobt, Langzeitarchivierung offen) || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | einzelne Partner (Ziel: alle)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Digitale Langzeitarchivierung der SLUB''' (SLUB)&amp;lt;ref name=&amp;quot;nestor&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;dk2026&amp;quot;/&amp;gt; || D1, D2 || style=&amp;quot;background:#c3e6cb&amp;quot; | 4 · etabliert für eigene Bestände (''Annahme'') || style=&amp;quot;background:#fde2c4&amp;quot; | eigene Bestände; für sorbische Träger ''offen''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Datensicherung der Museen''' (Sorbisches Museum, Wendisches Museum)&amp;lt;ref name=&amp;quot;smb2026&amp;quot;/&amp;gt; || eigene Digitalisate || style=&amp;quot;background:#eeeeee&amp;quot; | ''offen'' || style=&amp;quot;background:#fde2c4&amp;quot; | eigene Bestände&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Notsicherung ursprünglich digitaler Werke''' (DZ und SKR, Vorschlag)&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt; || D1 || style=&amp;quot;background:#fde2c4&amp;quot; | 1 · konzeptionell || style=&amp;quot;background:#eeeeee&amp;quot; | – (Vorschlag)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! colspan=&amp;quot;4&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left; background:#eaecf0&amp;quot; | K4 – Zugänglich machen und Nutzung ermöglichen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Sorabicon''', mehrsprachiges Wissensportal (SI)&amp;lt;ref name=&amp;quot;siposter&amp;quot;&amp;gt;Sorbisches Institut o. J.: Digitalisierung der sorbischen/wendischen Kulturdaten. Poster zum Drei-Säulen-Modell der Digitalisierungsstrategie des SI. URL: https://serbski-institut.de/wp-content/uploads/2021/11/A0-Druck_Digitalisierungsstrategie-SI.pdf, abgerufen am 30.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;sorabicon2024&amp;quot;&amp;gt;Bejmak, Wito; Slodička, Marek 2024: Sorabicon. Vortrag auf der 17. Tagung der AG Regionalportale, Dresden, 6.-8. Mai 2024. URL: https://hackmd.io/@Marek00/Sorabicon-17-AG-RegPortale, abgerufen am 30.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; || A, B1, C1, C3 || style=&amp;quot;background:#dff0d8&amp;quot; | 3 · teilweise Regelbetrieb || style=&amp;quot;background:#fde2c4&amp;quot; | eigene Bestände (kuratiert durch das SI)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Virtueller Lesesaal''' (SI)&amp;lt;ref name=&amp;quot;vls&amp;quot;/&amp;gt; || B1-B3 || style=&amp;quot;background:#dff0d8&amp;quot; | 3 · teilweise Regelbetrieb || style=&amp;quot;background:#fde2c4&amp;quot; | eigene Bestände&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Sachsen.digital''' und '''DFG-Viewer''' (SLUB)&amp;lt;ref name=&amp;quot;ldp&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;kitodo2021&amp;quot;/&amp;gt; || B1 || style=&amp;quot;background:#c3e6cb&amp;quot; | 4 · etabliert || style=&amp;quot;background:#e8f0c8&amp;quot; | Teilgruppe: Sachsen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''digitalizat.de''', Repositorium und Präsentation des DZ (SI)&amp;lt;ref name=&amp;quot;dk2026&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt; || B1, B2 || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | 2 · pilotiert || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | einzelne Partner (Ziel: alle)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Rechercheoberfläche des SKR''' mit Suche, Filtern und eigenen Seiten je Eintrag (SI, geplant)&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;/&amp;gt; || alle || style=&amp;quot;background:#fde2c4&amp;quot; | 1 · konzeptionell (''Annahme'') || style=&amp;quot;background:#eeeeee&amp;quot; | – (Ziel: alle)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''museum-digital''' (Verbund museum-digital)&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;wm2026&amp;quot;/&amp;gt; || B4, B2, B1 || style=&amp;quot;background:#dff0d8&amp;quot; | 3 · teilweise Regelbetrieb || style=&amp;quot;background:#e8f0c8&amp;quot; | Teilgruppe: alle Museen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Überregionale Portale''': Deutsche Digitale Bibliothek (DDB), Archivportal-D, Kalliope, Copernico&amp;lt;ref name=&amp;quot;fotothekddb&amp;quot;&amp;gt;Deutsche Digitale Bibliothek o. J.: Fotografie aus der Fotosammlung Ernst Tschernik. Datengeber: Sorbisches Institut / Sorbisches Kulturarchiv, geliefert über die Deutsche Fotothek. URL: https://www.deutsche-digitale-bibliothek.de/item/VYGCX4DORKMVYJG6JKMITHNBQ3QOC6JB, abgerufen am 30.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;copernico&amp;quot;&amp;gt;Sorbisches Institut 2026: Pressemitteilung zur Mitgliedschaft im Netzwerk „Copernico – Geschichte und kulturelles Erbe im östlichen Europa“, 28.07.2026. URL: https://idw-online.de/de/news875220, abgerufen am 30.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; || B1, B2 || style=&amp;quot;background:#c3e6cb&amp;quot; | 4 · etabliert || style=&amp;quot;background:#e8f0c8&amp;quot; | Teilgruppe: Einrichtungen mit eigenen Daten&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Sprachportale''' niedersorbisch.de und obersorbisch.de (SI, ''Annahme'')&amp;lt;ref name=&amp;quot;atlas&amp;quot;/&amp;gt; || C1 || style=&amp;quot;background:#dff0d8&amp;quot; | 3 · teilweise Regelbetrieb (''Annahme'') || style=&amp;quot;background:#fde2c4&amp;quot; | eigene Bestände&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kein heute nutzbarer Dienst deckt alle Träger ab. Für alle Träger ausgelegt sind bisher nur Vorhaben im Aufbau oder in Planung: SKR, DZ, digitalizat.de und die Rechercheoberfläche des SKR.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.3.3 Kurzbewertung der vier Kernfunktionen ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Kurzbewertung fasst die Tabelle aus einrichtungsübergreifender Sicht zusammen: Bewertet wird, was für das sorbische Kulturerbe insgesamt verfügbar ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|+ Kurzbewertung der Kernfunktionen&lt;br /&gt;
! Kernfunktion !! Reifegrad !! Trägerabdeckung heute !! Was funktioniert !! Was fehlt&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''K1''' Erfassen, beschreiben und verknüpfen || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | '''2''' · pilotiert || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | einzelne Partner (SKR-Pilot); Museen über museum-digital || Erfassung in den einzelnen Einrichtungen im Regelbetrieb; für Kulturdenkmale in Sachsen und das immaterielle Erbe der Niederlausitz erprobt; SKR-Prototyp mit Schnittstellen und Normdaten || kein einrichtungsübergreifender Nachweis im Regelbetrieb; kleine Träger und Privatsammlungen kaum erfasst; Personal des SKR über 2025 hinaus nicht gesichert (Stand ''offen''); Regeln für Masterdaten, Versionierung und Kennungen erst diskutiert&amp;lt;ref name=&amp;quot;dk2026&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''K2''' Digitalisieren und Qualität sichern || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | '''2''' · pilotiert || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | einzelne Partner; Landesangebote nur in Sachsen || DZ mit Technik, Kitodo-Arbeitsablauf und Piloten für Schriftgut, Fotos, 3D-Objekte und Räume; bewährte Landesangebote in Sachsen; Museen digitalisieren eigene Bestände bis A3 || Dienstleistungsbetrieb des DZ erst nach der Pilotphase; Leistungsrahmen und Logistik für Partner noch nicht beschrieben&amp;lt;ref name=&amp;quot;wm2026&amp;quot;/&amp;gt;; AV-Träger nur über Kooperationen; Großformate über A2 und ältere Datenträger ohne Angebot (''Annahme''); Zugang für brandenburgische Träger ungeklärt&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''K3''' Langfristig erhalten || style=&amp;quot;background:#fde2c4&amp;quot; | '''1''' · konzeptionell || style=&amp;quot;background:#fde2c4&amp;quot; | nur eigene Bestände || Datenhaltung mit Sicherung im DZ; Langzeitarchiv der SLUB für deren eigene Programme; Museen sichern eigene Daten || ein Dienst für die Langzeitarchivierung, der auch Dritten offensteht, ist noch nicht ausgearbeitet: das Konzept des DZ für den Dauerbetrieb steht aus&amp;lt;ref name=&amp;quot;dk2026&amp;quot;/&amp;gt;; keine Regeln für die Übernahme ursprünglich digitaler Dokumentationen (siehe 3.3.6); Nutzung der SLUB oder anderer Landeseinrichtungen und deren Kosten nicht geklärt&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''K4''' Zugänglich machen und Nutzung ermöglichen || style=&amp;quot;background:#dff0d8&amp;quot; | '''3''' · teilweise Regelbetrieb || style=&amp;quot;background:#e8f0c8&amp;quot; | Einrichtungen mit eigenen Daten; kleine und private Träger kaum || mehrere Angebote im Regelbetrieb: Sorabicon, Virtueller Lesesaal, Sachsen.digital, Deutsche Fotothek, museum-digital, DDB; Sorabicon und Kitodo.Presentation mehrsprachig || kein gemeinsamer Einstieg; digitalizat.de und die Rechercheoberfläche des SKR im Aufbau; Museumsobjekte kaum online; Nachnutzung teils durch Rechte eingeschränkt, z. B. Fotos des SKA mit dem Status „urheberrechtlich geschützt“&amp;lt;ref name=&amp;quot;fotothekddb&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kritische Abhängigkeiten zwischen den Kernfunktionen:&lt;br /&gt;
* '''K1 und K2:''' Laut Konzept setzt das DZ die Verzeichnung im SKR voraus, und das SKR soll die Masterdaten führen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;dk2026&amp;quot;/&amp;gt; In der Praxis vergibt das DZ für Digitalisate eigene dauerhafte Adressen (PURL), die nicht durchgängig mit dem SKR verknüpft werden (''zu prüfen'').&amp;lt;ref name=&amp;quot;dzpraxis&amp;quot;&amp;gt;Auskunft aus dem Digitalisierungskreis, Oktober 2026; schriftlicher Beleg noch einzuholen.&amp;lt;/ref&amp;gt; Damit entstehen Digitalisate ohne Registereintrag, und Metadaten werden womöglich doppelt gepflegt.&lt;br /&gt;
* '''K3 für alle:''' Nach der Bewertungsregel des Prüfrasters bestimmt das langfristige Erhalten als schwächstes Glied den Stand der Gesamtkette. Speichern ist nicht dasselbe wie langfristiges Erhalten (vgl. [[#2.3.4 Digitalisierungsdienst und Archiv|Abschnitt 2.3.4]]).&lt;br /&gt;
* '''K4:''' Die Sichtbarkeit hängt am Nachweis (K1) und an der Rechteklärung (siehe 3.4).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.3.4 Abdeckung nach Kulturgutklassen ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Matrix verdichtet die Tabelle aus 3.3.2 zur Frage, für welche Kulturgutklassen heute für Dritte nutzbare Dienste bestehen. Sie ist eine Einschätzung. Digitalisate (Klasse D2) sind in der Zeile ihrer Ausgangsklasse enthalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|+ Abdeckung der Kernfunktionen nach Kulturgutklassen&lt;br /&gt;
! Klasse !! K1 Erfassen !! K2 Digitalisieren !! K3 Erhalten !! K4 Zugänglich machen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''A''' Materiell – unbeweglich || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | '''teilweise:''' Kulturdenkmal-Datenbank (Sachsen); Niederlausitz im Aufbau || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | '''teilweise:''' Negative extern digitalisiert; Raumscans im DZ-Pilot || style=&amp;quot;background:#f8d7da&amp;quot; | '''Lücke:''' Datenhaltung im DZ, keine Langzeitarchivierung || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | '''teilweise:''' Atlas auf Sorabicon (78 Objekte)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''B1''' Schriftgut || style=&amp;quot;background:#c3e6cb&amp;quot; | '''gut:''' Bibliothekskatalog, Sorbische Bibliographie, Kalliope || style=&amp;quot;background:#c3e6cb&amp;quot; | '''gut:''' Landesdigitalisierungsprogramm (Sachsen); DZ-Pilot Periodika || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | '''teilweise:''' SLUB für Landesprogramme (''Annahme''); sonst ''offen'' || style=&amp;quot;background:#c3e6cb&amp;quot; | '''gut:''' Sachsen.digital, Virtueller Lesesaal, DDB, DFG-Viewer&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''B2''' Fotografien und Bildträger || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | '''teilweise:''' SKA, Fotodatenbanken der Museen; private Bestände kaum || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | '''teilweise:''' Deutsche Fotothek (nur SKA), DZ-Pilot, Dienstleister || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | '''teilweise:''' SLUB für Fotothek-Bestände (''Annahme''); sonst ''offen'' || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | '''teilweise:''' Deutsche Fotothek, DDB (nur SKA)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''B3''' Analoge AV-Träger || style=&amp;quot;background:#eeeeee&amp;quot; | '''unbekannt:''' Bestände kaum bekannt || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | '''teilweise:''' SAVE (nur Sachsen, Kürzungen geplant), Deutsche Fotothek (Filme des SKA); DZ nur 8 mm || style=&amp;quot;background:#eeeeee&amp;quot; | '''unbekannt''' || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | '''teilweise:''' einzelne Filme im Virtuellen Lesesaal&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''B4''' 3D-Objekte || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | '''teilweise:''' Museumsdatenbanken, museum-digital; kleine Träger teils ohne Inventar || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | '''teilweise:''' Museen bis A3; DZ-Pilot Drebkau; Projektförderung in Brandenburg || style=&amp;quot;background:#eeeeee&amp;quot; | '''unbekannt:''' Museen eigenverantwortlich || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | '''teilweise:''' museum-digital (401 Objekte aus Häusern mit sorbischem Schwerpunkt)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''C1''' Orale Traditionen || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | '''teilweise:''' Zeitzeugen-Aufnahmen des SI und des studijo LUCIJA, keine Systematik || style=&amp;quot;background:#eeeeee&amp;quot; | '''unbekannt:''' Aufnahmen durch SI, Rundfunk, studijo LUCIJA || style=&amp;quot;background:#eeeeee&amp;quot; | '''unbekannt''' || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | '''teilweise:''' Sorabicon, Sprachportale, YouTube&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''C2-C5''' Darstellende Künste, Rituale und Feste, Wissen, Handwerk || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | '''teilweise:''' Erhebung Niederlausitz (rund 500 Praktiken); Oberlausitz keine || style=&amp;quot;background:#f8d7da&amp;quot; | '''Lücke:''' keine systematische Dokumentation; Mitschnitte durch studijo LUCIJA und Rundfunk || style=&amp;quot;background:#f8d7da&amp;quot; | '''Lücke:''' Mitschnitte nur teilweise und komprimiert im SKA (''zu prüfen'') || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | '''teilweise:''' Sorabicon (Niederlausitz), Mediatheken, YouTube&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''D1''' Born-digital || style=&amp;quot;background:#f8d7da&amp;quot; | '''Lücke:''' erste Erhebung durch das SKR (41 Musikvideos) || style=&amp;quot;background:#f8f9fa&amp;quot; | – Übernahme statt Digitalisierung (siehe 3.3.6) || style=&amp;quot;background:#f8d7da&amp;quot; | '''Lücke:''' Notsicherung vorgeschlagen; keine Webarchivierung bekannt || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | '''teilweise:''' nur auf Plattformen der Erzeuger, ungesichert&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am besten abgedeckt ist das Schriftgut (B1), weil es an die Infrastruktur von Bibliotheken und Land anschließt. Für die in [[#3.2.3 Bestände mit vorrangigem Digitalisierungsbedarf|Abschnitt 3.2.3]] als besonders dringlich eingestuften Bestände – analoge AV-Träger, Dokumentationen des lebendigen Kulturgeschehens, ursprünglich digitale Werke – gibt es nur Teilangebote, und das langfristige Erhalten ist dort durchweg ungeklärt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.3.5 Durchgängigkeit der Prozesskette ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Kulturgut ist erst dann dauerhaft digital verfügbar, wenn es alle sechs [[#2.4.2 Prozessschritte im Detail|Prozessschritte]] durchlaufen hat. Die Abbildung ordnet den Schritten die heutigen Vorhaben zu und zeigt Reifegrad und Trägerabdeckung aus einrichtungsübergreifender Sicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Dataja:Wobraz K7.png|thumb|center|600px|Prozesskette mit heutigen Vorhaben, Reifegraden und Trägerabdeckung]]&amp;lt;ref&amp;gt;Mermaid Flowchart Code: [https://mermaid.live/edit#pako:eNqNVtFO60YQ_ZVRrqi4kYNwHFKaSpVAoa0Et0LklkptKrG2x87erNfWeg0FBF_DP_SFp-bHenbtkJTeS-s8bHZ2Z_acObNj3_eSMuXehHo7O_dSSzuh-3kvU-VNshDGznt-fmNEVUmd_yJTu3C2g_F-QPOehu-sEgmWnDXyRiP0ctt4-PBADzs7c_0SlT4ezzXRLPxt3rvq90P660-aiaJgpekrYpOJumbd79PuafjeLV6wzDg3IqWhd8Re1ei8Lo1lStnQR7N6yjFi74lZcIxF2GuSRSEsG8lKscZS7Gzau_wkGYMSTS3tHe2eS1Xa9y56vwsm4pSTJSJNiKW-Azhen_MtLWFiZzcyWViHZfUcs8mNQ6pTfoHRv5r3fveghy3bYUsol7UFLsOOMmAlC7jGb7I-vQBMU9rS3lZ-w7GMlSztgpf1UlihytxZT4WCtWL3_0c5PXLjUapk7P4UTc1NMUhlLuHwX3TPIZZGrnZx9qDNUEAfEAKoPd9X8TZko5Zs5GHyDUMoRzQDyZw7mhdiUbB-RTV07ifaIiEsU6fjJyRzk2cqnXhIwydeWo__jLWDXSP3hWwKyrlSQtuATo302msqM4iyATdqwY3cydMWuazXWlRm9Zx1Ogw_p8P013W1tHWbLFCsEzoTkL1Ot8I5UJUp4VkUAU258aToe6cgNAtodnR54mJ0GY1lTUfR_9Qk6A4UGvkscQ10Y1xpd3g2ZA9asge-DEyykNdrpjVSyqZlGn1Ohinujl4I5fMuC8e8kJZm3s_Z4AIU-R2Dsw_tb9bs7OdjDydbPRtygjvYXSL4C_zc_m7rMdd29QRyGxLjlsTYnXgOXzC0axq6sXedXqNXLHwyZyXOkUmp3dqlNLZx3cDQGddIn1BbKu518vnCeK3Xv6-P3zY9_gKjraIFTpe4lp9u84oeonwTaXSKopPXML70saVoig37kAaD79BA2iFqh1E7HLTDuG0xNNhDB75CV7N0WqJiKkuX4N-godo7J5nXJBU1xAycT9cNz434A-WnHWBKG4iZQ4Jc5nTNZqlXz1VmgYf2_NHO8ezkByfKJtkaOaQj1AtOCYd70d7RcEL7XciY81I77khZSMsWmiw1pMCFXarVE14LWBtS5a4WtPXTiCxLdcOyZleAaJusYnaN03ezEZg0bBYiQ3KtQDeE36Zo6PHx0eF0s0ThpTLljExImVRq8i5LeZiMArThcsmTd_Hh-CCMg6RUpZm8C4X7_dNxuHbMsmjLUYwPxf7-W45R55hm2X56-OIYJV-Po_QNR8X55kg8L57f-GftOfJPtziAtnjHGnGLV297AXw81E2AYjHhliUMZsMAhWSGW8Yx8G6myJ6DMde9gHoFm0LI1H0t4KMAdwK3GZN5L-VMNApfCw9uG4qvnN3qBEvWNAxLU6Wo7qkUrgV05oe_AfVO9_k hier klicken], abgerufen am 30.10.2026&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie weit die Kette heute tatsächlich reicht, zeigen sechs Beispiele:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|+ Beispiele durchgängiger und unterbrochener Ketten (grün: vorhanden · gelb: teilweise oder ''Annahme'' · rot: fehlt oder ''offen'')&lt;br /&gt;
! Beispiel !! 1-2 Erfassen, registrieren !! 3 Bewerten, freigeben !! 4 Digitalisieren !! 5 Archivieren !! 6 Präsentieren !! Bewertung&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Drucke und Handschriften des SI''' || style=&amp;quot;background:#c3e6cb&amp;quot; | Bibliothekskatalog (K10plus) || style=&amp;quot;background:#c3e6cb&amp;quot; | Auswahl durch das SI im Landesprogramm || style=&amp;quot;background:#c3e6cb&amp;quot; | Landesdigitalisierungsprogramm || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | SLUB (''Annahme'') || style=&amp;quot;background:#c3e6cb&amp;quot; | Sachsen.digital, DDB || durchgängig, auf Schriftgut des SI beschränkt&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Nachlass Schwela (SKA)''' || style=&amp;quot;background:#c3e6cb&amp;quot; | Kalliope || style=&amp;quot;background:#c3e6cb&amp;quot; | Auswahl durch das SI, Förderung durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft || style=&amp;quot;background:#c3e6cb&amp;quot; | Kitodo im SI || style=&amp;quot;background:#f8d7da&amp;quot; | ''offen'' || style=&amp;quot;background:#c3e6cb&amp;quot; | DFG-Viewer, Archivportal-D, DDB, Sorabicon || durchgängig bis auf das Erhalten; drittmittelfinanziert&amp;lt;ref name=&amp;quot;kitodo2021&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;sorabicon2024&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Fotosammlungen des SKA''' || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | Verzeichnisse des SKA (Umfang ''offen'') || style=&amp;quot;background:#c3e6cb&amp;quot; | Kooperationsvertrag || style=&amp;quot;background:#c3e6cb&amp;quot; | Deutsche Fotothek || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | SLUB (''Annahme'') || style=&amp;quot;background:#c3e6cb&amp;quot; | Deutsche Fotothek, DDB || durchgängig, nur für das SKA&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Kulturdenkmale in Sachsen''' || style=&amp;quot;background:#c3e6cb&amp;quot; | Inventar seit 2000; 1.760 Datensätze im SKR&amp;lt;ref name=&amp;quot;kdmsi&amp;quot;/&amp;gt; || style=&amp;quot;background:#c3e6cb&amp;quot; | Projektentscheidung (DIKUSA) || style=&amp;quot;background:#c3e6cb&amp;quot; | Negative 2024 extern digitalisiert; Qualitätssicherung mit Kitodo im DZ vorgesehen || style=&amp;quot;background:#f8d7da&amp;quot; | Datenhaltung im DZ, Langzeitarchivierung ''offen'' || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | Atlas auf Sorabicon (bisher 26 Objekte aus dem sächsischen Teil) || bis zur Präsentation erprobt; Erhalten ''offen''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Ostereier der Sorbischen Webstube Drebkau''' || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | Excel-Inventar, Erfassung in museum-digital || style=&amp;quot;background:#c3e6cb&amp;quot; | Pilot mit eingeworbenen Projektmitteln || style=&amp;quot;background:#c3e6cb&amp;quot; | Fotos durch das DZ, 16 3D-Modelle im Makerspace der SLUB || style=&amp;quot;background:#f8d7da&amp;quot; | Rückgabe an den Träger mit Empfehlungen || style=&amp;quot;background:#c3e6cb&amp;quot; | museum-digital || Kette bricht beim Erhalten ab&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Veranstaltungsmitschnitte des studijo LUCIJA''' || style=&amp;quot;background:#f8d7da&amp;quot; | nicht zentral registriert || style=&amp;quot;background:#f8d7da&amp;quot; | keine abgestimmte Auswahl || style=&amp;quot;background:#f8f9fa&amp;quot; | – ursprünglich digital || style=&amp;quot;background:#f8d7da&amp;quot; | teilweise und komprimiert an das SKA (''zu prüfen'') || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | YouTube, ungesichert || keine geregelte Kette&amp;lt;ref name=&amp;quot;lucija&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;lucija_youtube&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Andere Darstellung:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|+ Beispiele durchgängiger und unterbrochener Ketten&amp;lt;br&amp;gt;(grün: vorhanden · gelb: teilweise oder ''Annahme'' · rot: fehlt oder ''offen'')&lt;br /&gt;
! Prozessschritt !! Stand&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! colspan=&amp;quot;2&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left; background:#eaecf0&amp;quot; | Drucke und Handschriften des SI – durchgängig, auf Schriftgut des SI beschränkt&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1-2 Erfassen, registrieren || style=&amp;quot;background:#c3e6cb&amp;quot; | Bibliothekskatalog (K10plus)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 3 Bewerten, freigeben || style=&amp;quot;background:#c3e6cb&amp;quot; | Auswahl durch das SI im Landesprogramm&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 4 Digitalisieren || style=&amp;quot;background:#c3e6cb&amp;quot; | Landesdigitalisierungsprogramm&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 5 Archivieren || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | SLUB (''Annahme'')&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 6 Präsentieren || style=&amp;quot;background:#c3e6cb&amp;quot; | Sachsen.digital, DDB&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! colspan=&amp;quot;2&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left; background:#eaecf0&amp;quot; | Nachlass Schwela (SKA) – durchgängig bis auf das Erhalten; drittmittelfinanziert&amp;lt;ref name=&amp;quot;kitodo2021&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;sorabicon2024&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1-2 Erfassen, registrieren || style=&amp;quot;background:#c3e6cb&amp;quot; | Kalliope&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 3 Bewerten, freigeben || style=&amp;quot;background:#c3e6cb&amp;quot; | Auswahl durch das SI, Förderung durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 4 Digitalisieren || style=&amp;quot;background:#c3e6cb&amp;quot; | Kitodo im SI&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 5 Archivieren || style=&amp;quot;background:#f8d7da&amp;quot; | ''offen''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 6 Präsentieren || style=&amp;quot;background:#c3e6cb&amp;quot; | DFG-Viewer, Archivportal-D, DDB, Sorabicon&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! colspan=&amp;quot;2&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left; background:#eaecf0&amp;quot; | Fotosammlungen des SKA – durchgängig, nur für das SKA&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1-2 Erfassen, registrieren || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | Verzeichnisse des SKA (Umfang ''offen'')&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 3 Bewerten, freigeben || style=&amp;quot;background:#c3e6cb&amp;quot; | Kooperationsvertrag&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 4 Digitalisieren || style=&amp;quot;background:#c3e6cb&amp;quot; | Deutsche Fotothek&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 5 Archivieren || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | SLUB (''Annahme'')&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 6 Präsentieren || style=&amp;quot;background:#c3e6cb&amp;quot; | Deutsche Fotothek, DDB&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! colspan=&amp;quot;2&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left; background:#eaecf0&amp;quot; | Kulturdenkmale in Sachsen – bis zur Präsentation erprobt; Erhalten ''offen''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1-2 Erfassen, registrieren || style=&amp;quot;background:#c3e6cb&amp;quot; | Inventar seit 2000; 1.760 Datensätze im SKR&amp;lt;ref name=&amp;quot;kdmsi&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 3 Bewerten, freigeben || style=&amp;quot;background:#c3e6cb&amp;quot; | Projektentscheidung (DIKUSA)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 4 Digitalisieren || style=&amp;quot;background:#c3e6cb&amp;quot; | Negative 2024 extern digitalisiert; Qualitätssicherung mit Kitodo im DZ vorgesehen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 5 Archivieren || style=&amp;quot;background:#f8d7da&amp;quot; | Datenhaltung im DZ, Langzeitarchivierung ''offen''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 6 Präsentieren || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | Atlas auf Sorabicon (bisher 26 Objekte aus dem sächsischen Teil)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! colspan=&amp;quot;2&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left; background:#eaecf0&amp;quot; | Ostereier der Sorbischen Webstube Drebkau – Kette bricht beim Erhalten ab&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1-2 Erfassen, registrieren || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | Excel-Inventar, Erfassung in museum-digital&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 3 Bewerten, freigeben || style=&amp;quot;background:#c3e6cb&amp;quot; | Pilot mit eingeworbenen Projektmitteln&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 4 Digitalisieren || style=&amp;quot;background:#c3e6cb&amp;quot; | Fotos durch das DZ, 16 3D-Modelle im Makerspace der SLUB&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 5 Archivieren || style=&amp;quot;background:#f8d7da&amp;quot; | Rückgabe an den Träger mit Empfehlungen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 6 Präsentieren || style=&amp;quot;background:#c3e6cb&amp;quot; | museum-digital&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! colspan=&amp;quot;2&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left; background:#eaecf0&amp;quot; | Veranstaltungsmitschnitte des studijo LUCIJA – keine geregelte Kette&amp;lt;ref name=&amp;quot;lucija&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;lucija_youtube&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1-2 Erfassen, registrieren || style=&amp;quot;background:#f8d7da&amp;quot; | nicht zentral registriert&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 3 Bewerten, freigeben || style=&amp;quot;background:#f8d7da&amp;quot; | keine abgestimmte Auswahl&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 4 Digitalisieren || style=&amp;quot;background:#f8f9fa&amp;quot; | – ursprünglich digital&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 5 Archivieren || style=&amp;quot;background:#f8d7da&amp;quot; | teilweise und komprimiert an das SKA (''zu prüfen'')&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 6 Präsentieren || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | YouTube, ungesichert&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durchgängig sind bisher vor allem Ketten, die an bestehende Landes- und Bibliotheksinfrastruktur anschließen. Ketten für Museumsobjekte und für das lebendige Kulturgeschehen brechen spätestens beim langfristigen Erhalten ab. Über die Auswahl (Schritt 3) entscheidet bisher die jeweilige Einrichtung oder das Projekt. Das im DZ-Konzept vorgesehene Lenkungsgremium aus den vier hauptamtlichen Sammlungseinrichtungen und dem SKR ist nach den vorliegenden Unterlagen noch nicht eingerichtet, seine Kriterien sind noch festzulegen (DZ-Konzept, S. 7-8).&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt; Dies wird in Abschnitt 3.4 vertieft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.3.6 Sonderfall: Übernahme ursprünglich digitaler Dokumentationen ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein wachsender Teil des Kulturerbes entsteht von vornherein digital: Veranstaltungsmitschnitte, Musikvideos, Websites und Beiträge in sozialen Medien, digitale Fotos von Vereinen, Projektdaten. Hier entfällt die Digitalisierung (K2). An ihre Stelle tritt die geregelte Übernahme in ein Archiv (Ingest, vgl. [[#2.3.4 Digitalisierungsdienst und Archiv|Abschnitt 2.3.4]]). Dafür sind mehrere Bausteine nötig. Ihr heutiger Stand:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|+ Bausteine einer geregelten Übernahme und ihr Stand&lt;br /&gt;
! Baustein !! Stand heute !! Quelle&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Zuständigkeit und Sammlungsauftrag''' || style=&amp;quot;background:#f8d7da&amp;quot; | nicht festgelegt. Das DZ erwartet eine Daueraufgabe gemeinsam mit SKA und SKR, die archivischen Strategien „stehen noch am Anfang“ (DZ-Konzept, S. 23). Die Frage „Wer sammelt?“ wurde 2023 offen gestellt. || &amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;lorenz2023&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Auswahl''' || style=&amp;quot;background:#f8d7da&amp;quot; | keine Kriterien für ursprünglich digitale Dokumentationen; das DZ-Konzept nennt Priorisierungskriterien nur allgemein (S. 8) || &amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Rechte und Übernahmevereinbarung''' || style=&amp;quot;background:#f8d7da&amp;quot; | bei YouTube-Musikvideos ungeklärt; für Veranstaltungsmitschnitte ist keine schriftliche Vereinbarung bekannt (''offen'') || &amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;lucija&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Format- und Qualitätsvorgaben''' (Masterdateien statt komprimierter Kopien, Prüfsummen, technische Metadaten) || style=&amp;quot;background:#f8d7da&amp;quot; | keine bekannt; Mitschnitte des studijo LUCIJA gehen nur teilweise und komprimiert an das SKA (''zu prüfen''), die Masterdateien bleiben beim Studio || &amp;lt;ref name=&amp;quot;lucija&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Verzeichnung''' || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | Das SKR hat 2024 41 Musikvideos von 18 Künstlerinnen, Künstlern und Gruppen erhoben und verweist auf YouTube. Wie ursprünglich digitale Werke im Datenmodell des SKR behandelt werden, ist ''zu prüfen''. || &amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Langzeitarchiv''' || style=&amp;quot;background:#f8d7da&amp;quot; | keines; vorgeschlagen ist eine Notsicherung als lokale Kopie. Das Sorbische Museum wünscht Beratung zu seiner neuen Sammlungskategorie „Datenträger“. || &amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;smb2026&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Webarchivierung''' || style=&amp;quot;background:#f8d7da&amp;quot; | keine systematische Sicherung sorbischer Websites und sozialer Medien bekannt; ob die Deutsche Nationalbibliothek oder die SLUB sorbische Websites erfassen, ist ''offen'' || &amp;lt;ref name=&amp;quot;webarchiv&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Rundfunkproduktionen''' || style=&amp;quot;background:#f8d7da&amp;quot; | Archive von MDR und rbb nicht öffentlich zugänglich; 2019 standen die Produktionen dem SKA aus rechtlichen Gründen nicht zur Verfügung || &amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.3.7 Erste Befunde ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* '''Das Angebot ist in Bewegung, aber überwiegend projektgebunden.''' Das DZ ist bis Ende 2027 finanziert, die befristete Stelle für das SKR endete laut Konzept Ende 2025 (heutiger Stand ''offen''), Sorabicon wächst projektweise.&amp;lt;ref name=&amp;quot;dk2026&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;siposter&amp;quot;/&amp;gt; Kein heute nutzbarer Dienst deckt alle Träger ab; für alle Träger ausgelegt sind nur Vorhaben im Aufbau oder in Planung.&lt;br /&gt;
* '''Am weitesten ist das Zugänglichmachen, am schwächsten das langfristige Erhalten.''' K4 erreicht Reifegrad 3, K3 nur Reifegrad 1 und deckt nur eigene Bestände ab. Nach dem Prüfraster bestimmt K3 als schwächstes Glied den Stand der Gesamtkette.&lt;br /&gt;
* '''Register und DZ sind konzeptionell eng verzahnt, in der Praxis noch nicht durchgängig.''' Das Konzept sieht vor, dass jedes Objekt einmal hochwertig digitalisiert und über das SKR mit dauerhaften Adressen nachnutzbar wird.&amp;lt;ref name=&amp;quot;dk2026&amp;quot;/&amp;gt; In der Praxis vergibt das DZ eigene dauerhafte Adressen, die nicht durchgängig mit dem SKR verknüpft werden (''zu prüfen'').&amp;lt;ref name=&amp;quot;dzpraxis&amp;quot;/&amp;gt; Ohne gesicherten Betrieb des SKR und ohne Regeln für Masterdaten droht ein Nebeneinander statt einer Kette.&lt;br /&gt;
* '''Was heute verlässlich funktioniert, stützt sich auf sächsische Landesinfrastruktur.''' Landesdigitalisierungsprogramm, Deutsche Fotothek, SAVE und Sachsen.digital werden von der SLUB getragen. Für brandenburgische Träger gibt es keinen vergleichbaren Dienst, sondern Projektförderung&amp;lt;ref name=&amp;quot;diwa2023&amp;quot;&amp;gt;Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landes Brandenburg (MWFK) 2023: Übersicht geförderter Projekte im Förderprogramm zur Digitalisierung des kulturellen Erbes 2023. URL: https://mwfk.brandenburg.de/sixcms/media.php/9/%C3%9Cbersicht%20gef%C3%B6rderter%20Projekte%20Digitalisierung%20Kulturelles%20Erbe%202023.pdf, abgerufen am 30.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;diwa2026&amp;quot;&amp;gt;MWFK o. J.: Fördergrundsätze „Förderung und Begleitung des digitalen Wandels im Kulturbereich im Land Brandenburg 2026“ (DIWA). URL: https://mwfk.brandenburg.de/sixcms/media.php/9/FG_DIWA_2026.pdf, abgerufen am 30.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; und museum-digital. Auch das DZ ist derzeit nur in Sachsen kostenfrei.&lt;br /&gt;
* '''Für die großen und die gefährdeten Bestände gibt es nur Teilangebote.''' Das betrifft die Museumsobjekte (B4), allein im Sorbischen Museum rund 21.000 Objekte der materiellen Kultur, und die analogen AV-Träger (B3), die am stärksten gefährdet sind. Das sächsische Landesprogramm für AV-Träger soll ab 2027 gekürzt werden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;save2026&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
* '''Ursprünglich digitale Dokumentationen haben keinen geregelten Übernahmeweg.''' Das betrifft vor allem das lebendige Kulturgeschehen (C2, C3) und neue digitale Ausdrucksformen.&lt;br /&gt;
* '''Kleine Träger können heute praktisch nur museum-digital selbst nutzen.''' Das DZ soll sie künftig beraten und für sie digitalisieren, ist aber noch nicht im Dienstleistungsbetrieb.&lt;br /&gt;
* '''Ein gemeinsamer Zugang fehlt.''' Die Konzepte sehen drei Ebenen vor: das SKR als einrichtungsübergreifenden Nachweis mit Recherche, digitalizat.de für die Digitalisate des DZ und Sorabicon als kuratiertes Schaufenster.&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;dk2026&amp;quot;/&amp;gt; Ist das digitale Kulturerbe vollständig im SKR verzeichnet, kann die Recherche dort zusammenlaufen. Welche Plattform den einheitlichen Einstieg für Nutzerinnen und Nutzer bietet, ist offen und wird in Abschnitt 3.4 aufgegriffen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== 3.4 Governance ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieser Abschnitt prüft, ob der organisatorische Rahmen das Angebot aus [[#3.3 Kernfunktionen: Vorhaben, Systeme, Dienste|Abschnitt 3.3]] zusammenhält und dauerhaft trägt. Governance meint hier die Regeln und Strukturen, mit denen die Beteiligten gemeinsam entscheiden, Standards vereinbaren, Rechte klären und den Betrieb finanzieren. Der Abschnitt behandelt vier Fragen:&lt;br /&gt;
* '''Steuerung und Zuständigkeiten:''' Wer koordiniert, und wer entscheidet über Auswahl und Freigabe?&lt;br /&gt;
* '''Standards und Austausch:''' Welche Metadaten-, Format- und Austauschstandards gelten, und wo werden sie abgestimmt?&lt;br /&gt;
* '''Rechte und Einwilligungen:''' Wie werden Nutzungsrechte, Einwilligungen und Zugänge geregelt?&lt;br /&gt;
* '''Betrieb und Finanzierung:''' Wer betreibt die Kernfunktionen, und sind sie dauerhaft oder nur projektweise finanziert?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Maßstab sind die drei Erfolgsbedingungen aus [[#2.5.9.2 Drei Erfolgsbedingungen – was gilt für alle Kernfunktionen?|Abschnitt 2.5.9.2]]. Sie werden am Ende mit den Reifegraden aus [[12.3.A2 Prüfraster zur Bewertung des Entwicklungsstandes beim Aufbau der Digitalisierung des Kulturerbes|Anhang 12.3.A2]] bewertet (siehe 3.4.5). Grundlage sind der Staatsvertrag über die Stiftung&amp;lt;ref name=&amp;quot;stv&amp;quot;&amp;gt;Staatsvertrag zwischen dem Land Brandenburg und dem Freistaat Sachsen über die Errichtung der „Stiftung für das sorbische Volk“. URL: https://www.revosax.sachsen.de/vorschrift/5360.1, abgerufen am 30.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;, das Finanzierungsabkommen von 2026&amp;lt;ref name=&amp;quot;fin2026&amp;quot;&amp;gt;Bundesministerium des Innern, Freistaat Sachsen und Land Brandenburg 2026: Bund, Sachsen und Brandenburg sichern Fortbestand der Stiftung für das sorbische Volk. Gemeinsame Pressemitteilung vom 19.05.2026. URL: https://zalozba.de/fileadmin/user_upload/Dokumente/Pressemitteilungen/2026-05-19__PM_BMI_Bund_Sachsen_Brandenburg_sichernFortbestandStiftung.pdf, abgerufen am 30.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;, die Konzepte von DZ und SKR&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;/&amp;gt;, das Protokoll des Digitalisierungskreises vom 21.04.2026&amp;lt;ref name=&amp;quot;dk2026&amp;quot;/&amp;gt; und die Bedarfserklärungen der Träger vom April 2026&amp;lt;ref name=&amp;quot;smb2026&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;wm2026&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2026&amp;quot;/&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;mark&amp;gt;Die folgende Analyse muss mit der Stiftung, dem SI und den Museen bzgl. Korrektheit und Vollständigkeit abgestimmt werden.&amp;lt;/mark&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.4.1 Steuerung und Zuständigkeiten ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Stiftung für das sorbische Volk ist der zentrale Förderer. Ihre Organe sind der Stiftungsrat, in dem Vertreterinnen und Vertreter des sorbischen Volkes, des Bundes, beider Länder und der Kommunen sitzen, der Parlamentarische Beirat und der Direktor.&amp;lt;ref name=&amp;quot;stv&amp;quot;/&amp;gt; 2018 gab der Stiftungsrat eine Strategie für Digitalisierungsprojekte in Auftrag. Daraus entstand das sorbische Digitalisierungskonzept, veröffentlicht im Mai 2021. Seit Juli 2021 koordiniert ein Digitalisierungsbeauftragter in der Stiftungsverwaltung die Digitalisierungsaktivitäten der sorbischen Institutionen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;stiftung2023&amp;quot;&amp;gt;Stiftung für das sorbische Volk 2023: 25 Jahre Stiftung für das sorbische Volk – 30 Jahre Staatsvertrag. Broschüre, Bautzen, S. 89.&amp;lt;/ref&amp;gt; Ein Gremium, das für das Kulturerbe verbindlich über Auswahl, Standards oder Zugang entscheidet, gibt es nicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|+ Wer steuert und entscheidet heute?&lt;br /&gt;
! Aufgabe !! Zuständig heute !! Stand&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Strategie und Förderung''' || Stiftung für das sorbische Volk (Stiftungsrat, Direktor, Digitalisierungsbeauftragter); Digitalisierungskonzept als Orientierungsrahmen&amp;lt;ref name=&amp;quot;stiftung2023&amp;quot;/&amp;gt; || style=&amp;quot;background:#dff0d8&amp;quot; | eingerichtet&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Fachlicher Austausch''' || Digitalisierungskreis || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | Austausch ja, keine Entscheidungsbefugnis&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Auswahl und Freigabe von Digitalisierungsvorhaben''' || die jeweilige Einrichtung oder das Projekt. Das DZ-Konzept sieht ein Lenkungsgremium aus den hauptamtlichen sorbischen Sammlungseinrichtungen und dem SKR vor. Das DZ selbst soll nicht entscheiden, was digitalisiert wird (DZ-Konzept, S. 7-8).&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt; Als Idealvorgehen gilt: erst im SKR verzeichnen, dann priorisiert ein Fachgremium nach Kriterien.&amp;lt;ref name=&amp;quot;dk2026&amp;quot;/&amp;gt; || style=&amp;quot;background:#fde2c4&amp;quot; | Lenkungsgremium konzipiert, nicht eingerichtet; Kriterien nur beispielhaft genannt&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Steuerung des Registers''' || SI. Das SKR soll Qualität sichern und über Kooperationsverträge technische Standards setzen; ein Beirat aus Fachleuten für Sorabistik, Museologie, Digital Humanities sowie Bibliotheks- und Archivwesen ist vorgesehen. Die Datenpartner bleiben für ihre Daten verantwortlich und entscheiden über deren Einbringung (SKR-Konzept, S. 13-14 und 21).&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;/&amp;gt; || style=&amp;quot;background:#fde2c4&amp;quot; | Beirat konzipiert, Stand ''offen''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Gemeinsamer Zugang für Nutzerinnen und Nutzer''' || je Plattform: SKR, digitalizat.de und Sorabicon betreibt das SI, Sachsen.digital die SLUB, museum-digital die Museen selbst (siehe 3.3.7) || style=&amp;quot;background:#f8d7da&amp;quot; | keine Zuständigkeit für die Gesamtentscheidung&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Zugang zu kleinen Trägern''' || Domowina mit Regionalverbänden und Ortsgruppen. Der Kulturausschuss der Domowina sah sich 2020 als ehrenamtliches Gremium nicht in der Lage, die Koordination zu leisten.&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2020&amp;quot;/&amp;gt; 2026 wünscht die Domowina eine Dienstleistungs- und Ermöglichungsstruktur.&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2026&amp;quot;/&amp;gt; || style=&amp;quot;background:#f8d7da&amp;quot; | keine feste Anlaufstelle&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Länderübergreifende Abstimmung''' || Sachsen und Brandenburg fördern getrennt. Sächsische Träger können das DZ über Strukturmittel nutzen; die Nutzung für brandenburgische Bestände soll bilateral zwischen SI, Stiftung und Wendischem Museum geklärt werden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;dk2026&amp;quot;/&amp;gt; || style=&amp;quot;background:#fde2c4&amp;quot; | Einzelfallklärung&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Mitwirkung der Gemeinschaft''' || über den Stiftungsrat; ein Verfahren, in dem Kulturgutträger und Gemeinschaft bei Auswahl, Beschreibung und Zugang mitentscheiden, ist nicht bekannt (''offen'') || style=&amp;quot;background:#fde2c4&amp;quot; | nicht geregelt&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als mögliche Kriterien für die Auswahl nennt das DZ-Konzept: virtueller Bestandserhalt gefährdeter Einrichtungen, Sicherung des Wissens von Zeitzeuginnen und Zeitzeugen, Forschungsrelevanz, Bedeutung für die sorbische Identität, Verknüpfbarkeit mit anderen Ressourcen und wirtschaftlicher Nachnutzen (S. 8).&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt; Sie decken sich teilweise mit den Dringlichkeitsgründen aus [[#3.2.3 Bestände mit vorrangigem Digitalisierungsbedarf|Abschnitt 3.2.3]]. Beschlossen sind sie nicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Offen ist auch, wer über den '''gemeinsamen Zugang''' entscheidet. Die Konzepte sehen drei Ebenen vor: das SKR als einrichtungsübergreifenden Nachweis, digitalizat.de für die Digitalisate des DZ und Sorabicon als kuratiertes Schaufenster.&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;/&amp;gt; Welche Plattform den Einstieg bietet und wie die Angebote der Museen und der SLUB eingebunden werden, betrifft alle Träger. Bisher ist diese Entscheidung keinem Gremium zugeordnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.4.2 Standards und Austausch ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die großen Einrichtungen arbeiten mit etablierten Standards ihrer Sparte. SKR und DZ haben ein gemeinsames technisches Modell konzipiert und teilweise erprobt. Das DZ-Konzept erklärt die Metadatenstandards des SKR für verbindlich (S. 29).&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt; Einen von allen Trägern beschlossenen Mindeststandard gibt es nicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|+ Standards: heute genutzt, konzipiert, offen&lt;br /&gt;
! Bereich !! Heute genutzt !! Konzipiert oder erprobt !! Offen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Erschließung und Metadaten''' || Bibliotheken: Verbundkatalog K10plus; Archive: Kalliope; Museen: HiDA, Adlib, museum-digital&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;smb2026&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;wm2026&amp;quot;/&amp;gt; || SKR: eigene Ontologie auf Basis verknüpfter Daten (RDF) unter Rückgriff auf CIDOC (Referenzmodell für Museumsinformation) und GND; Bereitstellung in LIDO und MODS (SKR-Konzept, S. 16 und 28)&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;/&amp;gt; || gemeinsamer Metadatenkern mit Pflichtfeldern für alle Träger; Regeln, wer die Masterdaten führt und wie Änderungen abgeglichen und versioniert werden&amp;lt;ref name=&amp;quot;dk2026&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Normdaten und Kennungen''' || Normdaten der Verbünde; URN mit Institutionscode im Publikationsserver Qucosa des SI&amp;lt;ref name=&amp;quot;dk2026&amp;quot;/&amp;gt; || SKR: GND, GeoNames, VIAF, Wikidata; dauerhafte Adressen (PURL) mit Registerpräfix (SKR-Konzept, S. 16 und 21)&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;/&amp;gt; || Basisadresse der PURL; Kennungsschema mit Institutionspräfix nur diskutiert&amp;lt;ref name=&amp;quot;dk2026&amp;quot;/&amp;gt;; DZ vergibt in der Praxis eigene PURL (''zu prüfen'')&amp;lt;ref name=&amp;quot;dzpraxis&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Digitalisierung und Dateiformate''' || TIFF für Masterdateien, JPEG für die Nutzung; Orientierung an den DFG-Praxisregeln „Digitalisierung“ (DZ-Konzept, S. 31 und 33)&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt; || Kitodo-Arbeitsablauf mit METS/MODS; Texterkennung mit Werkzeugen des Projekts OCR-D, Volltexte in ALTO und TEI (DZ-Konzept, S. 17-18)&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt; || verbindliche Qualitätsvorgaben je Kulturgutart, besonders für AV-Träger, 3D-Objekte und ursprünglich digitale Dokumentationen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Austausch und Schnittstellen''' || Lieferung an DDB, Archivportal-D und Sachsen.digital&amp;lt;ref name=&amp;quot;fotothekddb&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;ldp&amp;quot;/&amp;gt; || SKR: Programmierschnittstelle (REST) und OAI-PMH im Prototyp, Abfrageschnittstelle für verknüpfte Daten (SPARQL) vorgesehen, Übernahme aus museum-digital (SKR-Konzept, S. 21 und 27-28)&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;/&amp;gt;; Bildbereitstellung über IIIF (DZ-Konzept, S. 21 und 33)&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt; || dokumentierte und praktisch getestete Schnittstellen zwischen SKR, DZ und den Systemen der Museen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Langzeiterhaltung''' || Datensicherung in den Einrichtungen; SLUB mit eigener Langzeitarchivierung&amp;lt;ref name=&amp;quot;nestor&amp;quot;/&amp;gt; || DZ strebt die dauerhafte Datenhaltung der originalen Bilddigitalisate an (DZ-Konzept, S. 8)&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt;; unterschieden wird zwischen Datenhaltung mit Sicherung und echter Langzeitarchivierung&amp;lt;ref name=&amp;quot;dk2026&amp;quot;/&amp;gt; || Konzept für den Dauerbetrieb; Vorgaben nach Standards wie dem Referenzmodell OAIS oder dem Metadatenstandard PREMIS; Prüfsummen, Wiederherstellungstests, Formatmigration&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Mehrsprachigkeit''' || Sorabicon mehrsprachig; Kitodo.Presentation mit mehrsprachiger Oberfläche&amp;lt;ref name=&amp;quot;sorabicon2024&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt; || SKR: Bezeichnungen und Beschreibungen in Ober- und Niedersorbisch, Deutsch und Englisch als Teil des Datenmodells, erweiterbar („4+-Sprachigkeit“, SKR-Konzept, S. 16-18)&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;/&amp;gt; || Übertragung auf die Erfassung bei den Trägern und im DZ; sorbischsprachige kontrollierte Vokabulare (''offen'')&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Abstimmung in Gremien''' || Einbindung des SI in überregionale Netzwerke, z. B. AG Regionalportale, Verbund DIKUSA, Copernico&amp;lt;ref name=&amp;quot;sorabicon2024&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;kdmsi&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;copernico&amp;quot;/&amp;gt; || SKR setzt Standards über Kooperationsverträge (SKR-Konzept, S. 13-14)&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;/&amp;gt; || kein sorbisches Gremium, das Standards gemeinsam beschließt und ihre Einhaltung prüft&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.4.3 Rechte und Einwilligungen ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Rechtefragen bestimmen, was digitalisiert, gespeichert und gezeigt werden darf. Bisher sind sie nur in Grundsätzen und von Fall zu Fall geregelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Was vereinbart ist:'''&lt;br /&gt;
* Das DZ braucht vor der Digitalisierung eine ausreichende Erlaubnis des Objektgebers. Die Rechteklärung soll vor Projektbeginn erfolgen und vertraglich dokumentiert werden. Zu unterscheiden sind Digitalisierung, interne Nutzung, Übergabe an die liefernde Einrichtung, öffentliche Präsentation und Nachnutzung durch Dritte. Eingeschränkte Nutzungsformen wie Vorschau, geringere Auflösung oder nur interne Bereitstellung sind möglich. Eigentümer, Datengeber und Rechteinhaber sollen in den Metadaten erkennbar bleiben.&amp;lt;ref name=&amp;quot;dk2026&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Der Vertrag zwischen DZ und Partner soll Umfang, Haftung, Datenhaltung, Präsentation und etwaige Nutzungsentgelte regeln. Das Eigentum an den Digitalisaten bleibt beim Partner (DZ-Konzept, S. 8-9 und 11).&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Im SKR bleiben die Datenpartner für ihre Daten verantwortlich und entscheiden über deren Einbringung.&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;/&amp;gt; Regeln zu Lizenzen und Zugangsstufen enthält das SKR-Konzept nach erster Durchsicht nicht (''zu prüfen'').&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Was die Praxis zeigt:'''&lt;br /&gt;
* Die Lizenzangaben sind uneinheitlich: Ein Teil der Digitalisate des SI ist als gemeinfrei gekennzeichnet&amp;lt;ref name=&amp;quot;ddb&amp;quot;/&amp;gt;, Fotos des SKA tragen den Status „urheberrechtlich geschützt“&amp;lt;ref name=&amp;quot;fotothekddb&amp;quot;/&amp;gt;.&lt;br /&gt;
* Bei sorbischen Musikvideos auf YouTube prägen Rechtefragen jeden Einzelfall (DZ-Konzept, S. 22).&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt; Sorbischsprachige Produktionen von MDR und rbb standen dem SKA 2019 aus rechtlichen Gründen nicht zur Verfügung.&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt; Für Veranstaltungsmitschnitte des studijo LUCIJA ist keine schriftliche Vereinbarung über Rechte und Übergabe bekannt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;lucija&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Erste Vorlagen für die Regelung von Nutzungsrechten gibt es in einzelnen Einrichtungen. Der Domowina-Verlag (LND) hat im Zusammenhang mit Arbeitsverträgen einen Anhang zu Nutzungsrechten. Das WITAJ-Sprachzentrum hat eine Präambel und Vereinbarungen zu internen Daten, angekauften Werken sowie zur Sammlung und Veröffentlichung von Texten. Beide Einrichtungen haben ihre Vorlagen dem Digitalisierungskreis in seiner Sitzung am 18.06.2026 zur Orientierung bereitgestellt. Dort wurde auch festgehalten, dass Nutzungsrechte an Texten, Fotos, Tonaufnahmen und anderen Inhalten, die im Arbeitskontext entstehen, klarer geregelt werden sollten.&amp;lt;ref name=&amp;quot;dk2026b&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Der Rechtsrahmen bietet Spielräume, die bisher nicht systematisch genutzt werden. Kulturerbe-Einrichtungen dürfen nicht verfügbare Werke unter bestimmten Bedingungen nicht kommerziell online zugänglich machen (§ 61d Urheberrechtsgesetz, UrhG).&amp;lt;ref name=&amp;quot;urhg61d&amp;quot;&amp;gt;Urheberrechtsgesetz (UrhG), § 61d Nicht verfügbare Werke. URL: https://www.gesetze-im-internet.de/urhg/__61d.html, abgerufen am 30.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Fotos und Scans gemeinfreier visueller Werke begründen keine eigenen Leistungsschutzrechte (§ 68 UrhG).&amp;lt;ref name=&amp;quot;urhg68&amp;quot;&amp;gt;Urheberrechtsgesetz (UrhG), § 68 Vervielfältigungen gemeinfreier visueller Werke. URL: https://www.gesetze-im-internet.de/urhg/__68.html, abgerufen am 30.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Was fehlt:'''&lt;br /&gt;
* einheitliche Rechte- und Zugangskategorien, die je Objekt oder Bestand dokumentiert werden, von „nur Metadaten öffentlich“ bis „nicht zugänglich“ (vgl. [[#2.5.6 Mukurtu und Plateau Peoples' Web Portal|Abschnitt 2.5.6]]);&lt;br /&gt;
* einrichtungsübergreifende Musterverträge und Musterklauseln für Übergaben, Digitalisierung und Veröffentlichung; einzelne Vorlagen gibt es bei LND und WITAJ (siehe oben);&lt;br /&gt;
* Regeln für Einwilligungen bei Zeitzeugen-Interviews und Veranstaltungsaufnahmen, einschließlich des Datenschutzes (''Annahme'': bisher je Projekt geregelt);&lt;br /&gt;
* ein Verfahren, in dem rechtliche Zulässigkeit und kulturelle Angemessenheit getrennt geprüft werden, sowie Wege für Korrekturen, Beschwerden und nachträgliche Sperrungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Digitalisierungskreis befasst sich mit Urheber- und Nutzungsrechten anhand konkreter Nutzungsszenarien. Für diese Szenarien wird eine rechtliche Einschätzung erarbeitet. Die dazu für den 18.06.2026 geplante Sitzung wurde verschoben, weil die Einschätzung noch nicht vorlag.&amp;lt;ref name=&amp;quot;dk2026b&amp;quot;&amp;gt;Digitalisierungskreis 2026: Protokoll der Sitzung „Nutzungsszenarien für sprachtechnologische Anwendungen“ vom 18.06.2026, Entwurf (obersorbisch). Unveröffentlicht; interne Referenz: 2026-06-18_HSB_Protokol_Digitalizaciski_kruh_Rěčnotechnologiske_naloženja.pdf.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Prüfung ist noch nicht abgeschlossen (Stand Oktober 2026).&amp;lt;ref name=&amp;quot;dkinfo&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!-- Ergebnisse nach Abschluss der rechtlichen Einschätzung ergänzen, soweit veröffentlichbar. --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.4.4 Betrieb und Finanzierung ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Stiftung selbst ist langfristig finanziert. Im Mai 2026 vereinbarten Bund, Sachsen und Brandenburg das fünfte Finanzierungsabkommen: rund 29,3 Mio. Euro für 2026 und jährliche Erhöhungen bis 2030. Der Bund trägt die Hälfte, Sachsen ein Drittel, Brandenburg ein Sechstel. Digitalisierungsprojekte werden ausdrücklich als Förderziel genannt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;fin2026&amp;quot;/&amp;gt; Der Haushalt der Stiftung weist für 2026 gesonderte Zuwendungen für Digitalisierungsprojekte aus, 195.000 Euro vom Bund und 130.000 Euro von Sachsen, dazu knapp 5 Mio. Euro Bundesmittel für den Strukturwandel.&amp;lt;ref name=&amp;quot;hh2026&amp;quot;&amp;gt;Stiftung für das sorbische Volk 2026: Haushaltssatzung 2026. URL: https://zalozba.de/fileadmin/user_upload/Dokumente/Haushaltsplaene/HHSatzung_2026.pdf, abgerufen am 30.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Welcher Anteil davon auf das Kulturerbe entfällt, ist ''offen''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die einrichtungsübergreifenden Dienste für das Kulturerbe laufen dagegen überwiegend als befristete Projekte:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|+ Betreiber und Finanzierung je Kernfunktion&lt;br /&gt;
! Kernfunktion !! Einrichtungsübergreifender Dienst (Betreiber) !! Finanzierung heute !! Gesichert bis&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''K1''' Erfassen || Sorbisches Kulturregister (SI) || Projektstelle bis Ende 2025 (SKR-Konzept, S. 2), heutiger Stand ''offen''; Regelbetrieb braucht 2,5 Fachstellen und 0,5 Stellen für Hilfskräfte, Zeithorizont 15-20 Jahre (S. 31-32)&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;/&amp;gt; || style=&amp;quot;background:#f8d7da&amp;quot; | ''offen''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''K2''' Digitalisieren || Digitalisierungszentrum (SI) || Aufbauprojekt, bis 2027 projektbezogen gesichert (Mittelgeber ''zu prüfen''); für sächsische Träger derzeit kostenfrei&amp;lt;ref name=&amp;quot;dk2026&amp;quot;/&amp;gt; || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | Ende 2027&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''K2''' Digitalisieren || Landesprogramme der SLUB (Landesdigitalisierungsprogramm, SAVE) || Freistaat Sachsen; Kürzungen bei SAVE im Entwurf des Doppelhaushalts 2027/28&amp;lt;ref name=&amp;quot;save2026&amp;quot;/&amp;gt; || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | jährlicher Landeshaushalt&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''K3''' Erhalten || Datenhaltung des DZ (SI) || wie DZ; für den Dauerbetrieb ist ein Konzept erforderlich. Zum Vergleich: echte Langzeitarchivierung kostet bei der SLUB derzeit ca. 800 Euro je TB und Jahr.&amp;lt;ref name=&amp;quot;dk2026&amp;quot;/&amp;gt; || style=&amp;quot;background:#f8d7da&amp;quot; | Ende 2027; Dauerbetrieb ''offen''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''K4''' Zugänglich machen || Sorabicon, Virtueller Lesesaal (SI) || Grundbetrieb des SI (''Annahme''); Inhalte wachsen über Projekte, z. B. das „Digitale Portal zu sorbischen und Lausitzer Sprach- und Kulturlandschaften“ (2022-2031) im Bundesförderprogramm „Sorbische Sprache und Kultur im Strukturwandel“&amp;lt;ref name=&amp;quot;digportal&amp;quot;&amp;gt;Sorbisches Institut o. J.: Digitales Portal zu sorbischen und Lausitzer Sprach- und Kulturlandschaften. Poster zum Gesamtvorhaben. URL: https://serbski-institut.de/wp-content/uploads/2021/11/A0-Druck_DigPortal-Gesamtvorhaben.pdf, abgerufen am 30.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | Grundbetrieb ''offen''; Projekt bis 2031&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''K4''' Zugänglich machen || digitalizat.de (SI) || wie DZ (''Annahme'') || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | Ende 2027 (''Annahme'')&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Damit sind für alle vier Kernfunktionen Betreiber benannt, für alle einrichtungsübergreifenden Dienste mit Ausnahme der Landesprogramme das SI. Für die Zeit ab 2028 braucht das DZ ein Modell für Basisfinanzierung, Personal, Infrastruktur, Repositorium und Dienstleistungsbetrieb. Unterschieden wird zwischen einem Grundbetrieb, der dauerhaft finanziert werden muss, und der Digitalisierung einzelner Sammlungen, für die Drittmittel beantragt werden können. Eine Gebühren- oder Kostenlogik für Leistungen an Dritte ist nicht entschieden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;dk2026&amp;quot;/&amp;gt; Ein Konzept für Trägerwechsel, Projektende oder den Ausfall eines Dienstleisters ist nicht bekannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.4.5 Bewertung der drei Erfolgsbedingungen ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die drei Erfolgsbedingungen aus [[#2.5.9.2 Drei Erfolgsbedingungen – was gilt für alle Kernfunktionen?|Abschnitt 2.5.9.2]] werden mit den Prüfkriterien der Handlungsfelder 1 bis 3 des [[12.3.A2 Prüfraster zur Bewertung des Entwicklungsstandes beim Aufbau der Digitalisierung des Kulturerbes|Prüfrasters]] bewertet. Die Bewertung ist eine Einschätzung auf Grundlage der genannten Quellen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|+ Reifegrad der drei Erfolgsbedingungen&lt;br /&gt;
! Erfolgsbedingung !! Reifegrad !! Was vorhanden ist !! Was fehlt&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''1. Gemeinsam entscheiden und Rechte abgestuft regeln''' || style=&amp;quot;background:#fde2c4&amp;quot; | '''1''' · konzeptionell geklärt || Stiftung als Förderer mit Digitalisierungskonzept und Digitalisierungsbeauftragtem; Lenkungsgremium und Auswahlkriterien im DZ-Konzept beschrieben; Grundsätze zur Rechteklärung im Digitalisierungskreis vereinbart; regelmäßiger Austausch im Digitalisierungskreis || kein eingerichtetes Gremium für Auswahl, Freigabe und gemeinsamen Zugang; keine schriftlich festgelegten Entscheidungsrechte für Träger und Gemeinschaft; keine einheitlichen Rechte- und Zugangskategorien, Musterverträge oder Verfahren für Beschwerden und Sperrungen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''2. Gemeinsame Standards, Mehrsprachigkeit und technische Anschlussfähigkeit sichern''' || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | '''2''' · pilotiert (Langzeiterhaltung: 1) || etablierte Spartenstandards in Bibliothek, Archiv und Museen; technisches Modell von SKR und DZ mit Normdaten, METS/MODS, LIDO, IIIF und Schnittstellen in Prototyp und Piloten erprobt; Mehrsprachigkeit im Datenmodell des SKR vorgesehen || kein beschlossener gemeinsamer Metadatenkern; Regeln für Masterdaten, Versionierung und Kennungen offen; Qualitätsvorgaben je Kulturgutart und Vorgaben zur Langzeiterhaltung nicht festgelegt; kein niedrigschwelliger Einstieg für kleine Träger außer museum-digital; kein Gremium, das Standards beschließt&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''3. Dauerhafte Verantwortung und Finanzierung sichern''' || style=&amp;quot;background:#fde2c4&amp;quot; | '''1''' · konzeptionell geklärt || Stiftung bis 2030 finanziert; Betreiber für alle Kernfunktionen benannt; Personalbedarf des SKR beziffert; Unterscheidung von Grundbetrieb und Projektdigitalisierung || Dauerbetrieb von SKR (ab 2026) sowie DZ und Datenhaltung (ab 2028) nicht finanziert; Übergang von der Projekt- in die Betriebsphase nicht geregelt; keine Kostenlogik für Dritte; kein Ausstiegs- und Übergabekonzept&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach der Bewertungsregel des Prüfrasters zählt die schwächste kritische Abhängigkeit. Für die Governance sind das die Erfolgsbedingungen 1 und 3: Es fehlen verbindliche Entscheidungswege und eine Finanzierung des Dauerbetriebs. Beides begrenzt auch die Reife der Dienste aus Abschnitt 3.3. Ein Dienst kann Reifegrad 4 erst erreichen, wenn Zuständigkeiten, Finanzierung und Verfahren dauerhaft verankert sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.4.6 Erste Befunde ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* '''Die Förderung ist gesichert, der Betrieb der gemeinsamen Dienste nicht.''' Die Stiftung ist bis 2030 finanziert. SKR, DZ und Datenhaltung hängen dagegen an befristeten Mitteln; die Projektstelle für das SKR lief laut Konzept Ende 2025 aus.&amp;lt;ref name=&amp;quot;fin2026&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;dk2026&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
* '''Es gibt Austausch, aber keinen Ort für verbindliche Entscheidungen.''' Der Digitalisierungskreis berät, entscheidet aber nicht.&amp;lt;ref name=&amp;quot;dkinfo&amp;quot;/&amp;gt; Das im DZ-Konzept vorgesehene Lenkungsgremium ist nicht eingerichtet. Damit fehlt eine Stelle, die Prioritäten über Einrichtungen hinweg festlegt und über den gemeinsamen Zugang entscheidet.&lt;br /&gt;
* '''Das SI trägt fast die gesamte gemeinsame Infrastruktur.''' Es betreibt oder plant Register, Digitalisierungszentrum, Datenhaltung und die wichtigsten Präsentationsangebote. Das bündelt Fachwissen, macht die Kette aber von einer Einrichtung und ihren Projektmitteln abhängig.&lt;br /&gt;
* '''Die Standards sind technisch gut vorbereitet, aber nicht gemeinsam beschlossen.''' Mit SKR und DZ liegt ein anschlussfähiges, mehrsprachig angelegtes Modell vor. Es fehlen ein verbindlicher Metadatenkern, Regeln für Masterdaten und Kennungen sowie Vorgaben für die Langzeiterhaltung.&lt;br /&gt;
* '''Rechte werden von Fall zu Fall geklärt.''' Grundsätze sind vereinbart; Musterverträge, Zugangskategorien und Einwilligungsregeln fehlen. Gerade beim lebendigen Kulturgeschehen und bei ursprünglich digitalen Werken bremst das die Sicherung.&lt;br /&gt;
* '''Sachsen und Brandenburg sind unterschiedlich angebunden.''' Sächsische Träger können Landesprogramme und das DZ nutzen. Für brandenburgische Träger gibt es Projektförderung, die Nutzung des DZ wird im Einzelfall geklärt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;dk2026&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;diwa2026&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
* '''Kleine Träger haben keine feste Anlaufstelle.''' Die Domowina erreicht sie, kann die Koordination aber nicht leisten und wünscht eine Dienstleistungs- und Ermöglichungsstruktur.&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2020&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2026&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== ENTWURF 3.3 Gemeinsame Regeln, Zusammenarbeit und dauerhafter Betrieb ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;background-color:#eef5fb;border-left:4px solid #5b9bd5;padding:0.7em 1em;margin:1em 0;&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Leitfrage:''' Sind die übergreifenden Voraussetzungen vorhanden, damit die einzelnen Angebote gemeinsam, verlässlich und dauerhaft funktionieren?&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Neben den einzelnen Kernfunktionen ist zu prüfen, ob '''gemeinsame organisatorische und fachliche Voraussetzungen''' vorhanden sind, damit die verschiedenen Angebote zusammenarbeiten und dauerhaft betrieben werden können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieser Abschnitt soll keine allgemeine oder abstrakte Governance-Analyse darstellen. Untersucht werden nur solche übergreifenden Fragen, die konkrete Auswirkungen auf die Digitalisierung des Kulturerbes und die spätere Ableitung von Maßnahmen haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== ENTWURF 3.3.1 Zuständigkeiten, Beteiligung und Freigaben ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;background-color:#eef5fb;border-left:4px solid #5b9bd5;padding:0.7em 1em;margin:1em 0;&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Leitfrage:''' Wer entscheidet verbindlich über Auswahl, Priorisierung, Beschreibung, Digitalisierung, Veröffentlichung und Zugang, und wie sind die Kulturgutträger dabei beteiligt?&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
''Für die weitere Erhebung und Analyse insbesondere zu prüfen:''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* formelle und informelle Zuständigkeiten der beteiligten Institutionen&lt;br /&gt;
* Entscheidungsrechte bei Auswahl und Priorisierung von Beständen&lt;br /&gt;
* Verantwortlichkeiten für Rechteklärung und Veröffentlichung&lt;br /&gt;
* Beteiligung der jeweiligen Kulturgutträger&lt;br /&gt;
* Beteiligung sorbischer Fachleute und Angehöriger der Gemeinschaft bei kulturell sensiblen Inhalten&lt;br /&gt;
* vorhandene Freigabe- und Sperrverfahren&lt;br /&gt;
* Umgang mit nachträglichen Korrekturen oder Einschränkungen&lt;br /&gt;
* erkennbare Überschneidungen beziehungsweise ungeklärte Zuständigkeiten&lt;br /&gt;
* vorhandene Gremien oder Koordinierungsstrukturen&lt;br /&gt;
* prüfen, an welchen Stellen verbindliche Zuständigkeiten fehlen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== ENTWURF  3.3.2 Gemeinsame Standards und Anschlussmöglichkeiten ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;background-color:#eef5fb;border-left:4px solid #5b9bd5;padding:0.7em 1em;margin:1em 0;&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Leitfrage:''' Welche gemeinsamen Regeln ermöglichen es unterschiedlichen Kulturgutträgern, Daten und Digitalisate in eine gemeinsame Infrastruktur einzubringen und zwischen den Kernfunktionen weiterzugeben?&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die weitere Erhebung und Analyse insbesondere zu prüfen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* vorhandene gemeinsame Metadatenstandards beziehungsweise Pflichtfelder&lt;br /&gt;
* verwendete Fachstandards einzelner Einrichtungen&lt;br /&gt;
* gemeinsame Regeln für Ober- und Niedersorbisch&lt;br /&gt;
* Dateiformate und Qualitätsanforderungen für unterschiedliche Kulturgutarten&lt;br /&gt;
* Identifikatoren und Normdaten&lt;br /&gt;
* Rechte- und Lizenzinformationen&lt;br /&gt;
* technische Schnittstellen und Datenexporte&lt;br /&gt;
* Übernahme vorhandener institutioneller Metadaten&lt;br /&gt;
* einfache Erfassungswege für kleinere Kulturgutträger&lt;br /&gt;
* Schnittstellen für Einrichtungen mit bestehenden Fachsystemen&lt;br /&gt;
* Möglichkeiten zur Weitergabe von Daten zwischen Register, Digitalisierung, Repositorium und Präsentation&lt;br /&gt;
* prüfen, wo fehlende Standards oder inkompatible Systeme den Austausch derzeit behindern&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== ENTWURF 3.3.3 Personal, Finanzierung und Betreiberverantwortung ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;background-color:#eef5fb;border-left:4px solid #5b9bd5;padding:0.7em 1em;margin:1em 0;&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Leitfrage:''' Welche zentralen Leistungen sind dauerhaft personell, organisatorisch und finanziell abgesichert, und welche hängen noch von befristeten Projekten oder einzelnen Personen ab?&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die weitere Erhebung und Analyse insbesondere zu prüfen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Betreiber beziehungsweise verantwortliche Stellen für die vier Kernfunktionen&lt;br /&gt;
* dauerhafte Stellen gegenüber befristeten Projektstellen&lt;br /&gt;
* vorhandene beziehungsweise geplante Finanzierungsmodelle&lt;br /&gt;
* laufende Betriebs- und Pflegekosten&lt;br /&gt;
* personelle Kapazitäten und erkennbare Schlüsselpersonenrisiken&lt;br /&gt;
* Unterstützung kleiner und ehrenamtlich geführter Einrichtungen&lt;br /&gt;
* Finanzierung von&lt;br /&gt;
** Beratung,&lt;br /&gt;
** Digitalisierung,&lt;br /&gt;
** Speicher und Langzeiterhaltung,&lt;br /&gt;
** Datenpflege,&lt;br /&gt;
** Rechteklärung,&lt;br /&gt;
** technischer Wartung und Weiterentwicklung;&lt;br /&gt;
* Übergang von geförderten Projekten in einen dauerhaften Regelbetrieb&lt;br /&gt;
* vorhandene Betriebs-, Kooperations- und Übergabevereinbarungen&lt;br /&gt;
* erkennbare Risiken bei Auslaufen einzelner Förderungen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== ENTWURF 3.4 Gesamtbewertung und vorrangiger Handlungsbedarf ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;background-color:#eef5fb;border-left:4px solid #5b9bd5;padding:0.7em 1em;margin:1em 0;&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Leitfrage:''' Welche Bedarfe sind bereits ausreichend abgedeckt, wo liegen die entscheidenden Lücken und welche davon sollten vorrangig bearbeitet werden? &amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Ergebnisse der vorangegangenen Abschnitte werden abschließend zusammengeführt. Ziel ist noch nicht die vollständige Formulierung konkreter Maßnahmen, sondern zunächst eine begründete Bewertung des Ist-Standes und der wichtigsten Lücken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dabei sollte insbesondere unterschieden werden zwischen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* unmittelbar gefährdeten Kulturgütern beziehungsweise Beständen,&lt;br /&gt;
* strukturellen Lücken, die weitere Digitalisierungsschritte blockieren,&lt;br /&gt;
* fehlenden oder nur teilweise verfügbaren Kernfunktionen,&lt;br /&gt;
* nicht dauerhaft abgesicherten Angeboten,&lt;br /&gt;
* Verbesserungsmöglichkeiten bei bereits grundsätzlich funktionierenden Strukturen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die abschließende Bewertung insbesondere zu prüfen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Ergebnisse aus Akteurs-, Bestands- und Bedarfserhebung zusammenführen&lt;br /&gt;
* für jede der vier Kernfunktionen die wichtigsten Stärken und Lücken benennen&lt;br /&gt;
* übergreifende strukturelle Probleme aus Zuständigkeiten, Standards, Betrieb und Finanzierung ergänzen&lt;br /&gt;
* unterscheiden zwischen:&lt;br /&gt;
** fehlender Leistung,&lt;br /&gt;
** unzureichender Kapazität,&lt;br /&gt;
** fehlender Bekanntheit beziehungsweise Zugänglichkeit,&lt;br /&gt;
** fehlender Verbindung bestehender Angebote,&lt;br /&gt;
** ungeklärter Zuständigkeit,&lt;br /&gt;
** fehlender dauerhafter Absicherung;&lt;br /&gt;
* Dringlichkeit begründen, insbesondere anhand von:&lt;br /&gt;
** Verlustgefahr,&lt;br /&gt;
** blockierenden Abhängigkeiten,&lt;br /&gt;
** Anzahl beziehungsweise Bedeutung betroffener Kulturgutträger,&lt;br /&gt;
** kultureller und sprachlicher Bedeutung,&lt;br /&gt;
** Aufwand und Realisierbarkeit;&lt;br /&gt;
* offene Informationslücken ausdrücklich kennzeichnen&lt;br /&gt;
* aus den ermittelten Lücken anschließend Handlungsbedarfe ableiten&lt;br /&gt;
* konkrete Lösungsmaßnahmen erst im folgenden Maßnahmen- beziehungsweise Soll-Abschnitt festlegen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mögliche zusammenfassende Bewertungsmatrix:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot; style=&amp;quot;width:100%;&amp;quot;&lt;br /&gt;
! Bereich&lt;br /&gt;
! Belegter Ist-Stand&lt;br /&gt;
! Abgedeckte Bedarfe&lt;br /&gt;
! Lücke / Risiko&lt;br /&gt;
! Dringlichkeit&lt;br /&gt;
! Daraus abgeleiteter Handlungsbedarf&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| ''Beispiel: Nachweisen und Registrieren''&lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| ''Beispiel: Digitalisieren''&lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| ''Beispiel: Langfristig erhalten''&lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| ''Beispiel: Zugänglich machen und nutzen''&lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| ''Beispiel: gemeinsame Standards / Zusammenarbeit''&lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= Referenzen =&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Měrko Šenk</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://koncept.serbski-inkubator.de/index.php?title=12.3_Digitalisierung_des_Kulturerbes&amp;diff=1223</id>
		<title>12.3 Digitalisierung des Kulturerbes</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://koncept.serbski-inkubator.de/index.php?title=12.3_Digitalisierung_des_Kulturerbes&amp;diff=1223"/>
		<updated>2026-10-30T14:04:27Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Měrko Šenk: /* 3.4.3 Rechte und Einwilligungen */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;= 1 Einleitung =&lt;br /&gt;
Die Digitalisierung von sorbischem Kulturerbe ist eine historische Chance für uns Sorben, eine Chance, unser kulturelles Erbe neu zu entdecken, es für kommende Generationen zu erhalten, für eine breitere Öffentlichkeit zugänglich zu machen und dabei die eigene Deutungshoheit zu stärken. Das erfordert neben Mut, einer klaren gemeinsamen Vision, starker Zusammenarbeit zwischen den beteiligten Akteuren auch die notwendigen Ressourcen in Form von Personal mit entsprechenden Kompetenzen, passender Technik sowie einer nachhaltig gesicherten Finanzierung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im folgenden Abschnitt werden Zielbilder für die Digitalisierung des sorbischen Kulturerbes entworfen mittels lang- und kurzfristiger Visionen sowie konkreter Ziele.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== 1.1 Vision und Ziele für die sorbische digitale Welt ==&lt;br /&gt;
'''Vision'''&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
''Sorbisches materielles und immaterielles Kulturerbe ist systematisch digital erfasst, rechtssicher und langfristig gesichert, leicht auffindbar, offen nutzbar und wird aktiv von Interessierten genutzt.''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Konkrete Ziele'''&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Bis 2032 ist ein tragfähiges, finanziell und organisatorisch abgesichertes Modell etabliert, das:&lt;br /&gt;
* Ein zentrales (oder föderiertes) digitales Langzeitarchiv nach OAIS-Referenzmodell betreibt,&lt;br /&gt;
* klare Zuständigkeiten, Prozesse und Budgets definiert,&lt;br /&gt;
* regelmäßige Qualitätssicherung und Technik-Updates vorsieht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bis 2030 sind wichtige sorbische Kulturerbe-Bestände (Kernbestände nach fachlicher Festlegung) in hoher Qualität digitalisiert, beschrieben und im Langzeitarchiv gesichert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bis 2028 liegt eine institutionenübergreifende Übersicht über relevante Kulturerbe-Bestände (analog und digital, materiell und immateriell) vor, einschließlich einer Prioritätenliste für die Digitalisierung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bis 2028 existiert ein zentrales, nutzerfreundliches „Sorbisches Kulturerbe-Portal“, das:&lt;br /&gt;
* Suchzugang über alle teilnehmenden Institutionen ermöglicht,&lt;br /&gt;
* grundlegende Inhalte frei zugänglich bereitstellt,&lt;br /&gt;
* mehrsprachige Oberflächen anbietet (Deutsch, Obersorbisch, Niedersorbisch, Englisch).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= 2 Ist-Analyse „Digitalisierung von Kulturerbe“ =&lt;br /&gt;
Das Ziel in diesem Themenbereich ist es, sorbisches Kulturerbe digital zu verwalten und damit langfristig für Recherche, Nutzung und Präsentation vorzuhalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Abschnitt &amp;quot;IST-Analyse“ werden die folgenden Fragen beantwortet: Was ist sorbisches Kulturerbe und was zählt alles dazu? Welche Schritte durchläuft ein Kulturgut, um zum digitalen Kulturerbe zu gehören? Wie können die digitale Verwaltung, Archivierung, Nutzung und Präsentation von Kulturgütern umgesetzt werden?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die grundlegenden Terminologien des Kulturerbes sollen im Folgenden festgelegt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== 2.1 Terminologie – von Kultur zu Kulturerbe ==&lt;br /&gt;
In diesem Abschnitt werden die Begriffe rund um das Kulturerbe grundlegend definiert. Es soll ein Verständnis über die Begriffe Kultur, kulturelle Ausprägung, Kulturgut und Kulturerbe erreicht werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Dataja:Wobraz_K1.png|center|260px]]&amp;lt;ref&amp;gt;Mermaid Flowchart Code: [https://mermaid.live/edit#pako:eNpF0UtuwyAQBuCroFlaTuRHTGMvKuWxq7pqV627IGZso2CIMChtk9ymN-nFimmasmJGfP-AOEGjOUIFrdTHpmfGkudtrWpF_Fq9RtGDk9aZKHojU-_aJ7PZ_bmGgSnR4mgFejaKpidC1XAmq8zDfYAoJZKVG7lxzX5stRl81C0_uwYdheGEubHD4_dXLy1hcpyC1rcLdM4GOLH1Ve2E5Gj9TPLkhgEnsLkBNDsMAmLojOBQWeMwhgHNwKYSTuFBYHucbOW3HFvmcQ21unh2YOpF6-FPGu26HqrW381X7sCZxa1gnWH_R1BxNBvtlIUqTUMEVCd49xVdzpeLMs1pXmRFXiY0hg-o8iyZL_LFXZaVSTJ1LzF8hqHJnBZ5WhZLWt5RmtIsBuTCavP4-2Hh3y4_NXaMmw hier klicken], abgerufen am 22.09.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.1.1 Kultur ===&lt;br /&gt;
Kultur bezeichnet hier die Gesamtheit aller '''vom Menschen geschaffenen und erlernten Ausdrucksformen''' des Lebens, die auf gemeinsamen Werten und Verhaltensweisen beruhen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;wiki-kultur&amp;quot;&amp;gt;URL: https://de.wikipedia.org/wiki/Kultur&amp;lt;/ref&amp;gt; Dazu zählen '''materielle Ergebnisse''' (z. B. Kunstwerke, Technik) ebenso wie '''immaterielle Praktiken''' (Sprache, Bräuche, Wissen). Kultur umfasst laut der UNESCO geistige, materielle, intellektuelle und emotionale Merkmale, die eine Gesellschaft oder soziale Gruppe kennzeichnen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;mondiacult&amp;quot;&amp;gt;UNESCO 1982: Mexico City Declaration on Cultural Policies (MONDIACULT). URL: https://www.lacult.unesco.org/docc/1982_MONDIACULT.pdf&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;ref name=&amp;quot;cultureaction&amp;quot;&amp;gt;Culture Action Europe 2024: The State of Culture report. URL: https://cultureactioneurope.org/de/news/the-state-of-culture-report-published, abgerufen am 01.10.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;  Sie ist dynamisch und wird von jeder Generation neu gestaltet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das deutsche Wort „Kultur“ ist eine Eindeutschung des lateinischen Worts „cultura“. Dieses bedeutet ursprünglich „Bebauung, Bearbeitung, Bestellung, Pflege“ und meinte sowohl die physische Bearbeitung als auch die Pflege geistiger Güter, z. B. der Sprache.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.1.2 Kulturelle Ausdrucksform ===&lt;br /&gt;
Eine kulturelle Ausdrucksform ist eine '''konkrete, gegenwärtige oder historische, Manifestation von Kultur''', bspw. eine Zeichnung, eine Tracht oder ein Lied: Sie macht die Kultur sichtbar und erlebbar. Im engeren Sinne ist es eine Ausdrucksweise, die aus der Kreativität einer Person, Gruppe oder Gesellschaft entsteht und '''kulturellen Inhalt''' trägt (symbolische Bedeutung, künstlerische Dimension, kulturelle Werte).&amp;lt;ref&amp;gt;Österreichische UNESCO-Kommission 2007: Übereinkommen zum Schutz und zur Förderung der Vielfalt kultureller Ausdrucksformen, Art. 4, Seite 13. URL: https://www.unesco.at/fileadmin/Redaktion/Publikationen/Publikations-Dokumente/2005er_UNESCO-Convention_German.pdf, abgerufen am 22.09.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt; Sie wird innerhalb und zwischen Gemeinschaften weitergegeben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Alle kulturellen Ausdrucksformen bilden einen wesentlichen Kern von Kultur, aber Kultur enthält auch latente Dimensionen (Werte, Normen, Vorannahmen etc.), die nicht unmittelbar als Ausdrucksform erscheinen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.1.3 Kulturgut ===&lt;br /&gt;
Ein „Kulturgut“ ist '''eine einzelne kulturelle Ausdrucksform''', der ein '''besonderer kultureller Wert zugemessen wird''' (durch Anerkennung, Schutz, Bedeutung). Es ist somit ein Erzeugnis menschlicher Kreativität oder Zeugnis menschlichen Lebens, welches '''Bedeutung für die Kultur einer Gemeinschaft''' hat und daher '''Bestand haben und bewahrt werden soll'''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die '''Summe aller Kulturgüter''' einer Gemeinschaft wird als dessen '''Kulturerbe''' bezeichnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.1.4 Kulturerbe ===&lt;br /&gt;
Kulturerbe ist die '''Summe der materiellen und immateriellen Ausdrucksformen''' (= Kulturgüter) einer Kultur, die als „'''bewahrenswert'''“ anerkannt wurden. International umfasst das u. a. das '''Welterbe''' (Denkmäler, Ensembles, Stätten)&amp;lt;ref&amp;gt;UNESCO (1972), Welterbekonvention, Art. 1. URL: https://www.dnk.de/wp-content/uploads/2021/02/1972_DNK_UNESCO-Welterbekonvention.pdf (abgerufen am 11.09.2025).&amp;lt;/ref&amp;gt; und das '''Immaterielles Kulturerbe''' (Praktiken, Wissen).&amp;lt;ref&amp;gt;Deutsche UNESCO-Kommission o. J.:, Übereinkommen zur Erhaltung des immateriellen Kulturerbes (dt. Ausgabe). URL: https://www.unesco.de/assets/dokumente/Deutsche_UNESCO-Kommission/02_Publikationen/Publikation_UNESCO-%C3%9Cbereinkommen_zur_Erhaltung_des_immateriellen_Kulturerbes_01.pdf, (abgerufen am 11.09.2025).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ob etwas „zum Kulturerbe“ zählt, ist Ergebnis von Bewertung, Diskurs und teils formellen Verfahren. Dem Sorbischen Kulturregister (SKR) zufolge ist „sorbisch-wendisches Kulturerbe“ eine Zuschreibung, die durch Gesellschaft, Museen, Archive und Wissenschaft erfolgen kann.&amp;lt;ref&amp;gt;Sorbisches Institut 2025: Konzept für ein Sorbisches Kulturregister (SKR). URL: https://www.serbski-institut.de/wp-content/uploads/2021/11/00_Zweite-aktualisierte-Fassung_Konzept_Sorbisches-Kulturregister_20.11.2025.pdf, abgerufen am 20.11.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.1.5 Abgrenzung: Kultur und Kulturerbe ===&lt;br /&gt;
'''Kultur / Kulturelle Ausdrucksform''' sind als Begriffe weiter gefasst als '''Kulturgut / Kulturerbe'''. Kulturelle Ausdrucksformen umfassen alles Gelebte und Gestaltete einer Gemeinschaft in Gegenwart und Vergangenheit, während Kulturgut / Kulturerbe diejenigen kulturellen Güter und Traditionen meint, denen eine Bedeutung beigemessen wurde und die als bewahrens- und weitergebenswert erkannt wurden. Kultur ist der „aktuelle“ kreative Prozess (einschließlich Popkultur, Alltagskultur), Kulturerbe der daraus überkommene Schatz. Dennoch sind die Grenzen fließend: Was heute nur Kultur ist, kann morgen zum Kulturerbe erklärt werden – abhängig von Wertzuschreibung und Diskurs.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Rahmen dieses Dokuments werden für den sorbischen Kontext die Begriffe '''„kulturelle Ausdrucksform“''' und '''„Kulturgut“''' weitgehend '''synonym''' verwendet, sofern nicht ausdrücklich anders gekennzeichnet. Hintergrund ist, dass die Gesamtzahl der identifizierbaren kulturellen Ausdrucksformen einer kleinen Minderheit wie der Sorben/Wenden im Vergleich zu großen Mehrheitsgesellschaften überschaubar ist. Zugleich ist der Anteil dieser Ausdrucksformen, denen in der Community ein besonderer Wert beigemessen wird und die daher faktisch als Kulturgut wahrgenommen und behandelt werden, sehr hoch: Ein großer Teil des gelebten kulturellen Repertoires wird als identitätsstiftend und bewahrenswert verstanden und damit dem Kulturerbe zugerechnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== 2.2 Klassifizierung von Kulturgütern ==&lt;br /&gt;
Im Folgenden soll eine griffige Klassifizierung von Kulturgütern entwickelt werden, so dass pro Kulturgut-Klasse später auf die Besonderheiten ihrer Digitalisierung eingegangen werden kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Dataja:Wobraz_K2.png|center|600px]]&amp;lt;ref&amp;gt;Mermaid Flowchart Code: [https://mermaid.live/edit#pako:eNptlM9u00AQxl9ltFWoFDlp_C9OjISU2KSgUCq1BSRIDxt77Syxd6v1mkKjSDwBlThw4YCEeuXOoeLSN-EF4BHYjZOQQG67-32_2ZnZsWco4jFBPqrVZpRR6cNsP8n4ZTTBQu7rHVP66QWOKEvV3nQM2BeYTf8eea35fF6rjdiIrUl4cjJiAMPDV_X6sMxkKdJS1uvnvu9PtRGgp5ReE46wJIKSLIOf779CycbkkqQZjSb1Ovz-cv351_drDWGN9BXS_xfZBj7dLoGxBgIFBE14nOcrZGH68E07Iu0IlSNsQkhTKnGlfvyh1bjKcngIjcYD6G2s-xvrYGMdLuuqAFOXZ0IflzFh0xxn5OBU3t1ISZhqw6KaKpo29k04jSaCJrLq0oZsa9mCAZc8FTihhBnQp1ksxd1NSsS22dFmG3oMZzwl0HveONtlc7XNATtsHI9fk6kkC3nRsKoqnVNgwrFQaUOvLGJRRtMi4SJfZ790WtppQYhFIVV7CYsJDO9uWbEMujbqOgIbTqgsddB7MCD_eXT6gQMvaFEQBlclPMVqcA6eMfqGiKLMt926isCFM4FjKiln-voCHmEWXxIxXZcUVo-jSwrVe3DBGvHqtc83DLqS0FpNAi3wRluiDBdFSBIYQ0KzzN_r265jPjQinnHh7yVJYhRS8ClZKfe3KLyk2oHneuEuqlK2qWhJWYPOwGnvoiplm4qXVMd17V5rF1UpikIGSgWNkS9FSQyUE5FjvUUzHXGE5ITkZIR8tYxJgtVXPEIjNlfYBWYvOc9XpOBlOkF-grNC7cqLWPUupFjNa74-FXo0RMBLJpFvWtYiCPJn6C3yG7bTNO2u6Tidrue0W13HQO_Usdtquuqg1bG6TtvzPNuZG-hqcXGr2baV5NhuyzId13XbBiJqDrg4qn5ni7_a_A_W9oMu hier klicken], abgerufen am 22.09.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.2.1 A. Materiell - unbeweglich 🏛️ ===&lt;br /&gt;
„Materiell - unbeweglich&amp;quot; bezeichnet ortsfeste Kulturobjekte wie Bauwerke, Ensembles, Gebäudekomplexe und Stätten/Kulturlandschaften, wie sie in Art. 1 der UNESCO-Welterbekonvention als Kategorien des kulturellen Erbes definiert sind.&amp;lt;ref&amp;gt;UNESCO World Heritage Centre o. J.: Convention Concerning the Protection of the World Cultural and Natural Heritage, Artikel 1. URL: https://whc.unesco.org/en/conventiontext/, abgerufen am 01.10.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.2.2 B. Materiell - beweglich 🖼️ ===&lt;br /&gt;
Die Kategorie „Materiell - beweglich&amp;quot; umfasst bewegliche Sachen bzw. Sachgesamtheiten von kulturellem Wert (z. B. Objekte, Sammlungen), wie sie das deutsche Kulturgutschutzgesetz (§ 2 KGSG)&amp;lt;ref&amp;gt;Deutschland 2016: Kulturgutschutzgesetz (KGSG), § 2. URL: https://www.buzer.de/2_KGSG.htm, abgerufen am 01.10.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt; als „Kulturgut“ beschreibt.&lt;br /&gt;
* B1 '''Schriftgut''' - Bücher, Zeitungen, Handschriften, Archivgut, Graphiken, Pläne, Karten&lt;br /&gt;
* B2 '''Fotografien &amp;amp; Bildträger''' &lt;br /&gt;
** Fotografisch erzeugte statische Bildträger, auch Stillbildträger genannt, z. B. Positive/Negative auf Film/Platte/Photopapier, Dias, Abzüge, Mikrofilm/-fiche und vergleichbare fotografische Repro-Träger.&lt;br /&gt;
* B3 '''Analoge AV-Träger''' (Audio/Video/Film)&lt;br /&gt;
** Analoge zeitbasierte Medien, z. B. Magnetton (Tonband, Kassette), Schallplatte, Videobänder, Film.&lt;br /&gt;
* B4 '''3D-Objekte''' - Gegenstände, „sachkulturelle Artefakte“&amp;lt;ref&amp;gt;Sorbisches Institut o. J.: Konzept zum Digitalisierungszentrum am Sorbischen Institut, S. 24.&lt;br /&gt;
(Unveröffentlichtes Konzeptpapier; interne Projektunterlage.)&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.2.3 C. Immateriell 🎭 ===&lt;br /&gt;
Meint lebendige Praktiken, Darstellungen, Ausdrucksformen, Ideen, Werte, Wissen und Fertigkeiten, die von Gemeinschaften getragen und weitergegeben werden, gemäß der folgenden 5 UNESCO ICH-Domänen.&amp;lt;ref&amp;gt;UNESCO o. J.: Intangible Cultural Heritage – Five Domains. URL: https://ich.unesco.org/doc/src/01857-EN.pdf, abgerufen am 01.10.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* C1 '''Orale Traditionen/Ausdrucksformen''' - Sprache, Gesangstraditionen&lt;br /&gt;
* C2 '''Darstellende Künste''' - Musik, Tanz, Theater&lt;br /&gt;
* C3 '''Rituale &amp;amp; Feste''' - Bräuche und soziale Praktiken des Kalenders und Lebenslaufs&lt;br /&gt;
* C4 '''Wissen &amp;amp; Praktiken''' zu Natur &amp;amp; Universum - Heil- und Sammelkenntnisse, ökologisches und astronomisches Wissen, Glaube, Religion&lt;br /&gt;
* C5 '''Traditionelles Handwerk''' - Techniken, Werkzeuge und Gestaltungsmuster&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.2.4 D. Digital 💾 ===&lt;br /&gt;
Bezeichnet in digitaler Form vorliegende Ressourcen menschlichen Wissens und Ausdrucks. Diese können sowohl born-digital sein als auch digitalisierte Repräsentationen von materiellen und immateriellen Kulturgütern.&amp;lt;ref&amp;gt;UNESCO 2003: Charter on the Preservation of Digital Heritage. URL: https://www.unesco.org/en/legal-affairs/charter-preservation-digital-heritage, abgerufen am 01.10.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* D1 '''Born-digital''' (ursprünglich digital erzeugt, kein analoges Original), z. B. Webseiten, Social-Media-Beiträge, Software, Apps, Spiele, digitale Fotos/Audio/Video.&lt;br /&gt;
* D2 '''Digitalisate''' - Digitalisierte Repräsentationen/Derivate aus den Klassen A, B und C.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== 2.3 Begriffe und Kernfunktionen ==&lt;br /&gt;
Die vorherigen Abschnitte haben geklärt, was unter Kulturerbe verstanden wird und welche Arten von Kulturgütern unterschieden werden. Bevor der nachfolgende Abschnitt den Prozess der Kulturerbe-Digitalisierung beschreibt, werden in diesem Abschnitt die dafür wichtigsten Arbeitsbegriffe und Funktionen erläutert. Der Abschnitt soll dabei die Frage beantworten: Welche Arbeitsabläufe und Funktionen sind notwendig, damit Kulturgüter nicht nur digital erfasst, sondern auch gefunden, verstanden, gesichert und genutzt werden können?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Erläuterungen sollen eine gemeinsame und leicht verständliche Grundlage schaffen für alle, die an der Digitalisierung von Kulturerbe interessiert sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.3.1 Vom Kulturgut zur digitalen Repräsentation ===&lt;br /&gt;
Dieser Abschnitt erklärt, was bei einer Digitalisierung entsteht und wie sich das digitale Ergebnis vom ursprünglichen Kulturgut unterscheidet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
! Begriff&lt;br /&gt;
! Erklärung&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Digitalisierung von Kulturerbe'''&lt;br /&gt;
| Digitalisierung bezeichnet in diesem Konzept den gesamten zusammenhängenden Prozess: Kulturgüter erfassen, beschreiben und bewerten, digitale Repräsentationen erzeugen oder übernehmen, ihre Qualität prüfen, sie sichern und für die Nutzung zugänglich machen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;DFG2016&amp;quot;&amp;gt;Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) 2016: Praxisregeln „Digitalisierung“, insbesondere S. 13 und 41-44. URL: https://www.dfg.de/resource/blob/176108/898bf3574ad0ff3b1db525fa7d04c86c/12-151-v1216-de-data.pdf, abgerufen am 16.07.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Bei ursprünglich digital entstandenen Kulturgütern – auch ''born digital'' genannt – entfällt die Überführung aus einem analogen Original; die weiteren Aufgaben bleiben bestehen.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Digitalisat und digitale Repräsentation'''&lt;br /&gt;
| Ein '''Digitalisat''' ist ein digitales Abbild eines analogen Kulturguts, beispielsweise ein Scan einer Handschrift oder ein Foto eines Museumsobjekts. Der weitere Begriff '''digitale Repräsentation''' umfasst auch Audio-, Video- oder 3D-Dokumentationen einer immateriellen kulturellen Praxis. Die digitale Repräsentation ersetzt weder das materielle Kulturgut noch die lebendige Praxis.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Masterdatei und Nutzungsderivat'''&lt;br /&gt;
| Die '''Masterdatei''' ist die möglichst hochwertige und qualitätsgeprüfte Ausgangsdatei. Sie wird für die langfristige Sicherung und spätere Bearbeitungen aufbewahrt. Ein '''Nutzungsderivat''' ist eine daraus erzeugte, an einen bestimmten Zweck angepasste Datei, beispielsweise ein kleineres Bild für eine Internetseite.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Digitales Objekt'''&lt;br /&gt;
| Als '''digitales Objekt''' wird in diesem Konzept eine zusammengehörige digitale Einheit bezeichnet. Sie kann aus einer oder mehreren Dateien, den zugehörigen Metadaten und ihren Verknüpfungen bestehen. Ein digitales Objekt kann ein Digitalisat oder ein ursprünglich digital entstandenes Kulturgut sein.&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
''Beispiel:'' Das verzierte sorbische Osterei bleibt das materielle Kulturgut. Hochauflösende Fotografien, ein 3D-Modell und die dazugehörigen Beschreibungen bilden gemeinsam seine digitale Repräsentation.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.3.2 Vier Kernfunktionen ===&lt;br /&gt;
Als '''Kernfunktionen der Kulturerbe-Digitalisierung''' werden im Folgenden vier dauerhaft zu erfüllende Aufgabenbereiche bezeichnet. Sie beschreiben, was für eine nachhaltige Digitalisierung von Kulturerbe geleistet werden muss, unabhängig davon, welche Institution oder welches technische System die jeweilige Funktion übernimmt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
! Kernfunktion&lt;br /&gt;
! Typische organisatorisch-technische Umsetzung&lt;br /&gt;
! Hauptaufgabe&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Nachweisen, beschreiben und verknüpfen'''&lt;br /&gt;
| Register oder Katalog&lt;br /&gt;
| Macht sichtbar, welche Kulturgüter vorhanden sind, wo sie sich befinden und in welchem Zusammenhang sie stehen. Ein Registereintrag kann bereits bestehen, bevor ein Digitalisat angefertigt wurde. &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Digitalisieren und Qualität sichern'''&lt;br /&gt;
| Digitalisierungszentrum oder Digitalisierungsdienst&lt;br /&gt;
| Erzeugt bzw. übernimmt digitale Repräsentationen, prüft sie und bereitet Dateien und Metadaten für die weitere Verarbeitung vor. Geliefert werden bspw. geprüfte Masterdateien und Nutzungsderivate. &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Langfristig erhalten'''&lt;br /&gt;
| Repositorium oder digitales Langzeitarchiv&lt;br /&gt;
| Übernimmt Dateien und Metadaten, speichert und verwaltet sie und erhält sie über technische und organisatorische Veränderungen hinweg dauerhaft nutzbar.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Zugänglich machen und Nutzung ermöglichen'''&lt;br /&gt;
| Präsentations- und Nutzungssystem&lt;br /&gt;
| Führt beschreibende Informationen und digitale Medien für Nutzerinnen und Nutzer zusammen. Es ermöglicht beispielsweise Suche, Anzeige, Kontextualisierung, Vermittlung und – soweit zulässig – Nachnutzung. &lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese '''Kernfunktionen''' beschreiben zunächst nicht zwingend getrennte Institutionen oder Systeme. Eine Einrichtung kann mehrere Kernfunktionen übernehmen. Umgekehrt kann eine Kernfunktion auf mehrere Einrichtungen oder technische Systeme verteilt sein. Entscheidend sind klare Zuständigkeiten, verlässliche Übergaben und gemeinsame Standards.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vereinfacht lässt sich das Zusammenspiel so zusammenfassen:&lt;br /&gt;
# Das '''Register oder der Katalog''' beschreibt und verknüpft das Kulturgut.&lt;br /&gt;
# Der '''Digitalisierungsdienst''' erzeugt und prüft seine digitale Repräsentation.&lt;br /&gt;
# Das '''Repositorium oder digitale Archiv''' übernimmt und erhält die Dateien.&lt;br /&gt;
# Das '''Präsentationssystem''' führt Beschreibungen und Medien für die Nutzung zusammen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die konkrete Ausgestaltung kann zentral, dezentral oder als Verbund mehrerer Systeme erfolgen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.3.3 Register ===&lt;br /&gt;
Die folgende Tabelle erklärt, wie Kulturgüter so erfasst, beschrieben und verknüpft werden, dass sie eindeutig zugeordnet, wiedergefunden und nach einheitlichen Regeln weiterverarbeitet werden können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
! Begriff&lt;br /&gt;
! Erklärung&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Erschließung, Verzeichnung und Registrierung'''&lt;br /&gt;
| '''Erschließung''' ist der übergeordnete Vorgang, bei dem ein Kulturgut identifiziert, beschrieben und in seinen Zusammenhang eingeordnet wird. '''Verzeichnung''' bezeichnet seine strukturierte dokumentarische Beschreibung. '''Registrierung''' bedeutet die Aufnahme in ein konkretes Register, einen Katalog oder ein Sammlungssystem. Ein Kulturgut kann bereits registriert werden, bevor ein Digitalisat vorhanden ist.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Metadaten'''&lt;br /&gt;
| Metadaten sind strukturierte Informationen über ein Kulturgut und seine digitalen Repräsentationen. Dazu gehören beispielsweise Titel, Herkunft, beteiligte Personen, Ort, Zeit, kultureller Kontext, Rechte, Dateieigenschaften und Bearbeitungsschritte. Je nach Zweck werden beschreibende, technische, rechtliche und erhaltungsbezogene Metadaten unterschieden. Sie machen Kulturgüter auffindbar, verständlich, verwaltbar und langfristig nutzbar.&amp;lt;ref name=&amp;quot;PREMIS&amp;quot;&amp;gt;Library of Congress o. J.: PREMIS – Preservation Metadata: Implementation Strategies. Internationaler Standard für Erhaltungsmetadaten. URL: https://www.loc.gov/standards/premis/, abgerufen am 16.07.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Persistenter Identifikator'''&lt;br /&gt;
| Ein '''persistenter Identifikator''' ist eine dauerhafte und eindeutige Kennung für ein Kulturgut, einen Datensatz oder eine digitale Ressource. Die Kennung bleibt bestehen, auch wenn sich der technische Speicherort oder die Internetadresse ändern. Dadurch können Kulturgüter dauerhaft zitiert und zwischen Systemen verknüpft werden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;DFG2016&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Metadaten sind keine bloße Beigabe zu einer Datei. Ohne ausreichende Beschreibungen kann ein Digitalisat zwar technisch vorhanden sein, später aber kaum gefunden, verstanden oder zuverlässig zugeordnet werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.3.4 Digitalisierungsdienst und Archiv ===&lt;br /&gt;
Die folgende Tabelle erklärt was erforderlich ist, damit Kulturgüter digitalisiert werden und nicht nur heute gespeichert sind, sondern auch nach technischen und organisatorischen Veränderungen noch gefunden, verstanden und genutzt werden können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
! Begriff&lt;br /&gt;
! Erklärung&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Repositorium'''&lt;br /&gt;
| Ein '''Repositorium''', auch ''Repository'' genannt, ist eine verwaltete technische Umgebung, in der digitale Objekte und ihre Metadaten übernommen, gespeichert, geordnet, verwaltet und bereitgestellt werden. Ein Repositorium kann Teil eines digitalen Archivs sein. Nicht jedes Repositorium erfüllt jedoch automatisch alle Anforderungen der Langzeiterhaltung.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Digitales Archiv oder digitales Langzeitarchiv'''&lt;br /&gt;
| Ein digitales Archiv ist mehr als ein Server oder ein Speicherprogramm. Es verbindet eine verantwortliche Organisation, fachkundiges Personal, Regeln, Arbeitsabläufe und technische Systeme. Es übernimmt die Verantwortung dafür, digitale Informationen langfristig zu erhalten und für festgelegte Nutzergruppen zugänglich zu machen. Das internationale Referenzmodell '''Open Archival Information System''' (OAIS, offenes Archiv-Informationssystem) bietet hierfür einen fachlichen Rahmen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;OAIS2024&amp;quot;&amp;gt;Consultative Committee for Space Data Systems (CCSDS) 2024: Reference Model for an Open Archival Information System (OAIS), CCSDS 650.0-M-3, insbesondere S. 1-1–1-2 und 2-1–2-2. URL: https://ccsds.org/Pubs/650x0m3.pdf, abgerufen am 16.07.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Ingest oder kontrollierte Übernahme'''&lt;br /&gt;
| '''Ingest''' bezeichnet die kontrollierte Übernahme digitaler Dateien und Metadaten in ein Repositorium oder digitales Archiv. Dabei werden beispielsweise Vollständigkeit, Dateiformate, Metadaten und Dateiintegrität geprüft und die Übernahme dokumentiert.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Langzeitverfügbarkeit und digitale Langzeiterhaltung'''&lt;br /&gt;
| '''Langzeitverfügbarkeit''' ist das Ziel, digitale Inhalte über technische und organisatorische Veränderungen hinweg auffindbar, lesbar, verständlich und nutzbar zu halten. '''Digitale Langzeiterhaltung''' bezeichnet die dafür notwendigen fortlaufenden Maßnahmen. Dazu können mehrere Speicherorte, regelmäßige Prüfungen, Formatüberwachung, technische Migrationen und eine nachvollziehbare Dokumentation gehören. „Langfristig“ bezeichnet dabei keine feste Zahl von Jahren, sondern einen Zeitraum, in dem mit veränderten Technologien, Formaten und Nutzungsanforderungen gerechnet werden muss.&amp;lt;ref name=&amp;quot;OAIS2024&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Datensicherung oder Backup'''&lt;br /&gt;
| Ein '''Backup''' ist eine zusätzliche Sicherungskopie, aus der Dateien nach einem Verlust oder technischen Ausfall wiederhergestellt werden können. Backups sind notwendig, ersetzen aber keine Langzeiterhaltung: Sie regeln allein noch keine dauerhaften Zuständigkeiten, Metadaten, Formatüberwachung, Integritätsprüfungen oder langfristige Zugänglichkeit.&amp;lt;ref name=&amp;quot;DPCStorage&amp;quot;&amp;gt;Digital Preservation Coalition o. J.: Digital Preservation Handbook – Storage. URL: https://www.dpconline.org/handbook/organisational-activities/storage, abgerufen am 16.07.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Integrität und Authentizität'''&lt;br /&gt;
| '''Integrität''' bedeutet, dass unbeabsichtigte Veränderungen oder Beschädigungen einer Datei erkannt werden können. Dafür werden häufig Prüfsummen verwendet - digitale Kontrollwerte, die regelmäßig verglichen werden. '''Authentizität''' bedeutet, dass Herkunft, Identität und Bearbeitungsgeschichte eines digitalen Objekts nachvollziehbar sind und belegt werden kann, dass es das ist, was es zu sein vorgibt.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Dateiformat und Datenformat'''&lt;br /&gt;
| Ein '''Dateiformat''' legt den technischen Aufbau einer einzelnen Datei fest. Ein '''Datenformat''' beschreibt, wie Informationen strukturiert und zwischen Systemen ausgetauscht werden. Gut dokumentierte, verbreitete und möglichst offen beschriebene Formate erleichtern den Austausch und die langfristige Nutzung. Sie ersetzen jedoch keine aktive Langzeiterhaltung.&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Merksatz:''' Speichern ist nicht dasselbe wie langfristiges Erhalten. Auch ein vorhandenes Backup ist noch kein digitales Langzeitarchiv.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.3.5 Präsentationssystem ===&lt;br /&gt;
Die folgende Tabelle erklärt, wie aus langfristig gesicherten Dateien ein digitales Kulturerbe wird, das von Menschen gefunden, verstanden und sinnvoll genutzt werden kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
! Begriff&lt;br /&gt;
! Erklärung&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Zugänglichmachung und Präsentation'''&lt;br /&gt;
| '''Zugänglichmachung''' bedeutet, dass digitale Objekte auffindbar und im rechtlich sowie technisch zulässigen Umfang abrufbar sind. '''Präsentation''' geht darüber hinaus: Inhalte werden ausgewählt, miteinander verknüpft, erklärt und für bestimmte Zielgruppen vermittelt. Dazu gehören verständliche Kontextinformationen, klare Rechteangaben, Mehrsprachigkeit und möglichst barrierearme Zugänge. Abhängig von Rechten, personenbezogenen Daten oder kulturellen Schutzbedarfen kann der Zugang offen oder eingeschränkt sein.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Nutzung und Nachnutzung'''&lt;br /&gt;
| '''Nutzung''' umfasst beispielsweise das Betrachten, Lesen, Anhören, Erforschen oder Vermitteln eines digitalen Kulturguts. '''Nachnutzung''' bedeutet seine weitere Verwendung in einem neuen Zusammenhang, etwa in Bildung, Forschung, Publikationen, Ausstellungen, Anwendungen oder kreativen Werken. Dafür werden geeignete Dateien, verständliche Metadaten und klare Rechteinformationen benötigt.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Rechteinformation und Lizenz'''&lt;br /&gt;
| Eine '''Rechteinformation''' beschreibt den rechtlichen Status eines digitalen Objekts und mögliche Einschränkungen seiner Nutzung. Eine '''Lizenz''' räumt durch eine dazu berechtigte Person oder Institution konkrete Nutzungsrechte ein. Ein allgemeiner Rechtehinweis ist daher nicht automatisch eine Lizenz.&amp;lt;ref name=&amp;quot;RightsReuse&amp;quot;&amp;gt;RightsStatements.org o. J.: Standardisierte Rechtehinweise für online verfügbares Kulturerbe. URL: https://rightsstatements.org/de/, abgerufen am 16.07.2026. Creative Commons 2025: Recommended Licenses and Tools for Cultural Heritage Content. URL: https://creativecommons.org/2025/07/09/recommended-licenses-and-tools-for-cultural-heritage-content/, abgerufen am 16.07.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Interoperabilität'''&lt;br /&gt;
| '''Interoperabilität''' bezeichnet die Fähigkeit von Systemen und Organisationen, Daten auszutauschen und in gleicher Bedeutung zu verstehen. Dafür werden gemeinsame Metadatenmodelle, Begriffe, Identifikatoren und technische Schnittstellen benötigt. So können beispielsweise Register, Repositorien, Präsentationsportale und externe Kulturplattformen miteinander verbunden werden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;EuropeanaEDM&amp;quot;&amp;gt;Europeana o. J.: Metadata – Europeana Data Model (EDM, Europeana-Datenmodell). URL: https://pro.europeana.eu/page/metadata, abgerufen am 16.07.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Digitalisierte Inhalte entfalten ihren kulturellen und gesellschaftlichen Nutzen erst dann vollständig, wenn sie auffindbar, verständlich, rechtlich klar und für unterschiedliche Zielgruppen tatsächlich verwendbar sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der folgende Abschnitt 2.4 beschreibt, wie diese Kernfunktionen innerhalb des gesamten Prozesses der Kulturerbe-Digitalisierung zusammenwirken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== 2.4 Prozess der Digitalisierung von Kulturerbe ==&lt;br /&gt;
Die Digitalisierung von Kulturgut ist kein rein technischer Arbeitsschritt, sondern ein vielschichtiger, oft langfristiger Prozess, der bereits mit der Wahrnehmung und Identifikation einer kulturellen Ausdrucksform beginnt. Ziel dieses Abschnitts ist es, diesen Gesamtprozess systematisch darzustellen: von der gelebten Kultur über das identifizierte Kulturgut bis hin zur digital nutzbaren Repräsentation.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die hier entwickelte Prozessdarstellung soll als praxisorientierter Überblick dienen für die Digitalisierung des sorbischen Kulturerbes. Sie berücksichtigt die Anforderungen sorbischer Einrichtungen ebenso wie die international etablierten Referenzmodelle und Standards, darunter:&lt;br /&gt;
* das OAIS-Referenzmodell (ISO 14721) für digitale Archivierung&amp;lt;ref&amp;gt;Consultative Committee for Space Data Systems (CCSDS) 2024: Reference Model for an Open Archival Information System (OAIS), CCSDS 650.0-M-3. URL: https://ccsds.org/Pubs/650x0m3.pdf, abgerufen am 01.10.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
* das DCC Curation Lifecycle Model für kuratorische Entscheidungsprozesse&amp;lt;ref&amp;gt;Higgins 2008: The DCC Curation Lifecycle Model. International Journal of Digital Curation, 3(1), 134-140. URL: https://ijdc.net/index.php/ijdc/article/view/48, abgerufen am 01.10.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
* das Spectrum-Modell für museale Objektverwaltung&amp;lt;ref&amp;gt;Collections Trust 2022. Spectrum 5.1 - The UK Museum Collections Management Standard. URL: https://collectionstrust.org.uk/spectrum/spectrum-5, abgerufen am 01.10.2025. &amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
* die UNESCO-Leitlinien zur Inventarisierung immateriellen Kulturerbes&amp;lt;ref&amp;gt;UNESCO 2024: Operational Directives for the Implementation of the Convention for the Safeguarding of the Intangible Cultural Heritage (10.GA). URL: https://ich.unesco.org/doc/src/ICH-Operational_Directives-10.GA_EN.pdf, abgerufen am 01.10.2025. &amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
* sowie technische Vorgaben wie die DFG-Praxisregeln Digitalisierung&amp;lt;ref&amp;gt;Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) 2022: Praxisregeln Digitalisierung (aktualisierte Fassung). URL: https://www.ulb.hhu.de/fileadmin/redaktion/ULB/Documents/Infomaterial/DFG_Praxisregeln_Digitalisierung_Aktualisierte_Fassung2022.pdf, abgerufen am 01.10.2025. &amp;lt;/ref&amp;gt; und die FADGI-Richtlinien&amp;lt;ref&amp;gt;Federal Agencies Digital Guidelines Initiative (FADGI) 2023: Technical Guidelines for Digitizing Cultural Heritage Materials – Still Image, 3rd ed. URL: https://www.digitizationguidelines.gov/guidelines/digitize-technical.html, abgerufen am 01.10.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Folge soll der „Lebenslauf“ eines Kulturguts dargestellt werden, also der Weg, den ein Objekt oder eine kulturelle Praxis vom Zeitpunkt der Entstehung über die Erfassung, Digitalisierung und Archivierung bis zur Veröffentlichung in einem digitalen Präsentationsmodul durchläuft.&lt;br /&gt;
Hierfür erläutert der folgende Abschnitt die einzelnen Prozessschritte im Detail, jeweils mit Akteuren und Beispielen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.4.1 Vorüberlegungen zum Prozess ===&lt;br /&gt;
Im hier vorgestellten Prozess wird auf eine harte, systematische Filterung verzichtet, welche kulturellen Ausdrucksformen „nur“ Kultur und welche bereits Kulturgut sind. Ein solcher Bewertungs- und Abgrenzungsprozess wäre ressourcenintensiv und würde den vorhandenen Kapazitäten in den beteiligten Einrichtungen nicht entsprechen. Stattdessen folgt das Konzept einer inklusiven Logik: Alle dokumentierten Ausdrucksformen werden zunächst als potenzielle Kulturgüter erfasst. Eine feinere Auswahl und Priorisierung erfolgen erst in einem späteren Schritt, nämlich dann, wenn konkret entschieden wird, welche Ausdrucksformen bzw. Kulturgüter in welcher Tiefe digitalisiert, archiviert und präsentiert werden sollen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieses Vorgehen schließt an das SKR-Konzept an, das bewusst auf eine frühe normative Trennung zwischen „kultureller Ausdrucksform“ und „Kulturgut“ verzichtet. Auch hier steht zunächst der möglichst vollständige, strukturierte Überblick über die sorbischen Kulturgüter im Vordergrund. Die differenzierte Bewertung und Schwerpunktsetzung werden als anschließende fachliche Aufgabe verstanden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.4.2 Prozessschritte im Detail ===&lt;br /&gt;
Das folgende Diagramm gibt einen Überblick über die sechs Kernschritte des Gesamtprozesses der Digitalisierung von Kulturgut – von der ersten Wahrnehmung einer kulturellen Ausdrucksform bis zu ihrer digitalen Präsentation als Kulturgut. Die Abfolge zeigt zugleich die Entwicklungsstufen: von gelebter Kultur zur kulturellen Ausdrucksform, von dort zum Kulturgut und schließlich zum digitalen Kulturgut. Die Schritte sind als generischer Ablauf zu verstehen: Je nach Art des Kulturguts können einzelne Tätigkeiten unterschiedlich aufwendig sein oder parallel erfolgen.&lt;br /&gt;
[[Dataja:Wobraz_K3.png|center|600px]]&amp;lt;ref&amp;gt;Mermaid Flowchart Code: [https://mermaid.live/edit#pako:eNplkk1OwzAQha8yGqmbkloxSZs2CyTa8LOphIAVhIVJpolF4iDH4a_qbXqTXgzHFdAKr2y97703lmaNWZMTxriqmvesFNrAfZIqgPPHFIdDzuBO1DVVajhM8QlGozOYO-WUwS0VsjVakqa93Pvmjlk4JmAwp3fS5kCHwQAWjkkcE_Y5WWkIXqrd9jBpT138UIkspBGVbI_7-rwLR146csLgRryQ-U8lMGLwTG1WapLPpHKCZQLMOY9ch7m2VxiSpOAEjJ1TSev_M_bkvv3KtY8ZnOuslG_H9VcOuf4dUO-2LamjGdHDQsscY6M78rAmXYv-ies-IEVTUk0pxvaa00p0lUkxVRtrexXqoWnqH6duuqLEeCWq1r6619zOn0hRaPGH9J_Xi6ZTBuOxS8B4jR8YhxGLeDThkR-EM37KuYefFmHTaOz7fOZHQTidBMHGwy9X6VslnNnDw4jPuB8GHlIuTaOX-7Vy27X5Bh_Osqo hier klicken], abgerufen am 22.09.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Prozess zeigt, dass Digitalisierung von Kulturgut mehr ist als das Erstellen digitaler Dateien. Sie umfasst eine Reihe aufeinander bezogener Schritte – von der ersten Wahrnehmung einer kulturellen Ausdrucksform über ihre Erfassung, Bewertung und Digitalisierung bis hin zur langfristigen Sicherung und Präsentation. Dabei sind je nach Schritt unterschiedliche Akteure beteiligt, etwa Gemeinschaften, Museen, Archive, Fachgremien, Digitalisierungsstellen oder IT. Die folgenden Beschreibungen erläutern diese Schritte so, dass nachvollziehbar wird, was jeweils mit einem Kulturgut geschieht, wer daran beteiligt ist und wie sich der Ablauf in der Praxis vorstellen lässt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''1. Sammeln &amp;amp; erfassen''' &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Hier wird eine kulturelle Ausdrucksform erstmals wahrgenommen, benannt und mit ersten Informationen erfasst: Was ist es, wer macht es oder hat es geschaffen, wo kommt es vor, warum ist es bedeutsam für die Gemeinschaft? &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Akteure''': Community, Vereine, Museen, Archive, Forschende, Privatpersonen.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Beispiel''': Auf einem Dorffest zeigt eine Frau das Verzieren sorbischer Ostereier. Jemand fotografiert dies und notiert Technik, Ort und Namen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''2. Registrieren &amp;amp; beschreiben''' &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Hier wird aus der ersten Beobachtung ein strukturierter Nachweis. Das Kulturgut oder die kulturelle Ausdrucksform wird in ein Register, eine Sammlung oder einen Katalog aufgenommen und mit strukturierten Metadaten beschrieben, damit es wiedergefunden, zugeordnet und verstanden werden kann. Dazu gehören z. B. Titel, Ort, Zeit, Technik, Funktion, beteiligte Personen und der kulturelle Kontext.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Akteure''': Registerverantwortliche, Kurator:innen, Sammlungsmitarbeitende, Community für Kontextinformationen.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Beispiel''': Das Osterei erhält einen Eintrag mit Angaben wie „Wachsbatik“, „Schleife“, „Osterei-Verzierung“, Name der Trägerin und Entstehungsjahr.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''3. Bewerten &amp;amp; freigeben''' &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
In diesem Schritt wird entschieden, ob und in welcher Priorität ein Kulturgut oder die kulturelle Ausdrucksform digitalisiert werden soll und ob dies rechtlich und ethisch möglich ist. Dabei spielen fachliche Kriterien wie Bedeutung, Repräsentativität, Seltenheit oder Gefährdung eine Rolle, aber auch Fragen des Urheberrechts, Datenschutzes und möglicher kultureller Sensibilitäten. Am Ende steht eine begründete Entscheidung, ob und in welchem Umfang das Kulturgut weiterbearbeitet und später veröffentlicht werden darf. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Akteure''': Kurator:innen, Fachgremien, Community-Vertretungen, Register/SKR, ggf. Rechteverantwortliche und Behörden. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Beispiel''': Es wird entschieden, dass die Osterei-Technik wegen ihrer Bedeutung für die sorbische Identität digital gesichert werden soll; die Kunsthandwerkerin stimmt der Veröffentlichung zu.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''4. Digitalisieren &amp;amp; prüfen''' &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Nun wird das Kulturgut technisch erfasst, also in eine digitale Form überführt. Das kann je nach Objektart durch Scan, Fotografie, Audio- oder Videoaufnahme oder 3D-Erfassung geschehen. Dabei entstehen hochwertige Master-Dateien und nutzbare Derivate. Die Digitalisierung folgt qualifizierten Standards, um Reproduzierbarkeit, Farbkonsistenz und Nutzbarkeit zu gewährleisten. Anschließend wird geprüft, ob Schärfe, Farbe, Vollständigkeit und Dateiformate den Anforderungen für Archivierung und Nutzung entsprechen. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Akteure''': Digitalisierungszentrum, Foto-/AV-/3D-Spezialist:innen, externe Dienstleister bei Spezialfällen. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Beispiel''': Das Osterei wird fotografisch hochauflösend aufgenommen und zusätzlich als 3D-Modell erfasst. Danach werden Schärfe, Farbe und Dateiformate geprüft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''5. Archivieren &amp;amp; sichern''' &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die entstandenen digitalen Dateien werden geordnet abgelegt, mit den zugehörigen Metadaten verknüpft und für die langfristige Erhaltung gesichert. Dazu gehören sichere Speicherorte, Backups, Integritätskontrollen und – wenn nötig – spätere technische Migration auf neue Systeme. Ziel ist, dass das digitale Kulturgut langfristig erhalten bleibt, auch wenn sich Technik und Formate verändern. Das Original bleibt in der Regel weiterhin am Sammlungs- oder Aufbewahrungsort. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Akteure''': Archiv, Repository, IT-Betrieb, ggf. Sorbisches Kulturarchiv bzw. Digitalisierungszentrum. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Beispiel''': Die Bilder und das 3D-Modell des Ostereis werden auf gesicherten Servern gespeichert; das Original bleibt im Museum oder bei der Eigentümerin.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''6. Präsentieren &amp;amp; nutzen''' &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Im letzten Schritt werden die digitalen Objekte so bereitgestellt, dass sie gefunden, verstanden und genutzt werden können, z. B. in Portalen, digitalen Sammlungen oder virtuellen Ausstellungen. Dafür reicht es nicht, nur Dateien anzuzeigen: Es braucht auch verständliche Kontexte, Rechteangaben, Mehrsprachigkeit und möglichst barrierearme Zugänge. So wird aus der technischen Digitalisierung eine tatsächliche kulturelle Nutzung. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Akteure''': Kurator:innen, Vermittlung, Web/IT, Museen, Kulturinformationen, Community. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Beispiel''': Das Osterei erscheint in einer Online-Ausstellung, kann herangezoomt oder als 3D-Modell gedreht werden und wird mit einem kurzen Text zur Technik erklärt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.4.3 Organisatorische Perspektive ===&lt;br /&gt;
Die folgende Abbildung ist entnommen aus einem Poster des Sorbischen Instituts zu dessen Digitalisierungsstrategie, gefunden auf der Projektseite des Digitalisierungszentrums.&amp;lt;ref&amp;gt;Sorbisches Institut: Digitalisierungszentrum (DZ). URL: [https://www.serbski-institut.de/projekte-zentrale-vorhaben/digitalisierungszentrum-dz/ https://www.serbski-institut.de/projekte-zentrale-vorhaben/digitalisierungszentrum-dz/], abgerufen am 25.03.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Digitalisierungsstrategie des Sorbischen Instituts zeigt die Erfassung, Registrierung, Digitalisierung und Archivierung bis zur Präsentation von Kulturgütern aus '''organisatorischer Sicht'''. Sie basiert auf einem '''3-Säulen-Modell aus Kulturregister, Digitalisierungszentrum und Präsentationsumgebung'''. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Dataja:Wobraz_K4.png|mini||center|600px|Abbildung: 3-Säulen-Modell der Digitalisierungsstrategie des Sorbischen Instituts. Quelle: Sorbisches Institut, „Digitalizacija serbskich kulturnych datow / Digitalisierung der sorbischen/wendischen Kulturdaten“&amp;lt;ref&amp;gt;Sorbisches Institut 2025: Digitalizacija serbskich kulturnych datow / Digitalisierung der sorbischen/wendischen Kulturdaten (Poster). URL:  [https://www.serbski-institut.de/wp-content/uploads/2021/11/A0-Druck_Digitalisierungsstrategie-SI.pdf  https://www.serbski-institut.de/wp-content/uploads/2021/11/A0-Druck_Digitalisierungsstrategie-SI.pdf], abgerufen am 25.03.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Beide Sichtweisen - die fachliche &amp;quot;Prozess-Sicht&amp;quot; und die &amp;quot;organisatorische Sicht&amp;quot; lassen sich wie folgt in einer Darstellung zusammenfassen:&lt;br /&gt;
[[Dataja:Wobraz_K5.jpg|mini||center|600px|Abbildung: Zusammengefasste Sichtweisen auf die Digitalisierung von Kulturerbe.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der &amp;quot;Prozess der Digitalisierung von Kulturerbe&amp;quot; beschreibt, '''was''' mit einem Kulturgut geschieht; das 3-Säulen-Modell zeigt, '''wo''' diese Aufgaben organisatorisch verortet sind. Bezogen auf die oben beschriebenen [[#2.3.2 Prozessschritte im Detail|Prozessschritte der Digitalisierung von Kulturerbe]] steht das '''Sorbische Kulturregister''' für den Prozessschritt „'''2. Registrieren'''“ und dient dabei vor allem der Verzeichnung und Metadatenverwaltung. Das '''Digitalisierungszentrum''' steht für die Prozessschritte „'''4. Digitalisieren'''“ und „'''5. Archivieren'''“ und dient dabei der technischen Erfassung, Bearbeitung und Sicherung der Digitalisate. Die '''Präsentationsumgebung''' steht für den Schritt „'''6. Präsentieren'''“ und dient der öffentlichen oder kuratierten Bereitstellung zur Nutzung. Ergänzende Konzepte des SI machen dabei deutlich, dass die Digitalisierung im Regelfall eine vorherige Verzeichnung im Register voraussetzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
! Prozessschritt&lt;br /&gt;
! Verantwortliche Organisation&lt;br /&gt;
! Funktion im Gesamtsystem&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''2. Registrieren'''&lt;br /&gt;
| '''Sorbisches Kulturregister'''&lt;br /&gt;
| Kulturgüter werden als Entitäten nachgewiesen, beschrieben, mit Metadaten versehen und miteinander verknüpft. Das Register erfüllt damit eine katalogähnliche Funktion: Es macht sichtbar, welche Kulturgüter es gibt, wo sie sich befinden und in welchem Kontext sie stehen.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''4. Digitalisieren'''&lt;br /&gt;
| '''Digitalisierungszentrum'''&lt;br /&gt;
| Kulturgüter werden technisch erfasst, z. B. durch Scan, Fotografie, Audio-/Videoübertragung oder 3D-Erfassung. Das Digitalisierungszentrum erzeugt und prüft die Digitalisate, ist aber nicht selbst primär ein Präsentationssystem.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''5. Archivieren'''&lt;br /&gt;
| '''Digitalisierungszentrum / Repositorium / Archiv'''&lt;br /&gt;
| Die digitalen Dateien werden geordnet gespeichert, mit Metadaten verbunden und langfristig gesichert. Dazu gehört auch die Sicherstellung der Langzeitaufbewahrung, etwa durch geeignete Speicherorte, Prüfroutinen und spätere Migrationen.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''6. Präsentieren'''&lt;br /&gt;
| '''Sorabicon / weitere Präsentationsumgebungen'''&lt;br /&gt;
| Die digitalen Inhalte werden für Nutzer:innen sichtbar, erfahrbar und verständlich gemacht, z. B. in Portalen, digitalen Sammlungen oder virtuellen Ausstellungen. Die Präsentation greift dafür auf Metadaten aus dem Register und auf Digitalisate aus dem Repositorium bzw. dem Digitalisierungszentrum zurück.&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Schritt '''1. Sammeln''' liegt vor diesen drei Säulen. Er betrifft die Sammlungsorte selbst, also z. B. Museen, Archive, Heimatstuben, Vereine, Projekte, Gemeinden oder Privatpersonen. Dort entstehen oder befinden sich die Kulturgüter zunächst, bevor sie systematisch registriert, bewertet oder digitalisiert werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Schritt '''3. Bewerten''' ist ebenfalls keine eigene technische Säule, sondern ein steuernder Entscheidungsschritt. In ihm wird geklärt, welche Kulturgüter priorisiert digitalisiert werden, welche fachliche Bedeutung sie haben, welche Rechte zu beachten sind und ob eine öffentliche Präsentation möglich ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Damit wird deutlich: Register, Digitalisierungszentrum und Präsentation erfüllen unterschiedliche Aufgaben. Das '''Register''' beschreibt und verknüpft Kulturgüter, das '''Digitalisierungszentrum''' erzeugt und sichert Digitalisate und die '''Präsentationsumgebung''' macht ausgewählte Inhalte verständlich zugänglich. Gerade diese Trennung schafft klare Zuständigkeiten und erleichtert die Zusammenarbeit zwischen Sammlungsorten, Fachstellen, technischen Dienstleistern und Öffentlichkeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== 2.5 Beispiele anderer Kulturen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Digitalisierung des Kulturerbes kleiner, autochthoner, indigener und sprachlicher Gemeinschaften weist häufig vergleichbare Herausforderungen auf: Kulturgüter und Bestände sind auf viele Institutionen, Vereine, lokale Einrichtungen und private Träger verteilt. Personelle und finanzielle Ressourcen sind begrenzt, mehrere Sprachen und Beschreibungstraditionen müssen berücksichtigt werden und nicht alle kulturellen Inhalte dürfen oder sollen ohne Einschränkung öffentlich zugänglich gemacht werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In einer vergleichenden Recherche wurde daher untersucht, wie andere Gemeinschaften und Regionen ihr Kulturerbe erfassen, beschreiben, digitalisieren, langfristig sichern und zur Nutzung bereitstellen. Dabei wurde nicht nach einer universell „idealen“ technischen Lösung gesucht. Untersucht wurde vielmehr, welche organisatorischen, technischen, rechtlichen und gemeinschaftlichen Modelle unter welchen Rahmenbedingungen funktionieren, welche Schwierigkeiten auftreten und welche übertragbaren Erfolgsfaktoren erkennbar sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die nachfolgenden Beispiele verdeutlichen unterschiedliche Schwerpunkte: gemeinschaftliche Steuerung, institutionsübergreifende Register und Suchsysteme, Digitalisierung verteilter Bestände, Sprach- und Tonarchive, abgestufte Zugänge, Unterstützung kleiner Kulturgutträger sowie die Überführung zeitlich begrenzter Projekte in einen dauerhaften Betrieb.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die daraus abgeleiteten Kriterien bilden einen Referenzrahmen. Anhand dieses Referenzrahmens kann in einer späteren Ist-Analyse geprüft werden, welche Funktionen bereits vorhanden, nur konzeptionell beschrieben, in Pilotprojekten erprobt oder dauerhaft im Regelbetrieb verankert sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die ausführlichen Fallprofile, Vergleichsmatrizen, Quellen sowie ein Hinweis zur KI-gestützten Erstellung befinden sich in der [[12.3.A1 Vergleichende Recherche – Digitalisierung des Kulturerbes anderer Kulturen und Regionen|ausführlichen Vergleichsrecherche]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.5.1 RomArchive – Digitales Archiv der Roma ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Roma und Sinti sind eine transnationale Minderheit, die in zahlreichen europäischen Staaten lebt. RomArchive wurde von 2015 bis 2019 mit 3,75 Millionen Euro durch die Kulturstiftung des Bundes gefördert. Weitere Unterstützer waren unter anderem die Bundeszentrale für politische Bildung, das Auswärtige Amt und das Goethe-Institut. Seit 2019 wird das Archiv durch das Dokumentations- und Kulturzentrum Deutscher Sinti und Roma in Heidelberg betrieben.&amp;lt;ref name=&amp;quot;vergleich_romarchive&amp;quot;&amp;gt;RomArchive o. J.: Frequently Asked Questions. URL: https://www.romarchive.eu/en/about/frequently-answered-questions/; Dokumentations- und Kulturzentrum Deutscher Sinti und Roma e. V. o. J.: Imprint. URL: https://www.romarchive.eu/en/imprint/; Kulturstiftung des Bundes o. J.: RomArchive. URL: https://www.kulturstiftung-des-bundes.de/en/programmes_projects/film_and_new_media/detail/romarchive.html, jeweils abgerufen am 20.07.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Archiv präsentiert Kunst, Geschichte und Kultur aus der Perspektive der Roma. Kuratorische Teams und Beirat waren überwiegend mit Angehörigen der Minderheit besetzt. Neben öffentlich zugänglichen Inhalten existiert ein internes Archiv mit beschränktem Forschungszugang. Besonders lehrreich ist der bereits zu Projektbeginn geplante und später tatsächlich vollzogene Übergang an einen dauerhaften Betreiber.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Erfolgsfaktoren und Learnings:''' &lt;br /&gt;
* Angehörige der Gemeinschaft sollten nicht nur Inhalte zuliefern, sondern festgelegte Entscheidungsrechte bei Auswahl, Beschreibung, Kontextualisierung und Zugangsregeln besitzen. &lt;br /&gt;
* Bereits zu Beginn einer Projektphase verbindlich klären, welche Institution das Register, Archiv oder Portal nach dem Ende der Förderung dauerhaft betreibt, pflegt und finanziert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.5.2 Nuohtti – Zugang zum Sámi-Kulturerbe ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Sámi sind ein indigenes Volk im nordeuropäischen Sápmi, das sich über Teile Norwegens, Schwedens, Finnlands und Russlands erstreckt. Viele historische Sámi-Materialien befinden sich außerhalb der Sámi-Institutionen in europäischen Archiven und Museen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nuohtti ist ein gemeinsamer Suchdienst für digitalisierte Sámi-Materialien. Er wurde von 2018 bis 2021 mit Mitteln des Programms Interreg Nord der EU (Europäische Union) entwickelt. Beteiligt waren unter anderem die Sámi-Archive der finnischen und norwegischen Nationalarchive, das schwedische Reichsarchiv und mehrere Universitäten. Die Sámi-Parlamente Finnlands, Norwegens und Schwedens waren in der Steuerungsgruppe vertreten. Der Dienst führte nach Projektangaben etwa 30.000 Datensätze aus 32 Institutionen zusammen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;vergleich_nuohtti&amp;quot;&amp;gt;Nuohtti o. J.: About Nuohtti. URL: https://nuohtti.com/Content/about; University of the Arctic 2023: The Nuohtti service provides digital access to Sámi material in European archives. URL: https://www.uarctic.org/news/2023/3/the-nuohtti-service-provides-digital-access-to-sami-material-in-european-archives/, jeweils abgerufen am 20.07.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nuohtti übernimmt nicht alle Bestände in ein einziges System. Stattdessen werden Metadaten, also strukturierte Beschreibungsdaten zu Objekten und Beständen, aus vorhandenen Einrichtungen zusammengeführt und mit mehrsprachiger Suche, Karte und Zeitleiste zugänglich gemacht. Ethische Hinweise machen darauf aufmerksam, dass viele Bestände unter historischen und teilweise kolonialen Bedingungen gesammelt und beschrieben wurden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Erfolgsfaktoren und Learnings:''' &lt;br /&gt;
* Ein gemeinsamer Zugang kann auch mit dezentraler Architektur der Bestände erfolgen – Originale, Dateien und Fachsysteme können beim Kulturgutträger verbleiben.&lt;br /&gt;
* Ein Register für Kulturdaten kann als übergreifende Nachweisschicht arbeiten: Größere Einrichtungen liefern Daten über technische Schnittstellen, während kleine Träger zentrale oder gemeinsam bereitgestellte Erfassungsdienste nutzen können. &lt;br /&gt;
* Historische Fremdbeschreibungen sollten ergänzt werden durch Selbstbezeichnungen, eigene Sprachformen, alternative Benennungen und Kontexte der betreffenden Gemeinschaft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.5.3 People’s Collection Wales / Casgliad y Werin Cymru ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wales ist ein Landesteil des Vereinigten Königreichs mit einer eigenständigen nationalen und walisischsprachigen Identität. People’s Collection Wales ist eine zweisprachige Plattform für institutionelles und gemeinschaftlich getragenes Kulturerbe. Sie wird als Verbund der National Library of Wales, des National Museum Wales und der Royal Commission on the Ancient and Historical Monuments of Wales betrieben und durch die walisische Regierung finanziert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Neben der technischen Plattform werden kostenlose Beratung und Schulungen zu Digitalisierung, Metadaten, Urheberrecht, Datenschutz und Oral History, also mündlich überlieferter und aufgezeichneter Geschichte, angeboten. Eine unabhängige Evaluation stellte Fortschritte bei der Zusammenarbeit und beim Kompetenzaufbau fest, benannte aber auch begrenzte Wirkungsnachweise, Finanzierungsrisiken und den hohen Personalaufwand für die Unterstützung der beteiligten Gemeinschaften.&amp;lt;ref name=&amp;quot;vergleich_wales&amp;quot;&amp;gt;Vittle, Kate / Haswell-Walls, Fran / Dixon, Tim; ERS Ltd. 2016: Evaluation of the Casgliad y Werin Cymru / People’s Collection Wales Digital Heritage Programme. Impact Report. URL: https://www.gov.wales/sites/default/files/publications/2019-08/evaluation-of-the-peoples-collection-wales-digital-heritage-programme-impact.pdf; People’s Collection Wales o. J.: Community Support. URL: https://www.peoplescollection.wales/about-us/community-support, jeweils abgerufen am 20.07.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Erfolgsfaktoren und Learnings:''' &lt;br /&gt;
* Kleine und ehrenamtlich betreute Sammlungen benötigen nicht nur technische Standards, sondern konkrete und dauerhaft verfügbare Dienstleistungen: Erstberatung, Schulung, Vorlagen, Unterstützung bei Rechtefragen, Qualitätskontrolle und persönliche Ansprechpartner. &lt;br /&gt;
* Ein Digitalisierungszentrum oder ein Verbund koordinierter Digitalisierungsdienste sollte daher als Service- und Kompetenzstruktur ausgestaltet werden und nicht lediglich als technische Produktionsstelle. &lt;br /&gt;
* Der dafür notwendige Beratungs- und Unterstützungsaufwand muss als dauerhafte Betriebsaufgabe eingeplant werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.5.4 Tobar an Dualchais / Kist o Riches ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schottisch-Gälisch ist eine Minderheitensprache, die vor allem in den Highlands und auf den schottischen Inseln gesprochen wird. Tobar an Dualchais macht mehr als 40.000 seit den 1930er Jahren entstandene Tonaufnahmen zugänglich. Die Bestände umfassen Erzählungen, Lieder, Musik, Gedichte und mündlich überliefertes Wissen auf Gälisch, Scots und Englisch. Ein bedeutender Teil der Originalbestände wird in den School of Scottish Studies Archives der Universität Edinburgh verwahrt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;vergleich_tobar&amp;quot;&amp;gt;University of Edinburgh 2024: Tobar an Dualchais / Kist o Riches. URL: https://gaelic.ed.ac.uk/gaelic-collections/tobar-an-dualchais-kist-o-riches; Scottish Government 2025: Rediscovering lost Gaelic words. URL: https://www.gov.scot/news/rediscovering-lost-gaelic-words/, jeweils abgerufen am 20.07.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Digitalisierung wird mit Verschriftlichung beziehungsweise Transkription, sprachlicher Erschließung, Freiwilligenarbeit und teilweise automatischer Spracherkennung verbunden. Das Projekt erhält wiederkehrende öffentliche Förderungen, muss Rechteklärung, Transkription und technische Weiterentwicklung jedoch dauerhaft fortsetzen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Erfolgsfaktoren und Learnings:''' &lt;br /&gt;
* Gefährdete Ton-, Film- und Videobestände müssen wegen Materialverfall, beschädigungsanfälliger Trägermaterialien und nicht mehr verfügbarer Wiedergabetechnik zeitlich priorisiert werden. &lt;br /&gt;
* Ein geeignetes Pilotprojekt kann Digitalisierung, Rechteklärung, Verschriftlichung, Übersetzung, Metadatenerfassung, Archivierung und Bildungsnutzung entlang einer vollständigen Prozesskette verbinden. &lt;br /&gt;
* Dadurch werden nicht nur einzelne Dateien erzeugt, sondern zugleich die notwendigen Standards, Zuständigkeiten und Aufwände erprobt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.5.5 Euskariana – Portal zum baskischen Kulturerbe ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Baskinnen und Basken leben in Gebieten Spaniens und Frankreichs. Euskariana ist das staatlich betriebene Kulturportal der Autonomen Gemeinschaft Baskenland in Spanien. Es wird durch die Digitale Bibliothek Euskadi betrieben und verbindet Daten der baskischen Regierung, der Provinzen, Kommunen, Universitäten sowie öffentlicher, kirchlicher und privater Einrichtungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Portal ist zugleich gemeinsamer Katalog und Zugang zu digitalen Objekten. Es kann Inhalte über ein eigenes Repositorium, also ein institutionell betriebenes digitales Ablage- und Erhaltungssystem, bereitstellen oder zu den Systemen der Partner verlinken. Verwendet werden internationale Standards wie Dublin Core als allgemeiner Metadatenstandard, METS (Metadata Encoding and Transmission Standard) zur Strukturierung und Übertragung digitaler Objekte, PREMIS (Preservation Metadata: Implementation Strategies) für Metadaten zur digitalen Langzeiterhaltung und ALTO (Analyzed Layout and Text Object) für erkannte Texte und Seitenlayouts. Die standardisierten Daten können unter anderem an Europeana weitergegeben werden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;vergleich_euskariana&amp;quot;&amp;gt;Gobierno Vasco / Biblioteca Digital de Euskadi o. J.: Acerca de Euskariana. URL: https://www.euskariana.euskadi.eus/euskadibib/es/help/about.do, abgerufen am 20.07.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Erfolgsfaktoren und Learnings:''' &lt;br /&gt;
* Unterschiedliche Kulturgutträger benötigen unterschiedliche Anschlussmöglichkeiten. &lt;br /&gt;
** Kleine Einrichtungen sollten Daten und gegebenenfalls Dateien in zentral bereitgestellten Diensten erfassen und verwalten können. &lt;br /&gt;
** Größere Institutionen sollten ihre vorhandenen Systeme über Datenexporte oder Programmierschnittstellen anbinden können. &lt;br /&gt;
* Dafür ist ein gemeinsamer, bewusst schlank gehaltener Metadatenkern erforderlich, der durch fach- und institutionsspezifische Angaben erweitert werden kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.5.6 Mukurtu und Plateau Peoples’ Web Portal ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mukurtu ist eine frei verfügbare Software für die gemeinschaftlich kontrollierte Verwaltung digitalen indigenen Kulturerbes. Das Plateau Peoples’ Web Portal verbindet acht indigene Nationen des nordwestlichen Plateaus der USA mit der Washington State University und mehreren Museen und Archiven. Stammesvertreter wählen und beschreiben die Inhalte; die Universität übernimmt wesentliche technische Betriebsaufgaben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mukurtu ermöglicht kulturelle Protokolle, also gemeinschaftlich festgelegte Regeln für Zugang und Nutzung, Traditional Knowledge Labels als Kennzeichnungen für überliefertes gemeinschaftliches Wissen sowie mehrere Beschreibungen zu demselben Objekt. Dadurch kann neben einer institutionellen Museumsbeschreibung eine Beschreibung der Herkunftsgemeinschaft stehen. Zugänge können von vollständig öffentlich bis streng beschränkt reichen. Mukurtu weist ausdrücklich darauf hin, dass die Plattform vor allem dem Zugang und der gemeinschaftlichen Verwaltung dient und ein gesondertes Konzept für Digitalisierung, Langzeiterhaltung, Personal und Finanzierung erforderlich bleibt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;vergleich_mukurtu&amp;quot;&amp;gt;Mukurtu CMS / Washington State University o. J.: About. URL: https://mukurtu.org/about/; Plateau Peoples’ Web Portal. URL: https://mukurtu.org/project/plateau-peoples-web-portal-showcase/, jeweils abgerufen am 20.07.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Erfolgsfaktoren und Learnings:''' &lt;br /&gt;
* Rechte und kulturelle Sensibilität müssen als Bestandteil des Datenmodells behandelt werden und dürfen nicht erst unmittelbar vor einer Veröffentlichung geprüft werden. &lt;br /&gt;
* Sinnvoll sind abgestufte Kategorien wie &lt;br /&gt;
** „nur Metadaten öffentlich“, &lt;br /&gt;
** „öffentliches Nutzungsdigitalisat“, &lt;br /&gt;
** „Zugang nach Rücksprache“, &lt;br /&gt;
** „beschränkter Gemeinschafts- oder Forschungszugang“, &lt;br /&gt;
** „zeitlich gesperrt“ und &lt;br /&gt;
** „nicht zugänglich“. &lt;br /&gt;
* Mehrere Beschreibungen zu demselben Objekt ermöglichen es außerdem, institutionelle Überlieferung und Selbstbeschreibung nebeneinander nachvollziehbar zu dokumentieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.5.7 Indigitization – zentrale Unterstützung für dezentrale Digitalisierung ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Indigitization unterstützt First Nations und weitere indigene Gemeinschaften in British Columbia in Kanada. Das Programm wird gemeinsam von indigenen Organisationen, Bibliotheken, Archiven und Hochschulen getragen. Es stellt einen Werkzeugkasten, Schulungen, Musterunterlagen, technische Beratung und Förderhilfen bereit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von 2013 bis 2019 wurden drei Pilotprojekte und 45 weitere Projekte gefördert. Dabei wurden mehr als 11.000 Audiokassetten digitalisiert. Die Digitalisierung erfolgte in den Gemeinschaften; eine allgemeine Veröffentlichung war nicht zwingend. Das frühere Förderprogramm für Audiokassetten befindet sich inzwischen allerdings in einer Pause.&amp;lt;ref name=&amp;quot;vergleich_indigitization&amp;quot;&amp;gt;Indigitization o. J.: About Us. URL: https://www.indigitization.ca/about-2/; Indigitization Toolkit. URL: https://www.indigitization.ca/toolkit/; Audio Cassette Digitization Grant. URL: https://www.indigitization.ca/funding/audio-cassette-grant/, jeweils abgerufen am 20.07.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Erfolgsfaktoren und Learnings:''' &lt;br /&gt;
* Zentral bereitgestellte Kompetenz lässt sich mit dezentraler Verantwortung verbinden. &lt;br /&gt;
* Ein Digitalisierungszentrum oder ein Verbund gemeinsamer Dienste kann Schulungen, Leih- und Mobiltechnik, Qualitätsprüfung, Rahmenverträge, Musterunterlagen, Beratung und Kleinprojektförderung anbieten. &lt;br /&gt;
* Originale, lokales Wissen und kulturelle Beziehungen können grundsätzlich bei den jeweiligen Kulturgutträgern verbleiben. &lt;br /&gt;
* Damit nach Abschluss einzelner Digitalisierungsprojekte keine ungesicherten Dateien zurückbleiben, sollte jedoch von Beginn an ein gemeinsames oder verbindlich angebundenes Repositorium beziehungsweise digitales Archiv vorgesehen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.5.8 Zusammenfassungen der Beispiele anderer Kulturen im Anhang ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tabellarische Übersichten und Zusammenfassungen aller untersuchten Beispiele anderer Kulturen und Regionen befinden sich im Anhang [[12.3.A1 Vergleichende Recherche – Digitalisierung des Kulturerbes anderer Kulturen und Regionen#E. Vergleichsmatrix|in Abschnitt E. Vergleichsmatrix]] unter &lt;br /&gt;
* [[12.3.A1 Vergleichende Recherche – Digitalisierung des Kulturerbes anderer Kulturen und Regionen#E.1 Funktionen, Architektur und Standards|E.1 Funktionen, Architektur und Standards]] und&lt;br /&gt;
* [[12.3.A1 Vergleichende Recherche – Digitalisierung des Kulturerbes anderer Kulturen und Regionen#E.2 Governance, Finanzierung, Erfolg und Übertragbarkeit|E.2 Governance, Finanzierung, Erfolg und Übertragbarkeit]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Zusammenfassung der übergreifenden Erfolgsfaktoren aus den Beispielen befindet sich im Anhang [[12.3.A1 Vergleichende Recherche – Digitalisierung des Kulturerbes anderer Kulturen und Regionen#F. Übergreifende Erfolgsfaktoren|in Abschnitt F. Übergreifende Erfolgsfaktoren]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.5.9 Was sich aus den Beispielen ableiten lässt ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus den untersuchten Beispielen lässt sich kein einzelnes Projekt und kein bestimmtes Softwaresystem ableiten, das unverändert übernommen werden könnte. Wiederkehrend zeigen sich jedoch '''vier notwendige Funktionen, drei übergreifende Erfolgsbedingungen und zwei grundlegende Umsetzungsprinzipien'''. Sie bilden einen kompakten Orientierungsrahmen für die Digitalisierung von Kulturerbe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Vier Kernfunktionen – was muss dauerhaft geleistet werden? ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Damit die Digitalisierung nicht bei einzelnen Digitalisaten oder einem Präsentationsportal stehen bleibt, müssen vier Kernfunktionen verlässlich abgedeckt und miteinander verbunden werden:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot; style=&amp;quot;width:100%;&amp;quot;&lt;br /&gt;
! Kernfunktion&lt;br /&gt;
! Kernfrage&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''1. Register für Kulturdaten'''&lt;br /&gt;
| '''Was ist vorhanden und was sollte prioritär bearbeitet werden?''' – Kulturgüter und Bestände nachweisen, beschreiben, verknüpfen und ihren Digitalisierungs- und Rechtezustand erfassen.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''2. Digitalisierungszentrum / Digitalisierungsdienste'''&lt;br /&gt;
| '''Wie wird qualitätsgesichert digitalisiert?''' – Kulturgutträger beraten, Digitalisierung vorbereiten oder durchführen, Qualität sichern und die Übergabe vorbereiten.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''3. Repositorium / digitales Langzeitarchiv'''&lt;br /&gt;
| '''Wie bleibt das digitale Kulturerbe dauerhaft erhalten?''' – Masterdateien und Metadaten sicher übernehmen, erhalten, sichern und bei technischen Veränderungen migrieren.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''4. Präsentations- und Nutzungssysteme'''&lt;br /&gt;
| '''Wie wird das Kulturerbe gefunden, verstanden und genutzt?''' – freigegebene Inhalte mehrsprachig vermitteln und für Bildung, Forschung und kulturelle Nachnutzung bereitstellen.&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die vier Funktionen bedeuten nicht zwingend vier Einrichtungen oder vier technische Systeme. Entscheidend ist, dass alle Funktionen abgedeckt, ihre Zuständigkeiten geklärt und ihre Übergaben zuverlässig organisiert sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Drei Erfolgsbedingungen – was gilt für alle Kernfunktionen? ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
# '''Gemeinsam entscheiden und Rechte abgestuft regeln:''' &lt;br /&gt;
#* Angehörige der betreffenden Gemeinschaft und die Kulturgutträger sollten nachvollziehbare Entscheidungsrechte bei Auswahl, Beschreibung, Priorisierung und Veröffentlichung besitzen. &lt;br /&gt;
#* Zugänge sollten abgestuft sein, beispielsweise auch &amp;quot;ausschließlich Metadaten&amp;quot;, &amp;quot;Zugang nach Rücksprache&amp;quot; oder &amp;quot;beschränkte Gemeinschafts- und Forschungszugänge&amp;quot; ermöglichen. &lt;br /&gt;
#* Rechtliche Zulässigkeit und kulturelle Angemessenheit sind dabei getrennt zu betrachten. &lt;br /&gt;
#* Selbstbezeichnungen und eigene kulturelle Perspektiven sollten historische Fremdbeschreibungen ergänzen können.&amp;lt;br&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
# '''Gemeinsame Standards, Mehrsprachigkeit und technische Anschlussfähigkeit sichern:''' &lt;br /&gt;
#* Ein bewusst schlanker gemeinsamer Metadatenkern, Qualitätsstandards und geregelte Datenübergaben ermöglichen die Zusammenarbeit unterschiedlicher Einrichtungen. Zusätzlich können fach- oder institutionsspezifische Metadatensätze genutzt werden.&lt;br /&gt;
#* Sprachen und Sprachvarianten müssen als eigenständige Datenwerte berücksichtigt werden, bspw. bei Metadaten, Beschreibungen usw. &lt;br /&gt;
#* Kleine Träger benötigen einfache zentrale Erfassungsmöglichkeiten, z. B. per Weboberfläche, größere Institutionen Schnittstellen oder Datenexporte aus ihren vorhandenen Systemen.&amp;lt;br&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
# '''Dauerhafte Verantwortung und Finanzierung sichern:''' &lt;br /&gt;
#* Bereits beim Aufbau muss feststehen, wer Register, Digitalisierungsdienste, Repositorium und Präsentationssystem nach einer Projektförderung dauerhaft betreibt. &lt;br /&gt;
#* Neben einmaligen Projektmitteln müssen deshalb auch Personal, Beratung, Datenpflege, Speicher, Softwarepflege, Sicherung und spätere technische Erneuerungen dauerhaft finanziert werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Zwei Umsetzungsprinzipien – wie sollte vorgegangen werden? ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
# '''Priorisieren, die vollständige Kette pilotieren, dann skalieren:''' &lt;br /&gt;
#* Nicht alles muss gleichzeitig digitalisiert werden. Besonders gefährdete oder kulturell bedeutsame Bestände sollten priorisiert werden. &lt;br /&gt;
#* Pilotprojekte sollten möglichst den gesamten Weg von der Erfassung und Rechteklärung über die Digitalisierung bis zur Archivierung und Nutzung durchlaufen. Dabei werden Standards, Zuständigkeiten, Kosten und tatsächliche Nutzung erprobt. &lt;br /&gt;
#* Erst auf dieser Grundlage sollte in größerem Umfang skaliert werden.&amp;lt;br&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
# '''Zentral ermöglichen, dezentral verantworten:''' &lt;br /&gt;
#* Zentrale Stellen können Infrastruktur, Beratung, Schulung, Digitalisierungstechnik, Qualitätskontrolle, Rechtehilfe und Langzeiterhaltung bereitstellen. &lt;br /&gt;
#* Originale, lokales Wissen, kulturelle Beziehungen und wesentliche inhaltliche Entscheidungen können gleichzeitig bei den jeweiligen Kulturgutträgern verbleiben. &lt;br /&gt;
#* Zentralisierung von Diensten und dezentrale kulturelle Verantwortung sind damit keine Gegensätze, sondern können sich gegenseitig ergänzen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Für die Reihenfolge ergibt sich daraus:''' &lt;br /&gt;
# Zuerst Entscheidungsrechte, Standards, Betreiber und Finanzierung ausreichend klären; &lt;br /&gt;
# anschließend mit ausgewählten Beständen die vollständige Prozesskette erproben und die Unterstützungsstrukturen aufbauen; &lt;br /&gt;
# auf dieser Grundlage Digitalisierung, Präsentation und Nachnutzung schrittweise verbreitern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Präsentation und Nutzung sind dabei nicht von geringerer Bedeutung und sollten bereits Bestandteil der Pilotprojekte sein. '''Später erfolgt nicht die Nutzung selbst, sondern deren breiter Ausbau.'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weiterführende '''Hinweise und Empfehlungen zu einem möglichen Vorgehen sowie zeitlichen und inhaltlichen Prioritäten''' befinden sich im Anhang [[12.3.A1 Vergleichende Recherche – Digitalisierung des Kulturerbes anderer Kulturen und Regionen#G.2 Was zentral, dezentral und gemeinsam organisiert werden sollte|im Abschnitt &amp;quot;Priorisierte Schlussfolgerung&amp;quot; von G2 bis G9]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein ausführliches '''Prüfraster zur Bewertung des jeweiligen Entwicklungsstandes''' befindet sich [[12.3.A2 Prüfraster zur Bewertung des Entwicklungsstandes beim Aufbau der Digitalisierung des Kulturerbes|im Anhang 2 &amp;quot;Prüfraster zur Bewertung des Entwicklungsstandes&amp;quot;]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= 3. Ist-Analyse der Digitalisierung des sorbischen Kulturerbes =&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der [[#2 Ist-Analyse „Digitalisierung von Kulturerbe“|vorangegangene Abschnitt 2]] hat beschrieben, was zur Digitalisierung von Kulturerbe gehört, welche Aufgaben dabei dauerhaft erfüllt werden müssen und wie andere Gemeinschaften und Regionen diese Aufgaben lösen. Der Abschnitt 3 richtet nun den Blick auf die sorbische Situation. Er geht der Frage nach, wie gut die sorbische Kulturerbelandschaft heute organisatorisch, technisch und personell aufgestellt ist, um ihr materielles, immaterielles und digitales Kulturerbe institutionsübergreifend zu erfassen, zu digitalisieren, dauerhaft zu erhalten und zugänglich zu machen – und wo vorrangiger Handlungsbedarf besteht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Analyse gliedert sich in fünf Teile:&lt;br /&gt;
* '''Akteure und Rollen''': Wer bewahrt sorbisches Kulturerbe und welche Aufgaben übernehmen die Akteure bei seiner Digitalisierung (Sammeln, Finanzieren, Koordinieren usw.)?&lt;br /&gt;
* '''Bestände und Bedarfe''': Welche Kulturgüter gibt es, wie weit sind  sie erfasst und digitalisiert, welche müssen vorrangig gesichert werden und welche Unterstützung brauchen ihre Träger?&lt;br /&gt;
* '''Vorhaben Systeme und Dienste''': Welche Angebote decken die [[#2.3.2 Vier Kernfunktionen|vier Kernfunktionen]] Erfassen, Digitalisieren, langfristig Erhalten und Zugänglichmachen heute ab, und welche sind im Aufbau oder geplant?&lt;br /&gt;
* '''Zusammenarbeit und dauerhafter Betrieb''': Wie sind die Steuerung und Zusammenarbeit (Governance) organisiert (Zuständigkeiten, Standards, Rechte und Finanzierung)?&lt;br /&gt;
* '''Gesamtbewertung''': Was funktioniert bereits, wo gibt es Lücken und welche davon sollten zuerst geschlossen werden?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Analyse stellt dabei den Bedarf der Bestände dem vorhandenen Angebot an Diensten und dem organisatorischen Rahmen gegenüber. Wo beides auseinanderfällt, entstehen Lücken, siehe nachfolgende Übersicht.&lt;br /&gt;
[[Dataja:Wobraz K6.png|thumb|center|600px|Übersicht der Ist-Analyse]]&amp;lt;ref&amp;gt;Mermaid Flowchart Code: [https://mermaid.live/edit#pako:eNqVlM1y2jAQx19lR7maFGMcwJPJDGAnh9AcaE4pPcj2-qPYErOWmtJ8PE0fo7e8WGWDTUja6VS-WB_7293_rvTAIhkj81hSyPso46Tg1l_RSoAZ088rdh5eOKc2TNcKNeH5h_DiPKQPF7fbjQW39PIzRaqMXaIsWMqiQLFiX2r7llHpMCW-yeDGwG54lCXEU9wfgv2Ic8JI5VLAYvl6fdYGMIAZVurlp4gPIVzrQmlKtVoXvKoQNiThEy_LQou0kqTe-Ji_ZsWckgOJC4hRwFSkGEpl_r5i44-L2IIyV-BTLtIij7I15m-5M-j1LmDeLqGI_5j-0rjfOwAtYljyrOzE-pcOfhu7A36OolLYMD5tzV95yONbjgTXSCLRYl1j3jkIWtAQruQ3c5KL6GB_pyujHwpOocmzcRFzjVSX15BnqCjH8A3Sh-fnZwj-kv-0VufReLrnGRlluzI-ws3xmdDQMQ_NmX2KFqR1DYq6IDu1HqFT5aZRfbFLZ_HyK1qj6PLY1RdkJhC4rgw2ykxcWLUlfpXCcgdqp4tmetXK5MIVGk1UiPdIyjRW7eNNh0d1-_mYgECtiBeQ5EXhnVzawWUwtipFco3eiXvpBu7UimQhyTsZzM03fU9o70fLmAbzYNQxJhNnbvstY2QPZrbzjsH3TbYjBLbxG3SE_uVZ4J61hP7Y7Q_tIwJMrYV11aZyvDWz5ocIj7d8K2gdd52vtgWaOu3iSJrRxTEej0fj_n7ai3llXh7iW88F99h--d_2zGIp5THzFGm0WIlU8nrKHmruiqnMXJkV88wvYay_9xoxVmwlnozphos7KcvWmqROM-YlvKjMTG9irtDPubnSZbdKdWvRXGqhmDd07AbCvAf2nXnuqWP3RwN7eDZwJ4Ph2MHeyGJb5vXs0-HEnTgDxxn3-4OzvuOarSeL_Wi8C10UFsM4V5I-7h7o5p1--g24x9CK hier klicken], abgerufen am 20.10.2026&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== 3.1 Akteure und Rollen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sorbisches Kulturerbe wird von vielen Einrichtungen, Gruppen und Einzelpersonen bewahrt, gepflegt und dokumentiert – von sorbischen ebenso wie von nicht-sorbischen. Dieser Abschnitt zeigt, wer Bestände hält, wer Dienste zur Digitalisierung anbietet und wer den organisatorischen und finanziellen Rahmen gestaltet. Damit wird auch sichtbar, welche Aufgaben bislang von keinem Akteur erkennbar übernommen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Grundlage sind Arbeitsunterlagen der Domowina aus den Jahren 2019 und 2020&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;&amp;gt;Domowina e. V., Kulturausschuss (Clemens Škoda) 2019: Serbske kulturne herbstwo (SKH). Arbeitspapier, Stand 18.03.2019, S. 2-8. Unveröffentlicht; interne Referenz: 2020-09-07_Serbske kulturne herbstwo w Budyšinje_opt.pdf.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019b&amp;quot;&amp;gt;Domowina e. V. 2019: Přehlad relewantnych městnosćow / „małkich“ a „wulkich“ muzejow nastupajo serbske kulturne herbstwo, Stand 11.11.2019. Unveröffentlicht; interne Referenz: 2019_11_Priloha A_prehlad_muzejow a zberkow.pdf.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2020&amp;quot;&amp;gt;Domowina e. V., Kulturausschuss 2020: Protokoll der Fachkommission „Serbske kulturne herbstwo“ vom 07.09.2020. Unveröffentlicht; interne Referenz: 2020_09_07_skh komisija-protokol.pdf.&amp;lt;/ref&amp;gt;, eine darauf aufbauende Arbeitsliste der Sammlungsorte mit ergänzender Internetrecherche&amp;lt;ref name=&amp;quot;liste2026&amp;quot;&amp;gt;Arbeitsliste „Sammlungsorte sorbischen Kulturerbes“, Stand 02.04.2026, erstellt im Rahmen des Digitalisierungskonzepts aus Internetrecherche und den Domowina-Unterlagen. Unveröffentlicht; Grundlage für Anhang 12.3.A3.&amp;lt;/ref&amp;gt;, das Konzept des Sorbischen Instituts zum Digitalisierungszentrum&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;&amp;gt;Sorbisches Institut 2025: Konzept zum Digitalisierungszentrum am Sorbischen Institut, Arbeitsfassung vom 13.08.2025. Unveröffentlicht; interne Referenz: DigCentr_Wersija13082025_wip.pdf.&amp;lt;/ref&amp;gt;, Rückmeldungen der Museen und der Domowina aus dem April 2026 sowie das Protokoll des Digitalisierungskreises vom 21.04.2026&amp;lt;ref name=&amp;quot;dk2026&amp;quot;&amp;gt;Digitalisierungskreis 2026: Protokoll der Sitzung zum Stand des Digitalisierungszentrums vom 21.04.2026. Unveröffentlicht; interne Referenz: 2026-04-21_DE_Protokoll_Digitalisierungskreis_Digitalisierungszentrum.docx.&amp;lt;/ref&amp;gt;. Ein Teil der Angaben ist mehrere Jahre alt und wird schrittweise aktualisiert. Nicht belegte Angaben sind als ''offen'', Vermutungen als ''Annahme'' gekennzeichnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.1.1 Begriffe und Rollen ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
; Akteur&lt;br /&gt;
: Einrichtung, Gruppe oder Person, die eine Aufgabe im Umgang mit sorbischem Kulturerbe oder seiner Digitalisierung übernimmt.&lt;br /&gt;
; Kulturgutträger&lt;br /&gt;
: Akteur, der Kulturgüter verwahrt oder eine kulturelle Praxis trägt und weitergibt, bspw. ein Museum, eine Heimatstube, ein Chor oder eine Privatperson mit einer Sammlung.&lt;br /&gt;
; Trägerschaft&lt;br /&gt;
: Rechtliche und finanzielle Verantwortung für eine Einrichtung, zum Beispiel durch eine Kommune, einen Landkreis, eine Stiftung, einen Verein, eine Kirche oder eine Privatperson. Eigentum und Betrieb können dabei auseinanderfallen, bspw. gehörte der Dom Njechorńskeho 2019 der Domowina und wurde von der Stiftung für das sorbische Volk bewirtschaftet, der Hanzo Šustrowy dom in Trebendorf gehörte der Gemeinde und wurde von der örtlichen Domowina-Gruppe bewirtschaftet.&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019b&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
; Rolle&lt;br /&gt;
: Aufgabe, die ein Akteur übernimmt. Ein Akteur kann mehrere Rollen haben, unterschieden werden Haupt- und Nebenrollen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Rollen lassen sich drei Gruppen zuordnen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
! Gruppe !! Rolle !! Kürzel&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| rowspan=&amp;quot;2&amp;quot; | '''Am Kulturgut''' || '''Bewahren''': Originale verwahren, pflegen und verwalten || '''B'''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Dokumentieren''': lebendige Praxis festhalten in Ton, Bild oder Text || '''D'''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| rowspan=&amp;quot;4&amp;quot; | '''Dienste''' ([[#2.3.2 Vier Kernfunktionen|Kernfunktionen]]) || '''Erfassen''', registrieren, beschreiben und verknüpfen || '''K1'''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Digitalisieren''' und Qualität sichern || '''K2'''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Langfristig '''erhalten''' || '''K3'''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Zugänglich machen''' und Nutzung ermöglichen || '''K4'''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| rowspan=&amp;quot;2&amp;quot; | '''Rahmen''' (Governance) || '''Steuern''', koordinieren und Regeln setzen || '''S'''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Fördern''' und finanzieren || '''F'''&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dokumentieren meint hier das Festhalten von immateriellen Kulturgütern im laufenden Kulturleben, etwa Mitschnitte von Veranstaltungen. Geschieht es systematisch nach festgelegten Standards zur dauerhaften Sicherung, ist es Teil der Kernfunktion Digitalisieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.1.2 Schlüsselakteure ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einzeln aufgeführt wird, wer mindestens eines der folgenden Kriterien erfüllt:&lt;br /&gt;
# betreibt oder plant eine Kernfunktion, die über die eigene Einrichtung hinaus wirkt,&lt;br /&gt;
# verwahrt einen hauptamtlich betreuten Kernbestand,&lt;br /&gt;
# dokumentiert regelmäßig das lebendige Kulturgeschehen,&lt;br /&gt;
# fördert, koordiniert oder setzt Regeln für die Digitalisierung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;mark&amp;gt;Die folgende Übersicht muss mit den Institutionen bzgl. Änderungen und Ergänzungen abgestimmt werden.&amp;lt;/mark&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|+ Rollen der Schlüsselakteure (■ Hauptrolle · ○ Nebenrolle · ? vermutet oder offen)&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
B. Bewahren, D. Dokumentieren, K1. Erfassen, K2. Digitalisieren, K3. Erhalten, K4. Nutzung ermöglichen, S. Steuern, F. Fördern&lt;br /&gt;
! Akteur !! Typ / Trägerschaft !! B !! D !! K1 !! K2 !! K3 !! K4 !! S !! F !! Hinweise&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Stiftung für das sorbische Volk || Stiftung des öffentlichen Rechts, finanziert von Bund, Freistaat Sachsen u. Land Brandenburg || ○ || || || || || || ■ || ■ || bewirtschaftete 2019 den Dom Njechorńskeho&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019b&amp;quot;/&amp;gt;; unterstützt beide sorbischen Museen finanziell&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;; Zielvereinbarungen u. a. mit dem Wendischen Museum&amp;lt;ref name=&amp;quot;wm2026&amp;quot;&amp;gt;Wendisches Museum Cottbus (Anja Jahn, Leitende Kuratorin) 2026: Zuarbeit zum Thema Digitalisierung des sorbischen/wendischen Kulturerbes, E-Mail vom 17.04.2026. Unveröffentlicht; interne Referenz: 2026-04-17 - Wendisches Museum Cottbus - Zuarbeit zum Thema Digitalisierung des sorbischen wendischen Kulturerbes.pdf.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Sorbisches Institut (SI) mit Sorbischem Kulturarchiv (SKA) und Sorbischer Zentralbibliothek || Forschungseinrichtung mit Archiv und Bibliothek; eingetragener Verein, gefördert u. a. durch die Stiftung; Digitalisierungszentrum aus Strukturwandelmitteln&amp;lt;ref name=&amp;quot;dk2026&amp;quot;/&amp;gt; || ■ || ? || ■ || ■ || ○ || ■ || ○ || || '''Digitalisierungszentrum (DZ):''' Aufbauprojekt 2024-2027 mit drei Vollzeitstellen, derzeit Pilot- und Evaluationsphase; Dienstleistung für andere Träger, kostenfrei derzeit nur in Sachsen; Finanzierung ab 2028 ''offen''&amp;lt;ref name=&amp;quot;dk2026&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz&amp;quot;&amp;gt;Sorbisches Institut: Digitalisierungszentrum (DZ). URL: https://www.serbski-institut.de/projekte-zentrale-vorhaben/digitalisierungszentrum-dz/&amp;lt;/ref&amp;gt;.&amp;lt;br&amp;gt;'''Sorbisches Kulturregister (SKR):''' Konzept mit technischem Prototyp; befristete Projektstelle bis Ende 2025&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;&amp;gt;Sorbisches Institut 2025: Konzept für ein Sorbisches Kulturregister (SKR), zweite aktualisierte Fassung vom 20.11.2025. URL: https://www.serbski-institut.de/wp-content/uploads/2021/11/00_Zweite-aktualisierte-Fassung_Konzept_Sorbisches-Kulturregister_20.11.2025.pdf&amp;lt;/ref&amp;gt;.&amp;lt;br&amp;gt;'''Präsentation:''' Virtueller Lesesaal mit Bibliographie, Katalog, digitalisierten Drucken, Handschriften, Fotos und Filmen&amp;lt;ref name=&amp;quot;vls&amp;quot;&amp;gt;Sorbisches Institut o. J.: Virtueller Lesesaal. URL: https://www.serbski-institut.de/bibliothek/virtueller-lesesaal/, abgerufen am 20.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;; Wissensportal Sorabicon mit zwölf Sammlungen&amp;lt;ref name=&amp;quot;atlas&amp;quot;&amp;gt;Sorbisches Institut 2026: Pressemitteilung zum digitalen Atlas sorbischer Kulturdenkmale im Wissensportal Sorabicon, 30.04.2026. URL: https://idw-online.de/de/news870102, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;; Repositorium digitalizat.de (öffentlich voraussichtlich ab ca. Q3/2026)&amp;lt;ref name=&amp;quot;dk2026&amp;quot;/&amp;gt;.&amp;lt;br&amp;gt;'''Erhalten:''' Repositorium mit Datensicherung; Konzept für die Langzeitarchivierung im Dauerbetrieb ''offen''&amp;lt;ref name=&amp;quot;dk2026&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Sorbisches Museum Bautzen || Museum; Landkreis Bautzen, finanziell unterstützt von der Stiftung&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt; || ■ || || ■ || ○ || ? || ? || || || ca. 42.000 Objekte; Inventar in Inventarbüchern und Datenbank (HiDA 4.8), Standortverzeichnis, Fotodatenbank; Objektfotografie und Scans bis DIN A3 im Haus; Sammlung erst teilweise digital erfasst; Pilot zur Plakatdigitalisierung mit dem SI&amp;lt;ref name=&amp;quot;smb2026&amp;quot;&amp;gt;Sorbisches Museum Bautzen (Alexander Pólk, Museologe) 2026: Bedarfserklärung zur Digitalisierung des sorbischen Kulturerbes für den Fachbeirat Digitalisierung, 15.04.2026. Unveröffentlicht; interne Referenz: 2026-04-15_Bedarfserklaerung_Digitalisierung_sorbisches_Kulturerbe_Vorlage - SMB-AxP.docx.&amp;lt;/ref&amp;gt;; Online-Angebot ''offen''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Wendisches Museum Cottbus || Museum; Stadt Cottbus, finanziert von Stadt und Stiftung&amp;lt;ref name=&amp;quot;wm&amp;quot;&amp;gt;Wendisches Museum Cottbus o. J.: Selbstdarstellung des Museums, Dokument im Ratsinformationssystem der Stadt Cottbus. URL: https://session.cottbus.de/oparl/bodies/0001/downloadfiles/00007050.pdf, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; || ■ || || ■ || ○ || ? || ○ || || || Inventarisierung mit Adlib, Veröffentlichung über museum-digital begonnen; A3-Flachbettscanner und Buchscan im Haus; derzeit vor allem Digitalisierung der Kunst; keine Digitalstrategie, keine Mittel für studentische Hilfskräfte&amp;lt;ref name=&amp;quot;wm2026&amp;quot;/&amp;gt;; Nutzung des DZ für brandenburgische Bestände ''offen'', bilateral zwischen SI, Stiftung und Museum zu klären&amp;lt;ref name=&amp;quot;dk2026&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Sächsische Landesbibliothek – Staats- und Universitätsbibliothek Dresden (SLUB) mit Deutscher Fotothek || Landes- und Universitätsbibliothek; Freistaat Sachsen || ■ || || ○ || ○ || ○ || ■ || || || Lusatica-Sammlung, die das kulturelle Erbe der Sorben zugänglich machen soll&amp;lt;ref name=&amp;quot;slub&amp;quot;&amp;gt;SLUB Dresden o. J.: Sammlungen zur sächsischen Landeskunde. URL: https://www.slub-dresden.de/entdecken/saechsische-landeskunde/sammlungen, abgerufen am 20.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;; über Sachsen.Digital ist auch digitales Schrifttum des SI erreichbar&amp;lt;ref name=&amp;quot;vls&amp;quot;/&amp;gt; (Betrieb der Plattform durch die SLUB); die Deutsche Fotothek macht Fotosammlungen des SKA im Rahmen eines Kooperationsvertrags digital zugänglich und hat auch Filme des SKA digitalisiert und präsentiert&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt;; eigene digitale Langzeitarchivierung&amp;lt;ref name=&amp;quot;nestor&amp;quot;&amp;gt;nestor o. J.: Mitglied SLUB Dresden. URL: https://www.langzeitarchivierung.de/Webs/nestor/EN/nestor/Mitglieder/sLUB.html, abgerufen am 20.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; (Kosten nach Angabe im Digitalisierungskreis ca. 800 € je Terabyte und Jahr&amp;lt;ref name=&amp;quot;dk2026&amp;quot;/&amp;gt;), ob sie Digitalisate sorbischer Träger übernehmen könnte, ist ''offen''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Domowina – Bund Lausitzer Sorben e. V. mit Regionalverbänden und Ortsgruppen || Dachverband sorbischer Vereine; eingetragener Verein || ○ || ○ || || || || || ○ || || keine zentralen Bestände außer einzelnen Exponaten, Schenkungen und Originalen, z. B. im Haus der Sorben; ein Inventarregister der Finanzverwaltung erfasst diese nur teilweise; keine Gesamtübersicht über die Bestände in ihren Strukturen&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2026&amp;quot;&amp;gt;Domowina e. V. (Clemens Škoda, Referent) 2026: Bedarfserklärung zur Digitalisierung des sorbischen Kulturerbes für den Fachbeirat Digitalisierung, Entwurf vom 01.04.2026. Unveröffentlicht; interne Referenz: 2026-03-27_Bedarfserklaerung_Digitalisierung_sorbisches_Kulturerbe_Vorlage-naćisk Clemens Škoda.docx.&amp;lt;/ref&amp;gt;; Eigentümerin des Dom Njechorńskeho; Ortsgruppe Trebendorf bewirtschaftet den Hanzo Šustrowy dom&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019b&amp;quot;/&amp;gt;; mindestens 9 der 23 kleinen Sammlungsorte sind direkt oder über Mitgliedsvereine mit ihr verbunden&amp;lt;ref name=&amp;quot;liste2026&amp;quot;/&amp;gt;; Chronistengruppe der Župa Michał Hórnik; Fachkommission „Sorbisches Kulturerbe“ 2018-2020&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2020&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Maćica Serbska e. V. || wissenschaftliche Gesellschaft; Verein || || || || || || || ○ || || Arbeitskreis „Museale Einrichtungen“ mit rund 40 Adressaten; Denkmalausschuss mit eigenem, von der Stiftung verwaltetem Budget, 2019 als Vorbild für die Bewertung von Kulturerbe genannt&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Sorbisches National-Ensemble (SNE) || Ensemble; gGmbH der Stiftung || ■ || ? || ○ || || || || || || Spezialarchiv, für die Öffentlichkeit nicht zugänglich, unterschiedlich gut erschlossen&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt;; im SKR-Konzept als sekundärer Sammlungsort genannt&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;/&amp;gt;; 2019 vorgeschlagen, dort nur Kopien zu halten und die Originale an das SKA zu geben&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;; Umfang ''offen''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| studijo LUCIJA || Medienproduktion; gGmbH des Sorbischen Schulvereins  e. V. || ○ || ■ || || || || || || || dokumentiert sorbische Veranstaltungen; Aufnahmen liegen beim Studio und werden teilweise und komprimiert (''zu prüfen'') an das SKA übergeben; eigener YouTube-Kanal mit Zeitzeugen-Interviews und Veranstaltungsmitschnitten&amp;lt;ref name=&amp;quot;lucija_youtube&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Mitteldeutscher Rundfunk (MDR) und Rundfunk Berlin-Brandenburg (rbb), sorbischsprachige Programme || öffentlich-rechtlicher Rundfunk || ■? || ■ || || || || ○? || || || Spezialarchive, für die Öffentlichkeit nicht zugänglich&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt;; Produktionen standen dem SKA 2019 aus rechtlichen Gründen nicht zur Verfügung&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;; Umfang und heutiger Stand ''offen''&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.1.3 Akteursgruppen ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die meisten Kulturgutträger sind kleinere Einrichtungen, Gruppen oder Privatpersonen. Sie werden hier zu Gruppen zusammengefasst. Die Anzahlen sind Mindestwerte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;mark&amp;gt;Die folgende Übersicht muss insb. mit Domowina, SI und Lucija bzgl. Änderungen und Ergänzungen abgestimmt werden.&amp;lt;/mark&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|+ B. Bewahren, D. Dokumentieren, K1. Erfassen, K2. Digitalisieren, K3. Erhalten, K4. Nutzung ermöglichen, S. Steuern, F. Fördern&lt;br /&gt;
! Gruppe !! Beispiele !! Typische Trägerschaft !! Bekannte Anzahl !! Typische Rollen !! Besonderheiten&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Kleine Museen, Heimatstuben, Gedenk- und Begegnungsorte ||&lt;br /&gt;
* Muzej Ćišinskeho (Panschwitz-Kuckau),&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Njepilic dwór (Rohne),&lt;br /&gt;
* Sorbisches Kulturzentrum Schleife,&lt;br /&gt;
* Heimatmuseum Dissen,&lt;br /&gt;
* Sorbische Webstube Drebkau (Ostereiersammlung mit über 4.000 Exemplaren)&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt;,&lt;br /&gt;
* Archiv verschwundener Orte (Horno)&lt;br /&gt;
|| Gemeinde, Förderverein, Domowina-Ortsgruppe, privat || 22 in der Domowina-Übersicht 2019 (9 Ober-, 13 Niederlausitz)&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019b&amp;quot;/&amp;gt;; 23 in der Arbeitsliste 2026, davon 12 bisher nur durch die Domowina-Unterlagen belegt&amp;lt;ref name=&amp;quot;liste2026&amp;quot;/&amp;gt;; im Arbeitskreis Lausitzer Museenland etwa ein Drittel von 48 Häusern mit sorbischem Schwerpunkt (SKR-Konzept, S. 7)&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;/&amp;gt; || '''B''' ■, '''D''' ○ || überwiegend ehrenamtlich; Digitalisierung unterbleibt nach Einschätzung des SI weitestgehend, weil personelle, technische und finanzielle Kapazitäten fehlen&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt;; 2019 benannte Defizite: fehlender Nachwuchs, fehlende Marketingstrategie, fehlende Vernetzung, unzureichende Finanzierung, fehlende fachliche Begleitung; teilweise ohne eigenes Inventar&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;; zwei private Ausstellungen ohne jede Förderung, von den Betreibern im Ruhestand allein betreut&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019b&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Regionale Museen mit sorbischen Beständen ||&lt;br /&gt;
* Museum der Westlausitz Kamenz,&lt;br /&gt;
* Museum Bautzen,&lt;br /&gt;
* Spreewald-Museum Lübbenau mit Freilandmuseum Lehde,&lt;br /&gt;
* Slawenburg Raddusch,&lt;br /&gt;
* Niederlausitzer Heidemuseum Spremberg,&lt;br /&gt;
* Stadtmuseum Cottbus,&lt;br /&gt;
* Städtische Sammlungen Görlitz&amp;lt;ref name=&amp;quot;lorenz2023&amp;quot;&amp;gt;Lorenz, Robert 2023: Das Register für sorbische/wendische Kultur(erbe)daten. Vortragsfolien, Mai 2023. URL: https://digiserb.de/wp-content/uploads/2023/06/2023_05_prednosk_kulturne_herbstwo_robert_lorenc.pdf&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
|| Landkreis oder Kommune (''Annahme'') || 7 in der Domowina-Übersicht 2019 (2 Ober-, 5 Niederlausitz)&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019b&amp;quot;/&amp;gt; || '''B''' ■; &amp;lt;br&amp;gt;'''K1-K4''' ''offen'' || Umfang des sorbischen Anteils am Bestand ''offen''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Ensembles, Chöre, Trachten- und Brauchtumsgruppen || – || Verein || ''offen'' || tragen die Praxis;&amp;lt;br&amp;gt; '''D''' ○, '''B''' ○ || Trachtenfundi 2019 ausdrücklich zu den Beständen in sorbischer Verantwortung gezählt&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;; eigene Aufnahmen und Fundi meist nicht erfasst (''Annahme'')&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Chronisten, Film- und Fotoamateure ||&lt;br /&gt;
* Chronistengruppe der Župa Michał Hórnik,&lt;br /&gt;
* deutsch-sorbischer Filmkreis&lt;br /&gt;
|| ehrenamtlich, privat || ''offen'' || '''D''' ■, '''B''' ○ || Beiträge von Laien 2019 nur sporadisch, Bestände oft unstrukturiert&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;; das DZ bahnt Kooperationen mit privaten Filmschaffenden an&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Private Sammlungen und Nachlässe ||&lt;br /&gt;
* Nachlass der Malerin Hanka Krawcec, überwiegend in Tschechien;&lt;br /&gt;
* weitere private Sammlungen und Nachlässe in Ober- und Niederlausitz&lt;br /&gt;
|| privat || 4 in der Domowina-Übersicht 2019; tatsächlich ''offen'' || '''B''' ■ || Verbleib beim Generationenwechsel ungesichert (''Annahme''); bei einer privaten Sammlung ist der dauerhafte Verbleib ausdrücklich ungeklärt&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Kirchliche Einrichtungen ||&lt;br /&gt;
* Ausstellung zu Jan Bjedrich Fryco in der evangelischen Kirche Kolkwitz;&lt;br /&gt;
* kirchliches Informations- und Begegnungszentrum in Horno mit Holzmodellen abgebaggerter Kirchen&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019b&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|| Kirchgemeinde || 2 (in den kleinen Orten enthalten); weitere ''offen'' || '''B''' ○ || weitere kirchliche Bestände nicht erfasst (''Annahme'')&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Weitere sorbische Kultur- und Medieneinrichtungen ||&lt;br /&gt;
* Deutsch-Sorbisches Volkstheater (Archiv 2019 zusammen mit dem des SNE genannt);&lt;br /&gt;
* Domowina-Verlag (2019 als Produzent genannt, dessen Erzeugnisse an das SKA gehen sollten)&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|| verschieden || ''offen'' || '''B''' ○ || Spezialarchive von SNE, Domowina-Verlag, Volkstheater und Rundfunk: für die Öffentlichkeit nicht zugänglich, unterschiedlich gut erschlossen, teils mit eigenem Personal&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt;; der Domowina-Verlag erprobt mit dem DZ die Neuauflage vergriffener Bücher als Book on Demand&amp;lt;ref name=&amp;quot;dk2026&amp;quot;/&amp;gt;; Umfang ''offen''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Öffentliche Träger und Fördergeber ||&lt;br /&gt;
* Bund,&lt;br /&gt;
* Freistaat Sachsen,&lt;br /&gt;
* Land Brandenburg,&lt;br /&gt;
* Landkreise,&lt;br /&gt;
* Kommunen&lt;br /&gt;
|| öffentlich || – || '''F''' ■, '''S''' ○ || tragen die großen Museen; 2019 erfüllten kleine Museen im Landkreis Bautzen die Kriterien für eine institutionelle Förderung nicht, im Landkreis Spree-Neiße waren die Bedingungen besser&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Gedächtniseinrichtungen außerhalb der Lausitz und der sorbischen Trägerschaft ||&lt;br /&gt;
* Oberlausitzische Bibliothek der Wissenschaften Görlitz&amp;lt;ref name=&amp;quot;slub&amp;quot;/&amp;gt;;&lt;br /&gt;
* Hórnik-Bibliothek im Wendischen Seminar Prag&amp;lt;ref name=&amp;quot;ldp&amp;quot;&amp;gt;Sorbisches Institut 2021: Pressemitteilung zu Digitalisaten aus dem Landesdigitalisierungsprogramm Sachsen (u. a. „Serbowka“, erstes sorbisches Lehrbuch), 12.03.2021. URL: https://serbski-institut.de/wp-content/uploads/2021/12/2021-03-12_MI_Erstes-sorbisches-Lehrbuch-LDP_Serbowka_de.4753.pdf, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;;&lt;br /&gt;
* Deutsches Historisches Museum, Literaturarchive Marbach und Berlin, Nationalmuseum Prag&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt;;&lt;br /&gt;
* Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland, Bonn&amp;lt;ref name=&amp;quot;lorenz2023&amp;quot;/&amp;gt;;&lt;br /&gt;
* Sächsisches Staatsarchiv,&lt;br /&gt;
* Brandenburgisches Landeshauptarchiv,&lt;br /&gt;
* Deutsche Nationalbibliothek (''Annahme'');&lt;br /&gt;
* Einrichtungen in Tschechien&lt;br /&gt;
|| öffentlich || ''offen'' || '''B''' ○; &amp;lt;br&amp;gt;mögliche Partner für K3 und K4 || unterliegen eigenen Digitalisierungsabläufen; sorabistische Expertise wird dort bisher nicht nachgefragt&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt;; Umfang der sorbischen Bestände ''offen''&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.1.4 Erste Befunde ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;mark&amp;gt;Die folgende Übersicht muss mit den Institutionen bzgl. Änderungen und Ergänzungen abgestimmt werden.&amp;lt;/mark&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Rollenübersicht erlaubt erste Hinweise, die in den folgenden Abschnitten geprüft werden:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* '''Bewahren ist breit verteilt, Dienste sind konzentriert und projektgebunden.''' Nur die vier hauptamtlichen Einrichtungen mit Sammlungsauftrag – Sorbisches Museum, Wendisches Museum, Sorbische Zentralbibliothek und SKA – sowie die Spezialarchive verfügen zumindest grundsätzlich über Personal und Technik für Digitalisierung. Sie arbeiten in nicht miteinander verbundenen Insellösungen mit eher einfacher Ausstattung; keine von ihnen hat eine eigene Digitalisierungsabteilung.&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt; Dienste für andere Träger baut das DZ des SI auf. Es ist bis Ende 2027 projektfinanziert, derzeit nur für sächsische Träger kostenfrei, und seine Nutzung durch das Wendische Museum ist noch zu klären.&amp;lt;ref name=&amp;quot;dk2026&amp;quot;/&amp;gt; Die SLUB macht sorbisches Schrifttum bereits digital zugänglich, auch aus Beständen des SI, und übernimmt mit der Deutschen Fotothek Leistungen für das SKA&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt;. &lt;br /&gt;
* '''Für die langfristige Erhaltung fremder Bestände gibt es noch keine dauerhafte Lösung.''' Offen ist, wer Digitalisate anderer Träger verbindlich und dauerhaft übernimmt. Das DZ legt Digitalisate in einem Repositorium mit Datensicherung ab; ein Konzept für die Langzeitarchivierung im Dauerbetrieb soll aus der Evaluationsphase entstehen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;dk2026&amp;quot;/&amp;gt; Das Sorbische Museum sieht hier keinen akuten Bedarf, weil Archivierung Teil seiner regulären Arbeit sei;&amp;lt;ref name=&amp;quot;smb2026&amp;quot;/&amp;gt; ob dies einer Langzeiterhaltung im Sinne von [[#2.3.4 Digitalisierungsdienst und Archiv|Abschnitt 2.3.4]] entspricht, ist ''offen''. So gelangen Veranstaltungsaufnahmen des studijo LUCIJA nur teilweise und komprimiert (''zu prüfen'') in das SKA.&amp;lt;ref name=&amp;quot;lucija&amp;quot;/&amp;gt; Die SLUB betreibt eine eigene digitale Langzeitarchivierung; ob sie auch für sorbische Träger in Frage kommt, ist ''offen''. Das Gleiche gilt für das Sächsische Staatsarchiv.&lt;br /&gt;
* '''Die Dokumentation des lebendigen Kulturlebens liegt teils außerhalb sorbischer Verantwortung.''' Die Archive des sorbischen Rundfunks sind nicht öffentlich zugänglich.&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt; Sorbischsprachige Produktionen von MDR und rbb standen dem SKA 2019 aus rechtlichen Gründen nicht zur Verfügung.&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt; Der heutige Stand ist ''offen''.&lt;br /&gt;
* '''Die Domowina ist der wichtigste Zugang zu kleinen Trägern, hat aber selbst keinen Überblick über deren Bestände.''' Mindestens 9 der 23 kleinen Sammlungsorte sind direkt oder über Mitgliedsvereine mit ihr verbunden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;liste2026&amp;quot;/&amp;gt; Ihre Strukturen eignen sich daher als Weg, kleine Träger zu erreichen – für die Erhebung ebenso wie für spätere Unterstützungsangebote. Eine zentrale Verwaltung oder Übersicht der Bestände in ihren Strukturen gibt es allerdings nicht; ihr Zustand ist daher nicht feststellbar.&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2026&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
* '''Das Wissen über kleine Träger ist lückenhaft und teils veraltet.''' 12 der 23 kleinen Orte sind bisher nur durch die Domowina-Unterlagen von 2019 und 2020 belegt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;liste2026&amp;quot;/&amp;gt; Ob sie heute noch bestehen und wie es um ihre Bestände steht, ist ''offen''. Besonders privat betreute Ausstellungen werden in Abschnitt 3.2 auf ihre Gefährdung geprüft.&lt;br /&gt;
* '''Kleine Träger haben keine feste Anlaufstelle; Koordination und Priorisierung sind noch nicht verbindlich geregelt.''' Das frühere Sorbische Folklorezentrum war seit 1993 faktisch nicht mehr tätig.&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt; In der Niederlausitz diente 2020 ein Projekt zur Inwertsetzung des immateriellen Kulturerbes auch der Vernetzung kleiner Museen. Der Kulturausschuss der Domowina sah sich als ehrenamtliches Gremium nicht in der Lage, die Koordination zu leisten, und bat Fachinstitutionen und die Gremien der Stiftung, Verantwortung zu übernehmen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2020&amp;quot;/&amp;gt; Das DZ-Konzept sieht für die Auswahl ein Lenkungsgremium aus Vertreterinnen und Vertretern der vier hauptamtlichen Einrichtungen und des SKR vor; Zusammensetzung und Kriterien sind noch festzulegen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt; Wie das heute geregelt ist, untersucht Abschnitt 3.4.&lt;br /&gt;
* '''Ein Teil des Erbes liegt bei Einrichtungen der Mehrheitsgesellschaft und im Ausland.''' Dort folgt die Digitalisierung eigenen Abläufen, und sorabistische Expertise wird bisher nicht nachgefragt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Liste aller bekannten Sammlungsorte mit Typ, Trägerschaft und Kulturgutklassen steht in [[12.3.A3 Sammlungsorte des sorbischen Kulturerbes|Anhang 12.3.A3]]. Sie wird laufend ergänzt.&lt;br /&gt;
&amp;lt;!-- Anhang 12.3.A3 aus der Arbeitsliste vom 02.04.2026 aufbauen; Namen privater Sammler nur mit Einverständnis --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== 3.2 Bestände und Bedarfe ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieser Abschnitt beschreibt die Nachfrageseite der Analyse: Welche Bestände sorbischen Kulturerbes gibt es, wie weit sind sie erfasst und digitalisiert, welche sind gefährdet, und welche Unterstützung brauchen die Kulturgutträger? Festgestellt wird dabei nur, wo Zeitdruck besteht. Welche Bestände mit welcher Priorität bearbeitet werden, sollten die sorbische Gemeinschaft und ihre Fachgremien entscheiden (vgl. [[#2.4.2 Prozessschritte im Detail|Prozessschritt 3 „Bewerten &amp;amp; freigeben“]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein institutionsübergreifender Überblick über die Bestände existiert bisher nicht (siehe 3.2.5). Die folgenden Angaben sind daher Mindestwerte und Größenordnungen aus veröffentlichten Angaben der Einrichtungen, den Bedarfserklärungen des Sorbischen Museums, des Wendischen Museums und der Domowina vom April 2026, Projektunterlagen und den in [[#3.1 Akteure und Rollen|Abschnitt 3.1]] genannten Quellen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;mark&amp;gt;Die Bestände sollten mit den SI, insb. Register, bzgl. Korrektheit und Vollständigkeit abgestimmt werden, evtl. liegt dort ein institutionsübergreifender Überblick über Bestände vor.&amp;lt;/mark&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.2.1 Begriffe ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
; Sammlungsort&lt;br /&gt;
: Ort, an dem Kulturgüter verwahrt werden, etwa ein Museum, ein Archiv, eine Heimatstube oder eine Privatwohnung. Ein Akteur kann mehrere Sammlungsorte haben.&lt;br /&gt;
; Bestand&lt;br /&gt;
: Abgrenzbare Gruppe von Kulturgütern einer [[#2.2 Klassifizierung von Kulturgütern|Kulturgutklasse]], die an einem Sammlungsort gemeinsam verwahrt wird, zum Beispiel die Fotografien einer Heimatstube oder die Tonbänder eines Archivs. Feiner unterschieden wird nur, wenn sich Zustand oder Rechtslage deutlich unterscheiden. Ein Bestand gehört zu dem Ort, an dem das Original oder die Masterdatei liegt - Kopien an anderen Orten beschreiben seinen Digitalisierungsstand.&lt;br /&gt;
: Bei immateriellem Kulturerbe gilt die vorhandene Dokumentation als Bestand, etwa Ton- und Videoaufnahmen oder Beschreibungen. Eine bisher nicht dokumentierte Praxis erscheint als Dokumentationsbedarf.&lt;br /&gt;
; Bedarf&lt;br /&gt;
: Was ein Bestand oder ein Kulturgutträger braucht.&lt;br /&gt;
:* ''Bestandsbezogene'' Bedarfe richten sich auf die [[#2.3.2 Vier Kernfunktionen|vier Kernfunktionen]] (erfassen, digitalisieren, langfristig erhalten, zugänglich machen).&lt;br /&gt;
:* ''Trägerbezogene'' Bedarfe betreffen den Akteur selbst, etwa Personal, Beratung oder Finanzierung.&lt;br /&gt;
; Dringlichkeit&lt;br /&gt;
: Zeitdruck, der sich aus einer Gefährdung ergibt. Sie ist nicht gleichbedeutend mit Priorität, in die auch kulturelle Bedeutung, Nutzen und Machbarkeit eingehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.2.2 Bestandslandkarte ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Übersicht folgt der [[#2.2 Klassifizierung von Kulturgütern|Klassifizierung aus Abschnitt 2.2]]. Sie nennt für jede Klasse typische Bestände, die wichtigsten Träger und den bekannten Stand. Einzelne Sammlungsorte stehen in [[12.3.A3 Sammlungsorte des sorbischen Kulturerbes|Anhang 12.3.A3]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|+ Bestände nach Kulturgutklassen (Stand: weitgehend · teilweise · kaum · ''offen'')&lt;br /&gt;
! Klasse !! Typische Bestände !! Wichtigste Träger !! Umfang, soweit bekannt !! Erfasst !! Digitalisiert !! Gefährdung&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''A''' Materiell – unbeweglich || Denkmale, Gedenktafeln, Inschriften, Grabmäler, Blockbauten, Wirkungsstätten, Kirchen; Häuser wie der Dom Njechorńskeho || Eigentümer, Gemeinden, Kirchgemeinden; dokumentiert durch das SI || Langzeitprojekt „Großes Inventar sorbischer Kulturdenkmale“ des SI (ab 2000): rund 1.700 Objekte in der sächsischen Oberlausitz&amp;lt;ref name=&amp;quot;kdm&amp;quot;&amp;gt;Fachpublikation zu sorbischen Kulturdenkmalen. Interne Referenz: saxorum-10788_Sorbische_Kulturdenkmale_digital_erfassen_präsentieren.pdf. Angabe nach Projektunterlagen, noch zu prüfen.&amp;lt;/ref&amp;gt; mit 6.161 Fotonegativen&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt; || weitgehend für die sächsische Oberlausitz: 1.760 Datensätze in einer Datenbank, qualitätsgesichert und in das SKR integriert&amp;lt;ref name=&amp;quot;kdmsi&amp;quot;&amp;gt;Sorbisches Institut o. J.: Sorbische Kulturdenkmale in Sachsen. Projektbeschreibung, u. a. zum Teilprojekt im Verbundprojekt DIKUSA – Vernetzung digitaler Kulturdaten in Sachsen (2022-2025). URL: https://www.serbski-institut.de/projekte-kulturwissenschaften/sorbische-kulturdenkmale-in-sachsen/; ältere Fassung: https://www.serbski-institut.de/projekte-kulturwissenschaften/sorbische-kulturdenkmale-in-sachsen-2/, abgerufen im Oktober 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;; Niederlausitz in Erfassung, geplant in drei Phasen bis 2031&amp;lt;ref name=&amp;quot;nlposter&amp;quot;&amp;gt;Sorbisches Institut o. J.: Materielle Zeugnisse sorbischer/wendischer Kultur in der Niederlausitz. Modul 4 des Vorhabens „Digitales Portal zu sorbischen und Lausitzer Sprach- und Kulturlandschaften“ (Poster). URL: https://serbski-institut.de/wp-content/uploads/2021/11/A0-Druck_DigPortal-M4.pdf, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; || teilweise: Fotonegative im Dezember 2024 extern digitalisiert&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt;; rund 1.200 Objektbeschreibungen für den Wissensgraphen des Verbundprojekts DIKUSA aufbereitet&amp;lt;ref name=&amp;quot;kdmsi&amp;quot;/&amp;gt;; 78 Objekte öffentlich im Atlas auf Sorabicon, davon 26 aus dem sächsischen und 52 aus dem brandenburgischen Teil (April 2026)&amp;lt;ref name=&amp;quot;atlas&amp;quot;&amp;gt;Sorbisches Institut 2026: Pressemitteilung zum digitalen Atlas sorbischer Kulturdenkmale im Wissensportal Sorabicon, 30.04.2026. URL: https://idw-online.de/de/news870102, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;; erste 3D-Raumscans, z. B. des Dom Njechorńskeho&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt; || Verwitterung, Umbau, Abriss; Bausubstanz einzelner Häuser 2019 als Problem genannt&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019b&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''B1''' Schriftgut || Bücher, Zeitungen, Handschriften, Nachlässe, Vereins- und Institutionsakten, Musikalien, Plakate, Grafik, Postkarten || Sorbische Zentralbibliothek, Sorbisches Kulturarchiv (SKA), Sorbisches Museum, Wendisches Museum, SLUB, Hórnik-Bibliothek im Wendischen Seminar Prag, Oberlausitzische Bibliothek der Wissenschaften Görlitz, Domowina-Verlag || SI: mindestens 500.000, eher 1 Mio. zu digitalisierende Druckseiten, Archivalien nicht eingerechnet (DZ-Konzept, S. 39)&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt;; Zentralbibliothek ca. 110.000 Medieneinheiten&amp;lt;ref name=&amp;quot;liste2026&amp;quot;/&amp;gt;; Sorbisches Museum: bibliophile und sorabistische Sammlung ca. 8.700, Plakate ca. 1.700, Postkarten ca. 2.500&amp;lt;ref name=&amp;quot;smb2026&amp;quot;/&amp;gt;; Wendisches Museum: historische Karten, Plakate, Literatur, Zeitschriften, Postkarten, Zahl ''offen''&amp;lt;ref name=&amp;quot;wm2026&amp;quot;/&amp;gt;; SKA: Nachlässe, Akten der Domowina 1912-1989 und sorbischer Vereine, Umfang ''offen''&amp;lt;ref name=&amp;quot;ska&amp;quot;&amp;gt;Sorbisches Institut o. J.: Sorbian Cultural Archive. URL: https://www.serbski-institut.de/en/sorbian-cultural-archive/, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; || weitgehend in den Bibliotheken (Katalog, Sorbische Bibliographie)&amp;lt;ref name=&amp;quot;vls&amp;quot;/&amp;gt;; kleine und private Träger ''offen'' || teilweise: 1.634 Dokumente des SI auf Sachsen.Digital (Stand 2021)&amp;lt;ref name=&amp;quot;ldp&amp;quot;&amp;gt;Sorbisches Institut 2021: Pressemitteilung zu Digitalisaten aus dem Landesdigitalisierungsprogramm Sachsen (u. a. „Serbowka“, erstes sorbisches Lehrbuch), 12.03.2021. URL: https://serbski-institut.de/wp-content/uploads/2021/12/2021-03-12_MI_Erstes-sorbisches-Lehrbuch-LDP_Serbowka_de.4753.pdf, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;; Handschriften des SKA 2016 digitalisiert&amp;lt;ref name=&amp;quot;hs&amp;quot;&amp;gt;Sorbisches Institut o. J.: Digitalisate handschriftlicher Literatur aus den Beständen des SKA in Sachsen.digital. URL: https://serbski-institut.de/de/Handschriften-als-Digitalisat, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;; Zeitungen und Zeitschriften teils online&amp;lt;ref name=&amp;quot;vls&amp;quot;/&amp;gt;; Plakate des Sorbischen Museums im Pilot mit dem SI&amp;lt;ref name=&amp;quot;smb2026&amp;quot;/&amp;gt;; DZ-Pilot zu den Periodika Bramborski Casnik (ab 1848) und Katolski Posoł (ab 1863) mit Texterkennung&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt;; Neuauflage vergriffener Bücher des Domowina-Verlags als Book on Demand im Pilot&amp;lt;ref name=&amp;quot;dk2026&amp;quot;/&amp;gt;; Texterkennung historischer sorbischer Drucke mit weiterem Forschungsbedarf&amp;lt;ref name=&amp;quot;dk2026&amp;quot;/&amp;gt; || Nachlässe in Privatbesitz; säurehaltiges Papier des 19. und 20. Jahrhunderts (''Annahme'', nicht erhoben)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''B2''' Fotografien und Bildträger || Fotosammlungen und Fotonachlässe, Negative, Glasplatten, Dias || SKA, Sorbisches Museum, Wendisches Museum, Stadtmuseum Cottbus, SI (Kulturdenkmale), Sorbisches National-Ensemble (SNE), Domowina Verlag (LND), Deutsch-Sorbisches Volkstheater ''(Annahme)'', Chronisten, Privatpersonen || Sorbisches Museum: Foto- und Bildarchiv ca. 8.300&amp;lt;ref name=&amp;quot;smb2026&amp;quot;/&amp;gt;; Kulturdenkmal-Inventar 6.161 Negative&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt;; SKA: Fotosammlungen und Diakollektionen aus Domowina-Nachlässen vor 1990, Umfang ''offen''&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt;; Wendisches Museum: historische Fotografien, Dias, Zahl ''offen''&amp;lt;ref name=&amp;quot;wm2026&amp;quot;/&amp;gt; || teilweise bei Museen und SKA, z. B. Fotodatenbank des Sorbischen Museums&amp;lt;ref name=&amp;quot;smb2026&amp;quot;/&amp;gt;; private Bestände oft unstrukturiert&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt; || teilweise: Fotosammlungen des SKA über die Deutsche Fotothek zugänglich; Diakollektionen und Kulturdenkmal-Negative extern digitalisiert&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt;; ausgewählte Bildsammlungen des SKA im Virtuellen Lesesaal&amp;lt;ref name=&amp;quot;vls&amp;quot;/&amp;gt;; Glasplattennegative der Sammlung Fritz Unger (Stadtmuseum Cottbus) mit wendischen Motiven auf museum-digital&amp;lt;ref name=&amp;quot;unger&amp;quot;&amp;gt;museum-digital:brandenburg o. J.: Wendische Trachtengruppe, Glasplattennegativ, Fotografische Sammlung Fritz Unger, Stadtmuseum Cottbus, Inv.-Nr. U190-05. URL: https://brandenburg.museum-digital.de/pdf/object/65463.pdf?lang=de, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; || Negative, Dias und Glasplatten empfindlich; private Bestände ohne Verzeichnis&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''B3''' Analoge AV-Träger || Tonbänder, Kassetten, Schallplatten, Videobänder, Filme || SKA, MDR und rbb, SNE, Sorbisches Museum, Wendisches Museum, Amateurfilmer, Njepila-Hof (Tondokumente)&amp;lt;ref name=&amp;quot;liste2026&amp;quot;/&amp;gt;; Filme der früheren DEFA (Filmstudio der DDR), Hörfunkbestände der DDR-Zeit im Deutschen Rundfunkarchiv (''Annahme'') || sorbischsprachiger Rundfunk seit 1948&amp;lt;ref name=&amp;quot;rundfunk&amp;quot;&amp;gt;Wikipedia (englisch): Sorbischer Rundfunk. URL: https://en.wikipedia.org/wiki/Sorbischer_Rundfunk, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;; DEFA-Gruppe „Sorbischer Film“ 1980-1990: knapp 40 Filme&amp;lt;ref name=&amp;quot;defa&amp;quot;&amp;gt;Deutsches Historisches Museum, Zeughauskino o. J.: Filmreihe „Sorbische Filmlandschaften“. URL: https://www.dhm.de/zeughauskino/filmreihe/sorbische-filmlandschaften/, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;; Sorbisches Museum: Audiokassetten, Schallplatten, Filmrollen, VHS&amp;lt;ref name=&amp;quot;smb2026&amp;quot;/&amp;gt;; Wendisches Museum: VHS-Kassetten, CDs&amp;lt;ref name=&amp;quot;wm2026&amp;quot;/&amp;gt;; SKA, SNE und Amateurbestände ''offen'' || kaum bekannt || teilweise: Filme des SKA über die Deutsche Fotothek bzw. im sächsischen Programm zur Sicherung des audiovisuellen Erbes digitalisiert&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;vls&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;avsachsen&amp;quot;&amp;gt;Leipziger Internet Zeitung 2020: Über 50.000 Film- und Tonminuten digitalisiert. Zwischenbilanz zur Sicherung des audiovisuellen Erbes in Sachsen, 16.09.2020. URL: https://www.l-iz.de/melder/wortmelder/2020/09/Ueber-50-000-Film-und-Tonminuten-digitalisiert-Zwischenbilanz-zur-Sicherung-des-audiovisuellen-Erbes-in-Sachsen-349190, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;; Umfang ''offen''; im DZ bisher ein einfacher 8-mm-Digitalisierer, hochwertige Filmdigitalisierung nur in Kooperation&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt;; das Sorbische Museum benötigt Technik für Ton-, Film- und Videoträger&amp;lt;ref name=&amp;quot;smb2026&amp;quot;/&amp;gt; || '''hoch''': Material und veraltete Abspieltechnik erfordern eine priorisierte Digitalisierung; bei Film drohen Essigsäure-Syndrom, Farbverblassung und Schrumpfung&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt;; Magnetbandformate sind veraltet, die routinemäßige Überspielung endete nach Einschätzung von UNESCO und IASA (Internationaler Verband der Schall- und audiovisuellen Archive) etwa 2025&amp;lt;ref name=&amp;quot;mta&amp;quot;&amp;gt;IASA o. J.: Announcing the Magnetic Tape Alert Project (UNESCO-Programm „Information for All“ und IASA). URL: https://iasa-web.org/node/5374, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''B4''' 3D-Objekte || Trachten und Textilien, Volkskunst, Ostereier, Keramik, Glas, Hausrat, Musikinstrumente, Kunstwerke || Sorbisches Museum, Wendisches Museum, Heimatmuseen und Heimatstuben, Trachtenfundi von Vereinen und Ensembles, private Sammlungen || Sorbisches Museum: ca. 42.000 Objekte insgesamt, davon materielle Kultur ca. 21.000 mit ca. 6.700 Trachten und Textilien und ca. 8.000 Werken bildender Kunst&amp;lt;ref name=&amp;quot;smb2026&amp;quot;/&amp;gt;; Wendisches Museum: größte Sammlung niedersorbischer Tracht&amp;lt;ref name=&amp;quot;wm&amp;quot;&amp;gt;Wendisches Museum Cottbus o. J.: Selbstdarstellung des Museums, Dokument im Ratsinformationssystem der Stadt Cottbus. URL: https://session.cottbus.de/oparl/bodies/0001/downloadfiles/00007050.pdf, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;, dazu u. a. Keramik, Glas, Musikinstrumente, Volkskunst mit großer Ostereiersammlung, Zahl ''offen''&amp;lt;ref name=&amp;quot;wm2026&amp;quot;/&amp;gt;; Sorbische Webstube Drebkau über 4.000 Ostereier&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt;; Heimatmuseum Dissen 6.700 inventarisierte Exponate (SKR-Konzept, S. 8)&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;/&amp;gt;; Jänschwalde über 40 Originaltrachten und über 1.000 Keramiken&amp;lt;ref name=&amp;quot;liste2026&amp;quot;/&amp;gt; || teilweise: Sorbisches Museum mit Inventarbüchern und Datenbank (HiDA)&amp;lt;ref name=&amp;quot;smb2026&amp;quot;/&amp;gt;, Wendisches Museum mit Adlib&amp;lt;ref name=&amp;quot;wm2026&amp;quot;/&amp;gt;, aber ohne verknüpfendes System (SKR-Konzept, S. 7)&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;/&amp;gt;; kleine Museen teils ohne Inventar&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt; || kaum bis teilweise: Sorbisches Museum erst teilweise digital erfasst&amp;lt;ref name=&amp;quot;smb2026&amp;quot;/&amp;gt;; Wendisches Museum digitalisiert derzeit vor allem Kunst und hat mit museum-digital begonnen&amp;lt;ref name=&amp;quot;wm2026&amp;quot;/&amp;gt;; acht Häuser mit sorbischem Schwerpunkt haben zusammen 401 Objekte auf museum-digital veröffentlicht (SKR-Konzept, S. 8)&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;/&amp;gt;; Pilot Drebkau: sorbische Ostereier fotografiert, 16 davon als 3D-Modell, auf museum-digital&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt; || Sorbisches Museum: Zustand weitgehend gut, keine akut gefährdeten Bestände bekannt, ca. 100 Objekte mit Pestiziden aus der DDR-Zeit belastet&amp;lt;ref name=&amp;quot;smb2026&amp;quot;/&amp;gt;; Textilien empfindlich; private Ausstellungen ohne Nachfolge (siehe 3.2.3)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''C1''' Orale Traditionen || Sprache und Dialekte, Erzählungen, Sagen, Zeitzeugenberichte || Sprecherinnen und Sprecher; dokumentiert durch SI und Rundfunk || ''offen'' || teilweise: Zeitzeugen-O-Töne im Wissensportal Sorabicon&amp;lt;ref name=&amp;quot;atlas&amp;quot;/&amp;gt;; Zeitzeugen-Sammlung des studijo LUCIJA auf YouTube&amp;lt;ref name=&amp;quot;lucija_youtube&amp;quot;&amp;gt;studijo LUCIJA YouTube Kanal. URL: https://www.youtube.com/@studijoLucija/videos, abgerufen am 30.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; || teilweise || '''hoch''' für das Niedersorbische: nach Angaben des Bundesinnenministeriums 2024 nur noch wenige hundert fließende Sprecherinnen und Sprecher&amp;lt;ref name=&amp;quot;sprache&amp;quot;&amp;gt;Universität Potsdam o. J.: Mehrsprachigkeit in Brandenburg – Sorbisch (mit Verweis auf BMI 2024 und Landesregierung Brandenburg 2024). URL: https://www.uni-potsdam.de/de/svm/mehrsprachigkeit-in-brandenburg/studentische-projekte/sorbisch, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;; die Sicherung des Wissens von Zeitzeuginnen und Zeitzeugen ist im DZ-Konzept als Auswahlkriterium genannt&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''C2''' Darstellende Künste || Musik, Lieder, Tanz, Theater, Chorgesang || SNE, Deutsch-Sorbisches Volkstheater, Chöre und Ensembles; dokumentiert durch Rundfunk und studijo LUCIJA&amp;lt;ref name=&amp;quot;lucija_youtube&amp;quot;/&amp;gt; || ''offen'' || ''offen'' || teilweise: neuere Aufnahmen meist ursprünglich digital (siehe D1) || vergängliche Formate wie Aufführungen, Ausstellungen und Veranstaltungen werden bisher zu wenig gesichert; einfache Wege wie 360-Grad-Aufnahmen wurden angeregt&amp;lt;ref name=&amp;quot;dk2026&amp;quot;/&amp;gt;; ältere Mitschnitte auf AV-Trägern (siehe B3); digitale Mitschnitte, die nicht langzeittauglich gelagert und nicht registriert sind (siehe D1 und D2)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''C3''' Rituale und Feste || Bräuche und Feste im Jahreslauf, u. a. Vogelhochzeit, Zampern, Zapust, Ostersingen, Osterreiten, Maibaum, Kirmes || MDR, rbb, studijo LUCIJA&amp;lt;ref name=&amp;quot;lucija_youtube&amp;quot;/&amp;gt;, Vereine, Dorfgemeinschaften, Kirchgemeinden || „Gesellschaftliche Bräuche und Feste der Lausitzer Sorben im Jahreslauf“ seit 2014 im Bundesweiten Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes&amp;lt;ref name=&amp;quot;ike&amp;quot;&amp;gt;Sorbisches Institut 2020: Aufruf und Fragebogen zur Erhebung sorbischer/wendischer Bräuche und Feste im Landkreis Spree-Neiße, 18.12.2020. URL: https://www.serbski-institut.de/wp-content/uploads/2022/03/IKE-Fragebogen-Aufruf_2020_12_189_DE.4701.pdf, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;iketour&amp;quot;&amp;gt;Sachsen-Tourismus 2025: Hintergrundtext Immaterielles Kulturerbe. URL: https://www.sachsen-tourismus.de/fileadmin/mediendatenbank_ALT/mediendatenbank/bilder/presse/rechercheideen/hintergrundtext-immaterielles-kulturerbe-2025.pdf, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; || teilweise: Erhebung im Landkreis Spree-Neiße durch das SI ab 2020&amp;lt;ref name=&amp;quot;ike&amp;quot;/&amp;gt; mit rund 500 dokumentierten Praktiken, Ergebnisse auf Sorabicon („lebendiges Kulturerbe in der Niederlausitz“)&amp;lt;ref name=&amp;quot;ike2023&amp;quot;&amp;gt;Sorbisches Institut 2023: Teilprojekt zum immateriellen Kulturerbe der Sorben/Wenden in der Niederlausitz im Vorhaben „Digitales Portal zu sorbischen und Lausitzer Sprach- und Kulturlandschaften“. Folien zum Institutstag. URL: https://www.serbski-institut.de/wp-content/uploads/2023/01/08_DigPortal-M5-Institutstag-neu.pdf, abgerufen am 30.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;atlas&amp;quot;/&amp;gt;; Oberlausitz ''offen'' || teilweise || Praxis im Wandel; frühere Ausprägungen nur über Dokumentation greifbar&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''C4''' Wissen über Natur und Universum || Volksglaube, Heil- und Sammelwissen, religiöse Praxis || Familien, Kirchgemeinden || ''offen'' || ''offen'' || ''offen'' || Wissen oft bei wenigen, teils älteren Personen (SKR-Konzept, S. 8)&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''C5''' Traditionelles Handwerk || Ostereiverzierung, Trachtenherstellung und -pflege, Weben, Flachs und Leinen, Töpfern || Handwerkerinnen und Handwerker, Vereine, Heimatmuseen, z. B. Sorbische Webstube Drebkau&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;/&amp;gt;, Kólasko Drachhausen&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019b&amp;quot;/&amp;gt; || ''offen'' || ''offen'' || ''offen'' || Wissen an wenige Personen gebunden; fehlender Nachwuchs (SKR-Konzept, S. 8)&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''D1''' Born-digital || Websites, soziale Medien, Musikvideos, Veranstaltungsmitschnitte, digitale Fotos und Videos, digitale Publikationen, Projektdaten, ältere Datenträger || Künstlerinnen und Künstler, studijo LUCIJA, Rundfunk, Verlage, Vereine, Einrichtungen || 2024 ermittelte das SKR 41 sorbische Musikvideos von 18 Künstlerinnen, Künstlern und Gruppen auf YouTube, das früheste von 2007&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt;; Sorbisches Museum: neue Sammlungskategorie „Datenträger“ mit 5 Objekten&amp;lt;ref name=&amp;quot;smb2026&amp;quot;/&amp;gt;; sonst ''offen'' || kaum; erste Erhebungen durch das SKR&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt; || – || '''hoch''': YouTube ist kein verlässlicher Speicherort, Inhalte können jederzeit entfernt werden; vorgeschlagen ist eine Notsicherung durch das DZ&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt;; keine systematische Sicherung sorbischer Web- und Social-Media-Inhalte bekannt; Webarchivierung in Deutschland insgesamt lückenhaft&amp;lt;ref name=&amp;quot;webarchiv&amp;quot;&amp;gt;netzpolitik.org 2026: Kritische Infrastruktur: Bei der Web-Archivierung fehlt die Strategie. URL: https://netzpolitik.org/2026/kritische-infrastruktur-bei-der-web-archivierung-fehlt-die-strategie/, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;; Masterdateien teils nur beim Erzeuger&amp;lt;ref name=&amp;quot;lucija&amp;quot;/&amp;gt;; ältere Speichermedien wie Disketten schwer lesbar&amp;lt;ref name=&amp;quot;smb2026&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''D2''' Digitalisate || digitale Repräsentationen aus den Klassen A bis C || SI, SLUB mit Deutscher Fotothek, Museen, Projekte || SI: 1.634 Dokumente auf Sachsen.Digital (2021)&amp;lt;ref name=&amp;quot;ldp&amp;quot;/&amp;gt;; Sorabicon: zwölf veröffentlichte Sammlungen (2026)&amp;lt;ref name=&amp;quot;atlas&amp;quot;/&amp;gt;; Repositorium digitalizat.de, öffentlich voraussichtlich ab ca. Q3/2026, Stand ''offen''&amp;lt;ref name=&amp;quot;dk2026&amp;quot;/&amp;gt; || teilweise: über Kataloge und die Deutsche Digitale Bibliothek nachgewiesen, teils als gemeinfrei gekennzeichnet&amp;lt;ref name=&amp;quot;ddb&amp;quot;&amp;gt;Deutsche Digitale Bibliothek o. J.: Wot togo narodu Jesu Christußa (1865), Datengeber: Sorbisches Institut / Sorbisches Kulturarchiv. URL: https://www.deutsche-digitale-bibliothek.de/item/3IVBZKDCQK6LHTOFW5HKYF235K6A4QEF, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; || – || Langzeiterhaltung nicht dauerhaft geregelt: Das DZ legt Digitalisate in einem Repositorium mit Datensicherung ab, ein Konzept für die Langzeitarchivierung im Dauerbetrieb steht aus&amp;lt;ref name=&amp;quot;dk2026&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.2.3 Bestände mit vorrangigem Digitalisierungsbedarf ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als vorrangig gilt ein Bestand, wenn mindestens einer der folgenden Gründe zutrifft:&lt;br /&gt;
# '''Materialverfall oder veraltete Technik:''' Der Träger zerfällt, oder Abspielgeräte sind kaum noch verfügbar.&lt;br /&gt;
# '''Ungesicherte Betreuung:''' Nachfolge, Räume oder Trägerschaft sind nicht gesichert.&lt;br /&gt;
# '''Unikat ohne Sicherung:''' Es gibt weder eine Kopie noch einen Nachweis an anderer Stelle.&lt;br /&gt;
# '''Schwindendes Wissen:''' Trägerinnen und Träger einer Praxis oder Zeitzeugen können nur noch begrenzte Zeit befragt werden.&lt;br /&gt;
# '''Ungesicherte digitale Dateien:''' Masterdateien fehlen, es gibt kein Zielarchiv, oder die Dateiformate veralten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die '''Dringlichkeit''' ist&lt;br /&gt;
* ''hoch'', wenn Verlust oder Unzugänglichkeit innerhalb weniger Jahre wahrscheinlich sind,&lt;br /&gt;
* ''mittel'', wenn ein Risiko erkennbar ist, der Zeitrahmen aber offen ist, und&lt;br /&gt;
* ''offen'', wenn die Lage nicht bekannt ist.&lt;br /&gt;
Die Herkunft der Dringlichkeit ist mit '''G''' gekennzeichnet, wenn der Bedarf von Trägern oder in ihren Unterlagen genannt wurde, und mit '''A''', wenn er aus der Analyse abgeleitet ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|+ Bestände mit vorrangigem Digitalisierungsbedarf&lt;br /&gt;
! Bestand / Bestandsgruppe !! Träger !! Klasse !! Grund !! Dringlichkeit !! Herkunft !! Quelle&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Ton-, Video- und Filmbestände auf Magnetband und Film || SKA, SNE, Rundfunk, Sorbisches Museum, Wendisches Museum, Amateurfilmer, Njepila-Hof u. a. || B3 || 1, 3 || hoch || G, A || &amp;lt;ref name=&amp;quot;smb2026&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;mta&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;ska&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Sprache und Erzählwissen der letzten muttersprachlichen Sprecherinnen und Sprecher des Niedersorbischen || – || C1 || 4 || hoch || A || &amp;lt;ref name=&amp;quot;sprache&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Zwei private Ausstellungen in der Oberlausitz, von den Betreibern im Ruhestand allein und ohne Förderung betreut (Stand 2019); eine davon inzwischen vom DZ als 3D-Raumscan erfasst, ihr dauerhafter Verbleib ist ungeklärt || privat || B4 || 2, 3 || hoch || G || &amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019b&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Private Sammlungen und Nachlässe, darunter Filme und Chroniken sowie ein Nachlass, dessen Sichtung und Bewertung 2019 erbeten wurde || privat || B1-B4 || 1, 2, 3 || hoch || G || &amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019b&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Veranstaltungsmitschnitte, die nicht zentral registriert sind und nur teilweise und komprimiert (''zu prüfen'') an das SKA gehen || studijo LUCIJA || D1 (C2, C3) || 5 || hoch || A || &amp;lt;ref name=&amp;quot;lucija&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Sorbische Musikvideos auf YouTube, Websites und soziale Medien || Künstlerinnen und Künstler, Gruppen, Einrichtungen || D1 || 5 || hoch || G ||&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;webarchiv&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Ältere Datenträger und ursprünglich digitale Objekte in Sammlungen, z. B. Disketten; Sammlungskategorie „Datenträger“ des Sorbischen Museums || Sorbisches Museum u. a. || D1 || 1, 5 || mittel || G || &amp;lt;ref name=&amp;quot;smb2026&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Ausstellungen kleiner Sammlungsorte ohne Langzeitperspektive, deren Sicherung im Ist-Zustand häufig gewünscht wird || Heimatstuben, kleine Museen || B4, A || 2 || mittel || G || &amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Archiv verschwundener Orte in Horno: Umzug 2019 geplant || Trägerschaft ''offen'' || B1, B2 || 2 || ''offen'' || G || &amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019b&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Sorbische Museum kennt in seinen eigenen Beständen keine akut gefährdeten Objekte.&amp;lt;ref name=&amp;quot;smb2026&amp;quot;/&amp;gt; Die Fotonegative des Kulturdenkmal-Inventars, die bis 2024 nahezu ausschließlich analog vorlagen, sind inzwischen digitalisiert.&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.2.4 Bedarfe der Kulturgutträger ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Neben dem Bedarf einzelner Bestände haben viele Kulturgutträger Bedarfe, die sie selbst betreffen. Sie werden hier gebündelt und der Seite des Angebots zugeordnet, an die sie sich richten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
! Bedarf !! Betroffene Träger !! Richtet sich an !! Herkunft !! Quelle&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Personal und Nachwuchs für Betreuung, Erfassung und Digitalisierung; keine Mittel für studentische Hilfskräfte || kleine Museen, Heimatstuben, ehrenamtliche Sammlungsorte; Sorbisches Museum, Wendisches Museum&amp;gt; || Rahmen (F), K2 || G || &amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;smb2026&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;wm2026&amp;quot;/&amp;gt;; SKR-Konzept, S. 7-8 und 29&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Laufende Finanzierung für Personal und Unterhalt; z. B. jährliches Ringen um Personalmittel in Dissen || kleine Museen || Rahmen (F) || G || &amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019b&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Fachliche Begleitung, Beratung und Schulung, auch zu einer Digitalstrategie und zum Umgang mit digitalen Sammlungsobjekten || kleine und ehrenamtliche Träger; Wendisches Museum; Sorbisches Museum || K1-K3, Rahmen || G || &amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;wm2026&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;smb2026&amp;quot;/&amp;gt;; SKR-Konzept, S. 10 und 30&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Inventarisierung und digitale Erschließung; Nachholbedarf wegen Personalmangels „teils bestandsgefährdend“; Erfassung von Metadaten mit Hilfskräften, ggf. mit KI-Unterstützung || kleine Museen, private Sammlungen, Domowina-Strukturen || K1 || G || SKR-Konzept, S. 7&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;/&amp;gt;; &amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2026&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Vernetzung und Kooperation; eine Dienstleistungs- und Ermöglichungsstruktur für die Digitalisierung || kleine Museen, Domowina || Rahmen (S) || G || &amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2026&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Sichtbarkeit und Präsentation; Katalog für die im Aufbau befindliche Fachbibliothek || sorbische Museen, kleine Museen; Wendisches Museum || K4 || G || &amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2020&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;smb2026&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;wm2026&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Sichtung und Bewertung von Nachlässen || private Nachlässe || K1, Prozessschritt „Bewerten“ || G || &amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019b&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Räume, Bausubstanz und Bewirtschaftung, z. B. Muzej Ćišinskeho, Dom Njechorńskeho || kleine Museen und Gedenkorte || Rahmen (Voraussetzung) || G || &amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019b&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2026&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Technik und Dienstleistung zur Digitalisierung von Ton-, Film-, Video- und Diaträgern || Sorbisches Museum, Wendisches Museum, kleine und private Träger || K2 || G || &amp;lt;ref name=&amp;quot;smb2026&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;wm2026&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Großformatige Scans über DIN A3 bis DIN A0, z. B. für Plakate und Kunstwerke auf Papier || Sorbisches Museum || K2 || G || &amp;lt;ref name=&amp;quot;smb2026&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Lesbarmachung älterer Speichermedien wie Disketten || Sorbisches Museum || K2, K3 || G || &amp;lt;ref name=&amp;quot;smb2026&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Digitalisierung mit Texterkennung von Verwaltungsdokumenten wie Kauf- und Leihverträgen, um Sammlungs- und Besitzstand und Provenienz zu sichern || Wendisches Museum || K2 || G || &amp;lt;ref name=&amp;quot;wm2026&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Klarheit über Leistungsrahmen, Laufzeit, Kapazität und Logistik des DZ sowie über seine Nutzbarkeit für brandenburgische Bestände || Wendisches Museum || K2, Rahmen || G || &amp;lt;ref name=&amp;quot;wm2026&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;dk2026&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Verbindlicher Ort für die langfristige Erhaltung von Digitalisaten und ursprünglich digitalen Aufnahmen || Domowina;studijo LUCIJA, Projekte, kleine Träger || K3 || G / A || &amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2026&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;lucija&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Rechteklärung: Bild- und Urheberrechte an Digitalisaten des DZ; Rundfunkproduktionen; Einwilligungen bei Veranstaltungsaufnahmen || Sorbisches Museum, Rundfunkproduktionen, Veranstaltungsaufnahmen || Rahmen || G / A || &amp;lt;ref name=&amp;quot;smb2026&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Sorbische Museum sieht bei Langzeitverfügbarkeit sowie bei Register und Metadaten keinen akuten Bedarf, da beides Teil seiner regulären Museumsarbeit sei. Es erwartet vom SKR vor allem eine einfachere Objektrecherche, Unterstützung beim Leihverkehr und größere Sichtbarkeit seiner Sammlung.&amp;lt;ref name=&amp;quot;smb2026&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.2.5 Erste Befunde ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* '''Ein Gesamtüberblick über die Bestände fehlt.''' 2020 wurde festgestellt, dass eine systematische Registrierung des sorbischen Kulturerbes fehlt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2020&amp;quot;/&amp;gt; 2025 beschrieb das SI die Bedingungen an den Sammlungsorten als „von vorbildlich bis prekär“; vieles liege nur analog vor, und die Digitalisierung stehe überwiegend am Anfang.&amp;lt;ref name=&amp;quot;skrhandout&amp;quot;&amp;gt;Sorbisches Institut 2025: Handout zum Pressegespräch „Konzept Sorbisches Kulturregister“, 20.11.2025. URL: https://www.serbski-institut.de/wp-content/uploads/2025/11/2025-11-20_Handout-Pressegespraech-SKR_Konzept.pdf, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Ein Überblick sei derzeit nicht möglich, weil die Sammlungsorte technisch „fraktioniert oder gar inkompatibel“ arbeiten (SKR-Konzept, S. 8).&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;/&amp;gt; Für ein Erbe von „viele[n] hunderttausend Entitäten“ fehle es an systematischer Erfassung mit eindeutigen Kennungen und gemeinsamen Metadaten.&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt; Auch die Domowina hat keinen Überblick über die Bestände in ihren Strukturen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2026&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
* '''Die bekannten Sammlungsorte sind nur ein Ausschnitt.''' Das SKR-Konzept nennt mehr als 70 Einrichtungen mit kulturerberelevantem Archivgut (S. 10), die Domowina verweist auf mindestens 70 Orte&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2026&amp;quot;/&amp;gt;. Im Arbeitskreis Lausitzer Museenland widmet sich etwa ein Drittel der 48 Heimatstuben und Regionalmuseen sorbischer Geschichte und Kultur (S. 7).&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;/&amp;gt; Die Arbeitsliste umfasst bisher rund 32 Orte.&amp;lt;ref name=&amp;quot;liste2026&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
* '''Zahlen gibt es nur für wenige große Träger.''' Größenordnungen liegen vor für das Sorbische Museum (ca. 42.000 Objekte), das Schriftgut des SI (mindestens 500.000 Druckseiten), die Sorbische Zentralbibliothek und das Kulturdenkmal-Inventar (1.760 Datensätze). Für das SKA, das Wendische Museum, die audiovisuellen Bestände und fast alle kleinen Träger fehlen sie. &amp;lt;mark&amp;gt;SKA anfragen&amp;lt;/mark&amp;gt;&lt;br /&gt;
* '''Wo der Zeitdruck am größten ist, ist am wenigsten bekannt.''' Das betrifft vor allem die analogen Ton-, Video- und Filmbestände sowie die Dokumentation des Niedersorbischen. Beide großen Museen nennen Technik für audiovisuelle Träger als Bedarf.&amp;lt;ref name=&amp;quot;smb2026&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;wm2026&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
* '''Online sichtbar ist nur ein Bruchteil.''' Acht Häuser mit sorbischem Schwerpunkt haben zusammen 401 Objekte auf museum-digital veröffentlicht; das Heimatmuseum Dissen mit 6.700 inventarisierten Exponaten noch keines (SKR-Konzept, S. 8).&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;/&amp;gt; Das Wendische Museum hat mit museum-digital begonnen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;wm2026&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
* '''Digital vorhanden heißt nicht gesichert.''' Ursprünglich digitale Aufnahmen, Musikvideos und Projektdaten haben teils kein Zielarchiv oder liegen nur bei ihrem Erzeuger (siehe 3.2.3). Welche Dienste für die langfristige Erhaltung (K3) bestehen oder geplant sind, untersucht Abschnitt 3.3, wer die Aufgabe übernimmt, Abschnitt 3.4.&lt;br /&gt;
* '''Das immaterielle Kulturerbe ist ungleich dokumentiert.''' Für die Niederlausitz gab es ab 2020 eine Erhebung der Bräuche und Feste,&amp;lt;ref name=&amp;quot;ike&amp;quot;/&amp;gt; für die Oberlausitz ist keine vergleichbare bekannt.&lt;br /&gt;
* '''Ein Teil des Erbes liegt außerhalb sorbischer Verantwortung oder außerhalb der Lausitz,''' etwa in Prag, Dresden, Görlitz, Berlin und Marbach, in nicht öffentlichen Rundfunkarchiven und bei der DEFA-Überlieferung.&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Ist-Analyse kann damit Struktur und Schwerpunkte benennen, aber keine vollständige Bestandsübersicht ersetzen. Eine institutionsübergreifende Bestands- und Bedarfserhebung mit Prioritätenliste ist eine eigene Aufgabe (vgl. das Ziel 2028 in [[#1.1 Visionen und Ziele für die sorbische digitale Welt|Abschnitt 1.1]]) und wird bei den Maßnahmen aufgegriffen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== 3.3 Kernfunktionen: Vorhaben, Systeme, Dienste ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieser Abschnitt beschreibt die Angebotsseite der Analyse: Welche Vorhaben, Systeme und Dienste decken die [[#2.3.2 Vier Kernfunktionen|vier Kernfunktionen]] heute ab, welche sind im Aufbau oder geplant, und welche Kulturgutträger können sie nutzen? Er stellt damit dem Bedarf aus [[#3.2 Bestände und Bedarfe|Abschnitt 3.2]] das vorhandene und geplante Angebot gegenüber. Wie Zuständigkeiten, Regeln und Finanzierung organisiert sind, untersucht Abschnitt 3.4.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Grundlage sind das Konzept des Digitalisierungszentrums (DZ) vom 13.08.2025&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt;, das Konzept des Sorbischen Kulturregisters (SKR) vom 20.11.2025&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;/&amp;gt;, das Protokoll des Digitalisierungskreises vom 21.04.2026&amp;lt;ref name=&amp;quot;dk2026&amp;quot;/&amp;gt;, die Rückmeldungen der Museen vom April 2026&amp;lt;ref name=&amp;quot;smb2026&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;wm2026&amp;quot;/&amp;gt; sowie öffentlich zugängliche Angaben der Betreiber. Einzelheiten zu jedem Vorhaben (Laufzeit, Finanzierung, Hinweise) stehen in [[12.3.A4 Vorhaben, Systeme und Dienste zur Digitalisierung des sorbischen Kulturerbes|Anhang 12.3.A4]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;mark&amp;gt;Die folgende Übersicht muss mit dem SI (DZ, SKR, SKA, Zentralbibliothek), der SLUB und den Museen bzgl. Korrektheit und Vollständigkeit abgestimmt werden.&amp;lt;/mark&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.3.1 Bewertungsmaßstab und Begriffe ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jedes Vorhaben wird mit zwei Merkmalen beschrieben. Bewertet werden dabei Dienste aus einrichtungsübergreifender Sicht, nicht die Arbeit einzelner Einrichtungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
; Reifegrad&lt;br /&gt;
: Entwicklungsstand nach dem Prüfraster in [[12.3.A2 Prüfraster zur Bewertung des Entwicklungsstandes beim Aufbau der Digitalisierung des Kulturerbes|Anhang 12.3.A2]]. Er zeigt zugleich, ob ein Angebot geplant (Stufe 1), im Aufbau (Stufe 2) oder nutzbar ist (Stufen 3 und 4). Wie im Prüfraster empfohlen, wird jede Kernfunktion getrennt bewertet. Für die Gesamtkette zählt die schwächste kritische Abhängigkeit mehr als der Durchschnitt.&lt;br /&gt;
; Trägerabdeckung&lt;br /&gt;
: Welche Kulturgutträger den Dienst heute tatsächlich nutzen können. Ist ein Dienst für einen größeren Kreis ausgelegt, steht das Ziel in Klammern. Ein Dienst, der alle Träger abdeckt, steht damit auch Dritten zur Verfügung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|+ Stufen der beiden Merkmale&lt;br /&gt;
! Reifegrad !! Trägerabdeckung&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;background:#f8d7da&amp;quot; | '''0''' · nicht begonnen: keine abgestimmten Ziele, Zuständigkeiten oder Verfahren || style=&amp;quot;background:#fde2c4&amp;quot; | '''eigene Bestände''': nur der Betreiber selbst&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;background:#fde2c4&amp;quot; | '''1''' · konzeptionell geklärt: Ziele, Rollen und Anforderungen beschrieben, noch nicht erprobt || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | '''einzelne Partner''': ausgewählte Träger, z. B. im Pilotbetrieb oder per Kooperationsvertrag&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | '''2''' · pilotiert: mit einzelnen Beständen oder Trägern praktisch erprobt || style=&amp;quot;background:#e8f0c8&amp;quot; | '''Teilgruppe''': alle Träger eines Landes oder einer Art, z. B. alle Museen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;background:#dff0d8&amp;quot; | '''3''' · teilweise im Regelbetrieb: Leistungen werden wiederholt erbracht, sind aber noch nicht vollständig verfügbar || style=&amp;quot;background:#c3e6cb&amp;quot; | '''alle Träger''' sorbischen Kulturerbes&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;background:#c3e6cb&amp;quot; | '''4''' · dauerhaft etabliert und überprüft: Zuständigkeiten, Finanzierung und Verfahren dauerhaft verankert || style=&amp;quot;background:#eeeeee&amp;quot; | '''–''': nicht anwendbar, z. B. bei Dokumentationen durch das SI&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Daraus ergibt sich der Maßstab für die Bewertung: Für jede Kernfunktion sollte mindestens ein Dienst oder ein abgestimmtes Bündel von Diensten mit Reifegrad 4 bestehen, das zusammen alle Kulturgutklassen und alle Träger abdeckt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den Tabellen kommen einige technische Begriffe vor:&lt;br /&gt;
; Kitodo&lt;br /&gt;
: Freie Software für Digitalisierungsabläufe. Kitodo.Production steuert die Arbeitsschritte vom Scan bis zum fertigen digitalen Objekt, Kitodo.Presentation stellt Digitalisate online bereit. Beide werden u. a. von der SLUB eingesetzt.&lt;br /&gt;
; METS/MODS, LIDO&lt;br /&gt;
: Standardformate für Metadaten. METS/MODS fasst ein Digitalisat mit seiner Struktur und Beschreibung zusammen und ist Grundlage z. B. für den DFG-Viewer, einen Online-Betrachter für Digitalisate. LIDO ist ein Austauschformat für Museumsobjekte.&lt;br /&gt;
; IIIF (International Image Interoperability Framework)&lt;br /&gt;
: Standard, über den Bilder und ihre Beschreibungen in verschiedenen Portalen und Betrachtern abgerufen werden können.&lt;br /&gt;
; PURL&lt;br /&gt;
: Persistent Uniform Resource Locator, eine dauerhafte Internetadresse, die auch bei einem Systemwechsel gleich bleibt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.3.2 Vorhaben und Dienste je Kernfunktion ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dienste, die mehrere Kernfunktionen abdecken, erscheinen bei jeder dieser Funktionen, weil ihr Reifegrad je Funktion verschieden sein kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|+ Vorhaben, Systeme und Dienste nach Kernfunktionen (Einzelheiten in Anhang 12.3.A4)&lt;br /&gt;
! Vorhaben / Dienst (Betreiber) !! Kulturgut-Klassen !! Reifegrad !! Trägerabdeckung heute (Ziel)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! colspan=&amp;quot;4&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left; background:#eaecf0&amp;quot; | K1 – Erfassen, beschreiben und verknüpfen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Sorbisches Kulturregister (SKR)''' (SI)&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;/&amp;gt; || alle || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | 2 · pilotiert (Regelbetrieb nach Personalausstattung möglich, Zeitpunkt offen) || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | einzelne Partner (Ziel: alle)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''museum-digital''' als Inventarisierungswerkzeug (Verbund museum-digital)&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt; || B1, B2, B4 || style=&amp;quot;background:#dff0d8&amp;quot; | 3 · teilweise Regelbetrieb || style=&amp;quot;background:#e8f0c8&amp;quot; | Teilgruppe: alle Museen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Bibliothekskatalog und Sorbische Bibliographie''' (Sorbische Zentralbibliothek)&amp;lt;ref name=&amp;quot;vls&amp;quot;/&amp;gt; || B1 || style=&amp;quot;background:#c3e6cb&amp;quot; | 4 · etabliert (''Annahme'') || style=&amp;quot;background:#fde2c4&amp;quot; | eigene Bestände&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Archivische Erschließung des SKA''', u. a. im Verbundkatalog Kalliope (SI)&amp;lt;ref name=&amp;quot;kitodo2021&amp;quot;&amp;gt;Böhmak, Wito 2021: Vortragsfolien zum Einsatz von Kitodo.Production am Sorbischen Institut (Nachlass Gotthold Schwela), Kitodo-Anwendertreffen 2021. URL: https://www.kitodo.org/fileadmin/groups/kitodo/Dokumente/Anwendertreffen_2021_Boehmak.pdf, abgerufen am 30.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; || B1-B3 || style=&amp;quot;background:#dff0d8&amp;quot; | 3 · teilweise Regelbetrieb (''Annahme'') || style=&amp;quot;background:#fde2c4&amp;quot; | eigene Bestände&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Inventardatenbanken der Museen''' (Sorbisches Museum: HiDA; Wendisches Museum: Adlib)&amp;lt;ref name=&amp;quot;smb2026&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;wm2026&amp;quot;/&amp;gt; || B1, B2, B4 || style=&amp;quot;background:#dff0d8&amp;quot; | 3 · teilweise Regelbetrieb || style=&amp;quot;background:#fde2c4&amp;quot; | eigene Bestände&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Datenbank sorbischer Kulturdenkmale''' (SI; Teilprojekt im Verbund DIKUSA)&amp;lt;ref name=&amp;quot;kdmsi&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;sorabiconkdm&amp;quot;&amp;gt;Sorabicon o. J.: Kulturdenkmale – Förderung. URL: https://sorabicon.de/en/cultural-memorials/about/grant/, abgerufen am 30.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; || A || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | 2 · pilotiert || style=&amp;quot;background:#eeeeee&amp;quot; | – (Dokumentation durch das SI)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Erhebung des immateriellen Kulturerbes in der Niederlausitz''' mit Belegdatenbank (SI)&amp;lt;ref name=&amp;quot;ike2023&amp;quot;/&amp;gt; || C1-C5 || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | 2 · pilotiert || style=&amp;quot;background:#eeeeee&amp;quot; | – (Dokumentation durch das SI)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Quellen zur sorbischen Geschichte 1918-1945''': Nachweis von Archivbeständen außerhalb der Lausitz (SI, Modul auf Sorabicon)&amp;lt;ref name=&amp;quot;quellen&amp;quot;&amp;gt;Heitmann, Clemens (Hrsg.) o. J.: Quellen zur sorbischen Geschichte 1918-1945. Modul im Wissensportal Sorabicon. URL: https://www1.sorabicon.de/en/sources-of-sorbian-history-1918-1945/, abgerufen am 30.10.2026; vgl. Heitmann, Clemens 2019: Digitales Archivportal zur Geschichte der Sorben. Arbeitsfortschritte und erste Ergebnisse. In: Lětopis 2019/1, S. 129-140.&amp;lt;/ref&amp;gt; || B1 || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | 2 · pilotiert, Projekt abgeschlossen || style=&amp;quot;background:#eeeeee&amp;quot; | – (Nachweis fremder Bestände)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! colspan=&amp;quot;4&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left; background:#eaecf0&amp;quot; | K2 – Digitalisieren und Qualität sichern&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Digitalisierungszentrum (DZ)''' (SI)&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;dk2026&amp;quot;/&amp;gt; || B1, B2, B4, A (Raumscans) || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | 2 · pilotiert (Regelbetrieb bis Ende 2027 vorgesehen, danach Finanzierung offen) || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | einzelne Partner, kostenfrei nur in Sachsen (Ziel: alle)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Filmdigitalisierung in Kooperation''' (DZ, Prüfung mit dem Medienzentrum der SLUB)&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt; || B3 || style=&amp;quot;background:#fde2c4&amp;quot; | 1 · konzeptionell || style=&amp;quot;background:#eeeeee&amp;quot; | – (Ziel: alle)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Landesdigitalisierungsprogramm Sachsen''' (SLUB)&amp;lt;ref name=&amp;quot;ldp&amp;quot;/&amp;gt; || B1 || style=&amp;quot;background:#dff0d8&amp;quot; | 3 · teilweise Regelbetrieb || style=&amp;quot;background:#e8f0c8&amp;quot; | Teilgruppe: Sachsen (''Annahme'')&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Deutsche Fotothek''', Kooperation mit dem SKA (SLUB)&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt; || B2, B3 || style=&amp;quot;background:#dff0d8&amp;quot; | 3 · teilweise Regelbetrieb || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | einzelne Partner: SKA&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''SAVE''', Landesprogramm zur Sicherung des audiovisuellen Erbes in Sachsen (SLUB mit dem Filmverband Sachsen)&amp;lt;ref name=&amp;quot;save2019&amp;quot;&amp;gt;Leipziger Internet Zeitung 2019: Sachsen startet Sicherung von historischen Film- und Tonaufnahmen, August 2019. URL: https://www.l-iz.de/melder/wortmelder/2019/08/Sachsen-startet-Sicherung-von-historischen-Film-und-Tonaufnahmen-292580, abgerufen am 30.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;save2026&amp;quot;&amp;gt;Loch, René 2026: Filminstitutionen protestieren gegen Kürzungen im sächsischen Doppelhaushalt. Leipziger Zeitung, 18.09.2026. URL: https://www.l-iz.de/kultur/film-tv/2026/09/filminstitutionen-protestieren-gegen-kuerzungen-im-saechsischen-doppelhaushalt-671028, abgerufen am 30.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; || B3 || style=&amp;quot;background:#dff0d8&amp;quot; | 3 · teilweise Regelbetrieb; Kürzungen ab 2027 geplant || style=&amp;quot;background:#e8f0c8&amp;quot; | Teilgruppe: Sachsen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Eigene Digitalisierung der Museen''' (Sorbisches Museum, Wendisches Museum)&amp;lt;ref name=&amp;quot;smb2026&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;wm2026&amp;quot;/&amp;gt; || B1, B2, B4 bis DIN A3 || style=&amp;quot;background:#dff0d8&amp;quot; | 3 · teilweise Regelbetrieb || style=&amp;quot;background:#fde2c4&amp;quot; | eigene Bestände&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! colspan=&amp;quot;4&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left; background:#eaecf0&amp;quot; | K3 – Langfristig erhalten&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Repositorium und Datenhaltung des DZ''' (SI)&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;dk2026&amp;quot;/&amp;gt; || D2 || style=&amp;quot;background:#fde2c4&amp;quot; | 1 · konzeptionell (Datenhaltung mit Sicherung erprobt, Langzeitarchivierung offen) || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | einzelne Partner (Ziel: alle)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Digitale Langzeitarchivierung der SLUB''' (SLUB)&amp;lt;ref name=&amp;quot;nestor&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;dk2026&amp;quot;/&amp;gt; || D1, D2 || style=&amp;quot;background:#c3e6cb&amp;quot; | 4 · etabliert für eigene Bestände (''Annahme'') || style=&amp;quot;background:#fde2c4&amp;quot; | eigene Bestände; für sorbische Träger ''offen''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Datensicherung der Museen''' (Sorbisches Museum, Wendisches Museum)&amp;lt;ref name=&amp;quot;smb2026&amp;quot;/&amp;gt; || eigene Digitalisate || style=&amp;quot;background:#eeeeee&amp;quot; | ''offen'' || style=&amp;quot;background:#fde2c4&amp;quot; | eigene Bestände&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Notsicherung ursprünglich digitaler Werke''' (DZ und SKR, Vorschlag)&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt; || D1 || style=&amp;quot;background:#fde2c4&amp;quot; | 1 · konzeptionell || style=&amp;quot;background:#eeeeee&amp;quot; | – (Vorschlag)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! colspan=&amp;quot;4&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left; background:#eaecf0&amp;quot; | K4 – Zugänglich machen und Nutzung ermöglichen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Sorabicon''', mehrsprachiges Wissensportal (SI)&amp;lt;ref name=&amp;quot;siposter&amp;quot;&amp;gt;Sorbisches Institut o. J.: Digitalisierung der sorbischen/wendischen Kulturdaten. Poster zum Drei-Säulen-Modell der Digitalisierungsstrategie des SI. URL: https://serbski-institut.de/wp-content/uploads/2021/11/A0-Druck_Digitalisierungsstrategie-SI.pdf, abgerufen am 30.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;sorabicon2024&amp;quot;&amp;gt;Bejmak, Wito; Slodička, Marek 2024: Sorabicon. Vortrag auf der 17. Tagung der AG Regionalportale, Dresden, 6.-8. Mai 2024. URL: https://hackmd.io/@Marek00/Sorabicon-17-AG-RegPortale, abgerufen am 30.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; || A, B1, C1, C3 || style=&amp;quot;background:#dff0d8&amp;quot; | 3 · teilweise Regelbetrieb || style=&amp;quot;background:#fde2c4&amp;quot; | eigene Bestände (kuratiert durch das SI)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Virtueller Lesesaal''' (SI)&amp;lt;ref name=&amp;quot;vls&amp;quot;/&amp;gt; || B1-B3 || style=&amp;quot;background:#dff0d8&amp;quot; | 3 · teilweise Regelbetrieb || style=&amp;quot;background:#fde2c4&amp;quot; | eigene Bestände&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Sachsen.digital''' und '''DFG-Viewer''' (SLUB)&amp;lt;ref name=&amp;quot;ldp&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;kitodo2021&amp;quot;/&amp;gt; || B1 || style=&amp;quot;background:#c3e6cb&amp;quot; | 4 · etabliert || style=&amp;quot;background:#e8f0c8&amp;quot; | Teilgruppe: Sachsen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''digitalizat.de''', Repositorium und Präsentation des DZ (SI)&amp;lt;ref name=&amp;quot;dk2026&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt; || B1, B2 || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | 2 · pilotiert || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | einzelne Partner (Ziel: alle)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Rechercheoberfläche des SKR''' mit Suche, Filtern und eigenen Seiten je Eintrag (SI, geplant)&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;/&amp;gt; || alle || style=&amp;quot;background:#fde2c4&amp;quot; | 1 · konzeptionell (''Annahme'') || style=&amp;quot;background:#eeeeee&amp;quot; | – (Ziel: alle)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''museum-digital''' (Verbund museum-digital)&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;wm2026&amp;quot;/&amp;gt; || B4, B2, B1 || style=&amp;quot;background:#dff0d8&amp;quot; | 3 · teilweise Regelbetrieb || style=&amp;quot;background:#e8f0c8&amp;quot; | Teilgruppe: alle Museen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Überregionale Portale''': Deutsche Digitale Bibliothek (DDB), Archivportal-D, Kalliope, Copernico&amp;lt;ref name=&amp;quot;fotothekddb&amp;quot;&amp;gt;Deutsche Digitale Bibliothek o. J.: Fotografie aus der Fotosammlung Ernst Tschernik. Datengeber: Sorbisches Institut / Sorbisches Kulturarchiv, geliefert über die Deutsche Fotothek. URL: https://www.deutsche-digitale-bibliothek.de/item/VYGCX4DORKMVYJG6JKMITHNBQ3QOC6JB, abgerufen am 30.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;copernico&amp;quot;&amp;gt;Sorbisches Institut 2026: Pressemitteilung zur Mitgliedschaft im Netzwerk „Copernico – Geschichte und kulturelles Erbe im östlichen Europa“, 28.07.2026. URL: https://idw-online.de/de/news875220, abgerufen am 30.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; || B1, B2 || style=&amp;quot;background:#c3e6cb&amp;quot; | 4 · etabliert || style=&amp;quot;background:#e8f0c8&amp;quot; | Teilgruppe: Einrichtungen mit eigenen Daten&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Sprachportale''' niedersorbisch.de und obersorbisch.de (SI, ''Annahme'')&amp;lt;ref name=&amp;quot;atlas&amp;quot;/&amp;gt; || C1 || style=&amp;quot;background:#dff0d8&amp;quot; | 3 · teilweise Regelbetrieb (''Annahme'') || style=&amp;quot;background:#fde2c4&amp;quot; | eigene Bestände&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kein heute nutzbarer Dienst deckt alle Träger ab. Für alle Träger ausgelegt sind bisher nur Vorhaben im Aufbau oder in Planung: SKR, DZ, digitalizat.de und die Rechercheoberfläche des SKR.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.3.3 Kurzbewertung der vier Kernfunktionen ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Kurzbewertung fasst die Tabelle aus einrichtungsübergreifender Sicht zusammen: Bewertet wird, was für das sorbische Kulturerbe insgesamt verfügbar ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|+ Kurzbewertung der Kernfunktionen&lt;br /&gt;
! Kernfunktion !! Reifegrad !! Trägerabdeckung heute !! Was funktioniert !! Was fehlt&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''K1''' Erfassen, beschreiben und verknüpfen || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | '''2''' · pilotiert || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | einzelne Partner (SKR-Pilot); Museen über museum-digital || Erfassung in den einzelnen Einrichtungen im Regelbetrieb; für Kulturdenkmale in Sachsen und das immaterielle Erbe der Niederlausitz erprobt; SKR-Prototyp mit Schnittstellen und Normdaten || kein einrichtungsübergreifender Nachweis im Regelbetrieb; kleine Träger und Privatsammlungen kaum erfasst; Personal des SKR über 2025 hinaus nicht gesichert (Stand ''offen''); Regeln für Masterdaten, Versionierung und Kennungen erst diskutiert&amp;lt;ref name=&amp;quot;dk2026&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''K2''' Digitalisieren und Qualität sichern || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | '''2''' · pilotiert || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | einzelne Partner; Landesangebote nur in Sachsen || DZ mit Technik, Kitodo-Arbeitsablauf und Piloten für Schriftgut, Fotos, 3D-Objekte und Räume; bewährte Landesangebote in Sachsen; Museen digitalisieren eigene Bestände bis A3 || Dienstleistungsbetrieb des DZ erst nach der Pilotphase; Leistungsrahmen und Logistik für Partner noch nicht beschrieben&amp;lt;ref name=&amp;quot;wm2026&amp;quot;/&amp;gt;; AV-Träger nur über Kooperationen; Großformate über A2 und ältere Datenträger ohne Angebot (''Annahme''); Zugang für brandenburgische Träger ungeklärt&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''K3''' Langfristig erhalten || style=&amp;quot;background:#fde2c4&amp;quot; | '''1''' · konzeptionell || style=&amp;quot;background:#fde2c4&amp;quot; | nur eigene Bestände || Datenhaltung mit Sicherung im DZ; Langzeitarchiv der SLUB für deren eigene Programme; Museen sichern eigene Daten || ein Dienst für die Langzeitarchivierung, der auch Dritten offensteht, ist noch nicht ausgearbeitet: das Konzept des DZ für den Dauerbetrieb steht aus&amp;lt;ref name=&amp;quot;dk2026&amp;quot;/&amp;gt;; keine Regeln für die Übernahme ursprünglich digitaler Dokumentationen (siehe 3.3.6); Nutzung der SLUB oder anderer Landeseinrichtungen und deren Kosten nicht geklärt&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''K4''' Zugänglich machen und Nutzung ermöglichen || style=&amp;quot;background:#dff0d8&amp;quot; | '''3''' · teilweise Regelbetrieb || style=&amp;quot;background:#e8f0c8&amp;quot; | Einrichtungen mit eigenen Daten; kleine und private Träger kaum || mehrere Angebote im Regelbetrieb: Sorabicon, Virtueller Lesesaal, Sachsen.digital, Deutsche Fotothek, museum-digital, DDB; Sorabicon und Kitodo.Presentation mehrsprachig || kein gemeinsamer Einstieg; digitalizat.de und die Rechercheoberfläche des SKR im Aufbau; Museumsobjekte kaum online; Nachnutzung teils durch Rechte eingeschränkt, z. B. Fotos des SKA mit dem Status „urheberrechtlich geschützt“&amp;lt;ref name=&amp;quot;fotothekddb&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kritische Abhängigkeiten zwischen den Kernfunktionen:&lt;br /&gt;
* '''K1 und K2:''' Laut Konzept setzt das DZ die Verzeichnung im SKR voraus, und das SKR soll die Masterdaten führen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;dk2026&amp;quot;/&amp;gt; In der Praxis vergibt das DZ für Digitalisate eigene dauerhafte Adressen (PURL), die nicht durchgängig mit dem SKR verknüpft werden (''zu prüfen'').&amp;lt;ref name=&amp;quot;dzpraxis&amp;quot;&amp;gt;Auskunft aus dem Digitalisierungskreis, Oktober 2026; schriftlicher Beleg noch einzuholen.&amp;lt;/ref&amp;gt; Damit entstehen Digitalisate ohne Registereintrag, und Metadaten werden womöglich doppelt gepflegt.&lt;br /&gt;
* '''K3 für alle:''' Nach der Bewertungsregel des Prüfrasters bestimmt das langfristige Erhalten als schwächstes Glied den Stand der Gesamtkette. Speichern ist nicht dasselbe wie langfristiges Erhalten (vgl. [[#2.3.4 Digitalisierungsdienst und Archiv|Abschnitt 2.3.4]]).&lt;br /&gt;
* '''K4:''' Die Sichtbarkeit hängt am Nachweis (K1) und an der Rechteklärung (siehe 3.4).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.3.4 Abdeckung nach Kulturgutklassen ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Matrix verdichtet die Tabelle aus 3.3.2 zur Frage, für welche Kulturgutklassen heute für Dritte nutzbare Dienste bestehen. Sie ist eine Einschätzung. Digitalisate (Klasse D2) sind in der Zeile ihrer Ausgangsklasse enthalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|+ Abdeckung der Kernfunktionen nach Kulturgutklassen&lt;br /&gt;
! Klasse !! K1 Erfassen !! K2 Digitalisieren !! K3 Erhalten !! K4 Zugänglich machen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''A''' Materiell – unbeweglich || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | '''teilweise:''' Kulturdenkmal-Datenbank (Sachsen); Niederlausitz im Aufbau || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | '''teilweise:''' Negative extern digitalisiert; Raumscans im DZ-Pilot || style=&amp;quot;background:#f8d7da&amp;quot; | '''Lücke:''' Datenhaltung im DZ, keine Langzeitarchivierung || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | '''teilweise:''' Atlas auf Sorabicon (78 Objekte)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''B1''' Schriftgut || style=&amp;quot;background:#c3e6cb&amp;quot; | '''gut:''' Bibliothekskatalog, Sorbische Bibliographie, Kalliope || style=&amp;quot;background:#c3e6cb&amp;quot; | '''gut:''' Landesdigitalisierungsprogramm (Sachsen); DZ-Pilot Periodika || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | '''teilweise:''' SLUB für Landesprogramme (''Annahme''); sonst ''offen'' || style=&amp;quot;background:#c3e6cb&amp;quot; | '''gut:''' Sachsen.digital, Virtueller Lesesaal, DDB, DFG-Viewer&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''B2''' Fotografien und Bildträger || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | '''teilweise:''' SKA, Fotodatenbanken der Museen; private Bestände kaum || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | '''teilweise:''' Deutsche Fotothek (nur SKA), DZ-Pilot, Dienstleister || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | '''teilweise:''' SLUB für Fotothek-Bestände (''Annahme''); sonst ''offen'' || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | '''teilweise:''' Deutsche Fotothek, DDB (nur SKA)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''B3''' Analoge AV-Träger || style=&amp;quot;background:#eeeeee&amp;quot; | '''unbekannt:''' Bestände kaum bekannt || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | '''teilweise:''' SAVE (nur Sachsen, Kürzungen geplant), Deutsche Fotothek (Filme des SKA); DZ nur 8 mm || style=&amp;quot;background:#eeeeee&amp;quot; | '''unbekannt''' || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | '''teilweise:''' einzelne Filme im Virtuellen Lesesaal&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''B4''' 3D-Objekte || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | '''teilweise:''' Museumsdatenbanken, museum-digital; kleine Träger teils ohne Inventar || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | '''teilweise:''' Museen bis A3; DZ-Pilot Drebkau; Projektförderung in Brandenburg || style=&amp;quot;background:#eeeeee&amp;quot; | '''unbekannt:''' Museen eigenverantwortlich || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | '''teilweise:''' museum-digital (401 Objekte aus Häusern mit sorbischem Schwerpunkt)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''C1''' Orale Traditionen || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | '''teilweise:''' Zeitzeugen-Aufnahmen des SI und des studijo LUCIJA, keine Systematik || style=&amp;quot;background:#eeeeee&amp;quot; | '''unbekannt:''' Aufnahmen durch SI, Rundfunk, studijo LUCIJA || style=&amp;quot;background:#eeeeee&amp;quot; | '''unbekannt''' || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | '''teilweise:''' Sorabicon, Sprachportale, YouTube&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''C2-C5''' Darstellende Künste, Rituale und Feste, Wissen, Handwerk || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | '''teilweise:''' Erhebung Niederlausitz (rund 500 Praktiken); Oberlausitz keine || style=&amp;quot;background:#f8d7da&amp;quot; | '''Lücke:''' keine systematische Dokumentation; Mitschnitte durch studijo LUCIJA und Rundfunk || style=&amp;quot;background:#f8d7da&amp;quot; | '''Lücke:''' Mitschnitte nur teilweise und komprimiert im SKA (''zu prüfen'') || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | '''teilweise:''' Sorabicon (Niederlausitz), Mediatheken, YouTube&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''D1''' Born-digital || style=&amp;quot;background:#f8d7da&amp;quot; | '''Lücke:''' erste Erhebung durch das SKR (41 Musikvideos) || style=&amp;quot;background:#f8f9fa&amp;quot; | – Übernahme statt Digitalisierung (siehe 3.3.6) || style=&amp;quot;background:#f8d7da&amp;quot; | '''Lücke:''' Notsicherung vorgeschlagen; keine Webarchivierung bekannt || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | '''teilweise:''' nur auf Plattformen der Erzeuger, ungesichert&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am besten abgedeckt ist das Schriftgut (B1), weil es an die Infrastruktur von Bibliotheken und Land anschließt. Für die in [[#3.2.3 Bestände mit vorrangigem Digitalisierungsbedarf|Abschnitt 3.2.3]] als besonders dringlich eingestuften Bestände – analoge AV-Träger, Dokumentationen des lebendigen Kulturgeschehens, ursprünglich digitale Werke – gibt es nur Teilangebote, und das langfristige Erhalten ist dort durchweg ungeklärt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.3.5 Durchgängigkeit der Prozesskette ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Kulturgut ist erst dann dauerhaft digital verfügbar, wenn es alle sechs [[#2.4.2 Prozessschritte im Detail|Prozessschritte]] durchlaufen hat. Die Abbildung ordnet den Schritten die heutigen Vorhaben zu und zeigt Reifegrad und Trägerabdeckung aus einrichtungsübergreifender Sicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Dataja:Wobraz K7.png|thumb|center|600px|Prozesskette mit heutigen Vorhaben, Reifegraden und Trägerabdeckung]]&amp;lt;ref&amp;gt;Mermaid Flowchart Code: [https://mermaid.live/edit#pako:eNqNVtFO60YQ_ZVRrqi4kYNwHFKaSpVAoa0Et0LklkptKrG2x87erNfWeg0FBF_DP_SFp-bHenbtkJTeS-s8bHZ2Z_acObNj3_eSMuXehHo7O_dSSzuh-3kvU-VNshDGznt-fmNEVUmd_yJTu3C2g_F-QPOehu-sEgmWnDXyRiP0ctt4-PBADzs7c_0SlT4ezzXRLPxt3rvq90P660-aiaJgpekrYpOJumbd79PuafjeLV6wzDg3IqWhd8Re1ei8Lo1lStnQR7N6yjFi74lZcIxF2GuSRSEsG8lKscZS7Gzau_wkGYMSTS3tHe2eS1Xa9y56vwsm4pSTJSJNiKW-Azhen_MtLWFiZzcyWViHZfUcs8mNQ6pTfoHRv5r3fveghy3bYUsol7UFLsOOMmAlC7jGb7I-vQBMU9rS3lZ-w7GMlSztgpf1UlihytxZT4WCtWL3_0c5PXLjUapk7P4UTc1NMUhlLuHwX3TPIZZGrnZx9qDNUEAfEAKoPd9X8TZko5Zs5GHyDUMoRzQDyZw7mhdiUbB-RTV07ifaIiEsU6fjJyRzk2cqnXhIwydeWo__jLWDXSP3hWwKyrlSQtuATo302msqM4iyATdqwY3cydMWuazXWlRm9Zx1Ogw_p8P013W1tHWbLFCsEzoTkL1Ot8I5UJUp4VkUAU258aToe6cgNAtodnR54mJ0GY1lTUfR_9Qk6A4UGvkscQ10Y1xpd3g2ZA9asge-DEyykNdrpjVSyqZlGn1Ohinujl4I5fMuC8e8kJZm3s_Z4AIU-R2Dsw_tb9bs7OdjDydbPRtygjvYXSL4C_zc_m7rMdd29QRyGxLjlsTYnXgOXzC0axq6sXedXqNXLHwyZyXOkUmp3dqlNLZx3cDQGddIn1BbKu518vnCeK3Xv6-P3zY9_gKjraIFTpe4lp9u84oeonwTaXSKopPXML70saVoig37kAaD79BA2iFqh1E7HLTDuG0xNNhDB75CV7N0WqJiKkuX4N-godo7J5nXJBU1xAycT9cNz434A-WnHWBKG4iZQ4Jc5nTNZqlXz1VmgYf2_NHO8ezkByfKJtkaOaQj1AtOCYd70d7RcEL7XciY81I77khZSMsWmiw1pMCFXarVE14LWBtS5a4WtPXTiCxLdcOyZleAaJusYnaN03ezEZg0bBYiQ3KtQDeE36Zo6PHx0eF0s0ThpTLljExImVRq8i5LeZiMArThcsmTd_Hh-CCMg6RUpZm8C4X7_dNxuHbMsmjLUYwPxf7-W45R55hm2X56-OIYJV-Po_QNR8X55kg8L57f-GftOfJPtziAtnjHGnGLV297AXw81E2AYjHhliUMZsMAhWSGW8Yx8G6myJ6DMde9gHoFm0LI1H0t4KMAdwK3GZN5L-VMNApfCw9uG4qvnN3qBEvWNAxLU6Wo7qkUrgV05oe_AfVO9_k hier klicken], abgerufen am 30.10.2026&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie weit die Kette heute tatsächlich reicht, zeigen sechs Beispiele:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|+ Beispiele durchgängiger und unterbrochener Ketten (grün: vorhanden · gelb: teilweise oder ''Annahme'' · rot: fehlt oder ''offen'')&lt;br /&gt;
! Beispiel !! 1-2 Erfassen, registrieren !! 3 Bewerten, freigeben !! 4 Digitalisieren !! 5 Archivieren !! 6 Präsentieren !! Bewertung&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Drucke und Handschriften des SI''' || style=&amp;quot;background:#c3e6cb&amp;quot; | Bibliothekskatalog (K10plus) || style=&amp;quot;background:#c3e6cb&amp;quot; | Auswahl durch das SI im Landesprogramm || style=&amp;quot;background:#c3e6cb&amp;quot; | Landesdigitalisierungsprogramm || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | SLUB (''Annahme'') || style=&amp;quot;background:#c3e6cb&amp;quot; | Sachsen.digital, DDB || durchgängig, auf Schriftgut des SI beschränkt&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Nachlass Schwela (SKA)''' || style=&amp;quot;background:#c3e6cb&amp;quot; | Kalliope || style=&amp;quot;background:#c3e6cb&amp;quot; | Auswahl durch das SI, Förderung durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft || style=&amp;quot;background:#c3e6cb&amp;quot; | Kitodo im SI || style=&amp;quot;background:#f8d7da&amp;quot; | ''offen'' || style=&amp;quot;background:#c3e6cb&amp;quot; | DFG-Viewer, Archivportal-D, DDB, Sorabicon || durchgängig bis auf das Erhalten; drittmittelfinanziert&amp;lt;ref name=&amp;quot;kitodo2021&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;sorabicon2024&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Fotosammlungen des SKA''' || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | Verzeichnisse des SKA (Umfang ''offen'') || style=&amp;quot;background:#c3e6cb&amp;quot; | Kooperationsvertrag || style=&amp;quot;background:#c3e6cb&amp;quot; | Deutsche Fotothek || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | SLUB (''Annahme'') || style=&amp;quot;background:#c3e6cb&amp;quot; | Deutsche Fotothek, DDB || durchgängig, nur für das SKA&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Kulturdenkmale in Sachsen''' || style=&amp;quot;background:#c3e6cb&amp;quot; | Inventar seit 2000; 1.760 Datensätze im SKR&amp;lt;ref name=&amp;quot;kdmsi&amp;quot;/&amp;gt; || style=&amp;quot;background:#c3e6cb&amp;quot; | Projektentscheidung (DIKUSA) || style=&amp;quot;background:#c3e6cb&amp;quot; | Negative 2024 extern digitalisiert; Qualitätssicherung mit Kitodo im DZ vorgesehen || style=&amp;quot;background:#f8d7da&amp;quot; | Datenhaltung im DZ, Langzeitarchivierung ''offen'' || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | Atlas auf Sorabicon (bisher 26 Objekte aus dem sächsischen Teil) || bis zur Präsentation erprobt; Erhalten ''offen''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Ostereier der Sorbischen Webstube Drebkau''' || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | Excel-Inventar, Erfassung in museum-digital || style=&amp;quot;background:#c3e6cb&amp;quot; | Pilot mit eingeworbenen Projektmitteln || style=&amp;quot;background:#c3e6cb&amp;quot; | Fotos durch das DZ, 16 3D-Modelle im Makerspace der SLUB || style=&amp;quot;background:#f8d7da&amp;quot; | Rückgabe an den Träger mit Empfehlungen || style=&amp;quot;background:#c3e6cb&amp;quot; | museum-digital || Kette bricht beim Erhalten ab&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Veranstaltungsmitschnitte des studijo LUCIJA''' || style=&amp;quot;background:#f8d7da&amp;quot; | nicht zentral registriert || style=&amp;quot;background:#f8d7da&amp;quot; | keine abgestimmte Auswahl || style=&amp;quot;background:#f8f9fa&amp;quot; | – ursprünglich digital || style=&amp;quot;background:#f8d7da&amp;quot; | teilweise und komprimiert an das SKA (''zu prüfen'') || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | YouTube, ungesichert || keine geregelte Kette&amp;lt;ref name=&amp;quot;lucija&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;lucija_youtube&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Andere Darstellung:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|+ Beispiele durchgängiger und unterbrochener Ketten&amp;lt;br&amp;gt;(grün: vorhanden · gelb: teilweise oder ''Annahme'' · rot: fehlt oder ''offen'')&lt;br /&gt;
! Prozessschritt !! Stand&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! colspan=&amp;quot;2&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left; background:#eaecf0&amp;quot; | Drucke und Handschriften des SI – durchgängig, auf Schriftgut des SI beschränkt&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1-2 Erfassen, registrieren || style=&amp;quot;background:#c3e6cb&amp;quot; | Bibliothekskatalog (K10plus)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 3 Bewerten, freigeben || style=&amp;quot;background:#c3e6cb&amp;quot; | Auswahl durch das SI im Landesprogramm&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 4 Digitalisieren || style=&amp;quot;background:#c3e6cb&amp;quot; | Landesdigitalisierungsprogramm&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 5 Archivieren || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | SLUB (''Annahme'')&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 6 Präsentieren || style=&amp;quot;background:#c3e6cb&amp;quot; | Sachsen.digital, DDB&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! colspan=&amp;quot;2&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left; background:#eaecf0&amp;quot; | Nachlass Schwela (SKA) – durchgängig bis auf das Erhalten; drittmittelfinanziert&amp;lt;ref name=&amp;quot;kitodo2021&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;sorabicon2024&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1-2 Erfassen, registrieren || style=&amp;quot;background:#c3e6cb&amp;quot; | Kalliope&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 3 Bewerten, freigeben || style=&amp;quot;background:#c3e6cb&amp;quot; | Auswahl durch das SI, Förderung durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 4 Digitalisieren || style=&amp;quot;background:#c3e6cb&amp;quot; | Kitodo im SI&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 5 Archivieren || style=&amp;quot;background:#f8d7da&amp;quot; | ''offen''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 6 Präsentieren || style=&amp;quot;background:#c3e6cb&amp;quot; | DFG-Viewer, Archivportal-D, DDB, Sorabicon&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! colspan=&amp;quot;2&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left; background:#eaecf0&amp;quot; | Fotosammlungen des SKA – durchgängig, nur für das SKA&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1-2 Erfassen, registrieren || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | Verzeichnisse des SKA (Umfang ''offen'')&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 3 Bewerten, freigeben || style=&amp;quot;background:#c3e6cb&amp;quot; | Kooperationsvertrag&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 4 Digitalisieren || style=&amp;quot;background:#c3e6cb&amp;quot; | Deutsche Fotothek&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 5 Archivieren || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | SLUB (''Annahme'')&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 6 Präsentieren || style=&amp;quot;background:#c3e6cb&amp;quot; | Deutsche Fotothek, DDB&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! colspan=&amp;quot;2&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left; background:#eaecf0&amp;quot; | Kulturdenkmale in Sachsen – bis zur Präsentation erprobt; Erhalten ''offen''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1-2 Erfassen, registrieren || style=&amp;quot;background:#c3e6cb&amp;quot; | Inventar seit 2000; 1.760 Datensätze im SKR&amp;lt;ref name=&amp;quot;kdmsi&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 3 Bewerten, freigeben || style=&amp;quot;background:#c3e6cb&amp;quot; | Projektentscheidung (DIKUSA)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 4 Digitalisieren || style=&amp;quot;background:#c3e6cb&amp;quot; | Negative 2024 extern digitalisiert; Qualitätssicherung mit Kitodo im DZ vorgesehen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 5 Archivieren || style=&amp;quot;background:#f8d7da&amp;quot; | Datenhaltung im DZ, Langzeitarchivierung ''offen''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 6 Präsentieren || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | Atlas auf Sorabicon (bisher 26 Objekte aus dem sächsischen Teil)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! colspan=&amp;quot;2&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left; background:#eaecf0&amp;quot; | Ostereier der Sorbischen Webstube Drebkau – Kette bricht beim Erhalten ab&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1-2 Erfassen, registrieren || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | Excel-Inventar, Erfassung in museum-digital&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 3 Bewerten, freigeben || style=&amp;quot;background:#c3e6cb&amp;quot; | Pilot mit eingeworbenen Projektmitteln&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 4 Digitalisieren || style=&amp;quot;background:#c3e6cb&amp;quot; | Fotos durch das DZ, 16 3D-Modelle im Makerspace der SLUB&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 5 Archivieren || style=&amp;quot;background:#f8d7da&amp;quot; | Rückgabe an den Träger mit Empfehlungen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 6 Präsentieren || style=&amp;quot;background:#c3e6cb&amp;quot; | museum-digital&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! colspan=&amp;quot;2&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left; background:#eaecf0&amp;quot; | Veranstaltungsmitschnitte des studijo LUCIJA – keine geregelte Kette&amp;lt;ref name=&amp;quot;lucija&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;lucija_youtube&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1-2 Erfassen, registrieren || style=&amp;quot;background:#f8d7da&amp;quot; | nicht zentral registriert&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 3 Bewerten, freigeben || style=&amp;quot;background:#f8d7da&amp;quot; | keine abgestimmte Auswahl&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 4 Digitalisieren || style=&amp;quot;background:#f8f9fa&amp;quot; | – ursprünglich digital&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 5 Archivieren || style=&amp;quot;background:#f8d7da&amp;quot; | teilweise und komprimiert an das SKA (''zu prüfen'')&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 6 Präsentieren || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | YouTube, ungesichert&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durchgängig sind bisher vor allem Ketten, die an bestehende Landes- und Bibliotheksinfrastruktur anschließen. Ketten für Museumsobjekte und für das lebendige Kulturgeschehen brechen spätestens beim langfristigen Erhalten ab. Über die Auswahl (Schritt 3) entscheidet bisher die jeweilige Einrichtung oder das Projekt. Das im DZ-Konzept vorgesehene Lenkungsgremium aus den vier hauptamtlichen Sammlungseinrichtungen und dem SKR ist nach den vorliegenden Unterlagen noch nicht eingerichtet, seine Kriterien sind noch festzulegen (DZ-Konzept, S. 7-8).&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt; Dies wird in Abschnitt 3.4 vertieft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.3.6 Sonderfall: Übernahme ursprünglich digitaler Dokumentationen ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein wachsender Teil des Kulturerbes entsteht von vornherein digital: Veranstaltungsmitschnitte, Musikvideos, Websites und Beiträge in sozialen Medien, digitale Fotos von Vereinen, Projektdaten. Hier entfällt die Digitalisierung (K2). An ihre Stelle tritt die geregelte Übernahme in ein Archiv (Ingest, vgl. [[#2.3.4 Digitalisierungsdienst und Archiv|Abschnitt 2.3.4]]). Dafür sind mehrere Bausteine nötig. Ihr heutiger Stand:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|+ Bausteine einer geregelten Übernahme und ihr Stand&lt;br /&gt;
! Baustein !! Stand heute !! Quelle&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Zuständigkeit und Sammlungsauftrag''' || style=&amp;quot;background:#f8d7da&amp;quot; | nicht festgelegt. Das DZ erwartet eine Daueraufgabe gemeinsam mit SKA und SKR, die archivischen Strategien „stehen noch am Anfang“ (DZ-Konzept, S. 23). Die Frage „Wer sammelt?“ wurde 2023 offen gestellt. || &amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;lorenz2023&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Auswahl''' || style=&amp;quot;background:#f8d7da&amp;quot; | keine Kriterien für ursprünglich digitale Dokumentationen; das DZ-Konzept nennt Priorisierungskriterien nur allgemein (S. 8) || &amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Rechte und Übernahmevereinbarung''' || style=&amp;quot;background:#f8d7da&amp;quot; | bei YouTube-Musikvideos ungeklärt; für Veranstaltungsmitschnitte ist keine schriftliche Vereinbarung bekannt (''offen'') || &amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;lucija&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Format- und Qualitätsvorgaben''' (Masterdateien statt komprimierter Kopien, Prüfsummen, technische Metadaten) || style=&amp;quot;background:#f8d7da&amp;quot; | keine bekannt; Mitschnitte des studijo LUCIJA gehen nur teilweise und komprimiert an das SKA (''zu prüfen''), die Masterdateien bleiben beim Studio || &amp;lt;ref name=&amp;quot;lucija&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Verzeichnung''' || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | Das SKR hat 2024 41 Musikvideos von 18 Künstlerinnen, Künstlern und Gruppen erhoben und verweist auf YouTube. Wie ursprünglich digitale Werke im Datenmodell des SKR behandelt werden, ist ''zu prüfen''. || &amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Langzeitarchiv''' || style=&amp;quot;background:#f8d7da&amp;quot; | keines; vorgeschlagen ist eine Notsicherung als lokale Kopie. Das Sorbische Museum wünscht Beratung zu seiner neuen Sammlungskategorie „Datenträger“. || &amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;smb2026&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Webarchivierung''' || style=&amp;quot;background:#f8d7da&amp;quot; | keine systematische Sicherung sorbischer Websites und sozialer Medien bekannt; ob die Deutsche Nationalbibliothek oder die SLUB sorbische Websites erfassen, ist ''offen'' || &amp;lt;ref name=&amp;quot;webarchiv&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Rundfunkproduktionen''' || style=&amp;quot;background:#f8d7da&amp;quot; | Archive von MDR und rbb nicht öffentlich zugänglich; 2019 standen die Produktionen dem SKA aus rechtlichen Gründen nicht zur Verfügung || &amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.3.7 Erste Befunde ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* '''Das Angebot ist in Bewegung, aber überwiegend projektgebunden.''' Das DZ ist bis Ende 2027 finanziert, die befristete Stelle für das SKR endete laut Konzept Ende 2025 (heutiger Stand ''offen''), Sorabicon wächst projektweise.&amp;lt;ref name=&amp;quot;dk2026&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;siposter&amp;quot;/&amp;gt; Kein heute nutzbarer Dienst deckt alle Träger ab; für alle Träger ausgelegt sind nur Vorhaben im Aufbau oder in Planung.&lt;br /&gt;
* '''Am weitesten ist das Zugänglichmachen, am schwächsten das langfristige Erhalten.''' K4 erreicht Reifegrad 3, K3 nur Reifegrad 1 und deckt nur eigene Bestände ab. Nach dem Prüfraster bestimmt K3 als schwächstes Glied den Stand der Gesamtkette.&lt;br /&gt;
* '''Register und DZ sind konzeptionell eng verzahnt, in der Praxis noch nicht durchgängig.''' Das Konzept sieht vor, dass jedes Objekt einmal hochwertig digitalisiert und über das SKR mit dauerhaften Adressen nachnutzbar wird.&amp;lt;ref name=&amp;quot;dk2026&amp;quot;/&amp;gt; In der Praxis vergibt das DZ eigene dauerhafte Adressen, die nicht durchgängig mit dem SKR verknüpft werden (''zu prüfen'').&amp;lt;ref name=&amp;quot;dzpraxis&amp;quot;/&amp;gt; Ohne gesicherten Betrieb des SKR und ohne Regeln für Masterdaten droht ein Nebeneinander statt einer Kette.&lt;br /&gt;
* '''Was heute verlässlich funktioniert, stützt sich auf sächsische Landesinfrastruktur.''' Landesdigitalisierungsprogramm, Deutsche Fotothek, SAVE und Sachsen.digital werden von der SLUB getragen. Für brandenburgische Träger gibt es keinen vergleichbaren Dienst, sondern Projektförderung&amp;lt;ref name=&amp;quot;diwa2023&amp;quot;&amp;gt;Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landes Brandenburg (MWFK) 2023: Übersicht geförderter Projekte im Förderprogramm zur Digitalisierung des kulturellen Erbes 2023. URL: https://mwfk.brandenburg.de/sixcms/media.php/9/%C3%9Cbersicht%20gef%C3%B6rderter%20Projekte%20Digitalisierung%20Kulturelles%20Erbe%202023.pdf, abgerufen am 30.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;diwa2026&amp;quot;&amp;gt;MWFK o. J.: Fördergrundsätze „Förderung und Begleitung des digitalen Wandels im Kulturbereich im Land Brandenburg 2026“ (DIWA). URL: https://mwfk.brandenburg.de/sixcms/media.php/9/FG_DIWA_2026.pdf, abgerufen am 30.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; und museum-digital. Auch das DZ ist derzeit nur in Sachsen kostenfrei.&lt;br /&gt;
* '''Für die großen und die gefährdeten Bestände gibt es nur Teilangebote.''' Das betrifft die Museumsobjekte (B4), allein im Sorbischen Museum rund 21.000 Objekte der materiellen Kultur, und die analogen AV-Träger (B3), die am stärksten gefährdet sind. Das sächsische Landesprogramm für AV-Träger soll ab 2027 gekürzt werden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;save2026&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
* '''Ursprünglich digitale Dokumentationen haben keinen geregelten Übernahmeweg.''' Das betrifft vor allem das lebendige Kulturgeschehen (C2, C3) und neue digitale Ausdrucksformen.&lt;br /&gt;
* '''Kleine Träger können heute praktisch nur museum-digital selbst nutzen.''' Das DZ soll sie künftig beraten und für sie digitalisieren, ist aber noch nicht im Dienstleistungsbetrieb.&lt;br /&gt;
* '''Ein gemeinsamer Zugang fehlt.''' Die Konzepte sehen drei Ebenen vor: das SKR als einrichtungsübergreifenden Nachweis mit Recherche, digitalizat.de für die Digitalisate des DZ und Sorabicon als kuratiertes Schaufenster.&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;dk2026&amp;quot;/&amp;gt; Ist das digitale Kulturerbe vollständig im SKR verzeichnet, kann die Recherche dort zusammenlaufen. Welche Plattform den einheitlichen Einstieg für Nutzerinnen und Nutzer bietet, ist offen und wird in Abschnitt 3.4 aufgegriffen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== 3.4 Governance ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieser Abschnitt prüft, ob der organisatorische Rahmen das Angebot aus [[#3.3 Kernfunktionen: Vorhaben, Systeme, Dienste|Abschnitt 3.3]] zusammenhält und dauerhaft trägt. Governance meint hier die Regeln und Strukturen, mit denen die Beteiligten gemeinsam entscheiden, Standards vereinbaren, Rechte klären und den Betrieb finanzieren. Der Abschnitt behandelt vier Fragen:&lt;br /&gt;
* '''Steuerung und Zuständigkeiten:''' Wer koordiniert, und wer entscheidet über Auswahl und Freigabe?&lt;br /&gt;
* '''Standards und Austausch:''' Welche Metadaten-, Format- und Austauschstandards gelten, und wo werden sie abgestimmt?&lt;br /&gt;
* '''Rechte und Einwilligungen:''' Wie werden Nutzungsrechte, Einwilligungen und Zugänge geregelt?&lt;br /&gt;
* '''Betrieb und Finanzierung:''' Wer betreibt die Kernfunktionen, und sind sie dauerhaft oder nur projektweise finanziert?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Maßstab sind die drei Erfolgsbedingungen aus [[#2.5.9.2 Drei Erfolgsbedingungen – was gilt für alle Kernfunktionen?|Abschnitt 2.5.9.2]]. Sie werden am Ende mit den Reifegraden aus [[12.3.A2 Prüfraster zur Bewertung des Entwicklungsstandes beim Aufbau der Digitalisierung des Kulturerbes|Anhang 12.3.A2]] bewertet (siehe 3.4.5). Grundlage sind der Staatsvertrag über die Stiftung&amp;lt;ref name=&amp;quot;stv&amp;quot;&amp;gt;Staatsvertrag zwischen dem Land Brandenburg und dem Freistaat Sachsen über die Errichtung der „Stiftung für das sorbische Volk“. URL: https://www.revosax.sachsen.de/vorschrift/5360.1, abgerufen am 30.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;, das Finanzierungsabkommen von 2026&amp;lt;ref name=&amp;quot;fin2026&amp;quot;&amp;gt;Bundesministerium des Innern, Freistaat Sachsen und Land Brandenburg 2026: Bund, Sachsen und Brandenburg sichern Fortbestand der Stiftung für das sorbische Volk. Gemeinsame Pressemitteilung vom 19.05.2026. URL: https://zalozba.de/fileadmin/user_upload/Dokumente/Pressemitteilungen/2026-05-19__PM_BMI_Bund_Sachsen_Brandenburg_sichernFortbestandStiftung.pdf, abgerufen am 30.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;, die Konzepte von DZ und SKR&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;/&amp;gt;, das Protokoll des Digitalisierungskreises vom 21.04.2026&amp;lt;ref name=&amp;quot;dk2026&amp;quot;/&amp;gt; und die Bedarfserklärungen der Träger vom April 2026&amp;lt;ref name=&amp;quot;smb2026&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;wm2026&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2026&amp;quot;/&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;mark&amp;gt;Die folgende Analyse muss mit der Stiftung, dem SI und den Museen bzgl. Korrektheit und Vollständigkeit abgestimmt werden.&amp;lt;/mark&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.4.1 Steuerung und Zuständigkeiten ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Stiftung für das sorbische Volk ist der zentrale Förderer. Ihre Organe sind der Stiftungsrat, in dem Vertreterinnen und Vertreter des sorbischen Volkes, des Bundes, beider Länder und der Kommunen sitzen, der Parlamentarische Beirat und der Direktor.&amp;lt;ref name=&amp;quot;stv&amp;quot;/&amp;gt; 2018 gab der Stiftungsrat eine Strategie für Digitalisierungsprojekte in Auftrag. Daraus entstand das sorbische Digitalisierungskonzept, veröffentlicht im Mai 2021. Seit Juli 2021 koordiniert ein Digitalisierungsbeauftragter in der Stiftungsverwaltung die Digitalisierungsaktivitäten der sorbischen Institutionen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;stiftung2023&amp;quot;&amp;gt;Stiftung für das sorbische Volk 2023: 25 Jahre Stiftung für das sorbische Volk – 30 Jahre Staatsvertrag. Broschüre, Bautzen, S. 89.&amp;lt;/ref&amp;gt; Ein Gremium, das für das Kulturerbe verbindlich über Auswahl, Standards oder Zugang entscheidet, gibt es nicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|+ Wer steuert und entscheidet heute?&lt;br /&gt;
! Aufgabe !! Zuständig heute !! Stand&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Strategie und Förderung''' || Stiftung für das sorbische Volk (Stiftungsrat, Direktor, Digitalisierungsbeauftragter); Digitalisierungskonzept als Orientierungsrahmen&amp;lt;ref name=&amp;quot;stiftung2023&amp;quot;/&amp;gt; || style=&amp;quot;background:#dff0d8&amp;quot; | eingerichtet&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Fachlicher Austausch''' || Digitalisierungskreis || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | Austausch ja, keine Entscheidungsbefugnis&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Auswahl und Freigabe von Digitalisierungsvorhaben''' || die jeweilige Einrichtung oder das Projekt. Das DZ-Konzept sieht ein Lenkungsgremium aus den hauptamtlichen sorbischen Sammlungseinrichtungen und dem SKR vor. Das DZ selbst soll nicht entscheiden, was digitalisiert wird (DZ-Konzept, S. 7-8).&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt; Als Idealvorgehen gilt: erst im SKR verzeichnen, dann priorisiert ein Fachgremium nach Kriterien.&amp;lt;ref name=&amp;quot;dk2026&amp;quot;/&amp;gt; || style=&amp;quot;background:#fde2c4&amp;quot; | Lenkungsgremium konzipiert, nicht eingerichtet; Kriterien nur beispielhaft genannt&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Steuerung des Registers''' || SI. Das SKR soll Qualität sichern und über Kooperationsverträge technische Standards setzen; ein Beirat aus Fachleuten für Sorabistik, Museologie, Digital Humanities sowie Bibliotheks- und Archivwesen ist vorgesehen. Die Datenpartner bleiben für ihre Daten verantwortlich und entscheiden über deren Einbringung (SKR-Konzept, S. 13-14 und 21).&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;/&amp;gt; || style=&amp;quot;background:#fde2c4&amp;quot; | Beirat konzipiert, Stand ''offen''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Gemeinsamer Zugang für Nutzerinnen und Nutzer''' || je Plattform: SKR, digitalizat.de und Sorabicon betreibt das SI, Sachsen.digital die SLUB, museum-digital die Museen selbst (siehe 3.3.7) || style=&amp;quot;background:#f8d7da&amp;quot; | keine Zuständigkeit für die Gesamtentscheidung&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Zugang zu kleinen Trägern''' || Domowina mit Regionalverbänden und Ortsgruppen. Der Kulturausschuss der Domowina sah sich 2020 als ehrenamtliches Gremium nicht in der Lage, die Koordination zu leisten.&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2020&amp;quot;/&amp;gt; 2026 wünscht die Domowina eine Dienstleistungs- und Ermöglichungsstruktur.&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2026&amp;quot;/&amp;gt; || style=&amp;quot;background:#f8d7da&amp;quot; | keine feste Anlaufstelle&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Länderübergreifende Abstimmung''' || Sachsen und Brandenburg fördern getrennt. Sächsische Träger können das DZ über Strukturmittel nutzen; die Nutzung für brandenburgische Bestände soll bilateral zwischen SI, Stiftung und Wendischem Museum geklärt werden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;dk2026&amp;quot;/&amp;gt; || style=&amp;quot;background:#fde2c4&amp;quot; | Einzelfallklärung&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Mitwirkung der Gemeinschaft''' || über den Stiftungsrat; ein Verfahren, in dem Kulturgutträger und Gemeinschaft bei Auswahl, Beschreibung und Zugang mitentscheiden, ist nicht bekannt (''offen'') || style=&amp;quot;background:#fde2c4&amp;quot; | nicht geregelt&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als mögliche Kriterien für die Auswahl nennt das DZ-Konzept: virtueller Bestandserhalt gefährdeter Einrichtungen, Sicherung des Wissens von Zeitzeuginnen und Zeitzeugen, Forschungsrelevanz, Bedeutung für die sorbische Identität, Verknüpfbarkeit mit anderen Ressourcen und wirtschaftlicher Nachnutzen (S. 8).&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt; Sie decken sich teilweise mit den Dringlichkeitsgründen aus [[#3.2.3 Bestände mit vorrangigem Digitalisierungsbedarf|Abschnitt 3.2.3]]. Beschlossen sind sie nicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Offen ist auch, wer über den '''gemeinsamen Zugang''' entscheidet. Die Konzepte sehen drei Ebenen vor: das SKR als einrichtungsübergreifenden Nachweis, digitalizat.de für die Digitalisate des DZ und Sorabicon als kuratiertes Schaufenster.&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;/&amp;gt; Welche Plattform den Einstieg bietet und wie die Angebote der Museen und der SLUB eingebunden werden, betrifft alle Träger. Bisher ist diese Entscheidung keinem Gremium zugeordnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.4.2 Standards und Austausch ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die großen Einrichtungen arbeiten mit etablierten Standards ihrer Sparte. SKR und DZ haben ein gemeinsames technisches Modell konzipiert und teilweise erprobt. Das DZ-Konzept erklärt die Metadatenstandards des SKR für verbindlich (S. 29).&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt; Einen von allen Trägern beschlossenen Mindeststandard gibt es nicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|+ Standards: heute genutzt, konzipiert, offen&lt;br /&gt;
! Bereich !! Heute genutzt !! Konzipiert oder erprobt !! Offen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Erschließung und Metadaten''' || Bibliotheken: Verbundkatalog K10plus; Archive: Kalliope; Museen: HiDA, Adlib, museum-digital&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;smb2026&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;wm2026&amp;quot;/&amp;gt; || SKR: eigene Ontologie auf Basis verknüpfter Daten (RDF) unter Rückgriff auf CIDOC (Referenzmodell für Museumsinformation) und GND; Bereitstellung in LIDO und MODS (SKR-Konzept, S. 16 und 28)&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;/&amp;gt; || gemeinsamer Metadatenkern mit Pflichtfeldern für alle Träger; Regeln, wer die Masterdaten führt und wie Änderungen abgeglichen und versioniert werden&amp;lt;ref name=&amp;quot;dk2026&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Normdaten und Kennungen''' || Normdaten der Verbünde; URN mit Institutionscode im Publikationsserver Qucosa des SI&amp;lt;ref name=&amp;quot;dk2026&amp;quot;/&amp;gt; || SKR: GND, GeoNames, VIAF, Wikidata; dauerhafte Adressen (PURL) mit Registerpräfix (SKR-Konzept, S. 16 und 21)&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;/&amp;gt; || Basisadresse der PURL; Kennungsschema mit Institutionspräfix nur diskutiert&amp;lt;ref name=&amp;quot;dk2026&amp;quot;/&amp;gt;; DZ vergibt in der Praxis eigene PURL (''zu prüfen'')&amp;lt;ref name=&amp;quot;dzpraxis&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Digitalisierung und Dateiformate''' || TIFF für Masterdateien, JPEG für die Nutzung; Orientierung an den DFG-Praxisregeln „Digitalisierung“ (DZ-Konzept, S. 31 und 33)&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt; || Kitodo-Arbeitsablauf mit METS/MODS; Texterkennung mit Werkzeugen des Projekts OCR-D, Volltexte in ALTO und TEI (DZ-Konzept, S. 17-18)&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt; || verbindliche Qualitätsvorgaben je Kulturgutart, besonders für AV-Träger, 3D-Objekte und ursprünglich digitale Dokumentationen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Austausch und Schnittstellen''' || Lieferung an DDB, Archivportal-D und Sachsen.digital&amp;lt;ref name=&amp;quot;fotothekddb&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;ldp&amp;quot;/&amp;gt; || SKR: Programmierschnittstelle (REST) und OAI-PMH im Prototyp, Abfrageschnittstelle für verknüpfte Daten (SPARQL) vorgesehen, Übernahme aus museum-digital (SKR-Konzept, S. 21 und 27-28)&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;/&amp;gt;; Bildbereitstellung über IIIF (DZ-Konzept, S. 21 und 33)&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt; || dokumentierte und praktisch getestete Schnittstellen zwischen SKR, DZ und den Systemen der Museen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Langzeiterhaltung''' || Datensicherung in den Einrichtungen; SLUB mit eigener Langzeitarchivierung&amp;lt;ref name=&amp;quot;nestor&amp;quot;/&amp;gt; || DZ strebt die dauerhafte Datenhaltung der originalen Bilddigitalisate an (DZ-Konzept, S. 8)&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt;; unterschieden wird zwischen Datenhaltung mit Sicherung und echter Langzeitarchivierung&amp;lt;ref name=&amp;quot;dk2026&amp;quot;/&amp;gt; || Konzept für den Dauerbetrieb; Vorgaben nach Standards wie dem Referenzmodell OAIS oder dem Metadatenstandard PREMIS; Prüfsummen, Wiederherstellungstests, Formatmigration&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Mehrsprachigkeit''' || Sorabicon mehrsprachig; Kitodo.Presentation mit mehrsprachiger Oberfläche&amp;lt;ref name=&amp;quot;sorabicon2024&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt; || SKR: Bezeichnungen und Beschreibungen in Ober- und Niedersorbisch, Deutsch und Englisch als Teil des Datenmodells, erweiterbar („4+-Sprachigkeit“, SKR-Konzept, S. 16-18)&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;/&amp;gt; || Übertragung auf die Erfassung bei den Trägern und im DZ; sorbischsprachige kontrollierte Vokabulare (''offen'')&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Abstimmung in Gremien''' || Einbindung des SI in überregionale Netzwerke, z. B. AG Regionalportale, Verbund DIKUSA, Copernico&amp;lt;ref name=&amp;quot;sorabicon2024&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;kdmsi&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;copernico&amp;quot;/&amp;gt; || SKR setzt Standards über Kooperationsverträge (SKR-Konzept, S. 13-14)&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;/&amp;gt; || kein sorbisches Gremium, das Standards gemeinsam beschließt und ihre Einhaltung prüft&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.4.3 Rechte und Einwilligungen ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Rechtefragen bestimmen, was digitalisiert, gespeichert und gezeigt werden darf. Bisher sind sie nur in Grundsätzen und von Fall zu Fall geregelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Was vereinbart ist:'''&lt;br /&gt;
* Das DZ braucht vor der Digitalisierung eine ausreichende Erlaubnis des Objektgebers. Die Rechteklärung soll vor Projektbeginn erfolgen und vertraglich dokumentiert werden. Zu unterscheiden sind Digitalisierung, interne Nutzung, Übergabe an die liefernde Einrichtung, öffentliche Präsentation und Nachnutzung durch Dritte. Eingeschränkte Nutzungsformen wie Vorschau, geringere Auflösung oder nur interne Bereitstellung sind möglich. Eigentümer, Datengeber und Rechteinhaber sollen in den Metadaten erkennbar bleiben.&amp;lt;ref name=&amp;quot;dk2026&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Der Vertrag zwischen DZ und Partner soll Umfang, Haftung, Datenhaltung, Präsentation und etwaige Nutzungsentgelte regeln. Das Eigentum an den Digitalisaten bleibt beim Partner (DZ-Konzept, S. 8-9 und 11).&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Im SKR bleiben die Datenpartner für ihre Daten verantwortlich und entscheiden über deren Einbringung.&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;/&amp;gt; Regeln zu Lizenzen und Zugangsstufen enthält das SKR-Konzept nach erster Durchsicht nicht (''zu prüfen'').&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Was die Praxis zeigt:'''&lt;br /&gt;
* Die Lizenzangaben sind uneinheitlich: Ein Teil der Digitalisate des SI ist als gemeinfrei gekennzeichnet&amp;lt;ref name=&amp;quot;ddb&amp;quot;/&amp;gt;, Fotos des SKA tragen den Status „urheberrechtlich geschützt“&amp;lt;ref name=&amp;quot;fotothekddb&amp;quot;/&amp;gt;.&lt;br /&gt;
* Bei sorbischen Musikvideos auf YouTube prägen Rechtefragen jeden Einzelfall (DZ-Konzept, S. 22).&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt; Sorbischsprachige Produktionen von MDR und rbb standen dem SKA 2019 aus rechtlichen Gründen nicht zur Verfügung.&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt; Für Veranstaltungsmitschnitte des studijo LUCIJA ist keine schriftliche Vereinbarung über Rechte und Übergabe bekannt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;lucija&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Erste Vorlagen für die Regelung von Nutzungsrechten gibt es in einzelnen Einrichtungen. Der Domowina-Verlag (LND) hat im Zusammenhang mit Arbeitsverträgen einen Anhang zu Nutzungsrechten. Das WITAJ-Sprachzentrum hat eine Präambel und Vereinbarungen zu internen Daten, angekauften Werken sowie zur Sammlung und Veröffentlichung von Texten. Beide Einrichtungen haben ihre Vorlagen dem Digitalisierungskreis in seiner Sitzung am 18.06.2026 zur Orientierung bereitgestellt. Dort wurde auch festgehalten, dass Nutzungsrechte an Texten, Fotos, Tonaufnahmen und anderen Inhalten, die im Arbeitskontext entstehen, klarer geregelt werden sollten.&amp;lt;ref name=&amp;quot;dk2026b&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Der Rechtsrahmen bietet Spielräume, die bisher nicht systematisch genutzt werden. Kulturerbe-Einrichtungen dürfen nicht verfügbare Werke unter bestimmten Bedingungen nicht kommerziell online zugänglich machen (§ 61d Urheberrechtsgesetz, UrhG).&amp;lt;ref name=&amp;quot;urhg61d&amp;quot;&amp;gt;Urheberrechtsgesetz (UrhG), § 61d Nicht verfügbare Werke. URL: https://www.gesetze-im-internet.de/urhg/__61d.html, abgerufen am 30.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Fotos und Scans gemeinfreier visueller Werke begründen keine eigenen Leistungsschutzrechte (§ 68 UrhG).&amp;lt;ref name=&amp;quot;urhg68&amp;quot;&amp;gt;Urheberrechtsgesetz (UrhG), § 68 Vervielfältigungen gemeinfreier visueller Werke. URL: https://www.gesetze-im-internet.de/urhg/__68.html, abgerufen am 30.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Was fehlt:'''&lt;br /&gt;
* einheitliche Rechte- und Zugangskategorien, die je Objekt oder Bestand dokumentiert werden, von „nur Metadaten öffentlich“ bis „nicht zugänglich“ (vgl. [[#2.5.6 Mukurtu und Plateau Peoples' Web Portal|Abschnitt 2.5.6]]);&lt;br /&gt;
* einrichtungsübergreifende Musterverträge und Musterklauseln für Übergaben, Digitalisierung und Veröffentlichung; einzelne Vorlagen gibt es bei LND und WITAJ (siehe oben);&lt;br /&gt;
* Regeln für Einwilligungen bei Zeitzeugen-Interviews und Veranstaltungsaufnahmen, einschließlich des Datenschutzes (''Annahme'': bisher je Projekt geregelt);&lt;br /&gt;
* ein Verfahren, in dem rechtliche Zulässigkeit und kulturelle Angemessenheit getrennt geprüft werden, sowie Wege für Korrekturen, Beschwerden und nachträgliche Sperrungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Digitalisierungskreis befasst sich mit Urheber- und Nutzungsrechten anhand konkreter Nutzungsszenarien. Für diese Szenarien wird eine rechtliche Einschätzung erarbeitet. Die dazu für den 18.06.2026 geplante Sitzung wurde verschoben, weil die Einschätzung noch nicht vorlag.&amp;lt;ref name=&amp;quot;dk2026b&amp;quot;&amp;gt;Digitalisierungskreis 2026: Protokoll der Sitzung „Nutzungsszenarien für sprachtechnologische Anwendungen“ vom 18.06.2026, Entwurf (obersorbisch). Unveröffentlicht; interne Referenz: 2026-06-18_HSB_Protokol_Digitalizaciski_kruh_Rěčnotechnologiske_naloženja.pdf.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Prüfung ist noch nicht abgeschlossen (Stand Oktober 2026).&amp;lt;ref name=&amp;quot;dkinfo&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!-- Ergebnisse nach Abschluss der rechtlichen Einschätzung ergänzen, soweit veröffentlichbar. --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.4.4 Betrieb und Finanzierung ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Stiftung selbst ist langfristig finanziert. Im Mai 2026 vereinbarten Bund, Sachsen und Brandenburg das fünfte Finanzierungsabkommen: rund 29,3 Mio. Euro für 2026 und jährliche Erhöhungen bis 2030. Der Bund trägt die Hälfte, Sachsen ein Drittel, Brandenburg ein Sechstel. Digitalisierungsprojekte werden ausdrücklich als Förderziel genannt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;fin2026&amp;quot;/&amp;gt; Der Haushalt der Stiftung weist für 2026 gesonderte Zuwendungen für Digitalisierungsprojekte aus, 195.000 Euro vom Bund und 130.000 Euro von Sachsen, dazu knapp 5 Mio. Euro Bundesmittel für den Strukturwandel.&amp;lt;ref name=&amp;quot;hh2026&amp;quot;&amp;gt;Stiftung für das sorbische Volk 2026: Haushaltssatzung 2026. URL: https://zalozba.de/fileadmin/user_upload/Dokumente/Haushaltsplaene/HHSatzung_2026.pdf, abgerufen am 30.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Welcher Anteil davon auf das Kulturerbe entfällt, ist ''offen''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die einrichtungsübergreifenden Dienste für das Kulturerbe laufen dagegen überwiegend als befristete Projekte:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|+ Betreiber und Finanzierung je Kernfunktion&lt;br /&gt;
! Kernfunktion !! Einrichtungsübergreifender Dienst (Betreiber) !! Finanzierung heute !! Gesichert bis&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''K1''' Erfassen || Sorbisches Kulturregister (SI) || Projektstelle bis Ende 2025 (SKR-Konzept, S. 2), heutiger Stand ''offen''; Regelbetrieb braucht 2,5 Fachstellen und 0,5 Stellen für Hilfskräfte, Zeithorizont 15-20 Jahre (S. 31-32)&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;/&amp;gt; || style=&amp;quot;background:#f8d7da&amp;quot; | ''offen''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''K2''' Digitalisieren || Digitalisierungszentrum (SI) || Aufbauprojekt, bis 2027 projektbezogen gesichert (Mittelgeber ''zu prüfen''); für sächsische Träger derzeit kostenfrei&amp;lt;ref name=&amp;quot;dk2026&amp;quot;/&amp;gt; || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | Ende 2027&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''K2''' Digitalisieren || Landesprogramme der SLUB (Landesdigitalisierungsprogramm, SAVE) || Freistaat Sachsen; Kürzungen bei SAVE im Entwurf des Doppelhaushalts 2027/28&amp;lt;ref name=&amp;quot;save2026&amp;quot;/&amp;gt; || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | jährlicher Landeshaushalt&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''K3''' Erhalten || Datenhaltung des DZ (SI) || wie DZ; für den Dauerbetrieb ist ein Konzept erforderlich. Zum Vergleich: echte Langzeitarchivierung kostet bei der SLUB derzeit ca. 800 Euro je TB und Jahr.&amp;lt;ref name=&amp;quot;dk2026&amp;quot;/&amp;gt; || style=&amp;quot;background:#f8d7da&amp;quot; | Ende 2027; Dauerbetrieb ''offen''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''K4''' Zugänglich machen || Sorabicon, Virtueller Lesesaal (SI) || Grundbetrieb des SI (''Annahme''); Inhalte wachsen über Projekte, z. B. das „Digitale Portal zu sorbischen und Lausitzer Sprach- und Kulturlandschaften“ (2022-2031) im Bundesförderprogramm „Sorbische Sprache und Kultur im Strukturwandel“&amp;lt;ref name=&amp;quot;digportal&amp;quot;&amp;gt;Sorbisches Institut o. J.: Digitales Portal zu sorbischen und Lausitzer Sprach- und Kulturlandschaften. Poster zum Gesamtvorhaben. URL: https://serbski-institut.de/wp-content/uploads/2021/11/A0-Druck_DigPortal-Gesamtvorhaben.pdf, abgerufen am 30.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | Grundbetrieb ''offen''; Projekt bis 2031&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''K4''' Zugänglich machen || digitalizat.de (SI) || wie DZ (''Annahme'') || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | Ende 2027 (''Annahme'')&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Damit sind für alle vier Kernfunktionen Betreiber benannt, für alle einrichtungsübergreifenden Dienste mit Ausnahme der Landesprogramme das SI. Für die Zeit ab 2028 braucht das DZ ein Modell für Basisfinanzierung, Personal, Infrastruktur, Repositorium und Dienstleistungsbetrieb. Unterschieden wird zwischen einem Grundbetrieb, der dauerhaft finanziert werden muss, und der Digitalisierung einzelner Sammlungen, für die Drittmittel beantragt werden können. Eine Gebühren- oder Kostenlogik für Leistungen an Dritte ist nicht entschieden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;dk2026&amp;quot;/&amp;gt; Ein Konzept für Trägerwechsel, Projektende oder den Ausfall eines Dienstleisters ist nicht bekannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.4.5 Bewertung der drei Erfolgsbedingungen ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die drei Erfolgsbedingungen aus [[#2.5.9.2 Drei Erfolgsbedingungen – was gilt für alle Kernfunktionen?|Abschnitt 2.5.9.2]] werden mit den Prüfkriterien der Handlungsfelder 1 bis 3 des [[12.3.A2 Prüfraster zur Bewertung des Entwicklungsstandes beim Aufbau der Digitalisierung des Kulturerbes|Prüfrasters]] bewertet. Die Bewertung ist eine Einschätzung auf Grundlage der genannten Quellen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|+ Reifegrad der drei Erfolgsbedingungen&lt;br /&gt;
! Erfolgsbedingung !! Reifegrad !! Was vorhanden ist !! Was fehlt&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''1. Gemeinsam entscheiden und Rechte abgestuft regeln''' || style=&amp;quot;background:#fde2c4&amp;quot; | '''1''' · konzeptionell geklärt || Stiftung als Förderer mit Digitalisierungskonzept und Digitalisierungsbeauftragtem; Lenkungsgremium und Auswahlkriterien im DZ-Konzept beschrieben; Grundsätze zur Rechteklärung im Digitalisierungskreis vereinbart; regelmäßiger Austausch im Digitalisierungskreis || kein eingerichtetes Gremium für Auswahl, Freigabe und gemeinsamen Zugang; keine schriftlich festgelegten Entscheidungsrechte für Träger und Gemeinschaft; keine einheitlichen Rechte- und Zugangskategorien, Musterverträge oder Verfahren für Beschwerden und Sperrungen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''2. Gemeinsame Standards, Mehrsprachigkeit und technische Anschlussfähigkeit sichern''' || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | '''2''' · pilotiert (Langzeiterhaltung: 1) || etablierte Spartenstandards in Bibliothek, Archiv und Museen; technisches Modell von SKR und DZ mit Normdaten, METS/MODS, LIDO, IIIF und Schnittstellen in Prototyp und Piloten erprobt; Mehrsprachigkeit im Datenmodell des SKR vorgesehen || kein beschlossener gemeinsamer Metadatenkern; Regeln für Masterdaten, Versionierung und Kennungen offen; Qualitätsvorgaben je Kulturgutart und Vorgaben zur Langzeiterhaltung nicht festgelegt; kein niedrigschwelliger Einstieg für kleine Träger außer museum-digital; kein Gremium, das Standards beschließt&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''3. Dauerhafte Verantwortung und Finanzierung sichern''' || style=&amp;quot;background:#fde2c4&amp;quot; | '''1''' · konzeptionell geklärt || Stiftung bis 2030 finanziert; Betreiber für alle Kernfunktionen benannt; Personalbedarf des SKR beziffert; Unterscheidung von Grundbetrieb und Projektdigitalisierung || Dauerbetrieb von SKR (ab 2026) sowie DZ und Datenhaltung (ab 2028) nicht finanziert; Übergang von der Projekt- in die Betriebsphase nicht geregelt; keine Kostenlogik für Dritte; kein Ausstiegs- und Übergabekonzept&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach der Bewertungsregel des Prüfrasters zählt die schwächste kritische Abhängigkeit. Für die Governance sind das die Erfolgsbedingungen 1 und 3: Es fehlen verbindliche Entscheidungswege und eine Finanzierung des Dauerbetriebs. Beides begrenzt auch die Reife der Dienste aus Abschnitt 3.3. Ein Dienst kann Reifegrad 4 erst erreichen, wenn Zuständigkeiten, Finanzierung und Verfahren dauerhaft verankert sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.4.6 Erste Befunde ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* '''Die Förderung ist gesichert, der Betrieb der gemeinsamen Dienste nicht.''' Die Stiftung ist bis 2030 finanziert. SKR, DZ und Datenhaltung hängen dagegen an befristeten Mitteln; die Projektstelle für das SKR lief laut Konzept Ende 2025 aus.&amp;lt;ref name=&amp;quot;fin2026&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;dk2026&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
* '''Es gibt Austausch, aber keinen Ort für verbindliche Entscheidungen.''' Der Digitalisierungskreis berät, entscheidet aber nicht.&amp;lt;ref name=&amp;quot;dkinfo&amp;quot;/&amp;gt; Das im DZ-Konzept vorgesehene Lenkungsgremium ist nicht eingerichtet. Damit fehlt eine Stelle, die Prioritäten über Einrichtungen hinweg festlegt und über den gemeinsamen Zugang entscheidet.&lt;br /&gt;
* '''Das SI trägt fast die gesamte gemeinsame Infrastruktur.''' Es betreibt oder plant Register, Digitalisierungszentrum, Datenhaltung und die wichtigsten Präsentationsangebote. Das bündelt Fachwissen, macht die Kette aber von einer Einrichtung und ihren Projektmitteln abhängig.&lt;br /&gt;
* '''Die Standards sind technisch gut vorbereitet, aber nicht gemeinsam beschlossen.''' Mit SKR und DZ liegt ein anschlussfähiges, mehrsprachig angelegtes Modell vor. Es fehlen ein verbindlicher Metadatenkern, Regeln für Masterdaten und Kennungen sowie Vorgaben für die Langzeiterhaltung.&lt;br /&gt;
* '''Rechte werden von Fall zu Fall geklärt.''' Grundsätze sind vereinbart; Musterverträge, Zugangskategorien und Einwilligungsregeln fehlen. Gerade beim lebendigen Kulturgeschehen und bei ursprünglich digitalen Werken bremst das die Sicherung.&lt;br /&gt;
* '''Sachsen und Brandenburg sind unterschiedlich angebunden.''' Sächsische Träger können Landesprogramme und das DZ nutzen. Für brandenburgische Träger gibt es Projektförderung, die Nutzung des DZ wird im Einzelfall geklärt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;dk2026&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;diwa2026&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
* '''Kleine Träger haben keine feste Anlaufstelle.''' Die Domowina erreicht sie, kann die Koordination aber nicht leisten und wünscht eine Dienstleistungs- und Ermöglichungsstruktur.&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2020&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2026&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== ENTWURF 3.3 Gemeinsame Regeln, Zusammenarbeit und dauerhafter Betrieb ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;background-color:#eef5fb;border-left:4px solid #5b9bd5;padding:0.7em 1em;margin:1em 0;&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Leitfrage:''' Sind die übergreifenden Voraussetzungen vorhanden, damit die einzelnen Angebote gemeinsam, verlässlich und dauerhaft funktionieren?&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Neben den einzelnen Kernfunktionen ist zu prüfen, ob '''gemeinsame organisatorische und fachliche Voraussetzungen''' vorhanden sind, damit die verschiedenen Angebote zusammenarbeiten und dauerhaft betrieben werden können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieser Abschnitt soll keine allgemeine oder abstrakte Governance-Analyse darstellen. Untersucht werden nur solche übergreifenden Fragen, die konkrete Auswirkungen auf die Digitalisierung des Kulturerbes und die spätere Ableitung von Maßnahmen haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== ENTWURF 3.3.1 Zuständigkeiten, Beteiligung und Freigaben ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;background-color:#eef5fb;border-left:4px solid #5b9bd5;padding:0.7em 1em;margin:1em 0;&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Leitfrage:''' Wer entscheidet verbindlich über Auswahl, Priorisierung, Beschreibung, Digitalisierung, Veröffentlichung und Zugang, und wie sind die Kulturgutträger dabei beteiligt?&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
''Für die weitere Erhebung und Analyse insbesondere zu prüfen:''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* formelle und informelle Zuständigkeiten der beteiligten Institutionen&lt;br /&gt;
* Entscheidungsrechte bei Auswahl und Priorisierung von Beständen&lt;br /&gt;
* Verantwortlichkeiten für Rechteklärung und Veröffentlichung&lt;br /&gt;
* Beteiligung der jeweiligen Kulturgutträger&lt;br /&gt;
* Beteiligung sorbischer Fachleute und Angehöriger der Gemeinschaft bei kulturell sensiblen Inhalten&lt;br /&gt;
* vorhandene Freigabe- und Sperrverfahren&lt;br /&gt;
* Umgang mit nachträglichen Korrekturen oder Einschränkungen&lt;br /&gt;
* erkennbare Überschneidungen beziehungsweise ungeklärte Zuständigkeiten&lt;br /&gt;
* vorhandene Gremien oder Koordinierungsstrukturen&lt;br /&gt;
* prüfen, an welchen Stellen verbindliche Zuständigkeiten fehlen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== ENTWURF  3.3.2 Gemeinsame Standards und Anschlussmöglichkeiten ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;background-color:#eef5fb;border-left:4px solid #5b9bd5;padding:0.7em 1em;margin:1em 0;&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Leitfrage:''' Welche gemeinsamen Regeln ermöglichen es unterschiedlichen Kulturgutträgern, Daten und Digitalisate in eine gemeinsame Infrastruktur einzubringen und zwischen den Kernfunktionen weiterzugeben?&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die weitere Erhebung und Analyse insbesondere zu prüfen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* vorhandene gemeinsame Metadatenstandards beziehungsweise Pflichtfelder&lt;br /&gt;
* verwendete Fachstandards einzelner Einrichtungen&lt;br /&gt;
* gemeinsame Regeln für Ober- und Niedersorbisch&lt;br /&gt;
* Dateiformate und Qualitätsanforderungen für unterschiedliche Kulturgutarten&lt;br /&gt;
* Identifikatoren und Normdaten&lt;br /&gt;
* Rechte- und Lizenzinformationen&lt;br /&gt;
* technische Schnittstellen und Datenexporte&lt;br /&gt;
* Übernahme vorhandener institutioneller Metadaten&lt;br /&gt;
* einfache Erfassungswege für kleinere Kulturgutträger&lt;br /&gt;
* Schnittstellen für Einrichtungen mit bestehenden Fachsystemen&lt;br /&gt;
* Möglichkeiten zur Weitergabe von Daten zwischen Register, Digitalisierung, Repositorium und Präsentation&lt;br /&gt;
* prüfen, wo fehlende Standards oder inkompatible Systeme den Austausch derzeit behindern&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== ENTWURF 3.3.3 Personal, Finanzierung und Betreiberverantwortung ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;background-color:#eef5fb;border-left:4px solid #5b9bd5;padding:0.7em 1em;margin:1em 0;&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Leitfrage:''' Welche zentralen Leistungen sind dauerhaft personell, organisatorisch und finanziell abgesichert, und welche hängen noch von befristeten Projekten oder einzelnen Personen ab?&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die weitere Erhebung und Analyse insbesondere zu prüfen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Betreiber beziehungsweise verantwortliche Stellen für die vier Kernfunktionen&lt;br /&gt;
* dauerhafte Stellen gegenüber befristeten Projektstellen&lt;br /&gt;
* vorhandene beziehungsweise geplante Finanzierungsmodelle&lt;br /&gt;
* laufende Betriebs- und Pflegekosten&lt;br /&gt;
* personelle Kapazitäten und erkennbare Schlüsselpersonenrisiken&lt;br /&gt;
* Unterstützung kleiner und ehrenamtlich geführter Einrichtungen&lt;br /&gt;
* Finanzierung von&lt;br /&gt;
** Beratung,&lt;br /&gt;
** Digitalisierung,&lt;br /&gt;
** Speicher und Langzeiterhaltung,&lt;br /&gt;
** Datenpflege,&lt;br /&gt;
** Rechteklärung,&lt;br /&gt;
** technischer Wartung und Weiterentwicklung;&lt;br /&gt;
* Übergang von geförderten Projekten in einen dauerhaften Regelbetrieb&lt;br /&gt;
* vorhandene Betriebs-, Kooperations- und Übergabevereinbarungen&lt;br /&gt;
* erkennbare Risiken bei Auslaufen einzelner Förderungen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== ENTWURF 3.4 Gesamtbewertung und vorrangiger Handlungsbedarf ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;background-color:#eef5fb;border-left:4px solid #5b9bd5;padding:0.7em 1em;margin:1em 0;&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Leitfrage:''' Welche Bedarfe sind bereits ausreichend abgedeckt, wo liegen die entscheidenden Lücken und welche davon sollten vorrangig bearbeitet werden? &amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Ergebnisse der vorangegangenen Abschnitte werden abschließend zusammengeführt. Ziel ist noch nicht die vollständige Formulierung konkreter Maßnahmen, sondern zunächst eine begründete Bewertung des Ist-Standes und der wichtigsten Lücken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dabei sollte insbesondere unterschieden werden zwischen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* unmittelbar gefährdeten Kulturgütern beziehungsweise Beständen,&lt;br /&gt;
* strukturellen Lücken, die weitere Digitalisierungsschritte blockieren,&lt;br /&gt;
* fehlenden oder nur teilweise verfügbaren Kernfunktionen,&lt;br /&gt;
* nicht dauerhaft abgesicherten Angeboten,&lt;br /&gt;
* Verbesserungsmöglichkeiten bei bereits grundsätzlich funktionierenden Strukturen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die abschließende Bewertung insbesondere zu prüfen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Ergebnisse aus Akteurs-, Bestands- und Bedarfserhebung zusammenführen&lt;br /&gt;
* für jede der vier Kernfunktionen die wichtigsten Stärken und Lücken benennen&lt;br /&gt;
* übergreifende strukturelle Probleme aus Zuständigkeiten, Standards, Betrieb und Finanzierung ergänzen&lt;br /&gt;
* unterscheiden zwischen:&lt;br /&gt;
** fehlender Leistung,&lt;br /&gt;
** unzureichender Kapazität,&lt;br /&gt;
** fehlender Bekanntheit beziehungsweise Zugänglichkeit,&lt;br /&gt;
** fehlender Verbindung bestehender Angebote,&lt;br /&gt;
** ungeklärter Zuständigkeit,&lt;br /&gt;
** fehlender dauerhafter Absicherung;&lt;br /&gt;
* Dringlichkeit begründen, insbesondere anhand von:&lt;br /&gt;
** Verlustgefahr,&lt;br /&gt;
** blockierenden Abhängigkeiten,&lt;br /&gt;
** Anzahl beziehungsweise Bedeutung betroffener Kulturgutträger,&lt;br /&gt;
** kultureller und sprachlicher Bedeutung,&lt;br /&gt;
** Aufwand und Realisierbarkeit;&lt;br /&gt;
* offene Informationslücken ausdrücklich kennzeichnen&lt;br /&gt;
* aus den ermittelten Lücken anschließend Handlungsbedarfe ableiten&lt;br /&gt;
* konkrete Lösungsmaßnahmen erst im folgenden Maßnahmen- beziehungsweise Soll-Abschnitt festlegen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mögliche zusammenfassende Bewertungsmatrix:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot; style=&amp;quot;width:100%;&amp;quot;&lt;br /&gt;
! Bereich&lt;br /&gt;
! Belegter Ist-Stand&lt;br /&gt;
! Abgedeckte Bedarfe&lt;br /&gt;
! Lücke / Risiko&lt;br /&gt;
! Dringlichkeit&lt;br /&gt;
! Daraus abgeleiteter Handlungsbedarf&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| ''Beispiel: Nachweisen und Registrieren''&lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| ''Beispiel: Digitalisieren''&lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| ''Beispiel: Langfristig erhalten''&lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| ''Beispiel: Zugänglich machen und nutzen''&lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| ''Beispiel: gemeinsame Standards / Zusammenarbeit''&lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= Referenzen =&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Měrko Šenk</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://koncept.serbski-inkubator.de/index.php?title=12.3_Digitalisierung_des_Kulturerbes&amp;diff=1222</id>
		<title>12.3 Digitalisierung des Kulturerbes</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://koncept.serbski-inkubator.de/index.php?title=12.3_Digitalisierung_des_Kulturerbes&amp;diff=1222"/>
		<updated>2026-10-30T13:47:50Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Měrko Šenk: /* 3.4.3 Rechte und Einwilligungen */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;= 1 Einleitung =&lt;br /&gt;
Die Digitalisierung von sorbischem Kulturerbe ist eine historische Chance für uns Sorben, eine Chance, unser kulturelles Erbe neu zu entdecken, es für kommende Generationen zu erhalten, für eine breitere Öffentlichkeit zugänglich zu machen und dabei die eigene Deutungshoheit zu stärken. Das erfordert neben Mut, einer klaren gemeinsamen Vision, starker Zusammenarbeit zwischen den beteiligten Akteuren auch die notwendigen Ressourcen in Form von Personal mit entsprechenden Kompetenzen, passender Technik sowie einer nachhaltig gesicherten Finanzierung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im folgenden Abschnitt werden Zielbilder für die Digitalisierung des sorbischen Kulturerbes entworfen mittels lang- und kurzfristiger Visionen sowie konkreter Ziele.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== 1.1 Vision und Ziele für die sorbische digitale Welt ==&lt;br /&gt;
'''Vision'''&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
''Sorbisches materielles und immaterielles Kulturerbe ist systematisch digital erfasst, rechtssicher und langfristig gesichert, leicht auffindbar, offen nutzbar und wird aktiv von Interessierten genutzt.''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Konkrete Ziele'''&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Bis 2032 ist ein tragfähiges, finanziell und organisatorisch abgesichertes Modell etabliert, das:&lt;br /&gt;
* Ein zentrales (oder föderiertes) digitales Langzeitarchiv nach OAIS-Referenzmodell betreibt,&lt;br /&gt;
* klare Zuständigkeiten, Prozesse und Budgets definiert,&lt;br /&gt;
* regelmäßige Qualitätssicherung und Technik-Updates vorsieht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bis 2030 sind wichtige sorbische Kulturerbe-Bestände (Kernbestände nach fachlicher Festlegung) in hoher Qualität digitalisiert, beschrieben und im Langzeitarchiv gesichert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bis 2028 liegt eine institutionenübergreifende Übersicht über relevante Kulturerbe-Bestände (analog und digital, materiell und immateriell) vor, einschließlich einer Prioritätenliste für die Digitalisierung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bis 2028 existiert ein zentrales, nutzerfreundliches „Sorbisches Kulturerbe-Portal“, das:&lt;br /&gt;
* Suchzugang über alle teilnehmenden Institutionen ermöglicht,&lt;br /&gt;
* grundlegende Inhalte frei zugänglich bereitstellt,&lt;br /&gt;
* mehrsprachige Oberflächen anbietet (Deutsch, Obersorbisch, Niedersorbisch, Englisch).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= 2 Ist-Analyse „Digitalisierung von Kulturerbe“ =&lt;br /&gt;
Das Ziel in diesem Themenbereich ist es, sorbisches Kulturerbe digital zu verwalten und damit langfristig für Recherche, Nutzung und Präsentation vorzuhalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Abschnitt &amp;quot;IST-Analyse“ werden die folgenden Fragen beantwortet: Was ist sorbisches Kulturerbe und was zählt alles dazu? Welche Schritte durchläuft ein Kulturgut, um zum digitalen Kulturerbe zu gehören? Wie können die digitale Verwaltung, Archivierung, Nutzung und Präsentation von Kulturgütern umgesetzt werden?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die grundlegenden Terminologien des Kulturerbes sollen im Folgenden festgelegt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== 2.1 Terminologie – von Kultur zu Kulturerbe ==&lt;br /&gt;
In diesem Abschnitt werden die Begriffe rund um das Kulturerbe grundlegend definiert. Es soll ein Verständnis über die Begriffe Kultur, kulturelle Ausprägung, Kulturgut und Kulturerbe erreicht werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Dataja:Wobraz_K1.png|center|260px]]&amp;lt;ref&amp;gt;Mermaid Flowchart Code: [https://mermaid.live/edit#pako:eNpF0UtuwyAQBuCroFlaTuRHTGMvKuWxq7pqV627IGZso2CIMChtk9ymN-nFimmasmJGfP-AOEGjOUIFrdTHpmfGkudtrWpF_Fq9RtGDk9aZKHojU-_aJ7PZ_bmGgSnR4mgFejaKpidC1XAmq8zDfYAoJZKVG7lxzX5stRl81C0_uwYdheGEubHD4_dXLy1hcpyC1rcLdM4GOLH1Ve2E5Gj9TPLkhgEnsLkBNDsMAmLojOBQWeMwhgHNwKYSTuFBYHucbOW3HFvmcQ21unh2YOpF6-FPGu26HqrW381X7sCZxa1gnWH_R1BxNBvtlIUqTUMEVCd49xVdzpeLMs1pXmRFXiY0hg-o8iyZL_LFXZaVSTJ1LzF8hqHJnBZ5WhZLWt5RmtIsBuTCavP4-2Hh3y4_NXaMmw hier klicken], abgerufen am 22.09.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.1.1 Kultur ===&lt;br /&gt;
Kultur bezeichnet hier die Gesamtheit aller '''vom Menschen geschaffenen und erlernten Ausdrucksformen''' des Lebens, die auf gemeinsamen Werten und Verhaltensweisen beruhen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;wiki-kultur&amp;quot;&amp;gt;URL: https://de.wikipedia.org/wiki/Kultur&amp;lt;/ref&amp;gt; Dazu zählen '''materielle Ergebnisse''' (z. B. Kunstwerke, Technik) ebenso wie '''immaterielle Praktiken''' (Sprache, Bräuche, Wissen). Kultur umfasst laut der UNESCO geistige, materielle, intellektuelle und emotionale Merkmale, die eine Gesellschaft oder soziale Gruppe kennzeichnen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;mondiacult&amp;quot;&amp;gt;UNESCO 1982: Mexico City Declaration on Cultural Policies (MONDIACULT). URL: https://www.lacult.unesco.org/docc/1982_MONDIACULT.pdf&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;ref name=&amp;quot;cultureaction&amp;quot;&amp;gt;Culture Action Europe 2024: The State of Culture report. URL: https://cultureactioneurope.org/de/news/the-state-of-culture-report-published, abgerufen am 01.10.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;  Sie ist dynamisch und wird von jeder Generation neu gestaltet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das deutsche Wort „Kultur“ ist eine Eindeutschung des lateinischen Worts „cultura“. Dieses bedeutet ursprünglich „Bebauung, Bearbeitung, Bestellung, Pflege“ und meinte sowohl die physische Bearbeitung als auch die Pflege geistiger Güter, z. B. der Sprache.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.1.2 Kulturelle Ausdrucksform ===&lt;br /&gt;
Eine kulturelle Ausdrucksform ist eine '''konkrete, gegenwärtige oder historische, Manifestation von Kultur''', bspw. eine Zeichnung, eine Tracht oder ein Lied: Sie macht die Kultur sichtbar und erlebbar. Im engeren Sinne ist es eine Ausdrucksweise, die aus der Kreativität einer Person, Gruppe oder Gesellschaft entsteht und '''kulturellen Inhalt''' trägt (symbolische Bedeutung, künstlerische Dimension, kulturelle Werte).&amp;lt;ref&amp;gt;Österreichische UNESCO-Kommission 2007: Übereinkommen zum Schutz und zur Förderung der Vielfalt kultureller Ausdrucksformen, Art. 4, Seite 13. URL: https://www.unesco.at/fileadmin/Redaktion/Publikationen/Publikations-Dokumente/2005er_UNESCO-Convention_German.pdf, abgerufen am 22.09.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt; Sie wird innerhalb und zwischen Gemeinschaften weitergegeben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Alle kulturellen Ausdrucksformen bilden einen wesentlichen Kern von Kultur, aber Kultur enthält auch latente Dimensionen (Werte, Normen, Vorannahmen etc.), die nicht unmittelbar als Ausdrucksform erscheinen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.1.3 Kulturgut ===&lt;br /&gt;
Ein „Kulturgut“ ist '''eine einzelne kulturelle Ausdrucksform''', der ein '''besonderer kultureller Wert zugemessen wird''' (durch Anerkennung, Schutz, Bedeutung). Es ist somit ein Erzeugnis menschlicher Kreativität oder Zeugnis menschlichen Lebens, welches '''Bedeutung für die Kultur einer Gemeinschaft''' hat und daher '''Bestand haben und bewahrt werden soll'''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die '''Summe aller Kulturgüter''' einer Gemeinschaft wird als dessen '''Kulturerbe''' bezeichnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.1.4 Kulturerbe ===&lt;br /&gt;
Kulturerbe ist die '''Summe der materiellen und immateriellen Ausdrucksformen''' (= Kulturgüter) einer Kultur, die als „'''bewahrenswert'''“ anerkannt wurden. International umfasst das u. a. das '''Welterbe''' (Denkmäler, Ensembles, Stätten)&amp;lt;ref&amp;gt;UNESCO (1972), Welterbekonvention, Art. 1. URL: https://www.dnk.de/wp-content/uploads/2021/02/1972_DNK_UNESCO-Welterbekonvention.pdf (abgerufen am 11.09.2025).&amp;lt;/ref&amp;gt; und das '''Immaterielles Kulturerbe''' (Praktiken, Wissen).&amp;lt;ref&amp;gt;Deutsche UNESCO-Kommission o. J.:, Übereinkommen zur Erhaltung des immateriellen Kulturerbes (dt. Ausgabe). URL: https://www.unesco.de/assets/dokumente/Deutsche_UNESCO-Kommission/02_Publikationen/Publikation_UNESCO-%C3%9Cbereinkommen_zur_Erhaltung_des_immateriellen_Kulturerbes_01.pdf, (abgerufen am 11.09.2025).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ob etwas „zum Kulturerbe“ zählt, ist Ergebnis von Bewertung, Diskurs und teils formellen Verfahren. Dem Sorbischen Kulturregister (SKR) zufolge ist „sorbisch-wendisches Kulturerbe“ eine Zuschreibung, die durch Gesellschaft, Museen, Archive und Wissenschaft erfolgen kann.&amp;lt;ref&amp;gt;Sorbisches Institut 2025: Konzept für ein Sorbisches Kulturregister (SKR). URL: https://www.serbski-institut.de/wp-content/uploads/2021/11/00_Zweite-aktualisierte-Fassung_Konzept_Sorbisches-Kulturregister_20.11.2025.pdf, abgerufen am 20.11.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.1.5 Abgrenzung: Kultur und Kulturerbe ===&lt;br /&gt;
'''Kultur / Kulturelle Ausdrucksform''' sind als Begriffe weiter gefasst als '''Kulturgut / Kulturerbe'''. Kulturelle Ausdrucksformen umfassen alles Gelebte und Gestaltete einer Gemeinschaft in Gegenwart und Vergangenheit, während Kulturgut / Kulturerbe diejenigen kulturellen Güter und Traditionen meint, denen eine Bedeutung beigemessen wurde und die als bewahrens- und weitergebenswert erkannt wurden. Kultur ist der „aktuelle“ kreative Prozess (einschließlich Popkultur, Alltagskultur), Kulturerbe der daraus überkommene Schatz. Dennoch sind die Grenzen fließend: Was heute nur Kultur ist, kann morgen zum Kulturerbe erklärt werden – abhängig von Wertzuschreibung und Diskurs.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Rahmen dieses Dokuments werden für den sorbischen Kontext die Begriffe '''„kulturelle Ausdrucksform“''' und '''„Kulturgut“''' weitgehend '''synonym''' verwendet, sofern nicht ausdrücklich anders gekennzeichnet. Hintergrund ist, dass die Gesamtzahl der identifizierbaren kulturellen Ausdrucksformen einer kleinen Minderheit wie der Sorben/Wenden im Vergleich zu großen Mehrheitsgesellschaften überschaubar ist. Zugleich ist der Anteil dieser Ausdrucksformen, denen in der Community ein besonderer Wert beigemessen wird und die daher faktisch als Kulturgut wahrgenommen und behandelt werden, sehr hoch: Ein großer Teil des gelebten kulturellen Repertoires wird als identitätsstiftend und bewahrenswert verstanden und damit dem Kulturerbe zugerechnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== 2.2 Klassifizierung von Kulturgütern ==&lt;br /&gt;
Im Folgenden soll eine griffige Klassifizierung von Kulturgütern entwickelt werden, so dass pro Kulturgut-Klasse später auf die Besonderheiten ihrer Digitalisierung eingegangen werden kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Dataja:Wobraz_K2.png|center|600px]]&amp;lt;ref&amp;gt;Mermaid Flowchart Code: [https://mermaid.live/edit#pako:eNptlM9u00AQxl9ltFWoFDlp_C9OjISU2KSgUCq1BSRIDxt77Syxd6v1mkKjSDwBlThw4YCEeuXOoeLSN-EF4BHYjZOQQG67-32_2ZnZsWco4jFBPqrVZpRR6cNsP8n4ZTTBQu7rHVP66QWOKEvV3nQM2BeYTf8eea35fF6rjdiIrUl4cjJiAMPDV_X6sMxkKdJS1uvnvu9PtRGgp5ReE46wJIKSLIOf779CycbkkqQZjSb1Ovz-cv351_drDWGN9BXS_xfZBj7dLoGxBgIFBE14nOcrZGH68E07Iu0IlSNsQkhTKnGlfvyh1bjKcngIjcYD6G2s-xvrYGMdLuuqAFOXZ0IflzFh0xxn5OBU3t1ISZhqw6KaKpo29k04jSaCJrLq0oZsa9mCAZc8FTihhBnQp1ksxd1NSsS22dFmG3oMZzwl0HveONtlc7XNATtsHI9fk6kkC3nRsKoqnVNgwrFQaUOvLGJRRtMi4SJfZ790WtppQYhFIVV7CYsJDO9uWbEMujbqOgIbTqgsddB7MCD_eXT6gQMvaFEQBlclPMVqcA6eMfqGiKLMt926isCFM4FjKiln-voCHmEWXxIxXZcUVo-jSwrVe3DBGvHqtc83DLqS0FpNAi3wRluiDBdFSBIYQ0KzzN_r265jPjQinnHh7yVJYhRS8ClZKfe3KLyk2oHneuEuqlK2qWhJWYPOwGnvoiplm4qXVMd17V5rF1UpikIGSgWNkS9FSQyUE5FjvUUzHXGE5ITkZIR8tYxJgtVXPEIjNlfYBWYvOc9XpOBlOkF-grNC7cqLWPUupFjNa74-FXo0RMBLJpFvWtYiCPJn6C3yG7bTNO2u6Tidrue0W13HQO_Usdtquuqg1bG6TtvzPNuZG-hqcXGr2baV5NhuyzId13XbBiJqDrg4qn5ni7_a_A_W9oMu hier klicken], abgerufen am 22.09.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.2.1 A. Materiell - unbeweglich 🏛️ ===&lt;br /&gt;
„Materiell - unbeweglich&amp;quot; bezeichnet ortsfeste Kulturobjekte wie Bauwerke, Ensembles, Gebäudekomplexe und Stätten/Kulturlandschaften, wie sie in Art. 1 der UNESCO-Welterbekonvention als Kategorien des kulturellen Erbes definiert sind.&amp;lt;ref&amp;gt;UNESCO World Heritage Centre o. J.: Convention Concerning the Protection of the World Cultural and Natural Heritage, Artikel 1. URL: https://whc.unesco.org/en/conventiontext/, abgerufen am 01.10.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.2.2 B. Materiell - beweglich 🖼️ ===&lt;br /&gt;
Die Kategorie „Materiell - beweglich&amp;quot; umfasst bewegliche Sachen bzw. Sachgesamtheiten von kulturellem Wert (z. B. Objekte, Sammlungen), wie sie das deutsche Kulturgutschutzgesetz (§ 2 KGSG)&amp;lt;ref&amp;gt;Deutschland 2016: Kulturgutschutzgesetz (KGSG), § 2. URL: https://www.buzer.de/2_KGSG.htm, abgerufen am 01.10.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt; als „Kulturgut“ beschreibt.&lt;br /&gt;
* B1 '''Schriftgut''' - Bücher, Zeitungen, Handschriften, Archivgut, Graphiken, Pläne, Karten&lt;br /&gt;
* B2 '''Fotografien &amp;amp; Bildträger''' &lt;br /&gt;
** Fotografisch erzeugte statische Bildträger, auch Stillbildträger genannt, z. B. Positive/Negative auf Film/Platte/Photopapier, Dias, Abzüge, Mikrofilm/-fiche und vergleichbare fotografische Repro-Träger.&lt;br /&gt;
* B3 '''Analoge AV-Träger''' (Audio/Video/Film)&lt;br /&gt;
** Analoge zeitbasierte Medien, z. B. Magnetton (Tonband, Kassette), Schallplatte, Videobänder, Film.&lt;br /&gt;
* B4 '''3D-Objekte''' - Gegenstände, „sachkulturelle Artefakte“&amp;lt;ref&amp;gt;Sorbisches Institut o. J.: Konzept zum Digitalisierungszentrum am Sorbischen Institut, S. 24.&lt;br /&gt;
(Unveröffentlichtes Konzeptpapier; interne Projektunterlage.)&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.2.3 C. Immateriell 🎭 ===&lt;br /&gt;
Meint lebendige Praktiken, Darstellungen, Ausdrucksformen, Ideen, Werte, Wissen und Fertigkeiten, die von Gemeinschaften getragen und weitergegeben werden, gemäß der folgenden 5 UNESCO ICH-Domänen.&amp;lt;ref&amp;gt;UNESCO o. J.: Intangible Cultural Heritage – Five Domains. URL: https://ich.unesco.org/doc/src/01857-EN.pdf, abgerufen am 01.10.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* C1 '''Orale Traditionen/Ausdrucksformen''' - Sprache, Gesangstraditionen&lt;br /&gt;
* C2 '''Darstellende Künste''' - Musik, Tanz, Theater&lt;br /&gt;
* C3 '''Rituale &amp;amp; Feste''' - Bräuche und soziale Praktiken des Kalenders und Lebenslaufs&lt;br /&gt;
* C4 '''Wissen &amp;amp; Praktiken''' zu Natur &amp;amp; Universum - Heil- und Sammelkenntnisse, ökologisches und astronomisches Wissen, Glaube, Religion&lt;br /&gt;
* C5 '''Traditionelles Handwerk''' - Techniken, Werkzeuge und Gestaltungsmuster&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.2.4 D. Digital 💾 ===&lt;br /&gt;
Bezeichnet in digitaler Form vorliegende Ressourcen menschlichen Wissens und Ausdrucks. Diese können sowohl born-digital sein als auch digitalisierte Repräsentationen von materiellen und immateriellen Kulturgütern.&amp;lt;ref&amp;gt;UNESCO 2003: Charter on the Preservation of Digital Heritage. URL: https://www.unesco.org/en/legal-affairs/charter-preservation-digital-heritage, abgerufen am 01.10.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* D1 '''Born-digital''' (ursprünglich digital erzeugt, kein analoges Original), z. B. Webseiten, Social-Media-Beiträge, Software, Apps, Spiele, digitale Fotos/Audio/Video.&lt;br /&gt;
* D2 '''Digitalisate''' - Digitalisierte Repräsentationen/Derivate aus den Klassen A, B und C.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== 2.3 Begriffe und Kernfunktionen ==&lt;br /&gt;
Die vorherigen Abschnitte haben geklärt, was unter Kulturerbe verstanden wird und welche Arten von Kulturgütern unterschieden werden. Bevor der nachfolgende Abschnitt den Prozess der Kulturerbe-Digitalisierung beschreibt, werden in diesem Abschnitt die dafür wichtigsten Arbeitsbegriffe und Funktionen erläutert. Der Abschnitt soll dabei die Frage beantworten: Welche Arbeitsabläufe und Funktionen sind notwendig, damit Kulturgüter nicht nur digital erfasst, sondern auch gefunden, verstanden, gesichert und genutzt werden können?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Erläuterungen sollen eine gemeinsame und leicht verständliche Grundlage schaffen für alle, die an der Digitalisierung von Kulturerbe interessiert sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.3.1 Vom Kulturgut zur digitalen Repräsentation ===&lt;br /&gt;
Dieser Abschnitt erklärt, was bei einer Digitalisierung entsteht und wie sich das digitale Ergebnis vom ursprünglichen Kulturgut unterscheidet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
! Begriff&lt;br /&gt;
! Erklärung&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Digitalisierung von Kulturerbe'''&lt;br /&gt;
| Digitalisierung bezeichnet in diesem Konzept den gesamten zusammenhängenden Prozess: Kulturgüter erfassen, beschreiben und bewerten, digitale Repräsentationen erzeugen oder übernehmen, ihre Qualität prüfen, sie sichern und für die Nutzung zugänglich machen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;DFG2016&amp;quot;&amp;gt;Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) 2016: Praxisregeln „Digitalisierung“, insbesondere S. 13 und 41-44. URL: https://www.dfg.de/resource/blob/176108/898bf3574ad0ff3b1db525fa7d04c86c/12-151-v1216-de-data.pdf, abgerufen am 16.07.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Bei ursprünglich digital entstandenen Kulturgütern – auch ''born digital'' genannt – entfällt die Überführung aus einem analogen Original; die weiteren Aufgaben bleiben bestehen.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Digitalisat und digitale Repräsentation'''&lt;br /&gt;
| Ein '''Digitalisat''' ist ein digitales Abbild eines analogen Kulturguts, beispielsweise ein Scan einer Handschrift oder ein Foto eines Museumsobjekts. Der weitere Begriff '''digitale Repräsentation''' umfasst auch Audio-, Video- oder 3D-Dokumentationen einer immateriellen kulturellen Praxis. Die digitale Repräsentation ersetzt weder das materielle Kulturgut noch die lebendige Praxis.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Masterdatei und Nutzungsderivat'''&lt;br /&gt;
| Die '''Masterdatei''' ist die möglichst hochwertige und qualitätsgeprüfte Ausgangsdatei. Sie wird für die langfristige Sicherung und spätere Bearbeitungen aufbewahrt. Ein '''Nutzungsderivat''' ist eine daraus erzeugte, an einen bestimmten Zweck angepasste Datei, beispielsweise ein kleineres Bild für eine Internetseite.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Digitales Objekt'''&lt;br /&gt;
| Als '''digitales Objekt''' wird in diesem Konzept eine zusammengehörige digitale Einheit bezeichnet. Sie kann aus einer oder mehreren Dateien, den zugehörigen Metadaten und ihren Verknüpfungen bestehen. Ein digitales Objekt kann ein Digitalisat oder ein ursprünglich digital entstandenes Kulturgut sein.&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
''Beispiel:'' Das verzierte sorbische Osterei bleibt das materielle Kulturgut. Hochauflösende Fotografien, ein 3D-Modell und die dazugehörigen Beschreibungen bilden gemeinsam seine digitale Repräsentation.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.3.2 Vier Kernfunktionen ===&lt;br /&gt;
Als '''Kernfunktionen der Kulturerbe-Digitalisierung''' werden im Folgenden vier dauerhaft zu erfüllende Aufgabenbereiche bezeichnet. Sie beschreiben, was für eine nachhaltige Digitalisierung von Kulturerbe geleistet werden muss, unabhängig davon, welche Institution oder welches technische System die jeweilige Funktion übernimmt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
! Kernfunktion&lt;br /&gt;
! Typische organisatorisch-technische Umsetzung&lt;br /&gt;
! Hauptaufgabe&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Nachweisen, beschreiben und verknüpfen'''&lt;br /&gt;
| Register oder Katalog&lt;br /&gt;
| Macht sichtbar, welche Kulturgüter vorhanden sind, wo sie sich befinden und in welchem Zusammenhang sie stehen. Ein Registereintrag kann bereits bestehen, bevor ein Digitalisat angefertigt wurde. &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Digitalisieren und Qualität sichern'''&lt;br /&gt;
| Digitalisierungszentrum oder Digitalisierungsdienst&lt;br /&gt;
| Erzeugt bzw. übernimmt digitale Repräsentationen, prüft sie und bereitet Dateien und Metadaten für die weitere Verarbeitung vor. Geliefert werden bspw. geprüfte Masterdateien und Nutzungsderivate. &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Langfristig erhalten'''&lt;br /&gt;
| Repositorium oder digitales Langzeitarchiv&lt;br /&gt;
| Übernimmt Dateien und Metadaten, speichert und verwaltet sie und erhält sie über technische und organisatorische Veränderungen hinweg dauerhaft nutzbar.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Zugänglich machen und Nutzung ermöglichen'''&lt;br /&gt;
| Präsentations- und Nutzungssystem&lt;br /&gt;
| Führt beschreibende Informationen und digitale Medien für Nutzerinnen und Nutzer zusammen. Es ermöglicht beispielsweise Suche, Anzeige, Kontextualisierung, Vermittlung und – soweit zulässig – Nachnutzung. &lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese '''Kernfunktionen''' beschreiben zunächst nicht zwingend getrennte Institutionen oder Systeme. Eine Einrichtung kann mehrere Kernfunktionen übernehmen. Umgekehrt kann eine Kernfunktion auf mehrere Einrichtungen oder technische Systeme verteilt sein. Entscheidend sind klare Zuständigkeiten, verlässliche Übergaben und gemeinsame Standards.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vereinfacht lässt sich das Zusammenspiel so zusammenfassen:&lt;br /&gt;
# Das '''Register oder der Katalog''' beschreibt und verknüpft das Kulturgut.&lt;br /&gt;
# Der '''Digitalisierungsdienst''' erzeugt und prüft seine digitale Repräsentation.&lt;br /&gt;
# Das '''Repositorium oder digitale Archiv''' übernimmt und erhält die Dateien.&lt;br /&gt;
# Das '''Präsentationssystem''' führt Beschreibungen und Medien für die Nutzung zusammen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die konkrete Ausgestaltung kann zentral, dezentral oder als Verbund mehrerer Systeme erfolgen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.3.3 Register ===&lt;br /&gt;
Die folgende Tabelle erklärt, wie Kulturgüter so erfasst, beschrieben und verknüpft werden, dass sie eindeutig zugeordnet, wiedergefunden und nach einheitlichen Regeln weiterverarbeitet werden können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
! Begriff&lt;br /&gt;
! Erklärung&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Erschließung, Verzeichnung und Registrierung'''&lt;br /&gt;
| '''Erschließung''' ist der übergeordnete Vorgang, bei dem ein Kulturgut identifiziert, beschrieben und in seinen Zusammenhang eingeordnet wird. '''Verzeichnung''' bezeichnet seine strukturierte dokumentarische Beschreibung. '''Registrierung''' bedeutet die Aufnahme in ein konkretes Register, einen Katalog oder ein Sammlungssystem. Ein Kulturgut kann bereits registriert werden, bevor ein Digitalisat vorhanden ist.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Metadaten'''&lt;br /&gt;
| Metadaten sind strukturierte Informationen über ein Kulturgut und seine digitalen Repräsentationen. Dazu gehören beispielsweise Titel, Herkunft, beteiligte Personen, Ort, Zeit, kultureller Kontext, Rechte, Dateieigenschaften und Bearbeitungsschritte. Je nach Zweck werden beschreibende, technische, rechtliche und erhaltungsbezogene Metadaten unterschieden. Sie machen Kulturgüter auffindbar, verständlich, verwaltbar und langfristig nutzbar.&amp;lt;ref name=&amp;quot;PREMIS&amp;quot;&amp;gt;Library of Congress o. J.: PREMIS – Preservation Metadata: Implementation Strategies. Internationaler Standard für Erhaltungsmetadaten. URL: https://www.loc.gov/standards/premis/, abgerufen am 16.07.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Persistenter Identifikator'''&lt;br /&gt;
| Ein '''persistenter Identifikator''' ist eine dauerhafte und eindeutige Kennung für ein Kulturgut, einen Datensatz oder eine digitale Ressource. Die Kennung bleibt bestehen, auch wenn sich der technische Speicherort oder die Internetadresse ändern. Dadurch können Kulturgüter dauerhaft zitiert und zwischen Systemen verknüpft werden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;DFG2016&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Metadaten sind keine bloße Beigabe zu einer Datei. Ohne ausreichende Beschreibungen kann ein Digitalisat zwar technisch vorhanden sein, später aber kaum gefunden, verstanden oder zuverlässig zugeordnet werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.3.4 Digitalisierungsdienst und Archiv ===&lt;br /&gt;
Die folgende Tabelle erklärt was erforderlich ist, damit Kulturgüter digitalisiert werden und nicht nur heute gespeichert sind, sondern auch nach technischen und organisatorischen Veränderungen noch gefunden, verstanden und genutzt werden können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
! Begriff&lt;br /&gt;
! Erklärung&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Repositorium'''&lt;br /&gt;
| Ein '''Repositorium''', auch ''Repository'' genannt, ist eine verwaltete technische Umgebung, in der digitale Objekte und ihre Metadaten übernommen, gespeichert, geordnet, verwaltet und bereitgestellt werden. Ein Repositorium kann Teil eines digitalen Archivs sein. Nicht jedes Repositorium erfüllt jedoch automatisch alle Anforderungen der Langzeiterhaltung.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Digitales Archiv oder digitales Langzeitarchiv'''&lt;br /&gt;
| Ein digitales Archiv ist mehr als ein Server oder ein Speicherprogramm. Es verbindet eine verantwortliche Organisation, fachkundiges Personal, Regeln, Arbeitsabläufe und technische Systeme. Es übernimmt die Verantwortung dafür, digitale Informationen langfristig zu erhalten und für festgelegte Nutzergruppen zugänglich zu machen. Das internationale Referenzmodell '''Open Archival Information System''' (OAIS, offenes Archiv-Informationssystem) bietet hierfür einen fachlichen Rahmen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;OAIS2024&amp;quot;&amp;gt;Consultative Committee for Space Data Systems (CCSDS) 2024: Reference Model for an Open Archival Information System (OAIS), CCSDS 650.0-M-3, insbesondere S. 1-1–1-2 und 2-1–2-2. URL: https://ccsds.org/Pubs/650x0m3.pdf, abgerufen am 16.07.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Ingest oder kontrollierte Übernahme'''&lt;br /&gt;
| '''Ingest''' bezeichnet die kontrollierte Übernahme digitaler Dateien und Metadaten in ein Repositorium oder digitales Archiv. Dabei werden beispielsweise Vollständigkeit, Dateiformate, Metadaten und Dateiintegrität geprüft und die Übernahme dokumentiert.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Langzeitverfügbarkeit und digitale Langzeiterhaltung'''&lt;br /&gt;
| '''Langzeitverfügbarkeit''' ist das Ziel, digitale Inhalte über technische und organisatorische Veränderungen hinweg auffindbar, lesbar, verständlich und nutzbar zu halten. '''Digitale Langzeiterhaltung''' bezeichnet die dafür notwendigen fortlaufenden Maßnahmen. Dazu können mehrere Speicherorte, regelmäßige Prüfungen, Formatüberwachung, technische Migrationen und eine nachvollziehbare Dokumentation gehören. „Langfristig“ bezeichnet dabei keine feste Zahl von Jahren, sondern einen Zeitraum, in dem mit veränderten Technologien, Formaten und Nutzungsanforderungen gerechnet werden muss.&amp;lt;ref name=&amp;quot;OAIS2024&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Datensicherung oder Backup'''&lt;br /&gt;
| Ein '''Backup''' ist eine zusätzliche Sicherungskopie, aus der Dateien nach einem Verlust oder technischen Ausfall wiederhergestellt werden können. Backups sind notwendig, ersetzen aber keine Langzeiterhaltung: Sie regeln allein noch keine dauerhaften Zuständigkeiten, Metadaten, Formatüberwachung, Integritätsprüfungen oder langfristige Zugänglichkeit.&amp;lt;ref name=&amp;quot;DPCStorage&amp;quot;&amp;gt;Digital Preservation Coalition o. J.: Digital Preservation Handbook – Storage. URL: https://www.dpconline.org/handbook/organisational-activities/storage, abgerufen am 16.07.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Integrität und Authentizität'''&lt;br /&gt;
| '''Integrität''' bedeutet, dass unbeabsichtigte Veränderungen oder Beschädigungen einer Datei erkannt werden können. Dafür werden häufig Prüfsummen verwendet - digitale Kontrollwerte, die regelmäßig verglichen werden. '''Authentizität''' bedeutet, dass Herkunft, Identität und Bearbeitungsgeschichte eines digitalen Objekts nachvollziehbar sind und belegt werden kann, dass es das ist, was es zu sein vorgibt.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Dateiformat und Datenformat'''&lt;br /&gt;
| Ein '''Dateiformat''' legt den technischen Aufbau einer einzelnen Datei fest. Ein '''Datenformat''' beschreibt, wie Informationen strukturiert und zwischen Systemen ausgetauscht werden. Gut dokumentierte, verbreitete und möglichst offen beschriebene Formate erleichtern den Austausch und die langfristige Nutzung. Sie ersetzen jedoch keine aktive Langzeiterhaltung.&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Merksatz:''' Speichern ist nicht dasselbe wie langfristiges Erhalten. Auch ein vorhandenes Backup ist noch kein digitales Langzeitarchiv.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.3.5 Präsentationssystem ===&lt;br /&gt;
Die folgende Tabelle erklärt, wie aus langfristig gesicherten Dateien ein digitales Kulturerbe wird, das von Menschen gefunden, verstanden und sinnvoll genutzt werden kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
! Begriff&lt;br /&gt;
! Erklärung&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Zugänglichmachung und Präsentation'''&lt;br /&gt;
| '''Zugänglichmachung''' bedeutet, dass digitale Objekte auffindbar und im rechtlich sowie technisch zulässigen Umfang abrufbar sind. '''Präsentation''' geht darüber hinaus: Inhalte werden ausgewählt, miteinander verknüpft, erklärt und für bestimmte Zielgruppen vermittelt. Dazu gehören verständliche Kontextinformationen, klare Rechteangaben, Mehrsprachigkeit und möglichst barrierearme Zugänge. Abhängig von Rechten, personenbezogenen Daten oder kulturellen Schutzbedarfen kann der Zugang offen oder eingeschränkt sein.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Nutzung und Nachnutzung'''&lt;br /&gt;
| '''Nutzung''' umfasst beispielsweise das Betrachten, Lesen, Anhören, Erforschen oder Vermitteln eines digitalen Kulturguts. '''Nachnutzung''' bedeutet seine weitere Verwendung in einem neuen Zusammenhang, etwa in Bildung, Forschung, Publikationen, Ausstellungen, Anwendungen oder kreativen Werken. Dafür werden geeignete Dateien, verständliche Metadaten und klare Rechteinformationen benötigt.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Rechteinformation und Lizenz'''&lt;br /&gt;
| Eine '''Rechteinformation''' beschreibt den rechtlichen Status eines digitalen Objekts und mögliche Einschränkungen seiner Nutzung. Eine '''Lizenz''' räumt durch eine dazu berechtigte Person oder Institution konkrete Nutzungsrechte ein. Ein allgemeiner Rechtehinweis ist daher nicht automatisch eine Lizenz.&amp;lt;ref name=&amp;quot;RightsReuse&amp;quot;&amp;gt;RightsStatements.org o. J.: Standardisierte Rechtehinweise für online verfügbares Kulturerbe. URL: https://rightsstatements.org/de/, abgerufen am 16.07.2026. Creative Commons 2025: Recommended Licenses and Tools for Cultural Heritage Content. URL: https://creativecommons.org/2025/07/09/recommended-licenses-and-tools-for-cultural-heritage-content/, abgerufen am 16.07.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Interoperabilität'''&lt;br /&gt;
| '''Interoperabilität''' bezeichnet die Fähigkeit von Systemen und Organisationen, Daten auszutauschen und in gleicher Bedeutung zu verstehen. Dafür werden gemeinsame Metadatenmodelle, Begriffe, Identifikatoren und technische Schnittstellen benötigt. So können beispielsweise Register, Repositorien, Präsentationsportale und externe Kulturplattformen miteinander verbunden werden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;EuropeanaEDM&amp;quot;&amp;gt;Europeana o. J.: Metadata – Europeana Data Model (EDM, Europeana-Datenmodell). URL: https://pro.europeana.eu/page/metadata, abgerufen am 16.07.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Digitalisierte Inhalte entfalten ihren kulturellen und gesellschaftlichen Nutzen erst dann vollständig, wenn sie auffindbar, verständlich, rechtlich klar und für unterschiedliche Zielgruppen tatsächlich verwendbar sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der folgende Abschnitt 2.4 beschreibt, wie diese Kernfunktionen innerhalb des gesamten Prozesses der Kulturerbe-Digitalisierung zusammenwirken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== 2.4 Prozess der Digitalisierung von Kulturerbe ==&lt;br /&gt;
Die Digitalisierung von Kulturgut ist kein rein technischer Arbeitsschritt, sondern ein vielschichtiger, oft langfristiger Prozess, der bereits mit der Wahrnehmung und Identifikation einer kulturellen Ausdrucksform beginnt. Ziel dieses Abschnitts ist es, diesen Gesamtprozess systematisch darzustellen: von der gelebten Kultur über das identifizierte Kulturgut bis hin zur digital nutzbaren Repräsentation.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die hier entwickelte Prozessdarstellung soll als praxisorientierter Überblick dienen für die Digitalisierung des sorbischen Kulturerbes. Sie berücksichtigt die Anforderungen sorbischer Einrichtungen ebenso wie die international etablierten Referenzmodelle und Standards, darunter:&lt;br /&gt;
* das OAIS-Referenzmodell (ISO 14721) für digitale Archivierung&amp;lt;ref&amp;gt;Consultative Committee for Space Data Systems (CCSDS) 2024: Reference Model for an Open Archival Information System (OAIS), CCSDS 650.0-M-3. URL: https://ccsds.org/Pubs/650x0m3.pdf, abgerufen am 01.10.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
* das DCC Curation Lifecycle Model für kuratorische Entscheidungsprozesse&amp;lt;ref&amp;gt;Higgins 2008: The DCC Curation Lifecycle Model. International Journal of Digital Curation, 3(1), 134-140. URL: https://ijdc.net/index.php/ijdc/article/view/48, abgerufen am 01.10.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
* das Spectrum-Modell für museale Objektverwaltung&amp;lt;ref&amp;gt;Collections Trust 2022. Spectrum 5.1 - The UK Museum Collections Management Standard. URL: https://collectionstrust.org.uk/spectrum/spectrum-5, abgerufen am 01.10.2025. &amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
* die UNESCO-Leitlinien zur Inventarisierung immateriellen Kulturerbes&amp;lt;ref&amp;gt;UNESCO 2024: Operational Directives for the Implementation of the Convention for the Safeguarding of the Intangible Cultural Heritage (10.GA). URL: https://ich.unesco.org/doc/src/ICH-Operational_Directives-10.GA_EN.pdf, abgerufen am 01.10.2025. &amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
* sowie technische Vorgaben wie die DFG-Praxisregeln Digitalisierung&amp;lt;ref&amp;gt;Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) 2022: Praxisregeln Digitalisierung (aktualisierte Fassung). URL: https://www.ulb.hhu.de/fileadmin/redaktion/ULB/Documents/Infomaterial/DFG_Praxisregeln_Digitalisierung_Aktualisierte_Fassung2022.pdf, abgerufen am 01.10.2025. &amp;lt;/ref&amp;gt; und die FADGI-Richtlinien&amp;lt;ref&amp;gt;Federal Agencies Digital Guidelines Initiative (FADGI) 2023: Technical Guidelines for Digitizing Cultural Heritage Materials – Still Image, 3rd ed. URL: https://www.digitizationguidelines.gov/guidelines/digitize-technical.html, abgerufen am 01.10.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Folge soll der „Lebenslauf“ eines Kulturguts dargestellt werden, also der Weg, den ein Objekt oder eine kulturelle Praxis vom Zeitpunkt der Entstehung über die Erfassung, Digitalisierung und Archivierung bis zur Veröffentlichung in einem digitalen Präsentationsmodul durchläuft.&lt;br /&gt;
Hierfür erläutert der folgende Abschnitt die einzelnen Prozessschritte im Detail, jeweils mit Akteuren und Beispielen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.4.1 Vorüberlegungen zum Prozess ===&lt;br /&gt;
Im hier vorgestellten Prozess wird auf eine harte, systematische Filterung verzichtet, welche kulturellen Ausdrucksformen „nur“ Kultur und welche bereits Kulturgut sind. Ein solcher Bewertungs- und Abgrenzungsprozess wäre ressourcenintensiv und würde den vorhandenen Kapazitäten in den beteiligten Einrichtungen nicht entsprechen. Stattdessen folgt das Konzept einer inklusiven Logik: Alle dokumentierten Ausdrucksformen werden zunächst als potenzielle Kulturgüter erfasst. Eine feinere Auswahl und Priorisierung erfolgen erst in einem späteren Schritt, nämlich dann, wenn konkret entschieden wird, welche Ausdrucksformen bzw. Kulturgüter in welcher Tiefe digitalisiert, archiviert und präsentiert werden sollen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieses Vorgehen schließt an das SKR-Konzept an, das bewusst auf eine frühe normative Trennung zwischen „kultureller Ausdrucksform“ und „Kulturgut“ verzichtet. Auch hier steht zunächst der möglichst vollständige, strukturierte Überblick über die sorbischen Kulturgüter im Vordergrund. Die differenzierte Bewertung und Schwerpunktsetzung werden als anschließende fachliche Aufgabe verstanden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.4.2 Prozessschritte im Detail ===&lt;br /&gt;
Das folgende Diagramm gibt einen Überblick über die sechs Kernschritte des Gesamtprozesses der Digitalisierung von Kulturgut – von der ersten Wahrnehmung einer kulturellen Ausdrucksform bis zu ihrer digitalen Präsentation als Kulturgut. Die Abfolge zeigt zugleich die Entwicklungsstufen: von gelebter Kultur zur kulturellen Ausdrucksform, von dort zum Kulturgut und schließlich zum digitalen Kulturgut. Die Schritte sind als generischer Ablauf zu verstehen: Je nach Art des Kulturguts können einzelne Tätigkeiten unterschiedlich aufwendig sein oder parallel erfolgen.&lt;br /&gt;
[[Dataja:Wobraz_K3.png|center|600px]]&amp;lt;ref&amp;gt;Mermaid Flowchart Code: [https://mermaid.live/edit#pako:eNplkk1OwzAQha8yGqmbkloxSZs2CyTa8LOphIAVhIVJpolF4iDH4a_qbXqTXgzHFdAKr2y97703lmaNWZMTxriqmvesFNrAfZIqgPPHFIdDzuBO1DVVajhM8QlGozOYO-WUwS0VsjVakqa93Pvmjlk4JmAwp3fS5kCHwQAWjkkcE_Y5WWkIXqrd9jBpT138UIkspBGVbI_7-rwLR146csLgRryQ-U8lMGLwTG1WapLPpHKCZQLMOY9ch7m2VxiSpOAEjJ1TSev_M_bkvv3KtY8ZnOuslG_H9VcOuf4dUO-2LamjGdHDQsscY6M78rAmXYv-ies-IEVTUk0pxvaa00p0lUkxVRtrexXqoWnqH6duuqLEeCWq1r6619zOn0hRaPGH9J_Xi6ZTBuOxS8B4jR8YhxGLeDThkR-EM37KuYefFmHTaOz7fOZHQTidBMHGwy9X6VslnNnDw4jPuB8GHlIuTaOX-7Vy27X5Bh_Osqo hier klicken], abgerufen am 22.09.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Prozess zeigt, dass Digitalisierung von Kulturgut mehr ist als das Erstellen digitaler Dateien. Sie umfasst eine Reihe aufeinander bezogener Schritte – von der ersten Wahrnehmung einer kulturellen Ausdrucksform über ihre Erfassung, Bewertung und Digitalisierung bis hin zur langfristigen Sicherung und Präsentation. Dabei sind je nach Schritt unterschiedliche Akteure beteiligt, etwa Gemeinschaften, Museen, Archive, Fachgremien, Digitalisierungsstellen oder IT. Die folgenden Beschreibungen erläutern diese Schritte so, dass nachvollziehbar wird, was jeweils mit einem Kulturgut geschieht, wer daran beteiligt ist und wie sich der Ablauf in der Praxis vorstellen lässt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''1. Sammeln &amp;amp; erfassen''' &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Hier wird eine kulturelle Ausdrucksform erstmals wahrgenommen, benannt und mit ersten Informationen erfasst: Was ist es, wer macht es oder hat es geschaffen, wo kommt es vor, warum ist es bedeutsam für die Gemeinschaft? &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Akteure''': Community, Vereine, Museen, Archive, Forschende, Privatpersonen.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Beispiel''': Auf einem Dorffest zeigt eine Frau das Verzieren sorbischer Ostereier. Jemand fotografiert dies und notiert Technik, Ort und Namen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''2. Registrieren &amp;amp; beschreiben''' &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Hier wird aus der ersten Beobachtung ein strukturierter Nachweis. Das Kulturgut oder die kulturelle Ausdrucksform wird in ein Register, eine Sammlung oder einen Katalog aufgenommen und mit strukturierten Metadaten beschrieben, damit es wiedergefunden, zugeordnet und verstanden werden kann. Dazu gehören z. B. Titel, Ort, Zeit, Technik, Funktion, beteiligte Personen und der kulturelle Kontext.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Akteure''': Registerverantwortliche, Kurator:innen, Sammlungsmitarbeitende, Community für Kontextinformationen.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Beispiel''': Das Osterei erhält einen Eintrag mit Angaben wie „Wachsbatik“, „Schleife“, „Osterei-Verzierung“, Name der Trägerin und Entstehungsjahr.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''3. Bewerten &amp;amp; freigeben''' &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
In diesem Schritt wird entschieden, ob und in welcher Priorität ein Kulturgut oder die kulturelle Ausdrucksform digitalisiert werden soll und ob dies rechtlich und ethisch möglich ist. Dabei spielen fachliche Kriterien wie Bedeutung, Repräsentativität, Seltenheit oder Gefährdung eine Rolle, aber auch Fragen des Urheberrechts, Datenschutzes und möglicher kultureller Sensibilitäten. Am Ende steht eine begründete Entscheidung, ob und in welchem Umfang das Kulturgut weiterbearbeitet und später veröffentlicht werden darf. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Akteure''': Kurator:innen, Fachgremien, Community-Vertretungen, Register/SKR, ggf. Rechteverantwortliche und Behörden. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Beispiel''': Es wird entschieden, dass die Osterei-Technik wegen ihrer Bedeutung für die sorbische Identität digital gesichert werden soll; die Kunsthandwerkerin stimmt der Veröffentlichung zu.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''4. Digitalisieren &amp;amp; prüfen''' &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Nun wird das Kulturgut technisch erfasst, also in eine digitale Form überführt. Das kann je nach Objektart durch Scan, Fotografie, Audio- oder Videoaufnahme oder 3D-Erfassung geschehen. Dabei entstehen hochwertige Master-Dateien und nutzbare Derivate. Die Digitalisierung folgt qualifizierten Standards, um Reproduzierbarkeit, Farbkonsistenz und Nutzbarkeit zu gewährleisten. Anschließend wird geprüft, ob Schärfe, Farbe, Vollständigkeit und Dateiformate den Anforderungen für Archivierung und Nutzung entsprechen. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Akteure''': Digitalisierungszentrum, Foto-/AV-/3D-Spezialist:innen, externe Dienstleister bei Spezialfällen. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Beispiel''': Das Osterei wird fotografisch hochauflösend aufgenommen und zusätzlich als 3D-Modell erfasst. Danach werden Schärfe, Farbe und Dateiformate geprüft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''5. Archivieren &amp;amp; sichern''' &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die entstandenen digitalen Dateien werden geordnet abgelegt, mit den zugehörigen Metadaten verknüpft und für die langfristige Erhaltung gesichert. Dazu gehören sichere Speicherorte, Backups, Integritätskontrollen und – wenn nötig – spätere technische Migration auf neue Systeme. Ziel ist, dass das digitale Kulturgut langfristig erhalten bleibt, auch wenn sich Technik und Formate verändern. Das Original bleibt in der Regel weiterhin am Sammlungs- oder Aufbewahrungsort. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Akteure''': Archiv, Repository, IT-Betrieb, ggf. Sorbisches Kulturarchiv bzw. Digitalisierungszentrum. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Beispiel''': Die Bilder und das 3D-Modell des Ostereis werden auf gesicherten Servern gespeichert; das Original bleibt im Museum oder bei der Eigentümerin.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''6. Präsentieren &amp;amp; nutzen''' &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Im letzten Schritt werden die digitalen Objekte so bereitgestellt, dass sie gefunden, verstanden und genutzt werden können, z. B. in Portalen, digitalen Sammlungen oder virtuellen Ausstellungen. Dafür reicht es nicht, nur Dateien anzuzeigen: Es braucht auch verständliche Kontexte, Rechteangaben, Mehrsprachigkeit und möglichst barrierearme Zugänge. So wird aus der technischen Digitalisierung eine tatsächliche kulturelle Nutzung. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Akteure''': Kurator:innen, Vermittlung, Web/IT, Museen, Kulturinformationen, Community. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Beispiel''': Das Osterei erscheint in einer Online-Ausstellung, kann herangezoomt oder als 3D-Modell gedreht werden und wird mit einem kurzen Text zur Technik erklärt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.4.3 Organisatorische Perspektive ===&lt;br /&gt;
Die folgende Abbildung ist entnommen aus einem Poster des Sorbischen Instituts zu dessen Digitalisierungsstrategie, gefunden auf der Projektseite des Digitalisierungszentrums.&amp;lt;ref&amp;gt;Sorbisches Institut: Digitalisierungszentrum (DZ). URL: [https://www.serbski-institut.de/projekte-zentrale-vorhaben/digitalisierungszentrum-dz/ https://www.serbski-institut.de/projekte-zentrale-vorhaben/digitalisierungszentrum-dz/], abgerufen am 25.03.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Digitalisierungsstrategie des Sorbischen Instituts zeigt die Erfassung, Registrierung, Digitalisierung und Archivierung bis zur Präsentation von Kulturgütern aus '''organisatorischer Sicht'''. Sie basiert auf einem '''3-Säulen-Modell aus Kulturregister, Digitalisierungszentrum und Präsentationsumgebung'''. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Dataja:Wobraz_K4.png|mini||center|600px|Abbildung: 3-Säulen-Modell der Digitalisierungsstrategie des Sorbischen Instituts. Quelle: Sorbisches Institut, „Digitalizacija serbskich kulturnych datow / Digitalisierung der sorbischen/wendischen Kulturdaten“&amp;lt;ref&amp;gt;Sorbisches Institut 2025: Digitalizacija serbskich kulturnych datow / Digitalisierung der sorbischen/wendischen Kulturdaten (Poster). URL:  [https://www.serbski-institut.de/wp-content/uploads/2021/11/A0-Druck_Digitalisierungsstrategie-SI.pdf  https://www.serbski-institut.de/wp-content/uploads/2021/11/A0-Druck_Digitalisierungsstrategie-SI.pdf], abgerufen am 25.03.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Beide Sichtweisen - die fachliche &amp;quot;Prozess-Sicht&amp;quot; und die &amp;quot;organisatorische Sicht&amp;quot; lassen sich wie folgt in einer Darstellung zusammenfassen:&lt;br /&gt;
[[Dataja:Wobraz_K5.jpg|mini||center|600px|Abbildung: Zusammengefasste Sichtweisen auf die Digitalisierung von Kulturerbe.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der &amp;quot;Prozess der Digitalisierung von Kulturerbe&amp;quot; beschreibt, '''was''' mit einem Kulturgut geschieht; das 3-Säulen-Modell zeigt, '''wo''' diese Aufgaben organisatorisch verortet sind. Bezogen auf die oben beschriebenen [[#2.3.2 Prozessschritte im Detail|Prozessschritte der Digitalisierung von Kulturerbe]] steht das '''Sorbische Kulturregister''' für den Prozessschritt „'''2. Registrieren'''“ und dient dabei vor allem der Verzeichnung und Metadatenverwaltung. Das '''Digitalisierungszentrum''' steht für die Prozessschritte „'''4. Digitalisieren'''“ und „'''5. Archivieren'''“ und dient dabei der technischen Erfassung, Bearbeitung und Sicherung der Digitalisate. Die '''Präsentationsumgebung''' steht für den Schritt „'''6. Präsentieren'''“ und dient der öffentlichen oder kuratierten Bereitstellung zur Nutzung. Ergänzende Konzepte des SI machen dabei deutlich, dass die Digitalisierung im Regelfall eine vorherige Verzeichnung im Register voraussetzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
! Prozessschritt&lt;br /&gt;
! Verantwortliche Organisation&lt;br /&gt;
! Funktion im Gesamtsystem&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''2. Registrieren'''&lt;br /&gt;
| '''Sorbisches Kulturregister'''&lt;br /&gt;
| Kulturgüter werden als Entitäten nachgewiesen, beschrieben, mit Metadaten versehen und miteinander verknüpft. Das Register erfüllt damit eine katalogähnliche Funktion: Es macht sichtbar, welche Kulturgüter es gibt, wo sie sich befinden und in welchem Kontext sie stehen.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''4. Digitalisieren'''&lt;br /&gt;
| '''Digitalisierungszentrum'''&lt;br /&gt;
| Kulturgüter werden technisch erfasst, z. B. durch Scan, Fotografie, Audio-/Videoübertragung oder 3D-Erfassung. Das Digitalisierungszentrum erzeugt und prüft die Digitalisate, ist aber nicht selbst primär ein Präsentationssystem.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''5. Archivieren'''&lt;br /&gt;
| '''Digitalisierungszentrum / Repositorium / Archiv'''&lt;br /&gt;
| Die digitalen Dateien werden geordnet gespeichert, mit Metadaten verbunden und langfristig gesichert. Dazu gehört auch die Sicherstellung der Langzeitaufbewahrung, etwa durch geeignete Speicherorte, Prüfroutinen und spätere Migrationen.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''6. Präsentieren'''&lt;br /&gt;
| '''Sorabicon / weitere Präsentationsumgebungen'''&lt;br /&gt;
| Die digitalen Inhalte werden für Nutzer:innen sichtbar, erfahrbar und verständlich gemacht, z. B. in Portalen, digitalen Sammlungen oder virtuellen Ausstellungen. Die Präsentation greift dafür auf Metadaten aus dem Register und auf Digitalisate aus dem Repositorium bzw. dem Digitalisierungszentrum zurück.&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Schritt '''1. Sammeln''' liegt vor diesen drei Säulen. Er betrifft die Sammlungsorte selbst, also z. B. Museen, Archive, Heimatstuben, Vereine, Projekte, Gemeinden oder Privatpersonen. Dort entstehen oder befinden sich die Kulturgüter zunächst, bevor sie systematisch registriert, bewertet oder digitalisiert werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Schritt '''3. Bewerten''' ist ebenfalls keine eigene technische Säule, sondern ein steuernder Entscheidungsschritt. In ihm wird geklärt, welche Kulturgüter priorisiert digitalisiert werden, welche fachliche Bedeutung sie haben, welche Rechte zu beachten sind und ob eine öffentliche Präsentation möglich ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Damit wird deutlich: Register, Digitalisierungszentrum und Präsentation erfüllen unterschiedliche Aufgaben. Das '''Register''' beschreibt und verknüpft Kulturgüter, das '''Digitalisierungszentrum''' erzeugt und sichert Digitalisate und die '''Präsentationsumgebung''' macht ausgewählte Inhalte verständlich zugänglich. Gerade diese Trennung schafft klare Zuständigkeiten und erleichtert die Zusammenarbeit zwischen Sammlungsorten, Fachstellen, technischen Dienstleistern und Öffentlichkeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== 2.5 Beispiele anderer Kulturen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Digitalisierung des Kulturerbes kleiner, autochthoner, indigener und sprachlicher Gemeinschaften weist häufig vergleichbare Herausforderungen auf: Kulturgüter und Bestände sind auf viele Institutionen, Vereine, lokale Einrichtungen und private Träger verteilt. Personelle und finanzielle Ressourcen sind begrenzt, mehrere Sprachen und Beschreibungstraditionen müssen berücksichtigt werden und nicht alle kulturellen Inhalte dürfen oder sollen ohne Einschränkung öffentlich zugänglich gemacht werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In einer vergleichenden Recherche wurde daher untersucht, wie andere Gemeinschaften und Regionen ihr Kulturerbe erfassen, beschreiben, digitalisieren, langfristig sichern und zur Nutzung bereitstellen. Dabei wurde nicht nach einer universell „idealen“ technischen Lösung gesucht. Untersucht wurde vielmehr, welche organisatorischen, technischen, rechtlichen und gemeinschaftlichen Modelle unter welchen Rahmenbedingungen funktionieren, welche Schwierigkeiten auftreten und welche übertragbaren Erfolgsfaktoren erkennbar sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die nachfolgenden Beispiele verdeutlichen unterschiedliche Schwerpunkte: gemeinschaftliche Steuerung, institutionsübergreifende Register und Suchsysteme, Digitalisierung verteilter Bestände, Sprach- und Tonarchive, abgestufte Zugänge, Unterstützung kleiner Kulturgutträger sowie die Überführung zeitlich begrenzter Projekte in einen dauerhaften Betrieb.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die daraus abgeleiteten Kriterien bilden einen Referenzrahmen. Anhand dieses Referenzrahmens kann in einer späteren Ist-Analyse geprüft werden, welche Funktionen bereits vorhanden, nur konzeptionell beschrieben, in Pilotprojekten erprobt oder dauerhaft im Regelbetrieb verankert sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die ausführlichen Fallprofile, Vergleichsmatrizen, Quellen sowie ein Hinweis zur KI-gestützten Erstellung befinden sich in der [[12.3.A1 Vergleichende Recherche – Digitalisierung des Kulturerbes anderer Kulturen und Regionen|ausführlichen Vergleichsrecherche]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.5.1 RomArchive – Digitales Archiv der Roma ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Roma und Sinti sind eine transnationale Minderheit, die in zahlreichen europäischen Staaten lebt. RomArchive wurde von 2015 bis 2019 mit 3,75 Millionen Euro durch die Kulturstiftung des Bundes gefördert. Weitere Unterstützer waren unter anderem die Bundeszentrale für politische Bildung, das Auswärtige Amt und das Goethe-Institut. Seit 2019 wird das Archiv durch das Dokumentations- und Kulturzentrum Deutscher Sinti und Roma in Heidelberg betrieben.&amp;lt;ref name=&amp;quot;vergleich_romarchive&amp;quot;&amp;gt;RomArchive o. J.: Frequently Asked Questions. URL: https://www.romarchive.eu/en/about/frequently-answered-questions/; Dokumentations- und Kulturzentrum Deutscher Sinti und Roma e. V. o. J.: Imprint. URL: https://www.romarchive.eu/en/imprint/; Kulturstiftung des Bundes o. J.: RomArchive. URL: https://www.kulturstiftung-des-bundes.de/en/programmes_projects/film_and_new_media/detail/romarchive.html, jeweils abgerufen am 20.07.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Archiv präsentiert Kunst, Geschichte und Kultur aus der Perspektive der Roma. Kuratorische Teams und Beirat waren überwiegend mit Angehörigen der Minderheit besetzt. Neben öffentlich zugänglichen Inhalten existiert ein internes Archiv mit beschränktem Forschungszugang. Besonders lehrreich ist der bereits zu Projektbeginn geplante und später tatsächlich vollzogene Übergang an einen dauerhaften Betreiber.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Erfolgsfaktoren und Learnings:''' &lt;br /&gt;
* Angehörige der Gemeinschaft sollten nicht nur Inhalte zuliefern, sondern festgelegte Entscheidungsrechte bei Auswahl, Beschreibung, Kontextualisierung und Zugangsregeln besitzen. &lt;br /&gt;
* Bereits zu Beginn einer Projektphase verbindlich klären, welche Institution das Register, Archiv oder Portal nach dem Ende der Förderung dauerhaft betreibt, pflegt und finanziert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.5.2 Nuohtti – Zugang zum Sámi-Kulturerbe ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Sámi sind ein indigenes Volk im nordeuropäischen Sápmi, das sich über Teile Norwegens, Schwedens, Finnlands und Russlands erstreckt. Viele historische Sámi-Materialien befinden sich außerhalb der Sámi-Institutionen in europäischen Archiven und Museen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nuohtti ist ein gemeinsamer Suchdienst für digitalisierte Sámi-Materialien. Er wurde von 2018 bis 2021 mit Mitteln des Programms Interreg Nord der EU (Europäische Union) entwickelt. Beteiligt waren unter anderem die Sámi-Archive der finnischen und norwegischen Nationalarchive, das schwedische Reichsarchiv und mehrere Universitäten. Die Sámi-Parlamente Finnlands, Norwegens und Schwedens waren in der Steuerungsgruppe vertreten. Der Dienst führte nach Projektangaben etwa 30.000 Datensätze aus 32 Institutionen zusammen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;vergleich_nuohtti&amp;quot;&amp;gt;Nuohtti o. J.: About Nuohtti. URL: https://nuohtti.com/Content/about; University of the Arctic 2023: The Nuohtti service provides digital access to Sámi material in European archives. URL: https://www.uarctic.org/news/2023/3/the-nuohtti-service-provides-digital-access-to-sami-material-in-european-archives/, jeweils abgerufen am 20.07.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nuohtti übernimmt nicht alle Bestände in ein einziges System. Stattdessen werden Metadaten, also strukturierte Beschreibungsdaten zu Objekten und Beständen, aus vorhandenen Einrichtungen zusammengeführt und mit mehrsprachiger Suche, Karte und Zeitleiste zugänglich gemacht. Ethische Hinweise machen darauf aufmerksam, dass viele Bestände unter historischen und teilweise kolonialen Bedingungen gesammelt und beschrieben wurden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Erfolgsfaktoren und Learnings:''' &lt;br /&gt;
* Ein gemeinsamer Zugang kann auch mit dezentraler Architektur der Bestände erfolgen – Originale, Dateien und Fachsysteme können beim Kulturgutträger verbleiben.&lt;br /&gt;
* Ein Register für Kulturdaten kann als übergreifende Nachweisschicht arbeiten: Größere Einrichtungen liefern Daten über technische Schnittstellen, während kleine Träger zentrale oder gemeinsam bereitgestellte Erfassungsdienste nutzen können. &lt;br /&gt;
* Historische Fremdbeschreibungen sollten ergänzt werden durch Selbstbezeichnungen, eigene Sprachformen, alternative Benennungen und Kontexte der betreffenden Gemeinschaft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.5.3 People’s Collection Wales / Casgliad y Werin Cymru ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wales ist ein Landesteil des Vereinigten Königreichs mit einer eigenständigen nationalen und walisischsprachigen Identität. People’s Collection Wales ist eine zweisprachige Plattform für institutionelles und gemeinschaftlich getragenes Kulturerbe. Sie wird als Verbund der National Library of Wales, des National Museum Wales und der Royal Commission on the Ancient and Historical Monuments of Wales betrieben und durch die walisische Regierung finanziert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Neben der technischen Plattform werden kostenlose Beratung und Schulungen zu Digitalisierung, Metadaten, Urheberrecht, Datenschutz und Oral History, also mündlich überlieferter und aufgezeichneter Geschichte, angeboten. Eine unabhängige Evaluation stellte Fortschritte bei der Zusammenarbeit und beim Kompetenzaufbau fest, benannte aber auch begrenzte Wirkungsnachweise, Finanzierungsrisiken und den hohen Personalaufwand für die Unterstützung der beteiligten Gemeinschaften.&amp;lt;ref name=&amp;quot;vergleich_wales&amp;quot;&amp;gt;Vittle, Kate / Haswell-Walls, Fran / Dixon, Tim; ERS Ltd. 2016: Evaluation of the Casgliad y Werin Cymru / People’s Collection Wales Digital Heritage Programme. Impact Report. URL: https://www.gov.wales/sites/default/files/publications/2019-08/evaluation-of-the-peoples-collection-wales-digital-heritage-programme-impact.pdf; People’s Collection Wales o. J.: Community Support. URL: https://www.peoplescollection.wales/about-us/community-support, jeweils abgerufen am 20.07.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Erfolgsfaktoren und Learnings:''' &lt;br /&gt;
* Kleine und ehrenamtlich betreute Sammlungen benötigen nicht nur technische Standards, sondern konkrete und dauerhaft verfügbare Dienstleistungen: Erstberatung, Schulung, Vorlagen, Unterstützung bei Rechtefragen, Qualitätskontrolle und persönliche Ansprechpartner. &lt;br /&gt;
* Ein Digitalisierungszentrum oder ein Verbund koordinierter Digitalisierungsdienste sollte daher als Service- und Kompetenzstruktur ausgestaltet werden und nicht lediglich als technische Produktionsstelle. &lt;br /&gt;
* Der dafür notwendige Beratungs- und Unterstützungsaufwand muss als dauerhafte Betriebsaufgabe eingeplant werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.5.4 Tobar an Dualchais / Kist o Riches ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schottisch-Gälisch ist eine Minderheitensprache, die vor allem in den Highlands und auf den schottischen Inseln gesprochen wird. Tobar an Dualchais macht mehr als 40.000 seit den 1930er Jahren entstandene Tonaufnahmen zugänglich. Die Bestände umfassen Erzählungen, Lieder, Musik, Gedichte und mündlich überliefertes Wissen auf Gälisch, Scots und Englisch. Ein bedeutender Teil der Originalbestände wird in den School of Scottish Studies Archives der Universität Edinburgh verwahrt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;vergleich_tobar&amp;quot;&amp;gt;University of Edinburgh 2024: Tobar an Dualchais / Kist o Riches. URL: https://gaelic.ed.ac.uk/gaelic-collections/tobar-an-dualchais-kist-o-riches; Scottish Government 2025: Rediscovering lost Gaelic words. URL: https://www.gov.scot/news/rediscovering-lost-gaelic-words/, jeweils abgerufen am 20.07.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Digitalisierung wird mit Verschriftlichung beziehungsweise Transkription, sprachlicher Erschließung, Freiwilligenarbeit und teilweise automatischer Spracherkennung verbunden. Das Projekt erhält wiederkehrende öffentliche Förderungen, muss Rechteklärung, Transkription und technische Weiterentwicklung jedoch dauerhaft fortsetzen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Erfolgsfaktoren und Learnings:''' &lt;br /&gt;
* Gefährdete Ton-, Film- und Videobestände müssen wegen Materialverfall, beschädigungsanfälliger Trägermaterialien und nicht mehr verfügbarer Wiedergabetechnik zeitlich priorisiert werden. &lt;br /&gt;
* Ein geeignetes Pilotprojekt kann Digitalisierung, Rechteklärung, Verschriftlichung, Übersetzung, Metadatenerfassung, Archivierung und Bildungsnutzung entlang einer vollständigen Prozesskette verbinden. &lt;br /&gt;
* Dadurch werden nicht nur einzelne Dateien erzeugt, sondern zugleich die notwendigen Standards, Zuständigkeiten und Aufwände erprobt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.5.5 Euskariana – Portal zum baskischen Kulturerbe ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Baskinnen und Basken leben in Gebieten Spaniens und Frankreichs. Euskariana ist das staatlich betriebene Kulturportal der Autonomen Gemeinschaft Baskenland in Spanien. Es wird durch die Digitale Bibliothek Euskadi betrieben und verbindet Daten der baskischen Regierung, der Provinzen, Kommunen, Universitäten sowie öffentlicher, kirchlicher und privater Einrichtungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Portal ist zugleich gemeinsamer Katalog und Zugang zu digitalen Objekten. Es kann Inhalte über ein eigenes Repositorium, also ein institutionell betriebenes digitales Ablage- und Erhaltungssystem, bereitstellen oder zu den Systemen der Partner verlinken. Verwendet werden internationale Standards wie Dublin Core als allgemeiner Metadatenstandard, METS (Metadata Encoding and Transmission Standard) zur Strukturierung und Übertragung digitaler Objekte, PREMIS (Preservation Metadata: Implementation Strategies) für Metadaten zur digitalen Langzeiterhaltung und ALTO (Analyzed Layout and Text Object) für erkannte Texte und Seitenlayouts. Die standardisierten Daten können unter anderem an Europeana weitergegeben werden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;vergleich_euskariana&amp;quot;&amp;gt;Gobierno Vasco / Biblioteca Digital de Euskadi o. J.: Acerca de Euskariana. URL: https://www.euskariana.euskadi.eus/euskadibib/es/help/about.do, abgerufen am 20.07.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Erfolgsfaktoren und Learnings:''' &lt;br /&gt;
* Unterschiedliche Kulturgutträger benötigen unterschiedliche Anschlussmöglichkeiten. &lt;br /&gt;
** Kleine Einrichtungen sollten Daten und gegebenenfalls Dateien in zentral bereitgestellten Diensten erfassen und verwalten können. &lt;br /&gt;
** Größere Institutionen sollten ihre vorhandenen Systeme über Datenexporte oder Programmierschnittstellen anbinden können. &lt;br /&gt;
* Dafür ist ein gemeinsamer, bewusst schlank gehaltener Metadatenkern erforderlich, der durch fach- und institutionsspezifische Angaben erweitert werden kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.5.6 Mukurtu und Plateau Peoples’ Web Portal ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mukurtu ist eine frei verfügbare Software für die gemeinschaftlich kontrollierte Verwaltung digitalen indigenen Kulturerbes. Das Plateau Peoples’ Web Portal verbindet acht indigene Nationen des nordwestlichen Plateaus der USA mit der Washington State University und mehreren Museen und Archiven. Stammesvertreter wählen und beschreiben die Inhalte; die Universität übernimmt wesentliche technische Betriebsaufgaben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mukurtu ermöglicht kulturelle Protokolle, also gemeinschaftlich festgelegte Regeln für Zugang und Nutzung, Traditional Knowledge Labels als Kennzeichnungen für überliefertes gemeinschaftliches Wissen sowie mehrere Beschreibungen zu demselben Objekt. Dadurch kann neben einer institutionellen Museumsbeschreibung eine Beschreibung der Herkunftsgemeinschaft stehen. Zugänge können von vollständig öffentlich bis streng beschränkt reichen. Mukurtu weist ausdrücklich darauf hin, dass die Plattform vor allem dem Zugang und der gemeinschaftlichen Verwaltung dient und ein gesondertes Konzept für Digitalisierung, Langzeiterhaltung, Personal und Finanzierung erforderlich bleibt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;vergleich_mukurtu&amp;quot;&amp;gt;Mukurtu CMS / Washington State University o. J.: About. URL: https://mukurtu.org/about/; Plateau Peoples’ Web Portal. URL: https://mukurtu.org/project/plateau-peoples-web-portal-showcase/, jeweils abgerufen am 20.07.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Erfolgsfaktoren und Learnings:''' &lt;br /&gt;
* Rechte und kulturelle Sensibilität müssen als Bestandteil des Datenmodells behandelt werden und dürfen nicht erst unmittelbar vor einer Veröffentlichung geprüft werden. &lt;br /&gt;
* Sinnvoll sind abgestufte Kategorien wie &lt;br /&gt;
** „nur Metadaten öffentlich“, &lt;br /&gt;
** „öffentliches Nutzungsdigitalisat“, &lt;br /&gt;
** „Zugang nach Rücksprache“, &lt;br /&gt;
** „beschränkter Gemeinschafts- oder Forschungszugang“, &lt;br /&gt;
** „zeitlich gesperrt“ und &lt;br /&gt;
** „nicht zugänglich“. &lt;br /&gt;
* Mehrere Beschreibungen zu demselben Objekt ermöglichen es außerdem, institutionelle Überlieferung und Selbstbeschreibung nebeneinander nachvollziehbar zu dokumentieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.5.7 Indigitization – zentrale Unterstützung für dezentrale Digitalisierung ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Indigitization unterstützt First Nations und weitere indigene Gemeinschaften in British Columbia in Kanada. Das Programm wird gemeinsam von indigenen Organisationen, Bibliotheken, Archiven und Hochschulen getragen. Es stellt einen Werkzeugkasten, Schulungen, Musterunterlagen, technische Beratung und Förderhilfen bereit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von 2013 bis 2019 wurden drei Pilotprojekte und 45 weitere Projekte gefördert. Dabei wurden mehr als 11.000 Audiokassetten digitalisiert. Die Digitalisierung erfolgte in den Gemeinschaften; eine allgemeine Veröffentlichung war nicht zwingend. Das frühere Förderprogramm für Audiokassetten befindet sich inzwischen allerdings in einer Pause.&amp;lt;ref name=&amp;quot;vergleich_indigitization&amp;quot;&amp;gt;Indigitization o. J.: About Us. URL: https://www.indigitization.ca/about-2/; Indigitization Toolkit. URL: https://www.indigitization.ca/toolkit/; Audio Cassette Digitization Grant. URL: https://www.indigitization.ca/funding/audio-cassette-grant/, jeweils abgerufen am 20.07.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Erfolgsfaktoren und Learnings:''' &lt;br /&gt;
* Zentral bereitgestellte Kompetenz lässt sich mit dezentraler Verantwortung verbinden. &lt;br /&gt;
* Ein Digitalisierungszentrum oder ein Verbund gemeinsamer Dienste kann Schulungen, Leih- und Mobiltechnik, Qualitätsprüfung, Rahmenverträge, Musterunterlagen, Beratung und Kleinprojektförderung anbieten. &lt;br /&gt;
* Originale, lokales Wissen und kulturelle Beziehungen können grundsätzlich bei den jeweiligen Kulturgutträgern verbleiben. &lt;br /&gt;
* Damit nach Abschluss einzelner Digitalisierungsprojekte keine ungesicherten Dateien zurückbleiben, sollte jedoch von Beginn an ein gemeinsames oder verbindlich angebundenes Repositorium beziehungsweise digitales Archiv vorgesehen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.5.8 Zusammenfassungen der Beispiele anderer Kulturen im Anhang ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tabellarische Übersichten und Zusammenfassungen aller untersuchten Beispiele anderer Kulturen und Regionen befinden sich im Anhang [[12.3.A1 Vergleichende Recherche – Digitalisierung des Kulturerbes anderer Kulturen und Regionen#E. Vergleichsmatrix|in Abschnitt E. Vergleichsmatrix]] unter &lt;br /&gt;
* [[12.3.A1 Vergleichende Recherche – Digitalisierung des Kulturerbes anderer Kulturen und Regionen#E.1 Funktionen, Architektur und Standards|E.1 Funktionen, Architektur und Standards]] und&lt;br /&gt;
* [[12.3.A1 Vergleichende Recherche – Digitalisierung des Kulturerbes anderer Kulturen und Regionen#E.2 Governance, Finanzierung, Erfolg und Übertragbarkeit|E.2 Governance, Finanzierung, Erfolg und Übertragbarkeit]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Zusammenfassung der übergreifenden Erfolgsfaktoren aus den Beispielen befindet sich im Anhang [[12.3.A1 Vergleichende Recherche – Digitalisierung des Kulturerbes anderer Kulturen und Regionen#F. Übergreifende Erfolgsfaktoren|in Abschnitt F. Übergreifende Erfolgsfaktoren]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.5.9 Was sich aus den Beispielen ableiten lässt ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus den untersuchten Beispielen lässt sich kein einzelnes Projekt und kein bestimmtes Softwaresystem ableiten, das unverändert übernommen werden könnte. Wiederkehrend zeigen sich jedoch '''vier notwendige Funktionen, drei übergreifende Erfolgsbedingungen und zwei grundlegende Umsetzungsprinzipien'''. Sie bilden einen kompakten Orientierungsrahmen für die Digitalisierung von Kulturerbe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Vier Kernfunktionen – was muss dauerhaft geleistet werden? ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Damit die Digitalisierung nicht bei einzelnen Digitalisaten oder einem Präsentationsportal stehen bleibt, müssen vier Kernfunktionen verlässlich abgedeckt und miteinander verbunden werden:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot; style=&amp;quot;width:100%;&amp;quot;&lt;br /&gt;
! Kernfunktion&lt;br /&gt;
! Kernfrage&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''1. Register für Kulturdaten'''&lt;br /&gt;
| '''Was ist vorhanden und was sollte prioritär bearbeitet werden?''' – Kulturgüter und Bestände nachweisen, beschreiben, verknüpfen und ihren Digitalisierungs- und Rechtezustand erfassen.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''2. Digitalisierungszentrum / Digitalisierungsdienste'''&lt;br /&gt;
| '''Wie wird qualitätsgesichert digitalisiert?''' – Kulturgutträger beraten, Digitalisierung vorbereiten oder durchführen, Qualität sichern und die Übergabe vorbereiten.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''3. Repositorium / digitales Langzeitarchiv'''&lt;br /&gt;
| '''Wie bleibt das digitale Kulturerbe dauerhaft erhalten?''' – Masterdateien und Metadaten sicher übernehmen, erhalten, sichern und bei technischen Veränderungen migrieren.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''4. Präsentations- und Nutzungssysteme'''&lt;br /&gt;
| '''Wie wird das Kulturerbe gefunden, verstanden und genutzt?''' – freigegebene Inhalte mehrsprachig vermitteln und für Bildung, Forschung und kulturelle Nachnutzung bereitstellen.&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die vier Funktionen bedeuten nicht zwingend vier Einrichtungen oder vier technische Systeme. Entscheidend ist, dass alle Funktionen abgedeckt, ihre Zuständigkeiten geklärt und ihre Übergaben zuverlässig organisiert sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Drei Erfolgsbedingungen – was gilt für alle Kernfunktionen? ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
# '''Gemeinsam entscheiden und Rechte abgestuft regeln:''' &lt;br /&gt;
#* Angehörige der betreffenden Gemeinschaft und die Kulturgutträger sollten nachvollziehbare Entscheidungsrechte bei Auswahl, Beschreibung, Priorisierung und Veröffentlichung besitzen. &lt;br /&gt;
#* Zugänge sollten abgestuft sein, beispielsweise auch &amp;quot;ausschließlich Metadaten&amp;quot;, &amp;quot;Zugang nach Rücksprache&amp;quot; oder &amp;quot;beschränkte Gemeinschafts- und Forschungszugänge&amp;quot; ermöglichen. &lt;br /&gt;
#* Rechtliche Zulässigkeit und kulturelle Angemessenheit sind dabei getrennt zu betrachten. &lt;br /&gt;
#* Selbstbezeichnungen und eigene kulturelle Perspektiven sollten historische Fremdbeschreibungen ergänzen können.&amp;lt;br&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
# '''Gemeinsame Standards, Mehrsprachigkeit und technische Anschlussfähigkeit sichern:''' &lt;br /&gt;
#* Ein bewusst schlanker gemeinsamer Metadatenkern, Qualitätsstandards und geregelte Datenübergaben ermöglichen die Zusammenarbeit unterschiedlicher Einrichtungen. Zusätzlich können fach- oder institutionsspezifische Metadatensätze genutzt werden.&lt;br /&gt;
#* Sprachen und Sprachvarianten müssen als eigenständige Datenwerte berücksichtigt werden, bspw. bei Metadaten, Beschreibungen usw. &lt;br /&gt;
#* Kleine Träger benötigen einfache zentrale Erfassungsmöglichkeiten, z. B. per Weboberfläche, größere Institutionen Schnittstellen oder Datenexporte aus ihren vorhandenen Systemen.&amp;lt;br&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
# '''Dauerhafte Verantwortung und Finanzierung sichern:''' &lt;br /&gt;
#* Bereits beim Aufbau muss feststehen, wer Register, Digitalisierungsdienste, Repositorium und Präsentationssystem nach einer Projektförderung dauerhaft betreibt. &lt;br /&gt;
#* Neben einmaligen Projektmitteln müssen deshalb auch Personal, Beratung, Datenpflege, Speicher, Softwarepflege, Sicherung und spätere technische Erneuerungen dauerhaft finanziert werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Zwei Umsetzungsprinzipien – wie sollte vorgegangen werden? ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
# '''Priorisieren, die vollständige Kette pilotieren, dann skalieren:''' &lt;br /&gt;
#* Nicht alles muss gleichzeitig digitalisiert werden. Besonders gefährdete oder kulturell bedeutsame Bestände sollten priorisiert werden. &lt;br /&gt;
#* Pilotprojekte sollten möglichst den gesamten Weg von der Erfassung und Rechteklärung über die Digitalisierung bis zur Archivierung und Nutzung durchlaufen. Dabei werden Standards, Zuständigkeiten, Kosten und tatsächliche Nutzung erprobt. &lt;br /&gt;
#* Erst auf dieser Grundlage sollte in größerem Umfang skaliert werden.&amp;lt;br&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
# '''Zentral ermöglichen, dezentral verantworten:''' &lt;br /&gt;
#* Zentrale Stellen können Infrastruktur, Beratung, Schulung, Digitalisierungstechnik, Qualitätskontrolle, Rechtehilfe und Langzeiterhaltung bereitstellen. &lt;br /&gt;
#* Originale, lokales Wissen, kulturelle Beziehungen und wesentliche inhaltliche Entscheidungen können gleichzeitig bei den jeweiligen Kulturgutträgern verbleiben. &lt;br /&gt;
#* Zentralisierung von Diensten und dezentrale kulturelle Verantwortung sind damit keine Gegensätze, sondern können sich gegenseitig ergänzen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Für die Reihenfolge ergibt sich daraus:''' &lt;br /&gt;
# Zuerst Entscheidungsrechte, Standards, Betreiber und Finanzierung ausreichend klären; &lt;br /&gt;
# anschließend mit ausgewählten Beständen die vollständige Prozesskette erproben und die Unterstützungsstrukturen aufbauen; &lt;br /&gt;
# auf dieser Grundlage Digitalisierung, Präsentation und Nachnutzung schrittweise verbreitern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Präsentation und Nutzung sind dabei nicht von geringerer Bedeutung und sollten bereits Bestandteil der Pilotprojekte sein. '''Später erfolgt nicht die Nutzung selbst, sondern deren breiter Ausbau.'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weiterführende '''Hinweise und Empfehlungen zu einem möglichen Vorgehen sowie zeitlichen und inhaltlichen Prioritäten''' befinden sich im Anhang [[12.3.A1 Vergleichende Recherche – Digitalisierung des Kulturerbes anderer Kulturen und Regionen#G.2 Was zentral, dezentral und gemeinsam organisiert werden sollte|im Abschnitt &amp;quot;Priorisierte Schlussfolgerung&amp;quot; von G2 bis G9]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein ausführliches '''Prüfraster zur Bewertung des jeweiligen Entwicklungsstandes''' befindet sich [[12.3.A2 Prüfraster zur Bewertung des Entwicklungsstandes beim Aufbau der Digitalisierung des Kulturerbes|im Anhang 2 &amp;quot;Prüfraster zur Bewertung des Entwicklungsstandes&amp;quot;]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= 3. Ist-Analyse der Digitalisierung des sorbischen Kulturerbes =&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der [[#2 Ist-Analyse „Digitalisierung von Kulturerbe“|vorangegangene Abschnitt 2]] hat beschrieben, was zur Digitalisierung von Kulturerbe gehört, welche Aufgaben dabei dauerhaft erfüllt werden müssen und wie andere Gemeinschaften und Regionen diese Aufgaben lösen. Der Abschnitt 3 richtet nun den Blick auf die sorbische Situation. Er geht der Frage nach, wie gut die sorbische Kulturerbelandschaft heute organisatorisch, technisch und personell aufgestellt ist, um ihr materielles, immaterielles und digitales Kulturerbe institutionsübergreifend zu erfassen, zu digitalisieren, dauerhaft zu erhalten und zugänglich zu machen – und wo vorrangiger Handlungsbedarf besteht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Analyse gliedert sich in fünf Teile:&lt;br /&gt;
* '''Akteure und Rollen''': Wer bewahrt sorbisches Kulturerbe und welche Aufgaben übernehmen die Akteure bei seiner Digitalisierung (Sammeln, Finanzieren, Koordinieren usw.)?&lt;br /&gt;
* '''Bestände und Bedarfe''': Welche Kulturgüter gibt es, wie weit sind  sie erfasst und digitalisiert, welche müssen vorrangig gesichert werden und welche Unterstützung brauchen ihre Träger?&lt;br /&gt;
* '''Vorhaben Systeme und Dienste''': Welche Angebote decken die [[#2.3.2 Vier Kernfunktionen|vier Kernfunktionen]] Erfassen, Digitalisieren, langfristig Erhalten und Zugänglichmachen heute ab, und welche sind im Aufbau oder geplant?&lt;br /&gt;
* '''Zusammenarbeit und dauerhafter Betrieb''': Wie sind die Steuerung und Zusammenarbeit (Governance) organisiert (Zuständigkeiten, Standards, Rechte und Finanzierung)?&lt;br /&gt;
* '''Gesamtbewertung''': Was funktioniert bereits, wo gibt es Lücken und welche davon sollten zuerst geschlossen werden?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Analyse stellt dabei den Bedarf der Bestände dem vorhandenen Angebot an Diensten und dem organisatorischen Rahmen gegenüber. Wo beides auseinanderfällt, entstehen Lücken, siehe nachfolgende Übersicht.&lt;br /&gt;
[[Dataja:Wobraz K6.png|thumb|center|600px|Übersicht der Ist-Analyse]]&amp;lt;ref&amp;gt;Mermaid Flowchart Code: [https://mermaid.live/edit#pako:eNqVlM1y2jAQx19lR7maFGMcwJPJDGAnh9AcaE4pPcj2-qPYErOWmtJ8PE0fo7e8WGWDTUja6VS-WB_7293_rvTAIhkj81hSyPso46Tg1l_RSoAZ088rdh5eOKc2TNcKNeH5h_DiPKQPF7fbjQW39PIzRaqMXaIsWMqiQLFiX2r7llHpMCW-yeDGwG54lCXEU9wfgv2Ic8JI5VLAYvl6fdYGMIAZVurlp4gPIVzrQmlKtVoXvKoQNiThEy_LQou0kqTe-Ji_ZsWckgOJC4hRwFSkGEpl_r5i44-L2IIyV-BTLtIij7I15m-5M-j1LmDeLqGI_5j-0rjfOwAtYljyrOzE-pcOfhu7A36OolLYMD5tzV95yONbjgTXSCLRYl1j3jkIWtAQruQ3c5KL6GB_pyujHwpOocmzcRFzjVSX15BnqCjH8A3Sh-fnZwj-kv-0VufReLrnGRlluzI-ws3xmdDQMQ_NmX2KFqR1DYq6IDu1HqFT5aZRfbFLZ_HyK1qj6PLY1RdkJhC4rgw2ykxcWLUlfpXCcgdqp4tmetXK5MIVGk1UiPdIyjRW7eNNh0d1-_mYgECtiBeQ5EXhnVzawWUwtipFco3eiXvpBu7UimQhyTsZzM03fU9o70fLmAbzYNQxJhNnbvstY2QPZrbzjsH3TbYjBLbxG3SE_uVZ4J61hP7Y7Q_tIwJMrYV11aZyvDWz5ocIj7d8K2gdd52vtgWaOu3iSJrRxTEej0fj_n7ai3llXh7iW88F99h--d_2zGIp5THzFGm0WIlU8nrKHmruiqnMXJkV88wvYay_9xoxVmwlnozphos7KcvWmqROM-YlvKjMTG9irtDPubnSZbdKdWvRXGqhmDd07AbCvAf2nXnuqWP3RwN7eDZwJ4Ph2MHeyGJb5vXs0-HEnTgDxxn3-4OzvuOarSeL_Wi8C10UFsM4V5I-7h7o5p1--g24x9CK hier klicken], abgerufen am 20.10.2026&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== 3.1 Akteure und Rollen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sorbisches Kulturerbe wird von vielen Einrichtungen, Gruppen und Einzelpersonen bewahrt, gepflegt und dokumentiert – von sorbischen ebenso wie von nicht-sorbischen. Dieser Abschnitt zeigt, wer Bestände hält, wer Dienste zur Digitalisierung anbietet und wer den organisatorischen und finanziellen Rahmen gestaltet. Damit wird auch sichtbar, welche Aufgaben bislang von keinem Akteur erkennbar übernommen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Grundlage sind Arbeitsunterlagen der Domowina aus den Jahren 2019 und 2020&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;&amp;gt;Domowina e. V., Kulturausschuss (Clemens Škoda) 2019: Serbske kulturne herbstwo (SKH). Arbeitspapier, Stand 18.03.2019, S. 2-8. Unveröffentlicht; interne Referenz: 2020-09-07_Serbske kulturne herbstwo w Budyšinje_opt.pdf.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019b&amp;quot;&amp;gt;Domowina e. V. 2019: Přehlad relewantnych městnosćow / „małkich“ a „wulkich“ muzejow nastupajo serbske kulturne herbstwo, Stand 11.11.2019. Unveröffentlicht; interne Referenz: 2019_11_Priloha A_prehlad_muzejow a zberkow.pdf.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2020&amp;quot;&amp;gt;Domowina e. V., Kulturausschuss 2020: Protokoll der Fachkommission „Serbske kulturne herbstwo“ vom 07.09.2020. Unveröffentlicht; interne Referenz: 2020_09_07_skh komisija-protokol.pdf.&amp;lt;/ref&amp;gt;, eine darauf aufbauende Arbeitsliste der Sammlungsorte mit ergänzender Internetrecherche&amp;lt;ref name=&amp;quot;liste2026&amp;quot;&amp;gt;Arbeitsliste „Sammlungsorte sorbischen Kulturerbes“, Stand 02.04.2026, erstellt im Rahmen des Digitalisierungskonzepts aus Internetrecherche und den Domowina-Unterlagen. Unveröffentlicht; Grundlage für Anhang 12.3.A3.&amp;lt;/ref&amp;gt;, das Konzept des Sorbischen Instituts zum Digitalisierungszentrum&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;&amp;gt;Sorbisches Institut 2025: Konzept zum Digitalisierungszentrum am Sorbischen Institut, Arbeitsfassung vom 13.08.2025. Unveröffentlicht; interne Referenz: DigCentr_Wersija13082025_wip.pdf.&amp;lt;/ref&amp;gt;, Rückmeldungen der Museen und der Domowina aus dem April 2026 sowie das Protokoll des Digitalisierungskreises vom 21.04.2026&amp;lt;ref name=&amp;quot;dk2026&amp;quot;&amp;gt;Digitalisierungskreis 2026: Protokoll der Sitzung zum Stand des Digitalisierungszentrums vom 21.04.2026. Unveröffentlicht; interne Referenz: 2026-04-21_DE_Protokoll_Digitalisierungskreis_Digitalisierungszentrum.docx.&amp;lt;/ref&amp;gt;. Ein Teil der Angaben ist mehrere Jahre alt und wird schrittweise aktualisiert. Nicht belegte Angaben sind als ''offen'', Vermutungen als ''Annahme'' gekennzeichnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.1.1 Begriffe und Rollen ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
; Akteur&lt;br /&gt;
: Einrichtung, Gruppe oder Person, die eine Aufgabe im Umgang mit sorbischem Kulturerbe oder seiner Digitalisierung übernimmt.&lt;br /&gt;
; Kulturgutträger&lt;br /&gt;
: Akteur, der Kulturgüter verwahrt oder eine kulturelle Praxis trägt und weitergibt, bspw. ein Museum, eine Heimatstube, ein Chor oder eine Privatperson mit einer Sammlung.&lt;br /&gt;
; Trägerschaft&lt;br /&gt;
: Rechtliche und finanzielle Verantwortung für eine Einrichtung, zum Beispiel durch eine Kommune, einen Landkreis, eine Stiftung, einen Verein, eine Kirche oder eine Privatperson. Eigentum und Betrieb können dabei auseinanderfallen, bspw. gehörte der Dom Njechorńskeho 2019 der Domowina und wurde von der Stiftung für das sorbische Volk bewirtschaftet, der Hanzo Šustrowy dom in Trebendorf gehörte der Gemeinde und wurde von der örtlichen Domowina-Gruppe bewirtschaftet.&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019b&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
; Rolle&lt;br /&gt;
: Aufgabe, die ein Akteur übernimmt. Ein Akteur kann mehrere Rollen haben, unterschieden werden Haupt- und Nebenrollen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Rollen lassen sich drei Gruppen zuordnen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
! Gruppe !! Rolle !! Kürzel&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| rowspan=&amp;quot;2&amp;quot; | '''Am Kulturgut''' || '''Bewahren''': Originale verwahren, pflegen und verwalten || '''B'''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Dokumentieren''': lebendige Praxis festhalten in Ton, Bild oder Text || '''D'''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| rowspan=&amp;quot;4&amp;quot; | '''Dienste''' ([[#2.3.2 Vier Kernfunktionen|Kernfunktionen]]) || '''Erfassen''', registrieren, beschreiben und verknüpfen || '''K1'''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Digitalisieren''' und Qualität sichern || '''K2'''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Langfristig '''erhalten''' || '''K3'''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Zugänglich machen''' und Nutzung ermöglichen || '''K4'''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| rowspan=&amp;quot;2&amp;quot; | '''Rahmen''' (Governance) || '''Steuern''', koordinieren und Regeln setzen || '''S'''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Fördern''' und finanzieren || '''F'''&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dokumentieren meint hier das Festhalten von immateriellen Kulturgütern im laufenden Kulturleben, etwa Mitschnitte von Veranstaltungen. Geschieht es systematisch nach festgelegten Standards zur dauerhaften Sicherung, ist es Teil der Kernfunktion Digitalisieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.1.2 Schlüsselakteure ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einzeln aufgeführt wird, wer mindestens eines der folgenden Kriterien erfüllt:&lt;br /&gt;
# betreibt oder plant eine Kernfunktion, die über die eigene Einrichtung hinaus wirkt,&lt;br /&gt;
# verwahrt einen hauptamtlich betreuten Kernbestand,&lt;br /&gt;
# dokumentiert regelmäßig das lebendige Kulturgeschehen,&lt;br /&gt;
# fördert, koordiniert oder setzt Regeln für die Digitalisierung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;mark&amp;gt;Die folgende Übersicht muss mit den Institutionen bzgl. Änderungen und Ergänzungen abgestimmt werden.&amp;lt;/mark&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|+ Rollen der Schlüsselakteure (■ Hauptrolle · ○ Nebenrolle · ? vermutet oder offen)&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
B. Bewahren, D. Dokumentieren, K1. Erfassen, K2. Digitalisieren, K3. Erhalten, K4. Nutzung ermöglichen, S. Steuern, F. Fördern&lt;br /&gt;
! Akteur !! Typ / Trägerschaft !! B !! D !! K1 !! K2 !! K3 !! K4 !! S !! F !! Hinweise&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Stiftung für das sorbische Volk || Stiftung des öffentlichen Rechts, finanziert von Bund, Freistaat Sachsen u. Land Brandenburg || ○ || || || || || || ■ || ■ || bewirtschaftete 2019 den Dom Njechorńskeho&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019b&amp;quot;/&amp;gt;; unterstützt beide sorbischen Museen finanziell&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;; Zielvereinbarungen u. a. mit dem Wendischen Museum&amp;lt;ref name=&amp;quot;wm2026&amp;quot;&amp;gt;Wendisches Museum Cottbus (Anja Jahn, Leitende Kuratorin) 2026: Zuarbeit zum Thema Digitalisierung des sorbischen/wendischen Kulturerbes, E-Mail vom 17.04.2026. Unveröffentlicht; interne Referenz: 2026-04-17 - Wendisches Museum Cottbus - Zuarbeit zum Thema Digitalisierung des sorbischen wendischen Kulturerbes.pdf.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Sorbisches Institut (SI) mit Sorbischem Kulturarchiv (SKA) und Sorbischer Zentralbibliothek || Forschungseinrichtung mit Archiv und Bibliothek; eingetragener Verein, gefördert u. a. durch die Stiftung; Digitalisierungszentrum aus Strukturwandelmitteln&amp;lt;ref name=&amp;quot;dk2026&amp;quot;/&amp;gt; || ■ || ? || ■ || ■ || ○ || ■ || ○ || || '''Digitalisierungszentrum (DZ):''' Aufbauprojekt 2024-2027 mit drei Vollzeitstellen, derzeit Pilot- und Evaluationsphase; Dienstleistung für andere Träger, kostenfrei derzeit nur in Sachsen; Finanzierung ab 2028 ''offen''&amp;lt;ref name=&amp;quot;dk2026&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz&amp;quot;&amp;gt;Sorbisches Institut: Digitalisierungszentrum (DZ). URL: https://www.serbski-institut.de/projekte-zentrale-vorhaben/digitalisierungszentrum-dz/&amp;lt;/ref&amp;gt;.&amp;lt;br&amp;gt;'''Sorbisches Kulturregister (SKR):''' Konzept mit technischem Prototyp; befristete Projektstelle bis Ende 2025&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;&amp;gt;Sorbisches Institut 2025: Konzept für ein Sorbisches Kulturregister (SKR), zweite aktualisierte Fassung vom 20.11.2025. URL: https://www.serbski-institut.de/wp-content/uploads/2021/11/00_Zweite-aktualisierte-Fassung_Konzept_Sorbisches-Kulturregister_20.11.2025.pdf&amp;lt;/ref&amp;gt;.&amp;lt;br&amp;gt;'''Präsentation:''' Virtueller Lesesaal mit Bibliographie, Katalog, digitalisierten Drucken, Handschriften, Fotos und Filmen&amp;lt;ref name=&amp;quot;vls&amp;quot;&amp;gt;Sorbisches Institut o. J.: Virtueller Lesesaal. URL: https://www.serbski-institut.de/bibliothek/virtueller-lesesaal/, abgerufen am 20.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;; Wissensportal Sorabicon mit zwölf Sammlungen&amp;lt;ref name=&amp;quot;atlas&amp;quot;&amp;gt;Sorbisches Institut 2026: Pressemitteilung zum digitalen Atlas sorbischer Kulturdenkmale im Wissensportal Sorabicon, 30.04.2026. URL: https://idw-online.de/de/news870102, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;; Repositorium digitalizat.de (öffentlich voraussichtlich ab ca. Q3/2026)&amp;lt;ref name=&amp;quot;dk2026&amp;quot;/&amp;gt;.&amp;lt;br&amp;gt;'''Erhalten:''' Repositorium mit Datensicherung; Konzept für die Langzeitarchivierung im Dauerbetrieb ''offen''&amp;lt;ref name=&amp;quot;dk2026&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Sorbisches Museum Bautzen || Museum; Landkreis Bautzen, finanziell unterstützt von der Stiftung&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt; || ■ || || ■ || ○ || ? || ? || || || ca. 42.000 Objekte; Inventar in Inventarbüchern und Datenbank (HiDA 4.8), Standortverzeichnis, Fotodatenbank; Objektfotografie und Scans bis DIN A3 im Haus; Sammlung erst teilweise digital erfasst; Pilot zur Plakatdigitalisierung mit dem SI&amp;lt;ref name=&amp;quot;smb2026&amp;quot;&amp;gt;Sorbisches Museum Bautzen (Alexander Pólk, Museologe) 2026: Bedarfserklärung zur Digitalisierung des sorbischen Kulturerbes für den Fachbeirat Digitalisierung, 15.04.2026. Unveröffentlicht; interne Referenz: 2026-04-15_Bedarfserklaerung_Digitalisierung_sorbisches_Kulturerbe_Vorlage - SMB-AxP.docx.&amp;lt;/ref&amp;gt;; Online-Angebot ''offen''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Wendisches Museum Cottbus || Museum; Stadt Cottbus, finanziert von Stadt und Stiftung&amp;lt;ref name=&amp;quot;wm&amp;quot;&amp;gt;Wendisches Museum Cottbus o. J.: Selbstdarstellung des Museums, Dokument im Ratsinformationssystem der Stadt Cottbus. URL: https://session.cottbus.de/oparl/bodies/0001/downloadfiles/00007050.pdf, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; || ■ || || ■ || ○ || ? || ○ || || || Inventarisierung mit Adlib, Veröffentlichung über museum-digital begonnen; A3-Flachbettscanner und Buchscan im Haus; derzeit vor allem Digitalisierung der Kunst; keine Digitalstrategie, keine Mittel für studentische Hilfskräfte&amp;lt;ref name=&amp;quot;wm2026&amp;quot;/&amp;gt;; Nutzung des DZ für brandenburgische Bestände ''offen'', bilateral zwischen SI, Stiftung und Museum zu klären&amp;lt;ref name=&amp;quot;dk2026&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Sächsische Landesbibliothek – Staats- und Universitätsbibliothek Dresden (SLUB) mit Deutscher Fotothek || Landes- und Universitätsbibliothek; Freistaat Sachsen || ■ || || ○ || ○ || ○ || ■ || || || Lusatica-Sammlung, die das kulturelle Erbe der Sorben zugänglich machen soll&amp;lt;ref name=&amp;quot;slub&amp;quot;&amp;gt;SLUB Dresden o. J.: Sammlungen zur sächsischen Landeskunde. URL: https://www.slub-dresden.de/entdecken/saechsische-landeskunde/sammlungen, abgerufen am 20.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;; über Sachsen.Digital ist auch digitales Schrifttum des SI erreichbar&amp;lt;ref name=&amp;quot;vls&amp;quot;/&amp;gt; (Betrieb der Plattform durch die SLUB); die Deutsche Fotothek macht Fotosammlungen des SKA im Rahmen eines Kooperationsvertrags digital zugänglich und hat auch Filme des SKA digitalisiert und präsentiert&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt;; eigene digitale Langzeitarchivierung&amp;lt;ref name=&amp;quot;nestor&amp;quot;&amp;gt;nestor o. J.: Mitglied SLUB Dresden. URL: https://www.langzeitarchivierung.de/Webs/nestor/EN/nestor/Mitglieder/sLUB.html, abgerufen am 20.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; (Kosten nach Angabe im Digitalisierungskreis ca. 800 € je Terabyte und Jahr&amp;lt;ref name=&amp;quot;dk2026&amp;quot;/&amp;gt;), ob sie Digitalisate sorbischer Träger übernehmen könnte, ist ''offen''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Domowina – Bund Lausitzer Sorben e. V. mit Regionalverbänden und Ortsgruppen || Dachverband sorbischer Vereine; eingetragener Verein || ○ || ○ || || || || || ○ || || keine zentralen Bestände außer einzelnen Exponaten, Schenkungen und Originalen, z. B. im Haus der Sorben; ein Inventarregister der Finanzverwaltung erfasst diese nur teilweise; keine Gesamtübersicht über die Bestände in ihren Strukturen&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2026&amp;quot;&amp;gt;Domowina e. V. (Clemens Škoda, Referent) 2026: Bedarfserklärung zur Digitalisierung des sorbischen Kulturerbes für den Fachbeirat Digitalisierung, Entwurf vom 01.04.2026. Unveröffentlicht; interne Referenz: 2026-03-27_Bedarfserklaerung_Digitalisierung_sorbisches_Kulturerbe_Vorlage-naćisk Clemens Škoda.docx.&amp;lt;/ref&amp;gt;; Eigentümerin des Dom Njechorńskeho; Ortsgruppe Trebendorf bewirtschaftet den Hanzo Šustrowy dom&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019b&amp;quot;/&amp;gt;; mindestens 9 der 23 kleinen Sammlungsorte sind direkt oder über Mitgliedsvereine mit ihr verbunden&amp;lt;ref name=&amp;quot;liste2026&amp;quot;/&amp;gt;; Chronistengruppe der Župa Michał Hórnik; Fachkommission „Sorbisches Kulturerbe“ 2018-2020&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2020&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Maćica Serbska e. V. || wissenschaftliche Gesellschaft; Verein || || || || || || || ○ || || Arbeitskreis „Museale Einrichtungen“ mit rund 40 Adressaten; Denkmalausschuss mit eigenem, von der Stiftung verwaltetem Budget, 2019 als Vorbild für die Bewertung von Kulturerbe genannt&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Sorbisches National-Ensemble (SNE) || Ensemble; gGmbH der Stiftung || ■ || ? || ○ || || || || || || Spezialarchiv, für die Öffentlichkeit nicht zugänglich, unterschiedlich gut erschlossen&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt;; im SKR-Konzept als sekundärer Sammlungsort genannt&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;/&amp;gt;; 2019 vorgeschlagen, dort nur Kopien zu halten und die Originale an das SKA zu geben&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;; Umfang ''offen''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| studijo LUCIJA || Medienproduktion; gGmbH des Sorbischen Schulvereins  e. V. || ○ || ■ || || || || || || || dokumentiert sorbische Veranstaltungen; Aufnahmen liegen beim Studio und werden teilweise und komprimiert (''zu prüfen'') an das SKA übergeben; eigener YouTube-Kanal mit Zeitzeugen-Interviews und Veranstaltungsmitschnitten&amp;lt;ref name=&amp;quot;lucija_youtube&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Mitteldeutscher Rundfunk (MDR) und Rundfunk Berlin-Brandenburg (rbb), sorbischsprachige Programme || öffentlich-rechtlicher Rundfunk || ■? || ■ || || || || ○? || || || Spezialarchive, für die Öffentlichkeit nicht zugänglich&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt;; Produktionen standen dem SKA 2019 aus rechtlichen Gründen nicht zur Verfügung&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;; Umfang und heutiger Stand ''offen''&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.1.3 Akteursgruppen ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die meisten Kulturgutträger sind kleinere Einrichtungen, Gruppen oder Privatpersonen. Sie werden hier zu Gruppen zusammengefasst. Die Anzahlen sind Mindestwerte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;mark&amp;gt;Die folgende Übersicht muss insb. mit Domowina, SI und Lucija bzgl. Änderungen und Ergänzungen abgestimmt werden.&amp;lt;/mark&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|+ B. Bewahren, D. Dokumentieren, K1. Erfassen, K2. Digitalisieren, K3. Erhalten, K4. Nutzung ermöglichen, S. Steuern, F. Fördern&lt;br /&gt;
! Gruppe !! Beispiele !! Typische Trägerschaft !! Bekannte Anzahl !! Typische Rollen !! Besonderheiten&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Kleine Museen, Heimatstuben, Gedenk- und Begegnungsorte ||&lt;br /&gt;
* Muzej Ćišinskeho (Panschwitz-Kuckau),&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Njepilic dwór (Rohne),&lt;br /&gt;
* Sorbisches Kulturzentrum Schleife,&lt;br /&gt;
* Heimatmuseum Dissen,&lt;br /&gt;
* Sorbische Webstube Drebkau (Ostereiersammlung mit über 4.000 Exemplaren)&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt;,&lt;br /&gt;
* Archiv verschwundener Orte (Horno)&lt;br /&gt;
|| Gemeinde, Förderverein, Domowina-Ortsgruppe, privat || 22 in der Domowina-Übersicht 2019 (9 Ober-, 13 Niederlausitz)&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019b&amp;quot;/&amp;gt;; 23 in der Arbeitsliste 2026, davon 12 bisher nur durch die Domowina-Unterlagen belegt&amp;lt;ref name=&amp;quot;liste2026&amp;quot;/&amp;gt;; im Arbeitskreis Lausitzer Museenland etwa ein Drittel von 48 Häusern mit sorbischem Schwerpunkt (SKR-Konzept, S. 7)&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;/&amp;gt; || '''B''' ■, '''D''' ○ || überwiegend ehrenamtlich; Digitalisierung unterbleibt nach Einschätzung des SI weitestgehend, weil personelle, technische und finanzielle Kapazitäten fehlen&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt;; 2019 benannte Defizite: fehlender Nachwuchs, fehlende Marketingstrategie, fehlende Vernetzung, unzureichende Finanzierung, fehlende fachliche Begleitung; teilweise ohne eigenes Inventar&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;; zwei private Ausstellungen ohne jede Förderung, von den Betreibern im Ruhestand allein betreut&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019b&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Regionale Museen mit sorbischen Beständen ||&lt;br /&gt;
* Museum der Westlausitz Kamenz,&lt;br /&gt;
* Museum Bautzen,&lt;br /&gt;
* Spreewald-Museum Lübbenau mit Freilandmuseum Lehde,&lt;br /&gt;
* Slawenburg Raddusch,&lt;br /&gt;
* Niederlausitzer Heidemuseum Spremberg,&lt;br /&gt;
* Stadtmuseum Cottbus,&lt;br /&gt;
* Städtische Sammlungen Görlitz&amp;lt;ref name=&amp;quot;lorenz2023&amp;quot;&amp;gt;Lorenz, Robert 2023: Das Register für sorbische/wendische Kultur(erbe)daten. Vortragsfolien, Mai 2023. URL: https://digiserb.de/wp-content/uploads/2023/06/2023_05_prednosk_kulturne_herbstwo_robert_lorenc.pdf&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
|| Landkreis oder Kommune (''Annahme'') || 7 in der Domowina-Übersicht 2019 (2 Ober-, 5 Niederlausitz)&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019b&amp;quot;/&amp;gt; || '''B''' ■; &amp;lt;br&amp;gt;'''K1-K4''' ''offen'' || Umfang des sorbischen Anteils am Bestand ''offen''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Ensembles, Chöre, Trachten- und Brauchtumsgruppen || – || Verein || ''offen'' || tragen die Praxis;&amp;lt;br&amp;gt; '''D''' ○, '''B''' ○ || Trachtenfundi 2019 ausdrücklich zu den Beständen in sorbischer Verantwortung gezählt&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;; eigene Aufnahmen und Fundi meist nicht erfasst (''Annahme'')&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Chronisten, Film- und Fotoamateure ||&lt;br /&gt;
* Chronistengruppe der Župa Michał Hórnik,&lt;br /&gt;
* deutsch-sorbischer Filmkreis&lt;br /&gt;
|| ehrenamtlich, privat || ''offen'' || '''D''' ■, '''B''' ○ || Beiträge von Laien 2019 nur sporadisch, Bestände oft unstrukturiert&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;; das DZ bahnt Kooperationen mit privaten Filmschaffenden an&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Private Sammlungen und Nachlässe ||&lt;br /&gt;
* Nachlass der Malerin Hanka Krawcec, überwiegend in Tschechien;&lt;br /&gt;
* weitere private Sammlungen und Nachlässe in Ober- und Niederlausitz&lt;br /&gt;
|| privat || 4 in der Domowina-Übersicht 2019; tatsächlich ''offen'' || '''B''' ■ || Verbleib beim Generationenwechsel ungesichert (''Annahme''); bei einer privaten Sammlung ist der dauerhafte Verbleib ausdrücklich ungeklärt&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Kirchliche Einrichtungen ||&lt;br /&gt;
* Ausstellung zu Jan Bjedrich Fryco in der evangelischen Kirche Kolkwitz;&lt;br /&gt;
* kirchliches Informations- und Begegnungszentrum in Horno mit Holzmodellen abgebaggerter Kirchen&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019b&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|| Kirchgemeinde || 2 (in den kleinen Orten enthalten); weitere ''offen'' || '''B''' ○ || weitere kirchliche Bestände nicht erfasst (''Annahme'')&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Weitere sorbische Kultur- und Medieneinrichtungen ||&lt;br /&gt;
* Deutsch-Sorbisches Volkstheater (Archiv 2019 zusammen mit dem des SNE genannt);&lt;br /&gt;
* Domowina-Verlag (2019 als Produzent genannt, dessen Erzeugnisse an das SKA gehen sollten)&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|| verschieden || ''offen'' || '''B''' ○ || Spezialarchive von SNE, Domowina-Verlag, Volkstheater und Rundfunk: für die Öffentlichkeit nicht zugänglich, unterschiedlich gut erschlossen, teils mit eigenem Personal&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt;; der Domowina-Verlag erprobt mit dem DZ die Neuauflage vergriffener Bücher als Book on Demand&amp;lt;ref name=&amp;quot;dk2026&amp;quot;/&amp;gt;; Umfang ''offen''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Öffentliche Träger und Fördergeber ||&lt;br /&gt;
* Bund,&lt;br /&gt;
* Freistaat Sachsen,&lt;br /&gt;
* Land Brandenburg,&lt;br /&gt;
* Landkreise,&lt;br /&gt;
* Kommunen&lt;br /&gt;
|| öffentlich || – || '''F''' ■, '''S''' ○ || tragen die großen Museen; 2019 erfüllten kleine Museen im Landkreis Bautzen die Kriterien für eine institutionelle Förderung nicht, im Landkreis Spree-Neiße waren die Bedingungen besser&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Gedächtniseinrichtungen außerhalb der Lausitz und der sorbischen Trägerschaft ||&lt;br /&gt;
* Oberlausitzische Bibliothek der Wissenschaften Görlitz&amp;lt;ref name=&amp;quot;slub&amp;quot;/&amp;gt;;&lt;br /&gt;
* Hórnik-Bibliothek im Wendischen Seminar Prag&amp;lt;ref name=&amp;quot;ldp&amp;quot;&amp;gt;Sorbisches Institut 2021: Pressemitteilung zu Digitalisaten aus dem Landesdigitalisierungsprogramm Sachsen (u. a. „Serbowka“, erstes sorbisches Lehrbuch), 12.03.2021. URL: https://serbski-institut.de/wp-content/uploads/2021/12/2021-03-12_MI_Erstes-sorbisches-Lehrbuch-LDP_Serbowka_de.4753.pdf, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;;&lt;br /&gt;
* Deutsches Historisches Museum, Literaturarchive Marbach und Berlin, Nationalmuseum Prag&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt;;&lt;br /&gt;
* Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland, Bonn&amp;lt;ref name=&amp;quot;lorenz2023&amp;quot;/&amp;gt;;&lt;br /&gt;
* Sächsisches Staatsarchiv,&lt;br /&gt;
* Brandenburgisches Landeshauptarchiv,&lt;br /&gt;
* Deutsche Nationalbibliothek (''Annahme'');&lt;br /&gt;
* Einrichtungen in Tschechien&lt;br /&gt;
|| öffentlich || ''offen'' || '''B''' ○; &amp;lt;br&amp;gt;mögliche Partner für K3 und K4 || unterliegen eigenen Digitalisierungsabläufen; sorabistische Expertise wird dort bisher nicht nachgefragt&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt;; Umfang der sorbischen Bestände ''offen''&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.1.4 Erste Befunde ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;mark&amp;gt;Die folgende Übersicht muss mit den Institutionen bzgl. Änderungen und Ergänzungen abgestimmt werden.&amp;lt;/mark&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Rollenübersicht erlaubt erste Hinweise, die in den folgenden Abschnitten geprüft werden:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* '''Bewahren ist breit verteilt, Dienste sind konzentriert und projektgebunden.''' Nur die vier hauptamtlichen Einrichtungen mit Sammlungsauftrag – Sorbisches Museum, Wendisches Museum, Sorbische Zentralbibliothek und SKA – sowie die Spezialarchive verfügen zumindest grundsätzlich über Personal und Technik für Digitalisierung. Sie arbeiten in nicht miteinander verbundenen Insellösungen mit eher einfacher Ausstattung; keine von ihnen hat eine eigene Digitalisierungsabteilung.&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt; Dienste für andere Träger baut das DZ des SI auf. Es ist bis Ende 2027 projektfinanziert, derzeit nur für sächsische Träger kostenfrei, und seine Nutzung durch das Wendische Museum ist noch zu klären.&amp;lt;ref name=&amp;quot;dk2026&amp;quot;/&amp;gt; Die SLUB macht sorbisches Schrifttum bereits digital zugänglich, auch aus Beständen des SI, und übernimmt mit der Deutschen Fotothek Leistungen für das SKA&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt;. &lt;br /&gt;
* '''Für die langfristige Erhaltung fremder Bestände gibt es noch keine dauerhafte Lösung.''' Offen ist, wer Digitalisate anderer Träger verbindlich und dauerhaft übernimmt. Das DZ legt Digitalisate in einem Repositorium mit Datensicherung ab; ein Konzept für die Langzeitarchivierung im Dauerbetrieb soll aus der Evaluationsphase entstehen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;dk2026&amp;quot;/&amp;gt; Das Sorbische Museum sieht hier keinen akuten Bedarf, weil Archivierung Teil seiner regulären Arbeit sei;&amp;lt;ref name=&amp;quot;smb2026&amp;quot;/&amp;gt; ob dies einer Langzeiterhaltung im Sinne von [[#2.3.4 Digitalisierungsdienst und Archiv|Abschnitt 2.3.4]] entspricht, ist ''offen''. So gelangen Veranstaltungsaufnahmen des studijo LUCIJA nur teilweise und komprimiert (''zu prüfen'') in das SKA.&amp;lt;ref name=&amp;quot;lucija&amp;quot;/&amp;gt; Die SLUB betreibt eine eigene digitale Langzeitarchivierung; ob sie auch für sorbische Träger in Frage kommt, ist ''offen''. Das Gleiche gilt für das Sächsische Staatsarchiv.&lt;br /&gt;
* '''Die Dokumentation des lebendigen Kulturlebens liegt teils außerhalb sorbischer Verantwortung.''' Die Archive des sorbischen Rundfunks sind nicht öffentlich zugänglich.&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt; Sorbischsprachige Produktionen von MDR und rbb standen dem SKA 2019 aus rechtlichen Gründen nicht zur Verfügung.&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt; Der heutige Stand ist ''offen''.&lt;br /&gt;
* '''Die Domowina ist der wichtigste Zugang zu kleinen Trägern, hat aber selbst keinen Überblick über deren Bestände.''' Mindestens 9 der 23 kleinen Sammlungsorte sind direkt oder über Mitgliedsvereine mit ihr verbunden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;liste2026&amp;quot;/&amp;gt; Ihre Strukturen eignen sich daher als Weg, kleine Träger zu erreichen – für die Erhebung ebenso wie für spätere Unterstützungsangebote. Eine zentrale Verwaltung oder Übersicht der Bestände in ihren Strukturen gibt es allerdings nicht; ihr Zustand ist daher nicht feststellbar.&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2026&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
* '''Das Wissen über kleine Träger ist lückenhaft und teils veraltet.''' 12 der 23 kleinen Orte sind bisher nur durch die Domowina-Unterlagen von 2019 und 2020 belegt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;liste2026&amp;quot;/&amp;gt; Ob sie heute noch bestehen und wie es um ihre Bestände steht, ist ''offen''. Besonders privat betreute Ausstellungen werden in Abschnitt 3.2 auf ihre Gefährdung geprüft.&lt;br /&gt;
* '''Kleine Träger haben keine feste Anlaufstelle; Koordination und Priorisierung sind noch nicht verbindlich geregelt.''' Das frühere Sorbische Folklorezentrum war seit 1993 faktisch nicht mehr tätig.&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt; In der Niederlausitz diente 2020 ein Projekt zur Inwertsetzung des immateriellen Kulturerbes auch der Vernetzung kleiner Museen. Der Kulturausschuss der Domowina sah sich als ehrenamtliches Gremium nicht in der Lage, die Koordination zu leisten, und bat Fachinstitutionen und die Gremien der Stiftung, Verantwortung zu übernehmen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2020&amp;quot;/&amp;gt; Das DZ-Konzept sieht für die Auswahl ein Lenkungsgremium aus Vertreterinnen und Vertretern der vier hauptamtlichen Einrichtungen und des SKR vor; Zusammensetzung und Kriterien sind noch festzulegen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt; Wie das heute geregelt ist, untersucht Abschnitt 3.4.&lt;br /&gt;
* '''Ein Teil des Erbes liegt bei Einrichtungen der Mehrheitsgesellschaft und im Ausland.''' Dort folgt die Digitalisierung eigenen Abläufen, und sorabistische Expertise wird bisher nicht nachgefragt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Liste aller bekannten Sammlungsorte mit Typ, Trägerschaft und Kulturgutklassen steht in [[12.3.A3 Sammlungsorte des sorbischen Kulturerbes|Anhang 12.3.A3]]. Sie wird laufend ergänzt.&lt;br /&gt;
&amp;lt;!-- Anhang 12.3.A3 aus der Arbeitsliste vom 02.04.2026 aufbauen; Namen privater Sammler nur mit Einverständnis --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== 3.2 Bestände und Bedarfe ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieser Abschnitt beschreibt die Nachfrageseite der Analyse: Welche Bestände sorbischen Kulturerbes gibt es, wie weit sind sie erfasst und digitalisiert, welche sind gefährdet, und welche Unterstützung brauchen die Kulturgutträger? Festgestellt wird dabei nur, wo Zeitdruck besteht. Welche Bestände mit welcher Priorität bearbeitet werden, sollten die sorbische Gemeinschaft und ihre Fachgremien entscheiden (vgl. [[#2.4.2 Prozessschritte im Detail|Prozessschritt 3 „Bewerten &amp;amp; freigeben“]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein institutionsübergreifender Überblick über die Bestände existiert bisher nicht (siehe 3.2.5). Die folgenden Angaben sind daher Mindestwerte und Größenordnungen aus veröffentlichten Angaben der Einrichtungen, den Bedarfserklärungen des Sorbischen Museums, des Wendischen Museums und der Domowina vom April 2026, Projektunterlagen und den in [[#3.1 Akteure und Rollen|Abschnitt 3.1]] genannten Quellen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;mark&amp;gt;Die Bestände sollten mit den SI, insb. Register, bzgl. Korrektheit und Vollständigkeit abgestimmt werden, evtl. liegt dort ein institutionsübergreifender Überblick über Bestände vor.&amp;lt;/mark&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.2.1 Begriffe ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
; Sammlungsort&lt;br /&gt;
: Ort, an dem Kulturgüter verwahrt werden, etwa ein Museum, ein Archiv, eine Heimatstube oder eine Privatwohnung. Ein Akteur kann mehrere Sammlungsorte haben.&lt;br /&gt;
; Bestand&lt;br /&gt;
: Abgrenzbare Gruppe von Kulturgütern einer [[#2.2 Klassifizierung von Kulturgütern|Kulturgutklasse]], die an einem Sammlungsort gemeinsam verwahrt wird, zum Beispiel die Fotografien einer Heimatstube oder die Tonbänder eines Archivs. Feiner unterschieden wird nur, wenn sich Zustand oder Rechtslage deutlich unterscheiden. Ein Bestand gehört zu dem Ort, an dem das Original oder die Masterdatei liegt - Kopien an anderen Orten beschreiben seinen Digitalisierungsstand.&lt;br /&gt;
: Bei immateriellem Kulturerbe gilt die vorhandene Dokumentation als Bestand, etwa Ton- und Videoaufnahmen oder Beschreibungen. Eine bisher nicht dokumentierte Praxis erscheint als Dokumentationsbedarf.&lt;br /&gt;
; Bedarf&lt;br /&gt;
: Was ein Bestand oder ein Kulturgutträger braucht.&lt;br /&gt;
:* ''Bestandsbezogene'' Bedarfe richten sich auf die [[#2.3.2 Vier Kernfunktionen|vier Kernfunktionen]] (erfassen, digitalisieren, langfristig erhalten, zugänglich machen).&lt;br /&gt;
:* ''Trägerbezogene'' Bedarfe betreffen den Akteur selbst, etwa Personal, Beratung oder Finanzierung.&lt;br /&gt;
; Dringlichkeit&lt;br /&gt;
: Zeitdruck, der sich aus einer Gefährdung ergibt. Sie ist nicht gleichbedeutend mit Priorität, in die auch kulturelle Bedeutung, Nutzen und Machbarkeit eingehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.2.2 Bestandslandkarte ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Übersicht folgt der [[#2.2 Klassifizierung von Kulturgütern|Klassifizierung aus Abschnitt 2.2]]. Sie nennt für jede Klasse typische Bestände, die wichtigsten Träger und den bekannten Stand. Einzelne Sammlungsorte stehen in [[12.3.A3 Sammlungsorte des sorbischen Kulturerbes|Anhang 12.3.A3]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|+ Bestände nach Kulturgutklassen (Stand: weitgehend · teilweise · kaum · ''offen'')&lt;br /&gt;
! Klasse !! Typische Bestände !! Wichtigste Träger !! Umfang, soweit bekannt !! Erfasst !! Digitalisiert !! Gefährdung&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''A''' Materiell – unbeweglich || Denkmale, Gedenktafeln, Inschriften, Grabmäler, Blockbauten, Wirkungsstätten, Kirchen; Häuser wie der Dom Njechorńskeho || Eigentümer, Gemeinden, Kirchgemeinden; dokumentiert durch das SI || Langzeitprojekt „Großes Inventar sorbischer Kulturdenkmale“ des SI (ab 2000): rund 1.700 Objekte in der sächsischen Oberlausitz&amp;lt;ref name=&amp;quot;kdm&amp;quot;&amp;gt;Fachpublikation zu sorbischen Kulturdenkmalen. Interne Referenz: saxorum-10788_Sorbische_Kulturdenkmale_digital_erfassen_präsentieren.pdf. Angabe nach Projektunterlagen, noch zu prüfen.&amp;lt;/ref&amp;gt; mit 6.161 Fotonegativen&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt; || weitgehend für die sächsische Oberlausitz: 1.760 Datensätze in einer Datenbank, qualitätsgesichert und in das SKR integriert&amp;lt;ref name=&amp;quot;kdmsi&amp;quot;&amp;gt;Sorbisches Institut o. J.: Sorbische Kulturdenkmale in Sachsen. Projektbeschreibung, u. a. zum Teilprojekt im Verbundprojekt DIKUSA – Vernetzung digitaler Kulturdaten in Sachsen (2022-2025). URL: https://www.serbski-institut.de/projekte-kulturwissenschaften/sorbische-kulturdenkmale-in-sachsen/; ältere Fassung: https://www.serbski-institut.de/projekte-kulturwissenschaften/sorbische-kulturdenkmale-in-sachsen-2/, abgerufen im Oktober 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;; Niederlausitz in Erfassung, geplant in drei Phasen bis 2031&amp;lt;ref name=&amp;quot;nlposter&amp;quot;&amp;gt;Sorbisches Institut o. J.: Materielle Zeugnisse sorbischer/wendischer Kultur in der Niederlausitz. Modul 4 des Vorhabens „Digitales Portal zu sorbischen und Lausitzer Sprach- und Kulturlandschaften“ (Poster). URL: https://serbski-institut.de/wp-content/uploads/2021/11/A0-Druck_DigPortal-M4.pdf, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; || teilweise: Fotonegative im Dezember 2024 extern digitalisiert&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt;; rund 1.200 Objektbeschreibungen für den Wissensgraphen des Verbundprojekts DIKUSA aufbereitet&amp;lt;ref name=&amp;quot;kdmsi&amp;quot;/&amp;gt;; 78 Objekte öffentlich im Atlas auf Sorabicon, davon 26 aus dem sächsischen und 52 aus dem brandenburgischen Teil (April 2026)&amp;lt;ref name=&amp;quot;atlas&amp;quot;&amp;gt;Sorbisches Institut 2026: Pressemitteilung zum digitalen Atlas sorbischer Kulturdenkmale im Wissensportal Sorabicon, 30.04.2026. URL: https://idw-online.de/de/news870102, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;; erste 3D-Raumscans, z. B. des Dom Njechorńskeho&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt; || Verwitterung, Umbau, Abriss; Bausubstanz einzelner Häuser 2019 als Problem genannt&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019b&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''B1''' Schriftgut || Bücher, Zeitungen, Handschriften, Nachlässe, Vereins- und Institutionsakten, Musikalien, Plakate, Grafik, Postkarten || Sorbische Zentralbibliothek, Sorbisches Kulturarchiv (SKA), Sorbisches Museum, Wendisches Museum, SLUB, Hórnik-Bibliothek im Wendischen Seminar Prag, Oberlausitzische Bibliothek der Wissenschaften Görlitz, Domowina-Verlag || SI: mindestens 500.000, eher 1 Mio. zu digitalisierende Druckseiten, Archivalien nicht eingerechnet (DZ-Konzept, S. 39)&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt;; Zentralbibliothek ca. 110.000 Medieneinheiten&amp;lt;ref name=&amp;quot;liste2026&amp;quot;/&amp;gt;; Sorbisches Museum: bibliophile und sorabistische Sammlung ca. 8.700, Plakate ca. 1.700, Postkarten ca. 2.500&amp;lt;ref name=&amp;quot;smb2026&amp;quot;/&amp;gt;; Wendisches Museum: historische Karten, Plakate, Literatur, Zeitschriften, Postkarten, Zahl ''offen''&amp;lt;ref name=&amp;quot;wm2026&amp;quot;/&amp;gt;; SKA: Nachlässe, Akten der Domowina 1912-1989 und sorbischer Vereine, Umfang ''offen''&amp;lt;ref name=&amp;quot;ska&amp;quot;&amp;gt;Sorbisches Institut o. J.: Sorbian Cultural Archive. URL: https://www.serbski-institut.de/en/sorbian-cultural-archive/, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; || weitgehend in den Bibliotheken (Katalog, Sorbische Bibliographie)&amp;lt;ref name=&amp;quot;vls&amp;quot;/&amp;gt;; kleine und private Träger ''offen'' || teilweise: 1.634 Dokumente des SI auf Sachsen.Digital (Stand 2021)&amp;lt;ref name=&amp;quot;ldp&amp;quot;&amp;gt;Sorbisches Institut 2021: Pressemitteilung zu Digitalisaten aus dem Landesdigitalisierungsprogramm Sachsen (u. a. „Serbowka“, erstes sorbisches Lehrbuch), 12.03.2021. URL: https://serbski-institut.de/wp-content/uploads/2021/12/2021-03-12_MI_Erstes-sorbisches-Lehrbuch-LDP_Serbowka_de.4753.pdf, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;; Handschriften des SKA 2016 digitalisiert&amp;lt;ref name=&amp;quot;hs&amp;quot;&amp;gt;Sorbisches Institut o. J.: Digitalisate handschriftlicher Literatur aus den Beständen des SKA in Sachsen.digital. URL: https://serbski-institut.de/de/Handschriften-als-Digitalisat, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;; Zeitungen und Zeitschriften teils online&amp;lt;ref name=&amp;quot;vls&amp;quot;/&amp;gt;; Plakate des Sorbischen Museums im Pilot mit dem SI&amp;lt;ref name=&amp;quot;smb2026&amp;quot;/&amp;gt;; DZ-Pilot zu den Periodika Bramborski Casnik (ab 1848) und Katolski Posoł (ab 1863) mit Texterkennung&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt;; Neuauflage vergriffener Bücher des Domowina-Verlags als Book on Demand im Pilot&amp;lt;ref name=&amp;quot;dk2026&amp;quot;/&amp;gt;; Texterkennung historischer sorbischer Drucke mit weiterem Forschungsbedarf&amp;lt;ref name=&amp;quot;dk2026&amp;quot;/&amp;gt; || Nachlässe in Privatbesitz; säurehaltiges Papier des 19. und 20. Jahrhunderts (''Annahme'', nicht erhoben)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''B2''' Fotografien und Bildträger || Fotosammlungen und Fotonachlässe, Negative, Glasplatten, Dias || SKA, Sorbisches Museum, Wendisches Museum, Stadtmuseum Cottbus, SI (Kulturdenkmale), Sorbisches National-Ensemble (SNE), Domowina Verlag (LND), Deutsch-Sorbisches Volkstheater ''(Annahme)'', Chronisten, Privatpersonen || Sorbisches Museum: Foto- und Bildarchiv ca. 8.300&amp;lt;ref name=&amp;quot;smb2026&amp;quot;/&amp;gt;; Kulturdenkmal-Inventar 6.161 Negative&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt;; SKA: Fotosammlungen und Diakollektionen aus Domowina-Nachlässen vor 1990, Umfang ''offen''&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt;; Wendisches Museum: historische Fotografien, Dias, Zahl ''offen''&amp;lt;ref name=&amp;quot;wm2026&amp;quot;/&amp;gt; || teilweise bei Museen und SKA, z. B. Fotodatenbank des Sorbischen Museums&amp;lt;ref name=&amp;quot;smb2026&amp;quot;/&amp;gt;; private Bestände oft unstrukturiert&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt; || teilweise: Fotosammlungen des SKA über die Deutsche Fotothek zugänglich; Diakollektionen und Kulturdenkmal-Negative extern digitalisiert&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt;; ausgewählte Bildsammlungen des SKA im Virtuellen Lesesaal&amp;lt;ref name=&amp;quot;vls&amp;quot;/&amp;gt;; Glasplattennegative der Sammlung Fritz Unger (Stadtmuseum Cottbus) mit wendischen Motiven auf museum-digital&amp;lt;ref name=&amp;quot;unger&amp;quot;&amp;gt;museum-digital:brandenburg o. J.: Wendische Trachtengruppe, Glasplattennegativ, Fotografische Sammlung Fritz Unger, Stadtmuseum Cottbus, Inv.-Nr. U190-05. URL: https://brandenburg.museum-digital.de/pdf/object/65463.pdf?lang=de, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; || Negative, Dias und Glasplatten empfindlich; private Bestände ohne Verzeichnis&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''B3''' Analoge AV-Träger || Tonbänder, Kassetten, Schallplatten, Videobänder, Filme || SKA, MDR und rbb, SNE, Sorbisches Museum, Wendisches Museum, Amateurfilmer, Njepila-Hof (Tondokumente)&amp;lt;ref name=&amp;quot;liste2026&amp;quot;/&amp;gt;; Filme der früheren DEFA (Filmstudio der DDR), Hörfunkbestände der DDR-Zeit im Deutschen Rundfunkarchiv (''Annahme'') || sorbischsprachiger Rundfunk seit 1948&amp;lt;ref name=&amp;quot;rundfunk&amp;quot;&amp;gt;Wikipedia (englisch): Sorbischer Rundfunk. URL: https://en.wikipedia.org/wiki/Sorbischer_Rundfunk, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;; DEFA-Gruppe „Sorbischer Film“ 1980-1990: knapp 40 Filme&amp;lt;ref name=&amp;quot;defa&amp;quot;&amp;gt;Deutsches Historisches Museum, Zeughauskino o. J.: Filmreihe „Sorbische Filmlandschaften“. URL: https://www.dhm.de/zeughauskino/filmreihe/sorbische-filmlandschaften/, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;; Sorbisches Museum: Audiokassetten, Schallplatten, Filmrollen, VHS&amp;lt;ref name=&amp;quot;smb2026&amp;quot;/&amp;gt;; Wendisches Museum: VHS-Kassetten, CDs&amp;lt;ref name=&amp;quot;wm2026&amp;quot;/&amp;gt;; SKA, SNE und Amateurbestände ''offen'' || kaum bekannt || teilweise: Filme des SKA über die Deutsche Fotothek bzw. im sächsischen Programm zur Sicherung des audiovisuellen Erbes digitalisiert&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;vls&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;avsachsen&amp;quot;&amp;gt;Leipziger Internet Zeitung 2020: Über 50.000 Film- und Tonminuten digitalisiert. Zwischenbilanz zur Sicherung des audiovisuellen Erbes in Sachsen, 16.09.2020. URL: https://www.l-iz.de/melder/wortmelder/2020/09/Ueber-50-000-Film-und-Tonminuten-digitalisiert-Zwischenbilanz-zur-Sicherung-des-audiovisuellen-Erbes-in-Sachsen-349190, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;; Umfang ''offen''; im DZ bisher ein einfacher 8-mm-Digitalisierer, hochwertige Filmdigitalisierung nur in Kooperation&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt;; das Sorbische Museum benötigt Technik für Ton-, Film- und Videoträger&amp;lt;ref name=&amp;quot;smb2026&amp;quot;/&amp;gt; || '''hoch''': Material und veraltete Abspieltechnik erfordern eine priorisierte Digitalisierung; bei Film drohen Essigsäure-Syndrom, Farbverblassung und Schrumpfung&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt;; Magnetbandformate sind veraltet, die routinemäßige Überspielung endete nach Einschätzung von UNESCO und IASA (Internationaler Verband der Schall- und audiovisuellen Archive) etwa 2025&amp;lt;ref name=&amp;quot;mta&amp;quot;&amp;gt;IASA o. J.: Announcing the Magnetic Tape Alert Project (UNESCO-Programm „Information for All“ und IASA). URL: https://iasa-web.org/node/5374, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''B4''' 3D-Objekte || Trachten und Textilien, Volkskunst, Ostereier, Keramik, Glas, Hausrat, Musikinstrumente, Kunstwerke || Sorbisches Museum, Wendisches Museum, Heimatmuseen und Heimatstuben, Trachtenfundi von Vereinen und Ensembles, private Sammlungen || Sorbisches Museum: ca. 42.000 Objekte insgesamt, davon materielle Kultur ca. 21.000 mit ca. 6.700 Trachten und Textilien und ca. 8.000 Werken bildender Kunst&amp;lt;ref name=&amp;quot;smb2026&amp;quot;/&amp;gt;; Wendisches Museum: größte Sammlung niedersorbischer Tracht&amp;lt;ref name=&amp;quot;wm&amp;quot;&amp;gt;Wendisches Museum Cottbus o. J.: Selbstdarstellung des Museums, Dokument im Ratsinformationssystem der Stadt Cottbus. URL: https://session.cottbus.de/oparl/bodies/0001/downloadfiles/00007050.pdf, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;, dazu u. a. Keramik, Glas, Musikinstrumente, Volkskunst mit großer Ostereiersammlung, Zahl ''offen''&amp;lt;ref name=&amp;quot;wm2026&amp;quot;/&amp;gt;; Sorbische Webstube Drebkau über 4.000 Ostereier&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt;; Heimatmuseum Dissen 6.700 inventarisierte Exponate (SKR-Konzept, S. 8)&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;/&amp;gt;; Jänschwalde über 40 Originaltrachten und über 1.000 Keramiken&amp;lt;ref name=&amp;quot;liste2026&amp;quot;/&amp;gt; || teilweise: Sorbisches Museum mit Inventarbüchern und Datenbank (HiDA)&amp;lt;ref name=&amp;quot;smb2026&amp;quot;/&amp;gt;, Wendisches Museum mit Adlib&amp;lt;ref name=&amp;quot;wm2026&amp;quot;/&amp;gt;, aber ohne verknüpfendes System (SKR-Konzept, S. 7)&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;/&amp;gt;; kleine Museen teils ohne Inventar&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt; || kaum bis teilweise: Sorbisches Museum erst teilweise digital erfasst&amp;lt;ref name=&amp;quot;smb2026&amp;quot;/&amp;gt;; Wendisches Museum digitalisiert derzeit vor allem Kunst und hat mit museum-digital begonnen&amp;lt;ref name=&amp;quot;wm2026&amp;quot;/&amp;gt;; acht Häuser mit sorbischem Schwerpunkt haben zusammen 401 Objekte auf museum-digital veröffentlicht (SKR-Konzept, S. 8)&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;/&amp;gt;; Pilot Drebkau: sorbische Ostereier fotografiert, 16 davon als 3D-Modell, auf museum-digital&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt; || Sorbisches Museum: Zustand weitgehend gut, keine akut gefährdeten Bestände bekannt, ca. 100 Objekte mit Pestiziden aus der DDR-Zeit belastet&amp;lt;ref name=&amp;quot;smb2026&amp;quot;/&amp;gt;; Textilien empfindlich; private Ausstellungen ohne Nachfolge (siehe 3.2.3)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''C1''' Orale Traditionen || Sprache und Dialekte, Erzählungen, Sagen, Zeitzeugenberichte || Sprecherinnen und Sprecher; dokumentiert durch SI und Rundfunk || ''offen'' || teilweise: Zeitzeugen-O-Töne im Wissensportal Sorabicon&amp;lt;ref name=&amp;quot;atlas&amp;quot;/&amp;gt;; Zeitzeugen-Sammlung des studijo LUCIJA auf YouTube&amp;lt;ref name=&amp;quot;lucija_youtube&amp;quot;&amp;gt;studijo LUCIJA YouTube Kanal. URL: https://www.youtube.com/@studijoLucija/videos, abgerufen am 30.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; || teilweise || '''hoch''' für das Niedersorbische: nach Angaben des Bundesinnenministeriums 2024 nur noch wenige hundert fließende Sprecherinnen und Sprecher&amp;lt;ref name=&amp;quot;sprache&amp;quot;&amp;gt;Universität Potsdam o. J.: Mehrsprachigkeit in Brandenburg – Sorbisch (mit Verweis auf BMI 2024 und Landesregierung Brandenburg 2024). URL: https://www.uni-potsdam.de/de/svm/mehrsprachigkeit-in-brandenburg/studentische-projekte/sorbisch, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;; die Sicherung des Wissens von Zeitzeuginnen und Zeitzeugen ist im DZ-Konzept als Auswahlkriterium genannt&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''C2''' Darstellende Künste || Musik, Lieder, Tanz, Theater, Chorgesang || SNE, Deutsch-Sorbisches Volkstheater, Chöre und Ensembles; dokumentiert durch Rundfunk und studijo LUCIJA&amp;lt;ref name=&amp;quot;lucija_youtube&amp;quot;/&amp;gt; || ''offen'' || ''offen'' || teilweise: neuere Aufnahmen meist ursprünglich digital (siehe D1) || vergängliche Formate wie Aufführungen, Ausstellungen und Veranstaltungen werden bisher zu wenig gesichert; einfache Wege wie 360-Grad-Aufnahmen wurden angeregt&amp;lt;ref name=&amp;quot;dk2026&amp;quot;/&amp;gt;; ältere Mitschnitte auf AV-Trägern (siehe B3); digitale Mitschnitte, die nicht langzeittauglich gelagert und nicht registriert sind (siehe D1 und D2)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''C3''' Rituale und Feste || Bräuche und Feste im Jahreslauf, u. a. Vogelhochzeit, Zampern, Zapust, Ostersingen, Osterreiten, Maibaum, Kirmes || MDR, rbb, studijo LUCIJA&amp;lt;ref name=&amp;quot;lucija_youtube&amp;quot;/&amp;gt;, Vereine, Dorfgemeinschaften, Kirchgemeinden || „Gesellschaftliche Bräuche und Feste der Lausitzer Sorben im Jahreslauf“ seit 2014 im Bundesweiten Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes&amp;lt;ref name=&amp;quot;ike&amp;quot;&amp;gt;Sorbisches Institut 2020: Aufruf und Fragebogen zur Erhebung sorbischer/wendischer Bräuche und Feste im Landkreis Spree-Neiße, 18.12.2020. URL: https://www.serbski-institut.de/wp-content/uploads/2022/03/IKE-Fragebogen-Aufruf_2020_12_189_DE.4701.pdf, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;iketour&amp;quot;&amp;gt;Sachsen-Tourismus 2025: Hintergrundtext Immaterielles Kulturerbe. URL: https://www.sachsen-tourismus.de/fileadmin/mediendatenbank_ALT/mediendatenbank/bilder/presse/rechercheideen/hintergrundtext-immaterielles-kulturerbe-2025.pdf, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; || teilweise: Erhebung im Landkreis Spree-Neiße durch das SI ab 2020&amp;lt;ref name=&amp;quot;ike&amp;quot;/&amp;gt; mit rund 500 dokumentierten Praktiken, Ergebnisse auf Sorabicon („lebendiges Kulturerbe in der Niederlausitz“)&amp;lt;ref name=&amp;quot;ike2023&amp;quot;&amp;gt;Sorbisches Institut 2023: Teilprojekt zum immateriellen Kulturerbe der Sorben/Wenden in der Niederlausitz im Vorhaben „Digitales Portal zu sorbischen und Lausitzer Sprach- und Kulturlandschaften“. Folien zum Institutstag. URL: https://www.serbski-institut.de/wp-content/uploads/2023/01/08_DigPortal-M5-Institutstag-neu.pdf, abgerufen am 30.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;atlas&amp;quot;/&amp;gt;; Oberlausitz ''offen'' || teilweise || Praxis im Wandel; frühere Ausprägungen nur über Dokumentation greifbar&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''C4''' Wissen über Natur und Universum || Volksglaube, Heil- und Sammelwissen, religiöse Praxis || Familien, Kirchgemeinden || ''offen'' || ''offen'' || ''offen'' || Wissen oft bei wenigen, teils älteren Personen (SKR-Konzept, S. 8)&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''C5''' Traditionelles Handwerk || Ostereiverzierung, Trachtenherstellung und -pflege, Weben, Flachs und Leinen, Töpfern || Handwerkerinnen und Handwerker, Vereine, Heimatmuseen, z. B. Sorbische Webstube Drebkau&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;/&amp;gt;, Kólasko Drachhausen&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019b&amp;quot;/&amp;gt; || ''offen'' || ''offen'' || ''offen'' || Wissen an wenige Personen gebunden; fehlender Nachwuchs (SKR-Konzept, S. 8)&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''D1''' Born-digital || Websites, soziale Medien, Musikvideos, Veranstaltungsmitschnitte, digitale Fotos und Videos, digitale Publikationen, Projektdaten, ältere Datenträger || Künstlerinnen und Künstler, studijo LUCIJA, Rundfunk, Verlage, Vereine, Einrichtungen || 2024 ermittelte das SKR 41 sorbische Musikvideos von 18 Künstlerinnen, Künstlern und Gruppen auf YouTube, das früheste von 2007&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt;; Sorbisches Museum: neue Sammlungskategorie „Datenträger“ mit 5 Objekten&amp;lt;ref name=&amp;quot;smb2026&amp;quot;/&amp;gt;; sonst ''offen'' || kaum; erste Erhebungen durch das SKR&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt; || – || '''hoch''': YouTube ist kein verlässlicher Speicherort, Inhalte können jederzeit entfernt werden; vorgeschlagen ist eine Notsicherung durch das DZ&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt;; keine systematische Sicherung sorbischer Web- und Social-Media-Inhalte bekannt; Webarchivierung in Deutschland insgesamt lückenhaft&amp;lt;ref name=&amp;quot;webarchiv&amp;quot;&amp;gt;netzpolitik.org 2026: Kritische Infrastruktur: Bei der Web-Archivierung fehlt die Strategie. URL: https://netzpolitik.org/2026/kritische-infrastruktur-bei-der-web-archivierung-fehlt-die-strategie/, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;; Masterdateien teils nur beim Erzeuger&amp;lt;ref name=&amp;quot;lucija&amp;quot;/&amp;gt;; ältere Speichermedien wie Disketten schwer lesbar&amp;lt;ref name=&amp;quot;smb2026&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''D2''' Digitalisate || digitale Repräsentationen aus den Klassen A bis C || SI, SLUB mit Deutscher Fotothek, Museen, Projekte || SI: 1.634 Dokumente auf Sachsen.Digital (2021)&amp;lt;ref name=&amp;quot;ldp&amp;quot;/&amp;gt;; Sorabicon: zwölf veröffentlichte Sammlungen (2026)&amp;lt;ref name=&amp;quot;atlas&amp;quot;/&amp;gt;; Repositorium digitalizat.de, öffentlich voraussichtlich ab ca. Q3/2026, Stand ''offen''&amp;lt;ref name=&amp;quot;dk2026&amp;quot;/&amp;gt; || teilweise: über Kataloge und die Deutsche Digitale Bibliothek nachgewiesen, teils als gemeinfrei gekennzeichnet&amp;lt;ref name=&amp;quot;ddb&amp;quot;&amp;gt;Deutsche Digitale Bibliothek o. J.: Wot togo narodu Jesu Christußa (1865), Datengeber: Sorbisches Institut / Sorbisches Kulturarchiv. URL: https://www.deutsche-digitale-bibliothek.de/item/3IVBZKDCQK6LHTOFW5HKYF235K6A4QEF, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; || – || Langzeiterhaltung nicht dauerhaft geregelt: Das DZ legt Digitalisate in einem Repositorium mit Datensicherung ab, ein Konzept für die Langzeitarchivierung im Dauerbetrieb steht aus&amp;lt;ref name=&amp;quot;dk2026&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.2.3 Bestände mit vorrangigem Digitalisierungsbedarf ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als vorrangig gilt ein Bestand, wenn mindestens einer der folgenden Gründe zutrifft:&lt;br /&gt;
# '''Materialverfall oder veraltete Technik:''' Der Träger zerfällt, oder Abspielgeräte sind kaum noch verfügbar.&lt;br /&gt;
# '''Ungesicherte Betreuung:''' Nachfolge, Räume oder Trägerschaft sind nicht gesichert.&lt;br /&gt;
# '''Unikat ohne Sicherung:''' Es gibt weder eine Kopie noch einen Nachweis an anderer Stelle.&lt;br /&gt;
# '''Schwindendes Wissen:''' Trägerinnen und Träger einer Praxis oder Zeitzeugen können nur noch begrenzte Zeit befragt werden.&lt;br /&gt;
# '''Ungesicherte digitale Dateien:''' Masterdateien fehlen, es gibt kein Zielarchiv, oder die Dateiformate veralten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die '''Dringlichkeit''' ist&lt;br /&gt;
* ''hoch'', wenn Verlust oder Unzugänglichkeit innerhalb weniger Jahre wahrscheinlich sind,&lt;br /&gt;
* ''mittel'', wenn ein Risiko erkennbar ist, der Zeitrahmen aber offen ist, und&lt;br /&gt;
* ''offen'', wenn die Lage nicht bekannt ist.&lt;br /&gt;
Die Herkunft der Dringlichkeit ist mit '''G''' gekennzeichnet, wenn der Bedarf von Trägern oder in ihren Unterlagen genannt wurde, und mit '''A''', wenn er aus der Analyse abgeleitet ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|+ Bestände mit vorrangigem Digitalisierungsbedarf&lt;br /&gt;
! Bestand / Bestandsgruppe !! Träger !! Klasse !! Grund !! Dringlichkeit !! Herkunft !! Quelle&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Ton-, Video- und Filmbestände auf Magnetband und Film || SKA, SNE, Rundfunk, Sorbisches Museum, Wendisches Museum, Amateurfilmer, Njepila-Hof u. a. || B3 || 1, 3 || hoch || G, A || &amp;lt;ref name=&amp;quot;smb2026&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;mta&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;ska&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Sprache und Erzählwissen der letzten muttersprachlichen Sprecherinnen und Sprecher des Niedersorbischen || – || C1 || 4 || hoch || A || &amp;lt;ref name=&amp;quot;sprache&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Zwei private Ausstellungen in der Oberlausitz, von den Betreibern im Ruhestand allein und ohne Förderung betreut (Stand 2019); eine davon inzwischen vom DZ als 3D-Raumscan erfasst, ihr dauerhafter Verbleib ist ungeklärt || privat || B4 || 2, 3 || hoch || G || &amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019b&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Private Sammlungen und Nachlässe, darunter Filme und Chroniken sowie ein Nachlass, dessen Sichtung und Bewertung 2019 erbeten wurde || privat || B1-B4 || 1, 2, 3 || hoch || G || &amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019b&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Veranstaltungsmitschnitte, die nicht zentral registriert sind und nur teilweise und komprimiert (''zu prüfen'') an das SKA gehen || studijo LUCIJA || D1 (C2, C3) || 5 || hoch || A || &amp;lt;ref name=&amp;quot;lucija&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Sorbische Musikvideos auf YouTube, Websites und soziale Medien || Künstlerinnen und Künstler, Gruppen, Einrichtungen || D1 || 5 || hoch || G ||&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;webarchiv&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Ältere Datenträger und ursprünglich digitale Objekte in Sammlungen, z. B. Disketten; Sammlungskategorie „Datenträger“ des Sorbischen Museums || Sorbisches Museum u. a. || D1 || 1, 5 || mittel || G || &amp;lt;ref name=&amp;quot;smb2026&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Ausstellungen kleiner Sammlungsorte ohne Langzeitperspektive, deren Sicherung im Ist-Zustand häufig gewünscht wird || Heimatstuben, kleine Museen || B4, A || 2 || mittel || G || &amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Archiv verschwundener Orte in Horno: Umzug 2019 geplant || Trägerschaft ''offen'' || B1, B2 || 2 || ''offen'' || G || &amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019b&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Sorbische Museum kennt in seinen eigenen Beständen keine akut gefährdeten Objekte.&amp;lt;ref name=&amp;quot;smb2026&amp;quot;/&amp;gt; Die Fotonegative des Kulturdenkmal-Inventars, die bis 2024 nahezu ausschließlich analog vorlagen, sind inzwischen digitalisiert.&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.2.4 Bedarfe der Kulturgutträger ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Neben dem Bedarf einzelner Bestände haben viele Kulturgutträger Bedarfe, die sie selbst betreffen. Sie werden hier gebündelt und der Seite des Angebots zugeordnet, an die sie sich richten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
! Bedarf !! Betroffene Träger !! Richtet sich an !! Herkunft !! Quelle&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Personal und Nachwuchs für Betreuung, Erfassung und Digitalisierung; keine Mittel für studentische Hilfskräfte || kleine Museen, Heimatstuben, ehrenamtliche Sammlungsorte; Sorbisches Museum, Wendisches Museum&amp;gt; || Rahmen (F), K2 || G || &amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;smb2026&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;wm2026&amp;quot;/&amp;gt;; SKR-Konzept, S. 7-8 und 29&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Laufende Finanzierung für Personal und Unterhalt; z. B. jährliches Ringen um Personalmittel in Dissen || kleine Museen || Rahmen (F) || G || &amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019b&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Fachliche Begleitung, Beratung und Schulung, auch zu einer Digitalstrategie und zum Umgang mit digitalen Sammlungsobjekten || kleine und ehrenamtliche Träger; Wendisches Museum; Sorbisches Museum || K1-K3, Rahmen || G || &amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;wm2026&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;smb2026&amp;quot;/&amp;gt;; SKR-Konzept, S. 10 und 30&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Inventarisierung und digitale Erschließung; Nachholbedarf wegen Personalmangels „teils bestandsgefährdend“; Erfassung von Metadaten mit Hilfskräften, ggf. mit KI-Unterstützung || kleine Museen, private Sammlungen, Domowina-Strukturen || K1 || G || SKR-Konzept, S. 7&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;/&amp;gt;; &amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2026&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Vernetzung und Kooperation; eine Dienstleistungs- und Ermöglichungsstruktur für die Digitalisierung || kleine Museen, Domowina || Rahmen (S) || G || &amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2026&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Sichtbarkeit und Präsentation; Katalog für die im Aufbau befindliche Fachbibliothek || sorbische Museen, kleine Museen; Wendisches Museum || K4 || G || &amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2020&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;smb2026&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;wm2026&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Sichtung und Bewertung von Nachlässen || private Nachlässe || K1, Prozessschritt „Bewerten“ || G || &amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019b&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Räume, Bausubstanz und Bewirtschaftung, z. B. Muzej Ćišinskeho, Dom Njechorńskeho || kleine Museen und Gedenkorte || Rahmen (Voraussetzung) || G || &amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019b&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2026&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Technik und Dienstleistung zur Digitalisierung von Ton-, Film-, Video- und Diaträgern || Sorbisches Museum, Wendisches Museum, kleine und private Träger || K2 || G || &amp;lt;ref name=&amp;quot;smb2026&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;wm2026&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Großformatige Scans über DIN A3 bis DIN A0, z. B. für Plakate und Kunstwerke auf Papier || Sorbisches Museum || K2 || G || &amp;lt;ref name=&amp;quot;smb2026&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Lesbarmachung älterer Speichermedien wie Disketten || Sorbisches Museum || K2, K3 || G || &amp;lt;ref name=&amp;quot;smb2026&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Digitalisierung mit Texterkennung von Verwaltungsdokumenten wie Kauf- und Leihverträgen, um Sammlungs- und Besitzstand und Provenienz zu sichern || Wendisches Museum || K2 || G || &amp;lt;ref name=&amp;quot;wm2026&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Klarheit über Leistungsrahmen, Laufzeit, Kapazität und Logistik des DZ sowie über seine Nutzbarkeit für brandenburgische Bestände || Wendisches Museum || K2, Rahmen || G || &amp;lt;ref name=&amp;quot;wm2026&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;dk2026&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Verbindlicher Ort für die langfristige Erhaltung von Digitalisaten und ursprünglich digitalen Aufnahmen || Domowina;studijo LUCIJA, Projekte, kleine Träger || K3 || G / A || &amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2026&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;lucija&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Rechteklärung: Bild- und Urheberrechte an Digitalisaten des DZ; Rundfunkproduktionen; Einwilligungen bei Veranstaltungsaufnahmen || Sorbisches Museum, Rundfunkproduktionen, Veranstaltungsaufnahmen || Rahmen || G / A || &amp;lt;ref name=&amp;quot;smb2026&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Sorbische Museum sieht bei Langzeitverfügbarkeit sowie bei Register und Metadaten keinen akuten Bedarf, da beides Teil seiner regulären Museumsarbeit sei. Es erwartet vom SKR vor allem eine einfachere Objektrecherche, Unterstützung beim Leihverkehr und größere Sichtbarkeit seiner Sammlung.&amp;lt;ref name=&amp;quot;smb2026&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.2.5 Erste Befunde ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* '''Ein Gesamtüberblick über die Bestände fehlt.''' 2020 wurde festgestellt, dass eine systematische Registrierung des sorbischen Kulturerbes fehlt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2020&amp;quot;/&amp;gt; 2025 beschrieb das SI die Bedingungen an den Sammlungsorten als „von vorbildlich bis prekär“; vieles liege nur analog vor, und die Digitalisierung stehe überwiegend am Anfang.&amp;lt;ref name=&amp;quot;skrhandout&amp;quot;&amp;gt;Sorbisches Institut 2025: Handout zum Pressegespräch „Konzept Sorbisches Kulturregister“, 20.11.2025. URL: https://www.serbski-institut.de/wp-content/uploads/2025/11/2025-11-20_Handout-Pressegespraech-SKR_Konzept.pdf, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Ein Überblick sei derzeit nicht möglich, weil die Sammlungsorte technisch „fraktioniert oder gar inkompatibel“ arbeiten (SKR-Konzept, S. 8).&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;/&amp;gt; Für ein Erbe von „viele[n] hunderttausend Entitäten“ fehle es an systematischer Erfassung mit eindeutigen Kennungen und gemeinsamen Metadaten.&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt; Auch die Domowina hat keinen Überblick über die Bestände in ihren Strukturen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2026&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
* '''Die bekannten Sammlungsorte sind nur ein Ausschnitt.''' Das SKR-Konzept nennt mehr als 70 Einrichtungen mit kulturerberelevantem Archivgut (S. 10), die Domowina verweist auf mindestens 70 Orte&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2026&amp;quot;/&amp;gt;. Im Arbeitskreis Lausitzer Museenland widmet sich etwa ein Drittel der 48 Heimatstuben und Regionalmuseen sorbischer Geschichte und Kultur (S. 7).&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;/&amp;gt; Die Arbeitsliste umfasst bisher rund 32 Orte.&amp;lt;ref name=&amp;quot;liste2026&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
* '''Zahlen gibt es nur für wenige große Träger.''' Größenordnungen liegen vor für das Sorbische Museum (ca. 42.000 Objekte), das Schriftgut des SI (mindestens 500.000 Druckseiten), die Sorbische Zentralbibliothek und das Kulturdenkmal-Inventar (1.760 Datensätze). Für das SKA, das Wendische Museum, die audiovisuellen Bestände und fast alle kleinen Träger fehlen sie. &amp;lt;mark&amp;gt;SKA anfragen&amp;lt;/mark&amp;gt;&lt;br /&gt;
* '''Wo der Zeitdruck am größten ist, ist am wenigsten bekannt.''' Das betrifft vor allem die analogen Ton-, Video- und Filmbestände sowie die Dokumentation des Niedersorbischen. Beide großen Museen nennen Technik für audiovisuelle Träger als Bedarf.&amp;lt;ref name=&amp;quot;smb2026&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;wm2026&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
* '''Online sichtbar ist nur ein Bruchteil.''' Acht Häuser mit sorbischem Schwerpunkt haben zusammen 401 Objekte auf museum-digital veröffentlicht; das Heimatmuseum Dissen mit 6.700 inventarisierten Exponaten noch keines (SKR-Konzept, S. 8).&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;/&amp;gt; Das Wendische Museum hat mit museum-digital begonnen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;wm2026&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
* '''Digital vorhanden heißt nicht gesichert.''' Ursprünglich digitale Aufnahmen, Musikvideos und Projektdaten haben teils kein Zielarchiv oder liegen nur bei ihrem Erzeuger (siehe 3.2.3). Welche Dienste für die langfristige Erhaltung (K3) bestehen oder geplant sind, untersucht Abschnitt 3.3, wer die Aufgabe übernimmt, Abschnitt 3.4.&lt;br /&gt;
* '''Das immaterielle Kulturerbe ist ungleich dokumentiert.''' Für die Niederlausitz gab es ab 2020 eine Erhebung der Bräuche und Feste,&amp;lt;ref name=&amp;quot;ike&amp;quot;/&amp;gt; für die Oberlausitz ist keine vergleichbare bekannt.&lt;br /&gt;
* '''Ein Teil des Erbes liegt außerhalb sorbischer Verantwortung oder außerhalb der Lausitz,''' etwa in Prag, Dresden, Görlitz, Berlin und Marbach, in nicht öffentlichen Rundfunkarchiven und bei der DEFA-Überlieferung.&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Ist-Analyse kann damit Struktur und Schwerpunkte benennen, aber keine vollständige Bestandsübersicht ersetzen. Eine institutionsübergreifende Bestands- und Bedarfserhebung mit Prioritätenliste ist eine eigene Aufgabe (vgl. das Ziel 2028 in [[#1.1 Visionen und Ziele für die sorbische digitale Welt|Abschnitt 1.1]]) und wird bei den Maßnahmen aufgegriffen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== 3.3 Kernfunktionen: Vorhaben, Systeme, Dienste ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieser Abschnitt beschreibt die Angebotsseite der Analyse: Welche Vorhaben, Systeme und Dienste decken die [[#2.3.2 Vier Kernfunktionen|vier Kernfunktionen]] heute ab, welche sind im Aufbau oder geplant, und welche Kulturgutträger können sie nutzen? Er stellt damit dem Bedarf aus [[#3.2 Bestände und Bedarfe|Abschnitt 3.2]] das vorhandene und geplante Angebot gegenüber. Wie Zuständigkeiten, Regeln und Finanzierung organisiert sind, untersucht Abschnitt 3.4.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Grundlage sind das Konzept des Digitalisierungszentrums (DZ) vom 13.08.2025&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt;, das Konzept des Sorbischen Kulturregisters (SKR) vom 20.11.2025&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;/&amp;gt;, das Protokoll des Digitalisierungskreises vom 21.04.2026&amp;lt;ref name=&amp;quot;dk2026&amp;quot;/&amp;gt;, die Rückmeldungen der Museen vom April 2026&amp;lt;ref name=&amp;quot;smb2026&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;wm2026&amp;quot;/&amp;gt; sowie öffentlich zugängliche Angaben der Betreiber. Einzelheiten zu jedem Vorhaben (Laufzeit, Finanzierung, Hinweise) stehen in [[12.3.A4 Vorhaben, Systeme und Dienste zur Digitalisierung des sorbischen Kulturerbes|Anhang 12.3.A4]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;mark&amp;gt;Die folgende Übersicht muss mit dem SI (DZ, SKR, SKA, Zentralbibliothek), der SLUB und den Museen bzgl. Korrektheit und Vollständigkeit abgestimmt werden.&amp;lt;/mark&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.3.1 Bewertungsmaßstab und Begriffe ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jedes Vorhaben wird mit zwei Merkmalen beschrieben. Bewertet werden dabei Dienste aus einrichtungsübergreifender Sicht, nicht die Arbeit einzelner Einrichtungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
; Reifegrad&lt;br /&gt;
: Entwicklungsstand nach dem Prüfraster in [[12.3.A2 Prüfraster zur Bewertung des Entwicklungsstandes beim Aufbau der Digitalisierung des Kulturerbes|Anhang 12.3.A2]]. Er zeigt zugleich, ob ein Angebot geplant (Stufe 1), im Aufbau (Stufe 2) oder nutzbar ist (Stufen 3 und 4). Wie im Prüfraster empfohlen, wird jede Kernfunktion getrennt bewertet. Für die Gesamtkette zählt die schwächste kritische Abhängigkeit mehr als der Durchschnitt.&lt;br /&gt;
; Trägerabdeckung&lt;br /&gt;
: Welche Kulturgutträger den Dienst heute tatsächlich nutzen können. Ist ein Dienst für einen größeren Kreis ausgelegt, steht das Ziel in Klammern. Ein Dienst, der alle Träger abdeckt, steht damit auch Dritten zur Verfügung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|+ Stufen der beiden Merkmale&lt;br /&gt;
! Reifegrad !! Trägerabdeckung&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;background:#f8d7da&amp;quot; | '''0''' · nicht begonnen: keine abgestimmten Ziele, Zuständigkeiten oder Verfahren || style=&amp;quot;background:#fde2c4&amp;quot; | '''eigene Bestände''': nur der Betreiber selbst&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;background:#fde2c4&amp;quot; | '''1''' · konzeptionell geklärt: Ziele, Rollen und Anforderungen beschrieben, noch nicht erprobt || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | '''einzelne Partner''': ausgewählte Träger, z. B. im Pilotbetrieb oder per Kooperationsvertrag&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | '''2''' · pilotiert: mit einzelnen Beständen oder Trägern praktisch erprobt || style=&amp;quot;background:#e8f0c8&amp;quot; | '''Teilgruppe''': alle Träger eines Landes oder einer Art, z. B. alle Museen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;background:#dff0d8&amp;quot; | '''3''' · teilweise im Regelbetrieb: Leistungen werden wiederholt erbracht, sind aber noch nicht vollständig verfügbar || style=&amp;quot;background:#c3e6cb&amp;quot; | '''alle Träger''' sorbischen Kulturerbes&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;background:#c3e6cb&amp;quot; | '''4''' · dauerhaft etabliert und überprüft: Zuständigkeiten, Finanzierung und Verfahren dauerhaft verankert || style=&amp;quot;background:#eeeeee&amp;quot; | '''–''': nicht anwendbar, z. B. bei Dokumentationen durch das SI&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Daraus ergibt sich der Maßstab für die Bewertung: Für jede Kernfunktion sollte mindestens ein Dienst oder ein abgestimmtes Bündel von Diensten mit Reifegrad 4 bestehen, das zusammen alle Kulturgutklassen und alle Träger abdeckt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den Tabellen kommen einige technische Begriffe vor:&lt;br /&gt;
; Kitodo&lt;br /&gt;
: Freie Software für Digitalisierungsabläufe. Kitodo.Production steuert die Arbeitsschritte vom Scan bis zum fertigen digitalen Objekt, Kitodo.Presentation stellt Digitalisate online bereit. Beide werden u. a. von der SLUB eingesetzt.&lt;br /&gt;
; METS/MODS, LIDO&lt;br /&gt;
: Standardformate für Metadaten. METS/MODS fasst ein Digitalisat mit seiner Struktur und Beschreibung zusammen und ist Grundlage z. B. für den DFG-Viewer, einen Online-Betrachter für Digitalisate. LIDO ist ein Austauschformat für Museumsobjekte.&lt;br /&gt;
; IIIF (International Image Interoperability Framework)&lt;br /&gt;
: Standard, über den Bilder und ihre Beschreibungen in verschiedenen Portalen und Betrachtern abgerufen werden können.&lt;br /&gt;
; PURL&lt;br /&gt;
: Persistent Uniform Resource Locator, eine dauerhafte Internetadresse, die auch bei einem Systemwechsel gleich bleibt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.3.2 Vorhaben und Dienste je Kernfunktion ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dienste, die mehrere Kernfunktionen abdecken, erscheinen bei jeder dieser Funktionen, weil ihr Reifegrad je Funktion verschieden sein kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|+ Vorhaben, Systeme und Dienste nach Kernfunktionen (Einzelheiten in Anhang 12.3.A4)&lt;br /&gt;
! Vorhaben / Dienst (Betreiber) !! Kulturgut-Klassen !! Reifegrad !! Trägerabdeckung heute (Ziel)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! colspan=&amp;quot;4&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left; background:#eaecf0&amp;quot; | K1 – Erfassen, beschreiben und verknüpfen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Sorbisches Kulturregister (SKR)''' (SI)&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;/&amp;gt; || alle || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | 2 · pilotiert (Regelbetrieb nach Personalausstattung möglich, Zeitpunkt offen) || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | einzelne Partner (Ziel: alle)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''museum-digital''' als Inventarisierungswerkzeug (Verbund museum-digital)&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt; || B1, B2, B4 || style=&amp;quot;background:#dff0d8&amp;quot; | 3 · teilweise Regelbetrieb || style=&amp;quot;background:#e8f0c8&amp;quot; | Teilgruppe: alle Museen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Bibliothekskatalog und Sorbische Bibliographie''' (Sorbische Zentralbibliothek)&amp;lt;ref name=&amp;quot;vls&amp;quot;/&amp;gt; || B1 || style=&amp;quot;background:#c3e6cb&amp;quot; | 4 · etabliert (''Annahme'') || style=&amp;quot;background:#fde2c4&amp;quot; | eigene Bestände&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Archivische Erschließung des SKA''', u. a. im Verbundkatalog Kalliope (SI)&amp;lt;ref name=&amp;quot;kitodo2021&amp;quot;&amp;gt;Böhmak, Wito 2021: Vortragsfolien zum Einsatz von Kitodo.Production am Sorbischen Institut (Nachlass Gotthold Schwela), Kitodo-Anwendertreffen 2021. URL: https://www.kitodo.org/fileadmin/groups/kitodo/Dokumente/Anwendertreffen_2021_Boehmak.pdf, abgerufen am 30.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; || B1-B3 || style=&amp;quot;background:#dff0d8&amp;quot; | 3 · teilweise Regelbetrieb (''Annahme'') || style=&amp;quot;background:#fde2c4&amp;quot; | eigene Bestände&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Inventardatenbanken der Museen''' (Sorbisches Museum: HiDA; Wendisches Museum: Adlib)&amp;lt;ref name=&amp;quot;smb2026&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;wm2026&amp;quot;/&amp;gt; || B1, B2, B4 || style=&amp;quot;background:#dff0d8&amp;quot; | 3 · teilweise Regelbetrieb || style=&amp;quot;background:#fde2c4&amp;quot; | eigene Bestände&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Datenbank sorbischer Kulturdenkmale''' (SI; Teilprojekt im Verbund DIKUSA)&amp;lt;ref name=&amp;quot;kdmsi&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;sorabiconkdm&amp;quot;&amp;gt;Sorabicon o. J.: Kulturdenkmale – Förderung. URL: https://sorabicon.de/en/cultural-memorials/about/grant/, abgerufen am 30.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; || A || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | 2 · pilotiert || style=&amp;quot;background:#eeeeee&amp;quot; | – (Dokumentation durch das SI)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Erhebung des immateriellen Kulturerbes in der Niederlausitz''' mit Belegdatenbank (SI)&amp;lt;ref name=&amp;quot;ike2023&amp;quot;/&amp;gt; || C1-C5 || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | 2 · pilotiert || style=&amp;quot;background:#eeeeee&amp;quot; | – (Dokumentation durch das SI)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Quellen zur sorbischen Geschichte 1918-1945''': Nachweis von Archivbeständen außerhalb der Lausitz (SI, Modul auf Sorabicon)&amp;lt;ref name=&amp;quot;quellen&amp;quot;&amp;gt;Heitmann, Clemens (Hrsg.) o. J.: Quellen zur sorbischen Geschichte 1918-1945. Modul im Wissensportal Sorabicon. URL: https://www1.sorabicon.de/en/sources-of-sorbian-history-1918-1945/, abgerufen am 30.10.2026; vgl. Heitmann, Clemens 2019: Digitales Archivportal zur Geschichte der Sorben. Arbeitsfortschritte und erste Ergebnisse. In: Lětopis 2019/1, S. 129-140.&amp;lt;/ref&amp;gt; || B1 || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | 2 · pilotiert, Projekt abgeschlossen || style=&amp;quot;background:#eeeeee&amp;quot; | – (Nachweis fremder Bestände)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! colspan=&amp;quot;4&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left; background:#eaecf0&amp;quot; | K2 – Digitalisieren und Qualität sichern&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Digitalisierungszentrum (DZ)''' (SI)&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;dk2026&amp;quot;/&amp;gt; || B1, B2, B4, A (Raumscans) || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | 2 · pilotiert (Regelbetrieb bis Ende 2027 vorgesehen, danach Finanzierung offen) || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | einzelne Partner, kostenfrei nur in Sachsen (Ziel: alle)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Filmdigitalisierung in Kooperation''' (DZ, Prüfung mit dem Medienzentrum der SLUB)&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt; || B3 || style=&amp;quot;background:#fde2c4&amp;quot; | 1 · konzeptionell || style=&amp;quot;background:#eeeeee&amp;quot; | – (Ziel: alle)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Landesdigitalisierungsprogramm Sachsen''' (SLUB)&amp;lt;ref name=&amp;quot;ldp&amp;quot;/&amp;gt; || B1 || style=&amp;quot;background:#dff0d8&amp;quot; | 3 · teilweise Regelbetrieb || style=&amp;quot;background:#e8f0c8&amp;quot; | Teilgruppe: Sachsen (''Annahme'')&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Deutsche Fotothek''', Kooperation mit dem SKA (SLUB)&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt; || B2, B3 || style=&amp;quot;background:#dff0d8&amp;quot; | 3 · teilweise Regelbetrieb || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | einzelne Partner: SKA&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''SAVE''', Landesprogramm zur Sicherung des audiovisuellen Erbes in Sachsen (SLUB mit dem Filmverband Sachsen)&amp;lt;ref name=&amp;quot;save2019&amp;quot;&amp;gt;Leipziger Internet Zeitung 2019: Sachsen startet Sicherung von historischen Film- und Tonaufnahmen, August 2019. URL: https://www.l-iz.de/melder/wortmelder/2019/08/Sachsen-startet-Sicherung-von-historischen-Film-und-Tonaufnahmen-292580, abgerufen am 30.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;save2026&amp;quot;&amp;gt;Loch, René 2026: Filminstitutionen protestieren gegen Kürzungen im sächsischen Doppelhaushalt. Leipziger Zeitung, 18.09.2026. URL: https://www.l-iz.de/kultur/film-tv/2026/09/filminstitutionen-protestieren-gegen-kuerzungen-im-saechsischen-doppelhaushalt-671028, abgerufen am 30.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; || B3 || style=&amp;quot;background:#dff0d8&amp;quot; | 3 · teilweise Regelbetrieb; Kürzungen ab 2027 geplant || style=&amp;quot;background:#e8f0c8&amp;quot; | Teilgruppe: Sachsen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Eigene Digitalisierung der Museen''' (Sorbisches Museum, Wendisches Museum)&amp;lt;ref name=&amp;quot;smb2026&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;wm2026&amp;quot;/&amp;gt; || B1, B2, B4 bis DIN A3 || style=&amp;quot;background:#dff0d8&amp;quot; | 3 · teilweise Regelbetrieb || style=&amp;quot;background:#fde2c4&amp;quot; | eigene Bestände&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! colspan=&amp;quot;4&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left; background:#eaecf0&amp;quot; | K3 – Langfristig erhalten&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Repositorium und Datenhaltung des DZ''' (SI)&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;dk2026&amp;quot;/&amp;gt; || D2 || style=&amp;quot;background:#fde2c4&amp;quot; | 1 · konzeptionell (Datenhaltung mit Sicherung erprobt, Langzeitarchivierung offen) || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | einzelne Partner (Ziel: alle)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Digitale Langzeitarchivierung der SLUB''' (SLUB)&amp;lt;ref name=&amp;quot;nestor&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;dk2026&amp;quot;/&amp;gt; || D1, D2 || style=&amp;quot;background:#c3e6cb&amp;quot; | 4 · etabliert für eigene Bestände (''Annahme'') || style=&amp;quot;background:#fde2c4&amp;quot; | eigene Bestände; für sorbische Träger ''offen''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Datensicherung der Museen''' (Sorbisches Museum, Wendisches Museum)&amp;lt;ref name=&amp;quot;smb2026&amp;quot;/&amp;gt; || eigene Digitalisate || style=&amp;quot;background:#eeeeee&amp;quot; | ''offen'' || style=&amp;quot;background:#fde2c4&amp;quot; | eigene Bestände&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Notsicherung ursprünglich digitaler Werke''' (DZ und SKR, Vorschlag)&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt; || D1 || style=&amp;quot;background:#fde2c4&amp;quot; | 1 · konzeptionell || style=&amp;quot;background:#eeeeee&amp;quot; | – (Vorschlag)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! colspan=&amp;quot;4&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left; background:#eaecf0&amp;quot; | K4 – Zugänglich machen und Nutzung ermöglichen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Sorabicon''', mehrsprachiges Wissensportal (SI)&amp;lt;ref name=&amp;quot;siposter&amp;quot;&amp;gt;Sorbisches Institut o. J.: Digitalisierung der sorbischen/wendischen Kulturdaten. Poster zum Drei-Säulen-Modell der Digitalisierungsstrategie des SI. URL: https://serbski-institut.de/wp-content/uploads/2021/11/A0-Druck_Digitalisierungsstrategie-SI.pdf, abgerufen am 30.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;sorabicon2024&amp;quot;&amp;gt;Bejmak, Wito; Slodička, Marek 2024: Sorabicon. Vortrag auf der 17. Tagung der AG Regionalportale, Dresden, 6.-8. Mai 2024. URL: https://hackmd.io/@Marek00/Sorabicon-17-AG-RegPortale, abgerufen am 30.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; || A, B1, C1, C3 || style=&amp;quot;background:#dff0d8&amp;quot; | 3 · teilweise Regelbetrieb || style=&amp;quot;background:#fde2c4&amp;quot; | eigene Bestände (kuratiert durch das SI)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Virtueller Lesesaal''' (SI)&amp;lt;ref name=&amp;quot;vls&amp;quot;/&amp;gt; || B1-B3 || style=&amp;quot;background:#dff0d8&amp;quot; | 3 · teilweise Regelbetrieb || style=&amp;quot;background:#fde2c4&amp;quot; | eigene Bestände&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Sachsen.digital''' und '''DFG-Viewer''' (SLUB)&amp;lt;ref name=&amp;quot;ldp&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;kitodo2021&amp;quot;/&amp;gt; || B1 || style=&amp;quot;background:#c3e6cb&amp;quot; | 4 · etabliert || style=&amp;quot;background:#e8f0c8&amp;quot; | Teilgruppe: Sachsen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''digitalizat.de''', Repositorium und Präsentation des DZ (SI)&amp;lt;ref name=&amp;quot;dk2026&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt; || B1, B2 || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | 2 · pilotiert || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | einzelne Partner (Ziel: alle)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Rechercheoberfläche des SKR''' mit Suche, Filtern und eigenen Seiten je Eintrag (SI, geplant)&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;/&amp;gt; || alle || style=&amp;quot;background:#fde2c4&amp;quot; | 1 · konzeptionell (''Annahme'') || style=&amp;quot;background:#eeeeee&amp;quot; | – (Ziel: alle)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''museum-digital''' (Verbund museum-digital)&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;wm2026&amp;quot;/&amp;gt; || B4, B2, B1 || style=&amp;quot;background:#dff0d8&amp;quot; | 3 · teilweise Regelbetrieb || style=&amp;quot;background:#e8f0c8&amp;quot; | Teilgruppe: alle Museen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Überregionale Portale''': Deutsche Digitale Bibliothek (DDB), Archivportal-D, Kalliope, Copernico&amp;lt;ref name=&amp;quot;fotothekddb&amp;quot;&amp;gt;Deutsche Digitale Bibliothek o. J.: Fotografie aus der Fotosammlung Ernst Tschernik. Datengeber: Sorbisches Institut / Sorbisches Kulturarchiv, geliefert über die Deutsche Fotothek. URL: https://www.deutsche-digitale-bibliothek.de/item/VYGCX4DORKMVYJG6JKMITHNBQ3QOC6JB, abgerufen am 30.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;copernico&amp;quot;&amp;gt;Sorbisches Institut 2026: Pressemitteilung zur Mitgliedschaft im Netzwerk „Copernico – Geschichte und kulturelles Erbe im östlichen Europa“, 28.07.2026. URL: https://idw-online.de/de/news875220, abgerufen am 30.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; || B1, B2 || style=&amp;quot;background:#c3e6cb&amp;quot; | 4 · etabliert || style=&amp;quot;background:#e8f0c8&amp;quot; | Teilgruppe: Einrichtungen mit eigenen Daten&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Sprachportale''' niedersorbisch.de und obersorbisch.de (SI, ''Annahme'')&amp;lt;ref name=&amp;quot;atlas&amp;quot;/&amp;gt; || C1 || style=&amp;quot;background:#dff0d8&amp;quot; | 3 · teilweise Regelbetrieb (''Annahme'') || style=&amp;quot;background:#fde2c4&amp;quot; | eigene Bestände&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kein heute nutzbarer Dienst deckt alle Träger ab. Für alle Träger ausgelegt sind bisher nur Vorhaben im Aufbau oder in Planung: SKR, DZ, digitalizat.de und die Rechercheoberfläche des SKR.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.3.3 Kurzbewertung der vier Kernfunktionen ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Kurzbewertung fasst die Tabelle aus einrichtungsübergreifender Sicht zusammen: Bewertet wird, was für das sorbische Kulturerbe insgesamt verfügbar ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|+ Kurzbewertung der Kernfunktionen&lt;br /&gt;
! Kernfunktion !! Reifegrad !! Trägerabdeckung heute !! Was funktioniert !! Was fehlt&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''K1''' Erfassen, beschreiben und verknüpfen || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | '''2''' · pilotiert || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | einzelne Partner (SKR-Pilot); Museen über museum-digital || Erfassung in den einzelnen Einrichtungen im Regelbetrieb; für Kulturdenkmale in Sachsen und das immaterielle Erbe der Niederlausitz erprobt; SKR-Prototyp mit Schnittstellen und Normdaten || kein einrichtungsübergreifender Nachweis im Regelbetrieb; kleine Träger und Privatsammlungen kaum erfasst; Personal des SKR über 2025 hinaus nicht gesichert (Stand ''offen''); Regeln für Masterdaten, Versionierung und Kennungen erst diskutiert&amp;lt;ref name=&amp;quot;dk2026&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''K2''' Digitalisieren und Qualität sichern || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | '''2''' · pilotiert || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | einzelne Partner; Landesangebote nur in Sachsen || DZ mit Technik, Kitodo-Arbeitsablauf und Piloten für Schriftgut, Fotos, 3D-Objekte und Räume; bewährte Landesangebote in Sachsen; Museen digitalisieren eigene Bestände bis A3 || Dienstleistungsbetrieb des DZ erst nach der Pilotphase; Leistungsrahmen und Logistik für Partner noch nicht beschrieben&amp;lt;ref name=&amp;quot;wm2026&amp;quot;/&amp;gt;; AV-Träger nur über Kooperationen; Großformate über A2 und ältere Datenträger ohne Angebot (''Annahme''); Zugang für brandenburgische Träger ungeklärt&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''K3''' Langfristig erhalten || style=&amp;quot;background:#fde2c4&amp;quot; | '''1''' · konzeptionell || style=&amp;quot;background:#fde2c4&amp;quot; | nur eigene Bestände || Datenhaltung mit Sicherung im DZ; Langzeitarchiv der SLUB für deren eigene Programme; Museen sichern eigene Daten || ein Dienst für die Langzeitarchivierung, der auch Dritten offensteht, ist noch nicht ausgearbeitet: das Konzept des DZ für den Dauerbetrieb steht aus&amp;lt;ref name=&amp;quot;dk2026&amp;quot;/&amp;gt;; keine Regeln für die Übernahme ursprünglich digitaler Dokumentationen (siehe 3.3.6); Nutzung der SLUB oder anderer Landeseinrichtungen und deren Kosten nicht geklärt&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''K4''' Zugänglich machen und Nutzung ermöglichen || style=&amp;quot;background:#dff0d8&amp;quot; | '''3''' · teilweise Regelbetrieb || style=&amp;quot;background:#e8f0c8&amp;quot; | Einrichtungen mit eigenen Daten; kleine und private Träger kaum || mehrere Angebote im Regelbetrieb: Sorabicon, Virtueller Lesesaal, Sachsen.digital, Deutsche Fotothek, museum-digital, DDB; Sorabicon und Kitodo.Presentation mehrsprachig || kein gemeinsamer Einstieg; digitalizat.de und die Rechercheoberfläche des SKR im Aufbau; Museumsobjekte kaum online; Nachnutzung teils durch Rechte eingeschränkt, z. B. Fotos des SKA mit dem Status „urheberrechtlich geschützt“&amp;lt;ref name=&amp;quot;fotothekddb&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kritische Abhängigkeiten zwischen den Kernfunktionen:&lt;br /&gt;
* '''K1 und K2:''' Laut Konzept setzt das DZ die Verzeichnung im SKR voraus, und das SKR soll die Masterdaten führen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;dk2026&amp;quot;/&amp;gt; In der Praxis vergibt das DZ für Digitalisate eigene dauerhafte Adressen (PURL), die nicht durchgängig mit dem SKR verknüpft werden (''zu prüfen'').&amp;lt;ref name=&amp;quot;dzpraxis&amp;quot;&amp;gt;Auskunft aus dem Digitalisierungskreis, Oktober 2026; schriftlicher Beleg noch einzuholen.&amp;lt;/ref&amp;gt; Damit entstehen Digitalisate ohne Registereintrag, und Metadaten werden womöglich doppelt gepflegt.&lt;br /&gt;
* '''K3 für alle:''' Nach der Bewertungsregel des Prüfrasters bestimmt das langfristige Erhalten als schwächstes Glied den Stand der Gesamtkette. Speichern ist nicht dasselbe wie langfristiges Erhalten (vgl. [[#2.3.4 Digitalisierungsdienst und Archiv|Abschnitt 2.3.4]]).&lt;br /&gt;
* '''K4:''' Die Sichtbarkeit hängt am Nachweis (K1) und an der Rechteklärung (siehe 3.4).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.3.4 Abdeckung nach Kulturgutklassen ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Matrix verdichtet die Tabelle aus 3.3.2 zur Frage, für welche Kulturgutklassen heute für Dritte nutzbare Dienste bestehen. Sie ist eine Einschätzung. Digitalisate (Klasse D2) sind in der Zeile ihrer Ausgangsklasse enthalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|+ Abdeckung der Kernfunktionen nach Kulturgutklassen&lt;br /&gt;
! Klasse !! K1 Erfassen !! K2 Digitalisieren !! K3 Erhalten !! K4 Zugänglich machen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''A''' Materiell – unbeweglich || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | '''teilweise:''' Kulturdenkmal-Datenbank (Sachsen); Niederlausitz im Aufbau || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | '''teilweise:''' Negative extern digitalisiert; Raumscans im DZ-Pilot || style=&amp;quot;background:#f8d7da&amp;quot; | '''Lücke:''' Datenhaltung im DZ, keine Langzeitarchivierung || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | '''teilweise:''' Atlas auf Sorabicon (78 Objekte)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''B1''' Schriftgut || style=&amp;quot;background:#c3e6cb&amp;quot; | '''gut:''' Bibliothekskatalog, Sorbische Bibliographie, Kalliope || style=&amp;quot;background:#c3e6cb&amp;quot; | '''gut:''' Landesdigitalisierungsprogramm (Sachsen); DZ-Pilot Periodika || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | '''teilweise:''' SLUB für Landesprogramme (''Annahme''); sonst ''offen'' || style=&amp;quot;background:#c3e6cb&amp;quot; | '''gut:''' Sachsen.digital, Virtueller Lesesaal, DDB, DFG-Viewer&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''B2''' Fotografien und Bildträger || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | '''teilweise:''' SKA, Fotodatenbanken der Museen; private Bestände kaum || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | '''teilweise:''' Deutsche Fotothek (nur SKA), DZ-Pilot, Dienstleister || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | '''teilweise:''' SLUB für Fotothek-Bestände (''Annahme''); sonst ''offen'' || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | '''teilweise:''' Deutsche Fotothek, DDB (nur SKA)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''B3''' Analoge AV-Träger || style=&amp;quot;background:#eeeeee&amp;quot; | '''unbekannt:''' Bestände kaum bekannt || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | '''teilweise:''' SAVE (nur Sachsen, Kürzungen geplant), Deutsche Fotothek (Filme des SKA); DZ nur 8 mm || style=&amp;quot;background:#eeeeee&amp;quot; | '''unbekannt''' || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | '''teilweise:''' einzelne Filme im Virtuellen Lesesaal&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''B4''' 3D-Objekte || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | '''teilweise:''' Museumsdatenbanken, museum-digital; kleine Träger teils ohne Inventar || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | '''teilweise:''' Museen bis A3; DZ-Pilot Drebkau; Projektförderung in Brandenburg || style=&amp;quot;background:#eeeeee&amp;quot; | '''unbekannt:''' Museen eigenverantwortlich || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | '''teilweise:''' museum-digital (401 Objekte aus Häusern mit sorbischem Schwerpunkt)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''C1''' Orale Traditionen || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | '''teilweise:''' Zeitzeugen-Aufnahmen des SI und des studijo LUCIJA, keine Systematik || style=&amp;quot;background:#eeeeee&amp;quot; | '''unbekannt:''' Aufnahmen durch SI, Rundfunk, studijo LUCIJA || style=&amp;quot;background:#eeeeee&amp;quot; | '''unbekannt''' || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | '''teilweise:''' Sorabicon, Sprachportale, YouTube&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''C2-C5''' Darstellende Künste, Rituale und Feste, Wissen, Handwerk || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | '''teilweise:''' Erhebung Niederlausitz (rund 500 Praktiken); Oberlausitz keine || style=&amp;quot;background:#f8d7da&amp;quot; | '''Lücke:''' keine systematische Dokumentation; Mitschnitte durch studijo LUCIJA und Rundfunk || style=&amp;quot;background:#f8d7da&amp;quot; | '''Lücke:''' Mitschnitte nur teilweise und komprimiert im SKA (''zu prüfen'') || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | '''teilweise:''' Sorabicon (Niederlausitz), Mediatheken, YouTube&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''D1''' Born-digital || style=&amp;quot;background:#f8d7da&amp;quot; | '''Lücke:''' erste Erhebung durch das SKR (41 Musikvideos) || style=&amp;quot;background:#f8f9fa&amp;quot; | – Übernahme statt Digitalisierung (siehe 3.3.6) || style=&amp;quot;background:#f8d7da&amp;quot; | '''Lücke:''' Notsicherung vorgeschlagen; keine Webarchivierung bekannt || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | '''teilweise:''' nur auf Plattformen der Erzeuger, ungesichert&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am besten abgedeckt ist das Schriftgut (B1), weil es an die Infrastruktur von Bibliotheken und Land anschließt. Für die in [[#3.2.3 Bestände mit vorrangigem Digitalisierungsbedarf|Abschnitt 3.2.3]] als besonders dringlich eingestuften Bestände – analoge AV-Träger, Dokumentationen des lebendigen Kulturgeschehens, ursprünglich digitale Werke – gibt es nur Teilangebote, und das langfristige Erhalten ist dort durchweg ungeklärt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.3.5 Durchgängigkeit der Prozesskette ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Kulturgut ist erst dann dauerhaft digital verfügbar, wenn es alle sechs [[#2.4.2 Prozessschritte im Detail|Prozessschritte]] durchlaufen hat. Die Abbildung ordnet den Schritten die heutigen Vorhaben zu und zeigt Reifegrad und Trägerabdeckung aus einrichtungsübergreifender Sicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Dataja:Wobraz K7.png|thumb|center|600px|Prozesskette mit heutigen Vorhaben, Reifegraden und Trägerabdeckung]]&amp;lt;ref&amp;gt;Mermaid Flowchart Code: [https://mermaid.live/edit#pako:eNqNVtFO60YQ_ZVRrqi4kYNwHFKaSpVAoa0Et0LklkptKrG2x87erNfWeg0FBF_DP_SFp-bHenbtkJTeS-s8bHZ2Z_acObNj3_eSMuXehHo7O_dSSzuh-3kvU-VNshDGznt-fmNEVUmd_yJTu3C2g_F-QPOehu-sEgmWnDXyRiP0ctt4-PBADzs7c_0SlT4ezzXRLPxt3rvq90P660-aiaJgpekrYpOJumbd79PuafjeLV6wzDg3IqWhd8Re1ei8Lo1lStnQR7N6yjFi74lZcIxF2GuSRSEsG8lKscZS7Gzau_wkGYMSTS3tHe2eS1Xa9y56vwsm4pSTJSJNiKW-Azhen_MtLWFiZzcyWViHZfUcs8mNQ6pTfoHRv5r3fveghy3bYUsol7UFLsOOMmAlC7jGb7I-vQBMU9rS3lZ-w7GMlSztgpf1UlihytxZT4WCtWL3_0c5PXLjUapk7P4UTc1NMUhlLuHwX3TPIZZGrnZx9qDNUEAfEAKoPd9X8TZko5Zs5GHyDUMoRzQDyZw7mhdiUbB-RTV07ifaIiEsU6fjJyRzk2cqnXhIwydeWo__jLWDXSP3hWwKyrlSQtuATo302msqM4iyATdqwY3cydMWuazXWlRm9Zx1Ogw_p8P013W1tHWbLFCsEzoTkL1Ot8I5UJUp4VkUAU258aToe6cgNAtodnR54mJ0GY1lTUfR_9Qk6A4UGvkscQ10Y1xpd3g2ZA9asge-DEyykNdrpjVSyqZlGn1Ohinujl4I5fMuC8e8kJZm3s_Z4AIU-R2Dsw_tb9bs7OdjDydbPRtygjvYXSL4C_zc_m7rMdd29QRyGxLjlsTYnXgOXzC0axq6sXedXqNXLHwyZyXOkUmp3dqlNLZx3cDQGddIn1BbKu518vnCeK3Xv6-P3zY9_gKjraIFTpe4lp9u84oeonwTaXSKopPXML70saVoig37kAaD79BA2iFqh1E7HLTDuG0xNNhDB75CV7N0WqJiKkuX4N-godo7J5nXJBU1xAycT9cNz434A-WnHWBKG4iZQ4Jc5nTNZqlXz1VmgYf2_NHO8ezkByfKJtkaOaQj1AtOCYd70d7RcEL7XciY81I77khZSMsWmiw1pMCFXarVE14LWBtS5a4WtPXTiCxLdcOyZleAaJusYnaN03ezEZg0bBYiQ3KtQDeE36Zo6PHx0eF0s0ThpTLljExImVRq8i5LeZiMArThcsmTd_Hh-CCMg6RUpZm8C4X7_dNxuHbMsmjLUYwPxf7-W45R55hm2X56-OIYJV-Po_QNR8X55kg8L57f-GftOfJPtziAtnjHGnGLV297AXw81E2AYjHhliUMZsMAhWSGW8Yx8G6myJ6DMde9gHoFm0LI1H0t4KMAdwK3GZN5L-VMNApfCw9uG4qvnN3qBEvWNAxLU6Wo7qkUrgV05oe_AfVO9_k hier klicken], abgerufen am 30.10.2026&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie weit die Kette heute tatsächlich reicht, zeigen sechs Beispiele:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|+ Beispiele durchgängiger und unterbrochener Ketten (grün: vorhanden · gelb: teilweise oder ''Annahme'' · rot: fehlt oder ''offen'')&lt;br /&gt;
! Beispiel !! 1-2 Erfassen, registrieren !! 3 Bewerten, freigeben !! 4 Digitalisieren !! 5 Archivieren !! 6 Präsentieren !! Bewertung&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Drucke und Handschriften des SI''' || style=&amp;quot;background:#c3e6cb&amp;quot; | Bibliothekskatalog (K10plus) || style=&amp;quot;background:#c3e6cb&amp;quot; | Auswahl durch das SI im Landesprogramm || style=&amp;quot;background:#c3e6cb&amp;quot; | Landesdigitalisierungsprogramm || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | SLUB (''Annahme'') || style=&amp;quot;background:#c3e6cb&amp;quot; | Sachsen.digital, DDB || durchgängig, auf Schriftgut des SI beschränkt&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Nachlass Schwela (SKA)''' || style=&amp;quot;background:#c3e6cb&amp;quot; | Kalliope || style=&amp;quot;background:#c3e6cb&amp;quot; | Auswahl durch das SI, Förderung durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft || style=&amp;quot;background:#c3e6cb&amp;quot; | Kitodo im SI || style=&amp;quot;background:#f8d7da&amp;quot; | ''offen'' || style=&amp;quot;background:#c3e6cb&amp;quot; | DFG-Viewer, Archivportal-D, DDB, Sorabicon || durchgängig bis auf das Erhalten; drittmittelfinanziert&amp;lt;ref name=&amp;quot;kitodo2021&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;sorabicon2024&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Fotosammlungen des SKA''' || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | Verzeichnisse des SKA (Umfang ''offen'') || style=&amp;quot;background:#c3e6cb&amp;quot; | Kooperationsvertrag || style=&amp;quot;background:#c3e6cb&amp;quot; | Deutsche Fotothek || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | SLUB (''Annahme'') || style=&amp;quot;background:#c3e6cb&amp;quot; | Deutsche Fotothek, DDB || durchgängig, nur für das SKA&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Kulturdenkmale in Sachsen''' || style=&amp;quot;background:#c3e6cb&amp;quot; | Inventar seit 2000; 1.760 Datensätze im SKR&amp;lt;ref name=&amp;quot;kdmsi&amp;quot;/&amp;gt; || style=&amp;quot;background:#c3e6cb&amp;quot; | Projektentscheidung (DIKUSA) || style=&amp;quot;background:#c3e6cb&amp;quot; | Negative 2024 extern digitalisiert; Qualitätssicherung mit Kitodo im DZ vorgesehen || style=&amp;quot;background:#f8d7da&amp;quot; | Datenhaltung im DZ, Langzeitarchivierung ''offen'' || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | Atlas auf Sorabicon (bisher 26 Objekte aus dem sächsischen Teil) || bis zur Präsentation erprobt; Erhalten ''offen''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Ostereier der Sorbischen Webstube Drebkau''' || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | Excel-Inventar, Erfassung in museum-digital || style=&amp;quot;background:#c3e6cb&amp;quot; | Pilot mit eingeworbenen Projektmitteln || style=&amp;quot;background:#c3e6cb&amp;quot; | Fotos durch das DZ, 16 3D-Modelle im Makerspace der SLUB || style=&amp;quot;background:#f8d7da&amp;quot; | Rückgabe an den Träger mit Empfehlungen || style=&amp;quot;background:#c3e6cb&amp;quot; | museum-digital || Kette bricht beim Erhalten ab&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Veranstaltungsmitschnitte des studijo LUCIJA''' || style=&amp;quot;background:#f8d7da&amp;quot; | nicht zentral registriert || style=&amp;quot;background:#f8d7da&amp;quot; | keine abgestimmte Auswahl || style=&amp;quot;background:#f8f9fa&amp;quot; | – ursprünglich digital || style=&amp;quot;background:#f8d7da&amp;quot; | teilweise und komprimiert an das SKA (''zu prüfen'') || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | YouTube, ungesichert || keine geregelte Kette&amp;lt;ref name=&amp;quot;lucija&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;lucija_youtube&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Andere Darstellung:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|+ Beispiele durchgängiger und unterbrochener Ketten&amp;lt;br&amp;gt;(grün: vorhanden · gelb: teilweise oder ''Annahme'' · rot: fehlt oder ''offen'')&lt;br /&gt;
! Prozessschritt !! Stand&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! colspan=&amp;quot;2&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left; background:#eaecf0&amp;quot; | Drucke und Handschriften des SI – durchgängig, auf Schriftgut des SI beschränkt&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1-2 Erfassen, registrieren || style=&amp;quot;background:#c3e6cb&amp;quot; | Bibliothekskatalog (K10plus)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 3 Bewerten, freigeben || style=&amp;quot;background:#c3e6cb&amp;quot; | Auswahl durch das SI im Landesprogramm&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 4 Digitalisieren || style=&amp;quot;background:#c3e6cb&amp;quot; | Landesdigitalisierungsprogramm&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 5 Archivieren || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | SLUB (''Annahme'')&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 6 Präsentieren || style=&amp;quot;background:#c3e6cb&amp;quot; | Sachsen.digital, DDB&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! colspan=&amp;quot;2&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left; background:#eaecf0&amp;quot; | Nachlass Schwela (SKA) – durchgängig bis auf das Erhalten; drittmittelfinanziert&amp;lt;ref name=&amp;quot;kitodo2021&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;sorabicon2024&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1-2 Erfassen, registrieren || style=&amp;quot;background:#c3e6cb&amp;quot; | Kalliope&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 3 Bewerten, freigeben || style=&amp;quot;background:#c3e6cb&amp;quot; | Auswahl durch das SI, Förderung durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 4 Digitalisieren || style=&amp;quot;background:#c3e6cb&amp;quot; | Kitodo im SI&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 5 Archivieren || style=&amp;quot;background:#f8d7da&amp;quot; | ''offen''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 6 Präsentieren || style=&amp;quot;background:#c3e6cb&amp;quot; | DFG-Viewer, Archivportal-D, DDB, Sorabicon&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! colspan=&amp;quot;2&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left; background:#eaecf0&amp;quot; | Fotosammlungen des SKA – durchgängig, nur für das SKA&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1-2 Erfassen, registrieren || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | Verzeichnisse des SKA (Umfang ''offen'')&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 3 Bewerten, freigeben || style=&amp;quot;background:#c3e6cb&amp;quot; | Kooperationsvertrag&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 4 Digitalisieren || style=&amp;quot;background:#c3e6cb&amp;quot; | Deutsche Fotothek&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 5 Archivieren || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | SLUB (''Annahme'')&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 6 Präsentieren || style=&amp;quot;background:#c3e6cb&amp;quot; | Deutsche Fotothek, DDB&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! colspan=&amp;quot;2&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left; background:#eaecf0&amp;quot; | Kulturdenkmale in Sachsen – bis zur Präsentation erprobt; Erhalten ''offen''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1-2 Erfassen, registrieren || style=&amp;quot;background:#c3e6cb&amp;quot; | Inventar seit 2000; 1.760 Datensätze im SKR&amp;lt;ref name=&amp;quot;kdmsi&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 3 Bewerten, freigeben || style=&amp;quot;background:#c3e6cb&amp;quot; | Projektentscheidung (DIKUSA)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 4 Digitalisieren || style=&amp;quot;background:#c3e6cb&amp;quot; | Negative 2024 extern digitalisiert; Qualitätssicherung mit Kitodo im DZ vorgesehen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 5 Archivieren || style=&amp;quot;background:#f8d7da&amp;quot; | Datenhaltung im DZ, Langzeitarchivierung ''offen''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 6 Präsentieren || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | Atlas auf Sorabicon (bisher 26 Objekte aus dem sächsischen Teil)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! colspan=&amp;quot;2&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left; background:#eaecf0&amp;quot; | Ostereier der Sorbischen Webstube Drebkau – Kette bricht beim Erhalten ab&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1-2 Erfassen, registrieren || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | Excel-Inventar, Erfassung in museum-digital&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 3 Bewerten, freigeben || style=&amp;quot;background:#c3e6cb&amp;quot; | Pilot mit eingeworbenen Projektmitteln&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 4 Digitalisieren || style=&amp;quot;background:#c3e6cb&amp;quot; | Fotos durch das DZ, 16 3D-Modelle im Makerspace der SLUB&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 5 Archivieren || style=&amp;quot;background:#f8d7da&amp;quot; | Rückgabe an den Träger mit Empfehlungen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 6 Präsentieren || style=&amp;quot;background:#c3e6cb&amp;quot; | museum-digital&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! colspan=&amp;quot;2&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left; background:#eaecf0&amp;quot; | Veranstaltungsmitschnitte des studijo LUCIJA – keine geregelte Kette&amp;lt;ref name=&amp;quot;lucija&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;lucija_youtube&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1-2 Erfassen, registrieren || style=&amp;quot;background:#f8d7da&amp;quot; | nicht zentral registriert&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 3 Bewerten, freigeben || style=&amp;quot;background:#f8d7da&amp;quot; | keine abgestimmte Auswahl&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 4 Digitalisieren || style=&amp;quot;background:#f8f9fa&amp;quot; | – ursprünglich digital&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 5 Archivieren || style=&amp;quot;background:#f8d7da&amp;quot; | teilweise und komprimiert an das SKA (''zu prüfen'')&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 6 Präsentieren || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | YouTube, ungesichert&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durchgängig sind bisher vor allem Ketten, die an bestehende Landes- und Bibliotheksinfrastruktur anschließen. Ketten für Museumsobjekte und für das lebendige Kulturgeschehen brechen spätestens beim langfristigen Erhalten ab. Über die Auswahl (Schritt 3) entscheidet bisher die jeweilige Einrichtung oder das Projekt. Das im DZ-Konzept vorgesehene Lenkungsgremium aus den vier hauptamtlichen Sammlungseinrichtungen und dem SKR ist nach den vorliegenden Unterlagen noch nicht eingerichtet, seine Kriterien sind noch festzulegen (DZ-Konzept, S. 7-8).&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt; Dies wird in Abschnitt 3.4 vertieft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.3.6 Sonderfall: Übernahme ursprünglich digitaler Dokumentationen ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein wachsender Teil des Kulturerbes entsteht von vornherein digital: Veranstaltungsmitschnitte, Musikvideos, Websites und Beiträge in sozialen Medien, digitale Fotos von Vereinen, Projektdaten. Hier entfällt die Digitalisierung (K2). An ihre Stelle tritt die geregelte Übernahme in ein Archiv (Ingest, vgl. [[#2.3.4 Digitalisierungsdienst und Archiv|Abschnitt 2.3.4]]). Dafür sind mehrere Bausteine nötig. Ihr heutiger Stand:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|+ Bausteine einer geregelten Übernahme und ihr Stand&lt;br /&gt;
! Baustein !! Stand heute !! Quelle&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Zuständigkeit und Sammlungsauftrag''' || style=&amp;quot;background:#f8d7da&amp;quot; | nicht festgelegt. Das DZ erwartet eine Daueraufgabe gemeinsam mit SKA und SKR, die archivischen Strategien „stehen noch am Anfang“ (DZ-Konzept, S. 23). Die Frage „Wer sammelt?“ wurde 2023 offen gestellt. || &amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;lorenz2023&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Auswahl''' || style=&amp;quot;background:#f8d7da&amp;quot; | keine Kriterien für ursprünglich digitale Dokumentationen; das DZ-Konzept nennt Priorisierungskriterien nur allgemein (S. 8) || &amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Rechte und Übernahmevereinbarung''' || style=&amp;quot;background:#f8d7da&amp;quot; | bei YouTube-Musikvideos ungeklärt; für Veranstaltungsmitschnitte ist keine schriftliche Vereinbarung bekannt (''offen'') || &amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;lucija&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Format- und Qualitätsvorgaben''' (Masterdateien statt komprimierter Kopien, Prüfsummen, technische Metadaten) || style=&amp;quot;background:#f8d7da&amp;quot; | keine bekannt; Mitschnitte des studijo LUCIJA gehen nur teilweise und komprimiert an das SKA (''zu prüfen''), die Masterdateien bleiben beim Studio || &amp;lt;ref name=&amp;quot;lucija&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Verzeichnung''' || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | Das SKR hat 2024 41 Musikvideos von 18 Künstlerinnen, Künstlern und Gruppen erhoben und verweist auf YouTube. Wie ursprünglich digitale Werke im Datenmodell des SKR behandelt werden, ist ''zu prüfen''. || &amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Langzeitarchiv''' || style=&amp;quot;background:#f8d7da&amp;quot; | keines; vorgeschlagen ist eine Notsicherung als lokale Kopie. Das Sorbische Museum wünscht Beratung zu seiner neuen Sammlungskategorie „Datenträger“. || &amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;smb2026&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Webarchivierung''' || style=&amp;quot;background:#f8d7da&amp;quot; | keine systematische Sicherung sorbischer Websites und sozialer Medien bekannt; ob die Deutsche Nationalbibliothek oder die SLUB sorbische Websites erfassen, ist ''offen'' || &amp;lt;ref name=&amp;quot;webarchiv&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Rundfunkproduktionen''' || style=&amp;quot;background:#f8d7da&amp;quot; | Archive von MDR und rbb nicht öffentlich zugänglich; 2019 standen die Produktionen dem SKA aus rechtlichen Gründen nicht zur Verfügung || &amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.3.7 Erste Befunde ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* '''Das Angebot ist in Bewegung, aber überwiegend projektgebunden.''' Das DZ ist bis Ende 2027 finanziert, die befristete Stelle für das SKR endete laut Konzept Ende 2025 (heutiger Stand ''offen''), Sorabicon wächst projektweise.&amp;lt;ref name=&amp;quot;dk2026&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;siposter&amp;quot;/&amp;gt; Kein heute nutzbarer Dienst deckt alle Träger ab; für alle Träger ausgelegt sind nur Vorhaben im Aufbau oder in Planung.&lt;br /&gt;
* '''Am weitesten ist das Zugänglichmachen, am schwächsten das langfristige Erhalten.''' K4 erreicht Reifegrad 3, K3 nur Reifegrad 1 und deckt nur eigene Bestände ab. Nach dem Prüfraster bestimmt K3 als schwächstes Glied den Stand der Gesamtkette.&lt;br /&gt;
* '''Register und DZ sind konzeptionell eng verzahnt, in der Praxis noch nicht durchgängig.''' Das Konzept sieht vor, dass jedes Objekt einmal hochwertig digitalisiert und über das SKR mit dauerhaften Adressen nachnutzbar wird.&amp;lt;ref name=&amp;quot;dk2026&amp;quot;/&amp;gt; In der Praxis vergibt das DZ eigene dauerhafte Adressen, die nicht durchgängig mit dem SKR verknüpft werden (''zu prüfen'').&amp;lt;ref name=&amp;quot;dzpraxis&amp;quot;/&amp;gt; Ohne gesicherten Betrieb des SKR und ohne Regeln für Masterdaten droht ein Nebeneinander statt einer Kette.&lt;br /&gt;
* '''Was heute verlässlich funktioniert, stützt sich auf sächsische Landesinfrastruktur.''' Landesdigitalisierungsprogramm, Deutsche Fotothek, SAVE und Sachsen.digital werden von der SLUB getragen. Für brandenburgische Träger gibt es keinen vergleichbaren Dienst, sondern Projektförderung&amp;lt;ref name=&amp;quot;diwa2023&amp;quot;&amp;gt;Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landes Brandenburg (MWFK) 2023: Übersicht geförderter Projekte im Förderprogramm zur Digitalisierung des kulturellen Erbes 2023. URL: https://mwfk.brandenburg.de/sixcms/media.php/9/%C3%9Cbersicht%20gef%C3%B6rderter%20Projekte%20Digitalisierung%20Kulturelles%20Erbe%202023.pdf, abgerufen am 30.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;diwa2026&amp;quot;&amp;gt;MWFK o. J.: Fördergrundsätze „Förderung und Begleitung des digitalen Wandels im Kulturbereich im Land Brandenburg 2026“ (DIWA). URL: https://mwfk.brandenburg.de/sixcms/media.php/9/FG_DIWA_2026.pdf, abgerufen am 30.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; und museum-digital. Auch das DZ ist derzeit nur in Sachsen kostenfrei.&lt;br /&gt;
* '''Für die großen und die gefährdeten Bestände gibt es nur Teilangebote.''' Das betrifft die Museumsobjekte (B4), allein im Sorbischen Museum rund 21.000 Objekte der materiellen Kultur, und die analogen AV-Träger (B3), die am stärksten gefährdet sind. Das sächsische Landesprogramm für AV-Träger soll ab 2027 gekürzt werden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;save2026&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
* '''Ursprünglich digitale Dokumentationen haben keinen geregelten Übernahmeweg.''' Das betrifft vor allem das lebendige Kulturgeschehen (C2, C3) und neue digitale Ausdrucksformen.&lt;br /&gt;
* '''Kleine Träger können heute praktisch nur museum-digital selbst nutzen.''' Das DZ soll sie künftig beraten und für sie digitalisieren, ist aber noch nicht im Dienstleistungsbetrieb.&lt;br /&gt;
* '''Ein gemeinsamer Zugang fehlt.''' Die Konzepte sehen drei Ebenen vor: das SKR als einrichtungsübergreifenden Nachweis mit Recherche, digitalizat.de für die Digitalisate des DZ und Sorabicon als kuratiertes Schaufenster.&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;dk2026&amp;quot;/&amp;gt; Ist das digitale Kulturerbe vollständig im SKR verzeichnet, kann die Recherche dort zusammenlaufen. Welche Plattform den einheitlichen Einstieg für Nutzerinnen und Nutzer bietet, ist offen und wird in Abschnitt 3.4 aufgegriffen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== 3.4 Governance ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieser Abschnitt prüft, ob der organisatorische Rahmen das Angebot aus [[#3.3 Kernfunktionen: Vorhaben, Systeme, Dienste|Abschnitt 3.3]] zusammenhält und dauerhaft trägt. Governance meint hier die Regeln und Strukturen, mit denen die Beteiligten gemeinsam entscheiden, Standards vereinbaren, Rechte klären und den Betrieb finanzieren. Der Abschnitt behandelt vier Fragen:&lt;br /&gt;
* '''Steuerung und Zuständigkeiten:''' Wer koordiniert, und wer entscheidet über Auswahl und Freigabe?&lt;br /&gt;
* '''Standards und Austausch:''' Welche Metadaten-, Format- und Austauschstandards gelten, und wo werden sie abgestimmt?&lt;br /&gt;
* '''Rechte und Einwilligungen:''' Wie werden Nutzungsrechte, Einwilligungen und Zugänge geregelt?&lt;br /&gt;
* '''Betrieb und Finanzierung:''' Wer betreibt die Kernfunktionen, und sind sie dauerhaft oder nur projektweise finanziert?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Maßstab sind die drei Erfolgsbedingungen aus [[#2.5.9.2 Drei Erfolgsbedingungen – was gilt für alle Kernfunktionen?|Abschnitt 2.5.9.2]]. Sie werden am Ende mit den Reifegraden aus [[12.3.A2 Prüfraster zur Bewertung des Entwicklungsstandes beim Aufbau der Digitalisierung des Kulturerbes|Anhang 12.3.A2]] bewertet (siehe 3.4.5). Grundlage sind der Staatsvertrag über die Stiftung&amp;lt;ref name=&amp;quot;stv&amp;quot;&amp;gt;Staatsvertrag zwischen dem Land Brandenburg und dem Freistaat Sachsen über die Errichtung der „Stiftung für das sorbische Volk“. URL: https://www.revosax.sachsen.de/vorschrift/5360.1, abgerufen am 30.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;, das Finanzierungsabkommen von 2026&amp;lt;ref name=&amp;quot;fin2026&amp;quot;&amp;gt;Bundesministerium des Innern, Freistaat Sachsen und Land Brandenburg 2026: Bund, Sachsen und Brandenburg sichern Fortbestand der Stiftung für das sorbische Volk. Gemeinsame Pressemitteilung vom 19.05.2026. URL: https://zalozba.de/fileadmin/user_upload/Dokumente/Pressemitteilungen/2026-05-19__PM_BMI_Bund_Sachsen_Brandenburg_sichernFortbestandStiftung.pdf, abgerufen am 30.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;, die Konzepte von DZ und SKR&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;/&amp;gt;, das Protokoll des Digitalisierungskreises vom 21.04.2026&amp;lt;ref name=&amp;quot;dk2026&amp;quot;/&amp;gt; und die Bedarfserklärungen der Träger vom April 2026&amp;lt;ref name=&amp;quot;smb2026&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;wm2026&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2026&amp;quot;/&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;mark&amp;gt;Die folgende Analyse muss mit der Stiftung, dem SI und den Museen bzgl. Korrektheit und Vollständigkeit abgestimmt werden.&amp;lt;/mark&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.4.1 Steuerung und Zuständigkeiten ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Stiftung für das sorbische Volk ist der zentrale Förderer. Ihre Organe sind der Stiftungsrat, in dem Vertreterinnen und Vertreter des sorbischen Volkes, des Bundes, beider Länder und der Kommunen sitzen, der Parlamentarische Beirat und der Direktor.&amp;lt;ref name=&amp;quot;stv&amp;quot;/&amp;gt; 2018 gab der Stiftungsrat eine Strategie für Digitalisierungsprojekte in Auftrag. Daraus entstand das sorbische Digitalisierungskonzept, veröffentlicht im Mai 2021. Seit Juli 2021 koordiniert ein Digitalisierungsbeauftragter in der Stiftungsverwaltung die Digitalisierungsaktivitäten der sorbischen Institutionen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;stiftung2023&amp;quot;&amp;gt;Stiftung für das sorbische Volk 2023: 25 Jahre Stiftung für das sorbische Volk – 30 Jahre Staatsvertrag. Broschüre, Bautzen, S. 89.&amp;lt;/ref&amp;gt; Ein Gremium, das für das Kulturerbe verbindlich über Auswahl, Standards oder Zugang entscheidet, gibt es nicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|+ Wer steuert und entscheidet heute?&lt;br /&gt;
! Aufgabe !! Zuständig heute !! Stand&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Strategie und Förderung''' || Stiftung für das sorbische Volk (Stiftungsrat, Direktor, Digitalisierungsbeauftragter); Digitalisierungskonzept als Orientierungsrahmen&amp;lt;ref name=&amp;quot;stiftung2023&amp;quot;/&amp;gt; || style=&amp;quot;background:#dff0d8&amp;quot; | eingerichtet&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Fachlicher Austausch''' || Digitalisierungskreis || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | Austausch ja, keine Entscheidungsbefugnis&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Auswahl und Freigabe von Digitalisierungsvorhaben''' || die jeweilige Einrichtung oder das Projekt. Das DZ-Konzept sieht ein Lenkungsgremium aus den hauptamtlichen sorbischen Sammlungseinrichtungen und dem SKR vor. Das DZ selbst soll nicht entscheiden, was digitalisiert wird (DZ-Konzept, S. 7-8).&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt; Als Idealvorgehen gilt: erst im SKR verzeichnen, dann priorisiert ein Fachgremium nach Kriterien.&amp;lt;ref name=&amp;quot;dk2026&amp;quot;/&amp;gt; || style=&amp;quot;background:#fde2c4&amp;quot; | Lenkungsgremium konzipiert, nicht eingerichtet; Kriterien nur beispielhaft genannt&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Steuerung des Registers''' || SI. Das SKR soll Qualität sichern und über Kooperationsverträge technische Standards setzen; ein Beirat aus Fachleuten für Sorabistik, Museologie, Digital Humanities sowie Bibliotheks- und Archivwesen ist vorgesehen. Die Datenpartner bleiben für ihre Daten verantwortlich und entscheiden über deren Einbringung (SKR-Konzept, S. 13-14 und 21).&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;/&amp;gt; || style=&amp;quot;background:#fde2c4&amp;quot; | Beirat konzipiert, Stand ''offen''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Gemeinsamer Zugang für Nutzerinnen und Nutzer''' || je Plattform: SKR, digitalizat.de und Sorabicon betreibt das SI, Sachsen.digital die SLUB, museum-digital die Museen selbst (siehe 3.3.7) || style=&amp;quot;background:#f8d7da&amp;quot; | keine Zuständigkeit für die Gesamtentscheidung&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Zugang zu kleinen Trägern''' || Domowina mit Regionalverbänden und Ortsgruppen. Der Kulturausschuss der Domowina sah sich 2020 als ehrenamtliches Gremium nicht in der Lage, die Koordination zu leisten.&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2020&amp;quot;/&amp;gt; 2026 wünscht die Domowina eine Dienstleistungs- und Ermöglichungsstruktur.&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2026&amp;quot;/&amp;gt; || style=&amp;quot;background:#f8d7da&amp;quot; | keine feste Anlaufstelle&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Länderübergreifende Abstimmung''' || Sachsen und Brandenburg fördern getrennt. Sächsische Träger können das DZ über Strukturmittel nutzen; die Nutzung für brandenburgische Bestände soll bilateral zwischen SI, Stiftung und Wendischem Museum geklärt werden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;dk2026&amp;quot;/&amp;gt; || style=&amp;quot;background:#fde2c4&amp;quot; | Einzelfallklärung&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Mitwirkung der Gemeinschaft''' || über den Stiftungsrat; ein Verfahren, in dem Kulturgutträger und Gemeinschaft bei Auswahl, Beschreibung und Zugang mitentscheiden, ist nicht bekannt (''offen'') || style=&amp;quot;background:#fde2c4&amp;quot; | nicht geregelt&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als mögliche Kriterien für die Auswahl nennt das DZ-Konzept: virtueller Bestandserhalt gefährdeter Einrichtungen, Sicherung des Wissens von Zeitzeuginnen und Zeitzeugen, Forschungsrelevanz, Bedeutung für die sorbische Identität, Verknüpfbarkeit mit anderen Ressourcen und wirtschaftlicher Nachnutzen (S. 8).&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt; Sie decken sich teilweise mit den Dringlichkeitsgründen aus [[#3.2.3 Bestände mit vorrangigem Digitalisierungsbedarf|Abschnitt 3.2.3]]. Beschlossen sind sie nicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Offen ist auch, wer über den '''gemeinsamen Zugang''' entscheidet. Die Konzepte sehen drei Ebenen vor: das SKR als einrichtungsübergreifenden Nachweis, digitalizat.de für die Digitalisate des DZ und Sorabicon als kuratiertes Schaufenster.&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;/&amp;gt; Welche Plattform den Einstieg bietet und wie die Angebote der Museen und der SLUB eingebunden werden, betrifft alle Träger. Bisher ist diese Entscheidung keinem Gremium zugeordnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.4.2 Standards und Austausch ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die großen Einrichtungen arbeiten mit etablierten Standards ihrer Sparte. SKR und DZ haben ein gemeinsames technisches Modell konzipiert und teilweise erprobt. Das DZ-Konzept erklärt die Metadatenstandards des SKR für verbindlich (S. 29).&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt; Einen von allen Trägern beschlossenen Mindeststandard gibt es nicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|+ Standards: heute genutzt, konzipiert, offen&lt;br /&gt;
! Bereich !! Heute genutzt !! Konzipiert oder erprobt !! Offen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Erschließung und Metadaten''' || Bibliotheken: Verbundkatalog K10plus; Archive: Kalliope; Museen: HiDA, Adlib, museum-digital&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;smb2026&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;wm2026&amp;quot;/&amp;gt; || SKR: eigene Ontologie auf Basis verknüpfter Daten (RDF) unter Rückgriff auf CIDOC (Referenzmodell für Museumsinformation) und GND; Bereitstellung in LIDO und MODS (SKR-Konzept, S. 16 und 28)&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;/&amp;gt; || gemeinsamer Metadatenkern mit Pflichtfeldern für alle Träger; Regeln, wer die Masterdaten führt und wie Änderungen abgeglichen und versioniert werden&amp;lt;ref name=&amp;quot;dk2026&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Normdaten und Kennungen''' || Normdaten der Verbünde; URN mit Institutionscode im Publikationsserver Qucosa des SI&amp;lt;ref name=&amp;quot;dk2026&amp;quot;/&amp;gt; || SKR: GND, GeoNames, VIAF, Wikidata; dauerhafte Adressen (PURL) mit Registerpräfix (SKR-Konzept, S. 16 und 21)&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;/&amp;gt; || Basisadresse der PURL; Kennungsschema mit Institutionspräfix nur diskutiert&amp;lt;ref name=&amp;quot;dk2026&amp;quot;/&amp;gt;; DZ vergibt in der Praxis eigene PURL (''zu prüfen'')&amp;lt;ref name=&amp;quot;dzpraxis&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Digitalisierung und Dateiformate''' || TIFF für Masterdateien, JPEG für die Nutzung; Orientierung an den DFG-Praxisregeln „Digitalisierung“ (DZ-Konzept, S. 31 und 33)&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt; || Kitodo-Arbeitsablauf mit METS/MODS; Texterkennung mit Werkzeugen des Projekts OCR-D, Volltexte in ALTO und TEI (DZ-Konzept, S. 17-18)&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt; || verbindliche Qualitätsvorgaben je Kulturgutart, besonders für AV-Träger, 3D-Objekte und ursprünglich digitale Dokumentationen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Austausch und Schnittstellen''' || Lieferung an DDB, Archivportal-D und Sachsen.digital&amp;lt;ref name=&amp;quot;fotothekddb&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;ldp&amp;quot;/&amp;gt; || SKR: Programmierschnittstelle (REST) und OAI-PMH im Prototyp, Abfrageschnittstelle für verknüpfte Daten (SPARQL) vorgesehen, Übernahme aus museum-digital (SKR-Konzept, S. 21 und 27-28)&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;/&amp;gt;; Bildbereitstellung über IIIF (DZ-Konzept, S. 21 und 33)&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt; || dokumentierte und praktisch getestete Schnittstellen zwischen SKR, DZ und den Systemen der Museen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Langzeiterhaltung''' || Datensicherung in den Einrichtungen; SLUB mit eigener Langzeitarchivierung&amp;lt;ref name=&amp;quot;nestor&amp;quot;/&amp;gt; || DZ strebt die dauerhafte Datenhaltung der originalen Bilddigitalisate an (DZ-Konzept, S. 8)&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt;; unterschieden wird zwischen Datenhaltung mit Sicherung und echter Langzeitarchivierung&amp;lt;ref name=&amp;quot;dk2026&amp;quot;/&amp;gt; || Konzept für den Dauerbetrieb; Vorgaben nach Standards wie dem Referenzmodell OAIS oder dem Metadatenstandard PREMIS; Prüfsummen, Wiederherstellungstests, Formatmigration&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Mehrsprachigkeit''' || Sorabicon mehrsprachig; Kitodo.Presentation mit mehrsprachiger Oberfläche&amp;lt;ref name=&amp;quot;sorabicon2024&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt; || SKR: Bezeichnungen und Beschreibungen in Ober- und Niedersorbisch, Deutsch und Englisch als Teil des Datenmodells, erweiterbar („4+-Sprachigkeit“, SKR-Konzept, S. 16-18)&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;/&amp;gt; || Übertragung auf die Erfassung bei den Trägern und im DZ; sorbischsprachige kontrollierte Vokabulare (''offen'')&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Abstimmung in Gremien''' || Einbindung des SI in überregionale Netzwerke, z. B. AG Regionalportale, Verbund DIKUSA, Copernico&amp;lt;ref name=&amp;quot;sorabicon2024&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;kdmsi&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;copernico&amp;quot;/&amp;gt; || SKR setzt Standards über Kooperationsverträge (SKR-Konzept, S. 13-14)&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;/&amp;gt; || kein sorbisches Gremium, das Standards gemeinsam beschließt und ihre Einhaltung prüft&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.4.3 Rechte und Einwilligungen ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Rechtefragen bestimmen, was digitalisiert, gespeichert und gezeigt werden darf. Bisher sind sie nur in Grundsätzen und von Fall zu Fall geregelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Was vereinbart ist:'''&lt;br /&gt;
* Das DZ braucht vor der Digitalisierung eine ausreichende Erlaubnis des Objektgebers. Die Rechteklärung soll vor Projektbeginn erfolgen und vertraglich dokumentiert werden. Zu unterscheiden sind Digitalisierung, interne Nutzung, Übergabe an die liefernde Einrichtung, öffentliche Präsentation und Nachnutzung durch Dritte. Eingeschränkte Nutzungsformen wie Vorschau, geringere Auflösung oder nur interne Bereitstellung sind möglich. Eigentümer, Datengeber und Rechteinhaber sollen in den Metadaten erkennbar bleiben.&amp;lt;ref name=&amp;quot;dk2026&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Der Vertrag zwischen DZ und Partner soll Umfang, Haftung, Datenhaltung, Präsentation und etwaige Nutzungsentgelte regeln. Das Eigentum an den Digitalisaten bleibt beim Partner (DZ-Konzept, S. 8-9 und 11).&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Im SKR bleiben die Datenpartner für ihre Daten verantwortlich und entscheiden über deren Einbringung.&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;/&amp;gt; Regeln zu Lizenzen und Zugangsstufen enthält das SKR-Konzept nach erster Durchsicht nicht (''zu prüfen'').&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Was die Praxis zeigt:'''&lt;br /&gt;
* Die Lizenzangaben sind uneinheitlich: Ein Teil der Digitalisate des SI ist als gemeinfrei gekennzeichnet&amp;lt;ref name=&amp;quot;ddb&amp;quot;/&amp;gt;, Fotos des SKA tragen den Status „urheberrechtlich geschützt“&amp;lt;ref name=&amp;quot;fotothekddb&amp;quot;/&amp;gt;.&lt;br /&gt;
* Bei sorbischen Musikvideos auf YouTube prägen Rechtefragen jeden Einzelfall (DZ-Konzept, S. 22).&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt; Sorbischsprachige Produktionen von MDR und rbb standen dem SKA 2019 aus rechtlichen Gründen nicht zur Verfügung.&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt; Für Veranstaltungsmitschnitte des studijo LUCIJA ist keine schriftliche Vereinbarung über Rechte und Übergabe bekannt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;lucija&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Der Rechtsrahmen bietet Spielräume, die bisher nicht systematisch genutzt werden. Kulturerbe-Einrichtungen dürfen nicht verfügbare Werke unter bestimmten Bedingungen nicht kommerziell online zugänglich machen (§ 61d Urheberrechtsgesetz, UrhG).&amp;lt;ref name=&amp;quot;urhg61d&amp;quot;&amp;gt;Urheberrechtsgesetz (UrhG), § 61d Nicht verfügbare Werke. URL: https://www.gesetze-im-internet.de/urhg/__61d.html, abgerufen am 30.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Fotos und Scans gemeinfreier visueller Werke begründen keine eigenen Leistungsschutzrechte (§ 68 UrhG).&amp;lt;ref name=&amp;quot;urhg68&amp;quot;&amp;gt;Urheberrechtsgesetz (UrhG), § 68 Vervielfältigungen gemeinfreier visueller Werke. URL: https://www.gesetze-im-internet.de/urhg/__68.html, abgerufen am 30.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Was fehlt:'''&lt;br /&gt;
* einheitliche Rechte- und Zugangskategorien, die je Objekt oder Bestand dokumentiert werden, von „nur Metadaten öffentlich“ bis „nicht zugänglich“ (vgl. [[#2.5.6 Mukurtu und Plateau Peoples' Web Portal|Abschnitt 2.5.6]]);&lt;br /&gt;
* Musterverträge und Musterklauseln für Übergaben, Digitalisierung und Veröffentlichung;&lt;br /&gt;
* Regeln für Einwilligungen bei Zeitzeugen-Interviews und Veranstaltungsaufnahmen, einschließlich des Datenschutzes (''Annahme'': bisher je Projekt geregelt);&lt;br /&gt;
* ein Verfahren, in dem rechtliche Zulässigkeit und kulturelle Angemessenheit getrennt geprüft werden, sowie Wege für Korrekturen, Beschwerden und nachträgliche Sperrungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Digitalisierungskreis befasst sich mit Urheber- und Nutzungsrechten anhand konkreter Nutzungsszenarien. Für diese Szenarien wird eine rechtliche Einschätzung erarbeitet. Die dazu für den 18.06.2026 geplante Sitzung wurde verschoben, weil die Einschätzung noch nicht vorlag.&amp;lt;ref name=&amp;quot;dk2026b&amp;quot;&amp;gt;Digitalisierungskreis 2026: Protokoll der Sitzung „Nutzungsszenarien für sprachtechnologische Anwendungen“ vom 18.06.2026, Entwurf (obersorbisch). Unveröffentlicht; interne Referenz: 2026-06-18_HSB_Protokol_Digitalizaciski_kruh_Rěčnotechnologiske_naloženja.pdf.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Prüfung ist noch nicht abgeschlossen (Stand Oktober 2026).&amp;lt;ref name=&amp;quot;dkinfo&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!-- Ergebnisse nach Abschluss der rechtlichen Einschätzung ergänzen, soweit veröffentlichbar. --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.4.4 Betrieb und Finanzierung ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Stiftung selbst ist langfristig finanziert. Im Mai 2026 vereinbarten Bund, Sachsen und Brandenburg das fünfte Finanzierungsabkommen: rund 29,3 Mio. Euro für 2026 und jährliche Erhöhungen bis 2030. Der Bund trägt die Hälfte, Sachsen ein Drittel, Brandenburg ein Sechstel. Digitalisierungsprojekte werden ausdrücklich als Förderziel genannt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;fin2026&amp;quot;/&amp;gt; Der Haushalt der Stiftung weist für 2026 gesonderte Zuwendungen für Digitalisierungsprojekte aus, 195.000 Euro vom Bund und 130.000 Euro von Sachsen, dazu knapp 5 Mio. Euro Bundesmittel für den Strukturwandel.&amp;lt;ref name=&amp;quot;hh2026&amp;quot;&amp;gt;Stiftung für das sorbische Volk 2026: Haushaltssatzung 2026. URL: https://zalozba.de/fileadmin/user_upload/Dokumente/Haushaltsplaene/HHSatzung_2026.pdf, abgerufen am 30.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Welcher Anteil davon auf das Kulturerbe entfällt, ist ''offen''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die einrichtungsübergreifenden Dienste für das Kulturerbe laufen dagegen überwiegend als befristete Projekte:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|+ Betreiber und Finanzierung je Kernfunktion&lt;br /&gt;
! Kernfunktion !! Einrichtungsübergreifender Dienst (Betreiber) !! Finanzierung heute !! Gesichert bis&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''K1''' Erfassen || Sorbisches Kulturregister (SI) || Projektstelle bis Ende 2025 (SKR-Konzept, S. 2), heutiger Stand ''offen''; Regelbetrieb braucht 2,5 Fachstellen und 0,5 Stellen für Hilfskräfte, Zeithorizont 15-20 Jahre (S. 31-32)&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;/&amp;gt; || style=&amp;quot;background:#f8d7da&amp;quot; | ''offen''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''K2''' Digitalisieren || Digitalisierungszentrum (SI) || Aufbauprojekt, bis 2027 projektbezogen gesichert (Mittelgeber ''zu prüfen''); für sächsische Träger derzeit kostenfrei&amp;lt;ref name=&amp;quot;dk2026&amp;quot;/&amp;gt; || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | Ende 2027&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''K2''' Digitalisieren || Landesprogramme der SLUB (Landesdigitalisierungsprogramm, SAVE) || Freistaat Sachsen; Kürzungen bei SAVE im Entwurf des Doppelhaushalts 2027/28&amp;lt;ref name=&amp;quot;save2026&amp;quot;/&amp;gt; || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | jährlicher Landeshaushalt&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''K3''' Erhalten || Datenhaltung des DZ (SI) || wie DZ; für den Dauerbetrieb ist ein Konzept erforderlich. Zum Vergleich: echte Langzeitarchivierung kostet bei der SLUB derzeit ca. 800 Euro je TB und Jahr.&amp;lt;ref name=&amp;quot;dk2026&amp;quot;/&amp;gt; || style=&amp;quot;background:#f8d7da&amp;quot; | Ende 2027; Dauerbetrieb ''offen''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''K4''' Zugänglich machen || Sorabicon, Virtueller Lesesaal (SI) || Grundbetrieb des SI (''Annahme''); Inhalte wachsen über Projekte, z. B. das „Digitale Portal zu sorbischen und Lausitzer Sprach- und Kulturlandschaften“ (2022-2031) im Bundesförderprogramm „Sorbische Sprache und Kultur im Strukturwandel“&amp;lt;ref name=&amp;quot;digportal&amp;quot;&amp;gt;Sorbisches Institut o. J.: Digitales Portal zu sorbischen und Lausitzer Sprach- und Kulturlandschaften. Poster zum Gesamtvorhaben. URL: https://serbski-institut.de/wp-content/uploads/2021/11/A0-Druck_DigPortal-Gesamtvorhaben.pdf, abgerufen am 30.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | Grundbetrieb ''offen''; Projekt bis 2031&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''K4''' Zugänglich machen || digitalizat.de (SI) || wie DZ (''Annahme'') || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | Ende 2027 (''Annahme'')&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Damit sind für alle vier Kernfunktionen Betreiber benannt, für alle einrichtungsübergreifenden Dienste mit Ausnahme der Landesprogramme das SI. Für die Zeit ab 2028 braucht das DZ ein Modell für Basisfinanzierung, Personal, Infrastruktur, Repositorium und Dienstleistungsbetrieb. Unterschieden wird zwischen einem Grundbetrieb, der dauerhaft finanziert werden muss, und der Digitalisierung einzelner Sammlungen, für die Drittmittel beantragt werden können. Eine Gebühren- oder Kostenlogik für Leistungen an Dritte ist nicht entschieden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;dk2026&amp;quot;/&amp;gt; Ein Konzept für Trägerwechsel, Projektende oder den Ausfall eines Dienstleisters ist nicht bekannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.4.5 Bewertung der drei Erfolgsbedingungen ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die drei Erfolgsbedingungen aus [[#2.5.9.2 Drei Erfolgsbedingungen – was gilt für alle Kernfunktionen?|Abschnitt 2.5.9.2]] werden mit den Prüfkriterien der Handlungsfelder 1 bis 3 des [[12.3.A2 Prüfraster zur Bewertung des Entwicklungsstandes beim Aufbau der Digitalisierung des Kulturerbes|Prüfrasters]] bewertet. Die Bewertung ist eine Einschätzung auf Grundlage der genannten Quellen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|+ Reifegrad der drei Erfolgsbedingungen&lt;br /&gt;
! Erfolgsbedingung !! Reifegrad !! Was vorhanden ist !! Was fehlt&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''1. Gemeinsam entscheiden und Rechte abgestuft regeln''' || style=&amp;quot;background:#fde2c4&amp;quot; | '''1''' · konzeptionell geklärt || Stiftung als Förderer mit Digitalisierungskonzept und Digitalisierungsbeauftragtem; Lenkungsgremium und Auswahlkriterien im DZ-Konzept beschrieben; Grundsätze zur Rechteklärung im Digitalisierungskreis vereinbart; regelmäßiger Austausch im Digitalisierungskreis || kein eingerichtetes Gremium für Auswahl, Freigabe und gemeinsamen Zugang; keine schriftlich festgelegten Entscheidungsrechte für Träger und Gemeinschaft; keine einheitlichen Rechte- und Zugangskategorien, Musterverträge oder Verfahren für Beschwerden und Sperrungen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''2. Gemeinsame Standards, Mehrsprachigkeit und technische Anschlussfähigkeit sichern''' || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | '''2''' · pilotiert (Langzeiterhaltung: 1) || etablierte Spartenstandards in Bibliothek, Archiv und Museen; technisches Modell von SKR und DZ mit Normdaten, METS/MODS, LIDO, IIIF und Schnittstellen in Prototyp und Piloten erprobt; Mehrsprachigkeit im Datenmodell des SKR vorgesehen || kein beschlossener gemeinsamer Metadatenkern; Regeln für Masterdaten, Versionierung und Kennungen offen; Qualitätsvorgaben je Kulturgutart und Vorgaben zur Langzeiterhaltung nicht festgelegt; kein niedrigschwelliger Einstieg für kleine Träger außer museum-digital; kein Gremium, das Standards beschließt&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''3. Dauerhafte Verantwortung und Finanzierung sichern''' || style=&amp;quot;background:#fde2c4&amp;quot; | '''1''' · konzeptionell geklärt || Stiftung bis 2030 finanziert; Betreiber für alle Kernfunktionen benannt; Personalbedarf des SKR beziffert; Unterscheidung von Grundbetrieb und Projektdigitalisierung || Dauerbetrieb von SKR (ab 2026) sowie DZ und Datenhaltung (ab 2028) nicht finanziert; Übergang von der Projekt- in die Betriebsphase nicht geregelt; keine Kostenlogik für Dritte; kein Ausstiegs- und Übergabekonzept&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach der Bewertungsregel des Prüfrasters zählt die schwächste kritische Abhängigkeit. Für die Governance sind das die Erfolgsbedingungen 1 und 3: Es fehlen verbindliche Entscheidungswege und eine Finanzierung des Dauerbetriebs. Beides begrenzt auch die Reife der Dienste aus Abschnitt 3.3. Ein Dienst kann Reifegrad 4 erst erreichen, wenn Zuständigkeiten, Finanzierung und Verfahren dauerhaft verankert sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.4.6 Erste Befunde ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* '''Die Förderung ist gesichert, der Betrieb der gemeinsamen Dienste nicht.''' Die Stiftung ist bis 2030 finanziert. SKR, DZ und Datenhaltung hängen dagegen an befristeten Mitteln; die Projektstelle für das SKR lief laut Konzept Ende 2025 aus.&amp;lt;ref name=&amp;quot;fin2026&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;dk2026&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
* '''Es gibt Austausch, aber keinen Ort für verbindliche Entscheidungen.''' Der Digitalisierungskreis berät, entscheidet aber nicht.&amp;lt;ref name=&amp;quot;dkinfo&amp;quot;/&amp;gt; Das im DZ-Konzept vorgesehene Lenkungsgremium ist nicht eingerichtet. Damit fehlt eine Stelle, die Prioritäten über Einrichtungen hinweg festlegt und über den gemeinsamen Zugang entscheidet.&lt;br /&gt;
* '''Das SI trägt fast die gesamte gemeinsame Infrastruktur.''' Es betreibt oder plant Register, Digitalisierungszentrum, Datenhaltung und die wichtigsten Präsentationsangebote. Das bündelt Fachwissen, macht die Kette aber von einer Einrichtung und ihren Projektmitteln abhängig.&lt;br /&gt;
* '''Die Standards sind technisch gut vorbereitet, aber nicht gemeinsam beschlossen.''' Mit SKR und DZ liegt ein anschlussfähiges, mehrsprachig angelegtes Modell vor. Es fehlen ein verbindlicher Metadatenkern, Regeln für Masterdaten und Kennungen sowie Vorgaben für die Langzeiterhaltung.&lt;br /&gt;
* '''Rechte werden von Fall zu Fall geklärt.''' Grundsätze sind vereinbart; Musterverträge, Zugangskategorien und Einwilligungsregeln fehlen. Gerade beim lebendigen Kulturgeschehen und bei ursprünglich digitalen Werken bremst das die Sicherung.&lt;br /&gt;
* '''Sachsen und Brandenburg sind unterschiedlich angebunden.''' Sächsische Träger können Landesprogramme und das DZ nutzen. Für brandenburgische Träger gibt es Projektförderung, die Nutzung des DZ wird im Einzelfall geklärt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;dk2026&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;diwa2026&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
* '''Kleine Träger haben keine feste Anlaufstelle.''' Die Domowina erreicht sie, kann die Koordination aber nicht leisten und wünscht eine Dienstleistungs- und Ermöglichungsstruktur.&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2020&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2026&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== ENTWURF 3.3 Gemeinsame Regeln, Zusammenarbeit und dauerhafter Betrieb ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;background-color:#eef5fb;border-left:4px solid #5b9bd5;padding:0.7em 1em;margin:1em 0;&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Leitfrage:''' Sind die übergreifenden Voraussetzungen vorhanden, damit die einzelnen Angebote gemeinsam, verlässlich und dauerhaft funktionieren?&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Neben den einzelnen Kernfunktionen ist zu prüfen, ob '''gemeinsame organisatorische und fachliche Voraussetzungen''' vorhanden sind, damit die verschiedenen Angebote zusammenarbeiten und dauerhaft betrieben werden können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieser Abschnitt soll keine allgemeine oder abstrakte Governance-Analyse darstellen. Untersucht werden nur solche übergreifenden Fragen, die konkrete Auswirkungen auf die Digitalisierung des Kulturerbes und die spätere Ableitung von Maßnahmen haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== ENTWURF 3.3.1 Zuständigkeiten, Beteiligung und Freigaben ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;background-color:#eef5fb;border-left:4px solid #5b9bd5;padding:0.7em 1em;margin:1em 0;&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Leitfrage:''' Wer entscheidet verbindlich über Auswahl, Priorisierung, Beschreibung, Digitalisierung, Veröffentlichung und Zugang, und wie sind die Kulturgutträger dabei beteiligt?&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
''Für die weitere Erhebung und Analyse insbesondere zu prüfen:''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* formelle und informelle Zuständigkeiten der beteiligten Institutionen&lt;br /&gt;
* Entscheidungsrechte bei Auswahl und Priorisierung von Beständen&lt;br /&gt;
* Verantwortlichkeiten für Rechteklärung und Veröffentlichung&lt;br /&gt;
* Beteiligung der jeweiligen Kulturgutträger&lt;br /&gt;
* Beteiligung sorbischer Fachleute und Angehöriger der Gemeinschaft bei kulturell sensiblen Inhalten&lt;br /&gt;
* vorhandene Freigabe- und Sperrverfahren&lt;br /&gt;
* Umgang mit nachträglichen Korrekturen oder Einschränkungen&lt;br /&gt;
* erkennbare Überschneidungen beziehungsweise ungeklärte Zuständigkeiten&lt;br /&gt;
* vorhandene Gremien oder Koordinierungsstrukturen&lt;br /&gt;
* prüfen, an welchen Stellen verbindliche Zuständigkeiten fehlen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== ENTWURF  3.3.2 Gemeinsame Standards und Anschlussmöglichkeiten ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;background-color:#eef5fb;border-left:4px solid #5b9bd5;padding:0.7em 1em;margin:1em 0;&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Leitfrage:''' Welche gemeinsamen Regeln ermöglichen es unterschiedlichen Kulturgutträgern, Daten und Digitalisate in eine gemeinsame Infrastruktur einzubringen und zwischen den Kernfunktionen weiterzugeben?&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die weitere Erhebung und Analyse insbesondere zu prüfen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* vorhandene gemeinsame Metadatenstandards beziehungsweise Pflichtfelder&lt;br /&gt;
* verwendete Fachstandards einzelner Einrichtungen&lt;br /&gt;
* gemeinsame Regeln für Ober- und Niedersorbisch&lt;br /&gt;
* Dateiformate und Qualitätsanforderungen für unterschiedliche Kulturgutarten&lt;br /&gt;
* Identifikatoren und Normdaten&lt;br /&gt;
* Rechte- und Lizenzinformationen&lt;br /&gt;
* technische Schnittstellen und Datenexporte&lt;br /&gt;
* Übernahme vorhandener institutioneller Metadaten&lt;br /&gt;
* einfache Erfassungswege für kleinere Kulturgutträger&lt;br /&gt;
* Schnittstellen für Einrichtungen mit bestehenden Fachsystemen&lt;br /&gt;
* Möglichkeiten zur Weitergabe von Daten zwischen Register, Digitalisierung, Repositorium und Präsentation&lt;br /&gt;
* prüfen, wo fehlende Standards oder inkompatible Systeme den Austausch derzeit behindern&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== ENTWURF 3.3.3 Personal, Finanzierung und Betreiberverantwortung ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;background-color:#eef5fb;border-left:4px solid #5b9bd5;padding:0.7em 1em;margin:1em 0;&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Leitfrage:''' Welche zentralen Leistungen sind dauerhaft personell, organisatorisch und finanziell abgesichert, und welche hängen noch von befristeten Projekten oder einzelnen Personen ab?&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die weitere Erhebung und Analyse insbesondere zu prüfen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Betreiber beziehungsweise verantwortliche Stellen für die vier Kernfunktionen&lt;br /&gt;
* dauerhafte Stellen gegenüber befristeten Projektstellen&lt;br /&gt;
* vorhandene beziehungsweise geplante Finanzierungsmodelle&lt;br /&gt;
* laufende Betriebs- und Pflegekosten&lt;br /&gt;
* personelle Kapazitäten und erkennbare Schlüsselpersonenrisiken&lt;br /&gt;
* Unterstützung kleiner und ehrenamtlich geführter Einrichtungen&lt;br /&gt;
* Finanzierung von&lt;br /&gt;
** Beratung,&lt;br /&gt;
** Digitalisierung,&lt;br /&gt;
** Speicher und Langzeiterhaltung,&lt;br /&gt;
** Datenpflege,&lt;br /&gt;
** Rechteklärung,&lt;br /&gt;
** technischer Wartung und Weiterentwicklung;&lt;br /&gt;
* Übergang von geförderten Projekten in einen dauerhaften Regelbetrieb&lt;br /&gt;
* vorhandene Betriebs-, Kooperations- und Übergabevereinbarungen&lt;br /&gt;
* erkennbare Risiken bei Auslaufen einzelner Förderungen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== ENTWURF 3.4 Gesamtbewertung und vorrangiger Handlungsbedarf ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;background-color:#eef5fb;border-left:4px solid #5b9bd5;padding:0.7em 1em;margin:1em 0;&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Leitfrage:''' Welche Bedarfe sind bereits ausreichend abgedeckt, wo liegen die entscheidenden Lücken und welche davon sollten vorrangig bearbeitet werden? &amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Ergebnisse der vorangegangenen Abschnitte werden abschließend zusammengeführt. Ziel ist noch nicht die vollständige Formulierung konkreter Maßnahmen, sondern zunächst eine begründete Bewertung des Ist-Standes und der wichtigsten Lücken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dabei sollte insbesondere unterschieden werden zwischen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* unmittelbar gefährdeten Kulturgütern beziehungsweise Beständen,&lt;br /&gt;
* strukturellen Lücken, die weitere Digitalisierungsschritte blockieren,&lt;br /&gt;
* fehlenden oder nur teilweise verfügbaren Kernfunktionen,&lt;br /&gt;
* nicht dauerhaft abgesicherten Angeboten,&lt;br /&gt;
* Verbesserungsmöglichkeiten bei bereits grundsätzlich funktionierenden Strukturen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die abschließende Bewertung insbesondere zu prüfen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Ergebnisse aus Akteurs-, Bestands- und Bedarfserhebung zusammenführen&lt;br /&gt;
* für jede der vier Kernfunktionen die wichtigsten Stärken und Lücken benennen&lt;br /&gt;
* übergreifende strukturelle Probleme aus Zuständigkeiten, Standards, Betrieb und Finanzierung ergänzen&lt;br /&gt;
* unterscheiden zwischen:&lt;br /&gt;
** fehlender Leistung,&lt;br /&gt;
** unzureichender Kapazität,&lt;br /&gt;
** fehlender Bekanntheit beziehungsweise Zugänglichkeit,&lt;br /&gt;
** fehlender Verbindung bestehender Angebote,&lt;br /&gt;
** ungeklärter Zuständigkeit,&lt;br /&gt;
** fehlender dauerhafter Absicherung;&lt;br /&gt;
* Dringlichkeit begründen, insbesondere anhand von:&lt;br /&gt;
** Verlustgefahr,&lt;br /&gt;
** blockierenden Abhängigkeiten,&lt;br /&gt;
** Anzahl beziehungsweise Bedeutung betroffener Kulturgutträger,&lt;br /&gt;
** kultureller und sprachlicher Bedeutung,&lt;br /&gt;
** Aufwand und Realisierbarkeit;&lt;br /&gt;
* offene Informationslücken ausdrücklich kennzeichnen&lt;br /&gt;
* aus den ermittelten Lücken anschließend Handlungsbedarfe ableiten&lt;br /&gt;
* konkrete Lösungsmaßnahmen erst im folgenden Maßnahmen- beziehungsweise Soll-Abschnitt festlegen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mögliche zusammenfassende Bewertungsmatrix:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot; style=&amp;quot;width:100%;&amp;quot;&lt;br /&gt;
! Bereich&lt;br /&gt;
! Belegter Ist-Stand&lt;br /&gt;
! Abgedeckte Bedarfe&lt;br /&gt;
! Lücke / Risiko&lt;br /&gt;
! Dringlichkeit&lt;br /&gt;
! Daraus abgeleiteter Handlungsbedarf&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| ''Beispiel: Nachweisen und Registrieren''&lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| ''Beispiel: Digitalisieren''&lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| ''Beispiel: Langfristig erhalten''&lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| ''Beispiel: Zugänglich machen und nutzen''&lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| ''Beispiel: gemeinsame Standards / Zusammenarbeit''&lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= Referenzen =&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Měrko Šenk</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://koncept.serbski-inkubator.de/index.php?title=12.3_Digitalisierung_des_Kulturerbes&amp;diff=1221</id>
		<title>12.3 Digitalisierung des Kulturerbes</title>
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		<updated>2026-10-30T13:38:35Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Měrko Šenk: /* 3.4.3 Rechte und Einwilligungen */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;= 1 Einleitung =&lt;br /&gt;
Die Digitalisierung von sorbischem Kulturerbe ist eine historische Chance für uns Sorben, eine Chance, unser kulturelles Erbe neu zu entdecken, es für kommende Generationen zu erhalten, für eine breitere Öffentlichkeit zugänglich zu machen und dabei die eigene Deutungshoheit zu stärken. Das erfordert neben Mut, einer klaren gemeinsamen Vision, starker Zusammenarbeit zwischen den beteiligten Akteuren auch die notwendigen Ressourcen in Form von Personal mit entsprechenden Kompetenzen, passender Technik sowie einer nachhaltig gesicherten Finanzierung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im folgenden Abschnitt werden Zielbilder für die Digitalisierung des sorbischen Kulturerbes entworfen mittels lang- und kurzfristiger Visionen sowie konkreter Ziele.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== 1.1 Vision und Ziele für die sorbische digitale Welt ==&lt;br /&gt;
'''Vision'''&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
''Sorbisches materielles und immaterielles Kulturerbe ist systematisch digital erfasst, rechtssicher und langfristig gesichert, leicht auffindbar, offen nutzbar und wird aktiv von Interessierten genutzt.''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Konkrete Ziele'''&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Bis 2032 ist ein tragfähiges, finanziell und organisatorisch abgesichertes Modell etabliert, das:&lt;br /&gt;
* Ein zentrales (oder föderiertes) digitales Langzeitarchiv nach OAIS-Referenzmodell betreibt,&lt;br /&gt;
* klare Zuständigkeiten, Prozesse und Budgets definiert,&lt;br /&gt;
* regelmäßige Qualitätssicherung und Technik-Updates vorsieht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bis 2030 sind wichtige sorbische Kulturerbe-Bestände (Kernbestände nach fachlicher Festlegung) in hoher Qualität digitalisiert, beschrieben und im Langzeitarchiv gesichert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bis 2028 liegt eine institutionenübergreifende Übersicht über relevante Kulturerbe-Bestände (analog und digital, materiell und immateriell) vor, einschließlich einer Prioritätenliste für die Digitalisierung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bis 2028 existiert ein zentrales, nutzerfreundliches „Sorbisches Kulturerbe-Portal“, das:&lt;br /&gt;
* Suchzugang über alle teilnehmenden Institutionen ermöglicht,&lt;br /&gt;
* grundlegende Inhalte frei zugänglich bereitstellt,&lt;br /&gt;
* mehrsprachige Oberflächen anbietet (Deutsch, Obersorbisch, Niedersorbisch, Englisch).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= 2 Ist-Analyse „Digitalisierung von Kulturerbe“ =&lt;br /&gt;
Das Ziel in diesem Themenbereich ist es, sorbisches Kulturerbe digital zu verwalten und damit langfristig für Recherche, Nutzung und Präsentation vorzuhalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Abschnitt &amp;quot;IST-Analyse“ werden die folgenden Fragen beantwortet: Was ist sorbisches Kulturerbe und was zählt alles dazu? Welche Schritte durchläuft ein Kulturgut, um zum digitalen Kulturerbe zu gehören? Wie können die digitale Verwaltung, Archivierung, Nutzung und Präsentation von Kulturgütern umgesetzt werden?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die grundlegenden Terminologien des Kulturerbes sollen im Folgenden festgelegt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== 2.1 Terminologie – von Kultur zu Kulturerbe ==&lt;br /&gt;
In diesem Abschnitt werden die Begriffe rund um das Kulturerbe grundlegend definiert. Es soll ein Verständnis über die Begriffe Kultur, kulturelle Ausprägung, Kulturgut und Kulturerbe erreicht werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Dataja:Wobraz_K1.png|center|260px]]&amp;lt;ref&amp;gt;Mermaid Flowchart Code: [https://mermaid.live/edit#pako:eNpF0UtuwyAQBuCroFlaTuRHTGMvKuWxq7pqV627IGZso2CIMChtk9ymN-nFimmasmJGfP-AOEGjOUIFrdTHpmfGkudtrWpF_Fq9RtGDk9aZKHojU-_aJ7PZ_bmGgSnR4mgFejaKpidC1XAmq8zDfYAoJZKVG7lxzX5stRl81C0_uwYdheGEubHD4_dXLy1hcpyC1rcLdM4GOLH1Ve2E5Gj9TPLkhgEnsLkBNDsMAmLojOBQWeMwhgHNwKYSTuFBYHucbOW3HFvmcQ21unh2YOpF6-FPGu26HqrW381X7sCZxa1gnWH_R1BxNBvtlIUqTUMEVCd49xVdzpeLMs1pXmRFXiY0hg-o8iyZL_LFXZaVSTJ1LzF8hqHJnBZ5WhZLWt5RmtIsBuTCavP4-2Hh3y4_NXaMmw hier klicken], abgerufen am 22.09.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.1.1 Kultur ===&lt;br /&gt;
Kultur bezeichnet hier die Gesamtheit aller '''vom Menschen geschaffenen und erlernten Ausdrucksformen''' des Lebens, die auf gemeinsamen Werten und Verhaltensweisen beruhen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;wiki-kultur&amp;quot;&amp;gt;URL: https://de.wikipedia.org/wiki/Kultur&amp;lt;/ref&amp;gt; Dazu zählen '''materielle Ergebnisse''' (z. B. Kunstwerke, Technik) ebenso wie '''immaterielle Praktiken''' (Sprache, Bräuche, Wissen). Kultur umfasst laut der UNESCO geistige, materielle, intellektuelle und emotionale Merkmale, die eine Gesellschaft oder soziale Gruppe kennzeichnen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;mondiacult&amp;quot;&amp;gt;UNESCO 1982: Mexico City Declaration on Cultural Policies (MONDIACULT). URL: https://www.lacult.unesco.org/docc/1982_MONDIACULT.pdf&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;ref name=&amp;quot;cultureaction&amp;quot;&amp;gt;Culture Action Europe 2024: The State of Culture report. URL: https://cultureactioneurope.org/de/news/the-state-of-culture-report-published, abgerufen am 01.10.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;  Sie ist dynamisch und wird von jeder Generation neu gestaltet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das deutsche Wort „Kultur“ ist eine Eindeutschung des lateinischen Worts „cultura“. Dieses bedeutet ursprünglich „Bebauung, Bearbeitung, Bestellung, Pflege“ und meinte sowohl die physische Bearbeitung als auch die Pflege geistiger Güter, z. B. der Sprache.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.1.2 Kulturelle Ausdrucksform ===&lt;br /&gt;
Eine kulturelle Ausdrucksform ist eine '''konkrete, gegenwärtige oder historische, Manifestation von Kultur''', bspw. eine Zeichnung, eine Tracht oder ein Lied: Sie macht die Kultur sichtbar und erlebbar. Im engeren Sinne ist es eine Ausdrucksweise, die aus der Kreativität einer Person, Gruppe oder Gesellschaft entsteht und '''kulturellen Inhalt''' trägt (symbolische Bedeutung, künstlerische Dimension, kulturelle Werte).&amp;lt;ref&amp;gt;Österreichische UNESCO-Kommission 2007: Übereinkommen zum Schutz und zur Förderung der Vielfalt kultureller Ausdrucksformen, Art. 4, Seite 13. URL: https://www.unesco.at/fileadmin/Redaktion/Publikationen/Publikations-Dokumente/2005er_UNESCO-Convention_German.pdf, abgerufen am 22.09.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt; Sie wird innerhalb und zwischen Gemeinschaften weitergegeben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Alle kulturellen Ausdrucksformen bilden einen wesentlichen Kern von Kultur, aber Kultur enthält auch latente Dimensionen (Werte, Normen, Vorannahmen etc.), die nicht unmittelbar als Ausdrucksform erscheinen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.1.3 Kulturgut ===&lt;br /&gt;
Ein „Kulturgut“ ist '''eine einzelne kulturelle Ausdrucksform''', der ein '''besonderer kultureller Wert zugemessen wird''' (durch Anerkennung, Schutz, Bedeutung). Es ist somit ein Erzeugnis menschlicher Kreativität oder Zeugnis menschlichen Lebens, welches '''Bedeutung für die Kultur einer Gemeinschaft''' hat und daher '''Bestand haben und bewahrt werden soll'''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die '''Summe aller Kulturgüter''' einer Gemeinschaft wird als dessen '''Kulturerbe''' bezeichnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.1.4 Kulturerbe ===&lt;br /&gt;
Kulturerbe ist die '''Summe der materiellen und immateriellen Ausdrucksformen''' (= Kulturgüter) einer Kultur, die als „'''bewahrenswert'''“ anerkannt wurden. International umfasst das u. a. das '''Welterbe''' (Denkmäler, Ensembles, Stätten)&amp;lt;ref&amp;gt;UNESCO (1972), Welterbekonvention, Art. 1. URL: https://www.dnk.de/wp-content/uploads/2021/02/1972_DNK_UNESCO-Welterbekonvention.pdf (abgerufen am 11.09.2025).&amp;lt;/ref&amp;gt; und das '''Immaterielles Kulturerbe''' (Praktiken, Wissen).&amp;lt;ref&amp;gt;Deutsche UNESCO-Kommission o. J.:, Übereinkommen zur Erhaltung des immateriellen Kulturerbes (dt. Ausgabe). URL: https://www.unesco.de/assets/dokumente/Deutsche_UNESCO-Kommission/02_Publikationen/Publikation_UNESCO-%C3%9Cbereinkommen_zur_Erhaltung_des_immateriellen_Kulturerbes_01.pdf, (abgerufen am 11.09.2025).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ob etwas „zum Kulturerbe“ zählt, ist Ergebnis von Bewertung, Diskurs und teils formellen Verfahren. Dem Sorbischen Kulturregister (SKR) zufolge ist „sorbisch-wendisches Kulturerbe“ eine Zuschreibung, die durch Gesellschaft, Museen, Archive und Wissenschaft erfolgen kann.&amp;lt;ref&amp;gt;Sorbisches Institut 2025: Konzept für ein Sorbisches Kulturregister (SKR). URL: https://www.serbski-institut.de/wp-content/uploads/2021/11/00_Zweite-aktualisierte-Fassung_Konzept_Sorbisches-Kulturregister_20.11.2025.pdf, abgerufen am 20.11.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.1.5 Abgrenzung: Kultur und Kulturerbe ===&lt;br /&gt;
'''Kultur / Kulturelle Ausdrucksform''' sind als Begriffe weiter gefasst als '''Kulturgut / Kulturerbe'''. Kulturelle Ausdrucksformen umfassen alles Gelebte und Gestaltete einer Gemeinschaft in Gegenwart und Vergangenheit, während Kulturgut / Kulturerbe diejenigen kulturellen Güter und Traditionen meint, denen eine Bedeutung beigemessen wurde und die als bewahrens- und weitergebenswert erkannt wurden. Kultur ist der „aktuelle“ kreative Prozess (einschließlich Popkultur, Alltagskultur), Kulturerbe der daraus überkommene Schatz. Dennoch sind die Grenzen fließend: Was heute nur Kultur ist, kann morgen zum Kulturerbe erklärt werden – abhängig von Wertzuschreibung und Diskurs.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Rahmen dieses Dokuments werden für den sorbischen Kontext die Begriffe '''„kulturelle Ausdrucksform“''' und '''„Kulturgut“''' weitgehend '''synonym''' verwendet, sofern nicht ausdrücklich anders gekennzeichnet. Hintergrund ist, dass die Gesamtzahl der identifizierbaren kulturellen Ausdrucksformen einer kleinen Minderheit wie der Sorben/Wenden im Vergleich zu großen Mehrheitsgesellschaften überschaubar ist. Zugleich ist der Anteil dieser Ausdrucksformen, denen in der Community ein besonderer Wert beigemessen wird und die daher faktisch als Kulturgut wahrgenommen und behandelt werden, sehr hoch: Ein großer Teil des gelebten kulturellen Repertoires wird als identitätsstiftend und bewahrenswert verstanden und damit dem Kulturerbe zugerechnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== 2.2 Klassifizierung von Kulturgütern ==&lt;br /&gt;
Im Folgenden soll eine griffige Klassifizierung von Kulturgütern entwickelt werden, so dass pro Kulturgut-Klasse später auf die Besonderheiten ihrer Digitalisierung eingegangen werden kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Dataja:Wobraz_K2.png|center|600px]]&amp;lt;ref&amp;gt;Mermaid Flowchart Code: [https://mermaid.live/edit#pako:eNptlM9u00AQxl9ltFWoFDlp_C9OjISU2KSgUCq1BSRIDxt77Syxd6v1mkKjSDwBlThw4YCEeuXOoeLSN-EF4BHYjZOQQG67-32_2ZnZsWco4jFBPqrVZpRR6cNsP8n4ZTTBQu7rHVP66QWOKEvV3nQM2BeYTf8eea35fF6rjdiIrUl4cjJiAMPDV_X6sMxkKdJS1uvnvu9PtRGgp5ReE46wJIKSLIOf779CycbkkqQZjSb1Ovz-cv351_drDWGN9BXS_xfZBj7dLoGxBgIFBE14nOcrZGH68E07Iu0IlSNsQkhTKnGlfvyh1bjKcngIjcYD6G2s-xvrYGMdLuuqAFOXZ0IflzFh0xxn5OBU3t1ISZhqw6KaKpo29k04jSaCJrLq0oZsa9mCAZc8FTihhBnQp1ksxd1NSsS22dFmG3oMZzwl0HveONtlc7XNATtsHI9fk6kkC3nRsKoqnVNgwrFQaUOvLGJRRtMi4SJfZ790WtppQYhFIVV7CYsJDO9uWbEMujbqOgIbTqgsddB7MCD_eXT6gQMvaFEQBlclPMVqcA6eMfqGiKLMt926isCFM4FjKiln-voCHmEWXxIxXZcUVo-jSwrVe3DBGvHqtc83DLqS0FpNAi3wRluiDBdFSBIYQ0KzzN_r265jPjQinnHh7yVJYhRS8ClZKfe3KLyk2oHneuEuqlK2qWhJWYPOwGnvoiplm4qXVMd17V5rF1UpikIGSgWNkS9FSQyUE5FjvUUzHXGE5ITkZIR8tYxJgtVXPEIjNlfYBWYvOc9XpOBlOkF-grNC7cqLWPUupFjNa74-FXo0RMBLJpFvWtYiCPJn6C3yG7bTNO2u6Tidrue0W13HQO_Usdtquuqg1bG6TtvzPNuZG-hqcXGr2baV5NhuyzId13XbBiJqDrg4qn5ni7_a_A_W9oMu hier klicken], abgerufen am 22.09.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.2.1 A. Materiell - unbeweglich 🏛️ ===&lt;br /&gt;
„Materiell - unbeweglich&amp;quot; bezeichnet ortsfeste Kulturobjekte wie Bauwerke, Ensembles, Gebäudekomplexe und Stätten/Kulturlandschaften, wie sie in Art. 1 der UNESCO-Welterbekonvention als Kategorien des kulturellen Erbes definiert sind.&amp;lt;ref&amp;gt;UNESCO World Heritage Centre o. J.: Convention Concerning the Protection of the World Cultural and Natural Heritage, Artikel 1. URL: https://whc.unesco.org/en/conventiontext/, abgerufen am 01.10.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.2.2 B. Materiell - beweglich 🖼️ ===&lt;br /&gt;
Die Kategorie „Materiell - beweglich&amp;quot; umfasst bewegliche Sachen bzw. Sachgesamtheiten von kulturellem Wert (z. B. Objekte, Sammlungen), wie sie das deutsche Kulturgutschutzgesetz (§ 2 KGSG)&amp;lt;ref&amp;gt;Deutschland 2016: Kulturgutschutzgesetz (KGSG), § 2. URL: https://www.buzer.de/2_KGSG.htm, abgerufen am 01.10.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt; als „Kulturgut“ beschreibt.&lt;br /&gt;
* B1 '''Schriftgut''' - Bücher, Zeitungen, Handschriften, Archivgut, Graphiken, Pläne, Karten&lt;br /&gt;
* B2 '''Fotografien &amp;amp; Bildträger''' &lt;br /&gt;
** Fotografisch erzeugte statische Bildträger, auch Stillbildträger genannt, z. B. Positive/Negative auf Film/Platte/Photopapier, Dias, Abzüge, Mikrofilm/-fiche und vergleichbare fotografische Repro-Träger.&lt;br /&gt;
* B3 '''Analoge AV-Träger''' (Audio/Video/Film)&lt;br /&gt;
** Analoge zeitbasierte Medien, z. B. Magnetton (Tonband, Kassette), Schallplatte, Videobänder, Film.&lt;br /&gt;
* B4 '''3D-Objekte''' - Gegenstände, „sachkulturelle Artefakte“&amp;lt;ref&amp;gt;Sorbisches Institut o. J.: Konzept zum Digitalisierungszentrum am Sorbischen Institut, S. 24.&lt;br /&gt;
(Unveröffentlichtes Konzeptpapier; interne Projektunterlage.)&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.2.3 C. Immateriell 🎭 ===&lt;br /&gt;
Meint lebendige Praktiken, Darstellungen, Ausdrucksformen, Ideen, Werte, Wissen und Fertigkeiten, die von Gemeinschaften getragen und weitergegeben werden, gemäß der folgenden 5 UNESCO ICH-Domänen.&amp;lt;ref&amp;gt;UNESCO o. J.: Intangible Cultural Heritage – Five Domains. URL: https://ich.unesco.org/doc/src/01857-EN.pdf, abgerufen am 01.10.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* C1 '''Orale Traditionen/Ausdrucksformen''' - Sprache, Gesangstraditionen&lt;br /&gt;
* C2 '''Darstellende Künste''' - Musik, Tanz, Theater&lt;br /&gt;
* C3 '''Rituale &amp;amp; Feste''' - Bräuche und soziale Praktiken des Kalenders und Lebenslaufs&lt;br /&gt;
* C4 '''Wissen &amp;amp; Praktiken''' zu Natur &amp;amp; Universum - Heil- und Sammelkenntnisse, ökologisches und astronomisches Wissen, Glaube, Religion&lt;br /&gt;
* C5 '''Traditionelles Handwerk''' - Techniken, Werkzeuge und Gestaltungsmuster&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.2.4 D. Digital 💾 ===&lt;br /&gt;
Bezeichnet in digitaler Form vorliegende Ressourcen menschlichen Wissens und Ausdrucks. Diese können sowohl born-digital sein als auch digitalisierte Repräsentationen von materiellen und immateriellen Kulturgütern.&amp;lt;ref&amp;gt;UNESCO 2003: Charter on the Preservation of Digital Heritage. URL: https://www.unesco.org/en/legal-affairs/charter-preservation-digital-heritage, abgerufen am 01.10.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* D1 '''Born-digital''' (ursprünglich digital erzeugt, kein analoges Original), z. B. Webseiten, Social-Media-Beiträge, Software, Apps, Spiele, digitale Fotos/Audio/Video.&lt;br /&gt;
* D2 '''Digitalisate''' - Digitalisierte Repräsentationen/Derivate aus den Klassen A, B und C.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== 2.3 Begriffe und Kernfunktionen ==&lt;br /&gt;
Die vorherigen Abschnitte haben geklärt, was unter Kulturerbe verstanden wird und welche Arten von Kulturgütern unterschieden werden. Bevor der nachfolgende Abschnitt den Prozess der Kulturerbe-Digitalisierung beschreibt, werden in diesem Abschnitt die dafür wichtigsten Arbeitsbegriffe und Funktionen erläutert. Der Abschnitt soll dabei die Frage beantworten: Welche Arbeitsabläufe und Funktionen sind notwendig, damit Kulturgüter nicht nur digital erfasst, sondern auch gefunden, verstanden, gesichert und genutzt werden können?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Erläuterungen sollen eine gemeinsame und leicht verständliche Grundlage schaffen für alle, die an der Digitalisierung von Kulturerbe interessiert sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.3.1 Vom Kulturgut zur digitalen Repräsentation ===&lt;br /&gt;
Dieser Abschnitt erklärt, was bei einer Digitalisierung entsteht und wie sich das digitale Ergebnis vom ursprünglichen Kulturgut unterscheidet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
! Begriff&lt;br /&gt;
! Erklärung&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Digitalisierung von Kulturerbe'''&lt;br /&gt;
| Digitalisierung bezeichnet in diesem Konzept den gesamten zusammenhängenden Prozess: Kulturgüter erfassen, beschreiben und bewerten, digitale Repräsentationen erzeugen oder übernehmen, ihre Qualität prüfen, sie sichern und für die Nutzung zugänglich machen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;DFG2016&amp;quot;&amp;gt;Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) 2016: Praxisregeln „Digitalisierung“, insbesondere S. 13 und 41-44. URL: https://www.dfg.de/resource/blob/176108/898bf3574ad0ff3b1db525fa7d04c86c/12-151-v1216-de-data.pdf, abgerufen am 16.07.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Bei ursprünglich digital entstandenen Kulturgütern – auch ''born digital'' genannt – entfällt die Überführung aus einem analogen Original; die weiteren Aufgaben bleiben bestehen.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Digitalisat und digitale Repräsentation'''&lt;br /&gt;
| Ein '''Digitalisat''' ist ein digitales Abbild eines analogen Kulturguts, beispielsweise ein Scan einer Handschrift oder ein Foto eines Museumsobjekts. Der weitere Begriff '''digitale Repräsentation''' umfasst auch Audio-, Video- oder 3D-Dokumentationen einer immateriellen kulturellen Praxis. Die digitale Repräsentation ersetzt weder das materielle Kulturgut noch die lebendige Praxis.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Masterdatei und Nutzungsderivat'''&lt;br /&gt;
| Die '''Masterdatei''' ist die möglichst hochwertige und qualitätsgeprüfte Ausgangsdatei. Sie wird für die langfristige Sicherung und spätere Bearbeitungen aufbewahrt. Ein '''Nutzungsderivat''' ist eine daraus erzeugte, an einen bestimmten Zweck angepasste Datei, beispielsweise ein kleineres Bild für eine Internetseite.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Digitales Objekt'''&lt;br /&gt;
| Als '''digitales Objekt''' wird in diesem Konzept eine zusammengehörige digitale Einheit bezeichnet. Sie kann aus einer oder mehreren Dateien, den zugehörigen Metadaten und ihren Verknüpfungen bestehen. Ein digitales Objekt kann ein Digitalisat oder ein ursprünglich digital entstandenes Kulturgut sein.&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
''Beispiel:'' Das verzierte sorbische Osterei bleibt das materielle Kulturgut. Hochauflösende Fotografien, ein 3D-Modell und die dazugehörigen Beschreibungen bilden gemeinsam seine digitale Repräsentation.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.3.2 Vier Kernfunktionen ===&lt;br /&gt;
Als '''Kernfunktionen der Kulturerbe-Digitalisierung''' werden im Folgenden vier dauerhaft zu erfüllende Aufgabenbereiche bezeichnet. Sie beschreiben, was für eine nachhaltige Digitalisierung von Kulturerbe geleistet werden muss, unabhängig davon, welche Institution oder welches technische System die jeweilige Funktion übernimmt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
! Kernfunktion&lt;br /&gt;
! Typische organisatorisch-technische Umsetzung&lt;br /&gt;
! Hauptaufgabe&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Nachweisen, beschreiben und verknüpfen'''&lt;br /&gt;
| Register oder Katalog&lt;br /&gt;
| Macht sichtbar, welche Kulturgüter vorhanden sind, wo sie sich befinden und in welchem Zusammenhang sie stehen. Ein Registereintrag kann bereits bestehen, bevor ein Digitalisat angefertigt wurde. &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Digitalisieren und Qualität sichern'''&lt;br /&gt;
| Digitalisierungszentrum oder Digitalisierungsdienst&lt;br /&gt;
| Erzeugt bzw. übernimmt digitale Repräsentationen, prüft sie und bereitet Dateien und Metadaten für die weitere Verarbeitung vor. Geliefert werden bspw. geprüfte Masterdateien und Nutzungsderivate. &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Langfristig erhalten'''&lt;br /&gt;
| Repositorium oder digitales Langzeitarchiv&lt;br /&gt;
| Übernimmt Dateien und Metadaten, speichert und verwaltet sie und erhält sie über technische und organisatorische Veränderungen hinweg dauerhaft nutzbar.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Zugänglich machen und Nutzung ermöglichen'''&lt;br /&gt;
| Präsentations- und Nutzungssystem&lt;br /&gt;
| Führt beschreibende Informationen und digitale Medien für Nutzerinnen und Nutzer zusammen. Es ermöglicht beispielsweise Suche, Anzeige, Kontextualisierung, Vermittlung und – soweit zulässig – Nachnutzung. &lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese '''Kernfunktionen''' beschreiben zunächst nicht zwingend getrennte Institutionen oder Systeme. Eine Einrichtung kann mehrere Kernfunktionen übernehmen. Umgekehrt kann eine Kernfunktion auf mehrere Einrichtungen oder technische Systeme verteilt sein. Entscheidend sind klare Zuständigkeiten, verlässliche Übergaben und gemeinsame Standards.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vereinfacht lässt sich das Zusammenspiel so zusammenfassen:&lt;br /&gt;
# Das '''Register oder der Katalog''' beschreibt und verknüpft das Kulturgut.&lt;br /&gt;
# Der '''Digitalisierungsdienst''' erzeugt und prüft seine digitale Repräsentation.&lt;br /&gt;
# Das '''Repositorium oder digitale Archiv''' übernimmt und erhält die Dateien.&lt;br /&gt;
# Das '''Präsentationssystem''' führt Beschreibungen und Medien für die Nutzung zusammen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die konkrete Ausgestaltung kann zentral, dezentral oder als Verbund mehrerer Systeme erfolgen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.3.3 Register ===&lt;br /&gt;
Die folgende Tabelle erklärt, wie Kulturgüter so erfasst, beschrieben und verknüpft werden, dass sie eindeutig zugeordnet, wiedergefunden und nach einheitlichen Regeln weiterverarbeitet werden können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
! Begriff&lt;br /&gt;
! Erklärung&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Erschließung, Verzeichnung und Registrierung'''&lt;br /&gt;
| '''Erschließung''' ist der übergeordnete Vorgang, bei dem ein Kulturgut identifiziert, beschrieben und in seinen Zusammenhang eingeordnet wird. '''Verzeichnung''' bezeichnet seine strukturierte dokumentarische Beschreibung. '''Registrierung''' bedeutet die Aufnahme in ein konkretes Register, einen Katalog oder ein Sammlungssystem. Ein Kulturgut kann bereits registriert werden, bevor ein Digitalisat vorhanden ist.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Metadaten'''&lt;br /&gt;
| Metadaten sind strukturierte Informationen über ein Kulturgut und seine digitalen Repräsentationen. Dazu gehören beispielsweise Titel, Herkunft, beteiligte Personen, Ort, Zeit, kultureller Kontext, Rechte, Dateieigenschaften und Bearbeitungsschritte. Je nach Zweck werden beschreibende, technische, rechtliche und erhaltungsbezogene Metadaten unterschieden. Sie machen Kulturgüter auffindbar, verständlich, verwaltbar und langfristig nutzbar.&amp;lt;ref name=&amp;quot;PREMIS&amp;quot;&amp;gt;Library of Congress o. J.: PREMIS – Preservation Metadata: Implementation Strategies. Internationaler Standard für Erhaltungsmetadaten. URL: https://www.loc.gov/standards/premis/, abgerufen am 16.07.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Persistenter Identifikator'''&lt;br /&gt;
| Ein '''persistenter Identifikator''' ist eine dauerhafte und eindeutige Kennung für ein Kulturgut, einen Datensatz oder eine digitale Ressource. Die Kennung bleibt bestehen, auch wenn sich der technische Speicherort oder die Internetadresse ändern. Dadurch können Kulturgüter dauerhaft zitiert und zwischen Systemen verknüpft werden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;DFG2016&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Metadaten sind keine bloße Beigabe zu einer Datei. Ohne ausreichende Beschreibungen kann ein Digitalisat zwar technisch vorhanden sein, später aber kaum gefunden, verstanden oder zuverlässig zugeordnet werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.3.4 Digitalisierungsdienst und Archiv ===&lt;br /&gt;
Die folgende Tabelle erklärt was erforderlich ist, damit Kulturgüter digitalisiert werden und nicht nur heute gespeichert sind, sondern auch nach technischen und organisatorischen Veränderungen noch gefunden, verstanden und genutzt werden können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
! Begriff&lt;br /&gt;
! Erklärung&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Repositorium'''&lt;br /&gt;
| Ein '''Repositorium''', auch ''Repository'' genannt, ist eine verwaltete technische Umgebung, in der digitale Objekte und ihre Metadaten übernommen, gespeichert, geordnet, verwaltet und bereitgestellt werden. Ein Repositorium kann Teil eines digitalen Archivs sein. Nicht jedes Repositorium erfüllt jedoch automatisch alle Anforderungen der Langzeiterhaltung.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Digitales Archiv oder digitales Langzeitarchiv'''&lt;br /&gt;
| Ein digitales Archiv ist mehr als ein Server oder ein Speicherprogramm. Es verbindet eine verantwortliche Organisation, fachkundiges Personal, Regeln, Arbeitsabläufe und technische Systeme. Es übernimmt die Verantwortung dafür, digitale Informationen langfristig zu erhalten und für festgelegte Nutzergruppen zugänglich zu machen. Das internationale Referenzmodell '''Open Archival Information System''' (OAIS, offenes Archiv-Informationssystem) bietet hierfür einen fachlichen Rahmen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;OAIS2024&amp;quot;&amp;gt;Consultative Committee for Space Data Systems (CCSDS) 2024: Reference Model for an Open Archival Information System (OAIS), CCSDS 650.0-M-3, insbesondere S. 1-1–1-2 und 2-1–2-2. URL: https://ccsds.org/Pubs/650x0m3.pdf, abgerufen am 16.07.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Ingest oder kontrollierte Übernahme'''&lt;br /&gt;
| '''Ingest''' bezeichnet die kontrollierte Übernahme digitaler Dateien und Metadaten in ein Repositorium oder digitales Archiv. Dabei werden beispielsweise Vollständigkeit, Dateiformate, Metadaten und Dateiintegrität geprüft und die Übernahme dokumentiert.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Langzeitverfügbarkeit und digitale Langzeiterhaltung'''&lt;br /&gt;
| '''Langzeitverfügbarkeit''' ist das Ziel, digitale Inhalte über technische und organisatorische Veränderungen hinweg auffindbar, lesbar, verständlich und nutzbar zu halten. '''Digitale Langzeiterhaltung''' bezeichnet die dafür notwendigen fortlaufenden Maßnahmen. Dazu können mehrere Speicherorte, regelmäßige Prüfungen, Formatüberwachung, technische Migrationen und eine nachvollziehbare Dokumentation gehören. „Langfristig“ bezeichnet dabei keine feste Zahl von Jahren, sondern einen Zeitraum, in dem mit veränderten Technologien, Formaten und Nutzungsanforderungen gerechnet werden muss.&amp;lt;ref name=&amp;quot;OAIS2024&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Datensicherung oder Backup'''&lt;br /&gt;
| Ein '''Backup''' ist eine zusätzliche Sicherungskopie, aus der Dateien nach einem Verlust oder technischen Ausfall wiederhergestellt werden können. Backups sind notwendig, ersetzen aber keine Langzeiterhaltung: Sie regeln allein noch keine dauerhaften Zuständigkeiten, Metadaten, Formatüberwachung, Integritätsprüfungen oder langfristige Zugänglichkeit.&amp;lt;ref name=&amp;quot;DPCStorage&amp;quot;&amp;gt;Digital Preservation Coalition o. J.: Digital Preservation Handbook – Storage. URL: https://www.dpconline.org/handbook/organisational-activities/storage, abgerufen am 16.07.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Integrität und Authentizität'''&lt;br /&gt;
| '''Integrität''' bedeutet, dass unbeabsichtigte Veränderungen oder Beschädigungen einer Datei erkannt werden können. Dafür werden häufig Prüfsummen verwendet - digitale Kontrollwerte, die regelmäßig verglichen werden. '''Authentizität''' bedeutet, dass Herkunft, Identität und Bearbeitungsgeschichte eines digitalen Objekts nachvollziehbar sind und belegt werden kann, dass es das ist, was es zu sein vorgibt.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Dateiformat und Datenformat'''&lt;br /&gt;
| Ein '''Dateiformat''' legt den technischen Aufbau einer einzelnen Datei fest. Ein '''Datenformat''' beschreibt, wie Informationen strukturiert und zwischen Systemen ausgetauscht werden. Gut dokumentierte, verbreitete und möglichst offen beschriebene Formate erleichtern den Austausch und die langfristige Nutzung. Sie ersetzen jedoch keine aktive Langzeiterhaltung.&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Merksatz:''' Speichern ist nicht dasselbe wie langfristiges Erhalten. Auch ein vorhandenes Backup ist noch kein digitales Langzeitarchiv.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.3.5 Präsentationssystem ===&lt;br /&gt;
Die folgende Tabelle erklärt, wie aus langfristig gesicherten Dateien ein digitales Kulturerbe wird, das von Menschen gefunden, verstanden und sinnvoll genutzt werden kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
! Begriff&lt;br /&gt;
! Erklärung&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Zugänglichmachung und Präsentation'''&lt;br /&gt;
| '''Zugänglichmachung''' bedeutet, dass digitale Objekte auffindbar und im rechtlich sowie technisch zulässigen Umfang abrufbar sind. '''Präsentation''' geht darüber hinaus: Inhalte werden ausgewählt, miteinander verknüpft, erklärt und für bestimmte Zielgruppen vermittelt. Dazu gehören verständliche Kontextinformationen, klare Rechteangaben, Mehrsprachigkeit und möglichst barrierearme Zugänge. Abhängig von Rechten, personenbezogenen Daten oder kulturellen Schutzbedarfen kann der Zugang offen oder eingeschränkt sein.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Nutzung und Nachnutzung'''&lt;br /&gt;
| '''Nutzung''' umfasst beispielsweise das Betrachten, Lesen, Anhören, Erforschen oder Vermitteln eines digitalen Kulturguts. '''Nachnutzung''' bedeutet seine weitere Verwendung in einem neuen Zusammenhang, etwa in Bildung, Forschung, Publikationen, Ausstellungen, Anwendungen oder kreativen Werken. Dafür werden geeignete Dateien, verständliche Metadaten und klare Rechteinformationen benötigt.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Rechteinformation und Lizenz'''&lt;br /&gt;
| Eine '''Rechteinformation''' beschreibt den rechtlichen Status eines digitalen Objekts und mögliche Einschränkungen seiner Nutzung. Eine '''Lizenz''' räumt durch eine dazu berechtigte Person oder Institution konkrete Nutzungsrechte ein. Ein allgemeiner Rechtehinweis ist daher nicht automatisch eine Lizenz.&amp;lt;ref name=&amp;quot;RightsReuse&amp;quot;&amp;gt;RightsStatements.org o. J.: Standardisierte Rechtehinweise für online verfügbares Kulturerbe. URL: https://rightsstatements.org/de/, abgerufen am 16.07.2026. Creative Commons 2025: Recommended Licenses and Tools for Cultural Heritage Content. URL: https://creativecommons.org/2025/07/09/recommended-licenses-and-tools-for-cultural-heritage-content/, abgerufen am 16.07.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Interoperabilität'''&lt;br /&gt;
| '''Interoperabilität''' bezeichnet die Fähigkeit von Systemen und Organisationen, Daten auszutauschen und in gleicher Bedeutung zu verstehen. Dafür werden gemeinsame Metadatenmodelle, Begriffe, Identifikatoren und technische Schnittstellen benötigt. So können beispielsweise Register, Repositorien, Präsentationsportale und externe Kulturplattformen miteinander verbunden werden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;EuropeanaEDM&amp;quot;&amp;gt;Europeana o. J.: Metadata – Europeana Data Model (EDM, Europeana-Datenmodell). URL: https://pro.europeana.eu/page/metadata, abgerufen am 16.07.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Digitalisierte Inhalte entfalten ihren kulturellen und gesellschaftlichen Nutzen erst dann vollständig, wenn sie auffindbar, verständlich, rechtlich klar und für unterschiedliche Zielgruppen tatsächlich verwendbar sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der folgende Abschnitt 2.4 beschreibt, wie diese Kernfunktionen innerhalb des gesamten Prozesses der Kulturerbe-Digitalisierung zusammenwirken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== 2.4 Prozess der Digitalisierung von Kulturerbe ==&lt;br /&gt;
Die Digitalisierung von Kulturgut ist kein rein technischer Arbeitsschritt, sondern ein vielschichtiger, oft langfristiger Prozess, der bereits mit der Wahrnehmung und Identifikation einer kulturellen Ausdrucksform beginnt. Ziel dieses Abschnitts ist es, diesen Gesamtprozess systematisch darzustellen: von der gelebten Kultur über das identifizierte Kulturgut bis hin zur digital nutzbaren Repräsentation.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die hier entwickelte Prozessdarstellung soll als praxisorientierter Überblick dienen für die Digitalisierung des sorbischen Kulturerbes. Sie berücksichtigt die Anforderungen sorbischer Einrichtungen ebenso wie die international etablierten Referenzmodelle und Standards, darunter:&lt;br /&gt;
* das OAIS-Referenzmodell (ISO 14721) für digitale Archivierung&amp;lt;ref&amp;gt;Consultative Committee for Space Data Systems (CCSDS) 2024: Reference Model for an Open Archival Information System (OAIS), CCSDS 650.0-M-3. URL: https://ccsds.org/Pubs/650x0m3.pdf, abgerufen am 01.10.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
* das DCC Curation Lifecycle Model für kuratorische Entscheidungsprozesse&amp;lt;ref&amp;gt;Higgins 2008: The DCC Curation Lifecycle Model. International Journal of Digital Curation, 3(1), 134-140. URL: https://ijdc.net/index.php/ijdc/article/view/48, abgerufen am 01.10.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
* das Spectrum-Modell für museale Objektverwaltung&amp;lt;ref&amp;gt;Collections Trust 2022. Spectrum 5.1 - The UK Museum Collections Management Standard. URL: https://collectionstrust.org.uk/spectrum/spectrum-5, abgerufen am 01.10.2025. &amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
* die UNESCO-Leitlinien zur Inventarisierung immateriellen Kulturerbes&amp;lt;ref&amp;gt;UNESCO 2024: Operational Directives for the Implementation of the Convention for the Safeguarding of the Intangible Cultural Heritage (10.GA). URL: https://ich.unesco.org/doc/src/ICH-Operational_Directives-10.GA_EN.pdf, abgerufen am 01.10.2025. &amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
* sowie technische Vorgaben wie die DFG-Praxisregeln Digitalisierung&amp;lt;ref&amp;gt;Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) 2022: Praxisregeln Digitalisierung (aktualisierte Fassung). URL: https://www.ulb.hhu.de/fileadmin/redaktion/ULB/Documents/Infomaterial/DFG_Praxisregeln_Digitalisierung_Aktualisierte_Fassung2022.pdf, abgerufen am 01.10.2025. &amp;lt;/ref&amp;gt; und die FADGI-Richtlinien&amp;lt;ref&amp;gt;Federal Agencies Digital Guidelines Initiative (FADGI) 2023: Technical Guidelines for Digitizing Cultural Heritage Materials – Still Image, 3rd ed. URL: https://www.digitizationguidelines.gov/guidelines/digitize-technical.html, abgerufen am 01.10.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Folge soll der „Lebenslauf“ eines Kulturguts dargestellt werden, also der Weg, den ein Objekt oder eine kulturelle Praxis vom Zeitpunkt der Entstehung über die Erfassung, Digitalisierung und Archivierung bis zur Veröffentlichung in einem digitalen Präsentationsmodul durchläuft.&lt;br /&gt;
Hierfür erläutert der folgende Abschnitt die einzelnen Prozessschritte im Detail, jeweils mit Akteuren und Beispielen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.4.1 Vorüberlegungen zum Prozess ===&lt;br /&gt;
Im hier vorgestellten Prozess wird auf eine harte, systematische Filterung verzichtet, welche kulturellen Ausdrucksformen „nur“ Kultur und welche bereits Kulturgut sind. Ein solcher Bewertungs- und Abgrenzungsprozess wäre ressourcenintensiv und würde den vorhandenen Kapazitäten in den beteiligten Einrichtungen nicht entsprechen. Stattdessen folgt das Konzept einer inklusiven Logik: Alle dokumentierten Ausdrucksformen werden zunächst als potenzielle Kulturgüter erfasst. Eine feinere Auswahl und Priorisierung erfolgen erst in einem späteren Schritt, nämlich dann, wenn konkret entschieden wird, welche Ausdrucksformen bzw. Kulturgüter in welcher Tiefe digitalisiert, archiviert und präsentiert werden sollen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieses Vorgehen schließt an das SKR-Konzept an, das bewusst auf eine frühe normative Trennung zwischen „kultureller Ausdrucksform“ und „Kulturgut“ verzichtet. Auch hier steht zunächst der möglichst vollständige, strukturierte Überblick über die sorbischen Kulturgüter im Vordergrund. Die differenzierte Bewertung und Schwerpunktsetzung werden als anschließende fachliche Aufgabe verstanden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.4.2 Prozessschritte im Detail ===&lt;br /&gt;
Das folgende Diagramm gibt einen Überblick über die sechs Kernschritte des Gesamtprozesses der Digitalisierung von Kulturgut – von der ersten Wahrnehmung einer kulturellen Ausdrucksform bis zu ihrer digitalen Präsentation als Kulturgut. Die Abfolge zeigt zugleich die Entwicklungsstufen: von gelebter Kultur zur kulturellen Ausdrucksform, von dort zum Kulturgut und schließlich zum digitalen Kulturgut. Die Schritte sind als generischer Ablauf zu verstehen: Je nach Art des Kulturguts können einzelne Tätigkeiten unterschiedlich aufwendig sein oder parallel erfolgen.&lt;br /&gt;
[[Dataja:Wobraz_K3.png|center|600px]]&amp;lt;ref&amp;gt;Mermaid Flowchart Code: [https://mermaid.live/edit#pako:eNplkk1OwzAQha8yGqmbkloxSZs2CyTa8LOphIAVhIVJpolF4iDH4a_qbXqTXgzHFdAKr2y97703lmaNWZMTxriqmvesFNrAfZIqgPPHFIdDzuBO1DVVajhM8QlGozOYO-WUwS0VsjVakqa93Pvmjlk4JmAwp3fS5kCHwQAWjkkcE_Y5WWkIXqrd9jBpT138UIkspBGVbI_7-rwLR146csLgRryQ-U8lMGLwTG1WapLPpHKCZQLMOY9ch7m2VxiSpOAEjJ1TSev_M_bkvv3KtY8ZnOuslG_H9VcOuf4dUO-2LamjGdHDQsscY6M78rAmXYv-ies-IEVTUk0pxvaa00p0lUkxVRtrexXqoWnqH6duuqLEeCWq1r6619zOn0hRaPGH9J_Xi6ZTBuOxS8B4jR8YhxGLeDThkR-EM37KuYefFmHTaOz7fOZHQTidBMHGwy9X6VslnNnDw4jPuB8GHlIuTaOX-7Vy27X5Bh_Osqo hier klicken], abgerufen am 22.09.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Prozess zeigt, dass Digitalisierung von Kulturgut mehr ist als das Erstellen digitaler Dateien. Sie umfasst eine Reihe aufeinander bezogener Schritte – von der ersten Wahrnehmung einer kulturellen Ausdrucksform über ihre Erfassung, Bewertung und Digitalisierung bis hin zur langfristigen Sicherung und Präsentation. Dabei sind je nach Schritt unterschiedliche Akteure beteiligt, etwa Gemeinschaften, Museen, Archive, Fachgremien, Digitalisierungsstellen oder IT. Die folgenden Beschreibungen erläutern diese Schritte so, dass nachvollziehbar wird, was jeweils mit einem Kulturgut geschieht, wer daran beteiligt ist und wie sich der Ablauf in der Praxis vorstellen lässt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''1. Sammeln &amp;amp; erfassen''' &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Hier wird eine kulturelle Ausdrucksform erstmals wahrgenommen, benannt und mit ersten Informationen erfasst: Was ist es, wer macht es oder hat es geschaffen, wo kommt es vor, warum ist es bedeutsam für die Gemeinschaft? &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Akteure''': Community, Vereine, Museen, Archive, Forschende, Privatpersonen.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Beispiel''': Auf einem Dorffest zeigt eine Frau das Verzieren sorbischer Ostereier. Jemand fotografiert dies und notiert Technik, Ort und Namen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''2. Registrieren &amp;amp; beschreiben''' &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Hier wird aus der ersten Beobachtung ein strukturierter Nachweis. Das Kulturgut oder die kulturelle Ausdrucksform wird in ein Register, eine Sammlung oder einen Katalog aufgenommen und mit strukturierten Metadaten beschrieben, damit es wiedergefunden, zugeordnet und verstanden werden kann. Dazu gehören z. B. Titel, Ort, Zeit, Technik, Funktion, beteiligte Personen und der kulturelle Kontext.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Akteure''': Registerverantwortliche, Kurator:innen, Sammlungsmitarbeitende, Community für Kontextinformationen.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Beispiel''': Das Osterei erhält einen Eintrag mit Angaben wie „Wachsbatik“, „Schleife“, „Osterei-Verzierung“, Name der Trägerin und Entstehungsjahr.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''3. Bewerten &amp;amp; freigeben''' &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
In diesem Schritt wird entschieden, ob und in welcher Priorität ein Kulturgut oder die kulturelle Ausdrucksform digitalisiert werden soll und ob dies rechtlich und ethisch möglich ist. Dabei spielen fachliche Kriterien wie Bedeutung, Repräsentativität, Seltenheit oder Gefährdung eine Rolle, aber auch Fragen des Urheberrechts, Datenschutzes und möglicher kultureller Sensibilitäten. Am Ende steht eine begründete Entscheidung, ob und in welchem Umfang das Kulturgut weiterbearbeitet und später veröffentlicht werden darf. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Akteure''': Kurator:innen, Fachgremien, Community-Vertretungen, Register/SKR, ggf. Rechteverantwortliche und Behörden. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Beispiel''': Es wird entschieden, dass die Osterei-Technik wegen ihrer Bedeutung für die sorbische Identität digital gesichert werden soll; die Kunsthandwerkerin stimmt der Veröffentlichung zu.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''4. Digitalisieren &amp;amp; prüfen''' &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Nun wird das Kulturgut technisch erfasst, also in eine digitale Form überführt. Das kann je nach Objektart durch Scan, Fotografie, Audio- oder Videoaufnahme oder 3D-Erfassung geschehen. Dabei entstehen hochwertige Master-Dateien und nutzbare Derivate. Die Digitalisierung folgt qualifizierten Standards, um Reproduzierbarkeit, Farbkonsistenz und Nutzbarkeit zu gewährleisten. Anschließend wird geprüft, ob Schärfe, Farbe, Vollständigkeit und Dateiformate den Anforderungen für Archivierung und Nutzung entsprechen. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Akteure''': Digitalisierungszentrum, Foto-/AV-/3D-Spezialist:innen, externe Dienstleister bei Spezialfällen. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Beispiel''': Das Osterei wird fotografisch hochauflösend aufgenommen und zusätzlich als 3D-Modell erfasst. Danach werden Schärfe, Farbe und Dateiformate geprüft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''5. Archivieren &amp;amp; sichern''' &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die entstandenen digitalen Dateien werden geordnet abgelegt, mit den zugehörigen Metadaten verknüpft und für die langfristige Erhaltung gesichert. Dazu gehören sichere Speicherorte, Backups, Integritätskontrollen und – wenn nötig – spätere technische Migration auf neue Systeme. Ziel ist, dass das digitale Kulturgut langfristig erhalten bleibt, auch wenn sich Technik und Formate verändern. Das Original bleibt in der Regel weiterhin am Sammlungs- oder Aufbewahrungsort. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Akteure''': Archiv, Repository, IT-Betrieb, ggf. Sorbisches Kulturarchiv bzw. Digitalisierungszentrum. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Beispiel''': Die Bilder und das 3D-Modell des Ostereis werden auf gesicherten Servern gespeichert; das Original bleibt im Museum oder bei der Eigentümerin.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''6. Präsentieren &amp;amp; nutzen''' &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Im letzten Schritt werden die digitalen Objekte so bereitgestellt, dass sie gefunden, verstanden und genutzt werden können, z. B. in Portalen, digitalen Sammlungen oder virtuellen Ausstellungen. Dafür reicht es nicht, nur Dateien anzuzeigen: Es braucht auch verständliche Kontexte, Rechteangaben, Mehrsprachigkeit und möglichst barrierearme Zugänge. So wird aus der technischen Digitalisierung eine tatsächliche kulturelle Nutzung. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Akteure''': Kurator:innen, Vermittlung, Web/IT, Museen, Kulturinformationen, Community. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Beispiel''': Das Osterei erscheint in einer Online-Ausstellung, kann herangezoomt oder als 3D-Modell gedreht werden und wird mit einem kurzen Text zur Technik erklärt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.4.3 Organisatorische Perspektive ===&lt;br /&gt;
Die folgende Abbildung ist entnommen aus einem Poster des Sorbischen Instituts zu dessen Digitalisierungsstrategie, gefunden auf der Projektseite des Digitalisierungszentrums.&amp;lt;ref&amp;gt;Sorbisches Institut: Digitalisierungszentrum (DZ). URL: [https://www.serbski-institut.de/projekte-zentrale-vorhaben/digitalisierungszentrum-dz/ https://www.serbski-institut.de/projekte-zentrale-vorhaben/digitalisierungszentrum-dz/], abgerufen am 25.03.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Digitalisierungsstrategie des Sorbischen Instituts zeigt die Erfassung, Registrierung, Digitalisierung und Archivierung bis zur Präsentation von Kulturgütern aus '''organisatorischer Sicht'''. Sie basiert auf einem '''3-Säulen-Modell aus Kulturregister, Digitalisierungszentrum und Präsentationsumgebung'''. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Dataja:Wobraz_K4.png|mini||center|600px|Abbildung: 3-Säulen-Modell der Digitalisierungsstrategie des Sorbischen Instituts. Quelle: Sorbisches Institut, „Digitalizacija serbskich kulturnych datow / Digitalisierung der sorbischen/wendischen Kulturdaten“&amp;lt;ref&amp;gt;Sorbisches Institut 2025: Digitalizacija serbskich kulturnych datow / Digitalisierung der sorbischen/wendischen Kulturdaten (Poster). URL:  [https://www.serbski-institut.de/wp-content/uploads/2021/11/A0-Druck_Digitalisierungsstrategie-SI.pdf  https://www.serbski-institut.de/wp-content/uploads/2021/11/A0-Druck_Digitalisierungsstrategie-SI.pdf], abgerufen am 25.03.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Beide Sichtweisen - die fachliche &amp;quot;Prozess-Sicht&amp;quot; und die &amp;quot;organisatorische Sicht&amp;quot; lassen sich wie folgt in einer Darstellung zusammenfassen:&lt;br /&gt;
[[Dataja:Wobraz_K5.jpg|mini||center|600px|Abbildung: Zusammengefasste Sichtweisen auf die Digitalisierung von Kulturerbe.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der &amp;quot;Prozess der Digitalisierung von Kulturerbe&amp;quot; beschreibt, '''was''' mit einem Kulturgut geschieht; das 3-Säulen-Modell zeigt, '''wo''' diese Aufgaben organisatorisch verortet sind. Bezogen auf die oben beschriebenen [[#2.3.2 Prozessschritte im Detail|Prozessschritte der Digitalisierung von Kulturerbe]] steht das '''Sorbische Kulturregister''' für den Prozessschritt „'''2. Registrieren'''“ und dient dabei vor allem der Verzeichnung und Metadatenverwaltung. Das '''Digitalisierungszentrum''' steht für die Prozessschritte „'''4. Digitalisieren'''“ und „'''5. Archivieren'''“ und dient dabei der technischen Erfassung, Bearbeitung und Sicherung der Digitalisate. Die '''Präsentationsumgebung''' steht für den Schritt „'''6. Präsentieren'''“ und dient der öffentlichen oder kuratierten Bereitstellung zur Nutzung. Ergänzende Konzepte des SI machen dabei deutlich, dass die Digitalisierung im Regelfall eine vorherige Verzeichnung im Register voraussetzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
! Prozessschritt&lt;br /&gt;
! Verantwortliche Organisation&lt;br /&gt;
! Funktion im Gesamtsystem&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''2. Registrieren'''&lt;br /&gt;
| '''Sorbisches Kulturregister'''&lt;br /&gt;
| Kulturgüter werden als Entitäten nachgewiesen, beschrieben, mit Metadaten versehen und miteinander verknüpft. Das Register erfüllt damit eine katalogähnliche Funktion: Es macht sichtbar, welche Kulturgüter es gibt, wo sie sich befinden und in welchem Kontext sie stehen.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''4. Digitalisieren'''&lt;br /&gt;
| '''Digitalisierungszentrum'''&lt;br /&gt;
| Kulturgüter werden technisch erfasst, z. B. durch Scan, Fotografie, Audio-/Videoübertragung oder 3D-Erfassung. Das Digitalisierungszentrum erzeugt und prüft die Digitalisate, ist aber nicht selbst primär ein Präsentationssystem.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''5. Archivieren'''&lt;br /&gt;
| '''Digitalisierungszentrum / Repositorium / Archiv'''&lt;br /&gt;
| Die digitalen Dateien werden geordnet gespeichert, mit Metadaten verbunden und langfristig gesichert. Dazu gehört auch die Sicherstellung der Langzeitaufbewahrung, etwa durch geeignete Speicherorte, Prüfroutinen und spätere Migrationen.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''6. Präsentieren'''&lt;br /&gt;
| '''Sorabicon / weitere Präsentationsumgebungen'''&lt;br /&gt;
| Die digitalen Inhalte werden für Nutzer:innen sichtbar, erfahrbar und verständlich gemacht, z. B. in Portalen, digitalen Sammlungen oder virtuellen Ausstellungen. Die Präsentation greift dafür auf Metadaten aus dem Register und auf Digitalisate aus dem Repositorium bzw. dem Digitalisierungszentrum zurück.&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Schritt '''1. Sammeln''' liegt vor diesen drei Säulen. Er betrifft die Sammlungsorte selbst, also z. B. Museen, Archive, Heimatstuben, Vereine, Projekte, Gemeinden oder Privatpersonen. Dort entstehen oder befinden sich die Kulturgüter zunächst, bevor sie systematisch registriert, bewertet oder digitalisiert werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Schritt '''3. Bewerten''' ist ebenfalls keine eigene technische Säule, sondern ein steuernder Entscheidungsschritt. In ihm wird geklärt, welche Kulturgüter priorisiert digitalisiert werden, welche fachliche Bedeutung sie haben, welche Rechte zu beachten sind und ob eine öffentliche Präsentation möglich ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Damit wird deutlich: Register, Digitalisierungszentrum und Präsentation erfüllen unterschiedliche Aufgaben. Das '''Register''' beschreibt und verknüpft Kulturgüter, das '''Digitalisierungszentrum''' erzeugt und sichert Digitalisate und die '''Präsentationsumgebung''' macht ausgewählte Inhalte verständlich zugänglich. Gerade diese Trennung schafft klare Zuständigkeiten und erleichtert die Zusammenarbeit zwischen Sammlungsorten, Fachstellen, technischen Dienstleistern und Öffentlichkeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== 2.5 Beispiele anderer Kulturen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Digitalisierung des Kulturerbes kleiner, autochthoner, indigener und sprachlicher Gemeinschaften weist häufig vergleichbare Herausforderungen auf: Kulturgüter und Bestände sind auf viele Institutionen, Vereine, lokale Einrichtungen und private Träger verteilt. Personelle und finanzielle Ressourcen sind begrenzt, mehrere Sprachen und Beschreibungstraditionen müssen berücksichtigt werden und nicht alle kulturellen Inhalte dürfen oder sollen ohne Einschränkung öffentlich zugänglich gemacht werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In einer vergleichenden Recherche wurde daher untersucht, wie andere Gemeinschaften und Regionen ihr Kulturerbe erfassen, beschreiben, digitalisieren, langfristig sichern und zur Nutzung bereitstellen. Dabei wurde nicht nach einer universell „idealen“ technischen Lösung gesucht. Untersucht wurde vielmehr, welche organisatorischen, technischen, rechtlichen und gemeinschaftlichen Modelle unter welchen Rahmenbedingungen funktionieren, welche Schwierigkeiten auftreten und welche übertragbaren Erfolgsfaktoren erkennbar sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die nachfolgenden Beispiele verdeutlichen unterschiedliche Schwerpunkte: gemeinschaftliche Steuerung, institutionsübergreifende Register und Suchsysteme, Digitalisierung verteilter Bestände, Sprach- und Tonarchive, abgestufte Zugänge, Unterstützung kleiner Kulturgutträger sowie die Überführung zeitlich begrenzter Projekte in einen dauerhaften Betrieb.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die daraus abgeleiteten Kriterien bilden einen Referenzrahmen. Anhand dieses Referenzrahmens kann in einer späteren Ist-Analyse geprüft werden, welche Funktionen bereits vorhanden, nur konzeptionell beschrieben, in Pilotprojekten erprobt oder dauerhaft im Regelbetrieb verankert sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die ausführlichen Fallprofile, Vergleichsmatrizen, Quellen sowie ein Hinweis zur KI-gestützten Erstellung befinden sich in der [[12.3.A1 Vergleichende Recherche – Digitalisierung des Kulturerbes anderer Kulturen und Regionen|ausführlichen Vergleichsrecherche]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.5.1 RomArchive – Digitales Archiv der Roma ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Roma und Sinti sind eine transnationale Minderheit, die in zahlreichen europäischen Staaten lebt. RomArchive wurde von 2015 bis 2019 mit 3,75 Millionen Euro durch die Kulturstiftung des Bundes gefördert. Weitere Unterstützer waren unter anderem die Bundeszentrale für politische Bildung, das Auswärtige Amt und das Goethe-Institut. Seit 2019 wird das Archiv durch das Dokumentations- und Kulturzentrum Deutscher Sinti und Roma in Heidelberg betrieben.&amp;lt;ref name=&amp;quot;vergleich_romarchive&amp;quot;&amp;gt;RomArchive o. J.: Frequently Asked Questions. URL: https://www.romarchive.eu/en/about/frequently-answered-questions/; Dokumentations- und Kulturzentrum Deutscher Sinti und Roma e. V. o. J.: Imprint. URL: https://www.romarchive.eu/en/imprint/; Kulturstiftung des Bundes o. J.: RomArchive. URL: https://www.kulturstiftung-des-bundes.de/en/programmes_projects/film_and_new_media/detail/romarchive.html, jeweils abgerufen am 20.07.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Archiv präsentiert Kunst, Geschichte und Kultur aus der Perspektive der Roma. Kuratorische Teams und Beirat waren überwiegend mit Angehörigen der Minderheit besetzt. Neben öffentlich zugänglichen Inhalten existiert ein internes Archiv mit beschränktem Forschungszugang. Besonders lehrreich ist der bereits zu Projektbeginn geplante und später tatsächlich vollzogene Übergang an einen dauerhaften Betreiber.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Erfolgsfaktoren und Learnings:''' &lt;br /&gt;
* Angehörige der Gemeinschaft sollten nicht nur Inhalte zuliefern, sondern festgelegte Entscheidungsrechte bei Auswahl, Beschreibung, Kontextualisierung und Zugangsregeln besitzen. &lt;br /&gt;
* Bereits zu Beginn einer Projektphase verbindlich klären, welche Institution das Register, Archiv oder Portal nach dem Ende der Förderung dauerhaft betreibt, pflegt und finanziert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.5.2 Nuohtti – Zugang zum Sámi-Kulturerbe ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Sámi sind ein indigenes Volk im nordeuropäischen Sápmi, das sich über Teile Norwegens, Schwedens, Finnlands und Russlands erstreckt. Viele historische Sámi-Materialien befinden sich außerhalb der Sámi-Institutionen in europäischen Archiven und Museen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nuohtti ist ein gemeinsamer Suchdienst für digitalisierte Sámi-Materialien. Er wurde von 2018 bis 2021 mit Mitteln des Programms Interreg Nord der EU (Europäische Union) entwickelt. Beteiligt waren unter anderem die Sámi-Archive der finnischen und norwegischen Nationalarchive, das schwedische Reichsarchiv und mehrere Universitäten. Die Sámi-Parlamente Finnlands, Norwegens und Schwedens waren in der Steuerungsgruppe vertreten. Der Dienst führte nach Projektangaben etwa 30.000 Datensätze aus 32 Institutionen zusammen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;vergleich_nuohtti&amp;quot;&amp;gt;Nuohtti o. J.: About Nuohtti. URL: https://nuohtti.com/Content/about; University of the Arctic 2023: The Nuohtti service provides digital access to Sámi material in European archives. URL: https://www.uarctic.org/news/2023/3/the-nuohtti-service-provides-digital-access-to-sami-material-in-european-archives/, jeweils abgerufen am 20.07.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nuohtti übernimmt nicht alle Bestände in ein einziges System. Stattdessen werden Metadaten, also strukturierte Beschreibungsdaten zu Objekten und Beständen, aus vorhandenen Einrichtungen zusammengeführt und mit mehrsprachiger Suche, Karte und Zeitleiste zugänglich gemacht. Ethische Hinweise machen darauf aufmerksam, dass viele Bestände unter historischen und teilweise kolonialen Bedingungen gesammelt und beschrieben wurden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Erfolgsfaktoren und Learnings:''' &lt;br /&gt;
* Ein gemeinsamer Zugang kann auch mit dezentraler Architektur der Bestände erfolgen – Originale, Dateien und Fachsysteme können beim Kulturgutträger verbleiben.&lt;br /&gt;
* Ein Register für Kulturdaten kann als übergreifende Nachweisschicht arbeiten: Größere Einrichtungen liefern Daten über technische Schnittstellen, während kleine Träger zentrale oder gemeinsam bereitgestellte Erfassungsdienste nutzen können. &lt;br /&gt;
* Historische Fremdbeschreibungen sollten ergänzt werden durch Selbstbezeichnungen, eigene Sprachformen, alternative Benennungen und Kontexte der betreffenden Gemeinschaft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.5.3 People’s Collection Wales / Casgliad y Werin Cymru ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wales ist ein Landesteil des Vereinigten Königreichs mit einer eigenständigen nationalen und walisischsprachigen Identität. People’s Collection Wales ist eine zweisprachige Plattform für institutionelles und gemeinschaftlich getragenes Kulturerbe. Sie wird als Verbund der National Library of Wales, des National Museum Wales und der Royal Commission on the Ancient and Historical Monuments of Wales betrieben und durch die walisische Regierung finanziert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Neben der technischen Plattform werden kostenlose Beratung und Schulungen zu Digitalisierung, Metadaten, Urheberrecht, Datenschutz und Oral History, also mündlich überlieferter und aufgezeichneter Geschichte, angeboten. Eine unabhängige Evaluation stellte Fortschritte bei der Zusammenarbeit und beim Kompetenzaufbau fest, benannte aber auch begrenzte Wirkungsnachweise, Finanzierungsrisiken und den hohen Personalaufwand für die Unterstützung der beteiligten Gemeinschaften.&amp;lt;ref name=&amp;quot;vergleich_wales&amp;quot;&amp;gt;Vittle, Kate / Haswell-Walls, Fran / Dixon, Tim; ERS Ltd. 2016: Evaluation of the Casgliad y Werin Cymru / People’s Collection Wales Digital Heritage Programme. Impact Report. URL: https://www.gov.wales/sites/default/files/publications/2019-08/evaluation-of-the-peoples-collection-wales-digital-heritage-programme-impact.pdf; People’s Collection Wales o. J.: Community Support. URL: https://www.peoplescollection.wales/about-us/community-support, jeweils abgerufen am 20.07.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Erfolgsfaktoren und Learnings:''' &lt;br /&gt;
* Kleine und ehrenamtlich betreute Sammlungen benötigen nicht nur technische Standards, sondern konkrete und dauerhaft verfügbare Dienstleistungen: Erstberatung, Schulung, Vorlagen, Unterstützung bei Rechtefragen, Qualitätskontrolle und persönliche Ansprechpartner. &lt;br /&gt;
* Ein Digitalisierungszentrum oder ein Verbund koordinierter Digitalisierungsdienste sollte daher als Service- und Kompetenzstruktur ausgestaltet werden und nicht lediglich als technische Produktionsstelle. &lt;br /&gt;
* Der dafür notwendige Beratungs- und Unterstützungsaufwand muss als dauerhafte Betriebsaufgabe eingeplant werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.5.4 Tobar an Dualchais / Kist o Riches ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schottisch-Gälisch ist eine Minderheitensprache, die vor allem in den Highlands und auf den schottischen Inseln gesprochen wird. Tobar an Dualchais macht mehr als 40.000 seit den 1930er Jahren entstandene Tonaufnahmen zugänglich. Die Bestände umfassen Erzählungen, Lieder, Musik, Gedichte und mündlich überliefertes Wissen auf Gälisch, Scots und Englisch. Ein bedeutender Teil der Originalbestände wird in den School of Scottish Studies Archives der Universität Edinburgh verwahrt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;vergleich_tobar&amp;quot;&amp;gt;University of Edinburgh 2024: Tobar an Dualchais / Kist o Riches. URL: https://gaelic.ed.ac.uk/gaelic-collections/tobar-an-dualchais-kist-o-riches; Scottish Government 2025: Rediscovering lost Gaelic words. URL: https://www.gov.scot/news/rediscovering-lost-gaelic-words/, jeweils abgerufen am 20.07.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Digitalisierung wird mit Verschriftlichung beziehungsweise Transkription, sprachlicher Erschließung, Freiwilligenarbeit und teilweise automatischer Spracherkennung verbunden. Das Projekt erhält wiederkehrende öffentliche Förderungen, muss Rechteklärung, Transkription und technische Weiterentwicklung jedoch dauerhaft fortsetzen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Erfolgsfaktoren und Learnings:''' &lt;br /&gt;
* Gefährdete Ton-, Film- und Videobestände müssen wegen Materialverfall, beschädigungsanfälliger Trägermaterialien und nicht mehr verfügbarer Wiedergabetechnik zeitlich priorisiert werden. &lt;br /&gt;
* Ein geeignetes Pilotprojekt kann Digitalisierung, Rechteklärung, Verschriftlichung, Übersetzung, Metadatenerfassung, Archivierung und Bildungsnutzung entlang einer vollständigen Prozesskette verbinden. &lt;br /&gt;
* Dadurch werden nicht nur einzelne Dateien erzeugt, sondern zugleich die notwendigen Standards, Zuständigkeiten und Aufwände erprobt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.5.5 Euskariana – Portal zum baskischen Kulturerbe ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Baskinnen und Basken leben in Gebieten Spaniens und Frankreichs. Euskariana ist das staatlich betriebene Kulturportal der Autonomen Gemeinschaft Baskenland in Spanien. Es wird durch die Digitale Bibliothek Euskadi betrieben und verbindet Daten der baskischen Regierung, der Provinzen, Kommunen, Universitäten sowie öffentlicher, kirchlicher und privater Einrichtungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Portal ist zugleich gemeinsamer Katalog und Zugang zu digitalen Objekten. Es kann Inhalte über ein eigenes Repositorium, also ein institutionell betriebenes digitales Ablage- und Erhaltungssystem, bereitstellen oder zu den Systemen der Partner verlinken. Verwendet werden internationale Standards wie Dublin Core als allgemeiner Metadatenstandard, METS (Metadata Encoding and Transmission Standard) zur Strukturierung und Übertragung digitaler Objekte, PREMIS (Preservation Metadata: Implementation Strategies) für Metadaten zur digitalen Langzeiterhaltung und ALTO (Analyzed Layout and Text Object) für erkannte Texte und Seitenlayouts. Die standardisierten Daten können unter anderem an Europeana weitergegeben werden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;vergleich_euskariana&amp;quot;&amp;gt;Gobierno Vasco / Biblioteca Digital de Euskadi o. J.: Acerca de Euskariana. URL: https://www.euskariana.euskadi.eus/euskadibib/es/help/about.do, abgerufen am 20.07.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Erfolgsfaktoren und Learnings:''' &lt;br /&gt;
* Unterschiedliche Kulturgutträger benötigen unterschiedliche Anschlussmöglichkeiten. &lt;br /&gt;
** Kleine Einrichtungen sollten Daten und gegebenenfalls Dateien in zentral bereitgestellten Diensten erfassen und verwalten können. &lt;br /&gt;
** Größere Institutionen sollten ihre vorhandenen Systeme über Datenexporte oder Programmierschnittstellen anbinden können. &lt;br /&gt;
* Dafür ist ein gemeinsamer, bewusst schlank gehaltener Metadatenkern erforderlich, der durch fach- und institutionsspezifische Angaben erweitert werden kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.5.6 Mukurtu und Plateau Peoples’ Web Portal ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mukurtu ist eine frei verfügbare Software für die gemeinschaftlich kontrollierte Verwaltung digitalen indigenen Kulturerbes. Das Plateau Peoples’ Web Portal verbindet acht indigene Nationen des nordwestlichen Plateaus der USA mit der Washington State University und mehreren Museen und Archiven. Stammesvertreter wählen und beschreiben die Inhalte; die Universität übernimmt wesentliche technische Betriebsaufgaben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mukurtu ermöglicht kulturelle Protokolle, also gemeinschaftlich festgelegte Regeln für Zugang und Nutzung, Traditional Knowledge Labels als Kennzeichnungen für überliefertes gemeinschaftliches Wissen sowie mehrere Beschreibungen zu demselben Objekt. Dadurch kann neben einer institutionellen Museumsbeschreibung eine Beschreibung der Herkunftsgemeinschaft stehen. Zugänge können von vollständig öffentlich bis streng beschränkt reichen. Mukurtu weist ausdrücklich darauf hin, dass die Plattform vor allem dem Zugang und der gemeinschaftlichen Verwaltung dient und ein gesondertes Konzept für Digitalisierung, Langzeiterhaltung, Personal und Finanzierung erforderlich bleibt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;vergleich_mukurtu&amp;quot;&amp;gt;Mukurtu CMS / Washington State University o. J.: About. URL: https://mukurtu.org/about/; Plateau Peoples’ Web Portal. URL: https://mukurtu.org/project/plateau-peoples-web-portal-showcase/, jeweils abgerufen am 20.07.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Erfolgsfaktoren und Learnings:''' &lt;br /&gt;
* Rechte und kulturelle Sensibilität müssen als Bestandteil des Datenmodells behandelt werden und dürfen nicht erst unmittelbar vor einer Veröffentlichung geprüft werden. &lt;br /&gt;
* Sinnvoll sind abgestufte Kategorien wie &lt;br /&gt;
** „nur Metadaten öffentlich“, &lt;br /&gt;
** „öffentliches Nutzungsdigitalisat“, &lt;br /&gt;
** „Zugang nach Rücksprache“, &lt;br /&gt;
** „beschränkter Gemeinschafts- oder Forschungszugang“, &lt;br /&gt;
** „zeitlich gesperrt“ und &lt;br /&gt;
** „nicht zugänglich“. &lt;br /&gt;
* Mehrere Beschreibungen zu demselben Objekt ermöglichen es außerdem, institutionelle Überlieferung und Selbstbeschreibung nebeneinander nachvollziehbar zu dokumentieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.5.7 Indigitization – zentrale Unterstützung für dezentrale Digitalisierung ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Indigitization unterstützt First Nations und weitere indigene Gemeinschaften in British Columbia in Kanada. Das Programm wird gemeinsam von indigenen Organisationen, Bibliotheken, Archiven und Hochschulen getragen. Es stellt einen Werkzeugkasten, Schulungen, Musterunterlagen, technische Beratung und Förderhilfen bereit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von 2013 bis 2019 wurden drei Pilotprojekte und 45 weitere Projekte gefördert. Dabei wurden mehr als 11.000 Audiokassetten digitalisiert. Die Digitalisierung erfolgte in den Gemeinschaften; eine allgemeine Veröffentlichung war nicht zwingend. Das frühere Förderprogramm für Audiokassetten befindet sich inzwischen allerdings in einer Pause.&amp;lt;ref name=&amp;quot;vergleich_indigitization&amp;quot;&amp;gt;Indigitization o. J.: About Us. URL: https://www.indigitization.ca/about-2/; Indigitization Toolkit. URL: https://www.indigitization.ca/toolkit/; Audio Cassette Digitization Grant. URL: https://www.indigitization.ca/funding/audio-cassette-grant/, jeweils abgerufen am 20.07.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Erfolgsfaktoren und Learnings:''' &lt;br /&gt;
* Zentral bereitgestellte Kompetenz lässt sich mit dezentraler Verantwortung verbinden. &lt;br /&gt;
* Ein Digitalisierungszentrum oder ein Verbund gemeinsamer Dienste kann Schulungen, Leih- und Mobiltechnik, Qualitätsprüfung, Rahmenverträge, Musterunterlagen, Beratung und Kleinprojektförderung anbieten. &lt;br /&gt;
* Originale, lokales Wissen und kulturelle Beziehungen können grundsätzlich bei den jeweiligen Kulturgutträgern verbleiben. &lt;br /&gt;
* Damit nach Abschluss einzelner Digitalisierungsprojekte keine ungesicherten Dateien zurückbleiben, sollte jedoch von Beginn an ein gemeinsames oder verbindlich angebundenes Repositorium beziehungsweise digitales Archiv vorgesehen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.5.8 Zusammenfassungen der Beispiele anderer Kulturen im Anhang ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tabellarische Übersichten und Zusammenfassungen aller untersuchten Beispiele anderer Kulturen und Regionen befinden sich im Anhang [[12.3.A1 Vergleichende Recherche – Digitalisierung des Kulturerbes anderer Kulturen und Regionen#E. Vergleichsmatrix|in Abschnitt E. Vergleichsmatrix]] unter &lt;br /&gt;
* [[12.3.A1 Vergleichende Recherche – Digitalisierung des Kulturerbes anderer Kulturen und Regionen#E.1 Funktionen, Architektur und Standards|E.1 Funktionen, Architektur und Standards]] und&lt;br /&gt;
* [[12.3.A1 Vergleichende Recherche – Digitalisierung des Kulturerbes anderer Kulturen und Regionen#E.2 Governance, Finanzierung, Erfolg und Übertragbarkeit|E.2 Governance, Finanzierung, Erfolg und Übertragbarkeit]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Zusammenfassung der übergreifenden Erfolgsfaktoren aus den Beispielen befindet sich im Anhang [[12.3.A1 Vergleichende Recherche – Digitalisierung des Kulturerbes anderer Kulturen und Regionen#F. Übergreifende Erfolgsfaktoren|in Abschnitt F. Übergreifende Erfolgsfaktoren]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.5.9 Was sich aus den Beispielen ableiten lässt ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus den untersuchten Beispielen lässt sich kein einzelnes Projekt und kein bestimmtes Softwaresystem ableiten, das unverändert übernommen werden könnte. Wiederkehrend zeigen sich jedoch '''vier notwendige Funktionen, drei übergreifende Erfolgsbedingungen und zwei grundlegende Umsetzungsprinzipien'''. Sie bilden einen kompakten Orientierungsrahmen für die Digitalisierung von Kulturerbe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Vier Kernfunktionen – was muss dauerhaft geleistet werden? ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Damit die Digitalisierung nicht bei einzelnen Digitalisaten oder einem Präsentationsportal stehen bleibt, müssen vier Kernfunktionen verlässlich abgedeckt und miteinander verbunden werden:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot; style=&amp;quot;width:100%;&amp;quot;&lt;br /&gt;
! Kernfunktion&lt;br /&gt;
! Kernfrage&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''1. Register für Kulturdaten'''&lt;br /&gt;
| '''Was ist vorhanden und was sollte prioritär bearbeitet werden?''' – Kulturgüter und Bestände nachweisen, beschreiben, verknüpfen und ihren Digitalisierungs- und Rechtezustand erfassen.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''2. Digitalisierungszentrum / Digitalisierungsdienste'''&lt;br /&gt;
| '''Wie wird qualitätsgesichert digitalisiert?''' – Kulturgutträger beraten, Digitalisierung vorbereiten oder durchführen, Qualität sichern und die Übergabe vorbereiten.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''3. Repositorium / digitales Langzeitarchiv'''&lt;br /&gt;
| '''Wie bleibt das digitale Kulturerbe dauerhaft erhalten?''' – Masterdateien und Metadaten sicher übernehmen, erhalten, sichern und bei technischen Veränderungen migrieren.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''4. Präsentations- und Nutzungssysteme'''&lt;br /&gt;
| '''Wie wird das Kulturerbe gefunden, verstanden und genutzt?''' – freigegebene Inhalte mehrsprachig vermitteln und für Bildung, Forschung und kulturelle Nachnutzung bereitstellen.&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die vier Funktionen bedeuten nicht zwingend vier Einrichtungen oder vier technische Systeme. Entscheidend ist, dass alle Funktionen abgedeckt, ihre Zuständigkeiten geklärt und ihre Übergaben zuverlässig organisiert sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Drei Erfolgsbedingungen – was gilt für alle Kernfunktionen? ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
# '''Gemeinsam entscheiden und Rechte abgestuft regeln:''' &lt;br /&gt;
#* Angehörige der betreffenden Gemeinschaft und die Kulturgutträger sollten nachvollziehbare Entscheidungsrechte bei Auswahl, Beschreibung, Priorisierung und Veröffentlichung besitzen. &lt;br /&gt;
#* Zugänge sollten abgestuft sein, beispielsweise auch &amp;quot;ausschließlich Metadaten&amp;quot;, &amp;quot;Zugang nach Rücksprache&amp;quot; oder &amp;quot;beschränkte Gemeinschafts- und Forschungszugänge&amp;quot; ermöglichen. &lt;br /&gt;
#* Rechtliche Zulässigkeit und kulturelle Angemessenheit sind dabei getrennt zu betrachten. &lt;br /&gt;
#* Selbstbezeichnungen und eigene kulturelle Perspektiven sollten historische Fremdbeschreibungen ergänzen können.&amp;lt;br&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
# '''Gemeinsame Standards, Mehrsprachigkeit und technische Anschlussfähigkeit sichern:''' &lt;br /&gt;
#* Ein bewusst schlanker gemeinsamer Metadatenkern, Qualitätsstandards und geregelte Datenübergaben ermöglichen die Zusammenarbeit unterschiedlicher Einrichtungen. Zusätzlich können fach- oder institutionsspezifische Metadatensätze genutzt werden.&lt;br /&gt;
#* Sprachen und Sprachvarianten müssen als eigenständige Datenwerte berücksichtigt werden, bspw. bei Metadaten, Beschreibungen usw. &lt;br /&gt;
#* Kleine Träger benötigen einfache zentrale Erfassungsmöglichkeiten, z. B. per Weboberfläche, größere Institutionen Schnittstellen oder Datenexporte aus ihren vorhandenen Systemen.&amp;lt;br&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
# '''Dauerhafte Verantwortung und Finanzierung sichern:''' &lt;br /&gt;
#* Bereits beim Aufbau muss feststehen, wer Register, Digitalisierungsdienste, Repositorium und Präsentationssystem nach einer Projektförderung dauerhaft betreibt. &lt;br /&gt;
#* Neben einmaligen Projektmitteln müssen deshalb auch Personal, Beratung, Datenpflege, Speicher, Softwarepflege, Sicherung und spätere technische Erneuerungen dauerhaft finanziert werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Zwei Umsetzungsprinzipien – wie sollte vorgegangen werden? ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
# '''Priorisieren, die vollständige Kette pilotieren, dann skalieren:''' &lt;br /&gt;
#* Nicht alles muss gleichzeitig digitalisiert werden. Besonders gefährdete oder kulturell bedeutsame Bestände sollten priorisiert werden. &lt;br /&gt;
#* Pilotprojekte sollten möglichst den gesamten Weg von der Erfassung und Rechteklärung über die Digitalisierung bis zur Archivierung und Nutzung durchlaufen. Dabei werden Standards, Zuständigkeiten, Kosten und tatsächliche Nutzung erprobt. &lt;br /&gt;
#* Erst auf dieser Grundlage sollte in größerem Umfang skaliert werden.&amp;lt;br&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
# '''Zentral ermöglichen, dezentral verantworten:''' &lt;br /&gt;
#* Zentrale Stellen können Infrastruktur, Beratung, Schulung, Digitalisierungstechnik, Qualitätskontrolle, Rechtehilfe und Langzeiterhaltung bereitstellen. &lt;br /&gt;
#* Originale, lokales Wissen, kulturelle Beziehungen und wesentliche inhaltliche Entscheidungen können gleichzeitig bei den jeweiligen Kulturgutträgern verbleiben. &lt;br /&gt;
#* Zentralisierung von Diensten und dezentrale kulturelle Verantwortung sind damit keine Gegensätze, sondern können sich gegenseitig ergänzen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Für die Reihenfolge ergibt sich daraus:''' &lt;br /&gt;
# Zuerst Entscheidungsrechte, Standards, Betreiber und Finanzierung ausreichend klären; &lt;br /&gt;
# anschließend mit ausgewählten Beständen die vollständige Prozesskette erproben und die Unterstützungsstrukturen aufbauen; &lt;br /&gt;
# auf dieser Grundlage Digitalisierung, Präsentation und Nachnutzung schrittweise verbreitern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Präsentation und Nutzung sind dabei nicht von geringerer Bedeutung und sollten bereits Bestandteil der Pilotprojekte sein. '''Später erfolgt nicht die Nutzung selbst, sondern deren breiter Ausbau.'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weiterführende '''Hinweise und Empfehlungen zu einem möglichen Vorgehen sowie zeitlichen und inhaltlichen Prioritäten''' befinden sich im Anhang [[12.3.A1 Vergleichende Recherche – Digitalisierung des Kulturerbes anderer Kulturen und Regionen#G.2 Was zentral, dezentral und gemeinsam organisiert werden sollte|im Abschnitt &amp;quot;Priorisierte Schlussfolgerung&amp;quot; von G2 bis G9]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein ausführliches '''Prüfraster zur Bewertung des jeweiligen Entwicklungsstandes''' befindet sich [[12.3.A2 Prüfraster zur Bewertung des Entwicklungsstandes beim Aufbau der Digitalisierung des Kulturerbes|im Anhang 2 &amp;quot;Prüfraster zur Bewertung des Entwicklungsstandes&amp;quot;]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= 3. Ist-Analyse der Digitalisierung des sorbischen Kulturerbes =&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der [[#2 Ist-Analyse „Digitalisierung von Kulturerbe“|vorangegangene Abschnitt 2]] hat beschrieben, was zur Digitalisierung von Kulturerbe gehört, welche Aufgaben dabei dauerhaft erfüllt werden müssen und wie andere Gemeinschaften und Regionen diese Aufgaben lösen. Der Abschnitt 3 richtet nun den Blick auf die sorbische Situation. Er geht der Frage nach, wie gut die sorbische Kulturerbelandschaft heute organisatorisch, technisch und personell aufgestellt ist, um ihr materielles, immaterielles und digitales Kulturerbe institutionsübergreifend zu erfassen, zu digitalisieren, dauerhaft zu erhalten und zugänglich zu machen – und wo vorrangiger Handlungsbedarf besteht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Analyse gliedert sich in fünf Teile:&lt;br /&gt;
* '''Akteure und Rollen''': Wer bewahrt sorbisches Kulturerbe und welche Aufgaben übernehmen die Akteure bei seiner Digitalisierung (Sammeln, Finanzieren, Koordinieren usw.)?&lt;br /&gt;
* '''Bestände und Bedarfe''': Welche Kulturgüter gibt es, wie weit sind  sie erfasst und digitalisiert, welche müssen vorrangig gesichert werden und welche Unterstützung brauchen ihre Träger?&lt;br /&gt;
* '''Vorhaben Systeme und Dienste''': Welche Angebote decken die [[#2.3.2 Vier Kernfunktionen|vier Kernfunktionen]] Erfassen, Digitalisieren, langfristig Erhalten und Zugänglichmachen heute ab, und welche sind im Aufbau oder geplant?&lt;br /&gt;
* '''Zusammenarbeit und dauerhafter Betrieb''': Wie sind die Steuerung und Zusammenarbeit (Governance) organisiert (Zuständigkeiten, Standards, Rechte und Finanzierung)?&lt;br /&gt;
* '''Gesamtbewertung''': Was funktioniert bereits, wo gibt es Lücken und welche davon sollten zuerst geschlossen werden?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Analyse stellt dabei den Bedarf der Bestände dem vorhandenen Angebot an Diensten und dem organisatorischen Rahmen gegenüber. Wo beides auseinanderfällt, entstehen Lücken, siehe nachfolgende Übersicht.&lt;br /&gt;
[[Dataja:Wobraz K6.png|thumb|center|600px|Übersicht der Ist-Analyse]]&amp;lt;ref&amp;gt;Mermaid Flowchart Code: [https://mermaid.live/edit#pako:eNqVlM1y2jAQx19lR7maFGMcwJPJDGAnh9AcaE4pPcj2-qPYErOWmtJ8PE0fo7e8WGWDTUja6VS-WB_7293_rvTAIhkj81hSyPso46Tg1l_RSoAZ088rdh5eOKc2TNcKNeH5h_DiPKQPF7fbjQW39PIzRaqMXaIsWMqiQLFiX2r7llHpMCW-yeDGwG54lCXEU9wfgv2Ic8JI5VLAYvl6fdYGMIAZVurlp4gPIVzrQmlKtVoXvKoQNiThEy_LQou0kqTe-Ji_ZsWckgOJC4hRwFSkGEpl_r5i44-L2IIyV-BTLtIij7I15m-5M-j1LmDeLqGI_5j-0rjfOwAtYljyrOzE-pcOfhu7A36OolLYMD5tzV95yONbjgTXSCLRYl1j3jkIWtAQruQ3c5KL6GB_pyujHwpOocmzcRFzjVSX15BnqCjH8A3Sh-fnZwj-kv-0VufReLrnGRlluzI-ws3xmdDQMQ_NmX2KFqR1DYq6IDu1HqFT5aZRfbFLZ_HyK1qj6PLY1RdkJhC4rgw2ykxcWLUlfpXCcgdqp4tmetXK5MIVGk1UiPdIyjRW7eNNh0d1-_mYgECtiBeQ5EXhnVzawWUwtipFco3eiXvpBu7UimQhyTsZzM03fU9o70fLmAbzYNQxJhNnbvstY2QPZrbzjsH3TbYjBLbxG3SE_uVZ4J61hP7Y7Q_tIwJMrYV11aZyvDWz5ocIj7d8K2gdd52vtgWaOu3iSJrRxTEej0fj_n7ai3llXh7iW88F99h--d_2zGIp5THzFGm0WIlU8nrKHmruiqnMXJkV88wvYay_9xoxVmwlnozphos7KcvWmqROM-YlvKjMTG9irtDPubnSZbdKdWvRXGqhmDd07AbCvAf2nXnuqWP3RwN7eDZwJ4Ph2MHeyGJb5vXs0-HEnTgDxxn3-4OzvuOarSeL_Wi8C10UFsM4V5I-7h7o5p1--g24x9CK hier klicken], abgerufen am 20.10.2026&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== 3.1 Akteure und Rollen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sorbisches Kulturerbe wird von vielen Einrichtungen, Gruppen und Einzelpersonen bewahrt, gepflegt und dokumentiert – von sorbischen ebenso wie von nicht-sorbischen. Dieser Abschnitt zeigt, wer Bestände hält, wer Dienste zur Digitalisierung anbietet und wer den organisatorischen und finanziellen Rahmen gestaltet. Damit wird auch sichtbar, welche Aufgaben bislang von keinem Akteur erkennbar übernommen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Grundlage sind Arbeitsunterlagen der Domowina aus den Jahren 2019 und 2020&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;&amp;gt;Domowina e. V., Kulturausschuss (Clemens Škoda) 2019: Serbske kulturne herbstwo (SKH). Arbeitspapier, Stand 18.03.2019, S. 2-8. Unveröffentlicht; interne Referenz: 2020-09-07_Serbske kulturne herbstwo w Budyšinje_opt.pdf.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019b&amp;quot;&amp;gt;Domowina e. V. 2019: Přehlad relewantnych městnosćow / „małkich“ a „wulkich“ muzejow nastupajo serbske kulturne herbstwo, Stand 11.11.2019. Unveröffentlicht; interne Referenz: 2019_11_Priloha A_prehlad_muzejow a zberkow.pdf.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2020&amp;quot;&amp;gt;Domowina e. V., Kulturausschuss 2020: Protokoll der Fachkommission „Serbske kulturne herbstwo“ vom 07.09.2020. Unveröffentlicht; interne Referenz: 2020_09_07_skh komisija-protokol.pdf.&amp;lt;/ref&amp;gt;, eine darauf aufbauende Arbeitsliste der Sammlungsorte mit ergänzender Internetrecherche&amp;lt;ref name=&amp;quot;liste2026&amp;quot;&amp;gt;Arbeitsliste „Sammlungsorte sorbischen Kulturerbes“, Stand 02.04.2026, erstellt im Rahmen des Digitalisierungskonzepts aus Internetrecherche und den Domowina-Unterlagen. Unveröffentlicht; Grundlage für Anhang 12.3.A3.&amp;lt;/ref&amp;gt;, das Konzept des Sorbischen Instituts zum Digitalisierungszentrum&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;&amp;gt;Sorbisches Institut 2025: Konzept zum Digitalisierungszentrum am Sorbischen Institut, Arbeitsfassung vom 13.08.2025. Unveröffentlicht; interne Referenz: DigCentr_Wersija13082025_wip.pdf.&amp;lt;/ref&amp;gt;, Rückmeldungen der Museen und der Domowina aus dem April 2026 sowie das Protokoll des Digitalisierungskreises vom 21.04.2026&amp;lt;ref name=&amp;quot;dk2026&amp;quot;&amp;gt;Digitalisierungskreis 2026: Protokoll der Sitzung zum Stand des Digitalisierungszentrums vom 21.04.2026. Unveröffentlicht; interne Referenz: 2026-04-21_DE_Protokoll_Digitalisierungskreis_Digitalisierungszentrum.docx.&amp;lt;/ref&amp;gt;. Ein Teil der Angaben ist mehrere Jahre alt und wird schrittweise aktualisiert. Nicht belegte Angaben sind als ''offen'', Vermutungen als ''Annahme'' gekennzeichnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.1.1 Begriffe und Rollen ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
; Akteur&lt;br /&gt;
: Einrichtung, Gruppe oder Person, die eine Aufgabe im Umgang mit sorbischem Kulturerbe oder seiner Digitalisierung übernimmt.&lt;br /&gt;
; Kulturgutträger&lt;br /&gt;
: Akteur, der Kulturgüter verwahrt oder eine kulturelle Praxis trägt und weitergibt, bspw. ein Museum, eine Heimatstube, ein Chor oder eine Privatperson mit einer Sammlung.&lt;br /&gt;
; Trägerschaft&lt;br /&gt;
: Rechtliche und finanzielle Verantwortung für eine Einrichtung, zum Beispiel durch eine Kommune, einen Landkreis, eine Stiftung, einen Verein, eine Kirche oder eine Privatperson. Eigentum und Betrieb können dabei auseinanderfallen, bspw. gehörte der Dom Njechorńskeho 2019 der Domowina und wurde von der Stiftung für das sorbische Volk bewirtschaftet, der Hanzo Šustrowy dom in Trebendorf gehörte der Gemeinde und wurde von der örtlichen Domowina-Gruppe bewirtschaftet.&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019b&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
; Rolle&lt;br /&gt;
: Aufgabe, die ein Akteur übernimmt. Ein Akteur kann mehrere Rollen haben, unterschieden werden Haupt- und Nebenrollen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Rollen lassen sich drei Gruppen zuordnen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
! Gruppe !! Rolle !! Kürzel&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| rowspan=&amp;quot;2&amp;quot; | '''Am Kulturgut''' || '''Bewahren''': Originale verwahren, pflegen und verwalten || '''B'''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Dokumentieren''': lebendige Praxis festhalten in Ton, Bild oder Text || '''D'''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| rowspan=&amp;quot;4&amp;quot; | '''Dienste''' ([[#2.3.2 Vier Kernfunktionen|Kernfunktionen]]) || '''Erfassen''', registrieren, beschreiben und verknüpfen || '''K1'''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Digitalisieren''' und Qualität sichern || '''K2'''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Langfristig '''erhalten''' || '''K3'''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Zugänglich machen''' und Nutzung ermöglichen || '''K4'''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| rowspan=&amp;quot;2&amp;quot; | '''Rahmen''' (Governance) || '''Steuern''', koordinieren und Regeln setzen || '''S'''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Fördern''' und finanzieren || '''F'''&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dokumentieren meint hier das Festhalten von immateriellen Kulturgütern im laufenden Kulturleben, etwa Mitschnitte von Veranstaltungen. Geschieht es systematisch nach festgelegten Standards zur dauerhaften Sicherung, ist es Teil der Kernfunktion Digitalisieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.1.2 Schlüsselakteure ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einzeln aufgeführt wird, wer mindestens eines der folgenden Kriterien erfüllt:&lt;br /&gt;
# betreibt oder plant eine Kernfunktion, die über die eigene Einrichtung hinaus wirkt,&lt;br /&gt;
# verwahrt einen hauptamtlich betreuten Kernbestand,&lt;br /&gt;
# dokumentiert regelmäßig das lebendige Kulturgeschehen,&lt;br /&gt;
# fördert, koordiniert oder setzt Regeln für die Digitalisierung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;mark&amp;gt;Die folgende Übersicht muss mit den Institutionen bzgl. Änderungen und Ergänzungen abgestimmt werden.&amp;lt;/mark&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|+ Rollen der Schlüsselakteure (■ Hauptrolle · ○ Nebenrolle · ? vermutet oder offen)&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
B. Bewahren, D. Dokumentieren, K1. Erfassen, K2. Digitalisieren, K3. Erhalten, K4. Nutzung ermöglichen, S. Steuern, F. Fördern&lt;br /&gt;
! Akteur !! Typ / Trägerschaft !! B !! D !! K1 !! K2 !! K3 !! K4 !! S !! F !! Hinweise&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Stiftung für das sorbische Volk || Stiftung des öffentlichen Rechts, finanziert von Bund, Freistaat Sachsen u. Land Brandenburg || ○ || || || || || || ■ || ■ || bewirtschaftete 2019 den Dom Njechorńskeho&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019b&amp;quot;/&amp;gt;; unterstützt beide sorbischen Museen finanziell&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;; Zielvereinbarungen u. a. mit dem Wendischen Museum&amp;lt;ref name=&amp;quot;wm2026&amp;quot;&amp;gt;Wendisches Museum Cottbus (Anja Jahn, Leitende Kuratorin) 2026: Zuarbeit zum Thema Digitalisierung des sorbischen/wendischen Kulturerbes, E-Mail vom 17.04.2026. Unveröffentlicht; interne Referenz: 2026-04-17 - Wendisches Museum Cottbus - Zuarbeit zum Thema Digitalisierung des sorbischen wendischen Kulturerbes.pdf.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Sorbisches Institut (SI) mit Sorbischem Kulturarchiv (SKA) und Sorbischer Zentralbibliothek || Forschungseinrichtung mit Archiv und Bibliothek; eingetragener Verein, gefördert u. a. durch die Stiftung; Digitalisierungszentrum aus Strukturwandelmitteln&amp;lt;ref name=&amp;quot;dk2026&amp;quot;/&amp;gt; || ■ || ? || ■ || ■ || ○ || ■ || ○ || || '''Digitalisierungszentrum (DZ):''' Aufbauprojekt 2024-2027 mit drei Vollzeitstellen, derzeit Pilot- und Evaluationsphase; Dienstleistung für andere Träger, kostenfrei derzeit nur in Sachsen; Finanzierung ab 2028 ''offen''&amp;lt;ref name=&amp;quot;dk2026&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz&amp;quot;&amp;gt;Sorbisches Institut: Digitalisierungszentrum (DZ). URL: https://www.serbski-institut.de/projekte-zentrale-vorhaben/digitalisierungszentrum-dz/&amp;lt;/ref&amp;gt;.&amp;lt;br&amp;gt;'''Sorbisches Kulturregister (SKR):''' Konzept mit technischem Prototyp; befristete Projektstelle bis Ende 2025&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;&amp;gt;Sorbisches Institut 2025: Konzept für ein Sorbisches Kulturregister (SKR), zweite aktualisierte Fassung vom 20.11.2025. URL: https://www.serbski-institut.de/wp-content/uploads/2021/11/00_Zweite-aktualisierte-Fassung_Konzept_Sorbisches-Kulturregister_20.11.2025.pdf&amp;lt;/ref&amp;gt;.&amp;lt;br&amp;gt;'''Präsentation:''' Virtueller Lesesaal mit Bibliographie, Katalog, digitalisierten Drucken, Handschriften, Fotos und Filmen&amp;lt;ref name=&amp;quot;vls&amp;quot;&amp;gt;Sorbisches Institut o. J.: Virtueller Lesesaal. URL: https://www.serbski-institut.de/bibliothek/virtueller-lesesaal/, abgerufen am 20.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;; Wissensportal Sorabicon mit zwölf Sammlungen&amp;lt;ref name=&amp;quot;atlas&amp;quot;&amp;gt;Sorbisches Institut 2026: Pressemitteilung zum digitalen Atlas sorbischer Kulturdenkmale im Wissensportal Sorabicon, 30.04.2026. URL: https://idw-online.de/de/news870102, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;; Repositorium digitalizat.de (öffentlich voraussichtlich ab ca. Q3/2026)&amp;lt;ref name=&amp;quot;dk2026&amp;quot;/&amp;gt;.&amp;lt;br&amp;gt;'''Erhalten:''' Repositorium mit Datensicherung; Konzept für die Langzeitarchivierung im Dauerbetrieb ''offen''&amp;lt;ref name=&amp;quot;dk2026&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Sorbisches Museum Bautzen || Museum; Landkreis Bautzen, finanziell unterstützt von der Stiftung&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt; || ■ || || ■ || ○ || ? || ? || || || ca. 42.000 Objekte; Inventar in Inventarbüchern und Datenbank (HiDA 4.8), Standortverzeichnis, Fotodatenbank; Objektfotografie und Scans bis DIN A3 im Haus; Sammlung erst teilweise digital erfasst; Pilot zur Plakatdigitalisierung mit dem SI&amp;lt;ref name=&amp;quot;smb2026&amp;quot;&amp;gt;Sorbisches Museum Bautzen (Alexander Pólk, Museologe) 2026: Bedarfserklärung zur Digitalisierung des sorbischen Kulturerbes für den Fachbeirat Digitalisierung, 15.04.2026. Unveröffentlicht; interne Referenz: 2026-04-15_Bedarfserklaerung_Digitalisierung_sorbisches_Kulturerbe_Vorlage - SMB-AxP.docx.&amp;lt;/ref&amp;gt;; Online-Angebot ''offen''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Wendisches Museum Cottbus || Museum; Stadt Cottbus, finanziert von Stadt und Stiftung&amp;lt;ref name=&amp;quot;wm&amp;quot;&amp;gt;Wendisches Museum Cottbus o. J.: Selbstdarstellung des Museums, Dokument im Ratsinformationssystem der Stadt Cottbus. URL: https://session.cottbus.de/oparl/bodies/0001/downloadfiles/00007050.pdf, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; || ■ || || ■ || ○ || ? || ○ || || || Inventarisierung mit Adlib, Veröffentlichung über museum-digital begonnen; A3-Flachbettscanner und Buchscan im Haus; derzeit vor allem Digitalisierung der Kunst; keine Digitalstrategie, keine Mittel für studentische Hilfskräfte&amp;lt;ref name=&amp;quot;wm2026&amp;quot;/&amp;gt;; Nutzung des DZ für brandenburgische Bestände ''offen'', bilateral zwischen SI, Stiftung und Museum zu klären&amp;lt;ref name=&amp;quot;dk2026&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Sächsische Landesbibliothek – Staats- und Universitätsbibliothek Dresden (SLUB) mit Deutscher Fotothek || Landes- und Universitätsbibliothek; Freistaat Sachsen || ■ || || ○ || ○ || ○ || ■ || || || Lusatica-Sammlung, die das kulturelle Erbe der Sorben zugänglich machen soll&amp;lt;ref name=&amp;quot;slub&amp;quot;&amp;gt;SLUB Dresden o. J.: Sammlungen zur sächsischen Landeskunde. URL: https://www.slub-dresden.de/entdecken/saechsische-landeskunde/sammlungen, abgerufen am 20.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;; über Sachsen.Digital ist auch digitales Schrifttum des SI erreichbar&amp;lt;ref name=&amp;quot;vls&amp;quot;/&amp;gt; (Betrieb der Plattform durch die SLUB); die Deutsche Fotothek macht Fotosammlungen des SKA im Rahmen eines Kooperationsvertrags digital zugänglich und hat auch Filme des SKA digitalisiert und präsentiert&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt;; eigene digitale Langzeitarchivierung&amp;lt;ref name=&amp;quot;nestor&amp;quot;&amp;gt;nestor o. J.: Mitglied SLUB Dresden. URL: https://www.langzeitarchivierung.de/Webs/nestor/EN/nestor/Mitglieder/sLUB.html, abgerufen am 20.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; (Kosten nach Angabe im Digitalisierungskreis ca. 800 € je Terabyte und Jahr&amp;lt;ref name=&amp;quot;dk2026&amp;quot;/&amp;gt;), ob sie Digitalisate sorbischer Träger übernehmen könnte, ist ''offen''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Domowina – Bund Lausitzer Sorben e. V. mit Regionalverbänden und Ortsgruppen || Dachverband sorbischer Vereine; eingetragener Verein || ○ || ○ || || || || || ○ || || keine zentralen Bestände außer einzelnen Exponaten, Schenkungen und Originalen, z. B. im Haus der Sorben; ein Inventarregister der Finanzverwaltung erfasst diese nur teilweise; keine Gesamtübersicht über die Bestände in ihren Strukturen&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2026&amp;quot;&amp;gt;Domowina e. V. (Clemens Škoda, Referent) 2026: Bedarfserklärung zur Digitalisierung des sorbischen Kulturerbes für den Fachbeirat Digitalisierung, Entwurf vom 01.04.2026. Unveröffentlicht; interne Referenz: 2026-03-27_Bedarfserklaerung_Digitalisierung_sorbisches_Kulturerbe_Vorlage-naćisk Clemens Škoda.docx.&amp;lt;/ref&amp;gt;; Eigentümerin des Dom Njechorńskeho; Ortsgruppe Trebendorf bewirtschaftet den Hanzo Šustrowy dom&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019b&amp;quot;/&amp;gt;; mindestens 9 der 23 kleinen Sammlungsorte sind direkt oder über Mitgliedsvereine mit ihr verbunden&amp;lt;ref name=&amp;quot;liste2026&amp;quot;/&amp;gt;; Chronistengruppe der Župa Michał Hórnik; Fachkommission „Sorbisches Kulturerbe“ 2018-2020&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2020&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Maćica Serbska e. V. || wissenschaftliche Gesellschaft; Verein || || || || || || || ○ || || Arbeitskreis „Museale Einrichtungen“ mit rund 40 Adressaten; Denkmalausschuss mit eigenem, von der Stiftung verwaltetem Budget, 2019 als Vorbild für die Bewertung von Kulturerbe genannt&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Sorbisches National-Ensemble (SNE) || Ensemble; gGmbH der Stiftung || ■ || ? || ○ || || || || || || Spezialarchiv, für die Öffentlichkeit nicht zugänglich, unterschiedlich gut erschlossen&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt;; im SKR-Konzept als sekundärer Sammlungsort genannt&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;/&amp;gt;; 2019 vorgeschlagen, dort nur Kopien zu halten und die Originale an das SKA zu geben&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;; Umfang ''offen''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| studijo LUCIJA || Medienproduktion; gGmbH des Sorbischen Schulvereins  e. V. || ○ || ■ || || || || || || || dokumentiert sorbische Veranstaltungen; Aufnahmen liegen beim Studio und werden teilweise und komprimiert (''zu prüfen'') an das SKA übergeben; eigener YouTube-Kanal mit Zeitzeugen-Interviews und Veranstaltungsmitschnitten&amp;lt;ref name=&amp;quot;lucija_youtube&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Mitteldeutscher Rundfunk (MDR) und Rundfunk Berlin-Brandenburg (rbb), sorbischsprachige Programme || öffentlich-rechtlicher Rundfunk || ■? || ■ || || || || ○? || || || Spezialarchive, für die Öffentlichkeit nicht zugänglich&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt;; Produktionen standen dem SKA 2019 aus rechtlichen Gründen nicht zur Verfügung&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;; Umfang und heutiger Stand ''offen''&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.1.3 Akteursgruppen ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die meisten Kulturgutträger sind kleinere Einrichtungen, Gruppen oder Privatpersonen. Sie werden hier zu Gruppen zusammengefasst. Die Anzahlen sind Mindestwerte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;mark&amp;gt;Die folgende Übersicht muss insb. mit Domowina, SI und Lucija bzgl. Änderungen und Ergänzungen abgestimmt werden.&amp;lt;/mark&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|+ B. Bewahren, D. Dokumentieren, K1. Erfassen, K2. Digitalisieren, K3. Erhalten, K4. Nutzung ermöglichen, S. Steuern, F. Fördern&lt;br /&gt;
! Gruppe !! Beispiele !! Typische Trägerschaft !! Bekannte Anzahl !! Typische Rollen !! Besonderheiten&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Kleine Museen, Heimatstuben, Gedenk- und Begegnungsorte ||&lt;br /&gt;
* Muzej Ćišinskeho (Panschwitz-Kuckau),&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Njepilic dwór (Rohne),&lt;br /&gt;
* Sorbisches Kulturzentrum Schleife,&lt;br /&gt;
* Heimatmuseum Dissen,&lt;br /&gt;
* Sorbische Webstube Drebkau (Ostereiersammlung mit über 4.000 Exemplaren)&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt;,&lt;br /&gt;
* Archiv verschwundener Orte (Horno)&lt;br /&gt;
|| Gemeinde, Förderverein, Domowina-Ortsgruppe, privat || 22 in der Domowina-Übersicht 2019 (9 Ober-, 13 Niederlausitz)&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019b&amp;quot;/&amp;gt;; 23 in der Arbeitsliste 2026, davon 12 bisher nur durch die Domowina-Unterlagen belegt&amp;lt;ref name=&amp;quot;liste2026&amp;quot;/&amp;gt;; im Arbeitskreis Lausitzer Museenland etwa ein Drittel von 48 Häusern mit sorbischem Schwerpunkt (SKR-Konzept, S. 7)&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;/&amp;gt; || '''B''' ■, '''D''' ○ || überwiegend ehrenamtlich; Digitalisierung unterbleibt nach Einschätzung des SI weitestgehend, weil personelle, technische und finanzielle Kapazitäten fehlen&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt;; 2019 benannte Defizite: fehlender Nachwuchs, fehlende Marketingstrategie, fehlende Vernetzung, unzureichende Finanzierung, fehlende fachliche Begleitung; teilweise ohne eigenes Inventar&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;; zwei private Ausstellungen ohne jede Förderung, von den Betreibern im Ruhestand allein betreut&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019b&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Regionale Museen mit sorbischen Beständen ||&lt;br /&gt;
* Museum der Westlausitz Kamenz,&lt;br /&gt;
* Museum Bautzen,&lt;br /&gt;
* Spreewald-Museum Lübbenau mit Freilandmuseum Lehde,&lt;br /&gt;
* Slawenburg Raddusch,&lt;br /&gt;
* Niederlausitzer Heidemuseum Spremberg,&lt;br /&gt;
* Stadtmuseum Cottbus,&lt;br /&gt;
* Städtische Sammlungen Görlitz&amp;lt;ref name=&amp;quot;lorenz2023&amp;quot;&amp;gt;Lorenz, Robert 2023: Das Register für sorbische/wendische Kultur(erbe)daten. Vortragsfolien, Mai 2023. URL: https://digiserb.de/wp-content/uploads/2023/06/2023_05_prednosk_kulturne_herbstwo_robert_lorenc.pdf&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
|| Landkreis oder Kommune (''Annahme'') || 7 in der Domowina-Übersicht 2019 (2 Ober-, 5 Niederlausitz)&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019b&amp;quot;/&amp;gt; || '''B''' ■; &amp;lt;br&amp;gt;'''K1-K4''' ''offen'' || Umfang des sorbischen Anteils am Bestand ''offen''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Ensembles, Chöre, Trachten- und Brauchtumsgruppen || – || Verein || ''offen'' || tragen die Praxis;&amp;lt;br&amp;gt; '''D''' ○, '''B''' ○ || Trachtenfundi 2019 ausdrücklich zu den Beständen in sorbischer Verantwortung gezählt&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;; eigene Aufnahmen und Fundi meist nicht erfasst (''Annahme'')&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Chronisten, Film- und Fotoamateure ||&lt;br /&gt;
* Chronistengruppe der Župa Michał Hórnik,&lt;br /&gt;
* deutsch-sorbischer Filmkreis&lt;br /&gt;
|| ehrenamtlich, privat || ''offen'' || '''D''' ■, '''B''' ○ || Beiträge von Laien 2019 nur sporadisch, Bestände oft unstrukturiert&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;; das DZ bahnt Kooperationen mit privaten Filmschaffenden an&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Private Sammlungen und Nachlässe ||&lt;br /&gt;
* Nachlass der Malerin Hanka Krawcec, überwiegend in Tschechien;&lt;br /&gt;
* weitere private Sammlungen und Nachlässe in Ober- und Niederlausitz&lt;br /&gt;
|| privat || 4 in der Domowina-Übersicht 2019; tatsächlich ''offen'' || '''B''' ■ || Verbleib beim Generationenwechsel ungesichert (''Annahme''); bei einer privaten Sammlung ist der dauerhafte Verbleib ausdrücklich ungeklärt&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Kirchliche Einrichtungen ||&lt;br /&gt;
* Ausstellung zu Jan Bjedrich Fryco in der evangelischen Kirche Kolkwitz;&lt;br /&gt;
* kirchliches Informations- und Begegnungszentrum in Horno mit Holzmodellen abgebaggerter Kirchen&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019b&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|| Kirchgemeinde || 2 (in den kleinen Orten enthalten); weitere ''offen'' || '''B''' ○ || weitere kirchliche Bestände nicht erfasst (''Annahme'')&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Weitere sorbische Kultur- und Medieneinrichtungen ||&lt;br /&gt;
* Deutsch-Sorbisches Volkstheater (Archiv 2019 zusammen mit dem des SNE genannt);&lt;br /&gt;
* Domowina-Verlag (2019 als Produzent genannt, dessen Erzeugnisse an das SKA gehen sollten)&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|| verschieden || ''offen'' || '''B''' ○ || Spezialarchive von SNE, Domowina-Verlag, Volkstheater und Rundfunk: für die Öffentlichkeit nicht zugänglich, unterschiedlich gut erschlossen, teils mit eigenem Personal&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt;; der Domowina-Verlag erprobt mit dem DZ die Neuauflage vergriffener Bücher als Book on Demand&amp;lt;ref name=&amp;quot;dk2026&amp;quot;/&amp;gt;; Umfang ''offen''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Öffentliche Träger und Fördergeber ||&lt;br /&gt;
* Bund,&lt;br /&gt;
* Freistaat Sachsen,&lt;br /&gt;
* Land Brandenburg,&lt;br /&gt;
* Landkreise,&lt;br /&gt;
* Kommunen&lt;br /&gt;
|| öffentlich || – || '''F''' ■, '''S''' ○ || tragen die großen Museen; 2019 erfüllten kleine Museen im Landkreis Bautzen die Kriterien für eine institutionelle Förderung nicht, im Landkreis Spree-Neiße waren die Bedingungen besser&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Gedächtniseinrichtungen außerhalb der Lausitz und der sorbischen Trägerschaft ||&lt;br /&gt;
* Oberlausitzische Bibliothek der Wissenschaften Görlitz&amp;lt;ref name=&amp;quot;slub&amp;quot;/&amp;gt;;&lt;br /&gt;
* Hórnik-Bibliothek im Wendischen Seminar Prag&amp;lt;ref name=&amp;quot;ldp&amp;quot;&amp;gt;Sorbisches Institut 2021: Pressemitteilung zu Digitalisaten aus dem Landesdigitalisierungsprogramm Sachsen (u. a. „Serbowka“, erstes sorbisches Lehrbuch), 12.03.2021. URL: https://serbski-institut.de/wp-content/uploads/2021/12/2021-03-12_MI_Erstes-sorbisches-Lehrbuch-LDP_Serbowka_de.4753.pdf, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;;&lt;br /&gt;
* Deutsches Historisches Museum, Literaturarchive Marbach und Berlin, Nationalmuseum Prag&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt;;&lt;br /&gt;
* Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland, Bonn&amp;lt;ref name=&amp;quot;lorenz2023&amp;quot;/&amp;gt;;&lt;br /&gt;
* Sächsisches Staatsarchiv,&lt;br /&gt;
* Brandenburgisches Landeshauptarchiv,&lt;br /&gt;
* Deutsche Nationalbibliothek (''Annahme'');&lt;br /&gt;
* Einrichtungen in Tschechien&lt;br /&gt;
|| öffentlich || ''offen'' || '''B''' ○; &amp;lt;br&amp;gt;mögliche Partner für K3 und K4 || unterliegen eigenen Digitalisierungsabläufen; sorabistische Expertise wird dort bisher nicht nachgefragt&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt;; Umfang der sorbischen Bestände ''offen''&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.1.4 Erste Befunde ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;mark&amp;gt;Die folgende Übersicht muss mit den Institutionen bzgl. Änderungen und Ergänzungen abgestimmt werden.&amp;lt;/mark&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Rollenübersicht erlaubt erste Hinweise, die in den folgenden Abschnitten geprüft werden:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* '''Bewahren ist breit verteilt, Dienste sind konzentriert und projektgebunden.''' Nur die vier hauptamtlichen Einrichtungen mit Sammlungsauftrag – Sorbisches Museum, Wendisches Museum, Sorbische Zentralbibliothek und SKA – sowie die Spezialarchive verfügen zumindest grundsätzlich über Personal und Technik für Digitalisierung. Sie arbeiten in nicht miteinander verbundenen Insellösungen mit eher einfacher Ausstattung; keine von ihnen hat eine eigene Digitalisierungsabteilung.&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt; Dienste für andere Träger baut das DZ des SI auf. Es ist bis Ende 2027 projektfinanziert, derzeit nur für sächsische Träger kostenfrei, und seine Nutzung durch das Wendische Museum ist noch zu klären.&amp;lt;ref name=&amp;quot;dk2026&amp;quot;/&amp;gt; Die SLUB macht sorbisches Schrifttum bereits digital zugänglich, auch aus Beständen des SI, und übernimmt mit der Deutschen Fotothek Leistungen für das SKA&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt;. &lt;br /&gt;
* '''Für die langfristige Erhaltung fremder Bestände gibt es noch keine dauerhafte Lösung.''' Offen ist, wer Digitalisate anderer Träger verbindlich und dauerhaft übernimmt. Das DZ legt Digitalisate in einem Repositorium mit Datensicherung ab; ein Konzept für die Langzeitarchivierung im Dauerbetrieb soll aus der Evaluationsphase entstehen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;dk2026&amp;quot;/&amp;gt; Das Sorbische Museum sieht hier keinen akuten Bedarf, weil Archivierung Teil seiner regulären Arbeit sei;&amp;lt;ref name=&amp;quot;smb2026&amp;quot;/&amp;gt; ob dies einer Langzeiterhaltung im Sinne von [[#2.3.4 Digitalisierungsdienst und Archiv|Abschnitt 2.3.4]] entspricht, ist ''offen''. So gelangen Veranstaltungsaufnahmen des studijo LUCIJA nur teilweise und komprimiert (''zu prüfen'') in das SKA.&amp;lt;ref name=&amp;quot;lucija&amp;quot;/&amp;gt; Die SLUB betreibt eine eigene digitale Langzeitarchivierung; ob sie auch für sorbische Träger in Frage kommt, ist ''offen''. Das Gleiche gilt für das Sächsische Staatsarchiv.&lt;br /&gt;
* '''Die Dokumentation des lebendigen Kulturlebens liegt teils außerhalb sorbischer Verantwortung.''' Die Archive des sorbischen Rundfunks sind nicht öffentlich zugänglich.&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt; Sorbischsprachige Produktionen von MDR und rbb standen dem SKA 2019 aus rechtlichen Gründen nicht zur Verfügung.&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt; Der heutige Stand ist ''offen''.&lt;br /&gt;
* '''Die Domowina ist der wichtigste Zugang zu kleinen Trägern, hat aber selbst keinen Überblick über deren Bestände.''' Mindestens 9 der 23 kleinen Sammlungsorte sind direkt oder über Mitgliedsvereine mit ihr verbunden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;liste2026&amp;quot;/&amp;gt; Ihre Strukturen eignen sich daher als Weg, kleine Träger zu erreichen – für die Erhebung ebenso wie für spätere Unterstützungsangebote. Eine zentrale Verwaltung oder Übersicht der Bestände in ihren Strukturen gibt es allerdings nicht; ihr Zustand ist daher nicht feststellbar.&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2026&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
* '''Das Wissen über kleine Träger ist lückenhaft und teils veraltet.''' 12 der 23 kleinen Orte sind bisher nur durch die Domowina-Unterlagen von 2019 und 2020 belegt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;liste2026&amp;quot;/&amp;gt; Ob sie heute noch bestehen und wie es um ihre Bestände steht, ist ''offen''. Besonders privat betreute Ausstellungen werden in Abschnitt 3.2 auf ihre Gefährdung geprüft.&lt;br /&gt;
* '''Kleine Träger haben keine feste Anlaufstelle; Koordination und Priorisierung sind noch nicht verbindlich geregelt.''' Das frühere Sorbische Folklorezentrum war seit 1993 faktisch nicht mehr tätig.&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt; In der Niederlausitz diente 2020 ein Projekt zur Inwertsetzung des immateriellen Kulturerbes auch der Vernetzung kleiner Museen. Der Kulturausschuss der Domowina sah sich als ehrenamtliches Gremium nicht in der Lage, die Koordination zu leisten, und bat Fachinstitutionen und die Gremien der Stiftung, Verantwortung zu übernehmen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2020&amp;quot;/&amp;gt; Das DZ-Konzept sieht für die Auswahl ein Lenkungsgremium aus Vertreterinnen und Vertretern der vier hauptamtlichen Einrichtungen und des SKR vor; Zusammensetzung und Kriterien sind noch festzulegen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt; Wie das heute geregelt ist, untersucht Abschnitt 3.4.&lt;br /&gt;
* '''Ein Teil des Erbes liegt bei Einrichtungen der Mehrheitsgesellschaft und im Ausland.''' Dort folgt die Digitalisierung eigenen Abläufen, und sorabistische Expertise wird bisher nicht nachgefragt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Liste aller bekannten Sammlungsorte mit Typ, Trägerschaft und Kulturgutklassen steht in [[12.3.A3 Sammlungsorte des sorbischen Kulturerbes|Anhang 12.3.A3]]. Sie wird laufend ergänzt.&lt;br /&gt;
&amp;lt;!-- Anhang 12.3.A3 aus der Arbeitsliste vom 02.04.2026 aufbauen; Namen privater Sammler nur mit Einverständnis --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== 3.2 Bestände und Bedarfe ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieser Abschnitt beschreibt die Nachfrageseite der Analyse: Welche Bestände sorbischen Kulturerbes gibt es, wie weit sind sie erfasst und digitalisiert, welche sind gefährdet, und welche Unterstützung brauchen die Kulturgutträger? Festgestellt wird dabei nur, wo Zeitdruck besteht. Welche Bestände mit welcher Priorität bearbeitet werden, sollten die sorbische Gemeinschaft und ihre Fachgremien entscheiden (vgl. [[#2.4.2 Prozessschritte im Detail|Prozessschritt 3 „Bewerten &amp;amp; freigeben“]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein institutionsübergreifender Überblick über die Bestände existiert bisher nicht (siehe 3.2.5). Die folgenden Angaben sind daher Mindestwerte und Größenordnungen aus veröffentlichten Angaben der Einrichtungen, den Bedarfserklärungen des Sorbischen Museums, des Wendischen Museums und der Domowina vom April 2026, Projektunterlagen und den in [[#3.1 Akteure und Rollen|Abschnitt 3.1]] genannten Quellen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;mark&amp;gt;Die Bestände sollten mit den SI, insb. Register, bzgl. Korrektheit und Vollständigkeit abgestimmt werden, evtl. liegt dort ein institutionsübergreifender Überblick über Bestände vor.&amp;lt;/mark&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.2.1 Begriffe ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
; Sammlungsort&lt;br /&gt;
: Ort, an dem Kulturgüter verwahrt werden, etwa ein Museum, ein Archiv, eine Heimatstube oder eine Privatwohnung. Ein Akteur kann mehrere Sammlungsorte haben.&lt;br /&gt;
; Bestand&lt;br /&gt;
: Abgrenzbare Gruppe von Kulturgütern einer [[#2.2 Klassifizierung von Kulturgütern|Kulturgutklasse]], die an einem Sammlungsort gemeinsam verwahrt wird, zum Beispiel die Fotografien einer Heimatstube oder die Tonbänder eines Archivs. Feiner unterschieden wird nur, wenn sich Zustand oder Rechtslage deutlich unterscheiden. Ein Bestand gehört zu dem Ort, an dem das Original oder die Masterdatei liegt - Kopien an anderen Orten beschreiben seinen Digitalisierungsstand.&lt;br /&gt;
: Bei immateriellem Kulturerbe gilt die vorhandene Dokumentation als Bestand, etwa Ton- und Videoaufnahmen oder Beschreibungen. Eine bisher nicht dokumentierte Praxis erscheint als Dokumentationsbedarf.&lt;br /&gt;
; Bedarf&lt;br /&gt;
: Was ein Bestand oder ein Kulturgutträger braucht.&lt;br /&gt;
:* ''Bestandsbezogene'' Bedarfe richten sich auf die [[#2.3.2 Vier Kernfunktionen|vier Kernfunktionen]] (erfassen, digitalisieren, langfristig erhalten, zugänglich machen).&lt;br /&gt;
:* ''Trägerbezogene'' Bedarfe betreffen den Akteur selbst, etwa Personal, Beratung oder Finanzierung.&lt;br /&gt;
; Dringlichkeit&lt;br /&gt;
: Zeitdruck, der sich aus einer Gefährdung ergibt. Sie ist nicht gleichbedeutend mit Priorität, in die auch kulturelle Bedeutung, Nutzen und Machbarkeit eingehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.2.2 Bestandslandkarte ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Übersicht folgt der [[#2.2 Klassifizierung von Kulturgütern|Klassifizierung aus Abschnitt 2.2]]. Sie nennt für jede Klasse typische Bestände, die wichtigsten Träger und den bekannten Stand. Einzelne Sammlungsorte stehen in [[12.3.A3 Sammlungsorte des sorbischen Kulturerbes|Anhang 12.3.A3]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|+ Bestände nach Kulturgutklassen (Stand: weitgehend · teilweise · kaum · ''offen'')&lt;br /&gt;
! Klasse !! Typische Bestände !! Wichtigste Träger !! Umfang, soweit bekannt !! Erfasst !! Digitalisiert !! Gefährdung&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''A''' Materiell – unbeweglich || Denkmale, Gedenktafeln, Inschriften, Grabmäler, Blockbauten, Wirkungsstätten, Kirchen; Häuser wie der Dom Njechorńskeho || Eigentümer, Gemeinden, Kirchgemeinden; dokumentiert durch das SI || Langzeitprojekt „Großes Inventar sorbischer Kulturdenkmale“ des SI (ab 2000): rund 1.700 Objekte in der sächsischen Oberlausitz&amp;lt;ref name=&amp;quot;kdm&amp;quot;&amp;gt;Fachpublikation zu sorbischen Kulturdenkmalen. Interne Referenz: saxorum-10788_Sorbische_Kulturdenkmale_digital_erfassen_präsentieren.pdf. Angabe nach Projektunterlagen, noch zu prüfen.&amp;lt;/ref&amp;gt; mit 6.161 Fotonegativen&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt; || weitgehend für die sächsische Oberlausitz: 1.760 Datensätze in einer Datenbank, qualitätsgesichert und in das SKR integriert&amp;lt;ref name=&amp;quot;kdmsi&amp;quot;&amp;gt;Sorbisches Institut o. J.: Sorbische Kulturdenkmale in Sachsen. Projektbeschreibung, u. a. zum Teilprojekt im Verbundprojekt DIKUSA – Vernetzung digitaler Kulturdaten in Sachsen (2022-2025). URL: https://www.serbski-institut.de/projekte-kulturwissenschaften/sorbische-kulturdenkmale-in-sachsen/; ältere Fassung: https://www.serbski-institut.de/projekte-kulturwissenschaften/sorbische-kulturdenkmale-in-sachsen-2/, abgerufen im Oktober 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;; Niederlausitz in Erfassung, geplant in drei Phasen bis 2031&amp;lt;ref name=&amp;quot;nlposter&amp;quot;&amp;gt;Sorbisches Institut o. J.: Materielle Zeugnisse sorbischer/wendischer Kultur in der Niederlausitz. Modul 4 des Vorhabens „Digitales Portal zu sorbischen und Lausitzer Sprach- und Kulturlandschaften“ (Poster). URL: https://serbski-institut.de/wp-content/uploads/2021/11/A0-Druck_DigPortal-M4.pdf, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; || teilweise: Fotonegative im Dezember 2024 extern digitalisiert&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt;; rund 1.200 Objektbeschreibungen für den Wissensgraphen des Verbundprojekts DIKUSA aufbereitet&amp;lt;ref name=&amp;quot;kdmsi&amp;quot;/&amp;gt;; 78 Objekte öffentlich im Atlas auf Sorabicon, davon 26 aus dem sächsischen und 52 aus dem brandenburgischen Teil (April 2026)&amp;lt;ref name=&amp;quot;atlas&amp;quot;&amp;gt;Sorbisches Institut 2026: Pressemitteilung zum digitalen Atlas sorbischer Kulturdenkmale im Wissensportal Sorabicon, 30.04.2026. URL: https://idw-online.de/de/news870102, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;; erste 3D-Raumscans, z. B. des Dom Njechorńskeho&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt; || Verwitterung, Umbau, Abriss; Bausubstanz einzelner Häuser 2019 als Problem genannt&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019b&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''B1''' Schriftgut || Bücher, Zeitungen, Handschriften, Nachlässe, Vereins- und Institutionsakten, Musikalien, Plakate, Grafik, Postkarten || Sorbische Zentralbibliothek, Sorbisches Kulturarchiv (SKA), Sorbisches Museum, Wendisches Museum, SLUB, Hórnik-Bibliothek im Wendischen Seminar Prag, Oberlausitzische Bibliothek der Wissenschaften Görlitz, Domowina-Verlag || SI: mindestens 500.000, eher 1 Mio. zu digitalisierende Druckseiten, Archivalien nicht eingerechnet (DZ-Konzept, S. 39)&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt;; Zentralbibliothek ca. 110.000 Medieneinheiten&amp;lt;ref name=&amp;quot;liste2026&amp;quot;/&amp;gt;; Sorbisches Museum: bibliophile und sorabistische Sammlung ca. 8.700, Plakate ca. 1.700, Postkarten ca. 2.500&amp;lt;ref name=&amp;quot;smb2026&amp;quot;/&amp;gt;; Wendisches Museum: historische Karten, Plakate, Literatur, Zeitschriften, Postkarten, Zahl ''offen''&amp;lt;ref name=&amp;quot;wm2026&amp;quot;/&amp;gt;; SKA: Nachlässe, Akten der Domowina 1912-1989 und sorbischer Vereine, Umfang ''offen''&amp;lt;ref name=&amp;quot;ska&amp;quot;&amp;gt;Sorbisches Institut o. J.: Sorbian Cultural Archive. URL: https://www.serbski-institut.de/en/sorbian-cultural-archive/, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; || weitgehend in den Bibliotheken (Katalog, Sorbische Bibliographie)&amp;lt;ref name=&amp;quot;vls&amp;quot;/&amp;gt;; kleine und private Träger ''offen'' || teilweise: 1.634 Dokumente des SI auf Sachsen.Digital (Stand 2021)&amp;lt;ref name=&amp;quot;ldp&amp;quot;&amp;gt;Sorbisches Institut 2021: Pressemitteilung zu Digitalisaten aus dem Landesdigitalisierungsprogramm Sachsen (u. a. „Serbowka“, erstes sorbisches Lehrbuch), 12.03.2021. URL: https://serbski-institut.de/wp-content/uploads/2021/12/2021-03-12_MI_Erstes-sorbisches-Lehrbuch-LDP_Serbowka_de.4753.pdf, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;; Handschriften des SKA 2016 digitalisiert&amp;lt;ref name=&amp;quot;hs&amp;quot;&amp;gt;Sorbisches Institut o. J.: Digitalisate handschriftlicher Literatur aus den Beständen des SKA in Sachsen.digital. URL: https://serbski-institut.de/de/Handschriften-als-Digitalisat, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;; Zeitungen und Zeitschriften teils online&amp;lt;ref name=&amp;quot;vls&amp;quot;/&amp;gt;; Plakate des Sorbischen Museums im Pilot mit dem SI&amp;lt;ref name=&amp;quot;smb2026&amp;quot;/&amp;gt;; DZ-Pilot zu den Periodika Bramborski Casnik (ab 1848) und Katolski Posoł (ab 1863) mit Texterkennung&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt;; Neuauflage vergriffener Bücher des Domowina-Verlags als Book on Demand im Pilot&amp;lt;ref name=&amp;quot;dk2026&amp;quot;/&amp;gt;; Texterkennung historischer sorbischer Drucke mit weiterem Forschungsbedarf&amp;lt;ref name=&amp;quot;dk2026&amp;quot;/&amp;gt; || Nachlässe in Privatbesitz; säurehaltiges Papier des 19. und 20. Jahrhunderts (''Annahme'', nicht erhoben)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''B2''' Fotografien und Bildträger || Fotosammlungen und Fotonachlässe, Negative, Glasplatten, Dias || SKA, Sorbisches Museum, Wendisches Museum, Stadtmuseum Cottbus, SI (Kulturdenkmale), Sorbisches National-Ensemble (SNE), Domowina Verlag (LND), Deutsch-Sorbisches Volkstheater ''(Annahme)'', Chronisten, Privatpersonen || Sorbisches Museum: Foto- und Bildarchiv ca. 8.300&amp;lt;ref name=&amp;quot;smb2026&amp;quot;/&amp;gt;; Kulturdenkmal-Inventar 6.161 Negative&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt;; SKA: Fotosammlungen und Diakollektionen aus Domowina-Nachlässen vor 1990, Umfang ''offen''&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt;; Wendisches Museum: historische Fotografien, Dias, Zahl ''offen''&amp;lt;ref name=&amp;quot;wm2026&amp;quot;/&amp;gt; || teilweise bei Museen und SKA, z. B. Fotodatenbank des Sorbischen Museums&amp;lt;ref name=&amp;quot;smb2026&amp;quot;/&amp;gt;; private Bestände oft unstrukturiert&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt; || teilweise: Fotosammlungen des SKA über die Deutsche Fotothek zugänglich; Diakollektionen und Kulturdenkmal-Negative extern digitalisiert&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt;; ausgewählte Bildsammlungen des SKA im Virtuellen Lesesaal&amp;lt;ref name=&amp;quot;vls&amp;quot;/&amp;gt;; Glasplattennegative der Sammlung Fritz Unger (Stadtmuseum Cottbus) mit wendischen Motiven auf museum-digital&amp;lt;ref name=&amp;quot;unger&amp;quot;&amp;gt;museum-digital:brandenburg o. J.: Wendische Trachtengruppe, Glasplattennegativ, Fotografische Sammlung Fritz Unger, Stadtmuseum Cottbus, Inv.-Nr. U190-05. URL: https://brandenburg.museum-digital.de/pdf/object/65463.pdf?lang=de, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; || Negative, Dias und Glasplatten empfindlich; private Bestände ohne Verzeichnis&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''B3''' Analoge AV-Träger || Tonbänder, Kassetten, Schallplatten, Videobänder, Filme || SKA, MDR und rbb, SNE, Sorbisches Museum, Wendisches Museum, Amateurfilmer, Njepila-Hof (Tondokumente)&amp;lt;ref name=&amp;quot;liste2026&amp;quot;/&amp;gt;; Filme der früheren DEFA (Filmstudio der DDR), Hörfunkbestände der DDR-Zeit im Deutschen Rundfunkarchiv (''Annahme'') || sorbischsprachiger Rundfunk seit 1948&amp;lt;ref name=&amp;quot;rundfunk&amp;quot;&amp;gt;Wikipedia (englisch): Sorbischer Rundfunk. URL: https://en.wikipedia.org/wiki/Sorbischer_Rundfunk, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;; DEFA-Gruppe „Sorbischer Film“ 1980-1990: knapp 40 Filme&amp;lt;ref name=&amp;quot;defa&amp;quot;&amp;gt;Deutsches Historisches Museum, Zeughauskino o. J.: Filmreihe „Sorbische Filmlandschaften“. URL: https://www.dhm.de/zeughauskino/filmreihe/sorbische-filmlandschaften/, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;; Sorbisches Museum: Audiokassetten, Schallplatten, Filmrollen, VHS&amp;lt;ref name=&amp;quot;smb2026&amp;quot;/&amp;gt;; Wendisches Museum: VHS-Kassetten, CDs&amp;lt;ref name=&amp;quot;wm2026&amp;quot;/&amp;gt;; SKA, SNE und Amateurbestände ''offen'' || kaum bekannt || teilweise: Filme des SKA über die Deutsche Fotothek bzw. im sächsischen Programm zur Sicherung des audiovisuellen Erbes digitalisiert&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;vls&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;avsachsen&amp;quot;&amp;gt;Leipziger Internet Zeitung 2020: Über 50.000 Film- und Tonminuten digitalisiert. Zwischenbilanz zur Sicherung des audiovisuellen Erbes in Sachsen, 16.09.2020. URL: https://www.l-iz.de/melder/wortmelder/2020/09/Ueber-50-000-Film-und-Tonminuten-digitalisiert-Zwischenbilanz-zur-Sicherung-des-audiovisuellen-Erbes-in-Sachsen-349190, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;; Umfang ''offen''; im DZ bisher ein einfacher 8-mm-Digitalisierer, hochwertige Filmdigitalisierung nur in Kooperation&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt;; das Sorbische Museum benötigt Technik für Ton-, Film- und Videoträger&amp;lt;ref name=&amp;quot;smb2026&amp;quot;/&amp;gt; || '''hoch''': Material und veraltete Abspieltechnik erfordern eine priorisierte Digitalisierung; bei Film drohen Essigsäure-Syndrom, Farbverblassung und Schrumpfung&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt;; Magnetbandformate sind veraltet, die routinemäßige Überspielung endete nach Einschätzung von UNESCO und IASA (Internationaler Verband der Schall- und audiovisuellen Archive) etwa 2025&amp;lt;ref name=&amp;quot;mta&amp;quot;&amp;gt;IASA o. J.: Announcing the Magnetic Tape Alert Project (UNESCO-Programm „Information for All“ und IASA). URL: https://iasa-web.org/node/5374, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''B4''' 3D-Objekte || Trachten und Textilien, Volkskunst, Ostereier, Keramik, Glas, Hausrat, Musikinstrumente, Kunstwerke || Sorbisches Museum, Wendisches Museum, Heimatmuseen und Heimatstuben, Trachtenfundi von Vereinen und Ensembles, private Sammlungen || Sorbisches Museum: ca. 42.000 Objekte insgesamt, davon materielle Kultur ca. 21.000 mit ca. 6.700 Trachten und Textilien und ca. 8.000 Werken bildender Kunst&amp;lt;ref name=&amp;quot;smb2026&amp;quot;/&amp;gt;; Wendisches Museum: größte Sammlung niedersorbischer Tracht&amp;lt;ref name=&amp;quot;wm&amp;quot;&amp;gt;Wendisches Museum Cottbus o. J.: Selbstdarstellung des Museums, Dokument im Ratsinformationssystem der Stadt Cottbus. URL: https://session.cottbus.de/oparl/bodies/0001/downloadfiles/00007050.pdf, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;, dazu u. a. Keramik, Glas, Musikinstrumente, Volkskunst mit großer Ostereiersammlung, Zahl ''offen''&amp;lt;ref name=&amp;quot;wm2026&amp;quot;/&amp;gt;; Sorbische Webstube Drebkau über 4.000 Ostereier&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt;; Heimatmuseum Dissen 6.700 inventarisierte Exponate (SKR-Konzept, S. 8)&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;/&amp;gt;; Jänschwalde über 40 Originaltrachten und über 1.000 Keramiken&amp;lt;ref name=&amp;quot;liste2026&amp;quot;/&amp;gt; || teilweise: Sorbisches Museum mit Inventarbüchern und Datenbank (HiDA)&amp;lt;ref name=&amp;quot;smb2026&amp;quot;/&amp;gt;, Wendisches Museum mit Adlib&amp;lt;ref name=&amp;quot;wm2026&amp;quot;/&amp;gt;, aber ohne verknüpfendes System (SKR-Konzept, S. 7)&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;/&amp;gt;; kleine Museen teils ohne Inventar&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt; || kaum bis teilweise: Sorbisches Museum erst teilweise digital erfasst&amp;lt;ref name=&amp;quot;smb2026&amp;quot;/&amp;gt;; Wendisches Museum digitalisiert derzeit vor allem Kunst und hat mit museum-digital begonnen&amp;lt;ref name=&amp;quot;wm2026&amp;quot;/&amp;gt;; acht Häuser mit sorbischem Schwerpunkt haben zusammen 401 Objekte auf museum-digital veröffentlicht (SKR-Konzept, S. 8)&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;/&amp;gt;; Pilot Drebkau: sorbische Ostereier fotografiert, 16 davon als 3D-Modell, auf museum-digital&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt; || Sorbisches Museum: Zustand weitgehend gut, keine akut gefährdeten Bestände bekannt, ca. 100 Objekte mit Pestiziden aus der DDR-Zeit belastet&amp;lt;ref name=&amp;quot;smb2026&amp;quot;/&amp;gt;; Textilien empfindlich; private Ausstellungen ohne Nachfolge (siehe 3.2.3)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''C1''' Orale Traditionen || Sprache und Dialekte, Erzählungen, Sagen, Zeitzeugenberichte || Sprecherinnen und Sprecher; dokumentiert durch SI und Rundfunk || ''offen'' || teilweise: Zeitzeugen-O-Töne im Wissensportal Sorabicon&amp;lt;ref name=&amp;quot;atlas&amp;quot;/&amp;gt;; Zeitzeugen-Sammlung des studijo LUCIJA auf YouTube&amp;lt;ref name=&amp;quot;lucija_youtube&amp;quot;&amp;gt;studijo LUCIJA YouTube Kanal. URL: https://www.youtube.com/@studijoLucija/videos, abgerufen am 30.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; || teilweise || '''hoch''' für das Niedersorbische: nach Angaben des Bundesinnenministeriums 2024 nur noch wenige hundert fließende Sprecherinnen und Sprecher&amp;lt;ref name=&amp;quot;sprache&amp;quot;&amp;gt;Universität Potsdam o. J.: Mehrsprachigkeit in Brandenburg – Sorbisch (mit Verweis auf BMI 2024 und Landesregierung Brandenburg 2024). URL: https://www.uni-potsdam.de/de/svm/mehrsprachigkeit-in-brandenburg/studentische-projekte/sorbisch, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;; die Sicherung des Wissens von Zeitzeuginnen und Zeitzeugen ist im DZ-Konzept als Auswahlkriterium genannt&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''C2''' Darstellende Künste || Musik, Lieder, Tanz, Theater, Chorgesang || SNE, Deutsch-Sorbisches Volkstheater, Chöre und Ensembles; dokumentiert durch Rundfunk und studijo LUCIJA&amp;lt;ref name=&amp;quot;lucija_youtube&amp;quot;/&amp;gt; || ''offen'' || ''offen'' || teilweise: neuere Aufnahmen meist ursprünglich digital (siehe D1) || vergängliche Formate wie Aufführungen, Ausstellungen und Veranstaltungen werden bisher zu wenig gesichert; einfache Wege wie 360-Grad-Aufnahmen wurden angeregt&amp;lt;ref name=&amp;quot;dk2026&amp;quot;/&amp;gt;; ältere Mitschnitte auf AV-Trägern (siehe B3); digitale Mitschnitte, die nicht langzeittauglich gelagert und nicht registriert sind (siehe D1 und D2)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''C3''' Rituale und Feste || Bräuche und Feste im Jahreslauf, u. a. Vogelhochzeit, Zampern, Zapust, Ostersingen, Osterreiten, Maibaum, Kirmes || MDR, rbb, studijo LUCIJA&amp;lt;ref name=&amp;quot;lucija_youtube&amp;quot;/&amp;gt;, Vereine, Dorfgemeinschaften, Kirchgemeinden || „Gesellschaftliche Bräuche und Feste der Lausitzer Sorben im Jahreslauf“ seit 2014 im Bundesweiten Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes&amp;lt;ref name=&amp;quot;ike&amp;quot;&amp;gt;Sorbisches Institut 2020: Aufruf und Fragebogen zur Erhebung sorbischer/wendischer Bräuche und Feste im Landkreis Spree-Neiße, 18.12.2020. URL: https://www.serbski-institut.de/wp-content/uploads/2022/03/IKE-Fragebogen-Aufruf_2020_12_189_DE.4701.pdf, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;iketour&amp;quot;&amp;gt;Sachsen-Tourismus 2025: Hintergrundtext Immaterielles Kulturerbe. URL: https://www.sachsen-tourismus.de/fileadmin/mediendatenbank_ALT/mediendatenbank/bilder/presse/rechercheideen/hintergrundtext-immaterielles-kulturerbe-2025.pdf, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; || teilweise: Erhebung im Landkreis Spree-Neiße durch das SI ab 2020&amp;lt;ref name=&amp;quot;ike&amp;quot;/&amp;gt; mit rund 500 dokumentierten Praktiken, Ergebnisse auf Sorabicon („lebendiges Kulturerbe in der Niederlausitz“)&amp;lt;ref name=&amp;quot;ike2023&amp;quot;&amp;gt;Sorbisches Institut 2023: Teilprojekt zum immateriellen Kulturerbe der Sorben/Wenden in der Niederlausitz im Vorhaben „Digitales Portal zu sorbischen und Lausitzer Sprach- und Kulturlandschaften“. Folien zum Institutstag. URL: https://www.serbski-institut.de/wp-content/uploads/2023/01/08_DigPortal-M5-Institutstag-neu.pdf, abgerufen am 30.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;atlas&amp;quot;/&amp;gt;; Oberlausitz ''offen'' || teilweise || Praxis im Wandel; frühere Ausprägungen nur über Dokumentation greifbar&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''C4''' Wissen über Natur und Universum || Volksglaube, Heil- und Sammelwissen, religiöse Praxis || Familien, Kirchgemeinden || ''offen'' || ''offen'' || ''offen'' || Wissen oft bei wenigen, teils älteren Personen (SKR-Konzept, S. 8)&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''C5''' Traditionelles Handwerk || Ostereiverzierung, Trachtenherstellung und -pflege, Weben, Flachs und Leinen, Töpfern || Handwerkerinnen und Handwerker, Vereine, Heimatmuseen, z. B. Sorbische Webstube Drebkau&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;/&amp;gt;, Kólasko Drachhausen&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019b&amp;quot;/&amp;gt; || ''offen'' || ''offen'' || ''offen'' || Wissen an wenige Personen gebunden; fehlender Nachwuchs (SKR-Konzept, S. 8)&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''D1''' Born-digital || Websites, soziale Medien, Musikvideos, Veranstaltungsmitschnitte, digitale Fotos und Videos, digitale Publikationen, Projektdaten, ältere Datenträger || Künstlerinnen und Künstler, studijo LUCIJA, Rundfunk, Verlage, Vereine, Einrichtungen || 2024 ermittelte das SKR 41 sorbische Musikvideos von 18 Künstlerinnen, Künstlern und Gruppen auf YouTube, das früheste von 2007&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt;; Sorbisches Museum: neue Sammlungskategorie „Datenträger“ mit 5 Objekten&amp;lt;ref name=&amp;quot;smb2026&amp;quot;/&amp;gt;; sonst ''offen'' || kaum; erste Erhebungen durch das SKR&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt; || – || '''hoch''': YouTube ist kein verlässlicher Speicherort, Inhalte können jederzeit entfernt werden; vorgeschlagen ist eine Notsicherung durch das DZ&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt;; keine systematische Sicherung sorbischer Web- und Social-Media-Inhalte bekannt; Webarchivierung in Deutschland insgesamt lückenhaft&amp;lt;ref name=&amp;quot;webarchiv&amp;quot;&amp;gt;netzpolitik.org 2026: Kritische Infrastruktur: Bei der Web-Archivierung fehlt die Strategie. URL: https://netzpolitik.org/2026/kritische-infrastruktur-bei-der-web-archivierung-fehlt-die-strategie/, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;; Masterdateien teils nur beim Erzeuger&amp;lt;ref name=&amp;quot;lucija&amp;quot;/&amp;gt;; ältere Speichermedien wie Disketten schwer lesbar&amp;lt;ref name=&amp;quot;smb2026&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''D2''' Digitalisate || digitale Repräsentationen aus den Klassen A bis C || SI, SLUB mit Deutscher Fotothek, Museen, Projekte || SI: 1.634 Dokumente auf Sachsen.Digital (2021)&amp;lt;ref name=&amp;quot;ldp&amp;quot;/&amp;gt;; Sorabicon: zwölf veröffentlichte Sammlungen (2026)&amp;lt;ref name=&amp;quot;atlas&amp;quot;/&amp;gt;; Repositorium digitalizat.de, öffentlich voraussichtlich ab ca. Q3/2026, Stand ''offen''&amp;lt;ref name=&amp;quot;dk2026&amp;quot;/&amp;gt; || teilweise: über Kataloge und die Deutsche Digitale Bibliothek nachgewiesen, teils als gemeinfrei gekennzeichnet&amp;lt;ref name=&amp;quot;ddb&amp;quot;&amp;gt;Deutsche Digitale Bibliothek o. J.: Wot togo narodu Jesu Christußa (1865), Datengeber: Sorbisches Institut / Sorbisches Kulturarchiv. URL: https://www.deutsche-digitale-bibliothek.de/item/3IVBZKDCQK6LHTOFW5HKYF235K6A4QEF, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; || – || Langzeiterhaltung nicht dauerhaft geregelt: Das DZ legt Digitalisate in einem Repositorium mit Datensicherung ab, ein Konzept für die Langzeitarchivierung im Dauerbetrieb steht aus&amp;lt;ref name=&amp;quot;dk2026&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.2.3 Bestände mit vorrangigem Digitalisierungsbedarf ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als vorrangig gilt ein Bestand, wenn mindestens einer der folgenden Gründe zutrifft:&lt;br /&gt;
# '''Materialverfall oder veraltete Technik:''' Der Träger zerfällt, oder Abspielgeräte sind kaum noch verfügbar.&lt;br /&gt;
# '''Ungesicherte Betreuung:''' Nachfolge, Räume oder Trägerschaft sind nicht gesichert.&lt;br /&gt;
# '''Unikat ohne Sicherung:''' Es gibt weder eine Kopie noch einen Nachweis an anderer Stelle.&lt;br /&gt;
# '''Schwindendes Wissen:''' Trägerinnen und Träger einer Praxis oder Zeitzeugen können nur noch begrenzte Zeit befragt werden.&lt;br /&gt;
# '''Ungesicherte digitale Dateien:''' Masterdateien fehlen, es gibt kein Zielarchiv, oder die Dateiformate veralten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die '''Dringlichkeit''' ist&lt;br /&gt;
* ''hoch'', wenn Verlust oder Unzugänglichkeit innerhalb weniger Jahre wahrscheinlich sind,&lt;br /&gt;
* ''mittel'', wenn ein Risiko erkennbar ist, der Zeitrahmen aber offen ist, und&lt;br /&gt;
* ''offen'', wenn die Lage nicht bekannt ist.&lt;br /&gt;
Die Herkunft der Dringlichkeit ist mit '''G''' gekennzeichnet, wenn der Bedarf von Trägern oder in ihren Unterlagen genannt wurde, und mit '''A''', wenn er aus der Analyse abgeleitet ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|+ Bestände mit vorrangigem Digitalisierungsbedarf&lt;br /&gt;
! Bestand / Bestandsgruppe !! Träger !! Klasse !! Grund !! Dringlichkeit !! Herkunft !! Quelle&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Ton-, Video- und Filmbestände auf Magnetband und Film || SKA, SNE, Rundfunk, Sorbisches Museum, Wendisches Museum, Amateurfilmer, Njepila-Hof u. a. || B3 || 1, 3 || hoch || G, A || &amp;lt;ref name=&amp;quot;smb2026&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;mta&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;ska&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Sprache und Erzählwissen der letzten muttersprachlichen Sprecherinnen und Sprecher des Niedersorbischen || – || C1 || 4 || hoch || A || &amp;lt;ref name=&amp;quot;sprache&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Zwei private Ausstellungen in der Oberlausitz, von den Betreibern im Ruhestand allein und ohne Förderung betreut (Stand 2019); eine davon inzwischen vom DZ als 3D-Raumscan erfasst, ihr dauerhafter Verbleib ist ungeklärt || privat || B4 || 2, 3 || hoch || G || &amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019b&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Private Sammlungen und Nachlässe, darunter Filme und Chroniken sowie ein Nachlass, dessen Sichtung und Bewertung 2019 erbeten wurde || privat || B1-B4 || 1, 2, 3 || hoch || G || &amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019b&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Veranstaltungsmitschnitte, die nicht zentral registriert sind und nur teilweise und komprimiert (''zu prüfen'') an das SKA gehen || studijo LUCIJA || D1 (C2, C3) || 5 || hoch || A || &amp;lt;ref name=&amp;quot;lucija&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Sorbische Musikvideos auf YouTube, Websites und soziale Medien || Künstlerinnen und Künstler, Gruppen, Einrichtungen || D1 || 5 || hoch || G ||&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;webarchiv&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Ältere Datenträger und ursprünglich digitale Objekte in Sammlungen, z. B. Disketten; Sammlungskategorie „Datenträger“ des Sorbischen Museums || Sorbisches Museum u. a. || D1 || 1, 5 || mittel || G || &amp;lt;ref name=&amp;quot;smb2026&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Ausstellungen kleiner Sammlungsorte ohne Langzeitperspektive, deren Sicherung im Ist-Zustand häufig gewünscht wird || Heimatstuben, kleine Museen || B4, A || 2 || mittel || G || &amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Archiv verschwundener Orte in Horno: Umzug 2019 geplant || Trägerschaft ''offen'' || B1, B2 || 2 || ''offen'' || G || &amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019b&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Sorbische Museum kennt in seinen eigenen Beständen keine akut gefährdeten Objekte.&amp;lt;ref name=&amp;quot;smb2026&amp;quot;/&amp;gt; Die Fotonegative des Kulturdenkmal-Inventars, die bis 2024 nahezu ausschließlich analog vorlagen, sind inzwischen digitalisiert.&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.2.4 Bedarfe der Kulturgutträger ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Neben dem Bedarf einzelner Bestände haben viele Kulturgutträger Bedarfe, die sie selbst betreffen. Sie werden hier gebündelt und der Seite des Angebots zugeordnet, an die sie sich richten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
! Bedarf !! Betroffene Träger !! Richtet sich an !! Herkunft !! Quelle&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Personal und Nachwuchs für Betreuung, Erfassung und Digitalisierung; keine Mittel für studentische Hilfskräfte || kleine Museen, Heimatstuben, ehrenamtliche Sammlungsorte; Sorbisches Museum, Wendisches Museum&amp;gt; || Rahmen (F), K2 || G || &amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;smb2026&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;wm2026&amp;quot;/&amp;gt;; SKR-Konzept, S. 7-8 und 29&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Laufende Finanzierung für Personal und Unterhalt; z. B. jährliches Ringen um Personalmittel in Dissen || kleine Museen || Rahmen (F) || G || &amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019b&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Fachliche Begleitung, Beratung und Schulung, auch zu einer Digitalstrategie und zum Umgang mit digitalen Sammlungsobjekten || kleine und ehrenamtliche Träger; Wendisches Museum; Sorbisches Museum || K1-K3, Rahmen || G || &amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;wm2026&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;smb2026&amp;quot;/&amp;gt;; SKR-Konzept, S. 10 und 30&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Inventarisierung und digitale Erschließung; Nachholbedarf wegen Personalmangels „teils bestandsgefährdend“; Erfassung von Metadaten mit Hilfskräften, ggf. mit KI-Unterstützung || kleine Museen, private Sammlungen, Domowina-Strukturen || K1 || G || SKR-Konzept, S. 7&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;/&amp;gt;; &amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2026&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Vernetzung und Kooperation; eine Dienstleistungs- und Ermöglichungsstruktur für die Digitalisierung || kleine Museen, Domowina || Rahmen (S) || G || &amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2026&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Sichtbarkeit und Präsentation; Katalog für die im Aufbau befindliche Fachbibliothek || sorbische Museen, kleine Museen; Wendisches Museum || K4 || G || &amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2020&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;smb2026&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;wm2026&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Sichtung und Bewertung von Nachlässen || private Nachlässe || K1, Prozessschritt „Bewerten“ || G || &amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019b&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Räume, Bausubstanz und Bewirtschaftung, z. B. Muzej Ćišinskeho, Dom Njechorńskeho || kleine Museen und Gedenkorte || Rahmen (Voraussetzung) || G || &amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019b&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2026&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Technik und Dienstleistung zur Digitalisierung von Ton-, Film-, Video- und Diaträgern || Sorbisches Museum, Wendisches Museum, kleine und private Träger || K2 || G || &amp;lt;ref name=&amp;quot;smb2026&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;wm2026&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Großformatige Scans über DIN A3 bis DIN A0, z. B. für Plakate und Kunstwerke auf Papier || Sorbisches Museum || K2 || G || &amp;lt;ref name=&amp;quot;smb2026&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Lesbarmachung älterer Speichermedien wie Disketten || Sorbisches Museum || K2, K3 || G || &amp;lt;ref name=&amp;quot;smb2026&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Digitalisierung mit Texterkennung von Verwaltungsdokumenten wie Kauf- und Leihverträgen, um Sammlungs- und Besitzstand und Provenienz zu sichern || Wendisches Museum || K2 || G || &amp;lt;ref name=&amp;quot;wm2026&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Klarheit über Leistungsrahmen, Laufzeit, Kapazität und Logistik des DZ sowie über seine Nutzbarkeit für brandenburgische Bestände || Wendisches Museum || K2, Rahmen || G || &amp;lt;ref name=&amp;quot;wm2026&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;dk2026&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Verbindlicher Ort für die langfristige Erhaltung von Digitalisaten und ursprünglich digitalen Aufnahmen || Domowina;studijo LUCIJA, Projekte, kleine Träger || K3 || G / A || &amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2026&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;lucija&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Rechteklärung: Bild- und Urheberrechte an Digitalisaten des DZ; Rundfunkproduktionen; Einwilligungen bei Veranstaltungsaufnahmen || Sorbisches Museum, Rundfunkproduktionen, Veranstaltungsaufnahmen || Rahmen || G / A || &amp;lt;ref name=&amp;quot;smb2026&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Sorbische Museum sieht bei Langzeitverfügbarkeit sowie bei Register und Metadaten keinen akuten Bedarf, da beides Teil seiner regulären Museumsarbeit sei. Es erwartet vom SKR vor allem eine einfachere Objektrecherche, Unterstützung beim Leihverkehr und größere Sichtbarkeit seiner Sammlung.&amp;lt;ref name=&amp;quot;smb2026&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.2.5 Erste Befunde ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* '''Ein Gesamtüberblick über die Bestände fehlt.''' 2020 wurde festgestellt, dass eine systematische Registrierung des sorbischen Kulturerbes fehlt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2020&amp;quot;/&amp;gt; 2025 beschrieb das SI die Bedingungen an den Sammlungsorten als „von vorbildlich bis prekär“; vieles liege nur analog vor, und die Digitalisierung stehe überwiegend am Anfang.&amp;lt;ref name=&amp;quot;skrhandout&amp;quot;&amp;gt;Sorbisches Institut 2025: Handout zum Pressegespräch „Konzept Sorbisches Kulturregister“, 20.11.2025. URL: https://www.serbski-institut.de/wp-content/uploads/2025/11/2025-11-20_Handout-Pressegespraech-SKR_Konzept.pdf, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Ein Überblick sei derzeit nicht möglich, weil die Sammlungsorte technisch „fraktioniert oder gar inkompatibel“ arbeiten (SKR-Konzept, S. 8).&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;/&amp;gt; Für ein Erbe von „viele[n] hunderttausend Entitäten“ fehle es an systematischer Erfassung mit eindeutigen Kennungen und gemeinsamen Metadaten.&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt; Auch die Domowina hat keinen Überblick über die Bestände in ihren Strukturen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2026&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
* '''Die bekannten Sammlungsorte sind nur ein Ausschnitt.''' Das SKR-Konzept nennt mehr als 70 Einrichtungen mit kulturerberelevantem Archivgut (S. 10), die Domowina verweist auf mindestens 70 Orte&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2026&amp;quot;/&amp;gt;. Im Arbeitskreis Lausitzer Museenland widmet sich etwa ein Drittel der 48 Heimatstuben und Regionalmuseen sorbischer Geschichte und Kultur (S. 7).&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;/&amp;gt; Die Arbeitsliste umfasst bisher rund 32 Orte.&amp;lt;ref name=&amp;quot;liste2026&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
* '''Zahlen gibt es nur für wenige große Träger.''' Größenordnungen liegen vor für das Sorbische Museum (ca. 42.000 Objekte), das Schriftgut des SI (mindestens 500.000 Druckseiten), die Sorbische Zentralbibliothek und das Kulturdenkmal-Inventar (1.760 Datensätze). Für das SKA, das Wendische Museum, die audiovisuellen Bestände und fast alle kleinen Träger fehlen sie. &amp;lt;mark&amp;gt;SKA anfragen&amp;lt;/mark&amp;gt;&lt;br /&gt;
* '''Wo der Zeitdruck am größten ist, ist am wenigsten bekannt.''' Das betrifft vor allem die analogen Ton-, Video- und Filmbestände sowie die Dokumentation des Niedersorbischen. Beide großen Museen nennen Technik für audiovisuelle Träger als Bedarf.&amp;lt;ref name=&amp;quot;smb2026&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;wm2026&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
* '''Online sichtbar ist nur ein Bruchteil.''' Acht Häuser mit sorbischem Schwerpunkt haben zusammen 401 Objekte auf museum-digital veröffentlicht; das Heimatmuseum Dissen mit 6.700 inventarisierten Exponaten noch keines (SKR-Konzept, S. 8).&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;/&amp;gt; Das Wendische Museum hat mit museum-digital begonnen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;wm2026&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
* '''Digital vorhanden heißt nicht gesichert.''' Ursprünglich digitale Aufnahmen, Musikvideos und Projektdaten haben teils kein Zielarchiv oder liegen nur bei ihrem Erzeuger (siehe 3.2.3). Welche Dienste für die langfristige Erhaltung (K3) bestehen oder geplant sind, untersucht Abschnitt 3.3, wer die Aufgabe übernimmt, Abschnitt 3.4.&lt;br /&gt;
* '''Das immaterielle Kulturerbe ist ungleich dokumentiert.''' Für die Niederlausitz gab es ab 2020 eine Erhebung der Bräuche und Feste,&amp;lt;ref name=&amp;quot;ike&amp;quot;/&amp;gt; für die Oberlausitz ist keine vergleichbare bekannt.&lt;br /&gt;
* '''Ein Teil des Erbes liegt außerhalb sorbischer Verantwortung oder außerhalb der Lausitz,''' etwa in Prag, Dresden, Görlitz, Berlin und Marbach, in nicht öffentlichen Rundfunkarchiven und bei der DEFA-Überlieferung.&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Ist-Analyse kann damit Struktur und Schwerpunkte benennen, aber keine vollständige Bestandsübersicht ersetzen. Eine institutionsübergreifende Bestands- und Bedarfserhebung mit Prioritätenliste ist eine eigene Aufgabe (vgl. das Ziel 2028 in [[#1.1 Visionen und Ziele für die sorbische digitale Welt|Abschnitt 1.1]]) und wird bei den Maßnahmen aufgegriffen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== 3.3 Kernfunktionen: Vorhaben, Systeme, Dienste ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieser Abschnitt beschreibt die Angebotsseite der Analyse: Welche Vorhaben, Systeme und Dienste decken die [[#2.3.2 Vier Kernfunktionen|vier Kernfunktionen]] heute ab, welche sind im Aufbau oder geplant, und welche Kulturgutträger können sie nutzen? Er stellt damit dem Bedarf aus [[#3.2 Bestände und Bedarfe|Abschnitt 3.2]] das vorhandene und geplante Angebot gegenüber. Wie Zuständigkeiten, Regeln und Finanzierung organisiert sind, untersucht Abschnitt 3.4.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Grundlage sind das Konzept des Digitalisierungszentrums (DZ) vom 13.08.2025&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt;, das Konzept des Sorbischen Kulturregisters (SKR) vom 20.11.2025&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;/&amp;gt;, das Protokoll des Digitalisierungskreises vom 21.04.2026&amp;lt;ref name=&amp;quot;dk2026&amp;quot;/&amp;gt;, die Rückmeldungen der Museen vom April 2026&amp;lt;ref name=&amp;quot;smb2026&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;wm2026&amp;quot;/&amp;gt; sowie öffentlich zugängliche Angaben der Betreiber. Einzelheiten zu jedem Vorhaben (Laufzeit, Finanzierung, Hinweise) stehen in [[12.3.A4 Vorhaben, Systeme und Dienste zur Digitalisierung des sorbischen Kulturerbes|Anhang 12.3.A4]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;mark&amp;gt;Die folgende Übersicht muss mit dem SI (DZ, SKR, SKA, Zentralbibliothek), der SLUB und den Museen bzgl. Korrektheit und Vollständigkeit abgestimmt werden.&amp;lt;/mark&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.3.1 Bewertungsmaßstab und Begriffe ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jedes Vorhaben wird mit zwei Merkmalen beschrieben. Bewertet werden dabei Dienste aus einrichtungsübergreifender Sicht, nicht die Arbeit einzelner Einrichtungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
; Reifegrad&lt;br /&gt;
: Entwicklungsstand nach dem Prüfraster in [[12.3.A2 Prüfraster zur Bewertung des Entwicklungsstandes beim Aufbau der Digitalisierung des Kulturerbes|Anhang 12.3.A2]]. Er zeigt zugleich, ob ein Angebot geplant (Stufe 1), im Aufbau (Stufe 2) oder nutzbar ist (Stufen 3 und 4). Wie im Prüfraster empfohlen, wird jede Kernfunktion getrennt bewertet. Für die Gesamtkette zählt die schwächste kritische Abhängigkeit mehr als der Durchschnitt.&lt;br /&gt;
; Trägerabdeckung&lt;br /&gt;
: Welche Kulturgutträger den Dienst heute tatsächlich nutzen können. Ist ein Dienst für einen größeren Kreis ausgelegt, steht das Ziel in Klammern. Ein Dienst, der alle Träger abdeckt, steht damit auch Dritten zur Verfügung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|+ Stufen der beiden Merkmale&lt;br /&gt;
! Reifegrad !! Trägerabdeckung&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;background:#f8d7da&amp;quot; | '''0''' · nicht begonnen: keine abgestimmten Ziele, Zuständigkeiten oder Verfahren || style=&amp;quot;background:#fde2c4&amp;quot; | '''eigene Bestände''': nur der Betreiber selbst&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;background:#fde2c4&amp;quot; | '''1''' · konzeptionell geklärt: Ziele, Rollen und Anforderungen beschrieben, noch nicht erprobt || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | '''einzelne Partner''': ausgewählte Träger, z. B. im Pilotbetrieb oder per Kooperationsvertrag&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | '''2''' · pilotiert: mit einzelnen Beständen oder Trägern praktisch erprobt || style=&amp;quot;background:#e8f0c8&amp;quot; | '''Teilgruppe''': alle Träger eines Landes oder einer Art, z. B. alle Museen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;background:#dff0d8&amp;quot; | '''3''' · teilweise im Regelbetrieb: Leistungen werden wiederholt erbracht, sind aber noch nicht vollständig verfügbar || style=&amp;quot;background:#c3e6cb&amp;quot; | '''alle Träger''' sorbischen Kulturerbes&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;background:#c3e6cb&amp;quot; | '''4''' · dauerhaft etabliert und überprüft: Zuständigkeiten, Finanzierung und Verfahren dauerhaft verankert || style=&amp;quot;background:#eeeeee&amp;quot; | '''–''': nicht anwendbar, z. B. bei Dokumentationen durch das SI&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Daraus ergibt sich der Maßstab für die Bewertung: Für jede Kernfunktion sollte mindestens ein Dienst oder ein abgestimmtes Bündel von Diensten mit Reifegrad 4 bestehen, das zusammen alle Kulturgutklassen und alle Träger abdeckt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den Tabellen kommen einige technische Begriffe vor:&lt;br /&gt;
; Kitodo&lt;br /&gt;
: Freie Software für Digitalisierungsabläufe. Kitodo.Production steuert die Arbeitsschritte vom Scan bis zum fertigen digitalen Objekt, Kitodo.Presentation stellt Digitalisate online bereit. Beide werden u. a. von der SLUB eingesetzt.&lt;br /&gt;
; METS/MODS, LIDO&lt;br /&gt;
: Standardformate für Metadaten. METS/MODS fasst ein Digitalisat mit seiner Struktur und Beschreibung zusammen und ist Grundlage z. B. für den DFG-Viewer, einen Online-Betrachter für Digitalisate. LIDO ist ein Austauschformat für Museumsobjekte.&lt;br /&gt;
; IIIF (International Image Interoperability Framework)&lt;br /&gt;
: Standard, über den Bilder und ihre Beschreibungen in verschiedenen Portalen und Betrachtern abgerufen werden können.&lt;br /&gt;
; PURL&lt;br /&gt;
: Persistent Uniform Resource Locator, eine dauerhafte Internetadresse, die auch bei einem Systemwechsel gleich bleibt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.3.2 Vorhaben und Dienste je Kernfunktion ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dienste, die mehrere Kernfunktionen abdecken, erscheinen bei jeder dieser Funktionen, weil ihr Reifegrad je Funktion verschieden sein kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|+ Vorhaben, Systeme und Dienste nach Kernfunktionen (Einzelheiten in Anhang 12.3.A4)&lt;br /&gt;
! Vorhaben / Dienst (Betreiber) !! Kulturgut-Klassen !! Reifegrad !! Trägerabdeckung heute (Ziel)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! colspan=&amp;quot;4&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left; background:#eaecf0&amp;quot; | K1 – Erfassen, beschreiben und verknüpfen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Sorbisches Kulturregister (SKR)''' (SI)&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;/&amp;gt; || alle || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | 2 · pilotiert (Regelbetrieb nach Personalausstattung möglich, Zeitpunkt offen) || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | einzelne Partner (Ziel: alle)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''museum-digital''' als Inventarisierungswerkzeug (Verbund museum-digital)&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt; || B1, B2, B4 || style=&amp;quot;background:#dff0d8&amp;quot; | 3 · teilweise Regelbetrieb || style=&amp;quot;background:#e8f0c8&amp;quot; | Teilgruppe: alle Museen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Bibliothekskatalog und Sorbische Bibliographie''' (Sorbische Zentralbibliothek)&amp;lt;ref name=&amp;quot;vls&amp;quot;/&amp;gt; || B1 || style=&amp;quot;background:#c3e6cb&amp;quot; | 4 · etabliert (''Annahme'') || style=&amp;quot;background:#fde2c4&amp;quot; | eigene Bestände&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Archivische Erschließung des SKA''', u. a. im Verbundkatalog Kalliope (SI)&amp;lt;ref name=&amp;quot;kitodo2021&amp;quot;&amp;gt;Böhmak, Wito 2021: Vortragsfolien zum Einsatz von Kitodo.Production am Sorbischen Institut (Nachlass Gotthold Schwela), Kitodo-Anwendertreffen 2021. URL: https://www.kitodo.org/fileadmin/groups/kitodo/Dokumente/Anwendertreffen_2021_Boehmak.pdf, abgerufen am 30.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; || B1-B3 || style=&amp;quot;background:#dff0d8&amp;quot; | 3 · teilweise Regelbetrieb (''Annahme'') || style=&amp;quot;background:#fde2c4&amp;quot; | eigene Bestände&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Inventardatenbanken der Museen''' (Sorbisches Museum: HiDA; Wendisches Museum: Adlib)&amp;lt;ref name=&amp;quot;smb2026&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;wm2026&amp;quot;/&amp;gt; || B1, B2, B4 || style=&amp;quot;background:#dff0d8&amp;quot; | 3 · teilweise Regelbetrieb || style=&amp;quot;background:#fde2c4&amp;quot; | eigene Bestände&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Datenbank sorbischer Kulturdenkmale''' (SI; Teilprojekt im Verbund DIKUSA)&amp;lt;ref name=&amp;quot;kdmsi&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;sorabiconkdm&amp;quot;&amp;gt;Sorabicon o. J.: Kulturdenkmale – Förderung. URL: https://sorabicon.de/en/cultural-memorials/about/grant/, abgerufen am 30.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; || A || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | 2 · pilotiert || style=&amp;quot;background:#eeeeee&amp;quot; | – (Dokumentation durch das SI)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Erhebung des immateriellen Kulturerbes in der Niederlausitz''' mit Belegdatenbank (SI)&amp;lt;ref name=&amp;quot;ike2023&amp;quot;/&amp;gt; || C1-C5 || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | 2 · pilotiert || style=&amp;quot;background:#eeeeee&amp;quot; | – (Dokumentation durch das SI)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Quellen zur sorbischen Geschichte 1918-1945''': Nachweis von Archivbeständen außerhalb der Lausitz (SI, Modul auf Sorabicon)&amp;lt;ref name=&amp;quot;quellen&amp;quot;&amp;gt;Heitmann, Clemens (Hrsg.) o. J.: Quellen zur sorbischen Geschichte 1918-1945. Modul im Wissensportal Sorabicon. URL: https://www1.sorabicon.de/en/sources-of-sorbian-history-1918-1945/, abgerufen am 30.10.2026; vgl. Heitmann, Clemens 2019: Digitales Archivportal zur Geschichte der Sorben. Arbeitsfortschritte und erste Ergebnisse. In: Lětopis 2019/1, S. 129-140.&amp;lt;/ref&amp;gt; || B1 || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | 2 · pilotiert, Projekt abgeschlossen || style=&amp;quot;background:#eeeeee&amp;quot; | – (Nachweis fremder Bestände)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! colspan=&amp;quot;4&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left; background:#eaecf0&amp;quot; | K2 – Digitalisieren und Qualität sichern&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Digitalisierungszentrum (DZ)''' (SI)&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;dk2026&amp;quot;/&amp;gt; || B1, B2, B4, A (Raumscans) || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | 2 · pilotiert (Regelbetrieb bis Ende 2027 vorgesehen, danach Finanzierung offen) || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | einzelne Partner, kostenfrei nur in Sachsen (Ziel: alle)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Filmdigitalisierung in Kooperation''' (DZ, Prüfung mit dem Medienzentrum der SLUB)&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt; || B3 || style=&amp;quot;background:#fde2c4&amp;quot; | 1 · konzeptionell || style=&amp;quot;background:#eeeeee&amp;quot; | – (Ziel: alle)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Landesdigitalisierungsprogramm Sachsen''' (SLUB)&amp;lt;ref name=&amp;quot;ldp&amp;quot;/&amp;gt; || B1 || style=&amp;quot;background:#dff0d8&amp;quot; | 3 · teilweise Regelbetrieb || style=&amp;quot;background:#e8f0c8&amp;quot; | Teilgruppe: Sachsen (''Annahme'')&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Deutsche Fotothek''', Kooperation mit dem SKA (SLUB)&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt; || B2, B3 || style=&amp;quot;background:#dff0d8&amp;quot; | 3 · teilweise Regelbetrieb || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | einzelne Partner: SKA&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''SAVE''', Landesprogramm zur Sicherung des audiovisuellen Erbes in Sachsen (SLUB mit dem Filmverband Sachsen)&amp;lt;ref name=&amp;quot;save2019&amp;quot;&amp;gt;Leipziger Internet Zeitung 2019: Sachsen startet Sicherung von historischen Film- und Tonaufnahmen, August 2019. URL: https://www.l-iz.de/melder/wortmelder/2019/08/Sachsen-startet-Sicherung-von-historischen-Film-und-Tonaufnahmen-292580, abgerufen am 30.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;save2026&amp;quot;&amp;gt;Loch, René 2026: Filminstitutionen protestieren gegen Kürzungen im sächsischen Doppelhaushalt. Leipziger Zeitung, 18.09.2026. URL: https://www.l-iz.de/kultur/film-tv/2026/09/filminstitutionen-protestieren-gegen-kuerzungen-im-saechsischen-doppelhaushalt-671028, abgerufen am 30.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; || B3 || style=&amp;quot;background:#dff0d8&amp;quot; | 3 · teilweise Regelbetrieb; Kürzungen ab 2027 geplant || style=&amp;quot;background:#e8f0c8&amp;quot; | Teilgruppe: Sachsen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Eigene Digitalisierung der Museen''' (Sorbisches Museum, Wendisches Museum)&amp;lt;ref name=&amp;quot;smb2026&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;wm2026&amp;quot;/&amp;gt; || B1, B2, B4 bis DIN A3 || style=&amp;quot;background:#dff0d8&amp;quot; | 3 · teilweise Regelbetrieb || style=&amp;quot;background:#fde2c4&amp;quot; | eigene Bestände&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! colspan=&amp;quot;4&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left; background:#eaecf0&amp;quot; | K3 – Langfristig erhalten&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Repositorium und Datenhaltung des DZ''' (SI)&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;dk2026&amp;quot;/&amp;gt; || D2 || style=&amp;quot;background:#fde2c4&amp;quot; | 1 · konzeptionell (Datenhaltung mit Sicherung erprobt, Langzeitarchivierung offen) || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | einzelne Partner (Ziel: alle)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Digitale Langzeitarchivierung der SLUB''' (SLUB)&amp;lt;ref name=&amp;quot;nestor&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;dk2026&amp;quot;/&amp;gt; || D1, D2 || style=&amp;quot;background:#c3e6cb&amp;quot; | 4 · etabliert für eigene Bestände (''Annahme'') || style=&amp;quot;background:#fde2c4&amp;quot; | eigene Bestände; für sorbische Träger ''offen''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Datensicherung der Museen''' (Sorbisches Museum, Wendisches Museum)&amp;lt;ref name=&amp;quot;smb2026&amp;quot;/&amp;gt; || eigene Digitalisate || style=&amp;quot;background:#eeeeee&amp;quot; | ''offen'' || style=&amp;quot;background:#fde2c4&amp;quot; | eigene Bestände&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Notsicherung ursprünglich digitaler Werke''' (DZ und SKR, Vorschlag)&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt; || D1 || style=&amp;quot;background:#fde2c4&amp;quot; | 1 · konzeptionell || style=&amp;quot;background:#eeeeee&amp;quot; | – (Vorschlag)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! colspan=&amp;quot;4&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left; background:#eaecf0&amp;quot; | K4 – Zugänglich machen und Nutzung ermöglichen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Sorabicon''', mehrsprachiges Wissensportal (SI)&amp;lt;ref name=&amp;quot;siposter&amp;quot;&amp;gt;Sorbisches Institut o. J.: Digitalisierung der sorbischen/wendischen Kulturdaten. Poster zum Drei-Säulen-Modell der Digitalisierungsstrategie des SI. URL: https://serbski-institut.de/wp-content/uploads/2021/11/A0-Druck_Digitalisierungsstrategie-SI.pdf, abgerufen am 30.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;sorabicon2024&amp;quot;&amp;gt;Bejmak, Wito; Slodička, Marek 2024: Sorabicon. Vortrag auf der 17. Tagung der AG Regionalportale, Dresden, 6.-8. Mai 2024. URL: https://hackmd.io/@Marek00/Sorabicon-17-AG-RegPortale, abgerufen am 30.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; || A, B1, C1, C3 || style=&amp;quot;background:#dff0d8&amp;quot; | 3 · teilweise Regelbetrieb || style=&amp;quot;background:#fde2c4&amp;quot; | eigene Bestände (kuratiert durch das SI)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Virtueller Lesesaal''' (SI)&amp;lt;ref name=&amp;quot;vls&amp;quot;/&amp;gt; || B1-B3 || style=&amp;quot;background:#dff0d8&amp;quot; | 3 · teilweise Regelbetrieb || style=&amp;quot;background:#fde2c4&amp;quot; | eigene Bestände&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Sachsen.digital''' und '''DFG-Viewer''' (SLUB)&amp;lt;ref name=&amp;quot;ldp&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;kitodo2021&amp;quot;/&amp;gt; || B1 || style=&amp;quot;background:#c3e6cb&amp;quot; | 4 · etabliert || style=&amp;quot;background:#e8f0c8&amp;quot; | Teilgruppe: Sachsen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''digitalizat.de''', Repositorium und Präsentation des DZ (SI)&amp;lt;ref name=&amp;quot;dk2026&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt; || B1, B2 || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | 2 · pilotiert || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | einzelne Partner (Ziel: alle)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Rechercheoberfläche des SKR''' mit Suche, Filtern und eigenen Seiten je Eintrag (SI, geplant)&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;/&amp;gt; || alle || style=&amp;quot;background:#fde2c4&amp;quot; | 1 · konzeptionell (''Annahme'') || style=&amp;quot;background:#eeeeee&amp;quot; | – (Ziel: alle)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''museum-digital''' (Verbund museum-digital)&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;wm2026&amp;quot;/&amp;gt; || B4, B2, B1 || style=&amp;quot;background:#dff0d8&amp;quot; | 3 · teilweise Regelbetrieb || style=&amp;quot;background:#e8f0c8&amp;quot; | Teilgruppe: alle Museen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Überregionale Portale''': Deutsche Digitale Bibliothek (DDB), Archivportal-D, Kalliope, Copernico&amp;lt;ref name=&amp;quot;fotothekddb&amp;quot;&amp;gt;Deutsche Digitale Bibliothek o. J.: Fotografie aus der Fotosammlung Ernst Tschernik. Datengeber: Sorbisches Institut / Sorbisches Kulturarchiv, geliefert über die Deutsche Fotothek. URL: https://www.deutsche-digitale-bibliothek.de/item/VYGCX4DORKMVYJG6JKMITHNBQ3QOC6JB, abgerufen am 30.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;copernico&amp;quot;&amp;gt;Sorbisches Institut 2026: Pressemitteilung zur Mitgliedschaft im Netzwerk „Copernico – Geschichte und kulturelles Erbe im östlichen Europa“, 28.07.2026. URL: https://idw-online.de/de/news875220, abgerufen am 30.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; || B1, B2 || style=&amp;quot;background:#c3e6cb&amp;quot; | 4 · etabliert || style=&amp;quot;background:#e8f0c8&amp;quot; | Teilgruppe: Einrichtungen mit eigenen Daten&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Sprachportale''' niedersorbisch.de und obersorbisch.de (SI, ''Annahme'')&amp;lt;ref name=&amp;quot;atlas&amp;quot;/&amp;gt; || C1 || style=&amp;quot;background:#dff0d8&amp;quot; | 3 · teilweise Regelbetrieb (''Annahme'') || style=&amp;quot;background:#fde2c4&amp;quot; | eigene Bestände&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kein heute nutzbarer Dienst deckt alle Träger ab. Für alle Träger ausgelegt sind bisher nur Vorhaben im Aufbau oder in Planung: SKR, DZ, digitalizat.de und die Rechercheoberfläche des SKR.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.3.3 Kurzbewertung der vier Kernfunktionen ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Kurzbewertung fasst die Tabelle aus einrichtungsübergreifender Sicht zusammen: Bewertet wird, was für das sorbische Kulturerbe insgesamt verfügbar ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|+ Kurzbewertung der Kernfunktionen&lt;br /&gt;
! Kernfunktion !! Reifegrad !! Trägerabdeckung heute !! Was funktioniert !! Was fehlt&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''K1''' Erfassen, beschreiben und verknüpfen || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | '''2''' · pilotiert || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | einzelne Partner (SKR-Pilot); Museen über museum-digital || Erfassung in den einzelnen Einrichtungen im Regelbetrieb; für Kulturdenkmale in Sachsen und das immaterielle Erbe der Niederlausitz erprobt; SKR-Prototyp mit Schnittstellen und Normdaten || kein einrichtungsübergreifender Nachweis im Regelbetrieb; kleine Träger und Privatsammlungen kaum erfasst; Personal des SKR über 2025 hinaus nicht gesichert (Stand ''offen''); Regeln für Masterdaten, Versionierung und Kennungen erst diskutiert&amp;lt;ref name=&amp;quot;dk2026&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''K2''' Digitalisieren und Qualität sichern || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | '''2''' · pilotiert || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | einzelne Partner; Landesangebote nur in Sachsen || DZ mit Technik, Kitodo-Arbeitsablauf und Piloten für Schriftgut, Fotos, 3D-Objekte und Räume; bewährte Landesangebote in Sachsen; Museen digitalisieren eigene Bestände bis A3 || Dienstleistungsbetrieb des DZ erst nach der Pilotphase; Leistungsrahmen und Logistik für Partner noch nicht beschrieben&amp;lt;ref name=&amp;quot;wm2026&amp;quot;/&amp;gt;; AV-Träger nur über Kooperationen; Großformate über A2 und ältere Datenträger ohne Angebot (''Annahme''); Zugang für brandenburgische Träger ungeklärt&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''K3''' Langfristig erhalten || style=&amp;quot;background:#fde2c4&amp;quot; | '''1''' · konzeptionell || style=&amp;quot;background:#fde2c4&amp;quot; | nur eigene Bestände || Datenhaltung mit Sicherung im DZ; Langzeitarchiv der SLUB für deren eigene Programme; Museen sichern eigene Daten || ein Dienst für die Langzeitarchivierung, der auch Dritten offensteht, ist noch nicht ausgearbeitet: das Konzept des DZ für den Dauerbetrieb steht aus&amp;lt;ref name=&amp;quot;dk2026&amp;quot;/&amp;gt;; keine Regeln für die Übernahme ursprünglich digitaler Dokumentationen (siehe 3.3.6); Nutzung der SLUB oder anderer Landeseinrichtungen und deren Kosten nicht geklärt&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''K4''' Zugänglich machen und Nutzung ermöglichen || style=&amp;quot;background:#dff0d8&amp;quot; | '''3''' · teilweise Regelbetrieb || style=&amp;quot;background:#e8f0c8&amp;quot; | Einrichtungen mit eigenen Daten; kleine und private Träger kaum || mehrere Angebote im Regelbetrieb: Sorabicon, Virtueller Lesesaal, Sachsen.digital, Deutsche Fotothek, museum-digital, DDB; Sorabicon und Kitodo.Presentation mehrsprachig || kein gemeinsamer Einstieg; digitalizat.de und die Rechercheoberfläche des SKR im Aufbau; Museumsobjekte kaum online; Nachnutzung teils durch Rechte eingeschränkt, z. B. Fotos des SKA mit dem Status „urheberrechtlich geschützt“&amp;lt;ref name=&amp;quot;fotothekddb&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kritische Abhängigkeiten zwischen den Kernfunktionen:&lt;br /&gt;
* '''K1 und K2:''' Laut Konzept setzt das DZ die Verzeichnung im SKR voraus, und das SKR soll die Masterdaten führen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;dk2026&amp;quot;/&amp;gt; In der Praxis vergibt das DZ für Digitalisate eigene dauerhafte Adressen (PURL), die nicht durchgängig mit dem SKR verknüpft werden (''zu prüfen'').&amp;lt;ref name=&amp;quot;dzpraxis&amp;quot;&amp;gt;Auskunft aus dem Digitalisierungskreis, Oktober 2026; schriftlicher Beleg noch einzuholen.&amp;lt;/ref&amp;gt; Damit entstehen Digitalisate ohne Registereintrag, und Metadaten werden womöglich doppelt gepflegt.&lt;br /&gt;
* '''K3 für alle:''' Nach der Bewertungsregel des Prüfrasters bestimmt das langfristige Erhalten als schwächstes Glied den Stand der Gesamtkette. Speichern ist nicht dasselbe wie langfristiges Erhalten (vgl. [[#2.3.4 Digitalisierungsdienst und Archiv|Abschnitt 2.3.4]]).&lt;br /&gt;
* '''K4:''' Die Sichtbarkeit hängt am Nachweis (K1) und an der Rechteklärung (siehe 3.4).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.3.4 Abdeckung nach Kulturgutklassen ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Matrix verdichtet die Tabelle aus 3.3.2 zur Frage, für welche Kulturgutklassen heute für Dritte nutzbare Dienste bestehen. Sie ist eine Einschätzung. Digitalisate (Klasse D2) sind in der Zeile ihrer Ausgangsklasse enthalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|+ Abdeckung der Kernfunktionen nach Kulturgutklassen&lt;br /&gt;
! Klasse !! K1 Erfassen !! K2 Digitalisieren !! K3 Erhalten !! K4 Zugänglich machen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''A''' Materiell – unbeweglich || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | '''teilweise:''' Kulturdenkmal-Datenbank (Sachsen); Niederlausitz im Aufbau || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | '''teilweise:''' Negative extern digitalisiert; Raumscans im DZ-Pilot || style=&amp;quot;background:#f8d7da&amp;quot; | '''Lücke:''' Datenhaltung im DZ, keine Langzeitarchivierung || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | '''teilweise:''' Atlas auf Sorabicon (78 Objekte)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''B1''' Schriftgut || style=&amp;quot;background:#c3e6cb&amp;quot; | '''gut:''' Bibliothekskatalog, Sorbische Bibliographie, Kalliope || style=&amp;quot;background:#c3e6cb&amp;quot; | '''gut:''' Landesdigitalisierungsprogramm (Sachsen); DZ-Pilot Periodika || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | '''teilweise:''' SLUB für Landesprogramme (''Annahme''); sonst ''offen'' || style=&amp;quot;background:#c3e6cb&amp;quot; | '''gut:''' Sachsen.digital, Virtueller Lesesaal, DDB, DFG-Viewer&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''B2''' Fotografien und Bildträger || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | '''teilweise:''' SKA, Fotodatenbanken der Museen; private Bestände kaum || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | '''teilweise:''' Deutsche Fotothek (nur SKA), DZ-Pilot, Dienstleister || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | '''teilweise:''' SLUB für Fotothek-Bestände (''Annahme''); sonst ''offen'' || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | '''teilweise:''' Deutsche Fotothek, DDB (nur SKA)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''B3''' Analoge AV-Träger || style=&amp;quot;background:#eeeeee&amp;quot; | '''unbekannt:''' Bestände kaum bekannt || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | '''teilweise:''' SAVE (nur Sachsen, Kürzungen geplant), Deutsche Fotothek (Filme des SKA); DZ nur 8 mm || style=&amp;quot;background:#eeeeee&amp;quot; | '''unbekannt''' || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | '''teilweise:''' einzelne Filme im Virtuellen Lesesaal&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''B4''' 3D-Objekte || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | '''teilweise:''' Museumsdatenbanken, museum-digital; kleine Träger teils ohne Inventar || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | '''teilweise:''' Museen bis A3; DZ-Pilot Drebkau; Projektförderung in Brandenburg || style=&amp;quot;background:#eeeeee&amp;quot; | '''unbekannt:''' Museen eigenverantwortlich || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | '''teilweise:''' museum-digital (401 Objekte aus Häusern mit sorbischem Schwerpunkt)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''C1''' Orale Traditionen || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | '''teilweise:''' Zeitzeugen-Aufnahmen des SI und des studijo LUCIJA, keine Systematik || style=&amp;quot;background:#eeeeee&amp;quot; | '''unbekannt:''' Aufnahmen durch SI, Rundfunk, studijo LUCIJA || style=&amp;quot;background:#eeeeee&amp;quot; | '''unbekannt''' || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | '''teilweise:''' Sorabicon, Sprachportale, YouTube&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''C2-C5''' Darstellende Künste, Rituale und Feste, Wissen, Handwerk || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | '''teilweise:''' Erhebung Niederlausitz (rund 500 Praktiken); Oberlausitz keine || style=&amp;quot;background:#f8d7da&amp;quot; | '''Lücke:''' keine systematische Dokumentation; Mitschnitte durch studijo LUCIJA und Rundfunk || style=&amp;quot;background:#f8d7da&amp;quot; | '''Lücke:''' Mitschnitte nur teilweise und komprimiert im SKA (''zu prüfen'') || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | '''teilweise:''' Sorabicon (Niederlausitz), Mediatheken, YouTube&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''D1''' Born-digital || style=&amp;quot;background:#f8d7da&amp;quot; | '''Lücke:''' erste Erhebung durch das SKR (41 Musikvideos) || style=&amp;quot;background:#f8f9fa&amp;quot; | – Übernahme statt Digitalisierung (siehe 3.3.6) || style=&amp;quot;background:#f8d7da&amp;quot; | '''Lücke:''' Notsicherung vorgeschlagen; keine Webarchivierung bekannt || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | '''teilweise:''' nur auf Plattformen der Erzeuger, ungesichert&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am besten abgedeckt ist das Schriftgut (B1), weil es an die Infrastruktur von Bibliotheken und Land anschließt. Für die in [[#3.2.3 Bestände mit vorrangigem Digitalisierungsbedarf|Abschnitt 3.2.3]] als besonders dringlich eingestuften Bestände – analoge AV-Träger, Dokumentationen des lebendigen Kulturgeschehens, ursprünglich digitale Werke – gibt es nur Teilangebote, und das langfristige Erhalten ist dort durchweg ungeklärt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.3.5 Durchgängigkeit der Prozesskette ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Kulturgut ist erst dann dauerhaft digital verfügbar, wenn es alle sechs [[#2.4.2 Prozessschritte im Detail|Prozessschritte]] durchlaufen hat. Die Abbildung ordnet den Schritten die heutigen Vorhaben zu und zeigt Reifegrad und Trägerabdeckung aus einrichtungsübergreifender Sicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Dataja:Wobraz K7.png|thumb|center|600px|Prozesskette mit heutigen Vorhaben, Reifegraden und Trägerabdeckung]]&amp;lt;ref&amp;gt;Mermaid Flowchart Code: [https://mermaid.live/edit#pako:eNqNVtFO60YQ_ZVRrqi4kYNwHFKaSpVAoa0Et0LklkptKrG2x87erNfWeg0FBF_DP_SFp-bHenbtkJTeS-s8bHZ2Z_acObNj3_eSMuXehHo7O_dSSzuh-3kvU-VNshDGznt-fmNEVUmd_yJTu3C2g_F-QPOehu-sEgmWnDXyRiP0ctt4-PBADzs7c_0SlT4ezzXRLPxt3rvq90P660-aiaJgpekrYpOJumbd79PuafjeLV6wzDg3IqWhd8Re1ei8Lo1lStnQR7N6yjFi74lZcIxF2GuSRSEsG8lKscZS7Gzau_wkGYMSTS3tHe2eS1Xa9y56vwsm4pSTJSJNiKW-Azhen_MtLWFiZzcyWViHZfUcs8mNQ6pTfoHRv5r3fveghy3bYUsol7UFLsOOMmAlC7jGb7I-vQBMU9rS3lZ-w7GMlSztgpf1UlihytxZT4WCtWL3_0c5PXLjUapk7P4UTc1NMUhlLuHwX3TPIZZGrnZx9qDNUEAfEAKoPd9X8TZko5Zs5GHyDUMoRzQDyZw7mhdiUbB-RTV07ifaIiEsU6fjJyRzk2cqnXhIwydeWo__jLWDXSP3hWwKyrlSQtuATo302msqM4iyATdqwY3cydMWuazXWlRm9Zx1Ogw_p8P013W1tHWbLFCsEzoTkL1Ot8I5UJUp4VkUAU258aToe6cgNAtodnR54mJ0GY1lTUfR_9Qk6A4UGvkscQ10Y1xpd3g2ZA9asge-DEyykNdrpjVSyqZlGn1Ohinujl4I5fMuC8e8kJZm3s_Z4AIU-R2Dsw_tb9bs7OdjDydbPRtygjvYXSL4C_zc_m7rMdd29QRyGxLjlsTYnXgOXzC0axq6sXedXqNXLHwyZyXOkUmp3dqlNLZx3cDQGddIn1BbKu518vnCeK3Xv6-P3zY9_gKjraIFTpe4lp9u84oeonwTaXSKopPXML70saVoig37kAaD79BA2iFqh1E7HLTDuG0xNNhDB75CV7N0WqJiKkuX4N-godo7J5nXJBU1xAycT9cNz434A-WnHWBKG4iZQ4Jc5nTNZqlXz1VmgYf2_NHO8ezkByfKJtkaOaQj1AtOCYd70d7RcEL7XciY81I77khZSMsWmiw1pMCFXarVE14LWBtS5a4WtPXTiCxLdcOyZleAaJusYnaN03ezEZg0bBYiQ3KtQDeE36Zo6PHx0eF0s0ThpTLljExImVRq8i5LeZiMArThcsmTd_Hh-CCMg6RUpZm8C4X7_dNxuHbMsmjLUYwPxf7-W45R55hm2X56-OIYJV-Po_QNR8X55kg8L57f-GftOfJPtziAtnjHGnGLV297AXw81E2AYjHhliUMZsMAhWSGW8Yx8G6myJ6DMde9gHoFm0LI1H0t4KMAdwK3GZN5L-VMNApfCw9uG4qvnN3qBEvWNAxLU6Wo7qkUrgV05oe_AfVO9_k hier klicken], abgerufen am 30.10.2026&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie weit die Kette heute tatsächlich reicht, zeigen sechs Beispiele:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|+ Beispiele durchgängiger und unterbrochener Ketten (grün: vorhanden · gelb: teilweise oder ''Annahme'' · rot: fehlt oder ''offen'')&lt;br /&gt;
! Beispiel !! 1-2 Erfassen, registrieren !! 3 Bewerten, freigeben !! 4 Digitalisieren !! 5 Archivieren !! 6 Präsentieren !! Bewertung&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Drucke und Handschriften des SI''' || style=&amp;quot;background:#c3e6cb&amp;quot; | Bibliothekskatalog (K10plus) || style=&amp;quot;background:#c3e6cb&amp;quot; | Auswahl durch das SI im Landesprogramm || style=&amp;quot;background:#c3e6cb&amp;quot; | Landesdigitalisierungsprogramm || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | SLUB (''Annahme'') || style=&amp;quot;background:#c3e6cb&amp;quot; | Sachsen.digital, DDB || durchgängig, auf Schriftgut des SI beschränkt&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Nachlass Schwela (SKA)''' || style=&amp;quot;background:#c3e6cb&amp;quot; | Kalliope || style=&amp;quot;background:#c3e6cb&amp;quot; | Auswahl durch das SI, Förderung durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft || style=&amp;quot;background:#c3e6cb&amp;quot; | Kitodo im SI || style=&amp;quot;background:#f8d7da&amp;quot; | ''offen'' || style=&amp;quot;background:#c3e6cb&amp;quot; | DFG-Viewer, Archivportal-D, DDB, Sorabicon || durchgängig bis auf das Erhalten; drittmittelfinanziert&amp;lt;ref name=&amp;quot;kitodo2021&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;sorabicon2024&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Fotosammlungen des SKA''' || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | Verzeichnisse des SKA (Umfang ''offen'') || style=&amp;quot;background:#c3e6cb&amp;quot; | Kooperationsvertrag || style=&amp;quot;background:#c3e6cb&amp;quot; | Deutsche Fotothek || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | SLUB (''Annahme'') || style=&amp;quot;background:#c3e6cb&amp;quot; | Deutsche Fotothek, DDB || durchgängig, nur für das SKA&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Kulturdenkmale in Sachsen''' || style=&amp;quot;background:#c3e6cb&amp;quot; | Inventar seit 2000; 1.760 Datensätze im SKR&amp;lt;ref name=&amp;quot;kdmsi&amp;quot;/&amp;gt; || style=&amp;quot;background:#c3e6cb&amp;quot; | Projektentscheidung (DIKUSA) || style=&amp;quot;background:#c3e6cb&amp;quot; | Negative 2024 extern digitalisiert; Qualitätssicherung mit Kitodo im DZ vorgesehen || style=&amp;quot;background:#f8d7da&amp;quot; | Datenhaltung im DZ, Langzeitarchivierung ''offen'' || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | Atlas auf Sorabicon (bisher 26 Objekte aus dem sächsischen Teil) || bis zur Präsentation erprobt; Erhalten ''offen''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Ostereier der Sorbischen Webstube Drebkau''' || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | Excel-Inventar, Erfassung in museum-digital || style=&amp;quot;background:#c3e6cb&amp;quot; | Pilot mit eingeworbenen Projektmitteln || style=&amp;quot;background:#c3e6cb&amp;quot; | Fotos durch das DZ, 16 3D-Modelle im Makerspace der SLUB || style=&amp;quot;background:#f8d7da&amp;quot; | Rückgabe an den Träger mit Empfehlungen || style=&amp;quot;background:#c3e6cb&amp;quot; | museum-digital || Kette bricht beim Erhalten ab&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Veranstaltungsmitschnitte des studijo LUCIJA''' || style=&amp;quot;background:#f8d7da&amp;quot; | nicht zentral registriert || style=&amp;quot;background:#f8d7da&amp;quot; | keine abgestimmte Auswahl || style=&amp;quot;background:#f8f9fa&amp;quot; | – ursprünglich digital || style=&amp;quot;background:#f8d7da&amp;quot; | teilweise und komprimiert an das SKA (''zu prüfen'') || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | YouTube, ungesichert || keine geregelte Kette&amp;lt;ref name=&amp;quot;lucija&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;lucija_youtube&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Andere Darstellung:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|+ Beispiele durchgängiger und unterbrochener Ketten&amp;lt;br&amp;gt;(grün: vorhanden · gelb: teilweise oder ''Annahme'' · rot: fehlt oder ''offen'')&lt;br /&gt;
! Prozessschritt !! Stand&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! colspan=&amp;quot;2&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left; background:#eaecf0&amp;quot; | Drucke und Handschriften des SI – durchgängig, auf Schriftgut des SI beschränkt&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1-2 Erfassen, registrieren || style=&amp;quot;background:#c3e6cb&amp;quot; | Bibliothekskatalog (K10plus)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 3 Bewerten, freigeben || style=&amp;quot;background:#c3e6cb&amp;quot; | Auswahl durch das SI im Landesprogramm&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 4 Digitalisieren || style=&amp;quot;background:#c3e6cb&amp;quot; | Landesdigitalisierungsprogramm&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 5 Archivieren || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | SLUB (''Annahme'')&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 6 Präsentieren || style=&amp;quot;background:#c3e6cb&amp;quot; | Sachsen.digital, DDB&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! colspan=&amp;quot;2&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left; background:#eaecf0&amp;quot; | Nachlass Schwela (SKA) – durchgängig bis auf das Erhalten; drittmittelfinanziert&amp;lt;ref name=&amp;quot;kitodo2021&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;sorabicon2024&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1-2 Erfassen, registrieren || style=&amp;quot;background:#c3e6cb&amp;quot; | Kalliope&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 3 Bewerten, freigeben || style=&amp;quot;background:#c3e6cb&amp;quot; | Auswahl durch das SI, Förderung durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 4 Digitalisieren || style=&amp;quot;background:#c3e6cb&amp;quot; | Kitodo im SI&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 5 Archivieren || style=&amp;quot;background:#f8d7da&amp;quot; | ''offen''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 6 Präsentieren || style=&amp;quot;background:#c3e6cb&amp;quot; | DFG-Viewer, Archivportal-D, DDB, Sorabicon&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! colspan=&amp;quot;2&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left; background:#eaecf0&amp;quot; | Fotosammlungen des SKA – durchgängig, nur für das SKA&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1-2 Erfassen, registrieren || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | Verzeichnisse des SKA (Umfang ''offen'')&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 3 Bewerten, freigeben || style=&amp;quot;background:#c3e6cb&amp;quot; | Kooperationsvertrag&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 4 Digitalisieren || style=&amp;quot;background:#c3e6cb&amp;quot; | Deutsche Fotothek&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 5 Archivieren || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | SLUB (''Annahme'')&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 6 Präsentieren || style=&amp;quot;background:#c3e6cb&amp;quot; | Deutsche Fotothek, DDB&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! colspan=&amp;quot;2&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left; background:#eaecf0&amp;quot; | Kulturdenkmale in Sachsen – bis zur Präsentation erprobt; Erhalten ''offen''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1-2 Erfassen, registrieren || style=&amp;quot;background:#c3e6cb&amp;quot; | Inventar seit 2000; 1.760 Datensätze im SKR&amp;lt;ref name=&amp;quot;kdmsi&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 3 Bewerten, freigeben || style=&amp;quot;background:#c3e6cb&amp;quot; | Projektentscheidung (DIKUSA)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 4 Digitalisieren || style=&amp;quot;background:#c3e6cb&amp;quot; | Negative 2024 extern digitalisiert; Qualitätssicherung mit Kitodo im DZ vorgesehen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 5 Archivieren || style=&amp;quot;background:#f8d7da&amp;quot; | Datenhaltung im DZ, Langzeitarchivierung ''offen''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 6 Präsentieren || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | Atlas auf Sorabicon (bisher 26 Objekte aus dem sächsischen Teil)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! colspan=&amp;quot;2&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left; background:#eaecf0&amp;quot; | Ostereier der Sorbischen Webstube Drebkau – Kette bricht beim Erhalten ab&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1-2 Erfassen, registrieren || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | Excel-Inventar, Erfassung in museum-digital&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 3 Bewerten, freigeben || style=&amp;quot;background:#c3e6cb&amp;quot; | Pilot mit eingeworbenen Projektmitteln&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 4 Digitalisieren || style=&amp;quot;background:#c3e6cb&amp;quot; | Fotos durch das DZ, 16 3D-Modelle im Makerspace der SLUB&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 5 Archivieren || style=&amp;quot;background:#f8d7da&amp;quot; | Rückgabe an den Träger mit Empfehlungen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 6 Präsentieren || style=&amp;quot;background:#c3e6cb&amp;quot; | museum-digital&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! colspan=&amp;quot;2&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left; background:#eaecf0&amp;quot; | Veranstaltungsmitschnitte des studijo LUCIJA – keine geregelte Kette&amp;lt;ref name=&amp;quot;lucija&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;lucija_youtube&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1-2 Erfassen, registrieren || style=&amp;quot;background:#f8d7da&amp;quot; | nicht zentral registriert&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 3 Bewerten, freigeben || style=&amp;quot;background:#f8d7da&amp;quot; | keine abgestimmte Auswahl&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 4 Digitalisieren || style=&amp;quot;background:#f8f9fa&amp;quot; | – ursprünglich digital&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 5 Archivieren || style=&amp;quot;background:#f8d7da&amp;quot; | teilweise und komprimiert an das SKA (''zu prüfen'')&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 6 Präsentieren || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | YouTube, ungesichert&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durchgängig sind bisher vor allem Ketten, die an bestehende Landes- und Bibliotheksinfrastruktur anschließen. Ketten für Museumsobjekte und für das lebendige Kulturgeschehen brechen spätestens beim langfristigen Erhalten ab. Über die Auswahl (Schritt 3) entscheidet bisher die jeweilige Einrichtung oder das Projekt. Das im DZ-Konzept vorgesehene Lenkungsgremium aus den vier hauptamtlichen Sammlungseinrichtungen und dem SKR ist nach den vorliegenden Unterlagen noch nicht eingerichtet, seine Kriterien sind noch festzulegen (DZ-Konzept, S. 7-8).&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt; Dies wird in Abschnitt 3.4 vertieft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.3.6 Sonderfall: Übernahme ursprünglich digitaler Dokumentationen ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein wachsender Teil des Kulturerbes entsteht von vornherein digital: Veranstaltungsmitschnitte, Musikvideos, Websites und Beiträge in sozialen Medien, digitale Fotos von Vereinen, Projektdaten. Hier entfällt die Digitalisierung (K2). An ihre Stelle tritt die geregelte Übernahme in ein Archiv (Ingest, vgl. [[#2.3.4 Digitalisierungsdienst und Archiv|Abschnitt 2.3.4]]). Dafür sind mehrere Bausteine nötig. Ihr heutiger Stand:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|+ Bausteine einer geregelten Übernahme und ihr Stand&lt;br /&gt;
! Baustein !! Stand heute !! Quelle&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Zuständigkeit und Sammlungsauftrag''' || style=&amp;quot;background:#f8d7da&amp;quot; | nicht festgelegt. Das DZ erwartet eine Daueraufgabe gemeinsam mit SKA und SKR, die archivischen Strategien „stehen noch am Anfang“ (DZ-Konzept, S. 23). Die Frage „Wer sammelt?“ wurde 2023 offen gestellt. || &amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;lorenz2023&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Auswahl''' || style=&amp;quot;background:#f8d7da&amp;quot; | keine Kriterien für ursprünglich digitale Dokumentationen; das DZ-Konzept nennt Priorisierungskriterien nur allgemein (S. 8) || &amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Rechte und Übernahmevereinbarung''' || style=&amp;quot;background:#f8d7da&amp;quot; | bei YouTube-Musikvideos ungeklärt; für Veranstaltungsmitschnitte ist keine schriftliche Vereinbarung bekannt (''offen'') || &amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;lucija&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Format- und Qualitätsvorgaben''' (Masterdateien statt komprimierter Kopien, Prüfsummen, technische Metadaten) || style=&amp;quot;background:#f8d7da&amp;quot; | keine bekannt; Mitschnitte des studijo LUCIJA gehen nur teilweise und komprimiert an das SKA (''zu prüfen''), die Masterdateien bleiben beim Studio || &amp;lt;ref name=&amp;quot;lucija&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Verzeichnung''' || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | Das SKR hat 2024 41 Musikvideos von 18 Künstlerinnen, Künstlern und Gruppen erhoben und verweist auf YouTube. Wie ursprünglich digitale Werke im Datenmodell des SKR behandelt werden, ist ''zu prüfen''. || &amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Langzeitarchiv''' || style=&amp;quot;background:#f8d7da&amp;quot; | keines; vorgeschlagen ist eine Notsicherung als lokale Kopie. Das Sorbische Museum wünscht Beratung zu seiner neuen Sammlungskategorie „Datenträger“. || &amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;smb2026&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Webarchivierung''' || style=&amp;quot;background:#f8d7da&amp;quot; | keine systematische Sicherung sorbischer Websites und sozialer Medien bekannt; ob die Deutsche Nationalbibliothek oder die SLUB sorbische Websites erfassen, ist ''offen'' || &amp;lt;ref name=&amp;quot;webarchiv&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Rundfunkproduktionen''' || style=&amp;quot;background:#f8d7da&amp;quot; | Archive von MDR und rbb nicht öffentlich zugänglich; 2019 standen die Produktionen dem SKA aus rechtlichen Gründen nicht zur Verfügung || &amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.3.7 Erste Befunde ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* '''Das Angebot ist in Bewegung, aber überwiegend projektgebunden.''' Das DZ ist bis Ende 2027 finanziert, die befristete Stelle für das SKR endete laut Konzept Ende 2025 (heutiger Stand ''offen''), Sorabicon wächst projektweise.&amp;lt;ref name=&amp;quot;dk2026&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;siposter&amp;quot;/&amp;gt; Kein heute nutzbarer Dienst deckt alle Träger ab; für alle Träger ausgelegt sind nur Vorhaben im Aufbau oder in Planung.&lt;br /&gt;
* '''Am weitesten ist das Zugänglichmachen, am schwächsten das langfristige Erhalten.''' K4 erreicht Reifegrad 3, K3 nur Reifegrad 1 und deckt nur eigene Bestände ab. Nach dem Prüfraster bestimmt K3 als schwächstes Glied den Stand der Gesamtkette.&lt;br /&gt;
* '''Register und DZ sind konzeptionell eng verzahnt, in der Praxis noch nicht durchgängig.''' Das Konzept sieht vor, dass jedes Objekt einmal hochwertig digitalisiert und über das SKR mit dauerhaften Adressen nachnutzbar wird.&amp;lt;ref name=&amp;quot;dk2026&amp;quot;/&amp;gt; In der Praxis vergibt das DZ eigene dauerhafte Adressen, die nicht durchgängig mit dem SKR verknüpft werden (''zu prüfen'').&amp;lt;ref name=&amp;quot;dzpraxis&amp;quot;/&amp;gt; Ohne gesicherten Betrieb des SKR und ohne Regeln für Masterdaten droht ein Nebeneinander statt einer Kette.&lt;br /&gt;
* '''Was heute verlässlich funktioniert, stützt sich auf sächsische Landesinfrastruktur.''' Landesdigitalisierungsprogramm, Deutsche Fotothek, SAVE und Sachsen.digital werden von der SLUB getragen. Für brandenburgische Träger gibt es keinen vergleichbaren Dienst, sondern Projektförderung&amp;lt;ref name=&amp;quot;diwa2023&amp;quot;&amp;gt;Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landes Brandenburg (MWFK) 2023: Übersicht geförderter Projekte im Förderprogramm zur Digitalisierung des kulturellen Erbes 2023. URL: https://mwfk.brandenburg.de/sixcms/media.php/9/%C3%9Cbersicht%20gef%C3%B6rderter%20Projekte%20Digitalisierung%20Kulturelles%20Erbe%202023.pdf, abgerufen am 30.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;diwa2026&amp;quot;&amp;gt;MWFK o. J.: Fördergrundsätze „Förderung und Begleitung des digitalen Wandels im Kulturbereich im Land Brandenburg 2026“ (DIWA). URL: https://mwfk.brandenburg.de/sixcms/media.php/9/FG_DIWA_2026.pdf, abgerufen am 30.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; und museum-digital. Auch das DZ ist derzeit nur in Sachsen kostenfrei.&lt;br /&gt;
* '''Für die großen und die gefährdeten Bestände gibt es nur Teilangebote.''' Das betrifft die Museumsobjekte (B4), allein im Sorbischen Museum rund 21.000 Objekte der materiellen Kultur, und die analogen AV-Träger (B3), die am stärksten gefährdet sind. Das sächsische Landesprogramm für AV-Träger soll ab 2027 gekürzt werden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;save2026&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
* '''Ursprünglich digitale Dokumentationen haben keinen geregelten Übernahmeweg.''' Das betrifft vor allem das lebendige Kulturgeschehen (C2, C3) und neue digitale Ausdrucksformen.&lt;br /&gt;
* '''Kleine Träger können heute praktisch nur museum-digital selbst nutzen.''' Das DZ soll sie künftig beraten und für sie digitalisieren, ist aber noch nicht im Dienstleistungsbetrieb.&lt;br /&gt;
* '''Ein gemeinsamer Zugang fehlt.''' Die Konzepte sehen drei Ebenen vor: das SKR als einrichtungsübergreifenden Nachweis mit Recherche, digitalizat.de für die Digitalisate des DZ und Sorabicon als kuratiertes Schaufenster.&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;dk2026&amp;quot;/&amp;gt; Ist das digitale Kulturerbe vollständig im SKR verzeichnet, kann die Recherche dort zusammenlaufen. Welche Plattform den einheitlichen Einstieg für Nutzerinnen und Nutzer bietet, ist offen und wird in Abschnitt 3.4 aufgegriffen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== 3.4 Governance ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieser Abschnitt prüft, ob der organisatorische Rahmen das Angebot aus [[#3.3 Kernfunktionen: Vorhaben, Systeme, Dienste|Abschnitt 3.3]] zusammenhält und dauerhaft trägt. Governance meint hier die Regeln und Strukturen, mit denen die Beteiligten gemeinsam entscheiden, Standards vereinbaren, Rechte klären und den Betrieb finanzieren. Der Abschnitt behandelt vier Fragen:&lt;br /&gt;
* '''Steuerung und Zuständigkeiten:''' Wer koordiniert, und wer entscheidet über Auswahl und Freigabe?&lt;br /&gt;
* '''Standards und Austausch:''' Welche Metadaten-, Format- und Austauschstandards gelten, und wo werden sie abgestimmt?&lt;br /&gt;
* '''Rechte und Einwilligungen:''' Wie werden Nutzungsrechte, Einwilligungen und Zugänge geregelt?&lt;br /&gt;
* '''Betrieb und Finanzierung:''' Wer betreibt die Kernfunktionen, und sind sie dauerhaft oder nur projektweise finanziert?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Maßstab sind die drei Erfolgsbedingungen aus [[#2.5.9.2 Drei Erfolgsbedingungen – was gilt für alle Kernfunktionen?|Abschnitt 2.5.9.2]]. Sie werden am Ende mit den Reifegraden aus [[12.3.A2 Prüfraster zur Bewertung des Entwicklungsstandes beim Aufbau der Digitalisierung des Kulturerbes|Anhang 12.3.A2]] bewertet (siehe 3.4.5). Grundlage sind der Staatsvertrag über die Stiftung&amp;lt;ref name=&amp;quot;stv&amp;quot;&amp;gt;Staatsvertrag zwischen dem Land Brandenburg und dem Freistaat Sachsen über die Errichtung der „Stiftung für das sorbische Volk“. URL: https://www.revosax.sachsen.de/vorschrift/5360.1, abgerufen am 30.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;, das Finanzierungsabkommen von 2026&amp;lt;ref name=&amp;quot;fin2026&amp;quot;&amp;gt;Bundesministerium des Innern, Freistaat Sachsen und Land Brandenburg 2026: Bund, Sachsen und Brandenburg sichern Fortbestand der Stiftung für das sorbische Volk. Gemeinsame Pressemitteilung vom 19.05.2026. URL: https://zalozba.de/fileadmin/user_upload/Dokumente/Pressemitteilungen/2026-05-19__PM_BMI_Bund_Sachsen_Brandenburg_sichernFortbestandStiftung.pdf, abgerufen am 30.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;, die Konzepte von DZ und SKR&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;/&amp;gt;, das Protokoll des Digitalisierungskreises vom 21.04.2026&amp;lt;ref name=&amp;quot;dk2026&amp;quot;/&amp;gt; und die Bedarfserklärungen der Träger vom April 2026&amp;lt;ref name=&amp;quot;smb2026&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;wm2026&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2026&amp;quot;/&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;mark&amp;gt;Die folgende Analyse muss mit der Stiftung, dem SI und den Museen bzgl. Korrektheit und Vollständigkeit abgestimmt werden.&amp;lt;/mark&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.4.1 Steuerung und Zuständigkeiten ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Stiftung für das sorbische Volk ist der zentrale Förderer. Ihre Organe sind der Stiftungsrat, in dem Vertreterinnen und Vertreter des sorbischen Volkes, des Bundes, beider Länder und der Kommunen sitzen, der Parlamentarische Beirat und der Direktor.&amp;lt;ref name=&amp;quot;stv&amp;quot;/&amp;gt; 2018 gab der Stiftungsrat eine Strategie für Digitalisierungsprojekte in Auftrag. Daraus entstand das sorbische Digitalisierungskonzept, veröffentlicht im Mai 2021. Seit Juli 2021 koordiniert ein Digitalisierungsbeauftragter in der Stiftungsverwaltung die Digitalisierungsaktivitäten der sorbischen Institutionen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;stiftung2023&amp;quot;&amp;gt;Stiftung für das sorbische Volk 2023: 25 Jahre Stiftung für das sorbische Volk – 30 Jahre Staatsvertrag. Broschüre, Bautzen, S. 89.&amp;lt;/ref&amp;gt; Ein Gremium, das für das Kulturerbe verbindlich über Auswahl, Standards oder Zugang entscheidet, gibt es nicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|+ Wer steuert und entscheidet heute?&lt;br /&gt;
! Aufgabe !! Zuständig heute !! Stand&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Strategie und Förderung''' || Stiftung für das sorbische Volk (Stiftungsrat, Direktor, Digitalisierungsbeauftragter); Digitalisierungskonzept als Orientierungsrahmen&amp;lt;ref name=&amp;quot;stiftung2023&amp;quot;/&amp;gt; || style=&amp;quot;background:#dff0d8&amp;quot; | eingerichtet&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Fachlicher Austausch''' || Digitalisierungskreis || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | Austausch ja, keine Entscheidungsbefugnis&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Auswahl und Freigabe von Digitalisierungsvorhaben''' || die jeweilige Einrichtung oder das Projekt. Das DZ-Konzept sieht ein Lenkungsgremium aus den hauptamtlichen sorbischen Sammlungseinrichtungen und dem SKR vor. Das DZ selbst soll nicht entscheiden, was digitalisiert wird (DZ-Konzept, S. 7-8).&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt; Als Idealvorgehen gilt: erst im SKR verzeichnen, dann priorisiert ein Fachgremium nach Kriterien.&amp;lt;ref name=&amp;quot;dk2026&amp;quot;/&amp;gt; || style=&amp;quot;background:#fde2c4&amp;quot; | Lenkungsgremium konzipiert, nicht eingerichtet; Kriterien nur beispielhaft genannt&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Steuerung des Registers''' || SI. Das SKR soll Qualität sichern und über Kooperationsverträge technische Standards setzen; ein Beirat aus Fachleuten für Sorabistik, Museologie, Digital Humanities sowie Bibliotheks- und Archivwesen ist vorgesehen. Die Datenpartner bleiben für ihre Daten verantwortlich und entscheiden über deren Einbringung (SKR-Konzept, S. 13-14 und 21).&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;/&amp;gt; || style=&amp;quot;background:#fde2c4&amp;quot; | Beirat konzipiert, Stand ''offen''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Gemeinsamer Zugang für Nutzerinnen und Nutzer''' || je Plattform: SKR, digitalizat.de und Sorabicon betreibt das SI, Sachsen.digital die SLUB, museum-digital die Museen selbst (siehe 3.3.7) || style=&amp;quot;background:#f8d7da&amp;quot; | keine Zuständigkeit für die Gesamtentscheidung&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Zugang zu kleinen Trägern''' || Domowina mit Regionalverbänden und Ortsgruppen. Der Kulturausschuss der Domowina sah sich 2020 als ehrenamtliches Gremium nicht in der Lage, die Koordination zu leisten.&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2020&amp;quot;/&amp;gt; 2026 wünscht die Domowina eine Dienstleistungs- und Ermöglichungsstruktur.&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2026&amp;quot;/&amp;gt; || style=&amp;quot;background:#f8d7da&amp;quot; | keine feste Anlaufstelle&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Länderübergreifende Abstimmung''' || Sachsen und Brandenburg fördern getrennt. Sächsische Träger können das DZ über Strukturmittel nutzen; die Nutzung für brandenburgische Bestände soll bilateral zwischen SI, Stiftung und Wendischem Museum geklärt werden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;dk2026&amp;quot;/&amp;gt; || style=&amp;quot;background:#fde2c4&amp;quot; | Einzelfallklärung&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Mitwirkung der Gemeinschaft''' || über den Stiftungsrat; ein Verfahren, in dem Kulturgutträger und Gemeinschaft bei Auswahl, Beschreibung und Zugang mitentscheiden, ist nicht bekannt (''offen'') || style=&amp;quot;background:#fde2c4&amp;quot; | nicht geregelt&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als mögliche Kriterien für die Auswahl nennt das DZ-Konzept: virtueller Bestandserhalt gefährdeter Einrichtungen, Sicherung des Wissens von Zeitzeuginnen und Zeitzeugen, Forschungsrelevanz, Bedeutung für die sorbische Identität, Verknüpfbarkeit mit anderen Ressourcen und wirtschaftlicher Nachnutzen (S. 8).&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt; Sie decken sich teilweise mit den Dringlichkeitsgründen aus [[#3.2.3 Bestände mit vorrangigem Digitalisierungsbedarf|Abschnitt 3.2.3]]. Beschlossen sind sie nicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Offen ist auch, wer über den '''gemeinsamen Zugang''' entscheidet. Die Konzepte sehen drei Ebenen vor: das SKR als einrichtungsübergreifenden Nachweis, digitalizat.de für die Digitalisate des DZ und Sorabicon als kuratiertes Schaufenster.&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;/&amp;gt; Welche Plattform den Einstieg bietet und wie die Angebote der Museen und der SLUB eingebunden werden, betrifft alle Träger. Bisher ist diese Entscheidung keinem Gremium zugeordnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.4.2 Standards und Austausch ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die großen Einrichtungen arbeiten mit etablierten Standards ihrer Sparte. SKR und DZ haben ein gemeinsames technisches Modell konzipiert und teilweise erprobt. Das DZ-Konzept erklärt die Metadatenstandards des SKR für verbindlich (S. 29).&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt; Einen von allen Trägern beschlossenen Mindeststandard gibt es nicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|+ Standards: heute genutzt, konzipiert, offen&lt;br /&gt;
! Bereich !! Heute genutzt !! Konzipiert oder erprobt !! Offen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Erschließung und Metadaten''' || Bibliotheken: Verbundkatalog K10plus; Archive: Kalliope; Museen: HiDA, Adlib, museum-digital&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;smb2026&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;wm2026&amp;quot;/&amp;gt; || SKR: eigene Ontologie auf Basis verknüpfter Daten (RDF) unter Rückgriff auf CIDOC (Referenzmodell für Museumsinformation) und GND; Bereitstellung in LIDO und MODS (SKR-Konzept, S. 16 und 28)&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;/&amp;gt; || gemeinsamer Metadatenkern mit Pflichtfeldern für alle Träger; Regeln, wer die Masterdaten führt und wie Änderungen abgeglichen und versioniert werden&amp;lt;ref name=&amp;quot;dk2026&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Normdaten und Kennungen''' || Normdaten der Verbünde; URN mit Institutionscode im Publikationsserver Qucosa des SI&amp;lt;ref name=&amp;quot;dk2026&amp;quot;/&amp;gt; || SKR: GND, GeoNames, VIAF, Wikidata; dauerhafte Adressen (PURL) mit Registerpräfix (SKR-Konzept, S. 16 und 21)&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;/&amp;gt; || Basisadresse der PURL; Kennungsschema mit Institutionspräfix nur diskutiert&amp;lt;ref name=&amp;quot;dk2026&amp;quot;/&amp;gt;; DZ vergibt in der Praxis eigene PURL (''zu prüfen'')&amp;lt;ref name=&amp;quot;dzpraxis&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Digitalisierung und Dateiformate''' || TIFF für Masterdateien, JPEG für die Nutzung; Orientierung an den DFG-Praxisregeln „Digitalisierung“ (DZ-Konzept, S. 31 und 33)&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt; || Kitodo-Arbeitsablauf mit METS/MODS; Texterkennung mit Werkzeugen des Projekts OCR-D, Volltexte in ALTO und TEI (DZ-Konzept, S. 17-18)&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt; || verbindliche Qualitätsvorgaben je Kulturgutart, besonders für AV-Träger, 3D-Objekte und ursprünglich digitale Dokumentationen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Austausch und Schnittstellen''' || Lieferung an DDB, Archivportal-D und Sachsen.digital&amp;lt;ref name=&amp;quot;fotothekddb&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;ldp&amp;quot;/&amp;gt; || SKR: Programmierschnittstelle (REST) und OAI-PMH im Prototyp, Abfrageschnittstelle für verknüpfte Daten (SPARQL) vorgesehen, Übernahme aus museum-digital (SKR-Konzept, S. 21 und 27-28)&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;/&amp;gt;; Bildbereitstellung über IIIF (DZ-Konzept, S. 21 und 33)&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt; || dokumentierte und praktisch getestete Schnittstellen zwischen SKR, DZ und den Systemen der Museen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Langzeiterhaltung''' || Datensicherung in den Einrichtungen; SLUB mit eigener Langzeitarchivierung&amp;lt;ref name=&amp;quot;nestor&amp;quot;/&amp;gt; || DZ strebt die dauerhafte Datenhaltung der originalen Bilddigitalisate an (DZ-Konzept, S. 8)&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt;; unterschieden wird zwischen Datenhaltung mit Sicherung und echter Langzeitarchivierung&amp;lt;ref name=&amp;quot;dk2026&amp;quot;/&amp;gt; || Konzept für den Dauerbetrieb; Vorgaben nach Standards wie dem Referenzmodell OAIS oder dem Metadatenstandard PREMIS; Prüfsummen, Wiederherstellungstests, Formatmigration&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Mehrsprachigkeit''' || Sorabicon mehrsprachig; Kitodo.Presentation mit mehrsprachiger Oberfläche&amp;lt;ref name=&amp;quot;sorabicon2024&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt; || SKR: Bezeichnungen und Beschreibungen in Ober- und Niedersorbisch, Deutsch und Englisch als Teil des Datenmodells, erweiterbar („4+-Sprachigkeit“, SKR-Konzept, S. 16-18)&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;/&amp;gt; || Übertragung auf die Erfassung bei den Trägern und im DZ; sorbischsprachige kontrollierte Vokabulare (''offen'')&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Abstimmung in Gremien''' || Einbindung des SI in überregionale Netzwerke, z. B. AG Regionalportale, Verbund DIKUSA, Copernico&amp;lt;ref name=&amp;quot;sorabicon2024&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;kdmsi&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;copernico&amp;quot;/&amp;gt; || SKR setzt Standards über Kooperationsverträge (SKR-Konzept, S. 13-14)&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;/&amp;gt; || kein sorbisches Gremium, das Standards gemeinsam beschließt und ihre Einhaltung prüft&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.4.3 Rechte und Einwilligungen ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Rechtefragen bestimmen, was digitalisiert, gespeichert und gezeigt werden darf. Bisher sind sie nur in Grundsätzen und von Fall zu Fall geregelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Was vereinbart ist:'''&lt;br /&gt;
* Das DZ braucht vor der Digitalisierung eine ausreichende Erlaubnis des Objektgebers. Die Rechteklärung soll vor Projektbeginn erfolgen und vertraglich dokumentiert werden. Zu unterscheiden sind Digitalisierung, interne Nutzung, Übergabe an die liefernde Einrichtung, öffentliche Präsentation und Nachnutzung durch Dritte. Eingeschränkte Nutzungsformen wie Vorschau, geringere Auflösung oder nur interne Bereitstellung sind möglich. Eigentümer, Datengeber und Rechteinhaber sollen in den Metadaten erkennbar bleiben.&amp;lt;ref name=&amp;quot;dk2026&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Der Vertrag zwischen DZ und Partner soll Umfang, Haftung, Datenhaltung, Präsentation und etwaige Nutzungsentgelte regeln. Das Eigentum an den Digitalisaten bleibt beim Partner (DZ-Konzept, S. 8-9 und 11).&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Im SKR bleiben die Datenpartner für ihre Daten verantwortlich und entscheiden über deren Einbringung.&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;/&amp;gt; Regeln zu Lizenzen und Zugangsstufen enthält das SKR-Konzept nach erster Durchsicht nicht (''zu prüfen'').&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Was die Praxis zeigt:'''&lt;br /&gt;
* Die Lizenzangaben sind uneinheitlich: Ein Teil der Digitalisate des SI ist als gemeinfrei gekennzeichnet&amp;lt;ref name=&amp;quot;ddb&amp;quot;/&amp;gt;, Fotos des SKA tragen den Status „urheberrechtlich geschützt“&amp;lt;ref name=&amp;quot;fotothekddb&amp;quot;/&amp;gt;.&lt;br /&gt;
* Bei sorbischen Musikvideos auf YouTube prägen Rechtefragen jeden Einzelfall (DZ-Konzept, S. 22).&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt; Sorbischsprachige Produktionen von MDR und rbb standen dem SKA 2019 aus rechtlichen Gründen nicht zur Verfügung.&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt; Für Veranstaltungsmitschnitte des studijo LUCIJA ist keine schriftliche Vereinbarung über Rechte und Übergabe bekannt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;lucija&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Der Rechtsrahmen bietet Spielräume, die bisher nicht systematisch genutzt werden. Kulturerbe-Einrichtungen dürfen nicht verfügbare Werke unter bestimmten Bedingungen nicht kommerziell online zugänglich machen (§ 61d Urheberrechtsgesetz, UrhG).&amp;lt;ref name=&amp;quot;urhg61d&amp;quot;&amp;gt;Urheberrechtsgesetz (UrhG), § 61d Nicht verfügbare Werke. URL: https://www.gesetze-im-internet.de/urhg/__61d.html, abgerufen am 30.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Fotos und Scans gemeinfreier visueller Werke begründen keine eigenen Leistungsschutzrechte (§ 68 UrhG).&amp;lt;ref name=&amp;quot;urhg68&amp;quot;&amp;gt;Urheberrechtsgesetz (UrhG), § 68 Vervielfältigungen gemeinfreier visueller Werke. URL: https://www.gesetze-im-internet.de/urhg/__68.html, abgerufen am 30.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Was fehlt:'''&lt;br /&gt;
* einheitliche Rechte- und Zugangskategorien, die je Objekt oder Bestand dokumentiert werden, von „nur Metadaten öffentlich“ bis „nicht zugänglich“ (vgl. [[#2.5.6 Mukurtu und Plateau Peoples' Web Portal|Abschnitt 2.5.6]]);&lt;br /&gt;
* Musterverträge und Musterklauseln für Übergaben, Digitalisierung und Veröffentlichung;&lt;br /&gt;
* Regeln für Einwilligungen bei Zeitzeugen-Interviews und Veranstaltungsaufnahmen, einschließlich des Datenschutzes (''Annahme'': bisher je Projekt geregelt);&lt;br /&gt;
* ein Verfahren, in dem rechtliche Zulässigkeit und kulturelle Angemessenheit getrennt geprüft werden, sowie Wege für Korrekturen, Beschwerden und nachträgliche Sperrungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am 18.06.2026 befasste sich der Digitalisierungskreis mit Urheber- und Nutzungsrechten.&amp;lt;ref name=&amp;quot;dkinfo&amp;quot;/&amp;gt; &amp;lt;mark&amp;gt;Ergebnisse der Sitzung vom 18.06.2026 und der rechtlichen Einschätzung zu typischen Nutzungsszenarien ergänzen, soweit veröffentlichbar.&amp;lt;/mark&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.4.4 Betrieb und Finanzierung ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Stiftung selbst ist langfristig finanziert. Im Mai 2026 vereinbarten Bund, Sachsen und Brandenburg das fünfte Finanzierungsabkommen: rund 29,3 Mio. Euro für 2026 und jährliche Erhöhungen bis 2030. Der Bund trägt die Hälfte, Sachsen ein Drittel, Brandenburg ein Sechstel. Digitalisierungsprojekte werden ausdrücklich als Förderziel genannt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;fin2026&amp;quot;/&amp;gt; Der Haushalt der Stiftung weist für 2026 gesonderte Zuwendungen für Digitalisierungsprojekte aus, 195.000 Euro vom Bund und 130.000 Euro von Sachsen, dazu knapp 5 Mio. Euro Bundesmittel für den Strukturwandel.&amp;lt;ref name=&amp;quot;hh2026&amp;quot;&amp;gt;Stiftung für das sorbische Volk 2026: Haushaltssatzung 2026. URL: https://zalozba.de/fileadmin/user_upload/Dokumente/Haushaltsplaene/HHSatzung_2026.pdf, abgerufen am 30.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Welcher Anteil davon auf das Kulturerbe entfällt, ist ''offen''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die einrichtungsübergreifenden Dienste für das Kulturerbe laufen dagegen überwiegend als befristete Projekte:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|+ Betreiber und Finanzierung je Kernfunktion&lt;br /&gt;
! Kernfunktion !! Einrichtungsübergreifender Dienst (Betreiber) !! Finanzierung heute !! Gesichert bis&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''K1''' Erfassen || Sorbisches Kulturregister (SI) || Projektstelle bis Ende 2025 (SKR-Konzept, S. 2), heutiger Stand ''offen''; Regelbetrieb braucht 2,5 Fachstellen und 0,5 Stellen für Hilfskräfte, Zeithorizont 15-20 Jahre (S. 31-32)&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;/&amp;gt; || style=&amp;quot;background:#f8d7da&amp;quot; | ''offen''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''K2''' Digitalisieren || Digitalisierungszentrum (SI) || Aufbauprojekt, bis 2027 projektbezogen gesichert (Mittelgeber ''zu prüfen''); für sächsische Träger derzeit kostenfrei&amp;lt;ref name=&amp;quot;dk2026&amp;quot;/&amp;gt; || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | Ende 2027&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''K2''' Digitalisieren || Landesprogramme der SLUB (Landesdigitalisierungsprogramm, SAVE) || Freistaat Sachsen; Kürzungen bei SAVE im Entwurf des Doppelhaushalts 2027/28&amp;lt;ref name=&amp;quot;save2026&amp;quot;/&amp;gt; || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | jährlicher Landeshaushalt&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''K3''' Erhalten || Datenhaltung des DZ (SI) || wie DZ; für den Dauerbetrieb ist ein Konzept erforderlich. Zum Vergleich: echte Langzeitarchivierung kostet bei der SLUB derzeit ca. 800 Euro je TB und Jahr.&amp;lt;ref name=&amp;quot;dk2026&amp;quot;/&amp;gt; || style=&amp;quot;background:#f8d7da&amp;quot; | Ende 2027; Dauerbetrieb ''offen''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''K4''' Zugänglich machen || Sorabicon, Virtueller Lesesaal (SI) || Grundbetrieb des SI (''Annahme''); Inhalte wachsen über Projekte, z. B. das „Digitale Portal zu sorbischen und Lausitzer Sprach- und Kulturlandschaften“ (2022-2031) im Bundesförderprogramm „Sorbische Sprache und Kultur im Strukturwandel“&amp;lt;ref name=&amp;quot;digportal&amp;quot;&amp;gt;Sorbisches Institut o. J.: Digitales Portal zu sorbischen und Lausitzer Sprach- und Kulturlandschaften. Poster zum Gesamtvorhaben. URL: https://serbski-institut.de/wp-content/uploads/2021/11/A0-Druck_DigPortal-Gesamtvorhaben.pdf, abgerufen am 30.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | Grundbetrieb ''offen''; Projekt bis 2031&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''K4''' Zugänglich machen || digitalizat.de (SI) || wie DZ (''Annahme'') || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | Ende 2027 (''Annahme'')&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Damit sind für alle vier Kernfunktionen Betreiber benannt, für alle einrichtungsübergreifenden Dienste mit Ausnahme der Landesprogramme das SI. Für die Zeit ab 2028 braucht das DZ ein Modell für Basisfinanzierung, Personal, Infrastruktur, Repositorium und Dienstleistungsbetrieb. Unterschieden wird zwischen einem Grundbetrieb, der dauerhaft finanziert werden muss, und der Digitalisierung einzelner Sammlungen, für die Drittmittel beantragt werden können. Eine Gebühren- oder Kostenlogik für Leistungen an Dritte ist nicht entschieden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;dk2026&amp;quot;/&amp;gt; Ein Konzept für Trägerwechsel, Projektende oder den Ausfall eines Dienstleisters ist nicht bekannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.4.5 Bewertung der drei Erfolgsbedingungen ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die drei Erfolgsbedingungen aus [[#2.5.9.2 Drei Erfolgsbedingungen – was gilt für alle Kernfunktionen?|Abschnitt 2.5.9.2]] werden mit den Prüfkriterien der Handlungsfelder 1 bis 3 des [[12.3.A2 Prüfraster zur Bewertung des Entwicklungsstandes beim Aufbau der Digitalisierung des Kulturerbes|Prüfrasters]] bewertet. Die Bewertung ist eine Einschätzung auf Grundlage der genannten Quellen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|+ Reifegrad der drei Erfolgsbedingungen&lt;br /&gt;
! Erfolgsbedingung !! Reifegrad !! Was vorhanden ist !! Was fehlt&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''1. Gemeinsam entscheiden und Rechte abgestuft regeln''' || style=&amp;quot;background:#fde2c4&amp;quot; | '''1''' · konzeptionell geklärt || Stiftung als Förderer mit Digitalisierungskonzept und Digitalisierungsbeauftragtem; Lenkungsgremium und Auswahlkriterien im DZ-Konzept beschrieben; Grundsätze zur Rechteklärung im Digitalisierungskreis vereinbart; regelmäßiger Austausch im Digitalisierungskreis || kein eingerichtetes Gremium für Auswahl, Freigabe und gemeinsamen Zugang; keine schriftlich festgelegten Entscheidungsrechte für Träger und Gemeinschaft; keine einheitlichen Rechte- und Zugangskategorien, Musterverträge oder Verfahren für Beschwerden und Sperrungen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''2. Gemeinsame Standards, Mehrsprachigkeit und technische Anschlussfähigkeit sichern''' || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | '''2''' · pilotiert (Langzeiterhaltung: 1) || etablierte Spartenstandards in Bibliothek, Archiv und Museen; technisches Modell von SKR und DZ mit Normdaten, METS/MODS, LIDO, IIIF und Schnittstellen in Prototyp und Piloten erprobt; Mehrsprachigkeit im Datenmodell des SKR vorgesehen || kein beschlossener gemeinsamer Metadatenkern; Regeln für Masterdaten, Versionierung und Kennungen offen; Qualitätsvorgaben je Kulturgutart und Vorgaben zur Langzeiterhaltung nicht festgelegt; kein niedrigschwelliger Einstieg für kleine Träger außer museum-digital; kein Gremium, das Standards beschließt&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''3. Dauerhafte Verantwortung und Finanzierung sichern''' || style=&amp;quot;background:#fde2c4&amp;quot; | '''1''' · konzeptionell geklärt || Stiftung bis 2030 finanziert; Betreiber für alle Kernfunktionen benannt; Personalbedarf des SKR beziffert; Unterscheidung von Grundbetrieb und Projektdigitalisierung || Dauerbetrieb von SKR (ab 2026) sowie DZ und Datenhaltung (ab 2028) nicht finanziert; Übergang von der Projekt- in die Betriebsphase nicht geregelt; keine Kostenlogik für Dritte; kein Ausstiegs- und Übergabekonzept&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach der Bewertungsregel des Prüfrasters zählt die schwächste kritische Abhängigkeit. Für die Governance sind das die Erfolgsbedingungen 1 und 3: Es fehlen verbindliche Entscheidungswege und eine Finanzierung des Dauerbetriebs. Beides begrenzt auch die Reife der Dienste aus Abschnitt 3.3. Ein Dienst kann Reifegrad 4 erst erreichen, wenn Zuständigkeiten, Finanzierung und Verfahren dauerhaft verankert sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.4.6 Erste Befunde ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* '''Die Förderung ist gesichert, der Betrieb der gemeinsamen Dienste nicht.''' Die Stiftung ist bis 2030 finanziert. SKR, DZ und Datenhaltung hängen dagegen an befristeten Mitteln; die Projektstelle für das SKR lief laut Konzept Ende 2025 aus.&amp;lt;ref name=&amp;quot;fin2026&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;dk2026&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
* '''Es gibt Austausch, aber keinen Ort für verbindliche Entscheidungen.''' Der Digitalisierungskreis berät, entscheidet aber nicht.&amp;lt;ref name=&amp;quot;dkinfo&amp;quot;/&amp;gt; Das im DZ-Konzept vorgesehene Lenkungsgremium ist nicht eingerichtet. Damit fehlt eine Stelle, die Prioritäten über Einrichtungen hinweg festlegt und über den gemeinsamen Zugang entscheidet.&lt;br /&gt;
* '''Das SI trägt fast die gesamte gemeinsame Infrastruktur.''' Es betreibt oder plant Register, Digitalisierungszentrum, Datenhaltung und die wichtigsten Präsentationsangebote. Das bündelt Fachwissen, macht die Kette aber von einer Einrichtung und ihren Projektmitteln abhängig.&lt;br /&gt;
* '''Die Standards sind technisch gut vorbereitet, aber nicht gemeinsam beschlossen.''' Mit SKR und DZ liegt ein anschlussfähiges, mehrsprachig angelegtes Modell vor. Es fehlen ein verbindlicher Metadatenkern, Regeln für Masterdaten und Kennungen sowie Vorgaben für die Langzeiterhaltung.&lt;br /&gt;
* '''Rechte werden von Fall zu Fall geklärt.''' Grundsätze sind vereinbart; Musterverträge, Zugangskategorien und Einwilligungsregeln fehlen. Gerade beim lebendigen Kulturgeschehen und bei ursprünglich digitalen Werken bremst das die Sicherung.&lt;br /&gt;
* '''Sachsen und Brandenburg sind unterschiedlich angebunden.''' Sächsische Träger können Landesprogramme und das DZ nutzen. Für brandenburgische Träger gibt es Projektförderung, die Nutzung des DZ wird im Einzelfall geklärt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;dk2026&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;diwa2026&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
* '''Kleine Träger haben keine feste Anlaufstelle.''' Die Domowina erreicht sie, kann die Koordination aber nicht leisten und wünscht eine Dienstleistungs- und Ermöglichungsstruktur.&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2020&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2026&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== ENTWURF 3.3 Gemeinsame Regeln, Zusammenarbeit und dauerhafter Betrieb ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;background-color:#eef5fb;border-left:4px solid #5b9bd5;padding:0.7em 1em;margin:1em 0;&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Leitfrage:''' Sind die übergreifenden Voraussetzungen vorhanden, damit die einzelnen Angebote gemeinsam, verlässlich und dauerhaft funktionieren?&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Neben den einzelnen Kernfunktionen ist zu prüfen, ob '''gemeinsame organisatorische und fachliche Voraussetzungen''' vorhanden sind, damit die verschiedenen Angebote zusammenarbeiten und dauerhaft betrieben werden können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieser Abschnitt soll keine allgemeine oder abstrakte Governance-Analyse darstellen. Untersucht werden nur solche übergreifenden Fragen, die konkrete Auswirkungen auf die Digitalisierung des Kulturerbes und die spätere Ableitung von Maßnahmen haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== ENTWURF 3.3.1 Zuständigkeiten, Beteiligung und Freigaben ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;background-color:#eef5fb;border-left:4px solid #5b9bd5;padding:0.7em 1em;margin:1em 0;&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Leitfrage:''' Wer entscheidet verbindlich über Auswahl, Priorisierung, Beschreibung, Digitalisierung, Veröffentlichung und Zugang, und wie sind die Kulturgutträger dabei beteiligt?&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
''Für die weitere Erhebung und Analyse insbesondere zu prüfen:''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* formelle und informelle Zuständigkeiten der beteiligten Institutionen&lt;br /&gt;
* Entscheidungsrechte bei Auswahl und Priorisierung von Beständen&lt;br /&gt;
* Verantwortlichkeiten für Rechteklärung und Veröffentlichung&lt;br /&gt;
* Beteiligung der jeweiligen Kulturgutträger&lt;br /&gt;
* Beteiligung sorbischer Fachleute und Angehöriger der Gemeinschaft bei kulturell sensiblen Inhalten&lt;br /&gt;
* vorhandene Freigabe- und Sperrverfahren&lt;br /&gt;
* Umgang mit nachträglichen Korrekturen oder Einschränkungen&lt;br /&gt;
* erkennbare Überschneidungen beziehungsweise ungeklärte Zuständigkeiten&lt;br /&gt;
* vorhandene Gremien oder Koordinierungsstrukturen&lt;br /&gt;
* prüfen, an welchen Stellen verbindliche Zuständigkeiten fehlen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== ENTWURF  3.3.2 Gemeinsame Standards und Anschlussmöglichkeiten ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;background-color:#eef5fb;border-left:4px solid #5b9bd5;padding:0.7em 1em;margin:1em 0;&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Leitfrage:''' Welche gemeinsamen Regeln ermöglichen es unterschiedlichen Kulturgutträgern, Daten und Digitalisate in eine gemeinsame Infrastruktur einzubringen und zwischen den Kernfunktionen weiterzugeben?&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die weitere Erhebung und Analyse insbesondere zu prüfen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* vorhandene gemeinsame Metadatenstandards beziehungsweise Pflichtfelder&lt;br /&gt;
* verwendete Fachstandards einzelner Einrichtungen&lt;br /&gt;
* gemeinsame Regeln für Ober- und Niedersorbisch&lt;br /&gt;
* Dateiformate und Qualitätsanforderungen für unterschiedliche Kulturgutarten&lt;br /&gt;
* Identifikatoren und Normdaten&lt;br /&gt;
* Rechte- und Lizenzinformationen&lt;br /&gt;
* technische Schnittstellen und Datenexporte&lt;br /&gt;
* Übernahme vorhandener institutioneller Metadaten&lt;br /&gt;
* einfache Erfassungswege für kleinere Kulturgutträger&lt;br /&gt;
* Schnittstellen für Einrichtungen mit bestehenden Fachsystemen&lt;br /&gt;
* Möglichkeiten zur Weitergabe von Daten zwischen Register, Digitalisierung, Repositorium und Präsentation&lt;br /&gt;
* prüfen, wo fehlende Standards oder inkompatible Systeme den Austausch derzeit behindern&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== ENTWURF 3.3.3 Personal, Finanzierung und Betreiberverantwortung ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;background-color:#eef5fb;border-left:4px solid #5b9bd5;padding:0.7em 1em;margin:1em 0;&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Leitfrage:''' Welche zentralen Leistungen sind dauerhaft personell, organisatorisch und finanziell abgesichert, und welche hängen noch von befristeten Projekten oder einzelnen Personen ab?&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die weitere Erhebung und Analyse insbesondere zu prüfen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Betreiber beziehungsweise verantwortliche Stellen für die vier Kernfunktionen&lt;br /&gt;
* dauerhafte Stellen gegenüber befristeten Projektstellen&lt;br /&gt;
* vorhandene beziehungsweise geplante Finanzierungsmodelle&lt;br /&gt;
* laufende Betriebs- und Pflegekosten&lt;br /&gt;
* personelle Kapazitäten und erkennbare Schlüsselpersonenrisiken&lt;br /&gt;
* Unterstützung kleiner und ehrenamtlich geführter Einrichtungen&lt;br /&gt;
* Finanzierung von&lt;br /&gt;
** Beratung,&lt;br /&gt;
** Digitalisierung,&lt;br /&gt;
** Speicher und Langzeiterhaltung,&lt;br /&gt;
** Datenpflege,&lt;br /&gt;
** Rechteklärung,&lt;br /&gt;
** technischer Wartung und Weiterentwicklung;&lt;br /&gt;
* Übergang von geförderten Projekten in einen dauerhaften Regelbetrieb&lt;br /&gt;
* vorhandene Betriebs-, Kooperations- und Übergabevereinbarungen&lt;br /&gt;
* erkennbare Risiken bei Auslaufen einzelner Förderungen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== ENTWURF 3.4 Gesamtbewertung und vorrangiger Handlungsbedarf ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;background-color:#eef5fb;border-left:4px solid #5b9bd5;padding:0.7em 1em;margin:1em 0;&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Leitfrage:''' Welche Bedarfe sind bereits ausreichend abgedeckt, wo liegen die entscheidenden Lücken und welche davon sollten vorrangig bearbeitet werden? &amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Ergebnisse der vorangegangenen Abschnitte werden abschließend zusammengeführt. Ziel ist noch nicht die vollständige Formulierung konkreter Maßnahmen, sondern zunächst eine begründete Bewertung des Ist-Standes und der wichtigsten Lücken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dabei sollte insbesondere unterschieden werden zwischen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* unmittelbar gefährdeten Kulturgütern beziehungsweise Beständen,&lt;br /&gt;
* strukturellen Lücken, die weitere Digitalisierungsschritte blockieren,&lt;br /&gt;
* fehlenden oder nur teilweise verfügbaren Kernfunktionen,&lt;br /&gt;
* nicht dauerhaft abgesicherten Angeboten,&lt;br /&gt;
* Verbesserungsmöglichkeiten bei bereits grundsätzlich funktionierenden Strukturen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die abschließende Bewertung insbesondere zu prüfen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Ergebnisse aus Akteurs-, Bestands- und Bedarfserhebung zusammenführen&lt;br /&gt;
* für jede der vier Kernfunktionen die wichtigsten Stärken und Lücken benennen&lt;br /&gt;
* übergreifende strukturelle Probleme aus Zuständigkeiten, Standards, Betrieb und Finanzierung ergänzen&lt;br /&gt;
* unterscheiden zwischen:&lt;br /&gt;
** fehlender Leistung,&lt;br /&gt;
** unzureichender Kapazität,&lt;br /&gt;
** fehlender Bekanntheit beziehungsweise Zugänglichkeit,&lt;br /&gt;
** fehlender Verbindung bestehender Angebote,&lt;br /&gt;
** ungeklärter Zuständigkeit,&lt;br /&gt;
** fehlender dauerhafter Absicherung;&lt;br /&gt;
* Dringlichkeit begründen, insbesondere anhand von:&lt;br /&gt;
** Verlustgefahr,&lt;br /&gt;
** blockierenden Abhängigkeiten,&lt;br /&gt;
** Anzahl beziehungsweise Bedeutung betroffener Kulturgutträger,&lt;br /&gt;
** kultureller und sprachlicher Bedeutung,&lt;br /&gt;
** Aufwand und Realisierbarkeit;&lt;br /&gt;
* offene Informationslücken ausdrücklich kennzeichnen&lt;br /&gt;
* aus den ermittelten Lücken anschließend Handlungsbedarfe ableiten&lt;br /&gt;
* konkrete Lösungsmaßnahmen erst im folgenden Maßnahmen- beziehungsweise Soll-Abschnitt festlegen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mögliche zusammenfassende Bewertungsmatrix:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot; style=&amp;quot;width:100%;&amp;quot;&lt;br /&gt;
! Bereich&lt;br /&gt;
! Belegter Ist-Stand&lt;br /&gt;
! Abgedeckte Bedarfe&lt;br /&gt;
! Lücke / Risiko&lt;br /&gt;
! Dringlichkeit&lt;br /&gt;
! Daraus abgeleiteter Handlungsbedarf&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| ''Beispiel: Nachweisen und Registrieren''&lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| ''Beispiel: Digitalisieren''&lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| ''Beispiel: Langfristig erhalten''&lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| ''Beispiel: Zugänglich machen und nutzen''&lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| ''Beispiel: gemeinsame Standards / Zusammenarbeit''&lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= Referenzen =&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Měrko Šenk</name></author>
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		<id>https://koncept.serbski-inkubator.de/index.php?title=12.3_Digitalisierung_des_Kulturerbes&amp;diff=1220</id>
		<title>12.3 Digitalisierung des Kulturerbes</title>
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		<updated>2026-10-30T13:34:44Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Měrko Šenk: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;= 1 Einleitung =&lt;br /&gt;
Die Digitalisierung von sorbischem Kulturerbe ist eine historische Chance für uns Sorben, eine Chance, unser kulturelles Erbe neu zu entdecken, es für kommende Generationen zu erhalten, für eine breitere Öffentlichkeit zugänglich zu machen und dabei die eigene Deutungshoheit zu stärken. Das erfordert neben Mut, einer klaren gemeinsamen Vision, starker Zusammenarbeit zwischen den beteiligten Akteuren auch die notwendigen Ressourcen in Form von Personal mit entsprechenden Kompetenzen, passender Technik sowie einer nachhaltig gesicherten Finanzierung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im folgenden Abschnitt werden Zielbilder für die Digitalisierung des sorbischen Kulturerbes entworfen mittels lang- und kurzfristiger Visionen sowie konkreter Ziele.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== 1.1 Vision und Ziele für die sorbische digitale Welt ==&lt;br /&gt;
'''Vision'''&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
''Sorbisches materielles und immaterielles Kulturerbe ist systematisch digital erfasst, rechtssicher und langfristig gesichert, leicht auffindbar, offen nutzbar und wird aktiv von Interessierten genutzt.''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Konkrete Ziele'''&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Bis 2032 ist ein tragfähiges, finanziell und organisatorisch abgesichertes Modell etabliert, das:&lt;br /&gt;
* Ein zentrales (oder föderiertes) digitales Langzeitarchiv nach OAIS-Referenzmodell betreibt,&lt;br /&gt;
* klare Zuständigkeiten, Prozesse und Budgets definiert,&lt;br /&gt;
* regelmäßige Qualitätssicherung und Technik-Updates vorsieht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bis 2030 sind wichtige sorbische Kulturerbe-Bestände (Kernbestände nach fachlicher Festlegung) in hoher Qualität digitalisiert, beschrieben und im Langzeitarchiv gesichert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bis 2028 liegt eine institutionenübergreifende Übersicht über relevante Kulturerbe-Bestände (analog und digital, materiell und immateriell) vor, einschließlich einer Prioritätenliste für die Digitalisierung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bis 2028 existiert ein zentrales, nutzerfreundliches „Sorbisches Kulturerbe-Portal“, das:&lt;br /&gt;
* Suchzugang über alle teilnehmenden Institutionen ermöglicht,&lt;br /&gt;
* grundlegende Inhalte frei zugänglich bereitstellt,&lt;br /&gt;
* mehrsprachige Oberflächen anbietet (Deutsch, Obersorbisch, Niedersorbisch, Englisch).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= 2 Ist-Analyse „Digitalisierung von Kulturerbe“ =&lt;br /&gt;
Das Ziel in diesem Themenbereich ist es, sorbisches Kulturerbe digital zu verwalten und damit langfristig für Recherche, Nutzung und Präsentation vorzuhalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Abschnitt &amp;quot;IST-Analyse“ werden die folgenden Fragen beantwortet: Was ist sorbisches Kulturerbe und was zählt alles dazu? Welche Schritte durchläuft ein Kulturgut, um zum digitalen Kulturerbe zu gehören? Wie können die digitale Verwaltung, Archivierung, Nutzung und Präsentation von Kulturgütern umgesetzt werden?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die grundlegenden Terminologien des Kulturerbes sollen im Folgenden festgelegt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== 2.1 Terminologie – von Kultur zu Kulturerbe ==&lt;br /&gt;
In diesem Abschnitt werden die Begriffe rund um das Kulturerbe grundlegend definiert. Es soll ein Verständnis über die Begriffe Kultur, kulturelle Ausprägung, Kulturgut und Kulturerbe erreicht werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Dataja:Wobraz_K1.png|center|260px]]&amp;lt;ref&amp;gt;Mermaid Flowchart Code: [https://mermaid.live/edit#pako:eNpF0UtuwyAQBuCroFlaTuRHTGMvKuWxq7pqV627IGZso2CIMChtk9ymN-nFimmasmJGfP-AOEGjOUIFrdTHpmfGkudtrWpF_Fq9RtGDk9aZKHojU-_aJ7PZ_bmGgSnR4mgFejaKpidC1XAmq8zDfYAoJZKVG7lxzX5stRl81C0_uwYdheGEubHD4_dXLy1hcpyC1rcLdM4GOLH1Ve2E5Gj9TPLkhgEnsLkBNDsMAmLojOBQWeMwhgHNwKYSTuFBYHucbOW3HFvmcQ21unh2YOpF6-FPGu26HqrW381X7sCZxa1gnWH_R1BxNBvtlIUqTUMEVCd49xVdzpeLMs1pXmRFXiY0hg-o8iyZL_LFXZaVSTJ1LzF8hqHJnBZ5WhZLWt5RmtIsBuTCavP4-2Hh3y4_NXaMmw hier klicken], abgerufen am 22.09.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.1.1 Kultur ===&lt;br /&gt;
Kultur bezeichnet hier die Gesamtheit aller '''vom Menschen geschaffenen und erlernten Ausdrucksformen''' des Lebens, die auf gemeinsamen Werten und Verhaltensweisen beruhen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;wiki-kultur&amp;quot;&amp;gt;URL: https://de.wikipedia.org/wiki/Kultur&amp;lt;/ref&amp;gt; Dazu zählen '''materielle Ergebnisse''' (z. B. Kunstwerke, Technik) ebenso wie '''immaterielle Praktiken''' (Sprache, Bräuche, Wissen). Kultur umfasst laut der UNESCO geistige, materielle, intellektuelle und emotionale Merkmale, die eine Gesellschaft oder soziale Gruppe kennzeichnen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;mondiacult&amp;quot;&amp;gt;UNESCO 1982: Mexico City Declaration on Cultural Policies (MONDIACULT). URL: https://www.lacult.unesco.org/docc/1982_MONDIACULT.pdf&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;ref name=&amp;quot;cultureaction&amp;quot;&amp;gt;Culture Action Europe 2024: The State of Culture report. URL: https://cultureactioneurope.org/de/news/the-state-of-culture-report-published, abgerufen am 01.10.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;  Sie ist dynamisch und wird von jeder Generation neu gestaltet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das deutsche Wort „Kultur“ ist eine Eindeutschung des lateinischen Worts „cultura“. Dieses bedeutet ursprünglich „Bebauung, Bearbeitung, Bestellung, Pflege“ und meinte sowohl die physische Bearbeitung als auch die Pflege geistiger Güter, z. B. der Sprache.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.1.2 Kulturelle Ausdrucksform ===&lt;br /&gt;
Eine kulturelle Ausdrucksform ist eine '''konkrete, gegenwärtige oder historische, Manifestation von Kultur''', bspw. eine Zeichnung, eine Tracht oder ein Lied: Sie macht die Kultur sichtbar und erlebbar. Im engeren Sinne ist es eine Ausdrucksweise, die aus der Kreativität einer Person, Gruppe oder Gesellschaft entsteht und '''kulturellen Inhalt''' trägt (symbolische Bedeutung, künstlerische Dimension, kulturelle Werte).&amp;lt;ref&amp;gt;Österreichische UNESCO-Kommission 2007: Übereinkommen zum Schutz und zur Förderung der Vielfalt kultureller Ausdrucksformen, Art. 4, Seite 13. URL: https://www.unesco.at/fileadmin/Redaktion/Publikationen/Publikations-Dokumente/2005er_UNESCO-Convention_German.pdf, abgerufen am 22.09.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt; Sie wird innerhalb und zwischen Gemeinschaften weitergegeben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Alle kulturellen Ausdrucksformen bilden einen wesentlichen Kern von Kultur, aber Kultur enthält auch latente Dimensionen (Werte, Normen, Vorannahmen etc.), die nicht unmittelbar als Ausdrucksform erscheinen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.1.3 Kulturgut ===&lt;br /&gt;
Ein „Kulturgut“ ist '''eine einzelne kulturelle Ausdrucksform''', der ein '''besonderer kultureller Wert zugemessen wird''' (durch Anerkennung, Schutz, Bedeutung). Es ist somit ein Erzeugnis menschlicher Kreativität oder Zeugnis menschlichen Lebens, welches '''Bedeutung für die Kultur einer Gemeinschaft''' hat und daher '''Bestand haben und bewahrt werden soll'''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die '''Summe aller Kulturgüter''' einer Gemeinschaft wird als dessen '''Kulturerbe''' bezeichnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.1.4 Kulturerbe ===&lt;br /&gt;
Kulturerbe ist die '''Summe der materiellen und immateriellen Ausdrucksformen''' (= Kulturgüter) einer Kultur, die als „'''bewahrenswert'''“ anerkannt wurden. International umfasst das u. a. das '''Welterbe''' (Denkmäler, Ensembles, Stätten)&amp;lt;ref&amp;gt;UNESCO (1972), Welterbekonvention, Art. 1. URL: https://www.dnk.de/wp-content/uploads/2021/02/1972_DNK_UNESCO-Welterbekonvention.pdf (abgerufen am 11.09.2025).&amp;lt;/ref&amp;gt; und das '''Immaterielles Kulturerbe''' (Praktiken, Wissen).&amp;lt;ref&amp;gt;Deutsche UNESCO-Kommission o. J.:, Übereinkommen zur Erhaltung des immateriellen Kulturerbes (dt. Ausgabe). URL: https://www.unesco.de/assets/dokumente/Deutsche_UNESCO-Kommission/02_Publikationen/Publikation_UNESCO-%C3%9Cbereinkommen_zur_Erhaltung_des_immateriellen_Kulturerbes_01.pdf, (abgerufen am 11.09.2025).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ob etwas „zum Kulturerbe“ zählt, ist Ergebnis von Bewertung, Diskurs und teils formellen Verfahren. Dem Sorbischen Kulturregister (SKR) zufolge ist „sorbisch-wendisches Kulturerbe“ eine Zuschreibung, die durch Gesellschaft, Museen, Archive und Wissenschaft erfolgen kann.&amp;lt;ref&amp;gt;Sorbisches Institut 2025: Konzept für ein Sorbisches Kulturregister (SKR). URL: https://www.serbski-institut.de/wp-content/uploads/2021/11/00_Zweite-aktualisierte-Fassung_Konzept_Sorbisches-Kulturregister_20.11.2025.pdf, abgerufen am 20.11.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.1.5 Abgrenzung: Kultur und Kulturerbe ===&lt;br /&gt;
'''Kultur / Kulturelle Ausdrucksform''' sind als Begriffe weiter gefasst als '''Kulturgut / Kulturerbe'''. Kulturelle Ausdrucksformen umfassen alles Gelebte und Gestaltete einer Gemeinschaft in Gegenwart und Vergangenheit, während Kulturgut / Kulturerbe diejenigen kulturellen Güter und Traditionen meint, denen eine Bedeutung beigemessen wurde und die als bewahrens- und weitergebenswert erkannt wurden. Kultur ist der „aktuelle“ kreative Prozess (einschließlich Popkultur, Alltagskultur), Kulturerbe der daraus überkommene Schatz. Dennoch sind die Grenzen fließend: Was heute nur Kultur ist, kann morgen zum Kulturerbe erklärt werden – abhängig von Wertzuschreibung und Diskurs.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Rahmen dieses Dokuments werden für den sorbischen Kontext die Begriffe '''„kulturelle Ausdrucksform“''' und '''„Kulturgut“''' weitgehend '''synonym''' verwendet, sofern nicht ausdrücklich anders gekennzeichnet. Hintergrund ist, dass die Gesamtzahl der identifizierbaren kulturellen Ausdrucksformen einer kleinen Minderheit wie der Sorben/Wenden im Vergleich zu großen Mehrheitsgesellschaften überschaubar ist. Zugleich ist der Anteil dieser Ausdrucksformen, denen in der Community ein besonderer Wert beigemessen wird und die daher faktisch als Kulturgut wahrgenommen und behandelt werden, sehr hoch: Ein großer Teil des gelebten kulturellen Repertoires wird als identitätsstiftend und bewahrenswert verstanden und damit dem Kulturerbe zugerechnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== 2.2 Klassifizierung von Kulturgütern ==&lt;br /&gt;
Im Folgenden soll eine griffige Klassifizierung von Kulturgütern entwickelt werden, so dass pro Kulturgut-Klasse später auf die Besonderheiten ihrer Digitalisierung eingegangen werden kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Dataja:Wobraz_K2.png|center|600px]]&amp;lt;ref&amp;gt;Mermaid Flowchart Code: [https://mermaid.live/edit#pako:eNptlM9u00AQxl9ltFWoFDlp_C9OjISU2KSgUCq1BSRIDxt77Syxd6v1mkKjSDwBlThw4YCEeuXOoeLSN-EF4BHYjZOQQG67-32_2ZnZsWco4jFBPqrVZpRR6cNsP8n4ZTTBQu7rHVP66QWOKEvV3nQM2BeYTf8eea35fF6rjdiIrUl4cjJiAMPDV_X6sMxkKdJS1uvnvu9PtRGgp5ReE46wJIKSLIOf779CycbkkqQZjSb1Ovz-cv351_drDWGN9BXS_xfZBj7dLoGxBgIFBE14nOcrZGH68E07Iu0IlSNsQkhTKnGlfvyh1bjKcngIjcYD6G2s-xvrYGMdLuuqAFOXZ0IflzFh0xxn5OBU3t1ISZhqw6KaKpo29k04jSaCJrLq0oZsa9mCAZc8FTihhBnQp1ksxd1NSsS22dFmG3oMZzwl0HveONtlc7XNATtsHI9fk6kkC3nRsKoqnVNgwrFQaUOvLGJRRtMi4SJfZ790WtppQYhFIVV7CYsJDO9uWbEMujbqOgIbTqgsddB7MCD_eXT6gQMvaFEQBlclPMVqcA6eMfqGiKLMt926isCFM4FjKiln-voCHmEWXxIxXZcUVo-jSwrVe3DBGvHqtc83DLqS0FpNAi3wRluiDBdFSBIYQ0KzzN_r265jPjQinnHh7yVJYhRS8ClZKfe3KLyk2oHneuEuqlK2qWhJWYPOwGnvoiplm4qXVMd17V5rF1UpikIGSgWNkS9FSQyUE5FjvUUzHXGE5ITkZIR8tYxJgtVXPEIjNlfYBWYvOc9XpOBlOkF-grNC7cqLWPUupFjNa74-FXo0RMBLJpFvWtYiCPJn6C3yG7bTNO2u6Tidrue0W13HQO_Usdtquuqg1bG6TtvzPNuZG-hqcXGr2baV5NhuyzId13XbBiJqDrg4qn5ni7_a_A_W9oMu hier klicken], abgerufen am 22.09.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.2.1 A. Materiell - unbeweglich 🏛️ ===&lt;br /&gt;
„Materiell - unbeweglich&amp;quot; bezeichnet ortsfeste Kulturobjekte wie Bauwerke, Ensembles, Gebäudekomplexe und Stätten/Kulturlandschaften, wie sie in Art. 1 der UNESCO-Welterbekonvention als Kategorien des kulturellen Erbes definiert sind.&amp;lt;ref&amp;gt;UNESCO World Heritage Centre o. J.: Convention Concerning the Protection of the World Cultural and Natural Heritage, Artikel 1. URL: https://whc.unesco.org/en/conventiontext/, abgerufen am 01.10.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.2.2 B. Materiell - beweglich 🖼️ ===&lt;br /&gt;
Die Kategorie „Materiell - beweglich&amp;quot; umfasst bewegliche Sachen bzw. Sachgesamtheiten von kulturellem Wert (z. B. Objekte, Sammlungen), wie sie das deutsche Kulturgutschutzgesetz (§ 2 KGSG)&amp;lt;ref&amp;gt;Deutschland 2016: Kulturgutschutzgesetz (KGSG), § 2. URL: https://www.buzer.de/2_KGSG.htm, abgerufen am 01.10.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt; als „Kulturgut“ beschreibt.&lt;br /&gt;
* B1 '''Schriftgut''' - Bücher, Zeitungen, Handschriften, Archivgut, Graphiken, Pläne, Karten&lt;br /&gt;
* B2 '''Fotografien &amp;amp; Bildträger''' &lt;br /&gt;
** Fotografisch erzeugte statische Bildträger, auch Stillbildträger genannt, z. B. Positive/Negative auf Film/Platte/Photopapier, Dias, Abzüge, Mikrofilm/-fiche und vergleichbare fotografische Repro-Träger.&lt;br /&gt;
* B3 '''Analoge AV-Träger''' (Audio/Video/Film)&lt;br /&gt;
** Analoge zeitbasierte Medien, z. B. Magnetton (Tonband, Kassette), Schallplatte, Videobänder, Film.&lt;br /&gt;
* B4 '''3D-Objekte''' - Gegenstände, „sachkulturelle Artefakte“&amp;lt;ref&amp;gt;Sorbisches Institut o. J.: Konzept zum Digitalisierungszentrum am Sorbischen Institut, S. 24.&lt;br /&gt;
(Unveröffentlichtes Konzeptpapier; interne Projektunterlage.)&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.2.3 C. Immateriell 🎭 ===&lt;br /&gt;
Meint lebendige Praktiken, Darstellungen, Ausdrucksformen, Ideen, Werte, Wissen und Fertigkeiten, die von Gemeinschaften getragen und weitergegeben werden, gemäß der folgenden 5 UNESCO ICH-Domänen.&amp;lt;ref&amp;gt;UNESCO o. J.: Intangible Cultural Heritage – Five Domains. URL: https://ich.unesco.org/doc/src/01857-EN.pdf, abgerufen am 01.10.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* C1 '''Orale Traditionen/Ausdrucksformen''' - Sprache, Gesangstraditionen&lt;br /&gt;
* C2 '''Darstellende Künste''' - Musik, Tanz, Theater&lt;br /&gt;
* C3 '''Rituale &amp;amp; Feste''' - Bräuche und soziale Praktiken des Kalenders und Lebenslaufs&lt;br /&gt;
* C4 '''Wissen &amp;amp; Praktiken''' zu Natur &amp;amp; Universum - Heil- und Sammelkenntnisse, ökologisches und astronomisches Wissen, Glaube, Religion&lt;br /&gt;
* C5 '''Traditionelles Handwerk''' - Techniken, Werkzeuge und Gestaltungsmuster&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.2.4 D. Digital 💾 ===&lt;br /&gt;
Bezeichnet in digitaler Form vorliegende Ressourcen menschlichen Wissens und Ausdrucks. Diese können sowohl born-digital sein als auch digitalisierte Repräsentationen von materiellen und immateriellen Kulturgütern.&amp;lt;ref&amp;gt;UNESCO 2003: Charter on the Preservation of Digital Heritage. URL: https://www.unesco.org/en/legal-affairs/charter-preservation-digital-heritage, abgerufen am 01.10.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* D1 '''Born-digital''' (ursprünglich digital erzeugt, kein analoges Original), z. B. Webseiten, Social-Media-Beiträge, Software, Apps, Spiele, digitale Fotos/Audio/Video.&lt;br /&gt;
* D2 '''Digitalisate''' - Digitalisierte Repräsentationen/Derivate aus den Klassen A, B und C.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== 2.3 Begriffe und Kernfunktionen ==&lt;br /&gt;
Die vorherigen Abschnitte haben geklärt, was unter Kulturerbe verstanden wird und welche Arten von Kulturgütern unterschieden werden. Bevor der nachfolgende Abschnitt den Prozess der Kulturerbe-Digitalisierung beschreibt, werden in diesem Abschnitt die dafür wichtigsten Arbeitsbegriffe und Funktionen erläutert. Der Abschnitt soll dabei die Frage beantworten: Welche Arbeitsabläufe und Funktionen sind notwendig, damit Kulturgüter nicht nur digital erfasst, sondern auch gefunden, verstanden, gesichert und genutzt werden können?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Erläuterungen sollen eine gemeinsame und leicht verständliche Grundlage schaffen für alle, die an der Digitalisierung von Kulturerbe interessiert sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.3.1 Vom Kulturgut zur digitalen Repräsentation ===&lt;br /&gt;
Dieser Abschnitt erklärt, was bei einer Digitalisierung entsteht und wie sich das digitale Ergebnis vom ursprünglichen Kulturgut unterscheidet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
! Begriff&lt;br /&gt;
! Erklärung&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Digitalisierung von Kulturerbe'''&lt;br /&gt;
| Digitalisierung bezeichnet in diesem Konzept den gesamten zusammenhängenden Prozess: Kulturgüter erfassen, beschreiben und bewerten, digitale Repräsentationen erzeugen oder übernehmen, ihre Qualität prüfen, sie sichern und für die Nutzung zugänglich machen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;DFG2016&amp;quot;&amp;gt;Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) 2016: Praxisregeln „Digitalisierung“, insbesondere S. 13 und 41-44. URL: https://www.dfg.de/resource/blob/176108/898bf3574ad0ff3b1db525fa7d04c86c/12-151-v1216-de-data.pdf, abgerufen am 16.07.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Bei ursprünglich digital entstandenen Kulturgütern – auch ''born digital'' genannt – entfällt die Überführung aus einem analogen Original; die weiteren Aufgaben bleiben bestehen.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Digitalisat und digitale Repräsentation'''&lt;br /&gt;
| Ein '''Digitalisat''' ist ein digitales Abbild eines analogen Kulturguts, beispielsweise ein Scan einer Handschrift oder ein Foto eines Museumsobjekts. Der weitere Begriff '''digitale Repräsentation''' umfasst auch Audio-, Video- oder 3D-Dokumentationen einer immateriellen kulturellen Praxis. Die digitale Repräsentation ersetzt weder das materielle Kulturgut noch die lebendige Praxis.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Masterdatei und Nutzungsderivat'''&lt;br /&gt;
| Die '''Masterdatei''' ist die möglichst hochwertige und qualitätsgeprüfte Ausgangsdatei. Sie wird für die langfristige Sicherung und spätere Bearbeitungen aufbewahrt. Ein '''Nutzungsderivat''' ist eine daraus erzeugte, an einen bestimmten Zweck angepasste Datei, beispielsweise ein kleineres Bild für eine Internetseite.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Digitales Objekt'''&lt;br /&gt;
| Als '''digitales Objekt''' wird in diesem Konzept eine zusammengehörige digitale Einheit bezeichnet. Sie kann aus einer oder mehreren Dateien, den zugehörigen Metadaten und ihren Verknüpfungen bestehen. Ein digitales Objekt kann ein Digitalisat oder ein ursprünglich digital entstandenes Kulturgut sein.&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
''Beispiel:'' Das verzierte sorbische Osterei bleibt das materielle Kulturgut. Hochauflösende Fotografien, ein 3D-Modell und die dazugehörigen Beschreibungen bilden gemeinsam seine digitale Repräsentation.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.3.2 Vier Kernfunktionen ===&lt;br /&gt;
Als '''Kernfunktionen der Kulturerbe-Digitalisierung''' werden im Folgenden vier dauerhaft zu erfüllende Aufgabenbereiche bezeichnet. Sie beschreiben, was für eine nachhaltige Digitalisierung von Kulturerbe geleistet werden muss, unabhängig davon, welche Institution oder welches technische System die jeweilige Funktion übernimmt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
! Kernfunktion&lt;br /&gt;
! Typische organisatorisch-technische Umsetzung&lt;br /&gt;
! Hauptaufgabe&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Nachweisen, beschreiben und verknüpfen'''&lt;br /&gt;
| Register oder Katalog&lt;br /&gt;
| Macht sichtbar, welche Kulturgüter vorhanden sind, wo sie sich befinden und in welchem Zusammenhang sie stehen. Ein Registereintrag kann bereits bestehen, bevor ein Digitalisat angefertigt wurde. &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Digitalisieren und Qualität sichern'''&lt;br /&gt;
| Digitalisierungszentrum oder Digitalisierungsdienst&lt;br /&gt;
| Erzeugt bzw. übernimmt digitale Repräsentationen, prüft sie und bereitet Dateien und Metadaten für die weitere Verarbeitung vor. Geliefert werden bspw. geprüfte Masterdateien und Nutzungsderivate. &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Langfristig erhalten'''&lt;br /&gt;
| Repositorium oder digitales Langzeitarchiv&lt;br /&gt;
| Übernimmt Dateien und Metadaten, speichert und verwaltet sie und erhält sie über technische und organisatorische Veränderungen hinweg dauerhaft nutzbar.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Zugänglich machen und Nutzung ermöglichen'''&lt;br /&gt;
| Präsentations- und Nutzungssystem&lt;br /&gt;
| Führt beschreibende Informationen und digitale Medien für Nutzerinnen und Nutzer zusammen. Es ermöglicht beispielsweise Suche, Anzeige, Kontextualisierung, Vermittlung und – soweit zulässig – Nachnutzung. &lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese '''Kernfunktionen''' beschreiben zunächst nicht zwingend getrennte Institutionen oder Systeme. Eine Einrichtung kann mehrere Kernfunktionen übernehmen. Umgekehrt kann eine Kernfunktion auf mehrere Einrichtungen oder technische Systeme verteilt sein. Entscheidend sind klare Zuständigkeiten, verlässliche Übergaben und gemeinsame Standards.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vereinfacht lässt sich das Zusammenspiel so zusammenfassen:&lt;br /&gt;
# Das '''Register oder der Katalog''' beschreibt und verknüpft das Kulturgut.&lt;br /&gt;
# Der '''Digitalisierungsdienst''' erzeugt und prüft seine digitale Repräsentation.&lt;br /&gt;
# Das '''Repositorium oder digitale Archiv''' übernimmt und erhält die Dateien.&lt;br /&gt;
# Das '''Präsentationssystem''' führt Beschreibungen und Medien für die Nutzung zusammen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die konkrete Ausgestaltung kann zentral, dezentral oder als Verbund mehrerer Systeme erfolgen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.3.3 Register ===&lt;br /&gt;
Die folgende Tabelle erklärt, wie Kulturgüter so erfasst, beschrieben und verknüpft werden, dass sie eindeutig zugeordnet, wiedergefunden und nach einheitlichen Regeln weiterverarbeitet werden können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
! Begriff&lt;br /&gt;
! Erklärung&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Erschließung, Verzeichnung und Registrierung'''&lt;br /&gt;
| '''Erschließung''' ist der übergeordnete Vorgang, bei dem ein Kulturgut identifiziert, beschrieben und in seinen Zusammenhang eingeordnet wird. '''Verzeichnung''' bezeichnet seine strukturierte dokumentarische Beschreibung. '''Registrierung''' bedeutet die Aufnahme in ein konkretes Register, einen Katalog oder ein Sammlungssystem. Ein Kulturgut kann bereits registriert werden, bevor ein Digitalisat vorhanden ist.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Metadaten'''&lt;br /&gt;
| Metadaten sind strukturierte Informationen über ein Kulturgut und seine digitalen Repräsentationen. Dazu gehören beispielsweise Titel, Herkunft, beteiligte Personen, Ort, Zeit, kultureller Kontext, Rechte, Dateieigenschaften und Bearbeitungsschritte. Je nach Zweck werden beschreibende, technische, rechtliche und erhaltungsbezogene Metadaten unterschieden. Sie machen Kulturgüter auffindbar, verständlich, verwaltbar und langfristig nutzbar.&amp;lt;ref name=&amp;quot;PREMIS&amp;quot;&amp;gt;Library of Congress o. J.: PREMIS – Preservation Metadata: Implementation Strategies. Internationaler Standard für Erhaltungsmetadaten. URL: https://www.loc.gov/standards/premis/, abgerufen am 16.07.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Persistenter Identifikator'''&lt;br /&gt;
| Ein '''persistenter Identifikator''' ist eine dauerhafte und eindeutige Kennung für ein Kulturgut, einen Datensatz oder eine digitale Ressource. Die Kennung bleibt bestehen, auch wenn sich der technische Speicherort oder die Internetadresse ändern. Dadurch können Kulturgüter dauerhaft zitiert und zwischen Systemen verknüpft werden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;DFG2016&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Metadaten sind keine bloße Beigabe zu einer Datei. Ohne ausreichende Beschreibungen kann ein Digitalisat zwar technisch vorhanden sein, später aber kaum gefunden, verstanden oder zuverlässig zugeordnet werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.3.4 Digitalisierungsdienst und Archiv ===&lt;br /&gt;
Die folgende Tabelle erklärt was erforderlich ist, damit Kulturgüter digitalisiert werden und nicht nur heute gespeichert sind, sondern auch nach technischen und organisatorischen Veränderungen noch gefunden, verstanden und genutzt werden können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
! Begriff&lt;br /&gt;
! Erklärung&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Repositorium'''&lt;br /&gt;
| Ein '''Repositorium''', auch ''Repository'' genannt, ist eine verwaltete technische Umgebung, in der digitale Objekte und ihre Metadaten übernommen, gespeichert, geordnet, verwaltet und bereitgestellt werden. Ein Repositorium kann Teil eines digitalen Archivs sein. Nicht jedes Repositorium erfüllt jedoch automatisch alle Anforderungen der Langzeiterhaltung.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Digitales Archiv oder digitales Langzeitarchiv'''&lt;br /&gt;
| Ein digitales Archiv ist mehr als ein Server oder ein Speicherprogramm. Es verbindet eine verantwortliche Organisation, fachkundiges Personal, Regeln, Arbeitsabläufe und technische Systeme. Es übernimmt die Verantwortung dafür, digitale Informationen langfristig zu erhalten und für festgelegte Nutzergruppen zugänglich zu machen. Das internationale Referenzmodell '''Open Archival Information System''' (OAIS, offenes Archiv-Informationssystem) bietet hierfür einen fachlichen Rahmen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;OAIS2024&amp;quot;&amp;gt;Consultative Committee for Space Data Systems (CCSDS) 2024: Reference Model for an Open Archival Information System (OAIS), CCSDS 650.0-M-3, insbesondere S. 1-1–1-2 und 2-1–2-2. URL: https://ccsds.org/Pubs/650x0m3.pdf, abgerufen am 16.07.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Ingest oder kontrollierte Übernahme'''&lt;br /&gt;
| '''Ingest''' bezeichnet die kontrollierte Übernahme digitaler Dateien und Metadaten in ein Repositorium oder digitales Archiv. Dabei werden beispielsweise Vollständigkeit, Dateiformate, Metadaten und Dateiintegrität geprüft und die Übernahme dokumentiert.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Langzeitverfügbarkeit und digitale Langzeiterhaltung'''&lt;br /&gt;
| '''Langzeitverfügbarkeit''' ist das Ziel, digitale Inhalte über technische und organisatorische Veränderungen hinweg auffindbar, lesbar, verständlich und nutzbar zu halten. '''Digitale Langzeiterhaltung''' bezeichnet die dafür notwendigen fortlaufenden Maßnahmen. Dazu können mehrere Speicherorte, regelmäßige Prüfungen, Formatüberwachung, technische Migrationen und eine nachvollziehbare Dokumentation gehören. „Langfristig“ bezeichnet dabei keine feste Zahl von Jahren, sondern einen Zeitraum, in dem mit veränderten Technologien, Formaten und Nutzungsanforderungen gerechnet werden muss.&amp;lt;ref name=&amp;quot;OAIS2024&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Datensicherung oder Backup'''&lt;br /&gt;
| Ein '''Backup''' ist eine zusätzliche Sicherungskopie, aus der Dateien nach einem Verlust oder technischen Ausfall wiederhergestellt werden können. Backups sind notwendig, ersetzen aber keine Langzeiterhaltung: Sie regeln allein noch keine dauerhaften Zuständigkeiten, Metadaten, Formatüberwachung, Integritätsprüfungen oder langfristige Zugänglichkeit.&amp;lt;ref name=&amp;quot;DPCStorage&amp;quot;&amp;gt;Digital Preservation Coalition o. J.: Digital Preservation Handbook – Storage. URL: https://www.dpconline.org/handbook/organisational-activities/storage, abgerufen am 16.07.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Integrität und Authentizität'''&lt;br /&gt;
| '''Integrität''' bedeutet, dass unbeabsichtigte Veränderungen oder Beschädigungen einer Datei erkannt werden können. Dafür werden häufig Prüfsummen verwendet - digitale Kontrollwerte, die regelmäßig verglichen werden. '''Authentizität''' bedeutet, dass Herkunft, Identität und Bearbeitungsgeschichte eines digitalen Objekts nachvollziehbar sind und belegt werden kann, dass es das ist, was es zu sein vorgibt.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Dateiformat und Datenformat'''&lt;br /&gt;
| Ein '''Dateiformat''' legt den technischen Aufbau einer einzelnen Datei fest. Ein '''Datenformat''' beschreibt, wie Informationen strukturiert und zwischen Systemen ausgetauscht werden. Gut dokumentierte, verbreitete und möglichst offen beschriebene Formate erleichtern den Austausch und die langfristige Nutzung. Sie ersetzen jedoch keine aktive Langzeiterhaltung.&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Merksatz:''' Speichern ist nicht dasselbe wie langfristiges Erhalten. Auch ein vorhandenes Backup ist noch kein digitales Langzeitarchiv.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.3.5 Präsentationssystem ===&lt;br /&gt;
Die folgende Tabelle erklärt, wie aus langfristig gesicherten Dateien ein digitales Kulturerbe wird, das von Menschen gefunden, verstanden und sinnvoll genutzt werden kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
! Begriff&lt;br /&gt;
! Erklärung&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Zugänglichmachung und Präsentation'''&lt;br /&gt;
| '''Zugänglichmachung''' bedeutet, dass digitale Objekte auffindbar und im rechtlich sowie technisch zulässigen Umfang abrufbar sind. '''Präsentation''' geht darüber hinaus: Inhalte werden ausgewählt, miteinander verknüpft, erklärt und für bestimmte Zielgruppen vermittelt. Dazu gehören verständliche Kontextinformationen, klare Rechteangaben, Mehrsprachigkeit und möglichst barrierearme Zugänge. Abhängig von Rechten, personenbezogenen Daten oder kulturellen Schutzbedarfen kann der Zugang offen oder eingeschränkt sein.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Nutzung und Nachnutzung'''&lt;br /&gt;
| '''Nutzung''' umfasst beispielsweise das Betrachten, Lesen, Anhören, Erforschen oder Vermitteln eines digitalen Kulturguts. '''Nachnutzung''' bedeutet seine weitere Verwendung in einem neuen Zusammenhang, etwa in Bildung, Forschung, Publikationen, Ausstellungen, Anwendungen oder kreativen Werken. Dafür werden geeignete Dateien, verständliche Metadaten und klare Rechteinformationen benötigt.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Rechteinformation und Lizenz'''&lt;br /&gt;
| Eine '''Rechteinformation''' beschreibt den rechtlichen Status eines digitalen Objekts und mögliche Einschränkungen seiner Nutzung. Eine '''Lizenz''' räumt durch eine dazu berechtigte Person oder Institution konkrete Nutzungsrechte ein. Ein allgemeiner Rechtehinweis ist daher nicht automatisch eine Lizenz.&amp;lt;ref name=&amp;quot;RightsReuse&amp;quot;&amp;gt;RightsStatements.org o. J.: Standardisierte Rechtehinweise für online verfügbares Kulturerbe. URL: https://rightsstatements.org/de/, abgerufen am 16.07.2026. Creative Commons 2025: Recommended Licenses and Tools for Cultural Heritage Content. URL: https://creativecommons.org/2025/07/09/recommended-licenses-and-tools-for-cultural-heritage-content/, abgerufen am 16.07.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Interoperabilität'''&lt;br /&gt;
| '''Interoperabilität''' bezeichnet die Fähigkeit von Systemen und Organisationen, Daten auszutauschen und in gleicher Bedeutung zu verstehen. Dafür werden gemeinsame Metadatenmodelle, Begriffe, Identifikatoren und technische Schnittstellen benötigt. So können beispielsweise Register, Repositorien, Präsentationsportale und externe Kulturplattformen miteinander verbunden werden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;EuropeanaEDM&amp;quot;&amp;gt;Europeana o. J.: Metadata – Europeana Data Model (EDM, Europeana-Datenmodell). URL: https://pro.europeana.eu/page/metadata, abgerufen am 16.07.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Digitalisierte Inhalte entfalten ihren kulturellen und gesellschaftlichen Nutzen erst dann vollständig, wenn sie auffindbar, verständlich, rechtlich klar und für unterschiedliche Zielgruppen tatsächlich verwendbar sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der folgende Abschnitt 2.4 beschreibt, wie diese Kernfunktionen innerhalb des gesamten Prozesses der Kulturerbe-Digitalisierung zusammenwirken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== 2.4 Prozess der Digitalisierung von Kulturerbe ==&lt;br /&gt;
Die Digitalisierung von Kulturgut ist kein rein technischer Arbeitsschritt, sondern ein vielschichtiger, oft langfristiger Prozess, der bereits mit der Wahrnehmung und Identifikation einer kulturellen Ausdrucksform beginnt. Ziel dieses Abschnitts ist es, diesen Gesamtprozess systematisch darzustellen: von der gelebten Kultur über das identifizierte Kulturgut bis hin zur digital nutzbaren Repräsentation.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die hier entwickelte Prozessdarstellung soll als praxisorientierter Überblick dienen für die Digitalisierung des sorbischen Kulturerbes. Sie berücksichtigt die Anforderungen sorbischer Einrichtungen ebenso wie die international etablierten Referenzmodelle und Standards, darunter:&lt;br /&gt;
* das OAIS-Referenzmodell (ISO 14721) für digitale Archivierung&amp;lt;ref&amp;gt;Consultative Committee for Space Data Systems (CCSDS) 2024: Reference Model for an Open Archival Information System (OAIS), CCSDS 650.0-M-3. URL: https://ccsds.org/Pubs/650x0m3.pdf, abgerufen am 01.10.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
* das DCC Curation Lifecycle Model für kuratorische Entscheidungsprozesse&amp;lt;ref&amp;gt;Higgins 2008: The DCC Curation Lifecycle Model. International Journal of Digital Curation, 3(1), 134-140. URL: https://ijdc.net/index.php/ijdc/article/view/48, abgerufen am 01.10.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
* das Spectrum-Modell für museale Objektverwaltung&amp;lt;ref&amp;gt;Collections Trust 2022. Spectrum 5.1 - The UK Museum Collections Management Standard. URL: https://collectionstrust.org.uk/spectrum/spectrum-5, abgerufen am 01.10.2025. &amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
* die UNESCO-Leitlinien zur Inventarisierung immateriellen Kulturerbes&amp;lt;ref&amp;gt;UNESCO 2024: Operational Directives for the Implementation of the Convention for the Safeguarding of the Intangible Cultural Heritage (10.GA). URL: https://ich.unesco.org/doc/src/ICH-Operational_Directives-10.GA_EN.pdf, abgerufen am 01.10.2025. &amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
* sowie technische Vorgaben wie die DFG-Praxisregeln Digitalisierung&amp;lt;ref&amp;gt;Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) 2022: Praxisregeln Digitalisierung (aktualisierte Fassung). URL: https://www.ulb.hhu.de/fileadmin/redaktion/ULB/Documents/Infomaterial/DFG_Praxisregeln_Digitalisierung_Aktualisierte_Fassung2022.pdf, abgerufen am 01.10.2025. &amp;lt;/ref&amp;gt; und die FADGI-Richtlinien&amp;lt;ref&amp;gt;Federal Agencies Digital Guidelines Initiative (FADGI) 2023: Technical Guidelines for Digitizing Cultural Heritage Materials – Still Image, 3rd ed. URL: https://www.digitizationguidelines.gov/guidelines/digitize-technical.html, abgerufen am 01.10.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Folge soll der „Lebenslauf“ eines Kulturguts dargestellt werden, also der Weg, den ein Objekt oder eine kulturelle Praxis vom Zeitpunkt der Entstehung über die Erfassung, Digitalisierung und Archivierung bis zur Veröffentlichung in einem digitalen Präsentationsmodul durchläuft.&lt;br /&gt;
Hierfür erläutert der folgende Abschnitt die einzelnen Prozessschritte im Detail, jeweils mit Akteuren und Beispielen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.4.1 Vorüberlegungen zum Prozess ===&lt;br /&gt;
Im hier vorgestellten Prozess wird auf eine harte, systematische Filterung verzichtet, welche kulturellen Ausdrucksformen „nur“ Kultur und welche bereits Kulturgut sind. Ein solcher Bewertungs- und Abgrenzungsprozess wäre ressourcenintensiv und würde den vorhandenen Kapazitäten in den beteiligten Einrichtungen nicht entsprechen. Stattdessen folgt das Konzept einer inklusiven Logik: Alle dokumentierten Ausdrucksformen werden zunächst als potenzielle Kulturgüter erfasst. Eine feinere Auswahl und Priorisierung erfolgen erst in einem späteren Schritt, nämlich dann, wenn konkret entschieden wird, welche Ausdrucksformen bzw. Kulturgüter in welcher Tiefe digitalisiert, archiviert und präsentiert werden sollen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieses Vorgehen schließt an das SKR-Konzept an, das bewusst auf eine frühe normative Trennung zwischen „kultureller Ausdrucksform“ und „Kulturgut“ verzichtet. Auch hier steht zunächst der möglichst vollständige, strukturierte Überblick über die sorbischen Kulturgüter im Vordergrund. Die differenzierte Bewertung und Schwerpunktsetzung werden als anschließende fachliche Aufgabe verstanden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.4.2 Prozessschritte im Detail ===&lt;br /&gt;
Das folgende Diagramm gibt einen Überblick über die sechs Kernschritte des Gesamtprozesses der Digitalisierung von Kulturgut – von der ersten Wahrnehmung einer kulturellen Ausdrucksform bis zu ihrer digitalen Präsentation als Kulturgut. Die Abfolge zeigt zugleich die Entwicklungsstufen: von gelebter Kultur zur kulturellen Ausdrucksform, von dort zum Kulturgut und schließlich zum digitalen Kulturgut. Die Schritte sind als generischer Ablauf zu verstehen: Je nach Art des Kulturguts können einzelne Tätigkeiten unterschiedlich aufwendig sein oder parallel erfolgen.&lt;br /&gt;
[[Dataja:Wobraz_K3.png|center|600px]]&amp;lt;ref&amp;gt;Mermaid Flowchart Code: [https://mermaid.live/edit#pako:eNplkk1OwzAQha8yGqmbkloxSZs2CyTa8LOphIAVhIVJpolF4iDH4a_qbXqTXgzHFdAKr2y97703lmaNWZMTxriqmvesFNrAfZIqgPPHFIdDzuBO1DVVajhM8QlGozOYO-WUwS0VsjVakqa93Pvmjlk4JmAwp3fS5kCHwQAWjkkcE_Y5WWkIXqrd9jBpT138UIkspBGVbI_7-rwLR146csLgRryQ-U8lMGLwTG1WapLPpHKCZQLMOY9ch7m2VxiSpOAEjJ1TSev_M_bkvv3KtY8ZnOuslG_H9VcOuf4dUO-2LamjGdHDQsscY6M78rAmXYv-ies-IEVTUk0pxvaa00p0lUkxVRtrexXqoWnqH6duuqLEeCWq1r6619zOn0hRaPGH9J_Xi6ZTBuOxS8B4jR8YhxGLeDThkR-EM37KuYefFmHTaOz7fOZHQTidBMHGwy9X6VslnNnDw4jPuB8GHlIuTaOX-7Vy27X5Bh_Osqo hier klicken], abgerufen am 22.09.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Prozess zeigt, dass Digitalisierung von Kulturgut mehr ist als das Erstellen digitaler Dateien. Sie umfasst eine Reihe aufeinander bezogener Schritte – von der ersten Wahrnehmung einer kulturellen Ausdrucksform über ihre Erfassung, Bewertung und Digitalisierung bis hin zur langfristigen Sicherung und Präsentation. Dabei sind je nach Schritt unterschiedliche Akteure beteiligt, etwa Gemeinschaften, Museen, Archive, Fachgremien, Digitalisierungsstellen oder IT. Die folgenden Beschreibungen erläutern diese Schritte so, dass nachvollziehbar wird, was jeweils mit einem Kulturgut geschieht, wer daran beteiligt ist und wie sich der Ablauf in der Praxis vorstellen lässt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''1. Sammeln &amp;amp; erfassen''' &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Hier wird eine kulturelle Ausdrucksform erstmals wahrgenommen, benannt und mit ersten Informationen erfasst: Was ist es, wer macht es oder hat es geschaffen, wo kommt es vor, warum ist es bedeutsam für die Gemeinschaft? &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Akteure''': Community, Vereine, Museen, Archive, Forschende, Privatpersonen.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Beispiel''': Auf einem Dorffest zeigt eine Frau das Verzieren sorbischer Ostereier. Jemand fotografiert dies und notiert Technik, Ort und Namen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''2. Registrieren &amp;amp; beschreiben''' &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Hier wird aus der ersten Beobachtung ein strukturierter Nachweis. Das Kulturgut oder die kulturelle Ausdrucksform wird in ein Register, eine Sammlung oder einen Katalog aufgenommen und mit strukturierten Metadaten beschrieben, damit es wiedergefunden, zugeordnet und verstanden werden kann. Dazu gehören z. B. Titel, Ort, Zeit, Technik, Funktion, beteiligte Personen und der kulturelle Kontext.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Akteure''': Registerverantwortliche, Kurator:innen, Sammlungsmitarbeitende, Community für Kontextinformationen.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Beispiel''': Das Osterei erhält einen Eintrag mit Angaben wie „Wachsbatik“, „Schleife“, „Osterei-Verzierung“, Name der Trägerin und Entstehungsjahr.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''3. Bewerten &amp;amp; freigeben''' &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
In diesem Schritt wird entschieden, ob und in welcher Priorität ein Kulturgut oder die kulturelle Ausdrucksform digitalisiert werden soll und ob dies rechtlich und ethisch möglich ist. Dabei spielen fachliche Kriterien wie Bedeutung, Repräsentativität, Seltenheit oder Gefährdung eine Rolle, aber auch Fragen des Urheberrechts, Datenschutzes und möglicher kultureller Sensibilitäten. Am Ende steht eine begründete Entscheidung, ob und in welchem Umfang das Kulturgut weiterbearbeitet und später veröffentlicht werden darf. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Akteure''': Kurator:innen, Fachgremien, Community-Vertretungen, Register/SKR, ggf. Rechteverantwortliche und Behörden. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Beispiel''': Es wird entschieden, dass die Osterei-Technik wegen ihrer Bedeutung für die sorbische Identität digital gesichert werden soll; die Kunsthandwerkerin stimmt der Veröffentlichung zu.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''4. Digitalisieren &amp;amp; prüfen''' &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Nun wird das Kulturgut technisch erfasst, also in eine digitale Form überführt. Das kann je nach Objektart durch Scan, Fotografie, Audio- oder Videoaufnahme oder 3D-Erfassung geschehen. Dabei entstehen hochwertige Master-Dateien und nutzbare Derivate. Die Digitalisierung folgt qualifizierten Standards, um Reproduzierbarkeit, Farbkonsistenz und Nutzbarkeit zu gewährleisten. Anschließend wird geprüft, ob Schärfe, Farbe, Vollständigkeit und Dateiformate den Anforderungen für Archivierung und Nutzung entsprechen. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Akteure''': Digitalisierungszentrum, Foto-/AV-/3D-Spezialist:innen, externe Dienstleister bei Spezialfällen. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Beispiel''': Das Osterei wird fotografisch hochauflösend aufgenommen und zusätzlich als 3D-Modell erfasst. Danach werden Schärfe, Farbe und Dateiformate geprüft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''5. Archivieren &amp;amp; sichern''' &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die entstandenen digitalen Dateien werden geordnet abgelegt, mit den zugehörigen Metadaten verknüpft und für die langfristige Erhaltung gesichert. Dazu gehören sichere Speicherorte, Backups, Integritätskontrollen und – wenn nötig – spätere technische Migration auf neue Systeme. Ziel ist, dass das digitale Kulturgut langfristig erhalten bleibt, auch wenn sich Technik und Formate verändern. Das Original bleibt in der Regel weiterhin am Sammlungs- oder Aufbewahrungsort. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Akteure''': Archiv, Repository, IT-Betrieb, ggf. Sorbisches Kulturarchiv bzw. Digitalisierungszentrum. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Beispiel''': Die Bilder und das 3D-Modell des Ostereis werden auf gesicherten Servern gespeichert; das Original bleibt im Museum oder bei der Eigentümerin.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''6. Präsentieren &amp;amp; nutzen''' &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Im letzten Schritt werden die digitalen Objekte so bereitgestellt, dass sie gefunden, verstanden und genutzt werden können, z. B. in Portalen, digitalen Sammlungen oder virtuellen Ausstellungen. Dafür reicht es nicht, nur Dateien anzuzeigen: Es braucht auch verständliche Kontexte, Rechteangaben, Mehrsprachigkeit und möglichst barrierearme Zugänge. So wird aus der technischen Digitalisierung eine tatsächliche kulturelle Nutzung. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Akteure''': Kurator:innen, Vermittlung, Web/IT, Museen, Kulturinformationen, Community. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Beispiel''': Das Osterei erscheint in einer Online-Ausstellung, kann herangezoomt oder als 3D-Modell gedreht werden und wird mit einem kurzen Text zur Technik erklärt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.4.3 Organisatorische Perspektive ===&lt;br /&gt;
Die folgende Abbildung ist entnommen aus einem Poster des Sorbischen Instituts zu dessen Digitalisierungsstrategie, gefunden auf der Projektseite des Digitalisierungszentrums.&amp;lt;ref&amp;gt;Sorbisches Institut: Digitalisierungszentrum (DZ). URL: [https://www.serbski-institut.de/projekte-zentrale-vorhaben/digitalisierungszentrum-dz/ https://www.serbski-institut.de/projekte-zentrale-vorhaben/digitalisierungszentrum-dz/], abgerufen am 25.03.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Digitalisierungsstrategie des Sorbischen Instituts zeigt die Erfassung, Registrierung, Digitalisierung und Archivierung bis zur Präsentation von Kulturgütern aus '''organisatorischer Sicht'''. Sie basiert auf einem '''3-Säulen-Modell aus Kulturregister, Digitalisierungszentrum und Präsentationsumgebung'''. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Dataja:Wobraz_K4.png|mini||center|600px|Abbildung: 3-Säulen-Modell der Digitalisierungsstrategie des Sorbischen Instituts. Quelle: Sorbisches Institut, „Digitalizacija serbskich kulturnych datow / Digitalisierung der sorbischen/wendischen Kulturdaten“&amp;lt;ref&amp;gt;Sorbisches Institut 2025: Digitalizacija serbskich kulturnych datow / Digitalisierung der sorbischen/wendischen Kulturdaten (Poster). URL:  [https://www.serbski-institut.de/wp-content/uploads/2021/11/A0-Druck_Digitalisierungsstrategie-SI.pdf  https://www.serbski-institut.de/wp-content/uploads/2021/11/A0-Druck_Digitalisierungsstrategie-SI.pdf], abgerufen am 25.03.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Beide Sichtweisen - die fachliche &amp;quot;Prozess-Sicht&amp;quot; und die &amp;quot;organisatorische Sicht&amp;quot; lassen sich wie folgt in einer Darstellung zusammenfassen:&lt;br /&gt;
[[Dataja:Wobraz_K5.jpg|mini||center|600px|Abbildung: Zusammengefasste Sichtweisen auf die Digitalisierung von Kulturerbe.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der &amp;quot;Prozess der Digitalisierung von Kulturerbe&amp;quot; beschreibt, '''was''' mit einem Kulturgut geschieht; das 3-Säulen-Modell zeigt, '''wo''' diese Aufgaben organisatorisch verortet sind. Bezogen auf die oben beschriebenen [[#2.3.2 Prozessschritte im Detail|Prozessschritte der Digitalisierung von Kulturerbe]] steht das '''Sorbische Kulturregister''' für den Prozessschritt „'''2. Registrieren'''“ und dient dabei vor allem der Verzeichnung und Metadatenverwaltung. Das '''Digitalisierungszentrum''' steht für die Prozessschritte „'''4. Digitalisieren'''“ und „'''5. Archivieren'''“ und dient dabei der technischen Erfassung, Bearbeitung und Sicherung der Digitalisate. Die '''Präsentationsumgebung''' steht für den Schritt „'''6. Präsentieren'''“ und dient der öffentlichen oder kuratierten Bereitstellung zur Nutzung. Ergänzende Konzepte des SI machen dabei deutlich, dass die Digitalisierung im Regelfall eine vorherige Verzeichnung im Register voraussetzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
! Prozessschritt&lt;br /&gt;
! Verantwortliche Organisation&lt;br /&gt;
! Funktion im Gesamtsystem&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''2. Registrieren'''&lt;br /&gt;
| '''Sorbisches Kulturregister'''&lt;br /&gt;
| Kulturgüter werden als Entitäten nachgewiesen, beschrieben, mit Metadaten versehen und miteinander verknüpft. Das Register erfüllt damit eine katalogähnliche Funktion: Es macht sichtbar, welche Kulturgüter es gibt, wo sie sich befinden und in welchem Kontext sie stehen.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''4. Digitalisieren'''&lt;br /&gt;
| '''Digitalisierungszentrum'''&lt;br /&gt;
| Kulturgüter werden technisch erfasst, z. B. durch Scan, Fotografie, Audio-/Videoübertragung oder 3D-Erfassung. Das Digitalisierungszentrum erzeugt und prüft die Digitalisate, ist aber nicht selbst primär ein Präsentationssystem.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''5. Archivieren'''&lt;br /&gt;
| '''Digitalisierungszentrum / Repositorium / Archiv'''&lt;br /&gt;
| Die digitalen Dateien werden geordnet gespeichert, mit Metadaten verbunden und langfristig gesichert. Dazu gehört auch die Sicherstellung der Langzeitaufbewahrung, etwa durch geeignete Speicherorte, Prüfroutinen und spätere Migrationen.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''6. Präsentieren'''&lt;br /&gt;
| '''Sorabicon / weitere Präsentationsumgebungen'''&lt;br /&gt;
| Die digitalen Inhalte werden für Nutzer:innen sichtbar, erfahrbar und verständlich gemacht, z. B. in Portalen, digitalen Sammlungen oder virtuellen Ausstellungen. Die Präsentation greift dafür auf Metadaten aus dem Register und auf Digitalisate aus dem Repositorium bzw. dem Digitalisierungszentrum zurück.&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Schritt '''1. Sammeln''' liegt vor diesen drei Säulen. Er betrifft die Sammlungsorte selbst, also z. B. Museen, Archive, Heimatstuben, Vereine, Projekte, Gemeinden oder Privatpersonen. Dort entstehen oder befinden sich die Kulturgüter zunächst, bevor sie systematisch registriert, bewertet oder digitalisiert werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Schritt '''3. Bewerten''' ist ebenfalls keine eigene technische Säule, sondern ein steuernder Entscheidungsschritt. In ihm wird geklärt, welche Kulturgüter priorisiert digitalisiert werden, welche fachliche Bedeutung sie haben, welche Rechte zu beachten sind und ob eine öffentliche Präsentation möglich ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Damit wird deutlich: Register, Digitalisierungszentrum und Präsentation erfüllen unterschiedliche Aufgaben. Das '''Register''' beschreibt und verknüpft Kulturgüter, das '''Digitalisierungszentrum''' erzeugt und sichert Digitalisate und die '''Präsentationsumgebung''' macht ausgewählte Inhalte verständlich zugänglich. Gerade diese Trennung schafft klare Zuständigkeiten und erleichtert die Zusammenarbeit zwischen Sammlungsorten, Fachstellen, technischen Dienstleistern und Öffentlichkeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== 2.5 Beispiele anderer Kulturen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Digitalisierung des Kulturerbes kleiner, autochthoner, indigener und sprachlicher Gemeinschaften weist häufig vergleichbare Herausforderungen auf: Kulturgüter und Bestände sind auf viele Institutionen, Vereine, lokale Einrichtungen und private Träger verteilt. Personelle und finanzielle Ressourcen sind begrenzt, mehrere Sprachen und Beschreibungstraditionen müssen berücksichtigt werden und nicht alle kulturellen Inhalte dürfen oder sollen ohne Einschränkung öffentlich zugänglich gemacht werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In einer vergleichenden Recherche wurde daher untersucht, wie andere Gemeinschaften und Regionen ihr Kulturerbe erfassen, beschreiben, digitalisieren, langfristig sichern und zur Nutzung bereitstellen. Dabei wurde nicht nach einer universell „idealen“ technischen Lösung gesucht. Untersucht wurde vielmehr, welche organisatorischen, technischen, rechtlichen und gemeinschaftlichen Modelle unter welchen Rahmenbedingungen funktionieren, welche Schwierigkeiten auftreten und welche übertragbaren Erfolgsfaktoren erkennbar sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die nachfolgenden Beispiele verdeutlichen unterschiedliche Schwerpunkte: gemeinschaftliche Steuerung, institutionsübergreifende Register und Suchsysteme, Digitalisierung verteilter Bestände, Sprach- und Tonarchive, abgestufte Zugänge, Unterstützung kleiner Kulturgutträger sowie die Überführung zeitlich begrenzter Projekte in einen dauerhaften Betrieb.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die daraus abgeleiteten Kriterien bilden einen Referenzrahmen. Anhand dieses Referenzrahmens kann in einer späteren Ist-Analyse geprüft werden, welche Funktionen bereits vorhanden, nur konzeptionell beschrieben, in Pilotprojekten erprobt oder dauerhaft im Regelbetrieb verankert sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die ausführlichen Fallprofile, Vergleichsmatrizen, Quellen sowie ein Hinweis zur KI-gestützten Erstellung befinden sich in der [[12.3.A1 Vergleichende Recherche – Digitalisierung des Kulturerbes anderer Kulturen und Regionen|ausführlichen Vergleichsrecherche]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.5.1 RomArchive – Digitales Archiv der Roma ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Roma und Sinti sind eine transnationale Minderheit, die in zahlreichen europäischen Staaten lebt. RomArchive wurde von 2015 bis 2019 mit 3,75 Millionen Euro durch die Kulturstiftung des Bundes gefördert. Weitere Unterstützer waren unter anderem die Bundeszentrale für politische Bildung, das Auswärtige Amt und das Goethe-Institut. Seit 2019 wird das Archiv durch das Dokumentations- und Kulturzentrum Deutscher Sinti und Roma in Heidelberg betrieben.&amp;lt;ref name=&amp;quot;vergleich_romarchive&amp;quot;&amp;gt;RomArchive o. J.: Frequently Asked Questions. URL: https://www.romarchive.eu/en/about/frequently-answered-questions/; Dokumentations- und Kulturzentrum Deutscher Sinti und Roma e. V. o. J.: Imprint. URL: https://www.romarchive.eu/en/imprint/; Kulturstiftung des Bundes o. J.: RomArchive. URL: https://www.kulturstiftung-des-bundes.de/en/programmes_projects/film_and_new_media/detail/romarchive.html, jeweils abgerufen am 20.07.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Archiv präsentiert Kunst, Geschichte und Kultur aus der Perspektive der Roma. Kuratorische Teams und Beirat waren überwiegend mit Angehörigen der Minderheit besetzt. Neben öffentlich zugänglichen Inhalten existiert ein internes Archiv mit beschränktem Forschungszugang. Besonders lehrreich ist der bereits zu Projektbeginn geplante und später tatsächlich vollzogene Übergang an einen dauerhaften Betreiber.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Erfolgsfaktoren und Learnings:''' &lt;br /&gt;
* Angehörige der Gemeinschaft sollten nicht nur Inhalte zuliefern, sondern festgelegte Entscheidungsrechte bei Auswahl, Beschreibung, Kontextualisierung und Zugangsregeln besitzen. &lt;br /&gt;
* Bereits zu Beginn einer Projektphase verbindlich klären, welche Institution das Register, Archiv oder Portal nach dem Ende der Förderung dauerhaft betreibt, pflegt und finanziert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.5.2 Nuohtti – Zugang zum Sámi-Kulturerbe ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Sámi sind ein indigenes Volk im nordeuropäischen Sápmi, das sich über Teile Norwegens, Schwedens, Finnlands und Russlands erstreckt. Viele historische Sámi-Materialien befinden sich außerhalb der Sámi-Institutionen in europäischen Archiven und Museen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nuohtti ist ein gemeinsamer Suchdienst für digitalisierte Sámi-Materialien. Er wurde von 2018 bis 2021 mit Mitteln des Programms Interreg Nord der EU (Europäische Union) entwickelt. Beteiligt waren unter anderem die Sámi-Archive der finnischen und norwegischen Nationalarchive, das schwedische Reichsarchiv und mehrere Universitäten. Die Sámi-Parlamente Finnlands, Norwegens und Schwedens waren in der Steuerungsgruppe vertreten. Der Dienst führte nach Projektangaben etwa 30.000 Datensätze aus 32 Institutionen zusammen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;vergleich_nuohtti&amp;quot;&amp;gt;Nuohtti o. J.: About Nuohtti. URL: https://nuohtti.com/Content/about; University of the Arctic 2023: The Nuohtti service provides digital access to Sámi material in European archives. URL: https://www.uarctic.org/news/2023/3/the-nuohtti-service-provides-digital-access-to-sami-material-in-european-archives/, jeweils abgerufen am 20.07.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nuohtti übernimmt nicht alle Bestände in ein einziges System. Stattdessen werden Metadaten, also strukturierte Beschreibungsdaten zu Objekten und Beständen, aus vorhandenen Einrichtungen zusammengeführt und mit mehrsprachiger Suche, Karte und Zeitleiste zugänglich gemacht. Ethische Hinweise machen darauf aufmerksam, dass viele Bestände unter historischen und teilweise kolonialen Bedingungen gesammelt und beschrieben wurden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Erfolgsfaktoren und Learnings:''' &lt;br /&gt;
* Ein gemeinsamer Zugang kann auch mit dezentraler Architektur der Bestände erfolgen – Originale, Dateien und Fachsysteme können beim Kulturgutträger verbleiben.&lt;br /&gt;
* Ein Register für Kulturdaten kann als übergreifende Nachweisschicht arbeiten: Größere Einrichtungen liefern Daten über technische Schnittstellen, während kleine Träger zentrale oder gemeinsam bereitgestellte Erfassungsdienste nutzen können. &lt;br /&gt;
* Historische Fremdbeschreibungen sollten ergänzt werden durch Selbstbezeichnungen, eigene Sprachformen, alternative Benennungen und Kontexte der betreffenden Gemeinschaft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.5.3 People’s Collection Wales / Casgliad y Werin Cymru ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wales ist ein Landesteil des Vereinigten Königreichs mit einer eigenständigen nationalen und walisischsprachigen Identität. People’s Collection Wales ist eine zweisprachige Plattform für institutionelles und gemeinschaftlich getragenes Kulturerbe. Sie wird als Verbund der National Library of Wales, des National Museum Wales und der Royal Commission on the Ancient and Historical Monuments of Wales betrieben und durch die walisische Regierung finanziert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Neben der technischen Plattform werden kostenlose Beratung und Schulungen zu Digitalisierung, Metadaten, Urheberrecht, Datenschutz und Oral History, also mündlich überlieferter und aufgezeichneter Geschichte, angeboten. Eine unabhängige Evaluation stellte Fortschritte bei der Zusammenarbeit und beim Kompetenzaufbau fest, benannte aber auch begrenzte Wirkungsnachweise, Finanzierungsrisiken und den hohen Personalaufwand für die Unterstützung der beteiligten Gemeinschaften.&amp;lt;ref name=&amp;quot;vergleich_wales&amp;quot;&amp;gt;Vittle, Kate / Haswell-Walls, Fran / Dixon, Tim; ERS Ltd. 2016: Evaluation of the Casgliad y Werin Cymru / People’s Collection Wales Digital Heritage Programme. Impact Report. URL: https://www.gov.wales/sites/default/files/publications/2019-08/evaluation-of-the-peoples-collection-wales-digital-heritage-programme-impact.pdf; People’s Collection Wales o. J.: Community Support. URL: https://www.peoplescollection.wales/about-us/community-support, jeweils abgerufen am 20.07.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Erfolgsfaktoren und Learnings:''' &lt;br /&gt;
* Kleine und ehrenamtlich betreute Sammlungen benötigen nicht nur technische Standards, sondern konkrete und dauerhaft verfügbare Dienstleistungen: Erstberatung, Schulung, Vorlagen, Unterstützung bei Rechtefragen, Qualitätskontrolle und persönliche Ansprechpartner. &lt;br /&gt;
* Ein Digitalisierungszentrum oder ein Verbund koordinierter Digitalisierungsdienste sollte daher als Service- und Kompetenzstruktur ausgestaltet werden und nicht lediglich als technische Produktionsstelle. &lt;br /&gt;
* Der dafür notwendige Beratungs- und Unterstützungsaufwand muss als dauerhafte Betriebsaufgabe eingeplant werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.5.4 Tobar an Dualchais / Kist o Riches ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schottisch-Gälisch ist eine Minderheitensprache, die vor allem in den Highlands und auf den schottischen Inseln gesprochen wird. Tobar an Dualchais macht mehr als 40.000 seit den 1930er Jahren entstandene Tonaufnahmen zugänglich. Die Bestände umfassen Erzählungen, Lieder, Musik, Gedichte und mündlich überliefertes Wissen auf Gälisch, Scots und Englisch. Ein bedeutender Teil der Originalbestände wird in den School of Scottish Studies Archives der Universität Edinburgh verwahrt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;vergleich_tobar&amp;quot;&amp;gt;University of Edinburgh 2024: Tobar an Dualchais / Kist o Riches. URL: https://gaelic.ed.ac.uk/gaelic-collections/tobar-an-dualchais-kist-o-riches; Scottish Government 2025: Rediscovering lost Gaelic words. URL: https://www.gov.scot/news/rediscovering-lost-gaelic-words/, jeweils abgerufen am 20.07.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Digitalisierung wird mit Verschriftlichung beziehungsweise Transkription, sprachlicher Erschließung, Freiwilligenarbeit und teilweise automatischer Spracherkennung verbunden. Das Projekt erhält wiederkehrende öffentliche Förderungen, muss Rechteklärung, Transkription und technische Weiterentwicklung jedoch dauerhaft fortsetzen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Erfolgsfaktoren und Learnings:''' &lt;br /&gt;
* Gefährdete Ton-, Film- und Videobestände müssen wegen Materialverfall, beschädigungsanfälliger Trägermaterialien und nicht mehr verfügbarer Wiedergabetechnik zeitlich priorisiert werden. &lt;br /&gt;
* Ein geeignetes Pilotprojekt kann Digitalisierung, Rechteklärung, Verschriftlichung, Übersetzung, Metadatenerfassung, Archivierung und Bildungsnutzung entlang einer vollständigen Prozesskette verbinden. &lt;br /&gt;
* Dadurch werden nicht nur einzelne Dateien erzeugt, sondern zugleich die notwendigen Standards, Zuständigkeiten und Aufwände erprobt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.5.5 Euskariana – Portal zum baskischen Kulturerbe ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Baskinnen und Basken leben in Gebieten Spaniens und Frankreichs. Euskariana ist das staatlich betriebene Kulturportal der Autonomen Gemeinschaft Baskenland in Spanien. Es wird durch die Digitale Bibliothek Euskadi betrieben und verbindet Daten der baskischen Regierung, der Provinzen, Kommunen, Universitäten sowie öffentlicher, kirchlicher und privater Einrichtungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Portal ist zugleich gemeinsamer Katalog und Zugang zu digitalen Objekten. Es kann Inhalte über ein eigenes Repositorium, also ein institutionell betriebenes digitales Ablage- und Erhaltungssystem, bereitstellen oder zu den Systemen der Partner verlinken. Verwendet werden internationale Standards wie Dublin Core als allgemeiner Metadatenstandard, METS (Metadata Encoding and Transmission Standard) zur Strukturierung und Übertragung digitaler Objekte, PREMIS (Preservation Metadata: Implementation Strategies) für Metadaten zur digitalen Langzeiterhaltung und ALTO (Analyzed Layout and Text Object) für erkannte Texte und Seitenlayouts. Die standardisierten Daten können unter anderem an Europeana weitergegeben werden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;vergleich_euskariana&amp;quot;&amp;gt;Gobierno Vasco / Biblioteca Digital de Euskadi o. J.: Acerca de Euskariana. URL: https://www.euskariana.euskadi.eus/euskadibib/es/help/about.do, abgerufen am 20.07.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Erfolgsfaktoren und Learnings:''' &lt;br /&gt;
* Unterschiedliche Kulturgutträger benötigen unterschiedliche Anschlussmöglichkeiten. &lt;br /&gt;
** Kleine Einrichtungen sollten Daten und gegebenenfalls Dateien in zentral bereitgestellten Diensten erfassen und verwalten können. &lt;br /&gt;
** Größere Institutionen sollten ihre vorhandenen Systeme über Datenexporte oder Programmierschnittstellen anbinden können. &lt;br /&gt;
* Dafür ist ein gemeinsamer, bewusst schlank gehaltener Metadatenkern erforderlich, der durch fach- und institutionsspezifische Angaben erweitert werden kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.5.6 Mukurtu und Plateau Peoples’ Web Portal ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mukurtu ist eine frei verfügbare Software für die gemeinschaftlich kontrollierte Verwaltung digitalen indigenen Kulturerbes. Das Plateau Peoples’ Web Portal verbindet acht indigene Nationen des nordwestlichen Plateaus der USA mit der Washington State University und mehreren Museen und Archiven. Stammesvertreter wählen und beschreiben die Inhalte; die Universität übernimmt wesentliche technische Betriebsaufgaben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mukurtu ermöglicht kulturelle Protokolle, also gemeinschaftlich festgelegte Regeln für Zugang und Nutzung, Traditional Knowledge Labels als Kennzeichnungen für überliefertes gemeinschaftliches Wissen sowie mehrere Beschreibungen zu demselben Objekt. Dadurch kann neben einer institutionellen Museumsbeschreibung eine Beschreibung der Herkunftsgemeinschaft stehen. Zugänge können von vollständig öffentlich bis streng beschränkt reichen. Mukurtu weist ausdrücklich darauf hin, dass die Plattform vor allem dem Zugang und der gemeinschaftlichen Verwaltung dient und ein gesondertes Konzept für Digitalisierung, Langzeiterhaltung, Personal und Finanzierung erforderlich bleibt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;vergleich_mukurtu&amp;quot;&amp;gt;Mukurtu CMS / Washington State University o. J.: About. URL: https://mukurtu.org/about/; Plateau Peoples’ Web Portal. URL: https://mukurtu.org/project/plateau-peoples-web-portal-showcase/, jeweils abgerufen am 20.07.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Erfolgsfaktoren und Learnings:''' &lt;br /&gt;
* Rechte und kulturelle Sensibilität müssen als Bestandteil des Datenmodells behandelt werden und dürfen nicht erst unmittelbar vor einer Veröffentlichung geprüft werden. &lt;br /&gt;
* Sinnvoll sind abgestufte Kategorien wie &lt;br /&gt;
** „nur Metadaten öffentlich“, &lt;br /&gt;
** „öffentliches Nutzungsdigitalisat“, &lt;br /&gt;
** „Zugang nach Rücksprache“, &lt;br /&gt;
** „beschränkter Gemeinschafts- oder Forschungszugang“, &lt;br /&gt;
** „zeitlich gesperrt“ und &lt;br /&gt;
** „nicht zugänglich“. &lt;br /&gt;
* Mehrere Beschreibungen zu demselben Objekt ermöglichen es außerdem, institutionelle Überlieferung und Selbstbeschreibung nebeneinander nachvollziehbar zu dokumentieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.5.7 Indigitization – zentrale Unterstützung für dezentrale Digitalisierung ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Indigitization unterstützt First Nations und weitere indigene Gemeinschaften in British Columbia in Kanada. Das Programm wird gemeinsam von indigenen Organisationen, Bibliotheken, Archiven und Hochschulen getragen. Es stellt einen Werkzeugkasten, Schulungen, Musterunterlagen, technische Beratung und Förderhilfen bereit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von 2013 bis 2019 wurden drei Pilotprojekte und 45 weitere Projekte gefördert. Dabei wurden mehr als 11.000 Audiokassetten digitalisiert. Die Digitalisierung erfolgte in den Gemeinschaften; eine allgemeine Veröffentlichung war nicht zwingend. Das frühere Förderprogramm für Audiokassetten befindet sich inzwischen allerdings in einer Pause.&amp;lt;ref name=&amp;quot;vergleich_indigitization&amp;quot;&amp;gt;Indigitization o. J.: About Us. URL: https://www.indigitization.ca/about-2/; Indigitization Toolkit. URL: https://www.indigitization.ca/toolkit/; Audio Cassette Digitization Grant. URL: https://www.indigitization.ca/funding/audio-cassette-grant/, jeweils abgerufen am 20.07.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Erfolgsfaktoren und Learnings:''' &lt;br /&gt;
* Zentral bereitgestellte Kompetenz lässt sich mit dezentraler Verantwortung verbinden. &lt;br /&gt;
* Ein Digitalisierungszentrum oder ein Verbund gemeinsamer Dienste kann Schulungen, Leih- und Mobiltechnik, Qualitätsprüfung, Rahmenverträge, Musterunterlagen, Beratung und Kleinprojektförderung anbieten. &lt;br /&gt;
* Originale, lokales Wissen und kulturelle Beziehungen können grundsätzlich bei den jeweiligen Kulturgutträgern verbleiben. &lt;br /&gt;
* Damit nach Abschluss einzelner Digitalisierungsprojekte keine ungesicherten Dateien zurückbleiben, sollte jedoch von Beginn an ein gemeinsames oder verbindlich angebundenes Repositorium beziehungsweise digitales Archiv vorgesehen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.5.8 Zusammenfassungen der Beispiele anderer Kulturen im Anhang ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tabellarische Übersichten und Zusammenfassungen aller untersuchten Beispiele anderer Kulturen und Regionen befinden sich im Anhang [[12.3.A1 Vergleichende Recherche – Digitalisierung des Kulturerbes anderer Kulturen und Regionen#E. Vergleichsmatrix|in Abschnitt E. Vergleichsmatrix]] unter &lt;br /&gt;
* [[12.3.A1 Vergleichende Recherche – Digitalisierung des Kulturerbes anderer Kulturen und Regionen#E.1 Funktionen, Architektur und Standards|E.1 Funktionen, Architektur und Standards]] und&lt;br /&gt;
* [[12.3.A1 Vergleichende Recherche – Digitalisierung des Kulturerbes anderer Kulturen und Regionen#E.2 Governance, Finanzierung, Erfolg und Übertragbarkeit|E.2 Governance, Finanzierung, Erfolg und Übertragbarkeit]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Zusammenfassung der übergreifenden Erfolgsfaktoren aus den Beispielen befindet sich im Anhang [[12.3.A1 Vergleichende Recherche – Digitalisierung des Kulturerbes anderer Kulturen und Regionen#F. Übergreifende Erfolgsfaktoren|in Abschnitt F. Übergreifende Erfolgsfaktoren]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.5.9 Was sich aus den Beispielen ableiten lässt ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus den untersuchten Beispielen lässt sich kein einzelnes Projekt und kein bestimmtes Softwaresystem ableiten, das unverändert übernommen werden könnte. Wiederkehrend zeigen sich jedoch '''vier notwendige Funktionen, drei übergreifende Erfolgsbedingungen und zwei grundlegende Umsetzungsprinzipien'''. Sie bilden einen kompakten Orientierungsrahmen für die Digitalisierung von Kulturerbe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Vier Kernfunktionen – was muss dauerhaft geleistet werden? ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Damit die Digitalisierung nicht bei einzelnen Digitalisaten oder einem Präsentationsportal stehen bleibt, müssen vier Kernfunktionen verlässlich abgedeckt und miteinander verbunden werden:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot; style=&amp;quot;width:100%;&amp;quot;&lt;br /&gt;
! Kernfunktion&lt;br /&gt;
! Kernfrage&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''1. Register für Kulturdaten'''&lt;br /&gt;
| '''Was ist vorhanden und was sollte prioritär bearbeitet werden?''' – Kulturgüter und Bestände nachweisen, beschreiben, verknüpfen und ihren Digitalisierungs- und Rechtezustand erfassen.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''2. Digitalisierungszentrum / Digitalisierungsdienste'''&lt;br /&gt;
| '''Wie wird qualitätsgesichert digitalisiert?''' – Kulturgutträger beraten, Digitalisierung vorbereiten oder durchführen, Qualität sichern und die Übergabe vorbereiten.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''3. Repositorium / digitales Langzeitarchiv'''&lt;br /&gt;
| '''Wie bleibt das digitale Kulturerbe dauerhaft erhalten?''' – Masterdateien und Metadaten sicher übernehmen, erhalten, sichern und bei technischen Veränderungen migrieren.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''4. Präsentations- und Nutzungssysteme'''&lt;br /&gt;
| '''Wie wird das Kulturerbe gefunden, verstanden und genutzt?''' – freigegebene Inhalte mehrsprachig vermitteln und für Bildung, Forschung und kulturelle Nachnutzung bereitstellen.&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die vier Funktionen bedeuten nicht zwingend vier Einrichtungen oder vier technische Systeme. Entscheidend ist, dass alle Funktionen abgedeckt, ihre Zuständigkeiten geklärt und ihre Übergaben zuverlässig organisiert sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Drei Erfolgsbedingungen – was gilt für alle Kernfunktionen? ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
# '''Gemeinsam entscheiden und Rechte abgestuft regeln:''' &lt;br /&gt;
#* Angehörige der betreffenden Gemeinschaft und die Kulturgutträger sollten nachvollziehbare Entscheidungsrechte bei Auswahl, Beschreibung, Priorisierung und Veröffentlichung besitzen. &lt;br /&gt;
#* Zugänge sollten abgestuft sein, beispielsweise auch &amp;quot;ausschließlich Metadaten&amp;quot;, &amp;quot;Zugang nach Rücksprache&amp;quot; oder &amp;quot;beschränkte Gemeinschafts- und Forschungszugänge&amp;quot; ermöglichen. &lt;br /&gt;
#* Rechtliche Zulässigkeit und kulturelle Angemessenheit sind dabei getrennt zu betrachten. &lt;br /&gt;
#* Selbstbezeichnungen und eigene kulturelle Perspektiven sollten historische Fremdbeschreibungen ergänzen können.&amp;lt;br&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
# '''Gemeinsame Standards, Mehrsprachigkeit und technische Anschlussfähigkeit sichern:''' &lt;br /&gt;
#* Ein bewusst schlanker gemeinsamer Metadatenkern, Qualitätsstandards und geregelte Datenübergaben ermöglichen die Zusammenarbeit unterschiedlicher Einrichtungen. Zusätzlich können fach- oder institutionsspezifische Metadatensätze genutzt werden.&lt;br /&gt;
#* Sprachen und Sprachvarianten müssen als eigenständige Datenwerte berücksichtigt werden, bspw. bei Metadaten, Beschreibungen usw. &lt;br /&gt;
#* Kleine Träger benötigen einfache zentrale Erfassungsmöglichkeiten, z. B. per Weboberfläche, größere Institutionen Schnittstellen oder Datenexporte aus ihren vorhandenen Systemen.&amp;lt;br&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
# '''Dauerhafte Verantwortung und Finanzierung sichern:''' &lt;br /&gt;
#* Bereits beim Aufbau muss feststehen, wer Register, Digitalisierungsdienste, Repositorium und Präsentationssystem nach einer Projektförderung dauerhaft betreibt. &lt;br /&gt;
#* Neben einmaligen Projektmitteln müssen deshalb auch Personal, Beratung, Datenpflege, Speicher, Softwarepflege, Sicherung und spätere technische Erneuerungen dauerhaft finanziert werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Zwei Umsetzungsprinzipien – wie sollte vorgegangen werden? ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
# '''Priorisieren, die vollständige Kette pilotieren, dann skalieren:''' &lt;br /&gt;
#* Nicht alles muss gleichzeitig digitalisiert werden. Besonders gefährdete oder kulturell bedeutsame Bestände sollten priorisiert werden. &lt;br /&gt;
#* Pilotprojekte sollten möglichst den gesamten Weg von der Erfassung und Rechteklärung über die Digitalisierung bis zur Archivierung und Nutzung durchlaufen. Dabei werden Standards, Zuständigkeiten, Kosten und tatsächliche Nutzung erprobt. &lt;br /&gt;
#* Erst auf dieser Grundlage sollte in größerem Umfang skaliert werden.&amp;lt;br&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
# '''Zentral ermöglichen, dezentral verantworten:''' &lt;br /&gt;
#* Zentrale Stellen können Infrastruktur, Beratung, Schulung, Digitalisierungstechnik, Qualitätskontrolle, Rechtehilfe und Langzeiterhaltung bereitstellen. &lt;br /&gt;
#* Originale, lokales Wissen, kulturelle Beziehungen und wesentliche inhaltliche Entscheidungen können gleichzeitig bei den jeweiligen Kulturgutträgern verbleiben. &lt;br /&gt;
#* Zentralisierung von Diensten und dezentrale kulturelle Verantwortung sind damit keine Gegensätze, sondern können sich gegenseitig ergänzen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Für die Reihenfolge ergibt sich daraus:''' &lt;br /&gt;
# Zuerst Entscheidungsrechte, Standards, Betreiber und Finanzierung ausreichend klären; &lt;br /&gt;
# anschließend mit ausgewählten Beständen die vollständige Prozesskette erproben und die Unterstützungsstrukturen aufbauen; &lt;br /&gt;
# auf dieser Grundlage Digitalisierung, Präsentation und Nachnutzung schrittweise verbreitern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Präsentation und Nutzung sind dabei nicht von geringerer Bedeutung und sollten bereits Bestandteil der Pilotprojekte sein. '''Später erfolgt nicht die Nutzung selbst, sondern deren breiter Ausbau.'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weiterführende '''Hinweise und Empfehlungen zu einem möglichen Vorgehen sowie zeitlichen und inhaltlichen Prioritäten''' befinden sich im Anhang [[12.3.A1 Vergleichende Recherche – Digitalisierung des Kulturerbes anderer Kulturen und Regionen#G.2 Was zentral, dezentral und gemeinsam organisiert werden sollte|im Abschnitt &amp;quot;Priorisierte Schlussfolgerung&amp;quot; von G2 bis G9]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein ausführliches '''Prüfraster zur Bewertung des jeweiligen Entwicklungsstandes''' befindet sich [[12.3.A2 Prüfraster zur Bewertung des Entwicklungsstandes beim Aufbau der Digitalisierung des Kulturerbes|im Anhang 2 &amp;quot;Prüfraster zur Bewertung des Entwicklungsstandes&amp;quot;]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= 3. Ist-Analyse der Digitalisierung des sorbischen Kulturerbes =&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der [[#2 Ist-Analyse „Digitalisierung von Kulturerbe“|vorangegangene Abschnitt 2]] hat beschrieben, was zur Digitalisierung von Kulturerbe gehört, welche Aufgaben dabei dauerhaft erfüllt werden müssen und wie andere Gemeinschaften und Regionen diese Aufgaben lösen. Der Abschnitt 3 richtet nun den Blick auf die sorbische Situation. Er geht der Frage nach, wie gut die sorbische Kulturerbelandschaft heute organisatorisch, technisch und personell aufgestellt ist, um ihr materielles, immaterielles und digitales Kulturerbe institutionsübergreifend zu erfassen, zu digitalisieren, dauerhaft zu erhalten und zugänglich zu machen – und wo vorrangiger Handlungsbedarf besteht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Analyse gliedert sich in fünf Teile:&lt;br /&gt;
* '''Akteure und Rollen''': Wer bewahrt sorbisches Kulturerbe und welche Aufgaben übernehmen die Akteure bei seiner Digitalisierung (Sammeln, Finanzieren, Koordinieren usw.)?&lt;br /&gt;
* '''Bestände und Bedarfe''': Welche Kulturgüter gibt es, wie weit sind  sie erfasst und digitalisiert, welche müssen vorrangig gesichert werden und welche Unterstützung brauchen ihre Träger?&lt;br /&gt;
* '''Vorhaben Systeme und Dienste''': Welche Angebote decken die [[#2.3.2 Vier Kernfunktionen|vier Kernfunktionen]] Erfassen, Digitalisieren, langfristig Erhalten und Zugänglichmachen heute ab, und welche sind im Aufbau oder geplant?&lt;br /&gt;
* '''Zusammenarbeit und dauerhafter Betrieb''': Wie sind die Steuerung und Zusammenarbeit (Governance) organisiert (Zuständigkeiten, Standards, Rechte und Finanzierung)?&lt;br /&gt;
* '''Gesamtbewertung''': Was funktioniert bereits, wo gibt es Lücken und welche davon sollten zuerst geschlossen werden?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Analyse stellt dabei den Bedarf der Bestände dem vorhandenen Angebot an Diensten und dem organisatorischen Rahmen gegenüber. Wo beides auseinanderfällt, entstehen Lücken, siehe nachfolgende Übersicht.&lt;br /&gt;
[[Dataja:Wobraz K6.png|thumb|center|600px|Übersicht der Ist-Analyse]]&amp;lt;ref&amp;gt;Mermaid Flowchart Code: [https://mermaid.live/edit#pako:eNqVlM1y2jAQx19lR7maFGMcwJPJDGAnh9AcaE4pPcj2-qPYErOWmtJ8PE0fo7e8WGWDTUja6VS-WB_7293_rvTAIhkj81hSyPso46Tg1l_RSoAZ088rdh5eOKc2TNcKNeH5h_DiPKQPF7fbjQW39PIzRaqMXaIsWMqiQLFiX2r7llHpMCW-yeDGwG54lCXEU9wfgv2Ic8JI5VLAYvl6fdYGMIAZVurlp4gPIVzrQmlKtVoXvKoQNiThEy_LQou0kqTe-Ji_ZsWckgOJC4hRwFSkGEpl_r5i44-L2IIyV-BTLtIij7I15m-5M-j1LmDeLqGI_5j-0rjfOwAtYljyrOzE-pcOfhu7A36OolLYMD5tzV95yONbjgTXSCLRYl1j3jkIWtAQruQ3c5KL6GB_pyujHwpOocmzcRFzjVSX15BnqCjH8A3Sh-fnZwj-kv-0VufReLrnGRlluzI-ws3xmdDQMQ_NmX2KFqR1DYq6IDu1HqFT5aZRfbFLZ_HyK1qj6PLY1RdkJhC4rgw2ykxcWLUlfpXCcgdqp4tmetXK5MIVGk1UiPdIyjRW7eNNh0d1-_mYgECtiBeQ5EXhnVzawWUwtipFco3eiXvpBu7UimQhyTsZzM03fU9o70fLmAbzYNQxJhNnbvstY2QPZrbzjsH3TbYjBLbxG3SE_uVZ4J61hP7Y7Q_tIwJMrYV11aZyvDWz5ocIj7d8K2gdd52vtgWaOu3iSJrRxTEej0fj_n7ai3llXh7iW88F99h--d_2zGIp5THzFGm0WIlU8nrKHmruiqnMXJkV88wvYay_9xoxVmwlnozphos7KcvWmqROM-YlvKjMTG9irtDPubnSZbdKdWvRXGqhmDd07AbCvAf2nXnuqWP3RwN7eDZwJ4Ph2MHeyGJb5vXs0-HEnTgDxxn3-4OzvuOarSeL_Wi8C10UFsM4V5I-7h7o5p1--g24x9CK hier klicken], abgerufen am 20.10.2026&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== 3.1 Akteure und Rollen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sorbisches Kulturerbe wird von vielen Einrichtungen, Gruppen und Einzelpersonen bewahrt, gepflegt und dokumentiert – von sorbischen ebenso wie von nicht-sorbischen. Dieser Abschnitt zeigt, wer Bestände hält, wer Dienste zur Digitalisierung anbietet und wer den organisatorischen und finanziellen Rahmen gestaltet. Damit wird auch sichtbar, welche Aufgaben bislang von keinem Akteur erkennbar übernommen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Grundlage sind Arbeitsunterlagen der Domowina aus den Jahren 2019 und 2020&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;&amp;gt;Domowina e. V., Kulturausschuss (Clemens Škoda) 2019: Serbske kulturne herbstwo (SKH). Arbeitspapier, Stand 18.03.2019, S. 2-8. Unveröffentlicht; interne Referenz: 2020-09-07_Serbske kulturne herbstwo w Budyšinje_opt.pdf.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019b&amp;quot;&amp;gt;Domowina e. V. 2019: Přehlad relewantnych městnosćow / „małkich“ a „wulkich“ muzejow nastupajo serbske kulturne herbstwo, Stand 11.11.2019. Unveröffentlicht; interne Referenz: 2019_11_Priloha A_prehlad_muzejow a zberkow.pdf.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2020&amp;quot;&amp;gt;Domowina e. V., Kulturausschuss 2020: Protokoll der Fachkommission „Serbske kulturne herbstwo“ vom 07.09.2020. Unveröffentlicht; interne Referenz: 2020_09_07_skh komisija-protokol.pdf.&amp;lt;/ref&amp;gt;, eine darauf aufbauende Arbeitsliste der Sammlungsorte mit ergänzender Internetrecherche&amp;lt;ref name=&amp;quot;liste2026&amp;quot;&amp;gt;Arbeitsliste „Sammlungsorte sorbischen Kulturerbes“, Stand 02.04.2026, erstellt im Rahmen des Digitalisierungskonzepts aus Internetrecherche und den Domowina-Unterlagen. Unveröffentlicht; Grundlage für Anhang 12.3.A3.&amp;lt;/ref&amp;gt;, das Konzept des Sorbischen Instituts zum Digitalisierungszentrum&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;&amp;gt;Sorbisches Institut 2025: Konzept zum Digitalisierungszentrum am Sorbischen Institut, Arbeitsfassung vom 13.08.2025. Unveröffentlicht; interne Referenz: DigCentr_Wersija13082025_wip.pdf.&amp;lt;/ref&amp;gt;, Rückmeldungen der Museen und der Domowina aus dem April 2026 sowie das Protokoll des Digitalisierungskreises vom 21.04.2026&amp;lt;ref name=&amp;quot;dk2026&amp;quot;&amp;gt;Digitalisierungskreis 2026: Protokoll der Sitzung zum Stand des Digitalisierungszentrums vom 21.04.2026. Unveröffentlicht; interne Referenz: 2026-04-21_DE_Protokoll_Digitalisierungskreis_Digitalisierungszentrum.docx.&amp;lt;/ref&amp;gt;. Ein Teil der Angaben ist mehrere Jahre alt und wird schrittweise aktualisiert. Nicht belegte Angaben sind als ''offen'', Vermutungen als ''Annahme'' gekennzeichnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.1.1 Begriffe und Rollen ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
; Akteur&lt;br /&gt;
: Einrichtung, Gruppe oder Person, die eine Aufgabe im Umgang mit sorbischem Kulturerbe oder seiner Digitalisierung übernimmt.&lt;br /&gt;
; Kulturgutträger&lt;br /&gt;
: Akteur, der Kulturgüter verwahrt oder eine kulturelle Praxis trägt und weitergibt, bspw. ein Museum, eine Heimatstube, ein Chor oder eine Privatperson mit einer Sammlung.&lt;br /&gt;
; Trägerschaft&lt;br /&gt;
: Rechtliche und finanzielle Verantwortung für eine Einrichtung, zum Beispiel durch eine Kommune, einen Landkreis, eine Stiftung, einen Verein, eine Kirche oder eine Privatperson. Eigentum und Betrieb können dabei auseinanderfallen, bspw. gehörte der Dom Njechorńskeho 2019 der Domowina und wurde von der Stiftung für das sorbische Volk bewirtschaftet, der Hanzo Šustrowy dom in Trebendorf gehörte der Gemeinde und wurde von der örtlichen Domowina-Gruppe bewirtschaftet.&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019b&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
; Rolle&lt;br /&gt;
: Aufgabe, die ein Akteur übernimmt. Ein Akteur kann mehrere Rollen haben, unterschieden werden Haupt- und Nebenrollen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Rollen lassen sich drei Gruppen zuordnen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
! Gruppe !! Rolle !! Kürzel&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| rowspan=&amp;quot;2&amp;quot; | '''Am Kulturgut''' || '''Bewahren''': Originale verwahren, pflegen und verwalten || '''B'''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Dokumentieren''': lebendige Praxis festhalten in Ton, Bild oder Text || '''D'''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| rowspan=&amp;quot;4&amp;quot; | '''Dienste''' ([[#2.3.2 Vier Kernfunktionen|Kernfunktionen]]) || '''Erfassen''', registrieren, beschreiben und verknüpfen || '''K1'''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Digitalisieren''' und Qualität sichern || '''K2'''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Langfristig '''erhalten''' || '''K3'''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Zugänglich machen''' und Nutzung ermöglichen || '''K4'''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| rowspan=&amp;quot;2&amp;quot; | '''Rahmen''' (Governance) || '''Steuern''', koordinieren und Regeln setzen || '''S'''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Fördern''' und finanzieren || '''F'''&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dokumentieren meint hier das Festhalten von immateriellen Kulturgütern im laufenden Kulturleben, etwa Mitschnitte von Veranstaltungen. Geschieht es systematisch nach festgelegten Standards zur dauerhaften Sicherung, ist es Teil der Kernfunktion Digitalisieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.1.2 Schlüsselakteure ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einzeln aufgeführt wird, wer mindestens eines der folgenden Kriterien erfüllt:&lt;br /&gt;
# betreibt oder plant eine Kernfunktion, die über die eigene Einrichtung hinaus wirkt,&lt;br /&gt;
# verwahrt einen hauptamtlich betreuten Kernbestand,&lt;br /&gt;
# dokumentiert regelmäßig das lebendige Kulturgeschehen,&lt;br /&gt;
# fördert, koordiniert oder setzt Regeln für die Digitalisierung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;mark&amp;gt;Die folgende Übersicht muss mit den Institutionen bzgl. Änderungen und Ergänzungen abgestimmt werden.&amp;lt;/mark&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|+ Rollen der Schlüsselakteure (■ Hauptrolle · ○ Nebenrolle · ? vermutet oder offen)&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
B. Bewahren, D. Dokumentieren, K1. Erfassen, K2. Digitalisieren, K3. Erhalten, K4. Nutzung ermöglichen, S. Steuern, F. Fördern&lt;br /&gt;
! Akteur !! Typ / Trägerschaft !! B !! D !! K1 !! K2 !! K3 !! K4 !! S !! F !! Hinweise&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Stiftung für das sorbische Volk || Stiftung des öffentlichen Rechts, finanziert von Bund, Freistaat Sachsen u. Land Brandenburg || ○ || || || || || || ■ || ■ || bewirtschaftete 2019 den Dom Njechorńskeho&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019b&amp;quot;/&amp;gt;; unterstützt beide sorbischen Museen finanziell&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;; Zielvereinbarungen u. a. mit dem Wendischen Museum&amp;lt;ref name=&amp;quot;wm2026&amp;quot;&amp;gt;Wendisches Museum Cottbus (Anja Jahn, Leitende Kuratorin) 2026: Zuarbeit zum Thema Digitalisierung des sorbischen/wendischen Kulturerbes, E-Mail vom 17.04.2026. Unveröffentlicht; interne Referenz: 2026-04-17 - Wendisches Museum Cottbus - Zuarbeit zum Thema Digitalisierung des sorbischen wendischen Kulturerbes.pdf.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Sorbisches Institut (SI) mit Sorbischem Kulturarchiv (SKA) und Sorbischer Zentralbibliothek || Forschungseinrichtung mit Archiv und Bibliothek; eingetragener Verein, gefördert u. a. durch die Stiftung; Digitalisierungszentrum aus Strukturwandelmitteln&amp;lt;ref name=&amp;quot;dk2026&amp;quot;/&amp;gt; || ■ || ? || ■ || ■ || ○ || ■ || ○ || || '''Digitalisierungszentrum (DZ):''' Aufbauprojekt 2024-2027 mit drei Vollzeitstellen, derzeit Pilot- und Evaluationsphase; Dienstleistung für andere Träger, kostenfrei derzeit nur in Sachsen; Finanzierung ab 2028 ''offen''&amp;lt;ref name=&amp;quot;dk2026&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz&amp;quot;&amp;gt;Sorbisches Institut: Digitalisierungszentrum (DZ). URL: https://www.serbski-institut.de/projekte-zentrale-vorhaben/digitalisierungszentrum-dz/&amp;lt;/ref&amp;gt;.&amp;lt;br&amp;gt;'''Sorbisches Kulturregister (SKR):''' Konzept mit technischem Prototyp; befristete Projektstelle bis Ende 2025&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;&amp;gt;Sorbisches Institut 2025: Konzept für ein Sorbisches Kulturregister (SKR), zweite aktualisierte Fassung vom 20.11.2025. URL: https://www.serbski-institut.de/wp-content/uploads/2021/11/00_Zweite-aktualisierte-Fassung_Konzept_Sorbisches-Kulturregister_20.11.2025.pdf&amp;lt;/ref&amp;gt;.&amp;lt;br&amp;gt;'''Präsentation:''' Virtueller Lesesaal mit Bibliographie, Katalog, digitalisierten Drucken, Handschriften, Fotos und Filmen&amp;lt;ref name=&amp;quot;vls&amp;quot;&amp;gt;Sorbisches Institut o. J.: Virtueller Lesesaal. URL: https://www.serbski-institut.de/bibliothek/virtueller-lesesaal/, abgerufen am 20.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;; Wissensportal Sorabicon mit zwölf Sammlungen&amp;lt;ref name=&amp;quot;atlas&amp;quot;&amp;gt;Sorbisches Institut 2026: Pressemitteilung zum digitalen Atlas sorbischer Kulturdenkmale im Wissensportal Sorabicon, 30.04.2026. URL: https://idw-online.de/de/news870102, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;; Repositorium digitalizat.de (öffentlich voraussichtlich ab ca. Q3/2026)&amp;lt;ref name=&amp;quot;dk2026&amp;quot;/&amp;gt;.&amp;lt;br&amp;gt;'''Erhalten:''' Repositorium mit Datensicherung; Konzept für die Langzeitarchivierung im Dauerbetrieb ''offen''&amp;lt;ref name=&amp;quot;dk2026&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Sorbisches Museum Bautzen || Museum; Landkreis Bautzen, finanziell unterstützt von der Stiftung&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt; || ■ || || ■ || ○ || ? || ? || || || ca. 42.000 Objekte; Inventar in Inventarbüchern und Datenbank (HiDA 4.8), Standortverzeichnis, Fotodatenbank; Objektfotografie und Scans bis DIN A3 im Haus; Sammlung erst teilweise digital erfasst; Pilot zur Plakatdigitalisierung mit dem SI&amp;lt;ref name=&amp;quot;smb2026&amp;quot;&amp;gt;Sorbisches Museum Bautzen (Alexander Pólk, Museologe) 2026: Bedarfserklärung zur Digitalisierung des sorbischen Kulturerbes für den Fachbeirat Digitalisierung, 15.04.2026. Unveröffentlicht; interne Referenz: 2026-04-15_Bedarfserklaerung_Digitalisierung_sorbisches_Kulturerbe_Vorlage - SMB-AxP.docx.&amp;lt;/ref&amp;gt;; Online-Angebot ''offen''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Wendisches Museum Cottbus || Museum; Stadt Cottbus, finanziert von Stadt und Stiftung&amp;lt;ref name=&amp;quot;wm&amp;quot;&amp;gt;Wendisches Museum Cottbus o. J.: Selbstdarstellung des Museums, Dokument im Ratsinformationssystem der Stadt Cottbus. URL: https://session.cottbus.de/oparl/bodies/0001/downloadfiles/00007050.pdf, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; || ■ || || ■ || ○ || ? || ○ || || || Inventarisierung mit Adlib, Veröffentlichung über museum-digital begonnen; A3-Flachbettscanner und Buchscan im Haus; derzeit vor allem Digitalisierung der Kunst; keine Digitalstrategie, keine Mittel für studentische Hilfskräfte&amp;lt;ref name=&amp;quot;wm2026&amp;quot;/&amp;gt;; Nutzung des DZ für brandenburgische Bestände ''offen'', bilateral zwischen SI, Stiftung und Museum zu klären&amp;lt;ref name=&amp;quot;dk2026&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Sächsische Landesbibliothek – Staats- und Universitätsbibliothek Dresden (SLUB) mit Deutscher Fotothek || Landes- und Universitätsbibliothek; Freistaat Sachsen || ■ || || ○ || ○ || ○ || ■ || || || Lusatica-Sammlung, die das kulturelle Erbe der Sorben zugänglich machen soll&amp;lt;ref name=&amp;quot;slub&amp;quot;&amp;gt;SLUB Dresden o. J.: Sammlungen zur sächsischen Landeskunde. URL: https://www.slub-dresden.de/entdecken/saechsische-landeskunde/sammlungen, abgerufen am 20.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;; über Sachsen.Digital ist auch digitales Schrifttum des SI erreichbar&amp;lt;ref name=&amp;quot;vls&amp;quot;/&amp;gt; (Betrieb der Plattform durch die SLUB); die Deutsche Fotothek macht Fotosammlungen des SKA im Rahmen eines Kooperationsvertrags digital zugänglich und hat auch Filme des SKA digitalisiert und präsentiert&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt;; eigene digitale Langzeitarchivierung&amp;lt;ref name=&amp;quot;nestor&amp;quot;&amp;gt;nestor o. J.: Mitglied SLUB Dresden. URL: https://www.langzeitarchivierung.de/Webs/nestor/EN/nestor/Mitglieder/sLUB.html, abgerufen am 20.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; (Kosten nach Angabe im Digitalisierungskreis ca. 800 € je Terabyte und Jahr&amp;lt;ref name=&amp;quot;dk2026&amp;quot;/&amp;gt;), ob sie Digitalisate sorbischer Träger übernehmen könnte, ist ''offen''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Domowina – Bund Lausitzer Sorben e. V. mit Regionalverbänden und Ortsgruppen || Dachverband sorbischer Vereine; eingetragener Verein || ○ || ○ || || || || || ○ || || keine zentralen Bestände außer einzelnen Exponaten, Schenkungen und Originalen, z. B. im Haus der Sorben; ein Inventarregister der Finanzverwaltung erfasst diese nur teilweise; keine Gesamtübersicht über die Bestände in ihren Strukturen&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2026&amp;quot;&amp;gt;Domowina e. V. (Clemens Škoda, Referent) 2026: Bedarfserklärung zur Digitalisierung des sorbischen Kulturerbes für den Fachbeirat Digitalisierung, Entwurf vom 01.04.2026. Unveröffentlicht; interne Referenz: 2026-03-27_Bedarfserklaerung_Digitalisierung_sorbisches_Kulturerbe_Vorlage-naćisk Clemens Škoda.docx.&amp;lt;/ref&amp;gt;; Eigentümerin des Dom Njechorńskeho; Ortsgruppe Trebendorf bewirtschaftet den Hanzo Šustrowy dom&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019b&amp;quot;/&amp;gt;; mindestens 9 der 23 kleinen Sammlungsorte sind direkt oder über Mitgliedsvereine mit ihr verbunden&amp;lt;ref name=&amp;quot;liste2026&amp;quot;/&amp;gt;; Chronistengruppe der Župa Michał Hórnik; Fachkommission „Sorbisches Kulturerbe“ 2018-2020&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2020&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Maćica Serbska e. V. || wissenschaftliche Gesellschaft; Verein || || || || || || || ○ || || Arbeitskreis „Museale Einrichtungen“ mit rund 40 Adressaten; Denkmalausschuss mit eigenem, von der Stiftung verwaltetem Budget, 2019 als Vorbild für die Bewertung von Kulturerbe genannt&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Sorbisches National-Ensemble (SNE) || Ensemble; gGmbH der Stiftung || ■ || ? || ○ || || || || || || Spezialarchiv, für die Öffentlichkeit nicht zugänglich, unterschiedlich gut erschlossen&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt;; im SKR-Konzept als sekundärer Sammlungsort genannt&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;/&amp;gt;; 2019 vorgeschlagen, dort nur Kopien zu halten und die Originale an das SKA zu geben&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;; Umfang ''offen''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| studijo LUCIJA || Medienproduktion; gGmbH des Sorbischen Schulvereins  e. V. || ○ || ■ || || || || || || || dokumentiert sorbische Veranstaltungen; Aufnahmen liegen beim Studio und werden teilweise und komprimiert (''zu prüfen'') an das SKA übergeben; eigener YouTube-Kanal mit Zeitzeugen-Interviews und Veranstaltungsmitschnitten&amp;lt;ref name=&amp;quot;lucija_youtube&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Mitteldeutscher Rundfunk (MDR) und Rundfunk Berlin-Brandenburg (rbb), sorbischsprachige Programme || öffentlich-rechtlicher Rundfunk || ■? || ■ || || || || ○? || || || Spezialarchive, für die Öffentlichkeit nicht zugänglich&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt;; Produktionen standen dem SKA 2019 aus rechtlichen Gründen nicht zur Verfügung&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;; Umfang und heutiger Stand ''offen''&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.1.3 Akteursgruppen ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die meisten Kulturgutträger sind kleinere Einrichtungen, Gruppen oder Privatpersonen. Sie werden hier zu Gruppen zusammengefasst. Die Anzahlen sind Mindestwerte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;mark&amp;gt;Die folgende Übersicht muss insb. mit Domowina, SI und Lucija bzgl. Änderungen und Ergänzungen abgestimmt werden.&amp;lt;/mark&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|+ B. Bewahren, D. Dokumentieren, K1. Erfassen, K2. Digitalisieren, K3. Erhalten, K4. Nutzung ermöglichen, S. Steuern, F. Fördern&lt;br /&gt;
! Gruppe !! Beispiele !! Typische Trägerschaft !! Bekannte Anzahl !! Typische Rollen !! Besonderheiten&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Kleine Museen, Heimatstuben, Gedenk- und Begegnungsorte ||&lt;br /&gt;
* Muzej Ćišinskeho (Panschwitz-Kuckau),&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Njepilic dwór (Rohne),&lt;br /&gt;
* Sorbisches Kulturzentrum Schleife,&lt;br /&gt;
* Heimatmuseum Dissen,&lt;br /&gt;
* Sorbische Webstube Drebkau (Ostereiersammlung mit über 4.000 Exemplaren)&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt;,&lt;br /&gt;
* Archiv verschwundener Orte (Horno)&lt;br /&gt;
|| Gemeinde, Förderverein, Domowina-Ortsgruppe, privat || 22 in der Domowina-Übersicht 2019 (9 Ober-, 13 Niederlausitz)&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019b&amp;quot;/&amp;gt;; 23 in der Arbeitsliste 2026, davon 12 bisher nur durch die Domowina-Unterlagen belegt&amp;lt;ref name=&amp;quot;liste2026&amp;quot;/&amp;gt;; im Arbeitskreis Lausitzer Museenland etwa ein Drittel von 48 Häusern mit sorbischem Schwerpunkt (SKR-Konzept, S. 7)&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;/&amp;gt; || '''B''' ■, '''D''' ○ || überwiegend ehrenamtlich; Digitalisierung unterbleibt nach Einschätzung des SI weitestgehend, weil personelle, technische und finanzielle Kapazitäten fehlen&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt;; 2019 benannte Defizite: fehlender Nachwuchs, fehlende Marketingstrategie, fehlende Vernetzung, unzureichende Finanzierung, fehlende fachliche Begleitung; teilweise ohne eigenes Inventar&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;; zwei private Ausstellungen ohne jede Förderung, von den Betreibern im Ruhestand allein betreut&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019b&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Regionale Museen mit sorbischen Beständen ||&lt;br /&gt;
* Museum der Westlausitz Kamenz,&lt;br /&gt;
* Museum Bautzen,&lt;br /&gt;
* Spreewald-Museum Lübbenau mit Freilandmuseum Lehde,&lt;br /&gt;
* Slawenburg Raddusch,&lt;br /&gt;
* Niederlausitzer Heidemuseum Spremberg,&lt;br /&gt;
* Stadtmuseum Cottbus,&lt;br /&gt;
* Städtische Sammlungen Görlitz&amp;lt;ref name=&amp;quot;lorenz2023&amp;quot;&amp;gt;Lorenz, Robert 2023: Das Register für sorbische/wendische Kultur(erbe)daten. Vortragsfolien, Mai 2023. URL: https://digiserb.de/wp-content/uploads/2023/06/2023_05_prednosk_kulturne_herbstwo_robert_lorenc.pdf&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
|| Landkreis oder Kommune (''Annahme'') || 7 in der Domowina-Übersicht 2019 (2 Ober-, 5 Niederlausitz)&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019b&amp;quot;/&amp;gt; || '''B''' ■; &amp;lt;br&amp;gt;'''K1-K4''' ''offen'' || Umfang des sorbischen Anteils am Bestand ''offen''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Ensembles, Chöre, Trachten- und Brauchtumsgruppen || – || Verein || ''offen'' || tragen die Praxis;&amp;lt;br&amp;gt; '''D''' ○, '''B''' ○ || Trachtenfundi 2019 ausdrücklich zu den Beständen in sorbischer Verantwortung gezählt&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;; eigene Aufnahmen und Fundi meist nicht erfasst (''Annahme'')&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Chronisten, Film- und Fotoamateure ||&lt;br /&gt;
* Chronistengruppe der Župa Michał Hórnik,&lt;br /&gt;
* deutsch-sorbischer Filmkreis&lt;br /&gt;
|| ehrenamtlich, privat || ''offen'' || '''D''' ■, '''B''' ○ || Beiträge von Laien 2019 nur sporadisch, Bestände oft unstrukturiert&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;; das DZ bahnt Kooperationen mit privaten Filmschaffenden an&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Private Sammlungen und Nachlässe ||&lt;br /&gt;
* Nachlass der Malerin Hanka Krawcec, überwiegend in Tschechien;&lt;br /&gt;
* weitere private Sammlungen und Nachlässe in Ober- und Niederlausitz&lt;br /&gt;
|| privat || 4 in der Domowina-Übersicht 2019; tatsächlich ''offen'' || '''B''' ■ || Verbleib beim Generationenwechsel ungesichert (''Annahme''); bei einer privaten Sammlung ist der dauerhafte Verbleib ausdrücklich ungeklärt&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Kirchliche Einrichtungen ||&lt;br /&gt;
* Ausstellung zu Jan Bjedrich Fryco in der evangelischen Kirche Kolkwitz;&lt;br /&gt;
* kirchliches Informations- und Begegnungszentrum in Horno mit Holzmodellen abgebaggerter Kirchen&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019b&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|| Kirchgemeinde || 2 (in den kleinen Orten enthalten); weitere ''offen'' || '''B''' ○ || weitere kirchliche Bestände nicht erfasst (''Annahme'')&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Weitere sorbische Kultur- und Medieneinrichtungen ||&lt;br /&gt;
* Deutsch-Sorbisches Volkstheater (Archiv 2019 zusammen mit dem des SNE genannt);&lt;br /&gt;
* Domowina-Verlag (2019 als Produzent genannt, dessen Erzeugnisse an das SKA gehen sollten)&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|| verschieden || ''offen'' || '''B''' ○ || Spezialarchive von SNE, Domowina-Verlag, Volkstheater und Rundfunk: für die Öffentlichkeit nicht zugänglich, unterschiedlich gut erschlossen, teils mit eigenem Personal&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt;; der Domowina-Verlag erprobt mit dem DZ die Neuauflage vergriffener Bücher als Book on Demand&amp;lt;ref name=&amp;quot;dk2026&amp;quot;/&amp;gt;; Umfang ''offen''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Öffentliche Träger und Fördergeber ||&lt;br /&gt;
* Bund,&lt;br /&gt;
* Freistaat Sachsen,&lt;br /&gt;
* Land Brandenburg,&lt;br /&gt;
* Landkreise,&lt;br /&gt;
* Kommunen&lt;br /&gt;
|| öffentlich || – || '''F''' ■, '''S''' ○ || tragen die großen Museen; 2019 erfüllten kleine Museen im Landkreis Bautzen die Kriterien für eine institutionelle Förderung nicht, im Landkreis Spree-Neiße waren die Bedingungen besser&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Gedächtniseinrichtungen außerhalb der Lausitz und der sorbischen Trägerschaft ||&lt;br /&gt;
* Oberlausitzische Bibliothek der Wissenschaften Görlitz&amp;lt;ref name=&amp;quot;slub&amp;quot;/&amp;gt;;&lt;br /&gt;
* Hórnik-Bibliothek im Wendischen Seminar Prag&amp;lt;ref name=&amp;quot;ldp&amp;quot;&amp;gt;Sorbisches Institut 2021: Pressemitteilung zu Digitalisaten aus dem Landesdigitalisierungsprogramm Sachsen (u. a. „Serbowka“, erstes sorbisches Lehrbuch), 12.03.2021. URL: https://serbski-institut.de/wp-content/uploads/2021/12/2021-03-12_MI_Erstes-sorbisches-Lehrbuch-LDP_Serbowka_de.4753.pdf, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;;&lt;br /&gt;
* Deutsches Historisches Museum, Literaturarchive Marbach und Berlin, Nationalmuseum Prag&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt;;&lt;br /&gt;
* Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland, Bonn&amp;lt;ref name=&amp;quot;lorenz2023&amp;quot;/&amp;gt;;&lt;br /&gt;
* Sächsisches Staatsarchiv,&lt;br /&gt;
* Brandenburgisches Landeshauptarchiv,&lt;br /&gt;
* Deutsche Nationalbibliothek (''Annahme'');&lt;br /&gt;
* Einrichtungen in Tschechien&lt;br /&gt;
|| öffentlich || ''offen'' || '''B''' ○; &amp;lt;br&amp;gt;mögliche Partner für K3 und K4 || unterliegen eigenen Digitalisierungsabläufen; sorabistische Expertise wird dort bisher nicht nachgefragt&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt;; Umfang der sorbischen Bestände ''offen''&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.1.4 Erste Befunde ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;mark&amp;gt;Die folgende Übersicht muss mit den Institutionen bzgl. Änderungen und Ergänzungen abgestimmt werden.&amp;lt;/mark&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Rollenübersicht erlaubt erste Hinweise, die in den folgenden Abschnitten geprüft werden:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* '''Bewahren ist breit verteilt, Dienste sind konzentriert und projektgebunden.''' Nur die vier hauptamtlichen Einrichtungen mit Sammlungsauftrag – Sorbisches Museum, Wendisches Museum, Sorbische Zentralbibliothek und SKA – sowie die Spezialarchive verfügen zumindest grundsätzlich über Personal und Technik für Digitalisierung. Sie arbeiten in nicht miteinander verbundenen Insellösungen mit eher einfacher Ausstattung; keine von ihnen hat eine eigene Digitalisierungsabteilung.&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt; Dienste für andere Träger baut das DZ des SI auf. Es ist bis Ende 2027 projektfinanziert, derzeit nur für sächsische Träger kostenfrei, und seine Nutzung durch das Wendische Museum ist noch zu klären.&amp;lt;ref name=&amp;quot;dk2026&amp;quot;/&amp;gt; Die SLUB macht sorbisches Schrifttum bereits digital zugänglich, auch aus Beständen des SI, und übernimmt mit der Deutschen Fotothek Leistungen für das SKA&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt;. &lt;br /&gt;
* '''Für die langfristige Erhaltung fremder Bestände gibt es noch keine dauerhafte Lösung.''' Offen ist, wer Digitalisate anderer Träger verbindlich und dauerhaft übernimmt. Das DZ legt Digitalisate in einem Repositorium mit Datensicherung ab; ein Konzept für die Langzeitarchivierung im Dauerbetrieb soll aus der Evaluationsphase entstehen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;dk2026&amp;quot;/&amp;gt; Das Sorbische Museum sieht hier keinen akuten Bedarf, weil Archivierung Teil seiner regulären Arbeit sei;&amp;lt;ref name=&amp;quot;smb2026&amp;quot;/&amp;gt; ob dies einer Langzeiterhaltung im Sinne von [[#2.3.4 Digitalisierungsdienst und Archiv|Abschnitt 2.3.4]] entspricht, ist ''offen''. So gelangen Veranstaltungsaufnahmen des studijo LUCIJA nur teilweise und komprimiert (''zu prüfen'') in das SKA.&amp;lt;ref name=&amp;quot;lucija&amp;quot;/&amp;gt; Die SLUB betreibt eine eigene digitale Langzeitarchivierung; ob sie auch für sorbische Träger in Frage kommt, ist ''offen''. Das Gleiche gilt für das Sächsische Staatsarchiv.&lt;br /&gt;
* '''Die Dokumentation des lebendigen Kulturlebens liegt teils außerhalb sorbischer Verantwortung.''' Die Archive des sorbischen Rundfunks sind nicht öffentlich zugänglich.&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt; Sorbischsprachige Produktionen von MDR und rbb standen dem SKA 2019 aus rechtlichen Gründen nicht zur Verfügung.&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt; Der heutige Stand ist ''offen''.&lt;br /&gt;
* '''Die Domowina ist der wichtigste Zugang zu kleinen Trägern, hat aber selbst keinen Überblick über deren Bestände.''' Mindestens 9 der 23 kleinen Sammlungsorte sind direkt oder über Mitgliedsvereine mit ihr verbunden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;liste2026&amp;quot;/&amp;gt; Ihre Strukturen eignen sich daher als Weg, kleine Träger zu erreichen – für die Erhebung ebenso wie für spätere Unterstützungsangebote. Eine zentrale Verwaltung oder Übersicht der Bestände in ihren Strukturen gibt es allerdings nicht; ihr Zustand ist daher nicht feststellbar.&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2026&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
* '''Das Wissen über kleine Träger ist lückenhaft und teils veraltet.''' 12 der 23 kleinen Orte sind bisher nur durch die Domowina-Unterlagen von 2019 und 2020 belegt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;liste2026&amp;quot;/&amp;gt; Ob sie heute noch bestehen und wie es um ihre Bestände steht, ist ''offen''. Besonders privat betreute Ausstellungen werden in Abschnitt 3.2 auf ihre Gefährdung geprüft.&lt;br /&gt;
* '''Kleine Träger haben keine feste Anlaufstelle; Koordination und Priorisierung sind noch nicht verbindlich geregelt.''' Das frühere Sorbische Folklorezentrum war seit 1993 faktisch nicht mehr tätig.&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt; In der Niederlausitz diente 2020 ein Projekt zur Inwertsetzung des immateriellen Kulturerbes auch der Vernetzung kleiner Museen. Der Kulturausschuss der Domowina sah sich als ehrenamtliches Gremium nicht in der Lage, die Koordination zu leisten, und bat Fachinstitutionen und die Gremien der Stiftung, Verantwortung zu übernehmen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2020&amp;quot;/&amp;gt; Das DZ-Konzept sieht für die Auswahl ein Lenkungsgremium aus Vertreterinnen und Vertretern der vier hauptamtlichen Einrichtungen und des SKR vor; Zusammensetzung und Kriterien sind noch festzulegen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt; Wie das heute geregelt ist, untersucht Abschnitt 3.4.&lt;br /&gt;
* '''Ein Teil des Erbes liegt bei Einrichtungen der Mehrheitsgesellschaft und im Ausland.''' Dort folgt die Digitalisierung eigenen Abläufen, und sorabistische Expertise wird bisher nicht nachgefragt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Liste aller bekannten Sammlungsorte mit Typ, Trägerschaft und Kulturgutklassen steht in [[12.3.A3 Sammlungsorte des sorbischen Kulturerbes|Anhang 12.3.A3]]. Sie wird laufend ergänzt.&lt;br /&gt;
&amp;lt;!-- Anhang 12.3.A3 aus der Arbeitsliste vom 02.04.2026 aufbauen; Namen privater Sammler nur mit Einverständnis --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== 3.2 Bestände und Bedarfe ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieser Abschnitt beschreibt die Nachfrageseite der Analyse: Welche Bestände sorbischen Kulturerbes gibt es, wie weit sind sie erfasst und digitalisiert, welche sind gefährdet, und welche Unterstützung brauchen die Kulturgutträger? Festgestellt wird dabei nur, wo Zeitdruck besteht. Welche Bestände mit welcher Priorität bearbeitet werden, sollten die sorbische Gemeinschaft und ihre Fachgremien entscheiden (vgl. [[#2.4.2 Prozessschritte im Detail|Prozessschritt 3 „Bewerten &amp;amp; freigeben“]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein institutionsübergreifender Überblick über die Bestände existiert bisher nicht (siehe 3.2.5). Die folgenden Angaben sind daher Mindestwerte und Größenordnungen aus veröffentlichten Angaben der Einrichtungen, den Bedarfserklärungen des Sorbischen Museums, des Wendischen Museums und der Domowina vom April 2026, Projektunterlagen und den in [[#3.1 Akteure und Rollen|Abschnitt 3.1]] genannten Quellen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;mark&amp;gt;Die Bestände sollten mit den SI, insb. Register, bzgl. Korrektheit und Vollständigkeit abgestimmt werden, evtl. liegt dort ein institutionsübergreifender Überblick über Bestände vor.&amp;lt;/mark&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.2.1 Begriffe ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
; Sammlungsort&lt;br /&gt;
: Ort, an dem Kulturgüter verwahrt werden, etwa ein Museum, ein Archiv, eine Heimatstube oder eine Privatwohnung. Ein Akteur kann mehrere Sammlungsorte haben.&lt;br /&gt;
; Bestand&lt;br /&gt;
: Abgrenzbare Gruppe von Kulturgütern einer [[#2.2 Klassifizierung von Kulturgütern|Kulturgutklasse]], die an einem Sammlungsort gemeinsam verwahrt wird, zum Beispiel die Fotografien einer Heimatstube oder die Tonbänder eines Archivs. Feiner unterschieden wird nur, wenn sich Zustand oder Rechtslage deutlich unterscheiden. Ein Bestand gehört zu dem Ort, an dem das Original oder die Masterdatei liegt - Kopien an anderen Orten beschreiben seinen Digitalisierungsstand.&lt;br /&gt;
: Bei immateriellem Kulturerbe gilt die vorhandene Dokumentation als Bestand, etwa Ton- und Videoaufnahmen oder Beschreibungen. Eine bisher nicht dokumentierte Praxis erscheint als Dokumentationsbedarf.&lt;br /&gt;
; Bedarf&lt;br /&gt;
: Was ein Bestand oder ein Kulturgutträger braucht.&lt;br /&gt;
:* ''Bestandsbezogene'' Bedarfe richten sich auf die [[#2.3.2 Vier Kernfunktionen|vier Kernfunktionen]] (erfassen, digitalisieren, langfristig erhalten, zugänglich machen).&lt;br /&gt;
:* ''Trägerbezogene'' Bedarfe betreffen den Akteur selbst, etwa Personal, Beratung oder Finanzierung.&lt;br /&gt;
; Dringlichkeit&lt;br /&gt;
: Zeitdruck, der sich aus einer Gefährdung ergibt. Sie ist nicht gleichbedeutend mit Priorität, in die auch kulturelle Bedeutung, Nutzen und Machbarkeit eingehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.2.2 Bestandslandkarte ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Übersicht folgt der [[#2.2 Klassifizierung von Kulturgütern|Klassifizierung aus Abschnitt 2.2]]. Sie nennt für jede Klasse typische Bestände, die wichtigsten Träger und den bekannten Stand. Einzelne Sammlungsorte stehen in [[12.3.A3 Sammlungsorte des sorbischen Kulturerbes|Anhang 12.3.A3]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|+ Bestände nach Kulturgutklassen (Stand: weitgehend · teilweise · kaum · ''offen'')&lt;br /&gt;
! Klasse !! Typische Bestände !! Wichtigste Träger !! Umfang, soweit bekannt !! Erfasst !! Digitalisiert !! Gefährdung&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''A''' Materiell – unbeweglich || Denkmale, Gedenktafeln, Inschriften, Grabmäler, Blockbauten, Wirkungsstätten, Kirchen; Häuser wie der Dom Njechorńskeho || Eigentümer, Gemeinden, Kirchgemeinden; dokumentiert durch das SI || Langzeitprojekt „Großes Inventar sorbischer Kulturdenkmale“ des SI (ab 2000): rund 1.700 Objekte in der sächsischen Oberlausitz&amp;lt;ref name=&amp;quot;kdm&amp;quot;&amp;gt;Fachpublikation zu sorbischen Kulturdenkmalen. Interne Referenz: saxorum-10788_Sorbische_Kulturdenkmale_digital_erfassen_präsentieren.pdf. Angabe nach Projektunterlagen, noch zu prüfen.&amp;lt;/ref&amp;gt; mit 6.161 Fotonegativen&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt; || weitgehend für die sächsische Oberlausitz: 1.760 Datensätze in einer Datenbank, qualitätsgesichert und in das SKR integriert&amp;lt;ref name=&amp;quot;kdmsi&amp;quot;&amp;gt;Sorbisches Institut o. J.: Sorbische Kulturdenkmale in Sachsen. Projektbeschreibung, u. a. zum Teilprojekt im Verbundprojekt DIKUSA – Vernetzung digitaler Kulturdaten in Sachsen (2022-2025). URL: https://www.serbski-institut.de/projekte-kulturwissenschaften/sorbische-kulturdenkmale-in-sachsen/; ältere Fassung: https://www.serbski-institut.de/projekte-kulturwissenschaften/sorbische-kulturdenkmale-in-sachsen-2/, abgerufen im Oktober 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;; Niederlausitz in Erfassung, geplant in drei Phasen bis 2031&amp;lt;ref name=&amp;quot;nlposter&amp;quot;&amp;gt;Sorbisches Institut o. J.: Materielle Zeugnisse sorbischer/wendischer Kultur in der Niederlausitz. Modul 4 des Vorhabens „Digitales Portal zu sorbischen und Lausitzer Sprach- und Kulturlandschaften“ (Poster). URL: https://serbski-institut.de/wp-content/uploads/2021/11/A0-Druck_DigPortal-M4.pdf, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; || teilweise: Fotonegative im Dezember 2024 extern digitalisiert&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt;; rund 1.200 Objektbeschreibungen für den Wissensgraphen des Verbundprojekts DIKUSA aufbereitet&amp;lt;ref name=&amp;quot;kdmsi&amp;quot;/&amp;gt;; 78 Objekte öffentlich im Atlas auf Sorabicon, davon 26 aus dem sächsischen und 52 aus dem brandenburgischen Teil (April 2026)&amp;lt;ref name=&amp;quot;atlas&amp;quot;&amp;gt;Sorbisches Institut 2026: Pressemitteilung zum digitalen Atlas sorbischer Kulturdenkmale im Wissensportal Sorabicon, 30.04.2026. URL: https://idw-online.de/de/news870102, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;; erste 3D-Raumscans, z. B. des Dom Njechorńskeho&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt; || Verwitterung, Umbau, Abriss; Bausubstanz einzelner Häuser 2019 als Problem genannt&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019b&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''B1''' Schriftgut || Bücher, Zeitungen, Handschriften, Nachlässe, Vereins- und Institutionsakten, Musikalien, Plakate, Grafik, Postkarten || Sorbische Zentralbibliothek, Sorbisches Kulturarchiv (SKA), Sorbisches Museum, Wendisches Museum, SLUB, Hórnik-Bibliothek im Wendischen Seminar Prag, Oberlausitzische Bibliothek der Wissenschaften Görlitz, Domowina-Verlag || SI: mindestens 500.000, eher 1 Mio. zu digitalisierende Druckseiten, Archivalien nicht eingerechnet (DZ-Konzept, S. 39)&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt;; Zentralbibliothek ca. 110.000 Medieneinheiten&amp;lt;ref name=&amp;quot;liste2026&amp;quot;/&amp;gt;; Sorbisches Museum: bibliophile und sorabistische Sammlung ca. 8.700, Plakate ca. 1.700, Postkarten ca. 2.500&amp;lt;ref name=&amp;quot;smb2026&amp;quot;/&amp;gt;; Wendisches Museum: historische Karten, Plakate, Literatur, Zeitschriften, Postkarten, Zahl ''offen''&amp;lt;ref name=&amp;quot;wm2026&amp;quot;/&amp;gt;; SKA: Nachlässe, Akten der Domowina 1912-1989 und sorbischer Vereine, Umfang ''offen''&amp;lt;ref name=&amp;quot;ska&amp;quot;&amp;gt;Sorbisches Institut o. J.: Sorbian Cultural Archive. URL: https://www.serbski-institut.de/en/sorbian-cultural-archive/, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; || weitgehend in den Bibliotheken (Katalog, Sorbische Bibliographie)&amp;lt;ref name=&amp;quot;vls&amp;quot;/&amp;gt;; kleine und private Träger ''offen'' || teilweise: 1.634 Dokumente des SI auf Sachsen.Digital (Stand 2021)&amp;lt;ref name=&amp;quot;ldp&amp;quot;&amp;gt;Sorbisches Institut 2021: Pressemitteilung zu Digitalisaten aus dem Landesdigitalisierungsprogramm Sachsen (u. a. „Serbowka“, erstes sorbisches Lehrbuch), 12.03.2021. URL: https://serbski-institut.de/wp-content/uploads/2021/12/2021-03-12_MI_Erstes-sorbisches-Lehrbuch-LDP_Serbowka_de.4753.pdf, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;; Handschriften des SKA 2016 digitalisiert&amp;lt;ref name=&amp;quot;hs&amp;quot;&amp;gt;Sorbisches Institut o. J.: Digitalisate handschriftlicher Literatur aus den Beständen des SKA in Sachsen.digital. URL: https://serbski-institut.de/de/Handschriften-als-Digitalisat, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;; Zeitungen und Zeitschriften teils online&amp;lt;ref name=&amp;quot;vls&amp;quot;/&amp;gt;; Plakate des Sorbischen Museums im Pilot mit dem SI&amp;lt;ref name=&amp;quot;smb2026&amp;quot;/&amp;gt;; DZ-Pilot zu den Periodika Bramborski Casnik (ab 1848) und Katolski Posoł (ab 1863) mit Texterkennung&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt;; Neuauflage vergriffener Bücher des Domowina-Verlags als Book on Demand im Pilot&amp;lt;ref name=&amp;quot;dk2026&amp;quot;/&amp;gt;; Texterkennung historischer sorbischer Drucke mit weiterem Forschungsbedarf&amp;lt;ref name=&amp;quot;dk2026&amp;quot;/&amp;gt; || Nachlässe in Privatbesitz; säurehaltiges Papier des 19. und 20. Jahrhunderts (''Annahme'', nicht erhoben)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''B2''' Fotografien und Bildträger || Fotosammlungen und Fotonachlässe, Negative, Glasplatten, Dias || SKA, Sorbisches Museum, Wendisches Museum, Stadtmuseum Cottbus, SI (Kulturdenkmale), Sorbisches National-Ensemble (SNE), Domowina Verlag (LND), Deutsch-Sorbisches Volkstheater ''(Annahme)'', Chronisten, Privatpersonen || Sorbisches Museum: Foto- und Bildarchiv ca. 8.300&amp;lt;ref name=&amp;quot;smb2026&amp;quot;/&amp;gt;; Kulturdenkmal-Inventar 6.161 Negative&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt;; SKA: Fotosammlungen und Diakollektionen aus Domowina-Nachlässen vor 1990, Umfang ''offen''&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt;; Wendisches Museum: historische Fotografien, Dias, Zahl ''offen''&amp;lt;ref name=&amp;quot;wm2026&amp;quot;/&amp;gt; || teilweise bei Museen und SKA, z. B. Fotodatenbank des Sorbischen Museums&amp;lt;ref name=&amp;quot;smb2026&amp;quot;/&amp;gt;; private Bestände oft unstrukturiert&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt; || teilweise: Fotosammlungen des SKA über die Deutsche Fotothek zugänglich; Diakollektionen und Kulturdenkmal-Negative extern digitalisiert&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt;; ausgewählte Bildsammlungen des SKA im Virtuellen Lesesaal&amp;lt;ref name=&amp;quot;vls&amp;quot;/&amp;gt;; Glasplattennegative der Sammlung Fritz Unger (Stadtmuseum Cottbus) mit wendischen Motiven auf museum-digital&amp;lt;ref name=&amp;quot;unger&amp;quot;&amp;gt;museum-digital:brandenburg o. J.: Wendische Trachtengruppe, Glasplattennegativ, Fotografische Sammlung Fritz Unger, Stadtmuseum Cottbus, Inv.-Nr. U190-05. URL: https://brandenburg.museum-digital.de/pdf/object/65463.pdf?lang=de, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; || Negative, Dias und Glasplatten empfindlich; private Bestände ohne Verzeichnis&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''B3''' Analoge AV-Träger || Tonbänder, Kassetten, Schallplatten, Videobänder, Filme || SKA, MDR und rbb, SNE, Sorbisches Museum, Wendisches Museum, Amateurfilmer, Njepila-Hof (Tondokumente)&amp;lt;ref name=&amp;quot;liste2026&amp;quot;/&amp;gt;; Filme der früheren DEFA (Filmstudio der DDR), Hörfunkbestände der DDR-Zeit im Deutschen Rundfunkarchiv (''Annahme'') || sorbischsprachiger Rundfunk seit 1948&amp;lt;ref name=&amp;quot;rundfunk&amp;quot;&amp;gt;Wikipedia (englisch): Sorbischer Rundfunk. URL: https://en.wikipedia.org/wiki/Sorbischer_Rundfunk, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;; DEFA-Gruppe „Sorbischer Film“ 1980-1990: knapp 40 Filme&amp;lt;ref name=&amp;quot;defa&amp;quot;&amp;gt;Deutsches Historisches Museum, Zeughauskino o. J.: Filmreihe „Sorbische Filmlandschaften“. URL: https://www.dhm.de/zeughauskino/filmreihe/sorbische-filmlandschaften/, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;; Sorbisches Museum: Audiokassetten, Schallplatten, Filmrollen, VHS&amp;lt;ref name=&amp;quot;smb2026&amp;quot;/&amp;gt;; Wendisches Museum: VHS-Kassetten, CDs&amp;lt;ref name=&amp;quot;wm2026&amp;quot;/&amp;gt;; SKA, SNE und Amateurbestände ''offen'' || kaum bekannt || teilweise: Filme des SKA über die Deutsche Fotothek bzw. im sächsischen Programm zur Sicherung des audiovisuellen Erbes digitalisiert&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;vls&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;avsachsen&amp;quot;&amp;gt;Leipziger Internet Zeitung 2020: Über 50.000 Film- und Tonminuten digitalisiert. Zwischenbilanz zur Sicherung des audiovisuellen Erbes in Sachsen, 16.09.2020. URL: https://www.l-iz.de/melder/wortmelder/2020/09/Ueber-50-000-Film-und-Tonminuten-digitalisiert-Zwischenbilanz-zur-Sicherung-des-audiovisuellen-Erbes-in-Sachsen-349190, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;; Umfang ''offen''; im DZ bisher ein einfacher 8-mm-Digitalisierer, hochwertige Filmdigitalisierung nur in Kooperation&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt;; das Sorbische Museum benötigt Technik für Ton-, Film- und Videoträger&amp;lt;ref name=&amp;quot;smb2026&amp;quot;/&amp;gt; || '''hoch''': Material und veraltete Abspieltechnik erfordern eine priorisierte Digitalisierung; bei Film drohen Essigsäure-Syndrom, Farbverblassung und Schrumpfung&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt;; Magnetbandformate sind veraltet, die routinemäßige Überspielung endete nach Einschätzung von UNESCO und IASA (Internationaler Verband der Schall- und audiovisuellen Archive) etwa 2025&amp;lt;ref name=&amp;quot;mta&amp;quot;&amp;gt;IASA o. J.: Announcing the Magnetic Tape Alert Project (UNESCO-Programm „Information for All“ und IASA). URL: https://iasa-web.org/node/5374, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''B4''' 3D-Objekte || Trachten und Textilien, Volkskunst, Ostereier, Keramik, Glas, Hausrat, Musikinstrumente, Kunstwerke || Sorbisches Museum, Wendisches Museum, Heimatmuseen und Heimatstuben, Trachtenfundi von Vereinen und Ensembles, private Sammlungen || Sorbisches Museum: ca. 42.000 Objekte insgesamt, davon materielle Kultur ca. 21.000 mit ca. 6.700 Trachten und Textilien und ca. 8.000 Werken bildender Kunst&amp;lt;ref name=&amp;quot;smb2026&amp;quot;/&amp;gt;; Wendisches Museum: größte Sammlung niedersorbischer Tracht&amp;lt;ref name=&amp;quot;wm&amp;quot;&amp;gt;Wendisches Museum Cottbus o. J.: Selbstdarstellung des Museums, Dokument im Ratsinformationssystem der Stadt Cottbus. URL: https://session.cottbus.de/oparl/bodies/0001/downloadfiles/00007050.pdf, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;, dazu u. a. Keramik, Glas, Musikinstrumente, Volkskunst mit großer Ostereiersammlung, Zahl ''offen''&amp;lt;ref name=&amp;quot;wm2026&amp;quot;/&amp;gt;; Sorbische Webstube Drebkau über 4.000 Ostereier&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt;; Heimatmuseum Dissen 6.700 inventarisierte Exponate (SKR-Konzept, S. 8)&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;/&amp;gt;; Jänschwalde über 40 Originaltrachten und über 1.000 Keramiken&amp;lt;ref name=&amp;quot;liste2026&amp;quot;/&amp;gt; || teilweise: Sorbisches Museum mit Inventarbüchern und Datenbank (HiDA)&amp;lt;ref name=&amp;quot;smb2026&amp;quot;/&amp;gt;, Wendisches Museum mit Adlib&amp;lt;ref name=&amp;quot;wm2026&amp;quot;/&amp;gt;, aber ohne verknüpfendes System (SKR-Konzept, S. 7)&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;/&amp;gt;; kleine Museen teils ohne Inventar&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt; || kaum bis teilweise: Sorbisches Museum erst teilweise digital erfasst&amp;lt;ref name=&amp;quot;smb2026&amp;quot;/&amp;gt;; Wendisches Museum digitalisiert derzeit vor allem Kunst und hat mit museum-digital begonnen&amp;lt;ref name=&amp;quot;wm2026&amp;quot;/&amp;gt;; acht Häuser mit sorbischem Schwerpunkt haben zusammen 401 Objekte auf museum-digital veröffentlicht (SKR-Konzept, S. 8)&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;/&amp;gt;; Pilot Drebkau: sorbische Ostereier fotografiert, 16 davon als 3D-Modell, auf museum-digital&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt; || Sorbisches Museum: Zustand weitgehend gut, keine akut gefährdeten Bestände bekannt, ca. 100 Objekte mit Pestiziden aus der DDR-Zeit belastet&amp;lt;ref name=&amp;quot;smb2026&amp;quot;/&amp;gt;; Textilien empfindlich; private Ausstellungen ohne Nachfolge (siehe 3.2.3)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''C1''' Orale Traditionen || Sprache und Dialekte, Erzählungen, Sagen, Zeitzeugenberichte || Sprecherinnen und Sprecher; dokumentiert durch SI und Rundfunk || ''offen'' || teilweise: Zeitzeugen-O-Töne im Wissensportal Sorabicon&amp;lt;ref name=&amp;quot;atlas&amp;quot;/&amp;gt;; Zeitzeugen-Sammlung des studijo LUCIJA auf YouTube&amp;lt;ref name=&amp;quot;lucija_youtube&amp;quot;&amp;gt;studijo LUCIJA YouTube Kanal. URL: https://www.youtube.com/@studijoLucija/videos, abgerufen am 30.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; || teilweise || '''hoch''' für das Niedersorbische: nach Angaben des Bundesinnenministeriums 2024 nur noch wenige hundert fließende Sprecherinnen und Sprecher&amp;lt;ref name=&amp;quot;sprache&amp;quot;&amp;gt;Universität Potsdam o. J.: Mehrsprachigkeit in Brandenburg – Sorbisch (mit Verweis auf BMI 2024 und Landesregierung Brandenburg 2024). URL: https://www.uni-potsdam.de/de/svm/mehrsprachigkeit-in-brandenburg/studentische-projekte/sorbisch, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;; die Sicherung des Wissens von Zeitzeuginnen und Zeitzeugen ist im DZ-Konzept als Auswahlkriterium genannt&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''C2''' Darstellende Künste || Musik, Lieder, Tanz, Theater, Chorgesang || SNE, Deutsch-Sorbisches Volkstheater, Chöre und Ensembles; dokumentiert durch Rundfunk und studijo LUCIJA&amp;lt;ref name=&amp;quot;lucija_youtube&amp;quot;/&amp;gt; || ''offen'' || ''offen'' || teilweise: neuere Aufnahmen meist ursprünglich digital (siehe D1) || vergängliche Formate wie Aufführungen, Ausstellungen und Veranstaltungen werden bisher zu wenig gesichert; einfache Wege wie 360-Grad-Aufnahmen wurden angeregt&amp;lt;ref name=&amp;quot;dk2026&amp;quot;/&amp;gt;; ältere Mitschnitte auf AV-Trägern (siehe B3); digitale Mitschnitte, die nicht langzeittauglich gelagert und nicht registriert sind (siehe D1 und D2)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''C3''' Rituale und Feste || Bräuche und Feste im Jahreslauf, u. a. Vogelhochzeit, Zampern, Zapust, Ostersingen, Osterreiten, Maibaum, Kirmes || MDR, rbb, studijo LUCIJA&amp;lt;ref name=&amp;quot;lucija_youtube&amp;quot;/&amp;gt;, Vereine, Dorfgemeinschaften, Kirchgemeinden || „Gesellschaftliche Bräuche und Feste der Lausitzer Sorben im Jahreslauf“ seit 2014 im Bundesweiten Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes&amp;lt;ref name=&amp;quot;ike&amp;quot;&amp;gt;Sorbisches Institut 2020: Aufruf und Fragebogen zur Erhebung sorbischer/wendischer Bräuche und Feste im Landkreis Spree-Neiße, 18.12.2020. URL: https://www.serbski-institut.de/wp-content/uploads/2022/03/IKE-Fragebogen-Aufruf_2020_12_189_DE.4701.pdf, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;iketour&amp;quot;&amp;gt;Sachsen-Tourismus 2025: Hintergrundtext Immaterielles Kulturerbe. URL: https://www.sachsen-tourismus.de/fileadmin/mediendatenbank_ALT/mediendatenbank/bilder/presse/rechercheideen/hintergrundtext-immaterielles-kulturerbe-2025.pdf, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; || teilweise: Erhebung im Landkreis Spree-Neiße durch das SI ab 2020&amp;lt;ref name=&amp;quot;ike&amp;quot;/&amp;gt; mit rund 500 dokumentierten Praktiken, Ergebnisse auf Sorabicon („lebendiges Kulturerbe in der Niederlausitz“)&amp;lt;ref name=&amp;quot;ike2023&amp;quot;&amp;gt;Sorbisches Institut 2023: Teilprojekt zum immateriellen Kulturerbe der Sorben/Wenden in der Niederlausitz im Vorhaben „Digitales Portal zu sorbischen und Lausitzer Sprach- und Kulturlandschaften“. Folien zum Institutstag. URL: https://www.serbski-institut.de/wp-content/uploads/2023/01/08_DigPortal-M5-Institutstag-neu.pdf, abgerufen am 30.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;atlas&amp;quot;/&amp;gt;; Oberlausitz ''offen'' || teilweise || Praxis im Wandel; frühere Ausprägungen nur über Dokumentation greifbar&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''C4''' Wissen über Natur und Universum || Volksglaube, Heil- und Sammelwissen, religiöse Praxis || Familien, Kirchgemeinden || ''offen'' || ''offen'' || ''offen'' || Wissen oft bei wenigen, teils älteren Personen (SKR-Konzept, S. 8)&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''C5''' Traditionelles Handwerk || Ostereiverzierung, Trachtenherstellung und -pflege, Weben, Flachs und Leinen, Töpfern || Handwerkerinnen und Handwerker, Vereine, Heimatmuseen, z. B. Sorbische Webstube Drebkau&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;/&amp;gt;, Kólasko Drachhausen&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019b&amp;quot;/&amp;gt; || ''offen'' || ''offen'' || ''offen'' || Wissen an wenige Personen gebunden; fehlender Nachwuchs (SKR-Konzept, S. 8)&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''D1''' Born-digital || Websites, soziale Medien, Musikvideos, Veranstaltungsmitschnitte, digitale Fotos und Videos, digitale Publikationen, Projektdaten, ältere Datenträger || Künstlerinnen und Künstler, studijo LUCIJA, Rundfunk, Verlage, Vereine, Einrichtungen || 2024 ermittelte das SKR 41 sorbische Musikvideos von 18 Künstlerinnen, Künstlern und Gruppen auf YouTube, das früheste von 2007&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt;; Sorbisches Museum: neue Sammlungskategorie „Datenträger“ mit 5 Objekten&amp;lt;ref name=&amp;quot;smb2026&amp;quot;/&amp;gt;; sonst ''offen'' || kaum; erste Erhebungen durch das SKR&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt; || – || '''hoch''': YouTube ist kein verlässlicher Speicherort, Inhalte können jederzeit entfernt werden; vorgeschlagen ist eine Notsicherung durch das DZ&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt;; keine systematische Sicherung sorbischer Web- und Social-Media-Inhalte bekannt; Webarchivierung in Deutschland insgesamt lückenhaft&amp;lt;ref name=&amp;quot;webarchiv&amp;quot;&amp;gt;netzpolitik.org 2026: Kritische Infrastruktur: Bei der Web-Archivierung fehlt die Strategie. URL: https://netzpolitik.org/2026/kritische-infrastruktur-bei-der-web-archivierung-fehlt-die-strategie/, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;; Masterdateien teils nur beim Erzeuger&amp;lt;ref name=&amp;quot;lucija&amp;quot;/&amp;gt;; ältere Speichermedien wie Disketten schwer lesbar&amp;lt;ref name=&amp;quot;smb2026&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''D2''' Digitalisate || digitale Repräsentationen aus den Klassen A bis C || SI, SLUB mit Deutscher Fotothek, Museen, Projekte || SI: 1.634 Dokumente auf Sachsen.Digital (2021)&amp;lt;ref name=&amp;quot;ldp&amp;quot;/&amp;gt;; Sorabicon: zwölf veröffentlichte Sammlungen (2026)&amp;lt;ref name=&amp;quot;atlas&amp;quot;/&amp;gt;; Repositorium digitalizat.de, öffentlich voraussichtlich ab ca. Q3/2026, Stand ''offen''&amp;lt;ref name=&amp;quot;dk2026&amp;quot;/&amp;gt; || teilweise: über Kataloge und die Deutsche Digitale Bibliothek nachgewiesen, teils als gemeinfrei gekennzeichnet&amp;lt;ref name=&amp;quot;ddb&amp;quot;&amp;gt;Deutsche Digitale Bibliothek o. J.: Wot togo narodu Jesu Christußa (1865), Datengeber: Sorbisches Institut / Sorbisches Kulturarchiv. URL: https://www.deutsche-digitale-bibliothek.de/item/3IVBZKDCQK6LHTOFW5HKYF235K6A4QEF, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; || – || Langzeiterhaltung nicht dauerhaft geregelt: Das DZ legt Digitalisate in einem Repositorium mit Datensicherung ab, ein Konzept für die Langzeitarchivierung im Dauerbetrieb steht aus&amp;lt;ref name=&amp;quot;dk2026&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.2.3 Bestände mit vorrangigem Digitalisierungsbedarf ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als vorrangig gilt ein Bestand, wenn mindestens einer der folgenden Gründe zutrifft:&lt;br /&gt;
# '''Materialverfall oder veraltete Technik:''' Der Träger zerfällt, oder Abspielgeräte sind kaum noch verfügbar.&lt;br /&gt;
# '''Ungesicherte Betreuung:''' Nachfolge, Räume oder Trägerschaft sind nicht gesichert.&lt;br /&gt;
# '''Unikat ohne Sicherung:''' Es gibt weder eine Kopie noch einen Nachweis an anderer Stelle.&lt;br /&gt;
# '''Schwindendes Wissen:''' Trägerinnen und Träger einer Praxis oder Zeitzeugen können nur noch begrenzte Zeit befragt werden.&lt;br /&gt;
# '''Ungesicherte digitale Dateien:''' Masterdateien fehlen, es gibt kein Zielarchiv, oder die Dateiformate veralten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die '''Dringlichkeit''' ist&lt;br /&gt;
* ''hoch'', wenn Verlust oder Unzugänglichkeit innerhalb weniger Jahre wahrscheinlich sind,&lt;br /&gt;
* ''mittel'', wenn ein Risiko erkennbar ist, der Zeitrahmen aber offen ist, und&lt;br /&gt;
* ''offen'', wenn die Lage nicht bekannt ist.&lt;br /&gt;
Die Herkunft der Dringlichkeit ist mit '''G''' gekennzeichnet, wenn der Bedarf von Trägern oder in ihren Unterlagen genannt wurde, und mit '''A''', wenn er aus der Analyse abgeleitet ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|+ Bestände mit vorrangigem Digitalisierungsbedarf&lt;br /&gt;
! Bestand / Bestandsgruppe !! Träger !! Klasse !! Grund !! Dringlichkeit !! Herkunft !! Quelle&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Ton-, Video- und Filmbestände auf Magnetband und Film || SKA, SNE, Rundfunk, Sorbisches Museum, Wendisches Museum, Amateurfilmer, Njepila-Hof u. a. || B3 || 1, 3 || hoch || G, A || &amp;lt;ref name=&amp;quot;smb2026&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;mta&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;ska&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Sprache und Erzählwissen der letzten muttersprachlichen Sprecherinnen und Sprecher des Niedersorbischen || – || C1 || 4 || hoch || A || &amp;lt;ref name=&amp;quot;sprache&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Zwei private Ausstellungen in der Oberlausitz, von den Betreibern im Ruhestand allein und ohne Förderung betreut (Stand 2019); eine davon inzwischen vom DZ als 3D-Raumscan erfasst, ihr dauerhafter Verbleib ist ungeklärt || privat || B4 || 2, 3 || hoch || G || &amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019b&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Private Sammlungen und Nachlässe, darunter Filme und Chroniken sowie ein Nachlass, dessen Sichtung und Bewertung 2019 erbeten wurde || privat || B1-B4 || 1, 2, 3 || hoch || G || &amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019b&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Veranstaltungsmitschnitte, die nicht zentral registriert sind und nur teilweise und komprimiert (''zu prüfen'') an das SKA gehen || studijo LUCIJA || D1 (C2, C3) || 5 || hoch || A || &amp;lt;ref name=&amp;quot;lucija&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Sorbische Musikvideos auf YouTube, Websites und soziale Medien || Künstlerinnen und Künstler, Gruppen, Einrichtungen || D1 || 5 || hoch || G ||&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;webarchiv&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Ältere Datenträger und ursprünglich digitale Objekte in Sammlungen, z. B. Disketten; Sammlungskategorie „Datenträger“ des Sorbischen Museums || Sorbisches Museum u. a. || D1 || 1, 5 || mittel || G || &amp;lt;ref name=&amp;quot;smb2026&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Ausstellungen kleiner Sammlungsorte ohne Langzeitperspektive, deren Sicherung im Ist-Zustand häufig gewünscht wird || Heimatstuben, kleine Museen || B4, A || 2 || mittel || G || &amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Archiv verschwundener Orte in Horno: Umzug 2019 geplant || Trägerschaft ''offen'' || B1, B2 || 2 || ''offen'' || G || &amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019b&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Sorbische Museum kennt in seinen eigenen Beständen keine akut gefährdeten Objekte.&amp;lt;ref name=&amp;quot;smb2026&amp;quot;/&amp;gt; Die Fotonegative des Kulturdenkmal-Inventars, die bis 2024 nahezu ausschließlich analog vorlagen, sind inzwischen digitalisiert.&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.2.4 Bedarfe der Kulturgutträger ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Neben dem Bedarf einzelner Bestände haben viele Kulturgutträger Bedarfe, die sie selbst betreffen. Sie werden hier gebündelt und der Seite des Angebots zugeordnet, an die sie sich richten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
! Bedarf !! Betroffene Träger !! Richtet sich an !! Herkunft !! Quelle&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Personal und Nachwuchs für Betreuung, Erfassung und Digitalisierung; keine Mittel für studentische Hilfskräfte || kleine Museen, Heimatstuben, ehrenamtliche Sammlungsorte; Sorbisches Museum, Wendisches Museum&amp;gt; || Rahmen (F), K2 || G || &amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;smb2026&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;wm2026&amp;quot;/&amp;gt;; SKR-Konzept, S. 7-8 und 29&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Laufende Finanzierung für Personal und Unterhalt; z. B. jährliches Ringen um Personalmittel in Dissen || kleine Museen || Rahmen (F) || G || &amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019b&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Fachliche Begleitung, Beratung und Schulung, auch zu einer Digitalstrategie und zum Umgang mit digitalen Sammlungsobjekten || kleine und ehrenamtliche Träger; Wendisches Museum; Sorbisches Museum || K1-K3, Rahmen || G || &amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;wm2026&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;smb2026&amp;quot;/&amp;gt;; SKR-Konzept, S. 10 und 30&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Inventarisierung und digitale Erschließung; Nachholbedarf wegen Personalmangels „teils bestandsgefährdend“; Erfassung von Metadaten mit Hilfskräften, ggf. mit KI-Unterstützung || kleine Museen, private Sammlungen, Domowina-Strukturen || K1 || G || SKR-Konzept, S. 7&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;/&amp;gt;; &amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2026&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Vernetzung und Kooperation; eine Dienstleistungs- und Ermöglichungsstruktur für die Digitalisierung || kleine Museen, Domowina || Rahmen (S) || G || &amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2026&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Sichtbarkeit und Präsentation; Katalog für die im Aufbau befindliche Fachbibliothek || sorbische Museen, kleine Museen; Wendisches Museum || K4 || G || &amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2020&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;smb2026&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;wm2026&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Sichtung und Bewertung von Nachlässen || private Nachlässe || K1, Prozessschritt „Bewerten“ || G || &amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019b&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Räume, Bausubstanz und Bewirtschaftung, z. B. Muzej Ćišinskeho, Dom Njechorńskeho || kleine Museen und Gedenkorte || Rahmen (Voraussetzung) || G || &amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019b&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2026&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Technik und Dienstleistung zur Digitalisierung von Ton-, Film-, Video- und Diaträgern || Sorbisches Museum, Wendisches Museum, kleine und private Träger || K2 || G || &amp;lt;ref name=&amp;quot;smb2026&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;wm2026&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Großformatige Scans über DIN A3 bis DIN A0, z. B. für Plakate und Kunstwerke auf Papier || Sorbisches Museum || K2 || G || &amp;lt;ref name=&amp;quot;smb2026&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Lesbarmachung älterer Speichermedien wie Disketten || Sorbisches Museum || K2, K3 || G || &amp;lt;ref name=&amp;quot;smb2026&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Digitalisierung mit Texterkennung von Verwaltungsdokumenten wie Kauf- und Leihverträgen, um Sammlungs- und Besitzstand und Provenienz zu sichern || Wendisches Museum || K2 || G || &amp;lt;ref name=&amp;quot;wm2026&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Klarheit über Leistungsrahmen, Laufzeit, Kapazität und Logistik des DZ sowie über seine Nutzbarkeit für brandenburgische Bestände || Wendisches Museum || K2, Rahmen || G || &amp;lt;ref name=&amp;quot;wm2026&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;dk2026&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Verbindlicher Ort für die langfristige Erhaltung von Digitalisaten und ursprünglich digitalen Aufnahmen || Domowina;studijo LUCIJA, Projekte, kleine Träger || K3 || G / A || &amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2026&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;lucija&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Rechteklärung: Bild- und Urheberrechte an Digitalisaten des DZ; Rundfunkproduktionen; Einwilligungen bei Veranstaltungsaufnahmen || Sorbisches Museum, Rundfunkproduktionen, Veranstaltungsaufnahmen || Rahmen || G / A || &amp;lt;ref name=&amp;quot;smb2026&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Sorbische Museum sieht bei Langzeitverfügbarkeit sowie bei Register und Metadaten keinen akuten Bedarf, da beides Teil seiner regulären Museumsarbeit sei. Es erwartet vom SKR vor allem eine einfachere Objektrecherche, Unterstützung beim Leihverkehr und größere Sichtbarkeit seiner Sammlung.&amp;lt;ref name=&amp;quot;smb2026&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.2.5 Erste Befunde ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* '''Ein Gesamtüberblick über die Bestände fehlt.''' 2020 wurde festgestellt, dass eine systematische Registrierung des sorbischen Kulturerbes fehlt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2020&amp;quot;/&amp;gt; 2025 beschrieb das SI die Bedingungen an den Sammlungsorten als „von vorbildlich bis prekär“; vieles liege nur analog vor, und die Digitalisierung stehe überwiegend am Anfang.&amp;lt;ref name=&amp;quot;skrhandout&amp;quot;&amp;gt;Sorbisches Institut 2025: Handout zum Pressegespräch „Konzept Sorbisches Kulturregister“, 20.11.2025. URL: https://www.serbski-institut.de/wp-content/uploads/2025/11/2025-11-20_Handout-Pressegespraech-SKR_Konzept.pdf, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Ein Überblick sei derzeit nicht möglich, weil die Sammlungsorte technisch „fraktioniert oder gar inkompatibel“ arbeiten (SKR-Konzept, S. 8).&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;/&amp;gt; Für ein Erbe von „viele[n] hunderttausend Entitäten“ fehle es an systematischer Erfassung mit eindeutigen Kennungen und gemeinsamen Metadaten.&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt; Auch die Domowina hat keinen Überblick über die Bestände in ihren Strukturen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2026&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
* '''Die bekannten Sammlungsorte sind nur ein Ausschnitt.''' Das SKR-Konzept nennt mehr als 70 Einrichtungen mit kulturerberelevantem Archivgut (S. 10), die Domowina verweist auf mindestens 70 Orte&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2026&amp;quot;/&amp;gt;. Im Arbeitskreis Lausitzer Museenland widmet sich etwa ein Drittel der 48 Heimatstuben und Regionalmuseen sorbischer Geschichte und Kultur (S. 7).&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;/&amp;gt; Die Arbeitsliste umfasst bisher rund 32 Orte.&amp;lt;ref name=&amp;quot;liste2026&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
* '''Zahlen gibt es nur für wenige große Träger.''' Größenordnungen liegen vor für das Sorbische Museum (ca. 42.000 Objekte), das Schriftgut des SI (mindestens 500.000 Druckseiten), die Sorbische Zentralbibliothek und das Kulturdenkmal-Inventar (1.760 Datensätze). Für das SKA, das Wendische Museum, die audiovisuellen Bestände und fast alle kleinen Träger fehlen sie. &amp;lt;mark&amp;gt;SKA anfragen&amp;lt;/mark&amp;gt;&lt;br /&gt;
* '''Wo der Zeitdruck am größten ist, ist am wenigsten bekannt.''' Das betrifft vor allem die analogen Ton-, Video- und Filmbestände sowie die Dokumentation des Niedersorbischen. Beide großen Museen nennen Technik für audiovisuelle Träger als Bedarf.&amp;lt;ref name=&amp;quot;smb2026&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;wm2026&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
* '''Online sichtbar ist nur ein Bruchteil.''' Acht Häuser mit sorbischem Schwerpunkt haben zusammen 401 Objekte auf museum-digital veröffentlicht; das Heimatmuseum Dissen mit 6.700 inventarisierten Exponaten noch keines (SKR-Konzept, S. 8).&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;/&amp;gt; Das Wendische Museum hat mit museum-digital begonnen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;wm2026&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
* '''Digital vorhanden heißt nicht gesichert.''' Ursprünglich digitale Aufnahmen, Musikvideos und Projektdaten haben teils kein Zielarchiv oder liegen nur bei ihrem Erzeuger (siehe 3.2.3). Welche Dienste für die langfristige Erhaltung (K3) bestehen oder geplant sind, untersucht Abschnitt 3.3, wer die Aufgabe übernimmt, Abschnitt 3.4.&lt;br /&gt;
* '''Das immaterielle Kulturerbe ist ungleich dokumentiert.''' Für die Niederlausitz gab es ab 2020 eine Erhebung der Bräuche und Feste,&amp;lt;ref name=&amp;quot;ike&amp;quot;/&amp;gt; für die Oberlausitz ist keine vergleichbare bekannt.&lt;br /&gt;
* '''Ein Teil des Erbes liegt außerhalb sorbischer Verantwortung oder außerhalb der Lausitz,''' etwa in Prag, Dresden, Görlitz, Berlin und Marbach, in nicht öffentlichen Rundfunkarchiven und bei der DEFA-Überlieferung.&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Ist-Analyse kann damit Struktur und Schwerpunkte benennen, aber keine vollständige Bestandsübersicht ersetzen. Eine institutionsübergreifende Bestands- und Bedarfserhebung mit Prioritätenliste ist eine eigene Aufgabe (vgl. das Ziel 2028 in [[#1.1 Visionen und Ziele für die sorbische digitale Welt|Abschnitt 1.1]]) und wird bei den Maßnahmen aufgegriffen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== 3.3 Kernfunktionen: Vorhaben, Systeme, Dienste ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieser Abschnitt beschreibt die Angebotsseite der Analyse: Welche Vorhaben, Systeme und Dienste decken die [[#2.3.2 Vier Kernfunktionen|vier Kernfunktionen]] heute ab, welche sind im Aufbau oder geplant, und welche Kulturgutträger können sie nutzen? Er stellt damit dem Bedarf aus [[#3.2 Bestände und Bedarfe|Abschnitt 3.2]] das vorhandene und geplante Angebot gegenüber. Wie Zuständigkeiten, Regeln und Finanzierung organisiert sind, untersucht Abschnitt 3.4.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Grundlage sind das Konzept des Digitalisierungszentrums (DZ) vom 13.08.2025&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt;, das Konzept des Sorbischen Kulturregisters (SKR) vom 20.11.2025&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;/&amp;gt;, das Protokoll des Digitalisierungskreises vom 21.04.2026&amp;lt;ref name=&amp;quot;dk2026&amp;quot;/&amp;gt;, die Rückmeldungen der Museen vom April 2026&amp;lt;ref name=&amp;quot;smb2026&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;wm2026&amp;quot;/&amp;gt; sowie öffentlich zugängliche Angaben der Betreiber. Einzelheiten zu jedem Vorhaben (Laufzeit, Finanzierung, Hinweise) stehen in [[12.3.A4 Vorhaben, Systeme und Dienste zur Digitalisierung des sorbischen Kulturerbes|Anhang 12.3.A4]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;mark&amp;gt;Die folgende Übersicht muss mit dem SI (DZ, SKR, SKA, Zentralbibliothek), der SLUB und den Museen bzgl. Korrektheit und Vollständigkeit abgestimmt werden.&amp;lt;/mark&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.3.1 Bewertungsmaßstab und Begriffe ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jedes Vorhaben wird mit zwei Merkmalen beschrieben. Bewertet werden dabei Dienste aus einrichtungsübergreifender Sicht, nicht die Arbeit einzelner Einrichtungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
; Reifegrad&lt;br /&gt;
: Entwicklungsstand nach dem Prüfraster in [[12.3.A2 Prüfraster zur Bewertung des Entwicklungsstandes beim Aufbau der Digitalisierung des Kulturerbes|Anhang 12.3.A2]]. Er zeigt zugleich, ob ein Angebot geplant (Stufe 1), im Aufbau (Stufe 2) oder nutzbar ist (Stufen 3 und 4). Wie im Prüfraster empfohlen, wird jede Kernfunktion getrennt bewertet. Für die Gesamtkette zählt die schwächste kritische Abhängigkeit mehr als der Durchschnitt.&lt;br /&gt;
; Trägerabdeckung&lt;br /&gt;
: Welche Kulturgutträger den Dienst heute tatsächlich nutzen können. Ist ein Dienst für einen größeren Kreis ausgelegt, steht das Ziel in Klammern. Ein Dienst, der alle Träger abdeckt, steht damit auch Dritten zur Verfügung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|+ Stufen der beiden Merkmale&lt;br /&gt;
! Reifegrad !! Trägerabdeckung&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;background:#f8d7da&amp;quot; | '''0''' · nicht begonnen: keine abgestimmten Ziele, Zuständigkeiten oder Verfahren || style=&amp;quot;background:#fde2c4&amp;quot; | '''eigene Bestände''': nur der Betreiber selbst&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;background:#fde2c4&amp;quot; | '''1''' · konzeptionell geklärt: Ziele, Rollen und Anforderungen beschrieben, noch nicht erprobt || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | '''einzelne Partner''': ausgewählte Träger, z. B. im Pilotbetrieb oder per Kooperationsvertrag&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | '''2''' · pilotiert: mit einzelnen Beständen oder Trägern praktisch erprobt || style=&amp;quot;background:#e8f0c8&amp;quot; | '''Teilgruppe''': alle Träger eines Landes oder einer Art, z. B. alle Museen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;background:#dff0d8&amp;quot; | '''3''' · teilweise im Regelbetrieb: Leistungen werden wiederholt erbracht, sind aber noch nicht vollständig verfügbar || style=&amp;quot;background:#c3e6cb&amp;quot; | '''alle Träger''' sorbischen Kulturerbes&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;background:#c3e6cb&amp;quot; | '''4''' · dauerhaft etabliert und überprüft: Zuständigkeiten, Finanzierung und Verfahren dauerhaft verankert || style=&amp;quot;background:#eeeeee&amp;quot; | '''–''': nicht anwendbar, z. B. bei Dokumentationen durch das SI&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Daraus ergibt sich der Maßstab für die Bewertung: Für jede Kernfunktion sollte mindestens ein Dienst oder ein abgestimmtes Bündel von Diensten mit Reifegrad 4 bestehen, das zusammen alle Kulturgutklassen und alle Träger abdeckt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den Tabellen kommen einige technische Begriffe vor:&lt;br /&gt;
; Kitodo&lt;br /&gt;
: Freie Software für Digitalisierungsabläufe. Kitodo.Production steuert die Arbeitsschritte vom Scan bis zum fertigen digitalen Objekt, Kitodo.Presentation stellt Digitalisate online bereit. Beide werden u. a. von der SLUB eingesetzt.&lt;br /&gt;
; METS/MODS, LIDO&lt;br /&gt;
: Standardformate für Metadaten. METS/MODS fasst ein Digitalisat mit seiner Struktur und Beschreibung zusammen und ist Grundlage z. B. für den DFG-Viewer, einen Online-Betrachter für Digitalisate. LIDO ist ein Austauschformat für Museumsobjekte.&lt;br /&gt;
; IIIF (International Image Interoperability Framework)&lt;br /&gt;
: Standard, über den Bilder und ihre Beschreibungen in verschiedenen Portalen und Betrachtern abgerufen werden können.&lt;br /&gt;
; PURL&lt;br /&gt;
: Persistent Uniform Resource Locator, eine dauerhafte Internetadresse, die auch bei einem Systemwechsel gleich bleibt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.3.2 Vorhaben und Dienste je Kernfunktion ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dienste, die mehrere Kernfunktionen abdecken, erscheinen bei jeder dieser Funktionen, weil ihr Reifegrad je Funktion verschieden sein kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|+ Vorhaben, Systeme und Dienste nach Kernfunktionen (Einzelheiten in Anhang 12.3.A4)&lt;br /&gt;
! Vorhaben / Dienst (Betreiber) !! Kulturgut-Klassen !! Reifegrad !! Trägerabdeckung heute (Ziel)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! colspan=&amp;quot;4&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left; background:#eaecf0&amp;quot; | K1 – Erfassen, beschreiben und verknüpfen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Sorbisches Kulturregister (SKR)''' (SI)&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;/&amp;gt; || alle || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | 2 · pilotiert (Regelbetrieb nach Personalausstattung möglich, Zeitpunkt offen) || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | einzelne Partner (Ziel: alle)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''museum-digital''' als Inventarisierungswerkzeug (Verbund museum-digital)&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt; || B1, B2, B4 || style=&amp;quot;background:#dff0d8&amp;quot; | 3 · teilweise Regelbetrieb || style=&amp;quot;background:#e8f0c8&amp;quot; | Teilgruppe: alle Museen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Bibliothekskatalog und Sorbische Bibliographie''' (Sorbische Zentralbibliothek)&amp;lt;ref name=&amp;quot;vls&amp;quot;/&amp;gt; || B1 || style=&amp;quot;background:#c3e6cb&amp;quot; | 4 · etabliert (''Annahme'') || style=&amp;quot;background:#fde2c4&amp;quot; | eigene Bestände&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Archivische Erschließung des SKA''', u. a. im Verbundkatalog Kalliope (SI)&amp;lt;ref name=&amp;quot;kitodo2021&amp;quot;&amp;gt;Böhmak, Wito 2021: Vortragsfolien zum Einsatz von Kitodo.Production am Sorbischen Institut (Nachlass Gotthold Schwela), Kitodo-Anwendertreffen 2021. URL: https://www.kitodo.org/fileadmin/groups/kitodo/Dokumente/Anwendertreffen_2021_Boehmak.pdf, abgerufen am 30.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; || B1-B3 || style=&amp;quot;background:#dff0d8&amp;quot; | 3 · teilweise Regelbetrieb (''Annahme'') || style=&amp;quot;background:#fde2c4&amp;quot; | eigene Bestände&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Inventardatenbanken der Museen''' (Sorbisches Museum: HiDA; Wendisches Museum: Adlib)&amp;lt;ref name=&amp;quot;smb2026&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;wm2026&amp;quot;/&amp;gt; || B1, B2, B4 || style=&amp;quot;background:#dff0d8&amp;quot; | 3 · teilweise Regelbetrieb || style=&amp;quot;background:#fde2c4&amp;quot; | eigene Bestände&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Datenbank sorbischer Kulturdenkmale''' (SI; Teilprojekt im Verbund DIKUSA)&amp;lt;ref name=&amp;quot;kdmsi&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;sorabiconkdm&amp;quot;&amp;gt;Sorabicon o. J.: Kulturdenkmale – Förderung. URL: https://sorabicon.de/en/cultural-memorials/about/grant/, abgerufen am 30.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; || A || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | 2 · pilotiert || style=&amp;quot;background:#eeeeee&amp;quot; | – (Dokumentation durch das SI)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Erhebung des immateriellen Kulturerbes in der Niederlausitz''' mit Belegdatenbank (SI)&amp;lt;ref name=&amp;quot;ike2023&amp;quot;/&amp;gt; || C1-C5 || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | 2 · pilotiert || style=&amp;quot;background:#eeeeee&amp;quot; | – (Dokumentation durch das SI)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Quellen zur sorbischen Geschichte 1918-1945''': Nachweis von Archivbeständen außerhalb der Lausitz (SI, Modul auf Sorabicon)&amp;lt;ref name=&amp;quot;quellen&amp;quot;&amp;gt;Heitmann, Clemens (Hrsg.) o. J.: Quellen zur sorbischen Geschichte 1918-1945. Modul im Wissensportal Sorabicon. URL: https://www1.sorabicon.de/en/sources-of-sorbian-history-1918-1945/, abgerufen am 30.10.2026; vgl. Heitmann, Clemens 2019: Digitales Archivportal zur Geschichte der Sorben. Arbeitsfortschritte und erste Ergebnisse. In: Lětopis 2019/1, S. 129-140.&amp;lt;/ref&amp;gt; || B1 || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | 2 · pilotiert, Projekt abgeschlossen || style=&amp;quot;background:#eeeeee&amp;quot; | – (Nachweis fremder Bestände)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! colspan=&amp;quot;4&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left; background:#eaecf0&amp;quot; | K2 – Digitalisieren und Qualität sichern&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Digitalisierungszentrum (DZ)''' (SI)&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;dk2026&amp;quot;/&amp;gt; || B1, B2, B4, A (Raumscans) || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | 2 · pilotiert (Regelbetrieb bis Ende 2027 vorgesehen, danach Finanzierung offen) || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | einzelne Partner, kostenfrei nur in Sachsen (Ziel: alle)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Filmdigitalisierung in Kooperation''' (DZ, Prüfung mit dem Medienzentrum der SLUB)&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt; || B3 || style=&amp;quot;background:#fde2c4&amp;quot; | 1 · konzeptionell || style=&amp;quot;background:#eeeeee&amp;quot; | – (Ziel: alle)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Landesdigitalisierungsprogramm Sachsen''' (SLUB)&amp;lt;ref name=&amp;quot;ldp&amp;quot;/&amp;gt; || B1 || style=&amp;quot;background:#dff0d8&amp;quot; | 3 · teilweise Regelbetrieb || style=&amp;quot;background:#e8f0c8&amp;quot; | Teilgruppe: Sachsen (''Annahme'')&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Deutsche Fotothek''', Kooperation mit dem SKA (SLUB)&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt; || B2, B3 || style=&amp;quot;background:#dff0d8&amp;quot; | 3 · teilweise Regelbetrieb || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | einzelne Partner: SKA&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''SAVE''', Landesprogramm zur Sicherung des audiovisuellen Erbes in Sachsen (SLUB mit dem Filmverband Sachsen)&amp;lt;ref name=&amp;quot;save2019&amp;quot;&amp;gt;Leipziger Internet Zeitung 2019: Sachsen startet Sicherung von historischen Film- und Tonaufnahmen, August 2019. URL: https://www.l-iz.de/melder/wortmelder/2019/08/Sachsen-startet-Sicherung-von-historischen-Film-und-Tonaufnahmen-292580, abgerufen am 30.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;save2026&amp;quot;&amp;gt;Loch, René 2026: Filminstitutionen protestieren gegen Kürzungen im sächsischen Doppelhaushalt. Leipziger Zeitung, 18.09.2026. URL: https://www.l-iz.de/kultur/film-tv/2026/09/filminstitutionen-protestieren-gegen-kuerzungen-im-saechsischen-doppelhaushalt-671028, abgerufen am 30.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; || B3 || style=&amp;quot;background:#dff0d8&amp;quot; | 3 · teilweise Regelbetrieb; Kürzungen ab 2027 geplant || style=&amp;quot;background:#e8f0c8&amp;quot; | Teilgruppe: Sachsen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Eigene Digitalisierung der Museen''' (Sorbisches Museum, Wendisches Museum)&amp;lt;ref name=&amp;quot;smb2026&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;wm2026&amp;quot;/&amp;gt; || B1, B2, B4 bis DIN A3 || style=&amp;quot;background:#dff0d8&amp;quot; | 3 · teilweise Regelbetrieb || style=&amp;quot;background:#fde2c4&amp;quot; | eigene Bestände&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! colspan=&amp;quot;4&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left; background:#eaecf0&amp;quot; | K3 – Langfristig erhalten&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Repositorium und Datenhaltung des DZ''' (SI)&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;dk2026&amp;quot;/&amp;gt; || D2 || style=&amp;quot;background:#fde2c4&amp;quot; | 1 · konzeptionell (Datenhaltung mit Sicherung erprobt, Langzeitarchivierung offen) || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | einzelne Partner (Ziel: alle)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Digitale Langzeitarchivierung der SLUB''' (SLUB)&amp;lt;ref name=&amp;quot;nestor&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;dk2026&amp;quot;/&amp;gt; || D1, D2 || style=&amp;quot;background:#c3e6cb&amp;quot; | 4 · etabliert für eigene Bestände (''Annahme'') || style=&amp;quot;background:#fde2c4&amp;quot; | eigene Bestände; für sorbische Träger ''offen''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Datensicherung der Museen''' (Sorbisches Museum, Wendisches Museum)&amp;lt;ref name=&amp;quot;smb2026&amp;quot;/&amp;gt; || eigene Digitalisate || style=&amp;quot;background:#eeeeee&amp;quot; | ''offen'' || style=&amp;quot;background:#fde2c4&amp;quot; | eigene Bestände&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Notsicherung ursprünglich digitaler Werke''' (DZ und SKR, Vorschlag)&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt; || D1 || style=&amp;quot;background:#fde2c4&amp;quot; | 1 · konzeptionell || style=&amp;quot;background:#eeeeee&amp;quot; | – (Vorschlag)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! colspan=&amp;quot;4&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left; background:#eaecf0&amp;quot; | K4 – Zugänglich machen und Nutzung ermöglichen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Sorabicon''', mehrsprachiges Wissensportal (SI)&amp;lt;ref name=&amp;quot;siposter&amp;quot;&amp;gt;Sorbisches Institut o. J.: Digitalisierung der sorbischen/wendischen Kulturdaten. Poster zum Drei-Säulen-Modell der Digitalisierungsstrategie des SI. URL: https://serbski-institut.de/wp-content/uploads/2021/11/A0-Druck_Digitalisierungsstrategie-SI.pdf, abgerufen am 30.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;sorabicon2024&amp;quot;&amp;gt;Bejmak, Wito; Slodička, Marek 2024: Sorabicon. Vortrag auf der 17. Tagung der AG Regionalportale, Dresden, 6.-8. Mai 2024. URL: https://hackmd.io/@Marek00/Sorabicon-17-AG-RegPortale, abgerufen am 30.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; || A, B1, C1, C3 || style=&amp;quot;background:#dff0d8&amp;quot; | 3 · teilweise Regelbetrieb || style=&amp;quot;background:#fde2c4&amp;quot; | eigene Bestände (kuratiert durch das SI)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Virtueller Lesesaal''' (SI)&amp;lt;ref name=&amp;quot;vls&amp;quot;/&amp;gt; || B1-B3 || style=&amp;quot;background:#dff0d8&amp;quot; | 3 · teilweise Regelbetrieb || style=&amp;quot;background:#fde2c4&amp;quot; | eigene Bestände&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Sachsen.digital''' und '''DFG-Viewer''' (SLUB)&amp;lt;ref name=&amp;quot;ldp&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;kitodo2021&amp;quot;/&amp;gt; || B1 || style=&amp;quot;background:#c3e6cb&amp;quot; | 4 · etabliert || style=&amp;quot;background:#e8f0c8&amp;quot; | Teilgruppe: Sachsen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''digitalizat.de''', Repositorium und Präsentation des DZ (SI)&amp;lt;ref name=&amp;quot;dk2026&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt; || B1, B2 || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | 2 · pilotiert || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | einzelne Partner (Ziel: alle)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Rechercheoberfläche des SKR''' mit Suche, Filtern und eigenen Seiten je Eintrag (SI, geplant)&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;/&amp;gt; || alle || style=&amp;quot;background:#fde2c4&amp;quot; | 1 · konzeptionell (''Annahme'') || style=&amp;quot;background:#eeeeee&amp;quot; | – (Ziel: alle)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''museum-digital''' (Verbund museum-digital)&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;wm2026&amp;quot;/&amp;gt; || B4, B2, B1 || style=&amp;quot;background:#dff0d8&amp;quot; | 3 · teilweise Regelbetrieb || style=&amp;quot;background:#e8f0c8&amp;quot; | Teilgruppe: alle Museen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Überregionale Portale''': Deutsche Digitale Bibliothek (DDB), Archivportal-D, Kalliope, Copernico&amp;lt;ref name=&amp;quot;fotothekddb&amp;quot;&amp;gt;Deutsche Digitale Bibliothek o. J.: Fotografie aus der Fotosammlung Ernst Tschernik. Datengeber: Sorbisches Institut / Sorbisches Kulturarchiv, geliefert über die Deutsche Fotothek. URL: https://www.deutsche-digitale-bibliothek.de/item/VYGCX4DORKMVYJG6JKMITHNBQ3QOC6JB, abgerufen am 30.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;copernico&amp;quot;&amp;gt;Sorbisches Institut 2026: Pressemitteilung zur Mitgliedschaft im Netzwerk „Copernico – Geschichte und kulturelles Erbe im östlichen Europa“, 28.07.2026. URL: https://idw-online.de/de/news875220, abgerufen am 30.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; || B1, B2 || style=&amp;quot;background:#c3e6cb&amp;quot; | 4 · etabliert || style=&amp;quot;background:#e8f0c8&amp;quot; | Teilgruppe: Einrichtungen mit eigenen Daten&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Sprachportale''' niedersorbisch.de und obersorbisch.de (SI, ''Annahme'')&amp;lt;ref name=&amp;quot;atlas&amp;quot;/&amp;gt; || C1 || style=&amp;quot;background:#dff0d8&amp;quot; | 3 · teilweise Regelbetrieb (''Annahme'') || style=&amp;quot;background:#fde2c4&amp;quot; | eigene Bestände&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kein heute nutzbarer Dienst deckt alle Träger ab. Für alle Träger ausgelegt sind bisher nur Vorhaben im Aufbau oder in Planung: SKR, DZ, digitalizat.de und die Rechercheoberfläche des SKR.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.3.3 Kurzbewertung der vier Kernfunktionen ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Kurzbewertung fasst die Tabelle aus einrichtungsübergreifender Sicht zusammen: Bewertet wird, was für das sorbische Kulturerbe insgesamt verfügbar ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|+ Kurzbewertung der Kernfunktionen&lt;br /&gt;
! Kernfunktion !! Reifegrad !! Trägerabdeckung heute !! Was funktioniert !! Was fehlt&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''K1''' Erfassen, beschreiben und verknüpfen || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | '''2''' · pilotiert || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | einzelne Partner (SKR-Pilot); Museen über museum-digital || Erfassung in den einzelnen Einrichtungen im Regelbetrieb; für Kulturdenkmale in Sachsen und das immaterielle Erbe der Niederlausitz erprobt; SKR-Prototyp mit Schnittstellen und Normdaten || kein einrichtungsübergreifender Nachweis im Regelbetrieb; kleine Träger und Privatsammlungen kaum erfasst; Personal des SKR über 2025 hinaus nicht gesichert (Stand ''offen''); Regeln für Masterdaten, Versionierung und Kennungen erst diskutiert&amp;lt;ref name=&amp;quot;dk2026&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''K2''' Digitalisieren und Qualität sichern || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | '''2''' · pilotiert || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | einzelne Partner; Landesangebote nur in Sachsen || DZ mit Technik, Kitodo-Arbeitsablauf und Piloten für Schriftgut, Fotos, 3D-Objekte und Räume; bewährte Landesangebote in Sachsen; Museen digitalisieren eigene Bestände bis A3 || Dienstleistungsbetrieb des DZ erst nach der Pilotphase; Leistungsrahmen und Logistik für Partner noch nicht beschrieben&amp;lt;ref name=&amp;quot;wm2026&amp;quot;/&amp;gt;; AV-Träger nur über Kooperationen; Großformate über A2 und ältere Datenträger ohne Angebot (''Annahme''); Zugang für brandenburgische Träger ungeklärt&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''K3''' Langfristig erhalten || style=&amp;quot;background:#fde2c4&amp;quot; | '''1''' · konzeptionell || style=&amp;quot;background:#fde2c4&amp;quot; | nur eigene Bestände || Datenhaltung mit Sicherung im DZ; Langzeitarchiv der SLUB für deren eigene Programme; Museen sichern eigene Daten || ein Dienst für die Langzeitarchivierung, der auch Dritten offensteht, ist noch nicht ausgearbeitet: das Konzept des DZ für den Dauerbetrieb steht aus&amp;lt;ref name=&amp;quot;dk2026&amp;quot;/&amp;gt;; keine Regeln für die Übernahme ursprünglich digitaler Dokumentationen (siehe 3.3.6); Nutzung der SLUB oder anderer Landeseinrichtungen und deren Kosten nicht geklärt&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''K4''' Zugänglich machen und Nutzung ermöglichen || style=&amp;quot;background:#dff0d8&amp;quot; | '''3''' · teilweise Regelbetrieb || style=&amp;quot;background:#e8f0c8&amp;quot; | Einrichtungen mit eigenen Daten; kleine und private Träger kaum || mehrere Angebote im Regelbetrieb: Sorabicon, Virtueller Lesesaal, Sachsen.digital, Deutsche Fotothek, museum-digital, DDB; Sorabicon und Kitodo.Presentation mehrsprachig || kein gemeinsamer Einstieg; digitalizat.de und die Rechercheoberfläche des SKR im Aufbau; Museumsobjekte kaum online; Nachnutzung teils durch Rechte eingeschränkt, z. B. Fotos des SKA mit dem Status „urheberrechtlich geschützt“&amp;lt;ref name=&amp;quot;fotothekddb&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kritische Abhängigkeiten zwischen den Kernfunktionen:&lt;br /&gt;
* '''K1 und K2:''' Laut Konzept setzt das DZ die Verzeichnung im SKR voraus, und das SKR soll die Masterdaten führen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;dk2026&amp;quot;/&amp;gt; In der Praxis vergibt das DZ für Digitalisate eigene dauerhafte Adressen (PURL), die nicht durchgängig mit dem SKR verknüpft werden (''zu prüfen'').&amp;lt;ref name=&amp;quot;dzpraxis&amp;quot;&amp;gt;Auskunft aus dem Digitalisierungskreis, Oktober 2026; schriftlicher Beleg noch einzuholen.&amp;lt;/ref&amp;gt; Damit entstehen Digitalisate ohne Registereintrag, und Metadaten werden womöglich doppelt gepflegt.&lt;br /&gt;
* '''K3 für alle:''' Nach der Bewertungsregel des Prüfrasters bestimmt das langfristige Erhalten als schwächstes Glied den Stand der Gesamtkette. Speichern ist nicht dasselbe wie langfristiges Erhalten (vgl. [[#2.3.4 Digitalisierungsdienst und Archiv|Abschnitt 2.3.4]]).&lt;br /&gt;
* '''K4:''' Die Sichtbarkeit hängt am Nachweis (K1) und an der Rechteklärung (siehe 3.4).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.3.4 Abdeckung nach Kulturgutklassen ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Matrix verdichtet die Tabelle aus 3.3.2 zur Frage, für welche Kulturgutklassen heute für Dritte nutzbare Dienste bestehen. Sie ist eine Einschätzung. Digitalisate (Klasse D2) sind in der Zeile ihrer Ausgangsklasse enthalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|+ Abdeckung der Kernfunktionen nach Kulturgutklassen&lt;br /&gt;
! Klasse !! K1 Erfassen !! K2 Digitalisieren !! K3 Erhalten !! K4 Zugänglich machen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''A''' Materiell – unbeweglich || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | '''teilweise:''' Kulturdenkmal-Datenbank (Sachsen); Niederlausitz im Aufbau || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | '''teilweise:''' Negative extern digitalisiert; Raumscans im DZ-Pilot || style=&amp;quot;background:#f8d7da&amp;quot; | '''Lücke:''' Datenhaltung im DZ, keine Langzeitarchivierung || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | '''teilweise:''' Atlas auf Sorabicon (78 Objekte)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''B1''' Schriftgut || style=&amp;quot;background:#c3e6cb&amp;quot; | '''gut:''' Bibliothekskatalog, Sorbische Bibliographie, Kalliope || style=&amp;quot;background:#c3e6cb&amp;quot; | '''gut:''' Landesdigitalisierungsprogramm (Sachsen); DZ-Pilot Periodika || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | '''teilweise:''' SLUB für Landesprogramme (''Annahme''); sonst ''offen'' || style=&amp;quot;background:#c3e6cb&amp;quot; | '''gut:''' Sachsen.digital, Virtueller Lesesaal, DDB, DFG-Viewer&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''B2''' Fotografien und Bildträger || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | '''teilweise:''' SKA, Fotodatenbanken der Museen; private Bestände kaum || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | '''teilweise:''' Deutsche Fotothek (nur SKA), DZ-Pilot, Dienstleister || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | '''teilweise:''' SLUB für Fotothek-Bestände (''Annahme''); sonst ''offen'' || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | '''teilweise:''' Deutsche Fotothek, DDB (nur SKA)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''B3''' Analoge AV-Träger || style=&amp;quot;background:#eeeeee&amp;quot; | '''unbekannt:''' Bestände kaum bekannt || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | '''teilweise:''' SAVE (nur Sachsen, Kürzungen geplant), Deutsche Fotothek (Filme des SKA); DZ nur 8 mm || style=&amp;quot;background:#eeeeee&amp;quot; | '''unbekannt''' || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | '''teilweise:''' einzelne Filme im Virtuellen Lesesaal&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''B4''' 3D-Objekte || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | '''teilweise:''' Museumsdatenbanken, museum-digital; kleine Träger teils ohne Inventar || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | '''teilweise:''' Museen bis A3; DZ-Pilot Drebkau; Projektförderung in Brandenburg || style=&amp;quot;background:#eeeeee&amp;quot; | '''unbekannt:''' Museen eigenverantwortlich || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | '''teilweise:''' museum-digital (401 Objekte aus Häusern mit sorbischem Schwerpunkt)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''C1''' Orale Traditionen || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | '''teilweise:''' Zeitzeugen-Aufnahmen des SI und des studijo LUCIJA, keine Systematik || style=&amp;quot;background:#eeeeee&amp;quot; | '''unbekannt:''' Aufnahmen durch SI, Rundfunk, studijo LUCIJA || style=&amp;quot;background:#eeeeee&amp;quot; | '''unbekannt''' || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | '''teilweise:''' Sorabicon, Sprachportale, YouTube&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''C2-C5''' Darstellende Künste, Rituale und Feste, Wissen, Handwerk || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | '''teilweise:''' Erhebung Niederlausitz (rund 500 Praktiken); Oberlausitz keine || style=&amp;quot;background:#f8d7da&amp;quot; | '''Lücke:''' keine systematische Dokumentation; Mitschnitte durch studijo LUCIJA und Rundfunk || style=&amp;quot;background:#f8d7da&amp;quot; | '''Lücke:''' Mitschnitte nur teilweise und komprimiert im SKA (''zu prüfen'') || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | '''teilweise:''' Sorabicon (Niederlausitz), Mediatheken, YouTube&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''D1''' Born-digital || style=&amp;quot;background:#f8d7da&amp;quot; | '''Lücke:''' erste Erhebung durch das SKR (41 Musikvideos) || style=&amp;quot;background:#f8f9fa&amp;quot; | – Übernahme statt Digitalisierung (siehe 3.3.6) || style=&amp;quot;background:#f8d7da&amp;quot; | '''Lücke:''' Notsicherung vorgeschlagen; keine Webarchivierung bekannt || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | '''teilweise:''' nur auf Plattformen der Erzeuger, ungesichert&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am besten abgedeckt ist das Schriftgut (B1), weil es an die Infrastruktur von Bibliotheken und Land anschließt. Für die in [[#3.2.3 Bestände mit vorrangigem Digitalisierungsbedarf|Abschnitt 3.2.3]] als besonders dringlich eingestuften Bestände – analoge AV-Träger, Dokumentationen des lebendigen Kulturgeschehens, ursprünglich digitale Werke – gibt es nur Teilangebote, und das langfristige Erhalten ist dort durchweg ungeklärt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.3.5 Durchgängigkeit der Prozesskette ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Kulturgut ist erst dann dauerhaft digital verfügbar, wenn es alle sechs [[#2.4.2 Prozessschritte im Detail|Prozessschritte]] durchlaufen hat. Die Abbildung ordnet den Schritten die heutigen Vorhaben zu und zeigt Reifegrad und Trägerabdeckung aus einrichtungsübergreifender Sicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Dataja:Wobraz K7.png|thumb|center|600px|Prozesskette mit heutigen Vorhaben, Reifegraden und Trägerabdeckung]]&amp;lt;ref&amp;gt;Mermaid Flowchart Code: [https://mermaid.live/edit#pako:eNqNVtFO60YQ_ZVRrqi4kYNwHFKaSpVAoa0Et0LklkptKrG2x87erNfWeg0FBF_DP_SFp-bHenbtkJTeS-s8bHZ2Z_acObNj3_eSMuXehHo7O_dSSzuh-3kvU-VNshDGznt-fmNEVUmd_yJTu3C2g_F-QPOehu-sEgmWnDXyRiP0ctt4-PBADzs7c_0SlT4ezzXRLPxt3rvq90P660-aiaJgpekrYpOJumbd79PuafjeLV6wzDg3IqWhd8Re1ei8Lo1lStnQR7N6yjFi74lZcIxF2GuSRSEsG8lKscZS7Gzau_wkGYMSTS3tHe2eS1Xa9y56vwsm4pSTJSJNiKW-Azhen_MtLWFiZzcyWViHZfUcs8mNQ6pTfoHRv5r3fveghy3bYUsol7UFLsOOMmAlC7jGb7I-vQBMU9rS3lZ-w7GMlSztgpf1UlihytxZT4WCtWL3_0c5PXLjUapk7P4UTc1NMUhlLuHwX3TPIZZGrnZx9qDNUEAfEAKoPd9X8TZko5Zs5GHyDUMoRzQDyZw7mhdiUbB-RTV07ifaIiEsU6fjJyRzk2cqnXhIwydeWo__jLWDXSP3hWwKyrlSQtuATo302msqM4iyATdqwY3cydMWuazXWlRm9Zx1Ogw_p8P013W1tHWbLFCsEzoTkL1Ot8I5UJUp4VkUAU258aToe6cgNAtodnR54mJ0GY1lTUfR_9Qk6A4UGvkscQ10Y1xpd3g2ZA9asge-DEyykNdrpjVSyqZlGn1Ohinujl4I5fMuC8e8kJZm3s_Z4AIU-R2Dsw_tb9bs7OdjDydbPRtygjvYXSL4C_zc_m7rMdd29QRyGxLjlsTYnXgOXzC0axq6sXedXqNXLHwyZyXOkUmp3dqlNLZx3cDQGddIn1BbKu518vnCeK3Xv6-P3zY9_gKjraIFTpe4lp9u84oeonwTaXSKopPXML70saVoig37kAaD79BA2iFqh1E7HLTDuG0xNNhDB75CV7N0WqJiKkuX4N-godo7J5nXJBU1xAycT9cNz434A-WnHWBKG4iZQ4Jc5nTNZqlXz1VmgYf2_NHO8ezkByfKJtkaOaQj1AtOCYd70d7RcEL7XciY81I77khZSMsWmiw1pMCFXarVE14LWBtS5a4WtPXTiCxLdcOyZleAaJusYnaN03ezEZg0bBYiQ3KtQDeE36Zo6PHx0eF0s0ThpTLljExImVRq8i5LeZiMArThcsmTd_Hh-CCMg6RUpZm8C4X7_dNxuHbMsmjLUYwPxf7-W45R55hm2X56-OIYJV-Po_QNR8X55kg8L57f-GftOfJPtziAtnjHGnGLV297AXw81E2AYjHhliUMZsMAhWSGW8Yx8G6myJ6DMde9gHoFm0LI1H0t4KMAdwK3GZN5L-VMNApfCw9uG4qvnN3qBEvWNAxLU6Wo7qkUrgV05oe_AfVO9_k hier klicken], abgerufen am 30.10.2026&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie weit die Kette heute tatsächlich reicht, zeigen sechs Beispiele:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|+ Beispiele durchgängiger und unterbrochener Ketten (grün: vorhanden · gelb: teilweise oder ''Annahme'' · rot: fehlt oder ''offen'')&lt;br /&gt;
! Beispiel !! 1-2 Erfassen, registrieren !! 3 Bewerten, freigeben !! 4 Digitalisieren !! 5 Archivieren !! 6 Präsentieren !! Bewertung&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Drucke und Handschriften des SI''' || style=&amp;quot;background:#c3e6cb&amp;quot; | Bibliothekskatalog (K10plus) || style=&amp;quot;background:#c3e6cb&amp;quot; | Auswahl durch das SI im Landesprogramm || style=&amp;quot;background:#c3e6cb&amp;quot; | Landesdigitalisierungsprogramm || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | SLUB (''Annahme'') || style=&amp;quot;background:#c3e6cb&amp;quot; | Sachsen.digital, DDB || durchgängig, auf Schriftgut des SI beschränkt&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Nachlass Schwela (SKA)''' || style=&amp;quot;background:#c3e6cb&amp;quot; | Kalliope || style=&amp;quot;background:#c3e6cb&amp;quot; | Auswahl durch das SI, Förderung durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft || style=&amp;quot;background:#c3e6cb&amp;quot; | Kitodo im SI || style=&amp;quot;background:#f8d7da&amp;quot; | ''offen'' || style=&amp;quot;background:#c3e6cb&amp;quot; | DFG-Viewer, Archivportal-D, DDB, Sorabicon || durchgängig bis auf das Erhalten; drittmittelfinanziert&amp;lt;ref name=&amp;quot;kitodo2021&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;sorabicon2024&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Fotosammlungen des SKA''' || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | Verzeichnisse des SKA (Umfang ''offen'') || style=&amp;quot;background:#c3e6cb&amp;quot; | Kooperationsvertrag || style=&amp;quot;background:#c3e6cb&amp;quot; | Deutsche Fotothek || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | SLUB (''Annahme'') || style=&amp;quot;background:#c3e6cb&amp;quot; | Deutsche Fotothek, DDB || durchgängig, nur für das SKA&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Kulturdenkmale in Sachsen''' || style=&amp;quot;background:#c3e6cb&amp;quot; | Inventar seit 2000; 1.760 Datensätze im SKR&amp;lt;ref name=&amp;quot;kdmsi&amp;quot;/&amp;gt; || style=&amp;quot;background:#c3e6cb&amp;quot; | Projektentscheidung (DIKUSA) || style=&amp;quot;background:#c3e6cb&amp;quot; | Negative 2024 extern digitalisiert; Qualitätssicherung mit Kitodo im DZ vorgesehen || style=&amp;quot;background:#f8d7da&amp;quot; | Datenhaltung im DZ, Langzeitarchivierung ''offen'' || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | Atlas auf Sorabicon (bisher 26 Objekte aus dem sächsischen Teil) || bis zur Präsentation erprobt; Erhalten ''offen''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Ostereier der Sorbischen Webstube Drebkau''' || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | Excel-Inventar, Erfassung in museum-digital || style=&amp;quot;background:#c3e6cb&amp;quot; | Pilot mit eingeworbenen Projektmitteln || style=&amp;quot;background:#c3e6cb&amp;quot; | Fotos durch das DZ, 16 3D-Modelle im Makerspace der SLUB || style=&amp;quot;background:#f8d7da&amp;quot; | Rückgabe an den Träger mit Empfehlungen || style=&amp;quot;background:#c3e6cb&amp;quot; | museum-digital || Kette bricht beim Erhalten ab&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Veranstaltungsmitschnitte des studijo LUCIJA''' || style=&amp;quot;background:#f8d7da&amp;quot; | nicht zentral registriert || style=&amp;quot;background:#f8d7da&amp;quot; | keine abgestimmte Auswahl || style=&amp;quot;background:#f8f9fa&amp;quot; | – ursprünglich digital || style=&amp;quot;background:#f8d7da&amp;quot; | teilweise und komprimiert an das SKA (''zu prüfen'') || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | YouTube, ungesichert || keine geregelte Kette&amp;lt;ref name=&amp;quot;lucija&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;lucija_youtube&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Andere Darstellung:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|+ Beispiele durchgängiger und unterbrochener Ketten&amp;lt;br&amp;gt;(grün: vorhanden · gelb: teilweise oder ''Annahme'' · rot: fehlt oder ''offen'')&lt;br /&gt;
! Prozessschritt !! Stand&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! colspan=&amp;quot;2&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left; background:#eaecf0&amp;quot; | Drucke und Handschriften des SI – durchgängig, auf Schriftgut des SI beschränkt&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1-2 Erfassen, registrieren || style=&amp;quot;background:#c3e6cb&amp;quot; | Bibliothekskatalog (K10plus)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 3 Bewerten, freigeben || style=&amp;quot;background:#c3e6cb&amp;quot; | Auswahl durch das SI im Landesprogramm&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 4 Digitalisieren || style=&amp;quot;background:#c3e6cb&amp;quot; | Landesdigitalisierungsprogramm&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 5 Archivieren || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | SLUB (''Annahme'')&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 6 Präsentieren || style=&amp;quot;background:#c3e6cb&amp;quot; | Sachsen.digital, DDB&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! colspan=&amp;quot;2&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left; background:#eaecf0&amp;quot; | Nachlass Schwela (SKA) – durchgängig bis auf das Erhalten; drittmittelfinanziert&amp;lt;ref name=&amp;quot;kitodo2021&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;sorabicon2024&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1-2 Erfassen, registrieren || style=&amp;quot;background:#c3e6cb&amp;quot; | Kalliope&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 3 Bewerten, freigeben || style=&amp;quot;background:#c3e6cb&amp;quot; | Auswahl durch das SI, Förderung durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 4 Digitalisieren || style=&amp;quot;background:#c3e6cb&amp;quot; | Kitodo im SI&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 5 Archivieren || style=&amp;quot;background:#f8d7da&amp;quot; | ''offen''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 6 Präsentieren || style=&amp;quot;background:#c3e6cb&amp;quot; | DFG-Viewer, Archivportal-D, DDB, Sorabicon&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! colspan=&amp;quot;2&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left; background:#eaecf0&amp;quot; | Fotosammlungen des SKA – durchgängig, nur für das SKA&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1-2 Erfassen, registrieren || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | Verzeichnisse des SKA (Umfang ''offen'')&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 3 Bewerten, freigeben || style=&amp;quot;background:#c3e6cb&amp;quot; | Kooperationsvertrag&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 4 Digitalisieren || style=&amp;quot;background:#c3e6cb&amp;quot; | Deutsche Fotothek&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 5 Archivieren || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | SLUB (''Annahme'')&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 6 Präsentieren || style=&amp;quot;background:#c3e6cb&amp;quot; | Deutsche Fotothek, DDB&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! colspan=&amp;quot;2&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left; background:#eaecf0&amp;quot; | Kulturdenkmale in Sachsen – bis zur Präsentation erprobt; Erhalten ''offen''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1-2 Erfassen, registrieren || style=&amp;quot;background:#c3e6cb&amp;quot; | Inventar seit 2000; 1.760 Datensätze im SKR&amp;lt;ref name=&amp;quot;kdmsi&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 3 Bewerten, freigeben || style=&amp;quot;background:#c3e6cb&amp;quot; | Projektentscheidung (DIKUSA)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 4 Digitalisieren || style=&amp;quot;background:#c3e6cb&amp;quot; | Negative 2024 extern digitalisiert; Qualitätssicherung mit Kitodo im DZ vorgesehen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 5 Archivieren || style=&amp;quot;background:#f8d7da&amp;quot; | Datenhaltung im DZ, Langzeitarchivierung ''offen''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 6 Präsentieren || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | Atlas auf Sorabicon (bisher 26 Objekte aus dem sächsischen Teil)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! colspan=&amp;quot;2&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left; background:#eaecf0&amp;quot; | Ostereier der Sorbischen Webstube Drebkau – Kette bricht beim Erhalten ab&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1-2 Erfassen, registrieren || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | Excel-Inventar, Erfassung in museum-digital&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 3 Bewerten, freigeben || style=&amp;quot;background:#c3e6cb&amp;quot; | Pilot mit eingeworbenen Projektmitteln&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 4 Digitalisieren || style=&amp;quot;background:#c3e6cb&amp;quot; | Fotos durch das DZ, 16 3D-Modelle im Makerspace der SLUB&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 5 Archivieren || style=&amp;quot;background:#f8d7da&amp;quot; | Rückgabe an den Träger mit Empfehlungen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 6 Präsentieren || style=&amp;quot;background:#c3e6cb&amp;quot; | museum-digital&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! colspan=&amp;quot;2&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left; background:#eaecf0&amp;quot; | Veranstaltungsmitschnitte des studijo LUCIJA – keine geregelte Kette&amp;lt;ref name=&amp;quot;lucija&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;lucija_youtube&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1-2 Erfassen, registrieren || style=&amp;quot;background:#f8d7da&amp;quot; | nicht zentral registriert&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 3 Bewerten, freigeben || style=&amp;quot;background:#f8d7da&amp;quot; | keine abgestimmte Auswahl&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 4 Digitalisieren || style=&amp;quot;background:#f8f9fa&amp;quot; | – ursprünglich digital&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 5 Archivieren || style=&amp;quot;background:#f8d7da&amp;quot; | teilweise und komprimiert an das SKA (''zu prüfen'')&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 6 Präsentieren || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | YouTube, ungesichert&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durchgängig sind bisher vor allem Ketten, die an bestehende Landes- und Bibliotheksinfrastruktur anschließen. Ketten für Museumsobjekte und für das lebendige Kulturgeschehen brechen spätestens beim langfristigen Erhalten ab. Über die Auswahl (Schritt 3) entscheidet bisher die jeweilige Einrichtung oder das Projekt. Das im DZ-Konzept vorgesehene Lenkungsgremium aus den vier hauptamtlichen Sammlungseinrichtungen und dem SKR ist nach den vorliegenden Unterlagen noch nicht eingerichtet, seine Kriterien sind noch festzulegen (DZ-Konzept, S. 7-8).&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt; Dies wird in Abschnitt 3.4 vertieft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.3.6 Sonderfall: Übernahme ursprünglich digitaler Dokumentationen ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein wachsender Teil des Kulturerbes entsteht von vornherein digital: Veranstaltungsmitschnitte, Musikvideos, Websites und Beiträge in sozialen Medien, digitale Fotos von Vereinen, Projektdaten. Hier entfällt die Digitalisierung (K2). An ihre Stelle tritt die geregelte Übernahme in ein Archiv (Ingest, vgl. [[#2.3.4 Digitalisierungsdienst und Archiv|Abschnitt 2.3.4]]). Dafür sind mehrere Bausteine nötig. Ihr heutiger Stand:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|+ Bausteine einer geregelten Übernahme und ihr Stand&lt;br /&gt;
! Baustein !! Stand heute !! Quelle&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Zuständigkeit und Sammlungsauftrag''' || style=&amp;quot;background:#f8d7da&amp;quot; | nicht festgelegt. Das DZ erwartet eine Daueraufgabe gemeinsam mit SKA und SKR, die archivischen Strategien „stehen noch am Anfang“ (DZ-Konzept, S. 23). Die Frage „Wer sammelt?“ wurde 2023 offen gestellt. || &amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;lorenz2023&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Auswahl''' || style=&amp;quot;background:#f8d7da&amp;quot; | keine Kriterien für ursprünglich digitale Dokumentationen; das DZ-Konzept nennt Priorisierungskriterien nur allgemein (S. 8) || &amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Rechte und Übernahmevereinbarung''' || style=&amp;quot;background:#f8d7da&amp;quot; | bei YouTube-Musikvideos ungeklärt; für Veranstaltungsmitschnitte ist keine schriftliche Vereinbarung bekannt (''offen'') || &amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;lucija&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Format- und Qualitätsvorgaben''' (Masterdateien statt komprimierter Kopien, Prüfsummen, technische Metadaten) || style=&amp;quot;background:#f8d7da&amp;quot; | keine bekannt; Mitschnitte des studijo LUCIJA gehen nur teilweise und komprimiert an das SKA (''zu prüfen''), die Masterdateien bleiben beim Studio || &amp;lt;ref name=&amp;quot;lucija&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Verzeichnung''' || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | Das SKR hat 2024 41 Musikvideos von 18 Künstlerinnen, Künstlern und Gruppen erhoben und verweist auf YouTube. Wie ursprünglich digitale Werke im Datenmodell des SKR behandelt werden, ist ''zu prüfen''. || &amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Langzeitarchiv''' || style=&amp;quot;background:#f8d7da&amp;quot; | keines; vorgeschlagen ist eine Notsicherung als lokale Kopie. Das Sorbische Museum wünscht Beratung zu seiner neuen Sammlungskategorie „Datenträger“. || &amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;smb2026&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Webarchivierung''' || style=&amp;quot;background:#f8d7da&amp;quot; | keine systematische Sicherung sorbischer Websites und sozialer Medien bekannt; ob die Deutsche Nationalbibliothek oder die SLUB sorbische Websites erfassen, ist ''offen'' || &amp;lt;ref name=&amp;quot;webarchiv&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Rundfunkproduktionen''' || style=&amp;quot;background:#f8d7da&amp;quot; | Archive von MDR und rbb nicht öffentlich zugänglich; 2019 standen die Produktionen dem SKA aus rechtlichen Gründen nicht zur Verfügung || &amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.3.7 Erste Befunde ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* '''Das Angebot ist in Bewegung, aber überwiegend projektgebunden.''' Das DZ ist bis Ende 2027 finanziert, die befristete Stelle für das SKR endete laut Konzept Ende 2025 (heutiger Stand ''offen''), Sorabicon wächst projektweise.&amp;lt;ref name=&amp;quot;dk2026&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;siposter&amp;quot;/&amp;gt; Kein heute nutzbarer Dienst deckt alle Träger ab; für alle Träger ausgelegt sind nur Vorhaben im Aufbau oder in Planung.&lt;br /&gt;
* '''Am weitesten ist das Zugänglichmachen, am schwächsten das langfristige Erhalten.''' K4 erreicht Reifegrad 3, K3 nur Reifegrad 1 und deckt nur eigene Bestände ab. Nach dem Prüfraster bestimmt K3 als schwächstes Glied den Stand der Gesamtkette.&lt;br /&gt;
* '''Register und DZ sind konzeptionell eng verzahnt, in der Praxis noch nicht durchgängig.''' Das Konzept sieht vor, dass jedes Objekt einmal hochwertig digitalisiert und über das SKR mit dauerhaften Adressen nachnutzbar wird.&amp;lt;ref name=&amp;quot;dk2026&amp;quot;/&amp;gt; In der Praxis vergibt das DZ eigene dauerhafte Adressen, die nicht durchgängig mit dem SKR verknüpft werden (''zu prüfen'').&amp;lt;ref name=&amp;quot;dzpraxis&amp;quot;/&amp;gt; Ohne gesicherten Betrieb des SKR und ohne Regeln für Masterdaten droht ein Nebeneinander statt einer Kette.&lt;br /&gt;
* '''Was heute verlässlich funktioniert, stützt sich auf sächsische Landesinfrastruktur.''' Landesdigitalisierungsprogramm, Deutsche Fotothek, SAVE und Sachsen.digital werden von der SLUB getragen. Für brandenburgische Träger gibt es keinen vergleichbaren Dienst, sondern Projektförderung&amp;lt;ref name=&amp;quot;diwa2023&amp;quot;&amp;gt;Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landes Brandenburg (MWFK) 2023: Übersicht geförderter Projekte im Förderprogramm zur Digitalisierung des kulturellen Erbes 2023. URL: https://mwfk.brandenburg.de/sixcms/media.php/9/%C3%9Cbersicht%20gef%C3%B6rderter%20Projekte%20Digitalisierung%20Kulturelles%20Erbe%202023.pdf, abgerufen am 30.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;diwa2026&amp;quot;&amp;gt;MWFK o. J.: Fördergrundsätze „Förderung und Begleitung des digitalen Wandels im Kulturbereich im Land Brandenburg 2026“ (DIWA). URL: https://mwfk.brandenburg.de/sixcms/media.php/9/FG_DIWA_2026.pdf, abgerufen am 30.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; und museum-digital. Auch das DZ ist derzeit nur in Sachsen kostenfrei.&lt;br /&gt;
* '''Für die großen und die gefährdeten Bestände gibt es nur Teilangebote.''' Das betrifft die Museumsobjekte (B4), allein im Sorbischen Museum rund 21.000 Objekte der materiellen Kultur, und die analogen AV-Träger (B3), die am stärksten gefährdet sind. Das sächsische Landesprogramm für AV-Träger soll ab 2027 gekürzt werden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;save2026&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
* '''Ursprünglich digitale Dokumentationen haben keinen geregelten Übernahmeweg.''' Das betrifft vor allem das lebendige Kulturgeschehen (C2, C3) und neue digitale Ausdrucksformen.&lt;br /&gt;
* '''Kleine Träger können heute praktisch nur museum-digital selbst nutzen.''' Das DZ soll sie künftig beraten und für sie digitalisieren, ist aber noch nicht im Dienstleistungsbetrieb.&lt;br /&gt;
* '''Ein gemeinsamer Zugang fehlt.''' Die Konzepte sehen drei Ebenen vor: das SKR als einrichtungsübergreifenden Nachweis mit Recherche, digitalizat.de für die Digitalisate des DZ und Sorabicon als kuratiertes Schaufenster.&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;dk2026&amp;quot;/&amp;gt; Ist das digitale Kulturerbe vollständig im SKR verzeichnet, kann die Recherche dort zusammenlaufen. Welche Plattform den einheitlichen Einstieg für Nutzerinnen und Nutzer bietet, ist offen und wird in Abschnitt 3.4 aufgegriffen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== 3.4 Governance ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieser Abschnitt prüft, ob der organisatorische Rahmen das Angebot aus [[#3.3 Kernfunktionen: Vorhaben, Systeme, Dienste|Abschnitt 3.3]] zusammenhält und dauerhaft trägt. Governance meint hier die Regeln und Strukturen, mit denen die Beteiligten gemeinsam entscheiden, Standards vereinbaren, Rechte klären und den Betrieb finanzieren. Der Abschnitt behandelt vier Fragen:&lt;br /&gt;
* '''Steuerung und Zuständigkeiten:''' Wer koordiniert, und wer entscheidet über Auswahl und Freigabe?&lt;br /&gt;
* '''Standards und Austausch:''' Welche Metadaten-, Format- und Austauschstandards gelten, und wo werden sie abgestimmt?&lt;br /&gt;
* '''Rechte und Einwilligungen:''' Wie werden Nutzungsrechte, Einwilligungen und Zugänge geregelt?&lt;br /&gt;
* '''Betrieb und Finanzierung:''' Wer betreibt die Kernfunktionen, und sind sie dauerhaft oder nur projektweise finanziert?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Maßstab sind die drei Erfolgsbedingungen aus [[#2.5.9.2 Drei Erfolgsbedingungen – was gilt für alle Kernfunktionen?|Abschnitt 2.5.9.2]]. Sie werden am Ende mit den Reifegraden aus [[12.3.A2 Prüfraster zur Bewertung des Entwicklungsstandes beim Aufbau der Digitalisierung des Kulturerbes|Anhang 12.3.A2]] bewertet (siehe 3.4.5). Grundlage sind der Staatsvertrag über die Stiftung&amp;lt;ref name=&amp;quot;stv&amp;quot;&amp;gt;Staatsvertrag zwischen dem Land Brandenburg und dem Freistaat Sachsen über die Errichtung der „Stiftung für das sorbische Volk“. URL: https://www.revosax.sachsen.de/vorschrift/5360.1, abgerufen am 30.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;, das Finanzierungsabkommen von 2026&amp;lt;ref name=&amp;quot;fin2026&amp;quot;&amp;gt;Bundesministerium des Innern, Freistaat Sachsen und Land Brandenburg 2026: Bund, Sachsen und Brandenburg sichern Fortbestand der Stiftung für das sorbische Volk. Gemeinsame Pressemitteilung vom 19.05.2026. URL: https://zalozba.de/fileadmin/user_upload/Dokumente/Pressemitteilungen/2026-05-19__PM_BMI_Bund_Sachsen_Brandenburg_sichernFortbestandStiftung.pdf, abgerufen am 30.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;, die Konzepte von DZ und SKR&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;/&amp;gt;, das Protokoll des Digitalisierungskreises vom 21.04.2026&amp;lt;ref name=&amp;quot;dk2026&amp;quot;/&amp;gt; und die Bedarfserklärungen der Träger vom April 2026&amp;lt;ref name=&amp;quot;smb2026&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;wm2026&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2026&amp;quot;/&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;mark&amp;gt;Die folgende Analyse muss mit der Stiftung, dem SI und den Museen bzgl. Korrektheit und Vollständigkeit abgestimmt werden.&amp;lt;/mark&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.4.1 Steuerung und Zuständigkeiten ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Stiftung für das sorbische Volk ist der zentrale Förderer. Ihre Organe sind der Stiftungsrat, in dem Vertreterinnen und Vertreter des sorbischen Volkes, des Bundes, beider Länder und der Kommunen sitzen, der Parlamentarische Beirat und der Direktor.&amp;lt;ref name=&amp;quot;stv&amp;quot;/&amp;gt; 2018 gab der Stiftungsrat eine Strategie für Digitalisierungsprojekte in Auftrag. Daraus entstand das sorbische Digitalisierungskonzept, veröffentlicht im Mai 2021. Seit Juli 2021 koordiniert ein Digitalisierungsbeauftragter in der Stiftungsverwaltung die Digitalisierungsaktivitäten der sorbischen Institutionen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;stiftung2023&amp;quot;&amp;gt;Stiftung für das sorbische Volk 2023: 25 Jahre Stiftung für das sorbische Volk – 30 Jahre Staatsvertrag. Broschüre, Bautzen, S. 89.&amp;lt;/ref&amp;gt; Ein Gremium, das für das Kulturerbe verbindlich über Auswahl, Standards oder Zugang entscheidet, gibt es nicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|+ Wer steuert und entscheidet heute?&lt;br /&gt;
! Aufgabe !! Zuständig heute !! Stand&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Strategie und Förderung''' || Stiftung für das sorbische Volk (Stiftungsrat, Direktor, Digitalisierungsbeauftragter); Digitalisierungskonzept als Orientierungsrahmen&amp;lt;ref name=&amp;quot;stiftung2023&amp;quot;/&amp;gt; || style=&amp;quot;background:#dff0d8&amp;quot; | eingerichtet&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Fachlicher Austausch''' || Digitalisierungskreis || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | Austausch ja, keine Entscheidungsbefugnis&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Auswahl und Freigabe von Digitalisierungsvorhaben''' || die jeweilige Einrichtung oder das Projekt. Das DZ-Konzept sieht ein Lenkungsgremium aus den hauptamtlichen sorbischen Sammlungseinrichtungen und dem SKR vor. Das DZ selbst soll nicht entscheiden, was digitalisiert wird (DZ-Konzept, S. 7-8).&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt; Als Idealvorgehen gilt: erst im SKR verzeichnen, dann priorisiert ein Fachgremium nach Kriterien.&amp;lt;ref name=&amp;quot;dk2026&amp;quot;/&amp;gt; || style=&amp;quot;background:#fde2c4&amp;quot; | Lenkungsgremium konzipiert, nicht eingerichtet; Kriterien nur beispielhaft genannt&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Steuerung des Registers''' || SI. Das SKR soll Qualität sichern und über Kooperationsverträge technische Standards setzen; ein Beirat aus Fachleuten für Sorabistik, Museologie, Digital Humanities sowie Bibliotheks- und Archivwesen ist vorgesehen. Die Datenpartner bleiben für ihre Daten verantwortlich und entscheiden über deren Einbringung (SKR-Konzept, S. 13-14 und 21).&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;/&amp;gt; || style=&amp;quot;background:#fde2c4&amp;quot; | Beirat konzipiert, Stand ''offen''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Gemeinsamer Zugang für Nutzerinnen und Nutzer''' || je Plattform: SKR, digitalizat.de und Sorabicon betreibt das SI, Sachsen.digital die SLUB, museum-digital die Museen selbst (siehe 3.3.7) || style=&amp;quot;background:#f8d7da&amp;quot; | keine Zuständigkeit für die Gesamtentscheidung&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Zugang zu kleinen Trägern''' || Domowina mit Regionalverbänden und Ortsgruppen. Der Kulturausschuss der Domowina sah sich 2020 als ehrenamtliches Gremium nicht in der Lage, die Koordination zu leisten.&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2020&amp;quot;/&amp;gt; 2026 wünscht die Domowina eine Dienstleistungs- und Ermöglichungsstruktur.&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2026&amp;quot;/&amp;gt; || style=&amp;quot;background:#f8d7da&amp;quot; | keine feste Anlaufstelle&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Länderübergreifende Abstimmung''' || Sachsen und Brandenburg fördern getrennt. Sächsische Träger können das DZ über Strukturmittel nutzen; die Nutzung für brandenburgische Bestände soll bilateral zwischen SI, Stiftung und Wendischem Museum geklärt werden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;dk2026&amp;quot;/&amp;gt; || style=&amp;quot;background:#fde2c4&amp;quot; | Einzelfallklärung&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Mitwirkung der Gemeinschaft''' || über den Stiftungsrat; ein Verfahren, in dem Kulturgutträger und Gemeinschaft bei Auswahl, Beschreibung und Zugang mitentscheiden, ist nicht bekannt (''offen'') || style=&amp;quot;background:#fde2c4&amp;quot; | nicht geregelt&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als mögliche Kriterien für die Auswahl nennt das DZ-Konzept: virtueller Bestandserhalt gefährdeter Einrichtungen, Sicherung des Wissens von Zeitzeuginnen und Zeitzeugen, Forschungsrelevanz, Bedeutung für die sorbische Identität, Verknüpfbarkeit mit anderen Ressourcen und wirtschaftlicher Nachnutzen (S. 8).&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt; Sie decken sich teilweise mit den Dringlichkeitsgründen aus [[#3.2.3 Bestände mit vorrangigem Digitalisierungsbedarf|Abschnitt 3.2.3]]. Beschlossen sind sie nicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Offen ist auch, wer über den '''gemeinsamen Zugang''' entscheidet. Die Konzepte sehen drei Ebenen vor: das SKR als einrichtungsübergreifenden Nachweis, digitalizat.de für die Digitalisate des DZ und Sorabicon als kuratiertes Schaufenster.&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;/&amp;gt; Welche Plattform den Einstieg bietet und wie die Angebote der Museen und der SLUB eingebunden werden, betrifft alle Träger. Bisher ist diese Entscheidung keinem Gremium zugeordnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.4.2 Standards und Austausch ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die großen Einrichtungen arbeiten mit etablierten Standards ihrer Sparte. SKR und DZ haben ein gemeinsames technisches Modell konzipiert und teilweise erprobt. Das DZ-Konzept erklärt die Metadatenstandards des SKR für verbindlich (S. 29).&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt; Einen von allen Trägern beschlossenen Mindeststandard gibt es nicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|+ Standards: heute genutzt, konzipiert, offen&lt;br /&gt;
! Bereich !! Heute genutzt !! Konzipiert oder erprobt !! Offen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Erschließung und Metadaten''' || Bibliotheken: Verbundkatalog K10plus; Archive: Kalliope; Museen: HiDA, Adlib, museum-digital&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;smb2026&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;wm2026&amp;quot;/&amp;gt; || SKR: eigene Ontologie auf Basis verknüpfter Daten (RDF) unter Rückgriff auf CIDOC (Referenzmodell für Museumsinformation) und GND; Bereitstellung in LIDO und MODS (SKR-Konzept, S. 16 und 28)&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;/&amp;gt; || gemeinsamer Metadatenkern mit Pflichtfeldern für alle Träger; Regeln, wer die Masterdaten führt und wie Änderungen abgeglichen und versioniert werden&amp;lt;ref name=&amp;quot;dk2026&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Normdaten und Kennungen''' || Normdaten der Verbünde; URN mit Institutionscode im Publikationsserver Qucosa des SI&amp;lt;ref name=&amp;quot;dk2026&amp;quot;/&amp;gt; || SKR: GND, GeoNames, VIAF, Wikidata; dauerhafte Adressen (PURL) mit Registerpräfix (SKR-Konzept, S. 16 und 21)&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;/&amp;gt; || Basisadresse der PURL; Kennungsschema mit Institutionspräfix nur diskutiert&amp;lt;ref name=&amp;quot;dk2026&amp;quot;/&amp;gt;; DZ vergibt in der Praxis eigene PURL (''zu prüfen'')&amp;lt;ref name=&amp;quot;dzpraxis&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Digitalisierung und Dateiformate''' || TIFF für Masterdateien, JPEG für die Nutzung; Orientierung an den DFG-Praxisregeln „Digitalisierung“ (DZ-Konzept, S. 31 und 33)&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt; || Kitodo-Arbeitsablauf mit METS/MODS; Texterkennung mit Werkzeugen des Projekts OCR-D, Volltexte in ALTO und TEI (DZ-Konzept, S. 17-18)&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt; || verbindliche Qualitätsvorgaben je Kulturgutart, besonders für AV-Träger, 3D-Objekte und ursprünglich digitale Dokumentationen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Austausch und Schnittstellen''' || Lieferung an DDB, Archivportal-D und Sachsen.digital&amp;lt;ref name=&amp;quot;fotothekddb&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;ldp&amp;quot;/&amp;gt; || SKR: Programmierschnittstelle (REST) und OAI-PMH im Prototyp, Abfrageschnittstelle für verknüpfte Daten (SPARQL) vorgesehen, Übernahme aus museum-digital (SKR-Konzept, S. 21 und 27-28)&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;/&amp;gt;; Bildbereitstellung über IIIF (DZ-Konzept, S. 21 und 33)&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt; || dokumentierte und praktisch getestete Schnittstellen zwischen SKR, DZ und den Systemen der Museen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Langzeiterhaltung''' || Datensicherung in den Einrichtungen; SLUB mit eigener Langzeitarchivierung&amp;lt;ref name=&amp;quot;nestor&amp;quot;/&amp;gt; || DZ strebt die dauerhafte Datenhaltung der originalen Bilddigitalisate an (DZ-Konzept, S. 8)&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt;; unterschieden wird zwischen Datenhaltung mit Sicherung und echter Langzeitarchivierung&amp;lt;ref name=&amp;quot;dk2026&amp;quot;/&amp;gt; || Konzept für den Dauerbetrieb; Vorgaben nach Standards wie dem Referenzmodell OAIS oder dem Metadatenstandard PREMIS; Prüfsummen, Wiederherstellungstests, Formatmigration&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Mehrsprachigkeit''' || Sorabicon mehrsprachig; Kitodo.Presentation mit mehrsprachiger Oberfläche&amp;lt;ref name=&amp;quot;sorabicon2024&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt; || SKR: Bezeichnungen und Beschreibungen in Ober- und Niedersorbisch, Deutsch und Englisch als Teil des Datenmodells, erweiterbar („4+-Sprachigkeit“, SKR-Konzept, S. 16-18)&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;/&amp;gt; || Übertragung auf die Erfassung bei den Trägern und im DZ; sorbischsprachige kontrollierte Vokabulare (''offen'')&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Abstimmung in Gremien''' || Einbindung des SI in überregionale Netzwerke, z. B. AG Regionalportale, Verbund DIKUSA, Copernico&amp;lt;ref name=&amp;quot;sorabicon2024&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;kdmsi&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;copernico&amp;quot;/&amp;gt; || SKR setzt Standards über Kooperationsverträge (SKR-Konzept, S. 13-14)&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;/&amp;gt; || kein sorbisches Gremium, das Standards gemeinsam beschließt und ihre Einhaltung prüft&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.4.3 Rechte und Einwilligungen ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Rechtefragen bestimmen, was digitalisiert, gespeichert und gezeigt werden darf. Bisher sind sie nur in Grundsätzen und von Fall zu Fall geregelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Was vereinbart ist:'''&lt;br /&gt;
* Das DZ braucht vor der Digitalisierung eine ausreichende Erlaubnis des Objektgebers. Die Rechteklärung soll vor Projektbeginn erfolgen und vertraglich dokumentiert werden. Zu unterscheiden sind Digitalisierung, interne Nutzung, Übergabe an die liefernde Einrichtung, öffentliche Präsentation und Nachnutzung durch Dritte. Eingeschränkte Nutzungsformen wie Vorschau, geringere Auflösung oder nur interne Bereitstellung sind möglich. Eigentümer, Datengeber und Rechteinhaber sollen in den Metadaten erkennbar bleiben.&amp;lt;ref name=&amp;quot;dk2026&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Der Vertrag zwischen DZ und Partner soll Umfang, Haftung, Datenhaltung, Präsentation und etwaige Nutzungsentgelte regeln. Das Eigentum an den Digitalisaten bleibt beim Partner (DZ-Konzept, S. 8-9 und 11).&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Im SKR bleiben die Datenpartner für ihre Daten verantwortlich und entscheiden über deren Einbringung.&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;/&amp;gt; Regeln zu Lizenzen und Zugangsstufen enthält das SKR-Konzept nach erster Durchsicht nicht (''zu prüfen'').&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Was die Praxis zeigt:'''&lt;br /&gt;
* Die Lizenzangaben sind uneinheitlich: Ein Teil der Digitalisate des SI ist als gemeinfrei gekennzeichnet&amp;lt;ref name=&amp;quot;ddb&amp;quot;/&amp;gt;, Fotos des SKA tragen den Status „urheberrechtlich geschützt“&amp;lt;ref name=&amp;quot;fotothekddb&amp;quot;/&amp;gt;.&lt;br /&gt;
* Bei sorbischen Musikvideos auf YouTube prägen Rechtefragen jeden Einzelfall (DZ-Konzept, S. 22).&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt; Sorbischsprachige Produktionen von MDR und rbb standen dem SKA 2019 aus rechtlichen Gründen nicht zur Verfügung.&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt; Für Veranstaltungsmitschnitte des studijo LUCIJA ist keine schriftliche Vereinbarung über Rechte und Übergabe bekannt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;lucija&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Das Sorbische Museum wünscht ein Gespräch über die Bild- und Urheberrechte an den Dateien, die im DZ entstehen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;smb2026&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Der Rechtsrahmen bietet Spielräume, die bisher nicht systematisch genutzt werden. Kulturerbe-Einrichtungen dürfen nicht verfügbare Werke unter bestimmten Bedingungen nicht kommerziell online zugänglich machen (§ 61d Urheberrechtsgesetz, UrhG).&amp;lt;ref name=&amp;quot;urhg61d&amp;quot;&amp;gt;Urheberrechtsgesetz (UrhG), § 61d Nicht verfügbare Werke. URL: https://www.gesetze-im-internet.de/urhg/__61d.html, abgerufen am 30.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Fotos und Scans gemeinfreier visueller Werke begründen keine eigenen Leistungsschutzrechte (§ 68 UrhG).&amp;lt;ref name=&amp;quot;urhg68&amp;quot;&amp;gt;Urheberrechtsgesetz (UrhG), § 68 Vervielfältigungen gemeinfreier visueller Werke. URL: https://www.gesetze-im-internet.de/urhg/__68.html, abgerufen am 30.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Was fehlt:'''&lt;br /&gt;
* einheitliche Rechte- und Zugangskategorien, die je Objekt oder Bestand dokumentiert werden, von „nur Metadaten öffentlich“ bis „nicht zugänglich“ (vgl. [[#2.5.6 Mukurtu und Plateau Peoples' Web Portal|Abschnitt 2.5.6]]);&lt;br /&gt;
* Musterverträge und Musterklauseln für Übergaben, Digitalisierung und Veröffentlichung;&lt;br /&gt;
* Regeln für Einwilligungen bei Zeitzeugen-Interviews und Veranstaltungsaufnahmen, einschließlich des Datenschutzes (''Annahme'': bisher je Projekt geregelt);&lt;br /&gt;
* ein Verfahren, in dem rechtliche Zulässigkeit und kulturelle Angemessenheit getrennt geprüft werden, sowie Wege für Korrekturen, Beschwerden und nachträgliche Sperrungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am 18.06.2026 befasste sich der Digitalisierungskreis mit Urheber- und Nutzungsrechten.&amp;lt;ref name=&amp;quot;dkinfo&amp;quot;/&amp;gt; &amp;lt;mark&amp;gt;Ergebnisse der Sitzung vom 18.06.2026 und der rechtlichen Einschätzung zu typischen Nutzungsszenarien ergänzen, soweit veröffentlichbar.&amp;lt;/mark&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.4.4 Betrieb und Finanzierung ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Stiftung selbst ist langfristig finanziert. Im Mai 2026 vereinbarten Bund, Sachsen und Brandenburg das fünfte Finanzierungsabkommen: rund 29,3 Mio. Euro für 2026 und jährliche Erhöhungen bis 2030. Der Bund trägt die Hälfte, Sachsen ein Drittel, Brandenburg ein Sechstel. Digitalisierungsprojekte werden ausdrücklich als Förderziel genannt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;fin2026&amp;quot;/&amp;gt; Der Haushalt der Stiftung weist für 2026 gesonderte Zuwendungen für Digitalisierungsprojekte aus, 195.000 Euro vom Bund und 130.000 Euro von Sachsen, dazu knapp 5 Mio. Euro Bundesmittel für den Strukturwandel.&amp;lt;ref name=&amp;quot;hh2026&amp;quot;&amp;gt;Stiftung für das sorbische Volk 2026: Haushaltssatzung 2026. URL: https://zalozba.de/fileadmin/user_upload/Dokumente/Haushaltsplaene/HHSatzung_2026.pdf, abgerufen am 30.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Welcher Anteil davon auf das Kulturerbe entfällt, ist ''offen''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die einrichtungsübergreifenden Dienste für das Kulturerbe laufen dagegen überwiegend als befristete Projekte:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|+ Betreiber und Finanzierung je Kernfunktion&lt;br /&gt;
! Kernfunktion !! Einrichtungsübergreifender Dienst (Betreiber) !! Finanzierung heute !! Gesichert bis&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''K1''' Erfassen || Sorbisches Kulturregister (SI) || Projektstelle bis Ende 2025 (SKR-Konzept, S. 2), heutiger Stand ''offen''; Regelbetrieb braucht 2,5 Fachstellen und 0,5 Stellen für Hilfskräfte, Zeithorizont 15-20 Jahre (S. 31-32)&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;/&amp;gt; || style=&amp;quot;background:#f8d7da&amp;quot; | ''offen''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''K2''' Digitalisieren || Digitalisierungszentrum (SI) || Aufbauprojekt, bis 2027 projektbezogen gesichert (Mittelgeber ''zu prüfen''); für sächsische Träger derzeit kostenfrei&amp;lt;ref name=&amp;quot;dk2026&amp;quot;/&amp;gt; || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | Ende 2027&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''K2''' Digitalisieren || Landesprogramme der SLUB (Landesdigitalisierungsprogramm, SAVE) || Freistaat Sachsen; Kürzungen bei SAVE im Entwurf des Doppelhaushalts 2027/28&amp;lt;ref name=&amp;quot;save2026&amp;quot;/&amp;gt; || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | jährlicher Landeshaushalt&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''K3''' Erhalten || Datenhaltung des DZ (SI) || wie DZ; für den Dauerbetrieb ist ein Konzept erforderlich. Zum Vergleich: echte Langzeitarchivierung kostet bei der SLUB derzeit ca. 800 Euro je TB und Jahr.&amp;lt;ref name=&amp;quot;dk2026&amp;quot;/&amp;gt; || style=&amp;quot;background:#f8d7da&amp;quot; | Ende 2027; Dauerbetrieb ''offen''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''K4''' Zugänglich machen || Sorabicon, Virtueller Lesesaal (SI) || Grundbetrieb des SI (''Annahme''); Inhalte wachsen über Projekte, z. B. das „Digitale Portal zu sorbischen und Lausitzer Sprach- und Kulturlandschaften“ (2022-2031) im Bundesförderprogramm „Sorbische Sprache und Kultur im Strukturwandel“&amp;lt;ref name=&amp;quot;digportal&amp;quot;&amp;gt;Sorbisches Institut o. J.: Digitales Portal zu sorbischen und Lausitzer Sprach- und Kulturlandschaften. Poster zum Gesamtvorhaben. URL: https://serbski-institut.de/wp-content/uploads/2021/11/A0-Druck_DigPortal-Gesamtvorhaben.pdf, abgerufen am 30.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | Grundbetrieb ''offen''; Projekt bis 2031&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''K4''' Zugänglich machen || digitalizat.de (SI) || wie DZ (''Annahme'') || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | Ende 2027 (''Annahme'')&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Damit sind für alle vier Kernfunktionen Betreiber benannt, für alle einrichtungsübergreifenden Dienste mit Ausnahme der Landesprogramme das SI. Für die Zeit ab 2028 braucht das DZ ein Modell für Basisfinanzierung, Personal, Infrastruktur, Repositorium und Dienstleistungsbetrieb. Unterschieden wird zwischen einem Grundbetrieb, der dauerhaft finanziert werden muss, und der Digitalisierung einzelner Sammlungen, für die Drittmittel beantragt werden können. Eine Gebühren- oder Kostenlogik für Leistungen an Dritte ist nicht entschieden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;dk2026&amp;quot;/&amp;gt; Ein Konzept für Trägerwechsel, Projektende oder den Ausfall eines Dienstleisters ist nicht bekannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.4.5 Bewertung der drei Erfolgsbedingungen ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die drei Erfolgsbedingungen aus [[#2.5.9.2 Drei Erfolgsbedingungen – was gilt für alle Kernfunktionen?|Abschnitt 2.5.9.2]] werden mit den Prüfkriterien der Handlungsfelder 1 bis 3 des [[12.3.A2 Prüfraster zur Bewertung des Entwicklungsstandes beim Aufbau der Digitalisierung des Kulturerbes|Prüfrasters]] bewertet. Die Bewertung ist eine Einschätzung auf Grundlage der genannten Quellen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|+ Reifegrad der drei Erfolgsbedingungen&lt;br /&gt;
! Erfolgsbedingung !! Reifegrad !! Was vorhanden ist !! Was fehlt&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''1. Gemeinsam entscheiden und Rechte abgestuft regeln''' || style=&amp;quot;background:#fde2c4&amp;quot; | '''1''' · konzeptionell geklärt || Stiftung als Förderer mit Digitalisierungskonzept und Digitalisierungsbeauftragtem; Lenkungsgremium und Auswahlkriterien im DZ-Konzept beschrieben; Grundsätze zur Rechteklärung im Digitalisierungskreis vereinbart; regelmäßiger Austausch im Digitalisierungskreis || kein eingerichtetes Gremium für Auswahl, Freigabe und gemeinsamen Zugang; keine schriftlich festgelegten Entscheidungsrechte für Träger und Gemeinschaft; keine einheitlichen Rechte- und Zugangskategorien, Musterverträge oder Verfahren für Beschwerden und Sperrungen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''2. Gemeinsame Standards, Mehrsprachigkeit und technische Anschlussfähigkeit sichern''' || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | '''2''' · pilotiert (Langzeiterhaltung: 1) || etablierte Spartenstandards in Bibliothek, Archiv und Museen; technisches Modell von SKR und DZ mit Normdaten, METS/MODS, LIDO, IIIF und Schnittstellen in Prototyp und Piloten erprobt; Mehrsprachigkeit im Datenmodell des SKR vorgesehen || kein beschlossener gemeinsamer Metadatenkern; Regeln für Masterdaten, Versionierung und Kennungen offen; Qualitätsvorgaben je Kulturgutart und Vorgaben zur Langzeiterhaltung nicht festgelegt; kein niedrigschwelliger Einstieg für kleine Träger außer museum-digital; kein Gremium, das Standards beschließt&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''3. Dauerhafte Verantwortung und Finanzierung sichern''' || style=&amp;quot;background:#fde2c4&amp;quot; | '''1''' · konzeptionell geklärt || Stiftung bis 2030 finanziert; Betreiber für alle Kernfunktionen benannt; Personalbedarf des SKR beziffert; Unterscheidung von Grundbetrieb und Projektdigitalisierung || Dauerbetrieb von SKR (ab 2026) sowie DZ und Datenhaltung (ab 2028) nicht finanziert; Übergang von der Projekt- in die Betriebsphase nicht geregelt; keine Kostenlogik für Dritte; kein Ausstiegs- und Übergabekonzept&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach der Bewertungsregel des Prüfrasters zählt die schwächste kritische Abhängigkeit. Für die Governance sind das die Erfolgsbedingungen 1 und 3: Es fehlen verbindliche Entscheidungswege und eine Finanzierung des Dauerbetriebs. Beides begrenzt auch die Reife der Dienste aus Abschnitt 3.3. Ein Dienst kann Reifegrad 4 erst erreichen, wenn Zuständigkeiten, Finanzierung und Verfahren dauerhaft verankert sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.4.6 Erste Befunde ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* '''Die Förderung ist gesichert, der Betrieb der gemeinsamen Dienste nicht.''' Die Stiftung ist bis 2030 finanziert. SKR, DZ und Datenhaltung hängen dagegen an befristeten Mitteln; die Projektstelle für das SKR lief laut Konzept Ende 2025 aus.&amp;lt;ref name=&amp;quot;fin2026&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;dk2026&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
* '''Es gibt Austausch, aber keinen Ort für verbindliche Entscheidungen.''' Der Digitalisierungskreis berät, entscheidet aber nicht.&amp;lt;ref name=&amp;quot;dkinfo&amp;quot;/&amp;gt; Das im DZ-Konzept vorgesehene Lenkungsgremium ist nicht eingerichtet. Damit fehlt eine Stelle, die Prioritäten über Einrichtungen hinweg festlegt und über den gemeinsamen Zugang entscheidet.&lt;br /&gt;
* '''Das SI trägt fast die gesamte gemeinsame Infrastruktur.''' Es betreibt oder plant Register, Digitalisierungszentrum, Datenhaltung und die wichtigsten Präsentationsangebote. Das bündelt Fachwissen, macht die Kette aber von einer Einrichtung und ihren Projektmitteln abhängig.&lt;br /&gt;
* '''Die Standards sind technisch gut vorbereitet, aber nicht gemeinsam beschlossen.''' Mit SKR und DZ liegt ein anschlussfähiges, mehrsprachig angelegtes Modell vor. Es fehlen ein verbindlicher Metadatenkern, Regeln für Masterdaten und Kennungen sowie Vorgaben für die Langzeiterhaltung.&lt;br /&gt;
* '''Rechte werden von Fall zu Fall geklärt.''' Grundsätze sind vereinbart; Musterverträge, Zugangskategorien und Einwilligungsregeln fehlen. Gerade beim lebendigen Kulturgeschehen und bei ursprünglich digitalen Werken bremst das die Sicherung.&lt;br /&gt;
* '''Sachsen und Brandenburg sind unterschiedlich angebunden.''' Sächsische Träger können Landesprogramme und das DZ nutzen. Für brandenburgische Träger gibt es Projektförderung, die Nutzung des DZ wird im Einzelfall geklärt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;dk2026&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;diwa2026&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
* '''Kleine Träger haben keine feste Anlaufstelle.''' Die Domowina erreicht sie, kann die Koordination aber nicht leisten und wünscht eine Dienstleistungs- und Ermöglichungsstruktur.&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2020&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2026&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== ENTWURF 3.3 Gemeinsame Regeln, Zusammenarbeit und dauerhafter Betrieb ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;background-color:#eef5fb;border-left:4px solid #5b9bd5;padding:0.7em 1em;margin:1em 0;&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Leitfrage:''' Sind die übergreifenden Voraussetzungen vorhanden, damit die einzelnen Angebote gemeinsam, verlässlich und dauerhaft funktionieren?&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Neben den einzelnen Kernfunktionen ist zu prüfen, ob '''gemeinsame organisatorische und fachliche Voraussetzungen''' vorhanden sind, damit die verschiedenen Angebote zusammenarbeiten und dauerhaft betrieben werden können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieser Abschnitt soll keine allgemeine oder abstrakte Governance-Analyse darstellen. Untersucht werden nur solche übergreifenden Fragen, die konkrete Auswirkungen auf die Digitalisierung des Kulturerbes und die spätere Ableitung von Maßnahmen haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== ENTWURF 3.3.1 Zuständigkeiten, Beteiligung und Freigaben ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;background-color:#eef5fb;border-left:4px solid #5b9bd5;padding:0.7em 1em;margin:1em 0;&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Leitfrage:''' Wer entscheidet verbindlich über Auswahl, Priorisierung, Beschreibung, Digitalisierung, Veröffentlichung und Zugang, und wie sind die Kulturgutträger dabei beteiligt?&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
''Für die weitere Erhebung und Analyse insbesondere zu prüfen:''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* formelle und informelle Zuständigkeiten der beteiligten Institutionen&lt;br /&gt;
* Entscheidungsrechte bei Auswahl und Priorisierung von Beständen&lt;br /&gt;
* Verantwortlichkeiten für Rechteklärung und Veröffentlichung&lt;br /&gt;
* Beteiligung der jeweiligen Kulturgutträger&lt;br /&gt;
* Beteiligung sorbischer Fachleute und Angehöriger der Gemeinschaft bei kulturell sensiblen Inhalten&lt;br /&gt;
* vorhandene Freigabe- und Sperrverfahren&lt;br /&gt;
* Umgang mit nachträglichen Korrekturen oder Einschränkungen&lt;br /&gt;
* erkennbare Überschneidungen beziehungsweise ungeklärte Zuständigkeiten&lt;br /&gt;
* vorhandene Gremien oder Koordinierungsstrukturen&lt;br /&gt;
* prüfen, an welchen Stellen verbindliche Zuständigkeiten fehlen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== ENTWURF  3.3.2 Gemeinsame Standards und Anschlussmöglichkeiten ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;background-color:#eef5fb;border-left:4px solid #5b9bd5;padding:0.7em 1em;margin:1em 0;&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Leitfrage:''' Welche gemeinsamen Regeln ermöglichen es unterschiedlichen Kulturgutträgern, Daten und Digitalisate in eine gemeinsame Infrastruktur einzubringen und zwischen den Kernfunktionen weiterzugeben?&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die weitere Erhebung und Analyse insbesondere zu prüfen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* vorhandene gemeinsame Metadatenstandards beziehungsweise Pflichtfelder&lt;br /&gt;
* verwendete Fachstandards einzelner Einrichtungen&lt;br /&gt;
* gemeinsame Regeln für Ober- und Niedersorbisch&lt;br /&gt;
* Dateiformate und Qualitätsanforderungen für unterschiedliche Kulturgutarten&lt;br /&gt;
* Identifikatoren und Normdaten&lt;br /&gt;
* Rechte- und Lizenzinformationen&lt;br /&gt;
* technische Schnittstellen und Datenexporte&lt;br /&gt;
* Übernahme vorhandener institutioneller Metadaten&lt;br /&gt;
* einfache Erfassungswege für kleinere Kulturgutträger&lt;br /&gt;
* Schnittstellen für Einrichtungen mit bestehenden Fachsystemen&lt;br /&gt;
* Möglichkeiten zur Weitergabe von Daten zwischen Register, Digitalisierung, Repositorium und Präsentation&lt;br /&gt;
* prüfen, wo fehlende Standards oder inkompatible Systeme den Austausch derzeit behindern&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== ENTWURF 3.3.3 Personal, Finanzierung und Betreiberverantwortung ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;background-color:#eef5fb;border-left:4px solid #5b9bd5;padding:0.7em 1em;margin:1em 0;&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Leitfrage:''' Welche zentralen Leistungen sind dauerhaft personell, organisatorisch und finanziell abgesichert, und welche hängen noch von befristeten Projekten oder einzelnen Personen ab?&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die weitere Erhebung und Analyse insbesondere zu prüfen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Betreiber beziehungsweise verantwortliche Stellen für die vier Kernfunktionen&lt;br /&gt;
* dauerhafte Stellen gegenüber befristeten Projektstellen&lt;br /&gt;
* vorhandene beziehungsweise geplante Finanzierungsmodelle&lt;br /&gt;
* laufende Betriebs- und Pflegekosten&lt;br /&gt;
* personelle Kapazitäten und erkennbare Schlüsselpersonenrisiken&lt;br /&gt;
* Unterstützung kleiner und ehrenamtlich geführter Einrichtungen&lt;br /&gt;
* Finanzierung von&lt;br /&gt;
** Beratung,&lt;br /&gt;
** Digitalisierung,&lt;br /&gt;
** Speicher und Langzeiterhaltung,&lt;br /&gt;
** Datenpflege,&lt;br /&gt;
** Rechteklärung,&lt;br /&gt;
** technischer Wartung und Weiterentwicklung;&lt;br /&gt;
* Übergang von geförderten Projekten in einen dauerhaften Regelbetrieb&lt;br /&gt;
* vorhandene Betriebs-, Kooperations- und Übergabevereinbarungen&lt;br /&gt;
* erkennbare Risiken bei Auslaufen einzelner Förderungen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== ENTWURF 3.4 Gesamtbewertung und vorrangiger Handlungsbedarf ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;background-color:#eef5fb;border-left:4px solid #5b9bd5;padding:0.7em 1em;margin:1em 0;&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Leitfrage:''' Welche Bedarfe sind bereits ausreichend abgedeckt, wo liegen die entscheidenden Lücken und welche davon sollten vorrangig bearbeitet werden? &amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Ergebnisse der vorangegangenen Abschnitte werden abschließend zusammengeführt. Ziel ist noch nicht die vollständige Formulierung konkreter Maßnahmen, sondern zunächst eine begründete Bewertung des Ist-Standes und der wichtigsten Lücken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dabei sollte insbesondere unterschieden werden zwischen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* unmittelbar gefährdeten Kulturgütern beziehungsweise Beständen,&lt;br /&gt;
* strukturellen Lücken, die weitere Digitalisierungsschritte blockieren,&lt;br /&gt;
* fehlenden oder nur teilweise verfügbaren Kernfunktionen,&lt;br /&gt;
* nicht dauerhaft abgesicherten Angeboten,&lt;br /&gt;
* Verbesserungsmöglichkeiten bei bereits grundsätzlich funktionierenden Strukturen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die abschließende Bewertung insbesondere zu prüfen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Ergebnisse aus Akteurs-, Bestands- und Bedarfserhebung zusammenführen&lt;br /&gt;
* für jede der vier Kernfunktionen die wichtigsten Stärken und Lücken benennen&lt;br /&gt;
* übergreifende strukturelle Probleme aus Zuständigkeiten, Standards, Betrieb und Finanzierung ergänzen&lt;br /&gt;
* unterscheiden zwischen:&lt;br /&gt;
** fehlender Leistung,&lt;br /&gt;
** unzureichender Kapazität,&lt;br /&gt;
** fehlender Bekanntheit beziehungsweise Zugänglichkeit,&lt;br /&gt;
** fehlender Verbindung bestehender Angebote,&lt;br /&gt;
** ungeklärter Zuständigkeit,&lt;br /&gt;
** fehlender dauerhafter Absicherung;&lt;br /&gt;
* Dringlichkeit begründen, insbesondere anhand von:&lt;br /&gt;
** Verlustgefahr,&lt;br /&gt;
** blockierenden Abhängigkeiten,&lt;br /&gt;
** Anzahl beziehungsweise Bedeutung betroffener Kulturgutträger,&lt;br /&gt;
** kultureller und sprachlicher Bedeutung,&lt;br /&gt;
** Aufwand und Realisierbarkeit;&lt;br /&gt;
* offene Informationslücken ausdrücklich kennzeichnen&lt;br /&gt;
* aus den ermittelten Lücken anschließend Handlungsbedarfe ableiten&lt;br /&gt;
* konkrete Lösungsmaßnahmen erst im folgenden Maßnahmen- beziehungsweise Soll-Abschnitt festlegen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mögliche zusammenfassende Bewertungsmatrix:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot; style=&amp;quot;width:100%;&amp;quot;&lt;br /&gt;
! Bereich&lt;br /&gt;
! Belegter Ist-Stand&lt;br /&gt;
! Abgedeckte Bedarfe&lt;br /&gt;
! Lücke / Risiko&lt;br /&gt;
! Dringlichkeit&lt;br /&gt;
! Daraus abgeleiteter Handlungsbedarf&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| ''Beispiel: Nachweisen und Registrieren''&lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| ''Beispiel: Digitalisieren''&lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| ''Beispiel: Langfristig erhalten''&lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| ''Beispiel: Zugänglich machen und nutzen''&lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| ''Beispiel: gemeinsame Standards / Zusammenarbeit''&lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= Referenzen =&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Měrko Šenk</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://koncept.serbski-inkubator.de/index.php?title=12.3_Digitalisierung_des_Kulturerbes&amp;diff=1219</id>
		<title>12.3 Digitalisierung des Kulturerbes</title>
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		<updated>2026-10-30T12:36:41Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Měrko Šenk: /* 3. Ist-Analyse der Digitalisierung des sorbischen Kulturerbes */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;= 1 Einleitung =&lt;br /&gt;
Die Digitalisierung von sorbischem Kulturerbe ist eine historische Chance für uns Sorben, eine Chance, unser kulturelles Erbe neu zu entdecken, es für kommende Generationen zu erhalten, für eine breitere Öffentlichkeit zugänglich zu machen und dabei die eigene Deutungshoheit zu stärken. Das erfordert neben Mut, einer klaren gemeinsamen Vision, starker Zusammenarbeit zwischen den beteiligten Akteuren auch die notwendigen Ressourcen in Form von Personal mit entsprechenden Kompetenzen, passender Technik sowie einer nachhaltig gesicherten Finanzierung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im folgenden Abschnitt werden Zielbilder für die Digitalisierung des sorbischen Kulturerbes entworfen mittels lang- und kurzfristiger Visionen sowie konkreter Ziele.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== 1.1 Vision und Ziele für die sorbische digitale Welt ==&lt;br /&gt;
'''Vision'''&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
''Sorbisches materielles und immaterielles Kulturerbe ist systematisch digital erfasst, rechtssicher und langfristig gesichert, leicht auffindbar, offen nutzbar und wird aktiv von Interessierten genutzt.''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Konkrete Ziele'''&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Bis 2032 ist ein tragfähiges, finanziell und organisatorisch abgesichertes Modell etabliert, das:&lt;br /&gt;
* Ein zentrales (oder föderiertes) digitales Langzeitarchiv nach OAIS-Referenzmodell betreibt,&lt;br /&gt;
* klare Zuständigkeiten, Prozesse und Budgets definiert,&lt;br /&gt;
* regelmäßige Qualitätssicherung und Technik-Updates vorsieht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bis 2030 sind wichtige sorbische Kulturerbe-Bestände (Kernbestände nach fachlicher Festlegung) in hoher Qualität digitalisiert, beschrieben und im Langzeitarchiv gesichert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bis 2028 liegt eine institutionenübergreifende Übersicht über relevante Kulturerbe-Bestände (analog und digital, materiell und immateriell) vor, einschließlich einer Prioritätenliste für die Digitalisierung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bis 2028 existiert ein zentrales, nutzerfreundliches „Sorbisches Kulturerbe-Portal“, das:&lt;br /&gt;
* Suchzugang über alle teilnehmenden Institutionen ermöglicht,&lt;br /&gt;
* grundlegende Inhalte frei zugänglich bereitstellt,&lt;br /&gt;
* mehrsprachige Oberflächen anbietet (Deutsch, Obersorbisch, Niedersorbisch, Englisch).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= 2 Ist-Analyse „Digitalisierung von Kulturerbe“ =&lt;br /&gt;
Das Ziel in diesem Themenbereich ist es, sorbisches Kulturerbe digital zu verwalten und damit langfristig für Recherche, Nutzung und Präsentation vorzuhalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Abschnitt &amp;quot;IST-Analyse“ werden die folgenden Fragen beantwortet: Was ist sorbisches Kulturerbe und was zählt alles dazu? Welche Schritte durchläuft ein Kulturgut, um zum digitalen Kulturerbe zu gehören? Wie können die digitale Verwaltung, Archivierung, Nutzung und Präsentation von Kulturgütern umgesetzt werden?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die grundlegenden Terminologien des Kulturerbes sollen im Folgenden festgelegt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== 2.1 Terminologie – von Kultur zu Kulturerbe ==&lt;br /&gt;
In diesem Abschnitt werden die Begriffe rund um das Kulturerbe grundlegend definiert. Es soll ein Verständnis über die Begriffe Kultur, kulturelle Ausprägung, Kulturgut und Kulturerbe erreicht werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Dataja:Wobraz_K1.png|center|260px]]&amp;lt;ref&amp;gt;Mermaid Flowchart Code: [https://mermaid.live/edit#pako:eNpF0UtuwyAQBuCroFlaTuRHTGMvKuWxq7pqV627IGZso2CIMChtk9ymN-nFimmasmJGfP-AOEGjOUIFrdTHpmfGkudtrWpF_Fq9RtGDk9aZKHojU-_aJ7PZ_bmGgSnR4mgFejaKpidC1XAmq8zDfYAoJZKVG7lxzX5stRl81C0_uwYdheGEubHD4_dXLy1hcpyC1rcLdM4GOLH1Ve2E5Gj9TPLkhgEnsLkBNDsMAmLojOBQWeMwhgHNwKYSTuFBYHucbOW3HFvmcQ21unh2YOpF6-FPGu26HqrW381X7sCZxa1gnWH_R1BxNBvtlIUqTUMEVCd49xVdzpeLMs1pXmRFXiY0hg-o8iyZL_LFXZaVSTJ1LzF8hqHJnBZ5WhZLWt5RmtIsBuTCavP4-2Hh3y4_NXaMmw hier klicken], abgerufen am 22.09.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.1.1 Kultur ===&lt;br /&gt;
Kultur bezeichnet hier die Gesamtheit aller '''vom Menschen geschaffenen und erlernten Ausdrucksformen''' des Lebens, die auf gemeinsamen Werten und Verhaltensweisen beruhen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;wiki-kultur&amp;quot;&amp;gt;URL: https://de.wikipedia.org/wiki/Kultur&amp;lt;/ref&amp;gt; Dazu zählen '''materielle Ergebnisse''' (z. B. Kunstwerke, Technik) ebenso wie '''immaterielle Praktiken''' (Sprache, Bräuche, Wissen). Kultur umfasst laut der UNESCO geistige, materielle, intellektuelle und emotionale Merkmale, die eine Gesellschaft oder soziale Gruppe kennzeichnen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;mondiacult&amp;quot;&amp;gt;UNESCO 1982: Mexico City Declaration on Cultural Policies (MONDIACULT). URL: https://www.lacult.unesco.org/docc/1982_MONDIACULT.pdf&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;ref name=&amp;quot;cultureaction&amp;quot;&amp;gt;Culture Action Europe 2024: The State of Culture report. URL: https://cultureactioneurope.org/de/news/the-state-of-culture-report-published, abgerufen am 01.10.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;  Sie ist dynamisch und wird von jeder Generation neu gestaltet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das deutsche Wort „Kultur“ ist eine Eindeutschung des lateinischen Worts „cultura“. Dieses bedeutet ursprünglich „Bebauung, Bearbeitung, Bestellung, Pflege“ und meinte sowohl die physische Bearbeitung als auch die Pflege geistiger Güter, z. B. der Sprache.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.1.2 Kulturelle Ausdrucksform ===&lt;br /&gt;
Eine kulturelle Ausdrucksform ist eine '''konkrete, gegenwärtige oder historische, Manifestation von Kultur''', bspw. eine Zeichnung, eine Tracht oder ein Lied: Sie macht die Kultur sichtbar und erlebbar. Im engeren Sinne ist es eine Ausdrucksweise, die aus der Kreativität einer Person, Gruppe oder Gesellschaft entsteht und '''kulturellen Inhalt''' trägt (symbolische Bedeutung, künstlerische Dimension, kulturelle Werte).&amp;lt;ref&amp;gt;Österreichische UNESCO-Kommission 2007: Übereinkommen zum Schutz und zur Förderung der Vielfalt kultureller Ausdrucksformen, Art. 4, Seite 13. URL: https://www.unesco.at/fileadmin/Redaktion/Publikationen/Publikations-Dokumente/2005er_UNESCO-Convention_German.pdf, abgerufen am 22.09.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt; Sie wird innerhalb und zwischen Gemeinschaften weitergegeben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Alle kulturellen Ausdrucksformen bilden einen wesentlichen Kern von Kultur, aber Kultur enthält auch latente Dimensionen (Werte, Normen, Vorannahmen etc.), die nicht unmittelbar als Ausdrucksform erscheinen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.1.3 Kulturgut ===&lt;br /&gt;
Ein „Kulturgut“ ist '''eine einzelne kulturelle Ausdrucksform''', der ein '''besonderer kultureller Wert zugemessen wird''' (durch Anerkennung, Schutz, Bedeutung). Es ist somit ein Erzeugnis menschlicher Kreativität oder Zeugnis menschlichen Lebens, welches '''Bedeutung für die Kultur einer Gemeinschaft''' hat und daher '''Bestand haben und bewahrt werden soll'''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die '''Summe aller Kulturgüter''' einer Gemeinschaft wird als dessen '''Kulturerbe''' bezeichnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.1.4 Kulturerbe ===&lt;br /&gt;
Kulturerbe ist die '''Summe der materiellen und immateriellen Ausdrucksformen''' (= Kulturgüter) einer Kultur, die als „'''bewahrenswert'''“ anerkannt wurden. International umfasst das u. a. das '''Welterbe''' (Denkmäler, Ensembles, Stätten)&amp;lt;ref&amp;gt;UNESCO (1972), Welterbekonvention, Art. 1. URL: https://www.dnk.de/wp-content/uploads/2021/02/1972_DNK_UNESCO-Welterbekonvention.pdf (abgerufen am 11.09.2025).&amp;lt;/ref&amp;gt; und das '''Immaterielles Kulturerbe''' (Praktiken, Wissen).&amp;lt;ref&amp;gt;Deutsche UNESCO-Kommission o. J.:, Übereinkommen zur Erhaltung des immateriellen Kulturerbes (dt. Ausgabe). URL: https://www.unesco.de/assets/dokumente/Deutsche_UNESCO-Kommission/02_Publikationen/Publikation_UNESCO-%C3%9Cbereinkommen_zur_Erhaltung_des_immateriellen_Kulturerbes_01.pdf, (abgerufen am 11.09.2025).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ob etwas „zum Kulturerbe“ zählt, ist Ergebnis von Bewertung, Diskurs und teils formellen Verfahren. Dem Sorbischen Kulturregister (SKR) zufolge ist „sorbisch-wendisches Kulturerbe“ eine Zuschreibung, die durch Gesellschaft, Museen, Archive und Wissenschaft erfolgen kann.&amp;lt;ref&amp;gt;Sorbisches Institut 2025: Konzept für ein Sorbisches Kulturregister (SKR). URL: https://www.serbski-institut.de/wp-content/uploads/2021/11/00_Zweite-aktualisierte-Fassung_Konzept_Sorbisches-Kulturregister_20.11.2025.pdf, abgerufen am 20.11.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.1.5 Abgrenzung: Kultur und Kulturerbe ===&lt;br /&gt;
'''Kultur / Kulturelle Ausdrucksform''' sind als Begriffe weiter gefasst als '''Kulturgut / Kulturerbe'''. Kulturelle Ausdrucksformen umfassen alles Gelebte und Gestaltete einer Gemeinschaft in Gegenwart und Vergangenheit, während Kulturgut / Kulturerbe diejenigen kulturellen Güter und Traditionen meint, denen eine Bedeutung beigemessen wurde und die als bewahrens- und weitergebenswert erkannt wurden. Kultur ist der „aktuelle“ kreative Prozess (einschließlich Popkultur, Alltagskultur), Kulturerbe der daraus überkommene Schatz. Dennoch sind die Grenzen fließend: Was heute nur Kultur ist, kann morgen zum Kulturerbe erklärt werden – abhängig von Wertzuschreibung und Diskurs.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Rahmen dieses Dokuments werden für den sorbischen Kontext die Begriffe '''„kulturelle Ausdrucksform“''' und '''„Kulturgut“''' weitgehend '''synonym''' verwendet, sofern nicht ausdrücklich anders gekennzeichnet. Hintergrund ist, dass die Gesamtzahl der identifizierbaren kulturellen Ausdrucksformen einer kleinen Minderheit wie der Sorben/Wenden im Vergleich zu großen Mehrheitsgesellschaften überschaubar ist. Zugleich ist der Anteil dieser Ausdrucksformen, denen in der Community ein besonderer Wert beigemessen wird und die daher faktisch als Kulturgut wahrgenommen und behandelt werden, sehr hoch: Ein großer Teil des gelebten kulturellen Repertoires wird als identitätsstiftend und bewahrenswert verstanden und damit dem Kulturerbe zugerechnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== 2.2 Klassifizierung von Kulturgütern ==&lt;br /&gt;
Im Folgenden soll eine griffige Klassifizierung von Kulturgütern entwickelt werden, so dass pro Kulturgut-Klasse später auf die Besonderheiten ihrer Digitalisierung eingegangen werden kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Dataja:Wobraz_K2.png|center|600px]]&amp;lt;ref&amp;gt;Mermaid Flowchart Code: [https://mermaid.live/edit#pako:eNptlM9u00AQxl9ltFWoFDlp_C9OjISU2KSgUCq1BSRIDxt77Syxd6v1mkKjSDwBlThw4YCEeuXOoeLSN-EF4BHYjZOQQG67-32_2ZnZsWco4jFBPqrVZpRR6cNsP8n4ZTTBQu7rHVP66QWOKEvV3nQM2BeYTf8eea35fF6rjdiIrUl4cjJiAMPDV_X6sMxkKdJS1uvnvu9PtRGgp5ReE46wJIKSLIOf779CycbkkqQZjSb1Ovz-cv351_drDWGN9BXS_xfZBj7dLoGxBgIFBE14nOcrZGH68E07Iu0IlSNsQkhTKnGlfvyh1bjKcngIjcYD6G2s-xvrYGMdLuuqAFOXZ0IflzFh0xxn5OBU3t1ISZhqw6KaKpo29k04jSaCJrLq0oZsa9mCAZc8FTihhBnQp1ksxd1NSsS22dFmG3oMZzwl0HveONtlc7XNATtsHI9fk6kkC3nRsKoqnVNgwrFQaUOvLGJRRtMi4SJfZ790WtppQYhFIVV7CYsJDO9uWbEMujbqOgIbTqgsddB7MCD_eXT6gQMvaFEQBlclPMVqcA6eMfqGiKLMt926isCFM4FjKiln-voCHmEWXxIxXZcUVo-jSwrVe3DBGvHqtc83DLqS0FpNAi3wRluiDBdFSBIYQ0KzzN_r265jPjQinnHh7yVJYhRS8ClZKfe3KLyk2oHneuEuqlK2qWhJWYPOwGnvoiplm4qXVMd17V5rF1UpikIGSgWNkS9FSQyUE5FjvUUzHXGE5ITkZIR8tYxJgtVXPEIjNlfYBWYvOc9XpOBlOkF-grNC7cqLWPUupFjNa74-FXo0RMBLJpFvWtYiCPJn6C3yG7bTNO2u6Tidrue0W13HQO_Usdtquuqg1bG6TtvzPNuZG-hqcXGr2baV5NhuyzId13XbBiJqDrg4qn5ni7_a_A_W9oMu hier klicken], abgerufen am 22.09.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.2.1 A. Materiell - unbeweglich 🏛️ ===&lt;br /&gt;
„Materiell - unbeweglich&amp;quot; bezeichnet ortsfeste Kulturobjekte wie Bauwerke, Ensembles, Gebäudekomplexe und Stätten/Kulturlandschaften, wie sie in Art. 1 der UNESCO-Welterbekonvention als Kategorien des kulturellen Erbes definiert sind.&amp;lt;ref&amp;gt;UNESCO World Heritage Centre o. J.: Convention Concerning the Protection of the World Cultural and Natural Heritage, Artikel 1. URL: https://whc.unesco.org/en/conventiontext/, abgerufen am 01.10.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.2.2 B. Materiell - beweglich 🖼️ ===&lt;br /&gt;
Die Kategorie „Materiell - beweglich&amp;quot; umfasst bewegliche Sachen bzw. Sachgesamtheiten von kulturellem Wert (z. B. Objekte, Sammlungen), wie sie das deutsche Kulturgutschutzgesetz (§ 2 KGSG)&amp;lt;ref&amp;gt;Deutschland 2016: Kulturgutschutzgesetz (KGSG), § 2. URL: https://www.buzer.de/2_KGSG.htm, abgerufen am 01.10.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt; als „Kulturgut“ beschreibt.&lt;br /&gt;
* B1 '''Schriftgut''' - Bücher, Zeitungen, Handschriften, Archivgut, Graphiken, Pläne, Karten&lt;br /&gt;
* B2 '''Fotografien &amp;amp; Bildträger''' &lt;br /&gt;
** Fotografisch erzeugte statische Bildträger, auch Stillbildträger genannt, z. B. Positive/Negative auf Film/Platte/Photopapier, Dias, Abzüge, Mikrofilm/-fiche und vergleichbare fotografische Repro-Träger.&lt;br /&gt;
* B3 '''Analoge AV-Träger''' (Audio/Video/Film)&lt;br /&gt;
** Analoge zeitbasierte Medien, z. B. Magnetton (Tonband, Kassette), Schallplatte, Videobänder, Film.&lt;br /&gt;
* B4 '''3D-Objekte''' - Gegenstände, „sachkulturelle Artefakte“&amp;lt;ref&amp;gt;Sorbisches Institut o. J.: Konzept zum Digitalisierungszentrum am Sorbischen Institut, S. 24.&lt;br /&gt;
(Unveröffentlichtes Konzeptpapier; interne Projektunterlage.)&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.2.3 C. Immateriell 🎭 ===&lt;br /&gt;
Meint lebendige Praktiken, Darstellungen, Ausdrucksformen, Ideen, Werte, Wissen und Fertigkeiten, die von Gemeinschaften getragen und weitergegeben werden, gemäß der folgenden 5 UNESCO ICH-Domänen.&amp;lt;ref&amp;gt;UNESCO o. J.: Intangible Cultural Heritage – Five Domains. URL: https://ich.unesco.org/doc/src/01857-EN.pdf, abgerufen am 01.10.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* C1 '''Orale Traditionen/Ausdrucksformen''' - Sprache, Gesangstraditionen&lt;br /&gt;
* C2 '''Darstellende Künste''' - Musik, Tanz, Theater&lt;br /&gt;
* C3 '''Rituale &amp;amp; Feste''' - Bräuche und soziale Praktiken des Kalenders und Lebenslaufs&lt;br /&gt;
* C4 '''Wissen &amp;amp; Praktiken''' zu Natur &amp;amp; Universum - Heil- und Sammelkenntnisse, ökologisches und astronomisches Wissen, Glaube, Religion&lt;br /&gt;
* C5 '''Traditionelles Handwerk''' - Techniken, Werkzeuge und Gestaltungsmuster&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.2.4 D. Digital 💾 ===&lt;br /&gt;
Bezeichnet in digitaler Form vorliegende Ressourcen menschlichen Wissens und Ausdrucks. Diese können sowohl born-digital sein als auch digitalisierte Repräsentationen von materiellen und immateriellen Kulturgütern.&amp;lt;ref&amp;gt;UNESCO 2003: Charter on the Preservation of Digital Heritage. URL: https://www.unesco.org/en/legal-affairs/charter-preservation-digital-heritage, abgerufen am 01.10.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* D1 '''Born-digital''' (ursprünglich digital erzeugt, kein analoges Original), z. B. Webseiten, Social-Media-Beiträge, Software, Apps, Spiele, digitale Fotos/Audio/Video.&lt;br /&gt;
* D2 '''Digitalisate''' - Digitalisierte Repräsentationen/Derivate aus den Klassen A, B und C.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== 2.3 Begriffe und Kernfunktionen ==&lt;br /&gt;
Die vorherigen Abschnitte haben geklärt, was unter Kulturerbe verstanden wird und welche Arten von Kulturgütern unterschieden werden. Bevor der nachfolgende Abschnitt den Prozess der Kulturerbe-Digitalisierung beschreibt, werden in diesem Abschnitt die dafür wichtigsten Arbeitsbegriffe und Funktionen erläutert. Der Abschnitt soll dabei die Frage beantworten: Welche Arbeitsabläufe und Funktionen sind notwendig, damit Kulturgüter nicht nur digital erfasst, sondern auch gefunden, verstanden, gesichert und genutzt werden können?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Erläuterungen sollen eine gemeinsame und leicht verständliche Grundlage schaffen für alle, die an der Digitalisierung von Kulturerbe interessiert sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.3.1 Vom Kulturgut zur digitalen Repräsentation ===&lt;br /&gt;
Dieser Abschnitt erklärt, was bei einer Digitalisierung entsteht und wie sich das digitale Ergebnis vom ursprünglichen Kulturgut unterscheidet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
! Begriff&lt;br /&gt;
! Erklärung&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Digitalisierung von Kulturerbe'''&lt;br /&gt;
| Digitalisierung bezeichnet in diesem Konzept den gesamten zusammenhängenden Prozess: Kulturgüter erfassen, beschreiben und bewerten, digitale Repräsentationen erzeugen oder übernehmen, ihre Qualität prüfen, sie sichern und für die Nutzung zugänglich machen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;DFG2016&amp;quot;&amp;gt;Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) 2016: Praxisregeln „Digitalisierung“, insbesondere S. 13 und 41-44. URL: https://www.dfg.de/resource/blob/176108/898bf3574ad0ff3b1db525fa7d04c86c/12-151-v1216-de-data.pdf, abgerufen am 16.07.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Bei ursprünglich digital entstandenen Kulturgütern – auch ''born digital'' genannt – entfällt die Überführung aus einem analogen Original; die weiteren Aufgaben bleiben bestehen.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Digitalisat und digitale Repräsentation'''&lt;br /&gt;
| Ein '''Digitalisat''' ist ein digitales Abbild eines analogen Kulturguts, beispielsweise ein Scan einer Handschrift oder ein Foto eines Museumsobjekts. Der weitere Begriff '''digitale Repräsentation''' umfasst auch Audio-, Video- oder 3D-Dokumentationen einer immateriellen kulturellen Praxis. Die digitale Repräsentation ersetzt weder das materielle Kulturgut noch die lebendige Praxis.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Masterdatei und Nutzungsderivat'''&lt;br /&gt;
| Die '''Masterdatei''' ist die möglichst hochwertige und qualitätsgeprüfte Ausgangsdatei. Sie wird für die langfristige Sicherung und spätere Bearbeitungen aufbewahrt. Ein '''Nutzungsderivat''' ist eine daraus erzeugte, an einen bestimmten Zweck angepasste Datei, beispielsweise ein kleineres Bild für eine Internetseite.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Digitales Objekt'''&lt;br /&gt;
| Als '''digitales Objekt''' wird in diesem Konzept eine zusammengehörige digitale Einheit bezeichnet. Sie kann aus einer oder mehreren Dateien, den zugehörigen Metadaten und ihren Verknüpfungen bestehen. Ein digitales Objekt kann ein Digitalisat oder ein ursprünglich digital entstandenes Kulturgut sein.&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
''Beispiel:'' Das verzierte sorbische Osterei bleibt das materielle Kulturgut. Hochauflösende Fotografien, ein 3D-Modell und die dazugehörigen Beschreibungen bilden gemeinsam seine digitale Repräsentation.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.3.2 Vier Kernfunktionen ===&lt;br /&gt;
Als '''Kernfunktionen der Kulturerbe-Digitalisierung''' werden im Folgenden vier dauerhaft zu erfüllende Aufgabenbereiche bezeichnet. Sie beschreiben, was für eine nachhaltige Digitalisierung von Kulturerbe geleistet werden muss, unabhängig davon, welche Institution oder welches technische System die jeweilige Funktion übernimmt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
! Kernfunktion&lt;br /&gt;
! Typische organisatorisch-technische Umsetzung&lt;br /&gt;
! Hauptaufgabe&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Nachweisen, beschreiben und verknüpfen'''&lt;br /&gt;
| Register oder Katalog&lt;br /&gt;
| Macht sichtbar, welche Kulturgüter vorhanden sind, wo sie sich befinden und in welchem Zusammenhang sie stehen. Ein Registereintrag kann bereits bestehen, bevor ein Digitalisat angefertigt wurde. &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Digitalisieren und Qualität sichern'''&lt;br /&gt;
| Digitalisierungszentrum oder Digitalisierungsdienst&lt;br /&gt;
| Erzeugt bzw. übernimmt digitale Repräsentationen, prüft sie und bereitet Dateien und Metadaten für die weitere Verarbeitung vor. Geliefert werden bspw. geprüfte Masterdateien und Nutzungsderivate. &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Langfristig erhalten'''&lt;br /&gt;
| Repositorium oder digitales Langzeitarchiv&lt;br /&gt;
| Übernimmt Dateien und Metadaten, speichert und verwaltet sie und erhält sie über technische und organisatorische Veränderungen hinweg dauerhaft nutzbar.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Zugänglich machen und Nutzung ermöglichen'''&lt;br /&gt;
| Präsentations- und Nutzungssystem&lt;br /&gt;
| Führt beschreibende Informationen und digitale Medien für Nutzerinnen und Nutzer zusammen. Es ermöglicht beispielsweise Suche, Anzeige, Kontextualisierung, Vermittlung und – soweit zulässig – Nachnutzung. &lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese '''Kernfunktionen''' beschreiben zunächst nicht zwingend getrennte Institutionen oder Systeme. Eine Einrichtung kann mehrere Kernfunktionen übernehmen. Umgekehrt kann eine Kernfunktion auf mehrere Einrichtungen oder technische Systeme verteilt sein. Entscheidend sind klare Zuständigkeiten, verlässliche Übergaben und gemeinsame Standards.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vereinfacht lässt sich das Zusammenspiel so zusammenfassen:&lt;br /&gt;
# Das '''Register oder der Katalog''' beschreibt und verknüpft das Kulturgut.&lt;br /&gt;
# Der '''Digitalisierungsdienst''' erzeugt und prüft seine digitale Repräsentation.&lt;br /&gt;
# Das '''Repositorium oder digitale Archiv''' übernimmt und erhält die Dateien.&lt;br /&gt;
# Das '''Präsentationssystem''' führt Beschreibungen und Medien für die Nutzung zusammen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die konkrete Ausgestaltung kann zentral, dezentral oder als Verbund mehrerer Systeme erfolgen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.3.3 Register ===&lt;br /&gt;
Die folgende Tabelle erklärt, wie Kulturgüter so erfasst, beschrieben und verknüpft werden, dass sie eindeutig zugeordnet, wiedergefunden und nach einheitlichen Regeln weiterverarbeitet werden können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
! Begriff&lt;br /&gt;
! Erklärung&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Erschließung, Verzeichnung und Registrierung'''&lt;br /&gt;
| '''Erschließung''' ist der übergeordnete Vorgang, bei dem ein Kulturgut identifiziert, beschrieben und in seinen Zusammenhang eingeordnet wird. '''Verzeichnung''' bezeichnet seine strukturierte dokumentarische Beschreibung. '''Registrierung''' bedeutet die Aufnahme in ein konkretes Register, einen Katalog oder ein Sammlungssystem. Ein Kulturgut kann bereits registriert werden, bevor ein Digitalisat vorhanden ist.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Metadaten'''&lt;br /&gt;
| Metadaten sind strukturierte Informationen über ein Kulturgut und seine digitalen Repräsentationen. Dazu gehören beispielsweise Titel, Herkunft, beteiligte Personen, Ort, Zeit, kultureller Kontext, Rechte, Dateieigenschaften und Bearbeitungsschritte. Je nach Zweck werden beschreibende, technische, rechtliche und erhaltungsbezogene Metadaten unterschieden. Sie machen Kulturgüter auffindbar, verständlich, verwaltbar und langfristig nutzbar.&amp;lt;ref name=&amp;quot;PREMIS&amp;quot;&amp;gt;Library of Congress o. J.: PREMIS – Preservation Metadata: Implementation Strategies. Internationaler Standard für Erhaltungsmetadaten. URL: https://www.loc.gov/standards/premis/, abgerufen am 16.07.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Persistenter Identifikator'''&lt;br /&gt;
| Ein '''persistenter Identifikator''' ist eine dauerhafte und eindeutige Kennung für ein Kulturgut, einen Datensatz oder eine digitale Ressource. Die Kennung bleibt bestehen, auch wenn sich der technische Speicherort oder die Internetadresse ändern. Dadurch können Kulturgüter dauerhaft zitiert und zwischen Systemen verknüpft werden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;DFG2016&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Metadaten sind keine bloße Beigabe zu einer Datei. Ohne ausreichende Beschreibungen kann ein Digitalisat zwar technisch vorhanden sein, später aber kaum gefunden, verstanden oder zuverlässig zugeordnet werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.3.4 Digitalisierungsdienst und Archiv ===&lt;br /&gt;
Die folgende Tabelle erklärt was erforderlich ist, damit Kulturgüter digitalisiert werden und nicht nur heute gespeichert sind, sondern auch nach technischen und organisatorischen Veränderungen noch gefunden, verstanden und genutzt werden können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
! Begriff&lt;br /&gt;
! Erklärung&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Repositorium'''&lt;br /&gt;
| Ein '''Repositorium''', auch ''Repository'' genannt, ist eine verwaltete technische Umgebung, in der digitale Objekte und ihre Metadaten übernommen, gespeichert, geordnet, verwaltet und bereitgestellt werden. Ein Repositorium kann Teil eines digitalen Archivs sein. Nicht jedes Repositorium erfüllt jedoch automatisch alle Anforderungen der Langzeiterhaltung.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Digitales Archiv oder digitales Langzeitarchiv'''&lt;br /&gt;
| Ein digitales Archiv ist mehr als ein Server oder ein Speicherprogramm. Es verbindet eine verantwortliche Organisation, fachkundiges Personal, Regeln, Arbeitsabläufe und technische Systeme. Es übernimmt die Verantwortung dafür, digitale Informationen langfristig zu erhalten und für festgelegte Nutzergruppen zugänglich zu machen. Das internationale Referenzmodell '''Open Archival Information System''' (OAIS, offenes Archiv-Informationssystem) bietet hierfür einen fachlichen Rahmen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;OAIS2024&amp;quot;&amp;gt;Consultative Committee for Space Data Systems (CCSDS) 2024: Reference Model for an Open Archival Information System (OAIS), CCSDS 650.0-M-3, insbesondere S. 1-1–1-2 und 2-1–2-2. URL: https://ccsds.org/Pubs/650x0m3.pdf, abgerufen am 16.07.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Ingest oder kontrollierte Übernahme'''&lt;br /&gt;
| '''Ingest''' bezeichnet die kontrollierte Übernahme digitaler Dateien und Metadaten in ein Repositorium oder digitales Archiv. Dabei werden beispielsweise Vollständigkeit, Dateiformate, Metadaten und Dateiintegrität geprüft und die Übernahme dokumentiert.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Langzeitverfügbarkeit und digitale Langzeiterhaltung'''&lt;br /&gt;
| '''Langzeitverfügbarkeit''' ist das Ziel, digitale Inhalte über technische und organisatorische Veränderungen hinweg auffindbar, lesbar, verständlich und nutzbar zu halten. '''Digitale Langzeiterhaltung''' bezeichnet die dafür notwendigen fortlaufenden Maßnahmen. Dazu können mehrere Speicherorte, regelmäßige Prüfungen, Formatüberwachung, technische Migrationen und eine nachvollziehbare Dokumentation gehören. „Langfristig“ bezeichnet dabei keine feste Zahl von Jahren, sondern einen Zeitraum, in dem mit veränderten Technologien, Formaten und Nutzungsanforderungen gerechnet werden muss.&amp;lt;ref name=&amp;quot;OAIS2024&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Datensicherung oder Backup'''&lt;br /&gt;
| Ein '''Backup''' ist eine zusätzliche Sicherungskopie, aus der Dateien nach einem Verlust oder technischen Ausfall wiederhergestellt werden können. Backups sind notwendig, ersetzen aber keine Langzeiterhaltung: Sie regeln allein noch keine dauerhaften Zuständigkeiten, Metadaten, Formatüberwachung, Integritätsprüfungen oder langfristige Zugänglichkeit.&amp;lt;ref name=&amp;quot;DPCStorage&amp;quot;&amp;gt;Digital Preservation Coalition o. J.: Digital Preservation Handbook – Storage. URL: https://www.dpconline.org/handbook/organisational-activities/storage, abgerufen am 16.07.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Integrität und Authentizität'''&lt;br /&gt;
| '''Integrität''' bedeutet, dass unbeabsichtigte Veränderungen oder Beschädigungen einer Datei erkannt werden können. Dafür werden häufig Prüfsummen verwendet - digitale Kontrollwerte, die regelmäßig verglichen werden. '''Authentizität''' bedeutet, dass Herkunft, Identität und Bearbeitungsgeschichte eines digitalen Objekts nachvollziehbar sind und belegt werden kann, dass es das ist, was es zu sein vorgibt.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Dateiformat und Datenformat'''&lt;br /&gt;
| Ein '''Dateiformat''' legt den technischen Aufbau einer einzelnen Datei fest. Ein '''Datenformat''' beschreibt, wie Informationen strukturiert und zwischen Systemen ausgetauscht werden. Gut dokumentierte, verbreitete und möglichst offen beschriebene Formate erleichtern den Austausch und die langfristige Nutzung. Sie ersetzen jedoch keine aktive Langzeiterhaltung.&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Merksatz:''' Speichern ist nicht dasselbe wie langfristiges Erhalten. Auch ein vorhandenes Backup ist noch kein digitales Langzeitarchiv.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.3.5 Präsentationssystem ===&lt;br /&gt;
Die folgende Tabelle erklärt, wie aus langfristig gesicherten Dateien ein digitales Kulturerbe wird, das von Menschen gefunden, verstanden und sinnvoll genutzt werden kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
! Begriff&lt;br /&gt;
! Erklärung&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Zugänglichmachung und Präsentation'''&lt;br /&gt;
| '''Zugänglichmachung''' bedeutet, dass digitale Objekte auffindbar und im rechtlich sowie technisch zulässigen Umfang abrufbar sind. '''Präsentation''' geht darüber hinaus: Inhalte werden ausgewählt, miteinander verknüpft, erklärt und für bestimmte Zielgruppen vermittelt. Dazu gehören verständliche Kontextinformationen, klare Rechteangaben, Mehrsprachigkeit und möglichst barrierearme Zugänge. Abhängig von Rechten, personenbezogenen Daten oder kulturellen Schutzbedarfen kann der Zugang offen oder eingeschränkt sein.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Nutzung und Nachnutzung'''&lt;br /&gt;
| '''Nutzung''' umfasst beispielsweise das Betrachten, Lesen, Anhören, Erforschen oder Vermitteln eines digitalen Kulturguts. '''Nachnutzung''' bedeutet seine weitere Verwendung in einem neuen Zusammenhang, etwa in Bildung, Forschung, Publikationen, Ausstellungen, Anwendungen oder kreativen Werken. Dafür werden geeignete Dateien, verständliche Metadaten und klare Rechteinformationen benötigt.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Rechteinformation und Lizenz'''&lt;br /&gt;
| Eine '''Rechteinformation''' beschreibt den rechtlichen Status eines digitalen Objekts und mögliche Einschränkungen seiner Nutzung. Eine '''Lizenz''' räumt durch eine dazu berechtigte Person oder Institution konkrete Nutzungsrechte ein. Ein allgemeiner Rechtehinweis ist daher nicht automatisch eine Lizenz.&amp;lt;ref name=&amp;quot;RightsReuse&amp;quot;&amp;gt;RightsStatements.org o. J.: Standardisierte Rechtehinweise für online verfügbares Kulturerbe. URL: https://rightsstatements.org/de/, abgerufen am 16.07.2026. Creative Commons 2025: Recommended Licenses and Tools for Cultural Heritage Content. URL: https://creativecommons.org/2025/07/09/recommended-licenses-and-tools-for-cultural-heritage-content/, abgerufen am 16.07.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Interoperabilität'''&lt;br /&gt;
| '''Interoperabilität''' bezeichnet die Fähigkeit von Systemen und Organisationen, Daten auszutauschen und in gleicher Bedeutung zu verstehen. Dafür werden gemeinsame Metadatenmodelle, Begriffe, Identifikatoren und technische Schnittstellen benötigt. So können beispielsweise Register, Repositorien, Präsentationsportale und externe Kulturplattformen miteinander verbunden werden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;EuropeanaEDM&amp;quot;&amp;gt;Europeana o. J.: Metadata – Europeana Data Model (EDM, Europeana-Datenmodell). URL: https://pro.europeana.eu/page/metadata, abgerufen am 16.07.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Digitalisierte Inhalte entfalten ihren kulturellen und gesellschaftlichen Nutzen erst dann vollständig, wenn sie auffindbar, verständlich, rechtlich klar und für unterschiedliche Zielgruppen tatsächlich verwendbar sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der folgende Abschnitt 2.4 beschreibt, wie diese Kernfunktionen innerhalb des gesamten Prozesses der Kulturerbe-Digitalisierung zusammenwirken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== 2.4 Prozess der Digitalisierung von Kulturerbe ==&lt;br /&gt;
Die Digitalisierung von Kulturgut ist kein rein technischer Arbeitsschritt, sondern ein vielschichtiger, oft langfristiger Prozess, der bereits mit der Wahrnehmung und Identifikation einer kulturellen Ausdrucksform beginnt. Ziel dieses Abschnitts ist es, diesen Gesamtprozess systematisch darzustellen: von der gelebten Kultur über das identifizierte Kulturgut bis hin zur digital nutzbaren Repräsentation.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die hier entwickelte Prozessdarstellung soll als praxisorientierter Überblick dienen für die Digitalisierung des sorbischen Kulturerbes. Sie berücksichtigt die Anforderungen sorbischer Einrichtungen ebenso wie die international etablierten Referenzmodelle und Standards, darunter:&lt;br /&gt;
* das OAIS-Referenzmodell (ISO 14721) für digitale Archivierung&amp;lt;ref&amp;gt;Consultative Committee for Space Data Systems (CCSDS) 2024: Reference Model for an Open Archival Information System (OAIS), CCSDS 650.0-M-3. URL: https://ccsds.org/Pubs/650x0m3.pdf, abgerufen am 01.10.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
* das DCC Curation Lifecycle Model für kuratorische Entscheidungsprozesse&amp;lt;ref&amp;gt;Higgins 2008: The DCC Curation Lifecycle Model. International Journal of Digital Curation, 3(1), 134-140. URL: https://ijdc.net/index.php/ijdc/article/view/48, abgerufen am 01.10.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
* das Spectrum-Modell für museale Objektverwaltung&amp;lt;ref&amp;gt;Collections Trust 2022. Spectrum 5.1 - The UK Museum Collections Management Standard. URL: https://collectionstrust.org.uk/spectrum/spectrum-5, abgerufen am 01.10.2025. &amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
* die UNESCO-Leitlinien zur Inventarisierung immateriellen Kulturerbes&amp;lt;ref&amp;gt;UNESCO 2024: Operational Directives for the Implementation of the Convention for the Safeguarding of the Intangible Cultural Heritage (10.GA). URL: https://ich.unesco.org/doc/src/ICH-Operational_Directives-10.GA_EN.pdf, abgerufen am 01.10.2025. &amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
* sowie technische Vorgaben wie die DFG-Praxisregeln Digitalisierung&amp;lt;ref&amp;gt;Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) 2022: Praxisregeln Digitalisierung (aktualisierte Fassung). URL: https://www.ulb.hhu.de/fileadmin/redaktion/ULB/Documents/Infomaterial/DFG_Praxisregeln_Digitalisierung_Aktualisierte_Fassung2022.pdf, abgerufen am 01.10.2025. &amp;lt;/ref&amp;gt; und die FADGI-Richtlinien&amp;lt;ref&amp;gt;Federal Agencies Digital Guidelines Initiative (FADGI) 2023: Technical Guidelines for Digitizing Cultural Heritage Materials – Still Image, 3rd ed. URL: https://www.digitizationguidelines.gov/guidelines/digitize-technical.html, abgerufen am 01.10.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Folge soll der „Lebenslauf“ eines Kulturguts dargestellt werden, also der Weg, den ein Objekt oder eine kulturelle Praxis vom Zeitpunkt der Entstehung über die Erfassung, Digitalisierung und Archivierung bis zur Veröffentlichung in einem digitalen Präsentationsmodul durchläuft.&lt;br /&gt;
Hierfür erläutert der folgende Abschnitt die einzelnen Prozessschritte im Detail, jeweils mit Akteuren und Beispielen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.4.1 Vorüberlegungen zum Prozess ===&lt;br /&gt;
Im hier vorgestellten Prozess wird auf eine harte, systematische Filterung verzichtet, welche kulturellen Ausdrucksformen „nur“ Kultur und welche bereits Kulturgut sind. Ein solcher Bewertungs- und Abgrenzungsprozess wäre ressourcenintensiv und würde den vorhandenen Kapazitäten in den beteiligten Einrichtungen nicht entsprechen. Stattdessen folgt das Konzept einer inklusiven Logik: Alle dokumentierten Ausdrucksformen werden zunächst als potenzielle Kulturgüter erfasst. Eine feinere Auswahl und Priorisierung erfolgen erst in einem späteren Schritt, nämlich dann, wenn konkret entschieden wird, welche Ausdrucksformen bzw. Kulturgüter in welcher Tiefe digitalisiert, archiviert und präsentiert werden sollen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieses Vorgehen schließt an das SKR-Konzept an, das bewusst auf eine frühe normative Trennung zwischen „kultureller Ausdrucksform“ und „Kulturgut“ verzichtet. Auch hier steht zunächst der möglichst vollständige, strukturierte Überblick über die sorbischen Kulturgüter im Vordergrund. Die differenzierte Bewertung und Schwerpunktsetzung werden als anschließende fachliche Aufgabe verstanden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.4.2 Prozessschritte im Detail ===&lt;br /&gt;
Das folgende Diagramm gibt einen Überblick über die sechs Kernschritte des Gesamtprozesses der Digitalisierung von Kulturgut – von der ersten Wahrnehmung einer kulturellen Ausdrucksform bis zu ihrer digitalen Präsentation als Kulturgut. Die Abfolge zeigt zugleich die Entwicklungsstufen: von gelebter Kultur zur kulturellen Ausdrucksform, von dort zum Kulturgut und schließlich zum digitalen Kulturgut. Die Schritte sind als generischer Ablauf zu verstehen: Je nach Art des Kulturguts können einzelne Tätigkeiten unterschiedlich aufwendig sein oder parallel erfolgen.&lt;br /&gt;
[[Dataja:Wobraz_K3.png|center|600px]]&amp;lt;ref&amp;gt;Mermaid Flowchart Code: [https://mermaid.live/edit#pako:eNplkk1OwzAQha8yGqmbkloxSZs2CyTa8LOphIAVhIVJpolF4iDH4a_qbXqTXgzHFdAKr2y97703lmaNWZMTxriqmvesFNrAfZIqgPPHFIdDzuBO1DVVajhM8QlGozOYO-WUwS0VsjVakqa93Pvmjlk4JmAwp3fS5kCHwQAWjkkcE_Y5WWkIXqrd9jBpT138UIkspBGVbI_7-rwLR146csLgRryQ-U8lMGLwTG1WapLPpHKCZQLMOY9ch7m2VxiSpOAEjJ1TSev_M_bkvv3KtY8ZnOuslG_H9VcOuf4dUO-2LamjGdHDQsscY6M78rAmXYv-ies-IEVTUk0pxvaa00p0lUkxVRtrexXqoWnqH6duuqLEeCWq1r6619zOn0hRaPGH9J_Xi6ZTBuOxS8B4jR8YhxGLeDThkR-EM37KuYefFmHTaOz7fOZHQTidBMHGwy9X6VslnNnDw4jPuB8GHlIuTaOX-7Vy27X5Bh_Osqo hier klicken], abgerufen am 22.09.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Prozess zeigt, dass Digitalisierung von Kulturgut mehr ist als das Erstellen digitaler Dateien. Sie umfasst eine Reihe aufeinander bezogener Schritte – von der ersten Wahrnehmung einer kulturellen Ausdrucksform über ihre Erfassung, Bewertung und Digitalisierung bis hin zur langfristigen Sicherung und Präsentation. Dabei sind je nach Schritt unterschiedliche Akteure beteiligt, etwa Gemeinschaften, Museen, Archive, Fachgremien, Digitalisierungsstellen oder IT. Die folgenden Beschreibungen erläutern diese Schritte so, dass nachvollziehbar wird, was jeweils mit einem Kulturgut geschieht, wer daran beteiligt ist und wie sich der Ablauf in der Praxis vorstellen lässt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''1. Sammeln &amp;amp; erfassen''' &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Hier wird eine kulturelle Ausdrucksform erstmals wahrgenommen, benannt und mit ersten Informationen erfasst: Was ist es, wer macht es oder hat es geschaffen, wo kommt es vor, warum ist es bedeutsam für die Gemeinschaft? &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Akteure''': Community, Vereine, Museen, Archive, Forschende, Privatpersonen.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Beispiel''': Auf einem Dorffest zeigt eine Frau das Verzieren sorbischer Ostereier. Jemand fotografiert dies und notiert Technik, Ort und Namen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''2. Registrieren &amp;amp; beschreiben''' &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Hier wird aus der ersten Beobachtung ein strukturierter Nachweis. Das Kulturgut oder die kulturelle Ausdrucksform wird in ein Register, eine Sammlung oder einen Katalog aufgenommen und mit strukturierten Metadaten beschrieben, damit es wiedergefunden, zugeordnet und verstanden werden kann. Dazu gehören z. B. Titel, Ort, Zeit, Technik, Funktion, beteiligte Personen und der kulturelle Kontext.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Akteure''': Registerverantwortliche, Kurator:innen, Sammlungsmitarbeitende, Community für Kontextinformationen.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Beispiel''': Das Osterei erhält einen Eintrag mit Angaben wie „Wachsbatik“, „Schleife“, „Osterei-Verzierung“, Name der Trägerin und Entstehungsjahr.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''3. Bewerten &amp;amp; freigeben''' &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
In diesem Schritt wird entschieden, ob und in welcher Priorität ein Kulturgut oder die kulturelle Ausdrucksform digitalisiert werden soll und ob dies rechtlich und ethisch möglich ist. Dabei spielen fachliche Kriterien wie Bedeutung, Repräsentativität, Seltenheit oder Gefährdung eine Rolle, aber auch Fragen des Urheberrechts, Datenschutzes und möglicher kultureller Sensibilitäten. Am Ende steht eine begründete Entscheidung, ob und in welchem Umfang das Kulturgut weiterbearbeitet und später veröffentlicht werden darf. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Akteure''': Kurator:innen, Fachgremien, Community-Vertretungen, Register/SKR, ggf. Rechteverantwortliche und Behörden. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Beispiel''': Es wird entschieden, dass die Osterei-Technik wegen ihrer Bedeutung für die sorbische Identität digital gesichert werden soll; die Kunsthandwerkerin stimmt der Veröffentlichung zu.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''4. Digitalisieren &amp;amp; prüfen''' &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Nun wird das Kulturgut technisch erfasst, also in eine digitale Form überführt. Das kann je nach Objektart durch Scan, Fotografie, Audio- oder Videoaufnahme oder 3D-Erfassung geschehen. Dabei entstehen hochwertige Master-Dateien und nutzbare Derivate. Die Digitalisierung folgt qualifizierten Standards, um Reproduzierbarkeit, Farbkonsistenz und Nutzbarkeit zu gewährleisten. Anschließend wird geprüft, ob Schärfe, Farbe, Vollständigkeit und Dateiformate den Anforderungen für Archivierung und Nutzung entsprechen. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Akteure''': Digitalisierungszentrum, Foto-/AV-/3D-Spezialist:innen, externe Dienstleister bei Spezialfällen. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Beispiel''': Das Osterei wird fotografisch hochauflösend aufgenommen und zusätzlich als 3D-Modell erfasst. Danach werden Schärfe, Farbe und Dateiformate geprüft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''5. Archivieren &amp;amp; sichern''' &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die entstandenen digitalen Dateien werden geordnet abgelegt, mit den zugehörigen Metadaten verknüpft und für die langfristige Erhaltung gesichert. Dazu gehören sichere Speicherorte, Backups, Integritätskontrollen und – wenn nötig – spätere technische Migration auf neue Systeme. Ziel ist, dass das digitale Kulturgut langfristig erhalten bleibt, auch wenn sich Technik und Formate verändern. Das Original bleibt in der Regel weiterhin am Sammlungs- oder Aufbewahrungsort. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Akteure''': Archiv, Repository, IT-Betrieb, ggf. Sorbisches Kulturarchiv bzw. Digitalisierungszentrum. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Beispiel''': Die Bilder und das 3D-Modell des Ostereis werden auf gesicherten Servern gespeichert; das Original bleibt im Museum oder bei der Eigentümerin.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''6. Präsentieren &amp;amp; nutzen''' &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Im letzten Schritt werden die digitalen Objekte so bereitgestellt, dass sie gefunden, verstanden und genutzt werden können, z. B. in Portalen, digitalen Sammlungen oder virtuellen Ausstellungen. Dafür reicht es nicht, nur Dateien anzuzeigen: Es braucht auch verständliche Kontexte, Rechteangaben, Mehrsprachigkeit und möglichst barrierearme Zugänge. So wird aus der technischen Digitalisierung eine tatsächliche kulturelle Nutzung. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Akteure''': Kurator:innen, Vermittlung, Web/IT, Museen, Kulturinformationen, Community. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Beispiel''': Das Osterei erscheint in einer Online-Ausstellung, kann herangezoomt oder als 3D-Modell gedreht werden und wird mit einem kurzen Text zur Technik erklärt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.4.3 Organisatorische Perspektive ===&lt;br /&gt;
Die folgende Abbildung ist entnommen aus einem Poster des Sorbischen Instituts zu dessen Digitalisierungsstrategie, gefunden auf der Projektseite des Digitalisierungszentrums.&amp;lt;ref&amp;gt;Sorbisches Institut: Digitalisierungszentrum (DZ). URL: [https://www.serbski-institut.de/projekte-zentrale-vorhaben/digitalisierungszentrum-dz/ https://www.serbski-institut.de/projekte-zentrale-vorhaben/digitalisierungszentrum-dz/], abgerufen am 25.03.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Digitalisierungsstrategie des Sorbischen Instituts zeigt die Erfassung, Registrierung, Digitalisierung und Archivierung bis zur Präsentation von Kulturgütern aus '''organisatorischer Sicht'''. Sie basiert auf einem '''3-Säulen-Modell aus Kulturregister, Digitalisierungszentrum und Präsentationsumgebung'''. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Dataja:Wobraz_K4.png|mini||center|600px|Abbildung: 3-Säulen-Modell der Digitalisierungsstrategie des Sorbischen Instituts. Quelle: Sorbisches Institut, „Digitalizacija serbskich kulturnych datow / Digitalisierung der sorbischen/wendischen Kulturdaten“&amp;lt;ref&amp;gt;Sorbisches Institut 2025: Digitalizacija serbskich kulturnych datow / Digitalisierung der sorbischen/wendischen Kulturdaten (Poster). URL:  [https://www.serbski-institut.de/wp-content/uploads/2021/11/A0-Druck_Digitalisierungsstrategie-SI.pdf  https://www.serbski-institut.de/wp-content/uploads/2021/11/A0-Druck_Digitalisierungsstrategie-SI.pdf], abgerufen am 25.03.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Beide Sichtweisen - die fachliche &amp;quot;Prozess-Sicht&amp;quot; und die &amp;quot;organisatorische Sicht&amp;quot; lassen sich wie folgt in einer Darstellung zusammenfassen:&lt;br /&gt;
[[Dataja:Wobraz_K5.jpg|mini||center|600px|Abbildung: Zusammengefasste Sichtweisen auf die Digitalisierung von Kulturerbe.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der &amp;quot;Prozess der Digitalisierung von Kulturerbe&amp;quot; beschreibt, '''was''' mit einem Kulturgut geschieht; das 3-Säulen-Modell zeigt, '''wo''' diese Aufgaben organisatorisch verortet sind. Bezogen auf die oben beschriebenen [[#2.3.2 Prozessschritte im Detail|Prozessschritte der Digitalisierung von Kulturerbe]] steht das '''Sorbische Kulturregister''' für den Prozessschritt „'''2. Registrieren'''“ und dient dabei vor allem der Verzeichnung und Metadatenverwaltung. Das '''Digitalisierungszentrum''' steht für die Prozessschritte „'''4. Digitalisieren'''“ und „'''5. Archivieren'''“ und dient dabei der technischen Erfassung, Bearbeitung und Sicherung der Digitalisate. Die '''Präsentationsumgebung''' steht für den Schritt „'''6. Präsentieren'''“ und dient der öffentlichen oder kuratierten Bereitstellung zur Nutzung. Ergänzende Konzepte des SI machen dabei deutlich, dass die Digitalisierung im Regelfall eine vorherige Verzeichnung im Register voraussetzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
! Prozessschritt&lt;br /&gt;
! Verantwortliche Organisation&lt;br /&gt;
! Funktion im Gesamtsystem&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''2. Registrieren'''&lt;br /&gt;
| '''Sorbisches Kulturregister'''&lt;br /&gt;
| Kulturgüter werden als Entitäten nachgewiesen, beschrieben, mit Metadaten versehen und miteinander verknüpft. Das Register erfüllt damit eine katalogähnliche Funktion: Es macht sichtbar, welche Kulturgüter es gibt, wo sie sich befinden und in welchem Kontext sie stehen.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''4. Digitalisieren'''&lt;br /&gt;
| '''Digitalisierungszentrum'''&lt;br /&gt;
| Kulturgüter werden technisch erfasst, z. B. durch Scan, Fotografie, Audio-/Videoübertragung oder 3D-Erfassung. Das Digitalisierungszentrum erzeugt und prüft die Digitalisate, ist aber nicht selbst primär ein Präsentationssystem.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''5. Archivieren'''&lt;br /&gt;
| '''Digitalisierungszentrum / Repositorium / Archiv'''&lt;br /&gt;
| Die digitalen Dateien werden geordnet gespeichert, mit Metadaten verbunden und langfristig gesichert. Dazu gehört auch die Sicherstellung der Langzeitaufbewahrung, etwa durch geeignete Speicherorte, Prüfroutinen und spätere Migrationen.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''6. Präsentieren'''&lt;br /&gt;
| '''Sorabicon / weitere Präsentationsumgebungen'''&lt;br /&gt;
| Die digitalen Inhalte werden für Nutzer:innen sichtbar, erfahrbar und verständlich gemacht, z. B. in Portalen, digitalen Sammlungen oder virtuellen Ausstellungen. Die Präsentation greift dafür auf Metadaten aus dem Register und auf Digitalisate aus dem Repositorium bzw. dem Digitalisierungszentrum zurück.&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Schritt '''1. Sammeln''' liegt vor diesen drei Säulen. Er betrifft die Sammlungsorte selbst, also z. B. Museen, Archive, Heimatstuben, Vereine, Projekte, Gemeinden oder Privatpersonen. Dort entstehen oder befinden sich die Kulturgüter zunächst, bevor sie systematisch registriert, bewertet oder digitalisiert werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Schritt '''3. Bewerten''' ist ebenfalls keine eigene technische Säule, sondern ein steuernder Entscheidungsschritt. In ihm wird geklärt, welche Kulturgüter priorisiert digitalisiert werden, welche fachliche Bedeutung sie haben, welche Rechte zu beachten sind und ob eine öffentliche Präsentation möglich ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Damit wird deutlich: Register, Digitalisierungszentrum und Präsentation erfüllen unterschiedliche Aufgaben. Das '''Register''' beschreibt und verknüpft Kulturgüter, das '''Digitalisierungszentrum''' erzeugt und sichert Digitalisate und die '''Präsentationsumgebung''' macht ausgewählte Inhalte verständlich zugänglich. Gerade diese Trennung schafft klare Zuständigkeiten und erleichtert die Zusammenarbeit zwischen Sammlungsorten, Fachstellen, technischen Dienstleistern und Öffentlichkeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== 2.5 Beispiele anderer Kulturen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Digitalisierung des Kulturerbes kleiner, autochthoner, indigener und sprachlicher Gemeinschaften weist häufig vergleichbare Herausforderungen auf: Kulturgüter und Bestände sind auf viele Institutionen, Vereine, lokale Einrichtungen und private Träger verteilt. Personelle und finanzielle Ressourcen sind begrenzt, mehrere Sprachen und Beschreibungstraditionen müssen berücksichtigt werden und nicht alle kulturellen Inhalte dürfen oder sollen ohne Einschränkung öffentlich zugänglich gemacht werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In einer vergleichenden Recherche wurde daher untersucht, wie andere Gemeinschaften und Regionen ihr Kulturerbe erfassen, beschreiben, digitalisieren, langfristig sichern und zur Nutzung bereitstellen. Dabei wurde nicht nach einer universell „idealen“ technischen Lösung gesucht. Untersucht wurde vielmehr, welche organisatorischen, technischen, rechtlichen und gemeinschaftlichen Modelle unter welchen Rahmenbedingungen funktionieren, welche Schwierigkeiten auftreten und welche übertragbaren Erfolgsfaktoren erkennbar sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die nachfolgenden Beispiele verdeutlichen unterschiedliche Schwerpunkte: gemeinschaftliche Steuerung, institutionsübergreifende Register und Suchsysteme, Digitalisierung verteilter Bestände, Sprach- und Tonarchive, abgestufte Zugänge, Unterstützung kleiner Kulturgutträger sowie die Überführung zeitlich begrenzter Projekte in einen dauerhaften Betrieb.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die daraus abgeleiteten Kriterien bilden einen Referenzrahmen. Anhand dieses Referenzrahmens kann in einer späteren Ist-Analyse geprüft werden, welche Funktionen bereits vorhanden, nur konzeptionell beschrieben, in Pilotprojekten erprobt oder dauerhaft im Regelbetrieb verankert sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die ausführlichen Fallprofile, Vergleichsmatrizen, Quellen sowie ein Hinweis zur KI-gestützten Erstellung befinden sich in der [[12.3.A1 Vergleichende Recherche – Digitalisierung des Kulturerbes anderer Kulturen und Regionen|ausführlichen Vergleichsrecherche]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.5.1 RomArchive – Digitales Archiv der Roma ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Roma und Sinti sind eine transnationale Minderheit, die in zahlreichen europäischen Staaten lebt. RomArchive wurde von 2015 bis 2019 mit 3,75 Millionen Euro durch die Kulturstiftung des Bundes gefördert. Weitere Unterstützer waren unter anderem die Bundeszentrale für politische Bildung, das Auswärtige Amt und das Goethe-Institut. Seit 2019 wird das Archiv durch das Dokumentations- und Kulturzentrum Deutscher Sinti und Roma in Heidelberg betrieben.&amp;lt;ref name=&amp;quot;vergleich_romarchive&amp;quot;&amp;gt;RomArchive o. J.: Frequently Asked Questions. URL: https://www.romarchive.eu/en/about/frequently-answered-questions/; Dokumentations- und Kulturzentrum Deutscher Sinti und Roma e. V. o. J.: Imprint. URL: https://www.romarchive.eu/en/imprint/; Kulturstiftung des Bundes o. J.: RomArchive. URL: https://www.kulturstiftung-des-bundes.de/en/programmes_projects/film_and_new_media/detail/romarchive.html, jeweils abgerufen am 20.07.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Archiv präsentiert Kunst, Geschichte und Kultur aus der Perspektive der Roma. Kuratorische Teams und Beirat waren überwiegend mit Angehörigen der Minderheit besetzt. Neben öffentlich zugänglichen Inhalten existiert ein internes Archiv mit beschränktem Forschungszugang. Besonders lehrreich ist der bereits zu Projektbeginn geplante und später tatsächlich vollzogene Übergang an einen dauerhaften Betreiber.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Erfolgsfaktoren und Learnings:''' &lt;br /&gt;
* Angehörige der Gemeinschaft sollten nicht nur Inhalte zuliefern, sondern festgelegte Entscheidungsrechte bei Auswahl, Beschreibung, Kontextualisierung und Zugangsregeln besitzen. &lt;br /&gt;
* Bereits zu Beginn einer Projektphase verbindlich klären, welche Institution das Register, Archiv oder Portal nach dem Ende der Förderung dauerhaft betreibt, pflegt und finanziert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.5.2 Nuohtti – Zugang zum Sámi-Kulturerbe ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Sámi sind ein indigenes Volk im nordeuropäischen Sápmi, das sich über Teile Norwegens, Schwedens, Finnlands und Russlands erstreckt. Viele historische Sámi-Materialien befinden sich außerhalb der Sámi-Institutionen in europäischen Archiven und Museen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nuohtti ist ein gemeinsamer Suchdienst für digitalisierte Sámi-Materialien. Er wurde von 2018 bis 2021 mit Mitteln des Programms Interreg Nord der EU (Europäische Union) entwickelt. Beteiligt waren unter anderem die Sámi-Archive der finnischen und norwegischen Nationalarchive, das schwedische Reichsarchiv und mehrere Universitäten. Die Sámi-Parlamente Finnlands, Norwegens und Schwedens waren in der Steuerungsgruppe vertreten. Der Dienst führte nach Projektangaben etwa 30.000 Datensätze aus 32 Institutionen zusammen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;vergleich_nuohtti&amp;quot;&amp;gt;Nuohtti o. J.: About Nuohtti. URL: https://nuohtti.com/Content/about; University of the Arctic 2023: The Nuohtti service provides digital access to Sámi material in European archives. URL: https://www.uarctic.org/news/2023/3/the-nuohtti-service-provides-digital-access-to-sami-material-in-european-archives/, jeweils abgerufen am 20.07.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nuohtti übernimmt nicht alle Bestände in ein einziges System. Stattdessen werden Metadaten, also strukturierte Beschreibungsdaten zu Objekten und Beständen, aus vorhandenen Einrichtungen zusammengeführt und mit mehrsprachiger Suche, Karte und Zeitleiste zugänglich gemacht. Ethische Hinweise machen darauf aufmerksam, dass viele Bestände unter historischen und teilweise kolonialen Bedingungen gesammelt und beschrieben wurden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Erfolgsfaktoren und Learnings:''' &lt;br /&gt;
* Ein gemeinsamer Zugang kann auch mit dezentraler Architektur der Bestände erfolgen – Originale, Dateien und Fachsysteme können beim Kulturgutträger verbleiben.&lt;br /&gt;
* Ein Register für Kulturdaten kann als übergreifende Nachweisschicht arbeiten: Größere Einrichtungen liefern Daten über technische Schnittstellen, während kleine Träger zentrale oder gemeinsam bereitgestellte Erfassungsdienste nutzen können. &lt;br /&gt;
* Historische Fremdbeschreibungen sollten ergänzt werden durch Selbstbezeichnungen, eigene Sprachformen, alternative Benennungen und Kontexte der betreffenden Gemeinschaft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.5.3 People’s Collection Wales / Casgliad y Werin Cymru ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wales ist ein Landesteil des Vereinigten Königreichs mit einer eigenständigen nationalen und walisischsprachigen Identität. People’s Collection Wales ist eine zweisprachige Plattform für institutionelles und gemeinschaftlich getragenes Kulturerbe. Sie wird als Verbund der National Library of Wales, des National Museum Wales und der Royal Commission on the Ancient and Historical Monuments of Wales betrieben und durch die walisische Regierung finanziert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Neben der technischen Plattform werden kostenlose Beratung und Schulungen zu Digitalisierung, Metadaten, Urheberrecht, Datenschutz und Oral History, also mündlich überlieferter und aufgezeichneter Geschichte, angeboten. Eine unabhängige Evaluation stellte Fortschritte bei der Zusammenarbeit und beim Kompetenzaufbau fest, benannte aber auch begrenzte Wirkungsnachweise, Finanzierungsrisiken und den hohen Personalaufwand für die Unterstützung der beteiligten Gemeinschaften.&amp;lt;ref name=&amp;quot;vergleich_wales&amp;quot;&amp;gt;Vittle, Kate / Haswell-Walls, Fran / Dixon, Tim; ERS Ltd. 2016: Evaluation of the Casgliad y Werin Cymru / People’s Collection Wales Digital Heritage Programme. Impact Report. URL: https://www.gov.wales/sites/default/files/publications/2019-08/evaluation-of-the-peoples-collection-wales-digital-heritage-programme-impact.pdf; People’s Collection Wales o. J.: Community Support. URL: https://www.peoplescollection.wales/about-us/community-support, jeweils abgerufen am 20.07.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Erfolgsfaktoren und Learnings:''' &lt;br /&gt;
* Kleine und ehrenamtlich betreute Sammlungen benötigen nicht nur technische Standards, sondern konkrete und dauerhaft verfügbare Dienstleistungen: Erstberatung, Schulung, Vorlagen, Unterstützung bei Rechtefragen, Qualitätskontrolle und persönliche Ansprechpartner. &lt;br /&gt;
* Ein Digitalisierungszentrum oder ein Verbund koordinierter Digitalisierungsdienste sollte daher als Service- und Kompetenzstruktur ausgestaltet werden und nicht lediglich als technische Produktionsstelle. &lt;br /&gt;
* Der dafür notwendige Beratungs- und Unterstützungsaufwand muss als dauerhafte Betriebsaufgabe eingeplant werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.5.4 Tobar an Dualchais / Kist o Riches ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schottisch-Gälisch ist eine Minderheitensprache, die vor allem in den Highlands und auf den schottischen Inseln gesprochen wird. Tobar an Dualchais macht mehr als 40.000 seit den 1930er Jahren entstandene Tonaufnahmen zugänglich. Die Bestände umfassen Erzählungen, Lieder, Musik, Gedichte und mündlich überliefertes Wissen auf Gälisch, Scots und Englisch. Ein bedeutender Teil der Originalbestände wird in den School of Scottish Studies Archives der Universität Edinburgh verwahrt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;vergleich_tobar&amp;quot;&amp;gt;University of Edinburgh 2024: Tobar an Dualchais / Kist o Riches. URL: https://gaelic.ed.ac.uk/gaelic-collections/tobar-an-dualchais-kist-o-riches; Scottish Government 2025: Rediscovering lost Gaelic words. URL: https://www.gov.scot/news/rediscovering-lost-gaelic-words/, jeweils abgerufen am 20.07.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Digitalisierung wird mit Verschriftlichung beziehungsweise Transkription, sprachlicher Erschließung, Freiwilligenarbeit und teilweise automatischer Spracherkennung verbunden. Das Projekt erhält wiederkehrende öffentliche Förderungen, muss Rechteklärung, Transkription und technische Weiterentwicklung jedoch dauerhaft fortsetzen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Erfolgsfaktoren und Learnings:''' &lt;br /&gt;
* Gefährdete Ton-, Film- und Videobestände müssen wegen Materialverfall, beschädigungsanfälliger Trägermaterialien und nicht mehr verfügbarer Wiedergabetechnik zeitlich priorisiert werden. &lt;br /&gt;
* Ein geeignetes Pilotprojekt kann Digitalisierung, Rechteklärung, Verschriftlichung, Übersetzung, Metadatenerfassung, Archivierung und Bildungsnutzung entlang einer vollständigen Prozesskette verbinden. &lt;br /&gt;
* Dadurch werden nicht nur einzelne Dateien erzeugt, sondern zugleich die notwendigen Standards, Zuständigkeiten und Aufwände erprobt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.5.5 Euskariana – Portal zum baskischen Kulturerbe ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Baskinnen und Basken leben in Gebieten Spaniens und Frankreichs. Euskariana ist das staatlich betriebene Kulturportal der Autonomen Gemeinschaft Baskenland in Spanien. Es wird durch die Digitale Bibliothek Euskadi betrieben und verbindet Daten der baskischen Regierung, der Provinzen, Kommunen, Universitäten sowie öffentlicher, kirchlicher und privater Einrichtungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Portal ist zugleich gemeinsamer Katalog und Zugang zu digitalen Objekten. Es kann Inhalte über ein eigenes Repositorium, also ein institutionell betriebenes digitales Ablage- und Erhaltungssystem, bereitstellen oder zu den Systemen der Partner verlinken. Verwendet werden internationale Standards wie Dublin Core als allgemeiner Metadatenstandard, METS (Metadata Encoding and Transmission Standard) zur Strukturierung und Übertragung digitaler Objekte, PREMIS (Preservation Metadata: Implementation Strategies) für Metadaten zur digitalen Langzeiterhaltung und ALTO (Analyzed Layout and Text Object) für erkannte Texte und Seitenlayouts. Die standardisierten Daten können unter anderem an Europeana weitergegeben werden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;vergleich_euskariana&amp;quot;&amp;gt;Gobierno Vasco / Biblioteca Digital de Euskadi o. J.: Acerca de Euskariana. URL: https://www.euskariana.euskadi.eus/euskadibib/es/help/about.do, abgerufen am 20.07.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Erfolgsfaktoren und Learnings:''' &lt;br /&gt;
* Unterschiedliche Kulturgutträger benötigen unterschiedliche Anschlussmöglichkeiten. &lt;br /&gt;
** Kleine Einrichtungen sollten Daten und gegebenenfalls Dateien in zentral bereitgestellten Diensten erfassen und verwalten können. &lt;br /&gt;
** Größere Institutionen sollten ihre vorhandenen Systeme über Datenexporte oder Programmierschnittstellen anbinden können. &lt;br /&gt;
* Dafür ist ein gemeinsamer, bewusst schlank gehaltener Metadatenkern erforderlich, der durch fach- und institutionsspezifische Angaben erweitert werden kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.5.6 Mukurtu und Plateau Peoples’ Web Portal ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mukurtu ist eine frei verfügbare Software für die gemeinschaftlich kontrollierte Verwaltung digitalen indigenen Kulturerbes. Das Plateau Peoples’ Web Portal verbindet acht indigene Nationen des nordwestlichen Plateaus der USA mit der Washington State University und mehreren Museen und Archiven. Stammesvertreter wählen und beschreiben die Inhalte; die Universität übernimmt wesentliche technische Betriebsaufgaben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mukurtu ermöglicht kulturelle Protokolle, also gemeinschaftlich festgelegte Regeln für Zugang und Nutzung, Traditional Knowledge Labels als Kennzeichnungen für überliefertes gemeinschaftliches Wissen sowie mehrere Beschreibungen zu demselben Objekt. Dadurch kann neben einer institutionellen Museumsbeschreibung eine Beschreibung der Herkunftsgemeinschaft stehen. Zugänge können von vollständig öffentlich bis streng beschränkt reichen. Mukurtu weist ausdrücklich darauf hin, dass die Plattform vor allem dem Zugang und der gemeinschaftlichen Verwaltung dient und ein gesondertes Konzept für Digitalisierung, Langzeiterhaltung, Personal und Finanzierung erforderlich bleibt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;vergleich_mukurtu&amp;quot;&amp;gt;Mukurtu CMS / Washington State University o. J.: About. URL: https://mukurtu.org/about/; Plateau Peoples’ Web Portal. URL: https://mukurtu.org/project/plateau-peoples-web-portal-showcase/, jeweils abgerufen am 20.07.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Erfolgsfaktoren und Learnings:''' &lt;br /&gt;
* Rechte und kulturelle Sensibilität müssen als Bestandteil des Datenmodells behandelt werden und dürfen nicht erst unmittelbar vor einer Veröffentlichung geprüft werden. &lt;br /&gt;
* Sinnvoll sind abgestufte Kategorien wie &lt;br /&gt;
** „nur Metadaten öffentlich“, &lt;br /&gt;
** „öffentliches Nutzungsdigitalisat“, &lt;br /&gt;
** „Zugang nach Rücksprache“, &lt;br /&gt;
** „beschränkter Gemeinschafts- oder Forschungszugang“, &lt;br /&gt;
** „zeitlich gesperrt“ und &lt;br /&gt;
** „nicht zugänglich“. &lt;br /&gt;
* Mehrere Beschreibungen zu demselben Objekt ermöglichen es außerdem, institutionelle Überlieferung und Selbstbeschreibung nebeneinander nachvollziehbar zu dokumentieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.5.7 Indigitization – zentrale Unterstützung für dezentrale Digitalisierung ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Indigitization unterstützt First Nations und weitere indigene Gemeinschaften in British Columbia in Kanada. Das Programm wird gemeinsam von indigenen Organisationen, Bibliotheken, Archiven und Hochschulen getragen. Es stellt einen Werkzeugkasten, Schulungen, Musterunterlagen, technische Beratung und Förderhilfen bereit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von 2013 bis 2019 wurden drei Pilotprojekte und 45 weitere Projekte gefördert. Dabei wurden mehr als 11.000 Audiokassetten digitalisiert. Die Digitalisierung erfolgte in den Gemeinschaften; eine allgemeine Veröffentlichung war nicht zwingend. Das frühere Förderprogramm für Audiokassetten befindet sich inzwischen allerdings in einer Pause.&amp;lt;ref name=&amp;quot;vergleich_indigitization&amp;quot;&amp;gt;Indigitization o. J.: About Us. URL: https://www.indigitization.ca/about-2/; Indigitization Toolkit. URL: https://www.indigitization.ca/toolkit/; Audio Cassette Digitization Grant. URL: https://www.indigitization.ca/funding/audio-cassette-grant/, jeweils abgerufen am 20.07.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Erfolgsfaktoren und Learnings:''' &lt;br /&gt;
* Zentral bereitgestellte Kompetenz lässt sich mit dezentraler Verantwortung verbinden. &lt;br /&gt;
* Ein Digitalisierungszentrum oder ein Verbund gemeinsamer Dienste kann Schulungen, Leih- und Mobiltechnik, Qualitätsprüfung, Rahmenverträge, Musterunterlagen, Beratung und Kleinprojektförderung anbieten. &lt;br /&gt;
* Originale, lokales Wissen und kulturelle Beziehungen können grundsätzlich bei den jeweiligen Kulturgutträgern verbleiben. &lt;br /&gt;
* Damit nach Abschluss einzelner Digitalisierungsprojekte keine ungesicherten Dateien zurückbleiben, sollte jedoch von Beginn an ein gemeinsames oder verbindlich angebundenes Repositorium beziehungsweise digitales Archiv vorgesehen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.5.8 Zusammenfassungen der Beispiele anderer Kulturen im Anhang ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tabellarische Übersichten und Zusammenfassungen aller untersuchten Beispiele anderer Kulturen und Regionen befinden sich im Anhang [[12.3.A1 Vergleichende Recherche – Digitalisierung des Kulturerbes anderer Kulturen und Regionen#E. Vergleichsmatrix|in Abschnitt E. Vergleichsmatrix]] unter &lt;br /&gt;
* [[12.3.A1 Vergleichende Recherche – Digitalisierung des Kulturerbes anderer Kulturen und Regionen#E.1 Funktionen, Architektur und Standards|E.1 Funktionen, Architektur und Standards]] und&lt;br /&gt;
* [[12.3.A1 Vergleichende Recherche – Digitalisierung des Kulturerbes anderer Kulturen und Regionen#E.2 Governance, Finanzierung, Erfolg und Übertragbarkeit|E.2 Governance, Finanzierung, Erfolg und Übertragbarkeit]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Zusammenfassung der übergreifenden Erfolgsfaktoren aus den Beispielen befindet sich im Anhang [[12.3.A1 Vergleichende Recherche – Digitalisierung des Kulturerbes anderer Kulturen und Regionen#F. Übergreifende Erfolgsfaktoren|in Abschnitt F. Übergreifende Erfolgsfaktoren]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.5.9 Was sich aus den Beispielen ableiten lässt ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus den untersuchten Beispielen lässt sich kein einzelnes Projekt und kein bestimmtes Softwaresystem ableiten, das unverändert übernommen werden könnte. Wiederkehrend zeigen sich jedoch '''vier notwendige Funktionen, drei übergreifende Erfolgsbedingungen und zwei grundlegende Umsetzungsprinzipien'''. Sie bilden einen kompakten Orientierungsrahmen für die Digitalisierung von Kulturerbe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Vier Kernfunktionen – was muss dauerhaft geleistet werden? ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Damit die Digitalisierung nicht bei einzelnen Digitalisaten oder einem Präsentationsportal stehen bleibt, müssen vier Kernfunktionen verlässlich abgedeckt und miteinander verbunden werden:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot; style=&amp;quot;width:100%;&amp;quot;&lt;br /&gt;
! Kernfunktion&lt;br /&gt;
! Kernfrage&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''1. Register für Kulturdaten'''&lt;br /&gt;
| '''Was ist vorhanden und was sollte prioritär bearbeitet werden?''' – Kulturgüter und Bestände nachweisen, beschreiben, verknüpfen und ihren Digitalisierungs- und Rechtezustand erfassen.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''2. Digitalisierungszentrum / Digitalisierungsdienste'''&lt;br /&gt;
| '''Wie wird qualitätsgesichert digitalisiert?''' – Kulturgutträger beraten, Digitalisierung vorbereiten oder durchführen, Qualität sichern und die Übergabe vorbereiten.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''3. Repositorium / digitales Langzeitarchiv'''&lt;br /&gt;
| '''Wie bleibt das digitale Kulturerbe dauerhaft erhalten?''' – Masterdateien und Metadaten sicher übernehmen, erhalten, sichern und bei technischen Veränderungen migrieren.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''4. Präsentations- und Nutzungssysteme'''&lt;br /&gt;
| '''Wie wird das Kulturerbe gefunden, verstanden und genutzt?''' – freigegebene Inhalte mehrsprachig vermitteln und für Bildung, Forschung und kulturelle Nachnutzung bereitstellen.&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die vier Funktionen bedeuten nicht zwingend vier Einrichtungen oder vier technische Systeme. Entscheidend ist, dass alle Funktionen abgedeckt, ihre Zuständigkeiten geklärt und ihre Übergaben zuverlässig organisiert sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Drei Erfolgsbedingungen – was gilt für alle Kernfunktionen? ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
# '''Gemeinsam entscheiden und Rechte abgestuft regeln:''' &lt;br /&gt;
#* Angehörige der betreffenden Gemeinschaft und die Kulturgutträger sollten nachvollziehbare Entscheidungsrechte bei Auswahl, Beschreibung, Priorisierung und Veröffentlichung besitzen. &lt;br /&gt;
#* Zugänge sollten abgestuft sein, beispielsweise auch &amp;quot;ausschließlich Metadaten&amp;quot;, &amp;quot;Zugang nach Rücksprache&amp;quot; oder &amp;quot;beschränkte Gemeinschafts- und Forschungszugänge&amp;quot; ermöglichen. &lt;br /&gt;
#* Rechtliche Zulässigkeit und kulturelle Angemessenheit sind dabei getrennt zu betrachten. &lt;br /&gt;
#* Selbstbezeichnungen und eigene kulturelle Perspektiven sollten historische Fremdbeschreibungen ergänzen können.&amp;lt;br&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
# '''Gemeinsame Standards, Mehrsprachigkeit und technische Anschlussfähigkeit sichern:''' &lt;br /&gt;
#* Ein bewusst schlanker gemeinsamer Metadatenkern, Qualitätsstandards und geregelte Datenübergaben ermöglichen die Zusammenarbeit unterschiedlicher Einrichtungen. Zusätzlich können fach- oder institutionsspezifische Metadatensätze genutzt werden.&lt;br /&gt;
#* Sprachen und Sprachvarianten müssen als eigenständige Datenwerte berücksichtigt werden, bspw. bei Metadaten, Beschreibungen usw. &lt;br /&gt;
#* Kleine Träger benötigen einfache zentrale Erfassungsmöglichkeiten, z. B. per Weboberfläche, größere Institutionen Schnittstellen oder Datenexporte aus ihren vorhandenen Systemen.&amp;lt;br&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
# '''Dauerhafte Verantwortung und Finanzierung sichern:''' &lt;br /&gt;
#* Bereits beim Aufbau muss feststehen, wer Register, Digitalisierungsdienste, Repositorium und Präsentationssystem nach einer Projektförderung dauerhaft betreibt. &lt;br /&gt;
#* Neben einmaligen Projektmitteln müssen deshalb auch Personal, Beratung, Datenpflege, Speicher, Softwarepflege, Sicherung und spätere technische Erneuerungen dauerhaft finanziert werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Zwei Umsetzungsprinzipien – wie sollte vorgegangen werden? ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
# '''Priorisieren, die vollständige Kette pilotieren, dann skalieren:''' &lt;br /&gt;
#* Nicht alles muss gleichzeitig digitalisiert werden. Besonders gefährdete oder kulturell bedeutsame Bestände sollten priorisiert werden. &lt;br /&gt;
#* Pilotprojekte sollten möglichst den gesamten Weg von der Erfassung und Rechteklärung über die Digitalisierung bis zur Archivierung und Nutzung durchlaufen. Dabei werden Standards, Zuständigkeiten, Kosten und tatsächliche Nutzung erprobt. &lt;br /&gt;
#* Erst auf dieser Grundlage sollte in größerem Umfang skaliert werden.&amp;lt;br&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
# '''Zentral ermöglichen, dezentral verantworten:''' &lt;br /&gt;
#* Zentrale Stellen können Infrastruktur, Beratung, Schulung, Digitalisierungstechnik, Qualitätskontrolle, Rechtehilfe und Langzeiterhaltung bereitstellen. &lt;br /&gt;
#* Originale, lokales Wissen, kulturelle Beziehungen und wesentliche inhaltliche Entscheidungen können gleichzeitig bei den jeweiligen Kulturgutträgern verbleiben. &lt;br /&gt;
#* Zentralisierung von Diensten und dezentrale kulturelle Verantwortung sind damit keine Gegensätze, sondern können sich gegenseitig ergänzen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Für die Reihenfolge ergibt sich daraus:''' &lt;br /&gt;
# Zuerst Entscheidungsrechte, Standards, Betreiber und Finanzierung ausreichend klären; &lt;br /&gt;
# anschließend mit ausgewählten Beständen die vollständige Prozesskette erproben und die Unterstützungsstrukturen aufbauen; &lt;br /&gt;
# auf dieser Grundlage Digitalisierung, Präsentation und Nachnutzung schrittweise verbreitern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Präsentation und Nutzung sind dabei nicht von geringerer Bedeutung und sollten bereits Bestandteil der Pilotprojekte sein. '''Später erfolgt nicht die Nutzung selbst, sondern deren breiter Ausbau.'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weiterführende '''Hinweise und Empfehlungen zu einem möglichen Vorgehen sowie zeitlichen und inhaltlichen Prioritäten''' befinden sich im Anhang [[12.3.A1 Vergleichende Recherche – Digitalisierung des Kulturerbes anderer Kulturen und Regionen#G.2 Was zentral, dezentral und gemeinsam organisiert werden sollte|im Abschnitt &amp;quot;Priorisierte Schlussfolgerung&amp;quot; von G2 bis G9]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein ausführliches '''Prüfraster zur Bewertung des jeweiligen Entwicklungsstandes''' befindet sich [[12.3.A2 Prüfraster zur Bewertung des Entwicklungsstandes beim Aufbau der Digitalisierung des Kulturerbes|im Anhang 2 &amp;quot;Prüfraster zur Bewertung des Entwicklungsstandes&amp;quot;]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= 3. Ist-Analyse der Digitalisierung des sorbischen Kulturerbes =&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der [[#2 Ist-Analyse „Digitalisierung von Kulturerbe“|vorangegangene Abschnitt 2]] hat beschrieben, was zur Digitalisierung von Kulturerbe gehört, welche Aufgaben dabei dauerhaft erfüllt werden müssen und wie andere Gemeinschaften und Regionen diese Aufgaben lösen. Der Abschnitt 3 richtet nun den Blick auf die sorbische Situation. Er geht der Frage nach, wie gut die sorbische Kulturerbelandschaft heute organisatorisch, technisch und personell aufgestellt ist, um ihr materielles, immaterielles und digitales Kulturerbe institutionsübergreifend zu erfassen, zu digitalisieren, dauerhaft zu erhalten und zugänglich zu machen – und wo vorrangiger Handlungsbedarf besteht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Analyse gliedert sich in fünf Teile:&lt;br /&gt;
* '''Akteure und Rollen''': Wer bewahrt sorbisches Kulturerbe und welche Aufgaben übernehmen die Akteure bei seiner Digitalisierung (Sammeln, Finanzieren, Koordinieren usw.)?&lt;br /&gt;
* '''Bestände und Bedarfe''': Welche Kulturgüter gibt es, wie weit sind  sie erfasst und digitalisiert, welche müssen vorrangig gesichert werden und welche Unterstützung brauchen ihre Träger?&lt;br /&gt;
* '''Vorhaben Systeme und Dienste''': Welche Angebote decken die [[#2.3.2 Vier Kernfunktionen|vier Kernfunktionen]] Erfassen, Digitalisieren, langfristig Erhalten und Zugänglichmachen heute ab, und welche sind im Aufbau oder geplant?&lt;br /&gt;
* '''Zusammenarbeit und dauerhafter Betrieb''': Wie sind die Steuerung und Zusammenarbeit (Governance) organisiert (Zuständigkeiten, Standards, Rechte und Finanzierung)?&lt;br /&gt;
* '''Gesamtbewertung''': Was funktioniert bereits, wo gibt es Lücken und welche davon sollten zuerst geschlossen werden?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Analyse stellt dabei den Bedarf der Bestände dem vorhandenen Angebot an Diensten und dem organisatorischen Rahmen gegenüber. Wo beides auseinanderfällt, entstehen Lücken, siehe nachfolgende Übersicht.&lt;br /&gt;
[[Dataja:Wobraz K6.png|thumb|center|600px|Übersicht der Ist-Analyse]]&amp;lt;ref&amp;gt;Mermaid Flowchart Code: [https://mermaid.live/edit#pako:eNqVlM1y2jAQx19lR7maFGMcwJPJDGAnh9AcaE4pPcj2-qPYErOWmtJ8PE0fo7e8WGWDTUja6VS-WB_7293_rvTAIhkj81hSyPso46Tg1l_RSoAZ088rdh5eOKc2TNcKNeH5h_DiPKQPF7fbjQW39PIzRaqMXaIsWMqiQLFiX2r7llHpMCW-yeDGwG54lCXEU9wfgv2Ic8JI5VLAYvl6fdYGMIAZVurlp4gPIVzrQmlKtVoXvKoQNiThEy_LQou0kqTe-Ji_ZsWckgOJC4hRwFSkGEpl_r5i44-L2IIyV-BTLtIij7I15m-5M-j1LmDeLqGI_5j-0rjfOwAtYljyrOzE-pcOfhu7A36OolLYMD5tzV95yONbjgTXSCLRYl1j3jkIWtAQruQ3c5KL6GB_pyujHwpOocmzcRFzjVSX15BnqCjH8A3Sh-fnZwj-kv-0VufReLrnGRlluzI-ws3xmdDQMQ_NmX2KFqR1DYq6IDu1HqFT5aZRfbFLZ_HyK1qj6PLY1RdkJhC4rgw2ykxcWLUlfpXCcgdqp4tmetXK5MIVGk1UiPdIyjRW7eNNh0d1-_mYgECtiBeQ5EXhnVzawWUwtipFco3eiXvpBu7UimQhyTsZzM03fU9o70fLmAbzYNQxJhNnbvstY2QPZrbzjsH3TbYjBLbxG3SE_uVZ4J61hP7Y7Q_tIwJMrYV11aZyvDWz5ocIj7d8K2gdd52vtgWaOu3iSJrRxTEej0fj_n7ai3llXh7iW88F99h--d_2zGIp5THzFGm0WIlU8nrKHmruiqnMXJkV88wvYay_9xoxVmwlnozphos7KcvWmqROM-YlvKjMTG9irtDPubnSZbdKdWvRXGqhmDd07AbCvAf2nXnuqWP3RwN7eDZwJ4Ph2MHeyGJb5vXs0-HEnTgDxxn3-4OzvuOarSeL_Wi8C10UFsM4V5I-7h7o5p1--g24x9CK hier klicken], abgerufen am 20.10.2026&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== 3.1 Akteure und Rollen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sorbisches Kulturerbe wird von vielen Einrichtungen, Gruppen und Einzelpersonen bewahrt, gepflegt und dokumentiert – von sorbischen ebenso wie von nicht-sorbischen. Dieser Abschnitt zeigt, wer Bestände hält, wer Dienste zur Digitalisierung anbietet und wer den organisatorischen und finanziellen Rahmen gestaltet. Damit wird auch sichtbar, welche Aufgaben bislang von keinem Akteur erkennbar übernommen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Grundlage sind Arbeitsunterlagen der Domowina aus den Jahren 2019 und 2020&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;&amp;gt;Domowina e. V., Kulturausschuss (Clemens Škoda) 2019: Serbske kulturne herbstwo (SKH). Arbeitspapier, Stand 18.03.2019, S. 2-8. Unveröffentlicht; interne Referenz: 2020-09-07_Serbske kulturne herbstwo w Budyšinje_opt.pdf.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019b&amp;quot;&amp;gt;Domowina e. V. 2019: Přehlad relewantnych městnosćow / „małkich“ a „wulkich“ muzejow nastupajo serbske kulturne herbstwo, Stand 11.11.2019. Unveröffentlicht; interne Referenz: 2019_11_Priloha A_prehlad_muzejow a zberkow.pdf.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2020&amp;quot;&amp;gt;Domowina e. V., Kulturausschuss 2020: Protokoll der Fachkommission „Serbske kulturne herbstwo“ vom 07.09.2020. Unveröffentlicht; interne Referenz: 2020_09_07_skh komisija-protokol.pdf.&amp;lt;/ref&amp;gt;, eine darauf aufbauende Arbeitsliste der Sammlungsorte mit ergänzender Internetrecherche&amp;lt;ref name=&amp;quot;liste2026&amp;quot;&amp;gt;Arbeitsliste „Sammlungsorte sorbischen Kulturerbes“, Stand 02.04.2026, erstellt im Rahmen des Digitalisierungskonzepts aus Internetrecherche und den Domowina-Unterlagen. Unveröffentlicht; Grundlage für Anhang 12.3.A3.&amp;lt;/ref&amp;gt;, das Konzept des Sorbischen Instituts zum Digitalisierungszentrum&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;&amp;gt;Sorbisches Institut 2025: Konzept zum Digitalisierungszentrum am Sorbischen Institut, Arbeitsfassung vom 13.08.2025. Unveröffentlicht; interne Referenz: DigCentr_Wersija13082025_wip.pdf.&amp;lt;/ref&amp;gt;, Rückmeldungen der Museen und der Domowina aus dem April 2026 sowie das Protokoll des Digitalisierungskreises vom 21.04.2026&amp;lt;ref name=&amp;quot;dk2026&amp;quot;&amp;gt;Digitalisierungskreis 2026: Protokoll der Sitzung zum Stand des Digitalisierungszentrums vom 21.04.2026. Unveröffentlicht; interne Referenz: 2026-04-21_DE_Protokoll_Digitalisierungskreis_Digitalisierungszentrum.docx.&amp;lt;/ref&amp;gt;. Ein Teil der Angaben ist mehrere Jahre alt und wird schrittweise aktualisiert. Nicht belegte Angaben sind als ''offen'', Vermutungen als ''Annahme'' gekennzeichnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.1.1 Begriffe und Rollen ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
; Akteur&lt;br /&gt;
: Einrichtung, Gruppe oder Person, die eine Aufgabe im Umgang mit sorbischem Kulturerbe oder seiner Digitalisierung übernimmt.&lt;br /&gt;
; Kulturgutträger&lt;br /&gt;
: Akteur, der Kulturgüter verwahrt oder eine kulturelle Praxis trägt und weitergibt, bspw. ein Museum, eine Heimatstube, ein Chor oder eine Privatperson mit einer Sammlung.&lt;br /&gt;
; Trägerschaft&lt;br /&gt;
: Rechtliche und finanzielle Verantwortung für eine Einrichtung, zum Beispiel durch eine Kommune, einen Landkreis, eine Stiftung, einen Verein, eine Kirche oder eine Privatperson. Eigentum und Betrieb können dabei auseinanderfallen, bspw. gehörte der Dom Njechorńskeho 2019 der Domowina und wurde von der Stiftung für das sorbische Volk bewirtschaftet, der Hanzo Šustrowy dom in Trebendorf gehörte der Gemeinde und wurde von der örtlichen Domowina-Gruppe bewirtschaftet.&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019b&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
; Rolle&lt;br /&gt;
: Aufgabe, die ein Akteur übernimmt. Ein Akteur kann mehrere Rollen haben, unterschieden werden Haupt- und Nebenrollen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Rollen lassen sich drei Gruppen zuordnen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
! Gruppe !! Rolle !! Kürzel&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| rowspan=&amp;quot;2&amp;quot; | '''Am Kulturgut''' || '''Bewahren''': Originale verwahren, pflegen und verwalten || '''B'''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Dokumentieren''': lebendige Praxis festhalten in Ton, Bild oder Text || '''D'''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| rowspan=&amp;quot;4&amp;quot; | '''Dienste''' ([[#2.3.2 Vier Kernfunktionen|Kernfunktionen]]) || '''Erfassen''', registrieren, beschreiben und verknüpfen || '''K1'''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Digitalisieren''' und Qualität sichern || '''K2'''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Langfristig '''erhalten''' || '''K3'''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Zugänglich machen''' und Nutzung ermöglichen || '''K4'''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| rowspan=&amp;quot;2&amp;quot; | '''Rahmen''' (Governance) || '''Steuern''', koordinieren und Regeln setzen || '''S'''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Fördern''' und finanzieren || '''F'''&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dokumentieren meint hier das Festhalten von immateriellen Kulturgütern im laufenden Kulturleben, etwa Mitschnitte von Veranstaltungen. Geschieht es systematisch nach festgelegten Standards zur dauerhaften Sicherung, ist es Teil der Kernfunktion Digitalisieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.1.2 Schlüsselakteure ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einzeln aufgeführt wird, wer mindestens eines der folgenden Kriterien erfüllt:&lt;br /&gt;
# betreibt oder plant eine Kernfunktion, die über die eigene Einrichtung hinaus wirkt,&lt;br /&gt;
# verwahrt einen hauptamtlich betreuten Kernbestand,&lt;br /&gt;
# dokumentiert regelmäßig das lebendige Kulturgeschehen,&lt;br /&gt;
# fördert, koordiniert oder setzt Regeln für die Digitalisierung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;mark&amp;gt;Die folgende Übersicht muss mit den Institutionen bzgl. Änderungen und Ergänzungen abgestimmt werden.&amp;lt;/mark&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|+ Rollen der Schlüsselakteure (■ Hauptrolle · ○ Nebenrolle · ? vermutet oder offen)&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
B. Bewahren, D. Dokumentieren, K1. Erfassen, K2. Digitalisieren, K3. Erhalten, K4. Nutzung ermöglichen, S. Steuern, F. Fördern&lt;br /&gt;
! Akteur !! Typ / Trägerschaft !! B !! D !! K1 !! K2 !! K3 !! K4 !! S !! F !! Hinweise&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Stiftung für das sorbische Volk || Stiftung des öffentlichen Rechts, finanziert von Bund, Freistaat Sachsen u. Land Brandenburg || ○ || || || || || || ■ || ■ || bewirtschaftete 2019 den Dom Njechorńskeho&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019b&amp;quot;/&amp;gt;; unterstützt beide sorbischen Museen finanziell&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;; Zielvereinbarungen u. a. mit dem Wendischen Museum&amp;lt;ref name=&amp;quot;wm2026&amp;quot;&amp;gt;Wendisches Museum Cottbus (Anja Jahn, Leitende Kuratorin) 2026: Zuarbeit zum Thema Digitalisierung des sorbischen/wendischen Kulturerbes, E-Mail vom 17.04.2026. Unveröffentlicht; interne Referenz: 2026-04-17 - Wendisches Museum Cottbus - Zuarbeit zum Thema Digitalisierung des sorbischen wendischen Kulturerbes.pdf.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Sorbisches Institut (SI) mit Sorbischem Kulturarchiv (SKA) und Sorbischer Zentralbibliothek || Forschungseinrichtung mit Archiv und Bibliothek; eingetragener Verein, gefördert u. a. durch die Stiftung; Digitalisierungszentrum aus Strukturwandelmitteln&amp;lt;ref name=&amp;quot;dk2026&amp;quot;/&amp;gt; || ■ || ? || ■ || ■ || ○ || ■ || ○ || || '''Digitalisierungszentrum (DZ):''' Aufbauprojekt 2024-2027 mit drei Vollzeitstellen, derzeit Pilot- und Evaluationsphase; Dienstleistung für andere Träger, kostenfrei derzeit nur in Sachsen; Finanzierung ab 2028 ''offen''&amp;lt;ref name=&amp;quot;dk2026&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz&amp;quot;&amp;gt;Sorbisches Institut: Digitalisierungszentrum (DZ). URL: https://www.serbski-institut.de/projekte-zentrale-vorhaben/digitalisierungszentrum-dz/&amp;lt;/ref&amp;gt;.&amp;lt;br&amp;gt;'''Sorbisches Kulturregister (SKR):''' Konzept mit technischem Prototyp; befristete Projektstelle bis Ende 2025&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;&amp;gt;Sorbisches Institut 2025: Konzept für ein Sorbisches Kulturregister (SKR), zweite aktualisierte Fassung vom 20.11.2025. URL: https://www.serbski-institut.de/wp-content/uploads/2021/11/00_Zweite-aktualisierte-Fassung_Konzept_Sorbisches-Kulturregister_20.11.2025.pdf&amp;lt;/ref&amp;gt;.&amp;lt;br&amp;gt;'''Präsentation:''' Virtueller Lesesaal mit Bibliographie, Katalog, digitalisierten Drucken, Handschriften, Fotos und Filmen&amp;lt;ref name=&amp;quot;vls&amp;quot;&amp;gt;Sorbisches Institut o. J.: Virtueller Lesesaal. URL: https://www.serbski-institut.de/bibliothek/virtueller-lesesaal/, abgerufen am 20.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;; Wissensportal Sorabicon mit zwölf Sammlungen&amp;lt;ref name=&amp;quot;atlas&amp;quot;&amp;gt;Sorbisches Institut 2026: Pressemitteilung zum digitalen Atlas sorbischer Kulturdenkmale im Wissensportal Sorabicon, 30.04.2026. URL: https://idw-online.de/de/news870102, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;; Repositorium digitalizat.de (öffentlich voraussichtlich ab ca. Q3/2026)&amp;lt;ref name=&amp;quot;dk2026&amp;quot;/&amp;gt;.&amp;lt;br&amp;gt;'''Erhalten:''' Repositorium mit Datensicherung; Konzept für die Langzeitarchivierung im Dauerbetrieb ''offen''&amp;lt;ref name=&amp;quot;dk2026&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Sorbisches Museum Bautzen || Museum; Landkreis Bautzen, finanziell unterstützt von der Stiftung&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt; || ■ || || ■ || ○ || ? || ? || || || ca. 42.000 Objekte; Inventar in Inventarbüchern und Datenbank (HiDA 4.8), Standortverzeichnis, Fotodatenbank; Objektfotografie und Scans bis DIN A3 im Haus; Sammlung erst teilweise digital erfasst; Pilot zur Plakatdigitalisierung mit dem SI&amp;lt;ref name=&amp;quot;smb2026&amp;quot;&amp;gt;Sorbisches Museum Bautzen (Alexander Pólk, Museologe) 2026: Bedarfserklärung zur Digitalisierung des sorbischen Kulturerbes für den Fachbeirat Digitalisierung, 15.04.2026. Unveröffentlicht; interne Referenz: 2026-04-15_Bedarfserklaerung_Digitalisierung_sorbisches_Kulturerbe_Vorlage - SMB-AxP.docx.&amp;lt;/ref&amp;gt;; Online-Angebot ''offen''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Wendisches Museum Cottbus || Museum; Stadt Cottbus, finanziert von Stadt und Stiftung&amp;lt;ref name=&amp;quot;wm&amp;quot;&amp;gt;Wendisches Museum Cottbus o. J.: Selbstdarstellung des Museums, Dokument im Ratsinformationssystem der Stadt Cottbus. URL: https://session.cottbus.de/oparl/bodies/0001/downloadfiles/00007050.pdf, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; || ■ || || ■ || ○ || ? || ○ || || || Inventarisierung mit Adlib, Veröffentlichung über museum-digital begonnen; A3-Flachbettscanner und Buchscan im Haus; derzeit vor allem Digitalisierung der Kunst; keine Digitalstrategie, keine Mittel für studentische Hilfskräfte&amp;lt;ref name=&amp;quot;wm2026&amp;quot;/&amp;gt;; Nutzung des DZ für brandenburgische Bestände ''offen'', bilateral zwischen SI, Stiftung und Museum zu klären&amp;lt;ref name=&amp;quot;dk2026&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Sächsische Landesbibliothek – Staats- und Universitätsbibliothek Dresden (SLUB) mit Deutscher Fotothek || Landes- und Universitätsbibliothek; Freistaat Sachsen || ■ || || ○ || ○ || ○ || ■ || || || Lusatica-Sammlung, die das kulturelle Erbe der Sorben zugänglich machen soll&amp;lt;ref name=&amp;quot;slub&amp;quot;&amp;gt;SLUB Dresden o. J.: Sammlungen zur sächsischen Landeskunde. URL: https://www.slub-dresden.de/entdecken/saechsische-landeskunde/sammlungen, abgerufen am 20.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;; über Sachsen.Digital ist auch digitales Schrifttum des SI erreichbar&amp;lt;ref name=&amp;quot;vls&amp;quot;/&amp;gt; (Betrieb der Plattform durch die SLUB); die Deutsche Fotothek macht Fotosammlungen des SKA im Rahmen eines Kooperationsvertrags digital zugänglich und hat auch Filme des SKA digitalisiert und präsentiert&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt;; eigene digitale Langzeitarchivierung&amp;lt;ref name=&amp;quot;nestor&amp;quot;&amp;gt;nestor o. J.: Mitglied SLUB Dresden. URL: https://www.langzeitarchivierung.de/Webs/nestor/EN/nestor/Mitglieder/sLUB.html, abgerufen am 20.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; (Kosten nach Angabe im Digitalisierungskreis ca. 800 € je Terabyte und Jahr&amp;lt;ref name=&amp;quot;dk2026&amp;quot;/&amp;gt;), ob sie Digitalisate sorbischer Träger übernehmen könnte, ist ''offen''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Domowina – Bund Lausitzer Sorben e. V. mit Regionalverbänden und Ortsgruppen || Dachverband sorbischer Vereine; eingetragener Verein || ○ || ○ || || || || || ○ || || keine zentralen Bestände außer einzelnen Exponaten, Schenkungen und Originalen, z. B. im Haus der Sorben; ein Inventarregister der Finanzverwaltung erfasst diese nur teilweise; keine Gesamtübersicht über die Bestände in ihren Strukturen&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2026&amp;quot;&amp;gt;Domowina e. V. (Clemens Škoda, Referent) 2026: Bedarfserklärung zur Digitalisierung des sorbischen Kulturerbes für den Fachbeirat Digitalisierung, Entwurf vom 01.04.2026. Unveröffentlicht; interne Referenz: 2026-03-27_Bedarfserklaerung_Digitalisierung_sorbisches_Kulturerbe_Vorlage-naćisk Clemens Škoda.docx.&amp;lt;/ref&amp;gt;; Eigentümerin des Dom Njechorńskeho; Ortsgruppe Trebendorf bewirtschaftet den Hanzo Šustrowy dom&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019b&amp;quot;/&amp;gt;; mindestens 9 der 23 kleinen Sammlungsorte sind direkt oder über Mitgliedsvereine mit ihr verbunden&amp;lt;ref name=&amp;quot;liste2026&amp;quot;/&amp;gt;; Chronistengruppe der Župa Michał Hórnik; Fachkommission „Sorbisches Kulturerbe“ 2018-2020&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2020&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Maćica Serbska e. V. || wissenschaftliche Gesellschaft; Verein || || || || || || || ○ || || Arbeitskreis „Museale Einrichtungen“ mit rund 40 Adressaten; Denkmalausschuss mit eigenem, von der Stiftung verwaltetem Budget, 2019 als Vorbild für die Bewertung von Kulturerbe genannt&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Sorbisches National-Ensemble (SNE) || Ensemble; gGmbH der Stiftung || ■ || ? || ○ || || || || || || Spezialarchiv, für die Öffentlichkeit nicht zugänglich, unterschiedlich gut erschlossen&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt;; im SKR-Konzept als sekundärer Sammlungsort genannt&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;/&amp;gt;; 2019 vorgeschlagen, dort nur Kopien zu halten und die Originale an das SKA zu geben&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;; Umfang ''offen''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| studijo LUCIJA || Medienproduktion; gGmbH des Sorbischen Schulvereins  e. V. || ○ || ■ || || || || || || || dokumentiert sorbische Veranstaltungen; Aufnahmen liegen beim Studio und werden teilweise und komprimiert (''zu prüfen'') an das SKA übergeben&amp;lt;ref name=&amp;quot;lucija&amp;quot;&amp;gt;; schriftlicher Beleg noch einzuholen.&amp;lt;/ref&amp;gt;; eigener YouTube-Kanal mit Zeitzeugen-Interviews und Veranstaltungsmitschnitten&amp;lt;ref name=&amp;quot;lucija_youtube&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Mitteldeutscher Rundfunk (MDR) und Rundfunk Berlin-Brandenburg (rbb), sorbischsprachige Programme || öffentlich-rechtlicher Rundfunk || ■? || ■ || || || || ○? || || || Spezialarchive, für die Öffentlichkeit nicht zugänglich&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt;; Produktionen standen dem SKA 2019 aus rechtlichen Gründen nicht zur Verfügung&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;; Umfang und heutiger Stand ''offen''&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.1.3 Akteursgruppen ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die meisten Kulturgutträger sind kleinere Einrichtungen, Gruppen oder Privatpersonen. Sie werden hier zu Gruppen zusammengefasst. Die Anzahlen sind Mindestwerte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;mark&amp;gt;Die folgende Übersicht muss insb. mit Domowina, SI und Lucija bzgl. Änderungen und Ergänzungen abgestimmt werden.&amp;lt;/mark&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|+ B. Bewahren, D. Dokumentieren, K1. Erfassen, K2. Digitalisieren, K3. Erhalten, K4. Nutzung ermöglichen, S. Steuern, F. Fördern&lt;br /&gt;
! Gruppe !! Beispiele !! Typische Trägerschaft !! Bekannte Anzahl !! Typische Rollen !! Besonderheiten&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Kleine Museen, Heimatstuben, Gedenk- und Begegnungsorte ||&lt;br /&gt;
* Muzej Ćišinskeho (Panschwitz-Kuckau),&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Njepilic dwór (Rohne),&lt;br /&gt;
* Sorbisches Kulturzentrum Schleife,&lt;br /&gt;
* Heimatmuseum Dissen,&lt;br /&gt;
* Sorbische Webstube Drebkau (Ostereiersammlung mit über 4.000 Exemplaren)&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt;,&lt;br /&gt;
* Archiv verschwundener Orte (Horno)&lt;br /&gt;
|| Gemeinde, Förderverein, Domowina-Ortsgruppe, privat || 22 in der Domowina-Übersicht 2019 (9 Ober-, 13 Niederlausitz)&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019b&amp;quot;/&amp;gt;; 23 in der Arbeitsliste 2026, davon 12 bisher nur durch die Domowina-Unterlagen belegt&amp;lt;ref name=&amp;quot;liste2026&amp;quot;/&amp;gt;; im Arbeitskreis Lausitzer Museenland etwa ein Drittel von 48 Häusern mit sorbischem Schwerpunkt (SKR-Konzept, S. 7)&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;/&amp;gt; || '''B''' ■, '''D''' ○ || überwiegend ehrenamtlich; Digitalisierung unterbleibt nach Einschätzung des SI weitestgehend, weil personelle, technische und finanzielle Kapazitäten fehlen&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt;; 2019 benannte Defizite: fehlender Nachwuchs, fehlende Marketingstrategie, fehlende Vernetzung, unzureichende Finanzierung, fehlende fachliche Begleitung; teilweise ohne eigenes Inventar&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;; zwei private Ausstellungen ohne jede Förderung, von den Betreibern im Ruhestand allein betreut&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019b&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Regionale Museen mit sorbischen Beständen ||&lt;br /&gt;
* Museum der Westlausitz Kamenz,&lt;br /&gt;
* Museum Bautzen,&lt;br /&gt;
* Spreewald-Museum Lübbenau mit Freilandmuseum Lehde,&lt;br /&gt;
* Slawenburg Raddusch,&lt;br /&gt;
* Niederlausitzer Heidemuseum Spremberg,&lt;br /&gt;
* Stadtmuseum Cottbus,&lt;br /&gt;
* Städtische Sammlungen Görlitz&amp;lt;ref name=&amp;quot;lorenz2023&amp;quot;&amp;gt;Lorenz, Robert 2023: Das Register für sorbische/wendische Kultur(erbe)daten. Vortragsfolien, Mai 2023. URL: https://digiserb.de/wp-content/uploads/2023/06/2023_05_prednosk_kulturne_herbstwo_robert_lorenc.pdf&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
|| Landkreis oder Kommune (''Annahme'') || 7 in der Domowina-Übersicht 2019 (2 Ober-, 5 Niederlausitz)&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019b&amp;quot;/&amp;gt; || '''B''' ■; &amp;lt;br&amp;gt;'''K1-K4''' ''offen'' || Umfang des sorbischen Anteils am Bestand ''offen''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Ensembles, Chöre, Trachten- und Brauchtumsgruppen || – || Verein || ''offen'' || tragen die Praxis;&amp;lt;br&amp;gt; '''D''' ○, '''B''' ○ || Trachtenfundi 2019 ausdrücklich zu den Beständen in sorbischer Verantwortung gezählt&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;; eigene Aufnahmen und Fundi meist nicht erfasst (''Annahme'')&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Chronisten, Film- und Fotoamateure ||&lt;br /&gt;
* Chronistengruppe der Župa Michał Hórnik,&lt;br /&gt;
* deutsch-sorbischer Filmkreis&lt;br /&gt;
|| ehrenamtlich, privat || ''offen'' || '''D''' ■, '''B''' ○ || Beiträge von Laien 2019 nur sporadisch, Bestände oft unstrukturiert&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;; das DZ bahnt Kooperationen mit privaten Filmschaffenden an&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Private Sammlungen und Nachlässe ||&lt;br /&gt;
* Nachlass der Malerin Hanka Krawcec, überwiegend in Tschechien;&lt;br /&gt;
* weitere private Sammlungen und Nachlässe in Ober- und Niederlausitz&lt;br /&gt;
|| privat || 4 in der Domowina-Übersicht 2019; tatsächlich ''offen'' || '''B''' ■ || Verbleib beim Generationenwechsel ungesichert (''Annahme''); bei einer privaten Sammlung ist der dauerhafte Verbleib ausdrücklich ungeklärt&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Kirchliche Einrichtungen ||&lt;br /&gt;
* Ausstellung zu Jan Bjedrich Fryco in der evangelischen Kirche Kolkwitz;&lt;br /&gt;
* kirchliches Informations- und Begegnungszentrum in Horno mit Holzmodellen abgebaggerter Kirchen&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019b&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|| Kirchgemeinde || 2 (in den kleinen Orten enthalten); weitere ''offen'' || '''B''' ○ || weitere kirchliche Bestände nicht erfasst (''Annahme'')&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Weitere sorbische Kultur- und Medieneinrichtungen ||&lt;br /&gt;
* Deutsch-Sorbisches Volkstheater (Archiv 2019 zusammen mit dem des SNE genannt);&lt;br /&gt;
* Domowina-Verlag (2019 als Produzent genannt, dessen Erzeugnisse an das SKA gehen sollten)&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|| verschieden || ''offen'' || '''B''' ○ || Spezialarchive von SNE, Domowina-Verlag, Volkstheater und Rundfunk: für die Öffentlichkeit nicht zugänglich, unterschiedlich gut erschlossen, teils mit eigenem Personal&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt;; der Domowina-Verlag erprobt mit dem DZ die Neuauflage vergriffener Bücher als Book on Demand&amp;lt;ref name=&amp;quot;dk2026&amp;quot;/&amp;gt;; Umfang ''offen''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Öffentliche Träger und Fördergeber ||&lt;br /&gt;
* Bund,&lt;br /&gt;
* Freistaat Sachsen,&lt;br /&gt;
* Land Brandenburg,&lt;br /&gt;
* Landkreise,&lt;br /&gt;
* Kommunen&lt;br /&gt;
|| öffentlich || – || '''F''' ■, '''S''' ○ || tragen die großen Museen; 2019 erfüllten kleine Museen im Landkreis Bautzen die Kriterien für eine institutionelle Förderung nicht, im Landkreis Spree-Neiße waren die Bedingungen besser&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Gedächtniseinrichtungen außerhalb der Lausitz und der sorbischen Trägerschaft ||&lt;br /&gt;
* Oberlausitzische Bibliothek der Wissenschaften Görlitz&amp;lt;ref name=&amp;quot;slub&amp;quot;/&amp;gt;;&lt;br /&gt;
* Hórnik-Bibliothek im Wendischen Seminar Prag&amp;lt;ref name=&amp;quot;ldp&amp;quot;&amp;gt;Sorbisches Institut 2021: Pressemitteilung zu Digitalisaten aus dem Landesdigitalisierungsprogramm Sachsen (u. a. „Serbowka“, erstes sorbisches Lehrbuch), 12.03.2021. URL: https://serbski-institut.de/wp-content/uploads/2021/12/2021-03-12_MI_Erstes-sorbisches-Lehrbuch-LDP_Serbowka_de.4753.pdf, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;;&lt;br /&gt;
* Deutsches Historisches Museum, Literaturarchive Marbach und Berlin, Nationalmuseum Prag&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt;;&lt;br /&gt;
* Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland, Bonn&amp;lt;ref name=&amp;quot;lorenz2023&amp;quot;/&amp;gt;;&lt;br /&gt;
* Sächsisches Staatsarchiv,&lt;br /&gt;
* Brandenburgisches Landeshauptarchiv,&lt;br /&gt;
* Deutsche Nationalbibliothek (''Annahme'');&lt;br /&gt;
* Einrichtungen in Tschechien&lt;br /&gt;
|| öffentlich || ''offen'' || '''B''' ○; &amp;lt;br&amp;gt;mögliche Partner für K3 und K4 || unterliegen eigenen Digitalisierungsabläufen; sorabistische Expertise wird dort bisher nicht nachgefragt&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt;; Umfang der sorbischen Bestände ''offen''&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.1.4 Erste Befunde ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;mark&amp;gt;Die folgende Übersicht muss mit den Institutionen bzgl. Änderungen und Ergänzungen abgestimmt werden.&amp;lt;/mark&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Rollenübersicht erlaubt erste Hinweise, die in den folgenden Abschnitten geprüft werden:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* '''Bewahren ist breit verteilt, Dienste sind konzentriert und projektgebunden.''' Nur die vier hauptamtlichen Einrichtungen mit Sammlungsauftrag – Sorbisches Museum, Wendisches Museum, Sorbische Zentralbibliothek und SKA – sowie die Spezialarchive verfügen zumindest grundsätzlich über Personal und Technik für Digitalisierung. Sie arbeiten in nicht miteinander verbundenen Insellösungen mit eher einfacher Ausstattung; keine von ihnen hat eine eigene Digitalisierungsabteilung.&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt; Dienste für andere Träger baut das DZ des SI auf. Es ist bis Ende 2027 projektfinanziert, derzeit nur für sächsische Träger kostenfrei, und seine Nutzung durch das Wendische Museum ist noch zu klären.&amp;lt;ref name=&amp;quot;dk2026&amp;quot;/&amp;gt; Die SLUB macht sorbisches Schrifttum bereits digital zugänglich, auch aus Beständen des SI, und übernimmt mit der Deutschen Fotothek Leistungen für das SKA&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt;. &lt;br /&gt;
* '''Für die langfristige Erhaltung fremder Bestände gibt es noch keine dauerhafte Lösung.''' Offen ist, wer Digitalisate anderer Träger verbindlich und dauerhaft übernimmt. Das DZ legt Digitalisate in einem Repositorium mit Datensicherung ab; ein Konzept für die Langzeitarchivierung im Dauerbetrieb soll aus der Evaluationsphase entstehen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;dk2026&amp;quot;/&amp;gt; Das Sorbische Museum sieht hier keinen akuten Bedarf, weil Archivierung Teil seiner regulären Arbeit sei;&amp;lt;ref name=&amp;quot;smb2026&amp;quot;/&amp;gt; ob dies einer Langzeiterhaltung im Sinne von [[#2.3.4 Digitalisierungsdienst und Archiv|Abschnitt 2.3.4]] entspricht, ist ''offen''. So gelangen Veranstaltungsaufnahmen des studijo LUCIJA nur teilweise und komprimiert (''zu prüfen'') in das SKA.&amp;lt;ref name=&amp;quot;lucija&amp;quot;/&amp;gt; Die SLUB betreibt eine eigene digitale Langzeitarchivierung; ob sie auch für sorbische Träger in Frage kommt, ist ''offen''. Das Gleiche gilt für das Sächsische Staatsarchiv.&lt;br /&gt;
* '''Die Dokumentation des lebendigen Kulturlebens liegt teils außerhalb sorbischer Verantwortung.''' Die Archive des sorbischen Rundfunks sind nicht öffentlich zugänglich.&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt; Sorbischsprachige Produktionen von MDR und rbb standen dem SKA 2019 aus rechtlichen Gründen nicht zur Verfügung.&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt; Der heutige Stand ist ''offen''.&lt;br /&gt;
* '''Die Domowina ist der wichtigste Zugang zu kleinen Trägern, hat aber selbst keinen Überblick über deren Bestände.''' Mindestens 9 der 23 kleinen Sammlungsorte sind direkt oder über Mitgliedsvereine mit ihr verbunden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;liste2026&amp;quot;/&amp;gt; Ihre Strukturen eignen sich daher als Weg, kleine Träger zu erreichen – für die Erhebung ebenso wie für spätere Unterstützungsangebote. Eine zentrale Verwaltung oder Übersicht der Bestände in ihren Strukturen gibt es allerdings nicht; ihr Zustand ist daher nicht feststellbar.&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2026&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
* '''Das Wissen über kleine Träger ist lückenhaft und teils veraltet.''' 12 der 23 kleinen Orte sind bisher nur durch die Domowina-Unterlagen von 2019 und 2020 belegt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;liste2026&amp;quot;/&amp;gt; Ob sie heute noch bestehen und wie es um ihre Bestände steht, ist ''offen''. Besonders privat betreute Ausstellungen werden in Abschnitt 3.2 auf ihre Gefährdung geprüft.&lt;br /&gt;
* '''Kleine Träger haben keine feste Anlaufstelle; Koordination und Priorisierung sind noch nicht verbindlich geregelt.''' Das frühere Sorbische Folklorezentrum war seit 1993 faktisch nicht mehr tätig.&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt; In der Niederlausitz diente 2020 ein Projekt zur Inwertsetzung des immateriellen Kulturerbes auch der Vernetzung kleiner Museen. Der Kulturausschuss der Domowina sah sich als ehrenamtliches Gremium nicht in der Lage, die Koordination zu leisten, und bat Fachinstitutionen und die Gremien der Stiftung, Verantwortung zu übernehmen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2020&amp;quot;/&amp;gt; Das DZ-Konzept sieht für die Auswahl ein Lenkungsgremium aus Vertreterinnen und Vertretern der vier hauptamtlichen Einrichtungen und des SKR vor; Zusammensetzung und Kriterien sind noch festzulegen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt; Wie das heute geregelt ist, untersucht Abschnitt 3.4.&lt;br /&gt;
* '''Ein Teil des Erbes liegt bei Einrichtungen der Mehrheitsgesellschaft und im Ausland.''' Dort folgt die Digitalisierung eigenen Abläufen, und sorabistische Expertise wird bisher nicht nachgefragt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Liste aller bekannten Sammlungsorte mit Typ, Trägerschaft und Kulturgutklassen steht in [[12.3.A3 Sammlungsorte des sorbischen Kulturerbes|Anhang 12.3.A3]]. Sie wird laufend ergänzt.&lt;br /&gt;
&amp;lt;!-- Anhang 12.3.A3 aus der Arbeitsliste vom 02.04.2026 aufbauen; Namen privater Sammler nur mit Einverständnis --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== 3.2 Bestände und Bedarfe ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieser Abschnitt beschreibt die Nachfrageseite der Analyse: Welche Bestände sorbischen Kulturerbes gibt es, wie weit sind sie erfasst und digitalisiert, welche sind gefährdet, und welche Unterstützung brauchen die Kulturgutträger? Festgestellt wird dabei nur, wo Zeitdruck besteht. Welche Bestände mit welcher Priorität bearbeitet werden, sollten die sorbische Gemeinschaft und ihre Fachgremien entscheiden (vgl. [[#2.4.2 Prozessschritte im Detail|Prozessschritt 3 „Bewerten &amp;amp; freigeben“]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein institutionsübergreifender Überblick über die Bestände existiert bisher nicht (siehe 3.2.5). Die folgenden Angaben sind daher Mindestwerte und Größenordnungen aus veröffentlichten Angaben der Einrichtungen, den Bedarfserklärungen des Sorbischen Museums, des Wendischen Museums und der Domowina vom April 2026, Projektunterlagen und den in [[#3.1 Akteure und Rollen|Abschnitt 3.1]] genannten Quellen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;mark&amp;gt;Die Bestände sollten mit den SI, insb. Register, bzgl. Korrektheit und Vollständigkeit abgestimmt werden, evtl. liegt dort ein institutionsübergreifender Überblick über Bestände vor.&amp;lt;/mark&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.2.1 Begriffe ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
; Sammlungsort&lt;br /&gt;
: Ort, an dem Kulturgüter verwahrt werden, etwa ein Museum, ein Archiv, eine Heimatstube oder eine Privatwohnung. Ein Akteur kann mehrere Sammlungsorte haben.&lt;br /&gt;
; Bestand&lt;br /&gt;
: Abgrenzbare Gruppe von Kulturgütern einer [[#2.2 Klassifizierung von Kulturgütern|Kulturgutklasse]], die an einem Sammlungsort gemeinsam verwahrt wird, zum Beispiel die Fotografien einer Heimatstube oder die Tonbänder eines Archivs. Feiner unterschieden wird nur, wenn sich Zustand oder Rechtslage deutlich unterscheiden. Ein Bestand gehört zu dem Ort, an dem das Original oder die Masterdatei liegt - Kopien an anderen Orten beschreiben seinen Digitalisierungsstand.&lt;br /&gt;
: Bei immateriellem Kulturerbe gilt die vorhandene Dokumentation als Bestand, etwa Ton- und Videoaufnahmen oder Beschreibungen. Eine bisher nicht dokumentierte Praxis erscheint als Dokumentationsbedarf.&lt;br /&gt;
; Bedarf&lt;br /&gt;
: Was ein Bestand oder ein Kulturgutträger braucht.&lt;br /&gt;
:* ''Bestandsbezogene'' Bedarfe richten sich auf die [[#2.3.2 Vier Kernfunktionen|vier Kernfunktionen]] (erfassen, digitalisieren, langfristig erhalten, zugänglich machen).&lt;br /&gt;
:* ''Trägerbezogene'' Bedarfe betreffen den Akteur selbst, etwa Personal, Beratung oder Finanzierung.&lt;br /&gt;
; Dringlichkeit&lt;br /&gt;
: Zeitdruck, der sich aus einer Gefährdung ergibt. Sie ist nicht gleichbedeutend mit Priorität, in die auch kulturelle Bedeutung, Nutzen und Machbarkeit eingehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.2.2 Bestandslandkarte ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Übersicht folgt der [[#2.2 Klassifizierung von Kulturgütern|Klassifizierung aus Abschnitt 2.2]]. Sie nennt für jede Klasse typische Bestände, die wichtigsten Träger und den bekannten Stand. Einzelne Sammlungsorte stehen in [[12.3.A3 Sammlungsorte des sorbischen Kulturerbes|Anhang 12.3.A3]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|+ Bestände nach Kulturgutklassen (Stand: weitgehend · teilweise · kaum · ''offen'')&lt;br /&gt;
! Klasse !! Typische Bestände !! Wichtigste Träger !! Umfang, soweit bekannt !! Erfasst !! Digitalisiert !! Gefährdung&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''A''' Materiell – unbeweglich || Denkmale, Gedenktafeln, Inschriften, Grabmäler, Blockbauten, Wirkungsstätten, Kirchen; Häuser wie der Dom Njechorńskeho || Eigentümer, Gemeinden, Kirchgemeinden; dokumentiert durch das SI || Langzeitprojekt „Großes Inventar sorbischer Kulturdenkmale“ des SI (ab 2000): rund 1.700 Objekte in der sächsischen Oberlausitz&amp;lt;ref name=&amp;quot;kdm&amp;quot;&amp;gt;Fachpublikation zu sorbischen Kulturdenkmalen. Interne Referenz: saxorum-10788_Sorbische_Kulturdenkmale_digital_erfassen_präsentieren.pdf. Angabe nach Projektunterlagen, noch zu prüfen.&amp;lt;/ref&amp;gt; mit 6.161 Fotonegativen&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt; || weitgehend für die sächsische Oberlausitz: 1.760 Datensätze in einer Datenbank, qualitätsgesichert und in das SKR integriert&amp;lt;ref name=&amp;quot;kdmsi&amp;quot;&amp;gt;Sorbisches Institut o. J.: Sorbische Kulturdenkmale in Sachsen. Projektbeschreibung, u. a. zum Teilprojekt im Verbundprojekt DIKUSA – Vernetzung digitaler Kulturdaten in Sachsen (2022-2025). URL: https://www.serbski-institut.de/projekte-kulturwissenschaften/sorbische-kulturdenkmale-in-sachsen/; ältere Fassung: https://www.serbski-institut.de/projekte-kulturwissenschaften/sorbische-kulturdenkmale-in-sachsen-2/, abgerufen im Oktober 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;; Niederlausitz in Erfassung, geplant in drei Phasen bis 2031&amp;lt;ref name=&amp;quot;nlposter&amp;quot;&amp;gt;Sorbisches Institut o. J.: Materielle Zeugnisse sorbischer/wendischer Kultur in der Niederlausitz. Modul 4 des Vorhabens „Digitales Portal zu sorbischen und Lausitzer Sprach- und Kulturlandschaften“ (Poster). URL: https://serbski-institut.de/wp-content/uploads/2021/11/A0-Druck_DigPortal-M4.pdf, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; || teilweise: Fotonegative im Dezember 2024 extern digitalisiert&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt;; rund 1.200 Objektbeschreibungen für den Wissensgraphen des Verbundprojekts DIKUSA aufbereitet&amp;lt;ref name=&amp;quot;kdmsi&amp;quot;/&amp;gt;; 78 Objekte öffentlich im Atlas auf Sorabicon, davon 26 aus dem sächsischen und 52 aus dem brandenburgischen Teil (April 2026)&amp;lt;ref name=&amp;quot;atlas&amp;quot;&amp;gt;Sorbisches Institut 2026: Pressemitteilung zum digitalen Atlas sorbischer Kulturdenkmale im Wissensportal Sorabicon, 30.04.2026. URL: https://idw-online.de/de/news870102, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;; erste 3D-Raumscans, z. B. des Dom Njechorńskeho&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt; || Verwitterung, Umbau, Abriss; Bausubstanz einzelner Häuser 2019 als Problem genannt&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019b&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''B1''' Schriftgut || Bücher, Zeitungen, Handschriften, Nachlässe, Vereins- und Institutionsakten, Musikalien, Plakate, Grafik, Postkarten || Sorbische Zentralbibliothek, Sorbisches Kulturarchiv (SKA), Sorbisches Museum, Wendisches Museum, SLUB, Hórnik-Bibliothek im Wendischen Seminar Prag, Oberlausitzische Bibliothek der Wissenschaften Görlitz, Domowina-Verlag || SI: mindestens 500.000, eher 1 Mio. zu digitalisierende Druckseiten, Archivalien nicht eingerechnet (DZ-Konzept, S. 39)&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt;; Zentralbibliothek ca. 110.000 Medieneinheiten&amp;lt;ref name=&amp;quot;liste2026&amp;quot;/&amp;gt;; Sorbisches Museum: bibliophile und sorabistische Sammlung ca. 8.700, Plakate ca. 1.700, Postkarten ca. 2.500&amp;lt;ref name=&amp;quot;smb2026&amp;quot;/&amp;gt;; Wendisches Museum: historische Karten, Plakate, Literatur, Zeitschriften, Postkarten, Zahl ''offen''&amp;lt;ref name=&amp;quot;wm2026&amp;quot;/&amp;gt;; SKA: Nachlässe, Akten der Domowina 1912-1989 und sorbischer Vereine, Umfang ''offen''&amp;lt;ref name=&amp;quot;ska&amp;quot;&amp;gt;Sorbisches Institut o. J.: Sorbian Cultural Archive. URL: https://www.serbski-institut.de/en/sorbian-cultural-archive/, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; || weitgehend in den Bibliotheken (Katalog, Sorbische Bibliographie)&amp;lt;ref name=&amp;quot;vls&amp;quot;/&amp;gt;; kleine und private Träger ''offen'' || teilweise: 1.634 Dokumente des SI auf Sachsen.Digital (Stand 2021)&amp;lt;ref name=&amp;quot;ldp&amp;quot;&amp;gt;Sorbisches Institut 2021: Pressemitteilung zu Digitalisaten aus dem Landesdigitalisierungsprogramm Sachsen (u. a. „Serbowka“, erstes sorbisches Lehrbuch), 12.03.2021. URL: https://serbski-institut.de/wp-content/uploads/2021/12/2021-03-12_MI_Erstes-sorbisches-Lehrbuch-LDP_Serbowka_de.4753.pdf, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;; Handschriften des SKA 2016 digitalisiert&amp;lt;ref name=&amp;quot;hs&amp;quot;&amp;gt;Sorbisches Institut o. J.: Digitalisate handschriftlicher Literatur aus den Beständen des SKA in Sachsen.digital. URL: https://serbski-institut.de/de/Handschriften-als-Digitalisat, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;; Zeitungen und Zeitschriften teils online&amp;lt;ref name=&amp;quot;vls&amp;quot;/&amp;gt;; Plakate des Sorbischen Museums im Pilot mit dem SI&amp;lt;ref name=&amp;quot;smb2026&amp;quot;/&amp;gt;; DZ-Pilot zu den Periodika Bramborski Casnik (ab 1848) und Katolski Posoł (ab 1863) mit Texterkennung&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt;; Neuauflage vergriffener Bücher des Domowina-Verlags als Book on Demand im Pilot&amp;lt;ref name=&amp;quot;dk2026&amp;quot;/&amp;gt;; Texterkennung historischer sorbischer Drucke mit weiterem Forschungsbedarf&amp;lt;ref name=&amp;quot;dk2026&amp;quot;/&amp;gt; || Nachlässe in Privatbesitz; säurehaltiges Papier des 19. und 20. Jahrhunderts (''Annahme'', nicht erhoben)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''B2''' Fotografien und Bildträger || Fotosammlungen und Fotonachlässe, Negative, Glasplatten, Dias || SKA, Sorbisches Museum, Wendisches Museum, Stadtmuseum Cottbus, SI (Kulturdenkmale), Sorbisches National-Ensemble (SNE), Domowina Verlag (LND), Deutsch-Sorbisches Volkstheater ''(Annahme)'', Chronisten, Privatpersonen || Sorbisches Museum: Foto- und Bildarchiv ca. 8.300&amp;lt;ref name=&amp;quot;smb2026&amp;quot;/&amp;gt;; Kulturdenkmal-Inventar 6.161 Negative&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt;; SKA: Fotosammlungen und Diakollektionen aus Domowina-Nachlässen vor 1990, Umfang ''offen''&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt;; Wendisches Museum: historische Fotografien, Dias, Zahl ''offen''&amp;lt;ref name=&amp;quot;wm2026&amp;quot;/&amp;gt; || teilweise bei Museen und SKA, z. B. Fotodatenbank des Sorbischen Museums&amp;lt;ref name=&amp;quot;smb2026&amp;quot;/&amp;gt;; private Bestände oft unstrukturiert&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt; || teilweise: Fotosammlungen des SKA über die Deutsche Fotothek zugänglich; Diakollektionen und Kulturdenkmal-Negative extern digitalisiert&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt;; ausgewählte Bildsammlungen des SKA im Virtuellen Lesesaal&amp;lt;ref name=&amp;quot;vls&amp;quot;/&amp;gt;; Glasplattennegative der Sammlung Fritz Unger (Stadtmuseum Cottbus) mit wendischen Motiven auf museum-digital&amp;lt;ref name=&amp;quot;unger&amp;quot;&amp;gt;museum-digital:brandenburg o. J.: Wendische Trachtengruppe, Glasplattennegativ, Fotografische Sammlung Fritz Unger, Stadtmuseum Cottbus, Inv.-Nr. U190-05. URL: https://brandenburg.museum-digital.de/pdf/object/65463.pdf?lang=de, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; || Negative, Dias und Glasplatten empfindlich; private Bestände ohne Verzeichnis&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''B3''' Analoge AV-Träger || Tonbänder, Kassetten, Schallplatten, Videobänder, Filme || SKA, MDR und rbb, SNE, Sorbisches Museum, Wendisches Museum, Amateurfilmer, Njepila-Hof (Tondokumente)&amp;lt;ref name=&amp;quot;liste2026&amp;quot;/&amp;gt;; Filme der früheren DEFA (Filmstudio der DDR), Hörfunkbestände der DDR-Zeit im Deutschen Rundfunkarchiv (''Annahme'') || sorbischsprachiger Rundfunk seit 1948&amp;lt;ref name=&amp;quot;rundfunk&amp;quot;&amp;gt;Wikipedia (englisch): Sorbischer Rundfunk. URL: https://en.wikipedia.org/wiki/Sorbischer_Rundfunk, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;; DEFA-Gruppe „Sorbischer Film“ 1980-1990: knapp 40 Filme&amp;lt;ref name=&amp;quot;defa&amp;quot;&amp;gt;Deutsches Historisches Museum, Zeughauskino o. J.: Filmreihe „Sorbische Filmlandschaften“. URL: https://www.dhm.de/zeughauskino/filmreihe/sorbische-filmlandschaften/, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;; Sorbisches Museum: Audiokassetten, Schallplatten, Filmrollen, VHS&amp;lt;ref name=&amp;quot;smb2026&amp;quot;/&amp;gt;; Wendisches Museum: VHS-Kassetten, CDs&amp;lt;ref name=&amp;quot;wm2026&amp;quot;/&amp;gt;; SKA, SNE und Amateurbestände ''offen'' || kaum bekannt || teilweise: Filme des SKA über die Deutsche Fotothek bzw. im sächsischen Programm zur Sicherung des audiovisuellen Erbes digitalisiert&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;vls&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;avsachsen&amp;quot;&amp;gt;Leipziger Internet Zeitung 2020: Über 50.000 Film- und Tonminuten digitalisiert. Zwischenbilanz zur Sicherung des audiovisuellen Erbes in Sachsen, 16.09.2020. URL: https://www.l-iz.de/melder/wortmelder/2020/09/Ueber-50-000-Film-und-Tonminuten-digitalisiert-Zwischenbilanz-zur-Sicherung-des-audiovisuellen-Erbes-in-Sachsen-349190, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;; Umfang ''offen''; im DZ bisher ein einfacher 8-mm-Digitalisierer, hochwertige Filmdigitalisierung nur in Kooperation&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt;; das Sorbische Museum benötigt Technik für Ton-, Film- und Videoträger&amp;lt;ref name=&amp;quot;smb2026&amp;quot;/&amp;gt; || '''hoch''': Material und veraltete Abspieltechnik erfordern eine priorisierte Digitalisierung; bei Film drohen Essigsäure-Syndrom, Farbverblassung und Schrumpfung&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt;; Magnetbandformate sind veraltet, die routinemäßige Überspielung endete nach Einschätzung von UNESCO und IASA (Internationaler Verband der Schall- und audiovisuellen Archive) etwa 2025&amp;lt;ref name=&amp;quot;mta&amp;quot;&amp;gt;IASA o. J.: Announcing the Magnetic Tape Alert Project (UNESCO-Programm „Information for All“ und IASA). URL: https://iasa-web.org/node/5374, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''B4''' 3D-Objekte || Trachten und Textilien, Volkskunst, Ostereier, Keramik, Glas, Hausrat, Musikinstrumente, Kunstwerke || Sorbisches Museum, Wendisches Museum, Heimatmuseen und Heimatstuben, Trachtenfundi von Vereinen und Ensembles, private Sammlungen || Sorbisches Museum: ca. 42.000 Objekte insgesamt, davon materielle Kultur ca. 21.000 mit ca. 6.700 Trachten und Textilien und ca. 8.000 Werken bildender Kunst&amp;lt;ref name=&amp;quot;smb2026&amp;quot;/&amp;gt;; Wendisches Museum: größte Sammlung niedersorbischer Tracht&amp;lt;ref name=&amp;quot;wm&amp;quot;&amp;gt;Wendisches Museum Cottbus o. J.: Selbstdarstellung des Museums, Dokument im Ratsinformationssystem der Stadt Cottbus. URL: https://session.cottbus.de/oparl/bodies/0001/downloadfiles/00007050.pdf, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;, dazu u. a. Keramik, Glas, Musikinstrumente, Volkskunst mit großer Ostereiersammlung, Zahl ''offen''&amp;lt;ref name=&amp;quot;wm2026&amp;quot;/&amp;gt;; Sorbische Webstube Drebkau über 4.000 Ostereier&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt;; Heimatmuseum Dissen 6.700 inventarisierte Exponate (SKR-Konzept, S. 8)&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;/&amp;gt;; Jänschwalde über 40 Originaltrachten und über 1.000 Keramiken&amp;lt;ref name=&amp;quot;liste2026&amp;quot;/&amp;gt; || teilweise: Sorbisches Museum mit Inventarbüchern und Datenbank (HiDA)&amp;lt;ref name=&amp;quot;smb2026&amp;quot;/&amp;gt;, Wendisches Museum mit Adlib&amp;lt;ref name=&amp;quot;wm2026&amp;quot;/&amp;gt;, aber ohne verknüpfendes System (SKR-Konzept, S. 7)&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;/&amp;gt;; kleine Museen teils ohne Inventar&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt; || kaum bis teilweise: Sorbisches Museum erst teilweise digital erfasst&amp;lt;ref name=&amp;quot;smb2026&amp;quot;/&amp;gt;; Wendisches Museum digitalisiert derzeit vor allem Kunst und hat mit museum-digital begonnen&amp;lt;ref name=&amp;quot;wm2026&amp;quot;/&amp;gt;; acht Häuser mit sorbischem Schwerpunkt haben zusammen 401 Objekte auf museum-digital veröffentlicht (SKR-Konzept, S. 8)&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;/&amp;gt;; Pilot Drebkau: sorbische Ostereier fotografiert, 16 davon als 3D-Modell, auf museum-digital&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt; || Sorbisches Museum: Zustand weitgehend gut, keine akut gefährdeten Bestände bekannt, ca. 100 Objekte mit Pestiziden aus der DDR-Zeit belastet&amp;lt;ref name=&amp;quot;smb2026&amp;quot;/&amp;gt;; Textilien empfindlich; private Ausstellungen ohne Nachfolge (siehe 3.2.3)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''C1''' Orale Traditionen || Sprache und Dialekte, Erzählungen, Sagen, Zeitzeugenberichte || Sprecherinnen und Sprecher; dokumentiert durch SI und Rundfunk || ''offen'' || teilweise: Zeitzeugen-O-Töne im Wissensportal Sorabicon&amp;lt;ref name=&amp;quot;atlas&amp;quot;/&amp;gt;; Zeitzeugen-Sammlung des studijo LUCIJA auf YouTube&amp;lt;ref name=&amp;quot;lucija_youtube&amp;quot;&amp;gt;studijo LUCIJA YouTube Kanal. URL: https://www.youtube.com/@studijoLucija/videos, abgerufen am 30.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; || teilweise || '''hoch''' für das Niedersorbische: nach Angaben des Bundesinnenministeriums 2024 nur noch wenige hundert fließende Sprecherinnen und Sprecher&amp;lt;ref name=&amp;quot;sprache&amp;quot;&amp;gt;Universität Potsdam o. J.: Mehrsprachigkeit in Brandenburg – Sorbisch (mit Verweis auf BMI 2024 und Landesregierung Brandenburg 2024). URL: https://www.uni-potsdam.de/de/svm/mehrsprachigkeit-in-brandenburg/studentische-projekte/sorbisch, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;; die Sicherung des Wissens von Zeitzeuginnen und Zeitzeugen ist im DZ-Konzept als Auswahlkriterium genannt&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''C2''' Darstellende Künste || Musik, Lieder, Tanz, Theater, Chorgesang || SNE, Deutsch-Sorbisches Volkstheater, Chöre und Ensembles; dokumentiert durch Rundfunk und studijo LUCIJA&amp;lt;ref name=&amp;quot;lucija_youtube&amp;quot;/&amp;gt; || ''offen'' || ''offen'' || teilweise: neuere Aufnahmen meist ursprünglich digital (siehe D1) || vergängliche Formate wie Aufführungen, Ausstellungen und Veranstaltungen werden bisher zu wenig gesichert; einfache Wege wie 360-Grad-Aufnahmen wurden angeregt&amp;lt;ref name=&amp;quot;dk2026&amp;quot;/&amp;gt;; ältere Mitschnitte auf AV-Trägern (siehe B3); digitale Mitschnitte, die nicht langzeittauglich gelagert und nicht registriert sind (siehe D1 und D2)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''C3''' Rituale und Feste || Bräuche und Feste im Jahreslauf, u. a. Vogelhochzeit, Zampern, Zapust, Ostersingen, Osterreiten, Maibaum, Kirmes || MDR, rbb, studijo LUCIJA&amp;lt;ref name=&amp;quot;lucija_youtube&amp;quot;/&amp;gt;, Vereine, Dorfgemeinschaften, Kirchgemeinden || „Gesellschaftliche Bräuche und Feste der Lausitzer Sorben im Jahreslauf“ seit 2014 im Bundesweiten Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes&amp;lt;ref name=&amp;quot;ike&amp;quot;&amp;gt;Sorbisches Institut 2020: Aufruf und Fragebogen zur Erhebung sorbischer/wendischer Bräuche und Feste im Landkreis Spree-Neiße, 18.12.2020. URL: https://www.serbski-institut.de/wp-content/uploads/2022/03/IKE-Fragebogen-Aufruf_2020_12_189_DE.4701.pdf, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;iketour&amp;quot;&amp;gt;Sachsen-Tourismus 2025: Hintergrundtext Immaterielles Kulturerbe. URL: https://www.sachsen-tourismus.de/fileadmin/mediendatenbank_ALT/mediendatenbank/bilder/presse/rechercheideen/hintergrundtext-immaterielles-kulturerbe-2025.pdf, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; || teilweise: Erhebung im Landkreis Spree-Neiße durch das SI ab 2020&amp;lt;ref name=&amp;quot;ike&amp;quot;/&amp;gt; mit rund 500 dokumentierten Praktiken, Ergebnisse auf Sorabicon („lebendiges Kulturerbe in der Niederlausitz“)&amp;lt;ref name=&amp;quot;ike2023&amp;quot;&amp;gt;Sorbisches Institut 2023: Teilprojekt zum immateriellen Kulturerbe der Sorben/Wenden in der Niederlausitz im Vorhaben „Digitales Portal zu sorbischen und Lausitzer Sprach- und Kulturlandschaften“. Folien zum Institutstag. URL: https://www.serbski-institut.de/wp-content/uploads/2023/01/08_DigPortal-M5-Institutstag-neu.pdf, abgerufen am 30.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;atlas&amp;quot;/&amp;gt;; Oberlausitz ''offen'' || teilweise || Praxis im Wandel; frühere Ausprägungen nur über Dokumentation greifbar&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''C4''' Wissen über Natur und Universum || Volksglaube, Heil- und Sammelwissen, religiöse Praxis || Familien, Kirchgemeinden || ''offen'' || ''offen'' || ''offen'' || Wissen oft bei wenigen, teils älteren Personen (SKR-Konzept, S. 8)&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''C5''' Traditionelles Handwerk || Ostereiverzierung, Trachtenherstellung und -pflege, Weben, Flachs und Leinen, Töpfern || Handwerkerinnen und Handwerker, Vereine, Heimatmuseen, z. B. Sorbische Webstube Drebkau&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;/&amp;gt;, Kólasko Drachhausen&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019b&amp;quot;/&amp;gt; || ''offen'' || ''offen'' || ''offen'' || Wissen an wenige Personen gebunden; fehlender Nachwuchs (SKR-Konzept, S. 8)&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''D1''' Born-digital || Websites, soziale Medien, Musikvideos, Veranstaltungsmitschnitte, digitale Fotos und Videos, digitale Publikationen, Projektdaten, ältere Datenträger || Künstlerinnen und Künstler, studijo LUCIJA, Rundfunk, Verlage, Vereine, Einrichtungen || 2024 ermittelte das SKR 41 sorbische Musikvideos von 18 Künstlerinnen, Künstlern und Gruppen auf YouTube, das früheste von 2007&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt;; Sorbisches Museum: neue Sammlungskategorie „Datenträger“ mit 5 Objekten&amp;lt;ref name=&amp;quot;smb2026&amp;quot;/&amp;gt;; sonst ''offen'' || kaum; erste Erhebungen durch das SKR&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt; || – || '''hoch''': YouTube ist kein verlässlicher Speicherort, Inhalte können jederzeit entfernt werden; vorgeschlagen ist eine Notsicherung durch das DZ&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt;; keine systematische Sicherung sorbischer Web- und Social-Media-Inhalte bekannt; Webarchivierung in Deutschland insgesamt lückenhaft&amp;lt;ref name=&amp;quot;webarchiv&amp;quot;&amp;gt;netzpolitik.org 2026: Kritische Infrastruktur: Bei der Web-Archivierung fehlt die Strategie. URL: https://netzpolitik.org/2026/kritische-infrastruktur-bei-der-web-archivierung-fehlt-die-strategie/, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;; Masterdateien teils nur beim Erzeuger&amp;lt;ref name=&amp;quot;lucija&amp;quot;/&amp;gt;; ältere Speichermedien wie Disketten schwer lesbar&amp;lt;ref name=&amp;quot;smb2026&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''D2''' Digitalisate || digitale Repräsentationen aus den Klassen A bis C || SI, SLUB mit Deutscher Fotothek, Museen, Projekte || SI: 1.634 Dokumente auf Sachsen.Digital (2021)&amp;lt;ref name=&amp;quot;ldp&amp;quot;/&amp;gt;; Sorabicon: zwölf veröffentlichte Sammlungen (2026)&amp;lt;ref name=&amp;quot;atlas&amp;quot;/&amp;gt;; Repositorium digitalizat.de, öffentlich voraussichtlich ab ca. Q3/2026, Stand ''offen''&amp;lt;ref name=&amp;quot;dk2026&amp;quot;/&amp;gt; || teilweise: über Kataloge und die Deutsche Digitale Bibliothek nachgewiesen, teils als gemeinfrei gekennzeichnet&amp;lt;ref name=&amp;quot;ddb&amp;quot;&amp;gt;Deutsche Digitale Bibliothek o. J.: Wot togo narodu Jesu Christußa (1865), Datengeber: Sorbisches Institut / Sorbisches Kulturarchiv. URL: https://www.deutsche-digitale-bibliothek.de/item/3IVBZKDCQK6LHTOFW5HKYF235K6A4QEF, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; || – || Langzeiterhaltung nicht dauerhaft geregelt: Das DZ legt Digitalisate in einem Repositorium mit Datensicherung ab, ein Konzept für die Langzeitarchivierung im Dauerbetrieb steht aus&amp;lt;ref name=&amp;quot;dk2026&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.2.3 Bestände mit vorrangigem Digitalisierungsbedarf ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als vorrangig gilt ein Bestand, wenn mindestens einer der folgenden Gründe zutrifft:&lt;br /&gt;
# '''Materialverfall oder veraltete Technik:''' Der Träger zerfällt, oder Abspielgeräte sind kaum noch verfügbar.&lt;br /&gt;
# '''Ungesicherte Betreuung:''' Nachfolge, Räume oder Trägerschaft sind nicht gesichert.&lt;br /&gt;
# '''Unikat ohne Sicherung:''' Es gibt weder eine Kopie noch einen Nachweis an anderer Stelle.&lt;br /&gt;
# '''Schwindendes Wissen:''' Trägerinnen und Träger einer Praxis oder Zeitzeugen können nur noch begrenzte Zeit befragt werden.&lt;br /&gt;
# '''Ungesicherte digitale Dateien:''' Masterdateien fehlen, es gibt kein Zielarchiv, oder die Dateiformate veralten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die '''Dringlichkeit''' ist&lt;br /&gt;
* ''hoch'', wenn Verlust oder Unzugänglichkeit innerhalb weniger Jahre wahrscheinlich sind,&lt;br /&gt;
* ''mittel'', wenn ein Risiko erkennbar ist, der Zeitrahmen aber offen ist, und&lt;br /&gt;
* ''offen'', wenn die Lage nicht bekannt ist.&lt;br /&gt;
Die Herkunft der Dringlichkeit ist mit '''G''' gekennzeichnet, wenn der Bedarf von Trägern oder in ihren Unterlagen genannt wurde, und mit '''A''', wenn er aus der Analyse abgeleitet ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|+ Bestände mit vorrangigem Digitalisierungsbedarf&lt;br /&gt;
! Bestand / Bestandsgruppe !! Träger !! Klasse !! Grund !! Dringlichkeit !! Herkunft !! Quelle&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Ton-, Video- und Filmbestände auf Magnetband und Film || SKA, SNE, Rundfunk, Sorbisches Museum, Wendisches Museum, Amateurfilmer, Njepila-Hof u. a. || B3 || 1, 3 || hoch || G, A || &amp;lt;ref name=&amp;quot;smb2026&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;mta&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;ska&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Sprache und Erzählwissen der letzten muttersprachlichen Sprecherinnen und Sprecher des Niedersorbischen || – || C1 || 4 || hoch || A || &amp;lt;ref name=&amp;quot;sprache&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Zwei private Ausstellungen in der Oberlausitz, von den Betreibern im Ruhestand allein und ohne Förderung betreut (Stand 2019); eine davon inzwischen vom DZ als 3D-Raumscan erfasst, ihr dauerhafter Verbleib ist ungeklärt || privat || B4 || 2, 3 || hoch || G || &amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019b&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Private Sammlungen und Nachlässe, darunter Filme und Chroniken sowie ein Nachlass, dessen Sichtung und Bewertung 2019 erbeten wurde || privat || B1-B4 || 1, 2, 3 || hoch || G || &amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019b&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Veranstaltungsmitschnitte, die nicht zentral registriert sind und nur teilweise und komprimiert (''zu prüfen'') an das SKA gehen || studijo LUCIJA || D1 (C2, C3) || 5 || hoch || A || &amp;lt;ref name=&amp;quot;lucija&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Sorbische Musikvideos auf YouTube, Websites und soziale Medien || Künstlerinnen und Künstler, Gruppen, Einrichtungen || D1 || 5 || hoch || G ||&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;webarchiv&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Ältere Datenträger und ursprünglich digitale Objekte in Sammlungen, z. B. Disketten; Sammlungskategorie „Datenträger“ des Sorbischen Museums || Sorbisches Museum u. a. || D1 || 1, 5 || mittel || G || &amp;lt;ref name=&amp;quot;smb2026&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Ausstellungen kleiner Sammlungsorte ohne Langzeitperspektive, deren Sicherung im Ist-Zustand häufig gewünscht wird || Heimatstuben, kleine Museen || B4, A || 2 || mittel || G || &amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Archiv verschwundener Orte in Horno: Umzug 2019 geplant || Trägerschaft ''offen'' || B1, B2 || 2 || ''offen'' || G || &amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019b&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Sorbische Museum kennt in seinen eigenen Beständen keine akut gefährdeten Objekte.&amp;lt;ref name=&amp;quot;smb2026&amp;quot;/&amp;gt; Die Fotonegative des Kulturdenkmal-Inventars, die bis 2024 nahezu ausschließlich analog vorlagen, sind inzwischen digitalisiert.&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.2.4 Bedarfe der Kulturgutträger ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Neben dem Bedarf einzelner Bestände haben viele Kulturgutträger Bedarfe, die sie selbst betreffen. Sie werden hier gebündelt und der Seite des Angebots zugeordnet, an die sie sich richten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
! Bedarf !! Betroffene Träger !! Richtet sich an !! Herkunft !! Quelle&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Personal und Nachwuchs für Betreuung, Erfassung und Digitalisierung; keine Mittel für studentische Hilfskräfte || kleine Museen, Heimatstuben, ehrenamtliche Sammlungsorte; Sorbisches Museum, Wendisches Museum&amp;gt; || Rahmen (F), K2 || G || &amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;smb2026&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;wm2026&amp;quot;/&amp;gt;; SKR-Konzept, S. 7-8 und 29&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Laufende Finanzierung für Personal und Unterhalt; z. B. jährliches Ringen um Personalmittel in Dissen || kleine Museen || Rahmen (F) || G || &amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019b&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Fachliche Begleitung, Beratung und Schulung, auch zu einer Digitalstrategie und zum Umgang mit digitalen Sammlungsobjekten || kleine und ehrenamtliche Träger; Wendisches Museum; Sorbisches Museum || K1-K3, Rahmen || G || &amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;wm2026&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;smb2026&amp;quot;/&amp;gt;; SKR-Konzept, S. 10 und 30&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Inventarisierung und digitale Erschließung; Nachholbedarf wegen Personalmangels „teils bestandsgefährdend“; Erfassung von Metadaten mit Hilfskräften, ggf. mit KI-Unterstützung || kleine Museen, private Sammlungen, Domowina-Strukturen || K1 || G || SKR-Konzept, S. 7&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;/&amp;gt;; &amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2026&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Vernetzung und Kooperation; eine Dienstleistungs- und Ermöglichungsstruktur für die Digitalisierung || kleine Museen, Domowina || Rahmen (S) || G || &amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2026&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Sichtbarkeit und Präsentation; Katalog für die im Aufbau befindliche Fachbibliothek || sorbische Museen, kleine Museen; Wendisches Museum || K4 || G || &amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2020&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;smb2026&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;wm2026&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Sichtung und Bewertung von Nachlässen || private Nachlässe || K1, Prozessschritt „Bewerten“ || G || &amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019b&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Räume, Bausubstanz und Bewirtschaftung, z. B. Muzej Ćišinskeho, Dom Njechorńskeho || kleine Museen und Gedenkorte || Rahmen (Voraussetzung) || G || &amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019b&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2026&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Technik und Dienstleistung zur Digitalisierung von Ton-, Film-, Video- und Diaträgern || Sorbisches Museum, Wendisches Museum, kleine und private Träger || K2 || G || &amp;lt;ref name=&amp;quot;smb2026&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;wm2026&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Großformatige Scans über DIN A3 bis DIN A0, z. B. für Plakate und Kunstwerke auf Papier || Sorbisches Museum || K2 || G || &amp;lt;ref name=&amp;quot;smb2026&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Lesbarmachung älterer Speichermedien wie Disketten || Sorbisches Museum || K2, K3 || G || &amp;lt;ref name=&amp;quot;smb2026&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Digitalisierung mit Texterkennung von Verwaltungsdokumenten wie Kauf- und Leihverträgen, um Sammlungs- und Besitzstand und Provenienz zu sichern || Wendisches Museum || K2 || G || &amp;lt;ref name=&amp;quot;wm2026&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Klarheit über Leistungsrahmen, Laufzeit, Kapazität und Logistik des DZ sowie über seine Nutzbarkeit für brandenburgische Bestände || Wendisches Museum || K2, Rahmen || G || &amp;lt;ref name=&amp;quot;wm2026&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;dk2026&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Verbindlicher Ort für die langfristige Erhaltung von Digitalisaten und ursprünglich digitalen Aufnahmen || Domowina;studijo LUCIJA, Projekte, kleine Träger || K3 || G / A || &amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2026&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;lucija&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Rechteklärung: Bild- und Urheberrechte an Digitalisaten des DZ; Rundfunkproduktionen; Einwilligungen bei Veranstaltungsaufnahmen || Sorbisches Museum, Rundfunkproduktionen, Veranstaltungsaufnahmen || Rahmen || G / A || &amp;lt;ref name=&amp;quot;smb2026&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Sorbische Museum sieht bei Langzeitverfügbarkeit sowie bei Register und Metadaten keinen akuten Bedarf, da beides Teil seiner regulären Museumsarbeit sei. Es erwartet vom SKR vor allem eine einfachere Objektrecherche, Unterstützung beim Leihverkehr und größere Sichtbarkeit seiner Sammlung.&amp;lt;ref name=&amp;quot;smb2026&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.2.5 Erste Befunde ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* '''Ein Gesamtüberblick über die Bestände fehlt.''' 2020 wurde festgestellt, dass eine systematische Registrierung des sorbischen Kulturerbes fehlt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2020&amp;quot;/&amp;gt; 2025 beschrieb das SI die Bedingungen an den Sammlungsorten als „von vorbildlich bis prekär“; vieles liege nur analog vor, und die Digitalisierung stehe überwiegend am Anfang.&amp;lt;ref name=&amp;quot;skrhandout&amp;quot;&amp;gt;Sorbisches Institut 2025: Handout zum Pressegespräch „Konzept Sorbisches Kulturregister“, 20.11.2025. URL: https://www.serbski-institut.de/wp-content/uploads/2025/11/2025-11-20_Handout-Pressegespraech-SKR_Konzept.pdf, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Ein Überblick sei derzeit nicht möglich, weil die Sammlungsorte technisch „fraktioniert oder gar inkompatibel“ arbeiten (SKR-Konzept, S. 8).&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;/&amp;gt; Für ein Erbe von „viele[n] hunderttausend Entitäten“ fehle es an systematischer Erfassung mit eindeutigen Kennungen und gemeinsamen Metadaten.&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt; Auch die Domowina hat keinen Überblick über die Bestände in ihren Strukturen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2026&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
* '''Die bekannten Sammlungsorte sind nur ein Ausschnitt.''' Das SKR-Konzept nennt mehr als 70 Einrichtungen mit kulturerberelevantem Archivgut (S. 10), die Domowina verweist auf mindestens 70 Orte&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2026&amp;quot;/&amp;gt;. Im Arbeitskreis Lausitzer Museenland widmet sich etwa ein Drittel der 48 Heimatstuben und Regionalmuseen sorbischer Geschichte und Kultur (S. 7).&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;/&amp;gt; Die Arbeitsliste umfasst bisher rund 32 Orte.&amp;lt;ref name=&amp;quot;liste2026&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
* '''Zahlen gibt es nur für wenige große Träger.''' Größenordnungen liegen vor für das Sorbische Museum (ca. 42.000 Objekte), das Schriftgut des SI (mindestens 500.000 Druckseiten), die Sorbische Zentralbibliothek und das Kulturdenkmal-Inventar (1.760 Datensätze). Für das SKA, das Wendische Museum, die audiovisuellen Bestände und fast alle kleinen Träger fehlen sie. &amp;lt;mark&amp;gt;SKA anfragen&amp;lt;/mark&amp;gt;&lt;br /&gt;
* '''Wo der Zeitdruck am größten ist, ist am wenigsten bekannt.''' Das betrifft vor allem die analogen Ton-, Video- und Filmbestände sowie die Dokumentation des Niedersorbischen. Beide großen Museen nennen Technik für audiovisuelle Träger als Bedarf.&amp;lt;ref name=&amp;quot;smb2026&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;wm2026&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
* '''Online sichtbar ist nur ein Bruchteil.''' Acht Häuser mit sorbischem Schwerpunkt haben zusammen 401 Objekte auf museum-digital veröffentlicht; das Heimatmuseum Dissen mit 6.700 inventarisierten Exponaten noch keines (SKR-Konzept, S. 8).&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;/&amp;gt; Das Wendische Museum hat mit museum-digital begonnen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;wm2026&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
* '''Digital vorhanden heißt nicht gesichert.''' Ursprünglich digitale Aufnahmen, Musikvideos und Projektdaten haben teils kein Zielarchiv oder liegen nur bei ihrem Erzeuger (siehe 3.2.3). Welche Dienste für die langfristige Erhaltung (K3) bestehen oder geplant sind, untersucht Abschnitt 3.3, wer die Aufgabe übernimmt, Abschnitt 3.4.&lt;br /&gt;
* '''Das immaterielle Kulturerbe ist ungleich dokumentiert.''' Für die Niederlausitz gab es ab 2020 eine Erhebung der Bräuche und Feste,&amp;lt;ref name=&amp;quot;ike&amp;quot;/&amp;gt; für die Oberlausitz ist keine vergleichbare bekannt.&lt;br /&gt;
* '''Ein Teil des Erbes liegt außerhalb sorbischer Verantwortung oder außerhalb der Lausitz,''' etwa in Prag, Dresden, Görlitz, Berlin und Marbach, in nicht öffentlichen Rundfunkarchiven und bei der DEFA-Überlieferung.&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Ist-Analyse kann damit Struktur und Schwerpunkte benennen, aber keine vollständige Bestandsübersicht ersetzen. Eine institutionsübergreifende Bestands- und Bedarfserhebung mit Prioritätenliste ist eine eigene Aufgabe (vgl. das Ziel 2028 in [[#1.1 Visionen und Ziele für die sorbische digitale Welt|Abschnitt 1.1]]) und wird bei den Maßnahmen aufgegriffen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== 3.3 Kernfunktionen: Vorhaben, Systeme, Dienste ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieser Abschnitt beschreibt die Angebotsseite der Analyse: Welche Vorhaben, Systeme und Dienste decken die [[#2.3.2 Vier Kernfunktionen|vier Kernfunktionen]] heute ab, welche sind im Aufbau oder geplant, und welche Kulturgutträger können sie nutzen? Er stellt damit dem Bedarf aus [[#3.2 Bestände und Bedarfe|Abschnitt 3.2]] das vorhandene und geplante Angebot gegenüber. Wie Zuständigkeiten, Regeln und Finanzierung organisiert sind, untersucht Abschnitt 3.4.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Grundlage sind das Konzept des Digitalisierungszentrums (DZ) vom 13.08.2025&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt;, das Konzept des Sorbischen Kulturregisters (SKR) vom 20.11.2025&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;/&amp;gt;, das Protokoll des Digitalisierungskreises vom 21.04.2026&amp;lt;ref name=&amp;quot;dk2026&amp;quot;/&amp;gt;, die Rückmeldungen der Museen vom April 2026&amp;lt;ref name=&amp;quot;smb2026&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;wm2026&amp;quot;/&amp;gt; sowie öffentlich zugängliche Angaben der Betreiber. Einzelheiten zu jedem Vorhaben (Laufzeit, Finanzierung, Hinweise) stehen in [[12.3.A4 Vorhaben, Systeme und Dienste zur Digitalisierung des sorbischen Kulturerbes|Anhang 12.3.A4]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;mark&amp;gt;Die folgende Übersicht muss mit dem SI (DZ, SKR, SKA, Zentralbibliothek), der SLUB und den Museen bzgl. Korrektheit und Vollständigkeit abgestimmt werden.&amp;lt;/mark&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.3.1 Bewertungsmaßstab und Begriffe ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jedes Vorhaben wird mit zwei Merkmalen beschrieben. Bewertet werden dabei Dienste aus einrichtungsübergreifender Sicht, nicht die Arbeit einzelner Einrichtungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
; Reifegrad&lt;br /&gt;
: Entwicklungsstand nach dem Prüfraster in [[12.3.A2 Prüfraster zur Bewertung des Entwicklungsstandes beim Aufbau der Digitalisierung des Kulturerbes|Anhang 12.3.A2]]. Er zeigt zugleich, ob ein Angebot geplant (Stufe 1), im Aufbau (Stufe 2) oder nutzbar ist (Stufen 3 und 4). Wie im Prüfraster empfohlen, wird jede Kernfunktion getrennt bewertet. Für die Gesamtkette zählt die schwächste kritische Abhängigkeit mehr als der Durchschnitt.&lt;br /&gt;
; Trägerabdeckung&lt;br /&gt;
: Welche Kulturgutträger den Dienst heute tatsächlich nutzen können. Ist ein Dienst für einen größeren Kreis ausgelegt, steht das Ziel in Klammern. Ein Dienst, der alle Träger abdeckt, steht damit auch Dritten zur Verfügung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|+ Stufen der beiden Merkmale&lt;br /&gt;
! Reifegrad !! Trägerabdeckung&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;background:#f8d7da&amp;quot; | '''0''' · nicht begonnen: keine abgestimmten Ziele, Zuständigkeiten oder Verfahren || style=&amp;quot;background:#fde2c4&amp;quot; | '''eigene Bestände''': nur der Betreiber selbst&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;background:#fde2c4&amp;quot; | '''1''' · konzeptionell geklärt: Ziele, Rollen und Anforderungen beschrieben, noch nicht erprobt || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | '''einzelne Partner''': ausgewählte Träger, z. B. im Pilotbetrieb oder per Kooperationsvertrag&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | '''2''' · pilotiert: mit einzelnen Beständen oder Trägern praktisch erprobt || style=&amp;quot;background:#e8f0c8&amp;quot; | '''Teilgruppe''': alle Träger eines Landes oder einer Art, z. B. alle Museen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;background:#dff0d8&amp;quot; | '''3''' · teilweise im Regelbetrieb: Leistungen werden wiederholt erbracht, sind aber noch nicht vollständig verfügbar || style=&amp;quot;background:#c3e6cb&amp;quot; | '''alle Träger''' sorbischen Kulturerbes&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;background:#c3e6cb&amp;quot; | '''4''' · dauerhaft etabliert und überprüft: Zuständigkeiten, Finanzierung und Verfahren dauerhaft verankert || style=&amp;quot;background:#eeeeee&amp;quot; | '''–''': nicht anwendbar, z. B. bei Dokumentationen durch das SI&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Daraus ergibt sich der Maßstab für die Bewertung: Für jede Kernfunktion sollte mindestens ein Dienst oder ein abgestimmtes Bündel von Diensten mit Reifegrad 4 bestehen, das zusammen alle Kulturgutklassen und alle Träger abdeckt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den Tabellen kommen einige technische Begriffe vor:&lt;br /&gt;
; Kitodo&lt;br /&gt;
: Freie Software für Digitalisierungsabläufe. Kitodo.Production steuert die Arbeitsschritte vom Scan bis zum fertigen digitalen Objekt, Kitodo.Presentation stellt Digitalisate online bereit. Beide werden u. a. von der SLUB eingesetzt.&lt;br /&gt;
; METS/MODS, LIDO&lt;br /&gt;
: Standardformate für Metadaten. METS/MODS fasst ein Digitalisat mit seiner Struktur und Beschreibung zusammen und ist Grundlage z. B. für den DFG-Viewer, einen Online-Betrachter für Digitalisate. LIDO ist ein Austauschformat für Museumsobjekte.&lt;br /&gt;
; IIIF (International Image Interoperability Framework)&lt;br /&gt;
: Standard, über den Bilder und ihre Beschreibungen in verschiedenen Portalen und Betrachtern abgerufen werden können.&lt;br /&gt;
; PURL&lt;br /&gt;
: Persistent Uniform Resource Locator, eine dauerhafte Internetadresse, die auch bei einem Systemwechsel gleich bleibt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.3.2 Vorhaben und Dienste je Kernfunktion ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dienste, die mehrere Kernfunktionen abdecken, erscheinen bei jeder dieser Funktionen, weil ihr Reifegrad je Funktion verschieden sein kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|+ Vorhaben, Systeme und Dienste nach Kernfunktionen (Einzelheiten in Anhang 12.3.A4)&lt;br /&gt;
! Vorhaben / Dienst (Betreiber) !! Kulturgut-Klassen !! Reifegrad !! Trägerabdeckung heute (Ziel)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! colspan=&amp;quot;4&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left; background:#eaecf0&amp;quot; | K1 – Erfassen, beschreiben und verknüpfen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Sorbisches Kulturregister (SKR)''' (SI)&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;/&amp;gt; || alle || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | 2 · pilotiert (Regelbetrieb nach Personalausstattung möglich, Zeitpunkt offen) || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | einzelne Partner (Ziel: alle)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''museum-digital''' als Inventarisierungswerkzeug (Verbund museum-digital)&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt; || B1, B2, B4 || style=&amp;quot;background:#dff0d8&amp;quot; | 3 · teilweise Regelbetrieb || style=&amp;quot;background:#e8f0c8&amp;quot; | Teilgruppe: alle Museen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Bibliothekskatalog und Sorbische Bibliographie''' (Sorbische Zentralbibliothek)&amp;lt;ref name=&amp;quot;vls&amp;quot;/&amp;gt; || B1 || style=&amp;quot;background:#c3e6cb&amp;quot; | 4 · etabliert (''Annahme'') || style=&amp;quot;background:#fde2c4&amp;quot; | eigene Bestände&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Archivische Erschließung des SKA''', u. a. im Verbundkatalog Kalliope (SI)&amp;lt;ref name=&amp;quot;kitodo2021&amp;quot;&amp;gt;Böhmak, Wito 2021: Vortragsfolien zum Einsatz von Kitodo.Production am Sorbischen Institut (Nachlass Gotthold Schwela), Kitodo-Anwendertreffen 2021. URL: https://www.kitodo.org/fileadmin/groups/kitodo/Dokumente/Anwendertreffen_2021_Boehmak.pdf, abgerufen am 30.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; || B1-B3 || style=&amp;quot;background:#dff0d8&amp;quot; | 3 · teilweise Regelbetrieb (''Annahme'') || style=&amp;quot;background:#fde2c4&amp;quot; | eigene Bestände&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Inventardatenbanken der Museen''' (Sorbisches Museum: HiDA; Wendisches Museum: Adlib)&amp;lt;ref name=&amp;quot;smb2026&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;wm2026&amp;quot;/&amp;gt; || B1, B2, B4 || style=&amp;quot;background:#dff0d8&amp;quot; | 3 · teilweise Regelbetrieb || style=&amp;quot;background:#fde2c4&amp;quot; | eigene Bestände&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Datenbank sorbischer Kulturdenkmale''' (SI; Teilprojekt im Verbund DIKUSA)&amp;lt;ref name=&amp;quot;kdmsi&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;sorabiconkdm&amp;quot;&amp;gt;Sorabicon o. J.: Kulturdenkmale – Förderung. URL: https://sorabicon.de/en/cultural-memorials/about/grant/, abgerufen am 30.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; || A || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | 2 · pilotiert || style=&amp;quot;background:#eeeeee&amp;quot; | – (Dokumentation durch das SI)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Erhebung des immateriellen Kulturerbes in der Niederlausitz''' mit Belegdatenbank (SI)&amp;lt;ref name=&amp;quot;ike2023&amp;quot;/&amp;gt; || C1-C5 || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | 2 · pilotiert || style=&amp;quot;background:#eeeeee&amp;quot; | – (Dokumentation durch das SI)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Quellen zur sorbischen Geschichte 1918-1945''': Nachweis von Archivbeständen außerhalb der Lausitz (SI, Modul auf Sorabicon)&amp;lt;ref name=&amp;quot;quellen&amp;quot;&amp;gt;Heitmann, Clemens (Hrsg.) o. J.: Quellen zur sorbischen Geschichte 1918-1945. Modul im Wissensportal Sorabicon. URL: https://www1.sorabicon.de/en/sources-of-sorbian-history-1918-1945/, abgerufen am 30.10.2026; vgl. Heitmann, Clemens 2019: Digitales Archivportal zur Geschichte der Sorben. Arbeitsfortschritte und erste Ergebnisse. In: Lětopis 2019/1, S. 129-140.&amp;lt;/ref&amp;gt; || B1 || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | 2 · pilotiert, Projekt abgeschlossen || style=&amp;quot;background:#eeeeee&amp;quot; | – (Nachweis fremder Bestände)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! colspan=&amp;quot;4&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left; background:#eaecf0&amp;quot; | K2 – Digitalisieren und Qualität sichern&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Digitalisierungszentrum (DZ)''' (SI)&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;dk2026&amp;quot;/&amp;gt; || B1, B2, B4, A (Raumscans) || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | 2 · pilotiert (Regelbetrieb bis Ende 2027 vorgesehen, danach Finanzierung offen) || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | einzelne Partner, kostenfrei nur in Sachsen (Ziel: alle)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Filmdigitalisierung in Kooperation''' (DZ, Prüfung mit dem Medienzentrum der SLUB)&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt; || B3 || style=&amp;quot;background:#fde2c4&amp;quot; | 1 · konzeptionell || style=&amp;quot;background:#eeeeee&amp;quot; | – (Ziel: alle)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Landesdigitalisierungsprogramm Sachsen''' (SLUB)&amp;lt;ref name=&amp;quot;ldp&amp;quot;/&amp;gt; || B1 || style=&amp;quot;background:#dff0d8&amp;quot; | 3 · teilweise Regelbetrieb || style=&amp;quot;background:#e8f0c8&amp;quot; | Teilgruppe: Sachsen (''Annahme'')&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Deutsche Fotothek''', Kooperation mit dem SKA (SLUB)&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt; || B2, B3 || style=&amp;quot;background:#dff0d8&amp;quot; | 3 · teilweise Regelbetrieb || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | einzelne Partner: SKA&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''SAVE''', Landesprogramm zur Sicherung des audiovisuellen Erbes in Sachsen (SLUB mit dem Filmverband Sachsen)&amp;lt;ref name=&amp;quot;save2019&amp;quot;&amp;gt;Leipziger Internet Zeitung 2019: Sachsen startet Sicherung von historischen Film- und Tonaufnahmen, August 2019. URL: https://www.l-iz.de/melder/wortmelder/2019/08/Sachsen-startet-Sicherung-von-historischen-Film-und-Tonaufnahmen-292580, abgerufen am 30.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;save2026&amp;quot;&amp;gt;Loch, René 2026: Filminstitutionen protestieren gegen Kürzungen im sächsischen Doppelhaushalt. Leipziger Zeitung, 18.09.2026. URL: https://www.l-iz.de/kultur/film-tv/2026/09/filminstitutionen-protestieren-gegen-kuerzungen-im-saechsischen-doppelhaushalt-671028, abgerufen am 30.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; || B3 || style=&amp;quot;background:#dff0d8&amp;quot; | 3 · teilweise Regelbetrieb; Kürzungen ab 2027 geplant || style=&amp;quot;background:#e8f0c8&amp;quot; | Teilgruppe: Sachsen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Eigene Digitalisierung der Museen''' (Sorbisches Museum, Wendisches Museum)&amp;lt;ref name=&amp;quot;smb2026&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;wm2026&amp;quot;/&amp;gt; || B1, B2, B4 bis DIN A3 || style=&amp;quot;background:#dff0d8&amp;quot; | 3 · teilweise Regelbetrieb || style=&amp;quot;background:#fde2c4&amp;quot; | eigene Bestände&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! colspan=&amp;quot;4&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left; background:#eaecf0&amp;quot; | K3 – Langfristig erhalten&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Repositorium und Datenhaltung des DZ''' (SI)&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;dk2026&amp;quot;/&amp;gt; || D2 || style=&amp;quot;background:#fde2c4&amp;quot; | 1 · konzeptionell (Datenhaltung mit Sicherung erprobt, Langzeitarchivierung offen) || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | einzelne Partner (Ziel: alle)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Digitale Langzeitarchivierung der SLUB''' (SLUB)&amp;lt;ref name=&amp;quot;nestor&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;dk2026&amp;quot;/&amp;gt; || D1, D2 || style=&amp;quot;background:#c3e6cb&amp;quot; | 4 · etabliert für eigene Bestände (''Annahme'') || style=&amp;quot;background:#fde2c4&amp;quot; | eigene Bestände; für sorbische Träger ''offen''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Datensicherung der Museen''' (Sorbisches Museum, Wendisches Museum)&amp;lt;ref name=&amp;quot;smb2026&amp;quot;/&amp;gt; || eigene Digitalisate || style=&amp;quot;background:#eeeeee&amp;quot; | ''offen'' || style=&amp;quot;background:#fde2c4&amp;quot; | eigene Bestände&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Notsicherung ursprünglich digitaler Werke''' (DZ und SKR, Vorschlag)&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt; || D1 || style=&amp;quot;background:#fde2c4&amp;quot; | 1 · konzeptionell || style=&amp;quot;background:#eeeeee&amp;quot; | – (Vorschlag)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! colspan=&amp;quot;4&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left; background:#eaecf0&amp;quot; | K4 – Zugänglich machen und Nutzung ermöglichen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Sorabicon''', mehrsprachiges Wissensportal (SI)&amp;lt;ref name=&amp;quot;siposter&amp;quot;&amp;gt;Sorbisches Institut o. J.: Digitalisierung der sorbischen/wendischen Kulturdaten. Poster zum Drei-Säulen-Modell der Digitalisierungsstrategie des SI. URL: https://serbski-institut.de/wp-content/uploads/2021/11/A0-Druck_Digitalisierungsstrategie-SI.pdf, abgerufen am 30.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;sorabicon2024&amp;quot;&amp;gt;Bejmak, Wito; Slodička, Marek 2024: Sorabicon. Vortrag auf der 17. Tagung der AG Regionalportale, Dresden, 6.-8. Mai 2024. URL: https://hackmd.io/@Marek00/Sorabicon-17-AG-RegPortale, abgerufen am 30.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; || A, B1, C1, C3 || style=&amp;quot;background:#dff0d8&amp;quot; | 3 · teilweise Regelbetrieb || style=&amp;quot;background:#fde2c4&amp;quot; | eigene Bestände (kuratiert durch das SI)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Virtueller Lesesaal''' (SI)&amp;lt;ref name=&amp;quot;vls&amp;quot;/&amp;gt; || B1-B3 || style=&amp;quot;background:#dff0d8&amp;quot; | 3 · teilweise Regelbetrieb || style=&amp;quot;background:#fde2c4&amp;quot; | eigene Bestände&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Sachsen.digital''' und '''DFG-Viewer''' (SLUB)&amp;lt;ref name=&amp;quot;ldp&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;kitodo2021&amp;quot;/&amp;gt; || B1 || style=&amp;quot;background:#c3e6cb&amp;quot; | 4 · etabliert || style=&amp;quot;background:#e8f0c8&amp;quot; | Teilgruppe: Sachsen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''digitalizat.de''', Repositorium und Präsentation des DZ (SI)&amp;lt;ref name=&amp;quot;dk2026&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt; || B1, B2 || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | 2 · pilotiert || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | einzelne Partner (Ziel: alle)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Rechercheoberfläche des SKR''' mit Suche, Filtern und eigenen Seiten je Eintrag (SI, geplant)&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;/&amp;gt; || alle || style=&amp;quot;background:#fde2c4&amp;quot; | 1 · konzeptionell (''Annahme'') || style=&amp;quot;background:#eeeeee&amp;quot; | – (Ziel: alle)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''museum-digital''' (Verbund museum-digital)&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;wm2026&amp;quot;/&amp;gt; || B4, B2, B1 || style=&amp;quot;background:#dff0d8&amp;quot; | 3 · teilweise Regelbetrieb || style=&amp;quot;background:#e8f0c8&amp;quot; | Teilgruppe: alle Museen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Überregionale Portale''': Deutsche Digitale Bibliothek (DDB), Archivportal-D, Kalliope, Copernico&amp;lt;ref name=&amp;quot;fotothekddb&amp;quot;&amp;gt;Deutsche Digitale Bibliothek o. J.: Fotografie aus der Fotosammlung Ernst Tschernik. Datengeber: Sorbisches Institut / Sorbisches Kulturarchiv, geliefert über die Deutsche Fotothek. URL: https://www.deutsche-digitale-bibliothek.de/item/VYGCX4DORKMVYJG6JKMITHNBQ3QOC6JB, abgerufen am 30.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;copernico&amp;quot;&amp;gt;Sorbisches Institut 2026: Pressemitteilung zur Mitgliedschaft im Netzwerk „Copernico – Geschichte und kulturelles Erbe im östlichen Europa“, 28.07.2026. URL: https://idw-online.de/de/news875220, abgerufen am 30.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; || B1, B2 || style=&amp;quot;background:#c3e6cb&amp;quot; | 4 · etabliert || style=&amp;quot;background:#e8f0c8&amp;quot; | Teilgruppe: Einrichtungen mit eigenen Daten&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Sprachportale''' niedersorbisch.de und obersorbisch.de (SI, ''Annahme'')&amp;lt;ref name=&amp;quot;atlas&amp;quot;/&amp;gt; || C1 || style=&amp;quot;background:#dff0d8&amp;quot; | 3 · teilweise Regelbetrieb (''Annahme'') || style=&amp;quot;background:#fde2c4&amp;quot; | eigene Bestände&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kein heute nutzbarer Dienst deckt alle Träger ab. Für alle Träger ausgelegt sind bisher nur Vorhaben im Aufbau oder in Planung: SKR, DZ, digitalizat.de und die Rechercheoberfläche des SKR.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.3.3 Kurzbewertung der vier Kernfunktionen ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Kurzbewertung fasst die Tabelle aus einrichtungsübergreifender Sicht zusammen: Bewertet wird, was für das sorbische Kulturerbe insgesamt verfügbar ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|+ Kurzbewertung der Kernfunktionen&lt;br /&gt;
! Kernfunktion !! Reifegrad !! Trägerabdeckung heute !! Was funktioniert !! Was fehlt&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''K1''' Erfassen, beschreiben und verknüpfen || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | '''2''' · pilotiert || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | einzelne Partner (SKR-Pilot); Museen über museum-digital || Erfassung in den einzelnen Einrichtungen im Regelbetrieb; für Kulturdenkmale in Sachsen und das immaterielle Erbe der Niederlausitz erprobt; SKR-Prototyp mit Schnittstellen und Normdaten || kein einrichtungsübergreifender Nachweis im Regelbetrieb; kleine Träger und Privatsammlungen kaum erfasst; Personal des SKR über 2025 hinaus nicht gesichert (Stand ''offen''); Regeln für Masterdaten, Versionierung und Kennungen erst diskutiert&amp;lt;ref name=&amp;quot;dk2026&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''K2''' Digitalisieren und Qualität sichern || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | '''2''' · pilotiert || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | einzelne Partner; Landesangebote nur in Sachsen || DZ mit Technik, Kitodo-Arbeitsablauf und Piloten für Schriftgut, Fotos, 3D-Objekte und Räume; bewährte Landesangebote in Sachsen; Museen digitalisieren eigene Bestände bis A3 || Dienstleistungsbetrieb des DZ erst nach der Pilotphase; Leistungsrahmen und Logistik für Partner noch nicht beschrieben&amp;lt;ref name=&amp;quot;wm2026&amp;quot;/&amp;gt;; AV-Träger nur über Kooperationen; Großformate über A2 und ältere Datenträger ohne Angebot (''Annahme''); Zugang für brandenburgische Träger ungeklärt&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''K3''' Langfristig erhalten || style=&amp;quot;background:#fde2c4&amp;quot; | '''1''' · konzeptionell || style=&amp;quot;background:#fde2c4&amp;quot; | nur eigene Bestände || Datenhaltung mit Sicherung im DZ; Langzeitarchiv der SLUB für deren eigene Programme; Museen sichern eigene Daten || ein Dienst für die Langzeitarchivierung, der auch Dritten offensteht, ist noch nicht ausgearbeitet: das Konzept des DZ für den Dauerbetrieb steht aus&amp;lt;ref name=&amp;quot;dk2026&amp;quot;/&amp;gt;; keine Regeln für die Übernahme ursprünglich digitaler Dokumentationen (siehe 3.3.6); Nutzung der SLUB oder anderer Landeseinrichtungen und deren Kosten nicht geklärt&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''K4''' Zugänglich machen und Nutzung ermöglichen || style=&amp;quot;background:#dff0d8&amp;quot; | '''3''' · teilweise Regelbetrieb || style=&amp;quot;background:#e8f0c8&amp;quot; | Einrichtungen mit eigenen Daten; kleine und private Träger kaum || mehrere Angebote im Regelbetrieb: Sorabicon, Virtueller Lesesaal, Sachsen.digital, Deutsche Fotothek, museum-digital, DDB; Sorabicon und Kitodo.Presentation mehrsprachig || kein gemeinsamer Einstieg; digitalizat.de und die Rechercheoberfläche des SKR im Aufbau; Museumsobjekte kaum online; Nachnutzung teils durch Rechte eingeschränkt, z. B. Fotos des SKA mit dem Status „urheberrechtlich geschützt“&amp;lt;ref name=&amp;quot;fotothekddb&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kritische Abhängigkeiten zwischen den Kernfunktionen:&lt;br /&gt;
* '''K1 und K2:''' Laut Konzept setzt das DZ die Verzeichnung im SKR voraus, und das SKR soll die Masterdaten führen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;dk2026&amp;quot;/&amp;gt; In der Praxis vergibt das DZ für Digitalisate eigene dauerhafte Adressen (PURL), die nicht durchgängig mit dem SKR verknüpft werden (''zu prüfen'').&amp;lt;ref name=&amp;quot;dzpraxis&amp;quot;&amp;gt;Auskunft aus dem Digitalisierungskreis, Oktober 2026; schriftlicher Beleg noch einzuholen.&amp;lt;/ref&amp;gt; Damit entstehen Digitalisate ohne Registereintrag, und Metadaten werden womöglich doppelt gepflegt.&lt;br /&gt;
* '''K3 für alle:''' Nach der Bewertungsregel des Prüfrasters bestimmt das langfristige Erhalten als schwächstes Glied den Stand der Gesamtkette. Speichern ist nicht dasselbe wie langfristiges Erhalten (vgl. [[#2.3.4 Digitalisierungsdienst und Archiv|Abschnitt 2.3.4]]).&lt;br /&gt;
* '''K4:''' Die Sichtbarkeit hängt am Nachweis (K1) und an der Rechteklärung (siehe 3.4).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.3.4 Abdeckung nach Kulturgutklassen ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Matrix verdichtet die Tabelle aus 3.3.2 zur Frage, für welche Kulturgutklassen heute für Dritte nutzbare Dienste bestehen. Sie ist eine Einschätzung. Digitalisate (Klasse D2) sind in der Zeile ihrer Ausgangsklasse enthalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|+ Abdeckung der Kernfunktionen nach Kulturgutklassen&lt;br /&gt;
! Klasse !! K1 Erfassen !! K2 Digitalisieren !! K3 Erhalten !! K4 Zugänglich machen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''A''' Materiell – unbeweglich || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | '''teilweise:''' Kulturdenkmal-Datenbank (Sachsen); Niederlausitz im Aufbau || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | '''teilweise:''' Negative extern digitalisiert; Raumscans im DZ-Pilot || style=&amp;quot;background:#f8d7da&amp;quot; | '''Lücke:''' Datenhaltung im DZ, keine Langzeitarchivierung || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | '''teilweise:''' Atlas auf Sorabicon (78 Objekte)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''B1''' Schriftgut || style=&amp;quot;background:#c3e6cb&amp;quot; | '''gut:''' Bibliothekskatalog, Sorbische Bibliographie, Kalliope || style=&amp;quot;background:#c3e6cb&amp;quot; | '''gut:''' Landesdigitalisierungsprogramm (Sachsen); DZ-Pilot Periodika || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | '''teilweise:''' SLUB für Landesprogramme (''Annahme''); sonst ''offen'' || style=&amp;quot;background:#c3e6cb&amp;quot; | '''gut:''' Sachsen.digital, Virtueller Lesesaal, DDB, DFG-Viewer&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''B2''' Fotografien und Bildträger || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | '''teilweise:''' SKA, Fotodatenbanken der Museen; private Bestände kaum || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | '''teilweise:''' Deutsche Fotothek (nur SKA), DZ-Pilot, Dienstleister || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | '''teilweise:''' SLUB für Fotothek-Bestände (''Annahme''); sonst ''offen'' || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | '''teilweise:''' Deutsche Fotothek, DDB (nur SKA)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''B3''' Analoge AV-Träger || style=&amp;quot;background:#eeeeee&amp;quot; | '''unbekannt:''' Bestände kaum bekannt || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | '''teilweise:''' SAVE (nur Sachsen, Kürzungen geplant), Deutsche Fotothek (Filme des SKA); DZ nur 8 mm || style=&amp;quot;background:#eeeeee&amp;quot; | '''unbekannt''' || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | '''teilweise:''' einzelne Filme im Virtuellen Lesesaal&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''B4''' 3D-Objekte || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | '''teilweise:''' Museumsdatenbanken, museum-digital; kleine Träger teils ohne Inventar || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | '''teilweise:''' Museen bis A3; DZ-Pilot Drebkau; Projektförderung in Brandenburg || style=&amp;quot;background:#eeeeee&amp;quot; | '''unbekannt:''' Museen eigenverantwortlich || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | '''teilweise:''' museum-digital (401 Objekte aus Häusern mit sorbischem Schwerpunkt)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''C1''' Orale Traditionen || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | '''teilweise:''' Zeitzeugen-Aufnahmen des SI und des studijo LUCIJA, keine Systematik || style=&amp;quot;background:#eeeeee&amp;quot; | '''unbekannt:''' Aufnahmen durch SI, Rundfunk, studijo LUCIJA || style=&amp;quot;background:#eeeeee&amp;quot; | '''unbekannt''' || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | '''teilweise:''' Sorabicon, Sprachportale, YouTube&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''C2-C5''' Darstellende Künste, Rituale und Feste, Wissen, Handwerk || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | '''teilweise:''' Erhebung Niederlausitz (rund 500 Praktiken); Oberlausitz keine || style=&amp;quot;background:#f8d7da&amp;quot; | '''Lücke:''' keine systematische Dokumentation; Mitschnitte durch studijo LUCIJA und Rundfunk || style=&amp;quot;background:#f8d7da&amp;quot; | '''Lücke:''' Mitschnitte nur teilweise und komprimiert im SKA (''zu prüfen'') || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | '''teilweise:''' Sorabicon (Niederlausitz), Mediatheken, YouTube&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''D1''' Born-digital || style=&amp;quot;background:#f8d7da&amp;quot; | '''Lücke:''' erste Erhebung durch das SKR (41 Musikvideos) || style=&amp;quot;background:#f8f9fa&amp;quot; | – Übernahme statt Digitalisierung (siehe 3.3.6) || style=&amp;quot;background:#f8d7da&amp;quot; | '''Lücke:''' Notsicherung vorgeschlagen; keine Webarchivierung bekannt || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | '''teilweise:''' nur auf Plattformen der Erzeuger, ungesichert&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am besten abgedeckt ist das Schriftgut (B1), weil es an die Infrastruktur von Bibliotheken und Land anschließt. Für die in [[#3.2.3 Bestände mit vorrangigem Digitalisierungsbedarf|Abschnitt 3.2.3]] als besonders dringlich eingestuften Bestände – analoge AV-Träger, Dokumentationen des lebendigen Kulturgeschehens, ursprünglich digitale Werke – gibt es nur Teilangebote, und das langfristige Erhalten ist dort durchweg ungeklärt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.3.5 Durchgängigkeit der Prozesskette ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Kulturgut ist erst dann dauerhaft digital verfügbar, wenn es alle sechs [[#2.4.2 Prozessschritte im Detail|Prozessschritte]] durchlaufen hat. Die Abbildung ordnet den Schritten die heutigen Vorhaben zu und zeigt Reifegrad und Trägerabdeckung aus einrichtungsübergreifender Sicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Dataja:Wobraz K7.png|thumb|center|600px|Prozesskette mit heutigen Vorhaben, Reifegraden und Trägerabdeckung]]&amp;lt;ref&amp;gt;Mermaid Flowchart Code: [https://mermaid.live/edit#pako:eNqNVtFO60YQ_ZVRrqi4kYNwHFKaSpVAoa0Et0LklkptKrG2x87erNfWeg0FBF_DP_SFp-bHenbtkJTeS-s8bHZ2Z_acObNj3_eSMuXehHo7O_dSSzuh-3kvU-VNshDGznt-fmNEVUmd_yJTu3C2g_F-QPOehu-sEgmWnDXyRiP0ctt4-PBADzs7c_0SlT4ezzXRLPxt3rvq90P660-aiaJgpekrYpOJumbd79PuafjeLV6wzDg3IqWhd8Re1ei8Lo1lStnQR7N6yjFi74lZcIxF2GuSRSEsG8lKscZS7Gzau_wkGYMSTS3tHe2eS1Xa9y56vwsm4pSTJSJNiKW-Azhen_MtLWFiZzcyWViHZfUcs8mNQ6pTfoHRv5r3fveghy3bYUsol7UFLsOOMmAlC7jGb7I-vQBMU9rS3lZ-w7GMlSztgpf1UlihytxZT4WCtWL3_0c5PXLjUapk7P4UTc1NMUhlLuHwX3TPIZZGrnZx9qDNUEAfEAKoPd9X8TZko5Zs5GHyDUMoRzQDyZw7mhdiUbB-RTV07ifaIiEsU6fjJyRzk2cqnXhIwydeWo__jLWDXSP3hWwKyrlSQtuATo302msqM4iyATdqwY3cydMWuazXWlRm9Zx1Ogw_p8P013W1tHWbLFCsEzoTkL1Ot8I5UJUp4VkUAU258aToe6cgNAtodnR54mJ0GY1lTUfR_9Qk6A4UGvkscQ10Y1xpd3g2ZA9asge-DEyykNdrpjVSyqZlGn1Ohinujl4I5fMuC8e8kJZm3s_Z4AIU-R2Dsw_tb9bs7OdjDydbPRtygjvYXSL4C_zc_m7rMdd29QRyGxLjlsTYnXgOXzC0axq6sXedXqNXLHwyZyXOkUmp3dqlNLZx3cDQGddIn1BbKu518vnCeK3Xv6-P3zY9_gKjraIFTpe4lp9u84oeonwTaXSKopPXML70saVoig37kAaD79BA2iFqh1E7HLTDuG0xNNhDB75CV7N0WqJiKkuX4N-godo7J5nXJBU1xAycT9cNz434A-WnHWBKG4iZQ4Jc5nTNZqlXz1VmgYf2_NHO8ezkByfKJtkaOaQj1AtOCYd70d7RcEL7XciY81I77khZSMsWmiw1pMCFXarVE14LWBtS5a4WtPXTiCxLdcOyZleAaJusYnaN03ezEZg0bBYiQ3KtQDeE36Zo6PHx0eF0s0ThpTLljExImVRq8i5LeZiMArThcsmTd_Hh-CCMg6RUpZm8C4X7_dNxuHbMsmjLUYwPxf7-W45R55hm2X56-OIYJV-Po_QNR8X55kg8L57f-GftOfJPtziAtnjHGnGLV297AXw81E2AYjHhliUMZsMAhWSGW8Yx8G6myJ6DMde9gHoFm0LI1H0t4KMAdwK3GZN5L-VMNApfCw9uG4qvnN3qBEvWNAxLU6Wo7qkUrgV05oe_AfVO9_k hier klicken], abgerufen am 30.10.2026&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie weit die Kette heute tatsächlich reicht, zeigen sechs Beispiele:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|+ Beispiele durchgängiger und unterbrochener Ketten (grün: vorhanden · gelb: teilweise oder ''Annahme'' · rot: fehlt oder ''offen'')&lt;br /&gt;
! Beispiel !! 1-2 Erfassen, registrieren !! 3 Bewerten, freigeben !! 4 Digitalisieren !! 5 Archivieren !! 6 Präsentieren !! Bewertung&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Drucke und Handschriften des SI''' || style=&amp;quot;background:#c3e6cb&amp;quot; | Bibliothekskatalog (K10plus) || style=&amp;quot;background:#c3e6cb&amp;quot; | Auswahl durch das SI im Landesprogramm || style=&amp;quot;background:#c3e6cb&amp;quot; | Landesdigitalisierungsprogramm || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | SLUB (''Annahme'') || style=&amp;quot;background:#c3e6cb&amp;quot; | Sachsen.digital, DDB || durchgängig, auf Schriftgut des SI beschränkt&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Nachlass Schwela (SKA)''' || style=&amp;quot;background:#c3e6cb&amp;quot; | Kalliope || style=&amp;quot;background:#c3e6cb&amp;quot; | Auswahl durch das SI, Förderung durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft || style=&amp;quot;background:#c3e6cb&amp;quot; | Kitodo im SI || style=&amp;quot;background:#f8d7da&amp;quot; | ''offen'' || style=&amp;quot;background:#c3e6cb&amp;quot; | DFG-Viewer, Archivportal-D, DDB, Sorabicon || durchgängig bis auf das Erhalten; drittmittelfinanziert&amp;lt;ref name=&amp;quot;kitodo2021&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;sorabicon2024&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Fotosammlungen des SKA''' || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | Verzeichnisse des SKA (Umfang ''offen'') || style=&amp;quot;background:#c3e6cb&amp;quot; | Kooperationsvertrag || style=&amp;quot;background:#c3e6cb&amp;quot; | Deutsche Fotothek || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | SLUB (''Annahme'') || style=&amp;quot;background:#c3e6cb&amp;quot; | Deutsche Fotothek, DDB || durchgängig, nur für das SKA&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Kulturdenkmale in Sachsen''' || style=&amp;quot;background:#c3e6cb&amp;quot; | Inventar seit 2000; 1.760 Datensätze im SKR&amp;lt;ref name=&amp;quot;kdmsi&amp;quot;/&amp;gt; || style=&amp;quot;background:#c3e6cb&amp;quot; | Projektentscheidung (DIKUSA) || style=&amp;quot;background:#c3e6cb&amp;quot; | Negative 2024 extern digitalisiert; Qualitätssicherung mit Kitodo im DZ vorgesehen || style=&amp;quot;background:#f8d7da&amp;quot; | Datenhaltung im DZ, Langzeitarchivierung ''offen'' || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | Atlas auf Sorabicon (bisher 26 Objekte aus dem sächsischen Teil) || bis zur Präsentation erprobt; Erhalten ''offen''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Ostereier der Sorbischen Webstube Drebkau''' || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | Excel-Inventar, Erfassung in museum-digital || style=&amp;quot;background:#c3e6cb&amp;quot; | Pilot mit eingeworbenen Projektmitteln || style=&amp;quot;background:#c3e6cb&amp;quot; | Fotos durch das DZ, 16 3D-Modelle im Makerspace der SLUB || style=&amp;quot;background:#f8d7da&amp;quot; | Rückgabe an den Träger mit Empfehlungen || style=&amp;quot;background:#c3e6cb&amp;quot; | museum-digital || Kette bricht beim Erhalten ab&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Veranstaltungsmitschnitte des studijo LUCIJA''' || style=&amp;quot;background:#f8d7da&amp;quot; | nicht zentral registriert || style=&amp;quot;background:#f8d7da&amp;quot; | keine abgestimmte Auswahl || style=&amp;quot;background:#f8f9fa&amp;quot; | – ursprünglich digital || style=&amp;quot;background:#f8d7da&amp;quot; | teilweise und komprimiert an das SKA (''zu prüfen'') || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | YouTube, ungesichert || keine geregelte Kette&amp;lt;ref name=&amp;quot;lucija&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;lucija_youtube&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Andere Darstellung:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|+ Beispiele durchgängiger und unterbrochener Ketten&amp;lt;br&amp;gt;(grün: vorhanden · gelb: teilweise oder ''Annahme'' · rot: fehlt oder ''offen'')&lt;br /&gt;
! Prozessschritt !! Stand&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! colspan=&amp;quot;2&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left; background:#eaecf0&amp;quot; | Drucke und Handschriften des SI – durchgängig, auf Schriftgut des SI beschränkt&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1-2 Erfassen, registrieren || style=&amp;quot;background:#c3e6cb&amp;quot; | Bibliothekskatalog (K10plus)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 3 Bewerten, freigeben || style=&amp;quot;background:#c3e6cb&amp;quot; | Auswahl durch das SI im Landesprogramm&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 4 Digitalisieren || style=&amp;quot;background:#c3e6cb&amp;quot; | Landesdigitalisierungsprogramm&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 5 Archivieren || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | SLUB (''Annahme'')&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 6 Präsentieren || style=&amp;quot;background:#c3e6cb&amp;quot; | Sachsen.digital, DDB&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! colspan=&amp;quot;2&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left; background:#eaecf0&amp;quot; | Nachlass Schwela (SKA) – durchgängig bis auf das Erhalten; drittmittelfinanziert&amp;lt;ref name=&amp;quot;kitodo2021&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;sorabicon2024&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1-2 Erfassen, registrieren || style=&amp;quot;background:#c3e6cb&amp;quot; | Kalliope&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 3 Bewerten, freigeben || style=&amp;quot;background:#c3e6cb&amp;quot; | Auswahl durch das SI, Förderung durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 4 Digitalisieren || style=&amp;quot;background:#c3e6cb&amp;quot; | Kitodo im SI&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 5 Archivieren || style=&amp;quot;background:#f8d7da&amp;quot; | ''offen''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 6 Präsentieren || style=&amp;quot;background:#c3e6cb&amp;quot; | DFG-Viewer, Archivportal-D, DDB, Sorabicon&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! colspan=&amp;quot;2&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left; background:#eaecf0&amp;quot; | Fotosammlungen des SKA – durchgängig, nur für das SKA&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1-2 Erfassen, registrieren || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | Verzeichnisse des SKA (Umfang ''offen'')&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 3 Bewerten, freigeben || style=&amp;quot;background:#c3e6cb&amp;quot; | Kooperationsvertrag&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 4 Digitalisieren || style=&amp;quot;background:#c3e6cb&amp;quot; | Deutsche Fotothek&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 5 Archivieren || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | SLUB (''Annahme'')&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 6 Präsentieren || style=&amp;quot;background:#c3e6cb&amp;quot; | Deutsche Fotothek, DDB&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! colspan=&amp;quot;2&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left; background:#eaecf0&amp;quot; | Kulturdenkmale in Sachsen – bis zur Präsentation erprobt; Erhalten ''offen''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1-2 Erfassen, registrieren || style=&amp;quot;background:#c3e6cb&amp;quot; | Inventar seit 2000; 1.760 Datensätze im SKR&amp;lt;ref name=&amp;quot;kdmsi&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 3 Bewerten, freigeben || style=&amp;quot;background:#c3e6cb&amp;quot; | Projektentscheidung (DIKUSA)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 4 Digitalisieren || style=&amp;quot;background:#c3e6cb&amp;quot; | Negative 2024 extern digitalisiert; Qualitätssicherung mit Kitodo im DZ vorgesehen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 5 Archivieren || style=&amp;quot;background:#f8d7da&amp;quot; | Datenhaltung im DZ, Langzeitarchivierung ''offen''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 6 Präsentieren || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | Atlas auf Sorabicon (bisher 26 Objekte aus dem sächsischen Teil)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! colspan=&amp;quot;2&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left; background:#eaecf0&amp;quot; | Ostereier der Sorbischen Webstube Drebkau – Kette bricht beim Erhalten ab&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1-2 Erfassen, registrieren || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | Excel-Inventar, Erfassung in museum-digital&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 3 Bewerten, freigeben || style=&amp;quot;background:#c3e6cb&amp;quot; | Pilot mit eingeworbenen Projektmitteln&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 4 Digitalisieren || style=&amp;quot;background:#c3e6cb&amp;quot; | Fotos durch das DZ, 16 3D-Modelle im Makerspace der SLUB&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 5 Archivieren || style=&amp;quot;background:#f8d7da&amp;quot; | Rückgabe an den Träger mit Empfehlungen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 6 Präsentieren || style=&amp;quot;background:#c3e6cb&amp;quot; | museum-digital&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! colspan=&amp;quot;2&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left; background:#eaecf0&amp;quot; | Veranstaltungsmitschnitte des studijo LUCIJA – keine geregelte Kette&amp;lt;ref name=&amp;quot;lucija&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;lucija_youtube&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1-2 Erfassen, registrieren || style=&amp;quot;background:#f8d7da&amp;quot; | nicht zentral registriert&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 3 Bewerten, freigeben || style=&amp;quot;background:#f8d7da&amp;quot; | keine abgestimmte Auswahl&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 4 Digitalisieren || style=&amp;quot;background:#f8f9fa&amp;quot; | – ursprünglich digital&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 5 Archivieren || style=&amp;quot;background:#f8d7da&amp;quot; | teilweise und komprimiert an das SKA (''zu prüfen'')&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 6 Präsentieren || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | YouTube, ungesichert&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durchgängig sind bisher vor allem Ketten, die an bestehende Landes- und Bibliotheksinfrastruktur anschließen. Ketten für Museumsobjekte und für das lebendige Kulturgeschehen brechen spätestens beim langfristigen Erhalten ab. Über die Auswahl (Schritt 3) entscheidet bisher die jeweilige Einrichtung oder das Projekt. Das im DZ-Konzept vorgesehene Lenkungsgremium aus den vier hauptamtlichen Sammlungseinrichtungen und dem SKR ist nach den vorliegenden Unterlagen noch nicht eingerichtet, seine Kriterien sind noch festzulegen (DZ-Konzept, S. 7-8).&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt; Dies wird in Abschnitt 3.4 vertieft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.3.6 Sonderfall: Übernahme ursprünglich digitaler Dokumentationen ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein wachsender Teil des Kulturerbes entsteht von vornherein digital: Veranstaltungsmitschnitte, Musikvideos, Websites und Beiträge in sozialen Medien, digitale Fotos von Vereinen, Projektdaten. Hier entfällt die Digitalisierung (K2). An ihre Stelle tritt die geregelte Übernahme in ein Archiv (Ingest, vgl. [[#2.3.4 Digitalisierungsdienst und Archiv|Abschnitt 2.3.4]]). Dafür sind mehrere Bausteine nötig. Ihr heutiger Stand:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|+ Bausteine einer geregelten Übernahme und ihr Stand&lt;br /&gt;
! Baustein !! Stand heute !! Quelle&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Zuständigkeit und Sammlungsauftrag''' || style=&amp;quot;background:#f8d7da&amp;quot; | nicht festgelegt. Das DZ erwartet eine Daueraufgabe gemeinsam mit SKA und SKR, die archivischen Strategien „stehen noch am Anfang“ (DZ-Konzept, S. 23). Die Frage „Wer sammelt?“ wurde 2023 offen gestellt. || &amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;lorenz2023&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Auswahl''' || style=&amp;quot;background:#f8d7da&amp;quot; | keine Kriterien für ursprünglich digitale Dokumentationen; das DZ-Konzept nennt Priorisierungskriterien nur allgemein (S. 8) || &amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Rechte und Übernahmevereinbarung''' || style=&amp;quot;background:#f8d7da&amp;quot; | bei YouTube-Musikvideos ungeklärt; für Veranstaltungsmitschnitte ist keine schriftliche Vereinbarung bekannt (''offen'') || &amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;lucija&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Format- und Qualitätsvorgaben''' (Masterdateien statt komprimierter Kopien, Prüfsummen, technische Metadaten) || style=&amp;quot;background:#f8d7da&amp;quot; | keine bekannt; Mitschnitte des studijo LUCIJA gehen nur teilweise und komprimiert an das SKA (''zu prüfen''), die Masterdateien bleiben beim Studio || &amp;lt;ref name=&amp;quot;lucija&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Verzeichnung''' || style=&amp;quot;background:#fff3c4&amp;quot; | Das SKR hat 2024 41 Musikvideos von 18 Künstlerinnen, Künstlern und Gruppen erhoben und verweist auf YouTube. Wie ursprünglich digitale Werke im Datenmodell des SKR behandelt werden, ist ''zu prüfen''. || &amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Langzeitarchiv''' || style=&amp;quot;background:#f8d7da&amp;quot; | keines; vorgeschlagen ist eine Notsicherung als lokale Kopie. Das Sorbische Museum wünscht Beratung zu seiner neuen Sammlungskategorie „Datenträger“. || &amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;smb2026&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Webarchivierung''' || style=&amp;quot;background:#f8d7da&amp;quot; | keine systematische Sicherung sorbischer Websites und sozialer Medien bekannt; ob die Deutsche Nationalbibliothek oder die SLUB sorbische Websites erfassen, ist ''offen'' || &amp;lt;ref name=&amp;quot;webarchiv&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Rundfunkproduktionen''' || style=&amp;quot;background:#f8d7da&amp;quot; | Archive von MDR und rbb nicht öffentlich zugänglich; 2019 standen die Produktionen dem SKA aus rechtlichen Gründen nicht zur Verfügung || &amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.3.7 Erste Befunde ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* '''Das Angebot ist in Bewegung, aber überwiegend projektgebunden.''' Das DZ ist bis Ende 2027 finanziert, die befristete Stelle für das SKR endete laut Konzept Ende 2025 (heutiger Stand ''offen''), Sorabicon wächst projektweise.&amp;lt;ref name=&amp;quot;dk2026&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;siposter&amp;quot;/&amp;gt; Kein heute nutzbarer Dienst deckt alle Träger ab; für alle Träger ausgelegt sind nur Vorhaben im Aufbau oder in Planung.&lt;br /&gt;
* '''Am weitesten ist das Zugänglichmachen, am schwächsten das langfristige Erhalten.''' K4 erreicht Reifegrad 3, K3 nur Reifegrad 1 und deckt nur eigene Bestände ab. Nach dem Prüfraster bestimmt K3 als schwächstes Glied den Stand der Gesamtkette.&lt;br /&gt;
* '''Register und DZ sind konzeptionell eng verzahnt, in der Praxis noch nicht durchgängig.''' Das Konzept sieht vor, dass jedes Objekt einmal hochwertig digitalisiert und über das SKR mit dauerhaften Adressen nachnutzbar wird.&amp;lt;ref name=&amp;quot;dk2026&amp;quot;/&amp;gt; In der Praxis vergibt das DZ eigene dauerhafte Adressen, die nicht durchgängig mit dem SKR verknüpft werden (''zu prüfen'').&amp;lt;ref name=&amp;quot;dzpraxis&amp;quot;/&amp;gt; Ohne gesicherten Betrieb des SKR und ohne Regeln für Masterdaten droht ein Nebeneinander statt einer Kette.&lt;br /&gt;
* '''Was heute verlässlich funktioniert, stützt sich auf sächsische Landesinfrastruktur.''' Landesdigitalisierungsprogramm, Deutsche Fotothek, SAVE und Sachsen.digital werden von der SLUB getragen. Für brandenburgische Träger gibt es keinen vergleichbaren Dienst, sondern Projektförderung&amp;lt;ref name=&amp;quot;diwa2023&amp;quot;&amp;gt;Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landes Brandenburg (MWFK) 2023: Übersicht geförderter Projekte im Förderprogramm zur Digitalisierung des kulturellen Erbes 2023. URL: https://mwfk.brandenburg.de/sixcms/media.php/9/%C3%9Cbersicht%20gef%C3%B6rderter%20Projekte%20Digitalisierung%20Kulturelles%20Erbe%202023.pdf, abgerufen am 30.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;diwa2026&amp;quot;&amp;gt;MWFK o. J.: Fördergrundsätze „Förderung und Begleitung des digitalen Wandels im Kulturbereich im Land Brandenburg 2026“ (DIWA). URL: https://mwfk.brandenburg.de/sixcms/media.php/9/FG_DIWA_2026.pdf, abgerufen am 30.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; und museum-digital. Auch das DZ ist derzeit nur in Sachsen kostenfrei.&lt;br /&gt;
* '''Für die großen und die gefährdeten Bestände gibt es nur Teilangebote.''' Das betrifft die Museumsobjekte (B4), allein im Sorbischen Museum rund 21.000 Objekte der materiellen Kultur, und die analogen AV-Träger (B3), die am stärksten gefährdet sind. Das sächsische Landesprogramm für AV-Träger soll ab 2027 gekürzt werden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;save2026&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
* '''Ursprünglich digitale Dokumentationen haben keinen geregelten Übernahmeweg.''' Das betrifft vor allem das lebendige Kulturgeschehen (C2, C3) und neue digitale Ausdrucksformen.&lt;br /&gt;
* '''Kleine Träger können heute praktisch nur museum-digital selbst nutzen.''' Das DZ soll sie künftig beraten und für sie digitalisieren, ist aber noch nicht im Dienstleistungsbetrieb.&lt;br /&gt;
* '''Ein gemeinsamer Zugang fehlt.''' Die Konzepte sehen drei Ebenen vor: das SKR als einrichtungsübergreifenden Nachweis mit Recherche, digitalizat.de für die Digitalisate des DZ und Sorabicon als kuratiertes Schaufenster.&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz2025&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;dk2026&amp;quot;/&amp;gt; Ist das digitale Kulturerbe vollständig im SKR verzeichnet, kann die Recherche dort zusammenlaufen. Welche Plattform den einheitlichen Einstieg für Nutzerinnen und Nutzer bietet, ist offen und wird in Abschnitt 3.4 aufgegriffen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== ENTWURF 3.2 Ist-Stand der vier Kernfunktionen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;background-color:#eef5fb;border-left:4px solid #5b9bd5;padding:0.7em 1em;margin:1em 0;&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Leitfrage:''' Welche Kernfunktionen werden durch bestehende Angebote / Dienste und Projekte bereits erfüllt – für welche Bestände, Akteure und Nutzungszwecke?&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Den Schwerpunkt der Ist-Analyse bildet die Frage, '''in welchem Umfang''' die vier zuvor bestimmten Kernfunktionen der Kulturerbe-Digitalisierung im sorbischen Kontext bereits erfüllt werden. Dabei reicht es nicht aus festzustellen, dass ein Projekt, eine Institution oder ein technisches System existiert. Zu prüfen ist vielmehr, welche Leistung tatsächlich verfügbar ist, welche Kulturgutträger und Bestände sie erreicht und welche Lücken verbleiben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für jede Kernfunktion sollte möglichst nach einer einheitlichen Logik untersucht werden:&lt;br /&gt;
* vorhandene Angebote, Systeme und Projekte&lt;br /&gt;
* verantwortliche Betreiber beziehungsweise Akteure&lt;br /&gt;
* Entwicklungs- und Betriebsstand&lt;br /&gt;
* erreichte Kulturgutträger, Bestände und Kulturgutarten&lt;br /&gt;
* abgedeckte Bedarfe&lt;br /&gt;
* technische und organisatorische Anschlussmöglichkeiten&lt;br /&gt;
* erkennbare Lücken, Risiken und offene Fragen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.2.1 Nachweisen, beschreiben und verknüpfen ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;background-color:#eef5fb;border-left:4px solid #5b9bd5;padding:0.7em 1em;margin:1em 0;&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Leitfrage:''' Wie vollständig und nutzbar werden sorbische Kulturgüter und Bestände heute nachgewiesen, beschrieben und miteinander verknüpft?&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die weitere Erhebung und Analyse insbesondere zu prüfen:&lt;br /&gt;
* Stand und tatsächlicher Funktionsumfang des Sorbischen/Wendischen Kulturregisters&lt;br /&gt;
* vorhandene institutionelle Kataloge, Inventare, Datenbanken und lokale Verzeichnisse&lt;br /&gt;
* welche Kulturgutarten, Einrichtungen und Regionen bereits erfasst sind&lt;br /&gt;
* welche Bestände bislang nur lokal, analog oder überhaupt nicht systematisch nachgewiesen werden&lt;br /&gt;
* verwendete Metadaten, Identifikatoren und Normdaten&lt;br /&gt;
* Möglichkeiten zur Übernahme beziehungsweise Verknüpfung bestehender Daten&lt;br /&gt;
* Anschlussmöglichkeiten:&lt;br /&gt;
** direkte Erfassung kleinerer Träger,&lt;br /&gt;
** Datenimport beziehungsweise Schnittstellen größerer Einrichtungen&lt;br /&gt;
* Mehrsprachigkeit und Umgang mit ober- und niedersorbischen Bezeichnungen&lt;br /&gt;
* Verhältnis zwischen institutionellen Beschreibungen, historischen Fremdbezeichnungen und sorbischen beziehungsweise lokalen Selbstbezeichnungen&lt;br /&gt;
* vorhandene Funktionen für Digitalisierungsstatus, Rechteinformationen und Priorisierung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.2.2 Digitalisieren und Qualität sichern ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;background-color:#eef5fb;border-left:4px solid #5b9bd5;padding:0.7em 1em;margin:1em 0;&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Leitfrage:''' Welche Kulturgüter können heute in welcher Qualität und Kapazität digitalisiert werden, und welche Kulturgutträger können diese Leistungen tatsächlich nutzen?&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die weitere Erhebung und Analyse insbesondere zu prüfen:&lt;br /&gt;
* aktueller Stand des Digitalisierungszentrums und weiterer Digitalisierungsangebote&lt;br /&gt;
* verfügbare technische Verfahren für unterschiedliche Kulturgutarten, beispielsweise:&lt;br /&gt;
** Schriftgut,&lt;br /&gt;
** Fotografien,&lt;br /&gt;
** Bücher und Zeitschriften,&lt;br /&gt;
** Tonaufnahmen,&lt;br /&gt;
** Film und Video,&lt;br /&gt;
** dreidimensionale Objekte&lt;br /&gt;
* stationäre, mobile und extern vergebene Digitalisierung&lt;br /&gt;
* vorhandene Kapazitäten und erkennbare Engpässe&lt;br /&gt;
* Zugangsmöglichkeiten für kleine und ehrenamtlich arbeitende Kulturgutträger&lt;br /&gt;
* Beratung vor der Digitalisierung&lt;br /&gt;
* Anforderungen an Vorbereitung, Metadaten und Rechteklärung&lt;br /&gt;
* vorhandene Qualitätsstandards und Qualitätskontrolle&lt;br /&gt;
* Unterstützung bei Ausschreibung beziehungsweise Beauftragung externer Dienstleister&lt;br /&gt;
* bisherige Digitalisierungsprojekte und deren Ergebnisse&lt;br /&gt;
* besonders gefährdete Bestände, für die kurzfristig Digitalisierungskapazität benötigt wird&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.2.3 Langfristig erhalten ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;background-color:#eef5fb;border-left:4px solid #5b9bd5;padding:0.7em 1em;margin:1em 0;&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Leitfrage:''' Für welche digitalen Bestände ist die langfristige Erhaltung organisatorisch und technisch tatsächlich abgesichert? &amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die weitere Erhebung und Analyse insbesondere zu prüfen:&lt;br /&gt;
* vorhandene Repositorien, digitale Archive und Speicherlösungen&lt;br /&gt;
* welche Einrichtungen bereits Digitalisate dauerhaft übernehmen können&lt;br /&gt;
* welche Digitalisate derzeit lediglich lokal oder projektbezogen gespeichert werden&lt;br /&gt;
* Unterschied zwischen:&lt;br /&gt;
** Ablage beziehungsweise Speicherung,&lt;br /&gt;
** Datensicherung,&lt;br /&gt;
** institutionellem Repositorium,&lt;br /&gt;
** digitaler Langzeiterhaltung;&lt;br /&gt;
* Verantwortlichkeiten für Übernahme, Erhaltung und spätere Datenmigration&lt;br /&gt;
* verwendete Master- und Nutzungsdateien&lt;br /&gt;
* Sicherungskopien, Prüfsummen und Wiederherstellungsverfahren&lt;br /&gt;
* verwendete beziehungsweise vorgesehene Erhaltungsmetadaten&lt;br /&gt;
* Möglichkeiten für kleinere Kulturgutträger, ihre Digitalisate an ein geeignetes Repositorium zu übergeben&lt;br /&gt;
* vorhandene Schnittstellen zwischen Digitalisierung und Repositorium&lt;br /&gt;
* organisatorische und finanzielle Absicherung des langfristigen Betriebs&lt;br /&gt;
* Digitalisate beziehungsweise Projekte identifizieren, deren dauerhafte Erhaltung derzeit ungeklärt ist&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.2.4 Zugänglich machen und Nutzung ermöglichen ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;background-color:#eef5fb;border-left:4px solid #5b9bd5;padding:0.7em 1em;margin:1em 0;&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Leitfrage:''' Welche digitalisierten Inhalte sind für welche Zielgruppen auffindbar, verständlich und im rechtlich beziehungsweise kulturell zulässigen Umfang nutzbar?&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die weitere Erhebung und Analyse insbesondere zu prüfen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* vorhandene Präsentations- und Nutzungssysteme, Portale und Online-Ausstellungen&lt;br /&gt;
* Funktion und Entwicklungsstand von Sorabicon sowie weiteren relevanten Angeboten&lt;br /&gt;
* welche Kulturgüter und Bestände bereits öffentlich zugänglich sind&lt;br /&gt;
* welche Zielgruppen angesprochen werden:&lt;br /&gt;
** Öffentlichkeit,&lt;br /&gt;
** Bildung,&lt;br /&gt;
** Forschung,&lt;br /&gt;
** sorbische Gemeinschaft,&lt;br /&gt;
** Tourismus und Kulturvermittlung;&lt;br /&gt;
* Ober- und Niedersorbisch sowie weitere benötigte Sprachen in Oberfläche, Metadaten und Inhalten&lt;br /&gt;
* Qualität der Kontextualisierung und Vermittlung&lt;br /&gt;
* Möglichkeiten für:&lt;br /&gt;
** Download,&lt;br /&gt;
** Zitation,&lt;br /&gt;
** Datenexport,&lt;br /&gt;
** Programmierschnittstellen,&lt;br /&gt;
** wissenschaftliche und kreative Nachnutzung&lt;br /&gt;
* Rechte- und Lizenzinformationen&lt;br /&gt;
* abgestufte Zugangsmöglichkeiten für sensible beziehungsweise eingeschränkt zugängliche Inhalte&lt;br /&gt;
* Barrierefreiheit beziehungsweise Barrierearmut&lt;br /&gt;
* Aktualisierung und Pflege präsentierter Inhalte&lt;br /&gt;
* soweit verfügbar tatsächliche Nutzung, Reichweite und Nachnutzung erfassen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.2.5 Zusammenspiel der Kernfunktionen in bestehenden Projekten ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;background-color:#eef5fb;border-left:4px solid #5b9bd5;padding:0.7em 1em;margin:1em 0;&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Leitfrage:''' Bei welchen bestehenden Vorhaben funktioniert der Weg vom Kulturgut über Erfassung und Digitalisierung bis zur langfristigen Erhaltung und Nutzung bereits durchgängig – und an welchen Übergängen bestehen Lücken?&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Neben dem Stand der einzelnen Kernfunktionen ist zu prüfen, '''ob diese auch tatsächlich zu einer durchgängigen Prozesskette verbunden sind'''. Ein vorhandenes Register, ein Digitalisierungszentrum, ein Repositorium und ein Präsentationsportal ergeben noch nicht automatisch einen funktionierenden Gesamtprozess.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die weitere Erhebung und Analyse insbesondere zu prüfen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* geeignete bestehende Projekte beziehungsweise Pilotvorhaben auswählen&lt;br /&gt;
* für diese Projekte die vollständige Prozesskette nachvollziehen:&lt;br /&gt;
** Erfassen,&lt;br /&gt;
** Registrieren,&lt;br /&gt;
** Bewerten und priorisieren,&lt;br /&gt;
** Digitalisieren,&lt;br /&gt;
** Archivieren beziehungsweise langfristig erhalten,&lt;br /&gt;
** Präsentieren und nachnutzen;&lt;br /&gt;
* untersuchen, welche Systeme und Akteure an den Übergaben beteiligt sind&lt;br /&gt;
* prüfen, ob Metadaten gemeinsam mit den Dateien weitergegeben werden&lt;br /&gt;
* prüfen, ob Rechte- und Zugangsangaben entlang der Prozesskette erhalten bleiben&lt;br /&gt;
* vorhandene manuelle Medienbrüche beziehungsweise Mehrfacherfassungen identifizieren&lt;br /&gt;
* unklare Zuständigkeiten und Übergabepunkte sichtbar machen&lt;br /&gt;
* positive Beispiele für bereits funktionierende Prozessketten dokumentieren&lt;br /&gt;
* aus Pilotprojekten bekannte Aufwände, Engpässe und Lernerfahrungen aufnehmen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== 3.3 Gemeinsame Regeln, Zusammenarbeit und dauerhafter Betrieb ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;background-color:#eef5fb;border-left:4px solid #5b9bd5;padding:0.7em 1em;margin:1em 0;&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Leitfrage:''' Sind die übergreifenden Voraussetzungen vorhanden, damit die einzelnen Angebote gemeinsam, verlässlich und dauerhaft funktionieren?&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Neben den einzelnen Kernfunktionen ist zu prüfen, ob '''gemeinsame organisatorische und fachliche Voraussetzungen''' vorhanden sind, damit die verschiedenen Angebote zusammenarbeiten und dauerhaft betrieben werden können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieser Abschnitt soll keine allgemeine oder abstrakte Governance-Analyse darstellen. Untersucht werden nur solche übergreifenden Fragen, die konkrete Auswirkungen auf die Digitalisierung des Kulturerbes und die spätere Ableitung von Maßnahmen haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.3.1 Zuständigkeiten, Beteiligung und Freigaben ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;background-color:#eef5fb;border-left:4px solid #5b9bd5;padding:0.7em 1em;margin:1em 0;&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Leitfrage:''' Wer entscheidet verbindlich über Auswahl, Priorisierung, Beschreibung, Digitalisierung, Veröffentlichung und Zugang, und wie sind die Kulturgutträger dabei beteiligt?&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
''Für die weitere Erhebung und Analyse insbesondere zu prüfen:''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* formelle und informelle Zuständigkeiten der beteiligten Institutionen&lt;br /&gt;
* Entscheidungsrechte bei Auswahl und Priorisierung von Beständen&lt;br /&gt;
* Verantwortlichkeiten für Rechteklärung und Veröffentlichung&lt;br /&gt;
* Beteiligung der jeweiligen Kulturgutträger&lt;br /&gt;
* Beteiligung sorbischer Fachleute und Angehöriger der Gemeinschaft bei kulturell sensiblen Inhalten&lt;br /&gt;
* vorhandene Freigabe- und Sperrverfahren&lt;br /&gt;
* Umgang mit nachträglichen Korrekturen oder Einschränkungen&lt;br /&gt;
* erkennbare Überschneidungen beziehungsweise ungeklärte Zuständigkeiten&lt;br /&gt;
* vorhandene Gremien oder Koordinierungsstrukturen&lt;br /&gt;
* prüfen, an welchen Stellen verbindliche Zuständigkeiten fehlen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.3.2 Gemeinsame Standards und Anschlussmöglichkeiten ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;background-color:#eef5fb;border-left:4px solid #5b9bd5;padding:0.7em 1em;margin:1em 0;&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Leitfrage:''' Welche gemeinsamen Regeln ermöglichen es unterschiedlichen Kulturgutträgern, Daten und Digitalisate in eine gemeinsame Infrastruktur einzubringen und zwischen den Kernfunktionen weiterzugeben?&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die weitere Erhebung und Analyse insbesondere zu prüfen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* vorhandene gemeinsame Metadatenstandards beziehungsweise Pflichtfelder&lt;br /&gt;
* verwendete Fachstandards einzelner Einrichtungen&lt;br /&gt;
* gemeinsame Regeln für Ober- und Niedersorbisch&lt;br /&gt;
* Dateiformate und Qualitätsanforderungen für unterschiedliche Kulturgutarten&lt;br /&gt;
* Identifikatoren und Normdaten&lt;br /&gt;
* Rechte- und Lizenzinformationen&lt;br /&gt;
* technische Schnittstellen und Datenexporte&lt;br /&gt;
* Übernahme vorhandener institutioneller Metadaten&lt;br /&gt;
* einfache Erfassungswege für kleinere Kulturgutträger&lt;br /&gt;
* Schnittstellen für Einrichtungen mit bestehenden Fachsystemen&lt;br /&gt;
* Möglichkeiten zur Weitergabe von Daten zwischen Register, Digitalisierung, Repositorium und Präsentation&lt;br /&gt;
* prüfen, wo fehlende Standards oder inkompatible Systeme den Austausch derzeit behindern&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.3.3 Personal, Finanzierung und Betreiberverantwortung ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;background-color:#eef5fb;border-left:4px solid #5b9bd5;padding:0.7em 1em;margin:1em 0;&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Leitfrage:''' Welche zentralen Leistungen sind dauerhaft personell, organisatorisch und finanziell abgesichert, und welche hängen noch von befristeten Projekten oder einzelnen Personen ab?&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die weitere Erhebung und Analyse insbesondere zu prüfen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Betreiber beziehungsweise verantwortliche Stellen für die vier Kernfunktionen&lt;br /&gt;
* dauerhafte Stellen gegenüber befristeten Projektstellen&lt;br /&gt;
* vorhandene beziehungsweise geplante Finanzierungsmodelle&lt;br /&gt;
* laufende Betriebs- und Pflegekosten&lt;br /&gt;
* personelle Kapazitäten und erkennbare Schlüsselpersonenrisiken&lt;br /&gt;
* Unterstützung kleiner und ehrenamtlich geführter Einrichtungen&lt;br /&gt;
* Finanzierung von&lt;br /&gt;
** Beratung,&lt;br /&gt;
** Digitalisierung,&lt;br /&gt;
** Speicher und Langzeiterhaltung,&lt;br /&gt;
** Datenpflege,&lt;br /&gt;
** Rechteklärung,&lt;br /&gt;
** technischer Wartung und Weiterentwicklung;&lt;br /&gt;
* Übergang von geförderten Projekten in einen dauerhaften Regelbetrieb&lt;br /&gt;
* vorhandene Betriebs-, Kooperations- und Übergabevereinbarungen&lt;br /&gt;
* erkennbare Risiken bei Auslaufen einzelner Förderungen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== 3.4 Gesamtbewertung und vorrangiger Handlungsbedarf ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;background-color:#eef5fb;border-left:4px solid #5b9bd5;padding:0.7em 1em;margin:1em 0;&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Leitfrage:''' Welche Bedarfe sind bereits ausreichend abgedeckt, wo liegen die entscheidenden Lücken und welche davon sollten vorrangig bearbeitet werden? &amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Ergebnisse der vorangegangenen Abschnitte werden abschließend zusammengeführt. Ziel ist noch nicht die vollständige Formulierung konkreter Maßnahmen, sondern zunächst eine begründete Bewertung des Ist-Standes und der wichtigsten Lücken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dabei sollte insbesondere unterschieden werden zwischen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* unmittelbar gefährdeten Kulturgütern beziehungsweise Beständen,&lt;br /&gt;
* strukturellen Lücken, die weitere Digitalisierungsschritte blockieren,&lt;br /&gt;
* fehlenden oder nur teilweise verfügbaren Kernfunktionen,&lt;br /&gt;
* nicht dauerhaft abgesicherten Angeboten,&lt;br /&gt;
* Verbesserungsmöglichkeiten bei bereits grundsätzlich funktionierenden Strukturen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die abschließende Bewertung insbesondere zu prüfen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Ergebnisse aus Akteurs-, Bestands- und Bedarfserhebung zusammenführen&lt;br /&gt;
* für jede der vier Kernfunktionen die wichtigsten Stärken und Lücken benennen&lt;br /&gt;
* übergreifende strukturelle Probleme aus Zuständigkeiten, Standards, Betrieb und Finanzierung ergänzen&lt;br /&gt;
* unterscheiden zwischen:&lt;br /&gt;
** fehlender Leistung,&lt;br /&gt;
** unzureichender Kapazität,&lt;br /&gt;
** fehlender Bekanntheit beziehungsweise Zugänglichkeit,&lt;br /&gt;
** fehlender Verbindung bestehender Angebote,&lt;br /&gt;
** ungeklärter Zuständigkeit,&lt;br /&gt;
** fehlender dauerhafter Absicherung;&lt;br /&gt;
* Dringlichkeit begründen, insbesondere anhand von:&lt;br /&gt;
** Verlustgefahr,&lt;br /&gt;
** blockierenden Abhängigkeiten,&lt;br /&gt;
** Anzahl beziehungsweise Bedeutung betroffener Kulturgutträger,&lt;br /&gt;
** kultureller und sprachlicher Bedeutung,&lt;br /&gt;
** Aufwand und Realisierbarkeit;&lt;br /&gt;
* offene Informationslücken ausdrücklich kennzeichnen&lt;br /&gt;
* aus den ermittelten Lücken anschließend Handlungsbedarfe ableiten&lt;br /&gt;
* konkrete Lösungsmaßnahmen erst im folgenden Maßnahmen- beziehungsweise Soll-Abschnitt festlegen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mögliche zusammenfassende Bewertungsmatrix:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot; style=&amp;quot;width:100%;&amp;quot;&lt;br /&gt;
! Bereich&lt;br /&gt;
! Belegter Ist-Stand&lt;br /&gt;
! Abgedeckte Bedarfe&lt;br /&gt;
! Lücke / Risiko&lt;br /&gt;
! Dringlichkeit&lt;br /&gt;
! Daraus abgeleiteter Handlungsbedarf&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| ''Beispiel: Nachweisen und Registrieren''&lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| ''Beispiel: Digitalisieren''&lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| ''Beispiel: Langfristig erhalten''&lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| ''Beispiel: Zugänglich machen und nutzen''&lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| ''Beispiel: gemeinsame Standards / Zusammenarbeit''&lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= Referenzen =&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Měrko Šenk</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://koncept.serbski-inkubator.de/index.php?title=12.3_Digitalisierung_des_Kulturerbes&amp;diff=1218</id>
		<title>12.3 Digitalisierung des Kulturerbes</title>
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		<updated>2026-10-30T09:25:00Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Měrko Šenk: /* 3.2.2 Bestandslandkarte */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;= 1 Einleitung =&lt;br /&gt;
Die Digitalisierung von sorbischem Kulturerbe ist eine historische Chance für uns Sorben, eine Chance, unser kulturelles Erbe neu zu entdecken, es für kommende Generationen zu erhalten, für eine breitere Öffentlichkeit zugänglich zu machen und dabei die eigene Deutungshoheit zu stärken. Das erfordert neben Mut, einer klaren gemeinsamen Vision, starker Zusammenarbeit zwischen den beteiligten Akteuren auch die notwendigen Ressourcen in Form von Personal mit entsprechenden Kompetenzen, passender Technik sowie einer nachhaltig gesicherten Finanzierung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im folgenden Abschnitt werden Zielbilder für die Digitalisierung des sorbischen Kulturerbes entworfen mittels lang- und kurzfristiger Visionen sowie konkreter Ziele.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== 1.1 Vision und Ziele für die sorbische digitale Welt ==&lt;br /&gt;
'''Vision'''&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
''Sorbisches materielles und immaterielles Kulturerbe ist systematisch digital erfasst, rechtssicher und langfristig gesichert, leicht auffindbar, offen nutzbar und wird aktiv von Interessierten genutzt.''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Konkrete Ziele'''&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Bis 2032 ist ein tragfähiges, finanziell und organisatorisch abgesichertes Modell etabliert, das:&lt;br /&gt;
* Ein zentrales (oder föderiertes) digitales Langzeitarchiv nach OAIS-Referenzmodell betreibt,&lt;br /&gt;
* klare Zuständigkeiten, Prozesse und Budgets definiert,&lt;br /&gt;
* regelmäßige Qualitätssicherung und Technik-Updates vorsieht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bis 2030 sind wichtige sorbische Kulturerbe-Bestände (Kernbestände nach fachlicher Festlegung) in hoher Qualität digitalisiert, beschrieben und im Langzeitarchiv gesichert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bis 2028 liegt eine institutionenübergreifende Übersicht über relevante Kulturerbe-Bestände (analog und digital, materiell und immateriell) vor, einschließlich einer Prioritätenliste für die Digitalisierung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bis 2028 existiert ein zentrales, nutzerfreundliches „Sorbisches Kulturerbe-Portal“, das:&lt;br /&gt;
* Suchzugang über alle teilnehmenden Institutionen ermöglicht,&lt;br /&gt;
* grundlegende Inhalte frei zugänglich bereitstellt,&lt;br /&gt;
* mehrsprachige Oberflächen anbietet (Deutsch, Obersorbisch, Niedersorbisch, Englisch).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= 2 Ist-Analyse „Digitalisierung von Kulturerbe“ =&lt;br /&gt;
Das Ziel in diesem Themenbereich ist es, sorbisches Kulturerbe digital zu verwalten und damit langfristig für Recherche, Nutzung und Präsentation vorzuhalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Abschnitt &amp;quot;IST-Analyse“ werden die folgenden Fragen beantwortet: Was ist sorbisches Kulturerbe und was zählt alles dazu? Welche Schritte durchläuft ein Kulturgut, um zum digitalen Kulturerbe zu gehören? Wie können die digitale Verwaltung, Archivierung, Nutzung und Präsentation von Kulturgütern umgesetzt werden?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die grundlegenden Terminologien des Kulturerbes sollen im Folgenden festgelegt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== 2.1 Terminologie – von Kultur zu Kulturerbe ==&lt;br /&gt;
In diesem Abschnitt werden die Begriffe rund um das Kulturerbe grundlegend definiert. Es soll ein Verständnis über die Begriffe Kultur, kulturelle Ausprägung, Kulturgut und Kulturerbe erreicht werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Dataja:Wobraz_K1.png|center|260px]]&amp;lt;ref&amp;gt;Mermaid Flowchart Code: [https://mermaid.live/edit#pako:eNpF0UtuwyAQBuCroFlaTuRHTGMvKuWxq7pqV627IGZso2CIMChtk9ymN-nFimmasmJGfP-AOEGjOUIFrdTHpmfGkudtrWpF_Fq9RtGDk9aZKHojU-_aJ7PZ_bmGgSnR4mgFejaKpidC1XAmq8zDfYAoJZKVG7lxzX5stRl81C0_uwYdheGEubHD4_dXLy1hcpyC1rcLdM4GOLH1Ve2E5Gj9TPLkhgEnsLkBNDsMAmLojOBQWeMwhgHNwKYSTuFBYHucbOW3HFvmcQ21unh2YOpF6-FPGu26HqrW381X7sCZxa1gnWH_R1BxNBvtlIUqTUMEVCd49xVdzpeLMs1pXmRFXiY0hg-o8iyZL_LFXZaVSTJ1LzF8hqHJnBZ5WhZLWt5RmtIsBuTCavP4-2Hh3y4_NXaMmw hier klicken], abgerufen am 22.09.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.1.1 Kultur ===&lt;br /&gt;
Kultur bezeichnet hier die Gesamtheit aller '''vom Menschen geschaffenen und erlernten Ausdrucksformen''' des Lebens, die auf gemeinsamen Werten und Verhaltensweisen beruhen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;wiki-kultur&amp;quot;&amp;gt;URL: https://de.wikipedia.org/wiki/Kultur&amp;lt;/ref&amp;gt; Dazu zählen '''materielle Ergebnisse''' (z. B. Kunstwerke, Technik) ebenso wie '''immaterielle Praktiken''' (Sprache, Bräuche, Wissen). Kultur umfasst laut der UNESCO geistige, materielle, intellektuelle und emotionale Merkmale, die eine Gesellschaft oder soziale Gruppe kennzeichnen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;mondiacult&amp;quot;&amp;gt;UNESCO 1982: Mexico City Declaration on Cultural Policies (MONDIACULT). URL: https://www.lacult.unesco.org/docc/1982_MONDIACULT.pdf&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;ref name=&amp;quot;cultureaction&amp;quot;&amp;gt;Culture Action Europe 2024: The State of Culture report. URL: https://cultureactioneurope.org/de/news/the-state-of-culture-report-published, abgerufen am 01.10.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;  Sie ist dynamisch und wird von jeder Generation neu gestaltet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das deutsche Wort „Kultur“ ist eine Eindeutschung des lateinischen Worts „cultura“. Dieses bedeutet ursprünglich „Bebauung, Bearbeitung, Bestellung, Pflege“ und meinte sowohl die physische Bearbeitung als auch die Pflege geistiger Güter, z. B. der Sprache.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.1.2 Kulturelle Ausdrucksform ===&lt;br /&gt;
Eine kulturelle Ausdrucksform ist eine '''konkrete, gegenwärtige oder historische, Manifestation von Kultur''', bspw. eine Zeichnung, eine Tracht oder ein Lied: Sie macht die Kultur sichtbar und erlebbar. Im engeren Sinne ist es eine Ausdrucksweise, die aus der Kreativität einer Person, Gruppe oder Gesellschaft entsteht und '''kulturellen Inhalt''' trägt (symbolische Bedeutung, künstlerische Dimension, kulturelle Werte).&amp;lt;ref&amp;gt;Österreichische UNESCO-Kommission 2007: Übereinkommen zum Schutz und zur Förderung der Vielfalt kultureller Ausdrucksformen, Art. 4, Seite 13. URL: https://www.unesco.at/fileadmin/Redaktion/Publikationen/Publikations-Dokumente/2005er_UNESCO-Convention_German.pdf, abgerufen am 22.09.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt; Sie wird innerhalb und zwischen Gemeinschaften weitergegeben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Alle kulturellen Ausdrucksformen bilden einen wesentlichen Kern von Kultur, aber Kultur enthält auch latente Dimensionen (Werte, Normen, Vorannahmen etc.), die nicht unmittelbar als Ausdrucksform erscheinen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.1.3 Kulturgut ===&lt;br /&gt;
Ein „Kulturgut“ ist '''eine einzelne kulturelle Ausdrucksform''', der ein '''besonderer kultureller Wert zugemessen wird''' (durch Anerkennung, Schutz, Bedeutung). Es ist somit ein Erzeugnis menschlicher Kreativität oder Zeugnis menschlichen Lebens, welches '''Bedeutung für die Kultur einer Gemeinschaft''' hat und daher '''Bestand haben und bewahrt werden soll'''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die '''Summe aller Kulturgüter''' einer Gemeinschaft wird als dessen '''Kulturerbe''' bezeichnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.1.4 Kulturerbe ===&lt;br /&gt;
Kulturerbe ist die '''Summe der materiellen und immateriellen Ausdrucksformen''' (= Kulturgüter) einer Kultur, die als „'''bewahrenswert'''“ anerkannt wurden. International umfasst das u. a. das '''Welterbe''' (Denkmäler, Ensembles, Stätten)&amp;lt;ref&amp;gt;UNESCO (1972), Welterbekonvention, Art. 1. URL: https://www.dnk.de/wp-content/uploads/2021/02/1972_DNK_UNESCO-Welterbekonvention.pdf (abgerufen am 11.09.2025).&amp;lt;/ref&amp;gt; und das '''Immaterielles Kulturerbe''' (Praktiken, Wissen).&amp;lt;ref&amp;gt;Deutsche UNESCO-Kommission o. J.:, Übereinkommen zur Erhaltung des immateriellen Kulturerbes (dt. Ausgabe). URL: https://www.unesco.de/assets/dokumente/Deutsche_UNESCO-Kommission/02_Publikationen/Publikation_UNESCO-%C3%9Cbereinkommen_zur_Erhaltung_des_immateriellen_Kulturerbes_01.pdf, (abgerufen am 11.09.2025).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ob etwas „zum Kulturerbe“ zählt, ist Ergebnis von Bewertung, Diskurs und teils formellen Verfahren. Dem Sorbischen Kulturregister (SKR) zufolge ist „sorbisch-wendisches Kulturerbe“ eine Zuschreibung, die durch Gesellschaft, Museen, Archive und Wissenschaft erfolgen kann.&amp;lt;ref&amp;gt;Sorbisches Institut 2025: Konzept für ein Sorbisches Kulturregister (SKR). URL: https://www.serbski-institut.de/wp-content/uploads/2021/11/00_Zweite-aktualisierte-Fassung_Konzept_Sorbisches-Kulturregister_20.11.2025.pdf, abgerufen am 20.11.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.1.5 Abgrenzung: Kultur und Kulturerbe ===&lt;br /&gt;
'''Kultur / Kulturelle Ausdrucksform''' sind als Begriffe weiter gefasst als '''Kulturgut / Kulturerbe'''. Kulturelle Ausdrucksformen umfassen alles Gelebte und Gestaltete einer Gemeinschaft in Gegenwart und Vergangenheit, während Kulturgut / Kulturerbe diejenigen kulturellen Güter und Traditionen meint, denen eine Bedeutung beigemessen wurde und die als bewahrens- und weitergebenswert erkannt wurden. Kultur ist der „aktuelle“ kreative Prozess (einschließlich Popkultur, Alltagskultur), Kulturerbe der daraus überkommene Schatz. Dennoch sind die Grenzen fließend: Was heute nur Kultur ist, kann morgen zum Kulturerbe erklärt werden – abhängig von Wertzuschreibung und Diskurs.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Rahmen dieses Dokuments werden für den sorbischen Kontext die Begriffe '''„kulturelle Ausdrucksform“''' und '''„Kulturgut“''' weitgehend '''synonym''' verwendet, sofern nicht ausdrücklich anders gekennzeichnet. Hintergrund ist, dass die Gesamtzahl der identifizierbaren kulturellen Ausdrucksformen einer kleinen Minderheit wie der Sorben/Wenden im Vergleich zu großen Mehrheitsgesellschaften überschaubar ist. Zugleich ist der Anteil dieser Ausdrucksformen, denen in der Community ein besonderer Wert beigemessen wird und die daher faktisch als Kulturgut wahrgenommen und behandelt werden, sehr hoch: Ein großer Teil des gelebten kulturellen Repertoires wird als identitätsstiftend und bewahrenswert verstanden und damit dem Kulturerbe zugerechnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== 2.2 Klassifizierung von Kulturgütern ==&lt;br /&gt;
Im Folgenden soll eine griffige Klassifizierung von Kulturgütern entwickelt werden, so dass pro Kulturgut-Klasse später auf die Besonderheiten ihrer Digitalisierung eingegangen werden kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Dataja:Wobraz_K2.png|center|600px]]&amp;lt;ref&amp;gt;Mermaid Flowchart Code: [https://mermaid.live/edit#pako:eNptlM9u00AQxl9ltFWoFDlp_C9OjISU2KSgUCq1BSRIDxt77Syxd6v1mkKjSDwBlThw4YCEeuXOoeLSN-EF4BHYjZOQQG67-32_2ZnZsWco4jFBPqrVZpRR6cNsP8n4ZTTBQu7rHVP66QWOKEvV3nQM2BeYTf8eea35fF6rjdiIrUl4cjJiAMPDV_X6sMxkKdJS1uvnvu9PtRGgp5ReE46wJIKSLIOf779CycbkkqQZjSb1Ovz-cv351_drDWGN9BXS_xfZBj7dLoGxBgIFBE14nOcrZGH68E07Iu0IlSNsQkhTKnGlfvyh1bjKcngIjcYD6G2s-xvrYGMdLuuqAFOXZ0IflzFh0xxn5OBU3t1ISZhqw6KaKpo29k04jSaCJrLq0oZsa9mCAZc8FTihhBnQp1ksxd1NSsS22dFmG3oMZzwl0HveONtlc7XNATtsHI9fk6kkC3nRsKoqnVNgwrFQaUOvLGJRRtMi4SJfZ790WtppQYhFIVV7CYsJDO9uWbEMujbqOgIbTqgsddB7MCD_eXT6gQMvaFEQBlclPMVqcA6eMfqGiKLMt926isCFM4FjKiln-voCHmEWXxIxXZcUVo-jSwrVe3DBGvHqtc83DLqS0FpNAi3wRluiDBdFSBIYQ0KzzN_r265jPjQinnHh7yVJYhRS8ClZKfe3KLyk2oHneuEuqlK2qWhJWYPOwGnvoiplm4qXVMd17V5rF1UpikIGSgWNkS9FSQyUE5FjvUUzHXGE5ITkZIR8tYxJgtVXPEIjNlfYBWYvOc9XpOBlOkF-grNC7cqLWPUupFjNa74-FXo0RMBLJpFvWtYiCPJn6C3yG7bTNO2u6Tidrue0W13HQO_Usdtquuqg1bG6TtvzPNuZG-hqcXGr2baV5NhuyzId13XbBiJqDrg4qn5ni7_a_A_W9oMu hier klicken], abgerufen am 22.09.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.2.1 A. Materiell - unbeweglich 🏛️ ===&lt;br /&gt;
„Materiell - unbeweglich&amp;quot; bezeichnet ortsfeste Kulturobjekte wie Bauwerke, Ensembles, Gebäudekomplexe und Stätten/Kulturlandschaften, wie sie in Art. 1 der UNESCO-Welterbekonvention als Kategorien des kulturellen Erbes definiert sind.&amp;lt;ref&amp;gt;UNESCO World Heritage Centre o. J.: Convention Concerning the Protection of the World Cultural and Natural Heritage, Artikel 1. URL: https://whc.unesco.org/en/conventiontext/, abgerufen am 01.10.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.2.2 B. Materiell - beweglich 🖼️ ===&lt;br /&gt;
Die Kategorie „Materiell - beweglich&amp;quot; umfasst bewegliche Sachen bzw. Sachgesamtheiten von kulturellem Wert (z. B. Objekte, Sammlungen), wie sie das deutsche Kulturgutschutzgesetz (§ 2 KGSG)&amp;lt;ref&amp;gt;Deutschland 2016: Kulturgutschutzgesetz (KGSG), § 2. URL: https://www.buzer.de/2_KGSG.htm, abgerufen am 01.10.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt; als „Kulturgut“ beschreibt.&lt;br /&gt;
* B1 '''Schriftgut''' - Bücher, Zeitungen, Handschriften, Archivgut, Graphiken, Pläne, Karten&lt;br /&gt;
* B2 '''Fotografien &amp;amp; Bildträger''' &lt;br /&gt;
** Fotografisch erzeugte statische Bildträger, auch Stillbildträger genannt, z. B. Positive/Negative auf Film/Platte/Photopapier, Dias, Abzüge, Mikrofilm/-fiche und vergleichbare fotografische Repro-Träger.&lt;br /&gt;
* B3 '''Analoge AV-Träger''' (Audio/Video/Film)&lt;br /&gt;
** Analoge zeitbasierte Medien, z. B. Magnetton (Tonband, Kassette), Schallplatte, Videobänder, Film.&lt;br /&gt;
* B4 '''3D-Objekte''' - Gegenstände, „sachkulturelle Artefakte“&amp;lt;ref&amp;gt;Sorbisches Institut o. J.: Konzept zum Digitalisierungszentrum am Sorbischen Institut, S. 24.&lt;br /&gt;
(Unveröffentlichtes Konzeptpapier; interne Projektunterlage.)&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.2.3 C. Immateriell 🎭 ===&lt;br /&gt;
Meint lebendige Praktiken, Darstellungen, Ausdrucksformen, Ideen, Werte, Wissen und Fertigkeiten, die von Gemeinschaften getragen und weitergegeben werden, gemäß der folgenden 5 UNESCO ICH-Domänen.&amp;lt;ref&amp;gt;UNESCO o. J.: Intangible Cultural Heritage – Five Domains. URL: https://ich.unesco.org/doc/src/01857-EN.pdf, abgerufen am 01.10.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* C1 '''Orale Traditionen/Ausdrucksformen''' - Sprache, Gesangstraditionen&lt;br /&gt;
* C2 '''Darstellende Künste''' - Musik, Tanz, Theater&lt;br /&gt;
* C3 '''Rituale &amp;amp; Feste''' - Bräuche und soziale Praktiken des Kalenders und Lebenslaufs&lt;br /&gt;
* C4 '''Wissen &amp;amp; Praktiken''' zu Natur &amp;amp; Universum - Heil- und Sammelkenntnisse, ökologisches und astronomisches Wissen, Glaube, Religion&lt;br /&gt;
* C5 '''Traditionelles Handwerk''' - Techniken, Werkzeuge und Gestaltungsmuster&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.2.4 D. Digital 💾 ===&lt;br /&gt;
Bezeichnet in digitaler Form vorliegende Ressourcen menschlichen Wissens und Ausdrucks. Diese können sowohl born-digital sein als auch digitalisierte Repräsentationen von materiellen und immateriellen Kulturgütern.&amp;lt;ref&amp;gt;UNESCO 2003: Charter on the Preservation of Digital Heritage. URL: https://www.unesco.org/en/legal-affairs/charter-preservation-digital-heritage, abgerufen am 01.10.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* D1 '''Born-digital''' (ursprünglich digital erzeugt, kein analoges Original), z. B. Webseiten, Social-Media-Beiträge, Software, Apps, Spiele, digitale Fotos/Audio/Video.&lt;br /&gt;
* D2 '''Digitalisate''' - Digitalisierte Repräsentationen/Derivate aus den Klassen A, B und C.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== 2.3 Begriffe und Kernfunktionen ==&lt;br /&gt;
Die vorherigen Abschnitte haben geklärt, was unter Kulturerbe verstanden wird und welche Arten von Kulturgütern unterschieden werden. Bevor der nachfolgende Abschnitt den Prozess der Kulturerbe-Digitalisierung beschreibt, werden in diesem Abschnitt die dafür wichtigsten Arbeitsbegriffe und Funktionen erläutert. Der Abschnitt soll dabei die Frage beantworten: Welche Arbeitsabläufe und Funktionen sind notwendig, damit Kulturgüter nicht nur digital erfasst, sondern auch gefunden, verstanden, gesichert und genutzt werden können?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Erläuterungen sollen eine gemeinsame und leicht verständliche Grundlage schaffen für alle, die an der Digitalisierung von Kulturerbe interessiert sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.3.1 Vom Kulturgut zur digitalen Repräsentation ===&lt;br /&gt;
Dieser Abschnitt erklärt, was bei einer Digitalisierung entsteht und wie sich das digitale Ergebnis vom ursprünglichen Kulturgut unterscheidet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
! Begriff&lt;br /&gt;
! Erklärung&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Digitalisierung von Kulturerbe'''&lt;br /&gt;
| Digitalisierung bezeichnet in diesem Konzept den gesamten zusammenhängenden Prozess: Kulturgüter erfassen, beschreiben und bewerten, digitale Repräsentationen erzeugen oder übernehmen, ihre Qualität prüfen, sie sichern und für die Nutzung zugänglich machen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;DFG2016&amp;quot;&amp;gt;Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) 2016: Praxisregeln „Digitalisierung“, insbesondere S. 13 und 41-44. URL: https://www.dfg.de/resource/blob/176108/898bf3574ad0ff3b1db525fa7d04c86c/12-151-v1216-de-data.pdf, abgerufen am 16.07.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Bei ursprünglich digital entstandenen Kulturgütern – auch ''born digital'' genannt – entfällt die Überführung aus einem analogen Original; die weiteren Aufgaben bleiben bestehen.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Digitalisat und digitale Repräsentation'''&lt;br /&gt;
| Ein '''Digitalisat''' ist ein digitales Abbild eines analogen Kulturguts, beispielsweise ein Scan einer Handschrift oder ein Foto eines Museumsobjekts. Der weitere Begriff '''digitale Repräsentation''' umfasst auch Audio-, Video- oder 3D-Dokumentationen einer immateriellen kulturellen Praxis. Die digitale Repräsentation ersetzt weder das materielle Kulturgut noch die lebendige Praxis.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Masterdatei und Nutzungsderivat'''&lt;br /&gt;
| Die '''Masterdatei''' ist die möglichst hochwertige und qualitätsgeprüfte Ausgangsdatei. Sie wird für die langfristige Sicherung und spätere Bearbeitungen aufbewahrt. Ein '''Nutzungsderivat''' ist eine daraus erzeugte, an einen bestimmten Zweck angepasste Datei, beispielsweise ein kleineres Bild für eine Internetseite.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Digitales Objekt'''&lt;br /&gt;
| Als '''digitales Objekt''' wird in diesem Konzept eine zusammengehörige digitale Einheit bezeichnet. Sie kann aus einer oder mehreren Dateien, den zugehörigen Metadaten und ihren Verknüpfungen bestehen. Ein digitales Objekt kann ein Digitalisat oder ein ursprünglich digital entstandenes Kulturgut sein.&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
''Beispiel:'' Das verzierte sorbische Osterei bleibt das materielle Kulturgut. Hochauflösende Fotografien, ein 3D-Modell und die dazugehörigen Beschreibungen bilden gemeinsam seine digitale Repräsentation.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.3.2 Vier Kernfunktionen ===&lt;br /&gt;
Als '''Kernfunktionen der Kulturerbe-Digitalisierung''' werden im Folgenden vier dauerhaft zu erfüllende Aufgabenbereiche bezeichnet. Sie beschreiben, was für eine nachhaltige Digitalisierung von Kulturerbe geleistet werden muss, unabhängig davon, welche Institution oder welches technische System die jeweilige Funktion übernimmt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
! Kernfunktion&lt;br /&gt;
! Typische organisatorisch-technische Umsetzung&lt;br /&gt;
! Hauptaufgabe&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Nachweisen, beschreiben und verknüpfen'''&lt;br /&gt;
| Register oder Katalog&lt;br /&gt;
| Macht sichtbar, welche Kulturgüter vorhanden sind, wo sie sich befinden und in welchem Zusammenhang sie stehen. Ein Registereintrag kann bereits bestehen, bevor ein Digitalisat angefertigt wurde. &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Digitalisieren und Qualität sichern'''&lt;br /&gt;
| Digitalisierungszentrum oder Digitalisierungsdienst&lt;br /&gt;
| Erzeugt bzw. übernimmt digitale Repräsentationen, prüft sie und bereitet Dateien und Metadaten für die weitere Verarbeitung vor. Geliefert werden bspw. geprüfte Masterdateien und Nutzungsderivate. &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Langfristig erhalten'''&lt;br /&gt;
| Repositorium oder digitales Langzeitarchiv&lt;br /&gt;
| Übernimmt Dateien und Metadaten, speichert und verwaltet sie und erhält sie über technische und organisatorische Veränderungen hinweg dauerhaft nutzbar.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Zugänglich machen und Nutzung ermöglichen'''&lt;br /&gt;
| Präsentations- und Nutzungssystem&lt;br /&gt;
| Führt beschreibende Informationen und digitale Medien für Nutzerinnen und Nutzer zusammen. Es ermöglicht beispielsweise Suche, Anzeige, Kontextualisierung, Vermittlung und – soweit zulässig – Nachnutzung. &lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese '''Kernfunktionen''' beschreiben zunächst nicht zwingend getrennte Institutionen oder Systeme. Eine Einrichtung kann mehrere Kernfunktionen übernehmen. Umgekehrt kann eine Kernfunktion auf mehrere Einrichtungen oder technische Systeme verteilt sein. Entscheidend sind klare Zuständigkeiten, verlässliche Übergaben und gemeinsame Standards.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vereinfacht lässt sich das Zusammenspiel so zusammenfassen:&lt;br /&gt;
# Das '''Register oder der Katalog''' beschreibt und verknüpft das Kulturgut.&lt;br /&gt;
# Der '''Digitalisierungsdienst''' erzeugt und prüft seine digitale Repräsentation.&lt;br /&gt;
# Das '''Repositorium oder digitale Archiv''' übernimmt und erhält die Dateien.&lt;br /&gt;
# Das '''Präsentationssystem''' führt Beschreibungen und Medien für die Nutzung zusammen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die konkrete Ausgestaltung kann zentral, dezentral oder als Verbund mehrerer Systeme erfolgen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.3.3 Register ===&lt;br /&gt;
Die folgende Tabelle erklärt, wie Kulturgüter so erfasst, beschrieben und verknüpft werden, dass sie eindeutig zugeordnet, wiedergefunden und nach einheitlichen Regeln weiterverarbeitet werden können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
! Begriff&lt;br /&gt;
! Erklärung&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Erschließung, Verzeichnung und Registrierung'''&lt;br /&gt;
| '''Erschließung''' ist der übergeordnete Vorgang, bei dem ein Kulturgut identifiziert, beschrieben und in seinen Zusammenhang eingeordnet wird. '''Verzeichnung''' bezeichnet seine strukturierte dokumentarische Beschreibung. '''Registrierung''' bedeutet die Aufnahme in ein konkretes Register, einen Katalog oder ein Sammlungssystem. Ein Kulturgut kann bereits registriert werden, bevor ein Digitalisat vorhanden ist.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Metadaten'''&lt;br /&gt;
| Metadaten sind strukturierte Informationen über ein Kulturgut und seine digitalen Repräsentationen. Dazu gehören beispielsweise Titel, Herkunft, beteiligte Personen, Ort, Zeit, kultureller Kontext, Rechte, Dateieigenschaften und Bearbeitungsschritte. Je nach Zweck werden beschreibende, technische, rechtliche und erhaltungsbezogene Metadaten unterschieden. Sie machen Kulturgüter auffindbar, verständlich, verwaltbar und langfristig nutzbar.&amp;lt;ref name=&amp;quot;PREMIS&amp;quot;&amp;gt;Library of Congress o. J.: PREMIS – Preservation Metadata: Implementation Strategies. Internationaler Standard für Erhaltungsmetadaten. URL: https://www.loc.gov/standards/premis/, abgerufen am 16.07.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Persistenter Identifikator'''&lt;br /&gt;
| Ein '''persistenter Identifikator''' ist eine dauerhafte und eindeutige Kennung für ein Kulturgut, einen Datensatz oder eine digitale Ressource. Die Kennung bleibt bestehen, auch wenn sich der technische Speicherort oder die Internetadresse ändern. Dadurch können Kulturgüter dauerhaft zitiert und zwischen Systemen verknüpft werden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;DFG2016&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Metadaten sind keine bloße Beigabe zu einer Datei. Ohne ausreichende Beschreibungen kann ein Digitalisat zwar technisch vorhanden sein, später aber kaum gefunden, verstanden oder zuverlässig zugeordnet werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.3.4 Digitalisierungsdienst und Archiv ===&lt;br /&gt;
Die folgende Tabelle erklärt was erforderlich ist, damit Kulturgüter digitalisiert werden und nicht nur heute gespeichert sind, sondern auch nach technischen und organisatorischen Veränderungen noch gefunden, verstanden und genutzt werden können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
! Begriff&lt;br /&gt;
! Erklärung&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Repositorium'''&lt;br /&gt;
| Ein '''Repositorium''', auch ''Repository'' genannt, ist eine verwaltete technische Umgebung, in der digitale Objekte und ihre Metadaten übernommen, gespeichert, geordnet, verwaltet und bereitgestellt werden. Ein Repositorium kann Teil eines digitalen Archivs sein. Nicht jedes Repositorium erfüllt jedoch automatisch alle Anforderungen der Langzeiterhaltung.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Digitales Archiv oder digitales Langzeitarchiv'''&lt;br /&gt;
| Ein digitales Archiv ist mehr als ein Server oder ein Speicherprogramm. Es verbindet eine verantwortliche Organisation, fachkundiges Personal, Regeln, Arbeitsabläufe und technische Systeme. Es übernimmt die Verantwortung dafür, digitale Informationen langfristig zu erhalten und für festgelegte Nutzergruppen zugänglich zu machen. Das internationale Referenzmodell '''Open Archival Information System''' (OAIS, offenes Archiv-Informationssystem) bietet hierfür einen fachlichen Rahmen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;OAIS2024&amp;quot;&amp;gt;Consultative Committee for Space Data Systems (CCSDS) 2024: Reference Model for an Open Archival Information System (OAIS), CCSDS 650.0-M-3, insbesondere S. 1-1–1-2 und 2-1–2-2. URL: https://ccsds.org/Pubs/650x0m3.pdf, abgerufen am 16.07.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Ingest oder kontrollierte Übernahme'''&lt;br /&gt;
| '''Ingest''' bezeichnet die kontrollierte Übernahme digitaler Dateien und Metadaten in ein Repositorium oder digitales Archiv. Dabei werden beispielsweise Vollständigkeit, Dateiformate, Metadaten und Dateiintegrität geprüft und die Übernahme dokumentiert.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Langzeitverfügbarkeit und digitale Langzeiterhaltung'''&lt;br /&gt;
| '''Langzeitverfügbarkeit''' ist das Ziel, digitale Inhalte über technische und organisatorische Veränderungen hinweg auffindbar, lesbar, verständlich und nutzbar zu halten. '''Digitale Langzeiterhaltung''' bezeichnet die dafür notwendigen fortlaufenden Maßnahmen. Dazu können mehrere Speicherorte, regelmäßige Prüfungen, Formatüberwachung, technische Migrationen und eine nachvollziehbare Dokumentation gehören. „Langfristig“ bezeichnet dabei keine feste Zahl von Jahren, sondern einen Zeitraum, in dem mit veränderten Technologien, Formaten und Nutzungsanforderungen gerechnet werden muss.&amp;lt;ref name=&amp;quot;OAIS2024&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Datensicherung oder Backup'''&lt;br /&gt;
| Ein '''Backup''' ist eine zusätzliche Sicherungskopie, aus der Dateien nach einem Verlust oder technischen Ausfall wiederhergestellt werden können. Backups sind notwendig, ersetzen aber keine Langzeiterhaltung: Sie regeln allein noch keine dauerhaften Zuständigkeiten, Metadaten, Formatüberwachung, Integritätsprüfungen oder langfristige Zugänglichkeit.&amp;lt;ref name=&amp;quot;DPCStorage&amp;quot;&amp;gt;Digital Preservation Coalition o. J.: Digital Preservation Handbook – Storage. URL: https://www.dpconline.org/handbook/organisational-activities/storage, abgerufen am 16.07.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Integrität und Authentizität'''&lt;br /&gt;
| '''Integrität''' bedeutet, dass unbeabsichtigte Veränderungen oder Beschädigungen einer Datei erkannt werden können. Dafür werden häufig Prüfsummen verwendet - digitale Kontrollwerte, die regelmäßig verglichen werden. '''Authentizität''' bedeutet, dass Herkunft, Identität und Bearbeitungsgeschichte eines digitalen Objekts nachvollziehbar sind und belegt werden kann, dass es das ist, was es zu sein vorgibt.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Dateiformat und Datenformat'''&lt;br /&gt;
| Ein '''Dateiformat''' legt den technischen Aufbau einer einzelnen Datei fest. Ein '''Datenformat''' beschreibt, wie Informationen strukturiert und zwischen Systemen ausgetauscht werden. Gut dokumentierte, verbreitete und möglichst offen beschriebene Formate erleichtern den Austausch und die langfristige Nutzung. Sie ersetzen jedoch keine aktive Langzeiterhaltung.&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Merksatz:''' Speichern ist nicht dasselbe wie langfristiges Erhalten. Auch ein vorhandenes Backup ist noch kein digitales Langzeitarchiv.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.3.5 Präsentationssystem ===&lt;br /&gt;
Die folgende Tabelle erklärt, wie aus langfristig gesicherten Dateien ein digitales Kulturerbe wird, das von Menschen gefunden, verstanden und sinnvoll genutzt werden kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
! Begriff&lt;br /&gt;
! Erklärung&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Zugänglichmachung und Präsentation'''&lt;br /&gt;
| '''Zugänglichmachung''' bedeutet, dass digitale Objekte auffindbar und im rechtlich sowie technisch zulässigen Umfang abrufbar sind. '''Präsentation''' geht darüber hinaus: Inhalte werden ausgewählt, miteinander verknüpft, erklärt und für bestimmte Zielgruppen vermittelt. Dazu gehören verständliche Kontextinformationen, klare Rechteangaben, Mehrsprachigkeit und möglichst barrierearme Zugänge. Abhängig von Rechten, personenbezogenen Daten oder kulturellen Schutzbedarfen kann der Zugang offen oder eingeschränkt sein.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Nutzung und Nachnutzung'''&lt;br /&gt;
| '''Nutzung''' umfasst beispielsweise das Betrachten, Lesen, Anhören, Erforschen oder Vermitteln eines digitalen Kulturguts. '''Nachnutzung''' bedeutet seine weitere Verwendung in einem neuen Zusammenhang, etwa in Bildung, Forschung, Publikationen, Ausstellungen, Anwendungen oder kreativen Werken. Dafür werden geeignete Dateien, verständliche Metadaten und klare Rechteinformationen benötigt.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Rechteinformation und Lizenz'''&lt;br /&gt;
| Eine '''Rechteinformation''' beschreibt den rechtlichen Status eines digitalen Objekts und mögliche Einschränkungen seiner Nutzung. Eine '''Lizenz''' räumt durch eine dazu berechtigte Person oder Institution konkrete Nutzungsrechte ein. Ein allgemeiner Rechtehinweis ist daher nicht automatisch eine Lizenz.&amp;lt;ref name=&amp;quot;RightsReuse&amp;quot;&amp;gt;RightsStatements.org o. J.: Standardisierte Rechtehinweise für online verfügbares Kulturerbe. URL: https://rightsstatements.org/de/, abgerufen am 16.07.2026. Creative Commons 2025: Recommended Licenses and Tools for Cultural Heritage Content. URL: https://creativecommons.org/2025/07/09/recommended-licenses-and-tools-for-cultural-heritage-content/, abgerufen am 16.07.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Interoperabilität'''&lt;br /&gt;
| '''Interoperabilität''' bezeichnet die Fähigkeit von Systemen und Organisationen, Daten auszutauschen und in gleicher Bedeutung zu verstehen. Dafür werden gemeinsame Metadatenmodelle, Begriffe, Identifikatoren und technische Schnittstellen benötigt. So können beispielsweise Register, Repositorien, Präsentationsportale und externe Kulturplattformen miteinander verbunden werden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;EuropeanaEDM&amp;quot;&amp;gt;Europeana o. J.: Metadata – Europeana Data Model (EDM, Europeana-Datenmodell). URL: https://pro.europeana.eu/page/metadata, abgerufen am 16.07.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Digitalisierte Inhalte entfalten ihren kulturellen und gesellschaftlichen Nutzen erst dann vollständig, wenn sie auffindbar, verständlich, rechtlich klar und für unterschiedliche Zielgruppen tatsächlich verwendbar sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der folgende Abschnitt 2.4 beschreibt, wie diese Kernfunktionen innerhalb des gesamten Prozesses der Kulturerbe-Digitalisierung zusammenwirken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== 2.4 Prozess der Digitalisierung von Kulturerbe ==&lt;br /&gt;
Die Digitalisierung von Kulturgut ist kein rein technischer Arbeitsschritt, sondern ein vielschichtiger, oft langfristiger Prozess, der bereits mit der Wahrnehmung und Identifikation einer kulturellen Ausdrucksform beginnt. Ziel dieses Abschnitts ist es, diesen Gesamtprozess systematisch darzustellen: von der gelebten Kultur über das identifizierte Kulturgut bis hin zur digital nutzbaren Repräsentation.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die hier entwickelte Prozessdarstellung soll als praxisorientierter Überblick dienen für die Digitalisierung des sorbischen Kulturerbes. Sie berücksichtigt die Anforderungen sorbischer Einrichtungen ebenso wie die international etablierten Referenzmodelle und Standards, darunter:&lt;br /&gt;
* das OAIS-Referenzmodell (ISO 14721) für digitale Archivierung&amp;lt;ref&amp;gt;Consultative Committee for Space Data Systems (CCSDS) 2024: Reference Model for an Open Archival Information System (OAIS), CCSDS 650.0-M-3. URL: https://ccsds.org/Pubs/650x0m3.pdf, abgerufen am 01.10.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
* das DCC Curation Lifecycle Model für kuratorische Entscheidungsprozesse&amp;lt;ref&amp;gt;Higgins 2008: The DCC Curation Lifecycle Model. International Journal of Digital Curation, 3(1), 134-140. URL: https://ijdc.net/index.php/ijdc/article/view/48, abgerufen am 01.10.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
* das Spectrum-Modell für museale Objektverwaltung&amp;lt;ref&amp;gt;Collections Trust 2022. Spectrum 5.1 - The UK Museum Collections Management Standard. URL: https://collectionstrust.org.uk/spectrum/spectrum-5, abgerufen am 01.10.2025. &amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
* die UNESCO-Leitlinien zur Inventarisierung immateriellen Kulturerbes&amp;lt;ref&amp;gt;UNESCO 2024: Operational Directives for the Implementation of the Convention for the Safeguarding of the Intangible Cultural Heritage (10.GA). URL: https://ich.unesco.org/doc/src/ICH-Operational_Directives-10.GA_EN.pdf, abgerufen am 01.10.2025. &amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
* sowie technische Vorgaben wie die DFG-Praxisregeln Digitalisierung&amp;lt;ref&amp;gt;Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) 2022: Praxisregeln Digitalisierung (aktualisierte Fassung). URL: https://www.ulb.hhu.de/fileadmin/redaktion/ULB/Documents/Infomaterial/DFG_Praxisregeln_Digitalisierung_Aktualisierte_Fassung2022.pdf, abgerufen am 01.10.2025. &amp;lt;/ref&amp;gt; und die FADGI-Richtlinien&amp;lt;ref&amp;gt;Federal Agencies Digital Guidelines Initiative (FADGI) 2023: Technical Guidelines for Digitizing Cultural Heritage Materials – Still Image, 3rd ed. URL: https://www.digitizationguidelines.gov/guidelines/digitize-technical.html, abgerufen am 01.10.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Folge soll der „Lebenslauf“ eines Kulturguts dargestellt werden, also der Weg, den ein Objekt oder eine kulturelle Praxis vom Zeitpunkt der Entstehung über die Erfassung, Digitalisierung und Archivierung bis zur Veröffentlichung in einem digitalen Präsentationsmodul durchläuft.&lt;br /&gt;
Hierfür erläutert der folgende Abschnitt die einzelnen Prozessschritte im Detail, jeweils mit Akteuren und Beispielen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.4.1 Vorüberlegungen zum Prozess ===&lt;br /&gt;
Im hier vorgestellten Prozess wird auf eine harte, systematische Filterung verzichtet, welche kulturellen Ausdrucksformen „nur“ Kultur und welche bereits Kulturgut sind. Ein solcher Bewertungs- und Abgrenzungsprozess wäre ressourcenintensiv und würde den vorhandenen Kapazitäten in den beteiligten Einrichtungen nicht entsprechen. Stattdessen folgt das Konzept einer inklusiven Logik: Alle dokumentierten Ausdrucksformen werden zunächst als potenzielle Kulturgüter erfasst. Eine feinere Auswahl und Priorisierung erfolgen erst in einem späteren Schritt, nämlich dann, wenn konkret entschieden wird, welche Ausdrucksformen bzw. Kulturgüter in welcher Tiefe digitalisiert, archiviert und präsentiert werden sollen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieses Vorgehen schließt an das SKR-Konzept an, das bewusst auf eine frühe normative Trennung zwischen „kultureller Ausdrucksform“ und „Kulturgut“ verzichtet. Auch hier steht zunächst der möglichst vollständige, strukturierte Überblick über die sorbischen Kulturgüter im Vordergrund. Die differenzierte Bewertung und Schwerpunktsetzung werden als anschließende fachliche Aufgabe verstanden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.4.2 Prozessschritte im Detail ===&lt;br /&gt;
Das folgende Diagramm gibt einen Überblick über die sechs Kernschritte des Gesamtprozesses der Digitalisierung von Kulturgut – von der ersten Wahrnehmung einer kulturellen Ausdrucksform bis zu ihrer digitalen Präsentation als Kulturgut. Die Abfolge zeigt zugleich die Entwicklungsstufen: von gelebter Kultur zur kulturellen Ausdrucksform, von dort zum Kulturgut und schließlich zum digitalen Kulturgut. Die Schritte sind als generischer Ablauf zu verstehen: Je nach Art des Kulturguts können einzelne Tätigkeiten unterschiedlich aufwendig sein oder parallel erfolgen.&lt;br /&gt;
[[Dataja:Wobraz_K3.png|center|600px]]&amp;lt;ref&amp;gt;Mermaid Flowchart Code: [https://mermaid.live/edit#pako:eNplkk1OwzAQha8yGqmbkloxSZs2CyTa8LOphIAVhIVJpolF4iDH4a_qbXqTXgzHFdAKr2y97703lmaNWZMTxriqmvesFNrAfZIqgPPHFIdDzuBO1DVVajhM8QlGozOYO-WUwS0VsjVakqa93Pvmjlk4JmAwp3fS5kCHwQAWjkkcE_Y5WWkIXqrd9jBpT138UIkspBGVbI_7-rwLR146csLgRryQ-U8lMGLwTG1WapLPpHKCZQLMOY9ch7m2VxiSpOAEjJ1TSev_M_bkvv3KtY8ZnOuslG_H9VcOuf4dUO-2LamjGdHDQsscY6M78rAmXYv-ies-IEVTUk0pxvaa00p0lUkxVRtrexXqoWnqH6duuqLEeCWq1r6619zOn0hRaPGH9J_Xi6ZTBuOxS8B4jR8YhxGLeDThkR-EM37KuYefFmHTaOz7fOZHQTidBMHGwy9X6VslnNnDw4jPuB8GHlIuTaOX-7Vy27X5Bh_Osqo hier klicken], abgerufen am 22.09.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Prozess zeigt, dass Digitalisierung von Kulturgut mehr ist als das Erstellen digitaler Dateien. Sie umfasst eine Reihe aufeinander bezogener Schritte – von der ersten Wahrnehmung einer kulturellen Ausdrucksform über ihre Erfassung, Bewertung und Digitalisierung bis hin zur langfristigen Sicherung und Präsentation. Dabei sind je nach Schritt unterschiedliche Akteure beteiligt, etwa Gemeinschaften, Museen, Archive, Fachgremien, Digitalisierungsstellen oder IT. Die folgenden Beschreibungen erläutern diese Schritte so, dass nachvollziehbar wird, was jeweils mit einem Kulturgut geschieht, wer daran beteiligt ist und wie sich der Ablauf in der Praxis vorstellen lässt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''1. Sammeln &amp;amp; erfassen''' &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Hier wird eine kulturelle Ausdrucksform erstmals wahrgenommen, benannt und mit ersten Informationen erfasst: Was ist es, wer macht es oder hat es geschaffen, wo kommt es vor, warum ist es bedeutsam für die Gemeinschaft? &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Akteure''': Community, Vereine, Museen, Archive, Forschende, Privatpersonen.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Beispiel''': Auf einem Dorffest zeigt eine Frau das Verzieren sorbischer Ostereier. Jemand fotografiert dies und notiert Technik, Ort und Namen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''2. Registrieren &amp;amp; beschreiben''' &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Hier wird aus der ersten Beobachtung ein strukturierter Nachweis. Das Kulturgut oder die kulturelle Ausdrucksform wird in ein Register, eine Sammlung oder einen Katalog aufgenommen und mit strukturierten Metadaten beschrieben, damit es wiedergefunden, zugeordnet und verstanden werden kann. Dazu gehören z. B. Titel, Ort, Zeit, Technik, Funktion, beteiligte Personen und der kulturelle Kontext.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Akteure''': Registerverantwortliche, Kurator:innen, Sammlungsmitarbeitende, Community für Kontextinformationen.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Beispiel''': Das Osterei erhält einen Eintrag mit Angaben wie „Wachsbatik“, „Schleife“, „Osterei-Verzierung“, Name der Trägerin und Entstehungsjahr.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''3. Bewerten &amp;amp; freigeben''' &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
In diesem Schritt wird entschieden, ob und in welcher Priorität ein Kulturgut oder die kulturelle Ausdrucksform digitalisiert werden soll und ob dies rechtlich und ethisch möglich ist. Dabei spielen fachliche Kriterien wie Bedeutung, Repräsentativität, Seltenheit oder Gefährdung eine Rolle, aber auch Fragen des Urheberrechts, Datenschutzes und möglicher kultureller Sensibilitäten. Am Ende steht eine begründete Entscheidung, ob und in welchem Umfang das Kulturgut weiterbearbeitet und später veröffentlicht werden darf. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Akteure''': Kurator:innen, Fachgremien, Community-Vertretungen, Register/SKR, ggf. Rechteverantwortliche und Behörden. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Beispiel''': Es wird entschieden, dass die Osterei-Technik wegen ihrer Bedeutung für die sorbische Identität digital gesichert werden soll; die Kunsthandwerkerin stimmt der Veröffentlichung zu.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''4. Digitalisieren &amp;amp; prüfen''' &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Nun wird das Kulturgut technisch erfasst, also in eine digitale Form überführt. Das kann je nach Objektart durch Scan, Fotografie, Audio- oder Videoaufnahme oder 3D-Erfassung geschehen. Dabei entstehen hochwertige Master-Dateien und nutzbare Derivate. Die Digitalisierung folgt qualifizierten Standards, um Reproduzierbarkeit, Farbkonsistenz und Nutzbarkeit zu gewährleisten. Anschließend wird geprüft, ob Schärfe, Farbe, Vollständigkeit und Dateiformate den Anforderungen für Archivierung und Nutzung entsprechen. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Akteure''': Digitalisierungszentrum, Foto-/AV-/3D-Spezialist:innen, externe Dienstleister bei Spezialfällen. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Beispiel''': Das Osterei wird fotografisch hochauflösend aufgenommen und zusätzlich als 3D-Modell erfasst. Danach werden Schärfe, Farbe und Dateiformate geprüft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''5. Archivieren &amp;amp; sichern''' &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die entstandenen digitalen Dateien werden geordnet abgelegt, mit den zugehörigen Metadaten verknüpft und für die langfristige Erhaltung gesichert. Dazu gehören sichere Speicherorte, Backups, Integritätskontrollen und – wenn nötig – spätere technische Migration auf neue Systeme. Ziel ist, dass das digitale Kulturgut langfristig erhalten bleibt, auch wenn sich Technik und Formate verändern. Das Original bleibt in der Regel weiterhin am Sammlungs- oder Aufbewahrungsort. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Akteure''': Archiv, Repository, IT-Betrieb, ggf. Sorbisches Kulturarchiv bzw. Digitalisierungszentrum. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Beispiel''': Die Bilder und das 3D-Modell des Ostereis werden auf gesicherten Servern gespeichert; das Original bleibt im Museum oder bei der Eigentümerin.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''6. Präsentieren &amp;amp; nutzen''' &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Im letzten Schritt werden die digitalen Objekte so bereitgestellt, dass sie gefunden, verstanden und genutzt werden können, z. B. in Portalen, digitalen Sammlungen oder virtuellen Ausstellungen. Dafür reicht es nicht, nur Dateien anzuzeigen: Es braucht auch verständliche Kontexte, Rechteangaben, Mehrsprachigkeit und möglichst barrierearme Zugänge. So wird aus der technischen Digitalisierung eine tatsächliche kulturelle Nutzung. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Akteure''': Kurator:innen, Vermittlung, Web/IT, Museen, Kulturinformationen, Community. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Beispiel''': Das Osterei erscheint in einer Online-Ausstellung, kann herangezoomt oder als 3D-Modell gedreht werden und wird mit einem kurzen Text zur Technik erklärt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.4.3 Organisatorische Perspektive ===&lt;br /&gt;
Die folgende Abbildung ist entnommen aus einem Poster des Sorbischen Instituts zu dessen Digitalisierungsstrategie, gefunden auf der Projektseite des Digitalisierungszentrums.&amp;lt;ref&amp;gt;Sorbisches Institut: Digitalisierungszentrum (DZ). URL: [https://www.serbski-institut.de/projekte-zentrale-vorhaben/digitalisierungszentrum-dz/ https://www.serbski-institut.de/projekte-zentrale-vorhaben/digitalisierungszentrum-dz/], abgerufen am 25.03.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Digitalisierungsstrategie des Sorbischen Instituts zeigt die Erfassung, Registrierung, Digitalisierung und Archivierung bis zur Präsentation von Kulturgütern aus '''organisatorischer Sicht'''. Sie basiert auf einem '''3-Säulen-Modell aus Kulturregister, Digitalisierungszentrum und Präsentationsumgebung'''. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Dataja:Wobraz_K4.png|mini||center|600px|Abbildung: 3-Säulen-Modell der Digitalisierungsstrategie des Sorbischen Instituts. Quelle: Sorbisches Institut, „Digitalizacija serbskich kulturnych datow / Digitalisierung der sorbischen/wendischen Kulturdaten“&amp;lt;ref&amp;gt;Sorbisches Institut 2025: Digitalizacija serbskich kulturnych datow / Digitalisierung der sorbischen/wendischen Kulturdaten (Poster). URL:  [https://www.serbski-institut.de/wp-content/uploads/2021/11/A0-Druck_Digitalisierungsstrategie-SI.pdf  https://www.serbski-institut.de/wp-content/uploads/2021/11/A0-Druck_Digitalisierungsstrategie-SI.pdf], abgerufen am 25.03.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Beide Sichtweisen - die fachliche &amp;quot;Prozess-Sicht&amp;quot; und die &amp;quot;organisatorische Sicht&amp;quot; lassen sich wie folgt in einer Darstellung zusammenfassen:&lt;br /&gt;
[[Dataja:Wobraz_K5.jpg|mini||center|600px|Abbildung: Zusammengefasste Sichtweisen auf die Digitalisierung von Kulturerbe.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der &amp;quot;Prozess der Digitalisierung von Kulturerbe&amp;quot; beschreibt, '''was''' mit einem Kulturgut geschieht; das 3-Säulen-Modell zeigt, '''wo''' diese Aufgaben organisatorisch verortet sind. Bezogen auf die oben beschriebenen [[#2.3.2 Prozessschritte im Detail|Prozessschritte der Digitalisierung von Kulturerbe]] steht das '''Sorbische Kulturregister''' für den Prozessschritt „'''2. Registrieren'''“ und dient dabei vor allem der Verzeichnung und Metadatenverwaltung. Das '''Digitalisierungszentrum''' steht für die Prozessschritte „'''4. Digitalisieren'''“ und „'''5. Archivieren'''“ und dient dabei der technischen Erfassung, Bearbeitung und Sicherung der Digitalisate. Die '''Präsentationsumgebung''' steht für den Schritt „'''6. Präsentieren'''“ und dient der öffentlichen oder kuratierten Bereitstellung zur Nutzung. Ergänzende Konzepte des SI machen dabei deutlich, dass die Digitalisierung im Regelfall eine vorherige Verzeichnung im Register voraussetzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
! Prozessschritt&lt;br /&gt;
! Verantwortliche Organisation&lt;br /&gt;
! Funktion im Gesamtsystem&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''2. Registrieren'''&lt;br /&gt;
| '''Sorbisches Kulturregister'''&lt;br /&gt;
| Kulturgüter werden als Entitäten nachgewiesen, beschrieben, mit Metadaten versehen und miteinander verknüpft. Das Register erfüllt damit eine katalogähnliche Funktion: Es macht sichtbar, welche Kulturgüter es gibt, wo sie sich befinden und in welchem Kontext sie stehen.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''4. Digitalisieren'''&lt;br /&gt;
| '''Digitalisierungszentrum'''&lt;br /&gt;
| Kulturgüter werden technisch erfasst, z. B. durch Scan, Fotografie, Audio-/Videoübertragung oder 3D-Erfassung. Das Digitalisierungszentrum erzeugt und prüft die Digitalisate, ist aber nicht selbst primär ein Präsentationssystem.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''5. Archivieren'''&lt;br /&gt;
| '''Digitalisierungszentrum / Repositorium / Archiv'''&lt;br /&gt;
| Die digitalen Dateien werden geordnet gespeichert, mit Metadaten verbunden und langfristig gesichert. Dazu gehört auch die Sicherstellung der Langzeitaufbewahrung, etwa durch geeignete Speicherorte, Prüfroutinen und spätere Migrationen.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''6. Präsentieren'''&lt;br /&gt;
| '''Sorabicon / weitere Präsentationsumgebungen'''&lt;br /&gt;
| Die digitalen Inhalte werden für Nutzer:innen sichtbar, erfahrbar und verständlich gemacht, z. B. in Portalen, digitalen Sammlungen oder virtuellen Ausstellungen. Die Präsentation greift dafür auf Metadaten aus dem Register und auf Digitalisate aus dem Repositorium bzw. dem Digitalisierungszentrum zurück.&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Schritt '''1. Sammeln''' liegt vor diesen drei Säulen. Er betrifft die Sammlungsorte selbst, also z. B. Museen, Archive, Heimatstuben, Vereine, Projekte, Gemeinden oder Privatpersonen. Dort entstehen oder befinden sich die Kulturgüter zunächst, bevor sie systematisch registriert, bewertet oder digitalisiert werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Schritt '''3. Bewerten''' ist ebenfalls keine eigene technische Säule, sondern ein steuernder Entscheidungsschritt. In ihm wird geklärt, welche Kulturgüter priorisiert digitalisiert werden, welche fachliche Bedeutung sie haben, welche Rechte zu beachten sind und ob eine öffentliche Präsentation möglich ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Damit wird deutlich: Register, Digitalisierungszentrum und Präsentation erfüllen unterschiedliche Aufgaben. Das '''Register''' beschreibt und verknüpft Kulturgüter, das '''Digitalisierungszentrum''' erzeugt und sichert Digitalisate und die '''Präsentationsumgebung''' macht ausgewählte Inhalte verständlich zugänglich. Gerade diese Trennung schafft klare Zuständigkeiten und erleichtert die Zusammenarbeit zwischen Sammlungsorten, Fachstellen, technischen Dienstleistern und Öffentlichkeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== 2.5 Beispiele anderer Kulturen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Digitalisierung des Kulturerbes kleiner, autochthoner, indigener und sprachlicher Gemeinschaften weist häufig vergleichbare Herausforderungen auf: Kulturgüter und Bestände sind auf viele Institutionen, Vereine, lokale Einrichtungen und private Träger verteilt. Personelle und finanzielle Ressourcen sind begrenzt, mehrere Sprachen und Beschreibungstraditionen müssen berücksichtigt werden und nicht alle kulturellen Inhalte dürfen oder sollen ohne Einschränkung öffentlich zugänglich gemacht werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In einer vergleichenden Recherche wurde daher untersucht, wie andere Gemeinschaften und Regionen ihr Kulturerbe erfassen, beschreiben, digitalisieren, langfristig sichern und zur Nutzung bereitstellen. Dabei wurde nicht nach einer universell „idealen“ technischen Lösung gesucht. Untersucht wurde vielmehr, welche organisatorischen, technischen, rechtlichen und gemeinschaftlichen Modelle unter welchen Rahmenbedingungen funktionieren, welche Schwierigkeiten auftreten und welche übertragbaren Erfolgsfaktoren erkennbar sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die nachfolgenden Beispiele verdeutlichen unterschiedliche Schwerpunkte: gemeinschaftliche Steuerung, institutionsübergreifende Register und Suchsysteme, Digitalisierung verteilter Bestände, Sprach- und Tonarchive, abgestufte Zugänge, Unterstützung kleiner Kulturgutträger sowie die Überführung zeitlich begrenzter Projekte in einen dauerhaften Betrieb.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die daraus abgeleiteten Kriterien bilden einen Referenzrahmen. Anhand dieses Referenzrahmens kann in einer späteren Ist-Analyse geprüft werden, welche Funktionen bereits vorhanden, nur konzeptionell beschrieben, in Pilotprojekten erprobt oder dauerhaft im Regelbetrieb verankert sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die ausführlichen Fallprofile, Vergleichsmatrizen, Quellen sowie ein Hinweis zur KI-gestützten Erstellung befinden sich in der [[12.3.A1 Vergleichende Recherche – Digitalisierung des Kulturerbes anderer Kulturen und Regionen|ausführlichen Vergleichsrecherche]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.5.1 RomArchive – Digitales Archiv der Roma ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Roma und Sinti sind eine transnationale Minderheit, die in zahlreichen europäischen Staaten lebt. RomArchive wurde von 2015 bis 2019 mit 3,75 Millionen Euro durch die Kulturstiftung des Bundes gefördert. Weitere Unterstützer waren unter anderem die Bundeszentrale für politische Bildung, das Auswärtige Amt und das Goethe-Institut. Seit 2019 wird das Archiv durch das Dokumentations- und Kulturzentrum Deutscher Sinti und Roma in Heidelberg betrieben.&amp;lt;ref name=&amp;quot;vergleich_romarchive&amp;quot;&amp;gt;RomArchive o. J.: Frequently Asked Questions. URL: https://www.romarchive.eu/en/about/frequently-answered-questions/; Dokumentations- und Kulturzentrum Deutscher Sinti und Roma e. V. o. J.: Imprint. URL: https://www.romarchive.eu/en/imprint/; Kulturstiftung des Bundes o. J.: RomArchive. URL: https://www.kulturstiftung-des-bundes.de/en/programmes_projects/film_and_new_media/detail/romarchive.html, jeweils abgerufen am 20.07.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Archiv präsentiert Kunst, Geschichte und Kultur aus der Perspektive der Roma. Kuratorische Teams und Beirat waren überwiegend mit Angehörigen der Minderheit besetzt. Neben öffentlich zugänglichen Inhalten existiert ein internes Archiv mit beschränktem Forschungszugang. Besonders lehrreich ist der bereits zu Projektbeginn geplante und später tatsächlich vollzogene Übergang an einen dauerhaften Betreiber.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Erfolgsfaktoren und Learnings:''' &lt;br /&gt;
* Angehörige der Gemeinschaft sollten nicht nur Inhalte zuliefern, sondern festgelegte Entscheidungsrechte bei Auswahl, Beschreibung, Kontextualisierung und Zugangsregeln besitzen. &lt;br /&gt;
* Bereits zu Beginn einer Projektphase verbindlich klären, welche Institution das Register, Archiv oder Portal nach dem Ende der Förderung dauerhaft betreibt, pflegt und finanziert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.5.2 Nuohtti – Zugang zum Sámi-Kulturerbe ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Sámi sind ein indigenes Volk im nordeuropäischen Sápmi, das sich über Teile Norwegens, Schwedens, Finnlands und Russlands erstreckt. Viele historische Sámi-Materialien befinden sich außerhalb der Sámi-Institutionen in europäischen Archiven und Museen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nuohtti ist ein gemeinsamer Suchdienst für digitalisierte Sámi-Materialien. Er wurde von 2018 bis 2021 mit Mitteln des Programms Interreg Nord der EU (Europäische Union) entwickelt. Beteiligt waren unter anderem die Sámi-Archive der finnischen und norwegischen Nationalarchive, das schwedische Reichsarchiv und mehrere Universitäten. Die Sámi-Parlamente Finnlands, Norwegens und Schwedens waren in der Steuerungsgruppe vertreten. Der Dienst führte nach Projektangaben etwa 30.000 Datensätze aus 32 Institutionen zusammen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;vergleich_nuohtti&amp;quot;&amp;gt;Nuohtti o. J.: About Nuohtti. URL: https://nuohtti.com/Content/about; University of the Arctic 2023: The Nuohtti service provides digital access to Sámi material in European archives. URL: https://www.uarctic.org/news/2023/3/the-nuohtti-service-provides-digital-access-to-sami-material-in-european-archives/, jeweils abgerufen am 20.07.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nuohtti übernimmt nicht alle Bestände in ein einziges System. Stattdessen werden Metadaten, also strukturierte Beschreibungsdaten zu Objekten und Beständen, aus vorhandenen Einrichtungen zusammengeführt und mit mehrsprachiger Suche, Karte und Zeitleiste zugänglich gemacht. Ethische Hinweise machen darauf aufmerksam, dass viele Bestände unter historischen und teilweise kolonialen Bedingungen gesammelt und beschrieben wurden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Erfolgsfaktoren und Learnings:''' &lt;br /&gt;
* Ein gemeinsamer Zugang kann auch mit dezentraler Architektur der Bestände erfolgen – Originale, Dateien und Fachsysteme können beim Kulturgutträger verbleiben.&lt;br /&gt;
* Ein Register für Kulturdaten kann als übergreifende Nachweisschicht arbeiten: Größere Einrichtungen liefern Daten über technische Schnittstellen, während kleine Träger zentrale oder gemeinsam bereitgestellte Erfassungsdienste nutzen können. &lt;br /&gt;
* Historische Fremdbeschreibungen sollten ergänzt werden durch Selbstbezeichnungen, eigene Sprachformen, alternative Benennungen und Kontexte der betreffenden Gemeinschaft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.5.3 People’s Collection Wales / Casgliad y Werin Cymru ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wales ist ein Landesteil des Vereinigten Königreichs mit einer eigenständigen nationalen und walisischsprachigen Identität. People’s Collection Wales ist eine zweisprachige Plattform für institutionelles und gemeinschaftlich getragenes Kulturerbe. Sie wird als Verbund der National Library of Wales, des National Museum Wales und der Royal Commission on the Ancient and Historical Monuments of Wales betrieben und durch die walisische Regierung finanziert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Neben der technischen Plattform werden kostenlose Beratung und Schulungen zu Digitalisierung, Metadaten, Urheberrecht, Datenschutz und Oral History, also mündlich überlieferter und aufgezeichneter Geschichte, angeboten. Eine unabhängige Evaluation stellte Fortschritte bei der Zusammenarbeit und beim Kompetenzaufbau fest, benannte aber auch begrenzte Wirkungsnachweise, Finanzierungsrisiken und den hohen Personalaufwand für die Unterstützung der beteiligten Gemeinschaften.&amp;lt;ref name=&amp;quot;vergleich_wales&amp;quot;&amp;gt;Vittle, Kate / Haswell-Walls, Fran / Dixon, Tim; ERS Ltd. 2016: Evaluation of the Casgliad y Werin Cymru / People’s Collection Wales Digital Heritage Programme. Impact Report. URL: https://www.gov.wales/sites/default/files/publications/2019-08/evaluation-of-the-peoples-collection-wales-digital-heritage-programme-impact.pdf; People’s Collection Wales o. J.: Community Support. URL: https://www.peoplescollection.wales/about-us/community-support, jeweils abgerufen am 20.07.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Erfolgsfaktoren und Learnings:''' &lt;br /&gt;
* Kleine und ehrenamtlich betreute Sammlungen benötigen nicht nur technische Standards, sondern konkrete und dauerhaft verfügbare Dienstleistungen: Erstberatung, Schulung, Vorlagen, Unterstützung bei Rechtefragen, Qualitätskontrolle und persönliche Ansprechpartner. &lt;br /&gt;
* Ein Digitalisierungszentrum oder ein Verbund koordinierter Digitalisierungsdienste sollte daher als Service- und Kompetenzstruktur ausgestaltet werden und nicht lediglich als technische Produktionsstelle. &lt;br /&gt;
* Der dafür notwendige Beratungs- und Unterstützungsaufwand muss als dauerhafte Betriebsaufgabe eingeplant werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.5.4 Tobar an Dualchais / Kist o Riches ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schottisch-Gälisch ist eine Minderheitensprache, die vor allem in den Highlands und auf den schottischen Inseln gesprochen wird. Tobar an Dualchais macht mehr als 40.000 seit den 1930er Jahren entstandene Tonaufnahmen zugänglich. Die Bestände umfassen Erzählungen, Lieder, Musik, Gedichte und mündlich überliefertes Wissen auf Gälisch, Scots und Englisch. Ein bedeutender Teil der Originalbestände wird in den School of Scottish Studies Archives der Universität Edinburgh verwahrt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;vergleich_tobar&amp;quot;&amp;gt;University of Edinburgh 2024: Tobar an Dualchais / Kist o Riches. URL: https://gaelic.ed.ac.uk/gaelic-collections/tobar-an-dualchais-kist-o-riches; Scottish Government 2025: Rediscovering lost Gaelic words. URL: https://www.gov.scot/news/rediscovering-lost-gaelic-words/, jeweils abgerufen am 20.07.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Digitalisierung wird mit Verschriftlichung beziehungsweise Transkription, sprachlicher Erschließung, Freiwilligenarbeit und teilweise automatischer Spracherkennung verbunden. Das Projekt erhält wiederkehrende öffentliche Förderungen, muss Rechteklärung, Transkription und technische Weiterentwicklung jedoch dauerhaft fortsetzen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Erfolgsfaktoren und Learnings:''' &lt;br /&gt;
* Gefährdete Ton-, Film- und Videobestände müssen wegen Materialverfall, beschädigungsanfälliger Trägermaterialien und nicht mehr verfügbarer Wiedergabetechnik zeitlich priorisiert werden. &lt;br /&gt;
* Ein geeignetes Pilotprojekt kann Digitalisierung, Rechteklärung, Verschriftlichung, Übersetzung, Metadatenerfassung, Archivierung und Bildungsnutzung entlang einer vollständigen Prozesskette verbinden. &lt;br /&gt;
* Dadurch werden nicht nur einzelne Dateien erzeugt, sondern zugleich die notwendigen Standards, Zuständigkeiten und Aufwände erprobt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.5.5 Euskariana – Portal zum baskischen Kulturerbe ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Baskinnen und Basken leben in Gebieten Spaniens und Frankreichs. Euskariana ist das staatlich betriebene Kulturportal der Autonomen Gemeinschaft Baskenland in Spanien. Es wird durch die Digitale Bibliothek Euskadi betrieben und verbindet Daten der baskischen Regierung, der Provinzen, Kommunen, Universitäten sowie öffentlicher, kirchlicher und privater Einrichtungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Portal ist zugleich gemeinsamer Katalog und Zugang zu digitalen Objekten. Es kann Inhalte über ein eigenes Repositorium, also ein institutionell betriebenes digitales Ablage- und Erhaltungssystem, bereitstellen oder zu den Systemen der Partner verlinken. Verwendet werden internationale Standards wie Dublin Core als allgemeiner Metadatenstandard, METS (Metadata Encoding and Transmission Standard) zur Strukturierung und Übertragung digitaler Objekte, PREMIS (Preservation Metadata: Implementation Strategies) für Metadaten zur digitalen Langzeiterhaltung und ALTO (Analyzed Layout and Text Object) für erkannte Texte und Seitenlayouts. Die standardisierten Daten können unter anderem an Europeana weitergegeben werden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;vergleich_euskariana&amp;quot;&amp;gt;Gobierno Vasco / Biblioteca Digital de Euskadi o. J.: Acerca de Euskariana. URL: https://www.euskariana.euskadi.eus/euskadibib/es/help/about.do, abgerufen am 20.07.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Erfolgsfaktoren und Learnings:''' &lt;br /&gt;
* Unterschiedliche Kulturgutträger benötigen unterschiedliche Anschlussmöglichkeiten. &lt;br /&gt;
** Kleine Einrichtungen sollten Daten und gegebenenfalls Dateien in zentral bereitgestellten Diensten erfassen und verwalten können. &lt;br /&gt;
** Größere Institutionen sollten ihre vorhandenen Systeme über Datenexporte oder Programmierschnittstellen anbinden können. &lt;br /&gt;
* Dafür ist ein gemeinsamer, bewusst schlank gehaltener Metadatenkern erforderlich, der durch fach- und institutionsspezifische Angaben erweitert werden kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.5.6 Mukurtu und Plateau Peoples’ Web Portal ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mukurtu ist eine frei verfügbare Software für die gemeinschaftlich kontrollierte Verwaltung digitalen indigenen Kulturerbes. Das Plateau Peoples’ Web Portal verbindet acht indigene Nationen des nordwestlichen Plateaus der USA mit der Washington State University und mehreren Museen und Archiven. Stammesvertreter wählen und beschreiben die Inhalte; die Universität übernimmt wesentliche technische Betriebsaufgaben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mukurtu ermöglicht kulturelle Protokolle, also gemeinschaftlich festgelegte Regeln für Zugang und Nutzung, Traditional Knowledge Labels als Kennzeichnungen für überliefertes gemeinschaftliches Wissen sowie mehrere Beschreibungen zu demselben Objekt. Dadurch kann neben einer institutionellen Museumsbeschreibung eine Beschreibung der Herkunftsgemeinschaft stehen. Zugänge können von vollständig öffentlich bis streng beschränkt reichen. Mukurtu weist ausdrücklich darauf hin, dass die Plattform vor allem dem Zugang und der gemeinschaftlichen Verwaltung dient und ein gesondertes Konzept für Digitalisierung, Langzeiterhaltung, Personal und Finanzierung erforderlich bleibt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;vergleich_mukurtu&amp;quot;&amp;gt;Mukurtu CMS / Washington State University o. J.: About. URL: https://mukurtu.org/about/; Plateau Peoples’ Web Portal. URL: https://mukurtu.org/project/plateau-peoples-web-portal-showcase/, jeweils abgerufen am 20.07.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Erfolgsfaktoren und Learnings:''' &lt;br /&gt;
* Rechte und kulturelle Sensibilität müssen als Bestandteil des Datenmodells behandelt werden und dürfen nicht erst unmittelbar vor einer Veröffentlichung geprüft werden. &lt;br /&gt;
* Sinnvoll sind abgestufte Kategorien wie &lt;br /&gt;
** „nur Metadaten öffentlich“, &lt;br /&gt;
** „öffentliches Nutzungsdigitalisat“, &lt;br /&gt;
** „Zugang nach Rücksprache“, &lt;br /&gt;
** „beschränkter Gemeinschafts- oder Forschungszugang“, &lt;br /&gt;
** „zeitlich gesperrt“ und &lt;br /&gt;
** „nicht zugänglich“. &lt;br /&gt;
* Mehrere Beschreibungen zu demselben Objekt ermöglichen es außerdem, institutionelle Überlieferung und Selbstbeschreibung nebeneinander nachvollziehbar zu dokumentieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.5.7 Indigitization – zentrale Unterstützung für dezentrale Digitalisierung ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Indigitization unterstützt First Nations und weitere indigene Gemeinschaften in British Columbia in Kanada. Das Programm wird gemeinsam von indigenen Organisationen, Bibliotheken, Archiven und Hochschulen getragen. Es stellt einen Werkzeugkasten, Schulungen, Musterunterlagen, technische Beratung und Förderhilfen bereit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von 2013 bis 2019 wurden drei Pilotprojekte und 45 weitere Projekte gefördert. Dabei wurden mehr als 11.000 Audiokassetten digitalisiert. Die Digitalisierung erfolgte in den Gemeinschaften; eine allgemeine Veröffentlichung war nicht zwingend. Das frühere Förderprogramm für Audiokassetten befindet sich inzwischen allerdings in einer Pause.&amp;lt;ref name=&amp;quot;vergleich_indigitization&amp;quot;&amp;gt;Indigitization o. J.: About Us. URL: https://www.indigitization.ca/about-2/; Indigitization Toolkit. URL: https://www.indigitization.ca/toolkit/; Audio Cassette Digitization Grant. URL: https://www.indigitization.ca/funding/audio-cassette-grant/, jeweils abgerufen am 20.07.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Erfolgsfaktoren und Learnings:''' &lt;br /&gt;
* Zentral bereitgestellte Kompetenz lässt sich mit dezentraler Verantwortung verbinden. &lt;br /&gt;
* Ein Digitalisierungszentrum oder ein Verbund gemeinsamer Dienste kann Schulungen, Leih- und Mobiltechnik, Qualitätsprüfung, Rahmenverträge, Musterunterlagen, Beratung und Kleinprojektförderung anbieten. &lt;br /&gt;
* Originale, lokales Wissen und kulturelle Beziehungen können grundsätzlich bei den jeweiligen Kulturgutträgern verbleiben. &lt;br /&gt;
* Damit nach Abschluss einzelner Digitalisierungsprojekte keine ungesicherten Dateien zurückbleiben, sollte jedoch von Beginn an ein gemeinsames oder verbindlich angebundenes Repositorium beziehungsweise digitales Archiv vorgesehen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.5.8 Zusammenfassungen der Beispiele anderer Kulturen im Anhang ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tabellarische Übersichten und Zusammenfassungen aller untersuchten Beispiele anderer Kulturen und Regionen befinden sich im Anhang [[12.3.A1 Vergleichende Recherche – Digitalisierung des Kulturerbes anderer Kulturen und Regionen#E. Vergleichsmatrix|in Abschnitt E. Vergleichsmatrix]] unter &lt;br /&gt;
* [[12.3.A1 Vergleichende Recherche – Digitalisierung des Kulturerbes anderer Kulturen und Regionen#E.1 Funktionen, Architektur und Standards|E.1 Funktionen, Architektur und Standards]] und&lt;br /&gt;
* [[12.3.A1 Vergleichende Recherche – Digitalisierung des Kulturerbes anderer Kulturen und Regionen#E.2 Governance, Finanzierung, Erfolg und Übertragbarkeit|E.2 Governance, Finanzierung, Erfolg und Übertragbarkeit]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Zusammenfassung der übergreifenden Erfolgsfaktoren aus den Beispielen befindet sich im Anhang [[12.3.A1 Vergleichende Recherche – Digitalisierung des Kulturerbes anderer Kulturen und Regionen#F. Übergreifende Erfolgsfaktoren|in Abschnitt F. Übergreifende Erfolgsfaktoren]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.5.9 Was sich aus den Beispielen ableiten lässt ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus den untersuchten Beispielen lässt sich kein einzelnes Projekt und kein bestimmtes Softwaresystem ableiten, das unverändert übernommen werden könnte. Wiederkehrend zeigen sich jedoch '''vier notwendige Funktionen, drei übergreifende Erfolgsbedingungen und zwei grundlegende Umsetzungsprinzipien'''. Sie bilden einen kompakten Orientierungsrahmen für die Digitalisierung von Kulturerbe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Vier Kernfunktionen – was muss dauerhaft geleistet werden? ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Damit die Digitalisierung nicht bei einzelnen Digitalisaten oder einem Präsentationsportal stehen bleibt, müssen vier Kernfunktionen verlässlich abgedeckt und miteinander verbunden werden:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot; style=&amp;quot;width:100%;&amp;quot;&lt;br /&gt;
! Kernfunktion&lt;br /&gt;
! Kernfrage&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''1. Register für Kulturdaten'''&lt;br /&gt;
| '''Was ist vorhanden und was sollte prioritär bearbeitet werden?''' – Kulturgüter und Bestände nachweisen, beschreiben, verknüpfen und ihren Digitalisierungs- und Rechtezustand erfassen.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''2. Digitalisierungszentrum / Digitalisierungsdienste'''&lt;br /&gt;
| '''Wie wird qualitätsgesichert digitalisiert?''' – Kulturgutträger beraten, Digitalisierung vorbereiten oder durchführen, Qualität sichern und die Übergabe vorbereiten.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''3. Repositorium / digitales Langzeitarchiv'''&lt;br /&gt;
| '''Wie bleibt das digitale Kulturerbe dauerhaft erhalten?''' – Masterdateien und Metadaten sicher übernehmen, erhalten, sichern und bei technischen Veränderungen migrieren.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''4. Präsentations- und Nutzungssysteme'''&lt;br /&gt;
| '''Wie wird das Kulturerbe gefunden, verstanden und genutzt?''' – freigegebene Inhalte mehrsprachig vermitteln und für Bildung, Forschung und kulturelle Nachnutzung bereitstellen.&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die vier Funktionen bedeuten nicht zwingend vier Einrichtungen oder vier technische Systeme. Entscheidend ist, dass alle Funktionen abgedeckt, ihre Zuständigkeiten geklärt und ihre Übergaben zuverlässig organisiert sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Drei Erfolgsbedingungen – was gilt für alle Kernfunktionen? ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
# '''Gemeinsam entscheiden und Rechte abgestuft regeln:''' &lt;br /&gt;
#* Angehörige der betreffenden Gemeinschaft und die Kulturgutträger sollten nachvollziehbare Entscheidungsrechte bei Auswahl, Beschreibung, Priorisierung und Veröffentlichung besitzen. &lt;br /&gt;
#* Zugänge sollten abgestuft sein, beispielsweise auch &amp;quot;ausschließlich Metadaten&amp;quot;, &amp;quot;Zugang nach Rücksprache&amp;quot; oder &amp;quot;beschränkte Gemeinschafts- und Forschungszugänge&amp;quot; ermöglichen. &lt;br /&gt;
#* Rechtliche Zulässigkeit und kulturelle Angemessenheit sind dabei getrennt zu betrachten. &lt;br /&gt;
#* Selbstbezeichnungen und eigene kulturelle Perspektiven sollten historische Fremdbeschreibungen ergänzen können.&amp;lt;br&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
# '''Gemeinsame Standards, Mehrsprachigkeit und technische Anschlussfähigkeit sichern:''' &lt;br /&gt;
#* Ein bewusst schlanker gemeinsamer Metadatenkern, Qualitätsstandards und geregelte Datenübergaben ermöglichen die Zusammenarbeit unterschiedlicher Einrichtungen. Zusätzlich können fach- oder institutionsspezifische Metadatensätze genutzt werden.&lt;br /&gt;
#* Sprachen und Sprachvarianten müssen als eigenständige Datenwerte berücksichtigt werden, bspw. bei Metadaten, Beschreibungen usw. &lt;br /&gt;
#* Kleine Träger benötigen einfache zentrale Erfassungsmöglichkeiten, z. B. per Weboberfläche, größere Institutionen Schnittstellen oder Datenexporte aus ihren vorhandenen Systemen.&amp;lt;br&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
# '''Dauerhafte Verantwortung und Finanzierung sichern:''' &lt;br /&gt;
#* Bereits beim Aufbau muss feststehen, wer Register, Digitalisierungsdienste, Repositorium und Präsentationssystem nach einer Projektförderung dauerhaft betreibt. &lt;br /&gt;
#* Neben einmaligen Projektmitteln müssen deshalb auch Personal, Beratung, Datenpflege, Speicher, Softwarepflege, Sicherung und spätere technische Erneuerungen dauerhaft finanziert werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Zwei Umsetzungsprinzipien – wie sollte vorgegangen werden? ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
# '''Priorisieren, die vollständige Kette pilotieren, dann skalieren:''' &lt;br /&gt;
#* Nicht alles muss gleichzeitig digitalisiert werden. Besonders gefährdete oder kulturell bedeutsame Bestände sollten priorisiert werden. &lt;br /&gt;
#* Pilotprojekte sollten möglichst den gesamten Weg von der Erfassung und Rechteklärung über die Digitalisierung bis zur Archivierung und Nutzung durchlaufen. Dabei werden Standards, Zuständigkeiten, Kosten und tatsächliche Nutzung erprobt. &lt;br /&gt;
#* Erst auf dieser Grundlage sollte in größerem Umfang skaliert werden.&amp;lt;br&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
# '''Zentral ermöglichen, dezentral verantworten:''' &lt;br /&gt;
#* Zentrale Stellen können Infrastruktur, Beratung, Schulung, Digitalisierungstechnik, Qualitätskontrolle, Rechtehilfe und Langzeiterhaltung bereitstellen. &lt;br /&gt;
#* Originale, lokales Wissen, kulturelle Beziehungen und wesentliche inhaltliche Entscheidungen können gleichzeitig bei den jeweiligen Kulturgutträgern verbleiben. &lt;br /&gt;
#* Zentralisierung von Diensten und dezentrale kulturelle Verantwortung sind damit keine Gegensätze, sondern können sich gegenseitig ergänzen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Für die Reihenfolge ergibt sich daraus:''' &lt;br /&gt;
# Zuerst Entscheidungsrechte, Standards, Betreiber und Finanzierung ausreichend klären; &lt;br /&gt;
# anschließend mit ausgewählten Beständen die vollständige Prozesskette erproben und die Unterstützungsstrukturen aufbauen; &lt;br /&gt;
# auf dieser Grundlage Digitalisierung, Präsentation und Nachnutzung schrittweise verbreitern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Präsentation und Nutzung sind dabei nicht von geringerer Bedeutung und sollten bereits Bestandteil der Pilotprojekte sein. '''Später erfolgt nicht die Nutzung selbst, sondern deren breiter Ausbau.'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weiterführende '''Hinweise und Empfehlungen zu einem möglichen Vorgehen sowie zeitlichen und inhaltlichen Prioritäten''' befinden sich im Anhang [[12.3.A1 Vergleichende Recherche – Digitalisierung des Kulturerbes anderer Kulturen und Regionen#G.2 Was zentral, dezentral und gemeinsam organisiert werden sollte|im Abschnitt &amp;quot;Priorisierte Schlussfolgerung&amp;quot; von G2 bis G9]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein ausführliches '''Prüfraster zur Bewertung des jeweiligen Entwicklungsstandes''' befindet sich [[12.3.A2 Prüfraster zur Bewertung des Entwicklungsstandes beim Aufbau der Digitalisierung des Kulturerbes|im Anhang 2 &amp;quot;Prüfraster zur Bewertung des Entwicklungsstandes&amp;quot;]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= 3. Ist-Analyse der Digitalisierung des sorbischen Kulturerbes =&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der [[#2 Ist-Analyse „Digitalisierung von Kulturerbe“|vorangegangene Abschnitt 2]] hat beschrieben, was zur Digitalisierung von Kulturerbe gehört, welche Aufgaben dabei dauerhaft erfüllt werden müssen und wie andere Gemeinschaften und Regionen diese Aufgaben lösen. Der Abschnitt 3 richtet nun den Blick auf die sorbische Situation. Er geht der Frage nach, wie gut die sorbische Kulturerbelandschaft heute organisatorisch, technisch und personell aufgestellt ist, um ihr materielles, immaterielles und digitales Kulturerbe institutionsübergreifend zu erfassen, zu digitalisieren, dauerhaft zu erhalten und zugänglich zu machen – und wo vorrangiger Handlungsbedarf besteht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Analyse gliedert sich in fünf Teile:&lt;br /&gt;
* '''Akteure und Rollen''': Wer bewahrt sorbisches Kulturerbe und welche Aufgaben übernehmen die Akteure bei seiner Digitalisierung (Sammeln, Finanzieren, Koordinieren usw.)?&lt;br /&gt;
* '''Bestände und Digitalisierungsbedarf''': Welche Kulturgüter gibt es, wie weit sind  sie erfasst und digitalisiert, und welche müssen vorrangig gesichert werden?&lt;br /&gt;
* '''Vorhaben und Systeme''': Welche sorbischen Projekte und Angebote decken die [[#2.3.2 Vier Kernfunktionen|vier Kernfunktionen]] Nachweisen, Digitalisieren, langfristig Erhalten und Zugänglichmachen bereits ab?&lt;br /&gt;
* '''Zusammenarbeit und dauerhafter Betrieb''': Wie sind die Steuerung und Zusammenarbeit (Governance) organisiert (Zuständigkeiten, Standards, Rechte und Finanzierung)?&lt;br /&gt;
* '''Gesamtbewertung''': Was funktioniert bereits, wo gibt es Lücken und welche davon sollten zuerst geschlossen werden? &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Analyse stellt dabei den Bedarf der Bestände dem vorhandenen Angebot an Diensten und dem organisatorischen Rahmen gegenüber. Wo beides auseinanderfällt, entstehen Lücken, siehe nachfolgende Übersicht.&lt;br /&gt;
[[Dataja:Wobraz K6.png|thumb|center|600px|Übersicht der Ist-Analyse]]&amp;lt;ref&amp;gt;Mermaid Flowchart Code: [https://mermaid.live/edit#pako:eNqVlM1y2jAQx19lR7maFGMcwJPJDGAnh9AcaE4pPcj2-qPYErOWmtJ8PE0fo7e8WGWDTUja6VS-WB_7293_rvTAIhkj81hSyPso46Tg1l_RSoAZ088rdh5eOKc2TNcKNeH5h_DiPKQPF7fbjQW39PIzRaqMXaIsWMqiQLFiX2r7llHpMCW-yeDGwG54lCXEU9wfgv2Ic8JI5VLAYvl6fdYGMIAZVurlp4gPIVzrQmlKtVoXvKoQNiThEy_LQou0kqTe-Ji_ZsWckgOJC4hRwFSkGEpl_r5i44-L2IIyV-BTLtIij7I15m-5M-j1LmDeLqGI_5j-0rjfOwAtYljyrOzE-pcOfhu7A36OolLYMD5tzV95yONbjgTXSCLRYl1j3jkIWtAQruQ3c5KL6GB_pyujHwpOocmzcRFzjVSX15BnqCjH8A3Sh-fnZwj-kv-0VufReLrnGRlluzI-ws3xmdDQMQ_NmX2KFqR1DYq6IDu1HqFT5aZRfbFLZ_HyK1qj6PLY1RdkJhC4rgw2ykxcWLUlfpXCcgdqp4tmetXK5MIVGk1UiPdIyjRW7eNNh0d1-_mYgECtiBeQ5EXhnVzawWUwtipFco3eiXvpBu7UimQhyTsZzM03fU9o70fLmAbzYNQxJhNnbvstY2QPZrbzjsH3TbYjBLbxG3SE_uVZ4J61hP7Y7Q_tIwJMrYV11aZyvDWz5ocIj7d8K2gdd52vtgWaOu3iSJrRxTEej0fj_n7ai3llXh7iW88F99h--d_2zGIp5THzFGm0WIlU8nrKHmruiqnMXJkV88wvYay_9xoxVmwlnozphos7KcvWmqROM-YlvKjMTG9irtDPubnSZbdKdWvRXGqhmDd07AbCvAf2nXnuqWP3RwN7eDZwJ4Ph2MHeyGJb5vXs0-HEnTgDxxn3-4OzvuOarSeL_Wi8C10UFsM4V5I-7h7o5p1--g24x9CK hier klicken], abgerufen am 20.10.2026&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== 3.1 Akteure und Rollen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sorbisches Kulturerbe wird von vielen Einrichtungen, Gruppen und Einzelpersonen bewahrt, gepflegt und dokumentiert – von sorbischen ebenso wie von nicht-sorbischen. Dieser Abschnitt zeigt, wer Bestände hält, wer Dienste zur Digitalisierung anbietet und wer den organisatorischen und finanziellen Rahmen gestaltet. Damit wird auch sichtbar, welche Aufgaben bislang von keinem Akteur erkennbar übernommen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Grundlage sind Arbeitsunterlagen der Domowina aus den Jahren 2019 und 2020&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;&amp;gt;Domowina e. V., Kulturausschuss (Clemens Škoda) 2019: Serbske kulturne herbstwo (SKH). Arbeitspapier, Stand 18.03.2019, S. 2–8. Unveröffentlicht; interne Referenz: 2020-09-07_Serbske kulturne herbstwo w Budyšinje_opt.pdf.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019b&amp;quot;&amp;gt;Domowina e. V. 2019: Přehlad relewantnych městnosćow / „małkich“ a „wulkich“ muzejow nastupajo serbske kulturne herbstwo, Stand 11.11.2019. Unveröffentlicht; interne Referenz: 2019_11_Priloha A_prehlad_muzejow a zberkow.pdf.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2020&amp;quot;&amp;gt;Domowina e. V., Kulturausschuss 2020: Protokoll der Fachkommission „Serbske kulturne herbstwo“ vom 07.09.2020. Unveröffentlicht; interne Referenz: 2020_09_07_skh komisija-protokol.pdf.&amp;lt;/ref&amp;gt;, eine darauf aufbauende Arbeitsliste der Sammlungsorte mit ergänzender Internetrecherche&amp;lt;ref name=&amp;quot;liste2026&amp;quot;&amp;gt;Arbeitsliste „Sammlungsorte sorbischen Kulturerbes“, Stand 02.04.2026, erstellt im Rahmen des Digitalisierungskonzepts aus Internetrecherche und den Domowina-Unterlagen. Unveröffentlicht; Grundlage für Anhang 12.3.A3.&amp;lt;/ref&amp;gt; sowie Projektunterlagen und Gespräche. Ein Teil der Angaben ist mehrere Jahre alt und wird schrittweise aktualisiert. Nicht belegte Angaben sind als ''offen'', Vermutungen als ''Annahme'' gekennzeichnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.1.1 Begriffe und Rollen ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
; Akteur&lt;br /&gt;
: Einrichtung, Gruppe oder Person, die eine Aufgabe im Umgang mit sorbischem Kulturerbe oder seiner Digitalisierung übernimmt.&lt;br /&gt;
; Kulturgutträger&lt;br /&gt;
: Akteur, der Kulturgüter verwahrt oder eine kulturelle Praxis trägt und weitergibt, bspw. ein Museum, eine Heimatstube, ein Chor oder eine Privatperson mit einer Sammlung.&lt;br /&gt;
; Trägerschaft&lt;br /&gt;
: Rechtliche und finanzielle Verantwortung für eine Einrichtung, zum Beispiel durch eine Kommune, einen Landkreis, eine Stiftung, einen Verein, eine Kirche oder eine Privatperson. Eigentum und Betrieb können dabei auseinanderfallen, bspw. gehörte der Dom Njechorńskeho 2019 der Domowina und wurde von der Stiftung für das sorbische Volk bewirtschaftet, der Hanzo Šustrowy dom in Trebendorf gehörte der Gemeinde und wurde von der örtlichen Domowina-Gruppe bewirtschaftet.&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019b&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
; Rolle&lt;br /&gt;
: Aufgabe, die ein Akteur übernimmt. Ein Akteur kann mehrere Rollen haben, unterschieden werden Haupt- und Nebenrollen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Rollen lassen sich drei Gruppen zuordnen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
! Gruppe !! Rolle !! Kürzel&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| rowspan=&amp;quot;2&amp;quot; | '''Am Kulturgut''' || '''Bewahren''': Originale verwahren, pflegen und verwalten || '''B'''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Dokumentieren''': lebendige Praxis festhalten in Ton, Bild oder Text || '''D'''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| rowspan=&amp;quot;4&amp;quot; | '''Dienste''' ([[#2.3.2 Vier Kernfunktionen|Kernfunktionen]]) || '''Erfassen''', registrieren, beschreiben und verknüpfen || '''K1'''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Digitalisieren''' und Qualität sichern || '''K2'''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Langfristig '''erhalten''' || '''K3'''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Zugänglich machen''' und Nutzung ermöglichen || '''K4'''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| rowspan=&amp;quot;2&amp;quot; | '''Rahmen''' (Governance) || '''Steuern''', koordinieren und Regeln setzen || '''S'''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Fördern''' und finanzieren || '''F'''&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dokumentieren meint hier das Festhalten von immateriellen Kulturgütern im laufenden Kulturleben, etwa Mitschnitte von Veranstaltungen. Geschieht es systematisch nach festgelegten Standards zur dauerhaften Sicherung, ist es Teil der Kernfunktion Digitalisieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.1.2 Schlüsselakteure ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einzeln aufgeführt wird, wer mindestens eines der folgenden Kriterien erfüllt:&lt;br /&gt;
# betreibt oder plant eine Kernfunktion, die über die eigene Einrichtung hinaus wirkt,&lt;br /&gt;
# verwahrt einen hauptamtlich betreuten Kernbestand,&lt;br /&gt;
# dokumentiert regelmäßig das lebendige Kulturgeschehen,&lt;br /&gt;
# fördert, koordiniert oder setzt Regeln für die Digitalisierung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;mark&amp;gt;Die folgende Übersicht muss mit den Institutionen bzgl. Änderungen und Ergänzungen abgestimmt werden.&amp;lt;/mark&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|+ Rollen der Schlüsselakteure (■ Hauptrolle · ○ Nebenrolle · ? vermutet oder offen)&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
B. Bewahren, D. Dokumentieren, K1. Erfassen, K2. Digitalisieren K3. Erhalten, K4. Nutzung ermöglichen, S. Steuern, F. Fördern&lt;br /&gt;
! Akteur !! Typ / Trägerschaft !! B !! D !! K1 !! K2 !! K3 !! K4 !! S !! F !! Hinweise&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Stiftung für das sorbische Volk || Stiftung des öffentlichen Rechts, finanziert von Bund, Freistaat Sachsen u. Land Brandenburg || ○ || || || || || || ■ || ■ || bewirtschaftete 2019 den Dom Njechorńskeho&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019b&amp;quot;/&amp;gt;; unterstützt beide sorbischen Museen finanziell&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Sorbisches Institut (SI) mit Sorbischem Kulturarchiv (SKA) und Sorbischer Zentralbibliothek || Forschungseinrichtung mit Archiv und Bibliothek; eingetragener Verein, gefördert u. a. durch die Stiftung || ■ || ? || ■ || ■ || ? || ■ || ○ || || Virtueller Lesesaal mit Bibliographie, Katalog, digitalisierten Drucken, Handschriften, Fotos und Filmen; digitales Schrifttum auch über Sachsen.Digital; Sorabicon als Sorbisches Kulturlexikon&amp;lt;ref name=&amp;quot;vls&amp;quot;&amp;gt;Sorbisches Institut o. J.: Virtueller Lesesaal. URL: https://www.serbski-institut.de/bibliothek/virtueller-lesesaal/, abgerufen am 20.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;; plant das Sorbische Kulturregister (SKR)&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;&amp;gt;Sorbisches Institut 2025: Konzept für ein Sorbisches Kulturregister (SKR), zweite aktualisierte Fassung vom 20.11.2025. URL: https://www.serbski-institut.de/wp-content/uploads/2021/11/00_Zweite-aktualisierte-Fassung_Konzept_Sorbisches-Kulturregister_20.11.2025.pdf&amp;lt;/ref&amp;gt; und das Digitalisierungszentrum (DZ) auch für andere Träger&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz&amp;quot;&amp;gt;Sorbisches Institut: Digitalisierungszentrum (DZ). URL: https://www.serbski-institut.de/projekte-zentrale-vorhaben/digitalisierungszentrum-dz/&amp;lt;/ref&amp;gt;; langfristige Erhaltung für Dritte ''offen''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Sorbisches Museum Bautzen || Museum; Landkreis Bautzen, finanziell unterstützt von der Stiftung&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt; || ■ || || ○ || ? || ? || ? || || || Inventarverzeichnis vorhanden&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;; Digitalisierungsstand und Online-Angebot ''offen''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Wendisches Museum Cottbus || Museum; Stadt Cottbus, finanziell unterstützt von der Stiftung&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt; || ■ || || ○ || ? || ? || ? || || || Inventarverzeichnis vorhanden&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;; Digitalisierungsstand und Online-Angebot ''offen''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Sächsische Landesbibliothek – Staats- und Universitätsbibliothek Dresden (SLUB) || Landes- und Universitätsbibliothek; Freistaat Sachsen || ■ || || ○ || ? || ○ || ■ || || || Lusatica-Sammlung, die das kulturelle Erbe der Sorben zugänglich machen soll&amp;lt;ref name=&amp;quot;slub&amp;quot;&amp;gt;SLUB Dresden o. J.: Sammlungen zur sächsischen Landeskunde. URL: https://www.slub-dresden.de/entdecken/saechsische-landeskunde/sammlungen, abgerufen am 20.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;; über Sachsen.Digital ist auch digitales Schrifttum des SI erreichbar&amp;lt;ref name=&amp;quot;vls&amp;quot;/&amp;gt; (Betrieb der Plattform durch die SLUB); eigene digitale Langzeitarchivierung&amp;lt;ref name=&amp;quot;nestor&amp;quot;&amp;gt;nestor o. J.: Mitglied SLUB Dresden. URL: https://www.langzeitarchivierung.de/Webs/nestor/EN/nestor/Mitglieder/sLUB.html, abgerufen am 20.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;, ob sie Digitalisate sorbischer Träger übernehmen könnte, ist ''offen''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Domowina – Bund Lausitzer Sorben e. V. mit Regionalverbänden und Ortsgruppen || Dachverband sorbischer Vereine; eingetragener Verein || ○ || ○ || || || || || ○ || || Eigentümerin des Dom Njechorńskeho; Ortsgruppe Trebendorf bewirtschaftet den Hanzo Šustrowy dom&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019b&amp;quot;/&amp;gt;; mindestens 9 der 23 kleinen Sammlungsorte sind direkt oder über Mitgliedsvereine mit ihr verbunden&amp;lt;ref name=&amp;quot;liste2026&amp;quot;/&amp;gt;; Chronistengruppe der Župa Michał Hórnik; Fachkommission „Sorbisches Kulturerbe“ 2018-2020&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2020&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Maćica Serbska e. V. || wissenschaftliche Gesellschaft; Verein || || || || || || || ○ || || Arbeitskreis „Museale Einrichtungen“ mit rund 40 Adressaten; Denkmalausschuss mit eigenem, von der Stiftung verwaltetem Budget, 2019 als Vorbild für die Bewertung von Kulturerbe genannt&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Sorbisches National-Ensemble (SNE) || Ensemble; gGmbH der Stiftung || ■ || ? || ○ || || || || || || geordnetes Arbeitsarchiv; 2019 vorgeschlagen, dort nur Kopien zu halten und die Originale an das SKA zu geben&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;; Umfang ''offen''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Studijo Lucija || Medienproduktion; gGmbH des Sorbischen Schulvereins  e. V. || ○ || ■ || || || || || || || dokumentiert sorbische Veranstaltungen; Aufnahmen liegen beim Studio und werden tlw. an das SKA übergeben&amp;lt;ref name=&amp;quot;lucija&amp;quot;&amp;gt;; schriftlicher Beleg noch einzuholen.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Mitteldeutscher Rundfunk (MDR) und Rundfunk Berlin-Brandenburg (rbb), sorbischsprachige Programme || öffentlich-rechtlicher Rundfunk || ■? || ■ || || || || ○? || || || Produktionen standen dem SKA 2019 aus rechtlichen Gründen nicht zur Verfügung&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;; Archivbestände und heutiger Stand ''offen''&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.1.3 Akteursgruppen ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die meisten Kulturgutträger sind kleinere Einrichtungen, Gruppen oder Privatpersonen. Sie werden hier zu Gruppen zusammengefasst. Die Anzahlen sind Mindestwerte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;mark&amp;gt;Die folgende Übersicht muss insb. mit Domowina, SI und Lucija bzgl. Änderungen und Ergänzungen abgestimmt werden.&amp;lt;/mark&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|+ B. Bewahren, D. Dokumentieren, K1. Erfassen, K2. Digitalisieren K3. Erhalten, K4. Nutzung ermöglichen, S. Steuern, F. Fördern&lt;br /&gt;
! Gruppe !! Beispiele !! Typische Trägerschaft !! Bekannte Anzahl !! Typische Rollen !! Besonderheiten&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Kleine Museen, Heimatstuben, Gedenk- und Begegnungsorte ||&lt;br /&gt;
* Muzej Ćišinskeho (Panschwitz-Kuckau),&amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
* Njepilic dwór (Rohne), &lt;br /&gt;
* Sorbisches Kulturzentrum Schleife, &lt;br /&gt;
* Heimatmuseum Dissen, &lt;br /&gt;
* Archiv verschwundener Orte (Horno) &lt;br /&gt;
|| Gemeinde, Förderverein, Domowina-Ortsgruppe, privat || 22 in der Domowina-Übersicht 2019 (9 Ober-, 13 Niederlausitz)&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019b&amp;quot;/&amp;gt;; 23 in der Arbeitsliste 2026, davon 12 bisher nur durch die Domowina-Unterlagen belegt&amp;lt;ref name=&amp;quot;liste2026&amp;quot;/&amp;gt; || '''B''' ■, '''D''' ○ || überwiegend ehrenamtlich; 2019 benannte Defizite: fehlender Nachwuchs, fehlende Marketingstrategie, fehlende Vernetzung, unzureichende Finanzierung, fehlende fachliche Begleitung; teilweise ohne eigenes Inventar&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;; zwei private Ausstellungen ohne jede Förderung, von den Betreibern im Ruhestand allein betreut&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019b&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Regionale Museen mit sorbischen Beständen || &lt;br /&gt;
* Museum der Westlausitz Kamenz, &lt;br /&gt;
* Museum Bautzen, &lt;br /&gt;
* Spreewald-Museum Lübbenau mit Freilandmuseum Lehde, &lt;br /&gt;
* Slawenburg Raddusch, &lt;br /&gt;
* Niederlausitzer Heidemuseum Spremberg &lt;br /&gt;
|| Landkreis oder Kommune (''Annahme'') || 7 in der Domowina-Übersicht 2019 (2 Ober-, 5 Niederlausitz)&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019b&amp;quot;/&amp;gt; || '''B''' ■; &amp;lt;br&amp;gt;'''K1-K4''' ''offen'' || Umfang des sorbischen Anteils am Bestand ''offen''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Ensembles, Chöre, Trachten- und Brauchtumsgruppen || – || Verein || ''offen'' || tragen die Praxis;&amp;lt;br&amp;gt; '''D''' ○, '''B''' ○ || Trachtenfundi 2019 ausdrücklich zu den Beständen in sorbischer Verantwortung gezählt&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;; eigene Aufnahmen und Fundi meist nicht erfasst (''Annahme'')&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Chronisten, Film- und Fotoamateure || &lt;br /&gt;
* Chronistengruppe der Župa Michał Hórnik, &lt;br /&gt;
* deutsch-sorbischer Filmkreis &lt;br /&gt;
|| ehrenamtlich, privat || ''offen'' || '''D''' ■, '''B''' ○ || Beiträge von Laien 2019 nur sporadisch, Bestände oft unstrukturiert&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Private Sammlungen und Nachlässe || &lt;br /&gt;
* Nachlass der Malerin Hanka Krawcec, überwiegend in Tschechien; &lt;br /&gt;
* weitere private Sammlungen und Nachlässe in Ober- und Niederlausitz &lt;br /&gt;
|| privat || 4 in der Domowina-Übersicht 2019; tatsächlich ''offen'' || '''B''' ■ || Verbleib beim Generationenwechsel ungesichert (''Annahme'')&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Kirchliche Einrichtungen || &lt;br /&gt;
* Ausstellung zu Jan Bjedrich Fryco in der evangelischen Kirche Kolkwitz; &lt;br /&gt;
* kirchliches Informations- und Begegnungszentrum in Horno mit Holzmodellen abgebaggerter Kirchen&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019b&amp;quot;/&amp;gt; &lt;br /&gt;
|| Kirchgemeinde || 2 (in den kleinen Orten enthalten); weitere ''offen'' || '''B''' ○ || weitere kirchliche Bestände nicht erfasst (''Annahme'')&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Weitere sorbische Kultur- und Medieneinrichtungen || &lt;br /&gt;
* Deutsch-Sorbisches Volkstheater (Archiv 2019 zusammen mit dem des SNE genannt); &lt;br /&gt;
* Domowina-Verlag (2019 als Produzent genannt, dessen Erzeugnisse an das SKA gehen sollten)&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt; &lt;br /&gt;
|| verschieden || ''offen'' || '''B''' ○ || Umfang ''offen''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Öffentliche Träger und Fördergeber || &lt;br /&gt;
* Bund, &lt;br /&gt;
* Freistaat Sachsen, &lt;br /&gt;
* Land Brandenburg, &lt;br /&gt;
* Landkreise, &lt;br /&gt;
* Kommunen &lt;br /&gt;
|| öffentlich || – || '''F''' ■, '''S''' ○ || tragen die großen Museen; 2019 erfüllten kleine Museen im Landkreis Bautzen die Kriterien für eine institutionelle Förderung nicht, im Landkreis Spree-Neiße waren die Bedingungen besser&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Überregionale Gedächtniseinrichtungen || &lt;br /&gt;
* Oberlausitzische Bibliothek der Wissenschaften Görlitz&amp;lt;ref name=&amp;quot;slub&amp;quot;/&amp;gt;; &lt;br /&gt;
* Sächsisches Staatsarchiv, &lt;br /&gt;
* Brandenburgisches Landeshauptarchiv, &lt;br /&gt;
* Deutsche Nationalbibliothek (''Annahme''); &lt;br /&gt;
* Einrichtungen in Tschechien &lt;br /&gt;
|| öffentlich || ''offen'' || '''B''' ○; &amp;lt;br&amp;gt;mögliche Partner für K3 und K4 || sorbische Bestände außer in Görlitz ''offen''&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.1.4 Erste Befunde ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;mark&amp;gt;Die folgende Übersicht muss mit den Institutionen bzgl. Änderungen und Ergänzungen abgestimmt werden.&amp;lt;/mark&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Rollenübersicht erlaubt erste Hinweise, die in den folgenden Abschnitten geprüft werden:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* '''Bewahren ist breit verteilt, Dienste sind konzentriert.''' Erfassen und Digitalisieren für mehrere Träger plant nach heutigem Kenntnisstand vor allem das SI. Die SLUB macht sorbisches Schrifttum bereits digital zugänglich, auch aus Beständen des SI. Ob weitere Akteure Dienste für Dritte anbieten, ist ''offen''.&lt;br /&gt;
* '''Für die langfristige Erhaltung fremder Bestände ist kein sorbischer Akteur erkennbar.''' Offen ist, wer Digitalisate anderer Träger verbindlich und dauerhaft übernimmt. So gelangen Veranstaltungsaufnahmen des Studijo Lucija nur komprimiert und teilweise in das SKA.&amp;lt;ref name=&amp;quot;lucija&amp;quot;/&amp;gt; Die SLUB betreibt eine eigene digitale Langzeitarchivierung; ob sie auch für sorbische Träger in Frage kommt, ist ''offen''. Das Gleiche gilt für das Sächsische Staatsarchiv.&lt;br /&gt;
* '''Die Dokumentation des lebendigen Kulturlebens liegt teils außerhalb sorbischer Verantwortung.''' Sorbischsprachige Produktionen von MDR und rbb standen dem SKA 2019 aus rechtlichen Gründen nicht zur Verfügung.&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt; Der heutige Stand ist ''offen''.&lt;br /&gt;
* '''Die Domowina ist der wichtigste Zugang zu kleinen Trägern.''' Mindestens 9 der 23 kleinen Sammlungsorte sind direkt oder über Mitgliedsvereine mit ihr verbunden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;liste2026&amp;quot;/&amp;gt; Ihre Strukturen eignen sich daher als Weg, kleine Träger zu erreichen – für die Erhebung ebenso wie für spätere Unterstützungsangebote.&lt;br /&gt;
* '''Das Wissen über kleine Träger ist lückenhaft und teils veraltet.''' 12 der 23 kleinen Orte sind bisher nur durch die Domowina-Unterlagen von 2019 und 2020 belegt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;liste2026&amp;quot;/&amp;gt; Ob sie heute noch bestehen und wie es um ihre Bestände steht, ist ''offen''. Besonders privat betreute Ausstellungen werden in Abschnitt 3.2 auf ihre Gefährdung geprüft.&lt;br /&gt;
* '''Kleine Träger haben keine feste Anlaufstelle, die Koordination war 2020 ungeklärt.''' Das frühere Sorbische Folklorezentrum war seit 1993 faktisch nicht mehr tätig.&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt; In der Niederlausitz diente 2020 ein Projekt zur Inwertsetzung des immateriellen Kulturerbes auch der Vernetzung kleiner Museen. Der Kulturausschuss der Domowina sah sich als ehrenamtliches Gremium nicht in der Lage, die Koordination zu leisten, und bat Fachinstitutionen und die Gremien der Stiftung, Verantwortung zu übernehmen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2020&amp;quot;/&amp;gt; Wie das heute geregelt ist, untersucht Abschnitt 3.4.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Liste aller bekannten Sammlungsorte mit Typ, Trägerschaft und Kulturgutklassen steht in [[12.3.A3 Sammlungsorte des sorbischen Kulturerbes|Anhang 12.3.A3]]. Sie wird laufend ergänzt.&lt;br /&gt;
&amp;lt;!-- Anhang 12.3.A3 aus der Arbeitsliste vom 02.04.2026 aufbauen; Namen privater Sammler nur mit Einverständnis --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== 3.2 Bestände und Bedarfe ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieser Abschnitt beschreibt die Nachfrageseite der Analyse: Welche Bestände sorbischen Kulturerbes gibt es, wie weit sind sie erfasst und digitalisiert, welche sind gefährdet, und welche Unterstützung brauchen die Kulturgutträger? Festgestellt wird dabei nur, wo Zeitdruck besteht. Welche Bestände mit welcher Priorität bearbeitet werden, sollten die sorbische Gemeinschaft und ihre Fachgremien entscheiden (vgl. [[#2.4.2 Prozessschritte im Detail|Prozessschritt 3 „Bewerten &amp;amp; freigeben“]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein institutionsübergreifender Überblick über die Bestände existiert bisher nicht (siehe 3.2.5). Die folgenden Angaben sind daher Mindestwerte und Größenordnungen aus veröffentlichten Angaben der Einrichtungen, Projektunterlagen und den in [[#3.1 Akteure und Rollen|Abschnitt 3.1]] genannten Quellen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;mark&amp;gt;Die Bestände sollten mit den SI, insb. Register, bzgl. Korrektheit und Vollständigkeit abgestimmt werden, evtl. liegt dort ein institutionsübergreifender Überblick über Bestände vor.&amp;lt;/mark&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.2.1 Begriffe ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
; Sammlungsort&lt;br /&gt;
: Ort, an dem Kulturgüter verwahrt werden, etwa ein Museum, ein Archiv, eine Heimatstube oder eine Privatwohnung. Ein Akteur kann mehrere Sammlungsorte haben.&lt;br /&gt;
; Bestand&lt;br /&gt;
: Abgrenzbare Gruppe von Kulturgütern einer [[#2.2 Klassifizierung von Kulturgütern|Kulturgutklasse]], die an einem Sammlungsort gemeinsam verwahrt wird, zum Beispiel die Fotografien einer Heimatstube oder die Tonbänder eines Archivs. Feiner unterschieden wird nur, wenn sich Zustand oder Rechtslage deutlich unterscheiden. Ein Bestand gehört zu dem Ort, an dem das Original oder die Masterdatei liegt - Kopien an anderen Orten beschreiben seinen Digitalisierungsstand.&lt;br /&gt;
: Bei immateriellem Kulturerbe gilt die vorhandene Dokumentation als Bestand, etwa Ton- und Videoaufnahmen oder Beschreibungen. Eine bisher nicht dokumentierte Praxis erscheint als Dokumentationsbedarf.&lt;br /&gt;
; Bedarf&lt;br /&gt;
: Was ein Bestand oder ein Kulturgutträger braucht. &lt;br /&gt;
:* ''Bestandsbezogene'' Bedarfe richten sich auf die [[#2.3.2 Vier Kernfunktionen|vier Kernfunktionen]] (erfassen, digitalisieren, langfristig erhalten, zugänglich machen). &lt;br /&gt;
:* ''Trägerbezogene'' Bedarfe betreffen den Akteur selbst, etwa Personal, Beratung oder Finanzierung.&lt;br /&gt;
; Dringlichkeit&lt;br /&gt;
: Zeitdruck, der sich aus einer Gefährdung ergibt. Sie ist nicht gleichbedeutend mit Priorität, in die auch kulturelle Bedeutung, Nutzen und Machbarkeit eingehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.2.2 Bestandslandkarte ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Übersicht folgt der [[#2.2 Klassifizierung von Kulturgütern|Klassifizierung aus Abschnitt 2.2]]. Sie nennt für jede Klasse typische Bestände, die wichtigsten Träger und den bekannten Stand. Einzelne Sammlungsorte stehen in [[12.3.A3 Sammlungsorte des sorbischen Kulturerbes|Anhang 12.3.A3]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|+ Bestände nach Kulturgutklassen (Stand: weitgehend · teilweise · kaum · ''offen'')&lt;br /&gt;
! Klasse !! Typische Bestände !! Wichtigste Träger !! Umfang, soweit bekannt !! Erfasst !! Digitalisiert !! Gefährdung&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''A''' Materiell – unbeweglich || Denkmale, Gedenktafeln, Inschriften, Grabmäler, Blockbauten, Wirkungsstätten, Kirchen || Eigentümer, Gemeinden, Kirchgemeinden; dokumentiert durch das SI || Inventar sorbischer Kulturdenkmale in Sachsen: 61 Aktenordner, 6.300 analoge Fotomotive&amp;lt;ref name=&amp;quot;dmp&amp;quot;&amp;gt;Sorbisches Institut o. J.: Datenmanagementplan zum Teilprojekt „Sorbische Kulturdenkmale in Sachsen“ im Verbundprojekt DIKUSA – Vernetzung digitaler Kulturdaten in Sachsen, Laufzeit 01.02.2022-31.12.2025. URL: https://www.saw-leipzig.de/de/projekte/dikusa/datenmanagementplaene-1/dmp_si_dikusa.pdf/@@download/file/DMP_SI_Dikusa.pdf, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;; nach einer älteren Untersuchung rund 1.700 Objekte in der sächsischen Oberlausitz (''zu prüfen'')&amp;lt;ref name=&amp;quot;kdm&amp;quot;&amp;gt;Fachpublikation zu sorbischen Kulturdenkmalen. Interne Referenz: saxorum-10788_Sorbische_Kulturdenkmale_digital_erfassen_präsentieren.pdf. Angabe nach Projektunterlagen, noch zu prüfen.&amp;lt;/ref&amp;gt; || teilweise: Sachsen inventarisiert; Niederlausitz in Erfassung, geplant in drei Phasen bis 2031&amp;lt;ref name=&amp;quot;nlposter&amp;quot;&amp;gt;Sorbisches Institut o. J.: Materielle Zeugnisse sorbischer/wendischer Kultur in der Niederlausitz. Modul 4 des Vorhabens „Digitales Portal zu sorbischen und Lausitzer Sprach- und Kulturlandschaften“ (Poster). URL: https://serbski-institut.de/wp-content/uploads/2021/11/A0-Druck_DigPortal-M4.pdf, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; || teilweise: Inventar Sachsen 2022-2025 digital aufbereitet&amp;lt;ref name=&amp;quot;dmp&amp;quot;/&amp;gt;; 78 Objekte öffentlich im Atlas auf Sorabicon (April 2026)&amp;lt;ref name=&amp;quot;atlas&amp;quot;&amp;gt;Sorbisches Institut 2026: Pressemitteilung zum digitalen Atlas sorbischer Kulturdenkmale im Wissensportal Sorabicon, 30.04.2026. URL: https://idw-online.de/de/news870102, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; || Verwitterung, Umbau, Abriss; Inventar teils nur analog oder in veralteten Dateiformaten (siehe 3.2.3)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''B1''' Schriftgut || Bücher, Zeitungen, Handschriften, Nachlässe, Vereins- und Institutionsakten, Plakate, Grafik || Sorbische Zentralbibliothek, Sorbisches Kulturarchiv (SKA), Sorbisches Museum, SLUB, Hórnik-Bibliothek im Wendischen Seminar Prag, Oberlausitzische Bibliothek der Wissenschaften Görlitz || Zentralbibliothek ca. 110.000 Medieneinheiten&amp;lt;ref name=&amp;quot;liste2026&amp;quot;/&amp;gt;; Sorbisches Museum über 1.000 Schriftquellen, ca. 1.700 Plakate, ca. 6.000 Grafiken&amp;lt;ref name=&amp;quot;sm&amp;quot;&amp;gt;Sorbisches Museum Bautzen o. J.: Museum – Sammlung. URL: https://sorbisches-museum.de/museum/?lang=en, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;; SKA: Nachlässe, Akten der Domowina 1912-1989 und sorbischer Vereine, Umfang ''offen''&amp;lt;ref name=&amp;quot;ska&amp;quot;&amp;gt;Sorbisches Institut o. J.: Sorbian Cultural Archive. URL: https://www.serbski-institut.de/en/sorbian-cultural-archive/, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; || weitgehend in den Bibliotheken (Katalog, Sorbische Bibliographie)&amp;lt;ref name=&amp;quot;vls&amp;quot;/&amp;gt;; kleine und private Träger ''offen'' || teilweise: 1.634 Dokumente des SI auf Sachsen.Digital (Stand 2021)&amp;lt;ref name=&amp;quot;ldp&amp;quot;&amp;gt;Sorbisches Institut 2021: Pressemitteilung zu Digitalisaten aus dem Landesdigitalisierungsprogramm Sachsen (u. a. „Serbowka“, erstes sorbisches Lehrbuch), 12.03.2021. URL: https://serbski-institut.de/wp-content/uploads/2021/12/2021-03-12_MI_Erstes-sorbisches-Lehrbuch-LDP_Serbowka_de.4753.pdf, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;; Handschriften des SKA 2016 digitalisiert&amp;lt;ref name=&amp;quot;hs&amp;quot;&amp;gt;Sorbisches Institut o. J.: Digitalisate handschriftlicher Literatur aus den Beständen des SKA in Sachsen.digital. URL: https://serbski-institut.de/de/Handschriften-als-Digitalisat, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;; Zeitungen und Zeitschriften teils online&amp;lt;ref name=&amp;quot;vls&amp;quot;/&amp;gt; || Nachlässe in Privatbesitz; säurehaltiges Papier des 19. und 20. Jahrhunderts (''Annahme'', nicht erhoben)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''B2''' Fotografien und Bildträger || Fotosammlungen und Fotonachlässe, Negative, Glasplatten, Dias || SKA, Sorbisches Museum, Wendisches Museum, Stadtmuseum Cottbus, SI (Kulturdenkmale), Sorbisches National-Ensemble (SNE), Domowina Verlag (LND), Deutsch-Sorbisches Volkstheater ''(Annahme)'', Chronisten, Privatpersonen || Sorbisches Museum ca. 10.500 Fotos&amp;lt;ref name=&amp;quot;sm&amp;quot;/&amp;gt;; Inventar Kulturdenkmale 6.300 Motive&amp;lt;ref name=&amp;quot;dmp&amp;quot;/&amp;gt;; SKA ''offen'' || teilweise bei Museen und SKA; private Bestände oft unstrukturiert&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt; || teilweise: ausgewählte Bildsammlungen des SKA im Virtuellen Lesesaal&amp;lt;ref name=&amp;quot;vls&amp;quot;/&amp;gt;; Glasplattennegative der Sammlung Fritz Unger (Stadtmuseum Cottbus) mit wendischen Motiven auf museum-digital&amp;lt;ref name=&amp;quot;unger&amp;quot;&amp;gt;museum-digital:brandenburg o. J.: Wendische Trachtengruppe, Glasplattennegativ, Fotografische Sammlung Fritz Unger, Stadtmuseum Cottbus, Inv.-Nr. U190-05. URL: https://brandenburg.museum-digital.de/pdf/object/65463.pdf?lang=de, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; || Negative und Glasplatten empfindlich; private Bestände ohne Verzeichnis&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''B3''' Analoge AV-Träger || Tonbänder, Kassetten, Schallplatten, Videobänder, Filme || SKA, MDR und rbb, SNE, Amateurfilmer, Njepila-Hof (Tondokumente)&amp;lt;ref name=&amp;quot;liste2026&amp;quot;/&amp;gt;; Filme der früheren DEFA (Filmstudio der DDR), Hörfunkbestände der DDR-Zeit im Deutschen Rundfunkarchiv (''Annahme'') || sorbischsprachiger Rundfunk seit 1948&amp;lt;ref name=&amp;quot;rundfunk&amp;quot;&amp;gt;Wikipedia (englisch): Sorbischer Rundfunk. URL: https://en.wikipedia.org/wiki/Sorbischer_Rundfunk, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;; DEFA-Gruppe „Sorbischer Film“ 1980-1990: knapp 40 Filme&amp;lt;ref name=&amp;quot;defa&amp;quot;&amp;gt;Deutsches Historisches Museum, Zeughauskino o. J.: Filmreihe „Sorbische Filmlandschaften“. URL: https://www.dhm.de/zeughauskino/filmreihe/sorbische-filmlandschaften/, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;; SKA, SNE und Amateurbestände ''offen'' || kaum bekannt || teilweise: Filme des SKA im sächsischen Programm zur Sicherung des audiovisuellen Erbes digitalisiert&amp;lt;ref name=&amp;quot;vls&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;avsachsen&amp;quot;&amp;gt;Leipziger Internet Zeitung 2020: Über 50.000 Film- und Tonminuten digitalisiert. Zwischenbilanz zur Sicherung des audiovisuellen Erbes in Sachsen, 16.09.2020. URL: https://www.l-iz.de/melder/wortmelder/2020/09/Ueber-50-000-Film-und-Tonminuten-digitalisiert-Zwischenbilanz-zur-Sicherung-des-audiovisuellen-Erbes-in-Sachsen-349190, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;; Umfang ''offen'' || '''hoch''': Magnetbandformate sind veraltet, die routinemäßige Überspielung endete nach Einschätzung von UNESCO und IASA (Internationaler Verband der Schall- und audiovisuellen Archive) etwa 2025&amp;lt;ref name=&amp;quot;mta&amp;quot;&amp;gt;IASA o. J.: Announcing the Magnetic Tape Alert Project (UNESCO-Programm „Information for All“ und IASA). URL: https://iasa-web.org/node/5374, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''B4''' 3D-Objekte || Trachten und Textilien, Volkskunst, Ostereier, Keramik, Hausrat, Kunstwerke || Sorbisches Museum, Wendisches Museum, Heimatmuseen und Heimatstuben, Trachtenfundi von Vereinen und Ensembles, private Sammlungen || Sorbisches Museum ca. 35.000 inventarisierte Objekte über alle Sammlungsbereiche, davon Kunstsammlung 6.900 Werke&amp;lt;ref name=&amp;quot;sm&amp;quot;/&amp;gt;; Wendisches Museum: größte Sammlung niedersorbischer Tracht, Zahl ''offen''&amp;lt;ref name=&amp;quot;wm&amp;quot;&amp;gt;Wendisches Museum Cottbus o. J.: Selbstdarstellung des Museums, Dokument im Ratsinformationssystem der Stadt Cottbus. URL: https://session.cottbus.de/oparl/bodies/0001/downloadfiles/00007050.pdf, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;; Heimatmuseum Dissen 6.700 inventarisierte Exponate (SKR-Konzept, S. 8)&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;/&amp;gt;; Jänschwalde über 40 Originaltrachten und über 1.000 Keramiken&amp;lt;ref name=&amp;quot;liste2026&amp;quot;/&amp;gt; || teilweise: beide sorbischen Museen haben Inventare, aber kein verknüpfendes System (SKR-Konzept, S. 7)&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;/&amp;gt;; kleine Museen teils ohne Inventar&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt; || kaum: acht Häuser mit sorbischem Schwerpunkt haben zusammen 401 Objekte auf museum-digital veröffentlicht (SKR-Konzept, S. 8)&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;/&amp;gt;; Online-Sammlungen der beiden sorbischen Museen nicht gefunden || Textilien empfindlich; private Ausstellungen ohne Nachfolge (siehe 3.2.3)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''C1''' Orale Traditionen || Sprache und Dialekte, Erzählungen, Sagen, Zeitzeugenberichte || Sprecherinnen und Sprecher; dokumentiert durch SI und Rundfunk || ''offen'' || teilweise: Zeitzeugen-O-Töne im Wissensportal Sorabicon&amp;lt;ref name=&amp;quot;atlas&amp;quot;/&amp;gt;; Zeitzeugen-Sammlung des studijo LUCIJA auf YouTube&amp;lt;ref name=&amp;quot;lucija_youtube&amp;quot;&amp;gt;studijo LUCIJA YouTube Kanal. URL: https://www.youtube.com/@studijoLucija/videos, abgerufen am 30.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; || teilweise || '''hoch''' für das Niedersorbische: nach Angaben des Bundesinnenministeriums 2024 nur noch wenige hundert fließende Sprecherinnen und Sprecher&amp;lt;ref name=&amp;quot;sprache&amp;quot;&amp;gt;Universität Potsdam o. J.: Mehrsprachigkeit in Brandenburg – Sorbisch (mit Verweis auf BMI 2024 und Landesregierung Brandenburg 2024). URL: https://www.uni-potsdam.de/de/svm/mehrsprachigkeit-in-brandenburg/studentische-projekte/sorbisch, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''C2''' Darstellende Künste || Musik, Lieder, Tanz, Theater, Chorgesang || SNE, Deutsch-Sorbisches Volkstheater, Chöre und Ensembles; dokumentiert durch Rundfunk und studijo LUCIJA&amp;lt;ref name=&amp;quot;lucija_youtube&amp;quot;/&amp;gt; || ''offen'' || ''offen'' || teilweise: neuere Aufnahmen meist ursprünglich digital (siehe D1) || ältere Mitschnitte auf AV-Trägern (siehe B3); digitale Mitschnitte, die nicht langzeittauglich gelagert und nicht registriert sind (siehe D1 und D2)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''C3''' Rituale und Feste || Bräuche und Feste im Jahreslauf, u. a. Vogelhochzeit, Zampern, Zapust, Ostersingen, Osterreiten, Maibaum, Kirmes || MDR, rbb, studijo LUCIJA&amp;lt;ref name=&amp;quot;lucija_youtube&amp;quot;/&amp;gt;, Vereine, Dorfgemeinschaften, Kirchgemeinden || „Gesellschaftliche Bräuche und Feste der Lausitzer Sorben im Jahreslauf“ seit 2014 im Bundesweiten Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes&amp;lt;ref name=&amp;quot;ike&amp;quot;&amp;gt;Sorbisches Institut 2020: Aufruf und Fragebogen zur Erhebung sorbischer/wendischer Bräuche und Feste im Landkreis Spree-Neiße, 18.12.2020. URL: https://www.serbski-institut.de/wp-content/uploads/2022/03/IKE-Fragebogen-Aufruf_2020_12_189_DE.4701.pdf, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;iketour&amp;quot;&amp;gt;Sachsen-Tourismus 2025: Hintergrundtext Immaterielles Kulturerbe. URL: https://www.sachsen-tourismus.de/fileadmin/mediendatenbank_ALT/mediendatenbank/bilder/presse/rechercheideen/hintergrundtext-immaterielles-kulturerbe-2025.pdf, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; || teilweise: Erhebung im Landkreis Spree-Neiße durch das SI ab 2020, Ergebnisstand ''offen''&amp;lt;ref name=&amp;quot;ike&amp;quot;/&amp;gt;; Oberlausitz ''offen'' || teilweise || Praxis im Wandel; frühere Ausprägungen nur über Dokumentation greifbar&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''C4''' Wissen über Natur und Universum || Volksglaube, Heil- und Sammelwissen, religiöse Praxis || Familien, Kirchgemeinden || ''offen'' || ''offen'' || ''offen'' || Wissen oft bei wenigen, teils älteren Personen (SKR-Konzept, S. 8)&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''C5''' Traditionelles Handwerk || Ostereiverzierung, Trachtenherstellung und -pflege, Weben, Flachs und Leinen, Töpfern || Handwerkerinnen und Handwerker, Vereine, Heimatmuseen, z. B. Sorbische Webstube Drebkau&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;/&amp;gt;, Kólasko Drachhausen&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019b&amp;quot;/&amp;gt; || ''offen'' || ''offen'' || ''offen'' || Wissen an wenige Personen gebunden; fehlender Nachwuchs (SKR-Konzept, S. 8)&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''D1''' Born-digital || Websites, soziale Medien, Veranstaltungsmitschnitte, digitale Fotos und Videos, digitale Publikationen, Projektdaten || studijo LUCIJA, Rundfunk, Verlage, Vereine, Einrichtungen || ''offen'' || kaum || – || '''hoch''': keine systematische Sicherung sorbischer Web- und Social-Media-Inhalte bekannt; Webarchivierung in Deutschland insgesamt lückenhaft&amp;lt;ref name=&amp;quot;webarchiv&amp;quot;&amp;gt;netzpolitik.org 2026: Kritische Infrastruktur: Bei der Web-Archivierung fehlt die Strategie. URL: https://netzpolitik.org/2026/kritische-infrastruktur-bei-der-web-archivierung-fehlt-die-strategie/, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;; Masterdateien teils nur beim Erzeuger&amp;lt;ref name=&amp;quot;lucija&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''D2''' Digitalisate || digitale Repräsentationen aus den Klassen A bis C || SI, SLUB, Museen, Projekte || SI: 1.634 Dokumente auf Sachsen.Digital (2021)&amp;lt;ref name=&amp;quot;ldp&amp;quot;/&amp;gt;; Sorabicon: zwölf veröffentlichte Sammlungen (2026)&amp;lt;ref name=&amp;quot;atlas&amp;quot;/&amp;gt; || teilweise: über Kataloge und die Deutsche Digitale Bibliothek nachgewiesen, teils als gemeinfrei gekennzeichnet&amp;lt;ref name=&amp;quot;ddb&amp;quot;&amp;gt;Deutsche Digitale Bibliothek o. J.: Wot togo narodu Jesu Christußa (1865), Datengeber: Sorbisches Institut / Sorbisches Kulturarchiv. URL: https://www.deutsche-digitale-bibliothek.de/item/3IVBZKDCQK6LHTOFW5HKYF235K6A4QEF, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; || – || Langzeiterhaltung teils ungeklärt: Projektdaten lagen bei einem Webhoster mit Datensicherung, die Langzeitarchivierung war „zu eruieren“&amp;lt;ref name=&amp;quot;dmp&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.2.3 Bestände mit vorrangigem Digitalisierungsbedarf ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als vorrangig gilt ein Bestand, wenn mindestens einer der folgenden Gründe zutrifft:&lt;br /&gt;
# '''Materialverfall oder veraltete Technik:''' Der Träger zerfällt, oder Abspielgeräte sind kaum noch verfügbar.&lt;br /&gt;
# '''Ungesicherte Betreuung:''' Nachfolge, Räume oder Trägerschaft sind nicht gesichert.&lt;br /&gt;
# '''Unikat ohne Sicherung:''' Es gibt weder eine Kopie noch einen Nachweis an anderer Stelle.&lt;br /&gt;
# '''Schwindendes Wissen:''' Trägerinnen und Träger einer Praxis oder Zeitzeugen können nur noch begrenzte Zeit befragt werden.&lt;br /&gt;
# '''Ungesicherte digitale Dateien:''' Masterdateien fehlen, es gibt kein Zielarchiv, oder die Dateiformate veralten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die '''Dringlichkeit''' ist &lt;br /&gt;
* ''hoch'', wenn Verlust oder Unzugänglichkeit innerhalb weniger Jahre wahrscheinlich sind, &lt;br /&gt;
* ''mittel'', wenn ein Risiko erkennbar ist, der Zeitrahmen aber offen ist, und &lt;br /&gt;
* ''offen'', wenn die Lage nicht bekannt ist. &lt;br /&gt;
Die Herkunft der Dringlichkeit ist mit '''G''' gekennzeichnet, wenn der Bedarf von Trägern oder in ihren Unterlagen genannt wurde, und mit '''A''', wenn er aus der Analyse abgeleitet ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|+ Bestände mit vorrangigem Digitalisierungsbedarf&lt;br /&gt;
! Bestand / Bestandsgruppe !! Träger !! Klasse !! Grund !! Dringlichkeit !! Herkunft !! Quelle&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Ton-, Video- und Filmbestände auf Magnetband und Film || SKA, SNE, Rundfunk, Amateurfilmer, Njepila-Hof u. a. || B3 || 1, 3 || hoch || A || &amp;lt;ref name=&amp;quot;mta&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;ska&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Sprache und Erzählwissen der letzten muttersprachlichen Sprecherinnen und Sprecher des Niedersorbischen || – || C1 || 4 || hoch || A || &amp;lt;ref name=&amp;quot;sprache&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Zwei private Ausstellungen in der Oberlausitz, von den Betreibern im Ruhestand allein und ohne Förderung betreut (Stand 2019) || privat || B4 || 2, 3 || hoch, sofern noch bestehend || G || &amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019b&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Private Sammlungen und Nachlässe, darunter Filme und Chroniken sowie ein Nachlass, dessen Sichtung und Bewertung 2019 erbeten wurde || privat || B1-B4 || 1, 2, 3 || hoch || G || &amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019b&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Veranstaltungsmitschnitte, die nicht zentral registriert sind und nur komprimiert und teilweise an das SKA gehen || Studijo Lucija || D1 (C2, C3) || 5 || hoch || A || &amp;lt;ref name=&amp;quot;lucija&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Inventar sorbischer Kulturdenkmale in Sachsen: analoge Negative und Dateien in veralteten Formaten (u. a. .wps, .wbk, .wks) || SI || B2, D1 || 1, 5 || mittel || A || &amp;lt;ref name=&amp;quot;dmp&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Sorbische Websites und soziale Medien || verschieden || D1 || 5 || mittel || A || &amp;lt;ref name=&amp;quot;webarchiv&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Archiv verschwundener Orte in Horno: Umzug 2019 geplant || Trägerschaft ''offen'' || B1, B2 || 2 || ''offen'' || G || &amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019b&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.2.4 Bedarfe der Kulturgutträger ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Neben dem Bedarf einzelner Bestände haben viele Kulturgutträger Bedarfe, die sie selbst betreffen. Sie werden hier gebündelt und der Seite des Angebots zugeordnet, an die sie sich richten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
! Bedarf !! Betroffene Träger !! Richtet sich an !! Herkunft !! Quelle&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Personal und Nachwuchs für Betreuung und Erfassung || kleine Museen, Heimatstuben, ehrenamtliche Sammlungsorte || Rahmen (F) || G || &amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;; SKR-Konzept, S. 7-8 und 29&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Laufende Finanzierung für Personal und Unterhalt; z. B. jährliches Ringen um Personalmittel in Dissen || kleine Museen || Rahmen (F) || G || &amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019b&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Fachliche Begleitung, Beratung und Schulung || kleine und ehrenamtliche Träger || K1-K3, Rahmen || G || &amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;; SKR-Konzept, S. 10 und 30&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Inventarisierung und digitale Erschließung; Nachholbedarf wegen Personalmangels „teils bestandsgefährdend“ || kleine Museen, private Sammlungen, auch die großen Museen || K1 || G || SKR-Konzept, S. 7&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;/&amp;gt;; &amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Vernetzung und Kooperation || kleine Museen || Rahmen (S) || G || &amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Sichtbarkeit und Präsentation || sorbische Museen, kleine Museen || K4 || G || &amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2020&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Sichtung und Bewertung von Nachlässen || private Nachlässe || K1, Prozessschritt „Bewerten“ || G || &amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019b&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Räume, Bausubstanz und Bewirtschaftung, z. B. Muzej Ćišinskeho, Dom Njechorńskeho || kleine Museen und Gedenkorte || Rahmen (Voraussetzung) || G || &amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019b&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Digitalisierung von Ton-, Film- und Fotobeständen als Dienstleistung || SKA, kleine und private Träger || K2 || A || –&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Verbindlicher Ort für die langfristige Erhaltung von Digitalisaten und ursprünglich digitalen Aufnahmen || Studijo Lucija, Projekte, kleine Träger || K3 || A || &amp;lt;ref name=&amp;quot;lucija&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;dmp&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Rechteklärung und Einwilligungen || Rundfunkproduktionen, Veranstaltungsaufnahmen || Rahmen || G (Rundfunk) / A || &amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Bedarfe des Sorbischen Museums und des Wendischen Museums || beide sorbischen Museen || K1-K4 || G || Anfragen im Rahmen des Digitalisierungskreises&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.2.5 Erste Befunde ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* '''Ein Gesamtüberblick über die Bestände fehlt.''' 2020 wurde festgestellt, dass eine systematische Registrierung des sorbischen Kulturerbes fehlt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2020&amp;quot;/&amp;gt; 2025 beschrieb das SI die Bedingungen an den Sammlungsorten als „von vorbildlich bis prekär“; vieles liege nur analog vor, und die Digitalisierung stehe überwiegend am Anfang.&amp;lt;ref name=&amp;quot;skrhandout&amp;quot;&amp;gt;Sorbisches Institut 2025: Handout zum Pressegespräch „Konzept Sorbisches Kulturregister“, 20.11.2025. URL: https://www.serbski-institut.de/wp-content/uploads/2025/11/2025-11-20_Handout-Pressegespraech-SKR_Konzept.pdf, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Ein Überblick sei derzeit nicht möglich, weil die Sammlungsorte technisch „fraktioniert oder gar inkompatibel“ arbeiten (SKR-Konzept, S. 8).&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
* '''Die bekannten Sammlungsorte sind nur ein Ausschnitt.''' Das SKR-Konzept nennt mehr als 70 Einrichtungen mit kulturerberelevantem Archivgut (S. 10). Im Arbeitskreis Lausitzer Museenland widmet sich etwa ein Drittel der 48 Heimatstuben und Regionalmuseen sorbischer Geschichte und Kultur (S. 7).&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;/&amp;gt; Die Arbeitsliste umfasst bisher rund 32 Orte.&amp;lt;ref name=&amp;quot;liste2026&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
* '''Zahlen gibt es nur für wenige große Träger.''' Für das Sorbische Museum, die Sorbische Zentralbibliothek und die Digitalisate des SI liegen Größenordnungen vor. Für das SKA, das Wendische Museum, die audiovisuellen Bestände und fast alle kleinen Träger fehlen sie. &amp;lt;mark&amp;gt;SKA anfragen&amp;lt;/mark&amp;gt;&lt;br /&gt;
* '''Wo der Zeitdruck am größten ist, ist am wenigsten bekannt.''' Das betrifft vor allem die analogen Ton-, Video- und Filmbestände sowie die Dokumentation des Niedersorbischen.&lt;br /&gt;
* '''Online sichtbar ist nur ein Bruchteil.''' Acht Häuser mit sorbischem Schwerpunkt haben zusammen 401 Objekte auf museum-digital veröffentlicht; das Heimatmuseum Dissen mit 6.700 inventarisierten Exponaten noch keines (SKR-Konzept, S. 8).&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
* '''Digital vorhanden heißt nicht gesichert - ein eigener Dienst &amp;quot;Archivierung&amp;quot; für K4 ist noch nicht konzipiert.''' Ursprünglich digitale Aufnahmen und Projektdaten haben teils kein Zielarchiv oder liegen in veralteten Formaten vor (siehe 3.2.3). Wer diese Aufgabe übernimmt, untersuchen die Abschnitte 3.3 und 3.4.&lt;br /&gt;
* '''Das immaterielle Kulturerbe ist ungleich dokumentiert.''' Für die Niederlausitz gab es ab 2020 eine Erhebung der Bräuche und Feste,&amp;lt;ref name=&amp;quot;ike&amp;quot;/&amp;gt; für die Oberlausitz ist keine vergleichbare bekannt.&lt;br /&gt;
* '''Ein Teil des Erbes liegt außerhalb sorbischer Verantwortung oder außerhalb der Lausitz,''' etwa in Prag, Dresden und Görlitz, in Rundfunkarchiven und bei der DEFA-Überlieferung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Ist-Analyse kann damit Struktur und Schwerpunkte benennen, aber keine vollständige Bestandsübersicht ersetzen. Eine institutionsübergreifende Bestands- und Bedarfserhebung mit Prioritätenliste ist eine eigene Aufgabe (vgl. das Ziel 2028 in [[#1.1 Visionen und Ziele für die sorbische digitale Welt|Abschnitt 1.1]]) und wird bei den Maßnahmen aufgegriffen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== 3.2 Ist-Stand der vier Kernfunktionen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;background-color:#eef5fb;border-left:4px solid #5b9bd5;padding:0.7em 1em;margin:1em 0;&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Leitfrage:''' Welche Kernfunktionen werden durch bestehende Angebote / Dienste und Projekte bereits erfüllt – für welche Bestände, Akteure und Nutzungszwecke?&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Den Schwerpunkt der Ist-Analyse bildet die Frage, '''in welchem Umfang''' die vier zuvor bestimmten Kernfunktionen der Kulturerbe-Digitalisierung im sorbischen Kontext bereits erfüllt werden. Dabei reicht es nicht aus festzustellen, dass ein Projekt, eine Institution oder ein technisches System existiert. Zu prüfen ist vielmehr, welche Leistung tatsächlich verfügbar ist, welche Kulturgutträger und Bestände sie erreicht und welche Lücken verbleiben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für jede Kernfunktion sollte möglichst nach einer einheitlichen Logik untersucht werden:&lt;br /&gt;
* vorhandene Angebote, Systeme und Projekte&lt;br /&gt;
* verantwortliche Betreiber beziehungsweise Akteure&lt;br /&gt;
* Entwicklungs- und Betriebsstand&lt;br /&gt;
* erreichte Kulturgutträger, Bestände und Kulturgutarten&lt;br /&gt;
* abgedeckte Bedarfe&lt;br /&gt;
* technische und organisatorische Anschlussmöglichkeiten&lt;br /&gt;
* erkennbare Lücken, Risiken und offene Fragen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.2.1 Nachweisen, beschreiben und verknüpfen ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;background-color:#eef5fb;border-left:4px solid #5b9bd5;padding:0.7em 1em;margin:1em 0;&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Leitfrage:''' Wie vollständig und nutzbar werden sorbische Kulturgüter und Bestände heute nachgewiesen, beschrieben und miteinander verknüpft?&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die weitere Erhebung und Analyse insbesondere zu prüfen:&lt;br /&gt;
* Stand und tatsächlicher Funktionsumfang des Sorbischen/Wendischen Kulturregisters&lt;br /&gt;
* vorhandene institutionelle Kataloge, Inventare, Datenbanken und lokale Verzeichnisse&lt;br /&gt;
* welche Kulturgutarten, Einrichtungen und Regionen bereits erfasst sind&lt;br /&gt;
* welche Bestände bislang nur lokal, analog oder überhaupt nicht systematisch nachgewiesen werden&lt;br /&gt;
* verwendete Metadaten, Identifikatoren und Normdaten&lt;br /&gt;
* Möglichkeiten zur Übernahme beziehungsweise Verknüpfung bestehender Daten&lt;br /&gt;
* Anschlussmöglichkeiten:&lt;br /&gt;
** direkte Erfassung kleinerer Träger,&lt;br /&gt;
** Datenimport beziehungsweise Schnittstellen größerer Einrichtungen&lt;br /&gt;
* Mehrsprachigkeit und Umgang mit ober- und niedersorbischen Bezeichnungen&lt;br /&gt;
* Verhältnis zwischen institutionellen Beschreibungen, historischen Fremdbezeichnungen und sorbischen beziehungsweise lokalen Selbstbezeichnungen&lt;br /&gt;
* vorhandene Funktionen für Digitalisierungsstatus, Rechteinformationen und Priorisierung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.2.2 Digitalisieren und Qualität sichern ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;background-color:#eef5fb;border-left:4px solid #5b9bd5;padding:0.7em 1em;margin:1em 0;&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Leitfrage:''' Welche Kulturgüter können heute in welcher Qualität und Kapazität digitalisiert werden, und welche Kulturgutträger können diese Leistungen tatsächlich nutzen?&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die weitere Erhebung und Analyse insbesondere zu prüfen:&lt;br /&gt;
* aktueller Stand des Digitalisierungszentrums und weiterer Digitalisierungsangebote&lt;br /&gt;
* verfügbare technische Verfahren für unterschiedliche Kulturgutarten, beispielsweise:&lt;br /&gt;
** Schriftgut,&lt;br /&gt;
** Fotografien,&lt;br /&gt;
** Bücher und Zeitschriften,&lt;br /&gt;
** Tonaufnahmen,&lt;br /&gt;
** Film und Video,&lt;br /&gt;
** dreidimensionale Objekte&lt;br /&gt;
* stationäre, mobile und extern vergebene Digitalisierung&lt;br /&gt;
* vorhandene Kapazitäten und erkennbare Engpässe&lt;br /&gt;
* Zugangsmöglichkeiten für kleine und ehrenamtlich arbeitende Kulturgutträger&lt;br /&gt;
* Beratung vor der Digitalisierung&lt;br /&gt;
* Anforderungen an Vorbereitung, Metadaten und Rechteklärung&lt;br /&gt;
* vorhandene Qualitätsstandards und Qualitätskontrolle&lt;br /&gt;
* Unterstützung bei Ausschreibung beziehungsweise Beauftragung externer Dienstleister&lt;br /&gt;
* bisherige Digitalisierungsprojekte und deren Ergebnisse&lt;br /&gt;
* besonders gefährdete Bestände, für die kurzfristig Digitalisierungskapazität benötigt wird&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.2.3 Langfristig erhalten ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;background-color:#eef5fb;border-left:4px solid #5b9bd5;padding:0.7em 1em;margin:1em 0;&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Leitfrage:''' Für welche digitalen Bestände ist die langfristige Erhaltung organisatorisch und technisch tatsächlich abgesichert? &amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die weitere Erhebung und Analyse insbesondere zu prüfen:&lt;br /&gt;
* vorhandene Repositorien, digitale Archive und Speicherlösungen&lt;br /&gt;
* welche Einrichtungen bereits Digitalisate dauerhaft übernehmen können&lt;br /&gt;
* welche Digitalisate derzeit lediglich lokal oder projektbezogen gespeichert werden&lt;br /&gt;
* Unterschied zwischen:&lt;br /&gt;
** Ablage beziehungsweise Speicherung,&lt;br /&gt;
** Datensicherung,&lt;br /&gt;
** institutionellem Repositorium,&lt;br /&gt;
** digitaler Langzeiterhaltung;&lt;br /&gt;
* Verantwortlichkeiten für Übernahme, Erhaltung und spätere Datenmigration&lt;br /&gt;
* verwendete Master- und Nutzungsdateien&lt;br /&gt;
* Sicherungskopien, Prüfsummen und Wiederherstellungsverfahren&lt;br /&gt;
* verwendete beziehungsweise vorgesehene Erhaltungsmetadaten&lt;br /&gt;
* Möglichkeiten für kleinere Kulturgutträger, ihre Digitalisate an ein geeignetes Repositorium zu übergeben&lt;br /&gt;
* vorhandene Schnittstellen zwischen Digitalisierung und Repositorium&lt;br /&gt;
* organisatorische und finanzielle Absicherung des langfristigen Betriebs&lt;br /&gt;
* Digitalisate beziehungsweise Projekte identifizieren, deren dauerhafte Erhaltung derzeit ungeklärt ist&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.2.4 Zugänglich machen und Nutzung ermöglichen ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;background-color:#eef5fb;border-left:4px solid #5b9bd5;padding:0.7em 1em;margin:1em 0;&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Leitfrage:''' Welche digitalisierten Inhalte sind für welche Zielgruppen auffindbar, verständlich und im rechtlich beziehungsweise kulturell zulässigen Umfang nutzbar?&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die weitere Erhebung und Analyse insbesondere zu prüfen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* vorhandene Präsentations- und Nutzungssysteme, Portale und Online-Ausstellungen&lt;br /&gt;
* Funktion und Entwicklungsstand von Sorabicon sowie weiteren relevanten Angeboten&lt;br /&gt;
* welche Kulturgüter und Bestände bereits öffentlich zugänglich sind&lt;br /&gt;
* welche Zielgruppen angesprochen werden:&lt;br /&gt;
** Öffentlichkeit,&lt;br /&gt;
** Bildung,&lt;br /&gt;
** Forschung,&lt;br /&gt;
** sorbische Gemeinschaft,&lt;br /&gt;
** Tourismus und Kulturvermittlung;&lt;br /&gt;
* Ober- und Niedersorbisch sowie weitere benötigte Sprachen in Oberfläche, Metadaten und Inhalten&lt;br /&gt;
* Qualität der Kontextualisierung und Vermittlung&lt;br /&gt;
* Möglichkeiten für:&lt;br /&gt;
** Download,&lt;br /&gt;
** Zitation,&lt;br /&gt;
** Datenexport,&lt;br /&gt;
** Programmierschnittstellen,&lt;br /&gt;
** wissenschaftliche und kreative Nachnutzung&lt;br /&gt;
* Rechte- und Lizenzinformationen&lt;br /&gt;
* abgestufte Zugangsmöglichkeiten für sensible beziehungsweise eingeschränkt zugängliche Inhalte&lt;br /&gt;
* Barrierefreiheit beziehungsweise Barrierearmut&lt;br /&gt;
* Aktualisierung und Pflege präsentierter Inhalte&lt;br /&gt;
* soweit verfügbar tatsächliche Nutzung, Reichweite und Nachnutzung erfassen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.2.5 Zusammenspiel der Kernfunktionen in bestehenden Projekten ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;background-color:#eef5fb;border-left:4px solid #5b9bd5;padding:0.7em 1em;margin:1em 0;&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Leitfrage:''' Bei welchen bestehenden Vorhaben funktioniert der Weg vom Kulturgut über Erfassung und Digitalisierung bis zur langfristigen Erhaltung und Nutzung bereits durchgängig – und an welchen Übergängen bestehen Lücken?&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Neben dem Stand der einzelnen Kernfunktionen ist zu prüfen, '''ob diese auch tatsächlich zu einer durchgängigen Prozesskette verbunden sind'''. Ein vorhandenes Register, ein Digitalisierungszentrum, ein Repositorium und ein Präsentationsportal ergeben noch nicht automatisch einen funktionierenden Gesamtprozess.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die weitere Erhebung und Analyse insbesondere zu prüfen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* geeignete bestehende Projekte beziehungsweise Pilotvorhaben auswählen&lt;br /&gt;
* für diese Projekte die vollständige Prozesskette nachvollziehen:&lt;br /&gt;
** Erfassen,&lt;br /&gt;
** Registrieren,&lt;br /&gt;
** Bewerten und priorisieren,&lt;br /&gt;
** Digitalisieren,&lt;br /&gt;
** Archivieren beziehungsweise langfristig erhalten,&lt;br /&gt;
** Präsentieren und nachnutzen;&lt;br /&gt;
* untersuchen, welche Systeme und Akteure an den Übergaben beteiligt sind&lt;br /&gt;
* prüfen, ob Metadaten gemeinsam mit den Dateien weitergegeben werden&lt;br /&gt;
* prüfen, ob Rechte- und Zugangsangaben entlang der Prozesskette erhalten bleiben&lt;br /&gt;
* vorhandene manuelle Medienbrüche beziehungsweise Mehrfacherfassungen identifizieren&lt;br /&gt;
* unklare Zuständigkeiten und Übergabepunkte sichtbar machen&lt;br /&gt;
* positive Beispiele für bereits funktionierende Prozessketten dokumentieren&lt;br /&gt;
* aus Pilotprojekten bekannte Aufwände, Engpässe und Lernerfahrungen aufnehmen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== 3.3 Gemeinsame Regeln, Zusammenarbeit und dauerhafter Betrieb ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;background-color:#eef5fb;border-left:4px solid #5b9bd5;padding:0.7em 1em;margin:1em 0;&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Leitfrage:''' Sind die übergreifenden Voraussetzungen vorhanden, damit die einzelnen Angebote gemeinsam, verlässlich und dauerhaft funktionieren?&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Neben den einzelnen Kernfunktionen ist zu prüfen, ob '''gemeinsame organisatorische und fachliche Voraussetzungen''' vorhanden sind, damit die verschiedenen Angebote zusammenarbeiten und dauerhaft betrieben werden können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieser Abschnitt soll keine allgemeine oder abstrakte Governance-Analyse darstellen. Untersucht werden nur solche übergreifenden Fragen, die konkrete Auswirkungen auf die Digitalisierung des Kulturerbes und die spätere Ableitung von Maßnahmen haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.3.1 Zuständigkeiten, Beteiligung und Freigaben ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;background-color:#eef5fb;border-left:4px solid #5b9bd5;padding:0.7em 1em;margin:1em 0;&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Leitfrage:''' Wer entscheidet verbindlich über Auswahl, Priorisierung, Beschreibung, Digitalisierung, Veröffentlichung und Zugang, und wie sind die Kulturgutträger dabei beteiligt?&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
''Für die weitere Erhebung und Analyse insbesondere zu prüfen:''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* formelle und informelle Zuständigkeiten der beteiligten Institutionen&lt;br /&gt;
* Entscheidungsrechte bei Auswahl und Priorisierung von Beständen&lt;br /&gt;
* Verantwortlichkeiten für Rechteklärung und Veröffentlichung&lt;br /&gt;
* Beteiligung der jeweiligen Kulturgutträger&lt;br /&gt;
* Beteiligung sorbischer Fachleute und Angehöriger der Gemeinschaft bei kulturell sensiblen Inhalten&lt;br /&gt;
* vorhandene Freigabe- und Sperrverfahren&lt;br /&gt;
* Umgang mit nachträglichen Korrekturen oder Einschränkungen&lt;br /&gt;
* erkennbare Überschneidungen beziehungsweise ungeklärte Zuständigkeiten&lt;br /&gt;
* vorhandene Gremien oder Koordinierungsstrukturen&lt;br /&gt;
* prüfen, an welchen Stellen verbindliche Zuständigkeiten fehlen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.3.2 Gemeinsame Standards und Anschlussmöglichkeiten ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;background-color:#eef5fb;border-left:4px solid #5b9bd5;padding:0.7em 1em;margin:1em 0;&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Leitfrage:''' Welche gemeinsamen Regeln ermöglichen es unterschiedlichen Kulturgutträgern, Daten und Digitalisate in eine gemeinsame Infrastruktur einzubringen und zwischen den Kernfunktionen weiterzugeben?&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die weitere Erhebung und Analyse insbesondere zu prüfen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* vorhandene gemeinsame Metadatenstandards beziehungsweise Pflichtfelder&lt;br /&gt;
* verwendete Fachstandards einzelner Einrichtungen&lt;br /&gt;
* gemeinsame Regeln für Ober- und Niedersorbisch&lt;br /&gt;
* Dateiformate und Qualitätsanforderungen für unterschiedliche Kulturgutarten&lt;br /&gt;
* Identifikatoren und Normdaten&lt;br /&gt;
* Rechte- und Lizenzinformationen&lt;br /&gt;
* technische Schnittstellen und Datenexporte&lt;br /&gt;
* Übernahme vorhandener institutioneller Metadaten&lt;br /&gt;
* einfache Erfassungswege für kleinere Kulturgutträger&lt;br /&gt;
* Schnittstellen für Einrichtungen mit bestehenden Fachsystemen&lt;br /&gt;
* Möglichkeiten zur Weitergabe von Daten zwischen Register, Digitalisierung, Repositorium und Präsentation&lt;br /&gt;
* prüfen, wo fehlende Standards oder inkompatible Systeme den Austausch derzeit behindern&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.3.3 Personal, Finanzierung und Betreiberverantwortung ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;background-color:#eef5fb;border-left:4px solid #5b9bd5;padding:0.7em 1em;margin:1em 0;&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Leitfrage:''' Welche zentralen Leistungen sind dauerhaft personell, organisatorisch und finanziell abgesichert, und welche hängen noch von befristeten Projekten oder einzelnen Personen ab?&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die weitere Erhebung und Analyse insbesondere zu prüfen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Betreiber beziehungsweise verantwortliche Stellen für die vier Kernfunktionen&lt;br /&gt;
* dauerhafte Stellen gegenüber befristeten Projektstellen&lt;br /&gt;
* vorhandene beziehungsweise geplante Finanzierungsmodelle&lt;br /&gt;
* laufende Betriebs- und Pflegekosten&lt;br /&gt;
* personelle Kapazitäten und erkennbare Schlüsselpersonenrisiken&lt;br /&gt;
* Unterstützung kleiner und ehrenamtlich geführter Einrichtungen&lt;br /&gt;
* Finanzierung von&lt;br /&gt;
** Beratung,&lt;br /&gt;
** Digitalisierung,&lt;br /&gt;
** Speicher und Langzeiterhaltung,&lt;br /&gt;
** Datenpflege,&lt;br /&gt;
** Rechteklärung,&lt;br /&gt;
** technischer Wartung und Weiterentwicklung;&lt;br /&gt;
* Übergang von geförderten Projekten in einen dauerhaften Regelbetrieb&lt;br /&gt;
* vorhandene Betriebs-, Kooperations- und Übergabevereinbarungen&lt;br /&gt;
* erkennbare Risiken bei Auslaufen einzelner Förderungen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== 3.4 Gesamtbewertung und vorrangiger Handlungsbedarf ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;background-color:#eef5fb;border-left:4px solid #5b9bd5;padding:0.7em 1em;margin:1em 0;&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Leitfrage:''' Welche Bedarfe sind bereits ausreichend abgedeckt, wo liegen die entscheidenden Lücken und welche davon sollten vorrangig bearbeitet werden? &amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Ergebnisse der vorangegangenen Abschnitte werden abschließend zusammengeführt. Ziel ist noch nicht die vollständige Formulierung konkreter Maßnahmen, sondern zunächst eine begründete Bewertung des Ist-Standes und der wichtigsten Lücken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dabei sollte insbesondere unterschieden werden zwischen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* unmittelbar gefährdeten Kulturgütern beziehungsweise Beständen,&lt;br /&gt;
* strukturellen Lücken, die weitere Digitalisierungsschritte blockieren,&lt;br /&gt;
* fehlenden oder nur teilweise verfügbaren Kernfunktionen,&lt;br /&gt;
* nicht dauerhaft abgesicherten Angeboten,&lt;br /&gt;
* Verbesserungsmöglichkeiten bei bereits grundsätzlich funktionierenden Strukturen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die abschließende Bewertung insbesondere zu prüfen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Ergebnisse aus Akteurs-, Bestands- und Bedarfserhebung zusammenführen&lt;br /&gt;
* für jede der vier Kernfunktionen die wichtigsten Stärken und Lücken benennen&lt;br /&gt;
* übergreifende strukturelle Probleme aus Zuständigkeiten, Standards, Betrieb und Finanzierung ergänzen&lt;br /&gt;
* unterscheiden zwischen:&lt;br /&gt;
** fehlender Leistung,&lt;br /&gt;
** unzureichender Kapazität,&lt;br /&gt;
** fehlender Bekanntheit beziehungsweise Zugänglichkeit,&lt;br /&gt;
** fehlender Verbindung bestehender Angebote,&lt;br /&gt;
** ungeklärter Zuständigkeit,&lt;br /&gt;
** fehlender dauerhafter Absicherung;&lt;br /&gt;
* Dringlichkeit begründen, insbesondere anhand von:&lt;br /&gt;
** Verlustgefahr,&lt;br /&gt;
** blockierenden Abhängigkeiten,&lt;br /&gt;
** Anzahl beziehungsweise Bedeutung betroffener Kulturgutträger,&lt;br /&gt;
** kultureller und sprachlicher Bedeutung,&lt;br /&gt;
** Aufwand und Realisierbarkeit;&lt;br /&gt;
* offene Informationslücken ausdrücklich kennzeichnen&lt;br /&gt;
* aus den ermittelten Lücken anschließend Handlungsbedarfe ableiten&lt;br /&gt;
* konkrete Lösungsmaßnahmen erst im folgenden Maßnahmen- beziehungsweise Soll-Abschnitt festlegen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mögliche zusammenfassende Bewertungsmatrix:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot; style=&amp;quot;width:100%;&amp;quot;&lt;br /&gt;
! Bereich&lt;br /&gt;
! Belegter Ist-Stand&lt;br /&gt;
! Abgedeckte Bedarfe&lt;br /&gt;
! Lücke / Risiko&lt;br /&gt;
! Dringlichkeit&lt;br /&gt;
! Daraus abgeleiteter Handlungsbedarf&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| ''Beispiel: Nachweisen und Registrieren''&lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| ''Beispiel: Digitalisieren''&lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| ''Beispiel: Langfristig erhalten''&lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| ''Beispiel: Zugänglich machen und nutzen''&lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| ''Beispiel: gemeinsame Standards / Zusammenarbeit''&lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= Referenzen =&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Měrko Šenk</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://koncept.serbski-inkubator.de/index.php?title=12.3_Digitalisierung_des_Kulturerbes&amp;diff=1217</id>
		<title>12.3 Digitalisierung des Kulturerbes</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://koncept.serbski-inkubator.de/index.php?title=12.3_Digitalisierung_des_Kulturerbes&amp;diff=1217"/>
		<updated>2026-10-30T09:15:26Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Měrko Šenk: /* 3.1.4 Erste Befunde */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;= 1 Einleitung =&lt;br /&gt;
Die Digitalisierung von sorbischem Kulturerbe ist eine historische Chance für uns Sorben, eine Chance, unser kulturelles Erbe neu zu entdecken, es für kommende Generationen zu erhalten, für eine breitere Öffentlichkeit zugänglich zu machen und dabei die eigene Deutungshoheit zu stärken. Das erfordert neben Mut, einer klaren gemeinsamen Vision, starker Zusammenarbeit zwischen den beteiligten Akteuren auch die notwendigen Ressourcen in Form von Personal mit entsprechenden Kompetenzen, passender Technik sowie einer nachhaltig gesicherten Finanzierung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im folgenden Abschnitt werden Zielbilder für die Digitalisierung des sorbischen Kulturerbes entworfen mittels lang- und kurzfristiger Visionen sowie konkreter Ziele.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== 1.1 Vision und Ziele für die sorbische digitale Welt ==&lt;br /&gt;
'''Vision'''&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
''Sorbisches materielles und immaterielles Kulturerbe ist systematisch digital erfasst, rechtssicher und langfristig gesichert, leicht auffindbar, offen nutzbar und wird aktiv von Interessierten genutzt.''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Konkrete Ziele'''&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Bis 2032 ist ein tragfähiges, finanziell und organisatorisch abgesichertes Modell etabliert, das:&lt;br /&gt;
* Ein zentrales (oder föderiertes) digitales Langzeitarchiv nach OAIS-Referenzmodell betreibt,&lt;br /&gt;
* klare Zuständigkeiten, Prozesse und Budgets definiert,&lt;br /&gt;
* regelmäßige Qualitätssicherung und Technik-Updates vorsieht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bis 2030 sind wichtige sorbische Kulturerbe-Bestände (Kernbestände nach fachlicher Festlegung) in hoher Qualität digitalisiert, beschrieben und im Langzeitarchiv gesichert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bis 2028 liegt eine institutionenübergreifende Übersicht über relevante Kulturerbe-Bestände (analog und digital, materiell und immateriell) vor, einschließlich einer Prioritätenliste für die Digitalisierung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bis 2028 existiert ein zentrales, nutzerfreundliches „Sorbisches Kulturerbe-Portal“, das:&lt;br /&gt;
* Suchzugang über alle teilnehmenden Institutionen ermöglicht,&lt;br /&gt;
* grundlegende Inhalte frei zugänglich bereitstellt,&lt;br /&gt;
* mehrsprachige Oberflächen anbietet (Deutsch, Obersorbisch, Niedersorbisch, Englisch).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= 2 Ist-Analyse „Digitalisierung von Kulturerbe“ =&lt;br /&gt;
Das Ziel in diesem Themenbereich ist es, sorbisches Kulturerbe digital zu verwalten und damit langfristig für Recherche, Nutzung und Präsentation vorzuhalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Abschnitt &amp;quot;IST-Analyse“ werden die folgenden Fragen beantwortet: Was ist sorbisches Kulturerbe und was zählt alles dazu? Welche Schritte durchläuft ein Kulturgut, um zum digitalen Kulturerbe zu gehören? Wie können die digitale Verwaltung, Archivierung, Nutzung und Präsentation von Kulturgütern umgesetzt werden?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die grundlegenden Terminologien des Kulturerbes sollen im Folgenden festgelegt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== 2.1 Terminologie – von Kultur zu Kulturerbe ==&lt;br /&gt;
In diesem Abschnitt werden die Begriffe rund um das Kulturerbe grundlegend definiert. Es soll ein Verständnis über die Begriffe Kultur, kulturelle Ausprägung, Kulturgut und Kulturerbe erreicht werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Dataja:Wobraz_K1.png|center|260px]]&amp;lt;ref&amp;gt;Mermaid Flowchart Code: [https://mermaid.live/edit#pako:eNpF0UtuwyAQBuCroFlaTuRHTGMvKuWxq7pqV627IGZso2CIMChtk9ymN-nFimmasmJGfP-AOEGjOUIFrdTHpmfGkudtrWpF_Fq9RtGDk9aZKHojU-_aJ7PZ_bmGgSnR4mgFejaKpidC1XAmq8zDfYAoJZKVG7lxzX5stRl81C0_uwYdheGEubHD4_dXLy1hcpyC1rcLdM4GOLH1Ve2E5Gj9TPLkhgEnsLkBNDsMAmLojOBQWeMwhgHNwKYSTuFBYHucbOW3HFvmcQ21unh2YOpF6-FPGu26HqrW381X7sCZxa1gnWH_R1BxNBvtlIUqTUMEVCd49xVdzpeLMs1pXmRFXiY0hg-o8iyZL_LFXZaVSTJ1LzF8hqHJnBZ5WhZLWt5RmtIsBuTCavP4-2Hh3y4_NXaMmw hier klicken], abgerufen am 22.09.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.1.1 Kultur ===&lt;br /&gt;
Kultur bezeichnet hier die Gesamtheit aller '''vom Menschen geschaffenen und erlernten Ausdrucksformen''' des Lebens, die auf gemeinsamen Werten und Verhaltensweisen beruhen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;wiki-kultur&amp;quot;&amp;gt;URL: https://de.wikipedia.org/wiki/Kultur&amp;lt;/ref&amp;gt; Dazu zählen '''materielle Ergebnisse''' (z. B. Kunstwerke, Technik) ebenso wie '''immaterielle Praktiken''' (Sprache, Bräuche, Wissen). Kultur umfasst laut der UNESCO geistige, materielle, intellektuelle und emotionale Merkmale, die eine Gesellschaft oder soziale Gruppe kennzeichnen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;mondiacult&amp;quot;&amp;gt;UNESCO 1982: Mexico City Declaration on Cultural Policies (MONDIACULT). URL: https://www.lacult.unesco.org/docc/1982_MONDIACULT.pdf&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;ref name=&amp;quot;cultureaction&amp;quot;&amp;gt;Culture Action Europe 2024: The State of Culture report. URL: https://cultureactioneurope.org/de/news/the-state-of-culture-report-published, abgerufen am 01.10.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;  Sie ist dynamisch und wird von jeder Generation neu gestaltet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das deutsche Wort „Kultur“ ist eine Eindeutschung des lateinischen Worts „cultura“. Dieses bedeutet ursprünglich „Bebauung, Bearbeitung, Bestellung, Pflege“ und meinte sowohl die physische Bearbeitung als auch die Pflege geistiger Güter, z. B. der Sprache.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.1.2 Kulturelle Ausdrucksform ===&lt;br /&gt;
Eine kulturelle Ausdrucksform ist eine '''konkrete, gegenwärtige oder historische, Manifestation von Kultur''', bspw. eine Zeichnung, eine Tracht oder ein Lied: Sie macht die Kultur sichtbar und erlebbar. Im engeren Sinne ist es eine Ausdrucksweise, die aus der Kreativität einer Person, Gruppe oder Gesellschaft entsteht und '''kulturellen Inhalt''' trägt (symbolische Bedeutung, künstlerische Dimension, kulturelle Werte).&amp;lt;ref&amp;gt;Österreichische UNESCO-Kommission 2007: Übereinkommen zum Schutz und zur Förderung der Vielfalt kultureller Ausdrucksformen, Art. 4, Seite 13. URL: https://www.unesco.at/fileadmin/Redaktion/Publikationen/Publikations-Dokumente/2005er_UNESCO-Convention_German.pdf, abgerufen am 22.09.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt; Sie wird innerhalb und zwischen Gemeinschaften weitergegeben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Alle kulturellen Ausdrucksformen bilden einen wesentlichen Kern von Kultur, aber Kultur enthält auch latente Dimensionen (Werte, Normen, Vorannahmen etc.), die nicht unmittelbar als Ausdrucksform erscheinen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.1.3 Kulturgut ===&lt;br /&gt;
Ein „Kulturgut“ ist '''eine einzelne kulturelle Ausdrucksform''', der ein '''besonderer kultureller Wert zugemessen wird''' (durch Anerkennung, Schutz, Bedeutung). Es ist somit ein Erzeugnis menschlicher Kreativität oder Zeugnis menschlichen Lebens, welches '''Bedeutung für die Kultur einer Gemeinschaft''' hat und daher '''Bestand haben und bewahrt werden soll'''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die '''Summe aller Kulturgüter''' einer Gemeinschaft wird als dessen '''Kulturerbe''' bezeichnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.1.4 Kulturerbe ===&lt;br /&gt;
Kulturerbe ist die '''Summe der materiellen und immateriellen Ausdrucksformen''' (= Kulturgüter) einer Kultur, die als „'''bewahrenswert'''“ anerkannt wurden. International umfasst das u. a. das '''Welterbe''' (Denkmäler, Ensembles, Stätten)&amp;lt;ref&amp;gt;UNESCO (1972), Welterbekonvention, Art. 1. URL: https://www.dnk.de/wp-content/uploads/2021/02/1972_DNK_UNESCO-Welterbekonvention.pdf (abgerufen am 11.09.2025).&amp;lt;/ref&amp;gt; und das '''Immaterielles Kulturerbe''' (Praktiken, Wissen).&amp;lt;ref&amp;gt;Deutsche UNESCO-Kommission o. J.:, Übereinkommen zur Erhaltung des immateriellen Kulturerbes (dt. Ausgabe). URL: https://www.unesco.de/assets/dokumente/Deutsche_UNESCO-Kommission/02_Publikationen/Publikation_UNESCO-%C3%9Cbereinkommen_zur_Erhaltung_des_immateriellen_Kulturerbes_01.pdf, (abgerufen am 11.09.2025).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ob etwas „zum Kulturerbe“ zählt, ist Ergebnis von Bewertung, Diskurs und teils formellen Verfahren. Dem Sorbischen Kulturregister (SKR) zufolge ist „sorbisch-wendisches Kulturerbe“ eine Zuschreibung, die durch Gesellschaft, Museen, Archive und Wissenschaft erfolgen kann.&amp;lt;ref&amp;gt;Sorbisches Institut 2025: Konzept für ein Sorbisches Kulturregister (SKR). URL: https://www.serbski-institut.de/wp-content/uploads/2021/11/00_Zweite-aktualisierte-Fassung_Konzept_Sorbisches-Kulturregister_20.11.2025.pdf, abgerufen am 20.11.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.1.5 Abgrenzung: Kultur und Kulturerbe ===&lt;br /&gt;
'''Kultur / Kulturelle Ausdrucksform''' sind als Begriffe weiter gefasst als '''Kulturgut / Kulturerbe'''. Kulturelle Ausdrucksformen umfassen alles Gelebte und Gestaltete einer Gemeinschaft in Gegenwart und Vergangenheit, während Kulturgut / Kulturerbe diejenigen kulturellen Güter und Traditionen meint, denen eine Bedeutung beigemessen wurde und die als bewahrens- und weitergebenswert erkannt wurden. Kultur ist der „aktuelle“ kreative Prozess (einschließlich Popkultur, Alltagskultur), Kulturerbe der daraus überkommene Schatz. Dennoch sind die Grenzen fließend: Was heute nur Kultur ist, kann morgen zum Kulturerbe erklärt werden – abhängig von Wertzuschreibung und Diskurs.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Rahmen dieses Dokuments werden für den sorbischen Kontext die Begriffe '''„kulturelle Ausdrucksform“''' und '''„Kulturgut“''' weitgehend '''synonym''' verwendet, sofern nicht ausdrücklich anders gekennzeichnet. Hintergrund ist, dass die Gesamtzahl der identifizierbaren kulturellen Ausdrucksformen einer kleinen Minderheit wie der Sorben/Wenden im Vergleich zu großen Mehrheitsgesellschaften überschaubar ist. Zugleich ist der Anteil dieser Ausdrucksformen, denen in der Community ein besonderer Wert beigemessen wird und die daher faktisch als Kulturgut wahrgenommen und behandelt werden, sehr hoch: Ein großer Teil des gelebten kulturellen Repertoires wird als identitätsstiftend und bewahrenswert verstanden und damit dem Kulturerbe zugerechnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== 2.2 Klassifizierung von Kulturgütern ==&lt;br /&gt;
Im Folgenden soll eine griffige Klassifizierung von Kulturgütern entwickelt werden, so dass pro Kulturgut-Klasse später auf die Besonderheiten ihrer Digitalisierung eingegangen werden kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Dataja:Wobraz_K2.png|center|600px]]&amp;lt;ref&amp;gt;Mermaid Flowchart Code: [https://mermaid.live/edit#pako:eNptlM9u00AQxl9ltFWoFDlp_C9OjISU2KSgUCq1BSRIDxt77Syxd6v1mkKjSDwBlThw4YCEeuXOoeLSN-EF4BHYjZOQQG67-32_2ZnZsWco4jFBPqrVZpRR6cNsP8n4ZTTBQu7rHVP66QWOKEvV3nQM2BeYTf8eea35fF6rjdiIrUl4cjJiAMPDV_X6sMxkKdJS1uvnvu9PtRGgp5ReE46wJIKSLIOf779CycbkkqQZjSb1Ovz-cv351_drDWGN9BXS_xfZBj7dLoGxBgIFBE14nOcrZGH68E07Iu0IlSNsQkhTKnGlfvyh1bjKcngIjcYD6G2s-xvrYGMdLuuqAFOXZ0IflzFh0xxn5OBU3t1ISZhqw6KaKpo29k04jSaCJrLq0oZsa9mCAZc8FTihhBnQp1ksxd1NSsS22dFmG3oMZzwl0HveONtlc7XNATtsHI9fk6kkC3nRsKoqnVNgwrFQaUOvLGJRRtMi4SJfZ790WtppQYhFIVV7CYsJDO9uWbEMujbqOgIbTqgsddB7MCD_eXT6gQMvaFEQBlclPMVqcA6eMfqGiKLMt926isCFM4FjKiln-voCHmEWXxIxXZcUVo-jSwrVe3DBGvHqtc83DLqS0FpNAi3wRluiDBdFSBIYQ0KzzN_r265jPjQinnHh7yVJYhRS8ClZKfe3KLyk2oHneuEuqlK2qWhJWYPOwGnvoiplm4qXVMd17V5rF1UpikIGSgWNkS9FSQyUE5FjvUUzHXGE5ITkZIR8tYxJgtVXPEIjNlfYBWYvOc9XpOBlOkF-grNC7cqLWPUupFjNa74-FXo0RMBLJpFvWtYiCPJn6C3yG7bTNO2u6Tidrue0W13HQO_Usdtquuqg1bG6TtvzPNuZG-hqcXGr2baV5NhuyzId13XbBiJqDrg4qn5ni7_a_A_W9oMu hier klicken], abgerufen am 22.09.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.2.1 A. Materiell - unbeweglich 🏛️ ===&lt;br /&gt;
„Materiell - unbeweglich&amp;quot; bezeichnet ortsfeste Kulturobjekte wie Bauwerke, Ensembles, Gebäudekomplexe und Stätten/Kulturlandschaften, wie sie in Art. 1 der UNESCO-Welterbekonvention als Kategorien des kulturellen Erbes definiert sind.&amp;lt;ref&amp;gt;UNESCO World Heritage Centre o. J.: Convention Concerning the Protection of the World Cultural and Natural Heritage, Artikel 1. URL: https://whc.unesco.org/en/conventiontext/, abgerufen am 01.10.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.2.2 B. Materiell - beweglich 🖼️ ===&lt;br /&gt;
Die Kategorie „Materiell - beweglich&amp;quot; umfasst bewegliche Sachen bzw. Sachgesamtheiten von kulturellem Wert (z. B. Objekte, Sammlungen), wie sie das deutsche Kulturgutschutzgesetz (§ 2 KGSG)&amp;lt;ref&amp;gt;Deutschland 2016: Kulturgutschutzgesetz (KGSG), § 2. URL: https://www.buzer.de/2_KGSG.htm, abgerufen am 01.10.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt; als „Kulturgut“ beschreibt.&lt;br /&gt;
* B1 '''Schriftgut''' - Bücher, Zeitungen, Handschriften, Archivgut, Graphiken, Pläne, Karten&lt;br /&gt;
* B2 '''Fotografien &amp;amp; Bildträger''' &lt;br /&gt;
** Fotografisch erzeugte statische Bildträger, auch Stillbildträger genannt, z. B. Positive/Negative auf Film/Platte/Photopapier, Dias, Abzüge, Mikrofilm/-fiche und vergleichbare fotografische Repro-Träger.&lt;br /&gt;
* B3 '''Analoge AV-Träger''' (Audio/Video/Film)&lt;br /&gt;
** Analoge zeitbasierte Medien, z. B. Magnetton (Tonband, Kassette), Schallplatte, Videobänder, Film.&lt;br /&gt;
* B4 '''3D-Objekte''' - Gegenstände, „sachkulturelle Artefakte“&amp;lt;ref&amp;gt;Sorbisches Institut o. J.: Konzept zum Digitalisierungszentrum am Sorbischen Institut, S. 24.&lt;br /&gt;
(Unveröffentlichtes Konzeptpapier; interne Projektunterlage.)&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.2.3 C. Immateriell 🎭 ===&lt;br /&gt;
Meint lebendige Praktiken, Darstellungen, Ausdrucksformen, Ideen, Werte, Wissen und Fertigkeiten, die von Gemeinschaften getragen und weitergegeben werden, gemäß der folgenden 5 UNESCO ICH-Domänen.&amp;lt;ref&amp;gt;UNESCO o. J.: Intangible Cultural Heritage – Five Domains. URL: https://ich.unesco.org/doc/src/01857-EN.pdf, abgerufen am 01.10.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* C1 '''Orale Traditionen/Ausdrucksformen''' - Sprache, Gesangstraditionen&lt;br /&gt;
* C2 '''Darstellende Künste''' - Musik, Tanz, Theater&lt;br /&gt;
* C3 '''Rituale &amp;amp; Feste''' - Bräuche und soziale Praktiken des Kalenders und Lebenslaufs&lt;br /&gt;
* C4 '''Wissen &amp;amp; Praktiken''' zu Natur &amp;amp; Universum - Heil- und Sammelkenntnisse, ökologisches und astronomisches Wissen, Glaube, Religion&lt;br /&gt;
* C5 '''Traditionelles Handwerk''' - Techniken, Werkzeuge und Gestaltungsmuster&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.2.4 D. Digital 💾 ===&lt;br /&gt;
Bezeichnet in digitaler Form vorliegende Ressourcen menschlichen Wissens und Ausdrucks. Diese können sowohl born-digital sein als auch digitalisierte Repräsentationen von materiellen und immateriellen Kulturgütern.&amp;lt;ref&amp;gt;UNESCO 2003: Charter on the Preservation of Digital Heritage. URL: https://www.unesco.org/en/legal-affairs/charter-preservation-digital-heritage, abgerufen am 01.10.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* D1 '''Born-digital''' (ursprünglich digital erzeugt, kein analoges Original), z. B. Webseiten, Social-Media-Beiträge, Software, Apps, Spiele, digitale Fotos/Audio/Video.&lt;br /&gt;
* D2 '''Digitalisate''' - Digitalisierte Repräsentationen/Derivate aus den Klassen A, B und C.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== 2.3 Begriffe und Kernfunktionen ==&lt;br /&gt;
Die vorherigen Abschnitte haben geklärt, was unter Kulturerbe verstanden wird und welche Arten von Kulturgütern unterschieden werden. Bevor der nachfolgende Abschnitt den Prozess der Kulturerbe-Digitalisierung beschreibt, werden in diesem Abschnitt die dafür wichtigsten Arbeitsbegriffe und Funktionen erläutert. Der Abschnitt soll dabei die Frage beantworten: Welche Arbeitsabläufe und Funktionen sind notwendig, damit Kulturgüter nicht nur digital erfasst, sondern auch gefunden, verstanden, gesichert und genutzt werden können?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Erläuterungen sollen eine gemeinsame und leicht verständliche Grundlage schaffen für alle, die an der Digitalisierung von Kulturerbe interessiert sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.3.1 Vom Kulturgut zur digitalen Repräsentation ===&lt;br /&gt;
Dieser Abschnitt erklärt, was bei einer Digitalisierung entsteht und wie sich das digitale Ergebnis vom ursprünglichen Kulturgut unterscheidet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
! Begriff&lt;br /&gt;
! Erklärung&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Digitalisierung von Kulturerbe'''&lt;br /&gt;
| Digitalisierung bezeichnet in diesem Konzept den gesamten zusammenhängenden Prozess: Kulturgüter erfassen, beschreiben und bewerten, digitale Repräsentationen erzeugen oder übernehmen, ihre Qualität prüfen, sie sichern und für die Nutzung zugänglich machen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;DFG2016&amp;quot;&amp;gt;Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) 2016: Praxisregeln „Digitalisierung“, insbesondere S. 13 und 41-44. URL: https://www.dfg.de/resource/blob/176108/898bf3574ad0ff3b1db525fa7d04c86c/12-151-v1216-de-data.pdf, abgerufen am 16.07.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Bei ursprünglich digital entstandenen Kulturgütern – auch ''born digital'' genannt – entfällt die Überführung aus einem analogen Original; die weiteren Aufgaben bleiben bestehen.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Digitalisat und digitale Repräsentation'''&lt;br /&gt;
| Ein '''Digitalisat''' ist ein digitales Abbild eines analogen Kulturguts, beispielsweise ein Scan einer Handschrift oder ein Foto eines Museumsobjekts. Der weitere Begriff '''digitale Repräsentation''' umfasst auch Audio-, Video- oder 3D-Dokumentationen einer immateriellen kulturellen Praxis. Die digitale Repräsentation ersetzt weder das materielle Kulturgut noch die lebendige Praxis.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Masterdatei und Nutzungsderivat'''&lt;br /&gt;
| Die '''Masterdatei''' ist die möglichst hochwertige und qualitätsgeprüfte Ausgangsdatei. Sie wird für die langfristige Sicherung und spätere Bearbeitungen aufbewahrt. Ein '''Nutzungsderivat''' ist eine daraus erzeugte, an einen bestimmten Zweck angepasste Datei, beispielsweise ein kleineres Bild für eine Internetseite.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Digitales Objekt'''&lt;br /&gt;
| Als '''digitales Objekt''' wird in diesem Konzept eine zusammengehörige digitale Einheit bezeichnet. Sie kann aus einer oder mehreren Dateien, den zugehörigen Metadaten und ihren Verknüpfungen bestehen. Ein digitales Objekt kann ein Digitalisat oder ein ursprünglich digital entstandenes Kulturgut sein.&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
''Beispiel:'' Das verzierte sorbische Osterei bleibt das materielle Kulturgut. Hochauflösende Fotografien, ein 3D-Modell und die dazugehörigen Beschreibungen bilden gemeinsam seine digitale Repräsentation.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.3.2 Vier Kernfunktionen ===&lt;br /&gt;
Als '''Kernfunktionen der Kulturerbe-Digitalisierung''' werden im Folgenden vier dauerhaft zu erfüllende Aufgabenbereiche bezeichnet. Sie beschreiben, was für eine nachhaltige Digitalisierung von Kulturerbe geleistet werden muss, unabhängig davon, welche Institution oder welches technische System die jeweilige Funktion übernimmt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
! Kernfunktion&lt;br /&gt;
! Typische organisatorisch-technische Umsetzung&lt;br /&gt;
! Hauptaufgabe&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Nachweisen, beschreiben und verknüpfen'''&lt;br /&gt;
| Register oder Katalog&lt;br /&gt;
| Macht sichtbar, welche Kulturgüter vorhanden sind, wo sie sich befinden und in welchem Zusammenhang sie stehen. Ein Registereintrag kann bereits bestehen, bevor ein Digitalisat angefertigt wurde. &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Digitalisieren und Qualität sichern'''&lt;br /&gt;
| Digitalisierungszentrum oder Digitalisierungsdienst&lt;br /&gt;
| Erzeugt bzw. übernimmt digitale Repräsentationen, prüft sie und bereitet Dateien und Metadaten für die weitere Verarbeitung vor. Geliefert werden bspw. geprüfte Masterdateien und Nutzungsderivate. &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Langfristig erhalten'''&lt;br /&gt;
| Repositorium oder digitales Langzeitarchiv&lt;br /&gt;
| Übernimmt Dateien und Metadaten, speichert und verwaltet sie und erhält sie über technische und organisatorische Veränderungen hinweg dauerhaft nutzbar.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Zugänglich machen und Nutzung ermöglichen'''&lt;br /&gt;
| Präsentations- und Nutzungssystem&lt;br /&gt;
| Führt beschreibende Informationen und digitale Medien für Nutzerinnen und Nutzer zusammen. Es ermöglicht beispielsweise Suche, Anzeige, Kontextualisierung, Vermittlung und – soweit zulässig – Nachnutzung. &lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese '''Kernfunktionen''' beschreiben zunächst nicht zwingend getrennte Institutionen oder Systeme. Eine Einrichtung kann mehrere Kernfunktionen übernehmen. Umgekehrt kann eine Kernfunktion auf mehrere Einrichtungen oder technische Systeme verteilt sein. Entscheidend sind klare Zuständigkeiten, verlässliche Übergaben und gemeinsame Standards.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vereinfacht lässt sich das Zusammenspiel so zusammenfassen:&lt;br /&gt;
# Das '''Register oder der Katalog''' beschreibt und verknüpft das Kulturgut.&lt;br /&gt;
# Der '''Digitalisierungsdienst''' erzeugt und prüft seine digitale Repräsentation.&lt;br /&gt;
# Das '''Repositorium oder digitale Archiv''' übernimmt und erhält die Dateien.&lt;br /&gt;
# Das '''Präsentationssystem''' führt Beschreibungen und Medien für die Nutzung zusammen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die konkrete Ausgestaltung kann zentral, dezentral oder als Verbund mehrerer Systeme erfolgen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.3.3 Register ===&lt;br /&gt;
Die folgende Tabelle erklärt, wie Kulturgüter so erfasst, beschrieben und verknüpft werden, dass sie eindeutig zugeordnet, wiedergefunden und nach einheitlichen Regeln weiterverarbeitet werden können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
! Begriff&lt;br /&gt;
! Erklärung&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Erschließung, Verzeichnung und Registrierung'''&lt;br /&gt;
| '''Erschließung''' ist der übergeordnete Vorgang, bei dem ein Kulturgut identifiziert, beschrieben und in seinen Zusammenhang eingeordnet wird. '''Verzeichnung''' bezeichnet seine strukturierte dokumentarische Beschreibung. '''Registrierung''' bedeutet die Aufnahme in ein konkretes Register, einen Katalog oder ein Sammlungssystem. Ein Kulturgut kann bereits registriert werden, bevor ein Digitalisat vorhanden ist.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Metadaten'''&lt;br /&gt;
| Metadaten sind strukturierte Informationen über ein Kulturgut und seine digitalen Repräsentationen. Dazu gehören beispielsweise Titel, Herkunft, beteiligte Personen, Ort, Zeit, kultureller Kontext, Rechte, Dateieigenschaften und Bearbeitungsschritte. Je nach Zweck werden beschreibende, technische, rechtliche und erhaltungsbezogene Metadaten unterschieden. Sie machen Kulturgüter auffindbar, verständlich, verwaltbar und langfristig nutzbar.&amp;lt;ref name=&amp;quot;PREMIS&amp;quot;&amp;gt;Library of Congress o. J.: PREMIS – Preservation Metadata: Implementation Strategies. Internationaler Standard für Erhaltungsmetadaten. URL: https://www.loc.gov/standards/premis/, abgerufen am 16.07.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Persistenter Identifikator'''&lt;br /&gt;
| Ein '''persistenter Identifikator''' ist eine dauerhafte und eindeutige Kennung für ein Kulturgut, einen Datensatz oder eine digitale Ressource. Die Kennung bleibt bestehen, auch wenn sich der technische Speicherort oder die Internetadresse ändern. Dadurch können Kulturgüter dauerhaft zitiert und zwischen Systemen verknüpft werden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;DFG2016&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Metadaten sind keine bloße Beigabe zu einer Datei. Ohne ausreichende Beschreibungen kann ein Digitalisat zwar technisch vorhanden sein, später aber kaum gefunden, verstanden oder zuverlässig zugeordnet werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.3.4 Digitalisierungsdienst und Archiv ===&lt;br /&gt;
Die folgende Tabelle erklärt was erforderlich ist, damit Kulturgüter digitalisiert werden und nicht nur heute gespeichert sind, sondern auch nach technischen und organisatorischen Veränderungen noch gefunden, verstanden und genutzt werden können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
! Begriff&lt;br /&gt;
! Erklärung&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Repositorium'''&lt;br /&gt;
| Ein '''Repositorium''', auch ''Repository'' genannt, ist eine verwaltete technische Umgebung, in der digitale Objekte und ihre Metadaten übernommen, gespeichert, geordnet, verwaltet und bereitgestellt werden. Ein Repositorium kann Teil eines digitalen Archivs sein. Nicht jedes Repositorium erfüllt jedoch automatisch alle Anforderungen der Langzeiterhaltung.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Digitales Archiv oder digitales Langzeitarchiv'''&lt;br /&gt;
| Ein digitales Archiv ist mehr als ein Server oder ein Speicherprogramm. Es verbindet eine verantwortliche Organisation, fachkundiges Personal, Regeln, Arbeitsabläufe und technische Systeme. Es übernimmt die Verantwortung dafür, digitale Informationen langfristig zu erhalten und für festgelegte Nutzergruppen zugänglich zu machen. Das internationale Referenzmodell '''Open Archival Information System''' (OAIS, offenes Archiv-Informationssystem) bietet hierfür einen fachlichen Rahmen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;OAIS2024&amp;quot;&amp;gt;Consultative Committee for Space Data Systems (CCSDS) 2024: Reference Model for an Open Archival Information System (OAIS), CCSDS 650.0-M-3, insbesondere S. 1-1–1-2 und 2-1–2-2. URL: https://ccsds.org/Pubs/650x0m3.pdf, abgerufen am 16.07.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Ingest oder kontrollierte Übernahme'''&lt;br /&gt;
| '''Ingest''' bezeichnet die kontrollierte Übernahme digitaler Dateien und Metadaten in ein Repositorium oder digitales Archiv. Dabei werden beispielsweise Vollständigkeit, Dateiformate, Metadaten und Dateiintegrität geprüft und die Übernahme dokumentiert.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Langzeitverfügbarkeit und digitale Langzeiterhaltung'''&lt;br /&gt;
| '''Langzeitverfügbarkeit''' ist das Ziel, digitale Inhalte über technische und organisatorische Veränderungen hinweg auffindbar, lesbar, verständlich und nutzbar zu halten. '''Digitale Langzeiterhaltung''' bezeichnet die dafür notwendigen fortlaufenden Maßnahmen. Dazu können mehrere Speicherorte, regelmäßige Prüfungen, Formatüberwachung, technische Migrationen und eine nachvollziehbare Dokumentation gehören. „Langfristig“ bezeichnet dabei keine feste Zahl von Jahren, sondern einen Zeitraum, in dem mit veränderten Technologien, Formaten und Nutzungsanforderungen gerechnet werden muss.&amp;lt;ref name=&amp;quot;OAIS2024&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Datensicherung oder Backup'''&lt;br /&gt;
| Ein '''Backup''' ist eine zusätzliche Sicherungskopie, aus der Dateien nach einem Verlust oder technischen Ausfall wiederhergestellt werden können. Backups sind notwendig, ersetzen aber keine Langzeiterhaltung: Sie regeln allein noch keine dauerhaften Zuständigkeiten, Metadaten, Formatüberwachung, Integritätsprüfungen oder langfristige Zugänglichkeit.&amp;lt;ref name=&amp;quot;DPCStorage&amp;quot;&amp;gt;Digital Preservation Coalition o. J.: Digital Preservation Handbook – Storage. URL: https://www.dpconline.org/handbook/organisational-activities/storage, abgerufen am 16.07.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Integrität und Authentizität'''&lt;br /&gt;
| '''Integrität''' bedeutet, dass unbeabsichtigte Veränderungen oder Beschädigungen einer Datei erkannt werden können. Dafür werden häufig Prüfsummen verwendet - digitale Kontrollwerte, die regelmäßig verglichen werden. '''Authentizität''' bedeutet, dass Herkunft, Identität und Bearbeitungsgeschichte eines digitalen Objekts nachvollziehbar sind und belegt werden kann, dass es das ist, was es zu sein vorgibt.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Dateiformat und Datenformat'''&lt;br /&gt;
| Ein '''Dateiformat''' legt den technischen Aufbau einer einzelnen Datei fest. Ein '''Datenformat''' beschreibt, wie Informationen strukturiert und zwischen Systemen ausgetauscht werden. Gut dokumentierte, verbreitete und möglichst offen beschriebene Formate erleichtern den Austausch und die langfristige Nutzung. Sie ersetzen jedoch keine aktive Langzeiterhaltung.&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Merksatz:''' Speichern ist nicht dasselbe wie langfristiges Erhalten. Auch ein vorhandenes Backup ist noch kein digitales Langzeitarchiv.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.3.5 Präsentationssystem ===&lt;br /&gt;
Die folgende Tabelle erklärt, wie aus langfristig gesicherten Dateien ein digitales Kulturerbe wird, das von Menschen gefunden, verstanden und sinnvoll genutzt werden kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
! Begriff&lt;br /&gt;
! Erklärung&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Zugänglichmachung und Präsentation'''&lt;br /&gt;
| '''Zugänglichmachung''' bedeutet, dass digitale Objekte auffindbar und im rechtlich sowie technisch zulässigen Umfang abrufbar sind. '''Präsentation''' geht darüber hinaus: Inhalte werden ausgewählt, miteinander verknüpft, erklärt und für bestimmte Zielgruppen vermittelt. Dazu gehören verständliche Kontextinformationen, klare Rechteangaben, Mehrsprachigkeit und möglichst barrierearme Zugänge. Abhängig von Rechten, personenbezogenen Daten oder kulturellen Schutzbedarfen kann der Zugang offen oder eingeschränkt sein.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Nutzung und Nachnutzung'''&lt;br /&gt;
| '''Nutzung''' umfasst beispielsweise das Betrachten, Lesen, Anhören, Erforschen oder Vermitteln eines digitalen Kulturguts. '''Nachnutzung''' bedeutet seine weitere Verwendung in einem neuen Zusammenhang, etwa in Bildung, Forschung, Publikationen, Ausstellungen, Anwendungen oder kreativen Werken. Dafür werden geeignete Dateien, verständliche Metadaten und klare Rechteinformationen benötigt.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Rechteinformation und Lizenz'''&lt;br /&gt;
| Eine '''Rechteinformation''' beschreibt den rechtlichen Status eines digitalen Objekts und mögliche Einschränkungen seiner Nutzung. Eine '''Lizenz''' räumt durch eine dazu berechtigte Person oder Institution konkrete Nutzungsrechte ein. Ein allgemeiner Rechtehinweis ist daher nicht automatisch eine Lizenz.&amp;lt;ref name=&amp;quot;RightsReuse&amp;quot;&amp;gt;RightsStatements.org o. J.: Standardisierte Rechtehinweise für online verfügbares Kulturerbe. URL: https://rightsstatements.org/de/, abgerufen am 16.07.2026. Creative Commons 2025: Recommended Licenses and Tools for Cultural Heritage Content. URL: https://creativecommons.org/2025/07/09/recommended-licenses-and-tools-for-cultural-heritage-content/, abgerufen am 16.07.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Interoperabilität'''&lt;br /&gt;
| '''Interoperabilität''' bezeichnet die Fähigkeit von Systemen und Organisationen, Daten auszutauschen und in gleicher Bedeutung zu verstehen. Dafür werden gemeinsame Metadatenmodelle, Begriffe, Identifikatoren und technische Schnittstellen benötigt. So können beispielsweise Register, Repositorien, Präsentationsportale und externe Kulturplattformen miteinander verbunden werden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;EuropeanaEDM&amp;quot;&amp;gt;Europeana o. J.: Metadata – Europeana Data Model (EDM, Europeana-Datenmodell). URL: https://pro.europeana.eu/page/metadata, abgerufen am 16.07.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Digitalisierte Inhalte entfalten ihren kulturellen und gesellschaftlichen Nutzen erst dann vollständig, wenn sie auffindbar, verständlich, rechtlich klar und für unterschiedliche Zielgruppen tatsächlich verwendbar sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der folgende Abschnitt 2.4 beschreibt, wie diese Kernfunktionen innerhalb des gesamten Prozesses der Kulturerbe-Digitalisierung zusammenwirken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== 2.4 Prozess der Digitalisierung von Kulturerbe ==&lt;br /&gt;
Die Digitalisierung von Kulturgut ist kein rein technischer Arbeitsschritt, sondern ein vielschichtiger, oft langfristiger Prozess, der bereits mit der Wahrnehmung und Identifikation einer kulturellen Ausdrucksform beginnt. Ziel dieses Abschnitts ist es, diesen Gesamtprozess systematisch darzustellen: von der gelebten Kultur über das identifizierte Kulturgut bis hin zur digital nutzbaren Repräsentation.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die hier entwickelte Prozessdarstellung soll als praxisorientierter Überblick dienen für die Digitalisierung des sorbischen Kulturerbes. Sie berücksichtigt die Anforderungen sorbischer Einrichtungen ebenso wie die international etablierten Referenzmodelle und Standards, darunter:&lt;br /&gt;
* das OAIS-Referenzmodell (ISO 14721) für digitale Archivierung&amp;lt;ref&amp;gt;Consultative Committee for Space Data Systems (CCSDS) 2024: Reference Model for an Open Archival Information System (OAIS), CCSDS 650.0-M-3. URL: https://ccsds.org/Pubs/650x0m3.pdf, abgerufen am 01.10.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
* das DCC Curation Lifecycle Model für kuratorische Entscheidungsprozesse&amp;lt;ref&amp;gt;Higgins 2008: The DCC Curation Lifecycle Model. International Journal of Digital Curation, 3(1), 134-140. URL: https://ijdc.net/index.php/ijdc/article/view/48, abgerufen am 01.10.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
* das Spectrum-Modell für museale Objektverwaltung&amp;lt;ref&amp;gt;Collections Trust 2022. Spectrum 5.1 - The UK Museum Collections Management Standard. URL: https://collectionstrust.org.uk/spectrum/spectrum-5, abgerufen am 01.10.2025. &amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
* die UNESCO-Leitlinien zur Inventarisierung immateriellen Kulturerbes&amp;lt;ref&amp;gt;UNESCO 2024: Operational Directives for the Implementation of the Convention for the Safeguarding of the Intangible Cultural Heritage (10.GA). URL: https://ich.unesco.org/doc/src/ICH-Operational_Directives-10.GA_EN.pdf, abgerufen am 01.10.2025. &amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
* sowie technische Vorgaben wie die DFG-Praxisregeln Digitalisierung&amp;lt;ref&amp;gt;Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) 2022: Praxisregeln Digitalisierung (aktualisierte Fassung). URL: https://www.ulb.hhu.de/fileadmin/redaktion/ULB/Documents/Infomaterial/DFG_Praxisregeln_Digitalisierung_Aktualisierte_Fassung2022.pdf, abgerufen am 01.10.2025. &amp;lt;/ref&amp;gt; und die FADGI-Richtlinien&amp;lt;ref&amp;gt;Federal Agencies Digital Guidelines Initiative (FADGI) 2023: Technical Guidelines for Digitizing Cultural Heritage Materials – Still Image, 3rd ed. URL: https://www.digitizationguidelines.gov/guidelines/digitize-technical.html, abgerufen am 01.10.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Folge soll der „Lebenslauf“ eines Kulturguts dargestellt werden, also der Weg, den ein Objekt oder eine kulturelle Praxis vom Zeitpunkt der Entstehung über die Erfassung, Digitalisierung und Archivierung bis zur Veröffentlichung in einem digitalen Präsentationsmodul durchläuft.&lt;br /&gt;
Hierfür erläutert der folgende Abschnitt die einzelnen Prozessschritte im Detail, jeweils mit Akteuren und Beispielen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.4.1 Vorüberlegungen zum Prozess ===&lt;br /&gt;
Im hier vorgestellten Prozess wird auf eine harte, systematische Filterung verzichtet, welche kulturellen Ausdrucksformen „nur“ Kultur und welche bereits Kulturgut sind. Ein solcher Bewertungs- und Abgrenzungsprozess wäre ressourcenintensiv und würde den vorhandenen Kapazitäten in den beteiligten Einrichtungen nicht entsprechen. Stattdessen folgt das Konzept einer inklusiven Logik: Alle dokumentierten Ausdrucksformen werden zunächst als potenzielle Kulturgüter erfasst. Eine feinere Auswahl und Priorisierung erfolgen erst in einem späteren Schritt, nämlich dann, wenn konkret entschieden wird, welche Ausdrucksformen bzw. Kulturgüter in welcher Tiefe digitalisiert, archiviert und präsentiert werden sollen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieses Vorgehen schließt an das SKR-Konzept an, das bewusst auf eine frühe normative Trennung zwischen „kultureller Ausdrucksform“ und „Kulturgut“ verzichtet. Auch hier steht zunächst der möglichst vollständige, strukturierte Überblick über die sorbischen Kulturgüter im Vordergrund. Die differenzierte Bewertung und Schwerpunktsetzung werden als anschließende fachliche Aufgabe verstanden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.4.2 Prozessschritte im Detail ===&lt;br /&gt;
Das folgende Diagramm gibt einen Überblick über die sechs Kernschritte des Gesamtprozesses der Digitalisierung von Kulturgut – von der ersten Wahrnehmung einer kulturellen Ausdrucksform bis zu ihrer digitalen Präsentation als Kulturgut. Die Abfolge zeigt zugleich die Entwicklungsstufen: von gelebter Kultur zur kulturellen Ausdrucksform, von dort zum Kulturgut und schließlich zum digitalen Kulturgut. Die Schritte sind als generischer Ablauf zu verstehen: Je nach Art des Kulturguts können einzelne Tätigkeiten unterschiedlich aufwendig sein oder parallel erfolgen.&lt;br /&gt;
[[Dataja:Wobraz_K3.png|center|600px]]&amp;lt;ref&amp;gt;Mermaid Flowchart Code: [https://mermaid.live/edit#pako:eNplkk1OwzAQha8yGqmbkloxSZs2CyTa8LOphIAVhIVJpolF4iDH4a_qbXqTXgzHFdAKr2y97703lmaNWZMTxriqmvesFNrAfZIqgPPHFIdDzuBO1DVVajhM8QlGozOYO-WUwS0VsjVakqa93Pvmjlk4JmAwp3fS5kCHwQAWjkkcE_Y5WWkIXqrd9jBpT138UIkspBGVbI_7-rwLR146csLgRryQ-U8lMGLwTG1WapLPpHKCZQLMOY9ch7m2VxiSpOAEjJ1TSev_M_bkvv3KtY8ZnOuslG_H9VcOuf4dUO-2LamjGdHDQsscY6M78rAmXYv-ies-IEVTUk0pxvaa00p0lUkxVRtrexXqoWnqH6duuqLEeCWq1r6619zOn0hRaPGH9J_Xi6ZTBuOxS8B4jR8YhxGLeDThkR-EM37KuYefFmHTaOz7fOZHQTidBMHGwy9X6VslnNnDw4jPuB8GHlIuTaOX-7Vy27X5Bh_Osqo hier klicken], abgerufen am 22.09.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Prozess zeigt, dass Digitalisierung von Kulturgut mehr ist als das Erstellen digitaler Dateien. Sie umfasst eine Reihe aufeinander bezogener Schritte – von der ersten Wahrnehmung einer kulturellen Ausdrucksform über ihre Erfassung, Bewertung und Digitalisierung bis hin zur langfristigen Sicherung und Präsentation. Dabei sind je nach Schritt unterschiedliche Akteure beteiligt, etwa Gemeinschaften, Museen, Archive, Fachgremien, Digitalisierungsstellen oder IT. Die folgenden Beschreibungen erläutern diese Schritte so, dass nachvollziehbar wird, was jeweils mit einem Kulturgut geschieht, wer daran beteiligt ist und wie sich der Ablauf in der Praxis vorstellen lässt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''1. Sammeln &amp;amp; erfassen''' &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Hier wird eine kulturelle Ausdrucksform erstmals wahrgenommen, benannt und mit ersten Informationen erfasst: Was ist es, wer macht es oder hat es geschaffen, wo kommt es vor, warum ist es bedeutsam für die Gemeinschaft? &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Akteure''': Community, Vereine, Museen, Archive, Forschende, Privatpersonen.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Beispiel''': Auf einem Dorffest zeigt eine Frau das Verzieren sorbischer Ostereier. Jemand fotografiert dies und notiert Technik, Ort und Namen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''2. Registrieren &amp;amp; beschreiben''' &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Hier wird aus der ersten Beobachtung ein strukturierter Nachweis. Das Kulturgut oder die kulturelle Ausdrucksform wird in ein Register, eine Sammlung oder einen Katalog aufgenommen und mit strukturierten Metadaten beschrieben, damit es wiedergefunden, zugeordnet und verstanden werden kann. Dazu gehören z. B. Titel, Ort, Zeit, Technik, Funktion, beteiligte Personen und der kulturelle Kontext.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Akteure''': Registerverantwortliche, Kurator:innen, Sammlungsmitarbeitende, Community für Kontextinformationen.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Beispiel''': Das Osterei erhält einen Eintrag mit Angaben wie „Wachsbatik“, „Schleife“, „Osterei-Verzierung“, Name der Trägerin und Entstehungsjahr.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''3. Bewerten &amp;amp; freigeben''' &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
In diesem Schritt wird entschieden, ob und in welcher Priorität ein Kulturgut oder die kulturelle Ausdrucksform digitalisiert werden soll und ob dies rechtlich und ethisch möglich ist. Dabei spielen fachliche Kriterien wie Bedeutung, Repräsentativität, Seltenheit oder Gefährdung eine Rolle, aber auch Fragen des Urheberrechts, Datenschutzes und möglicher kultureller Sensibilitäten. Am Ende steht eine begründete Entscheidung, ob und in welchem Umfang das Kulturgut weiterbearbeitet und später veröffentlicht werden darf. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Akteure''': Kurator:innen, Fachgremien, Community-Vertretungen, Register/SKR, ggf. Rechteverantwortliche und Behörden. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Beispiel''': Es wird entschieden, dass die Osterei-Technik wegen ihrer Bedeutung für die sorbische Identität digital gesichert werden soll; die Kunsthandwerkerin stimmt der Veröffentlichung zu.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''4. Digitalisieren &amp;amp; prüfen''' &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Nun wird das Kulturgut technisch erfasst, also in eine digitale Form überführt. Das kann je nach Objektart durch Scan, Fotografie, Audio- oder Videoaufnahme oder 3D-Erfassung geschehen. Dabei entstehen hochwertige Master-Dateien und nutzbare Derivate. Die Digitalisierung folgt qualifizierten Standards, um Reproduzierbarkeit, Farbkonsistenz und Nutzbarkeit zu gewährleisten. Anschließend wird geprüft, ob Schärfe, Farbe, Vollständigkeit und Dateiformate den Anforderungen für Archivierung und Nutzung entsprechen. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Akteure''': Digitalisierungszentrum, Foto-/AV-/3D-Spezialist:innen, externe Dienstleister bei Spezialfällen. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Beispiel''': Das Osterei wird fotografisch hochauflösend aufgenommen und zusätzlich als 3D-Modell erfasst. Danach werden Schärfe, Farbe und Dateiformate geprüft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''5. Archivieren &amp;amp; sichern''' &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die entstandenen digitalen Dateien werden geordnet abgelegt, mit den zugehörigen Metadaten verknüpft und für die langfristige Erhaltung gesichert. Dazu gehören sichere Speicherorte, Backups, Integritätskontrollen und – wenn nötig – spätere technische Migration auf neue Systeme. Ziel ist, dass das digitale Kulturgut langfristig erhalten bleibt, auch wenn sich Technik und Formate verändern. Das Original bleibt in der Regel weiterhin am Sammlungs- oder Aufbewahrungsort. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Akteure''': Archiv, Repository, IT-Betrieb, ggf. Sorbisches Kulturarchiv bzw. Digitalisierungszentrum. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Beispiel''': Die Bilder und das 3D-Modell des Ostereis werden auf gesicherten Servern gespeichert; das Original bleibt im Museum oder bei der Eigentümerin.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''6. Präsentieren &amp;amp; nutzen''' &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Im letzten Schritt werden die digitalen Objekte so bereitgestellt, dass sie gefunden, verstanden und genutzt werden können, z. B. in Portalen, digitalen Sammlungen oder virtuellen Ausstellungen. Dafür reicht es nicht, nur Dateien anzuzeigen: Es braucht auch verständliche Kontexte, Rechteangaben, Mehrsprachigkeit und möglichst barrierearme Zugänge. So wird aus der technischen Digitalisierung eine tatsächliche kulturelle Nutzung. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Akteure''': Kurator:innen, Vermittlung, Web/IT, Museen, Kulturinformationen, Community. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Beispiel''': Das Osterei erscheint in einer Online-Ausstellung, kann herangezoomt oder als 3D-Modell gedreht werden und wird mit einem kurzen Text zur Technik erklärt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.4.3 Organisatorische Perspektive ===&lt;br /&gt;
Die folgende Abbildung ist entnommen aus einem Poster des Sorbischen Instituts zu dessen Digitalisierungsstrategie, gefunden auf der Projektseite des Digitalisierungszentrums.&amp;lt;ref&amp;gt;Sorbisches Institut: Digitalisierungszentrum (DZ). URL: [https://www.serbski-institut.de/projekte-zentrale-vorhaben/digitalisierungszentrum-dz/ https://www.serbski-institut.de/projekte-zentrale-vorhaben/digitalisierungszentrum-dz/], abgerufen am 25.03.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Digitalisierungsstrategie des Sorbischen Instituts zeigt die Erfassung, Registrierung, Digitalisierung und Archivierung bis zur Präsentation von Kulturgütern aus '''organisatorischer Sicht'''. Sie basiert auf einem '''3-Säulen-Modell aus Kulturregister, Digitalisierungszentrum und Präsentationsumgebung'''. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Dataja:Wobraz_K4.png|mini||center|600px|Abbildung: 3-Säulen-Modell der Digitalisierungsstrategie des Sorbischen Instituts. Quelle: Sorbisches Institut, „Digitalizacija serbskich kulturnych datow / Digitalisierung der sorbischen/wendischen Kulturdaten“&amp;lt;ref&amp;gt;Sorbisches Institut 2025: Digitalizacija serbskich kulturnych datow / Digitalisierung der sorbischen/wendischen Kulturdaten (Poster). URL:  [https://www.serbski-institut.de/wp-content/uploads/2021/11/A0-Druck_Digitalisierungsstrategie-SI.pdf  https://www.serbski-institut.de/wp-content/uploads/2021/11/A0-Druck_Digitalisierungsstrategie-SI.pdf], abgerufen am 25.03.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Beide Sichtweisen - die fachliche &amp;quot;Prozess-Sicht&amp;quot; und die &amp;quot;organisatorische Sicht&amp;quot; lassen sich wie folgt in einer Darstellung zusammenfassen:&lt;br /&gt;
[[Dataja:Wobraz_K5.jpg|mini||center|600px|Abbildung: Zusammengefasste Sichtweisen auf die Digitalisierung von Kulturerbe.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der &amp;quot;Prozess der Digitalisierung von Kulturerbe&amp;quot; beschreibt, '''was''' mit einem Kulturgut geschieht; das 3-Säulen-Modell zeigt, '''wo''' diese Aufgaben organisatorisch verortet sind. Bezogen auf die oben beschriebenen [[#2.3.2 Prozessschritte im Detail|Prozessschritte der Digitalisierung von Kulturerbe]] steht das '''Sorbische Kulturregister''' für den Prozessschritt „'''2. Registrieren'''“ und dient dabei vor allem der Verzeichnung und Metadatenverwaltung. Das '''Digitalisierungszentrum''' steht für die Prozessschritte „'''4. Digitalisieren'''“ und „'''5. Archivieren'''“ und dient dabei der technischen Erfassung, Bearbeitung und Sicherung der Digitalisate. Die '''Präsentationsumgebung''' steht für den Schritt „'''6. Präsentieren'''“ und dient der öffentlichen oder kuratierten Bereitstellung zur Nutzung. Ergänzende Konzepte des SI machen dabei deutlich, dass die Digitalisierung im Regelfall eine vorherige Verzeichnung im Register voraussetzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
! Prozessschritt&lt;br /&gt;
! Verantwortliche Organisation&lt;br /&gt;
! Funktion im Gesamtsystem&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''2. Registrieren'''&lt;br /&gt;
| '''Sorbisches Kulturregister'''&lt;br /&gt;
| Kulturgüter werden als Entitäten nachgewiesen, beschrieben, mit Metadaten versehen und miteinander verknüpft. Das Register erfüllt damit eine katalogähnliche Funktion: Es macht sichtbar, welche Kulturgüter es gibt, wo sie sich befinden und in welchem Kontext sie stehen.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''4. Digitalisieren'''&lt;br /&gt;
| '''Digitalisierungszentrum'''&lt;br /&gt;
| Kulturgüter werden technisch erfasst, z. B. durch Scan, Fotografie, Audio-/Videoübertragung oder 3D-Erfassung. Das Digitalisierungszentrum erzeugt und prüft die Digitalisate, ist aber nicht selbst primär ein Präsentationssystem.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''5. Archivieren'''&lt;br /&gt;
| '''Digitalisierungszentrum / Repositorium / Archiv'''&lt;br /&gt;
| Die digitalen Dateien werden geordnet gespeichert, mit Metadaten verbunden und langfristig gesichert. Dazu gehört auch die Sicherstellung der Langzeitaufbewahrung, etwa durch geeignete Speicherorte, Prüfroutinen und spätere Migrationen.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''6. Präsentieren'''&lt;br /&gt;
| '''Sorabicon / weitere Präsentationsumgebungen'''&lt;br /&gt;
| Die digitalen Inhalte werden für Nutzer:innen sichtbar, erfahrbar und verständlich gemacht, z. B. in Portalen, digitalen Sammlungen oder virtuellen Ausstellungen. Die Präsentation greift dafür auf Metadaten aus dem Register und auf Digitalisate aus dem Repositorium bzw. dem Digitalisierungszentrum zurück.&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Schritt '''1. Sammeln''' liegt vor diesen drei Säulen. Er betrifft die Sammlungsorte selbst, also z. B. Museen, Archive, Heimatstuben, Vereine, Projekte, Gemeinden oder Privatpersonen. Dort entstehen oder befinden sich die Kulturgüter zunächst, bevor sie systematisch registriert, bewertet oder digitalisiert werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Schritt '''3. Bewerten''' ist ebenfalls keine eigene technische Säule, sondern ein steuernder Entscheidungsschritt. In ihm wird geklärt, welche Kulturgüter priorisiert digitalisiert werden, welche fachliche Bedeutung sie haben, welche Rechte zu beachten sind und ob eine öffentliche Präsentation möglich ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Damit wird deutlich: Register, Digitalisierungszentrum und Präsentation erfüllen unterschiedliche Aufgaben. Das '''Register''' beschreibt und verknüpft Kulturgüter, das '''Digitalisierungszentrum''' erzeugt und sichert Digitalisate und die '''Präsentationsumgebung''' macht ausgewählte Inhalte verständlich zugänglich. Gerade diese Trennung schafft klare Zuständigkeiten und erleichtert die Zusammenarbeit zwischen Sammlungsorten, Fachstellen, technischen Dienstleistern und Öffentlichkeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== 2.5 Beispiele anderer Kulturen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Digitalisierung des Kulturerbes kleiner, autochthoner, indigener und sprachlicher Gemeinschaften weist häufig vergleichbare Herausforderungen auf: Kulturgüter und Bestände sind auf viele Institutionen, Vereine, lokale Einrichtungen und private Träger verteilt. Personelle und finanzielle Ressourcen sind begrenzt, mehrere Sprachen und Beschreibungstraditionen müssen berücksichtigt werden und nicht alle kulturellen Inhalte dürfen oder sollen ohne Einschränkung öffentlich zugänglich gemacht werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In einer vergleichenden Recherche wurde daher untersucht, wie andere Gemeinschaften und Regionen ihr Kulturerbe erfassen, beschreiben, digitalisieren, langfristig sichern und zur Nutzung bereitstellen. Dabei wurde nicht nach einer universell „idealen“ technischen Lösung gesucht. Untersucht wurde vielmehr, welche organisatorischen, technischen, rechtlichen und gemeinschaftlichen Modelle unter welchen Rahmenbedingungen funktionieren, welche Schwierigkeiten auftreten und welche übertragbaren Erfolgsfaktoren erkennbar sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die nachfolgenden Beispiele verdeutlichen unterschiedliche Schwerpunkte: gemeinschaftliche Steuerung, institutionsübergreifende Register und Suchsysteme, Digitalisierung verteilter Bestände, Sprach- und Tonarchive, abgestufte Zugänge, Unterstützung kleiner Kulturgutträger sowie die Überführung zeitlich begrenzter Projekte in einen dauerhaften Betrieb.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die daraus abgeleiteten Kriterien bilden einen Referenzrahmen. Anhand dieses Referenzrahmens kann in einer späteren Ist-Analyse geprüft werden, welche Funktionen bereits vorhanden, nur konzeptionell beschrieben, in Pilotprojekten erprobt oder dauerhaft im Regelbetrieb verankert sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die ausführlichen Fallprofile, Vergleichsmatrizen, Quellen sowie ein Hinweis zur KI-gestützten Erstellung befinden sich in der [[12.3.A1 Vergleichende Recherche – Digitalisierung des Kulturerbes anderer Kulturen und Regionen|ausführlichen Vergleichsrecherche]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.5.1 RomArchive – Digitales Archiv der Roma ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Roma und Sinti sind eine transnationale Minderheit, die in zahlreichen europäischen Staaten lebt. RomArchive wurde von 2015 bis 2019 mit 3,75 Millionen Euro durch die Kulturstiftung des Bundes gefördert. Weitere Unterstützer waren unter anderem die Bundeszentrale für politische Bildung, das Auswärtige Amt und das Goethe-Institut. Seit 2019 wird das Archiv durch das Dokumentations- und Kulturzentrum Deutscher Sinti und Roma in Heidelberg betrieben.&amp;lt;ref name=&amp;quot;vergleich_romarchive&amp;quot;&amp;gt;RomArchive o. J.: Frequently Asked Questions. URL: https://www.romarchive.eu/en/about/frequently-answered-questions/; Dokumentations- und Kulturzentrum Deutscher Sinti und Roma e. V. o. J.: Imprint. URL: https://www.romarchive.eu/en/imprint/; Kulturstiftung des Bundes o. J.: RomArchive. URL: https://www.kulturstiftung-des-bundes.de/en/programmes_projects/film_and_new_media/detail/romarchive.html, jeweils abgerufen am 20.07.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Archiv präsentiert Kunst, Geschichte und Kultur aus der Perspektive der Roma. Kuratorische Teams und Beirat waren überwiegend mit Angehörigen der Minderheit besetzt. Neben öffentlich zugänglichen Inhalten existiert ein internes Archiv mit beschränktem Forschungszugang. Besonders lehrreich ist der bereits zu Projektbeginn geplante und später tatsächlich vollzogene Übergang an einen dauerhaften Betreiber.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Erfolgsfaktoren und Learnings:''' &lt;br /&gt;
* Angehörige der Gemeinschaft sollten nicht nur Inhalte zuliefern, sondern festgelegte Entscheidungsrechte bei Auswahl, Beschreibung, Kontextualisierung und Zugangsregeln besitzen. &lt;br /&gt;
* Bereits zu Beginn einer Projektphase verbindlich klären, welche Institution das Register, Archiv oder Portal nach dem Ende der Förderung dauerhaft betreibt, pflegt und finanziert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.5.2 Nuohtti – Zugang zum Sámi-Kulturerbe ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Sámi sind ein indigenes Volk im nordeuropäischen Sápmi, das sich über Teile Norwegens, Schwedens, Finnlands und Russlands erstreckt. Viele historische Sámi-Materialien befinden sich außerhalb der Sámi-Institutionen in europäischen Archiven und Museen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nuohtti ist ein gemeinsamer Suchdienst für digitalisierte Sámi-Materialien. Er wurde von 2018 bis 2021 mit Mitteln des Programms Interreg Nord der EU (Europäische Union) entwickelt. Beteiligt waren unter anderem die Sámi-Archive der finnischen und norwegischen Nationalarchive, das schwedische Reichsarchiv und mehrere Universitäten. Die Sámi-Parlamente Finnlands, Norwegens und Schwedens waren in der Steuerungsgruppe vertreten. Der Dienst führte nach Projektangaben etwa 30.000 Datensätze aus 32 Institutionen zusammen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;vergleich_nuohtti&amp;quot;&amp;gt;Nuohtti o. J.: About Nuohtti. URL: https://nuohtti.com/Content/about; University of the Arctic 2023: The Nuohtti service provides digital access to Sámi material in European archives. URL: https://www.uarctic.org/news/2023/3/the-nuohtti-service-provides-digital-access-to-sami-material-in-european-archives/, jeweils abgerufen am 20.07.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nuohtti übernimmt nicht alle Bestände in ein einziges System. Stattdessen werden Metadaten, also strukturierte Beschreibungsdaten zu Objekten und Beständen, aus vorhandenen Einrichtungen zusammengeführt und mit mehrsprachiger Suche, Karte und Zeitleiste zugänglich gemacht. Ethische Hinweise machen darauf aufmerksam, dass viele Bestände unter historischen und teilweise kolonialen Bedingungen gesammelt und beschrieben wurden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Erfolgsfaktoren und Learnings:''' &lt;br /&gt;
* Ein gemeinsamer Zugang kann auch mit dezentraler Architektur der Bestände erfolgen – Originale, Dateien und Fachsysteme können beim Kulturgutträger verbleiben.&lt;br /&gt;
* Ein Register für Kulturdaten kann als übergreifende Nachweisschicht arbeiten: Größere Einrichtungen liefern Daten über technische Schnittstellen, während kleine Träger zentrale oder gemeinsam bereitgestellte Erfassungsdienste nutzen können. &lt;br /&gt;
* Historische Fremdbeschreibungen sollten ergänzt werden durch Selbstbezeichnungen, eigene Sprachformen, alternative Benennungen und Kontexte der betreffenden Gemeinschaft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.5.3 People’s Collection Wales / Casgliad y Werin Cymru ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wales ist ein Landesteil des Vereinigten Königreichs mit einer eigenständigen nationalen und walisischsprachigen Identität. People’s Collection Wales ist eine zweisprachige Plattform für institutionelles und gemeinschaftlich getragenes Kulturerbe. Sie wird als Verbund der National Library of Wales, des National Museum Wales und der Royal Commission on the Ancient and Historical Monuments of Wales betrieben und durch die walisische Regierung finanziert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Neben der technischen Plattform werden kostenlose Beratung und Schulungen zu Digitalisierung, Metadaten, Urheberrecht, Datenschutz und Oral History, also mündlich überlieferter und aufgezeichneter Geschichte, angeboten. Eine unabhängige Evaluation stellte Fortschritte bei der Zusammenarbeit und beim Kompetenzaufbau fest, benannte aber auch begrenzte Wirkungsnachweise, Finanzierungsrisiken und den hohen Personalaufwand für die Unterstützung der beteiligten Gemeinschaften.&amp;lt;ref name=&amp;quot;vergleich_wales&amp;quot;&amp;gt;Vittle, Kate / Haswell-Walls, Fran / Dixon, Tim; ERS Ltd. 2016: Evaluation of the Casgliad y Werin Cymru / People’s Collection Wales Digital Heritage Programme. Impact Report. URL: https://www.gov.wales/sites/default/files/publications/2019-08/evaluation-of-the-peoples-collection-wales-digital-heritage-programme-impact.pdf; People’s Collection Wales o. J.: Community Support. URL: https://www.peoplescollection.wales/about-us/community-support, jeweils abgerufen am 20.07.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Erfolgsfaktoren und Learnings:''' &lt;br /&gt;
* Kleine und ehrenamtlich betreute Sammlungen benötigen nicht nur technische Standards, sondern konkrete und dauerhaft verfügbare Dienstleistungen: Erstberatung, Schulung, Vorlagen, Unterstützung bei Rechtefragen, Qualitätskontrolle und persönliche Ansprechpartner. &lt;br /&gt;
* Ein Digitalisierungszentrum oder ein Verbund koordinierter Digitalisierungsdienste sollte daher als Service- und Kompetenzstruktur ausgestaltet werden und nicht lediglich als technische Produktionsstelle. &lt;br /&gt;
* Der dafür notwendige Beratungs- und Unterstützungsaufwand muss als dauerhafte Betriebsaufgabe eingeplant werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.5.4 Tobar an Dualchais / Kist o Riches ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schottisch-Gälisch ist eine Minderheitensprache, die vor allem in den Highlands und auf den schottischen Inseln gesprochen wird. Tobar an Dualchais macht mehr als 40.000 seit den 1930er Jahren entstandene Tonaufnahmen zugänglich. Die Bestände umfassen Erzählungen, Lieder, Musik, Gedichte und mündlich überliefertes Wissen auf Gälisch, Scots und Englisch. Ein bedeutender Teil der Originalbestände wird in den School of Scottish Studies Archives der Universität Edinburgh verwahrt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;vergleich_tobar&amp;quot;&amp;gt;University of Edinburgh 2024: Tobar an Dualchais / Kist o Riches. URL: https://gaelic.ed.ac.uk/gaelic-collections/tobar-an-dualchais-kist-o-riches; Scottish Government 2025: Rediscovering lost Gaelic words. URL: https://www.gov.scot/news/rediscovering-lost-gaelic-words/, jeweils abgerufen am 20.07.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Digitalisierung wird mit Verschriftlichung beziehungsweise Transkription, sprachlicher Erschließung, Freiwilligenarbeit und teilweise automatischer Spracherkennung verbunden. Das Projekt erhält wiederkehrende öffentliche Förderungen, muss Rechteklärung, Transkription und technische Weiterentwicklung jedoch dauerhaft fortsetzen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Erfolgsfaktoren und Learnings:''' &lt;br /&gt;
* Gefährdete Ton-, Film- und Videobestände müssen wegen Materialverfall, beschädigungsanfälliger Trägermaterialien und nicht mehr verfügbarer Wiedergabetechnik zeitlich priorisiert werden. &lt;br /&gt;
* Ein geeignetes Pilotprojekt kann Digitalisierung, Rechteklärung, Verschriftlichung, Übersetzung, Metadatenerfassung, Archivierung und Bildungsnutzung entlang einer vollständigen Prozesskette verbinden. &lt;br /&gt;
* Dadurch werden nicht nur einzelne Dateien erzeugt, sondern zugleich die notwendigen Standards, Zuständigkeiten und Aufwände erprobt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.5.5 Euskariana – Portal zum baskischen Kulturerbe ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Baskinnen und Basken leben in Gebieten Spaniens und Frankreichs. Euskariana ist das staatlich betriebene Kulturportal der Autonomen Gemeinschaft Baskenland in Spanien. Es wird durch die Digitale Bibliothek Euskadi betrieben und verbindet Daten der baskischen Regierung, der Provinzen, Kommunen, Universitäten sowie öffentlicher, kirchlicher und privater Einrichtungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Portal ist zugleich gemeinsamer Katalog und Zugang zu digitalen Objekten. Es kann Inhalte über ein eigenes Repositorium, also ein institutionell betriebenes digitales Ablage- und Erhaltungssystem, bereitstellen oder zu den Systemen der Partner verlinken. Verwendet werden internationale Standards wie Dublin Core als allgemeiner Metadatenstandard, METS (Metadata Encoding and Transmission Standard) zur Strukturierung und Übertragung digitaler Objekte, PREMIS (Preservation Metadata: Implementation Strategies) für Metadaten zur digitalen Langzeiterhaltung und ALTO (Analyzed Layout and Text Object) für erkannte Texte und Seitenlayouts. Die standardisierten Daten können unter anderem an Europeana weitergegeben werden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;vergleich_euskariana&amp;quot;&amp;gt;Gobierno Vasco / Biblioteca Digital de Euskadi o. J.: Acerca de Euskariana. URL: https://www.euskariana.euskadi.eus/euskadibib/es/help/about.do, abgerufen am 20.07.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Erfolgsfaktoren und Learnings:''' &lt;br /&gt;
* Unterschiedliche Kulturgutträger benötigen unterschiedliche Anschlussmöglichkeiten. &lt;br /&gt;
** Kleine Einrichtungen sollten Daten und gegebenenfalls Dateien in zentral bereitgestellten Diensten erfassen und verwalten können. &lt;br /&gt;
** Größere Institutionen sollten ihre vorhandenen Systeme über Datenexporte oder Programmierschnittstellen anbinden können. &lt;br /&gt;
* Dafür ist ein gemeinsamer, bewusst schlank gehaltener Metadatenkern erforderlich, der durch fach- und institutionsspezifische Angaben erweitert werden kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.5.6 Mukurtu und Plateau Peoples’ Web Portal ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mukurtu ist eine frei verfügbare Software für die gemeinschaftlich kontrollierte Verwaltung digitalen indigenen Kulturerbes. Das Plateau Peoples’ Web Portal verbindet acht indigene Nationen des nordwestlichen Plateaus der USA mit der Washington State University und mehreren Museen und Archiven. Stammesvertreter wählen und beschreiben die Inhalte; die Universität übernimmt wesentliche technische Betriebsaufgaben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mukurtu ermöglicht kulturelle Protokolle, also gemeinschaftlich festgelegte Regeln für Zugang und Nutzung, Traditional Knowledge Labels als Kennzeichnungen für überliefertes gemeinschaftliches Wissen sowie mehrere Beschreibungen zu demselben Objekt. Dadurch kann neben einer institutionellen Museumsbeschreibung eine Beschreibung der Herkunftsgemeinschaft stehen. Zugänge können von vollständig öffentlich bis streng beschränkt reichen. Mukurtu weist ausdrücklich darauf hin, dass die Plattform vor allem dem Zugang und der gemeinschaftlichen Verwaltung dient und ein gesondertes Konzept für Digitalisierung, Langzeiterhaltung, Personal und Finanzierung erforderlich bleibt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;vergleich_mukurtu&amp;quot;&amp;gt;Mukurtu CMS / Washington State University o. J.: About. URL: https://mukurtu.org/about/; Plateau Peoples’ Web Portal. URL: https://mukurtu.org/project/plateau-peoples-web-portal-showcase/, jeweils abgerufen am 20.07.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Erfolgsfaktoren und Learnings:''' &lt;br /&gt;
* Rechte und kulturelle Sensibilität müssen als Bestandteil des Datenmodells behandelt werden und dürfen nicht erst unmittelbar vor einer Veröffentlichung geprüft werden. &lt;br /&gt;
* Sinnvoll sind abgestufte Kategorien wie &lt;br /&gt;
** „nur Metadaten öffentlich“, &lt;br /&gt;
** „öffentliches Nutzungsdigitalisat“, &lt;br /&gt;
** „Zugang nach Rücksprache“, &lt;br /&gt;
** „beschränkter Gemeinschafts- oder Forschungszugang“, &lt;br /&gt;
** „zeitlich gesperrt“ und &lt;br /&gt;
** „nicht zugänglich“. &lt;br /&gt;
* Mehrere Beschreibungen zu demselben Objekt ermöglichen es außerdem, institutionelle Überlieferung und Selbstbeschreibung nebeneinander nachvollziehbar zu dokumentieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.5.7 Indigitization – zentrale Unterstützung für dezentrale Digitalisierung ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Indigitization unterstützt First Nations und weitere indigene Gemeinschaften in British Columbia in Kanada. Das Programm wird gemeinsam von indigenen Organisationen, Bibliotheken, Archiven und Hochschulen getragen. Es stellt einen Werkzeugkasten, Schulungen, Musterunterlagen, technische Beratung und Förderhilfen bereit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von 2013 bis 2019 wurden drei Pilotprojekte und 45 weitere Projekte gefördert. Dabei wurden mehr als 11.000 Audiokassetten digitalisiert. Die Digitalisierung erfolgte in den Gemeinschaften; eine allgemeine Veröffentlichung war nicht zwingend. Das frühere Förderprogramm für Audiokassetten befindet sich inzwischen allerdings in einer Pause.&amp;lt;ref name=&amp;quot;vergleich_indigitization&amp;quot;&amp;gt;Indigitization o. J.: About Us. URL: https://www.indigitization.ca/about-2/; Indigitization Toolkit. URL: https://www.indigitization.ca/toolkit/; Audio Cassette Digitization Grant. URL: https://www.indigitization.ca/funding/audio-cassette-grant/, jeweils abgerufen am 20.07.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Erfolgsfaktoren und Learnings:''' &lt;br /&gt;
* Zentral bereitgestellte Kompetenz lässt sich mit dezentraler Verantwortung verbinden. &lt;br /&gt;
* Ein Digitalisierungszentrum oder ein Verbund gemeinsamer Dienste kann Schulungen, Leih- und Mobiltechnik, Qualitätsprüfung, Rahmenverträge, Musterunterlagen, Beratung und Kleinprojektförderung anbieten. &lt;br /&gt;
* Originale, lokales Wissen und kulturelle Beziehungen können grundsätzlich bei den jeweiligen Kulturgutträgern verbleiben. &lt;br /&gt;
* Damit nach Abschluss einzelner Digitalisierungsprojekte keine ungesicherten Dateien zurückbleiben, sollte jedoch von Beginn an ein gemeinsames oder verbindlich angebundenes Repositorium beziehungsweise digitales Archiv vorgesehen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.5.8 Zusammenfassungen der Beispiele anderer Kulturen im Anhang ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tabellarische Übersichten und Zusammenfassungen aller untersuchten Beispiele anderer Kulturen und Regionen befinden sich im Anhang [[12.3.A1 Vergleichende Recherche – Digitalisierung des Kulturerbes anderer Kulturen und Regionen#E. Vergleichsmatrix|in Abschnitt E. Vergleichsmatrix]] unter &lt;br /&gt;
* [[12.3.A1 Vergleichende Recherche – Digitalisierung des Kulturerbes anderer Kulturen und Regionen#E.1 Funktionen, Architektur und Standards|E.1 Funktionen, Architektur und Standards]] und&lt;br /&gt;
* [[12.3.A1 Vergleichende Recherche – Digitalisierung des Kulturerbes anderer Kulturen und Regionen#E.2 Governance, Finanzierung, Erfolg und Übertragbarkeit|E.2 Governance, Finanzierung, Erfolg und Übertragbarkeit]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Zusammenfassung der übergreifenden Erfolgsfaktoren aus den Beispielen befindet sich im Anhang [[12.3.A1 Vergleichende Recherche – Digitalisierung des Kulturerbes anderer Kulturen und Regionen#F. Übergreifende Erfolgsfaktoren|in Abschnitt F. Übergreifende Erfolgsfaktoren]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.5.9 Was sich aus den Beispielen ableiten lässt ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus den untersuchten Beispielen lässt sich kein einzelnes Projekt und kein bestimmtes Softwaresystem ableiten, das unverändert übernommen werden könnte. Wiederkehrend zeigen sich jedoch '''vier notwendige Funktionen, drei übergreifende Erfolgsbedingungen und zwei grundlegende Umsetzungsprinzipien'''. Sie bilden einen kompakten Orientierungsrahmen für die Digitalisierung von Kulturerbe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Vier Kernfunktionen – was muss dauerhaft geleistet werden? ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Damit die Digitalisierung nicht bei einzelnen Digitalisaten oder einem Präsentationsportal stehen bleibt, müssen vier Kernfunktionen verlässlich abgedeckt und miteinander verbunden werden:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot; style=&amp;quot;width:100%;&amp;quot;&lt;br /&gt;
! Kernfunktion&lt;br /&gt;
! Kernfrage&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''1. Register für Kulturdaten'''&lt;br /&gt;
| '''Was ist vorhanden und was sollte prioritär bearbeitet werden?''' – Kulturgüter und Bestände nachweisen, beschreiben, verknüpfen und ihren Digitalisierungs- und Rechtezustand erfassen.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''2. Digitalisierungszentrum / Digitalisierungsdienste'''&lt;br /&gt;
| '''Wie wird qualitätsgesichert digitalisiert?''' – Kulturgutträger beraten, Digitalisierung vorbereiten oder durchführen, Qualität sichern und die Übergabe vorbereiten.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''3. Repositorium / digitales Langzeitarchiv'''&lt;br /&gt;
| '''Wie bleibt das digitale Kulturerbe dauerhaft erhalten?''' – Masterdateien und Metadaten sicher übernehmen, erhalten, sichern und bei technischen Veränderungen migrieren.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''4. Präsentations- und Nutzungssysteme'''&lt;br /&gt;
| '''Wie wird das Kulturerbe gefunden, verstanden und genutzt?''' – freigegebene Inhalte mehrsprachig vermitteln und für Bildung, Forschung und kulturelle Nachnutzung bereitstellen.&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die vier Funktionen bedeuten nicht zwingend vier Einrichtungen oder vier technische Systeme. Entscheidend ist, dass alle Funktionen abgedeckt, ihre Zuständigkeiten geklärt und ihre Übergaben zuverlässig organisiert sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Drei Erfolgsbedingungen – was gilt für alle Kernfunktionen? ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
# '''Gemeinsam entscheiden und Rechte abgestuft regeln:''' &lt;br /&gt;
#* Angehörige der betreffenden Gemeinschaft und die Kulturgutträger sollten nachvollziehbare Entscheidungsrechte bei Auswahl, Beschreibung, Priorisierung und Veröffentlichung besitzen. &lt;br /&gt;
#* Zugänge sollten abgestuft sein, beispielsweise auch &amp;quot;ausschließlich Metadaten&amp;quot;, &amp;quot;Zugang nach Rücksprache&amp;quot; oder &amp;quot;beschränkte Gemeinschafts- und Forschungszugänge&amp;quot; ermöglichen. &lt;br /&gt;
#* Rechtliche Zulässigkeit und kulturelle Angemessenheit sind dabei getrennt zu betrachten. &lt;br /&gt;
#* Selbstbezeichnungen und eigene kulturelle Perspektiven sollten historische Fremdbeschreibungen ergänzen können.&amp;lt;br&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
# '''Gemeinsame Standards, Mehrsprachigkeit und technische Anschlussfähigkeit sichern:''' &lt;br /&gt;
#* Ein bewusst schlanker gemeinsamer Metadatenkern, Qualitätsstandards und geregelte Datenübergaben ermöglichen die Zusammenarbeit unterschiedlicher Einrichtungen. Zusätzlich können fach- oder institutionsspezifische Metadatensätze genutzt werden.&lt;br /&gt;
#* Sprachen und Sprachvarianten müssen als eigenständige Datenwerte berücksichtigt werden, bspw. bei Metadaten, Beschreibungen usw. &lt;br /&gt;
#* Kleine Träger benötigen einfache zentrale Erfassungsmöglichkeiten, z. B. per Weboberfläche, größere Institutionen Schnittstellen oder Datenexporte aus ihren vorhandenen Systemen.&amp;lt;br&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
# '''Dauerhafte Verantwortung und Finanzierung sichern:''' &lt;br /&gt;
#* Bereits beim Aufbau muss feststehen, wer Register, Digitalisierungsdienste, Repositorium und Präsentationssystem nach einer Projektförderung dauerhaft betreibt. &lt;br /&gt;
#* Neben einmaligen Projektmitteln müssen deshalb auch Personal, Beratung, Datenpflege, Speicher, Softwarepflege, Sicherung und spätere technische Erneuerungen dauerhaft finanziert werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Zwei Umsetzungsprinzipien – wie sollte vorgegangen werden? ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
# '''Priorisieren, die vollständige Kette pilotieren, dann skalieren:''' &lt;br /&gt;
#* Nicht alles muss gleichzeitig digitalisiert werden. Besonders gefährdete oder kulturell bedeutsame Bestände sollten priorisiert werden. &lt;br /&gt;
#* Pilotprojekte sollten möglichst den gesamten Weg von der Erfassung und Rechteklärung über die Digitalisierung bis zur Archivierung und Nutzung durchlaufen. Dabei werden Standards, Zuständigkeiten, Kosten und tatsächliche Nutzung erprobt. &lt;br /&gt;
#* Erst auf dieser Grundlage sollte in größerem Umfang skaliert werden.&amp;lt;br&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
# '''Zentral ermöglichen, dezentral verantworten:''' &lt;br /&gt;
#* Zentrale Stellen können Infrastruktur, Beratung, Schulung, Digitalisierungstechnik, Qualitätskontrolle, Rechtehilfe und Langzeiterhaltung bereitstellen. &lt;br /&gt;
#* Originale, lokales Wissen, kulturelle Beziehungen und wesentliche inhaltliche Entscheidungen können gleichzeitig bei den jeweiligen Kulturgutträgern verbleiben. &lt;br /&gt;
#* Zentralisierung von Diensten und dezentrale kulturelle Verantwortung sind damit keine Gegensätze, sondern können sich gegenseitig ergänzen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Für die Reihenfolge ergibt sich daraus:''' &lt;br /&gt;
# Zuerst Entscheidungsrechte, Standards, Betreiber und Finanzierung ausreichend klären; &lt;br /&gt;
# anschließend mit ausgewählten Beständen die vollständige Prozesskette erproben und die Unterstützungsstrukturen aufbauen; &lt;br /&gt;
# auf dieser Grundlage Digitalisierung, Präsentation und Nachnutzung schrittweise verbreitern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Präsentation und Nutzung sind dabei nicht von geringerer Bedeutung und sollten bereits Bestandteil der Pilotprojekte sein. '''Später erfolgt nicht die Nutzung selbst, sondern deren breiter Ausbau.'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weiterführende '''Hinweise und Empfehlungen zu einem möglichen Vorgehen sowie zeitlichen und inhaltlichen Prioritäten''' befinden sich im Anhang [[12.3.A1 Vergleichende Recherche – Digitalisierung des Kulturerbes anderer Kulturen und Regionen#G.2 Was zentral, dezentral und gemeinsam organisiert werden sollte|im Abschnitt &amp;quot;Priorisierte Schlussfolgerung&amp;quot; von G2 bis G9]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein ausführliches '''Prüfraster zur Bewertung des jeweiligen Entwicklungsstandes''' befindet sich [[12.3.A2 Prüfraster zur Bewertung des Entwicklungsstandes beim Aufbau der Digitalisierung des Kulturerbes|im Anhang 2 &amp;quot;Prüfraster zur Bewertung des Entwicklungsstandes&amp;quot;]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= 3. Ist-Analyse der Digitalisierung des sorbischen Kulturerbes =&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der [[#2 Ist-Analyse „Digitalisierung von Kulturerbe“|vorangegangene Abschnitt 2]] hat beschrieben, was zur Digitalisierung von Kulturerbe gehört, welche Aufgaben dabei dauerhaft erfüllt werden müssen und wie andere Gemeinschaften und Regionen diese Aufgaben lösen. Der Abschnitt 3 richtet nun den Blick auf die sorbische Situation. Er geht der Frage nach, wie gut die sorbische Kulturerbelandschaft heute organisatorisch, technisch und personell aufgestellt ist, um ihr materielles, immaterielles und digitales Kulturerbe institutionsübergreifend zu erfassen, zu digitalisieren, dauerhaft zu erhalten und zugänglich zu machen – und wo vorrangiger Handlungsbedarf besteht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Analyse gliedert sich in fünf Teile:&lt;br /&gt;
* '''Akteure und Rollen''': Wer bewahrt sorbisches Kulturerbe und welche Aufgaben übernehmen die Akteure bei seiner Digitalisierung (Sammeln, Finanzieren, Koordinieren usw.)?&lt;br /&gt;
* '''Bestände und Digitalisierungsbedarf''': Welche Kulturgüter gibt es, wie weit sind  sie erfasst und digitalisiert, und welche müssen vorrangig gesichert werden?&lt;br /&gt;
* '''Vorhaben und Systeme''': Welche sorbischen Projekte und Angebote decken die [[#2.3.2 Vier Kernfunktionen|vier Kernfunktionen]] Nachweisen, Digitalisieren, langfristig Erhalten und Zugänglichmachen bereits ab?&lt;br /&gt;
* '''Zusammenarbeit und dauerhafter Betrieb''': Wie sind die Steuerung und Zusammenarbeit (Governance) organisiert (Zuständigkeiten, Standards, Rechte und Finanzierung)?&lt;br /&gt;
* '''Gesamtbewertung''': Was funktioniert bereits, wo gibt es Lücken und welche davon sollten zuerst geschlossen werden? &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Analyse stellt dabei den Bedarf der Bestände dem vorhandenen Angebot an Diensten und dem organisatorischen Rahmen gegenüber. Wo beides auseinanderfällt, entstehen Lücken, siehe nachfolgende Übersicht.&lt;br /&gt;
[[Dataja:Wobraz K6.png|thumb|center|600px|Übersicht der Ist-Analyse]]&amp;lt;ref&amp;gt;Mermaid Flowchart Code: [https://mermaid.live/edit#pako:eNqVlM1y2jAQx19lR7maFGMcwJPJDGAnh9AcaE4pPcj2-qPYErOWmtJ8PE0fo7e8WGWDTUja6VS-WB_7293_rvTAIhkj81hSyPso46Tg1l_RSoAZ088rdh5eOKc2TNcKNeH5h_DiPKQPF7fbjQW39PIzRaqMXaIsWMqiQLFiX2r7llHpMCW-yeDGwG54lCXEU9wfgv2Ic8JI5VLAYvl6fdYGMIAZVurlp4gPIVzrQmlKtVoXvKoQNiThEy_LQou0kqTe-Ji_ZsWckgOJC4hRwFSkGEpl_r5i44-L2IIyV-BTLtIij7I15m-5M-j1LmDeLqGI_5j-0rjfOwAtYljyrOzE-pcOfhu7A36OolLYMD5tzV95yONbjgTXSCLRYl1j3jkIWtAQruQ3c5KL6GB_pyujHwpOocmzcRFzjVSX15BnqCjH8A3Sh-fnZwj-kv-0VufReLrnGRlluzI-ws3xmdDQMQ_NmX2KFqR1DYq6IDu1HqFT5aZRfbFLZ_HyK1qj6PLY1RdkJhC4rgw2ykxcWLUlfpXCcgdqp4tmetXK5MIVGk1UiPdIyjRW7eNNh0d1-_mYgECtiBeQ5EXhnVzawWUwtipFco3eiXvpBu7UimQhyTsZzM03fU9o70fLmAbzYNQxJhNnbvstY2QPZrbzjsH3TbYjBLbxG3SE_uVZ4J61hP7Y7Q_tIwJMrYV11aZyvDWz5ocIj7d8K2gdd52vtgWaOu3iSJrRxTEej0fj_n7ai3llXh7iW88F99h--d_2zGIp5THzFGm0WIlU8nrKHmruiqnMXJkV88wvYay_9xoxVmwlnozphos7KcvWmqROM-YlvKjMTG9irtDPubnSZbdKdWvRXGqhmDd07AbCvAf2nXnuqWP3RwN7eDZwJ4Ph2MHeyGJb5vXs0-HEnTgDxxn3-4OzvuOarSeL_Wi8C10UFsM4V5I-7h7o5p1--g24x9CK hier klicken], abgerufen am 20.10.2026&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== 3.1 Akteure und Rollen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sorbisches Kulturerbe wird von vielen Einrichtungen, Gruppen und Einzelpersonen bewahrt, gepflegt und dokumentiert – von sorbischen ebenso wie von nicht-sorbischen. Dieser Abschnitt zeigt, wer Bestände hält, wer Dienste zur Digitalisierung anbietet und wer den organisatorischen und finanziellen Rahmen gestaltet. Damit wird auch sichtbar, welche Aufgaben bislang von keinem Akteur erkennbar übernommen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Grundlage sind Arbeitsunterlagen der Domowina aus den Jahren 2019 und 2020&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;&amp;gt;Domowina e. V., Kulturausschuss (Clemens Škoda) 2019: Serbske kulturne herbstwo (SKH). Arbeitspapier, Stand 18.03.2019, S. 2–8. Unveröffentlicht; interne Referenz: 2020-09-07_Serbske kulturne herbstwo w Budyšinje_opt.pdf.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019b&amp;quot;&amp;gt;Domowina e. V. 2019: Přehlad relewantnych městnosćow / „małkich“ a „wulkich“ muzejow nastupajo serbske kulturne herbstwo, Stand 11.11.2019. Unveröffentlicht; interne Referenz: 2019_11_Priloha A_prehlad_muzejow a zberkow.pdf.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2020&amp;quot;&amp;gt;Domowina e. V., Kulturausschuss 2020: Protokoll der Fachkommission „Serbske kulturne herbstwo“ vom 07.09.2020. Unveröffentlicht; interne Referenz: 2020_09_07_skh komisija-protokol.pdf.&amp;lt;/ref&amp;gt;, eine darauf aufbauende Arbeitsliste der Sammlungsorte mit ergänzender Internetrecherche&amp;lt;ref name=&amp;quot;liste2026&amp;quot;&amp;gt;Arbeitsliste „Sammlungsorte sorbischen Kulturerbes“, Stand 02.04.2026, erstellt im Rahmen des Digitalisierungskonzepts aus Internetrecherche und den Domowina-Unterlagen. Unveröffentlicht; Grundlage für Anhang 12.3.A3.&amp;lt;/ref&amp;gt; sowie Projektunterlagen und Gespräche. Ein Teil der Angaben ist mehrere Jahre alt und wird schrittweise aktualisiert. Nicht belegte Angaben sind als ''offen'', Vermutungen als ''Annahme'' gekennzeichnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.1.1 Begriffe und Rollen ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
; Akteur&lt;br /&gt;
: Einrichtung, Gruppe oder Person, die eine Aufgabe im Umgang mit sorbischem Kulturerbe oder seiner Digitalisierung übernimmt.&lt;br /&gt;
; Kulturgutträger&lt;br /&gt;
: Akteur, der Kulturgüter verwahrt oder eine kulturelle Praxis trägt und weitergibt, bspw. ein Museum, eine Heimatstube, ein Chor oder eine Privatperson mit einer Sammlung.&lt;br /&gt;
; Trägerschaft&lt;br /&gt;
: Rechtliche und finanzielle Verantwortung für eine Einrichtung, zum Beispiel durch eine Kommune, einen Landkreis, eine Stiftung, einen Verein, eine Kirche oder eine Privatperson. Eigentum und Betrieb können dabei auseinanderfallen, bspw. gehörte der Dom Njechorńskeho 2019 der Domowina und wurde von der Stiftung für das sorbische Volk bewirtschaftet, der Hanzo Šustrowy dom in Trebendorf gehörte der Gemeinde und wurde von der örtlichen Domowina-Gruppe bewirtschaftet.&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019b&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
; Rolle&lt;br /&gt;
: Aufgabe, die ein Akteur übernimmt. Ein Akteur kann mehrere Rollen haben, unterschieden werden Haupt- und Nebenrollen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Rollen lassen sich drei Gruppen zuordnen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
! Gruppe !! Rolle !! Kürzel&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| rowspan=&amp;quot;2&amp;quot; | '''Am Kulturgut''' || '''Bewahren''': Originale verwahren, pflegen und verwalten || '''B'''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Dokumentieren''': lebendige Praxis festhalten in Ton, Bild oder Text || '''D'''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| rowspan=&amp;quot;4&amp;quot; | '''Dienste''' ([[#2.3.2 Vier Kernfunktionen|Kernfunktionen]]) || '''Erfassen''', registrieren, beschreiben und verknüpfen || '''K1'''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Digitalisieren''' und Qualität sichern || '''K2'''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Langfristig '''erhalten''' || '''K3'''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Zugänglich machen''' und Nutzung ermöglichen || '''K4'''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| rowspan=&amp;quot;2&amp;quot; | '''Rahmen''' (Governance) || '''Steuern''', koordinieren und Regeln setzen || '''S'''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Fördern''' und finanzieren || '''F'''&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dokumentieren meint hier das Festhalten von immateriellen Kulturgütern im laufenden Kulturleben, etwa Mitschnitte von Veranstaltungen. Geschieht es systematisch nach festgelegten Standards zur dauerhaften Sicherung, ist es Teil der Kernfunktion Digitalisieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.1.2 Schlüsselakteure ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einzeln aufgeführt wird, wer mindestens eines der folgenden Kriterien erfüllt:&lt;br /&gt;
# betreibt oder plant eine Kernfunktion, die über die eigene Einrichtung hinaus wirkt,&lt;br /&gt;
# verwahrt einen hauptamtlich betreuten Kernbestand,&lt;br /&gt;
# dokumentiert regelmäßig das lebendige Kulturgeschehen,&lt;br /&gt;
# fördert, koordiniert oder setzt Regeln für die Digitalisierung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;mark&amp;gt;Die folgende Übersicht muss mit den Institutionen bzgl. Änderungen und Ergänzungen abgestimmt werden.&amp;lt;/mark&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|+ Rollen der Schlüsselakteure (■ Hauptrolle · ○ Nebenrolle · ? vermutet oder offen)&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
B. Bewahren, D. Dokumentieren, K1. Erfassen, K2. Digitalisieren K3. Erhalten, K4. Nutzung ermöglichen, S. Steuern, F. Fördern&lt;br /&gt;
! Akteur !! Typ / Trägerschaft !! B !! D !! K1 !! K2 !! K3 !! K4 !! S !! F !! Hinweise&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Stiftung für das sorbische Volk || Stiftung des öffentlichen Rechts, finanziert von Bund, Freistaat Sachsen u. Land Brandenburg || ○ || || || || || || ■ || ■ || bewirtschaftete 2019 den Dom Njechorńskeho&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019b&amp;quot;/&amp;gt;; unterstützt beide sorbischen Museen finanziell&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Sorbisches Institut (SI) mit Sorbischem Kulturarchiv (SKA) und Sorbischer Zentralbibliothek || Forschungseinrichtung mit Archiv und Bibliothek; eingetragener Verein, gefördert u. a. durch die Stiftung || ■ || ? || ■ || ■ || ? || ■ || ○ || || Virtueller Lesesaal mit Bibliographie, Katalog, digitalisierten Drucken, Handschriften, Fotos und Filmen; digitales Schrifttum auch über Sachsen.Digital; Sorabicon als Sorbisches Kulturlexikon&amp;lt;ref name=&amp;quot;vls&amp;quot;&amp;gt;Sorbisches Institut o. J.: Virtueller Lesesaal. URL: https://www.serbski-institut.de/bibliothek/virtueller-lesesaal/, abgerufen am 20.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;; plant das Sorbische Kulturregister (SKR)&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;&amp;gt;Sorbisches Institut 2025: Konzept für ein Sorbisches Kulturregister (SKR), zweite aktualisierte Fassung vom 20.11.2025. URL: https://www.serbski-institut.de/wp-content/uploads/2021/11/00_Zweite-aktualisierte-Fassung_Konzept_Sorbisches-Kulturregister_20.11.2025.pdf&amp;lt;/ref&amp;gt; und das Digitalisierungszentrum (DZ) auch für andere Träger&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz&amp;quot;&amp;gt;Sorbisches Institut: Digitalisierungszentrum (DZ). URL: https://www.serbski-institut.de/projekte-zentrale-vorhaben/digitalisierungszentrum-dz/&amp;lt;/ref&amp;gt;; langfristige Erhaltung für Dritte ''offen''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Sorbisches Museum Bautzen || Museum; Landkreis Bautzen, finanziell unterstützt von der Stiftung&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt; || ■ || || ○ || ? || ? || ? || || || Inventarverzeichnis vorhanden&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;; Digitalisierungsstand und Online-Angebot ''offen''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Wendisches Museum Cottbus || Museum; Stadt Cottbus, finanziell unterstützt von der Stiftung&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt; || ■ || || ○ || ? || ? || ? || || || Inventarverzeichnis vorhanden&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;; Digitalisierungsstand und Online-Angebot ''offen''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Sächsische Landesbibliothek – Staats- und Universitätsbibliothek Dresden (SLUB) || Landes- und Universitätsbibliothek; Freistaat Sachsen || ■ || || ○ || ? || ○ || ■ || || || Lusatica-Sammlung, die das kulturelle Erbe der Sorben zugänglich machen soll&amp;lt;ref name=&amp;quot;slub&amp;quot;&amp;gt;SLUB Dresden o. J.: Sammlungen zur sächsischen Landeskunde. URL: https://www.slub-dresden.de/entdecken/saechsische-landeskunde/sammlungen, abgerufen am 20.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;; über Sachsen.Digital ist auch digitales Schrifttum des SI erreichbar&amp;lt;ref name=&amp;quot;vls&amp;quot;/&amp;gt; (Betrieb der Plattform durch die SLUB); eigene digitale Langzeitarchivierung&amp;lt;ref name=&amp;quot;nestor&amp;quot;&amp;gt;nestor o. J.: Mitglied SLUB Dresden. URL: https://www.langzeitarchivierung.de/Webs/nestor/EN/nestor/Mitglieder/sLUB.html, abgerufen am 20.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;, ob sie Digitalisate sorbischer Träger übernehmen könnte, ist ''offen''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Domowina – Bund Lausitzer Sorben e. V. mit Regionalverbänden und Ortsgruppen || Dachverband sorbischer Vereine; eingetragener Verein || ○ || ○ || || || || || ○ || || Eigentümerin des Dom Njechorńskeho; Ortsgruppe Trebendorf bewirtschaftet den Hanzo Šustrowy dom&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019b&amp;quot;/&amp;gt;; mindestens 9 der 23 kleinen Sammlungsorte sind direkt oder über Mitgliedsvereine mit ihr verbunden&amp;lt;ref name=&amp;quot;liste2026&amp;quot;/&amp;gt;; Chronistengruppe der Župa Michał Hórnik; Fachkommission „Sorbisches Kulturerbe“ 2018-2020&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2020&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Maćica Serbska e. V. || wissenschaftliche Gesellschaft; Verein || || || || || || || ○ || || Arbeitskreis „Museale Einrichtungen“ mit rund 40 Adressaten; Denkmalausschuss mit eigenem, von der Stiftung verwaltetem Budget, 2019 als Vorbild für die Bewertung von Kulturerbe genannt&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Sorbisches National-Ensemble (SNE) || Ensemble; gGmbH der Stiftung || ■ || ? || ○ || || || || || || geordnetes Arbeitsarchiv; 2019 vorgeschlagen, dort nur Kopien zu halten und die Originale an das SKA zu geben&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;; Umfang ''offen''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Studijo Lucija || Medienproduktion; gGmbH des Sorbischen Schulvereins  e. V. || ○ || ■ || || || || || || || dokumentiert sorbische Veranstaltungen; Aufnahmen liegen beim Studio und werden tlw. an das SKA übergeben&amp;lt;ref name=&amp;quot;lucija&amp;quot;&amp;gt;; schriftlicher Beleg noch einzuholen.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Mitteldeutscher Rundfunk (MDR) und Rundfunk Berlin-Brandenburg (rbb), sorbischsprachige Programme || öffentlich-rechtlicher Rundfunk || ■? || ■ || || || || ○? || || || Produktionen standen dem SKA 2019 aus rechtlichen Gründen nicht zur Verfügung&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;; Archivbestände und heutiger Stand ''offen''&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.1.3 Akteursgruppen ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die meisten Kulturgutträger sind kleinere Einrichtungen, Gruppen oder Privatpersonen. Sie werden hier zu Gruppen zusammengefasst. Die Anzahlen sind Mindestwerte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;mark&amp;gt;Die folgende Übersicht muss insb. mit Domowina, SI und Lucija bzgl. Änderungen und Ergänzungen abgestimmt werden.&amp;lt;/mark&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|+ B. Bewahren, D. Dokumentieren, K1. Erfassen, K2. Digitalisieren K3. Erhalten, K4. Nutzung ermöglichen, S. Steuern, F. Fördern&lt;br /&gt;
! Gruppe !! Beispiele !! Typische Trägerschaft !! Bekannte Anzahl !! Typische Rollen !! Besonderheiten&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Kleine Museen, Heimatstuben, Gedenk- und Begegnungsorte ||&lt;br /&gt;
* Muzej Ćišinskeho (Panschwitz-Kuckau),&amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
* Njepilic dwór (Rohne), &lt;br /&gt;
* Sorbisches Kulturzentrum Schleife, &lt;br /&gt;
* Heimatmuseum Dissen, &lt;br /&gt;
* Archiv verschwundener Orte (Horno) &lt;br /&gt;
|| Gemeinde, Förderverein, Domowina-Ortsgruppe, privat || 22 in der Domowina-Übersicht 2019 (9 Ober-, 13 Niederlausitz)&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019b&amp;quot;/&amp;gt;; 23 in der Arbeitsliste 2026, davon 12 bisher nur durch die Domowina-Unterlagen belegt&amp;lt;ref name=&amp;quot;liste2026&amp;quot;/&amp;gt; || '''B''' ■, '''D''' ○ || überwiegend ehrenamtlich; 2019 benannte Defizite: fehlender Nachwuchs, fehlende Marketingstrategie, fehlende Vernetzung, unzureichende Finanzierung, fehlende fachliche Begleitung; teilweise ohne eigenes Inventar&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;; zwei private Ausstellungen ohne jede Förderung, von den Betreibern im Ruhestand allein betreut&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019b&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Regionale Museen mit sorbischen Beständen || &lt;br /&gt;
* Museum der Westlausitz Kamenz, &lt;br /&gt;
* Museum Bautzen, &lt;br /&gt;
* Spreewald-Museum Lübbenau mit Freilandmuseum Lehde, &lt;br /&gt;
* Slawenburg Raddusch, &lt;br /&gt;
* Niederlausitzer Heidemuseum Spremberg &lt;br /&gt;
|| Landkreis oder Kommune (''Annahme'') || 7 in der Domowina-Übersicht 2019 (2 Ober-, 5 Niederlausitz)&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019b&amp;quot;/&amp;gt; || '''B''' ■; &amp;lt;br&amp;gt;'''K1-K4''' ''offen'' || Umfang des sorbischen Anteils am Bestand ''offen''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Ensembles, Chöre, Trachten- und Brauchtumsgruppen || – || Verein || ''offen'' || tragen die Praxis;&amp;lt;br&amp;gt; '''D''' ○, '''B''' ○ || Trachtenfundi 2019 ausdrücklich zu den Beständen in sorbischer Verantwortung gezählt&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;; eigene Aufnahmen und Fundi meist nicht erfasst (''Annahme'')&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Chronisten, Film- und Fotoamateure || &lt;br /&gt;
* Chronistengruppe der Župa Michał Hórnik, &lt;br /&gt;
* deutsch-sorbischer Filmkreis &lt;br /&gt;
|| ehrenamtlich, privat || ''offen'' || '''D''' ■, '''B''' ○ || Beiträge von Laien 2019 nur sporadisch, Bestände oft unstrukturiert&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Private Sammlungen und Nachlässe || &lt;br /&gt;
* Nachlass der Malerin Hanka Krawcec, überwiegend in Tschechien; &lt;br /&gt;
* weitere private Sammlungen und Nachlässe in Ober- und Niederlausitz &lt;br /&gt;
|| privat || 4 in der Domowina-Übersicht 2019; tatsächlich ''offen'' || '''B''' ■ || Verbleib beim Generationenwechsel ungesichert (''Annahme'')&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Kirchliche Einrichtungen || &lt;br /&gt;
* Ausstellung zu Jan Bjedrich Fryco in der evangelischen Kirche Kolkwitz; &lt;br /&gt;
* kirchliches Informations- und Begegnungszentrum in Horno mit Holzmodellen abgebaggerter Kirchen&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019b&amp;quot;/&amp;gt; &lt;br /&gt;
|| Kirchgemeinde || 2 (in den kleinen Orten enthalten); weitere ''offen'' || '''B''' ○ || weitere kirchliche Bestände nicht erfasst (''Annahme'')&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Weitere sorbische Kultur- und Medieneinrichtungen || &lt;br /&gt;
* Deutsch-Sorbisches Volkstheater (Archiv 2019 zusammen mit dem des SNE genannt); &lt;br /&gt;
* Domowina-Verlag (2019 als Produzent genannt, dessen Erzeugnisse an das SKA gehen sollten)&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt; &lt;br /&gt;
|| verschieden || ''offen'' || '''B''' ○ || Umfang ''offen''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Öffentliche Träger und Fördergeber || &lt;br /&gt;
* Bund, &lt;br /&gt;
* Freistaat Sachsen, &lt;br /&gt;
* Land Brandenburg, &lt;br /&gt;
* Landkreise, &lt;br /&gt;
* Kommunen &lt;br /&gt;
|| öffentlich || – || '''F''' ■, '''S''' ○ || tragen die großen Museen; 2019 erfüllten kleine Museen im Landkreis Bautzen die Kriterien für eine institutionelle Förderung nicht, im Landkreis Spree-Neiße waren die Bedingungen besser&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Überregionale Gedächtniseinrichtungen || &lt;br /&gt;
* Oberlausitzische Bibliothek der Wissenschaften Görlitz&amp;lt;ref name=&amp;quot;slub&amp;quot;/&amp;gt;; &lt;br /&gt;
* Sächsisches Staatsarchiv, &lt;br /&gt;
* Brandenburgisches Landeshauptarchiv, &lt;br /&gt;
* Deutsche Nationalbibliothek (''Annahme''); &lt;br /&gt;
* Einrichtungen in Tschechien &lt;br /&gt;
|| öffentlich || ''offen'' || '''B''' ○; &amp;lt;br&amp;gt;mögliche Partner für K3 und K4 || sorbische Bestände außer in Görlitz ''offen''&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.1.4 Erste Befunde ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;mark&amp;gt;Die folgende Übersicht muss mit den Institutionen bzgl. Änderungen und Ergänzungen abgestimmt werden.&amp;lt;/mark&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Rollenübersicht erlaubt erste Hinweise, die in den folgenden Abschnitten geprüft werden:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* '''Bewahren ist breit verteilt, Dienste sind konzentriert.''' Erfassen und Digitalisieren für mehrere Träger plant nach heutigem Kenntnisstand vor allem das SI. Die SLUB macht sorbisches Schrifttum bereits digital zugänglich, auch aus Beständen des SI. Ob weitere Akteure Dienste für Dritte anbieten, ist ''offen''.&lt;br /&gt;
* '''Für die langfristige Erhaltung fremder Bestände ist kein sorbischer Akteur erkennbar.''' Offen ist, wer Digitalisate anderer Träger verbindlich und dauerhaft übernimmt. So gelangen Veranstaltungsaufnahmen des Studijo Lucija nur komprimiert und teilweise in das SKA.&amp;lt;ref name=&amp;quot;lucija&amp;quot;/&amp;gt; Die SLUB betreibt eine eigene digitale Langzeitarchivierung; ob sie auch für sorbische Träger in Frage kommt, ist ''offen''. Das Gleiche gilt für das Sächsische Staatsarchiv.&lt;br /&gt;
* '''Die Dokumentation des lebendigen Kulturlebens liegt teils außerhalb sorbischer Verantwortung.''' Sorbischsprachige Produktionen von MDR und rbb standen dem SKA 2019 aus rechtlichen Gründen nicht zur Verfügung.&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt; Der heutige Stand ist ''offen''.&lt;br /&gt;
* '''Die Domowina ist der wichtigste Zugang zu kleinen Trägern.''' Mindestens 9 der 23 kleinen Sammlungsorte sind direkt oder über Mitgliedsvereine mit ihr verbunden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;liste2026&amp;quot;/&amp;gt; Ihre Strukturen eignen sich daher als Weg, kleine Träger zu erreichen – für die Erhebung ebenso wie für spätere Unterstützungsangebote.&lt;br /&gt;
* '''Das Wissen über kleine Träger ist lückenhaft und teils veraltet.''' 12 der 23 kleinen Orte sind bisher nur durch die Domowina-Unterlagen von 2019 und 2020 belegt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;liste2026&amp;quot;/&amp;gt; Ob sie heute noch bestehen und wie es um ihre Bestände steht, ist ''offen''. Besonders privat betreute Ausstellungen werden in Abschnitt 3.2 auf ihre Gefährdung geprüft.&lt;br /&gt;
* '''Kleine Träger haben keine feste Anlaufstelle, die Koordination war 2020 ungeklärt.''' Das frühere Sorbische Folklorezentrum war seit 1993 faktisch nicht mehr tätig.&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt; In der Niederlausitz diente 2020 ein Projekt zur Inwertsetzung des immateriellen Kulturerbes auch der Vernetzung kleiner Museen. Der Kulturausschuss der Domowina sah sich als ehrenamtliches Gremium nicht in der Lage, die Koordination zu leisten, und bat Fachinstitutionen und die Gremien der Stiftung, Verantwortung zu übernehmen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2020&amp;quot;/&amp;gt; Wie das heute geregelt ist, untersucht Abschnitt 3.4.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Liste aller bekannten Sammlungsorte mit Typ, Trägerschaft und Kulturgutklassen steht in [[12.3.A3 Sammlungsorte des sorbischen Kulturerbes|Anhang 12.3.A3]]. Sie wird laufend ergänzt.&lt;br /&gt;
&amp;lt;!-- Anhang 12.3.A3 aus der Arbeitsliste vom 02.04.2026 aufbauen; Namen privater Sammler nur mit Einverständnis --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== 3.2 Bestände und Bedarfe ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieser Abschnitt beschreibt die Nachfrageseite der Analyse: Welche Bestände sorbischen Kulturerbes gibt es, wie weit sind sie erfasst und digitalisiert, welche sind gefährdet, und welche Unterstützung brauchen die Kulturgutträger? Festgestellt wird dabei nur, wo Zeitdruck besteht. Welche Bestände mit welcher Priorität bearbeitet werden, sollten die sorbische Gemeinschaft und ihre Fachgremien entscheiden (vgl. [[#2.4.2 Prozessschritte im Detail|Prozessschritt 3 „Bewerten &amp;amp; freigeben“]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein institutionsübergreifender Überblick über die Bestände existiert bisher nicht (siehe 3.2.5). Die folgenden Angaben sind daher Mindestwerte und Größenordnungen aus veröffentlichten Angaben der Einrichtungen, Projektunterlagen und den in [[#3.1 Akteure und Rollen|Abschnitt 3.1]] genannten Quellen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;mark&amp;gt;Die Bestände sollten mit den SI, insb. Register, bzgl. Korrektheit und Vollständigkeit abgestimmt werden, evtl. liegt dort ein institutionsübergreifender Überblick über Bestände vor.&amp;lt;/mark&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.2.1 Begriffe ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
; Sammlungsort&lt;br /&gt;
: Ort, an dem Kulturgüter verwahrt werden, etwa ein Museum, ein Archiv, eine Heimatstube oder eine Privatwohnung. Ein Akteur kann mehrere Sammlungsorte haben.&lt;br /&gt;
; Bestand&lt;br /&gt;
: Abgrenzbare Gruppe von Kulturgütern einer [[#2.2 Klassifizierung von Kulturgütern|Kulturgutklasse]], die an einem Sammlungsort gemeinsam verwahrt wird, zum Beispiel die Fotografien einer Heimatstube oder die Tonbänder eines Archivs. Feiner unterschieden wird nur, wenn sich Zustand oder Rechtslage deutlich unterscheiden. Ein Bestand gehört zu dem Ort, an dem das Original oder die Masterdatei liegt - Kopien an anderen Orten beschreiben seinen Digitalisierungsstand.&lt;br /&gt;
: Bei immateriellem Kulturerbe gilt die vorhandene Dokumentation als Bestand, etwa Ton- und Videoaufnahmen oder Beschreibungen. Eine bisher nicht dokumentierte Praxis erscheint als Dokumentationsbedarf.&lt;br /&gt;
; Bedarf&lt;br /&gt;
: Was ein Bestand oder ein Kulturgutträger braucht. &lt;br /&gt;
:* ''Bestandsbezogene'' Bedarfe richten sich auf die [[#2.3.2 Vier Kernfunktionen|vier Kernfunktionen]] (erfassen, digitalisieren, langfristig erhalten, zugänglich machen). &lt;br /&gt;
:* ''Trägerbezogene'' Bedarfe betreffen den Akteur selbst, etwa Personal, Beratung oder Finanzierung.&lt;br /&gt;
; Dringlichkeit&lt;br /&gt;
: Zeitdruck, der sich aus einer Gefährdung ergibt. Sie ist nicht gleichbedeutend mit Priorität, in die auch kulturelle Bedeutung, Nutzen und Machbarkeit eingehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.2.2 Bestandslandkarte ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Übersicht folgt der [[#2.2 Klassifizierung von Kulturgütern|Klassifizierung aus Abschnitt 2.2]]. Sie nennt für jede Klasse typische Bestände, die wichtigsten Träger und den bekannten Stand. Einzelne Sammlungsorte stehen in [[12.3.A3 Sammlungsorte des sorbischen Kulturerbes|Anhang 12.3.A3]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|+ Bestände nach Kulturgutklassen (Stand: weitgehend · teilweise · kaum · ''offen'')&lt;br /&gt;
! Klasse !! Typische Bestände !! Wichtigste Träger !! Umfang, soweit bekannt !! Erfasst !! Digitalisiert !! Gefährdung&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''A''' Materiell – unbeweglich || Denkmale, Gedenktafeln, Inschriften, Grabmäler, Blockbauten, Wirkungsstätten, Kirchen || Eigentümer, Gemeinden, Kirchgemeinden; dokumentiert durch das SI || Inventar sorbischer Kulturdenkmale in Sachsen: 61 Aktenordner, 6.300 analoge Fotomotive&amp;lt;ref name=&amp;quot;dmp&amp;quot;&amp;gt;Sorbisches Institut o. J.: Datenmanagementplan zum Teilprojekt „Sorbische Kulturdenkmale in Sachsen“ im Verbundprojekt DIKUSA – Vernetzung digitaler Kulturdaten in Sachsen, Laufzeit 01.02.2022-31.12.2025. URL: https://www.saw-leipzig.de/de/projekte/dikusa/datenmanagementplaene-1/dmp_si_dikusa.pdf/@@download/file/DMP_SI_Dikusa.pdf, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;; nach einer älteren Untersuchung rund 1.700 Objekte in der sächsischen Oberlausitz (''zu prüfen'')&amp;lt;ref name=&amp;quot;kdm&amp;quot;&amp;gt;Fachpublikation zu sorbischen Kulturdenkmalen. Interne Referenz: saxorum-10788_Sorbische_Kulturdenkmale_digital_erfassen_präsentieren.pdf. Angabe nach Projektunterlagen, noch zu prüfen.&amp;lt;/ref&amp;gt; || teilweise: Sachsen inventarisiert; Niederlausitz in Erfassung, geplant in drei Phasen bis 2031&amp;lt;ref name=&amp;quot;nlposter&amp;quot;&amp;gt;Sorbisches Institut o. J.: Materielle Zeugnisse sorbischer/wendischer Kultur in der Niederlausitz. Modul 4 des Vorhabens „Digitales Portal zu sorbischen und Lausitzer Sprach- und Kulturlandschaften“ (Poster). URL: https://serbski-institut.de/wp-content/uploads/2021/11/A0-Druck_DigPortal-M4.pdf, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; || teilweise: Inventar Sachsen 2022-2025 digital aufbereitet&amp;lt;ref name=&amp;quot;dmp&amp;quot;/&amp;gt;; 78 Objekte öffentlich im Atlas auf Sorabicon (April 2026)&amp;lt;ref name=&amp;quot;atlas&amp;quot;&amp;gt;Sorbisches Institut 2026: Pressemitteilung zum digitalen Atlas sorbischer Kulturdenkmale im Wissensportal Sorabicon, 30.04.2026. URL: https://idw-online.de/de/news870102, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; || Verwitterung, Umbau, Abriss; Inventar teils nur analog oder in veralteten Dateiformaten (siehe 3.2.3)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''B1''' Schriftgut || Bücher, Zeitungen, Handschriften, Nachlässe, Vereins- und Institutionsakten, Plakate, Grafik || Sorbische Zentralbibliothek, Sorbisches Kulturarchiv (SKA), Sorbisches Museum, SLUB, Hórnik-Bibliothek im Wendischen Seminar Prag, Oberlausitzische Bibliothek der Wissenschaften Görlitz || Zentralbibliothek ca. 110.000 Medieneinheiten&amp;lt;ref name=&amp;quot;liste2026&amp;quot;/&amp;gt;; Sorbisches Museum über 1.000 Schriftquellen, ca. 1.700 Plakate, ca. 6.000 Grafiken&amp;lt;ref name=&amp;quot;sm&amp;quot;&amp;gt;Sorbisches Museum Bautzen o. J.: Museum – Sammlung. URL: https://sorbisches-museum.de/museum/?lang=en, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;; SKA: Nachlässe, Akten der Domowina 1912-1989 und sorbischer Vereine, Umfang ''offen''&amp;lt;ref name=&amp;quot;ska&amp;quot;&amp;gt;Sorbisches Institut o. J.: Sorbian Cultural Archive. URL: https://www.serbski-institut.de/en/sorbian-cultural-archive/, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; || weitgehend in den Bibliotheken (Katalog, Sorbische Bibliographie)&amp;lt;ref name=&amp;quot;vls&amp;quot;/&amp;gt;; kleine und private Träger ''offen'' || teilweise: 1.634 Dokumente des SI auf Sachsen.Digital (Stand 2021)&amp;lt;ref name=&amp;quot;ldp&amp;quot;&amp;gt;Sorbisches Institut 2021: Pressemitteilung zu Digitalisaten aus dem Landesdigitalisierungsprogramm Sachsen (u. a. „Serbowka“, erstes sorbisches Lehrbuch), 12.03.2021. URL: https://serbski-institut.de/wp-content/uploads/2021/12/2021-03-12_MI_Erstes-sorbisches-Lehrbuch-LDP_Serbowka_de.4753.pdf, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;; Handschriften des SKA 2016 digitalisiert&amp;lt;ref name=&amp;quot;hs&amp;quot;&amp;gt;Sorbisches Institut o. J.: Digitalisate handschriftlicher Literatur aus den Beständen des SKA in Sachsen.digital. URL: https://serbski-institut.de/de/Handschriften-als-Digitalisat, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;; Zeitungen und Zeitschriften teils online&amp;lt;ref name=&amp;quot;vls&amp;quot;/&amp;gt; || Nachlässe in Privatbesitz; säurehaltiges Papier des 19. und 20. Jahrhunderts (''Annahme'', nicht erhoben)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''B2''' Fotografien und Bildträger || Fotosammlungen und Fotonachlässe, Negative, Glasplatten, Dias || SKA, Sorbisches Museum, Wendisches Museum, Stadtmuseum Cottbus, SI (Kulturdenkmale), Sorbisches National-Ensemble (SNE), Domowina Verlag (LND), Deutsch-Sorbisches Volkstheater ''(Annahme)'', Chronisten, Privatpersonen || Sorbisches Museum ca. 10.500 Fotos&amp;lt;ref name=&amp;quot;sm&amp;quot;/&amp;gt;; Inventar Kulturdenkmale 6.300 Motive&amp;lt;ref name=&amp;quot;dmp&amp;quot;/&amp;gt;; SKA ''offen'' || teilweise bei Museen und SKA; private Bestände oft unstrukturiert&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt; || teilweise: ausgewählte Bildsammlungen des SKA im Virtuellen Lesesaal&amp;lt;ref name=&amp;quot;vls&amp;quot;/&amp;gt;; Glasplattennegative der Sammlung Fritz Unger (Stadtmuseum Cottbus) mit wendischen Motiven auf museum-digital&amp;lt;ref name=&amp;quot;unger&amp;quot;&amp;gt;museum-digital:brandenburg o. J.: Wendische Trachtengruppe, Glasplattennegativ, Fotografische Sammlung Fritz Unger, Stadtmuseum Cottbus, Inv.-Nr. U190-05. URL: https://brandenburg.museum-digital.de/pdf/object/65463.pdf?lang=de, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; || Negative und Glasplatten empfindlich; private Bestände ohne Verzeichnis&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''B3''' Analoge AV-Träger || Tonbänder, Kassetten, Schallplatten, Videobänder, Filme || SKA, MDR und rbb, SNE, Amateurfilmer, Njepila-Hof (Tondokumente)&amp;lt;ref name=&amp;quot;liste2026&amp;quot;/&amp;gt;; Filme der früheren DEFA (Filmstudio der DDR), Hörfunkbestände der DDR-Zeit im Deutschen Rundfunkarchiv (''Annahme'') || sorbischsprachiger Rundfunk seit 1948&amp;lt;ref name=&amp;quot;rundfunk&amp;quot;&amp;gt;Wikipedia (englisch): Sorbischer Rundfunk. URL: https://en.wikipedia.org/wiki/Sorbischer_Rundfunk, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;; DEFA-Gruppe „Sorbischer Film“ 1980-1990: knapp 40 Filme&amp;lt;ref name=&amp;quot;defa&amp;quot;&amp;gt;Deutsches Historisches Museum, Zeughauskino o. J.: Filmreihe „Sorbische Filmlandschaften“. URL: https://www.dhm.de/zeughauskino/filmreihe/sorbische-filmlandschaften/, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;; SKA, SNE und Amateurbestände ''offen'' || kaum bekannt || teilweise: Filme des SKA im sächsischen Programm zur Sicherung des audiovisuellen Erbes digitalisiert&amp;lt;ref name=&amp;quot;vls&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;avsachsen&amp;quot;&amp;gt;Leipziger Internet Zeitung 2020: Über 50.000 Film- und Tonminuten digitalisiert. Zwischenbilanz zur Sicherung des audiovisuellen Erbes in Sachsen, 16.09.2020. URL: https://www.l-iz.de/melder/wortmelder/2020/09/Ueber-50-000-Film-und-Tonminuten-digitalisiert-Zwischenbilanz-zur-Sicherung-des-audiovisuellen-Erbes-in-Sachsen-349190, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;; Umfang ''offen'' || '''hoch''': Magnetbandformate sind veraltet, die routinemäßige Überspielung endete nach Einschätzung von UNESCO und IASA (Internationaler Verband der Schall- und audiovisuellen Archive) etwa 2025&amp;lt;ref name=&amp;quot;mta&amp;quot;&amp;gt;IASA o. J.: Announcing the Magnetic Tape Alert Project (UNESCO-Programm „Information for All“ und IASA). URL: https://iasa-web.org/node/5374, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''B4''' 3D-Objekte || Trachten und Textilien, Volkskunst, Ostereier, Keramik, Hausrat, Kunstwerke || Sorbisches Museum, Wendisches Museum, Heimatmuseen und Heimatstuben, Trachtenfundi von Vereinen und Ensembles, private Sammlungen || Sorbisches Museum ca. 35.000 inventarisierte Objekte über alle Sammlungsbereiche, davon Kunstsammlung 6.900 Werke&amp;lt;ref name=&amp;quot;sm&amp;quot;/&amp;gt;; Wendisches Museum: größte Sammlung niedersorbischer Tracht, Zahl ''offen''&amp;lt;ref name=&amp;quot;wm&amp;quot;&amp;gt;Wendisches Museum Cottbus o. J.: Selbstdarstellung des Museums, Dokument im Ratsinformationssystem der Stadt Cottbus. URL: https://session.cottbus.de/oparl/bodies/0001/downloadfiles/00007050.pdf, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;; Heimatmuseum Dissen 6.700 inventarisierte Exponate (SKR-Konzept, S. 8)&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;/&amp;gt;; Jänschwalde über 40 Originaltrachten und über 1.000 Keramiken&amp;lt;ref name=&amp;quot;liste2026&amp;quot;/&amp;gt; || teilweise: beide sorbischen Museen haben Inventare, aber kein verknüpfendes System (SKR-Konzept, S. 7)&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;/&amp;gt;; kleine Museen teils ohne Inventar&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt; || kaum: acht Häuser mit sorbischem Schwerpunkt haben zusammen 401 Objekte auf museum-digital veröffentlicht (SKR-Konzept, S. 8)&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;/&amp;gt;; Online-Sammlungen der beiden sorbischen Museen nicht gefunden || Textilien empfindlich; private Ausstellungen ohne Nachfolge (siehe 3.2.3)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''C1''' Orale Traditionen || Sprache und Dialekte, Erzählungen, Sagen, Zeitzeugenberichte || Sprecherinnen und Sprecher; dokumentiert durch SI und Rundfunk || ''offen'' || teilweise: Zeitzeugen-O-Töne im Wissensportal Sorabicon&amp;lt;ref name=&amp;quot;atlas&amp;quot;/&amp;gt;; Zeitzeugen-Sammlung von Lucija auf YouTube &amp;lt;mark&amp;gt;Referenz&amp;lt;/mark&amp;gt; || teilweise || '''hoch''' für das Niedersorbische: nach Angaben des Bundesinnenministeriums 2024 nur noch wenige hundert fließende Sprecherinnen und Sprecher&amp;lt;ref name=&amp;quot;sprache&amp;quot;&amp;gt;Universität Potsdam o. J.: Mehrsprachigkeit in Brandenburg – Sorbisch (mit Verweis auf BMI 2024 und Landesregierung Brandenburg 2024). URL: https://www.uni-potsdam.de/de/svm/mehrsprachigkeit-in-brandenburg/studentische-projekte/sorbisch, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''C2''' Darstellende Künste || Musik, Lieder, Tanz, Theater, Chorgesang || SNE, Deutsch-Sorbisches Volkstheater, Chöre und Ensembles; dokumentiert durch Rundfunk und Studijo Lucija || ''offen'' || ''offen'' || teilweise: neuere Aufnahmen meist ursprünglich digital (siehe D1) || ältere Mitschnitte auf AV-Trägern (siehe B3); digitale Mitschnitte, die nicht langzeittauglich gelagert und nicht registriert sind (siehe D1 und D2)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''C3''' Rituale und Feste || Bräuche und Feste im Jahreslauf, u. a. Vogelhochzeit, Zampern, Zapust, Ostersingen, Osterreiten, Maibaum, Kirmes || MDR, rbb, Studio Lucija, Vereine, Dorfgemeinschaften, Kirchgemeinden || „Gesellschaftliche Bräuche und Feste der Lausitzer Sorben im Jahreslauf“ seit 2014 im Bundesweiten Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes&amp;lt;ref name=&amp;quot;ike&amp;quot;&amp;gt;Sorbisches Institut 2020: Aufruf und Fragebogen zur Erhebung sorbischer/wendischer Bräuche und Feste im Landkreis Spree-Neiße, 18.12.2020. URL: https://www.serbski-institut.de/wp-content/uploads/2022/03/IKE-Fragebogen-Aufruf_2020_12_189_DE.4701.pdf, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;iketour&amp;quot;&amp;gt;Sachsen-Tourismus 2025: Hintergrundtext Immaterielles Kulturerbe. URL: https://www.sachsen-tourismus.de/fileadmin/mediendatenbank_ALT/mediendatenbank/bilder/presse/rechercheideen/hintergrundtext-immaterielles-kulturerbe-2025.pdf, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; || teilweise: Erhebung im Landkreis Spree-Neiße durch das SI ab 2020, Ergebnisstand ''offen''&amp;lt;ref name=&amp;quot;ike&amp;quot;/&amp;gt;; Oberlausitz ''offen'' || teilweise || Praxis im Wandel; frühere Ausprägungen nur über Dokumentation greifbar (''Annahme'')&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''C4''' Wissen über Natur und Universum || Volksglaube, Heil- und Sammelwissen, religiöse Praxis || Familien, Kirchgemeinden || ''offen'' || ''offen'' || ''offen'' || Wissen oft bei wenigen, teils älteren Personen (SKR-Konzept, S. 8)&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''C5''' Traditionelles Handwerk || Ostereiverzierung, Trachtenherstellung und -pflege, Weben, Flachs und Leinen, Töpfern || Handwerkerinnen und Handwerker, Vereine, Heimatmuseen, z. B. Sorbische Webstube Drebkau&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;/&amp;gt;, Kólasko Drachhausen&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019b&amp;quot;/&amp;gt; || ''offen'' || ''offen'' || ''offen'' || Wissen an wenige Personen gebunden; fehlender Nachwuchs (SKR-Konzept, S. 8)&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''D1''' Born-digital || Websites, soziale Medien, Veranstaltungsmitschnitte, digitale Fotos und Videos, digitale Publikationen, Projektdaten || Studijo Lucija, Rundfunk, Verlage, Vereine, Einrichtungen || ''offen'' || kaum || – || '''hoch''': keine systematische Sicherung sorbischer Web- und Social-Media-Inhalte bekannt; Webarchivierung in Deutschland insgesamt lückenhaft&amp;lt;ref name=&amp;quot;webarchiv&amp;quot;&amp;gt;netzpolitik.org 2026: Kritische Infrastruktur: Bei der Web-Archivierung fehlt die Strategie. URL: https://netzpolitik.org/2026/kritische-infrastruktur-bei-der-web-archivierung-fehlt-die-strategie/, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;; Masterdateien teils nur beim Erzeuger&amp;lt;ref name=&amp;quot;lucija&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''D2''' Digitalisate || digitale Repräsentationen aus den Klassen A bis C || SI, SLUB, Museen, Projekte || SI: 1.634 Dokumente auf Sachsen.Digital (2021)&amp;lt;ref name=&amp;quot;ldp&amp;quot;/&amp;gt;; Sorabicon: zwölf veröffentlichte Sammlungen (2026)&amp;lt;ref name=&amp;quot;atlas&amp;quot;/&amp;gt; || teilweise: über Kataloge und die Deutsche Digitale Bibliothek nachgewiesen, teils als gemeinfrei gekennzeichnet&amp;lt;ref name=&amp;quot;ddb&amp;quot;&amp;gt;Deutsche Digitale Bibliothek o. J.: Wot togo narodu Jesu Christußa (1865), Datengeber: Sorbisches Institut / Sorbisches Kulturarchiv. URL: https://www.deutsche-digitale-bibliothek.de/item/3IVBZKDCQK6LHTOFW5HKYF235K6A4QEF, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; || – || Langzeiterhaltung teils ungeklärt: Projektdaten lagen bei einem Webhoster mit Datensicherung, die Langzeitarchivierung war „zu eruieren“&amp;lt;ref name=&amp;quot;dmp&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.2.3 Bestände mit vorrangigem Digitalisierungsbedarf ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als vorrangig gilt ein Bestand, wenn mindestens einer der folgenden Gründe zutrifft:&lt;br /&gt;
# '''Materialverfall oder veraltete Technik:''' Der Träger zerfällt, oder Abspielgeräte sind kaum noch verfügbar.&lt;br /&gt;
# '''Ungesicherte Betreuung:''' Nachfolge, Räume oder Trägerschaft sind nicht gesichert.&lt;br /&gt;
# '''Unikat ohne Sicherung:''' Es gibt weder eine Kopie noch einen Nachweis an anderer Stelle.&lt;br /&gt;
# '''Schwindendes Wissen:''' Trägerinnen und Träger einer Praxis oder Zeitzeugen können nur noch begrenzte Zeit befragt werden.&lt;br /&gt;
# '''Ungesicherte digitale Dateien:''' Masterdateien fehlen, es gibt kein Zielarchiv, oder die Dateiformate veralten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die '''Dringlichkeit''' ist &lt;br /&gt;
* ''hoch'', wenn Verlust oder Unzugänglichkeit innerhalb weniger Jahre wahrscheinlich sind, &lt;br /&gt;
* ''mittel'', wenn ein Risiko erkennbar ist, der Zeitrahmen aber offen ist, und &lt;br /&gt;
* ''offen'', wenn die Lage nicht bekannt ist. &lt;br /&gt;
Die Herkunft der Dringlichkeit ist mit '''G''' gekennzeichnet, wenn der Bedarf von Trägern oder in ihren Unterlagen genannt wurde, und mit '''A''', wenn er aus der Analyse abgeleitet ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|+ Bestände mit vorrangigem Digitalisierungsbedarf&lt;br /&gt;
! Bestand / Bestandsgruppe !! Träger !! Klasse !! Grund !! Dringlichkeit !! Herkunft !! Quelle&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Ton-, Video- und Filmbestände auf Magnetband und Film || SKA, SNE, Rundfunk, Amateurfilmer, Njepila-Hof u. a. || B3 || 1, 3 || hoch || A || &amp;lt;ref name=&amp;quot;mta&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;ska&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Sprache und Erzählwissen der letzten muttersprachlichen Sprecherinnen und Sprecher des Niedersorbischen || – || C1 || 4 || hoch || A || &amp;lt;ref name=&amp;quot;sprache&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Zwei private Ausstellungen in der Oberlausitz, von den Betreibern im Ruhestand allein und ohne Förderung betreut (Stand 2019) || privat || B4 || 2, 3 || hoch, sofern noch bestehend || G || &amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019b&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Private Sammlungen und Nachlässe, darunter Filme und Chroniken sowie ein Nachlass, dessen Sichtung und Bewertung 2019 erbeten wurde || privat || B1-B4 || 1, 2, 3 || hoch || G || &amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019b&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Veranstaltungsmitschnitte, die nicht zentral registriert sind und nur komprimiert und teilweise an das SKA gehen || Studijo Lucija || D1 (C2, C3) || 5 || hoch || A || &amp;lt;ref name=&amp;quot;lucija&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Inventar sorbischer Kulturdenkmale in Sachsen: analoge Negative und Dateien in veralteten Formaten (u. a. .wps, .wbk, .wks) || SI || B2, D1 || 1, 5 || mittel || A || &amp;lt;ref name=&amp;quot;dmp&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Sorbische Websites und soziale Medien || verschieden || D1 || 5 || mittel || A || &amp;lt;ref name=&amp;quot;webarchiv&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Archiv verschwundener Orte in Horno: Umzug 2019 geplant || Trägerschaft ''offen'' || B1, B2 || 2 || ''offen'' || G || &amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019b&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.2.4 Bedarfe der Kulturgutträger ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Neben dem Bedarf einzelner Bestände haben viele Kulturgutträger Bedarfe, die sie selbst betreffen. Sie werden hier gebündelt und der Seite des Angebots zugeordnet, an die sie sich richten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
! Bedarf !! Betroffene Träger !! Richtet sich an !! Herkunft !! Quelle&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Personal und Nachwuchs für Betreuung und Erfassung || kleine Museen, Heimatstuben, ehrenamtliche Sammlungsorte || Rahmen (F) || G || &amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;; SKR-Konzept, S. 7-8 und 29&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Laufende Finanzierung für Personal und Unterhalt; z. B. jährliches Ringen um Personalmittel in Dissen || kleine Museen || Rahmen (F) || G || &amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019b&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Fachliche Begleitung, Beratung und Schulung || kleine und ehrenamtliche Träger || K1-K3, Rahmen || G || &amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;; SKR-Konzept, S. 10 und 30&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Inventarisierung und digitale Erschließung; Nachholbedarf wegen Personalmangels „teils bestandsgefährdend“ || kleine Museen, private Sammlungen, auch die großen Museen || K1 || G || SKR-Konzept, S. 7&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;/&amp;gt;; &amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Vernetzung und Kooperation || kleine Museen || Rahmen (S) || G || &amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Sichtbarkeit und Präsentation || sorbische Museen, kleine Museen || K4 || G || &amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2020&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Sichtung und Bewertung von Nachlässen || private Nachlässe || K1, Prozessschritt „Bewerten“ || G || &amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019b&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Räume, Bausubstanz und Bewirtschaftung, z. B. Muzej Ćišinskeho, Dom Njechorńskeho || kleine Museen und Gedenkorte || Rahmen (Voraussetzung) || G || &amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019b&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Digitalisierung von Ton-, Film- und Fotobeständen als Dienstleistung || SKA, kleine und private Träger || K2 || A || –&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Verbindlicher Ort für die langfristige Erhaltung von Digitalisaten und ursprünglich digitalen Aufnahmen || Studijo Lucija, Projekte, kleine Träger || K3 || A || &amp;lt;ref name=&amp;quot;lucija&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;dmp&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Rechteklärung und Einwilligungen || Rundfunkproduktionen, Veranstaltungsaufnahmen || Rahmen || G (Rundfunk) / A || &amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Bedarfe des Sorbischen Museums und des Wendischen Museums || beide sorbischen Museen || K1-K4 || G || Anfragen im Rahmen des Digitalisierungskreises&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.2.5 Erste Befunde ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* '''Ein Gesamtüberblick über die Bestände fehlt.''' 2020 wurde festgestellt, dass eine systematische Registrierung des sorbischen Kulturerbes fehlt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2020&amp;quot;/&amp;gt; 2025 beschrieb das SI die Bedingungen an den Sammlungsorten als „von vorbildlich bis prekär“; vieles liege nur analog vor, und die Digitalisierung stehe überwiegend am Anfang.&amp;lt;ref name=&amp;quot;skrhandout&amp;quot;&amp;gt;Sorbisches Institut 2025: Handout zum Pressegespräch „Konzept Sorbisches Kulturregister“, 20.11.2025. URL: https://www.serbski-institut.de/wp-content/uploads/2025/11/2025-11-20_Handout-Pressegespraech-SKR_Konzept.pdf, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Ein Überblick sei derzeit nicht möglich, weil die Sammlungsorte technisch „fraktioniert oder gar inkompatibel“ arbeiten (SKR-Konzept, S. 8).&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
* '''Die bekannten Sammlungsorte sind nur ein Ausschnitt.''' Das SKR-Konzept nennt mehr als 70 Einrichtungen mit kulturerberelevantem Archivgut (S. 10). Im Arbeitskreis Lausitzer Museenland widmet sich etwa ein Drittel der 48 Heimatstuben und Regionalmuseen sorbischer Geschichte und Kultur (S. 7).&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;/&amp;gt; Die Arbeitsliste umfasst bisher rund 32 Orte.&amp;lt;ref name=&amp;quot;liste2026&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
* '''Zahlen gibt es nur für wenige große Träger.''' Für das Sorbische Museum, die Sorbische Zentralbibliothek und die Digitalisate des SI liegen Größenordnungen vor. Für das SKA, das Wendische Museum, die audiovisuellen Bestände und fast alle kleinen Träger fehlen sie. &amp;lt;mark&amp;gt;SKA anfragen&amp;lt;/mark&amp;gt;&lt;br /&gt;
* '''Wo der Zeitdruck am größten ist, ist am wenigsten bekannt.''' Das betrifft vor allem die analogen Ton-, Video- und Filmbestände sowie die Dokumentation des Niedersorbischen.&lt;br /&gt;
* '''Online sichtbar ist nur ein Bruchteil.''' Acht Häuser mit sorbischem Schwerpunkt haben zusammen 401 Objekte auf museum-digital veröffentlicht; das Heimatmuseum Dissen mit 6.700 inventarisierten Exponaten noch keines (SKR-Konzept, S. 8).&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
* '''Digital vorhanden heißt nicht gesichert - ein eigener Dienst &amp;quot;Archivierung&amp;quot; für K4 ist noch nicht konzipiert.''' Ursprünglich digitale Aufnahmen und Projektdaten haben teils kein Zielarchiv oder liegen in veralteten Formaten vor (siehe 3.2.3). Wer diese Aufgabe übernimmt, untersuchen die Abschnitte 3.3 und 3.4.&lt;br /&gt;
* '''Das immaterielle Kulturerbe ist ungleich dokumentiert.''' Für die Niederlausitz gab es ab 2020 eine Erhebung der Bräuche und Feste,&amp;lt;ref name=&amp;quot;ike&amp;quot;/&amp;gt; für die Oberlausitz ist keine vergleichbare bekannt.&lt;br /&gt;
* '''Ein Teil des Erbes liegt außerhalb sorbischer Verantwortung oder außerhalb der Lausitz,''' etwa in Prag, Dresden und Görlitz, in Rundfunkarchiven und bei der DEFA-Überlieferung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Ist-Analyse kann damit Struktur und Schwerpunkte benennen, aber keine vollständige Bestandsübersicht ersetzen. Eine institutionsübergreifende Bestands- und Bedarfserhebung mit Prioritätenliste ist eine eigene Aufgabe (vgl. das Ziel 2028 in [[#1.1 Visionen und Ziele für die sorbische digitale Welt|Abschnitt 1.1]]) und wird bei den Maßnahmen aufgegriffen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== 3.2 Ist-Stand der vier Kernfunktionen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;background-color:#eef5fb;border-left:4px solid #5b9bd5;padding:0.7em 1em;margin:1em 0;&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Leitfrage:''' Welche Kernfunktionen werden durch bestehende Angebote / Dienste und Projekte bereits erfüllt – für welche Bestände, Akteure und Nutzungszwecke?&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Den Schwerpunkt der Ist-Analyse bildet die Frage, '''in welchem Umfang''' die vier zuvor bestimmten Kernfunktionen der Kulturerbe-Digitalisierung im sorbischen Kontext bereits erfüllt werden. Dabei reicht es nicht aus festzustellen, dass ein Projekt, eine Institution oder ein technisches System existiert. Zu prüfen ist vielmehr, welche Leistung tatsächlich verfügbar ist, welche Kulturgutträger und Bestände sie erreicht und welche Lücken verbleiben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für jede Kernfunktion sollte möglichst nach einer einheitlichen Logik untersucht werden:&lt;br /&gt;
* vorhandene Angebote, Systeme und Projekte&lt;br /&gt;
* verantwortliche Betreiber beziehungsweise Akteure&lt;br /&gt;
* Entwicklungs- und Betriebsstand&lt;br /&gt;
* erreichte Kulturgutträger, Bestände und Kulturgutarten&lt;br /&gt;
* abgedeckte Bedarfe&lt;br /&gt;
* technische und organisatorische Anschlussmöglichkeiten&lt;br /&gt;
* erkennbare Lücken, Risiken und offene Fragen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.2.1 Nachweisen, beschreiben und verknüpfen ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;background-color:#eef5fb;border-left:4px solid #5b9bd5;padding:0.7em 1em;margin:1em 0;&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Leitfrage:''' Wie vollständig und nutzbar werden sorbische Kulturgüter und Bestände heute nachgewiesen, beschrieben und miteinander verknüpft?&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die weitere Erhebung und Analyse insbesondere zu prüfen:&lt;br /&gt;
* Stand und tatsächlicher Funktionsumfang des Sorbischen/Wendischen Kulturregisters&lt;br /&gt;
* vorhandene institutionelle Kataloge, Inventare, Datenbanken und lokale Verzeichnisse&lt;br /&gt;
* welche Kulturgutarten, Einrichtungen und Regionen bereits erfasst sind&lt;br /&gt;
* welche Bestände bislang nur lokal, analog oder überhaupt nicht systematisch nachgewiesen werden&lt;br /&gt;
* verwendete Metadaten, Identifikatoren und Normdaten&lt;br /&gt;
* Möglichkeiten zur Übernahme beziehungsweise Verknüpfung bestehender Daten&lt;br /&gt;
* Anschlussmöglichkeiten:&lt;br /&gt;
** direkte Erfassung kleinerer Träger,&lt;br /&gt;
** Datenimport beziehungsweise Schnittstellen größerer Einrichtungen&lt;br /&gt;
* Mehrsprachigkeit und Umgang mit ober- und niedersorbischen Bezeichnungen&lt;br /&gt;
* Verhältnis zwischen institutionellen Beschreibungen, historischen Fremdbezeichnungen und sorbischen beziehungsweise lokalen Selbstbezeichnungen&lt;br /&gt;
* vorhandene Funktionen für Digitalisierungsstatus, Rechteinformationen und Priorisierung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.2.2 Digitalisieren und Qualität sichern ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;background-color:#eef5fb;border-left:4px solid #5b9bd5;padding:0.7em 1em;margin:1em 0;&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Leitfrage:''' Welche Kulturgüter können heute in welcher Qualität und Kapazität digitalisiert werden, und welche Kulturgutträger können diese Leistungen tatsächlich nutzen?&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die weitere Erhebung und Analyse insbesondere zu prüfen:&lt;br /&gt;
* aktueller Stand des Digitalisierungszentrums und weiterer Digitalisierungsangebote&lt;br /&gt;
* verfügbare technische Verfahren für unterschiedliche Kulturgutarten, beispielsweise:&lt;br /&gt;
** Schriftgut,&lt;br /&gt;
** Fotografien,&lt;br /&gt;
** Bücher und Zeitschriften,&lt;br /&gt;
** Tonaufnahmen,&lt;br /&gt;
** Film und Video,&lt;br /&gt;
** dreidimensionale Objekte&lt;br /&gt;
* stationäre, mobile und extern vergebene Digitalisierung&lt;br /&gt;
* vorhandene Kapazitäten und erkennbare Engpässe&lt;br /&gt;
* Zugangsmöglichkeiten für kleine und ehrenamtlich arbeitende Kulturgutträger&lt;br /&gt;
* Beratung vor der Digitalisierung&lt;br /&gt;
* Anforderungen an Vorbereitung, Metadaten und Rechteklärung&lt;br /&gt;
* vorhandene Qualitätsstandards und Qualitätskontrolle&lt;br /&gt;
* Unterstützung bei Ausschreibung beziehungsweise Beauftragung externer Dienstleister&lt;br /&gt;
* bisherige Digitalisierungsprojekte und deren Ergebnisse&lt;br /&gt;
* besonders gefährdete Bestände, für die kurzfristig Digitalisierungskapazität benötigt wird&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.2.3 Langfristig erhalten ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;background-color:#eef5fb;border-left:4px solid #5b9bd5;padding:0.7em 1em;margin:1em 0;&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Leitfrage:''' Für welche digitalen Bestände ist die langfristige Erhaltung organisatorisch und technisch tatsächlich abgesichert? &amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die weitere Erhebung und Analyse insbesondere zu prüfen:&lt;br /&gt;
* vorhandene Repositorien, digitale Archive und Speicherlösungen&lt;br /&gt;
* welche Einrichtungen bereits Digitalisate dauerhaft übernehmen können&lt;br /&gt;
* welche Digitalisate derzeit lediglich lokal oder projektbezogen gespeichert werden&lt;br /&gt;
* Unterschied zwischen:&lt;br /&gt;
** Ablage beziehungsweise Speicherung,&lt;br /&gt;
** Datensicherung,&lt;br /&gt;
** institutionellem Repositorium,&lt;br /&gt;
** digitaler Langzeiterhaltung;&lt;br /&gt;
* Verantwortlichkeiten für Übernahme, Erhaltung und spätere Datenmigration&lt;br /&gt;
* verwendete Master- und Nutzungsdateien&lt;br /&gt;
* Sicherungskopien, Prüfsummen und Wiederherstellungsverfahren&lt;br /&gt;
* verwendete beziehungsweise vorgesehene Erhaltungsmetadaten&lt;br /&gt;
* Möglichkeiten für kleinere Kulturgutträger, ihre Digitalisate an ein geeignetes Repositorium zu übergeben&lt;br /&gt;
* vorhandene Schnittstellen zwischen Digitalisierung und Repositorium&lt;br /&gt;
* organisatorische und finanzielle Absicherung des langfristigen Betriebs&lt;br /&gt;
* Digitalisate beziehungsweise Projekte identifizieren, deren dauerhafte Erhaltung derzeit ungeklärt ist&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.2.4 Zugänglich machen und Nutzung ermöglichen ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;background-color:#eef5fb;border-left:4px solid #5b9bd5;padding:0.7em 1em;margin:1em 0;&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Leitfrage:''' Welche digitalisierten Inhalte sind für welche Zielgruppen auffindbar, verständlich und im rechtlich beziehungsweise kulturell zulässigen Umfang nutzbar?&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die weitere Erhebung und Analyse insbesondere zu prüfen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* vorhandene Präsentations- und Nutzungssysteme, Portale und Online-Ausstellungen&lt;br /&gt;
* Funktion und Entwicklungsstand von Sorabicon sowie weiteren relevanten Angeboten&lt;br /&gt;
* welche Kulturgüter und Bestände bereits öffentlich zugänglich sind&lt;br /&gt;
* welche Zielgruppen angesprochen werden:&lt;br /&gt;
** Öffentlichkeit,&lt;br /&gt;
** Bildung,&lt;br /&gt;
** Forschung,&lt;br /&gt;
** sorbische Gemeinschaft,&lt;br /&gt;
** Tourismus und Kulturvermittlung;&lt;br /&gt;
* Ober- und Niedersorbisch sowie weitere benötigte Sprachen in Oberfläche, Metadaten und Inhalten&lt;br /&gt;
* Qualität der Kontextualisierung und Vermittlung&lt;br /&gt;
* Möglichkeiten für:&lt;br /&gt;
** Download,&lt;br /&gt;
** Zitation,&lt;br /&gt;
** Datenexport,&lt;br /&gt;
** Programmierschnittstellen,&lt;br /&gt;
** wissenschaftliche und kreative Nachnutzung&lt;br /&gt;
* Rechte- und Lizenzinformationen&lt;br /&gt;
* abgestufte Zugangsmöglichkeiten für sensible beziehungsweise eingeschränkt zugängliche Inhalte&lt;br /&gt;
* Barrierefreiheit beziehungsweise Barrierearmut&lt;br /&gt;
* Aktualisierung und Pflege präsentierter Inhalte&lt;br /&gt;
* soweit verfügbar tatsächliche Nutzung, Reichweite und Nachnutzung erfassen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.2.5 Zusammenspiel der Kernfunktionen in bestehenden Projekten ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;background-color:#eef5fb;border-left:4px solid #5b9bd5;padding:0.7em 1em;margin:1em 0;&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Leitfrage:''' Bei welchen bestehenden Vorhaben funktioniert der Weg vom Kulturgut über Erfassung und Digitalisierung bis zur langfristigen Erhaltung und Nutzung bereits durchgängig – und an welchen Übergängen bestehen Lücken?&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Neben dem Stand der einzelnen Kernfunktionen ist zu prüfen, '''ob diese auch tatsächlich zu einer durchgängigen Prozesskette verbunden sind'''. Ein vorhandenes Register, ein Digitalisierungszentrum, ein Repositorium und ein Präsentationsportal ergeben noch nicht automatisch einen funktionierenden Gesamtprozess.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die weitere Erhebung und Analyse insbesondere zu prüfen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* geeignete bestehende Projekte beziehungsweise Pilotvorhaben auswählen&lt;br /&gt;
* für diese Projekte die vollständige Prozesskette nachvollziehen:&lt;br /&gt;
** Erfassen,&lt;br /&gt;
** Registrieren,&lt;br /&gt;
** Bewerten und priorisieren,&lt;br /&gt;
** Digitalisieren,&lt;br /&gt;
** Archivieren beziehungsweise langfristig erhalten,&lt;br /&gt;
** Präsentieren und nachnutzen;&lt;br /&gt;
* untersuchen, welche Systeme und Akteure an den Übergaben beteiligt sind&lt;br /&gt;
* prüfen, ob Metadaten gemeinsam mit den Dateien weitergegeben werden&lt;br /&gt;
* prüfen, ob Rechte- und Zugangsangaben entlang der Prozesskette erhalten bleiben&lt;br /&gt;
* vorhandene manuelle Medienbrüche beziehungsweise Mehrfacherfassungen identifizieren&lt;br /&gt;
* unklare Zuständigkeiten und Übergabepunkte sichtbar machen&lt;br /&gt;
* positive Beispiele für bereits funktionierende Prozessketten dokumentieren&lt;br /&gt;
* aus Pilotprojekten bekannte Aufwände, Engpässe und Lernerfahrungen aufnehmen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== 3.3 Gemeinsame Regeln, Zusammenarbeit und dauerhafter Betrieb ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;background-color:#eef5fb;border-left:4px solid #5b9bd5;padding:0.7em 1em;margin:1em 0;&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Leitfrage:''' Sind die übergreifenden Voraussetzungen vorhanden, damit die einzelnen Angebote gemeinsam, verlässlich und dauerhaft funktionieren?&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Neben den einzelnen Kernfunktionen ist zu prüfen, ob '''gemeinsame organisatorische und fachliche Voraussetzungen''' vorhanden sind, damit die verschiedenen Angebote zusammenarbeiten und dauerhaft betrieben werden können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieser Abschnitt soll keine allgemeine oder abstrakte Governance-Analyse darstellen. Untersucht werden nur solche übergreifenden Fragen, die konkrete Auswirkungen auf die Digitalisierung des Kulturerbes und die spätere Ableitung von Maßnahmen haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.3.1 Zuständigkeiten, Beteiligung und Freigaben ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;background-color:#eef5fb;border-left:4px solid #5b9bd5;padding:0.7em 1em;margin:1em 0;&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Leitfrage:''' Wer entscheidet verbindlich über Auswahl, Priorisierung, Beschreibung, Digitalisierung, Veröffentlichung und Zugang, und wie sind die Kulturgutträger dabei beteiligt?&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
''Für die weitere Erhebung und Analyse insbesondere zu prüfen:''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* formelle und informelle Zuständigkeiten der beteiligten Institutionen&lt;br /&gt;
* Entscheidungsrechte bei Auswahl und Priorisierung von Beständen&lt;br /&gt;
* Verantwortlichkeiten für Rechteklärung und Veröffentlichung&lt;br /&gt;
* Beteiligung der jeweiligen Kulturgutträger&lt;br /&gt;
* Beteiligung sorbischer Fachleute und Angehöriger der Gemeinschaft bei kulturell sensiblen Inhalten&lt;br /&gt;
* vorhandene Freigabe- und Sperrverfahren&lt;br /&gt;
* Umgang mit nachträglichen Korrekturen oder Einschränkungen&lt;br /&gt;
* erkennbare Überschneidungen beziehungsweise ungeklärte Zuständigkeiten&lt;br /&gt;
* vorhandene Gremien oder Koordinierungsstrukturen&lt;br /&gt;
* prüfen, an welchen Stellen verbindliche Zuständigkeiten fehlen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.3.2 Gemeinsame Standards und Anschlussmöglichkeiten ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;background-color:#eef5fb;border-left:4px solid #5b9bd5;padding:0.7em 1em;margin:1em 0;&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Leitfrage:''' Welche gemeinsamen Regeln ermöglichen es unterschiedlichen Kulturgutträgern, Daten und Digitalisate in eine gemeinsame Infrastruktur einzubringen und zwischen den Kernfunktionen weiterzugeben?&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die weitere Erhebung und Analyse insbesondere zu prüfen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* vorhandene gemeinsame Metadatenstandards beziehungsweise Pflichtfelder&lt;br /&gt;
* verwendete Fachstandards einzelner Einrichtungen&lt;br /&gt;
* gemeinsame Regeln für Ober- und Niedersorbisch&lt;br /&gt;
* Dateiformate und Qualitätsanforderungen für unterschiedliche Kulturgutarten&lt;br /&gt;
* Identifikatoren und Normdaten&lt;br /&gt;
* Rechte- und Lizenzinformationen&lt;br /&gt;
* technische Schnittstellen und Datenexporte&lt;br /&gt;
* Übernahme vorhandener institutioneller Metadaten&lt;br /&gt;
* einfache Erfassungswege für kleinere Kulturgutträger&lt;br /&gt;
* Schnittstellen für Einrichtungen mit bestehenden Fachsystemen&lt;br /&gt;
* Möglichkeiten zur Weitergabe von Daten zwischen Register, Digitalisierung, Repositorium und Präsentation&lt;br /&gt;
* prüfen, wo fehlende Standards oder inkompatible Systeme den Austausch derzeit behindern&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.3.3 Personal, Finanzierung und Betreiberverantwortung ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;background-color:#eef5fb;border-left:4px solid #5b9bd5;padding:0.7em 1em;margin:1em 0;&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Leitfrage:''' Welche zentralen Leistungen sind dauerhaft personell, organisatorisch und finanziell abgesichert, und welche hängen noch von befristeten Projekten oder einzelnen Personen ab?&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die weitere Erhebung und Analyse insbesondere zu prüfen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Betreiber beziehungsweise verantwortliche Stellen für die vier Kernfunktionen&lt;br /&gt;
* dauerhafte Stellen gegenüber befristeten Projektstellen&lt;br /&gt;
* vorhandene beziehungsweise geplante Finanzierungsmodelle&lt;br /&gt;
* laufende Betriebs- und Pflegekosten&lt;br /&gt;
* personelle Kapazitäten und erkennbare Schlüsselpersonenrisiken&lt;br /&gt;
* Unterstützung kleiner und ehrenamtlich geführter Einrichtungen&lt;br /&gt;
* Finanzierung von&lt;br /&gt;
** Beratung,&lt;br /&gt;
** Digitalisierung,&lt;br /&gt;
** Speicher und Langzeiterhaltung,&lt;br /&gt;
** Datenpflege,&lt;br /&gt;
** Rechteklärung,&lt;br /&gt;
** technischer Wartung und Weiterentwicklung;&lt;br /&gt;
* Übergang von geförderten Projekten in einen dauerhaften Regelbetrieb&lt;br /&gt;
* vorhandene Betriebs-, Kooperations- und Übergabevereinbarungen&lt;br /&gt;
* erkennbare Risiken bei Auslaufen einzelner Förderungen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== 3.4 Gesamtbewertung und vorrangiger Handlungsbedarf ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;background-color:#eef5fb;border-left:4px solid #5b9bd5;padding:0.7em 1em;margin:1em 0;&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Leitfrage:''' Welche Bedarfe sind bereits ausreichend abgedeckt, wo liegen die entscheidenden Lücken und welche davon sollten vorrangig bearbeitet werden? &amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Ergebnisse der vorangegangenen Abschnitte werden abschließend zusammengeführt. Ziel ist noch nicht die vollständige Formulierung konkreter Maßnahmen, sondern zunächst eine begründete Bewertung des Ist-Standes und der wichtigsten Lücken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dabei sollte insbesondere unterschieden werden zwischen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* unmittelbar gefährdeten Kulturgütern beziehungsweise Beständen,&lt;br /&gt;
* strukturellen Lücken, die weitere Digitalisierungsschritte blockieren,&lt;br /&gt;
* fehlenden oder nur teilweise verfügbaren Kernfunktionen,&lt;br /&gt;
* nicht dauerhaft abgesicherten Angeboten,&lt;br /&gt;
* Verbesserungsmöglichkeiten bei bereits grundsätzlich funktionierenden Strukturen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die abschließende Bewertung insbesondere zu prüfen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Ergebnisse aus Akteurs-, Bestands- und Bedarfserhebung zusammenführen&lt;br /&gt;
* für jede der vier Kernfunktionen die wichtigsten Stärken und Lücken benennen&lt;br /&gt;
* übergreifende strukturelle Probleme aus Zuständigkeiten, Standards, Betrieb und Finanzierung ergänzen&lt;br /&gt;
* unterscheiden zwischen:&lt;br /&gt;
** fehlender Leistung,&lt;br /&gt;
** unzureichender Kapazität,&lt;br /&gt;
** fehlender Bekanntheit beziehungsweise Zugänglichkeit,&lt;br /&gt;
** fehlender Verbindung bestehender Angebote,&lt;br /&gt;
** ungeklärter Zuständigkeit,&lt;br /&gt;
** fehlender dauerhafter Absicherung;&lt;br /&gt;
* Dringlichkeit begründen, insbesondere anhand von:&lt;br /&gt;
** Verlustgefahr,&lt;br /&gt;
** blockierenden Abhängigkeiten,&lt;br /&gt;
** Anzahl beziehungsweise Bedeutung betroffener Kulturgutträger,&lt;br /&gt;
** kultureller und sprachlicher Bedeutung,&lt;br /&gt;
** Aufwand und Realisierbarkeit;&lt;br /&gt;
* offene Informationslücken ausdrücklich kennzeichnen&lt;br /&gt;
* aus den ermittelten Lücken anschließend Handlungsbedarfe ableiten&lt;br /&gt;
* konkrete Lösungsmaßnahmen erst im folgenden Maßnahmen- beziehungsweise Soll-Abschnitt festlegen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mögliche zusammenfassende Bewertungsmatrix:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot; style=&amp;quot;width:100%;&amp;quot;&lt;br /&gt;
! Bereich&lt;br /&gt;
! Belegter Ist-Stand&lt;br /&gt;
! Abgedeckte Bedarfe&lt;br /&gt;
! Lücke / Risiko&lt;br /&gt;
! Dringlichkeit&lt;br /&gt;
! Daraus abgeleiteter Handlungsbedarf&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| ''Beispiel: Nachweisen und Registrieren''&lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| ''Beispiel: Digitalisieren''&lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| ''Beispiel: Langfristig erhalten''&lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| ''Beispiel: Zugänglich machen und nutzen''&lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| ''Beispiel: gemeinsame Standards / Zusammenarbeit''&lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= Referenzen =&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Měrko Šenk</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://koncept.serbski-inkubator.de/index.php?title=12.3_Digitalisierung_des_Kulturerbes&amp;diff=1216</id>
		<title>12.3 Digitalisierung des Kulturerbes</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://koncept.serbski-inkubator.de/index.php?title=12.3_Digitalisierung_des_Kulturerbes&amp;diff=1216"/>
		<updated>2026-10-30T09:14:41Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Měrko Šenk: /* 3.1.2 Schlüsselakteure */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;= 1 Einleitung =&lt;br /&gt;
Die Digitalisierung von sorbischem Kulturerbe ist eine historische Chance für uns Sorben, eine Chance, unser kulturelles Erbe neu zu entdecken, es für kommende Generationen zu erhalten, für eine breitere Öffentlichkeit zugänglich zu machen und dabei die eigene Deutungshoheit zu stärken. Das erfordert neben Mut, einer klaren gemeinsamen Vision, starker Zusammenarbeit zwischen den beteiligten Akteuren auch die notwendigen Ressourcen in Form von Personal mit entsprechenden Kompetenzen, passender Technik sowie einer nachhaltig gesicherten Finanzierung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im folgenden Abschnitt werden Zielbilder für die Digitalisierung des sorbischen Kulturerbes entworfen mittels lang- und kurzfristiger Visionen sowie konkreter Ziele.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== 1.1 Vision und Ziele für die sorbische digitale Welt ==&lt;br /&gt;
'''Vision'''&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
''Sorbisches materielles und immaterielles Kulturerbe ist systematisch digital erfasst, rechtssicher und langfristig gesichert, leicht auffindbar, offen nutzbar und wird aktiv von Interessierten genutzt.''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Konkrete Ziele'''&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Bis 2032 ist ein tragfähiges, finanziell und organisatorisch abgesichertes Modell etabliert, das:&lt;br /&gt;
* Ein zentrales (oder föderiertes) digitales Langzeitarchiv nach OAIS-Referenzmodell betreibt,&lt;br /&gt;
* klare Zuständigkeiten, Prozesse und Budgets definiert,&lt;br /&gt;
* regelmäßige Qualitätssicherung und Technik-Updates vorsieht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bis 2030 sind wichtige sorbische Kulturerbe-Bestände (Kernbestände nach fachlicher Festlegung) in hoher Qualität digitalisiert, beschrieben und im Langzeitarchiv gesichert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bis 2028 liegt eine institutionenübergreifende Übersicht über relevante Kulturerbe-Bestände (analog und digital, materiell und immateriell) vor, einschließlich einer Prioritätenliste für die Digitalisierung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bis 2028 existiert ein zentrales, nutzerfreundliches „Sorbisches Kulturerbe-Portal“, das:&lt;br /&gt;
* Suchzugang über alle teilnehmenden Institutionen ermöglicht,&lt;br /&gt;
* grundlegende Inhalte frei zugänglich bereitstellt,&lt;br /&gt;
* mehrsprachige Oberflächen anbietet (Deutsch, Obersorbisch, Niedersorbisch, Englisch).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= 2 Ist-Analyse „Digitalisierung von Kulturerbe“ =&lt;br /&gt;
Das Ziel in diesem Themenbereich ist es, sorbisches Kulturerbe digital zu verwalten und damit langfristig für Recherche, Nutzung und Präsentation vorzuhalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Abschnitt &amp;quot;IST-Analyse“ werden die folgenden Fragen beantwortet: Was ist sorbisches Kulturerbe und was zählt alles dazu? Welche Schritte durchläuft ein Kulturgut, um zum digitalen Kulturerbe zu gehören? Wie können die digitale Verwaltung, Archivierung, Nutzung und Präsentation von Kulturgütern umgesetzt werden?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die grundlegenden Terminologien des Kulturerbes sollen im Folgenden festgelegt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== 2.1 Terminologie – von Kultur zu Kulturerbe ==&lt;br /&gt;
In diesem Abschnitt werden die Begriffe rund um das Kulturerbe grundlegend definiert. Es soll ein Verständnis über die Begriffe Kultur, kulturelle Ausprägung, Kulturgut und Kulturerbe erreicht werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Dataja:Wobraz_K1.png|center|260px]]&amp;lt;ref&amp;gt;Mermaid Flowchart Code: [https://mermaid.live/edit#pako:eNpF0UtuwyAQBuCroFlaTuRHTGMvKuWxq7pqV627IGZso2CIMChtk9ymN-nFimmasmJGfP-AOEGjOUIFrdTHpmfGkudtrWpF_Fq9RtGDk9aZKHojU-_aJ7PZ_bmGgSnR4mgFejaKpidC1XAmq8zDfYAoJZKVG7lxzX5stRl81C0_uwYdheGEubHD4_dXLy1hcpyC1rcLdM4GOLH1Ve2E5Gj9TPLkhgEnsLkBNDsMAmLojOBQWeMwhgHNwKYSTuFBYHucbOW3HFvmcQ21unh2YOpF6-FPGu26HqrW381X7sCZxa1gnWH_R1BxNBvtlIUqTUMEVCd49xVdzpeLMs1pXmRFXiY0hg-o8iyZL_LFXZaVSTJ1LzF8hqHJnBZ5WhZLWt5RmtIsBuTCavP4-2Hh3y4_NXaMmw hier klicken], abgerufen am 22.09.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.1.1 Kultur ===&lt;br /&gt;
Kultur bezeichnet hier die Gesamtheit aller '''vom Menschen geschaffenen und erlernten Ausdrucksformen''' des Lebens, die auf gemeinsamen Werten und Verhaltensweisen beruhen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;wiki-kultur&amp;quot;&amp;gt;URL: https://de.wikipedia.org/wiki/Kultur&amp;lt;/ref&amp;gt; Dazu zählen '''materielle Ergebnisse''' (z. B. Kunstwerke, Technik) ebenso wie '''immaterielle Praktiken''' (Sprache, Bräuche, Wissen). Kultur umfasst laut der UNESCO geistige, materielle, intellektuelle und emotionale Merkmale, die eine Gesellschaft oder soziale Gruppe kennzeichnen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;mondiacult&amp;quot;&amp;gt;UNESCO 1982: Mexico City Declaration on Cultural Policies (MONDIACULT). URL: https://www.lacult.unesco.org/docc/1982_MONDIACULT.pdf&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;ref name=&amp;quot;cultureaction&amp;quot;&amp;gt;Culture Action Europe 2024: The State of Culture report. URL: https://cultureactioneurope.org/de/news/the-state-of-culture-report-published, abgerufen am 01.10.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;  Sie ist dynamisch und wird von jeder Generation neu gestaltet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das deutsche Wort „Kultur“ ist eine Eindeutschung des lateinischen Worts „cultura“. Dieses bedeutet ursprünglich „Bebauung, Bearbeitung, Bestellung, Pflege“ und meinte sowohl die physische Bearbeitung als auch die Pflege geistiger Güter, z. B. der Sprache.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.1.2 Kulturelle Ausdrucksform ===&lt;br /&gt;
Eine kulturelle Ausdrucksform ist eine '''konkrete, gegenwärtige oder historische, Manifestation von Kultur''', bspw. eine Zeichnung, eine Tracht oder ein Lied: Sie macht die Kultur sichtbar und erlebbar. Im engeren Sinne ist es eine Ausdrucksweise, die aus der Kreativität einer Person, Gruppe oder Gesellschaft entsteht und '''kulturellen Inhalt''' trägt (symbolische Bedeutung, künstlerische Dimension, kulturelle Werte).&amp;lt;ref&amp;gt;Österreichische UNESCO-Kommission 2007: Übereinkommen zum Schutz und zur Förderung der Vielfalt kultureller Ausdrucksformen, Art. 4, Seite 13. URL: https://www.unesco.at/fileadmin/Redaktion/Publikationen/Publikations-Dokumente/2005er_UNESCO-Convention_German.pdf, abgerufen am 22.09.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt; Sie wird innerhalb und zwischen Gemeinschaften weitergegeben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Alle kulturellen Ausdrucksformen bilden einen wesentlichen Kern von Kultur, aber Kultur enthält auch latente Dimensionen (Werte, Normen, Vorannahmen etc.), die nicht unmittelbar als Ausdrucksform erscheinen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.1.3 Kulturgut ===&lt;br /&gt;
Ein „Kulturgut“ ist '''eine einzelne kulturelle Ausdrucksform''', der ein '''besonderer kultureller Wert zugemessen wird''' (durch Anerkennung, Schutz, Bedeutung). Es ist somit ein Erzeugnis menschlicher Kreativität oder Zeugnis menschlichen Lebens, welches '''Bedeutung für die Kultur einer Gemeinschaft''' hat und daher '''Bestand haben und bewahrt werden soll'''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die '''Summe aller Kulturgüter''' einer Gemeinschaft wird als dessen '''Kulturerbe''' bezeichnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.1.4 Kulturerbe ===&lt;br /&gt;
Kulturerbe ist die '''Summe der materiellen und immateriellen Ausdrucksformen''' (= Kulturgüter) einer Kultur, die als „'''bewahrenswert'''“ anerkannt wurden. International umfasst das u. a. das '''Welterbe''' (Denkmäler, Ensembles, Stätten)&amp;lt;ref&amp;gt;UNESCO (1972), Welterbekonvention, Art. 1. URL: https://www.dnk.de/wp-content/uploads/2021/02/1972_DNK_UNESCO-Welterbekonvention.pdf (abgerufen am 11.09.2025).&amp;lt;/ref&amp;gt; und das '''Immaterielles Kulturerbe''' (Praktiken, Wissen).&amp;lt;ref&amp;gt;Deutsche UNESCO-Kommission o. J.:, Übereinkommen zur Erhaltung des immateriellen Kulturerbes (dt. Ausgabe). URL: https://www.unesco.de/assets/dokumente/Deutsche_UNESCO-Kommission/02_Publikationen/Publikation_UNESCO-%C3%9Cbereinkommen_zur_Erhaltung_des_immateriellen_Kulturerbes_01.pdf, (abgerufen am 11.09.2025).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ob etwas „zum Kulturerbe“ zählt, ist Ergebnis von Bewertung, Diskurs und teils formellen Verfahren. Dem Sorbischen Kulturregister (SKR) zufolge ist „sorbisch-wendisches Kulturerbe“ eine Zuschreibung, die durch Gesellschaft, Museen, Archive und Wissenschaft erfolgen kann.&amp;lt;ref&amp;gt;Sorbisches Institut 2025: Konzept für ein Sorbisches Kulturregister (SKR). URL: https://www.serbski-institut.de/wp-content/uploads/2021/11/00_Zweite-aktualisierte-Fassung_Konzept_Sorbisches-Kulturregister_20.11.2025.pdf, abgerufen am 20.11.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.1.5 Abgrenzung: Kultur und Kulturerbe ===&lt;br /&gt;
'''Kultur / Kulturelle Ausdrucksform''' sind als Begriffe weiter gefasst als '''Kulturgut / Kulturerbe'''. Kulturelle Ausdrucksformen umfassen alles Gelebte und Gestaltete einer Gemeinschaft in Gegenwart und Vergangenheit, während Kulturgut / Kulturerbe diejenigen kulturellen Güter und Traditionen meint, denen eine Bedeutung beigemessen wurde und die als bewahrens- und weitergebenswert erkannt wurden. Kultur ist der „aktuelle“ kreative Prozess (einschließlich Popkultur, Alltagskultur), Kulturerbe der daraus überkommene Schatz. Dennoch sind die Grenzen fließend: Was heute nur Kultur ist, kann morgen zum Kulturerbe erklärt werden – abhängig von Wertzuschreibung und Diskurs.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Rahmen dieses Dokuments werden für den sorbischen Kontext die Begriffe '''„kulturelle Ausdrucksform“''' und '''„Kulturgut“''' weitgehend '''synonym''' verwendet, sofern nicht ausdrücklich anders gekennzeichnet. Hintergrund ist, dass die Gesamtzahl der identifizierbaren kulturellen Ausdrucksformen einer kleinen Minderheit wie der Sorben/Wenden im Vergleich zu großen Mehrheitsgesellschaften überschaubar ist. Zugleich ist der Anteil dieser Ausdrucksformen, denen in der Community ein besonderer Wert beigemessen wird und die daher faktisch als Kulturgut wahrgenommen und behandelt werden, sehr hoch: Ein großer Teil des gelebten kulturellen Repertoires wird als identitätsstiftend und bewahrenswert verstanden und damit dem Kulturerbe zugerechnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== 2.2 Klassifizierung von Kulturgütern ==&lt;br /&gt;
Im Folgenden soll eine griffige Klassifizierung von Kulturgütern entwickelt werden, so dass pro Kulturgut-Klasse später auf die Besonderheiten ihrer Digitalisierung eingegangen werden kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Dataja:Wobraz_K2.png|center|600px]]&amp;lt;ref&amp;gt;Mermaid Flowchart Code: [https://mermaid.live/edit#pako:eNptlM9u00AQxl9ltFWoFDlp_C9OjISU2KSgUCq1BSRIDxt77Syxd6v1mkKjSDwBlThw4YCEeuXOoeLSN-EF4BHYjZOQQG67-32_2ZnZsWco4jFBPqrVZpRR6cNsP8n4ZTTBQu7rHVP66QWOKEvV3nQM2BeYTf8eea35fF6rjdiIrUl4cjJiAMPDV_X6sMxkKdJS1uvnvu9PtRGgp5ReE46wJIKSLIOf779CycbkkqQZjSb1Ovz-cv351_drDWGN9BXS_xfZBj7dLoGxBgIFBE14nOcrZGH68E07Iu0IlSNsQkhTKnGlfvyh1bjKcngIjcYD6G2s-xvrYGMdLuuqAFOXZ0IflzFh0xxn5OBU3t1ISZhqw6KaKpo29k04jSaCJrLq0oZsa9mCAZc8FTihhBnQp1ksxd1NSsS22dFmG3oMZzwl0HveONtlc7XNATtsHI9fk6kkC3nRsKoqnVNgwrFQaUOvLGJRRtMi4SJfZ790WtppQYhFIVV7CYsJDO9uWbEMujbqOgIbTqgsddB7MCD_eXT6gQMvaFEQBlclPMVqcA6eMfqGiKLMt926isCFM4FjKiln-voCHmEWXxIxXZcUVo-jSwrVe3DBGvHqtc83DLqS0FpNAi3wRluiDBdFSBIYQ0KzzN_r265jPjQinnHh7yVJYhRS8ClZKfe3KLyk2oHneuEuqlK2qWhJWYPOwGnvoiplm4qXVMd17V5rF1UpikIGSgWNkS9FSQyUE5FjvUUzHXGE5ITkZIR8tYxJgtVXPEIjNlfYBWYvOc9XpOBlOkF-grNC7cqLWPUupFjNa74-FXo0RMBLJpFvWtYiCPJn6C3yG7bTNO2u6Tidrue0W13HQO_Usdtquuqg1bG6TtvzPNuZG-hqcXGr2baV5NhuyzId13XbBiJqDrg4qn5ni7_a_A_W9oMu hier klicken], abgerufen am 22.09.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.2.1 A. Materiell - unbeweglich 🏛️ ===&lt;br /&gt;
„Materiell - unbeweglich&amp;quot; bezeichnet ortsfeste Kulturobjekte wie Bauwerke, Ensembles, Gebäudekomplexe und Stätten/Kulturlandschaften, wie sie in Art. 1 der UNESCO-Welterbekonvention als Kategorien des kulturellen Erbes definiert sind.&amp;lt;ref&amp;gt;UNESCO World Heritage Centre o. J.: Convention Concerning the Protection of the World Cultural and Natural Heritage, Artikel 1. URL: https://whc.unesco.org/en/conventiontext/, abgerufen am 01.10.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.2.2 B. Materiell - beweglich 🖼️ ===&lt;br /&gt;
Die Kategorie „Materiell - beweglich&amp;quot; umfasst bewegliche Sachen bzw. Sachgesamtheiten von kulturellem Wert (z. B. Objekte, Sammlungen), wie sie das deutsche Kulturgutschutzgesetz (§ 2 KGSG)&amp;lt;ref&amp;gt;Deutschland 2016: Kulturgutschutzgesetz (KGSG), § 2. URL: https://www.buzer.de/2_KGSG.htm, abgerufen am 01.10.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt; als „Kulturgut“ beschreibt.&lt;br /&gt;
* B1 '''Schriftgut''' - Bücher, Zeitungen, Handschriften, Archivgut, Graphiken, Pläne, Karten&lt;br /&gt;
* B2 '''Fotografien &amp;amp; Bildträger''' &lt;br /&gt;
** Fotografisch erzeugte statische Bildträger, auch Stillbildträger genannt, z. B. Positive/Negative auf Film/Platte/Photopapier, Dias, Abzüge, Mikrofilm/-fiche und vergleichbare fotografische Repro-Träger.&lt;br /&gt;
* B3 '''Analoge AV-Träger''' (Audio/Video/Film)&lt;br /&gt;
** Analoge zeitbasierte Medien, z. B. Magnetton (Tonband, Kassette), Schallplatte, Videobänder, Film.&lt;br /&gt;
* B4 '''3D-Objekte''' - Gegenstände, „sachkulturelle Artefakte“&amp;lt;ref&amp;gt;Sorbisches Institut o. J.: Konzept zum Digitalisierungszentrum am Sorbischen Institut, S. 24.&lt;br /&gt;
(Unveröffentlichtes Konzeptpapier; interne Projektunterlage.)&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.2.3 C. Immateriell 🎭 ===&lt;br /&gt;
Meint lebendige Praktiken, Darstellungen, Ausdrucksformen, Ideen, Werte, Wissen und Fertigkeiten, die von Gemeinschaften getragen und weitergegeben werden, gemäß der folgenden 5 UNESCO ICH-Domänen.&amp;lt;ref&amp;gt;UNESCO o. J.: Intangible Cultural Heritage – Five Domains. URL: https://ich.unesco.org/doc/src/01857-EN.pdf, abgerufen am 01.10.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* C1 '''Orale Traditionen/Ausdrucksformen''' - Sprache, Gesangstraditionen&lt;br /&gt;
* C2 '''Darstellende Künste''' - Musik, Tanz, Theater&lt;br /&gt;
* C3 '''Rituale &amp;amp; Feste''' - Bräuche und soziale Praktiken des Kalenders und Lebenslaufs&lt;br /&gt;
* C4 '''Wissen &amp;amp; Praktiken''' zu Natur &amp;amp; Universum - Heil- und Sammelkenntnisse, ökologisches und astronomisches Wissen, Glaube, Religion&lt;br /&gt;
* C5 '''Traditionelles Handwerk''' - Techniken, Werkzeuge und Gestaltungsmuster&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.2.4 D. Digital 💾 ===&lt;br /&gt;
Bezeichnet in digitaler Form vorliegende Ressourcen menschlichen Wissens und Ausdrucks. Diese können sowohl born-digital sein als auch digitalisierte Repräsentationen von materiellen und immateriellen Kulturgütern.&amp;lt;ref&amp;gt;UNESCO 2003: Charter on the Preservation of Digital Heritage. URL: https://www.unesco.org/en/legal-affairs/charter-preservation-digital-heritage, abgerufen am 01.10.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* D1 '''Born-digital''' (ursprünglich digital erzeugt, kein analoges Original), z. B. Webseiten, Social-Media-Beiträge, Software, Apps, Spiele, digitale Fotos/Audio/Video.&lt;br /&gt;
* D2 '''Digitalisate''' - Digitalisierte Repräsentationen/Derivate aus den Klassen A, B und C.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== 2.3 Begriffe und Kernfunktionen ==&lt;br /&gt;
Die vorherigen Abschnitte haben geklärt, was unter Kulturerbe verstanden wird und welche Arten von Kulturgütern unterschieden werden. Bevor der nachfolgende Abschnitt den Prozess der Kulturerbe-Digitalisierung beschreibt, werden in diesem Abschnitt die dafür wichtigsten Arbeitsbegriffe und Funktionen erläutert. Der Abschnitt soll dabei die Frage beantworten: Welche Arbeitsabläufe und Funktionen sind notwendig, damit Kulturgüter nicht nur digital erfasst, sondern auch gefunden, verstanden, gesichert und genutzt werden können?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Erläuterungen sollen eine gemeinsame und leicht verständliche Grundlage schaffen für alle, die an der Digitalisierung von Kulturerbe interessiert sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.3.1 Vom Kulturgut zur digitalen Repräsentation ===&lt;br /&gt;
Dieser Abschnitt erklärt, was bei einer Digitalisierung entsteht und wie sich das digitale Ergebnis vom ursprünglichen Kulturgut unterscheidet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
! Begriff&lt;br /&gt;
! Erklärung&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Digitalisierung von Kulturerbe'''&lt;br /&gt;
| Digitalisierung bezeichnet in diesem Konzept den gesamten zusammenhängenden Prozess: Kulturgüter erfassen, beschreiben und bewerten, digitale Repräsentationen erzeugen oder übernehmen, ihre Qualität prüfen, sie sichern und für die Nutzung zugänglich machen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;DFG2016&amp;quot;&amp;gt;Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) 2016: Praxisregeln „Digitalisierung“, insbesondere S. 13 und 41-44. URL: https://www.dfg.de/resource/blob/176108/898bf3574ad0ff3b1db525fa7d04c86c/12-151-v1216-de-data.pdf, abgerufen am 16.07.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Bei ursprünglich digital entstandenen Kulturgütern – auch ''born digital'' genannt – entfällt die Überführung aus einem analogen Original; die weiteren Aufgaben bleiben bestehen.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Digitalisat und digitale Repräsentation'''&lt;br /&gt;
| Ein '''Digitalisat''' ist ein digitales Abbild eines analogen Kulturguts, beispielsweise ein Scan einer Handschrift oder ein Foto eines Museumsobjekts. Der weitere Begriff '''digitale Repräsentation''' umfasst auch Audio-, Video- oder 3D-Dokumentationen einer immateriellen kulturellen Praxis. Die digitale Repräsentation ersetzt weder das materielle Kulturgut noch die lebendige Praxis.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Masterdatei und Nutzungsderivat'''&lt;br /&gt;
| Die '''Masterdatei''' ist die möglichst hochwertige und qualitätsgeprüfte Ausgangsdatei. Sie wird für die langfristige Sicherung und spätere Bearbeitungen aufbewahrt. Ein '''Nutzungsderivat''' ist eine daraus erzeugte, an einen bestimmten Zweck angepasste Datei, beispielsweise ein kleineres Bild für eine Internetseite.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Digitales Objekt'''&lt;br /&gt;
| Als '''digitales Objekt''' wird in diesem Konzept eine zusammengehörige digitale Einheit bezeichnet. Sie kann aus einer oder mehreren Dateien, den zugehörigen Metadaten und ihren Verknüpfungen bestehen. Ein digitales Objekt kann ein Digitalisat oder ein ursprünglich digital entstandenes Kulturgut sein.&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
''Beispiel:'' Das verzierte sorbische Osterei bleibt das materielle Kulturgut. Hochauflösende Fotografien, ein 3D-Modell und die dazugehörigen Beschreibungen bilden gemeinsam seine digitale Repräsentation.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.3.2 Vier Kernfunktionen ===&lt;br /&gt;
Als '''Kernfunktionen der Kulturerbe-Digitalisierung''' werden im Folgenden vier dauerhaft zu erfüllende Aufgabenbereiche bezeichnet. Sie beschreiben, was für eine nachhaltige Digitalisierung von Kulturerbe geleistet werden muss, unabhängig davon, welche Institution oder welches technische System die jeweilige Funktion übernimmt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
! Kernfunktion&lt;br /&gt;
! Typische organisatorisch-technische Umsetzung&lt;br /&gt;
! Hauptaufgabe&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Nachweisen, beschreiben und verknüpfen'''&lt;br /&gt;
| Register oder Katalog&lt;br /&gt;
| Macht sichtbar, welche Kulturgüter vorhanden sind, wo sie sich befinden und in welchem Zusammenhang sie stehen. Ein Registereintrag kann bereits bestehen, bevor ein Digitalisat angefertigt wurde. &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Digitalisieren und Qualität sichern'''&lt;br /&gt;
| Digitalisierungszentrum oder Digitalisierungsdienst&lt;br /&gt;
| Erzeugt bzw. übernimmt digitale Repräsentationen, prüft sie und bereitet Dateien und Metadaten für die weitere Verarbeitung vor. Geliefert werden bspw. geprüfte Masterdateien und Nutzungsderivate. &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Langfristig erhalten'''&lt;br /&gt;
| Repositorium oder digitales Langzeitarchiv&lt;br /&gt;
| Übernimmt Dateien und Metadaten, speichert und verwaltet sie und erhält sie über technische und organisatorische Veränderungen hinweg dauerhaft nutzbar.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Zugänglich machen und Nutzung ermöglichen'''&lt;br /&gt;
| Präsentations- und Nutzungssystem&lt;br /&gt;
| Führt beschreibende Informationen und digitale Medien für Nutzerinnen und Nutzer zusammen. Es ermöglicht beispielsweise Suche, Anzeige, Kontextualisierung, Vermittlung und – soweit zulässig – Nachnutzung. &lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese '''Kernfunktionen''' beschreiben zunächst nicht zwingend getrennte Institutionen oder Systeme. Eine Einrichtung kann mehrere Kernfunktionen übernehmen. Umgekehrt kann eine Kernfunktion auf mehrere Einrichtungen oder technische Systeme verteilt sein. Entscheidend sind klare Zuständigkeiten, verlässliche Übergaben und gemeinsame Standards.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vereinfacht lässt sich das Zusammenspiel so zusammenfassen:&lt;br /&gt;
# Das '''Register oder der Katalog''' beschreibt und verknüpft das Kulturgut.&lt;br /&gt;
# Der '''Digitalisierungsdienst''' erzeugt und prüft seine digitale Repräsentation.&lt;br /&gt;
# Das '''Repositorium oder digitale Archiv''' übernimmt und erhält die Dateien.&lt;br /&gt;
# Das '''Präsentationssystem''' führt Beschreibungen und Medien für die Nutzung zusammen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die konkrete Ausgestaltung kann zentral, dezentral oder als Verbund mehrerer Systeme erfolgen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.3.3 Register ===&lt;br /&gt;
Die folgende Tabelle erklärt, wie Kulturgüter so erfasst, beschrieben und verknüpft werden, dass sie eindeutig zugeordnet, wiedergefunden und nach einheitlichen Regeln weiterverarbeitet werden können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
! Begriff&lt;br /&gt;
! Erklärung&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Erschließung, Verzeichnung und Registrierung'''&lt;br /&gt;
| '''Erschließung''' ist der übergeordnete Vorgang, bei dem ein Kulturgut identifiziert, beschrieben und in seinen Zusammenhang eingeordnet wird. '''Verzeichnung''' bezeichnet seine strukturierte dokumentarische Beschreibung. '''Registrierung''' bedeutet die Aufnahme in ein konkretes Register, einen Katalog oder ein Sammlungssystem. Ein Kulturgut kann bereits registriert werden, bevor ein Digitalisat vorhanden ist.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Metadaten'''&lt;br /&gt;
| Metadaten sind strukturierte Informationen über ein Kulturgut und seine digitalen Repräsentationen. Dazu gehören beispielsweise Titel, Herkunft, beteiligte Personen, Ort, Zeit, kultureller Kontext, Rechte, Dateieigenschaften und Bearbeitungsschritte. Je nach Zweck werden beschreibende, technische, rechtliche und erhaltungsbezogene Metadaten unterschieden. Sie machen Kulturgüter auffindbar, verständlich, verwaltbar und langfristig nutzbar.&amp;lt;ref name=&amp;quot;PREMIS&amp;quot;&amp;gt;Library of Congress o. J.: PREMIS – Preservation Metadata: Implementation Strategies. Internationaler Standard für Erhaltungsmetadaten. URL: https://www.loc.gov/standards/premis/, abgerufen am 16.07.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Persistenter Identifikator'''&lt;br /&gt;
| Ein '''persistenter Identifikator''' ist eine dauerhafte und eindeutige Kennung für ein Kulturgut, einen Datensatz oder eine digitale Ressource. Die Kennung bleibt bestehen, auch wenn sich der technische Speicherort oder die Internetadresse ändern. Dadurch können Kulturgüter dauerhaft zitiert und zwischen Systemen verknüpft werden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;DFG2016&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Metadaten sind keine bloße Beigabe zu einer Datei. Ohne ausreichende Beschreibungen kann ein Digitalisat zwar technisch vorhanden sein, später aber kaum gefunden, verstanden oder zuverlässig zugeordnet werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.3.4 Digitalisierungsdienst und Archiv ===&lt;br /&gt;
Die folgende Tabelle erklärt was erforderlich ist, damit Kulturgüter digitalisiert werden und nicht nur heute gespeichert sind, sondern auch nach technischen und organisatorischen Veränderungen noch gefunden, verstanden und genutzt werden können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
! Begriff&lt;br /&gt;
! Erklärung&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Repositorium'''&lt;br /&gt;
| Ein '''Repositorium''', auch ''Repository'' genannt, ist eine verwaltete technische Umgebung, in der digitale Objekte und ihre Metadaten übernommen, gespeichert, geordnet, verwaltet und bereitgestellt werden. Ein Repositorium kann Teil eines digitalen Archivs sein. Nicht jedes Repositorium erfüllt jedoch automatisch alle Anforderungen der Langzeiterhaltung.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Digitales Archiv oder digitales Langzeitarchiv'''&lt;br /&gt;
| Ein digitales Archiv ist mehr als ein Server oder ein Speicherprogramm. Es verbindet eine verantwortliche Organisation, fachkundiges Personal, Regeln, Arbeitsabläufe und technische Systeme. Es übernimmt die Verantwortung dafür, digitale Informationen langfristig zu erhalten und für festgelegte Nutzergruppen zugänglich zu machen. Das internationale Referenzmodell '''Open Archival Information System''' (OAIS, offenes Archiv-Informationssystem) bietet hierfür einen fachlichen Rahmen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;OAIS2024&amp;quot;&amp;gt;Consultative Committee for Space Data Systems (CCSDS) 2024: Reference Model for an Open Archival Information System (OAIS), CCSDS 650.0-M-3, insbesondere S. 1-1–1-2 und 2-1–2-2. URL: https://ccsds.org/Pubs/650x0m3.pdf, abgerufen am 16.07.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Ingest oder kontrollierte Übernahme'''&lt;br /&gt;
| '''Ingest''' bezeichnet die kontrollierte Übernahme digitaler Dateien und Metadaten in ein Repositorium oder digitales Archiv. Dabei werden beispielsweise Vollständigkeit, Dateiformate, Metadaten und Dateiintegrität geprüft und die Übernahme dokumentiert.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Langzeitverfügbarkeit und digitale Langzeiterhaltung'''&lt;br /&gt;
| '''Langzeitverfügbarkeit''' ist das Ziel, digitale Inhalte über technische und organisatorische Veränderungen hinweg auffindbar, lesbar, verständlich und nutzbar zu halten. '''Digitale Langzeiterhaltung''' bezeichnet die dafür notwendigen fortlaufenden Maßnahmen. Dazu können mehrere Speicherorte, regelmäßige Prüfungen, Formatüberwachung, technische Migrationen und eine nachvollziehbare Dokumentation gehören. „Langfristig“ bezeichnet dabei keine feste Zahl von Jahren, sondern einen Zeitraum, in dem mit veränderten Technologien, Formaten und Nutzungsanforderungen gerechnet werden muss.&amp;lt;ref name=&amp;quot;OAIS2024&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Datensicherung oder Backup'''&lt;br /&gt;
| Ein '''Backup''' ist eine zusätzliche Sicherungskopie, aus der Dateien nach einem Verlust oder technischen Ausfall wiederhergestellt werden können. Backups sind notwendig, ersetzen aber keine Langzeiterhaltung: Sie regeln allein noch keine dauerhaften Zuständigkeiten, Metadaten, Formatüberwachung, Integritätsprüfungen oder langfristige Zugänglichkeit.&amp;lt;ref name=&amp;quot;DPCStorage&amp;quot;&amp;gt;Digital Preservation Coalition o. J.: Digital Preservation Handbook – Storage. URL: https://www.dpconline.org/handbook/organisational-activities/storage, abgerufen am 16.07.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Integrität und Authentizität'''&lt;br /&gt;
| '''Integrität''' bedeutet, dass unbeabsichtigte Veränderungen oder Beschädigungen einer Datei erkannt werden können. Dafür werden häufig Prüfsummen verwendet - digitale Kontrollwerte, die regelmäßig verglichen werden. '''Authentizität''' bedeutet, dass Herkunft, Identität und Bearbeitungsgeschichte eines digitalen Objekts nachvollziehbar sind und belegt werden kann, dass es das ist, was es zu sein vorgibt.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Dateiformat und Datenformat'''&lt;br /&gt;
| Ein '''Dateiformat''' legt den technischen Aufbau einer einzelnen Datei fest. Ein '''Datenformat''' beschreibt, wie Informationen strukturiert und zwischen Systemen ausgetauscht werden. Gut dokumentierte, verbreitete und möglichst offen beschriebene Formate erleichtern den Austausch und die langfristige Nutzung. Sie ersetzen jedoch keine aktive Langzeiterhaltung.&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Merksatz:''' Speichern ist nicht dasselbe wie langfristiges Erhalten. Auch ein vorhandenes Backup ist noch kein digitales Langzeitarchiv.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.3.5 Präsentationssystem ===&lt;br /&gt;
Die folgende Tabelle erklärt, wie aus langfristig gesicherten Dateien ein digitales Kulturerbe wird, das von Menschen gefunden, verstanden und sinnvoll genutzt werden kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
! Begriff&lt;br /&gt;
! Erklärung&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Zugänglichmachung und Präsentation'''&lt;br /&gt;
| '''Zugänglichmachung''' bedeutet, dass digitale Objekte auffindbar und im rechtlich sowie technisch zulässigen Umfang abrufbar sind. '''Präsentation''' geht darüber hinaus: Inhalte werden ausgewählt, miteinander verknüpft, erklärt und für bestimmte Zielgruppen vermittelt. Dazu gehören verständliche Kontextinformationen, klare Rechteangaben, Mehrsprachigkeit und möglichst barrierearme Zugänge. Abhängig von Rechten, personenbezogenen Daten oder kulturellen Schutzbedarfen kann der Zugang offen oder eingeschränkt sein.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Nutzung und Nachnutzung'''&lt;br /&gt;
| '''Nutzung''' umfasst beispielsweise das Betrachten, Lesen, Anhören, Erforschen oder Vermitteln eines digitalen Kulturguts. '''Nachnutzung''' bedeutet seine weitere Verwendung in einem neuen Zusammenhang, etwa in Bildung, Forschung, Publikationen, Ausstellungen, Anwendungen oder kreativen Werken. Dafür werden geeignete Dateien, verständliche Metadaten und klare Rechteinformationen benötigt.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Rechteinformation und Lizenz'''&lt;br /&gt;
| Eine '''Rechteinformation''' beschreibt den rechtlichen Status eines digitalen Objekts und mögliche Einschränkungen seiner Nutzung. Eine '''Lizenz''' räumt durch eine dazu berechtigte Person oder Institution konkrete Nutzungsrechte ein. Ein allgemeiner Rechtehinweis ist daher nicht automatisch eine Lizenz.&amp;lt;ref name=&amp;quot;RightsReuse&amp;quot;&amp;gt;RightsStatements.org o. J.: Standardisierte Rechtehinweise für online verfügbares Kulturerbe. URL: https://rightsstatements.org/de/, abgerufen am 16.07.2026. Creative Commons 2025: Recommended Licenses and Tools for Cultural Heritage Content. URL: https://creativecommons.org/2025/07/09/recommended-licenses-and-tools-for-cultural-heritage-content/, abgerufen am 16.07.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Interoperabilität'''&lt;br /&gt;
| '''Interoperabilität''' bezeichnet die Fähigkeit von Systemen und Organisationen, Daten auszutauschen und in gleicher Bedeutung zu verstehen. Dafür werden gemeinsame Metadatenmodelle, Begriffe, Identifikatoren und technische Schnittstellen benötigt. So können beispielsweise Register, Repositorien, Präsentationsportale und externe Kulturplattformen miteinander verbunden werden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;EuropeanaEDM&amp;quot;&amp;gt;Europeana o. J.: Metadata – Europeana Data Model (EDM, Europeana-Datenmodell). URL: https://pro.europeana.eu/page/metadata, abgerufen am 16.07.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Digitalisierte Inhalte entfalten ihren kulturellen und gesellschaftlichen Nutzen erst dann vollständig, wenn sie auffindbar, verständlich, rechtlich klar und für unterschiedliche Zielgruppen tatsächlich verwendbar sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der folgende Abschnitt 2.4 beschreibt, wie diese Kernfunktionen innerhalb des gesamten Prozesses der Kulturerbe-Digitalisierung zusammenwirken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== 2.4 Prozess der Digitalisierung von Kulturerbe ==&lt;br /&gt;
Die Digitalisierung von Kulturgut ist kein rein technischer Arbeitsschritt, sondern ein vielschichtiger, oft langfristiger Prozess, der bereits mit der Wahrnehmung und Identifikation einer kulturellen Ausdrucksform beginnt. Ziel dieses Abschnitts ist es, diesen Gesamtprozess systematisch darzustellen: von der gelebten Kultur über das identifizierte Kulturgut bis hin zur digital nutzbaren Repräsentation.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die hier entwickelte Prozessdarstellung soll als praxisorientierter Überblick dienen für die Digitalisierung des sorbischen Kulturerbes. Sie berücksichtigt die Anforderungen sorbischer Einrichtungen ebenso wie die international etablierten Referenzmodelle und Standards, darunter:&lt;br /&gt;
* das OAIS-Referenzmodell (ISO 14721) für digitale Archivierung&amp;lt;ref&amp;gt;Consultative Committee for Space Data Systems (CCSDS) 2024: Reference Model for an Open Archival Information System (OAIS), CCSDS 650.0-M-3. URL: https://ccsds.org/Pubs/650x0m3.pdf, abgerufen am 01.10.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
* das DCC Curation Lifecycle Model für kuratorische Entscheidungsprozesse&amp;lt;ref&amp;gt;Higgins 2008: The DCC Curation Lifecycle Model. International Journal of Digital Curation, 3(1), 134-140. URL: https://ijdc.net/index.php/ijdc/article/view/48, abgerufen am 01.10.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
* das Spectrum-Modell für museale Objektverwaltung&amp;lt;ref&amp;gt;Collections Trust 2022. Spectrum 5.1 - The UK Museum Collections Management Standard. URL: https://collectionstrust.org.uk/spectrum/spectrum-5, abgerufen am 01.10.2025. &amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
* die UNESCO-Leitlinien zur Inventarisierung immateriellen Kulturerbes&amp;lt;ref&amp;gt;UNESCO 2024: Operational Directives for the Implementation of the Convention for the Safeguarding of the Intangible Cultural Heritage (10.GA). URL: https://ich.unesco.org/doc/src/ICH-Operational_Directives-10.GA_EN.pdf, abgerufen am 01.10.2025. &amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
* sowie technische Vorgaben wie die DFG-Praxisregeln Digitalisierung&amp;lt;ref&amp;gt;Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) 2022: Praxisregeln Digitalisierung (aktualisierte Fassung). URL: https://www.ulb.hhu.de/fileadmin/redaktion/ULB/Documents/Infomaterial/DFG_Praxisregeln_Digitalisierung_Aktualisierte_Fassung2022.pdf, abgerufen am 01.10.2025. &amp;lt;/ref&amp;gt; und die FADGI-Richtlinien&amp;lt;ref&amp;gt;Federal Agencies Digital Guidelines Initiative (FADGI) 2023: Technical Guidelines for Digitizing Cultural Heritage Materials – Still Image, 3rd ed. URL: https://www.digitizationguidelines.gov/guidelines/digitize-technical.html, abgerufen am 01.10.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Folge soll der „Lebenslauf“ eines Kulturguts dargestellt werden, also der Weg, den ein Objekt oder eine kulturelle Praxis vom Zeitpunkt der Entstehung über die Erfassung, Digitalisierung und Archivierung bis zur Veröffentlichung in einem digitalen Präsentationsmodul durchläuft.&lt;br /&gt;
Hierfür erläutert der folgende Abschnitt die einzelnen Prozessschritte im Detail, jeweils mit Akteuren und Beispielen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.4.1 Vorüberlegungen zum Prozess ===&lt;br /&gt;
Im hier vorgestellten Prozess wird auf eine harte, systematische Filterung verzichtet, welche kulturellen Ausdrucksformen „nur“ Kultur und welche bereits Kulturgut sind. Ein solcher Bewertungs- und Abgrenzungsprozess wäre ressourcenintensiv und würde den vorhandenen Kapazitäten in den beteiligten Einrichtungen nicht entsprechen. Stattdessen folgt das Konzept einer inklusiven Logik: Alle dokumentierten Ausdrucksformen werden zunächst als potenzielle Kulturgüter erfasst. Eine feinere Auswahl und Priorisierung erfolgen erst in einem späteren Schritt, nämlich dann, wenn konkret entschieden wird, welche Ausdrucksformen bzw. Kulturgüter in welcher Tiefe digitalisiert, archiviert und präsentiert werden sollen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieses Vorgehen schließt an das SKR-Konzept an, das bewusst auf eine frühe normative Trennung zwischen „kultureller Ausdrucksform“ und „Kulturgut“ verzichtet. Auch hier steht zunächst der möglichst vollständige, strukturierte Überblick über die sorbischen Kulturgüter im Vordergrund. Die differenzierte Bewertung und Schwerpunktsetzung werden als anschließende fachliche Aufgabe verstanden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.4.2 Prozessschritte im Detail ===&lt;br /&gt;
Das folgende Diagramm gibt einen Überblick über die sechs Kernschritte des Gesamtprozesses der Digitalisierung von Kulturgut – von der ersten Wahrnehmung einer kulturellen Ausdrucksform bis zu ihrer digitalen Präsentation als Kulturgut. Die Abfolge zeigt zugleich die Entwicklungsstufen: von gelebter Kultur zur kulturellen Ausdrucksform, von dort zum Kulturgut und schließlich zum digitalen Kulturgut. Die Schritte sind als generischer Ablauf zu verstehen: Je nach Art des Kulturguts können einzelne Tätigkeiten unterschiedlich aufwendig sein oder parallel erfolgen.&lt;br /&gt;
[[Dataja:Wobraz_K3.png|center|600px]]&amp;lt;ref&amp;gt;Mermaid Flowchart Code: [https://mermaid.live/edit#pako:eNplkk1OwzAQha8yGqmbkloxSZs2CyTa8LOphIAVhIVJpolF4iDH4a_qbXqTXgzHFdAKr2y97703lmaNWZMTxriqmvesFNrAfZIqgPPHFIdDzuBO1DVVajhM8QlGozOYO-WUwS0VsjVakqa93Pvmjlk4JmAwp3fS5kCHwQAWjkkcE_Y5WWkIXqrd9jBpT138UIkspBGVbI_7-rwLR146csLgRryQ-U8lMGLwTG1WapLPpHKCZQLMOY9ch7m2VxiSpOAEjJ1TSev_M_bkvv3KtY8ZnOuslG_H9VcOuf4dUO-2LamjGdHDQsscY6M78rAmXYv-ies-IEVTUk0pxvaa00p0lUkxVRtrexXqoWnqH6duuqLEeCWq1r6619zOn0hRaPGH9J_Xi6ZTBuOxS8B4jR8YhxGLeDThkR-EM37KuYefFmHTaOz7fOZHQTidBMHGwy9X6VslnNnDw4jPuB8GHlIuTaOX-7Vy27X5Bh_Osqo hier klicken], abgerufen am 22.09.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Prozess zeigt, dass Digitalisierung von Kulturgut mehr ist als das Erstellen digitaler Dateien. Sie umfasst eine Reihe aufeinander bezogener Schritte – von der ersten Wahrnehmung einer kulturellen Ausdrucksform über ihre Erfassung, Bewertung und Digitalisierung bis hin zur langfristigen Sicherung und Präsentation. Dabei sind je nach Schritt unterschiedliche Akteure beteiligt, etwa Gemeinschaften, Museen, Archive, Fachgremien, Digitalisierungsstellen oder IT. Die folgenden Beschreibungen erläutern diese Schritte so, dass nachvollziehbar wird, was jeweils mit einem Kulturgut geschieht, wer daran beteiligt ist und wie sich der Ablauf in der Praxis vorstellen lässt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''1. Sammeln &amp;amp; erfassen''' &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Hier wird eine kulturelle Ausdrucksform erstmals wahrgenommen, benannt und mit ersten Informationen erfasst: Was ist es, wer macht es oder hat es geschaffen, wo kommt es vor, warum ist es bedeutsam für die Gemeinschaft? &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Akteure''': Community, Vereine, Museen, Archive, Forschende, Privatpersonen.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Beispiel''': Auf einem Dorffest zeigt eine Frau das Verzieren sorbischer Ostereier. Jemand fotografiert dies und notiert Technik, Ort und Namen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''2. Registrieren &amp;amp; beschreiben''' &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Hier wird aus der ersten Beobachtung ein strukturierter Nachweis. Das Kulturgut oder die kulturelle Ausdrucksform wird in ein Register, eine Sammlung oder einen Katalog aufgenommen und mit strukturierten Metadaten beschrieben, damit es wiedergefunden, zugeordnet und verstanden werden kann. Dazu gehören z. B. Titel, Ort, Zeit, Technik, Funktion, beteiligte Personen und der kulturelle Kontext.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Akteure''': Registerverantwortliche, Kurator:innen, Sammlungsmitarbeitende, Community für Kontextinformationen.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Beispiel''': Das Osterei erhält einen Eintrag mit Angaben wie „Wachsbatik“, „Schleife“, „Osterei-Verzierung“, Name der Trägerin und Entstehungsjahr.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''3. Bewerten &amp;amp; freigeben''' &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
In diesem Schritt wird entschieden, ob und in welcher Priorität ein Kulturgut oder die kulturelle Ausdrucksform digitalisiert werden soll und ob dies rechtlich und ethisch möglich ist. Dabei spielen fachliche Kriterien wie Bedeutung, Repräsentativität, Seltenheit oder Gefährdung eine Rolle, aber auch Fragen des Urheberrechts, Datenschutzes und möglicher kultureller Sensibilitäten. Am Ende steht eine begründete Entscheidung, ob und in welchem Umfang das Kulturgut weiterbearbeitet und später veröffentlicht werden darf. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Akteure''': Kurator:innen, Fachgremien, Community-Vertretungen, Register/SKR, ggf. Rechteverantwortliche und Behörden. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Beispiel''': Es wird entschieden, dass die Osterei-Technik wegen ihrer Bedeutung für die sorbische Identität digital gesichert werden soll; die Kunsthandwerkerin stimmt der Veröffentlichung zu.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''4. Digitalisieren &amp;amp; prüfen''' &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Nun wird das Kulturgut technisch erfasst, also in eine digitale Form überführt. Das kann je nach Objektart durch Scan, Fotografie, Audio- oder Videoaufnahme oder 3D-Erfassung geschehen. Dabei entstehen hochwertige Master-Dateien und nutzbare Derivate. Die Digitalisierung folgt qualifizierten Standards, um Reproduzierbarkeit, Farbkonsistenz und Nutzbarkeit zu gewährleisten. Anschließend wird geprüft, ob Schärfe, Farbe, Vollständigkeit und Dateiformate den Anforderungen für Archivierung und Nutzung entsprechen. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Akteure''': Digitalisierungszentrum, Foto-/AV-/3D-Spezialist:innen, externe Dienstleister bei Spezialfällen. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Beispiel''': Das Osterei wird fotografisch hochauflösend aufgenommen und zusätzlich als 3D-Modell erfasst. Danach werden Schärfe, Farbe und Dateiformate geprüft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''5. Archivieren &amp;amp; sichern''' &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die entstandenen digitalen Dateien werden geordnet abgelegt, mit den zugehörigen Metadaten verknüpft und für die langfristige Erhaltung gesichert. Dazu gehören sichere Speicherorte, Backups, Integritätskontrollen und – wenn nötig – spätere technische Migration auf neue Systeme. Ziel ist, dass das digitale Kulturgut langfristig erhalten bleibt, auch wenn sich Technik und Formate verändern. Das Original bleibt in der Regel weiterhin am Sammlungs- oder Aufbewahrungsort. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Akteure''': Archiv, Repository, IT-Betrieb, ggf. Sorbisches Kulturarchiv bzw. Digitalisierungszentrum. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Beispiel''': Die Bilder und das 3D-Modell des Ostereis werden auf gesicherten Servern gespeichert; das Original bleibt im Museum oder bei der Eigentümerin.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''6. Präsentieren &amp;amp; nutzen''' &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Im letzten Schritt werden die digitalen Objekte so bereitgestellt, dass sie gefunden, verstanden und genutzt werden können, z. B. in Portalen, digitalen Sammlungen oder virtuellen Ausstellungen. Dafür reicht es nicht, nur Dateien anzuzeigen: Es braucht auch verständliche Kontexte, Rechteangaben, Mehrsprachigkeit und möglichst barrierearme Zugänge. So wird aus der technischen Digitalisierung eine tatsächliche kulturelle Nutzung. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Akteure''': Kurator:innen, Vermittlung, Web/IT, Museen, Kulturinformationen, Community. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Beispiel''': Das Osterei erscheint in einer Online-Ausstellung, kann herangezoomt oder als 3D-Modell gedreht werden und wird mit einem kurzen Text zur Technik erklärt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.4.3 Organisatorische Perspektive ===&lt;br /&gt;
Die folgende Abbildung ist entnommen aus einem Poster des Sorbischen Instituts zu dessen Digitalisierungsstrategie, gefunden auf der Projektseite des Digitalisierungszentrums.&amp;lt;ref&amp;gt;Sorbisches Institut: Digitalisierungszentrum (DZ). URL: [https://www.serbski-institut.de/projekte-zentrale-vorhaben/digitalisierungszentrum-dz/ https://www.serbski-institut.de/projekte-zentrale-vorhaben/digitalisierungszentrum-dz/], abgerufen am 25.03.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Digitalisierungsstrategie des Sorbischen Instituts zeigt die Erfassung, Registrierung, Digitalisierung und Archivierung bis zur Präsentation von Kulturgütern aus '''organisatorischer Sicht'''. Sie basiert auf einem '''3-Säulen-Modell aus Kulturregister, Digitalisierungszentrum und Präsentationsumgebung'''. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Dataja:Wobraz_K4.png|mini||center|600px|Abbildung: 3-Säulen-Modell der Digitalisierungsstrategie des Sorbischen Instituts. Quelle: Sorbisches Institut, „Digitalizacija serbskich kulturnych datow / Digitalisierung der sorbischen/wendischen Kulturdaten“&amp;lt;ref&amp;gt;Sorbisches Institut 2025: Digitalizacija serbskich kulturnych datow / Digitalisierung der sorbischen/wendischen Kulturdaten (Poster). URL:  [https://www.serbski-institut.de/wp-content/uploads/2021/11/A0-Druck_Digitalisierungsstrategie-SI.pdf  https://www.serbski-institut.de/wp-content/uploads/2021/11/A0-Druck_Digitalisierungsstrategie-SI.pdf], abgerufen am 25.03.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Beide Sichtweisen - die fachliche &amp;quot;Prozess-Sicht&amp;quot; und die &amp;quot;organisatorische Sicht&amp;quot; lassen sich wie folgt in einer Darstellung zusammenfassen:&lt;br /&gt;
[[Dataja:Wobraz_K5.jpg|mini||center|600px|Abbildung: Zusammengefasste Sichtweisen auf die Digitalisierung von Kulturerbe.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der &amp;quot;Prozess der Digitalisierung von Kulturerbe&amp;quot; beschreibt, '''was''' mit einem Kulturgut geschieht; das 3-Säulen-Modell zeigt, '''wo''' diese Aufgaben organisatorisch verortet sind. Bezogen auf die oben beschriebenen [[#2.3.2 Prozessschritte im Detail|Prozessschritte der Digitalisierung von Kulturerbe]] steht das '''Sorbische Kulturregister''' für den Prozessschritt „'''2. Registrieren'''“ und dient dabei vor allem der Verzeichnung und Metadatenverwaltung. Das '''Digitalisierungszentrum''' steht für die Prozessschritte „'''4. Digitalisieren'''“ und „'''5. Archivieren'''“ und dient dabei der technischen Erfassung, Bearbeitung und Sicherung der Digitalisate. Die '''Präsentationsumgebung''' steht für den Schritt „'''6. Präsentieren'''“ und dient der öffentlichen oder kuratierten Bereitstellung zur Nutzung. Ergänzende Konzepte des SI machen dabei deutlich, dass die Digitalisierung im Regelfall eine vorherige Verzeichnung im Register voraussetzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
! Prozessschritt&lt;br /&gt;
! Verantwortliche Organisation&lt;br /&gt;
! Funktion im Gesamtsystem&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''2. Registrieren'''&lt;br /&gt;
| '''Sorbisches Kulturregister'''&lt;br /&gt;
| Kulturgüter werden als Entitäten nachgewiesen, beschrieben, mit Metadaten versehen und miteinander verknüpft. Das Register erfüllt damit eine katalogähnliche Funktion: Es macht sichtbar, welche Kulturgüter es gibt, wo sie sich befinden und in welchem Kontext sie stehen.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''4. Digitalisieren'''&lt;br /&gt;
| '''Digitalisierungszentrum'''&lt;br /&gt;
| Kulturgüter werden technisch erfasst, z. B. durch Scan, Fotografie, Audio-/Videoübertragung oder 3D-Erfassung. Das Digitalisierungszentrum erzeugt und prüft die Digitalisate, ist aber nicht selbst primär ein Präsentationssystem.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''5. Archivieren'''&lt;br /&gt;
| '''Digitalisierungszentrum / Repositorium / Archiv'''&lt;br /&gt;
| Die digitalen Dateien werden geordnet gespeichert, mit Metadaten verbunden und langfristig gesichert. Dazu gehört auch die Sicherstellung der Langzeitaufbewahrung, etwa durch geeignete Speicherorte, Prüfroutinen und spätere Migrationen.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''6. Präsentieren'''&lt;br /&gt;
| '''Sorabicon / weitere Präsentationsumgebungen'''&lt;br /&gt;
| Die digitalen Inhalte werden für Nutzer:innen sichtbar, erfahrbar und verständlich gemacht, z. B. in Portalen, digitalen Sammlungen oder virtuellen Ausstellungen. Die Präsentation greift dafür auf Metadaten aus dem Register und auf Digitalisate aus dem Repositorium bzw. dem Digitalisierungszentrum zurück.&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Schritt '''1. Sammeln''' liegt vor diesen drei Säulen. Er betrifft die Sammlungsorte selbst, also z. B. Museen, Archive, Heimatstuben, Vereine, Projekte, Gemeinden oder Privatpersonen. Dort entstehen oder befinden sich die Kulturgüter zunächst, bevor sie systematisch registriert, bewertet oder digitalisiert werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Schritt '''3. Bewerten''' ist ebenfalls keine eigene technische Säule, sondern ein steuernder Entscheidungsschritt. In ihm wird geklärt, welche Kulturgüter priorisiert digitalisiert werden, welche fachliche Bedeutung sie haben, welche Rechte zu beachten sind und ob eine öffentliche Präsentation möglich ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Damit wird deutlich: Register, Digitalisierungszentrum und Präsentation erfüllen unterschiedliche Aufgaben. Das '''Register''' beschreibt und verknüpft Kulturgüter, das '''Digitalisierungszentrum''' erzeugt und sichert Digitalisate und die '''Präsentationsumgebung''' macht ausgewählte Inhalte verständlich zugänglich. Gerade diese Trennung schafft klare Zuständigkeiten und erleichtert die Zusammenarbeit zwischen Sammlungsorten, Fachstellen, technischen Dienstleistern und Öffentlichkeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== 2.5 Beispiele anderer Kulturen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Digitalisierung des Kulturerbes kleiner, autochthoner, indigener und sprachlicher Gemeinschaften weist häufig vergleichbare Herausforderungen auf: Kulturgüter und Bestände sind auf viele Institutionen, Vereine, lokale Einrichtungen und private Träger verteilt. Personelle und finanzielle Ressourcen sind begrenzt, mehrere Sprachen und Beschreibungstraditionen müssen berücksichtigt werden und nicht alle kulturellen Inhalte dürfen oder sollen ohne Einschränkung öffentlich zugänglich gemacht werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In einer vergleichenden Recherche wurde daher untersucht, wie andere Gemeinschaften und Regionen ihr Kulturerbe erfassen, beschreiben, digitalisieren, langfristig sichern und zur Nutzung bereitstellen. Dabei wurde nicht nach einer universell „idealen“ technischen Lösung gesucht. Untersucht wurde vielmehr, welche organisatorischen, technischen, rechtlichen und gemeinschaftlichen Modelle unter welchen Rahmenbedingungen funktionieren, welche Schwierigkeiten auftreten und welche übertragbaren Erfolgsfaktoren erkennbar sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die nachfolgenden Beispiele verdeutlichen unterschiedliche Schwerpunkte: gemeinschaftliche Steuerung, institutionsübergreifende Register und Suchsysteme, Digitalisierung verteilter Bestände, Sprach- und Tonarchive, abgestufte Zugänge, Unterstützung kleiner Kulturgutträger sowie die Überführung zeitlich begrenzter Projekte in einen dauerhaften Betrieb.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die daraus abgeleiteten Kriterien bilden einen Referenzrahmen. Anhand dieses Referenzrahmens kann in einer späteren Ist-Analyse geprüft werden, welche Funktionen bereits vorhanden, nur konzeptionell beschrieben, in Pilotprojekten erprobt oder dauerhaft im Regelbetrieb verankert sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die ausführlichen Fallprofile, Vergleichsmatrizen, Quellen sowie ein Hinweis zur KI-gestützten Erstellung befinden sich in der [[12.3.A1 Vergleichende Recherche – Digitalisierung des Kulturerbes anderer Kulturen und Regionen|ausführlichen Vergleichsrecherche]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.5.1 RomArchive – Digitales Archiv der Roma ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Roma und Sinti sind eine transnationale Minderheit, die in zahlreichen europäischen Staaten lebt. RomArchive wurde von 2015 bis 2019 mit 3,75 Millionen Euro durch die Kulturstiftung des Bundes gefördert. Weitere Unterstützer waren unter anderem die Bundeszentrale für politische Bildung, das Auswärtige Amt und das Goethe-Institut. Seit 2019 wird das Archiv durch das Dokumentations- und Kulturzentrum Deutscher Sinti und Roma in Heidelberg betrieben.&amp;lt;ref name=&amp;quot;vergleich_romarchive&amp;quot;&amp;gt;RomArchive o. J.: Frequently Asked Questions. URL: https://www.romarchive.eu/en/about/frequently-answered-questions/; Dokumentations- und Kulturzentrum Deutscher Sinti und Roma e. V. o. J.: Imprint. URL: https://www.romarchive.eu/en/imprint/; Kulturstiftung des Bundes o. J.: RomArchive. URL: https://www.kulturstiftung-des-bundes.de/en/programmes_projects/film_and_new_media/detail/romarchive.html, jeweils abgerufen am 20.07.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Archiv präsentiert Kunst, Geschichte und Kultur aus der Perspektive der Roma. Kuratorische Teams und Beirat waren überwiegend mit Angehörigen der Minderheit besetzt. Neben öffentlich zugänglichen Inhalten existiert ein internes Archiv mit beschränktem Forschungszugang. Besonders lehrreich ist der bereits zu Projektbeginn geplante und später tatsächlich vollzogene Übergang an einen dauerhaften Betreiber.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Erfolgsfaktoren und Learnings:''' &lt;br /&gt;
* Angehörige der Gemeinschaft sollten nicht nur Inhalte zuliefern, sondern festgelegte Entscheidungsrechte bei Auswahl, Beschreibung, Kontextualisierung und Zugangsregeln besitzen. &lt;br /&gt;
* Bereits zu Beginn einer Projektphase verbindlich klären, welche Institution das Register, Archiv oder Portal nach dem Ende der Förderung dauerhaft betreibt, pflegt und finanziert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.5.2 Nuohtti – Zugang zum Sámi-Kulturerbe ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Sámi sind ein indigenes Volk im nordeuropäischen Sápmi, das sich über Teile Norwegens, Schwedens, Finnlands und Russlands erstreckt. Viele historische Sámi-Materialien befinden sich außerhalb der Sámi-Institutionen in europäischen Archiven und Museen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nuohtti ist ein gemeinsamer Suchdienst für digitalisierte Sámi-Materialien. Er wurde von 2018 bis 2021 mit Mitteln des Programms Interreg Nord der EU (Europäische Union) entwickelt. Beteiligt waren unter anderem die Sámi-Archive der finnischen und norwegischen Nationalarchive, das schwedische Reichsarchiv und mehrere Universitäten. Die Sámi-Parlamente Finnlands, Norwegens und Schwedens waren in der Steuerungsgruppe vertreten. Der Dienst führte nach Projektangaben etwa 30.000 Datensätze aus 32 Institutionen zusammen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;vergleich_nuohtti&amp;quot;&amp;gt;Nuohtti o. J.: About Nuohtti. URL: https://nuohtti.com/Content/about; University of the Arctic 2023: The Nuohtti service provides digital access to Sámi material in European archives. URL: https://www.uarctic.org/news/2023/3/the-nuohtti-service-provides-digital-access-to-sami-material-in-european-archives/, jeweils abgerufen am 20.07.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nuohtti übernimmt nicht alle Bestände in ein einziges System. Stattdessen werden Metadaten, also strukturierte Beschreibungsdaten zu Objekten und Beständen, aus vorhandenen Einrichtungen zusammengeführt und mit mehrsprachiger Suche, Karte und Zeitleiste zugänglich gemacht. Ethische Hinweise machen darauf aufmerksam, dass viele Bestände unter historischen und teilweise kolonialen Bedingungen gesammelt und beschrieben wurden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Erfolgsfaktoren und Learnings:''' &lt;br /&gt;
* Ein gemeinsamer Zugang kann auch mit dezentraler Architektur der Bestände erfolgen – Originale, Dateien und Fachsysteme können beim Kulturgutträger verbleiben.&lt;br /&gt;
* Ein Register für Kulturdaten kann als übergreifende Nachweisschicht arbeiten: Größere Einrichtungen liefern Daten über technische Schnittstellen, während kleine Träger zentrale oder gemeinsam bereitgestellte Erfassungsdienste nutzen können. &lt;br /&gt;
* Historische Fremdbeschreibungen sollten ergänzt werden durch Selbstbezeichnungen, eigene Sprachformen, alternative Benennungen und Kontexte der betreffenden Gemeinschaft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.5.3 People’s Collection Wales / Casgliad y Werin Cymru ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wales ist ein Landesteil des Vereinigten Königreichs mit einer eigenständigen nationalen und walisischsprachigen Identität. People’s Collection Wales ist eine zweisprachige Plattform für institutionelles und gemeinschaftlich getragenes Kulturerbe. Sie wird als Verbund der National Library of Wales, des National Museum Wales und der Royal Commission on the Ancient and Historical Monuments of Wales betrieben und durch die walisische Regierung finanziert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Neben der technischen Plattform werden kostenlose Beratung und Schulungen zu Digitalisierung, Metadaten, Urheberrecht, Datenschutz und Oral History, also mündlich überlieferter und aufgezeichneter Geschichte, angeboten. Eine unabhängige Evaluation stellte Fortschritte bei der Zusammenarbeit und beim Kompetenzaufbau fest, benannte aber auch begrenzte Wirkungsnachweise, Finanzierungsrisiken und den hohen Personalaufwand für die Unterstützung der beteiligten Gemeinschaften.&amp;lt;ref name=&amp;quot;vergleich_wales&amp;quot;&amp;gt;Vittle, Kate / Haswell-Walls, Fran / Dixon, Tim; ERS Ltd. 2016: Evaluation of the Casgliad y Werin Cymru / People’s Collection Wales Digital Heritage Programme. Impact Report. URL: https://www.gov.wales/sites/default/files/publications/2019-08/evaluation-of-the-peoples-collection-wales-digital-heritage-programme-impact.pdf; People’s Collection Wales o. J.: Community Support. URL: https://www.peoplescollection.wales/about-us/community-support, jeweils abgerufen am 20.07.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Erfolgsfaktoren und Learnings:''' &lt;br /&gt;
* Kleine und ehrenamtlich betreute Sammlungen benötigen nicht nur technische Standards, sondern konkrete und dauerhaft verfügbare Dienstleistungen: Erstberatung, Schulung, Vorlagen, Unterstützung bei Rechtefragen, Qualitätskontrolle und persönliche Ansprechpartner. &lt;br /&gt;
* Ein Digitalisierungszentrum oder ein Verbund koordinierter Digitalisierungsdienste sollte daher als Service- und Kompetenzstruktur ausgestaltet werden und nicht lediglich als technische Produktionsstelle. &lt;br /&gt;
* Der dafür notwendige Beratungs- und Unterstützungsaufwand muss als dauerhafte Betriebsaufgabe eingeplant werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.5.4 Tobar an Dualchais / Kist o Riches ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schottisch-Gälisch ist eine Minderheitensprache, die vor allem in den Highlands und auf den schottischen Inseln gesprochen wird. Tobar an Dualchais macht mehr als 40.000 seit den 1930er Jahren entstandene Tonaufnahmen zugänglich. Die Bestände umfassen Erzählungen, Lieder, Musik, Gedichte und mündlich überliefertes Wissen auf Gälisch, Scots und Englisch. Ein bedeutender Teil der Originalbestände wird in den School of Scottish Studies Archives der Universität Edinburgh verwahrt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;vergleich_tobar&amp;quot;&amp;gt;University of Edinburgh 2024: Tobar an Dualchais / Kist o Riches. URL: https://gaelic.ed.ac.uk/gaelic-collections/tobar-an-dualchais-kist-o-riches; Scottish Government 2025: Rediscovering lost Gaelic words. URL: https://www.gov.scot/news/rediscovering-lost-gaelic-words/, jeweils abgerufen am 20.07.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Digitalisierung wird mit Verschriftlichung beziehungsweise Transkription, sprachlicher Erschließung, Freiwilligenarbeit und teilweise automatischer Spracherkennung verbunden. Das Projekt erhält wiederkehrende öffentliche Förderungen, muss Rechteklärung, Transkription und technische Weiterentwicklung jedoch dauerhaft fortsetzen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Erfolgsfaktoren und Learnings:''' &lt;br /&gt;
* Gefährdete Ton-, Film- und Videobestände müssen wegen Materialverfall, beschädigungsanfälliger Trägermaterialien und nicht mehr verfügbarer Wiedergabetechnik zeitlich priorisiert werden. &lt;br /&gt;
* Ein geeignetes Pilotprojekt kann Digitalisierung, Rechteklärung, Verschriftlichung, Übersetzung, Metadatenerfassung, Archivierung und Bildungsnutzung entlang einer vollständigen Prozesskette verbinden. &lt;br /&gt;
* Dadurch werden nicht nur einzelne Dateien erzeugt, sondern zugleich die notwendigen Standards, Zuständigkeiten und Aufwände erprobt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.5.5 Euskariana – Portal zum baskischen Kulturerbe ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Baskinnen und Basken leben in Gebieten Spaniens und Frankreichs. Euskariana ist das staatlich betriebene Kulturportal der Autonomen Gemeinschaft Baskenland in Spanien. Es wird durch die Digitale Bibliothek Euskadi betrieben und verbindet Daten der baskischen Regierung, der Provinzen, Kommunen, Universitäten sowie öffentlicher, kirchlicher und privater Einrichtungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Portal ist zugleich gemeinsamer Katalog und Zugang zu digitalen Objekten. Es kann Inhalte über ein eigenes Repositorium, also ein institutionell betriebenes digitales Ablage- und Erhaltungssystem, bereitstellen oder zu den Systemen der Partner verlinken. Verwendet werden internationale Standards wie Dublin Core als allgemeiner Metadatenstandard, METS (Metadata Encoding and Transmission Standard) zur Strukturierung und Übertragung digitaler Objekte, PREMIS (Preservation Metadata: Implementation Strategies) für Metadaten zur digitalen Langzeiterhaltung und ALTO (Analyzed Layout and Text Object) für erkannte Texte und Seitenlayouts. Die standardisierten Daten können unter anderem an Europeana weitergegeben werden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;vergleich_euskariana&amp;quot;&amp;gt;Gobierno Vasco / Biblioteca Digital de Euskadi o. J.: Acerca de Euskariana. URL: https://www.euskariana.euskadi.eus/euskadibib/es/help/about.do, abgerufen am 20.07.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Erfolgsfaktoren und Learnings:''' &lt;br /&gt;
* Unterschiedliche Kulturgutträger benötigen unterschiedliche Anschlussmöglichkeiten. &lt;br /&gt;
** Kleine Einrichtungen sollten Daten und gegebenenfalls Dateien in zentral bereitgestellten Diensten erfassen und verwalten können. &lt;br /&gt;
** Größere Institutionen sollten ihre vorhandenen Systeme über Datenexporte oder Programmierschnittstellen anbinden können. &lt;br /&gt;
* Dafür ist ein gemeinsamer, bewusst schlank gehaltener Metadatenkern erforderlich, der durch fach- und institutionsspezifische Angaben erweitert werden kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.5.6 Mukurtu und Plateau Peoples’ Web Portal ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mukurtu ist eine frei verfügbare Software für die gemeinschaftlich kontrollierte Verwaltung digitalen indigenen Kulturerbes. Das Plateau Peoples’ Web Portal verbindet acht indigene Nationen des nordwestlichen Plateaus der USA mit der Washington State University und mehreren Museen und Archiven. Stammesvertreter wählen und beschreiben die Inhalte; die Universität übernimmt wesentliche technische Betriebsaufgaben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mukurtu ermöglicht kulturelle Protokolle, also gemeinschaftlich festgelegte Regeln für Zugang und Nutzung, Traditional Knowledge Labels als Kennzeichnungen für überliefertes gemeinschaftliches Wissen sowie mehrere Beschreibungen zu demselben Objekt. Dadurch kann neben einer institutionellen Museumsbeschreibung eine Beschreibung der Herkunftsgemeinschaft stehen. Zugänge können von vollständig öffentlich bis streng beschränkt reichen. Mukurtu weist ausdrücklich darauf hin, dass die Plattform vor allem dem Zugang und der gemeinschaftlichen Verwaltung dient und ein gesondertes Konzept für Digitalisierung, Langzeiterhaltung, Personal und Finanzierung erforderlich bleibt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;vergleich_mukurtu&amp;quot;&amp;gt;Mukurtu CMS / Washington State University o. J.: About. URL: https://mukurtu.org/about/; Plateau Peoples’ Web Portal. URL: https://mukurtu.org/project/plateau-peoples-web-portal-showcase/, jeweils abgerufen am 20.07.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Erfolgsfaktoren und Learnings:''' &lt;br /&gt;
* Rechte und kulturelle Sensibilität müssen als Bestandteil des Datenmodells behandelt werden und dürfen nicht erst unmittelbar vor einer Veröffentlichung geprüft werden. &lt;br /&gt;
* Sinnvoll sind abgestufte Kategorien wie &lt;br /&gt;
** „nur Metadaten öffentlich“, &lt;br /&gt;
** „öffentliches Nutzungsdigitalisat“, &lt;br /&gt;
** „Zugang nach Rücksprache“, &lt;br /&gt;
** „beschränkter Gemeinschafts- oder Forschungszugang“, &lt;br /&gt;
** „zeitlich gesperrt“ und &lt;br /&gt;
** „nicht zugänglich“. &lt;br /&gt;
* Mehrere Beschreibungen zu demselben Objekt ermöglichen es außerdem, institutionelle Überlieferung und Selbstbeschreibung nebeneinander nachvollziehbar zu dokumentieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.5.7 Indigitization – zentrale Unterstützung für dezentrale Digitalisierung ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Indigitization unterstützt First Nations und weitere indigene Gemeinschaften in British Columbia in Kanada. Das Programm wird gemeinsam von indigenen Organisationen, Bibliotheken, Archiven und Hochschulen getragen. Es stellt einen Werkzeugkasten, Schulungen, Musterunterlagen, technische Beratung und Förderhilfen bereit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von 2013 bis 2019 wurden drei Pilotprojekte und 45 weitere Projekte gefördert. Dabei wurden mehr als 11.000 Audiokassetten digitalisiert. Die Digitalisierung erfolgte in den Gemeinschaften; eine allgemeine Veröffentlichung war nicht zwingend. Das frühere Förderprogramm für Audiokassetten befindet sich inzwischen allerdings in einer Pause.&amp;lt;ref name=&amp;quot;vergleich_indigitization&amp;quot;&amp;gt;Indigitization o. J.: About Us. URL: https://www.indigitization.ca/about-2/; Indigitization Toolkit. URL: https://www.indigitization.ca/toolkit/; Audio Cassette Digitization Grant. URL: https://www.indigitization.ca/funding/audio-cassette-grant/, jeweils abgerufen am 20.07.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Erfolgsfaktoren und Learnings:''' &lt;br /&gt;
* Zentral bereitgestellte Kompetenz lässt sich mit dezentraler Verantwortung verbinden. &lt;br /&gt;
* Ein Digitalisierungszentrum oder ein Verbund gemeinsamer Dienste kann Schulungen, Leih- und Mobiltechnik, Qualitätsprüfung, Rahmenverträge, Musterunterlagen, Beratung und Kleinprojektförderung anbieten. &lt;br /&gt;
* Originale, lokales Wissen und kulturelle Beziehungen können grundsätzlich bei den jeweiligen Kulturgutträgern verbleiben. &lt;br /&gt;
* Damit nach Abschluss einzelner Digitalisierungsprojekte keine ungesicherten Dateien zurückbleiben, sollte jedoch von Beginn an ein gemeinsames oder verbindlich angebundenes Repositorium beziehungsweise digitales Archiv vorgesehen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.5.8 Zusammenfassungen der Beispiele anderer Kulturen im Anhang ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tabellarische Übersichten und Zusammenfassungen aller untersuchten Beispiele anderer Kulturen und Regionen befinden sich im Anhang [[12.3.A1 Vergleichende Recherche – Digitalisierung des Kulturerbes anderer Kulturen und Regionen#E. Vergleichsmatrix|in Abschnitt E. Vergleichsmatrix]] unter &lt;br /&gt;
* [[12.3.A1 Vergleichende Recherche – Digitalisierung des Kulturerbes anderer Kulturen und Regionen#E.1 Funktionen, Architektur und Standards|E.1 Funktionen, Architektur und Standards]] und&lt;br /&gt;
* [[12.3.A1 Vergleichende Recherche – Digitalisierung des Kulturerbes anderer Kulturen und Regionen#E.2 Governance, Finanzierung, Erfolg und Übertragbarkeit|E.2 Governance, Finanzierung, Erfolg und Übertragbarkeit]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Zusammenfassung der übergreifenden Erfolgsfaktoren aus den Beispielen befindet sich im Anhang [[12.3.A1 Vergleichende Recherche – Digitalisierung des Kulturerbes anderer Kulturen und Regionen#F. Übergreifende Erfolgsfaktoren|in Abschnitt F. Übergreifende Erfolgsfaktoren]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.5.9 Was sich aus den Beispielen ableiten lässt ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus den untersuchten Beispielen lässt sich kein einzelnes Projekt und kein bestimmtes Softwaresystem ableiten, das unverändert übernommen werden könnte. Wiederkehrend zeigen sich jedoch '''vier notwendige Funktionen, drei übergreifende Erfolgsbedingungen und zwei grundlegende Umsetzungsprinzipien'''. Sie bilden einen kompakten Orientierungsrahmen für die Digitalisierung von Kulturerbe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Vier Kernfunktionen – was muss dauerhaft geleistet werden? ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Damit die Digitalisierung nicht bei einzelnen Digitalisaten oder einem Präsentationsportal stehen bleibt, müssen vier Kernfunktionen verlässlich abgedeckt und miteinander verbunden werden:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot; style=&amp;quot;width:100%;&amp;quot;&lt;br /&gt;
! Kernfunktion&lt;br /&gt;
! Kernfrage&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''1. Register für Kulturdaten'''&lt;br /&gt;
| '''Was ist vorhanden und was sollte prioritär bearbeitet werden?''' – Kulturgüter und Bestände nachweisen, beschreiben, verknüpfen und ihren Digitalisierungs- und Rechtezustand erfassen.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''2. Digitalisierungszentrum / Digitalisierungsdienste'''&lt;br /&gt;
| '''Wie wird qualitätsgesichert digitalisiert?''' – Kulturgutträger beraten, Digitalisierung vorbereiten oder durchführen, Qualität sichern und die Übergabe vorbereiten.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''3. Repositorium / digitales Langzeitarchiv'''&lt;br /&gt;
| '''Wie bleibt das digitale Kulturerbe dauerhaft erhalten?''' – Masterdateien und Metadaten sicher übernehmen, erhalten, sichern und bei technischen Veränderungen migrieren.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''4. Präsentations- und Nutzungssysteme'''&lt;br /&gt;
| '''Wie wird das Kulturerbe gefunden, verstanden und genutzt?''' – freigegebene Inhalte mehrsprachig vermitteln und für Bildung, Forschung und kulturelle Nachnutzung bereitstellen.&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die vier Funktionen bedeuten nicht zwingend vier Einrichtungen oder vier technische Systeme. Entscheidend ist, dass alle Funktionen abgedeckt, ihre Zuständigkeiten geklärt und ihre Übergaben zuverlässig organisiert sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Drei Erfolgsbedingungen – was gilt für alle Kernfunktionen? ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
# '''Gemeinsam entscheiden und Rechte abgestuft regeln:''' &lt;br /&gt;
#* Angehörige der betreffenden Gemeinschaft und die Kulturgutträger sollten nachvollziehbare Entscheidungsrechte bei Auswahl, Beschreibung, Priorisierung und Veröffentlichung besitzen. &lt;br /&gt;
#* Zugänge sollten abgestuft sein, beispielsweise auch &amp;quot;ausschließlich Metadaten&amp;quot;, &amp;quot;Zugang nach Rücksprache&amp;quot; oder &amp;quot;beschränkte Gemeinschafts- und Forschungszugänge&amp;quot; ermöglichen. &lt;br /&gt;
#* Rechtliche Zulässigkeit und kulturelle Angemessenheit sind dabei getrennt zu betrachten. &lt;br /&gt;
#* Selbstbezeichnungen und eigene kulturelle Perspektiven sollten historische Fremdbeschreibungen ergänzen können.&amp;lt;br&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
# '''Gemeinsame Standards, Mehrsprachigkeit und technische Anschlussfähigkeit sichern:''' &lt;br /&gt;
#* Ein bewusst schlanker gemeinsamer Metadatenkern, Qualitätsstandards und geregelte Datenübergaben ermöglichen die Zusammenarbeit unterschiedlicher Einrichtungen. Zusätzlich können fach- oder institutionsspezifische Metadatensätze genutzt werden.&lt;br /&gt;
#* Sprachen und Sprachvarianten müssen als eigenständige Datenwerte berücksichtigt werden, bspw. bei Metadaten, Beschreibungen usw. &lt;br /&gt;
#* Kleine Träger benötigen einfache zentrale Erfassungsmöglichkeiten, z. B. per Weboberfläche, größere Institutionen Schnittstellen oder Datenexporte aus ihren vorhandenen Systemen.&amp;lt;br&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
# '''Dauerhafte Verantwortung und Finanzierung sichern:''' &lt;br /&gt;
#* Bereits beim Aufbau muss feststehen, wer Register, Digitalisierungsdienste, Repositorium und Präsentationssystem nach einer Projektförderung dauerhaft betreibt. &lt;br /&gt;
#* Neben einmaligen Projektmitteln müssen deshalb auch Personal, Beratung, Datenpflege, Speicher, Softwarepflege, Sicherung und spätere technische Erneuerungen dauerhaft finanziert werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Zwei Umsetzungsprinzipien – wie sollte vorgegangen werden? ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
# '''Priorisieren, die vollständige Kette pilotieren, dann skalieren:''' &lt;br /&gt;
#* Nicht alles muss gleichzeitig digitalisiert werden. Besonders gefährdete oder kulturell bedeutsame Bestände sollten priorisiert werden. &lt;br /&gt;
#* Pilotprojekte sollten möglichst den gesamten Weg von der Erfassung und Rechteklärung über die Digitalisierung bis zur Archivierung und Nutzung durchlaufen. Dabei werden Standards, Zuständigkeiten, Kosten und tatsächliche Nutzung erprobt. &lt;br /&gt;
#* Erst auf dieser Grundlage sollte in größerem Umfang skaliert werden.&amp;lt;br&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
# '''Zentral ermöglichen, dezentral verantworten:''' &lt;br /&gt;
#* Zentrale Stellen können Infrastruktur, Beratung, Schulung, Digitalisierungstechnik, Qualitätskontrolle, Rechtehilfe und Langzeiterhaltung bereitstellen. &lt;br /&gt;
#* Originale, lokales Wissen, kulturelle Beziehungen und wesentliche inhaltliche Entscheidungen können gleichzeitig bei den jeweiligen Kulturgutträgern verbleiben. &lt;br /&gt;
#* Zentralisierung von Diensten und dezentrale kulturelle Verantwortung sind damit keine Gegensätze, sondern können sich gegenseitig ergänzen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Für die Reihenfolge ergibt sich daraus:''' &lt;br /&gt;
# Zuerst Entscheidungsrechte, Standards, Betreiber und Finanzierung ausreichend klären; &lt;br /&gt;
# anschließend mit ausgewählten Beständen die vollständige Prozesskette erproben und die Unterstützungsstrukturen aufbauen; &lt;br /&gt;
# auf dieser Grundlage Digitalisierung, Präsentation und Nachnutzung schrittweise verbreitern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Präsentation und Nutzung sind dabei nicht von geringerer Bedeutung und sollten bereits Bestandteil der Pilotprojekte sein. '''Später erfolgt nicht die Nutzung selbst, sondern deren breiter Ausbau.'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weiterführende '''Hinweise und Empfehlungen zu einem möglichen Vorgehen sowie zeitlichen und inhaltlichen Prioritäten''' befinden sich im Anhang [[12.3.A1 Vergleichende Recherche – Digitalisierung des Kulturerbes anderer Kulturen und Regionen#G.2 Was zentral, dezentral und gemeinsam organisiert werden sollte|im Abschnitt &amp;quot;Priorisierte Schlussfolgerung&amp;quot; von G2 bis G9]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein ausführliches '''Prüfraster zur Bewertung des jeweiligen Entwicklungsstandes''' befindet sich [[12.3.A2 Prüfraster zur Bewertung des Entwicklungsstandes beim Aufbau der Digitalisierung des Kulturerbes|im Anhang 2 &amp;quot;Prüfraster zur Bewertung des Entwicklungsstandes&amp;quot;]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= 3. Ist-Analyse der Digitalisierung des sorbischen Kulturerbes =&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der [[#2 Ist-Analyse „Digitalisierung von Kulturerbe“|vorangegangene Abschnitt 2]] hat beschrieben, was zur Digitalisierung von Kulturerbe gehört, welche Aufgaben dabei dauerhaft erfüllt werden müssen und wie andere Gemeinschaften und Regionen diese Aufgaben lösen. Der Abschnitt 3 richtet nun den Blick auf die sorbische Situation. Er geht der Frage nach, wie gut die sorbische Kulturerbelandschaft heute organisatorisch, technisch und personell aufgestellt ist, um ihr materielles, immaterielles und digitales Kulturerbe institutionsübergreifend zu erfassen, zu digitalisieren, dauerhaft zu erhalten und zugänglich zu machen – und wo vorrangiger Handlungsbedarf besteht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Analyse gliedert sich in fünf Teile:&lt;br /&gt;
* '''Akteure und Rollen''': Wer bewahrt sorbisches Kulturerbe und welche Aufgaben übernehmen die Akteure bei seiner Digitalisierung (Sammeln, Finanzieren, Koordinieren usw.)?&lt;br /&gt;
* '''Bestände und Digitalisierungsbedarf''': Welche Kulturgüter gibt es, wie weit sind  sie erfasst und digitalisiert, und welche müssen vorrangig gesichert werden?&lt;br /&gt;
* '''Vorhaben und Systeme''': Welche sorbischen Projekte und Angebote decken die [[#2.3.2 Vier Kernfunktionen|vier Kernfunktionen]] Nachweisen, Digitalisieren, langfristig Erhalten und Zugänglichmachen bereits ab?&lt;br /&gt;
* '''Zusammenarbeit und dauerhafter Betrieb''': Wie sind die Steuerung und Zusammenarbeit (Governance) organisiert (Zuständigkeiten, Standards, Rechte und Finanzierung)?&lt;br /&gt;
* '''Gesamtbewertung''': Was funktioniert bereits, wo gibt es Lücken und welche davon sollten zuerst geschlossen werden? &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Analyse stellt dabei den Bedarf der Bestände dem vorhandenen Angebot an Diensten und dem organisatorischen Rahmen gegenüber. Wo beides auseinanderfällt, entstehen Lücken, siehe nachfolgende Übersicht.&lt;br /&gt;
[[Dataja:Wobraz K6.png|thumb|center|600px|Übersicht der Ist-Analyse]]&amp;lt;ref&amp;gt;Mermaid Flowchart Code: [https://mermaid.live/edit#pako:eNqVlM1y2jAQx19lR7maFGMcwJPJDGAnh9AcaE4pPcj2-qPYErOWmtJ8PE0fo7e8WGWDTUja6VS-WB_7293_rvTAIhkj81hSyPso46Tg1l_RSoAZ088rdh5eOKc2TNcKNeH5h_DiPKQPF7fbjQW39PIzRaqMXaIsWMqiQLFiX2r7llHpMCW-yeDGwG54lCXEU9wfgv2Ic8JI5VLAYvl6fdYGMIAZVurlp4gPIVzrQmlKtVoXvKoQNiThEy_LQou0kqTe-Ji_ZsWckgOJC4hRwFSkGEpl_r5i44-L2IIyV-BTLtIij7I15m-5M-j1LmDeLqGI_5j-0rjfOwAtYljyrOzE-pcOfhu7A36OolLYMD5tzV95yONbjgTXSCLRYl1j3jkIWtAQruQ3c5KL6GB_pyujHwpOocmzcRFzjVSX15BnqCjH8A3Sh-fnZwj-kv-0VufReLrnGRlluzI-ws3xmdDQMQ_NmX2KFqR1DYq6IDu1HqFT5aZRfbFLZ_HyK1qj6PLY1RdkJhC4rgw2ykxcWLUlfpXCcgdqp4tmetXK5MIVGk1UiPdIyjRW7eNNh0d1-_mYgECtiBeQ5EXhnVzawWUwtipFco3eiXvpBu7UimQhyTsZzM03fU9o70fLmAbzYNQxJhNnbvstY2QPZrbzjsH3TbYjBLbxG3SE_uVZ4J61hP7Y7Q_tIwJMrYV11aZyvDWz5ocIj7d8K2gdd52vtgWaOu3iSJrRxTEej0fj_n7ai3llXh7iW88F99h--d_2zGIp5THzFGm0WIlU8nrKHmruiqnMXJkV88wvYay_9xoxVmwlnozphos7KcvWmqROM-YlvKjMTG9irtDPubnSZbdKdWvRXGqhmDd07AbCvAf2nXnuqWP3RwN7eDZwJ4Ph2MHeyGJb5vXs0-HEnTgDxxn3-4OzvuOarSeL_Wi8C10UFsM4V5I-7h7o5p1--g24x9CK hier klicken], abgerufen am 20.10.2026&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== 3.1 Akteure und Rollen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sorbisches Kulturerbe wird von vielen Einrichtungen, Gruppen und Einzelpersonen bewahrt, gepflegt und dokumentiert – von sorbischen ebenso wie von nicht-sorbischen. Dieser Abschnitt zeigt, wer Bestände hält, wer Dienste zur Digitalisierung anbietet und wer den organisatorischen und finanziellen Rahmen gestaltet. Damit wird auch sichtbar, welche Aufgaben bislang von keinem Akteur erkennbar übernommen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Grundlage sind Arbeitsunterlagen der Domowina aus den Jahren 2019 und 2020&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;&amp;gt;Domowina e. V., Kulturausschuss (Clemens Škoda) 2019: Serbske kulturne herbstwo (SKH). Arbeitspapier, Stand 18.03.2019, S. 2–8. Unveröffentlicht; interne Referenz: 2020-09-07_Serbske kulturne herbstwo w Budyšinje_opt.pdf.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019b&amp;quot;&amp;gt;Domowina e. V. 2019: Přehlad relewantnych městnosćow / „małkich“ a „wulkich“ muzejow nastupajo serbske kulturne herbstwo, Stand 11.11.2019. Unveröffentlicht; interne Referenz: 2019_11_Priloha A_prehlad_muzejow a zberkow.pdf.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2020&amp;quot;&amp;gt;Domowina e. V., Kulturausschuss 2020: Protokoll der Fachkommission „Serbske kulturne herbstwo“ vom 07.09.2020. Unveröffentlicht; interne Referenz: 2020_09_07_skh komisija-protokol.pdf.&amp;lt;/ref&amp;gt;, eine darauf aufbauende Arbeitsliste der Sammlungsorte mit ergänzender Internetrecherche&amp;lt;ref name=&amp;quot;liste2026&amp;quot;&amp;gt;Arbeitsliste „Sammlungsorte sorbischen Kulturerbes“, Stand 02.04.2026, erstellt im Rahmen des Digitalisierungskonzepts aus Internetrecherche und den Domowina-Unterlagen. Unveröffentlicht; Grundlage für Anhang 12.3.A3.&amp;lt;/ref&amp;gt; sowie Projektunterlagen und Gespräche. Ein Teil der Angaben ist mehrere Jahre alt und wird schrittweise aktualisiert. Nicht belegte Angaben sind als ''offen'', Vermutungen als ''Annahme'' gekennzeichnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.1.1 Begriffe und Rollen ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
; Akteur&lt;br /&gt;
: Einrichtung, Gruppe oder Person, die eine Aufgabe im Umgang mit sorbischem Kulturerbe oder seiner Digitalisierung übernimmt.&lt;br /&gt;
; Kulturgutträger&lt;br /&gt;
: Akteur, der Kulturgüter verwahrt oder eine kulturelle Praxis trägt und weitergibt, bspw. ein Museum, eine Heimatstube, ein Chor oder eine Privatperson mit einer Sammlung.&lt;br /&gt;
; Trägerschaft&lt;br /&gt;
: Rechtliche und finanzielle Verantwortung für eine Einrichtung, zum Beispiel durch eine Kommune, einen Landkreis, eine Stiftung, einen Verein, eine Kirche oder eine Privatperson. Eigentum und Betrieb können dabei auseinanderfallen, bspw. gehörte der Dom Njechorńskeho 2019 der Domowina und wurde von der Stiftung für das sorbische Volk bewirtschaftet, der Hanzo Šustrowy dom in Trebendorf gehörte der Gemeinde und wurde von der örtlichen Domowina-Gruppe bewirtschaftet.&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019b&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
; Rolle&lt;br /&gt;
: Aufgabe, die ein Akteur übernimmt. Ein Akteur kann mehrere Rollen haben, unterschieden werden Haupt- und Nebenrollen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Rollen lassen sich drei Gruppen zuordnen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
! Gruppe !! Rolle !! Kürzel&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| rowspan=&amp;quot;2&amp;quot; | '''Am Kulturgut''' || '''Bewahren''': Originale verwahren, pflegen und verwalten || '''B'''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Dokumentieren''': lebendige Praxis festhalten in Ton, Bild oder Text || '''D'''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| rowspan=&amp;quot;4&amp;quot; | '''Dienste''' ([[#2.3.2 Vier Kernfunktionen|Kernfunktionen]]) || '''Erfassen''', registrieren, beschreiben und verknüpfen || '''K1'''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Digitalisieren''' und Qualität sichern || '''K2'''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Langfristig '''erhalten''' || '''K3'''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Zugänglich machen''' und Nutzung ermöglichen || '''K4'''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| rowspan=&amp;quot;2&amp;quot; | '''Rahmen''' (Governance) || '''Steuern''', koordinieren und Regeln setzen || '''S'''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Fördern''' und finanzieren || '''F'''&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dokumentieren meint hier das Festhalten von immateriellen Kulturgütern im laufenden Kulturleben, etwa Mitschnitte von Veranstaltungen. Geschieht es systematisch nach festgelegten Standards zur dauerhaften Sicherung, ist es Teil der Kernfunktion Digitalisieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.1.2 Schlüsselakteure ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einzeln aufgeführt wird, wer mindestens eines der folgenden Kriterien erfüllt:&lt;br /&gt;
# betreibt oder plant eine Kernfunktion, die über die eigene Einrichtung hinaus wirkt,&lt;br /&gt;
# verwahrt einen hauptamtlich betreuten Kernbestand,&lt;br /&gt;
# dokumentiert regelmäßig das lebendige Kulturgeschehen,&lt;br /&gt;
# fördert, koordiniert oder setzt Regeln für die Digitalisierung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;mark&amp;gt;Die folgende Übersicht muss mit den Institutionen bzgl. Änderungen und Ergänzungen abgestimmt werden.&amp;lt;/mark&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|+ Rollen der Schlüsselakteure (■ Hauptrolle · ○ Nebenrolle · ? vermutet oder offen)&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
B. Bewahren, D. Dokumentieren, K1. Erfassen, K2. Digitalisieren K3. Erhalten, K4. Nutzung ermöglichen, S. Steuern, F. Fördern&lt;br /&gt;
! Akteur !! Typ / Trägerschaft !! B !! D !! K1 !! K2 !! K3 !! K4 !! S !! F !! Hinweise&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Stiftung für das sorbische Volk || Stiftung des öffentlichen Rechts, finanziert von Bund, Freistaat Sachsen u. Land Brandenburg || ○ || || || || || || ■ || ■ || bewirtschaftete 2019 den Dom Njechorńskeho&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019b&amp;quot;/&amp;gt;; unterstützt beide sorbischen Museen finanziell&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Sorbisches Institut (SI) mit Sorbischem Kulturarchiv (SKA) und Sorbischer Zentralbibliothek || Forschungseinrichtung mit Archiv und Bibliothek; eingetragener Verein, gefördert u. a. durch die Stiftung || ■ || ? || ■ || ■ || ? || ■ || ○ || || Virtueller Lesesaal mit Bibliographie, Katalog, digitalisierten Drucken, Handschriften, Fotos und Filmen; digitales Schrifttum auch über Sachsen.Digital; Sorabicon als Sorbisches Kulturlexikon&amp;lt;ref name=&amp;quot;vls&amp;quot;&amp;gt;Sorbisches Institut o. J.: Virtueller Lesesaal. URL: https://www.serbski-institut.de/bibliothek/virtueller-lesesaal/, abgerufen am 20.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;; plant das Sorbische Kulturregister (SKR)&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;&amp;gt;Sorbisches Institut 2025: Konzept für ein Sorbisches Kulturregister (SKR), zweite aktualisierte Fassung vom 20.11.2025. URL: https://www.serbski-institut.de/wp-content/uploads/2021/11/00_Zweite-aktualisierte-Fassung_Konzept_Sorbisches-Kulturregister_20.11.2025.pdf&amp;lt;/ref&amp;gt; und das Digitalisierungszentrum (DZ) auch für andere Träger&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz&amp;quot;&amp;gt;Sorbisches Institut: Digitalisierungszentrum (DZ). URL: https://www.serbski-institut.de/projekte-zentrale-vorhaben/digitalisierungszentrum-dz/&amp;lt;/ref&amp;gt;; langfristige Erhaltung für Dritte ''offen''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Sorbisches Museum Bautzen || Museum; Landkreis Bautzen, finanziell unterstützt von der Stiftung&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt; || ■ || || ○ || ? || ? || ? || || || Inventarverzeichnis vorhanden&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;; Digitalisierungsstand und Online-Angebot ''offen''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Wendisches Museum Cottbus || Museum; Stadt Cottbus, finanziell unterstützt von der Stiftung&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt; || ■ || || ○ || ? || ? || ? || || || Inventarverzeichnis vorhanden&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;; Digitalisierungsstand und Online-Angebot ''offen''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Sächsische Landesbibliothek – Staats- und Universitätsbibliothek Dresden (SLUB) || Landes- und Universitätsbibliothek; Freistaat Sachsen || ■ || || ○ || ? || ○ || ■ || || || Lusatica-Sammlung, die das kulturelle Erbe der Sorben zugänglich machen soll&amp;lt;ref name=&amp;quot;slub&amp;quot;&amp;gt;SLUB Dresden o. J.: Sammlungen zur sächsischen Landeskunde. URL: https://www.slub-dresden.de/entdecken/saechsische-landeskunde/sammlungen, abgerufen am 20.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;; über Sachsen.Digital ist auch digitales Schrifttum des SI erreichbar&amp;lt;ref name=&amp;quot;vls&amp;quot;/&amp;gt; (Betrieb der Plattform durch die SLUB); eigene digitale Langzeitarchivierung&amp;lt;ref name=&amp;quot;nestor&amp;quot;&amp;gt;nestor o. J.: Mitglied SLUB Dresden. URL: https://www.langzeitarchivierung.de/Webs/nestor/EN/nestor/Mitglieder/sLUB.html, abgerufen am 20.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;, ob sie Digitalisate sorbischer Träger übernehmen könnte, ist ''offen''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Domowina – Bund Lausitzer Sorben e. V. mit Regionalverbänden und Ortsgruppen || Dachverband sorbischer Vereine; eingetragener Verein || ○ || ○ || || || || || ○ || || Eigentümerin des Dom Njechorńskeho; Ortsgruppe Trebendorf bewirtschaftet den Hanzo Šustrowy dom&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019b&amp;quot;/&amp;gt;; mindestens 9 der 23 kleinen Sammlungsorte sind direkt oder über Mitgliedsvereine mit ihr verbunden&amp;lt;ref name=&amp;quot;liste2026&amp;quot;/&amp;gt;; Chronistengruppe der Župa Michał Hórnik; Fachkommission „Sorbisches Kulturerbe“ 2018-2020&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2020&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Maćica Serbska e. V. || wissenschaftliche Gesellschaft; Verein || || || || || || || ○ || || Arbeitskreis „Museale Einrichtungen“ mit rund 40 Adressaten; Denkmalausschuss mit eigenem, von der Stiftung verwaltetem Budget, 2019 als Vorbild für die Bewertung von Kulturerbe genannt&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Sorbisches National-Ensemble (SNE) || Ensemble; gGmbH der Stiftung || ■ || ? || ○ || || || || || || geordnetes Arbeitsarchiv; 2019 vorgeschlagen, dort nur Kopien zu halten und die Originale an das SKA zu geben&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;; Umfang ''offen''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Studijo Lucija || Medienproduktion; gGmbH des Sorbischen Schulvereins  e. V. || ○ || ■ || || || || || || || dokumentiert sorbische Veranstaltungen; Aufnahmen liegen beim Studio und werden tlw. an das SKA übergeben&amp;lt;ref name=&amp;quot;lucija&amp;quot;&amp;gt;; schriftlicher Beleg noch einzuholen.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Mitteldeutscher Rundfunk (MDR) und Rundfunk Berlin-Brandenburg (rbb), sorbischsprachige Programme || öffentlich-rechtlicher Rundfunk || ■? || ■ || || || || ○? || || || Produktionen standen dem SKA 2019 aus rechtlichen Gründen nicht zur Verfügung&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;; Archivbestände und heutiger Stand ''offen''&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.1.3 Akteursgruppen ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die meisten Kulturgutträger sind kleinere Einrichtungen, Gruppen oder Privatpersonen. Sie werden hier zu Gruppen zusammengefasst. Die Anzahlen sind Mindestwerte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;mark&amp;gt;Die folgende Übersicht muss insb. mit Domowina, SI und Lucija bzgl. Änderungen und Ergänzungen abgestimmt werden.&amp;lt;/mark&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|+ B. Bewahren, D. Dokumentieren, K1. Erfassen, K2. Digitalisieren K3. Erhalten, K4. Nutzung ermöglichen, S. Steuern, F. Fördern&lt;br /&gt;
! Gruppe !! Beispiele !! Typische Trägerschaft !! Bekannte Anzahl !! Typische Rollen !! Besonderheiten&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Kleine Museen, Heimatstuben, Gedenk- und Begegnungsorte ||&lt;br /&gt;
* Muzej Ćišinskeho (Panschwitz-Kuckau),&amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
* Njepilic dwór (Rohne), &lt;br /&gt;
* Sorbisches Kulturzentrum Schleife, &lt;br /&gt;
* Heimatmuseum Dissen, &lt;br /&gt;
* Archiv verschwundener Orte (Horno) &lt;br /&gt;
|| Gemeinde, Förderverein, Domowina-Ortsgruppe, privat || 22 in der Domowina-Übersicht 2019 (9 Ober-, 13 Niederlausitz)&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019b&amp;quot;/&amp;gt;; 23 in der Arbeitsliste 2026, davon 12 bisher nur durch die Domowina-Unterlagen belegt&amp;lt;ref name=&amp;quot;liste2026&amp;quot;/&amp;gt; || '''B''' ■, '''D''' ○ || überwiegend ehrenamtlich; 2019 benannte Defizite: fehlender Nachwuchs, fehlende Marketingstrategie, fehlende Vernetzung, unzureichende Finanzierung, fehlende fachliche Begleitung; teilweise ohne eigenes Inventar&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;; zwei private Ausstellungen ohne jede Förderung, von den Betreibern im Ruhestand allein betreut&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019b&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Regionale Museen mit sorbischen Beständen || &lt;br /&gt;
* Museum der Westlausitz Kamenz, &lt;br /&gt;
* Museum Bautzen, &lt;br /&gt;
* Spreewald-Museum Lübbenau mit Freilandmuseum Lehde, &lt;br /&gt;
* Slawenburg Raddusch, &lt;br /&gt;
* Niederlausitzer Heidemuseum Spremberg &lt;br /&gt;
|| Landkreis oder Kommune (''Annahme'') || 7 in der Domowina-Übersicht 2019 (2 Ober-, 5 Niederlausitz)&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019b&amp;quot;/&amp;gt; || '''B''' ■; &amp;lt;br&amp;gt;'''K1-K4''' ''offen'' || Umfang des sorbischen Anteils am Bestand ''offen''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Ensembles, Chöre, Trachten- und Brauchtumsgruppen || – || Verein || ''offen'' || tragen die Praxis;&amp;lt;br&amp;gt; '''D''' ○, '''B''' ○ || Trachtenfundi 2019 ausdrücklich zu den Beständen in sorbischer Verantwortung gezählt&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;; eigene Aufnahmen und Fundi meist nicht erfasst (''Annahme'')&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Chronisten, Film- und Fotoamateure || &lt;br /&gt;
* Chronistengruppe der Župa Michał Hórnik, &lt;br /&gt;
* deutsch-sorbischer Filmkreis &lt;br /&gt;
|| ehrenamtlich, privat || ''offen'' || '''D''' ■, '''B''' ○ || Beiträge von Laien 2019 nur sporadisch, Bestände oft unstrukturiert&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Private Sammlungen und Nachlässe || &lt;br /&gt;
* Nachlass der Malerin Hanka Krawcec, überwiegend in Tschechien; &lt;br /&gt;
* weitere private Sammlungen und Nachlässe in Ober- und Niederlausitz &lt;br /&gt;
|| privat || 4 in der Domowina-Übersicht 2019; tatsächlich ''offen'' || '''B''' ■ || Verbleib beim Generationenwechsel ungesichert (''Annahme'')&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Kirchliche Einrichtungen || &lt;br /&gt;
* Ausstellung zu Jan Bjedrich Fryco in der evangelischen Kirche Kolkwitz; &lt;br /&gt;
* kirchliches Informations- und Begegnungszentrum in Horno mit Holzmodellen abgebaggerter Kirchen&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019b&amp;quot;/&amp;gt; &lt;br /&gt;
|| Kirchgemeinde || 2 (in den kleinen Orten enthalten); weitere ''offen'' || '''B''' ○ || weitere kirchliche Bestände nicht erfasst (''Annahme'')&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Weitere sorbische Kultur- und Medieneinrichtungen || &lt;br /&gt;
* Deutsch-Sorbisches Volkstheater (Archiv 2019 zusammen mit dem des SNE genannt); &lt;br /&gt;
* Domowina-Verlag (2019 als Produzent genannt, dessen Erzeugnisse an das SKA gehen sollten)&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt; &lt;br /&gt;
|| verschieden || ''offen'' || '''B''' ○ || Umfang ''offen''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Öffentliche Träger und Fördergeber || &lt;br /&gt;
* Bund, &lt;br /&gt;
* Freistaat Sachsen, &lt;br /&gt;
* Land Brandenburg, &lt;br /&gt;
* Landkreise, &lt;br /&gt;
* Kommunen &lt;br /&gt;
|| öffentlich || – || '''F''' ■, '''S''' ○ || tragen die großen Museen; 2019 erfüllten kleine Museen im Landkreis Bautzen die Kriterien für eine institutionelle Förderung nicht, im Landkreis Spree-Neiße waren die Bedingungen besser&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Überregionale Gedächtniseinrichtungen || &lt;br /&gt;
* Oberlausitzische Bibliothek der Wissenschaften Görlitz&amp;lt;ref name=&amp;quot;slub&amp;quot;/&amp;gt;; &lt;br /&gt;
* Sächsisches Staatsarchiv, &lt;br /&gt;
* Brandenburgisches Landeshauptarchiv, &lt;br /&gt;
* Deutsche Nationalbibliothek (''Annahme''); &lt;br /&gt;
* Einrichtungen in Tschechien &lt;br /&gt;
|| öffentlich || ''offen'' || '''B''' ○; &amp;lt;br&amp;gt;mögliche Partner für K3 und K4 || sorbische Bestände außer in Görlitz ''offen''&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.1.4 Erste Befunde ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;mark&amp;gt;Die folgende Übersicht muss mit den Institutionen bzgl. Korrektheit und Vollständigkeit abgestimmt werden.&amp;lt;/mark&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Rollenübersicht erlaubt erste Hinweise, die in den folgenden Abschnitten geprüft werden:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* '''Bewahren ist breit verteilt, Dienste sind konzentriert.''' Erfassen und Digitalisieren für mehrere Träger plant nach heutigem Kenntnisstand vor allem das SI. Die SLUB macht sorbisches Schrifttum bereits digital zugänglich, auch aus Beständen des SI. Ob weitere Akteure Dienste für Dritte anbieten, ist ''offen''.&lt;br /&gt;
* '''Für die langfristige Erhaltung fremder Bestände ist kein sorbischer Akteur erkennbar.''' Offen ist, wer Digitalisate anderer Träger verbindlich und dauerhaft übernimmt. So gelangen Veranstaltungsaufnahmen des Studijo Lucija nur komprimiert und teilweise in das SKA.&amp;lt;ref name=&amp;quot;lucija&amp;quot;/&amp;gt; Die SLUB betreibt eine eigene digitale Langzeitarchivierung; ob sie auch für sorbische Träger in Frage kommt, ist ''offen''. Das Gleiche gilt für das Sächsische Staatsarchiv.&lt;br /&gt;
* '''Die Dokumentation des lebendigen Kulturlebens liegt teils außerhalb sorbischer Verantwortung.''' Sorbischsprachige Produktionen von MDR und rbb standen dem SKA 2019 aus rechtlichen Gründen nicht zur Verfügung.&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt; Der heutige Stand ist ''offen''.&lt;br /&gt;
* '''Die Domowina ist der wichtigste Zugang zu kleinen Trägern.''' Mindestens 9 der 23 kleinen Sammlungsorte sind direkt oder über Mitgliedsvereine mit ihr verbunden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;liste2026&amp;quot;/&amp;gt; Ihre Strukturen eignen sich daher als Weg, kleine Träger zu erreichen – für die Erhebung ebenso wie für spätere Unterstützungsangebote.&lt;br /&gt;
* '''Das Wissen über kleine Träger ist lückenhaft und teils veraltet.''' 12 der 23 kleinen Orte sind bisher nur durch die Domowina-Unterlagen von 2019 und 2020 belegt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;liste2026&amp;quot;/&amp;gt; Ob sie heute noch bestehen und wie es um ihre Bestände steht, ist ''offen''. Besonders privat betreute Ausstellungen werden in Abschnitt 3.2 auf ihre Gefährdung geprüft.&lt;br /&gt;
* '''Kleine Träger haben keine feste Anlaufstelle, die Koordination war 2020 ungeklärt.''' Das frühere Sorbische Folklorezentrum war seit 1993 faktisch nicht mehr tätig.&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt; In der Niederlausitz diente 2020 ein Projekt zur Inwertsetzung des immateriellen Kulturerbes auch der Vernetzung kleiner Museen. Der Kulturausschuss der Domowina sah sich als ehrenamtliches Gremium nicht in der Lage, die Koordination zu leisten, und bat Fachinstitutionen und die Gremien der Stiftung, Verantwortung zu übernehmen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2020&amp;quot;/&amp;gt; Wie das heute geregelt ist, untersucht Abschnitt 3.4.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Liste aller bekannten Sammlungsorte mit Typ, Trägerschaft und Kulturgutklassen steht in [[12.3.A3 Sammlungsorte des sorbischen Kulturerbes|Anhang 12.3.A3]]. Sie wird laufend ergänzt.&lt;br /&gt;
&amp;lt;!-- Anhang 12.3.A3 aus der Arbeitsliste vom 02.04.2026 aufbauen; Namen privater Sammler nur mit Einverständnis --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== 3.2 Bestände und Bedarfe ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieser Abschnitt beschreibt die Nachfrageseite der Analyse: Welche Bestände sorbischen Kulturerbes gibt es, wie weit sind sie erfasst und digitalisiert, welche sind gefährdet, und welche Unterstützung brauchen die Kulturgutträger? Festgestellt wird dabei nur, wo Zeitdruck besteht. Welche Bestände mit welcher Priorität bearbeitet werden, sollten die sorbische Gemeinschaft und ihre Fachgremien entscheiden (vgl. [[#2.4.2 Prozessschritte im Detail|Prozessschritt 3 „Bewerten &amp;amp; freigeben“]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein institutionsübergreifender Überblick über die Bestände existiert bisher nicht (siehe 3.2.5). Die folgenden Angaben sind daher Mindestwerte und Größenordnungen aus veröffentlichten Angaben der Einrichtungen, Projektunterlagen und den in [[#3.1 Akteure und Rollen|Abschnitt 3.1]] genannten Quellen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;mark&amp;gt;Die Bestände sollten mit den SI, insb. Register, bzgl. Korrektheit und Vollständigkeit abgestimmt werden, evtl. liegt dort ein institutionsübergreifender Überblick über Bestände vor.&amp;lt;/mark&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.2.1 Begriffe ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
; Sammlungsort&lt;br /&gt;
: Ort, an dem Kulturgüter verwahrt werden, etwa ein Museum, ein Archiv, eine Heimatstube oder eine Privatwohnung. Ein Akteur kann mehrere Sammlungsorte haben.&lt;br /&gt;
; Bestand&lt;br /&gt;
: Abgrenzbare Gruppe von Kulturgütern einer [[#2.2 Klassifizierung von Kulturgütern|Kulturgutklasse]], die an einem Sammlungsort gemeinsam verwahrt wird, zum Beispiel die Fotografien einer Heimatstube oder die Tonbänder eines Archivs. Feiner unterschieden wird nur, wenn sich Zustand oder Rechtslage deutlich unterscheiden. Ein Bestand gehört zu dem Ort, an dem das Original oder die Masterdatei liegt - Kopien an anderen Orten beschreiben seinen Digitalisierungsstand.&lt;br /&gt;
: Bei immateriellem Kulturerbe gilt die vorhandene Dokumentation als Bestand, etwa Ton- und Videoaufnahmen oder Beschreibungen. Eine bisher nicht dokumentierte Praxis erscheint als Dokumentationsbedarf.&lt;br /&gt;
; Bedarf&lt;br /&gt;
: Was ein Bestand oder ein Kulturgutträger braucht. &lt;br /&gt;
:* ''Bestandsbezogene'' Bedarfe richten sich auf die [[#2.3.2 Vier Kernfunktionen|vier Kernfunktionen]] (erfassen, digitalisieren, langfristig erhalten, zugänglich machen). &lt;br /&gt;
:* ''Trägerbezogene'' Bedarfe betreffen den Akteur selbst, etwa Personal, Beratung oder Finanzierung.&lt;br /&gt;
; Dringlichkeit&lt;br /&gt;
: Zeitdruck, der sich aus einer Gefährdung ergibt. Sie ist nicht gleichbedeutend mit Priorität, in die auch kulturelle Bedeutung, Nutzen und Machbarkeit eingehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.2.2 Bestandslandkarte ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Übersicht folgt der [[#2.2 Klassifizierung von Kulturgütern|Klassifizierung aus Abschnitt 2.2]]. Sie nennt für jede Klasse typische Bestände, die wichtigsten Träger und den bekannten Stand. Einzelne Sammlungsorte stehen in [[12.3.A3 Sammlungsorte des sorbischen Kulturerbes|Anhang 12.3.A3]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|+ Bestände nach Kulturgutklassen (Stand: weitgehend · teilweise · kaum · ''offen'')&lt;br /&gt;
! Klasse !! Typische Bestände !! Wichtigste Träger !! Umfang, soweit bekannt !! Erfasst !! Digitalisiert !! Gefährdung&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''A''' Materiell – unbeweglich || Denkmale, Gedenktafeln, Inschriften, Grabmäler, Blockbauten, Wirkungsstätten, Kirchen || Eigentümer, Gemeinden, Kirchgemeinden; dokumentiert durch das SI || Inventar sorbischer Kulturdenkmale in Sachsen: 61 Aktenordner, 6.300 analoge Fotomotive&amp;lt;ref name=&amp;quot;dmp&amp;quot;&amp;gt;Sorbisches Institut o. J.: Datenmanagementplan zum Teilprojekt „Sorbische Kulturdenkmale in Sachsen“ im Verbundprojekt DIKUSA – Vernetzung digitaler Kulturdaten in Sachsen, Laufzeit 01.02.2022-31.12.2025. URL: https://www.saw-leipzig.de/de/projekte/dikusa/datenmanagementplaene-1/dmp_si_dikusa.pdf/@@download/file/DMP_SI_Dikusa.pdf, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;; nach einer älteren Untersuchung rund 1.700 Objekte in der sächsischen Oberlausitz (''zu prüfen'')&amp;lt;ref name=&amp;quot;kdm&amp;quot;&amp;gt;Fachpublikation zu sorbischen Kulturdenkmalen. Interne Referenz: saxorum-10788_Sorbische_Kulturdenkmale_digital_erfassen_präsentieren.pdf. Angabe nach Projektunterlagen, noch zu prüfen.&amp;lt;/ref&amp;gt; || teilweise: Sachsen inventarisiert; Niederlausitz in Erfassung, geplant in drei Phasen bis 2031&amp;lt;ref name=&amp;quot;nlposter&amp;quot;&amp;gt;Sorbisches Institut o. J.: Materielle Zeugnisse sorbischer/wendischer Kultur in der Niederlausitz. Modul 4 des Vorhabens „Digitales Portal zu sorbischen und Lausitzer Sprach- und Kulturlandschaften“ (Poster). URL: https://serbski-institut.de/wp-content/uploads/2021/11/A0-Druck_DigPortal-M4.pdf, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; || teilweise: Inventar Sachsen 2022-2025 digital aufbereitet&amp;lt;ref name=&amp;quot;dmp&amp;quot;/&amp;gt;; 78 Objekte öffentlich im Atlas auf Sorabicon (April 2026)&amp;lt;ref name=&amp;quot;atlas&amp;quot;&amp;gt;Sorbisches Institut 2026: Pressemitteilung zum digitalen Atlas sorbischer Kulturdenkmale im Wissensportal Sorabicon, 30.04.2026. URL: https://idw-online.de/de/news870102, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; || Verwitterung, Umbau, Abriss; Inventar teils nur analog oder in veralteten Dateiformaten (siehe 3.2.3)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''B1''' Schriftgut || Bücher, Zeitungen, Handschriften, Nachlässe, Vereins- und Institutionsakten, Plakate, Grafik || Sorbische Zentralbibliothek, Sorbisches Kulturarchiv (SKA), Sorbisches Museum, SLUB, Hórnik-Bibliothek im Wendischen Seminar Prag, Oberlausitzische Bibliothek der Wissenschaften Görlitz || Zentralbibliothek ca. 110.000 Medieneinheiten&amp;lt;ref name=&amp;quot;liste2026&amp;quot;/&amp;gt;; Sorbisches Museum über 1.000 Schriftquellen, ca. 1.700 Plakate, ca. 6.000 Grafiken&amp;lt;ref name=&amp;quot;sm&amp;quot;&amp;gt;Sorbisches Museum Bautzen o. J.: Museum – Sammlung. URL: https://sorbisches-museum.de/museum/?lang=en, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;; SKA: Nachlässe, Akten der Domowina 1912-1989 und sorbischer Vereine, Umfang ''offen''&amp;lt;ref name=&amp;quot;ska&amp;quot;&amp;gt;Sorbisches Institut o. J.: Sorbian Cultural Archive. URL: https://www.serbski-institut.de/en/sorbian-cultural-archive/, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; || weitgehend in den Bibliotheken (Katalog, Sorbische Bibliographie)&amp;lt;ref name=&amp;quot;vls&amp;quot;/&amp;gt;; kleine und private Träger ''offen'' || teilweise: 1.634 Dokumente des SI auf Sachsen.Digital (Stand 2021)&amp;lt;ref name=&amp;quot;ldp&amp;quot;&amp;gt;Sorbisches Institut 2021: Pressemitteilung zu Digitalisaten aus dem Landesdigitalisierungsprogramm Sachsen (u. a. „Serbowka“, erstes sorbisches Lehrbuch), 12.03.2021. URL: https://serbski-institut.de/wp-content/uploads/2021/12/2021-03-12_MI_Erstes-sorbisches-Lehrbuch-LDP_Serbowka_de.4753.pdf, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;; Handschriften des SKA 2016 digitalisiert&amp;lt;ref name=&amp;quot;hs&amp;quot;&amp;gt;Sorbisches Institut o. J.: Digitalisate handschriftlicher Literatur aus den Beständen des SKA in Sachsen.digital. URL: https://serbski-institut.de/de/Handschriften-als-Digitalisat, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;; Zeitungen und Zeitschriften teils online&amp;lt;ref name=&amp;quot;vls&amp;quot;/&amp;gt; || Nachlässe in Privatbesitz; säurehaltiges Papier des 19. und 20. Jahrhunderts (''Annahme'', nicht erhoben)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''B2''' Fotografien und Bildträger || Fotosammlungen und Fotonachlässe, Negative, Glasplatten, Dias || SKA, Sorbisches Museum, Wendisches Museum, Stadtmuseum Cottbus, SI (Kulturdenkmale), Sorbisches National-Ensemble (SNE), Domowina Verlag (LND), Deutsch-Sorbisches Volkstheater ''(Annahme)'', Chronisten, Privatpersonen || Sorbisches Museum ca. 10.500 Fotos&amp;lt;ref name=&amp;quot;sm&amp;quot;/&amp;gt;; Inventar Kulturdenkmale 6.300 Motive&amp;lt;ref name=&amp;quot;dmp&amp;quot;/&amp;gt;; SKA ''offen'' || teilweise bei Museen und SKA; private Bestände oft unstrukturiert&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt; || teilweise: ausgewählte Bildsammlungen des SKA im Virtuellen Lesesaal&amp;lt;ref name=&amp;quot;vls&amp;quot;/&amp;gt;; Glasplattennegative der Sammlung Fritz Unger (Stadtmuseum Cottbus) mit wendischen Motiven auf museum-digital&amp;lt;ref name=&amp;quot;unger&amp;quot;&amp;gt;museum-digital:brandenburg o. J.: Wendische Trachtengruppe, Glasplattennegativ, Fotografische Sammlung Fritz Unger, Stadtmuseum Cottbus, Inv.-Nr. U190-05. URL: https://brandenburg.museum-digital.de/pdf/object/65463.pdf?lang=de, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; || Negative und Glasplatten empfindlich; private Bestände ohne Verzeichnis&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''B3''' Analoge AV-Träger || Tonbänder, Kassetten, Schallplatten, Videobänder, Filme || SKA, MDR und rbb, SNE, Amateurfilmer, Njepila-Hof (Tondokumente)&amp;lt;ref name=&amp;quot;liste2026&amp;quot;/&amp;gt;; Filme der früheren DEFA (Filmstudio der DDR), Hörfunkbestände der DDR-Zeit im Deutschen Rundfunkarchiv (''Annahme'') || sorbischsprachiger Rundfunk seit 1948&amp;lt;ref name=&amp;quot;rundfunk&amp;quot;&amp;gt;Wikipedia (englisch): Sorbischer Rundfunk. URL: https://en.wikipedia.org/wiki/Sorbischer_Rundfunk, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;; DEFA-Gruppe „Sorbischer Film“ 1980-1990: knapp 40 Filme&amp;lt;ref name=&amp;quot;defa&amp;quot;&amp;gt;Deutsches Historisches Museum, Zeughauskino o. J.: Filmreihe „Sorbische Filmlandschaften“. URL: https://www.dhm.de/zeughauskino/filmreihe/sorbische-filmlandschaften/, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;; SKA, SNE und Amateurbestände ''offen'' || kaum bekannt || teilweise: Filme des SKA im sächsischen Programm zur Sicherung des audiovisuellen Erbes digitalisiert&amp;lt;ref name=&amp;quot;vls&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;avsachsen&amp;quot;&amp;gt;Leipziger Internet Zeitung 2020: Über 50.000 Film- und Tonminuten digitalisiert. Zwischenbilanz zur Sicherung des audiovisuellen Erbes in Sachsen, 16.09.2020. URL: https://www.l-iz.de/melder/wortmelder/2020/09/Ueber-50-000-Film-und-Tonminuten-digitalisiert-Zwischenbilanz-zur-Sicherung-des-audiovisuellen-Erbes-in-Sachsen-349190, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;; Umfang ''offen'' || '''hoch''': Magnetbandformate sind veraltet, die routinemäßige Überspielung endete nach Einschätzung von UNESCO und IASA (Internationaler Verband der Schall- und audiovisuellen Archive) etwa 2025&amp;lt;ref name=&amp;quot;mta&amp;quot;&amp;gt;IASA o. J.: Announcing the Magnetic Tape Alert Project (UNESCO-Programm „Information for All“ und IASA). URL: https://iasa-web.org/node/5374, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''B4''' 3D-Objekte || Trachten und Textilien, Volkskunst, Ostereier, Keramik, Hausrat, Kunstwerke || Sorbisches Museum, Wendisches Museum, Heimatmuseen und Heimatstuben, Trachtenfundi von Vereinen und Ensembles, private Sammlungen || Sorbisches Museum ca. 35.000 inventarisierte Objekte über alle Sammlungsbereiche, davon Kunstsammlung 6.900 Werke&amp;lt;ref name=&amp;quot;sm&amp;quot;/&amp;gt;; Wendisches Museum: größte Sammlung niedersorbischer Tracht, Zahl ''offen''&amp;lt;ref name=&amp;quot;wm&amp;quot;&amp;gt;Wendisches Museum Cottbus o. J.: Selbstdarstellung des Museums, Dokument im Ratsinformationssystem der Stadt Cottbus. URL: https://session.cottbus.de/oparl/bodies/0001/downloadfiles/00007050.pdf, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;; Heimatmuseum Dissen 6.700 inventarisierte Exponate (SKR-Konzept, S. 8)&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;/&amp;gt;; Jänschwalde über 40 Originaltrachten und über 1.000 Keramiken&amp;lt;ref name=&amp;quot;liste2026&amp;quot;/&amp;gt; || teilweise: beide sorbischen Museen haben Inventare, aber kein verknüpfendes System (SKR-Konzept, S. 7)&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;/&amp;gt;; kleine Museen teils ohne Inventar&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt; || kaum: acht Häuser mit sorbischem Schwerpunkt haben zusammen 401 Objekte auf museum-digital veröffentlicht (SKR-Konzept, S. 8)&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;/&amp;gt;; Online-Sammlungen der beiden sorbischen Museen nicht gefunden || Textilien empfindlich; private Ausstellungen ohne Nachfolge (siehe 3.2.3)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''C1''' Orale Traditionen || Sprache und Dialekte, Erzählungen, Sagen, Zeitzeugenberichte || Sprecherinnen und Sprecher; dokumentiert durch SI und Rundfunk || ''offen'' || teilweise: Zeitzeugen-O-Töne im Wissensportal Sorabicon&amp;lt;ref name=&amp;quot;atlas&amp;quot;/&amp;gt;; Zeitzeugen-Sammlung von Lucija auf YouTube &amp;lt;mark&amp;gt;Referenz&amp;lt;/mark&amp;gt; || teilweise || '''hoch''' für das Niedersorbische: nach Angaben des Bundesinnenministeriums 2024 nur noch wenige hundert fließende Sprecherinnen und Sprecher&amp;lt;ref name=&amp;quot;sprache&amp;quot;&amp;gt;Universität Potsdam o. J.: Mehrsprachigkeit in Brandenburg – Sorbisch (mit Verweis auf BMI 2024 und Landesregierung Brandenburg 2024). URL: https://www.uni-potsdam.de/de/svm/mehrsprachigkeit-in-brandenburg/studentische-projekte/sorbisch, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''C2''' Darstellende Künste || Musik, Lieder, Tanz, Theater, Chorgesang || SNE, Deutsch-Sorbisches Volkstheater, Chöre und Ensembles; dokumentiert durch Rundfunk und Studijo Lucija || ''offen'' || ''offen'' || teilweise: neuere Aufnahmen meist ursprünglich digital (siehe D1) || ältere Mitschnitte auf AV-Trägern (siehe B3); digitale Mitschnitte, die nicht langzeittauglich gelagert und nicht registriert sind (siehe D1 und D2)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''C3''' Rituale und Feste || Bräuche und Feste im Jahreslauf, u. a. Vogelhochzeit, Zampern, Zapust, Ostersingen, Osterreiten, Maibaum, Kirmes || MDR, rbb, Studio Lucija, Vereine, Dorfgemeinschaften, Kirchgemeinden || „Gesellschaftliche Bräuche und Feste der Lausitzer Sorben im Jahreslauf“ seit 2014 im Bundesweiten Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes&amp;lt;ref name=&amp;quot;ike&amp;quot;&amp;gt;Sorbisches Institut 2020: Aufruf und Fragebogen zur Erhebung sorbischer/wendischer Bräuche und Feste im Landkreis Spree-Neiße, 18.12.2020. URL: https://www.serbski-institut.de/wp-content/uploads/2022/03/IKE-Fragebogen-Aufruf_2020_12_189_DE.4701.pdf, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;iketour&amp;quot;&amp;gt;Sachsen-Tourismus 2025: Hintergrundtext Immaterielles Kulturerbe. URL: https://www.sachsen-tourismus.de/fileadmin/mediendatenbank_ALT/mediendatenbank/bilder/presse/rechercheideen/hintergrundtext-immaterielles-kulturerbe-2025.pdf, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; || teilweise: Erhebung im Landkreis Spree-Neiße durch das SI ab 2020, Ergebnisstand ''offen''&amp;lt;ref name=&amp;quot;ike&amp;quot;/&amp;gt;; Oberlausitz ''offen'' || teilweise || Praxis im Wandel; frühere Ausprägungen nur über Dokumentation greifbar (''Annahme'')&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''C4''' Wissen über Natur und Universum || Volksglaube, Heil- und Sammelwissen, religiöse Praxis || Familien, Kirchgemeinden || ''offen'' || ''offen'' || ''offen'' || Wissen oft bei wenigen, teils älteren Personen (SKR-Konzept, S. 8)&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''C5''' Traditionelles Handwerk || Ostereiverzierung, Trachtenherstellung und -pflege, Weben, Flachs und Leinen, Töpfern || Handwerkerinnen und Handwerker, Vereine, Heimatmuseen, z. B. Sorbische Webstube Drebkau&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;/&amp;gt;, Kólasko Drachhausen&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019b&amp;quot;/&amp;gt; || ''offen'' || ''offen'' || ''offen'' || Wissen an wenige Personen gebunden; fehlender Nachwuchs (SKR-Konzept, S. 8)&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''D1''' Born-digital || Websites, soziale Medien, Veranstaltungsmitschnitte, digitale Fotos und Videos, digitale Publikationen, Projektdaten || Studijo Lucija, Rundfunk, Verlage, Vereine, Einrichtungen || ''offen'' || kaum || – || '''hoch''': keine systematische Sicherung sorbischer Web- und Social-Media-Inhalte bekannt; Webarchivierung in Deutschland insgesamt lückenhaft&amp;lt;ref name=&amp;quot;webarchiv&amp;quot;&amp;gt;netzpolitik.org 2026: Kritische Infrastruktur: Bei der Web-Archivierung fehlt die Strategie. URL: https://netzpolitik.org/2026/kritische-infrastruktur-bei-der-web-archivierung-fehlt-die-strategie/, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;; Masterdateien teils nur beim Erzeuger&amp;lt;ref name=&amp;quot;lucija&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''D2''' Digitalisate || digitale Repräsentationen aus den Klassen A bis C || SI, SLUB, Museen, Projekte || SI: 1.634 Dokumente auf Sachsen.Digital (2021)&amp;lt;ref name=&amp;quot;ldp&amp;quot;/&amp;gt;; Sorabicon: zwölf veröffentlichte Sammlungen (2026)&amp;lt;ref name=&amp;quot;atlas&amp;quot;/&amp;gt; || teilweise: über Kataloge und die Deutsche Digitale Bibliothek nachgewiesen, teils als gemeinfrei gekennzeichnet&amp;lt;ref name=&amp;quot;ddb&amp;quot;&amp;gt;Deutsche Digitale Bibliothek o. J.: Wot togo narodu Jesu Christußa (1865), Datengeber: Sorbisches Institut / Sorbisches Kulturarchiv. URL: https://www.deutsche-digitale-bibliothek.de/item/3IVBZKDCQK6LHTOFW5HKYF235K6A4QEF, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; || – || Langzeiterhaltung teils ungeklärt: Projektdaten lagen bei einem Webhoster mit Datensicherung, die Langzeitarchivierung war „zu eruieren“&amp;lt;ref name=&amp;quot;dmp&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.2.3 Bestände mit vorrangigem Digitalisierungsbedarf ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als vorrangig gilt ein Bestand, wenn mindestens einer der folgenden Gründe zutrifft:&lt;br /&gt;
# '''Materialverfall oder veraltete Technik:''' Der Träger zerfällt, oder Abspielgeräte sind kaum noch verfügbar.&lt;br /&gt;
# '''Ungesicherte Betreuung:''' Nachfolge, Räume oder Trägerschaft sind nicht gesichert.&lt;br /&gt;
# '''Unikat ohne Sicherung:''' Es gibt weder eine Kopie noch einen Nachweis an anderer Stelle.&lt;br /&gt;
# '''Schwindendes Wissen:''' Trägerinnen und Träger einer Praxis oder Zeitzeugen können nur noch begrenzte Zeit befragt werden.&lt;br /&gt;
# '''Ungesicherte digitale Dateien:''' Masterdateien fehlen, es gibt kein Zielarchiv, oder die Dateiformate veralten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die '''Dringlichkeit''' ist &lt;br /&gt;
* ''hoch'', wenn Verlust oder Unzugänglichkeit innerhalb weniger Jahre wahrscheinlich sind, &lt;br /&gt;
* ''mittel'', wenn ein Risiko erkennbar ist, der Zeitrahmen aber offen ist, und &lt;br /&gt;
* ''offen'', wenn die Lage nicht bekannt ist. &lt;br /&gt;
Die Herkunft der Dringlichkeit ist mit '''G''' gekennzeichnet, wenn der Bedarf von Trägern oder in ihren Unterlagen genannt wurde, und mit '''A''', wenn er aus der Analyse abgeleitet ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|+ Bestände mit vorrangigem Digitalisierungsbedarf&lt;br /&gt;
! Bestand / Bestandsgruppe !! Träger !! Klasse !! Grund !! Dringlichkeit !! Herkunft !! Quelle&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Ton-, Video- und Filmbestände auf Magnetband und Film || SKA, SNE, Rundfunk, Amateurfilmer, Njepila-Hof u. a. || B3 || 1, 3 || hoch || A || &amp;lt;ref name=&amp;quot;mta&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;ska&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Sprache und Erzählwissen der letzten muttersprachlichen Sprecherinnen und Sprecher des Niedersorbischen || – || C1 || 4 || hoch || A || &amp;lt;ref name=&amp;quot;sprache&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Zwei private Ausstellungen in der Oberlausitz, von den Betreibern im Ruhestand allein und ohne Förderung betreut (Stand 2019) || privat || B4 || 2, 3 || hoch, sofern noch bestehend || G || &amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019b&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Private Sammlungen und Nachlässe, darunter Filme und Chroniken sowie ein Nachlass, dessen Sichtung und Bewertung 2019 erbeten wurde || privat || B1-B4 || 1, 2, 3 || hoch || G || &amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019b&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Veranstaltungsmitschnitte, die nicht zentral registriert sind und nur komprimiert und teilweise an das SKA gehen || Studijo Lucija || D1 (C2, C3) || 5 || hoch || A || &amp;lt;ref name=&amp;quot;lucija&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Inventar sorbischer Kulturdenkmale in Sachsen: analoge Negative und Dateien in veralteten Formaten (u. a. .wps, .wbk, .wks) || SI || B2, D1 || 1, 5 || mittel || A || &amp;lt;ref name=&amp;quot;dmp&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Sorbische Websites und soziale Medien || verschieden || D1 || 5 || mittel || A || &amp;lt;ref name=&amp;quot;webarchiv&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Archiv verschwundener Orte in Horno: Umzug 2019 geplant || Trägerschaft ''offen'' || B1, B2 || 2 || ''offen'' || G || &amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019b&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.2.4 Bedarfe der Kulturgutträger ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Neben dem Bedarf einzelner Bestände haben viele Kulturgutträger Bedarfe, die sie selbst betreffen. Sie werden hier gebündelt und der Seite des Angebots zugeordnet, an die sie sich richten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
! Bedarf !! Betroffene Träger !! Richtet sich an !! Herkunft !! Quelle&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Personal und Nachwuchs für Betreuung und Erfassung || kleine Museen, Heimatstuben, ehrenamtliche Sammlungsorte || Rahmen (F) || G || &amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;; SKR-Konzept, S. 7-8 und 29&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Laufende Finanzierung für Personal und Unterhalt; z. B. jährliches Ringen um Personalmittel in Dissen || kleine Museen || Rahmen (F) || G || &amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019b&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Fachliche Begleitung, Beratung und Schulung || kleine und ehrenamtliche Träger || K1-K3, Rahmen || G || &amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;; SKR-Konzept, S. 10 und 30&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Inventarisierung und digitale Erschließung; Nachholbedarf wegen Personalmangels „teils bestandsgefährdend“ || kleine Museen, private Sammlungen, auch die großen Museen || K1 || G || SKR-Konzept, S. 7&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;/&amp;gt;; &amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Vernetzung und Kooperation || kleine Museen || Rahmen (S) || G || &amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Sichtbarkeit und Präsentation || sorbische Museen, kleine Museen || K4 || G || &amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2020&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Sichtung und Bewertung von Nachlässen || private Nachlässe || K1, Prozessschritt „Bewerten“ || G || &amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019b&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Räume, Bausubstanz und Bewirtschaftung, z. B. Muzej Ćišinskeho, Dom Njechorńskeho || kleine Museen und Gedenkorte || Rahmen (Voraussetzung) || G || &amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019b&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Digitalisierung von Ton-, Film- und Fotobeständen als Dienstleistung || SKA, kleine und private Träger || K2 || A || –&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Verbindlicher Ort für die langfristige Erhaltung von Digitalisaten und ursprünglich digitalen Aufnahmen || Studijo Lucija, Projekte, kleine Träger || K3 || A || &amp;lt;ref name=&amp;quot;lucija&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;dmp&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Rechteklärung und Einwilligungen || Rundfunkproduktionen, Veranstaltungsaufnahmen || Rahmen || G (Rundfunk) / A || &amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Bedarfe des Sorbischen Museums und des Wendischen Museums || beide sorbischen Museen || K1-K4 || G || Anfragen im Rahmen des Digitalisierungskreises&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.2.5 Erste Befunde ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* '''Ein Gesamtüberblick über die Bestände fehlt.''' 2020 wurde festgestellt, dass eine systematische Registrierung des sorbischen Kulturerbes fehlt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2020&amp;quot;/&amp;gt; 2025 beschrieb das SI die Bedingungen an den Sammlungsorten als „von vorbildlich bis prekär“; vieles liege nur analog vor, und die Digitalisierung stehe überwiegend am Anfang.&amp;lt;ref name=&amp;quot;skrhandout&amp;quot;&amp;gt;Sorbisches Institut 2025: Handout zum Pressegespräch „Konzept Sorbisches Kulturregister“, 20.11.2025. URL: https://www.serbski-institut.de/wp-content/uploads/2025/11/2025-11-20_Handout-Pressegespraech-SKR_Konzept.pdf, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Ein Überblick sei derzeit nicht möglich, weil die Sammlungsorte technisch „fraktioniert oder gar inkompatibel“ arbeiten (SKR-Konzept, S. 8).&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
* '''Die bekannten Sammlungsorte sind nur ein Ausschnitt.''' Das SKR-Konzept nennt mehr als 70 Einrichtungen mit kulturerberelevantem Archivgut (S. 10). Im Arbeitskreis Lausitzer Museenland widmet sich etwa ein Drittel der 48 Heimatstuben und Regionalmuseen sorbischer Geschichte und Kultur (S. 7).&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;/&amp;gt; Die Arbeitsliste umfasst bisher rund 32 Orte.&amp;lt;ref name=&amp;quot;liste2026&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
* '''Zahlen gibt es nur für wenige große Träger.''' Für das Sorbische Museum, die Sorbische Zentralbibliothek und die Digitalisate des SI liegen Größenordnungen vor. Für das SKA, das Wendische Museum, die audiovisuellen Bestände und fast alle kleinen Träger fehlen sie. &amp;lt;mark&amp;gt;SKA anfragen&amp;lt;/mark&amp;gt;&lt;br /&gt;
* '''Wo der Zeitdruck am größten ist, ist am wenigsten bekannt.''' Das betrifft vor allem die analogen Ton-, Video- und Filmbestände sowie die Dokumentation des Niedersorbischen.&lt;br /&gt;
* '''Online sichtbar ist nur ein Bruchteil.''' Acht Häuser mit sorbischem Schwerpunkt haben zusammen 401 Objekte auf museum-digital veröffentlicht; das Heimatmuseum Dissen mit 6.700 inventarisierten Exponaten noch keines (SKR-Konzept, S. 8).&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
* '''Digital vorhanden heißt nicht gesichert - ein eigener Dienst &amp;quot;Archivierung&amp;quot; für K4 ist noch nicht konzipiert.''' Ursprünglich digitale Aufnahmen und Projektdaten haben teils kein Zielarchiv oder liegen in veralteten Formaten vor (siehe 3.2.3). Wer diese Aufgabe übernimmt, untersuchen die Abschnitte 3.3 und 3.4.&lt;br /&gt;
* '''Das immaterielle Kulturerbe ist ungleich dokumentiert.''' Für die Niederlausitz gab es ab 2020 eine Erhebung der Bräuche und Feste,&amp;lt;ref name=&amp;quot;ike&amp;quot;/&amp;gt; für die Oberlausitz ist keine vergleichbare bekannt.&lt;br /&gt;
* '''Ein Teil des Erbes liegt außerhalb sorbischer Verantwortung oder außerhalb der Lausitz,''' etwa in Prag, Dresden und Görlitz, in Rundfunkarchiven und bei der DEFA-Überlieferung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Ist-Analyse kann damit Struktur und Schwerpunkte benennen, aber keine vollständige Bestandsübersicht ersetzen. Eine institutionsübergreifende Bestands- und Bedarfserhebung mit Prioritätenliste ist eine eigene Aufgabe (vgl. das Ziel 2028 in [[#1.1 Visionen und Ziele für die sorbische digitale Welt|Abschnitt 1.1]]) und wird bei den Maßnahmen aufgegriffen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== 3.2 Ist-Stand der vier Kernfunktionen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;background-color:#eef5fb;border-left:4px solid #5b9bd5;padding:0.7em 1em;margin:1em 0;&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Leitfrage:''' Welche Kernfunktionen werden durch bestehende Angebote / Dienste und Projekte bereits erfüllt – für welche Bestände, Akteure und Nutzungszwecke?&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Den Schwerpunkt der Ist-Analyse bildet die Frage, '''in welchem Umfang''' die vier zuvor bestimmten Kernfunktionen der Kulturerbe-Digitalisierung im sorbischen Kontext bereits erfüllt werden. Dabei reicht es nicht aus festzustellen, dass ein Projekt, eine Institution oder ein technisches System existiert. Zu prüfen ist vielmehr, welche Leistung tatsächlich verfügbar ist, welche Kulturgutträger und Bestände sie erreicht und welche Lücken verbleiben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für jede Kernfunktion sollte möglichst nach einer einheitlichen Logik untersucht werden:&lt;br /&gt;
* vorhandene Angebote, Systeme und Projekte&lt;br /&gt;
* verantwortliche Betreiber beziehungsweise Akteure&lt;br /&gt;
* Entwicklungs- und Betriebsstand&lt;br /&gt;
* erreichte Kulturgutträger, Bestände und Kulturgutarten&lt;br /&gt;
* abgedeckte Bedarfe&lt;br /&gt;
* technische und organisatorische Anschlussmöglichkeiten&lt;br /&gt;
* erkennbare Lücken, Risiken und offene Fragen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.2.1 Nachweisen, beschreiben und verknüpfen ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;background-color:#eef5fb;border-left:4px solid #5b9bd5;padding:0.7em 1em;margin:1em 0;&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Leitfrage:''' Wie vollständig und nutzbar werden sorbische Kulturgüter und Bestände heute nachgewiesen, beschrieben und miteinander verknüpft?&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die weitere Erhebung und Analyse insbesondere zu prüfen:&lt;br /&gt;
* Stand und tatsächlicher Funktionsumfang des Sorbischen/Wendischen Kulturregisters&lt;br /&gt;
* vorhandene institutionelle Kataloge, Inventare, Datenbanken und lokale Verzeichnisse&lt;br /&gt;
* welche Kulturgutarten, Einrichtungen und Regionen bereits erfasst sind&lt;br /&gt;
* welche Bestände bislang nur lokal, analog oder überhaupt nicht systematisch nachgewiesen werden&lt;br /&gt;
* verwendete Metadaten, Identifikatoren und Normdaten&lt;br /&gt;
* Möglichkeiten zur Übernahme beziehungsweise Verknüpfung bestehender Daten&lt;br /&gt;
* Anschlussmöglichkeiten:&lt;br /&gt;
** direkte Erfassung kleinerer Träger,&lt;br /&gt;
** Datenimport beziehungsweise Schnittstellen größerer Einrichtungen&lt;br /&gt;
* Mehrsprachigkeit und Umgang mit ober- und niedersorbischen Bezeichnungen&lt;br /&gt;
* Verhältnis zwischen institutionellen Beschreibungen, historischen Fremdbezeichnungen und sorbischen beziehungsweise lokalen Selbstbezeichnungen&lt;br /&gt;
* vorhandene Funktionen für Digitalisierungsstatus, Rechteinformationen und Priorisierung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.2.2 Digitalisieren und Qualität sichern ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;background-color:#eef5fb;border-left:4px solid #5b9bd5;padding:0.7em 1em;margin:1em 0;&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Leitfrage:''' Welche Kulturgüter können heute in welcher Qualität und Kapazität digitalisiert werden, und welche Kulturgutträger können diese Leistungen tatsächlich nutzen?&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die weitere Erhebung und Analyse insbesondere zu prüfen:&lt;br /&gt;
* aktueller Stand des Digitalisierungszentrums und weiterer Digitalisierungsangebote&lt;br /&gt;
* verfügbare technische Verfahren für unterschiedliche Kulturgutarten, beispielsweise:&lt;br /&gt;
** Schriftgut,&lt;br /&gt;
** Fotografien,&lt;br /&gt;
** Bücher und Zeitschriften,&lt;br /&gt;
** Tonaufnahmen,&lt;br /&gt;
** Film und Video,&lt;br /&gt;
** dreidimensionale Objekte&lt;br /&gt;
* stationäre, mobile und extern vergebene Digitalisierung&lt;br /&gt;
* vorhandene Kapazitäten und erkennbare Engpässe&lt;br /&gt;
* Zugangsmöglichkeiten für kleine und ehrenamtlich arbeitende Kulturgutträger&lt;br /&gt;
* Beratung vor der Digitalisierung&lt;br /&gt;
* Anforderungen an Vorbereitung, Metadaten und Rechteklärung&lt;br /&gt;
* vorhandene Qualitätsstandards und Qualitätskontrolle&lt;br /&gt;
* Unterstützung bei Ausschreibung beziehungsweise Beauftragung externer Dienstleister&lt;br /&gt;
* bisherige Digitalisierungsprojekte und deren Ergebnisse&lt;br /&gt;
* besonders gefährdete Bestände, für die kurzfristig Digitalisierungskapazität benötigt wird&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.2.3 Langfristig erhalten ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;background-color:#eef5fb;border-left:4px solid #5b9bd5;padding:0.7em 1em;margin:1em 0;&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Leitfrage:''' Für welche digitalen Bestände ist die langfristige Erhaltung organisatorisch und technisch tatsächlich abgesichert? &amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die weitere Erhebung und Analyse insbesondere zu prüfen:&lt;br /&gt;
* vorhandene Repositorien, digitale Archive und Speicherlösungen&lt;br /&gt;
* welche Einrichtungen bereits Digitalisate dauerhaft übernehmen können&lt;br /&gt;
* welche Digitalisate derzeit lediglich lokal oder projektbezogen gespeichert werden&lt;br /&gt;
* Unterschied zwischen:&lt;br /&gt;
** Ablage beziehungsweise Speicherung,&lt;br /&gt;
** Datensicherung,&lt;br /&gt;
** institutionellem Repositorium,&lt;br /&gt;
** digitaler Langzeiterhaltung;&lt;br /&gt;
* Verantwortlichkeiten für Übernahme, Erhaltung und spätere Datenmigration&lt;br /&gt;
* verwendete Master- und Nutzungsdateien&lt;br /&gt;
* Sicherungskopien, Prüfsummen und Wiederherstellungsverfahren&lt;br /&gt;
* verwendete beziehungsweise vorgesehene Erhaltungsmetadaten&lt;br /&gt;
* Möglichkeiten für kleinere Kulturgutträger, ihre Digitalisate an ein geeignetes Repositorium zu übergeben&lt;br /&gt;
* vorhandene Schnittstellen zwischen Digitalisierung und Repositorium&lt;br /&gt;
* organisatorische und finanzielle Absicherung des langfristigen Betriebs&lt;br /&gt;
* Digitalisate beziehungsweise Projekte identifizieren, deren dauerhafte Erhaltung derzeit ungeklärt ist&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.2.4 Zugänglich machen und Nutzung ermöglichen ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;background-color:#eef5fb;border-left:4px solid #5b9bd5;padding:0.7em 1em;margin:1em 0;&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Leitfrage:''' Welche digitalisierten Inhalte sind für welche Zielgruppen auffindbar, verständlich und im rechtlich beziehungsweise kulturell zulässigen Umfang nutzbar?&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die weitere Erhebung und Analyse insbesondere zu prüfen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* vorhandene Präsentations- und Nutzungssysteme, Portale und Online-Ausstellungen&lt;br /&gt;
* Funktion und Entwicklungsstand von Sorabicon sowie weiteren relevanten Angeboten&lt;br /&gt;
* welche Kulturgüter und Bestände bereits öffentlich zugänglich sind&lt;br /&gt;
* welche Zielgruppen angesprochen werden:&lt;br /&gt;
** Öffentlichkeit,&lt;br /&gt;
** Bildung,&lt;br /&gt;
** Forschung,&lt;br /&gt;
** sorbische Gemeinschaft,&lt;br /&gt;
** Tourismus und Kulturvermittlung;&lt;br /&gt;
* Ober- und Niedersorbisch sowie weitere benötigte Sprachen in Oberfläche, Metadaten und Inhalten&lt;br /&gt;
* Qualität der Kontextualisierung und Vermittlung&lt;br /&gt;
* Möglichkeiten für:&lt;br /&gt;
** Download,&lt;br /&gt;
** Zitation,&lt;br /&gt;
** Datenexport,&lt;br /&gt;
** Programmierschnittstellen,&lt;br /&gt;
** wissenschaftliche und kreative Nachnutzung&lt;br /&gt;
* Rechte- und Lizenzinformationen&lt;br /&gt;
* abgestufte Zugangsmöglichkeiten für sensible beziehungsweise eingeschränkt zugängliche Inhalte&lt;br /&gt;
* Barrierefreiheit beziehungsweise Barrierearmut&lt;br /&gt;
* Aktualisierung und Pflege präsentierter Inhalte&lt;br /&gt;
* soweit verfügbar tatsächliche Nutzung, Reichweite und Nachnutzung erfassen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.2.5 Zusammenspiel der Kernfunktionen in bestehenden Projekten ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;background-color:#eef5fb;border-left:4px solid #5b9bd5;padding:0.7em 1em;margin:1em 0;&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Leitfrage:''' Bei welchen bestehenden Vorhaben funktioniert der Weg vom Kulturgut über Erfassung und Digitalisierung bis zur langfristigen Erhaltung und Nutzung bereits durchgängig – und an welchen Übergängen bestehen Lücken?&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Neben dem Stand der einzelnen Kernfunktionen ist zu prüfen, '''ob diese auch tatsächlich zu einer durchgängigen Prozesskette verbunden sind'''. Ein vorhandenes Register, ein Digitalisierungszentrum, ein Repositorium und ein Präsentationsportal ergeben noch nicht automatisch einen funktionierenden Gesamtprozess.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die weitere Erhebung und Analyse insbesondere zu prüfen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* geeignete bestehende Projekte beziehungsweise Pilotvorhaben auswählen&lt;br /&gt;
* für diese Projekte die vollständige Prozesskette nachvollziehen:&lt;br /&gt;
** Erfassen,&lt;br /&gt;
** Registrieren,&lt;br /&gt;
** Bewerten und priorisieren,&lt;br /&gt;
** Digitalisieren,&lt;br /&gt;
** Archivieren beziehungsweise langfristig erhalten,&lt;br /&gt;
** Präsentieren und nachnutzen;&lt;br /&gt;
* untersuchen, welche Systeme und Akteure an den Übergaben beteiligt sind&lt;br /&gt;
* prüfen, ob Metadaten gemeinsam mit den Dateien weitergegeben werden&lt;br /&gt;
* prüfen, ob Rechte- und Zugangsangaben entlang der Prozesskette erhalten bleiben&lt;br /&gt;
* vorhandene manuelle Medienbrüche beziehungsweise Mehrfacherfassungen identifizieren&lt;br /&gt;
* unklare Zuständigkeiten und Übergabepunkte sichtbar machen&lt;br /&gt;
* positive Beispiele für bereits funktionierende Prozessketten dokumentieren&lt;br /&gt;
* aus Pilotprojekten bekannte Aufwände, Engpässe und Lernerfahrungen aufnehmen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== 3.3 Gemeinsame Regeln, Zusammenarbeit und dauerhafter Betrieb ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;background-color:#eef5fb;border-left:4px solid #5b9bd5;padding:0.7em 1em;margin:1em 0;&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Leitfrage:''' Sind die übergreifenden Voraussetzungen vorhanden, damit die einzelnen Angebote gemeinsam, verlässlich und dauerhaft funktionieren?&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Neben den einzelnen Kernfunktionen ist zu prüfen, ob '''gemeinsame organisatorische und fachliche Voraussetzungen''' vorhanden sind, damit die verschiedenen Angebote zusammenarbeiten und dauerhaft betrieben werden können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieser Abschnitt soll keine allgemeine oder abstrakte Governance-Analyse darstellen. Untersucht werden nur solche übergreifenden Fragen, die konkrete Auswirkungen auf die Digitalisierung des Kulturerbes und die spätere Ableitung von Maßnahmen haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.3.1 Zuständigkeiten, Beteiligung und Freigaben ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;background-color:#eef5fb;border-left:4px solid #5b9bd5;padding:0.7em 1em;margin:1em 0;&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Leitfrage:''' Wer entscheidet verbindlich über Auswahl, Priorisierung, Beschreibung, Digitalisierung, Veröffentlichung und Zugang, und wie sind die Kulturgutträger dabei beteiligt?&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
''Für die weitere Erhebung und Analyse insbesondere zu prüfen:''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* formelle und informelle Zuständigkeiten der beteiligten Institutionen&lt;br /&gt;
* Entscheidungsrechte bei Auswahl und Priorisierung von Beständen&lt;br /&gt;
* Verantwortlichkeiten für Rechteklärung und Veröffentlichung&lt;br /&gt;
* Beteiligung der jeweiligen Kulturgutträger&lt;br /&gt;
* Beteiligung sorbischer Fachleute und Angehöriger der Gemeinschaft bei kulturell sensiblen Inhalten&lt;br /&gt;
* vorhandene Freigabe- und Sperrverfahren&lt;br /&gt;
* Umgang mit nachträglichen Korrekturen oder Einschränkungen&lt;br /&gt;
* erkennbare Überschneidungen beziehungsweise ungeklärte Zuständigkeiten&lt;br /&gt;
* vorhandene Gremien oder Koordinierungsstrukturen&lt;br /&gt;
* prüfen, an welchen Stellen verbindliche Zuständigkeiten fehlen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.3.2 Gemeinsame Standards und Anschlussmöglichkeiten ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;background-color:#eef5fb;border-left:4px solid #5b9bd5;padding:0.7em 1em;margin:1em 0;&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Leitfrage:''' Welche gemeinsamen Regeln ermöglichen es unterschiedlichen Kulturgutträgern, Daten und Digitalisate in eine gemeinsame Infrastruktur einzubringen und zwischen den Kernfunktionen weiterzugeben?&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die weitere Erhebung und Analyse insbesondere zu prüfen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* vorhandene gemeinsame Metadatenstandards beziehungsweise Pflichtfelder&lt;br /&gt;
* verwendete Fachstandards einzelner Einrichtungen&lt;br /&gt;
* gemeinsame Regeln für Ober- und Niedersorbisch&lt;br /&gt;
* Dateiformate und Qualitätsanforderungen für unterschiedliche Kulturgutarten&lt;br /&gt;
* Identifikatoren und Normdaten&lt;br /&gt;
* Rechte- und Lizenzinformationen&lt;br /&gt;
* technische Schnittstellen und Datenexporte&lt;br /&gt;
* Übernahme vorhandener institutioneller Metadaten&lt;br /&gt;
* einfache Erfassungswege für kleinere Kulturgutträger&lt;br /&gt;
* Schnittstellen für Einrichtungen mit bestehenden Fachsystemen&lt;br /&gt;
* Möglichkeiten zur Weitergabe von Daten zwischen Register, Digitalisierung, Repositorium und Präsentation&lt;br /&gt;
* prüfen, wo fehlende Standards oder inkompatible Systeme den Austausch derzeit behindern&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.3.3 Personal, Finanzierung und Betreiberverantwortung ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;background-color:#eef5fb;border-left:4px solid #5b9bd5;padding:0.7em 1em;margin:1em 0;&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Leitfrage:''' Welche zentralen Leistungen sind dauerhaft personell, organisatorisch und finanziell abgesichert, und welche hängen noch von befristeten Projekten oder einzelnen Personen ab?&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die weitere Erhebung und Analyse insbesondere zu prüfen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Betreiber beziehungsweise verantwortliche Stellen für die vier Kernfunktionen&lt;br /&gt;
* dauerhafte Stellen gegenüber befristeten Projektstellen&lt;br /&gt;
* vorhandene beziehungsweise geplante Finanzierungsmodelle&lt;br /&gt;
* laufende Betriebs- und Pflegekosten&lt;br /&gt;
* personelle Kapazitäten und erkennbare Schlüsselpersonenrisiken&lt;br /&gt;
* Unterstützung kleiner und ehrenamtlich geführter Einrichtungen&lt;br /&gt;
* Finanzierung von&lt;br /&gt;
** Beratung,&lt;br /&gt;
** Digitalisierung,&lt;br /&gt;
** Speicher und Langzeiterhaltung,&lt;br /&gt;
** Datenpflege,&lt;br /&gt;
** Rechteklärung,&lt;br /&gt;
** technischer Wartung und Weiterentwicklung;&lt;br /&gt;
* Übergang von geförderten Projekten in einen dauerhaften Regelbetrieb&lt;br /&gt;
* vorhandene Betriebs-, Kooperations- und Übergabevereinbarungen&lt;br /&gt;
* erkennbare Risiken bei Auslaufen einzelner Förderungen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== 3.4 Gesamtbewertung und vorrangiger Handlungsbedarf ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;background-color:#eef5fb;border-left:4px solid #5b9bd5;padding:0.7em 1em;margin:1em 0;&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Leitfrage:''' Welche Bedarfe sind bereits ausreichend abgedeckt, wo liegen die entscheidenden Lücken und welche davon sollten vorrangig bearbeitet werden? &amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Ergebnisse der vorangegangenen Abschnitte werden abschließend zusammengeführt. Ziel ist noch nicht die vollständige Formulierung konkreter Maßnahmen, sondern zunächst eine begründete Bewertung des Ist-Standes und der wichtigsten Lücken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dabei sollte insbesondere unterschieden werden zwischen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* unmittelbar gefährdeten Kulturgütern beziehungsweise Beständen,&lt;br /&gt;
* strukturellen Lücken, die weitere Digitalisierungsschritte blockieren,&lt;br /&gt;
* fehlenden oder nur teilweise verfügbaren Kernfunktionen,&lt;br /&gt;
* nicht dauerhaft abgesicherten Angeboten,&lt;br /&gt;
* Verbesserungsmöglichkeiten bei bereits grundsätzlich funktionierenden Strukturen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die abschließende Bewertung insbesondere zu prüfen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Ergebnisse aus Akteurs-, Bestands- und Bedarfserhebung zusammenführen&lt;br /&gt;
* für jede der vier Kernfunktionen die wichtigsten Stärken und Lücken benennen&lt;br /&gt;
* übergreifende strukturelle Probleme aus Zuständigkeiten, Standards, Betrieb und Finanzierung ergänzen&lt;br /&gt;
* unterscheiden zwischen:&lt;br /&gt;
** fehlender Leistung,&lt;br /&gt;
** unzureichender Kapazität,&lt;br /&gt;
** fehlender Bekanntheit beziehungsweise Zugänglichkeit,&lt;br /&gt;
** fehlender Verbindung bestehender Angebote,&lt;br /&gt;
** ungeklärter Zuständigkeit,&lt;br /&gt;
** fehlender dauerhafter Absicherung;&lt;br /&gt;
* Dringlichkeit begründen, insbesondere anhand von:&lt;br /&gt;
** Verlustgefahr,&lt;br /&gt;
** blockierenden Abhängigkeiten,&lt;br /&gt;
** Anzahl beziehungsweise Bedeutung betroffener Kulturgutträger,&lt;br /&gt;
** kultureller und sprachlicher Bedeutung,&lt;br /&gt;
** Aufwand und Realisierbarkeit;&lt;br /&gt;
* offene Informationslücken ausdrücklich kennzeichnen&lt;br /&gt;
* aus den ermittelten Lücken anschließend Handlungsbedarfe ableiten&lt;br /&gt;
* konkrete Lösungsmaßnahmen erst im folgenden Maßnahmen- beziehungsweise Soll-Abschnitt festlegen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mögliche zusammenfassende Bewertungsmatrix:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot; style=&amp;quot;width:100%;&amp;quot;&lt;br /&gt;
! Bereich&lt;br /&gt;
! Belegter Ist-Stand&lt;br /&gt;
! Abgedeckte Bedarfe&lt;br /&gt;
! Lücke / Risiko&lt;br /&gt;
! Dringlichkeit&lt;br /&gt;
! Daraus abgeleiteter Handlungsbedarf&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| ''Beispiel: Nachweisen und Registrieren''&lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| ''Beispiel: Digitalisieren''&lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| ''Beispiel: Langfristig erhalten''&lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| ''Beispiel: Zugänglich machen und nutzen''&lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| ''Beispiel: gemeinsame Standards / Zusammenarbeit''&lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= Referenzen =&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Měrko Šenk</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://koncept.serbski-inkubator.de/index.php?title=12.3_Digitalisierung_des_Kulturerbes&amp;diff=1215</id>
		<title>12.3 Digitalisierung des Kulturerbes</title>
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		<updated>2026-10-29T17:00:51Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Měrko Šenk: /* 3. Ist-Analyse der Digitalisierung des sorbischen Kulturerbes */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;= 1 Einleitung =&lt;br /&gt;
Die Digitalisierung von sorbischem Kulturerbe ist eine historische Chance für uns Sorben, eine Chance, unser kulturelles Erbe neu zu entdecken, es für kommende Generationen zu erhalten, für eine breitere Öffentlichkeit zugänglich zu machen und dabei die eigene Deutungshoheit zu stärken. Das erfordert neben Mut, einer klaren gemeinsamen Vision, starker Zusammenarbeit zwischen den beteiligten Akteuren auch die notwendigen Ressourcen in Form von Personal mit entsprechenden Kompetenzen, passender Technik sowie einer nachhaltig gesicherten Finanzierung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im folgenden Abschnitt werden Zielbilder für die Digitalisierung des sorbischen Kulturerbes entworfen mittels lang- und kurzfristiger Visionen sowie konkreter Ziele.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== 1.1 Vision und Ziele für die sorbische digitale Welt ==&lt;br /&gt;
'''Vision'''&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
''Sorbisches materielles und immaterielles Kulturerbe ist systematisch digital erfasst, rechtssicher und langfristig gesichert, leicht auffindbar, offen nutzbar und wird aktiv von Interessierten genutzt.''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Konkrete Ziele'''&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Bis 2032 ist ein tragfähiges, finanziell und organisatorisch abgesichertes Modell etabliert, das:&lt;br /&gt;
* Ein zentrales (oder föderiertes) digitales Langzeitarchiv nach OAIS-Referenzmodell betreibt,&lt;br /&gt;
* klare Zuständigkeiten, Prozesse und Budgets definiert,&lt;br /&gt;
* regelmäßige Qualitätssicherung und Technik-Updates vorsieht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bis 2030 sind wichtige sorbische Kulturerbe-Bestände (Kernbestände nach fachlicher Festlegung) in hoher Qualität digitalisiert, beschrieben und im Langzeitarchiv gesichert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bis 2028 liegt eine institutionenübergreifende Übersicht über relevante Kulturerbe-Bestände (analog und digital, materiell und immateriell) vor, einschließlich einer Prioritätenliste für die Digitalisierung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bis 2028 existiert ein zentrales, nutzerfreundliches „Sorbisches Kulturerbe-Portal“, das:&lt;br /&gt;
* Suchzugang über alle teilnehmenden Institutionen ermöglicht,&lt;br /&gt;
* grundlegende Inhalte frei zugänglich bereitstellt,&lt;br /&gt;
* mehrsprachige Oberflächen anbietet (Deutsch, Obersorbisch, Niedersorbisch, Englisch).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= 2 Ist-Analyse „Digitalisierung von Kulturerbe“ =&lt;br /&gt;
Das Ziel in diesem Themenbereich ist es, sorbisches Kulturerbe digital zu verwalten und damit langfristig für Recherche, Nutzung und Präsentation vorzuhalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Abschnitt &amp;quot;IST-Analyse“ werden die folgenden Fragen beantwortet: Was ist sorbisches Kulturerbe und was zählt alles dazu? Welche Schritte durchläuft ein Kulturgut, um zum digitalen Kulturerbe zu gehören? Wie können die digitale Verwaltung, Archivierung, Nutzung und Präsentation von Kulturgütern umgesetzt werden?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die grundlegenden Terminologien des Kulturerbes sollen im Folgenden festgelegt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== 2.1 Terminologie – von Kultur zu Kulturerbe ==&lt;br /&gt;
In diesem Abschnitt werden die Begriffe rund um das Kulturerbe grundlegend definiert. Es soll ein Verständnis über die Begriffe Kultur, kulturelle Ausprägung, Kulturgut und Kulturerbe erreicht werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Dataja:Wobraz_K1.png|center|260px]]&amp;lt;ref&amp;gt;Mermaid Flowchart Code: [https://mermaid.live/edit#pako:eNpF0UtuwyAQBuCroFlaTuRHTGMvKuWxq7pqV627IGZso2CIMChtk9ymN-nFimmasmJGfP-AOEGjOUIFrdTHpmfGkudtrWpF_Fq9RtGDk9aZKHojU-_aJ7PZ_bmGgSnR4mgFejaKpidC1XAmq8zDfYAoJZKVG7lxzX5stRl81C0_uwYdheGEubHD4_dXLy1hcpyC1rcLdM4GOLH1Ve2E5Gj9TPLkhgEnsLkBNDsMAmLojOBQWeMwhgHNwKYSTuFBYHucbOW3HFvmcQ21unh2YOpF6-FPGu26HqrW381X7sCZxa1gnWH_R1BxNBvtlIUqTUMEVCd49xVdzpeLMs1pXmRFXiY0hg-o8iyZL_LFXZaVSTJ1LzF8hqHJnBZ5WhZLWt5RmtIsBuTCavP4-2Hh3y4_NXaMmw hier klicken], abgerufen am 22.09.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.1.1 Kultur ===&lt;br /&gt;
Kultur bezeichnet hier die Gesamtheit aller '''vom Menschen geschaffenen und erlernten Ausdrucksformen''' des Lebens, die auf gemeinsamen Werten und Verhaltensweisen beruhen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;wiki-kultur&amp;quot;&amp;gt;URL: https://de.wikipedia.org/wiki/Kultur&amp;lt;/ref&amp;gt; Dazu zählen '''materielle Ergebnisse''' (z. B. Kunstwerke, Technik) ebenso wie '''immaterielle Praktiken''' (Sprache, Bräuche, Wissen). Kultur umfasst laut der UNESCO geistige, materielle, intellektuelle und emotionale Merkmale, die eine Gesellschaft oder soziale Gruppe kennzeichnen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;mondiacult&amp;quot;&amp;gt;UNESCO 1982: Mexico City Declaration on Cultural Policies (MONDIACULT). URL: https://www.lacult.unesco.org/docc/1982_MONDIACULT.pdf&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;ref name=&amp;quot;cultureaction&amp;quot;&amp;gt;Culture Action Europe 2024: The State of Culture report. URL: https://cultureactioneurope.org/de/news/the-state-of-culture-report-published, abgerufen am 01.10.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;  Sie ist dynamisch und wird von jeder Generation neu gestaltet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das deutsche Wort „Kultur“ ist eine Eindeutschung des lateinischen Worts „cultura“. Dieses bedeutet ursprünglich „Bebauung, Bearbeitung, Bestellung, Pflege“ und meinte sowohl die physische Bearbeitung als auch die Pflege geistiger Güter, z. B. der Sprache.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.1.2 Kulturelle Ausdrucksform ===&lt;br /&gt;
Eine kulturelle Ausdrucksform ist eine '''konkrete, gegenwärtige oder historische, Manifestation von Kultur''', bspw. eine Zeichnung, eine Tracht oder ein Lied: Sie macht die Kultur sichtbar und erlebbar. Im engeren Sinne ist es eine Ausdrucksweise, die aus der Kreativität einer Person, Gruppe oder Gesellschaft entsteht und '''kulturellen Inhalt''' trägt (symbolische Bedeutung, künstlerische Dimension, kulturelle Werte).&amp;lt;ref&amp;gt;Österreichische UNESCO-Kommission 2007: Übereinkommen zum Schutz und zur Förderung der Vielfalt kultureller Ausdrucksformen, Art. 4, Seite 13. URL: https://www.unesco.at/fileadmin/Redaktion/Publikationen/Publikations-Dokumente/2005er_UNESCO-Convention_German.pdf, abgerufen am 22.09.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt; Sie wird innerhalb und zwischen Gemeinschaften weitergegeben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Alle kulturellen Ausdrucksformen bilden einen wesentlichen Kern von Kultur, aber Kultur enthält auch latente Dimensionen (Werte, Normen, Vorannahmen etc.), die nicht unmittelbar als Ausdrucksform erscheinen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.1.3 Kulturgut ===&lt;br /&gt;
Ein „Kulturgut“ ist '''eine einzelne kulturelle Ausdrucksform''', der ein '''besonderer kultureller Wert zugemessen wird''' (durch Anerkennung, Schutz, Bedeutung). Es ist somit ein Erzeugnis menschlicher Kreativität oder Zeugnis menschlichen Lebens, welches '''Bedeutung für die Kultur einer Gemeinschaft''' hat und daher '''Bestand haben und bewahrt werden soll'''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die '''Summe aller Kulturgüter''' einer Gemeinschaft wird als dessen '''Kulturerbe''' bezeichnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.1.4 Kulturerbe ===&lt;br /&gt;
Kulturerbe ist die '''Summe der materiellen und immateriellen Ausdrucksformen''' (= Kulturgüter) einer Kultur, die als „'''bewahrenswert'''“ anerkannt wurden. International umfasst das u. a. das '''Welterbe''' (Denkmäler, Ensembles, Stätten)&amp;lt;ref&amp;gt;UNESCO (1972), Welterbekonvention, Art. 1. URL: https://www.dnk.de/wp-content/uploads/2021/02/1972_DNK_UNESCO-Welterbekonvention.pdf (abgerufen am 11.09.2025).&amp;lt;/ref&amp;gt; und das '''Immaterielles Kulturerbe''' (Praktiken, Wissen).&amp;lt;ref&amp;gt;Deutsche UNESCO-Kommission o. J.:, Übereinkommen zur Erhaltung des immateriellen Kulturerbes (dt. Ausgabe). URL: https://www.unesco.de/assets/dokumente/Deutsche_UNESCO-Kommission/02_Publikationen/Publikation_UNESCO-%C3%9Cbereinkommen_zur_Erhaltung_des_immateriellen_Kulturerbes_01.pdf, (abgerufen am 11.09.2025).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ob etwas „zum Kulturerbe“ zählt, ist Ergebnis von Bewertung, Diskurs und teils formellen Verfahren. Dem Sorbischen Kulturregister (SKR) zufolge ist „sorbisch-wendisches Kulturerbe“ eine Zuschreibung, die durch Gesellschaft, Museen, Archive und Wissenschaft erfolgen kann.&amp;lt;ref&amp;gt;Sorbisches Institut 2025: Konzept für ein Sorbisches Kulturregister (SKR). URL: https://www.serbski-institut.de/wp-content/uploads/2021/11/00_Zweite-aktualisierte-Fassung_Konzept_Sorbisches-Kulturregister_20.11.2025.pdf, abgerufen am 20.11.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.1.5 Abgrenzung: Kultur und Kulturerbe ===&lt;br /&gt;
'''Kultur / Kulturelle Ausdrucksform''' sind als Begriffe weiter gefasst als '''Kulturgut / Kulturerbe'''. Kulturelle Ausdrucksformen umfassen alles Gelebte und Gestaltete einer Gemeinschaft in Gegenwart und Vergangenheit, während Kulturgut / Kulturerbe diejenigen kulturellen Güter und Traditionen meint, denen eine Bedeutung beigemessen wurde und die als bewahrens- und weitergebenswert erkannt wurden. Kultur ist der „aktuelle“ kreative Prozess (einschließlich Popkultur, Alltagskultur), Kulturerbe der daraus überkommene Schatz. Dennoch sind die Grenzen fließend: Was heute nur Kultur ist, kann morgen zum Kulturerbe erklärt werden – abhängig von Wertzuschreibung und Diskurs.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Rahmen dieses Dokuments werden für den sorbischen Kontext die Begriffe '''„kulturelle Ausdrucksform“''' und '''„Kulturgut“''' weitgehend '''synonym''' verwendet, sofern nicht ausdrücklich anders gekennzeichnet. Hintergrund ist, dass die Gesamtzahl der identifizierbaren kulturellen Ausdrucksformen einer kleinen Minderheit wie der Sorben/Wenden im Vergleich zu großen Mehrheitsgesellschaften überschaubar ist. Zugleich ist der Anteil dieser Ausdrucksformen, denen in der Community ein besonderer Wert beigemessen wird und die daher faktisch als Kulturgut wahrgenommen und behandelt werden, sehr hoch: Ein großer Teil des gelebten kulturellen Repertoires wird als identitätsstiftend und bewahrenswert verstanden und damit dem Kulturerbe zugerechnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== 2.2 Klassifizierung von Kulturgütern ==&lt;br /&gt;
Im Folgenden soll eine griffige Klassifizierung von Kulturgütern entwickelt werden, so dass pro Kulturgut-Klasse später auf die Besonderheiten ihrer Digitalisierung eingegangen werden kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Dataja:Wobraz_K2.png|center|600px]]&amp;lt;ref&amp;gt;Mermaid Flowchart Code: [https://mermaid.live/edit#pako:eNptlM9u00AQxl9ltFWoFDlp_C9OjISU2KSgUCq1BSRIDxt77Syxd6v1mkKjSDwBlThw4YCEeuXOoeLSN-EF4BHYjZOQQG67-32_2ZnZsWco4jFBPqrVZpRR6cNsP8n4ZTTBQu7rHVP66QWOKEvV3nQM2BeYTf8eea35fF6rjdiIrUl4cjJiAMPDV_X6sMxkKdJS1uvnvu9PtRGgp5ReE46wJIKSLIOf779CycbkkqQZjSb1Ovz-cv351_drDWGN9BXS_xfZBj7dLoGxBgIFBE14nOcrZGH68E07Iu0IlSNsQkhTKnGlfvyh1bjKcngIjcYD6G2s-xvrYGMdLuuqAFOXZ0IflzFh0xxn5OBU3t1ISZhqw6KaKpo29k04jSaCJrLq0oZsa9mCAZc8FTihhBnQp1ksxd1NSsS22dFmG3oMZzwl0HveONtlc7XNATtsHI9fk6kkC3nRsKoqnVNgwrFQaUOvLGJRRtMi4SJfZ790WtppQYhFIVV7CYsJDO9uWbEMujbqOgIbTqgsddB7MCD_eXT6gQMvaFEQBlclPMVqcA6eMfqGiKLMt926isCFM4FjKiln-voCHmEWXxIxXZcUVo-jSwrVe3DBGvHqtc83DLqS0FpNAi3wRluiDBdFSBIYQ0KzzN_r265jPjQinnHh7yVJYhRS8ClZKfe3KLyk2oHneuEuqlK2qWhJWYPOwGnvoiplm4qXVMd17V5rF1UpikIGSgWNkS9FSQyUE5FjvUUzHXGE5ITkZIR8tYxJgtVXPEIjNlfYBWYvOc9XpOBlOkF-grNC7cqLWPUupFjNa74-FXo0RMBLJpFvWtYiCPJn6C3yG7bTNO2u6Tidrue0W13HQO_Usdtquuqg1bG6TtvzPNuZG-hqcXGr2baV5NhuyzId13XbBiJqDrg4qn5ni7_a_A_W9oMu hier klicken], abgerufen am 22.09.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.2.1 A. Materiell - unbeweglich 🏛️ ===&lt;br /&gt;
„Materiell - unbeweglich&amp;quot; bezeichnet ortsfeste Kulturobjekte wie Bauwerke, Ensembles, Gebäudekomplexe und Stätten/Kulturlandschaften, wie sie in Art. 1 der UNESCO-Welterbekonvention als Kategorien des kulturellen Erbes definiert sind.&amp;lt;ref&amp;gt;UNESCO World Heritage Centre o. J.: Convention Concerning the Protection of the World Cultural and Natural Heritage, Artikel 1. URL: https://whc.unesco.org/en/conventiontext/, abgerufen am 01.10.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.2.2 B. Materiell - beweglich 🖼️ ===&lt;br /&gt;
Die Kategorie „Materiell - beweglich&amp;quot; umfasst bewegliche Sachen bzw. Sachgesamtheiten von kulturellem Wert (z. B. Objekte, Sammlungen), wie sie das deutsche Kulturgutschutzgesetz (§ 2 KGSG)&amp;lt;ref&amp;gt;Deutschland 2016: Kulturgutschutzgesetz (KGSG), § 2. URL: https://www.buzer.de/2_KGSG.htm, abgerufen am 01.10.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt; als „Kulturgut“ beschreibt.&lt;br /&gt;
* B1 '''Schriftgut''' - Bücher, Zeitungen, Handschriften, Archivgut, Graphiken, Pläne, Karten&lt;br /&gt;
* B2 '''Fotografien &amp;amp; Bildträger''' &lt;br /&gt;
** Fotografisch erzeugte statische Bildträger, auch Stillbildträger genannt, z. B. Positive/Negative auf Film/Platte/Photopapier, Dias, Abzüge, Mikrofilm/-fiche und vergleichbare fotografische Repro-Träger.&lt;br /&gt;
* B3 '''Analoge AV-Träger''' (Audio/Video/Film)&lt;br /&gt;
** Analoge zeitbasierte Medien, z. B. Magnetton (Tonband, Kassette), Schallplatte, Videobänder, Film.&lt;br /&gt;
* B4 '''3D-Objekte''' - Gegenstände, „sachkulturelle Artefakte“&amp;lt;ref&amp;gt;Sorbisches Institut o. J.: Konzept zum Digitalisierungszentrum am Sorbischen Institut, S. 24.&lt;br /&gt;
(Unveröffentlichtes Konzeptpapier; interne Projektunterlage.)&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.2.3 C. Immateriell 🎭 ===&lt;br /&gt;
Meint lebendige Praktiken, Darstellungen, Ausdrucksformen, Ideen, Werte, Wissen und Fertigkeiten, die von Gemeinschaften getragen und weitergegeben werden, gemäß der folgenden 5 UNESCO ICH-Domänen.&amp;lt;ref&amp;gt;UNESCO o. J.: Intangible Cultural Heritage – Five Domains. URL: https://ich.unesco.org/doc/src/01857-EN.pdf, abgerufen am 01.10.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* C1 '''Orale Traditionen/Ausdrucksformen''' - Sprache, Gesangstraditionen&lt;br /&gt;
* C2 '''Darstellende Künste''' - Musik, Tanz, Theater&lt;br /&gt;
* C3 '''Rituale &amp;amp; Feste''' - Bräuche und soziale Praktiken des Kalenders und Lebenslaufs&lt;br /&gt;
* C4 '''Wissen &amp;amp; Praktiken''' zu Natur &amp;amp; Universum - Heil- und Sammelkenntnisse, ökologisches und astronomisches Wissen, Glaube, Religion&lt;br /&gt;
* C5 '''Traditionelles Handwerk''' - Techniken, Werkzeuge und Gestaltungsmuster&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.2.4 D. Digital 💾 ===&lt;br /&gt;
Bezeichnet in digitaler Form vorliegende Ressourcen menschlichen Wissens und Ausdrucks. Diese können sowohl born-digital sein als auch digitalisierte Repräsentationen von materiellen und immateriellen Kulturgütern.&amp;lt;ref&amp;gt;UNESCO 2003: Charter on the Preservation of Digital Heritage. URL: https://www.unesco.org/en/legal-affairs/charter-preservation-digital-heritage, abgerufen am 01.10.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* D1 '''Born-digital''' (ursprünglich digital erzeugt, kein analoges Original), z. B. Webseiten, Social-Media-Beiträge, Software, Apps, Spiele, digitale Fotos/Audio/Video.&lt;br /&gt;
* D2 '''Digitalisate''' - Digitalisierte Repräsentationen/Derivate aus den Klassen A, B und C.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== 2.3 Begriffe und Kernfunktionen ==&lt;br /&gt;
Die vorherigen Abschnitte haben geklärt, was unter Kulturerbe verstanden wird und welche Arten von Kulturgütern unterschieden werden. Bevor der nachfolgende Abschnitt den Prozess der Kulturerbe-Digitalisierung beschreibt, werden in diesem Abschnitt die dafür wichtigsten Arbeitsbegriffe und Funktionen erläutert. Der Abschnitt soll dabei die Frage beantworten: Welche Arbeitsabläufe und Funktionen sind notwendig, damit Kulturgüter nicht nur digital erfasst, sondern auch gefunden, verstanden, gesichert und genutzt werden können?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Erläuterungen sollen eine gemeinsame und leicht verständliche Grundlage schaffen für alle, die an der Digitalisierung von Kulturerbe interessiert sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.3.1 Vom Kulturgut zur digitalen Repräsentation ===&lt;br /&gt;
Dieser Abschnitt erklärt, was bei einer Digitalisierung entsteht und wie sich das digitale Ergebnis vom ursprünglichen Kulturgut unterscheidet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
! Begriff&lt;br /&gt;
! Erklärung&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Digitalisierung von Kulturerbe'''&lt;br /&gt;
| Digitalisierung bezeichnet in diesem Konzept den gesamten zusammenhängenden Prozess: Kulturgüter erfassen, beschreiben und bewerten, digitale Repräsentationen erzeugen oder übernehmen, ihre Qualität prüfen, sie sichern und für die Nutzung zugänglich machen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;DFG2016&amp;quot;&amp;gt;Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) 2016: Praxisregeln „Digitalisierung“, insbesondere S. 13 und 41-44. URL: https://www.dfg.de/resource/blob/176108/898bf3574ad0ff3b1db525fa7d04c86c/12-151-v1216-de-data.pdf, abgerufen am 16.07.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Bei ursprünglich digital entstandenen Kulturgütern – auch ''born digital'' genannt – entfällt die Überführung aus einem analogen Original; die weiteren Aufgaben bleiben bestehen.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Digitalisat und digitale Repräsentation'''&lt;br /&gt;
| Ein '''Digitalisat''' ist ein digitales Abbild eines analogen Kulturguts, beispielsweise ein Scan einer Handschrift oder ein Foto eines Museumsobjekts. Der weitere Begriff '''digitale Repräsentation''' umfasst auch Audio-, Video- oder 3D-Dokumentationen einer immateriellen kulturellen Praxis. Die digitale Repräsentation ersetzt weder das materielle Kulturgut noch die lebendige Praxis.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Masterdatei und Nutzungsderivat'''&lt;br /&gt;
| Die '''Masterdatei''' ist die möglichst hochwertige und qualitätsgeprüfte Ausgangsdatei. Sie wird für die langfristige Sicherung und spätere Bearbeitungen aufbewahrt. Ein '''Nutzungsderivat''' ist eine daraus erzeugte, an einen bestimmten Zweck angepasste Datei, beispielsweise ein kleineres Bild für eine Internetseite.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Digitales Objekt'''&lt;br /&gt;
| Als '''digitales Objekt''' wird in diesem Konzept eine zusammengehörige digitale Einheit bezeichnet. Sie kann aus einer oder mehreren Dateien, den zugehörigen Metadaten und ihren Verknüpfungen bestehen. Ein digitales Objekt kann ein Digitalisat oder ein ursprünglich digital entstandenes Kulturgut sein.&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
''Beispiel:'' Das verzierte sorbische Osterei bleibt das materielle Kulturgut. Hochauflösende Fotografien, ein 3D-Modell und die dazugehörigen Beschreibungen bilden gemeinsam seine digitale Repräsentation.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.3.2 Vier Kernfunktionen ===&lt;br /&gt;
Als '''Kernfunktionen der Kulturerbe-Digitalisierung''' werden im Folgenden vier dauerhaft zu erfüllende Aufgabenbereiche bezeichnet. Sie beschreiben, was für eine nachhaltige Digitalisierung von Kulturerbe geleistet werden muss, unabhängig davon, welche Institution oder welches technische System die jeweilige Funktion übernimmt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
! Kernfunktion&lt;br /&gt;
! Typische organisatorisch-technische Umsetzung&lt;br /&gt;
! Hauptaufgabe&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Nachweisen, beschreiben und verknüpfen'''&lt;br /&gt;
| Register oder Katalog&lt;br /&gt;
| Macht sichtbar, welche Kulturgüter vorhanden sind, wo sie sich befinden und in welchem Zusammenhang sie stehen. Ein Registereintrag kann bereits bestehen, bevor ein Digitalisat angefertigt wurde. &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Digitalisieren und Qualität sichern'''&lt;br /&gt;
| Digitalisierungszentrum oder Digitalisierungsdienst&lt;br /&gt;
| Erzeugt bzw. übernimmt digitale Repräsentationen, prüft sie und bereitet Dateien und Metadaten für die weitere Verarbeitung vor. Geliefert werden bspw. geprüfte Masterdateien und Nutzungsderivate. &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Langfristig erhalten'''&lt;br /&gt;
| Repositorium oder digitales Langzeitarchiv&lt;br /&gt;
| Übernimmt Dateien und Metadaten, speichert und verwaltet sie und erhält sie über technische und organisatorische Veränderungen hinweg dauerhaft nutzbar.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Zugänglich machen und Nutzung ermöglichen'''&lt;br /&gt;
| Präsentations- und Nutzungssystem&lt;br /&gt;
| Führt beschreibende Informationen und digitale Medien für Nutzerinnen und Nutzer zusammen. Es ermöglicht beispielsweise Suche, Anzeige, Kontextualisierung, Vermittlung und – soweit zulässig – Nachnutzung. &lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese '''Kernfunktionen''' beschreiben zunächst nicht zwingend getrennte Institutionen oder Systeme. Eine Einrichtung kann mehrere Kernfunktionen übernehmen. Umgekehrt kann eine Kernfunktion auf mehrere Einrichtungen oder technische Systeme verteilt sein. Entscheidend sind klare Zuständigkeiten, verlässliche Übergaben und gemeinsame Standards.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vereinfacht lässt sich das Zusammenspiel so zusammenfassen:&lt;br /&gt;
# Das '''Register oder der Katalog''' beschreibt und verknüpft das Kulturgut.&lt;br /&gt;
# Der '''Digitalisierungsdienst''' erzeugt und prüft seine digitale Repräsentation.&lt;br /&gt;
# Das '''Repositorium oder digitale Archiv''' übernimmt und erhält die Dateien.&lt;br /&gt;
# Das '''Präsentationssystem''' führt Beschreibungen und Medien für die Nutzung zusammen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die konkrete Ausgestaltung kann zentral, dezentral oder als Verbund mehrerer Systeme erfolgen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.3.3 Register ===&lt;br /&gt;
Die folgende Tabelle erklärt, wie Kulturgüter so erfasst, beschrieben und verknüpft werden, dass sie eindeutig zugeordnet, wiedergefunden und nach einheitlichen Regeln weiterverarbeitet werden können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
! Begriff&lt;br /&gt;
! Erklärung&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Erschließung, Verzeichnung und Registrierung'''&lt;br /&gt;
| '''Erschließung''' ist der übergeordnete Vorgang, bei dem ein Kulturgut identifiziert, beschrieben und in seinen Zusammenhang eingeordnet wird. '''Verzeichnung''' bezeichnet seine strukturierte dokumentarische Beschreibung. '''Registrierung''' bedeutet die Aufnahme in ein konkretes Register, einen Katalog oder ein Sammlungssystem. Ein Kulturgut kann bereits registriert werden, bevor ein Digitalisat vorhanden ist.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Metadaten'''&lt;br /&gt;
| Metadaten sind strukturierte Informationen über ein Kulturgut und seine digitalen Repräsentationen. Dazu gehören beispielsweise Titel, Herkunft, beteiligte Personen, Ort, Zeit, kultureller Kontext, Rechte, Dateieigenschaften und Bearbeitungsschritte. Je nach Zweck werden beschreibende, technische, rechtliche und erhaltungsbezogene Metadaten unterschieden. Sie machen Kulturgüter auffindbar, verständlich, verwaltbar und langfristig nutzbar.&amp;lt;ref name=&amp;quot;PREMIS&amp;quot;&amp;gt;Library of Congress o. J.: PREMIS – Preservation Metadata: Implementation Strategies. Internationaler Standard für Erhaltungsmetadaten. URL: https://www.loc.gov/standards/premis/, abgerufen am 16.07.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Persistenter Identifikator'''&lt;br /&gt;
| Ein '''persistenter Identifikator''' ist eine dauerhafte und eindeutige Kennung für ein Kulturgut, einen Datensatz oder eine digitale Ressource. Die Kennung bleibt bestehen, auch wenn sich der technische Speicherort oder die Internetadresse ändern. Dadurch können Kulturgüter dauerhaft zitiert und zwischen Systemen verknüpft werden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;DFG2016&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Metadaten sind keine bloße Beigabe zu einer Datei. Ohne ausreichende Beschreibungen kann ein Digitalisat zwar technisch vorhanden sein, später aber kaum gefunden, verstanden oder zuverlässig zugeordnet werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.3.4 Digitalisierungsdienst und Archiv ===&lt;br /&gt;
Die folgende Tabelle erklärt was erforderlich ist, damit Kulturgüter digitalisiert werden und nicht nur heute gespeichert sind, sondern auch nach technischen und organisatorischen Veränderungen noch gefunden, verstanden und genutzt werden können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
! Begriff&lt;br /&gt;
! Erklärung&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Repositorium'''&lt;br /&gt;
| Ein '''Repositorium''', auch ''Repository'' genannt, ist eine verwaltete technische Umgebung, in der digitale Objekte und ihre Metadaten übernommen, gespeichert, geordnet, verwaltet und bereitgestellt werden. Ein Repositorium kann Teil eines digitalen Archivs sein. Nicht jedes Repositorium erfüllt jedoch automatisch alle Anforderungen der Langzeiterhaltung.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Digitales Archiv oder digitales Langzeitarchiv'''&lt;br /&gt;
| Ein digitales Archiv ist mehr als ein Server oder ein Speicherprogramm. Es verbindet eine verantwortliche Organisation, fachkundiges Personal, Regeln, Arbeitsabläufe und technische Systeme. Es übernimmt die Verantwortung dafür, digitale Informationen langfristig zu erhalten und für festgelegte Nutzergruppen zugänglich zu machen. Das internationale Referenzmodell '''Open Archival Information System''' (OAIS, offenes Archiv-Informationssystem) bietet hierfür einen fachlichen Rahmen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;OAIS2024&amp;quot;&amp;gt;Consultative Committee for Space Data Systems (CCSDS) 2024: Reference Model for an Open Archival Information System (OAIS), CCSDS 650.0-M-3, insbesondere S. 1-1–1-2 und 2-1–2-2. URL: https://ccsds.org/Pubs/650x0m3.pdf, abgerufen am 16.07.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Ingest oder kontrollierte Übernahme'''&lt;br /&gt;
| '''Ingest''' bezeichnet die kontrollierte Übernahme digitaler Dateien und Metadaten in ein Repositorium oder digitales Archiv. Dabei werden beispielsweise Vollständigkeit, Dateiformate, Metadaten und Dateiintegrität geprüft und die Übernahme dokumentiert.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Langzeitverfügbarkeit und digitale Langzeiterhaltung'''&lt;br /&gt;
| '''Langzeitverfügbarkeit''' ist das Ziel, digitale Inhalte über technische und organisatorische Veränderungen hinweg auffindbar, lesbar, verständlich und nutzbar zu halten. '''Digitale Langzeiterhaltung''' bezeichnet die dafür notwendigen fortlaufenden Maßnahmen. Dazu können mehrere Speicherorte, regelmäßige Prüfungen, Formatüberwachung, technische Migrationen und eine nachvollziehbare Dokumentation gehören. „Langfristig“ bezeichnet dabei keine feste Zahl von Jahren, sondern einen Zeitraum, in dem mit veränderten Technologien, Formaten und Nutzungsanforderungen gerechnet werden muss.&amp;lt;ref name=&amp;quot;OAIS2024&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Datensicherung oder Backup'''&lt;br /&gt;
| Ein '''Backup''' ist eine zusätzliche Sicherungskopie, aus der Dateien nach einem Verlust oder technischen Ausfall wiederhergestellt werden können. Backups sind notwendig, ersetzen aber keine Langzeiterhaltung: Sie regeln allein noch keine dauerhaften Zuständigkeiten, Metadaten, Formatüberwachung, Integritätsprüfungen oder langfristige Zugänglichkeit.&amp;lt;ref name=&amp;quot;DPCStorage&amp;quot;&amp;gt;Digital Preservation Coalition o. J.: Digital Preservation Handbook – Storage. URL: https://www.dpconline.org/handbook/organisational-activities/storage, abgerufen am 16.07.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Integrität und Authentizität'''&lt;br /&gt;
| '''Integrität''' bedeutet, dass unbeabsichtigte Veränderungen oder Beschädigungen einer Datei erkannt werden können. Dafür werden häufig Prüfsummen verwendet - digitale Kontrollwerte, die regelmäßig verglichen werden. '''Authentizität''' bedeutet, dass Herkunft, Identität und Bearbeitungsgeschichte eines digitalen Objekts nachvollziehbar sind und belegt werden kann, dass es das ist, was es zu sein vorgibt.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Dateiformat und Datenformat'''&lt;br /&gt;
| Ein '''Dateiformat''' legt den technischen Aufbau einer einzelnen Datei fest. Ein '''Datenformat''' beschreibt, wie Informationen strukturiert und zwischen Systemen ausgetauscht werden. Gut dokumentierte, verbreitete und möglichst offen beschriebene Formate erleichtern den Austausch und die langfristige Nutzung. Sie ersetzen jedoch keine aktive Langzeiterhaltung.&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Merksatz:''' Speichern ist nicht dasselbe wie langfristiges Erhalten. Auch ein vorhandenes Backup ist noch kein digitales Langzeitarchiv.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.3.5 Präsentationssystem ===&lt;br /&gt;
Die folgende Tabelle erklärt, wie aus langfristig gesicherten Dateien ein digitales Kulturerbe wird, das von Menschen gefunden, verstanden und sinnvoll genutzt werden kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
! Begriff&lt;br /&gt;
! Erklärung&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Zugänglichmachung und Präsentation'''&lt;br /&gt;
| '''Zugänglichmachung''' bedeutet, dass digitale Objekte auffindbar und im rechtlich sowie technisch zulässigen Umfang abrufbar sind. '''Präsentation''' geht darüber hinaus: Inhalte werden ausgewählt, miteinander verknüpft, erklärt und für bestimmte Zielgruppen vermittelt. Dazu gehören verständliche Kontextinformationen, klare Rechteangaben, Mehrsprachigkeit und möglichst barrierearme Zugänge. Abhängig von Rechten, personenbezogenen Daten oder kulturellen Schutzbedarfen kann der Zugang offen oder eingeschränkt sein.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Nutzung und Nachnutzung'''&lt;br /&gt;
| '''Nutzung''' umfasst beispielsweise das Betrachten, Lesen, Anhören, Erforschen oder Vermitteln eines digitalen Kulturguts. '''Nachnutzung''' bedeutet seine weitere Verwendung in einem neuen Zusammenhang, etwa in Bildung, Forschung, Publikationen, Ausstellungen, Anwendungen oder kreativen Werken. Dafür werden geeignete Dateien, verständliche Metadaten und klare Rechteinformationen benötigt.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Rechteinformation und Lizenz'''&lt;br /&gt;
| Eine '''Rechteinformation''' beschreibt den rechtlichen Status eines digitalen Objekts und mögliche Einschränkungen seiner Nutzung. Eine '''Lizenz''' räumt durch eine dazu berechtigte Person oder Institution konkrete Nutzungsrechte ein. Ein allgemeiner Rechtehinweis ist daher nicht automatisch eine Lizenz.&amp;lt;ref name=&amp;quot;RightsReuse&amp;quot;&amp;gt;RightsStatements.org o. J.: Standardisierte Rechtehinweise für online verfügbares Kulturerbe. URL: https://rightsstatements.org/de/, abgerufen am 16.07.2026. Creative Commons 2025: Recommended Licenses and Tools for Cultural Heritage Content. URL: https://creativecommons.org/2025/07/09/recommended-licenses-and-tools-for-cultural-heritage-content/, abgerufen am 16.07.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Interoperabilität'''&lt;br /&gt;
| '''Interoperabilität''' bezeichnet die Fähigkeit von Systemen und Organisationen, Daten auszutauschen und in gleicher Bedeutung zu verstehen. Dafür werden gemeinsame Metadatenmodelle, Begriffe, Identifikatoren und technische Schnittstellen benötigt. So können beispielsweise Register, Repositorien, Präsentationsportale und externe Kulturplattformen miteinander verbunden werden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;EuropeanaEDM&amp;quot;&amp;gt;Europeana o. J.: Metadata – Europeana Data Model (EDM, Europeana-Datenmodell). URL: https://pro.europeana.eu/page/metadata, abgerufen am 16.07.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Digitalisierte Inhalte entfalten ihren kulturellen und gesellschaftlichen Nutzen erst dann vollständig, wenn sie auffindbar, verständlich, rechtlich klar und für unterschiedliche Zielgruppen tatsächlich verwendbar sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der folgende Abschnitt 2.4 beschreibt, wie diese Kernfunktionen innerhalb des gesamten Prozesses der Kulturerbe-Digitalisierung zusammenwirken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== 2.4 Prozess der Digitalisierung von Kulturerbe ==&lt;br /&gt;
Die Digitalisierung von Kulturgut ist kein rein technischer Arbeitsschritt, sondern ein vielschichtiger, oft langfristiger Prozess, der bereits mit der Wahrnehmung und Identifikation einer kulturellen Ausdrucksform beginnt. Ziel dieses Abschnitts ist es, diesen Gesamtprozess systematisch darzustellen: von der gelebten Kultur über das identifizierte Kulturgut bis hin zur digital nutzbaren Repräsentation.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die hier entwickelte Prozessdarstellung soll als praxisorientierter Überblick dienen für die Digitalisierung des sorbischen Kulturerbes. Sie berücksichtigt die Anforderungen sorbischer Einrichtungen ebenso wie die international etablierten Referenzmodelle und Standards, darunter:&lt;br /&gt;
* das OAIS-Referenzmodell (ISO 14721) für digitale Archivierung&amp;lt;ref&amp;gt;Consultative Committee for Space Data Systems (CCSDS) 2024: Reference Model for an Open Archival Information System (OAIS), CCSDS 650.0-M-3. URL: https://ccsds.org/Pubs/650x0m3.pdf, abgerufen am 01.10.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
* das DCC Curation Lifecycle Model für kuratorische Entscheidungsprozesse&amp;lt;ref&amp;gt;Higgins 2008: The DCC Curation Lifecycle Model. International Journal of Digital Curation, 3(1), 134-140. URL: https://ijdc.net/index.php/ijdc/article/view/48, abgerufen am 01.10.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
* das Spectrum-Modell für museale Objektverwaltung&amp;lt;ref&amp;gt;Collections Trust 2022. Spectrum 5.1 - The UK Museum Collections Management Standard. URL: https://collectionstrust.org.uk/spectrum/spectrum-5, abgerufen am 01.10.2025. &amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
* die UNESCO-Leitlinien zur Inventarisierung immateriellen Kulturerbes&amp;lt;ref&amp;gt;UNESCO 2024: Operational Directives for the Implementation of the Convention for the Safeguarding of the Intangible Cultural Heritage (10.GA). URL: https://ich.unesco.org/doc/src/ICH-Operational_Directives-10.GA_EN.pdf, abgerufen am 01.10.2025. &amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
* sowie technische Vorgaben wie die DFG-Praxisregeln Digitalisierung&amp;lt;ref&amp;gt;Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) 2022: Praxisregeln Digitalisierung (aktualisierte Fassung). URL: https://www.ulb.hhu.de/fileadmin/redaktion/ULB/Documents/Infomaterial/DFG_Praxisregeln_Digitalisierung_Aktualisierte_Fassung2022.pdf, abgerufen am 01.10.2025. &amp;lt;/ref&amp;gt; und die FADGI-Richtlinien&amp;lt;ref&amp;gt;Federal Agencies Digital Guidelines Initiative (FADGI) 2023: Technical Guidelines for Digitizing Cultural Heritage Materials – Still Image, 3rd ed. URL: https://www.digitizationguidelines.gov/guidelines/digitize-technical.html, abgerufen am 01.10.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Folge soll der „Lebenslauf“ eines Kulturguts dargestellt werden, also der Weg, den ein Objekt oder eine kulturelle Praxis vom Zeitpunkt der Entstehung über die Erfassung, Digitalisierung und Archivierung bis zur Veröffentlichung in einem digitalen Präsentationsmodul durchläuft.&lt;br /&gt;
Hierfür erläutert der folgende Abschnitt die einzelnen Prozessschritte im Detail, jeweils mit Akteuren und Beispielen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.4.1 Vorüberlegungen zum Prozess ===&lt;br /&gt;
Im hier vorgestellten Prozess wird auf eine harte, systematische Filterung verzichtet, welche kulturellen Ausdrucksformen „nur“ Kultur und welche bereits Kulturgut sind. Ein solcher Bewertungs- und Abgrenzungsprozess wäre ressourcenintensiv und würde den vorhandenen Kapazitäten in den beteiligten Einrichtungen nicht entsprechen. Stattdessen folgt das Konzept einer inklusiven Logik: Alle dokumentierten Ausdrucksformen werden zunächst als potenzielle Kulturgüter erfasst. Eine feinere Auswahl und Priorisierung erfolgen erst in einem späteren Schritt, nämlich dann, wenn konkret entschieden wird, welche Ausdrucksformen bzw. Kulturgüter in welcher Tiefe digitalisiert, archiviert und präsentiert werden sollen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieses Vorgehen schließt an das SKR-Konzept an, das bewusst auf eine frühe normative Trennung zwischen „kultureller Ausdrucksform“ und „Kulturgut“ verzichtet. Auch hier steht zunächst der möglichst vollständige, strukturierte Überblick über die sorbischen Kulturgüter im Vordergrund. Die differenzierte Bewertung und Schwerpunktsetzung werden als anschließende fachliche Aufgabe verstanden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.4.2 Prozessschritte im Detail ===&lt;br /&gt;
Das folgende Diagramm gibt einen Überblick über die sechs Kernschritte des Gesamtprozesses der Digitalisierung von Kulturgut – von der ersten Wahrnehmung einer kulturellen Ausdrucksform bis zu ihrer digitalen Präsentation als Kulturgut. Die Abfolge zeigt zugleich die Entwicklungsstufen: von gelebter Kultur zur kulturellen Ausdrucksform, von dort zum Kulturgut und schließlich zum digitalen Kulturgut. Die Schritte sind als generischer Ablauf zu verstehen: Je nach Art des Kulturguts können einzelne Tätigkeiten unterschiedlich aufwendig sein oder parallel erfolgen.&lt;br /&gt;
[[Dataja:Wobraz_K3.png|center|600px]]&amp;lt;ref&amp;gt;Mermaid Flowchart Code: [https://mermaid.live/edit#pako:eNplkk1OwzAQha8yGqmbkloxSZs2CyTa8LOphIAVhIVJpolF4iDH4a_qbXqTXgzHFdAKr2y97703lmaNWZMTxriqmvesFNrAfZIqgPPHFIdDzuBO1DVVajhM8QlGozOYO-WUwS0VsjVakqa93Pvmjlk4JmAwp3fS5kCHwQAWjkkcE_Y5WWkIXqrd9jBpT138UIkspBGVbI_7-rwLR146csLgRryQ-U8lMGLwTG1WapLPpHKCZQLMOY9ch7m2VxiSpOAEjJ1TSev_M_bkvv3KtY8ZnOuslG_H9VcOuf4dUO-2LamjGdHDQsscY6M78rAmXYv-ies-IEVTUk0pxvaa00p0lUkxVRtrexXqoWnqH6duuqLEeCWq1r6619zOn0hRaPGH9J_Xi6ZTBuOxS8B4jR8YhxGLeDThkR-EM37KuYefFmHTaOz7fOZHQTidBMHGwy9X6VslnNnDw4jPuB8GHlIuTaOX-7Vy27X5Bh_Osqo hier klicken], abgerufen am 22.09.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Prozess zeigt, dass Digitalisierung von Kulturgut mehr ist als das Erstellen digitaler Dateien. Sie umfasst eine Reihe aufeinander bezogener Schritte – von der ersten Wahrnehmung einer kulturellen Ausdrucksform über ihre Erfassung, Bewertung und Digitalisierung bis hin zur langfristigen Sicherung und Präsentation. Dabei sind je nach Schritt unterschiedliche Akteure beteiligt, etwa Gemeinschaften, Museen, Archive, Fachgremien, Digitalisierungsstellen oder IT. Die folgenden Beschreibungen erläutern diese Schritte so, dass nachvollziehbar wird, was jeweils mit einem Kulturgut geschieht, wer daran beteiligt ist und wie sich der Ablauf in der Praxis vorstellen lässt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''1. Sammeln &amp;amp; erfassen''' &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Hier wird eine kulturelle Ausdrucksform erstmals wahrgenommen, benannt und mit ersten Informationen erfasst: Was ist es, wer macht es oder hat es geschaffen, wo kommt es vor, warum ist es bedeutsam für die Gemeinschaft? &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Akteure''': Community, Vereine, Museen, Archive, Forschende, Privatpersonen.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Beispiel''': Auf einem Dorffest zeigt eine Frau das Verzieren sorbischer Ostereier. Jemand fotografiert dies und notiert Technik, Ort und Namen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''2. Registrieren &amp;amp; beschreiben''' &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Hier wird aus der ersten Beobachtung ein strukturierter Nachweis. Das Kulturgut oder die kulturelle Ausdrucksform wird in ein Register, eine Sammlung oder einen Katalog aufgenommen und mit strukturierten Metadaten beschrieben, damit es wiedergefunden, zugeordnet und verstanden werden kann. Dazu gehören z. B. Titel, Ort, Zeit, Technik, Funktion, beteiligte Personen und der kulturelle Kontext.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Akteure''': Registerverantwortliche, Kurator:innen, Sammlungsmitarbeitende, Community für Kontextinformationen.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Beispiel''': Das Osterei erhält einen Eintrag mit Angaben wie „Wachsbatik“, „Schleife“, „Osterei-Verzierung“, Name der Trägerin und Entstehungsjahr.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''3. Bewerten &amp;amp; freigeben''' &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
In diesem Schritt wird entschieden, ob und in welcher Priorität ein Kulturgut oder die kulturelle Ausdrucksform digitalisiert werden soll und ob dies rechtlich und ethisch möglich ist. Dabei spielen fachliche Kriterien wie Bedeutung, Repräsentativität, Seltenheit oder Gefährdung eine Rolle, aber auch Fragen des Urheberrechts, Datenschutzes und möglicher kultureller Sensibilitäten. Am Ende steht eine begründete Entscheidung, ob und in welchem Umfang das Kulturgut weiterbearbeitet und später veröffentlicht werden darf. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Akteure''': Kurator:innen, Fachgremien, Community-Vertretungen, Register/SKR, ggf. Rechteverantwortliche und Behörden. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Beispiel''': Es wird entschieden, dass die Osterei-Technik wegen ihrer Bedeutung für die sorbische Identität digital gesichert werden soll; die Kunsthandwerkerin stimmt der Veröffentlichung zu.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''4. Digitalisieren &amp;amp; prüfen''' &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Nun wird das Kulturgut technisch erfasst, also in eine digitale Form überführt. Das kann je nach Objektart durch Scan, Fotografie, Audio- oder Videoaufnahme oder 3D-Erfassung geschehen. Dabei entstehen hochwertige Master-Dateien und nutzbare Derivate. Die Digitalisierung folgt qualifizierten Standards, um Reproduzierbarkeit, Farbkonsistenz und Nutzbarkeit zu gewährleisten. Anschließend wird geprüft, ob Schärfe, Farbe, Vollständigkeit und Dateiformate den Anforderungen für Archivierung und Nutzung entsprechen. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Akteure''': Digitalisierungszentrum, Foto-/AV-/3D-Spezialist:innen, externe Dienstleister bei Spezialfällen. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Beispiel''': Das Osterei wird fotografisch hochauflösend aufgenommen und zusätzlich als 3D-Modell erfasst. Danach werden Schärfe, Farbe und Dateiformate geprüft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''5. Archivieren &amp;amp; sichern''' &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die entstandenen digitalen Dateien werden geordnet abgelegt, mit den zugehörigen Metadaten verknüpft und für die langfristige Erhaltung gesichert. Dazu gehören sichere Speicherorte, Backups, Integritätskontrollen und – wenn nötig – spätere technische Migration auf neue Systeme. Ziel ist, dass das digitale Kulturgut langfristig erhalten bleibt, auch wenn sich Technik und Formate verändern. Das Original bleibt in der Regel weiterhin am Sammlungs- oder Aufbewahrungsort. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Akteure''': Archiv, Repository, IT-Betrieb, ggf. Sorbisches Kulturarchiv bzw. Digitalisierungszentrum. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Beispiel''': Die Bilder und das 3D-Modell des Ostereis werden auf gesicherten Servern gespeichert; das Original bleibt im Museum oder bei der Eigentümerin.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''6. Präsentieren &amp;amp; nutzen''' &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Im letzten Schritt werden die digitalen Objekte so bereitgestellt, dass sie gefunden, verstanden und genutzt werden können, z. B. in Portalen, digitalen Sammlungen oder virtuellen Ausstellungen. Dafür reicht es nicht, nur Dateien anzuzeigen: Es braucht auch verständliche Kontexte, Rechteangaben, Mehrsprachigkeit und möglichst barrierearme Zugänge. So wird aus der technischen Digitalisierung eine tatsächliche kulturelle Nutzung. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Akteure''': Kurator:innen, Vermittlung, Web/IT, Museen, Kulturinformationen, Community. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Beispiel''': Das Osterei erscheint in einer Online-Ausstellung, kann herangezoomt oder als 3D-Modell gedreht werden und wird mit einem kurzen Text zur Technik erklärt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.4.3 Organisatorische Perspektive ===&lt;br /&gt;
Die folgende Abbildung ist entnommen aus einem Poster des Sorbischen Instituts zu dessen Digitalisierungsstrategie, gefunden auf der Projektseite des Digitalisierungszentrums.&amp;lt;ref&amp;gt;Sorbisches Institut: Digitalisierungszentrum (DZ). URL: [https://www.serbski-institut.de/projekte-zentrale-vorhaben/digitalisierungszentrum-dz/ https://www.serbski-institut.de/projekte-zentrale-vorhaben/digitalisierungszentrum-dz/], abgerufen am 25.03.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Digitalisierungsstrategie des Sorbischen Instituts zeigt die Erfassung, Registrierung, Digitalisierung und Archivierung bis zur Präsentation von Kulturgütern aus '''organisatorischer Sicht'''. Sie basiert auf einem '''3-Säulen-Modell aus Kulturregister, Digitalisierungszentrum und Präsentationsumgebung'''. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Dataja:Wobraz_K4.png|mini||center|600px|Abbildung: 3-Säulen-Modell der Digitalisierungsstrategie des Sorbischen Instituts. Quelle: Sorbisches Institut, „Digitalizacija serbskich kulturnych datow / Digitalisierung der sorbischen/wendischen Kulturdaten“&amp;lt;ref&amp;gt;Sorbisches Institut 2025: Digitalizacija serbskich kulturnych datow / Digitalisierung der sorbischen/wendischen Kulturdaten (Poster). URL:  [https://www.serbski-institut.de/wp-content/uploads/2021/11/A0-Druck_Digitalisierungsstrategie-SI.pdf  https://www.serbski-institut.de/wp-content/uploads/2021/11/A0-Druck_Digitalisierungsstrategie-SI.pdf], abgerufen am 25.03.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Beide Sichtweisen - die fachliche &amp;quot;Prozess-Sicht&amp;quot; und die &amp;quot;organisatorische Sicht&amp;quot; lassen sich wie folgt in einer Darstellung zusammenfassen:&lt;br /&gt;
[[Dataja:Wobraz_K5.jpg|mini||center|600px|Abbildung: Zusammengefasste Sichtweisen auf die Digitalisierung von Kulturerbe.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der &amp;quot;Prozess der Digitalisierung von Kulturerbe&amp;quot; beschreibt, '''was''' mit einem Kulturgut geschieht; das 3-Säulen-Modell zeigt, '''wo''' diese Aufgaben organisatorisch verortet sind. Bezogen auf die oben beschriebenen [[#2.3.2 Prozessschritte im Detail|Prozessschritte der Digitalisierung von Kulturerbe]] steht das '''Sorbische Kulturregister''' für den Prozessschritt „'''2. Registrieren'''“ und dient dabei vor allem der Verzeichnung und Metadatenverwaltung. Das '''Digitalisierungszentrum''' steht für die Prozessschritte „'''4. Digitalisieren'''“ und „'''5. Archivieren'''“ und dient dabei der technischen Erfassung, Bearbeitung und Sicherung der Digitalisate. Die '''Präsentationsumgebung''' steht für den Schritt „'''6. Präsentieren'''“ und dient der öffentlichen oder kuratierten Bereitstellung zur Nutzung. Ergänzende Konzepte des SI machen dabei deutlich, dass die Digitalisierung im Regelfall eine vorherige Verzeichnung im Register voraussetzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
! Prozessschritt&lt;br /&gt;
! Verantwortliche Organisation&lt;br /&gt;
! Funktion im Gesamtsystem&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''2. Registrieren'''&lt;br /&gt;
| '''Sorbisches Kulturregister'''&lt;br /&gt;
| Kulturgüter werden als Entitäten nachgewiesen, beschrieben, mit Metadaten versehen und miteinander verknüpft. Das Register erfüllt damit eine katalogähnliche Funktion: Es macht sichtbar, welche Kulturgüter es gibt, wo sie sich befinden und in welchem Kontext sie stehen.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''4. Digitalisieren'''&lt;br /&gt;
| '''Digitalisierungszentrum'''&lt;br /&gt;
| Kulturgüter werden technisch erfasst, z. B. durch Scan, Fotografie, Audio-/Videoübertragung oder 3D-Erfassung. Das Digitalisierungszentrum erzeugt und prüft die Digitalisate, ist aber nicht selbst primär ein Präsentationssystem.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''5. Archivieren'''&lt;br /&gt;
| '''Digitalisierungszentrum / Repositorium / Archiv'''&lt;br /&gt;
| Die digitalen Dateien werden geordnet gespeichert, mit Metadaten verbunden und langfristig gesichert. Dazu gehört auch die Sicherstellung der Langzeitaufbewahrung, etwa durch geeignete Speicherorte, Prüfroutinen und spätere Migrationen.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''6. Präsentieren'''&lt;br /&gt;
| '''Sorabicon / weitere Präsentationsumgebungen'''&lt;br /&gt;
| Die digitalen Inhalte werden für Nutzer:innen sichtbar, erfahrbar und verständlich gemacht, z. B. in Portalen, digitalen Sammlungen oder virtuellen Ausstellungen. Die Präsentation greift dafür auf Metadaten aus dem Register und auf Digitalisate aus dem Repositorium bzw. dem Digitalisierungszentrum zurück.&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Schritt '''1. Sammeln''' liegt vor diesen drei Säulen. Er betrifft die Sammlungsorte selbst, also z. B. Museen, Archive, Heimatstuben, Vereine, Projekte, Gemeinden oder Privatpersonen. Dort entstehen oder befinden sich die Kulturgüter zunächst, bevor sie systematisch registriert, bewertet oder digitalisiert werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Schritt '''3. Bewerten''' ist ebenfalls keine eigene technische Säule, sondern ein steuernder Entscheidungsschritt. In ihm wird geklärt, welche Kulturgüter priorisiert digitalisiert werden, welche fachliche Bedeutung sie haben, welche Rechte zu beachten sind und ob eine öffentliche Präsentation möglich ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Damit wird deutlich: Register, Digitalisierungszentrum und Präsentation erfüllen unterschiedliche Aufgaben. Das '''Register''' beschreibt und verknüpft Kulturgüter, das '''Digitalisierungszentrum''' erzeugt und sichert Digitalisate und die '''Präsentationsumgebung''' macht ausgewählte Inhalte verständlich zugänglich. Gerade diese Trennung schafft klare Zuständigkeiten und erleichtert die Zusammenarbeit zwischen Sammlungsorten, Fachstellen, technischen Dienstleistern und Öffentlichkeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== 2.5 Beispiele anderer Kulturen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Digitalisierung des Kulturerbes kleiner, autochthoner, indigener und sprachlicher Gemeinschaften weist häufig vergleichbare Herausforderungen auf: Kulturgüter und Bestände sind auf viele Institutionen, Vereine, lokale Einrichtungen und private Träger verteilt. Personelle und finanzielle Ressourcen sind begrenzt, mehrere Sprachen und Beschreibungstraditionen müssen berücksichtigt werden und nicht alle kulturellen Inhalte dürfen oder sollen ohne Einschränkung öffentlich zugänglich gemacht werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In einer vergleichenden Recherche wurde daher untersucht, wie andere Gemeinschaften und Regionen ihr Kulturerbe erfassen, beschreiben, digitalisieren, langfristig sichern und zur Nutzung bereitstellen. Dabei wurde nicht nach einer universell „idealen“ technischen Lösung gesucht. Untersucht wurde vielmehr, welche organisatorischen, technischen, rechtlichen und gemeinschaftlichen Modelle unter welchen Rahmenbedingungen funktionieren, welche Schwierigkeiten auftreten und welche übertragbaren Erfolgsfaktoren erkennbar sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die nachfolgenden Beispiele verdeutlichen unterschiedliche Schwerpunkte: gemeinschaftliche Steuerung, institutionsübergreifende Register und Suchsysteme, Digitalisierung verteilter Bestände, Sprach- und Tonarchive, abgestufte Zugänge, Unterstützung kleiner Kulturgutträger sowie die Überführung zeitlich begrenzter Projekte in einen dauerhaften Betrieb.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die daraus abgeleiteten Kriterien bilden einen Referenzrahmen. Anhand dieses Referenzrahmens kann in einer späteren Ist-Analyse geprüft werden, welche Funktionen bereits vorhanden, nur konzeptionell beschrieben, in Pilotprojekten erprobt oder dauerhaft im Regelbetrieb verankert sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die ausführlichen Fallprofile, Vergleichsmatrizen, Quellen sowie ein Hinweis zur KI-gestützten Erstellung befinden sich in der [[12.3.A1 Vergleichende Recherche – Digitalisierung des Kulturerbes anderer Kulturen und Regionen|ausführlichen Vergleichsrecherche]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.5.1 RomArchive – Digitales Archiv der Roma ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Roma und Sinti sind eine transnationale Minderheit, die in zahlreichen europäischen Staaten lebt. RomArchive wurde von 2015 bis 2019 mit 3,75 Millionen Euro durch die Kulturstiftung des Bundes gefördert. Weitere Unterstützer waren unter anderem die Bundeszentrale für politische Bildung, das Auswärtige Amt und das Goethe-Institut. Seit 2019 wird das Archiv durch das Dokumentations- und Kulturzentrum Deutscher Sinti und Roma in Heidelberg betrieben.&amp;lt;ref name=&amp;quot;vergleich_romarchive&amp;quot;&amp;gt;RomArchive o. J.: Frequently Asked Questions. URL: https://www.romarchive.eu/en/about/frequently-answered-questions/; Dokumentations- und Kulturzentrum Deutscher Sinti und Roma e. V. o. J.: Imprint. URL: https://www.romarchive.eu/en/imprint/; Kulturstiftung des Bundes o. J.: RomArchive. URL: https://www.kulturstiftung-des-bundes.de/en/programmes_projects/film_and_new_media/detail/romarchive.html, jeweils abgerufen am 20.07.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Archiv präsentiert Kunst, Geschichte und Kultur aus der Perspektive der Roma. Kuratorische Teams und Beirat waren überwiegend mit Angehörigen der Minderheit besetzt. Neben öffentlich zugänglichen Inhalten existiert ein internes Archiv mit beschränktem Forschungszugang. Besonders lehrreich ist der bereits zu Projektbeginn geplante und später tatsächlich vollzogene Übergang an einen dauerhaften Betreiber.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Erfolgsfaktoren und Learnings:''' &lt;br /&gt;
* Angehörige der Gemeinschaft sollten nicht nur Inhalte zuliefern, sondern festgelegte Entscheidungsrechte bei Auswahl, Beschreibung, Kontextualisierung und Zugangsregeln besitzen. &lt;br /&gt;
* Bereits zu Beginn einer Projektphase verbindlich klären, welche Institution das Register, Archiv oder Portal nach dem Ende der Förderung dauerhaft betreibt, pflegt und finanziert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.5.2 Nuohtti – Zugang zum Sámi-Kulturerbe ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Sámi sind ein indigenes Volk im nordeuropäischen Sápmi, das sich über Teile Norwegens, Schwedens, Finnlands und Russlands erstreckt. Viele historische Sámi-Materialien befinden sich außerhalb der Sámi-Institutionen in europäischen Archiven und Museen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nuohtti ist ein gemeinsamer Suchdienst für digitalisierte Sámi-Materialien. Er wurde von 2018 bis 2021 mit Mitteln des Programms Interreg Nord der EU (Europäische Union) entwickelt. Beteiligt waren unter anderem die Sámi-Archive der finnischen und norwegischen Nationalarchive, das schwedische Reichsarchiv und mehrere Universitäten. Die Sámi-Parlamente Finnlands, Norwegens und Schwedens waren in der Steuerungsgruppe vertreten. Der Dienst führte nach Projektangaben etwa 30.000 Datensätze aus 32 Institutionen zusammen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;vergleich_nuohtti&amp;quot;&amp;gt;Nuohtti o. J.: About Nuohtti. URL: https://nuohtti.com/Content/about; University of the Arctic 2023: The Nuohtti service provides digital access to Sámi material in European archives. URL: https://www.uarctic.org/news/2023/3/the-nuohtti-service-provides-digital-access-to-sami-material-in-european-archives/, jeweils abgerufen am 20.07.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nuohtti übernimmt nicht alle Bestände in ein einziges System. Stattdessen werden Metadaten, also strukturierte Beschreibungsdaten zu Objekten und Beständen, aus vorhandenen Einrichtungen zusammengeführt und mit mehrsprachiger Suche, Karte und Zeitleiste zugänglich gemacht. Ethische Hinweise machen darauf aufmerksam, dass viele Bestände unter historischen und teilweise kolonialen Bedingungen gesammelt und beschrieben wurden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Erfolgsfaktoren und Learnings:''' &lt;br /&gt;
* Ein gemeinsamer Zugang kann auch mit dezentraler Architektur der Bestände erfolgen – Originale, Dateien und Fachsysteme können beim Kulturgutträger verbleiben.&lt;br /&gt;
* Ein Register für Kulturdaten kann als übergreifende Nachweisschicht arbeiten: Größere Einrichtungen liefern Daten über technische Schnittstellen, während kleine Träger zentrale oder gemeinsam bereitgestellte Erfassungsdienste nutzen können. &lt;br /&gt;
* Historische Fremdbeschreibungen sollten ergänzt werden durch Selbstbezeichnungen, eigene Sprachformen, alternative Benennungen und Kontexte der betreffenden Gemeinschaft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.5.3 People’s Collection Wales / Casgliad y Werin Cymru ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wales ist ein Landesteil des Vereinigten Königreichs mit einer eigenständigen nationalen und walisischsprachigen Identität. People’s Collection Wales ist eine zweisprachige Plattform für institutionelles und gemeinschaftlich getragenes Kulturerbe. Sie wird als Verbund der National Library of Wales, des National Museum Wales und der Royal Commission on the Ancient and Historical Monuments of Wales betrieben und durch die walisische Regierung finanziert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Neben der technischen Plattform werden kostenlose Beratung und Schulungen zu Digitalisierung, Metadaten, Urheberrecht, Datenschutz und Oral History, also mündlich überlieferter und aufgezeichneter Geschichte, angeboten. Eine unabhängige Evaluation stellte Fortschritte bei der Zusammenarbeit und beim Kompetenzaufbau fest, benannte aber auch begrenzte Wirkungsnachweise, Finanzierungsrisiken und den hohen Personalaufwand für die Unterstützung der beteiligten Gemeinschaften.&amp;lt;ref name=&amp;quot;vergleich_wales&amp;quot;&amp;gt;Vittle, Kate / Haswell-Walls, Fran / Dixon, Tim; ERS Ltd. 2016: Evaluation of the Casgliad y Werin Cymru / People’s Collection Wales Digital Heritage Programme. Impact Report. URL: https://www.gov.wales/sites/default/files/publications/2019-08/evaluation-of-the-peoples-collection-wales-digital-heritage-programme-impact.pdf; People’s Collection Wales o. J.: Community Support. URL: https://www.peoplescollection.wales/about-us/community-support, jeweils abgerufen am 20.07.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Erfolgsfaktoren und Learnings:''' &lt;br /&gt;
* Kleine und ehrenamtlich betreute Sammlungen benötigen nicht nur technische Standards, sondern konkrete und dauerhaft verfügbare Dienstleistungen: Erstberatung, Schulung, Vorlagen, Unterstützung bei Rechtefragen, Qualitätskontrolle und persönliche Ansprechpartner. &lt;br /&gt;
* Ein Digitalisierungszentrum oder ein Verbund koordinierter Digitalisierungsdienste sollte daher als Service- und Kompetenzstruktur ausgestaltet werden und nicht lediglich als technische Produktionsstelle. &lt;br /&gt;
* Der dafür notwendige Beratungs- und Unterstützungsaufwand muss als dauerhafte Betriebsaufgabe eingeplant werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.5.4 Tobar an Dualchais / Kist o Riches ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schottisch-Gälisch ist eine Minderheitensprache, die vor allem in den Highlands und auf den schottischen Inseln gesprochen wird. Tobar an Dualchais macht mehr als 40.000 seit den 1930er Jahren entstandene Tonaufnahmen zugänglich. Die Bestände umfassen Erzählungen, Lieder, Musik, Gedichte und mündlich überliefertes Wissen auf Gälisch, Scots und Englisch. Ein bedeutender Teil der Originalbestände wird in den School of Scottish Studies Archives der Universität Edinburgh verwahrt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;vergleich_tobar&amp;quot;&amp;gt;University of Edinburgh 2024: Tobar an Dualchais / Kist o Riches. URL: https://gaelic.ed.ac.uk/gaelic-collections/tobar-an-dualchais-kist-o-riches; Scottish Government 2025: Rediscovering lost Gaelic words. URL: https://www.gov.scot/news/rediscovering-lost-gaelic-words/, jeweils abgerufen am 20.07.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Digitalisierung wird mit Verschriftlichung beziehungsweise Transkription, sprachlicher Erschließung, Freiwilligenarbeit und teilweise automatischer Spracherkennung verbunden. Das Projekt erhält wiederkehrende öffentliche Förderungen, muss Rechteklärung, Transkription und technische Weiterentwicklung jedoch dauerhaft fortsetzen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Erfolgsfaktoren und Learnings:''' &lt;br /&gt;
* Gefährdete Ton-, Film- und Videobestände müssen wegen Materialverfall, beschädigungsanfälliger Trägermaterialien und nicht mehr verfügbarer Wiedergabetechnik zeitlich priorisiert werden. &lt;br /&gt;
* Ein geeignetes Pilotprojekt kann Digitalisierung, Rechteklärung, Verschriftlichung, Übersetzung, Metadatenerfassung, Archivierung und Bildungsnutzung entlang einer vollständigen Prozesskette verbinden. &lt;br /&gt;
* Dadurch werden nicht nur einzelne Dateien erzeugt, sondern zugleich die notwendigen Standards, Zuständigkeiten und Aufwände erprobt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.5.5 Euskariana – Portal zum baskischen Kulturerbe ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Baskinnen und Basken leben in Gebieten Spaniens und Frankreichs. Euskariana ist das staatlich betriebene Kulturportal der Autonomen Gemeinschaft Baskenland in Spanien. Es wird durch die Digitale Bibliothek Euskadi betrieben und verbindet Daten der baskischen Regierung, der Provinzen, Kommunen, Universitäten sowie öffentlicher, kirchlicher und privater Einrichtungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Portal ist zugleich gemeinsamer Katalog und Zugang zu digitalen Objekten. Es kann Inhalte über ein eigenes Repositorium, also ein institutionell betriebenes digitales Ablage- und Erhaltungssystem, bereitstellen oder zu den Systemen der Partner verlinken. Verwendet werden internationale Standards wie Dublin Core als allgemeiner Metadatenstandard, METS (Metadata Encoding and Transmission Standard) zur Strukturierung und Übertragung digitaler Objekte, PREMIS (Preservation Metadata: Implementation Strategies) für Metadaten zur digitalen Langzeiterhaltung und ALTO (Analyzed Layout and Text Object) für erkannte Texte und Seitenlayouts. Die standardisierten Daten können unter anderem an Europeana weitergegeben werden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;vergleich_euskariana&amp;quot;&amp;gt;Gobierno Vasco / Biblioteca Digital de Euskadi o. J.: Acerca de Euskariana. URL: https://www.euskariana.euskadi.eus/euskadibib/es/help/about.do, abgerufen am 20.07.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Erfolgsfaktoren und Learnings:''' &lt;br /&gt;
* Unterschiedliche Kulturgutträger benötigen unterschiedliche Anschlussmöglichkeiten. &lt;br /&gt;
** Kleine Einrichtungen sollten Daten und gegebenenfalls Dateien in zentral bereitgestellten Diensten erfassen und verwalten können. &lt;br /&gt;
** Größere Institutionen sollten ihre vorhandenen Systeme über Datenexporte oder Programmierschnittstellen anbinden können. &lt;br /&gt;
* Dafür ist ein gemeinsamer, bewusst schlank gehaltener Metadatenkern erforderlich, der durch fach- und institutionsspezifische Angaben erweitert werden kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.5.6 Mukurtu und Plateau Peoples’ Web Portal ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mukurtu ist eine frei verfügbare Software für die gemeinschaftlich kontrollierte Verwaltung digitalen indigenen Kulturerbes. Das Plateau Peoples’ Web Portal verbindet acht indigene Nationen des nordwestlichen Plateaus der USA mit der Washington State University und mehreren Museen und Archiven. Stammesvertreter wählen und beschreiben die Inhalte; die Universität übernimmt wesentliche technische Betriebsaufgaben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mukurtu ermöglicht kulturelle Protokolle, also gemeinschaftlich festgelegte Regeln für Zugang und Nutzung, Traditional Knowledge Labels als Kennzeichnungen für überliefertes gemeinschaftliches Wissen sowie mehrere Beschreibungen zu demselben Objekt. Dadurch kann neben einer institutionellen Museumsbeschreibung eine Beschreibung der Herkunftsgemeinschaft stehen. Zugänge können von vollständig öffentlich bis streng beschränkt reichen. Mukurtu weist ausdrücklich darauf hin, dass die Plattform vor allem dem Zugang und der gemeinschaftlichen Verwaltung dient und ein gesondertes Konzept für Digitalisierung, Langzeiterhaltung, Personal und Finanzierung erforderlich bleibt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;vergleich_mukurtu&amp;quot;&amp;gt;Mukurtu CMS / Washington State University o. J.: About. URL: https://mukurtu.org/about/; Plateau Peoples’ Web Portal. URL: https://mukurtu.org/project/plateau-peoples-web-portal-showcase/, jeweils abgerufen am 20.07.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Erfolgsfaktoren und Learnings:''' &lt;br /&gt;
* Rechte und kulturelle Sensibilität müssen als Bestandteil des Datenmodells behandelt werden und dürfen nicht erst unmittelbar vor einer Veröffentlichung geprüft werden. &lt;br /&gt;
* Sinnvoll sind abgestufte Kategorien wie &lt;br /&gt;
** „nur Metadaten öffentlich“, &lt;br /&gt;
** „öffentliches Nutzungsdigitalisat“, &lt;br /&gt;
** „Zugang nach Rücksprache“, &lt;br /&gt;
** „beschränkter Gemeinschafts- oder Forschungszugang“, &lt;br /&gt;
** „zeitlich gesperrt“ und &lt;br /&gt;
** „nicht zugänglich“. &lt;br /&gt;
* Mehrere Beschreibungen zu demselben Objekt ermöglichen es außerdem, institutionelle Überlieferung und Selbstbeschreibung nebeneinander nachvollziehbar zu dokumentieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.5.7 Indigitization – zentrale Unterstützung für dezentrale Digitalisierung ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Indigitization unterstützt First Nations und weitere indigene Gemeinschaften in British Columbia in Kanada. Das Programm wird gemeinsam von indigenen Organisationen, Bibliotheken, Archiven und Hochschulen getragen. Es stellt einen Werkzeugkasten, Schulungen, Musterunterlagen, technische Beratung und Förderhilfen bereit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von 2013 bis 2019 wurden drei Pilotprojekte und 45 weitere Projekte gefördert. Dabei wurden mehr als 11.000 Audiokassetten digitalisiert. Die Digitalisierung erfolgte in den Gemeinschaften; eine allgemeine Veröffentlichung war nicht zwingend. Das frühere Förderprogramm für Audiokassetten befindet sich inzwischen allerdings in einer Pause.&amp;lt;ref name=&amp;quot;vergleich_indigitization&amp;quot;&amp;gt;Indigitization o. J.: About Us. URL: https://www.indigitization.ca/about-2/; Indigitization Toolkit. URL: https://www.indigitization.ca/toolkit/; Audio Cassette Digitization Grant. URL: https://www.indigitization.ca/funding/audio-cassette-grant/, jeweils abgerufen am 20.07.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Erfolgsfaktoren und Learnings:''' &lt;br /&gt;
* Zentral bereitgestellte Kompetenz lässt sich mit dezentraler Verantwortung verbinden. &lt;br /&gt;
* Ein Digitalisierungszentrum oder ein Verbund gemeinsamer Dienste kann Schulungen, Leih- und Mobiltechnik, Qualitätsprüfung, Rahmenverträge, Musterunterlagen, Beratung und Kleinprojektförderung anbieten. &lt;br /&gt;
* Originale, lokales Wissen und kulturelle Beziehungen können grundsätzlich bei den jeweiligen Kulturgutträgern verbleiben. &lt;br /&gt;
* Damit nach Abschluss einzelner Digitalisierungsprojekte keine ungesicherten Dateien zurückbleiben, sollte jedoch von Beginn an ein gemeinsames oder verbindlich angebundenes Repositorium beziehungsweise digitales Archiv vorgesehen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.5.8 Zusammenfassungen der Beispiele anderer Kulturen im Anhang ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tabellarische Übersichten und Zusammenfassungen aller untersuchten Beispiele anderer Kulturen und Regionen befinden sich im Anhang [[12.3.A1 Vergleichende Recherche – Digitalisierung des Kulturerbes anderer Kulturen und Regionen#E. Vergleichsmatrix|in Abschnitt E. Vergleichsmatrix]] unter &lt;br /&gt;
* [[12.3.A1 Vergleichende Recherche – Digitalisierung des Kulturerbes anderer Kulturen und Regionen#E.1 Funktionen, Architektur und Standards|E.1 Funktionen, Architektur und Standards]] und&lt;br /&gt;
* [[12.3.A1 Vergleichende Recherche – Digitalisierung des Kulturerbes anderer Kulturen und Regionen#E.2 Governance, Finanzierung, Erfolg und Übertragbarkeit|E.2 Governance, Finanzierung, Erfolg und Übertragbarkeit]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Zusammenfassung der übergreifenden Erfolgsfaktoren aus den Beispielen befindet sich im Anhang [[12.3.A1 Vergleichende Recherche – Digitalisierung des Kulturerbes anderer Kulturen und Regionen#F. Übergreifende Erfolgsfaktoren|in Abschnitt F. Übergreifende Erfolgsfaktoren]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.5.9 Was sich aus den Beispielen ableiten lässt ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus den untersuchten Beispielen lässt sich kein einzelnes Projekt und kein bestimmtes Softwaresystem ableiten, das unverändert übernommen werden könnte. Wiederkehrend zeigen sich jedoch '''vier notwendige Funktionen, drei übergreifende Erfolgsbedingungen und zwei grundlegende Umsetzungsprinzipien'''. Sie bilden einen kompakten Orientierungsrahmen für die Digitalisierung von Kulturerbe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Vier Kernfunktionen – was muss dauerhaft geleistet werden? ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Damit die Digitalisierung nicht bei einzelnen Digitalisaten oder einem Präsentationsportal stehen bleibt, müssen vier Kernfunktionen verlässlich abgedeckt und miteinander verbunden werden:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot; style=&amp;quot;width:100%;&amp;quot;&lt;br /&gt;
! Kernfunktion&lt;br /&gt;
! Kernfrage&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''1. Register für Kulturdaten'''&lt;br /&gt;
| '''Was ist vorhanden und was sollte prioritär bearbeitet werden?''' – Kulturgüter und Bestände nachweisen, beschreiben, verknüpfen und ihren Digitalisierungs- und Rechtezustand erfassen.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''2. Digitalisierungszentrum / Digitalisierungsdienste'''&lt;br /&gt;
| '''Wie wird qualitätsgesichert digitalisiert?''' – Kulturgutträger beraten, Digitalisierung vorbereiten oder durchführen, Qualität sichern und die Übergabe vorbereiten.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''3. Repositorium / digitales Langzeitarchiv'''&lt;br /&gt;
| '''Wie bleibt das digitale Kulturerbe dauerhaft erhalten?''' – Masterdateien und Metadaten sicher übernehmen, erhalten, sichern und bei technischen Veränderungen migrieren.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''4. Präsentations- und Nutzungssysteme'''&lt;br /&gt;
| '''Wie wird das Kulturerbe gefunden, verstanden und genutzt?''' – freigegebene Inhalte mehrsprachig vermitteln und für Bildung, Forschung und kulturelle Nachnutzung bereitstellen.&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die vier Funktionen bedeuten nicht zwingend vier Einrichtungen oder vier technische Systeme. Entscheidend ist, dass alle Funktionen abgedeckt, ihre Zuständigkeiten geklärt und ihre Übergaben zuverlässig organisiert sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Drei Erfolgsbedingungen – was gilt für alle Kernfunktionen? ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
# '''Gemeinsam entscheiden und Rechte abgestuft regeln:''' &lt;br /&gt;
#* Angehörige der betreffenden Gemeinschaft und die Kulturgutträger sollten nachvollziehbare Entscheidungsrechte bei Auswahl, Beschreibung, Priorisierung und Veröffentlichung besitzen. &lt;br /&gt;
#* Zugänge sollten abgestuft sein, beispielsweise auch &amp;quot;ausschließlich Metadaten&amp;quot;, &amp;quot;Zugang nach Rücksprache&amp;quot; oder &amp;quot;beschränkte Gemeinschafts- und Forschungszugänge&amp;quot; ermöglichen. &lt;br /&gt;
#* Rechtliche Zulässigkeit und kulturelle Angemessenheit sind dabei getrennt zu betrachten. &lt;br /&gt;
#* Selbstbezeichnungen und eigene kulturelle Perspektiven sollten historische Fremdbeschreibungen ergänzen können.&amp;lt;br&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
# '''Gemeinsame Standards, Mehrsprachigkeit und technische Anschlussfähigkeit sichern:''' &lt;br /&gt;
#* Ein bewusst schlanker gemeinsamer Metadatenkern, Qualitätsstandards und geregelte Datenübergaben ermöglichen die Zusammenarbeit unterschiedlicher Einrichtungen. Zusätzlich können fach- oder institutionsspezifische Metadatensätze genutzt werden.&lt;br /&gt;
#* Sprachen und Sprachvarianten müssen als eigenständige Datenwerte berücksichtigt werden, bspw. bei Metadaten, Beschreibungen usw. &lt;br /&gt;
#* Kleine Träger benötigen einfache zentrale Erfassungsmöglichkeiten, z. B. per Weboberfläche, größere Institutionen Schnittstellen oder Datenexporte aus ihren vorhandenen Systemen.&amp;lt;br&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
# '''Dauerhafte Verantwortung und Finanzierung sichern:''' &lt;br /&gt;
#* Bereits beim Aufbau muss feststehen, wer Register, Digitalisierungsdienste, Repositorium und Präsentationssystem nach einer Projektförderung dauerhaft betreibt. &lt;br /&gt;
#* Neben einmaligen Projektmitteln müssen deshalb auch Personal, Beratung, Datenpflege, Speicher, Softwarepflege, Sicherung und spätere technische Erneuerungen dauerhaft finanziert werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Zwei Umsetzungsprinzipien – wie sollte vorgegangen werden? ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
# '''Priorisieren, die vollständige Kette pilotieren, dann skalieren:''' &lt;br /&gt;
#* Nicht alles muss gleichzeitig digitalisiert werden. Besonders gefährdete oder kulturell bedeutsame Bestände sollten priorisiert werden. &lt;br /&gt;
#* Pilotprojekte sollten möglichst den gesamten Weg von der Erfassung und Rechteklärung über die Digitalisierung bis zur Archivierung und Nutzung durchlaufen. Dabei werden Standards, Zuständigkeiten, Kosten und tatsächliche Nutzung erprobt. &lt;br /&gt;
#* Erst auf dieser Grundlage sollte in größerem Umfang skaliert werden.&amp;lt;br&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
# '''Zentral ermöglichen, dezentral verantworten:''' &lt;br /&gt;
#* Zentrale Stellen können Infrastruktur, Beratung, Schulung, Digitalisierungstechnik, Qualitätskontrolle, Rechtehilfe und Langzeiterhaltung bereitstellen. &lt;br /&gt;
#* Originale, lokales Wissen, kulturelle Beziehungen und wesentliche inhaltliche Entscheidungen können gleichzeitig bei den jeweiligen Kulturgutträgern verbleiben. &lt;br /&gt;
#* Zentralisierung von Diensten und dezentrale kulturelle Verantwortung sind damit keine Gegensätze, sondern können sich gegenseitig ergänzen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Für die Reihenfolge ergibt sich daraus:''' &lt;br /&gt;
# Zuerst Entscheidungsrechte, Standards, Betreiber und Finanzierung ausreichend klären; &lt;br /&gt;
# anschließend mit ausgewählten Beständen die vollständige Prozesskette erproben und die Unterstützungsstrukturen aufbauen; &lt;br /&gt;
# auf dieser Grundlage Digitalisierung, Präsentation und Nachnutzung schrittweise verbreitern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Präsentation und Nutzung sind dabei nicht von geringerer Bedeutung und sollten bereits Bestandteil der Pilotprojekte sein. '''Später erfolgt nicht die Nutzung selbst, sondern deren breiter Ausbau.'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weiterführende '''Hinweise und Empfehlungen zu einem möglichen Vorgehen sowie zeitlichen und inhaltlichen Prioritäten''' befinden sich im Anhang [[12.3.A1 Vergleichende Recherche – Digitalisierung des Kulturerbes anderer Kulturen und Regionen#G.2 Was zentral, dezentral und gemeinsam organisiert werden sollte|im Abschnitt &amp;quot;Priorisierte Schlussfolgerung&amp;quot; von G2 bis G9]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein ausführliches '''Prüfraster zur Bewertung des jeweiligen Entwicklungsstandes''' befindet sich [[12.3.A2 Prüfraster zur Bewertung des Entwicklungsstandes beim Aufbau der Digitalisierung des Kulturerbes|im Anhang 2 &amp;quot;Prüfraster zur Bewertung des Entwicklungsstandes&amp;quot;]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= 3. Ist-Analyse der Digitalisierung des sorbischen Kulturerbes =&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der [[#2 Ist-Analyse „Digitalisierung von Kulturerbe“|vorangegangene Abschnitt 2]] hat beschrieben, was zur Digitalisierung von Kulturerbe gehört, welche Aufgaben dabei dauerhaft erfüllt werden müssen und wie andere Gemeinschaften und Regionen diese Aufgaben lösen. Der Abschnitt 3 richtet nun den Blick auf die sorbische Situation. Er geht der Frage nach, wie gut die sorbische Kulturerbelandschaft heute organisatorisch, technisch und personell aufgestellt ist, um ihr materielles, immaterielles und digitales Kulturerbe institutionsübergreifend zu erfassen, zu digitalisieren, dauerhaft zu erhalten und zugänglich zu machen – und wo vorrangiger Handlungsbedarf besteht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Analyse gliedert sich in fünf Teile:&lt;br /&gt;
* '''Akteure und Rollen''': Wer bewahrt sorbisches Kulturerbe und welche Aufgaben übernehmen die Akteure bei seiner Digitalisierung (Sammeln, Finanzieren, Koordinieren usw.)?&lt;br /&gt;
* '''Bestände und Digitalisierungsbedarf''': Welche Kulturgüter gibt es, wie weit sind  sie erfasst und digitalisiert, und welche müssen vorrangig gesichert werden?&lt;br /&gt;
* '''Vorhaben und Systeme''': Welche sorbischen Projekte und Angebote decken die [[#2.3.2 Vier Kernfunktionen|vier Kernfunktionen]] Nachweisen, Digitalisieren, langfristig Erhalten und Zugänglichmachen bereits ab?&lt;br /&gt;
* '''Zusammenarbeit und dauerhafter Betrieb''': Wie sind die Steuerung und Zusammenarbeit (Governance) organisiert (Zuständigkeiten, Standards, Rechte und Finanzierung)?&lt;br /&gt;
* '''Gesamtbewertung''': Was funktioniert bereits, wo gibt es Lücken und welche davon sollten zuerst geschlossen werden? &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Analyse stellt dabei den Bedarf der Bestände dem vorhandenen Angebot an Diensten und dem organisatorischen Rahmen gegenüber. Wo beides auseinanderfällt, entstehen Lücken, siehe nachfolgende Übersicht.&lt;br /&gt;
[[Dataja:Wobraz K6.png|thumb|center|600px|Übersicht der Ist-Analyse]]&amp;lt;ref&amp;gt;Mermaid Flowchart Code: [https://mermaid.live/edit#pako:eNqVlM1y2jAQx19lR7maFGMcwJPJDGAnh9AcaE4pPcj2-qPYErOWmtJ8PE0fo7e8WGWDTUja6VS-WB_7293_rvTAIhkj81hSyPso46Tg1l_RSoAZ088rdh5eOKc2TNcKNeH5h_DiPKQPF7fbjQW39PIzRaqMXaIsWMqiQLFiX2r7llHpMCW-yeDGwG54lCXEU9wfgv2Ic8JI5VLAYvl6fdYGMIAZVurlp4gPIVzrQmlKtVoXvKoQNiThEy_LQou0kqTe-Ji_ZsWckgOJC4hRwFSkGEpl_r5i44-L2IIyV-BTLtIij7I15m-5M-j1LmDeLqGI_5j-0rjfOwAtYljyrOzE-pcOfhu7A36OolLYMD5tzV95yONbjgTXSCLRYl1j3jkIWtAQruQ3c5KL6GB_pyujHwpOocmzcRFzjVSX15BnqCjH8A3Sh-fnZwj-kv-0VufReLrnGRlluzI-ws3xmdDQMQ_NmX2KFqR1DYq6IDu1HqFT5aZRfbFLZ_HyK1qj6PLY1RdkJhC4rgw2ykxcWLUlfpXCcgdqp4tmetXK5MIVGk1UiPdIyjRW7eNNh0d1-_mYgECtiBeQ5EXhnVzawWUwtipFco3eiXvpBu7UimQhyTsZzM03fU9o70fLmAbzYNQxJhNnbvstY2QPZrbzjsH3TbYjBLbxG3SE_uVZ4J61hP7Y7Q_tIwJMrYV11aZyvDWz5ocIj7d8K2gdd52vtgWaOu3iSJrRxTEej0fj_n7ai3llXh7iW88F99h--d_2zGIp5THzFGm0WIlU8nrKHmruiqnMXJkV88wvYay_9xoxVmwlnozphos7KcvWmqROM-YlvKjMTG9irtDPubnSZbdKdWvRXGqhmDd07AbCvAf2nXnuqWP3RwN7eDZwJ4Ph2MHeyGJb5vXs0-HEnTgDxxn3-4OzvuOarSeL_Wi8C10UFsM4V5I-7h7o5p1--g24x9CK hier klicken], abgerufen am 20.10.2026&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== 3.1 Akteure und Rollen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sorbisches Kulturerbe wird von vielen Einrichtungen, Gruppen und Einzelpersonen bewahrt, gepflegt und dokumentiert – von sorbischen ebenso wie von nicht-sorbischen. Dieser Abschnitt zeigt, wer Bestände hält, wer Dienste zur Digitalisierung anbietet und wer den organisatorischen und finanziellen Rahmen gestaltet. Damit wird auch sichtbar, welche Aufgaben bislang von keinem Akteur erkennbar übernommen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Grundlage sind Arbeitsunterlagen der Domowina aus den Jahren 2019 und 2020&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;&amp;gt;Domowina e. V., Kulturausschuss (Clemens Škoda) 2019: Serbske kulturne herbstwo (SKH). Arbeitspapier, Stand 18.03.2019, S. 2–8. Unveröffentlicht; interne Referenz: 2020-09-07_Serbske kulturne herbstwo w Budyšinje_opt.pdf.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019b&amp;quot;&amp;gt;Domowina e. V. 2019: Přehlad relewantnych městnosćow / „małkich“ a „wulkich“ muzejow nastupajo serbske kulturne herbstwo, Stand 11.11.2019. Unveröffentlicht; interne Referenz: 2019_11_Priloha A_prehlad_muzejow a zberkow.pdf.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2020&amp;quot;&amp;gt;Domowina e. V., Kulturausschuss 2020: Protokoll der Fachkommission „Serbske kulturne herbstwo“ vom 07.09.2020. Unveröffentlicht; interne Referenz: 2020_09_07_skh komisija-protokol.pdf.&amp;lt;/ref&amp;gt;, eine darauf aufbauende Arbeitsliste der Sammlungsorte mit ergänzender Internetrecherche&amp;lt;ref name=&amp;quot;liste2026&amp;quot;&amp;gt;Arbeitsliste „Sammlungsorte sorbischen Kulturerbes“, Stand 02.04.2026, erstellt im Rahmen des Digitalisierungskonzepts aus Internetrecherche und den Domowina-Unterlagen. Unveröffentlicht; Grundlage für Anhang 12.3.A3.&amp;lt;/ref&amp;gt; sowie Projektunterlagen und Gespräche. Ein Teil der Angaben ist mehrere Jahre alt und wird schrittweise aktualisiert. Nicht belegte Angaben sind als ''offen'', Vermutungen als ''Annahme'' gekennzeichnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.1.1 Begriffe und Rollen ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
; Akteur&lt;br /&gt;
: Einrichtung, Gruppe oder Person, die eine Aufgabe im Umgang mit sorbischem Kulturerbe oder seiner Digitalisierung übernimmt.&lt;br /&gt;
; Kulturgutträger&lt;br /&gt;
: Akteur, der Kulturgüter verwahrt oder eine kulturelle Praxis trägt und weitergibt, bspw. ein Museum, eine Heimatstube, ein Chor oder eine Privatperson mit einer Sammlung.&lt;br /&gt;
; Trägerschaft&lt;br /&gt;
: Rechtliche und finanzielle Verantwortung für eine Einrichtung, zum Beispiel durch eine Kommune, einen Landkreis, eine Stiftung, einen Verein, eine Kirche oder eine Privatperson. Eigentum und Betrieb können dabei auseinanderfallen, bspw. gehörte der Dom Njechorńskeho 2019 der Domowina und wurde von der Stiftung für das sorbische Volk bewirtschaftet, der Hanzo Šustrowy dom in Trebendorf gehörte der Gemeinde und wurde von der örtlichen Domowina-Gruppe bewirtschaftet.&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019b&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
; Rolle&lt;br /&gt;
: Aufgabe, die ein Akteur übernimmt. Ein Akteur kann mehrere Rollen haben, unterschieden werden Haupt- und Nebenrollen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Rollen lassen sich drei Gruppen zuordnen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
! Gruppe !! Rolle !! Kürzel&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| rowspan=&amp;quot;2&amp;quot; | '''Am Kulturgut''' || '''Bewahren''': Originale verwahren, pflegen und verwalten || '''B'''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Dokumentieren''': lebendige Praxis festhalten in Ton, Bild oder Text || '''D'''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| rowspan=&amp;quot;4&amp;quot; | '''Dienste''' ([[#2.3.2 Vier Kernfunktionen|Kernfunktionen]]) || '''Erfassen''', registrieren, beschreiben und verknüpfen || '''K1'''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Digitalisieren''' und Qualität sichern || '''K2'''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Langfristig '''erhalten''' || '''K3'''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Zugänglich machen''' und Nutzung ermöglichen || '''K4'''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| rowspan=&amp;quot;2&amp;quot; | '''Rahmen''' (Governance) || '''Steuern''', koordinieren und Regeln setzen || '''S'''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Fördern''' und finanzieren || '''F'''&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dokumentieren meint hier das Festhalten von immateriellen Kulturgütern im laufenden Kulturleben, etwa Mitschnitte von Veranstaltungen. Geschieht es systematisch nach festgelegten Standards zur dauerhaften Sicherung, ist es Teil der Kernfunktion Digitalisieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.1.2 Schlüsselakteure ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einzeln aufgeführt wird, wer mindestens eines der folgenden Kriterien erfüllt:&lt;br /&gt;
# betreibt oder plant eine Kernfunktion, die über die eigene Einrichtung hinaus wirkt,&lt;br /&gt;
# verwahrt einen hauptamtlich betreuten Kernbestand,&lt;br /&gt;
# dokumentiert regelmäßig das lebendige Kulturgeschehen,&lt;br /&gt;
# fördert, koordiniert oder setzt Regeln für die Digitalisierung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;mark&amp;gt;Die folgende Übersicht muss mit den Institutionen bzgl. Korrektheit und Vollständigkeit abgestimmt werden.&amp;lt;/mark&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|+ Rollen der Schlüsselakteure (■ Hauptrolle · ○ Nebenrolle · ? vermutet oder offen)&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
B. Bewahren, D. Dokumentieren, K1. Erfassen, K2. Digitalisieren K3. Erhalten, K4. Nutzung ermöglichen, S. Steuern, F. Fördern&lt;br /&gt;
! Akteur !! Typ / Trägerschaft !! B !! D !! K1 !! K2 !! K3 !! K4 !! S !! F !! Hinweise&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Stiftung für das sorbische Volk || Stiftung des öffentlichen Rechts, finanziert von Bund, Freistaat Sachsen u. Land Brandenburg || ○ || || || || || || ■ || ■ || bewirtschaftete 2019 den Dom Njechorńskeho&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019b&amp;quot;/&amp;gt;; unterstützt beide sorbischen Museen finanziell&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Sorbisches Institut (SI) mit Sorbischem Kulturarchiv (SKA) und Sorbischer Zentralbibliothek || Forschungseinrichtung mit Archiv und Bibliothek; eingetragener Verein, gefördert u. a. durch die Stiftung || ■ || ? || ■ || ■ || ? || ■ || ○ || || Virtueller Lesesaal mit Bibliographie, Katalog, digitalisierten Drucken, Handschriften, Fotos und Filmen; digitales Schrifttum auch über Sachsen.Digital; Sorabicon als Sorbisches Kulturlexikon&amp;lt;ref name=&amp;quot;vls&amp;quot;&amp;gt;Sorbisches Institut o. J.: Virtueller Lesesaal. URL: https://www.serbski-institut.de/bibliothek/virtueller-lesesaal/, abgerufen am 20.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;; plant das Sorbische Kulturregister (SKR)&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;&amp;gt;Sorbisches Institut 2025: Konzept für ein Sorbisches Kulturregister (SKR), zweite aktualisierte Fassung vom 20.11.2025. URL: https://www.serbski-institut.de/wp-content/uploads/2021/11/00_Zweite-aktualisierte-Fassung_Konzept_Sorbisches-Kulturregister_20.11.2025.pdf&amp;lt;/ref&amp;gt; und das Digitalisierungszentrum (DZ) auch für andere Träger&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz&amp;quot;&amp;gt;Sorbisches Institut: Digitalisierungszentrum (DZ). URL: https://www.serbski-institut.de/projekte-zentrale-vorhaben/digitalisierungszentrum-dz/&amp;lt;/ref&amp;gt;; langfristige Erhaltung für Dritte ''offen''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Sorbisches Museum Bautzen || Museum; Landkreis Bautzen, finanziell unterstützt von der Stiftung&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt; || ■ || || ○ || ? || ? || ? || || || Inventarverzeichnis vorhanden&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;; Digitalisierungsstand und Online-Angebot ''offen''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Wendisches Museum Cottbus || Museum; Stadt Cottbus, finanziell unterstützt von der Stiftung&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt; || ■ || || ○ || ? || ? || ? || || || Inventarverzeichnis vorhanden&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;; Digitalisierungsstand und Online-Angebot ''offen''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Sächsische Landesbibliothek – Staats- und Universitätsbibliothek Dresden (SLUB) || Landes- und Universitätsbibliothek; Freistaat Sachsen || ■ || || ○ || ? || ○ || ■ || || || Lusatica-Sammlung, die das kulturelle Erbe der Sorben zugänglich machen soll&amp;lt;ref name=&amp;quot;slub&amp;quot;&amp;gt;SLUB Dresden o. J.: Sammlungen zur sächsischen Landeskunde. URL: https://www.slub-dresden.de/entdecken/saechsische-landeskunde/sammlungen, abgerufen am 20.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;; über Sachsen.Digital ist auch digitales Schrifttum des SI erreichbar&amp;lt;ref name=&amp;quot;vls&amp;quot;/&amp;gt; (Betrieb der Plattform durch die SLUB); eigene digitale Langzeitarchivierung&amp;lt;ref name=&amp;quot;nestor&amp;quot;&amp;gt;nestor o. J.: Mitglied SLUB Dresden. URL: https://www.langzeitarchivierung.de/Webs/nestor/EN/nestor/Mitglieder/sLUB.html, abgerufen am 20.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;, ob sie Digitalisate sorbischer Träger übernehmen könnte, ist ''offen''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Domowina – Bund Lausitzer Sorben e. V. mit Regionalverbänden und Ortsgruppen || Dachverband sorbischer Vereine; eingetragener Verein || ○ || ○ || || || || || ○ || || Eigentümerin des Dom Njechorńskeho; Ortsgruppe Trebendorf bewirtschaftet den Hanzo Šustrowy dom&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019b&amp;quot;/&amp;gt;; mindestens 9 der 23 kleinen Sammlungsorte sind direkt oder über Mitgliedsvereine mit ihr verbunden&amp;lt;ref name=&amp;quot;liste2026&amp;quot;/&amp;gt;; Chronistengruppe der Župa Michał Hórnik; Fachkommission „Sorbisches Kulturerbe“ 2018-2020&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2020&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Maćica Serbska e. V. || wissenschaftliche Gesellschaft; Verein || || || || || || || ○ || || Arbeitskreis „Museale Einrichtungen“ mit rund 40 Adressaten; Denkmalausschuss mit eigenem, von der Stiftung verwaltetem Budget, 2019 als Vorbild für die Bewertung von Kulturerbe genannt&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Sorbisches National-Ensemble (SNE) || Ensemble; gGmbH der Stiftung || ■ || ? || ○ || || || || || || geordnetes Arbeitsarchiv; 2019 vorgeschlagen, dort nur Kopien zu halten und die Originale an das SKA zu geben&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;; Umfang ''offen''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Studijo Lucija || Medienproduktion; gGmbH des Sorbischen Schulvereins  e. V. || ○ || ■ || || || || || || || dokumentiert sorbische Veranstaltungen; Aufnahmen liegen beim Studio und werden tlw. an das SKA übergeben&amp;lt;ref name=&amp;quot;lucija&amp;quot;&amp;gt;; schriftlicher Beleg noch einzuholen.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Mitteldeutscher Rundfunk (MDR) und Rundfunk Berlin-Brandenburg (rbb), sorbischsprachige Programme || öffentlich-rechtlicher Rundfunk || ■? || ■ || || || || ○? || || || Produktionen standen dem SKA 2019 aus rechtlichen Gründen nicht zur Verfügung&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;; Archivbestände und heutiger Stand ''offen''&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.1.3 Akteursgruppen ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die meisten Kulturgutträger sind kleinere Einrichtungen, Gruppen oder Privatpersonen. Sie werden hier zu Gruppen zusammengefasst. Die Anzahlen sind Mindestwerte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;mark&amp;gt;Die folgende Übersicht muss insb. mit Domowina, SI und Lucija bzgl. Änderungen und Ergänzungen abgestimmt werden.&amp;lt;/mark&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|+ B. Bewahren, D. Dokumentieren, K1. Erfassen, K2. Digitalisieren K3. Erhalten, K4. Nutzung ermöglichen, S. Steuern, F. Fördern&lt;br /&gt;
! Gruppe !! Beispiele !! Typische Trägerschaft !! Bekannte Anzahl !! Typische Rollen !! Besonderheiten&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Kleine Museen, Heimatstuben, Gedenk- und Begegnungsorte ||&lt;br /&gt;
* Muzej Ćišinskeho (Panschwitz-Kuckau),&amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
* Njepilic dwór (Rohne), &lt;br /&gt;
* Sorbisches Kulturzentrum Schleife, &lt;br /&gt;
* Heimatmuseum Dissen, &lt;br /&gt;
* Archiv verschwundener Orte (Horno) &lt;br /&gt;
|| Gemeinde, Förderverein, Domowina-Ortsgruppe, privat || 22 in der Domowina-Übersicht 2019 (9 Ober-, 13 Niederlausitz)&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019b&amp;quot;/&amp;gt;; 23 in der Arbeitsliste 2026, davon 12 bisher nur durch die Domowina-Unterlagen belegt&amp;lt;ref name=&amp;quot;liste2026&amp;quot;/&amp;gt; || '''B''' ■, '''D''' ○ || überwiegend ehrenamtlich; 2019 benannte Defizite: fehlender Nachwuchs, fehlende Marketingstrategie, fehlende Vernetzung, unzureichende Finanzierung, fehlende fachliche Begleitung; teilweise ohne eigenes Inventar&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;; zwei private Ausstellungen ohne jede Förderung, von den Betreibern im Ruhestand allein betreut&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019b&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Regionale Museen mit sorbischen Beständen || &lt;br /&gt;
* Museum der Westlausitz Kamenz, &lt;br /&gt;
* Museum Bautzen, &lt;br /&gt;
* Spreewald-Museum Lübbenau mit Freilandmuseum Lehde, &lt;br /&gt;
* Slawenburg Raddusch, &lt;br /&gt;
* Niederlausitzer Heidemuseum Spremberg &lt;br /&gt;
|| Landkreis oder Kommune (''Annahme'') || 7 in der Domowina-Übersicht 2019 (2 Ober-, 5 Niederlausitz)&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019b&amp;quot;/&amp;gt; || '''B''' ■; &amp;lt;br&amp;gt;'''K1-K4''' ''offen'' || Umfang des sorbischen Anteils am Bestand ''offen''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Ensembles, Chöre, Trachten- und Brauchtumsgruppen || – || Verein || ''offen'' || tragen die Praxis;&amp;lt;br&amp;gt; '''D''' ○, '''B''' ○ || Trachtenfundi 2019 ausdrücklich zu den Beständen in sorbischer Verantwortung gezählt&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;; eigene Aufnahmen und Fundi meist nicht erfasst (''Annahme'')&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Chronisten, Film- und Fotoamateure || &lt;br /&gt;
* Chronistengruppe der Župa Michał Hórnik, &lt;br /&gt;
* deutsch-sorbischer Filmkreis &lt;br /&gt;
|| ehrenamtlich, privat || ''offen'' || '''D''' ■, '''B''' ○ || Beiträge von Laien 2019 nur sporadisch, Bestände oft unstrukturiert&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Private Sammlungen und Nachlässe || &lt;br /&gt;
* Nachlass der Malerin Hanka Krawcec, überwiegend in Tschechien; &lt;br /&gt;
* weitere private Sammlungen und Nachlässe in Ober- und Niederlausitz &lt;br /&gt;
|| privat || 4 in der Domowina-Übersicht 2019; tatsächlich ''offen'' || '''B''' ■ || Verbleib beim Generationenwechsel ungesichert (''Annahme'')&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Kirchliche Einrichtungen || &lt;br /&gt;
* Ausstellung zu Jan Bjedrich Fryco in der evangelischen Kirche Kolkwitz; &lt;br /&gt;
* kirchliches Informations- und Begegnungszentrum in Horno mit Holzmodellen abgebaggerter Kirchen&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019b&amp;quot;/&amp;gt; &lt;br /&gt;
|| Kirchgemeinde || 2 (in den kleinen Orten enthalten); weitere ''offen'' || '''B''' ○ || weitere kirchliche Bestände nicht erfasst (''Annahme'')&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Weitere sorbische Kultur- und Medieneinrichtungen || &lt;br /&gt;
* Deutsch-Sorbisches Volkstheater (Archiv 2019 zusammen mit dem des SNE genannt); &lt;br /&gt;
* Domowina-Verlag (2019 als Produzent genannt, dessen Erzeugnisse an das SKA gehen sollten)&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt; &lt;br /&gt;
|| verschieden || ''offen'' || '''B''' ○ || Umfang ''offen''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Öffentliche Träger und Fördergeber || &lt;br /&gt;
* Bund, &lt;br /&gt;
* Freistaat Sachsen, &lt;br /&gt;
* Land Brandenburg, &lt;br /&gt;
* Landkreise, &lt;br /&gt;
* Kommunen &lt;br /&gt;
|| öffentlich || – || '''F''' ■, '''S''' ○ || tragen die großen Museen; 2019 erfüllten kleine Museen im Landkreis Bautzen die Kriterien für eine institutionelle Förderung nicht, im Landkreis Spree-Neiße waren die Bedingungen besser&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Überregionale Gedächtniseinrichtungen || &lt;br /&gt;
* Oberlausitzische Bibliothek der Wissenschaften Görlitz&amp;lt;ref name=&amp;quot;slub&amp;quot;/&amp;gt;; &lt;br /&gt;
* Sächsisches Staatsarchiv, &lt;br /&gt;
* Brandenburgisches Landeshauptarchiv, &lt;br /&gt;
* Deutsche Nationalbibliothek (''Annahme''); &lt;br /&gt;
* Einrichtungen in Tschechien &lt;br /&gt;
|| öffentlich || ''offen'' || '''B''' ○; &amp;lt;br&amp;gt;mögliche Partner für K3 und K4 || sorbische Bestände außer in Görlitz ''offen''&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.1.4 Erste Befunde ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;mark&amp;gt;Die folgende Übersicht muss mit den Institutionen bzgl. Korrektheit und Vollständigkeit abgestimmt werden.&amp;lt;/mark&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Rollenübersicht erlaubt erste Hinweise, die in den folgenden Abschnitten geprüft werden:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* '''Bewahren ist breit verteilt, Dienste sind konzentriert.''' Erfassen und Digitalisieren für mehrere Träger plant nach heutigem Kenntnisstand vor allem das SI. Die SLUB macht sorbisches Schrifttum bereits digital zugänglich, auch aus Beständen des SI. Ob weitere Akteure Dienste für Dritte anbieten, ist ''offen''.&lt;br /&gt;
* '''Für die langfristige Erhaltung fremder Bestände ist kein sorbischer Akteur erkennbar.''' Offen ist, wer Digitalisate anderer Träger verbindlich und dauerhaft übernimmt. So gelangen Veranstaltungsaufnahmen des Studijo Lucija nur komprimiert und teilweise in das SKA.&amp;lt;ref name=&amp;quot;lucija&amp;quot;/&amp;gt; Die SLUB betreibt eine eigene digitale Langzeitarchivierung; ob sie auch für sorbische Träger in Frage kommt, ist ''offen''. Das Gleiche gilt für das Sächsische Staatsarchiv.&lt;br /&gt;
* '''Die Dokumentation des lebendigen Kulturlebens liegt teils außerhalb sorbischer Verantwortung.''' Sorbischsprachige Produktionen von MDR und rbb standen dem SKA 2019 aus rechtlichen Gründen nicht zur Verfügung.&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt; Der heutige Stand ist ''offen''.&lt;br /&gt;
* '''Die Domowina ist der wichtigste Zugang zu kleinen Trägern.''' Mindestens 9 der 23 kleinen Sammlungsorte sind direkt oder über Mitgliedsvereine mit ihr verbunden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;liste2026&amp;quot;/&amp;gt; Ihre Strukturen eignen sich daher als Weg, kleine Träger zu erreichen – für die Erhebung ebenso wie für spätere Unterstützungsangebote.&lt;br /&gt;
* '''Das Wissen über kleine Träger ist lückenhaft und teils veraltet.''' 12 der 23 kleinen Orte sind bisher nur durch die Domowina-Unterlagen von 2019 und 2020 belegt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;liste2026&amp;quot;/&amp;gt; Ob sie heute noch bestehen und wie es um ihre Bestände steht, ist ''offen''. Besonders privat betreute Ausstellungen werden in Abschnitt 3.2 auf ihre Gefährdung geprüft.&lt;br /&gt;
* '''Kleine Träger haben keine feste Anlaufstelle, die Koordination war 2020 ungeklärt.''' Das frühere Sorbische Folklorezentrum war seit 1993 faktisch nicht mehr tätig.&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt; In der Niederlausitz diente 2020 ein Projekt zur Inwertsetzung des immateriellen Kulturerbes auch der Vernetzung kleiner Museen. Der Kulturausschuss der Domowina sah sich als ehrenamtliches Gremium nicht in der Lage, die Koordination zu leisten, und bat Fachinstitutionen und die Gremien der Stiftung, Verantwortung zu übernehmen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2020&amp;quot;/&amp;gt; Wie das heute geregelt ist, untersucht Abschnitt 3.4.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Liste aller bekannten Sammlungsorte mit Typ, Trägerschaft und Kulturgutklassen steht in [[12.3.A3 Sammlungsorte des sorbischen Kulturerbes|Anhang 12.3.A3]]. Sie wird laufend ergänzt.&lt;br /&gt;
&amp;lt;!-- Anhang 12.3.A3 aus der Arbeitsliste vom 02.04.2026 aufbauen; Namen privater Sammler nur mit Einverständnis --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== 3.2 Bestände und Bedarfe ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieser Abschnitt beschreibt die Nachfrageseite der Analyse: Welche Bestände sorbischen Kulturerbes gibt es, wie weit sind sie erfasst und digitalisiert, welche sind gefährdet, und welche Unterstützung brauchen die Kulturgutträger? Festgestellt wird dabei nur, wo Zeitdruck besteht. Welche Bestände mit welcher Priorität bearbeitet werden, sollten die sorbische Gemeinschaft und ihre Fachgremien entscheiden (vgl. [[#2.4.2 Prozessschritte im Detail|Prozessschritt 3 „Bewerten &amp;amp; freigeben“]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein institutionsübergreifender Überblick über die Bestände existiert bisher nicht (siehe 3.2.5). Die folgenden Angaben sind daher Mindestwerte und Größenordnungen aus veröffentlichten Angaben der Einrichtungen, Projektunterlagen und den in [[#3.1 Akteure und Rollen|Abschnitt 3.1]] genannten Quellen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;mark&amp;gt;Die Bestände sollten mit den SI, insb. Register, bzgl. Korrektheit und Vollständigkeit abgestimmt werden, evtl. liegt dort ein institutionsübergreifender Überblick über Bestände vor.&amp;lt;/mark&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.2.1 Begriffe ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
; Sammlungsort&lt;br /&gt;
: Ort, an dem Kulturgüter verwahrt werden, etwa ein Museum, ein Archiv, eine Heimatstube oder eine Privatwohnung. Ein Akteur kann mehrere Sammlungsorte haben.&lt;br /&gt;
; Bestand&lt;br /&gt;
: Abgrenzbare Gruppe von Kulturgütern einer [[#2.2 Klassifizierung von Kulturgütern|Kulturgutklasse]], die an einem Sammlungsort gemeinsam verwahrt wird, zum Beispiel die Fotografien einer Heimatstube oder die Tonbänder eines Archivs. Feiner unterschieden wird nur, wenn sich Zustand oder Rechtslage deutlich unterscheiden. Ein Bestand gehört zu dem Ort, an dem das Original oder die Masterdatei liegt - Kopien an anderen Orten beschreiben seinen Digitalisierungsstand.&lt;br /&gt;
: Bei immateriellem Kulturerbe gilt die vorhandene Dokumentation als Bestand, etwa Ton- und Videoaufnahmen oder Beschreibungen. Eine bisher nicht dokumentierte Praxis erscheint als Dokumentationsbedarf.&lt;br /&gt;
; Bedarf&lt;br /&gt;
: Was ein Bestand oder ein Kulturgutträger braucht. &lt;br /&gt;
:* ''Bestandsbezogene'' Bedarfe richten sich auf die [[#2.3.2 Vier Kernfunktionen|vier Kernfunktionen]] (erfassen, digitalisieren, langfristig erhalten, zugänglich machen). &lt;br /&gt;
:* ''Trägerbezogene'' Bedarfe betreffen den Akteur selbst, etwa Personal, Beratung oder Finanzierung.&lt;br /&gt;
; Dringlichkeit&lt;br /&gt;
: Zeitdruck, der sich aus einer Gefährdung ergibt. Sie ist nicht gleichbedeutend mit Priorität, in die auch kulturelle Bedeutung, Nutzen und Machbarkeit eingehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.2.2 Bestandslandkarte ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Übersicht folgt der [[#2.2 Klassifizierung von Kulturgütern|Klassifizierung aus Abschnitt 2.2]]. Sie nennt für jede Klasse typische Bestände, die wichtigsten Träger und den bekannten Stand. Einzelne Sammlungsorte stehen in [[12.3.A3 Sammlungsorte des sorbischen Kulturerbes|Anhang 12.3.A3]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|+ Bestände nach Kulturgutklassen (Stand: weitgehend · teilweise · kaum · ''offen'')&lt;br /&gt;
! Klasse !! Typische Bestände !! Wichtigste Träger !! Umfang, soweit bekannt !! Erfasst !! Digitalisiert !! Gefährdung&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''A''' Materiell – unbeweglich || Denkmale, Gedenktafeln, Inschriften, Grabmäler, Blockbauten, Wirkungsstätten, Kirchen || Eigentümer, Gemeinden, Kirchgemeinden; dokumentiert durch das SI || Inventar sorbischer Kulturdenkmale in Sachsen: 61 Aktenordner, 6.300 analoge Fotomotive&amp;lt;ref name=&amp;quot;dmp&amp;quot;&amp;gt;Sorbisches Institut o. J.: Datenmanagementplan zum Teilprojekt „Sorbische Kulturdenkmale in Sachsen“ im Verbundprojekt DIKUSA – Vernetzung digitaler Kulturdaten in Sachsen, Laufzeit 01.02.2022-31.12.2025. URL: https://www.saw-leipzig.de/de/projekte/dikusa/datenmanagementplaene-1/dmp_si_dikusa.pdf/@@download/file/DMP_SI_Dikusa.pdf, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;; nach einer älteren Untersuchung rund 1.700 Objekte in der sächsischen Oberlausitz (''zu prüfen'')&amp;lt;ref name=&amp;quot;kdm&amp;quot;&amp;gt;Fachpublikation zu sorbischen Kulturdenkmalen. Interne Referenz: saxorum-10788_Sorbische_Kulturdenkmale_digital_erfassen_präsentieren.pdf. Angabe nach Projektunterlagen, noch zu prüfen.&amp;lt;/ref&amp;gt; || teilweise: Sachsen inventarisiert; Niederlausitz in Erfassung, geplant in drei Phasen bis 2031&amp;lt;ref name=&amp;quot;nlposter&amp;quot;&amp;gt;Sorbisches Institut o. J.: Materielle Zeugnisse sorbischer/wendischer Kultur in der Niederlausitz. Modul 4 des Vorhabens „Digitales Portal zu sorbischen und Lausitzer Sprach- und Kulturlandschaften“ (Poster). URL: https://serbski-institut.de/wp-content/uploads/2021/11/A0-Druck_DigPortal-M4.pdf, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; || teilweise: Inventar Sachsen 2022-2025 digital aufbereitet&amp;lt;ref name=&amp;quot;dmp&amp;quot;/&amp;gt;; 78 Objekte öffentlich im Atlas auf Sorabicon (April 2026)&amp;lt;ref name=&amp;quot;atlas&amp;quot;&amp;gt;Sorbisches Institut 2026: Pressemitteilung zum digitalen Atlas sorbischer Kulturdenkmale im Wissensportal Sorabicon, 30.04.2026. URL: https://idw-online.de/de/news870102, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; || Verwitterung, Umbau, Abriss; Inventar teils nur analog oder in veralteten Dateiformaten (siehe 3.2.3)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''B1''' Schriftgut || Bücher, Zeitungen, Handschriften, Nachlässe, Vereins- und Institutionsakten, Plakate, Grafik || Sorbische Zentralbibliothek, Sorbisches Kulturarchiv (SKA), Sorbisches Museum, SLUB, Hórnik-Bibliothek im Wendischen Seminar Prag, Oberlausitzische Bibliothek der Wissenschaften Görlitz || Zentralbibliothek ca. 110.000 Medieneinheiten&amp;lt;ref name=&amp;quot;liste2026&amp;quot;/&amp;gt;; Sorbisches Museum über 1.000 Schriftquellen, ca. 1.700 Plakate, ca. 6.000 Grafiken&amp;lt;ref name=&amp;quot;sm&amp;quot;&amp;gt;Sorbisches Museum Bautzen o. J.: Museum – Sammlung. URL: https://sorbisches-museum.de/museum/?lang=en, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;; SKA: Nachlässe, Akten der Domowina 1912-1989 und sorbischer Vereine, Umfang ''offen''&amp;lt;ref name=&amp;quot;ska&amp;quot;&amp;gt;Sorbisches Institut o. J.: Sorbian Cultural Archive. URL: https://www.serbski-institut.de/en/sorbian-cultural-archive/, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; || weitgehend in den Bibliotheken (Katalog, Sorbische Bibliographie)&amp;lt;ref name=&amp;quot;vls&amp;quot;/&amp;gt;; kleine und private Träger ''offen'' || teilweise: 1.634 Dokumente des SI auf Sachsen.Digital (Stand 2021)&amp;lt;ref name=&amp;quot;ldp&amp;quot;&amp;gt;Sorbisches Institut 2021: Pressemitteilung zu Digitalisaten aus dem Landesdigitalisierungsprogramm Sachsen (u. a. „Serbowka“, erstes sorbisches Lehrbuch), 12.03.2021. URL: https://serbski-institut.de/wp-content/uploads/2021/12/2021-03-12_MI_Erstes-sorbisches-Lehrbuch-LDP_Serbowka_de.4753.pdf, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;; Handschriften des SKA 2016 digitalisiert&amp;lt;ref name=&amp;quot;hs&amp;quot;&amp;gt;Sorbisches Institut o. J.: Digitalisate handschriftlicher Literatur aus den Beständen des SKA in Sachsen.digital. URL: https://serbski-institut.de/de/Handschriften-als-Digitalisat, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;; Zeitungen und Zeitschriften teils online&amp;lt;ref name=&amp;quot;vls&amp;quot;/&amp;gt; || Nachlässe in Privatbesitz; säurehaltiges Papier des 19. und 20. Jahrhunderts (''Annahme'', nicht erhoben)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''B2''' Fotografien und Bildträger || Fotosammlungen und Fotonachlässe, Negative, Glasplatten, Dias || SKA, Sorbisches Museum, Wendisches Museum, Stadtmuseum Cottbus, SI (Kulturdenkmale), Sorbisches National-Ensemble (SNE), Domowina Verlag (LND), Deutsch-Sorbisches Volkstheater ''(Annahme)'', Chronisten, Privatpersonen || Sorbisches Museum ca. 10.500 Fotos&amp;lt;ref name=&amp;quot;sm&amp;quot;/&amp;gt;; Inventar Kulturdenkmale 6.300 Motive&amp;lt;ref name=&amp;quot;dmp&amp;quot;/&amp;gt;; SKA ''offen'' || teilweise bei Museen und SKA; private Bestände oft unstrukturiert&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt; || teilweise: ausgewählte Bildsammlungen des SKA im Virtuellen Lesesaal&amp;lt;ref name=&amp;quot;vls&amp;quot;/&amp;gt;; Glasplattennegative der Sammlung Fritz Unger (Stadtmuseum Cottbus) mit wendischen Motiven auf museum-digital&amp;lt;ref name=&amp;quot;unger&amp;quot;&amp;gt;museum-digital:brandenburg o. J.: Wendische Trachtengruppe, Glasplattennegativ, Fotografische Sammlung Fritz Unger, Stadtmuseum Cottbus, Inv.-Nr. U190-05. URL: https://brandenburg.museum-digital.de/pdf/object/65463.pdf?lang=de, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; || Negative und Glasplatten empfindlich; private Bestände ohne Verzeichnis&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''B3''' Analoge AV-Träger || Tonbänder, Kassetten, Schallplatten, Videobänder, Filme || SKA, MDR und rbb, SNE, Amateurfilmer, Njepila-Hof (Tondokumente)&amp;lt;ref name=&amp;quot;liste2026&amp;quot;/&amp;gt;; Filme der früheren DEFA (Filmstudio der DDR), Hörfunkbestände der DDR-Zeit im Deutschen Rundfunkarchiv (''Annahme'') || sorbischsprachiger Rundfunk seit 1948&amp;lt;ref name=&amp;quot;rundfunk&amp;quot;&amp;gt;Wikipedia (englisch): Sorbischer Rundfunk. URL: https://en.wikipedia.org/wiki/Sorbischer_Rundfunk, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;; DEFA-Gruppe „Sorbischer Film“ 1980-1990: knapp 40 Filme&amp;lt;ref name=&amp;quot;defa&amp;quot;&amp;gt;Deutsches Historisches Museum, Zeughauskino o. J.: Filmreihe „Sorbische Filmlandschaften“. URL: https://www.dhm.de/zeughauskino/filmreihe/sorbische-filmlandschaften/, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;; SKA, SNE und Amateurbestände ''offen'' || kaum bekannt || teilweise: Filme des SKA im sächsischen Programm zur Sicherung des audiovisuellen Erbes digitalisiert&amp;lt;ref name=&amp;quot;vls&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;avsachsen&amp;quot;&amp;gt;Leipziger Internet Zeitung 2020: Über 50.000 Film- und Tonminuten digitalisiert. Zwischenbilanz zur Sicherung des audiovisuellen Erbes in Sachsen, 16.09.2020. URL: https://www.l-iz.de/melder/wortmelder/2020/09/Ueber-50-000-Film-und-Tonminuten-digitalisiert-Zwischenbilanz-zur-Sicherung-des-audiovisuellen-Erbes-in-Sachsen-349190, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;; Umfang ''offen'' || '''hoch''': Magnetbandformate sind veraltet, die routinemäßige Überspielung endete nach Einschätzung von UNESCO und IASA (Internationaler Verband der Schall- und audiovisuellen Archive) etwa 2025&amp;lt;ref name=&amp;quot;mta&amp;quot;&amp;gt;IASA o. J.: Announcing the Magnetic Tape Alert Project (UNESCO-Programm „Information for All“ und IASA). URL: https://iasa-web.org/node/5374, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''B4''' 3D-Objekte || Trachten und Textilien, Volkskunst, Ostereier, Keramik, Hausrat, Kunstwerke || Sorbisches Museum, Wendisches Museum, Heimatmuseen und Heimatstuben, Trachtenfundi von Vereinen und Ensembles, private Sammlungen || Sorbisches Museum ca. 35.000 inventarisierte Objekte über alle Sammlungsbereiche, davon Kunstsammlung 6.900 Werke&amp;lt;ref name=&amp;quot;sm&amp;quot;/&amp;gt;; Wendisches Museum: größte Sammlung niedersorbischer Tracht, Zahl ''offen''&amp;lt;ref name=&amp;quot;wm&amp;quot;&amp;gt;Wendisches Museum Cottbus o. J.: Selbstdarstellung des Museums, Dokument im Ratsinformationssystem der Stadt Cottbus. URL: https://session.cottbus.de/oparl/bodies/0001/downloadfiles/00007050.pdf, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;; Heimatmuseum Dissen 6.700 inventarisierte Exponate (SKR-Konzept, S. 8)&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;/&amp;gt;; Jänschwalde über 40 Originaltrachten und über 1.000 Keramiken&amp;lt;ref name=&amp;quot;liste2026&amp;quot;/&amp;gt; || teilweise: beide sorbischen Museen haben Inventare, aber kein verknüpfendes System (SKR-Konzept, S. 7)&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;/&amp;gt;; kleine Museen teils ohne Inventar&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt; || kaum: acht Häuser mit sorbischem Schwerpunkt haben zusammen 401 Objekte auf museum-digital veröffentlicht (SKR-Konzept, S. 8)&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;/&amp;gt;; Online-Sammlungen der beiden sorbischen Museen nicht gefunden || Textilien empfindlich; private Ausstellungen ohne Nachfolge (siehe 3.2.3)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''C1''' Orale Traditionen || Sprache und Dialekte, Erzählungen, Sagen, Zeitzeugenberichte || Sprecherinnen und Sprecher; dokumentiert durch SI und Rundfunk || ''offen'' || teilweise: Zeitzeugen-O-Töne im Wissensportal Sorabicon&amp;lt;ref name=&amp;quot;atlas&amp;quot;/&amp;gt;; Zeitzeugen-Sammlung von Lucija auf YouTube &amp;lt;mark&amp;gt;Referenz&amp;lt;/mark&amp;gt; || teilweise || '''hoch''' für das Niedersorbische: nach Angaben des Bundesinnenministeriums 2024 nur noch wenige hundert fließende Sprecherinnen und Sprecher&amp;lt;ref name=&amp;quot;sprache&amp;quot;&amp;gt;Universität Potsdam o. J.: Mehrsprachigkeit in Brandenburg – Sorbisch (mit Verweis auf BMI 2024 und Landesregierung Brandenburg 2024). URL: https://www.uni-potsdam.de/de/svm/mehrsprachigkeit-in-brandenburg/studentische-projekte/sorbisch, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''C2''' Darstellende Künste || Musik, Lieder, Tanz, Theater, Chorgesang || SNE, Deutsch-Sorbisches Volkstheater, Chöre und Ensembles; dokumentiert durch Rundfunk und Studijo Lucija || ''offen'' || ''offen'' || teilweise: neuere Aufnahmen meist ursprünglich digital (siehe D1) || ältere Mitschnitte auf AV-Trägern (siehe B3); digitale Mitschnitte, die nicht langzeittauglich gelagert und nicht registriert sind (siehe D1 und D2)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''C3''' Rituale und Feste || Bräuche und Feste im Jahreslauf, u. a. Vogelhochzeit, Zampern, Zapust, Ostersingen, Osterreiten, Maibaum, Kirmes || MDR, rbb, Studio Lucija, Vereine, Dorfgemeinschaften, Kirchgemeinden || „Gesellschaftliche Bräuche und Feste der Lausitzer Sorben im Jahreslauf“ seit 2014 im Bundesweiten Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes&amp;lt;ref name=&amp;quot;ike&amp;quot;&amp;gt;Sorbisches Institut 2020: Aufruf und Fragebogen zur Erhebung sorbischer/wendischer Bräuche und Feste im Landkreis Spree-Neiße, 18.12.2020. URL: https://www.serbski-institut.de/wp-content/uploads/2022/03/IKE-Fragebogen-Aufruf_2020_12_189_DE.4701.pdf, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;iketour&amp;quot;&amp;gt;Sachsen-Tourismus 2025: Hintergrundtext Immaterielles Kulturerbe. URL: https://www.sachsen-tourismus.de/fileadmin/mediendatenbank_ALT/mediendatenbank/bilder/presse/rechercheideen/hintergrundtext-immaterielles-kulturerbe-2025.pdf, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; || teilweise: Erhebung im Landkreis Spree-Neiße durch das SI ab 2020, Ergebnisstand ''offen''&amp;lt;ref name=&amp;quot;ike&amp;quot;/&amp;gt;; Oberlausitz ''offen'' || teilweise || Praxis im Wandel; frühere Ausprägungen nur über Dokumentation greifbar (''Annahme'')&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''C4''' Wissen über Natur und Universum || Volksglaube, Heil- und Sammelwissen, religiöse Praxis || Familien, Kirchgemeinden || ''offen'' || ''offen'' || ''offen'' || Wissen oft bei wenigen, teils älteren Personen (SKR-Konzept, S. 8)&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''C5''' Traditionelles Handwerk || Ostereiverzierung, Trachtenherstellung und -pflege, Weben, Flachs und Leinen, Töpfern || Handwerkerinnen und Handwerker, Vereine, Heimatmuseen, z. B. Sorbische Webstube Drebkau&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;/&amp;gt;, Kólasko Drachhausen&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019b&amp;quot;/&amp;gt; || ''offen'' || ''offen'' || ''offen'' || Wissen an wenige Personen gebunden; fehlender Nachwuchs (SKR-Konzept, S. 8)&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''D1''' Born-digital || Websites, soziale Medien, Veranstaltungsmitschnitte, digitale Fotos und Videos, digitale Publikationen, Projektdaten || Studijo Lucija, Rundfunk, Verlage, Vereine, Einrichtungen || ''offen'' || kaum || – || '''hoch''': keine systematische Sicherung sorbischer Web- und Social-Media-Inhalte bekannt; Webarchivierung in Deutschland insgesamt lückenhaft&amp;lt;ref name=&amp;quot;webarchiv&amp;quot;&amp;gt;netzpolitik.org 2026: Kritische Infrastruktur: Bei der Web-Archivierung fehlt die Strategie. URL: https://netzpolitik.org/2026/kritische-infrastruktur-bei-der-web-archivierung-fehlt-die-strategie/, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;; Masterdateien teils nur beim Erzeuger&amp;lt;ref name=&amp;quot;lucija&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''D2''' Digitalisate || digitale Repräsentationen aus den Klassen A bis C || SI, SLUB, Museen, Projekte || SI: 1.634 Dokumente auf Sachsen.Digital (2021)&amp;lt;ref name=&amp;quot;ldp&amp;quot;/&amp;gt;; Sorabicon: zwölf veröffentlichte Sammlungen (2026)&amp;lt;ref name=&amp;quot;atlas&amp;quot;/&amp;gt; || teilweise: über Kataloge und die Deutsche Digitale Bibliothek nachgewiesen, teils als gemeinfrei gekennzeichnet&amp;lt;ref name=&amp;quot;ddb&amp;quot;&amp;gt;Deutsche Digitale Bibliothek o. J.: Wot togo narodu Jesu Christußa (1865), Datengeber: Sorbisches Institut / Sorbisches Kulturarchiv. URL: https://www.deutsche-digitale-bibliothek.de/item/3IVBZKDCQK6LHTOFW5HKYF235K6A4QEF, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; || – || Langzeiterhaltung teils ungeklärt: Projektdaten lagen bei einem Webhoster mit Datensicherung, die Langzeitarchivierung war „zu eruieren“&amp;lt;ref name=&amp;quot;dmp&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.2.3 Bestände mit vorrangigem Digitalisierungsbedarf ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als vorrangig gilt ein Bestand, wenn mindestens einer der folgenden Gründe zutrifft:&lt;br /&gt;
# '''Materialverfall oder veraltete Technik:''' Der Träger zerfällt, oder Abspielgeräte sind kaum noch verfügbar.&lt;br /&gt;
# '''Ungesicherte Betreuung:''' Nachfolge, Räume oder Trägerschaft sind nicht gesichert.&lt;br /&gt;
# '''Unikat ohne Sicherung:''' Es gibt weder eine Kopie noch einen Nachweis an anderer Stelle.&lt;br /&gt;
# '''Schwindendes Wissen:''' Trägerinnen und Träger einer Praxis oder Zeitzeugen können nur noch begrenzte Zeit befragt werden.&lt;br /&gt;
# '''Ungesicherte digitale Dateien:''' Masterdateien fehlen, es gibt kein Zielarchiv, oder die Dateiformate veralten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die '''Dringlichkeit''' ist &lt;br /&gt;
* ''hoch'', wenn Verlust oder Unzugänglichkeit innerhalb weniger Jahre wahrscheinlich sind, &lt;br /&gt;
* ''mittel'', wenn ein Risiko erkennbar ist, der Zeitrahmen aber offen ist, und &lt;br /&gt;
* ''offen'', wenn die Lage nicht bekannt ist. &lt;br /&gt;
Die Herkunft der Dringlichkeit ist mit '''G''' gekennzeichnet, wenn der Bedarf von Trägern oder in ihren Unterlagen genannt wurde, und mit '''A''', wenn er aus der Analyse abgeleitet ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|+ Bestände mit vorrangigem Digitalisierungsbedarf&lt;br /&gt;
! Bestand / Bestandsgruppe !! Träger !! Klasse !! Grund !! Dringlichkeit !! Herkunft !! Quelle&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Ton-, Video- und Filmbestände auf Magnetband und Film || SKA, SNE, Rundfunk, Amateurfilmer, Njepila-Hof u. a. || B3 || 1, 3 || hoch || A || &amp;lt;ref name=&amp;quot;mta&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;ska&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Sprache und Erzählwissen der letzten muttersprachlichen Sprecherinnen und Sprecher des Niedersorbischen || – || C1 || 4 || hoch || A || &amp;lt;ref name=&amp;quot;sprache&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Zwei private Ausstellungen in der Oberlausitz, von den Betreibern im Ruhestand allein und ohne Förderung betreut (Stand 2019) || privat || B4 || 2, 3 || hoch, sofern noch bestehend || G || &amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019b&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Private Sammlungen und Nachlässe, darunter Filme und Chroniken sowie ein Nachlass, dessen Sichtung und Bewertung 2019 erbeten wurde || privat || B1-B4 || 1, 2, 3 || hoch || G || &amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019b&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Veranstaltungsmitschnitte, die nicht zentral registriert sind und nur komprimiert und teilweise an das SKA gehen || Studijo Lucija || D1 (C2, C3) || 5 || hoch || A || &amp;lt;ref name=&amp;quot;lucija&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Inventar sorbischer Kulturdenkmale in Sachsen: analoge Negative und Dateien in veralteten Formaten (u. a. .wps, .wbk, .wks) || SI || B2, D1 || 1, 5 || mittel || A || &amp;lt;ref name=&amp;quot;dmp&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Sorbische Websites und soziale Medien || verschieden || D1 || 5 || mittel || A || &amp;lt;ref name=&amp;quot;webarchiv&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Archiv verschwundener Orte in Horno: Umzug 2019 geplant || Trägerschaft ''offen'' || B1, B2 || 2 || ''offen'' || G || &amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019b&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.2.4 Bedarfe der Kulturgutträger ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Neben dem Bedarf einzelner Bestände haben viele Kulturgutträger Bedarfe, die sie selbst betreffen. Sie werden hier gebündelt und der Seite des Angebots zugeordnet, an die sie sich richten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
! Bedarf !! Betroffene Träger !! Richtet sich an !! Herkunft !! Quelle&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Personal und Nachwuchs für Betreuung und Erfassung || kleine Museen, Heimatstuben, ehrenamtliche Sammlungsorte || Rahmen (F) || G || &amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;; SKR-Konzept, S. 7-8 und 29&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Laufende Finanzierung für Personal und Unterhalt; z. B. jährliches Ringen um Personalmittel in Dissen || kleine Museen || Rahmen (F) || G || &amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019b&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Fachliche Begleitung, Beratung und Schulung || kleine und ehrenamtliche Träger || K1-K3, Rahmen || G || &amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;; SKR-Konzept, S. 10 und 30&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Inventarisierung und digitale Erschließung; Nachholbedarf wegen Personalmangels „teils bestandsgefährdend“ || kleine Museen, private Sammlungen, auch die großen Museen || K1 || G || SKR-Konzept, S. 7&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;/&amp;gt;; &amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Vernetzung und Kooperation || kleine Museen || Rahmen (S) || G || &amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Sichtbarkeit und Präsentation || sorbische Museen, kleine Museen || K4 || G || &amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2020&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Sichtung und Bewertung von Nachlässen || private Nachlässe || K1, Prozessschritt „Bewerten“ || G || &amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019b&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Räume, Bausubstanz und Bewirtschaftung, z. B. Muzej Ćišinskeho, Dom Njechorńskeho || kleine Museen und Gedenkorte || Rahmen (Voraussetzung) || G || &amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019b&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Digitalisierung von Ton-, Film- und Fotobeständen als Dienstleistung || SKA, kleine und private Träger || K2 || A || –&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Verbindlicher Ort für die langfristige Erhaltung von Digitalisaten und ursprünglich digitalen Aufnahmen || Studijo Lucija, Projekte, kleine Träger || K3 || A || &amp;lt;ref name=&amp;quot;lucija&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;dmp&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Rechteklärung und Einwilligungen || Rundfunkproduktionen, Veranstaltungsaufnahmen || Rahmen || G (Rundfunk) / A || &amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Bedarfe des Sorbischen Museums und des Wendischen Museums || beide sorbischen Museen || K1-K4 || G || Anfragen im Rahmen des Digitalisierungskreises&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.2.5 Erste Befunde ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* '''Ein Gesamtüberblick über die Bestände fehlt.''' 2020 wurde festgestellt, dass eine systematische Registrierung des sorbischen Kulturerbes fehlt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2020&amp;quot;/&amp;gt; 2025 beschrieb das SI die Bedingungen an den Sammlungsorten als „von vorbildlich bis prekär“; vieles liege nur analog vor, und die Digitalisierung stehe überwiegend am Anfang.&amp;lt;ref name=&amp;quot;skrhandout&amp;quot;&amp;gt;Sorbisches Institut 2025: Handout zum Pressegespräch „Konzept Sorbisches Kulturregister“, 20.11.2025. URL: https://www.serbski-institut.de/wp-content/uploads/2025/11/2025-11-20_Handout-Pressegespraech-SKR_Konzept.pdf, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Ein Überblick sei derzeit nicht möglich, weil die Sammlungsorte technisch „fraktioniert oder gar inkompatibel“ arbeiten (SKR-Konzept, S. 8).&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
* '''Die bekannten Sammlungsorte sind nur ein Ausschnitt.''' Das SKR-Konzept nennt mehr als 70 Einrichtungen mit kulturerberelevantem Archivgut (S. 10). Im Arbeitskreis Lausitzer Museenland widmet sich etwa ein Drittel der 48 Heimatstuben und Regionalmuseen sorbischer Geschichte und Kultur (S. 7).&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;/&amp;gt; Die Arbeitsliste umfasst bisher rund 32 Orte.&amp;lt;ref name=&amp;quot;liste2026&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
* '''Zahlen gibt es nur für wenige große Träger.''' Für das Sorbische Museum, die Sorbische Zentralbibliothek und die Digitalisate des SI liegen Größenordnungen vor. Für das SKA, das Wendische Museum, die audiovisuellen Bestände und fast alle kleinen Träger fehlen sie. &amp;lt;mark&amp;gt;SKA anfragen&amp;lt;/mark&amp;gt;&lt;br /&gt;
* '''Wo der Zeitdruck am größten ist, ist am wenigsten bekannt.''' Das betrifft vor allem die analogen Ton-, Video- und Filmbestände sowie die Dokumentation des Niedersorbischen.&lt;br /&gt;
* '''Online sichtbar ist nur ein Bruchteil.''' Acht Häuser mit sorbischem Schwerpunkt haben zusammen 401 Objekte auf museum-digital veröffentlicht; das Heimatmuseum Dissen mit 6.700 inventarisierten Exponaten noch keines (SKR-Konzept, S. 8).&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
* '''Digital vorhanden heißt nicht gesichert - ein eigener Dienst &amp;quot;Archivierung&amp;quot; für K4 ist noch nicht konzipiert.''' Ursprünglich digitale Aufnahmen und Projektdaten haben teils kein Zielarchiv oder liegen in veralteten Formaten vor (siehe 3.2.3). Wer diese Aufgabe übernimmt, untersuchen die Abschnitte 3.3 und 3.4.&lt;br /&gt;
* '''Das immaterielle Kulturerbe ist ungleich dokumentiert.''' Für die Niederlausitz gab es ab 2020 eine Erhebung der Bräuche und Feste,&amp;lt;ref name=&amp;quot;ike&amp;quot;/&amp;gt; für die Oberlausitz ist keine vergleichbare bekannt.&lt;br /&gt;
* '''Ein Teil des Erbes liegt außerhalb sorbischer Verantwortung oder außerhalb der Lausitz,''' etwa in Prag, Dresden und Görlitz, in Rundfunkarchiven und bei der DEFA-Überlieferung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Ist-Analyse kann damit Struktur und Schwerpunkte benennen, aber keine vollständige Bestandsübersicht ersetzen. Eine institutionsübergreifende Bestands- und Bedarfserhebung mit Prioritätenliste ist eine eigene Aufgabe (vgl. das Ziel 2028 in [[#1.1 Visionen und Ziele für die sorbische digitale Welt|Abschnitt 1.1]]) und wird bei den Maßnahmen aufgegriffen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== 3.2 Ist-Stand der vier Kernfunktionen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;background-color:#eef5fb;border-left:4px solid #5b9bd5;padding:0.7em 1em;margin:1em 0;&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Leitfrage:''' Welche Kernfunktionen werden durch bestehende Angebote / Dienste und Projekte bereits erfüllt – für welche Bestände, Akteure und Nutzungszwecke?&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Den Schwerpunkt der Ist-Analyse bildet die Frage, '''in welchem Umfang''' die vier zuvor bestimmten Kernfunktionen der Kulturerbe-Digitalisierung im sorbischen Kontext bereits erfüllt werden. Dabei reicht es nicht aus festzustellen, dass ein Projekt, eine Institution oder ein technisches System existiert. Zu prüfen ist vielmehr, welche Leistung tatsächlich verfügbar ist, welche Kulturgutträger und Bestände sie erreicht und welche Lücken verbleiben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für jede Kernfunktion sollte möglichst nach einer einheitlichen Logik untersucht werden:&lt;br /&gt;
* vorhandene Angebote, Systeme und Projekte&lt;br /&gt;
* verantwortliche Betreiber beziehungsweise Akteure&lt;br /&gt;
* Entwicklungs- und Betriebsstand&lt;br /&gt;
* erreichte Kulturgutträger, Bestände und Kulturgutarten&lt;br /&gt;
* abgedeckte Bedarfe&lt;br /&gt;
* technische und organisatorische Anschlussmöglichkeiten&lt;br /&gt;
* erkennbare Lücken, Risiken und offene Fragen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.2.1 Nachweisen, beschreiben und verknüpfen ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;background-color:#eef5fb;border-left:4px solid #5b9bd5;padding:0.7em 1em;margin:1em 0;&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Leitfrage:''' Wie vollständig und nutzbar werden sorbische Kulturgüter und Bestände heute nachgewiesen, beschrieben und miteinander verknüpft?&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die weitere Erhebung und Analyse insbesondere zu prüfen:&lt;br /&gt;
* Stand und tatsächlicher Funktionsumfang des Sorbischen/Wendischen Kulturregisters&lt;br /&gt;
* vorhandene institutionelle Kataloge, Inventare, Datenbanken und lokale Verzeichnisse&lt;br /&gt;
* welche Kulturgutarten, Einrichtungen und Regionen bereits erfasst sind&lt;br /&gt;
* welche Bestände bislang nur lokal, analog oder überhaupt nicht systematisch nachgewiesen werden&lt;br /&gt;
* verwendete Metadaten, Identifikatoren und Normdaten&lt;br /&gt;
* Möglichkeiten zur Übernahme beziehungsweise Verknüpfung bestehender Daten&lt;br /&gt;
* Anschlussmöglichkeiten:&lt;br /&gt;
** direkte Erfassung kleinerer Träger,&lt;br /&gt;
** Datenimport beziehungsweise Schnittstellen größerer Einrichtungen&lt;br /&gt;
* Mehrsprachigkeit und Umgang mit ober- und niedersorbischen Bezeichnungen&lt;br /&gt;
* Verhältnis zwischen institutionellen Beschreibungen, historischen Fremdbezeichnungen und sorbischen beziehungsweise lokalen Selbstbezeichnungen&lt;br /&gt;
* vorhandene Funktionen für Digitalisierungsstatus, Rechteinformationen und Priorisierung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.2.2 Digitalisieren und Qualität sichern ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;background-color:#eef5fb;border-left:4px solid #5b9bd5;padding:0.7em 1em;margin:1em 0;&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Leitfrage:''' Welche Kulturgüter können heute in welcher Qualität und Kapazität digitalisiert werden, und welche Kulturgutträger können diese Leistungen tatsächlich nutzen?&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die weitere Erhebung und Analyse insbesondere zu prüfen:&lt;br /&gt;
* aktueller Stand des Digitalisierungszentrums und weiterer Digitalisierungsangebote&lt;br /&gt;
* verfügbare technische Verfahren für unterschiedliche Kulturgutarten, beispielsweise:&lt;br /&gt;
** Schriftgut,&lt;br /&gt;
** Fotografien,&lt;br /&gt;
** Bücher und Zeitschriften,&lt;br /&gt;
** Tonaufnahmen,&lt;br /&gt;
** Film und Video,&lt;br /&gt;
** dreidimensionale Objekte&lt;br /&gt;
* stationäre, mobile und extern vergebene Digitalisierung&lt;br /&gt;
* vorhandene Kapazitäten und erkennbare Engpässe&lt;br /&gt;
* Zugangsmöglichkeiten für kleine und ehrenamtlich arbeitende Kulturgutträger&lt;br /&gt;
* Beratung vor der Digitalisierung&lt;br /&gt;
* Anforderungen an Vorbereitung, Metadaten und Rechteklärung&lt;br /&gt;
* vorhandene Qualitätsstandards und Qualitätskontrolle&lt;br /&gt;
* Unterstützung bei Ausschreibung beziehungsweise Beauftragung externer Dienstleister&lt;br /&gt;
* bisherige Digitalisierungsprojekte und deren Ergebnisse&lt;br /&gt;
* besonders gefährdete Bestände, für die kurzfristig Digitalisierungskapazität benötigt wird&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.2.3 Langfristig erhalten ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;background-color:#eef5fb;border-left:4px solid #5b9bd5;padding:0.7em 1em;margin:1em 0;&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Leitfrage:''' Für welche digitalen Bestände ist die langfristige Erhaltung organisatorisch und technisch tatsächlich abgesichert? &amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die weitere Erhebung und Analyse insbesondere zu prüfen:&lt;br /&gt;
* vorhandene Repositorien, digitale Archive und Speicherlösungen&lt;br /&gt;
* welche Einrichtungen bereits Digitalisate dauerhaft übernehmen können&lt;br /&gt;
* welche Digitalisate derzeit lediglich lokal oder projektbezogen gespeichert werden&lt;br /&gt;
* Unterschied zwischen:&lt;br /&gt;
** Ablage beziehungsweise Speicherung,&lt;br /&gt;
** Datensicherung,&lt;br /&gt;
** institutionellem Repositorium,&lt;br /&gt;
** digitaler Langzeiterhaltung;&lt;br /&gt;
* Verantwortlichkeiten für Übernahme, Erhaltung und spätere Datenmigration&lt;br /&gt;
* verwendete Master- und Nutzungsdateien&lt;br /&gt;
* Sicherungskopien, Prüfsummen und Wiederherstellungsverfahren&lt;br /&gt;
* verwendete beziehungsweise vorgesehene Erhaltungsmetadaten&lt;br /&gt;
* Möglichkeiten für kleinere Kulturgutträger, ihre Digitalisate an ein geeignetes Repositorium zu übergeben&lt;br /&gt;
* vorhandene Schnittstellen zwischen Digitalisierung und Repositorium&lt;br /&gt;
* organisatorische und finanzielle Absicherung des langfristigen Betriebs&lt;br /&gt;
* Digitalisate beziehungsweise Projekte identifizieren, deren dauerhafte Erhaltung derzeit ungeklärt ist&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.2.4 Zugänglich machen und Nutzung ermöglichen ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;background-color:#eef5fb;border-left:4px solid #5b9bd5;padding:0.7em 1em;margin:1em 0;&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Leitfrage:''' Welche digitalisierten Inhalte sind für welche Zielgruppen auffindbar, verständlich und im rechtlich beziehungsweise kulturell zulässigen Umfang nutzbar?&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die weitere Erhebung und Analyse insbesondere zu prüfen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* vorhandene Präsentations- und Nutzungssysteme, Portale und Online-Ausstellungen&lt;br /&gt;
* Funktion und Entwicklungsstand von Sorabicon sowie weiteren relevanten Angeboten&lt;br /&gt;
* welche Kulturgüter und Bestände bereits öffentlich zugänglich sind&lt;br /&gt;
* welche Zielgruppen angesprochen werden:&lt;br /&gt;
** Öffentlichkeit,&lt;br /&gt;
** Bildung,&lt;br /&gt;
** Forschung,&lt;br /&gt;
** sorbische Gemeinschaft,&lt;br /&gt;
** Tourismus und Kulturvermittlung;&lt;br /&gt;
* Ober- und Niedersorbisch sowie weitere benötigte Sprachen in Oberfläche, Metadaten und Inhalten&lt;br /&gt;
* Qualität der Kontextualisierung und Vermittlung&lt;br /&gt;
* Möglichkeiten für:&lt;br /&gt;
** Download,&lt;br /&gt;
** Zitation,&lt;br /&gt;
** Datenexport,&lt;br /&gt;
** Programmierschnittstellen,&lt;br /&gt;
** wissenschaftliche und kreative Nachnutzung&lt;br /&gt;
* Rechte- und Lizenzinformationen&lt;br /&gt;
* abgestufte Zugangsmöglichkeiten für sensible beziehungsweise eingeschränkt zugängliche Inhalte&lt;br /&gt;
* Barrierefreiheit beziehungsweise Barrierearmut&lt;br /&gt;
* Aktualisierung und Pflege präsentierter Inhalte&lt;br /&gt;
* soweit verfügbar tatsächliche Nutzung, Reichweite und Nachnutzung erfassen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.2.5 Zusammenspiel der Kernfunktionen in bestehenden Projekten ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;background-color:#eef5fb;border-left:4px solid #5b9bd5;padding:0.7em 1em;margin:1em 0;&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Leitfrage:''' Bei welchen bestehenden Vorhaben funktioniert der Weg vom Kulturgut über Erfassung und Digitalisierung bis zur langfristigen Erhaltung und Nutzung bereits durchgängig – und an welchen Übergängen bestehen Lücken?&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Neben dem Stand der einzelnen Kernfunktionen ist zu prüfen, '''ob diese auch tatsächlich zu einer durchgängigen Prozesskette verbunden sind'''. Ein vorhandenes Register, ein Digitalisierungszentrum, ein Repositorium und ein Präsentationsportal ergeben noch nicht automatisch einen funktionierenden Gesamtprozess.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die weitere Erhebung und Analyse insbesondere zu prüfen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* geeignete bestehende Projekte beziehungsweise Pilotvorhaben auswählen&lt;br /&gt;
* für diese Projekte die vollständige Prozesskette nachvollziehen:&lt;br /&gt;
** Erfassen,&lt;br /&gt;
** Registrieren,&lt;br /&gt;
** Bewerten und priorisieren,&lt;br /&gt;
** Digitalisieren,&lt;br /&gt;
** Archivieren beziehungsweise langfristig erhalten,&lt;br /&gt;
** Präsentieren und nachnutzen;&lt;br /&gt;
* untersuchen, welche Systeme und Akteure an den Übergaben beteiligt sind&lt;br /&gt;
* prüfen, ob Metadaten gemeinsam mit den Dateien weitergegeben werden&lt;br /&gt;
* prüfen, ob Rechte- und Zugangsangaben entlang der Prozesskette erhalten bleiben&lt;br /&gt;
* vorhandene manuelle Medienbrüche beziehungsweise Mehrfacherfassungen identifizieren&lt;br /&gt;
* unklare Zuständigkeiten und Übergabepunkte sichtbar machen&lt;br /&gt;
* positive Beispiele für bereits funktionierende Prozessketten dokumentieren&lt;br /&gt;
* aus Pilotprojekten bekannte Aufwände, Engpässe und Lernerfahrungen aufnehmen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== 3.3 Gemeinsame Regeln, Zusammenarbeit und dauerhafter Betrieb ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;background-color:#eef5fb;border-left:4px solid #5b9bd5;padding:0.7em 1em;margin:1em 0;&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Leitfrage:''' Sind die übergreifenden Voraussetzungen vorhanden, damit die einzelnen Angebote gemeinsam, verlässlich und dauerhaft funktionieren?&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Neben den einzelnen Kernfunktionen ist zu prüfen, ob '''gemeinsame organisatorische und fachliche Voraussetzungen''' vorhanden sind, damit die verschiedenen Angebote zusammenarbeiten und dauerhaft betrieben werden können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieser Abschnitt soll keine allgemeine oder abstrakte Governance-Analyse darstellen. Untersucht werden nur solche übergreifenden Fragen, die konkrete Auswirkungen auf die Digitalisierung des Kulturerbes und die spätere Ableitung von Maßnahmen haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.3.1 Zuständigkeiten, Beteiligung und Freigaben ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;background-color:#eef5fb;border-left:4px solid #5b9bd5;padding:0.7em 1em;margin:1em 0;&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Leitfrage:''' Wer entscheidet verbindlich über Auswahl, Priorisierung, Beschreibung, Digitalisierung, Veröffentlichung und Zugang, und wie sind die Kulturgutträger dabei beteiligt?&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
''Für die weitere Erhebung und Analyse insbesondere zu prüfen:''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* formelle und informelle Zuständigkeiten der beteiligten Institutionen&lt;br /&gt;
* Entscheidungsrechte bei Auswahl und Priorisierung von Beständen&lt;br /&gt;
* Verantwortlichkeiten für Rechteklärung und Veröffentlichung&lt;br /&gt;
* Beteiligung der jeweiligen Kulturgutträger&lt;br /&gt;
* Beteiligung sorbischer Fachleute und Angehöriger der Gemeinschaft bei kulturell sensiblen Inhalten&lt;br /&gt;
* vorhandene Freigabe- und Sperrverfahren&lt;br /&gt;
* Umgang mit nachträglichen Korrekturen oder Einschränkungen&lt;br /&gt;
* erkennbare Überschneidungen beziehungsweise ungeklärte Zuständigkeiten&lt;br /&gt;
* vorhandene Gremien oder Koordinierungsstrukturen&lt;br /&gt;
* prüfen, an welchen Stellen verbindliche Zuständigkeiten fehlen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.3.2 Gemeinsame Standards und Anschlussmöglichkeiten ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;background-color:#eef5fb;border-left:4px solid #5b9bd5;padding:0.7em 1em;margin:1em 0;&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Leitfrage:''' Welche gemeinsamen Regeln ermöglichen es unterschiedlichen Kulturgutträgern, Daten und Digitalisate in eine gemeinsame Infrastruktur einzubringen und zwischen den Kernfunktionen weiterzugeben?&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die weitere Erhebung und Analyse insbesondere zu prüfen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* vorhandene gemeinsame Metadatenstandards beziehungsweise Pflichtfelder&lt;br /&gt;
* verwendete Fachstandards einzelner Einrichtungen&lt;br /&gt;
* gemeinsame Regeln für Ober- und Niedersorbisch&lt;br /&gt;
* Dateiformate und Qualitätsanforderungen für unterschiedliche Kulturgutarten&lt;br /&gt;
* Identifikatoren und Normdaten&lt;br /&gt;
* Rechte- und Lizenzinformationen&lt;br /&gt;
* technische Schnittstellen und Datenexporte&lt;br /&gt;
* Übernahme vorhandener institutioneller Metadaten&lt;br /&gt;
* einfache Erfassungswege für kleinere Kulturgutträger&lt;br /&gt;
* Schnittstellen für Einrichtungen mit bestehenden Fachsystemen&lt;br /&gt;
* Möglichkeiten zur Weitergabe von Daten zwischen Register, Digitalisierung, Repositorium und Präsentation&lt;br /&gt;
* prüfen, wo fehlende Standards oder inkompatible Systeme den Austausch derzeit behindern&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.3.3 Personal, Finanzierung und Betreiberverantwortung ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;background-color:#eef5fb;border-left:4px solid #5b9bd5;padding:0.7em 1em;margin:1em 0;&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Leitfrage:''' Welche zentralen Leistungen sind dauerhaft personell, organisatorisch und finanziell abgesichert, und welche hängen noch von befristeten Projekten oder einzelnen Personen ab?&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die weitere Erhebung und Analyse insbesondere zu prüfen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Betreiber beziehungsweise verantwortliche Stellen für die vier Kernfunktionen&lt;br /&gt;
* dauerhafte Stellen gegenüber befristeten Projektstellen&lt;br /&gt;
* vorhandene beziehungsweise geplante Finanzierungsmodelle&lt;br /&gt;
* laufende Betriebs- und Pflegekosten&lt;br /&gt;
* personelle Kapazitäten und erkennbare Schlüsselpersonenrisiken&lt;br /&gt;
* Unterstützung kleiner und ehrenamtlich geführter Einrichtungen&lt;br /&gt;
* Finanzierung von&lt;br /&gt;
** Beratung,&lt;br /&gt;
** Digitalisierung,&lt;br /&gt;
** Speicher und Langzeiterhaltung,&lt;br /&gt;
** Datenpflege,&lt;br /&gt;
** Rechteklärung,&lt;br /&gt;
** technischer Wartung und Weiterentwicklung;&lt;br /&gt;
* Übergang von geförderten Projekten in einen dauerhaften Regelbetrieb&lt;br /&gt;
* vorhandene Betriebs-, Kooperations- und Übergabevereinbarungen&lt;br /&gt;
* erkennbare Risiken bei Auslaufen einzelner Förderungen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== 3.4 Gesamtbewertung und vorrangiger Handlungsbedarf ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;background-color:#eef5fb;border-left:4px solid #5b9bd5;padding:0.7em 1em;margin:1em 0;&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Leitfrage:''' Welche Bedarfe sind bereits ausreichend abgedeckt, wo liegen die entscheidenden Lücken und welche davon sollten vorrangig bearbeitet werden? &amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Ergebnisse der vorangegangenen Abschnitte werden abschließend zusammengeführt. Ziel ist noch nicht die vollständige Formulierung konkreter Maßnahmen, sondern zunächst eine begründete Bewertung des Ist-Standes und der wichtigsten Lücken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dabei sollte insbesondere unterschieden werden zwischen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* unmittelbar gefährdeten Kulturgütern beziehungsweise Beständen,&lt;br /&gt;
* strukturellen Lücken, die weitere Digitalisierungsschritte blockieren,&lt;br /&gt;
* fehlenden oder nur teilweise verfügbaren Kernfunktionen,&lt;br /&gt;
* nicht dauerhaft abgesicherten Angeboten,&lt;br /&gt;
* Verbesserungsmöglichkeiten bei bereits grundsätzlich funktionierenden Strukturen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die abschließende Bewertung insbesondere zu prüfen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Ergebnisse aus Akteurs-, Bestands- und Bedarfserhebung zusammenführen&lt;br /&gt;
* für jede der vier Kernfunktionen die wichtigsten Stärken und Lücken benennen&lt;br /&gt;
* übergreifende strukturelle Probleme aus Zuständigkeiten, Standards, Betrieb und Finanzierung ergänzen&lt;br /&gt;
* unterscheiden zwischen:&lt;br /&gt;
** fehlender Leistung,&lt;br /&gt;
** unzureichender Kapazität,&lt;br /&gt;
** fehlender Bekanntheit beziehungsweise Zugänglichkeit,&lt;br /&gt;
** fehlender Verbindung bestehender Angebote,&lt;br /&gt;
** ungeklärter Zuständigkeit,&lt;br /&gt;
** fehlender dauerhafter Absicherung;&lt;br /&gt;
* Dringlichkeit begründen, insbesondere anhand von:&lt;br /&gt;
** Verlustgefahr,&lt;br /&gt;
** blockierenden Abhängigkeiten,&lt;br /&gt;
** Anzahl beziehungsweise Bedeutung betroffener Kulturgutträger,&lt;br /&gt;
** kultureller und sprachlicher Bedeutung,&lt;br /&gt;
** Aufwand und Realisierbarkeit;&lt;br /&gt;
* offene Informationslücken ausdrücklich kennzeichnen&lt;br /&gt;
* aus den ermittelten Lücken anschließend Handlungsbedarfe ableiten&lt;br /&gt;
* konkrete Lösungsmaßnahmen erst im folgenden Maßnahmen- beziehungsweise Soll-Abschnitt festlegen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mögliche zusammenfassende Bewertungsmatrix:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot; style=&amp;quot;width:100%;&amp;quot;&lt;br /&gt;
! Bereich&lt;br /&gt;
! Belegter Ist-Stand&lt;br /&gt;
! Abgedeckte Bedarfe&lt;br /&gt;
! Lücke / Risiko&lt;br /&gt;
! Dringlichkeit&lt;br /&gt;
! Daraus abgeleiteter Handlungsbedarf&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| ''Beispiel: Nachweisen und Registrieren''&lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| ''Beispiel: Digitalisieren''&lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| ''Beispiel: Langfristig erhalten''&lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| ''Beispiel: Zugänglich machen und nutzen''&lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| ''Beispiel: gemeinsame Standards / Zusammenarbeit''&lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= Referenzen =&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Měrko Šenk</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://koncept.serbski-inkubator.de/index.php?title=12.3_Digitalisierung_des_Kulturerbes&amp;diff=1214</id>
		<title>12.3 Digitalisierung des Kulturerbes</title>
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		<updated>2026-10-29T16:58:46Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Měrko Šenk: /* 3.2.5 Erste Befunde */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;= 1 Einleitung =&lt;br /&gt;
Die Digitalisierung von sorbischem Kulturerbe ist eine historische Chance für uns Sorben, eine Chance, unser kulturelles Erbe neu zu entdecken, es für kommende Generationen zu erhalten, für eine breitere Öffentlichkeit zugänglich zu machen und dabei die eigene Deutungshoheit zu stärken. Das erfordert neben Mut, einer klaren gemeinsamen Vision, starker Zusammenarbeit zwischen den beteiligten Akteuren auch die notwendigen Ressourcen in Form von Personal mit entsprechenden Kompetenzen, passender Technik sowie einer nachhaltig gesicherten Finanzierung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im folgenden Abschnitt werden Zielbilder für die Digitalisierung des sorbischen Kulturerbes entworfen mittels lang- und kurzfristiger Visionen sowie konkreter Ziele.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== 1.1 Vision und Ziele für die sorbische digitale Welt ==&lt;br /&gt;
'''Vision'''&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
''Sorbisches materielles und immaterielles Kulturerbe ist systematisch digital erfasst, rechtssicher und langfristig gesichert, leicht auffindbar, offen nutzbar und wird aktiv von Interessierten genutzt.''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Konkrete Ziele'''&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Bis 2032 ist ein tragfähiges, finanziell und organisatorisch abgesichertes Modell etabliert, das:&lt;br /&gt;
* Ein zentrales (oder föderiertes) digitales Langzeitarchiv nach OAIS-Referenzmodell betreibt,&lt;br /&gt;
* klare Zuständigkeiten, Prozesse und Budgets definiert,&lt;br /&gt;
* regelmäßige Qualitätssicherung und Technik-Updates vorsieht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bis 2030 sind wichtige sorbische Kulturerbe-Bestände (Kernbestände nach fachlicher Festlegung) in hoher Qualität digitalisiert, beschrieben und im Langzeitarchiv gesichert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bis 2028 liegt eine institutionenübergreifende Übersicht über relevante Kulturerbe-Bestände (analog und digital, materiell und immateriell) vor, einschließlich einer Prioritätenliste für die Digitalisierung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bis 2028 existiert ein zentrales, nutzerfreundliches „Sorbisches Kulturerbe-Portal“, das:&lt;br /&gt;
* Suchzugang über alle teilnehmenden Institutionen ermöglicht,&lt;br /&gt;
* grundlegende Inhalte frei zugänglich bereitstellt,&lt;br /&gt;
* mehrsprachige Oberflächen anbietet (Deutsch, Obersorbisch, Niedersorbisch, Englisch).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= 2 Ist-Analyse „Digitalisierung von Kulturerbe“ =&lt;br /&gt;
Das Ziel in diesem Themenbereich ist es, sorbisches Kulturerbe digital zu verwalten und damit langfristig für Recherche, Nutzung und Präsentation vorzuhalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Abschnitt &amp;quot;IST-Analyse“ werden die folgenden Fragen beantwortet: Was ist sorbisches Kulturerbe und was zählt alles dazu? Welche Schritte durchläuft ein Kulturgut, um zum digitalen Kulturerbe zu gehören? Wie können die digitale Verwaltung, Archivierung, Nutzung und Präsentation von Kulturgütern umgesetzt werden?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die grundlegenden Terminologien des Kulturerbes sollen im Folgenden festgelegt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== 2.1 Terminologie – von Kultur zu Kulturerbe ==&lt;br /&gt;
In diesem Abschnitt werden die Begriffe rund um das Kulturerbe grundlegend definiert. Es soll ein Verständnis über die Begriffe Kultur, kulturelle Ausprägung, Kulturgut und Kulturerbe erreicht werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Dataja:Wobraz_K1.png|center|260px]]&amp;lt;ref&amp;gt;Mermaid Flowchart Code: [https://mermaid.live/edit#pako:eNpF0UtuwyAQBuCroFlaTuRHTGMvKuWxq7pqV627IGZso2CIMChtk9ymN-nFimmasmJGfP-AOEGjOUIFrdTHpmfGkudtrWpF_Fq9RtGDk9aZKHojU-_aJ7PZ_bmGgSnR4mgFejaKpidC1XAmq8zDfYAoJZKVG7lxzX5stRl81C0_uwYdheGEubHD4_dXLy1hcpyC1rcLdM4GOLH1Ve2E5Gj9TPLkhgEnsLkBNDsMAmLojOBQWeMwhgHNwKYSTuFBYHucbOW3HFvmcQ21unh2YOpF6-FPGu26HqrW381X7sCZxa1gnWH_R1BxNBvtlIUqTUMEVCd49xVdzpeLMs1pXmRFXiY0hg-o8iyZL_LFXZaVSTJ1LzF8hqHJnBZ5WhZLWt5RmtIsBuTCavP4-2Hh3y4_NXaMmw hier klicken], abgerufen am 22.09.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.1.1 Kultur ===&lt;br /&gt;
Kultur bezeichnet hier die Gesamtheit aller '''vom Menschen geschaffenen und erlernten Ausdrucksformen''' des Lebens, die auf gemeinsamen Werten und Verhaltensweisen beruhen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;wiki-kultur&amp;quot;&amp;gt;URL: https://de.wikipedia.org/wiki/Kultur&amp;lt;/ref&amp;gt; Dazu zählen '''materielle Ergebnisse''' (z. B. Kunstwerke, Technik) ebenso wie '''immaterielle Praktiken''' (Sprache, Bräuche, Wissen). Kultur umfasst laut der UNESCO geistige, materielle, intellektuelle und emotionale Merkmale, die eine Gesellschaft oder soziale Gruppe kennzeichnen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;mondiacult&amp;quot;&amp;gt;UNESCO 1982: Mexico City Declaration on Cultural Policies (MONDIACULT). URL: https://www.lacult.unesco.org/docc/1982_MONDIACULT.pdf&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;ref name=&amp;quot;cultureaction&amp;quot;&amp;gt;Culture Action Europe 2024: The State of Culture report. URL: https://cultureactioneurope.org/de/news/the-state-of-culture-report-published, abgerufen am 01.10.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;  Sie ist dynamisch und wird von jeder Generation neu gestaltet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das deutsche Wort „Kultur“ ist eine Eindeutschung des lateinischen Worts „cultura“. Dieses bedeutet ursprünglich „Bebauung, Bearbeitung, Bestellung, Pflege“ und meinte sowohl die physische Bearbeitung als auch die Pflege geistiger Güter, z. B. der Sprache.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.1.2 Kulturelle Ausdrucksform ===&lt;br /&gt;
Eine kulturelle Ausdrucksform ist eine '''konkrete, gegenwärtige oder historische, Manifestation von Kultur''', bspw. eine Zeichnung, eine Tracht oder ein Lied: Sie macht die Kultur sichtbar und erlebbar. Im engeren Sinne ist es eine Ausdrucksweise, die aus der Kreativität einer Person, Gruppe oder Gesellschaft entsteht und '''kulturellen Inhalt''' trägt (symbolische Bedeutung, künstlerische Dimension, kulturelle Werte).&amp;lt;ref&amp;gt;Österreichische UNESCO-Kommission 2007: Übereinkommen zum Schutz und zur Förderung der Vielfalt kultureller Ausdrucksformen, Art. 4, Seite 13. URL: https://www.unesco.at/fileadmin/Redaktion/Publikationen/Publikations-Dokumente/2005er_UNESCO-Convention_German.pdf, abgerufen am 22.09.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt; Sie wird innerhalb und zwischen Gemeinschaften weitergegeben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Alle kulturellen Ausdrucksformen bilden einen wesentlichen Kern von Kultur, aber Kultur enthält auch latente Dimensionen (Werte, Normen, Vorannahmen etc.), die nicht unmittelbar als Ausdrucksform erscheinen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.1.3 Kulturgut ===&lt;br /&gt;
Ein „Kulturgut“ ist '''eine einzelne kulturelle Ausdrucksform''', der ein '''besonderer kultureller Wert zugemessen wird''' (durch Anerkennung, Schutz, Bedeutung). Es ist somit ein Erzeugnis menschlicher Kreativität oder Zeugnis menschlichen Lebens, welches '''Bedeutung für die Kultur einer Gemeinschaft''' hat und daher '''Bestand haben und bewahrt werden soll'''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die '''Summe aller Kulturgüter''' einer Gemeinschaft wird als dessen '''Kulturerbe''' bezeichnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.1.4 Kulturerbe ===&lt;br /&gt;
Kulturerbe ist die '''Summe der materiellen und immateriellen Ausdrucksformen''' (= Kulturgüter) einer Kultur, die als „'''bewahrenswert'''“ anerkannt wurden. International umfasst das u. a. das '''Welterbe''' (Denkmäler, Ensembles, Stätten)&amp;lt;ref&amp;gt;UNESCO (1972), Welterbekonvention, Art. 1. URL: https://www.dnk.de/wp-content/uploads/2021/02/1972_DNK_UNESCO-Welterbekonvention.pdf (abgerufen am 11.09.2025).&amp;lt;/ref&amp;gt; und das '''Immaterielles Kulturerbe''' (Praktiken, Wissen).&amp;lt;ref&amp;gt;Deutsche UNESCO-Kommission o. J.:, Übereinkommen zur Erhaltung des immateriellen Kulturerbes (dt. Ausgabe). URL: https://www.unesco.de/assets/dokumente/Deutsche_UNESCO-Kommission/02_Publikationen/Publikation_UNESCO-%C3%9Cbereinkommen_zur_Erhaltung_des_immateriellen_Kulturerbes_01.pdf, (abgerufen am 11.09.2025).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ob etwas „zum Kulturerbe“ zählt, ist Ergebnis von Bewertung, Diskurs und teils formellen Verfahren. Dem Sorbischen Kulturregister (SKR) zufolge ist „sorbisch-wendisches Kulturerbe“ eine Zuschreibung, die durch Gesellschaft, Museen, Archive und Wissenschaft erfolgen kann.&amp;lt;ref&amp;gt;Sorbisches Institut 2025: Konzept für ein Sorbisches Kulturregister (SKR). URL: https://www.serbski-institut.de/wp-content/uploads/2021/11/00_Zweite-aktualisierte-Fassung_Konzept_Sorbisches-Kulturregister_20.11.2025.pdf, abgerufen am 20.11.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.1.5 Abgrenzung: Kultur und Kulturerbe ===&lt;br /&gt;
'''Kultur / Kulturelle Ausdrucksform''' sind als Begriffe weiter gefasst als '''Kulturgut / Kulturerbe'''. Kulturelle Ausdrucksformen umfassen alles Gelebte und Gestaltete einer Gemeinschaft in Gegenwart und Vergangenheit, während Kulturgut / Kulturerbe diejenigen kulturellen Güter und Traditionen meint, denen eine Bedeutung beigemessen wurde und die als bewahrens- und weitergebenswert erkannt wurden. Kultur ist der „aktuelle“ kreative Prozess (einschließlich Popkultur, Alltagskultur), Kulturerbe der daraus überkommene Schatz. Dennoch sind die Grenzen fließend: Was heute nur Kultur ist, kann morgen zum Kulturerbe erklärt werden – abhängig von Wertzuschreibung und Diskurs.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Rahmen dieses Dokuments werden für den sorbischen Kontext die Begriffe '''„kulturelle Ausdrucksform“''' und '''„Kulturgut“''' weitgehend '''synonym''' verwendet, sofern nicht ausdrücklich anders gekennzeichnet. Hintergrund ist, dass die Gesamtzahl der identifizierbaren kulturellen Ausdrucksformen einer kleinen Minderheit wie der Sorben/Wenden im Vergleich zu großen Mehrheitsgesellschaften überschaubar ist. Zugleich ist der Anteil dieser Ausdrucksformen, denen in der Community ein besonderer Wert beigemessen wird und die daher faktisch als Kulturgut wahrgenommen und behandelt werden, sehr hoch: Ein großer Teil des gelebten kulturellen Repertoires wird als identitätsstiftend und bewahrenswert verstanden und damit dem Kulturerbe zugerechnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== 2.2 Klassifizierung von Kulturgütern ==&lt;br /&gt;
Im Folgenden soll eine griffige Klassifizierung von Kulturgütern entwickelt werden, so dass pro Kulturgut-Klasse später auf die Besonderheiten ihrer Digitalisierung eingegangen werden kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Dataja:Wobraz_K2.png|center|600px]]&amp;lt;ref&amp;gt;Mermaid Flowchart Code: [https://mermaid.live/edit#pako:eNptlM9u00AQxl9ltFWoFDlp_C9OjISU2KSgUCq1BSRIDxt77Syxd6v1mkKjSDwBlThw4YCEeuXOoeLSN-EF4BHYjZOQQG67-32_2ZnZsWco4jFBPqrVZpRR6cNsP8n4ZTTBQu7rHVP66QWOKEvV3nQM2BeYTf8eea35fF6rjdiIrUl4cjJiAMPDV_X6sMxkKdJS1uvnvu9PtRGgp5ReE46wJIKSLIOf779CycbkkqQZjSb1Ovz-cv351_drDWGN9BXS_xfZBj7dLoGxBgIFBE14nOcrZGH68E07Iu0IlSNsQkhTKnGlfvyh1bjKcngIjcYD6G2s-xvrYGMdLuuqAFOXZ0IflzFh0xxn5OBU3t1ISZhqw6KaKpo29k04jSaCJrLq0oZsa9mCAZc8FTihhBnQp1ksxd1NSsS22dFmG3oMZzwl0HveONtlc7XNATtsHI9fk6kkC3nRsKoqnVNgwrFQaUOvLGJRRtMi4SJfZ790WtppQYhFIVV7CYsJDO9uWbEMujbqOgIbTqgsddB7MCD_eXT6gQMvaFEQBlclPMVqcA6eMfqGiKLMt926isCFM4FjKiln-voCHmEWXxIxXZcUVo-jSwrVe3DBGvHqtc83DLqS0FpNAi3wRluiDBdFSBIYQ0KzzN_r265jPjQinnHh7yVJYhRS8ClZKfe3KLyk2oHneuEuqlK2qWhJWYPOwGnvoiplm4qXVMd17V5rF1UpikIGSgWNkS9FSQyUE5FjvUUzHXGE5ITkZIR8tYxJgtVXPEIjNlfYBWYvOc9XpOBlOkF-grNC7cqLWPUupFjNa74-FXo0RMBLJpFvWtYiCPJn6C3yG7bTNO2u6Tidrue0W13HQO_Usdtquuqg1bG6TtvzPNuZG-hqcXGr2baV5NhuyzId13XbBiJqDrg4qn5ni7_a_A_W9oMu hier klicken], abgerufen am 22.09.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.2.1 A. Materiell - unbeweglich 🏛️ ===&lt;br /&gt;
„Materiell - unbeweglich&amp;quot; bezeichnet ortsfeste Kulturobjekte wie Bauwerke, Ensembles, Gebäudekomplexe und Stätten/Kulturlandschaften, wie sie in Art. 1 der UNESCO-Welterbekonvention als Kategorien des kulturellen Erbes definiert sind.&amp;lt;ref&amp;gt;UNESCO World Heritage Centre o. J.: Convention Concerning the Protection of the World Cultural and Natural Heritage, Artikel 1. URL: https://whc.unesco.org/en/conventiontext/, abgerufen am 01.10.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.2.2 B. Materiell - beweglich 🖼️ ===&lt;br /&gt;
Die Kategorie „Materiell - beweglich&amp;quot; umfasst bewegliche Sachen bzw. Sachgesamtheiten von kulturellem Wert (z. B. Objekte, Sammlungen), wie sie das deutsche Kulturgutschutzgesetz (§ 2 KGSG)&amp;lt;ref&amp;gt;Deutschland 2016: Kulturgutschutzgesetz (KGSG), § 2. URL: https://www.buzer.de/2_KGSG.htm, abgerufen am 01.10.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt; als „Kulturgut“ beschreibt.&lt;br /&gt;
* B1 '''Schriftgut''' - Bücher, Zeitungen, Handschriften, Archivgut, Graphiken, Pläne, Karten&lt;br /&gt;
* B2 '''Fotografien &amp;amp; Bildträger''' &lt;br /&gt;
** Fotografisch erzeugte statische Bildträger, auch Stillbildträger genannt, z. B. Positive/Negative auf Film/Platte/Photopapier, Dias, Abzüge, Mikrofilm/-fiche und vergleichbare fotografische Repro-Träger.&lt;br /&gt;
* B3 '''Analoge AV-Träger''' (Audio/Video/Film)&lt;br /&gt;
** Analoge zeitbasierte Medien, z. B. Magnetton (Tonband, Kassette), Schallplatte, Videobänder, Film.&lt;br /&gt;
* B4 '''3D-Objekte''' - Gegenstände, „sachkulturelle Artefakte“&amp;lt;ref&amp;gt;Sorbisches Institut o. J.: Konzept zum Digitalisierungszentrum am Sorbischen Institut, S. 24.&lt;br /&gt;
(Unveröffentlichtes Konzeptpapier; interne Projektunterlage.)&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.2.3 C. Immateriell 🎭 ===&lt;br /&gt;
Meint lebendige Praktiken, Darstellungen, Ausdrucksformen, Ideen, Werte, Wissen und Fertigkeiten, die von Gemeinschaften getragen und weitergegeben werden, gemäß der folgenden 5 UNESCO ICH-Domänen.&amp;lt;ref&amp;gt;UNESCO o. J.: Intangible Cultural Heritage – Five Domains. URL: https://ich.unesco.org/doc/src/01857-EN.pdf, abgerufen am 01.10.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* C1 '''Orale Traditionen/Ausdrucksformen''' - Sprache, Gesangstraditionen&lt;br /&gt;
* C2 '''Darstellende Künste''' - Musik, Tanz, Theater&lt;br /&gt;
* C3 '''Rituale &amp;amp; Feste''' - Bräuche und soziale Praktiken des Kalenders und Lebenslaufs&lt;br /&gt;
* C4 '''Wissen &amp;amp; Praktiken''' zu Natur &amp;amp; Universum - Heil- und Sammelkenntnisse, ökologisches und astronomisches Wissen, Glaube, Religion&lt;br /&gt;
* C5 '''Traditionelles Handwerk''' - Techniken, Werkzeuge und Gestaltungsmuster&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.2.4 D. Digital 💾 ===&lt;br /&gt;
Bezeichnet in digitaler Form vorliegende Ressourcen menschlichen Wissens und Ausdrucks. Diese können sowohl born-digital sein als auch digitalisierte Repräsentationen von materiellen und immateriellen Kulturgütern.&amp;lt;ref&amp;gt;UNESCO 2003: Charter on the Preservation of Digital Heritage. URL: https://www.unesco.org/en/legal-affairs/charter-preservation-digital-heritage, abgerufen am 01.10.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* D1 '''Born-digital''' (ursprünglich digital erzeugt, kein analoges Original), z. B. Webseiten, Social-Media-Beiträge, Software, Apps, Spiele, digitale Fotos/Audio/Video.&lt;br /&gt;
* D2 '''Digitalisate''' - Digitalisierte Repräsentationen/Derivate aus den Klassen A, B und C.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== 2.3 Begriffe und Kernfunktionen ==&lt;br /&gt;
Die vorherigen Abschnitte haben geklärt, was unter Kulturerbe verstanden wird und welche Arten von Kulturgütern unterschieden werden. Bevor der nachfolgende Abschnitt den Prozess der Kulturerbe-Digitalisierung beschreibt, werden in diesem Abschnitt die dafür wichtigsten Arbeitsbegriffe und Funktionen erläutert. Der Abschnitt soll dabei die Frage beantworten: Welche Arbeitsabläufe und Funktionen sind notwendig, damit Kulturgüter nicht nur digital erfasst, sondern auch gefunden, verstanden, gesichert und genutzt werden können?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Erläuterungen sollen eine gemeinsame und leicht verständliche Grundlage schaffen für alle, die an der Digitalisierung von Kulturerbe interessiert sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.3.1 Vom Kulturgut zur digitalen Repräsentation ===&lt;br /&gt;
Dieser Abschnitt erklärt, was bei einer Digitalisierung entsteht und wie sich das digitale Ergebnis vom ursprünglichen Kulturgut unterscheidet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
! Begriff&lt;br /&gt;
! Erklärung&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Digitalisierung von Kulturerbe'''&lt;br /&gt;
| Digitalisierung bezeichnet in diesem Konzept den gesamten zusammenhängenden Prozess: Kulturgüter erfassen, beschreiben und bewerten, digitale Repräsentationen erzeugen oder übernehmen, ihre Qualität prüfen, sie sichern und für die Nutzung zugänglich machen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;DFG2016&amp;quot;&amp;gt;Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) 2016: Praxisregeln „Digitalisierung“, insbesondere S. 13 und 41-44. URL: https://www.dfg.de/resource/blob/176108/898bf3574ad0ff3b1db525fa7d04c86c/12-151-v1216-de-data.pdf, abgerufen am 16.07.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Bei ursprünglich digital entstandenen Kulturgütern – auch ''born digital'' genannt – entfällt die Überführung aus einem analogen Original; die weiteren Aufgaben bleiben bestehen.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Digitalisat und digitale Repräsentation'''&lt;br /&gt;
| Ein '''Digitalisat''' ist ein digitales Abbild eines analogen Kulturguts, beispielsweise ein Scan einer Handschrift oder ein Foto eines Museumsobjekts. Der weitere Begriff '''digitale Repräsentation''' umfasst auch Audio-, Video- oder 3D-Dokumentationen einer immateriellen kulturellen Praxis. Die digitale Repräsentation ersetzt weder das materielle Kulturgut noch die lebendige Praxis.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Masterdatei und Nutzungsderivat'''&lt;br /&gt;
| Die '''Masterdatei''' ist die möglichst hochwertige und qualitätsgeprüfte Ausgangsdatei. Sie wird für die langfristige Sicherung und spätere Bearbeitungen aufbewahrt. Ein '''Nutzungsderivat''' ist eine daraus erzeugte, an einen bestimmten Zweck angepasste Datei, beispielsweise ein kleineres Bild für eine Internetseite.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Digitales Objekt'''&lt;br /&gt;
| Als '''digitales Objekt''' wird in diesem Konzept eine zusammengehörige digitale Einheit bezeichnet. Sie kann aus einer oder mehreren Dateien, den zugehörigen Metadaten und ihren Verknüpfungen bestehen. Ein digitales Objekt kann ein Digitalisat oder ein ursprünglich digital entstandenes Kulturgut sein.&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
''Beispiel:'' Das verzierte sorbische Osterei bleibt das materielle Kulturgut. Hochauflösende Fotografien, ein 3D-Modell und die dazugehörigen Beschreibungen bilden gemeinsam seine digitale Repräsentation.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.3.2 Vier Kernfunktionen ===&lt;br /&gt;
Als '''Kernfunktionen der Kulturerbe-Digitalisierung''' werden im Folgenden vier dauerhaft zu erfüllende Aufgabenbereiche bezeichnet. Sie beschreiben, was für eine nachhaltige Digitalisierung von Kulturerbe geleistet werden muss, unabhängig davon, welche Institution oder welches technische System die jeweilige Funktion übernimmt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
! Kernfunktion&lt;br /&gt;
! Typische organisatorisch-technische Umsetzung&lt;br /&gt;
! Hauptaufgabe&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Nachweisen, beschreiben und verknüpfen'''&lt;br /&gt;
| Register oder Katalog&lt;br /&gt;
| Macht sichtbar, welche Kulturgüter vorhanden sind, wo sie sich befinden und in welchem Zusammenhang sie stehen. Ein Registereintrag kann bereits bestehen, bevor ein Digitalisat angefertigt wurde. &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Digitalisieren und Qualität sichern'''&lt;br /&gt;
| Digitalisierungszentrum oder Digitalisierungsdienst&lt;br /&gt;
| Erzeugt bzw. übernimmt digitale Repräsentationen, prüft sie und bereitet Dateien und Metadaten für die weitere Verarbeitung vor. Geliefert werden bspw. geprüfte Masterdateien und Nutzungsderivate. &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Langfristig erhalten'''&lt;br /&gt;
| Repositorium oder digitales Langzeitarchiv&lt;br /&gt;
| Übernimmt Dateien und Metadaten, speichert und verwaltet sie und erhält sie über technische und organisatorische Veränderungen hinweg dauerhaft nutzbar.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Zugänglich machen und Nutzung ermöglichen'''&lt;br /&gt;
| Präsentations- und Nutzungssystem&lt;br /&gt;
| Führt beschreibende Informationen und digitale Medien für Nutzerinnen und Nutzer zusammen. Es ermöglicht beispielsweise Suche, Anzeige, Kontextualisierung, Vermittlung und – soweit zulässig – Nachnutzung. &lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese '''Kernfunktionen''' beschreiben zunächst nicht zwingend getrennte Institutionen oder Systeme. Eine Einrichtung kann mehrere Kernfunktionen übernehmen. Umgekehrt kann eine Kernfunktion auf mehrere Einrichtungen oder technische Systeme verteilt sein. Entscheidend sind klare Zuständigkeiten, verlässliche Übergaben und gemeinsame Standards.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vereinfacht lässt sich das Zusammenspiel so zusammenfassen:&lt;br /&gt;
# Das '''Register oder der Katalog''' beschreibt und verknüpft das Kulturgut.&lt;br /&gt;
# Der '''Digitalisierungsdienst''' erzeugt und prüft seine digitale Repräsentation.&lt;br /&gt;
# Das '''Repositorium oder digitale Archiv''' übernimmt und erhält die Dateien.&lt;br /&gt;
# Das '''Präsentationssystem''' führt Beschreibungen und Medien für die Nutzung zusammen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die konkrete Ausgestaltung kann zentral, dezentral oder als Verbund mehrerer Systeme erfolgen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.3.3 Register ===&lt;br /&gt;
Die folgende Tabelle erklärt, wie Kulturgüter so erfasst, beschrieben und verknüpft werden, dass sie eindeutig zugeordnet, wiedergefunden und nach einheitlichen Regeln weiterverarbeitet werden können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
! Begriff&lt;br /&gt;
! Erklärung&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Erschließung, Verzeichnung und Registrierung'''&lt;br /&gt;
| '''Erschließung''' ist der übergeordnete Vorgang, bei dem ein Kulturgut identifiziert, beschrieben und in seinen Zusammenhang eingeordnet wird. '''Verzeichnung''' bezeichnet seine strukturierte dokumentarische Beschreibung. '''Registrierung''' bedeutet die Aufnahme in ein konkretes Register, einen Katalog oder ein Sammlungssystem. Ein Kulturgut kann bereits registriert werden, bevor ein Digitalisat vorhanden ist.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Metadaten'''&lt;br /&gt;
| Metadaten sind strukturierte Informationen über ein Kulturgut und seine digitalen Repräsentationen. Dazu gehören beispielsweise Titel, Herkunft, beteiligte Personen, Ort, Zeit, kultureller Kontext, Rechte, Dateieigenschaften und Bearbeitungsschritte. Je nach Zweck werden beschreibende, technische, rechtliche und erhaltungsbezogene Metadaten unterschieden. Sie machen Kulturgüter auffindbar, verständlich, verwaltbar und langfristig nutzbar.&amp;lt;ref name=&amp;quot;PREMIS&amp;quot;&amp;gt;Library of Congress o. J.: PREMIS – Preservation Metadata: Implementation Strategies. Internationaler Standard für Erhaltungsmetadaten. URL: https://www.loc.gov/standards/premis/, abgerufen am 16.07.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Persistenter Identifikator'''&lt;br /&gt;
| Ein '''persistenter Identifikator''' ist eine dauerhafte und eindeutige Kennung für ein Kulturgut, einen Datensatz oder eine digitale Ressource. Die Kennung bleibt bestehen, auch wenn sich der technische Speicherort oder die Internetadresse ändern. Dadurch können Kulturgüter dauerhaft zitiert und zwischen Systemen verknüpft werden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;DFG2016&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Metadaten sind keine bloße Beigabe zu einer Datei. Ohne ausreichende Beschreibungen kann ein Digitalisat zwar technisch vorhanden sein, später aber kaum gefunden, verstanden oder zuverlässig zugeordnet werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.3.4 Digitalisierungsdienst und Archiv ===&lt;br /&gt;
Die folgende Tabelle erklärt was erforderlich ist, damit Kulturgüter digitalisiert werden und nicht nur heute gespeichert sind, sondern auch nach technischen und organisatorischen Veränderungen noch gefunden, verstanden und genutzt werden können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
! Begriff&lt;br /&gt;
! Erklärung&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Repositorium'''&lt;br /&gt;
| Ein '''Repositorium''', auch ''Repository'' genannt, ist eine verwaltete technische Umgebung, in der digitale Objekte und ihre Metadaten übernommen, gespeichert, geordnet, verwaltet und bereitgestellt werden. Ein Repositorium kann Teil eines digitalen Archivs sein. Nicht jedes Repositorium erfüllt jedoch automatisch alle Anforderungen der Langzeiterhaltung.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Digitales Archiv oder digitales Langzeitarchiv'''&lt;br /&gt;
| Ein digitales Archiv ist mehr als ein Server oder ein Speicherprogramm. Es verbindet eine verantwortliche Organisation, fachkundiges Personal, Regeln, Arbeitsabläufe und technische Systeme. Es übernimmt die Verantwortung dafür, digitale Informationen langfristig zu erhalten und für festgelegte Nutzergruppen zugänglich zu machen. Das internationale Referenzmodell '''Open Archival Information System''' (OAIS, offenes Archiv-Informationssystem) bietet hierfür einen fachlichen Rahmen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;OAIS2024&amp;quot;&amp;gt;Consultative Committee for Space Data Systems (CCSDS) 2024: Reference Model for an Open Archival Information System (OAIS), CCSDS 650.0-M-3, insbesondere S. 1-1–1-2 und 2-1–2-2. URL: https://ccsds.org/Pubs/650x0m3.pdf, abgerufen am 16.07.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Ingest oder kontrollierte Übernahme'''&lt;br /&gt;
| '''Ingest''' bezeichnet die kontrollierte Übernahme digitaler Dateien und Metadaten in ein Repositorium oder digitales Archiv. Dabei werden beispielsweise Vollständigkeit, Dateiformate, Metadaten und Dateiintegrität geprüft und die Übernahme dokumentiert.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Langzeitverfügbarkeit und digitale Langzeiterhaltung'''&lt;br /&gt;
| '''Langzeitverfügbarkeit''' ist das Ziel, digitale Inhalte über technische und organisatorische Veränderungen hinweg auffindbar, lesbar, verständlich und nutzbar zu halten. '''Digitale Langzeiterhaltung''' bezeichnet die dafür notwendigen fortlaufenden Maßnahmen. Dazu können mehrere Speicherorte, regelmäßige Prüfungen, Formatüberwachung, technische Migrationen und eine nachvollziehbare Dokumentation gehören. „Langfristig“ bezeichnet dabei keine feste Zahl von Jahren, sondern einen Zeitraum, in dem mit veränderten Technologien, Formaten und Nutzungsanforderungen gerechnet werden muss.&amp;lt;ref name=&amp;quot;OAIS2024&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Datensicherung oder Backup'''&lt;br /&gt;
| Ein '''Backup''' ist eine zusätzliche Sicherungskopie, aus der Dateien nach einem Verlust oder technischen Ausfall wiederhergestellt werden können. Backups sind notwendig, ersetzen aber keine Langzeiterhaltung: Sie regeln allein noch keine dauerhaften Zuständigkeiten, Metadaten, Formatüberwachung, Integritätsprüfungen oder langfristige Zugänglichkeit.&amp;lt;ref name=&amp;quot;DPCStorage&amp;quot;&amp;gt;Digital Preservation Coalition o. J.: Digital Preservation Handbook – Storage. URL: https://www.dpconline.org/handbook/organisational-activities/storage, abgerufen am 16.07.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Integrität und Authentizität'''&lt;br /&gt;
| '''Integrität''' bedeutet, dass unbeabsichtigte Veränderungen oder Beschädigungen einer Datei erkannt werden können. Dafür werden häufig Prüfsummen verwendet - digitale Kontrollwerte, die regelmäßig verglichen werden. '''Authentizität''' bedeutet, dass Herkunft, Identität und Bearbeitungsgeschichte eines digitalen Objekts nachvollziehbar sind und belegt werden kann, dass es das ist, was es zu sein vorgibt.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Dateiformat und Datenformat'''&lt;br /&gt;
| Ein '''Dateiformat''' legt den technischen Aufbau einer einzelnen Datei fest. Ein '''Datenformat''' beschreibt, wie Informationen strukturiert und zwischen Systemen ausgetauscht werden. Gut dokumentierte, verbreitete und möglichst offen beschriebene Formate erleichtern den Austausch und die langfristige Nutzung. Sie ersetzen jedoch keine aktive Langzeiterhaltung.&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Merksatz:''' Speichern ist nicht dasselbe wie langfristiges Erhalten. Auch ein vorhandenes Backup ist noch kein digitales Langzeitarchiv.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.3.5 Präsentationssystem ===&lt;br /&gt;
Die folgende Tabelle erklärt, wie aus langfristig gesicherten Dateien ein digitales Kulturerbe wird, das von Menschen gefunden, verstanden und sinnvoll genutzt werden kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
! Begriff&lt;br /&gt;
! Erklärung&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Zugänglichmachung und Präsentation'''&lt;br /&gt;
| '''Zugänglichmachung''' bedeutet, dass digitale Objekte auffindbar und im rechtlich sowie technisch zulässigen Umfang abrufbar sind. '''Präsentation''' geht darüber hinaus: Inhalte werden ausgewählt, miteinander verknüpft, erklärt und für bestimmte Zielgruppen vermittelt. Dazu gehören verständliche Kontextinformationen, klare Rechteangaben, Mehrsprachigkeit und möglichst barrierearme Zugänge. Abhängig von Rechten, personenbezogenen Daten oder kulturellen Schutzbedarfen kann der Zugang offen oder eingeschränkt sein.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Nutzung und Nachnutzung'''&lt;br /&gt;
| '''Nutzung''' umfasst beispielsweise das Betrachten, Lesen, Anhören, Erforschen oder Vermitteln eines digitalen Kulturguts. '''Nachnutzung''' bedeutet seine weitere Verwendung in einem neuen Zusammenhang, etwa in Bildung, Forschung, Publikationen, Ausstellungen, Anwendungen oder kreativen Werken. Dafür werden geeignete Dateien, verständliche Metadaten und klare Rechteinformationen benötigt.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Rechteinformation und Lizenz'''&lt;br /&gt;
| Eine '''Rechteinformation''' beschreibt den rechtlichen Status eines digitalen Objekts und mögliche Einschränkungen seiner Nutzung. Eine '''Lizenz''' räumt durch eine dazu berechtigte Person oder Institution konkrete Nutzungsrechte ein. Ein allgemeiner Rechtehinweis ist daher nicht automatisch eine Lizenz.&amp;lt;ref name=&amp;quot;RightsReuse&amp;quot;&amp;gt;RightsStatements.org o. J.: Standardisierte Rechtehinweise für online verfügbares Kulturerbe. URL: https://rightsstatements.org/de/, abgerufen am 16.07.2026. Creative Commons 2025: Recommended Licenses and Tools for Cultural Heritage Content. URL: https://creativecommons.org/2025/07/09/recommended-licenses-and-tools-for-cultural-heritage-content/, abgerufen am 16.07.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Interoperabilität'''&lt;br /&gt;
| '''Interoperabilität''' bezeichnet die Fähigkeit von Systemen und Organisationen, Daten auszutauschen und in gleicher Bedeutung zu verstehen. Dafür werden gemeinsame Metadatenmodelle, Begriffe, Identifikatoren und technische Schnittstellen benötigt. So können beispielsweise Register, Repositorien, Präsentationsportale und externe Kulturplattformen miteinander verbunden werden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;EuropeanaEDM&amp;quot;&amp;gt;Europeana o. J.: Metadata – Europeana Data Model (EDM, Europeana-Datenmodell). URL: https://pro.europeana.eu/page/metadata, abgerufen am 16.07.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Digitalisierte Inhalte entfalten ihren kulturellen und gesellschaftlichen Nutzen erst dann vollständig, wenn sie auffindbar, verständlich, rechtlich klar und für unterschiedliche Zielgruppen tatsächlich verwendbar sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der folgende Abschnitt 2.4 beschreibt, wie diese Kernfunktionen innerhalb des gesamten Prozesses der Kulturerbe-Digitalisierung zusammenwirken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== 2.4 Prozess der Digitalisierung von Kulturerbe ==&lt;br /&gt;
Die Digitalisierung von Kulturgut ist kein rein technischer Arbeitsschritt, sondern ein vielschichtiger, oft langfristiger Prozess, der bereits mit der Wahrnehmung und Identifikation einer kulturellen Ausdrucksform beginnt. Ziel dieses Abschnitts ist es, diesen Gesamtprozess systematisch darzustellen: von der gelebten Kultur über das identifizierte Kulturgut bis hin zur digital nutzbaren Repräsentation.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die hier entwickelte Prozessdarstellung soll als praxisorientierter Überblick dienen für die Digitalisierung des sorbischen Kulturerbes. Sie berücksichtigt die Anforderungen sorbischer Einrichtungen ebenso wie die international etablierten Referenzmodelle und Standards, darunter:&lt;br /&gt;
* das OAIS-Referenzmodell (ISO 14721) für digitale Archivierung&amp;lt;ref&amp;gt;Consultative Committee for Space Data Systems (CCSDS) 2024: Reference Model for an Open Archival Information System (OAIS), CCSDS 650.0-M-3. URL: https://ccsds.org/Pubs/650x0m3.pdf, abgerufen am 01.10.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
* das DCC Curation Lifecycle Model für kuratorische Entscheidungsprozesse&amp;lt;ref&amp;gt;Higgins 2008: The DCC Curation Lifecycle Model. International Journal of Digital Curation, 3(1), 134-140. URL: https://ijdc.net/index.php/ijdc/article/view/48, abgerufen am 01.10.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
* das Spectrum-Modell für museale Objektverwaltung&amp;lt;ref&amp;gt;Collections Trust 2022. Spectrum 5.1 - The UK Museum Collections Management Standard. URL: https://collectionstrust.org.uk/spectrum/spectrum-5, abgerufen am 01.10.2025. &amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
* die UNESCO-Leitlinien zur Inventarisierung immateriellen Kulturerbes&amp;lt;ref&amp;gt;UNESCO 2024: Operational Directives for the Implementation of the Convention for the Safeguarding of the Intangible Cultural Heritage (10.GA). URL: https://ich.unesco.org/doc/src/ICH-Operational_Directives-10.GA_EN.pdf, abgerufen am 01.10.2025. &amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
* sowie technische Vorgaben wie die DFG-Praxisregeln Digitalisierung&amp;lt;ref&amp;gt;Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) 2022: Praxisregeln Digitalisierung (aktualisierte Fassung). URL: https://www.ulb.hhu.de/fileadmin/redaktion/ULB/Documents/Infomaterial/DFG_Praxisregeln_Digitalisierung_Aktualisierte_Fassung2022.pdf, abgerufen am 01.10.2025. &amp;lt;/ref&amp;gt; und die FADGI-Richtlinien&amp;lt;ref&amp;gt;Federal Agencies Digital Guidelines Initiative (FADGI) 2023: Technical Guidelines for Digitizing Cultural Heritage Materials – Still Image, 3rd ed. URL: https://www.digitizationguidelines.gov/guidelines/digitize-technical.html, abgerufen am 01.10.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Folge soll der „Lebenslauf“ eines Kulturguts dargestellt werden, also der Weg, den ein Objekt oder eine kulturelle Praxis vom Zeitpunkt der Entstehung über die Erfassung, Digitalisierung und Archivierung bis zur Veröffentlichung in einem digitalen Präsentationsmodul durchläuft.&lt;br /&gt;
Hierfür erläutert der folgende Abschnitt die einzelnen Prozessschritte im Detail, jeweils mit Akteuren und Beispielen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.4.1 Vorüberlegungen zum Prozess ===&lt;br /&gt;
Im hier vorgestellten Prozess wird auf eine harte, systematische Filterung verzichtet, welche kulturellen Ausdrucksformen „nur“ Kultur und welche bereits Kulturgut sind. Ein solcher Bewertungs- und Abgrenzungsprozess wäre ressourcenintensiv und würde den vorhandenen Kapazitäten in den beteiligten Einrichtungen nicht entsprechen. Stattdessen folgt das Konzept einer inklusiven Logik: Alle dokumentierten Ausdrucksformen werden zunächst als potenzielle Kulturgüter erfasst. Eine feinere Auswahl und Priorisierung erfolgen erst in einem späteren Schritt, nämlich dann, wenn konkret entschieden wird, welche Ausdrucksformen bzw. Kulturgüter in welcher Tiefe digitalisiert, archiviert und präsentiert werden sollen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieses Vorgehen schließt an das SKR-Konzept an, das bewusst auf eine frühe normative Trennung zwischen „kultureller Ausdrucksform“ und „Kulturgut“ verzichtet. Auch hier steht zunächst der möglichst vollständige, strukturierte Überblick über die sorbischen Kulturgüter im Vordergrund. Die differenzierte Bewertung und Schwerpunktsetzung werden als anschließende fachliche Aufgabe verstanden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.4.2 Prozessschritte im Detail ===&lt;br /&gt;
Das folgende Diagramm gibt einen Überblick über die sechs Kernschritte des Gesamtprozesses der Digitalisierung von Kulturgut – von der ersten Wahrnehmung einer kulturellen Ausdrucksform bis zu ihrer digitalen Präsentation als Kulturgut. Die Abfolge zeigt zugleich die Entwicklungsstufen: von gelebter Kultur zur kulturellen Ausdrucksform, von dort zum Kulturgut und schließlich zum digitalen Kulturgut. Die Schritte sind als generischer Ablauf zu verstehen: Je nach Art des Kulturguts können einzelne Tätigkeiten unterschiedlich aufwendig sein oder parallel erfolgen.&lt;br /&gt;
[[Dataja:Wobraz_K3.png|center|600px]]&amp;lt;ref&amp;gt;Mermaid Flowchart Code: [https://mermaid.live/edit#pako:eNplkk1OwzAQha8yGqmbkloxSZs2CyTa8LOphIAVhIVJpolF4iDH4a_qbXqTXgzHFdAKr2y97703lmaNWZMTxriqmvesFNrAfZIqgPPHFIdDzuBO1DVVajhM8QlGozOYO-WUwS0VsjVakqa93Pvmjlk4JmAwp3fS5kCHwQAWjkkcE_Y5WWkIXqrd9jBpT138UIkspBGVbI_7-rwLR146csLgRryQ-U8lMGLwTG1WapLPpHKCZQLMOY9ch7m2VxiSpOAEjJ1TSev_M_bkvv3KtY8ZnOuslG_H9VcOuf4dUO-2LamjGdHDQsscY6M78rAmXYv-ies-IEVTUk0pxvaa00p0lUkxVRtrexXqoWnqH6duuqLEeCWq1r6619zOn0hRaPGH9J_Xi6ZTBuOxS8B4jR8YhxGLeDThkR-EM37KuYefFmHTaOz7fOZHQTidBMHGwy9X6VslnNnDw4jPuB8GHlIuTaOX-7Vy27X5Bh_Osqo hier klicken], abgerufen am 22.09.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Prozess zeigt, dass Digitalisierung von Kulturgut mehr ist als das Erstellen digitaler Dateien. Sie umfasst eine Reihe aufeinander bezogener Schritte – von der ersten Wahrnehmung einer kulturellen Ausdrucksform über ihre Erfassung, Bewertung und Digitalisierung bis hin zur langfristigen Sicherung und Präsentation. Dabei sind je nach Schritt unterschiedliche Akteure beteiligt, etwa Gemeinschaften, Museen, Archive, Fachgremien, Digitalisierungsstellen oder IT. Die folgenden Beschreibungen erläutern diese Schritte so, dass nachvollziehbar wird, was jeweils mit einem Kulturgut geschieht, wer daran beteiligt ist und wie sich der Ablauf in der Praxis vorstellen lässt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''1. Sammeln &amp;amp; erfassen''' &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Hier wird eine kulturelle Ausdrucksform erstmals wahrgenommen, benannt und mit ersten Informationen erfasst: Was ist es, wer macht es oder hat es geschaffen, wo kommt es vor, warum ist es bedeutsam für die Gemeinschaft? &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Akteure''': Community, Vereine, Museen, Archive, Forschende, Privatpersonen.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Beispiel''': Auf einem Dorffest zeigt eine Frau das Verzieren sorbischer Ostereier. Jemand fotografiert dies und notiert Technik, Ort und Namen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''2. Registrieren &amp;amp; beschreiben''' &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Hier wird aus der ersten Beobachtung ein strukturierter Nachweis. Das Kulturgut oder die kulturelle Ausdrucksform wird in ein Register, eine Sammlung oder einen Katalog aufgenommen und mit strukturierten Metadaten beschrieben, damit es wiedergefunden, zugeordnet und verstanden werden kann. Dazu gehören z. B. Titel, Ort, Zeit, Technik, Funktion, beteiligte Personen und der kulturelle Kontext.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Akteure''': Registerverantwortliche, Kurator:innen, Sammlungsmitarbeitende, Community für Kontextinformationen.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Beispiel''': Das Osterei erhält einen Eintrag mit Angaben wie „Wachsbatik“, „Schleife“, „Osterei-Verzierung“, Name der Trägerin und Entstehungsjahr.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''3. Bewerten &amp;amp; freigeben''' &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
In diesem Schritt wird entschieden, ob und in welcher Priorität ein Kulturgut oder die kulturelle Ausdrucksform digitalisiert werden soll und ob dies rechtlich und ethisch möglich ist. Dabei spielen fachliche Kriterien wie Bedeutung, Repräsentativität, Seltenheit oder Gefährdung eine Rolle, aber auch Fragen des Urheberrechts, Datenschutzes und möglicher kultureller Sensibilitäten. Am Ende steht eine begründete Entscheidung, ob und in welchem Umfang das Kulturgut weiterbearbeitet und später veröffentlicht werden darf. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Akteure''': Kurator:innen, Fachgremien, Community-Vertretungen, Register/SKR, ggf. Rechteverantwortliche und Behörden. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Beispiel''': Es wird entschieden, dass die Osterei-Technik wegen ihrer Bedeutung für die sorbische Identität digital gesichert werden soll; die Kunsthandwerkerin stimmt der Veröffentlichung zu.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''4. Digitalisieren &amp;amp; prüfen''' &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Nun wird das Kulturgut technisch erfasst, also in eine digitale Form überführt. Das kann je nach Objektart durch Scan, Fotografie, Audio- oder Videoaufnahme oder 3D-Erfassung geschehen. Dabei entstehen hochwertige Master-Dateien und nutzbare Derivate. Die Digitalisierung folgt qualifizierten Standards, um Reproduzierbarkeit, Farbkonsistenz und Nutzbarkeit zu gewährleisten. Anschließend wird geprüft, ob Schärfe, Farbe, Vollständigkeit und Dateiformate den Anforderungen für Archivierung und Nutzung entsprechen. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Akteure''': Digitalisierungszentrum, Foto-/AV-/3D-Spezialist:innen, externe Dienstleister bei Spezialfällen. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Beispiel''': Das Osterei wird fotografisch hochauflösend aufgenommen und zusätzlich als 3D-Modell erfasst. Danach werden Schärfe, Farbe und Dateiformate geprüft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''5. Archivieren &amp;amp; sichern''' &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die entstandenen digitalen Dateien werden geordnet abgelegt, mit den zugehörigen Metadaten verknüpft und für die langfristige Erhaltung gesichert. Dazu gehören sichere Speicherorte, Backups, Integritätskontrollen und – wenn nötig – spätere technische Migration auf neue Systeme. Ziel ist, dass das digitale Kulturgut langfristig erhalten bleibt, auch wenn sich Technik und Formate verändern. Das Original bleibt in der Regel weiterhin am Sammlungs- oder Aufbewahrungsort. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Akteure''': Archiv, Repository, IT-Betrieb, ggf. Sorbisches Kulturarchiv bzw. Digitalisierungszentrum. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Beispiel''': Die Bilder und das 3D-Modell des Ostereis werden auf gesicherten Servern gespeichert; das Original bleibt im Museum oder bei der Eigentümerin.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''6. Präsentieren &amp;amp; nutzen''' &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Im letzten Schritt werden die digitalen Objekte so bereitgestellt, dass sie gefunden, verstanden und genutzt werden können, z. B. in Portalen, digitalen Sammlungen oder virtuellen Ausstellungen. Dafür reicht es nicht, nur Dateien anzuzeigen: Es braucht auch verständliche Kontexte, Rechteangaben, Mehrsprachigkeit und möglichst barrierearme Zugänge. So wird aus der technischen Digitalisierung eine tatsächliche kulturelle Nutzung. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Akteure''': Kurator:innen, Vermittlung, Web/IT, Museen, Kulturinformationen, Community. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Beispiel''': Das Osterei erscheint in einer Online-Ausstellung, kann herangezoomt oder als 3D-Modell gedreht werden und wird mit einem kurzen Text zur Technik erklärt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.4.3 Organisatorische Perspektive ===&lt;br /&gt;
Die folgende Abbildung ist entnommen aus einem Poster des Sorbischen Instituts zu dessen Digitalisierungsstrategie, gefunden auf der Projektseite des Digitalisierungszentrums.&amp;lt;ref&amp;gt;Sorbisches Institut: Digitalisierungszentrum (DZ). URL: [https://www.serbski-institut.de/projekte-zentrale-vorhaben/digitalisierungszentrum-dz/ https://www.serbski-institut.de/projekte-zentrale-vorhaben/digitalisierungszentrum-dz/], abgerufen am 25.03.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Digitalisierungsstrategie des Sorbischen Instituts zeigt die Erfassung, Registrierung, Digitalisierung und Archivierung bis zur Präsentation von Kulturgütern aus '''organisatorischer Sicht'''. Sie basiert auf einem '''3-Säulen-Modell aus Kulturregister, Digitalisierungszentrum und Präsentationsumgebung'''. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Dataja:Wobraz_K4.png|mini||center|600px|Abbildung: 3-Säulen-Modell der Digitalisierungsstrategie des Sorbischen Instituts. Quelle: Sorbisches Institut, „Digitalizacija serbskich kulturnych datow / Digitalisierung der sorbischen/wendischen Kulturdaten“&amp;lt;ref&amp;gt;Sorbisches Institut 2025: Digitalizacija serbskich kulturnych datow / Digitalisierung der sorbischen/wendischen Kulturdaten (Poster). URL:  [https://www.serbski-institut.de/wp-content/uploads/2021/11/A0-Druck_Digitalisierungsstrategie-SI.pdf  https://www.serbski-institut.de/wp-content/uploads/2021/11/A0-Druck_Digitalisierungsstrategie-SI.pdf], abgerufen am 25.03.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Beide Sichtweisen - die fachliche &amp;quot;Prozess-Sicht&amp;quot; und die &amp;quot;organisatorische Sicht&amp;quot; lassen sich wie folgt in einer Darstellung zusammenfassen:&lt;br /&gt;
[[Dataja:Wobraz_K5.jpg|mini||center|600px|Abbildung: Zusammengefasste Sichtweisen auf die Digitalisierung von Kulturerbe.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der &amp;quot;Prozess der Digitalisierung von Kulturerbe&amp;quot; beschreibt, '''was''' mit einem Kulturgut geschieht; das 3-Säulen-Modell zeigt, '''wo''' diese Aufgaben organisatorisch verortet sind. Bezogen auf die oben beschriebenen [[#2.3.2 Prozessschritte im Detail|Prozessschritte der Digitalisierung von Kulturerbe]] steht das '''Sorbische Kulturregister''' für den Prozessschritt „'''2. Registrieren'''“ und dient dabei vor allem der Verzeichnung und Metadatenverwaltung. Das '''Digitalisierungszentrum''' steht für die Prozessschritte „'''4. Digitalisieren'''“ und „'''5. Archivieren'''“ und dient dabei der technischen Erfassung, Bearbeitung und Sicherung der Digitalisate. Die '''Präsentationsumgebung''' steht für den Schritt „'''6. Präsentieren'''“ und dient der öffentlichen oder kuratierten Bereitstellung zur Nutzung. Ergänzende Konzepte des SI machen dabei deutlich, dass die Digitalisierung im Regelfall eine vorherige Verzeichnung im Register voraussetzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
! Prozessschritt&lt;br /&gt;
! Verantwortliche Organisation&lt;br /&gt;
! Funktion im Gesamtsystem&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''2. Registrieren'''&lt;br /&gt;
| '''Sorbisches Kulturregister'''&lt;br /&gt;
| Kulturgüter werden als Entitäten nachgewiesen, beschrieben, mit Metadaten versehen und miteinander verknüpft. Das Register erfüllt damit eine katalogähnliche Funktion: Es macht sichtbar, welche Kulturgüter es gibt, wo sie sich befinden und in welchem Kontext sie stehen.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''4. Digitalisieren'''&lt;br /&gt;
| '''Digitalisierungszentrum'''&lt;br /&gt;
| Kulturgüter werden technisch erfasst, z. B. durch Scan, Fotografie, Audio-/Videoübertragung oder 3D-Erfassung. Das Digitalisierungszentrum erzeugt und prüft die Digitalisate, ist aber nicht selbst primär ein Präsentationssystem.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''5. Archivieren'''&lt;br /&gt;
| '''Digitalisierungszentrum / Repositorium / Archiv'''&lt;br /&gt;
| Die digitalen Dateien werden geordnet gespeichert, mit Metadaten verbunden und langfristig gesichert. Dazu gehört auch die Sicherstellung der Langzeitaufbewahrung, etwa durch geeignete Speicherorte, Prüfroutinen und spätere Migrationen.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''6. Präsentieren'''&lt;br /&gt;
| '''Sorabicon / weitere Präsentationsumgebungen'''&lt;br /&gt;
| Die digitalen Inhalte werden für Nutzer:innen sichtbar, erfahrbar und verständlich gemacht, z. B. in Portalen, digitalen Sammlungen oder virtuellen Ausstellungen. Die Präsentation greift dafür auf Metadaten aus dem Register und auf Digitalisate aus dem Repositorium bzw. dem Digitalisierungszentrum zurück.&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Schritt '''1. Sammeln''' liegt vor diesen drei Säulen. Er betrifft die Sammlungsorte selbst, also z. B. Museen, Archive, Heimatstuben, Vereine, Projekte, Gemeinden oder Privatpersonen. Dort entstehen oder befinden sich die Kulturgüter zunächst, bevor sie systematisch registriert, bewertet oder digitalisiert werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Schritt '''3. Bewerten''' ist ebenfalls keine eigene technische Säule, sondern ein steuernder Entscheidungsschritt. In ihm wird geklärt, welche Kulturgüter priorisiert digitalisiert werden, welche fachliche Bedeutung sie haben, welche Rechte zu beachten sind und ob eine öffentliche Präsentation möglich ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Damit wird deutlich: Register, Digitalisierungszentrum und Präsentation erfüllen unterschiedliche Aufgaben. Das '''Register''' beschreibt und verknüpft Kulturgüter, das '''Digitalisierungszentrum''' erzeugt und sichert Digitalisate und die '''Präsentationsumgebung''' macht ausgewählte Inhalte verständlich zugänglich. Gerade diese Trennung schafft klare Zuständigkeiten und erleichtert die Zusammenarbeit zwischen Sammlungsorten, Fachstellen, technischen Dienstleistern und Öffentlichkeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== 2.5 Beispiele anderer Kulturen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Digitalisierung des Kulturerbes kleiner, autochthoner, indigener und sprachlicher Gemeinschaften weist häufig vergleichbare Herausforderungen auf: Kulturgüter und Bestände sind auf viele Institutionen, Vereine, lokale Einrichtungen und private Träger verteilt. Personelle und finanzielle Ressourcen sind begrenzt, mehrere Sprachen und Beschreibungstraditionen müssen berücksichtigt werden und nicht alle kulturellen Inhalte dürfen oder sollen ohne Einschränkung öffentlich zugänglich gemacht werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In einer vergleichenden Recherche wurde daher untersucht, wie andere Gemeinschaften und Regionen ihr Kulturerbe erfassen, beschreiben, digitalisieren, langfristig sichern und zur Nutzung bereitstellen. Dabei wurde nicht nach einer universell „idealen“ technischen Lösung gesucht. Untersucht wurde vielmehr, welche organisatorischen, technischen, rechtlichen und gemeinschaftlichen Modelle unter welchen Rahmenbedingungen funktionieren, welche Schwierigkeiten auftreten und welche übertragbaren Erfolgsfaktoren erkennbar sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die nachfolgenden Beispiele verdeutlichen unterschiedliche Schwerpunkte: gemeinschaftliche Steuerung, institutionsübergreifende Register und Suchsysteme, Digitalisierung verteilter Bestände, Sprach- und Tonarchive, abgestufte Zugänge, Unterstützung kleiner Kulturgutträger sowie die Überführung zeitlich begrenzter Projekte in einen dauerhaften Betrieb.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die daraus abgeleiteten Kriterien bilden einen Referenzrahmen. Anhand dieses Referenzrahmens kann in einer späteren Ist-Analyse geprüft werden, welche Funktionen bereits vorhanden, nur konzeptionell beschrieben, in Pilotprojekten erprobt oder dauerhaft im Regelbetrieb verankert sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die ausführlichen Fallprofile, Vergleichsmatrizen, Quellen sowie ein Hinweis zur KI-gestützten Erstellung befinden sich in der [[12.3.A1 Vergleichende Recherche – Digitalisierung des Kulturerbes anderer Kulturen und Regionen|ausführlichen Vergleichsrecherche]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.5.1 RomArchive – Digitales Archiv der Roma ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Roma und Sinti sind eine transnationale Minderheit, die in zahlreichen europäischen Staaten lebt. RomArchive wurde von 2015 bis 2019 mit 3,75 Millionen Euro durch die Kulturstiftung des Bundes gefördert. Weitere Unterstützer waren unter anderem die Bundeszentrale für politische Bildung, das Auswärtige Amt und das Goethe-Institut. Seit 2019 wird das Archiv durch das Dokumentations- und Kulturzentrum Deutscher Sinti und Roma in Heidelberg betrieben.&amp;lt;ref name=&amp;quot;vergleich_romarchive&amp;quot;&amp;gt;RomArchive o. J.: Frequently Asked Questions. URL: https://www.romarchive.eu/en/about/frequently-answered-questions/; Dokumentations- und Kulturzentrum Deutscher Sinti und Roma e. V. o. J.: Imprint. URL: https://www.romarchive.eu/en/imprint/; Kulturstiftung des Bundes o. J.: RomArchive. URL: https://www.kulturstiftung-des-bundes.de/en/programmes_projects/film_and_new_media/detail/romarchive.html, jeweils abgerufen am 20.07.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Archiv präsentiert Kunst, Geschichte und Kultur aus der Perspektive der Roma. Kuratorische Teams und Beirat waren überwiegend mit Angehörigen der Minderheit besetzt. Neben öffentlich zugänglichen Inhalten existiert ein internes Archiv mit beschränktem Forschungszugang. Besonders lehrreich ist der bereits zu Projektbeginn geplante und später tatsächlich vollzogene Übergang an einen dauerhaften Betreiber.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Erfolgsfaktoren und Learnings:''' &lt;br /&gt;
* Angehörige der Gemeinschaft sollten nicht nur Inhalte zuliefern, sondern festgelegte Entscheidungsrechte bei Auswahl, Beschreibung, Kontextualisierung und Zugangsregeln besitzen. &lt;br /&gt;
* Bereits zu Beginn einer Projektphase verbindlich klären, welche Institution das Register, Archiv oder Portal nach dem Ende der Förderung dauerhaft betreibt, pflegt und finanziert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.5.2 Nuohtti – Zugang zum Sámi-Kulturerbe ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Sámi sind ein indigenes Volk im nordeuropäischen Sápmi, das sich über Teile Norwegens, Schwedens, Finnlands und Russlands erstreckt. Viele historische Sámi-Materialien befinden sich außerhalb der Sámi-Institutionen in europäischen Archiven und Museen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nuohtti ist ein gemeinsamer Suchdienst für digitalisierte Sámi-Materialien. Er wurde von 2018 bis 2021 mit Mitteln des Programms Interreg Nord der EU (Europäische Union) entwickelt. Beteiligt waren unter anderem die Sámi-Archive der finnischen und norwegischen Nationalarchive, das schwedische Reichsarchiv und mehrere Universitäten. Die Sámi-Parlamente Finnlands, Norwegens und Schwedens waren in der Steuerungsgruppe vertreten. Der Dienst führte nach Projektangaben etwa 30.000 Datensätze aus 32 Institutionen zusammen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;vergleich_nuohtti&amp;quot;&amp;gt;Nuohtti o. J.: About Nuohtti. URL: https://nuohtti.com/Content/about; University of the Arctic 2023: The Nuohtti service provides digital access to Sámi material in European archives. URL: https://www.uarctic.org/news/2023/3/the-nuohtti-service-provides-digital-access-to-sami-material-in-european-archives/, jeweils abgerufen am 20.07.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nuohtti übernimmt nicht alle Bestände in ein einziges System. Stattdessen werden Metadaten, also strukturierte Beschreibungsdaten zu Objekten und Beständen, aus vorhandenen Einrichtungen zusammengeführt und mit mehrsprachiger Suche, Karte und Zeitleiste zugänglich gemacht. Ethische Hinweise machen darauf aufmerksam, dass viele Bestände unter historischen und teilweise kolonialen Bedingungen gesammelt und beschrieben wurden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Erfolgsfaktoren und Learnings:''' &lt;br /&gt;
* Ein gemeinsamer Zugang kann auch mit dezentraler Architektur der Bestände erfolgen – Originale, Dateien und Fachsysteme können beim Kulturgutträger verbleiben.&lt;br /&gt;
* Ein Register für Kulturdaten kann als übergreifende Nachweisschicht arbeiten: Größere Einrichtungen liefern Daten über technische Schnittstellen, während kleine Träger zentrale oder gemeinsam bereitgestellte Erfassungsdienste nutzen können. &lt;br /&gt;
* Historische Fremdbeschreibungen sollten ergänzt werden durch Selbstbezeichnungen, eigene Sprachformen, alternative Benennungen und Kontexte der betreffenden Gemeinschaft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.5.3 People’s Collection Wales / Casgliad y Werin Cymru ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wales ist ein Landesteil des Vereinigten Königreichs mit einer eigenständigen nationalen und walisischsprachigen Identität. People’s Collection Wales ist eine zweisprachige Plattform für institutionelles und gemeinschaftlich getragenes Kulturerbe. Sie wird als Verbund der National Library of Wales, des National Museum Wales und der Royal Commission on the Ancient and Historical Monuments of Wales betrieben und durch die walisische Regierung finanziert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Neben der technischen Plattform werden kostenlose Beratung und Schulungen zu Digitalisierung, Metadaten, Urheberrecht, Datenschutz und Oral History, also mündlich überlieferter und aufgezeichneter Geschichte, angeboten. Eine unabhängige Evaluation stellte Fortschritte bei der Zusammenarbeit und beim Kompetenzaufbau fest, benannte aber auch begrenzte Wirkungsnachweise, Finanzierungsrisiken und den hohen Personalaufwand für die Unterstützung der beteiligten Gemeinschaften.&amp;lt;ref name=&amp;quot;vergleich_wales&amp;quot;&amp;gt;Vittle, Kate / Haswell-Walls, Fran / Dixon, Tim; ERS Ltd. 2016: Evaluation of the Casgliad y Werin Cymru / People’s Collection Wales Digital Heritage Programme. Impact Report. URL: https://www.gov.wales/sites/default/files/publications/2019-08/evaluation-of-the-peoples-collection-wales-digital-heritage-programme-impact.pdf; People’s Collection Wales o. J.: Community Support. URL: https://www.peoplescollection.wales/about-us/community-support, jeweils abgerufen am 20.07.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Erfolgsfaktoren und Learnings:''' &lt;br /&gt;
* Kleine und ehrenamtlich betreute Sammlungen benötigen nicht nur technische Standards, sondern konkrete und dauerhaft verfügbare Dienstleistungen: Erstberatung, Schulung, Vorlagen, Unterstützung bei Rechtefragen, Qualitätskontrolle und persönliche Ansprechpartner. &lt;br /&gt;
* Ein Digitalisierungszentrum oder ein Verbund koordinierter Digitalisierungsdienste sollte daher als Service- und Kompetenzstruktur ausgestaltet werden und nicht lediglich als technische Produktionsstelle. &lt;br /&gt;
* Der dafür notwendige Beratungs- und Unterstützungsaufwand muss als dauerhafte Betriebsaufgabe eingeplant werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.5.4 Tobar an Dualchais / Kist o Riches ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schottisch-Gälisch ist eine Minderheitensprache, die vor allem in den Highlands und auf den schottischen Inseln gesprochen wird. Tobar an Dualchais macht mehr als 40.000 seit den 1930er Jahren entstandene Tonaufnahmen zugänglich. Die Bestände umfassen Erzählungen, Lieder, Musik, Gedichte und mündlich überliefertes Wissen auf Gälisch, Scots und Englisch. Ein bedeutender Teil der Originalbestände wird in den School of Scottish Studies Archives der Universität Edinburgh verwahrt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;vergleich_tobar&amp;quot;&amp;gt;University of Edinburgh 2024: Tobar an Dualchais / Kist o Riches. URL: https://gaelic.ed.ac.uk/gaelic-collections/tobar-an-dualchais-kist-o-riches; Scottish Government 2025: Rediscovering lost Gaelic words. URL: https://www.gov.scot/news/rediscovering-lost-gaelic-words/, jeweils abgerufen am 20.07.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Digitalisierung wird mit Verschriftlichung beziehungsweise Transkription, sprachlicher Erschließung, Freiwilligenarbeit und teilweise automatischer Spracherkennung verbunden. Das Projekt erhält wiederkehrende öffentliche Förderungen, muss Rechteklärung, Transkription und technische Weiterentwicklung jedoch dauerhaft fortsetzen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Erfolgsfaktoren und Learnings:''' &lt;br /&gt;
* Gefährdete Ton-, Film- und Videobestände müssen wegen Materialverfall, beschädigungsanfälliger Trägermaterialien und nicht mehr verfügbarer Wiedergabetechnik zeitlich priorisiert werden. &lt;br /&gt;
* Ein geeignetes Pilotprojekt kann Digitalisierung, Rechteklärung, Verschriftlichung, Übersetzung, Metadatenerfassung, Archivierung und Bildungsnutzung entlang einer vollständigen Prozesskette verbinden. &lt;br /&gt;
* Dadurch werden nicht nur einzelne Dateien erzeugt, sondern zugleich die notwendigen Standards, Zuständigkeiten und Aufwände erprobt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.5.5 Euskariana – Portal zum baskischen Kulturerbe ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Baskinnen und Basken leben in Gebieten Spaniens und Frankreichs. Euskariana ist das staatlich betriebene Kulturportal der Autonomen Gemeinschaft Baskenland in Spanien. Es wird durch die Digitale Bibliothek Euskadi betrieben und verbindet Daten der baskischen Regierung, der Provinzen, Kommunen, Universitäten sowie öffentlicher, kirchlicher und privater Einrichtungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Portal ist zugleich gemeinsamer Katalog und Zugang zu digitalen Objekten. Es kann Inhalte über ein eigenes Repositorium, also ein institutionell betriebenes digitales Ablage- und Erhaltungssystem, bereitstellen oder zu den Systemen der Partner verlinken. Verwendet werden internationale Standards wie Dublin Core als allgemeiner Metadatenstandard, METS (Metadata Encoding and Transmission Standard) zur Strukturierung und Übertragung digitaler Objekte, PREMIS (Preservation Metadata: Implementation Strategies) für Metadaten zur digitalen Langzeiterhaltung und ALTO (Analyzed Layout and Text Object) für erkannte Texte und Seitenlayouts. Die standardisierten Daten können unter anderem an Europeana weitergegeben werden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;vergleich_euskariana&amp;quot;&amp;gt;Gobierno Vasco / Biblioteca Digital de Euskadi o. J.: Acerca de Euskariana. URL: https://www.euskariana.euskadi.eus/euskadibib/es/help/about.do, abgerufen am 20.07.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Erfolgsfaktoren und Learnings:''' &lt;br /&gt;
* Unterschiedliche Kulturgutträger benötigen unterschiedliche Anschlussmöglichkeiten. &lt;br /&gt;
** Kleine Einrichtungen sollten Daten und gegebenenfalls Dateien in zentral bereitgestellten Diensten erfassen und verwalten können. &lt;br /&gt;
** Größere Institutionen sollten ihre vorhandenen Systeme über Datenexporte oder Programmierschnittstellen anbinden können. &lt;br /&gt;
* Dafür ist ein gemeinsamer, bewusst schlank gehaltener Metadatenkern erforderlich, der durch fach- und institutionsspezifische Angaben erweitert werden kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.5.6 Mukurtu und Plateau Peoples’ Web Portal ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mukurtu ist eine frei verfügbare Software für die gemeinschaftlich kontrollierte Verwaltung digitalen indigenen Kulturerbes. Das Plateau Peoples’ Web Portal verbindet acht indigene Nationen des nordwestlichen Plateaus der USA mit der Washington State University und mehreren Museen und Archiven. Stammesvertreter wählen und beschreiben die Inhalte; die Universität übernimmt wesentliche technische Betriebsaufgaben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mukurtu ermöglicht kulturelle Protokolle, also gemeinschaftlich festgelegte Regeln für Zugang und Nutzung, Traditional Knowledge Labels als Kennzeichnungen für überliefertes gemeinschaftliches Wissen sowie mehrere Beschreibungen zu demselben Objekt. Dadurch kann neben einer institutionellen Museumsbeschreibung eine Beschreibung der Herkunftsgemeinschaft stehen. Zugänge können von vollständig öffentlich bis streng beschränkt reichen. Mukurtu weist ausdrücklich darauf hin, dass die Plattform vor allem dem Zugang und der gemeinschaftlichen Verwaltung dient und ein gesondertes Konzept für Digitalisierung, Langzeiterhaltung, Personal und Finanzierung erforderlich bleibt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;vergleich_mukurtu&amp;quot;&amp;gt;Mukurtu CMS / Washington State University o. J.: About. URL: https://mukurtu.org/about/; Plateau Peoples’ Web Portal. URL: https://mukurtu.org/project/plateau-peoples-web-portal-showcase/, jeweils abgerufen am 20.07.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Erfolgsfaktoren und Learnings:''' &lt;br /&gt;
* Rechte und kulturelle Sensibilität müssen als Bestandteil des Datenmodells behandelt werden und dürfen nicht erst unmittelbar vor einer Veröffentlichung geprüft werden. &lt;br /&gt;
* Sinnvoll sind abgestufte Kategorien wie &lt;br /&gt;
** „nur Metadaten öffentlich“, &lt;br /&gt;
** „öffentliches Nutzungsdigitalisat“, &lt;br /&gt;
** „Zugang nach Rücksprache“, &lt;br /&gt;
** „beschränkter Gemeinschafts- oder Forschungszugang“, &lt;br /&gt;
** „zeitlich gesperrt“ und &lt;br /&gt;
** „nicht zugänglich“. &lt;br /&gt;
* Mehrere Beschreibungen zu demselben Objekt ermöglichen es außerdem, institutionelle Überlieferung und Selbstbeschreibung nebeneinander nachvollziehbar zu dokumentieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.5.7 Indigitization – zentrale Unterstützung für dezentrale Digitalisierung ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Indigitization unterstützt First Nations und weitere indigene Gemeinschaften in British Columbia in Kanada. Das Programm wird gemeinsam von indigenen Organisationen, Bibliotheken, Archiven und Hochschulen getragen. Es stellt einen Werkzeugkasten, Schulungen, Musterunterlagen, technische Beratung und Förderhilfen bereit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von 2013 bis 2019 wurden drei Pilotprojekte und 45 weitere Projekte gefördert. Dabei wurden mehr als 11.000 Audiokassetten digitalisiert. Die Digitalisierung erfolgte in den Gemeinschaften; eine allgemeine Veröffentlichung war nicht zwingend. Das frühere Förderprogramm für Audiokassetten befindet sich inzwischen allerdings in einer Pause.&amp;lt;ref name=&amp;quot;vergleich_indigitization&amp;quot;&amp;gt;Indigitization o. J.: About Us. URL: https://www.indigitization.ca/about-2/; Indigitization Toolkit. URL: https://www.indigitization.ca/toolkit/; Audio Cassette Digitization Grant. URL: https://www.indigitization.ca/funding/audio-cassette-grant/, jeweils abgerufen am 20.07.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Erfolgsfaktoren und Learnings:''' &lt;br /&gt;
* Zentral bereitgestellte Kompetenz lässt sich mit dezentraler Verantwortung verbinden. &lt;br /&gt;
* Ein Digitalisierungszentrum oder ein Verbund gemeinsamer Dienste kann Schulungen, Leih- und Mobiltechnik, Qualitätsprüfung, Rahmenverträge, Musterunterlagen, Beratung und Kleinprojektförderung anbieten. &lt;br /&gt;
* Originale, lokales Wissen und kulturelle Beziehungen können grundsätzlich bei den jeweiligen Kulturgutträgern verbleiben. &lt;br /&gt;
* Damit nach Abschluss einzelner Digitalisierungsprojekte keine ungesicherten Dateien zurückbleiben, sollte jedoch von Beginn an ein gemeinsames oder verbindlich angebundenes Repositorium beziehungsweise digitales Archiv vorgesehen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.5.8 Zusammenfassungen der Beispiele anderer Kulturen im Anhang ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tabellarische Übersichten und Zusammenfassungen aller untersuchten Beispiele anderer Kulturen und Regionen befinden sich im Anhang [[12.3.A1 Vergleichende Recherche – Digitalisierung des Kulturerbes anderer Kulturen und Regionen#E. Vergleichsmatrix|in Abschnitt E. Vergleichsmatrix]] unter &lt;br /&gt;
* [[12.3.A1 Vergleichende Recherche – Digitalisierung des Kulturerbes anderer Kulturen und Regionen#E.1 Funktionen, Architektur und Standards|E.1 Funktionen, Architektur und Standards]] und&lt;br /&gt;
* [[12.3.A1 Vergleichende Recherche – Digitalisierung des Kulturerbes anderer Kulturen und Regionen#E.2 Governance, Finanzierung, Erfolg und Übertragbarkeit|E.2 Governance, Finanzierung, Erfolg und Übertragbarkeit]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Zusammenfassung der übergreifenden Erfolgsfaktoren aus den Beispielen befindet sich im Anhang [[12.3.A1 Vergleichende Recherche – Digitalisierung des Kulturerbes anderer Kulturen und Regionen#F. Übergreifende Erfolgsfaktoren|in Abschnitt F. Übergreifende Erfolgsfaktoren]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.5.9 Was sich aus den Beispielen ableiten lässt ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus den untersuchten Beispielen lässt sich kein einzelnes Projekt und kein bestimmtes Softwaresystem ableiten, das unverändert übernommen werden könnte. Wiederkehrend zeigen sich jedoch '''vier notwendige Funktionen, drei übergreifende Erfolgsbedingungen und zwei grundlegende Umsetzungsprinzipien'''. Sie bilden einen kompakten Orientierungsrahmen für die Digitalisierung von Kulturerbe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Vier Kernfunktionen – was muss dauerhaft geleistet werden? ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Damit die Digitalisierung nicht bei einzelnen Digitalisaten oder einem Präsentationsportal stehen bleibt, müssen vier Kernfunktionen verlässlich abgedeckt und miteinander verbunden werden:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot; style=&amp;quot;width:100%;&amp;quot;&lt;br /&gt;
! Kernfunktion&lt;br /&gt;
! Kernfrage&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''1. Register für Kulturdaten'''&lt;br /&gt;
| '''Was ist vorhanden und was sollte prioritär bearbeitet werden?''' – Kulturgüter und Bestände nachweisen, beschreiben, verknüpfen und ihren Digitalisierungs- und Rechtezustand erfassen.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''2. Digitalisierungszentrum / Digitalisierungsdienste'''&lt;br /&gt;
| '''Wie wird qualitätsgesichert digitalisiert?''' – Kulturgutträger beraten, Digitalisierung vorbereiten oder durchführen, Qualität sichern und die Übergabe vorbereiten.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''3. Repositorium / digitales Langzeitarchiv'''&lt;br /&gt;
| '''Wie bleibt das digitale Kulturerbe dauerhaft erhalten?''' – Masterdateien und Metadaten sicher übernehmen, erhalten, sichern und bei technischen Veränderungen migrieren.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''4. Präsentations- und Nutzungssysteme'''&lt;br /&gt;
| '''Wie wird das Kulturerbe gefunden, verstanden und genutzt?''' – freigegebene Inhalte mehrsprachig vermitteln und für Bildung, Forschung und kulturelle Nachnutzung bereitstellen.&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die vier Funktionen bedeuten nicht zwingend vier Einrichtungen oder vier technische Systeme. Entscheidend ist, dass alle Funktionen abgedeckt, ihre Zuständigkeiten geklärt und ihre Übergaben zuverlässig organisiert sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Drei Erfolgsbedingungen – was gilt für alle Kernfunktionen? ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
# '''Gemeinsam entscheiden und Rechte abgestuft regeln:''' &lt;br /&gt;
#* Angehörige der betreffenden Gemeinschaft und die Kulturgutträger sollten nachvollziehbare Entscheidungsrechte bei Auswahl, Beschreibung, Priorisierung und Veröffentlichung besitzen. &lt;br /&gt;
#* Zugänge sollten abgestuft sein, beispielsweise auch &amp;quot;ausschließlich Metadaten&amp;quot;, &amp;quot;Zugang nach Rücksprache&amp;quot; oder &amp;quot;beschränkte Gemeinschafts- und Forschungszugänge&amp;quot; ermöglichen. &lt;br /&gt;
#* Rechtliche Zulässigkeit und kulturelle Angemessenheit sind dabei getrennt zu betrachten. &lt;br /&gt;
#* Selbstbezeichnungen und eigene kulturelle Perspektiven sollten historische Fremdbeschreibungen ergänzen können.&amp;lt;br&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
# '''Gemeinsame Standards, Mehrsprachigkeit und technische Anschlussfähigkeit sichern:''' &lt;br /&gt;
#* Ein bewusst schlanker gemeinsamer Metadatenkern, Qualitätsstandards und geregelte Datenübergaben ermöglichen die Zusammenarbeit unterschiedlicher Einrichtungen. Zusätzlich können fach- oder institutionsspezifische Metadatensätze genutzt werden.&lt;br /&gt;
#* Sprachen und Sprachvarianten müssen als eigenständige Datenwerte berücksichtigt werden, bspw. bei Metadaten, Beschreibungen usw. &lt;br /&gt;
#* Kleine Träger benötigen einfache zentrale Erfassungsmöglichkeiten, z. B. per Weboberfläche, größere Institutionen Schnittstellen oder Datenexporte aus ihren vorhandenen Systemen.&amp;lt;br&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
# '''Dauerhafte Verantwortung und Finanzierung sichern:''' &lt;br /&gt;
#* Bereits beim Aufbau muss feststehen, wer Register, Digitalisierungsdienste, Repositorium und Präsentationssystem nach einer Projektförderung dauerhaft betreibt. &lt;br /&gt;
#* Neben einmaligen Projektmitteln müssen deshalb auch Personal, Beratung, Datenpflege, Speicher, Softwarepflege, Sicherung und spätere technische Erneuerungen dauerhaft finanziert werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Zwei Umsetzungsprinzipien – wie sollte vorgegangen werden? ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
# '''Priorisieren, die vollständige Kette pilotieren, dann skalieren:''' &lt;br /&gt;
#* Nicht alles muss gleichzeitig digitalisiert werden. Besonders gefährdete oder kulturell bedeutsame Bestände sollten priorisiert werden. &lt;br /&gt;
#* Pilotprojekte sollten möglichst den gesamten Weg von der Erfassung und Rechteklärung über die Digitalisierung bis zur Archivierung und Nutzung durchlaufen. Dabei werden Standards, Zuständigkeiten, Kosten und tatsächliche Nutzung erprobt. &lt;br /&gt;
#* Erst auf dieser Grundlage sollte in größerem Umfang skaliert werden.&amp;lt;br&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
# '''Zentral ermöglichen, dezentral verantworten:''' &lt;br /&gt;
#* Zentrale Stellen können Infrastruktur, Beratung, Schulung, Digitalisierungstechnik, Qualitätskontrolle, Rechtehilfe und Langzeiterhaltung bereitstellen. &lt;br /&gt;
#* Originale, lokales Wissen, kulturelle Beziehungen und wesentliche inhaltliche Entscheidungen können gleichzeitig bei den jeweiligen Kulturgutträgern verbleiben. &lt;br /&gt;
#* Zentralisierung von Diensten und dezentrale kulturelle Verantwortung sind damit keine Gegensätze, sondern können sich gegenseitig ergänzen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Für die Reihenfolge ergibt sich daraus:''' &lt;br /&gt;
# Zuerst Entscheidungsrechte, Standards, Betreiber und Finanzierung ausreichend klären; &lt;br /&gt;
# anschließend mit ausgewählten Beständen die vollständige Prozesskette erproben und die Unterstützungsstrukturen aufbauen; &lt;br /&gt;
# auf dieser Grundlage Digitalisierung, Präsentation und Nachnutzung schrittweise verbreitern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Präsentation und Nutzung sind dabei nicht von geringerer Bedeutung und sollten bereits Bestandteil der Pilotprojekte sein. '''Später erfolgt nicht die Nutzung selbst, sondern deren breiter Ausbau.'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weiterführende '''Hinweise und Empfehlungen zu einem möglichen Vorgehen sowie zeitlichen und inhaltlichen Prioritäten''' befinden sich im Anhang [[12.3.A1 Vergleichende Recherche – Digitalisierung des Kulturerbes anderer Kulturen und Regionen#G.2 Was zentral, dezentral und gemeinsam organisiert werden sollte|im Abschnitt &amp;quot;Priorisierte Schlussfolgerung&amp;quot; von G2 bis G9]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein ausführliches '''Prüfraster zur Bewertung des jeweiligen Entwicklungsstandes''' befindet sich [[12.3.A2 Prüfraster zur Bewertung des Entwicklungsstandes beim Aufbau der Digitalisierung des Kulturerbes|im Anhang 2 &amp;quot;Prüfraster zur Bewertung des Entwicklungsstandes&amp;quot;]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= 3. Ist-Analyse der Digitalisierung des sorbischen Kulturerbes =&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der [[#2 Ist-Analyse „Digitalisierung von Kulturerbe“|vorangegangene Abschnitt 2]] hat beschrieben, was zur Digitalisierung von Kulturerbe gehört, welche Aufgaben dabei dauerhaft erfüllt werden müssen und wie andere Gemeinschaften und Regionen diese Aufgaben lösen. Der Abschnitt 3 richtet nun den Blick auf die sorbische Situation. Er geht der Frage nach, wie gut die sorbische Kulturerbelandschaft heute organisatorisch, technisch und personell aufgestellt ist, um ihr materielles, immaterielles und digitales Kulturerbe institutionsübergreifend zu erfassen, zu digitalisieren, dauerhaft zu erhalten und zugänglich zu machen – und wo vorrangiger Handlungsbedarf besteht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Analyse gliedert sich in fünf Teile:&lt;br /&gt;
* '''Akteure und Rollen''': Wer bewahrt sorbisches Kulturerbe und welche Aufgaben übernehmen die Akteure bei seiner Digitalisierung (Sammeln, Finanzieren, Koordinieren usw.)?&lt;br /&gt;
* '''Bestände und Digitalisierungsbedarf''': Welche Kulturgüter gibt es, wie weit sind  sie erfasst und digitalisiert, und welche müssen vorrangig gesichert werden?&lt;br /&gt;
* '''Vorhaben und Systeme''': Welche sorbischen Projekte und Angebote decken die [[#2.3.2 Vier Kernfunktionen|vier Kernfunktionen]] Nachweisen, Digitalisieren, langfristig Erhalten und Zugänglichmachen bereits ab?&lt;br /&gt;
* '''Zusammenarbeit und dauerhafter Betrieb''': Wie sind die Steuerung und Zusammenarbeit (Governance) organisiert (Zuständigkeiten, Standards, Rechte und Finanzierung)?&lt;br /&gt;
* '''Gesamtbewertung''': Was funktioniert bereits, wo gibt es Lücken und welche davon sollten zuerst geschlossen werden? &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Analyse stellt dabei den Bedarf der Bestände dem vorhandenen Angebot an Diensten und dem organisatorischen Rahmen gegenüber. Wo beides auseinanderfällt, entstehen Lücken, siehe nachfolgende Übersicht.&lt;br /&gt;
[[Dataja:Wobraz K6.png|thumb|center|600px|Übersicht der Ist-Analyse]]&amp;lt;ref&amp;gt;Mermaid Flowchart Code: [https://mermaid.live/edit#pako:eNqVlM1y2jAQx19lR7maFGMcwJPJDGAnh9AcaE4pPcj2-qPYErOWmtJ8PE0fo7e8WGWDTUja6VS-WB_7293_rvTAIhkj81hSyPso46Tg1l_RSoAZ088rdh5eOKc2TNcKNeH5h_DiPKQPF7fbjQW39PIzRaqMXaIsWMqiQLFiX2r7llHpMCW-yeDGwG54lCXEU9wfgv2Ic8JI5VLAYvl6fdYGMIAZVurlp4gPIVzrQmlKtVoXvKoQNiThEy_LQou0kqTe-Ji_ZsWckgOJC4hRwFSkGEpl_r5i44-L2IIyV-BTLtIij7I15m-5M-j1LmDeLqGI_5j-0rjfOwAtYljyrOzE-pcOfhu7A36OolLYMD5tzV95yONbjgTXSCLRYl1j3jkIWtAQruQ3c5KL6GB_pyujHwpOocmzcRFzjVSX15BnqCjH8A3Sh-fnZwj-kv-0VufReLrnGRlluzI-ws3xmdDQMQ_NmX2KFqR1DYq6IDu1HqFT5aZRfbFLZ_HyK1qj6PLY1RdkJhC4rgw2ykxcWLUlfpXCcgdqp4tmetXK5MIVGk1UiPdIyjRW7eNNh0d1-_mYgECtiBeQ5EXhnVzawWUwtipFco3eiXvpBu7UimQhyTsZzM03fU9o70fLmAbzYNQxJhNnbvstY2QPZrbzjsH3TbYjBLbxG3SE_uVZ4J61hP7Y7Q_tIwJMrYV11aZyvDWz5ocIj7d8K2gdd52vtgWaOu3iSJrRxTEej0fj_n7ai3llXh7iW88F99h--d_2zGIp5THzFGm0WIlU8nrKHmruiqnMXJkV88wvYay_9xoxVmwlnozphos7KcvWmqROM-YlvKjMTG9irtDPubnSZbdKdWvRXGqhmDd07AbCvAf2nXnuqWP3RwN7eDZwJ4Ph2MHeyGJb5vXs0-HEnTgDxxn3-4OzvuOarSeL_Wi8C10UFsM4V5I-7h7o5p1--g24x9CK hier klicken], abgerufen am 20.10.2026&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== 3.1 Akteure und Rollen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sorbisches Kulturerbe wird von vielen Einrichtungen, Gruppen und Einzelpersonen bewahrt, gepflegt und dokumentiert – von sorbischen ebenso wie von nicht-sorbischen. Dieser Abschnitt zeigt, wer Bestände hält, wer Dienste zur Digitalisierung anbietet und wer den organisatorischen und finanziellen Rahmen gestaltet. Damit wird auch sichtbar, welche Aufgaben bislang von keinem Akteur erkennbar übernommen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Grundlage sind Arbeitsunterlagen der Domowina aus den Jahren 2019 und 2020&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;&amp;gt;Domowina e. V., Kulturausschuss (Clemens Škoda) 2019: Serbske kulturne herbstwo (SKH). Arbeitspapier, Stand 18.03.2019, S. 2–8. Unveröffentlicht; interne Referenz: 2020-09-07_Serbske kulturne herbstwo w Budyšinje_opt.pdf.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019b&amp;quot;&amp;gt;Domowina e. V. 2019: Přehlad relewantnych městnosćow / „małkich“ a „wulkich“ muzejow nastupajo serbske kulturne herbstwo, Stand 11.11.2019. Unveröffentlicht; interne Referenz: 2019_11_Priloha A_prehlad_muzejow a zberkow.pdf.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2020&amp;quot;&amp;gt;Domowina e. V., Kulturausschuss 2020: Protokoll der Fachkommission „Serbske kulturne herbstwo“ vom 07.09.2020. Unveröffentlicht; interne Referenz: 2020_09_07_skh komisija-protokol.pdf.&amp;lt;/ref&amp;gt;, eine darauf aufbauende Arbeitsliste der Sammlungsorte mit ergänzender Internetrecherche&amp;lt;ref name=&amp;quot;liste2026&amp;quot;&amp;gt;Arbeitsliste „Sammlungsorte sorbischen Kulturerbes“, Stand 02.04.2026, erstellt im Rahmen des Digitalisierungskonzepts aus Internetrecherche und den Domowina-Unterlagen. Unveröffentlicht; Grundlage für Anhang 12.3.A3.&amp;lt;/ref&amp;gt; sowie Projektunterlagen und Gespräche. Ein Teil der Angaben ist mehrere Jahre alt und wird schrittweise aktualisiert. Nicht belegte Angaben sind als ''offen'', Vermutungen als ''Annahme'' gekennzeichnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.1.1 Begriffe und Rollen ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
; Akteur&lt;br /&gt;
: Einrichtung, Gruppe oder Person, die eine Aufgabe im Umgang mit sorbischem Kulturerbe oder seiner Digitalisierung übernimmt.&lt;br /&gt;
; Kulturgutträger&lt;br /&gt;
: Akteur, der Kulturgüter verwahrt oder eine kulturelle Praxis trägt und weitergibt, bspw. ein Museum, eine Heimatstube, ein Chor oder eine Privatperson mit einer Sammlung.&lt;br /&gt;
; Trägerschaft&lt;br /&gt;
: Rechtliche und finanzielle Verantwortung für eine Einrichtung, zum Beispiel durch eine Kommune, einen Landkreis, eine Stiftung, einen Verein, eine Kirche oder eine Privatperson. Eigentum und Betrieb können dabei auseinanderfallen, bspw. gehörte der Dom Njechorńskeho 2019 der Domowina und wurde von der Stiftung für das sorbische Volk bewirtschaftet, der Hanzo Šustrowy dom in Trebendorf gehörte der Gemeinde und wurde von der örtlichen Domowina-Gruppe bewirtschaftet.&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019b&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
; Rolle&lt;br /&gt;
: Aufgabe, die ein Akteur übernimmt. Ein Akteur kann mehrere Rollen haben, unterschieden werden Haupt- und Nebenrollen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Rollen lassen sich drei Gruppen zuordnen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
! Gruppe !! Rolle !! Kürzel&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| rowspan=&amp;quot;2&amp;quot; | '''Am Kulturgut''' || '''Bewahren''': Originale verwahren, pflegen und verwalten || '''B'''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Dokumentieren''': lebendige Praxis festhalten in Ton, Bild oder Text || '''D'''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| rowspan=&amp;quot;4&amp;quot; | '''Dienste''' ([[#2.3.2 Vier Kernfunktionen|Kernfunktionen]]) || '''Erfassen''', registrieren, beschreiben und verknüpfen || '''K1'''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Digitalisieren''' und Qualität sichern || '''K2'''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Langfristig '''erhalten''' || '''K3'''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Zugänglich machen''' und Nutzung ermöglichen || '''K4'''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| rowspan=&amp;quot;2&amp;quot; | '''Rahmen''' (Governance) || '''Steuern''', koordinieren und Regeln setzen || '''S'''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Fördern''' und finanzieren || '''F'''&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dokumentieren meint hier das Festhalten von immateriellen Kulturgütern im laufenden Kulturleben, etwa Mitschnitte von Veranstaltungen. Geschieht es systematisch nach festgelegten Standards zur dauerhaften Sicherung, ist es Teil der Kernfunktion Digitalisieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.1.2 Schlüsselakteure ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einzeln aufgeführt wird, wer mindestens eines der folgenden Kriterien erfüllt:&lt;br /&gt;
# betreibt oder plant eine Kernfunktion, die über die eigene Einrichtung hinaus wirkt,&lt;br /&gt;
# verwahrt einen hauptamtlich betreuten Kernbestand,&lt;br /&gt;
# dokumentiert regelmäßig das lebendige Kulturgeschehen,&lt;br /&gt;
# fördert, koordiniert oder setzt Regeln für die Digitalisierung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;mark&amp;gt;Die folgende Übersicht muss mit den Institutionen bzgl. Korrektheit und Vollständigkeit abgestimmt werden.&amp;lt;/mark&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|+ Rollen der Schlüsselakteure (■ Hauptrolle · ○ Nebenrolle · ? vermutet oder offen)&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
B. Bewahren, D. Dokumentieren, K1. Erfassen, K2. Digitalisieren K3. Erhalten, K4. Nutzung ermöglichen, S. Steuern, F. Fördern&lt;br /&gt;
! Akteur !! Typ / Trägerschaft !! B !! D !! K1 !! K2 !! K3 !! K4 !! S !! F !! Hinweise&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Stiftung für das sorbische Volk || Stiftung des öffentlichen Rechts, finanziert von Bund, Freistaat Sachsen u. Land Brandenburg || ○ || || || || || || ■ || ■ || bewirtschaftete 2019 den Dom Njechorńskeho&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019b&amp;quot;/&amp;gt;; unterstützt beide sorbischen Museen finanziell&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Sorbisches Institut (SI) mit Sorbischem Kulturarchiv (SKA) und Sorbischer Zentralbibliothek || Forschungseinrichtung mit Archiv und Bibliothek; eingetragener Verein, gefördert u. a. durch die Stiftung || ■ || ? || ■ || ■ || ? || ■ || ○ || || Virtueller Lesesaal mit Bibliographie, Katalog, digitalisierten Drucken, Handschriften, Fotos und Filmen; digitales Schrifttum auch über Sachsen.Digital; Sorabicon als Sorbisches Kulturlexikon&amp;lt;ref name=&amp;quot;vls&amp;quot;&amp;gt;Sorbisches Institut o. J.: Virtueller Lesesaal. URL: https://www.serbski-institut.de/bibliothek/virtueller-lesesaal/, abgerufen am 20.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;; plant das Sorbische Kulturregister (SKR)&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;&amp;gt;Sorbisches Institut 2025: Konzept für ein Sorbisches Kulturregister (SKR), zweite aktualisierte Fassung vom 20.11.2025. URL: https://www.serbski-institut.de/wp-content/uploads/2021/11/00_Zweite-aktualisierte-Fassung_Konzept_Sorbisches-Kulturregister_20.11.2025.pdf&amp;lt;/ref&amp;gt; und das Digitalisierungszentrum (DZ) auch für andere Träger&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz&amp;quot;&amp;gt;Sorbisches Institut: Digitalisierungszentrum (DZ). URL: https://www.serbski-institut.de/projekte-zentrale-vorhaben/digitalisierungszentrum-dz/&amp;lt;/ref&amp;gt;; langfristige Erhaltung für Dritte ''offen''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Sorbisches Museum Bautzen || Museum; Landkreis Bautzen, finanziell unterstützt von der Stiftung&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt; || ■ || || ○ || ? || ? || ? || || || Inventarverzeichnis vorhanden&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;; Digitalisierungsstand und Online-Angebot ''offen''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Wendisches Museum Cottbus || Museum; Stadt Cottbus, finanziell unterstützt von der Stiftung&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt; || ■ || || ○ || ? || ? || ? || || || Inventarverzeichnis vorhanden&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;; Digitalisierungsstand und Online-Angebot ''offen''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Sächsische Landesbibliothek – Staats- und Universitätsbibliothek Dresden (SLUB) || Landes- und Universitätsbibliothek; Freistaat Sachsen || ■ || || ○ || ? || ○ || ■ || || || Lusatica-Sammlung, die das kulturelle Erbe der Sorben zugänglich machen soll&amp;lt;ref name=&amp;quot;slub&amp;quot;&amp;gt;SLUB Dresden o. J.: Sammlungen zur sächsischen Landeskunde. URL: https://www.slub-dresden.de/entdecken/saechsische-landeskunde/sammlungen, abgerufen am 20.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;; über Sachsen.Digital ist auch digitales Schrifttum des SI erreichbar&amp;lt;ref name=&amp;quot;vls&amp;quot;/&amp;gt; (Betrieb der Plattform durch die SLUB); eigene digitale Langzeitarchivierung&amp;lt;ref name=&amp;quot;nestor&amp;quot;&amp;gt;nestor o. J.: Mitglied SLUB Dresden. URL: https://www.langzeitarchivierung.de/Webs/nestor/EN/nestor/Mitglieder/sLUB.html, abgerufen am 20.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;, ob sie Digitalisate sorbischer Träger übernehmen könnte, ist ''offen''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Domowina – Bund Lausitzer Sorben e. V. mit Regionalverbänden und Ortsgruppen || Dachverband sorbischer Vereine; eingetragener Verein || ○ || ○ || || || || || ○ || || Eigentümerin des Dom Njechorńskeho; Ortsgruppe Trebendorf bewirtschaftet den Hanzo Šustrowy dom&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019b&amp;quot;/&amp;gt;; mindestens 9 der 23 kleinen Sammlungsorte sind direkt oder über Mitgliedsvereine mit ihr verbunden&amp;lt;ref name=&amp;quot;liste2026&amp;quot;/&amp;gt;; Chronistengruppe der Župa Michał Hórnik; Fachkommission „Sorbisches Kulturerbe“ 2018-2020&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2020&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Maćica Serbska e. V. || wissenschaftliche Gesellschaft; Verein || || || || || || || ○ || || Arbeitskreis „Museale Einrichtungen“ mit rund 40 Adressaten; Denkmalausschuss mit eigenem, von der Stiftung verwaltetem Budget, 2019 als Vorbild für die Bewertung von Kulturerbe genannt&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Sorbisches National-Ensemble (SNE) || Ensemble; gGmbH der Stiftung || ■ || ? || ○ || || || || || || geordnetes Arbeitsarchiv; 2019 vorgeschlagen, dort nur Kopien zu halten und die Originale an das SKA zu geben&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;; Umfang ''offen''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Studijo Lucija || Medienproduktion; gGmbH des Sorbischen Schulvereins  e. V. || ○ || ■ || || || || || || || dokumentiert sorbische Veranstaltungen; Aufnahmen liegen beim Studio und werden tlw. an das SKA übergeben&amp;lt;ref name=&amp;quot;lucija&amp;quot;&amp;gt;; schriftlicher Beleg noch einzuholen.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Mitteldeutscher Rundfunk (MDR) und Rundfunk Berlin-Brandenburg (rbb), sorbischsprachige Programme || öffentlich-rechtlicher Rundfunk || ■? || ■ || || || || ○? || || || Produktionen standen dem SKA 2019 aus rechtlichen Gründen nicht zur Verfügung&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;; Archivbestände und heutiger Stand ''offen''&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.1.3 Akteursgruppen ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die meisten Kulturgutträger sind kleinere Einrichtungen, Gruppen oder Privatpersonen. Sie werden hier zu Gruppen zusammengefasst. Die Anzahlen sind Mindestwerte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;mark&amp;gt;Die folgende Übersicht muss insb. mit Domowina, SI und Lucija bzgl. Änderungen und Ergänzungen abgestimmt werden.&amp;lt;/mark&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|+ B. Bewahren, D. Dokumentieren, K1. Erfassen, K2. Digitalisieren K3. Erhalten, K4. Nutzung ermöglichen, S. Steuern, F. Fördern&lt;br /&gt;
! Gruppe !! Beispiele !! Typische Trägerschaft !! Bekannte Anzahl !! Typische Rollen !! Besonderheiten&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Kleine Museen, Heimatstuben, Gedenk- und Begegnungsorte ||&lt;br /&gt;
* Muzej Ćišinskeho (Panschwitz-Kuckau),&amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
* Njepilic dwór (Rohne), &lt;br /&gt;
* Sorbisches Kulturzentrum Schleife, &lt;br /&gt;
* Heimatmuseum Dissen, &lt;br /&gt;
* Archiv verschwundener Orte (Horno) &lt;br /&gt;
|| Gemeinde, Förderverein, Domowina-Ortsgruppe, privat || 22 in der Domowina-Übersicht 2019 (9 Ober-, 13 Niederlausitz)&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019b&amp;quot;/&amp;gt;; 23 in der Arbeitsliste 2026, davon 12 bisher nur durch die Domowina-Unterlagen belegt&amp;lt;ref name=&amp;quot;liste2026&amp;quot;/&amp;gt; || '''B''' ■, '''D''' ○ || überwiegend ehrenamtlich; 2019 benannte Defizite: fehlender Nachwuchs, fehlende Marketingstrategie, fehlende Vernetzung, unzureichende Finanzierung, fehlende fachliche Begleitung; teilweise ohne eigenes Inventar&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;; zwei private Ausstellungen ohne jede Förderung, von den Betreibern im Ruhestand allein betreut&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019b&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Regionale Museen mit sorbischen Beständen || &lt;br /&gt;
* Museum der Westlausitz Kamenz, &lt;br /&gt;
* Museum Bautzen, &lt;br /&gt;
* Spreewald-Museum Lübbenau mit Freilandmuseum Lehde, &lt;br /&gt;
* Slawenburg Raddusch, &lt;br /&gt;
* Niederlausitzer Heidemuseum Spremberg &lt;br /&gt;
|| Landkreis oder Kommune (''Annahme'') || 7 in der Domowina-Übersicht 2019 (2 Ober-, 5 Niederlausitz)&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019b&amp;quot;/&amp;gt; || '''B''' ■; &amp;lt;br&amp;gt;'''K1-K4''' ''offen'' || Umfang des sorbischen Anteils am Bestand ''offen''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Ensembles, Chöre, Trachten- und Brauchtumsgruppen || – || Verein || ''offen'' || tragen die Praxis;&amp;lt;br&amp;gt; '''D''' ○, '''B''' ○ || Trachtenfundi 2019 ausdrücklich zu den Beständen in sorbischer Verantwortung gezählt&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;; eigene Aufnahmen und Fundi meist nicht erfasst (''Annahme'')&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Chronisten, Film- und Fotoamateure || &lt;br /&gt;
* Chronistengruppe der Župa Michał Hórnik, &lt;br /&gt;
* deutsch-sorbischer Filmkreis &lt;br /&gt;
|| ehrenamtlich, privat || ''offen'' || '''D''' ■, '''B''' ○ || Beiträge von Laien 2019 nur sporadisch, Bestände oft unstrukturiert&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Private Sammlungen und Nachlässe || &lt;br /&gt;
* Nachlass der Malerin Hanka Krawcec, überwiegend in Tschechien; &lt;br /&gt;
* weitere private Sammlungen und Nachlässe in Ober- und Niederlausitz &lt;br /&gt;
|| privat || 4 in der Domowina-Übersicht 2019; tatsächlich ''offen'' || '''B''' ■ || Verbleib beim Generationenwechsel ungesichert (''Annahme'')&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Kirchliche Einrichtungen || &lt;br /&gt;
* Ausstellung zu Jan Bjedrich Fryco in der evangelischen Kirche Kolkwitz; &lt;br /&gt;
* kirchliches Informations- und Begegnungszentrum in Horno mit Holzmodellen abgebaggerter Kirchen&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019b&amp;quot;/&amp;gt; &lt;br /&gt;
|| Kirchgemeinde || 2 (in den kleinen Orten enthalten); weitere ''offen'' || '''B''' ○ || weitere kirchliche Bestände nicht erfasst (''Annahme'')&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Weitere sorbische Kultur- und Medieneinrichtungen || &lt;br /&gt;
* Deutsch-Sorbisches Volkstheater (Archiv 2019 zusammen mit dem des SNE genannt); &lt;br /&gt;
* Domowina-Verlag (2019 als Produzent genannt, dessen Erzeugnisse an das SKA gehen sollten)&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt; &lt;br /&gt;
|| verschieden || ''offen'' || '''B''' ○ || Umfang ''offen''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Öffentliche Träger und Fördergeber || &lt;br /&gt;
* Bund, &lt;br /&gt;
* Freistaat Sachsen, &lt;br /&gt;
* Land Brandenburg, &lt;br /&gt;
* Landkreise, &lt;br /&gt;
* Kommunen &lt;br /&gt;
|| öffentlich || – || '''F''' ■, '''S''' ○ || tragen die großen Museen; 2019 erfüllten kleine Museen im Landkreis Bautzen die Kriterien für eine institutionelle Förderung nicht, im Landkreis Spree-Neiße waren die Bedingungen besser&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Überregionale Gedächtniseinrichtungen || &lt;br /&gt;
* Oberlausitzische Bibliothek der Wissenschaften Görlitz&amp;lt;ref name=&amp;quot;slub&amp;quot;/&amp;gt;; &lt;br /&gt;
* Sächsisches Staatsarchiv, &lt;br /&gt;
* Brandenburgisches Landeshauptarchiv, &lt;br /&gt;
* Deutsche Nationalbibliothek (''Annahme''); &lt;br /&gt;
* Einrichtungen in Tschechien &lt;br /&gt;
|| öffentlich || ''offen'' || '''B''' ○; &amp;lt;br&amp;gt;mögliche Partner für K3 und K4 || sorbische Bestände außer in Görlitz ''offen''&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.1.4 Erste Befunde ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;mark&amp;gt;Die folgende Übersicht muss mit den Institutionen bzgl. Korrektheit und Vollständigkeit abgestimmt werden.&amp;lt;/mark&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Rollenübersicht erlaubt erste Hinweise, die in den folgenden Abschnitten geprüft werden:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* '''Bewahren ist breit verteilt, Dienste sind konzentriert.''' Erfassen und Digitalisieren für mehrere Träger plant nach heutigem Kenntnisstand vor allem das SI. Die SLUB macht sorbisches Schrifttum bereits digital zugänglich, auch aus Beständen des SI. Ob weitere Akteure Dienste für Dritte anbieten, ist ''offen''.&lt;br /&gt;
* '''Für die langfristige Erhaltung fremder Bestände ist kein sorbischer Akteur erkennbar.''' Offen ist, wer Digitalisate anderer Träger verbindlich und dauerhaft übernimmt. So gelangen Veranstaltungsaufnahmen des Studijo Lucija nur komprimiert und teilweise in das SKA.&amp;lt;ref name=&amp;quot;lucija&amp;quot;/&amp;gt; Die SLUB betreibt eine eigene digitale Langzeitarchivierung; ob sie auch für sorbische Träger in Frage kommt, ist ''offen''. Das Gleiche gilt für das Sächsische Staatsarchiv.&lt;br /&gt;
* '''Die Dokumentation des lebendigen Kulturlebens liegt teils außerhalb sorbischer Verantwortung.''' Sorbischsprachige Produktionen von MDR und rbb standen dem SKA 2019 aus rechtlichen Gründen nicht zur Verfügung.&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt; Der heutige Stand ist ''offen''.&lt;br /&gt;
* '''Die Domowina ist der wichtigste Zugang zu kleinen Trägern.''' Mindestens 9 der 23 kleinen Sammlungsorte sind direkt oder über Mitgliedsvereine mit ihr verbunden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;liste2026&amp;quot;/&amp;gt; Ihre Strukturen eignen sich daher als Weg, kleine Träger zu erreichen – für die Erhebung ebenso wie für spätere Unterstützungsangebote.&lt;br /&gt;
* '''Das Wissen über kleine Träger ist lückenhaft und teils veraltet.''' 12 der 23 kleinen Orte sind bisher nur durch die Domowina-Unterlagen von 2019 und 2020 belegt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;liste2026&amp;quot;/&amp;gt; Ob sie heute noch bestehen und wie es um ihre Bestände steht, ist ''offen''. Besonders privat betreute Ausstellungen werden in Abschnitt 3.2 auf ihre Gefährdung geprüft.&lt;br /&gt;
* '''Kleine Träger haben keine feste Anlaufstelle, die Koordination war 2020 ungeklärt.''' Das frühere Sorbische Folklorezentrum war seit 1993 faktisch nicht mehr tätig.&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt; In der Niederlausitz diente 2020 ein Projekt zur Inwertsetzung des immateriellen Kulturerbes auch der Vernetzung kleiner Museen. Der Kulturausschuss der Domowina sah sich als ehrenamtliches Gremium nicht in der Lage, die Koordination zu leisten, und bat Fachinstitutionen und die Gremien der Stiftung, Verantwortung zu übernehmen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2020&amp;quot;/&amp;gt; Wie das heute geregelt ist, untersucht Abschnitt 3.4.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Liste aller bekannten Sammlungsorte mit Typ, Trägerschaft und Kulturgutklassen steht in [[12.3.A3 Sammlungsorte des sorbischen Kulturerbes|Anhang 12.3.A3]]. Sie wird laufend ergänzt.&lt;br /&gt;
&amp;lt;!-- Anhang 12.3.A3 aus der Arbeitsliste vom 02.04.2026 aufbauen; Namen privater Sammler nur mit Einverständnis --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== 3.2 Bestände und Bedarfe ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieser Abschnitt beschreibt die Nachfrageseite der Analyse: Welche Bestände sorbischen Kulturerbes gibt es, wie weit sind sie erfasst und digitalisiert, welche sind gefährdet, und welche Unterstützung brauchen die Kulturgutträger? Festgestellt wird dabei nur, wo Zeitdruck besteht. Welche Bestände mit welcher Priorität bearbeitet werden, sollten die sorbische Gemeinschaft und ihre Fachgremien entscheiden (vgl. [[#2.4.2 Prozessschritte im Detail|Prozessschritt 3 „Bewerten &amp;amp; freigeben“]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein institutionsübergreifender Überblick über die Bestände existiert bisher nicht (siehe 3.2.5). Die folgenden Angaben sind daher Mindestwerte und Größenordnungen aus veröffentlichten Angaben der Einrichtungen, Projektunterlagen und den in [[#3.1 Akteure und Rollen|Abschnitt 3.1]] genannten Quellen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;mark&amp;gt;Die Bestände sollten mit den SI, insb. Register, bzgl. Korrektheit und Vollständigkeit abgestimmt werden, evtl. liegt dort ein institutionsübergreifender Überblick über Bestände vor.&amp;lt;/mark&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.2.1 Begriffe ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
; Sammlungsort&lt;br /&gt;
: Ort, an dem Kulturgüter verwahrt werden, etwa ein Museum, ein Archiv, eine Heimatstube oder eine Privatwohnung. Ein Akteur kann mehrere Sammlungsorte haben.&lt;br /&gt;
; Bestand&lt;br /&gt;
: Abgrenzbare Gruppe von Kulturgütern einer [[#2.2 Klassifizierung von Kulturgütern|Kulturgutklasse]], die an einem Sammlungsort gemeinsam verwahrt wird, zum Beispiel die Fotografien einer Heimatstube oder die Tonbänder eines Archivs. Feiner unterschieden wird nur, wenn sich Zustand oder Rechtslage deutlich unterscheiden. Ein Bestand gehört zu dem Ort, an dem das Original oder die Masterdatei liegt - Kopien an anderen Orten beschreiben seinen Digitalisierungsstand.&lt;br /&gt;
: Bei immateriellem Kulturerbe gilt die vorhandene Dokumentation als Bestand, etwa Ton- und Videoaufnahmen oder Beschreibungen. Eine bisher nicht dokumentierte Praxis erscheint als Dokumentationsbedarf.&lt;br /&gt;
; Bedarf&lt;br /&gt;
: Was ein Bestand oder ein Kulturgutträger braucht. &lt;br /&gt;
:* ''Bestandsbezogene'' Bedarfe richten sich auf die [[#2.3.2 Vier Kernfunktionen|vier Kernfunktionen]] (erfassen, digitalisieren, langfristig erhalten, zugänglich machen). &lt;br /&gt;
:* ''Trägerbezogene'' Bedarfe betreffen den Akteur selbst, etwa Personal, Beratung oder Finanzierung.&lt;br /&gt;
; Dringlichkeit&lt;br /&gt;
: Zeitdruck, der sich aus einer Gefährdung ergibt. Sie ist nicht gleichbedeutend mit Priorität, in die auch kulturelle Bedeutung, Nutzen und Machbarkeit eingehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.2.2 Bestandslandkarte ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Übersicht folgt der [[#2.2 Klassifizierung von Kulturgütern|Klassifizierung aus Abschnitt 2.2]]. Sie nennt für jede Klasse typische Bestände, die wichtigsten Träger und den bekannten Stand. Einzelne Sammlungsorte stehen in [[12.3.A3 Sammlungsorte des sorbischen Kulturerbes|Anhang 12.3.A3]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|+ Bestände nach Kulturgutklassen (Stand: weitgehend · teilweise · kaum · ''offen'')&lt;br /&gt;
! Klasse !! Typische Bestände !! Wichtigste Träger !! Umfang, soweit bekannt !! Erfasst !! Digitalisiert !! Gefährdung&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''A''' Materiell – unbeweglich || Denkmale, Gedenktafeln, Inschriften, Grabmäler, Blockbauten, Wirkungsstätten, Kirchen || Eigentümer, Gemeinden, Kirchgemeinden; dokumentiert durch das SI || Inventar sorbischer Kulturdenkmale in Sachsen: 61 Aktenordner, 6.300 analoge Fotomotive&amp;lt;ref name=&amp;quot;dmp&amp;quot;&amp;gt;Sorbisches Institut o. J.: Datenmanagementplan zum Teilprojekt „Sorbische Kulturdenkmale in Sachsen“ im Verbundprojekt DIKUSA – Vernetzung digitaler Kulturdaten in Sachsen, Laufzeit 01.02.2022-31.12.2025. URL: https://www.saw-leipzig.de/de/projekte/dikusa/datenmanagementplaene-1/dmp_si_dikusa.pdf/@@download/file/DMP_SI_Dikusa.pdf, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;; nach einer älteren Untersuchung rund 1.700 Objekte in der sächsischen Oberlausitz (''zu prüfen'')&amp;lt;ref name=&amp;quot;kdm&amp;quot;&amp;gt;Fachpublikation zu sorbischen Kulturdenkmalen. Interne Referenz: saxorum-10788_Sorbische_Kulturdenkmale_digital_erfassen_präsentieren.pdf. Angabe nach Projektunterlagen, noch zu prüfen.&amp;lt;/ref&amp;gt; || teilweise: Sachsen inventarisiert; Niederlausitz in Erfassung, geplant in drei Phasen bis 2031&amp;lt;ref name=&amp;quot;nlposter&amp;quot;&amp;gt;Sorbisches Institut o. J.: Materielle Zeugnisse sorbischer/wendischer Kultur in der Niederlausitz. Modul 4 des Vorhabens „Digitales Portal zu sorbischen und Lausitzer Sprach- und Kulturlandschaften“ (Poster). URL: https://serbski-institut.de/wp-content/uploads/2021/11/A0-Druck_DigPortal-M4.pdf, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; || teilweise: Inventar Sachsen 2022-2025 digital aufbereitet&amp;lt;ref name=&amp;quot;dmp&amp;quot;/&amp;gt;; 78 Objekte öffentlich im Atlas auf Sorabicon (April 2026)&amp;lt;ref name=&amp;quot;atlas&amp;quot;&amp;gt;Sorbisches Institut 2026: Pressemitteilung zum digitalen Atlas sorbischer Kulturdenkmale im Wissensportal Sorabicon, 30.04.2026. URL: https://idw-online.de/de/news870102, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; || Verwitterung, Umbau, Abriss; Inventar teils nur analog oder in veralteten Dateiformaten (siehe 3.2.3)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''B1''' Schriftgut || Bücher, Zeitungen, Handschriften, Nachlässe, Vereins- und Institutionsakten, Plakate, Grafik || Sorbische Zentralbibliothek, Sorbisches Kulturarchiv (SKA), Sorbisches Museum, SLUB, Hórnik-Bibliothek im Wendischen Seminar Prag, Oberlausitzische Bibliothek der Wissenschaften Görlitz || Zentralbibliothek ca. 110.000 Medieneinheiten&amp;lt;ref name=&amp;quot;liste2026&amp;quot;/&amp;gt;; Sorbisches Museum über 1.000 Schriftquellen, ca. 1.700 Plakate, ca. 6.000 Grafiken&amp;lt;ref name=&amp;quot;sm&amp;quot;&amp;gt;Sorbisches Museum Bautzen o. J.: Museum – Sammlung. URL: https://sorbisches-museum.de/museum/?lang=en, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;; SKA: Nachlässe, Akten der Domowina 1912-1989 und sorbischer Vereine, Umfang ''offen''&amp;lt;ref name=&amp;quot;ska&amp;quot;&amp;gt;Sorbisches Institut o. J.: Sorbian Cultural Archive. URL: https://www.serbski-institut.de/en/sorbian-cultural-archive/, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; || weitgehend in den Bibliotheken (Katalog, Sorbische Bibliographie)&amp;lt;ref name=&amp;quot;vls&amp;quot;/&amp;gt;; kleine und private Träger ''offen'' || teilweise: 1.634 Dokumente des SI auf Sachsen.Digital (Stand 2021)&amp;lt;ref name=&amp;quot;ldp&amp;quot;&amp;gt;Sorbisches Institut 2021: Pressemitteilung zu Digitalisaten aus dem Landesdigitalisierungsprogramm Sachsen (u. a. „Serbowka“, erstes sorbisches Lehrbuch), 12.03.2021. URL: https://serbski-institut.de/wp-content/uploads/2021/12/2021-03-12_MI_Erstes-sorbisches-Lehrbuch-LDP_Serbowka_de.4753.pdf, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;; Handschriften des SKA 2016 digitalisiert&amp;lt;ref name=&amp;quot;hs&amp;quot;&amp;gt;Sorbisches Institut o. J.: Digitalisate handschriftlicher Literatur aus den Beständen des SKA in Sachsen.digital. URL: https://serbski-institut.de/de/Handschriften-als-Digitalisat, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;; Zeitungen und Zeitschriften teils online&amp;lt;ref name=&amp;quot;vls&amp;quot;/&amp;gt; || Nachlässe in Privatbesitz; säurehaltiges Papier des 19. und 20. Jahrhunderts (''Annahme'', nicht erhoben)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''B2''' Fotografien und Bildträger || Fotosammlungen und Fotonachlässe, Negative, Glasplatten, Dias || SKA, Sorbisches Museum, Wendisches Museum, Stadtmuseum Cottbus, SI (Kulturdenkmale), Sorbisches National-Ensemble (SNE), Domowina Verlag (LND), Deutsch-Sorbisches Volkstheater ''(Annahme)'', Chronisten, Privatpersonen || Sorbisches Museum ca. 10.500 Fotos&amp;lt;ref name=&amp;quot;sm&amp;quot;/&amp;gt;; Inventar Kulturdenkmale 6.300 Motive&amp;lt;ref name=&amp;quot;dmp&amp;quot;/&amp;gt;; SKA ''offen'' || teilweise bei Museen und SKA; private Bestände oft unstrukturiert&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt; || teilweise: ausgewählte Bildsammlungen des SKA im Virtuellen Lesesaal&amp;lt;ref name=&amp;quot;vls&amp;quot;/&amp;gt;; Glasplattennegative der Sammlung Fritz Unger (Stadtmuseum Cottbus) mit wendischen Motiven auf museum-digital&amp;lt;ref name=&amp;quot;unger&amp;quot;&amp;gt;museum-digital:brandenburg o. J.: Wendische Trachtengruppe, Glasplattennegativ, Fotografische Sammlung Fritz Unger, Stadtmuseum Cottbus, Inv.-Nr. U190-05. URL: https://brandenburg.museum-digital.de/pdf/object/65463.pdf?lang=de, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; || Negative und Glasplatten empfindlich; private Bestände ohne Verzeichnis&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''B3''' Analoge AV-Träger || Tonbänder, Kassetten, Schallplatten, Videobänder, Filme || SKA, MDR und rbb, SNE, Amateurfilmer, Njepila-Hof (Tondokumente)&amp;lt;ref name=&amp;quot;liste2026&amp;quot;/&amp;gt;; Filme der früheren DEFA (Filmstudio der DDR), Hörfunkbestände der DDR-Zeit im Deutschen Rundfunkarchiv (''Annahme'') || sorbischsprachiger Rundfunk seit 1948&amp;lt;ref name=&amp;quot;rundfunk&amp;quot;&amp;gt;Wikipedia (englisch): Sorbischer Rundfunk. URL: https://en.wikipedia.org/wiki/Sorbischer_Rundfunk, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;; DEFA-Gruppe „Sorbischer Film“ 1980-1990: knapp 40 Filme&amp;lt;ref name=&amp;quot;defa&amp;quot;&amp;gt;Deutsches Historisches Museum, Zeughauskino o. J.: Filmreihe „Sorbische Filmlandschaften“. URL: https://www.dhm.de/zeughauskino/filmreihe/sorbische-filmlandschaften/, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;; SKA, SNE und Amateurbestände ''offen'' || kaum bekannt || teilweise: Filme des SKA im sächsischen Programm zur Sicherung des audiovisuellen Erbes digitalisiert&amp;lt;ref name=&amp;quot;vls&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;avsachsen&amp;quot;&amp;gt;Leipziger Internet Zeitung 2020: Über 50.000 Film- und Tonminuten digitalisiert. Zwischenbilanz zur Sicherung des audiovisuellen Erbes in Sachsen, 16.09.2020. URL: https://www.l-iz.de/melder/wortmelder/2020/09/Ueber-50-000-Film-und-Tonminuten-digitalisiert-Zwischenbilanz-zur-Sicherung-des-audiovisuellen-Erbes-in-Sachsen-349190, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;; Umfang ''offen'' || '''hoch''': Magnetbandformate sind veraltet, die routinemäßige Überspielung endete nach Einschätzung von UNESCO und IASA (Internationaler Verband der Schall- und audiovisuellen Archive) etwa 2025&amp;lt;ref name=&amp;quot;mta&amp;quot;&amp;gt;IASA o. J.: Announcing the Magnetic Tape Alert Project (UNESCO-Programm „Information for All“ und IASA). URL: https://iasa-web.org/node/5374, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''B4''' 3D-Objekte || Trachten und Textilien, Volkskunst, Ostereier, Keramik, Hausrat, Kunstwerke || Sorbisches Museum, Wendisches Museum, Heimatmuseen und Heimatstuben, Trachtenfundi von Vereinen und Ensembles, private Sammlungen || Sorbisches Museum ca. 35.000 inventarisierte Objekte über alle Sammlungsbereiche, davon Kunstsammlung 6.900 Werke&amp;lt;ref name=&amp;quot;sm&amp;quot;/&amp;gt;; Wendisches Museum: größte Sammlung niedersorbischer Tracht, Zahl ''offen''&amp;lt;ref name=&amp;quot;wm&amp;quot;&amp;gt;Wendisches Museum Cottbus o. J.: Selbstdarstellung des Museums, Dokument im Ratsinformationssystem der Stadt Cottbus. URL: https://session.cottbus.de/oparl/bodies/0001/downloadfiles/00007050.pdf, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;; Heimatmuseum Dissen 6.700 inventarisierte Exponate (SKR-Konzept, S. 8)&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;/&amp;gt;; Jänschwalde über 40 Originaltrachten und über 1.000 Keramiken&amp;lt;ref name=&amp;quot;liste2026&amp;quot;/&amp;gt; || teilweise: beide sorbischen Museen haben Inventare, aber kein verknüpfendes System (SKR-Konzept, S. 7)&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;/&amp;gt;; kleine Museen teils ohne Inventar&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt; || kaum: acht Häuser mit sorbischem Schwerpunkt haben zusammen 401 Objekte auf museum-digital veröffentlicht (SKR-Konzept, S. 8)&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;/&amp;gt;; Online-Sammlungen der beiden sorbischen Museen nicht gefunden || Textilien empfindlich; private Ausstellungen ohne Nachfolge (siehe 3.2.3)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''C1''' Orale Traditionen || Sprache und Dialekte, Erzählungen, Sagen, Zeitzeugenberichte || Sprecherinnen und Sprecher; dokumentiert durch SI und Rundfunk || ''offen'' || teilweise: Zeitzeugen-O-Töne im Wissensportal Sorabicon&amp;lt;ref name=&amp;quot;atlas&amp;quot;/&amp;gt;; Zeitzeugen-Sammlung von Lucija auf YouTube &amp;lt;mark&amp;gt;Referenz&amp;lt;/mark&amp;gt; || teilweise || '''hoch''' für das Niedersorbische: nach Angaben des Bundesinnenministeriums 2024 nur noch wenige hundert fließende Sprecherinnen und Sprecher&amp;lt;ref name=&amp;quot;sprache&amp;quot;&amp;gt;Universität Potsdam o. J.: Mehrsprachigkeit in Brandenburg – Sorbisch (mit Verweis auf BMI 2024 und Landesregierung Brandenburg 2024). URL: https://www.uni-potsdam.de/de/svm/mehrsprachigkeit-in-brandenburg/studentische-projekte/sorbisch, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''C2''' Darstellende Künste || Musik, Lieder, Tanz, Theater, Chorgesang || SNE, Deutsch-Sorbisches Volkstheater, Chöre und Ensembles; dokumentiert durch Rundfunk und Studijo Lucija || ''offen'' || ''offen'' || teilweise: neuere Aufnahmen meist ursprünglich digital (siehe D1) || ältere Mitschnitte auf AV-Trägern (siehe B3); digitale Mitschnitte, die nicht langzeittauglich gelagert und nicht registriert sind (siehe D1 und D2)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''C3''' Rituale und Feste || Bräuche und Feste im Jahreslauf, u. a. Vogelhochzeit, Zampern, Zapust, Ostersingen, Osterreiten, Maibaum, Kirmes || MDR, rbb, Studio Lucija, Vereine, Dorfgemeinschaften, Kirchgemeinden || „Gesellschaftliche Bräuche und Feste der Lausitzer Sorben im Jahreslauf“ seit 2014 im Bundesweiten Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes&amp;lt;ref name=&amp;quot;ike&amp;quot;&amp;gt;Sorbisches Institut 2020: Aufruf und Fragebogen zur Erhebung sorbischer/wendischer Bräuche und Feste im Landkreis Spree-Neiße, 18.12.2020. URL: https://www.serbski-institut.de/wp-content/uploads/2022/03/IKE-Fragebogen-Aufruf_2020_12_189_DE.4701.pdf, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;iketour&amp;quot;&amp;gt;Sachsen-Tourismus 2025: Hintergrundtext Immaterielles Kulturerbe. URL: https://www.sachsen-tourismus.de/fileadmin/mediendatenbank_ALT/mediendatenbank/bilder/presse/rechercheideen/hintergrundtext-immaterielles-kulturerbe-2025.pdf, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; || teilweise: Erhebung im Landkreis Spree-Neiße durch das SI ab 2020, Ergebnisstand ''offen''&amp;lt;ref name=&amp;quot;ike&amp;quot;/&amp;gt;; Oberlausitz ''offen'' || teilweise || Praxis im Wandel; frühere Ausprägungen nur über Dokumentation greifbar (''Annahme'')&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''C4''' Wissen über Natur und Universum || Volksglaube, Heil- und Sammelwissen, religiöse Praxis || Familien, Kirchgemeinden || ''offen'' || ''offen'' || ''offen'' || Wissen oft bei wenigen, teils älteren Personen (SKR-Konzept, S. 8)&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''C5''' Traditionelles Handwerk || Ostereiverzierung, Trachtenherstellung und -pflege, Weben, Flachs und Leinen, Töpfern || Handwerkerinnen und Handwerker, Vereine, Heimatmuseen, z. B. Sorbische Webstube Drebkau&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;/&amp;gt;, Kólasko Drachhausen&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019b&amp;quot;/&amp;gt; || ''offen'' || ''offen'' || ''offen'' || Wissen an wenige Personen gebunden; fehlender Nachwuchs (SKR-Konzept, S. 8)&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''D1''' Born-digital || Websites, soziale Medien, Veranstaltungsmitschnitte, digitale Fotos und Videos, digitale Publikationen, Projektdaten || Studijo Lucija, Rundfunk, Verlage, Vereine, Einrichtungen || ''offen'' || kaum || – || '''hoch''': keine systematische Sicherung sorbischer Web- und Social-Media-Inhalte bekannt; Webarchivierung in Deutschland insgesamt lückenhaft&amp;lt;ref name=&amp;quot;webarchiv&amp;quot;&amp;gt;netzpolitik.org 2026: Kritische Infrastruktur: Bei der Web-Archivierung fehlt die Strategie. URL: https://netzpolitik.org/2026/kritische-infrastruktur-bei-der-web-archivierung-fehlt-die-strategie/, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;; Masterdateien teils nur beim Erzeuger&amp;lt;ref name=&amp;quot;lucija&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''D2''' Digitalisate || digitale Repräsentationen aus den Klassen A bis C || SI, SLUB, Museen, Projekte || SI: 1.634 Dokumente auf Sachsen.Digital (2021)&amp;lt;ref name=&amp;quot;ldp&amp;quot;/&amp;gt;; Sorabicon: zwölf veröffentlichte Sammlungen (2026)&amp;lt;ref name=&amp;quot;atlas&amp;quot;/&amp;gt; || teilweise: über Kataloge und die Deutsche Digitale Bibliothek nachgewiesen, teils als gemeinfrei gekennzeichnet&amp;lt;ref name=&amp;quot;ddb&amp;quot;&amp;gt;Deutsche Digitale Bibliothek o. J.: Wot togo narodu Jesu Christußa (1865), Datengeber: Sorbisches Institut / Sorbisches Kulturarchiv. URL: https://www.deutsche-digitale-bibliothek.de/item/3IVBZKDCQK6LHTOFW5HKYF235K6A4QEF, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; || – || Langzeiterhaltung teils ungeklärt: Projektdaten lagen bei einem Webhoster mit Datensicherung, die Langzeitarchivierung war „zu eruieren“&amp;lt;ref name=&amp;quot;dmp&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.2.3 Bestände mit vorrangigem Digitalisierungsbedarf ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als vorrangig gilt ein Bestand, wenn mindestens einer der folgenden Gründe zutrifft:&lt;br /&gt;
# '''Materialverfall oder veraltete Technik:''' Der Träger zerfällt, oder Abspielgeräte sind kaum noch verfügbar.&lt;br /&gt;
# '''Ungesicherte Betreuung:''' Nachfolge, Räume oder Trägerschaft sind nicht gesichert.&lt;br /&gt;
# '''Unikat ohne Sicherung:''' Es gibt weder eine Kopie noch einen Nachweis an anderer Stelle.&lt;br /&gt;
# '''Schwindendes Wissen:''' Trägerinnen und Träger einer Praxis oder Zeitzeugen können nur noch begrenzte Zeit befragt werden.&lt;br /&gt;
# '''Ungesicherte digitale Dateien:''' Masterdateien fehlen, es gibt kein Zielarchiv, oder die Dateiformate veralten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die '''Dringlichkeit''' ist &lt;br /&gt;
* ''hoch'', wenn Verlust oder Unzugänglichkeit innerhalb weniger Jahre wahrscheinlich sind, &lt;br /&gt;
* ''mittel'', wenn ein Risiko erkennbar ist, der Zeitrahmen aber offen ist, und &lt;br /&gt;
* ''offen'', wenn die Lage nicht bekannt ist. &lt;br /&gt;
Die Herkunft der Dringlichkeit ist mit '''G''' gekennzeichnet, wenn der Bedarf von Trägern oder in ihren Unterlagen genannt wurde, und mit '''A''', wenn er aus der Analyse abgeleitet ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|+ Bestände mit vorrangigem Digitalisierungsbedarf&lt;br /&gt;
! Bestand / Bestandsgruppe !! Träger !! Klasse !! Grund !! Dringlichkeit !! Herkunft !! Quelle&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Ton-, Video- und Filmbestände auf Magnetband und Film || SKA, SNE, Rundfunk, Amateurfilmer, Njepila-Hof u. a. || B3 || 1, 3 || hoch || A || &amp;lt;ref name=&amp;quot;mta&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;ska&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Sprache und Erzählwissen der letzten muttersprachlichen Sprecherinnen und Sprecher des Niedersorbischen || – || C1 || 4 || hoch || A || &amp;lt;ref name=&amp;quot;sprache&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Zwei private Ausstellungen in der Oberlausitz, von den Betreibern im Ruhestand allein und ohne Förderung betreut (Stand 2019) || privat || B4 || 2, 3 || hoch, sofern noch bestehend || G || &amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019b&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Private Sammlungen und Nachlässe, darunter Filme und Chroniken sowie ein Nachlass, dessen Sichtung und Bewertung 2019 erbeten wurde || privat || B1-B4 || 1, 2, 3 || hoch || G || &amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019b&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Veranstaltungsmitschnitte, die nicht zentral registriert sind und nur komprimiert und teilweise an das SKA gehen || Studijo Lucija || D1 (C2, C3) || 5 || hoch || A || &amp;lt;ref name=&amp;quot;lucija&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Inventar sorbischer Kulturdenkmale in Sachsen: analoge Negative und Dateien in veralteten Formaten (u. a. .wps, .wbk, .wks) || SI || B2, D1 || 1, 5 || mittel || A || &amp;lt;ref name=&amp;quot;dmp&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Sorbische Websites und soziale Medien || verschieden || D1 || 5 || mittel || A || &amp;lt;ref name=&amp;quot;webarchiv&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Archiv verschwundener Orte in Horno: Umzug 2019 geplant || Trägerschaft ''offen'' || B1, B2 || 2 || ''offen'' || G || &amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019b&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.2.4 Bedarfe der Kulturgutträger ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Neben dem Bedarf einzelner Bestände haben viele Kulturgutträger Bedarfe, die sie selbst betreffen. Sie werden hier gebündelt und der Seite des Angebots zugeordnet, an die sie sich richten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
! Bedarf !! Betroffene Träger !! Richtet sich an !! Herkunft !! Quelle&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Personal und Nachwuchs für Betreuung und Erfassung || kleine Museen, Heimatstuben, ehrenamtliche Sammlungsorte || Rahmen (F) || G || &amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;; SKR-Konzept, S. 7-8 und 29&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Laufende Finanzierung für Personal und Unterhalt; z. B. jährliches Ringen um Personalmittel in Dissen || kleine Museen || Rahmen (F) || G || &amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019b&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Fachliche Begleitung, Beratung und Schulung || kleine und ehrenamtliche Träger || K1-K3, Rahmen || G || &amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;; SKR-Konzept, S. 10 und 30&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Inventarisierung und digitale Erschließung; Nachholbedarf wegen Personalmangels „teils bestandsgefährdend“ || kleine Museen, private Sammlungen, auch die großen Museen || K1 || G || SKR-Konzept, S. 7&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;/&amp;gt;; &amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Vernetzung und Kooperation || kleine Museen || Rahmen (S) || G || &amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Sichtbarkeit und Präsentation || sorbische Museen, kleine Museen || K4 || G || &amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2020&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Sichtung und Bewertung von Nachlässen || private Nachlässe || K1, Prozessschritt „Bewerten“ || G || &amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019b&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Räume, Bausubstanz und Bewirtschaftung, z. B. Muzej Ćišinskeho, Dom Njechorńskeho || kleine Museen und Gedenkorte || Rahmen (Voraussetzung) || G || &amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019b&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Digitalisierung von Ton-, Film- und Fotobeständen als Dienstleistung || SKA, kleine und private Träger || K2 || A || –&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Verbindlicher Ort für die langfristige Erhaltung von Digitalisaten und ursprünglich digitalen Aufnahmen || Studijo Lucija, Projekte, kleine Träger || K3 || A || &amp;lt;ref name=&amp;quot;lucija&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;dmp&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Rechteklärung und Einwilligungen || Rundfunkproduktionen, Veranstaltungsaufnahmen || Rahmen || G (Rundfunk) / A || &amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Bedarfe des Sorbischen Museums und des Wendischen Museums || beide sorbischen Museen || K1-K4 || G || Anfragen im Rahmen des Digitalisierungskreises&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.2.5 Erste Befunde ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* '''Ein Gesamtüberblick über die Bestände fehlt.''' 2020 wurde festgestellt, dass eine systematische Registrierung des sorbischen Kulturerbes fehlt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2020&amp;quot;/&amp;gt; 2025 beschrieb das SI die Bedingungen an den Sammlungsorten als „von vorbildlich bis prekär“; vieles liege nur analog vor, und die Digitalisierung stehe überwiegend am Anfang.&amp;lt;ref name=&amp;quot;skrhandout&amp;quot;&amp;gt;Sorbisches Institut 2025: Handout zum Pressegespräch „Konzept Sorbisches Kulturregister“, 20.11.2025. URL: https://www.serbski-institut.de/wp-content/uploads/2025/11/2025-11-20_Handout-Pressegespraech-SKR_Konzept.pdf, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Ein Überblick sei derzeit nicht möglich, weil die Sammlungsorte technisch „fraktioniert oder gar inkompatibel“ arbeiten (SKR-Konzept, S. 8).&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
* '''Die bekannten Sammlungsorte sind nur ein Ausschnitt.''' Das SKR-Konzept nennt mehr als 70 Einrichtungen mit kulturerberelevantem Archivgut (S. 10). Im Arbeitskreis Lausitzer Museenland widmet sich etwa ein Drittel der 48 Heimatstuben und Regionalmuseen sorbischer Geschichte und Kultur (S. 7).&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;/&amp;gt; Die Arbeitsliste umfasst bisher rund 32 Orte.&amp;lt;ref name=&amp;quot;liste2026&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
* '''Zahlen gibt es nur für wenige große Träger.''' Für das Sorbische Museum, die Sorbische Zentralbibliothek und die Digitalisate des SI liegen Größenordnungen vor. Für das SKA, das Wendische Museum, die audiovisuellen Bestände und fast alle kleinen Träger fehlen sie. &amp;lt;mark&amp;gt;SKA anfragen&amp;lt;/mark&amp;gt;&lt;br /&gt;
* '''Wo der Zeitdruck am größten ist, ist am wenigsten bekannt.''' Das betrifft vor allem die analogen Ton-, Video- und Filmbestände sowie die Dokumentation des Niedersorbischen.&lt;br /&gt;
* '''Online sichtbar ist nur ein Bruchteil.''' Acht Häuser mit sorbischem Schwerpunkt haben zusammen 401 Objekte auf museum-digital veröffentlicht; das Heimatmuseum Dissen mit 6.700 inventarisierten Exponaten noch keines (SKR-Konzept, S. 8).&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
* '''Digital vorhanden heißt nicht gesichert - ein eigener Dienst &amp;quot;Archivierung&amp;quot; für K4 ist noch nicht konzipiert.''' Ursprünglich digitale Aufnahmen und Projektdaten haben teils kein Zielarchiv oder liegen in veralteten Formaten vor (siehe 3.2.3). Wer diese Aufgabe übernimmt, untersuchen die Abschnitte 3.3 und 3.4.&lt;br /&gt;
* '''Das immaterielle Kulturerbe ist ungleich dokumentiert.''' Für die Niederlausitz gab es ab 2020 eine Erhebung der Bräuche und Feste,&amp;lt;ref name=&amp;quot;ike&amp;quot;/&amp;gt; für die Oberlausitz ist keine vergleichbare bekannt.&lt;br /&gt;
* '''Ein Teil des Erbes liegt außerhalb sorbischer Verantwortung oder außerhalb der Lausitz,''' etwa in Prag, Dresden und Görlitz, in Rundfunkarchiven und bei der DEFA-Überlieferung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Ist-Analyse kann damit Struktur und Schwerpunkte benennen, aber keine vollständige Bestandsübersicht ersetzen. Eine institutionsübergreifende Bestands- und Bedarfserhebung mit Prioritätenliste ist eine eigene Aufgabe (vgl. das Ziel 2028 in [[#1.1 Visionen und Ziele für die sorbische digitale Welt|Abschnitt 1.1]]) und wird bei den Maßnahmen aufgegriffen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.1.2 Bedarfe und Dringlichkeiten ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;background-color:#eef5fb;border-left:4px solid #5b9bd5;padding:0.7em 1em;margin:1em 0;&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Leitfrage:''' Welche Unterstützung benötigen die Kulturgutträger und welche Bedarfe sollten (+aus welchen Gründen) vorrangig bearbeitet werden?&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die bei Kulturgutträgern bestehenden Bedarfe sollten zunächst möglichst vollständig erhoben und anschließend zusammengeführt und eingeordnet werden. Dabei ist zwischen &amp;quot;von Akteuren ausdrücklich genannten Bedarfen&amp;quot; und &amp;quot;aus der Analyse zusätzlich abgeleiteten Bedarfen&amp;quot; zu unterscheiden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die weitere Erhebung und Analyse insbesondere zu prüfen:&lt;br /&gt;
* vorhandene Bedarfserhebungen, Gesprächsprotokolle und bisherige Tabellen zusammenführen&lt;br /&gt;
* Bedarfe möglichst den vier Kernfunktionen zuordnen:&lt;br /&gt;
** Nachweisen, beschreiben und verknüpfen,&lt;br /&gt;
** Digitalisieren und Qualität sichern,&lt;br /&gt;
** langfristig erhalten,&lt;br /&gt;
** zugänglich machen und Nutzung ermöglichen;&lt;br /&gt;
* zusätzlich übergreifende Bedarfe erfassen, beispielsweise:&lt;br /&gt;
** Personal und Fachkompetenz,&lt;br /&gt;
** Beratung und Schulung,&lt;br /&gt;
** Finanzierung,&lt;br /&gt;
** Rechteklärung und Datenschutz,&lt;br /&gt;
** Metadaten und gemeinsame Standards,&lt;br /&gt;
** technische Infrastruktur;&lt;br /&gt;
* Dringlichkeit anhand nachvollziehbarer Kriterien beurteilen, beispielsweise:&lt;br /&gt;
** drohender Verlust oder Materialverfall,&lt;br /&gt;
** fehlende personelle Nachfolge,&lt;br /&gt;
** gefährdete oder unbekannte Bestände,&lt;br /&gt;
** blockierende Abhängigkeit für weitere Digitalisierungsschritte,&lt;br /&gt;
** kulturelle oder sprachliche Bedeutung,&lt;br /&gt;
** erwartete Nutzung für Bildung, Forschung oder Öffentlichkeit&lt;br /&gt;
* unterscheiden zwischen Einzelfallbedarf und strukturellem Bedarf mehrerer Kulturgutträger&lt;br /&gt;
* soweit möglich erfassen, welche Bedarfe bereits durch bestehende Angebote abgedeckt werden und welche bislang offenbleiben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mögliches Ergebnis: priorisierte beziehungsweise nach Dringlichkeit geordnete Bedarfsübersicht mit Zuordnung zu Akteursgruppen und Kernfunktionen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== 3.2 Ist-Stand der vier Kernfunktionen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;background-color:#eef5fb;border-left:4px solid #5b9bd5;padding:0.7em 1em;margin:1em 0;&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Leitfrage:''' Welche Kernfunktionen werden durch bestehende Angebote / Dienste und Projekte bereits erfüllt – für welche Bestände, Akteure und Nutzungszwecke?&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Den Schwerpunkt der Ist-Analyse bildet die Frage, '''in welchem Umfang''' die vier zuvor bestimmten Kernfunktionen der Kulturerbe-Digitalisierung im sorbischen Kontext bereits erfüllt werden. Dabei reicht es nicht aus festzustellen, dass ein Projekt, eine Institution oder ein technisches System existiert. Zu prüfen ist vielmehr, welche Leistung tatsächlich verfügbar ist, welche Kulturgutträger und Bestände sie erreicht und welche Lücken verbleiben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für jede Kernfunktion sollte möglichst nach einer einheitlichen Logik untersucht werden:&lt;br /&gt;
* vorhandene Angebote, Systeme und Projekte&lt;br /&gt;
* verantwortliche Betreiber beziehungsweise Akteure&lt;br /&gt;
* Entwicklungs- und Betriebsstand&lt;br /&gt;
* erreichte Kulturgutträger, Bestände und Kulturgutarten&lt;br /&gt;
* abgedeckte Bedarfe&lt;br /&gt;
* technische und organisatorische Anschlussmöglichkeiten&lt;br /&gt;
* erkennbare Lücken, Risiken und offene Fragen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.2.1 Nachweisen, beschreiben und verknüpfen ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;background-color:#eef5fb;border-left:4px solid #5b9bd5;padding:0.7em 1em;margin:1em 0;&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Leitfrage:''' Wie vollständig und nutzbar werden sorbische Kulturgüter und Bestände heute nachgewiesen, beschrieben und miteinander verknüpft?&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die weitere Erhebung und Analyse insbesondere zu prüfen:&lt;br /&gt;
* Stand und tatsächlicher Funktionsumfang des Sorbischen/Wendischen Kulturregisters&lt;br /&gt;
* vorhandene institutionelle Kataloge, Inventare, Datenbanken und lokale Verzeichnisse&lt;br /&gt;
* welche Kulturgutarten, Einrichtungen und Regionen bereits erfasst sind&lt;br /&gt;
* welche Bestände bislang nur lokal, analog oder überhaupt nicht systematisch nachgewiesen werden&lt;br /&gt;
* verwendete Metadaten, Identifikatoren und Normdaten&lt;br /&gt;
* Möglichkeiten zur Übernahme beziehungsweise Verknüpfung bestehender Daten&lt;br /&gt;
* Anschlussmöglichkeiten:&lt;br /&gt;
** direkte Erfassung kleinerer Träger,&lt;br /&gt;
** Datenimport beziehungsweise Schnittstellen größerer Einrichtungen&lt;br /&gt;
* Mehrsprachigkeit und Umgang mit ober- und niedersorbischen Bezeichnungen&lt;br /&gt;
* Verhältnis zwischen institutionellen Beschreibungen, historischen Fremdbezeichnungen und sorbischen beziehungsweise lokalen Selbstbezeichnungen&lt;br /&gt;
* vorhandene Funktionen für Digitalisierungsstatus, Rechteinformationen und Priorisierung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.2.2 Digitalisieren und Qualität sichern ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;background-color:#eef5fb;border-left:4px solid #5b9bd5;padding:0.7em 1em;margin:1em 0;&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Leitfrage:''' Welche Kulturgüter können heute in welcher Qualität und Kapazität digitalisiert werden, und welche Kulturgutträger können diese Leistungen tatsächlich nutzen?&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die weitere Erhebung und Analyse insbesondere zu prüfen:&lt;br /&gt;
* aktueller Stand des Digitalisierungszentrums und weiterer Digitalisierungsangebote&lt;br /&gt;
* verfügbare technische Verfahren für unterschiedliche Kulturgutarten, beispielsweise:&lt;br /&gt;
** Schriftgut,&lt;br /&gt;
** Fotografien,&lt;br /&gt;
** Bücher und Zeitschriften,&lt;br /&gt;
** Tonaufnahmen,&lt;br /&gt;
** Film und Video,&lt;br /&gt;
** dreidimensionale Objekte&lt;br /&gt;
* stationäre, mobile und extern vergebene Digitalisierung&lt;br /&gt;
* vorhandene Kapazitäten und erkennbare Engpässe&lt;br /&gt;
* Zugangsmöglichkeiten für kleine und ehrenamtlich arbeitende Kulturgutträger&lt;br /&gt;
* Beratung vor der Digitalisierung&lt;br /&gt;
* Anforderungen an Vorbereitung, Metadaten und Rechteklärung&lt;br /&gt;
* vorhandene Qualitätsstandards und Qualitätskontrolle&lt;br /&gt;
* Unterstützung bei Ausschreibung beziehungsweise Beauftragung externer Dienstleister&lt;br /&gt;
* bisherige Digitalisierungsprojekte und deren Ergebnisse&lt;br /&gt;
* besonders gefährdete Bestände, für die kurzfristig Digitalisierungskapazität benötigt wird&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.2.3 Langfristig erhalten ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;background-color:#eef5fb;border-left:4px solid #5b9bd5;padding:0.7em 1em;margin:1em 0;&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Leitfrage:''' Für welche digitalen Bestände ist die langfristige Erhaltung organisatorisch und technisch tatsächlich abgesichert? &amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die weitere Erhebung und Analyse insbesondere zu prüfen:&lt;br /&gt;
* vorhandene Repositorien, digitale Archive und Speicherlösungen&lt;br /&gt;
* welche Einrichtungen bereits Digitalisate dauerhaft übernehmen können&lt;br /&gt;
* welche Digitalisate derzeit lediglich lokal oder projektbezogen gespeichert werden&lt;br /&gt;
* Unterschied zwischen:&lt;br /&gt;
** Ablage beziehungsweise Speicherung,&lt;br /&gt;
** Datensicherung,&lt;br /&gt;
** institutionellem Repositorium,&lt;br /&gt;
** digitaler Langzeiterhaltung;&lt;br /&gt;
* Verantwortlichkeiten für Übernahme, Erhaltung und spätere Datenmigration&lt;br /&gt;
* verwendete Master- und Nutzungsdateien&lt;br /&gt;
* Sicherungskopien, Prüfsummen und Wiederherstellungsverfahren&lt;br /&gt;
* verwendete beziehungsweise vorgesehene Erhaltungsmetadaten&lt;br /&gt;
* Möglichkeiten für kleinere Kulturgutträger, ihre Digitalisate an ein geeignetes Repositorium zu übergeben&lt;br /&gt;
* vorhandene Schnittstellen zwischen Digitalisierung und Repositorium&lt;br /&gt;
* organisatorische und finanzielle Absicherung des langfristigen Betriebs&lt;br /&gt;
* Digitalisate beziehungsweise Projekte identifizieren, deren dauerhafte Erhaltung derzeit ungeklärt ist&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.2.4 Zugänglich machen und Nutzung ermöglichen ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;background-color:#eef5fb;border-left:4px solid #5b9bd5;padding:0.7em 1em;margin:1em 0;&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Leitfrage:''' Welche digitalisierten Inhalte sind für welche Zielgruppen auffindbar, verständlich und im rechtlich beziehungsweise kulturell zulässigen Umfang nutzbar?&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die weitere Erhebung und Analyse insbesondere zu prüfen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* vorhandene Präsentations- und Nutzungssysteme, Portale und Online-Ausstellungen&lt;br /&gt;
* Funktion und Entwicklungsstand von Sorabicon sowie weiteren relevanten Angeboten&lt;br /&gt;
* welche Kulturgüter und Bestände bereits öffentlich zugänglich sind&lt;br /&gt;
* welche Zielgruppen angesprochen werden:&lt;br /&gt;
** Öffentlichkeit,&lt;br /&gt;
** Bildung,&lt;br /&gt;
** Forschung,&lt;br /&gt;
** sorbische Gemeinschaft,&lt;br /&gt;
** Tourismus und Kulturvermittlung;&lt;br /&gt;
* Ober- und Niedersorbisch sowie weitere benötigte Sprachen in Oberfläche, Metadaten und Inhalten&lt;br /&gt;
* Qualität der Kontextualisierung und Vermittlung&lt;br /&gt;
* Möglichkeiten für:&lt;br /&gt;
** Download,&lt;br /&gt;
** Zitation,&lt;br /&gt;
** Datenexport,&lt;br /&gt;
** Programmierschnittstellen,&lt;br /&gt;
** wissenschaftliche und kreative Nachnutzung&lt;br /&gt;
* Rechte- und Lizenzinformationen&lt;br /&gt;
* abgestufte Zugangsmöglichkeiten für sensible beziehungsweise eingeschränkt zugängliche Inhalte&lt;br /&gt;
* Barrierefreiheit beziehungsweise Barrierearmut&lt;br /&gt;
* Aktualisierung und Pflege präsentierter Inhalte&lt;br /&gt;
* soweit verfügbar tatsächliche Nutzung, Reichweite und Nachnutzung erfassen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.2.5 Zusammenspiel der Kernfunktionen in bestehenden Projekten ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;background-color:#eef5fb;border-left:4px solid #5b9bd5;padding:0.7em 1em;margin:1em 0;&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Leitfrage:''' Bei welchen bestehenden Vorhaben funktioniert der Weg vom Kulturgut über Erfassung und Digitalisierung bis zur langfristigen Erhaltung und Nutzung bereits durchgängig – und an welchen Übergängen bestehen Lücken?&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Neben dem Stand der einzelnen Kernfunktionen ist zu prüfen, '''ob diese auch tatsächlich zu einer durchgängigen Prozesskette verbunden sind'''. Ein vorhandenes Register, ein Digitalisierungszentrum, ein Repositorium und ein Präsentationsportal ergeben noch nicht automatisch einen funktionierenden Gesamtprozess.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die weitere Erhebung und Analyse insbesondere zu prüfen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* geeignete bestehende Projekte beziehungsweise Pilotvorhaben auswählen&lt;br /&gt;
* für diese Projekte die vollständige Prozesskette nachvollziehen:&lt;br /&gt;
** Erfassen,&lt;br /&gt;
** Registrieren,&lt;br /&gt;
** Bewerten und priorisieren,&lt;br /&gt;
** Digitalisieren,&lt;br /&gt;
** Archivieren beziehungsweise langfristig erhalten,&lt;br /&gt;
** Präsentieren und nachnutzen;&lt;br /&gt;
* untersuchen, welche Systeme und Akteure an den Übergaben beteiligt sind&lt;br /&gt;
* prüfen, ob Metadaten gemeinsam mit den Dateien weitergegeben werden&lt;br /&gt;
* prüfen, ob Rechte- und Zugangsangaben entlang der Prozesskette erhalten bleiben&lt;br /&gt;
* vorhandene manuelle Medienbrüche beziehungsweise Mehrfacherfassungen identifizieren&lt;br /&gt;
* unklare Zuständigkeiten und Übergabepunkte sichtbar machen&lt;br /&gt;
* positive Beispiele für bereits funktionierende Prozessketten dokumentieren&lt;br /&gt;
* aus Pilotprojekten bekannte Aufwände, Engpässe und Lernerfahrungen aufnehmen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== 3.3 Gemeinsame Regeln, Zusammenarbeit und dauerhafter Betrieb ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;background-color:#eef5fb;border-left:4px solid #5b9bd5;padding:0.7em 1em;margin:1em 0;&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Leitfrage:''' Sind die übergreifenden Voraussetzungen vorhanden, damit die einzelnen Angebote gemeinsam, verlässlich und dauerhaft funktionieren?&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Neben den einzelnen Kernfunktionen ist zu prüfen, ob '''gemeinsame organisatorische und fachliche Voraussetzungen''' vorhanden sind, damit die verschiedenen Angebote zusammenarbeiten und dauerhaft betrieben werden können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieser Abschnitt soll keine allgemeine oder abstrakte Governance-Analyse darstellen. Untersucht werden nur solche übergreifenden Fragen, die konkrete Auswirkungen auf die Digitalisierung des Kulturerbes und die spätere Ableitung von Maßnahmen haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.3.1 Zuständigkeiten, Beteiligung und Freigaben ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;background-color:#eef5fb;border-left:4px solid #5b9bd5;padding:0.7em 1em;margin:1em 0;&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Leitfrage:''' Wer entscheidet verbindlich über Auswahl, Priorisierung, Beschreibung, Digitalisierung, Veröffentlichung und Zugang, und wie sind die Kulturgutträger dabei beteiligt?&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
''Für die weitere Erhebung und Analyse insbesondere zu prüfen:''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* formelle und informelle Zuständigkeiten der beteiligten Institutionen&lt;br /&gt;
* Entscheidungsrechte bei Auswahl und Priorisierung von Beständen&lt;br /&gt;
* Verantwortlichkeiten für Rechteklärung und Veröffentlichung&lt;br /&gt;
* Beteiligung der jeweiligen Kulturgutträger&lt;br /&gt;
* Beteiligung sorbischer Fachleute und Angehöriger der Gemeinschaft bei kulturell sensiblen Inhalten&lt;br /&gt;
* vorhandene Freigabe- und Sperrverfahren&lt;br /&gt;
* Umgang mit nachträglichen Korrekturen oder Einschränkungen&lt;br /&gt;
* erkennbare Überschneidungen beziehungsweise ungeklärte Zuständigkeiten&lt;br /&gt;
* vorhandene Gremien oder Koordinierungsstrukturen&lt;br /&gt;
* prüfen, an welchen Stellen verbindliche Zuständigkeiten fehlen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.3.2 Gemeinsame Standards und Anschlussmöglichkeiten ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;background-color:#eef5fb;border-left:4px solid #5b9bd5;padding:0.7em 1em;margin:1em 0;&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Leitfrage:''' Welche gemeinsamen Regeln ermöglichen es unterschiedlichen Kulturgutträgern, Daten und Digitalisate in eine gemeinsame Infrastruktur einzubringen und zwischen den Kernfunktionen weiterzugeben?&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die weitere Erhebung und Analyse insbesondere zu prüfen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* vorhandene gemeinsame Metadatenstandards beziehungsweise Pflichtfelder&lt;br /&gt;
* verwendete Fachstandards einzelner Einrichtungen&lt;br /&gt;
* gemeinsame Regeln für Ober- und Niedersorbisch&lt;br /&gt;
* Dateiformate und Qualitätsanforderungen für unterschiedliche Kulturgutarten&lt;br /&gt;
* Identifikatoren und Normdaten&lt;br /&gt;
* Rechte- und Lizenzinformationen&lt;br /&gt;
* technische Schnittstellen und Datenexporte&lt;br /&gt;
* Übernahme vorhandener institutioneller Metadaten&lt;br /&gt;
* einfache Erfassungswege für kleinere Kulturgutträger&lt;br /&gt;
* Schnittstellen für Einrichtungen mit bestehenden Fachsystemen&lt;br /&gt;
* Möglichkeiten zur Weitergabe von Daten zwischen Register, Digitalisierung, Repositorium und Präsentation&lt;br /&gt;
* prüfen, wo fehlende Standards oder inkompatible Systeme den Austausch derzeit behindern&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.3.3 Personal, Finanzierung und Betreiberverantwortung ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;background-color:#eef5fb;border-left:4px solid #5b9bd5;padding:0.7em 1em;margin:1em 0;&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Leitfrage:''' Welche zentralen Leistungen sind dauerhaft personell, organisatorisch und finanziell abgesichert, und welche hängen noch von befristeten Projekten oder einzelnen Personen ab?&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die weitere Erhebung und Analyse insbesondere zu prüfen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Betreiber beziehungsweise verantwortliche Stellen für die vier Kernfunktionen&lt;br /&gt;
* dauerhafte Stellen gegenüber befristeten Projektstellen&lt;br /&gt;
* vorhandene beziehungsweise geplante Finanzierungsmodelle&lt;br /&gt;
* laufende Betriebs- und Pflegekosten&lt;br /&gt;
* personelle Kapazitäten und erkennbare Schlüsselpersonenrisiken&lt;br /&gt;
* Unterstützung kleiner und ehrenamtlich geführter Einrichtungen&lt;br /&gt;
* Finanzierung von&lt;br /&gt;
** Beratung,&lt;br /&gt;
** Digitalisierung,&lt;br /&gt;
** Speicher und Langzeiterhaltung,&lt;br /&gt;
** Datenpflege,&lt;br /&gt;
** Rechteklärung,&lt;br /&gt;
** technischer Wartung und Weiterentwicklung;&lt;br /&gt;
* Übergang von geförderten Projekten in einen dauerhaften Regelbetrieb&lt;br /&gt;
* vorhandene Betriebs-, Kooperations- und Übergabevereinbarungen&lt;br /&gt;
* erkennbare Risiken bei Auslaufen einzelner Förderungen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== 3.4 Gesamtbewertung und vorrangiger Handlungsbedarf ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;background-color:#eef5fb;border-left:4px solid #5b9bd5;padding:0.7em 1em;margin:1em 0;&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Leitfrage:''' Welche Bedarfe sind bereits ausreichend abgedeckt, wo liegen die entscheidenden Lücken und welche davon sollten vorrangig bearbeitet werden? &amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Ergebnisse der vorangegangenen Abschnitte werden abschließend zusammengeführt. Ziel ist noch nicht die vollständige Formulierung konkreter Maßnahmen, sondern zunächst eine begründete Bewertung des Ist-Standes und der wichtigsten Lücken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dabei sollte insbesondere unterschieden werden zwischen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* unmittelbar gefährdeten Kulturgütern beziehungsweise Beständen,&lt;br /&gt;
* strukturellen Lücken, die weitere Digitalisierungsschritte blockieren,&lt;br /&gt;
* fehlenden oder nur teilweise verfügbaren Kernfunktionen,&lt;br /&gt;
* nicht dauerhaft abgesicherten Angeboten,&lt;br /&gt;
* Verbesserungsmöglichkeiten bei bereits grundsätzlich funktionierenden Strukturen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die abschließende Bewertung insbesondere zu prüfen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Ergebnisse aus Akteurs-, Bestands- und Bedarfserhebung zusammenführen&lt;br /&gt;
* für jede der vier Kernfunktionen die wichtigsten Stärken und Lücken benennen&lt;br /&gt;
* übergreifende strukturelle Probleme aus Zuständigkeiten, Standards, Betrieb und Finanzierung ergänzen&lt;br /&gt;
* unterscheiden zwischen:&lt;br /&gt;
** fehlender Leistung,&lt;br /&gt;
** unzureichender Kapazität,&lt;br /&gt;
** fehlender Bekanntheit beziehungsweise Zugänglichkeit,&lt;br /&gt;
** fehlender Verbindung bestehender Angebote,&lt;br /&gt;
** ungeklärter Zuständigkeit,&lt;br /&gt;
** fehlender dauerhafter Absicherung;&lt;br /&gt;
* Dringlichkeit begründen, insbesondere anhand von:&lt;br /&gt;
** Verlustgefahr,&lt;br /&gt;
** blockierenden Abhängigkeiten,&lt;br /&gt;
** Anzahl beziehungsweise Bedeutung betroffener Kulturgutträger,&lt;br /&gt;
** kultureller und sprachlicher Bedeutung,&lt;br /&gt;
** Aufwand und Realisierbarkeit;&lt;br /&gt;
* offene Informationslücken ausdrücklich kennzeichnen&lt;br /&gt;
* aus den ermittelten Lücken anschließend Handlungsbedarfe ableiten&lt;br /&gt;
* konkrete Lösungsmaßnahmen erst im folgenden Maßnahmen- beziehungsweise Soll-Abschnitt festlegen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mögliche zusammenfassende Bewertungsmatrix:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot; style=&amp;quot;width:100%;&amp;quot;&lt;br /&gt;
! Bereich&lt;br /&gt;
! Belegter Ist-Stand&lt;br /&gt;
! Abgedeckte Bedarfe&lt;br /&gt;
! Lücke / Risiko&lt;br /&gt;
! Dringlichkeit&lt;br /&gt;
! Daraus abgeleiteter Handlungsbedarf&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| ''Beispiel: Nachweisen und Registrieren''&lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| ''Beispiel: Digitalisieren''&lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| ''Beispiel: Langfristig erhalten''&lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| ''Beispiel: Zugänglich machen und nutzen''&lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| ''Beispiel: gemeinsame Standards / Zusammenarbeit''&lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= Referenzen =&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Měrko Šenk</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://koncept.serbski-inkubator.de/index.php?title=12.3_Digitalisierung_des_Kulturerbes&amp;diff=1213</id>
		<title>12.3 Digitalisierung des Kulturerbes</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://koncept.serbski-inkubator.de/index.php?title=12.3_Digitalisierung_des_Kulturerbes&amp;diff=1213"/>
		<updated>2026-10-29T16:52:16Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Měrko Šenk: /* 3.2.5 Erste Befunde */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;= 1 Einleitung =&lt;br /&gt;
Die Digitalisierung von sorbischem Kulturerbe ist eine historische Chance für uns Sorben, eine Chance, unser kulturelles Erbe neu zu entdecken, es für kommende Generationen zu erhalten, für eine breitere Öffentlichkeit zugänglich zu machen und dabei die eigene Deutungshoheit zu stärken. Das erfordert neben Mut, einer klaren gemeinsamen Vision, starker Zusammenarbeit zwischen den beteiligten Akteuren auch die notwendigen Ressourcen in Form von Personal mit entsprechenden Kompetenzen, passender Technik sowie einer nachhaltig gesicherten Finanzierung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im folgenden Abschnitt werden Zielbilder für die Digitalisierung des sorbischen Kulturerbes entworfen mittels lang- und kurzfristiger Visionen sowie konkreter Ziele.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== 1.1 Vision und Ziele für die sorbische digitale Welt ==&lt;br /&gt;
'''Vision'''&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
''Sorbisches materielles und immaterielles Kulturerbe ist systematisch digital erfasst, rechtssicher und langfristig gesichert, leicht auffindbar, offen nutzbar und wird aktiv von Interessierten genutzt.''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Konkrete Ziele'''&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Bis 2032 ist ein tragfähiges, finanziell und organisatorisch abgesichertes Modell etabliert, das:&lt;br /&gt;
* Ein zentrales (oder föderiertes) digitales Langzeitarchiv nach OAIS-Referenzmodell betreibt,&lt;br /&gt;
* klare Zuständigkeiten, Prozesse und Budgets definiert,&lt;br /&gt;
* regelmäßige Qualitätssicherung und Technik-Updates vorsieht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bis 2030 sind wichtige sorbische Kulturerbe-Bestände (Kernbestände nach fachlicher Festlegung) in hoher Qualität digitalisiert, beschrieben und im Langzeitarchiv gesichert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bis 2028 liegt eine institutionenübergreifende Übersicht über relevante Kulturerbe-Bestände (analog und digital, materiell und immateriell) vor, einschließlich einer Prioritätenliste für die Digitalisierung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bis 2028 existiert ein zentrales, nutzerfreundliches „Sorbisches Kulturerbe-Portal“, das:&lt;br /&gt;
* Suchzugang über alle teilnehmenden Institutionen ermöglicht,&lt;br /&gt;
* grundlegende Inhalte frei zugänglich bereitstellt,&lt;br /&gt;
* mehrsprachige Oberflächen anbietet (Deutsch, Obersorbisch, Niedersorbisch, Englisch).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= 2 Ist-Analyse „Digitalisierung von Kulturerbe“ =&lt;br /&gt;
Das Ziel in diesem Themenbereich ist es, sorbisches Kulturerbe digital zu verwalten und damit langfristig für Recherche, Nutzung und Präsentation vorzuhalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Abschnitt &amp;quot;IST-Analyse“ werden die folgenden Fragen beantwortet: Was ist sorbisches Kulturerbe und was zählt alles dazu? Welche Schritte durchläuft ein Kulturgut, um zum digitalen Kulturerbe zu gehören? Wie können die digitale Verwaltung, Archivierung, Nutzung und Präsentation von Kulturgütern umgesetzt werden?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die grundlegenden Terminologien des Kulturerbes sollen im Folgenden festgelegt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== 2.1 Terminologie – von Kultur zu Kulturerbe ==&lt;br /&gt;
In diesem Abschnitt werden die Begriffe rund um das Kulturerbe grundlegend definiert. Es soll ein Verständnis über die Begriffe Kultur, kulturelle Ausprägung, Kulturgut und Kulturerbe erreicht werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Dataja:Wobraz_K1.png|center|260px]]&amp;lt;ref&amp;gt;Mermaid Flowchart Code: [https://mermaid.live/edit#pako:eNpF0UtuwyAQBuCroFlaTuRHTGMvKuWxq7pqV627IGZso2CIMChtk9ymN-nFimmasmJGfP-AOEGjOUIFrdTHpmfGkudtrWpF_Fq9RtGDk9aZKHojU-_aJ7PZ_bmGgSnR4mgFejaKpidC1XAmq8zDfYAoJZKVG7lxzX5stRl81C0_uwYdheGEubHD4_dXLy1hcpyC1rcLdM4GOLH1Ve2E5Gj9TPLkhgEnsLkBNDsMAmLojOBQWeMwhgHNwKYSTuFBYHucbOW3HFvmcQ21unh2YOpF6-FPGu26HqrW381X7sCZxa1gnWH_R1BxNBvtlIUqTUMEVCd49xVdzpeLMs1pXmRFXiY0hg-o8iyZL_LFXZaVSTJ1LzF8hqHJnBZ5WhZLWt5RmtIsBuTCavP4-2Hh3y4_NXaMmw hier klicken], abgerufen am 22.09.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.1.1 Kultur ===&lt;br /&gt;
Kultur bezeichnet hier die Gesamtheit aller '''vom Menschen geschaffenen und erlernten Ausdrucksformen''' des Lebens, die auf gemeinsamen Werten und Verhaltensweisen beruhen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;wiki-kultur&amp;quot;&amp;gt;URL: https://de.wikipedia.org/wiki/Kultur&amp;lt;/ref&amp;gt; Dazu zählen '''materielle Ergebnisse''' (z. B. Kunstwerke, Technik) ebenso wie '''immaterielle Praktiken''' (Sprache, Bräuche, Wissen). Kultur umfasst laut der UNESCO geistige, materielle, intellektuelle und emotionale Merkmale, die eine Gesellschaft oder soziale Gruppe kennzeichnen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;mondiacult&amp;quot;&amp;gt;UNESCO 1982: Mexico City Declaration on Cultural Policies (MONDIACULT). URL: https://www.lacult.unesco.org/docc/1982_MONDIACULT.pdf&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;ref name=&amp;quot;cultureaction&amp;quot;&amp;gt;Culture Action Europe 2024: The State of Culture report. URL: https://cultureactioneurope.org/de/news/the-state-of-culture-report-published, abgerufen am 01.10.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;  Sie ist dynamisch und wird von jeder Generation neu gestaltet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das deutsche Wort „Kultur“ ist eine Eindeutschung des lateinischen Worts „cultura“. Dieses bedeutet ursprünglich „Bebauung, Bearbeitung, Bestellung, Pflege“ und meinte sowohl die physische Bearbeitung als auch die Pflege geistiger Güter, z. B. der Sprache.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.1.2 Kulturelle Ausdrucksform ===&lt;br /&gt;
Eine kulturelle Ausdrucksform ist eine '''konkrete, gegenwärtige oder historische, Manifestation von Kultur''', bspw. eine Zeichnung, eine Tracht oder ein Lied: Sie macht die Kultur sichtbar und erlebbar. Im engeren Sinne ist es eine Ausdrucksweise, die aus der Kreativität einer Person, Gruppe oder Gesellschaft entsteht und '''kulturellen Inhalt''' trägt (symbolische Bedeutung, künstlerische Dimension, kulturelle Werte).&amp;lt;ref&amp;gt;Österreichische UNESCO-Kommission 2007: Übereinkommen zum Schutz und zur Förderung der Vielfalt kultureller Ausdrucksformen, Art. 4, Seite 13. URL: https://www.unesco.at/fileadmin/Redaktion/Publikationen/Publikations-Dokumente/2005er_UNESCO-Convention_German.pdf, abgerufen am 22.09.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt; Sie wird innerhalb und zwischen Gemeinschaften weitergegeben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Alle kulturellen Ausdrucksformen bilden einen wesentlichen Kern von Kultur, aber Kultur enthält auch latente Dimensionen (Werte, Normen, Vorannahmen etc.), die nicht unmittelbar als Ausdrucksform erscheinen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.1.3 Kulturgut ===&lt;br /&gt;
Ein „Kulturgut“ ist '''eine einzelne kulturelle Ausdrucksform''', der ein '''besonderer kultureller Wert zugemessen wird''' (durch Anerkennung, Schutz, Bedeutung). Es ist somit ein Erzeugnis menschlicher Kreativität oder Zeugnis menschlichen Lebens, welches '''Bedeutung für die Kultur einer Gemeinschaft''' hat und daher '''Bestand haben und bewahrt werden soll'''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die '''Summe aller Kulturgüter''' einer Gemeinschaft wird als dessen '''Kulturerbe''' bezeichnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.1.4 Kulturerbe ===&lt;br /&gt;
Kulturerbe ist die '''Summe der materiellen und immateriellen Ausdrucksformen''' (= Kulturgüter) einer Kultur, die als „'''bewahrenswert'''“ anerkannt wurden. International umfasst das u. a. das '''Welterbe''' (Denkmäler, Ensembles, Stätten)&amp;lt;ref&amp;gt;UNESCO (1972), Welterbekonvention, Art. 1. URL: https://www.dnk.de/wp-content/uploads/2021/02/1972_DNK_UNESCO-Welterbekonvention.pdf (abgerufen am 11.09.2025).&amp;lt;/ref&amp;gt; und das '''Immaterielles Kulturerbe''' (Praktiken, Wissen).&amp;lt;ref&amp;gt;Deutsche UNESCO-Kommission o. J.:, Übereinkommen zur Erhaltung des immateriellen Kulturerbes (dt. Ausgabe). URL: https://www.unesco.de/assets/dokumente/Deutsche_UNESCO-Kommission/02_Publikationen/Publikation_UNESCO-%C3%9Cbereinkommen_zur_Erhaltung_des_immateriellen_Kulturerbes_01.pdf, (abgerufen am 11.09.2025).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ob etwas „zum Kulturerbe“ zählt, ist Ergebnis von Bewertung, Diskurs und teils formellen Verfahren. Dem Sorbischen Kulturregister (SKR) zufolge ist „sorbisch-wendisches Kulturerbe“ eine Zuschreibung, die durch Gesellschaft, Museen, Archive und Wissenschaft erfolgen kann.&amp;lt;ref&amp;gt;Sorbisches Institut 2025: Konzept für ein Sorbisches Kulturregister (SKR). URL: https://www.serbski-institut.de/wp-content/uploads/2021/11/00_Zweite-aktualisierte-Fassung_Konzept_Sorbisches-Kulturregister_20.11.2025.pdf, abgerufen am 20.11.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.1.5 Abgrenzung: Kultur und Kulturerbe ===&lt;br /&gt;
'''Kultur / Kulturelle Ausdrucksform''' sind als Begriffe weiter gefasst als '''Kulturgut / Kulturerbe'''. Kulturelle Ausdrucksformen umfassen alles Gelebte und Gestaltete einer Gemeinschaft in Gegenwart und Vergangenheit, während Kulturgut / Kulturerbe diejenigen kulturellen Güter und Traditionen meint, denen eine Bedeutung beigemessen wurde und die als bewahrens- und weitergebenswert erkannt wurden. Kultur ist der „aktuelle“ kreative Prozess (einschließlich Popkultur, Alltagskultur), Kulturerbe der daraus überkommene Schatz. Dennoch sind die Grenzen fließend: Was heute nur Kultur ist, kann morgen zum Kulturerbe erklärt werden – abhängig von Wertzuschreibung und Diskurs.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Rahmen dieses Dokuments werden für den sorbischen Kontext die Begriffe '''„kulturelle Ausdrucksform“''' und '''„Kulturgut“''' weitgehend '''synonym''' verwendet, sofern nicht ausdrücklich anders gekennzeichnet. Hintergrund ist, dass die Gesamtzahl der identifizierbaren kulturellen Ausdrucksformen einer kleinen Minderheit wie der Sorben/Wenden im Vergleich zu großen Mehrheitsgesellschaften überschaubar ist. Zugleich ist der Anteil dieser Ausdrucksformen, denen in der Community ein besonderer Wert beigemessen wird und die daher faktisch als Kulturgut wahrgenommen und behandelt werden, sehr hoch: Ein großer Teil des gelebten kulturellen Repertoires wird als identitätsstiftend und bewahrenswert verstanden und damit dem Kulturerbe zugerechnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== 2.2 Klassifizierung von Kulturgütern ==&lt;br /&gt;
Im Folgenden soll eine griffige Klassifizierung von Kulturgütern entwickelt werden, so dass pro Kulturgut-Klasse später auf die Besonderheiten ihrer Digitalisierung eingegangen werden kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Dataja:Wobraz_K2.png|center|600px]]&amp;lt;ref&amp;gt;Mermaid Flowchart Code: [https://mermaid.live/edit#pako:eNptlM9u00AQxl9ltFWoFDlp_C9OjISU2KSgUCq1BSRIDxt77Syxd6v1mkKjSDwBlThw4YCEeuXOoeLSN-EF4BHYjZOQQG67-32_2ZnZsWco4jFBPqrVZpRR6cNsP8n4ZTTBQu7rHVP66QWOKEvV3nQM2BeYTf8eea35fF6rjdiIrUl4cjJiAMPDV_X6sMxkKdJS1uvnvu9PtRGgp5ReE46wJIKSLIOf779CycbkkqQZjSb1Ovz-cv351_drDWGN9BXS_xfZBj7dLoGxBgIFBE14nOcrZGH68E07Iu0IlSNsQkhTKnGlfvyh1bjKcngIjcYD6G2s-xvrYGMdLuuqAFOXZ0IflzFh0xxn5OBU3t1ISZhqw6KaKpo29k04jSaCJrLq0oZsa9mCAZc8FTihhBnQp1ksxd1NSsS22dFmG3oMZzwl0HveONtlc7XNATtsHI9fk6kkC3nRsKoqnVNgwrFQaUOvLGJRRtMi4SJfZ790WtppQYhFIVV7CYsJDO9uWbEMujbqOgIbTqgsddB7MCD_eXT6gQMvaFEQBlclPMVqcA6eMfqGiKLMt926isCFM4FjKiln-voCHmEWXxIxXZcUVo-jSwrVe3DBGvHqtc83DLqS0FpNAi3wRluiDBdFSBIYQ0KzzN_r265jPjQinnHh7yVJYhRS8ClZKfe3KLyk2oHneuEuqlK2qWhJWYPOwGnvoiplm4qXVMd17V5rF1UpikIGSgWNkS9FSQyUE5FjvUUzHXGE5ITkZIR8tYxJgtVXPEIjNlfYBWYvOc9XpOBlOkF-grNC7cqLWPUupFjNa74-FXo0RMBLJpFvWtYiCPJn6C3yG7bTNO2u6Tidrue0W13HQO_Usdtquuqg1bG6TtvzPNuZG-hqcXGr2baV5NhuyzId13XbBiJqDrg4qn5ni7_a_A_W9oMu hier klicken], abgerufen am 22.09.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.2.1 A. Materiell - unbeweglich 🏛️ ===&lt;br /&gt;
„Materiell - unbeweglich&amp;quot; bezeichnet ortsfeste Kulturobjekte wie Bauwerke, Ensembles, Gebäudekomplexe und Stätten/Kulturlandschaften, wie sie in Art. 1 der UNESCO-Welterbekonvention als Kategorien des kulturellen Erbes definiert sind.&amp;lt;ref&amp;gt;UNESCO World Heritage Centre o. J.: Convention Concerning the Protection of the World Cultural and Natural Heritage, Artikel 1. URL: https://whc.unesco.org/en/conventiontext/, abgerufen am 01.10.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.2.2 B. Materiell - beweglich 🖼️ ===&lt;br /&gt;
Die Kategorie „Materiell - beweglich&amp;quot; umfasst bewegliche Sachen bzw. Sachgesamtheiten von kulturellem Wert (z. B. Objekte, Sammlungen), wie sie das deutsche Kulturgutschutzgesetz (§ 2 KGSG)&amp;lt;ref&amp;gt;Deutschland 2016: Kulturgutschutzgesetz (KGSG), § 2. URL: https://www.buzer.de/2_KGSG.htm, abgerufen am 01.10.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt; als „Kulturgut“ beschreibt.&lt;br /&gt;
* B1 '''Schriftgut''' - Bücher, Zeitungen, Handschriften, Archivgut, Graphiken, Pläne, Karten&lt;br /&gt;
* B2 '''Fotografien &amp;amp; Bildträger''' &lt;br /&gt;
** Fotografisch erzeugte statische Bildträger, auch Stillbildträger genannt, z. B. Positive/Negative auf Film/Platte/Photopapier, Dias, Abzüge, Mikrofilm/-fiche und vergleichbare fotografische Repro-Träger.&lt;br /&gt;
* B3 '''Analoge AV-Träger''' (Audio/Video/Film)&lt;br /&gt;
** Analoge zeitbasierte Medien, z. B. Magnetton (Tonband, Kassette), Schallplatte, Videobänder, Film.&lt;br /&gt;
* B4 '''3D-Objekte''' - Gegenstände, „sachkulturelle Artefakte“&amp;lt;ref&amp;gt;Sorbisches Institut o. J.: Konzept zum Digitalisierungszentrum am Sorbischen Institut, S. 24.&lt;br /&gt;
(Unveröffentlichtes Konzeptpapier; interne Projektunterlage.)&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.2.3 C. Immateriell 🎭 ===&lt;br /&gt;
Meint lebendige Praktiken, Darstellungen, Ausdrucksformen, Ideen, Werte, Wissen und Fertigkeiten, die von Gemeinschaften getragen und weitergegeben werden, gemäß der folgenden 5 UNESCO ICH-Domänen.&amp;lt;ref&amp;gt;UNESCO o. J.: Intangible Cultural Heritage – Five Domains. URL: https://ich.unesco.org/doc/src/01857-EN.pdf, abgerufen am 01.10.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* C1 '''Orale Traditionen/Ausdrucksformen''' - Sprache, Gesangstraditionen&lt;br /&gt;
* C2 '''Darstellende Künste''' - Musik, Tanz, Theater&lt;br /&gt;
* C3 '''Rituale &amp;amp; Feste''' - Bräuche und soziale Praktiken des Kalenders und Lebenslaufs&lt;br /&gt;
* C4 '''Wissen &amp;amp; Praktiken''' zu Natur &amp;amp; Universum - Heil- und Sammelkenntnisse, ökologisches und astronomisches Wissen, Glaube, Religion&lt;br /&gt;
* C5 '''Traditionelles Handwerk''' - Techniken, Werkzeuge und Gestaltungsmuster&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.2.4 D. Digital 💾 ===&lt;br /&gt;
Bezeichnet in digitaler Form vorliegende Ressourcen menschlichen Wissens und Ausdrucks. Diese können sowohl born-digital sein als auch digitalisierte Repräsentationen von materiellen und immateriellen Kulturgütern.&amp;lt;ref&amp;gt;UNESCO 2003: Charter on the Preservation of Digital Heritage. URL: https://www.unesco.org/en/legal-affairs/charter-preservation-digital-heritage, abgerufen am 01.10.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* D1 '''Born-digital''' (ursprünglich digital erzeugt, kein analoges Original), z. B. Webseiten, Social-Media-Beiträge, Software, Apps, Spiele, digitale Fotos/Audio/Video.&lt;br /&gt;
* D2 '''Digitalisate''' - Digitalisierte Repräsentationen/Derivate aus den Klassen A, B und C.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== 2.3 Begriffe und Kernfunktionen ==&lt;br /&gt;
Die vorherigen Abschnitte haben geklärt, was unter Kulturerbe verstanden wird und welche Arten von Kulturgütern unterschieden werden. Bevor der nachfolgende Abschnitt den Prozess der Kulturerbe-Digitalisierung beschreibt, werden in diesem Abschnitt die dafür wichtigsten Arbeitsbegriffe und Funktionen erläutert. Der Abschnitt soll dabei die Frage beantworten: Welche Arbeitsabläufe und Funktionen sind notwendig, damit Kulturgüter nicht nur digital erfasst, sondern auch gefunden, verstanden, gesichert und genutzt werden können?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Erläuterungen sollen eine gemeinsame und leicht verständliche Grundlage schaffen für alle, die an der Digitalisierung von Kulturerbe interessiert sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.3.1 Vom Kulturgut zur digitalen Repräsentation ===&lt;br /&gt;
Dieser Abschnitt erklärt, was bei einer Digitalisierung entsteht und wie sich das digitale Ergebnis vom ursprünglichen Kulturgut unterscheidet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
! Begriff&lt;br /&gt;
! Erklärung&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Digitalisierung von Kulturerbe'''&lt;br /&gt;
| Digitalisierung bezeichnet in diesem Konzept den gesamten zusammenhängenden Prozess: Kulturgüter erfassen, beschreiben und bewerten, digitale Repräsentationen erzeugen oder übernehmen, ihre Qualität prüfen, sie sichern und für die Nutzung zugänglich machen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;DFG2016&amp;quot;&amp;gt;Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) 2016: Praxisregeln „Digitalisierung“, insbesondere S. 13 und 41-44. URL: https://www.dfg.de/resource/blob/176108/898bf3574ad0ff3b1db525fa7d04c86c/12-151-v1216-de-data.pdf, abgerufen am 16.07.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Bei ursprünglich digital entstandenen Kulturgütern – auch ''born digital'' genannt – entfällt die Überführung aus einem analogen Original; die weiteren Aufgaben bleiben bestehen.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Digitalisat und digitale Repräsentation'''&lt;br /&gt;
| Ein '''Digitalisat''' ist ein digitales Abbild eines analogen Kulturguts, beispielsweise ein Scan einer Handschrift oder ein Foto eines Museumsobjekts. Der weitere Begriff '''digitale Repräsentation''' umfasst auch Audio-, Video- oder 3D-Dokumentationen einer immateriellen kulturellen Praxis. Die digitale Repräsentation ersetzt weder das materielle Kulturgut noch die lebendige Praxis.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Masterdatei und Nutzungsderivat'''&lt;br /&gt;
| Die '''Masterdatei''' ist die möglichst hochwertige und qualitätsgeprüfte Ausgangsdatei. Sie wird für die langfristige Sicherung und spätere Bearbeitungen aufbewahrt. Ein '''Nutzungsderivat''' ist eine daraus erzeugte, an einen bestimmten Zweck angepasste Datei, beispielsweise ein kleineres Bild für eine Internetseite.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Digitales Objekt'''&lt;br /&gt;
| Als '''digitales Objekt''' wird in diesem Konzept eine zusammengehörige digitale Einheit bezeichnet. Sie kann aus einer oder mehreren Dateien, den zugehörigen Metadaten und ihren Verknüpfungen bestehen. Ein digitales Objekt kann ein Digitalisat oder ein ursprünglich digital entstandenes Kulturgut sein.&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
''Beispiel:'' Das verzierte sorbische Osterei bleibt das materielle Kulturgut. Hochauflösende Fotografien, ein 3D-Modell und die dazugehörigen Beschreibungen bilden gemeinsam seine digitale Repräsentation.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.3.2 Vier Kernfunktionen ===&lt;br /&gt;
Als '''Kernfunktionen der Kulturerbe-Digitalisierung''' werden im Folgenden vier dauerhaft zu erfüllende Aufgabenbereiche bezeichnet. Sie beschreiben, was für eine nachhaltige Digitalisierung von Kulturerbe geleistet werden muss, unabhängig davon, welche Institution oder welches technische System die jeweilige Funktion übernimmt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
! Kernfunktion&lt;br /&gt;
! Typische organisatorisch-technische Umsetzung&lt;br /&gt;
! Hauptaufgabe&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Nachweisen, beschreiben und verknüpfen'''&lt;br /&gt;
| Register oder Katalog&lt;br /&gt;
| Macht sichtbar, welche Kulturgüter vorhanden sind, wo sie sich befinden und in welchem Zusammenhang sie stehen. Ein Registereintrag kann bereits bestehen, bevor ein Digitalisat angefertigt wurde. &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Digitalisieren und Qualität sichern'''&lt;br /&gt;
| Digitalisierungszentrum oder Digitalisierungsdienst&lt;br /&gt;
| Erzeugt bzw. übernimmt digitale Repräsentationen, prüft sie und bereitet Dateien und Metadaten für die weitere Verarbeitung vor. Geliefert werden bspw. geprüfte Masterdateien und Nutzungsderivate. &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Langfristig erhalten'''&lt;br /&gt;
| Repositorium oder digitales Langzeitarchiv&lt;br /&gt;
| Übernimmt Dateien und Metadaten, speichert und verwaltet sie und erhält sie über technische und organisatorische Veränderungen hinweg dauerhaft nutzbar.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Zugänglich machen und Nutzung ermöglichen'''&lt;br /&gt;
| Präsentations- und Nutzungssystem&lt;br /&gt;
| Führt beschreibende Informationen und digitale Medien für Nutzerinnen und Nutzer zusammen. Es ermöglicht beispielsweise Suche, Anzeige, Kontextualisierung, Vermittlung und – soweit zulässig – Nachnutzung. &lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese '''Kernfunktionen''' beschreiben zunächst nicht zwingend getrennte Institutionen oder Systeme. Eine Einrichtung kann mehrere Kernfunktionen übernehmen. Umgekehrt kann eine Kernfunktion auf mehrere Einrichtungen oder technische Systeme verteilt sein. Entscheidend sind klare Zuständigkeiten, verlässliche Übergaben und gemeinsame Standards.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vereinfacht lässt sich das Zusammenspiel so zusammenfassen:&lt;br /&gt;
# Das '''Register oder der Katalog''' beschreibt und verknüpft das Kulturgut.&lt;br /&gt;
# Der '''Digitalisierungsdienst''' erzeugt und prüft seine digitale Repräsentation.&lt;br /&gt;
# Das '''Repositorium oder digitale Archiv''' übernimmt und erhält die Dateien.&lt;br /&gt;
# Das '''Präsentationssystem''' führt Beschreibungen und Medien für die Nutzung zusammen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die konkrete Ausgestaltung kann zentral, dezentral oder als Verbund mehrerer Systeme erfolgen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.3.3 Register ===&lt;br /&gt;
Die folgende Tabelle erklärt, wie Kulturgüter so erfasst, beschrieben und verknüpft werden, dass sie eindeutig zugeordnet, wiedergefunden und nach einheitlichen Regeln weiterverarbeitet werden können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
! Begriff&lt;br /&gt;
! Erklärung&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Erschließung, Verzeichnung und Registrierung'''&lt;br /&gt;
| '''Erschließung''' ist der übergeordnete Vorgang, bei dem ein Kulturgut identifiziert, beschrieben und in seinen Zusammenhang eingeordnet wird. '''Verzeichnung''' bezeichnet seine strukturierte dokumentarische Beschreibung. '''Registrierung''' bedeutet die Aufnahme in ein konkretes Register, einen Katalog oder ein Sammlungssystem. Ein Kulturgut kann bereits registriert werden, bevor ein Digitalisat vorhanden ist.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Metadaten'''&lt;br /&gt;
| Metadaten sind strukturierte Informationen über ein Kulturgut und seine digitalen Repräsentationen. Dazu gehören beispielsweise Titel, Herkunft, beteiligte Personen, Ort, Zeit, kultureller Kontext, Rechte, Dateieigenschaften und Bearbeitungsschritte. Je nach Zweck werden beschreibende, technische, rechtliche und erhaltungsbezogene Metadaten unterschieden. Sie machen Kulturgüter auffindbar, verständlich, verwaltbar und langfristig nutzbar.&amp;lt;ref name=&amp;quot;PREMIS&amp;quot;&amp;gt;Library of Congress o. J.: PREMIS – Preservation Metadata: Implementation Strategies. Internationaler Standard für Erhaltungsmetadaten. URL: https://www.loc.gov/standards/premis/, abgerufen am 16.07.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Persistenter Identifikator'''&lt;br /&gt;
| Ein '''persistenter Identifikator''' ist eine dauerhafte und eindeutige Kennung für ein Kulturgut, einen Datensatz oder eine digitale Ressource. Die Kennung bleibt bestehen, auch wenn sich der technische Speicherort oder die Internetadresse ändern. Dadurch können Kulturgüter dauerhaft zitiert und zwischen Systemen verknüpft werden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;DFG2016&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Metadaten sind keine bloße Beigabe zu einer Datei. Ohne ausreichende Beschreibungen kann ein Digitalisat zwar technisch vorhanden sein, später aber kaum gefunden, verstanden oder zuverlässig zugeordnet werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.3.4 Digitalisierungsdienst und Archiv ===&lt;br /&gt;
Die folgende Tabelle erklärt was erforderlich ist, damit Kulturgüter digitalisiert werden und nicht nur heute gespeichert sind, sondern auch nach technischen und organisatorischen Veränderungen noch gefunden, verstanden und genutzt werden können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
! Begriff&lt;br /&gt;
! Erklärung&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Repositorium'''&lt;br /&gt;
| Ein '''Repositorium''', auch ''Repository'' genannt, ist eine verwaltete technische Umgebung, in der digitale Objekte und ihre Metadaten übernommen, gespeichert, geordnet, verwaltet und bereitgestellt werden. Ein Repositorium kann Teil eines digitalen Archivs sein. Nicht jedes Repositorium erfüllt jedoch automatisch alle Anforderungen der Langzeiterhaltung.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Digitales Archiv oder digitales Langzeitarchiv'''&lt;br /&gt;
| Ein digitales Archiv ist mehr als ein Server oder ein Speicherprogramm. Es verbindet eine verantwortliche Organisation, fachkundiges Personal, Regeln, Arbeitsabläufe und technische Systeme. Es übernimmt die Verantwortung dafür, digitale Informationen langfristig zu erhalten und für festgelegte Nutzergruppen zugänglich zu machen. Das internationale Referenzmodell '''Open Archival Information System''' (OAIS, offenes Archiv-Informationssystem) bietet hierfür einen fachlichen Rahmen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;OAIS2024&amp;quot;&amp;gt;Consultative Committee for Space Data Systems (CCSDS) 2024: Reference Model for an Open Archival Information System (OAIS), CCSDS 650.0-M-3, insbesondere S. 1-1–1-2 und 2-1–2-2. URL: https://ccsds.org/Pubs/650x0m3.pdf, abgerufen am 16.07.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Ingest oder kontrollierte Übernahme'''&lt;br /&gt;
| '''Ingest''' bezeichnet die kontrollierte Übernahme digitaler Dateien und Metadaten in ein Repositorium oder digitales Archiv. Dabei werden beispielsweise Vollständigkeit, Dateiformate, Metadaten und Dateiintegrität geprüft und die Übernahme dokumentiert.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Langzeitverfügbarkeit und digitale Langzeiterhaltung'''&lt;br /&gt;
| '''Langzeitverfügbarkeit''' ist das Ziel, digitale Inhalte über technische und organisatorische Veränderungen hinweg auffindbar, lesbar, verständlich und nutzbar zu halten. '''Digitale Langzeiterhaltung''' bezeichnet die dafür notwendigen fortlaufenden Maßnahmen. Dazu können mehrere Speicherorte, regelmäßige Prüfungen, Formatüberwachung, technische Migrationen und eine nachvollziehbare Dokumentation gehören. „Langfristig“ bezeichnet dabei keine feste Zahl von Jahren, sondern einen Zeitraum, in dem mit veränderten Technologien, Formaten und Nutzungsanforderungen gerechnet werden muss.&amp;lt;ref name=&amp;quot;OAIS2024&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Datensicherung oder Backup'''&lt;br /&gt;
| Ein '''Backup''' ist eine zusätzliche Sicherungskopie, aus der Dateien nach einem Verlust oder technischen Ausfall wiederhergestellt werden können. Backups sind notwendig, ersetzen aber keine Langzeiterhaltung: Sie regeln allein noch keine dauerhaften Zuständigkeiten, Metadaten, Formatüberwachung, Integritätsprüfungen oder langfristige Zugänglichkeit.&amp;lt;ref name=&amp;quot;DPCStorage&amp;quot;&amp;gt;Digital Preservation Coalition o. J.: Digital Preservation Handbook – Storage. URL: https://www.dpconline.org/handbook/organisational-activities/storage, abgerufen am 16.07.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Integrität und Authentizität'''&lt;br /&gt;
| '''Integrität''' bedeutet, dass unbeabsichtigte Veränderungen oder Beschädigungen einer Datei erkannt werden können. Dafür werden häufig Prüfsummen verwendet - digitale Kontrollwerte, die regelmäßig verglichen werden. '''Authentizität''' bedeutet, dass Herkunft, Identität und Bearbeitungsgeschichte eines digitalen Objekts nachvollziehbar sind und belegt werden kann, dass es das ist, was es zu sein vorgibt.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Dateiformat und Datenformat'''&lt;br /&gt;
| Ein '''Dateiformat''' legt den technischen Aufbau einer einzelnen Datei fest. Ein '''Datenformat''' beschreibt, wie Informationen strukturiert und zwischen Systemen ausgetauscht werden. Gut dokumentierte, verbreitete und möglichst offen beschriebene Formate erleichtern den Austausch und die langfristige Nutzung. Sie ersetzen jedoch keine aktive Langzeiterhaltung.&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Merksatz:''' Speichern ist nicht dasselbe wie langfristiges Erhalten. Auch ein vorhandenes Backup ist noch kein digitales Langzeitarchiv.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.3.5 Präsentationssystem ===&lt;br /&gt;
Die folgende Tabelle erklärt, wie aus langfristig gesicherten Dateien ein digitales Kulturerbe wird, das von Menschen gefunden, verstanden und sinnvoll genutzt werden kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
! Begriff&lt;br /&gt;
! Erklärung&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Zugänglichmachung und Präsentation'''&lt;br /&gt;
| '''Zugänglichmachung''' bedeutet, dass digitale Objekte auffindbar und im rechtlich sowie technisch zulässigen Umfang abrufbar sind. '''Präsentation''' geht darüber hinaus: Inhalte werden ausgewählt, miteinander verknüpft, erklärt und für bestimmte Zielgruppen vermittelt. Dazu gehören verständliche Kontextinformationen, klare Rechteangaben, Mehrsprachigkeit und möglichst barrierearme Zugänge. Abhängig von Rechten, personenbezogenen Daten oder kulturellen Schutzbedarfen kann der Zugang offen oder eingeschränkt sein.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Nutzung und Nachnutzung'''&lt;br /&gt;
| '''Nutzung''' umfasst beispielsweise das Betrachten, Lesen, Anhören, Erforschen oder Vermitteln eines digitalen Kulturguts. '''Nachnutzung''' bedeutet seine weitere Verwendung in einem neuen Zusammenhang, etwa in Bildung, Forschung, Publikationen, Ausstellungen, Anwendungen oder kreativen Werken. Dafür werden geeignete Dateien, verständliche Metadaten und klare Rechteinformationen benötigt.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Rechteinformation und Lizenz'''&lt;br /&gt;
| Eine '''Rechteinformation''' beschreibt den rechtlichen Status eines digitalen Objekts und mögliche Einschränkungen seiner Nutzung. Eine '''Lizenz''' räumt durch eine dazu berechtigte Person oder Institution konkrete Nutzungsrechte ein. Ein allgemeiner Rechtehinweis ist daher nicht automatisch eine Lizenz.&amp;lt;ref name=&amp;quot;RightsReuse&amp;quot;&amp;gt;RightsStatements.org o. J.: Standardisierte Rechtehinweise für online verfügbares Kulturerbe. URL: https://rightsstatements.org/de/, abgerufen am 16.07.2026. Creative Commons 2025: Recommended Licenses and Tools for Cultural Heritage Content. URL: https://creativecommons.org/2025/07/09/recommended-licenses-and-tools-for-cultural-heritage-content/, abgerufen am 16.07.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Interoperabilität'''&lt;br /&gt;
| '''Interoperabilität''' bezeichnet die Fähigkeit von Systemen und Organisationen, Daten auszutauschen und in gleicher Bedeutung zu verstehen. Dafür werden gemeinsame Metadatenmodelle, Begriffe, Identifikatoren und technische Schnittstellen benötigt. So können beispielsweise Register, Repositorien, Präsentationsportale und externe Kulturplattformen miteinander verbunden werden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;EuropeanaEDM&amp;quot;&amp;gt;Europeana o. J.: Metadata – Europeana Data Model (EDM, Europeana-Datenmodell). URL: https://pro.europeana.eu/page/metadata, abgerufen am 16.07.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Digitalisierte Inhalte entfalten ihren kulturellen und gesellschaftlichen Nutzen erst dann vollständig, wenn sie auffindbar, verständlich, rechtlich klar und für unterschiedliche Zielgruppen tatsächlich verwendbar sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der folgende Abschnitt 2.4 beschreibt, wie diese Kernfunktionen innerhalb des gesamten Prozesses der Kulturerbe-Digitalisierung zusammenwirken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== 2.4 Prozess der Digitalisierung von Kulturerbe ==&lt;br /&gt;
Die Digitalisierung von Kulturgut ist kein rein technischer Arbeitsschritt, sondern ein vielschichtiger, oft langfristiger Prozess, der bereits mit der Wahrnehmung und Identifikation einer kulturellen Ausdrucksform beginnt. Ziel dieses Abschnitts ist es, diesen Gesamtprozess systematisch darzustellen: von der gelebten Kultur über das identifizierte Kulturgut bis hin zur digital nutzbaren Repräsentation.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die hier entwickelte Prozessdarstellung soll als praxisorientierter Überblick dienen für die Digitalisierung des sorbischen Kulturerbes. Sie berücksichtigt die Anforderungen sorbischer Einrichtungen ebenso wie die international etablierten Referenzmodelle und Standards, darunter:&lt;br /&gt;
* das OAIS-Referenzmodell (ISO 14721) für digitale Archivierung&amp;lt;ref&amp;gt;Consultative Committee for Space Data Systems (CCSDS) 2024: Reference Model for an Open Archival Information System (OAIS), CCSDS 650.0-M-3. URL: https://ccsds.org/Pubs/650x0m3.pdf, abgerufen am 01.10.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
* das DCC Curation Lifecycle Model für kuratorische Entscheidungsprozesse&amp;lt;ref&amp;gt;Higgins 2008: The DCC Curation Lifecycle Model. International Journal of Digital Curation, 3(1), 134-140. URL: https://ijdc.net/index.php/ijdc/article/view/48, abgerufen am 01.10.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
* das Spectrum-Modell für museale Objektverwaltung&amp;lt;ref&amp;gt;Collections Trust 2022. Spectrum 5.1 - The UK Museum Collections Management Standard. URL: https://collectionstrust.org.uk/spectrum/spectrum-5, abgerufen am 01.10.2025. &amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
* die UNESCO-Leitlinien zur Inventarisierung immateriellen Kulturerbes&amp;lt;ref&amp;gt;UNESCO 2024: Operational Directives for the Implementation of the Convention for the Safeguarding of the Intangible Cultural Heritage (10.GA). URL: https://ich.unesco.org/doc/src/ICH-Operational_Directives-10.GA_EN.pdf, abgerufen am 01.10.2025. &amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
* sowie technische Vorgaben wie die DFG-Praxisregeln Digitalisierung&amp;lt;ref&amp;gt;Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) 2022: Praxisregeln Digitalisierung (aktualisierte Fassung). URL: https://www.ulb.hhu.de/fileadmin/redaktion/ULB/Documents/Infomaterial/DFG_Praxisregeln_Digitalisierung_Aktualisierte_Fassung2022.pdf, abgerufen am 01.10.2025. &amp;lt;/ref&amp;gt; und die FADGI-Richtlinien&amp;lt;ref&amp;gt;Federal Agencies Digital Guidelines Initiative (FADGI) 2023: Technical Guidelines for Digitizing Cultural Heritage Materials – Still Image, 3rd ed. URL: https://www.digitizationguidelines.gov/guidelines/digitize-technical.html, abgerufen am 01.10.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Folge soll der „Lebenslauf“ eines Kulturguts dargestellt werden, also der Weg, den ein Objekt oder eine kulturelle Praxis vom Zeitpunkt der Entstehung über die Erfassung, Digitalisierung und Archivierung bis zur Veröffentlichung in einem digitalen Präsentationsmodul durchläuft.&lt;br /&gt;
Hierfür erläutert der folgende Abschnitt die einzelnen Prozessschritte im Detail, jeweils mit Akteuren und Beispielen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.4.1 Vorüberlegungen zum Prozess ===&lt;br /&gt;
Im hier vorgestellten Prozess wird auf eine harte, systematische Filterung verzichtet, welche kulturellen Ausdrucksformen „nur“ Kultur und welche bereits Kulturgut sind. Ein solcher Bewertungs- und Abgrenzungsprozess wäre ressourcenintensiv und würde den vorhandenen Kapazitäten in den beteiligten Einrichtungen nicht entsprechen. Stattdessen folgt das Konzept einer inklusiven Logik: Alle dokumentierten Ausdrucksformen werden zunächst als potenzielle Kulturgüter erfasst. Eine feinere Auswahl und Priorisierung erfolgen erst in einem späteren Schritt, nämlich dann, wenn konkret entschieden wird, welche Ausdrucksformen bzw. Kulturgüter in welcher Tiefe digitalisiert, archiviert und präsentiert werden sollen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieses Vorgehen schließt an das SKR-Konzept an, das bewusst auf eine frühe normative Trennung zwischen „kultureller Ausdrucksform“ und „Kulturgut“ verzichtet. Auch hier steht zunächst der möglichst vollständige, strukturierte Überblick über die sorbischen Kulturgüter im Vordergrund. Die differenzierte Bewertung und Schwerpunktsetzung werden als anschließende fachliche Aufgabe verstanden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.4.2 Prozessschritte im Detail ===&lt;br /&gt;
Das folgende Diagramm gibt einen Überblick über die sechs Kernschritte des Gesamtprozesses der Digitalisierung von Kulturgut – von der ersten Wahrnehmung einer kulturellen Ausdrucksform bis zu ihrer digitalen Präsentation als Kulturgut. Die Abfolge zeigt zugleich die Entwicklungsstufen: von gelebter Kultur zur kulturellen Ausdrucksform, von dort zum Kulturgut und schließlich zum digitalen Kulturgut. Die Schritte sind als generischer Ablauf zu verstehen: Je nach Art des Kulturguts können einzelne Tätigkeiten unterschiedlich aufwendig sein oder parallel erfolgen.&lt;br /&gt;
[[Dataja:Wobraz_K3.png|center|600px]]&amp;lt;ref&amp;gt;Mermaid Flowchart Code: [https://mermaid.live/edit#pako:eNplkk1OwzAQha8yGqmbkloxSZs2CyTa8LOphIAVhIVJpolF4iDH4a_qbXqTXgzHFdAKr2y97703lmaNWZMTxriqmvesFNrAfZIqgPPHFIdDzuBO1DVVajhM8QlGozOYO-WUwS0VsjVakqa93Pvmjlk4JmAwp3fS5kCHwQAWjkkcE_Y5WWkIXqrd9jBpT138UIkspBGVbI_7-rwLR146csLgRryQ-U8lMGLwTG1WapLPpHKCZQLMOY9ch7m2VxiSpOAEjJ1TSev_M_bkvv3KtY8ZnOuslG_H9VcOuf4dUO-2LamjGdHDQsscY6M78rAmXYv-ies-IEVTUk0pxvaa00p0lUkxVRtrexXqoWnqH6duuqLEeCWq1r6619zOn0hRaPGH9J_Xi6ZTBuOxS8B4jR8YhxGLeDThkR-EM37KuYefFmHTaOz7fOZHQTidBMHGwy9X6VslnNnDw4jPuB8GHlIuTaOX-7Vy27X5Bh_Osqo hier klicken], abgerufen am 22.09.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Prozess zeigt, dass Digitalisierung von Kulturgut mehr ist als das Erstellen digitaler Dateien. Sie umfasst eine Reihe aufeinander bezogener Schritte – von der ersten Wahrnehmung einer kulturellen Ausdrucksform über ihre Erfassung, Bewertung und Digitalisierung bis hin zur langfristigen Sicherung und Präsentation. Dabei sind je nach Schritt unterschiedliche Akteure beteiligt, etwa Gemeinschaften, Museen, Archive, Fachgremien, Digitalisierungsstellen oder IT. Die folgenden Beschreibungen erläutern diese Schritte so, dass nachvollziehbar wird, was jeweils mit einem Kulturgut geschieht, wer daran beteiligt ist und wie sich der Ablauf in der Praxis vorstellen lässt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''1. Sammeln &amp;amp; erfassen''' &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Hier wird eine kulturelle Ausdrucksform erstmals wahrgenommen, benannt und mit ersten Informationen erfasst: Was ist es, wer macht es oder hat es geschaffen, wo kommt es vor, warum ist es bedeutsam für die Gemeinschaft? &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Akteure''': Community, Vereine, Museen, Archive, Forschende, Privatpersonen.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Beispiel''': Auf einem Dorffest zeigt eine Frau das Verzieren sorbischer Ostereier. Jemand fotografiert dies und notiert Technik, Ort und Namen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''2. Registrieren &amp;amp; beschreiben''' &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Hier wird aus der ersten Beobachtung ein strukturierter Nachweis. Das Kulturgut oder die kulturelle Ausdrucksform wird in ein Register, eine Sammlung oder einen Katalog aufgenommen und mit strukturierten Metadaten beschrieben, damit es wiedergefunden, zugeordnet und verstanden werden kann. Dazu gehören z. B. Titel, Ort, Zeit, Technik, Funktion, beteiligte Personen und der kulturelle Kontext.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Akteure''': Registerverantwortliche, Kurator:innen, Sammlungsmitarbeitende, Community für Kontextinformationen.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Beispiel''': Das Osterei erhält einen Eintrag mit Angaben wie „Wachsbatik“, „Schleife“, „Osterei-Verzierung“, Name der Trägerin und Entstehungsjahr.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''3. Bewerten &amp;amp; freigeben''' &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
In diesem Schritt wird entschieden, ob und in welcher Priorität ein Kulturgut oder die kulturelle Ausdrucksform digitalisiert werden soll und ob dies rechtlich und ethisch möglich ist. Dabei spielen fachliche Kriterien wie Bedeutung, Repräsentativität, Seltenheit oder Gefährdung eine Rolle, aber auch Fragen des Urheberrechts, Datenschutzes und möglicher kultureller Sensibilitäten. Am Ende steht eine begründete Entscheidung, ob und in welchem Umfang das Kulturgut weiterbearbeitet und später veröffentlicht werden darf. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Akteure''': Kurator:innen, Fachgremien, Community-Vertretungen, Register/SKR, ggf. Rechteverantwortliche und Behörden. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Beispiel''': Es wird entschieden, dass die Osterei-Technik wegen ihrer Bedeutung für die sorbische Identität digital gesichert werden soll; die Kunsthandwerkerin stimmt der Veröffentlichung zu.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''4. Digitalisieren &amp;amp; prüfen''' &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Nun wird das Kulturgut technisch erfasst, also in eine digitale Form überführt. Das kann je nach Objektart durch Scan, Fotografie, Audio- oder Videoaufnahme oder 3D-Erfassung geschehen. Dabei entstehen hochwertige Master-Dateien und nutzbare Derivate. Die Digitalisierung folgt qualifizierten Standards, um Reproduzierbarkeit, Farbkonsistenz und Nutzbarkeit zu gewährleisten. Anschließend wird geprüft, ob Schärfe, Farbe, Vollständigkeit und Dateiformate den Anforderungen für Archivierung und Nutzung entsprechen. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Akteure''': Digitalisierungszentrum, Foto-/AV-/3D-Spezialist:innen, externe Dienstleister bei Spezialfällen. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Beispiel''': Das Osterei wird fotografisch hochauflösend aufgenommen und zusätzlich als 3D-Modell erfasst. Danach werden Schärfe, Farbe und Dateiformate geprüft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''5. Archivieren &amp;amp; sichern''' &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die entstandenen digitalen Dateien werden geordnet abgelegt, mit den zugehörigen Metadaten verknüpft und für die langfristige Erhaltung gesichert. Dazu gehören sichere Speicherorte, Backups, Integritätskontrollen und – wenn nötig – spätere technische Migration auf neue Systeme. Ziel ist, dass das digitale Kulturgut langfristig erhalten bleibt, auch wenn sich Technik und Formate verändern. Das Original bleibt in der Regel weiterhin am Sammlungs- oder Aufbewahrungsort. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Akteure''': Archiv, Repository, IT-Betrieb, ggf. Sorbisches Kulturarchiv bzw. Digitalisierungszentrum. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Beispiel''': Die Bilder und das 3D-Modell des Ostereis werden auf gesicherten Servern gespeichert; das Original bleibt im Museum oder bei der Eigentümerin.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''6. Präsentieren &amp;amp; nutzen''' &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Im letzten Schritt werden die digitalen Objekte so bereitgestellt, dass sie gefunden, verstanden und genutzt werden können, z. B. in Portalen, digitalen Sammlungen oder virtuellen Ausstellungen. Dafür reicht es nicht, nur Dateien anzuzeigen: Es braucht auch verständliche Kontexte, Rechteangaben, Mehrsprachigkeit und möglichst barrierearme Zugänge. So wird aus der technischen Digitalisierung eine tatsächliche kulturelle Nutzung. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Akteure''': Kurator:innen, Vermittlung, Web/IT, Museen, Kulturinformationen, Community. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Beispiel''': Das Osterei erscheint in einer Online-Ausstellung, kann herangezoomt oder als 3D-Modell gedreht werden und wird mit einem kurzen Text zur Technik erklärt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.4.3 Organisatorische Perspektive ===&lt;br /&gt;
Die folgende Abbildung ist entnommen aus einem Poster des Sorbischen Instituts zu dessen Digitalisierungsstrategie, gefunden auf der Projektseite des Digitalisierungszentrums.&amp;lt;ref&amp;gt;Sorbisches Institut: Digitalisierungszentrum (DZ). URL: [https://www.serbski-institut.de/projekte-zentrale-vorhaben/digitalisierungszentrum-dz/ https://www.serbski-institut.de/projekte-zentrale-vorhaben/digitalisierungszentrum-dz/], abgerufen am 25.03.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Digitalisierungsstrategie des Sorbischen Instituts zeigt die Erfassung, Registrierung, Digitalisierung und Archivierung bis zur Präsentation von Kulturgütern aus '''organisatorischer Sicht'''. Sie basiert auf einem '''3-Säulen-Modell aus Kulturregister, Digitalisierungszentrum und Präsentationsumgebung'''. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Dataja:Wobraz_K4.png|mini||center|600px|Abbildung: 3-Säulen-Modell der Digitalisierungsstrategie des Sorbischen Instituts. Quelle: Sorbisches Institut, „Digitalizacija serbskich kulturnych datow / Digitalisierung der sorbischen/wendischen Kulturdaten“&amp;lt;ref&amp;gt;Sorbisches Institut 2025: Digitalizacija serbskich kulturnych datow / Digitalisierung der sorbischen/wendischen Kulturdaten (Poster). URL:  [https://www.serbski-institut.de/wp-content/uploads/2021/11/A0-Druck_Digitalisierungsstrategie-SI.pdf  https://www.serbski-institut.de/wp-content/uploads/2021/11/A0-Druck_Digitalisierungsstrategie-SI.pdf], abgerufen am 25.03.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Beide Sichtweisen - die fachliche &amp;quot;Prozess-Sicht&amp;quot; und die &amp;quot;organisatorische Sicht&amp;quot; lassen sich wie folgt in einer Darstellung zusammenfassen:&lt;br /&gt;
[[Dataja:Wobraz_K5.jpg|mini||center|600px|Abbildung: Zusammengefasste Sichtweisen auf die Digitalisierung von Kulturerbe.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der &amp;quot;Prozess der Digitalisierung von Kulturerbe&amp;quot; beschreibt, '''was''' mit einem Kulturgut geschieht; das 3-Säulen-Modell zeigt, '''wo''' diese Aufgaben organisatorisch verortet sind. Bezogen auf die oben beschriebenen [[#2.3.2 Prozessschritte im Detail|Prozessschritte der Digitalisierung von Kulturerbe]] steht das '''Sorbische Kulturregister''' für den Prozessschritt „'''2. Registrieren'''“ und dient dabei vor allem der Verzeichnung und Metadatenverwaltung. Das '''Digitalisierungszentrum''' steht für die Prozessschritte „'''4. Digitalisieren'''“ und „'''5. Archivieren'''“ und dient dabei der technischen Erfassung, Bearbeitung und Sicherung der Digitalisate. Die '''Präsentationsumgebung''' steht für den Schritt „'''6. Präsentieren'''“ und dient der öffentlichen oder kuratierten Bereitstellung zur Nutzung. Ergänzende Konzepte des SI machen dabei deutlich, dass die Digitalisierung im Regelfall eine vorherige Verzeichnung im Register voraussetzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
! Prozessschritt&lt;br /&gt;
! Verantwortliche Organisation&lt;br /&gt;
! Funktion im Gesamtsystem&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''2. Registrieren'''&lt;br /&gt;
| '''Sorbisches Kulturregister'''&lt;br /&gt;
| Kulturgüter werden als Entitäten nachgewiesen, beschrieben, mit Metadaten versehen und miteinander verknüpft. Das Register erfüllt damit eine katalogähnliche Funktion: Es macht sichtbar, welche Kulturgüter es gibt, wo sie sich befinden und in welchem Kontext sie stehen.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''4. Digitalisieren'''&lt;br /&gt;
| '''Digitalisierungszentrum'''&lt;br /&gt;
| Kulturgüter werden technisch erfasst, z. B. durch Scan, Fotografie, Audio-/Videoübertragung oder 3D-Erfassung. Das Digitalisierungszentrum erzeugt und prüft die Digitalisate, ist aber nicht selbst primär ein Präsentationssystem.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''5. Archivieren'''&lt;br /&gt;
| '''Digitalisierungszentrum / Repositorium / Archiv'''&lt;br /&gt;
| Die digitalen Dateien werden geordnet gespeichert, mit Metadaten verbunden und langfristig gesichert. Dazu gehört auch die Sicherstellung der Langzeitaufbewahrung, etwa durch geeignete Speicherorte, Prüfroutinen und spätere Migrationen.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''6. Präsentieren'''&lt;br /&gt;
| '''Sorabicon / weitere Präsentationsumgebungen'''&lt;br /&gt;
| Die digitalen Inhalte werden für Nutzer:innen sichtbar, erfahrbar und verständlich gemacht, z. B. in Portalen, digitalen Sammlungen oder virtuellen Ausstellungen. Die Präsentation greift dafür auf Metadaten aus dem Register und auf Digitalisate aus dem Repositorium bzw. dem Digitalisierungszentrum zurück.&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Schritt '''1. Sammeln''' liegt vor diesen drei Säulen. Er betrifft die Sammlungsorte selbst, also z. B. Museen, Archive, Heimatstuben, Vereine, Projekte, Gemeinden oder Privatpersonen. Dort entstehen oder befinden sich die Kulturgüter zunächst, bevor sie systematisch registriert, bewertet oder digitalisiert werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Schritt '''3. Bewerten''' ist ebenfalls keine eigene technische Säule, sondern ein steuernder Entscheidungsschritt. In ihm wird geklärt, welche Kulturgüter priorisiert digitalisiert werden, welche fachliche Bedeutung sie haben, welche Rechte zu beachten sind und ob eine öffentliche Präsentation möglich ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Damit wird deutlich: Register, Digitalisierungszentrum und Präsentation erfüllen unterschiedliche Aufgaben. Das '''Register''' beschreibt und verknüpft Kulturgüter, das '''Digitalisierungszentrum''' erzeugt und sichert Digitalisate und die '''Präsentationsumgebung''' macht ausgewählte Inhalte verständlich zugänglich. Gerade diese Trennung schafft klare Zuständigkeiten und erleichtert die Zusammenarbeit zwischen Sammlungsorten, Fachstellen, technischen Dienstleistern und Öffentlichkeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== 2.5 Beispiele anderer Kulturen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Digitalisierung des Kulturerbes kleiner, autochthoner, indigener und sprachlicher Gemeinschaften weist häufig vergleichbare Herausforderungen auf: Kulturgüter und Bestände sind auf viele Institutionen, Vereine, lokale Einrichtungen und private Träger verteilt. Personelle und finanzielle Ressourcen sind begrenzt, mehrere Sprachen und Beschreibungstraditionen müssen berücksichtigt werden und nicht alle kulturellen Inhalte dürfen oder sollen ohne Einschränkung öffentlich zugänglich gemacht werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In einer vergleichenden Recherche wurde daher untersucht, wie andere Gemeinschaften und Regionen ihr Kulturerbe erfassen, beschreiben, digitalisieren, langfristig sichern und zur Nutzung bereitstellen. Dabei wurde nicht nach einer universell „idealen“ technischen Lösung gesucht. Untersucht wurde vielmehr, welche organisatorischen, technischen, rechtlichen und gemeinschaftlichen Modelle unter welchen Rahmenbedingungen funktionieren, welche Schwierigkeiten auftreten und welche übertragbaren Erfolgsfaktoren erkennbar sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die nachfolgenden Beispiele verdeutlichen unterschiedliche Schwerpunkte: gemeinschaftliche Steuerung, institutionsübergreifende Register und Suchsysteme, Digitalisierung verteilter Bestände, Sprach- und Tonarchive, abgestufte Zugänge, Unterstützung kleiner Kulturgutträger sowie die Überführung zeitlich begrenzter Projekte in einen dauerhaften Betrieb.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die daraus abgeleiteten Kriterien bilden einen Referenzrahmen. Anhand dieses Referenzrahmens kann in einer späteren Ist-Analyse geprüft werden, welche Funktionen bereits vorhanden, nur konzeptionell beschrieben, in Pilotprojekten erprobt oder dauerhaft im Regelbetrieb verankert sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die ausführlichen Fallprofile, Vergleichsmatrizen, Quellen sowie ein Hinweis zur KI-gestützten Erstellung befinden sich in der [[12.3.A1 Vergleichende Recherche – Digitalisierung des Kulturerbes anderer Kulturen und Regionen|ausführlichen Vergleichsrecherche]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.5.1 RomArchive – Digitales Archiv der Roma ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Roma und Sinti sind eine transnationale Minderheit, die in zahlreichen europäischen Staaten lebt. RomArchive wurde von 2015 bis 2019 mit 3,75 Millionen Euro durch die Kulturstiftung des Bundes gefördert. Weitere Unterstützer waren unter anderem die Bundeszentrale für politische Bildung, das Auswärtige Amt und das Goethe-Institut. Seit 2019 wird das Archiv durch das Dokumentations- und Kulturzentrum Deutscher Sinti und Roma in Heidelberg betrieben.&amp;lt;ref name=&amp;quot;vergleich_romarchive&amp;quot;&amp;gt;RomArchive o. J.: Frequently Asked Questions. URL: https://www.romarchive.eu/en/about/frequently-answered-questions/; Dokumentations- und Kulturzentrum Deutscher Sinti und Roma e. V. o. J.: Imprint. URL: https://www.romarchive.eu/en/imprint/; Kulturstiftung des Bundes o. J.: RomArchive. URL: https://www.kulturstiftung-des-bundes.de/en/programmes_projects/film_and_new_media/detail/romarchive.html, jeweils abgerufen am 20.07.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Archiv präsentiert Kunst, Geschichte und Kultur aus der Perspektive der Roma. Kuratorische Teams und Beirat waren überwiegend mit Angehörigen der Minderheit besetzt. Neben öffentlich zugänglichen Inhalten existiert ein internes Archiv mit beschränktem Forschungszugang. Besonders lehrreich ist der bereits zu Projektbeginn geplante und später tatsächlich vollzogene Übergang an einen dauerhaften Betreiber.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Erfolgsfaktoren und Learnings:''' &lt;br /&gt;
* Angehörige der Gemeinschaft sollten nicht nur Inhalte zuliefern, sondern festgelegte Entscheidungsrechte bei Auswahl, Beschreibung, Kontextualisierung und Zugangsregeln besitzen. &lt;br /&gt;
* Bereits zu Beginn einer Projektphase verbindlich klären, welche Institution das Register, Archiv oder Portal nach dem Ende der Förderung dauerhaft betreibt, pflegt und finanziert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.5.2 Nuohtti – Zugang zum Sámi-Kulturerbe ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Sámi sind ein indigenes Volk im nordeuropäischen Sápmi, das sich über Teile Norwegens, Schwedens, Finnlands und Russlands erstreckt. Viele historische Sámi-Materialien befinden sich außerhalb der Sámi-Institutionen in europäischen Archiven und Museen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nuohtti ist ein gemeinsamer Suchdienst für digitalisierte Sámi-Materialien. Er wurde von 2018 bis 2021 mit Mitteln des Programms Interreg Nord der EU (Europäische Union) entwickelt. Beteiligt waren unter anderem die Sámi-Archive der finnischen und norwegischen Nationalarchive, das schwedische Reichsarchiv und mehrere Universitäten. Die Sámi-Parlamente Finnlands, Norwegens und Schwedens waren in der Steuerungsgruppe vertreten. Der Dienst führte nach Projektangaben etwa 30.000 Datensätze aus 32 Institutionen zusammen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;vergleich_nuohtti&amp;quot;&amp;gt;Nuohtti o. J.: About Nuohtti. URL: https://nuohtti.com/Content/about; University of the Arctic 2023: The Nuohtti service provides digital access to Sámi material in European archives. URL: https://www.uarctic.org/news/2023/3/the-nuohtti-service-provides-digital-access-to-sami-material-in-european-archives/, jeweils abgerufen am 20.07.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nuohtti übernimmt nicht alle Bestände in ein einziges System. Stattdessen werden Metadaten, also strukturierte Beschreibungsdaten zu Objekten und Beständen, aus vorhandenen Einrichtungen zusammengeführt und mit mehrsprachiger Suche, Karte und Zeitleiste zugänglich gemacht. Ethische Hinweise machen darauf aufmerksam, dass viele Bestände unter historischen und teilweise kolonialen Bedingungen gesammelt und beschrieben wurden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Erfolgsfaktoren und Learnings:''' &lt;br /&gt;
* Ein gemeinsamer Zugang kann auch mit dezentraler Architektur der Bestände erfolgen – Originale, Dateien und Fachsysteme können beim Kulturgutträger verbleiben.&lt;br /&gt;
* Ein Register für Kulturdaten kann als übergreifende Nachweisschicht arbeiten: Größere Einrichtungen liefern Daten über technische Schnittstellen, während kleine Träger zentrale oder gemeinsam bereitgestellte Erfassungsdienste nutzen können. &lt;br /&gt;
* Historische Fremdbeschreibungen sollten ergänzt werden durch Selbstbezeichnungen, eigene Sprachformen, alternative Benennungen und Kontexte der betreffenden Gemeinschaft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.5.3 People’s Collection Wales / Casgliad y Werin Cymru ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wales ist ein Landesteil des Vereinigten Königreichs mit einer eigenständigen nationalen und walisischsprachigen Identität. People’s Collection Wales ist eine zweisprachige Plattform für institutionelles und gemeinschaftlich getragenes Kulturerbe. Sie wird als Verbund der National Library of Wales, des National Museum Wales und der Royal Commission on the Ancient and Historical Monuments of Wales betrieben und durch die walisische Regierung finanziert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Neben der technischen Plattform werden kostenlose Beratung und Schulungen zu Digitalisierung, Metadaten, Urheberrecht, Datenschutz und Oral History, also mündlich überlieferter und aufgezeichneter Geschichte, angeboten. Eine unabhängige Evaluation stellte Fortschritte bei der Zusammenarbeit und beim Kompetenzaufbau fest, benannte aber auch begrenzte Wirkungsnachweise, Finanzierungsrisiken und den hohen Personalaufwand für die Unterstützung der beteiligten Gemeinschaften.&amp;lt;ref name=&amp;quot;vergleich_wales&amp;quot;&amp;gt;Vittle, Kate / Haswell-Walls, Fran / Dixon, Tim; ERS Ltd. 2016: Evaluation of the Casgliad y Werin Cymru / People’s Collection Wales Digital Heritage Programme. Impact Report. URL: https://www.gov.wales/sites/default/files/publications/2019-08/evaluation-of-the-peoples-collection-wales-digital-heritage-programme-impact.pdf; People’s Collection Wales o. J.: Community Support. URL: https://www.peoplescollection.wales/about-us/community-support, jeweils abgerufen am 20.07.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Erfolgsfaktoren und Learnings:''' &lt;br /&gt;
* Kleine und ehrenamtlich betreute Sammlungen benötigen nicht nur technische Standards, sondern konkrete und dauerhaft verfügbare Dienstleistungen: Erstberatung, Schulung, Vorlagen, Unterstützung bei Rechtefragen, Qualitätskontrolle und persönliche Ansprechpartner. &lt;br /&gt;
* Ein Digitalisierungszentrum oder ein Verbund koordinierter Digitalisierungsdienste sollte daher als Service- und Kompetenzstruktur ausgestaltet werden und nicht lediglich als technische Produktionsstelle. &lt;br /&gt;
* Der dafür notwendige Beratungs- und Unterstützungsaufwand muss als dauerhafte Betriebsaufgabe eingeplant werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.5.4 Tobar an Dualchais / Kist o Riches ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schottisch-Gälisch ist eine Minderheitensprache, die vor allem in den Highlands und auf den schottischen Inseln gesprochen wird. Tobar an Dualchais macht mehr als 40.000 seit den 1930er Jahren entstandene Tonaufnahmen zugänglich. Die Bestände umfassen Erzählungen, Lieder, Musik, Gedichte und mündlich überliefertes Wissen auf Gälisch, Scots und Englisch. Ein bedeutender Teil der Originalbestände wird in den School of Scottish Studies Archives der Universität Edinburgh verwahrt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;vergleich_tobar&amp;quot;&amp;gt;University of Edinburgh 2024: Tobar an Dualchais / Kist o Riches. URL: https://gaelic.ed.ac.uk/gaelic-collections/tobar-an-dualchais-kist-o-riches; Scottish Government 2025: Rediscovering lost Gaelic words. URL: https://www.gov.scot/news/rediscovering-lost-gaelic-words/, jeweils abgerufen am 20.07.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Digitalisierung wird mit Verschriftlichung beziehungsweise Transkription, sprachlicher Erschließung, Freiwilligenarbeit und teilweise automatischer Spracherkennung verbunden. Das Projekt erhält wiederkehrende öffentliche Förderungen, muss Rechteklärung, Transkription und technische Weiterentwicklung jedoch dauerhaft fortsetzen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Erfolgsfaktoren und Learnings:''' &lt;br /&gt;
* Gefährdete Ton-, Film- und Videobestände müssen wegen Materialverfall, beschädigungsanfälliger Trägermaterialien und nicht mehr verfügbarer Wiedergabetechnik zeitlich priorisiert werden. &lt;br /&gt;
* Ein geeignetes Pilotprojekt kann Digitalisierung, Rechteklärung, Verschriftlichung, Übersetzung, Metadatenerfassung, Archivierung und Bildungsnutzung entlang einer vollständigen Prozesskette verbinden. &lt;br /&gt;
* Dadurch werden nicht nur einzelne Dateien erzeugt, sondern zugleich die notwendigen Standards, Zuständigkeiten und Aufwände erprobt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.5.5 Euskariana – Portal zum baskischen Kulturerbe ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Baskinnen und Basken leben in Gebieten Spaniens und Frankreichs. Euskariana ist das staatlich betriebene Kulturportal der Autonomen Gemeinschaft Baskenland in Spanien. Es wird durch die Digitale Bibliothek Euskadi betrieben und verbindet Daten der baskischen Regierung, der Provinzen, Kommunen, Universitäten sowie öffentlicher, kirchlicher und privater Einrichtungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Portal ist zugleich gemeinsamer Katalog und Zugang zu digitalen Objekten. Es kann Inhalte über ein eigenes Repositorium, also ein institutionell betriebenes digitales Ablage- und Erhaltungssystem, bereitstellen oder zu den Systemen der Partner verlinken. Verwendet werden internationale Standards wie Dublin Core als allgemeiner Metadatenstandard, METS (Metadata Encoding and Transmission Standard) zur Strukturierung und Übertragung digitaler Objekte, PREMIS (Preservation Metadata: Implementation Strategies) für Metadaten zur digitalen Langzeiterhaltung und ALTO (Analyzed Layout and Text Object) für erkannte Texte und Seitenlayouts. Die standardisierten Daten können unter anderem an Europeana weitergegeben werden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;vergleich_euskariana&amp;quot;&amp;gt;Gobierno Vasco / Biblioteca Digital de Euskadi o. J.: Acerca de Euskariana. URL: https://www.euskariana.euskadi.eus/euskadibib/es/help/about.do, abgerufen am 20.07.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Erfolgsfaktoren und Learnings:''' &lt;br /&gt;
* Unterschiedliche Kulturgutträger benötigen unterschiedliche Anschlussmöglichkeiten. &lt;br /&gt;
** Kleine Einrichtungen sollten Daten und gegebenenfalls Dateien in zentral bereitgestellten Diensten erfassen und verwalten können. &lt;br /&gt;
** Größere Institutionen sollten ihre vorhandenen Systeme über Datenexporte oder Programmierschnittstellen anbinden können. &lt;br /&gt;
* Dafür ist ein gemeinsamer, bewusst schlank gehaltener Metadatenkern erforderlich, der durch fach- und institutionsspezifische Angaben erweitert werden kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.5.6 Mukurtu und Plateau Peoples’ Web Portal ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mukurtu ist eine frei verfügbare Software für die gemeinschaftlich kontrollierte Verwaltung digitalen indigenen Kulturerbes. Das Plateau Peoples’ Web Portal verbindet acht indigene Nationen des nordwestlichen Plateaus der USA mit der Washington State University und mehreren Museen und Archiven. Stammesvertreter wählen und beschreiben die Inhalte; die Universität übernimmt wesentliche technische Betriebsaufgaben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mukurtu ermöglicht kulturelle Protokolle, also gemeinschaftlich festgelegte Regeln für Zugang und Nutzung, Traditional Knowledge Labels als Kennzeichnungen für überliefertes gemeinschaftliches Wissen sowie mehrere Beschreibungen zu demselben Objekt. Dadurch kann neben einer institutionellen Museumsbeschreibung eine Beschreibung der Herkunftsgemeinschaft stehen. Zugänge können von vollständig öffentlich bis streng beschränkt reichen. Mukurtu weist ausdrücklich darauf hin, dass die Plattform vor allem dem Zugang und der gemeinschaftlichen Verwaltung dient und ein gesondertes Konzept für Digitalisierung, Langzeiterhaltung, Personal und Finanzierung erforderlich bleibt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;vergleich_mukurtu&amp;quot;&amp;gt;Mukurtu CMS / Washington State University o. J.: About. URL: https://mukurtu.org/about/; Plateau Peoples’ Web Portal. URL: https://mukurtu.org/project/plateau-peoples-web-portal-showcase/, jeweils abgerufen am 20.07.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Erfolgsfaktoren und Learnings:''' &lt;br /&gt;
* Rechte und kulturelle Sensibilität müssen als Bestandteil des Datenmodells behandelt werden und dürfen nicht erst unmittelbar vor einer Veröffentlichung geprüft werden. &lt;br /&gt;
* Sinnvoll sind abgestufte Kategorien wie &lt;br /&gt;
** „nur Metadaten öffentlich“, &lt;br /&gt;
** „öffentliches Nutzungsdigitalisat“, &lt;br /&gt;
** „Zugang nach Rücksprache“, &lt;br /&gt;
** „beschränkter Gemeinschafts- oder Forschungszugang“, &lt;br /&gt;
** „zeitlich gesperrt“ und &lt;br /&gt;
** „nicht zugänglich“. &lt;br /&gt;
* Mehrere Beschreibungen zu demselben Objekt ermöglichen es außerdem, institutionelle Überlieferung und Selbstbeschreibung nebeneinander nachvollziehbar zu dokumentieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.5.7 Indigitization – zentrale Unterstützung für dezentrale Digitalisierung ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Indigitization unterstützt First Nations und weitere indigene Gemeinschaften in British Columbia in Kanada. Das Programm wird gemeinsam von indigenen Organisationen, Bibliotheken, Archiven und Hochschulen getragen. Es stellt einen Werkzeugkasten, Schulungen, Musterunterlagen, technische Beratung und Förderhilfen bereit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von 2013 bis 2019 wurden drei Pilotprojekte und 45 weitere Projekte gefördert. Dabei wurden mehr als 11.000 Audiokassetten digitalisiert. Die Digitalisierung erfolgte in den Gemeinschaften; eine allgemeine Veröffentlichung war nicht zwingend. Das frühere Förderprogramm für Audiokassetten befindet sich inzwischen allerdings in einer Pause.&amp;lt;ref name=&amp;quot;vergleich_indigitization&amp;quot;&amp;gt;Indigitization o. J.: About Us. URL: https://www.indigitization.ca/about-2/; Indigitization Toolkit. URL: https://www.indigitization.ca/toolkit/; Audio Cassette Digitization Grant. URL: https://www.indigitization.ca/funding/audio-cassette-grant/, jeweils abgerufen am 20.07.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Erfolgsfaktoren und Learnings:''' &lt;br /&gt;
* Zentral bereitgestellte Kompetenz lässt sich mit dezentraler Verantwortung verbinden. &lt;br /&gt;
* Ein Digitalisierungszentrum oder ein Verbund gemeinsamer Dienste kann Schulungen, Leih- und Mobiltechnik, Qualitätsprüfung, Rahmenverträge, Musterunterlagen, Beratung und Kleinprojektförderung anbieten. &lt;br /&gt;
* Originale, lokales Wissen und kulturelle Beziehungen können grundsätzlich bei den jeweiligen Kulturgutträgern verbleiben. &lt;br /&gt;
* Damit nach Abschluss einzelner Digitalisierungsprojekte keine ungesicherten Dateien zurückbleiben, sollte jedoch von Beginn an ein gemeinsames oder verbindlich angebundenes Repositorium beziehungsweise digitales Archiv vorgesehen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.5.8 Zusammenfassungen der Beispiele anderer Kulturen im Anhang ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tabellarische Übersichten und Zusammenfassungen aller untersuchten Beispiele anderer Kulturen und Regionen befinden sich im Anhang [[12.3.A1 Vergleichende Recherche – Digitalisierung des Kulturerbes anderer Kulturen und Regionen#E. Vergleichsmatrix|in Abschnitt E. Vergleichsmatrix]] unter &lt;br /&gt;
* [[12.3.A1 Vergleichende Recherche – Digitalisierung des Kulturerbes anderer Kulturen und Regionen#E.1 Funktionen, Architektur und Standards|E.1 Funktionen, Architektur und Standards]] und&lt;br /&gt;
* [[12.3.A1 Vergleichende Recherche – Digitalisierung des Kulturerbes anderer Kulturen und Regionen#E.2 Governance, Finanzierung, Erfolg und Übertragbarkeit|E.2 Governance, Finanzierung, Erfolg und Übertragbarkeit]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Zusammenfassung der übergreifenden Erfolgsfaktoren aus den Beispielen befindet sich im Anhang [[12.3.A1 Vergleichende Recherche – Digitalisierung des Kulturerbes anderer Kulturen und Regionen#F. Übergreifende Erfolgsfaktoren|in Abschnitt F. Übergreifende Erfolgsfaktoren]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.5.9 Was sich aus den Beispielen ableiten lässt ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus den untersuchten Beispielen lässt sich kein einzelnes Projekt und kein bestimmtes Softwaresystem ableiten, das unverändert übernommen werden könnte. Wiederkehrend zeigen sich jedoch '''vier notwendige Funktionen, drei übergreifende Erfolgsbedingungen und zwei grundlegende Umsetzungsprinzipien'''. Sie bilden einen kompakten Orientierungsrahmen für die Digitalisierung von Kulturerbe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Vier Kernfunktionen – was muss dauerhaft geleistet werden? ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Damit die Digitalisierung nicht bei einzelnen Digitalisaten oder einem Präsentationsportal stehen bleibt, müssen vier Kernfunktionen verlässlich abgedeckt und miteinander verbunden werden:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot; style=&amp;quot;width:100%;&amp;quot;&lt;br /&gt;
! Kernfunktion&lt;br /&gt;
! Kernfrage&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''1. Register für Kulturdaten'''&lt;br /&gt;
| '''Was ist vorhanden und was sollte prioritär bearbeitet werden?''' – Kulturgüter und Bestände nachweisen, beschreiben, verknüpfen und ihren Digitalisierungs- und Rechtezustand erfassen.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''2. Digitalisierungszentrum / Digitalisierungsdienste'''&lt;br /&gt;
| '''Wie wird qualitätsgesichert digitalisiert?''' – Kulturgutträger beraten, Digitalisierung vorbereiten oder durchführen, Qualität sichern und die Übergabe vorbereiten.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''3. Repositorium / digitales Langzeitarchiv'''&lt;br /&gt;
| '''Wie bleibt das digitale Kulturerbe dauerhaft erhalten?''' – Masterdateien und Metadaten sicher übernehmen, erhalten, sichern und bei technischen Veränderungen migrieren.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''4. Präsentations- und Nutzungssysteme'''&lt;br /&gt;
| '''Wie wird das Kulturerbe gefunden, verstanden und genutzt?''' – freigegebene Inhalte mehrsprachig vermitteln und für Bildung, Forschung und kulturelle Nachnutzung bereitstellen.&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die vier Funktionen bedeuten nicht zwingend vier Einrichtungen oder vier technische Systeme. Entscheidend ist, dass alle Funktionen abgedeckt, ihre Zuständigkeiten geklärt und ihre Übergaben zuverlässig organisiert sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Drei Erfolgsbedingungen – was gilt für alle Kernfunktionen? ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
# '''Gemeinsam entscheiden und Rechte abgestuft regeln:''' &lt;br /&gt;
#* Angehörige der betreffenden Gemeinschaft und die Kulturgutträger sollten nachvollziehbare Entscheidungsrechte bei Auswahl, Beschreibung, Priorisierung und Veröffentlichung besitzen. &lt;br /&gt;
#* Zugänge sollten abgestuft sein, beispielsweise auch &amp;quot;ausschließlich Metadaten&amp;quot;, &amp;quot;Zugang nach Rücksprache&amp;quot; oder &amp;quot;beschränkte Gemeinschafts- und Forschungszugänge&amp;quot; ermöglichen. &lt;br /&gt;
#* Rechtliche Zulässigkeit und kulturelle Angemessenheit sind dabei getrennt zu betrachten. &lt;br /&gt;
#* Selbstbezeichnungen und eigene kulturelle Perspektiven sollten historische Fremdbeschreibungen ergänzen können.&amp;lt;br&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
# '''Gemeinsame Standards, Mehrsprachigkeit und technische Anschlussfähigkeit sichern:''' &lt;br /&gt;
#* Ein bewusst schlanker gemeinsamer Metadatenkern, Qualitätsstandards und geregelte Datenübergaben ermöglichen die Zusammenarbeit unterschiedlicher Einrichtungen. Zusätzlich können fach- oder institutionsspezifische Metadatensätze genutzt werden.&lt;br /&gt;
#* Sprachen und Sprachvarianten müssen als eigenständige Datenwerte berücksichtigt werden, bspw. bei Metadaten, Beschreibungen usw. &lt;br /&gt;
#* Kleine Träger benötigen einfache zentrale Erfassungsmöglichkeiten, z. B. per Weboberfläche, größere Institutionen Schnittstellen oder Datenexporte aus ihren vorhandenen Systemen.&amp;lt;br&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
# '''Dauerhafte Verantwortung und Finanzierung sichern:''' &lt;br /&gt;
#* Bereits beim Aufbau muss feststehen, wer Register, Digitalisierungsdienste, Repositorium und Präsentationssystem nach einer Projektförderung dauerhaft betreibt. &lt;br /&gt;
#* Neben einmaligen Projektmitteln müssen deshalb auch Personal, Beratung, Datenpflege, Speicher, Softwarepflege, Sicherung und spätere technische Erneuerungen dauerhaft finanziert werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Zwei Umsetzungsprinzipien – wie sollte vorgegangen werden? ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
# '''Priorisieren, die vollständige Kette pilotieren, dann skalieren:''' &lt;br /&gt;
#* Nicht alles muss gleichzeitig digitalisiert werden. Besonders gefährdete oder kulturell bedeutsame Bestände sollten priorisiert werden. &lt;br /&gt;
#* Pilotprojekte sollten möglichst den gesamten Weg von der Erfassung und Rechteklärung über die Digitalisierung bis zur Archivierung und Nutzung durchlaufen. Dabei werden Standards, Zuständigkeiten, Kosten und tatsächliche Nutzung erprobt. &lt;br /&gt;
#* Erst auf dieser Grundlage sollte in größerem Umfang skaliert werden.&amp;lt;br&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
# '''Zentral ermöglichen, dezentral verantworten:''' &lt;br /&gt;
#* Zentrale Stellen können Infrastruktur, Beratung, Schulung, Digitalisierungstechnik, Qualitätskontrolle, Rechtehilfe und Langzeiterhaltung bereitstellen. &lt;br /&gt;
#* Originale, lokales Wissen, kulturelle Beziehungen und wesentliche inhaltliche Entscheidungen können gleichzeitig bei den jeweiligen Kulturgutträgern verbleiben. &lt;br /&gt;
#* Zentralisierung von Diensten und dezentrale kulturelle Verantwortung sind damit keine Gegensätze, sondern können sich gegenseitig ergänzen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Für die Reihenfolge ergibt sich daraus:''' &lt;br /&gt;
# Zuerst Entscheidungsrechte, Standards, Betreiber und Finanzierung ausreichend klären; &lt;br /&gt;
# anschließend mit ausgewählten Beständen die vollständige Prozesskette erproben und die Unterstützungsstrukturen aufbauen; &lt;br /&gt;
# auf dieser Grundlage Digitalisierung, Präsentation und Nachnutzung schrittweise verbreitern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Präsentation und Nutzung sind dabei nicht von geringerer Bedeutung und sollten bereits Bestandteil der Pilotprojekte sein. '''Später erfolgt nicht die Nutzung selbst, sondern deren breiter Ausbau.'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weiterführende '''Hinweise und Empfehlungen zu einem möglichen Vorgehen sowie zeitlichen und inhaltlichen Prioritäten''' befinden sich im Anhang [[12.3.A1 Vergleichende Recherche – Digitalisierung des Kulturerbes anderer Kulturen und Regionen#G.2 Was zentral, dezentral und gemeinsam organisiert werden sollte|im Abschnitt &amp;quot;Priorisierte Schlussfolgerung&amp;quot; von G2 bis G9]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein ausführliches '''Prüfraster zur Bewertung des jeweiligen Entwicklungsstandes''' befindet sich [[12.3.A2 Prüfraster zur Bewertung des Entwicklungsstandes beim Aufbau der Digitalisierung des Kulturerbes|im Anhang 2 &amp;quot;Prüfraster zur Bewertung des Entwicklungsstandes&amp;quot;]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= 3. Ist-Analyse der Digitalisierung des sorbischen Kulturerbes =&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der [[#2 Ist-Analyse „Digitalisierung von Kulturerbe“|vorangegangene Abschnitt 2]] hat beschrieben, was zur Digitalisierung von Kulturerbe gehört, welche Aufgaben dabei dauerhaft erfüllt werden müssen und wie andere Gemeinschaften und Regionen diese Aufgaben lösen. Der Abschnitt 3 richtet nun den Blick auf die sorbische Situation. Er geht der Frage nach, wie gut die sorbische Kulturerbelandschaft heute organisatorisch, technisch und personell aufgestellt ist, um ihr materielles, immaterielles und digitales Kulturerbe institutionsübergreifend zu erfassen, zu digitalisieren, dauerhaft zu erhalten und zugänglich zu machen – und wo vorrangiger Handlungsbedarf besteht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Analyse gliedert sich in fünf Teile:&lt;br /&gt;
* '''Akteure und Rollen''': Wer bewahrt sorbisches Kulturerbe und welche Aufgaben übernehmen die Akteure bei seiner Digitalisierung (Sammeln, Finanzieren, Koordinieren usw.)?&lt;br /&gt;
* '''Bestände und Digitalisierungsbedarf''': Welche Kulturgüter gibt es, wie weit sind  sie erfasst und digitalisiert, und welche müssen vorrangig gesichert werden?&lt;br /&gt;
* '''Vorhaben und Systeme''': Welche sorbischen Projekte und Angebote decken die [[#2.3.2 Vier Kernfunktionen|vier Kernfunktionen]] Nachweisen, Digitalisieren, langfristig Erhalten und Zugänglichmachen bereits ab?&lt;br /&gt;
* '''Zusammenarbeit und dauerhafter Betrieb''': Wie sind die Steuerung und Zusammenarbeit (Governance) organisiert (Zuständigkeiten, Standards, Rechte und Finanzierung)?&lt;br /&gt;
* '''Gesamtbewertung''': Was funktioniert bereits, wo gibt es Lücken und welche davon sollten zuerst geschlossen werden? &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Analyse stellt dabei den Bedarf der Bestände dem vorhandenen Angebot an Diensten und dem organisatorischen Rahmen gegenüber. Wo beides auseinanderfällt, entstehen Lücken, siehe nachfolgende Übersicht.&lt;br /&gt;
[[Dataja:Wobraz K6.png|thumb|center|600px|Übersicht der Ist-Analyse]]&amp;lt;ref&amp;gt;Mermaid Flowchart Code: [https://mermaid.live/edit#pako:eNqVlM1y2jAQx19lR7maFGMcwJPJDGAnh9AcaE4pPcj2-qPYErOWmtJ8PE0fo7e8WGWDTUja6VS-WB_7293_rvTAIhkj81hSyPso46Tg1l_RSoAZ088rdh5eOKc2TNcKNeH5h_DiPKQPF7fbjQW39PIzRaqMXaIsWMqiQLFiX2r7llHpMCW-yeDGwG54lCXEU9wfgv2Ic8JI5VLAYvl6fdYGMIAZVurlp4gPIVzrQmlKtVoXvKoQNiThEy_LQou0kqTe-Ji_ZsWckgOJC4hRwFSkGEpl_r5i44-L2IIyV-BTLtIij7I15m-5M-j1LmDeLqGI_5j-0rjfOwAtYljyrOzE-pcOfhu7A36OolLYMD5tzV95yONbjgTXSCLRYl1j3jkIWtAQruQ3c5KL6GB_pyujHwpOocmzcRFzjVSX15BnqCjH8A3Sh-fnZwj-kv-0VufReLrnGRlluzI-ws3xmdDQMQ_NmX2KFqR1DYq6IDu1HqFT5aZRfbFLZ_HyK1qj6PLY1RdkJhC4rgw2ykxcWLUlfpXCcgdqp4tmetXK5MIVGk1UiPdIyjRW7eNNh0d1-_mYgECtiBeQ5EXhnVzawWUwtipFco3eiXvpBu7UimQhyTsZzM03fU9o70fLmAbzYNQxJhNnbvstY2QPZrbzjsH3TbYjBLbxG3SE_uVZ4J61hP7Y7Q_tIwJMrYV11aZyvDWz5ocIj7d8K2gdd52vtgWaOu3iSJrRxTEej0fj_n7ai3llXh7iW88F99h--d_2zGIp5THzFGm0WIlU8nrKHmruiqnMXJkV88wvYay_9xoxVmwlnozphos7KcvWmqROM-YlvKjMTG9irtDPubnSZbdKdWvRXGqhmDd07AbCvAf2nXnuqWP3RwN7eDZwJ4Ph2MHeyGJb5vXs0-HEnTgDxxn3-4OzvuOarSeL_Wi8C10UFsM4V5I-7h7o5p1--g24x9CK hier klicken], abgerufen am 20.10.2026&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== 3.1 Akteure und Rollen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sorbisches Kulturerbe wird von vielen Einrichtungen, Gruppen und Einzelpersonen bewahrt, gepflegt und dokumentiert – von sorbischen ebenso wie von nicht-sorbischen. Dieser Abschnitt zeigt, wer Bestände hält, wer Dienste zur Digitalisierung anbietet und wer den organisatorischen und finanziellen Rahmen gestaltet. Damit wird auch sichtbar, welche Aufgaben bislang von keinem Akteur erkennbar übernommen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Grundlage sind Arbeitsunterlagen der Domowina aus den Jahren 2019 und 2020&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;&amp;gt;Domowina e. V., Kulturausschuss (Clemens Škoda) 2019: Serbske kulturne herbstwo (SKH). Arbeitspapier, Stand 18.03.2019, S. 2–8. Unveröffentlicht; interne Referenz: 2020-09-07_Serbske kulturne herbstwo w Budyšinje_opt.pdf.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019b&amp;quot;&amp;gt;Domowina e. V. 2019: Přehlad relewantnych městnosćow / „małkich“ a „wulkich“ muzejow nastupajo serbske kulturne herbstwo, Stand 11.11.2019. Unveröffentlicht; interne Referenz: 2019_11_Priloha A_prehlad_muzejow a zberkow.pdf.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2020&amp;quot;&amp;gt;Domowina e. V., Kulturausschuss 2020: Protokoll der Fachkommission „Serbske kulturne herbstwo“ vom 07.09.2020. Unveröffentlicht; interne Referenz: 2020_09_07_skh komisija-protokol.pdf.&amp;lt;/ref&amp;gt;, eine darauf aufbauende Arbeitsliste der Sammlungsorte mit ergänzender Internetrecherche&amp;lt;ref name=&amp;quot;liste2026&amp;quot;&amp;gt;Arbeitsliste „Sammlungsorte sorbischen Kulturerbes“, Stand 02.04.2026, erstellt im Rahmen des Digitalisierungskonzepts aus Internetrecherche und den Domowina-Unterlagen. Unveröffentlicht; Grundlage für Anhang 12.3.A3.&amp;lt;/ref&amp;gt; sowie Projektunterlagen und Gespräche. Ein Teil der Angaben ist mehrere Jahre alt und wird schrittweise aktualisiert. Nicht belegte Angaben sind als ''offen'', Vermutungen als ''Annahme'' gekennzeichnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.1.1 Begriffe und Rollen ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
; Akteur&lt;br /&gt;
: Einrichtung, Gruppe oder Person, die eine Aufgabe im Umgang mit sorbischem Kulturerbe oder seiner Digitalisierung übernimmt.&lt;br /&gt;
; Kulturgutträger&lt;br /&gt;
: Akteur, der Kulturgüter verwahrt oder eine kulturelle Praxis trägt und weitergibt, bspw. ein Museum, eine Heimatstube, ein Chor oder eine Privatperson mit einer Sammlung.&lt;br /&gt;
; Trägerschaft&lt;br /&gt;
: Rechtliche und finanzielle Verantwortung für eine Einrichtung, zum Beispiel durch eine Kommune, einen Landkreis, eine Stiftung, einen Verein, eine Kirche oder eine Privatperson. Eigentum und Betrieb können dabei auseinanderfallen, bspw. gehörte der Dom Njechorńskeho 2019 der Domowina und wurde von der Stiftung für das sorbische Volk bewirtschaftet, der Hanzo Šustrowy dom in Trebendorf gehörte der Gemeinde und wurde von der örtlichen Domowina-Gruppe bewirtschaftet.&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019b&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
; Rolle&lt;br /&gt;
: Aufgabe, die ein Akteur übernimmt. Ein Akteur kann mehrere Rollen haben, unterschieden werden Haupt- und Nebenrollen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Rollen lassen sich drei Gruppen zuordnen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
! Gruppe !! Rolle !! Kürzel&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| rowspan=&amp;quot;2&amp;quot; | '''Am Kulturgut''' || '''Bewahren''': Originale verwahren, pflegen und verwalten || '''B'''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Dokumentieren''': lebendige Praxis festhalten in Ton, Bild oder Text || '''D'''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| rowspan=&amp;quot;4&amp;quot; | '''Dienste''' ([[#2.3.2 Vier Kernfunktionen|Kernfunktionen]]) || '''Erfassen''', registrieren, beschreiben und verknüpfen || '''K1'''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Digitalisieren''' und Qualität sichern || '''K2'''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Langfristig '''erhalten''' || '''K3'''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Zugänglich machen''' und Nutzung ermöglichen || '''K4'''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| rowspan=&amp;quot;2&amp;quot; | '''Rahmen''' (Governance) || '''Steuern''', koordinieren und Regeln setzen || '''S'''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Fördern''' und finanzieren || '''F'''&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dokumentieren meint hier das Festhalten von immateriellen Kulturgütern im laufenden Kulturleben, etwa Mitschnitte von Veranstaltungen. Geschieht es systematisch nach festgelegten Standards zur dauerhaften Sicherung, ist es Teil der Kernfunktion Digitalisieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.1.2 Schlüsselakteure ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einzeln aufgeführt wird, wer mindestens eines der folgenden Kriterien erfüllt:&lt;br /&gt;
# betreibt oder plant eine Kernfunktion, die über die eigene Einrichtung hinaus wirkt,&lt;br /&gt;
# verwahrt einen hauptamtlich betreuten Kernbestand,&lt;br /&gt;
# dokumentiert regelmäßig das lebendige Kulturgeschehen,&lt;br /&gt;
# fördert, koordiniert oder setzt Regeln für die Digitalisierung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;mark&amp;gt;Die folgende Übersicht muss mit den Institutionen bzgl. Korrektheit und Vollständigkeit abgestimmt werden.&amp;lt;/mark&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|+ Rollen der Schlüsselakteure (■ Hauptrolle · ○ Nebenrolle · ? vermutet oder offen)&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
B. Bewahren, D. Dokumentieren, K1. Erfassen, K2. Digitalisieren K3. Erhalten, K4. Nutzung ermöglichen, S. Steuern, F. Fördern&lt;br /&gt;
! Akteur !! Typ / Trägerschaft !! B !! D !! K1 !! K2 !! K3 !! K4 !! S !! F !! Hinweise&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Stiftung für das sorbische Volk || Stiftung des öffentlichen Rechts, finanziert von Bund, Freistaat Sachsen u. Land Brandenburg || ○ || || || || || || ■ || ■ || bewirtschaftete 2019 den Dom Njechorńskeho&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019b&amp;quot;/&amp;gt;; unterstützt beide sorbischen Museen finanziell&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Sorbisches Institut (SI) mit Sorbischem Kulturarchiv (SKA) und Sorbischer Zentralbibliothek || Forschungseinrichtung mit Archiv und Bibliothek; eingetragener Verein, gefördert u. a. durch die Stiftung || ■ || ? || ■ || ■ || ? || ■ || ○ || || Virtueller Lesesaal mit Bibliographie, Katalog, digitalisierten Drucken, Handschriften, Fotos und Filmen; digitales Schrifttum auch über Sachsen.Digital; Sorabicon als Sorbisches Kulturlexikon&amp;lt;ref name=&amp;quot;vls&amp;quot;&amp;gt;Sorbisches Institut o. J.: Virtueller Lesesaal. URL: https://www.serbski-institut.de/bibliothek/virtueller-lesesaal/, abgerufen am 20.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;; plant das Sorbische Kulturregister (SKR)&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;&amp;gt;Sorbisches Institut 2025: Konzept für ein Sorbisches Kulturregister (SKR), zweite aktualisierte Fassung vom 20.11.2025. URL: https://www.serbski-institut.de/wp-content/uploads/2021/11/00_Zweite-aktualisierte-Fassung_Konzept_Sorbisches-Kulturregister_20.11.2025.pdf&amp;lt;/ref&amp;gt; und das Digitalisierungszentrum (DZ) auch für andere Träger&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz&amp;quot;&amp;gt;Sorbisches Institut: Digitalisierungszentrum (DZ). URL: https://www.serbski-institut.de/projekte-zentrale-vorhaben/digitalisierungszentrum-dz/&amp;lt;/ref&amp;gt;; langfristige Erhaltung für Dritte ''offen''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Sorbisches Museum Bautzen || Museum; Landkreis Bautzen, finanziell unterstützt von der Stiftung&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt; || ■ || || ○ || ? || ? || ? || || || Inventarverzeichnis vorhanden&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;; Digitalisierungsstand und Online-Angebot ''offen''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Wendisches Museum Cottbus || Museum; Stadt Cottbus, finanziell unterstützt von der Stiftung&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt; || ■ || || ○ || ? || ? || ? || || || Inventarverzeichnis vorhanden&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;; Digitalisierungsstand und Online-Angebot ''offen''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Sächsische Landesbibliothek – Staats- und Universitätsbibliothek Dresden (SLUB) || Landes- und Universitätsbibliothek; Freistaat Sachsen || ■ || || ○ || ? || ○ || ■ || || || Lusatica-Sammlung, die das kulturelle Erbe der Sorben zugänglich machen soll&amp;lt;ref name=&amp;quot;slub&amp;quot;&amp;gt;SLUB Dresden o. J.: Sammlungen zur sächsischen Landeskunde. URL: https://www.slub-dresden.de/entdecken/saechsische-landeskunde/sammlungen, abgerufen am 20.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;; über Sachsen.Digital ist auch digitales Schrifttum des SI erreichbar&amp;lt;ref name=&amp;quot;vls&amp;quot;/&amp;gt; (Betrieb der Plattform durch die SLUB); eigene digitale Langzeitarchivierung&amp;lt;ref name=&amp;quot;nestor&amp;quot;&amp;gt;nestor o. J.: Mitglied SLUB Dresden. URL: https://www.langzeitarchivierung.de/Webs/nestor/EN/nestor/Mitglieder/sLUB.html, abgerufen am 20.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;, ob sie Digitalisate sorbischer Träger übernehmen könnte, ist ''offen''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Domowina – Bund Lausitzer Sorben e. V. mit Regionalverbänden und Ortsgruppen || Dachverband sorbischer Vereine; eingetragener Verein || ○ || ○ || || || || || ○ || || Eigentümerin des Dom Njechorńskeho; Ortsgruppe Trebendorf bewirtschaftet den Hanzo Šustrowy dom&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019b&amp;quot;/&amp;gt;; mindestens 9 der 23 kleinen Sammlungsorte sind direkt oder über Mitgliedsvereine mit ihr verbunden&amp;lt;ref name=&amp;quot;liste2026&amp;quot;/&amp;gt;; Chronistengruppe der Župa Michał Hórnik; Fachkommission „Sorbisches Kulturerbe“ 2018-2020&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2020&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Maćica Serbska e. V. || wissenschaftliche Gesellschaft; Verein || || || || || || || ○ || || Arbeitskreis „Museale Einrichtungen“ mit rund 40 Adressaten; Denkmalausschuss mit eigenem, von der Stiftung verwaltetem Budget, 2019 als Vorbild für die Bewertung von Kulturerbe genannt&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Sorbisches National-Ensemble (SNE) || Ensemble; gGmbH der Stiftung || ■ || ? || ○ || || || || || || geordnetes Arbeitsarchiv; 2019 vorgeschlagen, dort nur Kopien zu halten und die Originale an das SKA zu geben&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;; Umfang ''offen''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Studijo Lucija || Medienproduktion; gGmbH des Sorbischen Schulvereins  e. V. || ○ || ■ || || || || || || || dokumentiert sorbische Veranstaltungen; Aufnahmen liegen beim Studio und werden tlw. an das SKA übergeben&amp;lt;ref name=&amp;quot;lucija&amp;quot;&amp;gt;; schriftlicher Beleg noch einzuholen.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Mitteldeutscher Rundfunk (MDR) und Rundfunk Berlin-Brandenburg (rbb), sorbischsprachige Programme || öffentlich-rechtlicher Rundfunk || ■? || ■ || || || || ○? || || || Produktionen standen dem SKA 2019 aus rechtlichen Gründen nicht zur Verfügung&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;; Archivbestände und heutiger Stand ''offen''&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.1.3 Akteursgruppen ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die meisten Kulturgutträger sind kleinere Einrichtungen, Gruppen oder Privatpersonen. Sie werden hier zu Gruppen zusammengefasst. Die Anzahlen sind Mindestwerte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;mark&amp;gt;Die folgende Übersicht muss insb. mit Domowina, SI und Lucija bzgl. Änderungen und Ergänzungen abgestimmt werden.&amp;lt;/mark&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|+ B. Bewahren, D. Dokumentieren, K1. Erfassen, K2. Digitalisieren K3. Erhalten, K4. Nutzung ermöglichen, S. Steuern, F. Fördern&lt;br /&gt;
! Gruppe !! Beispiele !! Typische Trägerschaft !! Bekannte Anzahl !! Typische Rollen !! Besonderheiten&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Kleine Museen, Heimatstuben, Gedenk- und Begegnungsorte ||&lt;br /&gt;
* Muzej Ćišinskeho (Panschwitz-Kuckau),&amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
* Njepilic dwór (Rohne), &lt;br /&gt;
* Sorbisches Kulturzentrum Schleife, &lt;br /&gt;
* Heimatmuseum Dissen, &lt;br /&gt;
* Archiv verschwundener Orte (Horno) &lt;br /&gt;
|| Gemeinde, Förderverein, Domowina-Ortsgruppe, privat || 22 in der Domowina-Übersicht 2019 (9 Ober-, 13 Niederlausitz)&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019b&amp;quot;/&amp;gt;; 23 in der Arbeitsliste 2026, davon 12 bisher nur durch die Domowina-Unterlagen belegt&amp;lt;ref name=&amp;quot;liste2026&amp;quot;/&amp;gt; || '''B''' ■, '''D''' ○ || überwiegend ehrenamtlich; 2019 benannte Defizite: fehlender Nachwuchs, fehlende Marketingstrategie, fehlende Vernetzung, unzureichende Finanzierung, fehlende fachliche Begleitung; teilweise ohne eigenes Inventar&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;; zwei private Ausstellungen ohne jede Förderung, von den Betreibern im Ruhestand allein betreut&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019b&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Regionale Museen mit sorbischen Beständen || &lt;br /&gt;
* Museum der Westlausitz Kamenz, &lt;br /&gt;
* Museum Bautzen, &lt;br /&gt;
* Spreewald-Museum Lübbenau mit Freilandmuseum Lehde, &lt;br /&gt;
* Slawenburg Raddusch, &lt;br /&gt;
* Niederlausitzer Heidemuseum Spremberg &lt;br /&gt;
|| Landkreis oder Kommune (''Annahme'') || 7 in der Domowina-Übersicht 2019 (2 Ober-, 5 Niederlausitz)&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019b&amp;quot;/&amp;gt; || '''B''' ■; &amp;lt;br&amp;gt;'''K1-K4''' ''offen'' || Umfang des sorbischen Anteils am Bestand ''offen''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Ensembles, Chöre, Trachten- und Brauchtumsgruppen || – || Verein || ''offen'' || tragen die Praxis;&amp;lt;br&amp;gt; '''D''' ○, '''B''' ○ || Trachtenfundi 2019 ausdrücklich zu den Beständen in sorbischer Verantwortung gezählt&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;; eigene Aufnahmen und Fundi meist nicht erfasst (''Annahme'')&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Chronisten, Film- und Fotoamateure || &lt;br /&gt;
* Chronistengruppe der Župa Michał Hórnik, &lt;br /&gt;
* deutsch-sorbischer Filmkreis &lt;br /&gt;
|| ehrenamtlich, privat || ''offen'' || '''D''' ■, '''B''' ○ || Beiträge von Laien 2019 nur sporadisch, Bestände oft unstrukturiert&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Private Sammlungen und Nachlässe || &lt;br /&gt;
* Nachlass der Malerin Hanka Krawcec, überwiegend in Tschechien; &lt;br /&gt;
* weitere private Sammlungen und Nachlässe in Ober- und Niederlausitz &lt;br /&gt;
|| privat || 4 in der Domowina-Übersicht 2019; tatsächlich ''offen'' || '''B''' ■ || Verbleib beim Generationenwechsel ungesichert (''Annahme'')&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Kirchliche Einrichtungen || &lt;br /&gt;
* Ausstellung zu Jan Bjedrich Fryco in der evangelischen Kirche Kolkwitz; &lt;br /&gt;
* kirchliches Informations- und Begegnungszentrum in Horno mit Holzmodellen abgebaggerter Kirchen&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019b&amp;quot;/&amp;gt; &lt;br /&gt;
|| Kirchgemeinde || 2 (in den kleinen Orten enthalten); weitere ''offen'' || '''B''' ○ || weitere kirchliche Bestände nicht erfasst (''Annahme'')&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Weitere sorbische Kultur- und Medieneinrichtungen || &lt;br /&gt;
* Deutsch-Sorbisches Volkstheater (Archiv 2019 zusammen mit dem des SNE genannt); &lt;br /&gt;
* Domowina-Verlag (2019 als Produzent genannt, dessen Erzeugnisse an das SKA gehen sollten)&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt; &lt;br /&gt;
|| verschieden || ''offen'' || '''B''' ○ || Umfang ''offen''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Öffentliche Träger und Fördergeber || &lt;br /&gt;
* Bund, &lt;br /&gt;
* Freistaat Sachsen, &lt;br /&gt;
* Land Brandenburg, &lt;br /&gt;
* Landkreise, &lt;br /&gt;
* Kommunen &lt;br /&gt;
|| öffentlich || – || '''F''' ■, '''S''' ○ || tragen die großen Museen; 2019 erfüllten kleine Museen im Landkreis Bautzen die Kriterien für eine institutionelle Förderung nicht, im Landkreis Spree-Neiße waren die Bedingungen besser&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Überregionale Gedächtniseinrichtungen || &lt;br /&gt;
* Oberlausitzische Bibliothek der Wissenschaften Görlitz&amp;lt;ref name=&amp;quot;slub&amp;quot;/&amp;gt;; &lt;br /&gt;
* Sächsisches Staatsarchiv, &lt;br /&gt;
* Brandenburgisches Landeshauptarchiv, &lt;br /&gt;
* Deutsche Nationalbibliothek (''Annahme''); &lt;br /&gt;
* Einrichtungen in Tschechien &lt;br /&gt;
|| öffentlich || ''offen'' || '''B''' ○; &amp;lt;br&amp;gt;mögliche Partner für K3 und K4 || sorbische Bestände außer in Görlitz ''offen''&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.1.4 Erste Befunde ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;mark&amp;gt;Die folgende Übersicht muss mit den Institutionen bzgl. Korrektheit und Vollständigkeit abgestimmt werden.&amp;lt;/mark&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Rollenübersicht erlaubt erste Hinweise, die in den folgenden Abschnitten geprüft werden:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* '''Bewahren ist breit verteilt, Dienste sind konzentriert.''' Erfassen und Digitalisieren für mehrere Träger plant nach heutigem Kenntnisstand vor allem das SI. Die SLUB macht sorbisches Schrifttum bereits digital zugänglich, auch aus Beständen des SI. Ob weitere Akteure Dienste für Dritte anbieten, ist ''offen''.&lt;br /&gt;
* '''Für die langfristige Erhaltung fremder Bestände ist kein sorbischer Akteur erkennbar.''' Offen ist, wer Digitalisate anderer Träger verbindlich und dauerhaft übernimmt. So gelangen Veranstaltungsaufnahmen des Studijo Lucija nur komprimiert und teilweise in das SKA.&amp;lt;ref name=&amp;quot;lucija&amp;quot;/&amp;gt; Die SLUB betreibt eine eigene digitale Langzeitarchivierung; ob sie auch für sorbische Träger in Frage kommt, ist ''offen''. Das Gleiche gilt für das Sächsische Staatsarchiv.&lt;br /&gt;
* '''Die Dokumentation des lebendigen Kulturlebens liegt teils außerhalb sorbischer Verantwortung.''' Sorbischsprachige Produktionen von MDR und rbb standen dem SKA 2019 aus rechtlichen Gründen nicht zur Verfügung.&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt; Der heutige Stand ist ''offen''.&lt;br /&gt;
* '''Die Domowina ist der wichtigste Zugang zu kleinen Trägern.''' Mindestens 9 der 23 kleinen Sammlungsorte sind direkt oder über Mitgliedsvereine mit ihr verbunden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;liste2026&amp;quot;/&amp;gt; Ihre Strukturen eignen sich daher als Weg, kleine Träger zu erreichen – für die Erhebung ebenso wie für spätere Unterstützungsangebote.&lt;br /&gt;
* '''Das Wissen über kleine Träger ist lückenhaft und teils veraltet.''' 12 der 23 kleinen Orte sind bisher nur durch die Domowina-Unterlagen von 2019 und 2020 belegt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;liste2026&amp;quot;/&amp;gt; Ob sie heute noch bestehen und wie es um ihre Bestände steht, ist ''offen''. Besonders privat betreute Ausstellungen werden in Abschnitt 3.2 auf ihre Gefährdung geprüft.&lt;br /&gt;
* '''Kleine Träger haben keine feste Anlaufstelle, die Koordination war 2020 ungeklärt.''' Das frühere Sorbische Folklorezentrum war seit 1993 faktisch nicht mehr tätig.&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt; In der Niederlausitz diente 2020 ein Projekt zur Inwertsetzung des immateriellen Kulturerbes auch der Vernetzung kleiner Museen. Der Kulturausschuss der Domowina sah sich als ehrenamtliches Gremium nicht in der Lage, die Koordination zu leisten, und bat Fachinstitutionen und die Gremien der Stiftung, Verantwortung zu übernehmen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2020&amp;quot;/&amp;gt; Wie das heute geregelt ist, untersucht Abschnitt 3.4.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Liste aller bekannten Sammlungsorte mit Typ, Trägerschaft und Kulturgutklassen steht in [[12.3.A3 Sammlungsorte des sorbischen Kulturerbes|Anhang 12.3.A3]]. Sie wird laufend ergänzt.&lt;br /&gt;
&amp;lt;!-- Anhang 12.3.A3 aus der Arbeitsliste vom 02.04.2026 aufbauen; Namen privater Sammler nur mit Einverständnis --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== 3.2 Bestände und Bedarfe ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieser Abschnitt beschreibt die Nachfrageseite der Analyse: Welche Bestände sorbischen Kulturerbes gibt es, wie weit sind sie erfasst und digitalisiert, welche sind gefährdet, und welche Unterstützung brauchen die Kulturgutträger? Festgestellt wird dabei nur, wo Zeitdruck besteht. Welche Bestände mit welcher Priorität bearbeitet werden, sollten die sorbische Gemeinschaft und ihre Fachgremien entscheiden (vgl. [[#2.4.2 Prozessschritte im Detail|Prozessschritt 3 „Bewerten &amp;amp; freigeben“]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein institutionsübergreifender Überblick über die Bestände existiert bisher nicht (siehe 3.2.5). Die folgenden Angaben sind daher Mindestwerte und Größenordnungen aus veröffentlichten Angaben der Einrichtungen, Projektunterlagen und den in [[#3.1 Akteure und Rollen|Abschnitt 3.1]] genannten Quellen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;mark&amp;gt;Die Bestände sollten mit den SI, insb. Register, bzgl. Korrektheit und Vollständigkeit abgestimmt werden, evtl. liegt dort ein institutionsübergreifender Überblick über Bestände vor.&amp;lt;/mark&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.2.1 Begriffe ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
; Sammlungsort&lt;br /&gt;
: Ort, an dem Kulturgüter verwahrt werden, etwa ein Museum, ein Archiv, eine Heimatstube oder eine Privatwohnung. Ein Akteur kann mehrere Sammlungsorte haben.&lt;br /&gt;
; Bestand&lt;br /&gt;
: Abgrenzbare Gruppe von Kulturgütern einer [[#2.2 Klassifizierung von Kulturgütern|Kulturgutklasse]], die an einem Sammlungsort gemeinsam verwahrt wird, zum Beispiel die Fotografien einer Heimatstube oder die Tonbänder eines Archivs. Feiner unterschieden wird nur, wenn sich Zustand oder Rechtslage deutlich unterscheiden. Ein Bestand gehört zu dem Ort, an dem das Original oder die Masterdatei liegt - Kopien an anderen Orten beschreiben seinen Digitalisierungsstand.&lt;br /&gt;
: Bei immateriellem Kulturerbe gilt die vorhandene Dokumentation als Bestand, etwa Ton- und Videoaufnahmen oder Beschreibungen. Eine bisher nicht dokumentierte Praxis erscheint als Dokumentationsbedarf.&lt;br /&gt;
; Bedarf&lt;br /&gt;
: Was ein Bestand oder ein Kulturgutträger braucht. &lt;br /&gt;
:* ''Bestandsbezogene'' Bedarfe richten sich auf die [[#2.3.2 Vier Kernfunktionen|vier Kernfunktionen]] (erfassen, digitalisieren, langfristig erhalten, zugänglich machen). &lt;br /&gt;
:* ''Trägerbezogene'' Bedarfe betreffen den Akteur selbst, etwa Personal, Beratung oder Finanzierung.&lt;br /&gt;
; Dringlichkeit&lt;br /&gt;
: Zeitdruck, der sich aus einer Gefährdung ergibt. Sie ist nicht gleichbedeutend mit Priorität, in die auch kulturelle Bedeutung, Nutzen und Machbarkeit eingehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.2.2 Bestandslandkarte ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Übersicht folgt der [[#2.2 Klassifizierung von Kulturgütern|Klassifizierung aus Abschnitt 2.2]]. Sie nennt für jede Klasse typische Bestände, die wichtigsten Träger und den bekannten Stand. Einzelne Sammlungsorte stehen in [[12.3.A3 Sammlungsorte des sorbischen Kulturerbes|Anhang 12.3.A3]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|+ Bestände nach Kulturgutklassen (Stand: weitgehend · teilweise · kaum · ''offen'')&lt;br /&gt;
! Klasse !! Typische Bestände !! Wichtigste Träger !! Umfang, soweit bekannt !! Erfasst !! Digitalisiert !! Gefährdung&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''A''' Materiell – unbeweglich || Denkmale, Gedenktafeln, Inschriften, Grabmäler, Blockbauten, Wirkungsstätten, Kirchen || Eigentümer, Gemeinden, Kirchgemeinden; dokumentiert durch das SI || Inventar sorbischer Kulturdenkmale in Sachsen: 61 Aktenordner, 6.300 analoge Fotomotive&amp;lt;ref name=&amp;quot;dmp&amp;quot;&amp;gt;Sorbisches Institut o. J.: Datenmanagementplan zum Teilprojekt „Sorbische Kulturdenkmale in Sachsen“ im Verbundprojekt DIKUSA – Vernetzung digitaler Kulturdaten in Sachsen, Laufzeit 01.02.2022-31.12.2025. URL: https://www.saw-leipzig.de/de/projekte/dikusa/datenmanagementplaene-1/dmp_si_dikusa.pdf/@@download/file/DMP_SI_Dikusa.pdf, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;; nach einer älteren Untersuchung rund 1.700 Objekte in der sächsischen Oberlausitz (''zu prüfen'')&amp;lt;ref name=&amp;quot;kdm&amp;quot;&amp;gt;Fachpublikation zu sorbischen Kulturdenkmalen. Interne Referenz: saxorum-10788_Sorbische_Kulturdenkmale_digital_erfassen_präsentieren.pdf. Angabe nach Projektunterlagen, noch zu prüfen.&amp;lt;/ref&amp;gt; || teilweise: Sachsen inventarisiert; Niederlausitz in Erfassung, geplant in drei Phasen bis 2031&amp;lt;ref name=&amp;quot;nlposter&amp;quot;&amp;gt;Sorbisches Institut o. J.: Materielle Zeugnisse sorbischer/wendischer Kultur in der Niederlausitz. Modul 4 des Vorhabens „Digitales Portal zu sorbischen und Lausitzer Sprach- und Kulturlandschaften“ (Poster). URL: https://serbski-institut.de/wp-content/uploads/2021/11/A0-Druck_DigPortal-M4.pdf, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; || teilweise: Inventar Sachsen 2022-2025 digital aufbereitet&amp;lt;ref name=&amp;quot;dmp&amp;quot;/&amp;gt;; 78 Objekte öffentlich im Atlas auf Sorabicon (April 2026)&amp;lt;ref name=&amp;quot;atlas&amp;quot;&amp;gt;Sorbisches Institut 2026: Pressemitteilung zum digitalen Atlas sorbischer Kulturdenkmale im Wissensportal Sorabicon, 30.04.2026. URL: https://idw-online.de/de/news870102, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; || Verwitterung, Umbau, Abriss; Inventar teils nur analog oder in veralteten Dateiformaten (siehe 3.2.3)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''B1''' Schriftgut || Bücher, Zeitungen, Handschriften, Nachlässe, Vereins- und Institutionsakten, Plakate, Grafik || Sorbische Zentralbibliothek, Sorbisches Kulturarchiv (SKA), Sorbisches Museum, SLUB, Hórnik-Bibliothek im Wendischen Seminar Prag, Oberlausitzische Bibliothek der Wissenschaften Görlitz || Zentralbibliothek ca. 110.000 Medieneinheiten&amp;lt;ref name=&amp;quot;liste2026&amp;quot;/&amp;gt;; Sorbisches Museum über 1.000 Schriftquellen, ca. 1.700 Plakate, ca. 6.000 Grafiken&amp;lt;ref name=&amp;quot;sm&amp;quot;&amp;gt;Sorbisches Museum Bautzen o. J.: Museum – Sammlung. URL: https://sorbisches-museum.de/museum/?lang=en, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;; SKA: Nachlässe, Akten der Domowina 1912-1989 und sorbischer Vereine, Umfang ''offen''&amp;lt;ref name=&amp;quot;ska&amp;quot;&amp;gt;Sorbisches Institut o. J.: Sorbian Cultural Archive. URL: https://www.serbski-institut.de/en/sorbian-cultural-archive/, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; || weitgehend in den Bibliotheken (Katalog, Sorbische Bibliographie)&amp;lt;ref name=&amp;quot;vls&amp;quot;/&amp;gt;; kleine und private Träger ''offen'' || teilweise: 1.634 Dokumente des SI auf Sachsen.Digital (Stand 2021)&amp;lt;ref name=&amp;quot;ldp&amp;quot;&amp;gt;Sorbisches Institut 2021: Pressemitteilung zu Digitalisaten aus dem Landesdigitalisierungsprogramm Sachsen (u. a. „Serbowka“, erstes sorbisches Lehrbuch), 12.03.2021. URL: https://serbski-institut.de/wp-content/uploads/2021/12/2021-03-12_MI_Erstes-sorbisches-Lehrbuch-LDP_Serbowka_de.4753.pdf, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;; Handschriften des SKA 2016 digitalisiert&amp;lt;ref name=&amp;quot;hs&amp;quot;&amp;gt;Sorbisches Institut o. J.: Digitalisate handschriftlicher Literatur aus den Beständen des SKA in Sachsen.digital. URL: https://serbski-institut.de/de/Handschriften-als-Digitalisat, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;; Zeitungen und Zeitschriften teils online&amp;lt;ref name=&amp;quot;vls&amp;quot;/&amp;gt; || Nachlässe in Privatbesitz; säurehaltiges Papier des 19. und 20. Jahrhunderts (''Annahme'', nicht erhoben)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''B2''' Fotografien und Bildträger || Fotosammlungen und Fotonachlässe, Negative, Glasplatten, Dias || SKA, Sorbisches Museum, Wendisches Museum, Stadtmuseum Cottbus, SI (Kulturdenkmale), Sorbisches National-Ensemble (SNE), Domowina Verlag (LND), Deutsch-Sorbisches Volkstheater ''(Annahme)'', Chronisten, Privatpersonen || Sorbisches Museum ca. 10.500 Fotos&amp;lt;ref name=&amp;quot;sm&amp;quot;/&amp;gt;; Inventar Kulturdenkmale 6.300 Motive&amp;lt;ref name=&amp;quot;dmp&amp;quot;/&amp;gt;; SKA ''offen'' || teilweise bei Museen und SKA; private Bestände oft unstrukturiert&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt; || teilweise: ausgewählte Bildsammlungen des SKA im Virtuellen Lesesaal&amp;lt;ref name=&amp;quot;vls&amp;quot;/&amp;gt;; Glasplattennegative der Sammlung Fritz Unger (Stadtmuseum Cottbus) mit wendischen Motiven auf museum-digital&amp;lt;ref name=&amp;quot;unger&amp;quot;&amp;gt;museum-digital:brandenburg o. J.: Wendische Trachtengruppe, Glasplattennegativ, Fotografische Sammlung Fritz Unger, Stadtmuseum Cottbus, Inv.-Nr. U190-05. URL: https://brandenburg.museum-digital.de/pdf/object/65463.pdf?lang=de, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; || Negative und Glasplatten empfindlich; private Bestände ohne Verzeichnis&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''B3''' Analoge AV-Träger || Tonbänder, Kassetten, Schallplatten, Videobänder, Filme || SKA, MDR und rbb, SNE, Amateurfilmer, Njepila-Hof (Tondokumente)&amp;lt;ref name=&amp;quot;liste2026&amp;quot;/&amp;gt;; Filme der früheren DEFA (Filmstudio der DDR), Hörfunkbestände der DDR-Zeit im Deutschen Rundfunkarchiv (''Annahme'') || sorbischsprachiger Rundfunk seit 1948&amp;lt;ref name=&amp;quot;rundfunk&amp;quot;&amp;gt;Wikipedia (englisch): Sorbischer Rundfunk. URL: https://en.wikipedia.org/wiki/Sorbischer_Rundfunk, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;; DEFA-Gruppe „Sorbischer Film“ 1980-1990: knapp 40 Filme&amp;lt;ref name=&amp;quot;defa&amp;quot;&amp;gt;Deutsches Historisches Museum, Zeughauskino o. J.: Filmreihe „Sorbische Filmlandschaften“. URL: https://www.dhm.de/zeughauskino/filmreihe/sorbische-filmlandschaften/, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;; SKA, SNE und Amateurbestände ''offen'' || kaum bekannt || teilweise: Filme des SKA im sächsischen Programm zur Sicherung des audiovisuellen Erbes digitalisiert&amp;lt;ref name=&amp;quot;vls&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;avsachsen&amp;quot;&amp;gt;Leipziger Internet Zeitung 2020: Über 50.000 Film- und Tonminuten digitalisiert. Zwischenbilanz zur Sicherung des audiovisuellen Erbes in Sachsen, 16.09.2020. URL: https://www.l-iz.de/melder/wortmelder/2020/09/Ueber-50-000-Film-und-Tonminuten-digitalisiert-Zwischenbilanz-zur-Sicherung-des-audiovisuellen-Erbes-in-Sachsen-349190, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;; Umfang ''offen'' || '''hoch''': Magnetbandformate sind veraltet, die routinemäßige Überspielung endete nach Einschätzung von UNESCO und IASA (Internationaler Verband der Schall- und audiovisuellen Archive) etwa 2025&amp;lt;ref name=&amp;quot;mta&amp;quot;&amp;gt;IASA o. J.: Announcing the Magnetic Tape Alert Project (UNESCO-Programm „Information for All“ und IASA). URL: https://iasa-web.org/node/5374, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''B4''' 3D-Objekte || Trachten und Textilien, Volkskunst, Ostereier, Keramik, Hausrat, Kunstwerke || Sorbisches Museum, Wendisches Museum, Heimatmuseen und Heimatstuben, Trachtenfundi von Vereinen und Ensembles, private Sammlungen || Sorbisches Museum ca. 35.000 inventarisierte Objekte über alle Sammlungsbereiche, davon Kunstsammlung 6.900 Werke&amp;lt;ref name=&amp;quot;sm&amp;quot;/&amp;gt;; Wendisches Museum: größte Sammlung niedersorbischer Tracht, Zahl ''offen''&amp;lt;ref name=&amp;quot;wm&amp;quot;&amp;gt;Wendisches Museum Cottbus o. J.: Selbstdarstellung des Museums, Dokument im Ratsinformationssystem der Stadt Cottbus. URL: https://session.cottbus.de/oparl/bodies/0001/downloadfiles/00007050.pdf, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;; Heimatmuseum Dissen 6.700 inventarisierte Exponate (SKR-Konzept, S. 8)&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;/&amp;gt;; Jänschwalde über 40 Originaltrachten und über 1.000 Keramiken&amp;lt;ref name=&amp;quot;liste2026&amp;quot;/&amp;gt; || teilweise: beide sorbischen Museen haben Inventare, aber kein verknüpfendes System (SKR-Konzept, S. 7)&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;/&amp;gt;; kleine Museen teils ohne Inventar&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt; || kaum: acht Häuser mit sorbischem Schwerpunkt haben zusammen 401 Objekte auf museum-digital veröffentlicht (SKR-Konzept, S. 8)&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;/&amp;gt;; Online-Sammlungen der beiden sorbischen Museen nicht gefunden || Textilien empfindlich; private Ausstellungen ohne Nachfolge (siehe 3.2.3)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''C1''' Orale Traditionen || Sprache und Dialekte, Erzählungen, Sagen, Zeitzeugenberichte || Sprecherinnen und Sprecher; dokumentiert durch SI und Rundfunk || ''offen'' || teilweise: Zeitzeugen-O-Töne im Wissensportal Sorabicon&amp;lt;ref name=&amp;quot;atlas&amp;quot;/&amp;gt;; Zeitzeugen-Sammlung von Lucija auf YouTube &amp;lt;mark&amp;gt;Referenz&amp;lt;/mark&amp;gt; || teilweise || '''hoch''' für das Niedersorbische: nach Angaben des Bundesinnenministeriums 2024 nur noch wenige hundert fließende Sprecherinnen und Sprecher&amp;lt;ref name=&amp;quot;sprache&amp;quot;&amp;gt;Universität Potsdam o. J.: Mehrsprachigkeit in Brandenburg – Sorbisch (mit Verweis auf BMI 2024 und Landesregierung Brandenburg 2024). URL: https://www.uni-potsdam.de/de/svm/mehrsprachigkeit-in-brandenburg/studentische-projekte/sorbisch, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''C2''' Darstellende Künste || Musik, Lieder, Tanz, Theater, Chorgesang || SNE, Deutsch-Sorbisches Volkstheater, Chöre und Ensembles; dokumentiert durch Rundfunk und Studijo Lucija || ''offen'' || ''offen'' || teilweise: neuere Aufnahmen meist ursprünglich digital (siehe D1) || ältere Mitschnitte auf AV-Trägern (siehe B3); digitale Mitschnitte, die nicht langzeittauglich gelagert und nicht registriert sind (siehe D1 und D2)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''C3''' Rituale und Feste || Bräuche und Feste im Jahreslauf, u. a. Vogelhochzeit, Zampern, Zapust, Ostersingen, Osterreiten, Maibaum, Kirmes || MDR, rbb, Studio Lucija, Vereine, Dorfgemeinschaften, Kirchgemeinden || „Gesellschaftliche Bräuche und Feste der Lausitzer Sorben im Jahreslauf“ seit 2014 im Bundesweiten Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes&amp;lt;ref name=&amp;quot;ike&amp;quot;&amp;gt;Sorbisches Institut 2020: Aufruf und Fragebogen zur Erhebung sorbischer/wendischer Bräuche und Feste im Landkreis Spree-Neiße, 18.12.2020. URL: https://www.serbski-institut.de/wp-content/uploads/2022/03/IKE-Fragebogen-Aufruf_2020_12_189_DE.4701.pdf, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;iketour&amp;quot;&amp;gt;Sachsen-Tourismus 2025: Hintergrundtext Immaterielles Kulturerbe. URL: https://www.sachsen-tourismus.de/fileadmin/mediendatenbank_ALT/mediendatenbank/bilder/presse/rechercheideen/hintergrundtext-immaterielles-kulturerbe-2025.pdf, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; || teilweise: Erhebung im Landkreis Spree-Neiße durch das SI ab 2020, Ergebnisstand ''offen''&amp;lt;ref name=&amp;quot;ike&amp;quot;/&amp;gt;; Oberlausitz ''offen'' || teilweise || Praxis im Wandel; frühere Ausprägungen nur über Dokumentation greifbar (''Annahme'')&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''C4''' Wissen über Natur und Universum || Volksglaube, Heil- und Sammelwissen, religiöse Praxis || Familien, Kirchgemeinden || ''offen'' || ''offen'' || ''offen'' || Wissen oft bei wenigen, teils älteren Personen (SKR-Konzept, S. 8)&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''C5''' Traditionelles Handwerk || Ostereiverzierung, Trachtenherstellung und -pflege, Weben, Flachs und Leinen, Töpfern || Handwerkerinnen und Handwerker, Vereine, Heimatmuseen, z. B. Sorbische Webstube Drebkau&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;/&amp;gt;, Kólasko Drachhausen&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019b&amp;quot;/&amp;gt; || ''offen'' || ''offen'' || ''offen'' || Wissen an wenige Personen gebunden; fehlender Nachwuchs (SKR-Konzept, S. 8)&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''D1''' Born-digital || Websites, soziale Medien, Veranstaltungsmitschnitte, digitale Fotos und Videos, digitale Publikationen, Projektdaten || Studijo Lucija, Rundfunk, Verlage, Vereine, Einrichtungen || ''offen'' || kaum || – || '''hoch''': keine systematische Sicherung sorbischer Web- und Social-Media-Inhalte bekannt; Webarchivierung in Deutschland insgesamt lückenhaft&amp;lt;ref name=&amp;quot;webarchiv&amp;quot;&amp;gt;netzpolitik.org 2026: Kritische Infrastruktur: Bei der Web-Archivierung fehlt die Strategie. URL: https://netzpolitik.org/2026/kritische-infrastruktur-bei-der-web-archivierung-fehlt-die-strategie/, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;; Masterdateien teils nur beim Erzeuger&amp;lt;ref name=&amp;quot;lucija&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''D2''' Digitalisate || digitale Repräsentationen aus den Klassen A bis C || SI, SLUB, Museen, Projekte || SI: 1.634 Dokumente auf Sachsen.Digital (2021)&amp;lt;ref name=&amp;quot;ldp&amp;quot;/&amp;gt;; Sorabicon: zwölf veröffentlichte Sammlungen (2026)&amp;lt;ref name=&amp;quot;atlas&amp;quot;/&amp;gt; || teilweise: über Kataloge und die Deutsche Digitale Bibliothek nachgewiesen, teils als gemeinfrei gekennzeichnet&amp;lt;ref name=&amp;quot;ddb&amp;quot;&amp;gt;Deutsche Digitale Bibliothek o. J.: Wot togo narodu Jesu Christußa (1865), Datengeber: Sorbisches Institut / Sorbisches Kulturarchiv. URL: https://www.deutsche-digitale-bibliothek.de/item/3IVBZKDCQK6LHTOFW5HKYF235K6A4QEF, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; || – || Langzeiterhaltung teils ungeklärt: Projektdaten lagen bei einem Webhoster mit Datensicherung, die Langzeitarchivierung war „zu eruieren“&amp;lt;ref name=&amp;quot;dmp&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.2.3 Bestände mit vorrangigem Digitalisierungsbedarf ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als vorrangig gilt ein Bestand, wenn mindestens einer der folgenden Gründe zutrifft:&lt;br /&gt;
# '''Materialverfall oder veraltete Technik:''' Der Träger zerfällt, oder Abspielgeräte sind kaum noch verfügbar.&lt;br /&gt;
# '''Ungesicherte Betreuung:''' Nachfolge, Räume oder Trägerschaft sind nicht gesichert.&lt;br /&gt;
# '''Unikat ohne Sicherung:''' Es gibt weder eine Kopie noch einen Nachweis an anderer Stelle.&lt;br /&gt;
# '''Schwindendes Wissen:''' Trägerinnen und Träger einer Praxis oder Zeitzeugen können nur noch begrenzte Zeit befragt werden.&lt;br /&gt;
# '''Ungesicherte digitale Dateien:''' Masterdateien fehlen, es gibt kein Zielarchiv, oder die Dateiformate veralten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die '''Dringlichkeit''' ist &lt;br /&gt;
* ''hoch'', wenn Verlust oder Unzugänglichkeit innerhalb weniger Jahre wahrscheinlich sind, &lt;br /&gt;
* ''mittel'', wenn ein Risiko erkennbar ist, der Zeitrahmen aber offen ist, und &lt;br /&gt;
* ''offen'', wenn die Lage nicht bekannt ist. &lt;br /&gt;
Die Herkunft der Dringlichkeit ist mit '''G''' gekennzeichnet, wenn der Bedarf von Trägern oder in ihren Unterlagen genannt wurde, und mit '''A''', wenn er aus der Analyse abgeleitet ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|+ Bestände mit vorrangigem Digitalisierungsbedarf&lt;br /&gt;
! Bestand / Bestandsgruppe !! Träger !! Klasse !! Grund !! Dringlichkeit !! Herkunft !! Quelle&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Ton-, Video- und Filmbestände auf Magnetband und Film || SKA, SNE, Rundfunk, Amateurfilmer, Njepila-Hof u. a. || B3 || 1, 3 || hoch || A || &amp;lt;ref name=&amp;quot;mta&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;ska&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Sprache und Erzählwissen der letzten muttersprachlichen Sprecherinnen und Sprecher des Niedersorbischen || – || C1 || 4 || hoch || A || &amp;lt;ref name=&amp;quot;sprache&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Zwei private Ausstellungen in der Oberlausitz, von den Betreibern im Ruhestand allein und ohne Förderung betreut (Stand 2019) || privat || B4 || 2, 3 || hoch, sofern noch bestehend || G || &amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019b&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Private Sammlungen und Nachlässe, darunter Filme und Chroniken sowie ein Nachlass, dessen Sichtung und Bewertung 2019 erbeten wurde || privat || B1-B4 || 1, 2, 3 || hoch || G || &amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019b&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Veranstaltungsmitschnitte, die nicht zentral registriert sind und nur komprimiert und teilweise an das SKA gehen || Studijo Lucija || D1 (C2, C3) || 5 || hoch || A || &amp;lt;ref name=&amp;quot;lucija&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Inventar sorbischer Kulturdenkmale in Sachsen: analoge Negative und Dateien in veralteten Formaten (u. a. .wps, .wbk, .wks) || SI || B2, D1 || 1, 5 || mittel || A || &amp;lt;ref name=&amp;quot;dmp&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Sorbische Websites und soziale Medien || verschieden || D1 || 5 || mittel || A || &amp;lt;ref name=&amp;quot;webarchiv&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Archiv verschwundener Orte in Horno: Umzug 2019 geplant || Trägerschaft ''offen'' || B1, B2 || 2 || ''offen'' || G || &amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019b&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.2.4 Bedarfe der Kulturgutträger ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Neben dem Bedarf einzelner Bestände haben viele Kulturgutträger Bedarfe, die sie selbst betreffen. Sie werden hier gebündelt und der Seite des Angebots zugeordnet, an die sie sich richten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
! Bedarf !! Betroffene Träger !! Richtet sich an !! Herkunft !! Quelle&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Personal und Nachwuchs für Betreuung und Erfassung || kleine Museen, Heimatstuben, ehrenamtliche Sammlungsorte || Rahmen (F) || G || &amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;; SKR-Konzept, S. 7-8 und 29&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Laufende Finanzierung für Personal und Unterhalt; z. B. jährliches Ringen um Personalmittel in Dissen || kleine Museen || Rahmen (F) || G || &amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019b&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Fachliche Begleitung, Beratung und Schulung || kleine und ehrenamtliche Träger || K1-K3, Rahmen || G || &amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;; SKR-Konzept, S. 10 und 30&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Inventarisierung und digitale Erschließung; Nachholbedarf wegen Personalmangels „teils bestandsgefährdend“ || kleine Museen, private Sammlungen, auch die großen Museen || K1 || G || SKR-Konzept, S. 7&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;/&amp;gt;; &amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Vernetzung und Kooperation || kleine Museen || Rahmen (S) || G || &amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Sichtbarkeit und Präsentation || sorbische Museen, kleine Museen || K4 || G || &amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2020&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Sichtung und Bewertung von Nachlässen || private Nachlässe || K1, Prozessschritt „Bewerten“ || G || &amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019b&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Räume, Bausubstanz und Bewirtschaftung, z. B. Muzej Ćišinskeho, Dom Njechorńskeho || kleine Museen und Gedenkorte || Rahmen (Voraussetzung) || G || &amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019b&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Digitalisierung von Ton-, Film- und Fotobeständen als Dienstleistung || SKA, kleine und private Träger || K2 || A || –&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Verbindlicher Ort für die langfristige Erhaltung von Digitalisaten und ursprünglich digitalen Aufnahmen || Studijo Lucija, Projekte, kleine Träger || K3 || A || &amp;lt;ref name=&amp;quot;lucija&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;dmp&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Rechteklärung und Einwilligungen || Rundfunkproduktionen, Veranstaltungsaufnahmen || Rahmen || G (Rundfunk) / A || &amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Bedarfe des Sorbischen Museums und des Wendischen Museums || beide sorbischen Museen || K1-K4 || G || Anfragen im Rahmen des Digitalisierungskreises&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.2.5 Erste Befunde ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* '''Ein Gesamtüberblick über die Bestände fehlt.''' 2020 wurde festgestellt, dass eine systematische Registrierung des sorbischen Kulturerbes fehlt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2020&amp;quot;/&amp;gt; 2025 beschrieb das SI die Bedingungen an den Sammlungsorten als „von vorbildlich bis prekär“; vieles liege nur analog vor, und die Digitalisierung stehe überwiegend am Anfang.&amp;lt;ref name=&amp;quot;skrhandout&amp;quot;&amp;gt;Sorbisches Institut 2025: Handout zum Pressegespräch „Konzept Sorbisches Kulturregister“, 20.11.2025. URL: https://www.serbski-institut.de/wp-content/uploads/2025/11/2025-11-20_Handout-Pressegespraech-SKR_Konzept.pdf, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Ein Überblick sei derzeit nicht möglich, weil die Sammlungsorte technisch „fraktioniert oder gar inkompatibel“ arbeiten (SKR-Konzept, S. 8).&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
* '''Die bekannten Sammlungsorte sind nur ein Ausschnitt.''' Das SKR-Konzept nennt mehr als 70 Einrichtungen mit kulturerberelevantem Archivgut (S. 10). Im Arbeitskreis Lausitzer Museenland widmet sich etwa ein Drittel der 48 Heimatstuben und Regionalmuseen sorbischer Geschichte und Kultur (S. 7).&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;/&amp;gt; Die Arbeitsliste umfasst bisher rund 32 Orte.&amp;lt;ref name=&amp;quot;liste2026&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
* '''Zahlen gibt es nur für wenige große Träger.''' Für das Sorbische Museum, die Sorbische Zentralbibliothek und die Digitalisate des SI liegen Größenordnungen vor. Für das SKA, das Wendische Museum, die audiovisuellen Bestände und fast alle kleinen Träger fehlen sie. &amp;lt;mark&amp;gt;SKA anfragen&amp;lt;/mark&amp;gt;&lt;br /&gt;
* '''Wo der Zeitdruck am größten ist, ist am wenigsten bekannt.''' Das betrifft vor allem die analogen Ton-, Video- und Filmbestände sowie die Dokumentation des Niedersorbischen.&lt;br /&gt;
* '''Online sichtbar ist nur ein Bruchteil.''' Acht Häuser mit sorbischem Schwerpunkt haben zusammen 401 Objekte auf museum-digital veröffentlicht; das Heimatmuseum Dissen mit 6.700 inventarisierten Exponaten noch keines (SKR-Konzept, S. 8).&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
* '''Digital vorhanden heißt nicht gesichert.''' Ursprünglich digitale Aufnahmen und Projektdaten haben teils kein Zielarchiv oder liegen in veralteten Formaten vor (siehe 3.2.3). Wer diese Aufgabe übernimmt, untersuchen die Abschnitte 3.3 und 3.4.&lt;br /&gt;
* '''Das immaterielle Kulturerbe ist ungleich dokumentiert.''' Für die Niederlausitz gab es ab 2020 eine Erhebung der Bräuche und Feste,&amp;lt;ref name=&amp;quot;ike&amp;quot;/&amp;gt; für die Oberlausitz ist keine vergleichbare bekannt.&lt;br /&gt;
* '''Ein Teil des Erbes liegt außerhalb sorbischer Verantwortung oder außerhalb der Lausitz,''' etwa in Prag, Dresden und Görlitz, in Rundfunkarchiven und bei der DEFA-Überlieferung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Ist-Analyse kann damit Struktur und Schwerpunkte benennen, aber keine vollständige Bestandsübersicht ersetzen. Eine institutionsübergreifende Bestands- und Bedarfserhebung mit Prioritätenliste ist eine eigene Aufgabe (vgl. das Ziel 2028 in [[#1.1 Visionen und Ziele für die sorbische digitale Welt|Abschnitt 1.1]]) und wird bei den Maßnahmen aufgegriffen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.1.2 Bedarfe und Dringlichkeiten ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;background-color:#eef5fb;border-left:4px solid #5b9bd5;padding:0.7em 1em;margin:1em 0;&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Leitfrage:''' Welche Unterstützung benötigen die Kulturgutträger und welche Bedarfe sollten (+aus welchen Gründen) vorrangig bearbeitet werden?&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die bei Kulturgutträgern bestehenden Bedarfe sollten zunächst möglichst vollständig erhoben und anschließend zusammengeführt und eingeordnet werden. Dabei ist zwischen &amp;quot;von Akteuren ausdrücklich genannten Bedarfen&amp;quot; und &amp;quot;aus der Analyse zusätzlich abgeleiteten Bedarfen&amp;quot; zu unterscheiden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die weitere Erhebung und Analyse insbesondere zu prüfen:&lt;br /&gt;
* vorhandene Bedarfserhebungen, Gesprächsprotokolle und bisherige Tabellen zusammenführen&lt;br /&gt;
* Bedarfe möglichst den vier Kernfunktionen zuordnen:&lt;br /&gt;
** Nachweisen, beschreiben und verknüpfen,&lt;br /&gt;
** Digitalisieren und Qualität sichern,&lt;br /&gt;
** langfristig erhalten,&lt;br /&gt;
** zugänglich machen und Nutzung ermöglichen;&lt;br /&gt;
* zusätzlich übergreifende Bedarfe erfassen, beispielsweise:&lt;br /&gt;
** Personal und Fachkompetenz,&lt;br /&gt;
** Beratung und Schulung,&lt;br /&gt;
** Finanzierung,&lt;br /&gt;
** Rechteklärung und Datenschutz,&lt;br /&gt;
** Metadaten und gemeinsame Standards,&lt;br /&gt;
** technische Infrastruktur;&lt;br /&gt;
* Dringlichkeit anhand nachvollziehbarer Kriterien beurteilen, beispielsweise:&lt;br /&gt;
** drohender Verlust oder Materialverfall,&lt;br /&gt;
** fehlende personelle Nachfolge,&lt;br /&gt;
** gefährdete oder unbekannte Bestände,&lt;br /&gt;
** blockierende Abhängigkeit für weitere Digitalisierungsschritte,&lt;br /&gt;
** kulturelle oder sprachliche Bedeutung,&lt;br /&gt;
** erwartete Nutzung für Bildung, Forschung oder Öffentlichkeit&lt;br /&gt;
* unterscheiden zwischen Einzelfallbedarf und strukturellem Bedarf mehrerer Kulturgutträger&lt;br /&gt;
* soweit möglich erfassen, welche Bedarfe bereits durch bestehende Angebote abgedeckt werden und welche bislang offenbleiben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mögliches Ergebnis: priorisierte beziehungsweise nach Dringlichkeit geordnete Bedarfsübersicht mit Zuordnung zu Akteursgruppen und Kernfunktionen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== 3.2 Ist-Stand der vier Kernfunktionen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;background-color:#eef5fb;border-left:4px solid #5b9bd5;padding:0.7em 1em;margin:1em 0;&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Leitfrage:''' Welche Kernfunktionen werden durch bestehende Angebote / Dienste und Projekte bereits erfüllt – für welche Bestände, Akteure und Nutzungszwecke?&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Den Schwerpunkt der Ist-Analyse bildet die Frage, '''in welchem Umfang''' die vier zuvor bestimmten Kernfunktionen der Kulturerbe-Digitalisierung im sorbischen Kontext bereits erfüllt werden. Dabei reicht es nicht aus festzustellen, dass ein Projekt, eine Institution oder ein technisches System existiert. Zu prüfen ist vielmehr, welche Leistung tatsächlich verfügbar ist, welche Kulturgutträger und Bestände sie erreicht und welche Lücken verbleiben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für jede Kernfunktion sollte möglichst nach einer einheitlichen Logik untersucht werden:&lt;br /&gt;
* vorhandene Angebote, Systeme und Projekte&lt;br /&gt;
* verantwortliche Betreiber beziehungsweise Akteure&lt;br /&gt;
* Entwicklungs- und Betriebsstand&lt;br /&gt;
* erreichte Kulturgutträger, Bestände und Kulturgutarten&lt;br /&gt;
* abgedeckte Bedarfe&lt;br /&gt;
* technische und organisatorische Anschlussmöglichkeiten&lt;br /&gt;
* erkennbare Lücken, Risiken und offene Fragen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.2.1 Nachweisen, beschreiben und verknüpfen ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;background-color:#eef5fb;border-left:4px solid #5b9bd5;padding:0.7em 1em;margin:1em 0;&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Leitfrage:''' Wie vollständig und nutzbar werden sorbische Kulturgüter und Bestände heute nachgewiesen, beschrieben und miteinander verknüpft?&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die weitere Erhebung und Analyse insbesondere zu prüfen:&lt;br /&gt;
* Stand und tatsächlicher Funktionsumfang des Sorbischen/Wendischen Kulturregisters&lt;br /&gt;
* vorhandene institutionelle Kataloge, Inventare, Datenbanken und lokale Verzeichnisse&lt;br /&gt;
* welche Kulturgutarten, Einrichtungen und Regionen bereits erfasst sind&lt;br /&gt;
* welche Bestände bislang nur lokal, analog oder überhaupt nicht systematisch nachgewiesen werden&lt;br /&gt;
* verwendete Metadaten, Identifikatoren und Normdaten&lt;br /&gt;
* Möglichkeiten zur Übernahme beziehungsweise Verknüpfung bestehender Daten&lt;br /&gt;
* Anschlussmöglichkeiten:&lt;br /&gt;
** direkte Erfassung kleinerer Träger,&lt;br /&gt;
** Datenimport beziehungsweise Schnittstellen größerer Einrichtungen&lt;br /&gt;
* Mehrsprachigkeit und Umgang mit ober- und niedersorbischen Bezeichnungen&lt;br /&gt;
* Verhältnis zwischen institutionellen Beschreibungen, historischen Fremdbezeichnungen und sorbischen beziehungsweise lokalen Selbstbezeichnungen&lt;br /&gt;
* vorhandene Funktionen für Digitalisierungsstatus, Rechteinformationen und Priorisierung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.2.2 Digitalisieren und Qualität sichern ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;background-color:#eef5fb;border-left:4px solid #5b9bd5;padding:0.7em 1em;margin:1em 0;&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Leitfrage:''' Welche Kulturgüter können heute in welcher Qualität und Kapazität digitalisiert werden, und welche Kulturgutträger können diese Leistungen tatsächlich nutzen?&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die weitere Erhebung und Analyse insbesondere zu prüfen:&lt;br /&gt;
* aktueller Stand des Digitalisierungszentrums und weiterer Digitalisierungsangebote&lt;br /&gt;
* verfügbare technische Verfahren für unterschiedliche Kulturgutarten, beispielsweise:&lt;br /&gt;
** Schriftgut,&lt;br /&gt;
** Fotografien,&lt;br /&gt;
** Bücher und Zeitschriften,&lt;br /&gt;
** Tonaufnahmen,&lt;br /&gt;
** Film und Video,&lt;br /&gt;
** dreidimensionale Objekte&lt;br /&gt;
* stationäre, mobile und extern vergebene Digitalisierung&lt;br /&gt;
* vorhandene Kapazitäten und erkennbare Engpässe&lt;br /&gt;
* Zugangsmöglichkeiten für kleine und ehrenamtlich arbeitende Kulturgutträger&lt;br /&gt;
* Beratung vor der Digitalisierung&lt;br /&gt;
* Anforderungen an Vorbereitung, Metadaten und Rechteklärung&lt;br /&gt;
* vorhandene Qualitätsstandards und Qualitätskontrolle&lt;br /&gt;
* Unterstützung bei Ausschreibung beziehungsweise Beauftragung externer Dienstleister&lt;br /&gt;
* bisherige Digitalisierungsprojekte und deren Ergebnisse&lt;br /&gt;
* besonders gefährdete Bestände, für die kurzfristig Digitalisierungskapazität benötigt wird&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.2.3 Langfristig erhalten ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;background-color:#eef5fb;border-left:4px solid #5b9bd5;padding:0.7em 1em;margin:1em 0;&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Leitfrage:''' Für welche digitalen Bestände ist die langfristige Erhaltung organisatorisch und technisch tatsächlich abgesichert? &amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die weitere Erhebung und Analyse insbesondere zu prüfen:&lt;br /&gt;
* vorhandene Repositorien, digitale Archive und Speicherlösungen&lt;br /&gt;
* welche Einrichtungen bereits Digitalisate dauerhaft übernehmen können&lt;br /&gt;
* welche Digitalisate derzeit lediglich lokal oder projektbezogen gespeichert werden&lt;br /&gt;
* Unterschied zwischen:&lt;br /&gt;
** Ablage beziehungsweise Speicherung,&lt;br /&gt;
** Datensicherung,&lt;br /&gt;
** institutionellem Repositorium,&lt;br /&gt;
** digitaler Langzeiterhaltung;&lt;br /&gt;
* Verantwortlichkeiten für Übernahme, Erhaltung und spätere Datenmigration&lt;br /&gt;
* verwendete Master- und Nutzungsdateien&lt;br /&gt;
* Sicherungskopien, Prüfsummen und Wiederherstellungsverfahren&lt;br /&gt;
* verwendete beziehungsweise vorgesehene Erhaltungsmetadaten&lt;br /&gt;
* Möglichkeiten für kleinere Kulturgutträger, ihre Digitalisate an ein geeignetes Repositorium zu übergeben&lt;br /&gt;
* vorhandene Schnittstellen zwischen Digitalisierung und Repositorium&lt;br /&gt;
* organisatorische und finanzielle Absicherung des langfristigen Betriebs&lt;br /&gt;
* Digitalisate beziehungsweise Projekte identifizieren, deren dauerhafte Erhaltung derzeit ungeklärt ist&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.2.4 Zugänglich machen und Nutzung ermöglichen ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;background-color:#eef5fb;border-left:4px solid #5b9bd5;padding:0.7em 1em;margin:1em 0;&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Leitfrage:''' Welche digitalisierten Inhalte sind für welche Zielgruppen auffindbar, verständlich und im rechtlich beziehungsweise kulturell zulässigen Umfang nutzbar?&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die weitere Erhebung und Analyse insbesondere zu prüfen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* vorhandene Präsentations- und Nutzungssysteme, Portale und Online-Ausstellungen&lt;br /&gt;
* Funktion und Entwicklungsstand von Sorabicon sowie weiteren relevanten Angeboten&lt;br /&gt;
* welche Kulturgüter und Bestände bereits öffentlich zugänglich sind&lt;br /&gt;
* welche Zielgruppen angesprochen werden:&lt;br /&gt;
** Öffentlichkeit,&lt;br /&gt;
** Bildung,&lt;br /&gt;
** Forschung,&lt;br /&gt;
** sorbische Gemeinschaft,&lt;br /&gt;
** Tourismus und Kulturvermittlung;&lt;br /&gt;
* Ober- und Niedersorbisch sowie weitere benötigte Sprachen in Oberfläche, Metadaten und Inhalten&lt;br /&gt;
* Qualität der Kontextualisierung und Vermittlung&lt;br /&gt;
* Möglichkeiten für:&lt;br /&gt;
** Download,&lt;br /&gt;
** Zitation,&lt;br /&gt;
** Datenexport,&lt;br /&gt;
** Programmierschnittstellen,&lt;br /&gt;
** wissenschaftliche und kreative Nachnutzung&lt;br /&gt;
* Rechte- und Lizenzinformationen&lt;br /&gt;
* abgestufte Zugangsmöglichkeiten für sensible beziehungsweise eingeschränkt zugängliche Inhalte&lt;br /&gt;
* Barrierefreiheit beziehungsweise Barrierearmut&lt;br /&gt;
* Aktualisierung und Pflege präsentierter Inhalte&lt;br /&gt;
* soweit verfügbar tatsächliche Nutzung, Reichweite und Nachnutzung erfassen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.2.5 Zusammenspiel der Kernfunktionen in bestehenden Projekten ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;background-color:#eef5fb;border-left:4px solid #5b9bd5;padding:0.7em 1em;margin:1em 0;&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Leitfrage:''' Bei welchen bestehenden Vorhaben funktioniert der Weg vom Kulturgut über Erfassung und Digitalisierung bis zur langfristigen Erhaltung und Nutzung bereits durchgängig – und an welchen Übergängen bestehen Lücken?&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Neben dem Stand der einzelnen Kernfunktionen ist zu prüfen, '''ob diese auch tatsächlich zu einer durchgängigen Prozesskette verbunden sind'''. Ein vorhandenes Register, ein Digitalisierungszentrum, ein Repositorium und ein Präsentationsportal ergeben noch nicht automatisch einen funktionierenden Gesamtprozess.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die weitere Erhebung und Analyse insbesondere zu prüfen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* geeignete bestehende Projekte beziehungsweise Pilotvorhaben auswählen&lt;br /&gt;
* für diese Projekte die vollständige Prozesskette nachvollziehen:&lt;br /&gt;
** Erfassen,&lt;br /&gt;
** Registrieren,&lt;br /&gt;
** Bewerten und priorisieren,&lt;br /&gt;
** Digitalisieren,&lt;br /&gt;
** Archivieren beziehungsweise langfristig erhalten,&lt;br /&gt;
** Präsentieren und nachnutzen;&lt;br /&gt;
* untersuchen, welche Systeme und Akteure an den Übergaben beteiligt sind&lt;br /&gt;
* prüfen, ob Metadaten gemeinsam mit den Dateien weitergegeben werden&lt;br /&gt;
* prüfen, ob Rechte- und Zugangsangaben entlang der Prozesskette erhalten bleiben&lt;br /&gt;
* vorhandene manuelle Medienbrüche beziehungsweise Mehrfacherfassungen identifizieren&lt;br /&gt;
* unklare Zuständigkeiten und Übergabepunkte sichtbar machen&lt;br /&gt;
* positive Beispiele für bereits funktionierende Prozessketten dokumentieren&lt;br /&gt;
* aus Pilotprojekten bekannte Aufwände, Engpässe und Lernerfahrungen aufnehmen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== 3.3 Gemeinsame Regeln, Zusammenarbeit und dauerhafter Betrieb ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;background-color:#eef5fb;border-left:4px solid #5b9bd5;padding:0.7em 1em;margin:1em 0;&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Leitfrage:''' Sind die übergreifenden Voraussetzungen vorhanden, damit die einzelnen Angebote gemeinsam, verlässlich und dauerhaft funktionieren?&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Neben den einzelnen Kernfunktionen ist zu prüfen, ob '''gemeinsame organisatorische und fachliche Voraussetzungen''' vorhanden sind, damit die verschiedenen Angebote zusammenarbeiten und dauerhaft betrieben werden können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieser Abschnitt soll keine allgemeine oder abstrakte Governance-Analyse darstellen. Untersucht werden nur solche übergreifenden Fragen, die konkrete Auswirkungen auf die Digitalisierung des Kulturerbes und die spätere Ableitung von Maßnahmen haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.3.1 Zuständigkeiten, Beteiligung und Freigaben ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;background-color:#eef5fb;border-left:4px solid #5b9bd5;padding:0.7em 1em;margin:1em 0;&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Leitfrage:''' Wer entscheidet verbindlich über Auswahl, Priorisierung, Beschreibung, Digitalisierung, Veröffentlichung und Zugang, und wie sind die Kulturgutträger dabei beteiligt?&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
''Für die weitere Erhebung und Analyse insbesondere zu prüfen:''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* formelle und informelle Zuständigkeiten der beteiligten Institutionen&lt;br /&gt;
* Entscheidungsrechte bei Auswahl und Priorisierung von Beständen&lt;br /&gt;
* Verantwortlichkeiten für Rechteklärung und Veröffentlichung&lt;br /&gt;
* Beteiligung der jeweiligen Kulturgutträger&lt;br /&gt;
* Beteiligung sorbischer Fachleute und Angehöriger der Gemeinschaft bei kulturell sensiblen Inhalten&lt;br /&gt;
* vorhandene Freigabe- und Sperrverfahren&lt;br /&gt;
* Umgang mit nachträglichen Korrekturen oder Einschränkungen&lt;br /&gt;
* erkennbare Überschneidungen beziehungsweise ungeklärte Zuständigkeiten&lt;br /&gt;
* vorhandene Gremien oder Koordinierungsstrukturen&lt;br /&gt;
* prüfen, an welchen Stellen verbindliche Zuständigkeiten fehlen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.3.2 Gemeinsame Standards und Anschlussmöglichkeiten ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;background-color:#eef5fb;border-left:4px solid #5b9bd5;padding:0.7em 1em;margin:1em 0;&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Leitfrage:''' Welche gemeinsamen Regeln ermöglichen es unterschiedlichen Kulturgutträgern, Daten und Digitalisate in eine gemeinsame Infrastruktur einzubringen und zwischen den Kernfunktionen weiterzugeben?&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die weitere Erhebung und Analyse insbesondere zu prüfen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* vorhandene gemeinsame Metadatenstandards beziehungsweise Pflichtfelder&lt;br /&gt;
* verwendete Fachstandards einzelner Einrichtungen&lt;br /&gt;
* gemeinsame Regeln für Ober- und Niedersorbisch&lt;br /&gt;
* Dateiformate und Qualitätsanforderungen für unterschiedliche Kulturgutarten&lt;br /&gt;
* Identifikatoren und Normdaten&lt;br /&gt;
* Rechte- und Lizenzinformationen&lt;br /&gt;
* technische Schnittstellen und Datenexporte&lt;br /&gt;
* Übernahme vorhandener institutioneller Metadaten&lt;br /&gt;
* einfache Erfassungswege für kleinere Kulturgutträger&lt;br /&gt;
* Schnittstellen für Einrichtungen mit bestehenden Fachsystemen&lt;br /&gt;
* Möglichkeiten zur Weitergabe von Daten zwischen Register, Digitalisierung, Repositorium und Präsentation&lt;br /&gt;
* prüfen, wo fehlende Standards oder inkompatible Systeme den Austausch derzeit behindern&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.3.3 Personal, Finanzierung und Betreiberverantwortung ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;background-color:#eef5fb;border-left:4px solid #5b9bd5;padding:0.7em 1em;margin:1em 0;&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Leitfrage:''' Welche zentralen Leistungen sind dauerhaft personell, organisatorisch und finanziell abgesichert, und welche hängen noch von befristeten Projekten oder einzelnen Personen ab?&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die weitere Erhebung und Analyse insbesondere zu prüfen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Betreiber beziehungsweise verantwortliche Stellen für die vier Kernfunktionen&lt;br /&gt;
* dauerhafte Stellen gegenüber befristeten Projektstellen&lt;br /&gt;
* vorhandene beziehungsweise geplante Finanzierungsmodelle&lt;br /&gt;
* laufende Betriebs- und Pflegekosten&lt;br /&gt;
* personelle Kapazitäten und erkennbare Schlüsselpersonenrisiken&lt;br /&gt;
* Unterstützung kleiner und ehrenamtlich geführter Einrichtungen&lt;br /&gt;
* Finanzierung von&lt;br /&gt;
** Beratung,&lt;br /&gt;
** Digitalisierung,&lt;br /&gt;
** Speicher und Langzeiterhaltung,&lt;br /&gt;
** Datenpflege,&lt;br /&gt;
** Rechteklärung,&lt;br /&gt;
** technischer Wartung und Weiterentwicklung;&lt;br /&gt;
* Übergang von geförderten Projekten in einen dauerhaften Regelbetrieb&lt;br /&gt;
* vorhandene Betriebs-, Kooperations- und Übergabevereinbarungen&lt;br /&gt;
* erkennbare Risiken bei Auslaufen einzelner Förderungen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== 3.4 Gesamtbewertung und vorrangiger Handlungsbedarf ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;background-color:#eef5fb;border-left:4px solid #5b9bd5;padding:0.7em 1em;margin:1em 0;&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Leitfrage:''' Welche Bedarfe sind bereits ausreichend abgedeckt, wo liegen die entscheidenden Lücken und welche davon sollten vorrangig bearbeitet werden? &amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Ergebnisse der vorangegangenen Abschnitte werden abschließend zusammengeführt. Ziel ist noch nicht die vollständige Formulierung konkreter Maßnahmen, sondern zunächst eine begründete Bewertung des Ist-Standes und der wichtigsten Lücken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dabei sollte insbesondere unterschieden werden zwischen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* unmittelbar gefährdeten Kulturgütern beziehungsweise Beständen,&lt;br /&gt;
* strukturellen Lücken, die weitere Digitalisierungsschritte blockieren,&lt;br /&gt;
* fehlenden oder nur teilweise verfügbaren Kernfunktionen,&lt;br /&gt;
* nicht dauerhaft abgesicherten Angeboten,&lt;br /&gt;
* Verbesserungsmöglichkeiten bei bereits grundsätzlich funktionierenden Strukturen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die abschließende Bewertung insbesondere zu prüfen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Ergebnisse aus Akteurs-, Bestands- und Bedarfserhebung zusammenführen&lt;br /&gt;
* für jede der vier Kernfunktionen die wichtigsten Stärken und Lücken benennen&lt;br /&gt;
* übergreifende strukturelle Probleme aus Zuständigkeiten, Standards, Betrieb und Finanzierung ergänzen&lt;br /&gt;
* unterscheiden zwischen:&lt;br /&gt;
** fehlender Leistung,&lt;br /&gt;
** unzureichender Kapazität,&lt;br /&gt;
** fehlender Bekanntheit beziehungsweise Zugänglichkeit,&lt;br /&gt;
** fehlender Verbindung bestehender Angebote,&lt;br /&gt;
** ungeklärter Zuständigkeit,&lt;br /&gt;
** fehlender dauerhafter Absicherung;&lt;br /&gt;
* Dringlichkeit begründen, insbesondere anhand von:&lt;br /&gt;
** Verlustgefahr,&lt;br /&gt;
** blockierenden Abhängigkeiten,&lt;br /&gt;
** Anzahl beziehungsweise Bedeutung betroffener Kulturgutträger,&lt;br /&gt;
** kultureller und sprachlicher Bedeutung,&lt;br /&gt;
** Aufwand und Realisierbarkeit;&lt;br /&gt;
* offene Informationslücken ausdrücklich kennzeichnen&lt;br /&gt;
* aus den ermittelten Lücken anschließend Handlungsbedarfe ableiten&lt;br /&gt;
* konkrete Lösungsmaßnahmen erst im folgenden Maßnahmen- beziehungsweise Soll-Abschnitt festlegen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mögliche zusammenfassende Bewertungsmatrix:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot; style=&amp;quot;width:100%;&amp;quot;&lt;br /&gt;
! Bereich&lt;br /&gt;
! Belegter Ist-Stand&lt;br /&gt;
! Abgedeckte Bedarfe&lt;br /&gt;
! Lücke / Risiko&lt;br /&gt;
! Dringlichkeit&lt;br /&gt;
! Daraus abgeleiteter Handlungsbedarf&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| ''Beispiel: Nachweisen und Registrieren''&lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| ''Beispiel: Digitalisieren''&lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| ''Beispiel: Langfristig erhalten''&lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| ''Beispiel: Zugänglich machen und nutzen''&lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| ''Beispiel: gemeinsame Standards / Zusammenarbeit''&lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= Referenzen =&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Měrko Šenk</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://koncept.serbski-inkubator.de/index.php?title=12.3_Digitalisierung_des_Kulturerbes&amp;diff=1212</id>
		<title>12.3 Digitalisierung des Kulturerbes</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://koncept.serbski-inkubator.de/index.php?title=12.3_Digitalisierung_des_Kulturerbes&amp;diff=1212"/>
		<updated>2026-10-29T16:48:57Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Měrko Šenk: /* 3.2.4 Bedarfe der Kulturgutträger */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;= 1 Einleitung =&lt;br /&gt;
Die Digitalisierung von sorbischem Kulturerbe ist eine historische Chance für uns Sorben, eine Chance, unser kulturelles Erbe neu zu entdecken, es für kommende Generationen zu erhalten, für eine breitere Öffentlichkeit zugänglich zu machen und dabei die eigene Deutungshoheit zu stärken. Das erfordert neben Mut, einer klaren gemeinsamen Vision, starker Zusammenarbeit zwischen den beteiligten Akteuren auch die notwendigen Ressourcen in Form von Personal mit entsprechenden Kompetenzen, passender Technik sowie einer nachhaltig gesicherten Finanzierung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im folgenden Abschnitt werden Zielbilder für die Digitalisierung des sorbischen Kulturerbes entworfen mittels lang- und kurzfristiger Visionen sowie konkreter Ziele.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== 1.1 Vision und Ziele für die sorbische digitale Welt ==&lt;br /&gt;
'''Vision'''&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
''Sorbisches materielles und immaterielles Kulturerbe ist systematisch digital erfasst, rechtssicher und langfristig gesichert, leicht auffindbar, offen nutzbar und wird aktiv von Interessierten genutzt.''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Konkrete Ziele'''&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Bis 2032 ist ein tragfähiges, finanziell und organisatorisch abgesichertes Modell etabliert, das:&lt;br /&gt;
* Ein zentrales (oder föderiertes) digitales Langzeitarchiv nach OAIS-Referenzmodell betreibt,&lt;br /&gt;
* klare Zuständigkeiten, Prozesse und Budgets definiert,&lt;br /&gt;
* regelmäßige Qualitätssicherung und Technik-Updates vorsieht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bis 2030 sind wichtige sorbische Kulturerbe-Bestände (Kernbestände nach fachlicher Festlegung) in hoher Qualität digitalisiert, beschrieben und im Langzeitarchiv gesichert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bis 2028 liegt eine institutionenübergreifende Übersicht über relevante Kulturerbe-Bestände (analog und digital, materiell und immateriell) vor, einschließlich einer Prioritätenliste für die Digitalisierung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bis 2028 existiert ein zentrales, nutzerfreundliches „Sorbisches Kulturerbe-Portal“, das:&lt;br /&gt;
* Suchzugang über alle teilnehmenden Institutionen ermöglicht,&lt;br /&gt;
* grundlegende Inhalte frei zugänglich bereitstellt,&lt;br /&gt;
* mehrsprachige Oberflächen anbietet (Deutsch, Obersorbisch, Niedersorbisch, Englisch).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= 2 Ist-Analyse „Digitalisierung von Kulturerbe“ =&lt;br /&gt;
Das Ziel in diesem Themenbereich ist es, sorbisches Kulturerbe digital zu verwalten und damit langfristig für Recherche, Nutzung und Präsentation vorzuhalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Abschnitt &amp;quot;IST-Analyse“ werden die folgenden Fragen beantwortet: Was ist sorbisches Kulturerbe und was zählt alles dazu? Welche Schritte durchläuft ein Kulturgut, um zum digitalen Kulturerbe zu gehören? Wie können die digitale Verwaltung, Archivierung, Nutzung und Präsentation von Kulturgütern umgesetzt werden?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die grundlegenden Terminologien des Kulturerbes sollen im Folgenden festgelegt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== 2.1 Terminologie – von Kultur zu Kulturerbe ==&lt;br /&gt;
In diesem Abschnitt werden die Begriffe rund um das Kulturerbe grundlegend definiert. Es soll ein Verständnis über die Begriffe Kultur, kulturelle Ausprägung, Kulturgut und Kulturerbe erreicht werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Dataja:Wobraz_K1.png|center|260px]]&amp;lt;ref&amp;gt;Mermaid Flowchart Code: [https://mermaid.live/edit#pako:eNpF0UtuwyAQBuCroFlaTuRHTGMvKuWxq7pqV627IGZso2CIMChtk9ymN-nFimmasmJGfP-AOEGjOUIFrdTHpmfGkudtrWpF_Fq9RtGDk9aZKHojU-_aJ7PZ_bmGgSnR4mgFejaKpidC1XAmq8zDfYAoJZKVG7lxzX5stRl81C0_uwYdheGEubHD4_dXLy1hcpyC1rcLdM4GOLH1Ve2E5Gj9TPLkhgEnsLkBNDsMAmLojOBQWeMwhgHNwKYSTuFBYHucbOW3HFvmcQ21unh2YOpF6-FPGu26HqrW381X7sCZxa1gnWH_R1BxNBvtlIUqTUMEVCd49xVdzpeLMs1pXmRFXiY0hg-o8iyZL_LFXZaVSTJ1LzF8hqHJnBZ5WhZLWt5RmtIsBuTCavP4-2Hh3y4_NXaMmw hier klicken], abgerufen am 22.09.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.1.1 Kultur ===&lt;br /&gt;
Kultur bezeichnet hier die Gesamtheit aller '''vom Menschen geschaffenen und erlernten Ausdrucksformen''' des Lebens, die auf gemeinsamen Werten und Verhaltensweisen beruhen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;wiki-kultur&amp;quot;&amp;gt;URL: https://de.wikipedia.org/wiki/Kultur&amp;lt;/ref&amp;gt; Dazu zählen '''materielle Ergebnisse''' (z. B. Kunstwerke, Technik) ebenso wie '''immaterielle Praktiken''' (Sprache, Bräuche, Wissen). Kultur umfasst laut der UNESCO geistige, materielle, intellektuelle und emotionale Merkmale, die eine Gesellschaft oder soziale Gruppe kennzeichnen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;mondiacult&amp;quot;&amp;gt;UNESCO 1982: Mexico City Declaration on Cultural Policies (MONDIACULT). URL: https://www.lacult.unesco.org/docc/1982_MONDIACULT.pdf&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;ref name=&amp;quot;cultureaction&amp;quot;&amp;gt;Culture Action Europe 2024: The State of Culture report. URL: https://cultureactioneurope.org/de/news/the-state-of-culture-report-published, abgerufen am 01.10.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;  Sie ist dynamisch und wird von jeder Generation neu gestaltet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das deutsche Wort „Kultur“ ist eine Eindeutschung des lateinischen Worts „cultura“. Dieses bedeutet ursprünglich „Bebauung, Bearbeitung, Bestellung, Pflege“ und meinte sowohl die physische Bearbeitung als auch die Pflege geistiger Güter, z. B. der Sprache.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.1.2 Kulturelle Ausdrucksform ===&lt;br /&gt;
Eine kulturelle Ausdrucksform ist eine '''konkrete, gegenwärtige oder historische, Manifestation von Kultur''', bspw. eine Zeichnung, eine Tracht oder ein Lied: Sie macht die Kultur sichtbar und erlebbar. Im engeren Sinne ist es eine Ausdrucksweise, die aus der Kreativität einer Person, Gruppe oder Gesellschaft entsteht und '''kulturellen Inhalt''' trägt (symbolische Bedeutung, künstlerische Dimension, kulturelle Werte).&amp;lt;ref&amp;gt;Österreichische UNESCO-Kommission 2007: Übereinkommen zum Schutz und zur Förderung der Vielfalt kultureller Ausdrucksformen, Art. 4, Seite 13. URL: https://www.unesco.at/fileadmin/Redaktion/Publikationen/Publikations-Dokumente/2005er_UNESCO-Convention_German.pdf, abgerufen am 22.09.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt; Sie wird innerhalb und zwischen Gemeinschaften weitergegeben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Alle kulturellen Ausdrucksformen bilden einen wesentlichen Kern von Kultur, aber Kultur enthält auch latente Dimensionen (Werte, Normen, Vorannahmen etc.), die nicht unmittelbar als Ausdrucksform erscheinen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.1.3 Kulturgut ===&lt;br /&gt;
Ein „Kulturgut“ ist '''eine einzelne kulturelle Ausdrucksform''', der ein '''besonderer kultureller Wert zugemessen wird''' (durch Anerkennung, Schutz, Bedeutung). Es ist somit ein Erzeugnis menschlicher Kreativität oder Zeugnis menschlichen Lebens, welches '''Bedeutung für die Kultur einer Gemeinschaft''' hat und daher '''Bestand haben und bewahrt werden soll'''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die '''Summe aller Kulturgüter''' einer Gemeinschaft wird als dessen '''Kulturerbe''' bezeichnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.1.4 Kulturerbe ===&lt;br /&gt;
Kulturerbe ist die '''Summe der materiellen und immateriellen Ausdrucksformen''' (= Kulturgüter) einer Kultur, die als „'''bewahrenswert'''“ anerkannt wurden. International umfasst das u. a. das '''Welterbe''' (Denkmäler, Ensembles, Stätten)&amp;lt;ref&amp;gt;UNESCO (1972), Welterbekonvention, Art. 1. URL: https://www.dnk.de/wp-content/uploads/2021/02/1972_DNK_UNESCO-Welterbekonvention.pdf (abgerufen am 11.09.2025).&amp;lt;/ref&amp;gt; und das '''Immaterielles Kulturerbe''' (Praktiken, Wissen).&amp;lt;ref&amp;gt;Deutsche UNESCO-Kommission o. J.:, Übereinkommen zur Erhaltung des immateriellen Kulturerbes (dt. Ausgabe). URL: https://www.unesco.de/assets/dokumente/Deutsche_UNESCO-Kommission/02_Publikationen/Publikation_UNESCO-%C3%9Cbereinkommen_zur_Erhaltung_des_immateriellen_Kulturerbes_01.pdf, (abgerufen am 11.09.2025).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ob etwas „zum Kulturerbe“ zählt, ist Ergebnis von Bewertung, Diskurs und teils formellen Verfahren. Dem Sorbischen Kulturregister (SKR) zufolge ist „sorbisch-wendisches Kulturerbe“ eine Zuschreibung, die durch Gesellschaft, Museen, Archive und Wissenschaft erfolgen kann.&amp;lt;ref&amp;gt;Sorbisches Institut 2025: Konzept für ein Sorbisches Kulturregister (SKR). URL: https://www.serbski-institut.de/wp-content/uploads/2021/11/00_Zweite-aktualisierte-Fassung_Konzept_Sorbisches-Kulturregister_20.11.2025.pdf, abgerufen am 20.11.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.1.5 Abgrenzung: Kultur und Kulturerbe ===&lt;br /&gt;
'''Kultur / Kulturelle Ausdrucksform''' sind als Begriffe weiter gefasst als '''Kulturgut / Kulturerbe'''. Kulturelle Ausdrucksformen umfassen alles Gelebte und Gestaltete einer Gemeinschaft in Gegenwart und Vergangenheit, während Kulturgut / Kulturerbe diejenigen kulturellen Güter und Traditionen meint, denen eine Bedeutung beigemessen wurde und die als bewahrens- und weitergebenswert erkannt wurden. Kultur ist der „aktuelle“ kreative Prozess (einschließlich Popkultur, Alltagskultur), Kulturerbe der daraus überkommene Schatz. Dennoch sind die Grenzen fließend: Was heute nur Kultur ist, kann morgen zum Kulturerbe erklärt werden – abhängig von Wertzuschreibung und Diskurs.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Rahmen dieses Dokuments werden für den sorbischen Kontext die Begriffe '''„kulturelle Ausdrucksform“''' und '''„Kulturgut“''' weitgehend '''synonym''' verwendet, sofern nicht ausdrücklich anders gekennzeichnet. Hintergrund ist, dass die Gesamtzahl der identifizierbaren kulturellen Ausdrucksformen einer kleinen Minderheit wie der Sorben/Wenden im Vergleich zu großen Mehrheitsgesellschaften überschaubar ist. Zugleich ist der Anteil dieser Ausdrucksformen, denen in der Community ein besonderer Wert beigemessen wird und die daher faktisch als Kulturgut wahrgenommen und behandelt werden, sehr hoch: Ein großer Teil des gelebten kulturellen Repertoires wird als identitätsstiftend und bewahrenswert verstanden und damit dem Kulturerbe zugerechnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== 2.2 Klassifizierung von Kulturgütern ==&lt;br /&gt;
Im Folgenden soll eine griffige Klassifizierung von Kulturgütern entwickelt werden, so dass pro Kulturgut-Klasse später auf die Besonderheiten ihrer Digitalisierung eingegangen werden kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Dataja:Wobraz_K2.png|center|600px]]&amp;lt;ref&amp;gt;Mermaid Flowchart Code: [https://mermaid.live/edit#pako:eNptlM9u00AQxl9ltFWoFDlp_C9OjISU2KSgUCq1BSRIDxt77Syxd6v1mkKjSDwBlThw4YCEeuXOoeLSN-EF4BHYjZOQQG67-32_2ZnZsWco4jFBPqrVZpRR6cNsP8n4ZTTBQu7rHVP66QWOKEvV3nQM2BeYTf8eea35fF6rjdiIrUl4cjJiAMPDV_X6sMxkKdJS1uvnvu9PtRGgp5ReE46wJIKSLIOf779CycbkkqQZjSb1Ovz-cv351_drDWGN9BXS_xfZBj7dLoGxBgIFBE14nOcrZGH68E07Iu0IlSNsQkhTKnGlfvyh1bjKcngIjcYD6G2s-xvrYGMdLuuqAFOXZ0IflzFh0xxn5OBU3t1ISZhqw6KaKpo29k04jSaCJrLq0oZsa9mCAZc8FTihhBnQp1ksxd1NSsS22dFmG3oMZzwl0HveONtlc7XNATtsHI9fk6kkC3nRsKoqnVNgwrFQaUOvLGJRRtMi4SJfZ790WtppQYhFIVV7CYsJDO9uWbEMujbqOgIbTqgsddB7MCD_eXT6gQMvaFEQBlclPMVqcA6eMfqGiKLMt926isCFM4FjKiln-voCHmEWXxIxXZcUVo-jSwrVe3DBGvHqtc83DLqS0FpNAi3wRluiDBdFSBIYQ0KzzN_r265jPjQinnHh7yVJYhRS8ClZKfe3KLyk2oHneuEuqlK2qWhJWYPOwGnvoiplm4qXVMd17V5rF1UpikIGSgWNkS9FSQyUE5FjvUUzHXGE5ITkZIR8tYxJgtVXPEIjNlfYBWYvOc9XpOBlOkF-grNC7cqLWPUupFjNa74-FXo0RMBLJpFvWtYiCPJn6C3yG7bTNO2u6Tidrue0W13HQO_Usdtquuqg1bG6TtvzPNuZG-hqcXGr2baV5NhuyzId13XbBiJqDrg4qn5ni7_a_A_W9oMu hier klicken], abgerufen am 22.09.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.2.1 A. Materiell - unbeweglich 🏛️ ===&lt;br /&gt;
„Materiell - unbeweglich&amp;quot; bezeichnet ortsfeste Kulturobjekte wie Bauwerke, Ensembles, Gebäudekomplexe und Stätten/Kulturlandschaften, wie sie in Art. 1 der UNESCO-Welterbekonvention als Kategorien des kulturellen Erbes definiert sind.&amp;lt;ref&amp;gt;UNESCO World Heritage Centre o. J.: Convention Concerning the Protection of the World Cultural and Natural Heritage, Artikel 1. URL: https://whc.unesco.org/en/conventiontext/, abgerufen am 01.10.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.2.2 B. Materiell - beweglich 🖼️ ===&lt;br /&gt;
Die Kategorie „Materiell - beweglich&amp;quot; umfasst bewegliche Sachen bzw. Sachgesamtheiten von kulturellem Wert (z. B. Objekte, Sammlungen), wie sie das deutsche Kulturgutschutzgesetz (§ 2 KGSG)&amp;lt;ref&amp;gt;Deutschland 2016: Kulturgutschutzgesetz (KGSG), § 2. URL: https://www.buzer.de/2_KGSG.htm, abgerufen am 01.10.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt; als „Kulturgut“ beschreibt.&lt;br /&gt;
* B1 '''Schriftgut''' - Bücher, Zeitungen, Handschriften, Archivgut, Graphiken, Pläne, Karten&lt;br /&gt;
* B2 '''Fotografien &amp;amp; Bildträger''' &lt;br /&gt;
** Fotografisch erzeugte statische Bildträger, auch Stillbildträger genannt, z. B. Positive/Negative auf Film/Platte/Photopapier, Dias, Abzüge, Mikrofilm/-fiche und vergleichbare fotografische Repro-Träger.&lt;br /&gt;
* B3 '''Analoge AV-Träger''' (Audio/Video/Film)&lt;br /&gt;
** Analoge zeitbasierte Medien, z. B. Magnetton (Tonband, Kassette), Schallplatte, Videobänder, Film.&lt;br /&gt;
* B4 '''3D-Objekte''' - Gegenstände, „sachkulturelle Artefakte“&amp;lt;ref&amp;gt;Sorbisches Institut o. J.: Konzept zum Digitalisierungszentrum am Sorbischen Institut, S. 24.&lt;br /&gt;
(Unveröffentlichtes Konzeptpapier; interne Projektunterlage.)&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.2.3 C. Immateriell 🎭 ===&lt;br /&gt;
Meint lebendige Praktiken, Darstellungen, Ausdrucksformen, Ideen, Werte, Wissen und Fertigkeiten, die von Gemeinschaften getragen und weitergegeben werden, gemäß der folgenden 5 UNESCO ICH-Domänen.&amp;lt;ref&amp;gt;UNESCO o. J.: Intangible Cultural Heritage – Five Domains. URL: https://ich.unesco.org/doc/src/01857-EN.pdf, abgerufen am 01.10.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* C1 '''Orale Traditionen/Ausdrucksformen''' - Sprache, Gesangstraditionen&lt;br /&gt;
* C2 '''Darstellende Künste''' - Musik, Tanz, Theater&lt;br /&gt;
* C3 '''Rituale &amp;amp; Feste''' - Bräuche und soziale Praktiken des Kalenders und Lebenslaufs&lt;br /&gt;
* C4 '''Wissen &amp;amp; Praktiken''' zu Natur &amp;amp; Universum - Heil- und Sammelkenntnisse, ökologisches und astronomisches Wissen, Glaube, Religion&lt;br /&gt;
* C5 '''Traditionelles Handwerk''' - Techniken, Werkzeuge und Gestaltungsmuster&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.2.4 D. Digital 💾 ===&lt;br /&gt;
Bezeichnet in digitaler Form vorliegende Ressourcen menschlichen Wissens und Ausdrucks. Diese können sowohl born-digital sein als auch digitalisierte Repräsentationen von materiellen und immateriellen Kulturgütern.&amp;lt;ref&amp;gt;UNESCO 2003: Charter on the Preservation of Digital Heritage. URL: https://www.unesco.org/en/legal-affairs/charter-preservation-digital-heritage, abgerufen am 01.10.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* D1 '''Born-digital''' (ursprünglich digital erzeugt, kein analoges Original), z. B. Webseiten, Social-Media-Beiträge, Software, Apps, Spiele, digitale Fotos/Audio/Video.&lt;br /&gt;
* D2 '''Digitalisate''' - Digitalisierte Repräsentationen/Derivate aus den Klassen A, B und C.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== 2.3 Begriffe und Kernfunktionen ==&lt;br /&gt;
Die vorherigen Abschnitte haben geklärt, was unter Kulturerbe verstanden wird und welche Arten von Kulturgütern unterschieden werden. Bevor der nachfolgende Abschnitt den Prozess der Kulturerbe-Digitalisierung beschreibt, werden in diesem Abschnitt die dafür wichtigsten Arbeitsbegriffe und Funktionen erläutert. Der Abschnitt soll dabei die Frage beantworten: Welche Arbeitsabläufe und Funktionen sind notwendig, damit Kulturgüter nicht nur digital erfasst, sondern auch gefunden, verstanden, gesichert und genutzt werden können?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Erläuterungen sollen eine gemeinsame und leicht verständliche Grundlage schaffen für alle, die an der Digitalisierung von Kulturerbe interessiert sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.3.1 Vom Kulturgut zur digitalen Repräsentation ===&lt;br /&gt;
Dieser Abschnitt erklärt, was bei einer Digitalisierung entsteht und wie sich das digitale Ergebnis vom ursprünglichen Kulturgut unterscheidet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
! Begriff&lt;br /&gt;
! Erklärung&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Digitalisierung von Kulturerbe'''&lt;br /&gt;
| Digitalisierung bezeichnet in diesem Konzept den gesamten zusammenhängenden Prozess: Kulturgüter erfassen, beschreiben und bewerten, digitale Repräsentationen erzeugen oder übernehmen, ihre Qualität prüfen, sie sichern und für die Nutzung zugänglich machen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;DFG2016&amp;quot;&amp;gt;Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) 2016: Praxisregeln „Digitalisierung“, insbesondere S. 13 und 41-44. URL: https://www.dfg.de/resource/blob/176108/898bf3574ad0ff3b1db525fa7d04c86c/12-151-v1216-de-data.pdf, abgerufen am 16.07.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Bei ursprünglich digital entstandenen Kulturgütern – auch ''born digital'' genannt – entfällt die Überführung aus einem analogen Original; die weiteren Aufgaben bleiben bestehen.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Digitalisat und digitale Repräsentation'''&lt;br /&gt;
| Ein '''Digitalisat''' ist ein digitales Abbild eines analogen Kulturguts, beispielsweise ein Scan einer Handschrift oder ein Foto eines Museumsobjekts. Der weitere Begriff '''digitale Repräsentation''' umfasst auch Audio-, Video- oder 3D-Dokumentationen einer immateriellen kulturellen Praxis. Die digitale Repräsentation ersetzt weder das materielle Kulturgut noch die lebendige Praxis.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Masterdatei und Nutzungsderivat'''&lt;br /&gt;
| Die '''Masterdatei''' ist die möglichst hochwertige und qualitätsgeprüfte Ausgangsdatei. Sie wird für die langfristige Sicherung und spätere Bearbeitungen aufbewahrt. Ein '''Nutzungsderivat''' ist eine daraus erzeugte, an einen bestimmten Zweck angepasste Datei, beispielsweise ein kleineres Bild für eine Internetseite.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Digitales Objekt'''&lt;br /&gt;
| Als '''digitales Objekt''' wird in diesem Konzept eine zusammengehörige digitale Einheit bezeichnet. Sie kann aus einer oder mehreren Dateien, den zugehörigen Metadaten und ihren Verknüpfungen bestehen. Ein digitales Objekt kann ein Digitalisat oder ein ursprünglich digital entstandenes Kulturgut sein.&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
''Beispiel:'' Das verzierte sorbische Osterei bleibt das materielle Kulturgut. Hochauflösende Fotografien, ein 3D-Modell und die dazugehörigen Beschreibungen bilden gemeinsam seine digitale Repräsentation.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.3.2 Vier Kernfunktionen ===&lt;br /&gt;
Als '''Kernfunktionen der Kulturerbe-Digitalisierung''' werden im Folgenden vier dauerhaft zu erfüllende Aufgabenbereiche bezeichnet. Sie beschreiben, was für eine nachhaltige Digitalisierung von Kulturerbe geleistet werden muss, unabhängig davon, welche Institution oder welches technische System die jeweilige Funktion übernimmt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
! Kernfunktion&lt;br /&gt;
! Typische organisatorisch-technische Umsetzung&lt;br /&gt;
! Hauptaufgabe&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Nachweisen, beschreiben und verknüpfen'''&lt;br /&gt;
| Register oder Katalog&lt;br /&gt;
| Macht sichtbar, welche Kulturgüter vorhanden sind, wo sie sich befinden und in welchem Zusammenhang sie stehen. Ein Registereintrag kann bereits bestehen, bevor ein Digitalisat angefertigt wurde. &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Digitalisieren und Qualität sichern'''&lt;br /&gt;
| Digitalisierungszentrum oder Digitalisierungsdienst&lt;br /&gt;
| Erzeugt bzw. übernimmt digitale Repräsentationen, prüft sie und bereitet Dateien und Metadaten für die weitere Verarbeitung vor. Geliefert werden bspw. geprüfte Masterdateien und Nutzungsderivate. &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Langfristig erhalten'''&lt;br /&gt;
| Repositorium oder digitales Langzeitarchiv&lt;br /&gt;
| Übernimmt Dateien und Metadaten, speichert und verwaltet sie und erhält sie über technische und organisatorische Veränderungen hinweg dauerhaft nutzbar.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Zugänglich machen und Nutzung ermöglichen'''&lt;br /&gt;
| Präsentations- und Nutzungssystem&lt;br /&gt;
| Führt beschreibende Informationen und digitale Medien für Nutzerinnen und Nutzer zusammen. Es ermöglicht beispielsweise Suche, Anzeige, Kontextualisierung, Vermittlung und – soweit zulässig – Nachnutzung. &lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese '''Kernfunktionen''' beschreiben zunächst nicht zwingend getrennte Institutionen oder Systeme. Eine Einrichtung kann mehrere Kernfunktionen übernehmen. Umgekehrt kann eine Kernfunktion auf mehrere Einrichtungen oder technische Systeme verteilt sein. Entscheidend sind klare Zuständigkeiten, verlässliche Übergaben und gemeinsame Standards.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vereinfacht lässt sich das Zusammenspiel so zusammenfassen:&lt;br /&gt;
# Das '''Register oder der Katalog''' beschreibt und verknüpft das Kulturgut.&lt;br /&gt;
# Der '''Digitalisierungsdienst''' erzeugt und prüft seine digitale Repräsentation.&lt;br /&gt;
# Das '''Repositorium oder digitale Archiv''' übernimmt und erhält die Dateien.&lt;br /&gt;
# Das '''Präsentationssystem''' führt Beschreibungen und Medien für die Nutzung zusammen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die konkrete Ausgestaltung kann zentral, dezentral oder als Verbund mehrerer Systeme erfolgen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.3.3 Register ===&lt;br /&gt;
Die folgende Tabelle erklärt, wie Kulturgüter so erfasst, beschrieben und verknüpft werden, dass sie eindeutig zugeordnet, wiedergefunden und nach einheitlichen Regeln weiterverarbeitet werden können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
! Begriff&lt;br /&gt;
! Erklärung&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Erschließung, Verzeichnung und Registrierung'''&lt;br /&gt;
| '''Erschließung''' ist der übergeordnete Vorgang, bei dem ein Kulturgut identifiziert, beschrieben und in seinen Zusammenhang eingeordnet wird. '''Verzeichnung''' bezeichnet seine strukturierte dokumentarische Beschreibung. '''Registrierung''' bedeutet die Aufnahme in ein konkretes Register, einen Katalog oder ein Sammlungssystem. Ein Kulturgut kann bereits registriert werden, bevor ein Digitalisat vorhanden ist.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Metadaten'''&lt;br /&gt;
| Metadaten sind strukturierte Informationen über ein Kulturgut und seine digitalen Repräsentationen. Dazu gehören beispielsweise Titel, Herkunft, beteiligte Personen, Ort, Zeit, kultureller Kontext, Rechte, Dateieigenschaften und Bearbeitungsschritte. Je nach Zweck werden beschreibende, technische, rechtliche und erhaltungsbezogene Metadaten unterschieden. Sie machen Kulturgüter auffindbar, verständlich, verwaltbar und langfristig nutzbar.&amp;lt;ref name=&amp;quot;PREMIS&amp;quot;&amp;gt;Library of Congress o. J.: PREMIS – Preservation Metadata: Implementation Strategies. Internationaler Standard für Erhaltungsmetadaten. URL: https://www.loc.gov/standards/premis/, abgerufen am 16.07.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Persistenter Identifikator'''&lt;br /&gt;
| Ein '''persistenter Identifikator''' ist eine dauerhafte und eindeutige Kennung für ein Kulturgut, einen Datensatz oder eine digitale Ressource. Die Kennung bleibt bestehen, auch wenn sich der technische Speicherort oder die Internetadresse ändern. Dadurch können Kulturgüter dauerhaft zitiert und zwischen Systemen verknüpft werden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;DFG2016&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Metadaten sind keine bloße Beigabe zu einer Datei. Ohne ausreichende Beschreibungen kann ein Digitalisat zwar technisch vorhanden sein, später aber kaum gefunden, verstanden oder zuverlässig zugeordnet werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.3.4 Digitalisierungsdienst und Archiv ===&lt;br /&gt;
Die folgende Tabelle erklärt was erforderlich ist, damit Kulturgüter digitalisiert werden und nicht nur heute gespeichert sind, sondern auch nach technischen und organisatorischen Veränderungen noch gefunden, verstanden und genutzt werden können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
! Begriff&lt;br /&gt;
! Erklärung&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Repositorium'''&lt;br /&gt;
| Ein '''Repositorium''', auch ''Repository'' genannt, ist eine verwaltete technische Umgebung, in der digitale Objekte und ihre Metadaten übernommen, gespeichert, geordnet, verwaltet und bereitgestellt werden. Ein Repositorium kann Teil eines digitalen Archivs sein. Nicht jedes Repositorium erfüllt jedoch automatisch alle Anforderungen der Langzeiterhaltung.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Digitales Archiv oder digitales Langzeitarchiv'''&lt;br /&gt;
| Ein digitales Archiv ist mehr als ein Server oder ein Speicherprogramm. Es verbindet eine verantwortliche Organisation, fachkundiges Personal, Regeln, Arbeitsabläufe und technische Systeme. Es übernimmt die Verantwortung dafür, digitale Informationen langfristig zu erhalten und für festgelegte Nutzergruppen zugänglich zu machen. Das internationale Referenzmodell '''Open Archival Information System''' (OAIS, offenes Archiv-Informationssystem) bietet hierfür einen fachlichen Rahmen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;OAIS2024&amp;quot;&amp;gt;Consultative Committee for Space Data Systems (CCSDS) 2024: Reference Model for an Open Archival Information System (OAIS), CCSDS 650.0-M-3, insbesondere S. 1-1–1-2 und 2-1–2-2. URL: https://ccsds.org/Pubs/650x0m3.pdf, abgerufen am 16.07.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Ingest oder kontrollierte Übernahme'''&lt;br /&gt;
| '''Ingest''' bezeichnet die kontrollierte Übernahme digitaler Dateien und Metadaten in ein Repositorium oder digitales Archiv. Dabei werden beispielsweise Vollständigkeit, Dateiformate, Metadaten und Dateiintegrität geprüft und die Übernahme dokumentiert.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Langzeitverfügbarkeit und digitale Langzeiterhaltung'''&lt;br /&gt;
| '''Langzeitverfügbarkeit''' ist das Ziel, digitale Inhalte über technische und organisatorische Veränderungen hinweg auffindbar, lesbar, verständlich und nutzbar zu halten. '''Digitale Langzeiterhaltung''' bezeichnet die dafür notwendigen fortlaufenden Maßnahmen. Dazu können mehrere Speicherorte, regelmäßige Prüfungen, Formatüberwachung, technische Migrationen und eine nachvollziehbare Dokumentation gehören. „Langfristig“ bezeichnet dabei keine feste Zahl von Jahren, sondern einen Zeitraum, in dem mit veränderten Technologien, Formaten und Nutzungsanforderungen gerechnet werden muss.&amp;lt;ref name=&amp;quot;OAIS2024&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Datensicherung oder Backup'''&lt;br /&gt;
| Ein '''Backup''' ist eine zusätzliche Sicherungskopie, aus der Dateien nach einem Verlust oder technischen Ausfall wiederhergestellt werden können. Backups sind notwendig, ersetzen aber keine Langzeiterhaltung: Sie regeln allein noch keine dauerhaften Zuständigkeiten, Metadaten, Formatüberwachung, Integritätsprüfungen oder langfristige Zugänglichkeit.&amp;lt;ref name=&amp;quot;DPCStorage&amp;quot;&amp;gt;Digital Preservation Coalition o. J.: Digital Preservation Handbook – Storage. URL: https://www.dpconline.org/handbook/organisational-activities/storage, abgerufen am 16.07.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Integrität und Authentizität'''&lt;br /&gt;
| '''Integrität''' bedeutet, dass unbeabsichtigte Veränderungen oder Beschädigungen einer Datei erkannt werden können. Dafür werden häufig Prüfsummen verwendet - digitale Kontrollwerte, die regelmäßig verglichen werden. '''Authentizität''' bedeutet, dass Herkunft, Identität und Bearbeitungsgeschichte eines digitalen Objekts nachvollziehbar sind und belegt werden kann, dass es das ist, was es zu sein vorgibt.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Dateiformat und Datenformat'''&lt;br /&gt;
| Ein '''Dateiformat''' legt den technischen Aufbau einer einzelnen Datei fest. Ein '''Datenformat''' beschreibt, wie Informationen strukturiert und zwischen Systemen ausgetauscht werden. Gut dokumentierte, verbreitete und möglichst offen beschriebene Formate erleichtern den Austausch und die langfristige Nutzung. Sie ersetzen jedoch keine aktive Langzeiterhaltung.&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Merksatz:''' Speichern ist nicht dasselbe wie langfristiges Erhalten. Auch ein vorhandenes Backup ist noch kein digitales Langzeitarchiv.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.3.5 Präsentationssystem ===&lt;br /&gt;
Die folgende Tabelle erklärt, wie aus langfristig gesicherten Dateien ein digitales Kulturerbe wird, das von Menschen gefunden, verstanden und sinnvoll genutzt werden kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
! Begriff&lt;br /&gt;
! Erklärung&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Zugänglichmachung und Präsentation'''&lt;br /&gt;
| '''Zugänglichmachung''' bedeutet, dass digitale Objekte auffindbar und im rechtlich sowie technisch zulässigen Umfang abrufbar sind. '''Präsentation''' geht darüber hinaus: Inhalte werden ausgewählt, miteinander verknüpft, erklärt und für bestimmte Zielgruppen vermittelt. Dazu gehören verständliche Kontextinformationen, klare Rechteangaben, Mehrsprachigkeit und möglichst barrierearme Zugänge. Abhängig von Rechten, personenbezogenen Daten oder kulturellen Schutzbedarfen kann der Zugang offen oder eingeschränkt sein.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Nutzung und Nachnutzung'''&lt;br /&gt;
| '''Nutzung''' umfasst beispielsweise das Betrachten, Lesen, Anhören, Erforschen oder Vermitteln eines digitalen Kulturguts. '''Nachnutzung''' bedeutet seine weitere Verwendung in einem neuen Zusammenhang, etwa in Bildung, Forschung, Publikationen, Ausstellungen, Anwendungen oder kreativen Werken. Dafür werden geeignete Dateien, verständliche Metadaten und klare Rechteinformationen benötigt.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Rechteinformation und Lizenz'''&lt;br /&gt;
| Eine '''Rechteinformation''' beschreibt den rechtlichen Status eines digitalen Objekts und mögliche Einschränkungen seiner Nutzung. Eine '''Lizenz''' räumt durch eine dazu berechtigte Person oder Institution konkrete Nutzungsrechte ein. Ein allgemeiner Rechtehinweis ist daher nicht automatisch eine Lizenz.&amp;lt;ref name=&amp;quot;RightsReuse&amp;quot;&amp;gt;RightsStatements.org o. J.: Standardisierte Rechtehinweise für online verfügbares Kulturerbe. URL: https://rightsstatements.org/de/, abgerufen am 16.07.2026. Creative Commons 2025: Recommended Licenses and Tools for Cultural Heritage Content. URL: https://creativecommons.org/2025/07/09/recommended-licenses-and-tools-for-cultural-heritage-content/, abgerufen am 16.07.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Interoperabilität'''&lt;br /&gt;
| '''Interoperabilität''' bezeichnet die Fähigkeit von Systemen und Organisationen, Daten auszutauschen und in gleicher Bedeutung zu verstehen. Dafür werden gemeinsame Metadatenmodelle, Begriffe, Identifikatoren und technische Schnittstellen benötigt. So können beispielsweise Register, Repositorien, Präsentationsportale und externe Kulturplattformen miteinander verbunden werden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;EuropeanaEDM&amp;quot;&amp;gt;Europeana o. J.: Metadata – Europeana Data Model (EDM, Europeana-Datenmodell). URL: https://pro.europeana.eu/page/metadata, abgerufen am 16.07.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Digitalisierte Inhalte entfalten ihren kulturellen und gesellschaftlichen Nutzen erst dann vollständig, wenn sie auffindbar, verständlich, rechtlich klar und für unterschiedliche Zielgruppen tatsächlich verwendbar sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der folgende Abschnitt 2.4 beschreibt, wie diese Kernfunktionen innerhalb des gesamten Prozesses der Kulturerbe-Digitalisierung zusammenwirken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== 2.4 Prozess der Digitalisierung von Kulturerbe ==&lt;br /&gt;
Die Digitalisierung von Kulturgut ist kein rein technischer Arbeitsschritt, sondern ein vielschichtiger, oft langfristiger Prozess, der bereits mit der Wahrnehmung und Identifikation einer kulturellen Ausdrucksform beginnt. Ziel dieses Abschnitts ist es, diesen Gesamtprozess systematisch darzustellen: von der gelebten Kultur über das identifizierte Kulturgut bis hin zur digital nutzbaren Repräsentation.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die hier entwickelte Prozessdarstellung soll als praxisorientierter Überblick dienen für die Digitalisierung des sorbischen Kulturerbes. Sie berücksichtigt die Anforderungen sorbischer Einrichtungen ebenso wie die international etablierten Referenzmodelle und Standards, darunter:&lt;br /&gt;
* das OAIS-Referenzmodell (ISO 14721) für digitale Archivierung&amp;lt;ref&amp;gt;Consultative Committee for Space Data Systems (CCSDS) 2024: Reference Model for an Open Archival Information System (OAIS), CCSDS 650.0-M-3. URL: https://ccsds.org/Pubs/650x0m3.pdf, abgerufen am 01.10.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
* das DCC Curation Lifecycle Model für kuratorische Entscheidungsprozesse&amp;lt;ref&amp;gt;Higgins 2008: The DCC Curation Lifecycle Model. International Journal of Digital Curation, 3(1), 134-140. URL: https://ijdc.net/index.php/ijdc/article/view/48, abgerufen am 01.10.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
* das Spectrum-Modell für museale Objektverwaltung&amp;lt;ref&amp;gt;Collections Trust 2022. Spectrum 5.1 - The UK Museum Collections Management Standard. URL: https://collectionstrust.org.uk/spectrum/spectrum-5, abgerufen am 01.10.2025. &amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
* die UNESCO-Leitlinien zur Inventarisierung immateriellen Kulturerbes&amp;lt;ref&amp;gt;UNESCO 2024: Operational Directives for the Implementation of the Convention for the Safeguarding of the Intangible Cultural Heritage (10.GA). URL: https://ich.unesco.org/doc/src/ICH-Operational_Directives-10.GA_EN.pdf, abgerufen am 01.10.2025. &amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
* sowie technische Vorgaben wie die DFG-Praxisregeln Digitalisierung&amp;lt;ref&amp;gt;Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) 2022: Praxisregeln Digitalisierung (aktualisierte Fassung). URL: https://www.ulb.hhu.de/fileadmin/redaktion/ULB/Documents/Infomaterial/DFG_Praxisregeln_Digitalisierung_Aktualisierte_Fassung2022.pdf, abgerufen am 01.10.2025. &amp;lt;/ref&amp;gt; und die FADGI-Richtlinien&amp;lt;ref&amp;gt;Federal Agencies Digital Guidelines Initiative (FADGI) 2023: Technical Guidelines for Digitizing Cultural Heritage Materials – Still Image, 3rd ed. URL: https://www.digitizationguidelines.gov/guidelines/digitize-technical.html, abgerufen am 01.10.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Folge soll der „Lebenslauf“ eines Kulturguts dargestellt werden, also der Weg, den ein Objekt oder eine kulturelle Praxis vom Zeitpunkt der Entstehung über die Erfassung, Digitalisierung und Archivierung bis zur Veröffentlichung in einem digitalen Präsentationsmodul durchläuft.&lt;br /&gt;
Hierfür erläutert der folgende Abschnitt die einzelnen Prozessschritte im Detail, jeweils mit Akteuren und Beispielen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.4.1 Vorüberlegungen zum Prozess ===&lt;br /&gt;
Im hier vorgestellten Prozess wird auf eine harte, systematische Filterung verzichtet, welche kulturellen Ausdrucksformen „nur“ Kultur und welche bereits Kulturgut sind. Ein solcher Bewertungs- und Abgrenzungsprozess wäre ressourcenintensiv und würde den vorhandenen Kapazitäten in den beteiligten Einrichtungen nicht entsprechen. Stattdessen folgt das Konzept einer inklusiven Logik: Alle dokumentierten Ausdrucksformen werden zunächst als potenzielle Kulturgüter erfasst. Eine feinere Auswahl und Priorisierung erfolgen erst in einem späteren Schritt, nämlich dann, wenn konkret entschieden wird, welche Ausdrucksformen bzw. Kulturgüter in welcher Tiefe digitalisiert, archiviert und präsentiert werden sollen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieses Vorgehen schließt an das SKR-Konzept an, das bewusst auf eine frühe normative Trennung zwischen „kultureller Ausdrucksform“ und „Kulturgut“ verzichtet. Auch hier steht zunächst der möglichst vollständige, strukturierte Überblick über die sorbischen Kulturgüter im Vordergrund. Die differenzierte Bewertung und Schwerpunktsetzung werden als anschließende fachliche Aufgabe verstanden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.4.2 Prozessschritte im Detail ===&lt;br /&gt;
Das folgende Diagramm gibt einen Überblick über die sechs Kernschritte des Gesamtprozesses der Digitalisierung von Kulturgut – von der ersten Wahrnehmung einer kulturellen Ausdrucksform bis zu ihrer digitalen Präsentation als Kulturgut. Die Abfolge zeigt zugleich die Entwicklungsstufen: von gelebter Kultur zur kulturellen Ausdrucksform, von dort zum Kulturgut und schließlich zum digitalen Kulturgut. Die Schritte sind als generischer Ablauf zu verstehen: Je nach Art des Kulturguts können einzelne Tätigkeiten unterschiedlich aufwendig sein oder parallel erfolgen.&lt;br /&gt;
[[Dataja:Wobraz_K3.png|center|600px]]&amp;lt;ref&amp;gt;Mermaid Flowchart Code: [https://mermaid.live/edit#pako:eNplkk1OwzAQha8yGqmbkloxSZs2CyTa8LOphIAVhIVJpolF4iDH4a_qbXqTXgzHFdAKr2y97703lmaNWZMTxriqmvesFNrAfZIqgPPHFIdDzuBO1DVVajhM8QlGozOYO-WUwS0VsjVakqa93Pvmjlk4JmAwp3fS5kCHwQAWjkkcE_Y5WWkIXqrd9jBpT138UIkspBGVbI_7-rwLR146csLgRryQ-U8lMGLwTG1WapLPpHKCZQLMOY9ch7m2VxiSpOAEjJ1TSev_M_bkvv3KtY8ZnOuslG_H9VcOuf4dUO-2LamjGdHDQsscY6M78rAmXYv-ies-IEVTUk0pxvaa00p0lUkxVRtrexXqoWnqH6duuqLEeCWq1r6619zOn0hRaPGH9J_Xi6ZTBuOxS8B4jR8YhxGLeDThkR-EM37KuYefFmHTaOz7fOZHQTidBMHGwy9X6VslnNnDw4jPuB8GHlIuTaOX-7Vy27X5Bh_Osqo hier klicken], abgerufen am 22.09.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Prozess zeigt, dass Digitalisierung von Kulturgut mehr ist als das Erstellen digitaler Dateien. Sie umfasst eine Reihe aufeinander bezogener Schritte – von der ersten Wahrnehmung einer kulturellen Ausdrucksform über ihre Erfassung, Bewertung und Digitalisierung bis hin zur langfristigen Sicherung und Präsentation. Dabei sind je nach Schritt unterschiedliche Akteure beteiligt, etwa Gemeinschaften, Museen, Archive, Fachgremien, Digitalisierungsstellen oder IT. Die folgenden Beschreibungen erläutern diese Schritte so, dass nachvollziehbar wird, was jeweils mit einem Kulturgut geschieht, wer daran beteiligt ist und wie sich der Ablauf in der Praxis vorstellen lässt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''1. Sammeln &amp;amp; erfassen''' &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Hier wird eine kulturelle Ausdrucksform erstmals wahrgenommen, benannt und mit ersten Informationen erfasst: Was ist es, wer macht es oder hat es geschaffen, wo kommt es vor, warum ist es bedeutsam für die Gemeinschaft? &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Akteure''': Community, Vereine, Museen, Archive, Forschende, Privatpersonen.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Beispiel''': Auf einem Dorffest zeigt eine Frau das Verzieren sorbischer Ostereier. Jemand fotografiert dies und notiert Technik, Ort und Namen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''2. Registrieren &amp;amp; beschreiben''' &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Hier wird aus der ersten Beobachtung ein strukturierter Nachweis. Das Kulturgut oder die kulturelle Ausdrucksform wird in ein Register, eine Sammlung oder einen Katalog aufgenommen und mit strukturierten Metadaten beschrieben, damit es wiedergefunden, zugeordnet und verstanden werden kann. Dazu gehören z. B. Titel, Ort, Zeit, Technik, Funktion, beteiligte Personen und der kulturelle Kontext.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Akteure''': Registerverantwortliche, Kurator:innen, Sammlungsmitarbeitende, Community für Kontextinformationen.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Beispiel''': Das Osterei erhält einen Eintrag mit Angaben wie „Wachsbatik“, „Schleife“, „Osterei-Verzierung“, Name der Trägerin und Entstehungsjahr.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''3. Bewerten &amp;amp; freigeben''' &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
In diesem Schritt wird entschieden, ob und in welcher Priorität ein Kulturgut oder die kulturelle Ausdrucksform digitalisiert werden soll und ob dies rechtlich und ethisch möglich ist. Dabei spielen fachliche Kriterien wie Bedeutung, Repräsentativität, Seltenheit oder Gefährdung eine Rolle, aber auch Fragen des Urheberrechts, Datenschutzes und möglicher kultureller Sensibilitäten. Am Ende steht eine begründete Entscheidung, ob und in welchem Umfang das Kulturgut weiterbearbeitet und später veröffentlicht werden darf. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Akteure''': Kurator:innen, Fachgremien, Community-Vertretungen, Register/SKR, ggf. Rechteverantwortliche und Behörden. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Beispiel''': Es wird entschieden, dass die Osterei-Technik wegen ihrer Bedeutung für die sorbische Identität digital gesichert werden soll; die Kunsthandwerkerin stimmt der Veröffentlichung zu.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''4. Digitalisieren &amp;amp; prüfen''' &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Nun wird das Kulturgut technisch erfasst, also in eine digitale Form überführt. Das kann je nach Objektart durch Scan, Fotografie, Audio- oder Videoaufnahme oder 3D-Erfassung geschehen. Dabei entstehen hochwertige Master-Dateien und nutzbare Derivate. Die Digitalisierung folgt qualifizierten Standards, um Reproduzierbarkeit, Farbkonsistenz und Nutzbarkeit zu gewährleisten. Anschließend wird geprüft, ob Schärfe, Farbe, Vollständigkeit und Dateiformate den Anforderungen für Archivierung und Nutzung entsprechen. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Akteure''': Digitalisierungszentrum, Foto-/AV-/3D-Spezialist:innen, externe Dienstleister bei Spezialfällen. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Beispiel''': Das Osterei wird fotografisch hochauflösend aufgenommen und zusätzlich als 3D-Modell erfasst. Danach werden Schärfe, Farbe und Dateiformate geprüft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''5. Archivieren &amp;amp; sichern''' &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die entstandenen digitalen Dateien werden geordnet abgelegt, mit den zugehörigen Metadaten verknüpft und für die langfristige Erhaltung gesichert. Dazu gehören sichere Speicherorte, Backups, Integritätskontrollen und – wenn nötig – spätere technische Migration auf neue Systeme. Ziel ist, dass das digitale Kulturgut langfristig erhalten bleibt, auch wenn sich Technik und Formate verändern. Das Original bleibt in der Regel weiterhin am Sammlungs- oder Aufbewahrungsort. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Akteure''': Archiv, Repository, IT-Betrieb, ggf. Sorbisches Kulturarchiv bzw. Digitalisierungszentrum. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Beispiel''': Die Bilder und das 3D-Modell des Ostereis werden auf gesicherten Servern gespeichert; das Original bleibt im Museum oder bei der Eigentümerin.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''6. Präsentieren &amp;amp; nutzen''' &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Im letzten Schritt werden die digitalen Objekte so bereitgestellt, dass sie gefunden, verstanden und genutzt werden können, z. B. in Portalen, digitalen Sammlungen oder virtuellen Ausstellungen. Dafür reicht es nicht, nur Dateien anzuzeigen: Es braucht auch verständliche Kontexte, Rechteangaben, Mehrsprachigkeit und möglichst barrierearme Zugänge. So wird aus der technischen Digitalisierung eine tatsächliche kulturelle Nutzung. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Akteure''': Kurator:innen, Vermittlung, Web/IT, Museen, Kulturinformationen, Community. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Beispiel''': Das Osterei erscheint in einer Online-Ausstellung, kann herangezoomt oder als 3D-Modell gedreht werden und wird mit einem kurzen Text zur Technik erklärt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.4.3 Organisatorische Perspektive ===&lt;br /&gt;
Die folgende Abbildung ist entnommen aus einem Poster des Sorbischen Instituts zu dessen Digitalisierungsstrategie, gefunden auf der Projektseite des Digitalisierungszentrums.&amp;lt;ref&amp;gt;Sorbisches Institut: Digitalisierungszentrum (DZ). URL: [https://www.serbski-institut.de/projekte-zentrale-vorhaben/digitalisierungszentrum-dz/ https://www.serbski-institut.de/projekte-zentrale-vorhaben/digitalisierungszentrum-dz/], abgerufen am 25.03.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Digitalisierungsstrategie des Sorbischen Instituts zeigt die Erfassung, Registrierung, Digitalisierung und Archivierung bis zur Präsentation von Kulturgütern aus '''organisatorischer Sicht'''. Sie basiert auf einem '''3-Säulen-Modell aus Kulturregister, Digitalisierungszentrum und Präsentationsumgebung'''. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Dataja:Wobraz_K4.png|mini||center|600px|Abbildung: 3-Säulen-Modell der Digitalisierungsstrategie des Sorbischen Instituts. Quelle: Sorbisches Institut, „Digitalizacija serbskich kulturnych datow / Digitalisierung der sorbischen/wendischen Kulturdaten“&amp;lt;ref&amp;gt;Sorbisches Institut 2025: Digitalizacija serbskich kulturnych datow / Digitalisierung der sorbischen/wendischen Kulturdaten (Poster). URL:  [https://www.serbski-institut.de/wp-content/uploads/2021/11/A0-Druck_Digitalisierungsstrategie-SI.pdf  https://www.serbski-institut.de/wp-content/uploads/2021/11/A0-Druck_Digitalisierungsstrategie-SI.pdf], abgerufen am 25.03.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Beide Sichtweisen - die fachliche &amp;quot;Prozess-Sicht&amp;quot; und die &amp;quot;organisatorische Sicht&amp;quot; lassen sich wie folgt in einer Darstellung zusammenfassen:&lt;br /&gt;
[[Dataja:Wobraz_K5.jpg|mini||center|600px|Abbildung: Zusammengefasste Sichtweisen auf die Digitalisierung von Kulturerbe.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der &amp;quot;Prozess der Digitalisierung von Kulturerbe&amp;quot; beschreibt, '''was''' mit einem Kulturgut geschieht; das 3-Säulen-Modell zeigt, '''wo''' diese Aufgaben organisatorisch verortet sind. Bezogen auf die oben beschriebenen [[#2.3.2 Prozessschritte im Detail|Prozessschritte der Digitalisierung von Kulturerbe]] steht das '''Sorbische Kulturregister''' für den Prozessschritt „'''2. Registrieren'''“ und dient dabei vor allem der Verzeichnung und Metadatenverwaltung. Das '''Digitalisierungszentrum''' steht für die Prozessschritte „'''4. Digitalisieren'''“ und „'''5. Archivieren'''“ und dient dabei der technischen Erfassung, Bearbeitung und Sicherung der Digitalisate. Die '''Präsentationsumgebung''' steht für den Schritt „'''6. Präsentieren'''“ und dient der öffentlichen oder kuratierten Bereitstellung zur Nutzung. Ergänzende Konzepte des SI machen dabei deutlich, dass die Digitalisierung im Regelfall eine vorherige Verzeichnung im Register voraussetzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
! Prozessschritt&lt;br /&gt;
! Verantwortliche Organisation&lt;br /&gt;
! Funktion im Gesamtsystem&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''2. Registrieren'''&lt;br /&gt;
| '''Sorbisches Kulturregister'''&lt;br /&gt;
| Kulturgüter werden als Entitäten nachgewiesen, beschrieben, mit Metadaten versehen und miteinander verknüpft. Das Register erfüllt damit eine katalogähnliche Funktion: Es macht sichtbar, welche Kulturgüter es gibt, wo sie sich befinden und in welchem Kontext sie stehen.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''4. Digitalisieren'''&lt;br /&gt;
| '''Digitalisierungszentrum'''&lt;br /&gt;
| Kulturgüter werden technisch erfasst, z. B. durch Scan, Fotografie, Audio-/Videoübertragung oder 3D-Erfassung. Das Digitalisierungszentrum erzeugt und prüft die Digitalisate, ist aber nicht selbst primär ein Präsentationssystem.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''5. Archivieren'''&lt;br /&gt;
| '''Digitalisierungszentrum / Repositorium / Archiv'''&lt;br /&gt;
| Die digitalen Dateien werden geordnet gespeichert, mit Metadaten verbunden und langfristig gesichert. Dazu gehört auch die Sicherstellung der Langzeitaufbewahrung, etwa durch geeignete Speicherorte, Prüfroutinen und spätere Migrationen.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''6. Präsentieren'''&lt;br /&gt;
| '''Sorabicon / weitere Präsentationsumgebungen'''&lt;br /&gt;
| Die digitalen Inhalte werden für Nutzer:innen sichtbar, erfahrbar und verständlich gemacht, z. B. in Portalen, digitalen Sammlungen oder virtuellen Ausstellungen. Die Präsentation greift dafür auf Metadaten aus dem Register und auf Digitalisate aus dem Repositorium bzw. dem Digitalisierungszentrum zurück.&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Schritt '''1. Sammeln''' liegt vor diesen drei Säulen. Er betrifft die Sammlungsorte selbst, also z. B. Museen, Archive, Heimatstuben, Vereine, Projekte, Gemeinden oder Privatpersonen. Dort entstehen oder befinden sich die Kulturgüter zunächst, bevor sie systematisch registriert, bewertet oder digitalisiert werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Schritt '''3. Bewerten''' ist ebenfalls keine eigene technische Säule, sondern ein steuernder Entscheidungsschritt. In ihm wird geklärt, welche Kulturgüter priorisiert digitalisiert werden, welche fachliche Bedeutung sie haben, welche Rechte zu beachten sind und ob eine öffentliche Präsentation möglich ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Damit wird deutlich: Register, Digitalisierungszentrum und Präsentation erfüllen unterschiedliche Aufgaben. Das '''Register''' beschreibt und verknüpft Kulturgüter, das '''Digitalisierungszentrum''' erzeugt und sichert Digitalisate und die '''Präsentationsumgebung''' macht ausgewählte Inhalte verständlich zugänglich. Gerade diese Trennung schafft klare Zuständigkeiten und erleichtert die Zusammenarbeit zwischen Sammlungsorten, Fachstellen, technischen Dienstleistern und Öffentlichkeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== 2.5 Beispiele anderer Kulturen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Digitalisierung des Kulturerbes kleiner, autochthoner, indigener und sprachlicher Gemeinschaften weist häufig vergleichbare Herausforderungen auf: Kulturgüter und Bestände sind auf viele Institutionen, Vereine, lokale Einrichtungen und private Träger verteilt. Personelle und finanzielle Ressourcen sind begrenzt, mehrere Sprachen und Beschreibungstraditionen müssen berücksichtigt werden und nicht alle kulturellen Inhalte dürfen oder sollen ohne Einschränkung öffentlich zugänglich gemacht werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In einer vergleichenden Recherche wurde daher untersucht, wie andere Gemeinschaften und Regionen ihr Kulturerbe erfassen, beschreiben, digitalisieren, langfristig sichern und zur Nutzung bereitstellen. Dabei wurde nicht nach einer universell „idealen“ technischen Lösung gesucht. Untersucht wurde vielmehr, welche organisatorischen, technischen, rechtlichen und gemeinschaftlichen Modelle unter welchen Rahmenbedingungen funktionieren, welche Schwierigkeiten auftreten und welche übertragbaren Erfolgsfaktoren erkennbar sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die nachfolgenden Beispiele verdeutlichen unterschiedliche Schwerpunkte: gemeinschaftliche Steuerung, institutionsübergreifende Register und Suchsysteme, Digitalisierung verteilter Bestände, Sprach- und Tonarchive, abgestufte Zugänge, Unterstützung kleiner Kulturgutträger sowie die Überführung zeitlich begrenzter Projekte in einen dauerhaften Betrieb.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die daraus abgeleiteten Kriterien bilden einen Referenzrahmen. Anhand dieses Referenzrahmens kann in einer späteren Ist-Analyse geprüft werden, welche Funktionen bereits vorhanden, nur konzeptionell beschrieben, in Pilotprojekten erprobt oder dauerhaft im Regelbetrieb verankert sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die ausführlichen Fallprofile, Vergleichsmatrizen, Quellen sowie ein Hinweis zur KI-gestützten Erstellung befinden sich in der [[12.3.A1 Vergleichende Recherche – Digitalisierung des Kulturerbes anderer Kulturen und Regionen|ausführlichen Vergleichsrecherche]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.5.1 RomArchive – Digitales Archiv der Roma ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Roma und Sinti sind eine transnationale Minderheit, die in zahlreichen europäischen Staaten lebt. RomArchive wurde von 2015 bis 2019 mit 3,75 Millionen Euro durch die Kulturstiftung des Bundes gefördert. Weitere Unterstützer waren unter anderem die Bundeszentrale für politische Bildung, das Auswärtige Amt und das Goethe-Institut. Seit 2019 wird das Archiv durch das Dokumentations- und Kulturzentrum Deutscher Sinti und Roma in Heidelberg betrieben.&amp;lt;ref name=&amp;quot;vergleich_romarchive&amp;quot;&amp;gt;RomArchive o. J.: Frequently Asked Questions. URL: https://www.romarchive.eu/en/about/frequently-answered-questions/; Dokumentations- und Kulturzentrum Deutscher Sinti und Roma e. V. o. J.: Imprint. URL: https://www.romarchive.eu/en/imprint/; Kulturstiftung des Bundes o. J.: RomArchive. URL: https://www.kulturstiftung-des-bundes.de/en/programmes_projects/film_and_new_media/detail/romarchive.html, jeweils abgerufen am 20.07.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Archiv präsentiert Kunst, Geschichte und Kultur aus der Perspektive der Roma. Kuratorische Teams und Beirat waren überwiegend mit Angehörigen der Minderheit besetzt. Neben öffentlich zugänglichen Inhalten existiert ein internes Archiv mit beschränktem Forschungszugang. Besonders lehrreich ist der bereits zu Projektbeginn geplante und später tatsächlich vollzogene Übergang an einen dauerhaften Betreiber.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Erfolgsfaktoren und Learnings:''' &lt;br /&gt;
* Angehörige der Gemeinschaft sollten nicht nur Inhalte zuliefern, sondern festgelegte Entscheidungsrechte bei Auswahl, Beschreibung, Kontextualisierung und Zugangsregeln besitzen. &lt;br /&gt;
* Bereits zu Beginn einer Projektphase verbindlich klären, welche Institution das Register, Archiv oder Portal nach dem Ende der Förderung dauerhaft betreibt, pflegt und finanziert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.5.2 Nuohtti – Zugang zum Sámi-Kulturerbe ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Sámi sind ein indigenes Volk im nordeuropäischen Sápmi, das sich über Teile Norwegens, Schwedens, Finnlands und Russlands erstreckt. Viele historische Sámi-Materialien befinden sich außerhalb der Sámi-Institutionen in europäischen Archiven und Museen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nuohtti ist ein gemeinsamer Suchdienst für digitalisierte Sámi-Materialien. Er wurde von 2018 bis 2021 mit Mitteln des Programms Interreg Nord der EU (Europäische Union) entwickelt. Beteiligt waren unter anderem die Sámi-Archive der finnischen und norwegischen Nationalarchive, das schwedische Reichsarchiv und mehrere Universitäten. Die Sámi-Parlamente Finnlands, Norwegens und Schwedens waren in der Steuerungsgruppe vertreten. Der Dienst führte nach Projektangaben etwa 30.000 Datensätze aus 32 Institutionen zusammen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;vergleich_nuohtti&amp;quot;&amp;gt;Nuohtti o. J.: About Nuohtti. URL: https://nuohtti.com/Content/about; University of the Arctic 2023: The Nuohtti service provides digital access to Sámi material in European archives. URL: https://www.uarctic.org/news/2023/3/the-nuohtti-service-provides-digital-access-to-sami-material-in-european-archives/, jeweils abgerufen am 20.07.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nuohtti übernimmt nicht alle Bestände in ein einziges System. Stattdessen werden Metadaten, also strukturierte Beschreibungsdaten zu Objekten und Beständen, aus vorhandenen Einrichtungen zusammengeführt und mit mehrsprachiger Suche, Karte und Zeitleiste zugänglich gemacht. Ethische Hinweise machen darauf aufmerksam, dass viele Bestände unter historischen und teilweise kolonialen Bedingungen gesammelt und beschrieben wurden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Erfolgsfaktoren und Learnings:''' &lt;br /&gt;
* Ein gemeinsamer Zugang kann auch mit dezentraler Architektur der Bestände erfolgen – Originale, Dateien und Fachsysteme können beim Kulturgutträger verbleiben.&lt;br /&gt;
* Ein Register für Kulturdaten kann als übergreifende Nachweisschicht arbeiten: Größere Einrichtungen liefern Daten über technische Schnittstellen, während kleine Träger zentrale oder gemeinsam bereitgestellte Erfassungsdienste nutzen können. &lt;br /&gt;
* Historische Fremdbeschreibungen sollten ergänzt werden durch Selbstbezeichnungen, eigene Sprachformen, alternative Benennungen und Kontexte der betreffenden Gemeinschaft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.5.3 People’s Collection Wales / Casgliad y Werin Cymru ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wales ist ein Landesteil des Vereinigten Königreichs mit einer eigenständigen nationalen und walisischsprachigen Identität. People’s Collection Wales ist eine zweisprachige Plattform für institutionelles und gemeinschaftlich getragenes Kulturerbe. Sie wird als Verbund der National Library of Wales, des National Museum Wales und der Royal Commission on the Ancient and Historical Monuments of Wales betrieben und durch die walisische Regierung finanziert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Neben der technischen Plattform werden kostenlose Beratung und Schulungen zu Digitalisierung, Metadaten, Urheberrecht, Datenschutz und Oral History, also mündlich überlieferter und aufgezeichneter Geschichte, angeboten. Eine unabhängige Evaluation stellte Fortschritte bei der Zusammenarbeit und beim Kompetenzaufbau fest, benannte aber auch begrenzte Wirkungsnachweise, Finanzierungsrisiken und den hohen Personalaufwand für die Unterstützung der beteiligten Gemeinschaften.&amp;lt;ref name=&amp;quot;vergleich_wales&amp;quot;&amp;gt;Vittle, Kate / Haswell-Walls, Fran / Dixon, Tim; ERS Ltd. 2016: Evaluation of the Casgliad y Werin Cymru / People’s Collection Wales Digital Heritage Programme. Impact Report. URL: https://www.gov.wales/sites/default/files/publications/2019-08/evaluation-of-the-peoples-collection-wales-digital-heritage-programme-impact.pdf; People’s Collection Wales o. J.: Community Support. URL: https://www.peoplescollection.wales/about-us/community-support, jeweils abgerufen am 20.07.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Erfolgsfaktoren und Learnings:''' &lt;br /&gt;
* Kleine und ehrenamtlich betreute Sammlungen benötigen nicht nur technische Standards, sondern konkrete und dauerhaft verfügbare Dienstleistungen: Erstberatung, Schulung, Vorlagen, Unterstützung bei Rechtefragen, Qualitätskontrolle und persönliche Ansprechpartner. &lt;br /&gt;
* Ein Digitalisierungszentrum oder ein Verbund koordinierter Digitalisierungsdienste sollte daher als Service- und Kompetenzstruktur ausgestaltet werden und nicht lediglich als technische Produktionsstelle. &lt;br /&gt;
* Der dafür notwendige Beratungs- und Unterstützungsaufwand muss als dauerhafte Betriebsaufgabe eingeplant werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.5.4 Tobar an Dualchais / Kist o Riches ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schottisch-Gälisch ist eine Minderheitensprache, die vor allem in den Highlands und auf den schottischen Inseln gesprochen wird. Tobar an Dualchais macht mehr als 40.000 seit den 1930er Jahren entstandene Tonaufnahmen zugänglich. Die Bestände umfassen Erzählungen, Lieder, Musik, Gedichte und mündlich überliefertes Wissen auf Gälisch, Scots und Englisch. Ein bedeutender Teil der Originalbestände wird in den School of Scottish Studies Archives der Universität Edinburgh verwahrt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;vergleich_tobar&amp;quot;&amp;gt;University of Edinburgh 2024: Tobar an Dualchais / Kist o Riches. URL: https://gaelic.ed.ac.uk/gaelic-collections/tobar-an-dualchais-kist-o-riches; Scottish Government 2025: Rediscovering lost Gaelic words. URL: https://www.gov.scot/news/rediscovering-lost-gaelic-words/, jeweils abgerufen am 20.07.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Digitalisierung wird mit Verschriftlichung beziehungsweise Transkription, sprachlicher Erschließung, Freiwilligenarbeit und teilweise automatischer Spracherkennung verbunden. Das Projekt erhält wiederkehrende öffentliche Förderungen, muss Rechteklärung, Transkription und technische Weiterentwicklung jedoch dauerhaft fortsetzen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Erfolgsfaktoren und Learnings:''' &lt;br /&gt;
* Gefährdete Ton-, Film- und Videobestände müssen wegen Materialverfall, beschädigungsanfälliger Trägermaterialien und nicht mehr verfügbarer Wiedergabetechnik zeitlich priorisiert werden. &lt;br /&gt;
* Ein geeignetes Pilotprojekt kann Digitalisierung, Rechteklärung, Verschriftlichung, Übersetzung, Metadatenerfassung, Archivierung und Bildungsnutzung entlang einer vollständigen Prozesskette verbinden. &lt;br /&gt;
* Dadurch werden nicht nur einzelne Dateien erzeugt, sondern zugleich die notwendigen Standards, Zuständigkeiten und Aufwände erprobt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.5.5 Euskariana – Portal zum baskischen Kulturerbe ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Baskinnen und Basken leben in Gebieten Spaniens und Frankreichs. Euskariana ist das staatlich betriebene Kulturportal der Autonomen Gemeinschaft Baskenland in Spanien. Es wird durch die Digitale Bibliothek Euskadi betrieben und verbindet Daten der baskischen Regierung, der Provinzen, Kommunen, Universitäten sowie öffentlicher, kirchlicher und privater Einrichtungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Portal ist zugleich gemeinsamer Katalog und Zugang zu digitalen Objekten. Es kann Inhalte über ein eigenes Repositorium, also ein institutionell betriebenes digitales Ablage- und Erhaltungssystem, bereitstellen oder zu den Systemen der Partner verlinken. Verwendet werden internationale Standards wie Dublin Core als allgemeiner Metadatenstandard, METS (Metadata Encoding and Transmission Standard) zur Strukturierung und Übertragung digitaler Objekte, PREMIS (Preservation Metadata: Implementation Strategies) für Metadaten zur digitalen Langzeiterhaltung und ALTO (Analyzed Layout and Text Object) für erkannte Texte und Seitenlayouts. Die standardisierten Daten können unter anderem an Europeana weitergegeben werden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;vergleich_euskariana&amp;quot;&amp;gt;Gobierno Vasco / Biblioteca Digital de Euskadi o. J.: Acerca de Euskariana. URL: https://www.euskariana.euskadi.eus/euskadibib/es/help/about.do, abgerufen am 20.07.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Erfolgsfaktoren und Learnings:''' &lt;br /&gt;
* Unterschiedliche Kulturgutträger benötigen unterschiedliche Anschlussmöglichkeiten. &lt;br /&gt;
** Kleine Einrichtungen sollten Daten und gegebenenfalls Dateien in zentral bereitgestellten Diensten erfassen und verwalten können. &lt;br /&gt;
** Größere Institutionen sollten ihre vorhandenen Systeme über Datenexporte oder Programmierschnittstellen anbinden können. &lt;br /&gt;
* Dafür ist ein gemeinsamer, bewusst schlank gehaltener Metadatenkern erforderlich, der durch fach- und institutionsspezifische Angaben erweitert werden kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.5.6 Mukurtu und Plateau Peoples’ Web Portal ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mukurtu ist eine frei verfügbare Software für die gemeinschaftlich kontrollierte Verwaltung digitalen indigenen Kulturerbes. Das Plateau Peoples’ Web Portal verbindet acht indigene Nationen des nordwestlichen Plateaus der USA mit der Washington State University und mehreren Museen und Archiven. Stammesvertreter wählen und beschreiben die Inhalte; die Universität übernimmt wesentliche technische Betriebsaufgaben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mukurtu ermöglicht kulturelle Protokolle, also gemeinschaftlich festgelegte Regeln für Zugang und Nutzung, Traditional Knowledge Labels als Kennzeichnungen für überliefertes gemeinschaftliches Wissen sowie mehrere Beschreibungen zu demselben Objekt. Dadurch kann neben einer institutionellen Museumsbeschreibung eine Beschreibung der Herkunftsgemeinschaft stehen. Zugänge können von vollständig öffentlich bis streng beschränkt reichen. Mukurtu weist ausdrücklich darauf hin, dass die Plattform vor allem dem Zugang und der gemeinschaftlichen Verwaltung dient und ein gesondertes Konzept für Digitalisierung, Langzeiterhaltung, Personal und Finanzierung erforderlich bleibt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;vergleich_mukurtu&amp;quot;&amp;gt;Mukurtu CMS / Washington State University o. J.: About. URL: https://mukurtu.org/about/; Plateau Peoples’ Web Portal. URL: https://mukurtu.org/project/plateau-peoples-web-portal-showcase/, jeweils abgerufen am 20.07.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Erfolgsfaktoren und Learnings:''' &lt;br /&gt;
* Rechte und kulturelle Sensibilität müssen als Bestandteil des Datenmodells behandelt werden und dürfen nicht erst unmittelbar vor einer Veröffentlichung geprüft werden. &lt;br /&gt;
* Sinnvoll sind abgestufte Kategorien wie &lt;br /&gt;
** „nur Metadaten öffentlich“, &lt;br /&gt;
** „öffentliches Nutzungsdigitalisat“, &lt;br /&gt;
** „Zugang nach Rücksprache“, &lt;br /&gt;
** „beschränkter Gemeinschafts- oder Forschungszugang“, &lt;br /&gt;
** „zeitlich gesperrt“ und &lt;br /&gt;
** „nicht zugänglich“. &lt;br /&gt;
* Mehrere Beschreibungen zu demselben Objekt ermöglichen es außerdem, institutionelle Überlieferung und Selbstbeschreibung nebeneinander nachvollziehbar zu dokumentieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.5.7 Indigitization – zentrale Unterstützung für dezentrale Digitalisierung ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Indigitization unterstützt First Nations und weitere indigene Gemeinschaften in British Columbia in Kanada. Das Programm wird gemeinsam von indigenen Organisationen, Bibliotheken, Archiven und Hochschulen getragen. Es stellt einen Werkzeugkasten, Schulungen, Musterunterlagen, technische Beratung und Förderhilfen bereit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von 2013 bis 2019 wurden drei Pilotprojekte und 45 weitere Projekte gefördert. Dabei wurden mehr als 11.000 Audiokassetten digitalisiert. Die Digitalisierung erfolgte in den Gemeinschaften; eine allgemeine Veröffentlichung war nicht zwingend. Das frühere Förderprogramm für Audiokassetten befindet sich inzwischen allerdings in einer Pause.&amp;lt;ref name=&amp;quot;vergleich_indigitization&amp;quot;&amp;gt;Indigitization o. J.: About Us. URL: https://www.indigitization.ca/about-2/; Indigitization Toolkit. URL: https://www.indigitization.ca/toolkit/; Audio Cassette Digitization Grant. URL: https://www.indigitization.ca/funding/audio-cassette-grant/, jeweils abgerufen am 20.07.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Erfolgsfaktoren und Learnings:''' &lt;br /&gt;
* Zentral bereitgestellte Kompetenz lässt sich mit dezentraler Verantwortung verbinden. &lt;br /&gt;
* Ein Digitalisierungszentrum oder ein Verbund gemeinsamer Dienste kann Schulungen, Leih- und Mobiltechnik, Qualitätsprüfung, Rahmenverträge, Musterunterlagen, Beratung und Kleinprojektförderung anbieten. &lt;br /&gt;
* Originale, lokales Wissen und kulturelle Beziehungen können grundsätzlich bei den jeweiligen Kulturgutträgern verbleiben. &lt;br /&gt;
* Damit nach Abschluss einzelner Digitalisierungsprojekte keine ungesicherten Dateien zurückbleiben, sollte jedoch von Beginn an ein gemeinsames oder verbindlich angebundenes Repositorium beziehungsweise digitales Archiv vorgesehen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.5.8 Zusammenfassungen der Beispiele anderer Kulturen im Anhang ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tabellarische Übersichten und Zusammenfassungen aller untersuchten Beispiele anderer Kulturen und Regionen befinden sich im Anhang [[12.3.A1 Vergleichende Recherche – Digitalisierung des Kulturerbes anderer Kulturen und Regionen#E. Vergleichsmatrix|in Abschnitt E. Vergleichsmatrix]] unter &lt;br /&gt;
* [[12.3.A1 Vergleichende Recherche – Digitalisierung des Kulturerbes anderer Kulturen und Regionen#E.1 Funktionen, Architektur und Standards|E.1 Funktionen, Architektur und Standards]] und&lt;br /&gt;
* [[12.3.A1 Vergleichende Recherche – Digitalisierung des Kulturerbes anderer Kulturen und Regionen#E.2 Governance, Finanzierung, Erfolg und Übertragbarkeit|E.2 Governance, Finanzierung, Erfolg und Übertragbarkeit]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Zusammenfassung der übergreifenden Erfolgsfaktoren aus den Beispielen befindet sich im Anhang [[12.3.A1 Vergleichende Recherche – Digitalisierung des Kulturerbes anderer Kulturen und Regionen#F. Übergreifende Erfolgsfaktoren|in Abschnitt F. Übergreifende Erfolgsfaktoren]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.5.9 Was sich aus den Beispielen ableiten lässt ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus den untersuchten Beispielen lässt sich kein einzelnes Projekt und kein bestimmtes Softwaresystem ableiten, das unverändert übernommen werden könnte. Wiederkehrend zeigen sich jedoch '''vier notwendige Funktionen, drei übergreifende Erfolgsbedingungen und zwei grundlegende Umsetzungsprinzipien'''. Sie bilden einen kompakten Orientierungsrahmen für die Digitalisierung von Kulturerbe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Vier Kernfunktionen – was muss dauerhaft geleistet werden? ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Damit die Digitalisierung nicht bei einzelnen Digitalisaten oder einem Präsentationsportal stehen bleibt, müssen vier Kernfunktionen verlässlich abgedeckt und miteinander verbunden werden:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot; style=&amp;quot;width:100%;&amp;quot;&lt;br /&gt;
! Kernfunktion&lt;br /&gt;
! Kernfrage&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''1. Register für Kulturdaten'''&lt;br /&gt;
| '''Was ist vorhanden und was sollte prioritär bearbeitet werden?''' – Kulturgüter und Bestände nachweisen, beschreiben, verknüpfen und ihren Digitalisierungs- und Rechtezustand erfassen.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''2. Digitalisierungszentrum / Digitalisierungsdienste'''&lt;br /&gt;
| '''Wie wird qualitätsgesichert digitalisiert?''' – Kulturgutträger beraten, Digitalisierung vorbereiten oder durchführen, Qualität sichern und die Übergabe vorbereiten.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''3. Repositorium / digitales Langzeitarchiv'''&lt;br /&gt;
| '''Wie bleibt das digitale Kulturerbe dauerhaft erhalten?''' – Masterdateien und Metadaten sicher übernehmen, erhalten, sichern und bei technischen Veränderungen migrieren.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''4. Präsentations- und Nutzungssysteme'''&lt;br /&gt;
| '''Wie wird das Kulturerbe gefunden, verstanden und genutzt?''' – freigegebene Inhalte mehrsprachig vermitteln und für Bildung, Forschung und kulturelle Nachnutzung bereitstellen.&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die vier Funktionen bedeuten nicht zwingend vier Einrichtungen oder vier technische Systeme. Entscheidend ist, dass alle Funktionen abgedeckt, ihre Zuständigkeiten geklärt und ihre Übergaben zuverlässig organisiert sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Drei Erfolgsbedingungen – was gilt für alle Kernfunktionen? ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
# '''Gemeinsam entscheiden und Rechte abgestuft regeln:''' &lt;br /&gt;
#* Angehörige der betreffenden Gemeinschaft und die Kulturgutträger sollten nachvollziehbare Entscheidungsrechte bei Auswahl, Beschreibung, Priorisierung und Veröffentlichung besitzen. &lt;br /&gt;
#* Zugänge sollten abgestuft sein, beispielsweise auch &amp;quot;ausschließlich Metadaten&amp;quot;, &amp;quot;Zugang nach Rücksprache&amp;quot; oder &amp;quot;beschränkte Gemeinschafts- und Forschungszugänge&amp;quot; ermöglichen. &lt;br /&gt;
#* Rechtliche Zulässigkeit und kulturelle Angemessenheit sind dabei getrennt zu betrachten. &lt;br /&gt;
#* Selbstbezeichnungen und eigene kulturelle Perspektiven sollten historische Fremdbeschreibungen ergänzen können.&amp;lt;br&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
# '''Gemeinsame Standards, Mehrsprachigkeit und technische Anschlussfähigkeit sichern:''' &lt;br /&gt;
#* Ein bewusst schlanker gemeinsamer Metadatenkern, Qualitätsstandards und geregelte Datenübergaben ermöglichen die Zusammenarbeit unterschiedlicher Einrichtungen. Zusätzlich können fach- oder institutionsspezifische Metadatensätze genutzt werden.&lt;br /&gt;
#* Sprachen und Sprachvarianten müssen als eigenständige Datenwerte berücksichtigt werden, bspw. bei Metadaten, Beschreibungen usw. &lt;br /&gt;
#* Kleine Träger benötigen einfache zentrale Erfassungsmöglichkeiten, z. B. per Weboberfläche, größere Institutionen Schnittstellen oder Datenexporte aus ihren vorhandenen Systemen.&amp;lt;br&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
# '''Dauerhafte Verantwortung und Finanzierung sichern:''' &lt;br /&gt;
#* Bereits beim Aufbau muss feststehen, wer Register, Digitalisierungsdienste, Repositorium und Präsentationssystem nach einer Projektförderung dauerhaft betreibt. &lt;br /&gt;
#* Neben einmaligen Projektmitteln müssen deshalb auch Personal, Beratung, Datenpflege, Speicher, Softwarepflege, Sicherung und spätere technische Erneuerungen dauerhaft finanziert werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Zwei Umsetzungsprinzipien – wie sollte vorgegangen werden? ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
# '''Priorisieren, die vollständige Kette pilotieren, dann skalieren:''' &lt;br /&gt;
#* Nicht alles muss gleichzeitig digitalisiert werden. Besonders gefährdete oder kulturell bedeutsame Bestände sollten priorisiert werden. &lt;br /&gt;
#* Pilotprojekte sollten möglichst den gesamten Weg von der Erfassung und Rechteklärung über die Digitalisierung bis zur Archivierung und Nutzung durchlaufen. Dabei werden Standards, Zuständigkeiten, Kosten und tatsächliche Nutzung erprobt. &lt;br /&gt;
#* Erst auf dieser Grundlage sollte in größerem Umfang skaliert werden.&amp;lt;br&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
# '''Zentral ermöglichen, dezentral verantworten:''' &lt;br /&gt;
#* Zentrale Stellen können Infrastruktur, Beratung, Schulung, Digitalisierungstechnik, Qualitätskontrolle, Rechtehilfe und Langzeiterhaltung bereitstellen. &lt;br /&gt;
#* Originale, lokales Wissen, kulturelle Beziehungen und wesentliche inhaltliche Entscheidungen können gleichzeitig bei den jeweiligen Kulturgutträgern verbleiben. &lt;br /&gt;
#* Zentralisierung von Diensten und dezentrale kulturelle Verantwortung sind damit keine Gegensätze, sondern können sich gegenseitig ergänzen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Für die Reihenfolge ergibt sich daraus:''' &lt;br /&gt;
# Zuerst Entscheidungsrechte, Standards, Betreiber und Finanzierung ausreichend klären; &lt;br /&gt;
# anschließend mit ausgewählten Beständen die vollständige Prozesskette erproben und die Unterstützungsstrukturen aufbauen; &lt;br /&gt;
# auf dieser Grundlage Digitalisierung, Präsentation und Nachnutzung schrittweise verbreitern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Präsentation und Nutzung sind dabei nicht von geringerer Bedeutung und sollten bereits Bestandteil der Pilotprojekte sein. '''Später erfolgt nicht die Nutzung selbst, sondern deren breiter Ausbau.'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weiterführende '''Hinweise und Empfehlungen zu einem möglichen Vorgehen sowie zeitlichen und inhaltlichen Prioritäten''' befinden sich im Anhang [[12.3.A1 Vergleichende Recherche – Digitalisierung des Kulturerbes anderer Kulturen und Regionen#G.2 Was zentral, dezentral und gemeinsam organisiert werden sollte|im Abschnitt &amp;quot;Priorisierte Schlussfolgerung&amp;quot; von G2 bis G9]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein ausführliches '''Prüfraster zur Bewertung des jeweiligen Entwicklungsstandes''' befindet sich [[12.3.A2 Prüfraster zur Bewertung des Entwicklungsstandes beim Aufbau der Digitalisierung des Kulturerbes|im Anhang 2 &amp;quot;Prüfraster zur Bewertung des Entwicklungsstandes&amp;quot;]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= 3. Ist-Analyse der Digitalisierung des sorbischen Kulturerbes =&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der [[#2 Ist-Analyse „Digitalisierung von Kulturerbe“|vorangegangene Abschnitt 2]] hat beschrieben, was zur Digitalisierung von Kulturerbe gehört, welche Aufgaben dabei dauerhaft erfüllt werden müssen und wie andere Gemeinschaften und Regionen diese Aufgaben lösen. Der Abschnitt 3 richtet nun den Blick auf die sorbische Situation. Er geht der Frage nach, wie gut die sorbische Kulturerbelandschaft heute organisatorisch, technisch und personell aufgestellt ist, um ihr materielles, immaterielles und digitales Kulturerbe institutionsübergreifend zu erfassen, zu digitalisieren, dauerhaft zu erhalten und zugänglich zu machen – und wo vorrangiger Handlungsbedarf besteht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Analyse gliedert sich in fünf Teile:&lt;br /&gt;
* '''Akteure und Rollen''': Wer bewahrt sorbisches Kulturerbe und welche Aufgaben übernehmen die Akteure bei seiner Digitalisierung (Sammeln, Finanzieren, Koordinieren usw.)?&lt;br /&gt;
* '''Bestände und Digitalisierungsbedarf''': Welche Kulturgüter gibt es, wie weit sind  sie erfasst und digitalisiert, und welche müssen vorrangig gesichert werden?&lt;br /&gt;
* '''Vorhaben und Systeme''': Welche sorbischen Projekte und Angebote decken die [[#2.3.2 Vier Kernfunktionen|vier Kernfunktionen]] Nachweisen, Digitalisieren, langfristig Erhalten und Zugänglichmachen bereits ab?&lt;br /&gt;
* '''Zusammenarbeit und dauerhafter Betrieb''': Wie sind die Steuerung und Zusammenarbeit (Governance) organisiert (Zuständigkeiten, Standards, Rechte und Finanzierung)?&lt;br /&gt;
* '''Gesamtbewertung''': Was funktioniert bereits, wo gibt es Lücken und welche davon sollten zuerst geschlossen werden? &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Analyse stellt dabei den Bedarf der Bestände dem vorhandenen Angebot an Diensten und dem organisatorischen Rahmen gegenüber. Wo beides auseinanderfällt, entstehen Lücken, siehe nachfolgende Übersicht.&lt;br /&gt;
[[Dataja:Wobraz K6.png|thumb|center|600px|Übersicht der Ist-Analyse]]&amp;lt;ref&amp;gt;Mermaid Flowchart Code: [https://mermaid.live/edit#pako:eNqVlM1y2jAQx19lR7maFGMcwJPJDGAnh9AcaE4pPcj2-qPYErOWmtJ8PE0fo7e8WGWDTUja6VS-WB_7293_rvTAIhkj81hSyPso46Tg1l_RSoAZ088rdh5eOKc2TNcKNeH5h_DiPKQPF7fbjQW39PIzRaqMXaIsWMqiQLFiX2r7llHpMCW-yeDGwG54lCXEU9wfgv2Ic8JI5VLAYvl6fdYGMIAZVurlp4gPIVzrQmlKtVoXvKoQNiThEy_LQou0kqTe-Ji_ZsWckgOJC4hRwFSkGEpl_r5i44-L2IIyV-BTLtIij7I15m-5M-j1LmDeLqGI_5j-0rjfOwAtYljyrOzE-pcOfhu7A36OolLYMD5tzV95yONbjgTXSCLRYl1j3jkIWtAQruQ3c5KL6GB_pyujHwpOocmzcRFzjVSX15BnqCjH8A3Sh-fnZwj-kv-0VufReLrnGRlluzI-ws3xmdDQMQ_NmX2KFqR1DYq6IDu1HqFT5aZRfbFLZ_HyK1qj6PLY1RdkJhC4rgw2ykxcWLUlfpXCcgdqp4tmetXK5MIVGk1UiPdIyjRW7eNNh0d1-_mYgECtiBeQ5EXhnVzawWUwtipFco3eiXvpBu7UimQhyTsZzM03fU9o70fLmAbzYNQxJhNnbvstY2QPZrbzjsH3TbYjBLbxG3SE_uVZ4J61hP7Y7Q_tIwJMrYV11aZyvDWz5ocIj7d8K2gdd52vtgWaOu3iSJrRxTEej0fj_n7ai3llXh7iW88F99h--d_2zGIp5THzFGm0WIlU8nrKHmruiqnMXJkV88wvYay_9xoxVmwlnozphos7KcvWmqROM-YlvKjMTG9irtDPubnSZbdKdWvRXGqhmDd07AbCvAf2nXnuqWP3RwN7eDZwJ4Ph2MHeyGJb5vXs0-HEnTgDxxn3-4OzvuOarSeL_Wi8C10UFsM4V5I-7h7o5p1--g24x9CK hier klicken], abgerufen am 20.10.2026&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== 3.1 Akteure und Rollen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sorbisches Kulturerbe wird von vielen Einrichtungen, Gruppen und Einzelpersonen bewahrt, gepflegt und dokumentiert – von sorbischen ebenso wie von nicht-sorbischen. Dieser Abschnitt zeigt, wer Bestände hält, wer Dienste zur Digitalisierung anbietet und wer den organisatorischen und finanziellen Rahmen gestaltet. Damit wird auch sichtbar, welche Aufgaben bislang von keinem Akteur erkennbar übernommen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Grundlage sind Arbeitsunterlagen der Domowina aus den Jahren 2019 und 2020&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;&amp;gt;Domowina e. V., Kulturausschuss (Clemens Škoda) 2019: Serbske kulturne herbstwo (SKH). Arbeitspapier, Stand 18.03.2019, S. 2–8. Unveröffentlicht; interne Referenz: 2020-09-07_Serbske kulturne herbstwo w Budyšinje_opt.pdf.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019b&amp;quot;&amp;gt;Domowina e. V. 2019: Přehlad relewantnych městnosćow / „małkich“ a „wulkich“ muzejow nastupajo serbske kulturne herbstwo, Stand 11.11.2019. Unveröffentlicht; interne Referenz: 2019_11_Priloha A_prehlad_muzejow a zberkow.pdf.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2020&amp;quot;&amp;gt;Domowina e. V., Kulturausschuss 2020: Protokoll der Fachkommission „Serbske kulturne herbstwo“ vom 07.09.2020. Unveröffentlicht; interne Referenz: 2020_09_07_skh komisija-protokol.pdf.&amp;lt;/ref&amp;gt;, eine darauf aufbauende Arbeitsliste der Sammlungsorte mit ergänzender Internetrecherche&amp;lt;ref name=&amp;quot;liste2026&amp;quot;&amp;gt;Arbeitsliste „Sammlungsorte sorbischen Kulturerbes“, Stand 02.04.2026, erstellt im Rahmen des Digitalisierungskonzepts aus Internetrecherche und den Domowina-Unterlagen. Unveröffentlicht; Grundlage für Anhang 12.3.A3.&amp;lt;/ref&amp;gt; sowie Projektunterlagen und Gespräche. Ein Teil der Angaben ist mehrere Jahre alt und wird schrittweise aktualisiert. Nicht belegte Angaben sind als ''offen'', Vermutungen als ''Annahme'' gekennzeichnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.1.1 Begriffe und Rollen ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
; Akteur&lt;br /&gt;
: Einrichtung, Gruppe oder Person, die eine Aufgabe im Umgang mit sorbischem Kulturerbe oder seiner Digitalisierung übernimmt.&lt;br /&gt;
; Kulturgutträger&lt;br /&gt;
: Akteur, der Kulturgüter verwahrt oder eine kulturelle Praxis trägt und weitergibt, bspw. ein Museum, eine Heimatstube, ein Chor oder eine Privatperson mit einer Sammlung.&lt;br /&gt;
; Trägerschaft&lt;br /&gt;
: Rechtliche und finanzielle Verantwortung für eine Einrichtung, zum Beispiel durch eine Kommune, einen Landkreis, eine Stiftung, einen Verein, eine Kirche oder eine Privatperson. Eigentum und Betrieb können dabei auseinanderfallen, bspw. gehörte der Dom Njechorńskeho 2019 der Domowina und wurde von der Stiftung für das sorbische Volk bewirtschaftet, der Hanzo Šustrowy dom in Trebendorf gehörte der Gemeinde und wurde von der örtlichen Domowina-Gruppe bewirtschaftet.&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019b&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
; Rolle&lt;br /&gt;
: Aufgabe, die ein Akteur übernimmt. Ein Akteur kann mehrere Rollen haben, unterschieden werden Haupt- und Nebenrollen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Rollen lassen sich drei Gruppen zuordnen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
! Gruppe !! Rolle !! Kürzel&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| rowspan=&amp;quot;2&amp;quot; | '''Am Kulturgut''' || '''Bewahren''': Originale verwahren, pflegen und verwalten || '''B'''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Dokumentieren''': lebendige Praxis festhalten in Ton, Bild oder Text || '''D'''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| rowspan=&amp;quot;4&amp;quot; | '''Dienste''' ([[#2.3.2 Vier Kernfunktionen|Kernfunktionen]]) || '''Erfassen''', registrieren, beschreiben und verknüpfen || '''K1'''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Digitalisieren''' und Qualität sichern || '''K2'''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Langfristig '''erhalten''' || '''K3'''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Zugänglich machen''' und Nutzung ermöglichen || '''K4'''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| rowspan=&amp;quot;2&amp;quot; | '''Rahmen''' (Governance) || '''Steuern''', koordinieren und Regeln setzen || '''S'''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Fördern''' und finanzieren || '''F'''&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dokumentieren meint hier das Festhalten von immateriellen Kulturgütern im laufenden Kulturleben, etwa Mitschnitte von Veranstaltungen. Geschieht es systematisch nach festgelegten Standards zur dauerhaften Sicherung, ist es Teil der Kernfunktion Digitalisieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.1.2 Schlüsselakteure ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einzeln aufgeführt wird, wer mindestens eines der folgenden Kriterien erfüllt:&lt;br /&gt;
# betreibt oder plant eine Kernfunktion, die über die eigene Einrichtung hinaus wirkt,&lt;br /&gt;
# verwahrt einen hauptamtlich betreuten Kernbestand,&lt;br /&gt;
# dokumentiert regelmäßig das lebendige Kulturgeschehen,&lt;br /&gt;
# fördert, koordiniert oder setzt Regeln für die Digitalisierung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;mark&amp;gt;Die folgende Übersicht muss mit den Institutionen bzgl. Korrektheit und Vollständigkeit abgestimmt werden.&amp;lt;/mark&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|+ Rollen der Schlüsselakteure (■ Hauptrolle · ○ Nebenrolle · ? vermutet oder offen)&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
B. Bewahren, D. Dokumentieren, K1. Erfassen, K2. Digitalisieren K3. Erhalten, K4. Nutzung ermöglichen, S. Steuern, F. Fördern&lt;br /&gt;
! Akteur !! Typ / Trägerschaft !! B !! D !! K1 !! K2 !! K3 !! K4 !! S !! F !! Hinweise&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Stiftung für das sorbische Volk || Stiftung des öffentlichen Rechts, finanziert von Bund, Freistaat Sachsen u. Land Brandenburg || ○ || || || || || || ■ || ■ || bewirtschaftete 2019 den Dom Njechorńskeho&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019b&amp;quot;/&amp;gt;; unterstützt beide sorbischen Museen finanziell&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Sorbisches Institut (SI) mit Sorbischem Kulturarchiv (SKA) und Sorbischer Zentralbibliothek || Forschungseinrichtung mit Archiv und Bibliothek; eingetragener Verein, gefördert u. a. durch die Stiftung || ■ || ? || ■ || ■ || ? || ■ || ○ || || Virtueller Lesesaal mit Bibliographie, Katalog, digitalisierten Drucken, Handschriften, Fotos und Filmen; digitales Schrifttum auch über Sachsen.Digital; Sorabicon als Sorbisches Kulturlexikon&amp;lt;ref name=&amp;quot;vls&amp;quot;&amp;gt;Sorbisches Institut o. J.: Virtueller Lesesaal. URL: https://www.serbski-institut.de/bibliothek/virtueller-lesesaal/, abgerufen am 20.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;; plant das Sorbische Kulturregister (SKR)&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;&amp;gt;Sorbisches Institut 2025: Konzept für ein Sorbisches Kulturregister (SKR), zweite aktualisierte Fassung vom 20.11.2025. URL: https://www.serbski-institut.de/wp-content/uploads/2021/11/00_Zweite-aktualisierte-Fassung_Konzept_Sorbisches-Kulturregister_20.11.2025.pdf&amp;lt;/ref&amp;gt; und das Digitalisierungszentrum (DZ) auch für andere Träger&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz&amp;quot;&amp;gt;Sorbisches Institut: Digitalisierungszentrum (DZ). URL: https://www.serbski-institut.de/projekte-zentrale-vorhaben/digitalisierungszentrum-dz/&amp;lt;/ref&amp;gt;; langfristige Erhaltung für Dritte ''offen''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Sorbisches Museum Bautzen || Museum; Landkreis Bautzen, finanziell unterstützt von der Stiftung&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt; || ■ || || ○ || ? || ? || ? || || || Inventarverzeichnis vorhanden&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;; Digitalisierungsstand und Online-Angebot ''offen''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Wendisches Museum Cottbus || Museum; Stadt Cottbus, finanziell unterstützt von der Stiftung&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt; || ■ || || ○ || ? || ? || ? || || || Inventarverzeichnis vorhanden&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;; Digitalisierungsstand und Online-Angebot ''offen''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Sächsische Landesbibliothek – Staats- und Universitätsbibliothek Dresden (SLUB) || Landes- und Universitätsbibliothek; Freistaat Sachsen || ■ || || ○ || ? || ○ || ■ || || || Lusatica-Sammlung, die das kulturelle Erbe der Sorben zugänglich machen soll&amp;lt;ref name=&amp;quot;slub&amp;quot;&amp;gt;SLUB Dresden o. J.: Sammlungen zur sächsischen Landeskunde. URL: https://www.slub-dresden.de/entdecken/saechsische-landeskunde/sammlungen, abgerufen am 20.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;; über Sachsen.Digital ist auch digitales Schrifttum des SI erreichbar&amp;lt;ref name=&amp;quot;vls&amp;quot;/&amp;gt; (Betrieb der Plattform durch die SLUB); eigene digitale Langzeitarchivierung&amp;lt;ref name=&amp;quot;nestor&amp;quot;&amp;gt;nestor o. J.: Mitglied SLUB Dresden. URL: https://www.langzeitarchivierung.de/Webs/nestor/EN/nestor/Mitglieder/sLUB.html, abgerufen am 20.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;, ob sie Digitalisate sorbischer Träger übernehmen könnte, ist ''offen''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Domowina – Bund Lausitzer Sorben e. V. mit Regionalverbänden und Ortsgruppen || Dachverband sorbischer Vereine; eingetragener Verein || ○ || ○ || || || || || ○ || || Eigentümerin des Dom Njechorńskeho; Ortsgruppe Trebendorf bewirtschaftet den Hanzo Šustrowy dom&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019b&amp;quot;/&amp;gt;; mindestens 9 der 23 kleinen Sammlungsorte sind direkt oder über Mitgliedsvereine mit ihr verbunden&amp;lt;ref name=&amp;quot;liste2026&amp;quot;/&amp;gt;; Chronistengruppe der Župa Michał Hórnik; Fachkommission „Sorbisches Kulturerbe“ 2018-2020&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2020&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Maćica Serbska e. V. || wissenschaftliche Gesellschaft; Verein || || || || || || || ○ || || Arbeitskreis „Museale Einrichtungen“ mit rund 40 Adressaten; Denkmalausschuss mit eigenem, von der Stiftung verwaltetem Budget, 2019 als Vorbild für die Bewertung von Kulturerbe genannt&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Sorbisches National-Ensemble (SNE) || Ensemble; gGmbH der Stiftung || ■ || ? || ○ || || || || || || geordnetes Arbeitsarchiv; 2019 vorgeschlagen, dort nur Kopien zu halten und die Originale an das SKA zu geben&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;; Umfang ''offen''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Studijo Lucija || Medienproduktion; gGmbH des Sorbischen Schulvereins  e. V. || ○ || ■ || || || || || || || dokumentiert sorbische Veranstaltungen; Aufnahmen liegen beim Studio und werden tlw. an das SKA übergeben&amp;lt;ref name=&amp;quot;lucija&amp;quot;&amp;gt;; schriftlicher Beleg noch einzuholen.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Mitteldeutscher Rundfunk (MDR) und Rundfunk Berlin-Brandenburg (rbb), sorbischsprachige Programme || öffentlich-rechtlicher Rundfunk || ■? || ■ || || || || ○? || || || Produktionen standen dem SKA 2019 aus rechtlichen Gründen nicht zur Verfügung&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;; Archivbestände und heutiger Stand ''offen''&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.1.3 Akteursgruppen ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die meisten Kulturgutträger sind kleinere Einrichtungen, Gruppen oder Privatpersonen. Sie werden hier zu Gruppen zusammengefasst. Die Anzahlen sind Mindestwerte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;mark&amp;gt;Die folgende Übersicht muss insb. mit Domowina, SI und Lucija bzgl. Änderungen und Ergänzungen abgestimmt werden.&amp;lt;/mark&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|+ B. Bewahren, D. Dokumentieren, K1. Erfassen, K2. Digitalisieren K3. Erhalten, K4. Nutzung ermöglichen, S. Steuern, F. Fördern&lt;br /&gt;
! Gruppe !! Beispiele !! Typische Trägerschaft !! Bekannte Anzahl !! Typische Rollen !! Besonderheiten&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Kleine Museen, Heimatstuben, Gedenk- und Begegnungsorte ||&lt;br /&gt;
* Muzej Ćišinskeho (Panschwitz-Kuckau),&amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
* Njepilic dwór (Rohne), &lt;br /&gt;
* Sorbisches Kulturzentrum Schleife, &lt;br /&gt;
* Heimatmuseum Dissen, &lt;br /&gt;
* Archiv verschwundener Orte (Horno) &lt;br /&gt;
|| Gemeinde, Förderverein, Domowina-Ortsgruppe, privat || 22 in der Domowina-Übersicht 2019 (9 Ober-, 13 Niederlausitz)&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019b&amp;quot;/&amp;gt;; 23 in der Arbeitsliste 2026, davon 12 bisher nur durch die Domowina-Unterlagen belegt&amp;lt;ref name=&amp;quot;liste2026&amp;quot;/&amp;gt; || '''B''' ■, '''D''' ○ || überwiegend ehrenamtlich; 2019 benannte Defizite: fehlender Nachwuchs, fehlende Marketingstrategie, fehlende Vernetzung, unzureichende Finanzierung, fehlende fachliche Begleitung; teilweise ohne eigenes Inventar&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;; zwei private Ausstellungen ohne jede Förderung, von den Betreibern im Ruhestand allein betreut&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019b&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Regionale Museen mit sorbischen Beständen || &lt;br /&gt;
* Museum der Westlausitz Kamenz, &lt;br /&gt;
* Museum Bautzen, &lt;br /&gt;
* Spreewald-Museum Lübbenau mit Freilandmuseum Lehde, &lt;br /&gt;
* Slawenburg Raddusch, &lt;br /&gt;
* Niederlausitzer Heidemuseum Spremberg &lt;br /&gt;
|| Landkreis oder Kommune (''Annahme'') || 7 in der Domowina-Übersicht 2019 (2 Ober-, 5 Niederlausitz)&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019b&amp;quot;/&amp;gt; || '''B''' ■; &amp;lt;br&amp;gt;'''K1-K4''' ''offen'' || Umfang des sorbischen Anteils am Bestand ''offen''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Ensembles, Chöre, Trachten- und Brauchtumsgruppen || – || Verein || ''offen'' || tragen die Praxis;&amp;lt;br&amp;gt; '''D''' ○, '''B''' ○ || Trachtenfundi 2019 ausdrücklich zu den Beständen in sorbischer Verantwortung gezählt&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;; eigene Aufnahmen und Fundi meist nicht erfasst (''Annahme'')&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Chronisten, Film- und Fotoamateure || &lt;br /&gt;
* Chronistengruppe der Župa Michał Hórnik, &lt;br /&gt;
* deutsch-sorbischer Filmkreis &lt;br /&gt;
|| ehrenamtlich, privat || ''offen'' || '''D''' ■, '''B''' ○ || Beiträge von Laien 2019 nur sporadisch, Bestände oft unstrukturiert&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Private Sammlungen und Nachlässe || &lt;br /&gt;
* Nachlass der Malerin Hanka Krawcec, überwiegend in Tschechien; &lt;br /&gt;
* weitere private Sammlungen und Nachlässe in Ober- und Niederlausitz &lt;br /&gt;
|| privat || 4 in der Domowina-Übersicht 2019; tatsächlich ''offen'' || '''B''' ■ || Verbleib beim Generationenwechsel ungesichert (''Annahme'')&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Kirchliche Einrichtungen || &lt;br /&gt;
* Ausstellung zu Jan Bjedrich Fryco in der evangelischen Kirche Kolkwitz; &lt;br /&gt;
* kirchliches Informations- und Begegnungszentrum in Horno mit Holzmodellen abgebaggerter Kirchen&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019b&amp;quot;/&amp;gt; &lt;br /&gt;
|| Kirchgemeinde || 2 (in den kleinen Orten enthalten); weitere ''offen'' || '''B''' ○ || weitere kirchliche Bestände nicht erfasst (''Annahme'')&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Weitere sorbische Kultur- und Medieneinrichtungen || &lt;br /&gt;
* Deutsch-Sorbisches Volkstheater (Archiv 2019 zusammen mit dem des SNE genannt); &lt;br /&gt;
* Domowina-Verlag (2019 als Produzent genannt, dessen Erzeugnisse an das SKA gehen sollten)&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt; &lt;br /&gt;
|| verschieden || ''offen'' || '''B''' ○ || Umfang ''offen''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Öffentliche Träger und Fördergeber || &lt;br /&gt;
* Bund, &lt;br /&gt;
* Freistaat Sachsen, &lt;br /&gt;
* Land Brandenburg, &lt;br /&gt;
* Landkreise, &lt;br /&gt;
* Kommunen &lt;br /&gt;
|| öffentlich || – || '''F''' ■, '''S''' ○ || tragen die großen Museen; 2019 erfüllten kleine Museen im Landkreis Bautzen die Kriterien für eine institutionelle Förderung nicht, im Landkreis Spree-Neiße waren die Bedingungen besser&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Überregionale Gedächtniseinrichtungen || &lt;br /&gt;
* Oberlausitzische Bibliothek der Wissenschaften Görlitz&amp;lt;ref name=&amp;quot;slub&amp;quot;/&amp;gt;; &lt;br /&gt;
* Sächsisches Staatsarchiv, &lt;br /&gt;
* Brandenburgisches Landeshauptarchiv, &lt;br /&gt;
* Deutsche Nationalbibliothek (''Annahme''); &lt;br /&gt;
* Einrichtungen in Tschechien &lt;br /&gt;
|| öffentlich || ''offen'' || '''B''' ○; &amp;lt;br&amp;gt;mögliche Partner für K3 und K4 || sorbische Bestände außer in Görlitz ''offen''&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.1.4 Erste Befunde ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;mark&amp;gt;Die folgende Übersicht muss mit den Institutionen bzgl. Korrektheit und Vollständigkeit abgestimmt werden.&amp;lt;/mark&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Rollenübersicht erlaubt erste Hinweise, die in den folgenden Abschnitten geprüft werden:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* '''Bewahren ist breit verteilt, Dienste sind konzentriert.''' Erfassen und Digitalisieren für mehrere Träger plant nach heutigem Kenntnisstand vor allem das SI. Die SLUB macht sorbisches Schrifttum bereits digital zugänglich, auch aus Beständen des SI. Ob weitere Akteure Dienste für Dritte anbieten, ist ''offen''.&lt;br /&gt;
* '''Für die langfristige Erhaltung fremder Bestände ist kein sorbischer Akteur erkennbar.''' Offen ist, wer Digitalisate anderer Träger verbindlich und dauerhaft übernimmt. So gelangen Veranstaltungsaufnahmen des Studijo Lucija nur komprimiert und teilweise in das SKA.&amp;lt;ref name=&amp;quot;lucija&amp;quot;/&amp;gt; Die SLUB betreibt eine eigene digitale Langzeitarchivierung; ob sie auch für sorbische Träger in Frage kommt, ist ''offen''. Das Gleiche gilt für das Sächsische Staatsarchiv.&lt;br /&gt;
* '''Die Dokumentation des lebendigen Kulturlebens liegt teils außerhalb sorbischer Verantwortung.''' Sorbischsprachige Produktionen von MDR und rbb standen dem SKA 2019 aus rechtlichen Gründen nicht zur Verfügung.&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt; Der heutige Stand ist ''offen''.&lt;br /&gt;
* '''Die Domowina ist der wichtigste Zugang zu kleinen Trägern.''' Mindestens 9 der 23 kleinen Sammlungsorte sind direkt oder über Mitgliedsvereine mit ihr verbunden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;liste2026&amp;quot;/&amp;gt; Ihre Strukturen eignen sich daher als Weg, kleine Träger zu erreichen – für die Erhebung ebenso wie für spätere Unterstützungsangebote.&lt;br /&gt;
* '''Das Wissen über kleine Träger ist lückenhaft und teils veraltet.''' 12 der 23 kleinen Orte sind bisher nur durch die Domowina-Unterlagen von 2019 und 2020 belegt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;liste2026&amp;quot;/&amp;gt; Ob sie heute noch bestehen und wie es um ihre Bestände steht, ist ''offen''. Besonders privat betreute Ausstellungen werden in Abschnitt 3.2 auf ihre Gefährdung geprüft.&lt;br /&gt;
* '''Kleine Träger haben keine feste Anlaufstelle, die Koordination war 2020 ungeklärt.''' Das frühere Sorbische Folklorezentrum war seit 1993 faktisch nicht mehr tätig.&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt; In der Niederlausitz diente 2020 ein Projekt zur Inwertsetzung des immateriellen Kulturerbes auch der Vernetzung kleiner Museen. Der Kulturausschuss der Domowina sah sich als ehrenamtliches Gremium nicht in der Lage, die Koordination zu leisten, und bat Fachinstitutionen und die Gremien der Stiftung, Verantwortung zu übernehmen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2020&amp;quot;/&amp;gt; Wie das heute geregelt ist, untersucht Abschnitt 3.4.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Liste aller bekannten Sammlungsorte mit Typ, Trägerschaft und Kulturgutklassen steht in [[12.3.A3 Sammlungsorte des sorbischen Kulturerbes|Anhang 12.3.A3]]. Sie wird laufend ergänzt.&lt;br /&gt;
&amp;lt;!-- Anhang 12.3.A3 aus der Arbeitsliste vom 02.04.2026 aufbauen; Namen privater Sammler nur mit Einverständnis --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== 3.2 Bestände und Bedarfe ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieser Abschnitt beschreibt die Nachfrageseite der Analyse: Welche Bestände sorbischen Kulturerbes gibt es, wie weit sind sie erfasst und digitalisiert, welche sind gefährdet, und welche Unterstützung brauchen die Kulturgutträger? Festgestellt wird dabei nur, wo Zeitdruck besteht. Welche Bestände mit welcher Priorität bearbeitet werden, sollten die sorbische Gemeinschaft und ihre Fachgremien entscheiden (vgl. [[#2.4.2 Prozessschritte im Detail|Prozessschritt 3 „Bewerten &amp;amp; freigeben“]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein institutionsübergreifender Überblick über die Bestände existiert bisher nicht (siehe 3.2.5). Die folgenden Angaben sind daher Mindestwerte und Größenordnungen aus veröffentlichten Angaben der Einrichtungen, Projektunterlagen und den in [[#3.1 Akteure und Rollen|Abschnitt 3.1]] genannten Quellen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;mark&amp;gt;Die Bestände sollten mit den SI, insb. Register, bzgl. Korrektheit und Vollständigkeit abgestimmt werden, evtl. liegt dort ein institutionsübergreifender Überblick über Bestände vor.&amp;lt;/mark&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.2.1 Begriffe ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
; Sammlungsort&lt;br /&gt;
: Ort, an dem Kulturgüter verwahrt werden, etwa ein Museum, ein Archiv, eine Heimatstube oder eine Privatwohnung. Ein Akteur kann mehrere Sammlungsorte haben.&lt;br /&gt;
; Bestand&lt;br /&gt;
: Abgrenzbare Gruppe von Kulturgütern einer [[#2.2 Klassifizierung von Kulturgütern|Kulturgutklasse]], die an einem Sammlungsort gemeinsam verwahrt wird, zum Beispiel die Fotografien einer Heimatstube oder die Tonbänder eines Archivs. Feiner unterschieden wird nur, wenn sich Zustand oder Rechtslage deutlich unterscheiden. Ein Bestand gehört zu dem Ort, an dem das Original oder die Masterdatei liegt - Kopien an anderen Orten beschreiben seinen Digitalisierungsstand.&lt;br /&gt;
: Bei immateriellem Kulturerbe gilt die vorhandene Dokumentation als Bestand, etwa Ton- und Videoaufnahmen oder Beschreibungen. Eine bisher nicht dokumentierte Praxis erscheint als Dokumentationsbedarf.&lt;br /&gt;
; Bedarf&lt;br /&gt;
: Was ein Bestand oder ein Kulturgutträger braucht. &lt;br /&gt;
:* ''Bestandsbezogene'' Bedarfe richten sich auf die [[#2.3.2 Vier Kernfunktionen|vier Kernfunktionen]] (erfassen, digitalisieren, langfristig erhalten, zugänglich machen). &lt;br /&gt;
:* ''Trägerbezogene'' Bedarfe betreffen den Akteur selbst, etwa Personal, Beratung oder Finanzierung.&lt;br /&gt;
; Dringlichkeit&lt;br /&gt;
: Zeitdruck, der sich aus einer Gefährdung ergibt. Sie ist nicht gleichbedeutend mit Priorität, in die auch kulturelle Bedeutung, Nutzen und Machbarkeit eingehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.2.2 Bestandslandkarte ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Übersicht folgt der [[#2.2 Klassifizierung von Kulturgütern|Klassifizierung aus Abschnitt 2.2]]. Sie nennt für jede Klasse typische Bestände, die wichtigsten Träger und den bekannten Stand. Einzelne Sammlungsorte stehen in [[12.3.A3 Sammlungsorte des sorbischen Kulturerbes|Anhang 12.3.A3]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|+ Bestände nach Kulturgutklassen (Stand: weitgehend · teilweise · kaum · ''offen'')&lt;br /&gt;
! Klasse !! Typische Bestände !! Wichtigste Träger !! Umfang, soweit bekannt !! Erfasst !! Digitalisiert !! Gefährdung&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''A''' Materiell – unbeweglich || Denkmale, Gedenktafeln, Inschriften, Grabmäler, Blockbauten, Wirkungsstätten, Kirchen || Eigentümer, Gemeinden, Kirchgemeinden; dokumentiert durch das SI || Inventar sorbischer Kulturdenkmale in Sachsen: 61 Aktenordner, 6.300 analoge Fotomotive&amp;lt;ref name=&amp;quot;dmp&amp;quot;&amp;gt;Sorbisches Institut o. J.: Datenmanagementplan zum Teilprojekt „Sorbische Kulturdenkmale in Sachsen“ im Verbundprojekt DIKUSA – Vernetzung digitaler Kulturdaten in Sachsen, Laufzeit 01.02.2022-31.12.2025. URL: https://www.saw-leipzig.de/de/projekte/dikusa/datenmanagementplaene-1/dmp_si_dikusa.pdf/@@download/file/DMP_SI_Dikusa.pdf, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;; nach einer älteren Untersuchung rund 1.700 Objekte in der sächsischen Oberlausitz (''zu prüfen'')&amp;lt;ref name=&amp;quot;kdm&amp;quot;&amp;gt;Fachpublikation zu sorbischen Kulturdenkmalen. Interne Referenz: saxorum-10788_Sorbische_Kulturdenkmale_digital_erfassen_präsentieren.pdf. Angabe nach Projektunterlagen, noch zu prüfen.&amp;lt;/ref&amp;gt; || teilweise: Sachsen inventarisiert; Niederlausitz in Erfassung, geplant in drei Phasen bis 2031&amp;lt;ref name=&amp;quot;nlposter&amp;quot;&amp;gt;Sorbisches Institut o. J.: Materielle Zeugnisse sorbischer/wendischer Kultur in der Niederlausitz. Modul 4 des Vorhabens „Digitales Portal zu sorbischen und Lausitzer Sprach- und Kulturlandschaften“ (Poster). URL: https://serbski-institut.de/wp-content/uploads/2021/11/A0-Druck_DigPortal-M4.pdf, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; || teilweise: Inventar Sachsen 2022-2025 digital aufbereitet&amp;lt;ref name=&amp;quot;dmp&amp;quot;/&amp;gt;; 78 Objekte öffentlich im Atlas auf Sorabicon (April 2026)&amp;lt;ref name=&amp;quot;atlas&amp;quot;&amp;gt;Sorbisches Institut 2026: Pressemitteilung zum digitalen Atlas sorbischer Kulturdenkmale im Wissensportal Sorabicon, 30.04.2026. URL: https://idw-online.de/de/news870102, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; || Verwitterung, Umbau, Abriss; Inventar teils nur analog oder in veralteten Dateiformaten (siehe 3.2.3)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''B1''' Schriftgut || Bücher, Zeitungen, Handschriften, Nachlässe, Vereins- und Institutionsakten, Plakate, Grafik || Sorbische Zentralbibliothek, Sorbisches Kulturarchiv (SKA), Sorbisches Museum, SLUB, Hórnik-Bibliothek im Wendischen Seminar Prag, Oberlausitzische Bibliothek der Wissenschaften Görlitz || Zentralbibliothek ca. 110.000 Medieneinheiten&amp;lt;ref name=&amp;quot;liste2026&amp;quot;/&amp;gt;; Sorbisches Museum über 1.000 Schriftquellen, ca. 1.700 Plakate, ca. 6.000 Grafiken&amp;lt;ref name=&amp;quot;sm&amp;quot;&amp;gt;Sorbisches Museum Bautzen o. J.: Museum – Sammlung. URL: https://sorbisches-museum.de/museum/?lang=en, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;; SKA: Nachlässe, Akten der Domowina 1912-1989 und sorbischer Vereine, Umfang ''offen''&amp;lt;ref name=&amp;quot;ska&amp;quot;&amp;gt;Sorbisches Institut o. J.: Sorbian Cultural Archive. URL: https://www.serbski-institut.de/en/sorbian-cultural-archive/, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; || weitgehend in den Bibliotheken (Katalog, Sorbische Bibliographie)&amp;lt;ref name=&amp;quot;vls&amp;quot;/&amp;gt;; kleine und private Träger ''offen'' || teilweise: 1.634 Dokumente des SI auf Sachsen.Digital (Stand 2021)&amp;lt;ref name=&amp;quot;ldp&amp;quot;&amp;gt;Sorbisches Institut 2021: Pressemitteilung zu Digitalisaten aus dem Landesdigitalisierungsprogramm Sachsen (u. a. „Serbowka“, erstes sorbisches Lehrbuch), 12.03.2021. URL: https://serbski-institut.de/wp-content/uploads/2021/12/2021-03-12_MI_Erstes-sorbisches-Lehrbuch-LDP_Serbowka_de.4753.pdf, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;; Handschriften des SKA 2016 digitalisiert&amp;lt;ref name=&amp;quot;hs&amp;quot;&amp;gt;Sorbisches Institut o. J.: Digitalisate handschriftlicher Literatur aus den Beständen des SKA in Sachsen.digital. URL: https://serbski-institut.de/de/Handschriften-als-Digitalisat, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;; Zeitungen und Zeitschriften teils online&amp;lt;ref name=&amp;quot;vls&amp;quot;/&amp;gt; || Nachlässe in Privatbesitz; säurehaltiges Papier des 19. und 20. Jahrhunderts (''Annahme'', nicht erhoben)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''B2''' Fotografien und Bildträger || Fotosammlungen und Fotonachlässe, Negative, Glasplatten, Dias || SKA, Sorbisches Museum, Wendisches Museum, Stadtmuseum Cottbus, SI (Kulturdenkmale), Sorbisches National-Ensemble (SNE), Domowina Verlag (LND), Deutsch-Sorbisches Volkstheater ''(Annahme)'', Chronisten, Privatpersonen || Sorbisches Museum ca. 10.500 Fotos&amp;lt;ref name=&amp;quot;sm&amp;quot;/&amp;gt;; Inventar Kulturdenkmale 6.300 Motive&amp;lt;ref name=&amp;quot;dmp&amp;quot;/&amp;gt;; SKA ''offen'' || teilweise bei Museen und SKA; private Bestände oft unstrukturiert&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt; || teilweise: ausgewählte Bildsammlungen des SKA im Virtuellen Lesesaal&amp;lt;ref name=&amp;quot;vls&amp;quot;/&amp;gt;; Glasplattennegative der Sammlung Fritz Unger (Stadtmuseum Cottbus) mit wendischen Motiven auf museum-digital&amp;lt;ref name=&amp;quot;unger&amp;quot;&amp;gt;museum-digital:brandenburg o. J.: Wendische Trachtengruppe, Glasplattennegativ, Fotografische Sammlung Fritz Unger, Stadtmuseum Cottbus, Inv.-Nr. U190-05. URL: https://brandenburg.museum-digital.de/pdf/object/65463.pdf?lang=de, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; || Negative und Glasplatten empfindlich; private Bestände ohne Verzeichnis&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''B3''' Analoge AV-Träger || Tonbänder, Kassetten, Schallplatten, Videobänder, Filme || SKA, MDR und rbb, SNE, Amateurfilmer, Njepila-Hof (Tondokumente)&amp;lt;ref name=&amp;quot;liste2026&amp;quot;/&amp;gt;; Filme der früheren DEFA (Filmstudio der DDR), Hörfunkbestände der DDR-Zeit im Deutschen Rundfunkarchiv (''Annahme'') || sorbischsprachiger Rundfunk seit 1948&amp;lt;ref name=&amp;quot;rundfunk&amp;quot;&amp;gt;Wikipedia (englisch): Sorbischer Rundfunk. URL: https://en.wikipedia.org/wiki/Sorbischer_Rundfunk, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;; DEFA-Gruppe „Sorbischer Film“ 1980-1990: knapp 40 Filme&amp;lt;ref name=&amp;quot;defa&amp;quot;&amp;gt;Deutsches Historisches Museum, Zeughauskino o. J.: Filmreihe „Sorbische Filmlandschaften“. URL: https://www.dhm.de/zeughauskino/filmreihe/sorbische-filmlandschaften/, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;; SKA, SNE und Amateurbestände ''offen'' || kaum bekannt || teilweise: Filme des SKA im sächsischen Programm zur Sicherung des audiovisuellen Erbes digitalisiert&amp;lt;ref name=&amp;quot;vls&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;avsachsen&amp;quot;&amp;gt;Leipziger Internet Zeitung 2020: Über 50.000 Film- und Tonminuten digitalisiert. Zwischenbilanz zur Sicherung des audiovisuellen Erbes in Sachsen, 16.09.2020. URL: https://www.l-iz.de/melder/wortmelder/2020/09/Ueber-50-000-Film-und-Tonminuten-digitalisiert-Zwischenbilanz-zur-Sicherung-des-audiovisuellen-Erbes-in-Sachsen-349190, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;; Umfang ''offen'' || '''hoch''': Magnetbandformate sind veraltet, die routinemäßige Überspielung endete nach Einschätzung von UNESCO und IASA (Internationaler Verband der Schall- und audiovisuellen Archive) etwa 2025&amp;lt;ref name=&amp;quot;mta&amp;quot;&amp;gt;IASA o. J.: Announcing the Magnetic Tape Alert Project (UNESCO-Programm „Information for All“ und IASA). URL: https://iasa-web.org/node/5374, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''B4''' 3D-Objekte || Trachten und Textilien, Volkskunst, Ostereier, Keramik, Hausrat, Kunstwerke || Sorbisches Museum, Wendisches Museum, Heimatmuseen und Heimatstuben, Trachtenfundi von Vereinen und Ensembles, private Sammlungen || Sorbisches Museum ca. 35.000 inventarisierte Objekte über alle Sammlungsbereiche, davon Kunstsammlung 6.900 Werke&amp;lt;ref name=&amp;quot;sm&amp;quot;/&amp;gt;; Wendisches Museum: größte Sammlung niedersorbischer Tracht, Zahl ''offen''&amp;lt;ref name=&amp;quot;wm&amp;quot;&amp;gt;Wendisches Museum Cottbus o. J.: Selbstdarstellung des Museums, Dokument im Ratsinformationssystem der Stadt Cottbus. URL: https://session.cottbus.de/oparl/bodies/0001/downloadfiles/00007050.pdf, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;; Heimatmuseum Dissen 6.700 inventarisierte Exponate (SKR-Konzept, S. 8)&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;/&amp;gt;; Jänschwalde über 40 Originaltrachten und über 1.000 Keramiken&amp;lt;ref name=&amp;quot;liste2026&amp;quot;/&amp;gt; || teilweise: beide sorbischen Museen haben Inventare, aber kein verknüpfendes System (SKR-Konzept, S. 7)&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;/&amp;gt;; kleine Museen teils ohne Inventar&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt; || kaum: acht Häuser mit sorbischem Schwerpunkt haben zusammen 401 Objekte auf museum-digital veröffentlicht (SKR-Konzept, S. 8)&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;/&amp;gt;; Online-Sammlungen der beiden sorbischen Museen nicht gefunden || Textilien empfindlich; private Ausstellungen ohne Nachfolge (siehe 3.2.3)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''C1''' Orale Traditionen || Sprache und Dialekte, Erzählungen, Sagen, Zeitzeugenberichte || Sprecherinnen und Sprecher; dokumentiert durch SI und Rundfunk || ''offen'' || teilweise: Zeitzeugen-O-Töne im Wissensportal Sorabicon&amp;lt;ref name=&amp;quot;atlas&amp;quot;/&amp;gt;; Zeitzeugen-Sammlung von Lucija auf YouTube &amp;lt;mark&amp;gt;Referenz&amp;lt;/mark&amp;gt; || teilweise || '''hoch''' für das Niedersorbische: nach Angaben des Bundesinnenministeriums 2024 nur noch wenige hundert fließende Sprecherinnen und Sprecher&amp;lt;ref name=&amp;quot;sprache&amp;quot;&amp;gt;Universität Potsdam o. J.: Mehrsprachigkeit in Brandenburg – Sorbisch (mit Verweis auf BMI 2024 und Landesregierung Brandenburg 2024). URL: https://www.uni-potsdam.de/de/svm/mehrsprachigkeit-in-brandenburg/studentische-projekte/sorbisch, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''C2''' Darstellende Künste || Musik, Lieder, Tanz, Theater, Chorgesang || SNE, Deutsch-Sorbisches Volkstheater, Chöre und Ensembles; dokumentiert durch Rundfunk und Studijo Lucija || ''offen'' || ''offen'' || teilweise: neuere Aufnahmen meist ursprünglich digital (siehe D1) || ältere Mitschnitte auf AV-Trägern (siehe B3); digitale Mitschnitte, die nicht langzeittauglich gelagert und nicht registriert sind (siehe D1 und D2)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''C3''' Rituale und Feste || Bräuche und Feste im Jahreslauf, u. a. Vogelhochzeit, Zampern, Zapust, Ostersingen, Osterreiten, Maibaum, Kirmes || MDR, rbb, Studio Lucija, Vereine, Dorfgemeinschaften, Kirchgemeinden || „Gesellschaftliche Bräuche und Feste der Lausitzer Sorben im Jahreslauf“ seit 2014 im Bundesweiten Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes&amp;lt;ref name=&amp;quot;ike&amp;quot;&amp;gt;Sorbisches Institut 2020: Aufruf und Fragebogen zur Erhebung sorbischer/wendischer Bräuche und Feste im Landkreis Spree-Neiße, 18.12.2020. URL: https://www.serbski-institut.de/wp-content/uploads/2022/03/IKE-Fragebogen-Aufruf_2020_12_189_DE.4701.pdf, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;iketour&amp;quot;&amp;gt;Sachsen-Tourismus 2025: Hintergrundtext Immaterielles Kulturerbe. URL: https://www.sachsen-tourismus.de/fileadmin/mediendatenbank_ALT/mediendatenbank/bilder/presse/rechercheideen/hintergrundtext-immaterielles-kulturerbe-2025.pdf, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; || teilweise: Erhebung im Landkreis Spree-Neiße durch das SI ab 2020, Ergebnisstand ''offen''&amp;lt;ref name=&amp;quot;ike&amp;quot;/&amp;gt;; Oberlausitz ''offen'' || teilweise || Praxis im Wandel; frühere Ausprägungen nur über Dokumentation greifbar (''Annahme'')&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''C4''' Wissen über Natur und Universum || Volksglaube, Heil- und Sammelwissen, religiöse Praxis || Familien, Kirchgemeinden || ''offen'' || ''offen'' || ''offen'' || Wissen oft bei wenigen, teils älteren Personen (SKR-Konzept, S. 8)&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''C5''' Traditionelles Handwerk || Ostereiverzierung, Trachtenherstellung und -pflege, Weben, Flachs und Leinen, Töpfern || Handwerkerinnen und Handwerker, Vereine, Heimatmuseen, z. B. Sorbische Webstube Drebkau&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;/&amp;gt;, Kólasko Drachhausen&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019b&amp;quot;/&amp;gt; || ''offen'' || ''offen'' || ''offen'' || Wissen an wenige Personen gebunden; fehlender Nachwuchs (SKR-Konzept, S. 8)&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''D1''' Born-digital || Websites, soziale Medien, Veranstaltungsmitschnitte, digitale Fotos und Videos, digitale Publikationen, Projektdaten || Studijo Lucija, Rundfunk, Verlage, Vereine, Einrichtungen || ''offen'' || kaum || – || '''hoch''': keine systematische Sicherung sorbischer Web- und Social-Media-Inhalte bekannt; Webarchivierung in Deutschland insgesamt lückenhaft&amp;lt;ref name=&amp;quot;webarchiv&amp;quot;&amp;gt;netzpolitik.org 2026: Kritische Infrastruktur: Bei der Web-Archivierung fehlt die Strategie. URL: https://netzpolitik.org/2026/kritische-infrastruktur-bei-der-web-archivierung-fehlt-die-strategie/, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;; Masterdateien teils nur beim Erzeuger&amp;lt;ref name=&amp;quot;lucija&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''D2''' Digitalisate || digitale Repräsentationen aus den Klassen A bis C || SI, SLUB, Museen, Projekte || SI: 1.634 Dokumente auf Sachsen.Digital (2021)&amp;lt;ref name=&amp;quot;ldp&amp;quot;/&amp;gt;; Sorabicon: zwölf veröffentlichte Sammlungen (2026)&amp;lt;ref name=&amp;quot;atlas&amp;quot;/&amp;gt; || teilweise: über Kataloge und die Deutsche Digitale Bibliothek nachgewiesen, teils als gemeinfrei gekennzeichnet&amp;lt;ref name=&amp;quot;ddb&amp;quot;&amp;gt;Deutsche Digitale Bibliothek o. J.: Wot togo narodu Jesu Christußa (1865), Datengeber: Sorbisches Institut / Sorbisches Kulturarchiv. URL: https://www.deutsche-digitale-bibliothek.de/item/3IVBZKDCQK6LHTOFW5HKYF235K6A4QEF, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; || – || Langzeiterhaltung teils ungeklärt: Projektdaten lagen bei einem Webhoster mit Datensicherung, die Langzeitarchivierung war „zu eruieren“&amp;lt;ref name=&amp;quot;dmp&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.2.3 Bestände mit vorrangigem Digitalisierungsbedarf ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als vorrangig gilt ein Bestand, wenn mindestens einer der folgenden Gründe zutrifft:&lt;br /&gt;
# '''Materialverfall oder veraltete Technik:''' Der Träger zerfällt, oder Abspielgeräte sind kaum noch verfügbar.&lt;br /&gt;
# '''Ungesicherte Betreuung:''' Nachfolge, Räume oder Trägerschaft sind nicht gesichert.&lt;br /&gt;
# '''Unikat ohne Sicherung:''' Es gibt weder eine Kopie noch einen Nachweis an anderer Stelle.&lt;br /&gt;
# '''Schwindendes Wissen:''' Trägerinnen und Träger einer Praxis oder Zeitzeugen können nur noch begrenzte Zeit befragt werden.&lt;br /&gt;
# '''Ungesicherte digitale Dateien:''' Masterdateien fehlen, es gibt kein Zielarchiv, oder die Dateiformate veralten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die '''Dringlichkeit''' ist &lt;br /&gt;
* ''hoch'', wenn Verlust oder Unzugänglichkeit innerhalb weniger Jahre wahrscheinlich sind, &lt;br /&gt;
* ''mittel'', wenn ein Risiko erkennbar ist, der Zeitrahmen aber offen ist, und &lt;br /&gt;
* ''offen'', wenn die Lage nicht bekannt ist. &lt;br /&gt;
Die Herkunft der Dringlichkeit ist mit '''G''' gekennzeichnet, wenn der Bedarf von Trägern oder in ihren Unterlagen genannt wurde, und mit '''A''', wenn er aus der Analyse abgeleitet ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|+ Bestände mit vorrangigem Digitalisierungsbedarf&lt;br /&gt;
! Bestand / Bestandsgruppe !! Träger !! Klasse !! Grund !! Dringlichkeit !! Herkunft !! Quelle&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Ton-, Video- und Filmbestände auf Magnetband und Film || SKA, SNE, Rundfunk, Amateurfilmer, Njepila-Hof u. a. || B3 || 1, 3 || hoch || A || &amp;lt;ref name=&amp;quot;mta&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;ska&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Sprache und Erzählwissen der letzten muttersprachlichen Sprecherinnen und Sprecher des Niedersorbischen || – || C1 || 4 || hoch || A || &amp;lt;ref name=&amp;quot;sprache&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Zwei private Ausstellungen in der Oberlausitz, von den Betreibern im Ruhestand allein und ohne Förderung betreut (Stand 2019) || privat || B4 || 2, 3 || hoch, sofern noch bestehend || G || &amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019b&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Private Sammlungen und Nachlässe, darunter Filme und Chroniken sowie ein Nachlass, dessen Sichtung und Bewertung 2019 erbeten wurde || privat || B1-B4 || 1, 2, 3 || hoch || G || &amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019b&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Veranstaltungsmitschnitte, die nicht zentral registriert sind und nur komprimiert und teilweise an das SKA gehen || Studijo Lucija || D1 (C2, C3) || 5 || hoch || A || &amp;lt;ref name=&amp;quot;lucija&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Inventar sorbischer Kulturdenkmale in Sachsen: analoge Negative und Dateien in veralteten Formaten (u. a. .wps, .wbk, .wks) || SI || B2, D1 || 1, 5 || mittel || A || &amp;lt;ref name=&amp;quot;dmp&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Sorbische Websites und soziale Medien || verschieden || D1 || 5 || mittel || A || &amp;lt;ref name=&amp;quot;webarchiv&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Archiv verschwundener Orte in Horno: Umzug 2019 geplant || Trägerschaft ''offen'' || B1, B2 || 2 || ''offen'' || G || &amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019b&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.2.4 Bedarfe der Kulturgutträger ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Neben dem Bedarf einzelner Bestände haben viele Kulturgutträger Bedarfe, die sie selbst betreffen. Sie werden hier gebündelt und der Seite des Angebots zugeordnet, an die sie sich richten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
! Bedarf !! Betroffene Träger !! Richtet sich an !! Herkunft !! Quelle&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Personal und Nachwuchs für Betreuung und Erfassung || kleine Museen, Heimatstuben, ehrenamtliche Sammlungsorte || Rahmen (F) || G || &amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;; SKR-Konzept, S. 7-8 und 29&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Laufende Finanzierung für Personal und Unterhalt; z. B. jährliches Ringen um Personalmittel in Dissen || kleine Museen || Rahmen (F) || G || &amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019b&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Fachliche Begleitung, Beratung und Schulung || kleine und ehrenamtliche Träger || K1-K3, Rahmen || G || &amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;; SKR-Konzept, S. 10 und 30&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Inventarisierung und digitale Erschließung; Nachholbedarf wegen Personalmangels „teils bestandsgefährdend“ || kleine Museen, private Sammlungen, auch die großen Museen || K1 || G || SKR-Konzept, S. 7&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;/&amp;gt;; &amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Vernetzung und Kooperation || kleine Museen || Rahmen (S) || G || &amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Sichtbarkeit und Präsentation || sorbische Museen, kleine Museen || K4 || G || &amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2020&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Sichtung und Bewertung von Nachlässen || private Nachlässe || K1, Prozessschritt „Bewerten“ || G || &amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019b&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Räume, Bausubstanz und Bewirtschaftung, z. B. Muzej Ćišinskeho, Dom Njechorńskeho || kleine Museen und Gedenkorte || Rahmen (Voraussetzung) || G || &amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019b&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Digitalisierung von Ton-, Film- und Fotobeständen als Dienstleistung || SKA, kleine und private Träger || K2 || A || –&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Verbindlicher Ort für die langfristige Erhaltung von Digitalisaten und ursprünglich digitalen Aufnahmen || Studijo Lucija, Projekte, kleine Träger || K3 || A || &amp;lt;ref name=&amp;quot;lucija&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;dmp&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Rechteklärung und Einwilligungen || Rundfunkproduktionen, Veranstaltungsaufnahmen || Rahmen || G (Rundfunk) / A || &amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Bedarfe des Sorbischen Museums und des Wendischen Museums || beide sorbischen Museen || K1-K4 || G || Anfragen im Rahmen des Digitalisierungskreises&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.2.5 Erste Befunde ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* '''Ein Gesamtüberblick über die Bestände fehlt.''' 2020 wurde festgestellt, dass eine systematische Registrierung des sorbischen Kulturerbes fehlt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2020&amp;quot;/&amp;gt; 2025 beschrieb das SI die Bedingungen an den Sammlungsorten als „von vorbildlich bis prekär“; vieles liege nur analog vor, und die Digitalisierung stehe überwiegend am Anfang.&amp;lt;ref name=&amp;quot;skrhandout&amp;quot;&amp;gt;Sorbisches Institut 2025: Handout zum Pressegespräch „Konzept Sorbisches Kulturregister“, 20.11.2025. URL: https://www.serbski-institut.de/wp-content/uploads/2025/11/2025-11-20_Handout-Pressegespraech-SKR_Konzept.pdf, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Ein Überblick sei derzeit nicht möglich, weil die Sammlungsorte technisch „fraktioniert oder gar inkompatibel“ arbeiten (SKR-Konzept, S. 8).&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
* '''Die bekannten Sammlungsorte sind nur ein Ausschnitt.''' Das SKR-Konzept nennt mehr als 70 Einrichtungen mit kulturerberelevantem Archivgut (S. 10). Im Arbeitskreis Lausitzer Museenland widmet sich etwa ein Drittel der 48 Heimatstuben und Regionalmuseen sorbischer Geschichte und Kultur (S. 7).&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;/&amp;gt; Die Arbeitsliste umfasst bisher rund 32 Orte.&amp;lt;ref name=&amp;quot;liste2026&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
* '''Zahlen gibt es nur für wenige große Träger.''' Für das Sorbische Museum, die Sorbische Zentralbibliothek und die Digitalisate des SI liegen Größenordnungen vor. Für das SKA, das Wendische Museum, die audiovisuellen Bestände und fast alle kleinen Träger fehlen sie.&lt;br /&gt;
* '''Wo der Zeitdruck am größten ist, ist am wenigsten bekannt.''' Das betrifft vor allem die analogen Ton-, Video- und Filmbestände sowie die Dokumentation des Niedersorbischen.&lt;br /&gt;
* '''Online sichtbar ist nur ein Bruchteil.''' Acht Häuser mit sorbischem Schwerpunkt haben zusammen 401 Objekte auf museum-digital veröffentlicht; das Heimatmuseum Dissen mit 6.700 inventarisierten Exponaten noch keines (SKR-Konzept, S. 8).&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
* '''Digital vorhanden heißt nicht gesichert.''' Ursprünglich digitale Aufnahmen und Projektdaten haben teils kein Zielarchiv oder liegen in veralteten Formaten vor (siehe 3.2.3). Wer diese Aufgabe übernimmt, untersuchen die Abschnitte 3.3 und 3.4.&lt;br /&gt;
* '''Das immaterielle Kulturerbe ist ungleich dokumentiert.''' Für die Niederlausitz gab es ab 2020 eine Erhebung der Bräuche und Feste,&amp;lt;ref name=&amp;quot;ike&amp;quot;/&amp;gt; für die Oberlausitz ist keine vergleichbare bekannt.&lt;br /&gt;
* '''Ein Teil des Erbes liegt außerhalb sorbischer Verantwortung oder außerhalb der Lausitz,''' etwa in Prag, Dresden und Görlitz, in Rundfunkarchiven und bei der DEFA-Überlieferung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Ist-Analyse kann damit Struktur und Schwerpunkte benennen, aber keine vollständige Bestandsübersicht ersetzen. Eine institutionsübergreifende Bestands- und Bedarfserhebung mit Prioritätenliste ist eine eigene Aufgabe (vgl. das Ziel 2028 in [[#1.1 Visionen und Ziele für die sorbische digitale Welt|Abschnitt 1.1]]) und wird bei den Maßnahmen aufgegriffen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.1.2 Bedarfe und Dringlichkeiten ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;background-color:#eef5fb;border-left:4px solid #5b9bd5;padding:0.7em 1em;margin:1em 0;&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Leitfrage:''' Welche Unterstützung benötigen die Kulturgutträger und welche Bedarfe sollten (+aus welchen Gründen) vorrangig bearbeitet werden?&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die bei Kulturgutträgern bestehenden Bedarfe sollten zunächst möglichst vollständig erhoben und anschließend zusammengeführt und eingeordnet werden. Dabei ist zwischen &amp;quot;von Akteuren ausdrücklich genannten Bedarfen&amp;quot; und &amp;quot;aus der Analyse zusätzlich abgeleiteten Bedarfen&amp;quot; zu unterscheiden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die weitere Erhebung und Analyse insbesondere zu prüfen:&lt;br /&gt;
* vorhandene Bedarfserhebungen, Gesprächsprotokolle und bisherige Tabellen zusammenführen&lt;br /&gt;
* Bedarfe möglichst den vier Kernfunktionen zuordnen:&lt;br /&gt;
** Nachweisen, beschreiben und verknüpfen,&lt;br /&gt;
** Digitalisieren und Qualität sichern,&lt;br /&gt;
** langfristig erhalten,&lt;br /&gt;
** zugänglich machen und Nutzung ermöglichen;&lt;br /&gt;
* zusätzlich übergreifende Bedarfe erfassen, beispielsweise:&lt;br /&gt;
** Personal und Fachkompetenz,&lt;br /&gt;
** Beratung und Schulung,&lt;br /&gt;
** Finanzierung,&lt;br /&gt;
** Rechteklärung und Datenschutz,&lt;br /&gt;
** Metadaten und gemeinsame Standards,&lt;br /&gt;
** technische Infrastruktur;&lt;br /&gt;
* Dringlichkeit anhand nachvollziehbarer Kriterien beurteilen, beispielsweise:&lt;br /&gt;
** drohender Verlust oder Materialverfall,&lt;br /&gt;
** fehlende personelle Nachfolge,&lt;br /&gt;
** gefährdete oder unbekannte Bestände,&lt;br /&gt;
** blockierende Abhängigkeit für weitere Digitalisierungsschritte,&lt;br /&gt;
** kulturelle oder sprachliche Bedeutung,&lt;br /&gt;
** erwartete Nutzung für Bildung, Forschung oder Öffentlichkeit&lt;br /&gt;
* unterscheiden zwischen Einzelfallbedarf und strukturellem Bedarf mehrerer Kulturgutträger&lt;br /&gt;
* soweit möglich erfassen, welche Bedarfe bereits durch bestehende Angebote abgedeckt werden und welche bislang offenbleiben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mögliches Ergebnis: priorisierte beziehungsweise nach Dringlichkeit geordnete Bedarfsübersicht mit Zuordnung zu Akteursgruppen und Kernfunktionen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== 3.2 Ist-Stand der vier Kernfunktionen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;background-color:#eef5fb;border-left:4px solid #5b9bd5;padding:0.7em 1em;margin:1em 0;&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Leitfrage:''' Welche Kernfunktionen werden durch bestehende Angebote / Dienste und Projekte bereits erfüllt – für welche Bestände, Akteure und Nutzungszwecke?&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Den Schwerpunkt der Ist-Analyse bildet die Frage, '''in welchem Umfang''' die vier zuvor bestimmten Kernfunktionen der Kulturerbe-Digitalisierung im sorbischen Kontext bereits erfüllt werden. Dabei reicht es nicht aus festzustellen, dass ein Projekt, eine Institution oder ein technisches System existiert. Zu prüfen ist vielmehr, welche Leistung tatsächlich verfügbar ist, welche Kulturgutträger und Bestände sie erreicht und welche Lücken verbleiben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für jede Kernfunktion sollte möglichst nach einer einheitlichen Logik untersucht werden:&lt;br /&gt;
* vorhandene Angebote, Systeme und Projekte&lt;br /&gt;
* verantwortliche Betreiber beziehungsweise Akteure&lt;br /&gt;
* Entwicklungs- und Betriebsstand&lt;br /&gt;
* erreichte Kulturgutträger, Bestände und Kulturgutarten&lt;br /&gt;
* abgedeckte Bedarfe&lt;br /&gt;
* technische und organisatorische Anschlussmöglichkeiten&lt;br /&gt;
* erkennbare Lücken, Risiken und offene Fragen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.2.1 Nachweisen, beschreiben und verknüpfen ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;background-color:#eef5fb;border-left:4px solid #5b9bd5;padding:0.7em 1em;margin:1em 0;&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Leitfrage:''' Wie vollständig und nutzbar werden sorbische Kulturgüter und Bestände heute nachgewiesen, beschrieben und miteinander verknüpft?&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die weitere Erhebung und Analyse insbesondere zu prüfen:&lt;br /&gt;
* Stand und tatsächlicher Funktionsumfang des Sorbischen/Wendischen Kulturregisters&lt;br /&gt;
* vorhandene institutionelle Kataloge, Inventare, Datenbanken und lokale Verzeichnisse&lt;br /&gt;
* welche Kulturgutarten, Einrichtungen und Regionen bereits erfasst sind&lt;br /&gt;
* welche Bestände bislang nur lokal, analog oder überhaupt nicht systematisch nachgewiesen werden&lt;br /&gt;
* verwendete Metadaten, Identifikatoren und Normdaten&lt;br /&gt;
* Möglichkeiten zur Übernahme beziehungsweise Verknüpfung bestehender Daten&lt;br /&gt;
* Anschlussmöglichkeiten:&lt;br /&gt;
** direkte Erfassung kleinerer Träger,&lt;br /&gt;
** Datenimport beziehungsweise Schnittstellen größerer Einrichtungen&lt;br /&gt;
* Mehrsprachigkeit und Umgang mit ober- und niedersorbischen Bezeichnungen&lt;br /&gt;
* Verhältnis zwischen institutionellen Beschreibungen, historischen Fremdbezeichnungen und sorbischen beziehungsweise lokalen Selbstbezeichnungen&lt;br /&gt;
* vorhandene Funktionen für Digitalisierungsstatus, Rechteinformationen und Priorisierung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.2.2 Digitalisieren und Qualität sichern ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;background-color:#eef5fb;border-left:4px solid #5b9bd5;padding:0.7em 1em;margin:1em 0;&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Leitfrage:''' Welche Kulturgüter können heute in welcher Qualität und Kapazität digitalisiert werden, und welche Kulturgutträger können diese Leistungen tatsächlich nutzen?&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die weitere Erhebung und Analyse insbesondere zu prüfen:&lt;br /&gt;
* aktueller Stand des Digitalisierungszentrums und weiterer Digitalisierungsangebote&lt;br /&gt;
* verfügbare technische Verfahren für unterschiedliche Kulturgutarten, beispielsweise:&lt;br /&gt;
** Schriftgut,&lt;br /&gt;
** Fotografien,&lt;br /&gt;
** Bücher und Zeitschriften,&lt;br /&gt;
** Tonaufnahmen,&lt;br /&gt;
** Film und Video,&lt;br /&gt;
** dreidimensionale Objekte&lt;br /&gt;
* stationäre, mobile und extern vergebene Digitalisierung&lt;br /&gt;
* vorhandene Kapazitäten und erkennbare Engpässe&lt;br /&gt;
* Zugangsmöglichkeiten für kleine und ehrenamtlich arbeitende Kulturgutträger&lt;br /&gt;
* Beratung vor der Digitalisierung&lt;br /&gt;
* Anforderungen an Vorbereitung, Metadaten und Rechteklärung&lt;br /&gt;
* vorhandene Qualitätsstandards und Qualitätskontrolle&lt;br /&gt;
* Unterstützung bei Ausschreibung beziehungsweise Beauftragung externer Dienstleister&lt;br /&gt;
* bisherige Digitalisierungsprojekte und deren Ergebnisse&lt;br /&gt;
* besonders gefährdete Bestände, für die kurzfristig Digitalisierungskapazität benötigt wird&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.2.3 Langfristig erhalten ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;background-color:#eef5fb;border-left:4px solid #5b9bd5;padding:0.7em 1em;margin:1em 0;&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Leitfrage:''' Für welche digitalen Bestände ist die langfristige Erhaltung organisatorisch und technisch tatsächlich abgesichert? &amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die weitere Erhebung und Analyse insbesondere zu prüfen:&lt;br /&gt;
* vorhandene Repositorien, digitale Archive und Speicherlösungen&lt;br /&gt;
* welche Einrichtungen bereits Digitalisate dauerhaft übernehmen können&lt;br /&gt;
* welche Digitalisate derzeit lediglich lokal oder projektbezogen gespeichert werden&lt;br /&gt;
* Unterschied zwischen:&lt;br /&gt;
** Ablage beziehungsweise Speicherung,&lt;br /&gt;
** Datensicherung,&lt;br /&gt;
** institutionellem Repositorium,&lt;br /&gt;
** digitaler Langzeiterhaltung;&lt;br /&gt;
* Verantwortlichkeiten für Übernahme, Erhaltung und spätere Datenmigration&lt;br /&gt;
* verwendete Master- und Nutzungsdateien&lt;br /&gt;
* Sicherungskopien, Prüfsummen und Wiederherstellungsverfahren&lt;br /&gt;
* verwendete beziehungsweise vorgesehene Erhaltungsmetadaten&lt;br /&gt;
* Möglichkeiten für kleinere Kulturgutträger, ihre Digitalisate an ein geeignetes Repositorium zu übergeben&lt;br /&gt;
* vorhandene Schnittstellen zwischen Digitalisierung und Repositorium&lt;br /&gt;
* organisatorische und finanzielle Absicherung des langfristigen Betriebs&lt;br /&gt;
* Digitalisate beziehungsweise Projekte identifizieren, deren dauerhafte Erhaltung derzeit ungeklärt ist&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.2.4 Zugänglich machen und Nutzung ermöglichen ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;background-color:#eef5fb;border-left:4px solid #5b9bd5;padding:0.7em 1em;margin:1em 0;&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Leitfrage:''' Welche digitalisierten Inhalte sind für welche Zielgruppen auffindbar, verständlich und im rechtlich beziehungsweise kulturell zulässigen Umfang nutzbar?&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die weitere Erhebung und Analyse insbesondere zu prüfen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* vorhandene Präsentations- und Nutzungssysteme, Portale und Online-Ausstellungen&lt;br /&gt;
* Funktion und Entwicklungsstand von Sorabicon sowie weiteren relevanten Angeboten&lt;br /&gt;
* welche Kulturgüter und Bestände bereits öffentlich zugänglich sind&lt;br /&gt;
* welche Zielgruppen angesprochen werden:&lt;br /&gt;
** Öffentlichkeit,&lt;br /&gt;
** Bildung,&lt;br /&gt;
** Forschung,&lt;br /&gt;
** sorbische Gemeinschaft,&lt;br /&gt;
** Tourismus und Kulturvermittlung;&lt;br /&gt;
* Ober- und Niedersorbisch sowie weitere benötigte Sprachen in Oberfläche, Metadaten und Inhalten&lt;br /&gt;
* Qualität der Kontextualisierung und Vermittlung&lt;br /&gt;
* Möglichkeiten für:&lt;br /&gt;
** Download,&lt;br /&gt;
** Zitation,&lt;br /&gt;
** Datenexport,&lt;br /&gt;
** Programmierschnittstellen,&lt;br /&gt;
** wissenschaftliche und kreative Nachnutzung&lt;br /&gt;
* Rechte- und Lizenzinformationen&lt;br /&gt;
* abgestufte Zugangsmöglichkeiten für sensible beziehungsweise eingeschränkt zugängliche Inhalte&lt;br /&gt;
* Barrierefreiheit beziehungsweise Barrierearmut&lt;br /&gt;
* Aktualisierung und Pflege präsentierter Inhalte&lt;br /&gt;
* soweit verfügbar tatsächliche Nutzung, Reichweite und Nachnutzung erfassen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.2.5 Zusammenspiel der Kernfunktionen in bestehenden Projekten ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;background-color:#eef5fb;border-left:4px solid #5b9bd5;padding:0.7em 1em;margin:1em 0;&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Leitfrage:''' Bei welchen bestehenden Vorhaben funktioniert der Weg vom Kulturgut über Erfassung und Digitalisierung bis zur langfristigen Erhaltung und Nutzung bereits durchgängig – und an welchen Übergängen bestehen Lücken?&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Neben dem Stand der einzelnen Kernfunktionen ist zu prüfen, '''ob diese auch tatsächlich zu einer durchgängigen Prozesskette verbunden sind'''. Ein vorhandenes Register, ein Digitalisierungszentrum, ein Repositorium und ein Präsentationsportal ergeben noch nicht automatisch einen funktionierenden Gesamtprozess.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die weitere Erhebung und Analyse insbesondere zu prüfen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* geeignete bestehende Projekte beziehungsweise Pilotvorhaben auswählen&lt;br /&gt;
* für diese Projekte die vollständige Prozesskette nachvollziehen:&lt;br /&gt;
** Erfassen,&lt;br /&gt;
** Registrieren,&lt;br /&gt;
** Bewerten und priorisieren,&lt;br /&gt;
** Digitalisieren,&lt;br /&gt;
** Archivieren beziehungsweise langfristig erhalten,&lt;br /&gt;
** Präsentieren und nachnutzen;&lt;br /&gt;
* untersuchen, welche Systeme und Akteure an den Übergaben beteiligt sind&lt;br /&gt;
* prüfen, ob Metadaten gemeinsam mit den Dateien weitergegeben werden&lt;br /&gt;
* prüfen, ob Rechte- und Zugangsangaben entlang der Prozesskette erhalten bleiben&lt;br /&gt;
* vorhandene manuelle Medienbrüche beziehungsweise Mehrfacherfassungen identifizieren&lt;br /&gt;
* unklare Zuständigkeiten und Übergabepunkte sichtbar machen&lt;br /&gt;
* positive Beispiele für bereits funktionierende Prozessketten dokumentieren&lt;br /&gt;
* aus Pilotprojekten bekannte Aufwände, Engpässe und Lernerfahrungen aufnehmen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== 3.3 Gemeinsame Regeln, Zusammenarbeit und dauerhafter Betrieb ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;background-color:#eef5fb;border-left:4px solid #5b9bd5;padding:0.7em 1em;margin:1em 0;&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Leitfrage:''' Sind die übergreifenden Voraussetzungen vorhanden, damit die einzelnen Angebote gemeinsam, verlässlich und dauerhaft funktionieren?&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Neben den einzelnen Kernfunktionen ist zu prüfen, ob '''gemeinsame organisatorische und fachliche Voraussetzungen''' vorhanden sind, damit die verschiedenen Angebote zusammenarbeiten und dauerhaft betrieben werden können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieser Abschnitt soll keine allgemeine oder abstrakte Governance-Analyse darstellen. Untersucht werden nur solche übergreifenden Fragen, die konkrete Auswirkungen auf die Digitalisierung des Kulturerbes und die spätere Ableitung von Maßnahmen haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.3.1 Zuständigkeiten, Beteiligung und Freigaben ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;background-color:#eef5fb;border-left:4px solid #5b9bd5;padding:0.7em 1em;margin:1em 0;&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Leitfrage:''' Wer entscheidet verbindlich über Auswahl, Priorisierung, Beschreibung, Digitalisierung, Veröffentlichung und Zugang, und wie sind die Kulturgutträger dabei beteiligt?&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
''Für die weitere Erhebung und Analyse insbesondere zu prüfen:''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* formelle und informelle Zuständigkeiten der beteiligten Institutionen&lt;br /&gt;
* Entscheidungsrechte bei Auswahl und Priorisierung von Beständen&lt;br /&gt;
* Verantwortlichkeiten für Rechteklärung und Veröffentlichung&lt;br /&gt;
* Beteiligung der jeweiligen Kulturgutträger&lt;br /&gt;
* Beteiligung sorbischer Fachleute und Angehöriger der Gemeinschaft bei kulturell sensiblen Inhalten&lt;br /&gt;
* vorhandene Freigabe- und Sperrverfahren&lt;br /&gt;
* Umgang mit nachträglichen Korrekturen oder Einschränkungen&lt;br /&gt;
* erkennbare Überschneidungen beziehungsweise ungeklärte Zuständigkeiten&lt;br /&gt;
* vorhandene Gremien oder Koordinierungsstrukturen&lt;br /&gt;
* prüfen, an welchen Stellen verbindliche Zuständigkeiten fehlen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.3.2 Gemeinsame Standards und Anschlussmöglichkeiten ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;background-color:#eef5fb;border-left:4px solid #5b9bd5;padding:0.7em 1em;margin:1em 0;&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Leitfrage:''' Welche gemeinsamen Regeln ermöglichen es unterschiedlichen Kulturgutträgern, Daten und Digitalisate in eine gemeinsame Infrastruktur einzubringen und zwischen den Kernfunktionen weiterzugeben?&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die weitere Erhebung und Analyse insbesondere zu prüfen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* vorhandene gemeinsame Metadatenstandards beziehungsweise Pflichtfelder&lt;br /&gt;
* verwendete Fachstandards einzelner Einrichtungen&lt;br /&gt;
* gemeinsame Regeln für Ober- und Niedersorbisch&lt;br /&gt;
* Dateiformate und Qualitätsanforderungen für unterschiedliche Kulturgutarten&lt;br /&gt;
* Identifikatoren und Normdaten&lt;br /&gt;
* Rechte- und Lizenzinformationen&lt;br /&gt;
* technische Schnittstellen und Datenexporte&lt;br /&gt;
* Übernahme vorhandener institutioneller Metadaten&lt;br /&gt;
* einfache Erfassungswege für kleinere Kulturgutträger&lt;br /&gt;
* Schnittstellen für Einrichtungen mit bestehenden Fachsystemen&lt;br /&gt;
* Möglichkeiten zur Weitergabe von Daten zwischen Register, Digitalisierung, Repositorium und Präsentation&lt;br /&gt;
* prüfen, wo fehlende Standards oder inkompatible Systeme den Austausch derzeit behindern&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.3.3 Personal, Finanzierung und Betreiberverantwortung ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;background-color:#eef5fb;border-left:4px solid #5b9bd5;padding:0.7em 1em;margin:1em 0;&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Leitfrage:''' Welche zentralen Leistungen sind dauerhaft personell, organisatorisch und finanziell abgesichert, und welche hängen noch von befristeten Projekten oder einzelnen Personen ab?&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die weitere Erhebung und Analyse insbesondere zu prüfen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Betreiber beziehungsweise verantwortliche Stellen für die vier Kernfunktionen&lt;br /&gt;
* dauerhafte Stellen gegenüber befristeten Projektstellen&lt;br /&gt;
* vorhandene beziehungsweise geplante Finanzierungsmodelle&lt;br /&gt;
* laufende Betriebs- und Pflegekosten&lt;br /&gt;
* personelle Kapazitäten und erkennbare Schlüsselpersonenrisiken&lt;br /&gt;
* Unterstützung kleiner und ehrenamtlich geführter Einrichtungen&lt;br /&gt;
* Finanzierung von&lt;br /&gt;
** Beratung,&lt;br /&gt;
** Digitalisierung,&lt;br /&gt;
** Speicher und Langzeiterhaltung,&lt;br /&gt;
** Datenpflege,&lt;br /&gt;
** Rechteklärung,&lt;br /&gt;
** technischer Wartung und Weiterentwicklung;&lt;br /&gt;
* Übergang von geförderten Projekten in einen dauerhaften Regelbetrieb&lt;br /&gt;
* vorhandene Betriebs-, Kooperations- und Übergabevereinbarungen&lt;br /&gt;
* erkennbare Risiken bei Auslaufen einzelner Förderungen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== 3.4 Gesamtbewertung und vorrangiger Handlungsbedarf ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;background-color:#eef5fb;border-left:4px solid #5b9bd5;padding:0.7em 1em;margin:1em 0;&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Leitfrage:''' Welche Bedarfe sind bereits ausreichend abgedeckt, wo liegen die entscheidenden Lücken und welche davon sollten vorrangig bearbeitet werden? &amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Ergebnisse der vorangegangenen Abschnitte werden abschließend zusammengeführt. Ziel ist noch nicht die vollständige Formulierung konkreter Maßnahmen, sondern zunächst eine begründete Bewertung des Ist-Standes und der wichtigsten Lücken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dabei sollte insbesondere unterschieden werden zwischen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* unmittelbar gefährdeten Kulturgütern beziehungsweise Beständen,&lt;br /&gt;
* strukturellen Lücken, die weitere Digitalisierungsschritte blockieren,&lt;br /&gt;
* fehlenden oder nur teilweise verfügbaren Kernfunktionen,&lt;br /&gt;
* nicht dauerhaft abgesicherten Angeboten,&lt;br /&gt;
* Verbesserungsmöglichkeiten bei bereits grundsätzlich funktionierenden Strukturen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die abschließende Bewertung insbesondere zu prüfen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Ergebnisse aus Akteurs-, Bestands- und Bedarfserhebung zusammenführen&lt;br /&gt;
* für jede der vier Kernfunktionen die wichtigsten Stärken und Lücken benennen&lt;br /&gt;
* übergreifende strukturelle Probleme aus Zuständigkeiten, Standards, Betrieb und Finanzierung ergänzen&lt;br /&gt;
* unterscheiden zwischen:&lt;br /&gt;
** fehlender Leistung,&lt;br /&gt;
** unzureichender Kapazität,&lt;br /&gt;
** fehlender Bekanntheit beziehungsweise Zugänglichkeit,&lt;br /&gt;
** fehlender Verbindung bestehender Angebote,&lt;br /&gt;
** ungeklärter Zuständigkeit,&lt;br /&gt;
** fehlender dauerhafter Absicherung;&lt;br /&gt;
* Dringlichkeit begründen, insbesondere anhand von:&lt;br /&gt;
** Verlustgefahr,&lt;br /&gt;
** blockierenden Abhängigkeiten,&lt;br /&gt;
** Anzahl beziehungsweise Bedeutung betroffener Kulturgutträger,&lt;br /&gt;
** kultureller und sprachlicher Bedeutung,&lt;br /&gt;
** Aufwand und Realisierbarkeit;&lt;br /&gt;
* offene Informationslücken ausdrücklich kennzeichnen&lt;br /&gt;
* aus den ermittelten Lücken anschließend Handlungsbedarfe ableiten&lt;br /&gt;
* konkrete Lösungsmaßnahmen erst im folgenden Maßnahmen- beziehungsweise Soll-Abschnitt festlegen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mögliche zusammenfassende Bewertungsmatrix:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot; style=&amp;quot;width:100%;&amp;quot;&lt;br /&gt;
! Bereich&lt;br /&gt;
! Belegter Ist-Stand&lt;br /&gt;
! Abgedeckte Bedarfe&lt;br /&gt;
! Lücke / Risiko&lt;br /&gt;
! Dringlichkeit&lt;br /&gt;
! Daraus abgeleiteter Handlungsbedarf&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| ''Beispiel: Nachweisen und Registrieren''&lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| ''Beispiel: Digitalisieren''&lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| ''Beispiel: Langfristig erhalten''&lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| ''Beispiel: Zugänglich machen und nutzen''&lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| ''Beispiel: gemeinsame Standards / Zusammenarbeit''&lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= Referenzen =&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Měrko Šenk</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://koncept.serbski-inkubator.de/index.php?title=12.3_Digitalisierung_des_Kulturerbes&amp;diff=1211</id>
		<title>12.3 Digitalisierung des Kulturerbes</title>
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		<updated>2026-10-29T16:42:52Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Měrko Šenk: /* 3.2.3 Bestände mit vorrangigem Digitalisierungsbedarf */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;= 1 Einleitung =&lt;br /&gt;
Die Digitalisierung von sorbischem Kulturerbe ist eine historische Chance für uns Sorben, eine Chance, unser kulturelles Erbe neu zu entdecken, es für kommende Generationen zu erhalten, für eine breitere Öffentlichkeit zugänglich zu machen und dabei die eigene Deutungshoheit zu stärken. Das erfordert neben Mut, einer klaren gemeinsamen Vision, starker Zusammenarbeit zwischen den beteiligten Akteuren auch die notwendigen Ressourcen in Form von Personal mit entsprechenden Kompetenzen, passender Technik sowie einer nachhaltig gesicherten Finanzierung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im folgenden Abschnitt werden Zielbilder für die Digitalisierung des sorbischen Kulturerbes entworfen mittels lang- und kurzfristiger Visionen sowie konkreter Ziele.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== 1.1 Vision und Ziele für die sorbische digitale Welt ==&lt;br /&gt;
'''Vision'''&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
''Sorbisches materielles und immaterielles Kulturerbe ist systematisch digital erfasst, rechtssicher und langfristig gesichert, leicht auffindbar, offen nutzbar und wird aktiv von Interessierten genutzt.''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Konkrete Ziele'''&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Bis 2032 ist ein tragfähiges, finanziell und organisatorisch abgesichertes Modell etabliert, das:&lt;br /&gt;
* Ein zentrales (oder föderiertes) digitales Langzeitarchiv nach OAIS-Referenzmodell betreibt,&lt;br /&gt;
* klare Zuständigkeiten, Prozesse und Budgets definiert,&lt;br /&gt;
* regelmäßige Qualitätssicherung und Technik-Updates vorsieht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bis 2030 sind wichtige sorbische Kulturerbe-Bestände (Kernbestände nach fachlicher Festlegung) in hoher Qualität digitalisiert, beschrieben und im Langzeitarchiv gesichert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bis 2028 liegt eine institutionenübergreifende Übersicht über relevante Kulturerbe-Bestände (analog und digital, materiell und immateriell) vor, einschließlich einer Prioritätenliste für die Digitalisierung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bis 2028 existiert ein zentrales, nutzerfreundliches „Sorbisches Kulturerbe-Portal“, das:&lt;br /&gt;
* Suchzugang über alle teilnehmenden Institutionen ermöglicht,&lt;br /&gt;
* grundlegende Inhalte frei zugänglich bereitstellt,&lt;br /&gt;
* mehrsprachige Oberflächen anbietet (Deutsch, Obersorbisch, Niedersorbisch, Englisch).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= 2 Ist-Analyse „Digitalisierung von Kulturerbe“ =&lt;br /&gt;
Das Ziel in diesem Themenbereich ist es, sorbisches Kulturerbe digital zu verwalten und damit langfristig für Recherche, Nutzung und Präsentation vorzuhalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Abschnitt &amp;quot;IST-Analyse“ werden die folgenden Fragen beantwortet: Was ist sorbisches Kulturerbe und was zählt alles dazu? Welche Schritte durchläuft ein Kulturgut, um zum digitalen Kulturerbe zu gehören? Wie können die digitale Verwaltung, Archivierung, Nutzung und Präsentation von Kulturgütern umgesetzt werden?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die grundlegenden Terminologien des Kulturerbes sollen im Folgenden festgelegt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== 2.1 Terminologie – von Kultur zu Kulturerbe ==&lt;br /&gt;
In diesem Abschnitt werden die Begriffe rund um das Kulturerbe grundlegend definiert. Es soll ein Verständnis über die Begriffe Kultur, kulturelle Ausprägung, Kulturgut und Kulturerbe erreicht werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Dataja:Wobraz_K1.png|center|260px]]&amp;lt;ref&amp;gt;Mermaid Flowchart Code: [https://mermaid.live/edit#pako:eNpF0UtuwyAQBuCroFlaTuRHTGMvKuWxq7pqV627IGZso2CIMChtk9ymN-nFimmasmJGfP-AOEGjOUIFrdTHpmfGkudtrWpF_Fq9RtGDk9aZKHojU-_aJ7PZ_bmGgSnR4mgFejaKpidC1XAmq8zDfYAoJZKVG7lxzX5stRl81C0_uwYdheGEubHD4_dXLy1hcpyC1rcLdM4GOLH1Ve2E5Gj9TPLkhgEnsLkBNDsMAmLojOBQWeMwhgHNwKYSTuFBYHucbOW3HFvmcQ21unh2YOpF6-FPGu26HqrW381X7sCZxa1gnWH_R1BxNBvtlIUqTUMEVCd49xVdzpeLMs1pXmRFXiY0hg-o8iyZL_LFXZaVSTJ1LzF8hqHJnBZ5WhZLWt5RmtIsBuTCavP4-2Hh3y4_NXaMmw hier klicken], abgerufen am 22.09.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.1.1 Kultur ===&lt;br /&gt;
Kultur bezeichnet hier die Gesamtheit aller '''vom Menschen geschaffenen und erlernten Ausdrucksformen''' des Lebens, die auf gemeinsamen Werten und Verhaltensweisen beruhen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;wiki-kultur&amp;quot;&amp;gt;URL: https://de.wikipedia.org/wiki/Kultur&amp;lt;/ref&amp;gt; Dazu zählen '''materielle Ergebnisse''' (z. B. Kunstwerke, Technik) ebenso wie '''immaterielle Praktiken''' (Sprache, Bräuche, Wissen). Kultur umfasst laut der UNESCO geistige, materielle, intellektuelle und emotionale Merkmale, die eine Gesellschaft oder soziale Gruppe kennzeichnen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;mondiacult&amp;quot;&amp;gt;UNESCO 1982: Mexico City Declaration on Cultural Policies (MONDIACULT). URL: https://www.lacult.unesco.org/docc/1982_MONDIACULT.pdf&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;ref name=&amp;quot;cultureaction&amp;quot;&amp;gt;Culture Action Europe 2024: The State of Culture report. URL: https://cultureactioneurope.org/de/news/the-state-of-culture-report-published, abgerufen am 01.10.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;  Sie ist dynamisch und wird von jeder Generation neu gestaltet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das deutsche Wort „Kultur“ ist eine Eindeutschung des lateinischen Worts „cultura“. Dieses bedeutet ursprünglich „Bebauung, Bearbeitung, Bestellung, Pflege“ und meinte sowohl die physische Bearbeitung als auch die Pflege geistiger Güter, z. B. der Sprache.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.1.2 Kulturelle Ausdrucksform ===&lt;br /&gt;
Eine kulturelle Ausdrucksform ist eine '''konkrete, gegenwärtige oder historische, Manifestation von Kultur''', bspw. eine Zeichnung, eine Tracht oder ein Lied: Sie macht die Kultur sichtbar und erlebbar. Im engeren Sinne ist es eine Ausdrucksweise, die aus der Kreativität einer Person, Gruppe oder Gesellschaft entsteht und '''kulturellen Inhalt''' trägt (symbolische Bedeutung, künstlerische Dimension, kulturelle Werte).&amp;lt;ref&amp;gt;Österreichische UNESCO-Kommission 2007: Übereinkommen zum Schutz und zur Förderung der Vielfalt kultureller Ausdrucksformen, Art. 4, Seite 13. URL: https://www.unesco.at/fileadmin/Redaktion/Publikationen/Publikations-Dokumente/2005er_UNESCO-Convention_German.pdf, abgerufen am 22.09.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt; Sie wird innerhalb und zwischen Gemeinschaften weitergegeben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Alle kulturellen Ausdrucksformen bilden einen wesentlichen Kern von Kultur, aber Kultur enthält auch latente Dimensionen (Werte, Normen, Vorannahmen etc.), die nicht unmittelbar als Ausdrucksform erscheinen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.1.3 Kulturgut ===&lt;br /&gt;
Ein „Kulturgut“ ist '''eine einzelne kulturelle Ausdrucksform''', der ein '''besonderer kultureller Wert zugemessen wird''' (durch Anerkennung, Schutz, Bedeutung). Es ist somit ein Erzeugnis menschlicher Kreativität oder Zeugnis menschlichen Lebens, welches '''Bedeutung für die Kultur einer Gemeinschaft''' hat und daher '''Bestand haben und bewahrt werden soll'''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die '''Summe aller Kulturgüter''' einer Gemeinschaft wird als dessen '''Kulturerbe''' bezeichnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.1.4 Kulturerbe ===&lt;br /&gt;
Kulturerbe ist die '''Summe der materiellen und immateriellen Ausdrucksformen''' (= Kulturgüter) einer Kultur, die als „'''bewahrenswert'''“ anerkannt wurden. International umfasst das u. a. das '''Welterbe''' (Denkmäler, Ensembles, Stätten)&amp;lt;ref&amp;gt;UNESCO (1972), Welterbekonvention, Art. 1. URL: https://www.dnk.de/wp-content/uploads/2021/02/1972_DNK_UNESCO-Welterbekonvention.pdf (abgerufen am 11.09.2025).&amp;lt;/ref&amp;gt; und das '''Immaterielles Kulturerbe''' (Praktiken, Wissen).&amp;lt;ref&amp;gt;Deutsche UNESCO-Kommission o. J.:, Übereinkommen zur Erhaltung des immateriellen Kulturerbes (dt. Ausgabe). URL: https://www.unesco.de/assets/dokumente/Deutsche_UNESCO-Kommission/02_Publikationen/Publikation_UNESCO-%C3%9Cbereinkommen_zur_Erhaltung_des_immateriellen_Kulturerbes_01.pdf, (abgerufen am 11.09.2025).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ob etwas „zum Kulturerbe“ zählt, ist Ergebnis von Bewertung, Diskurs und teils formellen Verfahren. Dem Sorbischen Kulturregister (SKR) zufolge ist „sorbisch-wendisches Kulturerbe“ eine Zuschreibung, die durch Gesellschaft, Museen, Archive und Wissenschaft erfolgen kann.&amp;lt;ref&amp;gt;Sorbisches Institut 2025: Konzept für ein Sorbisches Kulturregister (SKR). URL: https://www.serbski-institut.de/wp-content/uploads/2021/11/00_Zweite-aktualisierte-Fassung_Konzept_Sorbisches-Kulturregister_20.11.2025.pdf, abgerufen am 20.11.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.1.5 Abgrenzung: Kultur und Kulturerbe ===&lt;br /&gt;
'''Kultur / Kulturelle Ausdrucksform''' sind als Begriffe weiter gefasst als '''Kulturgut / Kulturerbe'''. Kulturelle Ausdrucksformen umfassen alles Gelebte und Gestaltete einer Gemeinschaft in Gegenwart und Vergangenheit, während Kulturgut / Kulturerbe diejenigen kulturellen Güter und Traditionen meint, denen eine Bedeutung beigemessen wurde und die als bewahrens- und weitergebenswert erkannt wurden. Kultur ist der „aktuelle“ kreative Prozess (einschließlich Popkultur, Alltagskultur), Kulturerbe der daraus überkommene Schatz. Dennoch sind die Grenzen fließend: Was heute nur Kultur ist, kann morgen zum Kulturerbe erklärt werden – abhängig von Wertzuschreibung und Diskurs.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Rahmen dieses Dokuments werden für den sorbischen Kontext die Begriffe '''„kulturelle Ausdrucksform“''' und '''„Kulturgut“''' weitgehend '''synonym''' verwendet, sofern nicht ausdrücklich anders gekennzeichnet. Hintergrund ist, dass die Gesamtzahl der identifizierbaren kulturellen Ausdrucksformen einer kleinen Minderheit wie der Sorben/Wenden im Vergleich zu großen Mehrheitsgesellschaften überschaubar ist. Zugleich ist der Anteil dieser Ausdrucksformen, denen in der Community ein besonderer Wert beigemessen wird und die daher faktisch als Kulturgut wahrgenommen und behandelt werden, sehr hoch: Ein großer Teil des gelebten kulturellen Repertoires wird als identitätsstiftend und bewahrenswert verstanden und damit dem Kulturerbe zugerechnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== 2.2 Klassifizierung von Kulturgütern ==&lt;br /&gt;
Im Folgenden soll eine griffige Klassifizierung von Kulturgütern entwickelt werden, so dass pro Kulturgut-Klasse später auf die Besonderheiten ihrer Digitalisierung eingegangen werden kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Dataja:Wobraz_K2.png|center|600px]]&amp;lt;ref&amp;gt;Mermaid Flowchart Code: [https://mermaid.live/edit#pako:eNptlM9u00AQxl9ltFWoFDlp_C9OjISU2KSgUCq1BSRIDxt77Syxd6v1mkKjSDwBlThw4YCEeuXOoeLSN-EF4BHYjZOQQG67-32_2ZnZsWco4jFBPqrVZpRR6cNsP8n4ZTTBQu7rHVP66QWOKEvV3nQM2BeYTf8eea35fF6rjdiIrUl4cjJiAMPDV_X6sMxkKdJS1uvnvu9PtRGgp5ReE46wJIKSLIOf779CycbkkqQZjSb1Ovz-cv351_drDWGN9BXS_xfZBj7dLoGxBgIFBE14nOcrZGH68E07Iu0IlSNsQkhTKnGlfvyh1bjKcngIjcYD6G2s-xvrYGMdLuuqAFOXZ0IflzFh0xxn5OBU3t1ISZhqw6KaKpo29k04jSaCJrLq0oZsa9mCAZc8FTihhBnQp1ksxd1NSsS22dFmG3oMZzwl0HveONtlc7XNATtsHI9fk6kkC3nRsKoqnVNgwrFQaUOvLGJRRtMi4SJfZ790WtppQYhFIVV7CYsJDO9uWbEMujbqOgIbTqgsddB7MCD_eXT6gQMvaFEQBlclPMVqcA6eMfqGiKLMt926isCFM4FjKiln-voCHmEWXxIxXZcUVo-jSwrVe3DBGvHqtc83DLqS0FpNAi3wRluiDBdFSBIYQ0KzzN_r265jPjQinnHh7yVJYhRS8ClZKfe3KLyk2oHneuEuqlK2qWhJWYPOwGnvoiplm4qXVMd17V5rF1UpikIGSgWNkS9FSQyUE5FjvUUzHXGE5ITkZIR8tYxJgtVXPEIjNlfYBWYvOc9XpOBlOkF-grNC7cqLWPUupFjNa74-FXo0RMBLJpFvWtYiCPJn6C3yG7bTNO2u6Tidrue0W13HQO_Usdtquuqg1bG6TtvzPNuZG-hqcXGr2baV5NhuyzId13XbBiJqDrg4qn5ni7_a_A_W9oMu hier klicken], abgerufen am 22.09.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.2.1 A. Materiell - unbeweglich 🏛️ ===&lt;br /&gt;
„Materiell - unbeweglich&amp;quot; bezeichnet ortsfeste Kulturobjekte wie Bauwerke, Ensembles, Gebäudekomplexe und Stätten/Kulturlandschaften, wie sie in Art. 1 der UNESCO-Welterbekonvention als Kategorien des kulturellen Erbes definiert sind.&amp;lt;ref&amp;gt;UNESCO World Heritage Centre o. J.: Convention Concerning the Protection of the World Cultural and Natural Heritage, Artikel 1. URL: https://whc.unesco.org/en/conventiontext/, abgerufen am 01.10.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.2.2 B. Materiell - beweglich 🖼️ ===&lt;br /&gt;
Die Kategorie „Materiell - beweglich&amp;quot; umfasst bewegliche Sachen bzw. Sachgesamtheiten von kulturellem Wert (z. B. Objekte, Sammlungen), wie sie das deutsche Kulturgutschutzgesetz (§ 2 KGSG)&amp;lt;ref&amp;gt;Deutschland 2016: Kulturgutschutzgesetz (KGSG), § 2. URL: https://www.buzer.de/2_KGSG.htm, abgerufen am 01.10.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt; als „Kulturgut“ beschreibt.&lt;br /&gt;
* B1 '''Schriftgut''' - Bücher, Zeitungen, Handschriften, Archivgut, Graphiken, Pläne, Karten&lt;br /&gt;
* B2 '''Fotografien &amp;amp; Bildträger''' &lt;br /&gt;
** Fotografisch erzeugte statische Bildträger, auch Stillbildträger genannt, z. B. Positive/Negative auf Film/Platte/Photopapier, Dias, Abzüge, Mikrofilm/-fiche und vergleichbare fotografische Repro-Träger.&lt;br /&gt;
* B3 '''Analoge AV-Träger''' (Audio/Video/Film)&lt;br /&gt;
** Analoge zeitbasierte Medien, z. B. Magnetton (Tonband, Kassette), Schallplatte, Videobänder, Film.&lt;br /&gt;
* B4 '''3D-Objekte''' - Gegenstände, „sachkulturelle Artefakte“&amp;lt;ref&amp;gt;Sorbisches Institut o. J.: Konzept zum Digitalisierungszentrum am Sorbischen Institut, S. 24.&lt;br /&gt;
(Unveröffentlichtes Konzeptpapier; interne Projektunterlage.)&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.2.3 C. Immateriell 🎭 ===&lt;br /&gt;
Meint lebendige Praktiken, Darstellungen, Ausdrucksformen, Ideen, Werte, Wissen und Fertigkeiten, die von Gemeinschaften getragen und weitergegeben werden, gemäß der folgenden 5 UNESCO ICH-Domänen.&amp;lt;ref&amp;gt;UNESCO o. J.: Intangible Cultural Heritage – Five Domains. URL: https://ich.unesco.org/doc/src/01857-EN.pdf, abgerufen am 01.10.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* C1 '''Orale Traditionen/Ausdrucksformen''' - Sprache, Gesangstraditionen&lt;br /&gt;
* C2 '''Darstellende Künste''' - Musik, Tanz, Theater&lt;br /&gt;
* C3 '''Rituale &amp;amp; Feste''' - Bräuche und soziale Praktiken des Kalenders und Lebenslaufs&lt;br /&gt;
* C4 '''Wissen &amp;amp; Praktiken''' zu Natur &amp;amp; Universum - Heil- und Sammelkenntnisse, ökologisches und astronomisches Wissen, Glaube, Religion&lt;br /&gt;
* C5 '''Traditionelles Handwerk''' - Techniken, Werkzeuge und Gestaltungsmuster&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.2.4 D. Digital 💾 ===&lt;br /&gt;
Bezeichnet in digitaler Form vorliegende Ressourcen menschlichen Wissens und Ausdrucks. Diese können sowohl born-digital sein als auch digitalisierte Repräsentationen von materiellen und immateriellen Kulturgütern.&amp;lt;ref&amp;gt;UNESCO 2003: Charter on the Preservation of Digital Heritage. URL: https://www.unesco.org/en/legal-affairs/charter-preservation-digital-heritage, abgerufen am 01.10.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* D1 '''Born-digital''' (ursprünglich digital erzeugt, kein analoges Original), z. B. Webseiten, Social-Media-Beiträge, Software, Apps, Spiele, digitale Fotos/Audio/Video.&lt;br /&gt;
* D2 '''Digitalisate''' - Digitalisierte Repräsentationen/Derivate aus den Klassen A, B und C.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== 2.3 Begriffe und Kernfunktionen ==&lt;br /&gt;
Die vorherigen Abschnitte haben geklärt, was unter Kulturerbe verstanden wird und welche Arten von Kulturgütern unterschieden werden. Bevor der nachfolgende Abschnitt den Prozess der Kulturerbe-Digitalisierung beschreibt, werden in diesem Abschnitt die dafür wichtigsten Arbeitsbegriffe und Funktionen erläutert. Der Abschnitt soll dabei die Frage beantworten: Welche Arbeitsabläufe und Funktionen sind notwendig, damit Kulturgüter nicht nur digital erfasst, sondern auch gefunden, verstanden, gesichert und genutzt werden können?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Erläuterungen sollen eine gemeinsame und leicht verständliche Grundlage schaffen für alle, die an der Digitalisierung von Kulturerbe interessiert sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.3.1 Vom Kulturgut zur digitalen Repräsentation ===&lt;br /&gt;
Dieser Abschnitt erklärt, was bei einer Digitalisierung entsteht und wie sich das digitale Ergebnis vom ursprünglichen Kulturgut unterscheidet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
! Begriff&lt;br /&gt;
! Erklärung&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Digitalisierung von Kulturerbe'''&lt;br /&gt;
| Digitalisierung bezeichnet in diesem Konzept den gesamten zusammenhängenden Prozess: Kulturgüter erfassen, beschreiben und bewerten, digitale Repräsentationen erzeugen oder übernehmen, ihre Qualität prüfen, sie sichern und für die Nutzung zugänglich machen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;DFG2016&amp;quot;&amp;gt;Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) 2016: Praxisregeln „Digitalisierung“, insbesondere S. 13 und 41-44. URL: https://www.dfg.de/resource/blob/176108/898bf3574ad0ff3b1db525fa7d04c86c/12-151-v1216-de-data.pdf, abgerufen am 16.07.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Bei ursprünglich digital entstandenen Kulturgütern – auch ''born digital'' genannt – entfällt die Überführung aus einem analogen Original; die weiteren Aufgaben bleiben bestehen.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Digitalisat und digitale Repräsentation'''&lt;br /&gt;
| Ein '''Digitalisat''' ist ein digitales Abbild eines analogen Kulturguts, beispielsweise ein Scan einer Handschrift oder ein Foto eines Museumsobjekts. Der weitere Begriff '''digitale Repräsentation''' umfasst auch Audio-, Video- oder 3D-Dokumentationen einer immateriellen kulturellen Praxis. Die digitale Repräsentation ersetzt weder das materielle Kulturgut noch die lebendige Praxis.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Masterdatei und Nutzungsderivat'''&lt;br /&gt;
| Die '''Masterdatei''' ist die möglichst hochwertige und qualitätsgeprüfte Ausgangsdatei. Sie wird für die langfristige Sicherung und spätere Bearbeitungen aufbewahrt. Ein '''Nutzungsderivat''' ist eine daraus erzeugte, an einen bestimmten Zweck angepasste Datei, beispielsweise ein kleineres Bild für eine Internetseite.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Digitales Objekt'''&lt;br /&gt;
| Als '''digitales Objekt''' wird in diesem Konzept eine zusammengehörige digitale Einheit bezeichnet. Sie kann aus einer oder mehreren Dateien, den zugehörigen Metadaten und ihren Verknüpfungen bestehen. Ein digitales Objekt kann ein Digitalisat oder ein ursprünglich digital entstandenes Kulturgut sein.&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
''Beispiel:'' Das verzierte sorbische Osterei bleibt das materielle Kulturgut. Hochauflösende Fotografien, ein 3D-Modell und die dazugehörigen Beschreibungen bilden gemeinsam seine digitale Repräsentation.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.3.2 Vier Kernfunktionen ===&lt;br /&gt;
Als '''Kernfunktionen der Kulturerbe-Digitalisierung''' werden im Folgenden vier dauerhaft zu erfüllende Aufgabenbereiche bezeichnet. Sie beschreiben, was für eine nachhaltige Digitalisierung von Kulturerbe geleistet werden muss, unabhängig davon, welche Institution oder welches technische System die jeweilige Funktion übernimmt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
! Kernfunktion&lt;br /&gt;
! Typische organisatorisch-technische Umsetzung&lt;br /&gt;
! Hauptaufgabe&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Nachweisen, beschreiben und verknüpfen'''&lt;br /&gt;
| Register oder Katalog&lt;br /&gt;
| Macht sichtbar, welche Kulturgüter vorhanden sind, wo sie sich befinden und in welchem Zusammenhang sie stehen. Ein Registereintrag kann bereits bestehen, bevor ein Digitalisat angefertigt wurde. &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Digitalisieren und Qualität sichern'''&lt;br /&gt;
| Digitalisierungszentrum oder Digitalisierungsdienst&lt;br /&gt;
| Erzeugt bzw. übernimmt digitale Repräsentationen, prüft sie und bereitet Dateien und Metadaten für die weitere Verarbeitung vor. Geliefert werden bspw. geprüfte Masterdateien und Nutzungsderivate. &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Langfristig erhalten'''&lt;br /&gt;
| Repositorium oder digitales Langzeitarchiv&lt;br /&gt;
| Übernimmt Dateien und Metadaten, speichert und verwaltet sie und erhält sie über technische und organisatorische Veränderungen hinweg dauerhaft nutzbar.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Zugänglich machen und Nutzung ermöglichen'''&lt;br /&gt;
| Präsentations- und Nutzungssystem&lt;br /&gt;
| Führt beschreibende Informationen und digitale Medien für Nutzerinnen und Nutzer zusammen. Es ermöglicht beispielsweise Suche, Anzeige, Kontextualisierung, Vermittlung und – soweit zulässig – Nachnutzung. &lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese '''Kernfunktionen''' beschreiben zunächst nicht zwingend getrennte Institutionen oder Systeme. Eine Einrichtung kann mehrere Kernfunktionen übernehmen. Umgekehrt kann eine Kernfunktion auf mehrere Einrichtungen oder technische Systeme verteilt sein. Entscheidend sind klare Zuständigkeiten, verlässliche Übergaben und gemeinsame Standards.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vereinfacht lässt sich das Zusammenspiel so zusammenfassen:&lt;br /&gt;
# Das '''Register oder der Katalog''' beschreibt und verknüpft das Kulturgut.&lt;br /&gt;
# Der '''Digitalisierungsdienst''' erzeugt und prüft seine digitale Repräsentation.&lt;br /&gt;
# Das '''Repositorium oder digitale Archiv''' übernimmt und erhält die Dateien.&lt;br /&gt;
# Das '''Präsentationssystem''' führt Beschreibungen und Medien für die Nutzung zusammen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die konkrete Ausgestaltung kann zentral, dezentral oder als Verbund mehrerer Systeme erfolgen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.3.3 Register ===&lt;br /&gt;
Die folgende Tabelle erklärt, wie Kulturgüter so erfasst, beschrieben und verknüpft werden, dass sie eindeutig zugeordnet, wiedergefunden und nach einheitlichen Regeln weiterverarbeitet werden können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
! Begriff&lt;br /&gt;
! Erklärung&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Erschließung, Verzeichnung und Registrierung'''&lt;br /&gt;
| '''Erschließung''' ist der übergeordnete Vorgang, bei dem ein Kulturgut identifiziert, beschrieben und in seinen Zusammenhang eingeordnet wird. '''Verzeichnung''' bezeichnet seine strukturierte dokumentarische Beschreibung. '''Registrierung''' bedeutet die Aufnahme in ein konkretes Register, einen Katalog oder ein Sammlungssystem. Ein Kulturgut kann bereits registriert werden, bevor ein Digitalisat vorhanden ist.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Metadaten'''&lt;br /&gt;
| Metadaten sind strukturierte Informationen über ein Kulturgut und seine digitalen Repräsentationen. Dazu gehören beispielsweise Titel, Herkunft, beteiligte Personen, Ort, Zeit, kultureller Kontext, Rechte, Dateieigenschaften und Bearbeitungsschritte. Je nach Zweck werden beschreibende, technische, rechtliche und erhaltungsbezogene Metadaten unterschieden. Sie machen Kulturgüter auffindbar, verständlich, verwaltbar und langfristig nutzbar.&amp;lt;ref name=&amp;quot;PREMIS&amp;quot;&amp;gt;Library of Congress o. J.: PREMIS – Preservation Metadata: Implementation Strategies. Internationaler Standard für Erhaltungsmetadaten. URL: https://www.loc.gov/standards/premis/, abgerufen am 16.07.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Persistenter Identifikator'''&lt;br /&gt;
| Ein '''persistenter Identifikator''' ist eine dauerhafte und eindeutige Kennung für ein Kulturgut, einen Datensatz oder eine digitale Ressource. Die Kennung bleibt bestehen, auch wenn sich der technische Speicherort oder die Internetadresse ändern. Dadurch können Kulturgüter dauerhaft zitiert und zwischen Systemen verknüpft werden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;DFG2016&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Metadaten sind keine bloße Beigabe zu einer Datei. Ohne ausreichende Beschreibungen kann ein Digitalisat zwar technisch vorhanden sein, später aber kaum gefunden, verstanden oder zuverlässig zugeordnet werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.3.4 Digitalisierungsdienst und Archiv ===&lt;br /&gt;
Die folgende Tabelle erklärt was erforderlich ist, damit Kulturgüter digitalisiert werden und nicht nur heute gespeichert sind, sondern auch nach technischen und organisatorischen Veränderungen noch gefunden, verstanden und genutzt werden können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
! Begriff&lt;br /&gt;
! Erklärung&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Repositorium'''&lt;br /&gt;
| Ein '''Repositorium''', auch ''Repository'' genannt, ist eine verwaltete technische Umgebung, in der digitale Objekte und ihre Metadaten übernommen, gespeichert, geordnet, verwaltet und bereitgestellt werden. Ein Repositorium kann Teil eines digitalen Archivs sein. Nicht jedes Repositorium erfüllt jedoch automatisch alle Anforderungen der Langzeiterhaltung.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Digitales Archiv oder digitales Langzeitarchiv'''&lt;br /&gt;
| Ein digitales Archiv ist mehr als ein Server oder ein Speicherprogramm. Es verbindet eine verantwortliche Organisation, fachkundiges Personal, Regeln, Arbeitsabläufe und technische Systeme. Es übernimmt die Verantwortung dafür, digitale Informationen langfristig zu erhalten und für festgelegte Nutzergruppen zugänglich zu machen. Das internationale Referenzmodell '''Open Archival Information System''' (OAIS, offenes Archiv-Informationssystem) bietet hierfür einen fachlichen Rahmen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;OAIS2024&amp;quot;&amp;gt;Consultative Committee for Space Data Systems (CCSDS) 2024: Reference Model for an Open Archival Information System (OAIS), CCSDS 650.0-M-3, insbesondere S. 1-1–1-2 und 2-1–2-2. URL: https://ccsds.org/Pubs/650x0m3.pdf, abgerufen am 16.07.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Ingest oder kontrollierte Übernahme'''&lt;br /&gt;
| '''Ingest''' bezeichnet die kontrollierte Übernahme digitaler Dateien und Metadaten in ein Repositorium oder digitales Archiv. Dabei werden beispielsweise Vollständigkeit, Dateiformate, Metadaten und Dateiintegrität geprüft und die Übernahme dokumentiert.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Langzeitverfügbarkeit und digitale Langzeiterhaltung'''&lt;br /&gt;
| '''Langzeitverfügbarkeit''' ist das Ziel, digitale Inhalte über technische und organisatorische Veränderungen hinweg auffindbar, lesbar, verständlich und nutzbar zu halten. '''Digitale Langzeiterhaltung''' bezeichnet die dafür notwendigen fortlaufenden Maßnahmen. Dazu können mehrere Speicherorte, regelmäßige Prüfungen, Formatüberwachung, technische Migrationen und eine nachvollziehbare Dokumentation gehören. „Langfristig“ bezeichnet dabei keine feste Zahl von Jahren, sondern einen Zeitraum, in dem mit veränderten Technologien, Formaten und Nutzungsanforderungen gerechnet werden muss.&amp;lt;ref name=&amp;quot;OAIS2024&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Datensicherung oder Backup'''&lt;br /&gt;
| Ein '''Backup''' ist eine zusätzliche Sicherungskopie, aus der Dateien nach einem Verlust oder technischen Ausfall wiederhergestellt werden können. Backups sind notwendig, ersetzen aber keine Langzeiterhaltung: Sie regeln allein noch keine dauerhaften Zuständigkeiten, Metadaten, Formatüberwachung, Integritätsprüfungen oder langfristige Zugänglichkeit.&amp;lt;ref name=&amp;quot;DPCStorage&amp;quot;&amp;gt;Digital Preservation Coalition o. J.: Digital Preservation Handbook – Storage. URL: https://www.dpconline.org/handbook/organisational-activities/storage, abgerufen am 16.07.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Integrität und Authentizität'''&lt;br /&gt;
| '''Integrität''' bedeutet, dass unbeabsichtigte Veränderungen oder Beschädigungen einer Datei erkannt werden können. Dafür werden häufig Prüfsummen verwendet - digitale Kontrollwerte, die regelmäßig verglichen werden. '''Authentizität''' bedeutet, dass Herkunft, Identität und Bearbeitungsgeschichte eines digitalen Objekts nachvollziehbar sind und belegt werden kann, dass es das ist, was es zu sein vorgibt.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Dateiformat und Datenformat'''&lt;br /&gt;
| Ein '''Dateiformat''' legt den technischen Aufbau einer einzelnen Datei fest. Ein '''Datenformat''' beschreibt, wie Informationen strukturiert und zwischen Systemen ausgetauscht werden. Gut dokumentierte, verbreitete und möglichst offen beschriebene Formate erleichtern den Austausch und die langfristige Nutzung. Sie ersetzen jedoch keine aktive Langzeiterhaltung.&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Merksatz:''' Speichern ist nicht dasselbe wie langfristiges Erhalten. Auch ein vorhandenes Backup ist noch kein digitales Langzeitarchiv.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.3.5 Präsentationssystem ===&lt;br /&gt;
Die folgende Tabelle erklärt, wie aus langfristig gesicherten Dateien ein digitales Kulturerbe wird, das von Menschen gefunden, verstanden und sinnvoll genutzt werden kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
! Begriff&lt;br /&gt;
! Erklärung&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Zugänglichmachung und Präsentation'''&lt;br /&gt;
| '''Zugänglichmachung''' bedeutet, dass digitale Objekte auffindbar und im rechtlich sowie technisch zulässigen Umfang abrufbar sind. '''Präsentation''' geht darüber hinaus: Inhalte werden ausgewählt, miteinander verknüpft, erklärt und für bestimmte Zielgruppen vermittelt. Dazu gehören verständliche Kontextinformationen, klare Rechteangaben, Mehrsprachigkeit und möglichst barrierearme Zugänge. Abhängig von Rechten, personenbezogenen Daten oder kulturellen Schutzbedarfen kann der Zugang offen oder eingeschränkt sein.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Nutzung und Nachnutzung'''&lt;br /&gt;
| '''Nutzung''' umfasst beispielsweise das Betrachten, Lesen, Anhören, Erforschen oder Vermitteln eines digitalen Kulturguts. '''Nachnutzung''' bedeutet seine weitere Verwendung in einem neuen Zusammenhang, etwa in Bildung, Forschung, Publikationen, Ausstellungen, Anwendungen oder kreativen Werken. Dafür werden geeignete Dateien, verständliche Metadaten und klare Rechteinformationen benötigt.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Rechteinformation und Lizenz'''&lt;br /&gt;
| Eine '''Rechteinformation''' beschreibt den rechtlichen Status eines digitalen Objekts und mögliche Einschränkungen seiner Nutzung. Eine '''Lizenz''' räumt durch eine dazu berechtigte Person oder Institution konkrete Nutzungsrechte ein. Ein allgemeiner Rechtehinweis ist daher nicht automatisch eine Lizenz.&amp;lt;ref name=&amp;quot;RightsReuse&amp;quot;&amp;gt;RightsStatements.org o. J.: Standardisierte Rechtehinweise für online verfügbares Kulturerbe. URL: https://rightsstatements.org/de/, abgerufen am 16.07.2026. Creative Commons 2025: Recommended Licenses and Tools for Cultural Heritage Content. URL: https://creativecommons.org/2025/07/09/recommended-licenses-and-tools-for-cultural-heritage-content/, abgerufen am 16.07.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Interoperabilität'''&lt;br /&gt;
| '''Interoperabilität''' bezeichnet die Fähigkeit von Systemen und Organisationen, Daten auszutauschen und in gleicher Bedeutung zu verstehen. Dafür werden gemeinsame Metadatenmodelle, Begriffe, Identifikatoren und technische Schnittstellen benötigt. So können beispielsweise Register, Repositorien, Präsentationsportale und externe Kulturplattformen miteinander verbunden werden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;EuropeanaEDM&amp;quot;&amp;gt;Europeana o. J.: Metadata – Europeana Data Model (EDM, Europeana-Datenmodell). URL: https://pro.europeana.eu/page/metadata, abgerufen am 16.07.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Digitalisierte Inhalte entfalten ihren kulturellen und gesellschaftlichen Nutzen erst dann vollständig, wenn sie auffindbar, verständlich, rechtlich klar und für unterschiedliche Zielgruppen tatsächlich verwendbar sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der folgende Abschnitt 2.4 beschreibt, wie diese Kernfunktionen innerhalb des gesamten Prozesses der Kulturerbe-Digitalisierung zusammenwirken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== 2.4 Prozess der Digitalisierung von Kulturerbe ==&lt;br /&gt;
Die Digitalisierung von Kulturgut ist kein rein technischer Arbeitsschritt, sondern ein vielschichtiger, oft langfristiger Prozess, der bereits mit der Wahrnehmung und Identifikation einer kulturellen Ausdrucksform beginnt. Ziel dieses Abschnitts ist es, diesen Gesamtprozess systematisch darzustellen: von der gelebten Kultur über das identifizierte Kulturgut bis hin zur digital nutzbaren Repräsentation.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die hier entwickelte Prozessdarstellung soll als praxisorientierter Überblick dienen für die Digitalisierung des sorbischen Kulturerbes. Sie berücksichtigt die Anforderungen sorbischer Einrichtungen ebenso wie die international etablierten Referenzmodelle und Standards, darunter:&lt;br /&gt;
* das OAIS-Referenzmodell (ISO 14721) für digitale Archivierung&amp;lt;ref&amp;gt;Consultative Committee for Space Data Systems (CCSDS) 2024: Reference Model for an Open Archival Information System (OAIS), CCSDS 650.0-M-3. URL: https://ccsds.org/Pubs/650x0m3.pdf, abgerufen am 01.10.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
* das DCC Curation Lifecycle Model für kuratorische Entscheidungsprozesse&amp;lt;ref&amp;gt;Higgins 2008: The DCC Curation Lifecycle Model. International Journal of Digital Curation, 3(1), 134-140. URL: https://ijdc.net/index.php/ijdc/article/view/48, abgerufen am 01.10.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
* das Spectrum-Modell für museale Objektverwaltung&amp;lt;ref&amp;gt;Collections Trust 2022. Spectrum 5.1 - The UK Museum Collections Management Standard. URL: https://collectionstrust.org.uk/spectrum/spectrum-5, abgerufen am 01.10.2025. &amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
* die UNESCO-Leitlinien zur Inventarisierung immateriellen Kulturerbes&amp;lt;ref&amp;gt;UNESCO 2024: Operational Directives for the Implementation of the Convention for the Safeguarding of the Intangible Cultural Heritage (10.GA). URL: https://ich.unesco.org/doc/src/ICH-Operational_Directives-10.GA_EN.pdf, abgerufen am 01.10.2025. &amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
* sowie technische Vorgaben wie die DFG-Praxisregeln Digitalisierung&amp;lt;ref&amp;gt;Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) 2022: Praxisregeln Digitalisierung (aktualisierte Fassung). URL: https://www.ulb.hhu.de/fileadmin/redaktion/ULB/Documents/Infomaterial/DFG_Praxisregeln_Digitalisierung_Aktualisierte_Fassung2022.pdf, abgerufen am 01.10.2025. &amp;lt;/ref&amp;gt; und die FADGI-Richtlinien&amp;lt;ref&amp;gt;Federal Agencies Digital Guidelines Initiative (FADGI) 2023: Technical Guidelines for Digitizing Cultural Heritage Materials – Still Image, 3rd ed. URL: https://www.digitizationguidelines.gov/guidelines/digitize-technical.html, abgerufen am 01.10.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Folge soll der „Lebenslauf“ eines Kulturguts dargestellt werden, also der Weg, den ein Objekt oder eine kulturelle Praxis vom Zeitpunkt der Entstehung über die Erfassung, Digitalisierung und Archivierung bis zur Veröffentlichung in einem digitalen Präsentationsmodul durchläuft.&lt;br /&gt;
Hierfür erläutert der folgende Abschnitt die einzelnen Prozessschritte im Detail, jeweils mit Akteuren und Beispielen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.4.1 Vorüberlegungen zum Prozess ===&lt;br /&gt;
Im hier vorgestellten Prozess wird auf eine harte, systematische Filterung verzichtet, welche kulturellen Ausdrucksformen „nur“ Kultur und welche bereits Kulturgut sind. Ein solcher Bewertungs- und Abgrenzungsprozess wäre ressourcenintensiv und würde den vorhandenen Kapazitäten in den beteiligten Einrichtungen nicht entsprechen. Stattdessen folgt das Konzept einer inklusiven Logik: Alle dokumentierten Ausdrucksformen werden zunächst als potenzielle Kulturgüter erfasst. Eine feinere Auswahl und Priorisierung erfolgen erst in einem späteren Schritt, nämlich dann, wenn konkret entschieden wird, welche Ausdrucksformen bzw. Kulturgüter in welcher Tiefe digitalisiert, archiviert und präsentiert werden sollen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieses Vorgehen schließt an das SKR-Konzept an, das bewusst auf eine frühe normative Trennung zwischen „kultureller Ausdrucksform“ und „Kulturgut“ verzichtet. Auch hier steht zunächst der möglichst vollständige, strukturierte Überblick über die sorbischen Kulturgüter im Vordergrund. Die differenzierte Bewertung und Schwerpunktsetzung werden als anschließende fachliche Aufgabe verstanden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.4.2 Prozessschritte im Detail ===&lt;br /&gt;
Das folgende Diagramm gibt einen Überblick über die sechs Kernschritte des Gesamtprozesses der Digitalisierung von Kulturgut – von der ersten Wahrnehmung einer kulturellen Ausdrucksform bis zu ihrer digitalen Präsentation als Kulturgut. Die Abfolge zeigt zugleich die Entwicklungsstufen: von gelebter Kultur zur kulturellen Ausdrucksform, von dort zum Kulturgut und schließlich zum digitalen Kulturgut. Die Schritte sind als generischer Ablauf zu verstehen: Je nach Art des Kulturguts können einzelne Tätigkeiten unterschiedlich aufwendig sein oder parallel erfolgen.&lt;br /&gt;
[[Dataja:Wobraz_K3.png|center|600px]]&amp;lt;ref&amp;gt;Mermaid Flowchart Code: [https://mermaid.live/edit#pako:eNplkk1OwzAQha8yGqmbkloxSZs2CyTa8LOphIAVhIVJpolF4iDH4a_qbXqTXgzHFdAKr2y97703lmaNWZMTxriqmvesFNrAfZIqgPPHFIdDzuBO1DVVajhM8QlGozOYO-WUwS0VsjVakqa93Pvmjlk4JmAwp3fS5kCHwQAWjkkcE_Y5WWkIXqrd9jBpT138UIkspBGVbI_7-rwLR146csLgRryQ-U8lMGLwTG1WapLPpHKCZQLMOY9ch7m2VxiSpOAEjJ1TSev_M_bkvv3KtY8ZnOuslG_H9VcOuf4dUO-2LamjGdHDQsscY6M78rAmXYv-ies-IEVTUk0pxvaa00p0lUkxVRtrexXqoWnqH6duuqLEeCWq1r6619zOn0hRaPGH9J_Xi6ZTBuOxS8B4jR8YhxGLeDThkR-EM37KuYefFmHTaOz7fOZHQTidBMHGwy9X6VslnNnDw4jPuB8GHlIuTaOX-7Vy27X5Bh_Osqo hier klicken], abgerufen am 22.09.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Prozess zeigt, dass Digitalisierung von Kulturgut mehr ist als das Erstellen digitaler Dateien. Sie umfasst eine Reihe aufeinander bezogener Schritte – von der ersten Wahrnehmung einer kulturellen Ausdrucksform über ihre Erfassung, Bewertung und Digitalisierung bis hin zur langfristigen Sicherung und Präsentation. Dabei sind je nach Schritt unterschiedliche Akteure beteiligt, etwa Gemeinschaften, Museen, Archive, Fachgremien, Digitalisierungsstellen oder IT. Die folgenden Beschreibungen erläutern diese Schritte so, dass nachvollziehbar wird, was jeweils mit einem Kulturgut geschieht, wer daran beteiligt ist und wie sich der Ablauf in der Praxis vorstellen lässt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''1. Sammeln &amp;amp; erfassen''' &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Hier wird eine kulturelle Ausdrucksform erstmals wahrgenommen, benannt und mit ersten Informationen erfasst: Was ist es, wer macht es oder hat es geschaffen, wo kommt es vor, warum ist es bedeutsam für die Gemeinschaft? &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Akteure''': Community, Vereine, Museen, Archive, Forschende, Privatpersonen.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Beispiel''': Auf einem Dorffest zeigt eine Frau das Verzieren sorbischer Ostereier. Jemand fotografiert dies und notiert Technik, Ort und Namen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''2. Registrieren &amp;amp; beschreiben''' &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Hier wird aus der ersten Beobachtung ein strukturierter Nachweis. Das Kulturgut oder die kulturelle Ausdrucksform wird in ein Register, eine Sammlung oder einen Katalog aufgenommen und mit strukturierten Metadaten beschrieben, damit es wiedergefunden, zugeordnet und verstanden werden kann. Dazu gehören z. B. Titel, Ort, Zeit, Technik, Funktion, beteiligte Personen und der kulturelle Kontext.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Akteure''': Registerverantwortliche, Kurator:innen, Sammlungsmitarbeitende, Community für Kontextinformationen.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Beispiel''': Das Osterei erhält einen Eintrag mit Angaben wie „Wachsbatik“, „Schleife“, „Osterei-Verzierung“, Name der Trägerin und Entstehungsjahr.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''3. Bewerten &amp;amp; freigeben''' &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
In diesem Schritt wird entschieden, ob und in welcher Priorität ein Kulturgut oder die kulturelle Ausdrucksform digitalisiert werden soll und ob dies rechtlich und ethisch möglich ist. Dabei spielen fachliche Kriterien wie Bedeutung, Repräsentativität, Seltenheit oder Gefährdung eine Rolle, aber auch Fragen des Urheberrechts, Datenschutzes und möglicher kultureller Sensibilitäten. Am Ende steht eine begründete Entscheidung, ob und in welchem Umfang das Kulturgut weiterbearbeitet und später veröffentlicht werden darf. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Akteure''': Kurator:innen, Fachgremien, Community-Vertretungen, Register/SKR, ggf. Rechteverantwortliche und Behörden. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Beispiel''': Es wird entschieden, dass die Osterei-Technik wegen ihrer Bedeutung für die sorbische Identität digital gesichert werden soll; die Kunsthandwerkerin stimmt der Veröffentlichung zu.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''4. Digitalisieren &amp;amp; prüfen''' &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Nun wird das Kulturgut technisch erfasst, also in eine digitale Form überführt. Das kann je nach Objektart durch Scan, Fotografie, Audio- oder Videoaufnahme oder 3D-Erfassung geschehen. Dabei entstehen hochwertige Master-Dateien und nutzbare Derivate. Die Digitalisierung folgt qualifizierten Standards, um Reproduzierbarkeit, Farbkonsistenz und Nutzbarkeit zu gewährleisten. Anschließend wird geprüft, ob Schärfe, Farbe, Vollständigkeit und Dateiformate den Anforderungen für Archivierung und Nutzung entsprechen. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Akteure''': Digitalisierungszentrum, Foto-/AV-/3D-Spezialist:innen, externe Dienstleister bei Spezialfällen. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Beispiel''': Das Osterei wird fotografisch hochauflösend aufgenommen und zusätzlich als 3D-Modell erfasst. Danach werden Schärfe, Farbe und Dateiformate geprüft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''5. Archivieren &amp;amp; sichern''' &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die entstandenen digitalen Dateien werden geordnet abgelegt, mit den zugehörigen Metadaten verknüpft und für die langfristige Erhaltung gesichert. Dazu gehören sichere Speicherorte, Backups, Integritätskontrollen und – wenn nötig – spätere technische Migration auf neue Systeme. Ziel ist, dass das digitale Kulturgut langfristig erhalten bleibt, auch wenn sich Technik und Formate verändern. Das Original bleibt in der Regel weiterhin am Sammlungs- oder Aufbewahrungsort. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Akteure''': Archiv, Repository, IT-Betrieb, ggf. Sorbisches Kulturarchiv bzw. Digitalisierungszentrum. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Beispiel''': Die Bilder und das 3D-Modell des Ostereis werden auf gesicherten Servern gespeichert; das Original bleibt im Museum oder bei der Eigentümerin.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''6. Präsentieren &amp;amp; nutzen''' &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Im letzten Schritt werden die digitalen Objekte so bereitgestellt, dass sie gefunden, verstanden und genutzt werden können, z. B. in Portalen, digitalen Sammlungen oder virtuellen Ausstellungen. Dafür reicht es nicht, nur Dateien anzuzeigen: Es braucht auch verständliche Kontexte, Rechteangaben, Mehrsprachigkeit und möglichst barrierearme Zugänge. So wird aus der technischen Digitalisierung eine tatsächliche kulturelle Nutzung. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Akteure''': Kurator:innen, Vermittlung, Web/IT, Museen, Kulturinformationen, Community. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Beispiel''': Das Osterei erscheint in einer Online-Ausstellung, kann herangezoomt oder als 3D-Modell gedreht werden und wird mit einem kurzen Text zur Technik erklärt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.4.3 Organisatorische Perspektive ===&lt;br /&gt;
Die folgende Abbildung ist entnommen aus einem Poster des Sorbischen Instituts zu dessen Digitalisierungsstrategie, gefunden auf der Projektseite des Digitalisierungszentrums.&amp;lt;ref&amp;gt;Sorbisches Institut: Digitalisierungszentrum (DZ). URL: [https://www.serbski-institut.de/projekte-zentrale-vorhaben/digitalisierungszentrum-dz/ https://www.serbski-institut.de/projekte-zentrale-vorhaben/digitalisierungszentrum-dz/], abgerufen am 25.03.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Digitalisierungsstrategie des Sorbischen Instituts zeigt die Erfassung, Registrierung, Digitalisierung und Archivierung bis zur Präsentation von Kulturgütern aus '''organisatorischer Sicht'''. Sie basiert auf einem '''3-Säulen-Modell aus Kulturregister, Digitalisierungszentrum und Präsentationsumgebung'''. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Dataja:Wobraz_K4.png|mini||center|600px|Abbildung: 3-Säulen-Modell der Digitalisierungsstrategie des Sorbischen Instituts. Quelle: Sorbisches Institut, „Digitalizacija serbskich kulturnych datow / Digitalisierung der sorbischen/wendischen Kulturdaten“&amp;lt;ref&amp;gt;Sorbisches Institut 2025: Digitalizacija serbskich kulturnych datow / Digitalisierung der sorbischen/wendischen Kulturdaten (Poster). URL:  [https://www.serbski-institut.de/wp-content/uploads/2021/11/A0-Druck_Digitalisierungsstrategie-SI.pdf  https://www.serbski-institut.de/wp-content/uploads/2021/11/A0-Druck_Digitalisierungsstrategie-SI.pdf], abgerufen am 25.03.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Beide Sichtweisen - die fachliche &amp;quot;Prozess-Sicht&amp;quot; und die &amp;quot;organisatorische Sicht&amp;quot; lassen sich wie folgt in einer Darstellung zusammenfassen:&lt;br /&gt;
[[Dataja:Wobraz_K5.jpg|mini||center|600px|Abbildung: Zusammengefasste Sichtweisen auf die Digitalisierung von Kulturerbe.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der &amp;quot;Prozess der Digitalisierung von Kulturerbe&amp;quot; beschreibt, '''was''' mit einem Kulturgut geschieht; das 3-Säulen-Modell zeigt, '''wo''' diese Aufgaben organisatorisch verortet sind. Bezogen auf die oben beschriebenen [[#2.3.2 Prozessschritte im Detail|Prozessschritte der Digitalisierung von Kulturerbe]] steht das '''Sorbische Kulturregister''' für den Prozessschritt „'''2. Registrieren'''“ und dient dabei vor allem der Verzeichnung und Metadatenverwaltung. Das '''Digitalisierungszentrum''' steht für die Prozessschritte „'''4. Digitalisieren'''“ und „'''5. Archivieren'''“ und dient dabei der technischen Erfassung, Bearbeitung und Sicherung der Digitalisate. Die '''Präsentationsumgebung''' steht für den Schritt „'''6. Präsentieren'''“ und dient der öffentlichen oder kuratierten Bereitstellung zur Nutzung. Ergänzende Konzepte des SI machen dabei deutlich, dass die Digitalisierung im Regelfall eine vorherige Verzeichnung im Register voraussetzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
! Prozessschritt&lt;br /&gt;
! Verantwortliche Organisation&lt;br /&gt;
! Funktion im Gesamtsystem&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''2. Registrieren'''&lt;br /&gt;
| '''Sorbisches Kulturregister'''&lt;br /&gt;
| Kulturgüter werden als Entitäten nachgewiesen, beschrieben, mit Metadaten versehen und miteinander verknüpft. Das Register erfüllt damit eine katalogähnliche Funktion: Es macht sichtbar, welche Kulturgüter es gibt, wo sie sich befinden und in welchem Kontext sie stehen.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''4. Digitalisieren'''&lt;br /&gt;
| '''Digitalisierungszentrum'''&lt;br /&gt;
| Kulturgüter werden technisch erfasst, z. B. durch Scan, Fotografie, Audio-/Videoübertragung oder 3D-Erfassung. Das Digitalisierungszentrum erzeugt und prüft die Digitalisate, ist aber nicht selbst primär ein Präsentationssystem.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''5. Archivieren'''&lt;br /&gt;
| '''Digitalisierungszentrum / Repositorium / Archiv'''&lt;br /&gt;
| Die digitalen Dateien werden geordnet gespeichert, mit Metadaten verbunden und langfristig gesichert. Dazu gehört auch die Sicherstellung der Langzeitaufbewahrung, etwa durch geeignete Speicherorte, Prüfroutinen und spätere Migrationen.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''6. Präsentieren'''&lt;br /&gt;
| '''Sorabicon / weitere Präsentationsumgebungen'''&lt;br /&gt;
| Die digitalen Inhalte werden für Nutzer:innen sichtbar, erfahrbar und verständlich gemacht, z. B. in Portalen, digitalen Sammlungen oder virtuellen Ausstellungen. Die Präsentation greift dafür auf Metadaten aus dem Register und auf Digitalisate aus dem Repositorium bzw. dem Digitalisierungszentrum zurück.&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Schritt '''1. Sammeln''' liegt vor diesen drei Säulen. Er betrifft die Sammlungsorte selbst, also z. B. Museen, Archive, Heimatstuben, Vereine, Projekte, Gemeinden oder Privatpersonen. Dort entstehen oder befinden sich die Kulturgüter zunächst, bevor sie systematisch registriert, bewertet oder digitalisiert werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Schritt '''3. Bewerten''' ist ebenfalls keine eigene technische Säule, sondern ein steuernder Entscheidungsschritt. In ihm wird geklärt, welche Kulturgüter priorisiert digitalisiert werden, welche fachliche Bedeutung sie haben, welche Rechte zu beachten sind und ob eine öffentliche Präsentation möglich ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Damit wird deutlich: Register, Digitalisierungszentrum und Präsentation erfüllen unterschiedliche Aufgaben. Das '''Register''' beschreibt und verknüpft Kulturgüter, das '''Digitalisierungszentrum''' erzeugt und sichert Digitalisate und die '''Präsentationsumgebung''' macht ausgewählte Inhalte verständlich zugänglich. Gerade diese Trennung schafft klare Zuständigkeiten und erleichtert die Zusammenarbeit zwischen Sammlungsorten, Fachstellen, technischen Dienstleistern und Öffentlichkeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== 2.5 Beispiele anderer Kulturen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Digitalisierung des Kulturerbes kleiner, autochthoner, indigener und sprachlicher Gemeinschaften weist häufig vergleichbare Herausforderungen auf: Kulturgüter und Bestände sind auf viele Institutionen, Vereine, lokale Einrichtungen und private Träger verteilt. Personelle und finanzielle Ressourcen sind begrenzt, mehrere Sprachen und Beschreibungstraditionen müssen berücksichtigt werden und nicht alle kulturellen Inhalte dürfen oder sollen ohne Einschränkung öffentlich zugänglich gemacht werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In einer vergleichenden Recherche wurde daher untersucht, wie andere Gemeinschaften und Regionen ihr Kulturerbe erfassen, beschreiben, digitalisieren, langfristig sichern und zur Nutzung bereitstellen. Dabei wurde nicht nach einer universell „idealen“ technischen Lösung gesucht. Untersucht wurde vielmehr, welche organisatorischen, technischen, rechtlichen und gemeinschaftlichen Modelle unter welchen Rahmenbedingungen funktionieren, welche Schwierigkeiten auftreten und welche übertragbaren Erfolgsfaktoren erkennbar sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die nachfolgenden Beispiele verdeutlichen unterschiedliche Schwerpunkte: gemeinschaftliche Steuerung, institutionsübergreifende Register und Suchsysteme, Digitalisierung verteilter Bestände, Sprach- und Tonarchive, abgestufte Zugänge, Unterstützung kleiner Kulturgutträger sowie die Überführung zeitlich begrenzter Projekte in einen dauerhaften Betrieb.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die daraus abgeleiteten Kriterien bilden einen Referenzrahmen. Anhand dieses Referenzrahmens kann in einer späteren Ist-Analyse geprüft werden, welche Funktionen bereits vorhanden, nur konzeptionell beschrieben, in Pilotprojekten erprobt oder dauerhaft im Regelbetrieb verankert sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die ausführlichen Fallprofile, Vergleichsmatrizen, Quellen sowie ein Hinweis zur KI-gestützten Erstellung befinden sich in der [[12.3.A1 Vergleichende Recherche – Digitalisierung des Kulturerbes anderer Kulturen und Regionen|ausführlichen Vergleichsrecherche]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.5.1 RomArchive – Digitales Archiv der Roma ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Roma und Sinti sind eine transnationale Minderheit, die in zahlreichen europäischen Staaten lebt. RomArchive wurde von 2015 bis 2019 mit 3,75 Millionen Euro durch die Kulturstiftung des Bundes gefördert. Weitere Unterstützer waren unter anderem die Bundeszentrale für politische Bildung, das Auswärtige Amt und das Goethe-Institut. Seit 2019 wird das Archiv durch das Dokumentations- und Kulturzentrum Deutscher Sinti und Roma in Heidelberg betrieben.&amp;lt;ref name=&amp;quot;vergleich_romarchive&amp;quot;&amp;gt;RomArchive o. J.: Frequently Asked Questions. URL: https://www.romarchive.eu/en/about/frequently-answered-questions/; Dokumentations- und Kulturzentrum Deutscher Sinti und Roma e. V. o. J.: Imprint. URL: https://www.romarchive.eu/en/imprint/; Kulturstiftung des Bundes o. J.: RomArchive. URL: https://www.kulturstiftung-des-bundes.de/en/programmes_projects/film_and_new_media/detail/romarchive.html, jeweils abgerufen am 20.07.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Archiv präsentiert Kunst, Geschichte und Kultur aus der Perspektive der Roma. Kuratorische Teams und Beirat waren überwiegend mit Angehörigen der Minderheit besetzt. Neben öffentlich zugänglichen Inhalten existiert ein internes Archiv mit beschränktem Forschungszugang. Besonders lehrreich ist der bereits zu Projektbeginn geplante und später tatsächlich vollzogene Übergang an einen dauerhaften Betreiber.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Erfolgsfaktoren und Learnings:''' &lt;br /&gt;
* Angehörige der Gemeinschaft sollten nicht nur Inhalte zuliefern, sondern festgelegte Entscheidungsrechte bei Auswahl, Beschreibung, Kontextualisierung und Zugangsregeln besitzen. &lt;br /&gt;
* Bereits zu Beginn einer Projektphase verbindlich klären, welche Institution das Register, Archiv oder Portal nach dem Ende der Förderung dauerhaft betreibt, pflegt und finanziert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.5.2 Nuohtti – Zugang zum Sámi-Kulturerbe ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Sámi sind ein indigenes Volk im nordeuropäischen Sápmi, das sich über Teile Norwegens, Schwedens, Finnlands und Russlands erstreckt. Viele historische Sámi-Materialien befinden sich außerhalb der Sámi-Institutionen in europäischen Archiven und Museen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nuohtti ist ein gemeinsamer Suchdienst für digitalisierte Sámi-Materialien. Er wurde von 2018 bis 2021 mit Mitteln des Programms Interreg Nord der EU (Europäische Union) entwickelt. Beteiligt waren unter anderem die Sámi-Archive der finnischen und norwegischen Nationalarchive, das schwedische Reichsarchiv und mehrere Universitäten. Die Sámi-Parlamente Finnlands, Norwegens und Schwedens waren in der Steuerungsgruppe vertreten. Der Dienst führte nach Projektangaben etwa 30.000 Datensätze aus 32 Institutionen zusammen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;vergleich_nuohtti&amp;quot;&amp;gt;Nuohtti o. J.: About Nuohtti. URL: https://nuohtti.com/Content/about; University of the Arctic 2023: The Nuohtti service provides digital access to Sámi material in European archives. URL: https://www.uarctic.org/news/2023/3/the-nuohtti-service-provides-digital-access-to-sami-material-in-european-archives/, jeweils abgerufen am 20.07.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nuohtti übernimmt nicht alle Bestände in ein einziges System. Stattdessen werden Metadaten, also strukturierte Beschreibungsdaten zu Objekten und Beständen, aus vorhandenen Einrichtungen zusammengeführt und mit mehrsprachiger Suche, Karte und Zeitleiste zugänglich gemacht. Ethische Hinweise machen darauf aufmerksam, dass viele Bestände unter historischen und teilweise kolonialen Bedingungen gesammelt und beschrieben wurden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Erfolgsfaktoren und Learnings:''' &lt;br /&gt;
* Ein gemeinsamer Zugang kann auch mit dezentraler Architektur der Bestände erfolgen – Originale, Dateien und Fachsysteme können beim Kulturgutträger verbleiben.&lt;br /&gt;
* Ein Register für Kulturdaten kann als übergreifende Nachweisschicht arbeiten: Größere Einrichtungen liefern Daten über technische Schnittstellen, während kleine Träger zentrale oder gemeinsam bereitgestellte Erfassungsdienste nutzen können. &lt;br /&gt;
* Historische Fremdbeschreibungen sollten ergänzt werden durch Selbstbezeichnungen, eigene Sprachformen, alternative Benennungen und Kontexte der betreffenden Gemeinschaft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.5.3 People’s Collection Wales / Casgliad y Werin Cymru ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wales ist ein Landesteil des Vereinigten Königreichs mit einer eigenständigen nationalen und walisischsprachigen Identität. People’s Collection Wales ist eine zweisprachige Plattform für institutionelles und gemeinschaftlich getragenes Kulturerbe. Sie wird als Verbund der National Library of Wales, des National Museum Wales und der Royal Commission on the Ancient and Historical Monuments of Wales betrieben und durch die walisische Regierung finanziert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Neben der technischen Plattform werden kostenlose Beratung und Schulungen zu Digitalisierung, Metadaten, Urheberrecht, Datenschutz und Oral History, also mündlich überlieferter und aufgezeichneter Geschichte, angeboten. Eine unabhängige Evaluation stellte Fortschritte bei der Zusammenarbeit und beim Kompetenzaufbau fest, benannte aber auch begrenzte Wirkungsnachweise, Finanzierungsrisiken und den hohen Personalaufwand für die Unterstützung der beteiligten Gemeinschaften.&amp;lt;ref name=&amp;quot;vergleich_wales&amp;quot;&amp;gt;Vittle, Kate / Haswell-Walls, Fran / Dixon, Tim; ERS Ltd. 2016: Evaluation of the Casgliad y Werin Cymru / People’s Collection Wales Digital Heritage Programme. Impact Report. URL: https://www.gov.wales/sites/default/files/publications/2019-08/evaluation-of-the-peoples-collection-wales-digital-heritage-programme-impact.pdf; People’s Collection Wales o. J.: Community Support. URL: https://www.peoplescollection.wales/about-us/community-support, jeweils abgerufen am 20.07.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Erfolgsfaktoren und Learnings:''' &lt;br /&gt;
* Kleine und ehrenamtlich betreute Sammlungen benötigen nicht nur technische Standards, sondern konkrete und dauerhaft verfügbare Dienstleistungen: Erstberatung, Schulung, Vorlagen, Unterstützung bei Rechtefragen, Qualitätskontrolle und persönliche Ansprechpartner. &lt;br /&gt;
* Ein Digitalisierungszentrum oder ein Verbund koordinierter Digitalisierungsdienste sollte daher als Service- und Kompetenzstruktur ausgestaltet werden und nicht lediglich als technische Produktionsstelle. &lt;br /&gt;
* Der dafür notwendige Beratungs- und Unterstützungsaufwand muss als dauerhafte Betriebsaufgabe eingeplant werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.5.4 Tobar an Dualchais / Kist o Riches ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schottisch-Gälisch ist eine Minderheitensprache, die vor allem in den Highlands und auf den schottischen Inseln gesprochen wird. Tobar an Dualchais macht mehr als 40.000 seit den 1930er Jahren entstandene Tonaufnahmen zugänglich. Die Bestände umfassen Erzählungen, Lieder, Musik, Gedichte und mündlich überliefertes Wissen auf Gälisch, Scots und Englisch. Ein bedeutender Teil der Originalbestände wird in den School of Scottish Studies Archives der Universität Edinburgh verwahrt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;vergleich_tobar&amp;quot;&amp;gt;University of Edinburgh 2024: Tobar an Dualchais / Kist o Riches. URL: https://gaelic.ed.ac.uk/gaelic-collections/tobar-an-dualchais-kist-o-riches; Scottish Government 2025: Rediscovering lost Gaelic words. URL: https://www.gov.scot/news/rediscovering-lost-gaelic-words/, jeweils abgerufen am 20.07.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Digitalisierung wird mit Verschriftlichung beziehungsweise Transkription, sprachlicher Erschließung, Freiwilligenarbeit und teilweise automatischer Spracherkennung verbunden. Das Projekt erhält wiederkehrende öffentliche Förderungen, muss Rechteklärung, Transkription und technische Weiterentwicklung jedoch dauerhaft fortsetzen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Erfolgsfaktoren und Learnings:''' &lt;br /&gt;
* Gefährdete Ton-, Film- und Videobestände müssen wegen Materialverfall, beschädigungsanfälliger Trägermaterialien und nicht mehr verfügbarer Wiedergabetechnik zeitlich priorisiert werden. &lt;br /&gt;
* Ein geeignetes Pilotprojekt kann Digitalisierung, Rechteklärung, Verschriftlichung, Übersetzung, Metadatenerfassung, Archivierung und Bildungsnutzung entlang einer vollständigen Prozesskette verbinden. &lt;br /&gt;
* Dadurch werden nicht nur einzelne Dateien erzeugt, sondern zugleich die notwendigen Standards, Zuständigkeiten und Aufwände erprobt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.5.5 Euskariana – Portal zum baskischen Kulturerbe ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Baskinnen und Basken leben in Gebieten Spaniens und Frankreichs. Euskariana ist das staatlich betriebene Kulturportal der Autonomen Gemeinschaft Baskenland in Spanien. Es wird durch die Digitale Bibliothek Euskadi betrieben und verbindet Daten der baskischen Regierung, der Provinzen, Kommunen, Universitäten sowie öffentlicher, kirchlicher und privater Einrichtungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Portal ist zugleich gemeinsamer Katalog und Zugang zu digitalen Objekten. Es kann Inhalte über ein eigenes Repositorium, also ein institutionell betriebenes digitales Ablage- und Erhaltungssystem, bereitstellen oder zu den Systemen der Partner verlinken. Verwendet werden internationale Standards wie Dublin Core als allgemeiner Metadatenstandard, METS (Metadata Encoding and Transmission Standard) zur Strukturierung und Übertragung digitaler Objekte, PREMIS (Preservation Metadata: Implementation Strategies) für Metadaten zur digitalen Langzeiterhaltung und ALTO (Analyzed Layout and Text Object) für erkannte Texte und Seitenlayouts. Die standardisierten Daten können unter anderem an Europeana weitergegeben werden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;vergleich_euskariana&amp;quot;&amp;gt;Gobierno Vasco / Biblioteca Digital de Euskadi o. J.: Acerca de Euskariana. URL: https://www.euskariana.euskadi.eus/euskadibib/es/help/about.do, abgerufen am 20.07.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Erfolgsfaktoren und Learnings:''' &lt;br /&gt;
* Unterschiedliche Kulturgutträger benötigen unterschiedliche Anschlussmöglichkeiten. &lt;br /&gt;
** Kleine Einrichtungen sollten Daten und gegebenenfalls Dateien in zentral bereitgestellten Diensten erfassen und verwalten können. &lt;br /&gt;
** Größere Institutionen sollten ihre vorhandenen Systeme über Datenexporte oder Programmierschnittstellen anbinden können. &lt;br /&gt;
* Dafür ist ein gemeinsamer, bewusst schlank gehaltener Metadatenkern erforderlich, der durch fach- und institutionsspezifische Angaben erweitert werden kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.5.6 Mukurtu und Plateau Peoples’ Web Portal ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mukurtu ist eine frei verfügbare Software für die gemeinschaftlich kontrollierte Verwaltung digitalen indigenen Kulturerbes. Das Plateau Peoples’ Web Portal verbindet acht indigene Nationen des nordwestlichen Plateaus der USA mit der Washington State University und mehreren Museen und Archiven. Stammesvertreter wählen und beschreiben die Inhalte; die Universität übernimmt wesentliche technische Betriebsaufgaben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mukurtu ermöglicht kulturelle Protokolle, also gemeinschaftlich festgelegte Regeln für Zugang und Nutzung, Traditional Knowledge Labels als Kennzeichnungen für überliefertes gemeinschaftliches Wissen sowie mehrere Beschreibungen zu demselben Objekt. Dadurch kann neben einer institutionellen Museumsbeschreibung eine Beschreibung der Herkunftsgemeinschaft stehen. Zugänge können von vollständig öffentlich bis streng beschränkt reichen. Mukurtu weist ausdrücklich darauf hin, dass die Plattform vor allem dem Zugang und der gemeinschaftlichen Verwaltung dient und ein gesondertes Konzept für Digitalisierung, Langzeiterhaltung, Personal und Finanzierung erforderlich bleibt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;vergleich_mukurtu&amp;quot;&amp;gt;Mukurtu CMS / Washington State University o. J.: About. URL: https://mukurtu.org/about/; Plateau Peoples’ Web Portal. URL: https://mukurtu.org/project/plateau-peoples-web-portal-showcase/, jeweils abgerufen am 20.07.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Erfolgsfaktoren und Learnings:''' &lt;br /&gt;
* Rechte und kulturelle Sensibilität müssen als Bestandteil des Datenmodells behandelt werden und dürfen nicht erst unmittelbar vor einer Veröffentlichung geprüft werden. &lt;br /&gt;
* Sinnvoll sind abgestufte Kategorien wie &lt;br /&gt;
** „nur Metadaten öffentlich“, &lt;br /&gt;
** „öffentliches Nutzungsdigitalisat“, &lt;br /&gt;
** „Zugang nach Rücksprache“, &lt;br /&gt;
** „beschränkter Gemeinschafts- oder Forschungszugang“, &lt;br /&gt;
** „zeitlich gesperrt“ und &lt;br /&gt;
** „nicht zugänglich“. &lt;br /&gt;
* Mehrere Beschreibungen zu demselben Objekt ermöglichen es außerdem, institutionelle Überlieferung und Selbstbeschreibung nebeneinander nachvollziehbar zu dokumentieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.5.7 Indigitization – zentrale Unterstützung für dezentrale Digitalisierung ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Indigitization unterstützt First Nations und weitere indigene Gemeinschaften in British Columbia in Kanada. Das Programm wird gemeinsam von indigenen Organisationen, Bibliotheken, Archiven und Hochschulen getragen. Es stellt einen Werkzeugkasten, Schulungen, Musterunterlagen, technische Beratung und Förderhilfen bereit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von 2013 bis 2019 wurden drei Pilotprojekte und 45 weitere Projekte gefördert. Dabei wurden mehr als 11.000 Audiokassetten digitalisiert. Die Digitalisierung erfolgte in den Gemeinschaften; eine allgemeine Veröffentlichung war nicht zwingend. Das frühere Förderprogramm für Audiokassetten befindet sich inzwischen allerdings in einer Pause.&amp;lt;ref name=&amp;quot;vergleich_indigitization&amp;quot;&amp;gt;Indigitization o. J.: About Us. URL: https://www.indigitization.ca/about-2/; Indigitization Toolkit. URL: https://www.indigitization.ca/toolkit/; Audio Cassette Digitization Grant. URL: https://www.indigitization.ca/funding/audio-cassette-grant/, jeweils abgerufen am 20.07.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Erfolgsfaktoren und Learnings:''' &lt;br /&gt;
* Zentral bereitgestellte Kompetenz lässt sich mit dezentraler Verantwortung verbinden. &lt;br /&gt;
* Ein Digitalisierungszentrum oder ein Verbund gemeinsamer Dienste kann Schulungen, Leih- und Mobiltechnik, Qualitätsprüfung, Rahmenverträge, Musterunterlagen, Beratung und Kleinprojektförderung anbieten. &lt;br /&gt;
* Originale, lokales Wissen und kulturelle Beziehungen können grundsätzlich bei den jeweiligen Kulturgutträgern verbleiben. &lt;br /&gt;
* Damit nach Abschluss einzelner Digitalisierungsprojekte keine ungesicherten Dateien zurückbleiben, sollte jedoch von Beginn an ein gemeinsames oder verbindlich angebundenes Repositorium beziehungsweise digitales Archiv vorgesehen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.5.8 Zusammenfassungen der Beispiele anderer Kulturen im Anhang ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tabellarische Übersichten und Zusammenfassungen aller untersuchten Beispiele anderer Kulturen und Regionen befinden sich im Anhang [[12.3.A1 Vergleichende Recherche – Digitalisierung des Kulturerbes anderer Kulturen und Regionen#E. Vergleichsmatrix|in Abschnitt E. Vergleichsmatrix]] unter &lt;br /&gt;
* [[12.3.A1 Vergleichende Recherche – Digitalisierung des Kulturerbes anderer Kulturen und Regionen#E.1 Funktionen, Architektur und Standards|E.1 Funktionen, Architektur und Standards]] und&lt;br /&gt;
* [[12.3.A1 Vergleichende Recherche – Digitalisierung des Kulturerbes anderer Kulturen und Regionen#E.2 Governance, Finanzierung, Erfolg und Übertragbarkeit|E.2 Governance, Finanzierung, Erfolg und Übertragbarkeit]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Zusammenfassung der übergreifenden Erfolgsfaktoren aus den Beispielen befindet sich im Anhang [[12.3.A1 Vergleichende Recherche – Digitalisierung des Kulturerbes anderer Kulturen und Regionen#F. Übergreifende Erfolgsfaktoren|in Abschnitt F. Übergreifende Erfolgsfaktoren]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.5.9 Was sich aus den Beispielen ableiten lässt ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus den untersuchten Beispielen lässt sich kein einzelnes Projekt und kein bestimmtes Softwaresystem ableiten, das unverändert übernommen werden könnte. Wiederkehrend zeigen sich jedoch '''vier notwendige Funktionen, drei übergreifende Erfolgsbedingungen und zwei grundlegende Umsetzungsprinzipien'''. Sie bilden einen kompakten Orientierungsrahmen für die Digitalisierung von Kulturerbe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Vier Kernfunktionen – was muss dauerhaft geleistet werden? ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Damit die Digitalisierung nicht bei einzelnen Digitalisaten oder einem Präsentationsportal stehen bleibt, müssen vier Kernfunktionen verlässlich abgedeckt und miteinander verbunden werden:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot; style=&amp;quot;width:100%;&amp;quot;&lt;br /&gt;
! Kernfunktion&lt;br /&gt;
! Kernfrage&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''1. Register für Kulturdaten'''&lt;br /&gt;
| '''Was ist vorhanden und was sollte prioritär bearbeitet werden?''' – Kulturgüter und Bestände nachweisen, beschreiben, verknüpfen und ihren Digitalisierungs- und Rechtezustand erfassen.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''2. Digitalisierungszentrum / Digitalisierungsdienste'''&lt;br /&gt;
| '''Wie wird qualitätsgesichert digitalisiert?''' – Kulturgutträger beraten, Digitalisierung vorbereiten oder durchführen, Qualität sichern und die Übergabe vorbereiten.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''3. Repositorium / digitales Langzeitarchiv'''&lt;br /&gt;
| '''Wie bleibt das digitale Kulturerbe dauerhaft erhalten?''' – Masterdateien und Metadaten sicher übernehmen, erhalten, sichern und bei technischen Veränderungen migrieren.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''4. Präsentations- und Nutzungssysteme'''&lt;br /&gt;
| '''Wie wird das Kulturerbe gefunden, verstanden und genutzt?''' – freigegebene Inhalte mehrsprachig vermitteln und für Bildung, Forschung und kulturelle Nachnutzung bereitstellen.&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die vier Funktionen bedeuten nicht zwingend vier Einrichtungen oder vier technische Systeme. Entscheidend ist, dass alle Funktionen abgedeckt, ihre Zuständigkeiten geklärt und ihre Übergaben zuverlässig organisiert sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Drei Erfolgsbedingungen – was gilt für alle Kernfunktionen? ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
# '''Gemeinsam entscheiden und Rechte abgestuft regeln:''' &lt;br /&gt;
#* Angehörige der betreffenden Gemeinschaft und die Kulturgutträger sollten nachvollziehbare Entscheidungsrechte bei Auswahl, Beschreibung, Priorisierung und Veröffentlichung besitzen. &lt;br /&gt;
#* Zugänge sollten abgestuft sein, beispielsweise auch &amp;quot;ausschließlich Metadaten&amp;quot;, &amp;quot;Zugang nach Rücksprache&amp;quot; oder &amp;quot;beschränkte Gemeinschafts- und Forschungszugänge&amp;quot; ermöglichen. &lt;br /&gt;
#* Rechtliche Zulässigkeit und kulturelle Angemessenheit sind dabei getrennt zu betrachten. &lt;br /&gt;
#* Selbstbezeichnungen und eigene kulturelle Perspektiven sollten historische Fremdbeschreibungen ergänzen können.&amp;lt;br&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
# '''Gemeinsame Standards, Mehrsprachigkeit und technische Anschlussfähigkeit sichern:''' &lt;br /&gt;
#* Ein bewusst schlanker gemeinsamer Metadatenkern, Qualitätsstandards und geregelte Datenübergaben ermöglichen die Zusammenarbeit unterschiedlicher Einrichtungen. Zusätzlich können fach- oder institutionsspezifische Metadatensätze genutzt werden.&lt;br /&gt;
#* Sprachen und Sprachvarianten müssen als eigenständige Datenwerte berücksichtigt werden, bspw. bei Metadaten, Beschreibungen usw. &lt;br /&gt;
#* Kleine Träger benötigen einfache zentrale Erfassungsmöglichkeiten, z. B. per Weboberfläche, größere Institutionen Schnittstellen oder Datenexporte aus ihren vorhandenen Systemen.&amp;lt;br&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
# '''Dauerhafte Verantwortung und Finanzierung sichern:''' &lt;br /&gt;
#* Bereits beim Aufbau muss feststehen, wer Register, Digitalisierungsdienste, Repositorium und Präsentationssystem nach einer Projektförderung dauerhaft betreibt. &lt;br /&gt;
#* Neben einmaligen Projektmitteln müssen deshalb auch Personal, Beratung, Datenpflege, Speicher, Softwarepflege, Sicherung und spätere technische Erneuerungen dauerhaft finanziert werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Zwei Umsetzungsprinzipien – wie sollte vorgegangen werden? ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
# '''Priorisieren, die vollständige Kette pilotieren, dann skalieren:''' &lt;br /&gt;
#* Nicht alles muss gleichzeitig digitalisiert werden. Besonders gefährdete oder kulturell bedeutsame Bestände sollten priorisiert werden. &lt;br /&gt;
#* Pilotprojekte sollten möglichst den gesamten Weg von der Erfassung und Rechteklärung über die Digitalisierung bis zur Archivierung und Nutzung durchlaufen. Dabei werden Standards, Zuständigkeiten, Kosten und tatsächliche Nutzung erprobt. &lt;br /&gt;
#* Erst auf dieser Grundlage sollte in größerem Umfang skaliert werden.&amp;lt;br&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
# '''Zentral ermöglichen, dezentral verantworten:''' &lt;br /&gt;
#* Zentrale Stellen können Infrastruktur, Beratung, Schulung, Digitalisierungstechnik, Qualitätskontrolle, Rechtehilfe und Langzeiterhaltung bereitstellen. &lt;br /&gt;
#* Originale, lokales Wissen, kulturelle Beziehungen und wesentliche inhaltliche Entscheidungen können gleichzeitig bei den jeweiligen Kulturgutträgern verbleiben. &lt;br /&gt;
#* Zentralisierung von Diensten und dezentrale kulturelle Verantwortung sind damit keine Gegensätze, sondern können sich gegenseitig ergänzen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Für die Reihenfolge ergibt sich daraus:''' &lt;br /&gt;
# Zuerst Entscheidungsrechte, Standards, Betreiber und Finanzierung ausreichend klären; &lt;br /&gt;
# anschließend mit ausgewählten Beständen die vollständige Prozesskette erproben und die Unterstützungsstrukturen aufbauen; &lt;br /&gt;
# auf dieser Grundlage Digitalisierung, Präsentation und Nachnutzung schrittweise verbreitern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Präsentation und Nutzung sind dabei nicht von geringerer Bedeutung und sollten bereits Bestandteil der Pilotprojekte sein. '''Später erfolgt nicht die Nutzung selbst, sondern deren breiter Ausbau.'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weiterführende '''Hinweise und Empfehlungen zu einem möglichen Vorgehen sowie zeitlichen und inhaltlichen Prioritäten''' befinden sich im Anhang [[12.3.A1 Vergleichende Recherche – Digitalisierung des Kulturerbes anderer Kulturen und Regionen#G.2 Was zentral, dezentral und gemeinsam organisiert werden sollte|im Abschnitt &amp;quot;Priorisierte Schlussfolgerung&amp;quot; von G2 bis G9]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein ausführliches '''Prüfraster zur Bewertung des jeweiligen Entwicklungsstandes''' befindet sich [[12.3.A2 Prüfraster zur Bewertung des Entwicklungsstandes beim Aufbau der Digitalisierung des Kulturerbes|im Anhang 2 &amp;quot;Prüfraster zur Bewertung des Entwicklungsstandes&amp;quot;]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= 3. Ist-Analyse der Digitalisierung des sorbischen Kulturerbes =&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der [[#2 Ist-Analyse „Digitalisierung von Kulturerbe“|vorangegangene Abschnitt 2]] hat beschrieben, was zur Digitalisierung von Kulturerbe gehört, welche Aufgaben dabei dauerhaft erfüllt werden müssen und wie andere Gemeinschaften und Regionen diese Aufgaben lösen. Der Abschnitt 3 richtet nun den Blick auf die sorbische Situation. Er geht der Frage nach, wie gut die sorbische Kulturerbelandschaft heute organisatorisch, technisch und personell aufgestellt ist, um ihr materielles, immaterielles und digitales Kulturerbe institutionsübergreifend zu erfassen, zu digitalisieren, dauerhaft zu erhalten und zugänglich zu machen – und wo vorrangiger Handlungsbedarf besteht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Analyse gliedert sich in fünf Teile:&lt;br /&gt;
* '''Akteure und Rollen''': Wer bewahrt sorbisches Kulturerbe und welche Aufgaben übernehmen die Akteure bei seiner Digitalisierung (Sammeln, Finanzieren, Koordinieren usw.)?&lt;br /&gt;
* '''Bestände und Digitalisierungsbedarf''': Welche Kulturgüter gibt es, wie weit sind  sie erfasst und digitalisiert, und welche müssen vorrangig gesichert werden?&lt;br /&gt;
* '''Vorhaben und Systeme''': Welche sorbischen Projekte und Angebote decken die [[#2.3.2 Vier Kernfunktionen|vier Kernfunktionen]] Nachweisen, Digitalisieren, langfristig Erhalten und Zugänglichmachen bereits ab?&lt;br /&gt;
* '''Zusammenarbeit und dauerhafter Betrieb''': Wie sind die Steuerung und Zusammenarbeit (Governance) organisiert (Zuständigkeiten, Standards, Rechte und Finanzierung)?&lt;br /&gt;
* '''Gesamtbewertung''': Was funktioniert bereits, wo gibt es Lücken und welche davon sollten zuerst geschlossen werden? &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Analyse stellt dabei den Bedarf der Bestände dem vorhandenen Angebot an Diensten und dem organisatorischen Rahmen gegenüber. Wo beides auseinanderfällt, entstehen Lücken, siehe nachfolgende Übersicht.&lt;br /&gt;
[[Dataja:Wobraz K6.png|thumb|center|600px|Übersicht der Ist-Analyse]]&amp;lt;ref&amp;gt;Mermaid Flowchart Code: [https://mermaid.live/edit#pako:eNqVlM1y2jAQx19lR7maFGMcwJPJDGAnh9AcaE4pPcj2-qPYErOWmtJ8PE0fo7e8WGWDTUja6VS-WB_7293_rvTAIhkj81hSyPso46Tg1l_RSoAZ088rdh5eOKc2TNcKNeH5h_DiPKQPF7fbjQW39PIzRaqMXaIsWMqiQLFiX2r7llHpMCW-yeDGwG54lCXEU9wfgv2Ic8JI5VLAYvl6fdYGMIAZVurlp4gPIVzrQmlKtVoXvKoQNiThEy_LQou0kqTe-Ji_ZsWckgOJC4hRwFSkGEpl_r5i44-L2IIyV-BTLtIij7I15m-5M-j1LmDeLqGI_5j-0rjfOwAtYljyrOzE-pcOfhu7A36OolLYMD5tzV95yONbjgTXSCLRYl1j3jkIWtAQruQ3c5KL6GB_pyujHwpOocmzcRFzjVSX15BnqCjH8A3Sh-fnZwj-kv-0VufReLrnGRlluzI-ws3xmdDQMQ_NmX2KFqR1DYq6IDu1HqFT5aZRfbFLZ_HyK1qj6PLY1RdkJhC4rgw2ykxcWLUlfpXCcgdqp4tmetXK5MIVGk1UiPdIyjRW7eNNh0d1-_mYgECtiBeQ5EXhnVzawWUwtipFco3eiXvpBu7UimQhyTsZzM03fU9o70fLmAbzYNQxJhNnbvstY2QPZrbzjsH3TbYjBLbxG3SE_uVZ4J61hP7Y7Q_tIwJMrYV11aZyvDWz5ocIj7d8K2gdd52vtgWaOu3iSJrRxTEej0fj_n7ai3llXh7iW88F99h--d_2zGIp5THzFGm0WIlU8nrKHmruiqnMXJkV88wvYay_9xoxVmwlnozphos7KcvWmqROM-YlvKjMTG9irtDPubnSZbdKdWvRXGqhmDd07AbCvAf2nXnuqWP3RwN7eDZwJ4Ph2MHeyGJb5vXs0-HEnTgDxxn3-4OzvuOarSeL_Wi8C10UFsM4V5I-7h7o5p1--g24x9CK hier klicken], abgerufen am 20.10.2026&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== 3.1 Akteure und Rollen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sorbisches Kulturerbe wird von vielen Einrichtungen, Gruppen und Einzelpersonen bewahrt, gepflegt und dokumentiert – von sorbischen ebenso wie von nicht-sorbischen. Dieser Abschnitt zeigt, wer Bestände hält, wer Dienste zur Digitalisierung anbietet und wer den organisatorischen und finanziellen Rahmen gestaltet. Damit wird auch sichtbar, welche Aufgaben bislang von keinem Akteur erkennbar übernommen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Grundlage sind Arbeitsunterlagen der Domowina aus den Jahren 2019 und 2020&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;&amp;gt;Domowina e. V., Kulturausschuss (Clemens Škoda) 2019: Serbske kulturne herbstwo (SKH). Arbeitspapier, Stand 18.03.2019, S. 2–8. Unveröffentlicht; interne Referenz: 2020-09-07_Serbske kulturne herbstwo w Budyšinje_opt.pdf.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019b&amp;quot;&amp;gt;Domowina e. V. 2019: Přehlad relewantnych městnosćow / „małkich“ a „wulkich“ muzejow nastupajo serbske kulturne herbstwo, Stand 11.11.2019. Unveröffentlicht; interne Referenz: 2019_11_Priloha A_prehlad_muzejow a zberkow.pdf.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2020&amp;quot;&amp;gt;Domowina e. V., Kulturausschuss 2020: Protokoll der Fachkommission „Serbske kulturne herbstwo“ vom 07.09.2020. Unveröffentlicht; interne Referenz: 2020_09_07_skh komisija-protokol.pdf.&amp;lt;/ref&amp;gt;, eine darauf aufbauende Arbeitsliste der Sammlungsorte mit ergänzender Internetrecherche&amp;lt;ref name=&amp;quot;liste2026&amp;quot;&amp;gt;Arbeitsliste „Sammlungsorte sorbischen Kulturerbes“, Stand 02.04.2026, erstellt im Rahmen des Digitalisierungskonzepts aus Internetrecherche und den Domowina-Unterlagen. Unveröffentlicht; Grundlage für Anhang 12.3.A3.&amp;lt;/ref&amp;gt; sowie Projektunterlagen und Gespräche. Ein Teil der Angaben ist mehrere Jahre alt und wird schrittweise aktualisiert. Nicht belegte Angaben sind als ''offen'', Vermutungen als ''Annahme'' gekennzeichnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.1.1 Begriffe und Rollen ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
; Akteur&lt;br /&gt;
: Einrichtung, Gruppe oder Person, die eine Aufgabe im Umgang mit sorbischem Kulturerbe oder seiner Digitalisierung übernimmt.&lt;br /&gt;
; Kulturgutträger&lt;br /&gt;
: Akteur, der Kulturgüter verwahrt oder eine kulturelle Praxis trägt und weitergibt, bspw. ein Museum, eine Heimatstube, ein Chor oder eine Privatperson mit einer Sammlung.&lt;br /&gt;
; Trägerschaft&lt;br /&gt;
: Rechtliche und finanzielle Verantwortung für eine Einrichtung, zum Beispiel durch eine Kommune, einen Landkreis, eine Stiftung, einen Verein, eine Kirche oder eine Privatperson. Eigentum und Betrieb können dabei auseinanderfallen, bspw. gehörte der Dom Njechorńskeho 2019 der Domowina und wurde von der Stiftung für das sorbische Volk bewirtschaftet, der Hanzo Šustrowy dom in Trebendorf gehörte der Gemeinde und wurde von der örtlichen Domowina-Gruppe bewirtschaftet.&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019b&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
; Rolle&lt;br /&gt;
: Aufgabe, die ein Akteur übernimmt. Ein Akteur kann mehrere Rollen haben, unterschieden werden Haupt- und Nebenrollen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Rollen lassen sich drei Gruppen zuordnen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
! Gruppe !! Rolle !! Kürzel&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| rowspan=&amp;quot;2&amp;quot; | '''Am Kulturgut''' || '''Bewahren''': Originale verwahren, pflegen und verwalten || '''B'''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Dokumentieren''': lebendige Praxis festhalten in Ton, Bild oder Text || '''D'''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| rowspan=&amp;quot;4&amp;quot; | '''Dienste''' ([[#2.3.2 Vier Kernfunktionen|Kernfunktionen]]) || '''Erfassen''', registrieren, beschreiben und verknüpfen || '''K1'''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Digitalisieren''' und Qualität sichern || '''K2'''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Langfristig '''erhalten''' || '''K3'''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Zugänglich machen''' und Nutzung ermöglichen || '''K4'''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| rowspan=&amp;quot;2&amp;quot; | '''Rahmen''' (Governance) || '''Steuern''', koordinieren und Regeln setzen || '''S'''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Fördern''' und finanzieren || '''F'''&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dokumentieren meint hier das Festhalten von immateriellen Kulturgütern im laufenden Kulturleben, etwa Mitschnitte von Veranstaltungen. Geschieht es systematisch nach festgelegten Standards zur dauerhaften Sicherung, ist es Teil der Kernfunktion Digitalisieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.1.2 Schlüsselakteure ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einzeln aufgeführt wird, wer mindestens eines der folgenden Kriterien erfüllt:&lt;br /&gt;
# betreibt oder plant eine Kernfunktion, die über die eigene Einrichtung hinaus wirkt,&lt;br /&gt;
# verwahrt einen hauptamtlich betreuten Kernbestand,&lt;br /&gt;
# dokumentiert regelmäßig das lebendige Kulturgeschehen,&lt;br /&gt;
# fördert, koordiniert oder setzt Regeln für die Digitalisierung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;mark&amp;gt;Die folgende Übersicht muss mit den Institutionen bzgl. Korrektheit und Vollständigkeit abgestimmt werden.&amp;lt;/mark&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|+ Rollen der Schlüsselakteure (■ Hauptrolle · ○ Nebenrolle · ? vermutet oder offen)&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
B. Bewahren, D. Dokumentieren, K1. Erfassen, K2. Digitalisieren K3. Erhalten, K4. Nutzung ermöglichen, S. Steuern, F. Fördern&lt;br /&gt;
! Akteur !! Typ / Trägerschaft !! B !! D !! K1 !! K2 !! K3 !! K4 !! S !! F !! Hinweise&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Stiftung für das sorbische Volk || Stiftung des öffentlichen Rechts, finanziert von Bund, Freistaat Sachsen u. Land Brandenburg || ○ || || || || || || ■ || ■ || bewirtschaftete 2019 den Dom Njechorńskeho&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019b&amp;quot;/&amp;gt;; unterstützt beide sorbischen Museen finanziell&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Sorbisches Institut (SI) mit Sorbischem Kulturarchiv (SKA) und Sorbischer Zentralbibliothek || Forschungseinrichtung mit Archiv und Bibliothek; eingetragener Verein, gefördert u. a. durch die Stiftung || ■ || ? || ■ || ■ || ? || ■ || ○ || || Virtueller Lesesaal mit Bibliographie, Katalog, digitalisierten Drucken, Handschriften, Fotos und Filmen; digitales Schrifttum auch über Sachsen.Digital; Sorabicon als Sorbisches Kulturlexikon&amp;lt;ref name=&amp;quot;vls&amp;quot;&amp;gt;Sorbisches Institut o. J.: Virtueller Lesesaal. URL: https://www.serbski-institut.de/bibliothek/virtueller-lesesaal/, abgerufen am 20.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;; plant das Sorbische Kulturregister (SKR)&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;&amp;gt;Sorbisches Institut 2025: Konzept für ein Sorbisches Kulturregister (SKR), zweite aktualisierte Fassung vom 20.11.2025. URL: https://www.serbski-institut.de/wp-content/uploads/2021/11/00_Zweite-aktualisierte-Fassung_Konzept_Sorbisches-Kulturregister_20.11.2025.pdf&amp;lt;/ref&amp;gt; und das Digitalisierungszentrum (DZ) auch für andere Träger&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz&amp;quot;&amp;gt;Sorbisches Institut: Digitalisierungszentrum (DZ). URL: https://www.serbski-institut.de/projekte-zentrale-vorhaben/digitalisierungszentrum-dz/&amp;lt;/ref&amp;gt;; langfristige Erhaltung für Dritte ''offen''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Sorbisches Museum Bautzen || Museum; Landkreis Bautzen, finanziell unterstützt von der Stiftung&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt; || ■ || || ○ || ? || ? || ? || || || Inventarverzeichnis vorhanden&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;; Digitalisierungsstand und Online-Angebot ''offen''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Wendisches Museum Cottbus || Museum; Stadt Cottbus, finanziell unterstützt von der Stiftung&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt; || ■ || || ○ || ? || ? || ? || || || Inventarverzeichnis vorhanden&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;; Digitalisierungsstand und Online-Angebot ''offen''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Sächsische Landesbibliothek – Staats- und Universitätsbibliothek Dresden (SLUB) || Landes- und Universitätsbibliothek; Freistaat Sachsen || ■ || || ○ || ? || ○ || ■ || || || Lusatica-Sammlung, die das kulturelle Erbe der Sorben zugänglich machen soll&amp;lt;ref name=&amp;quot;slub&amp;quot;&amp;gt;SLUB Dresden o. J.: Sammlungen zur sächsischen Landeskunde. URL: https://www.slub-dresden.de/entdecken/saechsische-landeskunde/sammlungen, abgerufen am 20.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;; über Sachsen.Digital ist auch digitales Schrifttum des SI erreichbar&amp;lt;ref name=&amp;quot;vls&amp;quot;/&amp;gt; (Betrieb der Plattform durch die SLUB); eigene digitale Langzeitarchivierung&amp;lt;ref name=&amp;quot;nestor&amp;quot;&amp;gt;nestor o. J.: Mitglied SLUB Dresden. URL: https://www.langzeitarchivierung.de/Webs/nestor/EN/nestor/Mitglieder/sLUB.html, abgerufen am 20.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;, ob sie Digitalisate sorbischer Träger übernehmen könnte, ist ''offen''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Domowina – Bund Lausitzer Sorben e. V. mit Regionalverbänden und Ortsgruppen || Dachverband sorbischer Vereine; eingetragener Verein || ○ || ○ || || || || || ○ || || Eigentümerin des Dom Njechorńskeho; Ortsgruppe Trebendorf bewirtschaftet den Hanzo Šustrowy dom&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019b&amp;quot;/&amp;gt;; mindestens 9 der 23 kleinen Sammlungsorte sind direkt oder über Mitgliedsvereine mit ihr verbunden&amp;lt;ref name=&amp;quot;liste2026&amp;quot;/&amp;gt;; Chronistengruppe der Župa Michał Hórnik; Fachkommission „Sorbisches Kulturerbe“ 2018-2020&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2020&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Maćica Serbska e. V. || wissenschaftliche Gesellschaft; Verein || || || || || || || ○ || || Arbeitskreis „Museale Einrichtungen“ mit rund 40 Adressaten; Denkmalausschuss mit eigenem, von der Stiftung verwaltetem Budget, 2019 als Vorbild für die Bewertung von Kulturerbe genannt&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Sorbisches National-Ensemble (SNE) || Ensemble; gGmbH der Stiftung || ■ || ? || ○ || || || || || || geordnetes Arbeitsarchiv; 2019 vorgeschlagen, dort nur Kopien zu halten und die Originale an das SKA zu geben&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;; Umfang ''offen''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Studijo Lucija || Medienproduktion; gGmbH des Sorbischen Schulvereins  e. V. || ○ || ■ || || || || || || || dokumentiert sorbische Veranstaltungen; Aufnahmen liegen beim Studio und werden tlw. an das SKA übergeben&amp;lt;ref name=&amp;quot;lucija&amp;quot;&amp;gt;; schriftlicher Beleg noch einzuholen.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Mitteldeutscher Rundfunk (MDR) und Rundfunk Berlin-Brandenburg (rbb), sorbischsprachige Programme || öffentlich-rechtlicher Rundfunk || ■? || ■ || || || || ○? || || || Produktionen standen dem SKA 2019 aus rechtlichen Gründen nicht zur Verfügung&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;; Archivbestände und heutiger Stand ''offen''&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.1.3 Akteursgruppen ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die meisten Kulturgutträger sind kleinere Einrichtungen, Gruppen oder Privatpersonen. Sie werden hier zu Gruppen zusammengefasst. Die Anzahlen sind Mindestwerte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;mark&amp;gt;Die folgende Übersicht muss insb. mit Domowina, SI und Lucija bzgl. Änderungen und Ergänzungen abgestimmt werden.&amp;lt;/mark&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|+ B. Bewahren, D. Dokumentieren, K1. Erfassen, K2. Digitalisieren K3. Erhalten, K4. Nutzung ermöglichen, S. Steuern, F. Fördern&lt;br /&gt;
! Gruppe !! Beispiele !! Typische Trägerschaft !! Bekannte Anzahl !! Typische Rollen !! Besonderheiten&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Kleine Museen, Heimatstuben, Gedenk- und Begegnungsorte ||&lt;br /&gt;
* Muzej Ćišinskeho (Panschwitz-Kuckau),&amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
* Njepilic dwór (Rohne), &lt;br /&gt;
* Sorbisches Kulturzentrum Schleife, &lt;br /&gt;
* Heimatmuseum Dissen, &lt;br /&gt;
* Archiv verschwundener Orte (Horno) &lt;br /&gt;
|| Gemeinde, Förderverein, Domowina-Ortsgruppe, privat || 22 in der Domowina-Übersicht 2019 (9 Ober-, 13 Niederlausitz)&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019b&amp;quot;/&amp;gt;; 23 in der Arbeitsliste 2026, davon 12 bisher nur durch die Domowina-Unterlagen belegt&amp;lt;ref name=&amp;quot;liste2026&amp;quot;/&amp;gt; || '''B''' ■, '''D''' ○ || überwiegend ehrenamtlich; 2019 benannte Defizite: fehlender Nachwuchs, fehlende Marketingstrategie, fehlende Vernetzung, unzureichende Finanzierung, fehlende fachliche Begleitung; teilweise ohne eigenes Inventar&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;; zwei private Ausstellungen ohne jede Förderung, von den Betreibern im Ruhestand allein betreut&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019b&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Regionale Museen mit sorbischen Beständen || &lt;br /&gt;
* Museum der Westlausitz Kamenz, &lt;br /&gt;
* Museum Bautzen, &lt;br /&gt;
* Spreewald-Museum Lübbenau mit Freilandmuseum Lehde, &lt;br /&gt;
* Slawenburg Raddusch, &lt;br /&gt;
* Niederlausitzer Heidemuseum Spremberg &lt;br /&gt;
|| Landkreis oder Kommune (''Annahme'') || 7 in der Domowina-Übersicht 2019 (2 Ober-, 5 Niederlausitz)&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019b&amp;quot;/&amp;gt; || '''B''' ■; &amp;lt;br&amp;gt;'''K1-K4''' ''offen'' || Umfang des sorbischen Anteils am Bestand ''offen''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Ensembles, Chöre, Trachten- und Brauchtumsgruppen || – || Verein || ''offen'' || tragen die Praxis;&amp;lt;br&amp;gt; '''D''' ○, '''B''' ○ || Trachtenfundi 2019 ausdrücklich zu den Beständen in sorbischer Verantwortung gezählt&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;; eigene Aufnahmen und Fundi meist nicht erfasst (''Annahme'')&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Chronisten, Film- und Fotoamateure || &lt;br /&gt;
* Chronistengruppe der Župa Michał Hórnik, &lt;br /&gt;
* deutsch-sorbischer Filmkreis &lt;br /&gt;
|| ehrenamtlich, privat || ''offen'' || '''D''' ■, '''B''' ○ || Beiträge von Laien 2019 nur sporadisch, Bestände oft unstrukturiert&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Private Sammlungen und Nachlässe || &lt;br /&gt;
* Nachlass der Malerin Hanka Krawcec, überwiegend in Tschechien; &lt;br /&gt;
* weitere private Sammlungen und Nachlässe in Ober- und Niederlausitz &lt;br /&gt;
|| privat || 4 in der Domowina-Übersicht 2019; tatsächlich ''offen'' || '''B''' ■ || Verbleib beim Generationenwechsel ungesichert (''Annahme'')&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Kirchliche Einrichtungen || &lt;br /&gt;
* Ausstellung zu Jan Bjedrich Fryco in der evangelischen Kirche Kolkwitz; &lt;br /&gt;
* kirchliches Informations- und Begegnungszentrum in Horno mit Holzmodellen abgebaggerter Kirchen&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019b&amp;quot;/&amp;gt; &lt;br /&gt;
|| Kirchgemeinde || 2 (in den kleinen Orten enthalten); weitere ''offen'' || '''B''' ○ || weitere kirchliche Bestände nicht erfasst (''Annahme'')&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Weitere sorbische Kultur- und Medieneinrichtungen || &lt;br /&gt;
* Deutsch-Sorbisches Volkstheater (Archiv 2019 zusammen mit dem des SNE genannt); &lt;br /&gt;
* Domowina-Verlag (2019 als Produzent genannt, dessen Erzeugnisse an das SKA gehen sollten)&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt; &lt;br /&gt;
|| verschieden || ''offen'' || '''B''' ○ || Umfang ''offen''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Öffentliche Träger und Fördergeber || &lt;br /&gt;
* Bund, &lt;br /&gt;
* Freistaat Sachsen, &lt;br /&gt;
* Land Brandenburg, &lt;br /&gt;
* Landkreise, &lt;br /&gt;
* Kommunen &lt;br /&gt;
|| öffentlich || – || '''F''' ■, '''S''' ○ || tragen die großen Museen; 2019 erfüllten kleine Museen im Landkreis Bautzen die Kriterien für eine institutionelle Förderung nicht, im Landkreis Spree-Neiße waren die Bedingungen besser&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Überregionale Gedächtniseinrichtungen || &lt;br /&gt;
* Oberlausitzische Bibliothek der Wissenschaften Görlitz&amp;lt;ref name=&amp;quot;slub&amp;quot;/&amp;gt;; &lt;br /&gt;
* Sächsisches Staatsarchiv, &lt;br /&gt;
* Brandenburgisches Landeshauptarchiv, &lt;br /&gt;
* Deutsche Nationalbibliothek (''Annahme''); &lt;br /&gt;
* Einrichtungen in Tschechien &lt;br /&gt;
|| öffentlich || ''offen'' || '''B''' ○; &amp;lt;br&amp;gt;mögliche Partner für K3 und K4 || sorbische Bestände außer in Görlitz ''offen''&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.1.4 Erste Befunde ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;mark&amp;gt;Die folgende Übersicht muss mit den Institutionen bzgl. Korrektheit und Vollständigkeit abgestimmt werden.&amp;lt;/mark&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Rollenübersicht erlaubt erste Hinweise, die in den folgenden Abschnitten geprüft werden:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* '''Bewahren ist breit verteilt, Dienste sind konzentriert.''' Erfassen und Digitalisieren für mehrere Träger plant nach heutigem Kenntnisstand vor allem das SI. Die SLUB macht sorbisches Schrifttum bereits digital zugänglich, auch aus Beständen des SI. Ob weitere Akteure Dienste für Dritte anbieten, ist ''offen''.&lt;br /&gt;
* '''Für die langfristige Erhaltung fremder Bestände ist kein sorbischer Akteur erkennbar.''' Offen ist, wer Digitalisate anderer Träger verbindlich und dauerhaft übernimmt. So gelangen Veranstaltungsaufnahmen des Studijo Lucija nur komprimiert und teilweise in das SKA.&amp;lt;ref name=&amp;quot;lucija&amp;quot;/&amp;gt; Die SLUB betreibt eine eigene digitale Langzeitarchivierung; ob sie auch für sorbische Träger in Frage kommt, ist ''offen''. Das Gleiche gilt für das Sächsische Staatsarchiv.&lt;br /&gt;
* '''Die Dokumentation des lebendigen Kulturlebens liegt teils außerhalb sorbischer Verantwortung.''' Sorbischsprachige Produktionen von MDR und rbb standen dem SKA 2019 aus rechtlichen Gründen nicht zur Verfügung.&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt; Der heutige Stand ist ''offen''.&lt;br /&gt;
* '''Die Domowina ist der wichtigste Zugang zu kleinen Trägern.''' Mindestens 9 der 23 kleinen Sammlungsorte sind direkt oder über Mitgliedsvereine mit ihr verbunden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;liste2026&amp;quot;/&amp;gt; Ihre Strukturen eignen sich daher als Weg, kleine Träger zu erreichen – für die Erhebung ebenso wie für spätere Unterstützungsangebote.&lt;br /&gt;
* '''Das Wissen über kleine Träger ist lückenhaft und teils veraltet.''' 12 der 23 kleinen Orte sind bisher nur durch die Domowina-Unterlagen von 2019 und 2020 belegt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;liste2026&amp;quot;/&amp;gt; Ob sie heute noch bestehen und wie es um ihre Bestände steht, ist ''offen''. Besonders privat betreute Ausstellungen werden in Abschnitt 3.2 auf ihre Gefährdung geprüft.&lt;br /&gt;
* '''Kleine Träger haben keine feste Anlaufstelle, die Koordination war 2020 ungeklärt.''' Das frühere Sorbische Folklorezentrum war seit 1993 faktisch nicht mehr tätig.&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt; In der Niederlausitz diente 2020 ein Projekt zur Inwertsetzung des immateriellen Kulturerbes auch der Vernetzung kleiner Museen. Der Kulturausschuss der Domowina sah sich als ehrenamtliches Gremium nicht in der Lage, die Koordination zu leisten, und bat Fachinstitutionen und die Gremien der Stiftung, Verantwortung zu übernehmen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2020&amp;quot;/&amp;gt; Wie das heute geregelt ist, untersucht Abschnitt 3.4.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Liste aller bekannten Sammlungsorte mit Typ, Trägerschaft und Kulturgutklassen steht in [[12.3.A3 Sammlungsorte des sorbischen Kulturerbes|Anhang 12.3.A3]]. Sie wird laufend ergänzt.&lt;br /&gt;
&amp;lt;!-- Anhang 12.3.A3 aus der Arbeitsliste vom 02.04.2026 aufbauen; Namen privater Sammler nur mit Einverständnis --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== 3.2 Bestände und Bedarfe ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieser Abschnitt beschreibt die Nachfrageseite der Analyse: Welche Bestände sorbischen Kulturerbes gibt es, wie weit sind sie erfasst und digitalisiert, welche sind gefährdet, und welche Unterstützung brauchen die Kulturgutträger? Festgestellt wird dabei nur, wo Zeitdruck besteht. Welche Bestände mit welcher Priorität bearbeitet werden, sollten die sorbische Gemeinschaft und ihre Fachgremien entscheiden (vgl. [[#2.4.2 Prozessschritte im Detail|Prozessschritt 3 „Bewerten &amp;amp; freigeben“]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein institutionsübergreifender Überblick über die Bestände existiert bisher nicht (siehe 3.2.5). Die folgenden Angaben sind daher Mindestwerte und Größenordnungen aus veröffentlichten Angaben der Einrichtungen, Projektunterlagen und den in [[#3.1 Akteure und Rollen|Abschnitt 3.1]] genannten Quellen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;mark&amp;gt;Die Bestände sollten mit den SI, insb. Register, bzgl. Korrektheit und Vollständigkeit abgestimmt werden, evtl. liegt dort ein institutionsübergreifender Überblick über Bestände vor.&amp;lt;/mark&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.2.1 Begriffe ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
; Sammlungsort&lt;br /&gt;
: Ort, an dem Kulturgüter verwahrt werden, etwa ein Museum, ein Archiv, eine Heimatstube oder eine Privatwohnung. Ein Akteur kann mehrere Sammlungsorte haben.&lt;br /&gt;
; Bestand&lt;br /&gt;
: Abgrenzbare Gruppe von Kulturgütern einer [[#2.2 Klassifizierung von Kulturgütern|Kulturgutklasse]], die an einem Sammlungsort gemeinsam verwahrt wird, zum Beispiel die Fotografien einer Heimatstube oder die Tonbänder eines Archivs. Feiner unterschieden wird nur, wenn sich Zustand oder Rechtslage deutlich unterscheiden. Ein Bestand gehört zu dem Ort, an dem das Original oder die Masterdatei liegt - Kopien an anderen Orten beschreiben seinen Digitalisierungsstand.&lt;br /&gt;
: Bei immateriellem Kulturerbe gilt die vorhandene Dokumentation als Bestand, etwa Ton- und Videoaufnahmen oder Beschreibungen. Eine bisher nicht dokumentierte Praxis erscheint als Dokumentationsbedarf.&lt;br /&gt;
; Bedarf&lt;br /&gt;
: Was ein Bestand oder ein Kulturgutträger braucht. &lt;br /&gt;
:* ''Bestandsbezogene'' Bedarfe richten sich auf die [[#2.3.2 Vier Kernfunktionen|vier Kernfunktionen]] (erfassen, digitalisieren, langfristig erhalten, zugänglich machen). &lt;br /&gt;
:* ''Trägerbezogene'' Bedarfe betreffen den Akteur selbst, etwa Personal, Beratung oder Finanzierung.&lt;br /&gt;
; Dringlichkeit&lt;br /&gt;
: Zeitdruck, der sich aus einer Gefährdung ergibt. Sie ist nicht gleichbedeutend mit Priorität, in die auch kulturelle Bedeutung, Nutzen und Machbarkeit eingehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.2.2 Bestandslandkarte ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Übersicht folgt der [[#2.2 Klassifizierung von Kulturgütern|Klassifizierung aus Abschnitt 2.2]]. Sie nennt für jede Klasse typische Bestände, die wichtigsten Träger und den bekannten Stand. Einzelne Sammlungsorte stehen in [[12.3.A3 Sammlungsorte des sorbischen Kulturerbes|Anhang 12.3.A3]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|+ Bestände nach Kulturgutklassen (Stand: weitgehend · teilweise · kaum · ''offen'')&lt;br /&gt;
! Klasse !! Typische Bestände !! Wichtigste Träger !! Umfang, soweit bekannt !! Erfasst !! Digitalisiert !! Gefährdung&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''A''' Materiell – unbeweglich || Denkmale, Gedenktafeln, Inschriften, Grabmäler, Blockbauten, Wirkungsstätten, Kirchen || Eigentümer, Gemeinden, Kirchgemeinden; dokumentiert durch das SI || Inventar sorbischer Kulturdenkmale in Sachsen: 61 Aktenordner, 6.300 analoge Fotomotive&amp;lt;ref name=&amp;quot;dmp&amp;quot;&amp;gt;Sorbisches Institut o. J.: Datenmanagementplan zum Teilprojekt „Sorbische Kulturdenkmale in Sachsen“ im Verbundprojekt DIKUSA – Vernetzung digitaler Kulturdaten in Sachsen, Laufzeit 01.02.2022-31.12.2025. URL: https://www.saw-leipzig.de/de/projekte/dikusa/datenmanagementplaene-1/dmp_si_dikusa.pdf/@@download/file/DMP_SI_Dikusa.pdf, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;; nach einer älteren Untersuchung rund 1.700 Objekte in der sächsischen Oberlausitz (''zu prüfen'')&amp;lt;ref name=&amp;quot;kdm&amp;quot;&amp;gt;Fachpublikation zu sorbischen Kulturdenkmalen. Interne Referenz: saxorum-10788_Sorbische_Kulturdenkmale_digital_erfassen_präsentieren.pdf. Angabe nach Projektunterlagen, noch zu prüfen.&amp;lt;/ref&amp;gt; || teilweise: Sachsen inventarisiert; Niederlausitz in Erfassung, geplant in drei Phasen bis 2031&amp;lt;ref name=&amp;quot;nlposter&amp;quot;&amp;gt;Sorbisches Institut o. J.: Materielle Zeugnisse sorbischer/wendischer Kultur in der Niederlausitz. Modul 4 des Vorhabens „Digitales Portal zu sorbischen und Lausitzer Sprach- und Kulturlandschaften“ (Poster). URL: https://serbski-institut.de/wp-content/uploads/2021/11/A0-Druck_DigPortal-M4.pdf, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; || teilweise: Inventar Sachsen 2022-2025 digital aufbereitet&amp;lt;ref name=&amp;quot;dmp&amp;quot;/&amp;gt;; 78 Objekte öffentlich im Atlas auf Sorabicon (April 2026)&amp;lt;ref name=&amp;quot;atlas&amp;quot;&amp;gt;Sorbisches Institut 2026: Pressemitteilung zum digitalen Atlas sorbischer Kulturdenkmale im Wissensportal Sorabicon, 30.04.2026. URL: https://idw-online.de/de/news870102, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; || Verwitterung, Umbau, Abriss; Inventar teils nur analog oder in veralteten Dateiformaten (siehe 3.2.3)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''B1''' Schriftgut || Bücher, Zeitungen, Handschriften, Nachlässe, Vereins- und Institutionsakten, Plakate, Grafik || Sorbische Zentralbibliothek, Sorbisches Kulturarchiv (SKA), Sorbisches Museum, SLUB, Hórnik-Bibliothek im Wendischen Seminar Prag, Oberlausitzische Bibliothek der Wissenschaften Görlitz || Zentralbibliothek ca. 110.000 Medieneinheiten&amp;lt;ref name=&amp;quot;liste2026&amp;quot;/&amp;gt;; Sorbisches Museum über 1.000 Schriftquellen, ca. 1.700 Plakate, ca. 6.000 Grafiken&amp;lt;ref name=&amp;quot;sm&amp;quot;&amp;gt;Sorbisches Museum Bautzen o. J.: Museum – Sammlung. URL: https://sorbisches-museum.de/museum/?lang=en, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;; SKA: Nachlässe, Akten der Domowina 1912-1989 und sorbischer Vereine, Umfang ''offen''&amp;lt;ref name=&amp;quot;ska&amp;quot;&amp;gt;Sorbisches Institut o. J.: Sorbian Cultural Archive. URL: https://www.serbski-institut.de/en/sorbian-cultural-archive/, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; || weitgehend in den Bibliotheken (Katalog, Sorbische Bibliographie)&amp;lt;ref name=&amp;quot;vls&amp;quot;/&amp;gt;; kleine und private Träger ''offen'' || teilweise: 1.634 Dokumente des SI auf Sachsen.Digital (Stand 2021)&amp;lt;ref name=&amp;quot;ldp&amp;quot;&amp;gt;Sorbisches Institut 2021: Pressemitteilung zu Digitalisaten aus dem Landesdigitalisierungsprogramm Sachsen (u. a. „Serbowka“, erstes sorbisches Lehrbuch), 12.03.2021. URL: https://serbski-institut.de/wp-content/uploads/2021/12/2021-03-12_MI_Erstes-sorbisches-Lehrbuch-LDP_Serbowka_de.4753.pdf, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;; Handschriften des SKA 2016 digitalisiert&amp;lt;ref name=&amp;quot;hs&amp;quot;&amp;gt;Sorbisches Institut o. J.: Digitalisate handschriftlicher Literatur aus den Beständen des SKA in Sachsen.digital. URL: https://serbski-institut.de/de/Handschriften-als-Digitalisat, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;; Zeitungen und Zeitschriften teils online&amp;lt;ref name=&amp;quot;vls&amp;quot;/&amp;gt; || Nachlässe in Privatbesitz; säurehaltiges Papier des 19. und 20. Jahrhunderts (''Annahme'', nicht erhoben)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''B2''' Fotografien und Bildträger || Fotosammlungen und Fotonachlässe, Negative, Glasplatten, Dias || SKA, Sorbisches Museum, Wendisches Museum, Stadtmuseum Cottbus, SI (Kulturdenkmale), Sorbisches National-Ensemble (SNE), Domowina Verlag (LND), Deutsch-Sorbisches Volkstheater ''(Annahme)'', Chronisten, Privatpersonen || Sorbisches Museum ca. 10.500 Fotos&amp;lt;ref name=&amp;quot;sm&amp;quot;/&amp;gt;; Inventar Kulturdenkmale 6.300 Motive&amp;lt;ref name=&amp;quot;dmp&amp;quot;/&amp;gt;; SKA ''offen'' || teilweise bei Museen und SKA; private Bestände oft unstrukturiert&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt; || teilweise: ausgewählte Bildsammlungen des SKA im Virtuellen Lesesaal&amp;lt;ref name=&amp;quot;vls&amp;quot;/&amp;gt;; Glasplattennegative der Sammlung Fritz Unger (Stadtmuseum Cottbus) mit wendischen Motiven auf museum-digital&amp;lt;ref name=&amp;quot;unger&amp;quot;&amp;gt;museum-digital:brandenburg o. J.: Wendische Trachtengruppe, Glasplattennegativ, Fotografische Sammlung Fritz Unger, Stadtmuseum Cottbus, Inv.-Nr. U190-05. URL: https://brandenburg.museum-digital.de/pdf/object/65463.pdf?lang=de, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; || Negative und Glasplatten empfindlich; private Bestände ohne Verzeichnis&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''B3''' Analoge AV-Träger || Tonbänder, Kassetten, Schallplatten, Videobänder, Filme || SKA, MDR und rbb, SNE, Amateurfilmer, Njepila-Hof (Tondokumente)&amp;lt;ref name=&amp;quot;liste2026&amp;quot;/&amp;gt;; Filme der früheren DEFA (Filmstudio der DDR), Hörfunkbestände der DDR-Zeit im Deutschen Rundfunkarchiv (''Annahme'') || sorbischsprachiger Rundfunk seit 1948&amp;lt;ref name=&amp;quot;rundfunk&amp;quot;&amp;gt;Wikipedia (englisch): Sorbischer Rundfunk. URL: https://en.wikipedia.org/wiki/Sorbischer_Rundfunk, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;; DEFA-Gruppe „Sorbischer Film“ 1980-1990: knapp 40 Filme&amp;lt;ref name=&amp;quot;defa&amp;quot;&amp;gt;Deutsches Historisches Museum, Zeughauskino o. J.: Filmreihe „Sorbische Filmlandschaften“. URL: https://www.dhm.de/zeughauskino/filmreihe/sorbische-filmlandschaften/, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;; SKA, SNE und Amateurbestände ''offen'' || kaum bekannt || teilweise: Filme des SKA im sächsischen Programm zur Sicherung des audiovisuellen Erbes digitalisiert&amp;lt;ref name=&amp;quot;vls&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;avsachsen&amp;quot;&amp;gt;Leipziger Internet Zeitung 2020: Über 50.000 Film- und Tonminuten digitalisiert. Zwischenbilanz zur Sicherung des audiovisuellen Erbes in Sachsen, 16.09.2020. URL: https://www.l-iz.de/melder/wortmelder/2020/09/Ueber-50-000-Film-und-Tonminuten-digitalisiert-Zwischenbilanz-zur-Sicherung-des-audiovisuellen-Erbes-in-Sachsen-349190, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;; Umfang ''offen'' || '''hoch''': Magnetbandformate sind veraltet, die routinemäßige Überspielung endete nach Einschätzung von UNESCO und IASA (Internationaler Verband der Schall- und audiovisuellen Archive) etwa 2025&amp;lt;ref name=&amp;quot;mta&amp;quot;&amp;gt;IASA o. J.: Announcing the Magnetic Tape Alert Project (UNESCO-Programm „Information for All“ und IASA). URL: https://iasa-web.org/node/5374, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''B4''' 3D-Objekte || Trachten und Textilien, Volkskunst, Ostereier, Keramik, Hausrat, Kunstwerke || Sorbisches Museum, Wendisches Museum, Heimatmuseen und Heimatstuben, Trachtenfundi von Vereinen und Ensembles, private Sammlungen || Sorbisches Museum ca. 35.000 inventarisierte Objekte über alle Sammlungsbereiche, davon Kunstsammlung 6.900 Werke&amp;lt;ref name=&amp;quot;sm&amp;quot;/&amp;gt;; Wendisches Museum: größte Sammlung niedersorbischer Tracht, Zahl ''offen''&amp;lt;ref name=&amp;quot;wm&amp;quot;&amp;gt;Wendisches Museum Cottbus o. J.: Selbstdarstellung des Museums, Dokument im Ratsinformationssystem der Stadt Cottbus. URL: https://session.cottbus.de/oparl/bodies/0001/downloadfiles/00007050.pdf, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;; Heimatmuseum Dissen 6.700 inventarisierte Exponate (SKR-Konzept, S. 8)&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;/&amp;gt;; Jänschwalde über 40 Originaltrachten und über 1.000 Keramiken&amp;lt;ref name=&amp;quot;liste2026&amp;quot;/&amp;gt; || teilweise: beide sorbischen Museen haben Inventare, aber kein verknüpfendes System (SKR-Konzept, S. 7)&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;/&amp;gt;; kleine Museen teils ohne Inventar&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt; || kaum: acht Häuser mit sorbischem Schwerpunkt haben zusammen 401 Objekte auf museum-digital veröffentlicht (SKR-Konzept, S. 8)&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;/&amp;gt;; Online-Sammlungen der beiden sorbischen Museen nicht gefunden || Textilien empfindlich; private Ausstellungen ohne Nachfolge (siehe 3.2.3)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''C1''' Orale Traditionen || Sprache und Dialekte, Erzählungen, Sagen, Zeitzeugenberichte || Sprecherinnen und Sprecher; dokumentiert durch SI und Rundfunk || ''offen'' || teilweise: Zeitzeugen-O-Töne im Wissensportal Sorabicon&amp;lt;ref name=&amp;quot;atlas&amp;quot;/&amp;gt;; Zeitzeugen-Sammlung von Lucija auf YouTube &amp;lt;mark&amp;gt;Referenz&amp;lt;/mark&amp;gt; || teilweise || '''hoch''' für das Niedersorbische: nach Angaben des Bundesinnenministeriums 2024 nur noch wenige hundert fließende Sprecherinnen und Sprecher&amp;lt;ref name=&amp;quot;sprache&amp;quot;&amp;gt;Universität Potsdam o. J.: Mehrsprachigkeit in Brandenburg – Sorbisch (mit Verweis auf BMI 2024 und Landesregierung Brandenburg 2024). URL: https://www.uni-potsdam.de/de/svm/mehrsprachigkeit-in-brandenburg/studentische-projekte/sorbisch, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''C2''' Darstellende Künste || Musik, Lieder, Tanz, Theater, Chorgesang || SNE, Deutsch-Sorbisches Volkstheater, Chöre und Ensembles; dokumentiert durch Rundfunk und Studijo Lucija || ''offen'' || ''offen'' || teilweise: neuere Aufnahmen meist ursprünglich digital (siehe D1) || ältere Mitschnitte auf AV-Trägern (siehe B3); digitale Mitschnitte, die nicht langzeittauglich gelagert und nicht registriert sind (siehe D1 und D2)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''C3''' Rituale und Feste || Bräuche und Feste im Jahreslauf, u. a. Vogelhochzeit, Zampern, Zapust, Ostersingen, Osterreiten, Maibaum, Kirmes || MDR, rbb, Studio Lucija, Vereine, Dorfgemeinschaften, Kirchgemeinden || „Gesellschaftliche Bräuche und Feste der Lausitzer Sorben im Jahreslauf“ seit 2014 im Bundesweiten Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes&amp;lt;ref name=&amp;quot;ike&amp;quot;&amp;gt;Sorbisches Institut 2020: Aufruf und Fragebogen zur Erhebung sorbischer/wendischer Bräuche und Feste im Landkreis Spree-Neiße, 18.12.2020. URL: https://www.serbski-institut.de/wp-content/uploads/2022/03/IKE-Fragebogen-Aufruf_2020_12_189_DE.4701.pdf, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;iketour&amp;quot;&amp;gt;Sachsen-Tourismus 2025: Hintergrundtext Immaterielles Kulturerbe. URL: https://www.sachsen-tourismus.de/fileadmin/mediendatenbank_ALT/mediendatenbank/bilder/presse/rechercheideen/hintergrundtext-immaterielles-kulturerbe-2025.pdf, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; || teilweise: Erhebung im Landkreis Spree-Neiße durch das SI ab 2020, Ergebnisstand ''offen''&amp;lt;ref name=&amp;quot;ike&amp;quot;/&amp;gt;; Oberlausitz ''offen'' || teilweise || Praxis im Wandel; frühere Ausprägungen nur über Dokumentation greifbar (''Annahme'')&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''C4''' Wissen über Natur und Universum || Volksglaube, Heil- und Sammelwissen, religiöse Praxis || Familien, Kirchgemeinden || ''offen'' || ''offen'' || ''offen'' || Wissen oft bei wenigen, teils älteren Personen (SKR-Konzept, S. 8)&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''C5''' Traditionelles Handwerk || Ostereiverzierung, Trachtenherstellung und -pflege, Weben, Flachs und Leinen, Töpfern || Handwerkerinnen und Handwerker, Vereine, Heimatmuseen, z. B. Sorbische Webstube Drebkau&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;/&amp;gt;, Kólasko Drachhausen&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019b&amp;quot;/&amp;gt; || ''offen'' || ''offen'' || ''offen'' || Wissen an wenige Personen gebunden; fehlender Nachwuchs (SKR-Konzept, S. 8)&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''D1''' Born-digital || Websites, soziale Medien, Veranstaltungsmitschnitte, digitale Fotos und Videos, digitale Publikationen, Projektdaten || Studijo Lucija, Rundfunk, Verlage, Vereine, Einrichtungen || ''offen'' || kaum || – || '''hoch''': keine systematische Sicherung sorbischer Web- und Social-Media-Inhalte bekannt; Webarchivierung in Deutschland insgesamt lückenhaft&amp;lt;ref name=&amp;quot;webarchiv&amp;quot;&amp;gt;netzpolitik.org 2026: Kritische Infrastruktur: Bei der Web-Archivierung fehlt die Strategie. URL: https://netzpolitik.org/2026/kritische-infrastruktur-bei-der-web-archivierung-fehlt-die-strategie/, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;; Masterdateien teils nur beim Erzeuger&amp;lt;ref name=&amp;quot;lucija&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''D2''' Digitalisate || digitale Repräsentationen aus den Klassen A bis C || SI, SLUB, Museen, Projekte || SI: 1.634 Dokumente auf Sachsen.Digital (2021)&amp;lt;ref name=&amp;quot;ldp&amp;quot;/&amp;gt;; Sorabicon: zwölf veröffentlichte Sammlungen (2026)&amp;lt;ref name=&amp;quot;atlas&amp;quot;/&amp;gt; || teilweise: über Kataloge und die Deutsche Digitale Bibliothek nachgewiesen, teils als gemeinfrei gekennzeichnet&amp;lt;ref name=&amp;quot;ddb&amp;quot;&amp;gt;Deutsche Digitale Bibliothek o. J.: Wot togo narodu Jesu Christußa (1865), Datengeber: Sorbisches Institut / Sorbisches Kulturarchiv. URL: https://www.deutsche-digitale-bibliothek.de/item/3IVBZKDCQK6LHTOFW5HKYF235K6A4QEF, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; || – || Langzeiterhaltung teils ungeklärt: Projektdaten lagen bei einem Webhoster mit Datensicherung, die Langzeitarchivierung war „zu eruieren“&amp;lt;ref name=&amp;quot;dmp&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.2.3 Bestände mit vorrangigem Digitalisierungsbedarf ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als vorrangig gilt ein Bestand, wenn mindestens einer der folgenden Gründe zutrifft:&lt;br /&gt;
# '''Materialverfall oder veraltete Technik:''' Der Träger zerfällt, oder Abspielgeräte sind kaum noch verfügbar.&lt;br /&gt;
# '''Ungesicherte Betreuung:''' Nachfolge, Räume oder Trägerschaft sind nicht gesichert.&lt;br /&gt;
# '''Unikat ohne Sicherung:''' Es gibt weder eine Kopie noch einen Nachweis an anderer Stelle.&lt;br /&gt;
# '''Schwindendes Wissen:''' Trägerinnen und Träger einer Praxis oder Zeitzeugen können nur noch begrenzte Zeit befragt werden.&lt;br /&gt;
# '''Ungesicherte digitale Dateien:''' Masterdateien fehlen, es gibt kein Zielarchiv, oder die Dateiformate veralten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die '''Dringlichkeit''' ist &lt;br /&gt;
* ''hoch'', wenn Verlust oder Unzugänglichkeit innerhalb weniger Jahre wahrscheinlich sind, &lt;br /&gt;
* ''mittel'', wenn ein Risiko erkennbar ist, der Zeitrahmen aber offen ist, und &lt;br /&gt;
* ''offen'', wenn die Lage nicht bekannt ist. &lt;br /&gt;
Die Herkunft der Dringlichkeit ist mit '''G''' gekennzeichnet, wenn der Bedarf von Trägern oder in ihren Unterlagen genannt wurde, und mit '''A''', wenn er aus der Analyse abgeleitet ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|+ Bestände mit vorrangigem Digitalisierungsbedarf&lt;br /&gt;
! Bestand / Bestandsgruppe !! Träger !! Klasse !! Grund !! Dringlichkeit !! Herkunft !! Quelle&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Ton-, Video- und Filmbestände auf Magnetband und Film || SKA, SNE, Rundfunk, Amateurfilmer, Njepila-Hof u. a. || B3 || 1, 3 || hoch || A || &amp;lt;ref name=&amp;quot;mta&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;ska&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Sprache und Erzählwissen der letzten muttersprachlichen Sprecherinnen und Sprecher des Niedersorbischen || – || C1 || 4 || hoch || A || &amp;lt;ref name=&amp;quot;sprache&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Zwei private Ausstellungen in der Oberlausitz, von den Betreibern im Ruhestand allein und ohne Förderung betreut (Stand 2019) || privat || B4 || 2, 3 || hoch, sofern noch bestehend || G || &amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019b&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Private Sammlungen und Nachlässe, darunter Filme und Chroniken sowie ein Nachlass, dessen Sichtung und Bewertung 2019 erbeten wurde || privat || B1-B4 || 1, 2, 3 || hoch || G || &amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019b&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Veranstaltungsmitschnitte, die nicht zentral registriert sind und nur komprimiert und teilweise an das SKA gehen || Studijo Lucija || D1 (C2, C3) || 5 || hoch || A || &amp;lt;ref name=&amp;quot;lucija&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Inventar sorbischer Kulturdenkmale in Sachsen: analoge Negative und Dateien in veralteten Formaten (u. a. .wps, .wbk, .wks) || SI || B2, D1 || 1, 5 || mittel || A || &amp;lt;ref name=&amp;quot;dmp&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Sorbische Websites und soziale Medien || verschieden || D1 || 5 || mittel || A || &amp;lt;ref name=&amp;quot;webarchiv&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Archiv verschwundener Orte in Horno: Umzug 2019 geplant || Trägerschaft ''offen'' || B1, B2 || 2 || ''offen'' || G || &amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019b&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.2.4 Bedarfe der Kulturgutträger ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Neben dem Bedarf einzelner Bestände haben viele Kulturgutträger Bedarfe, die sie selbst betreffen. Sie werden hier gebündelt und der Seite des Angebots zugeordnet, an die sie sich richten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
! Bedarf !! Betroffene Träger !! Richtet sich an !! Herkunft !! Quelle&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Personal und Nachwuchs für Betreuung und Erfassung || kleine Museen, Heimatstuben, ehrenamtliche Sammlungsorte || Rahmen (F) || G || &amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;; SKR-Konzept, S. 7-8 und 29&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Laufende Finanzierung für Personal und Unterhalt; z. B. jährliches Ringen um Personalmittel in Dissen || kleine Museen || Rahmen (F) || G || &amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019b&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Fachliche Begleitung, Beratung und Schulung || kleine und ehrenamtliche Träger || K1-K3, Rahmen || G || &amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;; SKR-Konzept, S. 10 und 30&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Inventarisierung und digitale Erschließung; Nachholbedarf wegen Personalmangels „teils bestandsgefährdend“ || kleine Museen, private Sammlungen, auch die großen Museen || K1 || G || SKR-Konzept, S. 7&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;/&amp;gt;; &amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Vernetzung und Kooperation || kleine Museen || Rahmen (S) || G || &amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Sichtbarkeit und Präsentation || sorbische Museen, kleine Museen || K4 || G || &amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2020&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Sichtung und Bewertung von Nachlässen || private Nachlässe || K1, Prozessschritt „Bewerten“ || G || &amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019b&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Räume, Bausubstanz und Bewirtschaftung, z. B. Muzej Ćišinskeho, Dom Njechorńskeho || kleine Museen und Gedenkorte || Rahmen (Voraussetzung) || G || &amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019b&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Digitalisierung von Ton-, Film- und Fotobeständen als Dienstleistung || SKA, kleine und private Träger || K2 || A || –&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Verbindlicher Ort für die langfristige Erhaltung von Digitalisaten und ursprünglich digitalen Aufnahmen || Studijo Lucija, Projekte, kleine Träger || K3 || A || &amp;lt;ref name=&amp;quot;lucija&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;dmp&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Rechteklärung und Einwilligungen || Rundfunkproduktionen, Veranstaltungsaufnahmen || Rahmen || G (Rundfunk) / A || &amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Bedarfe des Sorbischen Museums und des Wendischen Museums || beide sorbischen Museen || K1-K4 || G || Digitalisierungskreis, Sitzung vom 21.04.2026 (''noch einzuarbeiten'')&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.2.5 Erste Befunde ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* '''Ein Gesamtüberblick über die Bestände fehlt.''' 2020 wurde festgestellt, dass eine systematische Registrierung des sorbischen Kulturerbes fehlt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2020&amp;quot;/&amp;gt; 2025 beschrieb das SI die Bedingungen an den Sammlungsorten als „von vorbildlich bis prekär“; vieles liege nur analog vor, und die Digitalisierung stehe überwiegend am Anfang.&amp;lt;ref name=&amp;quot;skrhandout&amp;quot;&amp;gt;Sorbisches Institut 2025: Handout zum Pressegespräch „Konzept Sorbisches Kulturregister“, 20.11.2025. URL: https://www.serbski-institut.de/wp-content/uploads/2025/11/2025-11-20_Handout-Pressegespraech-SKR_Konzept.pdf, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Ein Überblick sei derzeit nicht möglich, weil die Sammlungsorte technisch „fraktioniert oder gar inkompatibel“ arbeiten (SKR-Konzept, S. 8).&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
* '''Die bekannten Sammlungsorte sind nur ein Ausschnitt.''' Das SKR-Konzept nennt mehr als 70 Einrichtungen mit kulturerberelevantem Archivgut (S. 10). Im Arbeitskreis Lausitzer Museenland widmet sich etwa ein Drittel der 48 Heimatstuben und Regionalmuseen sorbischer Geschichte und Kultur (S. 7).&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;/&amp;gt; Die Arbeitsliste umfasst bisher rund 32 Orte.&amp;lt;ref name=&amp;quot;liste2026&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
* '''Zahlen gibt es nur für wenige große Träger.''' Für das Sorbische Museum, die Sorbische Zentralbibliothek und die Digitalisate des SI liegen Größenordnungen vor. Für das SKA, das Wendische Museum, die audiovisuellen Bestände und fast alle kleinen Träger fehlen sie.&lt;br /&gt;
* '''Wo der Zeitdruck am größten ist, ist am wenigsten bekannt.''' Das betrifft vor allem die analogen Ton-, Video- und Filmbestände sowie die Dokumentation des Niedersorbischen.&lt;br /&gt;
* '''Online sichtbar ist nur ein Bruchteil.''' Acht Häuser mit sorbischem Schwerpunkt haben zusammen 401 Objekte auf museum-digital veröffentlicht; das Heimatmuseum Dissen mit 6.700 inventarisierten Exponaten noch keines (SKR-Konzept, S. 8).&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
* '''Digital vorhanden heißt nicht gesichert.''' Ursprünglich digitale Aufnahmen und Projektdaten haben teils kein Zielarchiv oder liegen in veralteten Formaten vor (siehe 3.2.3). Wer diese Aufgabe übernimmt, untersuchen die Abschnitte 3.3 und 3.4.&lt;br /&gt;
* '''Das immaterielle Kulturerbe ist ungleich dokumentiert.''' Für die Niederlausitz gab es ab 2020 eine Erhebung der Bräuche und Feste,&amp;lt;ref name=&amp;quot;ike&amp;quot;/&amp;gt; für die Oberlausitz ist keine vergleichbare bekannt.&lt;br /&gt;
* '''Ein Teil des Erbes liegt außerhalb sorbischer Verantwortung oder außerhalb der Lausitz,''' etwa in Prag, Dresden und Görlitz, in Rundfunkarchiven und bei der DEFA-Überlieferung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Ist-Analyse kann damit Struktur und Schwerpunkte benennen, aber keine vollständige Bestandsübersicht ersetzen. Eine institutionsübergreifende Bestands- und Bedarfserhebung mit Prioritätenliste ist eine eigene Aufgabe (vgl. das Ziel 2028 in [[#1.1 Visionen und Ziele für die sorbische digitale Welt|Abschnitt 1.1]]) und wird bei den Maßnahmen aufgegriffen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.1.2 Bedarfe und Dringlichkeiten ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;background-color:#eef5fb;border-left:4px solid #5b9bd5;padding:0.7em 1em;margin:1em 0;&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Leitfrage:''' Welche Unterstützung benötigen die Kulturgutträger und welche Bedarfe sollten (+aus welchen Gründen) vorrangig bearbeitet werden?&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die bei Kulturgutträgern bestehenden Bedarfe sollten zunächst möglichst vollständig erhoben und anschließend zusammengeführt und eingeordnet werden. Dabei ist zwischen &amp;quot;von Akteuren ausdrücklich genannten Bedarfen&amp;quot; und &amp;quot;aus der Analyse zusätzlich abgeleiteten Bedarfen&amp;quot; zu unterscheiden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die weitere Erhebung und Analyse insbesondere zu prüfen:&lt;br /&gt;
* vorhandene Bedarfserhebungen, Gesprächsprotokolle und bisherige Tabellen zusammenführen&lt;br /&gt;
* Bedarfe möglichst den vier Kernfunktionen zuordnen:&lt;br /&gt;
** Nachweisen, beschreiben und verknüpfen,&lt;br /&gt;
** Digitalisieren und Qualität sichern,&lt;br /&gt;
** langfristig erhalten,&lt;br /&gt;
** zugänglich machen und Nutzung ermöglichen;&lt;br /&gt;
* zusätzlich übergreifende Bedarfe erfassen, beispielsweise:&lt;br /&gt;
** Personal und Fachkompetenz,&lt;br /&gt;
** Beratung und Schulung,&lt;br /&gt;
** Finanzierung,&lt;br /&gt;
** Rechteklärung und Datenschutz,&lt;br /&gt;
** Metadaten und gemeinsame Standards,&lt;br /&gt;
** technische Infrastruktur;&lt;br /&gt;
* Dringlichkeit anhand nachvollziehbarer Kriterien beurteilen, beispielsweise:&lt;br /&gt;
** drohender Verlust oder Materialverfall,&lt;br /&gt;
** fehlende personelle Nachfolge,&lt;br /&gt;
** gefährdete oder unbekannte Bestände,&lt;br /&gt;
** blockierende Abhängigkeit für weitere Digitalisierungsschritte,&lt;br /&gt;
** kulturelle oder sprachliche Bedeutung,&lt;br /&gt;
** erwartete Nutzung für Bildung, Forschung oder Öffentlichkeit&lt;br /&gt;
* unterscheiden zwischen Einzelfallbedarf und strukturellem Bedarf mehrerer Kulturgutträger&lt;br /&gt;
* soweit möglich erfassen, welche Bedarfe bereits durch bestehende Angebote abgedeckt werden und welche bislang offenbleiben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mögliches Ergebnis: priorisierte beziehungsweise nach Dringlichkeit geordnete Bedarfsübersicht mit Zuordnung zu Akteursgruppen und Kernfunktionen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== 3.2 Ist-Stand der vier Kernfunktionen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;background-color:#eef5fb;border-left:4px solid #5b9bd5;padding:0.7em 1em;margin:1em 0;&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Leitfrage:''' Welche Kernfunktionen werden durch bestehende Angebote / Dienste und Projekte bereits erfüllt – für welche Bestände, Akteure und Nutzungszwecke?&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Den Schwerpunkt der Ist-Analyse bildet die Frage, '''in welchem Umfang''' die vier zuvor bestimmten Kernfunktionen der Kulturerbe-Digitalisierung im sorbischen Kontext bereits erfüllt werden. Dabei reicht es nicht aus festzustellen, dass ein Projekt, eine Institution oder ein technisches System existiert. Zu prüfen ist vielmehr, welche Leistung tatsächlich verfügbar ist, welche Kulturgutträger und Bestände sie erreicht und welche Lücken verbleiben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für jede Kernfunktion sollte möglichst nach einer einheitlichen Logik untersucht werden:&lt;br /&gt;
* vorhandene Angebote, Systeme und Projekte&lt;br /&gt;
* verantwortliche Betreiber beziehungsweise Akteure&lt;br /&gt;
* Entwicklungs- und Betriebsstand&lt;br /&gt;
* erreichte Kulturgutträger, Bestände und Kulturgutarten&lt;br /&gt;
* abgedeckte Bedarfe&lt;br /&gt;
* technische und organisatorische Anschlussmöglichkeiten&lt;br /&gt;
* erkennbare Lücken, Risiken und offene Fragen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.2.1 Nachweisen, beschreiben und verknüpfen ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;background-color:#eef5fb;border-left:4px solid #5b9bd5;padding:0.7em 1em;margin:1em 0;&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Leitfrage:''' Wie vollständig und nutzbar werden sorbische Kulturgüter und Bestände heute nachgewiesen, beschrieben und miteinander verknüpft?&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die weitere Erhebung und Analyse insbesondere zu prüfen:&lt;br /&gt;
* Stand und tatsächlicher Funktionsumfang des Sorbischen/Wendischen Kulturregisters&lt;br /&gt;
* vorhandene institutionelle Kataloge, Inventare, Datenbanken und lokale Verzeichnisse&lt;br /&gt;
* welche Kulturgutarten, Einrichtungen und Regionen bereits erfasst sind&lt;br /&gt;
* welche Bestände bislang nur lokal, analog oder überhaupt nicht systematisch nachgewiesen werden&lt;br /&gt;
* verwendete Metadaten, Identifikatoren und Normdaten&lt;br /&gt;
* Möglichkeiten zur Übernahme beziehungsweise Verknüpfung bestehender Daten&lt;br /&gt;
* Anschlussmöglichkeiten:&lt;br /&gt;
** direkte Erfassung kleinerer Träger,&lt;br /&gt;
** Datenimport beziehungsweise Schnittstellen größerer Einrichtungen&lt;br /&gt;
* Mehrsprachigkeit und Umgang mit ober- und niedersorbischen Bezeichnungen&lt;br /&gt;
* Verhältnis zwischen institutionellen Beschreibungen, historischen Fremdbezeichnungen und sorbischen beziehungsweise lokalen Selbstbezeichnungen&lt;br /&gt;
* vorhandene Funktionen für Digitalisierungsstatus, Rechteinformationen und Priorisierung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.2.2 Digitalisieren und Qualität sichern ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;background-color:#eef5fb;border-left:4px solid #5b9bd5;padding:0.7em 1em;margin:1em 0;&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Leitfrage:''' Welche Kulturgüter können heute in welcher Qualität und Kapazität digitalisiert werden, und welche Kulturgutträger können diese Leistungen tatsächlich nutzen?&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die weitere Erhebung und Analyse insbesondere zu prüfen:&lt;br /&gt;
* aktueller Stand des Digitalisierungszentrums und weiterer Digitalisierungsangebote&lt;br /&gt;
* verfügbare technische Verfahren für unterschiedliche Kulturgutarten, beispielsweise:&lt;br /&gt;
** Schriftgut,&lt;br /&gt;
** Fotografien,&lt;br /&gt;
** Bücher und Zeitschriften,&lt;br /&gt;
** Tonaufnahmen,&lt;br /&gt;
** Film und Video,&lt;br /&gt;
** dreidimensionale Objekte&lt;br /&gt;
* stationäre, mobile und extern vergebene Digitalisierung&lt;br /&gt;
* vorhandene Kapazitäten und erkennbare Engpässe&lt;br /&gt;
* Zugangsmöglichkeiten für kleine und ehrenamtlich arbeitende Kulturgutträger&lt;br /&gt;
* Beratung vor der Digitalisierung&lt;br /&gt;
* Anforderungen an Vorbereitung, Metadaten und Rechteklärung&lt;br /&gt;
* vorhandene Qualitätsstandards und Qualitätskontrolle&lt;br /&gt;
* Unterstützung bei Ausschreibung beziehungsweise Beauftragung externer Dienstleister&lt;br /&gt;
* bisherige Digitalisierungsprojekte und deren Ergebnisse&lt;br /&gt;
* besonders gefährdete Bestände, für die kurzfristig Digitalisierungskapazität benötigt wird&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.2.3 Langfristig erhalten ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;background-color:#eef5fb;border-left:4px solid #5b9bd5;padding:0.7em 1em;margin:1em 0;&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Leitfrage:''' Für welche digitalen Bestände ist die langfristige Erhaltung organisatorisch und technisch tatsächlich abgesichert? &amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die weitere Erhebung und Analyse insbesondere zu prüfen:&lt;br /&gt;
* vorhandene Repositorien, digitale Archive und Speicherlösungen&lt;br /&gt;
* welche Einrichtungen bereits Digitalisate dauerhaft übernehmen können&lt;br /&gt;
* welche Digitalisate derzeit lediglich lokal oder projektbezogen gespeichert werden&lt;br /&gt;
* Unterschied zwischen:&lt;br /&gt;
** Ablage beziehungsweise Speicherung,&lt;br /&gt;
** Datensicherung,&lt;br /&gt;
** institutionellem Repositorium,&lt;br /&gt;
** digitaler Langzeiterhaltung;&lt;br /&gt;
* Verantwortlichkeiten für Übernahme, Erhaltung und spätere Datenmigration&lt;br /&gt;
* verwendete Master- und Nutzungsdateien&lt;br /&gt;
* Sicherungskopien, Prüfsummen und Wiederherstellungsverfahren&lt;br /&gt;
* verwendete beziehungsweise vorgesehene Erhaltungsmetadaten&lt;br /&gt;
* Möglichkeiten für kleinere Kulturgutträger, ihre Digitalisate an ein geeignetes Repositorium zu übergeben&lt;br /&gt;
* vorhandene Schnittstellen zwischen Digitalisierung und Repositorium&lt;br /&gt;
* organisatorische und finanzielle Absicherung des langfristigen Betriebs&lt;br /&gt;
* Digitalisate beziehungsweise Projekte identifizieren, deren dauerhafte Erhaltung derzeit ungeklärt ist&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.2.4 Zugänglich machen und Nutzung ermöglichen ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;background-color:#eef5fb;border-left:4px solid #5b9bd5;padding:0.7em 1em;margin:1em 0;&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Leitfrage:''' Welche digitalisierten Inhalte sind für welche Zielgruppen auffindbar, verständlich und im rechtlich beziehungsweise kulturell zulässigen Umfang nutzbar?&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die weitere Erhebung und Analyse insbesondere zu prüfen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* vorhandene Präsentations- und Nutzungssysteme, Portale und Online-Ausstellungen&lt;br /&gt;
* Funktion und Entwicklungsstand von Sorabicon sowie weiteren relevanten Angeboten&lt;br /&gt;
* welche Kulturgüter und Bestände bereits öffentlich zugänglich sind&lt;br /&gt;
* welche Zielgruppen angesprochen werden:&lt;br /&gt;
** Öffentlichkeit,&lt;br /&gt;
** Bildung,&lt;br /&gt;
** Forschung,&lt;br /&gt;
** sorbische Gemeinschaft,&lt;br /&gt;
** Tourismus und Kulturvermittlung;&lt;br /&gt;
* Ober- und Niedersorbisch sowie weitere benötigte Sprachen in Oberfläche, Metadaten und Inhalten&lt;br /&gt;
* Qualität der Kontextualisierung und Vermittlung&lt;br /&gt;
* Möglichkeiten für:&lt;br /&gt;
** Download,&lt;br /&gt;
** Zitation,&lt;br /&gt;
** Datenexport,&lt;br /&gt;
** Programmierschnittstellen,&lt;br /&gt;
** wissenschaftliche und kreative Nachnutzung&lt;br /&gt;
* Rechte- und Lizenzinformationen&lt;br /&gt;
* abgestufte Zugangsmöglichkeiten für sensible beziehungsweise eingeschränkt zugängliche Inhalte&lt;br /&gt;
* Barrierefreiheit beziehungsweise Barrierearmut&lt;br /&gt;
* Aktualisierung und Pflege präsentierter Inhalte&lt;br /&gt;
* soweit verfügbar tatsächliche Nutzung, Reichweite und Nachnutzung erfassen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.2.5 Zusammenspiel der Kernfunktionen in bestehenden Projekten ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;background-color:#eef5fb;border-left:4px solid #5b9bd5;padding:0.7em 1em;margin:1em 0;&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Leitfrage:''' Bei welchen bestehenden Vorhaben funktioniert der Weg vom Kulturgut über Erfassung und Digitalisierung bis zur langfristigen Erhaltung und Nutzung bereits durchgängig – und an welchen Übergängen bestehen Lücken?&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Neben dem Stand der einzelnen Kernfunktionen ist zu prüfen, '''ob diese auch tatsächlich zu einer durchgängigen Prozesskette verbunden sind'''. Ein vorhandenes Register, ein Digitalisierungszentrum, ein Repositorium und ein Präsentationsportal ergeben noch nicht automatisch einen funktionierenden Gesamtprozess.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die weitere Erhebung und Analyse insbesondere zu prüfen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* geeignete bestehende Projekte beziehungsweise Pilotvorhaben auswählen&lt;br /&gt;
* für diese Projekte die vollständige Prozesskette nachvollziehen:&lt;br /&gt;
** Erfassen,&lt;br /&gt;
** Registrieren,&lt;br /&gt;
** Bewerten und priorisieren,&lt;br /&gt;
** Digitalisieren,&lt;br /&gt;
** Archivieren beziehungsweise langfristig erhalten,&lt;br /&gt;
** Präsentieren und nachnutzen;&lt;br /&gt;
* untersuchen, welche Systeme und Akteure an den Übergaben beteiligt sind&lt;br /&gt;
* prüfen, ob Metadaten gemeinsam mit den Dateien weitergegeben werden&lt;br /&gt;
* prüfen, ob Rechte- und Zugangsangaben entlang der Prozesskette erhalten bleiben&lt;br /&gt;
* vorhandene manuelle Medienbrüche beziehungsweise Mehrfacherfassungen identifizieren&lt;br /&gt;
* unklare Zuständigkeiten und Übergabepunkte sichtbar machen&lt;br /&gt;
* positive Beispiele für bereits funktionierende Prozessketten dokumentieren&lt;br /&gt;
* aus Pilotprojekten bekannte Aufwände, Engpässe und Lernerfahrungen aufnehmen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== 3.3 Gemeinsame Regeln, Zusammenarbeit und dauerhafter Betrieb ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;background-color:#eef5fb;border-left:4px solid #5b9bd5;padding:0.7em 1em;margin:1em 0;&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Leitfrage:''' Sind die übergreifenden Voraussetzungen vorhanden, damit die einzelnen Angebote gemeinsam, verlässlich und dauerhaft funktionieren?&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Neben den einzelnen Kernfunktionen ist zu prüfen, ob '''gemeinsame organisatorische und fachliche Voraussetzungen''' vorhanden sind, damit die verschiedenen Angebote zusammenarbeiten und dauerhaft betrieben werden können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieser Abschnitt soll keine allgemeine oder abstrakte Governance-Analyse darstellen. Untersucht werden nur solche übergreifenden Fragen, die konkrete Auswirkungen auf die Digitalisierung des Kulturerbes und die spätere Ableitung von Maßnahmen haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.3.1 Zuständigkeiten, Beteiligung und Freigaben ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;background-color:#eef5fb;border-left:4px solid #5b9bd5;padding:0.7em 1em;margin:1em 0;&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Leitfrage:''' Wer entscheidet verbindlich über Auswahl, Priorisierung, Beschreibung, Digitalisierung, Veröffentlichung und Zugang, und wie sind die Kulturgutträger dabei beteiligt?&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
''Für die weitere Erhebung und Analyse insbesondere zu prüfen:''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* formelle und informelle Zuständigkeiten der beteiligten Institutionen&lt;br /&gt;
* Entscheidungsrechte bei Auswahl und Priorisierung von Beständen&lt;br /&gt;
* Verantwortlichkeiten für Rechteklärung und Veröffentlichung&lt;br /&gt;
* Beteiligung der jeweiligen Kulturgutträger&lt;br /&gt;
* Beteiligung sorbischer Fachleute und Angehöriger der Gemeinschaft bei kulturell sensiblen Inhalten&lt;br /&gt;
* vorhandene Freigabe- und Sperrverfahren&lt;br /&gt;
* Umgang mit nachträglichen Korrekturen oder Einschränkungen&lt;br /&gt;
* erkennbare Überschneidungen beziehungsweise ungeklärte Zuständigkeiten&lt;br /&gt;
* vorhandene Gremien oder Koordinierungsstrukturen&lt;br /&gt;
* prüfen, an welchen Stellen verbindliche Zuständigkeiten fehlen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.3.2 Gemeinsame Standards und Anschlussmöglichkeiten ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;background-color:#eef5fb;border-left:4px solid #5b9bd5;padding:0.7em 1em;margin:1em 0;&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Leitfrage:''' Welche gemeinsamen Regeln ermöglichen es unterschiedlichen Kulturgutträgern, Daten und Digitalisate in eine gemeinsame Infrastruktur einzubringen und zwischen den Kernfunktionen weiterzugeben?&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die weitere Erhebung und Analyse insbesondere zu prüfen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* vorhandene gemeinsame Metadatenstandards beziehungsweise Pflichtfelder&lt;br /&gt;
* verwendete Fachstandards einzelner Einrichtungen&lt;br /&gt;
* gemeinsame Regeln für Ober- und Niedersorbisch&lt;br /&gt;
* Dateiformate und Qualitätsanforderungen für unterschiedliche Kulturgutarten&lt;br /&gt;
* Identifikatoren und Normdaten&lt;br /&gt;
* Rechte- und Lizenzinformationen&lt;br /&gt;
* technische Schnittstellen und Datenexporte&lt;br /&gt;
* Übernahme vorhandener institutioneller Metadaten&lt;br /&gt;
* einfache Erfassungswege für kleinere Kulturgutträger&lt;br /&gt;
* Schnittstellen für Einrichtungen mit bestehenden Fachsystemen&lt;br /&gt;
* Möglichkeiten zur Weitergabe von Daten zwischen Register, Digitalisierung, Repositorium und Präsentation&lt;br /&gt;
* prüfen, wo fehlende Standards oder inkompatible Systeme den Austausch derzeit behindern&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.3.3 Personal, Finanzierung und Betreiberverantwortung ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;background-color:#eef5fb;border-left:4px solid #5b9bd5;padding:0.7em 1em;margin:1em 0;&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Leitfrage:''' Welche zentralen Leistungen sind dauerhaft personell, organisatorisch und finanziell abgesichert, und welche hängen noch von befristeten Projekten oder einzelnen Personen ab?&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die weitere Erhebung und Analyse insbesondere zu prüfen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Betreiber beziehungsweise verantwortliche Stellen für die vier Kernfunktionen&lt;br /&gt;
* dauerhafte Stellen gegenüber befristeten Projektstellen&lt;br /&gt;
* vorhandene beziehungsweise geplante Finanzierungsmodelle&lt;br /&gt;
* laufende Betriebs- und Pflegekosten&lt;br /&gt;
* personelle Kapazitäten und erkennbare Schlüsselpersonenrisiken&lt;br /&gt;
* Unterstützung kleiner und ehrenamtlich geführter Einrichtungen&lt;br /&gt;
* Finanzierung von&lt;br /&gt;
** Beratung,&lt;br /&gt;
** Digitalisierung,&lt;br /&gt;
** Speicher und Langzeiterhaltung,&lt;br /&gt;
** Datenpflege,&lt;br /&gt;
** Rechteklärung,&lt;br /&gt;
** technischer Wartung und Weiterentwicklung;&lt;br /&gt;
* Übergang von geförderten Projekten in einen dauerhaften Regelbetrieb&lt;br /&gt;
* vorhandene Betriebs-, Kooperations- und Übergabevereinbarungen&lt;br /&gt;
* erkennbare Risiken bei Auslaufen einzelner Förderungen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== 3.4 Gesamtbewertung und vorrangiger Handlungsbedarf ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;background-color:#eef5fb;border-left:4px solid #5b9bd5;padding:0.7em 1em;margin:1em 0;&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Leitfrage:''' Welche Bedarfe sind bereits ausreichend abgedeckt, wo liegen die entscheidenden Lücken und welche davon sollten vorrangig bearbeitet werden? &amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Ergebnisse der vorangegangenen Abschnitte werden abschließend zusammengeführt. Ziel ist noch nicht die vollständige Formulierung konkreter Maßnahmen, sondern zunächst eine begründete Bewertung des Ist-Standes und der wichtigsten Lücken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dabei sollte insbesondere unterschieden werden zwischen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* unmittelbar gefährdeten Kulturgütern beziehungsweise Beständen,&lt;br /&gt;
* strukturellen Lücken, die weitere Digitalisierungsschritte blockieren,&lt;br /&gt;
* fehlenden oder nur teilweise verfügbaren Kernfunktionen,&lt;br /&gt;
* nicht dauerhaft abgesicherten Angeboten,&lt;br /&gt;
* Verbesserungsmöglichkeiten bei bereits grundsätzlich funktionierenden Strukturen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die abschließende Bewertung insbesondere zu prüfen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Ergebnisse aus Akteurs-, Bestands- und Bedarfserhebung zusammenführen&lt;br /&gt;
* für jede der vier Kernfunktionen die wichtigsten Stärken und Lücken benennen&lt;br /&gt;
* übergreifende strukturelle Probleme aus Zuständigkeiten, Standards, Betrieb und Finanzierung ergänzen&lt;br /&gt;
* unterscheiden zwischen:&lt;br /&gt;
** fehlender Leistung,&lt;br /&gt;
** unzureichender Kapazität,&lt;br /&gt;
** fehlender Bekanntheit beziehungsweise Zugänglichkeit,&lt;br /&gt;
** fehlender Verbindung bestehender Angebote,&lt;br /&gt;
** ungeklärter Zuständigkeit,&lt;br /&gt;
** fehlender dauerhafter Absicherung;&lt;br /&gt;
* Dringlichkeit begründen, insbesondere anhand von:&lt;br /&gt;
** Verlustgefahr,&lt;br /&gt;
** blockierenden Abhängigkeiten,&lt;br /&gt;
** Anzahl beziehungsweise Bedeutung betroffener Kulturgutträger,&lt;br /&gt;
** kultureller und sprachlicher Bedeutung,&lt;br /&gt;
** Aufwand und Realisierbarkeit;&lt;br /&gt;
* offene Informationslücken ausdrücklich kennzeichnen&lt;br /&gt;
* aus den ermittelten Lücken anschließend Handlungsbedarfe ableiten&lt;br /&gt;
* konkrete Lösungsmaßnahmen erst im folgenden Maßnahmen- beziehungsweise Soll-Abschnitt festlegen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mögliche zusammenfassende Bewertungsmatrix:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot; style=&amp;quot;width:100%;&amp;quot;&lt;br /&gt;
! Bereich&lt;br /&gt;
! Belegter Ist-Stand&lt;br /&gt;
! Abgedeckte Bedarfe&lt;br /&gt;
! Lücke / Risiko&lt;br /&gt;
! Dringlichkeit&lt;br /&gt;
! Daraus abgeleiteter Handlungsbedarf&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| ''Beispiel: Nachweisen und Registrieren''&lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| ''Beispiel: Digitalisieren''&lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| ''Beispiel: Langfristig erhalten''&lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| ''Beispiel: Zugänglich machen und nutzen''&lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| ''Beispiel: gemeinsame Standards / Zusammenarbeit''&lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= Referenzen =&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Měrko Šenk</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://koncept.serbski-inkubator.de/index.php?title=12.3_Digitalisierung_des_Kulturerbes&amp;diff=1210</id>
		<title>12.3 Digitalisierung des Kulturerbes</title>
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		<updated>2026-10-29T16:39:22Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Měrko Šenk: /* 3.2 Bestände und Bedarfe */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;= 1 Einleitung =&lt;br /&gt;
Die Digitalisierung von sorbischem Kulturerbe ist eine historische Chance für uns Sorben, eine Chance, unser kulturelles Erbe neu zu entdecken, es für kommende Generationen zu erhalten, für eine breitere Öffentlichkeit zugänglich zu machen und dabei die eigene Deutungshoheit zu stärken. Das erfordert neben Mut, einer klaren gemeinsamen Vision, starker Zusammenarbeit zwischen den beteiligten Akteuren auch die notwendigen Ressourcen in Form von Personal mit entsprechenden Kompetenzen, passender Technik sowie einer nachhaltig gesicherten Finanzierung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im folgenden Abschnitt werden Zielbilder für die Digitalisierung des sorbischen Kulturerbes entworfen mittels lang- und kurzfristiger Visionen sowie konkreter Ziele.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== 1.1 Vision und Ziele für die sorbische digitale Welt ==&lt;br /&gt;
'''Vision'''&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
''Sorbisches materielles und immaterielles Kulturerbe ist systematisch digital erfasst, rechtssicher und langfristig gesichert, leicht auffindbar, offen nutzbar und wird aktiv von Interessierten genutzt.''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Konkrete Ziele'''&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Bis 2032 ist ein tragfähiges, finanziell und organisatorisch abgesichertes Modell etabliert, das:&lt;br /&gt;
* Ein zentrales (oder föderiertes) digitales Langzeitarchiv nach OAIS-Referenzmodell betreibt,&lt;br /&gt;
* klare Zuständigkeiten, Prozesse und Budgets definiert,&lt;br /&gt;
* regelmäßige Qualitätssicherung und Technik-Updates vorsieht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bis 2030 sind wichtige sorbische Kulturerbe-Bestände (Kernbestände nach fachlicher Festlegung) in hoher Qualität digitalisiert, beschrieben und im Langzeitarchiv gesichert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bis 2028 liegt eine institutionenübergreifende Übersicht über relevante Kulturerbe-Bestände (analog und digital, materiell und immateriell) vor, einschließlich einer Prioritätenliste für die Digitalisierung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bis 2028 existiert ein zentrales, nutzerfreundliches „Sorbisches Kulturerbe-Portal“, das:&lt;br /&gt;
* Suchzugang über alle teilnehmenden Institutionen ermöglicht,&lt;br /&gt;
* grundlegende Inhalte frei zugänglich bereitstellt,&lt;br /&gt;
* mehrsprachige Oberflächen anbietet (Deutsch, Obersorbisch, Niedersorbisch, Englisch).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= 2 Ist-Analyse „Digitalisierung von Kulturerbe“ =&lt;br /&gt;
Das Ziel in diesem Themenbereich ist es, sorbisches Kulturerbe digital zu verwalten und damit langfristig für Recherche, Nutzung und Präsentation vorzuhalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Abschnitt &amp;quot;IST-Analyse“ werden die folgenden Fragen beantwortet: Was ist sorbisches Kulturerbe und was zählt alles dazu? Welche Schritte durchläuft ein Kulturgut, um zum digitalen Kulturerbe zu gehören? Wie können die digitale Verwaltung, Archivierung, Nutzung und Präsentation von Kulturgütern umgesetzt werden?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die grundlegenden Terminologien des Kulturerbes sollen im Folgenden festgelegt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== 2.1 Terminologie – von Kultur zu Kulturerbe ==&lt;br /&gt;
In diesem Abschnitt werden die Begriffe rund um das Kulturerbe grundlegend definiert. Es soll ein Verständnis über die Begriffe Kultur, kulturelle Ausprägung, Kulturgut und Kulturerbe erreicht werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Dataja:Wobraz_K1.png|center|260px]]&amp;lt;ref&amp;gt;Mermaid Flowchart Code: [https://mermaid.live/edit#pako:eNpF0UtuwyAQBuCroFlaTuRHTGMvKuWxq7pqV627IGZso2CIMChtk9ymN-nFimmasmJGfP-AOEGjOUIFrdTHpmfGkudtrWpF_Fq9RtGDk9aZKHojU-_aJ7PZ_bmGgSnR4mgFejaKpidC1XAmq8zDfYAoJZKVG7lxzX5stRl81C0_uwYdheGEubHD4_dXLy1hcpyC1rcLdM4GOLH1Ve2E5Gj9TPLkhgEnsLkBNDsMAmLojOBQWeMwhgHNwKYSTuFBYHucbOW3HFvmcQ21unh2YOpF6-FPGu26HqrW381X7sCZxa1gnWH_R1BxNBvtlIUqTUMEVCd49xVdzpeLMs1pXmRFXiY0hg-o8iyZL_LFXZaVSTJ1LzF8hqHJnBZ5WhZLWt5RmtIsBuTCavP4-2Hh3y4_NXaMmw hier klicken], abgerufen am 22.09.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.1.1 Kultur ===&lt;br /&gt;
Kultur bezeichnet hier die Gesamtheit aller '''vom Menschen geschaffenen und erlernten Ausdrucksformen''' des Lebens, die auf gemeinsamen Werten und Verhaltensweisen beruhen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;wiki-kultur&amp;quot;&amp;gt;URL: https://de.wikipedia.org/wiki/Kultur&amp;lt;/ref&amp;gt; Dazu zählen '''materielle Ergebnisse''' (z. B. Kunstwerke, Technik) ebenso wie '''immaterielle Praktiken''' (Sprache, Bräuche, Wissen). Kultur umfasst laut der UNESCO geistige, materielle, intellektuelle und emotionale Merkmale, die eine Gesellschaft oder soziale Gruppe kennzeichnen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;mondiacult&amp;quot;&amp;gt;UNESCO 1982: Mexico City Declaration on Cultural Policies (MONDIACULT). URL: https://www.lacult.unesco.org/docc/1982_MONDIACULT.pdf&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;ref name=&amp;quot;cultureaction&amp;quot;&amp;gt;Culture Action Europe 2024: The State of Culture report. URL: https://cultureactioneurope.org/de/news/the-state-of-culture-report-published, abgerufen am 01.10.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;  Sie ist dynamisch und wird von jeder Generation neu gestaltet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das deutsche Wort „Kultur“ ist eine Eindeutschung des lateinischen Worts „cultura“. Dieses bedeutet ursprünglich „Bebauung, Bearbeitung, Bestellung, Pflege“ und meinte sowohl die physische Bearbeitung als auch die Pflege geistiger Güter, z. B. der Sprache.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.1.2 Kulturelle Ausdrucksform ===&lt;br /&gt;
Eine kulturelle Ausdrucksform ist eine '''konkrete, gegenwärtige oder historische, Manifestation von Kultur''', bspw. eine Zeichnung, eine Tracht oder ein Lied: Sie macht die Kultur sichtbar und erlebbar. Im engeren Sinne ist es eine Ausdrucksweise, die aus der Kreativität einer Person, Gruppe oder Gesellschaft entsteht und '''kulturellen Inhalt''' trägt (symbolische Bedeutung, künstlerische Dimension, kulturelle Werte).&amp;lt;ref&amp;gt;Österreichische UNESCO-Kommission 2007: Übereinkommen zum Schutz und zur Förderung der Vielfalt kultureller Ausdrucksformen, Art. 4, Seite 13. URL: https://www.unesco.at/fileadmin/Redaktion/Publikationen/Publikations-Dokumente/2005er_UNESCO-Convention_German.pdf, abgerufen am 22.09.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt; Sie wird innerhalb und zwischen Gemeinschaften weitergegeben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Alle kulturellen Ausdrucksformen bilden einen wesentlichen Kern von Kultur, aber Kultur enthält auch latente Dimensionen (Werte, Normen, Vorannahmen etc.), die nicht unmittelbar als Ausdrucksform erscheinen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.1.3 Kulturgut ===&lt;br /&gt;
Ein „Kulturgut“ ist '''eine einzelne kulturelle Ausdrucksform''', der ein '''besonderer kultureller Wert zugemessen wird''' (durch Anerkennung, Schutz, Bedeutung). Es ist somit ein Erzeugnis menschlicher Kreativität oder Zeugnis menschlichen Lebens, welches '''Bedeutung für die Kultur einer Gemeinschaft''' hat und daher '''Bestand haben und bewahrt werden soll'''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die '''Summe aller Kulturgüter''' einer Gemeinschaft wird als dessen '''Kulturerbe''' bezeichnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.1.4 Kulturerbe ===&lt;br /&gt;
Kulturerbe ist die '''Summe der materiellen und immateriellen Ausdrucksformen''' (= Kulturgüter) einer Kultur, die als „'''bewahrenswert'''“ anerkannt wurden. International umfasst das u. a. das '''Welterbe''' (Denkmäler, Ensembles, Stätten)&amp;lt;ref&amp;gt;UNESCO (1972), Welterbekonvention, Art. 1. URL: https://www.dnk.de/wp-content/uploads/2021/02/1972_DNK_UNESCO-Welterbekonvention.pdf (abgerufen am 11.09.2025).&amp;lt;/ref&amp;gt; und das '''Immaterielles Kulturerbe''' (Praktiken, Wissen).&amp;lt;ref&amp;gt;Deutsche UNESCO-Kommission o. J.:, Übereinkommen zur Erhaltung des immateriellen Kulturerbes (dt. Ausgabe). URL: https://www.unesco.de/assets/dokumente/Deutsche_UNESCO-Kommission/02_Publikationen/Publikation_UNESCO-%C3%9Cbereinkommen_zur_Erhaltung_des_immateriellen_Kulturerbes_01.pdf, (abgerufen am 11.09.2025).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ob etwas „zum Kulturerbe“ zählt, ist Ergebnis von Bewertung, Diskurs und teils formellen Verfahren. Dem Sorbischen Kulturregister (SKR) zufolge ist „sorbisch-wendisches Kulturerbe“ eine Zuschreibung, die durch Gesellschaft, Museen, Archive und Wissenschaft erfolgen kann.&amp;lt;ref&amp;gt;Sorbisches Institut 2025: Konzept für ein Sorbisches Kulturregister (SKR). URL: https://www.serbski-institut.de/wp-content/uploads/2021/11/00_Zweite-aktualisierte-Fassung_Konzept_Sorbisches-Kulturregister_20.11.2025.pdf, abgerufen am 20.11.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.1.5 Abgrenzung: Kultur und Kulturerbe ===&lt;br /&gt;
'''Kultur / Kulturelle Ausdrucksform''' sind als Begriffe weiter gefasst als '''Kulturgut / Kulturerbe'''. Kulturelle Ausdrucksformen umfassen alles Gelebte und Gestaltete einer Gemeinschaft in Gegenwart und Vergangenheit, während Kulturgut / Kulturerbe diejenigen kulturellen Güter und Traditionen meint, denen eine Bedeutung beigemessen wurde und die als bewahrens- und weitergebenswert erkannt wurden. Kultur ist der „aktuelle“ kreative Prozess (einschließlich Popkultur, Alltagskultur), Kulturerbe der daraus überkommene Schatz. Dennoch sind die Grenzen fließend: Was heute nur Kultur ist, kann morgen zum Kulturerbe erklärt werden – abhängig von Wertzuschreibung und Diskurs.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Rahmen dieses Dokuments werden für den sorbischen Kontext die Begriffe '''„kulturelle Ausdrucksform“''' und '''„Kulturgut“''' weitgehend '''synonym''' verwendet, sofern nicht ausdrücklich anders gekennzeichnet. Hintergrund ist, dass die Gesamtzahl der identifizierbaren kulturellen Ausdrucksformen einer kleinen Minderheit wie der Sorben/Wenden im Vergleich zu großen Mehrheitsgesellschaften überschaubar ist. Zugleich ist der Anteil dieser Ausdrucksformen, denen in der Community ein besonderer Wert beigemessen wird und die daher faktisch als Kulturgut wahrgenommen und behandelt werden, sehr hoch: Ein großer Teil des gelebten kulturellen Repertoires wird als identitätsstiftend und bewahrenswert verstanden und damit dem Kulturerbe zugerechnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== 2.2 Klassifizierung von Kulturgütern ==&lt;br /&gt;
Im Folgenden soll eine griffige Klassifizierung von Kulturgütern entwickelt werden, so dass pro Kulturgut-Klasse später auf die Besonderheiten ihrer Digitalisierung eingegangen werden kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Dataja:Wobraz_K2.png|center|600px]]&amp;lt;ref&amp;gt;Mermaid Flowchart Code: [https://mermaid.live/edit#pako:eNptlM9u00AQxl9ltFWoFDlp_C9OjISU2KSgUCq1BSRIDxt77Syxd6v1mkKjSDwBlThw4YCEeuXOoeLSN-EF4BHYjZOQQG67-32_2ZnZsWco4jFBPqrVZpRR6cNsP8n4ZTTBQu7rHVP66QWOKEvV3nQM2BeYTf8eea35fF6rjdiIrUl4cjJiAMPDV_X6sMxkKdJS1uvnvu9PtRGgp5ReE46wJIKSLIOf779CycbkkqQZjSb1Ovz-cv351_drDWGN9BXS_xfZBj7dLoGxBgIFBE14nOcrZGH68E07Iu0IlSNsQkhTKnGlfvyh1bjKcngIjcYD6G2s-xvrYGMdLuuqAFOXZ0IflzFh0xxn5OBU3t1ISZhqw6KaKpo29k04jSaCJrLq0oZsa9mCAZc8FTihhBnQp1ksxd1NSsS22dFmG3oMZzwl0HveONtlc7XNATtsHI9fk6kkC3nRsKoqnVNgwrFQaUOvLGJRRtMi4SJfZ790WtppQYhFIVV7CYsJDO9uWbEMujbqOgIbTqgsddB7MCD_eXT6gQMvaFEQBlclPMVqcA6eMfqGiKLMt926isCFM4FjKiln-voCHmEWXxIxXZcUVo-jSwrVe3DBGvHqtc83DLqS0FpNAi3wRluiDBdFSBIYQ0KzzN_r265jPjQinnHh7yVJYhRS8ClZKfe3KLyk2oHneuEuqlK2qWhJWYPOwGnvoiplm4qXVMd17V5rF1UpikIGSgWNkS9FSQyUE5FjvUUzHXGE5ITkZIR8tYxJgtVXPEIjNlfYBWYvOc9XpOBlOkF-grNC7cqLWPUupFjNa74-FXo0RMBLJpFvWtYiCPJn6C3yG7bTNO2u6Tidrue0W13HQO_Usdtquuqg1bG6TtvzPNuZG-hqcXGr2baV5NhuyzId13XbBiJqDrg4qn5ni7_a_A_W9oMu hier klicken], abgerufen am 22.09.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.2.1 A. Materiell - unbeweglich 🏛️ ===&lt;br /&gt;
„Materiell - unbeweglich&amp;quot; bezeichnet ortsfeste Kulturobjekte wie Bauwerke, Ensembles, Gebäudekomplexe und Stätten/Kulturlandschaften, wie sie in Art. 1 der UNESCO-Welterbekonvention als Kategorien des kulturellen Erbes definiert sind.&amp;lt;ref&amp;gt;UNESCO World Heritage Centre o. J.: Convention Concerning the Protection of the World Cultural and Natural Heritage, Artikel 1. URL: https://whc.unesco.org/en/conventiontext/, abgerufen am 01.10.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.2.2 B. Materiell - beweglich 🖼️ ===&lt;br /&gt;
Die Kategorie „Materiell - beweglich&amp;quot; umfasst bewegliche Sachen bzw. Sachgesamtheiten von kulturellem Wert (z. B. Objekte, Sammlungen), wie sie das deutsche Kulturgutschutzgesetz (§ 2 KGSG)&amp;lt;ref&amp;gt;Deutschland 2016: Kulturgutschutzgesetz (KGSG), § 2. URL: https://www.buzer.de/2_KGSG.htm, abgerufen am 01.10.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt; als „Kulturgut“ beschreibt.&lt;br /&gt;
* B1 '''Schriftgut''' - Bücher, Zeitungen, Handschriften, Archivgut, Graphiken, Pläne, Karten&lt;br /&gt;
* B2 '''Fotografien &amp;amp; Bildträger''' &lt;br /&gt;
** Fotografisch erzeugte statische Bildträger, auch Stillbildträger genannt, z. B. Positive/Negative auf Film/Platte/Photopapier, Dias, Abzüge, Mikrofilm/-fiche und vergleichbare fotografische Repro-Träger.&lt;br /&gt;
* B3 '''Analoge AV-Träger''' (Audio/Video/Film)&lt;br /&gt;
** Analoge zeitbasierte Medien, z. B. Magnetton (Tonband, Kassette), Schallplatte, Videobänder, Film.&lt;br /&gt;
* B4 '''3D-Objekte''' - Gegenstände, „sachkulturelle Artefakte“&amp;lt;ref&amp;gt;Sorbisches Institut o. J.: Konzept zum Digitalisierungszentrum am Sorbischen Institut, S. 24.&lt;br /&gt;
(Unveröffentlichtes Konzeptpapier; interne Projektunterlage.)&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.2.3 C. Immateriell 🎭 ===&lt;br /&gt;
Meint lebendige Praktiken, Darstellungen, Ausdrucksformen, Ideen, Werte, Wissen und Fertigkeiten, die von Gemeinschaften getragen und weitergegeben werden, gemäß der folgenden 5 UNESCO ICH-Domänen.&amp;lt;ref&amp;gt;UNESCO o. J.: Intangible Cultural Heritage – Five Domains. URL: https://ich.unesco.org/doc/src/01857-EN.pdf, abgerufen am 01.10.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* C1 '''Orale Traditionen/Ausdrucksformen''' - Sprache, Gesangstraditionen&lt;br /&gt;
* C2 '''Darstellende Künste''' - Musik, Tanz, Theater&lt;br /&gt;
* C3 '''Rituale &amp;amp; Feste''' - Bräuche und soziale Praktiken des Kalenders und Lebenslaufs&lt;br /&gt;
* C4 '''Wissen &amp;amp; Praktiken''' zu Natur &amp;amp; Universum - Heil- und Sammelkenntnisse, ökologisches und astronomisches Wissen, Glaube, Religion&lt;br /&gt;
* C5 '''Traditionelles Handwerk''' - Techniken, Werkzeuge und Gestaltungsmuster&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.2.4 D. Digital 💾 ===&lt;br /&gt;
Bezeichnet in digitaler Form vorliegende Ressourcen menschlichen Wissens und Ausdrucks. Diese können sowohl born-digital sein als auch digitalisierte Repräsentationen von materiellen und immateriellen Kulturgütern.&amp;lt;ref&amp;gt;UNESCO 2003: Charter on the Preservation of Digital Heritage. URL: https://www.unesco.org/en/legal-affairs/charter-preservation-digital-heritage, abgerufen am 01.10.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* D1 '''Born-digital''' (ursprünglich digital erzeugt, kein analoges Original), z. B. Webseiten, Social-Media-Beiträge, Software, Apps, Spiele, digitale Fotos/Audio/Video.&lt;br /&gt;
* D2 '''Digitalisate''' - Digitalisierte Repräsentationen/Derivate aus den Klassen A, B und C.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== 2.3 Begriffe und Kernfunktionen ==&lt;br /&gt;
Die vorherigen Abschnitte haben geklärt, was unter Kulturerbe verstanden wird und welche Arten von Kulturgütern unterschieden werden. Bevor der nachfolgende Abschnitt den Prozess der Kulturerbe-Digitalisierung beschreibt, werden in diesem Abschnitt die dafür wichtigsten Arbeitsbegriffe und Funktionen erläutert. Der Abschnitt soll dabei die Frage beantworten: Welche Arbeitsabläufe und Funktionen sind notwendig, damit Kulturgüter nicht nur digital erfasst, sondern auch gefunden, verstanden, gesichert und genutzt werden können?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Erläuterungen sollen eine gemeinsame und leicht verständliche Grundlage schaffen für alle, die an der Digitalisierung von Kulturerbe interessiert sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.3.1 Vom Kulturgut zur digitalen Repräsentation ===&lt;br /&gt;
Dieser Abschnitt erklärt, was bei einer Digitalisierung entsteht und wie sich das digitale Ergebnis vom ursprünglichen Kulturgut unterscheidet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
! Begriff&lt;br /&gt;
! Erklärung&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Digitalisierung von Kulturerbe'''&lt;br /&gt;
| Digitalisierung bezeichnet in diesem Konzept den gesamten zusammenhängenden Prozess: Kulturgüter erfassen, beschreiben und bewerten, digitale Repräsentationen erzeugen oder übernehmen, ihre Qualität prüfen, sie sichern und für die Nutzung zugänglich machen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;DFG2016&amp;quot;&amp;gt;Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) 2016: Praxisregeln „Digitalisierung“, insbesondere S. 13 und 41-44. URL: https://www.dfg.de/resource/blob/176108/898bf3574ad0ff3b1db525fa7d04c86c/12-151-v1216-de-data.pdf, abgerufen am 16.07.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Bei ursprünglich digital entstandenen Kulturgütern – auch ''born digital'' genannt – entfällt die Überführung aus einem analogen Original; die weiteren Aufgaben bleiben bestehen.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Digitalisat und digitale Repräsentation'''&lt;br /&gt;
| Ein '''Digitalisat''' ist ein digitales Abbild eines analogen Kulturguts, beispielsweise ein Scan einer Handschrift oder ein Foto eines Museumsobjekts. Der weitere Begriff '''digitale Repräsentation''' umfasst auch Audio-, Video- oder 3D-Dokumentationen einer immateriellen kulturellen Praxis. Die digitale Repräsentation ersetzt weder das materielle Kulturgut noch die lebendige Praxis.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Masterdatei und Nutzungsderivat'''&lt;br /&gt;
| Die '''Masterdatei''' ist die möglichst hochwertige und qualitätsgeprüfte Ausgangsdatei. Sie wird für die langfristige Sicherung und spätere Bearbeitungen aufbewahrt. Ein '''Nutzungsderivat''' ist eine daraus erzeugte, an einen bestimmten Zweck angepasste Datei, beispielsweise ein kleineres Bild für eine Internetseite.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Digitales Objekt'''&lt;br /&gt;
| Als '''digitales Objekt''' wird in diesem Konzept eine zusammengehörige digitale Einheit bezeichnet. Sie kann aus einer oder mehreren Dateien, den zugehörigen Metadaten und ihren Verknüpfungen bestehen. Ein digitales Objekt kann ein Digitalisat oder ein ursprünglich digital entstandenes Kulturgut sein.&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
''Beispiel:'' Das verzierte sorbische Osterei bleibt das materielle Kulturgut. Hochauflösende Fotografien, ein 3D-Modell und die dazugehörigen Beschreibungen bilden gemeinsam seine digitale Repräsentation.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.3.2 Vier Kernfunktionen ===&lt;br /&gt;
Als '''Kernfunktionen der Kulturerbe-Digitalisierung''' werden im Folgenden vier dauerhaft zu erfüllende Aufgabenbereiche bezeichnet. Sie beschreiben, was für eine nachhaltige Digitalisierung von Kulturerbe geleistet werden muss, unabhängig davon, welche Institution oder welches technische System die jeweilige Funktion übernimmt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
! Kernfunktion&lt;br /&gt;
! Typische organisatorisch-technische Umsetzung&lt;br /&gt;
! Hauptaufgabe&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Nachweisen, beschreiben und verknüpfen'''&lt;br /&gt;
| Register oder Katalog&lt;br /&gt;
| Macht sichtbar, welche Kulturgüter vorhanden sind, wo sie sich befinden und in welchem Zusammenhang sie stehen. Ein Registereintrag kann bereits bestehen, bevor ein Digitalisat angefertigt wurde. &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Digitalisieren und Qualität sichern'''&lt;br /&gt;
| Digitalisierungszentrum oder Digitalisierungsdienst&lt;br /&gt;
| Erzeugt bzw. übernimmt digitale Repräsentationen, prüft sie und bereitet Dateien und Metadaten für die weitere Verarbeitung vor. Geliefert werden bspw. geprüfte Masterdateien und Nutzungsderivate. &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Langfristig erhalten'''&lt;br /&gt;
| Repositorium oder digitales Langzeitarchiv&lt;br /&gt;
| Übernimmt Dateien und Metadaten, speichert und verwaltet sie und erhält sie über technische und organisatorische Veränderungen hinweg dauerhaft nutzbar.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Zugänglich machen und Nutzung ermöglichen'''&lt;br /&gt;
| Präsentations- und Nutzungssystem&lt;br /&gt;
| Führt beschreibende Informationen und digitale Medien für Nutzerinnen und Nutzer zusammen. Es ermöglicht beispielsweise Suche, Anzeige, Kontextualisierung, Vermittlung und – soweit zulässig – Nachnutzung. &lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese '''Kernfunktionen''' beschreiben zunächst nicht zwingend getrennte Institutionen oder Systeme. Eine Einrichtung kann mehrere Kernfunktionen übernehmen. Umgekehrt kann eine Kernfunktion auf mehrere Einrichtungen oder technische Systeme verteilt sein. Entscheidend sind klare Zuständigkeiten, verlässliche Übergaben und gemeinsame Standards.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vereinfacht lässt sich das Zusammenspiel so zusammenfassen:&lt;br /&gt;
# Das '''Register oder der Katalog''' beschreibt und verknüpft das Kulturgut.&lt;br /&gt;
# Der '''Digitalisierungsdienst''' erzeugt und prüft seine digitale Repräsentation.&lt;br /&gt;
# Das '''Repositorium oder digitale Archiv''' übernimmt und erhält die Dateien.&lt;br /&gt;
# Das '''Präsentationssystem''' führt Beschreibungen und Medien für die Nutzung zusammen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die konkrete Ausgestaltung kann zentral, dezentral oder als Verbund mehrerer Systeme erfolgen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.3.3 Register ===&lt;br /&gt;
Die folgende Tabelle erklärt, wie Kulturgüter so erfasst, beschrieben und verknüpft werden, dass sie eindeutig zugeordnet, wiedergefunden und nach einheitlichen Regeln weiterverarbeitet werden können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
! Begriff&lt;br /&gt;
! Erklärung&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Erschließung, Verzeichnung und Registrierung'''&lt;br /&gt;
| '''Erschließung''' ist der übergeordnete Vorgang, bei dem ein Kulturgut identifiziert, beschrieben und in seinen Zusammenhang eingeordnet wird. '''Verzeichnung''' bezeichnet seine strukturierte dokumentarische Beschreibung. '''Registrierung''' bedeutet die Aufnahme in ein konkretes Register, einen Katalog oder ein Sammlungssystem. Ein Kulturgut kann bereits registriert werden, bevor ein Digitalisat vorhanden ist.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Metadaten'''&lt;br /&gt;
| Metadaten sind strukturierte Informationen über ein Kulturgut und seine digitalen Repräsentationen. Dazu gehören beispielsweise Titel, Herkunft, beteiligte Personen, Ort, Zeit, kultureller Kontext, Rechte, Dateieigenschaften und Bearbeitungsschritte. Je nach Zweck werden beschreibende, technische, rechtliche und erhaltungsbezogene Metadaten unterschieden. Sie machen Kulturgüter auffindbar, verständlich, verwaltbar und langfristig nutzbar.&amp;lt;ref name=&amp;quot;PREMIS&amp;quot;&amp;gt;Library of Congress o. J.: PREMIS – Preservation Metadata: Implementation Strategies. Internationaler Standard für Erhaltungsmetadaten. URL: https://www.loc.gov/standards/premis/, abgerufen am 16.07.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Persistenter Identifikator'''&lt;br /&gt;
| Ein '''persistenter Identifikator''' ist eine dauerhafte und eindeutige Kennung für ein Kulturgut, einen Datensatz oder eine digitale Ressource. Die Kennung bleibt bestehen, auch wenn sich der technische Speicherort oder die Internetadresse ändern. Dadurch können Kulturgüter dauerhaft zitiert und zwischen Systemen verknüpft werden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;DFG2016&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Metadaten sind keine bloße Beigabe zu einer Datei. Ohne ausreichende Beschreibungen kann ein Digitalisat zwar technisch vorhanden sein, später aber kaum gefunden, verstanden oder zuverlässig zugeordnet werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.3.4 Digitalisierungsdienst und Archiv ===&lt;br /&gt;
Die folgende Tabelle erklärt was erforderlich ist, damit Kulturgüter digitalisiert werden und nicht nur heute gespeichert sind, sondern auch nach technischen und organisatorischen Veränderungen noch gefunden, verstanden und genutzt werden können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
! Begriff&lt;br /&gt;
! Erklärung&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Repositorium'''&lt;br /&gt;
| Ein '''Repositorium''', auch ''Repository'' genannt, ist eine verwaltete technische Umgebung, in der digitale Objekte und ihre Metadaten übernommen, gespeichert, geordnet, verwaltet und bereitgestellt werden. Ein Repositorium kann Teil eines digitalen Archivs sein. Nicht jedes Repositorium erfüllt jedoch automatisch alle Anforderungen der Langzeiterhaltung.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Digitales Archiv oder digitales Langzeitarchiv'''&lt;br /&gt;
| Ein digitales Archiv ist mehr als ein Server oder ein Speicherprogramm. Es verbindet eine verantwortliche Organisation, fachkundiges Personal, Regeln, Arbeitsabläufe und technische Systeme. Es übernimmt die Verantwortung dafür, digitale Informationen langfristig zu erhalten und für festgelegte Nutzergruppen zugänglich zu machen. Das internationale Referenzmodell '''Open Archival Information System''' (OAIS, offenes Archiv-Informationssystem) bietet hierfür einen fachlichen Rahmen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;OAIS2024&amp;quot;&amp;gt;Consultative Committee for Space Data Systems (CCSDS) 2024: Reference Model for an Open Archival Information System (OAIS), CCSDS 650.0-M-3, insbesondere S. 1-1–1-2 und 2-1–2-2. URL: https://ccsds.org/Pubs/650x0m3.pdf, abgerufen am 16.07.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Ingest oder kontrollierte Übernahme'''&lt;br /&gt;
| '''Ingest''' bezeichnet die kontrollierte Übernahme digitaler Dateien und Metadaten in ein Repositorium oder digitales Archiv. Dabei werden beispielsweise Vollständigkeit, Dateiformate, Metadaten und Dateiintegrität geprüft und die Übernahme dokumentiert.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Langzeitverfügbarkeit und digitale Langzeiterhaltung'''&lt;br /&gt;
| '''Langzeitverfügbarkeit''' ist das Ziel, digitale Inhalte über technische und organisatorische Veränderungen hinweg auffindbar, lesbar, verständlich und nutzbar zu halten. '''Digitale Langzeiterhaltung''' bezeichnet die dafür notwendigen fortlaufenden Maßnahmen. Dazu können mehrere Speicherorte, regelmäßige Prüfungen, Formatüberwachung, technische Migrationen und eine nachvollziehbare Dokumentation gehören. „Langfristig“ bezeichnet dabei keine feste Zahl von Jahren, sondern einen Zeitraum, in dem mit veränderten Technologien, Formaten und Nutzungsanforderungen gerechnet werden muss.&amp;lt;ref name=&amp;quot;OAIS2024&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Datensicherung oder Backup'''&lt;br /&gt;
| Ein '''Backup''' ist eine zusätzliche Sicherungskopie, aus der Dateien nach einem Verlust oder technischen Ausfall wiederhergestellt werden können. Backups sind notwendig, ersetzen aber keine Langzeiterhaltung: Sie regeln allein noch keine dauerhaften Zuständigkeiten, Metadaten, Formatüberwachung, Integritätsprüfungen oder langfristige Zugänglichkeit.&amp;lt;ref name=&amp;quot;DPCStorage&amp;quot;&amp;gt;Digital Preservation Coalition o. J.: Digital Preservation Handbook – Storage. URL: https://www.dpconline.org/handbook/organisational-activities/storage, abgerufen am 16.07.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Integrität und Authentizität'''&lt;br /&gt;
| '''Integrität''' bedeutet, dass unbeabsichtigte Veränderungen oder Beschädigungen einer Datei erkannt werden können. Dafür werden häufig Prüfsummen verwendet - digitale Kontrollwerte, die regelmäßig verglichen werden. '''Authentizität''' bedeutet, dass Herkunft, Identität und Bearbeitungsgeschichte eines digitalen Objekts nachvollziehbar sind und belegt werden kann, dass es das ist, was es zu sein vorgibt.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Dateiformat und Datenformat'''&lt;br /&gt;
| Ein '''Dateiformat''' legt den technischen Aufbau einer einzelnen Datei fest. Ein '''Datenformat''' beschreibt, wie Informationen strukturiert und zwischen Systemen ausgetauscht werden. Gut dokumentierte, verbreitete und möglichst offen beschriebene Formate erleichtern den Austausch und die langfristige Nutzung. Sie ersetzen jedoch keine aktive Langzeiterhaltung.&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Merksatz:''' Speichern ist nicht dasselbe wie langfristiges Erhalten. Auch ein vorhandenes Backup ist noch kein digitales Langzeitarchiv.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.3.5 Präsentationssystem ===&lt;br /&gt;
Die folgende Tabelle erklärt, wie aus langfristig gesicherten Dateien ein digitales Kulturerbe wird, das von Menschen gefunden, verstanden und sinnvoll genutzt werden kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
! Begriff&lt;br /&gt;
! Erklärung&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Zugänglichmachung und Präsentation'''&lt;br /&gt;
| '''Zugänglichmachung''' bedeutet, dass digitale Objekte auffindbar und im rechtlich sowie technisch zulässigen Umfang abrufbar sind. '''Präsentation''' geht darüber hinaus: Inhalte werden ausgewählt, miteinander verknüpft, erklärt und für bestimmte Zielgruppen vermittelt. Dazu gehören verständliche Kontextinformationen, klare Rechteangaben, Mehrsprachigkeit und möglichst barrierearme Zugänge. Abhängig von Rechten, personenbezogenen Daten oder kulturellen Schutzbedarfen kann der Zugang offen oder eingeschränkt sein.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Nutzung und Nachnutzung'''&lt;br /&gt;
| '''Nutzung''' umfasst beispielsweise das Betrachten, Lesen, Anhören, Erforschen oder Vermitteln eines digitalen Kulturguts. '''Nachnutzung''' bedeutet seine weitere Verwendung in einem neuen Zusammenhang, etwa in Bildung, Forschung, Publikationen, Ausstellungen, Anwendungen oder kreativen Werken. Dafür werden geeignete Dateien, verständliche Metadaten und klare Rechteinformationen benötigt.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Rechteinformation und Lizenz'''&lt;br /&gt;
| Eine '''Rechteinformation''' beschreibt den rechtlichen Status eines digitalen Objekts und mögliche Einschränkungen seiner Nutzung. Eine '''Lizenz''' räumt durch eine dazu berechtigte Person oder Institution konkrete Nutzungsrechte ein. Ein allgemeiner Rechtehinweis ist daher nicht automatisch eine Lizenz.&amp;lt;ref name=&amp;quot;RightsReuse&amp;quot;&amp;gt;RightsStatements.org o. J.: Standardisierte Rechtehinweise für online verfügbares Kulturerbe. URL: https://rightsstatements.org/de/, abgerufen am 16.07.2026. Creative Commons 2025: Recommended Licenses and Tools for Cultural Heritage Content. URL: https://creativecommons.org/2025/07/09/recommended-licenses-and-tools-for-cultural-heritage-content/, abgerufen am 16.07.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Interoperabilität'''&lt;br /&gt;
| '''Interoperabilität''' bezeichnet die Fähigkeit von Systemen und Organisationen, Daten auszutauschen und in gleicher Bedeutung zu verstehen. Dafür werden gemeinsame Metadatenmodelle, Begriffe, Identifikatoren und technische Schnittstellen benötigt. So können beispielsweise Register, Repositorien, Präsentationsportale und externe Kulturplattformen miteinander verbunden werden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;EuropeanaEDM&amp;quot;&amp;gt;Europeana o. J.: Metadata – Europeana Data Model (EDM, Europeana-Datenmodell). URL: https://pro.europeana.eu/page/metadata, abgerufen am 16.07.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Digitalisierte Inhalte entfalten ihren kulturellen und gesellschaftlichen Nutzen erst dann vollständig, wenn sie auffindbar, verständlich, rechtlich klar und für unterschiedliche Zielgruppen tatsächlich verwendbar sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der folgende Abschnitt 2.4 beschreibt, wie diese Kernfunktionen innerhalb des gesamten Prozesses der Kulturerbe-Digitalisierung zusammenwirken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== 2.4 Prozess der Digitalisierung von Kulturerbe ==&lt;br /&gt;
Die Digitalisierung von Kulturgut ist kein rein technischer Arbeitsschritt, sondern ein vielschichtiger, oft langfristiger Prozess, der bereits mit der Wahrnehmung und Identifikation einer kulturellen Ausdrucksform beginnt. Ziel dieses Abschnitts ist es, diesen Gesamtprozess systematisch darzustellen: von der gelebten Kultur über das identifizierte Kulturgut bis hin zur digital nutzbaren Repräsentation.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die hier entwickelte Prozessdarstellung soll als praxisorientierter Überblick dienen für die Digitalisierung des sorbischen Kulturerbes. Sie berücksichtigt die Anforderungen sorbischer Einrichtungen ebenso wie die international etablierten Referenzmodelle und Standards, darunter:&lt;br /&gt;
* das OAIS-Referenzmodell (ISO 14721) für digitale Archivierung&amp;lt;ref&amp;gt;Consultative Committee for Space Data Systems (CCSDS) 2024: Reference Model for an Open Archival Information System (OAIS), CCSDS 650.0-M-3. URL: https://ccsds.org/Pubs/650x0m3.pdf, abgerufen am 01.10.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
* das DCC Curation Lifecycle Model für kuratorische Entscheidungsprozesse&amp;lt;ref&amp;gt;Higgins 2008: The DCC Curation Lifecycle Model. International Journal of Digital Curation, 3(1), 134-140. URL: https://ijdc.net/index.php/ijdc/article/view/48, abgerufen am 01.10.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
* das Spectrum-Modell für museale Objektverwaltung&amp;lt;ref&amp;gt;Collections Trust 2022. Spectrum 5.1 - The UK Museum Collections Management Standard. URL: https://collectionstrust.org.uk/spectrum/spectrum-5, abgerufen am 01.10.2025. &amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
* die UNESCO-Leitlinien zur Inventarisierung immateriellen Kulturerbes&amp;lt;ref&amp;gt;UNESCO 2024: Operational Directives for the Implementation of the Convention for the Safeguarding of the Intangible Cultural Heritage (10.GA). URL: https://ich.unesco.org/doc/src/ICH-Operational_Directives-10.GA_EN.pdf, abgerufen am 01.10.2025. &amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
* sowie technische Vorgaben wie die DFG-Praxisregeln Digitalisierung&amp;lt;ref&amp;gt;Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) 2022: Praxisregeln Digitalisierung (aktualisierte Fassung). URL: https://www.ulb.hhu.de/fileadmin/redaktion/ULB/Documents/Infomaterial/DFG_Praxisregeln_Digitalisierung_Aktualisierte_Fassung2022.pdf, abgerufen am 01.10.2025. &amp;lt;/ref&amp;gt; und die FADGI-Richtlinien&amp;lt;ref&amp;gt;Federal Agencies Digital Guidelines Initiative (FADGI) 2023: Technical Guidelines for Digitizing Cultural Heritage Materials – Still Image, 3rd ed. URL: https://www.digitizationguidelines.gov/guidelines/digitize-technical.html, abgerufen am 01.10.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Folge soll der „Lebenslauf“ eines Kulturguts dargestellt werden, also der Weg, den ein Objekt oder eine kulturelle Praxis vom Zeitpunkt der Entstehung über die Erfassung, Digitalisierung und Archivierung bis zur Veröffentlichung in einem digitalen Präsentationsmodul durchläuft.&lt;br /&gt;
Hierfür erläutert der folgende Abschnitt die einzelnen Prozessschritte im Detail, jeweils mit Akteuren und Beispielen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.4.1 Vorüberlegungen zum Prozess ===&lt;br /&gt;
Im hier vorgestellten Prozess wird auf eine harte, systematische Filterung verzichtet, welche kulturellen Ausdrucksformen „nur“ Kultur und welche bereits Kulturgut sind. Ein solcher Bewertungs- und Abgrenzungsprozess wäre ressourcenintensiv und würde den vorhandenen Kapazitäten in den beteiligten Einrichtungen nicht entsprechen. Stattdessen folgt das Konzept einer inklusiven Logik: Alle dokumentierten Ausdrucksformen werden zunächst als potenzielle Kulturgüter erfasst. Eine feinere Auswahl und Priorisierung erfolgen erst in einem späteren Schritt, nämlich dann, wenn konkret entschieden wird, welche Ausdrucksformen bzw. Kulturgüter in welcher Tiefe digitalisiert, archiviert und präsentiert werden sollen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieses Vorgehen schließt an das SKR-Konzept an, das bewusst auf eine frühe normative Trennung zwischen „kultureller Ausdrucksform“ und „Kulturgut“ verzichtet. Auch hier steht zunächst der möglichst vollständige, strukturierte Überblick über die sorbischen Kulturgüter im Vordergrund. Die differenzierte Bewertung und Schwerpunktsetzung werden als anschließende fachliche Aufgabe verstanden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.4.2 Prozessschritte im Detail ===&lt;br /&gt;
Das folgende Diagramm gibt einen Überblick über die sechs Kernschritte des Gesamtprozesses der Digitalisierung von Kulturgut – von der ersten Wahrnehmung einer kulturellen Ausdrucksform bis zu ihrer digitalen Präsentation als Kulturgut. Die Abfolge zeigt zugleich die Entwicklungsstufen: von gelebter Kultur zur kulturellen Ausdrucksform, von dort zum Kulturgut und schließlich zum digitalen Kulturgut. Die Schritte sind als generischer Ablauf zu verstehen: Je nach Art des Kulturguts können einzelne Tätigkeiten unterschiedlich aufwendig sein oder parallel erfolgen.&lt;br /&gt;
[[Dataja:Wobraz_K3.png|center|600px]]&amp;lt;ref&amp;gt;Mermaid Flowchart Code: [https://mermaid.live/edit#pako:eNplkk1OwzAQha8yGqmbkloxSZs2CyTa8LOphIAVhIVJpolF4iDH4a_qbXqTXgzHFdAKr2y97703lmaNWZMTxriqmvesFNrAfZIqgPPHFIdDzuBO1DVVajhM8QlGozOYO-WUwS0VsjVakqa93Pvmjlk4JmAwp3fS5kCHwQAWjkkcE_Y5WWkIXqrd9jBpT138UIkspBGVbI_7-rwLR146csLgRryQ-U8lMGLwTG1WapLPpHKCZQLMOY9ch7m2VxiSpOAEjJ1TSev_M_bkvv3KtY8ZnOuslG_H9VcOuf4dUO-2LamjGdHDQsscY6M78rAmXYv-ies-IEVTUk0pxvaa00p0lUkxVRtrexXqoWnqH6duuqLEeCWq1r6619zOn0hRaPGH9J_Xi6ZTBuOxS8B4jR8YhxGLeDThkR-EM37KuYefFmHTaOz7fOZHQTidBMHGwy9X6VslnNnDw4jPuB8GHlIuTaOX-7Vy27X5Bh_Osqo hier klicken], abgerufen am 22.09.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Prozess zeigt, dass Digitalisierung von Kulturgut mehr ist als das Erstellen digitaler Dateien. Sie umfasst eine Reihe aufeinander bezogener Schritte – von der ersten Wahrnehmung einer kulturellen Ausdrucksform über ihre Erfassung, Bewertung und Digitalisierung bis hin zur langfristigen Sicherung und Präsentation. Dabei sind je nach Schritt unterschiedliche Akteure beteiligt, etwa Gemeinschaften, Museen, Archive, Fachgremien, Digitalisierungsstellen oder IT. Die folgenden Beschreibungen erläutern diese Schritte so, dass nachvollziehbar wird, was jeweils mit einem Kulturgut geschieht, wer daran beteiligt ist und wie sich der Ablauf in der Praxis vorstellen lässt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''1. Sammeln &amp;amp; erfassen''' &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Hier wird eine kulturelle Ausdrucksform erstmals wahrgenommen, benannt und mit ersten Informationen erfasst: Was ist es, wer macht es oder hat es geschaffen, wo kommt es vor, warum ist es bedeutsam für die Gemeinschaft? &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Akteure''': Community, Vereine, Museen, Archive, Forschende, Privatpersonen.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Beispiel''': Auf einem Dorffest zeigt eine Frau das Verzieren sorbischer Ostereier. Jemand fotografiert dies und notiert Technik, Ort und Namen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''2. Registrieren &amp;amp; beschreiben''' &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Hier wird aus der ersten Beobachtung ein strukturierter Nachweis. Das Kulturgut oder die kulturelle Ausdrucksform wird in ein Register, eine Sammlung oder einen Katalog aufgenommen und mit strukturierten Metadaten beschrieben, damit es wiedergefunden, zugeordnet und verstanden werden kann. Dazu gehören z. B. Titel, Ort, Zeit, Technik, Funktion, beteiligte Personen und der kulturelle Kontext.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Akteure''': Registerverantwortliche, Kurator:innen, Sammlungsmitarbeitende, Community für Kontextinformationen.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Beispiel''': Das Osterei erhält einen Eintrag mit Angaben wie „Wachsbatik“, „Schleife“, „Osterei-Verzierung“, Name der Trägerin und Entstehungsjahr.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''3. Bewerten &amp;amp; freigeben''' &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
In diesem Schritt wird entschieden, ob und in welcher Priorität ein Kulturgut oder die kulturelle Ausdrucksform digitalisiert werden soll und ob dies rechtlich und ethisch möglich ist. Dabei spielen fachliche Kriterien wie Bedeutung, Repräsentativität, Seltenheit oder Gefährdung eine Rolle, aber auch Fragen des Urheberrechts, Datenschutzes und möglicher kultureller Sensibilitäten. Am Ende steht eine begründete Entscheidung, ob und in welchem Umfang das Kulturgut weiterbearbeitet und später veröffentlicht werden darf. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Akteure''': Kurator:innen, Fachgremien, Community-Vertretungen, Register/SKR, ggf. Rechteverantwortliche und Behörden. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Beispiel''': Es wird entschieden, dass die Osterei-Technik wegen ihrer Bedeutung für die sorbische Identität digital gesichert werden soll; die Kunsthandwerkerin stimmt der Veröffentlichung zu.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''4. Digitalisieren &amp;amp; prüfen''' &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Nun wird das Kulturgut technisch erfasst, also in eine digitale Form überführt. Das kann je nach Objektart durch Scan, Fotografie, Audio- oder Videoaufnahme oder 3D-Erfassung geschehen. Dabei entstehen hochwertige Master-Dateien und nutzbare Derivate. Die Digitalisierung folgt qualifizierten Standards, um Reproduzierbarkeit, Farbkonsistenz und Nutzbarkeit zu gewährleisten. Anschließend wird geprüft, ob Schärfe, Farbe, Vollständigkeit und Dateiformate den Anforderungen für Archivierung und Nutzung entsprechen. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Akteure''': Digitalisierungszentrum, Foto-/AV-/3D-Spezialist:innen, externe Dienstleister bei Spezialfällen. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Beispiel''': Das Osterei wird fotografisch hochauflösend aufgenommen und zusätzlich als 3D-Modell erfasst. Danach werden Schärfe, Farbe und Dateiformate geprüft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''5. Archivieren &amp;amp; sichern''' &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die entstandenen digitalen Dateien werden geordnet abgelegt, mit den zugehörigen Metadaten verknüpft und für die langfristige Erhaltung gesichert. Dazu gehören sichere Speicherorte, Backups, Integritätskontrollen und – wenn nötig – spätere technische Migration auf neue Systeme. Ziel ist, dass das digitale Kulturgut langfristig erhalten bleibt, auch wenn sich Technik und Formate verändern. Das Original bleibt in der Regel weiterhin am Sammlungs- oder Aufbewahrungsort. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Akteure''': Archiv, Repository, IT-Betrieb, ggf. Sorbisches Kulturarchiv bzw. Digitalisierungszentrum. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Beispiel''': Die Bilder und das 3D-Modell des Ostereis werden auf gesicherten Servern gespeichert; das Original bleibt im Museum oder bei der Eigentümerin.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''6. Präsentieren &amp;amp; nutzen''' &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Im letzten Schritt werden die digitalen Objekte so bereitgestellt, dass sie gefunden, verstanden und genutzt werden können, z. B. in Portalen, digitalen Sammlungen oder virtuellen Ausstellungen. Dafür reicht es nicht, nur Dateien anzuzeigen: Es braucht auch verständliche Kontexte, Rechteangaben, Mehrsprachigkeit und möglichst barrierearme Zugänge. So wird aus der technischen Digitalisierung eine tatsächliche kulturelle Nutzung. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Akteure''': Kurator:innen, Vermittlung, Web/IT, Museen, Kulturinformationen, Community. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Beispiel''': Das Osterei erscheint in einer Online-Ausstellung, kann herangezoomt oder als 3D-Modell gedreht werden und wird mit einem kurzen Text zur Technik erklärt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.4.3 Organisatorische Perspektive ===&lt;br /&gt;
Die folgende Abbildung ist entnommen aus einem Poster des Sorbischen Instituts zu dessen Digitalisierungsstrategie, gefunden auf der Projektseite des Digitalisierungszentrums.&amp;lt;ref&amp;gt;Sorbisches Institut: Digitalisierungszentrum (DZ). URL: [https://www.serbski-institut.de/projekte-zentrale-vorhaben/digitalisierungszentrum-dz/ https://www.serbski-institut.de/projekte-zentrale-vorhaben/digitalisierungszentrum-dz/], abgerufen am 25.03.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Digitalisierungsstrategie des Sorbischen Instituts zeigt die Erfassung, Registrierung, Digitalisierung und Archivierung bis zur Präsentation von Kulturgütern aus '''organisatorischer Sicht'''. Sie basiert auf einem '''3-Säulen-Modell aus Kulturregister, Digitalisierungszentrum und Präsentationsumgebung'''. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Dataja:Wobraz_K4.png|mini||center|600px|Abbildung: 3-Säulen-Modell der Digitalisierungsstrategie des Sorbischen Instituts. Quelle: Sorbisches Institut, „Digitalizacija serbskich kulturnych datow / Digitalisierung der sorbischen/wendischen Kulturdaten“&amp;lt;ref&amp;gt;Sorbisches Institut 2025: Digitalizacija serbskich kulturnych datow / Digitalisierung der sorbischen/wendischen Kulturdaten (Poster). URL:  [https://www.serbski-institut.de/wp-content/uploads/2021/11/A0-Druck_Digitalisierungsstrategie-SI.pdf  https://www.serbski-institut.de/wp-content/uploads/2021/11/A0-Druck_Digitalisierungsstrategie-SI.pdf], abgerufen am 25.03.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Beide Sichtweisen - die fachliche &amp;quot;Prozess-Sicht&amp;quot; und die &amp;quot;organisatorische Sicht&amp;quot; lassen sich wie folgt in einer Darstellung zusammenfassen:&lt;br /&gt;
[[Dataja:Wobraz_K5.jpg|mini||center|600px|Abbildung: Zusammengefasste Sichtweisen auf die Digitalisierung von Kulturerbe.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der &amp;quot;Prozess der Digitalisierung von Kulturerbe&amp;quot; beschreibt, '''was''' mit einem Kulturgut geschieht; das 3-Säulen-Modell zeigt, '''wo''' diese Aufgaben organisatorisch verortet sind. Bezogen auf die oben beschriebenen [[#2.3.2 Prozessschritte im Detail|Prozessschritte der Digitalisierung von Kulturerbe]] steht das '''Sorbische Kulturregister''' für den Prozessschritt „'''2. Registrieren'''“ und dient dabei vor allem der Verzeichnung und Metadatenverwaltung. Das '''Digitalisierungszentrum''' steht für die Prozessschritte „'''4. Digitalisieren'''“ und „'''5. Archivieren'''“ und dient dabei der technischen Erfassung, Bearbeitung und Sicherung der Digitalisate. Die '''Präsentationsumgebung''' steht für den Schritt „'''6. Präsentieren'''“ und dient der öffentlichen oder kuratierten Bereitstellung zur Nutzung. Ergänzende Konzepte des SI machen dabei deutlich, dass die Digitalisierung im Regelfall eine vorherige Verzeichnung im Register voraussetzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
! Prozessschritt&lt;br /&gt;
! Verantwortliche Organisation&lt;br /&gt;
! Funktion im Gesamtsystem&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''2. Registrieren'''&lt;br /&gt;
| '''Sorbisches Kulturregister'''&lt;br /&gt;
| Kulturgüter werden als Entitäten nachgewiesen, beschrieben, mit Metadaten versehen und miteinander verknüpft. Das Register erfüllt damit eine katalogähnliche Funktion: Es macht sichtbar, welche Kulturgüter es gibt, wo sie sich befinden und in welchem Kontext sie stehen.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''4. Digitalisieren'''&lt;br /&gt;
| '''Digitalisierungszentrum'''&lt;br /&gt;
| Kulturgüter werden technisch erfasst, z. B. durch Scan, Fotografie, Audio-/Videoübertragung oder 3D-Erfassung. Das Digitalisierungszentrum erzeugt und prüft die Digitalisate, ist aber nicht selbst primär ein Präsentationssystem.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''5. Archivieren'''&lt;br /&gt;
| '''Digitalisierungszentrum / Repositorium / Archiv'''&lt;br /&gt;
| Die digitalen Dateien werden geordnet gespeichert, mit Metadaten verbunden und langfristig gesichert. Dazu gehört auch die Sicherstellung der Langzeitaufbewahrung, etwa durch geeignete Speicherorte, Prüfroutinen und spätere Migrationen.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''6. Präsentieren'''&lt;br /&gt;
| '''Sorabicon / weitere Präsentationsumgebungen'''&lt;br /&gt;
| Die digitalen Inhalte werden für Nutzer:innen sichtbar, erfahrbar und verständlich gemacht, z. B. in Portalen, digitalen Sammlungen oder virtuellen Ausstellungen. Die Präsentation greift dafür auf Metadaten aus dem Register und auf Digitalisate aus dem Repositorium bzw. dem Digitalisierungszentrum zurück.&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Schritt '''1. Sammeln''' liegt vor diesen drei Säulen. Er betrifft die Sammlungsorte selbst, also z. B. Museen, Archive, Heimatstuben, Vereine, Projekte, Gemeinden oder Privatpersonen. Dort entstehen oder befinden sich die Kulturgüter zunächst, bevor sie systematisch registriert, bewertet oder digitalisiert werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Schritt '''3. Bewerten''' ist ebenfalls keine eigene technische Säule, sondern ein steuernder Entscheidungsschritt. In ihm wird geklärt, welche Kulturgüter priorisiert digitalisiert werden, welche fachliche Bedeutung sie haben, welche Rechte zu beachten sind und ob eine öffentliche Präsentation möglich ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Damit wird deutlich: Register, Digitalisierungszentrum und Präsentation erfüllen unterschiedliche Aufgaben. Das '''Register''' beschreibt und verknüpft Kulturgüter, das '''Digitalisierungszentrum''' erzeugt und sichert Digitalisate und die '''Präsentationsumgebung''' macht ausgewählte Inhalte verständlich zugänglich. Gerade diese Trennung schafft klare Zuständigkeiten und erleichtert die Zusammenarbeit zwischen Sammlungsorten, Fachstellen, technischen Dienstleistern und Öffentlichkeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== 2.5 Beispiele anderer Kulturen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Digitalisierung des Kulturerbes kleiner, autochthoner, indigener und sprachlicher Gemeinschaften weist häufig vergleichbare Herausforderungen auf: Kulturgüter und Bestände sind auf viele Institutionen, Vereine, lokale Einrichtungen und private Träger verteilt. Personelle und finanzielle Ressourcen sind begrenzt, mehrere Sprachen und Beschreibungstraditionen müssen berücksichtigt werden und nicht alle kulturellen Inhalte dürfen oder sollen ohne Einschränkung öffentlich zugänglich gemacht werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In einer vergleichenden Recherche wurde daher untersucht, wie andere Gemeinschaften und Regionen ihr Kulturerbe erfassen, beschreiben, digitalisieren, langfristig sichern und zur Nutzung bereitstellen. Dabei wurde nicht nach einer universell „idealen“ technischen Lösung gesucht. Untersucht wurde vielmehr, welche organisatorischen, technischen, rechtlichen und gemeinschaftlichen Modelle unter welchen Rahmenbedingungen funktionieren, welche Schwierigkeiten auftreten und welche übertragbaren Erfolgsfaktoren erkennbar sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die nachfolgenden Beispiele verdeutlichen unterschiedliche Schwerpunkte: gemeinschaftliche Steuerung, institutionsübergreifende Register und Suchsysteme, Digitalisierung verteilter Bestände, Sprach- und Tonarchive, abgestufte Zugänge, Unterstützung kleiner Kulturgutträger sowie die Überführung zeitlich begrenzter Projekte in einen dauerhaften Betrieb.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die daraus abgeleiteten Kriterien bilden einen Referenzrahmen. Anhand dieses Referenzrahmens kann in einer späteren Ist-Analyse geprüft werden, welche Funktionen bereits vorhanden, nur konzeptionell beschrieben, in Pilotprojekten erprobt oder dauerhaft im Regelbetrieb verankert sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die ausführlichen Fallprofile, Vergleichsmatrizen, Quellen sowie ein Hinweis zur KI-gestützten Erstellung befinden sich in der [[12.3.A1 Vergleichende Recherche – Digitalisierung des Kulturerbes anderer Kulturen und Regionen|ausführlichen Vergleichsrecherche]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.5.1 RomArchive – Digitales Archiv der Roma ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Roma und Sinti sind eine transnationale Minderheit, die in zahlreichen europäischen Staaten lebt. RomArchive wurde von 2015 bis 2019 mit 3,75 Millionen Euro durch die Kulturstiftung des Bundes gefördert. Weitere Unterstützer waren unter anderem die Bundeszentrale für politische Bildung, das Auswärtige Amt und das Goethe-Institut. Seit 2019 wird das Archiv durch das Dokumentations- und Kulturzentrum Deutscher Sinti und Roma in Heidelberg betrieben.&amp;lt;ref name=&amp;quot;vergleich_romarchive&amp;quot;&amp;gt;RomArchive o. J.: Frequently Asked Questions. URL: https://www.romarchive.eu/en/about/frequently-answered-questions/; Dokumentations- und Kulturzentrum Deutscher Sinti und Roma e. V. o. J.: Imprint. URL: https://www.romarchive.eu/en/imprint/; Kulturstiftung des Bundes o. J.: RomArchive. URL: https://www.kulturstiftung-des-bundes.de/en/programmes_projects/film_and_new_media/detail/romarchive.html, jeweils abgerufen am 20.07.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Archiv präsentiert Kunst, Geschichte und Kultur aus der Perspektive der Roma. Kuratorische Teams und Beirat waren überwiegend mit Angehörigen der Minderheit besetzt. Neben öffentlich zugänglichen Inhalten existiert ein internes Archiv mit beschränktem Forschungszugang. Besonders lehrreich ist der bereits zu Projektbeginn geplante und später tatsächlich vollzogene Übergang an einen dauerhaften Betreiber.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Erfolgsfaktoren und Learnings:''' &lt;br /&gt;
* Angehörige der Gemeinschaft sollten nicht nur Inhalte zuliefern, sondern festgelegte Entscheidungsrechte bei Auswahl, Beschreibung, Kontextualisierung und Zugangsregeln besitzen. &lt;br /&gt;
* Bereits zu Beginn einer Projektphase verbindlich klären, welche Institution das Register, Archiv oder Portal nach dem Ende der Förderung dauerhaft betreibt, pflegt und finanziert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.5.2 Nuohtti – Zugang zum Sámi-Kulturerbe ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Sámi sind ein indigenes Volk im nordeuropäischen Sápmi, das sich über Teile Norwegens, Schwedens, Finnlands und Russlands erstreckt. Viele historische Sámi-Materialien befinden sich außerhalb der Sámi-Institutionen in europäischen Archiven und Museen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nuohtti ist ein gemeinsamer Suchdienst für digitalisierte Sámi-Materialien. Er wurde von 2018 bis 2021 mit Mitteln des Programms Interreg Nord der EU (Europäische Union) entwickelt. Beteiligt waren unter anderem die Sámi-Archive der finnischen und norwegischen Nationalarchive, das schwedische Reichsarchiv und mehrere Universitäten. Die Sámi-Parlamente Finnlands, Norwegens und Schwedens waren in der Steuerungsgruppe vertreten. Der Dienst führte nach Projektangaben etwa 30.000 Datensätze aus 32 Institutionen zusammen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;vergleich_nuohtti&amp;quot;&amp;gt;Nuohtti o. J.: About Nuohtti. URL: https://nuohtti.com/Content/about; University of the Arctic 2023: The Nuohtti service provides digital access to Sámi material in European archives. URL: https://www.uarctic.org/news/2023/3/the-nuohtti-service-provides-digital-access-to-sami-material-in-european-archives/, jeweils abgerufen am 20.07.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nuohtti übernimmt nicht alle Bestände in ein einziges System. Stattdessen werden Metadaten, also strukturierte Beschreibungsdaten zu Objekten und Beständen, aus vorhandenen Einrichtungen zusammengeführt und mit mehrsprachiger Suche, Karte und Zeitleiste zugänglich gemacht. Ethische Hinweise machen darauf aufmerksam, dass viele Bestände unter historischen und teilweise kolonialen Bedingungen gesammelt und beschrieben wurden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Erfolgsfaktoren und Learnings:''' &lt;br /&gt;
* Ein gemeinsamer Zugang kann auch mit dezentraler Architektur der Bestände erfolgen – Originale, Dateien und Fachsysteme können beim Kulturgutträger verbleiben.&lt;br /&gt;
* Ein Register für Kulturdaten kann als übergreifende Nachweisschicht arbeiten: Größere Einrichtungen liefern Daten über technische Schnittstellen, während kleine Träger zentrale oder gemeinsam bereitgestellte Erfassungsdienste nutzen können. &lt;br /&gt;
* Historische Fremdbeschreibungen sollten ergänzt werden durch Selbstbezeichnungen, eigene Sprachformen, alternative Benennungen und Kontexte der betreffenden Gemeinschaft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.5.3 People’s Collection Wales / Casgliad y Werin Cymru ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wales ist ein Landesteil des Vereinigten Königreichs mit einer eigenständigen nationalen und walisischsprachigen Identität. People’s Collection Wales ist eine zweisprachige Plattform für institutionelles und gemeinschaftlich getragenes Kulturerbe. Sie wird als Verbund der National Library of Wales, des National Museum Wales und der Royal Commission on the Ancient and Historical Monuments of Wales betrieben und durch die walisische Regierung finanziert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Neben der technischen Plattform werden kostenlose Beratung und Schulungen zu Digitalisierung, Metadaten, Urheberrecht, Datenschutz und Oral History, also mündlich überlieferter und aufgezeichneter Geschichte, angeboten. Eine unabhängige Evaluation stellte Fortschritte bei der Zusammenarbeit und beim Kompetenzaufbau fest, benannte aber auch begrenzte Wirkungsnachweise, Finanzierungsrisiken und den hohen Personalaufwand für die Unterstützung der beteiligten Gemeinschaften.&amp;lt;ref name=&amp;quot;vergleich_wales&amp;quot;&amp;gt;Vittle, Kate / Haswell-Walls, Fran / Dixon, Tim; ERS Ltd. 2016: Evaluation of the Casgliad y Werin Cymru / People’s Collection Wales Digital Heritage Programme. Impact Report. URL: https://www.gov.wales/sites/default/files/publications/2019-08/evaluation-of-the-peoples-collection-wales-digital-heritage-programme-impact.pdf; People’s Collection Wales o. J.: Community Support. URL: https://www.peoplescollection.wales/about-us/community-support, jeweils abgerufen am 20.07.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Erfolgsfaktoren und Learnings:''' &lt;br /&gt;
* Kleine und ehrenamtlich betreute Sammlungen benötigen nicht nur technische Standards, sondern konkrete und dauerhaft verfügbare Dienstleistungen: Erstberatung, Schulung, Vorlagen, Unterstützung bei Rechtefragen, Qualitätskontrolle und persönliche Ansprechpartner. &lt;br /&gt;
* Ein Digitalisierungszentrum oder ein Verbund koordinierter Digitalisierungsdienste sollte daher als Service- und Kompetenzstruktur ausgestaltet werden und nicht lediglich als technische Produktionsstelle. &lt;br /&gt;
* Der dafür notwendige Beratungs- und Unterstützungsaufwand muss als dauerhafte Betriebsaufgabe eingeplant werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.5.4 Tobar an Dualchais / Kist o Riches ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schottisch-Gälisch ist eine Minderheitensprache, die vor allem in den Highlands und auf den schottischen Inseln gesprochen wird. Tobar an Dualchais macht mehr als 40.000 seit den 1930er Jahren entstandene Tonaufnahmen zugänglich. Die Bestände umfassen Erzählungen, Lieder, Musik, Gedichte und mündlich überliefertes Wissen auf Gälisch, Scots und Englisch. Ein bedeutender Teil der Originalbestände wird in den School of Scottish Studies Archives der Universität Edinburgh verwahrt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;vergleich_tobar&amp;quot;&amp;gt;University of Edinburgh 2024: Tobar an Dualchais / Kist o Riches. URL: https://gaelic.ed.ac.uk/gaelic-collections/tobar-an-dualchais-kist-o-riches; Scottish Government 2025: Rediscovering lost Gaelic words. URL: https://www.gov.scot/news/rediscovering-lost-gaelic-words/, jeweils abgerufen am 20.07.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Digitalisierung wird mit Verschriftlichung beziehungsweise Transkription, sprachlicher Erschließung, Freiwilligenarbeit und teilweise automatischer Spracherkennung verbunden. Das Projekt erhält wiederkehrende öffentliche Förderungen, muss Rechteklärung, Transkription und technische Weiterentwicklung jedoch dauerhaft fortsetzen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Erfolgsfaktoren und Learnings:''' &lt;br /&gt;
* Gefährdete Ton-, Film- und Videobestände müssen wegen Materialverfall, beschädigungsanfälliger Trägermaterialien und nicht mehr verfügbarer Wiedergabetechnik zeitlich priorisiert werden. &lt;br /&gt;
* Ein geeignetes Pilotprojekt kann Digitalisierung, Rechteklärung, Verschriftlichung, Übersetzung, Metadatenerfassung, Archivierung und Bildungsnutzung entlang einer vollständigen Prozesskette verbinden. &lt;br /&gt;
* Dadurch werden nicht nur einzelne Dateien erzeugt, sondern zugleich die notwendigen Standards, Zuständigkeiten und Aufwände erprobt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.5.5 Euskariana – Portal zum baskischen Kulturerbe ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Baskinnen und Basken leben in Gebieten Spaniens und Frankreichs. Euskariana ist das staatlich betriebene Kulturportal der Autonomen Gemeinschaft Baskenland in Spanien. Es wird durch die Digitale Bibliothek Euskadi betrieben und verbindet Daten der baskischen Regierung, der Provinzen, Kommunen, Universitäten sowie öffentlicher, kirchlicher und privater Einrichtungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Portal ist zugleich gemeinsamer Katalog und Zugang zu digitalen Objekten. Es kann Inhalte über ein eigenes Repositorium, also ein institutionell betriebenes digitales Ablage- und Erhaltungssystem, bereitstellen oder zu den Systemen der Partner verlinken. Verwendet werden internationale Standards wie Dublin Core als allgemeiner Metadatenstandard, METS (Metadata Encoding and Transmission Standard) zur Strukturierung und Übertragung digitaler Objekte, PREMIS (Preservation Metadata: Implementation Strategies) für Metadaten zur digitalen Langzeiterhaltung und ALTO (Analyzed Layout and Text Object) für erkannte Texte und Seitenlayouts. Die standardisierten Daten können unter anderem an Europeana weitergegeben werden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;vergleich_euskariana&amp;quot;&amp;gt;Gobierno Vasco / Biblioteca Digital de Euskadi o. J.: Acerca de Euskariana. URL: https://www.euskariana.euskadi.eus/euskadibib/es/help/about.do, abgerufen am 20.07.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Erfolgsfaktoren und Learnings:''' &lt;br /&gt;
* Unterschiedliche Kulturgutträger benötigen unterschiedliche Anschlussmöglichkeiten. &lt;br /&gt;
** Kleine Einrichtungen sollten Daten und gegebenenfalls Dateien in zentral bereitgestellten Diensten erfassen und verwalten können. &lt;br /&gt;
** Größere Institutionen sollten ihre vorhandenen Systeme über Datenexporte oder Programmierschnittstellen anbinden können. &lt;br /&gt;
* Dafür ist ein gemeinsamer, bewusst schlank gehaltener Metadatenkern erforderlich, der durch fach- und institutionsspezifische Angaben erweitert werden kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.5.6 Mukurtu und Plateau Peoples’ Web Portal ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mukurtu ist eine frei verfügbare Software für die gemeinschaftlich kontrollierte Verwaltung digitalen indigenen Kulturerbes. Das Plateau Peoples’ Web Portal verbindet acht indigene Nationen des nordwestlichen Plateaus der USA mit der Washington State University und mehreren Museen und Archiven. Stammesvertreter wählen und beschreiben die Inhalte; die Universität übernimmt wesentliche technische Betriebsaufgaben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mukurtu ermöglicht kulturelle Protokolle, also gemeinschaftlich festgelegte Regeln für Zugang und Nutzung, Traditional Knowledge Labels als Kennzeichnungen für überliefertes gemeinschaftliches Wissen sowie mehrere Beschreibungen zu demselben Objekt. Dadurch kann neben einer institutionellen Museumsbeschreibung eine Beschreibung der Herkunftsgemeinschaft stehen. Zugänge können von vollständig öffentlich bis streng beschränkt reichen. Mukurtu weist ausdrücklich darauf hin, dass die Plattform vor allem dem Zugang und der gemeinschaftlichen Verwaltung dient und ein gesondertes Konzept für Digitalisierung, Langzeiterhaltung, Personal und Finanzierung erforderlich bleibt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;vergleich_mukurtu&amp;quot;&amp;gt;Mukurtu CMS / Washington State University o. J.: About. URL: https://mukurtu.org/about/; Plateau Peoples’ Web Portal. URL: https://mukurtu.org/project/plateau-peoples-web-portal-showcase/, jeweils abgerufen am 20.07.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Erfolgsfaktoren und Learnings:''' &lt;br /&gt;
* Rechte und kulturelle Sensibilität müssen als Bestandteil des Datenmodells behandelt werden und dürfen nicht erst unmittelbar vor einer Veröffentlichung geprüft werden. &lt;br /&gt;
* Sinnvoll sind abgestufte Kategorien wie &lt;br /&gt;
** „nur Metadaten öffentlich“, &lt;br /&gt;
** „öffentliches Nutzungsdigitalisat“, &lt;br /&gt;
** „Zugang nach Rücksprache“, &lt;br /&gt;
** „beschränkter Gemeinschafts- oder Forschungszugang“, &lt;br /&gt;
** „zeitlich gesperrt“ und &lt;br /&gt;
** „nicht zugänglich“. &lt;br /&gt;
* Mehrere Beschreibungen zu demselben Objekt ermöglichen es außerdem, institutionelle Überlieferung und Selbstbeschreibung nebeneinander nachvollziehbar zu dokumentieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.5.7 Indigitization – zentrale Unterstützung für dezentrale Digitalisierung ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Indigitization unterstützt First Nations und weitere indigene Gemeinschaften in British Columbia in Kanada. Das Programm wird gemeinsam von indigenen Organisationen, Bibliotheken, Archiven und Hochschulen getragen. Es stellt einen Werkzeugkasten, Schulungen, Musterunterlagen, technische Beratung und Förderhilfen bereit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von 2013 bis 2019 wurden drei Pilotprojekte und 45 weitere Projekte gefördert. Dabei wurden mehr als 11.000 Audiokassetten digitalisiert. Die Digitalisierung erfolgte in den Gemeinschaften; eine allgemeine Veröffentlichung war nicht zwingend. Das frühere Förderprogramm für Audiokassetten befindet sich inzwischen allerdings in einer Pause.&amp;lt;ref name=&amp;quot;vergleich_indigitization&amp;quot;&amp;gt;Indigitization o. J.: About Us. URL: https://www.indigitization.ca/about-2/; Indigitization Toolkit. URL: https://www.indigitization.ca/toolkit/; Audio Cassette Digitization Grant. URL: https://www.indigitization.ca/funding/audio-cassette-grant/, jeweils abgerufen am 20.07.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Erfolgsfaktoren und Learnings:''' &lt;br /&gt;
* Zentral bereitgestellte Kompetenz lässt sich mit dezentraler Verantwortung verbinden. &lt;br /&gt;
* Ein Digitalisierungszentrum oder ein Verbund gemeinsamer Dienste kann Schulungen, Leih- und Mobiltechnik, Qualitätsprüfung, Rahmenverträge, Musterunterlagen, Beratung und Kleinprojektförderung anbieten. &lt;br /&gt;
* Originale, lokales Wissen und kulturelle Beziehungen können grundsätzlich bei den jeweiligen Kulturgutträgern verbleiben. &lt;br /&gt;
* Damit nach Abschluss einzelner Digitalisierungsprojekte keine ungesicherten Dateien zurückbleiben, sollte jedoch von Beginn an ein gemeinsames oder verbindlich angebundenes Repositorium beziehungsweise digitales Archiv vorgesehen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.5.8 Zusammenfassungen der Beispiele anderer Kulturen im Anhang ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tabellarische Übersichten und Zusammenfassungen aller untersuchten Beispiele anderer Kulturen und Regionen befinden sich im Anhang [[12.3.A1 Vergleichende Recherche – Digitalisierung des Kulturerbes anderer Kulturen und Regionen#E. Vergleichsmatrix|in Abschnitt E. Vergleichsmatrix]] unter &lt;br /&gt;
* [[12.3.A1 Vergleichende Recherche – Digitalisierung des Kulturerbes anderer Kulturen und Regionen#E.1 Funktionen, Architektur und Standards|E.1 Funktionen, Architektur und Standards]] und&lt;br /&gt;
* [[12.3.A1 Vergleichende Recherche – Digitalisierung des Kulturerbes anderer Kulturen und Regionen#E.2 Governance, Finanzierung, Erfolg und Übertragbarkeit|E.2 Governance, Finanzierung, Erfolg und Übertragbarkeit]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Zusammenfassung der übergreifenden Erfolgsfaktoren aus den Beispielen befindet sich im Anhang [[12.3.A1 Vergleichende Recherche – Digitalisierung des Kulturerbes anderer Kulturen und Regionen#F. Übergreifende Erfolgsfaktoren|in Abschnitt F. Übergreifende Erfolgsfaktoren]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.5.9 Was sich aus den Beispielen ableiten lässt ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus den untersuchten Beispielen lässt sich kein einzelnes Projekt und kein bestimmtes Softwaresystem ableiten, das unverändert übernommen werden könnte. Wiederkehrend zeigen sich jedoch '''vier notwendige Funktionen, drei übergreifende Erfolgsbedingungen und zwei grundlegende Umsetzungsprinzipien'''. Sie bilden einen kompakten Orientierungsrahmen für die Digitalisierung von Kulturerbe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Vier Kernfunktionen – was muss dauerhaft geleistet werden? ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Damit die Digitalisierung nicht bei einzelnen Digitalisaten oder einem Präsentationsportal stehen bleibt, müssen vier Kernfunktionen verlässlich abgedeckt und miteinander verbunden werden:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot; style=&amp;quot;width:100%;&amp;quot;&lt;br /&gt;
! Kernfunktion&lt;br /&gt;
! Kernfrage&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''1. Register für Kulturdaten'''&lt;br /&gt;
| '''Was ist vorhanden und was sollte prioritär bearbeitet werden?''' – Kulturgüter und Bestände nachweisen, beschreiben, verknüpfen und ihren Digitalisierungs- und Rechtezustand erfassen.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''2. Digitalisierungszentrum / Digitalisierungsdienste'''&lt;br /&gt;
| '''Wie wird qualitätsgesichert digitalisiert?''' – Kulturgutträger beraten, Digitalisierung vorbereiten oder durchführen, Qualität sichern und die Übergabe vorbereiten.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''3. Repositorium / digitales Langzeitarchiv'''&lt;br /&gt;
| '''Wie bleibt das digitale Kulturerbe dauerhaft erhalten?''' – Masterdateien und Metadaten sicher übernehmen, erhalten, sichern und bei technischen Veränderungen migrieren.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''4. Präsentations- und Nutzungssysteme'''&lt;br /&gt;
| '''Wie wird das Kulturerbe gefunden, verstanden und genutzt?''' – freigegebene Inhalte mehrsprachig vermitteln und für Bildung, Forschung und kulturelle Nachnutzung bereitstellen.&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die vier Funktionen bedeuten nicht zwingend vier Einrichtungen oder vier technische Systeme. Entscheidend ist, dass alle Funktionen abgedeckt, ihre Zuständigkeiten geklärt und ihre Übergaben zuverlässig organisiert sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Drei Erfolgsbedingungen – was gilt für alle Kernfunktionen? ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
# '''Gemeinsam entscheiden und Rechte abgestuft regeln:''' &lt;br /&gt;
#* Angehörige der betreffenden Gemeinschaft und die Kulturgutträger sollten nachvollziehbare Entscheidungsrechte bei Auswahl, Beschreibung, Priorisierung und Veröffentlichung besitzen. &lt;br /&gt;
#* Zugänge sollten abgestuft sein, beispielsweise auch &amp;quot;ausschließlich Metadaten&amp;quot;, &amp;quot;Zugang nach Rücksprache&amp;quot; oder &amp;quot;beschränkte Gemeinschafts- und Forschungszugänge&amp;quot; ermöglichen. &lt;br /&gt;
#* Rechtliche Zulässigkeit und kulturelle Angemessenheit sind dabei getrennt zu betrachten. &lt;br /&gt;
#* Selbstbezeichnungen und eigene kulturelle Perspektiven sollten historische Fremdbeschreibungen ergänzen können.&amp;lt;br&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
# '''Gemeinsame Standards, Mehrsprachigkeit und technische Anschlussfähigkeit sichern:''' &lt;br /&gt;
#* Ein bewusst schlanker gemeinsamer Metadatenkern, Qualitätsstandards und geregelte Datenübergaben ermöglichen die Zusammenarbeit unterschiedlicher Einrichtungen. Zusätzlich können fach- oder institutionsspezifische Metadatensätze genutzt werden.&lt;br /&gt;
#* Sprachen und Sprachvarianten müssen als eigenständige Datenwerte berücksichtigt werden, bspw. bei Metadaten, Beschreibungen usw. &lt;br /&gt;
#* Kleine Träger benötigen einfache zentrale Erfassungsmöglichkeiten, z. B. per Weboberfläche, größere Institutionen Schnittstellen oder Datenexporte aus ihren vorhandenen Systemen.&amp;lt;br&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
# '''Dauerhafte Verantwortung und Finanzierung sichern:''' &lt;br /&gt;
#* Bereits beim Aufbau muss feststehen, wer Register, Digitalisierungsdienste, Repositorium und Präsentationssystem nach einer Projektförderung dauerhaft betreibt. &lt;br /&gt;
#* Neben einmaligen Projektmitteln müssen deshalb auch Personal, Beratung, Datenpflege, Speicher, Softwarepflege, Sicherung und spätere technische Erneuerungen dauerhaft finanziert werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Zwei Umsetzungsprinzipien – wie sollte vorgegangen werden? ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
# '''Priorisieren, die vollständige Kette pilotieren, dann skalieren:''' &lt;br /&gt;
#* Nicht alles muss gleichzeitig digitalisiert werden. Besonders gefährdete oder kulturell bedeutsame Bestände sollten priorisiert werden. &lt;br /&gt;
#* Pilotprojekte sollten möglichst den gesamten Weg von der Erfassung und Rechteklärung über die Digitalisierung bis zur Archivierung und Nutzung durchlaufen. Dabei werden Standards, Zuständigkeiten, Kosten und tatsächliche Nutzung erprobt. &lt;br /&gt;
#* Erst auf dieser Grundlage sollte in größerem Umfang skaliert werden.&amp;lt;br&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
# '''Zentral ermöglichen, dezentral verantworten:''' &lt;br /&gt;
#* Zentrale Stellen können Infrastruktur, Beratung, Schulung, Digitalisierungstechnik, Qualitätskontrolle, Rechtehilfe und Langzeiterhaltung bereitstellen. &lt;br /&gt;
#* Originale, lokales Wissen, kulturelle Beziehungen und wesentliche inhaltliche Entscheidungen können gleichzeitig bei den jeweiligen Kulturgutträgern verbleiben. &lt;br /&gt;
#* Zentralisierung von Diensten und dezentrale kulturelle Verantwortung sind damit keine Gegensätze, sondern können sich gegenseitig ergänzen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Für die Reihenfolge ergibt sich daraus:''' &lt;br /&gt;
# Zuerst Entscheidungsrechte, Standards, Betreiber und Finanzierung ausreichend klären; &lt;br /&gt;
# anschließend mit ausgewählten Beständen die vollständige Prozesskette erproben und die Unterstützungsstrukturen aufbauen; &lt;br /&gt;
# auf dieser Grundlage Digitalisierung, Präsentation und Nachnutzung schrittweise verbreitern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Präsentation und Nutzung sind dabei nicht von geringerer Bedeutung und sollten bereits Bestandteil der Pilotprojekte sein. '''Später erfolgt nicht die Nutzung selbst, sondern deren breiter Ausbau.'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weiterführende '''Hinweise und Empfehlungen zu einem möglichen Vorgehen sowie zeitlichen und inhaltlichen Prioritäten''' befinden sich im Anhang [[12.3.A1 Vergleichende Recherche – Digitalisierung des Kulturerbes anderer Kulturen und Regionen#G.2 Was zentral, dezentral und gemeinsam organisiert werden sollte|im Abschnitt &amp;quot;Priorisierte Schlussfolgerung&amp;quot; von G2 bis G9]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein ausführliches '''Prüfraster zur Bewertung des jeweiligen Entwicklungsstandes''' befindet sich [[12.3.A2 Prüfraster zur Bewertung des Entwicklungsstandes beim Aufbau der Digitalisierung des Kulturerbes|im Anhang 2 &amp;quot;Prüfraster zur Bewertung des Entwicklungsstandes&amp;quot;]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= 3. Ist-Analyse der Digitalisierung des sorbischen Kulturerbes =&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der [[#2 Ist-Analyse „Digitalisierung von Kulturerbe“|vorangegangene Abschnitt 2]] hat beschrieben, was zur Digitalisierung von Kulturerbe gehört, welche Aufgaben dabei dauerhaft erfüllt werden müssen und wie andere Gemeinschaften und Regionen diese Aufgaben lösen. Der Abschnitt 3 richtet nun den Blick auf die sorbische Situation. Er geht der Frage nach, wie gut die sorbische Kulturerbelandschaft heute organisatorisch, technisch und personell aufgestellt ist, um ihr materielles, immaterielles und digitales Kulturerbe institutionsübergreifend zu erfassen, zu digitalisieren, dauerhaft zu erhalten und zugänglich zu machen – und wo vorrangiger Handlungsbedarf besteht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Analyse gliedert sich in fünf Teile:&lt;br /&gt;
* '''Akteure und Rollen''': Wer bewahrt sorbisches Kulturerbe und welche Aufgaben übernehmen die Akteure bei seiner Digitalisierung (Sammeln, Finanzieren, Koordinieren usw.)?&lt;br /&gt;
* '''Bestände und Digitalisierungsbedarf''': Welche Kulturgüter gibt es, wie weit sind  sie erfasst und digitalisiert, und welche müssen vorrangig gesichert werden?&lt;br /&gt;
* '''Vorhaben und Systeme''': Welche sorbischen Projekte und Angebote decken die [[#2.3.2 Vier Kernfunktionen|vier Kernfunktionen]] Nachweisen, Digitalisieren, langfristig Erhalten und Zugänglichmachen bereits ab?&lt;br /&gt;
* '''Zusammenarbeit und dauerhafter Betrieb''': Wie sind die Steuerung und Zusammenarbeit (Governance) organisiert (Zuständigkeiten, Standards, Rechte und Finanzierung)?&lt;br /&gt;
* '''Gesamtbewertung''': Was funktioniert bereits, wo gibt es Lücken und welche davon sollten zuerst geschlossen werden? &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Analyse stellt dabei den Bedarf der Bestände dem vorhandenen Angebot an Diensten und dem organisatorischen Rahmen gegenüber. Wo beides auseinanderfällt, entstehen Lücken, siehe nachfolgende Übersicht.&lt;br /&gt;
[[Dataja:Wobraz K6.png|thumb|center|600px|Übersicht der Ist-Analyse]]&amp;lt;ref&amp;gt;Mermaid Flowchart Code: [https://mermaid.live/edit#pako:eNqVlM1y2jAQx19lR7maFGMcwJPJDGAnh9AcaE4pPcj2-qPYErOWmtJ8PE0fo7e8WGWDTUja6VS-WB_7293_rvTAIhkj81hSyPso46Tg1l_RSoAZ088rdh5eOKc2TNcKNeH5h_DiPKQPF7fbjQW39PIzRaqMXaIsWMqiQLFiX2r7llHpMCW-yeDGwG54lCXEU9wfgv2Ic8JI5VLAYvl6fdYGMIAZVurlp4gPIVzrQmlKtVoXvKoQNiThEy_LQou0kqTe-Ji_ZsWckgOJC4hRwFSkGEpl_r5i44-L2IIyV-BTLtIij7I15m-5M-j1LmDeLqGI_5j-0rjfOwAtYljyrOzE-pcOfhu7A36OolLYMD5tzV95yONbjgTXSCLRYl1j3jkIWtAQruQ3c5KL6GB_pyujHwpOocmzcRFzjVSX15BnqCjH8A3Sh-fnZwj-kv-0VufReLrnGRlluzI-ws3xmdDQMQ_NmX2KFqR1DYq6IDu1HqFT5aZRfbFLZ_HyK1qj6PLY1RdkJhC4rgw2ykxcWLUlfpXCcgdqp4tmetXK5MIVGk1UiPdIyjRW7eNNh0d1-_mYgECtiBeQ5EXhnVzawWUwtipFco3eiXvpBu7UimQhyTsZzM03fU9o70fLmAbzYNQxJhNnbvstY2QPZrbzjsH3TbYjBLbxG3SE_uVZ4J61hP7Y7Q_tIwJMrYV11aZyvDWz5ocIj7d8K2gdd52vtgWaOu3iSJrRxTEej0fj_n7ai3llXh7iW88F99h--d_2zGIp5THzFGm0WIlU8nrKHmruiqnMXJkV88wvYay_9xoxVmwlnozphos7KcvWmqROM-YlvKjMTG9irtDPubnSZbdKdWvRXGqhmDd07AbCvAf2nXnuqWP3RwN7eDZwJ4Ph2MHeyGJb5vXs0-HEnTgDxxn3-4OzvuOarSeL_Wi8C10UFsM4V5I-7h7o5p1--g24x9CK hier klicken], abgerufen am 20.10.2026&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== 3.1 Akteure und Rollen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sorbisches Kulturerbe wird von vielen Einrichtungen, Gruppen und Einzelpersonen bewahrt, gepflegt und dokumentiert – von sorbischen ebenso wie von nicht-sorbischen. Dieser Abschnitt zeigt, wer Bestände hält, wer Dienste zur Digitalisierung anbietet und wer den organisatorischen und finanziellen Rahmen gestaltet. Damit wird auch sichtbar, welche Aufgaben bislang von keinem Akteur erkennbar übernommen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Grundlage sind Arbeitsunterlagen der Domowina aus den Jahren 2019 und 2020&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;&amp;gt;Domowina e. V., Kulturausschuss (Clemens Škoda) 2019: Serbske kulturne herbstwo (SKH). Arbeitspapier, Stand 18.03.2019, S. 2–8. Unveröffentlicht; interne Referenz: 2020-09-07_Serbske kulturne herbstwo w Budyšinje_opt.pdf.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019b&amp;quot;&amp;gt;Domowina e. V. 2019: Přehlad relewantnych městnosćow / „małkich“ a „wulkich“ muzejow nastupajo serbske kulturne herbstwo, Stand 11.11.2019. Unveröffentlicht; interne Referenz: 2019_11_Priloha A_prehlad_muzejow a zberkow.pdf.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2020&amp;quot;&amp;gt;Domowina e. V., Kulturausschuss 2020: Protokoll der Fachkommission „Serbske kulturne herbstwo“ vom 07.09.2020. Unveröffentlicht; interne Referenz: 2020_09_07_skh komisija-protokol.pdf.&amp;lt;/ref&amp;gt;, eine darauf aufbauende Arbeitsliste der Sammlungsorte mit ergänzender Internetrecherche&amp;lt;ref name=&amp;quot;liste2026&amp;quot;&amp;gt;Arbeitsliste „Sammlungsorte sorbischen Kulturerbes“, Stand 02.04.2026, erstellt im Rahmen des Digitalisierungskonzepts aus Internetrecherche und den Domowina-Unterlagen. Unveröffentlicht; Grundlage für Anhang 12.3.A3.&amp;lt;/ref&amp;gt; sowie Projektunterlagen und Gespräche. Ein Teil der Angaben ist mehrere Jahre alt und wird schrittweise aktualisiert. Nicht belegte Angaben sind als ''offen'', Vermutungen als ''Annahme'' gekennzeichnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.1.1 Begriffe und Rollen ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
; Akteur&lt;br /&gt;
: Einrichtung, Gruppe oder Person, die eine Aufgabe im Umgang mit sorbischem Kulturerbe oder seiner Digitalisierung übernimmt.&lt;br /&gt;
; Kulturgutträger&lt;br /&gt;
: Akteur, der Kulturgüter verwahrt oder eine kulturelle Praxis trägt und weitergibt, bspw. ein Museum, eine Heimatstube, ein Chor oder eine Privatperson mit einer Sammlung.&lt;br /&gt;
; Trägerschaft&lt;br /&gt;
: Rechtliche und finanzielle Verantwortung für eine Einrichtung, zum Beispiel durch eine Kommune, einen Landkreis, eine Stiftung, einen Verein, eine Kirche oder eine Privatperson. Eigentum und Betrieb können dabei auseinanderfallen, bspw. gehörte der Dom Njechorńskeho 2019 der Domowina und wurde von der Stiftung für das sorbische Volk bewirtschaftet, der Hanzo Šustrowy dom in Trebendorf gehörte der Gemeinde und wurde von der örtlichen Domowina-Gruppe bewirtschaftet.&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019b&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
; Rolle&lt;br /&gt;
: Aufgabe, die ein Akteur übernimmt. Ein Akteur kann mehrere Rollen haben, unterschieden werden Haupt- und Nebenrollen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Rollen lassen sich drei Gruppen zuordnen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
! Gruppe !! Rolle !! Kürzel&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| rowspan=&amp;quot;2&amp;quot; | '''Am Kulturgut''' || '''Bewahren''': Originale verwahren, pflegen und verwalten || '''B'''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Dokumentieren''': lebendige Praxis festhalten in Ton, Bild oder Text || '''D'''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| rowspan=&amp;quot;4&amp;quot; | '''Dienste''' ([[#2.3.2 Vier Kernfunktionen|Kernfunktionen]]) || '''Erfassen''', registrieren, beschreiben und verknüpfen || '''K1'''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Digitalisieren''' und Qualität sichern || '''K2'''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Langfristig '''erhalten''' || '''K3'''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Zugänglich machen''' und Nutzung ermöglichen || '''K4'''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| rowspan=&amp;quot;2&amp;quot; | '''Rahmen''' (Governance) || '''Steuern''', koordinieren und Regeln setzen || '''S'''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Fördern''' und finanzieren || '''F'''&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dokumentieren meint hier das Festhalten von immateriellen Kulturgütern im laufenden Kulturleben, etwa Mitschnitte von Veranstaltungen. Geschieht es systematisch nach festgelegten Standards zur dauerhaften Sicherung, ist es Teil der Kernfunktion Digitalisieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.1.2 Schlüsselakteure ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einzeln aufgeführt wird, wer mindestens eines der folgenden Kriterien erfüllt:&lt;br /&gt;
# betreibt oder plant eine Kernfunktion, die über die eigene Einrichtung hinaus wirkt,&lt;br /&gt;
# verwahrt einen hauptamtlich betreuten Kernbestand,&lt;br /&gt;
# dokumentiert regelmäßig das lebendige Kulturgeschehen,&lt;br /&gt;
# fördert, koordiniert oder setzt Regeln für die Digitalisierung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;mark&amp;gt;Die folgende Übersicht muss mit den Institutionen bzgl. Korrektheit und Vollständigkeit abgestimmt werden.&amp;lt;/mark&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|+ Rollen der Schlüsselakteure (■ Hauptrolle · ○ Nebenrolle · ? vermutet oder offen)&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
B. Bewahren, D. Dokumentieren, K1. Erfassen, K2. Digitalisieren K3. Erhalten, K4. Nutzung ermöglichen, S. Steuern, F. Fördern&lt;br /&gt;
! Akteur !! Typ / Trägerschaft !! B !! D !! K1 !! K2 !! K3 !! K4 !! S !! F !! Hinweise&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Stiftung für das sorbische Volk || Stiftung des öffentlichen Rechts, finanziert von Bund, Freistaat Sachsen u. Land Brandenburg || ○ || || || || || || ■ || ■ || bewirtschaftete 2019 den Dom Njechorńskeho&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019b&amp;quot;/&amp;gt;; unterstützt beide sorbischen Museen finanziell&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Sorbisches Institut (SI) mit Sorbischem Kulturarchiv (SKA) und Sorbischer Zentralbibliothek || Forschungseinrichtung mit Archiv und Bibliothek; eingetragener Verein, gefördert u. a. durch die Stiftung || ■ || ? || ■ || ■ || ? || ■ || ○ || || Virtueller Lesesaal mit Bibliographie, Katalog, digitalisierten Drucken, Handschriften, Fotos und Filmen; digitales Schrifttum auch über Sachsen.Digital; Sorabicon als Sorbisches Kulturlexikon&amp;lt;ref name=&amp;quot;vls&amp;quot;&amp;gt;Sorbisches Institut o. J.: Virtueller Lesesaal. URL: https://www.serbski-institut.de/bibliothek/virtueller-lesesaal/, abgerufen am 20.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;; plant das Sorbische Kulturregister (SKR)&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;&amp;gt;Sorbisches Institut 2025: Konzept für ein Sorbisches Kulturregister (SKR), zweite aktualisierte Fassung vom 20.11.2025. URL: https://www.serbski-institut.de/wp-content/uploads/2021/11/00_Zweite-aktualisierte-Fassung_Konzept_Sorbisches-Kulturregister_20.11.2025.pdf&amp;lt;/ref&amp;gt; und das Digitalisierungszentrum (DZ) auch für andere Träger&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz&amp;quot;&amp;gt;Sorbisches Institut: Digitalisierungszentrum (DZ). URL: https://www.serbski-institut.de/projekte-zentrale-vorhaben/digitalisierungszentrum-dz/&amp;lt;/ref&amp;gt;; langfristige Erhaltung für Dritte ''offen''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Sorbisches Museum Bautzen || Museum; Landkreis Bautzen, finanziell unterstützt von der Stiftung&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt; || ■ || || ○ || ? || ? || ? || || || Inventarverzeichnis vorhanden&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;; Digitalisierungsstand und Online-Angebot ''offen''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Wendisches Museum Cottbus || Museum; Stadt Cottbus, finanziell unterstützt von der Stiftung&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt; || ■ || || ○ || ? || ? || ? || || || Inventarverzeichnis vorhanden&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;; Digitalisierungsstand und Online-Angebot ''offen''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Sächsische Landesbibliothek – Staats- und Universitätsbibliothek Dresden (SLUB) || Landes- und Universitätsbibliothek; Freistaat Sachsen || ■ || || ○ || ? || ○ || ■ || || || Lusatica-Sammlung, die das kulturelle Erbe der Sorben zugänglich machen soll&amp;lt;ref name=&amp;quot;slub&amp;quot;&amp;gt;SLUB Dresden o. J.: Sammlungen zur sächsischen Landeskunde. URL: https://www.slub-dresden.de/entdecken/saechsische-landeskunde/sammlungen, abgerufen am 20.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;; über Sachsen.Digital ist auch digitales Schrifttum des SI erreichbar&amp;lt;ref name=&amp;quot;vls&amp;quot;/&amp;gt; (Betrieb der Plattform durch die SLUB); eigene digitale Langzeitarchivierung&amp;lt;ref name=&amp;quot;nestor&amp;quot;&amp;gt;nestor o. J.: Mitglied SLUB Dresden. URL: https://www.langzeitarchivierung.de/Webs/nestor/EN/nestor/Mitglieder/sLUB.html, abgerufen am 20.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;, ob sie Digitalisate sorbischer Träger übernehmen könnte, ist ''offen''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Domowina – Bund Lausitzer Sorben e. V. mit Regionalverbänden und Ortsgruppen || Dachverband sorbischer Vereine; eingetragener Verein || ○ || ○ || || || || || ○ || || Eigentümerin des Dom Njechorńskeho; Ortsgruppe Trebendorf bewirtschaftet den Hanzo Šustrowy dom&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019b&amp;quot;/&amp;gt;; mindestens 9 der 23 kleinen Sammlungsorte sind direkt oder über Mitgliedsvereine mit ihr verbunden&amp;lt;ref name=&amp;quot;liste2026&amp;quot;/&amp;gt;; Chronistengruppe der Župa Michał Hórnik; Fachkommission „Sorbisches Kulturerbe“ 2018-2020&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2020&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Maćica Serbska e. V. || wissenschaftliche Gesellschaft; Verein || || || || || || || ○ || || Arbeitskreis „Museale Einrichtungen“ mit rund 40 Adressaten; Denkmalausschuss mit eigenem, von der Stiftung verwaltetem Budget, 2019 als Vorbild für die Bewertung von Kulturerbe genannt&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Sorbisches National-Ensemble (SNE) || Ensemble; gGmbH der Stiftung || ■ || ? || ○ || || || || || || geordnetes Arbeitsarchiv; 2019 vorgeschlagen, dort nur Kopien zu halten und die Originale an das SKA zu geben&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;; Umfang ''offen''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Studijo Lucija || Medienproduktion; gGmbH des Sorbischen Schulvereins  e. V. || ○ || ■ || || || || || || || dokumentiert sorbische Veranstaltungen; Aufnahmen liegen beim Studio und werden tlw. an das SKA übergeben&amp;lt;ref name=&amp;quot;lucija&amp;quot;&amp;gt;; schriftlicher Beleg noch einzuholen.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Mitteldeutscher Rundfunk (MDR) und Rundfunk Berlin-Brandenburg (rbb), sorbischsprachige Programme || öffentlich-rechtlicher Rundfunk || ■? || ■ || || || || ○? || || || Produktionen standen dem SKA 2019 aus rechtlichen Gründen nicht zur Verfügung&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;; Archivbestände und heutiger Stand ''offen''&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.1.3 Akteursgruppen ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die meisten Kulturgutträger sind kleinere Einrichtungen, Gruppen oder Privatpersonen. Sie werden hier zu Gruppen zusammengefasst. Die Anzahlen sind Mindestwerte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;mark&amp;gt;Die folgende Übersicht muss insb. mit Domowina, SI und Lucija bzgl. Änderungen und Ergänzungen abgestimmt werden.&amp;lt;/mark&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|+ B. Bewahren, D. Dokumentieren, K1. Erfassen, K2. Digitalisieren K3. Erhalten, K4. Nutzung ermöglichen, S. Steuern, F. Fördern&lt;br /&gt;
! Gruppe !! Beispiele !! Typische Trägerschaft !! Bekannte Anzahl !! Typische Rollen !! Besonderheiten&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Kleine Museen, Heimatstuben, Gedenk- und Begegnungsorte ||&lt;br /&gt;
* Muzej Ćišinskeho (Panschwitz-Kuckau),&amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
* Njepilic dwór (Rohne), &lt;br /&gt;
* Sorbisches Kulturzentrum Schleife, &lt;br /&gt;
* Heimatmuseum Dissen, &lt;br /&gt;
* Archiv verschwundener Orte (Horno) &lt;br /&gt;
|| Gemeinde, Förderverein, Domowina-Ortsgruppe, privat || 22 in der Domowina-Übersicht 2019 (9 Ober-, 13 Niederlausitz)&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019b&amp;quot;/&amp;gt;; 23 in der Arbeitsliste 2026, davon 12 bisher nur durch die Domowina-Unterlagen belegt&amp;lt;ref name=&amp;quot;liste2026&amp;quot;/&amp;gt; || '''B''' ■, '''D''' ○ || überwiegend ehrenamtlich; 2019 benannte Defizite: fehlender Nachwuchs, fehlende Marketingstrategie, fehlende Vernetzung, unzureichende Finanzierung, fehlende fachliche Begleitung; teilweise ohne eigenes Inventar&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;; zwei private Ausstellungen ohne jede Förderung, von den Betreibern im Ruhestand allein betreut&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019b&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Regionale Museen mit sorbischen Beständen || &lt;br /&gt;
* Museum der Westlausitz Kamenz, &lt;br /&gt;
* Museum Bautzen, &lt;br /&gt;
* Spreewald-Museum Lübbenau mit Freilandmuseum Lehde, &lt;br /&gt;
* Slawenburg Raddusch, &lt;br /&gt;
* Niederlausitzer Heidemuseum Spremberg &lt;br /&gt;
|| Landkreis oder Kommune (''Annahme'') || 7 in der Domowina-Übersicht 2019 (2 Ober-, 5 Niederlausitz)&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019b&amp;quot;/&amp;gt; || '''B''' ■; &amp;lt;br&amp;gt;'''K1-K4''' ''offen'' || Umfang des sorbischen Anteils am Bestand ''offen''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Ensembles, Chöre, Trachten- und Brauchtumsgruppen || – || Verein || ''offen'' || tragen die Praxis;&amp;lt;br&amp;gt; '''D''' ○, '''B''' ○ || Trachtenfundi 2019 ausdrücklich zu den Beständen in sorbischer Verantwortung gezählt&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;; eigene Aufnahmen und Fundi meist nicht erfasst (''Annahme'')&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Chronisten, Film- und Fotoamateure || &lt;br /&gt;
* Chronistengruppe der Župa Michał Hórnik, &lt;br /&gt;
* deutsch-sorbischer Filmkreis &lt;br /&gt;
|| ehrenamtlich, privat || ''offen'' || '''D''' ■, '''B''' ○ || Beiträge von Laien 2019 nur sporadisch, Bestände oft unstrukturiert&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Private Sammlungen und Nachlässe || &lt;br /&gt;
* Nachlass der Malerin Hanka Krawcec, überwiegend in Tschechien; &lt;br /&gt;
* weitere private Sammlungen und Nachlässe in Ober- und Niederlausitz &lt;br /&gt;
|| privat || 4 in der Domowina-Übersicht 2019; tatsächlich ''offen'' || '''B''' ■ || Verbleib beim Generationenwechsel ungesichert (''Annahme'')&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Kirchliche Einrichtungen || &lt;br /&gt;
* Ausstellung zu Jan Bjedrich Fryco in der evangelischen Kirche Kolkwitz; &lt;br /&gt;
* kirchliches Informations- und Begegnungszentrum in Horno mit Holzmodellen abgebaggerter Kirchen&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019b&amp;quot;/&amp;gt; &lt;br /&gt;
|| Kirchgemeinde || 2 (in den kleinen Orten enthalten); weitere ''offen'' || '''B''' ○ || weitere kirchliche Bestände nicht erfasst (''Annahme'')&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Weitere sorbische Kultur- und Medieneinrichtungen || &lt;br /&gt;
* Deutsch-Sorbisches Volkstheater (Archiv 2019 zusammen mit dem des SNE genannt); &lt;br /&gt;
* Domowina-Verlag (2019 als Produzent genannt, dessen Erzeugnisse an das SKA gehen sollten)&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt; &lt;br /&gt;
|| verschieden || ''offen'' || '''B''' ○ || Umfang ''offen''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Öffentliche Träger und Fördergeber || &lt;br /&gt;
* Bund, &lt;br /&gt;
* Freistaat Sachsen, &lt;br /&gt;
* Land Brandenburg, &lt;br /&gt;
* Landkreise, &lt;br /&gt;
* Kommunen &lt;br /&gt;
|| öffentlich || – || '''F''' ■, '''S''' ○ || tragen die großen Museen; 2019 erfüllten kleine Museen im Landkreis Bautzen die Kriterien für eine institutionelle Förderung nicht, im Landkreis Spree-Neiße waren die Bedingungen besser&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Überregionale Gedächtniseinrichtungen || &lt;br /&gt;
* Oberlausitzische Bibliothek der Wissenschaften Görlitz&amp;lt;ref name=&amp;quot;slub&amp;quot;/&amp;gt;; &lt;br /&gt;
* Sächsisches Staatsarchiv, &lt;br /&gt;
* Brandenburgisches Landeshauptarchiv, &lt;br /&gt;
* Deutsche Nationalbibliothek (''Annahme''); &lt;br /&gt;
* Einrichtungen in Tschechien &lt;br /&gt;
|| öffentlich || ''offen'' || '''B''' ○; &amp;lt;br&amp;gt;mögliche Partner für K3 und K4 || sorbische Bestände außer in Görlitz ''offen''&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.1.4 Erste Befunde ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;mark&amp;gt;Die folgende Übersicht muss mit den Institutionen bzgl. Korrektheit und Vollständigkeit abgestimmt werden.&amp;lt;/mark&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Rollenübersicht erlaubt erste Hinweise, die in den folgenden Abschnitten geprüft werden:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* '''Bewahren ist breit verteilt, Dienste sind konzentriert.''' Erfassen und Digitalisieren für mehrere Träger plant nach heutigem Kenntnisstand vor allem das SI. Die SLUB macht sorbisches Schrifttum bereits digital zugänglich, auch aus Beständen des SI. Ob weitere Akteure Dienste für Dritte anbieten, ist ''offen''.&lt;br /&gt;
* '''Für die langfristige Erhaltung fremder Bestände ist kein sorbischer Akteur erkennbar.''' Offen ist, wer Digitalisate anderer Träger verbindlich und dauerhaft übernimmt. So gelangen Veranstaltungsaufnahmen des Studijo Lucija nur komprimiert und teilweise in das SKA.&amp;lt;ref name=&amp;quot;lucija&amp;quot;/&amp;gt; Die SLUB betreibt eine eigene digitale Langzeitarchivierung; ob sie auch für sorbische Träger in Frage kommt, ist ''offen''. Das Gleiche gilt für das Sächsische Staatsarchiv.&lt;br /&gt;
* '''Die Dokumentation des lebendigen Kulturlebens liegt teils außerhalb sorbischer Verantwortung.''' Sorbischsprachige Produktionen von MDR und rbb standen dem SKA 2019 aus rechtlichen Gründen nicht zur Verfügung.&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt; Der heutige Stand ist ''offen''.&lt;br /&gt;
* '''Die Domowina ist der wichtigste Zugang zu kleinen Trägern.''' Mindestens 9 der 23 kleinen Sammlungsorte sind direkt oder über Mitgliedsvereine mit ihr verbunden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;liste2026&amp;quot;/&amp;gt; Ihre Strukturen eignen sich daher als Weg, kleine Träger zu erreichen – für die Erhebung ebenso wie für spätere Unterstützungsangebote.&lt;br /&gt;
* '''Das Wissen über kleine Träger ist lückenhaft und teils veraltet.''' 12 der 23 kleinen Orte sind bisher nur durch die Domowina-Unterlagen von 2019 und 2020 belegt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;liste2026&amp;quot;/&amp;gt; Ob sie heute noch bestehen und wie es um ihre Bestände steht, ist ''offen''. Besonders privat betreute Ausstellungen werden in Abschnitt 3.2 auf ihre Gefährdung geprüft.&lt;br /&gt;
* '''Kleine Träger haben keine feste Anlaufstelle, die Koordination war 2020 ungeklärt.''' Das frühere Sorbische Folklorezentrum war seit 1993 faktisch nicht mehr tätig.&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt; In der Niederlausitz diente 2020 ein Projekt zur Inwertsetzung des immateriellen Kulturerbes auch der Vernetzung kleiner Museen. Der Kulturausschuss der Domowina sah sich als ehrenamtliches Gremium nicht in der Lage, die Koordination zu leisten, und bat Fachinstitutionen und die Gremien der Stiftung, Verantwortung zu übernehmen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2020&amp;quot;/&amp;gt; Wie das heute geregelt ist, untersucht Abschnitt 3.4.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Liste aller bekannten Sammlungsorte mit Typ, Trägerschaft und Kulturgutklassen steht in [[12.3.A3 Sammlungsorte des sorbischen Kulturerbes|Anhang 12.3.A3]]. Sie wird laufend ergänzt.&lt;br /&gt;
&amp;lt;!-- Anhang 12.3.A3 aus der Arbeitsliste vom 02.04.2026 aufbauen; Namen privater Sammler nur mit Einverständnis --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== 3.2 Bestände und Bedarfe ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieser Abschnitt beschreibt die Nachfrageseite der Analyse: Welche Bestände sorbischen Kulturerbes gibt es, wie weit sind sie erfasst und digitalisiert, welche sind gefährdet, und welche Unterstützung brauchen die Kulturgutträger? Festgestellt wird dabei nur, wo Zeitdruck besteht. Welche Bestände mit welcher Priorität bearbeitet werden, sollten die sorbische Gemeinschaft und ihre Fachgremien entscheiden (vgl. [[#2.4.2 Prozessschritte im Detail|Prozessschritt 3 „Bewerten &amp;amp; freigeben“]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein institutionsübergreifender Überblick über die Bestände existiert bisher nicht (siehe 3.2.5). Die folgenden Angaben sind daher Mindestwerte und Größenordnungen aus veröffentlichten Angaben der Einrichtungen, Projektunterlagen und den in [[#3.1 Akteure und Rollen|Abschnitt 3.1]] genannten Quellen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;mark&amp;gt;Die Bestände sollten mit den SI, insb. Register, bzgl. Korrektheit und Vollständigkeit abgestimmt werden, evtl. liegt dort ein institutionsübergreifender Überblick über Bestände vor.&amp;lt;/mark&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.2.1 Begriffe ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
; Sammlungsort&lt;br /&gt;
: Ort, an dem Kulturgüter verwahrt werden, etwa ein Museum, ein Archiv, eine Heimatstube oder eine Privatwohnung. Ein Akteur kann mehrere Sammlungsorte haben.&lt;br /&gt;
; Bestand&lt;br /&gt;
: Abgrenzbare Gruppe von Kulturgütern einer [[#2.2 Klassifizierung von Kulturgütern|Kulturgutklasse]], die an einem Sammlungsort gemeinsam verwahrt wird, zum Beispiel die Fotografien einer Heimatstube oder die Tonbänder eines Archivs. Feiner unterschieden wird nur, wenn sich Zustand oder Rechtslage deutlich unterscheiden. Ein Bestand gehört zu dem Ort, an dem das Original oder die Masterdatei liegt - Kopien an anderen Orten beschreiben seinen Digitalisierungsstand.&lt;br /&gt;
: Bei immateriellem Kulturerbe gilt die vorhandene Dokumentation als Bestand, etwa Ton- und Videoaufnahmen oder Beschreibungen. Eine bisher nicht dokumentierte Praxis erscheint als Dokumentationsbedarf.&lt;br /&gt;
; Bedarf&lt;br /&gt;
: Was ein Bestand oder ein Kulturgutträger braucht. &lt;br /&gt;
:* ''Bestandsbezogene'' Bedarfe richten sich auf die [[#2.3.2 Vier Kernfunktionen|vier Kernfunktionen]] (erfassen, digitalisieren, langfristig erhalten, zugänglich machen). &lt;br /&gt;
:* ''Trägerbezogene'' Bedarfe betreffen den Akteur selbst, etwa Personal, Beratung oder Finanzierung.&lt;br /&gt;
; Dringlichkeit&lt;br /&gt;
: Zeitdruck, der sich aus einer Gefährdung ergibt. Sie ist nicht gleichbedeutend mit Priorität, in die auch kulturelle Bedeutung, Nutzen und Machbarkeit eingehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.2.2 Bestandslandkarte ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Übersicht folgt der [[#2.2 Klassifizierung von Kulturgütern|Klassifizierung aus Abschnitt 2.2]]. Sie nennt für jede Klasse typische Bestände, die wichtigsten Träger und den bekannten Stand. Einzelne Sammlungsorte stehen in [[12.3.A3 Sammlungsorte des sorbischen Kulturerbes|Anhang 12.3.A3]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|+ Bestände nach Kulturgutklassen (Stand: weitgehend · teilweise · kaum · ''offen'')&lt;br /&gt;
! Klasse !! Typische Bestände !! Wichtigste Träger !! Umfang, soweit bekannt !! Erfasst !! Digitalisiert !! Gefährdung&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''A''' Materiell – unbeweglich || Denkmale, Gedenktafeln, Inschriften, Grabmäler, Blockbauten, Wirkungsstätten, Kirchen || Eigentümer, Gemeinden, Kirchgemeinden; dokumentiert durch das SI || Inventar sorbischer Kulturdenkmale in Sachsen: 61 Aktenordner, 6.300 analoge Fotomotive&amp;lt;ref name=&amp;quot;dmp&amp;quot;&amp;gt;Sorbisches Institut o. J.: Datenmanagementplan zum Teilprojekt „Sorbische Kulturdenkmale in Sachsen“ im Verbundprojekt DIKUSA – Vernetzung digitaler Kulturdaten in Sachsen, Laufzeit 01.02.2022-31.12.2025. URL: https://www.saw-leipzig.de/de/projekte/dikusa/datenmanagementplaene-1/dmp_si_dikusa.pdf/@@download/file/DMP_SI_Dikusa.pdf, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;; nach einer älteren Untersuchung rund 1.700 Objekte in der sächsischen Oberlausitz (''zu prüfen'')&amp;lt;ref name=&amp;quot;kdm&amp;quot;&amp;gt;Fachpublikation zu sorbischen Kulturdenkmalen. Interne Referenz: saxorum-10788_Sorbische_Kulturdenkmale_digital_erfassen_präsentieren.pdf. Angabe nach Projektunterlagen, noch zu prüfen.&amp;lt;/ref&amp;gt; || teilweise: Sachsen inventarisiert; Niederlausitz in Erfassung, geplant in drei Phasen bis 2031&amp;lt;ref name=&amp;quot;nlposter&amp;quot;&amp;gt;Sorbisches Institut o. J.: Materielle Zeugnisse sorbischer/wendischer Kultur in der Niederlausitz. Modul 4 des Vorhabens „Digitales Portal zu sorbischen und Lausitzer Sprach- und Kulturlandschaften“ (Poster). URL: https://serbski-institut.de/wp-content/uploads/2021/11/A0-Druck_DigPortal-M4.pdf, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; || teilweise: Inventar Sachsen 2022-2025 digital aufbereitet&amp;lt;ref name=&amp;quot;dmp&amp;quot;/&amp;gt;; 78 Objekte öffentlich im Atlas auf Sorabicon (April 2026)&amp;lt;ref name=&amp;quot;atlas&amp;quot;&amp;gt;Sorbisches Institut 2026: Pressemitteilung zum digitalen Atlas sorbischer Kulturdenkmale im Wissensportal Sorabicon, 30.04.2026. URL: https://idw-online.de/de/news870102, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; || Verwitterung, Umbau, Abriss; Inventar teils nur analog oder in veralteten Dateiformaten (siehe 3.2.3)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''B1''' Schriftgut || Bücher, Zeitungen, Handschriften, Nachlässe, Vereins- und Institutionsakten, Plakate, Grafik || Sorbische Zentralbibliothek, Sorbisches Kulturarchiv (SKA), Sorbisches Museum, SLUB, Hórnik-Bibliothek im Wendischen Seminar Prag, Oberlausitzische Bibliothek der Wissenschaften Görlitz || Zentralbibliothek ca. 110.000 Medieneinheiten&amp;lt;ref name=&amp;quot;liste2026&amp;quot;/&amp;gt;; Sorbisches Museum über 1.000 Schriftquellen, ca. 1.700 Plakate, ca. 6.000 Grafiken&amp;lt;ref name=&amp;quot;sm&amp;quot;&amp;gt;Sorbisches Museum Bautzen o. J.: Museum – Sammlung. URL: https://sorbisches-museum.de/museum/?lang=en, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;; SKA: Nachlässe, Akten der Domowina 1912-1989 und sorbischer Vereine, Umfang ''offen''&amp;lt;ref name=&amp;quot;ska&amp;quot;&amp;gt;Sorbisches Institut o. J.: Sorbian Cultural Archive. URL: https://www.serbski-institut.de/en/sorbian-cultural-archive/, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; || weitgehend in den Bibliotheken (Katalog, Sorbische Bibliographie)&amp;lt;ref name=&amp;quot;vls&amp;quot;/&amp;gt;; kleine und private Träger ''offen'' || teilweise: 1.634 Dokumente des SI auf Sachsen.Digital (Stand 2021)&amp;lt;ref name=&amp;quot;ldp&amp;quot;&amp;gt;Sorbisches Institut 2021: Pressemitteilung zu Digitalisaten aus dem Landesdigitalisierungsprogramm Sachsen (u. a. „Serbowka“, erstes sorbisches Lehrbuch), 12.03.2021. URL: https://serbski-institut.de/wp-content/uploads/2021/12/2021-03-12_MI_Erstes-sorbisches-Lehrbuch-LDP_Serbowka_de.4753.pdf, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;; Handschriften des SKA 2016 digitalisiert&amp;lt;ref name=&amp;quot;hs&amp;quot;&amp;gt;Sorbisches Institut o. J.: Digitalisate handschriftlicher Literatur aus den Beständen des SKA in Sachsen.digital. URL: https://serbski-institut.de/de/Handschriften-als-Digitalisat, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;; Zeitungen und Zeitschriften teils online&amp;lt;ref name=&amp;quot;vls&amp;quot;/&amp;gt; || Nachlässe in Privatbesitz; säurehaltiges Papier des 19. und 20. Jahrhunderts (''Annahme'', nicht erhoben)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''B2''' Fotografien und Bildträger || Fotosammlungen und Fotonachlässe, Negative, Glasplatten, Dias || SKA, Sorbisches Museum, Wendisches Museum, Stadtmuseum Cottbus, SI (Kulturdenkmale), Sorbisches National-Ensemble (SNE), Domowina Verlag (LND), Deutsch-Sorbisches Volkstheater ''(Annahme)'', Chronisten, Privatpersonen || Sorbisches Museum ca. 10.500 Fotos&amp;lt;ref name=&amp;quot;sm&amp;quot;/&amp;gt;; Inventar Kulturdenkmale 6.300 Motive&amp;lt;ref name=&amp;quot;dmp&amp;quot;/&amp;gt;; SKA ''offen'' || teilweise bei Museen und SKA; private Bestände oft unstrukturiert&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt; || teilweise: ausgewählte Bildsammlungen des SKA im Virtuellen Lesesaal&amp;lt;ref name=&amp;quot;vls&amp;quot;/&amp;gt;; Glasplattennegative der Sammlung Fritz Unger (Stadtmuseum Cottbus) mit wendischen Motiven auf museum-digital&amp;lt;ref name=&amp;quot;unger&amp;quot;&amp;gt;museum-digital:brandenburg o. J.: Wendische Trachtengruppe, Glasplattennegativ, Fotografische Sammlung Fritz Unger, Stadtmuseum Cottbus, Inv.-Nr. U190-05. URL: https://brandenburg.museum-digital.de/pdf/object/65463.pdf?lang=de, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; || Negative und Glasplatten empfindlich; private Bestände ohne Verzeichnis&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''B3''' Analoge AV-Träger || Tonbänder, Kassetten, Schallplatten, Videobänder, Filme || SKA, MDR und rbb, SNE, Amateurfilmer, Njepila-Hof (Tondokumente)&amp;lt;ref name=&amp;quot;liste2026&amp;quot;/&amp;gt;; Filme der früheren DEFA (Filmstudio der DDR), Hörfunkbestände der DDR-Zeit im Deutschen Rundfunkarchiv (''Annahme'') || sorbischsprachiger Rundfunk seit 1948&amp;lt;ref name=&amp;quot;rundfunk&amp;quot;&amp;gt;Wikipedia (englisch): Sorbischer Rundfunk. URL: https://en.wikipedia.org/wiki/Sorbischer_Rundfunk, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;; DEFA-Gruppe „Sorbischer Film“ 1980-1990: knapp 40 Filme&amp;lt;ref name=&amp;quot;defa&amp;quot;&amp;gt;Deutsches Historisches Museum, Zeughauskino o. J.: Filmreihe „Sorbische Filmlandschaften“. URL: https://www.dhm.de/zeughauskino/filmreihe/sorbische-filmlandschaften/, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;; SKA, SNE und Amateurbestände ''offen'' || kaum bekannt || teilweise: Filme des SKA im sächsischen Programm zur Sicherung des audiovisuellen Erbes digitalisiert&amp;lt;ref name=&amp;quot;vls&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;avsachsen&amp;quot;&amp;gt;Leipziger Internet Zeitung 2020: Über 50.000 Film- und Tonminuten digitalisiert. Zwischenbilanz zur Sicherung des audiovisuellen Erbes in Sachsen, 16.09.2020. URL: https://www.l-iz.de/melder/wortmelder/2020/09/Ueber-50-000-Film-und-Tonminuten-digitalisiert-Zwischenbilanz-zur-Sicherung-des-audiovisuellen-Erbes-in-Sachsen-349190, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;; Umfang ''offen'' || '''hoch''': Magnetbandformate sind veraltet, die routinemäßige Überspielung endete nach Einschätzung von UNESCO und IASA (Internationaler Verband der Schall- und audiovisuellen Archive) etwa 2025&amp;lt;ref name=&amp;quot;mta&amp;quot;&amp;gt;IASA o. J.: Announcing the Magnetic Tape Alert Project (UNESCO-Programm „Information for All“ und IASA). URL: https://iasa-web.org/node/5374, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''B4''' 3D-Objekte || Trachten und Textilien, Volkskunst, Ostereier, Keramik, Hausrat, Kunstwerke || Sorbisches Museum, Wendisches Museum, Heimatmuseen und Heimatstuben, Trachtenfundi von Vereinen und Ensembles, private Sammlungen || Sorbisches Museum ca. 35.000 inventarisierte Objekte über alle Sammlungsbereiche, davon Kunstsammlung 6.900 Werke&amp;lt;ref name=&amp;quot;sm&amp;quot;/&amp;gt;; Wendisches Museum: größte Sammlung niedersorbischer Tracht, Zahl ''offen''&amp;lt;ref name=&amp;quot;wm&amp;quot;&amp;gt;Wendisches Museum Cottbus o. J.: Selbstdarstellung des Museums, Dokument im Ratsinformationssystem der Stadt Cottbus. URL: https://session.cottbus.de/oparl/bodies/0001/downloadfiles/00007050.pdf, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;; Heimatmuseum Dissen 6.700 inventarisierte Exponate (SKR-Konzept, S. 8)&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;/&amp;gt;; Jänschwalde über 40 Originaltrachten und über 1.000 Keramiken&amp;lt;ref name=&amp;quot;liste2026&amp;quot;/&amp;gt; || teilweise: beide sorbischen Museen haben Inventare, aber kein verknüpfendes System (SKR-Konzept, S. 7)&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;/&amp;gt;; kleine Museen teils ohne Inventar&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt; || kaum: acht Häuser mit sorbischem Schwerpunkt haben zusammen 401 Objekte auf museum-digital veröffentlicht (SKR-Konzept, S. 8)&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;/&amp;gt;; Online-Sammlungen der beiden sorbischen Museen nicht gefunden || Textilien empfindlich; private Ausstellungen ohne Nachfolge (siehe 3.2.3)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''C1''' Orale Traditionen || Sprache und Dialekte, Erzählungen, Sagen, Zeitzeugenberichte || Sprecherinnen und Sprecher; dokumentiert durch SI und Rundfunk || ''offen'' || teilweise: Zeitzeugen-O-Töne im Wissensportal Sorabicon&amp;lt;ref name=&amp;quot;atlas&amp;quot;/&amp;gt;; Zeitzeugen-Sammlung von Lucija auf YouTube &amp;lt;mark&amp;gt;Referenz&amp;lt;/mark&amp;gt; || teilweise || '''hoch''' für das Niedersorbische: nach Angaben des Bundesinnenministeriums 2024 nur noch wenige hundert fließende Sprecherinnen und Sprecher&amp;lt;ref name=&amp;quot;sprache&amp;quot;&amp;gt;Universität Potsdam o. J.: Mehrsprachigkeit in Brandenburg – Sorbisch (mit Verweis auf BMI 2024 und Landesregierung Brandenburg 2024). URL: https://www.uni-potsdam.de/de/svm/mehrsprachigkeit-in-brandenburg/studentische-projekte/sorbisch, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''C2''' Darstellende Künste || Musik, Lieder, Tanz, Theater, Chorgesang || SNE, Deutsch-Sorbisches Volkstheater, Chöre und Ensembles; dokumentiert durch Rundfunk und Studijo Lucija || ''offen'' || ''offen'' || teilweise: neuere Aufnahmen meist ursprünglich digital (siehe D1) || ältere Mitschnitte auf AV-Trägern (siehe B3); digitale Mitschnitte, die nicht langzeittauglich gelagert und nicht registriert sind (siehe D1 und D2)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''C3''' Rituale und Feste || Bräuche und Feste im Jahreslauf, u. a. Vogelhochzeit, Zampern, Zapust, Ostersingen, Osterreiten, Maibaum, Kirmes || MDR, rbb, Studio Lucija, Vereine, Dorfgemeinschaften, Kirchgemeinden || „Gesellschaftliche Bräuche und Feste der Lausitzer Sorben im Jahreslauf“ seit 2014 im Bundesweiten Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes&amp;lt;ref name=&amp;quot;ike&amp;quot;&amp;gt;Sorbisches Institut 2020: Aufruf und Fragebogen zur Erhebung sorbischer/wendischer Bräuche und Feste im Landkreis Spree-Neiße, 18.12.2020. URL: https://www.serbski-institut.de/wp-content/uploads/2022/03/IKE-Fragebogen-Aufruf_2020_12_189_DE.4701.pdf, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;iketour&amp;quot;&amp;gt;Sachsen-Tourismus 2025: Hintergrundtext Immaterielles Kulturerbe. URL: https://www.sachsen-tourismus.de/fileadmin/mediendatenbank_ALT/mediendatenbank/bilder/presse/rechercheideen/hintergrundtext-immaterielles-kulturerbe-2025.pdf, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; || teilweise: Erhebung im Landkreis Spree-Neiße durch das SI ab 2020, Ergebnisstand ''offen''&amp;lt;ref name=&amp;quot;ike&amp;quot;/&amp;gt;; Oberlausitz ''offen'' || teilweise || Praxis im Wandel; frühere Ausprägungen nur über Dokumentation greifbar (''Annahme'')&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''C4''' Wissen über Natur und Universum || Volksglaube, Heil- und Sammelwissen, religiöse Praxis || Familien, Kirchgemeinden || ''offen'' || ''offen'' || ''offen'' || Wissen oft bei wenigen, teils älteren Personen (SKR-Konzept, S. 8)&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''C5''' Traditionelles Handwerk || Ostereiverzierung, Trachtenherstellung und -pflege, Weben, Flachs und Leinen, Töpfern || Handwerkerinnen und Handwerker, Vereine, Heimatmuseen, z. B. Sorbische Webstube Drebkau&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;/&amp;gt;, Kólasko Drachhausen&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019b&amp;quot;/&amp;gt; || ''offen'' || ''offen'' || ''offen'' || Wissen an wenige Personen gebunden; fehlender Nachwuchs (SKR-Konzept, S. 8)&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''D1''' Born-digital || Websites, soziale Medien, Veranstaltungsmitschnitte, digitale Fotos und Videos, digitale Publikationen, Projektdaten || Studijo Lucija, Rundfunk, Verlage, Vereine, Einrichtungen || ''offen'' || kaum || – || '''hoch''': keine systematische Sicherung sorbischer Web- und Social-Media-Inhalte bekannt; Webarchivierung in Deutschland insgesamt lückenhaft&amp;lt;ref name=&amp;quot;webarchiv&amp;quot;&amp;gt;netzpolitik.org 2026: Kritische Infrastruktur: Bei der Web-Archivierung fehlt die Strategie. URL: https://netzpolitik.org/2026/kritische-infrastruktur-bei-der-web-archivierung-fehlt-die-strategie/, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;; Masterdateien teils nur beim Erzeuger&amp;lt;ref name=&amp;quot;lucija&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''D2''' Digitalisate || digitale Repräsentationen aus den Klassen A bis C || SI, SLUB, Museen, Projekte || SI: 1.634 Dokumente auf Sachsen.Digital (2021)&amp;lt;ref name=&amp;quot;ldp&amp;quot;/&amp;gt;; Sorabicon: zwölf veröffentlichte Sammlungen (2026)&amp;lt;ref name=&amp;quot;atlas&amp;quot;/&amp;gt; || teilweise: über Kataloge und die Deutsche Digitale Bibliothek nachgewiesen, teils als gemeinfrei gekennzeichnet&amp;lt;ref name=&amp;quot;ddb&amp;quot;&amp;gt;Deutsche Digitale Bibliothek o. J.: Wot togo narodu Jesu Christußa (1865), Datengeber: Sorbisches Institut / Sorbisches Kulturarchiv. URL: https://www.deutsche-digitale-bibliothek.de/item/3IVBZKDCQK6LHTOFW5HKYF235K6A4QEF, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; || – || Langzeiterhaltung teils ungeklärt: Projektdaten lagen bei einem Webhoster mit Datensicherung, die Langzeitarchivierung war „zu eruieren“&amp;lt;ref name=&amp;quot;dmp&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.2.3 Bestände mit vorrangigem Digitalisierungsbedarf ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als vorrangig gilt ein Bestand, wenn mindestens einer der folgenden Gründe zutrifft:&lt;br /&gt;
# '''Materialverfall oder veraltete Technik:''' Der Träger zerfällt, oder Abspielgeräte sind kaum noch verfügbar.&lt;br /&gt;
# '''Ungesicherte Betreuung:''' Nachfolge, Räume oder Trägerschaft sind nicht gesichert.&lt;br /&gt;
# '''Unikat ohne Sicherung:''' Es gibt weder eine Kopie noch einen Nachweis an anderer Stelle.&lt;br /&gt;
# '''Schwindendes Wissen:''' Trägerinnen und Träger einer Praxis oder Zeitzeugen können nur noch begrenzte Zeit befragt werden.&lt;br /&gt;
# '''Ungesicherte digitale Dateien:''' Masterdateien fehlen, es gibt kein Zielarchiv, oder die Dateiformate veralten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die '''Dringlichkeit''' ist &lt;br /&gt;
* ''hoch'', wenn Verlust oder Unzugänglichkeit innerhalb weniger Jahre wahrscheinlich sind, &lt;br /&gt;
* ''mittel'', wenn ein Risiko erkennbar ist, der Zeitrahmen aber offen ist, und &lt;br /&gt;
* ''offen'', wenn die Lage nicht bekannt ist. &lt;br /&gt;
Die Herkunft der Dringlichkeit ist mit '''G''' gekennzeichnet, wenn der Bedarf von Trägern oder in ihren Unterlagen genannt wurde, und mit '''A''', wenn er aus der Analyse abgeleitet ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|+ Bestände mit vorrangigem Digitalisierungsbedarf&lt;br /&gt;
! Bestand / Bestandsgruppe !! Träger !! Klasse !! Grund !! Dringlichkeit !! Herkunft !! Quelle&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Ton-, Video- und Filmbestände auf Magnetband und Film || SKA, SNE, Rundfunk, Amateurfilmer, Njepila-Hof u. a. || B3 || 1, 3 || hoch || A || &amp;lt;ref name=&amp;quot;mta&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;ska&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Sprache und Erzählwissen der letzten muttersprachlichen Sprecherinnen und Sprecher des Niedersorbischen || – || C1 || 4 || hoch || A || &amp;lt;ref name=&amp;quot;sprache&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Zwei private Ausstellungen in der Oberlausitz, von den Betreibern im Ruhestand allein und ohne Förderung betreut (Stand 2019) || privat || B4 || 2, 3 || hoch, sofern noch bestehend || G || &amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019b&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Private Sammlungen und Nachlässe, darunter Filme und Chroniken sowie ein Nachlass, dessen Sichtung und Bewertung 2019 erbeten wurde || privat || B1-B4 || 1, 2, 3 || hoch || G || &amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019b&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Veranstaltungsmitschnitte, die nur komprimiert und teilweise an das SKA gehen || Studijo Lucija || D1 (C2, C3) || 5 || hoch || A || &amp;lt;ref name=&amp;quot;lucija&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Inventar sorbischer Kulturdenkmale in Sachsen: analoge Negative und Dateien in veralteten Formaten (u. a. .wps, .wbk, .wks) || SI || B2, D1 || 1, 5 || mittel || A || &amp;lt;ref name=&amp;quot;dmp&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Sorbische Websites und soziale Medien || verschieden || D1 || 5 || mittel || A || &amp;lt;ref name=&amp;quot;webarchiv&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Archiv verschwundener Orte in Horno: Umzug 2019 geplant || Trägerschaft ''offen'' || B1, B2 || 2 || ''offen'' || G || &amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019b&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.2.4 Bedarfe der Kulturgutträger ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Neben dem Bedarf einzelner Bestände haben viele Kulturgutträger Bedarfe, die sie selbst betreffen. Sie werden hier gebündelt und der Seite des Angebots zugeordnet, an die sie sich richten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
! Bedarf !! Betroffene Träger !! Richtet sich an !! Herkunft !! Quelle&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Personal und Nachwuchs für Betreuung und Erfassung || kleine Museen, Heimatstuben, ehrenamtliche Sammlungsorte || Rahmen (F) || G || &amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;; SKR-Konzept, S. 7-8 und 29&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Laufende Finanzierung für Personal und Unterhalt; z. B. jährliches Ringen um Personalmittel in Dissen || kleine Museen || Rahmen (F) || G || &amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019b&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Fachliche Begleitung, Beratung und Schulung || kleine und ehrenamtliche Träger || K1-K3, Rahmen || G || &amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;; SKR-Konzept, S. 10 und 30&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Inventarisierung und digitale Erschließung; Nachholbedarf wegen Personalmangels „teils bestandsgefährdend“ || kleine Museen, private Sammlungen, auch die großen Museen || K1 || G || SKR-Konzept, S. 7&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;/&amp;gt;; &amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Vernetzung und Kooperation || kleine Museen || Rahmen (S) || G || &amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Sichtbarkeit und Präsentation || sorbische Museen, kleine Museen || K4 || G || &amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2020&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Sichtung und Bewertung von Nachlässen || private Nachlässe || K1, Prozessschritt „Bewerten“ || G || &amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019b&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Räume, Bausubstanz und Bewirtschaftung, z. B. Muzej Ćišinskeho, Dom Njechorńskeho || kleine Museen und Gedenkorte || Rahmen (Voraussetzung) || G || &amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019b&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Digitalisierung von Ton-, Film- und Fotobeständen als Dienstleistung || SKA, kleine und private Träger || K2 || A || –&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Verbindlicher Ort für die langfristige Erhaltung von Digitalisaten und ursprünglich digitalen Aufnahmen || Studijo Lucija, Projekte, kleine Träger || K3 || A || &amp;lt;ref name=&amp;quot;lucija&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;dmp&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Rechteklärung und Einwilligungen || Rundfunkproduktionen, Veranstaltungsaufnahmen || Rahmen || G (Rundfunk) / A || &amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Bedarfe des Sorbischen Museums und des Wendischen Museums || beide sorbischen Museen || K1-K4 || G || Digitalisierungskreis, Sitzung vom 21.04.2026 (''noch einzuarbeiten'')&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.2.5 Erste Befunde ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* '''Ein Gesamtüberblick über die Bestände fehlt.''' 2020 wurde festgestellt, dass eine systematische Registrierung des sorbischen Kulturerbes fehlt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2020&amp;quot;/&amp;gt; 2025 beschrieb das SI die Bedingungen an den Sammlungsorten als „von vorbildlich bis prekär“; vieles liege nur analog vor, und die Digitalisierung stehe überwiegend am Anfang.&amp;lt;ref name=&amp;quot;skrhandout&amp;quot;&amp;gt;Sorbisches Institut 2025: Handout zum Pressegespräch „Konzept Sorbisches Kulturregister“, 20.11.2025. URL: https://www.serbski-institut.de/wp-content/uploads/2025/11/2025-11-20_Handout-Pressegespraech-SKR_Konzept.pdf, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Ein Überblick sei derzeit nicht möglich, weil die Sammlungsorte technisch „fraktioniert oder gar inkompatibel“ arbeiten (SKR-Konzept, S. 8).&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
* '''Die bekannten Sammlungsorte sind nur ein Ausschnitt.''' Das SKR-Konzept nennt mehr als 70 Einrichtungen mit kulturerberelevantem Archivgut (S. 10). Im Arbeitskreis Lausitzer Museenland widmet sich etwa ein Drittel der 48 Heimatstuben und Regionalmuseen sorbischer Geschichte und Kultur (S. 7).&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;/&amp;gt; Die Arbeitsliste umfasst bisher rund 32 Orte.&amp;lt;ref name=&amp;quot;liste2026&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
* '''Zahlen gibt es nur für wenige große Träger.''' Für das Sorbische Museum, die Sorbische Zentralbibliothek und die Digitalisate des SI liegen Größenordnungen vor. Für das SKA, das Wendische Museum, die audiovisuellen Bestände und fast alle kleinen Träger fehlen sie.&lt;br /&gt;
* '''Wo der Zeitdruck am größten ist, ist am wenigsten bekannt.''' Das betrifft vor allem die analogen Ton-, Video- und Filmbestände sowie die Dokumentation des Niedersorbischen.&lt;br /&gt;
* '''Online sichtbar ist nur ein Bruchteil.''' Acht Häuser mit sorbischem Schwerpunkt haben zusammen 401 Objekte auf museum-digital veröffentlicht; das Heimatmuseum Dissen mit 6.700 inventarisierten Exponaten noch keines (SKR-Konzept, S. 8).&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
* '''Digital vorhanden heißt nicht gesichert.''' Ursprünglich digitale Aufnahmen und Projektdaten haben teils kein Zielarchiv oder liegen in veralteten Formaten vor (siehe 3.2.3). Wer diese Aufgabe übernimmt, untersuchen die Abschnitte 3.3 und 3.4.&lt;br /&gt;
* '''Das immaterielle Kulturerbe ist ungleich dokumentiert.''' Für die Niederlausitz gab es ab 2020 eine Erhebung der Bräuche und Feste,&amp;lt;ref name=&amp;quot;ike&amp;quot;/&amp;gt; für die Oberlausitz ist keine vergleichbare bekannt.&lt;br /&gt;
* '''Ein Teil des Erbes liegt außerhalb sorbischer Verantwortung oder außerhalb der Lausitz,''' etwa in Prag, Dresden und Görlitz, in Rundfunkarchiven und bei der DEFA-Überlieferung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Ist-Analyse kann damit Struktur und Schwerpunkte benennen, aber keine vollständige Bestandsübersicht ersetzen. Eine institutionsübergreifende Bestands- und Bedarfserhebung mit Prioritätenliste ist eine eigene Aufgabe (vgl. das Ziel 2028 in [[#1.1 Visionen und Ziele für die sorbische digitale Welt|Abschnitt 1.1]]) und wird bei den Maßnahmen aufgegriffen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.1.2 Bedarfe und Dringlichkeiten ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;background-color:#eef5fb;border-left:4px solid #5b9bd5;padding:0.7em 1em;margin:1em 0;&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Leitfrage:''' Welche Unterstützung benötigen die Kulturgutträger und welche Bedarfe sollten (+aus welchen Gründen) vorrangig bearbeitet werden?&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die bei Kulturgutträgern bestehenden Bedarfe sollten zunächst möglichst vollständig erhoben und anschließend zusammengeführt und eingeordnet werden. Dabei ist zwischen &amp;quot;von Akteuren ausdrücklich genannten Bedarfen&amp;quot; und &amp;quot;aus der Analyse zusätzlich abgeleiteten Bedarfen&amp;quot; zu unterscheiden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die weitere Erhebung und Analyse insbesondere zu prüfen:&lt;br /&gt;
* vorhandene Bedarfserhebungen, Gesprächsprotokolle und bisherige Tabellen zusammenführen&lt;br /&gt;
* Bedarfe möglichst den vier Kernfunktionen zuordnen:&lt;br /&gt;
** Nachweisen, beschreiben und verknüpfen,&lt;br /&gt;
** Digitalisieren und Qualität sichern,&lt;br /&gt;
** langfristig erhalten,&lt;br /&gt;
** zugänglich machen und Nutzung ermöglichen;&lt;br /&gt;
* zusätzlich übergreifende Bedarfe erfassen, beispielsweise:&lt;br /&gt;
** Personal und Fachkompetenz,&lt;br /&gt;
** Beratung und Schulung,&lt;br /&gt;
** Finanzierung,&lt;br /&gt;
** Rechteklärung und Datenschutz,&lt;br /&gt;
** Metadaten und gemeinsame Standards,&lt;br /&gt;
** technische Infrastruktur;&lt;br /&gt;
* Dringlichkeit anhand nachvollziehbarer Kriterien beurteilen, beispielsweise:&lt;br /&gt;
** drohender Verlust oder Materialverfall,&lt;br /&gt;
** fehlende personelle Nachfolge,&lt;br /&gt;
** gefährdete oder unbekannte Bestände,&lt;br /&gt;
** blockierende Abhängigkeit für weitere Digitalisierungsschritte,&lt;br /&gt;
** kulturelle oder sprachliche Bedeutung,&lt;br /&gt;
** erwartete Nutzung für Bildung, Forschung oder Öffentlichkeit&lt;br /&gt;
* unterscheiden zwischen Einzelfallbedarf und strukturellem Bedarf mehrerer Kulturgutträger&lt;br /&gt;
* soweit möglich erfassen, welche Bedarfe bereits durch bestehende Angebote abgedeckt werden und welche bislang offenbleiben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mögliches Ergebnis: priorisierte beziehungsweise nach Dringlichkeit geordnete Bedarfsübersicht mit Zuordnung zu Akteursgruppen und Kernfunktionen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== 3.2 Ist-Stand der vier Kernfunktionen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;background-color:#eef5fb;border-left:4px solid #5b9bd5;padding:0.7em 1em;margin:1em 0;&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Leitfrage:''' Welche Kernfunktionen werden durch bestehende Angebote / Dienste und Projekte bereits erfüllt – für welche Bestände, Akteure und Nutzungszwecke?&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Den Schwerpunkt der Ist-Analyse bildet die Frage, '''in welchem Umfang''' die vier zuvor bestimmten Kernfunktionen der Kulturerbe-Digitalisierung im sorbischen Kontext bereits erfüllt werden. Dabei reicht es nicht aus festzustellen, dass ein Projekt, eine Institution oder ein technisches System existiert. Zu prüfen ist vielmehr, welche Leistung tatsächlich verfügbar ist, welche Kulturgutträger und Bestände sie erreicht und welche Lücken verbleiben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für jede Kernfunktion sollte möglichst nach einer einheitlichen Logik untersucht werden:&lt;br /&gt;
* vorhandene Angebote, Systeme und Projekte&lt;br /&gt;
* verantwortliche Betreiber beziehungsweise Akteure&lt;br /&gt;
* Entwicklungs- und Betriebsstand&lt;br /&gt;
* erreichte Kulturgutträger, Bestände und Kulturgutarten&lt;br /&gt;
* abgedeckte Bedarfe&lt;br /&gt;
* technische und organisatorische Anschlussmöglichkeiten&lt;br /&gt;
* erkennbare Lücken, Risiken und offene Fragen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.2.1 Nachweisen, beschreiben und verknüpfen ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;background-color:#eef5fb;border-left:4px solid #5b9bd5;padding:0.7em 1em;margin:1em 0;&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Leitfrage:''' Wie vollständig und nutzbar werden sorbische Kulturgüter und Bestände heute nachgewiesen, beschrieben und miteinander verknüpft?&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die weitere Erhebung und Analyse insbesondere zu prüfen:&lt;br /&gt;
* Stand und tatsächlicher Funktionsumfang des Sorbischen/Wendischen Kulturregisters&lt;br /&gt;
* vorhandene institutionelle Kataloge, Inventare, Datenbanken und lokale Verzeichnisse&lt;br /&gt;
* welche Kulturgutarten, Einrichtungen und Regionen bereits erfasst sind&lt;br /&gt;
* welche Bestände bislang nur lokal, analog oder überhaupt nicht systematisch nachgewiesen werden&lt;br /&gt;
* verwendete Metadaten, Identifikatoren und Normdaten&lt;br /&gt;
* Möglichkeiten zur Übernahme beziehungsweise Verknüpfung bestehender Daten&lt;br /&gt;
* Anschlussmöglichkeiten:&lt;br /&gt;
** direkte Erfassung kleinerer Träger,&lt;br /&gt;
** Datenimport beziehungsweise Schnittstellen größerer Einrichtungen&lt;br /&gt;
* Mehrsprachigkeit und Umgang mit ober- und niedersorbischen Bezeichnungen&lt;br /&gt;
* Verhältnis zwischen institutionellen Beschreibungen, historischen Fremdbezeichnungen und sorbischen beziehungsweise lokalen Selbstbezeichnungen&lt;br /&gt;
* vorhandene Funktionen für Digitalisierungsstatus, Rechteinformationen und Priorisierung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.2.2 Digitalisieren und Qualität sichern ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;background-color:#eef5fb;border-left:4px solid #5b9bd5;padding:0.7em 1em;margin:1em 0;&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Leitfrage:''' Welche Kulturgüter können heute in welcher Qualität und Kapazität digitalisiert werden, und welche Kulturgutträger können diese Leistungen tatsächlich nutzen?&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die weitere Erhebung und Analyse insbesondere zu prüfen:&lt;br /&gt;
* aktueller Stand des Digitalisierungszentrums und weiterer Digitalisierungsangebote&lt;br /&gt;
* verfügbare technische Verfahren für unterschiedliche Kulturgutarten, beispielsweise:&lt;br /&gt;
** Schriftgut,&lt;br /&gt;
** Fotografien,&lt;br /&gt;
** Bücher und Zeitschriften,&lt;br /&gt;
** Tonaufnahmen,&lt;br /&gt;
** Film und Video,&lt;br /&gt;
** dreidimensionale Objekte&lt;br /&gt;
* stationäre, mobile und extern vergebene Digitalisierung&lt;br /&gt;
* vorhandene Kapazitäten und erkennbare Engpässe&lt;br /&gt;
* Zugangsmöglichkeiten für kleine und ehrenamtlich arbeitende Kulturgutträger&lt;br /&gt;
* Beratung vor der Digitalisierung&lt;br /&gt;
* Anforderungen an Vorbereitung, Metadaten und Rechteklärung&lt;br /&gt;
* vorhandene Qualitätsstandards und Qualitätskontrolle&lt;br /&gt;
* Unterstützung bei Ausschreibung beziehungsweise Beauftragung externer Dienstleister&lt;br /&gt;
* bisherige Digitalisierungsprojekte und deren Ergebnisse&lt;br /&gt;
* besonders gefährdete Bestände, für die kurzfristig Digitalisierungskapazität benötigt wird&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.2.3 Langfristig erhalten ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;background-color:#eef5fb;border-left:4px solid #5b9bd5;padding:0.7em 1em;margin:1em 0;&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Leitfrage:''' Für welche digitalen Bestände ist die langfristige Erhaltung organisatorisch und technisch tatsächlich abgesichert? &amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die weitere Erhebung und Analyse insbesondere zu prüfen:&lt;br /&gt;
* vorhandene Repositorien, digitale Archive und Speicherlösungen&lt;br /&gt;
* welche Einrichtungen bereits Digitalisate dauerhaft übernehmen können&lt;br /&gt;
* welche Digitalisate derzeit lediglich lokal oder projektbezogen gespeichert werden&lt;br /&gt;
* Unterschied zwischen:&lt;br /&gt;
** Ablage beziehungsweise Speicherung,&lt;br /&gt;
** Datensicherung,&lt;br /&gt;
** institutionellem Repositorium,&lt;br /&gt;
** digitaler Langzeiterhaltung;&lt;br /&gt;
* Verantwortlichkeiten für Übernahme, Erhaltung und spätere Datenmigration&lt;br /&gt;
* verwendete Master- und Nutzungsdateien&lt;br /&gt;
* Sicherungskopien, Prüfsummen und Wiederherstellungsverfahren&lt;br /&gt;
* verwendete beziehungsweise vorgesehene Erhaltungsmetadaten&lt;br /&gt;
* Möglichkeiten für kleinere Kulturgutträger, ihre Digitalisate an ein geeignetes Repositorium zu übergeben&lt;br /&gt;
* vorhandene Schnittstellen zwischen Digitalisierung und Repositorium&lt;br /&gt;
* organisatorische und finanzielle Absicherung des langfristigen Betriebs&lt;br /&gt;
* Digitalisate beziehungsweise Projekte identifizieren, deren dauerhafte Erhaltung derzeit ungeklärt ist&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.2.4 Zugänglich machen und Nutzung ermöglichen ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;background-color:#eef5fb;border-left:4px solid #5b9bd5;padding:0.7em 1em;margin:1em 0;&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Leitfrage:''' Welche digitalisierten Inhalte sind für welche Zielgruppen auffindbar, verständlich und im rechtlich beziehungsweise kulturell zulässigen Umfang nutzbar?&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die weitere Erhebung und Analyse insbesondere zu prüfen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* vorhandene Präsentations- und Nutzungssysteme, Portale und Online-Ausstellungen&lt;br /&gt;
* Funktion und Entwicklungsstand von Sorabicon sowie weiteren relevanten Angeboten&lt;br /&gt;
* welche Kulturgüter und Bestände bereits öffentlich zugänglich sind&lt;br /&gt;
* welche Zielgruppen angesprochen werden:&lt;br /&gt;
** Öffentlichkeit,&lt;br /&gt;
** Bildung,&lt;br /&gt;
** Forschung,&lt;br /&gt;
** sorbische Gemeinschaft,&lt;br /&gt;
** Tourismus und Kulturvermittlung;&lt;br /&gt;
* Ober- und Niedersorbisch sowie weitere benötigte Sprachen in Oberfläche, Metadaten und Inhalten&lt;br /&gt;
* Qualität der Kontextualisierung und Vermittlung&lt;br /&gt;
* Möglichkeiten für:&lt;br /&gt;
** Download,&lt;br /&gt;
** Zitation,&lt;br /&gt;
** Datenexport,&lt;br /&gt;
** Programmierschnittstellen,&lt;br /&gt;
** wissenschaftliche und kreative Nachnutzung&lt;br /&gt;
* Rechte- und Lizenzinformationen&lt;br /&gt;
* abgestufte Zugangsmöglichkeiten für sensible beziehungsweise eingeschränkt zugängliche Inhalte&lt;br /&gt;
* Barrierefreiheit beziehungsweise Barrierearmut&lt;br /&gt;
* Aktualisierung und Pflege präsentierter Inhalte&lt;br /&gt;
* soweit verfügbar tatsächliche Nutzung, Reichweite und Nachnutzung erfassen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.2.5 Zusammenspiel der Kernfunktionen in bestehenden Projekten ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;background-color:#eef5fb;border-left:4px solid #5b9bd5;padding:0.7em 1em;margin:1em 0;&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Leitfrage:''' Bei welchen bestehenden Vorhaben funktioniert der Weg vom Kulturgut über Erfassung und Digitalisierung bis zur langfristigen Erhaltung und Nutzung bereits durchgängig – und an welchen Übergängen bestehen Lücken?&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Neben dem Stand der einzelnen Kernfunktionen ist zu prüfen, '''ob diese auch tatsächlich zu einer durchgängigen Prozesskette verbunden sind'''. Ein vorhandenes Register, ein Digitalisierungszentrum, ein Repositorium und ein Präsentationsportal ergeben noch nicht automatisch einen funktionierenden Gesamtprozess.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die weitere Erhebung und Analyse insbesondere zu prüfen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* geeignete bestehende Projekte beziehungsweise Pilotvorhaben auswählen&lt;br /&gt;
* für diese Projekte die vollständige Prozesskette nachvollziehen:&lt;br /&gt;
** Erfassen,&lt;br /&gt;
** Registrieren,&lt;br /&gt;
** Bewerten und priorisieren,&lt;br /&gt;
** Digitalisieren,&lt;br /&gt;
** Archivieren beziehungsweise langfristig erhalten,&lt;br /&gt;
** Präsentieren und nachnutzen;&lt;br /&gt;
* untersuchen, welche Systeme und Akteure an den Übergaben beteiligt sind&lt;br /&gt;
* prüfen, ob Metadaten gemeinsam mit den Dateien weitergegeben werden&lt;br /&gt;
* prüfen, ob Rechte- und Zugangsangaben entlang der Prozesskette erhalten bleiben&lt;br /&gt;
* vorhandene manuelle Medienbrüche beziehungsweise Mehrfacherfassungen identifizieren&lt;br /&gt;
* unklare Zuständigkeiten und Übergabepunkte sichtbar machen&lt;br /&gt;
* positive Beispiele für bereits funktionierende Prozessketten dokumentieren&lt;br /&gt;
* aus Pilotprojekten bekannte Aufwände, Engpässe und Lernerfahrungen aufnehmen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== 3.3 Gemeinsame Regeln, Zusammenarbeit und dauerhafter Betrieb ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;background-color:#eef5fb;border-left:4px solid #5b9bd5;padding:0.7em 1em;margin:1em 0;&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Leitfrage:''' Sind die übergreifenden Voraussetzungen vorhanden, damit die einzelnen Angebote gemeinsam, verlässlich und dauerhaft funktionieren?&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Neben den einzelnen Kernfunktionen ist zu prüfen, ob '''gemeinsame organisatorische und fachliche Voraussetzungen''' vorhanden sind, damit die verschiedenen Angebote zusammenarbeiten und dauerhaft betrieben werden können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieser Abschnitt soll keine allgemeine oder abstrakte Governance-Analyse darstellen. Untersucht werden nur solche übergreifenden Fragen, die konkrete Auswirkungen auf die Digitalisierung des Kulturerbes und die spätere Ableitung von Maßnahmen haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.3.1 Zuständigkeiten, Beteiligung und Freigaben ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;background-color:#eef5fb;border-left:4px solid #5b9bd5;padding:0.7em 1em;margin:1em 0;&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Leitfrage:''' Wer entscheidet verbindlich über Auswahl, Priorisierung, Beschreibung, Digitalisierung, Veröffentlichung und Zugang, und wie sind die Kulturgutträger dabei beteiligt?&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
''Für die weitere Erhebung und Analyse insbesondere zu prüfen:''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* formelle und informelle Zuständigkeiten der beteiligten Institutionen&lt;br /&gt;
* Entscheidungsrechte bei Auswahl und Priorisierung von Beständen&lt;br /&gt;
* Verantwortlichkeiten für Rechteklärung und Veröffentlichung&lt;br /&gt;
* Beteiligung der jeweiligen Kulturgutträger&lt;br /&gt;
* Beteiligung sorbischer Fachleute und Angehöriger der Gemeinschaft bei kulturell sensiblen Inhalten&lt;br /&gt;
* vorhandene Freigabe- und Sperrverfahren&lt;br /&gt;
* Umgang mit nachträglichen Korrekturen oder Einschränkungen&lt;br /&gt;
* erkennbare Überschneidungen beziehungsweise ungeklärte Zuständigkeiten&lt;br /&gt;
* vorhandene Gremien oder Koordinierungsstrukturen&lt;br /&gt;
* prüfen, an welchen Stellen verbindliche Zuständigkeiten fehlen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.3.2 Gemeinsame Standards und Anschlussmöglichkeiten ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;background-color:#eef5fb;border-left:4px solid #5b9bd5;padding:0.7em 1em;margin:1em 0;&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Leitfrage:''' Welche gemeinsamen Regeln ermöglichen es unterschiedlichen Kulturgutträgern, Daten und Digitalisate in eine gemeinsame Infrastruktur einzubringen und zwischen den Kernfunktionen weiterzugeben?&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die weitere Erhebung und Analyse insbesondere zu prüfen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* vorhandene gemeinsame Metadatenstandards beziehungsweise Pflichtfelder&lt;br /&gt;
* verwendete Fachstandards einzelner Einrichtungen&lt;br /&gt;
* gemeinsame Regeln für Ober- und Niedersorbisch&lt;br /&gt;
* Dateiformate und Qualitätsanforderungen für unterschiedliche Kulturgutarten&lt;br /&gt;
* Identifikatoren und Normdaten&lt;br /&gt;
* Rechte- und Lizenzinformationen&lt;br /&gt;
* technische Schnittstellen und Datenexporte&lt;br /&gt;
* Übernahme vorhandener institutioneller Metadaten&lt;br /&gt;
* einfache Erfassungswege für kleinere Kulturgutträger&lt;br /&gt;
* Schnittstellen für Einrichtungen mit bestehenden Fachsystemen&lt;br /&gt;
* Möglichkeiten zur Weitergabe von Daten zwischen Register, Digitalisierung, Repositorium und Präsentation&lt;br /&gt;
* prüfen, wo fehlende Standards oder inkompatible Systeme den Austausch derzeit behindern&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.3.3 Personal, Finanzierung und Betreiberverantwortung ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;background-color:#eef5fb;border-left:4px solid #5b9bd5;padding:0.7em 1em;margin:1em 0;&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Leitfrage:''' Welche zentralen Leistungen sind dauerhaft personell, organisatorisch und finanziell abgesichert, und welche hängen noch von befristeten Projekten oder einzelnen Personen ab?&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die weitere Erhebung und Analyse insbesondere zu prüfen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Betreiber beziehungsweise verantwortliche Stellen für die vier Kernfunktionen&lt;br /&gt;
* dauerhafte Stellen gegenüber befristeten Projektstellen&lt;br /&gt;
* vorhandene beziehungsweise geplante Finanzierungsmodelle&lt;br /&gt;
* laufende Betriebs- und Pflegekosten&lt;br /&gt;
* personelle Kapazitäten und erkennbare Schlüsselpersonenrisiken&lt;br /&gt;
* Unterstützung kleiner und ehrenamtlich geführter Einrichtungen&lt;br /&gt;
* Finanzierung von&lt;br /&gt;
** Beratung,&lt;br /&gt;
** Digitalisierung,&lt;br /&gt;
** Speicher und Langzeiterhaltung,&lt;br /&gt;
** Datenpflege,&lt;br /&gt;
** Rechteklärung,&lt;br /&gt;
** technischer Wartung und Weiterentwicklung;&lt;br /&gt;
* Übergang von geförderten Projekten in einen dauerhaften Regelbetrieb&lt;br /&gt;
* vorhandene Betriebs-, Kooperations- und Übergabevereinbarungen&lt;br /&gt;
* erkennbare Risiken bei Auslaufen einzelner Förderungen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== 3.4 Gesamtbewertung und vorrangiger Handlungsbedarf ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;background-color:#eef5fb;border-left:4px solid #5b9bd5;padding:0.7em 1em;margin:1em 0;&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Leitfrage:''' Welche Bedarfe sind bereits ausreichend abgedeckt, wo liegen die entscheidenden Lücken und welche davon sollten vorrangig bearbeitet werden? &amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Ergebnisse der vorangegangenen Abschnitte werden abschließend zusammengeführt. Ziel ist noch nicht die vollständige Formulierung konkreter Maßnahmen, sondern zunächst eine begründete Bewertung des Ist-Standes und der wichtigsten Lücken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dabei sollte insbesondere unterschieden werden zwischen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* unmittelbar gefährdeten Kulturgütern beziehungsweise Beständen,&lt;br /&gt;
* strukturellen Lücken, die weitere Digitalisierungsschritte blockieren,&lt;br /&gt;
* fehlenden oder nur teilweise verfügbaren Kernfunktionen,&lt;br /&gt;
* nicht dauerhaft abgesicherten Angeboten,&lt;br /&gt;
* Verbesserungsmöglichkeiten bei bereits grundsätzlich funktionierenden Strukturen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die abschließende Bewertung insbesondere zu prüfen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Ergebnisse aus Akteurs-, Bestands- und Bedarfserhebung zusammenführen&lt;br /&gt;
* für jede der vier Kernfunktionen die wichtigsten Stärken und Lücken benennen&lt;br /&gt;
* übergreifende strukturelle Probleme aus Zuständigkeiten, Standards, Betrieb und Finanzierung ergänzen&lt;br /&gt;
* unterscheiden zwischen:&lt;br /&gt;
** fehlender Leistung,&lt;br /&gt;
** unzureichender Kapazität,&lt;br /&gt;
** fehlender Bekanntheit beziehungsweise Zugänglichkeit,&lt;br /&gt;
** fehlender Verbindung bestehender Angebote,&lt;br /&gt;
** ungeklärter Zuständigkeit,&lt;br /&gt;
** fehlender dauerhafter Absicherung;&lt;br /&gt;
* Dringlichkeit begründen, insbesondere anhand von:&lt;br /&gt;
** Verlustgefahr,&lt;br /&gt;
** blockierenden Abhängigkeiten,&lt;br /&gt;
** Anzahl beziehungsweise Bedeutung betroffener Kulturgutträger,&lt;br /&gt;
** kultureller und sprachlicher Bedeutung,&lt;br /&gt;
** Aufwand und Realisierbarkeit;&lt;br /&gt;
* offene Informationslücken ausdrücklich kennzeichnen&lt;br /&gt;
* aus den ermittelten Lücken anschließend Handlungsbedarfe ableiten&lt;br /&gt;
* konkrete Lösungsmaßnahmen erst im folgenden Maßnahmen- beziehungsweise Soll-Abschnitt festlegen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mögliche zusammenfassende Bewertungsmatrix:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot; style=&amp;quot;width:100%;&amp;quot;&lt;br /&gt;
! Bereich&lt;br /&gt;
! Belegter Ist-Stand&lt;br /&gt;
! Abgedeckte Bedarfe&lt;br /&gt;
! Lücke / Risiko&lt;br /&gt;
! Dringlichkeit&lt;br /&gt;
! Daraus abgeleiteter Handlungsbedarf&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| ''Beispiel: Nachweisen und Registrieren''&lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| ''Beispiel: Digitalisieren''&lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| ''Beispiel: Langfristig erhalten''&lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| ''Beispiel: Zugänglich machen und nutzen''&lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| ''Beispiel: gemeinsame Standards / Zusammenarbeit''&lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= Referenzen =&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Měrko Šenk</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://koncept.serbski-inkubator.de/index.php?title=12.3_Digitalisierung_des_Kulturerbes&amp;diff=1209</id>
		<title>12.3 Digitalisierung des Kulturerbes</title>
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		<updated>2026-10-29T16:08:32Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Měrko Šenk: /* 3.1.3 Akteursgruppen */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;= 1 Einleitung =&lt;br /&gt;
Die Digitalisierung von sorbischem Kulturerbe ist eine historische Chance für uns Sorben, eine Chance, unser kulturelles Erbe neu zu entdecken, es für kommende Generationen zu erhalten, für eine breitere Öffentlichkeit zugänglich zu machen und dabei die eigene Deutungshoheit zu stärken. Das erfordert neben Mut, einer klaren gemeinsamen Vision, starker Zusammenarbeit zwischen den beteiligten Akteuren auch die notwendigen Ressourcen in Form von Personal mit entsprechenden Kompetenzen, passender Technik sowie einer nachhaltig gesicherten Finanzierung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im folgenden Abschnitt werden Zielbilder für die Digitalisierung des sorbischen Kulturerbes entworfen mittels lang- und kurzfristiger Visionen sowie konkreter Ziele.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== 1.1 Vision und Ziele für die sorbische digitale Welt ==&lt;br /&gt;
'''Vision'''&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
''Sorbisches materielles und immaterielles Kulturerbe ist systematisch digital erfasst, rechtssicher und langfristig gesichert, leicht auffindbar, offen nutzbar und wird aktiv von Interessierten genutzt.''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Konkrete Ziele'''&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Bis 2032 ist ein tragfähiges, finanziell und organisatorisch abgesichertes Modell etabliert, das:&lt;br /&gt;
* Ein zentrales (oder föderiertes) digitales Langzeitarchiv nach OAIS-Referenzmodell betreibt,&lt;br /&gt;
* klare Zuständigkeiten, Prozesse und Budgets definiert,&lt;br /&gt;
* regelmäßige Qualitätssicherung und Technik-Updates vorsieht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bis 2030 sind wichtige sorbische Kulturerbe-Bestände (Kernbestände nach fachlicher Festlegung) in hoher Qualität digitalisiert, beschrieben und im Langzeitarchiv gesichert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bis 2028 liegt eine institutionenübergreifende Übersicht über relevante Kulturerbe-Bestände (analog und digital, materiell und immateriell) vor, einschließlich einer Prioritätenliste für die Digitalisierung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bis 2028 existiert ein zentrales, nutzerfreundliches „Sorbisches Kulturerbe-Portal“, das:&lt;br /&gt;
* Suchzugang über alle teilnehmenden Institutionen ermöglicht,&lt;br /&gt;
* grundlegende Inhalte frei zugänglich bereitstellt,&lt;br /&gt;
* mehrsprachige Oberflächen anbietet (Deutsch, Obersorbisch, Niedersorbisch, Englisch).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= 2 Ist-Analyse „Digitalisierung von Kulturerbe“ =&lt;br /&gt;
Das Ziel in diesem Themenbereich ist es, sorbisches Kulturerbe digital zu verwalten und damit langfristig für Recherche, Nutzung und Präsentation vorzuhalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Abschnitt &amp;quot;IST-Analyse“ werden die folgenden Fragen beantwortet: Was ist sorbisches Kulturerbe und was zählt alles dazu? Welche Schritte durchläuft ein Kulturgut, um zum digitalen Kulturerbe zu gehören? Wie können die digitale Verwaltung, Archivierung, Nutzung und Präsentation von Kulturgütern umgesetzt werden?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die grundlegenden Terminologien des Kulturerbes sollen im Folgenden festgelegt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== 2.1 Terminologie – von Kultur zu Kulturerbe ==&lt;br /&gt;
In diesem Abschnitt werden die Begriffe rund um das Kulturerbe grundlegend definiert. Es soll ein Verständnis über die Begriffe Kultur, kulturelle Ausprägung, Kulturgut und Kulturerbe erreicht werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Dataja:Wobraz_K1.png|center|260px]]&amp;lt;ref&amp;gt;Mermaid Flowchart Code: [https://mermaid.live/edit#pako:eNpF0UtuwyAQBuCroFlaTuRHTGMvKuWxq7pqV627IGZso2CIMChtk9ymN-nFimmasmJGfP-AOEGjOUIFrdTHpmfGkudtrWpF_Fq9RtGDk9aZKHojU-_aJ7PZ_bmGgSnR4mgFejaKpidC1XAmq8zDfYAoJZKVG7lxzX5stRl81C0_uwYdheGEubHD4_dXLy1hcpyC1rcLdM4GOLH1Ve2E5Gj9TPLkhgEnsLkBNDsMAmLojOBQWeMwhgHNwKYSTuFBYHucbOW3HFvmcQ21unh2YOpF6-FPGu26HqrW381X7sCZxa1gnWH_R1BxNBvtlIUqTUMEVCd49xVdzpeLMs1pXmRFXiY0hg-o8iyZL_LFXZaVSTJ1LzF8hqHJnBZ5WhZLWt5RmtIsBuTCavP4-2Hh3y4_NXaMmw hier klicken], abgerufen am 22.09.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.1.1 Kultur ===&lt;br /&gt;
Kultur bezeichnet hier die Gesamtheit aller '''vom Menschen geschaffenen und erlernten Ausdrucksformen''' des Lebens, die auf gemeinsamen Werten und Verhaltensweisen beruhen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;wiki-kultur&amp;quot;&amp;gt;URL: https://de.wikipedia.org/wiki/Kultur&amp;lt;/ref&amp;gt; Dazu zählen '''materielle Ergebnisse''' (z. B. Kunstwerke, Technik) ebenso wie '''immaterielle Praktiken''' (Sprache, Bräuche, Wissen). Kultur umfasst laut der UNESCO geistige, materielle, intellektuelle und emotionale Merkmale, die eine Gesellschaft oder soziale Gruppe kennzeichnen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;mondiacult&amp;quot;&amp;gt;UNESCO 1982: Mexico City Declaration on Cultural Policies (MONDIACULT). URL: https://www.lacult.unesco.org/docc/1982_MONDIACULT.pdf&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;ref name=&amp;quot;cultureaction&amp;quot;&amp;gt;Culture Action Europe 2024: The State of Culture report. URL: https://cultureactioneurope.org/de/news/the-state-of-culture-report-published, abgerufen am 01.10.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;  Sie ist dynamisch und wird von jeder Generation neu gestaltet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das deutsche Wort „Kultur“ ist eine Eindeutschung des lateinischen Worts „cultura“. Dieses bedeutet ursprünglich „Bebauung, Bearbeitung, Bestellung, Pflege“ und meinte sowohl die physische Bearbeitung als auch die Pflege geistiger Güter, z. B. der Sprache.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.1.2 Kulturelle Ausdrucksform ===&lt;br /&gt;
Eine kulturelle Ausdrucksform ist eine '''konkrete, gegenwärtige oder historische, Manifestation von Kultur''', bspw. eine Zeichnung, eine Tracht oder ein Lied: Sie macht die Kultur sichtbar und erlebbar. Im engeren Sinne ist es eine Ausdrucksweise, die aus der Kreativität einer Person, Gruppe oder Gesellschaft entsteht und '''kulturellen Inhalt''' trägt (symbolische Bedeutung, künstlerische Dimension, kulturelle Werte).&amp;lt;ref&amp;gt;Österreichische UNESCO-Kommission 2007: Übereinkommen zum Schutz und zur Förderung der Vielfalt kultureller Ausdrucksformen, Art. 4, Seite 13. URL: https://www.unesco.at/fileadmin/Redaktion/Publikationen/Publikations-Dokumente/2005er_UNESCO-Convention_German.pdf, abgerufen am 22.09.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt; Sie wird innerhalb und zwischen Gemeinschaften weitergegeben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Alle kulturellen Ausdrucksformen bilden einen wesentlichen Kern von Kultur, aber Kultur enthält auch latente Dimensionen (Werte, Normen, Vorannahmen etc.), die nicht unmittelbar als Ausdrucksform erscheinen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.1.3 Kulturgut ===&lt;br /&gt;
Ein „Kulturgut“ ist '''eine einzelne kulturelle Ausdrucksform''', der ein '''besonderer kultureller Wert zugemessen wird''' (durch Anerkennung, Schutz, Bedeutung). Es ist somit ein Erzeugnis menschlicher Kreativität oder Zeugnis menschlichen Lebens, welches '''Bedeutung für die Kultur einer Gemeinschaft''' hat und daher '''Bestand haben und bewahrt werden soll'''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die '''Summe aller Kulturgüter''' einer Gemeinschaft wird als dessen '''Kulturerbe''' bezeichnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.1.4 Kulturerbe ===&lt;br /&gt;
Kulturerbe ist die '''Summe der materiellen und immateriellen Ausdrucksformen''' (= Kulturgüter) einer Kultur, die als „'''bewahrenswert'''“ anerkannt wurden. International umfasst das u. a. das '''Welterbe''' (Denkmäler, Ensembles, Stätten)&amp;lt;ref&amp;gt;UNESCO (1972), Welterbekonvention, Art. 1. URL: https://www.dnk.de/wp-content/uploads/2021/02/1972_DNK_UNESCO-Welterbekonvention.pdf (abgerufen am 11.09.2025).&amp;lt;/ref&amp;gt; und das '''Immaterielles Kulturerbe''' (Praktiken, Wissen).&amp;lt;ref&amp;gt;Deutsche UNESCO-Kommission o. J.:, Übereinkommen zur Erhaltung des immateriellen Kulturerbes (dt. Ausgabe). URL: https://www.unesco.de/assets/dokumente/Deutsche_UNESCO-Kommission/02_Publikationen/Publikation_UNESCO-%C3%9Cbereinkommen_zur_Erhaltung_des_immateriellen_Kulturerbes_01.pdf, (abgerufen am 11.09.2025).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ob etwas „zum Kulturerbe“ zählt, ist Ergebnis von Bewertung, Diskurs und teils formellen Verfahren. Dem Sorbischen Kulturregister (SKR) zufolge ist „sorbisch-wendisches Kulturerbe“ eine Zuschreibung, die durch Gesellschaft, Museen, Archive und Wissenschaft erfolgen kann.&amp;lt;ref&amp;gt;Sorbisches Institut 2025: Konzept für ein Sorbisches Kulturregister (SKR). URL: https://www.serbski-institut.de/wp-content/uploads/2021/11/00_Zweite-aktualisierte-Fassung_Konzept_Sorbisches-Kulturregister_20.11.2025.pdf, abgerufen am 20.11.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.1.5 Abgrenzung: Kultur und Kulturerbe ===&lt;br /&gt;
'''Kultur / Kulturelle Ausdrucksform''' sind als Begriffe weiter gefasst als '''Kulturgut / Kulturerbe'''. Kulturelle Ausdrucksformen umfassen alles Gelebte und Gestaltete einer Gemeinschaft in Gegenwart und Vergangenheit, während Kulturgut / Kulturerbe diejenigen kulturellen Güter und Traditionen meint, denen eine Bedeutung beigemessen wurde und die als bewahrens- und weitergebenswert erkannt wurden. Kultur ist der „aktuelle“ kreative Prozess (einschließlich Popkultur, Alltagskultur), Kulturerbe der daraus überkommene Schatz. Dennoch sind die Grenzen fließend: Was heute nur Kultur ist, kann morgen zum Kulturerbe erklärt werden – abhängig von Wertzuschreibung und Diskurs.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Rahmen dieses Dokuments werden für den sorbischen Kontext die Begriffe '''„kulturelle Ausdrucksform“''' und '''„Kulturgut“''' weitgehend '''synonym''' verwendet, sofern nicht ausdrücklich anders gekennzeichnet. Hintergrund ist, dass die Gesamtzahl der identifizierbaren kulturellen Ausdrucksformen einer kleinen Minderheit wie der Sorben/Wenden im Vergleich zu großen Mehrheitsgesellschaften überschaubar ist. Zugleich ist der Anteil dieser Ausdrucksformen, denen in der Community ein besonderer Wert beigemessen wird und die daher faktisch als Kulturgut wahrgenommen und behandelt werden, sehr hoch: Ein großer Teil des gelebten kulturellen Repertoires wird als identitätsstiftend und bewahrenswert verstanden und damit dem Kulturerbe zugerechnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== 2.2 Klassifizierung von Kulturgütern ==&lt;br /&gt;
Im Folgenden soll eine griffige Klassifizierung von Kulturgütern entwickelt werden, so dass pro Kulturgut-Klasse später auf die Besonderheiten ihrer Digitalisierung eingegangen werden kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Dataja:Wobraz_K2.png|center|600px]]&amp;lt;ref&amp;gt;Mermaid Flowchart Code: [https://mermaid.live/edit#pako:eNptlM9u00AQxl9ltFWoFDlp_C9OjISU2KSgUCq1BSRIDxt77Syxd6v1mkKjSDwBlThw4YCEeuXOoeLSN-EF4BHYjZOQQG67-32_2ZnZsWco4jFBPqrVZpRR6cNsP8n4ZTTBQu7rHVP66QWOKEvV3nQM2BeYTf8eea35fF6rjdiIrUl4cjJiAMPDV_X6sMxkKdJS1uvnvu9PtRGgp5ReE46wJIKSLIOf779CycbkkqQZjSb1Ovz-cv351_drDWGN9BXS_xfZBj7dLoGxBgIFBE14nOcrZGH68E07Iu0IlSNsQkhTKnGlfvyh1bjKcngIjcYD6G2s-xvrYGMdLuuqAFOXZ0IflzFh0xxn5OBU3t1ISZhqw6KaKpo29k04jSaCJrLq0oZsa9mCAZc8FTihhBnQp1ksxd1NSsS22dFmG3oMZzwl0HveONtlc7XNATtsHI9fk6kkC3nRsKoqnVNgwrFQaUOvLGJRRtMi4SJfZ790WtppQYhFIVV7CYsJDO9uWbEMujbqOgIbTqgsddB7MCD_eXT6gQMvaFEQBlclPMVqcA6eMfqGiKLMt926isCFM4FjKiln-voCHmEWXxIxXZcUVo-jSwrVe3DBGvHqtc83DLqS0FpNAi3wRluiDBdFSBIYQ0KzzN_r265jPjQinnHh7yVJYhRS8ClZKfe3KLyk2oHneuEuqlK2qWhJWYPOwGnvoiplm4qXVMd17V5rF1UpikIGSgWNkS9FSQyUE5FjvUUzHXGE5ITkZIR8tYxJgtVXPEIjNlfYBWYvOc9XpOBlOkF-grNC7cqLWPUupFjNa74-FXo0RMBLJpFvWtYiCPJn6C3yG7bTNO2u6Tidrue0W13HQO_Usdtquuqg1bG6TtvzPNuZG-hqcXGr2baV5NhuyzId13XbBiJqDrg4qn5ni7_a_A_W9oMu hier klicken], abgerufen am 22.09.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.2.1 A. Materiell - unbeweglich 🏛️ ===&lt;br /&gt;
„Materiell - unbeweglich&amp;quot; bezeichnet ortsfeste Kulturobjekte wie Bauwerke, Ensembles, Gebäudekomplexe und Stätten/Kulturlandschaften, wie sie in Art. 1 der UNESCO-Welterbekonvention als Kategorien des kulturellen Erbes definiert sind.&amp;lt;ref&amp;gt;UNESCO World Heritage Centre o. J.: Convention Concerning the Protection of the World Cultural and Natural Heritage, Artikel 1. URL: https://whc.unesco.org/en/conventiontext/, abgerufen am 01.10.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.2.2 B. Materiell - beweglich 🖼️ ===&lt;br /&gt;
Die Kategorie „Materiell - beweglich&amp;quot; umfasst bewegliche Sachen bzw. Sachgesamtheiten von kulturellem Wert (z. B. Objekte, Sammlungen), wie sie das deutsche Kulturgutschutzgesetz (§ 2 KGSG)&amp;lt;ref&amp;gt;Deutschland 2016: Kulturgutschutzgesetz (KGSG), § 2. URL: https://www.buzer.de/2_KGSG.htm, abgerufen am 01.10.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt; als „Kulturgut“ beschreibt.&lt;br /&gt;
* B1 '''Schriftgut''' - Bücher, Zeitungen, Handschriften, Archivgut, Graphiken, Pläne, Karten&lt;br /&gt;
* B2 '''Fotografien &amp;amp; Bildträger''' &lt;br /&gt;
** Fotografisch erzeugte statische Bildträger, auch Stillbildträger genannt, z. B. Positive/Negative auf Film/Platte/Photopapier, Dias, Abzüge, Mikrofilm/-fiche und vergleichbare fotografische Repro-Träger.&lt;br /&gt;
* B3 '''Analoge AV-Träger''' (Audio/Video/Film)&lt;br /&gt;
** Analoge zeitbasierte Medien, z. B. Magnetton (Tonband, Kassette), Schallplatte, Videobänder, Film.&lt;br /&gt;
* B4 '''3D-Objekte''' - Gegenstände, „sachkulturelle Artefakte“&amp;lt;ref&amp;gt;Sorbisches Institut o. J.: Konzept zum Digitalisierungszentrum am Sorbischen Institut, S. 24.&lt;br /&gt;
(Unveröffentlichtes Konzeptpapier; interne Projektunterlage.)&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.2.3 C. Immateriell 🎭 ===&lt;br /&gt;
Meint lebendige Praktiken, Darstellungen, Ausdrucksformen, Ideen, Werte, Wissen und Fertigkeiten, die von Gemeinschaften getragen und weitergegeben werden, gemäß der folgenden 5 UNESCO ICH-Domänen.&amp;lt;ref&amp;gt;UNESCO o. J.: Intangible Cultural Heritage – Five Domains. URL: https://ich.unesco.org/doc/src/01857-EN.pdf, abgerufen am 01.10.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* C1 '''Orale Traditionen/Ausdrucksformen''' - Sprache, Gesangstraditionen&lt;br /&gt;
* C2 '''Darstellende Künste''' - Musik, Tanz, Theater&lt;br /&gt;
* C3 '''Rituale &amp;amp; Feste''' - Bräuche und soziale Praktiken des Kalenders und Lebenslaufs&lt;br /&gt;
* C4 '''Wissen &amp;amp; Praktiken''' zu Natur &amp;amp; Universum - Heil- und Sammelkenntnisse, ökologisches und astronomisches Wissen, Glaube, Religion&lt;br /&gt;
* C5 '''Traditionelles Handwerk''' - Techniken, Werkzeuge und Gestaltungsmuster&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.2.4 D. Digital 💾 ===&lt;br /&gt;
Bezeichnet in digitaler Form vorliegende Ressourcen menschlichen Wissens und Ausdrucks. Diese können sowohl born-digital sein als auch digitalisierte Repräsentationen von materiellen und immateriellen Kulturgütern.&amp;lt;ref&amp;gt;UNESCO 2003: Charter on the Preservation of Digital Heritage. URL: https://www.unesco.org/en/legal-affairs/charter-preservation-digital-heritage, abgerufen am 01.10.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* D1 '''Born-digital''' (ursprünglich digital erzeugt, kein analoges Original), z. B. Webseiten, Social-Media-Beiträge, Software, Apps, Spiele, digitale Fotos/Audio/Video.&lt;br /&gt;
* D2 '''Digitalisate''' - Digitalisierte Repräsentationen/Derivate aus den Klassen A, B und C.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== 2.3 Begriffe und Kernfunktionen ==&lt;br /&gt;
Die vorherigen Abschnitte haben geklärt, was unter Kulturerbe verstanden wird und welche Arten von Kulturgütern unterschieden werden. Bevor der nachfolgende Abschnitt den Prozess der Kulturerbe-Digitalisierung beschreibt, werden in diesem Abschnitt die dafür wichtigsten Arbeitsbegriffe und Funktionen erläutert. Der Abschnitt soll dabei die Frage beantworten: Welche Arbeitsabläufe und Funktionen sind notwendig, damit Kulturgüter nicht nur digital erfasst, sondern auch gefunden, verstanden, gesichert und genutzt werden können?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Erläuterungen sollen eine gemeinsame und leicht verständliche Grundlage schaffen für alle, die an der Digitalisierung von Kulturerbe interessiert sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.3.1 Vom Kulturgut zur digitalen Repräsentation ===&lt;br /&gt;
Dieser Abschnitt erklärt, was bei einer Digitalisierung entsteht und wie sich das digitale Ergebnis vom ursprünglichen Kulturgut unterscheidet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
! Begriff&lt;br /&gt;
! Erklärung&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Digitalisierung von Kulturerbe'''&lt;br /&gt;
| Digitalisierung bezeichnet in diesem Konzept den gesamten zusammenhängenden Prozess: Kulturgüter erfassen, beschreiben und bewerten, digitale Repräsentationen erzeugen oder übernehmen, ihre Qualität prüfen, sie sichern und für die Nutzung zugänglich machen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;DFG2016&amp;quot;&amp;gt;Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) 2016: Praxisregeln „Digitalisierung“, insbesondere S. 13 und 41-44. URL: https://www.dfg.de/resource/blob/176108/898bf3574ad0ff3b1db525fa7d04c86c/12-151-v1216-de-data.pdf, abgerufen am 16.07.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Bei ursprünglich digital entstandenen Kulturgütern – auch ''born digital'' genannt – entfällt die Überführung aus einem analogen Original; die weiteren Aufgaben bleiben bestehen.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Digitalisat und digitale Repräsentation'''&lt;br /&gt;
| Ein '''Digitalisat''' ist ein digitales Abbild eines analogen Kulturguts, beispielsweise ein Scan einer Handschrift oder ein Foto eines Museumsobjekts. Der weitere Begriff '''digitale Repräsentation''' umfasst auch Audio-, Video- oder 3D-Dokumentationen einer immateriellen kulturellen Praxis. Die digitale Repräsentation ersetzt weder das materielle Kulturgut noch die lebendige Praxis.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Masterdatei und Nutzungsderivat'''&lt;br /&gt;
| Die '''Masterdatei''' ist die möglichst hochwertige und qualitätsgeprüfte Ausgangsdatei. Sie wird für die langfristige Sicherung und spätere Bearbeitungen aufbewahrt. Ein '''Nutzungsderivat''' ist eine daraus erzeugte, an einen bestimmten Zweck angepasste Datei, beispielsweise ein kleineres Bild für eine Internetseite.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Digitales Objekt'''&lt;br /&gt;
| Als '''digitales Objekt''' wird in diesem Konzept eine zusammengehörige digitale Einheit bezeichnet. Sie kann aus einer oder mehreren Dateien, den zugehörigen Metadaten und ihren Verknüpfungen bestehen. Ein digitales Objekt kann ein Digitalisat oder ein ursprünglich digital entstandenes Kulturgut sein.&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
''Beispiel:'' Das verzierte sorbische Osterei bleibt das materielle Kulturgut. Hochauflösende Fotografien, ein 3D-Modell und die dazugehörigen Beschreibungen bilden gemeinsam seine digitale Repräsentation.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.3.2 Vier Kernfunktionen ===&lt;br /&gt;
Als '''Kernfunktionen der Kulturerbe-Digitalisierung''' werden im Folgenden vier dauerhaft zu erfüllende Aufgabenbereiche bezeichnet. Sie beschreiben, was für eine nachhaltige Digitalisierung von Kulturerbe geleistet werden muss, unabhängig davon, welche Institution oder welches technische System die jeweilige Funktion übernimmt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
! Kernfunktion&lt;br /&gt;
! Typische organisatorisch-technische Umsetzung&lt;br /&gt;
! Hauptaufgabe&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Nachweisen, beschreiben und verknüpfen'''&lt;br /&gt;
| Register oder Katalog&lt;br /&gt;
| Macht sichtbar, welche Kulturgüter vorhanden sind, wo sie sich befinden und in welchem Zusammenhang sie stehen. Ein Registereintrag kann bereits bestehen, bevor ein Digitalisat angefertigt wurde. &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Digitalisieren und Qualität sichern'''&lt;br /&gt;
| Digitalisierungszentrum oder Digitalisierungsdienst&lt;br /&gt;
| Erzeugt bzw. übernimmt digitale Repräsentationen, prüft sie und bereitet Dateien und Metadaten für die weitere Verarbeitung vor. Geliefert werden bspw. geprüfte Masterdateien und Nutzungsderivate. &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Langfristig erhalten'''&lt;br /&gt;
| Repositorium oder digitales Langzeitarchiv&lt;br /&gt;
| Übernimmt Dateien und Metadaten, speichert und verwaltet sie und erhält sie über technische und organisatorische Veränderungen hinweg dauerhaft nutzbar.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Zugänglich machen und Nutzung ermöglichen'''&lt;br /&gt;
| Präsentations- und Nutzungssystem&lt;br /&gt;
| Führt beschreibende Informationen und digitale Medien für Nutzerinnen und Nutzer zusammen. Es ermöglicht beispielsweise Suche, Anzeige, Kontextualisierung, Vermittlung und – soweit zulässig – Nachnutzung. &lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese '''Kernfunktionen''' beschreiben zunächst nicht zwingend getrennte Institutionen oder Systeme. Eine Einrichtung kann mehrere Kernfunktionen übernehmen. Umgekehrt kann eine Kernfunktion auf mehrere Einrichtungen oder technische Systeme verteilt sein. Entscheidend sind klare Zuständigkeiten, verlässliche Übergaben und gemeinsame Standards.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vereinfacht lässt sich das Zusammenspiel so zusammenfassen:&lt;br /&gt;
# Das '''Register oder der Katalog''' beschreibt und verknüpft das Kulturgut.&lt;br /&gt;
# Der '''Digitalisierungsdienst''' erzeugt und prüft seine digitale Repräsentation.&lt;br /&gt;
# Das '''Repositorium oder digitale Archiv''' übernimmt und erhält die Dateien.&lt;br /&gt;
# Das '''Präsentationssystem''' führt Beschreibungen und Medien für die Nutzung zusammen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die konkrete Ausgestaltung kann zentral, dezentral oder als Verbund mehrerer Systeme erfolgen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.3.3 Register ===&lt;br /&gt;
Die folgende Tabelle erklärt, wie Kulturgüter so erfasst, beschrieben und verknüpft werden, dass sie eindeutig zugeordnet, wiedergefunden und nach einheitlichen Regeln weiterverarbeitet werden können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
! Begriff&lt;br /&gt;
! Erklärung&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Erschließung, Verzeichnung und Registrierung'''&lt;br /&gt;
| '''Erschließung''' ist der übergeordnete Vorgang, bei dem ein Kulturgut identifiziert, beschrieben und in seinen Zusammenhang eingeordnet wird. '''Verzeichnung''' bezeichnet seine strukturierte dokumentarische Beschreibung. '''Registrierung''' bedeutet die Aufnahme in ein konkretes Register, einen Katalog oder ein Sammlungssystem. Ein Kulturgut kann bereits registriert werden, bevor ein Digitalisat vorhanden ist.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Metadaten'''&lt;br /&gt;
| Metadaten sind strukturierte Informationen über ein Kulturgut und seine digitalen Repräsentationen. Dazu gehören beispielsweise Titel, Herkunft, beteiligte Personen, Ort, Zeit, kultureller Kontext, Rechte, Dateieigenschaften und Bearbeitungsschritte. Je nach Zweck werden beschreibende, technische, rechtliche und erhaltungsbezogene Metadaten unterschieden. Sie machen Kulturgüter auffindbar, verständlich, verwaltbar und langfristig nutzbar.&amp;lt;ref name=&amp;quot;PREMIS&amp;quot;&amp;gt;Library of Congress o. J.: PREMIS – Preservation Metadata: Implementation Strategies. Internationaler Standard für Erhaltungsmetadaten. URL: https://www.loc.gov/standards/premis/, abgerufen am 16.07.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Persistenter Identifikator'''&lt;br /&gt;
| Ein '''persistenter Identifikator''' ist eine dauerhafte und eindeutige Kennung für ein Kulturgut, einen Datensatz oder eine digitale Ressource. Die Kennung bleibt bestehen, auch wenn sich der technische Speicherort oder die Internetadresse ändern. Dadurch können Kulturgüter dauerhaft zitiert und zwischen Systemen verknüpft werden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;DFG2016&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Metadaten sind keine bloße Beigabe zu einer Datei. Ohne ausreichende Beschreibungen kann ein Digitalisat zwar technisch vorhanden sein, später aber kaum gefunden, verstanden oder zuverlässig zugeordnet werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.3.4 Digitalisierungsdienst und Archiv ===&lt;br /&gt;
Die folgende Tabelle erklärt was erforderlich ist, damit Kulturgüter digitalisiert werden und nicht nur heute gespeichert sind, sondern auch nach technischen und organisatorischen Veränderungen noch gefunden, verstanden und genutzt werden können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
! Begriff&lt;br /&gt;
! Erklärung&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Repositorium'''&lt;br /&gt;
| Ein '''Repositorium''', auch ''Repository'' genannt, ist eine verwaltete technische Umgebung, in der digitale Objekte und ihre Metadaten übernommen, gespeichert, geordnet, verwaltet und bereitgestellt werden. Ein Repositorium kann Teil eines digitalen Archivs sein. Nicht jedes Repositorium erfüllt jedoch automatisch alle Anforderungen der Langzeiterhaltung.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Digitales Archiv oder digitales Langzeitarchiv'''&lt;br /&gt;
| Ein digitales Archiv ist mehr als ein Server oder ein Speicherprogramm. Es verbindet eine verantwortliche Organisation, fachkundiges Personal, Regeln, Arbeitsabläufe und technische Systeme. Es übernimmt die Verantwortung dafür, digitale Informationen langfristig zu erhalten und für festgelegte Nutzergruppen zugänglich zu machen. Das internationale Referenzmodell '''Open Archival Information System''' (OAIS, offenes Archiv-Informationssystem) bietet hierfür einen fachlichen Rahmen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;OAIS2024&amp;quot;&amp;gt;Consultative Committee for Space Data Systems (CCSDS) 2024: Reference Model for an Open Archival Information System (OAIS), CCSDS 650.0-M-3, insbesondere S. 1-1–1-2 und 2-1–2-2. URL: https://ccsds.org/Pubs/650x0m3.pdf, abgerufen am 16.07.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Ingest oder kontrollierte Übernahme'''&lt;br /&gt;
| '''Ingest''' bezeichnet die kontrollierte Übernahme digitaler Dateien und Metadaten in ein Repositorium oder digitales Archiv. Dabei werden beispielsweise Vollständigkeit, Dateiformate, Metadaten und Dateiintegrität geprüft und die Übernahme dokumentiert.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Langzeitverfügbarkeit und digitale Langzeiterhaltung'''&lt;br /&gt;
| '''Langzeitverfügbarkeit''' ist das Ziel, digitale Inhalte über technische und organisatorische Veränderungen hinweg auffindbar, lesbar, verständlich und nutzbar zu halten. '''Digitale Langzeiterhaltung''' bezeichnet die dafür notwendigen fortlaufenden Maßnahmen. Dazu können mehrere Speicherorte, regelmäßige Prüfungen, Formatüberwachung, technische Migrationen und eine nachvollziehbare Dokumentation gehören. „Langfristig“ bezeichnet dabei keine feste Zahl von Jahren, sondern einen Zeitraum, in dem mit veränderten Technologien, Formaten und Nutzungsanforderungen gerechnet werden muss.&amp;lt;ref name=&amp;quot;OAIS2024&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Datensicherung oder Backup'''&lt;br /&gt;
| Ein '''Backup''' ist eine zusätzliche Sicherungskopie, aus der Dateien nach einem Verlust oder technischen Ausfall wiederhergestellt werden können. Backups sind notwendig, ersetzen aber keine Langzeiterhaltung: Sie regeln allein noch keine dauerhaften Zuständigkeiten, Metadaten, Formatüberwachung, Integritätsprüfungen oder langfristige Zugänglichkeit.&amp;lt;ref name=&amp;quot;DPCStorage&amp;quot;&amp;gt;Digital Preservation Coalition o. J.: Digital Preservation Handbook – Storage. URL: https://www.dpconline.org/handbook/organisational-activities/storage, abgerufen am 16.07.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Integrität und Authentizität'''&lt;br /&gt;
| '''Integrität''' bedeutet, dass unbeabsichtigte Veränderungen oder Beschädigungen einer Datei erkannt werden können. Dafür werden häufig Prüfsummen verwendet - digitale Kontrollwerte, die regelmäßig verglichen werden. '''Authentizität''' bedeutet, dass Herkunft, Identität und Bearbeitungsgeschichte eines digitalen Objekts nachvollziehbar sind und belegt werden kann, dass es das ist, was es zu sein vorgibt.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Dateiformat und Datenformat'''&lt;br /&gt;
| Ein '''Dateiformat''' legt den technischen Aufbau einer einzelnen Datei fest. Ein '''Datenformat''' beschreibt, wie Informationen strukturiert und zwischen Systemen ausgetauscht werden. Gut dokumentierte, verbreitete und möglichst offen beschriebene Formate erleichtern den Austausch und die langfristige Nutzung. Sie ersetzen jedoch keine aktive Langzeiterhaltung.&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Merksatz:''' Speichern ist nicht dasselbe wie langfristiges Erhalten. Auch ein vorhandenes Backup ist noch kein digitales Langzeitarchiv.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.3.5 Präsentationssystem ===&lt;br /&gt;
Die folgende Tabelle erklärt, wie aus langfristig gesicherten Dateien ein digitales Kulturerbe wird, das von Menschen gefunden, verstanden und sinnvoll genutzt werden kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
! Begriff&lt;br /&gt;
! Erklärung&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Zugänglichmachung und Präsentation'''&lt;br /&gt;
| '''Zugänglichmachung''' bedeutet, dass digitale Objekte auffindbar und im rechtlich sowie technisch zulässigen Umfang abrufbar sind. '''Präsentation''' geht darüber hinaus: Inhalte werden ausgewählt, miteinander verknüpft, erklärt und für bestimmte Zielgruppen vermittelt. Dazu gehören verständliche Kontextinformationen, klare Rechteangaben, Mehrsprachigkeit und möglichst barrierearme Zugänge. Abhängig von Rechten, personenbezogenen Daten oder kulturellen Schutzbedarfen kann der Zugang offen oder eingeschränkt sein.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Nutzung und Nachnutzung'''&lt;br /&gt;
| '''Nutzung''' umfasst beispielsweise das Betrachten, Lesen, Anhören, Erforschen oder Vermitteln eines digitalen Kulturguts. '''Nachnutzung''' bedeutet seine weitere Verwendung in einem neuen Zusammenhang, etwa in Bildung, Forschung, Publikationen, Ausstellungen, Anwendungen oder kreativen Werken. Dafür werden geeignete Dateien, verständliche Metadaten und klare Rechteinformationen benötigt.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Rechteinformation und Lizenz'''&lt;br /&gt;
| Eine '''Rechteinformation''' beschreibt den rechtlichen Status eines digitalen Objekts und mögliche Einschränkungen seiner Nutzung. Eine '''Lizenz''' räumt durch eine dazu berechtigte Person oder Institution konkrete Nutzungsrechte ein. Ein allgemeiner Rechtehinweis ist daher nicht automatisch eine Lizenz.&amp;lt;ref name=&amp;quot;RightsReuse&amp;quot;&amp;gt;RightsStatements.org o. J.: Standardisierte Rechtehinweise für online verfügbares Kulturerbe. URL: https://rightsstatements.org/de/, abgerufen am 16.07.2026. Creative Commons 2025: Recommended Licenses and Tools for Cultural Heritage Content. URL: https://creativecommons.org/2025/07/09/recommended-licenses-and-tools-for-cultural-heritage-content/, abgerufen am 16.07.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Interoperabilität'''&lt;br /&gt;
| '''Interoperabilität''' bezeichnet die Fähigkeit von Systemen und Organisationen, Daten auszutauschen und in gleicher Bedeutung zu verstehen. Dafür werden gemeinsame Metadatenmodelle, Begriffe, Identifikatoren und technische Schnittstellen benötigt. So können beispielsweise Register, Repositorien, Präsentationsportale und externe Kulturplattformen miteinander verbunden werden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;EuropeanaEDM&amp;quot;&amp;gt;Europeana o. J.: Metadata – Europeana Data Model (EDM, Europeana-Datenmodell). URL: https://pro.europeana.eu/page/metadata, abgerufen am 16.07.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Digitalisierte Inhalte entfalten ihren kulturellen und gesellschaftlichen Nutzen erst dann vollständig, wenn sie auffindbar, verständlich, rechtlich klar und für unterschiedliche Zielgruppen tatsächlich verwendbar sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der folgende Abschnitt 2.4 beschreibt, wie diese Kernfunktionen innerhalb des gesamten Prozesses der Kulturerbe-Digitalisierung zusammenwirken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== 2.4 Prozess der Digitalisierung von Kulturerbe ==&lt;br /&gt;
Die Digitalisierung von Kulturgut ist kein rein technischer Arbeitsschritt, sondern ein vielschichtiger, oft langfristiger Prozess, der bereits mit der Wahrnehmung und Identifikation einer kulturellen Ausdrucksform beginnt. Ziel dieses Abschnitts ist es, diesen Gesamtprozess systematisch darzustellen: von der gelebten Kultur über das identifizierte Kulturgut bis hin zur digital nutzbaren Repräsentation.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die hier entwickelte Prozessdarstellung soll als praxisorientierter Überblick dienen für die Digitalisierung des sorbischen Kulturerbes. Sie berücksichtigt die Anforderungen sorbischer Einrichtungen ebenso wie die international etablierten Referenzmodelle und Standards, darunter:&lt;br /&gt;
* das OAIS-Referenzmodell (ISO 14721) für digitale Archivierung&amp;lt;ref&amp;gt;Consultative Committee for Space Data Systems (CCSDS) 2024: Reference Model for an Open Archival Information System (OAIS), CCSDS 650.0-M-3. URL: https://ccsds.org/Pubs/650x0m3.pdf, abgerufen am 01.10.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
* das DCC Curation Lifecycle Model für kuratorische Entscheidungsprozesse&amp;lt;ref&amp;gt;Higgins 2008: The DCC Curation Lifecycle Model. International Journal of Digital Curation, 3(1), 134-140. URL: https://ijdc.net/index.php/ijdc/article/view/48, abgerufen am 01.10.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
* das Spectrum-Modell für museale Objektverwaltung&amp;lt;ref&amp;gt;Collections Trust 2022. Spectrum 5.1 - The UK Museum Collections Management Standard. URL: https://collectionstrust.org.uk/spectrum/spectrum-5, abgerufen am 01.10.2025. &amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
* die UNESCO-Leitlinien zur Inventarisierung immateriellen Kulturerbes&amp;lt;ref&amp;gt;UNESCO 2024: Operational Directives for the Implementation of the Convention for the Safeguarding of the Intangible Cultural Heritage (10.GA). URL: https://ich.unesco.org/doc/src/ICH-Operational_Directives-10.GA_EN.pdf, abgerufen am 01.10.2025. &amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
* sowie technische Vorgaben wie die DFG-Praxisregeln Digitalisierung&amp;lt;ref&amp;gt;Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) 2022: Praxisregeln Digitalisierung (aktualisierte Fassung). URL: https://www.ulb.hhu.de/fileadmin/redaktion/ULB/Documents/Infomaterial/DFG_Praxisregeln_Digitalisierung_Aktualisierte_Fassung2022.pdf, abgerufen am 01.10.2025. &amp;lt;/ref&amp;gt; und die FADGI-Richtlinien&amp;lt;ref&amp;gt;Federal Agencies Digital Guidelines Initiative (FADGI) 2023: Technical Guidelines for Digitizing Cultural Heritage Materials – Still Image, 3rd ed. URL: https://www.digitizationguidelines.gov/guidelines/digitize-technical.html, abgerufen am 01.10.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Folge soll der „Lebenslauf“ eines Kulturguts dargestellt werden, also der Weg, den ein Objekt oder eine kulturelle Praxis vom Zeitpunkt der Entstehung über die Erfassung, Digitalisierung und Archivierung bis zur Veröffentlichung in einem digitalen Präsentationsmodul durchläuft.&lt;br /&gt;
Hierfür erläutert der folgende Abschnitt die einzelnen Prozessschritte im Detail, jeweils mit Akteuren und Beispielen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.4.1 Vorüberlegungen zum Prozess ===&lt;br /&gt;
Im hier vorgestellten Prozess wird auf eine harte, systematische Filterung verzichtet, welche kulturellen Ausdrucksformen „nur“ Kultur und welche bereits Kulturgut sind. Ein solcher Bewertungs- und Abgrenzungsprozess wäre ressourcenintensiv und würde den vorhandenen Kapazitäten in den beteiligten Einrichtungen nicht entsprechen. Stattdessen folgt das Konzept einer inklusiven Logik: Alle dokumentierten Ausdrucksformen werden zunächst als potenzielle Kulturgüter erfasst. Eine feinere Auswahl und Priorisierung erfolgen erst in einem späteren Schritt, nämlich dann, wenn konkret entschieden wird, welche Ausdrucksformen bzw. Kulturgüter in welcher Tiefe digitalisiert, archiviert und präsentiert werden sollen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieses Vorgehen schließt an das SKR-Konzept an, das bewusst auf eine frühe normative Trennung zwischen „kultureller Ausdrucksform“ und „Kulturgut“ verzichtet. Auch hier steht zunächst der möglichst vollständige, strukturierte Überblick über die sorbischen Kulturgüter im Vordergrund. Die differenzierte Bewertung und Schwerpunktsetzung werden als anschließende fachliche Aufgabe verstanden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.4.2 Prozessschritte im Detail ===&lt;br /&gt;
Das folgende Diagramm gibt einen Überblick über die sechs Kernschritte des Gesamtprozesses der Digitalisierung von Kulturgut – von der ersten Wahrnehmung einer kulturellen Ausdrucksform bis zu ihrer digitalen Präsentation als Kulturgut. Die Abfolge zeigt zugleich die Entwicklungsstufen: von gelebter Kultur zur kulturellen Ausdrucksform, von dort zum Kulturgut und schließlich zum digitalen Kulturgut. Die Schritte sind als generischer Ablauf zu verstehen: Je nach Art des Kulturguts können einzelne Tätigkeiten unterschiedlich aufwendig sein oder parallel erfolgen.&lt;br /&gt;
[[Dataja:Wobraz_K3.png|center|600px]]&amp;lt;ref&amp;gt;Mermaid Flowchart Code: [https://mermaid.live/edit#pako:eNplkk1OwzAQha8yGqmbkloxSZs2CyTa8LOphIAVhIVJpolF4iDH4a_qbXqTXgzHFdAKr2y97703lmaNWZMTxriqmvesFNrAfZIqgPPHFIdDzuBO1DVVajhM8QlGozOYO-WUwS0VsjVakqa93Pvmjlk4JmAwp3fS5kCHwQAWjkkcE_Y5WWkIXqrd9jBpT138UIkspBGVbI_7-rwLR146csLgRryQ-U8lMGLwTG1WapLPpHKCZQLMOY9ch7m2VxiSpOAEjJ1TSev_M_bkvv3KtY8ZnOuslG_H9VcOuf4dUO-2LamjGdHDQsscY6M78rAmXYv-ies-IEVTUk0pxvaa00p0lUkxVRtrexXqoWnqH6duuqLEeCWq1r6619zOn0hRaPGH9J_Xi6ZTBuOxS8B4jR8YhxGLeDThkR-EM37KuYefFmHTaOz7fOZHQTidBMHGwy9X6VslnNnDw4jPuB8GHlIuTaOX-7Vy27X5Bh_Osqo hier klicken], abgerufen am 22.09.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Prozess zeigt, dass Digitalisierung von Kulturgut mehr ist als das Erstellen digitaler Dateien. Sie umfasst eine Reihe aufeinander bezogener Schritte – von der ersten Wahrnehmung einer kulturellen Ausdrucksform über ihre Erfassung, Bewertung und Digitalisierung bis hin zur langfristigen Sicherung und Präsentation. Dabei sind je nach Schritt unterschiedliche Akteure beteiligt, etwa Gemeinschaften, Museen, Archive, Fachgremien, Digitalisierungsstellen oder IT. Die folgenden Beschreibungen erläutern diese Schritte so, dass nachvollziehbar wird, was jeweils mit einem Kulturgut geschieht, wer daran beteiligt ist und wie sich der Ablauf in der Praxis vorstellen lässt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''1. Sammeln &amp;amp; erfassen''' &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Hier wird eine kulturelle Ausdrucksform erstmals wahrgenommen, benannt und mit ersten Informationen erfasst: Was ist es, wer macht es oder hat es geschaffen, wo kommt es vor, warum ist es bedeutsam für die Gemeinschaft? &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Akteure''': Community, Vereine, Museen, Archive, Forschende, Privatpersonen.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Beispiel''': Auf einem Dorffest zeigt eine Frau das Verzieren sorbischer Ostereier. Jemand fotografiert dies und notiert Technik, Ort und Namen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''2. Registrieren &amp;amp; beschreiben''' &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Hier wird aus der ersten Beobachtung ein strukturierter Nachweis. Das Kulturgut oder die kulturelle Ausdrucksform wird in ein Register, eine Sammlung oder einen Katalog aufgenommen und mit strukturierten Metadaten beschrieben, damit es wiedergefunden, zugeordnet und verstanden werden kann. Dazu gehören z. B. Titel, Ort, Zeit, Technik, Funktion, beteiligte Personen und der kulturelle Kontext.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Akteure''': Registerverantwortliche, Kurator:innen, Sammlungsmitarbeitende, Community für Kontextinformationen.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Beispiel''': Das Osterei erhält einen Eintrag mit Angaben wie „Wachsbatik“, „Schleife“, „Osterei-Verzierung“, Name der Trägerin und Entstehungsjahr.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''3. Bewerten &amp;amp; freigeben''' &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
In diesem Schritt wird entschieden, ob und in welcher Priorität ein Kulturgut oder die kulturelle Ausdrucksform digitalisiert werden soll und ob dies rechtlich und ethisch möglich ist. Dabei spielen fachliche Kriterien wie Bedeutung, Repräsentativität, Seltenheit oder Gefährdung eine Rolle, aber auch Fragen des Urheberrechts, Datenschutzes und möglicher kultureller Sensibilitäten. Am Ende steht eine begründete Entscheidung, ob und in welchem Umfang das Kulturgut weiterbearbeitet und später veröffentlicht werden darf. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Akteure''': Kurator:innen, Fachgremien, Community-Vertretungen, Register/SKR, ggf. Rechteverantwortliche und Behörden. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Beispiel''': Es wird entschieden, dass die Osterei-Technik wegen ihrer Bedeutung für die sorbische Identität digital gesichert werden soll; die Kunsthandwerkerin stimmt der Veröffentlichung zu.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''4. Digitalisieren &amp;amp; prüfen''' &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Nun wird das Kulturgut technisch erfasst, also in eine digitale Form überführt. Das kann je nach Objektart durch Scan, Fotografie, Audio- oder Videoaufnahme oder 3D-Erfassung geschehen. Dabei entstehen hochwertige Master-Dateien und nutzbare Derivate. Die Digitalisierung folgt qualifizierten Standards, um Reproduzierbarkeit, Farbkonsistenz und Nutzbarkeit zu gewährleisten. Anschließend wird geprüft, ob Schärfe, Farbe, Vollständigkeit und Dateiformate den Anforderungen für Archivierung und Nutzung entsprechen. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Akteure''': Digitalisierungszentrum, Foto-/AV-/3D-Spezialist:innen, externe Dienstleister bei Spezialfällen. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Beispiel''': Das Osterei wird fotografisch hochauflösend aufgenommen und zusätzlich als 3D-Modell erfasst. Danach werden Schärfe, Farbe und Dateiformate geprüft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''5. Archivieren &amp;amp; sichern''' &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die entstandenen digitalen Dateien werden geordnet abgelegt, mit den zugehörigen Metadaten verknüpft und für die langfristige Erhaltung gesichert. Dazu gehören sichere Speicherorte, Backups, Integritätskontrollen und – wenn nötig – spätere technische Migration auf neue Systeme. Ziel ist, dass das digitale Kulturgut langfristig erhalten bleibt, auch wenn sich Technik und Formate verändern. Das Original bleibt in der Regel weiterhin am Sammlungs- oder Aufbewahrungsort. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Akteure''': Archiv, Repository, IT-Betrieb, ggf. Sorbisches Kulturarchiv bzw. Digitalisierungszentrum. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Beispiel''': Die Bilder und das 3D-Modell des Ostereis werden auf gesicherten Servern gespeichert; das Original bleibt im Museum oder bei der Eigentümerin.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''6. Präsentieren &amp;amp; nutzen''' &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Im letzten Schritt werden die digitalen Objekte so bereitgestellt, dass sie gefunden, verstanden und genutzt werden können, z. B. in Portalen, digitalen Sammlungen oder virtuellen Ausstellungen. Dafür reicht es nicht, nur Dateien anzuzeigen: Es braucht auch verständliche Kontexte, Rechteangaben, Mehrsprachigkeit und möglichst barrierearme Zugänge. So wird aus der technischen Digitalisierung eine tatsächliche kulturelle Nutzung. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Akteure''': Kurator:innen, Vermittlung, Web/IT, Museen, Kulturinformationen, Community. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Beispiel''': Das Osterei erscheint in einer Online-Ausstellung, kann herangezoomt oder als 3D-Modell gedreht werden und wird mit einem kurzen Text zur Technik erklärt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.4.3 Organisatorische Perspektive ===&lt;br /&gt;
Die folgende Abbildung ist entnommen aus einem Poster des Sorbischen Instituts zu dessen Digitalisierungsstrategie, gefunden auf der Projektseite des Digitalisierungszentrums.&amp;lt;ref&amp;gt;Sorbisches Institut: Digitalisierungszentrum (DZ). URL: [https://www.serbski-institut.de/projekte-zentrale-vorhaben/digitalisierungszentrum-dz/ https://www.serbski-institut.de/projekte-zentrale-vorhaben/digitalisierungszentrum-dz/], abgerufen am 25.03.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Digitalisierungsstrategie des Sorbischen Instituts zeigt die Erfassung, Registrierung, Digitalisierung und Archivierung bis zur Präsentation von Kulturgütern aus '''organisatorischer Sicht'''. Sie basiert auf einem '''3-Säulen-Modell aus Kulturregister, Digitalisierungszentrum und Präsentationsumgebung'''. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Dataja:Wobraz_K4.png|mini||center|600px|Abbildung: 3-Säulen-Modell der Digitalisierungsstrategie des Sorbischen Instituts. Quelle: Sorbisches Institut, „Digitalizacija serbskich kulturnych datow / Digitalisierung der sorbischen/wendischen Kulturdaten“&amp;lt;ref&amp;gt;Sorbisches Institut 2025: Digitalizacija serbskich kulturnych datow / Digitalisierung der sorbischen/wendischen Kulturdaten (Poster). URL:  [https://www.serbski-institut.de/wp-content/uploads/2021/11/A0-Druck_Digitalisierungsstrategie-SI.pdf  https://www.serbski-institut.de/wp-content/uploads/2021/11/A0-Druck_Digitalisierungsstrategie-SI.pdf], abgerufen am 25.03.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Beide Sichtweisen - die fachliche &amp;quot;Prozess-Sicht&amp;quot; und die &amp;quot;organisatorische Sicht&amp;quot; lassen sich wie folgt in einer Darstellung zusammenfassen:&lt;br /&gt;
[[Dataja:Wobraz_K5.jpg|mini||center|600px|Abbildung: Zusammengefasste Sichtweisen auf die Digitalisierung von Kulturerbe.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der &amp;quot;Prozess der Digitalisierung von Kulturerbe&amp;quot; beschreibt, '''was''' mit einem Kulturgut geschieht; das 3-Säulen-Modell zeigt, '''wo''' diese Aufgaben organisatorisch verortet sind. Bezogen auf die oben beschriebenen [[#2.3.2 Prozessschritte im Detail|Prozessschritte der Digitalisierung von Kulturerbe]] steht das '''Sorbische Kulturregister''' für den Prozessschritt „'''2. Registrieren'''“ und dient dabei vor allem der Verzeichnung und Metadatenverwaltung. Das '''Digitalisierungszentrum''' steht für die Prozessschritte „'''4. Digitalisieren'''“ und „'''5. Archivieren'''“ und dient dabei der technischen Erfassung, Bearbeitung und Sicherung der Digitalisate. Die '''Präsentationsumgebung''' steht für den Schritt „'''6. Präsentieren'''“ und dient der öffentlichen oder kuratierten Bereitstellung zur Nutzung. Ergänzende Konzepte des SI machen dabei deutlich, dass die Digitalisierung im Regelfall eine vorherige Verzeichnung im Register voraussetzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
! Prozessschritt&lt;br /&gt;
! Verantwortliche Organisation&lt;br /&gt;
! Funktion im Gesamtsystem&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''2. Registrieren'''&lt;br /&gt;
| '''Sorbisches Kulturregister'''&lt;br /&gt;
| Kulturgüter werden als Entitäten nachgewiesen, beschrieben, mit Metadaten versehen und miteinander verknüpft. Das Register erfüllt damit eine katalogähnliche Funktion: Es macht sichtbar, welche Kulturgüter es gibt, wo sie sich befinden und in welchem Kontext sie stehen.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''4. Digitalisieren'''&lt;br /&gt;
| '''Digitalisierungszentrum'''&lt;br /&gt;
| Kulturgüter werden technisch erfasst, z. B. durch Scan, Fotografie, Audio-/Videoübertragung oder 3D-Erfassung. Das Digitalisierungszentrum erzeugt und prüft die Digitalisate, ist aber nicht selbst primär ein Präsentationssystem.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''5. Archivieren'''&lt;br /&gt;
| '''Digitalisierungszentrum / Repositorium / Archiv'''&lt;br /&gt;
| Die digitalen Dateien werden geordnet gespeichert, mit Metadaten verbunden und langfristig gesichert. Dazu gehört auch die Sicherstellung der Langzeitaufbewahrung, etwa durch geeignete Speicherorte, Prüfroutinen und spätere Migrationen.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''6. Präsentieren'''&lt;br /&gt;
| '''Sorabicon / weitere Präsentationsumgebungen'''&lt;br /&gt;
| Die digitalen Inhalte werden für Nutzer:innen sichtbar, erfahrbar und verständlich gemacht, z. B. in Portalen, digitalen Sammlungen oder virtuellen Ausstellungen. Die Präsentation greift dafür auf Metadaten aus dem Register und auf Digitalisate aus dem Repositorium bzw. dem Digitalisierungszentrum zurück.&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Schritt '''1. Sammeln''' liegt vor diesen drei Säulen. Er betrifft die Sammlungsorte selbst, also z. B. Museen, Archive, Heimatstuben, Vereine, Projekte, Gemeinden oder Privatpersonen. Dort entstehen oder befinden sich die Kulturgüter zunächst, bevor sie systematisch registriert, bewertet oder digitalisiert werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Schritt '''3. Bewerten''' ist ebenfalls keine eigene technische Säule, sondern ein steuernder Entscheidungsschritt. In ihm wird geklärt, welche Kulturgüter priorisiert digitalisiert werden, welche fachliche Bedeutung sie haben, welche Rechte zu beachten sind und ob eine öffentliche Präsentation möglich ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Damit wird deutlich: Register, Digitalisierungszentrum und Präsentation erfüllen unterschiedliche Aufgaben. Das '''Register''' beschreibt und verknüpft Kulturgüter, das '''Digitalisierungszentrum''' erzeugt und sichert Digitalisate und die '''Präsentationsumgebung''' macht ausgewählte Inhalte verständlich zugänglich. Gerade diese Trennung schafft klare Zuständigkeiten und erleichtert die Zusammenarbeit zwischen Sammlungsorten, Fachstellen, technischen Dienstleistern und Öffentlichkeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== 2.5 Beispiele anderer Kulturen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Digitalisierung des Kulturerbes kleiner, autochthoner, indigener und sprachlicher Gemeinschaften weist häufig vergleichbare Herausforderungen auf: Kulturgüter und Bestände sind auf viele Institutionen, Vereine, lokale Einrichtungen und private Träger verteilt. Personelle und finanzielle Ressourcen sind begrenzt, mehrere Sprachen und Beschreibungstraditionen müssen berücksichtigt werden und nicht alle kulturellen Inhalte dürfen oder sollen ohne Einschränkung öffentlich zugänglich gemacht werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In einer vergleichenden Recherche wurde daher untersucht, wie andere Gemeinschaften und Regionen ihr Kulturerbe erfassen, beschreiben, digitalisieren, langfristig sichern und zur Nutzung bereitstellen. Dabei wurde nicht nach einer universell „idealen“ technischen Lösung gesucht. Untersucht wurde vielmehr, welche organisatorischen, technischen, rechtlichen und gemeinschaftlichen Modelle unter welchen Rahmenbedingungen funktionieren, welche Schwierigkeiten auftreten und welche übertragbaren Erfolgsfaktoren erkennbar sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die nachfolgenden Beispiele verdeutlichen unterschiedliche Schwerpunkte: gemeinschaftliche Steuerung, institutionsübergreifende Register und Suchsysteme, Digitalisierung verteilter Bestände, Sprach- und Tonarchive, abgestufte Zugänge, Unterstützung kleiner Kulturgutträger sowie die Überführung zeitlich begrenzter Projekte in einen dauerhaften Betrieb.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die daraus abgeleiteten Kriterien bilden einen Referenzrahmen. Anhand dieses Referenzrahmens kann in einer späteren Ist-Analyse geprüft werden, welche Funktionen bereits vorhanden, nur konzeptionell beschrieben, in Pilotprojekten erprobt oder dauerhaft im Regelbetrieb verankert sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die ausführlichen Fallprofile, Vergleichsmatrizen, Quellen sowie ein Hinweis zur KI-gestützten Erstellung befinden sich in der [[12.3.A1 Vergleichende Recherche – Digitalisierung des Kulturerbes anderer Kulturen und Regionen|ausführlichen Vergleichsrecherche]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.5.1 RomArchive – Digitales Archiv der Roma ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Roma und Sinti sind eine transnationale Minderheit, die in zahlreichen europäischen Staaten lebt. RomArchive wurde von 2015 bis 2019 mit 3,75 Millionen Euro durch die Kulturstiftung des Bundes gefördert. Weitere Unterstützer waren unter anderem die Bundeszentrale für politische Bildung, das Auswärtige Amt und das Goethe-Institut. Seit 2019 wird das Archiv durch das Dokumentations- und Kulturzentrum Deutscher Sinti und Roma in Heidelberg betrieben.&amp;lt;ref name=&amp;quot;vergleich_romarchive&amp;quot;&amp;gt;RomArchive o. J.: Frequently Asked Questions. URL: https://www.romarchive.eu/en/about/frequently-answered-questions/; Dokumentations- und Kulturzentrum Deutscher Sinti und Roma e. V. o. J.: Imprint. URL: https://www.romarchive.eu/en/imprint/; Kulturstiftung des Bundes o. J.: RomArchive. URL: https://www.kulturstiftung-des-bundes.de/en/programmes_projects/film_and_new_media/detail/romarchive.html, jeweils abgerufen am 20.07.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Archiv präsentiert Kunst, Geschichte und Kultur aus der Perspektive der Roma. Kuratorische Teams und Beirat waren überwiegend mit Angehörigen der Minderheit besetzt. Neben öffentlich zugänglichen Inhalten existiert ein internes Archiv mit beschränktem Forschungszugang. Besonders lehrreich ist der bereits zu Projektbeginn geplante und später tatsächlich vollzogene Übergang an einen dauerhaften Betreiber.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Erfolgsfaktoren und Learnings:''' &lt;br /&gt;
* Angehörige der Gemeinschaft sollten nicht nur Inhalte zuliefern, sondern festgelegte Entscheidungsrechte bei Auswahl, Beschreibung, Kontextualisierung und Zugangsregeln besitzen. &lt;br /&gt;
* Bereits zu Beginn einer Projektphase verbindlich klären, welche Institution das Register, Archiv oder Portal nach dem Ende der Förderung dauerhaft betreibt, pflegt und finanziert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.5.2 Nuohtti – Zugang zum Sámi-Kulturerbe ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Sámi sind ein indigenes Volk im nordeuropäischen Sápmi, das sich über Teile Norwegens, Schwedens, Finnlands und Russlands erstreckt. Viele historische Sámi-Materialien befinden sich außerhalb der Sámi-Institutionen in europäischen Archiven und Museen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nuohtti ist ein gemeinsamer Suchdienst für digitalisierte Sámi-Materialien. Er wurde von 2018 bis 2021 mit Mitteln des Programms Interreg Nord der EU (Europäische Union) entwickelt. Beteiligt waren unter anderem die Sámi-Archive der finnischen und norwegischen Nationalarchive, das schwedische Reichsarchiv und mehrere Universitäten. Die Sámi-Parlamente Finnlands, Norwegens und Schwedens waren in der Steuerungsgruppe vertreten. Der Dienst führte nach Projektangaben etwa 30.000 Datensätze aus 32 Institutionen zusammen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;vergleich_nuohtti&amp;quot;&amp;gt;Nuohtti o. J.: About Nuohtti. URL: https://nuohtti.com/Content/about; University of the Arctic 2023: The Nuohtti service provides digital access to Sámi material in European archives. URL: https://www.uarctic.org/news/2023/3/the-nuohtti-service-provides-digital-access-to-sami-material-in-european-archives/, jeweils abgerufen am 20.07.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nuohtti übernimmt nicht alle Bestände in ein einziges System. Stattdessen werden Metadaten, also strukturierte Beschreibungsdaten zu Objekten und Beständen, aus vorhandenen Einrichtungen zusammengeführt und mit mehrsprachiger Suche, Karte und Zeitleiste zugänglich gemacht. Ethische Hinweise machen darauf aufmerksam, dass viele Bestände unter historischen und teilweise kolonialen Bedingungen gesammelt und beschrieben wurden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Erfolgsfaktoren und Learnings:''' &lt;br /&gt;
* Ein gemeinsamer Zugang kann auch mit dezentraler Architektur der Bestände erfolgen – Originale, Dateien und Fachsysteme können beim Kulturgutträger verbleiben.&lt;br /&gt;
* Ein Register für Kulturdaten kann als übergreifende Nachweisschicht arbeiten: Größere Einrichtungen liefern Daten über technische Schnittstellen, während kleine Träger zentrale oder gemeinsam bereitgestellte Erfassungsdienste nutzen können. &lt;br /&gt;
* Historische Fremdbeschreibungen sollten ergänzt werden durch Selbstbezeichnungen, eigene Sprachformen, alternative Benennungen und Kontexte der betreffenden Gemeinschaft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.5.3 People’s Collection Wales / Casgliad y Werin Cymru ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wales ist ein Landesteil des Vereinigten Königreichs mit einer eigenständigen nationalen und walisischsprachigen Identität. People’s Collection Wales ist eine zweisprachige Plattform für institutionelles und gemeinschaftlich getragenes Kulturerbe. Sie wird als Verbund der National Library of Wales, des National Museum Wales und der Royal Commission on the Ancient and Historical Monuments of Wales betrieben und durch die walisische Regierung finanziert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Neben der technischen Plattform werden kostenlose Beratung und Schulungen zu Digitalisierung, Metadaten, Urheberrecht, Datenschutz und Oral History, also mündlich überlieferter und aufgezeichneter Geschichte, angeboten. Eine unabhängige Evaluation stellte Fortschritte bei der Zusammenarbeit und beim Kompetenzaufbau fest, benannte aber auch begrenzte Wirkungsnachweise, Finanzierungsrisiken und den hohen Personalaufwand für die Unterstützung der beteiligten Gemeinschaften.&amp;lt;ref name=&amp;quot;vergleich_wales&amp;quot;&amp;gt;Vittle, Kate / Haswell-Walls, Fran / Dixon, Tim; ERS Ltd. 2016: Evaluation of the Casgliad y Werin Cymru / People’s Collection Wales Digital Heritage Programme. Impact Report. URL: https://www.gov.wales/sites/default/files/publications/2019-08/evaluation-of-the-peoples-collection-wales-digital-heritage-programme-impact.pdf; People’s Collection Wales o. J.: Community Support. URL: https://www.peoplescollection.wales/about-us/community-support, jeweils abgerufen am 20.07.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Erfolgsfaktoren und Learnings:''' &lt;br /&gt;
* Kleine und ehrenamtlich betreute Sammlungen benötigen nicht nur technische Standards, sondern konkrete und dauerhaft verfügbare Dienstleistungen: Erstberatung, Schulung, Vorlagen, Unterstützung bei Rechtefragen, Qualitätskontrolle und persönliche Ansprechpartner. &lt;br /&gt;
* Ein Digitalisierungszentrum oder ein Verbund koordinierter Digitalisierungsdienste sollte daher als Service- und Kompetenzstruktur ausgestaltet werden und nicht lediglich als technische Produktionsstelle. &lt;br /&gt;
* Der dafür notwendige Beratungs- und Unterstützungsaufwand muss als dauerhafte Betriebsaufgabe eingeplant werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.5.4 Tobar an Dualchais / Kist o Riches ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schottisch-Gälisch ist eine Minderheitensprache, die vor allem in den Highlands und auf den schottischen Inseln gesprochen wird. Tobar an Dualchais macht mehr als 40.000 seit den 1930er Jahren entstandene Tonaufnahmen zugänglich. Die Bestände umfassen Erzählungen, Lieder, Musik, Gedichte und mündlich überliefertes Wissen auf Gälisch, Scots und Englisch. Ein bedeutender Teil der Originalbestände wird in den School of Scottish Studies Archives der Universität Edinburgh verwahrt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;vergleich_tobar&amp;quot;&amp;gt;University of Edinburgh 2024: Tobar an Dualchais / Kist o Riches. URL: https://gaelic.ed.ac.uk/gaelic-collections/tobar-an-dualchais-kist-o-riches; Scottish Government 2025: Rediscovering lost Gaelic words. URL: https://www.gov.scot/news/rediscovering-lost-gaelic-words/, jeweils abgerufen am 20.07.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Digitalisierung wird mit Verschriftlichung beziehungsweise Transkription, sprachlicher Erschließung, Freiwilligenarbeit und teilweise automatischer Spracherkennung verbunden. Das Projekt erhält wiederkehrende öffentliche Förderungen, muss Rechteklärung, Transkription und technische Weiterentwicklung jedoch dauerhaft fortsetzen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Erfolgsfaktoren und Learnings:''' &lt;br /&gt;
* Gefährdete Ton-, Film- und Videobestände müssen wegen Materialverfall, beschädigungsanfälliger Trägermaterialien und nicht mehr verfügbarer Wiedergabetechnik zeitlich priorisiert werden. &lt;br /&gt;
* Ein geeignetes Pilotprojekt kann Digitalisierung, Rechteklärung, Verschriftlichung, Übersetzung, Metadatenerfassung, Archivierung und Bildungsnutzung entlang einer vollständigen Prozesskette verbinden. &lt;br /&gt;
* Dadurch werden nicht nur einzelne Dateien erzeugt, sondern zugleich die notwendigen Standards, Zuständigkeiten und Aufwände erprobt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.5.5 Euskariana – Portal zum baskischen Kulturerbe ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Baskinnen und Basken leben in Gebieten Spaniens und Frankreichs. Euskariana ist das staatlich betriebene Kulturportal der Autonomen Gemeinschaft Baskenland in Spanien. Es wird durch die Digitale Bibliothek Euskadi betrieben und verbindet Daten der baskischen Regierung, der Provinzen, Kommunen, Universitäten sowie öffentlicher, kirchlicher und privater Einrichtungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Portal ist zugleich gemeinsamer Katalog und Zugang zu digitalen Objekten. Es kann Inhalte über ein eigenes Repositorium, also ein institutionell betriebenes digitales Ablage- und Erhaltungssystem, bereitstellen oder zu den Systemen der Partner verlinken. Verwendet werden internationale Standards wie Dublin Core als allgemeiner Metadatenstandard, METS (Metadata Encoding and Transmission Standard) zur Strukturierung und Übertragung digitaler Objekte, PREMIS (Preservation Metadata: Implementation Strategies) für Metadaten zur digitalen Langzeiterhaltung und ALTO (Analyzed Layout and Text Object) für erkannte Texte und Seitenlayouts. Die standardisierten Daten können unter anderem an Europeana weitergegeben werden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;vergleich_euskariana&amp;quot;&amp;gt;Gobierno Vasco / Biblioteca Digital de Euskadi o. J.: Acerca de Euskariana. URL: https://www.euskariana.euskadi.eus/euskadibib/es/help/about.do, abgerufen am 20.07.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Erfolgsfaktoren und Learnings:''' &lt;br /&gt;
* Unterschiedliche Kulturgutträger benötigen unterschiedliche Anschlussmöglichkeiten. &lt;br /&gt;
** Kleine Einrichtungen sollten Daten und gegebenenfalls Dateien in zentral bereitgestellten Diensten erfassen und verwalten können. &lt;br /&gt;
** Größere Institutionen sollten ihre vorhandenen Systeme über Datenexporte oder Programmierschnittstellen anbinden können. &lt;br /&gt;
* Dafür ist ein gemeinsamer, bewusst schlank gehaltener Metadatenkern erforderlich, der durch fach- und institutionsspezifische Angaben erweitert werden kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.5.6 Mukurtu und Plateau Peoples’ Web Portal ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mukurtu ist eine frei verfügbare Software für die gemeinschaftlich kontrollierte Verwaltung digitalen indigenen Kulturerbes. Das Plateau Peoples’ Web Portal verbindet acht indigene Nationen des nordwestlichen Plateaus der USA mit der Washington State University und mehreren Museen und Archiven. Stammesvertreter wählen und beschreiben die Inhalte; die Universität übernimmt wesentliche technische Betriebsaufgaben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mukurtu ermöglicht kulturelle Protokolle, also gemeinschaftlich festgelegte Regeln für Zugang und Nutzung, Traditional Knowledge Labels als Kennzeichnungen für überliefertes gemeinschaftliches Wissen sowie mehrere Beschreibungen zu demselben Objekt. Dadurch kann neben einer institutionellen Museumsbeschreibung eine Beschreibung der Herkunftsgemeinschaft stehen. Zugänge können von vollständig öffentlich bis streng beschränkt reichen. Mukurtu weist ausdrücklich darauf hin, dass die Plattform vor allem dem Zugang und der gemeinschaftlichen Verwaltung dient und ein gesondertes Konzept für Digitalisierung, Langzeiterhaltung, Personal und Finanzierung erforderlich bleibt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;vergleich_mukurtu&amp;quot;&amp;gt;Mukurtu CMS / Washington State University o. J.: About. URL: https://mukurtu.org/about/; Plateau Peoples’ Web Portal. URL: https://mukurtu.org/project/plateau-peoples-web-portal-showcase/, jeweils abgerufen am 20.07.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Erfolgsfaktoren und Learnings:''' &lt;br /&gt;
* Rechte und kulturelle Sensibilität müssen als Bestandteil des Datenmodells behandelt werden und dürfen nicht erst unmittelbar vor einer Veröffentlichung geprüft werden. &lt;br /&gt;
* Sinnvoll sind abgestufte Kategorien wie &lt;br /&gt;
** „nur Metadaten öffentlich“, &lt;br /&gt;
** „öffentliches Nutzungsdigitalisat“, &lt;br /&gt;
** „Zugang nach Rücksprache“, &lt;br /&gt;
** „beschränkter Gemeinschafts- oder Forschungszugang“, &lt;br /&gt;
** „zeitlich gesperrt“ und &lt;br /&gt;
** „nicht zugänglich“. &lt;br /&gt;
* Mehrere Beschreibungen zu demselben Objekt ermöglichen es außerdem, institutionelle Überlieferung und Selbstbeschreibung nebeneinander nachvollziehbar zu dokumentieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.5.7 Indigitization – zentrale Unterstützung für dezentrale Digitalisierung ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Indigitization unterstützt First Nations und weitere indigene Gemeinschaften in British Columbia in Kanada. Das Programm wird gemeinsam von indigenen Organisationen, Bibliotheken, Archiven und Hochschulen getragen. Es stellt einen Werkzeugkasten, Schulungen, Musterunterlagen, technische Beratung und Förderhilfen bereit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von 2013 bis 2019 wurden drei Pilotprojekte und 45 weitere Projekte gefördert. Dabei wurden mehr als 11.000 Audiokassetten digitalisiert. Die Digitalisierung erfolgte in den Gemeinschaften; eine allgemeine Veröffentlichung war nicht zwingend. Das frühere Förderprogramm für Audiokassetten befindet sich inzwischen allerdings in einer Pause.&amp;lt;ref name=&amp;quot;vergleich_indigitization&amp;quot;&amp;gt;Indigitization o. J.: About Us. URL: https://www.indigitization.ca/about-2/; Indigitization Toolkit. URL: https://www.indigitization.ca/toolkit/; Audio Cassette Digitization Grant. URL: https://www.indigitization.ca/funding/audio-cassette-grant/, jeweils abgerufen am 20.07.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Erfolgsfaktoren und Learnings:''' &lt;br /&gt;
* Zentral bereitgestellte Kompetenz lässt sich mit dezentraler Verantwortung verbinden. &lt;br /&gt;
* Ein Digitalisierungszentrum oder ein Verbund gemeinsamer Dienste kann Schulungen, Leih- und Mobiltechnik, Qualitätsprüfung, Rahmenverträge, Musterunterlagen, Beratung und Kleinprojektförderung anbieten. &lt;br /&gt;
* Originale, lokales Wissen und kulturelle Beziehungen können grundsätzlich bei den jeweiligen Kulturgutträgern verbleiben. &lt;br /&gt;
* Damit nach Abschluss einzelner Digitalisierungsprojekte keine ungesicherten Dateien zurückbleiben, sollte jedoch von Beginn an ein gemeinsames oder verbindlich angebundenes Repositorium beziehungsweise digitales Archiv vorgesehen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.5.8 Zusammenfassungen der Beispiele anderer Kulturen im Anhang ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tabellarische Übersichten und Zusammenfassungen aller untersuchten Beispiele anderer Kulturen und Regionen befinden sich im Anhang [[12.3.A1 Vergleichende Recherche – Digitalisierung des Kulturerbes anderer Kulturen und Regionen#E. Vergleichsmatrix|in Abschnitt E. Vergleichsmatrix]] unter &lt;br /&gt;
* [[12.3.A1 Vergleichende Recherche – Digitalisierung des Kulturerbes anderer Kulturen und Regionen#E.1 Funktionen, Architektur und Standards|E.1 Funktionen, Architektur und Standards]] und&lt;br /&gt;
* [[12.3.A1 Vergleichende Recherche – Digitalisierung des Kulturerbes anderer Kulturen und Regionen#E.2 Governance, Finanzierung, Erfolg und Übertragbarkeit|E.2 Governance, Finanzierung, Erfolg und Übertragbarkeit]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Zusammenfassung der übergreifenden Erfolgsfaktoren aus den Beispielen befindet sich im Anhang [[12.3.A1 Vergleichende Recherche – Digitalisierung des Kulturerbes anderer Kulturen und Regionen#F. Übergreifende Erfolgsfaktoren|in Abschnitt F. Übergreifende Erfolgsfaktoren]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.5.9 Was sich aus den Beispielen ableiten lässt ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus den untersuchten Beispielen lässt sich kein einzelnes Projekt und kein bestimmtes Softwaresystem ableiten, das unverändert übernommen werden könnte. Wiederkehrend zeigen sich jedoch '''vier notwendige Funktionen, drei übergreifende Erfolgsbedingungen und zwei grundlegende Umsetzungsprinzipien'''. Sie bilden einen kompakten Orientierungsrahmen für die Digitalisierung von Kulturerbe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Vier Kernfunktionen – was muss dauerhaft geleistet werden? ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Damit die Digitalisierung nicht bei einzelnen Digitalisaten oder einem Präsentationsportal stehen bleibt, müssen vier Kernfunktionen verlässlich abgedeckt und miteinander verbunden werden:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot; style=&amp;quot;width:100%;&amp;quot;&lt;br /&gt;
! Kernfunktion&lt;br /&gt;
! Kernfrage&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''1. Register für Kulturdaten'''&lt;br /&gt;
| '''Was ist vorhanden und was sollte prioritär bearbeitet werden?''' – Kulturgüter und Bestände nachweisen, beschreiben, verknüpfen und ihren Digitalisierungs- und Rechtezustand erfassen.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''2. Digitalisierungszentrum / Digitalisierungsdienste'''&lt;br /&gt;
| '''Wie wird qualitätsgesichert digitalisiert?''' – Kulturgutträger beraten, Digitalisierung vorbereiten oder durchführen, Qualität sichern und die Übergabe vorbereiten.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''3. Repositorium / digitales Langzeitarchiv'''&lt;br /&gt;
| '''Wie bleibt das digitale Kulturerbe dauerhaft erhalten?''' – Masterdateien und Metadaten sicher übernehmen, erhalten, sichern und bei technischen Veränderungen migrieren.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''4. Präsentations- und Nutzungssysteme'''&lt;br /&gt;
| '''Wie wird das Kulturerbe gefunden, verstanden und genutzt?''' – freigegebene Inhalte mehrsprachig vermitteln und für Bildung, Forschung und kulturelle Nachnutzung bereitstellen.&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die vier Funktionen bedeuten nicht zwingend vier Einrichtungen oder vier technische Systeme. Entscheidend ist, dass alle Funktionen abgedeckt, ihre Zuständigkeiten geklärt und ihre Übergaben zuverlässig organisiert sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Drei Erfolgsbedingungen – was gilt für alle Kernfunktionen? ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
# '''Gemeinsam entscheiden und Rechte abgestuft regeln:''' &lt;br /&gt;
#* Angehörige der betreffenden Gemeinschaft und die Kulturgutträger sollten nachvollziehbare Entscheidungsrechte bei Auswahl, Beschreibung, Priorisierung und Veröffentlichung besitzen. &lt;br /&gt;
#* Zugänge sollten abgestuft sein, beispielsweise auch &amp;quot;ausschließlich Metadaten&amp;quot;, &amp;quot;Zugang nach Rücksprache&amp;quot; oder &amp;quot;beschränkte Gemeinschafts- und Forschungszugänge&amp;quot; ermöglichen. &lt;br /&gt;
#* Rechtliche Zulässigkeit und kulturelle Angemessenheit sind dabei getrennt zu betrachten. &lt;br /&gt;
#* Selbstbezeichnungen und eigene kulturelle Perspektiven sollten historische Fremdbeschreibungen ergänzen können.&amp;lt;br&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
# '''Gemeinsame Standards, Mehrsprachigkeit und technische Anschlussfähigkeit sichern:''' &lt;br /&gt;
#* Ein bewusst schlanker gemeinsamer Metadatenkern, Qualitätsstandards und geregelte Datenübergaben ermöglichen die Zusammenarbeit unterschiedlicher Einrichtungen. Zusätzlich können fach- oder institutionsspezifische Metadatensätze genutzt werden.&lt;br /&gt;
#* Sprachen und Sprachvarianten müssen als eigenständige Datenwerte berücksichtigt werden, bspw. bei Metadaten, Beschreibungen usw. &lt;br /&gt;
#* Kleine Träger benötigen einfache zentrale Erfassungsmöglichkeiten, z. B. per Weboberfläche, größere Institutionen Schnittstellen oder Datenexporte aus ihren vorhandenen Systemen.&amp;lt;br&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
# '''Dauerhafte Verantwortung und Finanzierung sichern:''' &lt;br /&gt;
#* Bereits beim Aufbau muss feststehen, wer Register, Digitalisierungsdienste, Repositorium und Präsentationssystem nach einer Projektförderung dauerhaft betreibt. &lt;br /&gt;
#* Neben einmaligen Projektmitteln müssen deshalb auch Personal, Beratung, Datenpflege, Speicher, Softwarepflege, Sicherung und spätere technische Erneuerungen dauerhaft finanziert werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Zwei Umsetzungsprinzipien – wie sollte vorgegangen werden? ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
# '''Priorisieren, die vollständige Kette pilotieren, dann skalieren:''' &lt;br /&gt;
#* Nicht alles muss gleichzeitig digitalisiert werden. Besonders gefährdete oder kulturell bedeutsame Bestände sollten priorisiert werden. &lt;br /&gt;
#* Pilotprojekte sollten möglichst den gesamten Weg von der Erfassung und Rechteklärung über die Digitalisierung bis zur Archivierung und Nutzung durchlaufen. Dabei werden Standards, Zuständigkeiten, Kosten und tatsächliche Nutzung erprobt. &lt;br /&gt;
#* Erst auf dieser Grundlage sollte in größerem Umfang skaliert werden.&amp;lt;br&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
# '''Zentral ermöglichen, dezentral verantworten:''' &lt;br /&gt;
#* Zentrale Stellen können Infrastruktur, Beratung, Schulung, Digitalisierungstechnik, Qualitätskontrolle, Rechtehilfe und Langzeiterhaltung bereitstellen. &lt;br /&gt;
#* Originale, lokales Wissen, kulturelle Beziehungen und wesentliche inhaltliche Entscheidungen können gleichzeitig bei den jeweiligen Kulturgutträgern verbleiben. &lt;br /&gt;
#* Zentralisierung von Diensten und dezentrale kulturelle Verantwortung sind damit keine Gegensätze, sondern können sich gegenseitig ergänzen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Für die Reihenfolge ergibt sich daraus:''' &lt;br /&gt;
# Zuerst Entscheidungsrechte, Standards, Betreiber und Finanzierung ausreichend klären; &lt;br /&gt;
# anschließend mit ausgewählten Beständen die vollständige Prozesskette erproben und die Unterstützungsstrukturen aufbauen; &lt;br /&gt;
# auf dieser Grundlage Digitalisierung, Präsentation und Nachnutzung schrittweise verbreitern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Präsentation und Nutzung sind dabei nicht von geringerer Bedeutung und sollten bereits Bestandteil der Pilotprojekte sein. '''Später erfolgt nicht die Nutzung selbst, sondern deren breiter Ausbau.'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weiterführende '''Hinweise und Empfehlungen zu einem möglichen Vorgehen sowie zeitlichen und inhaltlichen Prioritäten''' befinden sich im Anhang [[12.3.A1 Vergleichende Recherche – Digitalisierung des Kulturerbes anderer Kulturen und Regionen#G.2 Was zentral, dezentral und gemeinsam organisiert werden sollte|im Abschnitt &amp;quot;Priorisierte Schlussfolgerung&amp;quot; von G2 bis G9]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein ausführliches '''Prüfraster zur Bewertung des jeweiligen Entwicklungsstandes''' befindet sich [[12.3.A2 Prüfraster zur Bewertung des Entwicklungsstandes beim Aufbau der Digitalisierung des Kulturerbes|im Anhang 2 &amp;quot;Prüfraster zur Bewertung des Entwicklungsstandes&amp;quot;]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= 3. Ist-Analyse der Digitalisierung des sorbischen Kulturerbes =&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der [[#2 Ist-Analyse „Digitalisierung von Kulturerbe“|vorangegangene Abschnitt 2]] hat beschrieben, was zur Digitalisierung von Kulturerbe gehört, welche Aufgaben dabei dauerhaft erfüllt werden müssen und wie andere Gemeinschaften und Regionen diese Aufgaben lösen. Der Abschnitt 3 richtet nun den Blick auf die sorbische Situation. Er geht der Frage nach, wie gut die sorbische Kulturerbelandschaft heute organisatorisch, technisch und personell aufgestellt ist, um ihr materielles, immaterielles und digitales Kulturerbe institutionsübergreifend zu erfassen, zu digitalisieren, dauerhaft zu erhalten und zugänglich zu machen – und wo vorrangiger Handlungsbedarf besteht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Analyse gliedert sich in fünf Teile:&lt;br /&gt;
* '''Akteure und Rollen''': Wer bewahrt sorbisches Kulturerbe und welche Aufgaben übernehmen die Akteure bei seiner Digitalisierung (Sammeln, Finanzieren, Koordinieren usw.)?&lt;br /&gt;
* '''Bestände und Digitalisierungsbedarf''': Welche Kulturgüter gibt es, wie weit sind  sie erfasst und digitalisiert, und welche müssen vorrangig gesichert werden?&lt;br /&gt;
* '''Vorhaben und Systeme''': Welche sorbischen Projekte und Angebote decken die [[#2.3.2 Vier Kernfunktionen|vier Kernfunktionen]] Nachweisen, Digitalisieren, langfristig Erhalten und Zugänglichmachen bereits ab?&lt;br /&gt;
* '''Zusammenarbeit und dauerhafter Betrieb''': Wie sind die Steuerung und Zusammenarbeit (Governance) organisiert (Zuständigkeiten, Standards, Rechte und Finanzierung)?&lt;br /&gt;
* '''Gesamtbewertung''': Was funktioniert bereits, wo gibt es Lücken und welche davon sollten zuerst geschlossen werden? &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Analyse stellt dabei den Bedarf der Bestände dem vorhandenen Angebot an Diensten und dem organisatorischen Rahmen gegenüber. Wo beides auseinanderfällt, entstehen Lücken, siehe nachfolgende Übersicht.&lt;br /&gt;
[[Dataja:Wobraz K6.png|thumb|center|600px|Übersicht der Ist-Analyse]]&amp;lt;ref&amp;gt;Mermaid Flowchart Code: [https://mermaid.live/edit#pako:eNqVlM1y2jAQx19lR7maFGMcwJPJDGAnh9AcaE4pPcj2-qPYErOWmtJ8PE0fo7e8WGWDTUja6VS-WB_7293_rvTAIhkj81hSyPso46Tg1l_RSoAZ088rdh5eOKc2TNcKNeH5h_DiPKQPF7fbjQW39PIzRaqMXaIsWMqiQLFiX2r7llHpMCW-yeDGwG54lCXEU9wfgv2Ic8JI5VLAYvl6fdYGMIAZVurlp4gPIVzrQmlKtVoXvKoQNiThEy_LQou0kqTe-Ji_ZsWckgOJC4hRwFSkGEpl_r5i44-L2IIyV-BTLtIij7I15m-5M-j1LmDeLqGI_5j-0rjfOwAtYljyrOzE-pcOfhu7A36OolLYMD5tzV95yONbjgTXSCLRYl1j3jkIWtAQruQ3c5KL6GB_pyujHwpOocmzcRFzjVSX15BnqCjH8A3Sh-fnZwj-kv-0VufReLrnGRlluzI-ws3xmdDQMQ_NmX2KFqR1DYq6IDu1HqFT5aZRfbFLZ_HyK1qj6PLY1RdkJhC4rgw2ykxcWLUlfpXCcgdqp4tmetXK5MIVGk1UiPdIyjRW7eNNh0d1-_mYgECtiBeQ5EXhnVzawWUwtipFco3eiXvpBu7UimQhyTsZzM03fU9o70fLmAbzYNQxJhNnbvstY2QPZrbzjsH3TbYjBLbxG3SE_uVZ4J61hP7Y7Q_tIwJMrYV11aZyvDWz5ocIj7d8K2gdd52vtgWaOu3iSJrRxTEej0fj_n7ai3llXh7iW88F99h--d_2zGIp5THzFGm0WIlU8nrKHmruiqnMXJkV88wvYay_9xoxVmwlnozphos7KcvWmqROM-YlvKjMTG9irtDPubnSZbdKdWvRXGqhmDd07AbCvAf2nXnuqWP3RwN7eDZwJ4Ph2MHeyGJb5vXs0-HEnTgDxxn3-4OzvuOarSeL_Wi8C10UFsM4V5I-7h7o5p1--g24x9CK hier klicken], abgerufen am 20.10.2026&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== 3.1 Akteure und Rollen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sorbisches Kulturerbe wird von vielen Einrichtungen, Gruppen und Einzelpersonen bewahrt, gepflegt und dokumentiert – von sorbischen ebenso wie von nicht-sorbischen. Dieser Abschnitt zeigt, wer Bestände hält, wer Dienste zur Digitalisierung anbietet und wer den organisatorischen und finanziellen Rahmen gestaltet. Damit wird auch sichtbar, welche Aufgaben bislang von keinem Akteur erkennbar übernommen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Grundlage sind Arbeitsunterlagen der Domowina aus den Jahren 2019 und 2020&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;&amp;gt;Domowina e. V., Kulturausschuss (Clemens Škoda) 2019: Serbske kulturne herbstwo (SKH). Arbeitspapier, Stand 18.03.2019, S. 2–8. Unveröffentlicht; interne Referenz: 2020-09-07_Serbske kulturne herbstwo w Budyšinje_opt.pdf.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019b&amp;quot;&amp;gt;Domowina e. V. 2019: Přehlad relewantnych městnosćow / „małkich“ a „wulkich“ muzejow nastupajo serbske kulturne herbstwo, Stand 11.11.2019. Unveröffentlicht; interne Referenz: 2019_11_Priloha A_prehlad_muzejow a zberkow.pdf.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2020&amp;quot;&amp;gt;Domowina e. V., Kulturausschuss 2020: Protokoll der Fachkommission „Serbske kulturne herbstwo“ vom 07.09.2020. Unveröffentlicht; interne Referenz: 2020_09_07_skh komisija-protokol.pdf.&amp;lt;/ref&amp;gt;, eine darauf aufbauende Arbeitsliste der Sammlungsorte mit ergänzender Internetrecherche&amp;lt;ref name=&amp;quot;liste2026&amp;quot;&amp;gt;Arbeitsliste „Sammlungsorte sorbischen Kulturerbes“, Stand 02.04.2026, erstellt im Rahmen des Digitalisierungskonzepts aus Internetrecherche und den Domowina-Unterlagen. Unveröffentlicht; Grundlage für Anhang 12.3.A3.&amp;lt;/ref&amp;gt; sowie Projektunterlagen und Gespräche. Ein Teil der Angaben ist mehrere Jahre alt und wird schrittweise aktualisiert. Nicht belegte Angaben sind als ''offen'', Vermutungen als ''Annahme'' gekennzeichnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.1.1 Begriffe und Rollen ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
; Akteur&lt;br /&gt;
: Einrichtung, Gruppe oder Person, die eine Aufgabe im Umgang mit sorbischem Kulturerbe oder seiner Digitalisierung übernimmt.&lt;br /&gt;
; Kulturgutträger&lt;br /&gt;
: Akteur, der Kulturgüter verwahrt oder eine kulturelle Praxis trägt und weitergibt, bspw. ein Museum, eine Heimatstube, ein Chor oder eine Privatperson mit einer Sammlung.&lt;br /&gt;
; Trägerschaft&lt;br /&gt;
: Rechtliche und finanzielle Verantwortung für eine Einrichtung, zum Beispiel durch eine Kommune, einen Landkreis, eine Stiftung, einen Verein, eine Kirche oder eine Privatperson. Eigentum und Betrieb können dabei auseinanderfallen, bspw. gehörte der Dom Njechorńskeho 2019 der Domowina und wurde von der Stiftung für das sorbische Volk bewirtschaftet, der Hanzo Šustrowy dom in Trebendorf gehörte der Gemeinde und wurde von der örtlichen Domowina-Gruppe bewirtschaftet.&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019b&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
; Rolle&lt;br /&gt;
: Aufgabe, die ein Akteur übernimmt. Ein Akteur kann mehrere Rollen haben, unterschieden werden Haupt- und Nebenrollen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Rollen lassen sich drei Gruppen zuordnen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
! Gruppe !! Rolle !! Kürzel&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| rowspan=&amp;quot;2&amp;quot; | '''Am Kulturgut''' || '''Bewahren''': Originale verwahren, pflegen und verwalten || '''B'''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Dokumentieren''': lebendige Praxis festhalten in Ton, Bild oder Text || '''D'''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| rowspan=&amp;quot;4&amp;quot; | '''Dienste''' ([[#2.3.2 Vier Kernfunktionen|Kernfunktionen]]) || '''Erfassen''', registrieren, beschreiben und verknüpfen || '''K1'''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Digitalisieren''' und Qualität sichern || '''K2'''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Langfristig '''erhalten''' || '''K3'''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Zugänglich machen''' und Nutzung ermöglichen || '''K4'''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| rowspan=&amp;quot;2&amp;quot; | '''Rahmen''' (Governance) || '''Steuern''', koordinieren und Regeln setzen || '''S'''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Fördern''' und finanzieren || '''F'''&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dokumentieren meint hier das Festhalten von immateriellen Kulturgütern im laufenden Kulturleben, etwa Mitschnitte von Veranstaltungen. Geschieht es systematisch nach festgelegten Standards zur dauerhaften Sicherung, ist es Teil der Kernfunktion Digitalisieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.1.2 Schlüsselakteure ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einzeln aufgeführt wird, wer mindestens eines der folgenden Kriterien erfüllt:&lt;br /&gt;
# betreibt oder plant eine Kernfunktion, die über die eigene Einrichtung hinaus wirkt,&lt;br /&gt;
# verwahrt einen hauptamtlich betreuten Kernbestand,&lt;br /&gt;
# dokumentiert regelmäßig das lebendige Kulturgeschehen,&lt;br /&gt;
# fördert, koordiniert oder setzt Regeln für die Digitalisierung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;mark&amp;gt;Die folgende Übersicht muss mit den Institutionen bzgl. Korrektheit und Vollständigkeit abgestimmt werden.&amp;lt;/mark&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|+ Rollen der Schlüsselakteure (■ Hauptrolle · ○ Nebenrolle · ? vermutet oder offen)&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
B. Bewahren, D. Dokumentieren, K1. Erfassen, K2. Digitalisieren K3. Erhalten, K4. Nutzung ermöglichen, S. Steuern, F. Fördern&lt;br /&gt;
! Akteur !! Typ / Trägerschaft !! B !! D !! K1 !! K2 !! K3 !! K4 !! S !! F !! Hinweise&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Stiftung für das sorbische Volk || Stiftung des öffentlichen Rechts, finanziert von Bund, Freistaat Sachsen u. Land Brandenburg || ○ || || || || || || ■ || ■ || bewirtschaftete 2019 den Dom Njechorńskeho&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019b&amp;quot;/&amp;gt;; unterstützt beide sorbischen Museen finanziell&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Sorbisches Institut (SI) mit Sorbischem Kulturarchiv (SKA) und Sorbischer Zentralbibliothek || Forschungseinrichtung mit Archiv und Bibliothek; eingetragener Verein, gefördert u. a. durch die Stiftung || ■ || ? || ■ || ■ || ? || ■ || ○ || || Virtueller Lesesaal mit Bibliographie, Katalog, digitalisierten Drucken, Handschriften, Fotos und Filmen; digitales Schrifttum auch über Sachsen.Digital; Sorabicon als Sorbisches Kulturlexikon&amp;lt;ref name=&amp;quot;vls&amp;quot;&amp;gt;Sorbisches Institut o. J.: Virtueller Lesesaal. URL: https://www.serbski-institut.de/bibliothek/virtueller-lesesaal/, abgerufen am 20.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;; plant das Sorbische Kulturregister (SKR)&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;&amp;gt;Sorbisches Institut 2025: Konzept für ein Sorbisches Kulturregister (SKR), zweite aktualisierte Fassung vom 20.11.2025. URL: https://www.serbski-institut.de/wp-content/uploads/2021/11/00_Zweite-aktualisierte-Fassung_Konzept_Sorbisches-Kulturregister_20.11.2025.pdf&amp;lt;/ref&amp;gt; und das Digitalisierungszentrum (DZ) auch für andere Träger&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz&amp;quot;&amp;gt;Sorbisches Institut: Digitalisierungszentrum (DZ). URL: https://www.serbski-institut.de/projekte-zentrale-vorhaben/digitalisierungszentrum-dz/&amp;lt;/ref&amp;gt;; langfristige Erhaltung für Dritte ''offen''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Sorbisches Museum Bautzen || Museum; Landkreis Bautzen, finanziell unterstützt von der Stiftung&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt; || ■ || || ○ || ? || ? || ? || || || Inventarverzeichnis vorhanden&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;; Digitalisierungsstand und Online-Angebot ''offen''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Wendisches Museum Cottbus || Museum; Stadt Cottbus, finanziell unterstützt von der Stiftung&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt; || ■ || || ○ || ? || ? || ? || || || Inventarverzeichnis vorhanden&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;; Digitalisierungsstand und Online-Angebot ''offen''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Sächsische Landesbibliothek – Staats- und Universitätsbibliothek Dresden (SLUB) || Landes- und Universitätsbibliothek; Freistaat Sachsen || ■ || || ○ || ? || ○ || ■ || || || Lusatica-Sammlung, die das kulturelle Erbe der Sorben zugänglich machen soll&amp;lt;ref name=&amp;quot;slub&amp;quot;&amp;gt;SLUB Dresden o. J.: Sammlungen zur sächsischen Landeskunde. URL: https://www.slub-dresden.de/entdecken/saechsische-landeskunde/sammlungen, abgerufen am 20.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;; über Sachsen.Digital ist auch digitales Schrifttum des SI erreichbar&amp;lt;ref name=&amp;quot;vls&amp;quot;/&amp;gt; (Betrieb der Plattform durch die SLUB); eigene digitale Langzeitarchivierung&amp;lt;ref name=&amp;quot;nestor&amp;quot;&amp;gt;nestor o. J.: Mitglied SLUB Dresden. URL: https://www.langzeitarchivierung.de/Webs/nestor/EN/nestor/Mitglieder/sLUB.html, abgerufen am 20.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;, ob sie Digitalisate sorbischer Träger übernehmen könnte, ist ''offen''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Domowina – Bund Lausitzer Sorben e. V. mit Regionalverbänden und Ortsgruppen || Dachverband sorbischer Vereine; eingetragener Verein || ○ || ○ || || || || || ○ || || Eigentümerin des Dom Njechorńskeho; Ortsgruppe Trebendorf bewirtschaftet den Hanzo Šustrowy dom&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019b&amp;quot;/&amp;gt;; mindestens 9 der 23 kleinen Sammlungsorte sind direkt oder über Mitgliedsvereine mit ihr verbunden&amp;lt;ref name=&amp;quot;liste2026&amp;quot;/&amp;gt;; Chronistengruppe der Župa Michał Hórnik; Fachkommission „Sorbisches Kulturerbe“ 2018-2020&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2020&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Maćica Serbska e. V. || wissenschaftliche Gesellschaft; Verein || || || || || || || ○ || || Arbeitskreis „Museale Einrichtungen“ mit rund 40 Adressaten; Denkmalausschuss mit eigenem, von der Stiftung verwaltetem Budget, 2019 als Vorbild für die Bewertung von Kulturerbe genannt&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Sorbisches National-Ensemble (SNE) || Ensemble; gGmbH der Stiftung || ■ || ? || ○ || || || || || || geordnetes Arbeitsarchiv; 2019 vorgeschlagen, dort nur Kopien zu halten und die Originale an das SKA zu geben&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;; Umfang ''offen''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Studijo Lucija || Medienproduktion; gGmbH des Sorbischen Schulvereins  e. V. || ○ || ■ || || || || || || || dokumentiert sorbische Veranstaltungen; Aufnahmen liegen beim Studio und werden tlw. an das SKA übergeben&amp;lt;ref name=&amp;quot;lucija&amp;quot;&amp;gt;; schriftlicher Beleg noch einzuholen.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Mitteldeutscher Rundfunk (MDR) und Rundfunk Berlin-Brandenburg (rbb), sorbischsprachige Programme || öffentlich-rechtlicher Rundfunk || ■? || ■ || || || || ○? || || || Produktionen standen dem SKA 2019 aus rechtlichen Gründen nicht zur Verfügung&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;; Archivbestände und heutiger Stand ''offen''&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.1.3 Akteursgruppen ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die meisten Kulturgutträger sind kleinere Einrichtungen, Gruppen oder Privatpersonen. Sie werden hier zu Gruppen zusammengefasst. Die Anzahlen sind Mindestwerte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;mark&amp;gt;Die folgende Übersicht muss insb. mit Domowina, SI und Lucija bzgl. Änderungen und Ergänzungen abgestimmt werden.&amp;lt;/mark&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|+ B. Bewahren, D. Dokumentieren, K1. Erfassen, K2. Digitalisieren K3. Erhalten, K4. Nutzung ermöglichen, S. Steuern, F. Fördern&lt;br /&gt;
! Gruppe !! Beispiele !! Typische Trägerschaft !! Bekannte Anzahl !! Typische Rollen !! Besonderheiten&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Kleine Museen, Heimatstuben, Gedenk- und Begegnungsorte ||&lt;br /&gt;
* Muzej Ćišinskeho (Panschwitz-Kuckau),&amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
* Njepilic dwór (Rohne), &lt;br /&gt;
* Sorbisches Kulturzentrum Schleife, &lt;br /&gt;
* Heimatmuseum Dissen, &lt;br /&gt;
* Archiv verschwundener Orte (Horno) &lt;br /&gt;
|| Gemeinde, Förderverein, Domowina-Ortsgruppe, privat || 22 in der Domowina-Übersicht 2019 (9 Ober-, 13 Niederlausitz)&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019b&amp;quot;/&amp;gt;; 23 in der Arbeitsliste 2026, davon 12 bisher nur durch die Domowina-Unterlagen belegt&amp;lt;ref name=&amp;quot;liste2026&amp;quot;/&amp;gt; || '''B''' ■, '''D''' ○ || überwiegend ehrenamtlich; 2019 benannte Defizite: fehlender Nachwuchs, fehlende Marketingstrategie, fehlende Vernetzung, unzureichende Finanzierung, fehlende fachliche Begleitung; teilweise ohne eigenes Inventar&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;; zwei private Ausstellungen ohne jede Förderung, von den Betreibern im Ruhestand allein betreut&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019b&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Regionale Museen mit sorbischen Beständen || &lt;br /&gt;
* Museum der Westlausitz Kamenz, &lt;br /&gt;
* Museum Bautzen, &lt;br /&gt;
* Spreewald-Museum Lübbenau mit Freilandmuseum Lehde, &lt;br /&gt;
* Slawenburg Raddusch, &lt;br /&gt;
* Niederlausitzer Heidemuseum Spremberg &lt;br /&gt;
|| Landkreis oder Kommune (''Annahme'') || 7 in der Domowina-Übersicht 2019 (2 Ober-, 5 Niederlausitz)&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019b&amp;quot;/&amp;gt; || '''B''' ■; &amp;lt;br&amp;gt;'''K1-K4''' ''offen'' || Umfang des sorbischen Anteils am Bestand ''offen''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Ensembles, Chöre, Trachten- und Brauchtumsgruppen || – || Verein || ''offen'' || tragen die Praxis;&amp;lt;br&amp;gt; '''D''' ○, '''B''' ○ || Trachtenfundi 2019 ausdrücklich zu den Beständen in sorbischer Verantwortung gezählt&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;; eigene Aufnahmen und Fundi meist nicht erfasst (''Annahme'')&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Chronisten, Film- und Fotoamateure || &lt;br /&gt;
* Chronistengruppe der Župa Michał Hórnik, &lt;br /&gt;
* deutsch-sorbischer Filmkreis &lt;br /&gt;
|| ehrenamtlich, privat || ''offen'' || '''D''' ■, '''B''' ○ || Beiträge von Laien 2019 nur sporadisch, Bestände oft unstrukturiert&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Private Sammlungen und Nachlässe || &lt;br /&gt;
* Nachlass der Malerin Hanka Krawcec, überwiegend in Tschechien; &lt;br /&gt;
* weitere private Sammlungen und Nachlässe in Ober- und Niederlausitz &lt;br /&gt;
|| privat || 4 in der Domowina-Übersicht 2019; tatsächlich ''offen'' || '''B''' ■ || Verbleib beim Generationenwechsel ungesichert (''Annahme'')&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Kirchliche Einrichtungen || &lt;br /&gt;
* Ausstellung zu Jan Bjedrich Fryco in der evangelischen Kirche Kolkwitz; &lt;br /&gt;
* kirchliches Informations- und Begegnungszentrum in Horno mit Holzmodellen abgebaggerter Kirchen&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019b&amp;quot;/&amp;gt; &lt;br /&gt;
|| Kirchgemeinde || 2 (in den kleinen Orten enthalten); weitere ''offen'' || '''B''' ○ || weitere kirchliche Bestände nicht erfasst (''Annahme'')&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Weitere sorbische Kultur- und Medieneinrichtungen || &lt;br /&gt;
* Deutsch-Sorbisches Volkstheater (Archiv 2019 zusammen mit dem des SNE genannt); &lt;br /&gt;
* Domowina-Verlag (2019 als Produzent genannt, dessen Erzeugnisse an das SKA gehen sollten)&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt; &lt;br /&gt;
|| verschieden || ''offen'' || '''B''' ○ || Umfang ''offen''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Öffentliche Träger und Fördergeber || &lt;br /&gt;
* Bund, &lt;br /&gt;
* Freistaat Sachsen, &lt;br /&gt;
* Land Brandenburg, &lt;br /&gt;
* Landkreise, &lt;br /&gt;
* Kommunen &lt;br /&gt;
|| öffentlich || – || '''F''' ■, '''S''' ○ || tragen die großen Museen; 2019 erfüllten kleine Museen im Landkreis Bautzen die Kriterien für eine institutionelle Förderung nicht, im Landkreis Spree-Neiße waren die Bedingungen besser&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Überregionale Gedächtniseinrichtungen || &lt;br /&gt;
* Oberlausitzische Bibliothek der Wissenschaften Görlitz&amp;lt;ref name=&amp;quot;slub&amp;quot;/&amp;gt;; &lt;br /&gt;
* Sächsisches Staatsarchiv, &lt;br /&gt;
* Brandenburgisches Landeshauptarchiv, &lt;br /&gt;
* Deutsche Nationalbibliothek (''Annahme''); &lt;br /&gt;
* Einrichtungen in Tschechien &lt;br /&gt;
|| öffentlich || ''offen'' || '''B''' ○; &amp;lt;br&amp;gt;mögliche Partner für K3 und K4 || sorbische Bestände außer in Görlitz ''offen''&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.1.4 Erste Befunde ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;mark&amp;gt;Die folgende Übersicht muss mit den Institutionen bzgl. Korrektheit und Vollständigkeit abgestimmt werden.&amp;lt;/mark&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Rollenübersicht erlaubt erste Hinweise, die in den folgenden Abschnitten geprüft werden:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* '''Bewahren ist breit verteilt, Dienste sind konzentriert.''' Erfassen und Digitalisieren für mehrere Träger plant nach heutigem Kenntnisstand vor allem das SI. Die SLUB macht sorbisches Schrifttum bereits digital zugänglich, auch aus Beständen des SI. Ob weitere Akteure Dienste für Dritte anbieten, ist ''offen''.&lt;br /&gt;
* '''Für die langfristige Erhaltung fremder Bestände ist kein sorbischer Akteur erkennbar.''' Offen ist, wer Digitalisate anderer Träger verbindlich und dauerhaft übernimmt. So gelangen Veranstaltungsaufnahmen des Studijo Lucija nur komprimiert und teilweise in das SKA.&amp;lt;ref name=&amp;quot;lucija&amp;quot;/&amp;gt; Die SLUB betreibt eine eigene digitale Langzeitarchivierung; ob sie auch für sorbische Träger in Frage kommt, ist ''offen''. Das Gleiche gilt für das Sächsische Staatsarchiv.&lt;br /&gt;
* '''Die Dokumentation des lebendigen Kulturlebens liegt teils außerhalb sorbischer Verantwortung.''' Sorbischsprachige Produktionen von MDR und rbb standen dem SKA 2019 aus rechtlichen Gründen nicht zur Verfügung.&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt; Der heutige Stand ist ''offen''.&lt;br /&gt;
* '''Die Domowina ist der wichtigste Zugang zu kleinen Trägern.''' Mindestens 9 der 23 kleinen Sammlungsorte sind direkt oder über Mitgliedsvereine mit ihr verbunden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;liste2026&amp;quot;/&amp;gt; Ihre Strukturen eignen sich daher als Weg, kleine Träger zu erreichen – für die Erhebung ebenso wie für spätere Unterstützungsangebote.&lt;br /&gt;
* '''Das Wissen über kleine Träger ist lückenhaft und teils veraltet.''' 12 der 23 kleinen Orte sind bisher nur durch die Domowina-Unterlagen von 2019 und 2020 belegt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;liste2026&amp;quot;/&amp;gt; Ob sie heute noch bestehen und wie es um ihre Bestände steht, ist ''offen''. Besonders privat betreute Ausstellungen werden in Abschnitt 3.2 auf ihre Gefährdung geprüft.&lt;br /&gt;
* '''Kleine Träger haben keine feste Anlaufstelle, die Koordination war 2020 ungeklärt.''' Das frühere Sorbische Folklorezentrum war seit 1993 faktisch nicht mehr tätig.&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt; In der Niederlausitz diente 2020 ein Projekt zur Inwertsetzung des immateriellen Kulturerbes auch der Vernetzung kleiner Museen. Der Kulturausschuss der Domowina sah sich als ehrenamtliches Gremium nicht in der Lage, die Koordination zu leisten, und bat Fachinstitutionen und die Gremien der Stiftung, Verantwortung zu übernehmen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2020&amp;quot;/&amp;gt; Wie das heute geregelt ist, untersucht Abschnitt 3.4.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Liste aller bekannten Sammlungsorte mit Typ, Trägerschaft und Kulturgutklassen steht in [[12.3.A3 Sammlungsorte des sorbischen Kulturerbes|Anhang 12.3.A3]]. Sie wird laufend ergänzt.&lt;br /&gt;
&amp;lt;!-- Anhang 12.3.A3 aus der Arbeitsliste vom 02.04.2026 aufbauen; Namen privater Sammler nur mit Einverständnis --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== 3.2 Bestände und Bedarfe ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieser Abschnitt beschreibt die Nachfrageseite der Analyse: Welche Bestände sorbischen Kulturerbes gibt es, wie weit sind sie erfasst und digitalisiert, welche sind gefährdet, und welche Unterstützung brauchen die Kulturgutträger? Festgestellt wird dabei nur, wo Zeitdruck besteht. Welche Bestände mit welcher Priorität bearbeitet werden, entscheiden die sorbische Gemeinschaft und ihre Fachgremien (vgl. [[#2.4.2 Prozessschritte im Detail|Prozessschritt 3 „Bewerten &amp;amp; freigeben“]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein institutionsübergreifender Überblick über die Bestände existiert bisher nicht (siehe 3.2.5). Die folgenden Angaben sind daher Mindestwerte und Größenordnungen aus veröffentlichten Angaben der Einrichtungen, Projektunterlagen und den in [[#3.1 Akteure und Rollen|Abschnitt 3.1]] genannten Quellen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.2.1 Begriffe ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
; Sammlungsort&lt;br /&gt;
: Ort, an dem Kulturgüter verwahrt werden, etwa ein Museum, ein Archiv, eine Heimatstube oder eine Privatwohnung. Ein Akteur kann mehrere Sammlungsorte haben.&lt;br /&gt;
; Bestand&lt;br /&gt;
: Abgrenzbare Gruppe von Kulturgütern einer [[#2.2 Klassifizierung von Kulturgütern|Kulturgutklasse]], die an einem Sammlungsort gemeinsam verwahrt wird, zum Beispiel die Fotografien einer Heimatstube oder die Tonbänder eines Archivs. Feiner unterschieden wird nur, wenn sich Zustand oder Rechtslage deutlich unterscheiden. Ein Bestand gehört zu dem Ort, an dem das Original oder die Masterdatei liegt; Kopien an anderen Orten beschreiben seinen Digitalisierungsstand.&lt;br /&gt;
: Bei immateriellem Kulturerbe gilt die vorhandene Dokumentation als Bestand, etwa Ton- und Videoaufnahmen oder Beschreibungen. Eine bisher nicht dokumentierte Praxis erscheint als Dokumentationsbedarf.&lt;br /&gt;
; Bedarf&lt;br /&gt;
: Was ein Bestand oder ein Kulturgutträger braucht. &lt;br /&gt;
:* ''Bestandsbezogene'' Bedarfe richten sich auf die [[#2.3.2 Vier Kernfunktionen|vier Kernfunktionen]] (erfassen, digitalisieren, langfristig erhalten, zugänglich machen). &lt;br /&gt;
:* ''Trägerbezogene'' Bedarfe betreffen den Akteur selbst, etwa Personal, Beratung oder Finanzierung.&lt;br /&gt;
; Dringlichkeit&lt;br /&gt;
: Zeitdruck, der sich aus einer Gefährdung ergibt. Sie ist nicht gleichbedeutend mit Priorität, in die auch kulturelle Bedeutung, Nutzen und Machbarkeit eingehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.2.2 Bestandslandkarte ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Übersicht folgt der [[#2.2 Klassifizierung von Kulturgütern|Klassifizierung aus Abschnitt 2.2]]. Sie nennt für jede Klasse typische Bestände, die wichtigsten Träger und den bekannten Stand. Einzelne Sammlungsorte stehen in [[12.3.A3 Sammlungsorte des sorbischen Kulturerbes|Anhang 12.3.A3]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|+ Bestände nach Kulturgutklassen (Stand: weitgehend · teilweise · kaum · ''offen'')&lt;br /&gt;
! Klasse !! Typische Bestände !! Wichtigste Träger !! Umfang, soweit bekannt !! Erfasst !! Digitalisiert !! Gefährdung&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''A''' Materiell – unbeweglich || Denkmale, Gedenktafeln, Inschriften, Grabmäler, Blockbauten, Wirkungsstätten, Kirchen || Eigentümer, Gemeinden, Kirchgemeinden; dokumentiert durch das SI || Inventar sorbischer Kulturdenkmale in Sachsen: 61 Aktenordner, 6.300 analoge Fotomotive&amp;lt;ref name=&amp;quot;dmp&amp;quot;&amp;gt;Sorbisches Institut o. J.: Datenmanagementplan zum Teilprojekt „Sorbische Kulturdenkmale in Sachsen“ im Verbundprojekt DIKUSA – Vernetzung digitaler Kulturdaten in Sachsen, Laufzeit 01.02.2022–31.12.2025. URL: https://www.saw-leipzig.de/de/projekte/dikusa/datenmanagementplaene-1/dmp_si_dikusa.pdf/@@download/file/DMP_SI_Dikusa.pdf, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;; nach einer älteren Untersuchung rund 1.700 Objekte in der sächsischen Oberlausitz (''zu prüfen'')&amp;lt;ref name=&amp;quot;kdm&amp;quot;&amp;gt;Fachpublikation zu sorbischen Kulturdenkmalen. Interne Referenz: saxorum-10788_Sorbische_Kulturdenkmale_digital_erfassen_präsentieren.pdf. Angabe nach Projektunterlagen, noch zu prüfen.&amp;lt;/ref&amp;gt; || teilweise: Sachsen inventarisiert; Niederlausitz in Erfassung, geplant in drei Phasen bis 2031&amp;lt;ref name=&amp;quot;nlposter&amp;quot;&amp;gt;Sorbisches Institut o. J.: Materielle Zeugnisse sorbischer/wendischer Kultur in der Niederlausitz. Modul 4 des Vorhabens „Digitales Portal zu sorbischen und Lausitzer Sprach- und Kulturlandschaften“ (Poster). URL: https://serbski-institut.de/wp-content/uploads/2021/11/A0-Druck_DigPortal-M4.pdf, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; || teilweise: Inventar Sachsen 2022–2025 digital aufbereitet&amp;lt;ref name=&amp;quot;dmp&amp;quot;/&amp;gt;; 78 Objekte öffentlich im Atlas auf Sorabicon (April 2026)&amp;lt;ref name=&amp;quot;atlas&amp;quot;&amp;gt;Sorbisches Institut 2026: Pressemitteilung zum digitalen Atlas sorbischer Kulturdenkmale im Wissensportal Sorabicon, 30.04.2026. URL: https://idw-online.de/de/news870102, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; || Verwitterung, Umbau, Abriss (''Annahme''); Inventar teils nur analog oder in veralteten Dateiformaten (siehe 3.2.3)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''B1''' Schriftgut || Bücher, Zeitungen, Handschriften, Nachlässe, Vereins- und Institutionsakten, Plakate, Grafik || Sorbische Zentralbibliothek, Sorbisches Kulturarchiv (SKA), Sorbisches Museum, SLUB, Hórnik-Bibliothek im Wendischen Seminar Prag, Oberlausitzische Bibliothek der Wissenschaften Görlitz || Zentralbibliothek ca. 110.000 Medieneinheiten&amp;lt;ref name=&amp;quot;liste2026&amp;quot;/&amp;gt;; Sorbisches Museum über 1.000 Schriftquellen, ca. 1.700 Plakate, ca. 6.000 Grafiken&amp;lt;ref name=&amp;quot;sm&amp;quot;&amp;gt;Sorbisches Museum Bautzen o. J.: Museum – Sammlung. URL: https://sorbisches-museum.de/museum/?lang=en, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;; SKA: Nachlässe, Akten der Domowina 1912–1989 und sorbischer Vereine, Umfang ''offen''&amp;lt;ref name=&amp;quot;ska&amp;quot;&amp;gt;Sorbisches Institut o. J.: Sorbian Cultural Archive. URL: https://www.serbski-institut.de/en/sorbian-cultural-archive/, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; || weitgehend in den Bibliotheken (Katalog, Sorbische Bibliographie)&amp;lt;ref name=&amp;quot;vls&amp;quot;/&amp;gt;; kleine und private Träger ''offen'' || teilweise: 1.634 Dokumente des SI auf Sachsen.Digital (Stand 2021)&amp;lt;ref name=&amp;quot;ldp&amp;quot;&amp;gt;Sorbisches Institut 2021: Pressemitteilung zu Digitalisaten aus dem Landesdigitalisierungsprogramm Sachsen (u. a. „Serbowka“, erstes sorbisches Lehrbuch), 12.03.2021. URL: https://serbski-institut.de/wp-content/uploads/2021/12/2021-03-12_MI_Erstes-sorbisches-Lehrbuch-LDP_Serbowka_de.4753.pdf, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;; Handschriften des SKA 2016 digitalisiert&amp;lt;ref name=&amp;quot;hs&amp;quot;&amp;gt;Sorbisches Institut o. J.: Digitalisate handschriftlicher Literatur aus den Beständen des SKA in Sachsen.digital. URL: https://serbski-institut.de/de/Handschriften-als-Digitalisat, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;; Zeitungen und Zeitschriften teils online&amp;lt;ref name=&amp;quot;vls&amp;quot;/&amp;gt; || Nachlässe in Privatbesitz; säurehaltiges Papier des 19. und 20. Jahrhunderts (''Annahme'', nicht erhoben)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''B2''' Fotografien und Bildträger || Fotosammlungen und Fotonachlässe, Negative, Glasplatten, Dias || SKA, Sorbisches Museum, Wendisches Museum, Stadtmuseum Cottbus, SI (Kulturdenkmale), Chronisten, Privatpersonen || Sorbisches Museum ca. 10.500 Fotos&amp;lt;ref name=&amp;quot;sm&amp;quot;/&amp;gt;; Inventar Kulturdenkmale 6.300 Motive&amp;lt;ref name=&amp;quot;dmp&amp;quot;/&amp;gt;; SKA ''offen'' || teilweise bei Museen und SKA; private Bestände oft unstrukturiert&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt; || teilweise: ausgewählte Bildsammlungen des SKA im Virtuellen Lesesaal&amp;lt;ref name=&amp;quot;vls&amp;quot;/&amp;gt;; Glasplattennegative der Sammlung Fritz Unger (Stadtmuseum Cottbus) mit wendischen Motiven auf museum-digital&amp;lt;ref name=&amp;quot;unger&amp;quot;&amp;gt;museum-digital:brandenburg o. J.: Wendische Trachtengruppe, Glasplattennegativ, Fotografische Sammlung Fritz Unger, Stadtmuseum Cottbus, Inv.-Nr. U190-05. URL: https://brandenburg.museum-digital.de/pdf/object/65463.pdf?lang=de, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; || Negative und Glasplatten empfindlich (''Annahme''); private Bestände ohne Verzeichnis&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''B3''' Analoge AV-Träger || Tonbänder, Kassetten, Schallplatten, Videobänder, Filme || SKA, MDR und rbb, SNE, Amateurfilmer, Njepila-Hof (Tondokumente)&amp;lt;ref name=&amp;quot;liste2026&amp;quot;/&amp;gt;; Filme der früheren DEFA (Filmstudio der DDR), Hörfunkbestände der DDR-Zeit im Deutschen Rundfunkarchiv (''Annahme'') || sorbischsprachiger Rundfunk seit 1948&amp;lt;ref name=&amp;quot;rundfunk&amp;quot;&amp;gt;Wikipedia (englisch): Sorbischer Rundfunk. URL: https://en.wikipedia.org/wiki/Sorbischer_Rundfunk, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;; DEFA-Gruppe „Sorbischer Film“ 1980–1990: knapp 40 Filme&amp;lt;ref name=&amp;quot;defa&amp;quot;&amp;gt;Deutsches Historisches Museum, Zeughauskino o. J.: Filmreihe „Sorbische Filmlandschaften“. URL: https://www.dhm.de/zeughauskino/filmreihe/sorbische-filmlandschaften/, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;; SKA, SNE und Amateurbestände ''offen'' || kaum bekannt || teilweise: Filme des SKA im sächsischen Programm zur Sicherung des audiovisuellen Erbes digitalisiert&amp;lt;ref name=&amp;quot;vls&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;avsachsen&amp;quot;&amp;gt;Leipziger Internet Zeitung 2020: Über 50.000 Film- und Tonminuten digitalisiert. Zwischenbilanz zur Sicherung des audiovisuellen Erbes in Sachsen, 16.09.2020. URL: https://www.l-iz.de/melder/wortmelder/2020/09/Ueber-50-000-Film-und-Tonminuten-digitalisiert-Zwischenbilanz-zur-Sicherung-des-audiovisuellen-Erbes-in-Sachsen-349190, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;; Umfang ''offen'' || '''hoch''': Magnetbandformate sind veraltet, die routinemäßige Überspielung endet nach Einschätzung von UNESCO und IASA (Internationaler Verband der Schall- und audiovisuellen Archive) etwa 2025&amp;lt;ref name=&amp;quot;mta&amp;quot;&amp;gt;IASA o. J.: Announcing the Magnetic Tape Alert Project (UNESCO-Programm „Information for All“ und IASA). URL: https://iasa-web.org/node/5374, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''B4''' 3D-Objekte || Trachten und Textilien, Volkskunst, Ostereier, Keramik, Hausrat, Kunstwerke || Sorbisches Museum, Wendisches Museum, Heimatmuseen und Heimatstuben, Trachtenfundi von Vereinen und Ensembles, private Sammlungen || Sorbisches Museum ca. 35.000 inventarisierte Objekte über alle Sammlungsbereiche, davon Kunstsammlung 6.900 Werke&amp;lt;ref name=&amp;quot;sm&amp;quot;/&amp;gt;; Wendisches Museum: größte Sammlung niedersorbischer Tracht, Zahl ''offen''&amp;lt;ref name=&amp;quot;wm&amp;quot;&amp;gt;Wendisches Museum Cottbus o. J.: Selbstdarstellung des Museums, Dokument im Ratsinformationssystem der Stadt Cottbus. URL: https://session.cottbus.de/oparl/bodies/0001/downloadfiles/00007050.pdf, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;; Heimatmuseum Dissen 6.700 inventarisierte Exponate (SKR-Konzept, S. 8)&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;/&amp;gt;; Jänschwalde über 40 Originaltrachten und über 1.000 Keramiken&amp;lt;ref name=&amp;quot;liste2026&amp;quot;/&amp;gt; || teilweise: beide sorbischen Museen haben Inventare, aber kein verknüpfendes System (SKR-Konzept, S. 7)&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;/&amp;gt;; kleine Museen teils ohne Inventar&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt; || kaum: acht Häuser mit sorbischem Schwerpunkt haben zusammen 401 Objekte auf museum-digital veröffentlicht (SKR-Konzept, S. 8)&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;/&amp;gt;; Online-Sammlungen der beiden sorbischen Museen nicht gefunden || Textilien empfindlich (''Annahme''); private Ausstellungen ohne Nachfolge (siehe 3.2.3)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''C1''' Orale Traditionen || Sprache und Dialekte, Erzählungen, Sagen, Zeitzeugenberichte || Sprecherinnen und Sprecher; dokumentiert durch SI und Rundfunk || ''offen'' || teilweise: Zeitzeugen-O-Töne im Wissensportal Sorabicon&amp;lt;ref name=&amp;quot;atlas&amp;quot;/&amp;gt; || teilweise || '''hoch''' für das Niedersorbische: nach Angaben des Bundesinnenministeriums 2024 nur noch wenige hundert fließende Sprecherinnen und Sprecher&amp;lt;ref name=&amp;quot;sprache&amp;quot;&amp;gt;Universität Potsdam o. J.: Mehrsprachigkeit in Brandenburg – Sorbisch (mit Verweis auf BMI 2024 und Landesregierung Brandenburg 2024). URL: https://www.uni-potsdam.de/de/svm/mehrsprachigkeit-in-brandenburg/studentische-projekte/sorbisch, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''C2''' Darstellende Künste || Musik, Lieder, Tanz, Theater, Chorgesang || SNE, Deutsch-Sorbisches Volkstheater, Chöre und Ensembles; dokumentiert durch Rundfunk und Studijo Lucija || ''offen'' || ''offen'' || teilweise: neuere Aufnahmen meist ursprünglich digital (siehe D1) || ältere Mitschnitte auf AV-Trägern (siehe B3)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''C3''' Rituale und Feste || Bräuche und Feste im Jahreslauf, u. a. Vogelhochzeit, Zampern, Zapust, Ostersingen, Osterreiten, Maibaum, Kirmes || Vereine, Dorfgemeinschaften, Kirchgemeinden || „Gesellschaftliche Bräuche und Feste der Lausitzer Sorben im Jahreslauf“ seit 2014 im Bundesweiten Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes&amp;lt;ref name=&amp;quot;ike&amp;quot;&amp;gt;Sorbisches Institut 2020: Aufruf und Fragebogen zur Erhebung sorbischer/wendischer Bräuche und Feste im Landkreis Spree-Neiße, 18.12.2020. URL: https://www.serbski-institut.de/wp-content/uploads/2022/03/IKE-Fragebogen-Aufruf_2020_12_189_DE.4701.pdf, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;iketour&amp;quot;&amp;gt;Sachsen-Tourismus 2025: Hintergrundtext Immaterielles Kulturerbe. URL: https://www.sachsen-tourismus.de/fileadmin/mediendatenbank_ALT/mediendatenbank/bilder/presse/rechercheideen/hintergrundtext-immaterielles-kulturerbe-2025.pdf, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; || teilweise: Erhebung im Landkreis Spree-Neiße durch das SI ab 2020, Ergebnisstand ''offen''&amp;lt;ref name=&amp;quot;ike&amp;quot;/&amp;gt;; Oberlausitz ''offen'' || teilweise || Praxis im Wandel; frühere Ausprägungen nur über Dokumentation greifbar (''Annahme'')&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''C4''' Wissen über Natur und Universum || Volksglaube, Heil- und Sammelwissen, religiöse Praxis || Familien, Kirchgemeinden || ''offen'' || ''offen'' || ''offen'' || Wissen oft bei wenigen, teils älteren Personen (SKR-Konzept, S. 8)&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''C5''' Traditionelles Handwerk || Ostereiverzierung, Trachtenherstellung und -pflege, Weben, Flachs und Leinen, Töpfern || Handwerkerinnen und Handwerker, Vereine, Heimatmuseen, z. B. Sorbische Webstube Drebkau&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;/&amp;gt;, Kólasko Drachhausen&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019b&amp;quot;/&amp;gt; || ''offen'' || ''offen'' || ''offen'' || Wissen an wenige Personen gebunden; fehlender Nachwuchs (SKR-Konzept, S. 8)&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''D1''' Born-digital || Websites, soziale Medien, Veranstaltungsmitschnitte, digitale Fotos und Videos, digitale Publikationen, Projektdaten || Studijo Lucija, Rundfunk, Verlage, Vereine, Einrichtungen || ''offen'' || kaum || – || '''hoch''': keine systematische Sicherung sorbischer Web- und Social-Media-Inhalte bekannt; Webarchivierung in Deutschland insgesamt lückenhaft&amp;lt;ref name=&amp;quot;webarchiv&amp;quot;&amp;gt;netzpolitik.org 2026: Kritische Infrastruktur: Bei der Web-Archivierung fehlt die Strategie. URL: https://netzpolitik.org/2026/kritische-infrastruktur-bei-der-web-archivierung-fehlt-die-strategie/, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;; Masterdateien teils nur beim Erzeuger&amp;lt;ref name=&amp;quot;lucija&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''D2''' Digitalisate || digitale Repräsentationen aus den Klassen A bis C || SI, SLUB, Museen, Projekte || SI: 1.634 Dokumente auf Sachsen.Digital (2021)&amp;lt;ref name=&amp;quot;ldp&amp;quot;/&amp;gt;; Sorabicon: zwölf veröffentlichte Sammlungen (2026)&amp;lt;ref name=&amp;quot;atlas&amp;quot;/&amp;gt; || teilweise: über Kataloge und die Deutsche Digitale Bibliothek nachgewiesen, teils als gemeinfrei gekennzeichnet&amp;lt;ref name=&amp;quot;ddb&amp;quot;&amp;gt;Deutsche Digitale Bibliothek o. J.: Wot togo narodu Jesu Christußa (1865), Datengeber: Sorbisches Institut / Sorbisches Kulturarchiv. URL: https://www.deutsche-digitale-bibliothek.de/item/3IVBZKDCQK6LHTOFW5HKYF235K6A4QEF, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; || – || Langzeiterhaltung teils ungeklärt: Projektdaten lagen bei einem Webhoster mit Datensicherung, die Langzeitarchivierung war „zu eruieren“&amp;lt;ref name=&amp;quot;dmp&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.2.3 Bestände mit vorrangigem Digitalisierungsbedarf ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als vorrangig gilt ein Bestand, wenn mindestens einer der folgenden Gründe zutrifft:&lt;br /&gt;
# '''Materialverfall oder veraltete Technik:''' Der Träger zerfällt, oder Abspielgeräte sind kaum noch verfügbar.&lt;br /&gt;
# '''Ungesicherte Betreuung:''' Nachfolge, Räume oder Trägerschaft sind nicht gesichert.&lt;br /&gt;
# '''Unikat ohne Sicherung:''' Es gibt weder eine Kopie noch einen Nachweis an anderer Stelle.&lt;br /&gt;
# '''Schwindendes Wissen:''' Trägerinnen und Träger einer Praxis oder Zeitzeugen können nur noch begrenzte Zeit befragt werden.&lt;br /&gt;
# '''Ungesicherte digitale Dateien:''' Masterdateien fehlen, es gibt kein Zielarchiv, oder die Dateiformate veralten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die '''Dringlichkeit''' ist &lt;br /&gt;
* ''hoch'', wenn Verlust oder Unzugänglichkeit innerhalb weniger Jahre wahrscheinlich sind, &lt;br /&gt;
* ''mittel'', wenn ein Risiko erkennbar ist, der Zeitrahmen aber offen ist, und &lt;br /&gt;
* ''offen'', wenn die Lage nicht bekannt ist. &lt;br /&gt;
Die Herkunft der Dringlichkeit ist mit '''G''' gekennzeichnet, wenn der Bedarf von Trägern oder in ihren Unterlagen genannt wurde, und mit '''A''', wenn er aus der Analyse abgeleitet ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|+ Bestände mit vorrangigem Digitalisierungsbedarf&lt;br /&gt;
! Bestand / Bestandsgruppe !! Träger !! Klasse !! Grund !! Dringlichkeit !! Herkunft !! Quelle&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Ton-, Video- und Filmbestände auf Magnetband und Film || SKA, SNE, Rundfunk, Amateurfilmer, Njepila-Hof u. a. || B3 || 1, 3 || hoch || A || &amp;lt;ref name=&amp;quot;mta&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;ska&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Sprache und Erzählwissen der letzten muttersprachlichen Sprecherinnen und Sprecher des Niedersorbischen || – || C1 || 4 || hoch || A || &amp;lt;ref name=&amp;quot;sprache&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Zwei private Ausstellungen in der Oberlausitz, von den Betreibern im Ruhestand allein und ohne Förderung betreut (Stand 2019) || privat || B4 || 2, 3 || hoch, sofern noch bestehend || G || &amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019b&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Private Sammlungen und Nachlässe, darunter Filme und Chroniken sowie ein Nachlass, dessen Sichtung und Bewertung 2019 erbeten wurde || privat || B1–B4 || 1, 2, 3 || hoch || G || &amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019b&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Veranstaltungsmitschnitte, die nur komprimiert und teilweise an das SKA gehen || Studijo Lucija || D1 (C2, C3) || 5 || hoch || A || &amp;lt;ref name=&amp;quot;lucija&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Inventar sorbischer Kulturdenkmale in Sachsen: analoge Negative und Dateien in veralteten Formaten (u. a. .wps, .wbk, .wks) || SI || B2, D1 || 1, 5 || mittel || A || &amp;lt;ref name=&amp;quot;dmp&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Sorbische Websites und soziale Medien || verschieden || D1 || 5 || mittel || A || &amp;lt;ref name=&amp;quot;webarchiv&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Archiv verschwundener Orte in Horno: Umzug 2019 geplant || Trägerschaft ''offen'' || B1, B2 || 2 || ''offen'' || G || &amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019b&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.2.4 Bedarfe der Kulturgutträger ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Neben dem Bedarf einzelner Bestände haben viele Kulturgutträger Bedarfe, die sie selbst betreffen. Sie werden hier gebündelt und der Seite des Angebots zugeordnet, an die sie sich richten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
! Bedarf !! Betroffene Träger !! Richtet sich an !! Herkunft !! Quelle&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Personal und Nachwuchs für Betreuung und Erfassung || kleine Museen, Heimatstuben, ehrenamtliche Sammlungsorte || Rahmen (F) || G || &amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;; SKR-Konzept, S. 7–8 und 29&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Laufende Finanzierung für Personal und Unterhalt; z. B. jährliches Ringen um Personalmittel in Dissen || kleine Museen || Rahmen (F) || G || &amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019b&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Fachliche Begleitung, Beratung und Schulung || kleine und ehrenamtliche Träger || K1–K3, Rahmen || G || &amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;; SKR-Konzept, S. 10 und 30&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Inventarisierung und digitale Erschließung; Nachholbedarf wegen Personalmangels „teils bestandsgefährdend“ || kleine Museen, private Sammlungen, auch die großen Museen || K1 || G || SKR-Konzept, S. 7&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;/&amp;gt;; &amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Vernetzung und Kooperation || kleine Museen || Rahmen (S) || G || &amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Sichtbarkeit und Präsentation || sorbische Museen, kleine Museen || K4 || G || &amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2020&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Sichtung und Bewertung von Nachlässen || private Nachlässe || K1, Prozessschritt „Bewerten“ || G || &amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019b&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Räume, Bausubstanz und Bewirtschaftung, z. B. Muzej Ćišinskeho, Dom Njechorńskeho || kleine Museen und Gedenkorte || Rahmen (Voraussetzung) || G || &amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019b&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Digitalisierung von Ton-, Film- und Fotobeständen als Dienstleistung || SKA, kleine und private Träger || K2 || A || –&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Verbindlicher Ort für die langfristige Erhaltung von Digitalisaten und ursprünglich digitalen Aufnahmen || Studijo Lucija, Projekte, kleine Träger || K3 || A || &amp;lt;ref name=&amp;quot;lucija&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;dmp&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Rechteklärung und Einwilligungen || Rundfunkproduktionen, Veranstaltungsaufnahmen || Rahmen || G (Rundfunk) / A || &amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Bedarfe des Sorbischen Museums und des Wendischen Museums || beide sorbischen Museen || K1–K4 || G || Digitalisierungskreis, Sitzung vom 21.04.2026 (''noch einzuarbeiten'')&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.2.5 Erste Befunde ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* '''Ein Gesamtüberblick über die Bestände fehlt.''' 2020 wurde festgestellt, dass eine systematische Registrierung des sorbischen Kulturerbes fehlt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2020&amp;quot;/&amp;gt; 2025 beschrieb das SI die Bedingungen an den Sammlungsorten als „von vorbildlich bis prekär“; vieles liege nur analog vor, und die Digitalisierung stehe überwiegend am Anfang.&amp;lt;ref name=&amp;quot;skrhandout&amp;quot;&amp;gt;Sorbisches Institut 2025: Handout zum Pressegespräch „Konzept Sorbisches Kulturregister“, 20.11.2025. URL: https://www.serbski-institut.de/wp-content/uploads/2025/11/2025-11-20_Handout-Pressegespraech-SKR_Konzept.pdf, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Ein Überblick sei derzeit nicht möglich, weil die Sammlungsorte technisch „fraktioniert oder gar inkompatibel“ arbeiten (SKR-Konzept, S. 8).&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
* '''Die bekannten Sammlungsorte sind nur ein Ausschnitt.''' Das SKR-Konzept nennt mehr als 70 Einrichtungen mit kulturerberelevantem Archivgut (S. 10). Im Arbeitskreis Lausitzer Museenland widmet sich etwa ein Drittel der 48 Heimatstuben und Regionalmuseen sorbischer Geschichte und Kultur (S. 7).&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;/&amp;gt; Die Arbeitsliste umfasst bisher rund 32 Orte.&amp;lt;ref name=&amp;quot;liste2026&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
* '''Zahlen gibt es nur für wenige große Träger.''' Für das Sorbische Museum, die Sorbische Zentralbibliothek und die Digitalisate des SI liegen Größenordnungen vor. Für das SKA, das Wendische Museum, die audiovisuellen Bestände und fast alle kleinen Träger fehlen sie.&lt;br /&gt;
* '''Wo der Zeitdruck am größten ist, ist am wenigsten bekannt.''' Das betrifft vor allem die analogen Ton-, Video- und Filmbestände sowie die Dokumentation des Niedersorbischen.&lt;br /&gt;
* '''Online sichtbar ist nur ein Bruchteil.''' Acht Häuser mit sorbischem Schwerpunkt haben zusammen 401 Objekte auf museum-digital veröffentlicht; das Heimatmuseum Dissen mit 6.700 inventarisierten Exponaten noch keines (SKR-Konzept, S. 8).&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
* '''Digital vorhanden heißt nicht gesichert.''' Ursprünglich digitale Aufnahmen und Projektdaten haben teils kein Zielarchiv oder liegen in veralteten Formaten vor (siehe 3.2.3). Wer diese Aufgabe übernimmt, untersuchen die Abschnitte 3.3 und 3.4.&lt;br /&gt;
* '''Das immaterielle Kulturerbe ist ungleich dokumentiert.''' Für die Niederlausitz gab es ab 2020 eine Erhebung der Bräuche und Feste,&amp;lt;ref name=&amp;quot;ike&amp;quot;/&amp;gt; für die Oberlausitz ist keine vergleichbare bekannt.&lt;br /&gt;
* '''Ein Teil des Erbes liegt außerhalb sorbischer Verantwortung oder außerhalb der Lausitz,''' etwa in Prag, Dresden und Görlitz, in Rundfunkarchiven und bei der DEFA-Überlieferung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Ist-Analyse kann damit Struktur und Schwerpunkte benennen, aber keine vollständige Bestandsübersicht ersetzen. Eine institutionsübergreifende Bestands- und Bedarfserhebung mit Prioritätenliste ist eine eigene Aufgabe (vgl. das Ziel 2028 in [[#1.1 Visionen und Ziele für die sorbische digitale Welt|Abschnitt 1.1]]) und wird bei den Maßnahmen aufgegriffen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.1.2 Bedarfe und Dringlichkeiten ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;background-color:#eef5fb;border-left:4px solid #5b9bd5;padding:0.7em 1em;margin:1em 0;&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Leitfrage:''' Welche Unterstützung benötigen die Kulturgutträger und welche Bedarfe sollten (+aus welchen Gründen) vorrangig bearbeitet werden?&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die bei Kulturgutträgern bestehenden Bedarfe sollten zunächst möglichst vollständig erhoben und anschließend zusammengeführt und eingeordnet werden. Dabei ist zwischen &amp;quot;von Akteuren ausdrücklich genannten Bedarfen&amp;quot; und &amp;quot;aus der Analyse zusätzlich abgeleiteten Bedarfen&amp;quot; zu unterscheiden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die weitere Erhebung und Analyse insbesondere zu prüfen:&lt;br /&gt;
* vorhandene Bedarfserhebungen, Gesprächsprotokolle und bisherige Tabellen zusammenführen&lt;br /&gt;
* Bedarfe möglichst den vier Kernfunktionen zuordnen:&lt;br /&gt;
** Nachweisen, beschreiben und verknüpfen,&lt;br /&gt;
** Digitalisieren und Qualität sichern,&lt;br /&gt;
** langfristig erhalten,&lt;br /&gt;
** zugänglich machen und Nutzung ermöglichen;&lt;br /&gt;
* zusätzlich übergreifende Bedarfe erfassen, beispielsweise:&lt;br /&gt;
** Personal und Fachkompetenz,&lt;br /&gt;
** Beratung und Schulung,&lt;br /&gt;
** Finanzierung,&lt;br /&gt;
** Rechteklärung und Datenschutz,&lt;br /&gt;
** Metadaten und gemeinsame Standards,&lt;br /&gt;
** technische Infrastruktur;&lt;br /&gt;
* Dringlichkeit anhand nachvollziehbarer Kriterien beurteilen, beispielsweise:&lt;br /&gt;
** drohender Verlust oder Materialverfall,&lt;br /&gt;
** fehlende personelle Nachfolge,&lt;br /&gt;
** gefährdete oder unbekannte Bestände,&lt;br /&gt;
** blockierende Abhängigkeit für weitere Digitalisierungsschritte,&lt;br /&gt;
** kulturelle oder sprachliche Bedeutung,&lt;br /&gt;
** erwartete Nutzung für Bildung, Forschung oder Öffentlichkeit&lt;br /&gt;
* unterscheiden zwischen Einzelfallbedarf und strukturellem Bedarf mehrerer Kulturgutträger&lt;br /&gt;
* soweit möglich erfassen, welche Bedarfe bereits durch bestehende Angebote abgedeckt werden und welche bislang offenbleiben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mögliches Ergebnis: priorisierte beziehungsweise nach Dringlichkeit geordnete Bedarfsübersicht mit Zuordnung zu Akteursgruppen und Kernfunktionen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== 3.2 Ist-Stand der vier Kernfunktionen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;background-color:#eef5fb;border-left:4px solid #5b9bd5;padding:0.7em 1em;margin:1em 0;&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Leitfrage:''' Welche Kernfunktionen werden durch bestehende Angebote / Dienste und Projekte bereits erfüllt – für welche Bestände, Akteure und Nutzungszwecke?&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Den Schwerpunkt der Ist-Analyse bildet die Frage, '''in welchem Umfang''' die vier zuvor bestimmten Kernfunktionen der Kulturerbe-Digitalisierung im sorbischen Kontext bereits erfüllt werden. Dabei reicht es nicht aus festzustellen, dass ein Projekt, eine Institution oder ein technisches System existiert. Zu prüfen ist vielmehr, welche Leistung tatsächlich verfügbar ist, welche Kulturgutträger und Bestände sie erreicht und welche Lücken verbleiben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für jede Kernfunktion sollte möglichst nach einer einheitlichen Logik untersucht werden:&lt;br /&gt;
* vorhandene Angebote, Systeme und Projekte&lt;br /&gt;
* verantwortliche Betreiber beziehungsweise Akteure&lt;br /&gt;
* Entwicklungs- und Betriebsstand&lt;br /&gt;
* erreichte Kulturgutträger, Bestände und Kulturgutarten&lt;br /&gt;
* abgedeckte Bedarfe&lt;br /&gt;
* technische und organisatorische Anschlussmöglichkeiten&lt;br /&gt;
* erkennbare Lücken, Risiken und offene Fragen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.2.1 Nachweisen, beschreiben und verknüpfen ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;background-color:#eef5fb;border-left:4px solid #5b9bd5;padding:0.7em 1em;margin:1em 0;&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Leitfrage:''' Wie vollständig und nutzbar werden sorbische Kulturgüter und Bestände heute nachgewiesen, beschrieben und miteinander verknüpft?&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die weitere Erhebung und Analyse insbesondere zu prüfen:&lt;br /&gt;
* Stand und tatsächlicher Funktionsumfang des Sorbischen/Wendischen Kulturregisters&lt;br /&gt;
* vorhandene institutionelle Kataloge, Inventare, Datenbanken und lokale Verzeichnisse&lt;br /&gt;
* welche Kulturgutarten, Einrichtungen und Regionen bereits erfasst sind&lt;br /&gt;
* welche Bestände bislang nur lokal, analog oder überhaupt nicht systematisch nachgewiesen werden&lt;br /&gt;
* verwendete Metadaten, Identifikatoren und Normdaten&lt;br /&gt;
* Möglichkeiten zur Übernahme beziehungsweise Verknüpfung bestehender Daten&lt;br /&gt;
* Anschlussmöglichkeiten:&lt;br /&gt;
** direkte Erfassung kleinerer Träger,&lt;br /&gt;
** Datenimport beziehungsweise Schnittstellen größerer Einrichtungen&lt;br /&gt;
* Mehrsprachigkeit und Umgang mit ober- und niedersorbischen Bezeichnungen&lt;br /&gt;
* Verhältnis zwischen institutionellen Beschreibungen, historischen Fremdbezeichnungen und sorbischen beziehungsweise lokalen Selbstbezeichnungen&lt;br /&gt;
* vorhandene Funktionen für Digitalisierungsstatus, Rechteinformationen und Priorisierung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.2.2 Digitalisieren und Qualität sichern ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;background-color:#eef5fb;border-left:4px solid #5b9bd5;padding:0.7em 1em;margin:1em 0;&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Leitfrage:''' Welche Kulturgüter können heute in welcher Qualität und Kapazität digitalisiert werden, und welche Kulturgutträger können diese Leistungen tatsächlich nutzen?&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die weitere Erhebung und Analyse insbesondere zu prüfen:&lt;br /&gt;
* aktueller Stand des Digitalisierungszentrums und weiterer Digitalisierungsangebote&lt;br /&gt;
* verfügbare technische Verfahren für unterschiedliche Kulturgutarten, beispielsweise:&lt;br /&gt;
** Schriftgut,&lt;br /&gt;
** Fotografien,&lt;br /&gt;
** Bücher und Zeitschriften,&lt;br /&gt;
** Tonaufnahmen,&lt;br /&gt;
** Film und Video,&lt;br /&gt;
** dreidimensionale Objekte&lt;br /&gt;
* stationäre, mobile und extern vergebene Digitalisierung&lt;br /&gt;
* vorhandene Kapazitäten und erkennbare Engpässe&lt;br /&gt;
* Zugangsmöglichkeiten für kleine und ehrenamtlich arbeitende Kulturgutträger&lt;br /&gt;
* Beratung vor der Digitalisierung&lt;br /&gt;
* Anforderungen an Vorbereitung, Metadaten und Rechteklärung&lt;br /&gt;
* vorhandene Qualitätsstandards und Qualitätskontrolle&lt;br /&gt;
* Unterstützung bei Ausschreibung beziehungsweise Beauftragung externer Dienstleister&lt;br /&gt;
* bisherige Digitalisierungsprojekte und deren Ergebnisse&lt;br /&gt;
* besonders gefährdete Bestände, für die kurzfristig Digitalisierungskapazität benötigt wird&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.2.3 Langfristig erhalten ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;background-color:#eef5fb;border-left:4px solid #5b9bd5;padding:0.7em 1em;margin:1em 0;&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Leitfrage:''' Für welche digitalen Bestände ist die langfristige Erhaltung organisatorisch und technisch tatsächlich abgesichert? &amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die weitere Erhebung und Analyse insbesondere zu prüfen:&lt;br /&gt;
* vorhandene Repositorien, digitale Archive und Speicherlösungen&lt;br /&gt;
* welche Einrichtungen bereits Digitalisate dauerhaft übernehmen können&lt;br /&gt;
* welche Digitalisate derzeit lediglich lokal oder projektbezogen gespeichert werden&lt;br /&gt;
* Unterschied zwischen:&lt;br /&gt;
** Ablage beziehungsweise Speicherung,&lt;br /&gt;
** Datensicherung,&lt;br /&gt;
** institutionellem Repositorium,&lt;br /&gt;
** digitaler Langzeiterhaltung;&lt;br /&gt;
* Verantwortlichkeiten für Übernahme, Erhaltung und spätere Datenmigration&lt;br /&gt;
* verwendete Master- und Nutzungsdateien&lt;br /&gt;
* Sicherungskopien, Prüfsummen und Wiederherstellungsverfahren&lt;br /&gt;
* verwendete beziehungsweise vorgesehene Erhaltungsmetadaten&lt;br /&gt;
* Möglichkeiten für kleinere Kulturgutträger, ihre Digitalisate an ein geeignetes Repositorium zu übergeben&lt;br /&gt;
* vorhandene Schnittstellen zwischen Digitalisierung und Repositorium&lt;br /&gt;
* organisatorische und finanzielle Absicherung des langfristigen Betriebs&lt;br /&gt;
* Digitalisate beziehungsweise Projekte identifizieren, deren dauerhafte Erhaltung derzeit ungeklärt ist&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.2.4 Zugänglich machen und Nutzung ermöglichen ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;background-color:#eef5fb;border-left:4px solid #5b9bd5;padding:0.7em 1em;margin:1em 0;&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Leitfrage:''' Welche digitalisierten Inhalte sind für welche Zielgruppen auffindbar, verständlich und im rechtlich beziehungsweise kulturell zulässigen Umfang nutzbar?&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die weitere Erhebung und Analyse insbesondere zu prüfen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* vorhandene Präsentations- und Nutzungssysteme, Portale und Online-Ausstellungen&lt;br /&gt;
* Funktion und Entwicklungsstand von Sorabicon sowie weiteren relevanten Angeboten&lt;br /&gt;
* welche Kulturgüter und Bestände bereits öffentlich zugänglich sind&lt;br /&gt;
* welche Zielgruppen angesprochen werden:&lt;br /&gt;
** Öffentlichkeit,&lt;br /&gt;
** Bildung,&lt;br /&gt;
** Forschung,&lt;br /&gt;
** sorbische Gemeinschaft,&lt;br /&gt;
** Tourismus und Kulturvermittlung;&lt;br /&gt;
* Ober- und Niedersorbisch sowie weitere benötigte Sprachen in Oberfläche, Metadaten und Inhalten&lt;br /&gt;
* Qualität der Kontextualisierung und Vermittlung&lt;br /&gt;
* Möglichkeiten für:&lt;br /&gt;
** Download,&lt;br /&gt;
** Zitation,&lt;br /&gt;
** Datenexport,&lt;br /&gt;
** Programmierschnittstellen,&lt;br /&gt;
** wissenschaftliche und kreative Nachnutzung&lt;br /&gt;
* Rechte- und Lizenzinformationen&lt;br /&gt;
* abgestufte Zugangsmöglichkeiten für sensible beziehungsweise eingeschränkt zugängliche Inhalte&lt;br /&gt;
* Barrierefreiheit beziehungsweise Barrierearmut&lt;br /&gt;
* Aktualisierung und Pflege präsentierter Inhalte&lt;br /&gt;
* soweit verfügbar tatsächliche Nutzung, Reichweite und Nachnutzung erfassen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.2.5 Zusammenspiel der Kernfunktionen in bestehenden Projekten ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;background-color:#eef5fb;border-left:4px solid #5b9bd5;padding:0.7em 1em;margin:1em 0;&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Leitfrage:''' Bei welchen bestehenden Vorhaben funktioniert der Weg vom Kulturgut über Erfassung und Digitalisierung bis zur langfristigen Erhaltung und Nutzung bereits durchgängig – und an welchen Übergängen bestehen Lücken?&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Neben dem Stand der einzelnen Kernfunktionen ist zu prüfen, '''ob diese auch tatsächlich zu einer durchgängigen Prozesskette verbunden sind'''. Ein vorhandenes Register, ein Digitalisierungszentrum, ein Repositorium und ein Präsentationsportal ergeben noch nicht automatisch einen funktionierenden Gesamtprozess.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die weitere Erhebung und Analyse insbesondere zu prüfen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* geeignete bestehende Projekte beziehungsweise Pilotvorhaben auswählen&lt;br /&gt;
* für diese Projekte die vollständige Prozesskette nachvollziehen:&lt;br /&gt;
** Erfassen,&lt;br /&gt;
** Registrieren,&lt;br /&gt;
** Bewerten und priorisieren,&lt;br /&gt;
** Digitalisieren,&lt;br /&gt;
** Archivieren beziehungsweise langfristig erhalten,&lt;br /&gt;
** Präsentieren und nachnutzen;&lt;br /&gt;
* untersuchen, welche Systeme und Akteure an den Übergaben beteiligt sind&lt;br /&gt;
* prüfen, ob Metadaten gemeinsam mit den Dateien weitergegeben werden&lt;br /&gt;
* prüfen, ob Rechte- und Zugangsangaben entlang der Prozesskette erhalten bleiben&lt;br /&gt;
* vorhandene manuelle Medienbrüche beziehungsweise Mehrfacherfassungen identifizieren&lt;br /&gt;
* unklare Zuständigkeiten und Übergabepunkte sichtbar machen&lt;br /&gt;
* positive Beispiele für bereits funktionierende Prozessketten dokumentieren&lt;br /&gt;
* aus Pilotprojekten bekannte Aufwände, Engpässe und Lernerfahrungen aufnehmen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== 3.3 Gemeinsame Regeln, Zusammenarbeit und dauerhafter Betrieb ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;background-color:#eef5fb;border-left:4px solid #5b9bd5;padding:0.7em 1em;margin:1em 0;&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Leitfrage:''' Sind die übergreifenden Voraussetzungen vorhanden, damit die einzelnen Angebote gemeinsam, verlässlich und dauerhaft funktionieren?&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Neben den einzelnen Kernfunktionen ist zu prüfen, ob '''gemeinsame organisatorische und fachliche Voraussetzungen''' vorhanden sind, damit die verschiedenen Angebote zusammenarbeiten und dauerhaft betrieben werden können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieser Abschnitt soll keine allgemeine oder abstrakte Governance-Analyse darstellen. Untersucht werden nur solche übergreifenden Fragen, die konkrete Auswirkungen auf die Digitalisierung des Kulturerbes und die spätere Ableitung von Maßnahmen haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.3.1 Zuständigkeiten, Beteiligung und Freigaben ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;background-color:#eef5fb;border-left:4px solid #5b9bd5;padding:0.7em 1em;margin:1em 0;&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Leitfrage:''' Wer entscheidet verbindlich über Auswahl, Priorisierung, Beschreibung, Digitalisierung, Veröffentlichung und Zugang, und wie sind die Kulturgutträger dabei beteiligt?&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
''Für die weitere Erhebung und Analyse insbesondere zu prüfen:''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* formelle und informelle Zuständigkeiten der beteiligten Institutionen&lt;br /&gt;
* Entscheidungsrechte bei Auswahl und Priorisierung von Beständen&lt;br /&gt;
* Verantwortlichkeiten für Rechteklärung und Veröffentlichung&lt;br /&gt;
* Beteiligung der jeweiligen Kulturgutträger&lt;br /&gt;
* Beteiligung sorbischer Fachleute und Angehöriger der Gemeinschaft bei kulturell sensiblen Inhalten&lt;br /&gt;
* vorhandene Freigabe- und Sperrverfahren&lt;br /&gt;
* Umgang mit nachträglichen Korrekturen oder Einschränkungen&lt;br /&gt;
* erkennbare Überschneidungen beziehungsweise ungeklärte Zuständigkeiten&lt;br /&gt;
* vorhandene Gremien oder Koordinierungsstrukturen&lt;br /&gt;
* prüfen, an welchen Stellen verbindliche Zuständigkeiten fehlen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.3.2 Gemeinsame Standards und Anschlussmöglichkeiten ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;background-color:#eef5fb;border-left:4px solid #5b9bd5;padding:0.7em 1em;margin:1em 0;&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Leitfrage:''' Welche gemeinsamen Regeln ermöglichen es unterschiedlichen Kulturgutträgern, Daten und Digitalisate in eine gemeinsame Infrastruktur einzubringen und zwischen den Kernfunktionen weiterzugeben?&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die weitere Erhebung und Analyse insbesondere zu prüfen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* vorhandene gemeinsame Metadatenstandards beziehungsweise Pflichtfelder&lt;br /&gt;
* verwendete Fachstandards einzelner Einrichtungen&lt;br /&gt;
* gemeinsame Regeln für Ober- und Niedersorbisch&lt;br /&gt;
* Dateiformate und Qualitätsanforderungen für unterschiedliche Kulturgutarten&lt;br /&gt;
* Identifikatoren und Normdaten&lt;br /&gt;
* Rechte- und Lizenzinformationen&lt;br /&gt;
* technische Schnittstellen und Datenexporte&lt;br /&gt;
* Übernahme vorhandener institutioneller Metadaten&lt;br /&gt;
* einfache Erfassungswege für kleinere Kulturgutträger&lt;br /&gt;
* Schnittstellen für Einrichtungen mit bestehenden Fachsystemen&lt;br /&gt;
* Möglichkeiten zur Weitergabe von Daten zwischen Register, Digitalisierung, Repositorium und Präsentation&lt;br /&gt;
* prüfen, wo fehlende Standards oder inkompatible Systeme den Austausch derzeit behindern&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.3.3 Personal, Finanzierung und Betreiberverantwortung ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;background-color:#eef5fb;border-left:4px solid #5b9bd5;padding:0.7em 1em;margin:1em 0;&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Leitfrage:''' Welche zentralen Leistungen sind dauerhaft personell, organisatorisch und finanziell abgesichert, und welche hängen noch von befristeten Projekten oder einzelnen Personen ab?&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die weitere Erhebung und Analyse insbesondere zu prüfen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Betreiber beziehungsweise verantwortliche Stellen für die vier Kernfunktionen&lt;br /&gt;
* dauerhafte Stellen gegenüber befristeten Projektstellen&lt;br /&gt;
* vorhandene beziehungsweise geplante Finanzierungsmodelle&lt;br /&gt;
* laufende Betriebs- und Pflegekosten&lt;br /&gt;
* personelle Kapazitäten und erkennbare Schlüsselpersonenrisiken&lt;br /&gt;
* Unterstützung kleiner und ehrenamtlich geführter Einrichtungen&lt;br /&gt;
* Finanzierung von&lt;br /&gt;
** Beratung,&lt;br /&gt;
** Digitalisierung,&lt;br /&gt;
** Speicher und Langzeiterhaltung,&lt;br /&gt;
** Datenpflege,&lt;br /&gt;
** Rechteklärung,&lt;br /&gt;
** technischer Wartung und Weiterentwicklung;&lt;br /&gt;
* Übergang von geförderten Projekten in einen dauerhaften Regelbetrieb&lt;br /&gt;
* vorhandene Betriebs-, Kooperations- und Übergabevereinbarungen&lt;br /&gt;
* erkennbare Risiken bei Auslaufen einzelner Förderungen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== 3.4 Gesamtbewertung und vorrangiger Handlungsbedarf ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;background-color:#eef5fb;border-left:4px solid #5b9bd5;padding:0.7em 1em;margin:1em 0;&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Leitfrage:''' Welche Bedarfe sind bereits ausreichend abgedeckt, wo liegen die entscheidenden Lücken und welche davon sollten vorrangig bearbeitet werden? &amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Ergebnisse der vorangegangenen Abschnitte werden abschließend zusammengeführt. Ziel ist noch nicht die vollständige Formulierung konkreter Maßnahmen, sondern zunächst eine begründete Bewertung des Ist-Standes und der wichtigsten Lücken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dabei sollte insbesondere unterschieden werden zwischen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* unmittelbar gefährdeten Kulturgütern beziehungsweise Beständen,&lt;br /&gt;
* strukturellen Lücken, die weitere Digitalisierungsschritte blockieren,&lt;br /&gt;
* fehlenden oder nur teilweise verfügbaren Kernfunktionen,&lt;br /&gt;
* nicht dauerhaft abgesicherten Angeboten,&lt;br /&gt;
* Verbesserungsmöglichkeiten bei bereits grundsätzlich funktionierenden Strukturen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die abschließende Bewertung insbesondere zu prüfen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Ergebnisse aus Akteurs-, Bestands- und Bedarfserhebung zusammenführen&lt;br /&gt;
* für jede der vier Kernfunktionen die wichtigsten Stärken und Lücken benennen&lt;br /&gt;
* übergreifende strukturelle Probleme aus Zuständigkeiten, Standards, Betrieb und Finanzierung ergänzen&lt;br /&gt;
* unterscheiden zwischen:&lt;br /&gt;
** fehlender Leistung,&lt;br /&gt;
** unzureichender Kapazität,&lt;br /&gt;
** fehlender Bekanntheit beziehungsweise Zugänglichkeit,&lt;br /&gt;
** fehlender Verbindung bestehender Angebote,&lt;br /&gt;
** ungeklärter Zuständigkeit,&lt;br /&gt;
** fehlender dauerhafter Absicherung;&lt;br /&gt;
* Dringlichkeit begründen, insbesondere anhand von:&lt;br /&gt;
** Verlustgefahr,&lt;br /&gt;
** blockierenden Abhängigkeiten,&lt;br /&gt;
** Anzahl beziehungsweise Bedeutung betroffener Kulturgutträger,&lt;br /&gt;
** kultureller und sprachlicher Bedeutung,&lt;br /&gt;
** Aufwand und Realisierbarkeit;&lt;br /&gt;
* offene Informationslücken ausdrücklich kennzeichnen&lt;br /&gt;
* aus den ermittelten Lücken anschließend Handlungsbedarfe ableiten&lt;br /&gt;
* konkrete Lösungsmaßnahmen erst im folgenden Maßnahmen- beziehungsweise Soll-Abschnitt festlegen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mögliche zusammenfassende Bewertungsmatrix:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot; style=&amp;quot;width:100%;&amp;quot;&lt;br /&gt;
! Bereich&lt;br /&gt;
! Belegter Ist-Stand&lt;br /&gt;
! Abgedeckte Bedarfe&lt;br /&gt;
! Lücke / Risiko&lt;br /&gt;
! Dringlichkeit&lt;br /&gt;
! Daraus abgeleiteter Handlungsbedarf&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| ''Beispiel: Nachweisen und Registrieren''&lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| ''Beispiel: Digitalisieren''&lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| ''Beispiel: Langfristig erhalten''&lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| ''Beispiel: Zugänglich machen und nutzen''&lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| ''Beispiel: gemeinsame Standards / Zusammenarbeit''&lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= Referenzen =&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Měrko Šenk</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://koncept.serbski-inkubator.de/index.php?title=12.3_Digitalisierung_des_Kulturerbes&amp;diff=1208</id>
		<title>12.3 Digitalisierung des Kulturerbes</title>
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		<updated>2026-10-29T16:06:55Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Měrko Šenk: /* 3.1.4 Erste Befunde */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;= 1 Einleitung =&lt;br /&gt;
Die Digitalisierung von sorbischem Kulturerbe ist eine historische Chance für uns Sorben, eine Chance, unser kulturelles Erbe neu zu entdecken, es für kommende Generationen zu erhalten, für eine breitere Öffentlichkeit zugänglich zu machen und dabei die eigene Deutungshoheit zu stärken. Das erfordert neben Mut, einer klaren gemeinsamen Vision, starker Zusammenarbeit zwischen den beteiligten Akteuren auch die notwendigen Ressourcen in Form von Personal mit entsprechenden Kompetenzen, passender Technik sowie einer nachhaltig gesicherten Finanzierung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im folgenden Abschnitt werden Zielbilder für die Digitalisierung des sorbischen Kulturerbes entworfen mittels lang- und kurzfristiger Visionen sowie konkreter Ziele.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== 1.1 Vision und Ziele für die sorbische digitale Welt ==&lt;br /&gt;
'''Vision'''&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
''Sorbisches materielles und immaterielles Kulturerbe ist systematisch digital erfasst, rechtssicher und langfristig gesichert, leicht auffindbar, offen nutzbar und wird aktiv von Interessierten genutzt.''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Konkrete Ziele'''&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Bis 2032 ist ein tragfähiges, finanziell und organisatorisch abgesichertes Modell etabliert, das:&lt;br /&gt;
* Ein zentrales (oder föderiertes) digitales Langzeitarchiv nach OAIS-Referenzmodell betreibt,&lt;br /&gt;
* klare Zuständigkeiten, Prozesse und Budgets definiert,&lt;br /&gt;
* regelmäßige Qualitätssicherung und Technik-Updates vorsieht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bis 2030 sind wichtige sorbische Kulturerbe-Bestände (Kernbestände nach fachlicher Festlegung) in hoher Qualität digitalisiert, beschrieben und im Langzeitarchiv gesichert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bis 2028 liegt eine institutionenübergreifende Übersicht über relevante Kulturerbe-Bestände (analog und digital, materiell und immateriell) vor, einschließlich einer Prioritätenliste für die Digitalisierung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bis 2028 existiert ein zentrales, nutzerfreundliches „Sorbisches Kulturerbe-Portal“, das:&lt;br /&gt;
* Suchzugang über alle teilnehmenden Institutionen ermöglicht,&lt;br /&gt;
* grundlegende Inhalte frei zugänglich bereitstellt,&lt;br /&gt;
* mehrsprachige Oberflächen anbietet (Deutsch, Obersorbisch, Niedersorbisch, Englisch).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= 2 Ist-Analyse „Digitalisierung von Kulturerbe“ =&lt;br /&gt;
Das Ziel in diesem Themenbereich ist es, sorbisches Kulturerbe digital zu verwalten und damit langfristig für Recherche, Nutzung und Präsentation vorzuhalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Abschnitt &amp;quot;IST-Analyse“ werden die folgenden Fragen beantwortet: Was ist sorbisches Kulturerbe und was zählt alles dazu? Welche Schritte durchläuft ein Kulturgut, um zum digitalen Kulturerbe zu gehören? Wie können die digitale Verwaltung, Archivierung, Nutzung und Präsentation von Kulturgütern umgesetzt werden?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die grundlegenden Terminologien des Kulturerbes sollen im Folgenden festgelegt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== 2.1 Terminologie – von Kultur zu Kulturerbe ==&lt;br /&gt;
In diesem Abschnitt werden die Begriffe rund um das Kulturerbe grundlegend definiert. Es soll ein Verständnis über die Begriffe Kultur, kulturelle Ausprägung, Kulturgut und Kulturerbe erreicht werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Dataja:Wobraz_K1.png|center|260px]]&amp;lt;ref&amp;gt;Mermaid Flowchart Code: [https://mermaid.live/edit#pako:eNpF0UtuwyAQBuCroFlaTuRHTGMvKuWxq7pqV627IGZso2CIMChtk9ymN-nFimmasmJGfP-AOEGjOUIFrdTHpmfGkudtrWpF_Fq9RtGDk9aZKHojU-_aJ7PZ_bmGgSnR4mgFejaKpidC1XAmq8zDfYAoJZKVG7lxzX5stRl81C0_uwYdheGEubHD4_dXLy1hcpyC1rcLdM4GOLH1Ve2E5Gj9TPLkhgEnsLkBNDsMAmLojOBQWeMwhgHNwKYSTuFBYHucbOW3HFvmcQ21unh2YOpF6-FPGu26HqrW381X7sCZxa1gnWH_R1BxNBvtlIUqTUMEVCd49xVdzpeLMs1pXmRFXiY0hg-o8iyZL_LFXZaVSTJ1LzF8hqHJnBZ5WhZLWt5RmtIsBuTCavP4-2Hh3y4_NXaMmw hier klicken], abgerufen am 22.09.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.1.1 Kultur ===&lt;br /&gt;
Kultur bezeichnet hier die Gesamtheit aller '''vom Menschen geschaffenen und erlernten Ausdrucksformen''' des Lebens, die auf gemeinsamen Werten und Verhaltensweisen beruhen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;wiki-kultur&amp;quot;&amp;gt;URL: https://de.wikipedia.org/wiki/Kultur&amp;lt;/ref&amp;gt; Dazu zählen '''materielle Ergebnisse''' (z. B. Kunstwerke, Technik) ebenso wie '''immaterielle Praktiken''' (Sprache, Bräuche, Wissen). Kultur umfasst laut der UNESCO geistige, materielle, intellektuelle und emotionale Merkmale, die eine Gesellschaft oder soziale Gruppe kennzeichnen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;mondiacult&amp;quot;&amp;gt;UNESCO 1982: Mexico City Declaration on Cultural Policies (MONDIACULT). URL: https://www.lacult.unesco.org/docc/1982_MONDIACULT.pdf&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;ref name=&amp;quot;cultureaction&amp;quot;&amp;gt;Culture Action Europe 2024: The State of Culture report. URL: https://cultureactioneurope.org/de/news/the-state-of-culture-report-published, abgerufen am 01.10.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;  Sie ist dynamisch und wird von jeder Generation neu gestaltet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das deutsche Wort „Kultur“ ist eine Eindeutschung des lateinischen Worts „cultura“. Dieses bedeutet ursprünglich „Bebauung, Bearbeitung, Bestellung, Pflege“ und meinte sowohl die physische Bearbeitung als auch die Pflege geistiger Güter, z. B. der Sprache.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.1.2 Kulturelle Ausdrucksform ===&lt;br /&gt;
Eine kulturelle Ausdrucksform ist eine '''konkrete, gegenwärtige oder historische, Manifestation von Kultur''', bspw. eine Zeichnung, eine Tracht oder ein Lied: Sie macht die Kultur sichtbar und erlebbar. Im engeren Sinne ist es eine Ausdrucksweise, die aus der Kreativität einer Person, Gruppe oder Gesellschaft entsteht und '''kulturellen Inhalt''' trägt (symbolische Bedeutung, künstlerische Dimension, kulturelle Werte).&amp;lt;ref&amp;gt;Österreichische UNESCO-Kommission 2007: Übereinkommen zum Schutz und zur Förderung der Vielfalt kultureller Ausdrucksformen, Art. 4, Seite 13. URL: https://www.unesco.at/fileadmin/Redaktion/Publikationen/Publikations-Dokumente/2005er_UNESCO-Convention_German.pdf, abgerufen am 22.09.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt; Sie wird innerhalb und zwischen Gemeinschaften weitergegeben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Alle kulturellen Ausdrucksformen bilden einen wesentlichen Kern von Kultur, aber Kultur enthält auch latente Dimensionen (Werte, Normen, Vorannahmen etc.), die nicht unmittelbar als Ausdrucksform erscheinen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.1.3 Kulturgut ===&lt;br /&gt;
Ein „Kulturgut“ ist '''eine einzelne kulturelle Ausdrucksform''', der ein '''besonderer kultureller Wert zugemessen wird''' (durch Anerkennung, Schutz, Bedeutung). Es ist somit ein Erzeugnis menschlicher Kreativität oder Zeugnis menschlichen Lebens, welches '''Bedeutung für die Kultur einer Gemeinschaft''' hat und daher '''Bestand haben und bewahrt werden soll'''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die '''Summe aller Kulturgüter''' einer Gemeinschaft wird als dessen '''Kulturerbe''' bezeichnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.1.4 Kulturerbe ===&lt;br /&gt;
Kulturerbe ist die '''Summe der materiellen und immateriellen Ausdrucksformen''' (= Kulturgüter) einer Kultur, die als „'''bewahrenswert'''“ anerkannt wurden. International umfasst das u. a. das '''Welterbe''' (Denkmäler, Ensembles, Stätten)&amp;lt;ref&amp;gt;UNESCO (1972), Welterbekonvention, Art. 1. URL: https://www.dnk.de/wp-content/uploads/2021/02/1972_DNK_UNESCO-Welterbekonvention.pdf (abgerufen am 11.09.2025).&amp;lt;/ref&amp;gt; und das '''Immaterielles Kulturerbe''' (Praktiken, Wissen).&amp;lt;ref&amp;gt;Deutsche UNESCO-Kommission o. J.:, Übereinkommen zur Erhaltung des immateriellen Kulturerbes (dt. Ausgabe). URL: https://www.unesco.de/assets/dokumente/Deutsche_UNESCO-Kommission/02_Publikationen/Publikation_UNESCO-%C3%9Cbereinkommen_zur_Erhaltung_des_immateriellen_Kulturerbes_01.pdf, (abgerufen am 11.09.2025).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ob etwas „zum Kulturerbe“ zählt, ist Ergebnis von Bewertung, Diskurs und teils formellen Verfahren. Dem Sorbischen Kulturregister (SKR) zufolge ist „sorbisch-wendisches Kulturerbe“ eine Zuschreibung, die durch Gesellschaft, Museen, Archive und Wissenschaft erfolgen kann.&amp;lt;ref&amp;gt;Sorbisches Institut 2025: Konzept für ein Sorbisches Kulturregister (SKR). URL: https://www.serbski-institut.de/wp-content/uploads/2021/11/00_Zweite-aktualisierte-Fassung_Konzept_Sorbisches-Kulturregister_20.11.2025.pdf, abgerufen am 20.11.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.1.5 Abgrenzung: Kultur und Kulturerbe ===&lt;br /&gt;
'''Kultur / Kulturelle Ausdrucksform''' sind als Begriffe weiter gefasst als '''Kulturgut / Kulturerbe'''. Kulturelle Ausdrucksformen umfassen alles Gelebte und Gestaltete einer Gemeinschaft in Gegenwart und Vergangenheit, während Kulturgut / Kulturerbe diejenigen kulturellen Güter und Traditionen meint, denen eine Bedeutung beigemessen wurde und die als bewahrens- und weitergebenswert erkannt wurden. Kultur ist der „aktuelle“ kreative Prozess (einschließlich Popkultur, Alltagskultur), Kulturerbe der daraus überkommene Schatz. Dennoch sind die Grenzen fließend: Was heute nur Kultur ist, kann morgen zum Kulturerbe erklärt werden – abhängig von Wertzuschreibung und Diskurs.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Rahmen dieses Dokuments werden für den sorbischen Kontext die Begriffe '''„kulturelle Ausdrucksform“''' und '''„Kulturgut“''' weitgehend '''synonym''' verwendet, sofern nicht ausdrücklich anders gekennzeichnet. Hintergrund ist, dass die Gesamtzahl der identifizierbaren kulturellen Ausdrucksformen einer kleinen Minderheit wie der Sorben/Wenden im Vergleich zu großen Mehrheitsgesellschaften überschaubar ist. Zugleich ist der Anteil dieser Ausdrucksformen, denen in der Community ein besonderer Wert beigemessen wird und die daher faktisch als Kulturgut wahrgenommen und behandelt werden, sehr hoch: Ein großer Teil des gelebten kulturellen Repertoires wird als identitätsstiftend und bewahrenswert verstanden und damit dem Kulturerbe zugerechnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== 2.2 Klassifizierung von Kulturgütern ==&lt;br /&gt;
Im Folgenden soll eine griffige Klassifizierung von Kulturgütern entwickelt werden, so dass pro Kulturgut-Klasse später auf die Besonderheiten ihrer Digitalisierung eingegangen werden kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Dataja:Wobraz_K2.png|center|600px]]&amp;lt;ref&amp;gt;Mermaid Flowchart Code: [https://mermaid.live/edit#pako:eNptlM9u00AQxl9ltFWoFDlp_C9OjISU2KSgUCq1BSRIDxt77Syxd6v1mkKjSDwBlThw4YCEeuXOoeLSN-EF4BHYjZOQQG67-32_2ZnZsWco4jFBPqrVZpRR6cNsP8n4ZTTBQu7rHVP66QWOKEvV3nQM2BeYTf8eea35fF6rjdiIrUl4cjJiAMPDV_X6sMxkKdJS1uvnvu9PtRGgp5ReE46wJIKSLIOf779CycbkkqQZjSb1Ovz-cv351_drDWGN9BXS_xfZBj7dLoGxBgIFBE14nOcrZGH68E07Iu0IlSNsQkhTKnGlfvyh1bjKcngIjcYD6G2s-xvrYGMdLuuqAFOXZ0IflzFh0xxn5OBU3t1ISZhqw6KaKpo29k04jSaCJrLq0oZsa9mCAZc8FTihhBnQp1ksxd1NSsS22dFmG3oMZzwl0HveONtlc7XNATtsHI9fk6kkC3nRsKoqnVNgwrFQaUOvLGJRRtMi4SJfZ790WtppQYhFIVV7CYsJDO9uWbEMujbqOgIbTqgsddB7MCD_eXT6gQMvaFEQBlclPMVqcA6eMfqGiKLMt926isCFM4FjKiln-voCHmEWXxIxXZcUVo-jSwrVe3DBGvHqtc83DLqS0FpNAi3wRluiDBdFSBIYQ0KzzN_r265jPjQinnHh7yVJYhRS8ClZKfe3KLyk2oHneuEuqlK2qWhJWYPOwGnvoiplm4qXVMd17V5rF1UpikIGSgWNkS9FSQyUE5FjvUUzHXGE5ITkZIR8tYxJgtVXPEIjNlfYBWYvOc9XpOBlOkF-grNC7cqLWPUupFjNa74-FXo0RMBLJpFvWtYiCPJn6C3yG7bTNO2u6Tidrue0W13HQO_Usdtquuqg1bG6TtvzPNuZG-hqcXGr2baV5NhuyzId13XbBiJqDrg4qn5ni7_a_A_W9oMu hier klicken], abgerufen am 22.09.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.2.1 A. Materiell - unbeweglich 🏛️ ===&lt;br /&gt;
„Materiell - unbeweglich&amp;quot; bezeichnet ortsfeste Kulturobjekte wie Bauwerke, Ensembles, Gebäudekomplexe und Stätten/Kulturlandschaften, wie sie in Art. 1 der UNESCO-Welterbekonvention als Kategorien des kulturellen Erbes definiert sind.&amp;lt;ref&amp;gt;UNESCO World Heritage Centre o. J.: Convention Concerning the Protection of the World Cultural and Natural Heritage, Artikel 1. URL: https://whc.unesco.org/en/conventiontext/, abgerufen am 01.10.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.2.2 B. Materiell - beweglich 🖼️ ===&lt;br /&gt;
Die Kategorie „Materiell - beweglich&amp;quot; umfasst bewegliche Sachen bzw. Sachgesamtheiten von kulturellem Wert (z. B. Objekte, Sammlungen), wie sie das deutsche Kulturgutschutzgesetz (§ 2 KGSG)&amp;lt;ref&amp;gt;Deutschland 2016: Kulturgutschutzgesetz (KGSG), § 2. URL: https://www.buzer.de/2_KGSG.htm, abgerufen am 01.10.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt; als „Kulturgut“ beschreibt.&lt;br /&gt;
* B1 '''Schriftgut''' - Bücher, Zeitungen, Handschriften, Archivgut, Graphiken, Pläne, Karten&lt;br /&gt;
* B2 '''Fotografien &amp;amp; Bildträger''' &lt;br /&gt;
** Fotografisch erzeugte statische Bildträger, auch Stillbildträger genannt, z. B. Positive/Negative auf Film/Platte/Photopapier, Dias, Abzüge, Mikrofilm/-fiche und vergleichbare fotografische Repro-Träger.&lt;br /&gt;
* B3 '''Analoge AV-Träger''' (Audio/Video/Film)&lt;br /&gt;
** Analoge zeitbasierte Medien, z. B. Magnetton (Tonband, Kassette), Schallplatte, Videobänder, Film.&lt;br /&gt;
* B4 '''3D-Objekte''' - Gegenstände, „sachkulturelle Artefakte“&amp;lt;ref&amp;gt;Sorbisches Institut o. J.: Konzept zum Digitalisierungszentrum am Sorbischen Institut, S. 24.&lt;br /&gt;
(Unveröffentlichtes Konzeptpapier; interne Projektunterlage.)&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.2.3 C. Immateriell 🎭 ===&lt;br /&gt;
Meint lebendige Praktiken, Darstellungen, Ausdrucksformen, Ideen, Werte, Wissen und Fertigkeiten, die von Gemeinschaften getragen und weitergegeben werden, gemäß der folgenden 5 UNESCO ICH-Domänen.&amp;lt;ref&amp;gt;UNESCO o. J.: Intangible Cultural Heritage – Five Domains. URL: https://ich.unesco.org/doc/src/01857-EN.pdf, abgerufen am 01.10.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* C1 '''Orale Traditionen/Ausdrucksformen''' - Sprache, Gesangstraditionen&lt;br /&gt;
* C2 '''Darstellende Künste''' - Musik, Tanz, Theater&lt;br /&gt;
* C3 '''Rituale &amp;amp; Feste''' - Bräuche und soziale Praktiken des Kalenders und Lebenslaufs&lt;br /&gt;
* C4 '''Wissen &amp;amp; Praktiken''' zu Natur &amp;amp; Universum - Heil- und Sammelkenntnisse, ökologisches und astronomisches Wissen, Glaube, Religion&lt;br /&gt;
* C5 '''Traditionelles Handwerk''' - Techniken, Werkzeuge und Gestaltungsmuster&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.2.4 D. Digital 💾 ===&lt;br /&gt;
Bezeichnet in digitaler Form vorliegende Ressourcen menschlichen Wissens und Ausdrucks. Diese können sowohl born-digital sein als auch digitalisierte Repräsentationen von materiellen und immateriellen Kulturgütern.&amp;lt;ref&amp;gt;UNESCO 2003: Charter on the Preservation of Digital Heritage. URL: https://www.unesco.org/en/legal-affairs/charter-preservation-digital-heritage, abgerufen am 01.10.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* D1 '''Born-digital''' (ursprünglich digital erzeugt, kein analoges Original), z. B. Webseiten, Social-Media-Beiträge, Software, Apps, Spiele, digitale Fotos/Audio/Video.&lt;br /&gt;
* D2 '''Digitalisate''' - Digitalisierte Repräsentationen/Derivate aus den Klassen A, B und C.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== 2.3 Begriffe und Kernfunktionen ==&lt;br /&gt;
Die vorherigen Abschnitte haben geklärt, was unter Kulturerbe verstanden wird und welche Arten von Kulturgütern unterschieden werden. Bevor der nachfolgende Abschnitt den Prozess der Kulturerbe-Digitalisierung beschreibt, werden in diesem Abschnitt die dafür wichtigsten Arbeitsbegriffe und Funktionen erläutert. Der Abschnitt soll dabei die Frage beantworten: Welche Arbeitsabläufe und Funktionen sind notwendig, damit Kulturgüter nicht nur digital erfasst, sondern auch gefunden, verstanden, gesichert und genutzt werden können?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Erläuterungen sollen eine gemeinsame und leicht verständliche Grundlage schaffen für alle, die an der Digitalisierung von Kulturerbe interessiert sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.3.1 Vom Kulturgut zur digitalen Repräsentation ===&lt;br /&gt;
Dieser Abschnitt erklärt, was bei einer Digitalisierung entsteht und wie sich das digitale Ergebnis vom ursprünglichen Kulturgut unterscheidet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
! Begriff&lt;br /&gt;
! Erklärung&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Digitalisierung von Kulturerbe'''&lt;br /&gt;
| Digitalisierung bezeichnet in diesem Konzept den gesamten zusammenhängenden Prozess: Kulturgüter erfassen, beschreiben und bewerten, digitale Repräsentationen erzeugen oder übernehmen, ihre Qualität prüfen, sie sichern und für die Nutzung zugänglich machen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;DFG2016&amp;quot;&amp;gt;Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) 2016: Praxisregeln „Digitalisierung“, insbesondere S. 13 und 41-44. URL: https://www.dfg.de/resource/blob/176108/898bf3574ad0ff3b1db525fa7d04c86c/12-151-v1216-de-data.pdf, abgerufen am 16.07.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Bei ursprünglich digital entstandenen Kulturgütern – auch ''born digital'' genannt – entfällt die Überführung aus einem analogen Original; die weiteren Aufgaben bleiben bestehen.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Digitalisat und digitale Repräsentation'''&lt;br /&gt;
| Ein '''Digitalisat''' ist ein digitales Abbild eines analogen Kulturguts, beispielsweise ein Scan einer Handschrift oder ein Foto eines Museumsobjekts. Der weitere Begriff '''digitale Repräsentation''' umfasst auch Audio-, Video- oder 3D-Dokumentationen einer immateriellen kulturellen Praxis. Die digitale Repräsentation ersetzt weder das materielle Kulturgut noch die lebendige Praxis.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Masterdatei und Nutzungsderivat'''&lt;br /&gt;
| Die '''Masterdatei''' ist die möglichst hochwertige und qualitätsgeprüfte Ausgangsdatei. Sie wird für die langfristige Sicherung und spätere Bearbeitungen aufbewahrt. Ein '''Nutzungsderivat''' ist eine daraus erzeugte, an einen bestimmten Zweck angepasste Datei, beispielsweise ein kleineres Bild für eine Internetseite.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Digitales Objekt'''&lt;br /&gt;
| Als '''digitales Objekt''' wird in diesem Konzept eine zusammengehörige digitale Einheit bezeichnet. Sie kann aus einer oder mehreren Dateien, den zugehörigen Metadaten und ihren Verknüpfungen bestehen. Ein digitales Objekt kann ein Digitalisat oder ein ursprünglich digital entstandenes Kulturgut sein.&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
''Beispiel:'' Das verzierte sorbische Osterei bleibt das materielle Kulturgut. Hochauflösende Fotografien, ein 3D-Modell und die dazugehörigen Beschreibungen bilden gemeinsam seine digitale Repräsentation.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.3.2 Vier Kernfunktionen ===&lt;br /&gt;
Als '''Kernfunktionen der Kulturerbe-Digitalisierung''' werden im Folgenden vier dauerhaft zu erfüllende Aufgabenbereiche bezeichnet. Sie beschreiben, was für eine nachhaltige Digitalisierung von Kulturerbe geleistet werden muss, unabhängig davon, welche Institution oder welches technische System die jeweilige Funktion übernimmt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
! Kernfunktion&lt;br /&gt;
! Typische organisatorisch-technische Umsetzung&lt;br /&gt;
! Hauptaufgabe&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Nachweisen, beschreiben und verknüpfen'''&lt;br /&gt;
| Register oder Katalog&lt;br /&gt;
| Macht sichtbar, welche Kulturgüter vorhanden sind, wo sie sich befinden und in welchem Zusammenhang sie stehen. Ein Registereintrag kann bereits bestehen, bevor ein Digitalisat angefertigt wurde. &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Digitalisieren und Qualität sichern'''&lt;br /&gt;
| Digitalisierungszentrum oder Digitalisierungsdienst&lt;br /&gt;
| Erzeugt bzw. übernimmt digitale Repräsentationen, prüft sie und bereitet Dateien und Metadaten für die weitere Verarbeitung vor. Geliefert werden bspw. geprüfte Masterdateien und Nutzungsderivate. &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Langfristig erhalten'''&lt;br /&gt;
| Repositorium oder digitales Langzeitarchiv&lt;br /&gt;
| Übernimmt Dateien und Metadaten, speichert und verwaltet sie und erhält sie über technische und organisatorische Veränderungen hinweg dauerhaft nutzbar.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Zugänglich machen und Nutzung ermöglichen'''&lt;br /&gt;
| Präsentations- und Nutzungssystem&lt;br /&gt;
| Führt beschreibende Informationen und digitale Medien für Nutzerinnen und Nutzer zusammen. Es ermöglicht beispielsweise Suche, Anzeige, Kontextualisierung, Vermittlung und – soweit zulässig – Nachnutzung. &lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese '''Kernfunktionen''' beschreiben zunächst nicht zwingend getrennte Institutionen oder Systeme. Eine Einrichtung kann mehrere Kernfunktionen übernehmen. Umgekehrt kann eine Kernfunktion auf mehrere Einrichtungen oder technische Systeme verteilt sein. Entscheidend sind klare Zuständigkeiten, verlässliche Übergaben und gemeinsame Standards.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vereinfacht lässt sich das Zusammenspiel so zusammenfassen:&lt;br /&gt;
# Das '''Register oder der Katalog''' beschreibt und verknüpft das Kulturgut.&lt;br /&gt;
# Der '''Digitalisierungsdienst''' erzeugt und prüft seine digitale Repräsentation.&lt;br /&gt;
# Das '''Repositorium oder digitale Archiv''' übernimmt und erhält die Dateien.&lt;br /&gt;
# Das '''Präsentationssystem''' führt Beschreibungen und Medien für die Nutzung zusammen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die konkrete Ausgestaltung kann zentral, dezentral oder als Verbund mehrerer Systeme erfolgen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.3.3 Register ===&lt;br /&gt;
Die folgende Tabelle erklärt, wie Kulturgüter so erfasst, beschrieben und verknüpft werden, dass sie eindeutig zugeordnet, wiedergefunden und nach einheitlichen Regeln weiterverarbeitet werden können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
! Begriff&lt;br /&gt;
! Erklärung&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Erschließung, Verzeichnung und Registrierung'''&lt;br /&gt;
| '''Erschließung''' ist der übergeordnete Vorgang, bei dem ein Kulturgut identifiziert, beschrieben und in seinen Zusammenhang eingeordnet wird. '''Verzeichnung''' bezeichnet seine strukturierte dokumentarische Beschreibung. '''Registrierung''' bedeutet die Aufnahme in ein konkretes Register, einen Katalog oder ein Sammlungssystem. Ein Kulturgut kann bereits registriert werden, bevor ein Digitalisat vorhanden ist.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Metadaten'''&lt;br /&gt;
| Metadaten sind strukturierte Informationen über ein Kulturgut und seine digitalen Repräsentationen. Dazu gehören beispielsweise Titel, Herkunft, beteiligte Personen, Ort, Zeit, kultureller Kontext, Rechte, Dateieigenschaften und Bearbeitungsschritte. Je nach Zweck werden beschreibende, technische, rechtliche und erhaltungsbezogene Metadaten unterschieden. Sie machen Kulturgüter auffindbar, verständlich, verwaltbar und langfristig nutzbar.&amp;lt;ref name=&amp;quot;PREMIS&amp;quot;&amp;gt;Library of Congress o. J.: PREMIS – Preservation Metadata: Implementation Strategies. Internationaler Standard für Erhaltungsmetadaten. URL: https://www.loc.gov/standards/premis/, abgerufen am 16.07.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Persistenter Identifikator'''&lt;br /&gt;
| Ein '''persistenter Identifikator''' ist eine dauerhafte und eindeutige Kennung für ein Kulturgut, einen Datensatz oder eine digitale Ressource. Die Kennung bleibt bestehen, auch wenn sich der technische Speicherort oder die Internetadresse ändern. Dadurch können Kulturgüter dauerhaft zitiert und zwischen Systemen verknüpft werden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;DFG2016&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Metadaten sind keine bloße Beigabe zu einer Datei. Ohne ausreichende Beschreibungen kann ein Digitalisat zwar technisch vorhanden sein, später aber kaum gefunden, verstanden oder zuverlässig zugeordnet werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.3.4 Digitalisierungsdienst und Archiv ===&lt;br /&gt;
Die folgende Tabelle erklärt was erforderlich ist, damit Kulturgüter digitalisiert werden und nicht nur heute gespeichert sind, sondern auch nach technischen und organisatorischen Veränderungen noch gefunden, verstanden und genutzt werden können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
! Begriff&lt;br /&gt;
! Erklärung&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Repositorium'''&lt;br /&gt;
| Ein '''Repositorium''', auch ''Repository'' genannt, ist eine verwaltete technische Umgebung, in der digitale Objekte und ihre Metadaten übernommen, gespeichert, geordnet, verwaltet und bereitgestellt werden. Ein Repositorium kann Teil eines digitalen Archivs sein. Nicht jedes Repositorium erfüllt jedoch automatisch alle Anforderungen der Langzeiterhaltung.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Digitales Archiv oder digitales Langzeitarchiv'''&lt;br /&gt;
| Ein digitales Archiv ist mehr als ein Server oder ein Speicherprogramm. Es verbindet eine verantwortliche Organisation, fachkundiges Personal, Regeln, Arbeitsabläufe und technische Systeme. Es übernimmt die Verantwortung dafür, digitale Informationen langfristig zu erhalten und für festgelegte Nutzergruppen zugänglich zu machen. Das internationale Referenzmodell '''Open Archival Information System''' (OAIS, offenes Archiv-Informationssystem) bietet hierfür einen fachlichen Rahmen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;OAIS2024&amp;quot;&amp;gt;Consultative Committee for Space Data Systems (CCSDS) 2024: Reference Model for an Open Archival Information System (OAIS), CCSDS 650.0-M-3, insbesondere S. 1-1–1-2 und 2-1–2-2. URL: https://ccsds.org/Pubs/650x0m3.pdf, abgerufen am 16.07.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Ingest oder kontrollierte Übernahme'''&lt;br /&gt;
| '''Ingest''' bezeichnet die kontrollierte Übernahme digitaler Dateien und Metadaten in ein Repositorium oder digitales Archiv. Dabei werden beispielsweise Vollständigkeit, Dateiformate, Metadaten und Dateiintegrität geprüft und die Übernahme dokumentiert.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Langzeitverfügbarkeit und digitale Langzeiterhaltung'''&lt;br /&gt;
| '''Langzeitverfügbarkeit''' ist das Ziel, digitale Inhalte über technische und organisatorische Veränderungen hinweg auffindbar, lesbar, verständlich und nutzbar zu halten. '''Digitale Langzeiterhaltung''' bezeichnet die dafür notwendigen fortlaufenden Maßnahmen. Dazu können mehrere Speicherorte, regelmäßige Prüfungen, Formatüberwachung, technische Migrationen und eine nachvollziehbare Dokumentation gehören. „Langfristig“ bezeichnet dabei keine feste Zahl von Jahren, sondern einen Zeitraum, in dem mit veränderten Technologien, Formaten und Nutzungsanforderungen gerechnet werden muss.&amp;lt;ref name=&amp;quot;OAIS2024&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Datensicherung oder Backup'''&lt;br /&gt;
| Ein '''Backup''' ist eine zusätzliche Sicherungskopie, aus der Dateien nach einem Verlust oder technischen Ausfall wiederhergestellt werden können. Backups sind notwendig, ersetzen aber keine Langzeiterhaltung: Sie regeln allein noch keine dauerhaften Zuständigkeiten, Metadaten, Formatüberwachung, Integritätsprüfungen oder langfristige Zugänglichkeit.&amp;lt;ref name=&amp;quot;DPCStorage&amp;quot;&amp;gt;Digital Preservation Coalition o. J.: Digital Preservation Handbook – Storage. URL: https://www.dpconline.org/handbook/organisational-activities/storage, abgerufen am 16.07.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Integrität und Authentizität'''&lt;br /&gt;
| '''Integrität''' bedeutet, dass unbeabsichtigte Veränderungen oder Beschädigungen einer Datei erkannt werden können. Dafür werden häufig Prüfsummen verwendet - digitale Kontrollwerte, die regelmäßig verglichen werden. '''Authentizität''' bedeutet, dass Herkunft, Identität und Bearbeitungsgeschichte eines digitalen Objekts nachvollziehbar sind und belegt werden kann, dass es das ist, was es zu sein vorgibt.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Dateiformat und Datenformat'''&lt;br /&gt;
| Ein '''Dateiformat''' legt den technischen Aufbau einer einzelnen Datei fest. Ein '''Datenformat''' beschreibt, wie Informationen strukturiert und zwischen Systemen ausgetauscht werden. Gut dokumentierte, verbreitete und möglichst offen beschriebene Formate erleichtern den Austausch und die langfristige Nutzung. Sie ersetzen jedoch keine aktive Langzeiterhaltung.&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Merksatz:''' Speichern ist nicht dasselbe wie langfristiges Erhalten. Auch ein vorhandenes Backup ist noch kein digitales Langzeitarchiv.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.3.5 Präsentationssystem ===&lt;br /&gt;
Die folgende Tabelle erklärt, wie aus langfristig gesicherten Dateien ein digitales Kulturerbe wird, das von Menschen gefunden, verstanden und sinnvoll genutzt werden kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
! Begriff&lt;br /&gt;
! Erklärung&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Zugänglichmachung und Präsentation'''&lt;br /&gt;
| '''Zugänglichmachung''' bedeutet, dass digitale Objekte auffindbar und im rechtlich sowie technisch zulässigen Umfang abrufbar sind. '''Präsentation''' geht darüber hinaus: Inhalte werden ausgewählt, miteinander verknüpft, erklärt und für bestimmte Zielgruppen vermittelt. Dazu gehören verständliche Kontextinformationen, klare Rechteangaben, Mehrsprachigkeit und möglichst barrierearme Zugänge. Abhängig von Rechten, personenbezogenen Daten oder kulturellen Schutzbedarfen kann der Zugang offen oder eingeschränkt sein.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Nutzung und Nachnutzung'''&lt;br /&gt;
| '''Nutzung''' umfasst beispielsweise das Betrachten, Lesen, Anhören, Erforschen oder Vermitteln eines digitalen Kulturguts. '''Nachnutzung''' bedeutet seine weitere Verwendung in einem neuen Zusammenhang, etwa in Bildung, Forschung, Publikationen, Ausstellungen, Anwendungen oder kreativen Werken. Dafür werden geeignete Dateien, verständliche Metadaten und klare Rechteinformationen benötigt.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Rechteinformation und Lizenz'''&lt;br /&gt;
| Eine '''Rechteinformation''' beschreibt den rechtlichen Status eines digitalen Objekts und mögliche Einschränkungen seiner Nutzung. Eine '''Lizenz''' räumt durch eine dazu berechtigte Person oder Institution konkrete Nutzungsrechte ein. Ein allgemeiner Rechtehinweis ist daher nicht automatisch eine Lizenz.&amp;lt;ref name=&amp;quot;RightsReuse&amp;quot;&amp;gt;RightsStatements.org o. J.: Standardisierte Rechtehinweise für online verfügbares Kulturerbe. URL: https://rightsstatements.org/de/, abgerufen am 16.07.2026. Creative Commons 2025: Recommended Licenses and Tools for Cultural Heritage Content. URL: https://creativecommons.org/2025/07/09/recommended-licenses-and-tools-for-cultural-heritage-content/, abgerufen am 16.07.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Interoperabilität'''&lt;br /&gt;
| '''Interoperabilität''' bezeichnet die Fähigkeit von Systemen und Organisationen, Daten auszutauschen und in gleicher Bedeutung zu verstehen. Dafür werden gemeinsame Metadatenmodelle, Begriffe, Identifikatoren und technische Schnittstellen benötigt. So können beispielsweise Register, Repositorien, Präsentationsportale und externe Kulturplattformen miteinander verbunden werden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;EuropeanaEDM&amp;quot;&amp;gt;Europeana o. J.: Metadata – Europeana Data Model (EDM, Europeana-Datenmodell). URL: https://pro.europeana.eu/page/metadata, abgerufen am 16.07.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Digitalisierte Inhalte entfalten ihren kulturellen und gesellschaftlichen Nutzen erst dann vollständig, wenn sie auffindbar, verständlich, rechtlich klar und für unterschiedliche Zielgruppen tatsächlich verwendbar sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der folgende Abschnitt 2.4 beschreibt, wie diese Kernfunktionen innerhalb des gesamten Prozesses der Kulturerbe-Digitalisierung zusammenwirken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== 2.4 Prozess der Digitalisierung von Kulturerbe ==&lt;br /&gt;
Die Digitalisierung von Kulturgut ist kein rein technischer Arbeitsschritt, sondern ein vielschichtiger, oft langfristiger Prozess, der bereits mit der Wahrnehmung und Identifikation einer kulturellen Ausdrucksform beginnt. Ziel dieses Abschnitts ist es, diesen Gesamtprozess systematisch darzustellen: von der gelebten Kultur über das identifizierte Kulturgut bis hin zur digital nutzbaren Repräsentation.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die hier entwickelte Prozessdarstellung soll als praxisorientierter Überblick dienen für die Digitalisierung des sorbischen Kulturerbes. Sie berücksichtigt die Anforderungen sorbischer Einrichtungen ebenso wie die international etablierten Referenzmodelle und Standards, darunter:&lt;br /&gt;
* das OAIS-Referenzmodell (ISO 14721) für digitale Archivierung&amp;lt;ref&amp;gt;Consultative Committee for Space Data Systems (CCSDS) 2024: Reference Model for an Open Archival Information System (OAIS), CCSDS 650.0-M-3. URL: https://ccsds.org/Pubs/650x0m3.pdf, abgerufen am 01.10.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
* das DCC Curation Lifecycle Model für kuratorische Entscheidungsprozesse&amp;lt;ref&amp;gt;Higgins 2008: The DCC Curation Lifecycle Model. International Journal of Digital Curation, 3(1), 134-140. URL: https://ijdc.net/index.php/ijdc/article/view/48, abgerufen am 01.10.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
* das Spectrum-Modell für museale Objektverwaltung&amp;lt;ref&amp;gt;Collections Trust 2022. Spectrum 5.1 - The UK Museum Collections Management Standard. URL: https://collectionstrust.org.uk/spectrum/spectrum-5, abgerufen am 01.10.2025. &amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
* die UNESCO-Leitlinien zur Inventarisierung immateriellen Kulturerbes&amp;lt;ref&amp;gt;UNESCO 2024: Operational Directives for the Implementation of the Convention for the Safeguarding of the Intangible Cultural Heritage (10.GA). URL: https://ich.unesco.org/doc/src/ICH-Operational_Directives-10.GA_EN.pdf, abgerufen am 01.10.2025. &amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
* sowie technische Vorgaben wie die DFG-Praxisregeln Digitalisierung&amp;lt;ref&amp;gt;Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) 2022: Praxisregeln Digitalisierung (aktualisierte Fassung). URL: https://www.ulb.hhu.de/fileadmin/redaktion/ULB/Documents/Infomaterial/DFG_Praxisregeln_Digitalisierung_Aktualisierte_Fassung2022.pdf, abgerufen am 01.10.2025. &amp;lt;/ref&amp;gt; und die FADGI-Richtlinien&amp;lt;ref&amp;gt;Federal Agencies Digital Guidelines Initiative (FADGI) 2023: Technical Guidelines for Digitizing Cultural Heritage Materials – Still Image, 3rd ed. URL: https://www.digitizationguidelines.gov/guidelines/digitize-technical.html, abgerufen am 01.10.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Folge soll der „Lebenslauf“ eines Kulturguts dargestellt werden, also der Weg, den ein Objekt oder eine kulturelle Praxis vom Zeitpunkt der Entstehung über die Erfassung, Digitalisierung und Archivierung bis zur Veröffentlichung in einem digitalen Präsentationsmodul durchläuft.&lt;br /&gt;
Hierfür erläutert der folgende Abschnitt die einzelnen Prozessschritte im Detail, jeweils mit Akteuren und Beispielen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.4.1 Vorüberlegungen zum Prozess ===&lt;br /&gt;
Im hier vorgestellten Prozess wird auf eine harte, systematische Filterung verzichtet, welche kulturellen Ausdrucksformen „nur“ Kultur und welche bereits Kulturgut sind. Ein solcher Bewertungs- und Abgrenzungsprozess wäre ressourcenintensiv und würde den vorhandenen Kapazitäten in den beteiligten Einrichtungen nicht entsprechen. Stattdessen folgt das Konzept einer inklusiven Logik: Alle dokumentierten Ausdrucksformen werden zunächst als potenzielle Kulturgüter erfasst. Eine feinere Auswahl und Priorisierung erfolgen erst in einem späteren Schritt, nämlich dann, wenn konkret entschieden wird, welche Ausdrucksformen bzw. Kulturgüter in welcher Tiefe digitalisiert, archiviert und präsentiert werden sollen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieses Vorgehen schließt an das SKR-Konzept an, das bewusst auf eine frühe normative Trennung zwischen „kultureller Ausdrucksform“ und „Kulturgut“ verzichtet. Auch hier steht zunächst der möglichst vollständige, strukturierte Überblick über die sorbischen Kulturgüter im Vordergrund. Die differenzierte Bewertung und Schwerpunktsetzung werden als anschließende fachliche Aufgabe verstanden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.4.2 Prozessschritte im Detail ===&lt;br /&gt;
Das folgende Diagramm gibt einen Überblick über die sechs Kernschritte des Gesamtprozesses der Digitalisierung von Kulturgut – von der ersten Wahrnehmung einer kulturellen Ausdrucksform bis zu ihrer digitalen Präsentation als Kulturgut. Die Abfolge zeigt zugleich die Entwicklungsstufen: von gelebter Kultur zur kulturellen Ausdrucksform, von dort zum Kulturgut und schließlich zum digitalen Kulturgut. Die Schritte sind als generischer Ablauf zu verstehen: Je nach Art des Kulturguts können einzelne Tätigkeiten unterschiedlich aufwendig sein oder parallel erfolgen.&lt;br /&gt;
[[Dataja:Wobraz_K3.png|center|600px]]&amp;lt;ref&amp;gt;Mermaid Flowchart Code: [https://mermaid.live/edit#pako:eNplkk1OwzAQha8yGqmbkloxSZs2CyTa8LOphIAVhIVJpolF4iDH4a_qbXqTXgzHFdAKr2y97703lmaNWZMTxriqmvesFNrAfZIqgPPHFIdDzuBO1DVVajhM8QlGozOYO-WUwS0VsjVakqa93Pvmjlk4JmAwp3fS5kCHwQAWjkkcE_Y5WWkIXqrd9jBpT138UIkspBGVbI_7-rwLR146csLgRryQ-U8lMGLwTG1WapLPpHKCZQLMOY9ch7m2VxiSpOAEjJ1TSev_M_bkvv3KtY8ZnOuslG_H9VcOuf4dUO-2LamjGdHDQsscY6M78rAmXYv-ies-IEVTUk0pxvaa00p0lUkxVRtrexXqoWnqH6duuqLEeCWq1r6619zOn0hRaPGH9J_Xi6ZTBuOxS8B4jR8YhxGLeDThkR-EM37KuYefFmHTaOz7fOZHQTidBMHGwy9X6VslnNnDw4jPuB8GHlIuTaOX-7Vy27X5Bh_Osqo hier klicken], abgerufen am 22.09.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Prozess zeigt, dass Digitalisierung von Kulturgut mehr ist als das Erstellen digitaler Dateien. Sie umfasst eine Reihe aufeinander bezogener Schritte – von der ersten Wahrnehmung einer kulturellen Ausdrucksform über ihre Erfassung, Bewertung und Digitalisierung bis hin zur langfristigen Sicherung und Präsentation. Dabei sind je nach Schritt unterschiedliche Akteure beteiligt, etwa Gemeinschaften, Museen, Archive, Fachgremien, Digitalisierungsstellen oder IT. Die folgenden Beschreibungen erläutern diese Schritte so, dass nachvollziehbar wird, was jeweils mit einem Kulturgut geschieht, wer daran beteiligt ist und wie sich der Ablauf in der Praxis vorstellen lässt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''1. Sammeln &amp;amp; erfassen''' &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Hier wird eine kulturelle Ausdrucksform erstmals wahrgenommen, benannt und mit ersten Informationen erfasst: Was ist es, wer macht es oder hat es geschaffen, wo kommt es vor, warum ist es bedeutsam für die Gemeinschaft? &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Akteure''': Community, Vereine, Museen, Archive, Forschende, Privatpersonen.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Beispiel''': Auf einem Dorffest zeigt eine Frau das Verzieren sorbischer Ostereier. Jemand fotografiert dies und notiert Technik, Ort und Namen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''2. Registrieren &amp;amp; beschreiben''' &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Hier wird aus der ersten Beobachtung ein strukturierter Nachweis. Das Kulturgut oder die kulturelle Ausdrucksform wird in ein Register, eine Sammlung oder einen Katalog aufgenommen und mit strukturierten Metadaten beschrieben, damit es wiedergefunden, zugeordnet und verstanden werden kann. Dazu gehören z. B. Titel, Ort, Zeit, Technik, Funktion, beteiligte Personen und der kulturelle Kontext.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Akteure''': Registerverantwortliche, Kurator:innen, Sammlungsmitarbeitende, Community für Kontextinformationen.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Beispiel''': Das Osterei erhält einen Eintrag mit Angaben wie „Wachsbatik“, „Schleife“, „Osterei-Verzierung“, Name der Trägerin und Entstehungsjahr.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''3. Bewerten &amp;amp; freigeben''' &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
In diesem Schritt wird entschieden, ob und in welcher Priorität ein Kulturgut oder die kulturelle Ausdrucksform digitalisiert werden soll und ob dies rechtlich und ethisch möglich ist. Dabei spielen fachliche Kriterien wie Bedeutung, Repräsentativität, Seltenheit oder Gefährdung eine Rolle, aber auch Fragen des Urheberrechts, Datenschutzes und möglicher kultureller Sensibilitäten. Am Ende steht eine begründete Entscheidung, ob und in welchem Umfang das Kulturgut weiterbearbeitet und später veröffentlicht werden darf. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Akteure''': Kurator:innen, Fachgremien, Community-Vertretungen, Register/SKR, ggf. Rechteverantwortliche und Behörden. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Beispiel''': Es wird entschieden, dass die Osterei-Technik wegen ihrer Bedeutung für die sorbische Identität digital gesichert werden soll; die Kunsthandwerkerin stimmt der Veröffentlichung zu.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''4. Digitalisieren &amp;amp; prüfen''' &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Nun wird das Kulturgut technisch erfasst, also in eine digitale Form überführt. Das kann je nach Objektart durch Scan, Fotografie, Audio- oder Videoaufnahme oder 3D-Erfassung geschehen. Dabei entstehen hochwertige Master-Dateien und nutzbare Derivate. Die Digitalisierung folgt qualifizierten Standards, um Reproduzierbarkeit, Farbkonsistenz und Nutzbarkeit zu gewährleisten. Anschließend wird geprüft, ob Schärfe, Farbe, Vollständigkeit und Dateiformate den Anforderungen für Archivierung und Nutzung entsprechen. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Akteure''': Digitalisierungszentrum, Foto-/AV-/3D-Spezialist:innen, externe Dienstleister bei Spezialfällen. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Beispiel''': Das Osterei wird fotografisch hochauflösend aufgenommen und zusätzlich als 3D-Modell erfasst. Danach werden Schärfe, Farbe und Dateiformate geprüft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''5. Archivieren &amp;amp; sichern''' &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die entstandenen digitalen Dateien werden geordnet abgelegt, mit den zugehörigen Metadaten verknüpft und für die langfristige Erhaltung gesichert. Dazu gehören sichere Speicherorte, Backups, Integritätskontrollen und – wenn nötig – spätere technische Migration auf neue Systeme. Ziel ist, dass das digitale Kulturgut langfristig erhalten bleibt, auch wenn sich Technik und Formate verändern. Das Original bleibt in der Regel weiterhin am Sammlungs- oder Aufbewahrungsort. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Akteure''': Archiv, Repository, IT-Betrieb, ggf. Sorbisches Kulturarchiv bzw. Digitalisierungszentrum. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Beispiel''': Die Bilder und das 3D-Modell des Ostereis werden auf gesicherten Servern gespeichert; das Original bleibt im Museum oder bei der Eigentümerin.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''6. Präsentieren &amp;amp; nutzen''' &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Im letzten Schritt werden die digitalen Objekte so bereitgestellt, dass sie gefunden, verstanden und genutzt werden können, z. B. in Portalen, digitalen Sammlungen oder virtuellen Ausstellungen. Dafür reicht es nicht, nur Dateien anzuzeigen: Es braucht auch verständliche Kontexte, Rechteangaben, Mehrsprachigkeit und möglichst barrierearme Zugänge. So wird aus der technischen Digitalisierung eine tatsächliche kulturelle Nutzung. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Akteure''': Kurator:innen, Vermittlung, Web/IT, Museen, Kulturinformationen, Community. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Beispiel''': Das Osterei erscheint in einer Online-Ausstellung, kann herangezoomt oder als 3D-Modell gedreht werden und wird mit einem kurzen Text zur Technik erklärt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.4.3 Organisatorische Perspektive ===&lt;br /&gt;
Die folgende Abbildung ist entnommen aus einem Poster des Sorbischen Instituts zu dessen Digitalisierungsstrategie, gefunden auf der Projektseite des Digitalisierungszentrums.&amp;lt;ref&amp;gt;Sorbisches Institut: Digitalisierungszentrum (DZ). URL: [https://www.serbski-institut.de/projekte-zentrale-vorhaben/digitalisierungszentrum-dz/ https://www.serbski-institut.de/projekte-zentrale-vorhaben/digitalisierungszentrum-dz/], abgerufen am 25.03.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Digitalisierungsstrategie des Sorbischen Instituts zeigt die Erfassung, Registrierung, Digitalisierung und Archivierung bis zur Präsentation von Kulturgütern aus '''organisatorischer Sicht'''. Sie basiert auf einem '''3-Säulen-Modell aus Kulturregister, Digitalisierungszentrum und Präsentationsumgebung'''. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Dataja:Wobraz_K4.png|mini||center|600px|Abbildung: 3-Säulen-Modell der Digitalisierungsstrategie des Sorbischen Instituts. Quelle: Sorbisches Institut, „Digitalizacija serbskich kulturnych datow / Digitalisierung der sorbischen/wendischen Kulturdaten“&amp;lt;ref&amp;gt;Sorbisches Institut 2025: Digitalizacija serbskich kulturnych datow / Digitalisierung der sorbischen/wendischen Kulturdaten (Poster). URL:  [https://www.serbski-institut.de/wp-content/uploads/2021/11/A0-Druck_Digitalisierungsstrategie-SI.pdf  https://www.serbski-institut.de/wp-content/uploads/2021/11/A0-Druck_Digitalisierungsstrategie-SI.pdf], abgerufen am 25.03.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Beide Sichtweisen - die fachliche &amp;quot;Prozess-Sicht&amp;quot; und die &amp;quot;organisatorische Sicht&amp;quot; lassen sich wie folgt in einer Darstellung zusammenfassen:&lt;br /&gt;
[[Dataja:Wobraz_K5.jpg|mini||center|600px|Abbildung: Zusammengefasste Sichtweisen auf die Digitalisierung von Kulturerbe.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der &amp;quot;Prozess der Digitalisierung von Kulturerbe&amp;quot; beschreibt, '''was''' mit einem Kulturgut geschieht; das 3-Säulen-Modell zeigt, '''wo''' diese Aufgaben organisatorisch verortet sind. Bezogen auf die oben beschriebenen [[#2.3.2 Prozessschritte im Detail|Prozessschritte der Digitalisierung von Kulturerbe]] steht das '''Sorbische Kulturregister''' für den Prozessschritt „'''2. Registrieren'''“ und dient dabei vor allem der Verzeichnung und Metadatenverwaltung. Das '''Digitalisierungszentrum''' steht für die Prozessschritte „'''4. Digitalisieren'''“ und „'''5. Archivieren'''“ und dient dabei der technischen Erfassung, Bearbeitung und Sicherung der Digitalisate. Die '''Präsentationsumgebung''' steht für den Schritt „'''6. Präsentieren'''“ und dient der öffentlichen oder kuratierten Bereitstellung zur Nutzung. Ergänzende Konzepte des SI machen dabei deutlich, dass die Digitalisierung im Regelfall eine vorherige Verzeichnung im Register voraussetzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
! Prozessschritt&lt;br /&gt;
! Verantwortliche Organisation&lt;br /&gt;
! Funktion im Gesamtsystem&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''2. Registrieren'''&lt;br /&gt;
| '''Sorbisches Kulturregister'''&lt;br /&gt;
| Kulturgüter werden als Entitäten nachgewiesen, beschrieben, mit Metadaten versehen und miteinander verknüpft. Das Register erfüllt damit eine katalogähnliche Funktion: Es macht sichtbar, welche Kulturgüter es gibt, wo sie sich befinden und in welchem Kontext sie stehen.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''4. Digitalisieren'''&lt;br /&gt;
| '''Digitalisierungszentrum'''&lt;br /&gt;
| Kulturgüter werden technisch erfasst, z. B. durch Scan, Fotografie, Audio-/Videoübertragung oder 3D-Erfassung. Das Digitalisierungszentrum erzeugt und prüft die Digitalisate, ist aber nicht selbst primär ein Präsentationssystem.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''5. Archivieren'''&lt;br /&gt;
| '''Digitalisierungszentrum / Repositorium / Archiv'''&lt;br /&gt;
| Die digitalen Dateien werden geordnet gespeichert, mit Metadaten verbunden und langfristig gesichert. Dazu gehört auch die Sicherstellung der Langzeitaufbewahrung, etwa durch geeignete Speicherorte, Prüfroutinen und spätere Migrationen.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''6. Präsentieren'''&lt;br /&gt;
| '''Sorabicon / weitere Präsentationsumgebungen'''&lt;br /&gt;
| Die digitalen Inhalte werden für Nutzer:innen sichtbar, erfahrbar und verständlich gemacht, z. B. in Portalen, digitalen Sammlungen oder virtuellen Ausstellungen. Die Präsentation greift dafür auf Metadaten aus dem Register und auf Digitalisate aus dem Repositorium bzw. dem Digitalisierungszentrum zurück.&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Schritt '''1. Sammeln''' liegt vor diesen drei Säulen. Er betrifft die Sammlungsorte selbst, also z. B. Museen, Archive, Heimatstuben, Vereine, Projekte, Gemeinden oder Privatpersonen. Dort entstehen oder befinden sich die Kulturgüter zunächst, bevor sie systematisch registriert, bewertet oder digitalisiert werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Schritt '''3. Bewerten''' ist ebenfalls keine eigene technische Säule, sondern ein steuernder Entscheidungsschritt. In ihm wird geklärt, welche Kulturgüter priorisiert digitalisiert werden, welche fachliche Bedeutung sie haben, welche Rechte zu beachten sind und ob eine öffentliche Präsentation möglich ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Damit wird deutlich: Register, Digitalisierungszentrum und Präsentation erfüllen unterschiedliche Aufgaben. Das '''Register''' beschreibt und verknüpft Kulturgüter, das '''Digitalisierungszentrum''' erzeugt und sichert Digitalisate und die '''Präsentationsumgebung''' macht ausgewählte Inhalte verständlich zugänglich. Gerade diese Trennung schafft klare Zuständigkeiten und erleichtert die Zusammenarbeit zwischen Sammlungsorten, Fachstellen, technischen Dienstleistern und Öffentlichkeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== 2.5 Beispiele anderer Kulturen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Digitalisierung des Kulturerbes kleiner, autochthoner, indigener und sprachlicher Gemeinschaften weist häufig vergleichbare Herausforderungen auf: Kulturgüter und Bestände sind auf viele Institutionen, Vereine, lokale Einrichtungen und private Träger verteilt. Personelle und finanzielle Ressourcen sind begrenzt, mehrere Sprachen und Beschreibungstraditionen müssen berücksichtigt werden und nicht alle kulturellen Inhalte dürfen oder sollen ohne Einschränkung öffentlich zugänglich gemacht werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In einer vergleichenden Recherche wurde daher untersucht, wie andere Gemeinschaften und Regionen ihr Kulturerbe erfassen, beschreiben, digitalisieren, langfristig sichern und zur Nutzung bereitstellen. Dabei wurde nicht nach einer universell „idealen“ technischen Lösung gesucht. Untersucht wurde vielmehr, welche organisatorischen, technischen, rechtlichen und gemeinschaftlichen Modelle unter welchen Rahmenbedingungen funktionieren, welche Schwierigkeiten auftreten und welche übertragbaren Erfolgsfaktoren erkennbar sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die nachfolgenden Beispiele verdeutlichen unterschiedliche Schwerpunkte: gemeinschaftliche Steuerung, institutionsübergreifende Register und Suchsysteme, Digitalisierung verteilter Bestände, Sprach- und Tonarchive, abgestufte Zugänge, Unterstützung kleiner Kulturgutträger sowie die Überführung zeitlich begrenzter Projekte in einen dauerhaften Betrieb.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die daraus abgeleiteten Kriterien bilden einen Referenzrahmen. Anhand dieses Referenzrahmens kann in einer späteren Ist-Analyse geprüft werden, welche Funktionen bereits vorhanden, nur konzeptionell beschrieben, in Pilotprojekten erprobt oder dauerhaft im Regelbetrieb verankert sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die ausführlichen Fallprofile, Vergleichsmatrizen, Quellen sowie ein Hinweis zur KI-gestützten Erstellung befinden sich in der [[12.3.A1 Vergleichende Recherche – Digitalisierung des Kulturerbes anderer Kulturen und Regionen|ausführlichen Vergleichsrecherche]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.5.1 RomArchive – Digitales Archiv der Roma ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Roma und Sinti sind eine transnationale Minderheit, die in zahlreichen europäischen Staaten lebt. RomArchive wurde von 2015 bis 2019 mit 3,75 Millionen Euro durch die Kulturstiftung des Bundes gefördert. Weitere Unterstützer waren unter anderem die Bundeszentrale für politische Bildung, das Auswärtige Amt und das Goethe-Institut. Seit 2019 wird das Archiv durch das Dokumentations- und Kulturzentrum Deutscher Sinti und Roma in Heidelberg betrieben.&amp;lt;ref name=&amp;quot;vergleich_romarchive&amp;quot;&amp;gt;RomArchive o. J.: Frequently Asked Questions. URL: https://www.romarchive.eu/en/about/frequently-answered-questions/; Dokumentations- und Kulturzentrum Deutscher Sinti und Roma e. V. o. J.: Imprint. URL: https://www.romarchive.eu/en/imprint/; Kulturstiftung des Bundes o. J.: RomArchive. URL: https://www.kulturstiftung-des-bundes.de/en/programmes_projects/film_and_new_media/detail/romarchive.html, jeweils abgerufen am 20.07.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Archiv präsentiert Kunst, Geschichte und Kultur aus der Perspektive der Roma. Kuratorische Teams und Beirat waren überwiegend mit Angehörigen der Minderheit besetzt. Neben öffentlich zugänglichen Inhalten existiert ein internes Archiv mit beschränktem Forschungszugang. Besonders lehrreich ist der bereits zu Projektbeginn geplante und später tatsächlich vollzogene Übergang an einen dauerhaften Betreiber.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Erfolgsfaktoren und Learnings:''' &lt;br /&gt;
* Angehörige der Gemeinschaft sollten nicht nur Inhalte zuliefern, sondern festgelegte Entscheidungsrechte bei Auswahl, Beschreibung, Kontextualisierung und Zugangsregeln besitzen. &lt;br /&gt;
* Bereits zu Beginn einer Projektphase verbindlich klären, welche Institution das Register, Archiv oder Portal nach dem Ende der Förderung dauerhaft betreibt, pflegt und finanziert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.5.2 Nuohtti – Zugang zum Sámi-Kulturerbe ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Sámi sind ein indigenes Volk im nordeuropäischen Sápmi, das sich über Teile Norwegens, Schwedens, Finnlands und Russlands erstreckt. Viele historische Sámi-Materialien befinden sich außerhalb der Sámi-Institutionen in europäischen Archiven und Museen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nuohtti ist ein gemeinsamer Suchdienst für digitalisierte Sámi-Materialien. Er wurde von 2018 bis 2021 mit Mitteln des Programms Interreg Nord der EU (Europäische Union) entwickelt. Beteiligt waren unter anderem die Sámi-Archive der finnischen und norwegischen Nationalarchive, das schwedische Reichsarchiv und mehrere Universitäten. Die Sámi-Parlamente Finnlands, Norwegens und Schwedens waren in der Steuerungsgruppe vertreten. Der Dienst führte nach Projektangaben etwa 30.000 Datensätze aus 32 Institutionen zusammen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;vergleich_nuohtti&amp;quot;&amp;gt;Nuohtti o. J.: About Nuohtti. URL: https://nuohtti.com/Content/about; University of the Arctic 2023: The Nuohtti service provides digital access to Sámi material in European archives. URL: https://www.uarctic.org/news/2023/3/the-nuohtti-service-provides-digital-access-to-sami-material-in-european-archives/, jeweils abgerufen am 20.07.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nuohtti übernimmt nicht alle Bestände in ein einziges System. Stattdessen werden Metadaten, also strukturierte Beschreibungsdaten zu Objekten und Beständen, aus vorhandenen Einrichtungen zusammengeführt und mit mehrsprachiger Suche, Karte und Zeitleiste zugänglich gemacht. Ethische Hinweise machen darauf aufmerksam, dass viele Bestände unter historischen und teilweise kolonialen Bedingungen gesammelt und beschrieben wurden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Erfolgsfaktoren und Learnings:''' &lt;br /&gt;
* Ein gemeinsamer Zugang kann auch mit dezentraler Architektur der Bestände erfolgen – Originale, Dateien und Fachsysteme können beim Kulturgutträger verbleiben.&lt;br /&gt;
* Ein Register für Kulturdaten kann als übergreifende Nachweisschicht arbeiten: Größere Einrichtungen liefern Daten über technische Schnittstellen, während kleine Träger zentrale oder gemeinsam bereitgestellte Erfassungsdienste nutzen können. &lt;br /&gt;
* Historische Fremdbeschreibungen sollten ergänzt werden durch Selbstbezeichnungen, eigene Sprachformen, alternative Benennungen und Kontexte der betreffenden Gemeinschaft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.5.3 People’s Collection Wales / Casgliad y Werin Cymru ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wales ist ein Landesteil des Vereinigten Königreichs mit einer eigenständigen nationalen und walisischsprachigen Identität. People’s Collection Wales ist eine zweisprachige Plattform für institutionelles und gemeinschaftlich getragenes Kulturerbe. Sie wird als Verbund der National Library of Wales, des National Museum Wales und der Royal Commission on the Ancient and Historical Monuments of Wales betrieben und durch die walisische Regierung finanziert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Neben der technischen Plattform werden kostenlose Beratung und Schulungen zu Digitalisierung, Metadaten, Urheberrecht, Datenschutz und Oral History, also mündlich überlieferter und aufgezeichneter Geschichte, angeboten. Eine unabhängige Evaluation stellte Fortschritte bei der Zusammenarbeit und beim Kompetenzaufbau fest, benannte aber auch begrenzte Wirkungsnachweise, Finanzierungsrisiken und den hohen Personalaufwand für die Unterstützung der beteiligten Gemeinschaften.&amp;lt;ref name=&amp;quot;vergleich_wales&amp;quot;&amp;gt;Vittle, Kate / Haswell-Walls, Fran / Dixon, Tim; ERS Ltd. 2016: Evaluation of the Casgliad y Werin Cymru / People’s Collection Wales Digital Heritage Programme. Impact Report. URL: https://www.gov.wales/sites/default/files/publications/2019-08/evaluation-of-the-peoples-collection-wales-digital-heritage-programme-impact.pdf; People’s Collection Wales o. J.: Community Support. URL: https://www.peoplescollection.wales/about-us/community-support, jeweils abgerufen am 20.07.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Erfolgsfaktoren und Learnings:''' &lt;br /&gt;
* Kleine und ehrenamtlich betreute Sammlungen benötigen nicht nur technische Standards, sondern konkrete und dauerhaft verfügbare Dienstleistungen: Erstberatung, Schulung, Vorlagen, Unterstützung bei Rechtefragen, Qualitätskontrolle und persönliche Ansprechpartner. &lt;br /&gt;
* Ein Digitalisierungszentrum oder ein Verbund koordinierter Digitalisierungsdienste sollte daher als Service- und Kompetenzstruktur ausgestaltet werden und nicht lediglich als technische Produktionsstelle. &lt;br /&gt;
* Der dafür notwendige Beratungs- und Unterstützungsaufwand muss als dauerhafte Betriebsaufgabe eingeplant werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.5.4 Tobar an Dualchais / Kist o Riches ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schottisch-Gälisch ist eine Minderheitensprache, die vor allem in den Highlands und auf den schottischen Inseln gesprochen wird. Tobar an Dualchais macht mehr als 40.000 seit den 1930er Jahren entstandene Tonaufnahmen zugänglich. Die Bestände umfassen Erzählungen, Lieder, Musik, Gedichte und mündlich überliefertes Wissen auf Gälisch, Scots und Englisch. Ein bedeutender Teil der Originalbestände wird in den School of Scottish Studies Archives der Universität Edinburgh verwahrt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;vergleich_tobar&amp;quot;&amp;gt;University of Edinburgh 2024: Tobar an Dualchais / Kist o Riches. URL: https://gaelic.ed.ac.uk/gaelic-collections/tobar-an-dualchais-kist-o-riches; Scottish Government 2025: Rediscovering lost Gaelic words. URL: https://www.gov.scot/news/rediscovering-lost-gaelic-words/, jeweils abgerufen am 20.07.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Digitalisierung wird mit Verschriftlichung beziehungsweise Transkription, sprachlicher Erschließung, Freiwilligenarbeit und teilweise automatischer Spracherkennung verbunden. Das Projekt erhält wiederkehrende öffentliche Förderungen, muss Rechteklärung, Transkription und technische Weiterentwicklung jedoch dauerhaft fortsetzen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Erfolgsfaktoren und Learnings:''' &lt;br /&gt;
* Gefährdete Ton-, Film- und Videobestände müssen wegen Materialverfall, beschädigungsanfälliger Trägermaterialien und nicht mehr verfügbarer Wiedergabetechnik zeitlich priorisiert werden. &lt;br /&gt;
* Ein geeignetes Pilotprojekt kann Digitalisierung, Rechteklärung, Verschriftlichung, Übersetzung, Metadatenerfassung, Archivierung und Bildungsnutzung entlang einer vollständigen Prozesskette verbinden. &lt;br /&gt;
* Dadurch werden nicht nur einzelne Dateien erzeugt, sondern zugleich die notwendigen Standards, Zuständigkeiten und Aufwände erprobt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.5.5 Euskariana – Portal zum baskischen Kulturerbe ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Baskinnen und Basken leben in Gebieten Spaniens und Frankreichs. Euskariana ist das staatlich betriebene Kulturportal der Autonomen Gemeinschaft Baskenland in Spanien. Es wird durch die Digitale Bibliothek Euskadi betrieben und verbindet Daten der baskischen Regierung, der Provinzen, Kommunen, Universitäten sowie öffentlicher, kirchlicher und privater Einrichtungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Portal ist zugleich gemeinsamer Katalog und Zugang zu digitalen Objekten. Es kann Inhalte über ein eigenes Repositorium, also ein institutionell betriebenes digitales Ablage- und Erhaltungssystem, bereitstellen oder zu den Systemen der Partner verlinken. Verwendet werden internationale Standards wie Dublin Core als allgemeiner Metadatenstandard, METS (Metadata Encoding and Transmission Standard) zur Strukturierung und Übertragung digitaler Objekte, PREMIS (Preservation Metadata: Implementation Strategies) für Metadaten zur digitalen Langzeiterhaltung und ALTO (Analyzed Layout and Text Object) für erkannte Texte und Seitenlayouts. Die standardisierten Daten können unter anderem an Europeana weitergegeben werden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;vergleich_euskariana&amp;quot;&amp;gt;Gobierno Vasco / Biblioteca Digital de Euskadi o. J.: Acerca de Euskariana. URL: https://www.euskariana.euskadi.eus/euskadibib/es/help/about.do, abgerufen am 20.07.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Erfolgsfaktoren und Learnings:''' &lt;br /&gt;
* Unterschiedliche Kulturgutträger benötigen unterschiedliche Anschlussmöglichkeiten. &lt;br /&gt;
** Kleine Einrichtungen sollten Daten und gegebenenfalls Dateien in zentral bereitgestellten Diensten erfassen und verwalten können. &lt;br /&gt;
** Größere Institutionen sollten ihre vorhandenen Systeme über Datenexporte oder Programmierschnittstellen anbinden können. &lt;br /&gt;
* Dafür ist ein gemeinsamer, bewusst schlank gehaltener Metadatenkern erforderlich, der durch fach- und institutionsspezifische Angaben erweitert werden kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.5.6 Mukurtu und Plateau Peoples’ Web Portal ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mukurtu ist eine frei verfügbare Software für die gemeinschaftlich kontrollierte Verwaltung digitalen indigenen Kulturerbes. Das Plateau Peoples’ Web Portal verbindet acht indigene Nationen des nordwestlichen Plateaus der USA mit der Washington State University und mehreren Museen und Archiven. Stammesvertreter wählen und beschreiben die Inhalte; die Universität übernimmt wesentliche technische Betriebsaufgaben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mukurtu ermöglicht kulturelle Protokolle, also gemeinschaftlich festgelegte Regeln für Zugang und Nutzung, Traditional Knowledge Labels als Kennzeichnungen für überliefertes gemeinschaftliches Wissen sowie mehrere Beschreibungen zu demselben Objekt. Dadurch kann neben einer institutionellen Museumsbeschreibung eine Beschreibung der Herkunftsgemeinschaft stehen. Zugänge können von vollständig öffentlich bis streng beschränkt reichen. Mukurtu weist ausdrücklich darauf hin, dass die Plattform vor allem dem Zugang und der gemeinschaftlichen Verwaltung dient und ein gesondertes Konzept für Digitalisierung, Langzeiterhaltung, Personal und Finanzierung erforderlich bleibt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;vergleich_mukurtu&amp;quot;&amp;gt;Mukurtu CMS / Washington State University o. J.: About. URL: https://mukurtu.org/about/; Plateau Peoples’ Web Portal. URL: https://mukurtu.org/project/plateau-peoples-web-portal-showcase/, jeweils abgerufen am 20.07.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Erfolgsfaktoren und Learnings:''' &lt;br /&gt;
* Rechte und kulturelle Sensibilität müssen als Bestandteil des Datenmodells behandelt werden und dürfen nicht erst unmittelbar vor einer Veröffentlichung geprüft werden. &lt;br /&gt;
* Sinnvoll sind abgestufte Kategorien wie &lt;br /&gt;
** „nur Metadaten öffentlich“, &lt;br /&gt;
** „öffentliches Nutzungsdigitalisat“, &lt;br /&gt;
** „Zugang nach Rücksprache“, &lt;br /&gt;
** „beschränkter Gemeinschafts- oder Forschungszugang“, &lt;br /&gt;
** „zeitlich gesperrt“ und &lt;br /&gt;
** „nicht zugänglich“. &lt;br /&gt;
* Mehrere Beschreibungen zu demselben Objekt ermöglichen es außerdem, institutionelle Überlieferung und Selbstbeschreibung nebeneinander nachvollziehbar zu dokumentieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.5.7 Indigitization – zentrale Unterstützung für dezentrale Digitalisierung ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Indigitization unterstützt First Nations und weitere indigene Gemeinschaften in British Columbia in Kanada. Das Programm wird gemeinsam von indigenen Organisationen, Bibliotheken, Archiven und Hochschulen getragen. Es stellt einen Werkzeugkasten, Schulungen, Musterunterlagen, technische Beratung und Förderhilfen bereit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von 2013 bis 2019 wurden drei Pilotprojekte und 45 weitere Projekte gefördert. Dabei wurden mehr als 11.000 Audiokassetten digitalisiert. Die Digitalisierung erfolgte in den Gemeinschaften; eine allgemeine Veröffentlichung war nicht zwingend. Das frühere Förderprogramm für Audiokassetten befindet sich inzwischen allerdings in einer Pause.&amp;lt;ref name=&amp;quot;vergleich_indigitization&amp;quot;&amp;gt;Indigitization o. J.: About Us. URL: https://www.indigitization.ca/about-2/; Indigitization Toolkit. URL: https://www.indigitization.ca/toolkit/; Audio Cassette Digitization Grant. URL: https://www.indigitization.ca/funding/audio-cassette-grant/, jeweils abgerufen am 20.07.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Erfolgsfaktoren und Learnings:''' &lt;br /&gt;
* Zentral bereitgestellte Kompetenz lässt sich mit dezentraler Verantwortung verbinden. &lt;br /&gt;
* Ein Digitalisierungszentrum oder ein Verbund gemeinsamer Dienste kann Schulungen, Leih- und Mobiltechnik, Qualitätsprüfung, Rahmenverträge, Musterunterlagen, Beratung und Kleinprojektförderung anbieten. &lt;br /&gt;
* Originale, lokales Wissen und kulturelle Beziehungen können grundsätzlich bei den jeweiligen Kulturgutträgern verbleiben. &lt;br /&gt;
* Damit nach Abschluss einzelner Digitalisierungsprojekte keine ungesicherten Dateien zurückbleiben, sollte jedoch von Beginn an ein gemeinsames oder verbindlich angebundenes Repositorium beziehungsweise digitales Archiv vorgesehen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.5.8 Zusammenfassungen der Beispiele anderer Kulturen im Anhang ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tabellarische Übersichten und Zusammenfassungen aller untersuchten Beispiele anderer Kulturen und Regionen befinden sich im Anhang [[12.3.A1 Vergleichende Recherche – Digitalisierung des Kulturerbes anderer Kulturen und Regionen#E. Vergleichsmatrix|in Abschnitt E. Vergleichsmatrix]] unter &lt;br /&gt;
* [[12.3.A1 Vergleichende Recherche – Digitalisierung des Kulturerbes anderer Kulturen und Regionen#E.1 Funktionen, Architektur und Standards|E.1 Funktionen, Architektur und Standards]] und&lt;br /&gt;
* [[12.3.A1 Vergleichende Recherche – Digitalisierung des Kulturerbes anderer Kulturen und Regionen#E.2 Governance, Finanzierung, Erfolg und Übertragbarkeit|E.2 Governance, Finanzierung, Erfolg und Übertragbarkeit]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Zusammenfassung der übergreifenden Erfolgsfaktoren aus den Beispielen befindet sich im Anhang [[12.3.A1 Vergleichende Recherche – Digitalisierung des Kulturerbes anderer Kulturen und Regionen#F. Übergreifende Erfolgsfaktoren|in Abschnitt F. Übergreifende Erfolgsfaktoren]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.5.9 Was sich aus den Beispielen ableiten lässt ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus den untersuchten Beispielen lässt sich kein einzelnes Projekt und kein bestimmtes Softwaresystem ableiten, das unverändert übernommen werden könnte. Wiederkehrend zeigen sich jedoch '''vier notwendige Funktionen, drei übergreifende Erfolgsbedingungen und zwei grundlegende Umsetzungsprinzipien'''. Sie bilden einen kompakten Orientierungsrahmen für die Digitalisierung von Kulturerbe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Vier Kernfunktionen – was muss dauerhaft geleistet werden? ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Damit die Digitalisierung nicht bei einzelnen Digitalisaten oder einem Präsentationsportal stehen bleibt, müssen vier Kernfunktionen verlässlich abgedeckt und miteinander verbunden werden:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot; style=&amp;quot;width:100%;&amp;quot;&lt;br /&gt;
! Kernfunktion&lt;br /&gt;
! Kernfrage&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''1. Register für Kulturdaten'''&lt;br /&gt;
| '''Was ist vorhanden und was sollte prioritär bearbeitet werden?''' – Kulturgüter und Bestände nachweisen, beschreiben, verknüpfen und ihren Digitalisierungs- und Rechtezustand erfassen.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''2. Digitalisierungszentrum / Digitalisierungsdienste'''&lt;br /&gt;
| '''Wie wird qualitätsgesichert digitalisiert?''' – Kulturgutträger beraten, Digitalisierung vorbereiten oder durchführen, Qualität sichern und die Übergabe vorbereiten.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''3. Repositorium / digitales Langzeitarchiv'''&lt;br /&gt;
| '''Wie bleibt das digitale Kulturerbe dauerhaft erhalten?''' – Masterdateien und Metadaten sicher übernehmen, erhalten, sichern und bei technischen Veränderungen migrieren.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''4. Präsentations- und Nutzungssysteme'''&lt;br /&gt;
| '''Wie wird das Kulturerbe gefunden, verstanden und genutzt?''' – freigegebene Inhalte mehrsprachig vermitteln und für Bildung, Forschung und kulturelle Nachnutzung bereitstellen.&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die vier Funktionen bedeuten nicht zwingend vier Einrichtungen oder vier technische Systeme. Entscheidend ist, dass alle Funktionen abgedeckt, ihre Zuständigkeiten geklärt und ihre Übergaben zuverlässig organisiert sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Drei Erfolgsbedingungen – was gilt für alle Kernfunktionen? ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
# '''Gemeinsam entscheiden und Rechte abgestuft regeln:''' &lt;br /&gt;
#* Angehörige der betreffenden Gemeinschaft und die Kulturgutträger sollten nachvollziehbare Entscheidungsrechte bei Auswahl, Beschreibung, Priorisierung und Veröffentlichung besitzen. &lt;br /&gt;
#* Zugänge sollten abgestuft sein, beispielsweise auch &amp;quot;ausschließlich Metadaten&amp;quot;, &amp;quot;Zugang nach Rücksprache&amp;quot; oder &amp;quot;beschränkte Gemeinschafts- und Forschungszugänge&amp;quot; ermöglichen. &lt;br /&gt;
#* Rechtliche Zulässigkeit und kulturelle Angemessenheit sind dabei getrennt zu betrachten. &lt;br /&gt;
#* Selbstbezeichnungen und eigene kulturelle Perspektiven sollten historische Fremdbeschreibungen ergänzen können.&amp;lt;br&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
# '''Gemeinsame Standards, Mehrsprachigkeit und technische Anschlussfähigkeit sichern:''' &lt;br /&gt;
#* Ein bewusst schlanker gemeinsamer Metadatenkern, Qualitätsstandards und geregelte Datenübergaben ermöglichen die Zusammenarbeit unterschiedlicher Einrichtungen. Zusätzlich können fach- oder institutionsspezifische Metadatensätze genutzt werden.&lt;br /&gt;
#* Sprachen und Sprachvarianten müssen als eigenständige Datenwerte berücksichtigt werden, bspw. bei Metadaten, Beschreibungen usw. &lt;br /&gt;
#* Kleine Träger benötigen einfache zentrale Erfassungsmöglichkeiten, z. B. per Weboberfläche, größere Institutionen Schnittstellen oder Datenexporte aus ihren vorhandenen Systemen.&amp;lt;br&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
# '''Dauerhafte Verantwortung und Finanzierung sichern:''' &lt;br /&gt;
#* Bereits beim Aufbau muss feststehen, wer Register, Digitalisierungsdienste, Repositorium und Präsentationssystem nach einer Projektförderung dauerhaft betreibt. &lt;br /&gt;
#* Neben einmaligen Projektmitteln müssen deshalb auch Personal, Beratung, Datenpflege, Speicher, Softwarepflege, Sicherung und spätere technische Erneuerungen dauerhaft finanziert werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Zwei Umsetzungsprinzipien – wie sollte vorgegangen werden? ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
# '''Priorisieren, die vollständige Kette pilotieren, dann skalieren:''' &lt;br /&gt;
#* Nicht alles muss gleichzeitig digitalisiert werden. Besonders gefährdete oder kulturell bedeutsame Bestände sollten priorisiert werden. &lt;br /&gt;
#* Pilotprojekte sollten möglichst den gesamten Weg von der Erfassung und Rechteklärung über die Digitalisierung bis zur Archivierung und Nutzung durchlaufen. Dabei werden Standards, Zuständigkeiten, Kosten und tatsächliche Nutzung erprobt. &lt;br /&gt;
#* Erst auf dieser Grundlage sollte in größerem Umfang skaliert werden.&amp;lt;br&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
# '''Zentral ermöglichen, dezentral verantworten:''' &lt;br /&gt;
#* Zentrale Stellen können Infrastruktur, Beratung, Schulung, Digitalisierungstechnik, Qualitätskontrolle, Rechtehilfe und Langzeiterhaltung bereitstellen. &lt;br /&gt;
#* Originale, lokales Wissen, kulturelle Beziehungen und wesentliche inhaltliche Entscheidungen können gleichzeitig bei den jeweiligen Kulturgutträgern verbleiben. &lt;br /&gt;
#* Zentralisierung von Diensten und dezentrale kulturelle Verantwortung sind damit keine Gegensätze, sondern können sich gegenseitig ergänzen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Für die Reihenfolge ergibt sich daraus:''' &lt;br /&gt;
# Zuerst Entscheidungsrechte, Standards, Betreiber und Finanzierung ausreichend klären; &lt;br /&gt;
# anschließend mit ausgewählten Beständen die vollständige Prozesskette erproben und die Unterstützungsstrukturen aufbauen; &lt;br /&gt;
# auf dieser Grundlage Digitalisierung, Präsentation und Nachnutzung schrittweise verbreitern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Präsentation und Nutzung sind dabei nicht von geringerer Bedeutung und sollten bereits Bestandteil der Pilotprojekte sein. '''Später erfolgt nicht die Nutzung selbst, sondern deren breiter Ausbau.'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weiterführende '''Hinweise und Empfehlungen zu einem möglichen Vorgehen sowie zeitlichen und inhaltlichen Prioritäten''' befinden sich im Anhang [[12.3.A1 Vergleichende Recherche – Digitalisierung des Kulturerbes anderer Kulturen und Regionen#G.2 Was zentral, dezentral und gemeinsam organisiert werden sollte|im Abschnitt &amp;quot;Priorisierte Schlussfolgerung&amp;quot; von G2 bis G9]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein ausführliches '''Prüfraster zur Bewertung des jeweiligen Entwicklungsstandes''' befindet sich [[12.3.A2 Prüfraster zur Bewertung des Entwicklungsstandes beim Aufbau der Digitalisierung des Kulturerbes|im Anhang 2 &amp;quot;Prüfraster zur Bewertung des Entwicklungsstandes&amp;quot;]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= 3. Ist-Analyse der Digitalisierung des sorbischen Kulturerbes =&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der [[#2 Ist-Analyse „Digitalisierung von Kulturerbe“|vorangegangene Abschnitt 2]] hat beschrieben, was zur Digitalisierung von Kulturerbe gehört, welche Aufgaben dabei dauerhaft erfüllt werden müssen und wie andere Gemeinschaften und Regionen diese Aufgaben lösen. Der Abschnitt 3 richtet nun den Blick auf die sorbische Situation. Er geht der Frage nach, wie gut die sorbische Kulturerbelandschaft heute organisatorisch, technisch und personell aufgestellt ist, um ihr materielles, immaterielles und digitales Kulturerbe institutionsübergreifend zu erfassen, zu digitalisieren, dauerhaft zu erhalten und zugänglich zu machen – und wo vorrangiger Handlungsbedarf besteht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Analyse gliedert sich in fünf Teile:&lt;br /&gt;
* '''Akteure und Rollen''': Wer bewahrt sorbisches Kulturerbe und welche Aufgaben übernehmen die Akteure bei seiner Digitalisierung (Sammeln, Finanzieren, Koordinieren usw.)?&lt;br /&gt;
* '''Bestände und Digitalisierungsbedarf''': Welche Kulturgüter gibt es, wie weit sind  sie erfasst und digitalisiert, und welche müssen vorrangig gesichert werden?&lt;br /&gt;
* '''Vorhaben und Systeme''': Welche sorbischen Projekte und Angebote decken die [[#2.3.2 Vier Kernfunktionen|vier Kernfunktionen]] Nachweisen, Digitalisieren, langfristig Erhalten und Zugänglichmachen bereits ab?&lt;br /&gt;
* '''Zusammenarbeit und dauerhafter Betrieb''': Wie sind die Steuerung und Zusammenarbeit (Governance) organisiert (Zuständigkeiten, Standards, Rechte und Finanzierung)?&lt;br /&gt;
* '''Gesamtbewertung''': Was funktioniert bereits, wo gibt es Lücken und welche davon sollten zuerst geschlossen werden? &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Analyse stellt dabei den Bedarf der Bestände dem vorhandenen Angebot an Diensten und dem organisatorischen Rahmen gegenüber. Wo beides auseinanderfällt, entstehen Lücken, siehe nachfolgende Übersicht.&lt;br /&gt;
[[Dataja:Wobraz K6.png|thumb|center|600px|Übersicht der Ist-Analyse]]&amp;lt;ref&amp;gt;Mermaid Flowchart Code: [https://mermaid.live/edit#pako:eNqVlM1y2jAQx19lR7maFGMcwJPJDGAnh9AcaE4pPcj2-qPYErOWmtJ8PE0fo7e8WGWDTUja6VS-WB_7293_rvTAIhkj81hSyPso46Tg1l_RSoAZ088rdh5eOKc2TNcKNeH5h_DiPKQPF7fbjQW39PIzRaqMXaIsWMqiQLFiX2r7llHpMCW-yeDGwG54lCXEU9wfgv2Ic8JI5VLAYvl6fdYGMIAZVurlp4gPIVzrQmlKtVoXvKoQNiThEy_LQou0kqTe-Ji_ZsWckgOJC4hRwFSkGEpl_r5i44-L2IIyV-BTLtIij7I15m-5M-j1LmDeLqGI_5j-0rjfOwAtYljyrOzE-pcOfhu7A36OolLYMD5tzV95yONbjgTXSCLRYl1j3jkIWtAQruQ3c5KL6GB_pyujHwpOocmzcRFzjVSX15BnqCjH8A3Sh-fnZwj-kv-0VufReLrnGRlluzI-ws3xmdDQMQ_NmX2KFqR1DYq6IDu1HqFT5aZRfbFLZ_HyK1qj6PLY1RdkJhC4rgw2ykxcWLUlfpXCcgdqp4tmetXK5MIVGk1UiPdIyjRW7eNNh0d1-_mYgECtiBeQ5EXhnVzawWUwtipFco3eiXvpBu7UimQhyTsZzM03fU9o70fLmAbzYNQxJhNnbvstY2QPZrbzjsH3TbYjBLbxG3SE_uVZ4J61hP7Y7Q_tIwJMrYV11aZyvDWz5ocIj7d8K2gdd52vtgWaOu3iSJrRxTEej0fj_n7ai3llXh7iW88F99h--d_2zGIp5THzFGm0WIlU8nrKHmruiqnMXJkV88wvYay_9xoxVmwlnozphos7KcvWmqROM-YlvKjMTG9irtDPubnSZbdKdWvRXGqhmDd07AbCvAf2nXnuqWP3RwN7eDZwJ4Ph2MHeyGJb5vXs0-HEnTgDxxn3-4OzvuOarSeL_Wi8C10UFsM4V5I-7h7o5p1--g24x9CK hier klicken], abgerufen am 20.10.2026&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== 3.1 Akteure und Rollen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sorbisches Kulturerbe wird von vielen Einrichtungen, Gruppen und Einzelpersonen bewahrt, gepflegt und dokumentiert – von sorbischen ebenso wie von nicht-sorbischen. Dieser Abschnitt zeigt, wer Bestände hält, wer Dienste zur Digitalisierung anbietet und wer den organisatorischen und finanziellen Rahmen gestaltet. Damit wird auch sichtbar, welche Aufgaben bislang von keinem Akteur erkennbar übernommen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Grundlage sind Arbeitsunterlagen der Domowina aus den Jahren 2019 und 2020&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;&amp;gt;Domowina e. V., Kulturausschuss (Clemens Škoda) 2019: Serbske kulturne herbstwo (SKH). Arbeitspapier, Stand 18.03.2019, S. 2–8. Unveröffentlicht; interne Referenz: 2020-09-07_Serbske kulturne herbstwo w Budyšinje_opt.pdf.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019b&amp;quot;&amp;gt;Domowina e. V. 2019: Přehlad relewantnych městnosćow / „małkich“ a „wulkich“ muzejow nastupajo serbske kulturne herbstwo, Stand 11.11.2019. Unveröffentlicht; interne Referenz: 2019_11_Priloha A_prehlad_muzejow a zberkow.pdf.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2020&amp;quot;&amp;gt;Domowina e. V., Kulturausschuss 2020: Protokoll der Fachkommission „Serbske kulturne herbstwo“ vom 07.09.2020. Unveröffentlicht; interne Referenz: 2020_09_07_skh komisija-protokol.pdf.&amp;lt;/ref&amp;gt;, eine darauf aufbauende Arbeitsliste der Sammlungsorte mit ergänzender Internetrecherche&amp;lt;ref name=&amp;quot;liste2026&amp;quot;&amp;gt;Arbeitsliste „Sammlungsorte sorbischen Kulturerbes“, Stand 02.04.2026, erstellt im Rahmen des Digitalisierungskonzepts aus Internetrecherche und den Domowina-Unterlagen. Unveröffentlicht; Grundlage für Anhang 12.3.A3.&amp;lt;/ref&amp;gt; sowie Projektunterlagen und Gespräche. Ein Teil der Angaben ist mehrere Jahre alt und wird schrittweise aktualisiert. Nicht belegte Angaben sind als ''offen'', Vermutungen als ''Annahme'' gekennzeichnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.1.1 Begriffe und Rollen ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
; Akteur&lt;br /&gt;
: Einrichtung, Gruppe oder Person, die eine Aufgabe im Umgang mit sorbischem Kulturerbe oder seiner Digitalisierung übernimmt.&lt;br /&gt;
; Kulturgutträger&lt;br /&gt;
: Akteur, der Kulturgüter verwahrt oder eine kulturelle Praxis trägt und weitergibt, bspw. ein Museum, eine Heimatstube, ein Chor oder eine Privatperson mit einer Sammlung.&lt;br /&gt;
; Trägerschaft&lt;br /&gt;
: Rechtliche und finanzielle Verantwortung für eine Einrichtung, zum Beispiel durch eine Kommune, einen Landkreis, eine Stiftung, einen Verein, eine Kirche oder eine Privatperson. Eigentum und Betrieb können dabei auseinanderfallen, bspw. gehörte der Dom Njechorńskeho 2019 der Domowina und wurde von der Stiftung für das sorbische Volk bewirtschaftet, der Hanzo Šustrowy dom in Trebendorf gehörte der Gemeinde und wurde von der örtlichen Domowina-Gruppe bewirtschaftet.&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019b&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
; Rolle&lt;br /&gt;
: Aufgabe, die ein Akteur übernimmt. Ein Akteur kann mehrere Rollen haben, unterschieden werden Haupt- und Nebenrollen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Rollen lassen sich drei Gruppen zuordnen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
! Gruppe !! Rolle !! Kürzel&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| rowspan=&amp;quot;2&amp;quot; | '''Am Kulturgut''' || '''Bewahren''': Originale verwahren, pflegen und verwalten || '''B'''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Dokumentieren''': lebendige Praxis festhalten in Ton, Bild oder Text || '''D'''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| rowspan=&amp;quot;4&amp;quot; | '''Dienste''' ([[#2.3.2 Vier Kernfunktionen|Kernfunktionen]]) || '''Erfassen''', registrieren, beschreiben und verknüpfen || '''K1'''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Digitalisieren''' und Qualität sichern || '''K2'''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Langfristig '''erhalten''' || '''K3'''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Zugänglich machen''' und Nutzung ermöglichen || '''K4'''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| rowspan=&amp;quot;2&amp;quot; | '''Rahmen''' (Governance) || '''Steuern''', koordinieren und Regeln setzen || '''S'''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Fördern''' und finanzieren || '''F'''&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dokumentieren meint hier das Festhalten von immateriellen Kulturgütern im laufenden Kulturleben, etwa Mitschnitte von Veranstaltungen. Geschieht es systematisch nach festgelegten Standards zur dauerhaften Sicherung, ist es Teil der Kernfunktion Digitalisieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.1.2 Schlüsselakteure ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einzeln aufgeführt wird, wer mindestens eines der folgenden Kriterien erfüllt:&lt;br /&gt;
# betreibt oder plant eine Kernfunktion, die über die eigene Einrichtung hinaus wirkt,&lt;br /&gt;
# verwahrt einen hauptamtlich betreuten Kernbestand,&lt;br /&gt;
# dokumentiert regelmäßig das lebendige Kulturgeschehen,&lt;br /&gt;
# fördert, koordiniert oder setzt Regeln für die Digitalisierung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;mark&amp;gt;Die folgende Übersicht muss mit den Institutionen bzgl. Korrektheit und Vollständigkeit abgestimmt werden.&amp;lt;/mark&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|+ Rollen der Schlüsselakteure (■ Hauptrolle · ○ Nebenrolle · ? vermutet oder offen)&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
B. Bewahren, D. Dokumentieren, K1. Erfassen, K2. Digitalisieren K3. Erhalten, K4. Nutzung ermöglichen, S. Steuern, F. Fördern&lt;br /&gt;
! Akteur !! Typ / Trägerschaft !! B !! D !! K1 !! K2 !! K3 !! K4 !! S !! F !! Hinweise&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Stiftung für das sorbische Volk || Stiftung des öffentlichen Rechts, finanziert von Bund, Freistaat Sachsen u. Land Brandenburg || ○ || || || || || || ■ || ■ || bewirtschaftete 2019 den Dom Njechorńskeho&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019b&amp;quot;/&amp;gt;; unterstützt beide sorbischen Museen finanziell&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Sorbisches Institut (SI) mit Sorbischem Kulturarchiv (SKA) und Sorbischer Zentralbibliothek || Forschungseinrichtung mit Archiv und Bibliothek; eingetragener Verein, gefördert u. a. durch die Stiftung || ■ || ? || ■ || ■ || ? || ■ || ○ || || Virtueller Lesesaal mit Bibliographie, Katalog, digitalisierten Drucken, Handschriften, Fotos und Filmen; digitales Schrifttum auch über Sachsen.Digital; Sorabicon als Sorbisches Kulturlexikon&amp;lt;ref name=&amp;quot;vls&amp;quot;&amp;gt;Sorbisches Institut o. J.: Virtueller Lesesaal. URL: https://www.serbski-institut.de/bibliothek/virtueller-lesesaal/, abgerufen am 20.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;; plant das Sorbische Kulturregister (SKR)&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;&amp;gt;Sorbisches Institut 2025: Konzept für ein Sorbisches Kulturregister (SKR), zweite aktualisierte Fassung vom 20.11.2025. URL: https://www.serbski-institut.de/wp-content/uploads/2021/11/00_Zweite-aktualisierte-Fassung_Konzept_Sorbisches-Kulturregister_20.11.2025.pdf&amp;lt;/ref&amp;gt; und das Digitalisierungszentrum (DZ) auch für andere Träger&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz&amp;quot;&amp;gt;Sorbisches Institut: Digitalisierungszentrum (DZ). URL: https://www.serbski-institut.de/projekte-zentrale-vorhaben/digitalisierungszentrum-dz/&amp;lt;/ref&amp;gt;; langfristige Erhaltung für Dritte ''offen''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Sorbisches Museum Bautzen || Museum; Landkreis Bautzen, finanziell unterstützt von der Stiftung&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt; || ■ || || ○ || ? || ? || ? || || || Inventarverzeichnis vorhanden&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;; Digitalisierungsstand und Online-Angebot ''offen''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Wendisches Museum Cottbus || Museum; Stadt Cottbus, finanziell unterstützt von der Stiftung&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt; || ■ || || ○ || ? || ? || ? || || || Inventarverzeichnis vorhanden&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;; Digitalisierungsstand und Online-Angebot ''offen''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Sächsische Landesbibliothek – Staats- und Universitätsbibliothek Dresden (SLUB) || Landes- und Universitätsbibliothek; Freistaat Sachsen || ■ || || ○ || ? || ○ || ■ || || || Lusatica-Sammlung, die das kulturelle Erbe der Sorben zugänglich machen soll&amp;lt;ref name=&amp;quot;slub&amp;quot;&amp;gt;SLUB Dresden o. J.: Sammlungen zur sächsischen Landeskunde. URL: https://www.slub-dresden.de/entdecken/saechsische-landeskunde/sammlungen, abgerufen am 20.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;; über Sachsen.Digital ist auch digitales Schrifttum des SI erreichbar&amp;lt;ref name=&amp;quot;vls&amp;quot;/&amp;gt; (Betrieb der Plattform durch die SLUB); eigene digitale Langzeitarchivierung&amp;lt;ref name=&amp;quot;nestor&amp;quot;&amp;gt;nestor o. J.: Mitglied SLUB Dresden. URL: https://www.langzeitarchivierung.de/Webs/nestor/EN/nestor/Mitglieder/sLUB.html, abgerufen am 20.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;, ob sie Digitalisate sorbischer Träger übernehmen könnte, ist ''offen''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Domowina – Bund Lausitzer Sorben e. V. mit Regionalverbänden und Ortsgruppen || Dachverband sorbischer Vereine; eingetragener Verein || ○ || ○ || || || || || ○ || || Eigentümerin des Dom Njechorńskeho; Ortsgruppe Trebendorf bewirtschaftet den Hanzo Šustrowy dom&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019b&amp;quot;/&amp;gt;; mindestens 9 der 23 kleinen Sammlungsorte sind direkt oder über Mitgliedsvereine mit ihr verbunden&amp;lt;ref name=&amp;quot;liste2026&amp;quot;/&amp;gt;; Chronistengruppe der Župa Michał Hórnik; Fachkommission „Sorbisches Kulturerbe“ 2018-2020&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2020&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Maćica Serbska e. V. || wissenschaftliche Gesellschaft; Verein || || || || || || || ○ || || Arbeitskreis „Museale Einrichtungen“ mit rund 40 Adressaten; Denkmalausschuss mit eigenem, von der Stiftung verwaltetem Budget, 2019 als Vorbild für die Bewertung von Kulturerbe genannt&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Sorbisches National-Ensemble (SNE) || Ensemble; gGmbH der Stiftung || ■ || ? || ○ || || || || || || geordnetes Arbeitsarchiv; 2019 vorgeschlagen, dort nur Kopien zu halten und die Originale an das SKA zu geben&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;; Umfang ''offen''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Studijo Lucija || Medienproduktion; gGmbH des Sorbischen Schulvereins  e. V. || ○ || ■ || || || || || || || dokumentiert sorbische Veranstaltungen; Aufnahmen liegen beim Studio und werden tlw. an das SKA übergeben&amp;lt;ref name=&amp;quot;lucija&amp;quot;&amp;gt;; schriftlicher Beleg noch einzuholen.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Mitteldeutscher Rundfunk (MDR) und Rundfunk Berlin-Brandenburg (rbb), sorbischsprachige Programme || öffentlich-rechtlicher Rundfunk || ■? || ■ || || || || ○? || || || Produktionen standen dem SKA 2019 aus rechtlichen Gründen nicht zur Verfügung&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;; Archivbestände und heutiger Stand ''offen''&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.1.3 Akteursgruppen ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die meisten Kulturgutträger sind kleinere Einrichtungen, Gruppen oder Privatpersonen. Sie werden hier zu Gruppen zusammengefasst. Die Anzahlen sind Mindestwerte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;mark&amp;gt;Die folgende Übersicht muss mit insb. mit Domowina und SI bzgl. Korrektheit und Vollständigkeit abgestimmt werden.&amp;lt;/mark&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|+ B. Bewahren, D. Dokumentieren, K1. Erfassen, K2. Digitalisieren K3. Erhalten, K4. Nutzung ermöglichen, S. Steuern, F. Fördern&lt;br /&gt;
! Gruppe !! Beispiele !! Typische Trägerschaft !! Bekannte Anzahl !! Typische Rollen !! Besonderheiten&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Kleine Museen, Heimatstuben, Gedenk- und Begegnungsorte ||&lt;br /&gt;
* Muzej Ćišinskeho (Panschwitz-Kuckau),&amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
* Njepilic dwór (Rohne), &lt;br /&gt;
* Sorbisches Kulturzentrum Schleife, &lt;br /&gt;
* Heimatmuseum Dissen, &lt;br /&gt;
* Archiv verschwundener Orte (Horno) &lt;br /&gt;
|| Gemeinde, Förderverein, Domowina-Ortsgruppe, privat || 22 in der Domowina-Übersicht 2019 (9 Ober-, 13 Niederlausitz)&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019b&amp;quot;/&amp;gt;; 23 in der Arbeitsliste 2026, davon 12 bisher nur durch die Domowina-Unterlagen belegt&amp;lt;ref name=&amp;quot;liste2026&amp;quot;/&amp;gt; || '''B''' ■, '''D''' ○ || überwiegend ehrenamtlich; 2019 benannte Defizite: fehlender Nachwuchs, fehlende Marketingstrategie, fehlende Vernetzung, unzureichende Finanzierung, fehlende fachliche Begleitung; teilweise ohne eigenes Inventar&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;; zwei private Ausstellungen ohne jede Förderung, von den Betreibern im Ruhestand allein betreut&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019b&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Regionale Museen mit sorbischen Beständen || &lt;br /&gt;
* Museum der Westlausitz Kamenz, &lt;br /&gt;
* Museum Bautzen, &lt;br /&gt;
* Spreewald-Museum Lübbenau mit Freilandmuseum Lehde, &lt;br /&gt;
* Slawenburg Raddusch, &lt;br /&gt;
* Niederlausitzer Heidemuseum Spremberg &lt;br /&gt;
|| Landkreis oder Kommune (''Annahme'') || 7 in der Domowina-Übersicht 2019 (2 Ober-, 5 Niederlausitz)&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019b&amp;quot;/&amp;gt; || '''B''' ■; &amp;lt;br&amp;gt;'''K1-K4''' ''offen'' || Umfang des sorbischen Anteils am Bestand ''offen''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Ensembles, Chöre, Trachten- und Brauchtumsgruppen || – || Verein || ''offen'' || tragen die Praxis;&amp;lt;br&amp;gt; '''D''' ○, '''B''' ○ || Trachtenfundi 2019 ausdrücklich zu den Beständen in sorbischer Verantwortung gezählt&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;; eigene Aufnahmen und Fundi meist nicht erfasst (''Annahme'')&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Chronisten, Film- und Fotoamateure || &lt;br /&gt;
* Chronistengruppe der Župa Michał Hórnik, &lt;br /&gt;
* deutsch-sorbischer Filmkreis &lt;br /&gt;
|| ehrenamtlich, privat || ''offen'' || '''D''' ■, '''B''' ○ || Beiträge von Laien 2019 nur sporadisch, Bestände oft unstrukturiert&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Private Sammlungen und Nachlässe || &lt;br /&gt;
* Nachlass der Malerin Hanka Krawcec, überwiegend in Tschechien; &lt;br /&gt;
* weitere private Sammlungen und Nachlässe in Ober- und Niederlausitz &lt;br /&gt;
|| privat || 4 in der Domowina-Übersicht 2019; tatsächlich ''offen'' || '''B''' ■ || Verbleib beim Generationenwechsel ungesichert (''Annahme'')&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Kirchliche Einrichtungen || &lt;br /&gt;
* Ausstellung zu Jan Bjedrich Fryco in der evangelischen Kirche Kolkwitz; &lt;br /&gt;
* kirchliches Informations- und Begegnungszentrum in Horno mit Holzmodellen abgebaggerter Kirchen&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019b&amp;quot;/&amp;gt; &lt;br /&gt;
|| Kirchgemeinde || 2 (in den kleinen Orten enthalten); weitere ''offen'' || '''B''' ○ || weitere kirchliche Bestände nicht erfasst (''Annahme'')&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Weitere sorbische Kultur- und Medieneinrichtungen || &lt;br /&gt;
* Deutsch-Sorbisches Volkstheater (Archiv 2019 zusammen mit dem des SNE genannt); &lt;br /&gt;
* Domowina-Verlag (2019 als Produzent genannt, dessen Erzeugnisse an das SKA gehen sollten)&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt; &lt;br /&gt;
|| verschieden || ''offen'' || '''B''' ○ || Umfang ''offen''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Öffentliche Träger und Fördergeber || &lt;br /&gt;
* Bund, &lt;br /&gt;
* Freistaat Sachsen, &lt;br /&gt;
* Land Brandenburg, &lt;br /&gt;
* Landkreise, &lt;br /&gt;
* Kommunen &lt;br /&gt;
|| öffentlich || – || '''F''' ■, '''S''' ○ || tragen die großen Museen; 2019 erfüllten kleine Museen im Landkreis Bautzen die Kriterien für eine institutionelle Förderung nicht, im Landkreis Spree-Neiße waren die Bedingungen besser&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Überregionale Gedächtniseinrichtungen || &lt;br /&gt;
* Oberlausitzische Bibliothek der Wissenschaften Görlitz&amp;lt;ref name=&amp;quot;slub&amp;quot;/&amp;gt;; &lt;br /&gt;
* Sächsisches Staatsarchiv, &lt;br /&gt;
* Brandenburgisches Landeshauptarchiv, &lt;br /&gt;
* Deutsche Nationalbibliothek (''Annahme''); &lt;br /&gt;
* Einrichtungen in Tschechien &lt;br /&gt;
|| öffentlich || ''offen'' || '''B''' ○; &amp;lt;br&amp;gt;mögliche Partner für K3 und K4 || sorbische Bestände außer in Görlitz ''offen''&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.1.4 Erste Befunde ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;mark&amp;gt;Die folgende Übersicht muss mit den Institutionen bzgl. Korrektheit und Vollständigkeit abgestimmt werden.&amp;lt;/mark&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Rollenübersicht erlaubt erste Hinweise, die in den folgenden Abschnitten geprüft werden:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* '''Bewahren ist breit verteilt, Dienste sind konzentriert.''' Erfassen und Digitalisieren für mehrere Träger plant nach heutigem Kenntnisstand vor allem das SI. Die SLUB macht sorbisches Schrifttum bereits digital zugänglich, auch aus Beständen des SI. Ob weitere Akteure Dienste für Dritte anbieten, ist ''offen''.&lt;br /&gt;
* '''Für die langfristige Erhaltung fremder Bestände ist kein sorbischer Akteur erkennbar.''' Offen ist, wer Digitalisate anderer Träger verbindlich und dauerhaft übernimmt. So gelangen Veranstaltungsaufnahmen des Studijo Lucija nur komprimiert und teilweise in das SKA.&amp;lt;ref name=&amp;quot;lucija&amp;quot;/&amp;gt; Die SLUB betreibt eine eigene digitale Langzeitarchivierung; ob sie auch für sorbische Träger in Frage kommt, ist ''offen''. Das Gleiche gilt für das Sächsische Staatsarchiv.&lt;br /&gt;
* '''Die Dokumentation des lebendigen Kulturlebens liegt teils außerhalb sorbischer Verantwortung.''' Sorbischsprachige Produktionen von MDR und rbb standen dem SKA 2019 aus rechtlichen Gründen nicht zur Verfügung.&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt; Der heutige Stand ist ''offen''.&lt;br /&gt;
* '''Die Domowina ist der wichtigste Zugang zu kleinen Trägern.''' Mindestens 9 der 23 kleinen Sammlungsorte sind direkt oder über Mitgliedsvereine mit ihr verbunden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;liste2026&amp;quot;/&amp;gt; Ihre Strukturen eignen sich daher als Weg, kleine Träger zu erreichen – für die Erhebung ebenso wie für spätere Unterstützungsangebote.&lt;br /&gt;
* '''Das Wissen über kleine Träger ist lückenhaft und teils veraltet.''' 12 der 23 kleinen Orte sind bisher nur durch die Domowina-Unterlagen von 2019 und 2020 belegt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;liste2026&amp;quot;/&amp;gt; Ob sie heute noch bestehen und wie es um ihre Bestände steht, ist ''offen''. Besonders privat betreute Ausstellungen werden in Abschnitt 3.2 auf ihre Gefährdung geprüft.&lt;br /&gt;
* '''Kleine Träger haben keine feste Anlaufstelle, die Koordination war 2020 ungeklärt.''' Das frühere Sorbische Folklorezentrum war seit 1993 faktisch nicht mehr tätig.&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt; In der Niederlausitz diente 2020 ein Projekt zur Inwertsetzung des immateriellen Kulturerbes auch der Vernetzung kleiner Museen. Der Kulturausschuss der Domowina sah sich als ehrenamtliches Gremium nicht in der Lage, die Koordination zu leisten, und bat Fachinstitutionen und die Gremien der Stiftung, Verantwortung zu übernehmen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2020&amp;quot;/&amp;gt; Wie das heute geregelt ist, untersucht Abschnitt 3.4.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Liste aller bekannten Sammlungsorte mit Typ, Trägerschaft und Kulturgutklassen steht in [[12.3.A3 Sammlungsorte des sorbischen Kulturerbes|Anhang 12.3.A3]]. Sie wird laufend ergänzt.&lt;br /&gt;
&amp;lt;!-- Anhang 12.3.A3 aus der Arbeitsliste vom 02.04.2026 aufbauen; Namen privater Sammler nur mit Einverständnis --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== 3.2 Bestände und Bedarfe ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieser Abschnitt beschreibt die Nachfrageseite der Analyse: Welche Bestände sorbischen Kulturerbes gibt es, wie weit sind sie erfasst und digitalisiert, welche sind gefährdet, und welche Unterstützung brauchen die Kulturgutträger? Festgestellt wird dabei nur, wo Zeitdruck besteht. Welche Bestände mit welcher Priorität bearbeitet werden, entscheiden die sorbische Gemeinschaft und ihre Fachgremien (vgl. [[#2.4.2 Prozessschritte im Detail|Prozessschritt 3 „Bewerten &amp;amp; freigeben“]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein institutionsübergreifender Überblick über die Bestände existiert bisher nicht (siehe 3.2.5). Die folgenden Angaben sind daher Mindestwerte und Größenordnungen aus veröffentlichten Angaben der Einrichtungen, Projektunterlagen und den in [[#3.1 Akteure und Rollen|Abschnitt 3.1]] genannten Quellen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.2.1 Begriffe ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
; Sammlungsort&lt;br /&gt;
: Ort, an dem Kulturgüter verwahrt werden, etwa ein Museum, ein Archiv, eine Heimatstube oder eine Privatwohnung. Ein Akteur kann mehrere Sammlungsorte haben.&lt;br /&gt;
; Bestand&lt;br /&gt;
: Abgrenzbare Gruppe von Kulturgütern einer [[#2.2 Klassifizierung von Kulturgütern|Kulturgutklasse]], die an einem Sammlungsort gemeinsam verwahrt wird, zum Beispiel die Fotografien einer Heimatstube oder die Tonbänder eines Archivs. Feiner unterschieden wird nur, wenn sich Zustand oder Rechtslage deutlich unterscheiden. Ein Bestand gehört zu dem Ort, an dem das Original oder die Masterdatei liegt; Kopien an anderen Orten beschreiben seinen Digitalisierungsstand.&lt;br /&gt;
: Bei immateriellem Kulturerbe gilt die vorhandene Dokumentation als Bestand, etwa Ton- und Videoaufnahmen oder Beschreibungen. Eine bisher nicht dokumentierte Praxis erscheint als Dokumentationsbedarf.&lt;br /&gt;
; Bedarf&lt;br /&gt;
: Was ein Bestand oder ein Kulturgutträger braucht. &lt;br /&gt;
:* ''Bestandsbezogene'' Bedarfe richten sich auf die [[#2.3.2 Vier Kernfunktionen|vier Kernfunktionen]] (erfassen, digitalisieren, langfristig erhalten, zugänglich machen). &lt;br /&gt;
:* ''Trägerbezogene'' Bedarfe betreffen den Akteur selbst, etwa Personal, Beratung oder Finanzierung.&lt;br /&gt;
; Dringlichkeit&lt;br /&gt;
: Zeitdruck, der sich aus einer Gefährdung ergibt. Sie ist nicht gleichbedeutend mit Priorität, in die auch kulturelle Bedeutung, Nutzen und Machbarkeit eingehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.2.2 Bestandslandkarte ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Übersicht folgt der [[#2.2 Klassifizierung von Kulturgütern|Klassifizierung aus Abschnitt 2.2]]. Sie nennt für jede Klasse typische Bestände, die wichtigsten Träger und den bekannten Stand. Einzelne Sammlungsorte stehen in [[12.3.A3 Sammlungsorte des sorbischen Kulturerbes|Anhang 12.3.A3]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|+ Bestände nach Kulturgutklassen (Stand: weitgehend · teilweise · kaum · ''offen'')&lt;br /&gt;
! Klasse !! Typische Bestände !! Wichtigste Träger !! Umfang, soweit bekannt !! Erfasst !! Digitalisiert !! Gefährdung&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''A''' Materiell – unbeweglich || Denkmale, Gedenktafeln, Inschriften, Grabmäler, Blockbauten, Wirkungsstätten, Kirchen || Eigentümer, Gemeinden, Kirchgemeinden; dokumentiert durch das SI || Inventar sorbischer Kulturdenkmale in Sachsen: 61 Aktenordner, 6.300 analoge Fotomotive&amp;lt;ref name=&amp;quot;dmp&amp;quot;&amp;gt;Sorbisches Institut o. J.: Datenmanagementplan zum Teilprojekt „Sorbische Kulturdenkmale in Sachsen“ im Verbundprojekt DIKUSA – Vernetzung digitaler Kulturdaten in Sachsen, Laufzeit 01.02.2022–31.12.2025. URL: https://www.saw-leipzig.de/de/projekte/dikusa/datenmanagementplaene-1/dmp_si_dikusa.pdf/@@download/file/DMP_SI_Dikusa.pdf, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;; nach einer älteren Untersuchung rund 1.700 Objekte in der sächsischen Oberlausitz (''zu prüfen'')&amp;lt;ref name=&amp;quot;kdm&amp;quot;&amp;gt;Fachpublikation zu sorbischen Kulturdenkmalen. Interne Referenz: saxorum-10788_Sorbische_Kulturdenkmale_digital_erfassen_präsentieren.pdf. Angabe nach Projektunterlagen, noch zu prüfen.&amp;lt;/ref&amp;gt; || teilweise: Sachsen inventarisiert; Niederlausitz in Erfassung, geplant in drei Phasen bis 2031&amp;lt;ref name=&amp;quot;nlposter&amp;quot;&amp;gt;Sorbisches Institut o. J.: Materielle Zeugnisse sorbischer/wendischer Kultur in der Niederlausitz. Modul 4 des Vorhabens „Digitales Portal zu sorbischen und Lausitzer Sprach- und Kulturlandschaften“ (Poster). URL: https://serbski-institut.de/wp-content/uploads/2021/11/A0-Druck_DigPortal-M4.pdf, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; || teilweise: Inventar Sachsen 2022–2025 digital aufbereitet&amp;lt;ref name=&amp;quot;dmp&amp;quot;/&amp;gt;; 78 Objekte öffentlich im Atlas auf Sorabicon (April 2026)&amp;lt;ref name=&amp;quot;atlas&amp;quot;&amp;gt;Sorbisches Institut 2026: Pressemitteilung zum digitalen Atlas sorbischer Kulturdenkmale im Wissensportal Sorabicon, 30.04.2026. URL: https://idw-online.de/de/news870102, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; || Verwitterung, Umbau, Abriss (''Annahme''); Inventar teils nur analog oder in veralteten Dateiformaten (siehe 3.2.3)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''B1''' Schriftgut || Bücher, Zeitungen, Handschriften, Nachlässe, Vereins- und Institutionsakten, Plakate, Grafik || Sorbische Zentralbibliothek, Sorbisches Kulturarchiv (SKA), Sorbisches Museum, SLUB, Hórnik-Bibliothek im Wendischen Seminar Prag, Oberlausitzische Bibliothek der Wissenschaften Görlitz || Zentralbibliothek ca. 110.000 Medieneinheiten&amp;lt;ref name=&amp;quot;liste2026&amp;quot;/&amp;gt;; Sorbisches Museum über 1.000 Schriftquellen, ca. 1.700 Plakate, ca. 6.000 Grafiken&amp;lt;ref name=&amp;quot;sm&amp;quot;&amp;gt;Sorbisches Museum Bautzen o. J.: Museum – Sammlung. URL: https://sorbisches-museum.de/museum/?lang=en, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;; SKA: Nachlässe, Akten der Domowina 1912–1989 und sorbischer Vereine, Umfang ''offen''&amp;lt;ref name=&amp;quot;ska&amp;quot;&amp;gt;Sorbisches Institut o. J.: Sorbian Cultural Archive. URL: https://www.serbski-institut.de/en/sorbian-cultural-archive/, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; || weitgehend in den Bibliotheken (Katalog, Sorbische Bibliographie)&amp;lt;ref name=&amp;quot;vls&amp;quot;/&amp;gt;; kleine und private Träger ''offen'' || teilweise: 1.634 Dokumente des SI auf Sachsen.Digital (Stand 2021)&amp;lt;ref name=&amp;quot;ldp&amp;quot;&amp;gt;Sorbisches Institut 2021: Pressemitteilung zu Digitalisaten aus dem Landesdigitalisierungsprogramm Sachsen (u. a. „Serbowka“, erstes sorbisches Lehrbuch), 12.03.2021. URL: https://serbski-institut.de/wp-content/uploads/2021/12/2021-03-12_MI_Erstes-sorbisches-Lehrbuch-LDP_Serbowka_de.4753.pdf, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;; Handschriften des SKA 2016 digitalisiert&amp;lt;ref name=&amp;quot;hs&amp;quot;&amp;gt;Sorbisches Institut o. J.: Digitalisate handschriftlicher Literatur aus den Beständen des SKA in Sachsen.digital. URL: https://serbski-institut.de/de/Handschriften-als-Digitalisat, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;; Zeitungen und Zeitschriften teils online&amp;lt;ref name=&amp;quot;vls&amp;quot;/&amp;gt; || Nachlässe in Privatbesitz; säurehaltiges Papier des 19. und 20. Jahrhunderts (''Annahme'', nicht erhoben)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''B2''' Fotografien und Bildträger || Fotosammlungen und Fotonachlässe, Negative, Glasplatten, Dias || SKA, Sorbisches Museum, Wendisches Museum, Stadtmuseum Cottbus, SI (Kulturdenkmale), Chronisten, Privatpersonen || Sorbisches Museum ca. 10.500 Fotos&amp;lt;ref name=&amp;quot;sm&amp;quot;/&amp;gt;; Inventar Kulturdenkmale 6.300 Motive&amp;lt;ref name=&amp;quot;dmp&amp;quot;/&amp;gt;; SKA ''offen'' || teilweise bei Museen und SKA; private Bestände oft unstrukturiert&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt; || teilweise: ausgewählte Bildsammlungen des SKA im Virtuellen Lesesaal&amp;lt;ref name=&amp;quot;vls&amp;quot;/&amp;gt;; Glasplattennegative der Sammlung Fritz Unger (Stadtmuseum Cottbus) mit wendischen Motiven auf museum-digital&amp;lt;ref name=&amp;quot;unger&amp;quot;&amp;gt;museum-digital:brandenburg o. J.: Wendische Trachtengruppe, Glasplattennegativ, Fotografische Sammlung Fritz Unger, Stadtmuseum Cottbus, Inv.-Nr. U190-05. URL: https://brandenburg.museum-digital.de/pdf/object/65463.pdf?lang=de, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; || Negative und Glasplatten empfindlich (''Annahme''); private Bestände ohne Verzeichnis&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''B3''' Analoge AV-Träger || Tonbänder, Kassetten, Schallplatten, Videobänder, Filme || SKA, MDR und rbb, SNE, Amateurfilmer, Njepila-Hof (Tondokumente)&amp;lt;ref name=&amp;quot;liste2026&amp;quot;/&amp;gt;; Filme der früheren DEFA (Filmstudio der DDR), Hörfunkbestände der DDR-Zeit im Deutschen Rundfunkarchiv (''Annahme'') || sorbischsprachiger Rundfunk seit 1948&amp;lt;ref name=&amp;quot;rundfunk&amp;quot;&amp;gt;Wikipedia (englisch): Sorbischer Rundfunk. URL: https://en.wikipedia.org/wiki/Sorbischer_Rundfunk, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;; DEFA-Gruppe „Sorbischer Film“ 1980–1990: knapp 40 Filme&amp;lt;ref name=&amp;quot;defa&amp;quot;&amp;gt;Deutsches Historisches Museum, Zeughauskino o. J.: Filmreihe „Sorbische Filmlandschaften“. URL: https://www.dhm.de/zeughauskino/filmreihe/sorbische-filmlandschaften/, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;; SKA, SNE und Amateurbestände ''offen'' || kaum bekannt || teilweise: Filme des SKA im sächsischen Programm zur Sicherung des audiovisuellen Erbes digitalisiert&amp;lt;ref name=&amp;quot;vls&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;avsachsen&amp;quot;&amp;gt;Leipziger Internet Zeitung 2020: Über 50.000 Film- und Tonminuten digitalisiert. Zwischenbilanz zur Sicherung des audiovisuellen Erbes in Sachsen, 16.09.2020. URL: https://www.l-iz.de/melder/wortmelder/2020/09/Ueber-50-000-Film-und-Tonminuten-digitalisiert-Zwischenbilanz-zur-Sicherung-des-audiovisuellen-Erbes-in-Sachsen-349190, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;; Umfang ''offen'' || '''hoch''': Magnetbandformate sind veraltet, die routinemäßige Überspielung endet nach Einschätzung von UNESCO und IASA (Internationaler Verband der Schall- und audiovisuellen Archive) etwa 2025&amp;lt;ref name=&amp;quot;mta&amp;quot;&amp;gt;IASA o. J.: Announcing the Magnetic Tape Alert Project (UNESCO-Programm „Information for All“ und IASA). URL: https://iasa-web.org/node/5374, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''B4''' 3D-Objekte || Trachten und Textilien, Volkskunst, Ostereier, Keramik, Hausrat, Kunstwerke || Sorbisches Museum, Wendisches Museum, Heimatmuseen und Heimatstuben, Trachtenfundi von Vereinen und Ensembles, private Sammlungen || Sorbisches Museum ca. 35.000 inventarisierte Objekte über alle Sammlungsbereiche, davon Kunstsammlung 6.900 Werke&amp;lt;ref name=&amp;quot;sm&amp;quot;/&amp;gt;; Wendisches Museum: größte Sammlung niedersorbischer Tracht, Zahl ''offen''&amp;lt;ref name=&amp;quot;wm&amp;quot;&amp;gt;Wendisches Museum Cottbus o. J.: Selbstdarstellung des Museums, Dokument im Ratsinformationssystem der Stadt Cottbus. URL: https://session.cottbus.de/oparl/bodies/0001/downloadfiles/00007050.pdf, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;; Heimatmuseum Dissen 6.700 inventarisierte Exponate (SKR-Konzept, S. 8)&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;/&amp;gt;; Jänschwalde über 40 Originaltrachten und über 1.000 Keramiken&amp;lt;ref name=&amp;quot;liste2026&amp;quot;/&amp;gt; || teilweise: beide sorbischen Museen haben Inventare, aber kein verknüpfendes System (SKR-Konzept, S. 7)&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;/&amp;gt;; kleine Museen teils ohne Inventar&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt; || kaum: acht Häuser mit sorbischem Schwerpunkt haben zusammen 401 Objekte auf museum-digital veröffentlicht (SKR-Konzept, S. 8)&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;/&amp;gt;; Online-Sammlungen der beiden sorbischen Museen nicht gefunden || Textilien empfindlich (''Annahme''); private Ausstellungen ohne Nachfolge (siehe 3.2.3)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''C1''' Orale Traditionen || Sprache und Dialekte, Erzählungen, Sagen, Zeitzeugenberichte || Sprecherinnen und Sprecher; dokumentiert durch SI und Rundfunk || ''offen'' || teilweise: Zeitzeugen-O-Töne im Wissensportal Sorabicon&amp;lt;ref name=&amp;quot;atlas&amp;quot;/&amp;gt; || teilweise || '''hoch''' für das Niedersorbische: nach Angaben des Bundesinnenministeriums 2024 nur noch wenige hundert fließende Sprecherinnen und Sprecher&amp;lt;ref name=&amp;quot;sprache&amp;quot;&amp;gt;Universität Potsdam o. J.: Mehrsprachigkeit in Brandenburg – Sorbisch (mit Verweis auf BMI 2024 und Landesregierung Brandenburg 2024). URL: https://www.uni-potsdam.de/de/svm/mehrsprachigkeit-in-brandenburg/studentische-projekte/sorbisch, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''C2''' Darstellende Künste || Musik, Lieder, Tanz, Theater, Chorgesang || SNE, Deutsch-Sorbisches Volkstheater, Chöre und Ensembles; dokumentiert durch Rundfunk und Studijo Lucija || ''offen'' || ''offen'' || teilweise: neuere Aufnahmen meist ursprünglich digital (siehe D1) || ältere Mitschnitte auf AV-Trägern (siehe B3)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''C3''' Rituale und Feste || Bräuche und Feste im Jahreslauf, u. a. Vogelhochzeit, Zampern, Zapust, Ostersingen, Osterreiten, Maibaum, Kirmes || Vereine, Dorfgemeinschaften, Kirchgemeinden || „Gesellschaftliche Bräuche und Feste der Lausitzer Sorben im Jahreslauf“ seit 2014 im Bundesweiten Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes&amp;lt;ref name=&amp;quot;ike&amp;quot;&amp;gt;Sorbisches Institut 2020: Aufruf und Fragebogen zur Erhebung sorbischer/wendischer Bräuche und Feste im Landkreis Spree-Neiße, 18.12.2020. URL: https://www.serbski-institut.de/wp-content/uploads/2022/03/IKE-Fragebogen-Aufruf_2020_12_189_DE.4701.pdf, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;iketour&amp;quot;&amp;gt;Sachsen-Tourismus 2025: Hintergrundtext Immaterielles Kulturerbe. URL: https://www.sachsen-tourismus.de/fileadmin/mediendatenbank_ALT/mediendatenbank/bilder/presse/rechercheideen/hintergrundtext-immaterielles-kulturerbe-2025.pdf, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; || teilweise: Erhebung im Landkreis Spree-Neiße durch das SI ab 2020, Ergebnisstand ''offen''&amp;lt;ref name=&amp;quot;ike&amp;quot;/&amp;gt;; Oberlausitz ''offen'' || teilweise || Praxis im Wandel; frühere Ausprägungen nur über Dokumentation greifbar (''Annahme'')&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''C4''' Wissen über Natur und Universum || Volksglaube, Heil- und Sammelwissen, religiöse Praxis || Familien, Kirchgemeinden || ''offen'' || ''offen'' || ''offen'' || Wissen oft bei wenigen, teils älteren Personen (SKR-Konzept, S. 8)&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''C5''' Traditionelles Handwerk || Ostereiverzierung, Trachtenherstellung und -pflege, Weben, Flachs und Leinen, Töpfern || Handwerkerinnen und Handwerker, Vereine, Heimatmuseen, z. B. Sorbische Webstube Drebkau&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;/&amp;gt;, Kólasko Drachhausen&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019b&amp;quot;/&amp;gt; || ''offen'' || ''offen'' || ''offen'' || Wissen an wenige Personen gebunden; fehlender Nachwuchs (SKR-Konzept, S. 8)&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''D1''' Born-digital || Websites, soziale Medien, Veranstaltungsmitschnitte, digitale Fotos und Videos, digitale Publikationen, Projektdaten || Studijo Lucija, Rundfunk, Verlage, Vereine, Einrichtungen || ''offen'' || kaum || – || '''hoch''': keine systematische Sicherung sorbischer Web- und Social-Media-Inhalte bekannt; Webarchivierung in Deutschland insgesamt lückenhaft&amp;lt;ref name=&amp;quot;webarchiv&amp;quot;&amp;gt;netzpolitik.org 2026: Kritische Infrastruktur: Bei der Web-Archivierung fehlt die Strategie. URL: https://netzpolitik.org/2026/kritische-infrastruktur-bei-der-web-archivierung-fehlt-die-strategie/, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;; Masterdateien teils nur beim Erzeuger&amp;lt;ref name=&amp;quot;lucija&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''D2''' Digitalisate || digitale Repräsentationen aus den Klassen A bis C || SI, SLUB, Museen, Projekte || SI: 1.634 Dokumente auf Sachsen.Digital (2021)&amp;lt;ref name=&amp;quot;ldp&amp;quot;/&amp;gt;; Sorabicon: zwölf veröffentlichte Sammlungen (2026)&amp;lt;ref name=&amp;quot;atlas&amp;quot;/&amp;gt; || teilweise: über Kataloge und die Deutsche Digitale Bibliothek nachgewiesen, teils als gemeinfrei gekennzeichnet&amp;lt;ref name=&amp;quot;ddb&amp;quot;&amp;gt;Deutsche Digitale Bibliothek o. J.: Wot togo narodu Jesu Christußa (1865), Datengeber: Sorbisches Institut / Sorbisches Kulturarchiv. URL: https://www.deutsche-digitale-bibliothek.de/item/3IVBZKDCQK6LHTOFW5HKYF235K6A4QEF, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; || – || Langzeiterhaltung teils ungeklärt: Projektdaten lagen bei einem Webhoster mit Datensicherung, die Langzeitarchivierung war „zu eruieren“&amp;lt;ref name=&amp;quot;dmp&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.2.3 Bestände mit vorrangigem Digitalisierungsbedarf ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als vorrangig gilt ein Bestand, wenn mindestens einer der folgenden Gründe zutrifft:&lt;br /&gt;
# '''Materialverfall oder veraltete Technik:''' Der Träger zerfällt, oder Abspielgeräte sind kaum noch verfügbar.&lt;br /&gt;
# '''Ungesicherte Betreuung:''' Nachfolge, Räume oder Trägerschaft sind nicht gesichert.&lt;br /&gt;
# '''Unikat ohne Sicherung:''' Es gibt weder eine Kopie noch einen Nachweis an anderer Stelle.&lt;br /&gt;
# '''Schwindendes Wissen:''' Trägerinnen und Träger einer Praxis oder Zeitzeugen können nur noch begrenzte Zeit befragt werden.&lt;br /&gt;
# '''Ungesicherte digitale Dateien:''' Masterdateien fehlen, es gibt kein Zielarchiv, oder die Dateiformate veralten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die '''Dringlichkeit''' ist &lt;br /&gt;
* ''hoch'', wenn Verlust oder Unzugänglichkeit innerhalb weniger Jahre wahrscheinlich sind, &lt;br /&gt;
* ''mittel'', wenn ein Risiko erkennbar ist, der Zeitrahmen aber offen ist, und &lt;br /&gt;
* ''offen'', wenn die Lage nicht bekannt ist. &lt;br /&gt;
Die Herkunft der Dringlichkeit ist mit '''G''' gekennzeichnet, wenn der Bedarf von Trägern oder in ihren Unterlagen genannt wurde, und mit '''A''', wenn er aus der Analyse abgeleitet ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|+ Bestände mit vorrangigem Digitalisierungsbedarf&lt;br /&gt;
! Bestand / Bestandsgruppe !! Träger !! Klasse !! Grund !! Dringlichkeit !! Herkunft !! Quelle&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Ton-, Video- und Filmbestände auf Magnetband und Film || SKA, SNE, Rundfunk, Amateurfilmer, Njepila-Hof u. a. || B3 || 1, 3 || hoch || A || &amp;lt;ref name=&amp;quot;mta&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;ska&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Sprache und Erzählwissen der letzten muttersprachlichen Sprecherinnen und Sprecher des Niedersorbischen || – || C1 || 4 || hoch || A || &amp;lt;ref name=&amp;quot;sprache&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Zwei private Ausstellungen in der Oberlausitz, von den Betreibern im Ruhestand allein und ohne Förderung betreut (Stand 2019) || privat || B4 || 2, 3 || hoch, sofern noch bestehend || G || &amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019b&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Private Sammlungen und Nachlässe, darunter Filme und Chroniken sowie ein Nachlass, dessen Sichtung und Bewertung 2019 erbeten wurde || privat || B1–B4 || 1, 2, 3 || hoch || G || &amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019b&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Veranstaltungsmitschnitte, die nur komprimiert und teilweise an das SKA gehen || Studijo Lucija || D1 (C2, C3) || 5 || hoch || A || &amp;lt;ref name=&amp;quot;lucija&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Inventar sorbischer Kulturdenkmale in Sachsen: analoge Negative und Dateien in veralteten Formaten (u. a. .wps, .wbk, .wks) || SI || B2, D1 || 1, 5 || mittel || A || &amp;lt;ref name=&amp;quot;dmp&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Sorbische Websites und soziale Medien || verschieden || D1 || 5 || mittel || A || &amp;lt;ref name=&amp;quot;webarchiv&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Archiv verschwundener Orte in Horno: Umzug 2019 geplant || Trägerschaft ''offen'' || B1, B2 || 2 || ''offen'' || G || &amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019b&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.2.4 Bedarfe der Kulturgutträger ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Neben dem Bedarf einzelner Bestände haben viele Kulturgutträger Bedarfe, die sie selbst betreffen. Sie werden hier gebündelt und der Seite des Angebots zugeordnet, an die sie sich richten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
! Bedarf !! Betroffene Träger !! Richtet sich an !! Herkunft !! Quelle&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Personal und Nachwuchs für Betreuung und Erfassung || kleine Museen, Heimatstuben, ehrenamtliche Sammlungsorte || Rahmen (F) || G || &amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;; SKR-Konzept, S. 7–8 und 29&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Laufende Finanzierung für Personal und Unterhalt; z. B. jährliches Ringen um Personalmittel in Dissen || kleine Museen || Rahmen (F) || G || &amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019b&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Fachliche Begleitung, Beratung und Schulung || kleine und ehrenamtliche Träger || K1–K3, Rahmen || G || &amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;; SKR-Konzept, S. 10 und 30&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Inventarisierung und digitale Erschließung; Nachholbedarf wegen Personalmangels „teils bestandsgefährdend“ || kleine Museen, private Sammlungen, auch die großen Museen || K1 || G || SKR-Konzept, S. 7&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;/&amp;gt;; &amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Vernetzung und Kooperation || kleine Museen || Rahmen (S) || G || &amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Sichtbarkeit und Präsentation || sorbische Museen, kleine Museen || K4 || G || &amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2020&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Sichtung und Bewertung von Nachlässen || private Nachlässe || K1, Prozessschritt „Bewerten“ || G || &amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019b&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Räume, Bausubstanz und Bewirtschaftung, z. B. Muzej Ćišinskeho, Dom Njechorńskeho || kleine Museen und Gedenkorte || Rahmen (Voraussetzung) || G || &amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019b&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Digitalisierung von Ton-, Film- und Fotobeständen als Dienstleistung || SKA, kleine und private Träger || K2 || A || –&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Verbindlicher Ort für die langfristige Erhaltung von Digitalisaten und ursprünglich digitalen Aufnahmen || Studijo Lucija, Projekte, kleine Träger || K3 || A || &amp;lt;ref name=&amp;quot;lucija&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;dmp&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Rechteklärung und Einwilligungen || Rundfunkproduktionen, Veranstaltungsaufnahmen || Rahmen || G (Rundfunk) / A || &amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Bedarfe des Sorbischen Museums und des Wendischen Museums || beide sorbischen Museen || K1–K4 || G || Digitalisierungskreis, Sitzung vom 21.04.2026 (''noch einzuarbeiten'')&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.2.5 Erste Befunde ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* '''Ein Gesamtüberblick über die Bestände fehlt.''' 2020 wurde festgestellt, dass eine systematische Registrierung des sorbischen Kulturerbes fehlt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2020&amp;quot;/&amp;gt; 2025 beschrieb das SI die Bedingungen an den Sammlungsorten als „von vorbildlich bis prekär“; vieles liege nur analog vor, und die Digitalisierung stehe überwiegend am Anfang.&amp;lt;ref name=&amp;quot;skrhandout&amp;quot;&amp;gt;Sorbisches Institut 2025: Handout zum Pressegespräch „Konzept Sorbisches Kulturregister“, 20.11.2025. URL: https://www.serbski-institut.de/wp-content/uploads/2025/11/2025-11-20_Handout-Pressegespraech-SKR_Konzept.pdf, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Ein Überblick sei derzeit nicht möglich, weil die Sammlungsorte technisch „fraktioniert oder gar inkompatibel“ arbeiten (SKR-Konzept, S. 8).&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
* '''Die bekannten Sammlungsorte sind nur ein Ausschnitt.''' Das SKR-Konzept nennt mehr als 70 Einrichtungen mit kulturerberelevantem Archivgut (S. 10). Im Arbeitskreis Lausitzer Museenland widmet sich etwa ein Drittel der 48 Heimatstuben und Regionalmuseen sorbischer Geschichte und Kultur (S. 7).&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;/&amp;gt; Die Arbeitsliste umfasst bisher rund 32 Orte.&amp;lt;ref name=&amp;quot;liste2026&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
* '''Zahlen gibt es nur für wenige große Träger.''' Für das Sorbische Museum, die Sorbische Zentralbibliothek und die Digitalisate des SI liegen Größenordnungen vor. Für das SKA, das Wendische Museum, die audiovisuellen Bestände und fast alle kleinen Träger fehlen sie.&lt;br /&gt;
* '''Wo der Zeitdruck am größten ist, ist am wenigsten bekannt.''' Das betrifft vor allem die analogen Ton-, Video- und Filmbestände sowie die Dokumentation des Niedersorbischen.&lt;br /&gt;
* '''Online sichtbar ist nur ein Bruchteil.''' Acht Häuser mit sorbischem Schwerpunkt haben zusammen 401 Objekte auf museum-digital veröffentlicht; das Heimatmuseum Dissen mit 6.700 inventarisierten Exponaten noch keines (SKR-Konzept, S. 8).&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
* '''Digital vorhanden heißt nicht gesichert.''' Ursprünglich digitale Aufnahmen und Projektdaten haben teils kein Zielarchiv oder liegen in veralteten Formaten vor (siehe 3.2.3). Wer diese Aufgabe übernimmt, untersuchen die Abschnitte 3.3 und 3.4.&lt;br /&gt;
* '''Das immaterielle Kulturerbe ist ungleich dokumentiert.''' Für die Niederlausitz gab es ab 2020 eine Erhebung der Bräuche und Feste,&amp;lt;ref name=&amp;quot;ike&amp;quot;/&amp;gt; für die Oberlausitz ist keine vergleichbare bekannt.&lt;br /&gt;
* '''Ein Teil des Erbes liegt außerhalb sorbischer Verantwortung oder außerhalb der Lausitz,''' etwa in Prag, Dresden und Görlitz, in Rundfunkarchiven und bei der DEFA-Überlieferung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Ist-Analyse kann damit Struktur und Schwerpunkte benennen, aber keine vollständige Bestandsübersicht ersetzen. Eine institutionsübergreifende Bestands- und Bedarfserhebung mit Prioritätenliste ist eine eigene Aufgabe (vgl. das Ziel 2028 in [[#1.1 Visionen und Ziele für die sorbische digitale Welt|Abschnitt 1.1]]) und wird bei den Maßnahmen aufgegriffen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.1.2 Bedarfe und Dringlichkeiten ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;background-color:#eef5fb;border-left:4px solid #5b9bd5;padding:0.7em 1em;margin:1em 0;&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Leitfrage:''' Welche Unterstützung benötigen die Kulturgutträger und welche Bedarfe sollten (+aus welchen Gründen) vorrangig bearbeitet werden?&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die bei Kulturgutträgern bestehenden Bedarfe sollten zunächst möglichst vollständig erhoben und anschließend zusammengeführt und eingeordnet werden. Dabei ist zwischen &amp;quot;von Akteuren ausdrücklich genannten Bedarfen&amp;quot; und &amp;quot;aus der Analyse zusätzlich abgeleiteten Bedarfen&amp;quot; zu unterscheiden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die weitere Erhebung und Analyse insbesondere zu prüfen:&lt;br /&gt;
* vorhandene Bedarfserhebungen, Gesprächsprotokolle und bisherige Tabellen zusammenführen&lt;br /&gt;
* Bedarfe möglichst den vier Kernfunktionen zuordnen:&lt;br /&gt;
** Nachweisen, beschreiben und verknüpfen,&lt;br /&gt;
** Digitalisieren und Qualität sichern,&lt;br /&gt;
** langfristig erhalten,&lt;br /&gt;
** zugänglich machen und Nutzung ermöglichen;&lt;br /&gt;
* zusätzlich übergreifende Bedarfe erfassen, beispielsweise:&lt;br /&gt;
** Personal und Fachkompetenz,&lt;br /&gt;
** Beratung und Schulung,&lt;br /&gt;
** Finanzierung,&lt;br /&gt;
** Rechteklärung und Datenschutz,&lt;br /&gt;
** Metadaten und gemeinsame Standards,&lt;br /&gt;
** technische Infrastruktur;&lt;br /&gt;
* Dringlichkeit anhand nachvollziehbarer Kriterien beurteilen, beispielsweise:&lt;br /&gt;
** drohender Verlust oder Materialverfall,&lt;br /&gt;
** fehlende personelle Nachfolge,&lt;br /&gt;
** gefährdete oder unbekannte Bestände,&lt;br /&gt;
** blockierende Abhängigkeit für weitere Digitalisierungsschritte,&lt;br /&gt;
** kulturelle oder sprachliche Bedeutung,&lt;br /&gt;
** erwartete Nutzung für Bildung, Forschung oder Öffentlichkeit&lt;br /&gt;
* unterscheiden zwischen Einzelfallbedarf und strukturellem Bedarf mehrerer Kulturgutträger&lt;br /&gt;
* soweit möglich erfassen, welche Bedarfe bereits durch bestehende Angebote abgedeckt werden und welche bislang offenbleiben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mögliches Ergebnis: priorisierte beziehungsweise nach Dringlichkeit geordnete Bedarfsübersicht mit Zuordnung zu Akteursgruppen und Kernfunktionen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== 3.2 Ist-Stand der vier Kernfunktionen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;background-color:#eef5fb;border-left:4px solid #5b9bd5;padding:0.7em 1em;margin:1em 0;&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Leitfrage:''' Welche Kernfunktionen werden durch bestehende Angebote / Dienste und Projekte bereits erfüllt – für welche Bestände, Akteure und Nutzungszwecke?&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Den Schwerpunkt der Ist-Analyse bildet die Frage, '''in welchem Umfang''' die vier zuvor bestimmten Kernfunktionen der Kulturerbe-Digitalisierung im sorbischen Kontext bereits erfüllt werden. Dabei reicht es nicht aus festzustellen, dass ein Projekt, eine Institution oder ein technisches System existiert. Zu prüfen ist vielmehr, welche Leistung tatsächlich verfügbar ist, welche Kulturgutträger und Bestände sie erreicht und welche Lücken verbleiben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für jede Kernfunktion sollte möglichst nach einer einheitlichen Logik untersucht werden:&lt;br /&gt;
* vorhandene Angebote, Systeme und Projekte&lt;br /&gt;
* verantwortliche Betreiber beziehungsweise Akteure&lt;br /&gt;
* Entwicklungs- und Betriebsstand&lt;br /&gt;
* erreichte Kulturgutträger, Bestände und Kulturgutarten&lt;br /&gt;
* abgedeckte Bedarfe&lt;br /&gt;
* technische und organisatorische Anschlussmöglichkeiten&lt;br /&gt;
* erkennbare Lücken, Risiken und offene Fragen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.2.1 Nachweisen, beschreiben und verknüpfen ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;background-color:#eef5fb;border-left:4px solid #5b9bd5;padding:0.7em 1em;margin:1em 0;&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Leitfrage:''' Wie vollständig und nutzbar werden sorbische Kulturgüter und Bestände heute nachgewiesen, beschrieben und miteinander verknüpft?&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die weitere Erhebung und Analyse insbesondere zu prüfen:&lt;br /&gt;
* Stand und tatsächlicher Funktionsumfang des Sorbischen/Wendischen Kulturregisters&lt;br /&gt;
* vorhandene institutionelle Kataloge, Inventare, Datenbanken und lokale Verzeichnisse&lt;br /&gt;
* welche Kulturgutarten, Einrichtungen und Regionen bereits erfasst sind&lt;br /&gt;
* welche Bestände bislang nur lokal, analog oder überhaupt nicht systematisch nachgewiesen werden&lt;br /&gt;
* verwendete Metadaten, Identifikatoren und Normdaten&lt;br /&gt;
* Möglichkeiten zur Übernahme beziehungsweise Verknüpfung bestehender Daten&lt;br /&gt;
* Anschlussmöglichkeiten:&lt;br /&gt;
** direkte Erfassung kleinerer Träger,&lt;br /&gt;
** Datenimport beziehungsweise Schnittstellen größerer Einrichtungen&lt;br /&gt;
* Mehrsprachigkeit und Umgang mit ober- und niedersorbischen Bezeichnungen&lt;br /&gt;
* Verhältnis zwischen institutionellen Beschreibungen, historischen Fremdbezeichnungen und sorbischen beziehungsweise lokalen Selbstbezeichnungen&lt;br /&gt;
* vorhandene Funktionen für Digitalisierungsstatus, Rechteinformationen und Priorisierung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.2.2 Digitalisieren und Qualität sichern ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;background-color:#eef5fb;border-left:4px solid #5b9bd5;padding:0.7em 1em;margin:1em 0;&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Leitfrage:''' Welche Kulturgüter können heute in welcher Qualität und Kapazität digitalisiert werden, und welche Kulturgutträger können diese Leistungen tatsächlich nutzen?&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die weitere Erhebung und Analyse insbesondere zu prüfen:&lt;br /&gt;
* aktueller Stand des Digitalisierungszentrums und weiterer Digitalisierungsangebote&lt;br /&gt;
* verfügbare technische Verfahren für unterschiedliche Kulturgutarten, beispielsweise:&lt;br /&gt;
** Schriftgut,&lt;br /&gt;
** Fotografien,&lt;br /&gt;
** Bücher und Zeitschriften,&lt;br /&gt;
** Tonaufnahmen,&lt;br /&gt;
** Film und Video,&lt;br /&gt;
** dreidimensionale Objekte&lt;br /&gt;
* stationäre, mobile und extern vergebene Digitalisierung&lt;br /&gt;
* vorhandene Kapazitäten und erkennbare Engpässe&lt;br /&gt;
* Zugangsmöglichkeiten für kleine und ehrenamtlich arbeitende Kulturgutträger&lt;br /&gt;
* Beratung vor der Digitalisierung&lt;br /&gt;
* Anforderungen an Vorbereitung, Metadaten und Rechteklärung&lt;br /&gt;
* vorhandene Qualitätsstandards und Qualitätskontrolle&lt;br /&gt;
* Unterstützung bei Ausschreibung beziehungsweise Beauftragung externer Dienstleister&lt;br /&gt;
* bisherige Digitalisierungsprojekte und deren Ergebnisse&lt;br /&gt;
* besonders gefährdete Bestände, für die kurzfristig Digitalisierungskapazität benötigt wird&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.2.3 Langfristig erhalten ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;background-color:#eef5fb;border-left:4px solid #5b9bd5;padding:0.7em 1em;margin:1em 0;&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Leitfrage:''' Für welche digitalen Bestände ist die langfristige Erhaltung organisatorisch und technisch tatsächlich abgesichert? &amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die weitere Erhebung und Analyse insbesondere zu prüfen:&lt;br /&gt;
* vorhandene Repositorien, digitale Archive und Speicherlösungen&lt;br /&gt;
* welche Einrichtungen bereits Digitalisate dauerhaft übernehmen können&lt;br /&gt;
* welche Digitalisate derzeit lediglich lokal oder projektbezogen gespeichert werden&lt;br /&gt;
* Unterschied zwischen:&lt;br /&gt;
** Ablage beziehungsweise Speicherung,&lt;br /&gt;
** Datensicherung,&lt;br /&gt;
** institutionellem Repositorium,&lt;br /&gt;
** digitaler Langzeiterhaltung;&lt;br /&gt;
* Verantwortlichkeiten für Übernahme, Erhaltung und spätere Datenmigration&lt;br /&gt;
* verwendete Master- und Nutzungsdateien&lt;br /&gt;
* Sicherungskopien, Prüfsummen und Wiederherstellungsverfahren&lt;br /&gt;
* verwendete beziehungsweise vorgesehene Erhaltungsmetadaten&lt;br /&gt;
* Möglichkeiten für kleinere Kulturgutträger, ihre Digitalisate an ein geeignetes Repositorium zu übergeben&lt;br /&gt;
* vorhandene Schnittstellen zwischen Digitalisierung und Repositorium&lt;br /&gt;
* organisatorische und finanzielle Absicherung des langfristigen Betriebs&lt;br /&gt;
* Digitalisate beziehungsweise Projekte identifizieren, deren dauerhafte Erhaltung derzeit ungeklärt ist&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.2.4 Zugänglich machen und Nutzung ermöglichen ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;background-color:#eef5fb;border-left:4px solid #5b9bd5;padding:0.7em 1em;margin:1em 0;&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Leitfrage:''' Welche digitalisierten Inhalte sind für welche Zielgruppen auffindbar, verständlich und im rechtlich beziehungsweise kulturell zulässigen Umfang nutzbar?&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die weitere Erhebung und Analyse insbesondere zu prüfen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* vorhandene Präsentations- und Nutzungssysteme, Portale und Online-Ausstellungen&lt;br /&gt;
* Funktion und Entwicklungsstand von Sorabicon sowie weiteren relevanten Angeboten&lt;br /&gt;
* welche Kulturgüter und Bestände bereits öffentlich zugänglich sind&lt;br /&gt;
* welche Zielgruppen angesprochen werden:&lt;br /&gt;
** Öffentlichkeit,&lt;br /&gt;
** Bildung,&lt;br /&gt;
** Forschung,&lt;br /&gt;
** sorbische Gemeinschaft,&lt;br /&gt;
** Tourismus und Kulturvermittlung;&lt;br /&gt;
* Ober- und Niedersorbisch sowie weitere benötigte Sprachen in Oberfläche, Metadaten und Inhalten&lt;br /&gt;
* Qualität der Kontextualisierung und Vermittlung&lt;br /&gt;
* Möglichkeiten für:&lt;br /&gt;
** Download,&lt;br /&gt;
** Zitation,&lt;br /&gt;
** Datenexport,&lt;br /&gt;
** Programmierschnittstellen,&lt;br /&gt;
** wissenschaftliche und kreative Nachnutzung&lt;br /&gt;
* Rechte- und Lizenzinformationen&lt;br /&gt;
* abgestufte Zugangsmöglichkeiten für sensible beziehungsweise eingeschränkt zugängliche Inhalte&lt;br /&gt;
* Barrierefreiheit beziehungsweise Barrierearmut&lt;br /&gt;
* Aktualisierung und Pflege präsentierter Inhalte&lt;br /&gt;
* soweit verfügbar tatsächliche Nutzung, Reichweite und Nachnutzung erfassen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.2.5 Zusammenspiel der Kernfunktionen in bestehenden Projekten ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;background-color:#eef5fb;border-left:4px solid #5b9bd5;padding:0.7em 1em;margin:1em 0;&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Leitfrage:''' Bei welchen bestehenden Vorhaben funktioniert der Weg vom Kulturgut über Erfassung und Digitalisierung bis zur langfristigen Erhaltung und Nutzung bereits durchgängig – und an welchen Übergängen bestehen Lücken?&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Neben dem Stand der einzelnen Kernfunktionen ist zu prüfen, '''ob diese auch tatsächlich zu einer durchgängigen Prozesskette verbunden sind'''. Ein vorhandenes Register, ein Digitalisierungszentrum, ein Repositorium und ein Präsentationsportal ergeben noch nicht automatisch einen funktionierenden Gesamtprozess.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die weitere Erhebung und Analyse insbesondere zu prüfen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* geeignete bestehende Projekte beziehungsweise Pilotvorhaben auswählen&lt;br /&gt;
* für diese Projekte die vollständige Prozesskette nachvollziehen:&lt;br /&gt;
** Erfassen,&lt;br /&gt;
** Registrieren,&lt;br /&gt;
** Bewerten und priorisieren,&lt;br /&gt;
** Digitalisieren,&lt;br /&gt;
** Archivieren beziehungsweise langfristig erhalten,&lt;br /&gt;
** Präsentieren und nachnutzen;&lt;br /&gt;
* untersuchen, welche Systeme und Akteure an den Übergaben beteiligt sind&lt;br /&gt;
* prüfen, ob Metadaten gemeinsam mit den Dateien weitergegeben werden&lt;br /&gt;
* prüfen, ob Rechte- und Zugangsangaben entlang der Prozesskette erhalten bleiben&lt;br /&gt;
* vorhandene manuelle Medienbrüche beziehungsweise Mehrfacherfassungen identifizieren&lt;br /&gt;
* unklare Zuständigkeiten und Übergabepunkte sichtbar machen&lt;br /&gt;
* positive Beispiele für bereits funktionierende Prozessketten dokumentieren&lt;br /&gt;
* aus Pilotprojekten bekannte Aufwände, Engpässe und Lernerfahrungen aufnehmen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== 3.3 Gemeinsame Regeln, Zusammenarbeit und dauerhafter Betrieb ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;background-color:#eef5fb;border-left:4px solid #5b9bd5;padding:0.7em 1em;margin:1em 0;&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Leitfrage:''' Sind die übergreifenden Voraussetzungen vorhanden, damit die einzelnen Angebote gemeinsam, verlässlich und dauerhaft funktionieren?&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Neben den einzelnen Kernfunktionen ist zu prüfen, ob '''gemeinsame organisatorische und fachliche Voraussetzungen''' vorhanden sind, damit die verschiedenen Angebote zusammenarbeiten und dauerhaft betrieben werden können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieser Abschnitt soll keine allgemeine oder abstrakte Governance-Analyse darstellen. Untersucht werden nur solche übergreifenden Fragen, die konkrete Auswirkungen auf die Digitalisierung des Kulturerbes und die spätere Ableitung von Maßnahmen haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.3.1 Zuständigkeiten, Beteiligung und Freigaben ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;background-color:#eef5fb;border-left:4px solid #5b9bd5;padding:0.7em 1em;margin:1em 0;&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Leitfrage:''' Wer entscheidet verbindlich über Auswahl, Priorisierung, Beschreibung, Digitalisierung, Veröffentlichung und Zugang, und wie sind die Kulturgutträger dabei beteiligt?&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
''Für die weitere Erhebung und Analyse insbesondere zu prüfen:''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* formelle und informelle Zuständigkeiten der beteiligten Institutionen&lt;br /&gt;
* Entscheidungsrechte bei Auswahl und Priorisierung von Beständen&lt;br /&gt;
* Verantwortlichkeiten für Rechteklärung und Veröffentlichung&lt;br /&gt;
* Beteiligung der jeweiligen Kulturgutträger&lt;br /&gt;
* Beteiligung sorbischer Fachleute und Angehöriger der Gemeinschaft bei kulturell sensiblen Inhalten&lt;br /&gt;
* vorhandene Freigabe- und Sperrverfahren&lt;br /&gt;
* Umgang mit nachträglichen Korrekturen oder Einschränkungen&lt;br /&gt;
* erkennbare Überschneidungen beziehungsweise ungeklärte Zuständigkeiten&lt;br /&gt;
* vorhandene Gremien oder Koordinierungsstrukturen&lt;br /&gt;
* prüfen, an welchen Stellen verbindliche Zuständigkeiten fehlen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.3.2 Gemeinsame Standards und Anschlussmöglichkeiten ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;background-color:#eef5fb;border-left:4px solid #5b9bd5;padding:0.7em 1em;margin:1em 0;&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Leitfrage:''' Welche gemeinsamen Regeln ermöglichen es unterschiedlichen Kulturgutträgern, Daten und Digitalisate in eine gemeinsame Infrastruktur einzubringen und zwischen den Kernfunktionen weiterzugeben?&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die weitere Erhebung und Analyse insbesondere zu prüfen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* vorhandene gemeinsame Metadatenstandards beziehungsweise Pflichtfelder&lt;br /&gt;
* verwendete Fachstandards einzelner Einrichtungen&lt;br /&gt;
* gemeinsame Regeln für Ober- und Niedersorbisch&lt;br /&gt;
* Dateiformate und Qualitätsanforderungen für unterschiedliche Kulturgutarten&lt;br /&gt;
* Identifikatoren und Normdaten&lt;br /&gt;
* Rechte- und Lizenzinformationen&lt;br /&gt;
* technische Schnittstellen und Datenexporte&lt;br /&gt;
* Übernahme vorhandener institutioneller Metadaten&lt;br /&gt;
* einfache Erfassungswege für kleinere Kulturgutträger&lt;br /&gt;
* Schnittstellen für Einrichtungen mit bestehenden Fachsystemen&lt;br /&gt;
* Möglichkeiten zur Weitergabe von Daten zwischen Register, Digitalisierung, Repositorium und Präsentation&lt;br /&gt;
* prüfen, wo fehlende Standards oder inkompatible Systeme den Austausch derzeit behindern&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.3.3 Personal, Finanzierung und Betreiberverantwortung ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;background-color:#eef5fb;border-left:4px solid #5b9bd5;padding:0.7em 1em;margin:1em 0;&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Leitfrage:''' Welche zentralen Leistungen sind dauerhaft personell, organisatorisch und finanziell abgesichert, und welche hängen noch von befristeten Projekten oder einzelnen Personen ab?&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die weitere Erhebung und Analyse insbesondere zu prüfen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Betreiber beziehungsweise verantwortliche Stellen für die vier Kernfunktionen&lt;br /&gt;
* dauerhafte Stellen gegenüber befristeten Projektstellen&lt;br /&gt;
* vorhandene beziehungsweise geplante Finanzierungsmodelle&lt;br /&gt;
* laufende Betriebs- und Pflegekosten&lt;br /&gt;
* personelle Kapazitäten und erkennbare Schlüsselpersonenrisiken&lt;br /&gt;
* Unterstützung kleiner und ehrenamtlich geführter Einrichtungen&lt;br /&gt;
* Finanzierung von&lt;br /&gt;
** Beratung,&lt;br /&gt;
** Digitalisierung,&lt;br /&gt;
** Speicher und Langzeiterhaltung,&lt;br /&gt;
** Datenpflege,&lt;br /&gt;
** Rechteklärung,&lt;br /&gt;
** technischer Wartung und Weiterentwicklung;&lt;br /&gt;
* Übergang von geförderten Projekten in einen dauerhaften Regelbetrieb&lt;br /&gt;
* vorhandene Betriebs-, Kooperations- und Übergabevereinbarungen&lt;br /&gt;
* erkennbare Risiken bei Auslaufen einzelner Förderungen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== 3.4 Gesamtbewertung und vorrangiger Handlungsbedarf ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;background-color:#eef5fb;border-left:4px solid #5b9bd5;padding:0.7em 1em;margin:1em 0;&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Leitfrage:''' Welche Bedarfe sind bereits ausreichend abgedeckt, wo liegen die entscheidenden Lücken und welche davon sollten vorrangig bearbeitet werden? &amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Ergebnisse der vorangegangenen Abschnitte werden abschließend zusammengeführt. Ziel ist noch nicht die vollständige Formulierung konkreter Maßnahmen, sondern zunächst eine begründete Bewertung des Ist-Standes und der wichtigsten Lücken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dabei sollte insbesondere unterschieden werden zwischen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* unmittelbar gefährdeten Kulturgütern beziehungsweise Beständen,&lt;br /&gt;
* strukturellen Lücken, die weitere Digitalisierungsschritte blockieren,&lt;br /&gt;
* fehlenden oder nur teilweise verfügbaren Kernfunktionen,&lt;br /&gt;
* nicht dauerhaft abgesicherten Angeboten,&lt;br /&gt;
* Verbesserungsmöglichkeiten bei bereits grundsätzlich funktionierenden Strukturen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die abschließende Bewertung insbesondere zu prüfen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Ergebnisse aus Akteurs-, Bestands- und Bedarfserhebung zusammenführen&lt;br /&gt;
* für jede der vier Kernfunktionen die wichtigsten Stärken und Lücken benennen&lt;br /&gt;
* übergreifende strukturelle Probleme aus Zuständigkeiten, Standards, Betrieb und Finanzierung ergänzen&lt;br /&gt;
* unterscheiden zwischen:&lt;br /&gt;
** fehlender Leistung,&lt;br /&gt;
** unzureichender Kapazität,&lt;br /&gt;
** fehlender Bekanntheit beziehungsweise Zugänglichkeit,&lt;br /&gt;
** fehlender Verbindung bestehender Angebote,&lt;br /&gt;
** ungeklärter Zuständigkeit,&lt;br /&gt;
** fehlender dauerhafter Absicherung;&lt;br /&gt;
* Dringlichkeit begründen, insbesondere anhand von:&lt;br /&gt;
** Verlustgefahr,&lt;br /&gt;
** blockierenden Abhängigkeiten,&lt;br /&gt;
** Anzahl beziehungsweise Bedeutung betroffener Kulturgutträger,&lt;br /&gt;
** kultureller und sprachlicher Bedeutung,&lt;br /&gt;
** Aufwand und Realisierbarkeit;&lt;br /&gt;
* offene Informationslücken ausdrücklich kennzeichnen&lt;br /&gt;
* aus den ermittelten Lücken anschließend Handlungsbedarfe ableiten&lt;br /&gt;
* konkrete Lösungsmaßnahmen erst im folgenden Maßnahmen- beziehungsweise Soll-Abschnitt festlegen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mögliche zusammenfassende Bewertungsmatrix:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot; style=&amp;quot;width:100%;&amp;quot;&lt;br /&gt;
! Bereich&lt;br /&gt;
! Belegter Ist-Stand&lt;br /&gt;
! Abgedeckte Bedarfe&lt;br /&gt;
! Lücke / Risiko&lt;br /&gt;
! Dringlichkeit&lt;br /&gt;
! Daraus abgeleiteter Handlungsbedarf&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| ''Beispiel: Nachweisen und Registrieren''&lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| ''Beispiel: Digitalisieren''&lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| ''Beispiel: Langfristig erhalten''&lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| ''Beispiel: Zugänglich machen und nutzen''&lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| ''Beispiel: gemeinsame Standards / Zusammenarbeit''&lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= Referenzen =&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Měrko Šenk</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://koncept.serbski-inkubator.de/index.php?title=12.3_Digitalisierung_des_Kulturerbes&amp;diff=1207</id>
		<title>12.3 Digitalisierung des Kulturerbes</title>
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		<updated>2026-10-29T14:58:45Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Měrko Šenk: /* 3.1.2 Schlüsselakteure */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;= 1 Einleitung =&lt;br /&gt;
Die Digitalisierung von sorbischem Kulturerbe ist eine historische Chance für uns Sorben, eine Chance, unser kulturelles Erbe neu zu entdecken, es für kommende Generationen zu erhalten, für eine breitere Öffentlichkeit zugänglich zu machen und dabei die eigene Deutungshoheit zu stärken. Das erfordert neben Mut, einer klaren gemeinsamen Vision, starker Zusammenarbeit zwischen den beteiligten Akteuren auch die notwendigen Ressourcen in Form von Personal mit entsprechenden Kompetenzen, passender Technik sowie einer nachhaltig gesicherten Finanzierung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im folgenden Abschnitt werden Zielbilder für die Digitalisierung des sorbischen Kulturerbes entworfen mittels lang- und kurzfristiger Visionen sowie konkreter Ziele.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== 1.1 Vision und Ziele für die sorbische digitale Welt ==&lt;br /&gt;
'''Vision'''&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
''Sorbisches materielles und immaterielles Kulturerbe ist systematisch digital erfasst, rechtssicher und langfristig gesichert, leicht auffindbar, offen nutzbar und wird aktiv von Interessierten genutzt.''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Konkrete Ziele'''&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Bis 2032 ist ein tragfähiges, finanziell und organisatorisch abgesichertes Modell etabliert, das:&lt;br /&gt;
* Ein zentrales (oder föderiertes) digitales Langzeitarchiv nach OAIS-Referenzmodell betreibt,&lt;br /&gt;
* klare Zuständigkeiten, Prozesse und Budgets definiert,&lt;br /&gt;
* regelmäßige Qualitätssicherung und Technik-Updates vorsieht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bis 2030 sind wichtige sorbische Kulturerbe-Bestände (Kernbestände nach fachlicher Festlegung) in hoher Qualität digitalisiert, beschrieben und im Langzeitarchiv gesichert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bis 2028 liegt eine institutionenübergreifende Übersicht über relevante Kulturerbe-Bestände (analog und digital, materiell und immateriell) vor, einschließlich einer Prioritätenliste für die Digitalisierung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bis 2028 existiert ein zentrales, nutzerfreundliches „Sorbisches Kulturerbe-Portal“, das:&lt;br /&gt;
* Suchzugang über alle teilnehmenden Institutionen ermöglicht,&lt;br /&gt;
* grundlegende Inhalte frei zugänglich bereitstellt,&lt;br /&gt;
* mehrsprachige Oberflächen anbietet (Deutsch, Obersorbisch, Niedersorbisch, Englisch).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= 2 Ist-Analyse „Digitalisierung von Kulturerbe“ =&lt;br /&gt;
Das Ziel in diesem Themenbereich ist es, sorbisches Kulturerbe digital zu verwalten und damit langfristig für Recherche, Nutzung und Präsentation vorzuhalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Abschnitt &amp;quot;IST-Analyse“ werden die folgenden Fragen beantwortet: Was ist sorbisches Kulturerbe und was zählt alles dazu? Welche Schritte durchläuft ein Kulturgut, um zum digitalen Kulturerbe zu gehören? Wie können die digitale Verwaltung, Archivierung, Nutzung und Präsentation von Kulturgütern umgesetzt werden?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die grundlegenden Terminologien des Kulturerbes sollen im Folgenden festgelegt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== 2.1 Terminologie – von Kultur zu Kulturerbe ==&lt;br /&gt;
In diesem Abschnitt werden die Begriffe rund um das Kulturerbe grundlegend definiert. Es soll ein Verständnis über die Begriffe Kultur, kulturelle Ausprägung, Kulturgut und Kulturerbe erreicht werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Dataja:Wobraz_K1.png|center|260px]]&amp;lt;ref&amp;gt;Mermaid Flowchart Code: [https://mermaid.live/edit#pako:eNpF0UtuwyAQBuCroFlaTuRHTGMvKuWxq7pqV627IGZso2CIMChtk9ymN-nFimmasmJGfP-AOEGjOUIFrdTHpmfGkudtrWpF_Fq9RtGDk9aZKHojU-_aJ7PZ_bmGgSnR4mgFejaKpidC1XAmq8zDfYAoJZKVG7lxzX5stRl81C0_uwYdheGEubHD4_dXLy1hcpyC1rcLdM4GOLH1Ve2E5Gj9TPLkhgEnsLkBNDsMAmLojOBQWeMwhgHNwKYSTuFBYHucbOW3HFvmcQ21unh2YOpF6-FPGu26HqrW381X7sCZxa1gnWH_R1BxNBvtlIUqTUMEVCd49xVdzpeLMs1pXmRFXiY0hg-o8iyZL_LFXZaVSTJ1LzF8hqHJnBZ5WhZLWt5RmtIsBuTCavP4-2Hh3y4_NXaMmw hier klicken], abgerufen am 22.09.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.1.1 Kultur ===&lt;br /&gt;
Kultur bezeichnet hier die Gesamtheit aller '''vom Menschen geschaffenen und erlernten Ausdrucksformen''' des Lebens, die auf gemeinsamen Werten und Verhaltensweisen beruhen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;wiki-kultur&amp;quot;&amp;gt;URL: https://de.wikipedia.org/wiki/Kultur&amp;lt;/ref&amp;gt; Dazu zählen '''materielle Ergebnisse''' (z. B. Kunstwerke, Technik) ebenso wie '''immaterielle Praktiken''' (Sprache, Bräuche, Wissen). Kultur umfasst laut der UNESCO geistige, materielle, intellektuelle und emotionale Merkmale, die eine Gesellschaft oder soziale Gruppe kennzeichnen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;mondiacult&amp;quot;&amp;gt;UNESCO 1982: Mexico City Declaration on Cultural Policies (MONDIACULT). URL: https://www.lacult.unesco.org/docc/1982_MONDIACULT.pdf&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;ref name=&amp;quot;cultureaction&amp;quot;&amp;gt;Culture Action Europe 2024: The State of Culture report. URL: https://cultureactioneurope.org/de/news/the-state-of-culture-report-published, abgerufen am 01.10.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;  Sie ist dynamisch und wird von jeder Generation neu gestaltet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das deutsche Wort „Kultur“ ist eine Eindeutschung des lateinischen Worts „cultura“. Dieses bedeutet ursprünglich „Bebauung, Bearbeitung, Bestellung, Pflege“ und meinte sowohl die physische Bearbeitung als auch die Pflege geistiger Güter, z. B. der Sprache.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.1.2 Kulturelle Ausdrucksform ===&lt;br /&gt;
Eine kulturelle Ausdrucksform ist eine '''konkrete, gegenwärtige oder historische, Manifestation von Kultur''', bspw. eine Zeichnung, eine Tracht oder ein Lied: Sie macht die Kultur sichtbar und erlebbar. Im engeren Sinne ist es eine Ausdrucksweise, die aus der Kreativität einer Person, Gruppe oder Gesellschaft entsteht und '''kulturellen Inhalt''' trägt (symbolische Bedeutung, künstlerische Dimension, kulturelle Werte).&amp;lt;ref&amp;gt;Österreichische UNESCO-Kommission 2007: Übereinkommen zum Schutz und zur Förderung der Vielfalt kultureller Ausdrucksformen, Art. 4, Seite 13. URL: https://www.unesco.at/fileadmin/Redaktion/Publikationen/Publikations-Dokumente/2005er_UNESCO-Convention_German.pdf, abgerufen am 22.09.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt; Sie wird innerhalb und zwischen Gemeinschaften weitergegeben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Alle kulturellen Ausdrucksformen bilden einen wesentlichen Kern von Kultur, aber Kultur enthält auch latente Dimensionen (Werte, Normen, Vorannahmen etc.), die nicht unmittelbar als Ausdrucksform erscheinen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.1.3 Kulturgut ===&lt;br /&gt;
Ein „Kulturgut“ ist '''eine einzelne kulturelle Ausdrucksform''', der ein '''besonderer kultureller Wert zugemessen wird''' (durch Anerkennung, Schutz, Bedeutung). Es ist somit ein Erzeugnis menschlicher Kreativität oder Zeugnis menschlichen Lebens, welches '''Bedeutung für die Kultur einer Gemeinschaft''' hat und daher '''Bestand haben und bewahrt werden soll'''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die '''Summe aller Kulturgüter''' einer Gemeinschaft wird als dessen '''Kulturerbe''' bezeichnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.1.4 Kulturerbe ===&lt;br /&gt;
Kulturerbe ist die '''Summe der materiellen und immateriellen Ausdrucksformen''' (= Kulturgüter) einer Kultur, die als „'''bewahrenswert'''“ anerkannt wurden. International umfasst das u. a. das '''Welterbe''' (Denkmäler, Ensembles, Stätten)&amp;lt;ref&amp;gt;UNESCO (1972), Welterbekonvention, Art. 1. URL: https://www.dnk.de/wp-content/uploads/2021/02/1972_DNK_UNESCO-Welterbekonvention.pdf (abgerufen am 11.09.2025).&amp;lt;/ref&amp;gt; und das '''Immaterielles Kulturerbe''' (Praktiken, Wissen).&amp;lt;ref&amp;gt;Deutsche UNESCO-Kommission o. J.:, Übereinkommen zur Erhaltung des immateriellen Kulturerbes (dt. Ausgabe). URL: https://www.unesco.de/assets/dokumente/Deutsche_UNESCO-Kommission/02_Publikationen/Publikation_UNESCO-%C3%9Cbereinkommen_zur_Erhaltung_des_immateriellen_Kulturerbes_01.pdf, (abgerufen am 11.09.2025).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ob etwas „zum Kulturerbe“ zählt, ist Ergebnis von Bewertung, Diskurs und teils formellen Verfahren. Dem Sorbischen Kulturregister (SKR) zufolge ist „sorbisch-wendisches Kulturerbe“ eine Zuschreibung, die durch Gesellschaft, Museen, Archive und Wissenschaft erfolgen kann.&amp;lt;ref&amp;gt;Sorbisches Institut 2025: Konzept für ein Sorbisches Kulturregister (SKR). URL: https://www.serbski-institut.de/wp-content/uploads/2021/11/00_Zweite-aktualisierte-Fassung_Konzept_Sorbisches-Kulturregister_20.11.2025.pdf, abgerufen am 20.11.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.1.5 Abgrenzung: Kultur und Kulturerbe ===&lt;br /&gt;
'''Kultur / Kulturelle Ausdrucksform''' sind als Begriffe weiter gefasst als '''Kulturgut / Kulturerbe'''. Kulturelle Ausdrucksformen umfassen alles Gelebte und Gestaltete einer Gemeinschaft in Gegenwart und Vergangenheit, während Kulturgut / Kulturerbe diejenigen kulturellen Güter und Traditionen meint, denen eine Bedeutung beigemessen wurde und die als bewahrens- und weitergebenswert erkannt wurden. Kultur ist der „aktuelle“ kreative Prozess (einschließlich Popkultur, Alltagskultur), Kulturerbe der daraus überkommene Schatz. Dennoch sind die Grenzen fließend: Was heute nur Kultur ist, kann morgen zum Kulturerbe erklärt werden – abhängig von Wertzuschreibung und Diskurs.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Rahmen dieses Dokuments werden für den sorbischen Kontext die Begriffe '''„kulturelle Ausdrucksform“''' und '''„Kulturgut“''' weitgehend '''synonym''' verwendet, sofern nicht ausdrücklich anders gekennzeichnet. Hintergrund ist, dass die Gesamtzahl der identifizierbaren kulturellen Ausdrucksformen einer kleinen Minderheit wie der Sorben/Wenden im Vergleich zu großen Mehrheitsgesellschaften überschaubar ist. Zugleich ist der Anteil dieser Ausdrucksformen, denen in der Community ein besonderer Wert beigemessen wird und die daher faktisch als Kulturgut wahrgenommen und behandelt werden, sehr hoch: Ein großer Teil des gelebten kulturellen Repertoires wird als identitätsstiftend und bewahrenswert verstanden und damit dem Kulturerbe zugerechnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== 2.2 Klassifizierung von Kulturgütern ==&lt;br /&gt;
Im Folgenden soll eine griffige Klassifizierung von Kulturgütern entwickelt werden, so dass pro Kulturgut-Klasse später auf die Besonderheiten ihrer Digitalisierung eingegangen werden kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Dataja:Wobraz_K2.png|center|600px]]&amp;lt;ref&amp;gt;Mermaid Flowchart Code: [https://mermaid.live/edit#pako:eNptlM9u00AQxl9ltFWoFDlp_C9OjISU2KSgUCq1BSRIDxt77Syxd6v1mkKjSDwBlThw4YCEeuXOoeLSN-EF4BHYjZOQQG67-32_2ZnZsWco4jFBPqrVZpRR6cNsP8n4ZTTBQu7rHVP66QWOKEvV3nQM2BeYTf8eea35fF6rjdiIrUl4cjJiAMPDV_X6sMxkKdJS1uvnvu9PtRGgp5ReE46wJIKSLIOf779CycbkkqQZjSb1Ovz-cv351_drDWGN9BXS_xfZBj7dLoGxBgIFBE14nOcrZGH68E07Iu0IlSNsQkhTKnGlfvyh1bjKcngIjcYD6G2s-xvrYGMdLuuqAFOXZ0IflzFh0xxn5OBU3t1ISZhqw6KaKpo29k04jSaCJrLq0oZsa9mCAZc8FTihhBnQp1ksxd1NSsS22dFmG3oMZzwl0HveONtlc7XNATtsHI9fk6kkC3nRsKoqnVNgwrFQaUOvLGJRRtMi4SJfZ790WtppQYhFIVV7CYsJDO9uWbEMujbqOgIbTqgsddB7MCD_eXT6gQMvaFEQBlclPMVqcA6eMfqGiKLMt926isCFM4FjKiln-voCHmEWXxIxXZcUVo-jSwrVe3DBGvHqtc83DLqS0FpNAi3wRluiDBdFSBIYQ0KzzN_r265jPjQinnHh7yVJYhRS8ClZKfe3KLyk2oHneuEuqlK2qWhJWYPOwGnvoiplm4qXVMd17V5rF1UpikIGSgWNkS9FSQyUE5FjvUUzHXGE5ITkZIR8tYxJgtVXPEIjNlfYBWYvOc9XpOBlOkF-grNC7cqLWPUupFjNa74-FXo0RMBLJpFvWtYiCPJn6C3yG7bTNO2u6Tidrue0W13HQO_Usdtquuqg1bG6TtvzPNuZG-hqcXGr2baV5NhuyzId13XbBiJqDrg4qn5ni7_a_A_W9oMu hier klicken], abgerufen am 22.09.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.2.1 A. Materiell - unbeweglich 🏛️ ===&lt;br /&gt;
„Materiell - unbeweglich&amp;quot; bezeichnet ortsfeste Kulturobjekte wie Bauwerke, Ensembles, Gebäudekomplexe und Stätten/Kulturlandschaften, wie sie in Art. 1 der UNESCO-Welterbekonvention als Kategorien des kulturellen Erbes definiert sind.&amp;lt;ref&amp;gt;UNESCO World Heritage Centre o. J.: Convention Concerning the Protection of the World Cultural and Natural Heritage, Artikel 1. URL: https://whc.unesco.org/en/conventiontext/, abgerufen am 01.10.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.2.2 B. Materiell - beweglich 🖼️ ===&lt;br /&gt;
Die Kategorie „Materiell - beweglich&amp;quot; umfasst bewegliche Sachen bzw. Sachgesamtheiten von kulturellem Wert (z. B. Objekte, Sammlungen), wie sie das deutsche Kulturgutschutzgesetz (§ 2 KGSG)&amp;lt;ref&amp;gt;Deutschland 2016: Kulturgutschutzgesetz (KGSG), § 2. URL: https://www.buzer.de/2_KGSG.htm, abgerufen am 01.10.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt; als „Kulturgut“ beschreibt.&lt;br /&gt;
* B1 '''Schriftgut''' - Bücher, Zeitungen, Handschriften, Archivgut, Graphiken, Pläne, Karten&lt;br /&gt;
* B2 '''Fotografien &amp;amp; Bildträger''' &lt;br /&gt;
** Fotografisch erzeugte statische Bildträger, auch Stillbildträger genannt, z. B. Positive/Negative auf Film/Platte/Photopapier, Dias, Abzüge, Mikrofilm/-fiche und vergleichbare fotografische Repro-Träger.&lt;br /&gt;
* B3 '''Analoge AV-Träger''' (Audio/Video/Film)&lt;br /&gt;
** Analoge zeitbasierte Medien, z. B. Magnetton (Tonband, Kassette), Schallplatte, Videobänder, Film.&lt;br /&gt;
* B4 '''3D-Objekte''' - Gegenstände, „sachkulturelle Artefakte“&amp;lt;ref&amp;gt;Sorbisches Institut o. J.: Konzept zum Digitalisierungszentrum am Sorbischen Institut, S. 24.&lt;br /&gt;
(Unveröffentlichtes Konzeptpapier; interne Projektunterlage.)&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.2.3 C. Immateriell 🎭 ===&lt;br /&gt;
Meint lebendige Praktiken, Darstellungen, Ausdrucksformen, Ideen, Werte, Wissen und Fertigkeiten, die von Gemeinschaften getragen und weitergegeben werden, gemäß der folgenden 5 UNESCO ICH-Domänen.&amp;lt;ref&amp;gt;UNESCO o. J.: Intangible Cultural Heritage – Five Domains. URL: https://ich.unesco.org/doc/src/01857-EN.pdf, abgerufen am 01.10.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* C1 '''Orale Traditionen/Ausdrucksformen''' - Sprache, Gesangstraditionen&lt;br /&gt;
* C2 '''Darstellende Künste''' - Musik, Tanz, Theater&lt;br /&gt;
* C3 '''Rituale &amp;amp; Feste''' - Bräuche und soziale Praktiken des Kalenders und Lebenslaufs&lt;br /&gt;
* C4 '''Wissen &amp;amp; Praktiken''' zu Natur &amp;amp; Universum - Heil- und Sammelkenntnisse, ökologisches und astronomisches Wissen, Glaube, Religion&lt;br /&gt;
* C5 '''Traditionelles Handwerk''' - Techniken, Werkzeuge und Gestaltungsmuster&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.2.4 D. Digital 💾 ===&lt;br /&gt;
Bezeichnet in digitaler Form vorliegende Ressourcen menschlichen Wissens und Ausdrucks. Diese können sowohl born-digital sein als auch digitalisierte Repräsentationen von materiellen und immateriellen Kulturgütern.&amp;lt;ref&amp;gt;UNESCO 2003: Charter on the Preservation of Digital Heritage. URL: https://www.unesco.org/en/legal-affairs/charter-preservation-digital-heritage, abgerufen am 01.10.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* D1 '''Born-digital''' (ursprünglich digital erzeugt, kein analoges Original), z. B. Webseiten, Social-Media-Beiträge, Software, Apps, Spiele, digitale Fotos/Audio/Video.&lt;br /&gt;
* D2 '''Digitalisate''' - Digitalisierte Repräsentationen/Derivate aus den Klassen A, B und C.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== 2.3 Begriffe und Kernfunktionen ==&lt;br /&gt;
Die vorherigen Abschnitte haben geklärt, was unter Kulturerbe verstanden wird und welche Arten von Kulturgütern unterschieden werden. Bevor der nachfolgende Abschnitt den Prozess der Kulturerbe-Digitalisierung beschreibt, werden in diesem Abschnitt die dafür wichtigsten Arbeitsbegriffe und Funktionen erläutert. Der Abschnitt soll dabei die Frage beantworten: Welche Arbeitsabläufe und Funktionen sind notwendig, damit Kulturgüter nicht nur digital erfasst, sondern auch gefunden, verstanden, gesichert und genutzt werden können?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Erläuterungen sollen eine gemeinsame und leicht verständliche Grundlage schaffen für alle, die an der Digitalisierung von Kulturerbe interessiert sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.3.1 Vom Kulturgut zur digitalen Repräsentation ===&lt;br /&gt;
Dieser Abschnitt erklärt, was bei einer Digitalisierung entsteht und wie sich das digitale Ergebnis vom ursprünglichen Kulturgut unterscheidet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
! Begriff&lt;br /&gt;
! Erklärung&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Digitalisierung von Kulturerbe'''&lt;br /&gt;
| Digitalisierung bezeichnet in diesem Konzept den gesamten zusammenhängenden Prozess: Kulturgüter erfassen, beschreiben und bewerten, digitale Repräsentationen erzeugen oder übernehmen, ihre Qualität prüfen, sie sichern und für die Nutzung zugänglich machen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;DFG2016&amp;quot;&amp;gt;Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) 2016: Praxisregeln „Digitalisierung“, insbesondere S. 13 und 41-44. URL: https://www.dfg.de/resource/blob/176108/898bf3574ad0ff3b1db525fa7d04c86c/12-151-v1216-de-data.pdf, abgerufen am 16.07.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Bei ursprünglich digital entstandenen Kulturgütern – auch ''born digital'' genannt – entfällt die Überführung aus einem analogen Original; die weiteren Aufgaben bleiben bestehen.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Digitalisat und digitale Repräsentation'''&lt;br /&gt;
| Ein '''Digitalisat''' ist ein digitales Abbild eines analogen Kulturguts, beispielsweise ein Scan einer Handschrift oder ein Foto eines Museumsobjekts. Der weitere Begriff '''digitale Repräsentation''' umfasst auch Audio-, Video- oder 3D-Dokumentationen einer immateriellen kulturellen Praxis. Die digitale Repräsentation ersetzt weder das materielle Kulturgut noch die lebendige Praxis.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Masterdatei und Nutzungsderivat'''&lt;br /&gt;
| Die '''Masterdatei''' ist die möglichst hochwertige und qualitätsgeprüfte Ausgangsdatei. Sie wird für die langfristige Sicherung und spätere Bearbeitungen aufbewahrt. Ein '''Nutzungsderivat''' ist eine daraus erzeugte, an einen bestimmten Zweck angepasste Datei, beispielsweise ein kleineres Bild für eine Internetseite.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Digitales Objekt'''&lt;br /&gt;
| Als '''digitales Objekt''' wird in diesem Konzept eine zusammengehörige digitale Einheit bezeichnet. Sie kann aus einer oder mehreren Dateien, den zugehörigen Metadaten und ihren Verknüpfungen bestehen. Ein digitales Objekt kann ein Digitalisat oder ein ursprünglich digital entstandenes Kulturgut sein.&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
''Beispiel:'' Das verzierte sorbische Osterei bleibt das materielle Kulturgut. Hochauflösende Fotografien, ein 3D-Modell und die dazugehörigen Beschreibungen bilden gemeinsam seine digitale Repräsentation.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.3.2 Vier Kernfunktionen ===&lt;br /&gt;
Als '''Kernfunktionen der Kulturerbe-Digitalisierung''' werden im Folgenden vier dauerhaft zu erfüllende Aufgabenbereiche bezeichnet. Sie beschreiben, was für eine nachhaltige Digitalisierung von Kulturerbe geleistet werden muss, unabhängig davon, welche Institution oder welches technische System die jeweilige Funktion übernimmt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
! Kernfunktion&lt;br /&gt;
! Typische organisatorisch-technische Umsetzung&lt;br /&gt;
! Hauptaufgabe&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Nachweisen, beschreiben und verknüpfen'''&lt;br /&gt;
| Register oder Katalog&lt;br /&gt;
| Macht sichtbar, welche Kulturgüter vorhanden sind, wo sie sich befinden und in welchem Zusammenhang sie stehen. Ein Registereintrag kann bereits bestehen, bevor ein Digitalisat angefertigt wurde. &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Digitalisieren und Qualität sichern'''&lt;br /&gt;
| Digitalisierungszentrum oder Digitalisierungsdienst&lt;br /&gt;
| Erzeugt bzw. übernimmt digitale Repräsentationen, prüft sie und bereitet Dateien und Metadaten für die weitere Verarbeitung vor. Geliefert werden bspw. geprüfte Masterdateien und Nutzungsderivate. &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Langfristig erhalten'''&lt;br /&gt;
| Repositorium oder digitales Langzeitarchiv&lt;br /&gt;
| Übernimmt Dateien und Metadaten, speichert und verwaltet sie und erhält sie über technische und organisatorische Veränderungen hinweg dauerhaft nutzbar.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Zugänglich machen und Nutzung ermöglichen'''&lt;br /&gt;
| Präsentations- und Nutzungssystem&lt;br /&gt;
| Führt beschreibende Informationen und digitale Medien für Nutzerinnen und Nutzer zusammen. Es ermöglicht beispielsweise Suche, Anzeige, Kontextualisierung, Vermittlung und – soweit zulässig – Nachnutzung. &lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese '''Kernfunktionen''' beschreiben zunächst nicht zwingend getrennte Institutionen oder Systeme. Eine Einrichtung kann mehrere Kernfunktionen übernehmen. Umgekehrt kann eine Kernfunktion auf mehrere Einrichtungen oder technische Systeme verteilt sein. Entscheidend sind klare Zuständigkeiten, verlässliche Übergaben und gemeinsame Standards.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vereinfacht lässt sich das Zusammenspiel so zusammenfassen:&lt;br /&gt;
# Das '''Register oder der Katalog''' beschreibt und verknüpft das Kulturgut.&lt;br /&gt;
# Der '''Digitalisierungsdienst''' erzeugt und prüft seine digitale Repräsentation.&lt;br /&gt;
# Das '''Repositorium oder digitale Archiv''' übernimmt und erhält die Dateien.&lt;br /&gt;
# Das '''Präsentationssystem''' führt Beschreibungen und Medien für die Nutzung zusammen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die konkrete Ausgestaltung kann zentral, dezentral oder als Verbund mehrerer Systeme erfolgen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.3.3 Register ===&lt;br /&gt;
Die folgende Tabelle erklärt, wie Kulturgüter so erfasst, beschrieben und verknüpft werden, dass sie eindeutig zugeordnet, wiedergefunden und nach einheitlichen Regeln weiterverarbeitet werden können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
! Begriff&lt;br /&gt;
! Erklärung&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Erschließung, Verzeichnung und Registrierung'''&lt;br /&gt;
| '''Erschließung''' ist der übergeordnete Vorgang, bei dem ein Kulturgut identifiziert, beschrieben und in seinen Zusammenhang eingeordnet wird. '''Verzeichnung''' bezeichnet seine strukturierte dokumentarische Beschreibung. '''Registrierung''' bedeutet die Aufnahme in ein konkretes Register, einen Katalog oder ein Sammlungssystem. Ein Kulturgut kann bereits registriert werden, bevor ein Digitalisat vorhanden ist.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Metadaten'''&lt;br /&gt;
| Metadaten sind strukturierte Informationen über ein Kulturgut und seine digitalen Repräsentationen. Dazu gehören beispielsweise Titel, Herkunft, beteiligte Personen, Ort, Zeit, kultureller Kontext, Rechte, Dateieigenschaften und Bearbeitungsschritte. Je nach Zweck werden beschreibende, technische, rechtliche und erhaltungsbezogene Metadaten unterschieden. Sie machen Kulturgüter auffindbar, verständlich, verwaltbar und langfristig nutzbar.&amp;lt;ref name=&amp;quot;PREMIS&amp;quot;&amp;gt;Library of Congress o. J.: PREMIS – Preservation Metadata: Implementation Strategies. Internationaler Standard für Erhaltungsmetadaten. URL: https://www.loc.gov/standards/premis/, abgerufen am 16.07.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Persistenter Identifikator'''&lt;br /&gt;
| Ein '''persistenter Identifikator''' ist eine dauerhafte und eindeutige Kennung für ein Kulturgut, einen Datensatz oder eine digitale Ressource. Die Kennung bleibt bestehen, auch wenn sich der technische Speicherort oder die Internetadresse ändern. Dadurch können Kulturgüter dauerhaft zitiert und zwischen Systemen verknüpft werden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;DFG2016&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Metadaten sind keine bloße Beigabe zu einer Datei. Ohne ausreichende Beschreibungen kann ein Digitalisat zwar technisch vorhanden sein, später aber kaum gefunden, verstanden oder zuverlässig zugeordnet werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.3.4 Digitalisierungsdienst und Archiv ===&lt;br /&gt;
Die folgende Tabelle erklärt was erforderlich ist, damit Kulturgüter digitalisiert werden und nicht nur heute gespeichert sind, sondern auch nach technischen und organisatorischen Veränderungen noch gefunden, verstanden und genutzt werden können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
! Begriff&lt;br /&gt;
! Erklärung&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Repositorium'''&lt;br /&gt;
| Ein '''Repositorium''', auch ''Repository'' genannt, ist eine verwaltete technische Umgebung, in der digitale Objekte und ihre Metadaten übernommen, gespeichert, geordnet, verwaltet und bereitgestellt werden. Ein Repositorium kann Teil eines digitalen Archivs sein. Nicht jedes Repositorium erfüllt jedoch automatisch alle Anforderungen der Langzeiterhaltung.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Digitales Archiv oder digitales Langzeitarchiv'''&lt;br /&gt;
| Ein digitales Archiv ist mehr als ein Server oder ein Speicherprogramm. Es verbindet eine verantwortliche Organisation, fachkundiges Personal, Regeln, Arbeitsabläufe und technische Systeme. Es übernimmt die Verantwortung dafür, digitale Informationen langfristig zu erhalten und für festgelegte Nutzergruppen zugänglich zu machen. Das internationale Referenzmodell '''Open Archival Information System''' (OAIS, offenes Archiv-Informationssystem) bietet hierfür einen fachlichen Rahmen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;OAIS2024&amp;quot;&amp;gt;Consultative Committee for Space Data Systems (CCSDS) 2024: Reference Model for an Open Archival Information System (OAIS), CCSDS 650.0-M-3, insbesondere S. 1-1–1-2 und 2-1–2-2. URL: https://ccsds.org/Pubs/650x0m3.pdf, abgerufen am 16.07.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Ingest oder kontrollierte Übernahme'''&lt;br /&gt;
| '''Ingest''' bezeichnet die kontrollierte Übernahme digitaler Dateien und Metadaten in ein Repositorium oder digitales Archiv. Dabei werden beispielsweise Vollständigkeit, Dateiformate, Metadaten und Dateiintegrität geprüft und die Übernahme dokumentiert.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Langzeitverfügbarkeit und digitale Langzeiterhaltung'''&lt;br /&gt;
| '''Langzeitverfügbarkeit''' ist das Ziel, digitale Inhalte über technische und organisatorische Veränderungen hinweg auffindbar, lesbar, verständlich und nutzbar zu halten. '''Digitale Langzeiterhaltung''' bezeichnet die dafür notwendigen fortlaufenden Maßnahmen. Dazu können mehrere Speicherorte, regelmäßige Prüfungen, Formatüberwachung, technische Migrationen und eine nachvollziehbare Dokumentation gehören. „Langfristig“ bezeichnet dabei keine feste Zahl von Jahren, sondern einen Zeitraum, in dem mit veränderten Technologien, Formaten und Nutzungsanforderungen gerechnet werden muss.&amp;lt;ref name=&amp;quot;OAIS2024&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Datensicherung oder Backup'''&lt;br /&gt;
| Ein '''Backup''' ist eine zusätzliche Sicherungskopie, aus der Dateien nach einem Verlust oder technischen Ausfall wiederhergestellt werden können. Backups sind notwendig, ersetzen aber keine Langzeiterhaltung: Sie regeln allein noch keine dauerhaften Zuständigkeiten, Metadaten, Formatüberwachung, Integritätsprüfungen oder langfristige Zugänglichkeit.&amp;lt;ref name=&amp;quot;DPCStorage&amp;quot;&amp;gt;Digital Preservation Coalition o. J.: Digital Preservation Handbook – Storage. URL: https://www.dpconline.org/handbook/organisational-activities/storage, abgerufen am 16.07.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Integrität und Authentizität'''&lt;br /&gt;
| '''Integrität''' bedeutet, dass unbeabsichtigte Veränderungen oder Beschädigungen einer Datei erkannt werden können. Dafür werden häufig Prüfsummen verwendet - digitale Kontrollwerte, die regelmäßig verglichen werden. '''Authentizität''' bedeutet, dass Herkunft, Identität und Bearbeitungsgeschichte eines digitalen Objekts nachvollziehbar sind und belegt werden kann, dass es das ist, was es zu sein vorgibt.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Dateiformat und Datenformat'''&lt;br /&gt;
| Ein '''Dateiformat''' legt den technischen Aufbau einer einzelnen Datei fest. Ein '''Datenformat''' beschreibt, wie Informationen strukturiert und zwischen Systemen ausgetauscht werden. Gut dokumentierte, verbreitete und möglichst offen beschriebene Formate erleichtern den Austausch und die langfristige Nutzung. Sie ersetzen jedoch keine aktive Langzeiterhaltung.&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Merksatz:''' Speichern ist nicht dasselbe wie langfristiges Erhalten. Auch ein vorhandenes Backup ist noch kein digitales Langzeitarchiv.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.3.5 Präsentationssystem ===&lt;br /&gt;
Die folgende Tabelle erklärt, wie aus langfristig gesicherten Dateien ein digitales Kulturerbe wird, das von Menschen gefunden, verstanden und sinnvoll genutzt werden kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
! Begriff&lt;br /&gt;
! Erklärung&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Zugänglichmachung und Präsentation'''&lt;br /&gt;
| '''Zugänglichmachung''' bedeutet, dass digitale Objekte auffindbar und im rechtlich sowie technisch zulässigen Umfang abrufbar sind. '''Präsentation''' geht darüber hinaus: Inhalte werden ausgewählt, miteinander verknüpft, erklärt und für bestimmte Zielgruppen vermittelt. Dazu gehören verständliche Kontextinformationen, klare Rechteangaben, Mehrsprachigkeit und möglichst barrierearme Zugänge. Abhängig von Rechten, personenbezogenen Daten oder kulturellen Schutzbedarfen kann der Zugang offen oder eingeschränkt sein.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Nutzung und Nachnutzung'''&lt;br /&gt;
| '''Nutzung''' umfasst beispielsweise das Betrachten, Lesen, Anhören, Erforschen oder Vermitteln eines digitalen Kulturguts. '''Nachnutzung''' bedeutet seine weitere Verwendung in einem neuen Zusammenhang, etwa in Bildung, Forschung, Publikationen, Ausstellungen, Anwendungen oder kreativen Werken. Dafür werden geeignete Dateien, verständliche Metadaten und klare Rechteinformationen benötigt.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Rechteinformation und Lizenz'''&lt;br /&gt;
| Eine '''Rechteinformation''' beschreibt den rechtlichen Status eines digitalen Objekts und mögliche Einschränkungen seiner Nutzung. Eine '''Lizenz''' räumt durch eine dazu berechtigte Person oder Institution konkrete Nutzungsrechte ein. Ein allgemeiner Rechtehinweis ist daher nicht automatisch eine Lizenz.&amp;lt;ref name=&amp;quot;RightsReuse&amp;quot;&amp;gt;RightsStatements.org o. J.: Standardisierte Rechtehinweise für online verfügbares Kulturerbe. URL: https://rightsstatements.org/de/, abgerufen am 16.07.2026. Creative Commons 2025: Recommended Licenses and Tools for Cultural Heritage Content. URL: https://creativecommons.org/2025/07/09/recommended-licenses-and-tools-for-cultural-heritage-content/, abgerufen am 16.07.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Interoperabilität'''&lt;br /&gt;
| '''Interoperabilität''' bezeichnet die Fähigkeit von Systemen und Organisationen, Daten auszutauschen und in gleicher Bedeutung zu verstehen. Dafür werden gemeinsame Metadatenmodelle, Begriffe, Identifikatoren und technische Schnittstellen benötigt. So können beispielsweise Register, Repositorien, Präsentationsportale und externe Kulturplattformen miteinander verbunden werden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;EuropeanaEDM&amp;quot;&amp;gt;Europeana o. J.: Metadata – Europeana Data Model (EDM, Europeana-Datenmodell). URL: https://pro.europeana.eu/page/metadata, abgerufen am 16.07.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Digitalisierte Inhalte entfalten ihren kulturellen und gesellschaftlichen Nutzen erst dann vollständig, wenn sie auffindbar, verständlich, rechtlich klar und für unterschiedliche Zielgruppen tatsächlich verwendbar sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der folgende Abschnitt 2.4 beschreibt, wie diese Kernfunktionen innerhalb des gesamten Prozesses der Kulturerbe-Digitalisierung zusammenwirken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== 2.4 Prozess der Digitalisierung von Kulturerbe ==&lt;br /&gt;
Die Digitalisierung von Kulturgut ist kein rein technischer Arbeitsschritt, sondern ein vielschichtiger, oft langfristiger Prozess, der bereits mit der Wahrnehmung und Identifikation einer kulturellen Ausdrucksform beginnt. Ziel dieses Abschnitts ist es, diesen Gesamtprozess systematisch darzustellen: von der gelebten Kultur über das identifizierte Kulturgut bis hin zur digital nutzbaren Repräsentation.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die hier entwickelte Prozessdarstellung soll als praxisorientierter Überblick dienen für die Digitalisierung des sorbischen Kulturerbes. Sie berücksichtigt die Anforderungen sorbischer Einrichtungen ebenso wie die international etablierten Referenzmodelle und Standards, darunter:&lt;br /&gt;
* das OAIS-Referenzmodell (ISO 14721) für digitale Archivierung&amp;lt;ref&amp;gt;Consultative Committee for Space Data Systems (CCSDS) 2024: Reference Model for an Open Archival Information System (OAIS), CCSDS 650.0-M-3. URL: https://ccsds.org/Pubs/650x0m3.pdf, abgerufen am 01.10.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
* das DCC Curation Lifecycle Model für kuratorische Entscheidungsprozesse&amp;lt;ref&amp;gt;Higgins 2008: The DCC Curation Lifecycle Model. International Journal of Digital Curation, 3(1), 134-140. URL: https://ijdc.net/index.php/ijdc/article/view/48, abgerufen am 01.10.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
* das Spectrum-Modell für museale Objektverwaltung&amp;lt;ref&amp;gt;Collections Trust 2022. Spectrum 5.1 - The UK Museum Collections Management Standard. URL: https://collectionstrust.org.uk/spectrum/spectrum-5, abgerufen am 01.10.2025. &amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
* die UNESCO-Leitlinien zur Inventarisierung immateriellen Kulturerbes&amp;lt;ref&amp;gt;UNESCO 2024: Operational Directives for the Implementation of the Convention for the Safeguarding of the Intangible Cultural Heritage (10.GA). URL: https://ich.unesco.org/doc/src/ICH-Operational_Directives-10.GA_EN.pdf, abgerufen am 01.10.2025. &amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
* sowie technische Vorgaben wie die DFG-Praxisregeln Digitalisierung&amp;lt;ref&amp;gt;Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) 2022: Praxisregeln Digitalisierung (aktualisierte Fassung). URL: https://www.ulb.hhu.de/fileadmin/redaktion/ULB/Documents/Infomaterial/DFG_Praxisregeln_Digitalisierung_Aktualisierte_Fassung2022.pdf, abgerufen am 01.10.2025. &amp;lt;/ref&amp;gt; und die FADGI-Richtlinien&amp;lt;ref&amp;gt;Federal Agencies Digital Guidelines Initiative (FADGI) 2023: Technical Guidelines for Digitizing Cultural Heritage Materials – Still Image, 3rd ed. URL: https://www.digitizationguidelines.gov/guidelines/digitize-technical.html, abgerufen am 01.10.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Folge soll der „Lebenslauf“ eines Kulturguts dargestellt werden, also der Weg, den ein Objekt oder eine kulturelle Praxis vom Zeitpunkt der Entstehung über die Erfassung, Digitalisierung und Archivierung bis zur Veröffentlichung in einem digitalen Präsentationsmodul durchläuft.&lt;br /&gt;
Hierfür erläutert der folgende Abschnitt die einzelnen Prozessschritte im Detail, jeweils mit Akteuren und Beispielen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.4.1 Vorüberlegungen zum Prozess ===&lt;br /&gt;
Im hier vorgestellten Prozess wird auf eine harte, systematische Filterung verzichtet, welche kulturellen Ausdrucksformen „nur“ Kultur und welche bereits Kulturgut sind. Ein solcher Bewertungs- und Abgrenzungsprozess wäre ressourcenintensiv und würde den vorhandenen Kapazitäten in den beteiligten Einrichtungen nicht entsprechen. Stattdessen folgt das Konzept einer inklusiven Logik: Alle dokumentierten Ausdrucksformen werden zunächst als potenzielle Kulturgüter erfasst. Eine feinere Auswahl und Priorisierung erfolgen erst in einem späteren Schritt, nämlich dann, wenn konkret entschieden wird, welche Ausdrucksformen bzw. Kulturgüter in welcher Tiefe digitalisiert, archiviert und präsentiert werden sollen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieses Vorgehen schließt an das SKR-Konzept an, das bewusst auf eine frühe normative Trennung zwischen „kultureller Ausdrucksform“ und „Kulturgut“ verzichtet. Auch hier steht zunächst der möglichst vollständige, strukturierte Überblick über die sorbischen Kulturgüter im Vordergrund. Die differenzierte Bewertung und Schwerpunktsetzung werden als anschließende fachliche Aufgabe verstanden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.4.2 Prozessschritte im Detail ===&lt;br /&gt;
Das folgende Diagramm gibt einen Überblick über die sechs Kernschritte des Gesamtprozesses der Digitalisierung von Kulturgut – von der ersten Wahrnehmung einer kulturellen Ausdrucksform bis zu ihrer digitalen Präsentation als Kulturgut. Die Abfolge zeigt zugleich die Entwicklungsstufen: von gelebter Kultur zur kulturellen Ausdrucksform, von dort zum Kulturgut und schließlich zum digitalen Kulturgut. Die Schritte sind als generischer Ablauf zu verstehen: Je nach Art des Kulturguts können einzelne Tätigkeiten unterschiedlich aufwendig sein oder parallel erfolgen.&lt;br /&gt;
[[Dataja:Wobraz_K3.png|center|600px]]&amp;lt;ref&amp;gt;Mermaid Flowchart Code: [https://mermaid.live/edit#pako:eNplkk1OwzAQha8yGqmbkloxSZs2CyTa8LOphIAVhIVJpolF4iDH4a_qbXqTXgzHFdAKr2y97703lmaNWZMTxriqmvesFNrAfZIqgPPHFIdDzuBO1DVVajhM8QlGozOYO-WUwS0VsjVakqa93Pvmjlk4JmAwp3fS5kCHwQAWjkkcE_Y5WWkIXqrd9jBpT138UIkspBGVbI_7-rwLR146csLgRryQ-U8lMGLwTG1WapLPpHKCZQLMOY9ch7m2VxiSpOAEjJ1TSev_M_bkvv3KtY8ZnOuslG_H9VcOuf4dUO-2LamjGdHDQsscY6M78rAmXYv-ies-IEVTUk0pxvaa00p0lUkxVRtrexXqoWnqH6duuqLEeCWq1r6619zOn0hRaPGH9J_Xi6ZTBuOxS8B4jR8YhxGLeDThkR-EM37KuYefFmHTaOz7fOZHQTidBMHGwy9X6VslnNnDw4jPuB8GHlIuTaOX-7Vy27X5Bh_Osqo hier klicken], abgerufen am 22.09.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Prozess zeigt, dass Digitalisierung von Kulturgut mehr ist als das Erstellen digitaler Dateien. Sie umfasst eine Reihe aufeinander bezogener Schritte – von der ersten Wahrnehmung einer kulturellen Ausdrucksform über ihre Erfassung, Bewertung und Digitalisierung bis hin zur langfristigen Sicherung und Präsentation. Dabei sind je nach Schritt unterschiedliche Akteure beteiligt, etwa Gemeinschaften, Museen, Archive, Fachgremien, Digitalisierungsstellen oder IT. Die folgenden Beschreibungen erläutern diese Schritte so, dass nachvollziehbar wird, was jeweils mit einem Kulturgut geschieht, wer daran beteiligt ist und wie sich der Ablauf in der Praxis vorstellen lässt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''1. Sammeln &amp;amp; erfassen''' &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Hier wird eine kulturelle Ausdrucksform erstmals wahrgenommen, benannt und mit ersten Informationen erfasst: Was ist es, wer macht es oder hat es geschaffen, wo kommt es vor, warum ist es bedeutsam für die Gemeinschaft? &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Akteure''': Community, Vereine, Museen, Archive, Forschende, Privatpersonen.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Beispiel''': Auf einem Dorffest zeigt eine Frau das Verzieren sorbischer Ostereier. Jemand fotografiert dies und notiert Technik, Ort und Namen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''2. Registrieren &amp;amp; beschreiben''' &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Hier wird aus der ersten Beobachtung ein strukturierter Nachweis. Das Kulturgut oder die kulturelle Ausdrucksform wird in ein Register, eine Sammlung oder einen Katalog aufgenommen und mit strukturierten Metadaten beschrieben, damit es wiedergefunden, zugeordnet und verstanden werden kann. Dazu gehören z. B. Titel, Ort, Zeit, Technik, Funktion, beteiligte Personen und der kulturelle Kontext.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Akteure''': Registerverantwortliche, Kurator:innen, Sammlungsmitarbeitende, Community für Kontextinformationen.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Beispiel''': Das Osterei erhält einen Eintrag mit Angaben wie „Wachsbatik“, „Schleife“, „Osterei-Verzierung“, Name der Trägerin und Entstehungsjahr.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''3. Bewerten &amp;amp; freigeben''' &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
In diesem Schritt wird entschieden, ob und in welcher Priorität ein Kulturgut oder die kulturelle Ausdrucksform digitalisiert werden soll und ob dies rechtlich und ethisch möglich ist. Dabei spielen fachliche Kriterien wie Bedeutung, Repräsentativität, Seltenheit oder Gefährdung eine Rolle, aber auch Fragen des Urheberrechts, Datenschutzes und möglicher kultureller Sensibilitäten. Am Ende steht eine begründete Entscheidung, ob und in welchem Umfang das Kulturgut weiterbearbeitet und später veröffentlicht werden darf. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Akteure''': Kurator:innen, Fachgremien, Community-Vertretungen, Register/SKR, ggf. Rechteverantwortliche und Behörden. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Beispiel''': Es wird entschieden, dass die Osterei-Technik wegen ihrer Bedeutung für die sorbische Identität digital gesichert werden soll; die Kunsthandwerkerin stimmt der Veröffentlichung zu.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''4. Digitalisieren &amp;amp; prüfen''' &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Nun wird das Kulturgut technisch erfasst, also in eine digitale Form überführt. Das kann je nach Objektart durch Scan, Fotografie, Audio- oder Videoaufnahme oder 3D-Erfassung geschehen. Dabei entstehen hochwertige Master-Dateien und nutzbare Derivate. Die Digitalisierung folgt qualifizierten Standards, um Reproduzierbarkeit, Farbkonsistenz und Nutzbarkeit zu gewährleisten. Anschließend wird geprüft, ob Schärfe, Farbe, Vollständigkeit und Dateiformate den Anforderungen für Archivierung und Nutzung entsprechen. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Akteure''': Digitalisierungszentrum, Foto-/AV-/3D-Spezialist:innen, externe Dienstleister bei Spezialfällen. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Beispiel''': Das Osterei wird fotografisch hochauflösend aufgenommen und zusätzlich als 3D-Modell erfasst. Danach werden Schärfe, Farbe und Dateiformate geprüft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''5. Archivieren &amp;amp; sichern''' &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die entstandenen digitalen Dateien werden geordnet abgelegt, mit den zugehörigen Metadaten verknüpft und für die langfristige Erhaltung gesichert. Dazu gehören sichere Speicherorte, Backups, Integritätskontrollen und – wenn nötig – spätere technische Migration auf neue Systeme. Ziel ist, dass das digitale Kulturgut langfristig erhalten bleibt, auch wenn sich Technik und Formate verändern. Das Original bleibt in der Regel weiterhin am Sammlungs- oder Aufbewahrungsort. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Akteure''': Archiv, Repository, IT-Betrieb, ggf. Sorbisches Kulturarchiv bzw. Digitalisierungszentrum. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Beispiel''': Die Bilder und das 3D-Modell des Ostereis werden auf gesicherten Servern gespeichert; das Original bleibt im Museum oder bei der Eigentümerin.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''6. Präsentieren &amp;amp; nutzen''' &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Im letzten Schritt werden die digitalen Objekte so bereitgestellt, dass sie gefunden, verstanden und genutzt werden können, z. B. in Portalen, digitalen Sammlungen oder virtuellen Ausstellungen. Dafür reicht es nicht, nur Dateien anzuzeigen: Es braucht auch verständliche Kontexte, Rechteangaben, Mehrsprachigkeit und möglichst barrierearme Zugänge. So wird aus der technischen Digitalisierung eine tatsächliche kulturelle Nutzung. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Akteure''': Kurator:innen, Vermittlung, Web/IT, Museen, Kulturinformationen, Community. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Beispiel''': Das Osterei erscheint in einer Online-Ausstellung, kann herangezoomt oder als 3D-Modell gedreht werden und wird mit einem kurzen Text zur Technik erklärt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.4.3 Organisatorische Perspektive ===&lt;br /&gt;
Die folgende Abbildung ist entnommen aus einem Poster des Sorbischen Instituts zu dessen Digitalisierungsstrategie, gefunden auf der Projektseite des Digitalisierungszentrums.&amp;lt;ref&amp;gt;Sorbisches Institut: Digitalisierungszentrum (DZ). URL: [https://www.serbski-institut.de/projekte-zentrale-vorhaben/digitalisierungszentrum-dz/ https://www.serbski-institut.de/projekte-zentrale-vorhaben/digitalisierungszentrum-dz/], abgerufen am 25.03.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Digitalisierungsstrategie des Sorbischen Instituts zeigt die Erfassung, Registrierung, Digitalisierung und Archivierung bis zur Präsentation von Kulturgütern aus '''organisatorischer Sicht'''. Sie basiert auf einem '''3-Säulen-Modell aus Kulturregister, Digitalisierungszentrum und Präsentationsumgebung'''. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Dataja:Wobraz_K4.png|mini||center|600px|Abbildung: 3-Säulen-Modell der Digitalisierungsstrategie des Sorbischen Instituts. Quelle: Sorbisches Institut, „Digitalizacija serbskich kulturnych datow / Digitalisierung der sorbischen/wendischen Kulturdaten“&amp;lt;ref&amp;gt;Sorbisches Institut 2025: Digitalizacija serbskich kulturnych datow / Digitalisierung der sorbischen/wendischen Kulturdaten (Poster). URL:  [https://www.serbski-institut.de/wp-content/uploads/2021/11/A0-Druck_Digitalisierungsstrategie-SI.pdf  https://www.serbski-institut.de/wp-content/uploads/2021/11/A0-Druck_Digitalisierungsstrategie-SI.pdf], abgerufen am 25.03.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Beide Sichtweisen - die fachliche &amp;quot;Prozess-Sicht&amp;quot; und die &amp;quot;organisatorische Sicht&amp;quot; lassen sich wie folgt in einer Darstellung zusammenfassen:&lt;br /&gt;
[[Dataja:Wobraz_K5.jpg|mini||center|600px|Abbildung: Zusammengefasste Sichtweisen auf die Digitalisierung von Kulturerbe.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der &amp;quot;Prozess der Digitalisierung von Kulturerbe&amp;quot; beschreibt, '''was''' mit einem Kulturgut geschieht; das 3-Säulen-Modell zeigt, '''wo''' diese Aufgaben organisatorisch verortet sind. Bezogen auf die oben beschriebenen [[#2.3.2 Prozessschritte im Detail|Prozessschritte der Digitalisierung von Kulturerbe]] steht das '''Sorbische Kulturregister''' für den Prozessschritt „'''2. Registrieren'''“ und dient dabei vor allem der Verzeichnung und Metadatenverwaltung. Das '''Digitalisierungszentrum''' steht für die Prozessschritte „'''4. Digitalisieren'''“ und „'''5. Archivieren'''“ und dient dabei der technischen Erfassung, Bearbeitung und Sicherung der Digitalisate. Die '''Präsentationsumgebung''' steht für den Schritt „'''6. Präsentieren'''“ und dient der öffentlichen oder kuratierten Bereitstellung zur Nutzung. Ergänzende Konzepte des SI machen dabei deutlich, dass die Digitalisierung im Regelfall eine vorherige Verzeichnung im Register voraussetzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
! Prozessschritt&lt;br /&gt;
! Verantwortliche Organisation&lt;br /&gt;
! Funktion im Gesamtsystem&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''2. Registrieren'''&lt;br /&gt;
| '''Sorbisches Kulturregister'''&lt;br /&gt;
| Kulturgüter werden als Entitäten nachgewiesen, beschrieben, mit Metadaten versehen und miteinander verknüpft. Das Register erfüllt damit eine katalogähnliche Funktion: Es macht sichtbar, welche Kulturgüter es gibt, wo sie sich befinden und in welchem Kontext sie stehen.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''4. Digitalisieren'''&lt;br /&gt;
| '''Digitalisierungszentrum'''&lt;br /&gt;
| Kulturgüter werden technisch erfasst, z. B. durch Scan, Fotografie, Audio-/Videoübertragung oder 3D-Erfassung. Das Digitalisierungszentrum erzeugt und prüft die Digitalisate, ist aber nicht selbst primär ein Präsentationssystem.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''5. Archivieren'''&lt;br /&gt;
| '''Digitalisierungszentrum / Repositorium / Archiv'''&lt;br /&gt;
| Die digitalen Dateien werden geordnet gespeichert, mit Metadaten verbunden und langfristig gesichert. Dazu gehört auch die Sicherstellung der Langzeitaufbewahrung, etwa durch geeignete Speicherorte, Prüfroutinen und spätere Migrationen.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''6. Präsentieren'''&lt;br /&gt;
| '''Sorabicon / weitere Präsentationsumgebungen'''&lt;br /&gt;
| Die digitalen Inhalte werden für Nutzer:innen sichtbar, erfahrbar und verständlich gemacht, z. B. in Portalen, digitalen Sammlungen oder virtuellen Ausstellungen. Die Präsentation greift dafür auf Metadaten aus dem Register und auf Digitalisate aus dem Repositorium bzw. dem Digitalisierungszentrum zurück.&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Schritt '''1. Sammeln''' liegt vor diesen drei Säulen. Er betrifft die Sammlungsorte selbst, also z. B. Museen, Archive, Heimatstuben, Vereine, Projekte, Gemeinden oder Privatpersonen. Dort entstehen oder befinden sich die Kulturgüter zunächst, bevor sie systematisch registriert, bewertet oder digitalisiert werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Schritt '''3. Bewerten''' ist ebenfalls keine eigene technische Säule, sondern ein steuernder Entscheidungsschritt. In ihm wird geklärt, welche Kulturgüter priorisiert digitalisiert werden, welche fachliche Bedeutung sie haben, welche Rechte zu beachten sind und ob eine öffentliche Präsentation möglich ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Damit wird deutlich: Register, Digitalisierungszentrum und Präsentation erfüllen unterschiedliche Aufgaben. Das '''Register''' beschreibt und verknüpft Kulturgüter, das '''Digitalisierungszentrum''' erzeugt und sichert Digitalisate und die '''Präsentationsumgebung''' macht ausgewählte Inhalte verständlich zugänglich. Gerade diese Trennung schafft klare Zuständigkeiten und erleichtert die Zusammenarbeit zwischen Sammlungsorten, Fachstellen, technischen Dienstleistern und Öffentlichkeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== 2.5 Beispiele anderer Kulturen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Digitalisierung des Kulturerbes kleiner, autochthoner, indigener und sprachlicher Gemeinschaften weist häufig vergleichbare Herausforderungen auf: Kulturgüter und Bestände sind auf viele Institutionen, Vereine, lokale Einrichtungen und private Träger verteilt. Personelle und finanzielle Ressourcen sind begrenzt, mehrere Sprachen und Beschreibungstraditionen müssen berücksichtigt werden und nicht alle kulturellen Inhalte dürfen oder sollen ohne Einschränkung öffentlich zugänglich gemacht werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In einer vergleichenden Recherche wurde daher untersucht, wie andere Gemeinschaften und Regionen ihr Kulturerbe erfassen, beschreiben, digitalisieren, langfristig sichern und zur Nutzung bereitstellen. Dabei wurde nicht nach einer universell „idealen“ technischen Lösung gesucht. Untersucht wurde vielmehr, welche organisatorischen, technischen, rechtlichen und gemeinschaftlichen Modelle unter welchen Rahmenbedingungen funktionieren, welche Schwierigkeiten auftreten und welche übertragbaren Erfolgsfaktoren erkennbar sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die nachfolgenden Beispiele verdeutlichen unterschiedliche Schwerpunkte: gemeinschaftliche Steuerung, institutionsübergreifende Register und Suchsysteme, Digitalisierung verteilter Bestände, Sprach- und Tonarchive, abgestufte Zugänge, Unterstützung kleiner Kulturgutträger sowie die Überführung zeitlich begrenzter Projekte in einen dauerhaften Betrieb.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die daraus abgeleiteten Kriterien bilden einen Referenzrahmen. Anhand dieses Referenzrahmens kann in einer späteren Ist-Analyse geprüft werden, welche Funktionen bereits vorhanden, nur konzeptionell beschrieben, in Pilotprojekten erprobt oder dauerhaft im Regelbetrieb verankert sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die ausführlichen Fallprofile, Vergleichsmatrizen, Quellen sowie ein Hinweis zur KI-gestützten Erstellung befinden sich in der [[12.3.A1 Vergleichende Recherche – Digitalisierung des Kulturerbes anderer Kulturen und Regionen|ausführlichen Vergleichsrecherche]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.5.1 RomArchive – Digitales Archiv der Roma ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Roma und Sinti sind eine transnationale Minderheit, die in zahlreichen europäischen Staaten lebt. RomArchive wurde von 2015 bis 2019 mit 3,75 Millionen Euro durch die Kulturstiftung des Bundes gefördert. Weitere Unterstützer waren unter anderem die Bundeszentrale für politische Bildung, das Auswärtige Amt und das Goethe-Institut. Seit 2019 wird das Archiv durch das Dokumentations- und Kulturzentrum Deutscher Sinti und Roma in Heidelberg betrieben.&amp;lt;ref name=&amp;quot;vergleich_romarchive&amp;quot;&amp;gt;RomArchive o. J.: Frequently Asked Questions. URL: https://www.romarchive.eu/en/about/frequently-answered-questions/; Dokumentations- und Kulturzentrum Deutscher Sinti und Roma e. V. o. J.: Imprint. URL: https://www.romarchive.eu/en/imprint/; Kulturstiftung des Bundes o. J.: RomArchive. URL: https://www.kulturstiftung-des-bundes.de/en/programmes_projects/film_and_new_media/detail/romarchive.html, jeweils abgerufen am 20.07.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Archiv präsentiert Kunst, Geschichte und Kultur aus der Perspektive der Roma. Kuratorische Teams und Beirat waren überwiegend mit Angehörigen der Minderheit besetzt. Neben öffentlich zugänglichen Inhalten existiert ein internes Archiv mit beschränktem Forschungszugang. Besonders lehrreich ist der bereits zu Projektbeginn geplante und später tatsächlich vollzogene Übergang an einen dauerhaften Betreiber.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Erfolgsfaktoren und Learnings:''' &lt;br /&gt;
* Angehörige der Gemeinschaft sollten nicht nur Inhalte zuliefern, sondern festgelegte Entscheidungsrechte bei Auswahl, Beschreibung, Kontextualisierung und Zugangsregeln besitzen. &lt;br /&gt;
* Bereits zu Beginn einer Projektphase verbindlich klären, welche Institution das Register, Archiv oder Portal nach dem Ende der Förderung dauerhaft betreibt, pflegt und finanziert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.5.2 Nuohtti – Zugang zum Sámi-Kulturerbe ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Sámi sind ein indigenes Volk im nordeuropäischen Sápmi, das sich über Teile Norwegens, Schwedens, Finnlands und Russlands erstreckt. Viele historische Sámi-Materialien befinden sich außerhalb der Sámi-Institutionen in europäischen Archiven und Museen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nuohtti ist ein gemeinsamer Suchdienst für digitalisierte Sámi-Materialien. Er wurde von 2018 bis 2021 mit Mitteln des Programms Interreg Nord der EU (Europäische Union) entwickelt. Beteiligt waren unter anderem die Sámi-Archive der finnischen und norwegischen Nationalarchive, das schwedische Reichsarchiv und mehrere Universitäten. Die Sámi-Parlamente Finnlands, Norwegens und Schwedens waren in der Steuerungsgruppe vertreten. Der Dienst führte nach Projektangaben etwa 30.000 Datensätze aus 32 Institutionen zusammen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;vergleich_nuohtti&amp;quot;&amp;gt;Nuohtti o. J.: About Nuohtti. URL: https://nuohtti.com/Content/about; University of the Arctic 2023: The Nuohtti service provides digital access to Sámi material in European archives. URL: https://www.uarctic.org/news/2023/3/the-nuohtti-service-provides-digital-access-to-sami-material-in-european-archives/, jeweils abgerufen am 20.07.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nuohtti übernimmt nicht alle Bestände in ein einziges System. Stattdessen werden Metadaten, also strukturierte Beschreibungsdaten zu Objekten und Beständen, aus vorhandenen Einrichtungen zusammengeführt und mit mehrsprachiger Suche, Karte und Zeitleiste zugänglich gemacht. Ethische Hinweise machen darauf aufmerksam, dass viele Bestände unter historischen und teilweise kolonialen Bedingungen gesammelt und beschrieben wurden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Erfolgsfaktoren und Learnings:''' &lt;br /&gt;
* Ein gemeinsamer Zugang kann auch mit dezentraler Architektur der Bestände erfolgen – Originale, Dateien und Fachsysteme können beim Kulturgutträger verbleiben.&lt;br /&gt;
* Ein Register für Kulturdaten kann als übergreifende Nachweisschicht arbeiten: Größere Einrichtungen liefern Daten über technische Schnittstellen, während kleine Träger zentrale oder gemeinsam bereitgestellte Erfassungsdienste nutzen können. &lt;br /&gt;
* Historische Fremdbeschreibungen sollten ergänzt werden durch Selbstbezeichnungen, eigene Sprachformen, alternative Benennungen und Kontexte der betreffenden Gemeinschaft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.5.3 People’s Collection Wales / Casgliad y Werin Cymru ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wales ist ein Landesteil des Vereinigten Königreichs mit einer eigenständigen nationalen und walisischsprachigen Identität. People’s Collection Wales ist eine zweisprachige Plattform für institutionelles und gemeinschaftlich getragenes Kulturerbe. Sie wird als Verbund der National Library of Wales, des National Museum Wales und der Royal Commission on the Ancient and Historical Monuments of Wales betrieben und durch die walisische Regierung finanziert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Neben der technischen Plattform werden kostenlose Beratung und Schulungen zu Digitalisierung, Metadaten, Urheberrecht, Datenschutz und Oral History, also mündlich überlieferter und aufgezeichneter Geschichte, angeboten. Eine unabhängige Evaluation stellte Fortschritte bei der Zusammenarbeit und beim Kompetenzaufbau fest, benannte aber auch begrenzte Wirkungsnachweise, Finanzierungsrisiken und den hohen Personalaufwand für die Unterstützung der beteiligten Gemeinschaften.&amp;lt;ref name=&amp;quot;vergleich_wales&amp;quot;&amp;gt;Vittle, Kate / Haswell-Walls, Fran / Dixon, Tim; ERS Ltd. 2016: Evaluation of the Casgliad y Werin Cymru / People’s Collection Wales Digital Heritage Programme. Impact Report. URL: https://www.gov.wales/sites/default/files/publications/2019-08/evaluation-of-the-peoples-collection-wales-digital-heritage-programme-impact.pdf; People’s Collection Wales o. J.: Community Support. URL: https://www.peoplescollection.wales/about-us/community-support, jeweils abgerufen am 20.07.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Erfolgsfaktoren und Learnings:''' &lt;br /&gt;
* Kleine und ehrenamtlich betreute Sammlungen benötigen nicht nur technische Standards, sondern konkrete und dauerhaft verfügbare Dienstleistungen: Erstberatung, Schulung, Vorlagen, Unterstützung bei Rechtefragen, Qualitätskontrolle und persönliche Ansprechpartner. &lt;br /&gt;
* Ein Digitalisierungszentrum oder ein Verbund koordinierter Digitalisierungsdienste sollte daher als Service- und Kompetenzstruktur ausgestaltet werden und nicht lediglich als technische Produktionsstelle. &lt;br /&gt;
* Der dafür notwendige Beratungs- und Unterstützungsaufwand muss als dauerhafte Betriebsaufgabe eingeplant werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.5.4 Tobar an Dualchais / Kist o Riches ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schottisch-Gälisch ist eine Minderheitensprache, die vor allem in den Highlands und auf den schottischen Inseln gesprochen wird. Tobar an Dualchais macht mehr als 40.000 seit den 1930er Jahren entstandene Tonaufnahmen zugänglich. Die Bestände umfassen Erzählungen, Lieder, Musik, Gedichte und mündlich überliefertes Wissen auf Gälisch, Scots und Englisch. Ein bedeutender Teil der Originalbestände wird in den School of Scottish Studies Archives der Universität Edinburgh verwahrt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;vergleich_tobar&amp;quot;&amp;gt;University of Edinburgh 2024: Tobar an Dualchais / Kist o Riches. URL: https://gaelic.ed.ac.uk/gaelic-collections/tobar-an-dualchais-kist-o-riches; Scottish Government 2025: Rediscovering lost Gaelic words. URL: https://www.gov.scot/news/rediscovering-lost-gaelic-words/, jeweils abgerufen am 20.07.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Digitalisierung wird mit Verschriftlichung beziehungsweise Transkription, sprachlicher Erschließung, Freiwilligenarbeit und teilweise automatischer Spracherkennung verbunden. Das Projekt erhält wiederkehrende öffentliche Förderungen, muss Rechteklärung, Transkription und technische Weiterentwicklung jedoch dauerhaft fortsetzen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Erfolgsfaktoren und Learnings:''' &lt;br /&gt;
* Gefährdete Ton-, Film- und Videobestände müssen wegen Materialverfall, beschädigungsanfälliger Trägermaterialien und nicht mehr verfügbarer Wiedergabetechnik zeitlich priorisiert werden. &lt;br /&gt;
* Ein geeignetes Pilotprojekt kann Digitalisierung, Rechteklärung, Verschriftlichung, Übersetzung, Metadatenerfassung, Archivierung und Bildungsnutzung entlang einer vollständigen Prozesskette verbinden. &lt;br /&gt;
* Dadurch werden nicht nur einzelne Dateien erzeugt, sondern zugleich die notwendigen Standards, Zuständigkeiten und Aufwände erprobt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.5.5 Euskariana – Portal zum baskischen Kulturerbe ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Baskinnen und Basken leben in Gebieten Spaniens und Frankreichs. Euskariana ist das staatlich betriebene Kulturportal der Autonomen Gemeinschaft Baskenland in Spanien. Es wird durch die Digitale Bibliothek Euskadi betrieben und verbindet Daten der baskischen Regierung, der Provinzen, Kommunen, Universitäten sowie öffentlicher, kirchlicher und privater Einrichtungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Portal ist zugleich gemeinsamer Katalog und Zugang zu digitalen Objekten. Es kann Inhalte über ein eigenes Repositorium, also ein institutionell betriebenes digitales Ablage- und Erhaltungssystem, bereitstellen oder zu den Systemen der Partner verlinken. Verwendet werden internationale Standards wie Dublin Core als allgemeiner Metadatenstandard, METS (Metadata Encoding and Transmission Standard) zur Strukturierung und Übertragung digitaler Objekte, PREMIS (Preservation Metadata: Implementation Strategies) für Metadaten zur digitalen Langzeiterhaltung und ALTO (Analyzed Layout and Text Object) für erkannte Texte und Seitenlayouts. Die standardisierten Daten können unter anderem an Europeana weitergegeben werden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;vergleich_euskariana&amp;quot;&amp;gt;Gobierno Vasco / Biblioteca Digital de Euskadi o. J.: Acerca de Euskariana. URL: https://www.euskariana.euskadi.eus/euskadibib/es/help/about.do, abgerufen am 20.07.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Erfolgsfaktoren und Learnings:''' &lt;br /&gt;
* Unterschiedliche Kulturgutträger benötigen unterschiedliche Anschlussmöglichkeiten. &lt;br /&gt;
** Kleine Einrichtungen sollten Daten und gegebenenfalls Dateien in zentral bereitgestellten Diensten erfassen und verwalten können. &lt;br /&gt;
** Größere Institutionen sollten ihre vorhandenen Systeme über Datenexporte oder Programmierschnittstellen anbinden können. &lt;br /&gt;
* Dafür ist ein gemeinsamer, bewusst schlank gehaltener Metadatenkern erforderlich, der durch fach- und institutionsspezifische Angaben erweitert werden kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.5.6 Mukurtu und Plateau Peoples’ Web Portal ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mukurtu ist eine frei verfügbare Software für die gemeinschaftlich kontrollierte Verwaltung digitalen indigenen Kulturerbes. Das Plateau Peoples’ Web Portal verbindet acht indigene Nationen des nordwestlichen Plateaus der USA mit der Washington State University und mehreren Museen und Archiven. Stammesvertreter wählen und beschreiben die Inhalte; die Universität übernimmt wesentliche technische Betriebsaufgaben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mukurtu ermöglicht kulturelle Protokolle, also gemeinschaftlich festgelegte Regeln für Zugang und Nutzung, Traditional Knowledge Labels als Kennzeichnungen für überliefertes gemeinschaftliches Wissen sowie mehrere Beschreibungen zu demselben Objekt. Dadurch kann neben einer institutionellen Museumsbeschreibung eine Beschreibung der Herkunftsgemeinschaft stehen. Zugänge können von vollständig öffentlich bis streng beschränkt reichen. Mukurtu weist ausdrücklich darauf hin, dass die Plattform vor allem dem Zugang und der gemeinschaftlichen Verwaltung dient und ein gesondertes Konzept für Digitalisierung, Langzeiterhaltung, Personal und Finanzierung erforderlich bleibt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;vergleich_mukurtu&amp;quot;&amp;gt;Mukurtu CMS / Washington State University o. J.: About. URL: https://mukurtu.org/about/; Plateau Peoples’ Web Portal. URL: https://mukurtu.org/project/plateau-peoples-web-portal-showcase/, jeweils abgerufen am 20.07.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Erfolgsfaktoren und Learnings:''' &lt;br /&gt;
* Rechte und kulturelle Sensibilität müssen als Bestandteil des Datenmodells behandelt werden und dürfen nicht erst unmittelbar vor einer Veröffentlichung geprüft werden. &lt;br /&gt;
* Sinnvoll sind abgestufte Kategorien wie &lt;br /&gt;
** „nur Metadaten öffentlich“, &lt;br /&gt;
** „öffentliches Nutzungsdigitalisat“, &lt;br /&gt;
** „Zugang nach Rücksprache“, &lt;br /&gt;
** „beschränkter Gemeinschafts- oder Forschungszugang“, &lt;br /&gt;
** „zeitlich gesperrt“ und &lt;br /&gt;
** „nicht zugänglich“. &lt;br /&gt;
* Mehrere Beschreibungen zu demselben Objekt ermöglichen es außerdem, institutionelle Überlieferung und Selbstbeschreibung nebeneinander nachvollziehbar zu dokumentieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.5.7 Indigitization – zentrale Unterstützung für dezentrale Digitalisierung ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Indigitization unterstützt First Nations und weitere indigene Gemeinschaften in British Columbia in Kanada. Das Programm wird gemeinsam von indigenen Organisationen, Bibliotheken, Archiven und Hochschulen getragen. Es stellt einen Werkzeugkasten, Schulungen, Musterunterlagen, technische Beratung und Förderhilfen bereit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von 2013 bis 2019 wurden drei Pilotprojekte und 45 weitere Projekte gefördert. Dabei wurden mehr als 11.000 Audiokassetten digitalisiert. Die Digitalisierung erfolgte in den Gemeinschaften; eine allgemeine Veröffentlichung war nicht zwingend. Das frühere Förderprogramm für Audiokassetten befindet sich inzwischen allerdings in einer Pause.&amp;lt;ref name=&amp;quot;vergleich_indigitization&amp;quot;&amp;gt;Indigitization o. J.: About Us. URL: https://www.indigitization.ca/about-2/; Indigitization Toolkit. URL: https://www.indigitization.ca/toolkit/; Audio Cassette Digitization Grant. URL: https://www.indigitization.ca/funding/audio-cassette-grant/, jeweils abgerufen am 20.07.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Erfolgsfaktoren und Learnings:''' &lt;br /&gt;
* Zentral bereitgestellte Kompetenz lässt sich mit dezentraler Verantwortung verbinden. &lt;br /&gt;
* Ein Digitalisierungszentrum oder ein Verbund gemeinsamer Dienste kann Schulungen, Leih- und Mobiltechnik, Qualitätsprüfung, Rahmenverträge, Musterunterlagen, Beratung und Kleinprojektförderung anbieten. &lt;br /&gt;
* Originale, lokales Wissen und kulturelle Beziehungen können grundsätzlich bei den jeweiligen Kulturgutträgern verbleiben. &lt;br /&gt;
* Damit nach Abschluss einzelner Digitalisierungsprojekte keine ungesicherten Dateien zurückbleiben, sollte jedoch von Beginn an ein gemeinsames oder verbindlich angebundenes Repositorium beziehungsweise digitales Archiv vorgesehen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.5.8 Zusammenfassungen der Beispiele anderer Kulturen im Anhang ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tabellarische Übersichten und Zusammenfassungen aller untersuchten Beispiele anderer Kulturen und Regionen befinden sich im Anhang [[12.3.A1 Vergleichende Recherche – Digitalisierung des Kulturerbes anderer Kulturen und Regionen#E. Vergleichsmatrix|in Abschnitt E. Vergleichsmatrix]] unter &lt;br /&gt;
* [[12.3.A1 Vergleichende Recherche – Digitalisierung des Kulturerbes anderer Kulturen und Regionen#E.1 Funktionen, Architektur und Standards|E.1 Funktionen, Architektur und Standards]] und&lt;br /&gt;
* [[12.3.A1 Vergleichende Recherche – Digitalisierung des Kulturerbes anderer Kulturen und Regionen#E.2 Governance, Finanzierung, Erfolg und Übertragbarkeit|E.2 Governance, Finanzierung, Erfolg und Übertragbarkeit]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Zusammenfassung der übergreifenden Erfolgsfaktoren aus den Beispielen befindet sich im Anhang [[12.3.A1 Vergleichende Recherche – Digitalisierung des Kulturerbes anderer Kulturen und Regionen#F. Übergreifende Erfolgsfaktoren|in Abschnitt F. Übergreifende Erfolgsfaktoren]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.5.9 Was sich aus den Beispielen ableiten lässt ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus den untersuchten Beispielen lässt sich kein einzelnes Projekt und kein bestimmtes Softwaresystem ableiten, das unverändert übernommen werden könnte. Wiederkehrend zeigen sich jedoch '''vier notwendige Funktionen, drei übergreifende Erfolgsbedingungen und zwei grundlegende Umsetzungsprinzipien'''. Sie bilden einen kompakten Orientierungsrahmen für die Digitalisierung von Kulturerbe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Vier Kernfunktionen – was muss dauerhaft geleistet werden? ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Damit die Digitalisierung nicht bei einzelnen Digitalisaten oder einem Präsentationsportal stehen bleibt, müssen vier Kernfunktionen verlässlich abgedeckt und miteinander verbunden werden:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot; style=&amp;quot;width:100%;&amp;quot;&lt;br /&gt;
! Kernfunktion&lt;br /&gt;
! Kernfrage&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''1. Register für Kulturdaten'''&lt;br /&gt;
| '''Was ist vorhanden und was sollte prioritär bearbeitet werden?''' – Kulturgüter und Bestände nachweisen, beschreiben, verknüpfen und ihren Digitalisierungs- und Rechtezustand erfassen.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''2. Digitalisierungszentrum / Digitalisierungsdienste'''&lt;br /&gt;
| '''Wie wird qualitätsgesichert digitalisiert?''' – Kulturgutträger beraten, Digitalisierung vorbereiten oder durchführen, Qualität sichern und die Übergabe vorbereiten.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''3. Repositorium / digitales Langzeitarchiv'''&lt;br /&gt;
| '''Wie bleibt das digitale Kulturerbe dauerhaft erhalten?''' – Masterdateien und Metadaten sicher übernehmen, erhalten, sichern und bei technischen Veränderungen migrieren.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''4. Präsentations- und Nutzungssysteme'''&lt;br /&gt;
| '''Wie wird das Kulturerbe gefunden, verstanden und genutzt?''' – freigegebene Inhalte mehrsprachig vermitteln und für Bildung, Forschung und kulturelle Nachnutzung bereitstellen.&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die vier Funktionen bedeuten nicht zwingend vier Einrichtungen oder vier technische Systeme. Entscheidend ist, dass alle Funktionen abgedeckt, ihre Zuständigkeiten geklärt und ihre Übergaben zuverlässig organisiert sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Drei Erfolgsbedingungen – was gilt für alle Kernfunktionen? ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
# '''Gemeinsam entscheiden und Rechte abgestuft regeln:''' &lt;br /&gt;
#* Angehörige der betreffenden Gemeinschaft und die Kulturgutträger sollten nachvollziehbare Entscheidungsrechte bei Auswahl, Beschreibung, Priorisierung und Veröffentlichung besitzen. &lt;br /&gt;
#* Zugänge sollten abgestuft sein, beispielsweise auch &amp;quot;ausschließlich Metadaten&amp;quot;, &amp;quot;Zugang nach Rücksprache&amp;quot; oder &amp;quot;beschränkte Gemeinschafts- und Forschungszugänge&amp;quot; ermöglichen. &lt;br /&gt;
#* Rechtliche Zulässigkeit und kulturelle Angemessenheit sind dabei getrennt zu betrachten. &lt;br /&gt;
#* Selbstbezeichnungen und eigene kulturelle Perspektiven sollten historische Fremdbeschreibungen ergänzen können.&amp;lt;br&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
# '''Gemeinsame Standards, Mehrsprachigkeit und technische Anschlussfähigkeit sichern:''' &lt;br /&gt;
#* Ein bewusst schlanker gemeinsamer Metadatenkern, Qualitätsstandards und geregelte Datenübergaben ermöglichen die Zusammenarbeit unterschiedlicher Einrichtungen. Zusätzlich können fach- oder institutionsspezifische Metadatensätze genutzt werden.&lt;br /&gt;
#* Sprachen und Sprachvarianten müssen als eigenständige Datenwerte berücksichtigt werden, bspw. bei Metadaten, Beschreibungen usw. &lt;br /&gt;
#* Kleine Träger benötigen einfache zentrale Erfassungsmöglichkeiten, z. B. per Weboberfläche, größere Institutionen Schnittstellen oder Datenexporte aus ihren vorhandenen Systemen.&amp;lt;br&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
# '''Dauerhafte Verantwortung und Finanzierung sichern:''' &lt;br /&gt;
#* Bereits beim Aufbau muss feststehen, wer Register, Digitalisierungsdienste, Repositorium und Präsentationssystem nach einer Projektförderung dauerhaft betreibt. &lt;br /&gt;
#* Neben einmaligen Projektmitteln müssen deshalb auch Personal, Beratung, Datenpflege, Speicher, Softwarepflege, Sicherung und spätere technische Erneuerungen dauerhaft finanziert werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Zwei Umsetzungsprinzipien – wie sollte vorgegangen werden? ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
# '''Priorisieren, die vollständige Kette pilotieren, dann skalieren:''' &lt;br /&gt;
#* Nicht alles muss gleichzeitig digitalisiert werden. Besonders gefährdete oder kulturell bedeutsame Bestände sollten priorisiert werden. &lt;br /&gt;
#* Pilotprojekte sollten möglichst den gesamten Weg von der Erfassung und Rechteklärung über die Digitalisierung bis zur Archivierung und Nutzung durchlaufen. Dabei werden Standards, Zuständigkeiten, Kosten und tatsächliche Nutzung erprobt. &lt;br /&gt;
#* Erst auf dieser Grundlage sollte in größerem Umfang skaliert werden.&amp;lt;br&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
# '''Zentral ermöglichen, dezentral verantworten:''' &lt;br /&gt;
#* Zentrale Stellen können Infrastruktur, Beratung, Schulung, Digitalisierungstechnik, Qualitätskontrolle, Rechtehilfe und Langzeiterhaltung bereitstellen. &lt;br /&gt;
#* Originale, lokales Wissen, kulturelle Beziehungen und wesentliche inhaltliche Entscheidungen können gleichzeitig bei den jeweiligen Kulturgutträgern verbleiben. &lt;br /&gt;
#* Zentralisierung von Diensten und dezentrale kulturelle Verantwortung sind damit keine Gegensätze, sondern können sich gegenseitig ergänzen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Für die Reihenfolge ergibt sich daraus:''' &lt;br /&gt;
# Zuerst Entscheidungsrechte, Standards, Betreiber und Finanzierung ausreichend klären; &lt;br /&gt;
# anschließend mit ausgewählten Beständen die vollständige Prozesskette erproben und die Unterstützungsstrukturen aufbauen; &lt;br /&gt;
# auf dieser Grundlage Digitalisierung, Präsentation und Nachnutzung schrittweise verbreitern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Präsentation und Nutzung sind dabei nicht von geringerer Bedeutung und sollten bereits Bestandteil der Pilotprojekte sein. '''Später erfolgt nicht die Nutzung selbst, sondern deren breiter Ausbau.'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weiterführende '''Hinweise und Empfehlungen zu einem möglichen Vorgehen sowie zeitlichen und inhaltlichen Prioritäten''' befinden sich im Anhang [[12.3.A1 Vergleichende Recherche – Digitalisierung des Kulturerbes anderer Kulturen und Regionen#G.2 Was zentral, dezentral und gemeinsam organisiert werden sollte|im Abschnitt &amp;quot;Priorisierte Schlussfolgerung&amp;quot; von G2 bis G9]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein ausführliches '''Prüfraster zur Bewertung des jeweiligen Entwicklungsstandes''' befindet sich [[12.3.A2 Prüfraster zur Bewertung des Entwicklungsstandes beim Aufbau der Digitalisierung des Kulturerbes|im Anhang 2 &amp;quot;Prüfraster zur Bewertung des Entwicklungsstandes&amp;quot;]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= 3. Ist-Analyse der Digitalisierung des sorbischen Kulturerbes =&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der [[#2 Ist-Analyse „Digitalisierung von Kulturerbe“|vorangegangene Abschnitt 2]] hat beschrieben, was zur Digitalisierung von Kulturerbe gehört, welche Aufgaben dabei dauerhaft erfüllt werden müssen und wie andere Gemeinschaften und Regionen diese Aufgaben lösen. Der Abschnitt 3 richtet nun den Blick auf die sorbische Situation. Er geht der Frage nach, wie gut die sorbische Kulturerbelandschaft heute organisatorisch, technisch und personell aufgestellt ist, um ihr materielles, immaterielles und digitales Kulturerbe institutionsübergreifend zu erfassen, zu digitalisieren, dauerhaft zu erhalten und zugänglich zu machen – und wo vorrangiger Handlungsbedarf besteht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Analyse gliedert sich in fünf Teile:&lt;br /&gt;
* '''Akteure und Rollen''': Wer bewahrt sorbisches Kulturerbe und welche Aufgaben übernehmen die Akteure bei seiner Digitalisierung (Sammeln, Finanzieren, Koordinieren usw.)?&lt;br /&gt;
* '''Bestände und Digitalisierungsbedarf''': Welche Kulturgüter gibt es, wie weit sind  sie erfasst und digitalisiert, und welche müssen vorrangig gesichert werden?&lt;br /&gt;
* '''Vorhaben und Systeme''': Welche sorbischen Projekte und Angebote decken die [[#2.3.2 Vier Kernfunktionen|vier Kernfunktionen]] Nachweisen, Digitalisieren, langfristig Erhalten und Zugänglichmachen bereits ab?&lt;br /&gt;
* '''Zusammenarbeit und dauerhafter Betrieb''': Wie sind die Steuerung und Zusammenarbeit (Governance) organisiert (Zuständigkeiten, Standards, Rechte und Finanzierung)?&lt;br /&gt;
* '''Gesamtbewertung''': Was funktioniert bereits, wo gibt es Lücken und welche davon sollten zuerst geschlossen werden? &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Analyse stellt dabei den Bedarf der Bestände dem vorhandenen Angebot an Diensten und dem organisatorischen Rahmen gegenüber. Wo beides auseinanderfällt, entstehen Lücken, siehe nachfolgende Übersicht.&lt;br /&gt;
[[Dataja:Wobraz K6.png|thumb|center|600px|Übersicht der Ist-Analyse]]&amp;lt;ref&amp;gt;Mermaid Flowchart Code: [https://mermaid.live/edit#pako:eNqVlM1y2jAQx19lR7maFGMcwJPJDGAnh9AcaE4pPcj2-qPYErOWmtJ8PE0fo7e8WGWDTUja6VS-WB_7293_rvTAIhkj81hSyPso46Tg1l_RSoAZ088rdh5eOKc2TNcKNeH5h_DiPKQPF7fbjQW39PIzRaqMXaIsWMqiQLFiX2r7llHpMCW-yeDGwG54lCXEU9wfgv2Ic8JI5VLAYvl6fdYGMIAZVurlp4gPIVzrQmlKtVoXvKoQNiThEy_LQou0kqTe-Ji_ZsWckgOJC4hRwFSkGEpl_r5i44-L2IIyV-BTLtIij7I15m-5M-j1LmDeLqGI_5j-0rjfOwAtYljyrOzE-pcOfhu7A36OolLYMD5tzV95yONbjgTXSCLRYl1j3jkIWtAQruQ3c5KL6GB_pyujHwpOocmzcRFzjVSX15BnqCjH8A3Sh-fnZwj-kv-0VufReLrnGRlluzI-ws3xmdDQMQ_NmX2KFqR1DYq6IDu1HqFT5aZRfbFLZ_HyK1qj6PLY1RdkJhC4rgw2ykxcWLUlfpXCcgdqp4tmetXK5MIVGk1UiPdIyjRW7eNNh0d1-_mYgECtiBeQ5EXhnVzawWUwtipFco3eiXvpBu7UimQhyTsZzM03fU9o70fLmAbzYNQxJhNnbvstY2QPZrbzjsH3TbYjBLbxG3SE_uVZ4J61hP7Y7Q_tIwJMrYV11aZyvDWz5ocIj7d8K2gdd52vtgWaOu3iSJrRxTEej0fj_n7ai3llXh7iW88F99h--d_2zGIp5THzFGm0WIlU8nrKHmruiqnMXJkV88wvYay_9xoxVmwlnozphos7KcvWmqROM-YlvKjMTG9irtDPubnSZbdKdWvRXGqhmDd07AbCvAf2nXnuqWP3RwN7eDZwJ4Ph2MHeyGJb5vXs0-HEnTgDxxn3-4OzvuOarSeL_Wi8C10UFsM4V5I-7h7o5p1--g24x9CK hier klicken], abgerufen am 20.10.2026&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== 3.1 Akteure und Rollen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sorbisches Kulturerbe wird von vielen Einrichtungen, Gruppen und Einzelpersonen bewahrt, gepflegt und dokumentiert – von sorbischen ebenso wie von nicht-sorbischen. Dieser Abschnitt zeigt, wer Bestände hält, wer Dienste zur Digitalisierung anbietet und wer den organisatorischen und finanziellen Rahmen gestaltet. Damit wird auch sichtbar, welche Aufgaben bislang von keinem Akteur erkennbar übernommen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Grundlage sind Arbeitsunterlagen der Domowina aus den Jahren 2019 und 2020&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;&amp;gt;Domowina e. V., Kulturausschuss (Clemens Škoda) 2019: Serbske kulturne herbstwo (SKH). Arbeitspapier, Stand 18.03.2019, S. 2–8. Unveröffentlicht; interne Referenz: 2020-09-07_Serbske kulturne herbstwo w Budyšinje_opt.pdf.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019b&amp;quot;&amp;gt;Domowina e. V. 2019: Přehlad relewantnych městnosćow / „małkich“ a „wulkich“ muzejow nastupajo serbske kulturne herbstwo, Stand 11.11.2019. Unveröffentlicht; interne Referenz: 2019_11_Priloha A_prehlad_muzejow a zberkow.pdf.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2020&amp;quot;&amp;gt;Domowina e. V., Kulturausschuss 2020: Protokoll der Fachkommission „Serbske kulturne herbstwo“ vom 07.09.2020. Unveröffentlicht; interne Referenz: 2020_09_07_skh komisija-protokol.pdf.&amp;lt;/ref&amp;gt;, eine darauf aufbauende Arbeitsliste der Sammlungsorte mit ergänzender Internetrecherche&amp;lt;ref name=&amp;quot;liste2026&amp;quot;&amp;gt;Arbeitsliste „Sammlungsorte sorbischen Kulturerbes“, Stand 02.04.2026, erstellt im Rahmen des Digitalisierungskonzepts aus Internetrecherche und den Domowina-Unterlagen. Unveröffentlicht; Grundlage für Anhang 12.3.A3.&amp;lt;/ref&amp;gt; sowie Projektunterlagen und Gespräche. Ein Teil der Angaben ist mehrere Jahre alt und wird schrittweise aktualisiert. Nicht belegte Angaben sind als ''offen'', Vermutungen als ''Annahme'' gekennzeichnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.1.1 Begriffe und Rollen ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
; Akteur&lt;br /&gt;
: Einrichtung, Gruppe oder Person, die eine Aufgabe im Umgang mit sorbischem Kulturerbe oder seiner Digitalisierung übernimmt.&lt;br /&gt;
; Kulturgutträger&lt;br /&gt;
: Akteur, der Kulturgüter verwahrt oder eine kulturelle Praxis trägt und weitergibt, bspw. ein Museum, eine Heimatstube, ein Chor oder eine Privatperson mit einer Sammlung.&lt;br /&gt;
; Trägerschaft&lt;br /&gt;
: Rechtliche und finanzielle Verantwortung für eine Einrichtung, zum Beispiel durch eine Kommune, einen Landkreis, eine Stiftung, einen Verein, eine Kirche oder eine Privatperson. Eigentum und Betrieb können dabei auseinanderfallen, bspw. gehörte der Dom Njechorńskeho 2019 der Domowina und wurde von der Stiftung für das sorbische Volk bewirtschaftet, der Hanzo Šustrowy dom in Trebendorf gehörte der Gemeinde und wurde von der örtlichen Domowina-Gruppe bewirtschaftet.&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019b&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
; Rolle&lt;br /&gt;
: Aufgabe, die ein Akteur übernimmt. Ein Akteur kann mehrere Rollen haben, unterschieden werden Haupt- und Nebenrollen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Rollen lassen sich drei Gruppen zuordnen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
! Gruppe !! Rolle !! Kürzel&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| rowspan=&amp;quot;2&amp;quot; | '''Am Kulturgut''' || '''Bewahren''': Originale verwahren, pflegen und verwalten || '''B'''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Dokumentieren''': lebendige Praxis festhalten in Ton, Bild oder Text || '''D'''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| rowspan=&amp;quot;4&amp;quot; | '''Dienste''' ([[#2.3.2 Vier Kernfunktionen|Kernfunktionen]]) || '''Erfassen''', registrieren, beschreiben und verknüpfen || '''K1'''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Digitalisieren''' und Qualität sichern || '''K2'''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Langfristig '''erhalten''' || '''K3'''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Zugänglich machen''' und Nutzung ermöglichen || '''K4'''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| rowspan=&amp;quot;2&amp;quot; | '''Rahmen''' (Governance) || '''Steuern''', koordinieren und Regeln setzen || '''S'''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Fördern''' und finanzieren || '''F'''&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dokumentieren meint hier das Festhalten von immateriellen Kulturgütern im laufenden Kulturleben, etwa Mitschnitte von Veranstaltungen. Geschieht es systematisch nach festgelegten Standards zur dauerhaften Sicherung, ist es Teil der Kernfunktion Digitalisieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.1.2 Schlüsselakteure ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einzeln aufgeführt wird, wer mindestens eines der folgenden Kriterien erfüllt:&lt;br /&gt;
# betreibt oder plant eine Kernfunktion, die über die eigene Einrichtung hinaus wirkt,&lt;br /&gt;
# verwahrt einen hauptamtlich betreuten Kernbestand,&lt;br /&gt;
# dokumentiert regelmäßig das lebendige Kulturgeschehen,&lt;br /&gt;
# fördert, koordiniert oder setzt Regeln für die Digitalisierung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;mark&amp;gt;Die folgende Übersicht muss mit den Institutionen bzgl. Korrektheit und Vollständigkeit abgestimmt werden.&amp;lt;/mark&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|+ Rollen der Schlüsselakteure (■ Hauptrolle · ○ Nebenrolle · ? vermutet oder offen)&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
B. Bewahren, D. Dokumentieren, K1. Erfassen, K2. Digitalisieren K3. Erhalten, K4. Nutzung ermöglichen, S. Steuern, F. Fördern&lt;br /&gt;
! Akteur !! Typ / Trägerschaft !! B !! D !! K1 !! K2 !! K3 !! K4 !! S !! F !! Hinweise&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Stiftung für das sorbische Volk || Stiftung des öffentlichen Rechts, finanziert von Bund, Freistaat Sachsen u. Land Brandenburg || ○ || || || || || || ■ || ■ || bewirtschaftete 2019 den Dom Njechorńskeho&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019b&amp;quot;/&amp;gt;; unterstützt beide sorbischen Museen finanziell&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Sorbisches Institut (SI) mit Sorbischem Kulturarchiv (SKA) und Sorbischer Zentralbibliothek || Forschungseinrichtung mit Archiv und Bibliothek; eingetragener Verein, gefördert u. a. durch die Stiftung || ■ || ? || ■ || ■ || ? || ■ || ○ || || Virtueller Lesesaal mit Bibliographie, Katalog, digitalisierten Drucken, Handschriften, Fotos und Filmen; digitales Schrifttum auch über Sachsen.Digital; Sorabicon als Sorbisches Kulturlexikon&amp;lt;ref name=&amp;quot;vls&amp;quot;&amp;gt;Sorbisches Institut o. J.: Virtueller Lesesaal. URL: https://www.serbski-institut.de/bibliothek/virtueller-lesesaal/, abgerufen am 20.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;; plant das Sorbische Kulturregister (SKR)&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;&amp;gt;Sorbisches Institut 2025: Konzept für ein Sorbisches Kulturregister (SKR), zweite aktualisierte Fassung vom 20.11.2025. URL: https://www.serbski-institut.de/wp-content/uploads/2021/11/00_Zweite-aktualisierte-Fassung_Konzept_Sorbisches-Kulturregister_20.11.2025.pdf&amp;lt;/ref&amp;gt; und das Digitalisierungszentrum (DZ) auch für andere Träger&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz&amp;quot;&amp;gt;Sorbisches Institut: Digitalisierungszentrum (DZ). URL: https://www.serbski-institut.de/projekte-zentrale-vorhaben/digitalisierungszentrum-dz/&amp;lt;/ref&amp;gt;; langfristige Erhaltung für Dritte ''offen''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Sorbisches Museum Bautzen || Museum; Landkreis Bautzen, finanziell unterstützt von der Stiftung&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt; || ■ || || ○ || ? || ? || ? || || || Inventarverzeichnis vorhanden&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;; Digitalisierungsstand und Online-Angebot ''offen''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Wendisches Museum Cottbus || Museum; Stadt Cottbus, finanziell unterstützt von der Stiftung&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt; || ■ || || ○ || ? || ? || ? || || || Inventarverzeichnis vorhanden&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;; Digitalisierungsstand und Online-Angebot ''offen''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Sächsische Landesbibliothek – Staats- und Universitätsbibliothek Dresden (SLUB) || Landes- und Universitätsbibliothek; Freistaat Sachsen || ■ || || ○ || ? || ○ || ■ || || || Lusatica-Sammlung, die das kulturelle Erbe der Sorben zugänglich machen soll&amp;lt;ref name=&amp;quot;slub&amp;quot;&amp;gt;SLUB Dresden o. J.: Sammlungen zur sächsischen Landeskunde. URL: https://www.slub-dresden.de/entdecken/saechsische-landeskunde/sammlungen, abgerufen am 20.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;; über Sachsen.Digital ist auch digitales Schrifttum des SI erreichbar&amp;lt;ref name=&amp;quot;vls&amp;quot;/&amp;gt; (Betrieb der Plattform durch die SLUB); eigene digitale Langzeitarchivierung&amp;lt;ref name=&amp;quot;nestor&amp;quot;&amp;gt;nestor o. J.: Mitglied SLUB Dresden. URL: https://www.langzeitarchivierung.de/Webs/nestor/EN/nestor/Mitglieder/sLUB.html, abgerufen am 20.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;, ob sie Digitalisate sorbischer Träger übernehmen könnte, ist ''offen''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Domowina – Bund Lausitzer Sorben e. V. mit Regionalverbänden und Ortsgruppen || Dachverband sorbischer Vereine; eingetragener Verein || ○ || ○ || || || || || ○ || || Eigentümerin des Dom Njechorńskeho; Ortsgruppe Trebendorf bewirtschaftet den Hanzo Šustrowy dom&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019b&amp;quot;/&amp;gt;; mindestens 9 der 23 kleinen Sammlungsorte sind direkt oder über Mitgliedsvereine mit ihr verbunden&amp;lt;ref name=&amp;quot;liste2026&amp;quot;/&amp;gt;; Chronistengruppe der Župa Michał Hórnik; Fachkommission „Sorbisches Kulturerbe“ 2018-2020&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2020&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Maćica Serbska e. V. || wissenschaftliche Gesellschaft; Verein || || || || || || || ○ || || Arbeitskreis „Museale Einrichtungen“ mit rund 40 Adressaten; Denkmalausschuss mit eigenem, von der Stiftung verwaltetem Budget, 2019 als Vorbild für die Bewertung von Kulturerbe genannt&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Sorbisches National-Ensemble (SNE) || Ensemble; gGmbH der Stiftung || ■ || ? || ○ || || || || || || geordnetes Arbeitsarchiv; 2019 vorgeschlagen, dort nur Kopien zu halten und die Originale an das SKA zu geben&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;; Umfang ''offen''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Studijo Lucija || Medienproduktion; gGmbH des Sorbischen Schulvereins  e. V. || ○ || ■ || || || || || || || dokumentiert sorbische Veranstaltungen; Aufnahmen liegen beim Studio und werden tlw. an das SKA übergeben&amp;lt;ref name=&amp;quot;lucija&amp;quot;&amp;gt;; schriftlicher Beleg noch einzuholen.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Mitteldeutscher Rundfunk (MDR) und Rundfunk Berlin-Brandenburg (rbb), sorbischsprachige Programme || öffentlich-rechtlicher Rundfunk || ■? || ■ || || || || ○? || || || Produktionen standen dem SKA 2019 aus rechtlichen Gründen nicht zur Verfügung&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;; Archivbestände und heutiger Stand ''offen''&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.1.3 Akteursgruppen ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die meisten Kulturgutträger sind kleinere Einrichtungen, Gruppen oder Privatpersonen. Sie werden hier zu Gruppen zusammengefasst. Die Anzahlen sind Mindestwerte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;mark&amp;gt;Die folgende Übersicht muss mit insb. mit Domowina und SI bzgl. Korrektheit und Vollständigkeit abgestimmt werden.&amp;lt;/mark&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|+ B. Bewahren, D. Dokumentieren, K1. Erfassen, K2. Digitalisieren K3. Erhalten, K4. Nutzung ermöglichen, S. Steuern, F. Fördern&lt;br /&gt;
! Gruppe !! Beispiele !! Typische Trägerschaft !! Bekannte Anzahl !! Typische Rollen !! Besonderheiten&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Kleine Museen, Heimatstuben, Gedenk- und Begegnungsorte ||&lt;br /&gt;
* Muzej Ćišinskeho (Panschwitz-Kuckau),&amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
* Njepilic dwór (Rohne), &lt;br /&gt;
* Sorbisches Kulturzentrum Schleife, &lt;br /&gt;
* Heimatmuseum Dissen, &lt;br /&gt;
* Archiv verschwundener Orte (Horno) &lt;br /&gt;
|| Gemeinde, Förderverein, Domowina-Ortsgruppe, privat || 22 in der Domowina-Übersicht 2019 (9 Ober-, 13 Niederlausitz)&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019b&amp;quot;/&amp;gt;; 23 in der Arbeitsliste 2026, davon 12 bisher nur durch die Domowina-Unterlagen belegt&amp;lt;ref name=&amp;quot;liste2026&amp;quot;/&amp;gt; || '''B''' ■, '''D''' ○ || überwiegend ehrenamtlich; 2019 benannte Defizite: fehlender Nachwuchs, fehlende Marketingstrategie, fehlende Vernetzung, unzureichende Finanzierung, fehlende fachliche Begleitung; teilweise ohne eigenes Inventar&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;; zwei private Ausstellungen ohne jede Förderung, von den Betreibern im Ruhestand allein betreut&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019b&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Regionale Museen mit sorbischen Beständen || &lt;br /&gt;
* Museum der Westlausitz Kamenz, &lt;br /&gt;
* Museum Bautzen, &lt;br /&gt;
* Spreewald-Museum Lübbenau mit Freilandmuseum Lehde, &lt;br /&gt;
* Slawenburg Raddusch, &lt;br /&gt;
* Niederlausitzer Heidemuseum Spremberg &lt;br /&gt;
|| Landkreis oder Kommune (''Annahme'') || 7 in der Domowina-Übersicht 2019 (2 Ober-, 5 Niederlausitz)&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019b&amp;quot;/&amp;gt; || '''B''' ■; &amp;lt;br&amp;gt;'''K1-K4''' ''offen'' || Umfang des sorbischen Anteils am Bestand ''offen''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Ensembles, Chöre, Trachten- und Brauchtumsgruppen || – || Verein || ''offen'' || tragen die Praxis;&amp;lt;br&amp;gt; '''D''' ○, '''B''' ○ || Trachtenfundi 2019 ausdrücklich zu den Beständen in sorbischer Verantwortung gezählt&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;; eigene Aufnahmen und Fundi meist nicht erfasst (''Annahme'')&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Chronisten, Film- und Fotoamateure || &lt;br /&gt;
* Chronistengruppe der Župa Michał Hórnik, &lt;br /&gt;
* deutsch-sorbischer Filmkreis &lt;br /&gt;
|| ehrenamtlich, privat || ''offen'' || '''D''' ■, '''B''' ○ || Beiträge von Laien 2019 nur sporadisch, Bestände oft unstrukturiert&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Private Sammlungen und Nachlässe || &lt;br /&gt;
* Nachlass der Malerin Hanka Krawcec, überwiegend in Tschechien; &lt;br /&gt;
* weitere private Sammlungen und Nachlässe in Ober- und Niederlausitz &lt;br /&gt;
|| privat || 4 in der Domowina-Übersicht 2019; tatsächlich ''offen'' || '''B''' ■ || Verbleib beim Generationenwechsel ungesichert (''Annahme'')&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Kirchliche Einrichtungen || &lt;br /&gt;
* Ausstellung zu Jan Bjedrich Fryco in der evangelischen Kirche Kolkwitz; &lt;br /&gt;
* kirchliches Informations- und Begegnungszentrum in Horno mit Holzmodellen abgebaggerter Kirchen&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019b&amp;quot;/&amp;gt; &lt;br /&gt;
|| Kirchgemeinde || 2 (in den kleinen Orten enthalten); weitere ''offen'' || '''B''' ○ || weitere kirchliche Bestände nicht erfasst (''Annahme'')&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Weitere sorbische Kultur- und Medieneinrichtungen || &lt;br /&gt;
* Deutsch-Sorbisches Volkstheater (Archiv 2019 zusammen mit dem des SNE genannt); &lt;br /&gt;
* Domowina-Verlag (2019 als Produzent genannt, dessen Erzeugnisse an das SKA gehen sollten)&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt; &lt;br /&gt;
|| verschieden || ''offen'' || '''B''' ○ || Umfang ''offen''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Öffentliche Träger und Fördergeber || &lt;br /&gt;
* Bund, &lt;br /&gt;
* Freistaat Sachsen, &lt;br /&gt;
* Land Brandenburg, &lt;br /&gt;
* Landkreise, &lt;br /&gt;
* Kommunen &lt;br /&gt;
|| öffentlich || – || '''F''' ■, '''S''' ○ || tragen die großen Museen; 2019 erfüllten kleine Museen im Landkreis Bautzen die Kriterien für eine institutionelle Förderung nicht, im Landkreis Spree-Neiße waren die Bedingungen besser&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Überregionale Gedächtniseinrichtungen || &lt;br /&gt;
* Oberlausitzische Bibliothek der Wissenschaften Görlitz&amp;lt;ref name=&amp;quot;slub&amp;quot;/&amp;gt;; &lt;br /&gt;
* Sächsisches Staatsarchiv, &lt;br /&gt;
* Brandenburgisches Landeshauptarchiv, &lt;br /&gt;
* Deutsche Nationalbibliothek (''Annahme''); &lt;br /&gt;
* Einrichtungen in Tschechien &lt;br /&gt;
|| öffentlich || ''offen'' || '''B''' ○; &amp;lt;br&amp;gt;mögliche Partner für K3 und K4 || sorbische Bestände außer in Görlitz ''offen''&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.1.4 Erste Befunde ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Rollenübersicht erlaubt erste Hinweise, die in den folgenden Abschnitten geprüft werden:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* '''Bewahren ist breit verteilt, Dienste sind konzentriert.''' Erfassen und Digitalisieren für mehrere Träger plant nach heutigem Kenntnisstand vor allem das SI. Die SLUB macht sorbisches Schrifttum bereits digital zugänglich, auch aus Beständen des SI. Ob weitere Akteure Dienste für Dritte anbieten, ist ''offen''.&lt;br /&gt;
* '''Für die langfristige Erhaltung fremder Bestände ist kein sorbischer Akteur erkennbar.''' Offen ist, wer Digitalisate anderer Träger verbindlich und dauerhaft übernimmt. So gelangen Veranstaltungsaufnahmen des Studijo Lucija nur komprimiert und teilweise in das SKA.&amp;lt;ref name=&amp;quot;lucija&amp;quot;/&amp;gt; Die SLUB betreibt eine eigene digitale Langzeitarchivierung; ob sie auch für sorbische Träger in Frage kommt, ist ''offen''.&lt;br /&gt;
* '''Die Dokumentation des lebendigen Kulturlebens liegt teils außerhalb sorbischer Verantwortung.''' Sorbischsprachige Produktionen von MDR und rbb standen dem SKA 2019 aus rechtlichen Gründen nicht zur Verfügung.&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt; Der heutige Stand ist ''offen''.&lt;br /&gt;
* '''Die Domowina ist der wichtigste Zugang zu kleinen Trägern.''' Mindestens 9 der 23 kleinen Sammlungsorte sind direkt oder über Mitgliedsvereine mit ihr verbunden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;liste2026&amp;quot;/&amp;gt; Ihre Strukturen eignen sich daher als Weg, kleine Träger zu erreichen – für die Erhebung ebenso wie für spätere Unterstützungsangebote.&lt;br /&gt;
* '''Das Wissen über kleine Träger ist lückenhaft und teils veraltet.''' 12 der 23 kleinen Orte sind bisher nur durch die Domowina-Unterlagen von 2019 und 2020 belegt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;liste2026&amp;quot;/&amp;gt; Ob sie heute noch bestehen und wie es um ihre Bestände steht, ist ''offen''. Besonders privat betreute Ausstellungen werden in Abschnitt 3.2 auf ihre Gefährdung geprüft.&lt;br /&gt;
* '''Kleine Träger haben keine feste Anlaufstelle, die Koordination war 2020 ungeklärt.''' Das frühere Sorbische Folklorezentrum war seit 1993 faktisch nicht mehr tätig.&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt; In der Niederlausitz diente 2020 ein Projekt zur Inwertsetzung des immateriellen Kulturerbes auch der Vernetzung kleiner Museen. Der Kulturausschuss der Domowina sah sich als ehrenamtliches Gremium nicht in der Lage, die Koordination zu leisten, und bat Fachinstitutionen und die Gremien der Stiftung, Verantwortung zu übernehmen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2020&amp;quot;/&amp;gt; Wie das heute geregelt ist, untersucht Abschnitt 3.4.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Liste aller bekannten Sammlungsorte mit Typ, Trägerschaft und Kulturgutklassen steht in [[12.3.A3 Sammlungsorte des sorbischen Kulturerbes|Anhang 12.3.A3]]. Sie wird laufend ergänzt.&lt;br /&gt;
&amp;lt;!-- Anhang 12.3.A3 aus der Arbeitsliste vom 02.04.2026 aufbauen; Namen privater Sammler nur mit Einverständnis --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== 3.2 Bestände und Bedarfe ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieser Abschnitt beschreibt die Nachfrageseite der Analyse: Welche Bestände sorbischen Kulturerbes gibt es, wie weit sind sie erfasst und digitalisiert, welche sind gefährdet, und welche Unterstützung brauchen die Kulturgutträger? Festgestellt wird dabei nur, wo Zeitdruck besteht. Welche Bestände mit welcher Priorität bearbeitet werden, entscheiden die sorbische Gemeinschaft und ihre Fachgremien (vgl. [[#2.4.2 Prozessschritte im Detail|Prozessschritt 3 „Bewerten &amp;amp; freigeben“]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein institutionsübergreifender Überblick über die Bestände existiert bisher nicht (siehe 3.2.5). Die folgenden Angaben sind daher Mindestwerte und Größenordnungen aus veröffentlichten Angaben der Einrichtungen, Projektunterlagen und den in [[#3.1 Akteure und Rollen|Abschnitt 3.1]] genannten Quellen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.2.1 Begriffe ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
; Sammlungsort&lt;br /&gt;
: Ort, an dem Kulturgüter verwahrt werden, etwa ein Museum, ein Archiv, eine Heimatstube oder eine Privatwohnung. Ein Akteur kann mehrere Sammlungsorte haben.&lt;br /&gt;
; Bestand&lt;br /&gt;
: Abgrenzbare Gruppe von Kulturgütern einer [[#2.2 Klassifizierung von Kulturgütern|Kulturgutklasse]], die an einem Sammlungsort gemeinsam verwahrt wird, zum Beispiel die Fotografien einer Heimatstube oder die Tonbänder eines Archivs. Feiner unterschieden wird nur, wenn sich Zustand oder Rechtslage deutlich unterscheiden. Ein Bestand gehört zu dem Ort, an dem das Original oder die Masterdatei liegt; Kopien an anderen Orten beschreiben seinen Digitalisierungsstand.&lt;br /&gt;
: Bei immateriellem Kulturerbe gilt die vorhandene Dokumentation als Bestand, etwa Ton- und Videoaufnahmen oder Beschreibungen. Eine bisher nicht dokumentierte Praxis erscheint als Dokumentationsbedarf.&lt;br /&gt;
; Bedarf&lt;br /&gt;
: Was ein Bestand oder ein Kulturgutträger braucht. &lt;br /&gt;
:* ''Bestandsbezogene'' Bedarfe richten sich auf die [[#2.3.2 Vier Kernfunktionen|vier Kernfunktionen]] (erfassen, digitalisieren, langfristig erhalten, zugänglich machen). &lt;br /&gt;
:* ''Trägerbezogene'' Bedarfe betreffen den Akteur selbst, etwa Personal, Beratung oder Finanzierung.&lt;br /&gt;
; Dringlichkeit&lt;br /&gt;
: Zeitdruck, der sich aus einer Gefährdung ergibt. Sie ist nicht gleichbedeutend mit Priorität, in die auch kulturelle Bedeutung, Nutzen und Machbarkeit eingehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.2.2 Bestandslandkarte ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Übersicht folgt der [[#2.2 Klassifizierung von Kulturgütern|Klassifizierung aus Abschnitt 2.2]]. Sie nennt für jede Klasse typische Bestände, die wichtigsten Träger und den bekannten Stand. Einzelne Sammlungsorte stehen in [[12.3.A3 Sammlungsorte des sorbischen Kulturerbes|Anhang 12.3.A3]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|+ Bestände nach Kulturgutklassen (Stand: weitgehend · teilweise · kaum · ''offen'')&lt;br /&gt;
! Klasse !! Typische Bestände !! Wichtigste Träger !! Umfang, soweit bekannt !! Erfasst !! Digitalisiert !! Gefährdung&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''A''' Materiell – unbeweglich || Denkmale, Gedenktafeln, Inschriften, Grabmäler, Blockbauten, Wirkungsstätten, Kirchen || Eigentümer, Gemeinden, Kirchgemeinden; dokumentiert durch das SI || Inventar sorbischer Kulturdenkmale in Sachsen: 61 Aktenordner, 6.300 analoge Fotomotive&amp;lt;ref name=&amp;quot;dmp&amp;quot;&amp;gt;Sorbisches Institut o. J.: Datenmanagementplan zum Teilprojekt „Sorbische Kulturdenkmale in Sachsen“ im Verbundprojekt DIKUSA – Vernetzung digitaler Kulturdaten in Sachsen, Laufzeit 01.02.2022–31.12.2025. URL: https://www.saw-leipzig.de/de/projekte/dikusa/datenmanagementplaene-1/dmp_si_dikusa.pdf/@@download/file/DMP_SI_Dikusa.pdf, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;; nach einer älteren Untersuchung rund 1.700 Objekte in der sächsischen Oberlausitz (''zu prüfen'')&amp;lt;ref name=&amp;quot;kdm&amp;quot;&amp;gt;Fachpublikation zu sorbischen Kulturdenkmalen. Interne Referenz: saxorum-10788_Sorbische_Kulturdenkmale_digital_erfassen_präsentieren.pdf. Angabe nach Projektunterlagen, noch zu prüfen.&amp;lt;/ref&amp;gt; || teilweise: Sachsen inventarisiert; Niederlausitz in Erfassung, geplant in drei Phasen bis 2031&amp;lt;ref name=&amp;quot;nlposter&amp;quot;&amp;gt;Sorbisches Institut o. J.: Materielle Zeugnisse sorbischer/wendischer Kultur in der Niederlausitz. Modul 4 des Vorhabens „Digitales Portal zu sorbischen und Lausitzer Sprach- und Kulturlandschaften“ (Poster). URL: https://serbski-institut.de/wp-content/uploads/2021/11/A0-Druck_DigPortal-M4.pdf, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; || teilweise: Inventar Sachsen 2022–2025 digital aufbereitet&amp;lt;ref name=&amp;quot;dmp&amp;quot;/&amp;gt;; 78 Objekte öffentlich im Atlas auf Sorabicon (April 2026)&amp;lt;ref name=&amp;quot;atlas&amp;quot;&amp;gt;Sorbisches Institut 2026: Pressemitteilung zum digitalen Atlas sorbischer Kulturdenkmale im Wissensportal Sorabicon, 30.04.2026. URL: https://idw-online.de/de/news870102, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; || Verwitterung, Umbau, Abriss (''Annahme''); Inventar teils nur analog oder in veralteten Dateiformaten (siehe 3.2.3)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''B1''' Schriftgut || Bücher, Zeitungen, Handschriften, Nachlässe, Vereins- und Institutionsakten, Plakate, Grafik || Sorbische Zentralbibliothek, Sorbisches Kulturarchiv (SKA), Sorbisches Museum, SLUB, Hórnik-Bibliothek im Wendischen Seminar Prag, Oberlausitzische Bibliothek der Wissenschaften Görlitz || Zentralbibliothek ca. 110.000 Medieneinheiten&amp;lt;ref name=&amp;quot;liste2026&amp;quot;/&amp;gt;; Sorbisches Museum über 1.000 Schriftquellen, ca. 1.700 Plakate, ca. 6.000 Grafiken&amp;lt;ref name=&amp;quot;sm&amp;quot;&amp;gt;Sorbisches Museum Bautzen o. J.: Museum – Sammlung. URL: https://sorbisches-museum.de/museum/?lang=en, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;; SKA: Nachlässe, Akten der Domowina 1912–1989 und sorbischer Vereine, Umfang ''offen''&amp;lt;ref name=&amp;quot;ska&amp;quot;&amp;gt;Sorbisches Institut o. J.: Sorbian Cultural Archive. URL: https://www.serbski-institut.de/en/sorbian-cultural-archive/, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; || weitgehend in den Bibliotheken (Katalog, Sorbische Bibliographie)&amp;lt;ref name=&amp;quot;vls&amp;quot;/&amp;gt;; kleine und private Träger ''offen'' || teilweise: 1.634 Dokumente des SI auf Sachsen.Digital (Stand 2021)&amp;lt;ref name=&amp;quot;ldp&amp;quot;&amp;gt;Sorbisches Institut 2021: Pressemitteilung zu Digitalisaten aus dem Landesdigitalisierungsprogramm Sachsen (u. a. „Serbowka“, erstes sorbisches Lehrbuch), 12.03.2021. URL: https://serbski-institut.de/wp-content/uploads/2021/12/2021-03-12_MI_Erstes-sorbisches-Lehrbuch-LDP_Serbowka_de.4753.pdf, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;; Handschriften des SKA 2016 digitalisiert&amp;lt;ref name=&amp;quot;hs&amp;quot;&amp;gt;Sorbisches Institut o. J.: Digitalisate handschriftlicher Literatur aus den Beständen des SKA in Sachsen.digital. URL: https://serbski-institut.de/de/Handschriften-als-Digitalisat, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;; Zeitungen und Zeitschriften teils online&amp;lt;ref name=&amp;quot;vls&amp;quot;/&amp;gt; || Nachlässe in Privatbesitz; säurehaltiges Papier des 19. und 20. Jahrhunderts (''Annahme'', nicht erhoben)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''B2''' Fotografien und Bildträger || Fotosammlungen und Fotonachlässe, Negative, Glasplatten, Dias || SKA, Sorbisches Museum, Wendisches Museum, Stadtmuseum Cottbus, SI (Kulturdenkmale), Chronisten, Privatpersonen || Sorbisches Museum ca. 10.500 Fotos&amp;lt;ref name=&amp;quot;sm&amp;quot;/&amp;gt;; Inventar Kulturdenkmale 6.300 Motive&amp;lt;ref name=&amp;quot;dmp&amp;quot;/&amp;gt;; SKA ''offen'' || teilweise bei Museen und SKA; private Bestände oft unstrukturiert&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt; || teilweise: ausgewählte Bildsammlungen des SKA im Virtuellen Lesesaal&amp;lt;ref name=&amp;quot;vls&amp;quot;/&amp;gt;; Glasplattennegative der Sammlung Fritz Unger (Stadtmuseum Cottbus) mit wendischen Motiven auf museum-digital&amp;lt;ref name=&amp;quot;unger&amp;quot;&amp;gt;museum-digital:brandenburg o. J.: Wendische Trachtengruppe, Glasplattennegativ, Fotografische Sammlung Fritz Unger, Stadtmuseum Cottbus, Inv.-Nr. U190-05. URL: https://brandenburg.museum-digital.de/pdf/object/65463.pdf?lang=de, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; || Negative und Glasplatten empfindlich (''Annahme''); private Bestände ohne Verzeichnis&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''B3''' Analoge AV-Träger || Tonbänder, Kassetten, Schallplatten, Videobänder, Filme || SKA, MDR und rbb, SNE, Amateurfilmer, Njepila-Hof (Tondokumente)&amp;lt;ref name=&amp;quot;liste2026&amp;quot;/&amp;gt;; Filme der früheren DEFA (Filmstudio der DDR), Hörfunkbestände der DDR-Zeit im Deutschen Rundfunkarchiv (''Annahme'') || sorbischsprachiger Rundfunk seit 1948&amp;lt;ref name=&amp;quot;rundfunk&amp;quot;&amp;gt;Wikipedia (englisch): Sorbischer Rundfunk. URL: https://en.wikipedia.org/wiki/Sorbischer_Rundfunk, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;; DEFA-Gruppe „Sorbischer Film“ 1980–1990: knapp 40 Filme&amp;lt;ref name=&amp;quot;defa&amp;quot;&amp;gt;Deutsches Historisches Museum, Zeughauskino o. J.: Filmreihe „Sorbische Filmlandschaften“. URL: https://www.dhm.de/zeughauskino/filmreihe/sorbische-filmlandschaften/, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;; SKA, SNE und Amateurbestände ''offen'' || kaum bekannt || teilweise: Filme des SKA im sächsischen Programm zur Sicherung des audiovisuellen Erbes digitalisiert&amp;lt;ref name=&amp;quot;vls&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;avsachsen&amp;quot;&amp;gt;Leipziger Internet Zeitung 2020: Über 50.000 Film- und Tonminuten digitalisiert. Zwischenbilanz zur Sicherung des audiovisuellen Erbes in Sachsen, 16.09.2020. URL: https://www.l-iz.de/melder/wortmelder/2020/09/Ueber-50-000-Film-und-Tonminuten-digitalisiert-Zwischenbilanz-zur-Sicherung-des-audiovisuellen-Erbes-in-Sachsen-349190, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;; Umfang ''offen'' || '''hoch''': Magnetbandformate sind veraltet, die routinemäßige Überspielung endet nach Einschätzung von UNESCO und IASA (Internationaler Verband der Schall- und audiovisuellen Archive) etwa 2025&amp;lt;ref name=&amp;quot;mta&amp;quot;&amp;gt;IASA o. J.: Announcing the Magnetic Tape Alert Project (UNESCO-Programm „Information for All“ und IASA). URL: https://iasa-web.org/node/5374, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''B4''' 3D-Objekte || Trachten und Textilien, Volkskunst, Ostereier, Keramik, Hausrat, Kunstwerke || Sorbisches Museum, Wendisches Museum, Heimatmuseen und Heimatstuben, Trachtenfundi von Vereinen und Ensembles, private Sammlungen || Sorbisches Museum ca. 35.000 inventarisierte Objekte über alle Sammlungsbereiche, davon Kunstsammlung 6.900 Werke&amp;lt;ref name=&amp;quot;sm&amp;quot;/&amp;gt;; Wendisches Museum: größte Sammlung niedersorbischer Tracht, Zahl ''offen''&amp;lt;ref name=&amp;quot;wm&amp;quot;&amp;gt;Wendisches Museum Cottbus o. J.: Selbstdarstellung des Museums, Dokument im Ratsinformationssystem der Stadt Cottbus. URL: https://session.cottbus.de/oparl/bodies/0001/downloadfiles/00007050.pdf, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;; Heimatmuseum Dissen 6.700 inventarisierte Exponate (SKR-Konzept, S. 8)&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;/&amp;gt;; Jänschwalde über 40 Originaltrachten und über 1.000 Keramiken&amp;lt;ref name=&amp;quot;liste2026&amp;quot;/&amp;gt; || teilweise: beide sorbischen Museen haben Inventare, aber kein verknüpfendes System (SKR-Konzept, S. 7)&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;/&amp;gt;; kleine Museen teils ohne Inventar&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt; || kaum: acht Häuser mit sorbischem Schwerpunkt haben zusammen 401 Objekte auf museum-digital veröffentlicht (SKR-Konzept, S. 8)&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;/&amp;gt;; Online-Sammlungen der beiden sorbischen Museen nicht gefunden || Textilien empfindlich (''Annahme''); private Ausstellungen ohne Nachfolge (siehe 3.2.3)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''C1''' Orale Traditionen || Sprache und Dialekte, Erzählungen, Sagen, Zeitzeugenberichte || Sprecherinnen und Sprecher; dokumentiert durch SI und Rundfunk || ''offen'' || teilweise: Zeitzeugen-O-Töne im Wissensportal Sorabicon&amp;lt;ref name=&amp;quot;atlas&amp;quot;/&amp;gt; || teilweise || '''hoch''' für das Niedersorbische: nach Angaben des Bundesinnenministeriums 2024 nur noch wenige hundert fließende Sprecherinnen und Sprecher&amp;lt;ref name=&amp;quot;sprache&amp;quot;&amp;gt;Universität Potsdam o. J.: Mehrsprachigkeit in Brandenburg – Sorbisch (mit Verweis auf BMI 2024 und Landesregierung Brandenburg 2024). URL: https://www.uni-potsdam.de/de/svm/mehrsprachigkeit-in-brandenburg/studentische-projekte/sorbisch, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''C2''' Darstellende Künste || Musik, Lieder, Tanz, Theater, Chorgesang || SNE, Deutsch-Sorbisches Volkstheater, Chöre und Ensembles; dokumentiert durch Rundfunk und Studijo Lucija || ''offen'' || ''offen'' || teilweise: neuere Aufnahmen meist ursprünglich digital (siehe D1) || ältere Mitschnitte auf AV-Trägern (siehe B3)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''C3''' Rituale und Feste || Bräuche und Feste im Jahreslauf, u. a. Vogelhochzeit, Zampern, Zapust, Ostersingen, Osterreiten, Maibaum, Kirmes || Vereine, Dorfgemeinschaften, Kirchgemeinden || „Gesellschaftliche Bräuche und Feste der Lausitzer Sorben im Jahreslauf“ seit 2014 im Bundesweiten Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes&amp;lt;ref name=&amp;quot;ike&amp;quot;&amp;gt;Sorbisches Institut 2020: Aufruf und Fragebogen zur Erhebung sorbischer/wendischer Bräuche und Feste im Landkreis Spree-Neiße, 18.12.2020. URL: https://www.serbski-institut.de/wp-content/uploads/2022/03/IKE-Fragebogen-Aufruf_2020_12_189_DE.4701.pdf, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;iketour&amp;quot;&amp;gt;Sachsen-Tourismus 2025: Hintergrundtext Immaterielles Kulturerbe. URL: https://www.sachsen-tourismus.de/fileadmin/mediendatenbank_ALT/mediendatenbank/bilder/presse/rechercheideen/hintergrundtext-immaterielles-kulturerbe-2025.pdf, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; || teilweise: Erhebung im Landkreis Spree-Neiße durch das SI ab 2020, Ergebnisstand ''offen''&amp;lt;ref name=&amp;quot;ike&amp;quot;/&amp;gt;; Oberlausitz ''offen'' || teilweise || Praxis im Wandel; frühere Ausprägungen nur über Dokumentation greifbar (''Annahme'')&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''C4''' Wissen über Natur und Universum || Volksglaube, Heil- und Sammelwissen, religiöse Praxis || Familien, Kirchgemeinden || ''offen'' || ''offen'' || ''offen'' || Wissen oft bei wenigen, teils älteren Personen (SKR-Konzept, S. 8)&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''C5''' Traditionelles Handwerk || Ostereiverzierung, Trachtenherstellung und -pflege, Weben, Flachs und Leinen, Töpfern || Handwerkerinnen und Handwerker, Vereine, Heimatmuseen, z. B. Sorbische Webstube Drebkau&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;/&amp;gt;, Kólasko Drachhausen&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019b&amp;quot;/&amp;gt; || ''offen'' || ''offen'' || ''offen'' || Wissen an wenige Personen gebunden; fehlender Nachwuchs (SKR-Konzept, S. 8)&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''D1''' Born-digital || Websites, soziale Medien, Veranstaltungsmitschnitte, digitale Fotos und Videos, digitale Publikationen, Projektdaten || Studijo Lucija, Rundfunk, Verlage, Vereine, Einrichtungen || ''offen'' || kaum || – || '''hoch''': keine systematische Sicherung sorbischer Web- und Social-Media-Inhalte bekannt; Webarchivierung in Deutschland insgesamt lückenhaft&amp;lt;ref name=&amp;quot;webarchiv&amp;quot;&amp;gt;netzpolitik.org 2026: Kritische Infrastruktur: Bei der Web-Archivierung fehlt die Strategie. URL: https://netzpolitik.org/2026/kritische-infrastruktur-bei-der-web-archivierung-fehlt-die-strategie/, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;; Masterdateien teils nur beim Erzeuger&amp;lt;ref name=&amp;quot;lucija&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''D2''' Digitalisate || digitale Repräsentationen aus den Klassen A bis C || SI, SLUB, Museen, Projekte || SI: 1.634 Dokumente auf Sachsen.Digital (2021)&amp;lt;ref name=&amp;quot;ldp&amp;quot;/&amp;gt;; Sorabicon: zwölf veröffentlichte Sammlungen (2026)&amp;lt;ref name=&amp;quot;atlas&amp;quot;/&amp;gt; || teilweise: über Kataloge und die Deutsche Digitale Bibliothek nachgewiesen, teils als gemeinfrei gekennzeichnet&amp;lt;ref name=&amp;quot;ddb&amp;quot;&amp;gt;Deutsche Digitale Bibliothek o. J.: Wot togo narodu Jesu Christußa (1865), Datengeber: Sorbisches Institut / Sorbisches Kulturarchiv. URL: https://www.deutsche-digitale-bibliothek.de/item/3IVBZKDCQK6LHTOFW5HKYF235K6A4QEF, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; || – || Langzeiterhaltung teils ungeklärt: Projektdaten lagen bei einem Webhoster mit Datensicherung, die Langzeitarchivierung war „zu eruieren“&amp;lt;ref name=&amp;quot;dmp&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.2.3 Bestände mit vorrangigem Digitalisierungsbedarf ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als vorrangig gilt ein Bestand, wenn mindestens einer der folgenden Gründe zutrifft:&lt;br /&gt;
# '''Materialverfall oder veraltete Technik:''' Der Träger zerfällt, oder Abspielgeräte sind kaum noch verfügbar.&lt;br /&gt;
# '''Ungesicherte Betreuung:''' Nachfolge, Räume oder Trägerschaft sind nicht gesichert.&lt;br /&gt;
# '''Unikat ohne Sicherung:''' Es gibt weder eine Kopie noch einen Nachweis an anderer Stelle.&lt;br /&gt;
# '''Schwindendes Wissen:''' Trägerinnen und Träger einer Praxis oder Zeitzeugen können nur noch begrenzte Zeit befragt werden.&lt;br /&gt;
# '''Ungesicherte digitale Dateien:''' Masterdateien fehlen, es gibt kein Zielarchiv, oder die Dateiformate veralten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die '''Dringlichkeit''' ist &lt;br /&gt;
* ''hoch'', wenn Verlust oder Unzugänglichkeit innerhalb weniger Jahre wahrscheinlich sind, &lt;br /&gt;
* ''mittel'', wenn ein Risiko erkennbar ist, der Zeitrahmen aber offen ist, und &lt;br /&gt;
* ''offen'', wenn die Lage nicht bekannt ist. &lt;br /&gt;
Die Herkunft der Dringlichkeit ist mit '''G''' gekennzeichnet, wenn der Bedarf von Trägern oder in ihren Unterlagen genannt wurde, und mit '''A''', wenn er aus der Analyse abgeleitet ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|+ Bestände mit vorrangigem Digitalisierungsbedarf&lt;br /&gt;
! Bestand / Bestandsgruppe !! Träger !! Klasse !! Grund !! Dringlichkeit !! Herkunft !! Quelle&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Ton-, Video- und Filmbestände auf Magnetband und Film || SKA, SNE, Rundfunk, Amateurfilmer, Njepila-Hof u. a. || B3 || 1, 3 || hoch || A || &amp;lt;ref name=&amp;quot;mta&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;ska&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Sprache und Erzählwissen der letzten muttersprachlichen Sprecherinnen und Sprecher des Niedersorbischen || – || C1 || 4 || hoch || A || &amp;lt;ref name=&amp;quot;sprache&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Zwei private Ausstellungen in der Oberlausitz, von den Betreibern im Ruhestand allein und ohne Förderung betreut (Stand 2019) || privat || B4 || 2, 3 || hoch, sofern noch bestehend || G || &amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019b&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Private Sammlungen und Nachlässe, darunter Filme und Chroniken sowie ein Nachlass, dessen Sichtung und Bewertung 2019 erbeten wurde || privat || B1–B4 || 1, 2, 3 || hoch || G || &amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019b&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Veranstaltungsmitschnitte, die nur komprimiert und teilweise an das SKA gehen || Studijo Lucija || D1 (C2, C3) || 5 || hoch || A || &amp;lt;ref name=&amp;quot;lucija&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Inventar sorbischer Kulturdenkmale in Sachsen: analoge Negative und Dateien in veralteten Formaten (u. a. .wps, .wbk, .wks) || SI || B2, D1 || 1, 5 || mittel || A || &amp;lt;ref name=&amp;quot;dmp&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Sorbische Websites und soziale Medien || verschieden || D1 || 5 || mittel || A || &amp;lt;ref name=&amp;quot;webarchiv&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Archiv verschwundener Orte in Horno: Umzug 2019 geplant || Trägerschaft ''offen'' || B1, B2 || 2 || ''offen'' || G || &amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019b&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.2.4 Bedarfe der Kulturgutträger ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Neben dem Bedarf einzelner Bestände haben viele Kulturgutträger Bedarfe, die sie selbst betreffen. Sie werden hier gebündelt und der Seite des Angebots zugeordnet, an die sie sich richten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
! Bedarf !! Betroffene Träger !! Richtet sich an !! Herkunft !! Quelle&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Personal und Nachwuchs für Betreuung und Erfassung || kleine Museen, Heimatstuben, ehrenamtliche Sammlungsorte || Rahmen (F) || G || &amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;; SKR-Konzept, S. 7–8 und 29&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Laufende Finanzierung für Personal und Unterhalt; z. B. jährliches Ringen um Personalmittel in Dissen || kleine Museen || Rahmen (F) || G || &amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019b&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Fachliche Begleitung, Beratung und Schulung || kleine und ehrenamtliche Träger || K1–K3, Rahmen || G || &amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;; SKR-Konzept, S. 10 und 30&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Inventarisierung und digitale Erschließung; Nachholbedarf wegen Personalmangels „teils bestandsgefährdend“ || kleine Museen, private Sammlungen, auch die großen Museen || K1 || G || SKR-Konzept, S. 7&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;/&amp;gt;; &amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Vernetzung und Kooperation || kleine Museen || Rahmen (S) || G || &amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Sichtbarkeit und Präsentation || sorbische Museen, kleine Museen || K4 || G || &amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2020&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Sichtung und Bewertung von Nachlässen || private Nachlässe || K1, Prozessschritt „Bewerten“ || G || &amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019b&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Räume, Bausubstanz und Bewirtschaftung, z. B. Muzej Ćišinskeho, Dom Njechorńskeho || kleine Museen und Gedenkorte || Rahmen (Voraussetzung) || G || &amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019b&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Digitalisierung von Ton-, Film- und Fotobeständen als Dienstleistung || SKA, kleine und private Träger || K2 || A || –&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Verbindlicher Ort für die langfristige Erhaltung von Digitalisaten und ursprünglich digitalen Aufnahmen || Studijo Lucija, Projekte, kleine Träger || K3 || A || &amp;lt;ref name=&amp;quot;lucija&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;dmp&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Rechteklärung und Einwilligungen || Rundfunkproduktionen, Veranstaltungsaufnahmen || Rahmen || G (Rundfunk) / A || &amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Bedarfe des Sorbischen Museums und des Wendischen Museums || beide sorbischen Museen || K1–K4 || G || Digitalisierungskreis, Sitzung vom 21.04.2026 (''noch einzuarbeiten'')&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.2.5 Erste Befunde ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* '''Ein Gesamtüberblick über die Bestände fehlt.''' 2020 wurde festgestellt, dass eine systematische Registrierung des sorbischen Kulturerbes fehlt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2020&amp;quot;/&amp;gt; 2025 beschrieb das SI die Bedingungen an den Sammlungsorten als „von vorbildlich bis prekär“; vieles liege nur analog vor, und die Digitalisierung stehe überwiegend am Anfang.&amp;lt;ref name=&amp;quot;skrhandout&amp;quot;&amp;gt;Sorbisches Institut 2025: Handout zum Pressegespräch „Konzept Sorbisches Kulturregister“, 20.11.2025. URL: https://www.serbski-institut.de/wp-content/uploads/2025/11/2025-11-20_Handout-Pressegespraech-SKR_Konzept.pdf, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Ein Überblick sei derzeit nicht möglich, weil die Sammlungsorte technisch „fraktioniert oder gar inkompatibel“ arbeiten (SKR-Konzept, S. 8).&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
* '''Die bekannten Sammlungsorte sind nur ein Ausschnitt.''' Das SKR-Konzept nennt mehr als 70 Einrichtungen mit kulturerberelevantem Archivgut (S. 10). Im Arbeitskreis Lausitzer Museenland widmet sich etwa ein Drittel der 48 Heimatstuben und Regionalmuseen sorbischer Geschichte und Kultur (S. 7).&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;/&amp;gt; Die Arbeitsliste umfasst bisher rund 32 Orte.&amp;lt;ref name=&amp;quot;liste2026&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
* '''Zahlen gibt es nur für wenige große Träger.''' Für das Sorbische Museum, die Sorbische Zentralbibliothek und die Digitalisate des SI liegen Größenordnungen vor. Für das SKA, das Wendische Museum, die audiovisuellen Bestände und fast alle kleinen Träger fehlen sie.&lt;br /&gt;
* '''Wo der Zeitdruck am größten ist, ist am wenigsten bekannt.''' Das betrifft vor allem die analogen Ton-, Video- und Filmbestände sowie die Dokumentation des Niedersorbischen.&lt;br /&gt;
* '''Online sichtbar ist nur ein Bruchteil.''' Acht Häuser mit sorbischem Schwerpunkt haben zusammen 401 Objekte auf museum-digital veröffentlicht; das Heimatmuseum Dissen mit 6.700 inventarisierten Exponaten noch keines (SKR-Konzept, S. 8).&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
* '''Digital vorhanden heißt nicht gesichert.''' Ursprünglich digitale Aufnahmen und Projektdaten haben teils kein Zielarchiv oder liegen in veralteten Formaten vor (siehe 3.2.3). Wer diese Aufgabe übernimmt, untersuchen die Abschnitte 3.3 und 3.4.&lt;br /&gt;
* '''Das immaterielle Kulturerbe ist ungleich dokumentiert.''' Für die Niederlausitz gab es ab 2020 eine Erhebung der Bräuche und Feste,&amp;lt;ref name=&amp;quot;ike&amp;quot;/&amp;gt; für die Oberlausitz ist keine vergleichbare bekannt.&lt;br /&gt;
* '''Ein Teil des Erbes liegt außerhalb sorbischer Verantwortung oder außerhalb der Lausitz,''' etwa in Prag, Dresden und Görlitz, in Rundfunkarchiven und bei der DEFA-Überlieferung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Ist-Analyse kann damit Struktur und Schwerpunkte benennen, aber keine vollständige Bestandsübersicht ersetzen. Eine institutionsübergreifende Bestands- und Bedarfserhebung mit Prioritätenliste ist eine eigene Aufgabe (vgl. das Ziel 2028 in [[#1.1 Visionen und Ziele für die sorbische digitale Welt|Abschnitt 1.1]]) und wird bei den Maßnahmen aufgegriffen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.1.2 Bedarfe und Dringlichkeiten ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;background-color:#eef5fb;border-left:4px solid #5b9bd5;padding:0.7em 1em;margin:1em 0;&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Leitfrage:''' Welche Unterstützung benötigen die Kulturgutträger und welche Bedarfe sollten (+aus welchen Gründen) vorrangig bearbeitet werden?&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die bei Kulturgutträgern bestehenden Bedarfe sollten zunächst möglichst vollständig erhoben und anschließend zusammengeführt und eingeordnet werden. Dabei ist zwischen &amp;quot;von Akteuren ausdrücklich genannten Bedarfen&amp;quot; und &amp;quot;aus der Analyse zusätzlich abgeleiteten Bedarfen&amp;quot; zu unterscheiden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die weitere Erhebung und Analyse insbesondere zu prüfen:&lt;br /&gt;
* vorhandene Bedarfserhebungen, Gesprächsprotokolle und bisherige Tabellen zusammenführen&lt;br /&gt;
* Bedarfe möglichst den vier Kernfunktionen zuordnen:&lt;br /&gt;
** Nachweisen, beschreiben und verknüpfen,&lt;br /&gt;
** Digitalisieren und Qualität sichern,&lt;br /&gt;
** langfristig erhalten,&lt;br /&gt;
** zugänglich machen und Nutzung ermöglichen;&lt;br /&gt;
* zusätzlich übergreifende Bedarfe erfassen, beispielsweise:&lt;br /&gt;
** Personal und Fachkompetenz,&lt;br /&gt;
** Beratung und Schulung,&lt;br /&gt;
** Finanzierung,&lt;br /&gt;
** Rechteklärung und Datenschutz,&lt;br /&gt;
** Metadaten und gemeinsame Standards,&lt;br /&gt;
** technische Infrastruktur;&lt;br /&gt;
* Dringlichkeit anhand nachvollziehbarer Kriterien beurteilen, beispielsweise:&lt;br /&gt;
** drohender Verlust oder Materialverfall,&lt;br /&gt;
** fehlende personelle Nachfolge,&lt;br /&gt;
** gefährdete oder unbekannte Bestände,&lt;br /&gt;
** blockierende Abhängigkeit für weitere Digitalisierungsschritte,&lt;br /&gt;
** kulturelle oder sprachliche Bedeutung,&lt;br /&gt;
** erwartete Nutzung für Bildung, Forschung oder Öffentlichkeit&lt;br /&gt;
* unterscheiden zwischen Einzelfallbedarf und strukturellem Bedarf mehrerer Kulturgutträger&lt;br /&gt;
* soweit möglich erfassen, welche Bedarfe bereits durch bestehende Angebote abgedeckt werden und welche bislang offenbleiben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mögliches Ergebnis: priorisierte beziehungsweise nach Dringlichkeit geordnete Bedarfsübersicht mit Zuordnung zu Akteursgruppen und Kernfunktionen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== 3.2 Ist-Stand der vier Kernfunktionen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;background-color:#eef5fb;border-left:4px solid #5b9bd5;padding:0.7em 1em;margin:1em 0;&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Leitfrage:''' Welche Kernfunktionen werden durch bestehende Angebote / Dienste und Projekte bereits erfüllt – für welche Bestände, Akteure und Nutzungszwecke?&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Den Schwerpunkt der Ist-Analyse bildet die Frage, '''in welchem Umfang''' die vier zuvor bestimmten Kernfunktionen der Kulturerbe-Digitalisierung im sorbischen Kontext bereits erfüllt werden. Dabei reicht es nicht aus festzustellen, dass ein Projekt, eine Institution oder ein technisches System existiert. Zu prüfen ist vielmehr, welche Leistung tatsächlich verfügbar ist, welche Kulturgutträger und Bestände sie erreicht und welche Lücken verbleiben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für jede Kernfunktion sollte möglichst nach einer einheitlichen Logik untersucht werden:&lt;br /&gt;
* vorhandene Angebote, Systeme und Projekte&lt;br /&gt;
* verantwortliche Betreiber beziehungsweise Akteure&lt;br /&gt;
* Entwicklungs- und Betriebsstand&lt;br /&gt;
* erreichte Kulturgutträger, Bestände und Kulturgutarten&lt;br /&gt;
* abgedeckte Bedarfe&lt;br /&gt;
* technische und organisatorische Anschlussmöglichkeiten&lt;br /&gt;
* erkennbare Lücken, Risiken und offene Fragen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.2.1 Nachweisen, beschreiben und verknüpfen ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;background-color:#eef5fb;border-left:4px solid #5b9bd5;padding:0.7em 1em;margin:1em 0;&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Leitfrage:''' Wie vollständig und nutzbar werden sorbische Kulturgüter und Bestände heute nachgewiesen, beschrieben und miteinander verknüpft?&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die weitere Erhebung und Analyse insbesondere zu prüfen:&lt;br /&gt;
* Stand und tatsächlicher Funktionsumfang des Sorbischen/Wendischen Kulturregisters&lt;br /&gt;
* vorhandene institutionelle Kataloge, Inventare, Datenbanken und lokale Verzeichnisse&lt;br /&gt;
* welche Kulturgutarten, Einrichtungen und Regionen bereits erfasst sind&lt;br /&gt;
* welche Bestände bislang nur lokal, analog oder überhaupt nicht systematisch nachgewiesen werden&lt;br /&gt;
* verwendete Metadaten, Identifikatoren und Normdaten&lt;br /&gt;
* Möglichkeiten zur Übernahme beziehungsweise Verknüpfung bestehender Daten&lt;br /&gt;
* Anschlussmöglichkeiten:&lt;br /&gt;
** direkte Erfassung kleinerer Träger,&lt;br /&gt;
** Datenimport beziehungsweise Schnittstellen größerer Einrichtungen&lt;br /&gt;
* Mehrsprachigkeit und Umgang mit ober- und niedersorbischen Bezeichnungen&lt;br /&gt;
* Verhältnis zwischen institutionellen Beschreibungen, historischen Fremdbezeichnungen und sorbischen beziehungsweise lokalen Selbstbezeichnungen&lt;br /&gt;
* vorhandene Funktionen für Digitalisierungsstatus, Rechteinformationen und Priorisierung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.2.2 Digitalisieren und Qualität sichern ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;background-color:#eef5fb;border-left:4px solid #5b9bd5;padding:0.7em 1em;margin:1em 0;&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Leitfrage:''' Welche Kulturgüter können heute in welcher Qualität und Kapazität digitalisiert werden, und welche Kulturgutträger können diese Leistungen tatsächlich nutzen?&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die weitere Erhebung und Analyse insbesondere zu prüfen:&lt;br /&gt;
* aktueller Stand des Digitalisierungszentrums und weiterer Digitalisierungsangebote&lt;br /&gt;
* verfügbare technische Verfahren für unterschiedliche Kulturgutarten, beispielsweise:&lt;br /&gt;
** Schriftgut,&lt;br /&gt;
** Fotografien,&lt;br /&gt;
** Bücher und Zeitschriften,&lt;br /&gt;
** Tonaufnahmen,&lt;br /&gt;
** Film und Video,&lt;br /&gt;
** dreidimensionale Objekte&lt;br /&gt;
* stationäre, mobile und extern vergebene Digitalisierung&lt;br /&gt;
* vorhandene Kapazitäten und erkennbare Engpässe&lt;br /&gt;
* Zugangsmöglichkeiten für kleine und ehrenamtlich arbeitende Kulturgutträger&lt;br /&gt;
* Beratung vor der Digitalisierung&lt;br /&gt;
* Anforderungen an Vorbereitung, Metadaten und Rechteklärung&lt;br /&gt;
* vorhandene Qualitätsstandards und Qualitätskontrolle&lt;br /&gt;
* Unterstützung bei Ausschreibung beziehungsweise Beauftragung externer Dienstleister&lt;br /&gt;
* bisherige Digitalisierungsprojekte und deren Ergebnisse&lt;br /&gt;
* besonders gefährdete Bestände, für die kurzfristig Digitalisierungskapazität benötigt wird&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.2.3 Langfristig erhalten ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;background-color:#eef5fb;border-left:4px solid #5b9bd5;padding:0.7em 1em;margin:1em 0;&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Leitfrage:''' Für welche digitalen Bestände ist die langfristige Erhaltung organisatorisch und technisch tatsächlich abgesichert? &amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die weitere Erhebung und Analyse insbesondere zu prüfen:&lt;br /&gt;
* vorhandene Repositorien, digitale Archive und Speicherlösungen&lt;br /&gt;
* welche Einrichtungen bereits Digitalisate dauerhaft übernehmen können&lt;br /&gt;
* welche Digitalisate derzeit lediglich lokal oder projektbezogen gespeichert werden&lt;br /&gt;
* Unterschied zwischen:&lt;br /&gt;
** Ablage beziehungsweise Speicherung,&lt;br /&gt;
** Datensicherung,&lt;br /&gt;
** institutionellem Repositorium,&lt;br /&gt;
** digitaler Langzeiterhaltung;&lt;br /&gt;
* Verantwortlichkeiten für Übernahme, Erhaltung und spätere Datenmigration&lt;br /&gt;
* verwendete Master- und Nutzungsdateien&lt;br /&gt;
* Sicherungskopien, Prüfsummen und Wiederherstellungsverfahren&lt;br /&gt;
* verwendete beziehungsweise vorgesehene Erhaltungsmetadaten&lt;br /&gt;
* Möglichkeiten für kleinere Kulturgutträger, ihre Digitalisate an ein geeignetes Repositorium zu übergeben&lt;br /&gt;
* vorhandene Schnittstellen zwischen Digitalisierung und Repositorium&lt;br /&gt;
* organisatorische und finanzielle Absicherung des langfristigen Betriebs&lt;br /&gt;
* Digitalisate beziehungsweise Projekte identifizieren, deren dauerhafte Erhaltung derzeit ungeklärt ist&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.2.4 Zugänglich machen und Nutzung ermöglichen ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;background-color:#eef5fb;border-left:4px solid #5b9bd5;padding:0.7em 1em;margin:1em 0;&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Leitfrage:''' Welche digitalisierten Inhalte sind für welche Zielgruppen auffindbar, verständlich und im rechtlich beziehungsweise kulturell zulässigen Umfang nutzbar?&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die weitere Erhebung und Analyse insbesondere zu prüfen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* vorhandene Präsentations- und Nutzungssysteme, Portale und Online-Ausstellungen&lt;br /&gt;
* Funktion und Entwicklungsstand von Sorabicon sowie weiteren relevanten Angeboten&lt;br /&gt;
* welche Kulturgüter und Bestände bereits öffentlich zugänglich sind&lt;br /&gt;
* welche Zielgruppen angesprochen werden:&lt;br /&gt;
** Öffentlichkeit,&lt;br /&gt;
** Bildung,&lt;br /&gt;
** Forschung,&lt;br /&gt;
** sorbische Gemeinschaft,&lt;br /&gt;
** Tourismus und Kulturvermittlung;&lt;br /&gt;
* Ober- und Niedersorbisch sowie weitere benötigte Sprachen in Oberfläche, Metadaten und Inhalten&lt;br /&gt;
* Qualität der Kontextualisierung und Vermittlung&lt;br /&gt;
* Möglichkeiten für:&lt;br /&gt;
** Download,&lt;br /&gt;
** Zitation,&lt;br /&gt;
** Datenexport,&lt;br /&gt;
** Programmierschnittstellen,&lt;br /&gt;
** wissenschaftliche und kreative Nachnutzung&lt;br /&gt;
* Rechte- und Lizenzinformationen&lt;br /&gt;
* abgestufte Zugangsmöglichkeiten für sensible beziehungsweise eingeschränkt zugängliche Inhalte&lt;br /&gt;
* Barrierefreiheit beziehungsweise Barrierearmut&lt;br /&gt;
* Aktualisierung und Pflege präsentierter Inhalte&lt;br /&gt;
* soweit verfügbar tatsächliche Nutzung, Reichweite und Nachnutzung erfassen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.2.5 Zusammenspiel der Kernfunktionen in bestehenden Projekten ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;background-color:#eef5fb;border-left:4px solid #5b9bd5;padding:0.7em 1em;margin:1em 0;&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Leitfrage:''' Bei welchen bestehenden Vorhaben funktioniert der Weg vom Kulturgut über Erfassung und Digitalisierung bis zur langfristigen Erhaltung und Nutzung bereits durchgängig – und an welchen Übergängen bestehen Lücken?&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Neben dem Stand der einzelnen Kernfunktionen ist zu prüfen, '''ob diese auch tatsächlich zu einer durchgängigen Prozesskette verbunden sind'''. Ein vorhandenes Register, ein Digitalisierungszentrum, ein Repositorium und ein Präsentationsportal ergeben noch nicht automatisch einen funktionierenden Gesamtprozess.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die weitere Erhebung und Analyse insbesondere zu prüfen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* geeignete bestehende Projekte beziehungsweise Pilotvorhaben auswählen&lt;br /&gt;
* für diese Projekte die vollständige Prozesskette nachvollziehen:&lt;br /&gt;
** Erfassen,&lt;br /&gt;
** Registrieren,&lt;br /&gt;
** Bewerten und priorisieren,&lt;br /&gt;
** Digitalisieren,&lt;br /&gt;
** Archivieren beziehungsweise langfristig erhalten,&lt;br /&gt;
** Präsentieren und nachnutzen;&lt;br /&gt;
* untersuchen, welche Systeme und Akteure an den Übergaben beteiligt sind&lt;br /&gt;
* prüfen, ob Metadaten gemeinsam mit den Dateien weitergegeben werden&lt;br /&gt;
* prüfen, ob Rechte- und Zugangsangaben entlang der Prozesskette erhalten bleiben&lt;br /&gt;
* vorhandene manuelle Medienbrüche beziehungsweise Mehrfacherfassungen identifizieren&lt;br /&gt;
* unklare Zuständigkeiten und Übergabepunkte sichtbar machen&lt;br /&gt;
* positive Beispiele für bereits funktionierende Prozessketten dokumentieren&lt;br /&gt;
* aus Pilotprojekten bekannte Aufwände, Engpässe und Lernerfahrungen aufnehmen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== 3.3 Gemeinsame Regeln, Zusammenarbeit und dauerhafter Betrieb ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;background-color:#eef5fb;border-left:4px solid #5b9bd5;padding:0.7em 1em;margin:1em 0;&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Leitfrage:''' Sind die übergreifenden Voraussetzungen vorhanden, damit die einzelnen Angebote gemeinsam, verlässlich und dauerhaft funktionieren?&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Neben den einzelnen Kernfunktionen ist zu prüfen, ob '''gemeinsame organisatorische und fachliche Voraussetzungen''' vorhanden sind, damit die verschiedenen Angebote zusammenarbeiten und dauerhaft betrieben werden können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieser Abschnitt soll keine allgemeine oder abstrakte Governance-Analyse darstellen. Untersucht werden nur solche übergreifenden Fragen, die konkrete Auswirkungen auf die Digitalisierung des Kulturerbes und die spätere Ableitung von Maßnahmen haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.3.1 Zuständigkeiten, Beteiligung und Freigaben ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;background-color:#eef5fb;border-left:4px solid #5b9bd5;padding:0.7em 1em;margin:1em 0;&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Leitfrage:''' Wer entscheidet verbindlich über Auswahl, Priorisierung, Beschreibung, Digitalisierung, Veröffentlichung und Zugang, und wie sind die Kulturgutträger dabei beteiligt?&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
''Für die weitere Erhebung und Analyse insbesondere zu prüfen:''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* formelle und informelle Zuständigkeiten der beteiligten Institutionen&lt;br /&gt;
* Entscheidungsrechte bei Auswahl und Priorisierung von Beständen&lt;br /&gt;
* Verantwortlichkeiten für Rechteklärung und Veröffentlichung&lt;br /&gt;
* Beteiligung der jeweiligen Kulturgutträger&lt;br /&gt;
* Beteiligung sorbischer Fachleute und Angehöriger der Gemeinschaft bei kulturell sensiblen Inhalten&lt;br /&gt;
* vorhandene Freigabe- und Sperrverfahren&lt;br /&gt;
* Umgang mit nachträglichen Korrekturen oder Einschränkungen&lt;br /&gt;
* erkennbare Überschneidungen beziehungsweise ungeklärte Zuständigkeiten&lt;br /&gt;
* vorhandene Gremien oder Koordinierungsstrukturen&lt;br /&gt;
* prüfen, an welchen Stellen verbindliche Zuständigkeiten fehlen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.3.2 Gemeinsame Standards und Anschlussmöglichkeiten ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;background-color:#eef5fb;border-left:4px solid #5b9bd5;padding:0.7em 1em;margin:1em 0;&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Leitfrage:''' Welche gemeinsamen Regeln ermöglichen es unterschiedlichen Kulturgutträgern, Daten und Digitalisate in eine gemeinsame Infrastruktur einzubringen und zwischen den Kernfunktionen weiterzugeben?&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die weitere Erhebung und Analyse insbesondere zu prüfen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* vorhandene gemeinsame Metadatenstandards beziehungsweise Pflichtfelder&lt;br /&gt;
* verwendete Fachstandards einzelner Einrichtungen&lt;br /&gt;
* gemeinsame Regeln für Ober- und Niedersorbisch&lt;br /&gt;
* Dateiformate und Qualitätsanforderungen für unterschiedliche Kulturgutarten&lt;br /&gt;
* Identifikatoren und Normdaten&lt;br /&gt;
* Rechte- und Lizenzinformationen&lt;br /&gt;
* technische Schnittstellen und Datenexporte&lt;br /&gt;
* Übernahme vorhandener institutioneller Metadaten&lt;br /&gt;
* einfache Erfassungswege für kleinere Kulturgutträger&lt;br /&gt;
* Schnittstellen für Einrichtungen mit bestehenden Fachsystemen&lt;br /&gt;
* Möglichkeiten zur Weitergabe von Daten zwischen Register, Digitalisierung, Repositorium und Präsentation&lt;br /&gt;
* prüfen, wo fehlende Standards oder inkompatible Systeme den Austausch derzeit behindern&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.3.3 Personal, Finanzierung und Betreiberverantwortung ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;background-color:#eef5fb;border-left:4px solid #5b9bd5;padding:0.7em 1em;margin:1em 0;&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Leitfrage:''' Welche zentralen Leistungen sind dauerhaft personell, organisatorisch und finanziell abgesichert, und welche hängen noch von befristeten Projekten oder einzelnen Personen ab?&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die weitere Erhebung und Analyse insbesondere zu prüfen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Betreiber beziehungsweise verantwortliche Stellen für die vier Kernfunktionen&lt;br /&gt;
* dauerhafte Stellen gegenüber befristeten Projektstellen&lt;br /&gt;
* vorhandene beziehungsweise geplante Finanzierungsmodelle&lt;br /&gt;
* laufende Betriebs- und Pflegekosten&lt;br /&gt;
* personelle Kapazitäten und erkennbare Schlüsselpersonenrisiken&lt;br /&gt;
* Unterstützung kleiner und ehrenamtlich geführter Einrichtungen&lt;br /&gt;
* Finanzierung von&lt;br /&gt;
** Beratung,&lt;br /&gt;
** Digitalisierung,&lt;br /&gt;
** Speicher und Langzeiterhaltung,&lt;br /&gt;
** Datenpflege,&lt;br /&gt;
** Rechteklärung,&lt;br /&gt;
** technischer Wartung und Weiterentwicklung;&lt;br /&gt;
* Übergang von geförderten Projekten in einen dauerhaften Regelbetrieb&lt;br /&gt;
* vorhandene Betriebs-, Kooperations- und Übergabevereinbarungen&lt;br /&gt;
* erkennbare Risiken bei Auslaufen einzelner Förderungen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== 3.4 Gesamtbewertung und vorrangiger Handlungsbedarf ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;background-color:#eef5fb;border-left:4px solid #5b9bd5;padding:0.7em 1em;margin:1em 0;&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Leitfrage:''' Welche Bedarfe sind bereits ausreichend abgedeckt, wo liegen die entscheidenden Lücken und welche davon sollten vorrangig bearbeitet werden? &amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Ergebnisse der vorangegangenen Abschnitte werden abschließend zusammengeführt. Ziel ist noch nicht die vollständige Formulierung konkreter Maßnahmen, sondern zunächst eine begründete Bewertung des Ist-Standes und der wichtigsten Lücken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dabei sollte insbesondere unterschieden werden zwischen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* unmittelbar gefährdeten Kulturgütern beziehungsweise Beständen,&lt;br /&gt;
* strukturellen Lücken, die weitere Digitalisierungsschritte blockieren,&lt;br /&gt;
* fehlenden oder nur teilweise verfügbaren Kernfunktionen,&lt;br /&gt;
* nicht dauerhaft abgesicherten Angeboten,&lt;br /&gt;
* Verbesserungsmöglichkeiten bei bereits grundsätzlich funktionierenden Strukturen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die abschließende Bewertung insbesondere zu prüfen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Ergebnisse aus Akteurs-, Bestands- und Bedarfserhebung zusammenführen&lt;br /&gt;
* für jede der vier Kernfunktionen die wichtigsten Stärken und Lücken benennen&lt;br /&gt;
* übergreifende strukturelle Probleme aus Zuständigkeiten, Standards, Betrieb und Finanzierung ergänzen&lt;br /&gt;
* unterscheiden zwischen:&lt;br /&gt;
** fehlender Leistung,&lt;br /&gt;
** unzureichender Kapazität,&lt;br /&gt;
** fehlender Bekanntheit beziehungsweise Zugänglichkeit,&lt;br /&gt;
** fehlender Verbindung bestehender Angebote,&lt;br /&gt;
** ungeklärter Zuständigkeit,&lt;br /&gt;
** fehlender dauerhafter Absicherung;&lt;br /&gt;
* Dringlichkeit begründen, insbesondere anhand von:&lt;br /&gt;
** Verlustgefahr,&lt;br /&gt;
** blockierenden Abhängigkeiten,&lt;br /&gt;
** Anzahl beziehungsweise Bedeutung betroffener Kulturgutträger,&lt;br /&gt;
** kultureller und sprachlicher Bedeutung,&lt;br /&gt;
** Aufwand und Realisierbarkeit;&lt;br /&gt;
* offene Informationslücken ausdrücklich kennzeichnen&lt;br /&gt;
* aus den ermittelten Lücken anschließend Handlungsbedarfe ableiten&lt;br /&gt;
* konkrete Lösungsmaßnahmen erst im folgenden Maßnahmen- beziehungsweise Soll-Abschnitt festlegen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mögliche zusammenfassende Bewertungsmatrix:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot; style=&amp;quot;width:100%;&amp;quot;&lt;br /&gt;
! Bereich&lt;br /&gt;
! Belegter Ist-Stand&lt;br /&gt;
! Abgedeckte Bedarfe&lt;br /&gt;
! Lücke / Risiko&lt;br /&gt;
! Dringlichkeit&lt;br /&gt;
! Daraus abgeleiteter Handlungsbedarf&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| ''Beispiel: Nachweisen und Registrieren''&lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| ''Beispiel: Digitalisieren''&lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| ''Beispiel: Langfristig erhalten''&lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| ''Beispiel: Zugänglich machen und nutzen''&lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| ''Beispiel: gemeinsame Standards / Zusammenarbeit''&lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= Referenzen =&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Měrko Šenk</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://koncept.serbski-inkubator.de/index.php?title=12.3_Digitalisierung_des_Kulturerbes&amp;diff=1206</id>
		<title>12.3 Digitalisierung des Kulturerbes</title>
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		<updated>2026-10-29T14:58:17Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Měrko Šenk: /* 3.1.3 Akteursgruppen */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;= 1 Einleitung =&lt;br /&gt;
Die Digitalisierung von sorbischem Kulturerbe ist eine historische Chance für uns Sorben, eine Chance, unser kulturelles Erbe neu zu entdecken, es für kommende Generationen zu erhalten, für eine breitere Öffentlichkeit zugänglich zu machen und dabei die eigene Deutungshoheit zu stärken. Das erfordert neben Mut, einer klaren gemeinsamen Vision, starker Zusammenarbeit zwischen den beteiligten Akteuren auch die notwendigen Ressourcen in Form von Personal mit entsprechenden Kompetenzen, passender Technik sowie einer nachhaltig gesicherten Finanzierung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im folgenden Abschnitt werden Zielbilder für die Digitalisierung des sorbischen Kulturerbes entworfen mittels lang- und kurzfristiger Visionen sowie konkreter Ziele.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== 1.1 Vision und Ziele für die sorbische digitale Welt ==&lt;br /&gt;
'''Vision'''&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
''Sorbisches materielles und immaterielles Kulturerbe ist systematisch digital erfasst, rechtssicher und langfristig gesichert, leicht auffindbar, offen nutzbar und wird aktiv von Interessierten genutzt.''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Konkrete Ziele'''&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Bis 2032 ist ein tragfähiges, finanziell und organisatorisch abgesichertes Modell etabliert, das:&lt;br /&gt;
* Ein zentrales (oder föderiertes) digitales Langzeitarchiv nach OAIS-Referenzmodell betreibt,&lt;br /&gt;
* klare Zuständigkeiten, Prozesse und Budgets definiert,&lt;br /&gt;
* regelmäßige Qualitätssicherung und Technik-Updates vorsieht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bis 2030 sind wichtige sorbische Kulturerbe-Bestände (Kernbestände nach fachlicher Festlegung) in hoher Qualität digitalisiert, beschrieben und im Langzeitarchiv gesichert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bis 2028 liegt eine institutionenübergreifende Übersicht über relevante Kulturerbe-Bestände (analog und digital, materiell und immateriell) vor, einschließlich einer Prioritätenliste für die Digitalisierung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bis 2028 existiert ein zentrales, nutzerfreundliches „Sorbisches Kulturerbe-Portal“, das:&lt;br /&gt;
* Suchzugang über alle teilnehmenden Institutionen ermöglicht,&lt;br /&gt;
* grundlegende Inhalte frei zugänglich bereitstellt,&lt;br /&gt;
* mehrsprachige Oberflächen anbietet (Deutsch, Obersorbisch, Niedersorbisch, Englisch).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= 2 Ist-Analyse „Digitalisierung von Kulturerbe“ =&lt;br /&gt;
Das Ziel in diesem Themenbereich ist es, sorbisches Kulturerbe digital zu verwalten und damit langfristig für Recherche, Nutzung und Präsentation vorzuhalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Abschnitt &amp;quot;IST-Analyse“ werden die folgenden Fragen beantwortet: Was ist sorbisches Kulturerbe und was zählt alles dazu? Welche Schritte durchläuft ein Kulturgut, um zum digitalen Kulturerbe zu gehören? Wie können die digitale Verwaltung, Archivierung, Nutzung und Präsentation von Kulturgütern umgesetzt werden?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die grundlegenden Terminologien des Kulturerbes sollen im Folgenden festgelegt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== 2.1 Terminologie – von Kultur zu Kulturerbe ==&lt;br /&gt;
In diesem Abschnitt werden die Begriffe rund um das Kulturerbe grundlegend definiert. Es soll ein Verständnis über die Begriffe Kultur, kulturelle Ausprägung, Kulturgut und Kulturerbe erreicht werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Dataja:Wobraz_K1.png|center|260px]]&amp;lt;ref&amp;gt;Mermaid Flowchart Code: [https://mermaid.live/edit#pako:eNpF0UtuwyAQBuCroFlaTuRHTGMvKuWxq7pqV627IGZso2CIMChtk9ymN-nFimmasmJGfP-AOEGjOUIFrdTHpmfGkudtrWpF_Fq9RtGDk9aZKHojU-_aJ7PZ_bmGgSnR4mgFejaKpidC1XAmq8zDfYAoJZKVG7lxzX5stRl81C0_uwYdheGEubHD4_dXLy1hcpyC1rcLdM4GOLH1Ve2E5Gj9TPLkhgEnsLkBNDsMAmLojOBQWeMwhgHNwKYSTuFBYHucbOW3HFvmcQ21unh2YOpF6-FPGu26HqrW381X7sCZxa1gnWH_R1BxNBvtlIUqTUMEVCd49xVdzpeLMs1pXmRFXiY0hg-o8iyZL_LFXZaVSTJ1LzF8hqHJnBZ5WhZLWt5RmtIsBuTCavP4-2Hh3y4_NXaMmw hier klicken], abgerufen am 22.09.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.1.1 Kultur ===&lt;br /&gt;
Kultur bezeichnet hier die Gesamtheit aller '''vom Menschen geschaffenen und erlernten Ausdrucksformen''' des Lebens, die auf gemeinsamen Werten und Verhaltensweisen beruhen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;wiki-kultur&amp;quot;&amp;gt;URL: https://de.wikipedia.org/wiki/Kultur&amp;lt;/ref&amp;gt; Dazu zählen '''materielle Ergebnisse''' (z. B. Kunstwerke, Technik) ebenso wie '''immaterielle Praktiken''' (Sprache, Bräuche, Wissen). Kultur umfasst laut der UNESCO geistige, materielle, intellektuelle und emotionale Merkmale, die eine Gesellschaft oder soziale Gruppe kennzeichnen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;mondiacult&amp;quot;&amp;gt;UNESCO 1982: Mexico City Declaration on Cultural Policies (MONDIACULT). URL: https://www.lacult.unesco.org/docc/1982_MONDIACULT.pdf&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;ref name=&amp;quot;cultureaction&amp;quot;&amp;gt;Culture Action Europe 2024: The State of Culture report. URL: https://cultureactioneurope.org/de/news/the-state-of-culture-report-published, abgerufen am 01.10.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;  Sie ist dynamisch und wird von jeder Generation neu gestaltet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das deutsche Wort „Kultur“ ist eine Eindeutschung des lateinischen Worts „cultura“. Dieses bedeutet ursprünglich „Bebauung, Bearbeitung, Bestellung, Pflege“ und meinte sowohl die physische Bearbeitung als auch die Pflege geistiger Güter, z. B. der Sprache.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.1.2 Kulturelle Ausdrucksform ===&lt;br /&gt;
Eine kulturelle Ausdrucksform ist eine '''konkrete, gegenwärtige oder historische, Manifestation von Kultur''', bspw. eine Zeichnung, eine Tracht oder ein Lied: Sie macht die Kultur sichtbar und erlebbar. Im engeren Sinne ist es eine Ausdrucksweise, die aus der Kreativität einer Person, Gruppe oder Gesellschaft entsteht und '''kulturellen Inhalt''' trägt (symbolische Bedeutung, künstlerische Dimension, kulturelle Werte).&amp;lt;ref&amp;gt;Österreichische UNESCO-Kommission 2007: Übereinkommen zum Schutz und zur Förderung der Vielfalt kultureller Ausdrucksformen, Art. 4, Seite 13. URL: https://www.unesco.at/fileadmin/Redaktion/Publikationen/Publikations-Dokumente/2005er_UNESCO-Convention_German.pdf, abgerufen am 22.09.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt; Sie wird innerhalb und zwischen Gemeinschaften weitergegeben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Alle kulturellen Ausdrucksformen bilden einen wesentlichen Kern von Kultur, aber Kultur enthält auch latente Dimensionen (Werte, Normen, Vorannahmen etc.), die nicht unmittelbar als Ausdrucksform erscheinen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.1.3 Kulturgut ===&lt;br /&gt;
Ein „Kulturgut“ ist '''eine einzelne kulturelle Ausdrucksform''', der ein '''besonderer kultureller Wert zugemessen wird''' (durch Anerkennung, Schutz, Bedeutung). Es ist somit ein Erzeugnis menschlicher Kreativität oder Zeugnis menschlichen Lebens, welches '''Bedeutung für die Kultur einer Gemeinschaft''' hat und daher '''Bestand haben und bewahrt werden soll'''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die '''Summe aller Kulturgüter''' einer Gemeinschaft wird als dessen '''Kulturerbe''' bezeichnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.1.4 Kulturerbe ===&lt;br /&gt;
Kulturerbe ist die '''Summe der materiellen und immateriellen Ausdrucksformen''' (= Kulturgüter) einer Kultur, die als „'''bewahrenswert'''“ anerkannt wurden. International umfasst das u. a. das '''Welterbe''' (Denkmäler, Ensembles, Stätten)&amp;lt;ref&amp;gt;UNESCO (1972), Welterbekonvention, Art. 1. URL: https://www.dnk.de/wp-content/uploads/2021/02/1972_DNK_UNESCO-Welterbekonvention.pdf (abgerufen am 11.09.2025).&amp;lt;/ref&amp;gt; und das '''Immaterielles Kulturerbe''' (Praktiken, Wissen).&amp;lt;ref&amp;gt;Deutsche UNESCO-Kommission o. J.:, Übereinkommen zur Erhaltung des immateriellen Kulturerbes (dt. Ausgabe). URL: https://www.unesco.de/assets/dokumente/Deutsche_UNESCO-Kommission/02_Publikationen/Publikation_UNESCO-%C3%9Cbereinkommen_zur_Erhaltung_des_immateriellen_Kulturerbes_01.pdf, (abgerufen am 11.09.2025).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ob etwas „zum Kulturerbe“ zählt, ist Ergebnis von Bewertung, Diskurs und teils formellen Verfahren. Dem Sorbischen Kulturregister (SKR) zufolge ist „sorbisch-wendisches Kulturerbe“ eine Zuschreibung, die durch Gesellschaft, Museen, Archive und Wissenschaft erfolgen kann.&amp;lt;ref&amp;gt;Sorbisches Institut 2025: Konzept für ein Sorbisches Kulturregister (SKR). URL: https://www.serbski-institut.de/wp-content/uploads/2021/11/00_Zweite-aktualisierte-Fassung_Konzept_Sorbisches-Kulturregister_20.11.2025.pdf, abgerufen am 20.11.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.1.5 Abgrenzung: Kultur und Kulturerbe ===&lt;br /&gt;
'''Kultur / Kulturelle Ausdrucksform''' sind als Begriffe weiter gefasst als '''Kulturgut / Kulturerbe'''. Kulturelle Ausdrucksformen umfassen alles Gelebte und Gestaltete einer Gemeinschaft in Gegenwart und Vergangenheit, während Kulturgut / Kulturerbe diejenigen kulturellen Güter und Traditionen meint, denen eine Bedeutung beigemessen wurde und die als bewahrens- und weitergebenswert erkannt wurden. Kultur ist der „aktuelle“ kreative Prozess (einschließlich Popkultur, Alltagskultur), Kulturerbe der daraus überkommene Schatz. Dennoch sind die Grenzen fließend: Was heute nur Kultur ist, kann morgen zum Kulturerbe erklärt werden – abhängig von Wertzuschreibung und Diskurs.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Rahmen dieses Dokuments werden für den sorbischen Kontext die Begriffe '''„kulturelle Ausdrucksform“''' und '''„Kulturgut“''' weitgehend '''synonym''' verwendet, sofern nicht ausdrücklich anders gekennzeichnet. Hintergrund ist, dass die Gesamtzahl der identifizierbaren kulturellen Ausdrucksformen einer kleinen Minderheit wie der Sorben/Wenden im Vergleich zu großen Mehrheitsgesellschaften überschaubar ist. Zugleich ist der Anteil dieser Ausdrucksformen, denen in der Community ein besonderer Wert beigemessen wird und die daher faktisch als Kulturgut wahrgenommen und behandelt werden, sehr hoch: Ein großer Teil des gelebten kulturellen Repertoires wird als identitätsstiftend und bewahrenswert verstanden und damit dem Kulturerbe zugerechnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== 2.2 Klassifizierung von Kulturgütern ==&lt;br /&gt;
Im Folgenden soll eine griffige Klassifizierung von Kulturgütern entwickelt werden, so dass pro Kulturgut-Klasse später auf die Besonderheiten ihrer Digitalisierung eingegangen werden kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Dataja:Wobraz_K2.png|center|600px]]&amp;lt;ref&amp;gt;Mermaid Flowchart Code: [https://mermaid.live/edit#pako:eNptlM9u00AQxl9ltFWoFDlp_C9OjISU2KSgUCq1BSRIDxt77Syxd6v1mkKjSDwBlThw4YCEeuXOoeLSN-EF4BHYjZOQQG67-32_2ZnZsWco4jFBPqrVZpRR6cNsP8n4ZTTBQu7rHVP66QWOKEvV3nQM2BeYTf8eea35fF6rjdiIrUl4cjJiAMPDV_X6sMxkKdJS1uvnvu9PtRGgp5ReE46wJIKSLIOf779CycbkkqQZjSb1Ovz-cv351_drDWGN9BXS_xfZBj7dLoGxBgIFBE14nOcrZGH68E07Iu0IlSNsQkhTKnGlfvyh1bjKcngIjcYD6G2s-xvrYGMdLuuqAFOXZ0IflzFh0xxn5OBU3t1ISZhqw6KaKpo29k04jSaCJrLq0oZsa9mCAZc8FTihhBnQp1ksxd1NSsS22dFmG3oMZzwl0HveONtlc7XNATtsHI9fk6kkC3nRsKoqnVNgwrFQaUOvLGJRRtMi4SJfZ790WtppQYhFIVV7CYsJDO9uWbEMujbqOgIbTqgsddB7MCD_eXT6gQMvaFEQBlclPMVqcA6eMfqGiKLMt926isCFM4FjKiln-voCHmEWXxIxXZcUVo-jSwrVe3DBGvHqtc83DLqS0FpNAi3wRluiDBdFSBIYQ0KzzN_r265jPjQinnHh7yVJYhRS8ClZKfe3KLyk2oHneuEuqlK2qWhJWYPOwGnvoiplm4qXVMd17V5rF1UpikIGSgWNkS9FSQyUE5FjvUUzHXGE5ITkZIR8tYxJgtVXPEIjNlfYBWYvOc9XpOBlOkF-grNC7cqLWPUupFjNa74-FXo0RMBLJpFvWtYiCPJn6C3yG7bTNO2u6Tidrue0W13HQO_Usdtquuqg1bG6TtvzPNuZG-hqcXGr2baV5NhuyzId13XbBiJqDrg4qn5ni7_a_A_W9oMu hier klicken], abgerufen am 22.09.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.2.1 A. Materiell - unbeweglich 🏛️ ===&lt;br /&gt;
„Materiell - unbeweglich&amp;quot; bezeichnet ortsfeste Kulturobjekte wie Bauwerke, Ensembles, Gebäudekomplexe und Stätten/Kulturlandschaften, wie sie in Art. 1 der UNESCO-Welterbekonvention als Kategorien des kulturellen Erbes definiert sind.&amp;lt;ref&amp;gt;UNESCO World Heritage Centre o. J.: Convention Concerning the Protection of the World Cultural and Natural Heritage, Artikel 1. URL: https://whc.unesco.org/en/conventiontext/, abgerufen am 01.10.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.2.2 B. Materiell - beweglich 🖼️ ===&lt;br /&gt;
Die Kategorie „Materiell - beweglich&amp;quot; umfasst bewegliche Sachen bzw. Sachgesamtheiten von kulturellem Wert (z. B. Objekte, Sammlungen), wie sie das deutsche Kulturgutschutzgesetz (§ 2 KGSG)&amp;lt;ref&amp;gt;Deutschland 2016: Kulturgutschutzgesetz (KGSG), § 2. URL: https://www.buzer.de/2_KGSG.htm, abgerufen am 01.10.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt; als „Kulturgut“ beschreibt.&lt;br /&gt;
* B1 '''Schriftgut''' - Bücher, Zeitungen, Handschriften, Archivgut, Graphiken, Pläne, Karten&lt;br /&gt;
* B2 '''Fotografien &amp;amp; Bildträger''' &lt;br /&gt;
** Fotografisch erzeugte statische Bildträger, auch Stillbildträger genannt, z. B. Positive/Negative auf Film/Platte/Photopapier, Dias, Abzüge, Mikrofilm/-fiche und vergleichbare fotografische Repro-Träger.&lt;br /&gt;
* B3 '''Analoge AV-Träger''' (Audio/Video/Film)&lt;br /&gt;
** Analoge zeitbasierte Medien, z. B. Magnetton (Tonband, Kassette), Schallplatte, Videobänder, Film.&lt;br /&gt;
* B4 '''3D-Objekte''' - Gegenstände, „sachkulturelle Artefakte“&amp;lt;ref&amp;gt;Sorbisches Institut o. J.: Konzept zum Digitalisierungszentrum am Sorbischen Institut, S. 24.&lt;br /&gt;
(Unveröffentlichtes Konzeptpapier; interne Projektunterlage.)&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.2.3 C. Immateriell 🎭 ===&lt;br /&gt;
Meint lebendige Praktiken, Darstellungen, Ausdrucksformen, Ideen, Werte, Wissen und Fertigkeiten, die von Gemeinschaften getragen und weitergegeben werden, gemäß der folgenden 5 UNESCO ICH-Domänen.&amp;lt;ref&amp;gt;UNESCO o. J.: Intangible Cultural Heritage – Five Domains. URL: https://ich.unesco.org/doc/src/01857-EN.pdf, abgerufen am 01.10.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* C1 '''Orale Traditionen/Ausdrucksformen''' - Sprache, Gesangstraditionen&lt;br /&gt;
* C2 '''Darstellende Künste''' - Musik, Tanz, Theater&lt;br /&gt;
* C3 '''Rituale &amp;amp; Feste''' - Bräuche und soziale Praktiken des Kalenders und Lebenslaufs&lt;br /&gt;
* C4 '''Wissen &amp;amp; Praktiken''' zu Natur &amp;amp; Universum - Heil- und Sammelkenntnisse, ökologisches und astronomisches Wissen, Glaube, Religion&lt;br /&gt;
* C5 '''Traditionelles Handwerk''' - Techniken, Werkzeuge und Gestaltungsmuster&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.2.4 D. Digital 💾 ===&lt;br /&gt;
Bezeichnet in digitaler Form vorliegende Ressourcen menschlichen Wissens und Ausdrucks. Diese können sowohl born-digital sein als auch digitalisierte Repräsentationen von materiellen und immateriellen Kulturgütern.&amp;lt;ref&amp;gt;UNESCO 2003: Charter on the Preservation of Digital Heritage. URL: https://www.unesco.org/en/legal-affairs/charter-preservation-digital-heritage, abgerufen am 01.10.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* D1 '''Born-digital''' (ursprünglich digital erzeugt, kein analoges Original), z. B. Webseiten, Social-Media-Beiträge, Software, Apps, Spiele, digitale Fotos/Audio/Video.&lt;br /&gt;
* D2 '''Digitalisate''' - Digitalisierte Repräsentationen/Derivate aus den Klassen A, B und C.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== 2.3 Begriffe und Kernfunktionen ==&lt;br /&gt;
Die vorherigen Abschnitte haben geklärt, was unter Kulturerbe verstanden wird und welche Arten von Kulturgütern unterschieden werden. Bevor der nachfolgende Abschnitt den Prozess der Kulturerbe-Digitalisierung beschreibt, werden in diesem Abschnitt die dafür wichtigsten Arbeitsbegriffe und Funktionen erläutert. Der Abschnitt soll dabei die Frage beantworten: Welche Arbeitsabläufe und Funktionen sind notwendig, damit Kulturgüter nicht nur digital erfasst, sondern auch gefunden, verstanden, gesichert und genutzt werden können?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Erläuterungen sollen eine gemeinsame und leicht verständliche Grundlage schaffen für alle, die an der Digitalisierung von Kulturerbe interessiert sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.3.1 Vom Kulturgut zur digitalen Repräsentation ===&lt;br /&gt;
Dieser Abschnitt erklärt, was bei einer Digitalisierung entsteht und wie sich das digitale Ergebnis vom ursprünglichen Kulturgut unterscheidet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
! Begriff&lt;br /&gt;
! Erklärung&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Digitalisierung von Kulturerbe'''&lt;br /&gt;
| Digitalisierung bezeichnet in diesem Konzept den gesamten zusammenhängenden Prozess: Kulturgüter erfassen, beschreiben und bewerten, digitale Repräsentationen erzeugen oder übernehmen, ihre Qualität prüfen, sie sichern und für die Nutzung zugänglich machen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;DFG2016&amp;quot;&amp;gt;Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) 2016: Praxisregeln „Digitalisierung“, insbesondere S. 13 und 41-44. URL: https://www.dfg.de/resource/blob/176108/898bf3574ad0ff3b1db525fa7d04c86c/12-151-v1216-de-data.pdf, abgerufen am 16.07.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Bei ursprünglich digital entstandenen Kulturgütern – auch ''born digital'' genannt – entfällt die Überführung aus einem analogen Original; die weiteren Aufgaben bleiben bestehen.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Digitalisat und digitale Repräsentation'''&lt;br /&gt;
| Ein '''Digitalisat''' ist ein digitales Abbild eines analogen Kulturguts, beispielsweise ein Scan einer Handschrift oder ein Foto eines Museumsobjekts. Der weitere Begriff '''digitale Repräsentation''' umfasst auch Audio-, Video- oder 3D-Dokumentationen einer immateriellen kulturellen Praxis. Die digitale Repräsentation ersetzt weder das materielle Kulturgut noch die lebendige Praxis.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Masterdatei und Nutzungsderivat'''&lt;br /&gt;
| Die '''Masterdatei''' ist die möglichst hochwertige und qualitätsgeprüfte Ausgangsdatei. Sie wird für die langfristige Sicherung und spätere Bearbeitungen aufbewahrt. Ein '''Nutzungsderivat''' ist eine daraus erzeugte, an einen bestimmten Zweck angepasste Datei, beispielsweise ein kleineres Bild für eine Internetseite.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Digitales Objekt'''&lt;br /&gt;
| Als '''digitales Objekt''' wird in diesem Konzept eine zusammengehörige digitale Einheit bezeichnet. Sie kann aus einer oder mehreren Dateien, den zugehörigen Metadaten und ihren Verknüpfungen bestehen. Ein digitales Objekt kann ein Digitalisat oder ein ursprünglich digital entstandenes Kulturgut sein.&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
''Beispiel:'' Das verzierte sorbische Osterei bleibt das materielle Kulturgut. Hochauflösende Fotografien, ein 3D-Modell und die dazugehörigen Beschreibungen bilden gemeinsam seine digitale Repräsentation.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.3.2 Vier Kernfunktionen ===&lt;br /&gt;
Als '''Kernfunktionen der Kulturerbe-Digitalisierung''' werden im Folgenden vier dauerhaft zu erfüllende Aufgabenbereiche bezeichnet. Sie beschreiben, was für eine nachhaltige Digitalisierung von Kulturerbe geleistet werden muss, unabhängig davon, welche Institution oder welches technische System die jeweilige Funktion übernimmt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
! Kernfunktion&lt;br /&gt;
! Typische organisatorisch-technische Umsetzung&lt;br /&gt;
! Hauptaufgabe&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Nachweisen, beschreiben und verknüpfen'''&lt;br /&gt;
| Register oder Katalog&lt;br /&gt;
| Macht sichtbar, welche Kulturgüter vorhanden sind, wo sie sich befinden und in welchem Zusammenhang sie stehen. Ein Registereintrag kann bereits bestehen, bevor ein Digitalisat angefertigt wurde. &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Digitalisieren und Qualität sichern'''&lt;br /&gt;
| Digitalisierungszentrum oder Digitalisierungsdienst&lt;br /&gt;
| Erzeugt bzw. übernimmt digitale Repräsentationen, prüft sie und bereitet Dateien und Metadaten für die weitere Verarbeitung vor. Geliefert werden bspw. geprüfte Masterdateien und Nutzungsderivate. &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Langfristig erhalten'''&lt;br /&gt;
| Repositorium oder digitales Langzeitarchiv&lt;br /&gt;
| Übernimmt Dateien und Metadaten, speichert und verwaltet sie und erhält sie über technische und organisatorische Veränderungen hinweg dauerhaft nutzbar.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Zugänglich machen und Nutzung ermöglichen'''&lt;br /&gt;
| Präsentations- und Nutzungssystem&lt;br /&gt;
| Führt beschreibende Informationen und digitale Medien für Nutzerinnen und Nutzer zusammen. Es ermöglicht beispielsweise Suche, Anzeige, Kontextualisierung, Vermittlung und – soweit zulässig – Nachnutzung. &lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese '''Kernfunktionen''' beschreiben zunächst nicht zwingend getrennte Institutionen oder Systeme. Eine Einrichtung kann mehrere Kernfunktionen übernehmen. Umgekehrt kann eine Kernfunktion auf mehrere Einrichtungen oder technische Systeme verteilt sein. Entscheidend sind klare Zuständigkeiten, verlässliche Übergaben und gemeinsame Standards.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vereinfacht lässt sich das Zusammenspiel so zusammenfassen:&lt;br /&gt;
# Das '''Register oder der Katalog''' beschreibt und verknüpft das Kulturgut.&lt;br /&gt;
# Der '''Digitalisierungsdienst''' erzeugt und prüft seine digitale Repräsentation.&lt;br /&gt;
# Das '''Repositorium oder digitale Archiv''' übernimmt und erhält die Dateien.&lt;br /&gt;
# Das '''Präsentationssystem''' führt Beschreibungen und Medien für die Nutzung zusammen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die konkrete Ausgestaltung kann zentral, dezentral oder als Verbund mehrerer Systeme erfolgen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.3.3 Register ===&lt;br /&gt;
Die folgende Tabelle erklärt, wie Kulturgüter so erfasst, beschrieben und verknüpft werden, dass sie eindeutig zugeordnet, wiedergefunden und nach einheitlichen Regeln weiterverarbeitet werden können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
! Begriff&lt;br /&gt;
! Erklärung&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Erschließung, Verzeichnung und Registrierung'''&lt;br /&gt;
| '''Erschließung''' ist der übergeordnete Vorgang, bei dem ein Kulturgut identifiziert, beschrieben und in seinen Zusammenhang eingeordnet wird. '''Verzeichnung''' bezeichnet seine strukturierte dokumentarische Beschreibung. '''Registrierung''' bedeutet die Aufnahme in ein konkretes Register, einen Katalog oder ein Sammlungssystem. Ein Kulturgut kann bereits registriert werden, bevor ein Digitalisat vorhanden ist.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Metadaten'''&lt;br /&gt;
| Metadaten sind strukturierte Informationen über ein Kulturgut und seine digitalen Repräsentationen. Dazu gehören beispielsweise Titel, Herkunft, beteiligte Personen, Ort, Zeit, kultureller Kontext, Rechte, Dateieigenschaften und Bearbeitungsschritte. Je nach Zweck werden beschreibende, technische, rechtliche und erhaltungsbezogene Metadaten unterschieden. Sie machen Kulturgüter auffindbar, verständlich, verwaltbar und langfristig nutzbar.&amp;lt;ref name=&amp;quot;PREMIS&amp;quot;&amp;gt;Library of Congress o. J.: PREMIS – Preservation Metadata: Implementation Strategies. Internationaler Standard für Erhaltungsmetadaten. URL: https://www.loc.gov/standards/premis/, abgerufen am 16.07.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Persistenter Identifikator'''&lt;br /&gt;
| Ein '''persistenter Identifikator''' ist eine dauerhafte und eindeutige Kennung für ein Kulturgut, einen Datensatz oder eine digitale Ressource. Die Kennung bleibt bestehen, auch wenn sich der technische Speicherort oder die Internetadresse ändern. Dadurch können Kulturgüter dauerhaft zitiert und zwischen Systemen verknüpft werden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;DFG2016&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Metadaten sind keine bloße Beigabe zu einer Datei. Ohne ausreichende Beschreibungen kann ein Digitalisat zwar technisch vorhanden sein, später aber kaum gefunden, verstanden oder zuverlässig zugeordnet werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.3.4 Digitalisierungsdienst und Archiv ===&lt;br /&gt;
Die folgende Tabelle erklärt was erforderlich ist, damit Kulturgüter digitalisiert werden und nicht nur heute gespeichert sind, sondern auch nach technischen und organisatorischen Veränderungen noch gefunden, verstanden und genutzt werden können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
! Begriff&lt;br /&gt;
! Erklärung&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Repositorium'''&lt;br /&gt;
| Ein '''Repositorium''', auch ''Repository'' genannt, ist eine verwaltete technische Umgebung, in der digitale Objekte und ihre Metadaten übernommen, gespeichert, geordnet, verwaltet und bereitgestellt werden. Ein Repositorium kann Teil eines digitalen Archivs sein. Nicht jedes Repositorium erfüllt jedoch automatisch alle Anforderungen der Langzeiterhaltung.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Digitales Archiv oder digitales Langzeitarchiv'''&lt;br /&gt;
| Ein digitales Archiv ist mehr als ein Server oder ein Speicherprogramm. Es verbindet eine verantwortliche Organisation, fachkundiges Personal, Regeln, Arbeitsabläufe und technische Systeme. Es übernimmt die Verantwortung dafür, digitale Informationen langfristig zu erhalten und für festgelegte Nutzergruppen zugänglich zu machen. Das internationale Referenzmodell '''Open Archival Information System''' (OAIS, offenes Archiv-Informationssystem) bietet hierfür einen fachlichen Rahmen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;OAIS2024&amp;quot;&amp;gt;Consultative Committee for Space Data Systems (CCSDS) 2024: Reference Model for an Open Archival Information System (OAIS), CCSDS 650.0-M-3, insbesondere S. 1-1–1-2 und 2-1–2-2. URL: https://ccsds.org/Pubs/650x0m3.pdf, abgerufen am 16.07.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Ingest oder kontrollierte Übernahme'''&lt;br /&gt;
| '''Ingest''' bezeichnet die kontrollierte Übernahme digitaler Dateien und Metadaten in ein Repositorium oder digitales Archiv. Dabei werden beispielsweise Vollständigkeit, Dateiformate, Metadaten und Dateiintegrität geprüft und die Übernahme dokumentiert.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Langzeitverfügbarkeit und digitale Langzeiterhaltung'''&lt;br /&gt;
| '''Langzeitverfügbarkeit''' ist das Ziel, digitale Inhalte über technische und organisatorische Veränderungen hinweg auffindbar, lesbar, verständlich und nutzbar zu halten. '''Digitale Langzeiterhaltung''' bezeichnet die dafür notwendigen fortlaufenden Maßnahmen. Dazu können mehrere Speicherorte, regelmäßige Prüfungen, Formatüberwachung, technische Migrationen und eine nachvollziehbare Dokumentation gehören. „Langfristig“ bezeichnet dabei keine feste Zahl von Jahren, sondern einen Zeitraum, in dem mit veränderten Technologien, Formaten und Nutzungsanforderungen gerechnet werden muss.&amp;lt;ref name=&amp;quot;OAIS2024&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Datensicherung oder Backup'''&lt;br /&gt;
| Ein '''Backup''' ist eine zusätzliche Sicherungskopie, aus der Dateien nach einem Verlust oder technischen Ausfall wiederhergestellt werden können. Backups sind notwendig, ersetzen aber keine Langzeiterhaltung: Sie regeln allein noch keine dauerhaften Zuständigkeiten, Metadaten, Formatüberwachung, Integritätsprüfungen oder langfristige Zugänglichkeit.&amp;lt;ref name=&amp;quot;DPCStorage&amp;quot;&amp;gt;Digital Preservation Coalition o. J.: Digital Preservation Handbook – Storage. URL: https://www.dpconline.org/handbook/organisational-activities/storage, abgerufen am 16.07.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Integrität und Authentizität'''&lt;br /&gt;
| '''Integrität''' bedeutet, dass unbeabsichtigte Veränderungen oder Beschädigungen einer Datei erkannt werden können. Dafür werden häufig Prüfsummen verwendet - digitale Kontrollwerte, die regelmäßig verglichen werden. '''Authentizität''' bedeutet, dass Herkunft, Identität und Bearbeitungsgeschichte eines digitalen Objekts nachvollziehbar sind und belegt werden kann, dass es das ist, was es zu sein vorgibt.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Dateiformat und Datenformat'''&lt;br /&gt;
| Ein '''Dateiformat''' legt den technischen Aufbau einer einzelnen Datei fest. Ein '''Datenformat''' beschreibt, wie Informationen strukturiert und zwischen Systemen ausgetauscht werden. Gut dokumentierte, verbreitete und möglichst offen beschriebene Formate erleichtern den Austausch und die langfristige Nutzung. Sie ersetzen jedoch keine aktive Langzeiterhaltung.&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Merksatz:''' Speichern ist nicht dasselbe wie langfristiges Erhalten. Auch ein vorhandenes Backup ist noch kein digitales Langzeitarchiv.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.3.5 Präsentationssystem ===&lt;br /&gt;
Die folgende Tabelle erklärt, wie aus langfristig gesicherten Dateien ein digitales Kulturerbe wird, das von Menschen gefunden, verstanden und sinnvoll genutzt werden kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
! Begriff&lt;br /&gt;
! Erklärung&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Zugänglichmachung und Präsentation'''&lt;br /&gt;
| '''Zugänglichmachung''' bedeutet, dass digitale Objekte auffindbar und im rechtlich sowie technisch zulässigen Umfang abrufbar sind. '''Präsentation''' geht darüber hinaus: Inhalte werden ausgewählt, miteinander verknüpft, erklärt und für bestimmte Zielgruppen vermittelt. Dazu gehören verständliche Kontextinformationen, klare Rechteangaben, Mehrsprachigkeit und möglichst barrierearme Zugänge. Abhängig von Rechten, personenbezogenen Daten oder kulturellen Schutzbedarfen kann der Zugang offen oder eingeschränkt sein.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Nutzung und Nachnutzung'''&lt;br /&gt;
| '''Nutzung''' umfasst beispielsweise das Betrachten, Lesen, Anhören, Erforschen oder Vermitteln eines digitalen Kulturguts. '''Nachnutzung''' bedeutet seine weitere Verwendung in einem neuen Zusammenhang, etwa in Bildung, Forschung, Publikationen, Ausstellungen, Anwendungen oder kreativen Werken. Dafür werden geeignete Dateien, verständliche Metadaten und klare Rechteinformationen benötigt.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Rechteinformation und Lizenz'''&lt;br /&gt;
| Eine '''Rechteinformation''' beschreibt den rechtlichen Status eines digitalen Objekts und mögliche Einschränkungen seiner Nutzung. Eine '''Lizenz''' räumt durch eine dazu berechtigte Person oder Institution konkrete Nutzungsrechte ein. Ein allgemeiner Rechtehinweis ist daher nicht automatisch eine Lizenz.&amp;lt;ref name=&amp;quot;RightsReuse&amp;quot;&amp;gt;RightsStatements.org o. J.: Standardisierte Rechtehinweise für online verfügbares Kulturerbe. URL: https://rightsstatements.org/de/, abgerufen am 16.07.2026. Creative Commons 2025: Recommended Licenses and Tools for Cultural Heritage Content. URL: https://creativecommons.org/2025/07/09/recommended-licenses-and-tools-for-cultural-heritage-content/, abgerufen am 16.07.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Interoperabilität'''&lt;br /&gt;
| '''Interoperabilität''' bezeichnet die Fähigkeit von Systemen und Organisationen, Daten auszutauschen und in gleicher Bedeutung zu verstehen. Dafür werden gemeinsame Metadatenmodelle, Begriffe, Identifikatoren und technische Schnittstellen benötigt. So können beispielsweise Register, Repositorien, Präsentationsportale und externe Kulturplattformen miteinander verbunden werden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;EuropeanaEDM&amp;quot;&amp;gt;Europeana o. J.: Metadata – Europeana Data Model (EDM, Europeana-Datenmodell). URL: https://pro.europeana.eu/page/metadata, abgerufen am 16.07.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Digitalisierte Inhalte entfalten ihren kulturellen und gesellschaftlichen Nutzen erst dann vollständig, wenn sie auffindbar, verständlich, rechtlich klar und für unterschiedliche Zielgruppen tatsächlich verwendbar sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der folgende Abschnitt 2.4 beschreibt, wie diese Kernfunktionen innerhalb des gesamten Prozesses der Kulturerbe-Digitalisierung zusammenwirken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== 2.4 Prozess der Digitalisierung von Kulturerbe ==&lt;br /&gt;
Die Digitalisierung von Kulturgut ist kein rein technischer Arbeitsschritt, sondern ein vielschichtiger, oft langfristiger Prozess, der bereits mit der Wahrnehmung und Identifikation einer kulturellen Ausdrucksform beginnt. Ziel dieses Abschnitts ist es, diesen Gesamtprozess systematisch darzustellen: von der gelebten Kultur über das identifizierte Kulturgut bis hin zur digital nutzbaren Repräsentation.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die hier entwickelte Prozessdarstellung soll als praxisorientierter Überblick dienen für die Digitalisierung des sorbischen Kulturerbes. Sie berücksichtigt die Anforderungen sorbischer Einrichtungen ebenso wie die international etablierten Referenzmodelle und Standards, darunter:&lt;br /&gt;
* das OAIS-Referenzmodell (ISO 14721) für digitale Archivierung&amp;lt;ref&amp;gt;Consultative Committee for Space Data Systems (CCSDS) 2024: Reference Model for an Open Archival Information System (OAIS), CCSDS 650.0-M-3. URL: https://ccsds.org/Pubs/650x0m3.pdf, abgerufen am 01.10.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
* das DCC Curation Lifecycle Model für kuratorische Entscheidungsprozesse&amp;lt;ref&amp;gt;Higgins 2008: The DCC Curation Lifecycle Model. International Journal of Digital Curation, 3(1), 134-140. URL: https://ijdc.net/index.php/ijdc/article/view/48, abgerufen am 01.10.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
* das Spectrum-Modell für museale Objektverwaltung&amp;lt;ref&amp;gt;Collections Trust 2022. Spectrum 5.1 - The UK Museum Collections Management Standard. URL: https://collectionstrust.org.uk/spectrum/spectrum-5, abgerufen am 01.10.2025. &amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
* die UNESCO-Leitlinien zur Inventarisierung immateriellen Kulturerbes&amp;lt;ref&amp;gt;UNESCO 2024: Operational Directives for the Implementation of the Convention for the Safeguarding of the Intangible Cultural Heritage (10.GA). URL: https://ich.unesco.org/doc/src/ICH-Operational_Directives-10.GA_EN.pdf, abgerufen am 01.10.2025. &amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
* sowie technische Vorgaben wie die DFG-Praxisregeln Digitalisierung&amp;lt;ref&amp;gt;Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) 2022: Praxisregeln Digitalisierung (aktualisierte Fassung). URL: https://www.ulb.hhu.de/fileadmin/redaktion/ULB/Documents/Infomaterial/DFG_Praxisregeln_Digitalisierung_Aktualisierte_Fassung2022.pdf, abgerufen am 01.10.2025. &amp;lt;/ref&amp;gt; und die FADGI-Richtlinien&amp;lt;ref&amp;gt;Federal Agencies Digital Guidelines Initiative (FADGI) 2023: Technical Guidelines for Digitizing Cultural Heritage Materials – Still Image, 3rd ed. URL: https://www.digitizationguidelines.gov/guidelines/digitize-technical.html, abgerufen am 01.10.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Folge soll der „Lebenslauf“ eines Kulturguts dargestellt werden, also der Weg, den ein Objekt oder eine kulturelle Praxis vom Zeitpunkt der Entstehung über die Erfassung, Digitalisierung und Archivierung bis zur Veröffentlichung in einem digitalen Präsentationsmodul durchläuft.&lt;br /&gt;
Hierfür erläutert der folgende Abschnitt die einzelnen Prozessschritte im Detail, jeweils mit Akteuren und Beispielen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.4.1 Vorüberlegungen zum Prozess ===&lt;br /&gt;
Im hier vorgestellten Prozess wird auf eine harte, systematische Filterung verzichtet, welche kulturellen Ausdrucksformen „nur“ Kultur und welche bereits Kulturgut sind. Ein solcher Bewertungs- und Abgrenzungsprozess wäre ressourcenintensiv und würde den vorhandenen Kapazitäten in den beteiligten Einrichtungen nicht entsprechen. Stattdessen folgt das Konzept einer inklusiven Logik: Alle dokumentierten Ausdrucksformen werden zunächst als potenzielle Kulturgüter erfasst. Eine feinere Auswahl und Priorisierung erfolgen erst in einem späteren Schritt, nämlich dann, wenn konkret entschieden wird, welche Ausdrucksformen bzw. Kulturgüter in welcher Tiefe digitalisiert, archiviert und präsentiert werden sollen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieses Vorgehen schließt an das SKR-Konzept an, das bewusst auf eine frühe normative Trennung zwischen „kultureller Ausdrucksform“ und „Kulturgut“ verzichtet. Auch hier steht zunächst der möglichst vollständige, strukturierte Überblick über die sorbischen Kulturgüter im Vordergrund. Die differenzierte Bewertung und Schwerpunktsetzung werden als anschließende fachliche Aufgabe verstanden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.4.2 Prozessschritte im Detail ===&lt;br /&gt;
Das folgende Diagramm gibt einen Überblick über die sechs Kernschritte des Gesamtprozesses der Digitalisierung von Kulturgut – von der ersten Wahrnehmung einer kulturellen Ausdrucksform bis zu ihrer digitalen Präsentation als Kulturgut. Die Abfolge zeigt zugleich die Entwicklungsstufen: von gelebter Kultur zur kulturellen Ausdrucksform, von dort zum Kulturgut und schließlich zum digitalen Kulturgut. Die Schritte sind als generischer Ablauf zu verstehen: Je nach Art des Kulturguts können einzelne Tätigkeiten unterschiedlich aufwendig sein oder parallel erfolgen.&lt;br /&gt;
[[Dataja:Wobraz_K3.png|center|600px]]&amp;lt;ref&amp;gt;Mermaid Flowchart Code: [https://mermaid.live/edit#pako:eNplkk1OwzAQha8yGqmbkloxSZs2CyTa8LOphIAVhIVJpolF4iDH4a_qbXqTXgzHFdAKr2y97703lmaNWZMTxriqmvesFNrAfZIqgPPHFIdDzuBO1DVVajhM8QlGozOYO-WUwS0VsjVakqa93Pvmjlk4JmAwp3fS5kCHwQAWjkkcE_Y5WWkIXqrd9jBpT138UIkspBGVbI_7-rwLR146csLgRryQ-U8lMGLwTG1WapLPpHKCZQLMOY9ch7m2VxiSpOAEjJ1TSev_M_bkvv3KtY8ZnOuslG_H9VcOuf4dUO-2LamjGdHDQsscY6M78rAmXYv-ies-IEVTUk0pxvaa00p0lUkxVRtrexXqoWnqH6duuqLEeCWq1r6619zOn0hRaPGH9J_Xi6ZTBuOxS8B4jR8YhxGLeDThkR-EM37KuYefFmHTaOz7fOZHQTidBMHGwy9X6VslnNnDw4jPuB8GHlIuTaOX-7Vy27X5Bh_Osqo hier klicken], abgerufen am 22.09.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Prozess zeigt, dass Digitalisierung von Kulturgut mehr ist als das Erstellen digitaler Dateien. Sie umfasst eine Reihe aufeinander bezogener Schritte – von der ersten Wahrnehmung einer kulturellen Ausdrucksform über ihre Erfassung, Bewertung und Digitalisierung bis hin zur langfristigen Sicherung und Präsentation. Dabei sind je nach Schritt unterschiedliche Akteure beteiligt, etwa Gemeinschaften, Museen, Archive, Fachgremien, Digitalisierungsstellen oder IT. Die folgenden Beschreibungen erläutern diese Schritte so, dass nachvollziehbar wird, was jeweils mit einem Kulturgut geschieht, wer daran beteiligt ist und wie sich der Ablauf in der Praxis vorstellen lässt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''1. Sammeln &amp;amp; erfassen''' &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Hier wird eine kulturelle Ausdrucksform erstmals wahrgenommen, benannt und mit ersten Informationen erfasst: Was ist es, wer macht es oder hat es geschaffen, wo kommt es vor, warum ist es bedeutsam für die Gemeinschaft? &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Akteure''': Community, Vereine, Museen, Archive, Forschende, Privatpersonen.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Beispiel''': Auf einem Dorffest zeigt eine Frau das Verzieren sorbischer Ostereier. Jemand fotografiert dies und notiert Technik, Ort und Namen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''2. Registrieren &amp;amp; beschreiben''' &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Hier wird aus der ersten Beobachtung ein strukturierter Nachweis. Das Kulturgut oder die kulturelle Ausdrucksform wird in ein Register, eine Sammlung oder einen Katalog aufgenommen und mit strukturierten Metadaten beschrieben, damit es wiedergefunden, zugeordnet und verstanden werden kann. Dazu gehören z. B. Titel, Ort, Zeit, Technik, Funktion, beteiligte Personen und der kulturelle Kontext.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Akteure''': Registerverantwortliche, Kurator:innen, Sammlungsmitarbeitende, Community für Kontextinformationen.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Beispiel''': Das Osterei erhält einen Eintrag mit Angaben wie „Wachsbatik“, „Schleife“, „Osterei-Verzierung“, Name der Trägerin und Entstehungsjahr.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''3. Bewerten &amp;amp; freigeben''' &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
In diesem Schritt wird entschieden, ob und in welcher Priorität ein Kulturgut oder die kulturelle Ausdrucksform digitalisiert werden soll und ob dies rechtlich und ethisch möglich ist. Dabei spielen fachliche Kriterien wie Bedeutung, Repräsentativität, Seltenheit oder Gefährdung eine Rolle, aber auch Fragen des Urheberrechts, Datenschutzes und möglicher kultureller Sensibilitäten. Am Ende steht eine begründete Entscheidung, ob und in welchem Umfang das Kulturgut weiterbearbeitet und später veröffentlicht werden darf. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Akteure''': Kurator:innen, Fachgremien, Community-Vertretungen, Register/SKR, ggf. Rechteverantwortliche und Behörden. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Beispiel''': Es wird entschieden, dass die Osterei-Technik wegen ihrer Bedeutung für die sorbische Identität digital gesichert werden soll; die Kunsthandwerkerin stimmt der Veröffentlichung zu.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''4. Digitalisieren &amp;amp; prüfen''' &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Nun wird das Kulturgut technisch erfasst, also in eine digitale Form überführt. Das kann je nach Objektart durch Scan, Fotografie, Audio- oder Videoaufnahme oder 3D-Erfassung geschehen. Dabei entstehen hochwertige Master-Dateien und nutzbare Derivate. Die Digitalisierung folgt qualifizierten Standards, um Reproduzierbarkeit, Farbkonsistenz und Nutzbarkeit zu gewährleisten. Anschließend wird geprüft, ob Schärfe, Farbe, Vollständigkeit und Dateiformate den Anforderungen für Archivierung und Nutzung entsprechen. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Akteure''': Digitalisierungszentrum, Foto-/AV-/3D-Spezialist:innen, externe Dienstleister bei Spezialfällen. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Beispiel''': Das Osterei wird fotografisch hochauflösend aufgenommen und zusätzlich als 3D-Modell erfasst. Danach werden Schärfe, Farbe und Dateiformate geprüft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''5. Archivieren &amp;amp; sichern''' &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die entstandenen digitalen Dateien werden geordnet abgelegt, mit den zugehörigen Metadaten verknüpft und für die langfristige Erhaltung gesichert. Dazu gehören sichere Speicherorte, Backups, Integritätskontrollen und – wenn nötig – spätere technische Migration auf neue Systeme. Ziel ist, dass das digitale Kulturgut langfristig erhalten bleibt, auch wenn sich Technik und Formate verändern. Das Original bleibt in der Regel weiterhin am Sammlungs- oder Aufbewahrungsort. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Akteure''': Archiv, Repository, IT-Betrieb, ggf. Sorbisches Kulturarchiv bzw. Digitalisierungszentrum. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Beispiel''': Die Bilder und das 3D-Modell des Ostereis werden auf gesicherten Servern gespeichert; das Original bleibt im Museum oder bei der Eigentümerin.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''6. Präsentieren &amp;amp; nutzen''' &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Im letzten Schritt werden die digitalen Objekte so bereitgestellt, dass sie gefunden, verstanden und genutzt werden können, z. B. in Portalen, digitalen Sammlungen oder virtuellen Ausstellungen. Dafür reicht es nicht, nur Dateien anzuzeigen: Es braucht auch verständliche Kontexte, Rechteangaben, Mehrsprachigkeit und möglichst barrierearme Zugänge. So wird aus der technischen Digitalisierung eine tatsächliche kulturelle Nutzung. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Akteure''': Kurator:innen, Vermittlung, Web/IT, Museen, Kulturinformationen, Community. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Beispiel''': Das Osterei erscheint in einer Online-Ausstellung, kann herangezoomt oder als 3D-Modell gedreht werden und wird mit einem kurzen Text zur Technik erklärt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.4.3 Organisatorische Perspektive ===&lt;br /&gt;
Die folgende Abbildung ist entnommen aus einem Poster des Sorbischen Instituts zu dessen Digitalisierungsstrategie, gefunden auf der Projektseite des Digitalisierungszentrums.&amp;lt;ref&amp;gt;Sorbisches Institut: Digitalisierungszentrum (DZ). URL: [https://www.serbski-institut.de/projekte-zentrale-vorhaben/digitalisierungszentrum-dz/ https://www.serbski-institut.de/projekte-zentrale-vorhaben/digitalisierungszentrum-dz/], abgerufen am 25.03.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Digitalisierungsstrategie des Sorbischen Instituts zeigt die Erfassung, Registrierung, Digitalisierung und Archivierung bis zur Präsentation von Kulturgütern aus '''organisatorischer Sicht'''. Sie basiert auf einem '''3-Säulen-Modell aus Kulturregister, Digitalisierungszentrum und Präsentationsumgebung'''. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Dataja:Wobraz_K4.png|mini||center|600px|Abbildung: 3-Säulen-Modell der Digitalisierungsstrategie des Sorbischen Instituts. Quelle: Sorbisches Institut, „Digitalizacija serbskich kulturnych datow / Digitalisierung der sorbischen/wendischen Kulturdaten“&amp;lt;ref&amp;gt;Sorbisches Institut 2025: Digitalizacija serbskich kulturnych datow / Digitalisierung der sorbischen/wendischen Kulturdaten (Poster). URL:  [https://www.serbski-institut.de/wp-content/uploads/2021/11/A0-Druck_Digitalisierungsstrategie-SI.pdf  https://www.serbski-institut.de/wp-content/uploads/2021/11/A0-Druck_Digitalisierungsstrategie-SI.pdf], abgerufen am 25.03.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Beide Sichtweisen - die fachliche &amp;quot;Prozess-Sicht&amp;quot; und die &amp;quot;organisatorische Sicht&amp;quot; lassen sich wie folgt in einer Darstellung zusammenfassen:&lt;br /&gt;
[[Dataja:Wobraz_K5.jpg|mini||center|600px|Abbildung: Zusammengefasste Sichtweisen auf die Digitalisierung von Kulturerbe.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der &amp;quot;Prozess der Digitalisierung von Kulturerbe&amp;quot; beschreibt, '''was''' mit einem Kulturgut geschieht; das 3-Säulen-Modell zeigt, '''wo''' diese Aufgaben organisatorisch verortet sind. Bezogen auf die oben beschriebenen [[#2.3.2 Prozessschritte im Detail|Prozessschritte der Digitalisierung von Kulturerbe]] steht das '''Sorbische Kulturregister''' für den Prozessschritt „'''2. Registrieren'''“ und dient dabei vor allem der Verzeichnung und Metadatenverwaltung. Das '''Digitalisierungszentrum''' steht für die Prozessschritte „'''4. Digitalisieren'''“ und „'''5. Archivieren'''“ und dient dabei der technischen Erfassung, Bearbeitung und Sicherung der Digitalisate. Die '''Präsentationsumgebung''' steht für den Schritt „'''6. Präsentieren'''“ und dient der öffentlichen oder kuratierten Bereitstellung zur Nutzung. Ergänzende Konzepte des SI machen dabei deutlich, dass die Digitalisierung im Regelfall eine vorherige Verzeichnung im Register voraussetzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
! Prozessschritt&lt;br /&gt;
! Verantwortliche Organisation&lt;br /&gt;
! Funktion im Gesamtsystem&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''2. Registrieren'''&lt;br /&gt;
| '''Sorbisches Kulturregister'''&lt;br /&gt;
| Kulturgüter werden als Entitäten nachgewiesen, beschrieben, mit Metadaten versehen und miteinander verknüpft. Das Register erfüllt damit eine katalogähnliche Funktion: Es macht sichtbar, welche Kulturgüter es gibt, wo sie sich befinden und in welchem Kontext sie stehen.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''4. Digitalisieren'''&lt;br /&gt;
| '''Digitalisierungszentrum'''&lt;br /&gt;
| Kulturgüter werden technisch erfasst, z. B. durch Scan, Fotografie, Audio-/Videoübertragung oder 3D-Erfassung. Das Digitalisierungszentrum erzeugt und prüft die Digitalisate, ist aber nicht selbst primär ein Präsentationssystem.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''5. Archivieren'''&lt;br /&gt;
| '''Digitalisierungszentrum / Repositorium / Archiv'''&lt;br /&gt;
| Die digitalen Dateien werden geordnet gespeichert, mit Metadaten verbunden und langfristig gesichert. Dazu gehört auch die Sicherstellung der Langzeitaufbewahrung, etwa durch geeignete Speicherorte, Prüfroutinen und spätere Migrationen.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''6. Präsentieren'''&lt;br /&gt;
| '''Sorabicon / weitere Präsentationsumgebungen'''&lt;br /&gt;
| Die digitalen Inhalte werden für Nutzer:innen sichtbar, erfahrbar und verständlich gemacht, z. B. in Portalen, digitalen Sammlungen oder virtuellen Ausstellungen. Die Präsentation greift dafür auf Metadaten aus dem Register und auf Digitalisate aus dem Repositorium bzw. dem Digitalisierungszentrum zurück.&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Schritt '''1. Sammeln''' liegt vor diesen drei Säulen. Er betrifft die Sammlungsorte selbst, also z. B. Museen, Archive, Heimatstuben, Vereine, Projekte, Gemeinden oder Privatpersonen. Dort entstehen oder befinden sich die Kulturgüter zunächst, bevor sie systematisch registriert, bewertet oder digitalisiert werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Schritt '''3. Bewerten''' ist ebenfalls keine eigene technische Säule, sondern ein steuernder Entscheidungsschritt. In ihm wird geklärt, welche Kulturgüter priorisiert digitalisiert werden, welche fachliche Bedeutung sie haben, welche Rechte zu beachten sind und ob eine öffentliche Präsentation möglich ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Damit wird deutlich: Register, Digitalisierungszentrum und Präsentation erfüllen unterschiedliche Aufgaben. Das '''Register''' beschreibt und verknüpft Kulturgüter, das '''Digitalisierungszentrum''' erzeugt und sichert Digitalisate und die '''Präsentationsumgebung''' macht ausgewählte Inhalte verständlich zugänglich. Gerade diese Trennung schafft klare Zuständigkeiten und erleichtert die Zusammenarbeit zwischen Sammlungsorten, Fachstellen, technischen Dienstleistern und Öffentlichkeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== 2.5 Beispiele anderer Kulturen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Digitalisierung des Kulturerbes kleiner, autochthoner, indigener und sprachlicher Gemeinschaften weist häufig vergleichbare Herausforderungen auf: Kulturgüter und Bestände sind auf viele Institutionen, Vereine, lokale Einrichtungen und private Träger verteilt. Personelle und finanzielle Ressourcen sind begrenzt, mehrere Sprachen und Beschreibungstraditionen müssen berücksichtigt werden und nicht alle kulturellen Inhalte dürfen oder sollen ohne Einschränkung öffentlich zugänglich gemacht werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In einer vergleichenden Recherche wurde daher untersucht, wie andere Gemeinschaften und Regionen ihr Kulturerbe erfassen, beschreiben, digitalisieren, langfristig sichern und zur Nutzung bereitstellen. Dabei wurde nicht nach einer universell „idealen“ technischen Lösung gesucht. Untersucht wurde vielmehr, welche organisatorischen, technischen, rechtlichen und gemeinschaftlichen Modelle unter welchen Rahmenbedingungen funktionieren, welche Schwierigkeiten auftreten und welche übertragbaren Erfolgsfaktoren erkennbar sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die nachfolgenden Beispiele verdeutlichen unterschiedliche Schwerpunkte: gemeinschaftliche Steuerung, institutionsübergreifende Register und Suchsysteme, Digitalisierung verteilter Bestände, Sprach- und Tonarchive, abgestufte Zugänge, Unterstützung kleiner Kulturgutträger sowie die Überführung zeitlich begrenzter Projekte in einen dauerhaften Betrieb.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die daraus abgeleiteten Kriterien bilden einen Referenzrahmen. Anhand dieses Referenzrahmens kann in einer späteren Ist-Analyse geprüft werden, welche Funktionen bereits vorhanden, nur konzeptionell beschrieben, in Pilotprojekten erprobt oder dauerhaft im Regelbetrieb verankert sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die ausführlichen Fallprofile, Vergleichsmatrizen, Quellen sowie ein Hinweis zur KI-gestützten Erstellung befinden sich in der [[12.3.A1 Vergleichende Recherche – Digitalisierung des Kulturerbes anderer Kulturen und Regionen|ausführlichen Vergleichsrecherche]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.5.1 RomArchive – Digitales Archiv der Roma ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Roma und Sinti sind eine transnationale Minderheit, die in zahlreichen europäischen Staaten lebt. RomArchive wurde von 2015 bis 2019 mit 3,75 Millionen Euro durch die Kulturstiftung des Bundes gefördert. Weitere Unterstützer waren unter anderem die Bundeszentrale für politische Bildung, das Auswärtige Amt und das Goethe-Institut. Seit 2019 wird das Archiv durch das Dokumentations- und Kulturzentrum Deutscher Sinti und Roma in Heidelberg betrieben.&amp;lt;ref name=&amp;quot;vergleich_romarchive&amp;quot;&amp;gt;RomArchive o. J.: Frequently Asked Questions. URL: https://www.romarchive.eu/en/about/frequently-answered-questions/; Dokumentations- und Kulturzentrum Deutscher Sinti und Roma e. V. o. J.: Imprint. URL: https://www.romarchive.eu/en/imprint/; Kulturstiftung des Bundes o. J.: RomArchive. URL: https://www.kulturstiftung-des-bundes.de/en/programmes_projects/film_and_new_media/detail/romarchive.html, jeweils abgerufen am 20.07.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Archiv präsentiert Kunst, Geschichte und Kultur aus der Perspektive der Roma. Kuratorische Teams und Beirat waren überwiegend mit Angehörigen der Minderheit besetzt. Neben öffentlich zugänglichen Inhalten existiert ein internes Archiv mit beschränktem Forschungszugang. Besonders lehrreich ist der bereits zu Projektbeginn geplante und später tatsächlich vollzogene Übergang an einen dauerhaften Betreiber.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Erfolgsfaktoren und Learnings:''' &lt;br /&gt;
* Angehörige der Gemeinschaft sollten nicht nur Inhalte zuliefern, sondern festgelegte Entscheidungsrechte bei Auswahl, Beschreibung, Kontextualisierung und Zugangsregeln besitzen. &lt;br /&gt;
* Bereits zu Beginn einer Projektphase verbindlich klären, welche Institution das Register, Archiv oder Portal nach dem Ende der Förderung dauerhaft betreibt, pflegt und finanziert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.5.2 Nuohtti – Zugang zum Sámi-Kulturerbe ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Sámi sind ein indigenes Volk im nordeuropäischen Sápmi, das sich über Teile Norwegens, Schwedens, Finnlands und Russlands erstreckt. Viele historische Sámi-Materialien befinden sich außerhalb der Sámi-Institutionen in europäischen Archiven und Museen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nuohtti ist ein gemeinsamer Suchdienst für digitalisierte Sámi-Materialien. Er wurde von 2018 bis 2021 mit Mitteln des Programms Interreg Nord der EU (Europäische Union) entwickelt. Beteiligt waren unter anderem die Sámi-Archive der finnischen und norwegischen Nationalarchive, das schwedische Reichsarchiv und mehrere Universitäten. Die Sámi-Parlamente Finnlands, Norwegens und Schwedens waren in der Steuerungsgruppe vertreten. Der Dienst führte nach Projektangaben etwa 30.000 Datensätze aus 32 Institutionen zusammen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;vergleich_nuohtti&amp;quot;&amp;gt;Nuohtti o. J.: About Nuohtti. URL: https://nuohtti.com/Content/about; University of the Arctic 2023: The Nuohtti service provides digital access to Sámi material in European archives. URL: https://www.uarctic.org/news/2023/3/the-nuohtti-service-provides-digital-access-to-sami-material-in-european-archives/, jeweils abgerufen am 20.07.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nuohtti übernimmt nicht alle Bestände in ein einziges System. Stattdessen werden Metadaten, also strukturierte Beschreibungsdaten zu Objekten und Beständen, aus vorhandenen Einrichtungen zusammengeführt und mit mehrsprachiger Suche, Karte und Zeitleiste zugänglich gemacht. Ethische Hinweise machen darauf aufmerksam, dass viele Bestände unter historischen und teilweise kolonialen Bedingungen gesammelt und beschrieben wurden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Erfolgsfaktoren und Learnings:''' &lt;br /&gt;
* Ein gemeinsamer Zugang kann auch mit dezentraler Architektur der Bestände erfolgen – Originale, Dateien und Fachsysteme können beim Kulturgutträger verbleiben.&lt;br /&gt;
* Ein Register für Kulturdaten kann als übergreifende Nachweisschicht arbeiten: Größere Einrichtungen liefern Daten über technische Schnittstellen, während kleine Träger zentrale oder gemeinsam bereitgestellte Erfassungsdienste nutzen können. &lt;br /&gt;
* Historische Fremdbeschreibungen sollten ergänzt werden durch Selbstbezeichnungen, eigene Sprachformen, alternative Benennungen und Kontexte der betreffenden Gemeinschaft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.5.3 People’s Collection Wales / Casgliad y Werin Cymru ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wales ist ein Landesteil des Vereinigten Königreichs mit einer eigenständigen nationalen und walisischsprachigen Identität. People’s Collection Wales ist eine zweisprachige Plattform für institutionelles und gemeinschaftlich getragenes Kulturerbe. Sie wird als Verbund der National Library of Wales, des National Museum Wales und der Royal Commission on the Ancient and Historical Monuments of Wales betrieben und durch die walisische Regierung finanziert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Neben der technischen Plattform werden kostenlose Beratung und Schulungen zu Digitalisierung, Metadaten, Urheberrecht, Datenschutz und Oral History, also mündlich überlieferter und aufgezeichneter Geschichte, angeboten. Eine unabhängige Evaluation stellte Fortschritte bei der Zusammenarbeit und beim Kompetenzaufbau fest, benannte aber auch begrenzte Wirkungsnachweise, Finanzierungsrisiken und den hohen Personalaufwand für die Unterstützung der beteiligten Gemeinschaften.&amp;lt;ref name=&amp;quot;vergleich_wales&amp;quot;&amp;gt;Vittle, Kate / Haswell-Walls, Fran / Dixon, Tim; ERS Ltd. 2016: Evaluation of the Casgliad y Werin Cymru / People’s Collection Wales Digital Heritage Programme. Impact Report. URL: https://www.gov.wales/sites/default/files/publications/2019-08/evaluation-of-the-peoples-collection-wales-digital-heritage-programme-impact.pdf; People’s Collection Wales o. J.: Community Support. URL: https://www.peoplescollection.wales/about-us/community-support, jeweils abgerufen am 20.07.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Erfolgsfaktoren und Learnings:''' &lt;br /&gt;
* Kleine und ehrenamtlich betreute Sammlungen benötigen nicht nur technische Standards, sondern konkrete und dauerhaft verfügbare Dienstleistungen: Erstberatung, Schulung, Vorlagen, Unterstützung bei Rechtefragen, Qualitätskontrolle und persönliche Ansprechpartner. &lt;br /&gt;
* Ein Digitalisierungszentrum oder ein Verbund koordinierter Digitalisierungsdienste sollte daher als Service- und Kompetenzstruktur ausgestaltet werden und nicht lediglich als technische Produktionsstelle. &lt;br /&gt;
* Der dafür notwendige Beratungs- und Unterstützungsaufwand muss als dauerhafte Betriebsaufgabe eingeplant werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.5.4 Tobar an Dualchais / Kist o Riches ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schottisch-Gälisch ist eine Minderheitensprache, die vor allem in den Highlands und auf den schottischen Inseln gesprochen wird. Tobar an Dualchais macht mehr als 40.000 seit den 1930er Jahren entstandene Tonaufnahmen zugänglich. Die Bestände umfassen Erzählungen, Lieder, Musik, Gedichte und mündlich überliefertes Wissen auf Gälisch, Scots und Englisch. Ein bedeutender Teil der Originalbestände wird in den School of Scottish Studies Archives der Universität Edinburgh verwahrt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;vergleich_tobar&amp;quot;&amp;gt;University of Edinburgh 2024: Tobar an Dualchais / Kist o Riches. URL: https://gaelic.ed.ac.uk/gaelic-collections/tobar-an-dualchais-kist-o-riches; Scottish Government 2025: Rediscovering lost Gaelic words. URL: https://www.gov.scot/news/rediscovering-lost-gaelic-words/, jeweils abgerufen am 20.07.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Digitalisierung wird mit Verschriftlichung beziehungsweise Transkription, sprachlicher Erschließung, Freiwilligenarbeit und teilweise automatischer Spracherkennung verbunden. Das Projekt erhält wiederkehrende öffentliche Förderungen, muss Rechteklärung, Transkription und technische Weiterentwicklung jedoch dauerhaft fortsetzen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Erfolgsfaktoren und Learnings:''' &lt;br /&gt;
* Gefährdete Ton-, Film- und Videobestände müssen wegen Materialverfall, beschädigungsanfälliger Trägermaterialien und nicht mehr verfügbarer Wiedergabetechnik zeitlich priorisiert werden. &lt;br /&gt;
* Ein geeignetes Pilotprojekt kann Digitalisierung, Rechteklärung, Verschriftlichung, Übersetzung, Metadatenerfassung, Archivierung und Bildungsnutzung entlang einer vollständigen Prozesskette verbinden. &lt;br /&gt;
* Dadurch werden nicht nur einzelne Dateien erzeugt, sondern zugleich die notwendigen Standards, Zuständigkeiten und Aufwände erprobt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.5.5 Euskariana – Portal zum baskischen Kulturerbe ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Baskinnen und Basken leben in Gebieten Spaniens und Frankreichs. Euskariana ist das staatlich betriebene Kulturportal der Autonomen Gemeinschaft Baskenland in Spanien. Es wird durch die Digitale Bibliothek Euskadi betrieben und verbindet Daten der baskischen Regierung, der Provinzen, Kommunen, Universitäten sowie öffentlicher, kirchlicher und privater Einrichtungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Portal ist zugleich gemeinsamer Katalog und Zugang zu digitalen Objekten. Es kann Inhalte über ein eigenes Repositorium, also ein institutionell betriebenes digitales Ablage- und Erhaltungssystem, bereitstellen oder zu den Systemen der Partner verlinken. Verwendet werden internationale Standards wie Dublin Core als allgemeiner Metadatenstandard, METS (Metadata Encoding and Transmission Standard) zur Strukturierung und Übertragung digitaler Objekte, PREMIS (Preservation Metadata: Implementation Strategies) für Metadaten zur digitalen Langzeiterhaltung und ALTO (Analyzed Layout and Text Object) für erkannte Texte und Seitenlayouts. Die standardisierten Daten können unter anderem an Europeana weitergegeben werden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;vergleich_euskariana&amp;quot;&amp;gt;Gobierno Vasco / Biblioteca Digital de Euskadi o. J.: Acerca de Euskariana. URL: https://www.euskariana.euskadi.eus/euskadibib/es/help/about.do, abgerufen am 20.07.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Erfolgsfaktoren und Learnings:''' &lt;br /&gt;
* Unterschiedliche Kulturgutträger benötigen unterschiedliche Anschlussmöglichkeiten. &lt;br /&gt;
** Kleine Einrichtungen sollten Daten und gegebenenfalls Dateien in zentral bereitgestellten Diensten erfassen und verwalten können. &lt;br /&gt;
** Größere Institutionen sollten ihre vorhandenen Systeme über Datenexporte oder Programmierschnittstellen anbinden können. &lt;br /&gt;
* Dafür ist ein gemeinsamer, bewusst schlank gehaltener Metadatenkern erforderlich, der durch fach- und institutionsspezifische Angaben erweitert werden kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.5.6 Mukurtu und Plateau Peoples’ Web Portal ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mukurtu ist eine frei verfügbare Software für die gemeinschaftlich kontrollierte Verwaltung digitalen indigenen Kulturerbes. Das Plateau Peoples’ Web Portal verbindet acht indigene Nationen des nordwestlichen Plateaus der USA mit der Washington State University und mehreren Museen und Archiven. Stammesvertreter wählen und beschreiben die Inhalte; die Universität übernimmt wesentliche technische Betriebsaufgaben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mukurtu ermöglicht kulturelle Protokolle, also gemeinschaftlich festgelegte Regeln für Zugang und Nutzung, Traditional Knowledge Labels als Kennzeichnungen für überliefertes gemeinschaftliches Wissen sowie mehrere Beschreibungen zu demselben Objekt. Dadurch kann neben einer institutionellen Museumsbeschreibung eine Beschreibung der Herkunftsgemeinschaft stehen. Zugänge können von vollständig öffentlich bis streng beschränkt reichen. Mukurtu weist ausdrücklich darauf hin, dass die Plattform vor allem dem Zugang und der gemeinschaftlichen Verwaltung dient und ein gesondertes Konzept für Digitalisierung, Langzeiterhaltung, Personal und Finanzierung erforderlich bleibt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;vergleich_mukurtu&amp;quot;&amp;gt;Mukurtu CMS / Washington State University o. J.: About. URL: https://mukurtu.org/about/; Plateau Peoples’ Web Portal. URL: https://mukurtu.org/project/plateau-peoples-web-portal-showcase/, jeweils abgerufen am 20.07.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Erfolgsfaktoren und Learnings:''' &lt;br /&gt;
* Rechte und kulturelle Sensibilität müssen als Bestandteil des Datenmodells behandelt werden und dürfen nicht erst unmittelbar vor einer Veröffentlichung geprüft werden. &lt;br /&gt;
* Sinnvoll sind abgestufte Kategorien wie &lt;br /&gt;
** „nur Metadaten öffentlich“, &lt;br /&gt;
** „öffentliches Nutzungsdigitalisat“, &lt;br /&gt;
** „Zugang nach Rücksprache“, &lt;br /&gt;
** „beschränkter Gemeinschafts- oder Forschungszugang“, &lt;br /&gt;
** „zeitlich gesperrt“ und &lt;br /&gt;
** „nicht zugänglich“. &lt;br /&gt;
* Mehrere Beschreibungen zu demselben Objekt ermöglichen es außerdem, institutionelle Überlieferung und Selbstbeschreibung nebeneinander nachvollziehbar zu dokumentieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.5.7 Indigitization – zentrale Unterstützung für dezentrale Digitalisierung ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Indigitization unterstützt First Nations und weitere indigene Gemeinschaften in British Columbia in Kanada. Das Programm wird gemeinsam von indigenen Organisationen, Bibliotheken, Archiven und Hochschulen getragen. Es stellt einen Werkzeugkasten, Schulungen, Musterunterlagen, technische Beratung und Förderhilfen bereit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von 2013 bis 2019 wurden drei Pilotprojekte und 45 weitere Projekte gefördert. Dabei wurden mehr als 11.000 Audiokassetten digitalisiert. Die Digitalisierung erfolgte in den Gemeinschaften; eine allgemeine Veröffentlichung war nicht zwingend. Das frühere Förderprogramm für Audiokassetten befindet sich inzwischen allerdings in einer Pause.&amp;lt;ref name=&amp;quot;vergleich_indigitization&amp;quot;&amp;gt;Indigitization o. J.: About Us. URL: https://www.indigitization.ca/about-2/; Indigitization Toolkit. URL: https://www.indigitization.ca/toolkit/; Audio Cassette Digitization Grant. URL: https://www.indigitization.ca/funding/audio-cassette-grant/, jeweils abgerufen am 20.07.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Erfolgsfaktoren und Learnings:''' &lt;br /&gt;
* Zentral bereitgestellte Kompetenz lässt sich mit dezentraler Verantwortung verbinden. &lt;br /&gt;
* Ein Digitalisierungszentrum oder ein Verbund gemeinsamer Dienste kann Schulungen, Leih- und Mobiltechnik, Qualitätsprüfung, Rahmenverträge, Musterunterlagen, Beratung und Kleinprojektförderung anbieten. &lt;br /&gt;
* Originale, lokales Wissen und kulturelle Beziehungen können grundsätzlich bei den jeweiligen Kulturgutträgern verbleiben. &lt;br /&gt;
* Damit nach Abschluss einzelner Digitalisierungsprojekte keine ungesicherten Dateien zurückbleiben, sollte jedoch von Beginn an ein gemeinsames oder verbindlich angebundenes Repositorium beziehungsweise digitales Archiv vorgesehen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.5.8 Zusammenfassungen der Beispiele anderer Kulturen im Anhang ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tabellarische Übersichten und Zusammenfassungen aller untersuchten Beispiele anderer Kulturen und Regionen befinden sich im Anhang [[12.3.A1 Vergleichende Recherche – Digitalisierung des Kulturerbes anderer Kulturen und Regionen#E. Vergleichsmatrix|in Abschnitt E. Vergleichsmatrix]] unter &lt;br /&gt;
* [[12.3.A1 Vergleichende Recherche – Digitalisierung des Kulturerbes anderer Kulturen und Regionen#E.1 Funktionen, Architektur und Standards|E.1 Funktionen, Architektur und Standards]] und&lt;br /&gt;
* [[12.3.A1 Vergleichende Recherche – Digitalisierung des Kulturerbes anderer Kulturen und Regionen#E.2 Governance, Finanzierung, Erfolg und Übertragbarkeit|E.2 Governance, Finanzierung, Erfolg und Übertragbarkeit]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Zusammenfassung der übergreifenden Erfolgsfaktoren aus den Beispielen befindet sich im Anhang [[12.3.A1 Vergleichende Recherche – Digitalisierung des Kulturerbes anderer Kulturen und Regionen#F. Übergreifende Erfolgsfaktoren|in Abschnitt F. Übergreifende Erfolgsfaktoren]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.5.9 Was sich aus den Beispielen ableiten lässt ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus den untersuchten Beispielen lässt sich kein einzelnes Projekt und kein bestimmtes Softwaresystem ableiten, das unverändert übernommen werden könnte. Wiederkehrend zeigen sich jedoch '''vier notwendige Funktionen, drei übergreifende Erfolgsbedingungen und zwei grundlegende Umsetzungsprinzipien'''. Sie bilden einen kompakten Orientierungsrahmen für die Digitalisierung von Kulturerbe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Vier Kernfunktionen – was muss dauerhaft geleistet werden? ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Damit die Digitalisierung nicht bei einzelnen Digitalisaten oder einem Präsentationsportal stehen bleibt, müssen vier Kernfunktionen verlässlich abgedeckt und miteinander verbunden werden:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot; style=&amp;quot;width:100%;&amp;quot;&lt;br /&gt;
! Kernfunktion&lt;br /&gt;
! Kernfrage&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''1. Register für Kulturdaten'''&lt;br /&gt;
| '''Was ist vorhanden und was sollte prioritär bearbeitet werden?''' – Kulturgüter und Bestände nachweisen, beschreiben, verknüpfen und ihren Digitalisierungs- und Rechtezustand erfassen.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''2. Digitalisierungszentrum / Digitalisierungsdienste'''&lt;br /&gt;
| '''Wie wird qualitätsgesichert digitalisiert?''' – Kulturgutträger beraten, Digitalisierung vorbereiten oder durchführen, Qualität sichern und die Übergabe vorbereiten.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''3. Repositorium / digitales Langzeitarchiv'''&lt;br /&gt;
| '''Wie bleibt das digitale Kulturerbe dauerhaft erhalten?''' – Masterdateien und Metadaten sicher übernehmen, erhalten, sichern und bei technischen Veränderungen migrieren.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''4. Präsentations- und Nutzungssysteme'''&lt;br /&gt;
| '''Wie wird das Kulturerbe gefunden, verstanden und genutzt?''' – freigegebene Inhalte mehrsprachig vermitteln und für Bildung, Forschung und kulturelle Nachnutzung bereitstellen.&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die vier Funktionen bedeuten nicht zwingend vier Einrichtungen oder vier technische Systeme. Entscheidend ist, dass alle Funktionen abgedeckt, ihre Zuständigkeiten geklärt und ihre Übergaben zuverlässig organisiert sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Drei Erfolgsbedingungen – was gilt für alle Kernfunktionen? ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
# '''Gemeinsam entscheiden und Rechte abgestuft regeln:''' &lt;br /&gt;
#* Angehörige der betreffenden Gemeinschaft und die Kulturgutträger sollten nachvollziehbare Entscheidungsrechte bei Auswahl, Beschreibung, Priorisierung und Veröffentlichung besitzen. &lt;br /&gt;
#* Zugänge sollten abgestuft sein, beispielsweise auch &amp;quot;ausschließlich Metadaten&amp;quot;, &amp;quot;Zugang nach Rücksprache&amp;quot; oder &amp;quot;beschränkte Gemeinschafts- und Forschungszugänge&amp;quot; ermöglichen. &lt;br /&gt;
#* Rechtliche Zulässigkeit und kulturelle Angemessenheit sind dabei getrennt zu betrachten. &lt;br /&gt;
#* Selbstbezeichnungen und eigene kulturelle Perspektiven sollten historische Fremdbeschreibungen ergänzen können.&amp;lt;br&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
# '''Gemeinsame Standards, Mehrsprachigkeit und technische Anschlussfähigkeit sichern:''' &lt;br /&gt;
#* Ein bewusst schlanker gemeinsamer Metadatenkern, Qualitätsstandards und geregelte Datenübergaben ermöglichen die Zusammenarbeit unterschiedlicher Einrichtungen. Zusätzlich können fach- oder institutionsspezifische Metadatensätze genutzt werden.&lt;br /&gt;
#* Sprachen und Sprachvarianten müssen als eigenständige Datenwerte berücksichtigt werden, bspw. bei Metadaten, Beschreibungen usw. &lt;br /&gt;
#* Kleine Träger benötigen einfache zentrale Erfassungsmöglichkeiten, z. B. per Weboberfläche, größere Institutionen Schnittstellen oder Datenexporte aus ihren vorhandenen Systemen.&amp;lt;br&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
# '''Dauerhafte Verantwortung und Finanzierung sichern:''' &lt;br /&gt;
#* Bereits beim Aufbau muss feststehen, wer Register, Digitalisierungsdienste, Repositorium und Präsentationssystem nach einer Projektförderung dauerhaft betreibt. &lt;br /&gt;
#* Neben einmaligen Projektmitteln müssen deshalb auch Personal, Beratung, Datenpflege, Speicher, Softwarepflege, Sicherung und spätere technische Erneuerungen dauerhaft finanziert werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Zwei Umsetzungsprinzipien – wie sollte vorgegangen werden? ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
# '''Priorisieren, die vollständige Kette pilotieren, dann skalieren:''' &lt;br /&gt;
#* Nicht alles muss gleichzeitig digitalisiert werden. Besonders gefährdete oder kulturell bedeutsame Bestände sollten priorisiert werden. &lt;br /&gt;
#* Pilotprojekte sollten möglichst den gesamten Weg von der Erfassung und Rechteklärung über die Digitalisierung bis zur Archivierung und Nutzung durchlaufen. Dabei werden Standards, Zuständigkeiten, Kosten und tatsächliche Nutzung erprobt. &lt;br /&gt;
#* Erst auf dieser Grundlage sollte in größerem Umfang skaliert werden.&amp;lt;br&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
# '''Zentral ermöglichen, dezentral verantworten:''' &lt;br /&gt;
#* Zentrale Stellen können Infrastruktur, Beratung, Schulung, Digitalisierungstechnik, Qualitätskontrolle, Rechtehilfe und Langzeiterhaltung bereitstellen. &lt;br /&gt;
#* Originale, lokales Wissen, kulturelle Beziehungen und wesentliche inhaltliche Entscheidungen können gleichzeitig bei den jeweiligen Kulturgutträgern verbleiben. &lt;br /&gt;
#* Zentralisierung von Diensten und dezentrale kulturelle Verantwortung sind damit keine Gegensätze, sondern können sich gegenseitig ergänzen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Für die Reihenfolge ergibt sich daraus:''' &lt;br /&gt;
# Zuerst Entscheidungsrechte, Standards, Betreiber und Finanzierung ausreichend klären; &lt;br /&gt;
# anschließend mit ausgewählten Beständen die vollständige Prozesskette erproben und die Unterstützungsstrukturen aufbauen; &lt;br /&gt;
# auf dieser Grundlage Digitalisierung, Präsentation und Nachnutzung schrittweise verbreitern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Präsentation und Nutzung sind dabei nicht von geringerer Bedeutung und sollten bereits Bestandteil der Pilotprojekte sein. '''Später erfolgt nicht die Nutzung selbst, sondern deren breiter Ausbau.'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weiterführende '''Hinweise und Empfehlungen zu einem möglichen Vorgehen sowie zeitlichen und inhaltlichen Prioritäten''' befinden sich im Anhang [[12.3.A1 Vergleichende Recherche – Digitalisierung des Kulturerbes anderer Kulturen und Regionen#G.2 Was zentral, dezentral und gemeinsam organisiert werden sollte|im Abschnitt &amp;quot;Priorisierte Schlussfolgerung&amp;quot; von G2 bis G9]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein ausführliches '''Prüfraster zur Bewertung des jeweiligen Entwicklungsstandes''' befindet sich [[12.3.A2 Prüfraster zur Bewertung des Entwicklungsstandes beim Aufbau der Digitalisierung des Kulturerbes|im Anhang 2 &amp;quot;Prüfraster zur Bewertung des Entwicklungsstandes&amp;quot;]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= 3. Ist-Analyse der Digitalisierung des sorbischen Kulturerbes =&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der [[#2 Ist-Analyse „Digitalisierung von Kulturerbe“|vorangegangene Abschnitt 2]] hat beschrieben, was zur Digitalisierung von Kulturerbe gehört, welche Aufgaben dabei dauerhaft erfüllt werden müssen und wie andere Gemeinschaften und Regionen diese Aufgaben lösen. Der Abschnitt 3 richtet nun den Blick auf die sorbische Situation. Er geht der Frage nach, wie gut die sorbische Kulturerbelandschaft heute organisatorisch, technisch und personell aufgestellt ist, um ihr materielles, immaterielles und digitales Kulturerbe institutionsübergreifend zu erfassen, zu digitalisieren, dauerhaft zu erhalten und zugänglich zu machen – und wo vorrangiger Handlungsbedarf besteht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Analyse gliedert sich in fünf Teile:&lt;br /&gt;
* '''Akteure und Rollen''': Wer bewahrt sorbisches Kulturerbe und welche Aufgaben übernehmen die Akteure bei seiner Digitalisierung (Sammeln, Finanzieren, Koordinieren usw.)?&lt;br /&gt;
* '''Bestände und Digitalisierungsbedarf''': Welche Kulturgüter gibt es, wie weit sind  sie erfasst und digitalisiert, und welche müssen vorrangig gesichert werden?&lt;br /&gt;
* '''Vorhaben und Systeme''': Welche sorbischen Projekte und Angebote decken die [[#2.3.2 Vier Kernfunktionen|vier Kernfunktionen]] Nachweisen, Digitalisieren, langfristig Erhalten und Zugänglichmachen bereits ab?&lt;br /&gt;
* '''Zusammenarbeit und dauerhafter Betrieb''': Wie sind die Steuerung und Zusammenarbeit (Governance) organisiert (Zuständigkeiten, Standards, Rechte und Finanzierung)?&lt;br /&gt;
* '''Gesamtbewertung''': Was funktioniert bereits, wo gibt es Lücken und welche davon sollten zuerst geschlossen werden? &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Analyse stellt dabei den Bedarf der Bestände dem vorhandenen Angebot an Diensten und dem organisatorischen Rahmen gegenüber. Wo beides auseinanderfällt, entstehen Lücken, siehe nachfolgende Übersicht.&lt;br /&gt;
[[Dataja:Wobraz K6.png|thumb|center|600px|Übersicht der Ist-Analyse]]&amp;lt;ref&amp;gt;Mermaid Flowchart Code: [https://mermaid.live/edit#pako:eNqVlM1y2jAQx19lR7maFGMcwJPJDGAnh9AcaE4pPcj2-qPYErOWmtJ8PE0fo7e8WGWDTUja6VS-WB_7293_rvTAIhkj81hSyPso46Tg1l_RSoAZ088rdh5eOKc2TNcKNeH5h_DiPKQPF7fbjQW39PIzRaqMXaIsWMqiQLFiX2r7llHpMCW-yeDGwG54lCXEU9wfgv2Ic8JI5VLAYvl6fdYGMIAZVurlp4gPIVzrQmlKtVoXvKoQNiThEy_LQou0kqTe-Ji_ZsWckgOJC4hRwFSkGEpl_r5i44-L2IIyV-BTLtIij7I15m-5M-j1LmDeLqGI_5j-0rjfOwAtYljyrOzE-pcOfhu7A36OolLYMD5tzV95yONbjgTXSCLRYl1j3jkIWtAQruQ3c5KL6GB_pyujHwpOocmzcRFzjVSX15BnqCjH8A3Sh-fnZwj-kv-0VufReLrnGRlluzI-ws3xmdDQMQ_NmX2KFqR1DYq6IDu1HqFT5aZRfbFLZ_HyK1qj6PLY1RdkJhC4rgw2ykxcWLUlfpXCcgdqp4tmetXK5MIVGk1UiPdIyjRW7eNNh0d1-_mYgECtiBeQ5EXhnVzawWUwtipFco3eiXvpBu7UimQhyTsZzM03fU9o70fLmAbzYNQxJhNnbvstY2QPZrbzjsH3TbYjBLbxG3SE_uVZ4J61hP7Y7Q_tIwJMrYV11aZyvDWz5ocIj7d8K2gdd52vtgWaOu3iSJrRxTEej0fj_n7ai3llXh7iW88F99h--d_2zGIp5THzFGm0WIlU8nrKHmruiqnMXJkV88wvYay_9xoxVmwlnozphos7KcvWmqROM-YlvKjMTG9irtDPubnSZbdKdWvRXGqhmDd07AbCvAf2nXnuqWP3RwN7eDZwJ4Ph2MHeyGJb5vXs0-HEnTgDxxn3-4OzvuOarSeL_Wi8C10UFsM4V5I-7h7o5p1--g24x9CK hier klicken], abgerufen am 20.10.2026&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== 3.1 Akteure und Rollen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sorbisches Kulturerbe wird von vielen Einrichtungen, Gruppen und Einzelpersonen bewahrt, gepflegt und dokumentiert – von sorbischen ebenso wie von nicht-sorbischen. Dieser Abschnitt zeigt, wer Bestände hält, wer Dienste zur Digitalisierung anbietet und wer den organisatorischen und finanziellen Rahmen gestaltet. Damit wird auch sichtbar, welche Aufgaben bislang von keinem Akteur erkennbar übernommen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Grundlage sind Arbeitsunterlagen der Domowina aus den Jahren 2019 und 2020&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;&amp;gt;Domowina e. V., Kulturausschuss (Clemens Škoda) 2019: Serbske kulturne herbstwo (SKH). Arbeitspapier, Stand 18.03.2019, S. 2–8. Unveröffentlicht; interne Referenz: 2020-09-07_Serbske kulturne herbstwo w Budyšinje_opt.pdf.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019b&amp;quot;&amp;gt;Domowina e. V. 2019: Přehlad relewantnych městnosćow / „małkich“ a „wulkich“ muzejow nastupajo serbske kulturne herbstwo, Stand 11.11.2019. Unveröffentlicht; interne Referenz: 2019_11_Priloha A_prehlad_muzejow a zberkow.pdf.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2020&amp;quot;&amp;gt;Domowina e. V., Kulturausschuss 2020: Protokoll der Fachkommission „Serbske kulturne herbstwo“ vom 07.09.2020. Unveröffentlicht; interne Referenz: 2020_09_07_skh komisija-protokol.pdf.&amp;lt;/ref&amp;gt;, eine darauf aufbauende Arbeitsliste der Sammlungsorte mit ergänzender Internetrecherche&amp;lt;ref name=&amp;quot;liste2026&amp;quot;&amp;gt;Arbeitsliste „Sammlungsorte sorbischen Kulturerbes“, Stand 02.04.2026, erstellt im Rahmen des Digitalisierungskonzepts aus Internetrecherche und den Domowina-Unterlagen. Unveröffentlicht; Grundlage für Anhang 12.3.A3.&amp;lt;/ref&amp;gt; sowie Projektunterlagen und Gespräche. Ein Teil der Angaben ist mehrere Jahre alt und wird schrittweise aktualisiert. Nicht belegte Angaben sind als ''offen'', Vermutungen als ''Annahme'' gekennzeichnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.1.1 Begriffe und Rollen ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
; Akteur&lt;br /&gt;
: Einrichtung, Gruppe oder Person, die eine Aufgabe im Umgang mit sorbischem Kulturerbe oder seiner Digitalisierung übernimmt.&lt;br /&gt;
; Kulturgutträger&lt;br /&gt;
: Akteur, der Kulturgüter verwahrt oder eine kulturelle Praxis trägt und weitergibt, bspw. ein Museum, eine Heimatstube, ein Chor oder eine Privatperson mit einer Sammlung.&lt;br /&gt;
; Trägerschaft&lt;br /&gt;
: Rechtliche und finanzielle Verantwortung für eine Einrichtung, zum Beispiel durch eine Kommune, einen Landkreis, eine Stiftung, einen Verein, eine Kirche oder eine Privatperson. Eigentum und Betrieb können dabei auseinanderfallen, bspw. gehörte der Dom Njechorńskeho 2019 der Domowina und wurde von der Stiftung für das sorbische Volk bewirtschaftet, der Hanzo Šustrowy dom in Trebendorf gehörte der Gemeinde und wurde von der örtlichen Domowina-Gruppe bewirtschaftet.&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019b&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
; Rolle&lt;br /&gt;
: Aufgabe, die ein Akteur übernimmt. Ein Akteur kann mehrere Rollen haben, unterschieden werden Haupt- und Nebenrollen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Rollen lassen sich drei Gruppen zuordnen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
! Gruppe !! Rolle !! Kürzel&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| rowspan=&amp;quot;2&amp;quot; | '''Am Kulturgut''' || '''Bewahren''': Originale verwahren, pflegen und verwalten || '''B'''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Dokumentieren''': lebendige Praxis festhalten in Ton, Bild oder Text || '''D'''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| rowspan=&amp;quot;4&amp;quot; | '''Dienste''' ([[#2.3.2 Vier Kernfunktionen|Kernfunktionen]]) || '''Erfassen''', registrieren, beschreiben und verknüpfen || '''K1'''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Digitalisieren''' und Qualität sichern || '''K2'''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Langfristig '''erhalten''' || '''K3'''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Zugänglich machen''' und Nutzung ermöglichen || '''K4'''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| rowspan=&amp;quot;2&amp;quot; | '''Rahmen''' (Governance) || '''Steuern''', koordinieren und Regeln setzen || '''S'''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Fördern''' und finanzieren || '''F'''&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dokumentieren meint hier das Festhalten von immateriellen Kulturgütern im laufenden Kulturleben, etwa Mitschnitte von Veranstaltungen. Geschieht es systematisch nach festgelegten Standards zur dauerhaften Sicherung, ist es Teil der Kernfunktion Digitalisieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.1.2 Schlüsselakteure ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einzeln aufgeführt wird, wer mindestens eines der folgenden Kriterien erfüllt:&lt;br /&gt;
# betreibt oder plant eine Kernfunktion, die über die eigene Einrichtung hinaus wirkt,&lt;br /&gt;
# verwahrt einen hauptamtlich betreuten Kernbestand,&lt;br /&gt;
# dokumentiert regelmäßig das lebendige Kulturgeschehen,&lt;br /&gt;
# fördert, koordiniert oder setzt Regeln für die Digitalisierung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;mark&amp;gt;Die folgende Übersicht muss mit den Institutionen bzgl. Vollständigkeit abgestimmt werden.&amp;lt;/mark&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|+ Rollen der Schlüsselakteure (■ Hauptrolle · ○ Nebenrolle · ? vermutet oder offen)&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
B. Bewahren, D. Dokumentieren, K1. Erfassen, K2. Digitalisieren K3. Erhalten, K4. Nutzung ermöglichen, S. Steuern, F. Fördern&lt;br /&gt;
! Akteur !! Typ / Trägerschaft !! B !! D !! K1 !! K2 !! K3 !! K4 !! S !! F !! Hinweise&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Stiftung für das sorbische Volk || Stiftung des öffentlichen Rechts, finanziert von Bund, Freistaat Sachsen u. Land Brandenburg || ○ || || || || || || ■ || ■ || bewirtschaftete 2019 den Dom Njechorńskeho&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019b&amp;quot;/&amp;gt;; unterstützt beide sorbischen Museen finanziell&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Sorbisches Institut (SI) mit Sorbischem Kulturarchiv (SKA) und Sorbischer Zentralbibliothek || Forschungseinrichtung mit Archiv und Bibliothek; eingetragener Verein, gefördert u. a. durch die Stiftung || ■ || ? || ■ || ■ || ? || ■ || ○ || || Virtueller Lesesaal mit Bibliographie, Katalog, digitalisierten Drucken, Handschriften, Fotos und Filmen; digitales Schrifttum auch über Sachsen.Digital; Sorabicon als Sorbisches Kulturlexikon&amp;lt;ref name=&amp;quot;vls&amp;quot;&amp;gt;Sorbisches Institut o. J.: Virtueller Lesesaal. URL: https://www.serbski-institut.de/bibliothek/virtueller-lesesaal/, abgerufen am 20.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;; plant das Sorbische Kulturregister (SKR)&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;&amp;gt;Sorbisches Institut 2025: Konzept für ein Sorbisches Kulturregister (SKR), zweite aktualisierte Fassung vom 20.11.2025. URL: https://www.serbski-institut.de/wp-content/uploads/2021/11/00_Zweite-aktualisierte-Fassung_Konzept_Sorbisches-Kulturregister_20.11.2025.pdf&amp;lt;/ref&amp;gt; und das Digitalisierungszentrum (DZ) auch für andere Träger&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz&amp;quot;&amp;gt;Sorbisches Institut: Digitalisierungszentrum (DZ). URL: https://www.serbski-institut.de/projekte-zentrale-vorhaben/digitalisierungszentrum-dz/&amp;lt;/ref&amp;gt;; langfristige Erhaltung für Dritte ''offen''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Sorbisches Museum Bautzen || Museum; Landkreis Bautzen, finanziell unterstützt von der Stiftung&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt; || ■ || || ○ || ? || ? || ? || || || Inventarverzeichnis vorhanden&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;; Digitalisierungsstand und Online-Angebot ''offen''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Wendisches Museum Cottbus || Museum; Stadt Cottbus, finanziell unterstützt von der Stiftung&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt; || ■ || || ○ || ? || ? || ? || || || Inventarverzeichnis vorhanden&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;; Digitalisierungsstand und Online-Angebot ''offen''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Sächsische Landesbibliothek – Staats- und Universitätsbibliothek Dresden (SLUB) || Landes- und Universitätsbibliothek; Freistaat Sachsen || ■ || || ○ || ? || ○ || ■ || || || Lusatica-Sammlung, die das kulturelle Erbe der Sorben zugänglich machen soll&amp;lt;ref name=&amp;quot;slub&amp;quot;&amp;gt;SLUB Dresden o. J.: Sammlungen zur sächsischen Landeskunde. URL: https://www.slub-dresden.de/entdecken/saechsische-landeskunde/sammlungen, abgerufen am 20.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;; über Sachsen.Digital ist auch digitales Schrifttum des SI erreichbar&amp;lt;ref name=&amp;quot;vls&amp;quot;/&amp;gt; (Betrieb der Plattform durch die SLUB); eigene digitale Langzeitarchivierung&amp;lt;ref name=&amp;quot;nestor&amp;quot;&amp;gt;nestor o. J.: Mitglied SLUB Dresden. URL: https://www.langzeitarchivierung.de/Webs/nestor/EN/nestor/Mitglieder/sLUB.html, abgerufen am 20.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;, ob sie Digitalisate sorbischer Träger übernehmen könnte, ist ''offen''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Domowina – Bund Lausitzer Sorben e. V. mit Regionalverbänden und Ortsgruppen || Dachverband sorbischer Vereine; eingetragener Verein || ○ || ○ || || || || || ○ || || Eigentümerin des Dom Njechorńskeho; Ortsgruppe Trebendorf bewirtschaftet den Hanzo Šustrowy dom&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019b&amp;quot;/&amp;gt;; mindestens 9 der 23 kleinen Sammlungsorte sind direkt oder über Mitgliedsvereine mit ihr verbunden&amp;lt;ref name=&amp;quot;liste2026&amp;quot;/&amp;gt;; Chronistengruppe der Župa Michał Hórnik; Fachkommission „Sorbisches Kulturerbe“ 2018-2020&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2020&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Maćica Serbska e. V. || wissenschaftliche Gesellschaft; Verein || || || || || || || ○ || || Arbeitskreis „Museale Einrichtungen“ mit rund 40 Adressaten; Denkmalausschuss mit eigenem, von der Stiftung verwaltetem Budget, 2019 als Vorbild für die Bewertung von Kulturerbe genannt&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Sorbisches National-Ensemble (SNE) || Ensemble; gGmbH der Stiftung || ■ || ? || ○ || || || || || || geordnetes Arbeitsarchiv; 2019 vorgeschlagen, dort nur Kopien zu halten und die Originale an das SKA zu geben&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;; Umfang ''offen''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Studijo Lucija || Medienproduktion; gGmbH des Sorbischen Schulvereins  e. V. || ○ || ■ || || || || || || || dokumentiert sorbische Veranstaltungen; Aufnahmen liegen beim Studio und werden tlw. an das SKA übergeben&amp;lt;ref name=&amp;quot;lucija&amp;quot;&amp;gt;; schriftlicher Beleg noch einzuholen.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Mitteldeutscher Rundfunk (MDR) und Rundfunk Berlin-Brandenburg (rbb), sorbischsprachige Programme || öffentlich-rechtlicher Rundfunk || ■? || ■ || || || || ○? || || || Produktionen standen dem SKA 2019 aus rechtlichen Gründen nicht zur Verfügung&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;; Archivbestände und heutiger Stand ''offen''&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.1.3 Akteursgruppen ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die meisten Kulturgutträger sind kleinere Einrichtungen, Gruppen oder Privatpersonen. Sie werden hier zu Gruppen zusammengefasst. Die Anzahlen sind Mindestwerte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;mark&amp;gt;Die folgende Übersicht muss mit insb. mit Domowina und SI bzgl. Korrektheit und Vollständigkeit abgestimmt werden.&amp;lt;/mark&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|+ B. Bewahren, D. Dokumentieren, K1. Erfassen, K2. Digitalisieren K3. Erhalten, K4. Nutzung ermöglichen, S. Steuern, F. Fördern&lt;br /&gt;
! Gruppe !! Beispiele !! Typische Trägerschaft !! Bekannte Anzahl !! Typische Rollen !! Besonderheiten&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Kleine Museen, Heimatstuben, Gedenk- und Begegnungsorte ||&lt;br /&gt;
* Muzej Ćišinskeho (Panschwitz-Kuckau),&amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
* Njepilic dwór (Rohne), &lt;br /&gt;
* Sorbisches Kulturzentrum Schleife, &lt;br /&gt;
* Heimatmuseum Dissen, &lt;br /&gt;
* Archiv verschwundener Orte (Horno) &lt;br /&gt;
|| Gemeinde, Förderverein, Domowina-Ortsgruppe, privat || 22 in der Domowina-Übersicht 2019 (9 Ober-, 13 Niederlausitz)&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019b&amp;quot;/&amp;gt;; 23 in der Arbeitsliste 2026, davon 12 bisher nur durch die Domowina-Unterlagen belegt&amp;lt;ref name=&amp;quot;liste2026&amp;quot;/&amp;gt; || '''B''' ■, '''D''' ○ || überwiegend ehrenamtlich; 2019 benannte Defizite: fehlender Nachwuchs, fehlende Marketingstrategie, fehlende Vernetzung, unzureichende Finanzierung, fehlende fachliche Begleitung; teilweise ohne eigenes Inventar&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;; zwei private Ausstellungen ohne jede Förderung, von den Betreibern im Ruhestand allein betreut&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019b&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Regionale Museen mit sorbischen Beständen || &lt;br /&gt;
* Museum der Westlausitz Kamenz, &lt;br /&gt;
* Museum Bautzen, &lt;br /&gt;
* Spreewald-Museum Lübbenau mit Freilandmuseum Lehde, &lt;br /&gt;
* Slawenburg Raddusch, &lt;br /&gt;
* Niederlausitzer Heidemuseum Spremberg &lt;br /&gt;
|| Landkreis oder Kommune (''Annahme'') || 7 in der Domowina-Übersicht 2019 (2 Ober-, 5 Niederlausitz)&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019b&amp;quot;/&amp;gt; || '''B''' ■; &amp;lt;br&amp;gt;'''K1-K4''' ''offen'' || Umfang des sorbischen Anteils am Bestand ''offen''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Ensembles, Chöre, Trachten- und Brauchtumsgruppen || – || Verein || ''offen'' || tragen die Praxis;&amp;lt;br&amp;gt; '''D''' ○, '''B''' ○ || Trachtenfundi 2019 ausdrücklich zu den Beständen in sorbischer Verantwortung gezählt&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;; eigene Aufnahmen und Fundi meist nicht erfasst (''Annahme'')&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Chronisten, Film- und Fotoamateure || &lt;br /&gt;
* Chronistengruppe der Župa Michał Hórnik, &lt;br /&gt;
* deutsch-sorbischer Filmkreis &lt;br /&gt;
|| ehrenamtlich, privat || ''offen'' || '''D''' ■, '''B''' ○ || Beiträge von Laien 2019 nur sporadisch, Bestände oft unstrukturiert&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Private Sammlungen und Nachlässe || &lt;br /&gt;
* Nachlass der Malerin Hanka Krawcec, überwiegend in Tschechien; &lt;br /&gt;
* weitere private Sammlungen und Nachlässe in Ober- und Niederlausitz &lt;br /&gt;
|| privat || 4 in der Domowina-Übersicht 2019; tatsächlich ''offen'' || '''B''' ■ || Verbleib beim Generationenwechsel ungesichert (''Annahme'')&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Kirchliche Einrichtungen || &lt;br /&gt;
* Ausstellung zu Jan Bjedrich Fryco in der evangelischen Kirche Kolkwitz; &lt;br /&gt;
* kirchliches Informations- und Begegnungszentrum in Horno mit Holzmodellen abgebaggerter Kirchen&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019b&amp;quot;/&amp;gt; &lt;br /&gt;
|| Kirchgemeinde || 2 (in den kleinen Orten enthalten); weitere ''offen'' || '''B''' ○ || weitere kirchliche Bestände nicht erfasst (''Annahme'')&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Weitere sorbische Kultur- und Medieneinrichtungen || &lt;br /&gt;
* Deutsch-Sorbisches Volkstheater (Archiv 2019 zusammen mit dem des SNE genannt); &lt;br /&gt;
* Domowina-Verlag (2019 als Produzent genannt, dessen Erzeugnisse an das SKA gehen sollten)&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt; &lt;br /&gt;
|| verschieden || ''offen'' || '''B''' ○ || Umfang ''offen''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Öffentliche Träger und Fördergeber || &lt;br /&gt;
* Bund, &lt;br /&gt;
* Freistaat Sachsen, &lt;br /&gt;
* Land Brandenburg, &lt;br /&gt;
* Landkreise, &lt;br /&gt;
* Kommunen &lt;br /&gt;
|| öffentlich || – || '''F''' ■, '''S''' ○ || tragen die großen Museen; 2019 erfüllten kleine Museen im Landkreis Bautzen die Kriterien für eine institutionelle Förderung nicht, im Landkreis Spree-Neiße waren die Bedingungen besser&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Überregionale Gedächtniseinrichtungen || &lt;br /&gt;
* Oberlausitzische Bibliothek der Wissenschaften Görlitz&amp;lt;ref name=&amp;quot;slub&amp;quot;/&amp;gt;; &lt;br /&gt;
* Sächsisches Staatsarchiv, &lt;br /&gt;
* Brandenburgisches Landeshauptarchiv, &lt;br /&gt;
* Deutsche Nationalbibliothek (''Annahme''); &lt;br /&gt;
* Einrichtungen in Tschechien &lt;br /&gt;
|| öffentlich || ''offen'' || '''B''' ○; &amp;lt;br&amp;gt;mögliche Partner für K3 und K4 || sorbische Bestände außer in Görlitz ''offen''&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.1.4 Erste Befunde ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Rollenübersicht erlaubt erste Hinweise, die in den folgenden Abschnitten geprüft werden:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* '''Bewahren ist breit verteilt, Dienste sind konzentriert.''' Erfassen und Digitalisieren für mehrere Träger plant nach heutigem Kenntnisstand vor allem das SI. Die SLUB macht sorbisches Schrifttum bereits digital zugänglich, auch aus Beständen des SI. Ob weitere Akteure Dienste für Dritte anbieten, ist ''offen''.&lt;br /&gt;
* '''Für die langfristige Erhaltung fremder Bestände ist kein sorbischer Akteur erkennbar.''' Offen ist, wer Digitalisate anderer Träger verbindlich und dauerhaft übernimmt. So gelangen Veranstaltungsaufnahmen des Studijo Lucija nur komprimiert und teilweise in das SKA.&amp;lt;ref name=&amp;quot;lucija&amp;quot;/&amp;gt; Die SLUB betreibt eine eigene digitale Langzeitarchivierung; ob sie auch für sorbische Träger in Frage kommt, ist ''offen''.&lt;br /&gt;
* '''Die Dokumentation des lebendigen Kulturlebens liegt teils außerhalb sorbischer Verantwortung.''' Sorbischsprachige Produktionen von MDR und rbb standen dem SKA 2019 aus rechtlichen Gründen nicht zur Verfügung.&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt; Der heutige Stand ist ''offen''.&lt;br /&gt;
* '''Die Domowina ist der wichtigste Zugang zu kleinen Trägern.''' Mindestens 9 der 23 kleinen Sammlungsorte sind direkt oder über Mitgliedsvereine mit ihr verbunden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;liste2026&amp;quot;/&amp;gt; Ihre Strukturen eignen sich daher als Weg, kleine Träger zu erreichen – für die Erhebung ebenso wie für spätere Unterstützungsangebote.&lt;br /&gt;
* '''Das Wissen über kleine Träger ist lückenhaft und teils veraltet.''' 12 der 23 kleinen Orte sind bisher nur durch die Domowina-Unterlagen von 2019 und 2020 belegt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;liste2026&amp;quot;/&amp;gt; Ob sie heute noch bestehen und wie es um ihre Bestände steht, ist ''offen''. Besonders privat betreute Ausstellungen werden in Abschnitt 3.2 auf ihre Gefährdung geprüft.&lt;br /&gt;
* '''Kleine Träger haben keine feste Anlaufstelle, die Koordination war 2020 ungeklärt.''' Das frühere Sorbische Folklorezentrum war seit 1993 faktisch nicht mehr tätig.&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt; In der Niederlausitz diente 2020 ein Projekt zur Inwertsetzung des immateriellen Kulturerbes auch der Vernetzung kleiner Museen. Der Kulturausschuss der Domowina sah sich als ehrenamtliches Gremium nicht in der Lage, die Koordination zu leisten, und bat Fachinstitutionen und die Gremien der Stiftung, Verantwortung zu übernehmen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2020&amp;quot;/&amp;gt; Wie das heute geregelt ist, untersucht Abschnitt 3.4.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Liste aller bekannten Sammlungsorte mit Typ, Trägerschaft und Kulturgutklassen steht in [[12.3.A3 Sammlungsorte des sorbischen Kulturerbes|Anhang 12.3.A3]]. Sie wird laufend ergänzt.&lt;br /&gt;
&amp;lt;!-- Anhang 12.3.A3 aus der Arbeitsliste vom 02.04.2026 aufbauen; Namen privater Sammler nur mit Einverständnis --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== 3.2 Bestände und Bedarfe ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieser Abschnitt beschreibt die Nachfrageseite der Analyse: Welche Bestände sorbischen Kulturerbes gibt es, wie weit sind sie erfasst und digitalisiert, welche sind gefährdet, und welche Unterstützung brauchen die Kulturgutträger? Festgestellt wird dabei nur, wo Zeitdruck besteht. Welche Bestände mit welcher Priorität bearbeitet werden, entscheiden die sorbische Gemeinschaft und ihre Fachgremien (vgl. [[#2.4.2 Prozessschritte im Detail|Prozessschritt 3 „Bewerten &amp;amp; freigeben“]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein institutionsübergreifender Überblick über die Bestände existiert bisher nicht (siehe 3.2.5). Die folgenden Angaben sind daher Mindestwerte und Größenordnungen aus veröffentlichten Angaben der Einrichtungen, Projektunterlagen und den in [[#3.1 Akteure und Rollen|Abschnitt 3.1]] genannten Quellen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.2.1 Begriffe ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
; Sammlungsort&lt;br /&gt;
: Ort, an dem Kulturgüter verwahrt werden, etwa ein Museum, ein Archiv, eine Heimatstube oder eine Privatwohnung. Ein Akteur kann mehrere Sammlungsorte haben.&lt;br /&gt;
; Bestand&lt;br /&gt;
: Abgrenzbare Gruppe von Kulturgütern einer [[#2.2 Klassifizierung von Kulturgütern|Kulturgutklasse]], die an einem Sammlungsort gemeinsam verwahrt wird, zum Beispiel die Fotografien einer Heimatstube oder die Tonbänder eines Archivs. Feiner unterschieden wird nur, wenn sich Zustand oder Rechtslage deutlich unterscheiden. Ein Bestand gehört zu dem Ort, an dem das Original oder die Masterdatei liegt; Kopien an anderen Orten beschreiben seinen Digitalisierungsstand.&lt;br /&gt;
: Bei immateriellem Kulturerbe gilt die vorhandene Dokumentation als Bestand, etwa Ton- und Videoaufnahmen oder Beschreibungen. Eine bisher nicht dokumentierte Praxis erscheint als Dokumentationsbedarf.&lt;br /&gt;
; Bedarf&lt;br /&gt;
: Was ein Bestand oder ein Kulturgutträger braucht. &lt;br /&gt;
:* ''Bestandsbezogene'' Bedarfe richten sich auf die [[#2.3.2 Vier Kernfunktionen|vier Kernfunktionen]] (erfassen, digitalisieren, langfristig erhalten, zugänglich machen). &lt;br /&gt;
:* ''Trägerbezogene'' Bedarfe betreffen den Akteur selbst, etwa Personal, Beratung oder Finanzierung.&lt;br /&gt;
; Dringlichkeit&lt;br /&gt;
: Zeitdruck, der sich aus einer Gefährdung ergibt. Sie ist nicht gleichbedeutend mit Priorität, in die auch kulturelle Bedeutung, Nutzen und Machbarkeit eingehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.2.2 Bestandslandkarte ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Übersicht folgt der [[#2.2 Klassifizierung von Kulturgütern|Klassifizierung aus Abschnitt 2.2]]. Sie nennt für jede Klasse typische Bestände, die wichtigsten Träger und den bekannten Stand. Einzelne Sammlungsorte stehen in [[12.3.A3 Sammlungsorte des sorbischen Kulturerbes|Anhang 12.3.A3]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|+ Bestände nach Kulturgutklassen (Stand: weitgehend · teilweise · kaum · ''offen'')&lt;br /&gt;
! Klasse !! Typische Bestände !! Wichtigste Träger !! Umfang, soweit bekannt !! Erfasst !! Digitalisiert !! Gefährdung&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''A''' Materiell – unbeweglich || Denkmale, Gedenktafeln, Inschriften, Grabmäler, Blockbauten, Wirkungsstätten, Kirchen || Eigentümer, Gemeinden, Kirchgemeinden; dokumentiert durch das SI || Inventar sorbischer Kulturdenkmale in Sachsen: 61 Aktenordner, 6.300 analoge Fotomotive&amp;lt;ref name=&amp;quot;dmp&amp;quot;&amp;gt;Sorbisches Institut o. J.: Datenmanagementplan zum Teilprojekt „Sorbische Kulturdenkmale in Sachsen“ im Verbundprojekt DIKUSA – Vernetzung digitaler Kulturdaten in Sachsen, Laufzeit 01.02.2022–31.12.2025. URL: https://www.saw-leipzig.de/de/projekte/dikusa/datenmanagementplaene-1/dmp_si_dikusa.pdf/@@download/file/DMP_SI_Dikusa.pdf, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;; nach einer älteren Untersuchung rund 1.700 Objekte in der sächsischen Oberlausitz (''zu prüfen'')&amp;lt;ref name=&amp;quot;kdm&amp;quot;&amp;gt;Fachpublikation zu sorbischen Kulturdenkmalen. Interne Referenz: saxorum-10788_Sorbische_Kulturdenkmale_digital_erfassen_präsentieren.pdf. Angabe nach Projektunterlagen, noch zu prüfen.&amp;lt;/ref&amp;gt; || teilweise: Sachsen inventarisiert; Niederlausitz in Erfassung, geplant in drei Phasen bis 2031&amp;lt;ref name=&amp;quot;nlposter&amp;quot;&amp;gt;Sorbisches Institut o. J.: Materielle Zeugnisse sorbischer/wendischer Kultur in der Niederlausitz. Modul 4 des Vorhabens „Digitales Portal zu sorbischen und Lausitzer Sprach- und Kulturlandschaften“ (Poster). URL: https://serbski-institut.de/wp-content/uploads/2021/11/A0-Druck_DigPortal-M4.pdf, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; || teilweise: Inventar Sachsen 2022–2025 digital aufbereitet&amp;lt;ref name=&amp;quot;dmp&amp;quot;/&amp;gt;; 78 Objekte öffentlich im Atlas auf Sorabicon (April 2026)&amp;lt;ref name=&amp;quot;atlas&amp;quot;&amp;gt;Sorbisches Institut 2026: Pressemitteilung zum digitalen Atlas sorbischer Kulturdenkmale im Wissensportal Sorabicon, 30.04.2026. URL: https://idw-online.de/de/news870102, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; || Verwitterung, Umbau, Abriss (''Annahme''); Inventar teils nur analog oder in veralteten Dateiformaten (siehe 3.2.3)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''B1''' Schriftgut || Bücher, Zeitungen, Handschriften, Nachlässe, Vereins- und Institutionsakten, Plakate, Grafik || Sorbische Zentralbibliothek, Sorbisches Kulturarchiv (SKA), Sorbisches Museum, SLUB, Hórnik-Bibliothek im Wendischen Seminar Prag, Oberlausitzische Bibliothek der Wissenschaften Görlitz || Zentralbibliothek ca. 110.000 Medieneinheiten&amp;lt;ref name=&amp;quot;liste2026&amp;quot;/&amp;gt;; Sorbisches Museum über 1.000 Schriftquellen, ca. 1.700 Plakate, ca. 6.000 Grafiken&amp;lt;ref name=&amp;quot;sm&amp;quot;&amp;gt;Sorbisches Museum Bautzen o. J.: Museum – Sammlung. URL: https://sorbisches-museum.de/museum/?lang=en, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;; SKA: Nachlässe, Akten der Domowina 1912–1989 und sorbischer Vereine, Umfang ''offen''&amp;lt;ref name=&amp;quot;ska&amp;quot;&amp;gt;Sorbisches Institut o. J.: Sorbian Cultural Archive. URL: https://www.serbski-institut.de/en/sorbian-cultural-archive/, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; || weitgehend in den Bibliotheken (Katalog, Sorbische Bibliographie)&amp;lt;ref name=&amp;quot;vls&amp;quot;/&amp;gt;; kleine und private Träger ''offen'' || teilweise: 1.634 Dokumente des SI auf Sachsen.Digital (Stand 2021)&amp;lt;ref name=&amp;quot;ldp&amp;quot;&amp;gt;Sorbisches Institut 2021: Pressemitteilung zu Digitalisaten aus dem Landesdigitalisierungsprogramm Sachsen (u. a. „Serbowka“, erstes sorbisches Lehrbuch), 12.03.2021. URL: https://serbski-institut.de/wp-content/uploads/2021/12/2021-03-12_MI_Erstes-sorbisches-Lehrbuch-LDP_Serbowka_de.4753.pdf, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;; Handschriften des SKA 2016 digitalisiert&amp;lt;ref name=&amp;quot;hs&amp;quot;&amp;gt;Sorbisches Institut o. J.: Digitalisate handschriftlicher Literatur aus den Beständen des SKA in Sachsen.digital. URL: https://serbski-institut.de/de/Handschriften-als-Digitalisat, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;; Zeitungen und Zeitschriften teils online&amp;lt;ref name=&amp;quot;vls&amp;quot;/&amp;gt; || Nachlässe in Privatbesitz; säurehaltiges Papier des 19. und 20. Jahrhunderts (''Annahme'', nicht erhoben)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''B2''' Fotografien und Bildträger || Fotosammlungen und Fotonachlässe, Negative, Glasplatten, Dias || SKA, Sorbisches Museum, Wendisches Museum, Stadtmuseum Cottbus, SI (Kulturdenkmale), Chronisten, Privatpersonen || Sorbisches Museum ca. 10.500 Fotos&amp;lt;ref name=&amp;quot;sm&amp;quot;/&amp;gt;; Inventar Kulturdenkmale 6.300 Motive&amp;lt;ref name=&amp;quot;dmp&amp;quot;/&amp;gt;; SKA ''offen'' || teilweise bei Museen und SKA; private Bestände oft unstrukturiert&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt; || teilweise: ausgewählte Bildsammlungen des SKA im Virtuellen Lesesaal&amp;lt;ref name=&amp;quot;vls&amp;quot;/&amp;gt;; Glasplattennegative der Sammlung Fritz Unger (Stadtmuseum Cottbus) mit wendischen Motiven auf museum-digital&amp;lt;ref name=&amp;quot;unger&amp;quot;&amp;gt;museum-digital:brandenburg o. J.: Wendische Trachtengruppe, Glasplattennegativ, Fotografische Sammlung Fritz Unger, Stadtmuseum Cottbus, Inv.-Nr. U190-05. URL: https://brandenburg.museum-digital.de/pdf/object/65463.pdf?lang=de, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; || Negative und Glasplatten empfindlich (''Annahme''); private Bestände ohne Verzeichnis&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''B3''' Analoge AV-Träger || Tonbänder, Kassetten, Schallplatten, Videobänder, Filme || SKA, MDR und rbb, SNE, Amateurfilmer, Njepila-Hof (Tondokumente)&amp;lt;ref name=&amp;quot;liste2026&amp;quot;/&amp;gt;; Filme der früheren DEFA (Filmstudio der DDR), Hörfunkbestände der DDR-Zeit im Deutschen Rundfunkarchiv (''Annahme'') || sorbischsprachiger Rundfunk seit 1948&amp;lt;ref name=&amp;quot;rundfunk&amp;quot;&amp;gt;Wikipedia (englisch): Sorbischer Rundfunk. URL: https://en.wikipedia.org/wiki/Sorbischer_Rundfunk, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;; DEFA-Gruppe „Sorbischer Film“ 1980–1990: knapp 40 Filme&amp;lt;ref name=&amp;quot;defa&amp;quot;&amp;gt;Deutsches Historisches Museum, Zeughauskino o. J.: Filmreihe „Sorbische Filmlandschaften“. URL: https://www.dhm.de/zeughauskino/filmreihe/sorbische-filmlandschaften/, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;; SKA, SNE und Amateurbestände ''offen'' || kaum bekannt || teilweise: Filme des SKA im sächsischen Programm zur Sicherung des audiovisuellen Erbes digitalisiert&amp;lt;ref name=&amp;quot;vls&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;avsachsen&amp;quot;&amp;gt;Leipziger Internet Zeitung 2020: Über 50.000 Film- und Tonminuten digitalisiert. Zwischenbilanz zur Sicherung des audiovisuellen Erbes in Sachsen, 16.09.2020. URL: https://www.l-iz.de/melder/wortmelder/2020/09/Ueber-50-000-Film-und-Tonminuten-digitalisiert-Zwischenbilanz-zur-Sicherung-des-audiovisuellen-Erbes-in-Sachsen-349190, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;; Umfang ''offen'' || '''hoch''': Magnetbandformate sind veraltet, die routinemäßige Überspielung endet nach Einschätzung von UNESCO und IASA (Internationaler Verband der Schall- und audiovisuellen Archive) etwa 2025&amp;lt;ref name=&amp;quot;mta&amp;quot;&amp;gt;IASA o. J.: Announcing the Magnetic Tape Alert Project (UNESCO-Programm „Information for All“ und IASA). URL: https://iasa-web.org/node/5374, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''B4''' 3D-Objekte || Trachten und Textilien, Volkskunst, Ostereier, Keramik, Hausrat, Kunstwerke || Sorbisches Museum, Wendisches Museum, Heimatmuseen und Heimatstuben, Trachtenfundi von Vereinen und Ensembles, private Sammlungen || Sorbisches Museum ca. 35.000 inventarisierte Objekte über alle Sammlungsbereiche, davon Kunstsammlung 6.900 Werke&amp;lt;ref name=&amp;quot;sm&amp;quot;/&amp;gt;; Wendisches Museum: größte Sammlung niedersorbischer Tracht, Zahl ''offen''&amp;lt;ref name=&amp;quot;wm&amp;quot;&amp;gt;Wendisches Museum Cottbus o. J.: Selbstdarstellung des Museums, Dokument im Ratsinformationssystem der Stadt Cottbus. URL: https://session.cottbus.de/oparl/bodies/0001/downloadfiles/00007050.pdf, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;; Heimatmuseum Dissen 6.700 inventarisierte Exponate (SKR-Konzept, S. 8)&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;/&amp;gt;; Jänschwalde über 40 Originaltrachten und über 1.000 Keramiken&amp;lt;ref name=&amp;quot;liste2026&amp;quot;/&amp;gt; || teilweise: beide sorbischen Museen haben Inventare, aber kein verknüpfendes System (SKR-Konzept, S. 7)&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;/&amp;gt;; kleine Museen teils ohne Inventar&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt; || kaum: acht Häuser mit sorbischem Schwerpunkt haben zusammen 401 Objekte auf museum-digital veröffentlicht (SKR-Konzept, S. 8)&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;/&amp;gt;; Online-Sammlungen der beiden sorbischen Museen nicht gefunden || Textilien empfindlich (''Annahme''); private Ausstellungen ohne Nachfolge (siehe 3.2.3)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''C1''' Orale Traditionen || Sprache und Dialekte, Erzählungen, Sagen, Zeitzeugenberichte || Sprecherinnen und Sprecher; dokumentiert durch SI und Rundfunk || ''offen'' || teilweise: Zeitzeugen-O-Töne im Wissensportal Sorabicon&amp;lt;ref name=&amp;quot;atlas&amp;quot;/&amp;gt; || teilweise || '''hoch''' für das Niedersorbische: nach Angaben des Bundesinnenministeriums 2024 nur noch wenige hundert fließende Sprecherinnen und Sprecher&amp;lt;ref name=&amp;quot;sprache&amp;quot;&amp;gt;Universität Potsdam o. J.: Mehrsprachigkeit in Brandenburg – Sorbisch (mit Verweis auf BMI 2024 und Landesregierung Brandenburg 2024). URL: https://www.uni-potsdam.de/de/svm/mehrsprachigkeit-in-brandenburg/studentische-projekte/sorbisch, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''C2''' Darstellende Künste || Musik, Lieder, Tanz, Theater, Chorgesang || SNE, Deutsch-Sorbisches Volkstheater, Chöre und Ensembles; dokumentiert durch Rundfunk und Studijo Lucija || ''offen'' || ''offen'' || teilweise: neuere Aufnahmen meist ursprünglich digital (siehe D1) || ältere Mitschnitte auf AV-Trägern (siehe B3)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''C3''' Rituale und Feste || Bräuche und Feste im Jahreslauf, u. a. Vogelhochzeit, Zampern, Zapust, Ostersingen, Osterreiten, Maibaum, Kirmes || Vereine, Dorfgemeinschaften, Kirchgemeinden || „Gesellschaftliche Bräuche und Feste der Lausitzer Sorben im Jahreslauf“ seit 2014 im Bundesweiten Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes&amp;lt;ref name=&amp;quot;ike&amp;quot;&amp;gt;Sorbisches Institut 2020: Aufruf und Fragebogen zur Erhebung sorbischer/wendischer Bräuche und Feste im Landkreis Spree-Neiße, 18.12.2020. URL: https://www.serbski-institut.de/wp-content/uploads/2022/03/IKE-Fragebogen-Aufruf_2020_12_189_DE.4701.pdf, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;iketour&amp;quot;&amp;gt;Sachsen-Tourismus 2025: Hintergrundtext Immaterielles Kulturerbe. URL: https://www.sachsen-tourismus.de/fileadmin/mediendatenbank_ALT/mediendatenbank/bilder/presse/rechercheideen/hintergrundtext-immaterielles-kulturerbe-2025.pdf, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; || teilweise: Erhebung im Landkreis Spree-Neiße durch das SI ab 2020, Ergebnisstand ''offen''&amp;lt;ref name=&amp;quot;ike&amp;quot;/&amp;gt;; Oberlausitz ''offen'' || teilweise || Praxis im Wandel; frühere Ausprägungen nur über Dokumentation greifbar (''Annahme'')&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''C4''' Wissen über Natur und Universum || Volksglaube, Heil- und Sammelwissen, religiöse Praxis || Familien, Kirchgemeinden || ''offen'' || ''offen'' || ''offen'' || Wissen oft bei wenigen, teils älteren Personen (SKR-Konzept, S. 8)&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''C5''' Traditionelles Handwerk || Ostereiverzierung, Trachtenherstellung und -pflege, Weben, Flachs und Leinen, Töpfern || Handwerkerinnen und Handwerker, Vereine, Heimatmuseen, z. B. Sorbische Webstube Drebkau&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;/&amp;gt;, Kólasko Drachhausen&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019b&amp;quot;/&amp;gt; || ''offen'' || ''offen'' || ''offen'' || Wissen an wenige Personen gebunden; fehlender Nachwuchs (SKR-Konzept, S. 8)&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''D1''' Born-digital || Websites, soziale Medien, Veranstaltungsmitschnitte, digitale Fotos und Videos, digitale Publikationen, Projektdaten || Studijo Lucija, Rundfunk, Verlage, Vereine, Einrichtungen || ''offen'' || kaum || – || '''hoch''': keine systematische Sicherung sorbischer Web- und Social-Media-Inhalte bekannt; Webarchivierung in Deutschland insgesamt lückenhaft&amp;lt;ref name=&amp;quot;webarchiv&amp;quot;&amp;gt;netzpolitik.org 2026: Kritische Infrastruktur: Bei der Web-Archivierung fehlt die Strategie. URL: https://netzpolitik.org/2026/kritische-infrastruktur-bei-der-web-archivierung-fehlt-die-strategie/, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;; Masterdateien teils nur beim Erzeuger&amp;lt;ref name=&amp;quot;lucija&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''D2''' Digitalisate || digitale Repräsentationen aus den Klassen A bis C || SI, SLUB, Museen, Projekte || SI: 1.634 Dokumente auf Sachsen.Digital (2021)&amp;lt;ref name=&amp;quot;ldp&amp;quot;/&amp;gt;; Sorabicon: zwölf veröffentlichte Sammlungen (2026)&amp;lt;ref name=&amp;quot;atlas&amp;quot;/&amp;gt; || teilweise: über Kataloge und die Deutsche Digitale Bibliothek nachgewiesen, teils als gemeinfrei gekennzeichnet&amp;lt;ref name=&amp;quot;ddb&amp;quot;&amp;gt;Deutsche Digitale Bibliothek o. J.: Wot togo narodu Jesu Christußa (1865), Datengeber: Sorbisches Institut / Sorbisches Kulturarchiv. URL: https://www.deutsche-digitale-bibliothek.de/item/3IVBZKDCQK6LHTOFW5HKYF235K6A4QEF, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; || – || Langzeiterhaltung teils ungeklärt: Projektdaten lagen bei einem Webhoster mit Datensicherung, die Langzeitarchivierung war „zu eruieren“&amp;lt;ref name=&amp;quot;dmp&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.2.3 Bestände mit vorrangigem Digitalisierungsbedarf ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als vorrangig gilt ein Bestand, wenn mindestens einer der folgenden Gründe zutrifft:&lt;br /&gt;
# '''Materialverfall oder veraltete Technik:''' Der Träger zerfällt, oder Abspielgeräte sind kaum noch verfügbar.&lt;br /&gt;
# '''Ungesicherte Betreuung:''' Nachfolge, Räume oder Trägerschaft sind nicht gesichert.&lt;br /&gt;
# '''Unikat ohne Sicherung:''' Es gibt weder eine Kopie noch einen Nachweis an anderer Stelle.&lt;br /&gt;
# '''Schwindendes Wissen:''' Trägerinnen und Träger einer Praxis oder Zeitzeugen können nur noch begrenzte Zeit befragt werden.&lt;br /&gt;
# '''Ungesicherte digitale Dateien:''' Masterdateien fehlen, es gibt kein Zielarchiv, oder die Dateiformate veralten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die '''Dringlichkeit''' ist &lt;br /&gt;
* ''hoch'', wenn Verlust oder Unzugänglichkeit innerhalb weniger Jahre wahrscheinlich sind, &lt;br /&gt;
* ''mittel'', wenn ein Risiko erkennbar ist, der Zeitrahmen aber offen ist, und &lt;br /&gt;
* ''offen'', wenn die Lage nicht bekannt ist. &lt;br /&gt;
Die Herkunft der Dringlichkeit ist mit '''G''' gekennzeichnet, wenn der Bedarf von Trägern oder in ihren Unterlagen genannt wurde, und mit '''A''', wenn er aus der Analyse abgeleitet ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|+ Bestände mit vorrangigem Digitalisierungsbedarf&lt;br /&gt;
! Bestand / Bestandsgruppe !! Träger !! Klasse !! Grund !! Dringlichkeit !! Herkunft !! Quelle&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Ton-, Video- und Filmbestände auf Magnetband und Film || SKA, SNE, Rundfunk, Amateurfilmer, Njepila-Hof u. a. || B3 || 1, 3 || hoch || A || &amp;lt;ref name=&amp;quot;mta&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;ska&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Sprache und Erzählwissen der letzten muttersprachlichen Sprecherinnen und Sprecher des Niedersorbischen || – || C1 || 4 || hoch || A || &amp;lt;ref name=&amp;quot;sprache&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Zwei private Ausstellungen in der Oberlausitz, von den Betreibern im Ruhestand allein und ohne Förderung betreut (Stand 2019) || privat || B4 || 2, 3 || hoch, sofern noch bestehend || G || &amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019b&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Private Sammlungen und Nachlässe, darunter Filme und Chroniken sowie ein Nachlass, dessen Sichtung und Bewertung 2019 erbeten wurde || privat || B1–B4 || 1, 2, 3 || hoch || G || &amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019b&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Veranstaltungsmitschnitte, die nur komprimiert und teilweise an das SKA gehen || Studijo Lucija || D1 (C2, C3) || 5 || hoch || A || &amp;lt;ref name=&amp;quot;lucija&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Inventar sorbischer Kulturdenkmale in Sachsen: analoge Negative und Dateien in veralteten Formaten (u. a. .wps, .wbk, .wks) || SI || B2, D1 || 1, 5 || mittel || A || &amp;lt;ref name=&amp;quot;dmp&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Sorbische Websites und soziale Medien || verschieden || D1 || 5 || mittel || A || &amp;lt;ref name=&amp;quot;webarchiv&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Archiv verschwundener Orte in Horno: Umzug 2019 geplant || Trägerschaft ''offen'' || B1, B2 || 2 || ''offen'' || G || &amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019b&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.2.4 Bedarfe der Kulturgutträger ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Neben dem Bedarf einzelner Bestände haben viele Kulturgutträger Bedarfe, die sie selbst betreffen. Sie werden hier gebündelt und der Seite des Angebots zugeordnet, an die sie sich richten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
! Bedarf !! Betroffene Träger !! Richtet sich an !! Herkunft !! Quelle&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Personal und Nachwuchs für Betreuung und Erfassung || kleine Museen, Heimatstuben, ehrenamtliche Sammlungsorte || Rahmen (F) || G || &amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;; SKR-Konzept, S. 7–8 und 29&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Laufende Finanzierung für Personal und Unterhalt; z. B. jährliches Ringen um Personalmittel in Dissen || kleine Museen || Rahmen (F) || G || &amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019b&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Fachliche Begleitung, Beratung und Schulung || kleine und ehrenamtliche Träger || K1–K3, Rahmen || G || &amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;; SKR-Konzept, S. 10 und 30&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Inventarisierung und digitale Erschließung; Nachholbedarf wegen Personalmangels „teils bestandsgefährdend“ || kleine Museen, private Sammlungen, auch die großen Museen || K1 || G || SKR-Konzept, S. 7&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;/&amp;gt;; &amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Vernetzung und Kooperation || kleine Museen || Rahmen (S) || G || &amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Sichtbarkeit und Präsentation || sorbische Museen, kleine Museen || K4 || G || &amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2020&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Sichtung und Bewertung von Nachlässen || private Nachlässe || K1, Prozessschritt „Bewerten“ || G || &amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019b&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Räume, Bausubstanz und Bewirtschaftung, z. B. Muzej Ćišinskeho, Dom Njechorńskeho || kleine Museen und Gedenkorte || Rahmen (Voraussetzung) || G || &amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019b&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Digitalisierung von Ton-, Film- und Fotobeständen als Dienstleistung || SKA, kleine und private Träger || K2 || A || –&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Verbindlicher Ort für die langfristige Erhaltung von Digitalisaten und ursprünglich digitalen Aufnahmen || Studijo Lucija, Projekte, kleine Träger || K3 || A || &amp;lt;ref name=&amp;quot;lucija&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;dmp&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Rechteklärung und Einwilligungen || Rundfunkproduktionen, Veranstaltungsaufnahmen || Rahmen || G (Rundfunk) / A || &amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Bedarfe des Sorbischen Museums und des Wendischen Museums || beide sorbischen Museen || K1–K4 || G || Digitalisierungskreis, Sitzung vom 21.04.2026 (''noch einzuarbeiten'')&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.2.5 Erste Befunde ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* '''Ein Gesamtüberblick über die Bestände fehlt.''' 2020 wurde festgestellt, dass eine systematische Registrierung des sorbischen Kulturerbes fehlt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2020&amp;quot;/&amp;gt; 2025 beschrieb das SI die Bedingungen an den Sammlungsorten als „von vorbildlich bis prekär“; vieles liege nur analog vor, und die Digitalisierung stehe überwiegend am Anfang.&amp;lt;ref name=&amp;quot;skrhandout&amp;quot;&amp;gt;Sorbisches Institut 2025: Handout zum Pressegespräch „Konzept Sorbisches Kulturregister“, 20.11.2025. URL: https://www.serbski-institut.de/wp-content/uploads/2025/11/2025-11-20_Handout-Pressegespraech-SKR_Konzept.pdf, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Ein Überblick sei derzeit nicht möglich, weil die Sammlungsorte technisch „fraktioniert oder gar inkompatibel“ arbeiten (SKR-Konzept, S. 8).&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
* '''Die bekannten Sammlungsorte sind nur ein Ausschnitt.''' Das SKR-Konzept nennt mehr als 70 Einrichtungen mit kulturerberelevantem Archivgut (S. 10). Im Arbeitskreis Lausitzer Museenland widmet sich etwa ein Drittel der 48 Heimatstuben und Regionalmuseen sorbischer Geschichte und Kultur (S. 7).&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;/&amp;gt; Die Arbeitsliste umfasst bisher rund 32 Orte.&amp;lt;ref name=&amp;quot;liste2026&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
* '''Zahlen gibt es nur für wenige große Träger.''' Für das Sorbische Museum, die Sorbische Zentralbibliothek und die Digitalisate des SI liegen Größenordnungen vor. Für das SKA, das Wendische Museum, die audiovisuellen Bestände und fast alle kleinen Träger fehlen sie.&lt;br /&gt;
* '''Wo der Zeitdruck am größten ist, ist am wenigsten bekannt.''' Das betrifft vor allem die analogen Ton-, Video- und Filmbestände sowie die Dokumentation des Niedersorbischen.&lt;br /&gt;
* '''Online sichtbar ist nur ein Bruchteil.''' Acht Häuser mit sorbischem Schwerpunkt haben zusammen 401 Objekte auf museum-digital veröffentlicht; das Heimatmuseum Dissen mit 6.700 inventarisierten Exponaten noch keines (SKR-Konzept, S. 8).&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
* '''Digital vorhanden heißt nicht gesichert.''' Ursprünglich digitale Aufnahmen und Projektdaten haben teils kein Zielarchiv oder liegen in veralteten Formaten vor (siehe 3.2.3). Wer diese Aufgabe übernimmt, untersuchen die Abschnitte 3.3 und 3.4.&lt;br /&gt;
* '''Das immaterielle Kulturerbe ist ungleich dokumentiert.''' Für die Niederlausitz gab es ab 2020 eine Erhebung der Bräuche und Feste,&amp;lt;ref name=&amp;quot;ike&amp;quot;/&amp;gt; für die Oberlausitz ist keine vergleichbare bekannt.&lt;br /&gt;
* '''Ein Teil des Erbes liegt außerhalb sorbischer Verantwortung oder außerhalb der Lausitz,''' etwa in Prag, Dresden und Görlitz, in Rundfunkarchiven und bei der DEFA-Überlieferung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Ist-Analyse kann damit Struktur und Schwerpunkte benennen, aber keine vollständige Bestandsübersicht ersetzen. Eine institutionsübergreifende Bestands- und Bedarfserhebung mit Prioritätenliste ist eine eigene Aufgabe (vgl. das Ziel 2028 in [[#1.1 Visionen und Ziele für die sorbische digitale Welt|Abschnitt 1.1]]) und wird bei den Maßnahmen aufgegriffen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.1.2 Bedarfe und Dringlichkeiten ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;background-color:#eef5fb;border-left:4px solid #5b9bd5;padding:0.7em 1em;margin:1em 0;&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Leitfrage:''' Welche Unterstützung benötigen die Kulturgutträger und welche Bedarfe sollten (+aus welchen Gründen) vorrangig bearbeitet werden?&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die bei Kulturgutträgern bestehenden Bedarfe sollten zunächst möglichst vollständig erhoben und anschließend zusammengeführt und eingeordnet werden. Dabei ist zwischen &amp;quot;von Akteuren ausdrücklich genannten Bedarfen&amp;quot; und &amp;quot;aus der Analyse zusätzlich abgeleiteten Bedarfen&amp;quot; zu unterscheiden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die weitere Erhebung und Analyse insbesondere zu prüfen:&lt;br /&gt;
* vorhandene Bedarfserhebungen, Gesprächsprotokolle und bisherige Tabellen zusammenführen&lt;br /&gt;
* Bedarfe möglichst den vier Kernfunktionen zuordnen:&lt;br /&gt;
** Nachweisen, beschreiben und verknüpfen,&lt;br /&gt;
** Digitalisieren und Qualität sichern,&lt;br /&gt;
** langfristig erhalten,&lt;br /&gt;
** zugänglich machen und Nutzung ermöglichen;&lt;br /&gt;
* zusätzlich übergreifende Bedarfe erfassen, beispielsweise:&lt;br /&gt;
** Personal und Fachkompetenz,&lt;br /&gt;
** Beratung und Schulung,&lt;br /&gt;
** Finanzierung,&lt;br /&gt;
** Rechteklärung und Datenschutz,&lt;br /&gt;
** Metadaten und gemeinsame Standards,&lt;br /&gt;
** technische Infrastruktur;&lt;br /&gt;
* Dringlichkeit anhand nachvollziehbarer Kriterien beurteilen, beispielsweise:&lt;br /&gt;
** drohender Verlust oder Materialverfall,&lt;br /&gt;
** fehlende personelle Nachfolge,&lt;br /&gt;
** gefährdete oder unbekannte Bestände,&lt;br /&gt;
** blockierende Abhängigkeit für weitere Digitalisierungsschritte,&lt;br /&gt;
** kulturelle oder sprachliche Bedeutung,&lt;br /&gt;
** erwartete Nutzung für Bildung, Forschung oder Öffentlichkeit&lt;br /&gt;
* unterscheiden zwischen Einzelfallbedarf und strukturellem Bedarf mehrerer Kulturgutträger&lt;br /&gt;
* soweit möglich erfassen, welche Bedarfe bereits durch bestehende Angebote abgedeckt werden und welche bislang offenbleiben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mögliches Ergebnis: priorisierte beziehungsweise nach Dringlichkeit geordnete Bedarfsübersicht mit Zuordnung zu Akteursgruppen und Kernfunktionen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== 3.2 Ist-Stand der vier Kernfunktionen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;background-color:#eef5fb;border-left:4px solid #5b9bd5;padding:0.7em 1em;margin:1em 0;&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Leitfrage:''' Welche Kernfunktionen werden durch bestehende Angebote / Dienste und Projekte bereits erfüllt – für welche Bestände, Akteure und Nutzungszwecke?&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Den Schwerpunkt der Ist-Analyse bildet die Frage, '''in welchem Umfang''' die vier zuvor bestimmten Kernfunktionen der Kulturerbe-Digitalisierung im sorbischen Kontext bereits erfüllt werden. Dabei reicht es nicht aus festzustellen, dass ein Projekt, eine Institution oder ein technisches System existiert. Zu prüfen ist vielmehr, welche Leistung tatsächlich verfügbar ist, welche Kulturgutträger und Bestände sie erreicht und welche Lücken verbleiben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für jede Kernfunktion sollte möglichst nach einer einheitlichen Logik untersucht werden:&lt;br /&gt;
* vorhandene Angebote, Systeme und Projekte&lt;br /&gt;
* verantwortliche Betreiber beziehungsweise Akteure&lt;br /&gt;
* Entwicklungs- und Betriebsstand&lt;br /&gt;
* erreichte Kulturgutträger, Bestände und Kulturgutarten&lt;br /&gt;
* abgedeckte Bedarfe&lt;br /&gt;
* technische und organisatorische Anschlussmöglichkeiten&lt;br /&gt;
* erkennbare Lücken, Risiken und offene Fragen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.2.1 Nachweisen, beschreiben und verknüpfen ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;background-color:#eef5fb;border-left:4px solid #5b9bd5;padding:0.7em 1em;margin:1em 0;&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Leitfrage:''' Wie vollständig und nutzbar werden sorbische Kulturgüter und Bestände heute nachgewiesen, beschrieben und miteinander verknüpft?&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die weitere Erhebung und Analyse insbesondere zu prüfen:&lt;br /&gt;
* Stand und tatsächlicher Funktionsumfang des Sorbischen/Wendischen Kulturregisters&lt;br /&gt;
* vorhandene institutionelle Kataloge, Inventare, Datenbanken und lokale Verzeichnisse&lt;br /&gt;
* welche Kulturgutarten, Einrichtungen und Regionen bereits erfasst sind&lt;br /&gt;
* welche Bestände bislang nur lokal, analog oder überhaupt nicht systematisch nachgewiesen werden&lt;br /&gt;
* verwendete Metadaten, Identifikatoren und Normdaten&lt;br /&gt;
* Möglichkeiten zur Übernahme beziehungsweise Verknüpfung bestehender Daten&lt;br /&gt;
* Anschlussmöglichkeiten:&lt;br /&gt;
** direkte Erfassung kleinerer Träger,&lt;br /&gt;
** Datenimport beziehungsweise Schnittstellen größerer Einrichtungen&lt;br /&gt;
* Mehrsprachigkeit und Umgang mit ober- und niedersorbischen Bezeichnungen&lt;br /&gt;
* Verhältnis zwischen institutionellen Beschreibungen, historischen Fremdbezeichnungen und sorbischen beziehungsweise lokalen Selbstbezeichnungen&lt;br /&gt;
* vorhandene Funktionen für Digitalisierungsstatus, Rechteinformationen und Priorisierung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.2.2 Digitalisieren und Qualität sichern ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;background-color:#eef5fb;border-left:4px solid #5b9bd5;padding:0.7em 1em;margin:1em 0;&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Leitfrage:''' Welche Kulturgüter können heute in welcher Qualität und Kapazität digitalisiert werden, und welche Kulturgutträger können diese Leistungen tatsächlich nutzen?&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die weitere Erhebung und Analyse insbesondere zu prüfen:&lt;br /&gt;
* aktueller Stand des Digitalisierungszentrums und weiterer Digitalisierungsangebote&lt;br /&gt;
* verfügbare technische Verfahren für unterschiedliche Kulturgutarten, beispielsweise:&lt;br /&gt;
** Schriftgut,&lt;br /&gt;
** Fotografien,&lt;br /&gt;
** Bücher und Zeitschriften,&lt;br /&gt;
** Tonaufnahmen,&lt;br /&gt;
** Film und Video,&lt;br /&gt;
** dreidimensionale Objekte&lt;br /&gt;
* stationäre, mobile und extern vergebene Digitalisierung&lt;br /&gt;
* vorhandene Kapazitäten und erkennbare Engpässe&lt;br /&gt;
* Zugangsmöglichkeiten für kleine und ehrenamtlich arbeitende Kulturgutträger&lt;br /&gt;
* Beratung vor der Digitalisierung&lt;br /&gt;
* Anforderungen an Vorbereitung, Metadaten und Rechteklärung&lt;br /&gt;
* vorhandene Qualitätsstandards und Qualitätskontrolle&lt;br /&gt;
* Unterstützung bei Ausschreibung beziehungsweise Beauftragung externer Dienstleister&lt;br /&gt;
* bisherige Digitalisierungsprojekte und deren Ergebnisse&lt;br /&gt;
* besonders gefährdete Bestände, für die kurzfristig Digitalisierungskapazität benötigt wird&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.2.3 Langfristig erhalten ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;background-color:#eef5fb;border-left:4px solid #5b9bd5;padding:0.7em 1em;margin:1em 0;&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Leitfrage:''' Für welche digitalen Bestände ist die langfristige Erhaltung organisatorisch und technisch tatsächlich abgesichert? &amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die weitere Erhebung und Analyse insbesondere zu prüfen:&lt;br /&gt;
* vorhandene Repositorien, digitale Archive und Speicherlösungen&lt;br /&gt;
* welche Einrichtungen bereits Digitalisate dauerhaft übernehmen können&lt;br /&gt;
* welche Digitalisate derzeit lediglich lokal oder projektbezogen gespeichert werden&lt;br /&gt;
* Unterschied zwischen:&lt;br /&gt;
** Ablage beziehungsweise Speicherung,&lt;br /&gt;
** Datensicherung,&lt;br /&gt;
** institutionellem Repositorium,&lt;br /&gt;
** digitaler Langzeiterhaltung;&lt;br /&gt;
* Verantwortlichkeiten für Übernahme, Erhaltung und spätere Datenmigration&lt;br /&gt;
* verwendete Master- und Nutzungsdateien&lt;br /&gt;
* Sicherungskopien, Prüfsummen und Wiederherstellungsverfahren&lt;br /&gt;
* verwendete beziehungsweise vorgesehene Erhaltungsmetadaten&lt;br /&gt;
* Möglichkeiten für kleinere Kulturgutträger, ihre Digitalisate an ein geeignetes Repositorium zu übergeben&lt;br /&gt;
* vorhandene Schnittstellen zwischen Digitalisierung und Repositorium&lt;br /&gt;
* organisatorische und finanzielle Absicherung des langfristigen Betriebs&lt;br /&gt;
* Digitalisate beziehungsweise Projekte identifizieren, deren dauerhafte Erhaltung derzeit ungeklärt ist&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.2.4 Zugänglich machen und Nutzung ermöglichen ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;background-color:#eef5fb;border-left:4px solid #5b9bd5;padding:0.7em 1em;margin:1em 0;&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Leitfrage:''' Welche digitalisierten Inhalte sind für welche Zielgruppen auffindbar, verständlich und im rechtlich beziehungsweise kulturell zulässigen Umfang nutzbar?&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die weitere Erhebung und Analyse insbesondere zu prüfen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* vorhandene Präsentations- und Nutzungssysteme, Portale und Online-Ausstellungen&lt;br /&gt;
* Funktion und Entwicklungsstand von Sorabicon sowie weiteren relevanten Angeboten&lt;br /&gt;
* welche Kulturgüter und Bestände bereits öffentlich zugänglich sind&lt;br /&gt;
* welche Zielgruppen angesprochen werden:&lt;br /&gt;
** Öffentlichkeit,&lt;br /&gt;
** Bildung,&lt;br /&gt;
** Forschung,&lt;br /&gt;
** sorbische Gemeinschaft,&lt;br /&gt;
** Tourismus und Kulturvermittlung;&lt;br /&gt;
* Ober- und Niedersorbisch sowie weitere benötigte Sprachen in Oberfläche, Metadaten und Inhalten&lt;br /&gt;
* Qualität der Kontextualisierung und Vermittlung&lt;br /&gt;
* Möglichkeiten für:&lt;br /&gt;
** Download,&lt;br /&gt;
** Zitation,&lt;br /&gt;
** Datenexport,&lt;br /&gt;
** Programmierschnittstellen,&lt;br /&gt;
** wissenschaftliche und kreative Nachnutzung&lt;br /&gt;
* Rechte- und Lizenzinformationen&lt;br /&gt;
* abgestufte Zugangsmöglichkeiten für sensible beziehungsweise eingeschränkt zugängliche Inhalte&lt;br /&gt;
* Barrierefreiheit beziehungsweise Barrierearmut&lt;br /&gt;
* Aktualisierung und Pflege präsentierter Inhalte&lt;br /&gt;
* soweit verfügbar tatsächliche Nutzung, Reichweite und Nachnutzung erfassen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.2.5 Zusammenspiel der Kernfunktionen in bestehenden Projekten ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;background-color:#eef5fb;border-left:4px solid #5b9bd5;padding:0.7em 1em;margin:1em 0;&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Leitfrage:''' Bei welchen bestehenden Vorhaben funktioniert der Weg vom Kulturgut über Erfassung und Digitalisierung bis zur langfristigen Erhaltung und Nutzung bereits durchgängig – und an welchen Übergängen bestehen Lücken?&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Neben dem Stand der einzelnen Kernfunktionen ist zu prüfen, '''ob diese auch tatsächlich zu einer durchgängigen Prozesskette verbunden sind'''. Ein vorhandenes Register, ein Digitalisierungszentrum, ein Repositorium und ein Präsentationsportal ergeben noch nicht automatisch einen funktionierenden Gesamtprozess.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die weitere Erhebung und Analyse insbesondere zu prüfen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* geeignete bestehende Projekte beziehungsweise Pilotvorhaben auswählen&lt;br /&gt;
* für diese Projekte die vollständige Prozesskette nachvollziehen:&lt;br /&gt;
** Erfassen,&lt;br /&gt;
** Registrieren,&lt;br /&gt;
** Bewerten und priorisieren,&lt;br /&gt;
** Digitalisieren,&lt;br /&gt;
** Archivieren beziehungsweise langfristig erhalten,&lt;br /&gt;
** Präsentieren und nachnutzen;&lt;br /&gt;
* untersuchen, welche Systeme und Akteure an den Übergaben beteiligt sind&lt;br /&gt;
* prüfen, ob Metadaten gemeinsam mit den Dateien weitergegeben werden&lt;br /&gt;
* prüfen, ob Rechte- und Zugangsangaben entlang der Prozesskette erhalten bleiben&lt;br /&gt;
* vorhandene manuelle Medienbrüche beziehungsweise Mehrfacherfassungen identifizieren&lt;br /&gt;
* unklare Zuständigkeiten und Übergabepunkte sichtbar machen&lt;br /&gt;
* positive Beispiele für bereits funktionierende Prozessketten dokumentieren&lt;br /&gt;
* aus Pilotprojekten bekannte Aufwände, Engpässe und Lernerfahrungen aufnehmen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== 3.3 Gemeinsame Regeln, Zusammenarbeit und dauerhafter Betrieb ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;background-color:#eef5fb;border-left:4px solid #5b9bd5;padding:0.7em 1em;margin:1em 0;&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Leitfrage:''' Sind die übergreifenden Voraussetzungen vorhanden, damit die einzelnen Angebote gemeinsam, verlässlich und dauerhaft funktionieren?&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Neben den einzelnen Kernfunktionen ist zu prüfen, ob '''gemeinsame organisatorische und fachliche Voraussetzungen''' vorhanden sind, damit die verschiedenen Angebote zusammenarbeiten und dauerhaft betrieben werden können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieser Abschnitt soll keine allgemeine oder abstrakte Governance-Analyse darstellen. Untersucht werden nur solche übergreifenden Fragen, die konkrete Auswirkungen auf die Digitalisierung des Kulturerbes und die spätere Ableitung von Maßnahmen haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.3.1 Zuständigkeiten, Beteiligung und Freigaben ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;background-color:#eef5fb;border-left:4px solid #5b9bd5;padding:0.7em 1em;margin:1em 0;&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Leitfrage:''' Wer entscheidet verbindlich über Auswahl, Priorisierung, Beschreibung, Digitalisierung, Veröffentlichung und Zugang, und wie sind die Kulturgutträger dabei beteiligt?&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
''Für die weitere Erhebung und Analyse insbesondere zu prüfen:''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* formelle und informelle Zuständigkeiten der beteiligten Institutionen&lt;br /&gt;
* Entscheidungsrechte bei Auswahl und Priorisierung von Beständen&lt;br /&gt;
* Verantwortlichkeiten für Rechteklärung und Veröffentlichung&lt;br /&gt;
* Beteiligung der jeweiligen Kulturgutträger&lt;br /&gt;
* Beteiligung sorbischer Fachleute und Angehöriger der Gemeinschaft bei kulturell sensiblen Inhalten&lt;br /&gt;
* vorhandene Freigabe- und Sperrverfahren&lt;br /&gt;
* Umgang mit nachträglichen Korrekturen oder Einschränkungen&lt;br /&gt;
* erkennbare Überschneidungen beziehungsweise ungeklärte Zuständigkeiten&lt;br /&gt;
* vorhandene Gremien oder Koordinierungsstrukturen&lt;br /&gt;
* prüfen, an welchen Stellen verbindliche Zuständigkeiten fehlen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.3.2 Gemeinsame Standards und Anschlussmöglichkeiten ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;background-color:#eef5fb;border-left:4px solid #5b9bd5;padding:0.7em 1em;margin:1em 0;&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Leitfrage:''' Welche gemeinsamen Regeln ermöglichen es unterschiedlichen Kulturgutträgern, Daten und Digitalisate in eine gemeinsame Infrastruktur einzubringen und zwischen den Kernfunktionen weiterzugeben?&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die weitere Erhebung und Analyse insbesondere zu prüfen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* vorhandene gemeinsame Metadatenstandards beziehungsweise Pflichtfelder&lt;br /&gt;
* verwendete Fachstandards einzelner Einrichtungen&lt;br /&gt;
* gemeinsame Regeln für Ober- und Niedersorbisch&lt;br /&gt;
* Dateiformate und Qualitätsanforderungen für unterschiedliche Kulturgutarten&lt;br /&gt;
* Identifikatoren und Normdaten&lt;br /&gt;
* Rechte- und Lizenzinformationen&lt;br /&gt;
* technische Schnittstellen und Datenexporte&lt;br /&gt;
* Übernahme vorhandener institutioneller Metadaten&lt;br /&gt;
* einfache Erfassungswege für kleinere Kulturgutträger&lt;br /&gt;
* Schnittstellen für Einrichtungen mit bestehenden Fachsystemen&lt;br /&gt;
* Möglichkeiten zur Weitergabe von Daten zwischen Register, Digitalisierung, Repositorium und Präsentation&lt;br /&gt;
* prüfen, wo fehlende Standards oder inkompatible Systeme den Austausch derzeit behindern&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.3.3 Personal, Finanzierung und Betreiberverantwortung ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;background-color:#eef5fb;border-left:4px solid #5b9bd5;padding:0.7em 1em;margin:1em 0;&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Leitfrage:''' Welche zentralen Leistungen sind dauerhaft personell, organisatorisch und finanziell abgesichert, und welche hängen noch von befristeten Projekten oder einzelnen Personen ab?&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die weitere Erhebung und Analyse insbesondere zu prüfen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Betreiber beziehungsweise verantwortliche Stellen für die vier Kernfunktionen&lt;br /&gt;
* dauerhafte Stellen gegenüber befristeten Projektstellen&lt;br /&gt;
* vorhandene beziehungsweise geplante Finanzierungsmodelle&lt;br /&gt;
* laufende Betriebs- und Pflegekosten&lt;br /&gt;
* personelle Kapazitäten und erkennbare Schlüsselpersonenrisiken&lt;br /&gt;
* Unterstützung kleiner und ehrenamtlich geführter Einrichtungen&lt;br /&gt;
* Finanzierung von&lt;br /&gt;
** Beratung,&lt;br /&gt;
** Digitalisierung,&lt;br /&gt;
** Speicher und Langzeiterhaltung,&lt;br /&gt;
** Datenpflege,&lt;br /&gt;
** Rechteklärung,&lt;br /&gt;
** technischer Wartung und Weiterentwicklung;&lt;br /&gt;
* Übergang von geförderten Projekten in einen dauerhaften Regelbetrieb&lt;br /&gt;
* vorhandene Betriebs-, Kooperations- und Übergabevereinbarungen&lt;br /&gt;
* erkennbare Risiken bei Auslaufen einzelner Förderungen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== 3.4 Gesamtbewertung und vorrangiger Handlungsbedarf ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;background-color:#eef5fb;border-left:4px solid #5b9bd5;padding:0.7em 1em;margin:1em 0;&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Leitfrage:''' Welche Bedarfe sind bereits ausreichend abgedeckt, wo liegen die entscheidenden Lücken und welche davon sollten vorrangig bearbeitet werden? &amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Ergebnisse der vorangegangenen Abschnitte werden abschließend zusammengeführt. Ziel ist noch nicht die vollständige Formulierung konkreter Maßnahmen, sondern zunächst eine begründete Bewertung des Ist-Standes und der wichtigsten Lücken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dabei sollte insbesondere unterschieden werden zwischen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* unmittelbar gefährdeten Kulturgütern beziehungsweise Beständen,&lt;br /&gt;
* strukturellen Lücken, die weitere Digitalisierungsschritte blockieren,&lt;br /&gt;
* fehlenden oder nur teilweise verfügbaren Kernfunktionen,&lt;br /&gt;
* nicht dauerhaft abgesicherten Angeboten,&lt;br /&gt;
* Verbesserungsmöglichkeiten bei bereits grundsätzlich funktionierenden Strukturen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die abschließende Bewertung insbesondere zu prüfen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Ergebnisse aus Akteurs-, Bestands- und Bedarfserhebung zusammenführen&lt;br /&gt;
* für jede der vier Kernfunktionen die wichtigsten Stärken und Lücken benennen&lt;br /&gt;
* übergreifende strukturelle Probleme aus Zuständigkeiten, Standards, Betrieb und Finanzierung ergänzen&lt;br /&gt;
* unterscheiden zwischen:&lt;br /&gt;
** fehlender Leistung,&lt;br /&gt;
** unzureichender Kapazität,&lt;br /&gt;
** fehlender Bekanntheit beziehungsweise Zugänglichkeit,&lt;br /&gt;
** fehlender Verbindung bestehender Angebote,&lt;br /&gt;
** ungeklärter Zuständigkeit,&lt;br /&gt;
** fehlender dauerhafter Absicherung;&lt;br /&gt;
* Dringlichkeit begründen, insbesondere anhand von:&lt;br /&gt;
** Verlustgefahr,&lt;br /&gt;
** blockierenden Abhängigkeiten,&lt;br /&gt;
** Anzahl beziehungsweise Bedeutung betroffener Kulturgutträger,&lt;br /&gt;
** kultureller und sprachlicher Bedeutung,&lt;br /&gt;
** Aufwand und Realisierbarkeit;&lt;br /&gt;
* offene Informationslücken ausdrücklich kennzeichnen&lt;br /&gt;
* aus den ermittelten Lücken anschließend Handlungsbedarfe ableiten&lt;br /&gt;
* konkrete Lösungsmaßnahmen erst im folgenden Maßnahmen- beziehungsweise Soll-Abschnitt festlegen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mögliche zusammenfassende Bewertungsmatrix:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot; style=&amp;quot;width:100%;&amp;quot;&lt;br /&gt;
! Bereich&lt;br /&gt;
! Belegter Ist-Stand&lt;br /&gt;
! Abgedeckte Bedarfe&lt;br /&gt;
! Lücke / Risiko&lt;br /&gt;
! Dringlichkeit&lt;br /&gt;
! Daraus abgeleiteter Handlungsbedarf&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| ''Beispiel: Nachweisen und Registrieren''&lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| ''Beispiel: Digitalisieren''&lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| ''Beispiel: Langfristig erhalten''&lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| ''Beispiel: Zugänglich machen und nutzen''&lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| ''Beispiel: gemeinsame Standards / Zusammenarbeit''&lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= Referenzen =&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Měrko Šenk</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://koncept.serbski-inkubator.de/index.php?title=12.3_Digitalisierung_des_Kulturerbes&amp;diff=1205</id>
		<title>12.3 Digitalisierung des Kulturerbes</title>
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		<updated>2026-10-29T14:05:31Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Měrko Šenk: /* 3.1.2 Schlüsselakteure */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;= 1 Einleitung =&lt;br /&gt;
Die Digitalisierung von sorbischem Kulturerbe ist eine historische Chance für uns Sorben, eine Chance, unser kulturelles Erbe neu zu entdecken, es für kommende Generationen zu erhalten, für eine breitere Öffentlichkeit zugänglich zu machen und dabei die eigene Deutungshoheit zu stärken. Das erfordert neben Mut, einer klaren gemeinsamen Vision, starker Zusammenarbeit zwischen den beteiligten Akteuren auch die notwendigen Ressourcen in Form von Personal mit entsprechenden Kompetenzen, passender Technik sowie einer nachhaltig gesicherten Finanzierung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im folgenden Abschnitt werden Zielbilder für die Digitalisierung des sorbischen Kulturerbes entworfen mittels lang- und kurzfristiger Visionen sowie konkreter Ziele.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== 1.1 Vision und Ziele für die sorbische digitale Welt ==&lt;br /&gt;
'''Vision'''&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
''Sorbisches materielles und immaterielles Kulturerbe ist systematisch digital erfasst, rechtssicher und langfristig gesichert, leicht auffindbar, offen nutzbar und wird aktiv von Interessierten genutzt.''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Konkrete Ziele'''&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Bis 2032 ist ein tragfähiges, finanziell und organisatorisch abgesichertes Modell etabliert, das:&lt;br /&gt;
* Ein zentrales (oder föderiertes) digitales Langzeitarchiv nach OAIS-Referenzmodell betreibt,&lt;br /&gt;
* klare Zuständigkeiten, Prozesse und Budgets definiert,&lt;br /&gt;
* regelmäßige Qualitätssicherung und Technik-Updates vorsieht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bis 2030 sind wichtige sorbische Kulturerbe-Bestände (Kernbestände nach fachlicher Festlegung) in hoher Qualität digitalisiert, beschrieben und im Langzeitarchiv gesichert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bis 2028 liegt eine institutionenübergreifende Übersicht über relevante Kulturerbe-Bestände (analog und digital, materiell und immateriell) vor, einschließlich einer Prioritätenliste für die Digitalisierung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bis 2028 existiert ein zentrales, nutzerfreundliches „Sorbisches Kulturerbe-Portal“, das:&lt;br /&gt;
* Suchzugang über alle teilnehmenden Institutionen ermöglicht,&lt;br /&gt;
* grundlegende Inhalte frei zugänglich bereitstellt,&lt;br /&gt;
* mehrsprachige Oberflächen anbietet (Deutsch, Obersorbisch, Niedersorbisch, Englisch).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= 2 Ist-Analyse „Digitalisierung von Kulturerbe“ =&lt;br /&gt;
Das Ziel in diesem Themenbereich ist es, sorbisches Kulturerbe digital zu verwalten und damit langfristig für Recherche, Nutzung und Präsentation vorzuhalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Abschnitt &amp;quot;IST-Analyse“ werden die folgenden Fragen beantwortet: Was ist sorbisches Kulturerbe und was zählt alles dazu? Welche Schritte durchläuft ein Kulturgut, um zum digitalen Kulturerbe zu gehören? Wie können die digitale Verwaltung, Archivierung, Nutzung und Präsentation von Kulturgütern umgesetzt werden?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die grundlegenden Terminologien des Kulturerbes sollen im Folgenden festgelegt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== 2.1 Terminologie – von Kultur zu Kulturerbe ==&lt;br /&gt;
In diesem Abschnitt werden die Begriffe rund um das Kulturerbe grundlegend definiert. Es soll ein Verständnis über die Begriffe Kultur, kulturelle Ausprägung, Kulturgut und Kulturerbe erreicht werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Dataja:Wobraz_K1.png|center|260px]]&amp;lt;ref&amp;gt;Mermaid Flowchart Code: [https://mermaid.live/edit#pako:eNpF0UtuwyAQBuCroFlaTuRHTGMvKuWxq7pqV627IGZso2CIMChtk9ymN-nFimmasmJGfP-AOEGjOUIFrdTHpmfGkudtrWpF_Fq9RtGDk9aZKHojU-_aJ7PZ_bmGgSnR4mgFejaKpidC1XAmq8zDfYAoJZKVG7lxzX5stRl81C0_uwYdheGEubHD4_dXLy1hcpyC1rcLdM4GOLH1Ve2E5Gj9TPLkhgEnsLkBNDsMAmLojOBQWeMwhgHNwKYSTuFBYHucbOW3HFvmcQ21unh2YOpF6-FPGu26HqrW381X7sCZxa1gnWH_R1BxNBvtlIUqTUMEVCd49xVdzpeLMs1pXmRFXiY0hg-o8iyZL_LFXZaVSTJ1LzF8hqHJnBZ5WhZLWt5RmtIsBuTCavP4-2Hh3y4_NXaMmw hier klicken], abgerufen am 22.09.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.1.1 Kultur ===&lt;br /&gt;
Kultur bezeichnet hier die Gesamtheit aller '''vom Menschen geschaffenen und erlernten Ausdrucksformen''' des Lebens, die auf gemeinsamen Werten und Verhaltensweisen beruhen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;wiki-kultur&amp;quot;&amp;gt;URL: https://de.wikipedia.org/wiki/Kultur&amp;lt;/ref&amp;gt; Dazu zählen '''materielle Ergebnisse''' (z. B. Kunstwerke, Technik) ebenso wie '''immaterielle Praktiken''' (Sprache, Bräuche, Wissen). Kultur umfasst laut der UNESCO geistige, materielle, intellektuelle und emotionale Merkmale, die eine Gesellschaft oder soziale Gruppe kennzeichnen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;mondiacult&amp;quot;&amp;gt;UNESCO 1982: Mexico City Declaration on Cultural Policies (MONDIACULT). URL: https://www.lacult.unesco.org/docc/1982_MONDIACULT.pdf&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;ref name=&amp;quot;cultureaction&amp;quot;&amp;gt;Culture Action Europe 2024: The State of Culture report. URL: https://cultureactioneurope.org/de/news/the-state-of-culture-report-published, abgerufen am 01.10.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;  Sie ist dynamisch und wird von jeder Generation neu gestaltet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das deutsche Wort „Kultur“ ist eine Eindeutschung des lateinischen Worts „cultura“. Dieses bedeutet ursprünglich „Bebauung, Bearbeitung, Bestellung, Pflege“ und meinte sowohl die physische Bearbeitung als auch die Pflege geistiger Güter, z. B. der Sprache.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.1.2 Kulturelle Ausdrucksform ===&lt;br /&gt;
Eine kulturelle Ausdrucksform ist eine '''konkrete, gegenwärtige oder historische, Manifestation von Kultur''', bspw. eine Zeichnung, eine Tracht oder ein Lied: Sie macht die Kultur sichtbar und erlebbar. Im engeren Sinne ist es eine Ausdrucksweise, die aus der Kreativität einer Person, Gruppe oder Gesellschaft entsteht und '''kulturellen Inhalt''' trägt (symbolische Bedeutung, künstlerische Dimension, kulturelle Werte).&amp;lt;ref&amp;gt;Österreichische UNESCO-Kommission 2007: Übereinkommen zum Schutz und zur Förderung der Vielfalt kultureller Ausdrucksformen, Art. 4, Seite 13. URL: https://www.unesco.at/fileadmin/Redaktion/Publikationen/Publikations-Dokumente/2005er_UNESCO-Convention_German.pdf, abgerufen am 22.09.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt; Sie wird innerhalb und zwischen Gemeinschaften weitergegeben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Alle kulturellen Ausdrucksformen bilden einen wesentlichen Kern von Kultur, aber Kultur enthält auch latente Dimensionen (Werte, Normen, Vorannahmen etc.), die nicht unmittelbar als Ausdrucksform erscheinen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.1.3 Kulturgut ===&lt;br /&gt;
Ein „Kulturgut“ ist '''eine einzelne kulturelle Ausdrucksform''', der ein '''besonderer kultureller Wert zugemessen wird''' (durch Anerkennung, Schutz, Bedeutung). Es ist somit ein Erzeugnis menschlicher Kreativität oder Zeugnis menschlichen Lebens, welches '''Bedeutung für die Kultur einer Gemeinschaft''' hat und daher '''Bestand haben und bewahrt werden soll'''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die '''Summe aller Kulturgüter''' einer Gemeinschaft wird als dessen '''Kulturerbe''' bezeichnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.1.4 Kulturerbe ===&lt;br /&gt;
Kulturerbe ist die '''Summe der materiellen und immateriellen Ausdrucksformen''' (= Kulturgüter) einer Kultur, die als „'''bewahrenswert'''“ anerkannt wurden. International umfasst das u. a. das '''Welterbe''' (Denkmäler, Ensembles, Stätten)&amp;lt;ref&amp;gt;UNESCO (1972), Welterbekonvention, Art. 1. URL: https://www.dnk.de/wp-content/uploads/2021/02/1972_DNK_UNESCO-Welterbekonvention.pdf (abgerufen am 11.09.2025).&amp;lt;/ref&amp;gt; und das '''Immaterielles Kulturerbe''' (Praktiken, Wissen).&amp;lt;ref&amp;gt;Deutsche UNESCO-Kommission o. J.:, Übereinkommen zur Erhaltung des immateriellen Kulturerbes (dt. Ausgabe). URL: https://www.unesco.de/assets/dokumente/Deutsche_UNESCO-Kommission/02_Publikationen/Publikation_UNESCO-%C3%9Cbereinkommen_zur_Erhaltung_des_immateriellen_Kulturerbes_01.pdf, (abgerufen am 11.09.2025).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ob etwas „zum Kulturerbe“ zählt, ist Ergebnis von Bewertung, Diskurs und teils formellen Verfahren. Dem Sorbischen Kulturregister (SKR) zufolge ist „sorbisch-wendisches Kulturerbe“ eine Zuschreibung, die durch Gesellschaft, Museen, Archive und Wissenschaft erfolgen kann.&amp;lt;ref&amp;gt;Sorbisches Institut 2025: Konzept für ein Sorbisches Kulturregister (SKR). URL: https://www.serbski-institut.de/wp-content/uploads/2021/11/00_Zweite-aktualisierte-Fassung_Konzept_Sorbisches-Kulturregister_20.11.2025.pdf, abgerufen am 20.11.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.1.5 Abgrenzung: Kultur und Kulturerbe ===&lt;br /&gt;
'''Kultur / Kulturelle Ausdrucksform''' sind als Begriffe weiter gefasst als '''Kulturgut / Kulturerbe'''. Kulturelle Ausdrucksformen umfassen alles Gelebte und Gestaltete einer Gemeinschaft in Gegenwart und Vergangenheit, während Kulturgut / Kulturerbe diejenigen kulturellen Güter und Traditionen meint, denen eine Bedeutung beigemessen wurde und die als bewahrens- und weitergebenswert erkannt wurden. Kultur ist der „aktuelle“ kreative Prozess (einschließlich Popkultur, Alltagskultur), Kulturerbe der daraus überkommene Schatz. Dennoch sind die Grenzen fließend: Was heute nur Kultur ist, kann morgen zum Kulturerbe erklärt werden – abhängig von Wertzuschreibung und Diskurs.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Rahmen dieses Dokuments werden für den sorbischen Kontext die Begriffe '''„kulturelle Ausdrucksform“''' und '''„Kulturgut“''' weitgehend '''synonym''' verwendet, sofern nicht ausdrücklich anders gekennzeichnet. Hintergrund ist, dass die Gesamtzahl der identifizierbaren kulturellen Ausdrucksformen einer kleinen Minderheit wie der Sorben/Wenden im Vergleich zu großen Mehrheitsgesellschaften überschaubar ist. Zugleich ist der Anteil dieser Ausdrucksformen, denen in der Community ein besonderer Wert beigemessen wird und die daher faktisch als Kulturgut wahrgenommen und behandelt werden, sehr hoch: Ein großer Teil des gelebten kulturellen Repertoires wird als identitätsstiftend und bewahrenswert verstanden und damit dem Kulturerbe zugerechnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== 2.2 Klassifizierung von Kulturgütern ==&lt;br /&gt;
Im Folgenden soll eine griffige Klassifizierung von Kulturgütern entwickelt werden, so dass pro Kulturgut-Klasse später auf die Besonderheiten ihrer Digitalisierung eingegangen werden kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Dataja:Wobraz_K2.png|center|600px]]&amp;lt;ref&amp;gt;Mermaid Flowchart Code: [https://mermaid.live/edit#pako:eNptlM9u00AQxl9ltFWoFDlp_C9OjISU2KSgUCq1BSRIDxt77Syxd6v1mkKjSDwBlThw4YCEeuXOoeLSN-EF4BHYjZOQQG67-32_2ZnZsWco4jFBPqrVZpRR6cNsP8n4ZTTBQu7rHVP66QWOKEvV3nQM2BeYTf8eea35fF6rjdiIrUl4cjJiAMPDV_X6sMxkKdJS1uvnvu9PtRGgp5ReE46wJIKSLIOf779CycbkkqQZjSb1Ovz-cv351_drDWGN9BXS_xfZBj7dLoGxBgIFBE14nOcrZGH68E07Iu0IlSNsQkhTKnGlfvyh1bjKcngIjcYD6G2s-xvrYGMdLuuqAFOXZ0IflzFh0xxn5OBU3t1ISZhqw6KaKpo29k04jSaCJrLq0oZsa9mCAZc8FTihhBnQp1ksxd1NSsS22dFmG3oMZzwl0HveONtlc7XNATtsHI9fk6kkC3nRsKoqnVNgwrFQaUOvLGJRRtMi4SJfZ790WtppQYhFIVV7CYsJDO9uWbEMujbqOgIbTqgsddB7MCD_eXT6gQMvaFEQBlclPMVqcA6eMfqGiKLMt926isCFM4FjKiln-voCHmEWXxIxXZcUVo-jSwrVe3DBGvHqtc83DLqS0FpNAi3wRluiDBdFSBIYQ0KzzN_r265jPjQinnHh7yVJYhRS8ClZKfe3KLyk2oHneuEuqlK2qWhJWYPOwGnvoiplm4qXVMd17V5rF1UpikIGSgWNkS9FSQyUE5FjvUUzHXGE5ITkZIR8tYxJgtVXPEIjNlfYBWYvOc9XpOBlOkF-grNC7cqLWPUupFjNa74-FXo0RMBLJpFvWtYiCPJn6C3yG7bTNO2u6Tidrue0W13HQO_Usdtquuqg1bG6TtvzPNuZG-hqcXGr2baV5NhuyzId13XbBiJqDrg4qn5ni7_a_A_W9oMu hier klicken], abgerufen am 22.09.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.2.1 A. Materiell - unbeweglich 🏛️ ===&lt;br /&gt;
„Materiell - unbeweglich&amp;quot; bezeichnet ortsfeste Kulturobjekte wie Bauwerke, Ensembles, Gebäudekomplexe und Stätten/Kulturlandschaften, wie sie in Art. 1 der UNESCO-Welterbekonvention als Kategorien des kulturellen Erbes definiert sind.&amp;lt;ref&amp;gt;UNESCO World Heritage Centre o. J.: Convention Concerning the Protection of the World Cultural and Natural Heritage, Artikel 1. URL: https://whc.unesco.org/en/conventiontext/, abgerufen am 01.10.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.2.2 B. Materiell - beweglich 🖼️ ===&lt;br /&gt;
Die Kategorie „Materiell - beweglich&amp;quot; umfasst bewegliche Sachen bzw. Sachgesamtheiten von kulturellem Wert (z. B. Objekte, Sammlungen), wie sie das deutsche Kulturgutschutzgesetz (§ 2 KGSG)&amp;lt;ref&amp;gt;Deutschland 2016: Kulturgutschutzgesetz (KGSG), § 2. URL: https://www.buzer.de/2_KGSG.htm, abgerufen am 01.10.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt; als „Kulturgut“ beschreibt.&lt;br /&gt;
* B1 '''Schriftgut''' - Bücher, Zeitungen, Handschriften, Archivgut, Graphiken, Pläne, Karten&lt;br /&gt;
* B2 '''Fotografien &amp;amp; Bildträger''' &lt;br /&gt;
** Fotografisch erzeugte statische Bildträger, auch Stillbildträger genannt, z. B. Positive/Negative auf Film/Platte/Photopapier, Dias, Abzüge, Mikrofilm/-fiche und vergleichbare fotografische Repro-Träger.&lt;br /&gt;
* B3 '''Analoge AV-Träger''' (Audio/Video/Film)&lt;br /&gt;
** Analoge zeitbasierte Medien, z. B. Magnetton (Tonband, Kassette), Schallplatte, Videobänder, Film.&lt;br /&gt;
* B4 '''3D-Objekte''' - Gegenstände, „sachkulturelle Artefakte“&amp;lt;ref&amp;gt;Sorbisches Institut o. J.: Konzept zum Digitalisierungszentrum am Sorbischen Institut, S. 24.&lt;br /&gt;
(Unveröffentlichtes Konzeptpapier; interne Projektunterlage.)&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.2.3 C. Immateriell 🎭 ===&lt;br /&gt;
Meint lebendige Praktiken, Darstellungen, Ausdrucksformen, Ideen, Werte, Wissen und Fertigkeiten, die von Gemeinschaften getragen und weitergegeben werden, gemäß der folgenden 5 UNESCO ICH-Domänen.&amp;lt;ref&amp;gt;UNESCO o. J.: Intangible Cultural Heritage – Five Domains. URL: https://ich.unesco.org/doc/src/01857-EN.pdf, abgerufen am 01.10.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* C1 '''Orale Traditionen/Ausdrucksformen''' - Sprache, Gesangstraditionen&lt;br /&gt;
* C2 '''Darstellende Künste''' - Musik, Tanz, Theater&lt;br /&gt;
* C3 '''Rituale &amp;amp; Feste''' - Bräuche und soziale Praktiken des Kalenders und Lebenslaufs&lt;br /&gt;
* C4 '''Wissen &amp;amp; Praktiken''' zu Natur &amp;amp; Universum - Heil- und Sammelkenntnisse, ökologisches und astronomisches Wissen, Glaube, Religion&lt;br /&gt;
* C5 '''Traditionelles Handwerk''' - Techniken, Werkzeuge und Gestaltungsmuster&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.2.4 D. Digital 💾 ===&lt;br /&gt;
Bezeichnet in digitaler Form vorliegende Ressourcen menschlichen Wissens und Ausdrucks. Diese können sowohl born-digital sein als auch digitalisierte Repräsentationen von materiellen und immateriellen Kulturgütern.&amp;lt;ref&amp;gt;UNESCO 2003: Charter on the Preservation of Digital Heritage. URL: https://www.unesco.org/en/legal-affairs/charter-preservation-digital-heritage, abgerufen am 01.10.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* D1 '''Born-digital''' (ursprünglich digital erzeugt, kein analoges Original), z. B. Webseiten, Social-Media-Beiträge, Software, Apps, Spiele, digitale Fotos/Audio/Video.&lt;br /&gt;
* D2 '''Digitalisate''' - Digitalisierte Repräsentationen/Derivate aus den Klassen A, B und C.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== 2.3 Begriffe und Kernfunktionen ==&lt;br /&gt;
Die vorherigen Abschnitte haben geklärt, was unter Kulturerbe verstanden wird und welche Arten von Kulturgütern unterschieden werden. Bevor der nachfolgende Abschnitt den Prozess der Kulturerbe-Digitalisierung beschreibt, werden in diesem Abschnitt die dafür wichtigsten Arbeitsbegriffe und Funktionen erläutert. Der Abschnitt soll dabei die Frage beantworten: Welche Arbeitsabläufe und Funktionen sind notwendig, damit Kulturgüter nicht nur digital erfasst, sondern auch gefunden, verstanden, gesichert und genutzt werden können?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Erläuterungen sollen eine gemeinsame und leicht verständliche Grundlage schaffen für alle, die an der Digitalisierung von Kulturerbe interessiert sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.3.1 Vom Kulturgut zur digitalen Repräsentation ===&lt;br /&gt;
Dieser Abschnitt erklärt, was bei einer Digitalisierung entsteht und wie sich das digitale Ergebnis vom ursprünglichen Kulturgut unterscheidet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
! Begriff&lt;br /&gt;
! Erklärung&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Digitalisierung von Kulturerbe'''&lt;br /&gt;
| Digitalisierung bezeichnet in diesem Konzept den gesamten zusammenhängenden Prozess: Kulturgüter erfassen, beschreiben und bewerten, digitale Repräsentationen erzeugen oder übernehmen, ihre Qualität prüfen, sie sichern und für die Nutzung zugänglich machen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;DFG2016&amp;quot;&amp;gt;Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) 2016: Praxisregeln „Digitalisierung“, insbesondere S. 13 und 41-44. URL: https://www.dfg.de/resource/blob/176108/898bf3574ad0ff3b1db525fa7d04c86c/12-151-v1216-de-data.pdf, abgerufen am 16.07.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Bei ursprünglich digital entstandenen Kulturgütern – auch ''born digital'' genannt – entfällt die Überführung aus einem analogen Original; die weiteren Aufgaben bleiben bestehen.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Digitalisat und digitale Repräsentation'''&lt;br /&gt;
| Ein '''Digitalisat''' ist ein digitales Abbild eines analogen Kulturguts, beispielsweise ein Scan einer Handschrift oder ein Foto eines Museumsobjekts. Der weitere Begriff '''digitale Repräsentation''' umfasst auch Audio-, Video- oder 3D-Dokumentationen einer immateriellen kulturellen Praxis. Die digitale Repräsentation ersetzt weder das materielle Kulturgut noch die lebendige Praxis.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Masterdatei und Nutzungsderivat'''&lt;br /&gt;
| Die '''Masterdatei''' ist die möglichst hochwertige und qualitätsgeprüfte Ausgangsdatei. Sie wird für die langfristige Sicherung und spätere Bearbeitungen aufbewahrt. Ein '''Nutzungsderivat''' ist eine daraus erzeugte, an einen bestimmten Zweck angepasste Datei, beispielsweise ein kleineres Bild für eine Internetseite.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Digitales Objekt'''&lt;br /&gt;
| Als '''digitales Objekt''' wird in diesem Konzept eine zusammengehörige digitale Einheit bezeichnet. Sie kann aus einer oder mehreren Dateien, den zugehörigen Metadaten und ihren Verknüpfungen bestehen. Ein digitales Objekt kann ein Digitalisat oder ein ursprünglich digital entstandenes Kulturgut sein.&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
''Beispiel:'' Das verzierte sorbische Osterei bleibt das materielle Kulturgut. Hochauflösende Fotografien, ein 3D-Modell und die dazugehörigen Beschreibungen bilden gemeinsam seine digitale Repräsentation.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.3.2 Vier Kernfunktionen ===&lt;br /&gt;
Als '''Kernfunktionen der Kulturerbe-Digitalisierung''' werden im Folgenden vier dauerhaft zu erfüllende Aufgabenbereiche bezeichnet. Sie beschreiben, was für eine nachhaltige Digitalisierung von Kulturerbe geleistet werden muss, unabhängig davon, welche Institution oder welches technische System die jeweilige Funktion übernimmt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
! Kernfunktion&lt;br /&gt;
! Typische organisatorisch-technische Umsetzung&lt;br /&gt;
! Hauptaufgabe&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Nachweisen, beschreiben und verknüpfen'''&lt;br /&gt;
| Register oder Katalog&lt;br /&gt;
| Macht sichtbar, welche Kulturgüter vorhanden sind, wo sie sich befinden und in welchem Zusammenhang sie stehen. Ein Registereintrag kann bereits bestehen, bevor ein Digitalisat angefertigt wurde. &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Digitalisieren und Qualität sichern'''&lt;br /&gt;
| Digitalisierungszentrum oder Digitalisierungsdienst&lt;br /&gt;
| Erzeugt bzw. übernimmt digitale Repräsentationen, prüft sie und bereitet Dateien und Metadaten für die weitere Verarbeitung vor. Geliefert werden bspw. geprüfte Masterdateien und Nutzungsderivate. &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Langfristig erhalten'''&lt;br /&gt;
| Repositorium oder digitales Langzeitarchiv&lt;br /&gt;
| Übernimmt Dateien und Metadaten, speichert und verwaltet sie und erhält sie über technische und organisatorische Veränderungen hinweg dauerhaft nutzbar.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Zugänglich machen und Nutzung ermöglichen'''&lt;br /&gt;
| Präsentations- und Nutzungssystem&lt;br /&gt;
| Führt beschreibende Informationen und digitale Medien für Nutzerinnen und Nutzer zusammen. Es ermöglicht beispielsweise Suche, Anzeige, Kontextualisierung, Vermittlung und – soweit zulässig – Nachnutzung. &lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese '''Kernfunktionen''' beschreiben zunächst nicht zwingend getrennte Institutionen oder Systeme. Eine Einrichtung kann mehrere Kernfunktionen übernehmen. Umgekehrt kann eine Kernfunktion auf mehrere Einrichtungen oder technische Systeme verteilt sein. Entscheidend sind klare Zuständigkeiten, verlässliche Übergaben und gemeinsame Standards.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vereinfacht lässt sich das Zusammenspiel so zusammenfassen:&lt;br /&gt;
# Das '''Register oder der Katalog''' beschreibt und verknüpft das Kulturgut.&lt;br /&gt;
# Der '''Digitalisierungsdienst''' erzeugt und prüft seine digitale Repräsentation.&lt;br /&gt;
# Das '''Repositorium oder digitale Archiv''' übernimmt und erhält die Dateien.&lt;br /&gt;
# Das '''Präsentationssystem''' führt Beschreibungen und Medien für die Nutzung zusammen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die konkrete Ausgestaltung kann zentral, dezentral oder als Verbund mehrerer Systeme erfolgen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.3.3 Register ===&lt;br /&gt;
Die folgende Tabelle erklärt, wie Kulturgüter so erfasst, beschrieben und verknüpft werden, dass sie eindeutig zugeordnet, wiedergefunden und nach einheitlichen Regeln weiterverarbeitet werden können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
! Begriff&lt;br /&gt;
! Erklärung&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Erschließung, Verzeichnung und Registrierung'''&lt;br /&gt;
| '''Erschließung''' ist der übergeordnete Vorgang, bei dem ein Kulturgut identifiziert, beschrieben und in seinen Zusammenhang eingeordnet wird. '''Verzeichnung''' bezeichnet seine strukturierte dokumentarische Beschreibung. '''Registrierung''' bedeutet die Aufnahme in ein konkretes Register, einen Katalog oder ein Sammlungssystem. Ein Kulturgut kann bereits registriert werden, bevor ein Digitalisat vorhanden ist.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Metadaten'''&lt;br /&gt;
| Metadaten sind strukturierte Informationen über ein Kulturgut und seine digitalen Repräsentationen. Dazu gehören beispielsweise Titel, Herkunft, beteiligte Personen, Ort, Zeit, kultureller Kontext, Rechte, Dateieigenschaften und Bearbeitungsschritte. Je nach Zweck werden beschreibende, technische, rechtliche und erhaltungsbezogene Metadaten unterschieden. Sie machen Kulturgüter auffindbar, verständlich, verwaltbar und langfristig nutzbar.&amp;lt;ref name=&amp;quot;PREMIS&amp;quot;&amp;gt;Library of Congress o. J.: PREMIS – Preservation Metadata: Implementation Strategies. Internationaler Standard für Erhaltungsmetadaten. URL: https://www.loc.gov/standards/premis/, abgerufen am 16.07.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Persistenter Identifikator'''&lt;br /&gt;
| Ein '''persistenter Identifikator''' ist eine dauerhafte und eindeutige Kennung für ein Kulturgut, einen Datensatz oder eine digitale Ressource. Die Kennung bleibt bestehen, auch wenn sich der technische Speicherort oder die Internetadresse ändern. Dadurch können Kulturgüter dauerhaft zitiert und zwischen Systemen verknüpft werden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;DFG2016&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Metadaten sind keine bloße Beigabe zu einer Datei. Ohne ausreichende Beschreibungen kann ein Digitalisat zwar technisch vorhanden sein, später aber kaum gefunden, verstanden oder zuverlässig zugeordnet werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.3.4 Digitalisierungsdienst und Archiv ===&lt;br /&gt;
Die folgende Tabelle erklärt was erforderlich ist, damit Kulturgüter digitalisiert werden und nicht nur heute gespeichert sind, sondern auch nach technischen und organisatorischen Veränderungen noch gefunden, verstanden und genutzt werden können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
! Begriff&lt;br /&gt;
! Erklärung&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Repositorium'''&lt;br /&gt;
| Ein '''Repositorium''', auch ''Repository'' genannt, ist eine verwaltete technische Umgebung, in der digitale Objekte und ihre Metadaten übernommen, gespeichert, geordnet, verwaltet und bereitgestellt werden. Ein Repositorium kann Teil eines digitalen Archivs sein. Nicht jedes Repositorium erfüllt jedoch automatisch alle Anforderungen der Langzeiterhaltung.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Digitales Archiv oder digitales Langzeitarchiv'''&lt;br /&gt;
| Ein digitales Archiv ist mehr als ein Server oder ein Speicherprogramm. Es verbindet eine verantwortliche Organisation, fachkundiges Personal, Regeln, Arbeitsabläufe und technische Systeme. Es übernimmt die Verantwortung dafür, digitale Informationen langfristig zu erhalten und für festgelegte Nutzergruppen zugänglich zu machen. Das internationale Referenzmodell '''Open Archival Information System''' (OAIS, offenes Archiv-Informationssystem) bietet hierfür einen fachlichen Rahmen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;OAIS2024&amp;quot;&amp;gt;Consultative Committee for Space Data Systems (CCSDS) 2024: Reference Model for an Open Archival Information System (OAIS), CCSDS 650.0-M-3, insbesondere S. 1-1–1-2 und 2-1–2-2. URL: https://ccsds.org/Pubs/650x0m3.pdf, abgerufen am 16.07.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Ingest oder kontrollierte Übernahme'''&lt;br /&gt;
| '''Ingest''' bezeichnet die kontrollierte Übernahme digitaler Dateien und Metadaten in ein Repositorium oder digitales Archiv. Dabei werden beispielsweise Vollständigkeit, Dateiformate, Metadaten und Dateiintegrität geprüft und die Übernahme dokumentiert.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Langzeitverfügbarkeit und digitale Langzeiterhaltung'''&lt;br /&gt;
| '''Langzeitverfügbarkeit''' ist das Ziel, digitale Inhalte über technische und organisatorische Veränderungen hinweg auffindbar, lesbar, verständlich und nutzbar zu halten. '''Digitale Langzeiterhaltung''' bezeichnet die dafür notwendigen fortlaufenden Maßnahmen. Dazu können mehrere Speicherorte, regelmäßige Prüfungen, Formatüberwachung, technische Migrationen und eine nachvollziehbare Dokumentation gehören. „Langfristig“ bezeichnet dabei keine feste Zahl von Jahren, sondern einen Zeitraum, in dem mit veränderten Technologien, Formaten und Nutzungsanforderungen gerechnet werden muss.&amp;lt;ref name=&amp;quot;OAIS2024&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Datensicherung oder Backup'''&lt;br /&gt;
| Ein '''Backup''' ist eine zusätzliche Sicherungskopie, aus der Dateien nach einem Verlust oder technischen Ausfall wiederhergestellt werden können. Backups sind notwendig, ersetzen aber keine Langzeiterhaltung: Sie regeln allein noch keine dauerhaften Zuständigkeiten, Metadaten, Formatüberwachung, Integritätsprüfungen oder langfristige Zugänglichkeit.&amp;lt;ref name=&amp;quot;DPCStorage&amp;quot;&amp;gt;Digital Preservation Coalition o. J.: Digital Preservation Handbook – Storage. URL: https://www.dpconline.org/handbook/organisational-activities/storage, abgerufen am 16.07.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Integrität und Authentizität'''&lt;br /&gt;
| '''Integrität''' bedeutet, dass unbeabsichtigte Veränderungen oder Beschädigungen einer Datei erkannt werden können. Dafür werden häufig Prüfsummen verwendet - digitale Kontrollwerte, die regelmäßig verglichen werden. '''Authentizität''' bedeutet, dass Herkunft, Identität und Bearbeitungsgeschichte eines digitalen Objekts nachvollziehbar sind und belegt werden kann, dass es das ist, was es zu sein vorgibt.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Dateiformat und Datenformat'''&lt;br /&gt;
| Ein '''Dateiformat''' legt den technischen Aufbau einer einzelnen Datei fest. Ein '''Datenformat''' beschreibt, wie Informationen strukturiert und zwischen Systemen ausgetauscht werden. Gut dokumentierte, verbreitete und möglichst offen beschriebene Formate erleichtern den Austausch und die langfristige Nutzung. Sie ersetzen jedoch keine aktive Langzeiterhaltung.&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Merksatz:''' Speichern ist nicht dasselbe wie langfristiges Erhalten. Auch ein vorhandenes Backup ist noch kein digitales Langzeitarchiv.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.3.5 Präsentationssystem ===&lt;br /&gt;
Die folgende Tabelle erklärt, wie aus langfristig gesicherten Dateien ein digitales Kulturerbe wird, das von Menschen gefunden, verstanden und sinnvoll genutzt werden kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
! Begriff&lt;br /&gt;
! Erklärung&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Zugänglichmachung und Präsentation'''&lt;br /&gt;
| '''Zugänglichmachung''' bedeutet, dass digitale Objekte auffindbar und im rechtlich sowie technisch zulässigen Umfang abrufbar sind. '''Präsentation''' geht darüber hinaus: Inhalte werden ausgewählt, miteinander verknüpft, erklärt und für bestimmte Zielgruppen vermittelt. Dazu gehören verständliche Kontextinformationen, klare Rechteangaben, Mehrsprachigkeit und möglichst barrierearme Zugänge. Abhängig von Rechten, personenbezogenen Daten oder kulturellen Schutzbedarfen kann der Zugang offen oder eingeschränkt sein.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Nutzung und Nachnutzung'''&lt;br /&gt;
| '''Nutzung''' umfasst beispielsweise das Betrachten, Lesen, Anhören, Erforschen oder Vermitteln eines digitalen Kulturguts. '''Nachnutzung''' bedeutet seine weitere Verwendung in einem neuen Zusammenhang, etwa in Bildung, Forschung, Publikationen, Ausstellungen, Anwendungen oder kreativen Werken. Dafür werden geeignete Dateien, verständliche Metadaten und klare Rechteinformationen benötigt.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Rechteinformation und Lizenz'''&lt;br /&gt;
| Eine '''Rechteinformation''' beschreibt den rechtlichen Status eines digitalen Objekts und mögliche Einschränkungen seiner Nutzung. Eine '''Lizenz''' räumt durch eine dazu berechtigte Person oder Institution konkrete Nutzungsrechte ein. Ein allgemeiner Rechtehinweis ist daher nicht automatisch eine Lizenz.&amp;lt;ref name=&amp;quot;RightsReuse&amp;quot;&amp;gt;RightsStatements.org o. J.: Standardisierte Rechtehinweise für online verfügbares Kulturerbe. URL: https://rightsstatements.org/de/, abgerufen am 16.07.2026. Creative Commons 2025: Recommended Licenses and Tools for Cultural Heritage Content. URL: https://creativecommons.org/2025/07/09/recommended-licenses-and-tools-for-cultural-heritage-content/, abgerufen am 16.07.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Interoperabilität'''&lt;br /&gt;
| '''Interoperabilität''' bezeichnet die Fähigkeit von Systemen und Organisationen, Daten auszutauschen und in gleicher Bedeutung zu verstehen. Dafür werden gemeinsame Metadatenmodelle, Begriffe, Identifikatoren und technische Schnittstellen benötigt. So können beispielsweise Register, Repositorien, Präsentationsportale und externe Kulturplattformen miteinander verbunden werden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;EuropeanaEDM&amp;quot;&amp;gt;Europeana o. J.: Metadata – Europeana Data Model (EDM, Europeana-Datenmodell). URL: https://pro.europeana.eu/page/metadata, abgerufen am 16.07.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Digitalisierte Inhalte entfalten ihren kulturellen und gesellschaftlichen Nutzen erst dann vollständig, wenn sie auffindbar, verständlich, rechtlich klar und für unterschiedliche Zielgruppen tatsächlich verwendbar sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der folgende Abschnitt 2.4 beschreibt, wie diese Kernfunktionen innerhalb des gesamten Prozesses der Kulturerbe-Digitalisierung zusammenwirken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== 2.4 Prozess der Digitalisierung von Kulturerbe ==&lt;br /&gt;
Die Digitalisierung von Kulturgut ist kein rein technischer Arbeitsschritt, sondern ein vielschichtiger, oft langfristiger Prozess, der bereits mit der Wahrnehmung und Identifikation einer kulturellen Ausdrucksform beginnt. Ziel dieses Abschnitts ist es, diesen Gesamtprozess systematisch darzustellen: von der gelebten Kultur über das identifizierte Kulturgut bis hin zur digital nutzbaren Repräsentation.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die hier entwickelte Prozessdarstellung soll als praxisorientierter Überblick dienen für die Digitalisierung des sorbischen Kulturerbes. Sie berücksichtigt die Anforderungen sorbischer Einrichtungen ebenso wie die international etablierten Referenzmodelle und Standards, darunter:&lt;br /&gt;
* das OAIS-Referenzmodell (ISO 14721) für digitale Archivierung&amp;lt;ref&amp;gt;Consultative Committee for Space Data Systems (CCSDS) 2024: Reference Model for an Open Archival Information System (OAIS), CCSDS 650.0-M-3. URL: https://ccsds.org/Pubs/650x0m3.pdf, abgerufen am 01.10.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
* das DCC Curation Lifecycle Model für kuratorische Entscheidungsprozesse&amp;lt;ref&amp;gt;Higgins 2008: The DCC Curation Lifecycle Model. International Journal of Digital Curation, 3(1), 134-140. URL: https://ijdc.net/index.php/ijdc/article/view/48, abgerufen am 01.10.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
* das Spectrum-Modell für museale Objektverwaltung&amp;lt;ref&amp;gt;Collections Trust 2022. Spectrum 5.1 - The UK Museum Collections Management Standard. URL: https://collectionstrust.org.uk/spectrum/spectrum-5, abgerufen am 01.10.2025. &amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
* die UNESCO-Leitlinien zur Inventarisierung immateriellen Kulturerbes&amp;lt;ref&amp;gt;UNESCO 2024: Operational Directives for the Implementation of the Convention for the Safeguarding of the Intangible Cultural Heritage (10.GA). URL: https://ich.unesco.org/doc/src/ICH-Operational_Directives-10.GA_EN.pdf, abgerufen am 01.10.2025. &amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
* sowie technische Vorgaben wie die DFG-Praxisregeln Digitalisierung&amp;lt;ref&amp;gt;Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) 2022: Praxisregeln Digitalisierung (aktualisierte Fassung). URL: https://www.ulb.hhu.de/fileadmin/redaktion/ULB/Documents/Infomaterial/DFG_Praxisregeln_Digitalisierung_Aktualisierte_Fassung2022.pdf, abgerufen am 01.10.2025. &amp;lt;/ref&amp;gt; und die FADGI-Richtlinien&amp;lt;ref&amp;gt;Federal Agencies Digital Guidelines Initiative (FADGI) 2023: Technical Guidelines for Digitizing Cultural Heritage Materials – Still Image, 3rd ed. URL: https://www.digitizationguidelines.gov/guidelines/digitize-technical.html, abgerufen am 01.10.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Folge soll der „Lebenslauf“ eines Kulturguts dargestellt werden, also der Weg, den ein Objekt oder eine kulturelle Praxis vom Zeitpunkt der Entstehung über die Erfassung, Digitalisierung und Archivierung bis zur Veröffentlichung in einem digitalen Präsentationsmodul durchläuft.&lt;br /&gt;
Hierfür erläutert der folgende Abschnitt die einzelnen Prozessschritte im Detail, jeweils mit Akteuren und Beispielen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.4.1 Vorüberlegungen zum Prozess ===&lt;br /&gt;
Im hier vorgestellten Prozess wird auf eine harte, systematische Filterung verzichtet, welche kulturellen Ausdrucksformen „nur“ Kultur und welche bereits Kulturgut sind. Ein solcher Bewertungs- und Abgrenzungsprozess wäre ressourcenintensiv und würde den vorhandenen Kapazitäten in den beteiligten Einrichtungen nicht entsprechen. Stattdessen folgt das Konzept einer inklusiven Logik: Alle dokumentierten Ausdrucksformen werden zunächst als potenzielle Kulturgüter erfasst. Eine feinere Auswahl und Priorisierung erfolgen erst in einem späteren Schritt, nämlich dann, wenn konkret entschieden wird, welche Ausdrucksformen bzw. Kulturgüter in welcher Tiefe digitalisiert, archiviert und präsentiert werden sollen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieses Vorgehen schließt an das SKR-Konzept an, das bewusst auf eine frühe normative Trennung zwischen „kultureller Ausdrucksform“ und „Kulturgut“ verzichtet. Auch hier steht zunächst der möglichst vollständige, strukturierte Überblick über die sorbischen Kulturgüter im Vordergrund. Die differenzierte Bewertung und Schwerpunktsetzung werden als anschließende fachliche Aufgabe verstanden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.4.2 Prozessschritte im Detail ===&lt;br /&gt;
Das folgende Diagramm gibt einen Überblick über die sechs Kernschritte des Gesamtprozesses der Digitalisierung von Kulturgut – von der ersten Wahrnehmung einer kulturellen Ausdrucksform bis zu ihrer digitalen Präsentation als Kulturgut. Die Abfolge zeigt zugleich die Entwicklungsstufen: von gelebter Kultur zur kulturellen Ausdrucksform, von dort zum Kulturgut und schließlich zum digitalen Kulturgut. Die Schritte sind als generischer Ablauf zu verstehen: Je nach Art des Kulturguts können einzelne Tätigkeiten unterschiedlich aufwendig sein oder parallel erfolgen.&lt;br /&gt;
[[Dataja:Wobraz_K3.png|center|600px]]&amp;lt;ref&amp;gt;Mermaid Flowchart Code: [https://mermaid.live/edit#pako:eNplkk1OwzAQha8yGqmbkloxSZs2CyTa8LOphIAVhIVJpolF4iDH4a_qbXqTXgzHFdAKr2y97703lmaNWZMTxriqmvesFNrAfZIqgPPHFIdDzuBO1DVVajhM8QlGozOYO-WUwS0VsjVakqa93Pvmjlk4JmAwp3fS5kCHwQAWjkkcE_Y5WWkIXqrd9jBpT138UIkspBGVbI_7-rwLR146csLgRryQ-U8lMGLwTG1WapLPpHKCZQLMOY9ch7m2VxiSpOAEjJ1TSev_M_bkvv3KtY8ZnOuslG_H9VcOuf4dUO-2LamjGdHDQsscY6M78rAmXYv-ies-IEVTUk0pxvaa00p0lUkxVRtrexXqoWnqH6duuqLEeCWq1r6619zOn0hRaPGH9J_Xi6ZTBuOxS8B4jR8YhxGLeDThkR-EM37KuYefFmHTaOz7fOZHQTidBMHGwy9X6VslnNnDw4jPuB8GHlIuTaOX-7Vy27X5Bh_Osqo hier klicken], abgerufen am 22.09.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Prozess zeigt, dass Digitalisierung von Kulturgut mehr ist als das Erstellen digitaler Dateien. Sie umfasst eine Reihe aufeinander bezogener Schritte – von der ersten Wahrnehmung einer kulturellen Ausdrucksform über ihre Erfassung, Bewertung und Digitalisierung bis hin zur langfristigen Sicherung und Präsentation. Dabei sind je nach Schritt unterschiedliche Akteure beteiligt, etwa Gemeinschaften, Museen, Archive, Fachgremien, Digitalisierungsstellen oder IT. Die folgenden Beschreibungen erläutern diese Schritte so, dass nachvollziehbar wird, was jeweils mit einem Kulturgut geschieht, wer daran beteiligt ist und wie sich der Ablauf in der Praxis vorstellen lässt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''1. Sammeln &amp;amp; erfassen''' &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Hier wird eine kulturelle Ausdrucksform erstmals wahrgenommen, benannt und mit ersten Informationen erfasst: Was ist es, wer macht es oder hat es geschaffen, wo kommt es vor, warum ist es bedeutsam für die Gemeinschaft? &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Akteure''': Community, Vereine, Museen, Archive, Forschende, Privatpersonen.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Beispiel''': Auf einem Dorffest zeigt eine Frau das Verzieren sorbischer Ostereier. Jemand fotografiert dies und notiert Technik, Ort und Namen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''2. Registrieren &amp;amp; beschreiben''' &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Hier wird aus der ersten Beobachtung ein strukturierter Nachweis. Das Kulturgut oder die kulturelle Ausdrucksform wird in ein Register, eine Sammlung oder einen Katalog aufgenommen und mit strukturierten Metadaten beschrieben, damit es wiedergefunden, zugeordnet und verstanden werden kann. Dazu gehören z. B. Titel, Ort, Zeit, Technik, Funktion, beteiligte Personen und der kulturelle Kontext.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Akteure''': Registerverantwortliche, Kurator:innen, Sammlungsmitarbeitende, Community für Kontextinformationen.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Beispiel''': Das Osterei erhält einen Eintrag mit Angaben wie „Wachsbatik“, „Schleife“, „Osterei-Verzierung“, Name der Trägerin und Entstehungsjahr.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''3. Bewerten &amp;amp; freigeben''' &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
In diesem Schritt wird entschieden, ob und in welcher Priorität ein Kulturgut oder die kulturelle Ausdrucksform digitalisiert werden soll und ob dies rechtlich und ethisch möglich ist. Dabei spielen fachliche Kriterien wie Bedeutung, Repräsentativität, Seltenheit oder Gefährdung eine Rolle, aber auch Fragen des Urheberrechts, Datenschutzes und möglicher kultureller Sensibilitäten. Am Ende steht eine begründete Entscheidung, ob und in welchem Umfang das Kulturgut weiterbearbeitet und später veröffentlicht werden darf. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Akteure''': Kurator:innen, Fachgremien, Community-Vertretungen, Register/SKR, ggf. Rechteverantwortliche und Behörden. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Beispiel''': Es wird entschieden, dass die Osterei-Technik wegen ihrer Bedeutung für die sorbische Identität digital gesichert werden soll; die Kunsthandwerkerin stimmt der Veröffentlichung zu.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''4. Digitalisieren &amp;amp; prüfen''' &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Nun wird das Kulturgut technisch erfasst, also in eine digitale Form überführt. Das kann je nach Objektart durch Scan, Fotografie, Audio- oder Videoaufnahme oder 3D-Erfassung geschehen. Dabei entstehen hochwertige Master-Dateien und nutzbare Derivate. Die Digitalisierung folgt qualifizierten Standards, um Reproduzierbarkeit, Farbkonsistenz und Nutzbarkeit zu gewährleisten. Anschließend wird geprüft, ob Schärfe, Farbe, Vollständigkeit und Dateiformate den Anforderungen für Archivierung und Nutzung entsprechen. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Akteure''': Digitalisierungszentrum, Foto-/AV-/3D-Spezialist:innen, externe Dienstleister bei Spezialfällen. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Beispiel''': Das Osterei wird fotografisch hochauflösend aufgenommen und zusätzlich als 3D-Modell erfasst. Danach werden Schärfe, Farbe und Dateiformate geprüft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''5. Archivieren &amp;amp; sichern''' &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die entstandenen digitalen Dateien werden geordnet abgelegt, mit den zugehörigen Metadaten verknüpft und für die langfristige Erhaltung gesichert. Dazu gehören sichere Speicherorte, Backups, Integritätskontrollen und – wenn nötig – spätere technische Migration auf neue Systeme. Ziel ist, dass das digitale Kulturgut langfristig erhalten bleibt, auch wenn sich Technik und Formate verändern. Das Original bleibt in der Regel weiterhin am Sammlungs- oder Aufbewahrungsort. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Akteure''': Archiv, Repository, IT-Betrieb, ggf. Sorbisches Kulturarchiv bzw. Digitalisierungszentrum. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Beispiel''': Die Bilder und das 3D-Modell des Ostereis werden auf gesicherten Servern gespeichert; das Original bleibt im Museum oder bei der Eigentümerin.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''6. Präsentieren &amp;amp; nutzen''' &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Im letzten Schritt werden die digitalen Objekte so bereitgestellt, dass sie gefunden, verstanden und genutzt werden können, z. B. in Portalen, digitalen Sammlungen oder virtuellen Ausstellungen. Dafür reicht es nicht, nur Dateien anzuzeigen: Es braucht auch verständliche Kontexte, Rechteangaben, Mehrsprachigkeit und möglichst barrierearme Zugänge. So wird aus der technischen Digitalisierung eine tatsächliche kulturelle Nutzung. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Akteure''': Kurator:innen, Vermittlung, Web/IT, Museen, Kulturinformationen, Community. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Beispiel''': Das Osterei erscheint in einer Online-Ausstellung, kann herangezoomt oder als 3D-Modell gedreht werden und wird mit einem kurzen Text zur Technik erklärt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.4.3 Organisatorische Perspektive ===&lt;br /&gt;
Die folgende Abbildung ist entnommen aus einem Poster des Sorbischen Instituts zu dessen Digitalisierungsstrategie, gefunden auf der Projektseite des Digitalisierungszentrums.&amp;lt;ref&amp;gt;Sorbisches Institut: Digitalisierungszentrum (DZ). URL: [https://www.serbski-institut.de/projekte-zentrale-vorhaben/digitalisierungszentrum-dz/ https://www.serbski-institut.de/projekte-zentrale-vorhaben/digitalisierungszentrum-dz/], abgerufen am 25.03.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Digitalisierungsstrategie des Sorbischen Instituts zeigt die Erfassung, Registrierung, Digitalisierung und Archivierung bis zur Präsentation von Kulturgütern aus '''organisatorischer Sicht'''. Sie basiert auf einem '''3-Säulen-Modell aus Kulturregister, Digitalisierungszentrum und Präsentationsumgebung'''. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Dataja:Wobraz_K4.png|mini||center|600px|Abbildung: 3-Säulen-Modell der Digitalisierungsstrategie des Sorbischen Instituts. Quelle: Sorbisches Institut, „Digitalizacija serbskich kulturnych datow / Digitalisierung der sorbischen/wendischen Kulturdaten“&amp;lt;ref&amp;gt;Sorbisches Institut 2025: Digitalizacija serbskich kulturnych datow / Digitalisierung der sorbischen/wendischen Kulturdaten (Poster). URL:  [https://www.serbski-institut.de/wp-content/uploads/2021/11/A0-Druck_Digitalisierungsstrategie-SI.pdf  https://www.serbski-institut.de/wp-content/uploads/2021/11/A0-Druck_Digitalisierungsstrategie-SI.pdf], abgerufen am 25.03.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Beide Sichtweisen - die fachliche &amp;quot;Prozess-Sicht&amp;quot; und die &amp;quot;organisatorische Sicht&amp;quot; lassen sich wie folgt in einer Darstellung zusammenfassen:&lt;br /&gt;
[[Dataja:Wobraz_K5.jpg|mini||center|600px|Abbildung: Zusammengefasste Sichtweisen auf die Digitalisierung von Kulturerbe.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der &amp;quot;Prozess der Digitalisierung von Kulturerbe&amp;quot; beschreibt, '''was''' mit einem Kulturgut geschieht; das 3-Säulen-Modell zeigt, '''wo''' diese Aufgaben organisatorisch verortet sind. Bezogen auf die oben beschriebenen [[#2.3.2 Prozessschritte im Detail|Prozessschritte der Digitalisierung von Kulturerbe]] steht das '''Sorbische Kulturregister''' für den Prozessschritt „'''2. Registrieren'''“ und dient dabei vor allem der Verzeichnung und Metadatenverwaltung. Das '''Digitalisierungszentrum''' steht für die Prozessschritte „'''4. Digitalisieren'''“ und „'''5. Archivieren'''“ und dient dabei der technischen Erfassung, Bearbeitung und Sicherung der Digitalisate. Die '''Präsentationsumgebung''' steht für den Schritt „'''6. Präsentieren'''“ und dient der öffentlichen oder kuratierten Bereitstellung zur Nutzung. Ergänzende Konzepte des SI machen dabei deutlich, dass die Digitalisierung im Regelfall eine vorherige Verzeichnung im Register voraussetzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
! Prozessschritt&lt;br /&gt;
! Verantwortliche Organisation&lt;br /&gt;
! Funktion im Gesamtsystem&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''2. Registrieren'''&lt;br /&gt;
| '''Sorbisches Kulturregister'''&lt;br /&gt;
| Kulturgüter werden als Entitäten nachgewiesen, beschrieben, mit Metadaten versehen und miteinander verknüpft. Das Register erfüllt damit eine katalogähnliche Funktion: Es macht sichtbar, welche Kulturgüter es gibt, wo sie sich befinden und in welchem Kontext sie stehen.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''4. Digitalisieren'''&lt;br /&gt;
| '''Digitalisierungszentrum'''&lt;br /&gt;
| Kulturgüter werden technisch erfasst, z. B. durch Scan, Fotografie, Audio-/Videoübertragung oder 3D-Erfassung. Das Digitalisierungszentrum erzeugt und prüft die Digitalisate, ist aber nicht selbst primär ein Präsentationssystem.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''5. Archivieren'''&lt;br /&gt;
| '''Digitalisierungszentrum / Repositorium / Archiv'''&lt;br /&gt;
| Die digitalen Dateien werden geordnet gespeichert, mit Metadaten verbunden und langfristig gesichert. Dazu gehört auch die Sicherstellung der Langzeitaufbewahrung, etwa durch geeignete Speicherorte, Prüfroutinen und spätere Migrationen.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''6. Präsentieren'''&lt;br /&gt;
| '''Sorabicon / weitere Präsentationsumgebungen'''&lt;br /&gt;
| Die digitalen Inhalte werden für Nutzer:innen sichtbar, erfahrbar und verständlich gemacht, z. B. in Portalen, digitalen Sammlungen oder virtuellen Ausstellungen. Die Präsentation greift dafür auf Metadaten aus dem Register und auf Digitalisate aus dem Repositorium bzw. dem Digitalisierungszentrum zurück.&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Schritt '''1. Sammeln''' liegt vor diesen drei Säulen. Er betrifft die Sammlungsorte selbst, also z. B. Museen, Archive, Heimatstuben, Vereine, Projekte, Gemeinden oder Privatpersonen. Dort entstehen oder befinden sich die Kulturgüter zunächst, bevor sie systematisch registriert, bewertet oder digitalisiert werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Schritt '''3. Bewerten''' ist ebenfalls keine eigene technische Säule, sondern ein steuernder Entscheidungsschritt. In ihm wird geklärt, welche Kulturgüter priorisiert digitalisiert werden, welche fachliche Bedeutung sie haben, welche Rechte zu beachten sind und ob eine öffentliche Präsentation möglich ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Damit wird deutlich: Register, Digitalisierungszentrum und Präsentation erfüllen unterschiedliche Aufgaben. Das '''Register''' beschreibt und verknüpft Kulturgüter, das '''Digitalisierungszentrum''' erzeugt und sichert Digitalisate und die '''Präsentationsumgebung''' macht ausgewählte Inhalte verständlich zugänglich. Gerade diese Trennung schafft klare Zuständigkeiten und erleichtert die Zusammenarbeit zwischen Sammlungsorten, Fachstellen, technischen Dienstleistern und Öffentlichkeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== 2.5 Beispiele anderer Kulturen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Digitalisierung des Kulturerbes kleiner, autochthoner, indigener und sprachlicher Gemeinschaften weist häufig vergleichbare Herausforderungen auf: Kulturgüter und Bestände sind auf viele Institutionen, Vereine, lokale Einrichtungen und private Träger verteilt. Personelle und finanzielle Ressourcen sind begrenzt, mehrere Sprachen und Beschreibungstraditionen müssen berücksichtigt werden und nicht alle kulturellen Inhalte dürfen oder sollen ohne Einschränkung öffentlich zugänglich gemacht werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In einer vergleichenden Recherche wurde daher untersucht, wie andere Gemeinschaften und Regionen ihr Kulturerbe erfassen, beschreiben, digitalisieren, langfristig sichern und zur Nutzung bereitstellen. Dabei wurde nicht nach einer universell „idealen“ technischen Lösung gesucht. Untersucht wurde vielmehr, welche organisatorischen, technischen, rechtlichen und gemeinschaftlichen Modelle unter welchen Rahmenbedingungen funktionieren, welche Schwierigkeiten auftreten und welche übertragbaren Erfolgsfaktoren erkennbar sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die nachfolgenden Beispiele verdeutlichen unterschiedliche Schwerpunkte: gemeinschaftliche Steuerung, institutionsübergreifende Register und Suchsysteme, Digitalisierung verteilter Bestände, Sprach- und Tonarchive, abgestufte Zugänge, Unterstützung kleiner Kulturgutträger sowie die Überführung zeitlich begrenzter Projekte in einen dauerhaften Betrieb.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die daraus abgeleiteten Kriterien bilden einen Referenzrahmen. Anhand dieses Referenzrahmens kann in einer späteren Ist-Analyse geprüft werden, welche Funktionen bereits vorhanden, nur konzeptionell beschrieben, in Pilotprojekten erprobt oder dauerhaft im Regelbetrieb verankert sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die ausführlichen Fallprofile, Vergleichsmatrizen, Quellen sowie ein Hinweis zur KI-gestützten Erstellung befinden sich in der [[12.3.A1 Vergleichende Recherche – Digitalisierung des Kulturerbes anderer Kulturen und Regionen|ausführlichen Vergleichsrecherche]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.5.1 RomArchive – Digitales Archiv der Roma ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Roma und Sinti sind eine transnationale Minderheit, die in zahlreichen europäischen Staaten lebt. RomArchive wurde von 2015 bis 2019 mit 3,75 Millionen Euro durch die Kulturstiftung des Bundes gefördert. Weitere Unterstützer waren unter anderem die Bundeszentrale für politische Bildung, das Auswärtige Amt und das Goethe-Institut. Seit 2019 wird das Archiv durch das Dokumentations- und Kulturzentrum Deutscher Sinti und Roma in Heidelberg betrieben.&amp;lt;ref name=&amp;quot;vergleich_romarchive&amp;quot;&amp;gt;RomArchive o. J.: Frequently Asked Questions. URL: https://www.romarchive.eu/en/about/frequently-answered-questions/; Dokumentations- und Kulturzentrum Deutscher Sinti und Roma e. V. o. J.: Imprint. URL: https://www.romarchive.eu/en/imprint/; Kulturstiftung des Bundes o. J.: RomArchive. URL: https://www.kulturstiftung-des-bundes.de/en/programmes_projects/film_and_new_media/detail/romarchive.html, jeweils abgerufen am 20.07.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Archiv präsentiert Kunst, Geschichte und Kultur aus der Perspektive der Roma. Kuratorische Teams und Beirat waren überwiegend mit Angehörigen der Minderheit besetzt. Neben öffentlich zugänglichen Inhalten existiert ein internes Archiv mit beschränktem Forschungszugang. Besonders lehrreich ist der bereits zu Projektbeginn geplante und später tatsächlich vollzogene Übergang an einen dauerhaften Betreiber.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Erfolgsfaktoren und Learnings:''' &lt;br /&gt;
* Angehörige der Gemeinschaft sollten nicht nur Inhalte zuliefern, sondern festgelegte Entscheidungsrechte bei Auswahl, Beschreibung, Kontextualisierung und Zugangsregeln besitzen. &lt;br /&gt;
* Bereits zu Beginn einer Projektphase verbindlich klären, welche Institution das Register, Archiv oder Portal nach dem Ende der Förderung dauerhaft betreibt, pflegt und finanziert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.5.2 Nuohtti – Zugang zum Sámi-Kulturerbe ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Sámi sind ein indigenes Volk im nordeuropäischen Sápmi, das sich über Teile Norwegens, Schwedens, Finnlands und Russlands erstreckt. Viele historische Sámi-Materialien befinden sich außerhalb der Sámi-Institutionen in europäischen Archiven und Museen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nuohtti ist ein gemeinsamer Suchdienst für digitalisierte Sámi-Materialien. Er wurde von 2018 bis 2021 mit Mitteln des Programms Interreg Nord der EU (Europäische Union) entwickelt. Beteiligt waren unter anderem die Sámi-Archive der finnischen und norwegischen Nationalarchive, das schwedische Reichsarchiv und mehrere Universitäten. Die Sámi-Parlamente Finnlands, Norwegens und Schwedens waren in der Steuerungsgruppe vertreten. Der Dienst führte nach Projektangaben etwa 30.000 Datensätze aus 32 Institutionen zusammen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;vergleich_nuohtti&amp;quot;&amp;gt;Nuohtti o. J.: About Nuohtti. URL: https://nuohtti.com/Content/about; University of the Arctic 2023: The Nuohtti service provides digital access to Sámi material in European archives. URL: https://www.uarctic.org/news/2023/3/the-nuohtti-service-provides-digital-access-to-sami-material-in-european-archives/, jeweils abgerufen am 20.07.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nuohtti übernimmt nicht alle Bestände in ein einziges System. Stattdessen werden Metadaten, also strukturierte Beschreibungsdaten zu Objekten und Beständen, aus vorhandenen Einrichtungen zusammengeführt und mit mehrsprachiger Suche, Karte und Zeitleiste zugänglich gemacht. Ethische Hinweise machen darauf aufmerksam, dass viele Bestände unter historischen und teilweise kolonialen Bedingungen gesammelt und beschrieben wurden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Erfolgsfaktoren und Learnings:''' &lt;br /&gt;
* Ein gemeinsamer Zugang kann auch mit dezentraler Architektur der Bestände erfolgen – Originale, Dateien und Fachsysteme können beim Kulturgutträger verbleiben.&lt;br /&gt;
* Ein Register für Kulturdaten kann als übergreifende Nachweisschicht arbeiten: Größere Einrichtungen liefern Daten über technische Schnittstellen, während kleine Träger zentrale oder gemeinsam bereitgestellte Erfassungsdienste nutzen können. &lt;br /&gt;
* Historische Fremdbeschreibungen sollten ergänzt werden durch Selbstbezeichnungen, eigene Sprachformen, alternative Benennungen und Kontexte der betreffenden Gemeinschaft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.5.3 People’s Collection Wales / Casgliad y Werin Cymru ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wales ist ein Landesteil des Vereinigten Königreichs mit einer eigenständigen nationalen und walisischsprachigen Identität. People’s Collection Wales ist eine zweisprachige Plattform für institutionelles und gemeinschaftlich getragenes Kulturerbe. Sie wird als Verbund der National Library of Wales, des National Museum Wales und der Royal Commission on the Ancient and Historical Monuments of Wales betrieben und durch die walisische Regierung finanziert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Neben der technischen Plattform werden kostenlose Beratung und Schulungen zu Digitalisierung, Metadaten, Urheberrecht, Datenschutz und Oral History, also mündlich überlieferter und aufgezeichneter Geschichte, angeboten. Eine unabhängige Evaluation stellte Fortschritte bei der Zusammenarbeit und beim Kompetenzaufbau fest, benannte aber auch begrenzte Wirkungsnachweise, Finanzierungsrisiken und den hohen Personalaufwand für die Unterstützung der beteiligten Gemeinschaften.&amp;lt;ref name=&amp;quot;vergleich_wales&amp;quot;&amp;gt;Vittle, Kate / Haswell-Walls, Fran / Dixon, Tim; ERS Ltd. 2016: Evaluation of the Casgliad y Werin Cymru / People’s Collection Wales Digital Heritage Programme. Impact Report. URL: https://www.gov.wales/sites/default/files/publications/2019-08/evaluation-of-the-peoples-collection-wales-digital-heritage-programme-impact.pdf; People’s Collection Wales o. J.: Community Support. URL: https://www.peoplescollection.wales/about-us/community-support, jeweils abgerufen am 20.07.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Erfolgsfaktoren und Learnings:''' &lt;br /&gt;
* Kleine und ehrenamtlich betreute Sammlungen benötigen nicht nur technische Standards, sondern konkrete und dauerhaft verfügbare Dienstleistungen: Erstberatung, Schulung, Vorlagen, Unterstützung bei Rechtefragen, Qualitätskontrolle und persönliche Ansprechpartner. &lt;br /&gt;
* Ein Digitalisierungszentrum oder ein Verbund koordinierter Digitalisierungsdienste sollte daher als Service- und Kompetenzstruktur ausgestaltet werden und nicht lediglich als technische Produktionsstelle. &lt;br /&gt;
* Der dafür notwendige Beratungs- und Unterstützungsaufwand muss als dauerhafte Betriebsaufgabe eingeplant werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.5.4 Tobar an Dualchais / Kist o Riches ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schottisch-Gälisch ist eine Minderheitensprache, die vor allem in den Highlands und auf den schottischen Inseln gesprochen wird. Tobar an Dualchais macht mehr als 40.000 seit den 1930er Jahren entstandene Tonaufnahmen zugänglich. Die Bestände umfassen Erzählungen, Lieder, Musik, Gedichte und mündlich überliefertes Wissen auf Gälisch, Scots und Englisch. Ein bedeutender Teil der Originalbestände wird in den School of Scottish Studies Archives der Universität Edinburgh verwahrt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;vergleich_tobar&amp;quot;&amp;gt;University of Edinburgh 2024: Tobar an Dualchais / Kist o Riches. URL: https://gaelic.ed.ac.uk/gaelic-collections/tobar-an-dualchais-kist-o-riches; Scottish Government 2025: Rediscovering lost Gaelic words. URL: https://www.gov.scot/news/rediscovering-lost-gaelic-words/, jeweils abgerufen am 20.07.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Digitalisierung wird mit Verschriftlichung beziehungsweise Transkription, sprachlicher Erschließung, Freiwilligenarbeit und teilweise automatischer Spracherkennung verbunden. Das Projekt erhält wiederkehrende öffentliche Förderungen, muss Rechteklärung, Transkription und technische Weiterentwicklung jedoch dauerhaft fortsetzen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Erfolgsfaktoren und Learnings:''' &lt;br /&gt;
* Gefährdete Ton-, Film- und Videobestände müssen wegen Materialverfall, beschädigungsanfälliger Trägermaterialien und nicht mehr verfügbarer Wiedergabetechnik zeitlich priorisiert werden. &lt;br /&gt;
* Ein geeignetes Pilotprojekt kann Digitalisierung, Rechteklärung, Verschriftlichung, Übersetzung, Metadatenerfassung, Archivierung und Bildungsnutzung entlang einer vollständigen Prozesskette verbinden. &lt;br /&gt;
* Dadurch werden nicht nur einzelne Dateien erzeugt, sondern zugleich die notwendigen Standards, Zuständigkeiten und Aufwände erprobt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.5.5 Euskariana – Portal zum baskischen Kulturerbe ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Baskinnen und Basken leben in Gebieten Spaniens und Frankreichs. Euskariana ist das staatlich betriebene Kulturportal der Autonomen Gemeinschaft Baskenland in Spanien. Es wird durch die Digitale Bibliothek Euskadi betrieben und verbindet Daten der baskischen Regierung, der Provinzen, Kommunen, Universitäten sowie öffentlicher, kirchlicher und privater Einrichtungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Portal ist zugleich gemeinsamer Katalog und Zugang zu digitalen Objekten. Es kann Inhalte über ein eigenes Repositorium, also ein institutionell betriebenes digitales Ablage- und Erhaltungssystem, bereitstellen oder zu den Systemen der Partner verlinken. Verwendet werden internationale Standards wie Dublin Core als allgemeiner Metadatenstandard, METS (Metadata Encoding and Transmission Standard) zur Strukturierung und Übertragung digitaler Objekte, PREMIS (Preservation Metadata: Implementation Strategies) für Metadaten zur digitalen Langzeiterhaltung und ALTO (Analyzed Layout and Text Object) für erkannte Texte und Seitenlayouts. Die standardisierten Daten können unter anderem an Europeana weitergegeben werden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;vergleich_euskariana&amp;quot;&amp;gt;Gobierno Vasco / Biblioteca Digital de Euskadi o. J.: Acerca de Euskariana. URL: https://www.euskariana.euskadi.eus/euskadibib/es/help/about.do, abgerufen am 20.07.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Erfolgsfaktoren und Learnings:''' &lt;br /&gt;
* Unterschiedliche Kulturgutträger benötigen unterschiedliche Anschlussmöglichkeiten. &lt;br /&gt;
** Kleine Einrichtungen sollten Daten und gegebenenfalls Dateien in zentral bereitgestellten Diensten erfassen und verwalten können. &lt;br /&gt;
** Größere Institutionen sollten ihre vorhandenen Systeme über Datenexporte oder Programmierschnittstellen anbinden können. &lt;br /&gt;
* Dafür ist ein gemeinsamer, bewusst schlank gehaltener Metadatenkern erforderlich, der durch fach- und institutionsspezifische Angaben erweitert werden kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.5.6 Mukurtu und Plateau Peoples’ Web Portal ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mukurtu ist eine frei verfügbare Software für die gemeinschaftlich kontrollierte Verwaltung digitalen indigenen Kulturerbes. Das Plateau Peoples’ Web Portal verbindet acht indigene Nationen des nordwestlichen Plateaus der USA mit der Washington State University und mehreren Museen und Archiven. Stammesvertreter wählen und beschreiben die Inhalte; die Universität übernimmt wesentliche technische Betriebsaufgaben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mukurtu ermöglicht kulturelle Protokolle, also gemeinschaftlich festgelegte Regeln für Zugang und Nutzung, Traditional Knowledge Labels als Kennzeichnungen für überliefertes gemeinschaftliches Wissen sowie mehrere Beschreibungen zu demselben Objekt. Dadurch kann neben einer institutionellen Museumsbeschreibung eine Beschreibung der Herkunftsgemeinschaft stehen. Zugänge können von vollständig öffentlich bis streng beschränkt reichen. Mukurtu weist ausdrücklich darauf hin, dass die Plattform vor allem dem Zugang und der gemeinschaftlichen Verwaltung dient und ein gesondertes Konzept für Digitalisierung, Langzeiterhaltung, Personal und Finanzierung erforderlich bleibt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;vergleich_mukurtu&amp;quot;&amp;gt;Mukurtu CMS / Washington State University o. J.: About. URL: https://mukurtu.org/about/; Plateau Peoples’ Web Portal. URL: https://mukurtu.org/project/plateau-peoples-web-portal-showcase/, jeweils abgerufen am 20.07.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Erfolgsfaktoren und Learnings:''' &lt;br /&gt;
* Rechte und kulturelle Sensibilität müssen als Bestandteil des Datenmodells behandelt werden und dürfen nicht erst unmittelbar vor einer Veröffentlichung geprüft werden. &lt;br /&gt;
* Sinnvoll sind abgestufte Kategorien wie &lt;br /&gt;
** „nur Metadaten öffentlich“, &lt;br /&gt;
** „öffentliches Nutzungsdigitalisat“, &lt;br /&gt;
** „Zugang nach Rücksprache“, &lt;br /&gt;
** „beschränkter Gemeinschafts- oder Forschungszugang“, &lt;br /&gt;
** „zeitlich gesperrt“ und &lt;br /&gt;
** „nicht zugänglich“. &lt;br /&gt;
* Mehrere Beschreibungen zu demselben Objekt ermöglichen es außerdem, institutionelle Überlieferung und Selbstbeschreibung nebeneinander nachvollziehbar zu dokumentieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.5.7 Indigitization – zentrale Unterstützung für dezentrale Digitalisierung ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Indigitization unterstützt First Nations und weitere indigene Gemeinschaften in British Columbia in Kanada. Das Programm wird gemeinsam von indigenen Organisationen, Bibliotheken, Archiven und Hochschulen getragen. Es stellt einen Werkzeugkasten, Schulungen, Musterunterlagen, technische Beratung und Förderhilfen bereit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von 2013 bis 2019 wurden drei Pilotprojekte und 45 weitere Projekte gefördert. Dabei wurden mehr als 11.000 Audiokassetten digitalisiert. Die Digitalisierung erfolgte in den Gemeinschaften; eine allgemeine Veröffentlichung war nicht zwingend. Das frühere Förderprogramm für Audiokassetten befindet sich inzwischen allerdings in einer Pause.&amp;lt;ref name=&amp;quot;vergleich_indigitization&amp;quot;&amp;gt;Indigitization o. J.: About Us. URL: https://www.indigitization.ca/about-2/; Indigitization Toolkit. URL: https://www.indigitization.ca/toolkit/; Audio Cassette Digitization Grant. URL: https://www.indigitization.ca/funding/audio-cassette-grant/, jeweils abgerufen am 20.07.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Erfolgsfaktoren und Learnings:''' &lt;br /&gt;
* Zentral bereitgestellte Kompetenz lässt sich mit dezentraler Verantwortung verbinden. &lt;br /&gt;
* Ein Digitalisierungszentrum oder ein Verbund gemeinsamer Dienste kann Schulungen, Leih- und Mobiltechnik, Qualitätsprüfung, Rahmenverträge, Musterunterlagen, Beratung und Kleinprojektförderung anbieten. &lt;br /&gt;
* Originale, lokales Wissen und kulturelle Beziehungen können grundsätzlich bei den jeweiligen Kulturgutträgern verbleiben. &lt;br /&gt;
* Damit nach Abschluss einzelner Digitalisierungsprojekte keine ungesicherten Dateien zurückbleiben, sollte jedoch von Beginn an ein gemeinsames oder verbindlich angebundenes Repositorium beziehungsweise digitales Archiv vorgesehen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.5.8 Zusammenfassungen der Beispiele anderer Kulturen im Anhang ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tabellarische Übersichten und Zusammenfassungen aller untersuchten Beispiele anderer Kulturen und Regionen befinden sich im Anhang [[12.3.A1 Vergleichende Recherche – Digitalisierung des Kulturerbes anderer Kulturen und Regionen#E. Vergleichsmatrix|in Abschnitt E. Vergleichsmatrix]] unter &lt;br /&gt;
* [[12.3.A1 Vergleichende Recherche – Digitalisierung des Kulturerbes anderer Kulturen und Regionen#E.1 Funktionen, Architektur und Standards|E.1 Funktionen, Architektur und Standards]] und&lt;br /&gt;
* [[12.3.A1 Vergleichende Recherche – Digitalisierung des Kulturerbes anderer Kulturen und Regionen#E.2 Governance, Finanzierung, Erfolg und Übertragbarkeit|E.2 Governance, Finanzierung, Erfolg und Übertragbarkeit]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Zusammenfassung der übergreifenden Erfolgsfaktoren aus den Beispielen befindet sich im Anhang [[12.3.A1 Vergleichende Recherche – Digitalisierung des Kulturerbes anderer Kulturen und Regionen#F. Übergreifende Erfolgsfaktoren|in Abschnitt F. Übergreifende Erfolgsfaktoren]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.5.9 Was sich aus den Beispielen ableiten lässt ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus den untersuchten Beispielen lässt sich kein einzelnes Projekt und kein bestimmtes Softwaresystem ableiten, das unverändert übernommen werden könnte. Wiederkehrend zeigen sich jedoch '''vier notwendige Funktionen, drei übergreifende Erfolgsbedingungen und zwei grundlegende Umsetzungsprinzipien'''. Sie bilden einen kompakten Orientierungsrahmen für die Digitalisierung von Kulturerbe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Vier Kernfunktionen – was muss dauerhaft geleistet werden? ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Damit die Digitalisierung nicht bei einzelnen Digitalisaten oder einem Präsentationsportal stehen bleibt, müssen vier Kernfunktionen verlässlich abgedeckt und miteinander verbunden werden:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot; style=&amp;quot;width:100%;&amp;quot;&lt;br /&gt;
! Kernfunktion&lt;br /&gt;
! Kernfrage&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''1. Register für Kulturdaten'''&lt;br /&gt;
| '''Was ist vorhanden und was sollte prioritär bearbeitet werden?''' – Kulturgüter und Bestände nachweisen, beschreiben, verknüpfen und ihren Digitalisierungs- und Rechtezustand erfassen.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''2. Digitalisierungszentrum / Digitalisierungsdienste'''&lt;br /&gt;
| '''Wie wird qualitätsgesichert digitalisiert?''' – Kulturgutträger beraten, Digitalisierung vorbereiten oder durchführen, Qualität sichern und die Übergabe vorbereiten.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''3. Repositorium / digitales Langzeitarchiv'''&lt;br /&gt;
| '''Wie bleibt das digitale Kulturerbe dauerhaft erhalten?''' – Masterdateien und Metadaten sicher übernehmen, erhalten, sichern und bei technischen Veränderungen migrieren.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''4. Präsentations- und Nutzungssysteme'''&lt;br /&gt;
| '''Wie wird das Kulturerbe gefunden, verstanden und genutzt?''' – freigegebene Inhalte mehrsprachig vermitteln und für Bildung, Forschung und kulturelle Nachnutzung bereitstellen.&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die vier Funktionen bedeuten nicht zwingend vier Einrichtungen oder vier technische Systeme. Entscheidend ist, dass alle Funktionen abgedeckt, ihre Zuständigkeiten geklärt und ihre Übergaben zuverlässig organisiert sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Drei Erfolgsbedingungen – was gilt für alle Kernfunktionen? ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
# '''Gemeinsam entscheiden und Rechte abgestuft regeln:''' &lt;br /&gt;
#* Angehörige der betreffenden Gemeinschaft und die Kulturgutträger sollten nachvollziehbare Entscheidungsrechte bei Auswahl, Beschreibung, Priorisierung und Veröffentlichung besitzen. &lt;br /&gt;
#* Zugänge sollten abgestuft sein, beispielsweise auch &amp;quot;ausschließlich Metadaten&amp;quot;, &amp;quot;Zugang nach Rücksprache&amp;quot; oder &amp;quot;beschränkte Gemeinschafts- und Forschungszugänge&amp;quot; ermöglichen. &lt;br /&gt;
#* Rechtliche Zulässigkeit und kulturelle Angemessenheit sind dabei getrennt zu betrachten. &lt;br /&gt;
#* Selbstbezeichnungen und eigene kulturelle Perspektiven sollten historische Fremdbeschreibungen ergänzen können.&amp;lt;br&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
# '''Gemeinsame Standards, Mehrsprachigkeit und technische Anschlussfähigkeit sichern:''' &lt;br /&gt;
#* Ein bewusst schlanker gemeinsamer Metadatenkern, Qualitätsstandards und geregelte Datenübergaben ermöglichen die Zusammenarbeit unterschiedlicher Einrichtungen. Zusätzlich können fach- oder institutionsspezifische Metadatensätze genutzt werden.&lt;br /&gt;
#* Sprachen und Sprachvarianten müssen als eigenständige Datenwerte berücksichtigt werden, bspw. bei Metadaten, Beschreibungen usw. &lt;br /&gt;
#* Kleine Träger benötigen einfache zentrale Erfassungsmöglichkeiten, z. B. per Weboberfläche, größere Institutionen Schnittstellen oder Datenexporte aus ihren vorhandenen Systemen.&amp;lt;br&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
# '''Dauerhafte Verantwortung und Finanzierung sichern:''' &lt;br /&gt;
#* Bereits beim Aufbau muss feststehen, wer Register, Digitalisierungsdienste, Repositorium und Präsentationssystem nach einer Projektförderung dauerhaft betreibt. &lt;br /&gt;
#* Neben einmaligen Projektmitteln müssen deshalb auch Personal, Beratung, Datenpflege, Speicher, Softwarepflege, Sicherung und spätere technische Erneuerungen dauerhaft finanziert werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Zwei Umsetzungsprinzipien – wie sollte vorgegangen werden? ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
# '''Priorisieren, die vollständige Kette pilotieren, dann skalieren:''' &lt;br /&gt;
#* Nicht alles muss gleichzeitig digitalisiert werden. Besonders gefährdete oder kulturell bedeutsame Bestände sollten priorisiert werden. &lt;br /&gt;
#* Pilotprojekte sollten möglichst den gesamten Weg von der Erfassung und Rechteklärung über die Digitalisierung bis zur Archivierung und Nutzung durchlaufen. Dabei werden Standards, Zuständigkeiten, Kosten und tatsächliche Nutzung erprobt. &lt;br /&gt;
#* Erst auf dieser Grundlage sollte in größerem Umfang skaliert werden.&amp;lt;br&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
# '''Zentral ermöglichen, dezentral verantworten:''' &lt;br /&gt;
#* Zentrale Stellen können Infrastruktur, Beratung, Schulung, Digitalisierungstechnik, Qualitätskontrolle, Rechtehilfe und Langzeiterhaltung bereitstellen. &lt;br /&gt;
#* Originale, lokales Wissen, kulturelle Beziehungen und wesentliche inhaltliche Entscheidungen können gleichzeitig bei den jeweiligen Kulturgutträgern verbleiben. &lt;br /&gt;
#* Zentralisierung von Diensten und dezentrale kulturelle Verantwortung sind damit keine Gegensätze, sondern können sich gegenseitig ergänzen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Für die Reihenfolge ergibt sich daraus:''' &lt;br /&gt;
# Zuerst Entscheidungsrechte, Standards, Betreiber und Finanzierung ausreichend klären; &lt;br /&gt;
# anschließend mit ausgewählten Beständen die vollständige Prozesskette erproben und die Unterstützungsstrukturen aufbauen; &lt;br /&gt;
# auf dieser Grundlage Digitalisierung, Präsentation und Nachnutzung schrittweise verbreitern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Präsentation und Nutzung sind dabei nicht von geringerer Bedeutung und sollten bereits Bestandteil der Pilotprojekte sein. '''Später erfolgt nicht die Nutzung selbst, sondern deren breiter Ausbau.'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weiterführende '''Hinweise und Empfehlungen zu einem möglichen Vorgehen sowie zeitlichen und inhaltlichen Prioritäten''' befinden sich im Anhang [[12.3.A1 Vergleichende Recherche – Digitalisierung des Kulturerbes anderer Kulturen und Regionen#G.2 Was zentral, dezentral und gemeinsam organisiert werden sollte|im Abschnitt &amp;quot;Priorisierte Schlussfolgerung&amp;quot; von G2 bis G9]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein ausführliches '''Prüfraster zur Bewertung des jeweiligen Entwicklungsstandes''' befindet sich [[12.3.A2 Prüfraster zur Bewertung des Entwicklungsstandes beim Aufbau der Digitalisierung des Kulturerbes|im Anhang 2 &amp;quot;Prüfraster zur Bewertung des Entwicklungsstandes&amp;quot;]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= 3. Ist-Analyse der Digitalisierung des sorbischen Kulturerbes =&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der [[#2 Ist-Analyse „Digitalisierung von Kulturerbe“|vorangegangene Abschnitt 2]] hat beschrieben, was zur Digitalisierung von Kulturerbe gehört, welche Aufgaben dabei dauerhaft erfüllt werden müssen und wie andere Gemeinschaften und Regionen diese Aufgaben lösen. Der Abschnitt 3 richtet nun den Blick auf die sorbische Situation. Er geht der Frage nach, wie gut die sorbische Kulturerbelandschaft heute organisatorisch, technisch und personell aufgestellt ist, um ihr materielles, immaterielles und digitales Kulturerbe institutionsübergreifend zu erfassen, zu digitalisieren, dauerhaft zu erhalten und zugänglich zu machen – und wo vorrangiger Handlungsbedarf besteht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Analyse gliedert sich in fünf Teile:&lt;br /&gt;
* '''Akteure und Rollen''': Wer bewahrt sorbisches Kulturerbe und welche Aufgaben übernehmen die Akteure bei seiner Digitalisierung (Sammeln, Finanzieren, Koordinieren usw.)?&lt;br /&gt;
* '''Bestände und Digitalisierungsbedarf''': Welche Kulturgüter gibt es, wie weit sind  sie erfasst und digitalisiert, und welche müssen vorrangig gesichert werden?&lt;br /&gt;
* '''Vorhaben und Systeme''': Welche sorbischen Projekte und Angebote decken die [[#2.3.2 Vier Kernfunktionen|vier Kernfunktionen]] Nachweisen, Digitalisieren, langfristig Erhalten und Zugänglichmachen bereits ab?&lt;br /&gt;
* '''Zusammenarbeit und dauerhafter Betrieb''': Wie sind die Steuerung und Zusammenarbeit (Governance) organisiert (Zuständigkeiten, Standards, Rechte und Finanzierung)?&lt;br /&gt;
* '''Gesamtbewertung''': Was funktioniert bereits, wo gibt es Lücken und welche davon sollten zuerst geschlossen werden? &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Analyse stellt dabei den Bedarf der Bestände dem vorhandenen Angebot an Diensten und dem organisatorischen Rahmen gegenüber. Wo beides auseinanderfällt, entstehen Lücken, siehe nachfolgende Übersicht.&lt;br /&gt;
[[Dataja:Wobraz K6.png|thumb|center|600px|Übersicht der Ist-Analyse]]&amp;lt;ref&amp;gt;Mermaid Flowchart Code: [https://mermaid.live/edit#pako:eNqVlM1y2jAQx19lR7maFGMcwJPJDGAnh9AcaE4pPcj2-qPYErOWmtJ8PE0fo7e8WGWDTUja6VS-WB_7293_rvTAIhkj81hSyPso46Tg1l_RSoAZ088rdh5eOKc2TNcKNeH5h_DiPKQPF7fbjQW39PIzRaqMXaIsWMqiQLFiX2r7llHpMCW-yeDGwG54lCXEU9wfgv2Ic8JI5VLAYvl6fdYGMIAZVurlp4gPIVzrQmlKtVoXvKoQNiThEy_LQou0kqTe-Ji_ZsWckgOJC4hRwFSkGEpl_r5i44-L2IIyV-BTLtIij7I15m-5M-j1LmDeLqGI_5j-0rjfOwAtYljyrOzE-pcOfhu7A36OolLYMD5tzV95yONbjgTXSCLRYl1j3jkIWtAQruQ3c5KL6GB_pyujHwpOocmzcRFzjVSX15BnqCjH8A3Sh-fnZwj-kv-0VufReLrnGRlluzI-ws3xmdDQMQ_NmX2KFqR1DYq6IDu1HqFT5aZRfbFLZ_HyK1qj6PLY1RdkJhC4rgw2ykxcWLUlfpXCcgdqp4tmetXK5MIVGk1UiPdIyjRW7eNNh0d1-_mYgECtiBeQ5EXhnVzawWUwtipFco3eiXvpBu7UimQhyTsZzM03fU9o70fLmAbzYNQxJhNnbvstY2QPZrbzjsH3TbYjBLbxG3SE_uVZ4J61hP7Y7Q_tIwJMrYV11aZyvDWz5ocIj7d8K2gdd52vtgWaOu3iSJrRxTEej0fj_n7ai3llXh7iW88F99h--d_2zGIp5THzFGm0WIlU8nrKHmruiqnMXJkV88wvYay_9xoxVmwlnozphos7KcvWmqROM-YlvKjMTG9irtDPubnSZbdKdWvRXGqhmDd07AbCvAf2nXnuqWP3RwN7eDZwJ4Ph2MHeyGJb5vXs0-HEnTgDxxn3-4OzvuOarSeL_Wi8C10UFsM4V5I-7h7o5p1--g24x9CK hier klicken], abgerufen am 20.10.2026&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== 3.1 Akteure und Rollen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sorbisches Kulturerbe wird von vielen Einrichtungen, Gruppen und Einzelpersonen bewahrt, gepflegt und dokumentiert – von sorbischen ebenso wie von nicht-sorbischen. Dieser Abschnitt zeigt, wer Bestände hält, wer Dienste zur Digitalisierung anbietet und wer den organisatorischen und finanziellen Rahmen gestaltet. Damit wird auch sichtbar, welche Aufgaben bislang von keinem Akteur erkennbar übernommen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Grundlage sind Arbeitsunterlagen der Domowina aus den Jahren 2019 und 2020&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;&amp;gt;Domowina e. V., Kulturausschuss (Clemens Škoda) 2019: Serbske kulturne herbstwo (SKH). Arbeitspapier, Stand 18.03.2019, S. 2–8. Unveröffentlicht; interne Referenz: 2020-09-07_Serbske kulturne herbstwo w Budyšinje_opt.pdf.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019b&amp;quot;&amp;gt;Domowina e. V. 2019: Přehlad relewantnych městnosćow / „małkich“ a „wulkich“ muzejow nastupajo serbske kulturne herbstwo, Stand 11.11.2019. Unveröffentlicht; interne Referenz: 2019_11_Priloha A_prehlad_muzejow a zberkow.pdf.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2020&amp;quot;&amp;gt;Domowina e. V., Kulturausschuss 2020: Protokoll der Fachkommission „Serbske kulturne herbstwo“ vom 07.09.2020. Unveröffentlicht; interne Referenz: 2020_09_07_skh komisija-protokol.pdf.&amp;lt;/ref&amp;gt;, eine darauf aufbauende Arbeitsliste der Sammlungsorte mit ergänzender Internetrecherche&amp;lt;ref name=&amp;quot;liste2026&amp;quot;&amp;gt;Arbeitsliste „Sammlungsorte sorbischen Kulturerbes“, Stand 02.04.2026, erstellt im Rahmen des Digitalisierungskonzepts aus Internetrecherche und den Domowina-Unterlagen. Unveröffentlicht; Grundlage für Anhang 12.3.A3.&amp;lt;/ref&amp;gt; sowie Projektunterlagen und Gespräche. Ein Teil der Angaben ist mehrere Jahre alt und wird schrittweise aktualisiert. Nicht belegte Angaben sind als ''offen'', Vermutungen als ''Annahme'' gekennzeichnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.1.1 Begriffe und Rollen ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
; Akteur&lt;br /&gt;
: Einrichtung, Gruppe oder Person, die eine Aufgabe im Umgang mit sorbischem Kulturerbe oder seiner Digitalisierung übernimmt.&lt;br /&gt;
; Kulturgutträger&lt;br /&gt;
: Akteur, der Kulturgüter verwahrt oder eine kulturelle Praxis trägt und weitergibt, bspw. ein Museum, eine Heimatstube, ein Chor oder eine Privatperson mit einer Sammlung.&lt;br /&gt;
; Trägerschaft&lt;br /&gt;
: Rechtliche und finanzielle Verantwortung für eine Einrichtung, zum Beispiel durch eine Kommune, einen Landkreis, eine Stiftung, einen Verein, eine Kirche oder eine Privatperson. Eigentum und Betrieb können dabei auseinanderfallen, bspw. gehörte der Dom Njechorńskeho 2019 der Domowina und wurde von der Stiftung für das sorbische Volk bewirtschaftet, der Hanzo Šustrowy dom in Trebendorf gehörte der Gemeinde und wurde von der örtlichen Domowina-Gruppe bewirtschaftet.&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019b&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
; Rolle&lt;br /&gt;
: Aufgabe, die ein Akteur übernimmt. Ein Akteur kann mehrere Rollen haben, unterschieden werden Haupt- und Nebenrollen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Rollen lassen sich drei Gruppen zuordnen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
! Gruppe !! Rolle !! Kürzel&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| rowspan=&amp;quot;2&amp;quot; | '''Am Kulturgut''' || '''Bewahren''': Originale verwahren, pflegen und verwalten || '''B'''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Dokumentieren''': lebendige Praxis festhalten in Ton, Bild oder Text || '''D'''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| rowspan=&amp;quot;4&amp;quot; | '''Dienste''' ([[#2.3.2 Vier Kernfunktionen|Kernfunktionen]]) || '''Erfassen''', registrieren, beschreiben und verknüpfen || '''K1'''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Digitalisieren''' und Qualität sichern || '''K2'''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Langfristig '''erhalten''' || '''K3'''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Zugänglich machen''' und Nutzung ermöglichen || '''K4'''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| rowspan=&amp;quot;2&amp;quot; | '''Rahmen''' (Governance) || '''Steuern''', koordinieren und Regeln setzen || '''S'''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Fördern''' und finanzieren || '''F'''&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dokumentieren meint hier das Festhalten von immateriellen Kulturgütern im laufenden Kulturleben, etwa Mitschnitte von Veranstaltungen. Geschieht es systematisch nach festgelegten Standards zur dauerhaften Sicherung, ist es Teil der Kernfunktion Digitalisieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.1.2 Schlüsselakteure ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einzeln aufgeführt wird, wer mindestens eines der folgenden Kriterien erfüllt:&lt;br /&gt;
# betreibt oder plant eine Kernfunktion, die über die eigene Einrichtung hinaus wirkt,&lt;br /&gt;
# verwahrt einen hauptamtlich betreuten Kernbestand,&lt;br /&gt;
# dokumentiert regelmäßig das lebendige Kulturgeschehen,&lt;br /&gt;
# fördert, koordiniert oder setzt Regeln für die Digitalisierung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;mark&amp;gt;Die folgende Übersicht muss mit den Institutionen bzgl. Vollständigkeit abgestimmt werden.&amp;lt;/mark&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|+ Rollen der Schlüsselakteure (■ Hauptrolle · ○ Nebenrolle · ? vermutet oder offen)&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
B. Bewahren, D. Dokumentieren, K1. Erfassen, K2. Digitalisieren K3. Erhalten, K4. Nutzung ermöglichen, S. Steuern, F. Fördern&lt;br /&gt;
! Akteur !! Typ / Trägerschaft !! B !! D !! K1 !! K2 !! K3 !! K4 !! S !! F !! Hinweise&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Stiftung für das sorbische Volk || Stiftung des öffentlichen Rechts, finanziert von Bund, Freistaat Sachsen u. Land Brandenburg || ○ || || || || || || ■ || ■ || bewirtschaftete 2019 den Dom Njechorńskeho&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019b&amp;quot;/&amp;gt;; unterstützt beide sorbischen Museen finanziell&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Sorbisches Institut (SI) mit Sorbischem Kulturarchiv (SKA) und Sorbischer Zentralbibliothek || Forschungseinrichtung mit Archiv und Bibliothek; eingetragener Verein, gefördert u. a. durch die Stiftung || ■ || ? || ■ || ■ || ? || ■ || ○ || || Virtueller Lesesaal mit Bibliographie, Katalog, digitalisierten Drucken, Handschriften, Fotos und Filmen; digitales Schrifttum auch über Sachsen.Digital; Sorabicon als Sorbisches Kulturlexikon&amp;lt;ref name=&amp;quot;vls&amp;quot;&amp;gt;Sorbisches Institut o. J.: Virtueller Lesesaal. URL: https://www.serbski-institut.de/bibliothek/virtueller-lesesaal/, abgerufen am 20.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;; plant das Sorbische Kulturregister (SKR)&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;&amp;gt;Sorbisches Institut 2025: Konzept für ein Sorbisches Kulturregister (SKR), zweite aktualisierte Fassung vom 20.11.2025. URL: https://www.serbski-institut.de/wp-content/uploads/2021/11/00_Zweite-aktualisierte-Fassung_Konzept_Sorbisches-Kulturregister_20.11.2025.pdf&amp;lt;/ref&amp;gt; und das Digitalisierungszentrum (DZ) auch für andere Träger&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz&amp;quot;&amp;gt;Sorbisches Institut: Digitalisierungszentrum (DZ). URL: https://www.serbski-institut.de/projekte-zentrale-vorhaben/digitalisierungszentrum-dz/&amp;lt;/ref&amp;gt;; langfristige Erhaltung für Dritte ''offen''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Sorbisches Museum Bautzen || Museum; Landkreis Bautzen, finanziell unterstützt von der Stiftung&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt; || ■ || || ○ || ? || ? || ? || || || Inventarverzeichnis vorhanden&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;; Digitalisierungsstand und Online-Angebot ''offen''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Wendisches Museum Cottbus || Museum; Stadt Cottbus, finanziell unterstützt von der Stiftung&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt; || ■ || || ○ || ? || ? || ? || || || Inventarverzeichnis vorhanden&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;; Digitalisierungsstand und Online-Angebot ''offen''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Sächsische Landesbibliothek – Staats- und Universitätsbibliothek Dresden (SLUB) || Landes- und Universitätsbibliothek; Freistaat Sachsen || ■ || || ○ || ? || ○ || ■ || || || Lusatica-Sammlung, die das kulturelle Erbe der Sorben zugänglich machen soll&amp;lt;ref name=&amp;quot;slub&amp;quot;&amp;gt;SLUB Dresden o. J.: Sammlungen zur sächsischen Landeskunde. URL: https://www.slub-dresden.de/entdecken/saechsische-landeskunde/sammlungen, abgerufen am 20.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;; über Sachsen.Digital ist auch digitales Schrifttum des SI erreichbar&amp;lt;ref name=&amp;quot;vls&amp;quot;/&amp;gt; (Betrieb der Plattform durch die SLUB); eigene digitale Langzeitarchivierung&amp;lt;ref name=&amp;quot;nestor&amp;quot;&amp;gt;nestor o. J.: Mitglied SLUB Dresden. URL: https://www.langzeitarchivierung.de/Webs/nestor/EN/nestor/Mitglieder/sLUB.html, abgerufen am 20.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;, ob sie Digitalisate sorbischer Träger übernehmen könnte, ist ''offen''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Domowina – Bund Lausitzer Sorben e. V. mit Regionalverbänden und Ortsgruppen || Dachverband sorbischer Vereine; eingetragener Verein || ○ || ○ || || || || || ○ || || Eigentümerin des Dom Njechorńskeho; Ortsgruppe Trebendorf bewirtschaftet den Hanzo Šustrowy dom&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019b&amp;quot;/&amp;gt;; mindestens 9 der 23 kleinen Sammlungsorte sind direkt oder über Mitgliedsvereine mit ihr verbunden&amp;lt;ref name=&amp;quot;liste2026&amp;quot;/&amp;gt;; Chronistengruppe der Župa Michał Hórnik; Fachkommission „Sorbisches Kulturerbe“ 2018-2020&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2020&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Maćica Serbska e. V. || wissenschaftliche Gesellschaft; Verein || || || || || || || ○ || || Arbeitskreis „Museale Einrichtungen“ mit rund 40 Adressaten; Denkmalausschuss mit eigenem, von der Stiftung verwaltetem Budget, 2019 als Vorbild für die Bewertung von Kulturerbe genannt&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Sorbisches National-Ensemble (SNE) || Ensemble; gGmbH der Stiftung || ■ || ? || ○ || || || || || || geordnetes Arbeitsarchiv; 2019 vorgeschlagen, dort nur Kopien zu halten und die Originale an das SKA zu geben&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;; Umfang ''offen''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Studijo Lucija || Medienproduktion; gGmbH des Sorbischen Schulvereins  e. V. || ○ || ■ || || || || || || || dokumentiert sorbische Veranstaltungen; Aufnahmen liegen beim Studio und werden tlw. an das SKA übergeben&amp;lt;ref name=&amp;quot;lucija&amp;quot;&amp;gt;; schriftlicher Beleg noch einzuholen.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Mitteldeutscher Rundfunk (MDR) und Rundfunk Berlin-Brandenburg (rbb), sorbischsprachige Programme || öffentlich-rechtlicher Rundfunk || ■? || ■ || || || || ○? || || || Produktionen standen dem SKA 2019 aus rechtlichen Gründen nicht zur Verfügung&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;; Archivbestände und heutiger Stand ''offen''&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.1.3 Akteursgruppen ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die meisten Kulturgutträger sind kleinere Einrichtungen, Gruppen oder Privatpersonen. Sie werden hier zu Gruppen zusammengefasst. Die Anzahlen sind Mindestwerte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|+ B. Bewahren, D. Dokumentieren, K1. Erfassen, K2. Digitalisieren K3. Erhalten, K4. Nutzung ermöglichen, S. Steuern, F. Fördern&lt;br /&gt;
! Gruppe !! Beispiele !! Typische Trägerschaft !! Bekannte Anzahl !! Typische Rollen !! Besonderheiten&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Kleine Museen, Heimatstuben, Gedenk- und Begegnungsorte ||&lt;br /&gt;
* Muzej Ćišinskeho (Panschwitz-Kuckau),&amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
* Njepilic dwór (Rohne), Sorbisches Kulturzentrum Schleife, &lt;br /&gt;
* Heimatmuseum Dissen, &lt;br /&gt;
* Archiv verschwundener Orte (Horno) &lt;br /&gt;
|| Gemeinde, Förderverein, Domowina-Ortsgruppe, privat || 22 in der Domowina-Übersicht 2019 (9 Ober-, 13 Niederlausitz)&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019b&amp;quot;/&amp;gt;; 23 in der Arbeitsliste 2026, davon 12 bisher nur durch die Domowina-Unterlagen belegt&amp;lt;ref name=&amp;quot;liste2026&amp;quot;/&amp;gt; || '''B''' ■, '''D''' ○ || überwiegend ehrenamtlich; 2019 benannte Defizite: fehlender Nachwuchs, fehlende Marketingstrategie, fehlende Vernetzung, unzureichende Finanzierung, fehlende fachliche Begleitung; teilweise ohne eigenes Inventar&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;; zwei private Ausstellungen ohne jede Förderung, von den Betreibern im Ruhestand allein betreut&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019b&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Regionale Museen mit sorbischen Beständen || &lt;br /&gt;
* Museum der Westlausitz Kamenz, &lt;br /&gt;
* Museum Bautzen, &lt;br /&gt;
* Spreewald-Museum Lübbenau mit Freilandmuseum Lehde, &lt;br /&gt;
* Slawenburg Raddusch, &lt;br /&gt;
* Niederlausitzer Heidemuseum Spremberg &lt;br /&gt;
|| Landkreis oder Kommune (''Annahme'') || 7 in der Domowina-Übersicht 2019 (2 Ober-, 5 Niederlausitz)&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019b&amp;quot;/&amp;gt; || '''B''' ■; &amp;lt;br&amp;gt;'''K1-K4''' ''offen'' || Umfang des sorbischen Anteils am Bestand ''offen''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Ensembles, Chöre, Trachten- und Brauchtumsgruppen || – || Verein || ''offen'' || tragen die Praxis;&amp;lt;br&amp;gt; '''D''' ○, '''B''' ○ || Trachtenfundi 2019 ausdrücklich zu den Beständen in sorbischer Verantwortung gezählt&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;; eigene Aufnahmen und Fundi meist nicht erfasst (''Annahme'')&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Chronisten, Film- und Fotoamateure || &lt;br /&gt;
* Chronistengruppe der Župa Michał Hórnik, &lt;br /&gt;
* deutsch-sorbischer Filmkreis &lt;br /&gt;
|| ehrenamtlich, privat || ''offen'' || '''D''' ■, '''B''' ○ || Beiträge von Laien 2019 nur sporadisch, Bestände oft unstrukturiert&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Private Sammlungen und Nachlässe || &lt;br /&gt;
* Nachlass der Malerin Hanka Krawcec, überwiegend in Tschechien; &lt;br /&gt;
* weitere private Sammlungen und Nachlässe in Ober- und Niederlausitz &lt;br /&gt;
|| privat || 4 in der Domowina-Übersicht 2019; tatsächlich ''offen'' || '''B''' ■ || Verbleib beim Generationenwechsel ungesichert (''Annahme'')&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Kirchliche Einrichtungen || &lt;br /&gt;
* Ausstellung zu Jan Bjedrich Fryco in der evangelischen Kirche Kolkwitz; &lt;br /&gt;
* kirchliches Informations- und Begegnungszentrum in Horno mit Holzmodellen abgebaggerter Kirchen&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019b&amp;quot;/&amp;gt; &lt;br /&gt;
|| Kirchgemeinde || 2 (in den kleinen Orten enthalten); weitere ''offen'' || '''B''' ○ || weitere kirchliche Bestände nicht erfasst (''Annahme'')&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Weitere sorbische Kultur- und Medieneinrichtungen || &lt;br /&gt;
* Deutsch-Sorbisches Volkstheater (Archiv 2019 zusammen mit dem des SNE genannt); &lt;br /&gt;
* Domowina-Verlag (2019 als Produzent genannt, dessen Erzeugnisse an das SKA gehen sollten)&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt; &lt;br /&gt;
|| verschieden || ''offen'' || '''B''' ○ || Umfang ''offen''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Öffentliche Träger und Fördergeber || &lt;br /&gt;
* Bund, &lt;br /&gt;
* Freistaat Sachsen, &lt;br /&gt;
* Land Brandenburg, &lt;br /&gt;
* Landkreise, &lt;br /&gt;
* Kommunen &lt;br /&gt;
|| öffentlich || – || '''F''' ■, '''S''' ○ || tragen die großen Museen; 2019 erfüllten kleine Museen im Landkreis Bautzen die Kriterien für eine institutionelle Förderung nicht, im Landkreis Spree-Neiße waren die Bedingungen besser&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Überregionale Gedächtniseinrichtungen || &lt;br /&gt;
* Oberlausitzische Bibliothek der Wissenschaften Görlitz&amp;lt;ref name=&amp;quot;slub&amp;quot;/&amp;gt;; &lt;br /&gt;
* Sächsisches Staatsarchiv, &lt;br /&gt;
* Brandenburgisches Landeshauptarchiv, &lt;br /&gt;
* Deutsche Nationalbibliothek (''Annahme''); &lt;br /&gt;
* Einrichtungen in Tschechien &lt;br /&gt;
|| öffentlich || ''offen'' || '''B''' ○; &amp;lt;br&amp;gt;mögliche Partner für K3 und K4 || sorbische Bestände außer in Görlitz ''offen''&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.1.4 Erste Befunde ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Rollenübersicht erlaubt erste Hinweise, die in den folgenden Abschnitten geprüft werden:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* '''Bewahren ist breit verteilt, Dienste sind konzentriert.''' Erfassen und Digitalisieren für mehrere Träger plant nach heutigem Kenntnisstand vor allem das SI. Die SLUB macht sorbisches Schrifttum bereits digital zugänglich, auch aus Beständen des SI. Ob weitere Akteure Dienste für Dritte anbieten, ist ''offen''.&lt;br /&gt;
* '''Für die langfristige Erhaltung fremder Bestände ist kein sorbischer Akteur erkennbar.''' Offen ist, wer Digitalisate anderer Träger verbindlich und dauerhaft übernimmt. So gelangen Veranstaltungsaufnahmen des Studijo Lucija nur komprimiert und teilweise in das SKA.&amp;lt;ref name=&amp;quot;lucija&amp;quot;/&amp;gt; Die SLUB betreibt eine eigene digitale Langzeitarchivierung; ob sie auch für sorbische Träger in Frage kommt, ist ''offen''.&lt;br /&gt;
* '''Die Dokumentation des lebendigen Kulturlebens liegt teils außerhalb sorbischer Verantwortung.''' Sorbischsprachige Produktionen von MDR und rbb standen dem SKA 2019 aus rechtlichen Gründen nicht zur Verfügung.&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt; Der heutige Stand ist ''offen''.&lt;br /&gt;
* '''Die Domowina ist der wichtigste Zugang zu kleinen Trägern.''' Mindestens 9 der 23 kleinen Sammlungsorte sind direkt oder über Mitgliedsvereine mit ihr verbunden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;liste2026&amp;quot;/&amp;gt; Ihre Strukturen eignen sich daher als Weg, kleine Träger zu erreichen – für die Erhebung ebenso wie für spätere Unterstützungsangebote.&lt;br /&gt;
* '''Das Wissen über kleine Träger ist lückenhaft und teils veraltet.''' 12 der 23 kleinen Orte sind bisher nur durch die Domowina-Unterlagen von 2019 und 2020 belegt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;liste2026&amp;quot;/&amp;gt; Ob sie heute noch bestehen und wie es um ihre Bestände steht, ist ''offen''. Besonders privat betreute Ausstellungen werden in Abschnitt 3.2 auf ihre Gefährdung geprüft.&lt;br /&gt;
* '''Kleine Träger haben keine feste Anlaufstelle, die Koordination war 2020 ungeklärt.''' Das frühere Sorbische Folklorezentrum war seit 1993 faktisch nicht mehr tätig.&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt; In der Niederlausitz diente 2020 ein Projekt zur Inwertsetzung des immateriellen Kulturerbes auch der Vernetzung kleiner Museen. Der Kulturausschuss der Domowina sah sich als ehrenamtliches Gremium nicht in der Lage, die Koordination zu leisten, und bat Fachinstitutionen und die Gremien der Stiftung, Verantwortung zu übernehmen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2020&amp;quot;/&amp;gt; Wie das heute geregelt ist, untersucht Abschnitt 3.4.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Liste aller bekannten Sammlungsorte mit Typ, Trägerschaft und Kulturgutklassen steht in [[12.3.A3 Sammlungsorte des sorbischen Kulturerbes|Anhang 12.3.A3]]. Sie wird laufend ergänzt.&lt;br /&gt;
&amp;lt;!-- Anhang 12.3.A3 aus der Arbeitsliste vom 02.04.2026 aufbauen; Namen privater Sammler nur mit Einverständnis --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== 3.2 Bestände und Bedarfe ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieser Abschnitt beschreibt die Nachfrageseite der Analyse: Welche Bestände sorbischen Kulturerbes gibt es, wie weit sind sie erfasst und digitalisiert, welche sind gefährdet, und welche Unterstützung brauchen die Kulturgutträger? Festgestellt wird dabei nur, wo Zeitdruck besteht. Welche Bestände mit welcher Priorität bearbeitet werden, entscheiden die sorbische Gemeinschaft und ihre Fachgremien (vgl. [[#2.4.2 Prozessschritte im Detail|Prozessschritt 3 „Bewerten &amp;amp; freigeben“]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein institutionsübergreifender Überblick über die Bestände existiert bisher nicht (siehe 3.2.5). Die folgenden Angaben sind daher Mindestwerte und Größenordnungen aus veröffentlichten Angaben der Einrichtungen, Projektunterlagen und den in [[#3.1 Akteure und Rollen|Abschnitt 3.1]] genannten Quellen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.2.1 Begriffe ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
; Sammlungsort&lt;br /&gt;
: Ort, an dem Kulturgüter verwahrt werden, etwa ein Museum, ein Archiv, eine Heimatstube oder eine Privatwohnung. Ein Akteur kann mehrere Sammlungsorte haben.&lt;br /&gt;
; Bestand&lt;br /&gt;
: Abgrenzbare Gruppe von Kulturgütern einer [[#2.2 Klassifizierung von Kulturgütern|Kulturgutklasse]], die an einem Sammlungsort gemeinsam verwahrt wird, zum Beispiel die Fotografien einer Heimatstube oder die Tonbänder eines Archivs. Feiner unterschieden wird nur, wenn sich Zustand oder Rechtslage deutlich unterscheiden. Ein Bestand gehört zu dem Ort, an dem das Original oder die Masterdatei liegt; Kopien an anderen Orten beschreiben seinen Digitalisierungsstand.&lt;br /&gt;
: Bei immateriellem Kulturerbe gilt die vorhandene Dokumentation als Bestand, etwa Ton- und Videoaufnahmen oder Beschreibungen. Eine bisher nicht dokumentierte Praxis erscheint als Dokumentationsbedarf.&lt;br /&gt;
; Bedarf&lt;br /&gt;
: Was ein Bestand oder ein Kulturgutträger braucht. &lt;br /&gt;
:* ''Bestandsbezogene'' Bedarfe richten sich auf die [[#2.3.2 Vier Kernfunktionen|vier Kernfunktionen]] (erfassen, digitalisieren, langfristig erhalten, zugänglich machen). &lt;br /&gt;
:* ''Trägerbezogene'' Bedarfe betreffen den Akteur selbst, etwa Personal, Beratung oder Finanzierung.&lt;br /&gt;
; Dringlichkeit&lt;br /&gt;
: Zeitdruck, der sich aus einer Gefährdung ergibt. Sie ist nicht gleichbedeutend mit Priorität, in die auch kulturelle Bedeutung, Nutzen und Machbarkeit eingehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.2.2 Bestandslandkarte ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Übersicht folgt der [[#2.2 Klassifizierung von Kulturgütern|Klassifizierung aus Abschnitt 2.2]]. Sie nennt für jede Klasse typische Bestände, die wichtigsten Träger und den bekannten Stand. Einzelne Sammlungsorte stehen in [[12.3.A3 Sammlungsorte des sorbischen Kulturerbes|Anhang 12.3.A3]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|+ Bestände nach Kulturgutklassen (Stand: weitgehend · teilweise · kaum · ''offen'')&lt;br /&gt;
! Klasse !! Typische Bestände !! Wichtigste Träger !! Umfang, soweit bekannt !! Erfasst !! Digitalisiert !! Gefährdung&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''A''' Materiell – unbeweglich || Denkmale, Gedenktafeln, Inschriften, Grabmäler, Blockbauten, Wirkungsstätten, Kirchen || Eigentümer, Gemeinden, Kirchgemeinden; dokumentiert durch das SI || Inventar sorbischer Kulturdenkmale in Sachsen: 61 Aktenordner, 6.300 analoge Fotomotive&amp;lt;ref name=&amp;quot;dmp&amp;quot;&amp;gt;Sorbisches Institut o. J.: Datenmanagementplan zum Teilprojekt „Sorbische Kulturdenkmale in Sachsen“ im Verbundprojekt DIKUSA – Vernetzung digitaler Kulturdaten in Sachsen, Laufzeit 01.02.2022–31.12.2025. URL: https://www.saw-leipzig.de/de/projekte/dikusa/datenmanagementplaene-1/dmp_si_dikusa.pdf/@@download/file/DMP_SI_Dikusa.pdf, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;; nach einer älteren Untersuchung rund 1.700 Objekte in der sächsischen Oberlausitz (''zu prüfen'')&amp;lt;ref name=&amp;quot;kdm&amp;quot;&amp;gt;Fachpublikation zu sorbischen Kulturdenkmalen. Interne Referenz: saxorum-10788_Sorbische_Kulturdenkmale_digital_erfassen_präsentieren.pdf. Angabe nach Projektunterlagen, noch zu prüfen.&amp;lt;/ref&amp;gt; || teilweise: Sachsen inventarisiert; Niederlausitz in Erfassung, geplant in drei Phasen bis 2031&amp;lt;ref name=&amp;quot;nlposter&amp;quot;&amp;gt;Sorbisches Institut o. J.: Materielle Zeugnisse sorbischer/wendischer Kultur in der Niederlausitz. Modul 4 des Vorhabens „Digitales Portal zu sorbischen und Lausitzer Sprach- und Kulturlandschaften“ (Poster). URL: https://serbski-institut.de/wp-content/uploads/2021/11/A0-Druck_DigPortal-M4.pdf, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; || teilweise: Inventar Sachsen 2022–2025 digital aufbereitet&amp;lt;ref name=&amp;quot;dmp&amp;quot;/&amp;gt;; 78 Objekte öffentlich im Atlas auf Sorabicon (April 2026)&amp;lt;ref name=&amp;quot;atlas&amp;quot;&amp;gt;Sorbisches Institut 2026: Pressemitteilung zum digitalen Atlas sorbischer Kulturdenkmale im Wissensportal Sorabicon, 30.04.2026. URL: https://idw-online.de/de/news870102, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; || Verwitterung, Umbau, Abriss (''Annahme''); Inventar teils nur analog oder in veralteten Dateiformaten (siehe 3.2.3)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''B1''' Schriftgut || Bücher, Zeitungen, Handschriften, Nachlässe, Vereins- und Institutionsakten, Plakate, Grafik || Sorbische Zentralbibliothek, Sorbisches Kulturarchiv (SKA), Sorbisches Museum, SLUB, Hórnik-Bibliothek im Wendischen Seminar Prag, Oberlausitzische Bibliothek der Wissenschaften Görlitz || Zentralbibliothek ca. 110.000 Medieneinheiten&amp;lt;ref name=&amp;quot;liste2026&amp;quot;/&amp;gt;; Sorbisches Museum über 1.000 Schriftquellen, ca. 1.700 Plakate, ca. 6.000 Grafiken&amp;lt;ref name=&amp;quot;sm&amp;quot;&amp;gt;Sorbisches Museum Bautzen o. J.: Museum – Sammlung. URL: https://sorbisches-museum.de/museum/?lang=en, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;; SKA: Nachlässe, Akten der Domowina 1912–1989 und sorbischer Vereine, Umfang ''offen''&amp;lt;ref name=&amp;quot;ska&amp;quot;&amp;gt;Sorbisches Institut o. J.: Sorbian Cultural Archive. URL: https://www.serbski-institut.de/en/sorbian-cultural-archive/, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; || weitgehend in den Bibliotheken (Katalog, Sorbische Bibliographie)&amp;lt;ref name=&amp;quot;vls&amp;quot;/&amp;gt;; kleine und private Träger ''offen'' || teilweise: 1.634 Dokumente des SI auf Sachsen.Digital (Stand 2021)&amp;lt;ref name=&amp;quot;ldp&amp;quot;&amp;gt;Sorbisches Institut 2021: Pressemitteilung zu Digitalisaten aus dem Landesdigitalisierungsprogramm Sachsen (u. a. „Serbowka“, erstes sorbisches Lehrbuch), 12.03.2021. URL: https://serbski-institut.de/wp-content/uploads/2021/12/2021-03-12_MI_Erstes-sorbisches-Lehrbuch-LDP_Serbowka_de.4753.pdf, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;; Handschriften des SKA 2016 digitalisiert&amp;lt;ref name=&amp;quot;hs&amp;quot;&amp;gt;Sorbisches Institut o. J.: Digitalisate handschriftlicher Literatur aus den Beständen des SKA in Sachsen.digital. URL: https://serbski-institut.de/de/Handschriften-als-Digitalisat, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;; Zeitungen und Zeitschriften teils online&amp;lt;ref name=&amp;quot;vls&amp;quot;/&amp;gt; || Nachlässe in Privatbesitz; säurehaltiges Papier des 19. und 20. Jahrhunderts (''Annahme'', nicht erhoben)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''B2''' Fotografien und Bildträger || Fotosammlungen und Fotonachlässe, Negative, Glasplatten, Dias || SKA, Sorbisches Museum, Wendisches Museum, Stadtmuseum Cottbus, SI (Kulturdenkmale), Chronisten, Privatpersonen || Sorbisches Museum ca. 10.500 Fotos&amp;lt;ref name=&amp;quot;sm&amp;quot;/&amp;gt;; Inventar Kulturdenkmale 6.300 Motive&amp;lt;ref name=&amp;quot;dmp&amp;quot;/&amp;gt;; SKA ''offen'' || teilweise bei Museen und SKA; private Bestände oft unstrukturiert&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt; || teilweise: ausgewählte Bildsammlungen des SKA im Virtuellen Lesesaal&amp;lt;ref name=&amp;quot;vls&amp;quot;/&amp;gt;; Glasplattennegative der Sammlung Fritz Unger (Stadtmuseum Cottbus) mit wendischen Motiven auf museum-digital&amp;lt;ref name=&amp;quot;unger&amp;quot;&amp;gt;museum-digital:brandenburg o. J.: Wendische Trachtengruppe, Glasplattennegativ, Fotografische Sammlung Fritz Unger, Stadtmuseum Cottbus, Inv.-Nr. U190-05. URL: https://brandenburg.museum-digital.de/pdf/object/65463.pdf?lang=de, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; || Negative und Glasplatten empfindlich (''Annahme''); private Bestände ohne Verzeichnis&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''B3''' Analoge AV-Träger || Tonbänder, Kassetten, Schallplatten, Videobänder, Filme || SKA, MDR und rbb, SNE, Amateurfilmer, Njepila-Hof (Tondokumente)&amp;lt;ref name=&amp;quot;liste2026&amp;quot;/&amp;gt;; Filme der früheren DEFA (Filmstudio der DDR), Hörfunkbestände der DDR-Zeit im Deutschen Rundfunkarchiv (''Annahme'') || sorbischsprachiger Rundfunk seit 1948&amp;lt;ref name=&amp;quot;rundfunk&amp;quot;&amp;gt;Wikipedia (englisch): Sorbischer Rundfunk. URL: https://en.wikipedia.org/wiki/Sorbischer_Rundfunk, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;; DEFA-Gruppe „Sorbischer Film“ 1980–1990: knapp 40 Filme&amp;lt;ref name=&amp;quot;defa&amp;quot;&amp;gt;Deutsches Historisches Museum, Zeughauskino o. J.: Filmreihe „Sorbische Filmlandschaften“. URL: https://www.dhm.de/zeughauskino/filmreihe/sorbische-filmlandschaften/, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;; SKA, SNE und Amateurbestände ''offen'' || kaum bekannt || teilweise: Filme des SKA im sächsischen Programm zur Sicherung des audiovisuellen Erbes digitalisiert&amp;lt;ref name=&amp;quot;vls&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;avsachsen&amp;quot;&amp;gt;Leipziger Internet Zeitung 2020: Über 50.000 Film- und Tonminuten digitalisiert. Zwischenbilanz zur Sicherung des audiovisuellen Erbes in Sachsen, 16.09.2020. URL: https://www.l-iz.de/melder/wortmelder/2020/09/Ueber-50-000-Film-und-Tonminuten-digitalisiert-Zwischenbilanz-zur-Sicherung-des-audiovisuellen-Erbes-in-Sachsen-349190, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;; Umfang ''offen'' || '''hoch''': Magnetbandformate sind veraltet, die routinemäßige Überspielung endet nach Einschätzung von UNESCO und IASA (Internationaler Verband der Schall- und audiovisuellen Archive) etwa 2025&amp;lt;ref name=&amp;quot;mta&amp;quot;&amp;gt;IASA o. J.: Announcing the Magnetic Tape Alert Project (UNESCO-Programm „Information for All“ und IASA). URL: https://iasa-web.org/node/5374, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''B4''' 3D-Objekte || Trachten und Textilien, Volkskunst, Ostereier, Keramik, Hausrat, Kunstwerke || Sorbisches Museum, Wendisches Museum, Heimatmuseen und Heimatstuben, Trachtenfundi von Vereinen und Ensembles, private Sammlungen || Sorbisches Museum ca. 35.000 inventarisierte Objekte über alle Sammlungsbereiche, davon Kunstsammlung 6.900 Werke&amp;lt;ref name=&amp;quot;sm&amp;quot;/&amp;gt;; Wendisches Museum: größte Sammlung niedersorbischer Tracht, Zahl ''offen''&amp;lt;ref name=&amp;quot;wm&amp;quot;&amp;gt;Wendisches Museum Cottbus o. J.: Selbstdarstellung des Museums, Dokument im Ratsinformationssystem der Stadt Cottbus. URL: https://session.cottbus.de/oparl/bodies/0001/downloadfiles/00007050.pdf, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;; Heimatmuseum Dissen 6.700 inventarisierte Exponate (SKR-Konzept, S. 8)&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;/&amp;gt;; Jänschwalde über 40 Originaltrachten und über 1.000 Keramiken&amp;lt;ref name=&amp;quot;liste2026&amp;quot;/&amp;gt; || teilweise: beide sorbischen Museen haben Inventare, aber kein verknüpfendes System (SKR-Konzept, S. 7)&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;/&amp;gt;; kleine Museen teils ohne Inventar&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt; || kaum: acht Häuser mit sorbischem Schwerpunkt haben zusammen 401 Objekte auf museum-digital veröffentlicht (SKR-Konzept, S. 8)&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;/&amp;gt;; Online-Sammlungen der beiden sorbischen Museen nicht gefunden || Textilien empfindlich (''Annahme''); private Ausstellungen ohne Nachfolge (siehe 3.2.3)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''C1''' Orale Traditionen || Sprache und Dialekte, Erzählungen, Sagen, Zeitzeugenberichte || Sprecherinnen und Sprecher; dokumentiert durch SI und Rundfunk || ''offen'' || teilweise: Zeitzeugen-O-Töne im Wissensportal Sorabicon&amp;lt;ref name=&amp;quot;atlas&amp;quot;/&amp;gt; || teilweise || '''hoch''' für das Niedersorbische: nach Angaben des Bundesinnenministeriums 2024 nur noch wenige hundert fließende Sprecherinnen und Sprecher&amp;lt;ref name=&amp;quot;sprache&amp;quot;&amp;gt;Universität Potsdam o. J.: Mehrsprachigkeit in Brandenburg – Sorbisch (mit Verweis auf BMI 2024 und Landesregierung Brandenburg 2024). URL: https://www.uni-potsdam.de/de/svm/mehrsprachigkeit-in-brandenburg/studentische-projekte/sorbisch, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''C2''' Darstellende Künste || Musik, Lieder, Tanz, Theater, Chorgesang || SNE, Deutsch-Sorbisches Volkstheater, Chöre und Ensembles; dokumentiert durch Rundfunk und Studijo Lucija || ''offen'' || ''offen'' || teilweise: neuere Aufnahmen meist ursprünglich digital (siehe D1) || ältere Mitschnitte auf AV-Trägern (siehe B3)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''C3''' Rituale und Feste || Bräuche und Feste im Jahreslauf, u. a. Vogelhochzeit, Zampern, Zapust, Ostersingen, Osterreiten, Maibaum, Kirmes || Vereine, Dorfgemeinschaften, Kirchgemeinden || „Gesellschaftliche Bräuche und Feste der Lausitzer Sorben im Jahreslauf“ seit 2014 im Bundesweiten Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes&amp;lt;ref name=&amp;quot;ike&amp;quot;&amp;gt;Sorbisches Institut 2020: Aufruf und Fragebogen zur Erhebung sorbischer/wendischer Bräuche und Feste im Landkreis Spree-Neiße, 18.12.2020. URL: https://www.serbski-institut.de/wp-content/uploads/2022/03/IKE-Fragebogen-Aufruf_2020_12_189_DE.4701.pdf, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;iketour&amp;quot;&amp;gt;Sachsen-Tourismus 2025: Hintergrundtext Immaterielles Kulturerbe. URL: https://www.sachsen-tourismus.de/fileadmin/mediendatenbank_ALT/mediendatenbank/bilder/presse/rechercheideen/hintergrundtext-immaterielles-kulturerbe-2025.pdf, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; || teilweise: Erhebung im Landkreis Spree-Neiße durch das SI ab 2020, Ergebnisstand ''offen''&amp;lt;ref name=&amp;quot;ike&amp;quot;/&amp;gt;; Oberlausitz ''offen'' || teilweise || Praxis im Wandel; frühere Ausprägungen nur über Dokumentation greifbar (''Annahme'')&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''C4''' Wissen über Natur und Universum || Volksglaube, Heil- und Sammelwissen, religiöse Praxis || Familien, Kirchgemeinden || ''offen'' || ''offen'' || ''offen'' || Wissen oft bei wenigen, teils älteren Personen (SKR-Konzept, S. 8)&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''C5''' Traditionelles Handwerk || Ostereiverzierung, Trachtenherstellung und -pflege, Weben, Flachs und Leinen, Töpfern || Handwerkerinnen und Handwerker, Vereine, Heimatmuseen, z. B. Sorbische Webstube Drebkau&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;/&amp;gt;, Kólasko Drachhausen&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019b&amp;quot;/&amp;gt; || ''offen'' || ''offen'' || ''offen'' || Wissen an wenige Personen gebunden; fehlender Nachwuchs (SKR-Konzept, S. 8)&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''D1''' Born-digital || Websites, soziale Medien, Veranstaltungsmitschnitte, digitale Fotos und Videos, digitale Publikationen, Projektdaten || Studijo Lucija, Rundfunk, Verlage, Vereine, Einrichtungen || ''offen'' || kaum || – || '''hoch''': keine systematische Sicherung sorbischer Web- und Social-Media-Inhalte bekannt; Webarchivierung in Deutschland insgesamt lückenhaft&amp;lt;ref name=&amp;quot;webarchiv&amp;quot;&amp;gt;netzpolitik.org 2026: Kritische Infrastruktur: Bei der Web-Archivierung fehlt die Strategie. URL: https://netzpolitik.org/2026/kritische-infrastruktur-bei-der-web-archivierung-fehlt-die-strategie/, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;; Masterdateien teils nur beim Erzeuger&amp;lt;ref name=&amp;quot;lucija&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''D2''' Digitalisate || digitale Repräsentationen aus den Klassen A bis C || SI, SLUB, Museen, Projekte || SI: 1.634 Dokumente auf Sachsen.Digital (2021)&amp;lt;ref name=&amp;quot;ldp&amp;quot;/&amp;gt;; Sorabicon: zwölf veröffentlichte Sammlungen (2026)&amp;lt;ref name=&amp;quot;atlas&amp;quot;/&amp;gt; || teilweise: über Kataloge und die Deutsche Digitale Bibliothek nachgewiesen, teils als gemeinfrei gekennzeichnet&amp;lt;ref name=&amp;quot;ddb&amp;quot;&amp;gt;Deutsche Digitale Bibliothek o. J.: Wot togo narodu Jesu Christußa (1865), Datengeber: Sorbisches Institut / Sorbisches Kulturarchiv. URL: https://www.deutsche-digitale-bibliothek.de/item/3IVBZKDCQK6LHTOFW5HKYF235K6A4QEF, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; || – || Langzeiterhaltung teils ungeklärt: Projektdaten lagen bei einem Webhoster mit Datensicherung, die Langzeitarchivierung war „zu eruieren“&amp;lt;ref name=&amp;quot;dmp&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.2.3 Bestände mit vorrangigem Digitalisierungsbedarf ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als vorrangig gilt ein Bestand, wenn mindestens einer der folgenden Gründe zutrifft:&lt;br /&gt;
# '''Materialverfall oder veraltete Technik:''' Der Träger zerfällt, oder Abspielgeräte sind kaum noch verfügbar.&lt;br /&gt;
# '''Ungesicherte Betreuung:''' Nachfolge, Räume oder Trägerschaft sind nicht gesichert.&lt;br /&gt;
# '''Unikat ohne Sicherung:''' Es gibt weder eine Kopie noch einen Nachweis an anderer Stelle.&lt;br /&gt;
# '''Schwindendes Wissen:''' Trägerinnen und Träger einer Praxis oder Zeitzeugen können nur noch begrenzte Zeit befragt werden.&lt;br /&gt;
# '''Ungesicherte digitale Dateien:''' Masterdateien fehlen, es gibt kein Zielarchiv, oder die Dateiformate veralten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die '''Dringlichkeit''' ist &lt;br /&gt;
* ''hoch'', wenn Verlust oder Unzugänglichkeit innerhalb weniger Jahre wahrscheinlich sind, &lt;br /&gt;
* ''mittel'', wenn ein Risiko erkennbar ist, der Zeitrahmen aber offen ist, und &lt;br /&gt;
* ''offen'', wenn die Lage nicht bekannt ist. &lt;br /&gt;
Die Herkunft der Dringlichkeit ist mit '''G''' gekennzeichnet, wenn der Bedarf von Trägern oder in ihren Unterlagen genannt wurde, und mit '''A''', wenn er aus der Analyse abgeleitet ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|+ Bestände mit vorrangigem Digitalisierungsbedarf&lt;br /&gt;
! Bestand / Bestandsgruppe !! Träger !! Klasse !! Grund !! Dringlichkeit !! Herkunft !! Quelle&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Ton-, Video- und Filmbestände auf Magnetband und Film || SKA, SNE, Rundfunk, Amateurfilmer, Njepila-Hof u. a. || B3 || 1, 3 || hoch || A || &amp;lt;ref name=&amp;quot;mta&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;ska&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Sprache und Erzählwissen der letzten muttersprachlichen Sprecherinnen und Sprecher des Niedersorbischen || – || C1 || 4 || hoch || A || &amp;lt;ref name=&amp;quot;sprache&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Zwei private Ausstellungen in der Oberlausitz, von den Betreibern im Ruhestand allein und ohne Förderung betreut (Stand 2019) || privat || B4 || 2, 3 || hoch, sofern noch bestehend || G || &amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019b&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Private Sammlungen und Nachlässe, darunter Filme und Chroniken sowie ein Nachlass, dessen Sichtung und Bewertung 2019 erbeten wurde || privat || B1–B4 || 1, 2, 3 || hoch || G || &amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019b&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Veranstaltungsmitschnitte, die nur komprimiert und teilweise an das SKA gehen || Studijo Lucija || D1 (C2, C3) || 5 || hoch || A || &amp;lt;ref name=&amp;quot;lucija&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Inventar sorbischer Kulturdenkmale in Sachsen: analoge Negative und Dateien in veralteten Formaten (u. a. .wps, .wbk, .wks) || SI || B2, D1 || 1, 5 || mittel || A || &amp;lt;ref name=&amp;quot;dmp&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Sorbische Websites und soziale Medien || verschieden || D1 || 5 || mittel || A || &amp;lt;ref name=&amp;quot;webarchiv&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Archiv verschwundener Orte in Horno: Umzug 2019 geplant || Trägerschaft ''offen'' || B1, B2 || 2 || ''offen'' || G || &amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019b&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.2.4 Bedarfe der Kulturgutträger ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Neben dem Bedarf einzelner Bestände haben viele Kulturgutträger Bedarfe, die sie selbst betreffen. Sie werden hier gebündelt und der Seite des Angebots zugeordnet, an die sie sich richten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
! Bedarf !! Betroffene Träger !! Richtet sich an !! Herkunft !! Quelle&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Personal und Nachwuchs für Betreuung und Erfassung || kleine Museen, Heimatstuben, ehrenamtliche Sammlungsorte || Rahmen (F) || G || &amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;; SKR-Konzept, S. 7–8 und 29&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Laufende Finanzierung für Personal und Unterhalt; z. B. jährliches Ringen um Personalmittel in Dissen || kleine Museen || Rahmen (F) || G || &amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019b&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Fachliche Begleitung, Beratung und Schulung || kleine und ehrenamtliche Träger || K1–K3, Rahmen || G || &amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;; SKR-Konzept, S. 10 und 30&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Inventarisierung und digitale Erschließung; Nachholbedarf wegen Personalmangels „teils bestandsgefährdend“ || kleine Museen, private Sammlungen, auch die großen Museen || K1 || G || SKR-Konzept, S. 7&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;/&amp;gt;; &amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Vernetzung und Kooperation || kleine Museen || Rahmen (S) || G || &amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Sichtbarkeit und Präsentation || sorbische Museen, kleine Museen || K4 || G || &amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2020&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Sichtung und Bewertung von Nachlässen || private Nachlässe || K1, Prozessschritt „Bewerten“ || G || &amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019b&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Räume, Bausubstanz und Bewirtschaftung, z. B. Muzej Ćišinskeho, Dom Njechorńskeho || kleine Museen und Gedenkorte || Rahmen (Voraussetzung) || G || &amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019b&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Digitalisierung von Ton-, Film- und Fotobeständen als Dienstleistung || SKA, kleine und private Träger || K2 || A || –&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Verbindlicher Ort für die langfristige Erhaltung von Digitalisaten und ursprünglich digitalen Aufnahmen || Studijo Lucija, Projekte, kleine Träger || K3 || A || &amp;lt;ref name=&amp;quot;lucija&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;dmp&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Rechteklärung und Einwilligungen || Rundfunkproduktionen, Veranstaltungsaufnahmen || Rahmen || G (Rundfunk) / A || &amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Bedarfe des Sorbischen Museums und des Wendischen Museums || beide sorbischen Museen || K1–K4 || G || Digitalisierungskreis, Sitzung vom 21.04.2026 (''noch einzuarbeiten'')&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.2.5 Erste Befunde ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* '''Ein Gesamtüberblick über die Bestände fehlt.''' 2020 wurde festgestellt, dass eine systematische Registrierung des sorbischen Kulturerbes fehlt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2020&amp;quot;/&amp;gt; 2025 beschrieb das SI die Bedingungen an den Sammlungsorten als „von vorbildlich bis prekär“; vieles liege nur analog vor, und die Digitalisierung stehe überwiegend am Anfang.&amp;lt;ref name=&amp;quot;skrhandout&amp;quot;&amp;gt;Sorbisches Institut 2025: Handout zum Pressegespräch „Konzept Sorbisches Kulturregister“, 20.11.2025. URL: https://www.serbski-institut.de/wp-content/uploads/2025/11/2025-11-20_Handout-Pressegespraech-SKR_Konzept.pdf, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Ein Überblick sei derzeit nicht möglich, weil die Sammlungsorte technisch „fraktioniert oder gar inkompatibel“ arbeiten (SKR-Konzept, S. 8).&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
* '''Die bekannten Sammlungsorte sind nur ein Ausschnitt.''' Das SKR-Konzept nennt mehr als 70 Einrichtungen mit kulturerberelevantem Archivgut (S. 10). Im Arbeitskreis Lausitzer Museenland widmet sich etwa ein Drittel der 48 Heimatstuben und Regionalmuseen sorbischer Geschichte und Kultur (S. 7).&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;/&amp;gt; Die Arbeitsliste umfasst bisher rund 32 Orte.&amp;lt;ref name=&amp;quot;liste2026&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
* '''Zahlen gibt es nur für wenige große Träger.''' Für das Sorbische Museum, die Sorbische Zentralbibliothek und die Digitalisate des SI liegen Größenordnungen vor. Für das SKA, das Wendische Museum, die audiovisuellen Bestände und fast alle kleinen Träger fehlen sie.&lt;br /&gt;
* '''Wo der Zeitdruck am größten ist, ist am wenigsten bekannt.''' Das betrifft vor allem die analogen Ton-, Video- und Filmbestände sowie die Dokumentation des Niedersorbischen.&lt;br /&gt;
* '''Online sichtbar ist nur ein Bruchteil.''' Acht Häuser mit sorbischem Schwerpunkt haben zusammen 401 Objekte auf museum-digital veröffentlicht; das Heimatmuseum Dissen mit 6.700 inventarisierten Exponaten noch keines (SKR-Konzept, S. 8).&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
* '''Digital vorhanden heißt nicht gesichert.''' Ursprünglich digitale Aufnahmen und Projektdaten haben teils kein Zielarchiv oder liegen in veralteten Formaten vor (siehe 3.2.3). Wer diese Aufgabe übernimmt, untersuchen die Abschnitte 3.3 und 3.4.&lt;br /&gt;
* '''Das immaterielle Kulturerbe ist ungleich dokumentiert.''' Für die Niederlausitz gab es ab 2020 eine Erhebung der Bräuche und Feste,&amp;lt;ref name=&amp;quot;ike&amp;quot;/&amp;gt; für die Oberlausitz ist keine vergleichbare bekannt.&lt;br /&gt;
* '''Ein Teil des Erbes liegt außerhalb sorbischer Verantwortung oder außerhalb der Lausitz,''' etwa in Prag, Dresden und Görlitz, in Rundfunkarchiven und bei der DEFA-Überlieferung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Ist-Analyse kann damit Struktur und Schwerpunkte benennen, aber keine vollständige Bestandsübersicht ersetzen. Eine institutionsübergreifende Bestands- und Bedarfserhebung mit Prioritätenliste ist eine eigene Aufgabe (vgl. das Ziel 2028 in [[#1.1 Visionen und Ziele für die sorbische digitale Welt|Abschnitt 1.1]]) und wird bei den Maßnahmen aufgegriffen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.1.2 Bedarfe und Dringlichkeiten ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;background-color:#eef5fb;border-left:4px solid #5b9bd5;padding:0.7em 1em;margin:1em 0;&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Leitfrage:''' Welche Unterstützung benötigen die Kulturgutträger und welche Bedarfe sollten (+aus welchen Gründen) vorrangig bearbeitet werden?&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die bei Kulturgutträgern bestehenden Bedarfe sollten zunächst möglichst vollständig erhoben und anschließend zusammengeführt und eingeordnet werden. Dabei ist zwischen &amp;quot;von Akteuren ausdrücklich genannten Bedarfen&amp;quot; und &amp;quot;aus der Analyse zusätzlich abgeleiteten Bedarfen&amp;quot; zu unterscheiden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die weitere Erhebung und Analyse insbesondere zu prüfen:&lt;br /&gt;
* vorhandene Bedarfserhebungen, Gesprächsprotokolle und bisherige Tabellen zusammenführen&lt;br /&gt;
* Bedarfe möglichst den vier Kernfunktionen zuordnen:&lt;br /&gt;
** Nachweisen, beschreiben und verknüpfen,&lt;br /&gt;
** Digitalisieren und Qualität sichern,&lt;br /&gt;
** langfristig erhalten,&lt;br /&gt;
** zugänglich machen und Nutzung ermöglichen;&lt;br /&gt;
* zusätzlich übergreifende Bedarfe erfassen, beispielsweise:&lt;br /&gt;
** Personal und Fachkompetenz,&lt;br /&gt;
** Beratung und Schulung,&lt;br /&gt;
** Finanzierung,&lt;br /&gt;
** Rechteklärung und Datenschutz,&lt;br /&gt;
** Metadaten und gemeinsame Standards,&lt;br /&gt;
** technische Infrastruktur;&lt;br /&gt;
* Dringlichkeit anhand nachvollziehbarer Kriterien beurteilen, beispielsweise:&lt;br /&gt;
** drohender Verlust oder Materialverfall,&lt;br /&gt;
** fehlende personelle Nachfolge,&lt;br /&gt;
** gefährdete oder unbekannte Bestände,&lt;br /&gt;
** blockierende Abhängigkeit für weitere Digitalisierungsschritte,&lt;br /&gt;
** kulturelle oder sprachliche Bedeutung,&lt;br /&gt;
** erwartete Nutzung für Bildung, Forschung oder Öffentlichkeit&lt;br /&gt;
* unterscheiden zwischen Einzelfallbedarf und strukturellem Bedarf mehrerer Kulturgutträger&lt;br /&gt;
* soweit möglich erfassen, welche Bedarfe bereits durch bestehende Angebote abgedeckt werden und welche bislang offenbleiben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mögliches Ergebnis: priorisierte beziehungsweise nach Dringlichkeit geordnete Bedarfsübersicht mit Zuordnung zu Akteursgruppen und Kernfunktionen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== 3.2 Ist-Stand der vier Kernfunktionen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;background-color:#eef5fb;border-left:4px solid #5b9bd5;padding:0.7em 1em;margin:1em 0;&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Leitfrage:''' Welche Kernfunktionen werden durch bestehende Angebote / Dienste und Projekte bereits erfüllt – für welche Bestände, Akteure und Nutzungszwecke?&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Den Schwerpunkt der Ist-Analyse bildet die Frage, '''in welchem Umfang''' die vier zuvor bestimmten Kernfunktionen der Kulturerbe-Digitalisierung im sorbischen Kontext bereits erfüllt werden. Dabei reicht es nicht aus festzustellen, dass ein Projekt, eine Institution oder ein technisches System existiert. Zu prüfen ist vielmehr, welche Leistung tatsächlich verfügbar ist, welche Kulturgutträger und Bestände sie erreicht und welche Lücken verbleiben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für jede Kernfunktion sollte möglichst nach einer einheitlichen Logik untersucht werden:&lt;br /&gt;
* vorhandene Angebote, Systeme und Projekte&lt;br /&gt;
* verantwortliche Betreiber beziehungsweise Akteure&lt;br /&gt;
* Entwicklungs- und Betriebsstand&lt;br /&gt;
* erreichte Kulturgutträger, Bestände und Kulturgutarten&lt;br /&gt;
* abgedeckte Bedarfe&lt;br /&gt;
* technische und organisatorische Anschlussmöglichkeiten&lt;br /&gt;
* erkennbare Lücken, Risiken und offene Fragen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.2.1 Nachweisen, beschreiben und verknüpfen ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;background-color:#eef5fb;border-left:4px solid #5b9bd5;padding:0.7em 1em;margin:1em 0;&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Leitfrage:''' Wie vollständig und nutzbar werden sorbische Kulturgüter und Bestände heute nachgewiesen, beschrieben und miteinander verknüpft?&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die weitere Erhebung und Analyse insbesondere zu prüfen:&lt;br /&gt;
* Stand und tatsächlicher Funktionsumfang des Sorbischen/Wendischen Kulturregisters&lt;br /&gt;
* vorhandene institutionelle Kataloge, Inventare, Datenbanken und lokale Verzeichnisse&lt;br /&gt;
* welche Kulturgutarten, Einrichtungen und Regionen bereits erfasst sind&lt;br /&gt;
* welche Bestände bislang nur lokal, analog oder überhaupt nicht systematisch nachgewiesen werden&lt;br /&gt;
* verwendete Metadaten, Identifikatoren und Normdaten&lt;br /&gt;
* Möglichkeiten zur Übernahme beziehungsweise Verknüpfung bestehender Daten&lt;br /&gt;
* Anschlussmöglichkeiten:&lt;br /&gt;
** direkte Erfassung kleinerer Träger,&lt;br /&gt;
** Datenimport beziehungsweise Schnittstellen größerer Einrichtungen&lt;br /&gt;
* Mehrsprachigkeit und Umgang mit ober- und niedersorbischen Bezeichnungen&lt;br /&gt;
* Verhältnis zwischen institutionellen Beschreibungen, historischen Fremdbezeichnungen und sorbischen beziehungsweise lokalen Selbstbezeichnungen&lt;br /&gt;
* vorhandene Funktionen für Digitalisierungsstatus, Rechteinformationen und Priorisierung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.2.2 Digitalisieren und Qualität sichern ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;background-color:#eef5fb;border-left:4px solid #5b9bd5;padding:0.7em 1em;margin:1em 0;&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Leitfrage:''' Welche Kulturgüter können heute in welcher Qualität und Kapazität digitalisiert werden, und welche Kulturgutträger können diese Leistungen tatsächlich nutzen?&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die weitere Erhebung und Analyse insbesondere zu prüfen:&lt;br /&gt;
* aktueller Stand des Digitalisierungszentrums und weiterer Digitalisierungsangebote&lt;br /&gt;
* verfügbare technische Verfahren für unterschiedliche Kulturgutarten, beispielsweise:&lt;br /&gt;
** Schriftgut,&lt;br /&gt;
** Fotografien,&lt;br /&gt;
** Bücher und Zeitschriften,&lt;br /&gt;
** Tonaufnahmen,&lt;br /&gt;
** Film und Video,&lt;br /&gt;
** dreidimensionale Objekte&lt;br /&gt;
* stationäre, mobile und extern vergebene Digitalisierung&lt;br /&gt;
* vorhandene Kapazitäten und erkennbare Engpässe&lt;br /&gt;
* Zugangsmöglichkeiten für kleine und ehrenamtlich arbeitende Kulturgutträger&lt;br /&gt;
* Beratung vor der Digitalisierung&lt;br /&gt;
* Anforderungen an Vorbereitung, Metadaten und Rechteklärung&lt;br /&gt;
* vorhandene Qualitätsstandards und Qualitätskontrolle&lt;br /&gt;
* Unterstützung bei Ausschreibung beziehungsweise Beauftragung externer Dienstleister&lt;br /&gt;
* bisherige Digitalisierungsprojekte und deren Ergebnisse&lt;br /&gt;
* besonders gefährdete Bestände, für die kurzfristig Digitalisierungskapazität benötigt wird&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.2.3 Langfristig erhalten ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;background-color:#eef5fb;border-left:4px solid #5b9bd5;padding:0.7em 1em;margin:1em 0;&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Leitfrage:''' Für welche digitalen Bestände ist die langfristige Erhaltung organisatorisch und technisch tatsächlich abgesichert? &amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die weitere Erhebung und Analyse insbesondere zu prüfen:&lt;br /&gt;
* vorhandene Repositorien, digitale Archive und Speicherlösungen&lt;br /&gt;
* welche Einrichtungen bereits Digitalisate dauerhaft übernehmen können&lt;br /&gt;
* welche Digitalisate derzeit lediglich lokal oder projektbezogen gespeichert werden&lt;br /&gt;
* Unterschied zwischen:&lt;br /&gt;
** Ablage beziehungsweise Speicherung,&lt;br /&gt;
** Datensicherung,&lt;br /&gt;
** institutionellem Repositorium,&lt;br /&gt;
** digitaler Langzeiterhaltung;&lt;br /&gt;
* Verantwortlichkeiten für Übernahme, Erhaltung und spätere Datenmigration&lt;br /&gt;
* verwendete Master- und Nutzungsdateien&lt;br /&gt;
* Sicherungskopien, Prüfsummen und Wiederherstellungsverfahren&lt;br /&gt;
* verwendete beziehungsweise vorgesehene Erhaltungsmetadaten&lt;br /&gt;
* Möglichkeiten für kleinere Kulturgutträger, ihre Digitalisate an ein geeignetes Repositorium zu übergeben&lt;br /&gt;
* vorhandene Schnittstellen zwischen Digitalisierung und Repositorium&lt;br /&gt;
* organisatorische und finanzielle Absicherung des langfristigen Betriebs&lt;br /&gt;
* Digitalisate beziehungsweise Projekte identifizieren, deren dauerhafte Erhaltung derzeit ungeklärt ist&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.2.4 Zugänglich machen und Nutzung ermöglichen ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;background-color:#eef5fb;border-left:4px solid #5b9bd5;padding:0.7em 1em;margin:1em 0;&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Leitfrage:''' Welche digitalisierten Inhalte sind für welche Zielgruppen auffindbar, verständlich und im rechtlich beziehungsweise kulturell zulässigen Umfang nutzbar?&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die weitere Erhebung und Analyse insbesondere zu prüfen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* vorhandene Präsentations- und Nutzungssysteme, Portale und Online-Ausstellungen&lt;br /&gt;
* Funktion und Entwicklungsstand von Sorabicon sowie weiteren relevanten Angeboten&lt;br /&gt;
* welche Kulturgüter und Bestände bereits öffentlich zugänglich sind&lt;br /&gt;
* welche Zielgruppen angesprochen werden:&lt;br /&gt;
** Öffentlichkeit,&lt;br /&gt;
** Bildung,&lt;br /&gt;
** Forschung,&lt;br /&gt;
** sorbische Gemeinschaft,&lt;br /&gt;
** Tourismus und Kulturvermittlung;&lt;br /&gt;
* Ober- und Niedersorbisch sowie weitere benötigte Sprachen in Oberfläche, Metadaten und Inhalten&lt;br /&gt;
* Qualität der Kontextualisierung und Vermittlung&lt;br /&gt;
* Möglichkeiten für:&lt;br /&gt;
** Download,&lt;br /&gt;
** Zitation,&lt;br /&gt;
** Datenexport,&lt;br /&gt;
** Programmierschnittstellen,&lt;br /&gt;
** wissenschaftliche und kreative Nachnutzung&lt;br /&gt;
* Rechte- und Lizenzinformationen&lt;br /&gt;
* abgestufte Zugangsmöglichkeiten für sensible beziehungsweise eingeschränkt zugängliche Inhalte&lt;br /&gt;
* Barrierefreiheit beziehungsweise Barrierearmut&lt;br /&gt;
* Aktualisierung und Pflege präsentierter Inhalte&lt;br /&gt;
* soweit verfügbar tatsächliche Nutzung, Reichweite und Nachnutzung erfassen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.2.5 Zusammenspiel der Kernfunktionen in bestehenden Projekten ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;background-color:#eef5fb;border-left:4px solid #5b9bd5;padding:0.7em 1em;margin:1em 0;&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Leitfrage:''' Bei welchen bestehenden Vorhaben funktioniert der Weg vom Kulturgut über Erfassung und Digitalisierung bis zur langfristigen Erhaltung und Nutzung bereits durchgängig – und an welchen Übergängen bestehen Lücken?&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Neben dem Stand der einzelnen Kernfunktionen ist zu prüfen, '''ob diese auch tatsächlich zu einer durchgängigen Prozesskette verbunden sind'''. Ein vorhandenes Register, ein Digitalisierungszentrum, ein Repositorium und ein Präsentationsportal ergeben noch nicht automatisch einen funktionierenden Gesamtprozess.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die weitere Erhebung und Analyse insbesondere zu prüfen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* geeignete bestehende Projekte beziehungsweise Pilotvorhaben auswählen&lt;br /&gt;
* für diese Projekte die vollständige Prozesskette nachvollziehen:&lt;br /&gt;
** Erfassen,&lt;br /&gt;
** Registrieren,&lt;br /&gt;
** Bewerten und priorisieren,&lt;br /&gt;
** Digitalisieren,&lt;br /&gt;
** Archivieren beziehungsweise langfristig erhalten,&lt;br /&gt;
** Präsentieren und nachnutzen;&lt;br /&gt;
* untersuchen, welche Systeme und Akteure an den Übergaben beteiligt sind&lt;br /&gt;
* prüfen, ob Metadaten gemeinsam mit den Dateien weitergegeben werden&lt;br /&gt;
* prüfen, ob Rechte- und Zugangsangaben entlang der Prozesskette erhalten bleiben&lt;br /&gt;
* vorhandene manuelle Medienbrüche beziehungsweise Mehrfacherfassungen identifizieren&lt;br /&gt;
* unklare Zuständigkeiten und Übergabepunkte sichtbar machen&lt;br /&gt;
* positive Beispiele für bereits funktionierende Prozessketten dokumentieren&lt;br /&gt;
* aus Pilotprojekten bekannte Aufwände, Engpässe und Lernerfahrungen aufnehmen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== 3.3 Gemeinsame Regeln, Zusammenarbeit und dauerhafter Betrieb ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;background-color:#eef5fb;border-left:4px solid #5b9bd5;padding:0.7em 1em;margin:1em 0;&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Leitfrage:''' Sind die übergreifenden Voraussetzungen vorhanden, damit die einzelnen Angebote gemeinsam, verlässlich und dauerhaft funktionieren?&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Neben den einzelnen Kernfunktionen ist zu prüfen, ob '''gemeinsame organisatorische und fachliche Voraussetzungen''' vorhanden sind, damit die verschiedenen Angebote zusammenarbeiten und dauerhaft betrieben werden können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieser Abschnitt soll keine allgemeine oder abstrakte Governance-Analyse darstellen. Untersucht werden nur solche übergreifenden Fragen, die konkrete Auswirkungen auf die Digitalisierung des Kulturerbes und die spätere Ableitung von Maßnahmen haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.3.1 Zuständigkeiten, Beteiligung und Freigaben ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;background-color:#eef5fb;border-left:4px solid #5b9bd5;padding:0.7em 1em;margin:1em 0;&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Leitfrage:''' Wer entscheidet verbindlich über Auswahl, Priorisierung, Beschreibung, Digitalisierung, Veröffentlichung und Zugang, und wie sind die Kulturgutträger dabei beteiligt?&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
''Für die weitere Erhebung und Analyse insbesondere zu prüfen:''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* formelle und informelle Zuständigkeiten der beteiligten Institutionen&lt;br /&gt;
* Entscheidungsrechte bei Auswahl und Priorisierung von Beständen&lt;br /&gt;
* Verantwortlichkeiten für Rechteklärung und Veröffentlichung&lt;br /&gt;
* Beteiligung der jeweiligen Kulturgutträger&lt;br /&gt;
* Beteiligung sorbischer Fachleute und Angehöriger der Gemeinschaft bei kulturell sensiblen Inhalten&lt;br /&gt;
* vorhandene Freigabe- und Sperrverfahren&lt;br /&gt;
* Umgang mit nachträglichen Korrekturen oder Einschränkungen&lt;br /&gt;
* erkennbare Überschneidungen beziehungsweise ungeklärte Zuständigkeiten&lt;br /&gt;
* vorhandene Gremien oder Koordinierungsstrukturen&lt;br /&gt;
* prüfen, an welchen Stellen verbindliche Zuständigkeiten fehlen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.3.2 Gemeinsame Standards und Anschlussmöglichkeiten ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;background-color:#eef5fb;border-left:4px solid #5b9bd5;padding:0.7em 1em;margin:1em 0;&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Leitfrage:''' Welche gemeinsamen Regeln ermöglichen es unterschiedlichen Kulturgutträgern, Daten und Digitalisate in eine gemeinsame Infrastruktur einzubringen und zwischen den Kernfunktionen weiterzugeben?&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die weitere Erhebung und Analyse insbesondere zu prüfen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* vorhandene gemeinsame Metadatenstandards beziehungsweise Pflichtfelder&lt;br /&gt;
* verwendete Fachstandards einzelner Einrichtungen&lt;br /&gt;
* gemeinsame Regeln für Ober- und Niedersorbisch&lt;br /&gt;
* Dateiformate und Qualitätsanforderungen für unterschiedliche Kulturgutarten&lt;br /&gt;
* Identifikatoren und Normdaten&lt;br /&gt;
* Rechte- und Lizenzinformationen&lt;br /&gt;
* technische Schnittstellen und Datenexporte&lt;br /&gt;
* Übernahme vorhandener institutioneller Metadaten&lt;br /&gt;
* einfache Erfassungswege für kleinere Kulturgutträger&lt;br /&gt;
* Schnittstellen für Einrichtungen mit bestehenden Fachsystemen&lt;br /&gt;
* Möglichkeiten zur Weitergabe von Daten zwischen Register, Digitalisierung, Repositorium und Präsentation&lt;br /&gt;
* prüfen, wo fehlende Standards oder inkompatible Systeme den Austausch derzeit behindern&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.3.3 Personal, Finanzierung und Betreiberverantwortung ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;background-color:#eef5fb;border-left:4px solid #5b9bd5;padding:0.7em 1em;margin:1em 0;&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Leitfrage:''' Welche zentralen Leistungen sind dauerhaft personell, organisatorisch und finanziell abgesichert, und welche hängen noch von befristeten Projekten oder einzelnen Personen ab?&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die weitere Erhebung und Analyse insbesondere zu prüfen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Betreiber beziehungsweise verantwortliche Stellen für die vier Kernfunktionen&lt;br /&gt;
* dauerhafte Stellen gegenüber befristeten Projektstellen&lt;br /&gt;
* vorhandene beziehungsweise geplante Finanzierungsmodelle&lt;br /&gt;
* laufende Betriebs- und Pflegekosten&lt;br /&gt;
* personelle Kapazitäten und erkennbare Schlüsselpersonenrisiken&lt;br /&gt;
* Unterstützung kleiner und ehrenamtlich geführter Einrichtungen&lt;br /&gt;
* Finanzierung von&lt;br /&gt;
** Beratung,&lt;br /&gt;
** Digitalisierung,&lt;br /&gt;
** Speicher und Langzeiterhaltung,&lt;br /&gt;
** Datenpflege,&lt;br /&gt;
** Rechteklärung,&lt;br /&gt;
** technischer Wartung und Weiterentwicklung;&lt;br /&gt;
* Übergang von geförderten Projekten in einen dauerhaften Regelbetrieb&lt;br /&gt;
* vorhandene Betriebs-, Kooperations- und Übergabevereinbarungen&lt;br /&gt;
* erkennbare Risiken bei Auslaufen einzelner Förderungen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== 3.4 Gesamtbewertung und vorrangiger Handlungsbedarf ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;background-color:#eef5fb;border-left:4px solid #5b9bd5;padding:0.7em 1em;margin:1em 0;&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Leitfrage:''' Welche Bedarfe sind bereits ausreichend abgedeckt, wo liegen die entscheidenden Lücken und welche davon sollten vorrangig bearbeitet werden? &amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Ergebnisse der vorangegangenen Abschnitte werden abschließend zusammengeführt. Ziel ist noch nicht die vollständige Formulierung konkreter Maßnahmen, sondern zunächst eine begründete Bewertung des Ist-Standes und der wichtigsten Lücken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dabei sollte insbesondere unterschieden werden zwischen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* unmittelbar gefährdeten Kulturgütern beziehungsweise Beständen,&lt;br /&gt;
* strukturellen Lücken, die weitere Digitalisierungsschritte blockieren,&lt;br /&gt;
* fehlenden oder nur teilweise verfügbaren Kernfunktionen,&lt;br /&gt;
* nicht dauerhaft abgesicherten Angeboten,&lt;br /&gt;
* Verbesserungsmöglichkeiten bei bereits grundsätzlich funktionierenden Strukturen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die abschließende Bewertung insbesondere zu prüfen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Ergebnisse aus Akteurs-, Bestands- und Bedarfserhebung zusammenführen&lt;br /&gt;
* für jede der vier Kernfunktionen die wichtigsten Stärken und Lücken benennen&lt;br /&gt;
* übergreifende strukturelle Probleme aus Zuständigkeiten, Standards, Betrieb und Finanzierung ergänzen&lt;br /&gt;
* unterscheiden zwischen:&lt;br /&gt;
** fehlender Leistung,&lt;br /&gt;
** unzureichender Kapazität,&lt;br /&gt;
** fehlender Bekanntheit beziehungsweise Zugänglichkeit,&lt;br /&gt;
** fehlender Verbindung bestehender Angebote,&lt;br /&gt;
** ungeklärter Zuständigkeit,&lt;br /&gt;
** fehlender dauerhafter Absicherung;&lt;br /&gt;
* Dringlichkeit begründen, insbesondere anhand von:&lt;br /&gt;
** Verlustgefahr,&lt;br /&gt;
** blockierenden Abhängigkeiten,&lt;br /&gt;
** Anzahl beziehungsweise Bedeutung betroffener Kulturgutträger,&lt;br /&gt;
** kultureller und sprachlicher Bedeutung,&lt;br /&gt;
** Aufwand und Realisierbarkeit;&lt;br /&gt;
* offene Informationslücken ausdrücklich kennzeichnen&lt;br /&gt;
* aus den ermittelten Lücken anschließend Handlungsbedarfe ableiten&lt;br /&gt;
* konkrete Lösungsmaßnahmen erst im folgenden Maßnahmen- beziehungsweise Soll-Abschnitt festlegen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mögliche zusammenfassende Bewertungsmatrix:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot; style=&amp;quot;width:100%;&amp;quot;&lt;br /&gt;
! Bereich&lt;br /&gt;
! Belegter Ist-Stand&lt;br /&gt;
! Abgedeckte Bedarfe&lt;br /&gt;
! Lücke / Risiko&lt;br /&gt;
! Dringlichkeit&lt;br /&gt;
! Daraus abgeleiteter Handlungsbedarf&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| ''Beispiel: Nachweisen und Registrieren''&lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| ''Beispiel: Digitalisieren''&lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| ''Beispiel: Langfristig erhalten''&lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| ''Beispiel: Zugänglich machen und nutzen''&lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| ''Beispiel: gemeinsame Standards / Zusammenarbeit''&lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= Referenzen =&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Měrko Šenk</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://koncept.serbski-inkubator.de/index.php?title=12.3_Digitalisierung_des_Kulturerbes&amp;diff=1204</id>
		<title>12.3 Digitalisierung des Kulturerbes</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://koncept.serbski-inkubator.de/index.php?title=12.3_Digitalisierung_des_Kulturerbes&amp;diff=1204"/>
		<updated>2026-10-29T13:47:00Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Měrko Šenk: /* 3.1.1 Begriffe und Rollen */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;= 1 Einleitung =&lt;br /&gt;
Die Digitalisierung von sorbischem Kulturerbe ist eine historische Chance für uns Sorben, eine Chance, unser kulturelles Erbe neu zu entdecken, es für kommende Generationen zu erhalten, für eine breitere Öffentlichkeit zugänglich zu machen und dabei die eigene Deutungshoheit zu stärken. Das erfordert neben Mut, einer klaren gemeinsamen Vision, starker Zusammenarbeit zwischen den beteiligten Akteuren auch die notwendigen Ressourcen in Form von Personal mit entsprechenden Kompetenzen, passender Technik sowie einer nachhaltig gesicherten Finanzierung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im folgenden Abschnitt werden Zielbilder für die Digitalisierung des sorbischen Kulturerbes entworfen mittels lang- und kurzfristiger Visionen sowie konkreter Ziele.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== 1.1 Vision und Ziele für die sorbische digitale Welt ==&lt;br /&gt;
'''Vision'''&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
''Sorbisches materielles und immaterielles Kulturerbe ist systematisch digital erfasst, rechtssicher und langfristig gesichert, leicht auffindbar, offen nutzbar und wird aktiv von Interessierten genutzt.''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Konkrete Ziele'''&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Bis 2032 ist ein tragfähiges, finanziell und organisatorisch abgesichertes Modell etabliert, das:&lt;br /&gt;
* Ein zentrales (oder föderiertes) digitales Langzeitarchiv nach OAIS-Referenzmodell betreibt,&lt;br /&gt;
* klare Zuständigkeiten, Prozesse und Budgets definiert,&lt;br /&gt;
* regelmäßige Qualitätssicherung und Technik-Updates vorsieht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bis 2030 sind wichtige sorbische Kulturerbe-Bestände (Kernbestände nach fachlicher Festlegung) in hoher Qualität digitalisiert, beschrieben und im Langzeitarchiv gesichert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bis 2028 liegt eine institutionenübergreifende Übersicht über relevante Kulturerbe-Bestände (analog und digital, materiell und immateriell) vor, einschließlich einer Prioritätenliste für die Digitalisierung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bis 2028 existiert ein zentrales, nutzerfreundliches „Sorbisches Kulturerbe-Portal“, das:&lt;br /&gt;
* Suchzugang über alle teilnehmenden Institutionen ermöglicht,&lt;br /&gt;
* grundlegende Inhalte frei zugänglich bereitstellt,&lt;br /&gt;
* mehrsprachige Oberflächen anbietet (Deutsch, Obersorbisch, Niedersorbisch, Englisch).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= 2 Ist-Analyse „Digitalisierung von Kulturerbe“ =&lt;br /&gt;
Das Ziel in diesem Themenbereich ist es, sorbisches Kulturerbe digital zu verwalten und damit langfristig für Recherche, Nutzung und Präsentation vorzuhalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Abschnitt &amp;quot;IST-Analyse“ werden die folgenden Fragen beantwortet: Was ist sorbisches Kulturerbe und was zählt alles dazu? Welche Schritte durchläuft ein Kulturgut, um zum digitalen Kulturerbe zu gehören? Wie können die digitale Verwaltung, Archivierung, Nutzung und Präsentation von Kulturgütern umgesetzt werden?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die grundlegenden Terminologien des Kulturerbes sollen im Folgenden festgelegt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== 2.1 Terminologie – von Kultur zu Kulturerbe ==&lt;br /&gt;
In diesem Abschnitt werden die Begriffe rund um das Kulturerbe grundlegend definiert. Es soll ein Verständnis über die Begriffe Kultur, kulturelle Ausprägung, Kulturgut und Kulturerbe erreicht werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Dataja:Wobraz_K1.png|center|260px]]&amp;lt;ref&amp;gt;Mermaid Flowchart Code: [https://mermaid.live/edit#pako:eNpF0UtuwyAQBuCroFlaTuRHTGMvKuWxq7pqV627IGZso2CIMChtk9ymN-nFimmasmJGfP-AOEGjOUIFrdTHpmfGkudtrWpF_Fq9RtGDk9aZKHojU-_aJ7PZ_bmGgSnR4mgFejaKpidC1XAmq8zDfYAoJZKVG7lxzX5stRl81C0_uwYdheGEubHD4_dXLy1hcpyC1rcLdM4GOLH1Ve2E5Gj9TPLkhgEnsLkBNDsMAmLojOBQWeMwhgHNwKYSTuFBYHucbOW3HFvmcQ21unh2YOpF6-FPGu26HqrW381X7sCZxa1gnWH_R1BxNBvtlIUqTUMEVCd49xVdzpeLMs1pXmRFXiY0hg-o8iyZL_LFXZaVSTJ1LzF8hqHJnBZ5WhZLWt5RmtIsBuTCavP4-2Hh3y4_NXaMmw hier klicken], abgerufen am 22.09.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.1.1 Kultur ===&lt;br /&gt;
Kultur bezeichnet hier die Gesamtheit aller '''vom Menschen geschaffenen und erlernten Ausdrucksformen''' des Lebens, die auf gemeinsamen Werten und Verhaltensweisen beruhen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;wiki-kultur&amp;quot;&amp;gt;URL: https://de.wikipedia.org/wiki/Kultur&amp;lt;/ref&amp;gt; Dazu zählen '''materielle Ergebnisse''' (z. B. Kunstwerke, Technik) ebenso wie '''immaterielle Praktiken''' (Sprache, Bräuche, Wissen). Kultur umfasst laut der UNESCO geistige, materielle, intellektuelle und emotionale Merkmale, die eine Gesellschaft oder soziale Gruppe kennzeichnen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;mondiacult&amp;quot;&amp;gt;UNESCO 1982: Mexico City Declaration on Cultural Policies (MONDIACULT). URL: https://www.lacult.unesco.org/docc/1982_MONDIACULT.pdf&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;ref name=&amp;quot;cultureaction&amp;quot;&amp;gt;Culture Action Europe 2024: The State of Culture report. URL: https://cultureactioneurope.org/de/news/the-state-of-culture-report-published, abgerufen am 01.10.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;  Sie ist dynamisch und wird von jeder Generation neu gestaltet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das deutsche Wort „Kultur“ ist eine Eindeutschung des lateinischen Worts „cultura“. Dieses bedeutet ursprünglich „Bebauung, Bearbeitung, Bestellung, Pflege“ und meinte sowohl die physische Bearbeitung als auch die Pflege geistiger Güter, z. B. der Sprache.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.1.2 Kulturelle Ausdrucksform ===&lt;br /&gt;
Eine kulturelle Ausdrucksform ist eine '''konkrete, gegenwärtige oder historische, Manifestation von Kultur''', bspw. eine Zeichnung, eine Tracht oder ein Lied: Sie macht die Kultur sichtbar und erlebbar. Im engeren Sinne ist es eine Ausdrucksweise, die aus der Kreativität einer Person, Gruppe oder Gesellschaft entsteht und '''kulturellen Inhalt''' trägt (symbolische Bedeutung, künstlerische Dimension, kulturelle Werte).&amp;lt;ref&amp;gt;Österreichische UNESCO-Kommission 2007: Übereinkommen zum Schutz und zur Förderung der Vielfalt kultureller Ausdrucksformen, Art. 4, Seite 13. URL: https://www.unesco.at/fileadmin/Redaktion/Publikationen/Publikations-Dokumente/2005er_UNESCO-Convention_German.pdf, abgerufen am 22.09.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt; Sie wird innerhalb und zwischen Gemeinschaften weitergegeben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Alle kulturellen Ausdrucksformen bilden einen wesentlichen Kern von Kultur, aber Kultur enthält auch latente Dimensionen (Werte, Normen, Vorannahmen etc.), die nicht unmittelbar als Ausdrucksform erscheinen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.1.3 Kulturgut ===&lt;br /&gt;
Ein „Kulturgut“ ist '''eine einzelne kulturelle Ausdrucksform''', der ein '''besonderer kultureller Wert zugemessen wird''' (durch Anerkennung, Schutz, Bedeutung). Es ist somit ein Erzeugnis menschlicher Kreativität oder Zeugnis menschlichen Lebens, welches '''Bedeutung für die Kultur einer Gemeinschaft''' hat und daher '''Bestand haben und bewahrt werden soll'''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die '''Summe aller Kulturgüter''' einer Gemeinschaft wird als dessen '''Kulturerbe''' bezeichnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.1.4 Kulturerbe ===&lt;br /&gt;
Kulturerbe ist die '''Summe der materiellen und immateriellen Ausdrucksformen''' (= Kulturgüter) einer Kultur, die als „'''bewahrenswert'''“ anerkannt wurden. International umfasst das u. a. das '''Welterbe''' (Denkmäler, Ensembles, Stätten)&amp;lt;ref&amp;gt;UNESCO (1972), Welterbekonvention, Art. 1. URL: https://www.dnk.de/wp-content/uploads/2021/02/1972_DNK_UNESCO-Welterbekonvention.pdf (abgerufen am 11.09.2025).&amp;lt;/ref&amp;gt; und das '''Immaterielles Kulturerbe''' (Praktiken, Wissen).&amp;lt;ref&amp;gt;Deutsche UNESCO-Kommission o. J.:, Übereinkommen zur Erhaltung des immateriellen Kulturerbes (dt. Ausgabe). URL: https://www.unesco.de/assets/dokumente/Deutsche_UNESCO-Kommission/02_Publikationen/Publikation_UNESCO-%C3%9Cbereinkommen_zur_Erhaltung_des_immateriellen_Kulturerbes_01.pdf, (abgerufen am 11.09.2025).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ob etwas „zum Kulturerbe“ zählt, ist Ergebnis von Bewertung, Diskurs und teils formellen Verfahren. Dem Sorbischen Kulturregister (SKR) zufolge ist „sorbisch-wendisches Kulturerbe“ eine Zuschreibung, die durch Gesellschaft, Museen, Archive und Wissenschaft erfolgen kann.&amp;lt;ref&amp;gt;Sorbisches Institut 2025: Konzept für ein Sorbisches Kulturregister (SKR). URL: https://www.serbski-institut.de/wp-content/uploads/2021/11/00_Zweite-aktualisierte-Fassung_Konzept_Sorbisches-Kulturregister_20.11.2025.pdf, abgerufen am 20.11.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.1.5 Abgrenzung: Kultur und Kulturerbe ===&lt;br /&gt;
'''Kultur / Kulturelle Ausdrucksform''' sind als Begriffe weiter gefasst als '''Kulturgut / Kulturerbe'''. Kulturelle Ausdrucksformen umfassen alles Gelebte und Gestaltete einer Gemeinschaft in Gegenwart und Vergangenheit, während Kulturgut / Kulturerbe diejenigen kulturellen Güter und Traditionen meint, denen eine Bedeutung beigemessen wurde und die als bewahrens- und weitergebenswert erkannt wurden. Kultur ist der „aktuelle“ kreative Prozess (einschließlich Popkultur, Alltagskultur), Kulturerbe der daraus überkommene Schatz. Dennoch sind die Grenzen fließend: Was heute nur Kultur ist, kann morgen zum Kulturerbe erklärt werden – abhängig von Wertzuschreibung und Diskurs.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Rahmen dieses Dokuments werden für den sorbischen Kontext die Begriffe '''„kulturelle Ausdrucksform“''' und '''„Kulturgut“''' weitgehend '''synonym''' verwendet, sofern nicht ausdrücklich anders gekennzeichnet. Hintergrund ist, dass die Gesamtzahl der identifizierbaren kulturellen Ausdrucksformen einer kleinen Minderheit wie der Sorben/Wenden im Vergleich zu großen Mehrheitsgesellschaften überschaubar ist. Zugleich ist der Anteil dieser Ausdrucksformen, denen in der Community ein besonderer Wert beigemessen wird und die daher faktisch als Kulturgut wahrgenommen und behandelt werden, sehr hoch: Ein großer Teil des gelebten kulturellen Repertoires wird als identitätsstiftend und bewahrenswert verstanden und damit dem Kulturerbe zugerechnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== 2.2 Klassifizierung von Kulturgütern ==&lt;br /&gt;
Im Folgenden soll eine griffige Klassifizierung von Kulturgütern entwickelt werden, so dass pro Kulturgut-Klasse später auf die Besonderheiten ihrer Digitalisierung eingegangen werden kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Dataja:Wobraz_K2.png|center|600px]]&amp;lt;ref&amp;gt;Mermaid Flowchart Code: [https://mermaid.live/edit#pako:eNptlM9u00AQxl9ltFWoFDlp_C9OjISU2KSgUCq1BSRIDxt77Syxd6v1mkKjSDwBlThw4YCEeuXOoeLSN-EF4BHYjZOQQG67-32_2ZnZsWco4jFBPqrVZpRR6cNsP8n4ZTTBQu7rHVP66QWOKEvV3nQM2BeYTf8eea35fF6rjdiIrUl4cjJiAMPDV_X6sMxkKdJS1uvnvu9PtRGgp5ReE46wJIKSLIOf779CycbkkqQZjSb1Ovz-cv351_drDWGN9BXS_xfZBj7dLoGxBgIFBE14nOcrZGH68E07Iu0IlSNsQkhTKnGlfvyh1bjKcngIjcYD6G2s-xvrYGMdLuuqAFOXZ0IflzFh0xxn5OBU3t1ISZhqw6KaKpo29k04jSaCJrLq0oZsa9mCAZc8FTihhBnQp1ksxd1NSsS22dFmG3oMZzwl0HveONtlc7XNATtsHI9fk6kkC3nRsKoqnVNgwrFQaUOvLGJRRtMi4SJfZ790WtppQYhFIVV7CYsJDO9uWbEMujbqOgIbTqgsddB7MCD_eXT6gQMvaFEQBlclPMVqcA6eMfqGiKLMt926isCFM4FjKiln-voCHmEWXxIxXZcUVo-jSwrVe3DBGvHqtc83DLqS0FpNAi3wRluiDBdFSBIYQ0KzzN_r265jPjQinnHh7yVJYhRS8ClZKfe3KLyk2oHneuEuqlK2qWhJWYPOwGnvoiplm4qXVMd17V5rF1UpikIGSgWNkS9FSQyUE5FjvUUzHXGE5ITkZIR8tYxJgtVXPEIjNlfYBWYvOc9XpOBlOkF-grNC7cqLWPUupFjNa74-FXo0RMBLJpFvWtYiCPJn6C3yG7bTNO2u6Tidrue0W13HQO_Usdtquuqg1bG6TtvzPNuZG-hqcXGr2baV5NhuyzId13XbBiJqDrg4qn5ni7_a_A_W9oMu hier klicken], abgerufen am 22.09.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.2.1 A. Materiell - unbeweglich 🏛️ ===&lt;br /&gt;
„Materiell - unbeweglich&amp;quot; bezeichnet ortsfeste Kulturobjekte wie Bauwerke, Ensembles, Gebäudekomplexe und Stätten/Kulturlandschaften, wie sie in Art. 1 der UNESCO-Welterbekonvention als Kategorien des kulturellen Erbes definiert sind.&amp;lt;ref&amp;gt;UNESCO World Heritage Centre o. J.: Convention Concerning the Protection of the World Cultural and Natural Heritage, Artikel 1. URL: https://whc.unesco.org/en/conventiontext/, abgerufen am 01.10.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.2.2 B. Materiell - beweglich 🖼️ ===&lt;br /&gt;
Die Kategorie „Materiell - beweglich&amp;quot; umfasst bewegliche Sachen bzw. Sachgesamtheiten von kulturellem Wert (z. B. Objekte, Sammlungen), wie sie das deutsche Kulturgutschutzgesetz (§ 2 KGSG)&amp;lt;ref&amp;gt;Deutschland 2016: Kulturgutschutzgesetz (KGSG), § 2. URL: https://www.buzer.de/2_KGSG.htm, abgerufen am 01.10.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt; als „Kulturgut“ beschreibt.&lt;br /&gt;
* B1 '''Schriftgut''' - Bücher, Zeitungen, Handschriften, Archivgut, Graphiken, Pläne, Karten&lt;br /&gt;
* B2 '''Fotografien &amp;amp; Bildträger''' &lt;br /&gt;
** Fotografisch erzeugte statische Bildträger, auch Stillbildträger genannt, z. B. Positive/Negative auf Film/Platte/Photopapier, Dias, Abzüge, Mikrofilm/-fiche und vergleichbare fotografische Repro-Träger.&lt;br /&gt;
* B3 '''Analoge AV-Träger''' (Audio/Video/Film)&lt;br /&gt;
** Analoge zeitbasierte Medien, z. B. Magnetton (Tonband, Kassette), Schallplatte, Videobänder, Film.&lt;br /&gt;
* B4 '''3D-Objekte''' - Gegenstände, „sachkulturelle Artefakte“&amp;lt;ref&amp;gt;Sorbisches Institut o. J.: Konzept zum Digitalisierungszentrum am Sorbischen Institut, S. 24.&lt;br /&gt;
(Unveröffentlichtes Konzeptpapier; interne Projektunterlage.)&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.2.3 C. Immateriell 🎭 ===&lt;br /&gt;
Meint lebendige Praktiken, Darstellungen, Ausdrucksformen, Ideen, Werte, Wissen und Fertigkeiten, die von Gemeinschaften getragen und weitergegeben werden, gemäß der folgenden 5 UNESCO ICH-Domänen.&amp;lt;ref&amp;gt;UNESCO o. J.: Intangible Cultural Heritage – Five Domains. URL: https://ich.unesco.org/doc/src/01857-EN.pdf, abgerufen am 01.10.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* C1 '''Orale Traditionen/Ausdrucksformen''' - Sprache, Gesangstraditionen&lt;br /&gt;
* C2 '''Darstellende Künste''' - Musik, Tanz, Theater&lt;br /&gt;
* C3 '''Rituale &amp;amp; Feste''' - Bräuche und soziale Praktiken des Kalenders und Lebenslaufs&lt;br /&gt;
* C4 '''Wissen &amp;amp; Praktiken''' zu Natur &amp;amp; Universum - Heil- und Sammelkenntnisse, ökologisches und astronomisches Wissen, Glaube, Religion&lt;br /&gt;
* C5 '''Traditionelles Handwerk''' - Techniken, Werkzeuge und Gestaltungsmuster&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.2.4 D. Digital 💾 ===&lt;br /&gt;
Bezeichnet in digitaler Form vorliegende Ressourcen menschlichen Wissens und Ausdrucks. Diese können sowohl born-digital sein als auch digitalisierte Repräsentationen von materiellen und immateriellen Kulturgütern.&amp;lt;ref&amp;gt;UNESCO 2003: Charter on the Preservation of Digital Heritage. URL: https://www.unesco.org/en/legal-affairs/charter-preservation-digital-heritage, abgerufen am 01.10.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* D1 '''Born-digital''' (ursprünglich digital erzeugt, kein analoges Original), z. B. Webseiten, Social-Media-Beiträge, Software, Apps, Spiele, digitale Fotos/Audio/Video.&lt;br /&gt;
* D2 '''Digitalisate''' - Digitalisierte Repräsentationen/Derivate aus den Klassen A, B und C.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== 2.3 Begriffe und Kernfunktionen ==&lt;br /&gt;
Die vorherigen Abschnitte haben geklärt, was unter Kulturerbe verstanden wird und welche Arten von Kulturgütern unterschieden werden. Bevor der nachfolgende Abschnitt den Prozess der Kulturerbe-Digitalisierung beschreibt, werden in diesem Abschnitt die dafür wichtigsten Arbeitsbegriffe und Funktionen erläutert. Der Abschnitt soll dabei die Frage beantworten: Welche Arbeitsabläufe und Funktionen sind notwendig, damit Kulturgüter nicht nur digital erfasst, sondern auch gefunden, verstanden, gesichert und genutzt werden können?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Erläuterungen sollen eine gemeinsame und leicht verständliche Grundlage schaffen für alle, die an der Digitalisierung von Kulturerbe interessiert sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.3.1 Vom Kulturgut zur digitalen Repräsentation ===&lt;br /&gt;
Dieser Abschnitt erklärt, was bei einer Digitalisierung entsteht und wie sich das digitale Ergebnis vom ursprünglichen Kulturgut unterscheidet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
! Begriff&lt;br /&gt;
! Erklärung&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Digitalisierung von Kulturerbe'''&lt;br /&gt;
| Digitalisierung bezeichnet in diesem Konzept den gesamten zusammenhängenden Prozess: Kulturgüter erfassen, beschreiben und bewerten, digitale Repräsentationen erzeugen oder übernehmen, ihre Qualität prüfen, sie sichern und für die Nutzung zugänglich machen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;DFG2016&amp;quot;&amp;gt;Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) 2016: Praxisregeln „Digitalisierung“, insbesondere S. 13 und 41-44. URL: https://www.dfg.de/resource/blob/176108/898bf3574ad0ff3b1db525fa7d04c86c/12-151-v1216-de-data.pdf, abgerufen am 16.07.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Bei ursprünglich digital entstandenen Kulturgütern – auch ''born digital'' genannt – entfällt die Überführung aus einem analogen Original; die weiteren Aufgaben bleiben bestehen.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Digitalisat und digitale Repräsentation'''&lt;br /&gt;
| Ein '''Digitalisat''' ist ein digitales Abbild eines analogen Kulturguts, beispielsweise ein Scan einer Handschrift oder ein Foto eines Museumsobjekts. Der weitere Begriff '''digitale Repräsentation''' umfasst auch Audio-, Video- oder 3D-Dokumentationen einer immateriellen kulturellen Praxis. Die digitale Repräsentation ersetzt weder das materielle Kulturgut noch die lebendige Praxis.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Masterdatei und Nutzungsderivat'''&lt;br /&gt;
| Die '''Masterdatei''' ist die möglichst hochwertige und qualitätsgeprüfte Ausgangsdatei. Sie wird für die langfristige Sicherung und spätere Bearbeitungen aufbewahrt. Ein '''Nutzungsderivat''' ist eine daraus erzeugte, an einen bestimmten Zweck angepasste Datei, beispielsweise ein kleineres Bild für eine Internetseite.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Digitales Objekt'''&lt;br /&gt;
| Als '''digitales Objekt''' wird in diesem Konzept eine zusammengehörige digitale Einheit bezeichnet. Sie kann aus einer oder mehreren Dateien, den zugehörigen Metadaten und ihren Verknüpfungen bestehen. Ein digitales Objekt kann ein Digitalisat oder ein ursprünglich digital entstandenes Kulturgut sein.&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
''Beispiel:'' Das verzierte sorbische Osterei bleibt das materielle Kulturgut. Hochauflösende Fotografien, ein 3D-Modell und die dazugehörigen Beschreibungen bilden gemeinsam seine digitale Repräsentation.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.3.2 Vier Kernfunktionen ===&lt;br /&gt;
Als '''Kernfunktionen der Kulturerbe-Digitalisierung''' werden im Folgenden vier dauerhaft zu erfüllende Aufgabenbereiche bezeichnet. Sie beschreiben, was für eine nachhaltige Digitalisierung von Kulturerbe geleistet werden muss, unabhängig davon, welche Institution oder welches technische System die jeweilige Funktion übernimmt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
! Kernfunktion&lt;br /&gt;
! Typische organisatorisch-technische Umsetzung&lt;br /&gt;
! Hauptaufgabe&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Nachweisen, beschreiben und verknüpfen'''&lt;br /&gt;
| Register oder Katalog&lt;br /&gt;
| Macht sichtbar, welche Kulturgüter vorhanden sind, wo sie sich befinden und in welchem Zusammenhang sie stehen. Ein Registereintrag kann bereits bestehen, bevor ein Digitalisat angefertigt wurde. &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Digitalisieren und Qualität sichern'''&lt;br /&gt;
| Digitalisierungszentrum oder Digitalisierungsdienst&lt;br /&gt;
| Erzeugt bzw. übernimmt digitale Repräsentationen, prüft sie und bereitet Dateien und Metadaten für die weitere Verarbeitung vor. Geliefert werden bspw. geprüfte Masterdateien und Nutzungsderivate. &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Langfristig erhalten'''&lt;br /&gt;
| Repositorium oder digitales Langzeitarchiv&lt;br /&gt;
| Übernimmt Dateien und Metadaten, speichert und verwaltet sie und erhält sie über technische und organisatorische Veränderungen hinweg dauerhaft nutzbar.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Zugänglich machen und Nutzung ermöglichen'''&lt;br /&gt;
| Präsentations- und Nutzungssystem&lt;br /&gt;
| Führt beschreibende Informationen und digitale Medien für Nutzerinnen und Nutzer zusammen. Es ermöglicht beispielsweise Suche, Anzeige, Kontextualisierung, Vermittlung und – soweit zulässig – Nachnutzung. &lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese '''Kernfunktionen''' beschreiben zunächst nicht zwingend getrennte Institutionen oder Systeme. Eine Einrichtung kann mehrere Kernfunktionen übernehmen. Umgekehrt kann eine Kernfunktion auf mehrere Einrichtungen oder technische Systeme verteilt sein. Entscheidend sind klare Zuständigkeiten, verlässliche Übergaben und gemeinsame Standards.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vereinfacht lässt sich das Zusammenspiel so zusammenfassen:&lt;br /&gt;
# Das '''Register oder der Katalog''' beschreibt und verknüpft das Kulturgut.&lt;br /&gt;
# Der '''Digitalisierungsdienst''' erzeugt und prüft seine digitale Repräsentation.&lt;br /&gt;
# Das '''Repositorium oder digitale Archiv''' übernimmt und erhält die Dateien.&lt;br /&gt;
# Das '''Präsentationssystem''' führt Beschreibungen und Medien für die Nutzung zusammen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die konkrete Ausgestaltung kann zentral, dezentral oder als Verbund mehrerer Systeme erfolgen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.3.3 Register ===&lt;br /&gt;
Die folgende Tabelle erklärt, wie Kulturgüter so erfasst, beschrieben und verknüpft werden, dass sie eindeutig zugeordnet, wiedergefunden und nach einheitlichen Regeln weiterverarbeitet werden können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
! Begriff&lt;br /&gt;
! Erklärung&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Erschließung, Verzeichnung und Registrierung'''&lt;br /&gt;
| '''Erschließung''' ist der übergeordnete Vorgang, bei dem ein Kulturgut identifiziert, beschrieben und in seinen Zusammenhang eingeordnet wird. '''Verzeichnung''' bezeichnet seine strukturierte dokumentarische Beschreibung. '''Registrierung''' bedeutet die Aufnahme in ein konkretes Register, einen Katalog oder ein Sammlungssystem. Ein Kulturgut kann bereits registriert werden, bevor ein Digitalisat vorhanden ist.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Metadaten'''&lt;br /&gt;
| Metadaten sind strukturierte Informationen über ein Kulturgut und seine digitalen Repräsentationen. Dazu gehören beispielsweise Titel, Herkunft, beteiligte Personen, Ort, Zeit, kultureller Kontext, Rechte, Dateieigenschaften und Bearbeitungsschritte. Je nach Zweck werden beschreibende, technische, rechtliche und erhaltungsbezogene Metadaten unterschieden. Sie machen Kulturgüter auffindbar, verständlich, verwaltbar und langfristig nutzbar.&amp;lt;ref name=&amp;quot;PREMIS&amp;quot;&amp;gt;Library of Congress o. J.: PREMIS – Preservation Metadata: Implementation Strategies. Internationaler Standard für Erhaltungsmetadaten. URL: https://www.loc.gov/standards/premis/, abgerufen am 16.07.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Persistenter Identifikator'''&lt;br /&gt;
| Ein '''persistenter Identifikator''' ist eine dauerhafte und eindeutige Kennung für ein Kulturgut, einen Datensatz oder eine digitale Ressource. Die Kennung bleibt bestehen, auch wenn sich der technische Speicherort oder die Internetadresse ändern. Dadurch können Kulturgüter dauerhaft zitiert und zwischen Systemen verknüpft werden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;DFG2016&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Metadaten sind keine bloße Beigabe zu einer Datei. Ohne ausreichende Beschreibungen kann ein Digitalisat zwar technisch vorhanden sein, später aber kaum gefunden, verstanden oder zuverlässig zugeordnet werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.3.4 Digitalisierungsdienst und Archiv ===&lt;br /&gt;
Die folgende Tabelle erklärt was erforderlich ist, damit Kulturgüter digitalisiert werden und nicht nur heute gespeichert sind, sondern auch nach technischen und organisatorischen Veränderungen noch gefunden, verstanden und genutzt werden können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
! Begriff&lt;br /&gt;
! Erklärung&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Repositorium'''&lt;br /&gt;
| Ein '''Repositorium''', auch ''Repository'' genannt, ist eine verwaltete technische Umgebung, in der digitale Objekte und ihre Metadaten übernommen, gespeichert, geordnet, verwaltet und bereitgestellt werden. Ein Repositorium kann Teil eines digitalen Archivs sein. Nicht jedes Repositorium erfüllt jedoch automatisch alle Anforderungen der Langzeiterhaltung.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Digitales Archiv oder digitales Langzeitarchiv'''&lt;br /&gt;
| Ein digitales Archiv ist mehr als ein Server oder ein Speicherprogramm. Es verbindet eine verantwortliche Organisation, fachkundiges Personal, Regeln, Arbeitsabläufe und technische Systeme. Es übernimmt die Verantwortung dafür, digitale Informationen langfristig zu erhalten und für festgelegte Nutzergruppen zugänglich zu machen. Das internationale Referenzmodell '''Open Archival Information System''' (OAIS, offenes Archiv-Informationssystem) bietet hierfür einen fachlichen Rahmen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;OAIS2024&amp;quot;&amp;gt;Consultative Committee for Space Data Systems (CCSDS) 2024: Reference Model for an Open Archival Information System (OAIS), CCSDS 650.0-M-3, insbesondere S. 1-1–1-2 und 2-1–2-2. URL: https://ccsds.org/Pubs/650x0m3.pdf, abgerufen am 16.07.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Ingest oder kontrollierte Übernahme'''&lt;br /&gt;
| '''Ingest''' bezeichnet die kontrollierte Übernahme digitaler Dateien und Metadaten in ein Repositorium oder digitales Archiv. Dabei werden beispielsweise Vollständigkeit, Dateiformate, Metadaten und Dateiintegrität geprüft und die Übernahme dokumentiert.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Langzeitverfügbarkeit und digitale Langzeiterhaltung'''&lt;br /&gt;
| '''Langzeitverfügbarkeit''' ist das Ziel, digitale Inhalte über technische und organisatorische Veränderungen hinweg auffindbar, lesbar, verständlich und nutzbar zu halten. '''Digitale Langzeiterhaltung''' bezeichnet die dafür notwendigen fortlaufenden Maßnahmen. Dazu können mehrere Speicherorte, regelmäßige Prüfungen, Formatüberwachung, technische Migrationen und eine nachvollziehbare Dokumentation gehören. „Langfristig“ bezeichnet dabei keine feste Zahl von Jahren, sondern einen Zeitraum, in dem mit veränderten Technologien, Formaten und Nutzungsanforderungen gerechnet werden muss.&amp;lt;ref name=&amp;quot;OAIS2024&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Datensicherung oder Backup'''&lt;br /&gt;
| Ein '''Backup''' ist eine zusätzliche Sicherungskopie, aus der Dateien nach einem Verlust oder technischen Ausfall wiederhergestellt werden können. Backups sind notwendig, ersetzen aber keine Langzeiterhaltung: Sie regeln allein noch keine dauerhaften Zuständigkeiten, Metadaten, Formatüberwachung, Integritätsprüfungen oder langfristige Zugänglichkeit.&amp;lt;ref name=&amp;quot;DPCStorage&amp;quot;&amp;gt;Digital Preservation Coalition o. J.: Digital Preservation Handbook – Storage. URL: https://www.dpconline.org/handbook/organisational-activities/storage, abgerufen am 16.07.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Integrität und Authentizität'''&lt;br /&gt;
| '''Integrität''' bedeutet, dass unbeabsichtigte Veränderungen oder Beschädigungen einer Datei erkannt werden können. Dafür werden häufig Prüfsummen verwendet - digitale Kontrollwerte, die regelmäßig verglichen werden. '''Authentizität''' bedeutet, dass Herkunft, Identität und Bearbeitungsgeschichte eines digitalen Objekts nachvollziehbar sind und belegt werden kann, dass es das ist, was es zu sein vorgibt.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Dateiformat und Datenformat'''&lt;br /&gt;
| Ein '''Dateiformat''' legt den technischen Aufbau einer einzelnen Datei fest. Ein '''Datenformat''' beschreibt, wie Informationen strukturiert und zwischen Systemen ausgetauscht werden. Gut dokumentierte, verbreitete und möglichst offen beschriebene Formate erleichtern den Austausch und die langfristige Nutzung. Sie ersetzen jedoch keine aktive Langzeiterhaltung.&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Merksatz:''' Speichern ist nicht dasselbe wie langfristiges Erhalten. Auch ein vorhandenes Backup ist noch kein digitales Langzeitarchiv.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.3.5 Präsentationssystem ===&lt;br /&gt;
Die folgende Tabelle erklärt, wie aus langfristig gesicherten Dateien ein digitales Kulturerbe wird, das von Menschen gefunden, verstanden und sinnvoll genutzt werden kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
! Begriff&lt;br /&gt;
! Erklärung&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Zugänglichmachung und Präsentation'''&lt;br /&gt;
| '''Zugänglichmachung''' bedeutet, dass digitale Objekte auffindbar und im rechtlich sowie technisch zulässigen Umfang abrufbar sind. '''Präsentation''' geht darüber hinaus: Inhalte werden ausgewählt, miteinander verknüpft, erklärt und für bestimmte Zielgruppen vermittelt. Dazu gehören verständliche Kontextinformationen, klare Rechteangaben, Mehrsprachigkeit und möglichst barrierearme Zugänge. Abhängig von Rechten, personenbezogenen Daten oder kulturellen Schutzbedarfen kann der Zugang offen oder eingeschränkt sein.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Nutzung und Nachnutzung'''&lt;br /&gt;
| '''Nutzung''' umfasst beispielsweise das Betrachten, Lesen, Anhören, Erforschen oder Vermitteln eines digitalen Kulturguts. '''Nachnutzung''' bedeutet seine weitere Verwendung in einem neuen Zusammenhang, etwa in Bildung, Forschung, Publikationen, Ausstellungen, Anwendungen oder kreativen Werken. Dafür werden geeignete Dateien, verständliche Metadaten und klare Rechteinformationen benötigt.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Rechteinformation und Lizenz'''&lt;br /&gt;
| Eine '''Rechteinformation''' beschreibt den rechtlichen Status eines digitalen Objekts und mögliche Einschränkungen seiner Nutzung. Eine '''Lizenz''' räumt durch eine dazu berechtigte Person oder Institution konkrete Nutzungsrechte ein. Ein allgemeiner Rechtehinweis ist daher nicht automatisch eine Lizenz.&amp;lt;ref name=&amp;quot;RightsReuse&amp;quot;&amp;gt;RightsStatements.org o. J.: Standardisierte Rechtehinweise für online verfügbares Kulturerbe. URL: https://rightsstatements.org/de/, abgerufen am 16.07.2026. Creative Commons 2025: Recommended Licenses and Tools for Cultural Heritage Content. URL: https://creativecommons.org/2025/07/09/recommended-licenses-and-tools-for-cultural-heritage-content/, abgerufen am 16.07.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Interoperabilität'''&lt;br /&gt;
| '''Interoperabilität''' bezeichnet die Fähigkeit von Systemen und Organisationen, Daten auszutauschen und in gleicher Bedeutung zu verstehen. Dafür werden gemeinsame Metadatenmodelle, Begriffe, Identifikatoren und technische Schnittstellen benötigt. So können beispielsweise Register, Repositorien, Präsentationsportale und externe Kulturplattformen miteinander verbunden werden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;EuropeanaEDM&amp;quot;&amp;gt;Europeana o. J.: Metadata – Europeana Data Model (EDM, Europeana-Datenmodell). URL: https://pro.europeana.eu/page/metadata, abgerufen am 16.07.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Digitalisierte Inhalte entfalten ihren kulturellen und gesellschaftlichen Nutzen erst dann vollständig, wenn sie auffindbar, verständlich, rechtlich klar und für unterschiedliche Zielgruppen tatsächlich verwendbar sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der folgende Abschnitt 2.4 beschreibt, wie diese Kernfunktionen innerhalb des gesamten Prozesses der Kulturerbe-Digitalisierung zusammenwirken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== 2.4 Prozess der Digitalisierung von Kulturerbe ==&lt;br /&gt;
Die Digitalisierung von Kulturgut ist kein rein technischer Arbeitsschritt, sondern ein vielschichtiger, oft langfristiger Prozess, der bereits mit der Wahrnehmung und Identifikation einer kulturellen Ausdrucksform beginnt. Ziel dieses Abschnitts ist es, diesen Gesamtprozess systematisch darzustellen: von der gelebten Kultur über das identifizierte Kulturgut bis hin zur digital nutzbaren Repräsentation.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die hier entwickelte Prozessdarstellung soll als praxisorientierter Überblick dienen für die Digitalisierung des sorbischen Kulturerbes. Sie berücksichtigt die Anforderungen sorbischer Einrichtungen ebenso wie die international etablierten Referenzmodelle und Standards, darunter:&lt;br /&gt;
* das OAIS-Referenzmodell (ISO 14721) für digitale Archivierung&amp;lt;ref&amp;gt;Consultative Committee for Space Data Systems (CCSDS) 2024: Reference Model for an Open Archival Information System (OAIS), CCSDS 650.0-M-3. URL: https://ccsds.org/Pubs/650x0m3.pdf, abgerufen am 01.10.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
* das DCC Curation Lifecycle Model für kuratorische Entscheidungsprozesse&amp;lt;ref&amp;gt;Higgins 2008: The DCC Curation Lifecycle Model. International Journal of Digital Curation, 3(1), 134-140. URL: https://ijdc.net/index.php/ijdc/article/view/48, abgerufen am 01.10.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
* das Spectrum-Modell für museale Objektverwaltung&amp;lt;ref&amp;gt;Collections Trust 2022. Spectrum 5.1 - The UK Museum Collections Management Standard. URL: https://collectionstrust.org.uk/spectrum/spectrum-5, abgerufen am 01.10.2025. &amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
* die UNESCO-Leitlinien zur Inventarisierung immateriellen Kulturerbes&amp;lt;ref&amp;gt;UNESCO 2024: Operational Directives for the Implementation of the Convention for the Safeguarding of the Intangible Cultural Heritage (10.GA). URL: https://ich.unesco.org/doc/src/ICH-Operational_Directives-10.GA_EN.pdf, abgerufen am 01.10.2025. &amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
* sowie technische Vorgaben wie die DFG-Praxisregeln Digitalisierung&amp;lt;ref&amp;gt;Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) 2022: Praxisregeln Digitalisierung (aktualisierte Fassung). URL: https://www.ulb.hhu.de/fileadmin/redaktion/ULB/Documents/Infomaterial/DFG_Praxisregeln_Digitalisierung_Aktualisierte_Fassung2022.pdf, abgerufen am 01.10.2025. &amp;lt;/ref&amp;gt; und die FADGI-Richtlinien&amp;lt;ref&amp;gt;Federal Agencies Digital Guidelines Initiative (FADGI) 2023: Technical Guidelines for Digitizing Cultural Heritage Materials – Still Image, 3rd ed. URL: https://www.digitizationguidelines.gov/guidelines/digitize-technical.html, abgerufen am 01.10.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Folge soll der „Lebenslauf“ eines Kulturguts dargestellt werden, also der Weg, den ein Objekt oder eine kulturelle Praxis vom Zeitpunkt der Entstehung über die Erfassung, Digitalisierung und Archivierung bis zur Veröffentlichung in einem digitalen Präsentationsmodul durchläuft.&lt;br /&gt;
Hierfür erläutert der folgende Abschnitt die einzelnen Prozessschritte im Detail, jeweils mit Akteuren und Beispielen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.4.1 Vorüberlegungen zum Prozess ===&lt;br /&gt;
Im hier vorgestellten Prozess wird auf eine harte, systematische Filterung verzichtet, welche kulturellen Ausdrucksformen „nur“ Kultur und welche bereits Kulturgut sind. Ein solcher Bewertungs- und Abgrenzungsprozess wäre ressourcenintensiv und würde den vorhandenen Kapazitäten in den beteiligten Einrichtungen nicht entsprechen. Stattdessen folgt das Konzept einer inklusiven Logik: Alle dokumentierten Ausdrucksformen werden zunächst als potenzielle Kulturgüter erfasst. Eine feinere Auswahl und Priorisierung erfolgen erst in einem späteren Schritt, nämlich dann, wenn konkret entschieden wird, welche Ausdrucksformen bzw. Kulturgüter in welcher Tiefe digitalisiert, archiviert und präsentiert werden sollen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieses Vorgehen schließt an das SKR-Konzept an, das bewusst auf eine frühe normative Trennung zwischen „kultureller Ausdrucksform“ und „Kulturgut“ verzichtet. Auch hier steht zunächst der möglichst vollständige, strukturierte Überblick über die sorbischen Kulturgüter im Vordergrund. Die differenzierte Bewertung und Schwerpunktsetzung werden als anschließende fachliche Aufgabe verstanden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.4.2 Prozessschritte im Detail ===&lt;br /&gt;
Das folgende Diagramm gibt einen Überblick über die sechs Kernschritte des Gesamtprozesses der Digitalisierung von Kulturgut – von der ersten Wahrnehmung einer kulturellen Ausdrucksform bis zu ihrer digitalen Präsentation als Kulturgut. Die Abfolge zeigt zugleich die Entwicklungsstufen: von gelebter Kultur zur kulturellen Ausdrucksform, von dort zum Kulturgut und schließlich zum digitalen Kulturgut. Die Schritte sind als generischer Ablauf zu verstehen: Je nach Art des Kulturguts können einzelne Tätigkeiten unterschiedlich aufwendig sein oder parallel erfolgen.&lt;br /&gt;
[[Dataja:Wobraz_K3.png|center|600px]]&amp;lt;ref&amp;gt;Mermaid Flowchart Code: [https://mermaid.live/edit#pako:eNplkk1OwzAQha8yGqmbkloxSZs2CyTa8LOphIAVhIVJpolF4iDH4a_qbXqTXgzHFdAKr2y97703lmaNWZMTxriqmvesFNrAfZIqgPPHFIdDzuBO1DVVajhM8QlGozOYO-WUwS0VsjVakqa93Pvmjlk4JmAwp3fS5kCHwQAWjkkcE_Y5WWkIXqrd9jBpT138UIkspBGVbI_7-rwLR146csLgRryQ-U8lMGLwTG1WapLPpHKCZQLMOY9ch7m2VxiSpOAEjJ1TSev_M_bkvv3KtY8ZnOuslG_H9VcOuf4dUO-2LamjGdHDQsscY6M78rAmXYv-ies-IEVTUk0pxvaa00p0lUkxVRtrexXqoWnqH6duuqLEeCWq1r6619zOn0hRaPGH9J_Xi6ZTBuOxS8B4jR8YhxGLeDThkR-EM37KuYefFmHTaOz7fOZHQTidBMHGwy9X6VslnNnDw4jPuB8GHlIuTaOX-7Vy27X5Bh_Osqo hier klicken], abgerufen am 22.09.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Prozess zeigt, dass Digitalisierung von Kulturgut mehr ist als das Erstellen digitaler Dateien. Sie umfasst eine Reihe aufeinander bezogener Schritte – von der ersten Wahrnehmung einer kulturellen Ausdrucksform über ihre Erfassung, Bewertung und Digitalisierung bis hin zur langfristigen Sicherung und Präsentation. Dabei sind je nach Schritt unterschiedliche Akteure beteiligt, etwa Gemeinschaften, Museen, Archive, Fachgremien, Digitalisierungsstellen oder IT. Die folgenden Beschreibungen erläutern diese Schritte so, dass nachvollziehbar wird, was jeweils mit einem Kulturgut geschieht, wer daran beteiligt ist und wie sich der Ablauf in der Praxis vorstellen lässt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''1. Sammeln &amp;amp; erfassen''' &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Hier wird eine kulturelle Ausdrucksform erstmals wahrgenommen, benannt und mit ersten Informationen erfasst: Was ist es, wer macht es oder hat es geschaffen, wo kommt es vor, warum ist es bedeutsam für die Gemeinschaft? &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Akteure''': Community, Vereine, Museen, Archive, Forschende, Privatpersonen.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Beispiel''': Auf einem Dorffest zeigt eine Frau das Verzieren sorbischer Ostereier. Jemand fotografiert dies und notiert Technik, Ort und Namen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''2. Registrieren &amp;amp; beschreiben''' &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Hier wird aus der ersten Beobachtung ein strukturierter Nachweis. Das Kulturgut oder die kulturelle Ausdrucksform wird in ein Register, eine Sammlung oder einen Katalog aufgenommen und mit strukturierten Metadaten beschrieben, damit es wiedergefunden, zugeordnet und verstanden werden kann. Dazu gehören z. B. Titel, Ort, Zeit, Technik, Funktion, beteiligte Personen und der kulturelle Kontext.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Akteure''': Registerverantwortliche, Kurator:innen, Sammlungsmitarbeitende, Community für Kontextinformationen.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Beispiel''': Das Osterei erhält einen Eintrag mit Angaben wie „Wachsbatik“, „Schleife“, „Osterei-Verzierung“, Name der Trägerin und Entstehungsjahr.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''3. Bewerten &amp;amp; freigeben''' &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
In diesem Schritt wird entschieden, ob und in welcher Priorität ein Kulturgut oder die kulturelle Ausdrucksform digitalisiert werden soll und ob dies rechtlich und ethisch möglich ist. Dabei spielen fachliche Kriterien wie Bedeutung, Repräsentativität, Seltenheit oder Gefährdung eine Rolle, aber auch Fragen des Urheberrechts, Datenschutzes und möglicher kultureller Sensibilitäten. Am Ende steht eine begründete Entscheidung, ob und in welchem Umfang das Kulturgut weiterbearbeitet und später veröffentlicht werden darf. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Akteure''': Kurator:innen, Fachgremien, Community-Vertretungen, Register/SKR, ggf. Rechteverantwortliche und Behörden. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Beispiel''': Es wird entschieden, dass die Osterei-Technik wegen ihrer Bedeutung für die sorbische Identität digital gesichert werden soll; die Kunsthandwerkerin stimmt der Veröffentlichung zu.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''4. Digitalisieren &amp;amp; prüfen''' &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Nun wird das Kulturgut technisch erfasst, also in eine digitale Form überführt. Das kann je nach Objektart durch Scan, Fotografie, Audio- oder Videoaufnahme oder 3D-Erfassung geschehen. Dabei entstehen hochwertige Master-Dateien und nutzbare Derivate. Die Digitalisierung folgt qualifizierten Standards, um Reproduzierbarkeit, Farbkonsistenz und Nutzbarkeit zu gewährleisten. Anschließend wird geprüft, ob Schärfe, Farbe, Vollständigkeit und Dateiformate den Anforderungen für Archivierung und Nutzung entsprechen. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Akteure''': Digitalisierungszentrum, Foto-/AV-/3D-Spezialist:innen, externe Dienstleister bei Spezialfällen. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Beispiel''': Das Osterei wird fotografisch hochauflösend aufgenommen und zusätzlich als 3D-Modell erfasst. Danach werden Schärfe, Farbe und Dateiformate geprüft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''5. Archivieren &amp;amp; sichern''' &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die entstandenen digitalen Dateien werden geordnet abgelegt, mit den zugehörigen Metadaten verknüpft und für die langfristige Erhaltung gesichert. Dazu gehören sichere Speicherorte, Backups, Integritätskontrollen und – wenn nötig – spätere technische Migration auf neue Systeme. Ziel ist, dass das digitale Kulturgut langfristig erhalten bleibt, auch wenn sich Technik und Formate verändern. Das Original bleibt in der Regel weiterhin am Sammlungs- oder Aufbewahrungsort. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Akteure''': Archiv, Repository, IT-Betrieb, ggf. Sorbisches Kulturarchiv bzw. Digitalisierungszentrum. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Beispiel''': Die Bilder und das 3D-Modell des Ostereis werden auf gesicherten Servern gespeichert; das Original bleibt im Museum oder bei der Eigentümerin.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''6. Präsentieren &amp;amp; nutzen''' &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Im letzten Schritt werden die digitalen Objekte so bereitgestellt, dass sie gefunden, verstanden und genutzt werden können, z. B. in Portalen, digitalen Sammlungen oder virtuellen Ausstellungen. Dafür reicht es nicht, nur Dateien anzuzeigen: Es braucht auch verständliche Kontexte, Rechteangaben, Mehrsprachigkeit und möglichst barrierearme Zugänge. So wird aus der technischen Digitalisierung eine tatsächliche kulturelle Nutzung. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Akteure''': Kurator:innen, Vermittlung, Web/IT, Museen, Kulturinformationen, Community. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Beispiel''': Das Osterei erscheint in einer Online-Ausstellung, kann herangezoomt oder als 3D-Modell gedreht werden und wird mit einem kurzen Text zur Technik erklärt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.4.3 Organisatorische Perspektive ===&lt;br /&gt;
Die folgende Abbildung ist entnommen aus einem Poster des Sorbischen Instituts zu dessen Digitalisierungsstrategie, gefunden auf der Projektseite des Digitalisierungszentrums.&amp;lt;ref&amp;gt;Sorbisches Institut: Digitalisierungszentrum (DZ). URL: [https://www.serbski-institut.de/projekte-zentrale-vorhaben/digitalisierungszentrum-dz/ https://www.serbski-institut.de/projekte-zentrale-vorhaben/digitalisierungszentrum-dz/], abgerufen am 25.03.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Digitalisierungsstrategie des Sorbischen Instituts zeigt die Erfassung, Registrierung, Digitalisierung und Archivierung bis zur Präsentation von Kulturgütern aus '''organisatorischer Sicht'''. Sie basiert auf einem '''3-Säulen-Modell aus Kulturregister, Digitalisierungszentrum und Präsentationsumgebung'''. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Dataja:Wobraz_K4.png|mini||center|600px|Abbildung: 3-Säulen-Modell der Digitalisierungsstrategie des Sorbischen Instituts. Quelle: Sorbisches Institut, „Digitalizacija serbskich kulturnych datow / Digitalisierung der sorbischen/wendischen Kulturdaten“&amp;lt;ref&amp;gt;Sorbisches Institut 2025: Digitalizacija serbskich kulturnych datow / Digitalisierung der sorbischen/wendischen Kulturdaten (Poster). URL:  [https://www.serbski-institut.de/wp-content/uploads/2021/11/A0-Druck_Digitalisierungsstrategie-SI.pdf  https://www.serbski-institut.de/wp-content/uploads/2021/11/A0-Druck_Digitalisierungsstrategie-SI.pdf], abgerufen am 25.03.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Beide Sichtweisen - die fachliche &amp;quot;Prozess-Sicht&amp;quot; und die &amp;quot;organisatorische Sicht&amp;quot; lassen sich wie folgt in einer Darstellung zusammenfassen:&lt;br /&gt;
[[Dataja:Wobraz_K5.jpg|mini||center|600px|Abbildung: Zusammengefasste Sichtweisen auf die Digitalisierung von Kulturerbe.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der &amp;quot;Prozess der Digitalisierung von Kulturerbe&amp;quot; beschreibt, '''was''' mit einem Kulturgut geschieht; das 3-Säulen-Modell zeigt, '''wo''' diese Aufgaben organisatorisch verortet sind. Bezogen auf die oben beschriebenen [[#2.3.2 Prozessschritte im Detail|Prozessschritte der Digitalisierung von Kulturerbe]] steht das '''Sorbische Kulturregister''' für den Prozessschritt „'''2. Registrieren'''“ und dient dabei vor allem der Verzeichnung und Metadatenverwaltung. Das '''Digitalisierungszentrum''' steht für die Prozessschritte „'''4. Digitalisieren'''“ und „'''5. Archivieren'''“ und dient dabei der technischen Erfassung, Bearbeitung und Sicherung der Digitalisate. Die '''Präsentationsumgebung''' steht für den Schritt „'''6. Präsentieren'''“ und dient der öffentlichen oder kuratierten Bereitstellung zur Nutzung. Ergänzende Konzepte des SI machen dabei deutlich, dass die Digitalisierung im Regelfall eine vorherige Verzeichnung im Register voraussetzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
! Prozessschritt&lt;br /&gt;
! Verantwortliche Organisation&lt;br /&gt;
! Funktion im Gesamtsystem&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''2. Registrieren'''&lt;br /&gt;
| '''Sorbisches Kulturregister'''&lt;br /&gt;
| Kulturgüter werden als Entitäten nachgewiesen, beschrieben, mit Metadaten versehen und miteinander verknüpft. Das Register erfüllt damit eine katalogähnliche Funktion: Es macht sichtbar, welche Kulturgüter es gibt, wo sie sich befinden und in welchem Kontext sie stehen.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''4. Digitalisieren'''&lt;br /&gt;
| '''Digitalisierungszentrum'''&lt;br /&gt;
| Kulturgüter werden technisch erfasst, z. B. durch Scan, Fotografie, Audio-/Videoübertragung oder 3D-Erfassung. Das Digitalisierungszentrum erzeugt und prüft die Digitalisate, ist aber nicht selbst primär ein Präsentationssystem.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''5. Archivieren'''&lt;br /&gt;
| '''Digitalisierungszentrum / Repositorium / Archiv'''&lt;br /&gt;
| Die digitalen Dateien werden geordnet gespeichert, mit Metadaten verbunden und langfristig gesichert. Dazu gehört auch die Sicherstellung der Langzeitaufbewahrung, etwa durch geeignete Speicherorte, Prüfroutinen und spätere Migrationen.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''6. Präsentieren'''&lt;br /&gt;
| '''Sorabicon / weitere Präsentationsumgebungen'''&lt;br /&gt;
| Die digitalen Inhalte werden für Nutzer:innen sichtbar, erfahrbar und verständlich gemacht, z. B. in Portalen, digitalen Sammlungen oder virtuellen Ausstellungen. Die Präsentation greift dafür auf Metadaten aus dem Register und auf Digitalisate aus dem Repositorium bzw. dem Digitalisierungszentrum zurück.&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Schritt '''1. Sammeln''' liegt vor diesen drei Säulen. Er betrifft die Sammlungsorte selbst, also z. B. Museen, Archive, Heimatstuben, Vereine, Projekte, Gemeinden oder Privatpersonen. Dort entstehen oder befinden sich die Kulturgüter zunächst, bevor sie systematisch registriert, bewertet oder digitalisiert werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Schritt '''3. Bewerten''' ist ebenfalls keine eigene technische Säule, sondern ein steuernder Entscheidungsschritt. In ihm wird geklärt, welche Kulturgüter priorisiert digitalisiert werden, welche fachliche Bedeutung sie haben, welche Rechte zu beachten sind und ob eine öffentliche Präsentation möglich ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Damit wird deutlich: Register, Digitalisierungszentrum und Präsentation erfüllen unterschiedliche Aufgaben. Das '''Register''' beschreibt und verknüpft Kulturgüter, das '''Digitalisierungszentrum''' erzeugt und sichert Digitalisate und die '''Präsentationsumgebung''' macht ausgewählte Inhalte verständlich zugänglich. Gerade diese Trennung schafft klare Zuständigkeiten und erleichtert die Zusammenarbeit zwischen Sammlungsorten, Fachstellen, technischen Dienstleistern und Öffentlichkeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== 2.5 Beispiele anderer Kulturen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Digitalisierung des Kulturerbes kleiner, autochthoner, indigener und sprachlicher Gemeinschaften weist häufig vergleichbare Herausforderungen auf: Kulturgüter und Bestände sind auf viele Institutionen, Vereine, lokale Einrichtungen und private Träger verteilt. Personelle und finanzielle Ressourcen sind begrenzt, mehrere Sprachen und Beschreibungstraditionen müssen berücksichtigt werden und nicht alle kulturellen Inhalte dürfen oder sollen ohne Einschränkung öffentlich zugänglich gemacht werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In einer vergleichenden Recherche wurde daher untersucht, wie andere Gemeinschaften und Regionen ihr Kulturerbe erfassen, beschreiben, digitalisieren, langfristig sichern und zur Nutzung bereitstellen. Dabei wurde nicht nach einer universell „idealen“ technischen Lösung gesucht. Untersucht wurde vielmehr, welche organisatorischen, technischen, rechtlichen und gemeinschaftlichen Modelle unter welchen Rahmenbedingungen funktionieren, welche Schwierigkeiten auftreten und welche übertragbaren Erfolgsfaktoren erkennbar sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die nachfolgenden Beispiele verdeutlichen unterschiedliche Schwerpunkte: gemeinschaftliche Steuerung, institutionsübergreifende Register und Suchsysteme, Digitalisierung verteilter Bestände, Sprach- und Tonarchive, abgestufte Zugänge, Unterstützung kleiner Kulturgutträger sowie die Überführung zeitlich begrenzter Projekte in einen dauerhaften Betrieb.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die daraus abgeleiteten Kriterien bilden einen Referenzrahmen. Anhand dieses Referenzrahmens kann in einer späteren Ist-Analyse geprüft werden, welche Funktionen bereits vorhanden, nur konzeptionell beschrieben, in Pilotprojekten erprobt oder dauerhaft im Regelbetrieb verankert sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die ausführlichen Fallprofile, Vergleichsmatrizen, Quellen sowie ein Hinweis zur KI-gestützten Erstellung befinden sich in der [[12.3.A1 Vergleichende Recherche – Digitalisierung des Kulturerbes anderer Kulturen und Regionen|ausführlichen Vergleichsrecherche]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.5.1 RomArchive – Digitales Archiv der Roma ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Roma und Sinti sind eine transnationale Minderheit, die in zahlreichen europäischen Staaten lebt. RomArchive wurde von 2015 bis 2019 mit 3,75 Millionen Euro durch die Kulturstiftung des Bundes gefördert. Weitere Unterstützer waren unter anderem die Bundeszentrale für politische Bildung, das Auswärtige Amt und das Goethe-Institut. Seit 2019 wird das Archiv durch das Dokumentations- und Kulturzentrum Deutscher Sinti und Roma in Heidelberg betrieben.&amp;lt;ref name=&amp;quot;vergleich_romarchive&amp;quot;&amp;gt;RomArchive o. J.: Frequently Asked Questions. URL: https://www.romarchive.eu/en/about/frequently-answered-questions/; Dokumentations- und Kulturzentrum Deutscher Sinti und Roma e. V. o. J.: Imprint. URL: https://www.romarchive.eu/en/imprint/; Kulturstiftung des Bundes o. J.: RomArchive. URL: https://www.kulturstiftung-des-bundes.de/en/programmes_projects/film_and_new_media/detail/romarchive.html, jeweils abgerufen am 20.07.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Archiv präsentiert Kunst, Geschichte und Kultur aus der Perspektive der Roma. Kuratorische Teams und Beirat waren überwiegend mit Angehörigen der Minderheit besetzt. Neben öffentlich zugänglichen Inhalten existiert ein internes Archiv mit beschränktem Forschungszugang. Besonders lehrreich ist der bereits zu Projektbeginn geplante und später tatsächlich vollzogene Übergang an einen dauerhaften Betreiber.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Erfolgsfaktoren und Learnings:''' &lt;br /&gt;
* Angehörige der Gemeinschaft sollten nicht nur Inhalte zuliefern, sondern festgelegte Entscheidungsrechte bei Auswahl, Beschreibung, Kontextualisierung und Zugangsregeln besitzen. &lt;br /&gt;
* Bereits zu Beginn einer Projektphase verbindlich klären, welche Institution das Register, Archiv oder Portal nach dem Ende der Förderung dauerhaft betreibt, pflegt und finanziert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.5.2 Nuohtti – Zugang zum Sámi-Kulturerbe ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Sámi sind ein indigenes Volk im nordeuropäischen Sápmi, das sich über Teile Norwegens, Schwedens, Finnlands und Russlands erstreckt. Viele historische Sámi-Materialien befinden sich außerhalb der Sámi-Institutionen in europäischen Archiven und Museen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nuohtti ist ein gemeinsamer Suchdienst für digitalisierte Sámi-Materialien. Er wurde von 2018 bis 2021 mit Mitteln des Programms Interreg Nord der EU (Europäische Union) entwickelt. Beteiligt waren unter anderem die Sámi-Archive der finnischen und norwegischen Nationalarchive, das schwedische Reichsarchiv und mehrere Universitäten. Die Sámi-Parlamente Finnlands, Norwegens und Schwedens waren in der Steuerungsgruppe vertreten. Der Dienst führte nach Projektangaben etwa 30.000 Datensätze aus 32 Institutionen zusammen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;vergleich_nuohtti&amp;quot;&amp;gt;Nuohtti o. J.: About Nuohtti. URL: https://nuohtti.com/Content/about; University of the Arctic 2023: The Nuohtti service provides digital access to Sámi material in European archives. URL: https://www.uarctic.org/news/2023/3/the-nuohtti-service-provides-digital-access-to-sami-material-in-european-archives/, jeweils abgerufen am 20.07.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nuohtti übernimmt nicht alle Bestände in ein einziges System. Stattdessen werden Metadaten, also strukturierte Beschreibungsdaten zu Objekten und Beständen, aus vorhandenen Einrichtungen zusammengeführt und mit mehrsprachiger Suche, Karte und Zeitleiste zugänglich gemacht. Ethische Hinweise machen darauf aufmerksam, dass viele Bestände unter historischen und teilweise kolonialen Bedingungen gesammelt und beschrieben wurden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Erfolgsfaktoren und Learnings:''' &lt;br /&gt;
* Ein gemeinsamer Zugang kann auch mit dezentraler Architektur der Bestände erfolgen – Originale, Dateien und Fachsysteme können beim Kulturgutträger verbleiben.&lt;br /&gt;
* Ein Register für Kulturdaten kann als übergreifende Nachweisschicht arbeiten: Größere Einrichtungen liefern Daten über technische Schnittstellen, während kleine Träger zentrale oder gemeinsam bereitgestellte Erfassungsdienste nutzen können. &lt;br /&gt;
* Historische Fremdbeschreibungen sollten ergänzt werden durch Selbstbezeichnungen, eigene Sprachformen, alternative Benennungen und Kontexte der betreffenden Gemeinschaft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.5.3 People’s Collection Wales / Casgliad y Werin Cymru ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wales ist ein Landesteil des Vereinigten Königreichs mit einer eigenständigen nationalen und walisischsprachigen Identität. People’s Collection Wales ist eine zweisprachige Plattform für institutionelles und gemeinschaftlich getragenes Kulturerbe. Sie wird als Verbund der National Library of Wales, des National Museum Wales und der Royal Commission on the Ancient and Historical Monuments of Wales betrieben und durch die walisische Regierung finanziert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Neben der technischen Plattform werden kostenlose Beratung und Schulungen zu Digitalisierung, Metadaten, Urheberrecht, Datenschutz und Oral History, also mündlich überlieferter und aufgezeichneter Geschichte, angeboten. Eine unabhängige Evaluation stellte Fortschritte bei der Zusammenarbeit und beim Kompetenzaufbau fest, benannte aber auch begrenzte Wirkungsnachweise, Finanzierungsrisiken und den hohen Personalaufwand für die Unterstützung der beteiligten Gemeinschaften.&amp;lt;ref name=&amp;quot;vergleich_wales&amp;quot;&amp;gt;Vittle, Kate / Haswell-Walls, Fran / Dixon, Tim; ERS Ltd. 2016: Evaluation of the Casgliad y Werin Cymru / People’s Collection Wales Digital Heritage Programme. Impact Report. URL: https://www.gov.wales/sites/default/files/publications/2019-08/evaluation-of-the-peoples-collection-wales-digital-heritage-programme-impact.pdf; People’s Collection Wales o. J.: Community Support. URL: https://www.peoplescollection.wales/about-us/community-support, jeweils abgerufen am 20.07.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Erfolgsfaktoren und Learnings:''' &lt;br /&gt;
* Kleine und ehrenamtlich betreute Sammlungen benötigen nicht nur technische Standards, sondern konkrete und dauerhaft verfügbare Dienstleistungen: Erstberatung, Schulung, Vorlagen, Unterstützung bei Rechtefragen, Qualitätskontrolle und persönliche Ansprechpartner. &lt;br /&gt;
* Ein Digitalisierungszentrum oder ein Verbund koordinierter Digitalisierungsdienste sollte daher als Service- und Kompetenzstruktur ausgestaltet werden und nicht lediglich als technische Produktionsstelle. &lt;br /&gt;
* Der dafür notwendige Beratungs- und Unterstützungsaufwand muss als dauerhafte Betriebsaufgabe eingeplant werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.5.4 Tobar an Dualchais / Kist o Riches ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schottisch-Gälisch ist eine Minderheitensprache, die vor allem in den Highlands und auf den schottischen Inseln gesprochen wird. Tobar an Dualchais macht mehr als 40.000 seit den 1930er Jahren entstandene Tonaufnahmen zugänglich. Die Bestände umfassen Erzählungen, Lieder, Musik, Gedichte und mündlich überliefertes Wissen auf Gälisch, Scots und Englisch. Ein bedeutender Teil der Originalbestände wird in den School of Scottish Studies Archives der Universität Edinburgh verwahrt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;vergleich_tobar&amp;quot;&amp;gt;University of Edinburgh 2024: Tobar an Dualchais / Kist o Riches. URL: https://gaelic.ed.ac.uk/gaelic-collections/tobar-an-dualchais-kist-o-riches; Scottish Government 2025: Rediscovering lost Gaelic words. URL: https://www.gov.scot/news/rediscovering-lost-gaelic-words/, jeweils abgerufen am 20.07.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Digitalisierung wird mit Verschriftlichung beziehungsweise Transkription, sprachlicher Erschließung, Freiwilligenarbeit und teilweise automatischer Spracherkennung verbunden. Das Projekt erhält wiederkehrende öffentliche Förderungen, muss Rechteklärung, Transkription und technische Weiterentwicklung jedoch dauerhaft fortsetzen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Erfolgsfaktoren und Learnings:''' &lt;br /&gt;
* Gefährdete Ton-, Film- und Videobestände müssen wegen Materialverfall, beschädigungsanfälliger Trägermaterialien und nicht mehr verfügbarer Wiedergabetechnik zeitlich priorisiert werden. &lt;br /&gt;
* Ein geeignetes Pilotprojekt kann Digitalisierung, Rechteklärung, Verschriftlichung, Übersetzung, Metadatenerfassung, Archivierung und Bildungsnutzung entlang einer vollständigen Prozesskette verbinden. &lt;br /&gt;
* Dadurch werden nicht nur einzelne Dateien erzeugt, sondern zugleich die notwendigen Standards, Zuständigkeiten und Aufwände erprobt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.5.5 Euskariana – Portal zum baskischen Kulturerbe ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Baskinnen und Basken leben in Gebieten Spaniens und Frankreichs. Euskariana ist das staatlich betriebene Kulturportal der Autonomen Gemeinschaft Baskenland in Spanien. Es wird durch die Digitale Bibliothek Euskadi betrieben und verbindet Daten der baskischen Regierung, der Provinzen, Kommunen, Universitäten sowie öffentlicher, kirchlicher und privater Einrichtungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Portal ist zugleich gemeinsamer Katalog und Zugang zu digitalen Objekten. Es kann Inhalte über ein eigenes Repositorium, also ein institutionell betriebenes digitales Ablage- und Erhaltungssystem, bereitstellen oder zu den Systemen der Partner verlinken. Verwendet werden internationale Standards wie Dublin Core als allgemeiner Metadatenstandard, METS (Metadata Encoding and Transmission Standard) zur Strukturierung und Übertragung digitaler Objekte, PREMIS (Preservation Metadata: Implementation Strategies) für Metadaten zur digitalen Langzeiterhaltung und ALTO (Analyzed Layout and Text Object) für erkannte Texte und Seitenlayouts. Die standardisierten Daten können unter anderem an Europeana weitergegeben werden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;vergleich_euskariana&amp;quot;&amp;gt;Gobierno Vasco / Biblioteca Digital de Euskadi o. J.: Acerca de Euskariana. URL: https://www.euskariana.euskadi.eus/euskadibib/es/help/about.do, abgerufen am 20.07.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Erfolgsfaktoren und Learnings:''' &lt;br /&gt;
* Unterschiedliche Kulturgutträger benötigen unterschiedliche Anschlussmöglichkeiten. &lt;br /&gt;
** Kleine Einrichtungen sollten Daten und gegebenenfalls Dateien in zentral bereitgestellten Diensten erfassen und verwalten können. &lt;br /&gt;
** Größere Institutionen sollten ihre vorhandenen Systeme über Datenexporte oder Programmierschnittstellen anbinden können. &lt;br /&gt;
* Dafür ist ein gemeinsamer, bewusst schlank gehaltener Metadatenkern erforderlich, der durch fach- und institutionsspezifische Angaben erweitert werden kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.5.6 Mukurtu und Plateau Peoples’ Web Portal ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mukurtu ist eine frei verfügbare Software für die gemeinschaftlich kontrollierte Verwaltung digitalen indigenen Kulturerbes. Das Plateau Peoples’ Web Portal verbindet acht indigene Nationen des nordwestlichen Plateaus der USA mit der Washington State University und mehreren Museen und Archiven. Stammesvertreter wählen und beschreiben die Inhalte; die Universität übernimmt wesentliche technische Betriebsaufgaben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mukurtu ermöglicht kulturelle Protokolle, also gemeinschaftlich festgelegte Regeln für Zugang und Nutzung, Traditional Knowledge Labels als Kennzeichnungen für überliefertes gemeinschaftliches Wissen sowie mehrere Beschreibungen zu demselben Objekt. Dadurch kann neben einer institutionellen Museumsbeschreibung eine Beschreibung der Herkunftsgemeinschaft stehen. Zugänge können von vollständig öffentlich bis streng beschränkt reichen. Mukurtu weist ausdrücklich darauf hin, dass die Plattform vor allem dem Zugang und der gemeinschaftlichen Verwaltung dient und ein gesondertes Konzept für Digitalisierung, Langzeiterhaltung, Personal und Finanzierung erforderlich bleibt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;vergleich_mukurtu&amp;quot;&amp;gt;Mukurtu CMS / Washington State University o. J.: About. URL: https://mukurtu.org/about/; Plateau Peoples’ Web Portal. URL: https://mukurtu.org/project/plateau-peoples-web-portal-showcase/, jeweils abgerufen am 20.07.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Erfolgsfaktoren und Learnings:''' &lt;br /&gt;
* Rechte und kulturelle Sensibilität müssen als Bestandteil des Datenmodells behandelt werden und dürfen nicht erst unmittelbar vor einer Veröffentlichung geprüft werden. &lt;br /&gt;
* Sinnvoll sind abgestufte Kategorien wie &lt;br /&gt;
** „nur Metadaten öffentlich“, &lt;br /&gt;
** „öffentliches Nutzungsdigitalisat“, &lt;br /&gt;
** „Zugang nach Rücksprache“, &lt;br /&gt;
** „beschränkter Gemeinschafts- oder Forschungszugang“, &lt;br /&gt;
** „zeitlich gesperrt“ und &lt;br /&gt;
** „nicht zugänglich“. &lt;br /&gt;
* Mehrere Beschreibungen zu demselben Objekt ermöglichen es außerdem, institutionelle Überlieferung und Selbstbeschreibung nebeneinander nachvollziehbar zu dokumentieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.5.7 Indigitization – zentrale Unterstützung für dezentrale Digitalisierung ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Indigitization unterstützt First Nations und weitere indigene Gemeinschaften in British Columbia in Kanada. Das Programm wird gemeinsam von indigenen Organisationen, Bibliotheken, Archiven und Hochschulen getragen. Es stellt einen Werkzeugkasten, Schulungen, Musterunterlagen, technische Beratung und Förderhilfen bereit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von 2013 bis 2019 wurden drei Pilotprojekte und 45 weitere Projekte gefördert. Dabei wurden mehr als 11.000 Audiokassetten digitalisiert. Die Digitalisierung erfolgte in den Gemeinschaften; eine allgemeine Veröffentlichung war nicht zwingend. Das frühere Förderprogramm für Audiokassetten befindet sich inzwischen allerdings in einer Pause.&amp;lt;ref name=&amp;quot;vergleich_indigitization&amp;quot;&amp;gt;Indigitization o. J.: About Us. URL: https://www.indigitization.ca/about-2/; Indigitization Toolkit. URL: https://www.indigitization.ca/toolkit/; Audio Cassette Digitization Grant. URL: https://www.indigitization.ca/funding/audio-cassette-grant/, jeweils abgerufen am 20.07.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Erfolgsfaktoren und Learnings:''' &lt;br /&gt;
* Zentral bereitgestellte Kompetenz lässt sich mit dezentraler Verantwortung verbinden. &lt;br /&gt;
* Ein Digitalisierungszentrum oder ein Verbund gemeinsamer Dienste kann Schulungen, Leih- und Mobiltechnik, Qualitätsprüfung, Rahmenverträge, Musterunterlagen, Beratung und Kleinprojektförderung anbieten. &lt;br /&gt;
* Originale, lokales Wissen und kulturelle Beziehungen können grundsätzlich bei den jeweiligen Kulturgutträgern verbleiben. &lt;br /&gt;
* Damit nach Abschluss einzelner Digitalisierungsprojekte keine ungesicherten Dateien zurückbleiben, sollte jedoch von Beginn an ein gemeinsames oder verbindlich angebundenes Repositorium beziehungsweise digitales Archiv vorgesehen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.5.8 Zusammenfassungen der Beispiele anderer Kulturen im Anhang ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tabellarische Übersichten und Zusammenfassungen aller untersuchten Beispiele anderer Kulturen und Regionen befinden sich im Anhang [[12.3.A1 Vergleichende Recherche – Digitalisierung des Kulturerbes anderer Kulturen und Regionen#E. Vergleichsmatrix|in Abschnitt E. Vergleichsmatrix]] unter &lt;br /&gt;
* [[12.3.A1 Vergleichende Recherche – Digitalisierung des Kulturerbes anderer Kulturen und Regionen#E.1 Funktionen, Architektur und Standards|E.1 Funktionen, Architektur und Standards]] und&lt;br /&gt;
* [[12.3.A1 Vergleichende Recherche – Digitalisierung des Kulturerbes anderer Kulturen und Regionen#E.2 Governance, Finanzierung, Erfolg und Übertragbarkeit|E.2 Governance, Finanzierung, Erfolg und Übertragbarkeit]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Zusammenfassung der übergreifenden Erfolgsfaktoren aus den Beispielen befindet sich im Anhang [[12.3.A1 Vergleichende Recherche – Digitalisierung des Kulturerbes anderer Kulturen und Regionen#F. Übergreifende Erfolgsfaktoren|in Abschnitt F. Übergreifende Erfolgsfaktoren]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.5.9 Was sich aus den Beispielen ableiten lässt ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus den untersuchten Beispielen lässt sich kein einzelnes Projekt und kein bestimmtes Softwaresystem ableiten, das unverändert übernommen werden könnte. Wiederkehrend zeigen sich jedoch '''vier notwendige Funktionen, drei übergreifende Erfolgsbedingungen und zwei grundlegende Umsetzungsprinzipien'''. Sie bilden einen kompakten Orientierungsrahmen für die Digitalisierung von Kulturerbe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Vier Kernfunktionen – was muss dauerhaft geleistet werden? ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Damit die Digitalisierung nicht bei einzelnen Digitalisaten oder einem Präsentationsportal stehen bleibt, müssen vier Kernfunktionen verlässlich abgedeckt und miteinander verbunden werden:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot; style=&amp;quot;width:100%;&amp;quot;&lt;br /&gt;
! Kernfunktion&lt;br /&gt;
! Kernfrage&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''1. Register für Kulturdaten'''&lt;br /&gt;
| '''Was ist vorhanden und was sollte prioritär bearbeitet werden?''' – Kulturgüter und Bestände nachweisen, beschreiben, verknüpfen und ihren Digitalisierungs- und Rechtezustand erfassen.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''2. Digitalisierungszentrum / Digitalisierungsdienste'''&lt;br /&gt;
| '''Wie wird qualitätsgesichert digitalisiert?''' – Kulturgutträger beraten, Digitalisierung vorbereiten oder durchführen, Qualität sichern und die Übergabe vorbereiten.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''3. Repositorium / digitales Langzeitarchiv'''&lt;br /&gt;
| '''Wie bleibt das digitale Kulturerbe dauerhaft erhalten?''' – Masterdateien und Metadaten sicher übernehmen, erhalten, sichern und bei technischen Veränderungen migrieren.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''4. Präsentations- und Nutzungssysteme'''&lt;br /&gt;
| '''Wie wird das Kulturerbe gefunden, verstanden und genutzt?''' – freigegebene Inhalte mehrsprachig vermitteln und für Bildung, Forschung und kulturelle Nachnutzung bereitstellen.&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die vier Funktionen bedeuten nicht zwingend vier Einrichtungen oder vier technische Systeme. Entscheidend ist, dass alle Funktionen abgedeckt, ihre Zuständigkeiten geklärt und ihre Übergaben zuverlässig organisiert sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Drei Erfolgsbedingungen – was gilt für alle Kernfunktionen? ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
# '''Gemeinsam entscheiden und Rechte abgestuft regeln:''' &lt;br /&gt;
#* Angehörige der betreffenden Gemeinschaft und die Kulturgutträger sollten nachvollziehbare Entscheidungsrechte bei Auswahl, Beschreibung, Priorisierung und Veröffentlichung besitzen. &lt;br /&gt;
#* Zugänge sollten abgestuft sein, beispielsweise auch &amp;quot;ausschließlich Metadaten&amp;quot;, &amp;quot;Zugang nach Rücksprache&amp;quot; oder &amp;quot;beschränkte Gemeinschafts- und Forschungszugänge&amp;quot; ermöglichen. &lt;br /&gt;
#* Rechtliche Zulässigkeit und kulturelle Angemessenheit sind dabei getrennt zu betrachten. &lt;br /&gt;
#* Selbstbezeichnungen und eigene kulturelle Perspektiven sollten historische Fremdbeschreibungen ergänzen können.&amp;lt;br&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
# '''Gemeinsame Standards, Mehrsprachigkeit und technische Anschlussfähigkeit sichern:''' &lt;br /&gt;
#* Ein bewusst schlanker gemeinsamer Metadatenkern, Qualitätsstandards und geregelte Datenübergaben ermöglichen die Zusammenarbeit unterschiedlicher Einrichtungen. Zusätzlich können fach- oder institutionsspezifische Metadatensätze genutzt werden.&lt;br /&gt;
#* Sprachen und Sprachvarianten müssen als eigenständige Datenwerte berücksichtigt werden, bspw. bei Metadaten, Beschreibungen usw. &lt;br /&gt;
#* Kleine Träger benötigen einfache zentrale Erfassungsmöglichkeiten, z. B. per Weboberfläche, größere Institutionen Schnittstellen oder Datenexporte aus ihren vorhandenen Systemen.&amp;lt;br&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
# '''Dauerhafte Verantwortung und Finanzierung sichern:''' &lt;br /&gt;
#* Bereits beim Aufbau muss feststehen, wer Register, Digitalisierungsdienste, Repositorium und Präsentationssystem nach einer Projektförderung dauerhaft betreibt. &lt;br /&gt;
#* Neben einmaligen Projektmitteln müssen deshalb auch Personal, Beratung, Datenpflege, Speicher, Softwarepflege, Sicherung und spätere technische Erneuerungen dauerhaft finanziert werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Zwei Umsetzungsprinzipien – wie sollte vorgegangen werden? ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
# '''Priorisieren, die vollständige Kette pilotieren, dann skalieren:''' &lt;br /&gt;
#* Nicht alles muss gleichzeitig digitalisiert werden. Besonders gefährdete oder kulturell bedeutsame Bestände sollten priorisiert werden. &lt;br /&gt;
#* Pilotprojekte sollten möglichst den gesamten Weg von der Erfassung und Rechteklärung über die Digitalisierung bis zur Archivierung und Nutzung durchlaufen. Dabei werden Standards, Zuständigkeiten, Kosten und tatsächliche Nutzung erprobt. &lt;br /&gt;
#* Erst auf dieser Grundlage sollte in größerem Umfang skaliert werden.&amp;lt;br&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
# '''Zentral ermöglichen, dezentral verantworten:''' &lt;br /&gt;
#* Zentrale Stellen können Infrastruktur, Beratung, Schulung, Digitalisierungstechnik, Qualitätskontrolle, Rechtehilfe und Langzeiterhaltung bereitstellen. &lt;br /&gt;
#* Originale, lokales Wissen, kulturelle Beziehungen und wesentliche inhaltliche Entscheidungen können gleichzeitig bei den jeweiligen Kulturgutträgern verbleiben. &lt;br /&gt;
#* Zentralisierung von Diensten und dezentrale kulturelle Verantwortung sind damit keine Gegensätze, sondern können sich gegenseitig ergänzen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Für die Reihenfolge ergibt sich daraus:''' &lt;br /&gt;
# Zuerst Entscheidungsrechte, Standards, Betreiber und Finanzierung ausreichend klären; &lt;br /&gt;
# anschließend mit ausgewählten Beständen die vollständige Prozesskette erproben und die Unterstützungsstrukturen aufbauen; &lt;br /&gt;
# auf dieser Grundlage Digitalisierung, Präsentation und Nachnutzung schrittweise verbreitern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Präsentation und Nutzung sind dabei nicht von geringerer Bedeutung und sollten bereits Bestandteil der Pilotprojekte sein. '''Später erfolgt nicht die Nutzung selbst, sondern deren breiter Ausbau.'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weiterführende '''Hinweise und Empfehlungen zu einem möglichen Vorgehen sowie zeitlichen und inhaltlichen Prioritäten''' befinden sich im Anhang [[12.3.A1 Vergleichende Recherche – Digitalisierung des Kulturerbes anderer Kulturen und Regionen#G.2 Was zentral, dezentral und gemeinsam organisiert werden sollte|im Abschnitt &amp;quot;Priorisierte Schlussfolgerung&amp;quot; von G2 bis G9]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein ausführliches '''Prüfraster zur Bewertung des jeweiligen Entwicklungsstandes''' befindet sich [[12.3.A2 Prüfraster zur Bewertung des Entwicklungsstandes beim Aufbau der Digitalisierung des Kulturerbes|im Anhang 2 &amp;quot;Prüfraster zur Bewertung des Entwicklungsstandes&amp;quot;]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= 3. Ist-Analyse der Digitalisierung des sorbischen Kulturerbes =&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der [[#2 Ist-Analyse „Digitalisierung von Kulturerbe“|vorangegangene Abschnitt 2]] hat beschrieben, was zur Digitalisierung von Kulturerbe gehört, welche Aufgaben dabei dauerhaft erfüllt werden müssen und wie andere Gemeinschaften und Regionen diese Aufgaben lösen. Der Abschnitt 3 richtet nun den Blick auf die sorbische Situation. Er geht der Frage nach, wie gut die sorbische Kulturerbelandschaft heute organisatorisch, technisch und personell aufgestellt ist, um ihr materielles, immaterielles und digitales Kulturerbe institutionsübergreifend zu erfassen, zu digitalisieren, dauerhaft zu erhalten und zugänglich zu machen – und wo vorrangiger Handlungsbedarf besteht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Analyse gliedert sich in fünf Teile:&lt;br /&gt;
* '''Akteure und Rollen''': Wer bewahrt sorbisches Kulturerbe und welche Aufgaben übernehmen die Akteure bei seiner Digitalisierung (Sammeln, Finanzieren, Koordinieren usw.)?&lt;br /&gt;
* '''Bestände und Digitalisierungsbedarf''': Welche Kulturgüter gibt es, wie weit sind  sie erfasst und digitalisiert, und welche müssen vorrangig gesichert werden?&lt;br /&gt;
* '''Vorhaben und Systeme''': Welche sorbischen Projekte und Angebote decken die [[#2.3.2 Vier Kernfunktionen|vier Kernfunktionen]] Nachweisen, Digitalisieren, langfristig Erhalten und Zugänglichmachen bereits ab?&lt;br /&gt;
* '''Zusammenarbeit und dauerhafter Betrieb''': Wie sind die Steuerung und Zusammenarbeit (Governance) organisiert (Zuständigkeiten, Standards, Rechte und Finanzierung)?&lt;br /&gt;
* '''Gesamtbewertung''': Was funktioniert bereits, wo gibt es Lücken und welche davon sollten zuerst geschlossen werden? &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Analyse stellt dabei den Bedarf der Bestände dem vorhandenen Angebot an Diensten und dem organisatorischen Rahmen gegenüber. Wo beides auseinanderfällt, entstehen Lücken, siehe nachfolgende Übersicht.&lt;br /&gt;
[[Dataja:Wobraz K6.png|thumb|center|600px|Übersicht der Ist-Analyse]]&amp;lt;ref&amp;gt;Mermaid Flowchart Code: [https://mermaid.live/edit#pako:eNqVlM1y2jAQx19lR7maFGMcwJPJDGAnh9AcaE4pPcj2-qPYErOWmtJ8PE0fo7e8WGWDTUja6VS-WB_7293_rvTAIhkj81hSyPso46Tg1l_RSoAZ088rdh5eOKc2TNcKNeH5h_DiPKQPF7fbjQW39PIzRaqMXaIsWMqiQLFiX2r7llHpMCW-yeDGwG54lCXEU9wfgv2Ic8JI5VLAYvl6fdYGMIAZVurlp4gPIVzrQmlKtVoXvKoQNiThEy_LQou0kqTe-Ji_ZsWckgOJC4hRwFSkGEpl_r5i44-L2IIyV-BTLtIij7I15m-5M-j1LmDeLqGI_5j-0rjfOwAtYljyrOzE-pcOfhu7A36OolLYMD5tzV95yONbjgTXSCLRYl1j3jkIWtAQruQ3c5KL6GB_pyujHwpOocmzcRFzjVSX15BnqCjH8A3Sh-fnZwj-kv-0VufReLrnGRlluzI-ws3xmdDQMQ_NmX2KFqR1DYq6IDu1HqFT5aZRfbFLZ_HyK1qj6PLY1RdkJhC4rgw2ykxcWLUlfpXCcgdqp4tmetXK5MIVGk1UiPdIyjRW7eNNh0d1-_mYgECtiBeQ5EXhnVzawWUwtipFco3eiXvpBu7UimQhyTsZzM03fU9o70fLmAbzYNQxJhNnbvstY2QPZrbzjsH3TbYjBLbxG3SE_uVZ4J61hP7Y7Q_tIwJMrYV11aZyvDWz5ocIj7d8K2gdd52vtgWaOu3iSJrRxTEej0fj_n7ai3llXh7iW88F99h--d_2zGIp5THzFGm0WIlU8nrKHmruiqnMXJkV88wvYay_9xoxVmwlnozphos7KcvWmqROM-YlvKjMTG9irtDPubnSZbdKdWvRXGqhmDd07AbCvAf2nXnuqWP3RwN7eDZwJ4Ph2MHeyGJb5vXs0-HEnTgDxxn3-4OzvuOarSeL_Wi8C10UFsM4V5I-7h7o5p1--g24x9CK hier klicken], abgerufen am 20.10.2026&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== 3.1 Akteure und Rollen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sorbisches Kulturerbe wird von vielen Einrichtungen, Gruppen und Einzelpersonen bewahrt, gepflegt und dokumentiert – von sorbischen ebenso wie von nicht-sorbischen. Dieser Abschnitt zeigt, wer Bestände hält, wer Dienste zur Digitalisierung anbietet und wer den organisatorischen und finanziellen Rahmen gestaltet. Damit wird auch sichtbar, welche Aufgaben bislang von keinem Akteur erkennbar übernommen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Grundlage sind Arbeitsunterlagen der Domowina aus den Jahren 2019 und 2020&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;&amp;gt;Domowina e. V., Kulturausschuss (Clemens Škoda) 2019: Serbske kulturne herbstwo (SKH). Arbeitspapier, Stand 18.03.2019, S. 2–8. Unveröffentlicht; interne Referenz: 2020-09-07_Serbske kulturne herbstwo w Budyšinje_opt.pdf.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019b&amp;quot;&amp;gt;Domowina e. V. 2019: Přehlad relewantnych městnosćow / „małkich“ a „wulkich“ muzejow nastupajo serbske kulturne herbstwo, Stand 11.11.2019. Unveröffentlicht; interne Referenz: 2019_11_Priloha A_prehlad_muzejow a zberkow.pdf.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2020&amp;quot;&amp;gt;Domowina e. V., Kulturausschuss 2020: Protokoll der Fachkommission „Serbske kulturne herbstwo“ vom 07.09.2020. Unveröffentlicht; interne Referenz: 2020_09_07_skh komisija-protokol.pdf.&amp;lt;/ref&amp;gt;, eine darauf aufbauende Arbeitsliste der Sammlungsorte mit ergänzender Internetrecherche&amp;lt;ref name=&amp;quot;liste2026&amp;quot;&amp;gt;Arbeitsliste „Sammlungsorte sorbischen Kulturerbes“, Stand 02.04.2026, erstellt im Rahmen des Digitalisierungskonzepts aus Internetrecherche und den Domowina-Unterlagen. Unveröffentlicht; Grundlage für Anhang 12.3.A3.&amp;lt;/ref&amp;gt; sowie Projektunterlagen und Gespräche. Ein Teil der Angaben ist mehrere Jahre alt und wird schrittweise aktualisiert. Nicht belegte Angaben sind als ''offen'', Vermutungen als ''Annahme'' gekennzeichnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.1.1 Begriffe und Rollen ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
; Akteur&lt;br /&gt;
: Einrichtung, Gruppe oder Person, die eine Aufgabe im Umgang mit sorbischem Kulturerbe oder seiner Digitalisierung übernimmt.&lt;br /&gt;
; Kulturgutträger&lt;br /&gt;
: Akteur, der Kulturgüter verwahrt oder eine kulturelle Praxis trägt und weitergibt, bspw. ein Museum, eine Heimatstube, ein Chor oder eine Privatperson mit einer Sammlung.&lt;br /&gt;
; Trägerschaft&lt;br /&gt;
: Rechtliche und finanzielle Verantwortung für eine Einrichtung, zum Beispiel durch eine Kommune, einen Landkreis, eine Stiftung, einen Verein, eine Kirche oder eine Privatperson. Eigentum und Betrieb können dabei auseinanderfallen, bspw. gehörte der Dom Njechorńskeho 2019 der Domowina und wurde von der Stiftung für das sorbische Volk bewirtschaftet, der Hanzo Šustrowy dom in Trebendorf gehörte der Gemeinde und wurde von der örtlichen Domowina-Gruppe bewirtschaftet.&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019b&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
; Rolle&lt;br /&gt;
: Aufgabe, die ein Akteur übernimmt. Ein Akteur kann mehrere Rollen haben, unterschieden werden Haupt- und Nebenrollen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Rollen lassen sich drei Gruppen zuordnen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
! Gruppe !! Rolle !! Kürzel&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| rowspan=&amp;quot;2&amp;quot; | '''Am Kulturgut''' || '''Bewahren''': Originale verwahren, pflegen und verwalten || '''B'''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Dokumentieren''': lebendige Praxis festhalten in Ton, Bild oder Text || '''D'''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| rowspan=&amp;quot;4&amp;quot; | '''Dienste''' ([[#2.3.2 Vier Kernfunktionen|Kernfunktionen]]) || '''Erfassen''', registrieren, beschreiben und verknüpfen || '''K1'''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Digitalisieren''' und Qualität sichern || '''K2'''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Langfristig '''erhalten''' || '''K3'''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Zugänglich machen''' und Nutzung ermöglichen || '''K4'''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| rowspan=&amp;quot;2&amp;quot; | '''Rahmen''' (Governance) || '''Steuern''', koordinieren und Regeln setzen || '''S'''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Fördern''' und finanzieren || '''F'''&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dokumentieren meint hier das Festhalten von immateriellen Kulturgütern im laufenden Kulturleben, etwa Mitschnitte von Veranstaltungen. Geschieht es systematisch nach festgelegten Standards zur dauerhaften Sicherung, ist es Teil der Kernfunktion Digitalisieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.1.2 Schlüsselakteure ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einzeln aufgeführt wird, wer mindestens eines der folgenden Kriterien erfüllt:&lt;br /&gt;
# betreibt oder plant eine Kernfunktion, die über die eigene Einrichtung hinaus wirkt,&lt;br /&gt;
# verwahrt einen hauptamtlich betreuten Kernbestand,&lt;br /&gt;
# dokumentiert regelmäßig das lebendige Kulturgeschehen,&lt;br /&gt;
# fördert, koordiniert oder setzt Regeln für die Digitalisierung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|+ Rollen der Schlüsselakteure (■ Hauptrolle · ○ Nebenrolle · ? vermutet oder offen)&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
B. Bewahren, D. Dokumentieren, K1. Erfassen, K2. Digitalisieren K3. Erhalten, K4. Nutzung ermöglichen, S. Steuern, F. Fördern&lt;br /&gt;
! Akteur !! Typ / Trägerschaft !! B !! D !! K1 !! K2 !! K3 !! K4 !! S !! F !! Hinweise&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Stiftung für das sorbische Volk || Stiftung des öffentlichen Rechts, finanziert von Bund, Freistaat Sachsen u. Land Brandenburg || ○ || || || || || || ■ || ■ || bewirtschaftete 2019 den Dom Njechorńskeho&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019b&amp;quot;/&amp;gt;; unterstützte 2019 beide sorbischen Museen finanziell&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Sorbisches Institut (SI) mit Sorbischem Kulturarchiv (SKA) und Sorbischer Zentralbibliothek || Forschungseinrichtung mit Archiv und Bibliothek; eingetragener Verein, gefördert durch die Stiftung (''Annahme'') || ■ || ? || ■ || ■ || ? || ■ || ○ || || Virtueller Lesesaal mit Bibliographie, Katalog, digitalisierten Drucken, Handschriften, Fotos und Filmen; digitales Schrifttum auch über Sachsen.Digital; Sorabicon als Sorbisches Kulturlexikon&amp;lt;ref name=&amp;quot;vls&amp;quot;&amp;gt;Sorbisches Institut o. J.: Virtueller Lesesaal. URL: https://www.serbski-institut.de/bibliothek/virtueller-lesesaal/, abgerufen am 20.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;; plant das Sorbische Kulturregister (SKR)&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;&amp;gt;Sorbisches Institut 2025: Konzept für ein Sorbisches Kulturregister (SKR), zweite aktualisierte Fassung vom 20.11.2025. URL: https://www.serbski-institut.de/wp-content/uploads/2021/11/00_Zweite-aktualisierte-Fassung_Konzept_Sorbisches-Kulturregister_20.11.2025.pdf&amp;lt;/ref&amp;gt; und das Digitalisierungszentrum (DZ) auch für andere Träger&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz&amp;quot;&amp;gt;Sorbisches Institut: Digitalisierungszentrum (DZ). URL: https://www.serbski-institut.de/projekte-zentrale-vorhaben/digitalisierungszentrum-dz/&amp;lt;/ref&amp;gt;; langfristige Erhaltung für Dritte ''offen''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Sorbisches Museum Bautzen || Museum; Landkreis Bautzen, finanziell unterstützt von der Stiftung (Stand 2019)&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt; || ■ || || ○ || ? || ? || ? || || || Inventarverzeichnis vorhanden (2019)&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;; Digitalisierungsstand und Online-Angebot ''offen''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Wendisches Museum Cottbus || Museum; Stadt Cottbus, finanziell unterstützt von der Stiftung (Stand 2019)&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt; || ■ || || ○ || ? || ? || ? || || || Inventarverzeichnis vorhanden (2019)&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;; Digitalisierungsstand und Online-Angebot ''offen''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Sächsische Landesbibliothek – Staats- und Universitätsbibliothek Dresden (SLUB) || Landes- und Universitätsbibliothek; Freistaat Sachsen || ■ || || ○ || ? || ○ || ■ || || || Lusatica-Sammlung, die das kulturelle Erbe der Sorben zugänglich machen soll&amp;lt;ref name=&amp;quot;slub&amp;quot;&amp;gt;SLUB Dresden o. J.: Sammlungen zur sächsischen Landeskunde. URL: https://www.slub-dresden.de/entdecken/saechsische-landeskunde/sammlungen, abgerufen am 20.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;; über Sachsen.Digital ist auch digitales Schrifttum des SI erreichbar&amp;lt;ref name=&amp;quot;vls&amp;quot;/&amp;gt; (Betrieb der Plattform durch die SLUB: ''Annahme''); eigene digitale Langzeitarchivierung&amp;lt;ref name=&amp;quot;nestor&amp;quot;&amp;gt;nestor o. J.: Mitglied SLUB Dresden. URL: https://www.langzeitarchivierung.de/Webs/nestor/EN/nestor/Mitglieder/sLUB.html, abgerufen am 20.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;, ob sie Digitalisate sorbischer Träger übernehmen könnte, ist ''offen''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Domowina – Bund Lausitzer Sorben e. V. mit Regionalverbänden und Ortsgruppen || Dachverband sorbischer Vereine; eingetragener Verein || ○ || ○ || || || || || ○ || || Eigentümerin des Dom Njechorńskeho; Ortsgruppe Trebendorf bewirtschaftet den Hanzo Šustrowy dom&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019b&amp;quot;/&amp;gt;; mindestens 9 der 23 kleinen Sammlungsorte sind direkt oder über Mitgliedsvereine mit ihr verbunden&amp;lt;ref name=&amp;quot;liste2026&amp;quot;/&amp;gt;; Chronistengruppe der Župa Michał Hórnik; Fachkommission „Sorbisches Kulturerbe“ 2018–2020&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2020&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Maćica Serbska e. V. || wissenschaftliche Gesellschaft; Verein || || || || || || || ○ || || Arbeitskreis „Museale Einrichtungen“ mit 2019 rund 40 Adressaten; Denkmalausschuss mit eigenem, von der Stiftung verwaltetem Budget, 2019 als Vorbild für die Bewertung von Kulturerbe genannt&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Sorbisches National-Ensemble (SNE) || Ensemble; gemeinnützige GmbH der Stiftung (''Annahme'') || ■ || ? || ○ || || || || || || geordnetes Arbeitsarchiv; 2019 vorgeschlagen, dort nur Kopien zu halten und die Originale an das SKA zu geben&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;; Umfang ''offen''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Studijo Lucija || Medienproduktion; Trägerschaft ''offen'' || ○ || ■ || || || || || || || dokumentiert sorbische Veranstaltungen; Aufnahmen liegen beim Studio und gehen nur komprimiert und teilweise an das SKA&amp;lt;ref name=&amp;quot;lucija&amp;quot;&amp;gt;Projektinterne Auskunft, Oktober 2026; schriftlicher Beleg noch einzuholen.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Mitteldeutscher Rundfunk (MDR) und Rundfunk Berlin-Brandenburg (rbb), sorbischsprachige Programme || öffentlich-rechtlicher Rundfunk || ■? || ■ || || || || ○? || || || Produktionen standen dem SKA 2019 aus rechtlichen Gründen nicht zur Verfügung&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;; Archivbestände und heutiger Stand ''offen''&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.1.3 Akteursgruppen ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die meisten Kulturgutträger sind kleinere Einrichtungen, Gruppen oder Privatpersonen. Sie werden hier zu Gruppen zusammengefasst. Die Anzahlen sind Mindestwerte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|+ B. Bewahren, D. Dokumentieren, K1. Erfassen, K2. Digitalisieren K3. Erhalten, K4. Nutzung ermöglichen, S. Steuern, F. Fördern&lt;br /&gt;
! Gruppe !! Beispiele !! Typische Trägerschaft !! Bekannte Anzahl !! Typische Rollen !! Besonderheiten&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Kleine Museen, Heimatstuben, Gedenk- und Begegnungsorte ||&lt;br /&gt;
* Muzej Ćišinskeho (Panschwitz-Kuckau),&amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
* Njepilic dwór (Rohne), Sorbisches Kulturzentrum Schleife, &lt;br /&gt;
* Heimatmuseum Dissen, &lt;br /&gt;
* Archiv verschwundener Orte (Horno) &lt;br /&gt;
|| Gemeinde, Förderverein, Domowina-Ortsgruppe, privat || 22 in der Domowina-Übersicht 2019 (9 Ober-, 13 Niederlausitz)&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019b&amp;quot;/&amp;gt;; 23 in der Arbeitsliste 2026, davon 12 bisher nur durch die Domowina-Unterlagen belegt&amp;lt;ref name=&amp;quot;liste2026&amp;quot;/&amp;gt; || '''B''' ■, '''D''' ○ || überwiegend ehrenamtlich; 2019 benannte Defizite: fehlender Nachwuchs, fehlende Marketingstrategie, fehlende Vernetzung, unzureichende Finanzierung, fehlende fachliche Begleitung; teilweise ohne eigenes Inventar&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;; zwei private Ausstellungen ohne jede Förderung, von den Betreibern im Ruhestand allein betreut&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019b&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Regionale Museen mit sorbischen Beständen || &lt;br /&gt;
* Museum der Westlausitz Kamenz, &lt;br /&gt;
* Museum Bautzen, &lt;br /&gt;
* Spreewald-Museum Lübbenau mit Freilandmuseum Lehde, &lt;br /&gt;
* Slawenburg Raddusch, &lt;br /&gt;
* Niederlausitzer Heidemuseum Spremberg &lt;br /&gt;
|| Landkreis oder Kommune (''Annahme'') || 7 in der Domowina-Übersicht 2019 (2 Ober-, 5 Niederlausitz)&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019b&amp;quot;/&amp;gt; || '''B''' ■; &amp;lt;br&amp;gt;'''K1-K4''' ''offen'' || Umfang des sorbischen Anteils am Bestand ''offen''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Ensembles, Chöre, Trachten- und Brauchtumsgruppen || – || Verein || ''offen'' || tragen die Praxis;&amp;lt;br&amp;gt; '''D''' ○, '''B''' ○ || Trachtenfundi 2019 ausdrücklich zu den Beständen in sorbischer Verantwortung gezählt&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;; eigene Aufnahmen und Fundi meist nicht erfasst (''Annahme'')&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Chronisten, Film- und Fotoamateure || &lt;br /&gt;
* Chronistengruppe der Župa Michał Hórnik, &lt;br /&gt;
* deutsch-sorbischer Filmkreis &lt;br /&gt;
|| ehrenamtlich, privat || ''offen'' || '''D''' ■, '''B''' ○ || Beiträge von Laien 2019 nur sporadisch, Bestände oft unstrukturiert&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Private Sammlungen und Nachlässe || &lt;br /&gt;
* Nachlass der Malerin Hanka Krawcec, überwiegend in Tschechien; &lt;br /&gt;
* weitere private Sammlungen und Nachlässe in Ober- und Niederlausitz &lt;br /&gt;
|| privat || 4 in der Domowina-Übersicht 2019; tatsächlich ''offen'' || '''B''' ■ || Verbleib beim Generationenwechsel ungesichert (''Annahme'')&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Kirchliche Einrichtungen || &lt;br /&gt;
* Ausstellung zu Jan Bjedrich Fryco in der evangelischen Kirche Kolkwitz; &lt;br /&gt;
* kirchliches Informations- und Begegnungszentrum in Horno mit Holzmodellen abgebaggerter Kirchen&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019b&amp;quot;/&amp;gt; &lt;br /&gt;
|| Kirchgemeinde || 2 (in den kleinen Orten enthalten); weitere ''offen'' || '''B''' ○ || weitere kirchliche Bestände nicht erfasst (''Annahme'')&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Weitere sorbische Kultur- und Medieneinrichtungen || &lt;br /&gt;
* Deutsch-Sorbisches Volkstheater (Archiv 2019 zusammen mit dem des SNE genannt); &lt;br /&gt;
* Domowina-Verlag (2019 als Produzent genannt, dessen Erzeugnisse an das SKA gehen sollten)&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt; &lt;br /&gt;
|| verschieden || ''offen'' || '''B''' ○ || Umfang ''offen''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Öffentliche Träger und Fördergeber || &lt;br /&gt;
* Bund, &lt;br /&gt;
* Freistaat Sachsen, &lt;br /&gt;
* Land Brandenburg, &lt;br /&gt;
* Landkreise, &lt;br /&gt;
* Kommunen &lt;br /&gt;
|| öffentlich || – || '''F''' ■, '''S''' ○ || tragen die großen Museen; 2019 erfüllten kleine Museen im Landkreis Bautzen die Kriterien für eine institutionelle Förderung nicht, im Landkreis Spree-Neiße waren die Bedingungen besser&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Überregionale Gedächtniseinrichtungen || &lt;br /&gt;
* Oberlausitzische Bibliothek der Wissenschaften Görlitz&amp;lt;ref name=&amp;quot;slub&amp;quot;/&amp;gt;; &lt;br /&gt;
* Sächsisches Staatsarchiv, &lt;br /&gt;
* Brandenburgisches Landeshauptarchiv, &lt;br /&gt;
* Deutsche Nationalbibliothek (''Annahme''); &lt;br /&gt;
* Einrichtungen in Tschechien &lt;br /&gt;
|| öffentlich || ''offen'' || '''B''' ○; &amp;lt;br&amp;gt;mögliche Partner für K3 und K4 || sorbische Bestände außer in Görlitz ''offen''&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.1.4 Erste Befunde ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Rollenübersicht erlaubt erste Hinweise, die in den folgenden Abschnitten geprüft werden:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* '''Bewahren ist breit verteilt, Dienste sind konzentriert.''' Erfassen und Digitalisieren für mehrere Träger plant nach heutigem Kenntnisstand vor allem das SI. Die SLUB macht sorbisches Schrifttum bereits digital zugänglich, auch aus Beständen des SI. Ob weitere Akteure Dienste für Dritte anbieten, ist ''offen''.&lt;br /&gt;
* '''Für die langfristige Erhaltung fremder Bestände ist kein sorbischer Akteur erkennbar.''' Offen ist, wer Digitalisate anderer Träger verbindlich und dauerhaft übernimmt. So gelangen Veranstaltungsaufnahmen des Studijo Lucija nur komprimiert und teilweise in das SKA.&amp;lt;ref name=&amp;quot;lucija&amp;quot;/&amp;gt; Die SLUB betreibt eine eigene digitale Langzeitarchivierung; ob sie auch für sorbische Träger in Frage kommt, ist ''offen''.&lt;br /&gt;
* '''Die Dokumentation des lebendigen Kulturlebens liegt teils außerhalb sorbischer Verantwortung.''' Sorbischsprachige Produktionen von MDR und rbb standen dem SKA 2019 aus rechtlichen Gründen nicht zur Verfügung.&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt; Der heutige Stand ist ''offen''.&lt;br /&gt;
* '''Die Domowina ist der wichtigste Zugang zu kleinen Trägern.''' Mindestens 9 der 23 kleinen Sammlungsorte sind direkt oder über Mitgliedsvereine mit ihr verbunden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;liste2026&amp;quot;/&amp;gt; Ihre Strukturen eignen sich daher als Weg, kleine Träger zu erreichen – für die Erhebung ebenso wie für spätere Unterstützungsangebote.&lt;br /&gt;
* '''Das Wissen über kleine Träger ist lückenhaft und teils veraltet.''' 12 der 23 kleinen Orte sind bisher nur durch die Domowina-Unterlagen von 2019 und 2020 belegt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;liste2026&amp;quot;/&amp;gt; Ob sie heute noch bestehen und wie es um ihre Bestände steht, ist ''offen''. Besonders privat betreute Ausstellungen werden in Abschnitt 3.2 auf ihre Gefährdung geprüft.&lt;br /&gt;
* '''Kleine Träger haben keine feste Anlaufstelle, die Koordination war 2020 ungeklärt.''' Das frühere Sorbische Folklorezentrum war seit 1993 faktisch nicht mehr tätig.&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt; In der Niederlausitz diente 2020 ein Projekt zur Inwertsetzung des immateriellen Kulturerbes auch der Vernetzung kleiner Museen. Der Kulturausschuss der Domowina sah sich als ehrenamtliches Gremium nicht in der Lage, die Koordination zu leisten, und bat Fachinstitutionen und die Gremien der Stiftung, Verantwortung zu übernehmen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2020&amp;quot;/&amp;gt; Wie das heute geregelt ist, untersucht Abschnitt 3.4.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Liste aller bekannten Sammlungsorte mit Typ, Trägerschaft und Kulturgutklassen steht in [[12.3.A3 Sammlungsorte des sorbischen Kulturerbes|Anhang 12.3.A3]]. Sie wird laufend ergänzt.&lt;br /&gt;
&amp;lt;!-- Anhang 12.3.A3 aus der Arbeitsliste vom 02.04.2026 aufbauen; Namen privater Sammler nur mit Einverständnis --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== 3.2 Bestände und Bedarfe ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieser Abschnitt beschreibt die Nachfrageseite der Analyse: Welche Bestände sorbischen Kulturerbes gibt es, wie weit sind sie erfasst und digitalisiert, welche sind gefährdet, und welche Unterstützung brauchen die Kulturgutträger? Festgestellt wird dabei nur, wo Zeitdruck besteht. Welche Bestände mit welcher Priorität bearbeitet werden, entscheiden die sorbische Gemeinschaft und ihre Fachgremien (vgl. [[#2.4.2 Prozessschritte im Detail|Prozessschritt 3 „Bewerten &amp;amp; freigeben“]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein institutionsübergreifender Überblick über die Bestände existiert bisher nicht (siehe 3.2.5). Die folgenden Angaben sind daher Mindestwerte und Größenordnungen aus veröffentlichten Angaben der Einrichtungen, Projektunterlagen und den in [[#3.1 Akteure und Rollen|Abschnitt 3.1]] genannten Quellen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.2.1 Begriffe ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
; Sammlungsort&lt;br /&gt;
: Ort, an dem Kulturgüter verwahrt werden, etwa ein Museum, ein Archiv, eine Heimatstube oder eine Privatwohnung. Ein Akteur kann mehrere Sammlungsorte haben.&lt;br /&gt;
; Bestand&lt;br /&gt;
: Abgrenzbare Gruppe von Kulturgütern einer [[#2.2 Klassifizierung von Kulturgütern|Kulturgutklasse]], die an einem Sammlungsort gemeinsam verwahrt wird, zum Beispiel die Fotografien einer Heimatstube oder die Tonbänder eines Archivs. Feiner unterschieden wird nur, wenn sich Zustand oder Rechtslage deutlich unterscheiden. Ein Bestand gehört zu dem Ort, an dem das Original oder die Masterdatei liegt; Kopien an anderen Orten beschreiben seinen Digitalisierungsstand.&lt;br /&gt;
: Bei immateriellem Kulturerbe gilt die vorhandene Dokumentation als Bestand, etwa Ton- und Videoaufnahmen oder Beschreibungen. Eine bisher nicht dokumentierte Praxis erscheint als Dokumentationsbedarf.&lt;br /&gt;
; Bedarf&lt;br /&gt;
: Was ein Bestand oder ein Kulturgutträger braucht. &lt;br /&gt;
:* ''Bestandsbezogene'' Bedarfe richten sich auf die [[#2.3.2 Vier Kernfunktionen|vier Kernfunktionen]] (erfassen, digitalisieren, langfristig erhalten, zugänglich machen). &lt;br /&gt;
:* ''Trägerbezogene'' Bedarfe betreffen den Akteur selbst, etwa Personal, Beratung oder Finanzierung.&lt;br /&gt;
; Dringlichkeit&lt;br /&gt;
: Zeitdruck, der sich aus einer Gefährdung ergibt. Sie ist nicht gleichbedeutend mit Priorität, in die auch kulturelle Bedeutung, Nutzen und Machbarkeit eingehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.2.2 Bestandslandkarte ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Übersicht folgt der [[#2.2 Klassifizierung von Kulturgütern|Klassifizierung aus Abschnitt 2.2]]. Sie nennt für jede Klasse typische Bestände, die wichtigsten Träger und den bekannten Stand. Einzelne Sammlungsorte stehen in [[12.3.A3 Sammlungsorte des sorbischen Kulturerbes|Anhang 12.3.A3]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|+ Bestände nach Kulturgutklassen (Stand: weitgehend · teilweise · kaum · ''offen'')&lt;br /&gt;
! Klasse !! Typische Bestände !! Wichtigste Träger !! Umfang, soweit bekannt !! Erfasst !! Digitalisiert !! Gefährdung&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''A''' Materiell – unbeweglich || Denkmale, Gedenktafeln, Inschriften, Grabmäler, Blockbauten, Wirkungsstätten, Kirchen || Eigentümer, Gemeinden, Kirchgemeinden; dokumentiert durch das SI || Inventar sorbischer Kulturdenkmale in Sachsen: 61 Aktenordner, 6.300 analoge Fotomotive&amp;lt;ref name=&amp;quot;dmp&amp;quot;&amp;gt;Sorbisches Institut o. J.: Datenmanagementplan zum Teilprojekt „Sorbische Kulturdenkmale in Sachsen“ im Verbundprojekt DIKUSA – Vernetzung digitaler Kulturdaten in Sachsen, Laufzeit 01.02.2022–31.12.2025. URL: https://www.saw-leipzig.de/de/projekte/dikusa/datenmanagementplaene-1/dmp_si_dikusa.pdf/@@download/file/DMP_SI_Dikusa.pdf, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;; nach einer älteren Untersuchung rund 1.700 Objekte in der sächsischen Oberlausitz (''zu prüfen'')&amp;lt;ref name=&amp;quot;kdm&amp;quot;&amp;gt;Fachpublikation zu sorbischen Kulturdenkmalen. Interne Referenz: saxorum-10788_Sorbische_Kulturdenkmale_digital_erfassen_präsentieren.pdf. Angabe nach Projektunterlagen, noch zu prüfen.&amp;lt;/ref&amp;gt; || teilweise: Sachsen inventarisiert; Niederlausitz in Erfassung, geplant in drei Phasen bis 2031&amp;lt;ref name=&amp;quot;nlposter&amp;quot;&amp;gt;Sorbisches Institut o. J.: Materielle Zeugnisse sorbischer/wendischer Kultur in der Niederlausitz. Modul 4 des Vorhabens „Digitales Portal zu sorbischen und Lausitzer Sprach- und Kulturlandschaften“ (Poster). URL: https://serbski-institut.de/wp-content/uploads/2021/11/A0-Druck_DigPortal-M4.pdf, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; || teilweise: Inventar Sachsen 2022–2025 digital aufbereitet&amp;lt;ref name=&amp;quot;dmp&amp;quot;/&amp;gt;; 78 Objekte öffentlich im Atlas auf Sorabicon (April 2026)&amp;lt;ref name=&amp;quot;atlas&amp;quot;&amp;gt;Sorbisches Institut 2026: Pressemitteilung zum digitalen Atlas sorbischer Kulturdenkmale im Wissensportal Sorabicon, 30.04.2026. URL: https://idw-online.de/de/news870102, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; || Verwitterung, Umbau, Abriss (''Annahme''); Inventar teils nur analog oder in veralteten Dateiformaten (siehe 3.2.3)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''B1''' Schriftgut || Bücher, Zeitungen, Handschriften, Nachlässe, Vereins- und Institutionsakten, Plakate, Grafik || Sorbische Zentralbibliothek, Sorbisches Kulturarchiv (SKA), Sorbisches Museum, SLUB, Hórnik-Bibliothek im Wendischen Seminar Prag, Oberlausitzische Bibliothek der Wissenschaften Görlitz || Zentralbibliothek ca. 110.000 Medieneinheiten&amp;lt;ref name=&amp;quot;liste2026&amp;quot;/&amp;gt;; Sorbisches Museum über 1.000 Schriftquellen, ca. 1.700 Plakate, ca. 6.000 Grafiken&amp;lt;ref name=&amp;quot;sm&amp;quot;&amp;gt;Sorbisches Museum Bautzen o. J.: Museum – Sammlung. URL: https://sorbisches-museum.de/museum/?lang=en, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;; SKA: Nachlässe, Akten der Domowina 1912–1989 und sorbischer Vereine, Umfang ''offen''&amp;lt;ref name=&amp;quot;ska&amp;quot;&amp;gt;Sorbisches Institut o. J.: Sorbian Cultural Archive. URL: https://www.serbski-institut.de/en/sorbian-cultural-archive/, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; || weitgehend in den Bibliotheken (Katalog, Sorbische Bibliographie)&amp;lt;ref name=&amp;quot;vls&amp;quot;/&amp;gt;; kleine und private Träger ''offen'' || teilweise: 1.634 Dokumente des SI auf Sachsen.Digital (Stand 2021)&amp;lt;ref name=&amp;quot;ldp&amp;quot;&amp;gt;Sorbisches Institut 2021: Pressemitteilung zu Digitalisaten aus dem Landesdigitalisierungsprogramm Sachsen (u. a. „Serbowka“, erstes sorbisches Lehrbuch), 12.03.2021. URL: https://serbski-institut.de/wp-content/uploads/2021/12/2021-03-12_MI_Erstes-sorbisches-Lehrbuch-LDP_Serbowka_de.4753.pdf, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;; Handschriften des SKA 2016 digitalisiert&amp;lt;ref name=&amp;quot;hs&amp;quot;&amp;gt;Sorbisches Institut o. J.: Digitalisate handschriftlicher Literatur aus den Beständen des SKA in Sachsen.digital. URL: https://serbski-institut.de/de/Handschriften-als-Digitalisat, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;; Zeitungen und Zeitschriften teils online&amp;lt;ref name=&amp;quot;vls&amp;quot;/&amp;gt; || Nachlässe in Privatbesitz; säurehaltiges Papier des 19. und 20. Jahrhunderts (''Annahme'', nicht erhoben)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''B2''' Fotografien und Bildträger || Fotosammlungen und Fotonachlässe, Negative, Glasplatten, Dias || SKA, Sorbisches Museum, Wendisches Museum, Stadtmuseum Cottbus, SI (Kulturdenkmale), Chronisten, Privatpersonen || Sorbisches Museum ca. 10.500 Fotos&amp;lt;ref name=&amp;quot;sm&amp;quot;/&amp;gt;; Inventar Kulturdenkmale 6.300 Motive&amp;lt;ref name=&amp;quot;dmp&amp;quot;/&amp;gt;; SKA ''offen'' || teilweise bei Museen und SKA; private Bestände oft unstrukturiert&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt; || teilweise: ausgewählte Bildsammlungen des SKA im Virtuellen Lesesaal&amp;lt;ref name=&amp;quot;vls&amp;quot;/&amp;gt;; Glasplattennegative der Sammlung Fritz Unger (Stadtmuseum Cottbus) mit wendischen Motiven auf museum-digital&amp;lt;ref name=&amp;quot;unger&amp;quot;&amp;gt;museum-digital:brandenburg o. J.: Wendische Trachtengruppe, Glasplattennegativ, Fotografische Sammlung Fritz Unger, Stadtmuseum Cottbus, Inv.-Nr. U190-05. URL: https://brandenburg.museum-digital.de/pdf/object/65463.pdf?lang=de, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; || Negative und Glasplatten empfindlich (''Annahme''); private Bestände ohne Verzeichnis&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''B3''' Analoge AV-Träger || Tonbänder, Kassetten, Schallplatten, Videobänder, Filme || SKA, MDR und rbb, SNE, Amateurfilmer, Njepila-Hof (Tondokumente)&amp;lt;ref name=&amp;quot;liste2026&amp;quot;/&amp;gt;; Filme der früheren DEFA (Filmstudio der DDR), Hörfunkbestände der DDR-Zeit im Deutschen Rundfunkarchiv (''Annahme'') || sorbischsprachiger Rundfunk seit 1948&amp;lt;ref name=&amp;quot;rundfunk&amp;quot;&amp;gt;Wikipedia (englisch): Sorbischer Rundfunk. URL: https://en.wikipedia.org/wiki/Sorbischer_Rundfunk, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;; DEFA-Gruppe „Sorbischer Film“ 1980–1990: knapp 40 Filme&amp;lt;ref name=&amp;quot;defa&amp;quot;&amp;gt;Deutsches Historisches Museum, Zeughauskino o. J.: Filmreihe „Sorbische Filmlandschaften“. URL: https://www.dhm.de/zeughauskino/filmreihe/sorbische-filmlandschaften/, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;; SKA, SNE und Amateurbestände ''offen'' || kaum bekannt || teilweise: Filme des SKA im sächsischen Programm zur Sicherung des audiovisuellen Erbes digitalisiert&amp;lt;ref name=&amp;quot;vls&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;avsachsen&amp;quot;&amp;gt;Leipziger Internet Zeitung 2020: Über 50.000 Film- und Tonminuten digitalisiert. Zwischenbilanz zur Sicherung des audiovisuellen Erbes in Sachsen, 16.09.2020. URL: https://www.l-iz.de/melder/wortmelder/2020/09/Ueber-50-000-Film-und-Tonminuten-digitalisiert-Zwischenbilanz-zur-Sicherung-des-audiovisuellen-Erbes-in-Sachsen-349190, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;; Umfang ''offen'' || '''hoch''': Magnetbandformate sind veraltet, die routinemäßige Überspielung endet nach Einschätzung von UNESCO und IASA (Internationaler Verband der Schall- und audiovisuellen Archive) etwa 2025&amp;lt;ref name=&amp;quot;mta&amp;quot;&amp;gt;IASA o. J.: Announcing the Magnetic Tape Alert Project (UNESCO-Programm „Information for All“ und IASA). URL: https://iasa-web.org/node/5374, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''B4''' 3D-Objekte || Trachten und Textilien, Volkskunst, Ostereier, Keramik, Hausrat, Kunstwerke || Sorbisches Museum, Wendisches Museum, Heimatmuseen und Heimatstuben, Trachtenfundi von Vereinen und Ensembles, private Sammlungen || Sorbisches Museum ca. 35.000 inventarisierte Objekte über alle Sammlungsbereiche, davon Kunstsammlung 6.900 Werke&amp;lt;ref name=&amp;quot;sm&amp;quot;/&amp;gt;; Wendisches Museum: größte Sammlung niedersorbischer Tracht, Zahl ''offen''&amp;lt;ref name=&amp;quot;wm&amp;quot;&amp;gt;Wendisches Museum Cottbus o. J.: Selbstdarstellung des Museums, Dokument im Ratsinformationssystem der Stadt Cottbus. URL: https://session.cottbus.de/oparl/bodies/0001/downloadfiles/00007050.pdf, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;; Heimatmuseum Dissen 6.700 inventarisierte Exponate (SKR-Konzept, S. 8)&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;/&amp;gt;; Jänschwalde über 40 Originaltrachten und über 1.000 Keramiken&amp;lt;ref name=&amp;quot;liste2026&amp;quot;/&amp;gt; || teilweise: beide sorbischen Museen haben Inventare, aber kein verknüpfendes System (SKR-Konzept, S. 7)&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;/&amp;gt;; kleine Museen teils ohne Inventar&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt; || kaum: acht Häuser mit sorbischem Schwerpunkt haben zusammen 401 Objekte auf museum-digital veröffentlicht (SKR-Konzept, S. 8)&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;/&amp;gt;; Online-Sammlungen der beiden sorbischen Museen nicht gefunden || Textilien empfindlich (''Annahme''); private Ausstellungen ohne Nachfolge (siehe 3.2.3)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''C1''' Orale Traditionen || Sprache und Dialekte, Erzählungen, Sagen, Zeitzeugenberichte || Sprecherinnen und Sprecher; dokumentiert durch SI und Rundfunk || ''offen'' || teilweise: Zeitzeugen-O-Töne im Wissensportal Sorabicon&amp;lt;ref name=&amp;quot;atlas&amp;quot;/&amp;gt; || teilweise || '''hoch''' für das Niedersorbische: nach Angaben des Bundesinnenministeriums 2024 nur noch wenige hundert fließende Sprecherinnen und Sprecher&amp;lt;ref name=&amp;quot;sprache&amp;quot;&amp;gt;Universität Potsdam o. J.: Mehrsprachigkeit in Brandenburg – Sorbisch (mit Verweis auf BMI 2024 und Landesregierung Brandenburg 2024). URL: https://www.uni-potsdam.de/de/svm/mehrsprachigkeit-in-brandenburg/studentische-projekte/sorbisch, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''C2''' Darstellende Künste || Musik, Lieder, Tanz, Theater, Chorgesang || SNE, Deutsch-Sorbisches Volkstheater, Chöre und Ensembles; dokumentiert durch Rundfunk und Studijo Lucija || ''offen'' || ''offen'' || teilweise: neuere Aufnahmen meist ursprünglich digital (siehe D1) || ältere Mitschnitte auf AV-Trägern (siehe B3)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''C3''' Rituale und Feste || Bräuche und Feste im Jahreslauf, u. a. Vogelhochzeit, Zampern, Zapust, Ostersingen, Osterreiten, Maibaum, Kirmes || Vereine, Dorfgemeinschaften, Kirchgemeinden || „Gesellschaftliche Bräuche und Feste der Lausitzer Sorben im Jahreslauf“ seit 2014 im Bundesweiten Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes&amp;lt;ref name=&amp;quot;ike&amp;quot;&amp;gt;Sorbisches Institut 2020: Aufruf und Fragebogen zur Erhebung sorbischer/wendischer Bräuche und Feste im Landkreis Spree-Neiße, 18.12.2020. URL: https://www.serbski-institut.de/wp-content/uploads/2022/03/IKE-Fragebogen-Aufruf_2020_12_189_DE.4701.pdf, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;iketour&amp;quot;&amp;gt;Sachsen-Tourismus 2025: Hintergrundtext Immaterielles Kulturerbe. URL: https://www.sachsen-tourismus.de/fileadmin/mediendatenbank_ALT/mediendatenbank/bilder/presse/rechercheideen/hintergrundtext-immaterielles-kulturerbe-2025.pdf, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; || teilweise: Erhebung im Landkreis Spree-Neiße durch das SI ab 2020, Ergebnisstand ''offen''&amp;lt;ref name=&amp;quot;ike&amp;quot;/&amp;gt;; Oberlausitz ''offen'' || teilweise || Praxis im Wandel; frühere Ausprägungen nur über Dokumentation greifbar (''Annahme'')&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''C4''' Wissen über Natur und Universum || Volksglaube, Heil- und Sammelwissen, religiöse Praxis || Familien, Kirchgemeinden || ''offen'' || ''offen'' || ''offen'' || Wissen oft bei wenigen, teils älteren Personen (SKR-Konzept, S. 8)&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''C5''' Traditionelles Handwerk || Ostereiverzierung, Trachtenherstellung und -pflege, Weben, Flachs und Leinen, Töpfern || Handwerkerinnen und Handwerker, Vereine, Heimatmuseen, z. B. Sorbische Webstube Drebkau&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;/&amp;gt;, Kólasko Drachhausen&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019b&amp;quot;/&amp;gt; || ''offen'' || ''offen'' || ''offen'' || Wissen an wenige Personen gebunden; fehlender Nachwuchs (SKR-Konzept, S. 8)&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''D1''' Born-digital || Websites, soziale Medien, Veranstaltungsmitschnitte, digitale Fotos und Videos, digitale Publikationen, Projektdaten || Studijo Lucija, Rundfunk, Verlage, Vereine, Einrichtungen || ''offen'' || kaum || – || '''hoch''': keine systematische Sicherung sorbischer Web- und Social-Media-Inhalte bekannt; Webarchivierung in Deutschland insgesamt lückenhaft&amp;lt;ref name=&amp;quot;webarchiv&amp;quot;&amp;gt;netzpolitik.org 2026: Kritische Infrastruktur: Bei der Web-Archivierung fehlt die Strategie. URL: https://netzpolitik.org/2026/kritische-infrastruktur-bei-der-web-archivierung-fehlt-die-strategie/, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;; Masterdateien teils nur beim Erzeuger&amp;lt;ref name=&amp;quot;lucija&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''D2''' Digitalisate || digitale Repräsentationen aus den Klassen A bis C || SI, SLUB, Museen, Projekte || SI: 1.634 Dokumente auf Sachsen.Digital (2021)&amp;lt;ref name=&amp;quot;ldp&amp;quot;/&amp;gt;; Sorabicon: zwölf veröffentlichte Sammlungen (2026)&amp;lt;ref name=&amp;quot;atlas&amp;quot;/&amp;gt; || teilweise: über Kataloge und die Deutsche Digitale Bibliothek nachgewiesen, teils als gemeinfrei gekennzeichnet&amp;lt;ref name=&amp;quot;ddb&amp;quot;&amp;gt;Deutsche Digitale Bibliothek o. J.: Wot togo narodu Jesu Christußa (1865), Datengeber: Sorbisches Institut / Sorbisches Kulturarchiv. URL: https://www.deutsche-digitale-bibliothek.de/item/3IVBZKDCQK6LHTOFW5HKYF235K6A4QEF, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; || – || Langzeiterhaltung teils ungeklärt: Projektdaten lagen bei einem Webhoster mit Datensicherung, die Langzeitarchivierung war „zu eruieren“&amp;lt;ref name=&amp;quot;dmp&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.2.3 Bestände mit vorrangigem Digitalisierungsbedarf ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als vorrangig gilt ein Bestand, wenn mindestens einer der folgenden Gründe zutrifft:&lt;br /&gt;
# '''Materialverfall oder veraltete Technik:''' Der Träger zerfällt, oder Abspielgeräte sind kaum noch verfügbar.&lt;br /&gt;
# '''Ungesicherte Betreuung:''' Nachfolge, Räume oder Trägerschaft sind nicht gesichert.&lt;br /&gt;
# '''Unikat ohne Sicherung:''' Es gibt weder eine Kopie noch einen Nachweis an anderer Stelle.&lt;br /&gt;
# '''Schwindendes Wissen:''' Trägerinnen und Träger einer Praxis oder Zeitzeugen können nur noch begrenzte Zeit befragt werden.&lt;br /&gt;
# '''Ungesicherte digitale Dateien:''' Masterdateien fehlen, es gibt kein Zielarchiv, oder die Dateiformate veralten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die '''Dringlichkeit''' ist &lt;br /&gt;
* ''hoch'', wenn Verlust oder Unzugänglichkeit innerhalb weniger Jahre wahrscheinlich sind, &lt;br /&gt;
* ''mittel'', wenn ein Risiko erkennbar ist, der Zeitrahmen aber offen ist, und &lt;br /&gt;
* ''offen'', wenn die Lage nicht bekannt ist. &lt;br /&gt;
Die Herkunft der Dringlichkeit ist mit '''G''' gekennzeichnet, wenn der Bedarf von Trägern oder in ihren Unterlagen genannt wurde, und mit '''A''', wenn er aus der Analyse abgeleitet ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|+ Bestände mit vorrangigem Digitalisierungsbedarf&lt;br /&gt;
! Bestand / Bestandsgruppe !! Träger !! Klasse !! Grund !! Dringlichkeit !! Herkunft !! Quelle&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Ton-, Video- und Filmbestände auf Magnetband und Film || SKA, SNE, Rundfunk, Amateurfilmer, Njepila-Hof u. a. || B3 || 1, 3 || hoch || A || &amp;lt;ref name=&amp;quot;mta&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;ska&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Sprache und Erzählwissen der letzten muttersprachlichen Sprecherinnen und Sprecher des Niedersorbischen || – || C1 || 4 || hoch || A || &amp;lt;ref name=&amp;quot;sprache&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Zwei private Ausstellungen in der Oberlausitz, von den Betreibern im Ruhestand allein und ohne Förderung betreut (Stand 2019) || privat || B4 || 2, 3 || hoch, sofern noch bestehend || G || &amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019b&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Private Sammlungen und Nachlässe, darunter Filme und Chroniken sowie ein Nachlass, dessen Sichtung und Bewertung 2019 erbeten wurde || privat || B1–B4 || 1, 2, 3 || hoch || G || &amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019b&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Veranstaltungsmitschnitte, die nur komprimiert und teilweise an das SKA gehen || Studijo Lucija || D1 (C2, C3) || 5 || hoch || A || &amp;lt;ref name=&amp;quot;lucija&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Inventar sorbischer Kulturdenkmale in Sachsen: analoge Negative und Dateien in veralteten Formaten (u. a. .wps, .wbk, .wks) || SI || B2, D1 || 1, 5 || mittel || A || &amp;lt;ref name=&amp;quot;dmp&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Sorbische Websites und soziale Medien || verschieden || D1 || 5 || mittel || A || &amp;lt;ref name=&amp;quot;webarchiv&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Archiv verschwundener Orte in Horno: Umzug 2019 geplant || Trägerschaft ''offen'' || B1, B2 || 2 || ''offen'' || G || &amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019b&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.2.4 Bedarfe der Kulturgutträger ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Neben dem Bedarf einzelner Bestände haben viele Kulturgutträger Bedarfe, die sie selbst betreffen. Sie werden hier gebündelt und der Seite des Angebots zugeordnet, an die sie sich richten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
! Bedarf !! Betroffene Träger !! Richtet sich an !! Herkunft !! Quelle&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Personal und Nachwuchs für Betreuung und Erfassung || kleine Museen, Heimatstuben, ehrenamtliche Sammlungsorte || Rahmen (F) || G || &amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;; SKR-Konzept, S. 7–8 und 29&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Laufende Finanzierung für Personal und Unterhalt; z. B. jährliches Ringen um Personalmittel in Dissen || kleine Museen || Rahmen (F) || G || &amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019b&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Fachliche Begleitung, Beratung und Schulung || kleine und ehrenamtliche Träger || K1–K3, Rahmen || G || &amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;; SKR-Konzept, S. 10 und 30&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Inventarisierung und digitale Erschließung; Nachholbedarf wegen Personalmangels „teils bestandsgefährdend“ || kleine Museen, private Sammlungen, auch die großen Museen || K1 || G || SKR-Konzept, S. 7&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;/&amp;gt;; &amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Vernetzung und Kooperation || kleine Museen || Rahmen (S) || G || &amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Sichtbarkeit und Präsentation || sorbische Museen, kleine Museen || K4 || G || &amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2020&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Sichtung und Bewertung von Nachlässen || private Nachlässe || K1, Prozessschritt „Bewerten“ || G || &amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019b&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Räume, Bausubstanz und Bewirtschaftung, z. B. Muzej Ćišinskeho, Dom Njechorńskeho || kleine Museen und Gedenkorte || Rahmen (Voraussetzung) || G || &amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019b&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Digitalisierung von Ton-, Film- und Fotobeständen als Dienstleistung || SKA, kleine und private Träger || K2 || A || –&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Verbindlicher Ort für die langfristige Erhaltung von Digitalisaten und ursprünglich digitalen Aufnahmen || Studijo Lucija, Projekte, kleine Träger || K3 || A || &amp;lt;ref name=&amp;quot;lucija&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;dmp&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Rechteklärung und Einwilligungen || Rundfunkproduktionen, Veranstaltungsaufnahmen || Rahmen || G (Rundfunk) / A || &amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Bedarfe des Sorbischen Museums und des Wendischen Museums || beide sorbischen Museen || K1–K4 || G || Digitalisierungskreis, Sitzung vom 21.04.2026 (''noch einzuarbeiten'')&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.2.5 Erste Befunde ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* '''Ein Gesamtüberblick über die Bestände fehlt.''' 2020 wurde festgestellt, dass eine systematische Registrierung des sorbischen Kulturerbes fehlt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2020&amp;quot;/&amp;gt; 2025 beschrieb das SI die Bedingungen an den Sammlungsorten als „von vorbildlich bis prekär“; vieles liege nur analog vor, und die Digitalisierung stehe überwiegend am Anfang.&amp;lt;ref name=&amp;quot;skrhandout&amp;quot;&amp;gt;Sorbisches Institut 2025: Handout zum Pressegespräch „Konzept Sorbisches Kulturregister“, 20.11.2025. URL: https://www.serbski-institut.de/wp-content/uploads/2025/11/2025-11-20_Handout-Pressegespraech-SKR_Konzept.pdf, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Ein Überblick sei derzeit nicht möglich, weil die Sammlungsorte technisch „fraktioniert oder gar inkompatibel“ arbeiten (SKR-Konzept, S. 8).&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
* '''Die bekannten Sammlungsorte sind nur ein Ausschnitt.''' Das SKR-Konzept nennt mehr als 70 Einrichtungen mit kulturerberelevantem Archivgut (S. 10). Im Arbeitskreis Lausitzer Museenland widmet sich etwa ein Drittel der 48 Heimatstuben und Regionalmuseen sorbischer Geschichte und Kultur (S. 7).&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;/&amp;gt; Die Arbeitsliste umfasst bisher rund 32 Orte.&amp;lt;ref name=&amp;quot;liste2026&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
* '''Zahlen gibt es nur für wenige große Träger.''' Für das Sorbische Museum, die Sorbische Zentralbibliothek und die Digitalisate des SI liegen Größenordnungen vor. Für das SKA, das Wendische Museum, die audiovisuellen Bestände und fast alle kleinen Träger fehlen sie.&lt;br /&gt;
* '''Wo der Zeitdruck am größten ist, ist am wenigsten bekannt.''' Das betrifft vor allem die analogen Ton-, Video- und Filmbestände sowie die Dokumentation des Niedersorbischen.&lt;br /&gt;
* '''Online sichtbar ist nur ein Bruchteil.''' Acht Häuser mit sorbischem Schwerpunkt haben zusammen 401 Objekte auf museum-digital veröffentlicht; das Heimatmuseum Dissen mit 6.700 inventarisierten Exponaten noch keines (SKR-Konzept, S. 8).&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
* '''Digital vorhanden heißt nicht gesichert.''' Ursprünglich digitale Aufnahmen und Projektdaten haben teils kein Zielarchiv oder liegen in veralteten Formaten vor (siehe 3.2.3). Wer diese Aufgabe übernimmt, untersuchen die Abschnitte 3.3 und 3.4.&lt;br /&gt;
* '''Das immaterielle Kulturerbe ist ungleich dokumentiert.''' Für die Niederlausitz gab es ab 2020 eine Erhebung der Bräuche und Feste,&amp;lt;ref name=&amp;quot;ike&amp;quot;/&amp;gt; für die Oberlausitz ist keine vergleichbare bekannt.&lt;br /&gt;
* '''Ein Teil des Erbes liegt außerhalb sorbischer Verantwortung oder außerhalb der Lausitz,''' etwa in Prag, Dresden und Görlitz, in Rundfunkarchiven und bei der DEFA-Überlieferung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Ist-Analyse kann damit Struktur und Schwerpunkte benennen, aber keine vollständige Bestandsübersicht ersetzen. Eine institutionsübergreifende Bestands- und Bedarfserhebung mit Prioritätenliste ist eine eigene Aufgabe (vgl. das Ziel 2028 in [[#1.1 Visionen und Ziele für die sorbische digitale Welt|Abschnitt 1.1]]) und wird bei den Maßnahmen aufgegriffen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.1.2 Bedarfe und Dringlichkeiten ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;background-color:#eef5fb;border-left:4px solid #5b9bd5;padding:0.7em 1em;margin:1em 0;&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Leitfrage:''' Welche Unterstützung benötigen die Kulturgutträger und welche Bedarfe sollten (+aus welchen Gründen) vorrangig bearbeitet werden?&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die bei Kulturgutträgern bestehenden Bedarfe sollten zunächst möglichst vollständig erhoben und anschließend zusammengeführt und eingeordnet werden. Dabei ist zwischen &amp;quot;von Akteuren ausdrücklich genannten Bedarfen&amp;quot; und &amp;quot;aus der Analyse zusätzlich abgeleiteten Bedarfen&amp;quot; zu unterscheiden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die weitere Erhebung und Analyse insbesondere zu prüfen:&lt;br /&gt;
* vorhandene Bedarfserhebungen, Gesprächsprotokolle und bisherige Tabellen zusammenführen&lt;br /&gt;
* Bedarfe möglichst den vier Kernfunktionen zuordnen:&lt;br /&gt;
** Nachweisen, beschreiben und verknüpfen,&lt;br /&gt;
** Digitalisieren und Qualität sichern,&lt;br /&gt;
** langfristig erhalten,&lt;br /&gt;
** zugänglich machen und Nutzung ermöglichen;&lt;br /&gt;
* zusätzlich übergreifende Bedarfe erfassen, beispielsweise:&lt;br /&gt;
** Personal und Fachkompetenz,&lt;br /&gt;
** Beratung und Schulung,&lt;br /&gt;
** Finanzierung,&lt;br /&gt;
** Rechteklärung und Datenschutz,&lt;br /&gt;
** Metadaten und gemeinsame Standards,&lt;br /&gt;
** technische Infrastruktur;&lt;br /&gt;
* Dringlichkeit anhand nachvollziehbarer Kriterien beurteilen, beispielsweise:&lt;br /&gt;
** drohender Verlust oder Materialverfall,&lt;br /&gt;
** fehlende personelle Nachfolge,&lt;br /&gt;
** gefährdete oder unbekannte Bestände,&lt;br /&gt;
** blockierende Abhängigkeit für weitere Digitalisierungsschritte,&lt;br /&gt;
** kulturelle oder sprachliche Bedeutung,&lt;br /&gt;
** erwartete Nutzung für Bildung, Forschung oder Öffentlichkeit&lt;br /&gt;
* unterscheiden zwischen Einzelfallbedarf und strukturellem Bedarf mehrerer Kulturgutträger&lt;br /&gt;
* soweit möglich erfassen, welche Bedarfe bereits durch bestehende Angebote abgedeckt werden und welche bislang offenbleiben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mögliches Ergebnis: priorisierte beziehungsweise nach Dringlichkeit geordnete Bedarfsübersicht mit Zuordnung zu Akteursgruppen und Kernfunktionen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== 3.2 Ist-Stand der vier Kernfunktionen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;background-color:#eef5fb;border-left:4px solid #5b9bd5;padding:0.7em 1em;margin:1em 0;&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Leitfrage:''' Welche Kernfunktionen werden durch bestehende Angebote / Dienste und Projekte bereits erfüllt – für welche Bestände, Akteure und Nutzungszwecke?&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Den Schwerpunkt der Ist-Analyse bildet die Frage, '''in welchem Umfang''' die vier zuvor bestimmten Kernfunktionen der Kulturerbe-Digitalisierung im sorbischen Kontext bereits erfüllt werden. Dabei reicht es nicht aus festzustellen, dass ein Projekt, eine Institution oder ein technisches System existiert. Zu prüfen ist vielmehr, welche Leistung tatsächlich verfügbar ist, welche Kulturgutträger und Bestände sie erreicht und welche Lücken verbleiben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für jede Kernfunktion sollte möglichst nach einer einheitlichen Logik untersucht werden:&lt;br /&gt;
* vorhandene Angebote, Systeme und Projekte&lt;br /&gt;
* verantwortliche Betreiber beziehungsweise Akteure&lt;br /&gt;
* Entwicklungs- und Betriebsstand&lt;br /&gt;
* erreichte Kulturgutträger, Bestände und Kulturgutarten&lt;br /&gt;
* abgedeckte Bedarfe&lt;br /&gt;
* technische und organisatorische Anschlussmöglichkeiten&lt;br /&gt;
* erkennbare Lücken, Risiken und offene Fragen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.2.1 Nachweisen, beschreiben und verknüpfen ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;background-color:#eef5fb;border-left:4px solid #5b9bd5;padding:0.7em 1em;margin:1em 0;&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Leitfrage:''' Wie vollständig und nutzbar werden sorbische Kulturgüter und Bestände heute nachgewiesen, beschrieben und miteinander verknüpft?&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die weitere Erhebung und Analyse insbesondere zu prüfen:&lt;br /&gt;
* Stand und tatsächlicher Funktionsumfang des Sorbischen/Wendischen Kulturregisters&lt;br /&gt;
* vorhandene institutionelle Kataloge, Inventare, Datenbanken und lokale Verzeichnisse&lt;br /&gt;
* welche Kulturgutarten, Einrichtungen und Regionen bereits erfasst sind&lt;br /&gt;
* welche Bestände bislang nur lokal, analog oder überhaupt nicht systematisch nachgewiesen werden&lt;br /&gt;
* verwendete Metadaten, Identifikatoren und Normdaten&lt;br /&gt;
* Möglichkeiten zur Übernahme beziehungsweise Verknüpfung bestehender Daten&lt;br /&gt;
* Anschlussmöglichkeiten:&lt;br /&gt;
** direkte Erfassung kleinerer Träger,&lt;br /&gt;
** Datenimport beziehungsweise Schnittstellen größerer Einrichtungen&lt;br /&gt;
* Mehrsprachigkeit und Umgang mit ober- und niedersorbischen Bezeichnungen&lt;br /&gt;
* Verhältnis zwischen institutionellen Beschreibungen, historischen Fremdbezeichnungen und sorbischen beziehungsweise lokalen Selbstbezeichnungen&lt;br /&gt;
* vorhandene Funktionen für Digitalisierungsstatus, Rechteinformationen und Priorisierung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.2.2 Digitalisieren und Qualität sichern ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;background-color:#eef5fb;border-left:4px solid #5b9bd5;padding:0.7em 1em;margin:1em 0;&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Leitfrage:''' Welche Kulturgüter können heute in welcher Qualität und Kapazität digitalisiert werden, und welche Kulturgutträger können diese Leistungen tatsächlich nutzen?&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die weitere Erhebung und Analyse insbesondere zu prüfen:&lt;br /&gt;
* aktueller Stand des Digitalisierungszentrums und weiterer Digitalisierungsangebote&lt;br /&gt;
* verfügbare technische Verfahren für unterschiedliche Kulturgutarten, beispielsweise:&lt;br /&gt;
** Schriftgut,&lt;br /&gt;
** Fotografien,&lt;br /&gt;
** Bücher und Zeitschriften,&lt;br /&gt;
** Tonaufnahmen,&lt;br /&gt;
** Film und Video,&lt;br /&gt;
** dreidimensionale Objekte&lt;br /&gt;
* stationäre, mobile und extern vergebene Digitalisierung&lt;br /&gt;
* vorhandene Kapazitäten und erkennbare Engpässe&lt;br /&gt;
* Zugangsmöglichkeiten für kleine und ehrenamtlich arbeitende Kulturgutträger&lt;br /&gt;
* Beratung vor der Digitalisierung&lt;br /&gt;
* Anforderungen an Vorbereitung, Metadaten und Rechteklärung&lt;br /&gt;
* vorhandene Qualitätsstandards und Qualitätskontrolle&lt;br /&gt;
* Unterstützung bei Ausschreibung beziehungsweise Beauftragung externer Dienstleister&lt;br /&gt;
* bisherige Digitalisierungsprojekte und deren Ergebnisse&lt;br /&gt;
* besonders gefährdete Bestände, für die kurzfristig Digitalisierungskapazität benötigt wird&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.2.3 Langfristig erhalten ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;background-color:#eef5fb;border-left:4px solid #5b9bd5;padding:0.7em 1em;margin:1em 0;&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Leitfrage:''' Für welche digitalen Bestände ist die langfristige Erhaltung organisatorisch und technisch tatsächlich abgesichert? &amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die weitere Erhebung und Analyse insbesondere zu prüfen:&lt;br /&gt;
* vorhandene Repositorien, digitale Archive und Speicherlösungen&lt;br /&gt;
* welche Einrichtungen bereits Digitalisate dauerhaft übernehmen können&lt;br /&gt;
* welche Digitalisate derzeit lediglich lokal oder projektbezogen gespeichert werden&lt;br /&gt;
* Unterschied zwischen:&lt;br /&gt;
** Ablage beziehungsweise Speicherung,&lt;br /&gt;
** Datensicherung,&lt;br /&gt;
** institutionellem Repositorium,&lt;br /&gt;
** digitaler Langzeiterhaltung;&lt;br /&gt;
* Verantwortlichkeiten für Übernahme, Erhaltung und spätere Datenmigration&lt;br /&gt;
* verwendete Master- und Nutzungsdateien&lt;br /&gt;
* Sicherungskopien, Prüfsummen und Wiederherstellungsverfahren&lt;br /&gt;
* verwendete beziehungsweise vorgesehene Erhaltungsmetadaten&lt;br /&gt;
* Möglichkeiten für kleinere Kulturgutträger, ihre Digitalisate an ein geeignetes Repositorium zu übergeben&lt;br /&gt;
* vorhandene Schnittstellen zwischen Digitalisierung und Repositorium&lt;br /&gt;
* organisatorische und finanzielle Absicherung des langfristigen Betriebs&lt;br /&gt;
* Digitalisate beziehungsweise Projekte identifizieren, deren dauerhafte Erhaltung derzeit ungeklärt ist&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.2.4 Zugänglich machen und Nutzung ermöglichen ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;background-color:#eef5fb;border-left:4px solid #5b9bd5;padding:0.7em 1em;margin:1em 0;&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Leitfrage:''' Welche digitalisierten Inhalte sind für welche Zielgruppen auffindbar, verständlich und im rechtlich beziehungsweise kulturell zulässigen Umfang nutzbar?&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die weitere Erhebung und Analyse insbesondere zu prüfen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* vorhandene Präsentations- und Nutzungssysteme, Portale und Online-Ausstellungen&lt;br /&gt;
* Funktion und Entwicklungsstand von Sorabicon sowie weiteren relevanten Angeboten&lt;br /&gt;
* welche Kulturgüter und Bestände bereits öffentlich zugänglich sind&lt;br /&gt;
* welche Zielgruppen angesprochen werden:&lt;br /&gt;
** Öffentlichkeit,&lt;br /&gt;
** Bildung,&lt;br /&gt;
** Forschung,&lt;br /&gt;
** sorbische Gemeinschaft,&lt;br /&gt;
** Tourismus und Kulturvermittlung;&lt;br /&gt;
* Ober- und Niedersorbisch sowie weitere benötigte Sprachen in Oberfläche, Metadaten und Inhalten&lt;br /&gt;
* Qualität der Kontextualisierung und Vermittlung&lt;br /&gt;
* Möglichkeiten für:&lt;br /&gt;
** Download,&lt;br /&gt;
** Zitation,&lt;br /&gt;
** Datenexport,&lt;br /&gt;
** Programmierschnittstellen,&lt;br /&gt;
** wissenschaftliche und kreative Nachnutzung&lt;br /&gt;
* Rechte- und Lizenzinformationen&lt;br /&gt;
* abgestufte Zugangsmöglichkeiten für sensible beziehungsweise eingeschränkt zugängliche Inhalte&lt;br /&gt;
* Barrierefreiheit beziehungsweise Barrierearmut&lt;br /&gt;
* Aktualisierung und Pflege präsentierter Inhalte&lt;br /&gt;
* soweit verfügbar tatsächliche Nutzung, Reichweite und Nachnutzung erfassen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.2.5 Zusammenspiel der Kernfunktionen in bestehenden Projekten ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;background-color:#eef5fb;border-left:4px solid #5b9bd5;padding:0.7em 1em;margin:1em 0;&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Leitfrage:''' Bei welchen bestehenden Vorhaben funktioniert der Weg vom Kulturgut über Erfassung und Digitalisierung bis zur langfristigen Erhaltung und Nutzung bereits durchgängig – und an welchen Übergängen bestehen Lücken?&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Neben dem Stand der einzelnen Kernfunktionen ist zu prüfen, '''ob diese auch tatsächlich zu einer durchgängigen Prozesskette verbunden sind'''. Ein vorhandenes Register, ein Digitalisierungszentrum, ein Repositorium und ein Präsentationsportal ergeben noch nicht automatisch einen funktionierenden Gesamtprozess.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die weitere Erhebung und Analyse insbesondere zu prüfen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* geeignete bestehende Projekte beziehungsweise Pilotvorhaben auswählen&lt;br /&gt;
* für diese Projekte die vollständige Prozesskette nachvollziehen:&lt;br /&gt;
** Erfassen,&lt;br /&gt;
** Registrieren,&lt;br /&gt;
** Bewerten und priorisieren,&lt;br /&gt;
** Digitalisieren,&lt;br /&gt;
** Archivieren beziehungsweise langfristig erhalten,&lt;br /&gt;
** Präsentieren und nachnutzen;&lt;br /&gt;
* untersuchen, welche Systeme und Akteure an den Übergaben beteiligt sind&lt;br /&gt;
* prüfen, ob Metadaten gemeinsam mit den Dateien weitergegeben werden&lt;br /&gt;
* prüfen, ob Rechte- und Zugangsangaben entlang der Prozesskette erhalten bleiben&lt;br /&gt;
* vorhandene manuelle Medienbrüche beziehungsweise Mehrfacherfassungen identifizieren&lt;br /&gt;
* unklare Zuständigkeiten und Übergabepunkte sichtbar machen&lt;br /&gt;
* positive Beispiele für bereits funktionierende Prozessketten dokumentieren&lt;br /&gt;
* aus Pilotprojekten bekannte Aufwände, Engpässe und Lernerfahrungen aufnehmen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== 3.3 Gemeinsame Regeln, Zusammenarbeit und dauerhafter Betrieb ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;background-color:#eef5fb;border-left:4px solid #5b9bd5;padding:0.7em 1em;margin:1em 0;&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Leitfrage:''' Sind die übergreifenden Voraussetzungen vorhanden, damit die einzelnen Angebote gemeinsam, verlässlich und dauerhaft funktionieren?&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Neben den einzelnen Kernfunktionen ist zu prüfen, ob '''gemeinsame organisatorische und fachliche Voraussetzungen''' vorhanden sind, damit die verschiedenen Angebote zusammenarbeiten und dauerhaft betrieben werden können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieser Abschnitt soll keine allgemeine oder abstrakte Governance-Analyse darstellen. Untersucht werden nur solche übergreifenden Fragen, die konkrete Auswirkungen auf die Digitalisierung des Kulturerbes und die spätere Ableitung von Maßnahmen haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.3.1 Zuständigkeiten, Beteiligung und Freigaben ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;background-color:#eef5fb;border-left:4px solid #5b9bd5;padding:0.7em 1em;margin:1em 0;&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Leitfrage:''' Wer entscheidet verbindlich über Auswahl, Priorisierung, Beschreibung, Digitalisierung, Veröffentlichung und Zugang, und wie sind die Kulturgutträger dabei beteiligt?&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
''Für die weitere Erhebung und Analyse insbesondere zu prüfen:''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* formelle und informelle Zuständigkeiten der beteiligten Institutionen&lt;br /&gt;
* Entscheidungsrechte bei Auswahl und Priorisierung von Beständen&lt;br /&gt;
* Verantwortlichkeiten für Rechteklärung und Veröffentlichung&lt;br /&gt;
* Beteiligung der jeweiligen Kulturgutträger&lt;br /&gt;
* Beteiligung sorbischer Fachleute und Angehöriger der Gemeinschaft bei kulturell sensiblen Inhalten&lt;br /&gt;
* vorhandene Freigabe- und Sperrverfahren&lt;br /&gt;
* Umgang mit nachträglichen Korrekturen oder Einschränkungen&lt;br /&gt;
* erkennbare Überschneidungen beziehungsweise ungeklärte Zuständigkeiten&lt;br /&gt;
* vorhandene Gremien oder Koordinierungsstrukturen&lt;br /&gt;
* prüfen, an welchen Stellen verbindliche Zuständigkeiten fehlen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.3.2 Gemeinsame Standards und Anschlussmöglichkeiten ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;background-color:#eef5fb;border-left:4px solid #5b9bd5;padding:0.7em 1em;margin:1em 0;&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Leitfrage:''' Welche gemeinsamen Regeln ermöglichen es unterschiedlichen Kulturgutträgern, Daten und Digitalisate in eine gemeinsame Infrastruktur einzubringen und zwischen den Kernfunktionen weiterzugeben?&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die weitere Erhebung und Analyse insbesondere zu prüfen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* vorhandene gemeinsame Metadatenstandards beziehungsweise Pflichtfelder&lt;br /&gt;
* verwendete Fachstandards einzelner Einrichtungen&lt;br /&gt;
* gemeinsame Regeln für Ober- und Niedersorbisch&lt;br /&gt;
* Dateiformate und Qualitätsanforderungen für unterschiedliche Kulturgutarten&lt;br /&gt;
* Identifikatoren und Normdaten&lt;br /&gt;
* Rechte- und Lizenzinformationen&lt;br /&gt;
* technische Schnittstellen und Datenexporte&lt;br /&gt;
* Übernahme vorhandener institutioneller Metadaten&lt;br /&gt;
* einfache Erfassungswege für kleinere Kulturgutträger&lt;br /&gt;
* Schnittstellen für Einrichtungen mit bestehenden Fachsystemen&lt;br /&gt;
* Möglichkeiten zur Weitergabe von Daten zwischen Register, Digitalisierung, Repositorium und Präsentation&lt;br /&gt;
* prüfen, wo fehlende Standards oder inkompatible Systeme den Austausch derzeit behindern&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.3.3 Personal, Finanzierung und Betreiberverantwortung ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;background-color:#eef5fb;border-left:4px solid #5b9bd5;padding:0.7em 1em;margin:1em 0;&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Leitfrage:''' Welche zentralen Leistungen sind dauerhaft personell, organisatorisch und finanziell abgesichert, und welche hängen noch von befristeten Projekten oder einzelnen Personen ab?&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die weitere Erhebung und Analyse insbesondere zu prüfen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Betreiber beziehungsweise verantwortliche Stellen für die vier Kernfunktionen&lt;br /&gt;
* dauerhafte Stellen gegenüber befristeten Projektstellen&lt;br /&gt;
* vorhandene beziehungsweise geplante Finanzierungsmodelle&lt;br /&gt;
* laufende Betriebs- und Pflegekosten&lt;br /&gt;
* personelle Kapazitäten und erkennbare Schlüsselpersonenrisiken&lt;br /&gt;
* Unterstützung kleiner und ehrenamtlich geführter Einrichtungen&lt;br /&gt;
* Finanzierung von&lt;br /&gt;
** Beratung,&lt;br /&gt;
** Digitalisierung,&lt;br /&gt;
** Speicher und Langzeiterhaltung,&lt;br /&gt;
** Datenpflege,&lt;br /&gt;
** Rechteklärung,&lt;br /&gt;
** technischer Wartung und Weiterentwicklung;&lt;br /&gt;
* Übergang von geförderten Projekten in einen dauerhaften Regelbetrieb&lt;br /&gt;
* vorhandene Betriebs-, Kooperations- und Übergabevereinbarungen&lt;br /&gt;
* erkennbare Risiken bei Auslaufen einzelner Förderungen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== 3.4 Gesamtbewertung und vorrangiger Handlungsbedarf ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;background-color:#eef5fb;border-left:4px solid #5b9bd5;padding:0.7em 1em;margin:1em 0;&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Leitfrage:''' Welche Bedarfe sind bereits ausreichend abgedeckt, wo liegen die entscheidenden Lücken und welche davon sollten vorrangig bearbeitet werden? &amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Ergebnisse der vorangegangenen Abschnitte werden abschließend zusammengeführt. Ziel ist noch nicht die vollständige Formulierung konkreter Maßnahmen, sondern zunächst eine begründete Bewertung des Ist-Standes und der wichtigsten Lücken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dabei sollte insbesondere unterschieden werden zwischen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* unmittelbar gefährdeten Kulturgütern beziehungsweise Beständen,&lt;br /&gt;
* strukturellen Lücken, die weitere Digitalisierungsschritte blockieren,&lt;br /&gt;
* fehlenden oder nur teilweise verfügbaren Kernfunktionen,&lt;br /&gt;
* nicht dauerhaft abgesicherten Angeboten,&lt;br /&gt;
* Verbesserungsmöglichkeiten bei bereits grundsätzlich funktionierenden Strukturen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die abschließende Bewertung insbesondere zu prüfen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Ergebnisse aus Akteurs-, Bestands- und Bedarfserhebung zusammenführen&lt;br /&gt;
* für jede der vier Kernfunktionen die wichtigsten Stärken und Lücken benennen&lt;br /&gt;
* übergreifende strukturelle Probleme aus Zuständigkeiten, Standards, Betrieb und Finanzierung ergänzen&lt;br /&gt;
* unterscheiden zwischen:&lt;br /&gt;
** fehlender Leistung,&lt;br /&gt;
** unzureichender Kapazität,&lt;br /&gt;
** fehlender Bekanntheit beziehungsweise Zugänglichkeit,&lt;br /&gt;
** fehlender Verbindung bestehender Angebote,&lt;br /&gt;
** ungeklärter Zuständigkeit,&lt;br /&gt;
** fehlender dauerhafter Absicherung;&lt;br /&gt;
* Dringlichkeit begründen, insbesondere anhand von:&lt;br /&gt;
** Verlustgefahr,&lt;br /&gt;
** blockierenden Abhängigkeiten,&lt;br /&gt;
** Anzahl beziehungsweise Bedeutung betroffener Kulturgutträger,&lt;br /&gt;
** kultureller und sprachlicher Bedeutung,&lt;br /&gt;
** Aufwand und Realisierbarkeit;&lt;br /&gt;
* offene Informationslücken ausdrücklich kennzeichnen&lt;br /&gt;
* aus den ermittelten Lücken anschließend Handlungsbedarfe ableiten&lt;br /&gt;
* konkrete Lösungsmaßnahmen erst im folgenden Maßnahmen- beziehungsweise Soll-Abschnitt festlegen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mögliche zusammenfassende Bewertungsmatrix:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot; style=&amp;quot;width:100%;&amp;quot;&lt;br /&gt;
! Bereich&lt;br /&gt;
! Belegter Ist-Stand&lt;br /&gt;
! Abgedeckte Bedarfe&lt;br /&gt;
! Lücke / Risiko&lt;br /&gt;
! Dringlichkeit&lt;br /&gt;
! Daraus abgeleiteter Handlungsbedarf&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| ''Beispiel: Nachweisen und Registrieren''&lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| ''Beispiel: Digitalisieren''&lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| ''Beispiel: Langfristig erhalten''&lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| ''Beispiel: Zugänglich machen und nutzen''&lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| ''Beispiel: gemeinsame Standards / Zusammenarbeit''&lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= Referenzen =&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Měrko Šenk</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://koncept.serbski-inkubator.de/index.php?title=12.3_Digitalisierung_des_Kulturerbes&amp;diff=1203</id>
		<title>12.3 Digitalisierung des Kulturerbes</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://koncept.serbski-inkubator.de/index.php?title=12.3_Digitalisierung_des_Kulturerbes&amp;diff=1203"/>
		<updated>2026-10-29T13:37:06Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Měrko Šenk: /* 1.1 Visionen und Ziele für die sorbische digitale Welt */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;= 1 Einleitung =&lt;br /&gt;
Die Digitalisierung von sorbischem Kulturerbe ist eine historische Chance für uns Sorben, eine Chance, unser kulturelles Erbe neu zu entdecken, es für kommende Generationen zu erhalten, für eine breitere Öffentlichkeit zugänglich zu machen und dabei die eigene Deutungshoheit zu stärken. Das erfordert neben Mut, einer klaren gemeinsamen Vision, starker Zusammenarbeit zwischen den beteiligten Akteuren auch die notwendigen Ressourcen in Form von Personal mit entsprechenden Kompetenzen, passender Technik sowie einer nachhaltig gesicherten Finanzierung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im folgenden Abschnitt werden Zielbilder für die Digitalisierung des sorbischen Kulturerbes entworfen mittels lang- und kurzfristiger Visionen sowie konkreter Ziele.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== 1.1 Vision und Ziele für die sorbische digitale Welt ==&lt;br /&gt;
'''Vision'''&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
''Sorbisches materielles und immaterielles Kulturerbe ist systematisch digital erfasst, rechtssicher und langfristig gesichert, leicht auffindbar, offen nutzbar und wird aktiv von Interessierten genutzt.''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Konkrete Ziele'''&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Bis 2032 ist ein tragfähiges, finanziell und organisatorisch abgesichertes Modell etabliert, das:&lt;br /&gt;
* Ein zentrales (oder föderiertes) digitales Langzeitarchiv nach OAIS-Referenzmodell betreibt,&lt;br /&gt;
* klare Zuständigkeiten, Prozesse und Budgets definiert,&lt;br /&gt;
* regelmäßige Qualitätssicherung und Technik-Updates vorsieht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bis 2030 sind wichtige sorbische Kulturerbe-Bestände (Kernbestände nach fachlicher Festlegung) in hoher Qualität digitalisiert, beschrieben und im Langzeitarchiv gesichert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bis 2028 liegt eine institutionenübergreifende Übersicht über relevante Kulturerbe-Bestände (analog und digital, materiell und immateriell) vor, einschließlich einer Prioritätenliste für die Digitalisierung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bis 2028 existiert ein zentrales, nutzerfreundliches „Sorbisches Kulturerbe-Portal“, das:&lt;br /&gt;
* Suchzugang über alle teilnehmenden Institutionen ermöglicht,&lt;br /&gt;
* grundlegende Inhalte frei zugänglich bereitstellt,&lt;br /&gt;
* mehrsprachige Oberflächen anbietet (Deutsch, Obersorbisch, Niedersorbisch, Englisch).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= 2 Ist-Analyse „Digitalisierung von Kulturerbe“ =&lt;br /&gt;
Das Ziel in diesem Themenbereich ist es, sorbisches Kulturerbe digital zu verwalten und damit langfristig für Recherche, Nutzung und Präsentation vorzuhalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Abschnitt &amp;quot;IST-Analyse“ werden die folgenden Fragen beantwortet: Was ist sorbisches Kulturerbe und was zählt alles dazu? Welche Schritte durchläuft ein Kulturgut, um zum digitalen Kulturerbe zu gehören? Wie können die digitale Verwaltung, Archivierung, Nutzung und Präsentation von Kulturgütern umgesetzt werden?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die grundlegenden Terminologien des Kulturerbes sollen im Folgenden festgelegt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== 2.1 Terminologie – von Kultur zu Kulturerbe ==&lt;br /&gt;
In diesem Abschnitt werden die Begriffe rund um das Kulturerbe grundlegend definiert. Es soll ein Verständnis über die Begriffe Kultur, kulturelle Ausprägung, Kulturgut und Kulturerbe erreicht werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Dataja:Wobraz_K1.png|center|260px]]&amp;lt;ref&amp;gt;Mermaid Flowchart Code: [https://mermaid.live/edit#pako:eNpF0UtuwyAQBuCroFlaTuRHTGMvKuWxq7pqV627IGZso2CIMChtk9ymN-nFimmasmJGfP-AOEGjOUIFrdTHpmfGkudtrWpF_Fq9RtGDk9aZKHojU-_aJ7PZ_bmGgSnR4mgFejaKpidC1XAmq8zDfYAoJZKVG7lxzX5stRl81C0_uwYdheGEubHD4_dXLy1hcpyC1rcLdM4GOLH1Ve2E5Gj9TPLkhgEnsLkBNDsMAmLojOBQWeMwhgHNwKYSTuFBYHucbOW3HFvmcQ21unh2YOpF6-FPGu26HqrW381X7sCZxa1gnWH_R1BxNBvtlIUqTUMEVCd49xVdzpeLMs1pXmRFXiY0hg-o8iyZL_LFXZaVSTJ1LzF8hqHJnBZ5WhZLWt5RmtIsBuTCavP4-2Hh3y4_NXaMmw hier klicken], abgerufen am 22.09.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.1.1 Kultur ===&lt;br /&gt;
Kultur bezeichnet hier die Gesamtheit aller '''vom Menschen geschaffenen und erlernten Ausdrucksformen''' des Lebens, die auf gemeinsamen Werten und Verhaltensweisen beruhen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;wiki-kultur&amp;quot;&amp;gt;URL: https://de.wikipedia.org/wiki/Kultur&amp;lt;/ref&amp;gt; Dazu zählen '''materielle Ergebnisse''' (z. B. Kunstwerke, Technik) ebenso wie '''immaterielle Praktiken''' (Sprache, Bräuche, Wissen). Kultur umfasst laut der UNESCO geistige, materielle, intellektuelle und emotionale Merkmale, die eine Gesellschaft oder soziale Gruppe kennzeichnen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;mondiacult&amp;quot;&amp;gt;UNESCO 1982: Mexico City Declaration on Cultural Policies (MONDIACULT). URL: https://www.lacult.unesco.org/docc/1982_MONDIACULT.pdf&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;ref name=&amp;quot;cultureaction&amp;quot;&amp;gt;Culture Action Europe 2024: The State of Culture report. URL: https://cultureactioneurope.org/de/news/the-state-of-culture-report-published, abgerufen am 01.10.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;  Sie ist dynamisch und wird von jeder Generation neu gestaltet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das deutsche Wort „Kultur“ ist eine Eindeutschung des lateinischen Worts „cultura“. Dieses bedeutet ursprünglich „Bebauung, Bearbeitung, Bestellung, Pflege“ und meinte sowohl die physische Bearbeitung als auch die Pflege geistiger Güter, z. B. der Sprache.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.1.2 Kulturelle Ausdrucksform ===&lt;br /&gt;
Eine kulturelle Ausdrucksform ist eine '''konkrete, gegenwärtige oder historische, Manifestation von Kultur''', bspw. eine Zeichnung, eine Tracht oder ein Lied: Sie macht die Kultur sichtbar und erlebbar. Im engeren Sinne ist es eine Ausdrucksweise, die aus der Kreativität einer Person, Gruppe oder Gesellschaft entsteht und '''kulturellen Inhalt''' trägt (symbolische Bedeutung, künstlerische Dimension, kulturelle Werte).&amp;lt;ref&amp;gt;Österreichische UNESCO-Kommission 2007: Übereinkommen zum Schutz und zur Förderung der Vielfalt kultureller Ausdrucksformen, Art. 4, Seite 13. URL: https://www.unesco.at/fileadmin/Redaktion/Publikationen/Publikations-Dokumente/2005er_UNESCO-Convention_German.pdf, abgerufen am 22.09.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt; Sie wird innerhalb und zwischen Gemeinschaften weitergegeben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Alle kulturellen Ausdrucksformen bilden einen wesentlichen Kern von Kultur, aber Kultur enthält auch latente Dimensionen (Werte, Normen, Vorannahmen etc.), die nicht unmittelbar als Ausdrucksform erscheinen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.1.3 Kulturgut ===&lt;br /&gt;
Ein „Kulturgut“ ist '''eine einzelne kulturelle Ausdrucksform''', der ein '''besonderer kultureller Wert zugemessen wird''' (durch Anerkennung, Schutz, Bedeutung). Es ist somit ein Erzeugnis menschlicher Kreativität oder Zeugnis menschlichen Lebens, welches '''Bedeutung für die Kultur einer Gemeinschaft''' hat und daher '''Bestand haben und bewahrt werden soll'''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die '''Summe aller Kulturgüter''' einer Gemeinschaft wird als dessen '''Kulturerbe''' bezeichnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.1.4 Kulturerbe ===&lt;br /&gt;
Kulturerbe ist die '''Summe der materiellen und immateriellen Ausdrucksformen''' (= Kulturgüter) einer Kultur, die als „'''bewahrenswert'''“ anerkannt wurden. International umfasst das u. a. das '''Welterbe''' (Denkmäler, Ensembles, Stätten)&amp;lt;ref&amp;gt;UNESCO (1972), Welterbekonvention, Art. 1. URL: https://www.dnk.de/wp-content/uploads/2021/02/1972_DNK_UNESCO-Welterbekonvention.pdf (abgerufen am 11.09.2025).&amp;lt;/ref&amp;gt; und das '''Immaterielles Kulturerbe''' (Praktiken, Wissen).&amp;lt;ref&amp;gt;Deutsche UNESCO-Kommission o. J.:, Übereinkommen zur Erhaltung des immateriellen Kulturerbes (dt. Ausgabe). URL: https://www.unesco.de/assets/dokumente/Deutsche_UNESCO-Kommission/02_Publikationen/Publikation_UNESCO-%C3%9Cbereinkommen_zur_Erhaltung_des_immateriellen_Kulturerbes_01.pdf, (abgerufen am 11.09.2025).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ob etwas „zum Kulturerbe“ zählt, ist Ergebnis von Bewertung, Diskurs und teils formellen Verfahren. Dem Sorbischen Kulturregister (SKR) zufolge ist „sorbisch-wendisches Kulturerbe“ eine Zuschreibung, die durch Gesellschaft, Museen, Archive und Wissenschaft erfolgen kann.&amp;lt;ref&amp;gt;Sorbisches Institut 2025: Konzept für ein Sorbisches Kulturregister (SKR). URL: https://www.serbski-institut.de/wp-content/uploads/2021/11/00_Zweite-aktualisierte-Fassung_Konzept_Sorbisches-Kulturregister_20.11.2025.pdf, abgerufen am 20.11.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.1.5 Abgrenzung: Kultur und Kulturerbe ===&lt;br /&gt;
'''Kultur / Kulturelle Ausdrucksform''' sind als Begriffe weiter gefasst als '''Kulturgut / Kulturerbe'''. Kulturelle Ausdrucksformen umfassen alles Gelebte und Gestaltete einer Gemeinschaft in Gegenwart und Vergangenheit, während Kulturgut / Kulturerbe diejenigen kulturellen Güter und Traditionen meint, denen eine Bedeutung beigemessen wurde und die als bewahrens- und weitergebenswert erkannt wurden. Kultur ist der „aktuelle“ kreative Prozess (einschließlich Popkultur, Alltagskultur), Kulturerbe der daraus überkommene Schatz. Dennoch sind die Grenzen fließend: Was heute nur Kultur ist, kann morgen zum Kulturerbe erklärt werden – abhängig von Wertzuschreibung und Diskurs.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Rahmen dieses Dokuments werden für den sorbischen Kontext die Begriffe '''„kulturelle Ausdrucksform“''' und '''„Kulturgut“''' weitgehend '''synonym''' verwendet, sofern nicht ausdrücklich anders gekennzeichnet. Hintergrund ist, dass die Gesamtzahl der identifizierbaren kulturellen Ausdrucksformen einer kleinen Minderheit wie der Sorben/Wenden im Vergleich zu großen Mehrheitsgesellschaften überschaubar ist. Zugleich ist der Anteil dieser Ausdrucksformen, denen in der Community ein besonderer Wert beigemessen wird und die daher faktisch als Kulturgut wahrgenommen und behandelt werden, sehr hoch: Ein großer Teil des gelebten kulturellen Repertoires wird als identitätsstiftend und bewahrenswert verstanden und damit dem Kulturerbe zugerechnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== 2.2 Klassifizierung von Kulturgütern ==&lt;br /&gt;
Im Folgenden soll eine griffige Klassifizierung von Kulturgütern entwickelt werden, so dass pro Kulturgut-Klasse später auf die Besonderheiten ihrer Digitalisierung eingegangen werden kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Dataja:Wobraz_K2.png|center|600px]]&amp;lt;ref&amp;gt;Mermaid Flowchart Code: [https://mermaid.live/edit#pako:eNptlM9u00AQxl9ltFWoFDlp_C9OjISU2KSgUCq1BSRIDxt77Syxd6v1mkKjSDwBlThw4YCEeuXOoeLSN-EF4BHYjZOQQG67-32_2ZnZsWco4jFBPqrVZpRR6cNsP8n4ZTTBQu7rHVP66QWOKEvV3nQM2BeYTf8eea35fF6rjdiIrUl4cjJiAMPDV_X6sMxkKdJS1uvnvu9PtRGgp5ReE46wJIKSLIOf779CycbkkqQZjSb1Ovz-cv351_drDWGN9BXS_xfZBj7dLoGxBgIFBE14nOcrZGH68E07Iu0IlSNsQkhTKnGlfvyh1bjKcngIjcYD6G2s-xvrYGMdLuuqAFOXZ0IflzFh0xxn5OBU3t1ISZhqw6KaKpo29k04jSaCJrLq0oZsa9mCAZc8FTihhBnQp1ksxd1NSsS22dFmG3oMZzwl0HveONtlc7XNATtsHI9fk6kkC3nRsKoqnVNgwrFQaUOvLGJRRtMi4SJfZ790WtppQYhFIVV7CYsJDO9uWbEMujbqOgIbTqgsddB7MCD_eXT6gQMvaFEQBlclPMVqcA6eMfqGiKLMt926isCFM4FjKiln-voCHmEWXxIxXZcUVo-jSwrVe3DBGvHqtc83DLqS0FpNAi3wRluiDBdFSBIYQ0KzzN_r265jPjQinnHh7yVJYhRS8ClZKfe3KLyk2oHneuEuqlK2qWhJWYPOwGnvoiplm4qXVMd17V5rF1UpikIGSgWNkS9FSQyUE5FjvUUzHXGE5ITkZIR8tYxJgtVXPEIjNlfYBWYvOc9XpOBlOkF-grNC7cqLWPUupFjNa74-FXo0RMBLJpFvWtYiCPJn6C3yG7bTNO2u6Tidrue0W13HQO_Usdtquuqg1bG6TtvzPNuZG-hqcXGr2baV5NhuyzId13XbBiJqDrg4qn5ni7_a_A_W9oMu hier klicken], abgerufen am 22.09.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.2.1 A. Materiell - unbeweglich 🏛️ ===&lt;br /&gt;
„Materiell - unbeweglich&amp;quot; bezeichnet ortsfeste Kulturobjekte wie Bauwerke, Ensembles, Gebäudekomplexe und Stätten/Kulturlandschaften, wie sie in Art. 1 der UNESCO-Welterbekonvention als Kategorien des kulturellen Erbes definiert sind.&amp;lt;ref&amp;gt;UNESCO World Heritage Centre o. J.: Convention Concerning the Protection of the World Cultural and Natural Heritage, Artikel 1. URL: https://whc.unesco.org/en/conventiontext/, abgerufen am 01.10.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.2.2 B. Materiell - beweglich 🖼️ ===&lt;br /&gt;
Die Kategorie „Materiell - beweglich&amp;quot; umfasst bewegliche Sachen bzw. Sachgesamtheiten von kulturellem Wert (z. B. Objekte, Sammlungen), wie sie das deutsche Kulturgutschutzgesetz (§ 2 KGSG)&amp;lt;ref&amp;gt;Deutschland 2016: Kulturgutschutzgesetz (KGSG), § 2. URL: https://www.buzer.de/2_KGSG.htm, abgerufen am 01.10.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt; als „Kulturgut“ beschreibt.&lt;br /&gt;
* B1 '''Schriftgut''' - Bücher, Zeitungen, Handschriften, Archivgut, Graphiken, Pläne, Karten&lt;br /&gt;
* B2 '''Fotografien &amp;amp; Bildträger''' &lt;br /&gt;
** Fotografisch erzeugte statische Bildträger, auch Stillbildträger genannt, z. B. Positive/Negative auf Film/Platte/Photopapier, Dias, Abzüge, Mikrofilm/-fiche und vergleichbare fotografische Repro-Träger.&lt;br /&gt;
* B3 '''Analoge AV-Träger''' (Audio/Video/Film)&lt;br /&gt;
** Analoge zeitbasierte Medien, z. B. Magnetton (Tonband, Kassette), Schallplatte, Videobänder, Film.&lt;br /&gt;
* B4 '''3D-Objekte''' - Gegenstände, „sachkulturelle Artefakte“&amp;lt;ref&amp;gt;Sorbisches Institut o. J.: Konzept zum Digitalisierungszentrum am Sorbischen Institut, S. 24.&lt;br /&gt;
(Unveröffentlichtes Konzeptpapier; interne Projektunterlage.)&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.2.3 C. Immateriell 🎭 ===&lt;br /&gt;
Meint lebendige Praktiken, Darstellungen, Ausdrucksformen, Ideen, Werte, Wissen und Fertigkeiten, die von Gemeinschaften getragen und weitergegeben werden, gemäß der folgenden 5 UNESCO ICH-Domänen.&amp;lt;ref&amp;gt;UNESCO o. J.: Intangible Cultural Heritage – Five Domains. URL: https://ich.unesco.org/doc/src/01857-EN.pdf, abgerufen am 01.10.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* C1 '''Orale Traditionen/Ausdrucksformen''' - Sprache, Gesangstraditionen&lt;br /&gt;
* C2 '''Darstellende Künste''' - Musik, Tanz, Theater&lt;br /&gt;
* C3 '''Rituale &amp;amp; Feste''' - Bräuche und soziale Praktiken des Kalenders und Lebenslaufs&lt;br /&gt;
* C4 '''Wissen &amp;amp; Praktiken''' zu Natur &amp;amp; Universum - Heil- und Sammelkenntnisse, ökologisches und astronomisches Wissen, Glaube, Religion&lt;br /&gt;
* C5 '''Traditionelles Handwerk''' - Techniken, Werkzeuge und Gestaltungsmuster&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.2.4 D. Digital 💾 ===&lt;br /&gt;
Bezeichnet in digitaler Form vorliegende Ressourcen menschlichen Wissens und Ausdrucks. Diese können sowohl born-digital sein als auch digitalisierte Repräsentationen von materiellen und immateriellen Kulturgütern.&amp;lt;ref&amp;gt;UNESCO 2003: Charter on the Preservation of Digital Heritage. URL: https://www.unesco.org/en/legal-affairs/charter-preservation-digital-heritage, abgerufen am 01.10.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* D1 '''Born-digital''' (ursprünglich digital erzeugt, kein analoges Original), z. B. Webseiten, Social-Media-Beiträge, Software, Apps, Spiele, digitale Fotos/Audio/Video.&lt;br /&gt;
* D2 '''Digitalisate''' - Digitalisierte Repräsentationen/Derivate aus den Klassen A, B und C.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== 2.3 Begriffe und Kernfunktionen ==&lt;br /&gt;
Die vorherigen Abschnitte haben geklärt, was unter Kulturerbe verstanden wird und welche Arten von Kulturgütern unterschieden werden. Bevor der nachfolgende Abschnitt den Prozess der Kulturerbe-Digitalisierung beschreibt, werden in diesem Abschnitt die dafür wichtigsten Arbeitsbegriffe und Funktionen erläutert. Der Abschnitt soll dabei die Frage beantworten: Welche Arbeitsabläufe und Funktionen sind notwendig, damit Kulturgüter nicht nur digital erfasst, sondern auch gefunden, verstanden, gesichert und genutzt werden können?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Erläuterungen sollen eine gemeinsame und leicht verständliche Grundlage schaffen für alle, die an der Digitalisierung von Kulturerbe interessiert sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.3.1 Vom Kulturgut zur digitalen Repräsentation ===&lt;br /&gt;
Dieser Abschnitt erklärt, was bei einer Digitalisierung entsteht und wie sich das digitale Ergebnis vom ursprünglichen Kulturgut unterscheidet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
! Begriff&lt;br /&gt;
! Erklärung&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Digitalisierung von Kulturerbe'''&lt;br /&gt;
| Digitalisierung bezeichnet in diesem Konzept den gesamten zusammenhängenden Prozess: Kulturgüter erfassen, beschreiben und bewerten, digitale Repräsentationen erzeugen oder übernehmen, ihre Qualität prüfen, sie sichern und für die Nutzung zugänglich machen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;DFG2016&amp;quot;&amp;gt;Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) 2016: Praxisregeln „Digitalisierung“, insbesondere S. 13 und 41-44. URL: https://www.dfg.de/resource/blob/176108/898bf3574ad0ff3b1db525fa7d04c86c/12-151-v1216-de-data.pdf, abgerufen am 16.07.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Bei ursprünglich digital entstandenen Kulturgütern – auch ''born digital'' genannt – entfällt die Überführung aus einem analogen Original; die weiteren Aufgaben bleiben bestehen.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Digitalisat und digitale Repräsentation'''&lt;br /&gt;
| Ein '''Digitalisat''' ist ein digitales Abbild eines analogen Kulturguts, beispielsweise ein Scan einer Handschrift oder ein Foto eines Museumsobjekts. Der weitere Begriff '''digitale Repräsentation''' umfasst auch Audio-, Video- oder 3D-Dokumentationen einer immateriellen kulturellen Praxis. Die digitale Repräsentation ersetzt weder das materielle Kulturgut noch die lebendige Praxis.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Masterdatei und Nutzungsderivat'''&lt;br /&gt;
| Die '''Masterdatei''' ist die möglichst hochwertige und qualitätsgeprüfte Ausgangsdatei. Sie wird für die langfristige Sicherung und spätere Bearbeitungen aufbewahrt. Ein '''Nutzungsderivat''' ist eine daraus erzeugte, an einen bestimmten Zweck angepasste Datei, beispielsweise ein kleineres Bild für eine Internetseite.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Digitales Objekt'''&lt;br /&gt;
| Als '''digitales Objekt''' wird in diesem Konzept eine zusammengehörige digitale Einheit bezeichnet. Sie kann aus einer oder mehreren Dateien, den zugehörigen Metadaten und ihren Verknüpfungen bestehen. Ein digitales Objekt kann ein Digitalisat oder ein ursprünglich digital entstandenes Kulturgut sein.&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
''Beispiel:'' Das verzierte sorbische Osterei bleibt das materielle Kulturgut. Hochauflösende Fotografien, ein 3D-Modell und die dazugehörigen Beschreibungen bilden gemeinsam seine digitale Repräsentation.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.3.2 Vier Kernfunktionen ===&lt;br /&gt;
Als '''Kernfunktionen der Kulturerbe-Digitalisierung''' werden im Folgenden vier dauerhaft zu erfüllende Aufgabenbereiche bezeichnet. Sie beschreiben, was für eine nachhaltige Digitalisierung von Kulturerbe geleistet werden muss, unabhängig davon, welche Institution oder welches technische System die jeweilige Funktion übernimmt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
! Kernfunktion&lt;br /&gt;
! Typische organisatorisch-technische Umsetzung&lt;br /&gt;
! Hauptaufgabe&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Nachweisen, beschreiben und verknüpfen'''&lt;br /&gt;
| Register oder Katalog&lt;br /&gt;
| Macht sichtbar, welche Kulturgüter vorhanden sind, wo sie sich befinden und in welchem Zusammenhang sie stehen. Ein Registereintrag kann bereits bestehen, bevor ein Digitalisat angefertigt wurde. &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Digitalisieren und Qualität sichern'''&lt;br /&gt;
| Digitalisierungszentrum oder Digitalisierungsdienst&lt;br /&gt;
| Erzeugt bzw. übernimmt digitale Repräsentationen, prüft sie und bereitet Dateien und Metadaten für die weitere Verarbeitung vor. Geliefert werden bspw. geprüfte Masterdateien und Nutzungsderivate. &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Langfristig erhalten'''&lt;br /&gt;
| Repositorium oder digitales Langzeitarchiv&lt;br /&gt;
| Übernimmt Dateien und Metadaten, speichert und verwaltet sie und erhält sie über technische und organisatorische Veränderungen hinweg dauerhaft nutzbar.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Zugänglich machen und Nutzung ermöglichen'''&lt;br /&gt;
| Präsentations- und Nutzungssystem&lt;br /&gt;
| Führt beschreibende Informationen und digitale Medien für Nutzerinnen und Nutzer zusammen. Es ermöglicht beispielsweise Suche, Anzeige, Kontextualisierung, Vermittlung und – soweit zulässig – Nachnutzung. &lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese '''Kernfunktionen''' beschreiben zunächst nicht zwingend getrennte Institutionen oder Systeme. Eine Einrichtung kann mehrere Kernfunktionen übernehmen. Umgekehrt kann eine Kernfunktion auf mehrere Einrichtungen oder technische Systeme verteilt sein. Entscheidend sind klare Zuständigkeiten, verlässliche Übergaben und gemeinsame Standards.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vereinfacht lässt sich das Zusammenspiel so zusammenfassen:&lt;br /&gt;
# Das '''Register oder der Katalog''' beschreibt und verknüpft das Kulturgut.&lt;br /&gt;
# Der '''Digitalisierungsdienst''' erzeugt und prüft seine digitale Repräsentation.&lt;br /&gt;
# Das '''Repositorium oder digitale Archiv''' übernimmt und erhält die Dateien.&lt;br /&gt;
# Das '''Präsentationssystem''' führt Beschreibungen und Medien für die Nutzung zusammen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die konkrete Ausgestaltung kann zentral, dezentral oder als Verbund mehrerer Systeme erfolgen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.3.3 Register ===&lt;br /&gt;
Die folgende Tabelle erklärt, wie Kulturgüter so erfasst, beschrieben und verknüpft werden, dass sie eindeutig zugeordnet, wiedergefunden und nach einheitlichen Regeln weiterverarbeitet werden können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
! Begriff&lt;br /&gt;
! Erklärung&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Erschließung, Verzeichnung und Registrierung'''&lt;br /&gt;
| '''Erschließung''' ist der übergeordnete Vorgang, bei dem ein Kulturgut identifiziert, beschrieben und in seinen Zusammenhang eingeordnet wird. '''Verzeichnung''' bezeichnet seine strukturierte dokumentarische Beschreibung. '''Registrierung''' bedeutet die Aufnahme in ein konkretes Register, einen Katalog oder ein Sammlungssystem. Ein Kulturgut kann bereits registriert werden, bevor ein Digitalisat vorhanden ist.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Metadaten'''&lt;br /&gt;
| Metadaten sind strukturierte Informationen über ein Kulturgut und seine digitalen Repräsentationen. Dazu gehören beispielsweise Titel, Herkunft, beteiligte Personen, Ort, Zeit, kultureller Kontext, Rechte, Dateieigenschaften und Bearbeitungsschritte. Je nach Zweck werden beschreibende, technische, rechtliche und erhaltungsbezogene Metadaten unterschieden. Sie machen Kulturgüter auffindbar, verständlich, verwaltbar und langfristig nutzbar.&amp;lt;ref name=&amp;quot;PREMIS&amp;quot;&amp;gt;Library of Congress o. J.: PREMIS – Preservation Metadata: Implementation Strategies. Internationaler Standard für Erhaltungsmetadaten. URL: https://www.loc.gov/standards/premis/, abgerufen am 16.07.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Persistenter Identifikator'''&lt;br /&gt;
| Ein '''persistenter Identifikator''' ist eine dauerhafte und eindeutige Kennung für ein Kulturgut, einen Datensatz oder eine digitale Ressource. Die Kennung bleibt bestehen, auch wenn sich der technische Speicherort oder die Internetadresse ändern. Dadurch können Kulturgüter dauerhaft zitiert und zwischen Systemen verknüpft werden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;DFG2016&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Metadaten sind keine bloße Beigabe zu einer Datei. Ohne ausreichende Beschreibungen kann ein Digitalisat zwar technisch vorhanden sein, später aber kaum gefunden, verstanden oder zuverlässig zugeordnet werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.3.4 Digitalisierungsdienst und Archiv ===&lt;br /&gt;
Die folgende Tabelle erklärt was erforderlich ist, damit Kulturgüter digitalisiert werden und nicht nur heute gespeichert sind, sondern auch nach technischen und organisatorischen Veränderungen noch gefunden, verstanden und genutzt werden können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
! Begriff&lt;br /&gt;
! Erklärung&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Repositorium'''&lt;br /&gt;
| Ein '''Repositorium''', auch ''Repository'' genannt, ist eine verwaltete technische Umgebung, in der digitale Objekte und ihre Metadaten übernommen, gespeichert, geordnet, verwaltet und bereitgestellt werden. Ein Repositorium kann Teil eines digitalen Archivs sein. Nicht jedes Repositorium erfüllt jedoch automatisch alle Anforderungen der Langzeiterhaltung.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Digitales Archiv oder digitales Langzeitarchiv'''&lt;br /&gt;
| Ein digitales Archiv ist mehr als ein Server oder ein Speicherprogramm. Es verbindet eine verantwortliche Organisation, fachkundiges Personal, Regeln, Arbeitsabläufe und technische Systeme. Es übernimmt die Verantwortung dafür, digitale Informationen langfristig zu erhalten und für festgelegte Nutzergruppen zugänglich zu machen. Das internationale Referenzmodell '''Open Archival Information System''' (OAIS, offenes Archiv-Informationssystem) bietet hierfür einen fachlichen Rahmen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;OAIS2024&amp;quot;&amp;gt;Consultative Committee for Space Data Systems (CCSDS) 2024: Reference Model for an Open Archival Information System (OAIS), CCSDS 650.0-M-3, insbesondere S. 1-1–1-2 und 2-1–2-2. URL: https://ccsds.org/Pubs/650x0m3.pdf, abgerufen am 16.07.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Ingest oder kontrollierte Übernahme'''&lt;br /&gt;
| '''Ingest''' bezeichnet die kontrollierte Übernahme digitaler Dateien und Metadaten in ein Repositorium oder digitales Archiv. Dabei werden beispielsweise Vollständigkeit, Dateiformate, Metadaten und Dateiintegrität geprüft und die Übernahme dokumentiert.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Langzeitverfügbarkeit und digitale Langzeiterhaltung'''&lt;br /&gt;
| '''Langzeitverfügbarkeit''' ist das Ziel, digitale Inhalte über technische und organisatorische Veränderungen hinweg auffindbar, lesbar, verständlich und nutzbar zu halten. '''Digitale Langzeiterhaltung''' bezeichnet die dafür notwendigen fortlaufenden Maßnahmen. Dazu können mehrere Speicherorte, regelmäßige Prüfungen, Formatüberwachung, technische Migrationen und eine nachvollziehbare Dokumentation gehören. „Langfristig“ bezeichnet dabei keine feste Zahl von Jahren, sondern einen Zeitraum, in dem mit veränderten Technologien, Formaten und Nutzungsanforderungen gerechnet werden muss.&amp;lt;ref name=&amp;quot;OAIS2024&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Datensicherung oder Backup'''&lt;br /&gt;
| Ein '''Backup''' ist eine zusätzliche Sicherungskopie, aus der Dateien nach einem Verlust oder technischen Ausfall wiederhergestellt werden können. Backups sind notwendig, ersetzen aber keine Langzeiterhaltung: Sie regeln allein noch keine dauerhaften Zuständigkeiten, Metadaten, Formatüberwachung, Integritätsprüfungen oder langfristige Zugänglichkeit.&amp;lt;ref name=&amp;quot;DPCStorage&amp;quot;&amp;gt;Digital Preservation Coalition o. J.: Digital Preservation Handbook – Storage. URL: https://www.dpconline.org/handbook/organisational-activities/storage, abgerufen am 16.07.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Integrität und Authentizität'''&lt;br /&gt;
| '''Integrität''' bedeutet, dass unbeabsichtigte Veränderungen oder Beschädigungen einer Datei erkannt werden können. Dafür werden häufig Prüfsummen verwendet - digitale Kontrollwerte, die regelmäßig verglichen werden. '''Authentizität''' bedeutet, dass Herkunft, Identität und Bearbeitungsgeschichte eines digitalen Objekts nachvollziehbar sind und belegt werden kann, dass es das ist, was es zu sein vorgibt.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Dateiformat und Datenformat'''&lt;br /&gt;
| Ein '''Dateiformat''' legt den technischen Aufbau einer einzelnen Datei fest. Ein '''Datenformat''' beschreibt, wie Informationen strukturiert und zwischen Systemen ausgetauscht werden. Gut dokumentierte, verbreitete und möglichst offen beschriebene Formate erleichtern den Austausch und die langfristige Nutzung. Sie ersetzen jedoch keine aktive Langzeiterhaltung.&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Merksatz:''' Speichern ist nicht dasselbe wie langfristiges Erhalten. Auch ein vorhandenes Backup ist noch kein digitales Langzeitarchiv.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.3.5 Präsentationssystem ===&lt;br /&gt;
Die folgende Tabelle erklärt, wie aus langfristig gesicherten Dateien ein digitales Kulturerbe wird, das von Menschen gefunden, verstanden und sinnvoll genutzt werden kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
! Begriff&lt;br /&gt;
! Erklärung&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Zugänglichmachung und Präsentation'''&lt;br /&gt;
| '''Zugänglichmachung''' bedeutet, dass digitale Objekte auffindbar und im rechtlich sowie technisch zulässigen Umfang abrufbar sind. '''Präsentation''' geht darüber hinaus: Inhalte werden ausgewählt, miteinander verknüpft, erklärt und für bestimmte Zielgruppen vermittelt. Dazu gehören verständliche Kontextinformationen, klare Rechteangaben, Mehrsprachigkeit und möglichst barrierearme Zugänge. Abhängig von Rechten, personenbezogenen Daten oder kulturellen Schutzbedarfen kann der Zugang offen oder eingeschränkt sein.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Nutzung und Nachnutzung'''&lt;br /&gt;
| '''Nutzung''' umfasst beispielsweise das Betrachten, Lesen, Anhören, Erforschen oder Vermitteln eines digitalen Kulturguts. '''Nachnutzung''' bedeutet seine weitere Verwendung in einem neuen Zusammenhang, etwa in Bildung, Forschung, Publikationen, Ausstellungen, Anwendungen oder kreativen Werken. Dafür werden geeignete Dateien, verständliche Metadaten und klare Rechteinformationen benötigt.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Rechteinformation und Lizenz'''&lt;br /&gt;
| Eine '''Rechteinformation''' beschreibt den rechtlichen Status eines digitalen Objekts und mögliche Einschränkungen seiner Nutzung. Eine '''Lizenz''' räumt durch eine dazu berechtigte Person oder Institution konkrete Nutzungsrechte ein. Ein allgemeiner Rechtehinweis ist daher nicht automatisch eine Lizenz.&amp;lt;ref name=&amp;quot;RightsReuse&amp;quot;&amp;gt;RightsStatements.org o. J.: Standardisierte Rechtehinweise für online verfügbares Kulturerbe. URL: https://rightsstatements.org/de/, abgerufen am 16.07.2026. Creative Commons 2025: Recommended Licenses and Tools for Cultural Heritage Content. URL: https://creativecommons.org/2025/07/09/recommended-licenses-and-tools-for-cultural-heritage-content/, abgerufen am 16.07.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Interoperabilität'''&lt;br /&gt;
| '''Interoperabilität''' bezeichnet die Fähigkeit von Systemen und Organisationen, Daten auszutauschen und in gleicher Bedeutung zu verstehen. Dafür werden gemeinsame Metadatenmodelle, Begriffe, Identifikatoren und technische Schnittstellen benötigt. So können beispielsweise Register, Repositorien, Präsentationsportale und externe Kulturplattformen miteinander verbunden werden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;EuropeanaEDM&amp;quot;&amp;gt;Europeana o. J.: Metadata – Europeana Data Model (EDM, Europeana-Datenmodell). URL: https://pro.europeana.eu/page/metadata, abgerufen am 16.07.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Digitalisierte Inhalte entfalten ihren kulturellen und gesellschaftlichen Nutzen erst dann vollständig, wenn sie auffindbar, verständlich, rechtlich klar und für unterschiedliche Zielgruppen tatsächlich verwendbar sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der folgende Abschnitt 2.4 beschreibt, wie diese Kernfunktionen innerhalb des gesamten Prozesses der Kulturerbe-Digitalisierung zusammenwirken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== 2.4 Prozess der Digitalisierung von Kulturerbe ==&lt;br /&gt;
Die Digitalisierung von Kulturgut ist kein rein technischer Arbeitsschritt, sondern ein vielschichtiger, oft langfristiger Prozess, der bereits mit der Wahrnehmung und Identifikation einer kulturellen Ausdrucksform beginnt. Ziel dieses Abschnitts ist es, diesen Gesamtprozess systematisch darzustellen: von der gelebten Kultur über das identifizierte Kulturgut bis hin zur digital nutzbaren Repräsentation.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die hier entwickelte Prozessdarstellung soll als praxisorientierter Überblick dienen für die Digitalisierung des sorbischen Kulturerbes. Sie berücksichtigt die Anforderungen sorbischer Einrichtungen ebenso wie die international etablierten Referenzmodelle und Standards, darunter:&lt;br /&gt;
* das OAIS-Referenzmodell (ISO 14721) für digitale Archivierung&amp;lt;ref&amp;gt;Consultative Committee for Space Data Systems (CCSDS) 2024: Reference Model for an Open Archival Information System (OAIS), CCSDS 650.0-M-3. URL: https://ccsds.org/Pubs/650x0m3.pdf, abgerufen am 01.10.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
* das DCC Curation Lifecycle Model für kuratorische Entscheidungsprozesse&amp;lt;ref&amp;gt;Higgins 2008: The DCC Curation Lifecycle Model. International Journal of Digital Curation, 3(1), 134-140. URL: https://ijdc.net/index.php/ijdc/article/view/48, abgerufen am 01.10.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
* das Spectrum-Modell für museale Objektverwaltung&amp;lt;ref&amp;gt;Collections Trust 2022. Spectrum 5.1 - The UK Museum Collections Management Standard. URL: https://collectionstrust.org.uk/spectrum/spectrum-5, abgerufen am 01.10.2025. &amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
* die UNESCO-Leitlinien zur Inventarisierung immateriellen Kulturerbes&amp;lt;ref&amp;gt;UNESCO 2024: Operational Directives for the Implementation of the Convention for the Safeguarding of the Intangible Cultural Heritage (10.GA). URL: https://ich.unesco.org/doc/src/ICH-Operational_Directives-10.GA_EN.pdf, abgerufen am 01.10.2025. &amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
* sowie technische Vorgaben wie die DFG-Praxisregeln Digitalisierung&amp;lt;ref&amp;gt;Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) 2022: Praxisregeln Digitalisierung (aktualisierte Fassung). URL: https://www.ulb.hhu.de/fileadmin/redaktion/ULB/Documents/Infomaterial/DFG_Praxisregeln_Digitalisierung_Aktualisierte_Fassung2022.pdf, abgerufen am 01.10.2025. &amp;lt;/ref&amp;gt; und die FADGI-Richtlinien&amp;lt;ref&amp;gt;Federal Agencies Digital Guidelines Initiative (FADGI) 2023: Technical Guidelines for Digitizing Cultural Heritage Materials – Still Image, 3rd ed. URL: https://www.digitizationguidelines.gov/guidelines/digitize-technical.html, abgerufen am 01.10.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Folge soll der „Lebenslauf“ eines Kulturguts dargestellt werden, also der Weg, den ein Objekt oder eine kulturelle Praxis vom Zeitpunkt der Entstehung über die Erfassung, Digitalisierung und Archivierung bis zur Veröffentlichung in einem digitalen Präsentationsmodul durchläuft.&lt;br /&gt;
Hierfür erläutert der folgende Abschnitt die einzelnen Prozessschritte im Detail, jeweils mit Akteuren und Beispielen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.4.1 Vorüberlegungen zum Prozess ===&lt;br /&gt;
Im hier vorgestellten Prozess wird auf eine harte, systematische Filterung verzichtet, welche kulturellen Ausdrucksformen „nur“ Kultur und welche bereits Kulturgut sind. Ein solcher Bewertungs- und Abgrenzungsprozess wäre ressourcenintensiv und würde den vorhandenen Kapazitäten in den beteiligten Einrichtungen nicht entsprechen. Stattdessen folgt das Konzept einer inklusiven Logik: Alle dokumentierten Ausdrucksformen werden zunächst als potenzielle Kulturgüter erfasst. Eine feinere Auswahl und Priorisierung erfolgen erst in einem späteren Schritt, nämlich dann, wenn konkret entschieden wird, welche Ausdrucksformen bzw. Kulturgüter in welcher Tiefe digitalisiert, archiviert und präsentiert werden sollen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieses Vorgehen schließt an das SKR-Konzept an, das bewusst auf eine frühe normative Trennung zwischen „kultureller Ausdrucksform“ und „Kulturgut“ verzichtet. Auch hier steht zunächst der möglichst vollständige, strukturierte Überblick über die sorbischen Kulturgüter im Vordergrund. Die differenzierte Bewertung und Schwerpunktsetzung werden als anschließende fachliche Aufgabe verstanden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.4.2 Prozessschritte im Detail ===&lt;br /&gt;
Das folgende Diagramm gibt einen Überblick über die sechs Kernschritte des Gesamtprozesses der Digitalisierung von Kulturgut – von der ersten Wahrnehmung einer kulturellen Ausdrucksform bis zu ihrer digitalen Präsentation als Kulturgut. Die Abfolge zeigt zugleich die Entwicklungsstufen: von gelebter Kultur zur kulturellen Ausdrucksform, von dort zum Kulturgut und schließlich zum digitalen Kulturgut. Die Schritte sind als generischer Ablauf zu verstehen: Je nach Art des Kulturguts können einzelne Tätigkeiten unterschiedlich aufwendig sein oder parallel erfolgen.&lt;br /&gt;
[[Dataja:Wobraz_K3.png|center|600px]]&amp;lt;ref&amp;gt;Mermaid Flowchart Code: [https://mermaid.live/edit#pako:eNplkk1OwzAQha8yGqmbkloxSZs2CyTa8LOphIAVhIVJpolF4iDH4a_qbXqTXgzHFdAKr2y97703lmaNWZMTxriqmvesFNrAfZIqgPPHFIdDzuBO1DVVajhM8QlGozOYO-WUwS0VsjVakqa93Pvmjlk4JmAwp3fS5kCHwQAWjkkcE_Y5WWkIXqrd9jBpT138UIkspBGVbI_7-rwLR146csLgRryQ-U8lMGLwTG1WapLPpHKCZQLMOY9ch7m2VxiSpOAEjJ1TSev_M_bkvv3KtY8ZnOuslG_H9VcOuf4dUO-2LamjGdHDQsscY6M78rAmXYv-ies-IEVTUk0pxvaa00p0lUkxVRtrexXqoWnqH6duuqLEeCWq1r6619zOn0hRaPGH9J_Xi6ZTBuOxS8B4jR8YhxGLeDThkR-EM37KuYefFmHTaOz7fOZHQTidBMHGwy9X6VslnNnDw4jPuB8GHlIuTaOX-7Vy27X5Bh_Osqo hier klicken], abgerufen am 22.09.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Prozess zeigt, dass Digitalisierung von Kulturgut mehr ist als das Erstellen digitaler Dateien. Sie umfasst eine Reihe aufeinander bezogener Schritte – von der ersten Wahrnehmung einer kulturellen Ausdrucksform über ihre Erfassung, Bewertung und Digitalisierung bis hin zur langfristigen Sicherung und Präsentation. Dabei sind je nach Schritt unterschiedliche Akteure beteiligt, etwa Gemeinschaften, Museen, Archive, Fachgremien, Digitalisierungsstellen oder IT. Die folgenden Beschreibungen erläutern diese Schritte so, dass nachvollziehbar wird, was jeweils mit einem Kulturgut geschieht, wer daran beteiligt ist und wie sich der Ablauf in der Praxis vorstellen lässt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''1. Sammeln &amp;amp; erfassen''' &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Hier wird eine kulturelle Ausdrucksform erstmals wahrgenommen, benannt und mit ersten Informationen erfasst: Was ist es, wer macht es oder hat es geschaffen, wo kommt es vor, warum ist es bedeutsam für die Gemeinschaft? &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Akteure''': Community, Vereine, Museen, Archive, Forschende, Privatpersonen.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Beispiel''': Auf einem Dorffest zeigt eine Frau das Verzieren sorbischer Ostereier. Jemand fotografiert dies und notiert Technik, Ort und Namen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''2. Registrieren &amp;amp; beschreiben''' &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Hier wird aus der ersten Beobachtung ein strukturierter Nachweis. Das Kulturgut oder die kulturelle Ausdrucksform wird in ein Register, eine Sammlung oder einen Katalog aufgenommen und mit strukturierten Metadaten beschrieben, damit es wiedergefunden, zugeordnet und verstanden werden kann. Dazu gehören z. B. Titel, Ort, Zeit, Technik, Funktion, beteiligte Personen und der kulturelle Kontext.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Akteure''': Registerverantwortliche, Kurator:innen, Sammlungsmitarbeitende, Community für Kontextinformationen.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Beispiel''': Das Osterei erhält einen Eintrag mit Angaben wie „Wachsbatik“, „Schleife“, „Osterei-Verzierung“, Name der Trägerin und Entstehungsjahr.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''3. Bewerten &amp;amp; freigeben''' &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
In diesem Schritt wird entschieden, ob und in welcher Priorität ein Kulturgut oder die kulturelle Ausdrucksform digitalisiert werden soll und ob dies rechtlich und ethisch möglich ist. Dabei spielen fachliche Kriterien wie Bedeutung, Repräsentativität, Seltenheit oder Gefährdung eine Rolle, aber auch Fragen des Urheberrechts, Datenschutzes und möglicher kultureller Sensibilitäten. Am Ende steht eine begründete Entscheidung, ob und in welchem Umfang das Kulturgut weiterbearbeitet und später veröffentlicht werden darf. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Akteure''': Kurator:innen, Fachgremien, Community-Vertretungen, Register/SKR, ggf. Rechteverantwortliche und Behörden. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Beispiel''': Es wird entschieden, dass die Osterei-Technik wegen ihrer Bedeutung für die sorbische Identität digital gesichert werden soll; die Kunsthandwerkerin stimmt der Veröffentlichung zu.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''4. Digitalisieren &amp;amp; prüfen''' &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Nun wird das Kulturgut technisch erfasst, also in eine digitale Form überführt. Das kann je nach Objektart durch Scan, Fotografie, Audio- oder Videoaufnahme oder 3D-Erfassung geschehen. Dabei entstehen hochwertige Master-Dateien und nutzbare Derivate. Die Digitalisierung folgt qualifizierten Standards, um Reproduzierbarkeit, Farbkonsistenz und Nutzbarkeit zu gewährleisten. Anschließend wird geprüft, ob Schärfe, Farbe, Vollständigkeit und Dateiformate den Anforderungen für Archivierung und Nutzung entsprechen. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Akteure''': Digitalisierungszentrum, Foto-/AV-/3D-Spezialist:innen, externe Dienstleister bei Spezialfällen. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Beispiel''': Das Osterei wird fotografisch hochauflösend aufgenommen und zusätzlich als 3D-Modell erfasst. Danach werden Schärfe, Farbe und Dateiformate geprüft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''5. Archivieren &amp;amp; sichern''' &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die entstandenen digitalen Dateien werden geordnet abgelegt, mit den zugehörigen Metadaten verknüpft und für die langfristige Erhaltung gesichert. Dazu gehören sichere Speicherorte, Backups, Integritätskontrollen und – wenn nötig – spätere technische Migration auf neue Systeme. Ziel ist, dass das digitale Kulturgut langfristig erhalten bleibt, auch wenn sich Technik und Formate verändern. Das Original bleibt in der Regel weiterhin am Sammlungs- oder Aufbewahrungsort. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Akteure''': Archiv, Repository, IT-Betrieb, ggf. Sorbisches Kulturarchiv bzw. Digitalisierungszentrum. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Beispiel''': Die Bilder und das 3D-Modell des Ostereis werden auf gesicherten Servern gespeichert; das Original bleibt im Museum oder bei der Eigentümerin.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''6. Präsentieren &amp;amp; nutzen''' &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Im letzten Schritt werden die digitalen Objekte so bereitgestellt, dass sie gefunden, verstanden und genutzt werden können, z. B. in Portalen, digitalen Sammlungen oder virtuellen Ausstellungen. Dafür reicht es nicht, nur Dateien anzuzeigen: Es braucht auch verständliche Kontexte, Rechteangaben, Mehrsprachigkeit und möglichst barrierearme Zugänge. So wird aus der technischen Digitalisierung eine tatsächliche kulturelle Nutzung. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Akteure''': Kurator:innen, Vermittlung, Web/IT, Museen, Kulturinformationen, Community. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Beispiel''': Das Osterei erscheint in einer Online-Ausstellung, kann herangezoomt oder als 3D-Modell gedreht werden und wird mit einem kurzen Text zur Technik erklärt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.4.3 Organisatorische Perspektive ===&lt;br /&gt;
Die folgende Abbildung ist entnommen aus einem Poster des Sorbischen Instituts zu dessen Digitalisierungsstrategie, gefunden auf der Projektseite des Digitalisierungszentrums.&amp;lt;ref&amp;gt;Sorbisches Institut: Digitalisierungszentrum (DZ). URL: [https://www.serbski-institut.de/projekte-zentrale-vorhaben/digitalisierungszentrum-dz/ https://www.serbski-institut.de/projekte-zentrale-vorhaben/digitalisierungszentrum-dz/], abgerufen am 25.03.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Digitalisierungsstrategie des Sorbischen Instituts zeigt die Erfassung, Registrierung, Digitalisierung und Archivierung bis zur Präsentation von Kulturgütern aus '''organisatorischer Sicht'''. Sie basiert auf einem '''3-Säulen-Modell aus Kulturregister, Digitalisierungszentrum und Präsentationsumgebung'''. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Dataja:Wobraz_K4.png|mini||center|600px|Abbildung: 3-Säulen-Modell der Digitalisierungsstrategie des Sorbischen Instituts. Quelle: Sorbisches Institut, „Digitalizacija serbskich kulturnych datow / Digitalisierung der sorbischen/wendischen Kulturdaten“&amp;lt;ref&amp;gt;Sorbisches Institut 2025: Digitalizacija serbskich kulturnych datow / Digitalisierung der sorbischen/wendischen Kulturdaten (Poster). URL:  [https://www.serbski-institut.de/wp-content/uploads/2021/11/A0-Druck_Digitalisierungsstrategie-SI.pdf  https://www.serbski-institut.de/wp-content/uploads/2021/11/A0-Druck_Digitalisierungsstrategie-SI.pdf], abgerufen am 25.03.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Beide Sichtweisen - die fachliche &amp;quot;Prozess-Sicht&amp;quot; und die &amp;quot;organisatorische Sicht&amp;quot; lassen sich wie folgt in einer Darstellung zusammenfassen:&lt;br /&gt;
[[Dataja:Wobraz_K5.jpg|mini||center|600px|Abbildung: Zusammengefasste Sichtweisen auf die Digitalisierung von Kulturerbe.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der &amp;quot;Prozess der Digitalisierung von Kulturerbe&amp;quot; beschreibt, '''was''' mit einem Kulturgut geschieht; das 3-Säulen-Modell zeigt, '''wo''' diese Aufgaben organisatorisch verortet sind. Bezogen auf die oben beschriebenen [[#2.3.2 Prozessschritte im Detail|Prozessschritte der Digitalisierung von Kulturerbe]] steht das '''Sorbische Kulturregister''' für den Prozessschritt „'''2. Registrieren'''“ und dient dabei vor allem der Verzeichnung und Metadatenverwaltung. Das '''Digitalisierungszentrum''' steht für die Prozessschritte „'''4. Digitalisieren'''“ und „'''5. Archivieren'''“ und dient dabei der technischen Erfassung, Bearbeitung und Sicherung der Digitalisate. Die '''Präsentationsumgebung''' steht für den Schritt „'''6. Präsentieren'''“ und dient der öffentlichen oder kuratierten Bereitstellung zur Nutzung. Ergänzende Konzepte des SI machen dabei deutlich, dass die Digitalisierung im Regelfall eine vorherige Verzeichnung im Register voraussetzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
! Prozessschritt&lt;br /&gt;
! Verantwortliche Organisation&lt;br /&gt;
! Funktion im Gesamtsystem&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''2. Registrieren'''&lt;br /&gt;
| '''Sorbisches Kulturregister'''&lt;br /&gt;
| Kulturgüter werden als Entitäten nachgewiesen, beschrieben, mit Metadaten versehen und miteinander verknüpft. Das Register erfüllt damit eine katalogähnliche Funktion: Es macht sichtbar, welche Kulturgüter es gibt, wo sie sich befinden und in welchem Kontext sie stehen.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''4. Digitalisieren'''&lt;br /&gt;
| '''Digitalisierungszentrum'''&lt;br /&gt;
| Kulturgüter werden technisch erfasst, z. B. durch Scan, Fotografie, Audio-/Videoübertragung oder 3D-Erfassung. Das Digitalisierungszentrum erzeugt und prüft die Digitalisate, ist aber nicht selbst primär ein Präsentationssystem.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''5. Archivieren'''&lt;br /&gt;
| '''Digitalisierungszentrum / Repositorium / Archiv'''&lt;br /&gt;
| Die digitalen Dateien werden geordnet gespeichert, mit Metadaten verbunden und langfristig gesichert. Dazu gehört auch die Sicherstellung der Langzeitaufbewahrung, etwa durch geeignete Speicherorte, Prüfroutinen und spätere Migrationen.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''6. Präsentieren'''&lt;br /&gt;
| '''Sorabicon / weitere Präsentationsumgebungen'''&lt;br /&gt;
| Die digitalen Inhalte werden für Nutzer:innen sichtbar, erfahrbar und verständlich gemacht, z. B. in Portalen, digitalen Sammlungen oder virtuellen Ausstellungen. Die Präsentation greift dafür auf Metadaten aus dem Register und auf Digitalisate aus dem Repositorium bzw. dem Digitalisierungszentrum zurück.&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Schritt '''1. Sammeln''' liegt vor diesen drei Säulen. Er betrifft die Sammlungsorte selbst, also z. B. Museen, Archive, Heimatstuben, Vereine, Projekte, Gemeinden oder Privatpersonen. Dort entstehen oder befinden sich die Kulturgüter zunächst, bevor sie systematisch registriert, bewertet oder digitalisiert werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Schritt '''3. Bewerten''' ist ebenfalls keine eigene technische Säule, sondern ein steuernder Entscheidungsschritt. In ihm wird geklärt, welche Kulturgüter priorisiert digitalisiert werden, welche fachliche Bedeutung sie haben, welche Rechte zu beachten sind und ob eine öffentliche Präsentation möglich ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Damit wird deutlich: Register, Digitalisierungszentrum und Präsentation erfüllen unterschiedliche Aufgaben. Das '''Register''' beschreibt und verknüpft Kulturgüter, das '''Digitalisierungszentrum''' erzeugt und sichert Digitalisate und die '''Präsentationsumgebung''' macht ausgewählte Inhalte verständlich zugänglich. Gerade diese Trennung schafft klare Zuständigkeiten und erleichtert die Zusammenarbeit zwischen Sammlungsorten, Fachstellen, technischen Dienstleistern und Öffentlichkeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== 2.5 Beispiele anderer Kulturen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Digitalisierung des Kulturerbes kleiner, autochthoner, indigener und sprachlicher Gemeinschaften weist häufig vergleichbare Herausforderungen auf: Kulturgüter und Bestände sind auf viele Institutionen, Vereine, lokale Einrichtungen und private Träger verteilt. Personelle und finanzielle Ressourcen sind begrenzt, mehrere Sprachen und Beschreibungstraditionen müssen berücksichtigt werden und nicht alle kulturellen Inhalte dürfen oder sollen ohne Einschränkung öffentlich zugänglich gemacht werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In einer vergleichenden Recherche wurde daher untersucht, wie andere Gemeinschaften und Regionen ihr Kulturerbe erfassen, beschreiben, digitalisieren, langfristig sichern und zur Nutzung bereitstellen. Dabei wurde nicht nach einer universell „idealen“ technischen Lösung gesucht. Untersucht wurde vielmehr, welche organisatorischen, technischen, rechtlichen und gemeinschaftlichen Modelle unter welchen Rahmenbedingungen funktionieren, welche Schwierigkeiten auftreten und welche übertragbaren Erfolgsfaktoren erkennbar sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die nachfolgenden Beispiele verdeutlichen unterschiedliche Schwerpunkte: gemeinschaftliche Steuerung, institutionsübergreifende Register und Suchsysteme, Digitalisierung verteilter Bestände, Sprach- und Tonarchive, abgestufte Zugänge, Unterstützung kleiner Kulturgutträger sowie die Überführung zeitlich begrenzter Projekte in einen dauerhaften Betrieb.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die daraus abgeleiteten Kriterien bilden einen Referenzrahmen. Anhand dieses Referenzrahmens kann in einer späteren Ist-Analyse geprüft werden, welche Funktionen bereits vorhanden, nur konzeptionell beschrieben, in Pilotprojekten erprobt oder dauerhaft im Regelbetrieb verankert sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die ausführlichen Fallprofile, Vergleichsmatrizen, Quellen sowie ein Hinweis zur KI-gestützten Erstellung befinden sich in der [[12.3.A1 Vergleichende Recherche – Digitalisierung des Kulturerbes anderer Kulturen und Regionen|ausführlichen Vergleichsrecherche]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.5.1 RomArchive – Digitales Archiv der Roma ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Roma und Sinti sind eine transnationale Minderheit, die in zahlreichen europäischen Staaten lebt. RomArchive wurde von 2015 bis 2019 mit 3,75 Millionen Euro durch die Kulturstiftung des Bundes gefördert. Weitere Unterstützer waren unter anderem die Bundeszentrale für politische Bildung, das Auswärtige Amt und das Goethe-Institut. Seit 2019 wird das Archiv durch das Dokumentations- und Kulturzentrum Deutscher Sinti und Roma in Heidelberg betrieben.&amp;lt;ref name=&amp;quot;vergleich_romarchive&amp;quot;&amp;gt;RomArchive o. J.: Frequently Asked Questions. URL: https://www.romarchive.eu/en/about/frequently-answered-questions/; Dokumentations- und Kulturzentrum Deutscher Sinti und Roma e. V. o. J.: Imprint. URL: https://www.romarchive.eu/en/imprint/; Kulturstiftung des Bundes o. J.: RomArchive. URL: https://www.kulturstiftung-des-bundes.de/en/programmes_projects/film_and_new_media/detail/romarchive.html, jeweils abgerufen am 20.07.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Archiv präsentiert Kunst, Geschichte und Kultur aus der Perspektive der Roma. Kuratorische Teams und Beirat waren überwiegend mit Angehörigen der Minderheit besetzt. Neben öffentlich zugänglichen Inhalten existiert ein internes Archiv mit beschränktem Forschungszugang. Besonders lehrreich ist der bereits zu Projektbeginn geplante und später tatsächlich vollzogene Übergang an einen dauerhaften Betreiber.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Erfolgsfaktoren und Learnings:''' &lt;br /&gt;
* Angehörige der Gemeinschaft sollten nicht nur Inhalte zuliefern, sondern festgelegte Entscheidungsrechte bei Auswahl, Beschreibung, Kontextualisierung und Zugangsregeln besitzen. &lt;br /&gt;
* Bereits zu Beginn einer Projektphase verbindlich klären, welche Institution das Register, Archiv oder Portal nach dem Ende der Förderung dauerhaft betreibt, pflegt und finanziert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.5.2 Nuohtti – Zugang zum Sámi-Kulturerbe ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Sámi sind ein indigenes Volk im nordeuropäischen Sápmi, das sich über Teile Norwegens, Schwedens, Finnlands und Russlands erstreckt. Viele historische Sámi-Materialien befinden sich außerhalb der Sámi-Institutionen in europäischen Archiven und Museen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nuohtti ist ein gemeinsamer Suchdienst für digitalisierte Sámi-Materialien. Er wurde von 2018 bis 2021 mit Mitteln des Programms Interreg Nord der EU (Europäische Union) entwickelt. Beteiligt waren unter anderem die Sámi-Archive der finnischen und norwegischen Nationalarchive, das schwedische Reichsarchiv und mehrere Universitäten. Die Sámi-Parlamente Finnlands, Norwegens und Schwedens waren in der Steuerungsgruppe vertreten. Der Dienst führte nach Projektangaben etwa 30.000 Datensätze aus 32 Institutionen zusammen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;vergleich_nuohtti&amp;quot;&amp;gt;Nuohtti o. J.: About Nuohtti. URL: https://nuohtti.com/Content/about; University of the Arctic 2023: The Nuohtti service provides digital access to Sámi material in European archives. URL: https://www.uarctic.org/news/2023/3/the-nuohtti-service-provides-digital-access-to-sami-material-in-european-archives/, jeweils abgerufen am 20.07.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nuohtti übernimmt nicht alle Bestände in ein einziges System. Stattdessen werden Metadaten, also strukturierte Beschreibungsdaten zu Objekten und Beständen, aus vorhandenen Einrichtungen zusammengeführt und mit mehrsprachiger Suche, Karte und Zeitleiste zugänglich gemacht. Ethische Hinweise machen darauf aufmerksam, dass viele Bestände unter historischen und teilweise kolonialen Bedingungen gesammelt und beschrieben wurden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Erfolgsfaktoren und Learnings:''' &lt;br /&gt;
* Ein gemeinsamer Zugang kann auch mit dezentraler Architektur der Bestände erfolgen – Originale, Dateien und Fachsysteme können beim Kulturgutträger verbleiben.&lt;br /&gt;
* Ein Register für Kulturdaten kann als übergreifende Nachweisschicht arbeiten: Größere Einrichtungen liefern Daten über technische Schnittstellen, während kleine Träger zentrale oder gemeinsam bereitgestellte Erfassungsdienste nutzen können. &lt;br /&gt;
* Historische Fremdbeschreibungen sollten ergänzt werden durch Selbstbezeichnungen, eigene Sprachformen, alternative Benennungen und Kontexte der betreffenden Gemeinschaft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.5.3 People’s Collection Wales / Casgliad y Werin Cymru ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wales ist ein Landesteil des Vereinigten Königreichs mit einer eigenständigen nationalen und walisischsprachigen Identität. People’s Collection Wales ist eine zweisprachige Plattform für institutionelles und gemeinschaftlich getragenes Kulturerbe. Sie wird als Verbund der National Library of Wales, des National Museum Wales und der Royal Commission on the Ancient and Historical Monuments of Wales betrieben und durch die walisische Regierung finanziert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Neben der technischen Plattform werden kostenlose Beratung und Schulungen zu Digitalisierung, Metadaten, Urheberrecht, Datenschutz und Oral History, also mündlich überlieferter und aufgezeichneter Geschichte, angeboten. Eine unabhängige Evaluation stellte Fortschritte bei der Zusammenarbeit und beim Kompetenzaufbau fest, benannte aber auch begrenzte Wirkungsnachweise, Finanzierungsrisiken und den hohen Personalaufwand für die Unterstützung der beteiligten Gemeinschaften.&amp;lt;ref name=&amp;quot;vergleich_wales&amp;quot;&amp;gt;Vittle, Kate / Haswell-Walls, Fran / Dixon, Tim; ERS Ltd. 2016: Evaluation of the Casgliad y Werin Cymru / People’s Collection Wales Digital Heritage Programme. Impact Report. URL: https://www.gov.wales/sites/default/files/publications/2019-08/evaluation-of-the-peoples-collection-wales-digital-heritage-programme-impact.pdf; People’s Collection Wales o. J.: Community Support. URL: https://www.peoplescollection.wales/about-us/community-support, jeweils abgerufen am 20.07.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Erfolgsfaktoren und Learnings:''' &lt;br /&gt;
* Kleine und ehrenamtlich betreute Sammlungen benötigen nicht nur technische Standards, sondern konkrete und dauerhaft verfügbare Dienstleistungen: Erstberatung, Schulung, Vorlagen, Unterstützung bei Rechtefragen, Qualitätskontrolle und persönliche Ansprechpartner. &lt;br /&gt;
* Ein Digitalisierungszentrum oder ein Verbund koordinierter Digitalisierungsdienste sollte daher als Service- und Kompetenzstruktur ausgestaltet werden und nicht lediglich als technische Produktionsstelle. &lt;br /&gt;
* Der dafür notwendige Beratungs- und Unterstützungsaufwand muss als dauerhafte Betriebsaufgabe eingeplant werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.5.4 Tobar an Dualchais / Kist o Riches ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schottisch-Gälisch ist eine Minderheitensprache, die vor allem in den Highlands und auf den schottischen Inseln gesprochen wird. Tobar an Dualchais macht mehr als 40.000 seit den 1930er Jahren entstandene Tonaufnahmen zugänglich. Die Bestände umfassen Erzählungen, Lieder, Musik, Gedichte und mündlich überliefertes Wissen auf Gälisch, Scots und Englisch. Ein bedeutender Teil der Originalbestände wird in den School of Scottish Studies Archives der Universität Edinburgh verwahrt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;vergleich_tobar&amp;quot;&amp;gt;University of Edinburgh 2024: Tobar an Dualchais / Kist o Riches. URL: https://gaelic.ed.ac.uk/gaelic-collections/tobar-an-dualchais-kist-o-riches; Scottish Government 2025: Rediscovering lost Gaelic words. URL: https://www.gov.scot/news/rediscovering-lost-gaelic-words/, jeweils abgerufen am 20.07.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Digitalisierung wird mit Verschriftlichung beziehungsweise Transkription, sprachlicher Erschließung, Freiwilligenarbeit und teilweise automatischer Spracherkennung verbunden. Das Projekt erhält wiederkehrende öffentliche Förderungen, muss Rechteklärung, Transkription und technische Weiterentwicklung jedoch dauerhaft fortsetzen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Erfolgsfaktoren und Learnings:''' &lt;br /&gt;
* Gefährdete Ton-, Film- und Videobestände müssen wegen Materialverfall, beschädigungsanfälliger Trägermaterialien und nicht mehr verfügbarer Wiedergabetechnik zeitlich priorisiert werden. &lt;br /&gt;
* Ein geeignetes Pilotprojekt kann Digitalisierung, Rechteklärung, Verschriftlichung, Übersetzung, Metadatenerfassung, Archivierung und Bildungsnutzung entlang einer vollständigen Prozesskette verbinden. &lt;br /&gt;
* Dadurch werden nicht nur einzelne Dateien erzeugt, sondern zugleich die notwendigen Standards, Zuständigkeiten und Aufwände erprobt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.5.5 Euskariana – Portal zum baskischen Kulturerbe ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Baskinnen und Basken leben in Gebieten Spaniens und Frankreichs. Euskariana ist das staatlich betriebene Kulturportal der Autonomen Gemeinschaft Baskenland in Spanien. Es wird durch die Digitale Bibliothek Euskadi betrieben und verbindet Daten der baskischen Regierung, der Provinzen, Kommunen, Universitäten sowie öffentlicher, kirchlicher und privater Einrichtungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Portal ist zugleich gemeinsamer Katalog und Zugang zu digitalen Objekten. Es kann Inhalte über ein eigenes Repositorium, also ein institutionell betriebenes digitales Ablage- und Erhaltungssystem, bereitstellen oder zu den Systemen der Partner verlinken. Verwendet werden internationale Standards wie Dublin Core als allgemeiner Metadatenstandard, METS (Metadata Encoding and Transmission Standard) zur Strukturierung und Übertragung digitaler Objekte, PREMIS (Preservation Metadata: Implementation Strategies) für Metadaten zur digitalen Langzeiterhaltung und ALTO (Analyzed Layout and Text Object) für erkannte Texte und Seitenlayouts. Die standardisierten Daten können unter anderem an Europeana weitergegeben werden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;vergleich_euskariana&amp;quot;&amp;gt;Gobierno Vasco / Biblioteca Digital de Euskadi o. J.: Acerca de Euskariana. URL: https://www.euskariana.euskadi.eus/euskadibib/es/help/about.do, abgerufen am 20.07.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Erfolgsfaktoren und Learnings:''' &lt;br /&gt;
* Unterschiedliche Kulturgutträger benötigen unterschiedliche Anschlussmöglichkeiten. &lt;br /&gt;
** Kleine Einrichtungen sollten Daten und gegebenenfalls Dateien in zentral bereitgestellten Diensten erfassen und verwalten können. &lt;br /&gt;
** Größere Institutionen sollten ihre vorhandenen Systeme über Datenexporte oder Programmierschnittstellen anbinden können. &lt;br /&gt;
* Dafür ist ein gemeinsamer, bewusst schlank gehaltener Metadatenkern erforderlich, der durch fach- und institutionsspezifische Angaben erweitert werden kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.5.6 Mukurtu und Plateau Peoples’ Web Portal ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mukurtu ist eine frei verfügbare Software für die gemeinschaftlich kontrollierte Verwaltung digitalen indigenen Kulturerbes. Das Plateau Peoples’ Web Portal verbindet acht indigene Nationen des nordwestlichen Plateaus der USA mit der Washington State University und mehreren Museen und Archiven. Stammesvertreter wählen und beschreiben die Inhalte; die Universität übernimmt wesentliche technische Betriebsaufgaben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mukurtu ermöglicht kulturelle Protokolle, also gemeinschaftlich festgelegte Regeln für Zugang und Nutzung, Traditional Knowledge Labels als Kennzeichnungen für überliefertes gemeinschaftliches Wissen sowie mehrere Beschreibungen zu demselben Objekt. Dadurch kann neben einer institutionellen Museumsbeschreibung eine Beschreibung der Herkunftsgemeinschaft stehen. Zugänge können von vollständig öffentlich bis streng beschränkt reichen. Mukurtu weist ausdrücklich darauf hin, dass die Plattform vor allem dem Zugang und der gemeinschaftlichen Verwaltung dient und ein gesondertes Konzept für Digitalisierung, Langzeiterhaltung, Personal und Finanzierung erforderlich bleibt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;vergleich_mukurtu&amp;quot;&amp;gt;Mukurtu CMS / Washington State University o. J.: About. URL: https://mukurtu.org/about/; Plateau Peoples’ Web Portal. URL: https://mukurtu.org/project/plateau-peoples-web-portal-showcase/, jeweils abgerufen am 20.07.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Erfolgsfaktoren und Learnings:''' &lt;br /&gt;
* Rechte und kulturelle Sensibilität müssen als Bestandteil des Datenmodells behandelt werden und dürfen nicht erst unmittelbar vor einer Veröffentlichung geprüft werden. &lt;br /&gt;
* Sinnvoll sind abgestufte Kategorien wie &lt;br /&gt;
** „nur Metadaten öffentlich“, &lt;br /&gt;
** „öffentliches Nutzungsdigitalisat“, &lt;br /&gt;
** „Zugang nach Rücksprache“, &lt;br /&gt;
** „beschränkter Gemeinschafts- oder Forschungszugang“, &lt;br /&gt;
** „zeitlich gesperrt“ und &lt;br /&gt;
** „nicht zugänglich“. &lt;br /&gt;
* Mehrere Beschreibungen zu demselben Objekt ermöglichen es außerdem, institutionelle Überlieferung und Selbstbeschreibung nebeneinander nachvollziehbar zu dokumentieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.5.7 Indigitization – zentrale Unterstützung für dezentrale Digitalisierung ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Indigitization unterstützt First Nations und weitere indigene Gemeinschaften in British Columbia in Kanada. Das Programm wird gemeinsam von indigenen Organisationen, Bibliotheken, Archiven und Hochschulen getragen. Es stellt einen Werkzeugkasten, Schulungen, Musterunterlagen, technische Beratung und Förderhilfen bereit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von 2013 bis 2019 wurden drei Pilotprojekte und 45 weitere Projekte gefördert. Dabei wurden mehr als 11.000 Audiokassetten digitalisiert. Die Digitalisierung erfolgte in den Gemeinschaften; eine allgemeine Veröffentlichung war nicht zwingend. Das frühere Förderprogramm für Audiokassetten befindet sich inzwischen allerdings in einer Pause.&amp;lt;ref name=&amp;quot;vergleich_indigitization&amp;quot;&amp;gt;Indigitization o. J.: About Us. URL: https://www.indigitization.ca/about-2/; Indigitization Toolkit. URL: https://www.indigitization.ca/toolkit/; Audio Cassette Digitization Grant. URL: https://www.indigitization.ca/funding/audio-cassette-grant/, jeweils abgerufen am 20.07.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Erfolgsfaktoren und Learnings:''' &lt;br /&gt;
* Zentral bereitgestellte Kompetenz lässt sich mit dezentraler Verantwortung verbinden. &lt;br /&gt;
* Ein Digitalisierungszentrum oder ein Verbund gemeinsamer Dienste kann Schulungen, Leih- und Mobiltechnik, Qualitätsprüfung, Rahmenverträge, Musterunterlagen, Beratung und Kleinprojektförderung anbieten. &lt;br /&gt;
* Originale, lokales Wissen und kulturelle Beziehungen können grundsätzlich bei den jeweiligen Kulturgutträgern verbleiben. &lt;br /&gt;
* Damit nach Abschluss einzelner Digitalisierungsprojekte keine ungesicherten Dateien zurückbleiben, sollte jedoch von Beginn an ein gemeinsames oder verbindlich angebundenes Repositorium beziehungsweise digitales Archiv vorgesehen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.5.8 Zusammenfassungen der Beispiele anderer Kulturen im Anhang ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tabellarische Übersichten und Zusammenfassungen aller untersuchten Beispiele anderer Kulturen und Regionen befinden sich im Anhang [[12.3.A1 Vergleichende Recherche – Digitalisierung des Kulturerbes anderer Kulturen und Regionen#E. Vergleichsmatrix|in Abschnitt E. Vergleichsmatrix]] unter &lt;br /&gt;
* [[12.3.A1 Vergleichende Recherche – Digitalisierung des Kulturerbes anderer Kulturen und Regionen#E.1 Funktionen, Architektur und Standards|E.1 Funktionen, Architektur und Standards]] und&lt;br /&gt;
* [[12.3.A1 Vergleichende Recherche – Digitalisierung des Kulturerbes anderer Kulturen und Regionen#E.2 Governance, Finanzierung, Erfolg und Übertragbarkeit|E.2 Governance, Finanzierung, Erfolg und Übertragbarkeit]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Zusammenfassung der übergreifenden Erfolgsfaktoren aus den Beispielen befindet sich im Anhang [[12.3.A1 Vergleichende Recherche – Digitalisierung des Kulturerbes anderer Kulturen und Regionen#F. Übergreifende Erfolgsfaktoren|in Abschnitt F. Übergreifende Erfolgsfaktoren]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.5.9 Was sich aus den Beispielen ableiten lässt ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus den untersuchten Beispielen lässt sich kein einzelnes Projekt und kein bestimmtes Softwaresystem ableiten, das unverändert übernommen werden könnte. Wiederkehrend zeigen sich jedoch '''vier notwendige Funktionen, drei übergreifende Erfolgsbedingungen und zwei grundlegende Umsetzungsprinzipien'''. Sie bilden einen kompakten Orientierungsrahmen für die Digitalisierung von Kulturerbe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Vier Kernfunktionen – was muss dauerhaft geleistet werden? ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Damit die Digitalisierung nicht bei einzelnen Digitalisaten oder einem Präsentationsportal stehen bleibt, müssen vier Kernfunktionen verlässlich abgedeckt und miteinander verbunden werden:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot; style=&amp;quot;width:100%;&amp;quot;&lt;br /&gt;
! Kernfunktion&lt;br /&gt;
! Kernfrage&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''1. Register für Kulturdaten'''&lt;br /&gt;
| '''Was ist vorhanden und was sollte prioritär bearbeitet werden?''' – Kulturgüter und Bestände nachweisen, beschreiben, verknüpfen und ihren Digitalisierungs- und Rechtezustand erfassen.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''2. Digitalisierungszentrum / Digitalisierungsdienste'''&lt;br /&gt;
| '''Wie wird qualitätsgesichert digitalisiert?''' – Kulturgutträger beraten, Digitalisierung vorbereiten oder durchführen, Qualität sichern und die Übergabe vorbereiten.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''3. Repositorium / digitales Langzeitarchiv'''&lt;br /&gt;
| '''Wie bleibt das digitale Kulturerbe dauerhaft erhalten?''' – Masterdateien und Metadaten sicher übernehmen, erhalten, sichern und bei technischen Veränderungen migrieren.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''4. Präsentations- und Nutzungssysteme'''&lt;br /&gt;
| '''Wie wird das Kulturerbe gefunden, verstanden und genutzt?''' – freigegebene Inhalte mehrsprachig vermitteln und für Bildung, Forschung und kulturelle Nachnutzung bereitstellen.&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die vier Funktionen bedeuten nicht zwingend vier Einrichtungen oder vier technische Systeme. Entscheidend ist, dass alle Funktionen abgedeckt, ihre Zuständigkeiten geklärt und ihre Übergaben zuverlässig organisiert sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Drei Erfolgsbedingungen – was gilt für alle Kernfunktionen? ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
# '''Gemeinsam entscheiden und Rechte abgestuft regeln:''' &lt;br /&gt;
#* Angehörige der betreffenden Gemeinschaft und die Kulturgutträger sollten nachvollziehbare Entscheidungsrechte bei Auswahl, Beschreibung, Priorisierung und Veröffentlichung besitzen. &lt;br /&gt;
#* Zugänge sollten abgestuft sein, beispielsweise auch &amp;quot;ausschließlich Metadaten&amp;quot;, &amp;quot;Zugang nach Rücksprache&amp;quot; oder &amp;quot;beschränkte Gemeinschafts- und Forschungszugänge&amp;quot; ermöglichen. &lt;br /&gt;
#* Rechtliche Zulässigkeit und kulturelle Angemessenheit sind dabei getrennt zu betrachten. &lt;br /&gt;
#* Selbstbezeichnungen und eigene kulturelle Perspektiven sollten historische Fremdbeschreibungen ergänzen können.&amp;lt;br&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
# '''Gemeinsame Standards, Mehrsprachigkeit und technische Anschlussfähigkeit sichern:''' &lt;br /&gt;
#* Ein bewusst schlanker gemeinsamer Metadatenkern, Qualitätsstandards und geregelte Datenübergaben ermöglichen die Zusammenarbeit unterschiedlicher Einrichtungen. Zusätzlich können fach- oder institutionsspezifische Metadatensätze genutzt werden.&lt;br /&gt;
#* Sprachen und Sprachvarianten müssen als eigenständige Datenwerte berücksichtigt werden, bspw. bei Metadaten, Beschreibungen usw. &lt;br /&gt;
#* Kleine Träger benötigen einfache zentrale Erfassungsmöglichkeiten, z. B. per Weboberfläche, größere Institutionen Schnittstellen oder Datenexporte aus ihren vorhandenen Systemen.&amp;lt;br&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
# '''Dauerhafte Verantwortung und Finanzierung sichern:''' &lt;br /&gt;
#* Bereits beim Aufbau muss feststehen, wer Register, Digitalisierungsdienste, Repositorium und Präsentationssystem nach einer Projektförderung dauerhaft betreibt. &lt;br /&gt;
#* Neben einmaligen Projektmitteln müssen deshalb auch Personal, Beratung, Datenpflege, Speicher, Softwarepflege, Sicherung und spätere technische Erneuerungen dauerhaft finanziert werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Zwei Umsetzungsprinzipien – wie sollte vorgegangen werden? ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
# '''Priorisieren, die vollständige Kette pilotieren, dann skalieren:''' &lt;br /&gt;
#* Nicht alles muss gleichzeitig digitalisiert werden. Besonders gefährdete oder kulturell bedeutsame Bestände sollten priorisiert werden. &lt;br /&gt;
#* Pilotprojekte sollten möglichst den gesamten Weg von der Erfassung und Rechteklärung über die Digitalisierung bis zur Archivierung und Nutzung durchlaufen. Dabei werden Standards, Zuständigkeiten, Kosten und tatsächliche Nutzung erprobt. &lt;br /&gt;
#* Erst auf dieser Grundlage sollte in größerem Umfang skaliert werden.&amp;lt;br&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
# '''Zentral ermöglichen, dezentral verantworten:''' &lt;br /&gt;
#* Zentrale Stellen können Infrastruktur, Beratung, Schulung, Digitalisierungstechnik, Qualitätskontrolle, Rechtehilfe und Langzeiterhaltung bereitstellen. &lt;br /&gt;
#* Originale, lokales Wissen, kulturelle Beziehungen und wesentliche inhaltliche Entscheidungen können gleichzeitig bei den jeweiligen Kulturgutträgern verbleiben. &lt;br /&gt;
#* Zentralisierung von Diensten und dezentrale kulturelle Verantwortung sind damit keine Gegensätze, sondern können sich gegenseitig ergänzen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Für die Reihenfolge ergibt sich daraus:''' &lt;br /&gt;
# Zuerst Entscheidungsrechte, Standards, Betreiber und Finanzierung ausreichend klären; &lt;br /&gt;
# anschließend mit ausgewählten Beständen die vollständige Prozesskette erproben und die Unterstützungsstrukturen aufbauen; &lt;br /&gt;
# auf dieser Grundlage Digitalisierung, Präsentation und Nachnutzung schrittweise verbreitern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Präsentation und Nutzung sind dabei nicht von geringerer Bedeutung und sollten bereits Bestandteil der Pilotprojekte sein. '''Später erfolgt nicht die Nutzung selbst, sondern deren breiter Ausbau.'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weiterführende '''Hinweise und Empfehlungen zu einem möglichen Vorgehen sowie zeitlichen und inhaltlichen Prioritäten''' befinden sich im Anhang [[12.3.A1 Vergleichende Recherche – Digitalisierung des Kulturerbes anderer Kulturen und Regionen#G.2 Was zentral, dezentral und gemeinsam organisiert werden sollte|im Abschnitt &amp;quot;Priorisierte Schlussfolgerung&amp;quot; von G2 bis G9]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein ausführliches '''Prüfraster zur Bewertung des jeweiligen Entwicklungsstandes''' befindet sich [[12.3.A2 Prüfraster zur Bewertung des Entwicklungsstandes beim Aufbau der Digitalisierung des Kulturerbes|im Anhang 2 &amp;quot;Prüfraster zur Bewertung des Entwicklungsstandes&amp;quot;]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= 3. Ist-Analyse der Digitalisierung des sorbischen Kulturerbes =&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der [[#2 Ist-Analyse „Digitalisierung von Kulturerbe“|vorangegangene Abschnitt 2]] hat beschrieben, was zur Digitalisierung von Kulturerbe gehört, welche Aufgaben dabei dauerhaft erfüllt werden müssen und wie andere Gemeinschaften und Regionen diese Aufgaben lösen. Der Abschnitt 3 richtet nun den Blick auf die sorbische Situation. Er geht der Frage nach, wie gut die sorbische Kulturerbelandschaft heute organisatorisch, technisch und personell aufgestellt ist, um ihr materielles, immaterielles und digitales Kulturerbe institutionsübergreifend zu erfassen, zu digitalisieren, dauerhaft zu erhalten und zugänglich zu machen – und wo vorrangiger Handlungsbedarf besteht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Analyse gliedert sich in fünf Teile:&lt;br /&gt;
* '''Akteure und Rollen''': Wer bewahrt sorbisches Kulturerbe und welche Aufgaben übernehmen die Akteure bei seiner Digitalisierung (Sammeln, Finanzieren, Koordinieren usw.)?&lt;br /&gt;
* '''Bestände und Digitalisierungsbedarf''': Welche Kulturgüter gibt es, wie weit sind  sie erfasst und digitalisiert, und welche müssen vorrangig gesichert werden?&lt;br /&gt;
* '''Vorhaben und Systeme''': Welche sorbischen Projekte und Angebote decken die [[#2.3.2 Vier Kernfunktionen|vier Kernfunktionen]] Nachweisen, Digitalisieren, langfristig Erhalten und Zugänglichmachen bereits ab?&lt;br /&gt;
* '''Zusammenarbeit und dauerhafter Betrieb''': Wie sind die Steuerung und Zusammenarbeit (Governance) organisiert (Zuständigkeiten, Standards, Rechte und Finanzierung)?&lt;br /&gt;
* '''Gesamtbewertung''': Was funktioniert bereits, wo gibt es Lücken und welche davon sollten zuerst geschlossen werden? &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Analyse stellt dabei den Bedarf der Bestände dem vorhandenen Angebot an Diensten und dem organisatorischen Rahmen gegenüber. Wo beides auseinanderfällt, entstehen Lücken, siehe nachfolgende Übersicht.&lt;br /&gt;
[[Dataja:Wobraz K6.png|thumb|center|600px|Übersicht der Ist-Analyse]]&amp;lt;ref&amp;gt;Mermaid Flowchart Code: [https://mermaid.live/edit#pako:eNqVlM1y2jAQx19lR7maFGMcwJPJDGAnh9AcaE4pPcj2-qPYErOWmtJ8PE0fo7e8WGWDTUja6VS-WB_7293_rvTAIhkj81hSyPso46Tg1l_RSoAZ088rdh5eOKc2TNcKNeH5h_DiPKQPF7fbjQW39PIzRaqMXaIsWMqiQLFiX2r7llHpMCW-yeDGwG54lCXEU9wfgv2Ic8JI5VLAYvl6fdYGMIAZVurlp4gPIVzrQmlKtVoXvKoQNiThEy_LQou0kqTe-Ji_ZsWckgOJC4hRwFSkGEpl_r5i44-L2IIyV-BTLtIij7I15m-5M-j1LmDeLqGI_5j-0rjfOwAtYljyrOzE-pcOfhu7A36OolLYMD5tzV95yONbjgTXSCLRYl1j3jkIWtAQruQ3c5KL6GB_pyujHwpOocmzcRFzjVSX15BnqCjH8A3Sh-fnZwj-kv-0VufReLrnGRlluzI-ws3xmdDQMQ_NmX2KFqR1DYq6IDu1HqFT5aZRfbFLZ_HyK1qj6PLY1RdkJhC4rgw2ykxcWLUlfpXCcgdqp4tmetXK5MIVGk1UiPdIyjRW7eNNh0d1-_mYgECtiBeQ5EXhnVzawWUwtipFco3eiXvpBu7UimQhyTsZzM03fU9o70fLmAbzYNQxJhNnbvstY2QPZrbzjsH3TbYjBLbxG3SE_uVZ4J61hP7Y7Q_tIwJMrYV11aZyvDWz5ocIj7d8K2gdd52vtgWaOu3iSJrRxTEej0fj_n7ai3llXh7iW88F99h--d_2zGIp5THzFGm0WIlU8nrKHmruiqnMXJkV88wvYay_9xoxVmwlnozphos7KcvWmqROM-YlvKjMTG9irtDPubnSZbdKdWvRXGqhmDd07AbCvAf2nXnuqWP3RwN7eDZwJ4Ph2MHeyGJb5vXs0-HEnTgDxxn3-4OzvuOarSeL_Wi8C10UFsM4V5I-7h7o5p1--g24x9CK hier klicken], abgerufen am 20.10.2026&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== 3.1 Akteure und Rollen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sorbisches Kulturerbe wird von vielen Einrichtungen, Gruppen und Einzelpersonen bewahrt, gepflegt und dokumentiert – von sorbischen ebenso wie von nicht-sorbischen. Dieser Abschnitt zeigt, wer Bestände hält, wer Dienste zur Digitalisierung anbietet und wer den organisatorischen und finanziellen Rahmen gestaltet. Damit wird auch sichtbar, welche Aufgaben bislang von keinem Akteur erkennbar übernommen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Grundlage sind Arbeitsunterlagen der Domowina aus den Jahren 2019 und 2020&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;&amp;gt;Domowina e. V., Kulturausschuss (Clemens Škoda) 2019: Serbske kulturne herbstwo (SKH). Arbeitspapier, Stand 18.03.2019, S. 2–8. Unveröffentlicht; interne Referenz: 2020-09-07_Serbske kulturne herbstwo w Budyšinje_opt.pdf.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019b&amp;quot;&amp;gt;Domowina e. V. 2019: Přehlad relewantnych městnosćow / „małkich“ a „wulkich“ muzejow nastupajo serbske kulturne herbstwo, Stand 11.11.2019. Unveröffentlicht; interne Referenz: 2019_11_Priloha A_prehlad_muzejow a zberkow.pdf.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2020&amp;quot;&amp;gt;Domowina e. V., Kulturausschuss 2020: Protokoll der Fachkommission „Serbske kulturne herbstwo“ vom 07.09.2020. Unveröffentlicht; interne Referenz: 2020_09_07_skh komisija-protokol.pdf.&amp;lt;/ref&amp;gt;, eine darauf aufbauende Arbeitsliste der Sammlungsorte mit ergänzender Internetrecherche&amp;lt;ref name=&amp;quot;liste2026&amp;quot;&amp;gt;Arbeitsliste „Sammlungsorte sorbischen Kulturerbes“, Stand 02.04.2026, erstellt im Rahmen des Digitalisierungskonzepts aus Internetrecherche und den Domowina-Unterlagen. Unveröffentlicht; Grundlage für Anhang 12.3.A3.&amp;lt;/ref&amp;gt; sowie Projektunterlagen und Gespräche. Ein Teil der Angaben ist mehrere Jahre alt und wird schrittweise aktualisiert. Nicht belegte Angaben sind als ''offen'', Vermutungen als ''Annahme'' gekennzeichnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.1.1 Begriffe und Rollen ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
; Akteur&lt;br /&gt;
: Einrichtung, Gruppe oder Person, die eine Aufgabe im Umgang mit sorbischem Kulturerbe oder seiner Digitalisierung übernimmt.&lt;br /&gt;
; Kulturgutträger&lt;br /&gt;
: Akteur, der Kulturgüter verwahrt oder eine kulturelle Praxis trägt und weitergibt, bspw. ein Museum, eine Heimatstube, ein Chor oder eine Privatperson mit einer Sammlung.&lt;br /&gt;
; Trägerschaft&lt;br /&gt;
: Rechtliche und finanzielle Verantwortung für eine Einrichtung, zum Beispiel durch eine Kommune, einen Landkreis, eine Stiftung, einen Verein, eine Kirche oder eine Privatperson. Eigentum und Betrieb können dabei auseinanderfallen, bspw. gehörte der Dom Njechorńskeho 2019 der Domowina und wurde von der Stiftung für das sorbische Volk bewirtschaftet, der Hanzo Šustrowy dom in Trebendorf gehörte der Gemeinde und wurde von der örtlichen Domowina-Gruppe bewirtschaftet.&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019b&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
; Rolle&lt;br /&gt;
: Aufgabe, die ein Akteur übernimmt. Ein Akteur kann mehrere Rollen haben, unterschieden werden Haupt- und Nebenrollen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Rollen lassen sich drei Gruppen zuordnen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
! Gruppe !! Rolle !! Kürzel&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| rowspan=&amp;quot;2&amp;quot; | '''Am Kulturgut''' || '''Bewahren''': Originale verwahren, pflegen und verwalten || '''B'''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Dokumentieren''': lebendige Praxis festhalten in Ton, Bild oder Text || '''D'''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| rowspan=&amp;quot;4&amp;quot; | '''Dienste''' ([[#2.3.2 Vier Kernfunktionen|Kernfunktionen]]) || '''Erfassen''', beschreiben und verknüpfen || '''K1'''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Digitalisieren''' und Qualität sichern || '''K2'''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Langfristig '''erhalten''' || '''K3'''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Zugänglich machen''' und Nutzung ermöglichen || '''K4'''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| rowspan=&amp;quot;2&amp;quot; | '''Rahmen''' (Governance) || '''Steuern''', koordinieren und Regeln setzen || '''S'''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Fördern''' und finanzieren || '''F'''&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dokumentieren meint hier das Festhalten von immateriellen Kulturgütern im laufenden Kulturleben, etwa Mitschnitte von Veranstaltungen. Geschieht es systematisch nach festgelegten Standards zur dauerhaften Sicherung, ist es Teil der Kernfunktion Digitalisieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.1.2 Schlüsselakteure ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einzeln aufgeführt wird, wer mindestens eines der folgenden Kriterien erfüllt:&lt;br /&gt;
# betreibt oder plant eine Kernfunktion, die über die eigene Einrichtung hinaus wirkt,&lt;br /&gt;
# verwahrt einen hauptamtlich betreuten Kernbestand,&lt;br /&gt;
# dokumentiert regelmäßig das lebendige Kulturgeschehen,&lt;br /&gt;
# fördert, koordiniert oder setzt Regeln für die Digitalisierung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|+ Rollen der Schlüsselakteure (■ Hauptrolle · ○ Nebenrolle · ? vermutet oder offen)&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
B. Bewahren, D. Dokumentieren, K1. Erfassen, K2. Digitalisieren K3. Erhalten, K4. Nutzung ermöglichen, S. Steuern, F. Fördern&lt;br /&gt;
! Akteur !! Typ / Trägerschaft !! B !! D !! K1 !! K2 !! K3 !! K4 !! S !! F !! Hinweise&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Stiftung für das sorbische Volk || Stiftung des öffentlichen Rechts, finanziert von Bund, Freistaat Sachsen u. Land Brandenburg || ○ || || || || || || ■ || ■ || bewirtschaftete 2019 den Dom Njechorńskeho&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019b&amp;quot;/&amp;gt;; unterstützte 2019 beide sorbischen Museen finanziell&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Sorbisches Institut (SI) mit Sorbischem Kulturarchiv (SKA) und Sorbischer Zentralbibliothek || Forschungseinrichtung mit Archiv und Bibliothek; eingetragener Verein, gefördert durch die Stiftung (''Annahme'') || ■ || ? || ■ || ■ || ? || ■ || ○ || || Virtueller Lesesaal mit Bibliographie, Katalog, digitalisierten Drucken, Handschriften, Fotos und Filmen; digitales Schrifttum auch über Sachsen.Digital; Sorabicon als Sorbisches Kulturlexikon&amp;lt;ref name=&amp;quot;vls&amp;quot;&amp;gt;Sorbisches Institut o. J.: Virtueller Lesesaal. URL: https://www.serbski-institut.de/bibliothek/virtueller-lesesaal/, abgerufen am 20.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;; plant das Sorbische Kulturregister (SKR)&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;&amp;gt;Sorbisches Institut 2025: Konzept für ein Sorbisches Kulturregister (SKR), zweite aktualisierte Fassung vom 20.11.2025. URL: https://www.serbski-institut.de/wp-content/uploads/2021/11/00_Zweite-aktualisierte-Fassung_Konzept_Sorbisches-Kulturregister_20.11.2025.pdf&amp;lt;/ref&amp;gt; und das Digitalisierungszentrum (DZ) auch für andere Träger&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz&amp;quot;&amp;gt;Sorbisches Institut: Digitalisierungszentrum (DZ). URL: https://www.serbski-institut.de/projekte-zentrale-vorhaben/digitalisierungszentrum-dz/&amp;lt;/ref&amp;gt;; langfristige Erhaltung für Dritte ''offen''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Sorbisches Museum Bautzen || Museum; Landkreis Bautzen, finanziell unterstützt von der Stiftung (Stand 2019)&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt; || ■ || || ○ || ? || ? || ? || || || Inventarverzeichnis vorhanden (2019)&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;; Digitalisierungsstand und Online-Angebot ''offen''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Wendisches Museum Cottbus || Museum; Stadt Cottbus, finanziell unterstützt von der Stiftung (Stand 2019)&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt; || ■ || || ○ || ? || ? || ? || || || Inventarverzeichnis vorhanden (2019)&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;; Digitalisierungsstand und Online-Angebot ''offen''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Sächsische Landesbibliothek – Staats- und Universitätsbibliothek Dresden (SLUB) || Landes- und Universitätsbibliothek; Freistaat Sachsen || ■ || || ○ || ? || ○ || ■ || || || Lusatica-Sammlung, die das kulturelle Erbe der Sorben zugänglich machen soll&amp;lt;ref name=&amp;quot;slub&amp;quot;&amp;gt;SLUB Dresden o. J.: Sammlungen zur sächsischen Landeskunde. URL: https://www.slub-dresden.de/entdecken/saechsische-landeskunde/sammlungen, abgerufen am 20.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;; über Sachsen.Digital ist auch digitales Schrifttum des SI erreichbar&amp;lt;ref name=&amp;quot;vls&amp;quot;/&amp;gt; (Betrieb der Plattform durch die SLUB: ''Annahme''); eigene digitale Langzeitarchivierung&amp;lt;ref name=&amp;quot;nestor&amp;quot;&amp;gt;nestor o. J.: Mitglied SLUB Dresden. URL: https://www.langzeitarchivierung.de/Webs/nestor/EN/nestor/Mitglieder/sLUB.html, abgerufen am 20.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;, ob sie Digitalisate sorbischer Träger übernehmen könnte, ist ''offen''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Domowina – Bund Lausitzer Sorben e. V. mit Regionalverbänden und Ortsgruppen || Dachverband sorbischer Vereine; eingetragener Verein || ○ || ○ || || || || || ○ || || Eigentümerin des Dom Njechorńskeho; Ortsgruppe Trebendorf bewirtschaftet den Hanzo Šustrowy dom&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019b&amp;quot;/&amp;gt;; mindestens 9 der 23 kleinen Sammlungsorte sind direkt oder über Mitgliedsvereine mit ihr verbunden&amp;lt;ref name=&amp;quot;liste2026&amp;quot;/&amp;gt;; Chronistengruppe der Župa Michał Hórnik; Fachkommission „Sorbisches Kulturerbe“ 2018–2020&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2020&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Maćica Serbska e. V. || wissenschaftliche Gesellschaft; Verein || || || || || || || ○ || || Arbeitskreis „Museale Einrichtungen“ mit 2019 rund 40 Adressaten; Denkmalausschuss mit eigenem, von der Stiftung verwaltetem Budget, 2019 als Vorbild für die Bewertung von Kulturerbe genannt&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Sorbisches National-Ensemble (SNE) || Ensemble; gemeinnützige GmbH der Stiftung (''Annahme'') || ■ || ? || ○ || || || || || || geordnetes Arbeitsarchiv; 2019 vorgeschlagen, dort nur Kopien zu halten und die Originale an das SKA zu geben&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;; Umfang ''offen''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Studijo Lucija || Medienproduktion; Trägerschaft ''offen'' || ○ || ■ || || || || || || || dokumentiert sorbische Veranstaltungen; Aufnahmen liegen beim Studio und gehen nur komprimiert und teilweise an das SKA&amp;lt;ref name=&amp;quot;lucija&amp;quot;&amp;gt;Projektinterne Auskunft, Oktober 2026; schriftlicher Beleg noch einzuholen.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Mitteldeutscher Rundfunk (MDR) und Rundfunk Berlin-Brandenburg (rbb), sorbischsprachige Programme || öffentlich-rechtlicher Rundfunk || ■? || ■ || || || || ○? || || || Produktionen standen dem SKA 2019 aus rechtlichen Gründen nicht zur Verfügung&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;; Archivbestände und heutiger Stand ''offen''&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.1.3 Akteursgruppen ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die meisten Kulturgutträger sind kleinere Einrichtungen, Gruppen oder Privatpersonen. Sie werden hier zu Gruppen zusammengefasst. Die Anzahlen sind Mindestwerte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|+ B. Bewahren, D. Dokumentieren, K1. Erfassen, K2. Digitalisieren K3. Erhalten, K4. Nutzung ermöglichen, S. Steuern, F. Fördern&lt;br /&gt;
! Gruppe !! Beispiele !! Typische Trägerschaft !! Bekannte Anzahl !! Typische Rollen !! Besonderheiten&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Kleine Museen, Heimatstuben, Gedenk- und Begegnungsorte ||&lt;br /&gt;
* Muzej Ćišinskeho (Panschwitz-Kuckau),&amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
* Njepilic dwór (Rohne), Sorbisches Kulturzentrum Schleife, &lt;br /&gt;
* Heimatmuseum Dissen, &lt;br /&gt;
* Archiv verschwundener Orte (Horno) &lt;br /&gt;
|| Gemeinde, Förderverein, Domowina-Ortsgruppe, privat || 22 in der Domowina-Übersicht 2019 (9 Ober-, 13 Niederlausitz)&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019b&amp;quot;/&amp;gt;; 23 in der Arbeitsliste 2026, davon 12 bisher nur durch die Domowina-Unterlagen belegt&amp;lt;ref name=&amp;quot;liste2026&amp;quot;/&amp;gt; || '''B''' ■, '''D''' ○ || überwiegend ehrenamtlich; 2019 benannte Defizite: fehlender Nachwuchs, fehlende Marketingstrategie, fehlende Vernetzung, unzureichende Finanzierung, fehlende fachliche Begleitung; teilweise ohne eigenes Inventar&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;; zwei private Ausstellungen ohne jede Förderung, von den Betreibern im Ruhestand allein betreut&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019b&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Regionale Museen mit sorbischen Beständen || &lt;br /&gt;
* Museum der Westlausitz Kamenz, &lt;br /&gt;
* Museum Bautzen, &lt;br /&gt;
* Spreewald-Museum Lübbenau mit Freilandmuseum Lehde, &lt;br /&gt;
* Slawenburg Raddusch, &lt;br /&gt;
* Niederlausitzer Heidemuseum Spremberg &lt;br /&gt;
|| Landkreis oder Kommune (''Annahme'') || 7 in der Domowina-Übersicht 2019 (2 Ober-, 5 Niederlausitz)&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019b&amp;quot;/&amp;gt; || '''B''' ■; &amp;lt;br&amp;gt;'''K1-K4''' ''offen'' || Umfang des sorbischen Anteils am Bestand ''offen''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Ensembles, Chöre, Trachten- und Brauchtumsgruppen || – || Verein || ''offen'' || tragen die Praxis;&amp;lt;br&amp;gt; '''D''' ○, '''B''' ○ || Trachtenfundi 2019 ausdrücklich zu den Beständen in sorbischer Verantwortung gezählt&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;; eigene Aufnahmen und Fundi meist nicht erfasst (''Annahme'')&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Chronisten, Film- und Fotoamateure || &lt;br /&gt;
* Chronistengruppe der Župa Michał Hórnik, &lt;br /&gt;
* deutsch-sorbischer Filmkreis &lt;br /&gt;
|| ehrenamtlich, privat || ''offen'' || '''D''' ■, '''B''' ○ || Beiträge von Laien 2019 nur sporadisch, Bestände oft unstrukturiert&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Private Sammlungen und Nachlässe || &lt;br /&gt;
* Nachlass der Malerin Hanka Krawcec, überwiegend in Tschechien; &lt;br /&gt;
* weitere private Sammlungen und Nachlässe in Ober- und Niederlausitz &lt;br /&gt;
|| privat || 4 in der Domowina-Übersicht 2019; tatsächlich ''offen'' || '''B''' ■ || Verbleib beim Generationenwechsel ungesichert (''Annahme'')&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Kirchliche Einrichtungen || &lt;br /&gt;
* Ausstellung zu Jan Bjedrich Fryco in der evangelischen Kirche Kolkwitz; &lt;br /&gt;
* kirchliches Informations- und Begegnungszentrum in Horno mit Holzmodellen abgebaggerter Kirchen&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019b&amp;quot;/&amp;gt; &lt;br /&gt;
|| Kirchgemeinde || 2 (in den kleinen Orten enthalten); weitere ''offen'' || '''B''' ○ || weitere kirchliche Bestände nicht erfasst (''Annahme'')&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Weitere sorbische Kultur- und Medieneinrichtungen || &lt;br /&gt;
* Deutsch-Sorbisches Volkstheater (Archiv 2019 zusammen mit dem des SNE genannt); &lt;br /&gt;
* Domowina-Verlag (2019 als Produzent genannt, dessen Erzeugnisse an das SKA gehen sollten)&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt; &lt;br /&gt;
|| verschieden || ''offen'' || '''B''' ○ || Umfang ''offen''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Öffentliche Träger und Fördergeber || &lt;br /&gt;
* Bund, &lt;br /&gt;
* Freistaat Sachsen, &lt;br /&gt;
* Land Brandenburg, &lt;br /&gt;
* Landkreise, &lt;br /&gt;
* Kommunen &lt;br /&gt;
|| öffentlich || – || '''F''' ■, '''S''' ○ || tragen die großen Museen; 2019 erfüllten kleine Museen im Landkreis Bautzen die Kriterien für eine institutionelle Förderung nicht, im Landkreis Spree-Neiße waren die Bedingungen besser&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Überregionale Gedächtniseinrichtungen || &lt;br /&gt;
* Oberlausitzische Bibliothek der Wissenschaften Görlitz&amp;lt;ref name=&amp;quot;slub&amp;quot;/&amp;gt;; &lt;br /&gt;
* Sächsisches Staatsarchiv, &lt;br /&gt;
* Brandenburgisches Landeshauptarchiv, &lt;br /&gt;
* Deutsche Nationalbibliothek (''Annahme''); &lt;br /&gt;
* Einrichtungen in Tschechien &lt;br /&gt;
|| öffentlich || ''offen'' || '''B''' ○; &amp;lt;br&amp;gt;mögliche Partner für K3 und K4 || sorbische Bestände außer in Görlitz ''offen''&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.1.4 Erste Befunde ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Rollenübersicht erlaubt erste Hinweise, die in den folgenden Abschnitten geprüft werden:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* '''Bewahren ist breit verteilt, Dienste sind konzentriert.''' Erfassen und Digitalisieren für mehrere Träger plant nach heutigem Kenntnisstand vor allem das SI. Die SLUB macht sorbisches Schrifttum bereits digital zugänglich, auch aus Beständen des SI. Ob weitere Akteure Dienste für Dritte anbieten, ist ''offen''.&lt;br /&gt;
* '''Für die langfristige Erhaltung fremder Bestände ist kein sorbischer Akteur erkennbar.''' Offen ist, wer Digitalisate anderer Träger verbindlich und dauerhaft übernimmt. So gelangen Veranstaltungsaufnahmen des Studijo Lucija nur komprimiert und teilweise in das SKA.&amp;lt;ref name=&amp;quot;lucija&amp;quot;/&amp;gt; Die SLUB betreibt eine eigene digitale Langzeitarchivierung; ob sie auch für sorbische Träger in Frage kommt, ist ''offen''.&lt;br /&gt;
* '''Die Dokumentation des lebendigen Kulturlebens liegt teils außerhalb sorbischer Verantwortung.''' Sorbischsprachige Produktionen von MDR und rbb standen dem SKA 2019 aus rechtlichen Gründen nicht zur Verfügung.&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt; Der heutige Stand ist ''offen''.&lt;br /&gt;
* '''Die Domowina ist der wichtigste Zugang zu kleinen Trägern.''' Mindestens 9 der 23 kleinen Sammlungsorte sind direkt oder über Mitgliedsvereine mit ihr verbunden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;liste2026&amp;quot;/&amp;gt; Ihre Strukturen eignen sich daher als Weg, kleine Träger zu erreichen – für die Erhebung ebenso wie für spätere Unterstützungsangebote.&lt;br /&gt;
* '''Das Wissen über kleine Träger ist lückenhaft und teils veraltet.''' 12 der 23 kleinen Orte sind bisher nur durch die Domowina-Unterlagen von 2019 und 2020 belegt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;liste2026&amp;quot;/&amp;gt; Ob sie heute noch bestehen und wie es um ihre Bestände steht, ist ''offen''. Besonders privat betreute Ausstellungen werden in Abschnitt 3.2 auf ihre Gefährdung geprüft.&lt;br /&gt;
* '''Kleine Träger haben keine feste Anlaufstelle, die Koordination war 2020 ungeklärt.''' Das frühere Sorbische Folklorezentrum war seit 1993 faktisch nicht mehr tätig.&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt; In der Niederlausitz diente 2020 ein Projekt zur Inwertsetzung des immateriellen Kulturerbes auch der Vernetzung kleiner Museen. Der Kulturausschuss der Domowina sah sich als ehrenamtliches Gremium nicht in der Lage, die Koordination zu leisten, und bat Fachinstitutionen und die Gremien der Stiftung, Verantwortung zu übernehmen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2020&amp;quot;/&amp;gt; Wie das heute geregelt ist, untersucht Abschnitt 3.4.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Liste aller bekannten Sammlungsorte mit Typ, Trägerschaft und Kulturgutklassen steht in [[12.3.A3 Sammlungsorte des sorbischen Kulturerbes|Anhang 12.3.A3]]. Sie wird laufend ergänzt.&lt;br /&gt;
&amp;lt;!-- Anhang 12.3.A3 aus der Arbeitsliste vom 02.04.2026 aufbauen; Namen privater Sammler nur mit Einverständnis --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== 3.2 Bestände und Bedarfe ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieser Abschnitt beschreibt die Nachfrageseite der Analyse: Welche Bestände sorbischen Kulturerbes gibt es, wie weit sind sie erfasst und digitalisiert, welche sind gefährdet, und welche Unterstützung brauchen die Kulturgutträger? Festgestellt wird dabei nur, wo Zeitdruck besteht. Welche Bestände mit welcher Priorität bearbeitet werden, entscheiden die sorbische Gemeinschaft und ihre Fachgremien (vgl. [[#2.4.2 Prozessschritte im Detail|Prozessschritt 3 „Bewerten &amp;amp; freigeben“]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein institutionsübergreifender Überblick über die Bestände existiert bisher nicht (siehe 3.2.5). Die folgenden Angaben sind daher Mindestwerte und Größenordnungen aus veröffentlichten Angaben der Einrichtungen, Projektunterlagen und den in [[#3.1 Akteure und Rollen|Abschnitt 3.1]] genannten Quellen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.2.1 Begriffe ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
; Sammlungsort&lt;br /&gt;
: Ort, an dem Kulturgüter verwahrt werden, etwa ein Museum, ein Archiv, eine Heimatstube oder eine Privatwohnung. Ein Akteur kann mehrere Sammlungsorte haben.&lt;br /&gt;
; Bestand&lt;br /&gt;
: Abgrenzbare Gruppe von Kulturgütern einer [[#2.2 Klassifizierung von Kulturgütern|Kulturgutklasse]], die an einem Sammlungsort gemeinsam verwahrt wird, zum Beispiel die Fotografien einer Heimatstube oder die Tonbänder eines Archivs. Feiner unterschieden wird nur, wenn sich Zustand oder Rechtslage deutlich unterscheiden. Ein Bestand gehört zu dem Ort, an dem das Original oder die Masterdatei liegt; Kopien an anderen Orten beschreiben seinen Digitalisierungsstand.&lt;br /&gt;
: Bei immateriellem Kulturerbe gilt die vorhandene Dokumentation als Bestand, etwa Ton- und Videoaufnahmen oder Beschreibungen. Eine bisher nicht dokumentierte Praxis erscheint als Dokumentationsbedarf.&lt;br /&gt;
; Bedarf&lt;br /&gt;
: Was ein Bestand oder ein Kulturgutträger braucht. &lt;br /&gt;
:* ''Bestandsbezogene'' Bedarfe richten sich auf die [[#2.3.2 Vier Kernfunktionen|vier Kernfunktionen]] (erfassen, digitalisieren, langfristig erhalten, zugänglich machen). &lt;br /&gt;
:* ''Trägerbezogene'' Bedarfe betreffen den Akteur selbst, etwa Personal, Beratung oder Finanzierung.&lt;br /&gt;
; Dringlichkeit&lt;br /&gt;
: Zeitdruck, der sich aus einer Gefährdung ergibt. Sie ist nicht gleichbedeutend mit Priorität, in die auch kulturelle Bedeutung, Nutzen und Machbarkeit eingehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.2.2 Bestandslandkarte ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Übersicht folgt der [[#2.2 Klassifizierung von Kulturgütern|Klassifizierung aus Abschnitt 2.2]]. Sie nennt für jede Klasse typische Bestände, die wichtigsten Träger und den bekannten Stand. Einzelne Sammlungsorte stehen in [[12.3.A3 Sammlungsorte des sorbischen Kulturerbes|Anhang 12.3.A3]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|+ Bestände nach Kulturgutklassen (Stand: weitgehend · teilweise · kaum · ''offen'')&lt;br /&gt;
! Klasse !! Typische Bestände !! Wichtigste Träger !! Umfang, soweit bekannt !! Erfasst !! Digitalisiert !! Gefährdung&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''A''' Materiell – unbeweglich || Denkmale, Gedenktafeln, Inschriften, Grabmäler, Blockbauten, Wirkungsstätten, Kirchen || Eigentümer, Gemeinden, Kirchgemeinden; dokumentiert durch das SI || Inventar sorbischer Kulturdenkmale in Sachsen: 61 Aktenordner, 6.300 analoge Fotomotive&amp;lt;ref name=&amp;quot;dmp&amp;quot;&amp;gt;Sorbisches Institut o. J.: Datenmanagementplan zum Teilprojekt „Sorbische Kulturdenkmale in Sachsen“ im Verbundprojekt DIKUSA – Vernetzung digitaler Kulturdaten in Sachsen, Laufzeit 01.02.2022–31.12.2025. URL: https://www.saw-leipzig.de/de/projekte/dikusa/datenmanagementplaene-1/dmp_si_dikusa.pdf/@@download/file/DMP_SI_Dikusa.pdf, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;; nach einer älteren Untersuchung rund 1.700 Objekte in der sächsischen Oberlausitz (''zu prüfen'')&amp;lt;ref name=&amp;quot;kdm&amp;quot;&amp;gt;Fachpublikation zu sorbischen Kulturdenkmalen. Interne Referenz: saxorum-10788_Sorbische_Kulturdenkmale_digital_erfassen_präsentieren.pdf. Angabe nach Projektunterlagen, noch zu prüfen.&amp;lt;/ref&amp;gt; || teilweise: Sachsen inventarisiert; Niederlausitz in Erfassung, geplant in drei Phasen bis 2031&amp;lt;ref name=&amp;quot;nlposter&amp;quot;&amp;gt;Sorbisches Institut o. J.: Materielle Zeugnisse sorbischer/wendischer Kultur in der Niederlausitz. Modul 4 des Vorhabens „Digitales Portal zu sorbischen und Lausitzer Sprach- und Kulturlandschaften“ (Poster). URL: https://serbski-institut.de/wp-content/uploads/2021/11/A0-Druck_DigPortal-M4.pdf, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; || teilweise: Inventar Sachsen 2022–2025 digital aufbereitet&amp;lt;ref name=&amp;quot;dmp&amp;quot;/&amp;gt;; 78 Objekte öffentlich im Atlas auf Sorabicon (April 2026)&amp;lt;ref name=&amp;quot;atlas&amp;quot;&amp;gt;Sorbisches Institut 2026: Pressemitteilung zum digitalen Atlas sorbischer Kulturdenkmale im Wissensportal Sorabicon, 30.04.2026. URL: https://idw-online.de/de/news870102, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; || Verwitterung, Umbau, Abriss (''Annahme''); Inventar teils nur analog oder in veralteten Dateiformaten (siehe 3.2.3)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''B1''' Schriftgut || Bücher, Zeitungen, Handschriften, Nachlässe, Vereins- und Institutionsakten, Plakate, Grafik || Sorbische Zentralbibliothek, Sorbisches Kulturarchiv (SKA), Sorbisches Museum, SLUB, Hórnik-Bibliothek im Wendischen Seminar Prag, Oberlausitzische Bibliothek der Wissenschaften Görlitz || Zentralbibliothek ca. 110.000 Medieneinheiten&amp;lt;ref name=&amp;quot;liste2026&amp;quot;/&amp;gt;; Sorbisches Museum über 1.000 Schriftquellen, ca. 1.700 Plakate, ca. 6.000 Grafiken&amp;lt;ref name=&amp;quot;sm&amp;quot;&amp;gt;Sorbisches Museum Bautzen o. J.: Museum – Sammlung. URL: https://sorbisches-museum.de/museum/?lang=en, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;; SKA: Nachlässe, Akten der Domowina 1912–1989 und sorbischer Vereine, Umfang ''offen''&amp;lt;ref name=&amp;quot;ska&amp;quot;&amp;gt;Sorbisches Institut o. J.: Sorbian Cultural Archive. URL: https://www.serbski-institut.de/en/sorbian-cultural-archive/, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; || weitgehend in den Bibliotheken (Katalog, Sorbische Bibliographie)&amp;lt;ref name=&amp;quot;vls&amp;quot;/&amp;gt;; kleine und private Träger ''offen'' || teilweise: 1.634 Dokumente des SI auf Sachsen.Digital (Stand 2021)&amp;lt;ref name=&amp;quot;ldp&amp;quot;&amp;gt;Sorbisches Institut 2021: Pressemitteilung zu Digitalisaten aus dem Landesdigitalisierungsprogramm Sachsen (u. a. „Serbowka“, erstes sorbisches Lehrbuch), 12.03.2021. URL: https://serbski-institut.de/wp-content/uploads/2021/12/2021-03-12_MI_Erstes-sorbisches-Lehrbuch-LDP_Serbowka_de.4753.pdf, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;; Handschriften des SKA 2016 digitalisiert&amp;lt;ref name=&amp;quot;hs&amp;quot;&amp;gt;Sorbisches Institut o. J.: Digitalisate handschriftlicher Literatur aus den Beständen des SKA in Sachsen.digital. URL: https://serbski-institut.de/de/Handschriften-als-Digitalisat, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;; Zeitungen und Zeitschriften teils online&amp;lt;ref name=&amp;quot;vls&amp;quot;/&amp;gt; || Nachlässe in Privatbesitz; säurehaltiges Papier des 19. und 20. Jahrhunderts (''Annahme'', nicht erhoben)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''B2''' Fotografien und Bildträger || Fotosammlungen und Fotonachlässe, Negative, Glasplatten, Dias || SKA, Sorbisches Museum, Wendisches Museum, Stadtmuseum Cottbus, SI (Kulturdenkmale), Chronisten, Privatpersonen || Sorbisches Museum ca. 10.500 Fotos&amp;lt;ref name=&amp;quot;sm&amp;quot;/&amp;gt;; Inventar Kulturdenkmale 6.300 Motive&amp;lt;ref name=&amp;quot;dmp&amp;quot;/&amp;gt;; SKA ''offen'' || teilweise bei Museen und SKA; private Bestände oft unstrukturiert&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt; || teilweise: ausgewählte Bildsammlungen des SKA im Virtuellen Lesesaal&amp;lt;ref name=&amp;quot;vls&amp;quot;/&amp;gt;; Glasplattennegative der Sammlung Fritz Unger (Stadtmuseum Cottbus) mit wendischen Motiven auf museum-digital&amp;lt;ref name=&amp;quot;unger&amp;quot;&amp;gt;museum-digital:brandenburg o. J.: Wendische Trachtengruppe, Glasplattennegativ, Fotografische Sammlung Fritz Unger, Stadtmuseum Cottbus, Inv.-Nr. U190-05. URL: https://brandenburg.museum-digital.de/pdf/object/65463.pdf?lang=de, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; || Negative und Glasplatten empfindlich (''Annahme''); private Bestände ohne Verzeichnis&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''B3''' Analoge AV-Träger || Tonbänder, Kassetten, Schallplatten, Videobänder, Filme || SKA, MDR und rbb, SNE, Amateurfilmer, Njepila-Hof (Tondokumente)&amp;lt;ref name=&amp;quot;liste2026&amp;quot;/&amp;gt;; Filme der früheren DEFA (Filmstudio der DDR), Hörfunkbestände der DDR-Zeit im Deutschen Rundfunkarchiv (''Annahme'') || sorbischsprachiger Rundfunk seit 1948&amp;lt;ref name=&amp;quot;rundfunk&amp;quot;&amp;gt;Wikipedia (englisch): Sorbischer Rundfunk. URL: https://en.wikipedia.org/wiki/Sorbischer_Rundfunk, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;; DEFA-Gruppe „Sorbischer Film“ 1980–1990: knapp 40 Filme&amp;lt;ref name=&amp;quot;defa&amp;quot;&amp;gt;Deutsches Historisches Museum, Zeughauskino o. J.: Filmreihe „Sorbische Filmlandschaften“. URL: https://www.dhm.de/zeughauskino/filmreihe/sorbische-filmlandschaften/, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;; SKA, SNE und Amateurbestände ''offen'' || kaum bekannt || teilweise: Filme des SKA im sächsischen Programm zur Sicherung des audiovisuellen Erbes digitalisiert&amp;lt;ref name=&amp;quot;vls&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;avsachsen&amp;quot;&amp;gt;Leipziger Internet Zeitung 2020: Über 50.000 Film- und Tonminuten digitalisiert. Zwischenbilanz zur Sicherung des audiovisuellen Erbes in Sachsen, 16.09.2020. URL: https://www.l-iz.de/melder/wortmelder/2020/09/Ueber-50-000-Film-und-Tonminuten-digitalisiert-Zwischenbilanz-zur-Sicherung-des-audiovisuellen-Erbes-in-Sachsen-349190, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;; Umfang ''offen'' || '''hoch''': Magnetbandformate sind veraltet, die routinemäßige Überspielung endet nach Einschätzung von UNESCO und IASA (Internationaler Verband der Schall- und audiovisuellen Archive) etwa 2025&amp;lt;ref name=&amp;quot;mta&amp;quot;&amp;gt;IASA o. J.: Announcing the Magnetic Tape Alert Project (UNESCO-Programm „Information for All“ und IASA). URL: https://iasa-web.org/node/5374, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''B4''' 3D-Objekte || Trachten und Textilien, Volkskunst, Ostereier, Keramik, Hausrat, Kunstwerke || Sorbisches Museum, Wendisches Museum, Heimatmuseen und Heimatstuben, Trachtenfundi von Vereinen und Ensembles, private Sammlungen || Sorbisches Museum ca. 35.000 inventarisierte Objekte über alle Sammlungsbereiche, davon Kunstsammlung 6.900 Werke&amp;lt;ref name=&amp;quot;sm&amp;quot;/&amp;gt;; Wendisches Museum: größte Sammlung niedersorbischer Tracht, Zahl ''offen''&amp;lt;ref name=&amp;quot;wm&amp;quot;&amp;gt;Wendisches Museum Cottbus o. J.: Selbstdarstellung des Museums, Dokument im Ratsinformationssystem der Stadt Cottbus. URL: https://session.cottbus.de/oparl/bodies/0001/downloadfiles/00007050.pdf, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;; Heimatmuseum Dissen 6.700 inventarisierte Exponate (SKR-Konzept, S. 8)&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;/&amp;gt;; Jänschwalde über 40 Originaltrachten und über 1.000 Keramiken&amp;lt;ref name=&amp;quot;liste2026&amp;quot;/&amp;gt; || teilweise: beide sorbischen Museen haben Inventare, aber kein verknüpfendes System (SKR-Konzept, S. 7)&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;/&amp;gt;; kleine Museen teils ohne Inventar&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt; || kaum: acht Häuser mit sorbischem Schwerpunkt haben zusammen 401 Objekte auf museum-digital veröffentlicht (SKR-Konzept, S. 8)&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;/&amp;gt;; Online-Sammlungen der beiden sorbischen Museen nicht gefunden || Textilien empfindlich (''Annahme''); private Ausstellungen ohne Nachfolge (siehe 3.2.3)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''C1''' Orale Traditionen || Sprache und Dialekte, Erzählungen, Sagen, Zeitzeugenberichte || Sprecherinnen und Sprecher; dokumentiert durch SI und Rundfunk || ''offen'' || teilweise: Zeitzeugen-O-Töne im Wissensportal Sorabicon&amp;lt;ref name=&amp;quot;atlas&amp;quot;/&amp;gt; || teilweise || '''hoch''' für das Niedersorbische: nach Angaben des Bundesinnenministeriums 2024 nur noch wenige hundert fließende Sprecherinnen und Sprecher&amp;lt;ref name=&amp;quot;sprache&amp;quot;&amp;gt;Universität Potsdam o. J.: Mehrsprachigkeit in Brandenburg – Sorbisch (mit Verweis auf BMI 2024 und Landesregierung Brandenburg 2024). URL: https://www.uni-potsdam.de/de/svm/mehrsprachigkeit-in-brandenburg/studentische-projekte/sorbisch, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''C2''' Darstellende Künste || Musik, Lieder, Tanz, Theater, Chorgesang || SNE, Deutsch-Sorbisches Volkstheater, Chöre und Ensembles; dokumentiert durch Rundfunk und Studijo Lucija || ''offen'' || ''offen'' || teilweise: neuere Aufnahmen meist ursprünglich digital (siehe D1) || ältere Mitschnitte auf AV-Trägern (siehe B3)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''C3''' Rituale und Feste || Bräuche und Feste im Jahreslauf, u. a. Vogelhochzeit, Zampern, Zapust, Ostersingen, Osterreiten, Maibaum, Kirmes || Vereine, Dorfgemeinschaften, Kirchgemeinden || „Gesellschaftliche Bräuche und Feste der Lausitzer Sorben im Jahreslauf“ seit 2014 im Bundesweiten Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes&amp;lt;ref name=&amp;quot;ike&amp;quot;&amp;gt;Sorbisches Institut 2020: Aufruf und Fragebogen zur Erhebung sorbischer/wendischer Bräuche und Feste im Landkreis Spree-Neiße, 18.12.2020. URL: https://www.serbski-institut.de/wp-content/uploads/2022/03/IKE-Fragebogen-Aufruf_2020_12_189_DE.4701.pdf, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;iketour&amp;quot;&amp;gt;Sachsen-Tourismus 2025: Hintergrundtext Immaterielles Kulturerbe. URL: https://www.sachsen-tourismus.de/fileadmin/mediendatenbank_ALT/mediendatenbank/bilder/presse/rechercheideen/hintergrundtext-immaterielles-kulturerbe-2025.pdf, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; || teilweise: Erhebung im Landkreis Spree-Neiße durch das SI ab 2020, Ergebnisstand ''offen''&amp;lt;ref name=&amp;quot;ike&amp;quot;/&amp;gt;; Oberlausitz ''offen'' || teilweise || Praxis im Wandel; frühere Ausprägungen nur über Dokumentation greifbar (''Annahme'')&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''C4''' Wissen über Natur und Universum || Volksglaube, Heil- und Sammelwissen, religiöse Praxis || Familien, Kirchgemeinden || ''offen'' || ''offen'' || ''offen'' || Wissen oft bei wenigen, teils älteren Personen (SKR-Konzept, S. 8)&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''C5''' Traditionelles Handwerk || Ostereiverzierung, Trachtenherstellung und -pflege, Weben, Flachs und Leinen, Töpfern || Handwerkerinnen und Handwerker, Vereine, Heimatmuseen, z. B. Sorbische Webstube Drebkau&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;/&amp;gt;, Kólasko Drachhausen&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019b&amp;quot;/&amp;gt; || ''offen'' || ''offen'' || ''offen'' || Wissen an wenige Personen gebunden; fehlender Nachwuchs (SKR-Konzept, S. 8)&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''D1''' Born-digital || Websites, soziale Medien, Veranstaltungsmitschnitte, digitale Fotos und Videos, digitale Publikationen, Projektdaten || Studijo Lucija, Rundfunk, Verlage, Vereine, Einrichtungen || ''offen'' || kaum || – || '''hoch''': keine systematische Sicherung sorbischer Web- und Social-Media-Inhalte bekannt; Webarchivierung in Deutschland insgesamt lückenhaft&amp;lt;ref name=&amp;quot;webarchiv&amp;quot;&amp;gt;netzpolitik.org 2026: Kritische Infrastruktur: Bei der Web-Archivierung fehlt die Strategie. URL: https://netzpolitik.org/2026/kritische-infrastruktur-bei-der-web-archivierung-fehlt-die-strategie/, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;; Masterdateien teils nur beim Erzeuger&amp;lt;ref name=&amp;quot;lucija&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''D2''' Digitalisate || digitale Repräsentationen aus den Klassen A bis C || SI, SLUB, Museen, Projekte || SI: 1.634 Dokumente auf Sachsen.Digital (2021)&amp;lt;ref name=&amp;quot;ldp&amp;quot;/&amp;gt;; Sorabicon: zwölf veröffentlichte Sammlungen (2026)&amp;lt;ref name=&amp;quot;atlas&amp;quot;/&amp;gt; || teilweise: über Kataloge und die Deutsche Digitale Bibliothek nachgewiesen, teils als gemeinfrei gekennzeichnet&amp;lt;ref name=&amp;quot;ddb&amp;quot;&amp;gt;Deutsche Digitale Bibliothek o. J.: Wot togo narodu Jesu Christußa (1865), Datengeber: Sorbisches Institut / Sorbisches Kulturarchiv. URL: https://www.deutsche-digitale-bibliothek.de/item/3IVBZKDCQK6LHTOFW5HKYF235K6A4QEF, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; || – || Langzeiterhaltung teils ungeklärt: Projektdaten lagen bei einem Webhoster mit Datensicherung, die Langzeitarchivierung war „zu eruieren“&amp;lt;ref name=&amp;quot;dmp&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.2.3 Bestände mit vorrangigem Digitalisierungsbedarf ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als vorrangig gilt ein Bestand, wenn mindestens einer der folgenden Gründe zutrifft:&lt;br /&gt;
# '''Materialverfall oder veraltete Technik:''' Der Träger zerfällt, oder Abspielgeräte sind kaum noch verfügbar.&lt;br /&gt;
# '''Ungesicherte Betreuung:''' Nachfolge, Räume oder Trägerschaft sind nicht gesichert.&lt;br /&gt;
# '''Unikat ohne Sicherung:''' Es gibt weder eine Kopie noch einen Nachweis an anderer Stelle.&lt;br /&gt;
# '''Schwindendes Wissen:''' Trägerinnen und Träger einer Praxis oder Zeitzeugen können nur noch begrenzte Zeit befragt werden.&lt;br /&gt;
# '''Ungesicherte digitale Dateien:''' Masterdateien fehlen, es gibt kein Zielarchiv, oder die Dateiformate veralten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die '''Dringlichkeit''' ist &lt;br /&gt;
* ''hoch'', wenn Verlust oder Unzugänglichkeit innerhalb weniger Jahre wahrscheinlich sind, &lt;br /&gt;
* ''mittel'', wenn ein Risiko erkennbar ist, der Zeitrahmen aber offen ist, und &lt;br /&gt;
* ''offen'', wenn die Lage nicht bekannt ist. &lt;br /&gt;
Die Herkunft der Dringlichkeit ist mit '''G''' gekennzeichnet, wenn der Bedarf von Trägern oder in ihren Unterlagen genannt wurde, und mit '''A''', wenn er aus der Analyse abgeleitet ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|+ Bestände mit vorrangigem Digitalisierungsbedarf&lt;br /&gt;
! Bestand / Bestandsgruppe !! Träger !! Klasse !! Grund !! Dringlichkeit !! Herkunft !! Quelle&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Ton-, Video- und Filmbestände auf Magnetband und Film || SKA, SNE, Rundfunk, Amateurfilmer, Njepila-Hof u. a. || B3 || 1, 3 || hoch || A || &amp;lt;ref name=&amp;quot;mta&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;ska&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Sprache und Erzählwissen der letzten muttersprachlichen Sprecherinnen und Sprecher des Niedersorbischen || – || C1 || 4 || hoch || A || &amp;lt;ref name=&amp;quot;sprache&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Zwei private Ausstellungen in der Oberlausitz, von den Betreibern im Ruhestand allein und ohne Förderung betreut (Stand 2019) || privat || B4 || 2, 3 || hoch, sofern noch bestehend || G || &amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019b&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Private Sammlungen und Nachlässe, darunter Filme und Chroniken sowie ein Nachlass, dessen Sichtung und Bewertung 2019 erbeten wurde || privat || B1–B4 || 1, 2, 3 || hoch || G || &amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019b&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Veranstaltungsmitschnitte, die nur komprimiert und teilweise an das SKA gehen || Studijo Lucija || D1 (C2, C3) || 5 || hoch || A || &amp;lt;ref name=&amp;quot;lucija&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Inventar sorbischer Kulturdenkmale in Sachsen: analoge Negative und Dateien in veralteten Formaten (u. a. .wps, .wbk, .wks) || SI || B2, D1 || 1, 5 || mittel || A || &amp;lt;ref name=&amp;quot;dmp&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Sorbische Websites und soziale Medien || verschieden || D1 || 5 || mittel || A || &amp;lt;ref name=&amp;quot;webarchiv&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Archiv verschwundener Orte in Horno: Umzug 2019 geplant || Trägerschaft ''offen'' || B1, B2 || 2 || ''offen'' || G || &amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019b&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.2.4 Bedarfe der Kulturgutträger ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Neben dem Bedarf einzelner Bestände haben viele Kulturgutträger Bedarfe, die sie selbst betreffen. Sie werden hier gebündelt und der Seite des Angebots zugeordnet, an die sie sich richten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
! Bedarf !! Betroffene Träger !! Richtet sich an !! Herkunft !! Quelle&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Personal und Nachwuchs für Betreuung und Erfassung || kleine Museen, Heimatstuben, ehrenamtliche Sammlungsorte || Rahmen (F) || G || &amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;; SKR-Konzept, S. 7–8 und 29&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Laufende Finanzierung für Personal und Unterhalt; z. B. jährliches Ringen um Personalmittel in Dissen || kleine Museen || Rahmen (F) || G || &amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019b&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Fachliche Begleitung, Beratung und Schulung || kleine und ehrenamtliche Träger || K1–K3, Rahmen || G || &amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;; SKR-Konzept, S. 10 und 30&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Inventarisierung und digitale Erschließung; Nachholbedarf wegen Personalmangels „teils bestandsgefährdend“ || kleine Museen, private Sammlungen, auch die großen Museen || K1 || G || SKR-Konzept, S. 7&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;/&amp;gt;; &amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Vernetzung und Kooperation || kleine Museen || Rahmen (S) || G || &amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Sichtbarkeit und Präsentation || sorbische Museen, kleine Museen || K4 || G || &amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2020&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Sichtung und Bewertung von Nachlässen || private Nachlässe || K1, Prozessschritt „Bewerten“ || G || &amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019b&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Räume, Bausubstanz und Bewirtschaftung, z. B. Muzej Ćišinskeho, Dom Njechorńskeho || kleine Museen und Gedenkorte || Rahmen (Voraussetzung) || G || &amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019b&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Digitalisierung von Ton-, Film- und Fotobeständen als Dienstleistung || SKA, kleine und private Träger || K2 || A || –&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Verbindlicher Ort für die langfristige Erhaltung von Digitalisaten und ursprünglich digitalen Aufnahmen || Studijo Lucija, Projekte, kleine Träger || K3 || A || &amp;lt;ref name=&amp;quot;lucija&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;dmp&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Rechteklärung und Einwilligungen || Rundfunkproduktionen, Veranstaltungsaufnahmen || Rahmen || G (Rundfunk) / A || &amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Bedarfe des Sorbischen Museums und des Wendischen Museums || beide sorbischen Museen || K1–K4 || G || Digitalisierungskreis, Sitzung vom 21.04.2026 (''noch einzuarbeiten'')&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.2.5 Erste Befunde ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* '''Ein Gesamtüberblick über die Bestände fehlt.''' 2020 wurde festgestellt, dass eine systematische Registrierung des sorbischen Kulturerbes fehlt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2020&amp;quot;/&amp;gt; 2025 beschrieb das SI die Bedingungen an den Sammlungsorten als „von vorbildlich bis prekär“; vieles liege nur analog vor, und die Digitalisierung stehe überwiegend am Anfang.&amp;lt;ref name=&amp;quot;skrhandout&amp;quot;&amp;gt;Sorbisches Institut 2025: Handout zum Pressegespräch „Konzept Sorbisches Kulturregister“, 20.11.2025. URL: https://www.serbski-institut.de/wp-content/uploads/2025/11/2025-11-20_Handout-Pressegespraech-SKR_Konzept.pdf, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Ein Überblick sei derzeit nicht möglich, weil die Sammlungsorte technisch „fraktioniert oder gar inkompatibel“ arbeiten (SKR-Konzept, S. 8).&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
* '''Die bekannten Sammlungsorte sind nur ein Ausschnitt.''' Das SKR-Konzept nennt mehr als 70 Einrichtungen mit kulturerberelevantem Archivgut (S. 10). Im Arbeitskreis Lausitzer Museenland widmet sich etwa ein Drittel der 48 Heimatstuben und Regionalmuseen sorbischer Geschichte und Kultur (S. 7).&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;/&amp;gt; Die Arbeitsliste umfasst bisher rund 32 Orte.&amp;lt;ref name=&amp;quot;liste2026&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
* '''Zahlen gibt es nur für wenige große Träger.''' Für das Sorbische Museum, die Sorbische Zentralbibliothek und die Digitalisate des SI liegen Größenordnungen vor. Für das SKA, das Wendische Museum, die audiovisuellen Bestände und fast alle kleinen Träger fehlen sie.&lt;br /&gt;
* '''Wo der Zeitdruck am größten ist, ist am wenigsten bekannt.''' Das betrifft vor allem die analogen Ton-, Video- und Filmbestände sowie die Dokumentation des Niedersorbischen.&lt;br /&gt;
* '''Online sichtbar ist nur ein Bruchteil.''' Acht Häuser mit sorbischem Schwerpunkt haben zusammen 401 Objekte auf museum-digital veröffentlicht; das Heimatmuseum Dissen mit 6.700 inventarisierten Exponaten noch keines (SKR-Konzept, S. 8).&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
* '''Digital vorhanden heißt nicht gesichert.''' Ursprünglich digitale Aufnahmen und Projektdaten haben teils kein Zielarchiv oder liegen in veralteten Formaten vor (siehe 3.2.3). Wer diese Aufgabe übernimmt, untersuchen die Abschnitte 3.3 und 3.4.&lt;br /&gt;
* '''Das immaterielle Kulturerbe ist ungleich dokumentiert.''' Für die Niederlausitz gab es ab 2020 eine Erhebung der Bräuche und Feste,&amp;lt;ref name=&amp;quot;ike&amp;quot;/&amp;gt; für die Oberlausitz ist keine vergleichbare bekannt.&lt;br /&gt;
* '''Ein Teil des Erbes liegt außerhalb sorbischer Verantwortung oder außerhalb der Lausitz,''' etwa in Prag, Dresden und Görlitz, in Rundfunkarchiven und bei der DEFA-Überlieferung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Ist-Analyse kann damit Struktur und Schwerpunkte benennen, aber keine vollständige Bestandsübersicht ersetzen. Eine institutionsübergreifende Bestands- und Bedarfserhebung mit Prioritätenliste ist eine eigene Aufgabe (vgl. das Ziel 2028 in [[#1.1 Visionen und Ziele für die sorbische digitale Welt|Abschnitt 1.1]]) und wird bei den Maßnahmen aufgegriffen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.1.2 Bedarfe und Dringlichkeiten ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;background-color:#eef5fb;border-left:4px solid #5b9bd5;padding:0.7em 1em;margin:1em 0;&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Leitfrage:''' Welche Unterstützung benötigen die Kulturgutträger und welche Bedarfe sollten (+aus welchen Gründen) vorrangig bearbeitet werden?&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die bei Kulturgutträgern bestehenden Bedarfe sollten zunächst möglichst vollständig erhoben und anschließend zusammengeführt und eingeordnet werden. Dabei ist zwischen &amp;quot;von Akteuren ausdrücklich genannten Bedarfen&amp;quot; und &amp;quot;aus der Analyse zusätzlich abgeleiteten Bedarfen&amp;quot; zu unterscheiden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die weitere Erhebung und Analyse insbesondere zu prüfen:&lt;br /&gt;
* vorhandene Bedarfserhebungen, Gesprächsprotokolle und bisherige Tabellen zusammenführen&lt;br /&gt;
* Bedarfe möglichst den vier Kernfunktionen zuordnen:&lt;br /&gt;
** Nachweisen, beschreiben und verknüpfen,&lt;br /&gt;
** Digitalisieren und Qualität sichern,&lt;br /&gt;
** langfristig erhalten,&lt;br /&gt;
** zugänglich machen und Nutzung ermöglichen;&lt;br /&gt;
* zusätzlich übergreifende Bedarfe erfassen, beispielsweise:&lt;br /&gt;
** Personal und Fachkompetenz,&lt;br /&gt;
** Beratung und Schulung,&lt;br /&gt;
** Finanzierung,&lt;br /&gt;
** Rechteklärung und Datenschutz,&lt;br /&gt;
** Metadaten und gemeinsame Standards,&lt;br /&gt;
** technische Infrastruktur;&lt;br /&gt;
* Dringlichkeit anhand nachvollziehbarer Kriterien beurteilen, beispielsweise:&lt;br /&gt;
** drohender Verlust oder Materialverfall,&lt;br /&gt;
** fehlende personelle Nachfolge,&lt;br /&gt;
** gefährdete oder unbekannte Bestände,&lt;br /&gt;
** blockierende Abhängigkeit für weitere Digitalisierungsschritte,&lt;br /&gt;
** kulturelle oder sprachliche Bedeutung,&lt;br /&gt;
** erwartete Nutzung für Bildung, Forschung oder Öffentlichkeit&lt;br /&gt;
* unterscheiden zwischen Einzelfallbedarf und strukturellem Bedarf mehrerer Kulturgutträger&lt;br /&gt;
* soweit möglich erfassen, welche Bedarfe bereits durch bestehende Angebote abgedeckt werden und welche bislang offenbleiben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mögliches Ergebnis: priorisierte beziehungsweise nach Dringlichkeit geordnete Bedarfsübersicht mit Zuordnung zu Akteursgruppen und Kernfunktionen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== 3.2 Ist-Stand der vier Kernfunktionen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;background-color:#eef5fb;border-left:4px solid #5b9bd5;padding:0.7em 1em;margin:1em 0;&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Leitfrage:''' Welche Kernfunktionen werden durch bestehende Angebote / Dienste und Projekte bereits erfüllt – für welche Bestände, Akteure und Nutzungszwecke?&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Den Schwerpunkt der Ist-Analyse bildet die Frage, '''in welchem Umfang''' die vier zuvor bestimmten Kernfunktionen der Kulturerbe-Digitalisierung im sorbischen Kontext bereits erfüllt werden. Dabei reicht es nicht aus festzustellen, dass ein Projekt, eine Institution oder ein technisches System existiert. Zu prüfen ist vielmehr, welche Leistung tatsächlich verfügbar ist, welche Kulturgutträger und Bestände sie erreicht und welche Lücken verbleiben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für jede Kernfunktion sollte möglichst nach einer einheitlichen Logik untersucht werden:&lt;br /&gt;
* vorhandene Angebote, Systeme und Projekte&lt;br /&gt;
* verantwortliche Betreiber beziehungsweise Akteure&lt;br /&gt;
* Entwicklungs- und Betriebsstand&lt;br /&gt;
* erreichte Kulturgutträger, Bestände und Kulturgutarten&lt;br /&gt;
* abgedeckte Bedarfe&lt;br /&gt;
* technische und organisatorische Anschlussmöglichkeiten&lt;br /&gt;
* erkennbare Lücken, Risiken und offene Fragen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.2.1 Nachweisen, beschreiben und verknüpfen ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;background-color:#eef5fb;border-left:4px solid #5b9bd5;padding:0.7em 1em;margin:1em 0;&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Leitfrage:''' Wie vollständig und nutzbar werden sorbische Kulturgüter und Bestände heute nachgewiesen, beschrieben und miteinander verknüpft?&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die weitere Erhebung und Analyse insbesondere zu prüfen:&lt;br /&gt;
* Stand und tatsächlicher Funktionsumfang des Sorbischen/Wendischen Kulturregisters&lt;br /&gt;
* vorhandene institutionelle Kataloge, Inventare, Datenbanken und lokale Verzeichnisse&lt;br /&gt;
* welche Kulturgutarten, Einrichtungen und Regionen bereits erfasst sind&lt;br /&gt;
* welche Bestände bislang nur lokal, analog oder überhaupt nicht systematisch nachgewiesen werden&lt;br /&gt;
* verwendete Metadaten, Identifikatoren und Normdaten&lt;br /&gt;
* Möglichkeiten zur Übernahme beziehungsweise Verknüpfung bestehender Daten&lt;br /&gt;
* Anschlussmöglichkeiten:&lt;br /&gt;
** direkte Erfassung kleinerer Träger,&lt;br /&gt;
** Datenimport beziehungsweise Schnittstellen größerer Einrichtungen&lt;br /&gt;
* Mehrsprachigkeit und Umgang mit ober- und niedersorbischen Bezeichnungen&lt;br /&gt;
* Verhältnis zwischen institutionellen Beschreibungen, historischen Fremdbezeichnungen und sorbischen beziehungsweise lokalen Selbstbezeichnungen&lt;br /&gt;
* vorhandene Funktionen für Digitalisierungsstatus, Rechteinformationen und Priorisierung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.2.2 Digitalisieren und Qualität sichern ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;background-color:#eef5fb;border-left:4px solid #5b9bd5;padding:0.7em 1em;margin:1em 0;&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Leitfrage:''' Welche Kulturgüter können heute in welcher Qualität und Kapazität digitalisiert werden, und welche Kulturgutträger können diese Leistungen tatsächlich nutzen?&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die weitere Erhebung und Analyse insbesondere zu prüfen:&lt;br /&gt;
* aktueller Stand des Digitalisierungszentrums und weiterer Digitalisierungsangebote&lt;br /&gt;
* verfügbare technische Verfahren für unterschiedliche Kulturgutarten, beispielsweise:&lt;br /&gt;
** Schriftgut,&lt;br /&gt;
** Fotografien,&lt;br /&gt;
** Bücher und Zeitschriften,&lt;br /&gt;
** Tonaufnahmen,&lt;br /&gt;
** Film und Video,&lt;br /&gt;
** dreidimensionale Objekte&lt;br /&gt;
* stationäre, mobile und extern vergebene Digitalisierung&lt;br /&gt;
* vorhandene Kapazitäten und erkennbare Engpässe&lt;br /&gt;
* Zugangsmöglichkeiten für kleine und ehrenamtlich arbeitende Kulturgutträger&lt;br /&gt;
* Beratung vor der Digitalisierung&lt;br /&gt;
* Anforderungen an Vorbereitung, Metadaten und Rechteklärung&lt;br /&gt;
* vorhandene Qualitätsstandards und Qualitätskontrolle&lt;br /&gt;
* Unterstützung bei Ausschreibung beziehungsweise Beauftragung externer Dienstleister&lt;br /&gt;
* bisherige Digitalisierungsprojekte und deren Ergebnisse&lt;br /&gt;
* besonders gefährdete Bestände, für die kurzfristig Digitalisierungskapazität benötigt wird&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.2.3 Langfristig erhalten ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;background-color:#eef5fb;border-left:4px solid #5b9bd5;padding:0.7em 1em;margin:1em 0;&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Leitfrage:''' Für welche digitalen Bestände ist die langfristige Erhaltung organisatorisch und technisch tatsächlich abgesichert? &amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die weitere Erhebung und Analyse insbesondere zu prüfen:&lt;br /&gt;
* vorhandene Repositorien, digitale Archive und Speicherlösungen&lt;br /&gt;
* welche Einrichtungen bereits Digitalisate dauerhaft übernehmen können&lt;br /&gt;
* welche Digitalisate derzeit lediglich lokal oder projektbezogen gespeichert werden&lt;br /&gt;
* Unterschied zwischen:&lt;br /&gt;
** Ablage beziehungsweise Speicherung,&lt;br /&gt;
** Datensicherung,&lt;br /&gt;
** institutionellem Repositorium,&lt;br /&gt;
** digitaler Langzeiterhaltung;&lt;br /&gt;
* Verantwortlichkeiten für Übernahme, Erhaltung und spätere Datenmigration&lt;br /&gt;
* verwendete Master- und Nutzungsdateien&lt;br /&gt;
* Sicherungskopien, Prüfsummen und Wiederherstellungsverfahren&lt;br /&gt;
* verwendete beziehungsweise vorgesehene Erhaltungsmetadaten&lt;br /&gt;
* Möglichkeiten für kleinere Kulturgutträger, ihre Digitalisate an ein geeignetes Repositorium zu übergeben&lt;br /&gt;
* vorhandene Schnittstellen zwischen Digitalisierung und Repositorium&lt;br /&gt;
* organisatorische und finanzielle Absicherung des langfristigen Betriebs&lt;br /&gt;
* Digitalisate beziehungsweise Projekte identifizieren, deren dauerhafte Erhaltung derzeit ungeklärt ist&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.2.4 Zugänglich machen und Nutzung ermöglichen ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;background-color:#eef5fb;border-left:4px solid #5b9bd5;padding:0.7em 1em;margin:1em 0;&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Leitfrage:''' Welche digitalisierten Inhalte sind für welche Zielgruppen auffindbar, verständlich und im rechtlich beziehungsweise kulturell zulässigen Umfang nutzbar?&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die weitere Erhebung und Analyse insbesondere zu prüfen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* vorhandene Präsentations- und Nutzungssysteme, Portale und Online-Ausstellungen&lt;br /&gt;
* Funktion und Entwicklungsstand von Sorabicon sowie weiteren relevanten Angeboten&lt;br /&gt;
* welche Kulturgüter und Bestände bereits öffentlich zugänglich sind&lt;br /&gt;
* welche Zielgruppen angesprochen werden:&lt;br /&gt;
** Öffentlichkeit,&lt;br /&gt;
** Bildung,&lt;br /&gt;
** Forschung,&lt;br /&gt;
** sorbische Gemeinschaft,&lt;br /&gt;
** Tourismus und Kulturvermittlung;&lt;br /&gt;
* Ober- und Niedersorbisch sowie weitere benötigte Sprachen in Oberfläche, Metadaten und Inhalten&lt;br /&gt;
* Qualität der Kontextualisierung und Vermittlung&lt;br /&gt;
* Möglichkeiten für:&lt;br /&gt;
** Download,&lt;br /&gt;
** Zitation,&lt;br /&gt;
** Datenexport,&lt;br /&gt;
** Programmierschnittstellen,&lt;br /&gt;
** wissenschaftliche und kreative Nachnutzung&lt;br /&gt;
* Rechte- und Lizenzinformationen&lt;br /&gt;
* abgestufte Zugangsmöglichkeiten für sensible beziehungsweise eingeschränkt zugängliche Inhalte&lt;br /&gt;
* Barrierefreiheit beziehungsweise Barrierearmut&lt;br /&gt;
* Aktualisierung und Pflege präsentierter Inhalte&lt;br /&gt;
* soweit verfügbar tatsächliche Nutzung, Reichweite und Nachnutzung erfassen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.2.5 Zusammenspiel der Kernfunktionen in bestehenden Projekten ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;background-color:#eef5fb;border-left:4px solid #5b9bd5;padding:0.7em 1em;margin:1em 0;&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Leitfrage:''' Bei welchen bestehenden Vorhaben funktioniert der Weg vom Kulturgut über Erfassung und Digitalisierung bis zur langfristigen Erhaltung und Nutzung bereits durchgängig – und an welchen Übergängen bestehen Lücken?&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Neben dem Stand der einzelnen Kernfunktionen ist zu prüfen, '''ob diese auch tatsächlich zu einer durchgängigen Prozesskette verbunden sind'''. Ein vorhandenes Register, ein Digitalisierungszentrum, ein Repositorium und ein Präsentationsportal ergeben noch nicht automatisch einen funktionierenden Gesamtprozess.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die weitere Erhebung und Analyse insbesondere zu prüfen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* geeignete bestehende Projekte beziehungsweise Pilotvorhaben auswählen&lt;br /&gt;
* für diese Projekte die vollständige Prozesskette nachvollziehen:&lt;br /&gt;
** Erfassen,&lt;br /&gt;
** Registrieren,&lt;br /&gt;
** Bewerten und priorisieren,&lt;br /&gt;
** Digitalisieren,&lt;br /&gt;
** Archivieren beziehungsweise langfristig erhalten,&lt;br /&gt;
** Präsentieren und nachnutzen;&lt;br /&gt;
* untersuchen, welche Systeme und Akteure an den Übergaben beteiligt sind&lt;br /&gt;
* prüfen, ob Metadaten gemeinsam mit den Dateien weitergegeben werden&lt;br /&gt;
* prüfen, ob Rechte- und Zugangsangaben entlang der Prozesskette erhalten bleiben&lt;br /&gt;
* vorhandene manuelle Medienbrüche beziehungsweise Mehrfacherfassungen identifizieren&lt;br /&gt;
* unklare Zuständigkeiten und Übergabepunkte sichtbar machen&lt;br /&gt;
* positive Beispiele für bereits funktionierende Prozessketten dokumentieren&lt;br /&gt;
* aus Pilotprojekten bekannte Aufwände, Engpässe und Lernerfahrungen aufnehmen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== 3.3 Gemeinsame Regeln, Zusammenarbeit und dauerhafter Betrieb ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;background-color:#eef5fb;border-left:4px solid #5b9bd5;padding:0.7em 1em;margin:1em 0;&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Leitfrage:''' Sind die übergreifenden Voraussetzungen vorhanden, damit die einzelnen Angebote gemeinsam, verlässlich und dauerhaft funktionieren?&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Neben den einzelnen Kernfunktionen ist zu prüfen, ob '''gemeinsame organisatorische und fachliche Voraussetzungen''' vorhanden sind, damit die verschiedenen Angebote zusammenarbeiten und dauerhaft betrieben werden können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieser Abschnitt soll keine allgemeine oder abstrakte Governance-Analyse darstellen. Untersucht werden nur solche übergreifenden Fragen, die konkrete Auswirkungen auf die Digitalisierung des Kulturerbes und die spätere Ableitung von Maßnahmen haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.3.1 Zuständigkeiten, Beteiligung und Freigaben ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;background-color:#eef5fb;border-left:4px solid #5b9bd5;padding:0.7em 1em;margin:1em 0;&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Leitfrage:''' Wer entscheidet verbindlich über Auswahl, Priorisierung, Beschreibung, Digitalisierung, Veröffentlichung und Zugang, und wie sind die Kulturgutträger dabei beteiligt?&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
''Für die weitere Erhebung und Analyse insbesondere zu prüfen:''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* formelle und informelle Zuständigkeiten der beteiligten Institutionen&lt;br /&gt;
* Entscheidungsrechte bei Auswahl und Priorisierung von Beständen&lt;br /&gt;
* Verantwortlichkeiten für Rechteklärung und Veröffentlichung&lt;br /&gt;
* Beteiligung der jeweiligen Kulturgutträger&lt;br /&gt;
* Beteiligung sorbischer Fachleute und Angehöriger der Gemeinschaft bei kulturell sensiblen Inhalten&lt;br /&gt;
* vorhandene Freigabe- und Sperrverfahren&lt;br /&gt;
* Umgang mit nachträglichen Korrekturen oder Einschränkungen&lt;br /&gt;
* erkennbare Überschneidungen beziehungsweise ungeklärte Zuständigkeiten&lt;br /&gt;
* vorhandene Gremien oder Koordinierungsstrukturen&lt;br /&gt;
* prüfen, an welchen Stellen verbindliche Zuständigkeiten fehlen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.3.2 Gemeinsame Standards und Anschlussmöglichkeiten ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;background-color:#eef5fb;border-left:4px solid #5b9bd5;padding:0.7em 1em;margin:1em 0;&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Leitfrage:''' Welche gemeinsamen Regeln ermöglichen es unterschiedlichen Kulturgutträgern, Daten und Digitalisate in eine gemeinsame Infrastruktur einzubringen und zwischen den Kernfunktionen weiterzugeben?&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die weitere Erhebung und Analyse insbesondere zu prüfen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* vorhandene gemeinsame Metadatenstandards beziehungsweise Pflichtfelder&lt;br /&gt;
* verwendete Fachstandards einzelner Einrichtungen&lt;br /&gt;
* gemeinsame Regeln für Ober- und Niedersorbisch&lt;br /&gt;
* Dateiformate und Qualitätsanforderungen für unterschiedliche Kulturgutarten&lt;br /&gt;
* Identifikatoren und Normdaten&lt;br /&gt;
* Rechte- und Lizenzinformationen&lt;br /&gt;
* technische Schnittstellen und Datenexporte&lt;br /&gt;
* Übernahme vorhandener institutioneller Metadaten&lt;br /&gt;
* einfache Erfassungswege für kleinere Kulturgutträger&lt;br /&gt;
* Schnittstellen für Einrichtungen mit bestehenden Fachsystemen&lt;br /&gt;
* Möglichkeiten zur Weitergabe von Daten zwischen Register, Digitalisierung, Repositorium und Präsentation&lt;br /&gt;
* prüfen, wo fehlende Standards oder inkompatible Systeme den Austausch derzeit behindern&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.3.3 Personal, Finanzierung und Betreiberverantwortung ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;background-color:#eef5fb;border-left:4px solid #5b9bd5;padding:0.7em 1em;margin:1em 0;&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Leitfrage:''' Welche zentralen Leistungen sind dauerhaft personell, organisatorisch und finanziell abgesichert, und welche hängen noch von befristeten Projekten oder einzelnen Personen ab?&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die weitere Erhebung und Analyse insbesondere zu prüfen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Betreiber beziehungsweise verantwortliche Stellen für die vier Kernfunktionen&lt;br /&gt;
* dauerhafte Stellen gegenüber befristeten Projektstellen&lt;br /&gt;
* vorhandene beziehungsweise geplante Finanzierungsmodelle&lt;br /&gt;
* laufende Betriebs- und Pflegekosten&lt;br /&gt;
* personelle Kapazitäten und erkennbare Schlüsselpersonenrisiken&lt;br /&gt;
* Unterstützung kleiner und ehrenamtlich geführter Einrichtungen&lt;br /&gt;
* Finanzierung von&lt;br /&gt;
** Beratung,&lt;br /&gt;
** Digitalisierung,&lt;br /&gt;
** Speicher und Langzeiterhaltung,&lt;br /&gt;
** Datenpflege,&lt;br /&gt;
** Rechteklärung,&lt;br /&gt;
** technischer Wartung und Weiterentwicklung;&lt;br /&gt;
* Übergang von geförderten Projekten in einen dauerhaften Regelbetrieb&lt;br /&gt;
* vorhandene Betriebs-, Kooperations- und Übergabevereinbarungen&lt;br /&gt;
* erkennbare Risiken bei Auslaufen einzelner Förderungen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== 3.4 Gesamtbewertung und vorrangiger Handlungsbedarf ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;background-color:#eef5fb;border-left:4px solid #5b9bd5;padding:0.7em 1em;margin:1em 0;&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Leitfrage:''' Welche Bedarfe sind bereits ausreichend abgedeckt, wo liegen die entscheidenden Lücken und welche davon sollten vorrangig bearbeitet werden? &amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Ergebnisse der vorangegangenen Abschnitte werden abschließend zusammengeführt. Ziel ist noch nicht die vollständige Formulierung konkreter Maßnahmen, sondern zunächst eine begründete Bewertung des Ist-Standes und der wichtigsten Lücken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dabei sollte insbesondere unterschieden werden zwischen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* unmittelbar gefährdeten Kulturgütern beziehungsweise Beständen,&lt;br /&gt;
* strukturellen Lücken, die weitere Digitalisierungsschritte blockieren,&lt;br /&gt;
* fehlenden oder nur teilweise verfügbaren Kernfunktionen,&lt;br /&gt;
* nicht dauerhaft abgesicherten Angeboten,&lt;br /&gt;
* Verbesserungsmöglichkeiten bei bereits grundsätzlich funktionierenden Strukturen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die abschließende Bewertung insbesondere zu prüfen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Ergebnisse aus Akteurs-, Bestands- und Bedarfserhebung zusammenführen&lt;br /&gt;
* für jede der vier Kernfunktionen die wichtigsten Stärken und Lücken benennen&lt;br /&gt;
* übergreifende strukturelle Probleme aus Zuständigkeiten, Standards, Betrieb und Finanzierung ergänzen&lt;br /&gt;
* unterscheiden zwischen:&lt;br /&gt;
** fehlender Leistung,&lt;br /&gt;
** unzureichender Kapazität,&lt;br /&gt;
** fehlender Bekanntheit beziehungsweise Zugänglichkeit,&lt;br /&gt;
** fehlender Verbindung bestehender Angebote,&lt;br /&gt;
** ungeklärter Zuständigkeit,&lt;br /&gt;
** fehlender dauerhafter Absicherung;&lt;br /&gt;
* Dringlichkeit begründen, insbesondere anhand von:&lt;br /&gt;
** Verlustgefahr,&lt;br /&gt;
** blockierenden Abhängigkeiten,&lt;br /&gt;
** Anzahl beziehungsweise Bedeutung betroffener Kulturgutträger,&lt;br /&gt;
** kultureller und sprachlicher Bedeutung,&lt;br /&gt;
** Aufwand und Realisierbarkeit;&lt;br /&gt;
* offene Informationslücken ausdrücklich kennzeichnen&lt;br /&gt;
* aus den ermittelten Lücken anschließend Handlungsbedarfe ableiten&lt;br /&gt;
* konkrete Lösungsmaßnahmen erst im folgenden Maßnahmen- beziehungsweise Soll-Abschnitt festlegen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mögliche zusammenfassende Bewertungsmatrix:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot; style=&amp;quot;width:100%;&amp;quot;&lt;br /&gt;
! Bereich&lt;br /&gt;
! Belegter Ist-Stand&lt;br /&gt;
! Abgedeckte Bedarfe&lt;br /&gt;
! Lücke / Risiko&lt;br /&gt;
! Dringlichkeit&lt;br /&gt;
! Daraus abgeleiteter Handlungsbedarf&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| ''Beispiel: Nachweisen und Registrieren''&lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| ''Beispiel: Digitalisieren''&lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| ''Beispiel: Langfristig erhalten''&lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| ''Beispiel: Zugänglich machen und nutzen''&lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| ''Beispiel: gemeinsame Standards / Zusammenarbeit''&lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= Referenzen =&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Měrko Šenk</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://koncept.serbski-inkubator.de/index.php?title=12.3_Digitalisierung_des_Kulturerbes&amp;diff=1202</id>
		<title>12.3 Digitalisierung des Kulturerbes</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://koncept.serbski-inkubator.de/index.php?title=12.3_Digitalisierung_des_Kulturerbes&amp;diff=1202"/>
		<updated>2026-10-26T11:42:39Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Měrko Šenk: /* 3. Ist-Analyse der Digitalisierung des sorbischen Kulturerbes */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;= 1 Einleitung =&lt;br /&gt;
Die Digitalisierung von sorbischem Kulturerbe ist eine historische Chance für uns Sorben, eine Chance, unser kulturelles Erbe neu zu entdecken, es für kommende Generationen zu erhalten, für eine breitere Öffentlichkeit zugänglich zu machen und dabei die eigene Deutungshoheit zu stärken. Das erfordert neben Mut, einer klaren gemeinsamen Vision, starker Zusammenarbeit zwischen den beteiligten Akteuren auch die notwendigen Ressourcen in Form von Personal mit entsprechenden Kompetenzen, passender Technik sowie einer nachhaltig gesicherten Finanzierung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im folgenden Abschnitt werden Zielbilder für die Digitalisierung des sorbischen Kulturerbes entworfen mittels lang- und kurzfristiger Visionen sowie konkreter Ziele.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== 1.1 Visionen und Ziele für die sorbische digitale Welt ==&lt;br /&gt;
'''Vision 2035'''&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
''Sorbisches materielles und immaterielles Kulturerbe ist systematisch digital erfasst, rechtssicher und langfristig gesichert, leicht auffindbar, offen nutzbar und wird aktiv von Interessierten genutzt.''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Konkrete Ziele'''&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Bis 2032 ist ein tragfähiges, finanziell und organisatorisch abgesichertes Modell etabliert, das:&lt;br /&gt;
* Ein zentrales (oder föderiertes) digitales Langzeitarchiv nach OAIS-Referenzmodell betreibt,&lt;br /&gt;
* klare Zuständigkeiten, Prozesse und Budgets definiert,&lt;br /&gt;
* regelmäßige Qualitätssicherung und Technik-Updates vorsieht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bis 2030 sind wichtige sorbische Kulturerbe-Bestände (Kernbestände nach fachlicher Festlegung) in hoher Qualität digitalisiert, beschrieben und im Langzeitarchiv gesichert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bis 2028 liegt eine institutionenübergreifende Übersicht über relevante Kulturerbe-Bestände (analog und digital, materiell und immateriell) vor, einschließlich einer Prioritätenliste für die Digitalisierung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bis 2028 existiert ein zentrales, nutzerfreundliches „Sorbisches Kulturerbe-Portal“, das:&lt;br /&gt;
* Suchzugang über alle teilnehmenden Institutionen ermöglicht,&lt;br /&gt;
* grundlegende Inhalte frei zugänglich bereitstellt,&lt;br /&gt;
* mehrsprachige Oberflächen anbietet (Deutsch, Obersorbisch, Niedersorbisch, Englisch).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= 2 Ist-Analyse „Digitalisierung von Kulturerbe“ =&lt;br /&gt;
Das Ziel in diesem Themenbereich ist es, sorbisches Kulturerbe digital zu verwalten und damit langfristig für Recherche, Nutzung und Präsentation vorzuhalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Abschnitt &amp;quot;IST-Analyse“ werden die folgenden Fragen beantwortet: Was ist sorbisches Kulturerbe und was zählt alles dazu? Welche Schritte durchläuft ein Kulturgut, um zum digitalen Kulturerbe zu gehören? Wie können die digitale Verwaltung, Archivierung, Nutzung und Präsentation von Kulturgütern umgesetzt werden?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die grundlegenden Terminologien des Kulturerbes sollen im Folgenden festgelegt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== 2.1 Terminologie – von Kultur zu Kulturerbe ==&lt;br /&gt;
In diesem Abschnitt werden die Begriffe rund um das Kulturerbe grundlegend definiert. Es soll ein Verständnis über die Begriffe Kultur, kulturelle Ausprägung, Kulturgut und Kulturerbe erreicht werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Dataja:Wobraz_K1.png|center|260px]]&amp;lt;ref&amp;gt;Mermaid Flowchart Code: [https://mermaid.live/edit#pako:eNpF0UtuwyAQBuCroFlaTuRHTGMvKuWxq7pqV627IGZso2CIMChtk9ymN-nFimmasmJGfP-AOEGjOUIFrdTHpmfGkudtrWpF_Fq9RtGDk9aZKHojU-_aJ7PZ_bmGgSnR4mgFejaKpidC1XAmq8zDfYAoJZKVG7lxzX5stRl81C0_uwYdheGEubHD4_dXLy1hcpyC1rcLdM4GOLH1Ve2E5Gj9TPLkhgEnsLkBNDsMAmLojOBQWeMwhgHNwKYSTuFBYHucbOW3HFvmcQ21unh2YOpF6-FPGu26HqrW381X7sCZxa1gnWH_R1BxNBvtlIUqTUMEVCd49xVdzpeLMs1pXmRFXiY0hg-o8iyZL_LFXZaVSTJ1LzF8hqHJnBZ5WhZLWt5RmtIsBuTCavP4-2Hh3y4_NXaMmw hier klicken], abgerufen am 22.09.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.1.1 Kultur ===&lt;br /&gt;
Kultur bezeichnet hier die Gesamtheit aller '''vom Menschen geschaffenen und erlernten Ausdrucksformen''' des Lebens, die auf gemeinsamen Werten und Verhaltensweisen beruhen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;wiki-kultur&amp;quot;&amp;gt;URL: https://de.wikipedia.org/wiki/Kultur&amp;lt;/ref&amp;gt; Dazu zählen '''materielle Ergebnisse''' (z. B. Kunstwerke, Technik) ebenso wie '''immaterielle Praktiken''' (Sprache, Bräuche, Wissen). Kultur umfasst laut der UNESCO geistige, materielle, intellektuelle und emotionale Merkmale, die eine Gesellschaft oder soziale Gruppe kennzeichnen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;mondiacult&amp;quot;&amp;gt;UNESCO 1982: Mexico City Declaration on Cultural Policies (MONDIACULT). URL: https://www.lacult.unesco.org/docc/1982_MONDIACULT.pdf&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;ref name=&amp;quot;cultureaction&amp;quot;&amp;gt;Culture Action Europe 2024: The State of Culture report. URL: https://cultureactioneurope.org/de/news/the-state-of-culture-report-published, abgerufen am 01.10.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;  Sie ist dynamisch und wird von jeder Generation neu gestaltet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das deutsche Wort „Kultur“ ist eine Eindeutschung des lateinischen Worts „cultura“. Dieses bedeutet ursprünglich „Bebauung, Bearbeitung, Bestellung, Pflege“ und meinte sowohl die physische Bearbeitung als auch die Pflege geistiger Güter, z. B. der Sprache.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.1.2 Kulturelle Ausdrucksform ===&lt;br /&gt;
Eine kulturelle Ausdrucksform ist eine '''konkrete, gegenwärtige oder historische, Manifestation von Kultur''', bspw. eine Zeichnung, eine Tracht oder ein Lied: Sie macht die Kultur sichtbar und erlebbar. Im engeren Sinne ist es eine Ausdrucksweise, die aus der Kreativität einer Person, Gruppe oder Gesellschaft entsteht und '''kulturellen Inhalt''' trägt (symbolische Bedeutung, künstlerische Dimension, kulturelle Werte).&amp;lt;ref&amp;gt;Österreichische UNESCO-Kommission 2007: Übereinkommen zum Schutz und zur Förderung der Vielfalt kultureller Ausdrucksformen, Art. 4, Seite 13. URL: https://www.unesco.at/fileadmin/Redaktion/Publikationen/Publikations-Dokumente/2005er_UNESCO-Convention_German.pdf, abgerufen am 22.09.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt; Sie wird innerhalb und zwischen Gemeinschaften weitergegeben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Alle kulturellen Ausdrucksformen bilden einen wesentlichen Kern von Kultur, aber Kultur enthält auch latente Dimensionen (Werte, Normen, Vorannahmen etc.), die nicht unmittelbar als Ausdrucksform erscheinen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.1.3 Kulturgut ===&lt;br /&gt;
Ein „Kulturgut“ ist '''eine einzelne kulturelle Ausdrucksform''', der ein '''besonderer kultureller Wert zugemessen wird''' (durch Anerkennung, Schutz, Bedeutung). Es ist somit ein Erzeugnis menschlicher Kreativität oder Zeugnis menschlichen Lebens, welches '''Bedeutung für die Kultur einer Gemeinschaft''' hat und daher '''Bestand haben und bewahrt werden soll'''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die '''Summe aller Kulturgüter''' einer Gemeinschaft wird als dessen '''Kulturerbe''' bezeichnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.1.4 Kulturerbe ===&lt;br /&gt;
Kulturerbe ist die '''Summe der materiellen und immateriellen Ausdrucksformen''' (= Kulturgüter) einer Kultur, die als „'''bewahrenswert'''“ anerkannt wurden. International umfasst das u. a. das '''Welterbe''' (Denkmäler, Ensembles, Stätten)&amp;lt;ref&amp;gt;UNESCO (1972), Welterbekonvention, Art. 1. URL: https://www.dnk.de/wp-content/uploads/2021/02/1972_DNK_UNESCO-Welterbekonvention.pdf (abgerufen am 11.09.2025).&amp;lt;/ref&amp;gt; und das '''Immaterielles Kulturerbe''' (Praktiken, Wissen).&amp;lt;ref&amp;gt;Deutsche UNESCO-Kommission o. J.:, Übereinkommen zur Erhaltung des immateriellen Kulturerbes (dt. Ausgabe). URL: https://www.unesco.de/assets/dokumente/Deutsche_UNESCO-Kommission/02_Publikationen/Publikation_UNESCO-%C3%9Cbereinkommen_zur_Erhaltung_des_immateriellen_Kulturerbes_01.pdf, (abgerufen am 11.09.2025).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ob etwas „zum Kulturerbe“ zählt, ist Ergebnis von Bewertung, Diskurs und teils formellen Verfahren. Dem Sorbischen Kulturregister (SKR) zufolge ist „sorbisch-wendisches Kulturerbe“ eine Zuschreibung, die durch Gesellschaft, Museen, Archive und Wissenschaft erfolgen kann.&amp;lt;ref&amp;gt;Sorbisches Institut 2025: Konzept für ein Sorbisches Kulturregister (SKR). URL: https://www.serbski-institut.de/wp-content/uploads/2021/11/00_Zweite-aktualisierte-Fassung_Konzept_Sorbisches-Kulturregister_20.11.2025.pdf, abgerufen am 20.11.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.1.5 Abgrenzung: Kultur und Kulturerbe ===&lt;br /&gt;
'''Kultur / Kulturelle Ausdrucksform''' sind als Begriffe weiter gefasst als '''Kulturgut / Kulturerbe'''. Kulturelle Ausdrucksformen umfassen alles Gelebte und Gestaltete einer Gemeinschaft in Gegenwart und Vergangenheit, während Kulturgut / Kulturerbe diejenigen kulturellen Güter und Traditionen meint, denen eine Bedeutung beigemessen wurde und die als bewahrens- und weitergebenswert erkannt wurden. Kultur ist der „aktuelle“ kreative Prozess (einschließlich Popkultur, Alltagskultur), Kulturerbe der daraus überkommene Schatz. Dennoch sind die Grenzen fließend: Was heute nur Kultur ist, kann morgen zum Kulturerbe erklärt werden – abhängig von Wertzuschreibung und Diskurs.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Rahmen dieses Dokuments werden für den sorbischen Kontext die Begriffe '''„kulturelle Ausdrucksform“''' und '''„Kulturgut“''' weitgehend '''synonym''' verwendet, sofern nicht ausdrücklich anders gekennzeichnet. Hintergrund ist, dass die Gesamtzahl der identifizierbaren kulturellen Ausdrucksformen einer kleinen Minderheit wie der Sorben/Wenden im Vergleich zu großen Mehrheitsgesellschaften überschaubar ist. Zugleich ist der Anteil dieser Ausdrucksformen, denen in der Community ein besonderer Wert beigemessen wird und die daher faktisch als Kulturgut wahrgenommen und behandelt werden, sehr hoch: Ein großer Teil des gelebten kulturellen Repertoires wird als identitätsstiftend und bewahrenswert verstanden und damit dem Kulturerbe zugerechnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== 2.2 Klassifizierung von Kulturgütern ==&lt;br /&gt;
Im Folgenden soll eine griffige Klassifizierung von Kulturgütern entwickelt werden, so dass pro Kulturgut-Klasse später auf die Besonderheiten ihrer Digitalisierung eingegangen werden kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Dataja:Wobraz_K2.png|center|600px]]&amp;lt;ref&amp;gt;Mermaid Flowchart Code: [https://mermaid.live/edit#pako:eNptlM9u00AQxl9ltFWoFDlp_C9OjISU2KSgUCq1BSRIDxt77Syxd6v1mkKjSDwBlThw4YCEeuXOoeLSN-EF4BHYjZOQQG67-32_2ZnZsWco4jFBPqrVZpRR6cNsP8n4ZTTBQu7rHVP66QWOKEvV3nQM2BeYTf8eea35fF6rjdiIrUl4cjJiAMPDV_X6sMxkKdJS1uvnvu9PtRGgp5ReE46wJIKSLIOf779CycbkkqQZjSb1Ovz-cv351_drDWGN9BXS_xfZBj7dLoGxBgIFBE14nOcrZGH68E07Iu0IlSNsQkhTKnGlfvyh1bjKcngIjcYD6G2s-xvrYGMdLuuqAFOXZ0IflzFh0xxn5OBU3t1ISZhqw6KaKpo29k04jSaCJrLq0oZsa9mCAZc8FTihhBnQp1ksxd1NSsS22dFmG3oMZzwl0HveONtlc7XNATtsHI9fk6kkC3nRsKoqnVNgwrFQaUOvLGJRRtMi4SJfZ790WtppQYhFIVV7CYsJDO9uWbEMujbqOgIbTqgsddB7MCD_eXT6gQMvaFEQBlclPMVqcA6eMfqGiKLMt926isCFM4FjKiln-voCHmEWXxIxXZcUVo-jSwrVe3DBGvHqtc83DLqS0FpNAi3wRluiDBdFSBIYQ0KzzN_r265jPjQinnHh7yVJYhRS8ClZKfe3KLyk2oHneuEuqlK2qWhJWYPOwGnvoiplm4qXVMd17V5rF1UpikIGSgWNkS9FSQyUE5FjvUUzHXGE5ITkZIR8tYxJgtVXPEIjNlfYBWYvOc9XpOBlOkF-grNC7cqLWPUupFjNa74-FXo0RMBLJpFvWtYiCPJn6C3yG7bTNO2u6Tidrue0W13HQO_Usdtquuqg1bG6TtvzPNuZG-hqcXGr2baV5NhuyzId13XbBiJqDrg4qn5ni7_a_A_W9oMu hier klicken], abgerufen am 22.09.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.2.1 A. Materiell - unbeweglich 🏛️ ===&lt;br /&gt;
„Materiell - unbeweglich&amp;quot; bezeichnet ortsfeste Kulturobjekte wie Bauwerke, Ensembles, Gebäudekomplexe und Stätten/Kulturlandschaften, wie sie in Art. 1 der UNESCO-Welterbekonvention als Kategorien des kulturellen Erbes definiert sind.&amp;lt;ref&amp;gt;UNESCO World Heritage Centre o. J.: Convention Concerning the Protection of the World Cultural and Natural Heritage, Artikel 1. URL: https://whc.unesco.org/en/conventiontext/, abgerufen am 01.10.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.2.2 B. Materiell - beweglich 🖼️ ===&lt;br /&gt;
Die Kategorie „Materiell - beweglich&amp;quot; umfasst bewegliche Sachen bzw. Sachgesamtheiten von kulturellem Wert (z. B. Objekte, Sammlungen), wie sie das deutsche Kulturgutschutzgesetz (§ 2 KGSG)&amp;lt;ref&amp;gt;Deutschland 2016: Kulturgutschutzgesetz (KGSG), § 2. URL: https://www.buzer.de/2_KGSG.htm, abgerufen am 01.10.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt; als „Kulturgut“ beschreibt.&lt;br /&gt;
* B1 '''Schriftgut''' - Bücher, Zeitungen, Handschriften, Archivgut, Graphiken, Pläne, Karten&lt;br /&gt;
* B2 '''Fotografien &amp;amp; Bildträger''' &lt;br /&gt;
** Fotografisch erzeugte statische Bildträger, auch Stillbildträger genannt, z. B. Positive/Negative auf Film/Platte/Photopapier, Dias, Abzüge, Mikrofilm/-fiche und vergleichbare fotografische Repro-Träger.&lt;br /&gt;
* B3 '''Analoge AV-Träger''' (Audio/Video/Film)&lt;br /&gt;
** Analoge zeitbasierte Medien, z. B. Magnetton (Tonband, Kassette), Schallplatte, Videobänder, Film.&lt;br /&gt;
* B4 '''3D-Objekte''' - Gegenstände, „sachkulturelle Artefakte“&amp;lt;ref&amp;gt;Sorbisches Institut o. J.: Konzept zum Digitalisierungszentrum am Sorbischen Institut, S. 24.&lt;br /&gt;
(Unveröffentlichtes Konzeptpapier; interne Projektunterlage.)&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.2.3 C. Immateriell 🎭 ===&lt;br /&gt;
Meint lebendige Praktiken, Darstellungen, Ausdrucksformen, Ideen, Werte, Wissen und Fertigkeiten, die von Gemeinschaften getragen und weitergegeben werden, gemäß der folgenden 5 UNESCO ICH-Domänen.&amp;lt;ref&amp;gt;UNESCO o. J.: Intangible Cultural Heritage – Five Domains. URL: https://ich.unesco.org/doc/src/01857-EN.pdf, abgerufen am 01.10.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* C1 '''Orale Traditionen/Ausdrucksformen''' - Sprache, Gesangstraditionen&lt;br /&gt;
* C2 '''Darstellende Künste''' - Musik, Tanz, Theater&lt;br /&gt;
* C3 '''Rituale &amp;amp; Feste''' - Bräuche und soziale Praktiken des Kalenders und Lebenslaufs&lt;br /&gt;
* C4 '''Wissen &amp;amp; Praktiken''' zu Natur &amp;amp; Universum - Heil- und Sammelkenntnisse, ökologisches und astronomisches Wissen, Glaube, Religion&lt;br /&gt;
* C5 '''Traditionelles Handwerk''' - Techniken, Werkzeuge und Gestaltungsmuster&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.2.4 D. Digital 💾 ===&lt;br /&gt;
Bezeichnet in digitaler Form vorliegende Ressourcen menschlichen Wissens und Ausdrucks. Diese können sowohl born-digital sein als auch digitalisierte Repräsentationen von materiellen und immateriellen Kulturgütern.&amp;lt;ref&amp;gt;UNESCO 2003: Charter on the Preservation of Digital Heritage. URL: https://www.unesco.org/en/legal-affairs/charter-preservation-digital-heritage, abgerufen am 01.10.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* D1 '''Born-digital''' (ursprünglich digital erzeugt, kein analoges Original), z. B. Webseiten, Social-Media-Beiträge, Software, Apps, Spiele, digitale Fotos/Audio/Video.&lt;br /&gt;
* D2 '''Digitalisate''' - Digitalisierte Repräsentationen/Derivate aus den Klassen A, B und C.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== 2.3 Begriffe und Kernfunktionen ==&lt;br /&gt;
Die vorherigen Abschnitte haben geklärt, was unter Kulturerbe verstanden wird und welche Arten von Kulturgütern unterschieden werden. Bevor der nachfolgende Abschnitt den Prozess der Kulturerbe-Digitalisierung beschreibt, werden in diesem Abschnitt die dafür wichtigsten Arbeitsbegriffe und Funktionen erläutert. Der Abschnitt soll dabei die Frage beantworten: Welche Arbeitsabläufe und Funktionen sind notwendig, damit Kulturgüter nicht nur digital erfasst, sondern auch gefunden, verstanden, gesichert und genutzt werden können?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Erläuterungen sollen eine gemeinsame und leicht verständliche Grundlage schaffen für alle, die an der Digitalisierung von Kulturerbe interessiert sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.3.1 Vom Kulturgut zur digitalen Repräsentation ===&lt;br /&gt;
Dieser Abschnitt erklärt, was bei einer Digitalisierung entsteht und wie sich das digitale Ergebnis vom ursprünglichen Kulturgut unterscheidet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
! Begriff&lt;br /&gt;
! Erklärung&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Digitalisierung von Kulturerbe'''&lt;br /&gt;
| Digitalisierung bezeichnet in diesem Konzept den gesamten zusammenhängenden Prozess: Kulturgüter erfassen, beschreiben und bewerten, digitale Repräsentationen erzeugen oder übernehmen, ihre Qualität prüfen, sie sichern und für die Nutzung zugänglich machen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;DFG2016&amp;quot;&amp;gt;Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) 2016: Praxisregeln „Digitalisierung“, insbesondere S. 13 und 41-44. URL: https://www.dfg.de/resource/blob/176108/898bf3574ad0ff3b1db525fa7d04c86c/12-151-v1216-de-data.pdf, abgerufen am 16.07.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Bei ursprünglich digital entstandenen Kulturgütern – auch ''born digital'' genannt – entfällt die Überführung aus einem analogen Original; die weiteren Aufgaben bleiben bestehen.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Digitalisat und digitale Repräsentation'''&lt;br /&gt;
| Ein '''Digitalisat''' ist ein digitales Abbild eines analogen Kulturguts, beispielsweise ein Scan einer Handschrift oder ein Foto eines Museumsobjekts. Der weitere Begriff '''digitale Repräsentation''' umfasst auch Audio-, Video- oder 3D-Dokumentationen einer immateriellen kulturellen Praxis. Die digitale Repräsentation ersetzt weder das materielle Kulturgut noch die lebendige Praxis.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Masterdatei und Nutzungsderivat'''&lt;br /&gt;
| Die '''Masterdatei''' ist die möglichst hochwertige und qualitätsgeprüfte Ausgangsdatei. Sie wird für die langfristige Sicherung und spätere Bearbeitungen aufbewahrt. Ein '''Nutzungsderivat''' ist eine daraus erzeugte, an einen bestimmten Zweck angepasste Datei, beispielsweise ein kleineres Bild für eine Internetseite.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Digitales Objekt'''&lt;br /&gt;
| Als '''digitales Objekt''' wird in diesem Konzept eine zusammengehörige digitale Einheit bezeichnet. Sie kann aus einer oder mehreren Dateien, den zugehörigen Metadaten und ihren Verknüpfungen bestehen. Ein digitales Objekt kann ein Digitalisat oder ein ursprünglich digital entstandenes Kulturgut sein.&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
''Beispiel:'' Das verzierte sorbische Osterei bleibt das materielle Kulturgut. Hochauflösende Fotografien, ein 3D-Modell und die dazugehörigen Beschreibungen bilden gemeinsam seine digitale Repräsentation.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.3.2 Vier Kernfunktionen ===&lt;br /&gt;
Als '''Kernfunktionen der Kulturerbe-Digitalisierung''' werden im Folgenden vier dauerhaft zu erfüllende Aufgabenbereiche bezeichnet. Sie beschreiben, was für eine nachhaltige Digitalisierung von Kulturerbe geleistet werden muss, unabhängig davon, welche Institution oder welches technische System die jeweilige Funktion übernimmt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
! Kernfunktion&lt;br /&gt;
! Typische organisatorisch-technische Umsetzung&lt;br /&gt;
! Hauptaufgabe&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Nachweisen, beschreiben und verknüpfen'''&lt;br /&gt;
| Register oder Katalog&lt;br /&gt;
| Macht sichtbar, welche Kulturgüter vorhanden sind, wo sie sich befinden und in welchem Zusammenhang sie stehen. Ein Registereintrag kann bereits bestehen, bevor ein Digitalisat angefertigt wurde. &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Digitalisieren und Qualität sichern'''&lt;br /&gt;
| Digitalisierungszentrum oder Digitalisierungsdienst&lt;br /&gt;
| Erzeugt bzw. übernimmt digitale Repräsentationen, prüft sie und bereitet Dateien und Metadaten für die weitere Verarbeitung vor. Geliefert werden bspw. geprüfte Masterdateien und Nutzungsderivate. &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Langfristig erhalten'''&lt;br /&gt;
| Repositorium oder digitales Langzeitarchiv&lt;br /&gt;
| Übernimmt Dateien und Metadaten, speichert und verwaltet sie und erhält sie über technische und organisatorische Veränderungen hinweg dauerhaft nutzbar.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Zugänglich machen und Nutzung ermöglichen'''&lt;br /&gt;
| Präsentations- und Nutzungssystem&lt;br /&gt;
| Führt beschreibende Informationen und digitale Medien für Nutzerinnen und Nutzer zusammen. Es ermöglicht beispielsweise Suche, Anzeige, Kontextualisierung, Vermittlung und – soweit zulässig – Nachnutzung. &lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese '''Kernfunktionen''' beschreiben zunächst nicht zwingend getrennte Institutionen oder Systeme. Eine Einrichtung kann mehrere Kernfunktionen übernehmen. Umgekehrt kann eine Kernfunktion auf mehrere Einrichtungen oder technische Systeme verteilt sein. Entscheidend sind klare Zuständigkeiten, verlässliche Übergaben und gemeinsame Standards.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vereinfacht lässt sich das Zusammenspiel so zusammenfassen:&lt;br /&gt;
# Das '''Register oder der Katalog''' beschreibt und verknüpft das Kulturgut.&lt;br /&gt;
# Der '''Digitalisierungsdienst''' erzeugt und prüft seine digitale Repräsentation.&lt;br /&gt;
# Das '''Repositorium oder digitale Archiv''' übernimmt und erhält die Dateien.&lt;br /&gt;
# Das '''Präsentationssystem''' führt Beschreibungen und Medien für die Nutzung zusammen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die konkrete Ausgestaltung kann zentral, dezentral oder als Verbund mehrerer Systeme erfolgen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.3.3 Register ===&lt;br /&gt;
Die folgende Tabelle erklärt, wie Kulturgüter so erfasst, beschrieben und verknüpft werden, dass sie eindeutig zugeordnet, wiedergefunden und nach einheitlichen Regeln weiterverarbeitet werden können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
! Begriff&lt;br /&gt;
! Erklärung&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Erschließung, Verzeichnung und Registrierung'''&lt;br /&gt;
| '''Erschließung''' ist der übergeordnete Vorgang, bei dem ein Kulturgut identifiziert, beschrieben und in seinen Zusammenhang eingeordnet wird. '''Verzeichnung''' bezeichnet seine strukturierte dokumentarische Beschreibung. '''Registrierung''' bedeutet die Aufnahme in ein konkretes Register, einen Katalog oder ein Sammlungssystem. Ein Kulturgut kann bereits registriert werden, bevor ein Digitalisat vorhanden ist.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Metadaten'''&lt;br /&gt;
| Metadaten sind strukturierte Informationen über ein Kulturgut und seine digitalen Repräsentationen. Dazu gehören beispielsweise Titel, Herkunft, beteiligte Personen, Ort, Zeit, kultureller Kontext, Rechte, Dateieigenschaften und Bearbeitungsschritte. Je nach Zweck werden beschreibende, technische, rechtliche und erhaltungsbezogene Metadaten unterschieden. Sie machen Kulturgüter auffindbar, verständlich, verwaltbar und langfristig nutzbar.&amp;lt;ref name=&amp;quot;PREMIS&amp;quot;&amp;gt;Library of Congress o. J.: PREMIS – Preservation Metadata: Implementation Strategies. Internationaler Standard für Erhaltungsmetadaten. URL: https://www.loc.gov/standards/premis/, abgerufen am 16.07.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Persistenter Identifikator'''&lt;br /&gt;
| Ein '''persistenter Identifikator''' ist eine dauerhafte und eindeutige Kennung für ein Kulturgut, einen Datensatz oder eine digitale Ressource. Die Kennung bleibt bestehen, auch wenn sich der technische Speicherort oder die Internetadresse ändern. Dadurch können Kulturgüter dauerhaft zitiert und zwischen Systemen verknüpft werden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;DFG2016&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Metadaten sind keine bloße Beigabe zu einer Datei. Ohne ausreichende Beschreibungen kann ein Digitalisat zwar technisch vorhanden sein, später aber kaum gefunden, verstanden oder zuverlässig zugeordnet werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.3.4 Digitalisierungsdienst und Archiv ===&lt;br /&gt;
Die folgende Tabelle erklärt was erforderlich ist, damit Kulturgüter digitalisiert werden und nicht nur heute gespeichert sind, sondern auch nach technischen und organisatorischen Veränderungen noch gefunden, verstanden und genutzt werden können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
! Begriff&lt;br /&gt;
! Erklärung&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Repositorium'''&lt;br /&gt;
| Ein '''Repositorium''', auch ''Repository'' genannt, ist eine verwaltete technische Umgebung, in der digitale Objekte und ihre Metadaten übernommen, gespeichert, geordnet, verwaltet und bereitgestellt werden. Ein Repositorium kann Teil eines digitalen Archivs sein. Nicht jedes Repositorium erfüllt jedoch automatisch alle Anforderungen der Langzeiterhaltung.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Digitales Archiv oder digitales Langzeitarchiv'''&lt;br /&gt;
| Ein digitales Archiv ist mehr als ein Server oder ein Speicherprogramm. Es verbindet eine verantwortliche Organisation, fachkundiges Personal, Regeln, Arbeitsabläufe und technische Systeme. Es übernimmt die Verantwortung dafür, digitale Informationen langfristig zu erhalten und für festgelegte Nutzergruppen zugänglich zu machen. Das internationale Referenzmodell '''Open Archival Information System''' (OAIS, offenes Archiv-Informationssystem) bietet hierfür einen fachlichen Rahmen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;OAIS2024&amp;quot;&amp;gt;Consultative Committee for Space Data Systems (CCSDS) 2024: Reference Model for an Open Archival Information System (OAIS), CCSDS 650.0-M-3, insbesondere S. 1-1–1-2 und 2-1–2-2. URL: https://ccsds.org/Pubs/650x0m3.pdf, abgerufen am 16.07.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Ingest oder kontrollierte Übernahme'''&lt;br /&gt;
| '''Ingest''' bezeichnet die kontrollierte Übernahme digitaler Dateien und Metadaten in ein Repositorium oder digitales Archiv. Dabei werden beispielsweise Vollständigkeit, Dateiformate, Metadaten und Dateiintegrität geprüft und die Übernahme dokumentiert.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Langzeitverfügbarkeit und digitale Langzeiterhaltung'''&lt;br /&gt;
| '''Langzeitverfügbarkeit''' ist das Ziel, digitale Inhalte über technische und organisatorische Veränderungen hinweg auffindbar, lesbar, verständlich und nutzbar zu halten. '''Digitale Langzeiterhaltung''' bezeichnet die dafür notwendigen fortlaufenden Maßnahmen. Dazu können mehrere Speicherorte, regelmäßige Prüfungen, Formatüberwachung, technische Migrationen und eine nachvollziehbare Dokumentation gehören. „Langfristig“ bezeichnet dabei keine feste Zahl von Jahren, sondern einen Zeitraum, in dem mit veränderten Technologien, Formaten und Nutzungsanforderungen gerechnet werden muss.&amp;lt;ref name=&amp;quot;OAIS2024&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Datensicherung oder Backup'''&lt;br /&gt;
| Ein '''Backup''' ist eine zusätzliche Sicherungskopie, aus der Dateien nach einem Verlust oder technischen Ausfall wiederhergestellt werden können. Backups sind notwendig, ersetzen aber keine Langzeiterhaltung: Sie regeln allein noch keine dauerhaften Zuständigkeiten, Metadaten, Formatüberwachung, Integritätsprüfungen oder langfristige Zugänglichkeit.&amp;lt;ref name=&amp;quot;DPCStorage&amp;quot;&amp;gt;Digital Preservation Coalition o. J.: Digital Preservation Handbook – Storage. URL: https://www.dpconline.org/handbook/organisational-activities/storage, abgerufen am 16.07.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Integrität und Authentizität'''&lt;br /&gt;
| '''Integrität''' bedeutet, dass unbeabsichtigte Veränderungen oder Beschädigungen einer Datei erkannt werden können. Dafür werden häufig Prüfsummen verwendet - digitale Kontrollwerte, die regelmäßig verglichen werden. '''Authentizität''' bedeutet, dass Herkunft, Identität und Bearbeitungsgeschichte eines digitalen Objekts nachvollziehbar sind und belegt werden kann, dass es das ist, was es zu sein vorgibt.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Dateiformat und Datenformat'''&lt;br /&gt;
| Ein '''Dateiformat''' legt den technischen Aufbau einer einzelnen Datei fest. Ein '''Datenformat''' beschreibt, wie Informationen strukturiert und zwischen Systemen ausgetauscht werden. Gut dokumentierte, verbreitete und möglichst offen beschriebene Formate erleichtern den Austausch und die langfristige Nutzung. Sie ersetzen jedoch keine aktive Langzeiterhaltung.&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Merksatz:''' Speichern ist nicht dasselbe wie langfristiges Erhalten. Auch ein vorhandenes Backup ist noch kein digitales Langzeitarchiv.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.3.5 Präsentationssystem ===&lt;br /&gt;
Die folgende Tabelle erklärt, wie aus langfristig gesicherten Dateien ein digitales Kulturerbe wird, das von Menschen gefunden, verstanden und sinnvoll genutzt werden kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
! Begriff&lt;br /&gt;
! Erklärung&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Zugänglichmachung und Präsentation'''&lt;br /&gt;
| '''Zugänglichmachung''' bedeutet, dass digitale Objekte auffindbar und im rechtlich sowie technisch zulässigen Umfang abrufbar sind. '''Präsentation''' geht darüber hinaus: Inhalte werden ausgewählt, miteinander verknüpft, erklärt und für bestimmte Zielgruppen vermittelt. Dazu gehören verständliche Kontextinformationen, klare Rechteangaben, Mehrsprachigkeit und möglichst barrierearme Zugänge. Abhängig von Rechten, personenbezogenen Daten oder kulturellen Schutzbedarfen kann der Zugang offen oder eingeschränkt sein.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Nutzung und Nachnutzung'''&lt;br /&gt;
| '''Nutzung''' umfasst beispielsweise das Betrachten, Lesen, Anhören, Erforschen oder Vermitteln eines digitalen Kulturguts. '''Nachnutzung''' bedeutet seine weitere Verwendung in einem neuen Zusammenhang, etwa in Bildung, Forschung, Publikationen, Ausstellungen, Anwendungen oder kreativen Werken. Dafür werden geeignete Dateien, verständliche Metadaten und klare Rechteinformationen benötigt.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Rechteinformation und Lizenz'''&lt;br /&gt;
| Eine '''Rechteinformation''' beschreibt den rechtlichen Status eines digitalen Objekts und mögliche Einschränkungen seiner Nutzung. Eine '''Lizenz''' räumt durch eine dazu berechtigte Person oder Institution konkrete Nutzungsrechte ein. Ein allgemeiner Rechtehinweis ist daher nicht automatisch eine Lizenz.&amp;lt;ref name=&amp;quot;RightsReuse&amp;quot;&amp;gt;RightsStatements.org o. J.: Standardisierte Rechtehinweise für online verfügbares Kulturerbe. URL: https://rightsstatements.org/de/, abgerufen am 16.07.2026. Creative Commons 2025: Recommended Licenses and Tools for Cultural Heritage Content. URL: https://creativecommons.org/2025/07/09/recommended-licenses-and-tools-for-cultural-heritage-content/, abgerufen am 16.07.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Interoperabilität'''&lt;br /&gt;
| '''Interoperabilität''' bezeichnet die Fähigkeit von Systemen und Organisationen, Daten auszutauschen und in gleicher Bedeutung zu verstehen. Dafür werden gemeinsame Metadatenmodelle, Begriffe, Identifikatoren und technische Schnittstellen benötigt. So können beispielsweise Register, Repositorien, Präsentationsportale und externe Kulturplattformen miteinander verbunden werden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;EuropeanaEDM&amp;quot;&amp;gt;Europeana o. J.: Metadata – Europeana Data Model (EDM, Europeana-Datenmodell). URL: https://pro.europeana.eu/page/metadata, abgerufen am 16.07.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Digitalisierte Inhalte entfalten ihren kulturellen und gesellschaftlichen Nutzen erst dann vollständig, wenn sie auffindbar, verständlich, rechtlich klar und für unterschiedliche Zielgruppen tatsächlich verwendbar sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der folgende Abschnitt 2.4 beschreibt, wie diese Kernfunktionen innerhalb des gesamten Prozesses der Kulturerbe-Digitalisierung zusammenwirken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== 2.4 Prozess der Digitalisierung von Kulturerbe ==&lt;br /&gt;
Die Digitalisierung von Kulturgut ist kein rein technischer Arbeitsschritt, sondern ein vielschichtiger, oft langfristiger Prozess, der bereits mit der Wahrnehmung und Identifikation einer kulturellen Ausdrucksform beginnt. Ziel dieses Abschnitts ist es, diesen Gesamtprozess systematisch darzustellen: von der gelebten Kultur über das identifizierte Kulturgut bis hin zur digital nutzbaren Repräsentation.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die hier entwickelte Prozessdarstellung soll als praxisorientierter Überblick dienen für die Digitalisierung des sorbischen Kulturerbes. Sie berücksichtigt die Anforderungen sorbischer Einrichtungen ebenso wie die international etablierten Referenzmodelle und Standards, darunter:&lt;br /&gt;
* das OAIS-Referenzmodell (ISO 14721) für digitale Archivierung&amp;lt;ref&amp;gt;Consultative Committee for Space Data Systems (CCSDS) 2024: Reference Model for an Open Archival Information System (OAIS), CCSDS 650.0-M-3. URL: https://ccsds.org/Pubs/650x0m3.pdf, abgerufen am 01.10.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
* das DCC Curation Lifecycle Model für kuratorische Entscheidungsprozesse&amp;lt;ref&amp;gt;Higgins 2008: The DCC Curation Lifecycle Model. International Journal of Digital Curation, 3(1), 134-140. URL: https://ijdc.net/index.php/ijdc/article/view/48, abgerufen am 01.10.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
* das Spectrum-Modell für museale Objektverwaltung&amp;lt;ref&amp;gt;Collections Trust 2022. Spectrum 5.1 - The UK Museum Collections Management Standard. URL: https://collectionstrust.org.uk/spectrum/spectrum-5, abgerufen am 01.10.2025. &amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
* die UNESCO-Leitlinien zur Inventarisierung immateriellen Kulturerbes&amp;lt;ref&amp;gt;UNESCO 2024: Operational Directives for the Implementation of the Convention for the Safeguarding of the Intangible Cultural Heritage (10.GA). URL: https://ich.unesco.org/doc/src/ICH-Operational_Directives-10.GA_EN.pdf, abgerufen am 01.10.2025. &amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
* sowie technische Vorgaben wie die DFG-Praxisregeln Digitalisierung&amp;lt;ref&amp;gt;Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) 2022: Praxisregeln Digitalisierung (aktualisierte Fassung). URL: https://www.ulb.hhu.de/fileadmin/redaktion/ULB/Documents/Infomaterial/DFG_Praxisregeln_Digitalisierung_Aktualisierte_Fassung2022.pdf, abgerufen am 01.10.2025. &amp;lt;/ref&amp;gt; und die FADGI-Richtlinien&amp;lt;ref&amp;gt;Federal Agencies Digital Guidelines Initiative (FADGI) 2023: Technical Guidelines for Digitizing Cultural Heritage Materials – Still Image, 3rd ed. URL: https://www.digitizationguidelines.gov/guidelines/digitize-technical.html, abgerufen am 01.10.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Folge soll der „Lebenslauf“ eines Kulturguts dargestellt werden, also der Weg, den ein Objekt oder eine kulturelle Praxis vom Zeitpunkt der Entstehung über die Erfassung, Digitalisierung und Archivierung bis zur Veröffentlichung in einem digitalen Präsentationsmodul durchläuft.&lt;br /&gt;
Hierfür erläutert der folgende Abschnitt die einzelnen Prozessschritte im Detail, jeweils mit Akteuren und Beispielen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.4.1 Vorüberlegungen zum Prozess ===&lt;br /&gt;
Im hier vorgestellten Prozess wird auf eine harte, systematische Filterung verzichtet, welche kulturellen Ausdrucksformen „nur“ Kultur und welche bereits Kulturgut sind. Ein solcher Bewertungs- und Abgrenzungsprozess wäre ressourcenintensiv und würde den vorhandenen Kapazitäten in den beteiligten Einrichtungen nicht entsprechen. Stattdessen folgt das Konzept einer inklusiven Logik: Alle dokumentierten Ausdrucksformen werden zunächst als potenzielle Kulturgüter erfasst. Eine feinere Auswahl und Priorisierung erfolgen erst in einem späteren Schritt, nämlich dann, wenn konkret entschieden wird, welche Ausdrucksformen bzw. Kulturgüter in welcher Tiefe digitalisiert, archiviert und präsentiert werden sollen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieses Vorgehen schließt an das SKR-Konzept an, das bewusst auf eine frühe normative Trennung zwischen „kultureller Ausdrucksform“ und „Kulturgut“ verzichtet. Auch hier steht zunächst der möglichst vollständige, strukturierte Überblick über die sorbischen Kulturgüter im Vordergrund. Die differenzierte Bewertung und Schwerpunktsetzung werden als anschließende fachliche Aufgabe verstanden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.4.2 Prozessschritte im Detail ===&lt;br /&gt;
Das folgende Diagramm gibt einen Überblick über die sechs Kernschritte des Gesamtprozesses der Digitalisierung von Kulturgut – von der ersten Wahrnehmung einer kulturellen Ausdrucksform bis zu ihrer digitalen Präsentation als Kulturgut. Die Abfolge zeigt zugleich die Entwicklungsstufen: von gelebter Kultur zur kulturellen Ausdrucksform, von dort zum Kulturgut und schließlich zum digitalen Kulturgut. Die Schritte sind als generischer Ablauf zu verstehen: Je nach Art des Kulturguts können einzelne Tätigkeiten unterschiedlich aufwendig sein oder parallel erfolgen.&lt;br /&gt;
[[Dataja:Wobraz_K3.png|center|600px]]&amp;lt;ref&amp;gt;Mermaid Flowchart Code: [https://mermaid.live/edit#pako:eNplkk1OwzAQha8yGqmbkloxSZs2CyTa8LOphIAVhIVJpolF4iDH4a_qbXqTXgzHFdAKr2y97703lmaNWZMTxriqmvesFNrAfZIqgPPHFIdDzuBO1DVVajhM8QlGozOYO-WUwS0VsjVakqa93Pvmjlk4JmAwp3fS5kCHwQAWjkkcE_Y5WWkIXqrd9jBpT138UIkspBGVbI_7-rwLR146csLgRryQ-U8lMGLwTG1WapLPpHKCZQLMOY9ch7m2VxiSpOAEjJ1TSev_M_bkvv3KtY8ZnOuslG_H9VcOuf4dUO-2LamjGdHDQsscY6M78rAmXYv-ies-IEVTUk0pxvaa00p0lUkxVRtrexXqoWnqH6duuqLEeCWq1r6619zOn0hRaPGH9J_Xi6ZTBuOxS8B4jR8YhxGLeDThkR-EM37KuYefFmHTaOz7fOZHQTidBMHGwy9X6VslnNnDw4jPuB8GHlIuTaOX-7Vy27X5Bh_Osqo hier klicken], abgerufen am 22.09.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Prozess zeigt, dass Digitalisierung von Kulturgut mehr ist als das Erstellen digitaler Dateien. Sie umfasst eine Reihe aufeinander bezogener Schritte – von der ersten Wahrnehmung einer kulturellen Ausdrucksform über ihre Erfassung, Bewertung und Digitalisierung bis hin zur langfristigen Sicherung und Präsentation. Dabei sind je nach Schritt unterschiedliche Akteure beteiligt, etwa Gemeinschaften, Museen, Archive, Fachgremien, Digitalisierungsstellen oder IT. Die folgenden Beschreibungen erläutern diese Schritte so, dass nachvollziehbar wird, was jeweils mit einem Kulturgut geschieht, wer daran beteiligt ist und wie sich der Ablauf in der Praxis vorstellen lässt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''1. Sammeln &amp;amp; erfassen''' &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Hier wird eine kulturelle Ausdrucksform erstmals wahrgenommen, benannt und mit ersten Informationen erfasst: Was ist es, wer macht es oder hat es geschaffen, wo kommt es vor, warum ist es bedeutsam für die Gemeinschaft? &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Akteure''': Community, Vereine, Museen, Archive, Forschende, Privatpersonen.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Beispiel''': Auf einem Dorffest zeigt eine Frau das Verzieren sorbischer Ostereier. Jemand fotografiert dies und notiert Technik, Ort und Namen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''2. Registrieren &amp;amp; beschreiben''' &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Hier wird aus der ersten Beobachtung ein strukturierter Nachweis. Das Kulturgut oder die kulturelle Ausdrucksform wird in ein Register, eine Sammlung oder einen Katalog aufgenommen und mit strukturierten Metadaten beschrieben, damit es wiedergefunden, zugeordnet und verstanden werden kann. Dazu gehören z. B. Titel, Ort, Zeit, Technik, Funktion, beteiligte Personen und der kulturelle Kontext.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Akteure''': Registerverantwortliche, Kurator:innen, Sammlungsmitarbeitende, Community für Kontextinformationen.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Beispiel''': Das Osterei erhält einen Eintrag mit Angaben wie „Wachsbatik“, „Schleife“, „Osterei-Verzierung“, Name der Trägerin und Entstehungsjahr.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''3. Bewerten &amp;amp; freigeben''' &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
In diesem Schritt wird entschieden, ob und in welcher Priorität ein Kulturgut oder die kulturelle Ausdrucksform digitalisiert werden soll und ob dies rechtlich und ethisch möglich ist. Dabei spielen fachliche Kriterien wie Bedeutung, Repräsentativität, Seltenheit oder Gefährdung eine Rolle, aber auch Fragen des Urheberrechts, Datenschutzes und möglicher kultureller Sensibilitäten. Am Ende steht eine begründete Entscheidung, ob und in welchem Umfang das Kulturgut weiterbearbeitet und später veröffentlicht werden darf. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Akteure''': Kurator:innen, Fachgremien, Community-Vertretungen, Register/SKR, ggf. Rechteverantwortliche und Behörden. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Beispiel''': Es wird entschieden, dass die Osterei-Technik wegen ihrer Bedeutung für die sorbische Identität digital gesichert werden soll; die Kunsthandwerkerin stimmt der Veröffentlichung zu.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''4. Digitalisieren &amp;amp; prüfen''' &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Nun wird das Kulturgut technisch erfasst, also in eine digitale Form überführt. Das kann je nach Objektart durch Scan, Fotografie, Audio- oder Videoaufnahme oder 3D-Erfassung geschehen. Dabei entstehen hochwertige Master-Dateien und nutzbare Derivate. Die Digitalisierung folgt qualifizierten Standards, um Reproduzierbarkeit, Farbkonsistenz und Nutzbarkeit zu gewährleisten. Anschließend wird geprüft, ob Schärfe, Farbe, Vollständigkeit und Dateiformate den Anforderungen für Archivierung und Nutzung entsprechen. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Akteure''': Digitalisierungszentrum, Foto-/AV-/3D-Spezialist:innen, externe Dienstleister bei Spezialfällen. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Beispiel''': Das Osterei wird fotografisch hochauflösend aufgenommen und zusätzlich als 3D-Modell erfasst. Danach werden Schärfe, Farbe und Dateiformate geprüft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''5. Archivieren &amp;amp; sichern''' &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die entstandenen digitalen Dateien werden geordnet abgelegt, mit den zugehörigen Metadaten verknüpft und für die langfristige Erhaltung gesichert. Dazu gehören sichere Speicherorte, Backups, Integritätskontrollen und – wenn nötig – spätere technische Migration auf neue Systeme. Ziel ist, dass das digitale Kulturgut langfristig erhalten bleibt, auch wenn sich Technik und Formate verändern. Das Original bleibt in der Regel weiterhin am Sammlungs- oder Aufbewahrungsort. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Akteure''': Archiv, Repository, IT-Betrieb, ggf. Sorbisches Kulturarchiv bzw. Digitalisierungszentrum. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Beispiel''': Die Bilder und das 3D-Modell des Ostereis werden auf gesicherten Servern gespeichert; das Original bleibt im Museum oder bei der Eigentümerin.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''6. Präsentieren &amp;amp; nutzen''' &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Im letzten Schritt werden die digitalen Objekte so bereitgestellt, dass sie gefunden, verstanden und genutzt werden können, z. B. in Portalen, digitalen Sammlungen oder virtuellen Ausstellungen. Dafür reicht es nicht, nur Dateien anzuzeigen: Es braucht auch verständliche Kontexte, Rechteangaben, Mehrsprachigkeit und möglichst barrierearme Zugänge. So wird aus der technischen Digitalisierung eine tatsächliche kulturelle Nutzung. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Akteure''': Kurator:innen, Vermittlung, Web/IT, Museen, Kulturinformationen, Community. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Beispiel''': Das Osterei erscheint in einer Online-Ausstellung, kann herangezoomt oder als 3D-Modell gedreht werden und wird mit einem kurzen Text zur Technik erklärt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.4.3 Organisatorische Perspektive ===&lt;br /&gt;
Die folgende Abbildung ist entnommen aus einem Poster des Sorbischen Instituts zu dessen Digitalisierungsstrategie, gefunden auf der Projektseite des Digitalisierungszentrums.&amp;lt;ref&amp;gt;Sorbisches Institut: Digitalisierungszentrum (DZ). URL: [https://www.serbski-institut.de/projekte-zentrale-vorhaben/digitalisierungszentrum-dz/ https://www.serbski-institut.de/projekte-zentrale-vorhaben/digitalisierungszentrum-dz/], abgerufen am 25.03.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Digitalisierungsstrategie des Sorbischen Instituts zeigt die Erfassung, Registrierung, Digitalisierung und Archivierung bis zur Präsentation von Kulturgütern aus '''organisatorischer Sicht'''. Sie basiert auf einem '''3-Säulen-Modell aus Kulturregister, Digitalisierungszentrum und Präsentationsumgebung'''. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Dataja:Wobraz_K4.png|mini||center|600px|Abbildung: 3-Säulen-Modell der Digitalisierungsstrategie des Sorbischen Instituts. Quelle: Sorbisches Institut, „Digitalizacija serbskich kulturnych datow / Digitalisierung der sorbischen/wendischen Kulturdaten“&amp;lt;ref&amp;gt;Sorbisches Institut 2025: Digitalizacija serbskich kulturnych datow / Digitalisierung der sorbischen/wendischen Kulturdaten (Poster). URL:  [https://www.serbski-institut.de/wp-content/uploads/2021/11/A0-Druck_Digitalisierungsstrategie-SI.pdf  https://www.serbski-institut.de/wp-content/uploads/2021/11/A0-Druck_Digitalisierungsstrategie-SI.pdf], abgerufen am 25.03.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Beide Sichtweisen - die fachliche &amp;quot;Prozess-Sicht&amp;quot; und die &amp;quot;organisatorische Sicht&amp;quot; lassen sich wie folgt in einer Darstellung zusammenfassen:&lt;br /&gt;
[[Dataja:Wobraz_K5.jpg|mini||center|600px|Abbildung: Zusammengefasste Sichtweisen auf die Digitalisierung von Kulturerbe.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der &amp;quot;Prozess der Digitalisierung von Kulturerbe&amp;quot; beschreibt, '''was''' mit einem Kulturgut geschieht; das 3-Säulen-Modell zeigt, '''wo''' diese Aufgaben organisatorisch verortet sind. Bezogen auf die oben beschriebenen [[#2.3.2 Prozessschritte im Detail|Prozessschritte der Digitalisierung von Kulturerbe]] steht das '''Sorbische Kulturregister''' für den Prozessschritt „'''2. Registrieren'''“ und dient dabei vor allem der Verzeichnung und Metadatenverwaltung. Das '''Digitalisierungszentrum''' steht für die Prozessschritte „'''4. Digitalisieren'''“ und „'''5. Archivieren'''“ und dient dabei der technischen Erfassung, Bearbeitung und Sicherung der Digitalisate. Die '''Präsentationsumgebung''' steht für den Schritt „'''6. Präsentieren'''“ und dient der öffentlichen oder kuratierten Bereitstellung zur Nutzung. Ergänzende Konzepte des SI machen dabei deutlich, dass die Digitalisierung im Regelfall eine vorherige Verzeichnung im Register voraussetzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
! Prozessschritt&lt;br /&gt;
! Verantwortliche Organisation&lt;br /&gt;
! Funktion im Gesamtsystem&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''2. Registrieren'''&lt;br /&gt;
| '''Sorbisches Kulturregister'''&lt;br /&gt;
| Kulturgüter werden als Entitäten nachgewiesen, beschrieben, mit Metadaten versehen und miteinander verknüpft. Das Register erfüllt damit eine katalogähnliche Funktion: Es macht sichtbar, welche Kulturgüter es gibt, wo sie sich befinden und in welchem Kontext sie stehen.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''4. Digitalisieren'''&lt;br /&gt;
| '''Digitalisierungszentrum'''&lt;br /&gt;
| Kulturgüter werden technisch erfasst, z. B. durch Scan, Fotografie, Audio-/Videoübertragung oder 3D-Erfassung. Das Digitalisierungszentrum erzeugt und prüft die Digitalisate, ist aber nicht selbst primär ein Präsentationssystem.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''5. Archivieren'''&lt;br /&gt;
| '''Digitalisierungszentrum / Repositorium / Archiv'''&lt;br /&gt;
| Die digitalen Dateien werden geordnet gespeichert, mit Metadaten verbunden und langfristig gesichert. Dazu gehört auch die Sicherstellung der Langzeitaufbewahrung, etwa durch geeignete Speicherorte, Prüfroutinen und spätere Migrationen.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''6. Präsentieren'''&lt;br /&gt;
| '''Sorabicon / weitere Präsentationsumgebungen'''&lt;br /&gt;
| Die digitalen Inhalte werden für Nutzer:innen sichtbar, erfahrbar und verständlich gemacht, z. B. in Portalen, digitalen Sammlungen oder virtuellen Ausstellungen. Die Präsentation greift dafür auf Metadaten aus dem Register und auf Digitalisate aus dem Repositorium bzw. dem Digitalisierungszentrum zurück.&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Schritt '''1. Sammeln''' liegt vor diesen drei Säulen. Er betrifft die Sammlungsorte selbst, also z. B. Museen, Archive, Heimatstuben, Vereine, Projekte, Gemeinden oder Privatpersonen. Dort entstehen oder befinden sich die Kulturgüter zunächst, bevor sie systematisch registriert, bewertet oder digitalisiert werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Schritt '''3. Bewerten''' ist ebenfalls keine eigene technische Säule, sondern ein steuernder Entscheidungsschritt. In ihm wird geklärt, welche Kulturgüter priorisiert digitalisiert werden, welche fachliche Bedeutung sie haben, welche Rechte zu beachten sind und ob eine öffentliche Präsentation möglich ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Damit wird deutlich: Register, Digitalisierungszentrum und Präsentation erfüllen unterschiedliche Aufgaben. Das '''Register''' beschreibt und verknüpft Kulturgüter, das '''Digitalisierungszentrum''' erzeugt und sichert Digitalisate und die '''Präsentationsumgebung''' macht ausgewählte Inhalte verständlich zugänglich. Gerade diese Trennung schafft klare Zuständigkeiten und erleichtert die Zusammenarbeit zwischen Sammlungsorten, Fachstellen, technischen Dienstleistern und Öffentlichkeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== 2.5 Beispiele anderer Kulturen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Digitalisierung des Kulturerbes kleiner, autochthoner, indigener und sprachlicher Gemeinschaften weist häufig vergleichbare Herausforderungen auf: Kulturgüter und Bestände sind auf viele Institutionen, Vereine, lokale Einrichtungen und private Träger verteilt. Personelle und finanzielle Ressourcen sind begrenzt, mehrere Sprachen und Beschreibungstraditionen müssen berücksichtigt werden und nicht alle kulturellen Inhalte dürfen oder sollen ohne Einschränkung öffentlich zugänglich gemacht werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In einer vergleichenden Recherche wurde daher untersucht, wie andere Gemeinschaften und Regionen ihr Kulturerbe erfassen, beschreiben, digitalisieren, langfristig sichern und zur Nutzung bereitstellen. Dabei wurde nicht nach einer universell „idealen“ technischen Lösung gesucht. Untersucht wurde vielmehr, welche organisatorischen, technischen, rechtlichen und gemeinschaftlichen Modelle unter welchen Rahmenbedingungen funktionieren, welche Schwierigkeiten auftreten und welche übertragbaren Erfolgsfaktoren erkennbar sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die nachfolgenden Beispiele verdeutlichen unterschiedliche Schwerpunkte: gemeinschaftliche Steuerung, institutionsübergreifende Register und Suchsysteme, Digitalisierung verteilter Bestände, Sprach- und Tonarchive, abgestufte Zugänge, Unterstützung kleiner Kulturgutträger sowie die Überführung zeitlich begrenzter Projekte in einen dauerhaften Betrieb.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die daraus abgeleiteten Kriterien bilden einen Referenzrahmen. Anhand dieses Referenzrahmens kann in einer späteren Ist-Analyse geprüft werden, welche Funktionen bereits vorhanden, nur konzeptionell beschrieben, in Pilotprojekten erprobt oder dauerhaft im Regelbetrieb verankert sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die ausführlichen Fallprofile, Vergleichsmatrizen, Quellen sowie ein Hinweis zur KI-gestützten Erstellung befinden sich in der [[12.3.A1 Vergleichende Recherche – Digitalisierung des Kulturerbes anderer Kulturen und Regionen|ausführlichen Vergleichsrecherche]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.5.1 RomArchive – Digitales Archiv der Roma ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Roma und Sinti sind eine transnationale Minderheit, die in zahlreichen europäischen Staaten lebt. RomArchive wurde von 2015 bis 2019 mit 3,75 Millionen Euro durch die Kulturstiftung des Bundes gefördert. Weitere Unterstützer waren unter anderem die Bundeszentrale für politische Bildung, das Auswärtige Amt und das Goethe-Institut. Seit 2019 wird das Archiv durch das Dokumentations- und Kulturzentrum Deutscher Sinti und Roma in Heidelberg betrieben.&amp;lt;ref name=&amp;quot;vergleich_romarchive&amp;quot;&amp;gt;RomArchive o. J.: Frequently Asked Questions. URL: https://www.romarchive.eu/en/about/frequently-answered-questions/; Dokumentations- und Kulturzentrum Deutscher Sinti und Roma e. V. o. J.: Imprint. URL: https://www.romarchive.eu/en/imprint/; Kulturstiftung des Bundes o. J.: RomArchive. URL: https://www.kulturstiftung-des-bundes.de/en/programmes_projects/film_and_new_media/detail/romarchive.html, jeweils abgerufen am 20.07.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Archiv präsentiert Kunst, Geschichte und Kultur aus der Perspektive der Roma. Kuratorische Teams und Beirat waren überwiegend mit Angehörigen der Minderheit besetzt. Neben öffentlich zugänglichen Inhalten existiert ein internes Archiv mit beschränktem Forschungszugang. Besonders lehrreich ist der bereits zu Projektbeginn geplante und später tatsächlich vollzogene Übergang an einen dauerhaften Betreiber.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Erfolgsfaktoren und Learnings:''' &lt;br /&gt;
* Angehörige der Gemeinschaft sollten nicht nur Inhalte zuliefern, sondern festgelegte Entscheidungsrechte bei Auswahl, Beschreibung, Kontextualisierung und Zugangsregeln besitzen. &lt;br /&gt;
* Bereits zu Beginn einer Projektphase verbindlich klären, welche Institution das Register, Archiv oder Portal nach dem Ende der Förderung dauerhaft betreibt, pflegt und finanziert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.5.2 Nuohtti – Zugang zum Sámi-Kulturerbe ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Sámi sind ein indigenes Volk im nordeuropäischen Sápmi, das sich über Teile Norwegens, Schwedens, Finnlands und Russlands erstreckt. Viele historische Sámi-Materialien befinden sich außerhalb der Sámi-Institutionen in europäischen Archiven und Museen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nuohtti ist ein gemeinsamer Suchdienst für digitalisierte Sámi-Materialien. Er wurde von 2018 bis 2021 mit Mitteln des Programms Interreg Nord der EU (Europäische Union) entwickelt. Beteiligt waren unter anderem die Sámi-Archive der finnischen und norwegischen Nationalarchive, das schwedische Reichsarchiv und mehrere Universitäten. Die Sámi-Parlamente Finnlands, Norwegens und Schwedens waren in der Steuerungsgruppe vertreten. Der Dienst führte nach Projektangaben etwa 30.000 Datensätze aus 32 Institutionen zusammen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;vergleich_nuohtti&amp;quot;&amp;gt;Nuohtti o. J.: About Nuohtti. URL: https://nuohtti.com/Content/about; University of the Arctic 2023: The Nuohtti service provides digital access to Sámi material in European archives. URL: https://www.uarctic.org/news/2023/3/the-nuohtti-service-provides-digital-access-to-sami-material-in-european-archives/, jeweils abgerufen am 20.07.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nuohtti übernimmt nicht alle Bestände in ein einziges System. Stattdessen werden Metadaten, also strukturierte Beschreibungsdaten zu Objekten und Beständen, aus vorhandenen Einrichtungen zusammengeführt und mit mehrsprachiger Suche, Karte und Zeitleiste zugänglich gemacht. Ethische Hinweise machen darauf aufmerksam, dass viele Bestände unter historischen und teilweise kolonialen Bedingungen gesammelt und beschrieben wurden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Erfolgsfaktoren und Learnings:''' &lt;br /&gt;
* Ein gemeinsamer Zugang kann auch mit dezentraler Architektur der Bestände erfolgen – Originale, Dateien und Fachsysteme können beim Kulturgutträger verbleiben.&lt;br /&gt;
* Ein Register für Kulturdaten kann als übergreifende Nachweisschicht arbeiten: Größere Einrichtungen liefern Daten über technische Schnittstellen, während kleine Träger zentrale oder gemeinsam bereitgestellte Erfassungsdienste nutzen können. &lt;br /&gt;
* Historische Fremdbeschreibungen sollten ergänzt werden durch Selbstbezeichnungen, eigene Sprachformen, alternative Benennungen und Kontexte der betreffenden Gemeinschaft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.5.3 People’s Collection Wales / Casgliad y Werin Cymru ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wales ist ein Landesteil des Vereinigten Königreichs mit einer eigenständigen nationalen und walisischsprachigen Identität. People’s Collection Wales ist eine zweisprachige Plattform für institutionelles und gemeinschaftlich getragenes Kulturerbe. Sie wird als Verbund der National Library of Wales, des National Museum Wales und der Royal Commission on the Ancient and Historical Monuments of Wales betrieben und durch die walisische Regierung finanziert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Neben der technischen Plattform werden kostenlose Beratung und Schulungen zu Digitalisierung, Metadaten, Urheberrecht, Datenschutz und Oral History, also mündlich überlieferter und aufgezeichneter Geschichte, angeboten. Eine unabhängige Evaluation stellte Fortschritte bei der Zusammenarbeit und beim Kompetenzaufbau fest, benannte aber auch begrenzte Wirkungsnachweise, Finanzierungsrisiken und den hohen Personalaufwand für die Unterstützung der beteiligten Gemeinschaften.&amp;lt;ref name=&amp;quot;vergleich_wales&amp;quot;&amp;gt;Vittle, Kate / Haswell-Walls, Fran / Dixon, Tim; ERS Ltd. 2016: Evaluation of the Casgliad y Werin Cymru / People’s Collection Wales Digital Heritage Programme. Impact Report. URL: https://www.gov.wales/sites/default/files/publications/2019-08/evaluation-of-the-peoples-collection-wales-digital-heritage-programme-impact.pdf; People’s Collection Wales o. J.: Community Support. URL: https://www.peoplescollection.wales/about-us/community-support, jeweils abgerufen am 20.07.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Erfolgsfaktoren und Learnings:''' &lt;br /&gt;
* Kleine und ehrenamtlich betreute Sammlungen benötigen nicht nur technische Standards, sondern konkrete und dauerhaft verfügbare Dienstleistungen: Erstberatung, Schulung, Vorlagen, Unterstützung bei Rechtefragen, Qualitätskontrolle und persönliche Ansprechpartner. &lt;br /&gt;
* Ein Digitalisierungszentrum oder ein Verbund koordinierter Digitalisierungsdienste sollte daher als Service- und Kompetenzstruktur ausgestaltet werden und nicht lediglich als technische Produktionsstelle. &lt;br /&gt;
* Der dafür notwendige Beratungs- und Unterstützungsaufwand muss als dauerhafte Betriebsaufgabe eingeplant werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.5.4 Tobar an Dualchais / Kist o Riches ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schottisch-Gälisch ist eine Minderheitensprache, die vor allem in den Highlands und auf den schottischen Inseln gesprochen wird. Tobar an Dualchais macht mehr als 40.000 seit den 1930er Jahren entstandene Tonaufnahmen zugänglich. Die Bestände umfassen Erzählungen, Lieder, Musik, Gedichte und mündlich überliefertes Wissen auf Gälisch, Scots und Englisch. Ein bedeutender Teil der Originalbestände wird in den School of Scottish Studies Archives der Universität Edinburgh verwahrt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;vergleich_tobar&amp;quot;&amp;gt;University of Edinburgh 2024: Tobar an Dualchais / Kist o Riches. URL: https://gaelic.ed.ac.uk/gaelic-collections/tobar-an-dualchais-kist-o-riches; Scottish Government 2025: Rediscovering lost Gaelic words. URL: https://www.gov.scot/news/rediscovering-lost-gaelic-words/, jeweils abgerufen am 20.07.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Digitalisierung wird mit Verschriftlichung beziehungsweise Transkription, sprachlicher Erschließung, Freiwilligenarbeit und teilweise automatischer Spracherkennung verbunden. Das Projekt erhält wiederkehrende öffentliche Förderungen, muss Rechteklärung, Transkription und technische Weiterentwicklung jedoch dauerhaft fortsetzen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Erfolgsfaktoren und Learnings:''' &lt;br /&gt;
* Gefährdete Ton-, Film- und Videobestände müssen wegen Materialverfall, beschädigungsanfälliger Trägermaterialien und nicht mehr verfügbarer Wiedergabetechnik zeitlich priorisiert werden. &lt;br /&gt;
* Ein geeignetes Pilotprojekt kann Digitalisierung, Rechteklärung, Verschriftlichung, Übersetzung, Metadatenerfassung, Archivierung und Bildungsnutzung entlang einer vollständigen Prozesskette verbinden. &lt;br /&gt;
* Dadurch werden nicht nur einzelne Dateien erzeugt, sondern zugleich die notwendigen Standards, Zuständigkeiten und Aufwände erprobt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.5.5 Euskariana – Portal zum baskischen Kulturerbe ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Baskinnen und Basken leben in Gebieten Spaniens und Frankreichs. Euskariana ist das staatlich betriebene Kulturportal der Autonomen Gemeinschaft Baskenland in Spanien. Es wird durch die Digitale Bibliothek Euskadi betrieben und verbindet Daten der baskischen Regierung, der Provinzen, Kommunen, Universitäten sowie öffentlicher, kirchlicher und privater Einrichtungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Portal ist zugleich gemeinsamer Katalog und Zugang zu digitalen Objekten. Es kann Inhalte über ein eigenes Repositorium, also ein institutionell betriebenes digitales Ablage- und Erhaltungssystem, bereitstellen oder zu den Systemen der Partner verlinken. Verwendet werden internationale Standards wie Dublin Core als allgemeiner Metadatenstandard, METS (Metadata Encoding and Transmission Standard) zur Strukturierung und Übertragung digitaler Objekte, PREMIS (Preservation Metadata: Implementation Strategies) für Metadaten zur digitalen Langzeiterhaltung und ALTO (Analyzed Layout and Text Object) für erkannte Texte und Seitenlayouts. Die standardisierten Daten können unter anderem an Europeana weitergegeben werden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;vergleich_euskariana&amp;quot;&amp;gt;Gobierno Vasco / Biblioteca Digital de Euskadi o. J.: Acerca de Euskariana. URL: https://www.euskariana.euskadi.eus/euskadibib/es/help/about.do, abgerufen am 20.07.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Erfolgsfaktoren und Learnings:''' &lt;br /&gt;
* Unterschiedliche Kulturgutträger benötigen unterschiedliche Anschlussmöglichkeiten. &lt;br /&gt;
** Kleine Einrichtungen sollten Daten und gegebenenfalls Dateien in zentral bereitgestellten Diensten erfassen und verwalten können. &lt;br /&gt;
** Größere Institutionen sollten ihre vorhandenen Systeme über Datenexporte oder Programmierschnittstellen anbinden können. &lt;br /&gt;
* Dafür ist ein gemeinsamer, bewusst schlank gehaltener Metadatenkern erforderlich, der durch fach- und institutionsspezifische Angaben erweitert werden kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.5.6 Mukurtu und Plateau Peoples’ Web Portal ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mukurtu ist eine frei verfügbare Software für die gemeinschaftlich kontrollierte Verwaltung digitalen indigenen Kulturerbes. Das Plateau Peoples’ Web Portal verbindet acht indigene Nationen des nordwestlichen Plateaus der USA mit der Washington State University und mehreren Museen und Archiven. Stammesvertreter wählen und beschreiben die Inhalte; die Universität übernimmt wesentliche technische Betriebsaufgaben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mukurtu ermöglicht kulturelle Protokolle, also gemeinschaftlich festgelegte Regeln für Zugang und Nutzung, Traditional Knowledge Labels als Kennzeichnungen für überliefertes gemeinschaftliches Wissen sowie mehrere Beschreibungen zu demselben Objekt. Dadurch kann neben einer institutionellen Museumsbeschreibung eine Beschreibung der Herkunftsgemeinschaft stehen. Zugänge können von vollständig öffentlich bis streng beschränkt reichen. Mukurtu weist ausdrücklich darauf hin, dass die Plattform vor allem dem Zugang und der gemeinschaftlichen Verwaltung dient und ein gesondertes Konzept für Digitalisierung, Langzeiterhaltung, Personal und Finanzierung erforderlich bleibt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;vergleich_mukurtu&amp;quot;&amp;gt;Mukurtu CMS / Washington State University o. J.: About. URL: https://mukurtu.org/about/; Plateau Peoples’ Web Portal. URL: https://mukurtu.org/project/plateau-peoples-web-portal-showcase/, jeweils abgerufen am 20.07.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Erfolgsfaktoren und Learnings:''' &lt;br /&gt;
* Rechte und kulturelle Sensibilität müssen als Bestandteil des Datenmodells behandelt werden und dürfen nicht erst unmittelbar vor einer Veröffentlichung geprüft werden. &lt;br /&gt;
* Sinnvoll sind abgestufte Kategorien wie &lt;br /&gt;
** „nur Metadaten öffentlich“, &lt;br /&gt;
** „öffentliches Nutzungsdigitalisat“, &lt;br /&gt;
** „Zugang nach Rücksprache“, &lt;br /&gt;
** „beschränkter Gemeinschafts- oder Forschungszugang“, &lt;br /&gt;
** „zeitlich gesperrt“ und &lt;br /&gt;
** „nicht zugänglich“. &lt;br /&gt;
* Mehrere Beschreibungen zu demselben Objekt ermöglichen es außerdem, institutionelle Überlieferung und Selbstbeschreibung nebeneinander nachvollziehbar zu dokumentieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.5.7 Indigitization – zentrale Unterstützung für dezentrale Digitalisierung ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Indigitization unterstützt First Nations und weitere indigene Gemeinschaften in British Columbia in Kanada. Das Programm wird gemeinsam von indigenen Organisationen, Bibliotheken, Archiven und Hochschulen getragen. Es stellt einen Werkzeugkasten, Schulungen, Musterunterlagen, technische Beratung und Förderhilfen bereit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von 2013 bis 2019 wurden drei Pilotprojekte und 45 weitere Projekte gefördert. Dabei wurden mehr als 11.000 Audiokassetten digitalisiert. Die Digitalisierung erfolgte in den Gemeinschaften; eine allgemeine Veröffentlichung war nicht zwingend. Das frühere Förderprogramm für Audiokassetten befindet sich inzwischen allerdings in einer Pause.&amp;lt;ref name=&amp;quot;vergleich_indigitization&amp;quot;&amp;gt;Indigitization o. J.: About Us. URL: https://www.indigitization.ca/about-2/; Indigitization Toolkit. URL: https://www.indigitization.ca/toolkit/; Audio Cassette Digitization Grant. URL: https://www.indigitization.ca/funding/audio-cassette-grant/, jeweils abgerufen am 20.07.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Erfolgsfaktoren und Learnings:''' &lt;br /&gt;
* Zentral bereitgestellte Kompetenz lässt sich mit dezentraler Verantwortung verbinden. &lt;br /&gt;
* Ein Digitalisierungszentrum oder ein Verbund gemeinsamer Dienste kann Schulungen, Leih- und Mobiltechnik, Qualitätsprüfung, Rahmenverträge, Musterunterlagen, Beratung und Kleinprojektförderung anbieten. &lt;br /&gt;
* Originale, lokales Wissen und kulturelle Beziehungen können grundsätzlich bei den jeweiligen Kulturgutträgern verbleiben. &lt;br /&gt;
* Damit nach Abschluss einzelner Digitalisierungsprojekte keine ungesicherten Dateien zurückbleiben, sollte jedoch von Beginn an ein gemeinsames oder verbindlich angebundenes Repositorium beziehungsweise digitales Archiv vorgesehen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.5.8 Zusammenfassungen der Beispiele anderer Kulturen im Anhang ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tabellarische Übersichten und Zusammenfassungen aller untersuchten Beispiele anderer Kulturen und Regionen befinden sich im Anhang [[12.3.A1 Vergleichende Recherche – Digitalisierung des Kulturerbes anderer Kulturen und Regionen#E. Vergleichsmatrix|in Abschnitt E. Vergleichsmatrix]] unter &lt;br /&gt;
* [[12.3.A1 Vergleichende Recherche – Digitalisierung des Kulturerbes anderer Kulturen und Regionen#E.1 Funktionen, Architektur und Standards|E.1 Funktionen, Architektur und Standards]] und&lt;br /&gt;
* [[12.3.A1 Vergleichende Recherche – Digitalisierung des Kulturerbes anderer Kulturen und Regionen#E.2 Governance, Finanzierung, Erfolg und Übertragbarkeit|E.2 Governance, Finanzierung, Erfolg und Übertragbarkeit]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Zusammenfassung der übergreifenden Erfolgsfaktoren aus den Beispielen befindet sich im Anhang [[12.3.A1 Vergleichende Recherche – Digitalisierung des Kulturerbes anderer Kulturen und Regionen#F. Übergreifende Erfolgsfaktoren|in Abschnitt F. Übergreifende Erfolgsfaktoren]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.5.9 Was sich aus den Beispielen ableiten lässt ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus den untersuchten Beispielen lässt sich kein einzelnes Projekt und kein bestimmtes Softwaresystem ableiten, das unverändert übernommen werden könnte. Wiederkehrend zeigen sich jedoch '''vier notwendige Funktionen, drei übergreifende Erfolgsbedingungen und zwei grundlegende Umsetzungsprinzipien'''. Sie bilden einen kompakten Orientierungsrahmen für die Digitalisierung von Kulturerbe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Vier Kernfunktionen – was muss dauerhaft geleistet werden? ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Damit die Digitalisierung nicht bei einzelnen Digitalisaten oder einem Präsentationsportal stehen bleibt, müssen vier Kernfunktionen verlässlich abgedeckt und miteinander verbunden werden:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot; style=&amp;quot;width:100%;&amp;quot;&lt;br /&gt;
! Kernfunktion&lt;br /&gt;
! Kernfrage&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''1. Register für Kulturdaten'''&lt;br /&gt;
| '''Was ist vorhanden und was sollte prioritär bearbeitet werden?''' – Kulturgüter und Bestände nachweisen, beschreiben, verknüpfen und ihren Digitalisierungs- und Rechtezustand erfassen.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''2. Digitalisierungszentrum / Digitalisierungsdienste'''&lt;br /&gt;
| '''Wie wird qualitätsgesichert digitalisiert?''' – Kulturgutträger beraten, Digitalisierung vorbereiten oder durchführen, Qualität sichern und die Übergabe vorbereiten.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''3. Repositorium / digitales Langzeitarchiv'''&lt;br /&gt;
| '''Wie bleibt das digitale Kulturerbe dauerhaft erhalten?''' – Masterdateien und Metadaten sicher übernehmen, erhalten, sichern und bei technischen Veränderungen migrieren.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''4. Präsentations- und Nutzungssysteme'''&lt;br /&gt;
| '''Wie wird das Kulturerbe gefunden, verstanden und genutzt?''' – freigegebene Inhalte mehrsprachig vermitteln und für Bildung, Forschung und kulturelle Nachnutzung bereitstellen.&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die vier Funktionen bedeuten nicht zwingend vier Einrichtungen oder vier technische Systeme. Entscheidend ist, dass alle Funktionen abgedeckt, ihre Zuständigkeiten geklärt und ihre Übergaben zuverlässig organisiert sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Drei Erfolgsbedingungen – was gilt für alle Kernfunktionen? ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
# '''Gemeinsam entscheiden und Rechte abgestuft regeln:''' &lt;br /&gt;
#* Angehörige der betreffenden Gemeinschaft und die Kulturgutträger sollten nachvollziehbare Entscheidungsrechte bei Auswahl, Beschreibung, Priorisierung und Veröffentlichung besitzen. &lt;br /&gt;
#* Zugänge sollten abgestuft sein, beispielsweise auch &amp;quot;ausschließlich Metadaten&amp;quot;, &amp;quot;Zugang nach Rücksprache&amp;quot; oder &amp;quot;beschränkte Gemeinschafts- und Forschungszugänge&amp;quot; ermöglichen. &lt;br /&gt;
#* Rechtliche Zulässigkeit und kulturelle Angemessenheit sind dabei getrennt zu betrachten. &lt;br /&gt;
#* Selbstbezeichnungen und eigene kulturelle Perspektiven sollten historische Fremdbeschreibungen ergänzen können.&amp;lt;br&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
# '''Gemeinsame Standards, Mehrsprachigkeit und technische Anschlussfähigkeit sichern:''' &lt;br /&gt;
#* Ein bewusst schlanker gemeinsamer Metadatenkern, Qualitätsstandards und geregelte Datenübergaben ermöglichen die Zusammenarbeit unterschiedlicher Einrichtungen. Zusätzlich können fach- oder institutionsspezifische Metadatensätze genutzt werden.&lt;br /&gt;
#* Sprachen und Sprachvarianten müssen als eigenständige Datenwerte berücksichtigt werden, bspw. bei Metadaten, Beschreibungen usw. &lt;br /&gt;
#* Kleine Träger benötigen einfache zentrale Erfassungsmöglichkeiten, z. B. per Weboberfläche, größere Institutionen Schnittstellen oder Datenexporte aus ihren vorhandenen Systemen.&amp;lt;br&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
# '''Dauerhafte Verantwortung und Finanzierung sichern:''' &lt;br /&gt;
#* Bereits beim Aufbau muss feststehen, wer Register, Digitalisierungsdienste, Repositorium und Präsentationssystem nach einer Projektförderung dauerhaft betreibt. &lt;br /&gt;
#* Neben einmaligen Projektmitteln müssen deshalb auch Personal, Beratung, Datenpflege, Speicher, Softwarepflege, Sicherung und spätere technische Erneuerungen dauerhaft finanziert werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Zwei Umsetzungsprinzipien – wie sollte vorgegangen werden? ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
# '''Priorisieren, die vollständige Kette pilotieren, dann skalieren:''' &lt;br /&gt;
#* Nicht alles muss gleichzeitig digitalisiert werden. Besonders gefährdete oder kulturell bedeutsame Bestände sollten priorisiert werden. &lt;br /&gt;
#* Pilotprojekte sollten möglichst den gesamten Weg von der Erfassung und Rechteklärung über die Digitalisierung bis zur Archivierung und Nutzung durchlaufen. Dabei werden Standards, Zuständigkeiten, Kosten und tatsächliche Nutzung erprobt. &lt;br /&gt;
#* Erst auf dieser Grundlage sollte in größerem Umfang skaliert werden.&amp;lt;br&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
# '''Zentral ermöglichen, dezentral verantworten:''' &lt;br /&gt;
#* Zentrale Stellen können Infrastruktur, Beratung, Schulung, Digitalisierungstechnik, Qualitätskontrolle, Rechtehilfe und Langzeiterhaltung bereitstellen. &lt;br /&gt;
#* Originale, lokales Wissen, kulturelle Beziehungen und wesentliche inhaltliche Entscheidungen können gleichzeitig bei den jeweiligen Kulturgutträgern verbleiben. &lt;br /&gt;
#* Zentralisierung von Diensten und dezentrale kulturelle Verantwortung sind damit keine Gegensätze, sondern können sich gegenseitig ergänzen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Für die Reihenfolge ergibt sich daraus:''' &lt;br /&gt;
# Zuerst Entscheidungsrechte, Standards, Betreiber und Finanzierung ausreichend klären; &lt;br /&gt;
# anschließend mit ausgewählten Beständen die vollständige Prozesskette erproben und die Unterstützungsstrukturen aufbauen; &lt;br /&gt;
# auf dieser Grundlage Digitalisierung, Präsentation und Nachnutzung schrittweise verbreitern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Präsentation und Nutzung sind dabei nicht von geringerer Bedeutung und sollten bereits Bestandteil der Pilotprojekte sein. '''Später erfolgt nicht die Nutzung selbst, sondern deren breiter Ausbau.'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weiterführende '''Hinweise und Empfehlungen zu einem möglichen Vorgehen sowie zeitlichen und inhaltlichen Prioritäten''' befinden sich im Anhang [[12.3.A1 Vergleichende Recherche – Digitalisierung des Kulturerbes anderer Kulturen und Regionen#G.2 Was zentral, dezentral und gemeinsam organisiert werden sollte|im Abschnitt &amp;quot;Priorisierte Schlussfolgerung&amp;quot; von G2 bis G9]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein ausführliches '''Prüfraster zur Bewertung des jeweiligen Entwicklungsstandes''' befindet sich [[12.3.A2 Prüfraster zur Bewertung des Entwicklungsstandes beim Aufbau der Digitalisierung des Kulturerbes|im Anhang 2 &amp;quot;Prüfraster zur Bewertung des Entwicklungsstandes&amp;quot;]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= 3. Ist-Analyse der Digitalisierung des sorbischen Kulturerbes =&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der [[#2 Ist-Analyse „Digitalisierung von Kulturerbe“|vorangegangene Abschnitt 2]] hat beschrieben, was zur Digitalisierung von Kulturerbe gehört, welche Aufgaben dabei dauerhaft erfüllt werden müssen und wie andere Gemeinschaften und Regionen diese Aufgaben lösen. Der Abschnitt 3 richtet nun den Blick auf die sorbische Situation. Er geht der Frage nach, wie gut die sorbische Kulturerbelandschaft heute organisatorisch, technisch und personell aufgestellt ist, um ihr materielles, immaterielles und digitales Kulturerbe institutionsübergreifend zu erfassen, zu digitalisieren, dauerhaft zu erhalten und zugänglich zu machen – und wo vorrangiger Handlungsbedarf besteht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Analyse gliedert sich in fünf Teile:&lt;br /&gt;
* '''Akteure und Rollen''': Wer bewahrt sorbisches Kulturerbe und welche Aufgaben übernehmen die Akteure bei seiner Digitalisierung (Sammeln, Finanzieren, Koordinieren usw.)?&lt;br /&gt;
* '''Bestände und Digitalisierungsbedarf''': Welche Kulturgüter gibt es, wie weit sind  sie erfasst und digitalisiert, und welche müssen vorrangig gesichert werden?&lt;br /&gt;
* '''Vorhaben und Systeme''': Welche sorbischen Projekte und Angebote decken die [[#2.3.2 Vier Kernfunktionen|vier Kernfunktionen]] Nachweisen, Digitalisieren, langfristig Erhalten und Zugänglichmachen bereits ab?&lt;br /&gt;
* '''Zusammenarbeit und dauerhafter Betrieb''': Wie sind die Steuerung und Zusammenarbeit (Governance) organisiert (Zuständigkeiten, Standards, Rechte und Finanzierung)?&lt;br /&gt;
* '''Gesamtbewertung''': Was funktioniert bereits, wo gibt es Lücken und welche davon sollten zuerst geschlossen werden? &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Analyse stellt dabei den Bedarf der Bestände dem vorhandenen Angebot an Diensten und dem organisatorischen Rahmen gegenüber. Wo beides auseinanderfällt, entstehen Lücken, siehe nachfolgende Übersicht.&lt;br /&gt;
[[Dataja:Wobraz K6.png|thumb|center|600px|Übersicht der Ist-Analyse]]&amp;lt;ref&amp;gt;Mermaid Flowchart Code: [https://mermaid.live/edit#pako:eNqVlM1y2jAQx19lR7maFGMcwJPJDGAnh9AcaE4pPcj2-qPYErOWmtJ8PE0fo7e8WGWDTUja6VS-WB_7293_rvTAIhkj81hSyPso46Tg1l_RSoAZ088rdh5eOKc2TNcKNeH5h_DiPKQPF7fbjQW39PIzRaqMXaIsWMqiQLFiX2r7llHpMCW-yeDGwG54lCXEU9wfgv2Ic8JI5VLAYvl6fdYGMIAZVurlp4gPIVzrQmlKtVoXvKoQNiThEy_LQou0kqTe-Ji_ZsWckgOJC4hRwFSkGEpl_r5i44-L2IIyV-BTLtIij7I15m-5M-j1LmDeLqGI_5j-0rjfOwAtYljyrOzE-pcOfhu7A36OolLYMD5tzV95yONbjgTXSCLRYl1j3jkIWtAQruQ3c5KL6GB_pyujHwpOocmzcRFzjVSX15BnqCjH8A3Sh-fnZwj-kv-0VufReLrnGRlluzI-ws3xmdDQMQ_NmX2KFqR1DYq6IDu1HqFT5aZRfbFLZ_HyK1qj6PLY1RdkJhC4rgw2ykxcWLUlfpXCcgdqp4tmetXK5MIVGk1UiPdIyjRW7eNNh0d1-_mYgECtiBeQ5EXhnVzawWUwtipFco3eiXvpBu7UimQhyTsZzM03fU9o70fLmAbzYNQxJhNnbvstY2QPZrbzjsH3TbYjBLbxG3SE_uVZ4J61hP7Y7Q_tIwJMrYV11aZyvDWz5ocIj7d8K2gdd52vtgWaOu3iSJrRxTEej0fj_n7ai3llXh7iW88F99h--d_2zGIp5THzFGm0WIlU8nrKHmruiqnMXJkV88wvYay_9xoxVmwlnozphos7KcvWmqROM-YlvKjMTG9irtDPubnSZbdKdWvRXGqhmDd07AbCvAf2nXnuqWP3RwN7eDZwJ4Ph2MHeyGJb5vXs0-HEnTgDxxn3-4OzvuOarSeL_Wi8C10UFsM4V5I-7h7o5p1--g24x9CK hier klicken], abgerufen am 20.10.2026&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== 3.1 Akteure und Rollen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sorbisches Kulturerbe wird von vielen Einrichtungen, Gruppen und Einzelpersonen bewahrt, gepflegt und dokumentiert – von sorbischen ebenso wie von nicht-sorbischen. Dieser Abschnitt zeigt, wer Bestände hält, wer Dienste zur Digitalisierung anbietet und wer den organisatorischen und finanziellen Rahmen gestaltet. Damit wird auch sichtbar, welche Aufgaben bislang von keinem Akteur erkennbar übernommen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Grundlage sind Arbeitsunterlagen der Domowina aus den Jahren 2019 und 2020&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;&amp;gt;Domowina e. V., Kulturausschuss (Clemens Škoda) 2019: Serbske kulturne herbstwo (SKH). Arbeitspapier, Stand 18.03.2019, S. 2–8. Unveröffentlicht; interne Referenz: 2020-09-07_Serbske kulturne herbstwo w Budyšinje_opt.pdf.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019b&amp;quot;&amp;gt;Domowina e. V. 2019: Přehlad relewantnych městnosćow / „małkich“ a „wulkich“ muzejow nastupajo serbske kulturne herbstwo, Stand 11.11.2019. Unveröffentlicht; interne Referenz: 2019_11_Priloha A_prehlad_muzejow a zberkow.pdf.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2020&amp;quot;&amp;gt;Domowina e. V., Kulturausschuss 2020: Protokoll der Fachkommission „Serbske kulturne herbstwo“ vom 07.09.2020. Unveröffentlicht; interne Referenz: 2020_09_07_skh komisija-protokol.pdf.&amp;lt;/ref&amp;gt;, eine darauf aufbauende Arbeitsliste der Sammlungsorte mit ergänzender Internetrecherche&amp;lt;ref name=&amp;quot;liste2026&amp;quot;&amp;gt;Arbeitsliste „Sammlungsorte sorbischen Kulturerbes“, Stand 02.04.2026, erstellt im Rahmen des Digitalisierungskonzepts aus Internetrecherche und den Domowina-Unterlagen. Unveröffentlicht; Grundlage für Anhang 12.3.A3.&amp;lt;/ref&amp;gt; sowie Projektunterlagen und Gespräche. Ein Teil der Angaben ist mehrere Jahre alt und wird schrittweise aktualisiert. Nicht belegte Angaben sind als ''offen'', Vermutungen als ''Annahme'' gekennzeichnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.1.1 Begriffe und Rollen ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
; Akteur&lt;br /&gt;
: Einrichtung, Gruppe oder Person, die eine Aufgabe im Umgang mit sorbischem Kulturerbe oder seiner Digitalisierung übernimmt.&lt;br /&gt;
; Kulturgutträger&lt;br /&gt;
: Akteur, der Kulturgüter verwahrt oder eine kulturelle Praxis trägt und weitergibt, bspw. ein Museum, eine Heimatstube, ein Chor oder eine Privatperson mit einer Sammlung.&lt;br /&gt;
; Trägerschaft&lt;br /&gt;
: Rechtliche und finanzielle Verantwortung für eine Einrichtung, zum Beispiel durch eine Kommune, einen Landkreis, eine Stiftung, einen Verein, eine Kirche oder eine Privatperson. Eigentum und Betrieb können dabei auseinanderfallen, bspw. gehörte der Dom Njechorńskeho 2019 der Domowina und wurde von der Stiftung für das sorbische Volk bewirtschaftet, der Hanzo Šustrowy dom in Trebendorf gehörte der Gemeinde und wurde von der örtlichen Domowina-Gruppe bewirtschaftet.&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019b&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
; Rolle&lt;br /&gt;
: Aufgabe, die ein Akteur übernimmt. Ein Akteur kann mehrere Rollen haben, unterschieden werden Haupt- und Nebenrollen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Rollen lassen sich drei Gruppen zuordnen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
! Gruppe !! Rolle !! Kürzel&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| rowspan=&amp;quot;2&amp;quot; | '''Am Kulturgut''' || '''Bewahren''': Originale verwahren, pflegen und verwalten || '''B'''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Dokumentieren''': lebendige Praxis festhalten in Ton, Bild oder Text || '''D'''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| rowspan=&amp;quot;4&amp;quot; | '''Dienste''' ([[#2.3.2 Vier Kernfunktionen|Kernfunktionen]]) || '''Erfassen''', beschreiben und verknüpfen || '''K1'''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Digitalisieren''' und Qualität sichern || '''K2'''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Langfristig '''erhalten''' || '''K3'''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Zugänglich machen''' und Nutzung ermöglichen || '''K4'''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| rowspan=&amp;quot;2&amp;quot; | '''Rahmen''' (Governance) || '''Steuern''', koordinieren und Regeln setzen || '''S'''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Fördern''' und finanzieren || '''F'''&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dokumentieren meint hier das Festhalten von immateriellen Kulturgütern im laufenden Kulturleben, etwa Mitschnitte von Veranstaltungen. Geschieht es systematisch nach festgelegten Standards zur dauerhaften Sicherung, ist es Teil der Kernfunktion Digitalisieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.1.2 Schlüsselakteure ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einzeln aufgeführt wird, wer mindestens eines der folgenden Kriterien erfüllt:&lt;br /&gt;
# betreibt oder plant eine Kernfunktion, die über die eigene Einrichtung hinaus wirkt,&lt;br /&gt;
# verwahrt einen hauptamtlich betreuten Kernbestand,&lt;br /&gt;
# dokumentiert regelmäßig das lebendige Kulturgeschehen,&lt;br /&gt;
# fördert, koordiniert oder setzt Regeln für die Digitalisierung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|+ Rollen der Schlüsselakteure (■ Hauptrolle · ○ Nebenrolle · ? vermutet oder offen)&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
B. Bewahren, D. Dokumentieren, K1. Erfassen, K2. Digitalisieren K3. Erhalten, K4. Nutzung ermöglichen, S. Steuern, F. Fördern&lt;br /&gt;
! Akteur !! Typ / Trägerschaft !! B !! D !! K1 !! K2 !! K3 !! K4 !! S !! F !! Hinweise&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Stiftung für das sorbische Volk || Stiftung des öffentlichen Rechts, finanziert von Bund, Freistaat Sachsen u. Land Brandenburg || ○ || || || || || || ■ || ■ || bewirtschaftete 2019 den Dom Njechorńskeho&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019b&amp;quot;/&amp;gt;; unterstützte 2019 beide sorbischen Museen finanziell&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Sorbisches Institut (SI) mit Sorbischem Kulturarchiv (SKA) und Sorbischer Zentralbibliothek || Forschungseinrichtung mit Archiv und Bibliothek; eingetragener Verein, gefördert durch die Stiftung (''Annahme'') || ■ || ? || ■ || ■ || ? || ■ || ○ || || Virtueller Lesesaal mit Bibliographie, Katalog, digitalisierten Drucken, Handschriften, Fotos und Filmen; digitales Schrifttum auch über Sachsen.Digital; Sorabicon als Sorbisches Kulturlexikon&amp;lt;ref name=&amp;quot;vls&amp;quot;&amp;gt;Sorbisches Institut o. J.: Virtueller Lesesaal. URL: https://www.serbski-institut.de/bibliothek/virtueller-lesesaal/, abgerufen am 20.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;; plant das Sorbische Kulturregister (SKR)&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;&amp;gt;Sorbisches Institut 2025: Konzept für ein Sorbisches Kulturregister (SKR), zweite aktualisierte Fassung vom 20.11.2025. URL: https://www.serbski-institut.de/wp-content/uploads/2021/11/00_Zweite-aktualisierte-Fassung_Konzept_Sorbisches-Kulturregister_20.11.2025.pdf&amp;lt;/ref&amp;gt; und das Digitalisierungszentrum (DZ) auch für andere Träger&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz&amp;quot;&amp;gt;Sorbisches Institut: Digitalisierungszentrum (DZ). URL: https://www.serbski-institut.de/projekte-zentrale-vorhaben/digitalisierungszentrum-dz/&amp;lt;/ref&amp;gt;; langfristige Erhaltung für Dritte ''offen''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Sorbisches Museum Bautzen || Museum; Landkreis Bautzen, finanziell unterstützt von der Stiftung (Stand 2019)&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt; || ■ || || ○ || ? || ? || ? || || || Inventarverzeichnis vorhanden (2019)&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;; Digitalisierungsstand und Online-Angebot ''offen''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Wendisches Museum Cottbus || Museum; Stadt Cottbus, finanziell unterstützt von der Stiftung (Stand 2019)&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt; || ■ || || ○ || ? || ? || ? || || || Inventarverzeichnis vorhanden (2019)&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;; Digitalisierungsstand und Online-Angebot ''offen''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Sächsische Landesbibliothek – Staats- und Universitätsbibliothek Dresden (SLUB) || Landes- und Universitätsbibliothek; Freistaat Sachsen || ■ || || ○ || ? || ○ || ■ || || || Lusatica-Sammlung, die das kulturelle Erbe der Sorben zugänglich machen soll&amp;lt;ref name=&amp;quot;slub&amp;quot;&amp;gt;SLUB Dresden o. J.: Sammlungen zur sächsischen Landeskunde. URL: https://www.slub-dresden.de/entdecken/saechsische-landeskunde/sammlungen, abgerufen am 20.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;; über Sachsen.Digital ist auch digitales Schrifttum des SI erreichbar&amp;lt;ref name=&amp;quot;vls&amp;quot;/&amp;gt; (Betrieb der Plattform durch die SLUB: ''Annahme''); eigene digitale Langzeitarchivierung&amp;lt;ref name=&amp;quot;nestor&amp;quot;&amp;gt;nestor o. J.: Mitglied SLUB Dresden. URL: https://www.langzeitarchivierung.de/Webs/nestor/EN/nestor/Mitglieder/sLUB.html, abgerufen am 20.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;, ob sie Digitalisate sorbischer Träger übernehmen könnte, ist ''offen''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Domowina – Bund Lausitzer Sorben e. V. mit Regionalverbänden und Ortsgruppen || Dachverband sorbischer Vereine; eingetragener Verein || ○ || ○ || || || || || ○ || || Eigentümerin des Dom Njechorńskeho; Ortsgruppe Trebendorf bewirtschaftet den Hanzo Šustrowy dom&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019b&amp;quot;/&amp;gt;; mindestens 9 der 23 kleinen Sammlungsorte sind direkt oder über Mitgliedsvereine mit ihr verbunden&amp;lt;ref name=&amp;quot;liste2026&amp;quot;/&amp;gt;; Chronistengruppe der Župa Michał Hórnik; Fachkommission „Sorbisches Kulturerbe“ 2018–2020&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2020&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Maćica Serbska e. V. || wissenschaftliche Gesellschaft; Verein || || || || || || || ○ || || Arbeitskreis „Museale Einrichtungen“ mit 2019 rund 40 Adressaten; Denkmalausschuss mit eigenem, von der Stiftung verwaltetem Budget, 2019 als Vorbild für die Bewertung von Kulturerbe genannt&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Sorbisches National-Ensemble (SNE) || Ensemble; gemeinnützige GmbH der Stiftung (''Annahme'') || ■ || ? || ○ || || || || || || geordnetes Arbeitsarchiv; 2019 vorgeschlagen, dort nur Kopien zu halten und die Originale an das SKA zu geben&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;; Umfang ''offen''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Studijo Lucija || Medienproduktion; Trägerschaft ''offen'' || ○ || ■ || || || || || || || dokumentiert sorbische Veranstaltungen; Aufnahmen liegen beim Studio und gehen nur komprimiert und teilweise an das SKA&amp;lt;ref name=&amp;quot;lucija&amp;quot;&amp;gt;Projektinterne Auskunft, Oktober 2026; schriftlicher Beleg noch einzuholen.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Mitteldeutscher Rundfunk (MDR) und Rundfunk Berlin-Brandenburg (rbb), sorbischsprachige Programme || öffentlich-rechtlicher Rundfunk || ■? || ■ || || || || ○? || || || Produktionen standen dem SKA 2019 aus rechtlichen Gründen nicht zur Verfügung&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;; Archivbestände und heutiger Stand ''offen''&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.1.3 Akteursgruppen ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die meisten Kulturgutträger sind kleinere Einrichtungen, Gruppen oder Privatpersonen. Sie werden hier zu Gruppen zusammengefasst. Die Anzahlen sind Mindestwerte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|+ B. Bewahren, D. Dokumentieren, K1. Erfassen, K2. Digitalisieren K3. Erhalten, K4. Nutzung ermöglichen, S. Steuern, F. Fördern&lt;br /&gt;
! Gruppe !! Beispiele !! Typische Trägerschaft !! Bekannte Anzahl !! Typische Rollen !! Besonderheiten&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Kleine Museen, Heimatstuben, Gedenk- und Begegnungsorte ||&lt;br /&gt;
* Muzej Ćišinskeho (Panschwitz-Kuckau),&amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
* Njepilic dwór (Rohne), Sorbisches Kulturzentrum Schleife, &lt;br /&gt;
* Heimatmuseum Dissen, &lt;br /&gt;
* Archiv verschwundener Orte (Horno) &lt;br /&gt;
|| Gemeinde, Förderverein, Domowina-Ortsgruppe, privat || 22 in der Domowina-Übersicht 2019 (9 Ober-, 13 Niederlausitz)&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019b&amp;quot;/&amp;gt;; 23 in der Arbeitsliste 2026, davon 12 bisher nur durch die Domowina-Unterlagen belegt&amp;lt;ref name=&amp;quot;liste2026&amp;quot;/&amp;gt; || '''B''' ■, '''D''' ○ || überwiegend ehrenamtlich; 2019 benannte Defizite: fehlender Nachwuchs, fehlende Marketingstrategie, fehlende Vernetzung, unzureichende Finanzierung, fehlende fachliche Begleitung; teilweise ohne eigenes Inventar&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;; zwei private Ausstellungen ohne jede Förderung, von den Betreibern im Ruhestand allein betreut&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019b&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Regionale Museen mit sorbischen Beständen || &lt;br /&gt;
* Museum der Westlausitz Kamenz, &lt;br /&gt;
* Museum Bautzen, &lt;br /&gt;
* Spreewald-Museum Lübbenau mit Freilandmuseum Lehde, &lt;br /&gt;
* Slawenburg Raddusch, &lt;br /&gt;
* Niederlausitzer Heidemuseum Spremberg &lt;br /&gt;
|| Landkreis oder Kommune (''Annahme'') || 7 in der Domowina-Übersicht 2019 (2 Ober-, 5 Niederlausitz)&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019b&amp;quot;/&amp;gt; || '''B''' ■; &amp;lt;br&amp;gt;'''K1-K4''' ''offen'' || Umfang des sorbischen Anteils am Bestand ''offen''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Ensembles, Chöre, Trachten- und Brauchtumsgruppen || – || Verein || ''offen'' || tragen die Praxis;&amp;lt;br&amp;gt; '''D''' ○, '''B''' ○ || Trachtenfundi 2019 ausdrücklich zu den Beständen in sorbischer Verantwortung gezählt&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;; eigene Aufnahmen und Fundi meist nicht erfasst (''Annahme'')&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Chronisten, Film- und Fotoamateure || &lt;br /&gt;
* Chronistengruppe der Župa Michał Hórnik, &lt;br /&gt;
* deutsch-sorbischer Filmkreis &lt;br /&gt;
|| ehrenamtlich, privat || ''offen'' || '''D''' ■, '''B''' ○ || Beiträge von Laien 2019 nur sporadisch, Bestände oft unstrukturiert&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Private Sammlungen und Nachlässe || &lt;br /&gt;
* Nachlass der Malerin Hanka Krawcec, überwiegend in Tschechien; &lt;br /&gt;
* weitere private Sammlungen und Nachlässe in Ober- und Niederlausitz &lt;br /&gt;
|| privat || 4 in der Domowina-Übersicht 2019; tatsächlich ''offen'' || '''B''' ■ || Verbleib beim Generationenwechsel ungesichert (''Annahme'')&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Kirchliche Einrichtungen || &lt;br /&gt;
* Ausstellung zu Jan Bjedrich Fryco in der evangelischen Kirche Kolkwitz; &lt;br /&gt;
* kirchliches Informations- und Begegnungszentrum in Horno mit Holzmodellen abgebaggerter Kirchen&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019b&amp;quot;/&amp;gt; &lt;br /&gt;
|| Kirchgemeinde || 2 (in den kleinen Orten enthalten); weitere ''offen'' || '''B''' ○ || weitere kirchliche Bestände nicht erfasst (''Annahme'')&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Weitere sorbische Kultur- und Medieneinrichtungen || &lt;br /&gt;
* Deutsch-Sorbisches Volkstheater (Archiv 2019 zusammen mit dem des SNE genannt); &lt;br /&gt;
* Domowina-Verlag (2019 als Produzent genannt, dessen Erzeugnisse an das SKA gehen sollten)&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt; &lt;br /&gt;
|| verschieden || ''offen'' || '''B''' ○ || Umfang ''offen''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Öffentliche Träger und Fördergeber || &lt;br /&gt;
* Bund, &lt;br /&gt;
* Freistaat Sachsen, &lt;br /&gt;
* Land Brandenburg, &lt;br /&gt;
* Landkreise, &lt;br /&gt;
* Kommunen &lt;br /&gt;
|| öffentlich || – || '''F''' ■, '''S''' ○ || tragen die großen Museen; 2019 erfüllten kleine Museen im Landkreis Bautzen die Kriterien für eine institutionelle Förderung nicht, im Landkreis Spree-Neiße waren die Bedingungen besser&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Überregionale Gedächtniseinrichtungen || &lt;br /&gt;
* Oberlausitzische Bibliothek der Wissenschaften Görlitz&amp;lt;ref name=&amp;quot;slub&amp;quot;/&amp;gt;; &lt;br /&gt;
* Sächsisches Staatsarchiv, &lt;br /&gt;
* Brandenburgisches Landeshauptarchiv, &lt;br /&gt;
* Deutsche Nationalbibliothek (''Annahme''); &lt;br /&gt;
* Einrichtungen in Tschechien &lt;br /&gt;
|| öffentlich || ''offen'' || '''B''' ○; &amp;lt;br&amp;gt;mögliche Partner für K3 und K4 || sorbische Bestände außer in Görlitz ''offen''&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.1.4 Erste Befunde ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Rollenübersicht erlaubt erste Hinweise, die in den folgenden Abschnitten geprüft werden:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* '''Bewahren ist breit verteilt, Dienste sind konzentriert.''' Erfassen und Digitalisieren für mehrere Träger plant nach heutigem Kenntnisstand vor allem das SI. Die SLUB macht sorbisches Schrifttum bereits digital zugänglich, auch aus Beständen des SI. Ob weitere Akteure Dienste für Dritte anbieten, ist ''offen''.&lt;br /&gt;
* '''Für die langfristige Erhaltung fremder Bestände ist kein sorbischer Akteur erkennbar.''' Offen ist, wer Digitalisate anderer Träger verbindlich und dauerhaft übernimmt. So gelangen Veranstaltungsaufnahmen des Studijo Lucija nur komprimiert und teilweise in das SKA.&amp;lt;ref name=&amp;quot;lucija&amp;quot;/&amp;gt; Die SLUB betreibt eine eigene digitale Langzeitarchivierung; ob sie auch für sorbische Träger in Frage kommt, ist ''offen''.&lt;br /&gt;
* '''Die Dokumentation des lebendigen Kulturlebens liegt teils außerhalb sorbischer Verantwortung.''' Sorbischsprachige Produktionen von MDR und rbb standen dem SKA 2019 aus rechtlichen Gründen nicht zur Verfügung.&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt; Der heutige Stand ist ''offen''.&lt;br /&gt;
* '''Die Domowina ist der wichtigste Zugang zu kleinen Trägern.''' Mindestens 9 der 23 kleinen Sammlungsorte sind direkt oder über Mitgliedsvereine mit ihr verbunden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;liste2026&amp;quot;/&amp;gt; Ihre Strukturen eignen sich daher als Weg, kleine Träger zu erreichen – für die Erhebung ebenso wie für spätere Unterstützungsangebote.&lt;br /&gt;
* '''Das Wissen über kleine Träger ist lückenhaft und teils veraltet.''' 12 der 23 kleinen Orte sind bisher nur durch die Domowina-Unterlagen von 2019 und 2020 belegt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;liste2026&amp;quot;/&amp;gt; Ob sie heute noch bestehen und wie es um ihre Bestände steht, ist ''offen''. Besonders privat betreute Ausstellungen werden in Abschnitt 3.2 auf ihre Gefährdung geprüft.&lt;br /&gt;
* '''Kleine Träger haben keine feste Anlaufstelle, die Koordination war 2020 ungeklärt.''' Das frühere Sorbische Folklorezentrum war seit 1993 faktisch nicht mehr tätig.&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt; In der Niederlausitz diente 2020 ein Projekt zur Inwertsetzung des immateriellen Kulturerbes auch der Vernetzung kleiner Museen. Der Kulturausschuss der Domowina sah sich als ehrenamtliches Gremium nicht in der Lage, die Koordination zu leisten, und bat Fachinstitutionen und die Gremien der Stiftung, Verantwortung zu übernehmen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2020&amp;quot;/&amp;gt; Wie das heute geregelt ist, untersucht Abschnitt 3.4.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Liste aller bekannten Sammlungsorte mit Typ, Trägerschaft und Kulturgutklassen steht in [[12.3.A3 Sammlungsorte des sorbischen Kulturerbes|Anhang 12.3.A3]]. Sie wird laufend ergänzt.&lt;br /&gt;
&amp;lt;!-- Anhang 12.3.A3 aus der Arbeitsliste vom 02.04.2026 aufbauen; Namen privater Sammler nur mit Einverständnis --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== 3.2 Bestände und Bedarfe ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieser Abschnitt beschreibt die Nachfrageseite der Analyse: Welche Bestände sorbischen Kulturerbes gibt es, wie weit sind sie erfasst und digitalisiert, welche sind gefährdet, und welche Unterstützung brauchen die Kulturgutträger? Festgestellt wird dabei nur, wo Zeitdruck besteht. Welche Bestände mit welcher Priorität bearbeitet werden, entscheiden die sorbische Gemeinschaft und ihre Fachgremien (vgl. [[#2.4.2 Prozessschritte im Detail|Prozessschritt 3 „Bewerten &amp;amp; freigeben“]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein institutionsübergreifender Überblick über die Bestände existiert bisher nicht (siehe 3.2.5). Die folgenden Angaben sind daher Mindestwerte und Größenordnungen aus veröffentlichten Angaben der Einrichtungen, Projektunterlagen und den in [[#3.1 Akteure und Rollen|Abschnitt 3.1]] genannten Quellen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.2.1 Begriffe ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
; Sammlungsort&lt;br /&gt;
: Ort, an dem Kulturgüter verwahrt werden, etwa ein Museum, ein Archiv, eine Heimatstube oder eine Privatwohnung. Ein Akteur kann mehrere Sammlungsorte haben.&lt;br /&gt;
; Bestand&lt;br /&gt;
: Abgrenzbare Gruppe von Kulturgütern einer [[#2.2 Klassifizierung von Kulturgütern|Kulturgutklasse]], die an einem Sammlungsort gemeinsam verwahrt wird, zum Beispiel die Fotografien einer Heimatstube oder die Tonbänder eines Archivs. Feiner unterschieden wird nur, wenn sich Zustand oder Rechtslage deutlich unterscheiden. Ein Bestand gehört zu dem Ort, an dem das Original oder die Masterdatei liegt; Kopien an anderen Orten beschreiben seinen Digitalisierungsstand.&lt;br /&gt;
: Bei immateriellem Kulturerbe gilt die vorhandene Dokumentation als Bestand, etwa Ton- und Videoaufnahmen oder Beschreibungen. Eine bisher nicht dokumentierte Praxis erscheint als Dokumentationsbedarf.&lt;br /&gt;
; Bedarf&lt;br /&gt;
: Was ein Bestand oder ein Kulturgutträger braucht. &lt;br /&gt;
:* ''Bestandsbezogene'' Bedarfe richten sich auf die [[#2.3.2 Vier Kernfunktionen|vier Kernfunktionen]] (erfassen, digitalisieren, langfristig erhalten, zugänglich machen). &lt;br /&gt;
:* ''Trägerbezogene'' Bedarfe betreffen den Akteur selbst, etwa Personal, Beratung oder Finanzierung.&lt;br /&gt;
; Dringlichkeit&lt;br /&gt;
: Zeitdruck, der sich aus einer Gefährdung ergibt. Sie ist nicht gleichbedeutend mit Priorität, in die auch kulturelle Bedeutung, Nutzen und Machbarkeit eingehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.2.2 Bestandslandkarte ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Übersicht folgt der [[#2.2 Klassifizierung von Kulturgütern|Klassifizierung aus Abschnitt 2.2]]. Sie nennt für jede Klasse typische Bestände, die wichtigsten Träger und den bekannten Stand. Einzelne Sammlungsorte stehen in [[12.3.A3 Sammlungsorte des sorbischen Kulturerbes|Anhang 12.3.A3]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|+ Bestände nach Kulturgutklassen (Stand: weitgehend · teilweise · kaum · ''offen'')&lt;br /&gt;
! Klasse !! Typische Bestände !! Wichtigste Träger !! Umfang, soweit bekannt !! Erfasst !! Digitalisiert !! Gefährdung&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''A''' Materiell – unbeweglich || Denkmale, Gedenktafeln, Inschriften, Grabmäler, Blockbauten, Wirkungsstätten, Kirchen || Eigentümer, Gemeinden, Kirchgemeinden; dokumentiert durch das SI || Inventar sorbischer Kulturdenkmale in Sachsen: 61 Aktenordner, 6.300 analoge Fotomotive&amp;lt;ref name=&amp;quot;dmp&amp;quot;&amp;gt;Sorbisches Institut o. J.: Datenmanagementplan zum Teilprojekt „Sorbische Kulturdenkmale in Sachsen“ im Verbundprojekt DIKUSA – Vernetzung digitaler Kulturdaten in Sachsen, Laufzeit 01.02.2022–31.12.2025. URL: https://www.saw-leipzig.de/de/projekte/dikusa/datenmanagementplaene-1/dmp_si_dikusa.pdf/@@download/file/DMP_SI_Dikusa.pdf, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;; nach einer älteren Untersuchung rund 1.700 Objekte in der sächsischen Oberlausitz (''zu prüfen'')&amp;lt;ref name=&amp;quot;kdm&amp;quot;&amp;gt;Fachpublikation zu sorbischen Kulturdenkmalen. Interne Referenz: saxorum-10788_Sorbische_Kulturdenkmale_digital_erfassen_präsentieren.pdf. Angabe nach Projektunterlagen, noch zu prüfen.&amp;lt;/ref&amp;gt; || teilweise: Sachsen inventarisiert; Niederlausitz in Erfassung, geplant in drei Phasen bis 2031&amp;lt;ref name=&amp;quot;nlposter&amp;quot;&amp;gt;Sorbisches Institut o. J.: Materielle Zeugnisse sorbischer/wendischer Kultur in der Niederlausitz. Modul 4 des Vorhabens „Digitales Portal zu sorbischen und Lausitzer Sprach- und Kulturlandschaften“ (Poster). URL: https://serbski-institut.de/wp-content/uploads/2021/11/A0-Druck_DigPortal-M4.pdf, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; || teilweise: Inventar Sachsen 2022–2025 digital aufbereitet&amp;lt;ref name=&amp;quot;dmp&amp;quot;/&amp;gt;; 78 Objekte öffentlich im Atlas auf Sorabicon (April 2026)&amp;lt;ref name=&amp;quot;atlas&amp;quot;&amp;gt;Sorbisches Institut 2026: Pressemitteilung zum digitalen Atlas sorbischer Kulturdenkmale im Wissensportal Sorabicon, 30.04.2026. URL: https://idw-online.de/de/news870102, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; || Verwitterung, Umbau, Abriss (''Annahme''); Inventar teils nur analog oder in veralteten Dateiformaten (siehe 3.2.3)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''B1''' Schriftgut || Bücher, Zeitungen, Handschriften, Nachlässe, Vereins- und Institutionsakten, Plakate, Grafik || Sorbische Zentralbibliothek, Sorbisches Kulturarchiv (SKA), Sorbisches Museum, SLUB, Hórnik-Bibliothek im Wendischen Seminar Prag, Oberlausitzische Bibliothek der Wissenschaften Görlitz || Zentralbibliothek ca. 110.000 Medieneinheiten&amp;lt;ref name=&amp;quot;liste2026&amp;quot;/&amp;gt;; Sorbisches Museum über 1.000 Schriftquellen, ca. 1.700 Plakate, ca. 6.000 Grafiken&amp;lt;ref name=&amp;quot;sm&amp;quot;&amp;gt;Sorbisches Museum Bautzen o. J.: Museum – Sammlung. URL: https://sorbisches-museum.de/museum/?lang=en, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;; SKA: Nachlässe, Akten der Domowina 1912–1989 und sorbischer Vereine, Umfang ''offen''&amp;lt;ref name=&amp;quot;ska&amp;quot;&amp;gt;Sorbisches Institut o. J.: Sorbian Cultural Archive. URL: https://www.serbski-institut.de/en/sorbian-cultural-archive/, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; || weitgehend in den Bibliotheken (Katalog, Sorbische Bibliographie)&amp;lt;ref name=&amp;quot;vls&amp;quot;/&amp;gt;; kleine und private Träger ''offen'' || teilweise: 1.634 Dokumente des SI auf Sachsen.Digital (Stand 2021)&amp;lt;ref name=&amp;quot;ldp&amp;quot;&amp;gt;Sorbisches Institut 2021: Pressemitteilung zu Digitalisaten aus dem Landesdigitalisierungsprogramm Sachsen (u. a. „Serbowka“, erstes sorbisches Lehrbuch), 12.03.2021. URL: https://serbski-institut.de/wp-content/uploads/2021/12/2021-03-12_MI_Erstes-sorbisches-Lehrbuch-LDP_Serbowka_de.4753.pdf, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;; Handschriften des SKA 2016 digitalisiert&amp;lt;ref name=&amp;quot;hs&amp;quot;&amp;gt;Sorbisches Institut o. J.: Digitalisate handschriftlicher Literatur aus den Beständen des SKA in Sachsen.digital. URL: https://serbski-institut.de/de/Handschriften-als-Digitalisat, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;; Zeitungen und Zeitschriften teils online&amp;lt;ref name=&amp;quot;vls&amp;quot;/&amp;gt; || Nachlässe in Privatbesitz; säurehaltiges Papier des 19. und 20. Jahrhunderts (''Annahme'', nicht erhoben)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''B2''' Fotografien und Bildträger || Fotosammlungen und Fotonachlässe, Negative, Glasplatten, Dias || SKA, Sorbisches Museum, Wendisches Museum, Stadtmuseum Cottbus, SI (Kulturdenkmale), Chronisten, Privatpersonen || Sorbisches Museum ca. 10.500 Fotos&amp;lt;ref name=&amp;quot;sm&amp;quot;/&amp;gt;; Inventar Kulturdenkmale 6.300 Motive&amp;lt;ref name=&amp;quot;dmp&amp;quot;/&amp;gt;; SKA ''offen'' || teilweise bei Museen und SKA; private Bestände oft unstrukturiert&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt; || teilweise: ausgewählte Bildsammlungen des SKA im Virtuellen Lesesaal&amp;lt;ref name=&amp;quot;vls&amp;quot;/&amp;gt;; Glasplattennegative der Sammlung Fritz Unger (Stadtmuseum Cottbus) mit wendischen Motiven auf museum-digital&amp;lt;ref name=&amp;quot;unger&amp;quot;&amp;gt;museum-digital:brandenburg o. J.: Wendische Trachtengruppe, Glasplattennegativ, Fotografische Sammlung Fritz Unger, Stadtmuseum Cottbus, Inv.-Nr. U190-05. URL: https://brandenburg.museum-digital.de/pdf/object/65463.pdf?lang=de, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; || Negative und Glasplatten empfindlich (''Annahme''); private Bestände ohne Verzeichnis&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''B3''' Analoge AV-Träger || Tonbänder, Kassetten, Schallplatten, Videobänder, Filme || SKA, MDR und rbb, SNE, Amateurfilmer, Njepila-Hof (Tondokumente)&amp;lt;ref name=&amp;quot;liste2026&amp;quot;/&amp;gt;; Filme der früheren DEFA (Filmstudio der DDR), Hörfunkbestände der DDR-Zeit im Deutschen Rundfunkarchiv (''Annahme'') || sorbischsprachiger Rundfunk seit 1948&amp;lt;ref name=&amp;quot;rundfunk&amp;quot;&amp;gt;Wikipedia (englisch): Sorbischer Rundfunk. URL: https://en.wikipedia.org/wiki/Sorbischer_Rundfunk, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;; DEFA-Gruppe „Sorbischer Film“ 1980–1990: knapp 40 Filme&amp;lt;ref name=&amp;quot;defa&amp;quot;&amp;gt;Deutsches Historisches Museum, Zeughauskino o. J.: Filmreihe „Sorbische Filmlandschaften“. URL: https://www.dhm.de/zeughauskino/filmreihe/sorbische-filmlandschaften/, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;; SKA, SNE und Amateurbestände ''offen'' || kaum bekannt || teilweise: Filme des SKA im sächsischen Programm zur Sicherung des audiovisuellen Erbes digitalisiert&amp;lt;ref name=&amp;quot;vls&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;avsachsen&amp;quot;&amp;gt;Leipziger Internet Zeitung 2020: Über 50.000 Film- und Tonminuten digitalisiert. Zwischenbilanz zur Sicherung des audiovisuellen Erbes in Sachsen, 16.09.2020. URL: https://www.l-iz.de/melder/wortmelder/2020/09/Ueber-50-000-Film-und-Tonminuten-digitalisiert-Zwischenbilanz-zur-Sicherung-des-audiovisuellen-Erbes-in-Sachsen-349190, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;; Umfang ''offen'' || '''hoch''': Magnetbandformate sind veraltet, die routinemäßige Überspielung endet nach Einschätzung von UNESCO und IASA (Internationaler Verband der Schall- und audiovisuellen Archive) etwa 2025&amp;lt;ref name=&amp;quot;mta&amp;quot;&amp;gt;IASA o. J.: Announcing the Magnetic Tape Alert Project (UNESCO-Programm „Information for All“ und IASA). URL: https://iasa-web.org/node/5374, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''B4''' 3D-Objekte || Trachten und Textilien, Volkskunst, Ostereier, Keramik, Hausrat, Kunstwerke || Sorbisches Museum, Wendisches Museum, Heimatmuseen und Heimatstuben, Trachtenfundi von Vereinen und Ensembles, private Sammlungen || Sorbisches Museum ca. 35.000 inventarisierte Objekte über alle Sammlungsbereiche, davon Kunstsammlung 6.900 Werke&amp;lt;ref name=&amp;quot;sm&amp;quot;/&amp;gt;; Wendisches Museum: größte Sammlung niedersorbischer Tracht, Zahl ''offen''&amp;lt;ref name=&amp;quot;wm&amp;quot;&amp;gt;Wendisches Museum Cottbus o. J.: Selbstdarstellung des Museums, Dokument im Ratsinformationssystem der Stadt Cottbus. URL: https://session.cottbus.de/oparl/bodies/0001/downloadfiles/00007050.pdf, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;; Heimatmuseum Dissen 6.700 inventarisierte Exponate (SKR-Konzept, S. 8)&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;/&amp;gt;; Jänschwalde über 40 Originaltrachten und über 1.000 Keramiken&amp;lt;ref name=&amp;quot;liste2026&amp;quot;/&amp;gt; || teilweise: beide sorbischen Museen haben Inventare, aber kein verknüpfendes System (SKR-Konzept, S. 7)&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;/&amp;gt;; kleine Museen teils ohne Inventar&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt; || kaum: acht Häuser mit sorbischem Schwerpunkt haben zusammen 401 Objekte auf museum-digital veröffentlicht (SKR-Konzept, S. 8)&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;/&amp;gt;; Online-Sammlungen der beiden sorbischen Museen nicht gefunden || Textilien empfindlich (''Annahme''); private Ausstellungen ohne Nachfolge (siehe 3.2.3)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''C1''' Orale Traditionen || Sprache und Dialekte, Erzählungen, Sagen, Zeitzeugenberichte || Sprecherinnen und Sprecher; dokumentiert durch SI und Rundfunk || ''offen'' || teilweise: Zeitzeugen-O-Töne im Wissensportal Sorabicon&amp;lt;ref name=&amp;quot;atlas&amp;quot;/&amp;gt; || teilweise || '''hoch''' für das Niedersorbische: nach Angaben des Bundesinnenministeriums 2024 nur noch wenige hundert fließende Sprecherinnen und Sprecher&amp;lt;ref name=&amp;quot;sprache&amp;quot;&amp;gt;Universität Potsdam o. J.: Mehrsprachigkeit in Brandenburg – Sorbisch (mit Verweis auf BMI 2024 und Landesregierung Brandenburg 2024). URL: https://www.uni-potsdam.de/de/svm/mehrsprachigkeit-in-brandenburg/studentische-projekte/sorbisch, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''C2''' Darstellende Künste || Musik, Lieder, Tanz, Theater, Chorgesang || SNE, Deutsch-Sorbisches Volkstheater, Chöre und Ensembles; dokumentiert durch Rundfunk und Studijo Lucija || ''offen'' || ''offen'' || teilweise: neuere Aufnahmen meist ursprünglich digital (siehe D1) || ältere Mitschnitte auf AV-Trägern (siehe B3)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''C3''' Rituale und Feste || Bräuche und Feste im Jahreslauf, u. a. Vogelhochzeit, Zampern, Zapust, Ostersingen, Osterreiten, Maibaum, Kirmes || Vereine, Dorfgemeinschaften, Kirchgemeinden || „Gesellschaftliche Bräuche und Feste der Lausitzer Sorben im Jahreslauf“ seit 2014 im Bundesweiten Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes&amp;lt;ref name=&amp;quot;ike&amp;quot;&amp;gt;Sorbisches Institut 2020: Aufruf und Fragebogen zur Erhebung sorbischer/wendischer Bräuche und Feste im Landkreis Spree-Neiße, 18.12.2020. URL: https://www.serbski-institut.de/wp-content/uploads/2022/03/IKE-Fragebogen-Aufruf_2020_12_189_DE.4701.pdf, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;iketour&amp;quot;&amp;gt;Sachsen-Tourismus 2025: Hintergrundtext Immaterielles Kulturerbe. URL: https://www.sachsen-tourismus.de/fileadmin/mediendatenbank_ALT/mediendatenbank/bilder/presse/rechercheideen/hintergrundtext-immaterielles-kulturerbe-2025.pdf, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; || teilweise: Erhebung im Landkreis Spree-Neiße durch das SI ab 2020, Ergebnisstand ''offen''&amp;lt;ref name=&amp;quot;ike&amp;quot;/&amp;gt;; Oberlausitz ''offen'' || teilweise || Praxis im Wandel; frühere Ausprägungen nur über Dokumentation greifbar (''Annahme'')&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''C4''' Wissen über Natur und Universum || Volksglaube, Heil- und Sammelwissen, religiöse Praxis || Familien, Kirchgemeinden || ''offen'' || ''offen'' || ''offen'' || Wissen oft bei wenigen, teils älteren Personen (SKR-Konzept, S. 8)&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''C5''' Traditionelles Handwerk || Ostereiverzierung, Trachtenherstellung und -pflege, Weben, Flachs und Leinen, Töpfern || Handwerkerinnen und Handwerker, Vereine, Heimatmuseen, z. B. Sorbische Webstube Drebkau&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;/&amp;gt;, Kólasko Drachhausen&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019b&amp;quot;/&amp;gt; || ''offen'' || ''offen'' || ''offen'' || Wissen an wenige Personen gebunden; fehlender Nachwuchs (SKR-Konzept, S. 8)&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''D1''' Born-digital || Websites, soziale Medien, Veranstaltungsmitschnitte, digitale Fotos und Videos, digitale Publikationen, Projektdaten || Studijo Lucija, Rundfunk, Verlage, Vereine, Einrichtungen || ''offen'' || kaum || – || '''hoch''': keine systematische Sicherung sorbischer Web- und Social-Media-Inhalte bekannt; Webarchivierung in Deutschland insgesamt lückenhaft&amp;lt;ref name=&amp;quot;webarchiv&amp;quot;&amp;gt;netzpolitik.org 2026: Kritische Infrastruktur: Bei der Web-Archivierung fehlt die Strategie. URL: https://netzpolitik.org/2026/kritische-infrastruktur-bei-der-web-archivierung-fehlt-die-strategie/, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;; Masterdateien teils nur beim Erzeuger&amp;lt;ref name=&amp;quot;lucija&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''D2''' Digitalisate || digitale Repräsentationen aus den Klassen A bis C || SI, SLUB, Museen, Projekte || SI: 1.634 Dokumente auf Sachsen.Digital (2021)&amp;lt;ref name=&amp;quot;ldp&amp;quot;/&amp;gt;; Sorabicon: zwölf veröffentlichte Sammlungen (2026)&amp;lt;ref name=&amp;quot;atlas&amp;quot;/&amp;gt; || teilweise: über Kataloge und die Deutsche Digitale Bibliothek nachgewiesen, teils als gemeinfrei gekennzeichnet&amp;lt;ref name=&amp;quot;ddb&amp;quot;&amp;gt;Deutsche Digitale Bibliothek o. J.: Wot togo narodu Jesu Christußa (1865), Datengeber: Sorbisches Institut / Sorbisches Kulturarchiv. URL: https://www.deutsche-digitale-bibliothek.de/item/3IVBZKDCQK6LHTOFW5HKYF235K6A4QEF, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; || – || Langzeiterhaltung teils ungeklärt: Projektdaten lagen bei einem Webhoster mit Datensicherung, die Langzeitarchivierung war „zu eruieren“&amp;lt;ref name=&amp;quot;dmp&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.2.3 Bestände mit vorrangigem Digitalisierungsbedarf ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als vorrangig gilt ein Bestand, wenn mindestens einer der folgenden Gründe zutrifft:&lt;br /&gt;
# '''Materialverfall oder veraltete Technik:''' Der Träger zerfällt, oder Abspielgeräte sind kaum noch verfügbar.&lt;br /&gt;
# '''Ungesicherte Betreuung:''' Nachfolge, Räume oder Trägerschaft sind nicht gesichert.&lt;br /&gt;
# '''Unikat ohne Sicherung:''' Es gibt weder eine Kopie noch einen Nachweis an anderer Stelle.&lt;br /&gt;
# '''Schwindendes Wissen:''' Trägerinnen und Träger einer Praxis oder Zeitzeugen können nur noch begrenzte Zeit befragt werden.&lt;br /&gt;
# '''Ungesicherte digitale Dateien:''' Masterdateien fehlen, es gibt kein Zielarchiv, oder die Dateiformate veralten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die '''Dringlichkeit''' ist &lt;br /&gt;
* ''hoch'', wenn Verlust oder Unzugänglichkeit innerhalb weniger Jahre wahrscheinlich sind, &lt;br /&gt;
* ''mittel'', wenn ein Risiko erkennbar ist, der Zeitrahmen aber offen ist, und &lt;br /&gt;
* ''offen'', wenn die Lage nicht bekannt ist. &lt;br /&gt;
Die Herkunft der Dringlichkeit ist mit '''G''' gekennzeichnet, wenn der Bedarf von Trägern oder in ihren Unterlagen genannt wurde, und mit '''A''', wenn er aus der Analyse abgeleitet ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|+ Bestände mit vorrangigem Digitalisierungsbedarf&lt;br /&gt;
! Bestand / Bestandsgruppe !! Träger !! Klasse !! Grund !! Dringlichkeit !! Herkunft !! Quelle&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Ton-, Video- und Filmbestände auf Magnetband und Film || SKA, SNE, Rundfunk, Amateurfilmer, Njepila-Hof u. a. || B3 || 1, 3 || hoch || A || &amp;lt;ref name=&amp;quot;mta&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;ska&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Sprache und Erzählwissen der letzten muttersprachlichen Sprecherinnen und Sprecher des Niedersorbischen || – || C1 || 4 || hoch || A || &amp;lt;ref name=&amp;quot;sprache&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Zwei private Ausstellungen in der Oberlausitz, von den Betreibern im Ruhestand allein und ohne Förderung betreut (Stand 2019) || privat || B4 || 2, 3 || hoch, sofern noch bestehend || G || &amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019b&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Private Sammlungen und Nachlässe, darunter Filme und Chroniken sowie ein Nachlass, dessen Sichtung und Bewertung 2019 erbeten wurde || privat || B1–B4 || 1, 2, 3 || hoch || G || &amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019b&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Veranstaltungsmitschnitte, die nur komprimiert und teilweise an das SKA gehen || Studijo Lucija || D1 (C2, C3) || 5 || hoch || A || &amp;lt;ref name=&amp;quot;lucija&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Inventar sorbischer Kulturdenkmale in Sachsen: analoge Negative und Dateien in veralteten Formaten (u. a. .wps, .wbk, .wks) || SI || B2, D1 || 1, 5 || mittel || A || &amp;lt;ref name=&amp;quot;dmp&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Sorbische Websites und soziale Medien || verschieden || D1 || 5 || mittel || A || &amp;lt;ref name=&amp;quot;webarchiv&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Archiv verschwundener Orte in Horno: Umzug 2019 geplant || Trägerschaft ''offen'' || B1, B2 || 2 || ''offen'' || G || &amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019b&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.2.4 Bedarfe der Kulturgutträger ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Neben dem Bedarf einzelner Bestände haben viele Kulturgutträger Bedarfe, die sie selbst betreffen. Sie werden hier gebündelt und der Seite des Angebots zugeordnet, an die sie sich richten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
! Bedarf !! Betroffene Träger !! Richtet sich an !! Herkunft !! Quelle&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Personal und Nachwuchs für Betreuung und Erfassung || kleine Museen, Heimatstuben, ehrenamtliche Sammlungsorte || Rahmen (F) || G || &amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;; SKR-Konzept, S. 7–8 und 29&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Laufende Finanzierung für Personal und Unterhalt; z. B. jährliches Ringen um Personalmittel in Dissen || kleine Museen || Rahmen (F) || G || &amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019b&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Fachliche Begleitung, Beratung und Schulung || kleine und ehrenamtliche Träger || K1–K3, Rahmen || G || &amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;; SKR-Konzept, S. 10 und 30&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Inventarisierung und digitale Erschließung; Nachholbedarf wegen Personalmangels „teils bestandsgefährdend“ || kleine Museen, private Sammlungen, auch die großen Museen || K1 || G || SKR-Konzept, S. 7&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;/&amp;gt;; &amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Vernetzung und Kooperation || kleine Museen || Rahmen (S) || G || &amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Sichtbarkeit und Präsentation || sorbische Museen, kleine Museen || K4 || G || &amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2020&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Sichtung und Bewertung von Nachlässen || private Nachlässe || K1, Prozessschritt „Bewerten“ || G || &amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019b&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Räume, Bausubstanz und Bewirtschaftung, z. B. Muzej Ćišinskeho, Dom Njechorńskeho || kleine Museen und Gedenkorte || Rahmen (Voraussetzung) || G || &amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019b&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Digitalisierung von Ton-, Film- und Fotobeständen als Dienstleistung || SKA, kleine und private Träger || K2 || A || –&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Verbindlicher Ort für die langfristige Erhaltung von Digitalisaten und ursprünglich digitalen Aufnahmen || Studijo Lucija, Projekte, kleine Träger || K3 || A || &amp;lt;ref name=&amp;quot;lucija&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;dmp&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Rechteklärung und Einwilligungen || Rundfunkproduktionen, Veranstaltungsaufnahmen || Rahmen || G (Rundfunk) / A || &amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Bedarfe des Sorbischen Museums und des Wendischen Museums || beide sorbischen Museen || K1–K4 || G || Digitalisierungskreis, Sitzung vom 21.04.2026 (''noch einzuarbeiten'')&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.2.5 Erste Befunde ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* '''Ein Gesamtüberblick über die Bestände fehlt.''' 2020 wurde festgestellt, dass eine systematische Registrierung des sorbischen Kulturerbes fehlt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2020&amp;quot;/&amp;gt; 2025 beschrieb das SI die Bedingungen an den Sammlungsorten als „von vorbildlich bis prekär“; vieles liege nur analog vor, und die Digitalisierung stehe überwiegend am Anfang.&amp;lt;ref name=&amp;quot;skrhandout&amp;quot;&amp;gt;Sorbisches Institut 2025: Handout zum Pressegespräch „Konzept Sorbisches Kulturregister“, 20.11.2025. URL: https://www.serbski-institut.de/wp-content/uploads/2025/11/2025-11-20_Handout-Pressegespraech-SKR_Konzept.pdf, abgerufen am 26.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Ein Überblick sei derzeit nicht möglich, weil die Sammlungsorte technisch „fraktioniert oder gar inkompatibel“ arbeiten (SKR-Konzept, S. 8).&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
* '''Die bekannten Sammlungsorte sind nur ein Ausschnitt.''' Das SKR-Konzept nennt mehr als 70 Einrichtungen mit kulturerberelevantem Archivgut (S. 10). Im Arbeitskreis Lausitzer Museenland widmet sich etwa ein Drittel der 48 Heimatstuben und Regionalmuseen sorbischer Geschichte und Kultur (S. 7).&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;/&amp;gt; Die Arbeitsliste umfasst bisher rund 32 Orte.&amp;lt;ref name=&amp;quot;liste2026&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
* '''Zahlen gibt es nur für wenige große Träger.''' Für das Sorbische Museum, die Sorbische Zentralbibliothek und die Digitalisate des SI liegen Größenordnungen vor. Für das SKA, das Wendische Museum, die audiovisuellen Bestände und fast alle kleinen Träger fehlen sie.&lt;br /&gt;
* '''Wo der Zeitdruck am größten ist, ist am wenigsten bekannt.''' Das betrifft vor allem die analogen Ton-, Video- und Filmbestände sowie die Dokumentation des Niedersorbischen.&lt;br /&gt;
* '''Online sichtbar ist nur ein Bruchteil.''' Acht Häuser mit sorbischem Schwerpunkt haben zusammen 401 Objekte auf museum-digital veröffentlicht; das Heimatmuseum Dissen mit 6.700 inventarisierten Exponaten noch keines (SKR-Konzept, S. 8).&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
* '''Digital vorhanden heißt nicht gesichert.''' Ursprünglich digitale Aufnahmen und Projektdaten haben teils kein Zielarchiv oder liegen in veralteten Formaten vor (siehe 3.2.3). Wer diese Aufgabe übernimmt, untersuchen die Abschnitte 3.3 und 3.4.&lt;br /&gt;
* '''Das immaterielle Kulturerbe ist ungleich dokumentiert.''' Für die Niederlausitz gab es ab 2020 eine Erhebung der Bräuche und Feste,&amp;lt;ref name=&amp;quot;ike&amp;quot;/&amp;gt; für die Oberlausitz ist keine vergleichbare bekannt.&lt;br /&gt;
* '''Ein Teil des Erbes liegt außerhalb sorbischer Verantwortung oder außerhalb der Lausitz,''' etwa in Prag, Dresden und Görlitz, in Rundfunkarchiven und bei der DEFA-Überlieferung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Ist-Analyse kann damit Struktur und Schwerpunkte benennen, aber keine vollständige Bestandsübersicht ersetzen. Eine institutionsübergreifende Bestands- und Bedarfserhebung mit Prioritätenliste ist eine eigene Aufgabe (vgl. das Ziel 2028 in [[#1.1 Visionen und Ziele für die sorbische digitale Welt|Abschnitt 1.1]]) und wird bei den Maßnahmen aufgegriffen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.1.2 Bedarfe und Dringlichkeiten ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;background-color:#eef5fb;border-left:4px solid #5b9bd5;padding:0.7em 1em;margin:1em 0;&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Leitfrage:''' Welche Unterstützung benötigen die Kulturgutträger und welche Bedarfe sollten (+aus welchen Gründen) vorrangig bearbeitet werden?&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die bei Kulturgutträgern bestehenden Bedarfe sollten zunächst möglichst vollständig erhoben und anschließend zusammengeführt und eingeordnet werden. Dabei ist zwischen &amp;quot;von Akteuren ausdrücklich genannten Bedarfen&amp;quot; und &amp;quot;aus der Analyse zusätzlich abgeleiteten Bedarfen&amp;quot; zu unterscheiden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die weitere Erhebung und Analyse insbesondere zu prüfen:&lt;br /&gt;
* vorhandene Bedarfserhebungen, Gesprächsprotokolle und bisherige Tabellen zusammenführen&lt;br /&gt;
* Bedarfe möglichst den vier Kernfunktionen zuordnen:&lt;br /&gt;
** Nachweisen, beschreiben und verknüpfen,&lt;br /&gt;
** Digitalisieren und Qualität sichern,&lt;br /&gt;
** langfristig erhalten,&lt;br /&gt;
** zugänglich machen und Nutzung ermöglichen;&lt;br /&gt;
* zusätzlich übergreifende Bedarfe erfassen, beispielsweise:&lt;br /&gt;
** Personal und Fachkompetenz,&lt;br /&gt;
** Beratung und Schulung,&lt;br /&gt;
** Finanzierung,&lt;br /&gt;
** Rechteklärung und Datenschutz,&lt;br /&gt;
** Metadaten und gemeinsame Standards,&lt;br /&gt;
** technische Infrastruktur;&lt;br /&gt;
* Dringlichkeit anhand nachvollziehbarer Kriterien beurteilen, beispielsweise:&lt;br /&gt;
** drohender Verlust oder Materialverfall,&lt;br /&gt;
** fehlende personelle Nachfolge,&lt;br /&gt;
** gefährdete oder unbekannte Bestände,&lt;br /&gt;
** blockierende Abhängigkeit für weitere Digitalisierungsschritte,&lt;br /&gt;
** kulturelle oder sprachliche Bedeutung,&lt;br /&gt;
** erwartete Nutzung für Bildung, Forschung oder Öffentlichkeit&lt;br /&gt;
* unterscheiden zwischen Einzelfallbedarf und strukturellem Bedarf mehrerer Kulturgutträger&lt;br /&gt;
* soweit möglich erfassen, welche Bedarfe bereits durch bestehende Angebote abgedeckt werden und welche bislang offenbleiben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mögliches Ergebnis: priorisierte beziehungsweise nach Dringlichkeit geordnete Bedarfsübersicht mit Zuordnung zu Akteursgruppen und Kernfunktionen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== 3.2 Ist-Stand der vier Kernfunktionen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;background-color:#eef5fb;border-left:4px solid #5b9bd5;padding:0.7em 1em;margin:1em 0;&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Leitfrage:''' Welche Kernfunktionen werden durch bestehende Angebote / Dienste und Projekte bereits erfüllt – für welche Bestände, Akteure und Nutzungszwecke?&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Den Schwerpunkt der Ist-Analyse bildet die Frage, '''in welchem Umfang''' die vier zuvor bestimmten Kernfunktionen der Kulturerbe-Digitalisierung im sorbischen Kontext bereits erfüllt werden. Dabei reicht es nicht aus festzustellen, dass ein Projekt, eine Institution oder ein technisches System existiert. Zu prüfen ist vielmehr, welche Leistung tatsächlich verfügbar ist, welche Kulturgutträger und Bestände sie erreicht und welche Lücken verbleiben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für jede Kernfunktion sollte möglichst nach einer einheitlichen Logik untersucht werden:&lt;br /&gt;
* vorhandene Angebote, Systeme und Projekte&lt;br /&gt;
* verantwortliche Betreiber beziehungsweise Akteure&lt;br /&gt;
* Entwicklungs- und Betriebsstand&lt;br /&gt;
* erreichte Kulturgutträger, Bestände und Kulturgutarten&lt;br /&gt;
* abgedeckte Bedarfe&lt;br /&gt;
* technische und organisatorische Anschlussmöglichkeiten&lt;br /&gt;
* erkennbare Lücken, Risiken und offene Fragen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.2.1 Nachweisen, beschreiben und verknüpfen ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;background-color:#eef5fb;border-left:4px solid #5b9bd5;padding:0.7em 1em;margin:1em 0;&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Leitfrage:''' Wie vollständig und nutzbar werden sorbische Kulturgüter und Bestände heute nachgewiesen, beschrieben und miteinander verknüpft?&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die weitere Erhebung und Analyse insbesondere zu prüfen:&lt;br /&gt;
* Stand und tatsächlicher Funktionsumfang des Sorbischen/Wendischen Kulturregisters&lt;br /&gt;
* vorhandene institutionelle Kataloge, Inventare, Datenbanken und lokale Verzeichnisse&lt;br /&gt;
* welche Kulturgutarten, Einrichtungen und Regionen bereits erfasst sind&lt;br /&gt;
* welche Bestände bislang nur lokal, analog oder überhaupt nicht systematisch nachgewiesen werden&lt;br /&gt;
* verwendete Metadaten, Identifikatoren und Normdaten&lt;br /&gt;
* Möglichkeiten zur Übernahme beziehungsweise Verknüpfung bestehender Daten&lt;br /&gt;
* Anschlussmöglichkeiten:&lt;br /&gt;
** direkte Erfassung kleinerer Träger,&lt;br /&gt;
** Datenimport beziehungsweise Schnittstellen größerer Einrichtungen&lt;br /&gt;
* Mehrsprachigkeit und Umgang mit ober- und niedersorbischen Bezeichnungen&lt;br /&gt;
* Verhältnis zwischen institutionellen Beschreibungen, historischen Fremdbezeichnungen und sorbischen beziehungsweise lokalen Selbstbezeichnungen&lt;br /&gt;
* vorhandene Funktionen für Digitalisierungsstatus, Rechteinformationen und Priorisierung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.2.2 Digitalisieren und Qualität sichern ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;background-color:#eef5fb;border-left:4px solid #5b9bd5;padding:0.7em 1em;margin:1em 0;&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Leitfrage:''' Welche Kulturgüter können heute in welcher Qualität und Kapazität digitalisiert werden, und welche Kulturgutträger können diese Leistungen tatsächlich nutzen?&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die weitere Erhebung und Analyse insbesondere zu prüfen:&lt;br /&gt;
* aktueller Stand des Digitalisierungszentrums und weiterer Digitalisierungsangebote&lt;br /&gt;
* verfügbare technische Verfahren für unterschiedliche Kulturgutarten, beispielsweise:&lt;br /&gt;
** Schriftgut,&lt;br /&gt;
** Fotografien,&lt;br /&gt;
** Bücher und Zeitschriften,&lt;br /&gt;
** Tonaufnahmen,&lt;br /&gt;
** Film und Video,&lt;br /&gt;
** dreidimensionale Objekte&lt;br /&gt;
* stationäre, mobile und extern vergebene Digitalisierung&lt;br /&gt;
* vorhandene Kapazitäten und erkennbare Engpässe&lt;br /&gt;
* Zugangsmöglichkeiten für kleine und ehrenamtlich arbeitende Kulturgutträger&lt;br /&gt;
* Beratung vor der Digitalisierung&lt;br /&gt;
* Anforderungen an Vorbereitung, Metadaten und Rechteklärung&lt;br /&gt;
* vorhandene Qualitätsstandards und Qualitätskontrolle&lt;br /&gt;
* Unterstützung bei Ausschreibung beziehungsweise Beauftragung externer Dienstleister&lt;br /&gt;
* bisherige Digitalisierungsprojekte und deren Ergebnisse&lt;br /&gt;
* besonders gefährdete Bestände, für die kurzfristig Digitalisierungskapazität benötigt wird&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.2.3 Langfristig erhalten ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;background-color:#eef5fb;border-left:4px solid #5b9bd5;padding:0.7em 1em;margin:1em 0;&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Leitfrage:''' Für welche digitalen Bestände ist die langfristige Erhaltung organisatorisch und technisch tatsächlich abgesichert? &amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die weitere Erhebung und Analyse insbesondere zu prüfen:&lt;br /&gt;
* vorhandene Repositorien, digitale Archive und Speicherlösungen&lt;br /&gt;
* welche Einrichtungen bereits Digitalisate dauerhaft übernehmen können&lt;br /&gt;
* welche Digitalisate derzeit lediglich lokal oder projektbezogen gespeichert werden&lt;br /&gt;
* Unterschied zwischen:&lt;br /&gt;
** Ablage beziehungsweise Speicherung,&lt;br /&gt;
** Datensicherung,&lt;br /&gt;
** institutionellem Repositorium,&lt;br /&gt;
** digitaler Langzeiterhaltung;&lt;br /&gt;
* Verantwortlichkeiten für Übernahme, Erhaltung und spätere Datenmigration&lt;br /&gt;
* verwendete Master- und Nutzungsdateien&lt;br /&gt;
* Sicherungskopien, Prüfsummen und Wiederherstellungsverfahren&lt;br /&gt;
* verwendete beziehungsweise vorgesehene Erhaltungsmetadaten&lt;br /&gt;
* Möglichkeiten für kleinere Kulturgutträger, ihre Digitalisate an ein geeignetes Repositorium zu übergeben&lt;br /&gt;
* vorhandene Schnittstellen zwischen Digitalisierung und Repositorium&lt;br /&gt;
* organisatorische und finanzielle Absicherung des langfristigen Betriebs&lt;br /&gt;
* Digitalisate beziehungsweise Projekte identifizieren, deren dauerhafte Erhaltung derzeit ungeklärt ist&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.2.4 Zugänglich machen und Nutzung ermöglichen ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;background-color:#eef5fb;border-left:4px solid #5b9bd5;padding:0.7em 1em;margin:1em 0;&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Leitfrage:''' Welche digitalisierten Inhalte sind für welche Zielgruppen auffindbar, verständlich und im rechtlich beziehungsweise kulturell zulässigen Umfang nutzbar?&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die weitere Erhebung und Analyse insbesondere zu prüfen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* vorhandene Präsentations- und Nutzungssysteme, Portale und Online-Ausstellungen&lt;br /&gt;
* Funktion und Entwicklungsstand von Sorabicon sowie weiteren relevanten Angeboten&lt;br /&gt;
* welche Kulturgüter und Bestände bereits öffentlich zugänglich sind&lt;br /&gt;
* welche Zielgruppen angesprochen werden:&lt;br /&gt;
** Öffentlichkeit,&lt;br /&gt;
** Bildung,&lt;br /&gt;
** Forschung,&lt;br /&gt;
** sorbische Gemeinschaft,&lt;br /&gt;
** Tourismus und Kulturvermittlung;&lt;br /&gt;
* Ober- und Niedersorbisch sowie weitere benötigte Sprachen in Oberfläche, Metadaten und Inhalten&lt;br /&gt;
* Qualität der Kontextualisierung und Vermittlung&lt;br /&gt;
* Möglichkeiten für:&lt;br /&gt;
** Download,&lt;br /&gt;
** Zitation,&lt;br /&gt;
** Datenexport,&lt;br /&gt;
** Programmierschnittstellen,&lt;br /&gt;
** wissenschaftliche und kreative Nachnutzung&lt;br /&gt;
* Rechte- und Lizenzinformationen&lt;br /&gt;
* abgestufte Zugangsmöglichkeiten für sensible beziehungsweise eingeschränkt zugängliche Inhalte&lt;br /&gt;
* Barrierefreiheit beziehungsweise Barrierearmut&lt;br /&gt;
* Aktualisierung und Pflege präsentierter Inhalte&lt;br /&gt;
* soweit verfügbar tatsächliche Nutzung, Reichweite und Nachnutzung erfassen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.2.5 Zusammenspiel der Kernfunktionen in bestehenden Projekten ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;background-color:#eef5fb;border-left:4px solid #5b9bd5;padding:0.7em 1em;margin:1em 0;&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Leitfrage:''' Bei welchen bestehenden Vorhaben funktioniert der Weg vom Kulturgut über Erfassung und Digitalisierung bis zur langfristigen Erhaltung und Nutzung bereits durchgängig – und an welchen Übergängen bestehen Lücken?&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Neben dem Stand der einzelnen Kernfunktionen ist zu prüfen, '''ob diese auch tatsächlich zu einer durchgängigen Prozesskette verbunden sind'''. Ein vorhandenes Register, ein Digitalisierungszentrum, ein Repositorium und ein Präsentationsportal ergeben noch nicht automatisch einen funktionierenden Gesamtprozess.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die weitere Erhebung und Analyse insbesondere zu prüfen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* geeignete bestehende Projekte beziehungsweise Pilotvorhaben auswählen&lt;br /&gt;
* für diese Projekte die vollständige Prozesskette nachvollziehen:&lt;br /&gt;
** Erfassen,&lt;br /&gt;
** Registrieren,&lt;br /&gt;
** Bewerten und priorisieren,&lt;br /&gt;
** Digitalisieren,&lt;br /&gt;
** Archivieren beziehungsweise langfristig erhalten,&lt;br /&gt;
** Präsentieren und nachnutzen;&lt;br /&gt;
* untersuchen, welche Systeme und Akteure an den Übergaben beteiligt sind&lt;br /&gt;
* prüfen, ob Metadaten gemeinsam mit den Dateien weitergegeben werden&lt;br /&gt;
* prüfen, ob Rechte- und Zugangsangaben entlang der Prozesskette erhalten bleiben&lt;br /&gt;
* vorhandene manuelle Medienbrüche beziehungsweise Mehrfacherfassungen identifizieren&lt;br /&gt;
* unklare Zuständigkeiten und Übergabepunkte sichtbar machen&lt;br /&gt;
* positive Beispiele für bereits funktionierende Prozessketten dokumentieren&lt;br /&gt;
* aus Pilotprojekten bekannte Aufwände, Engpässe und Lernerfahrungen aufnehmen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== 3.3 Gemeinsame Regeln, Zusammenarbeit und dauerhafter Betrieb ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;background-color:#eef5fb;border-left:4px solid #5b9bd5;padding:0.7em 1em;margin:1em 0;&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Leitfrage:''' Sind die übergreifenden Voraussetzungen vorhanden, damit die einzelnen Angebote gemeinsam, verlässlich und dauerhaft funktionieren?&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Neben den einzelnen Kernfunktionen ist zu prüfen, ob '''gemeinsame organisatorische und fachliche Voraussetzungen''' vorhanden sind, damit die verschiedenen Angebote zusammenarbeiten und dauerhaft betrieben werden können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieser Abschnitt soll keine allgemeine oder abstrakte Governance-Analyse darstellen. Untersucht werden nur solche übergreifenden Fragen, die konkrete Auswirkungen auf die Digitalisierung des Kulturerbes und die spätere Ableitung von Maßnahmen haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.3.1 Zuständigkeiten, Beteiligung und Freigaben ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;background-color:#eef5fb;border-left:4px solid #5b9bd5;padding:0.7em 1em;margin:1em 0;&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Leitfrage:''' Wer entscheidet verbindlich über Auswahl, Priorisierung, Beschreibung, Digitalisierung, Veröffentlichung und Zugang, und wie sind die Kulturgutträger dabei beteiligt?&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
''Für die weitere Erhebung und Analyse insbesondere zu prüfen:''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* formelle und informelle Zuständigkeiten der beteiligten Institutionen&lt;br /&gt;
* Entscheidungsrechte bei Auswahl und Priorisierung von Beständen&lt;br /&gt;
* Verantwortlichkeiten für Rechteklärung und Veröffentlichung&lt;br /&gt;
* Beteiligung der jeweiligen Kulturgutträger&lt;br /&gt;
* Beteiligung sorbischer Fachleute und Angehöriger der Gemeinschaft bei kulturell sensiblen Inhalten&lt;br /&gt;
* vorhandene Freigabe- und Sperrverfahren&lt;br /&gt;
* Umgang mit nachträglichen Korrekturen oder Einschränkungen&lt;br /&gt;
* erkennbare Überschneidungen beziehungsweise ungeklärte Zuständigkeiten&lt;br /&gt;
* vorhandene Gremien oder Koordinierungsstrukturen&lt;br /&gt;
* prüfen, an welchen Stellen verbindliche Zuständigkeiten fehlen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.3.2 Gemeinsame Standards und Anschlussmöglichkeiten ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;background-color:#eef5fb;border-left:4px solid #5b9bd5;padding:0.7em 1em;margin:1em 0;&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Leitfrage:''' Welche gemeinsamen Regeln ermöglichen es unterschiedlichen Kulturgutträgern, Daten und Digitalisate in eine gemeinsame Infrastruktur einzubringen und zwischen den Kernfunktionen weiterzugeben?&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die weitere Erhebung und Analyse insbesondere zu prüfen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* vorhandene gemeinsame Metadatenstandards beziehungsweise Pflichtfelder&lt;br /&gt;
* verwendete Fachstandards einzelner Einrichtungen&lt;br /&gt;
* gemeinsame Regeln für Ober- und Niedersorbisch&lt;br /&gt;
* Dateiformate und Qualitätsanforderungen für unterschiedliche Kulturgutarten&lt;br /&gt;
* Identifikatoren und Normdaten&lt;br /&gt;
* Rechte- und Lizenzinformationen&lt;br /&gt;
* technische Schnittstellen und Datenexporte&lt;br /&gt;
* Übernahme vorhandener institutioneller Metadaten&lt;br /&gt;
* einfache Erfassungswege für kleinere Kulturgutträger&lt;br /&gt;
* Schnittstellen für Einrichtungen mit bestehenden Fachsystemen&lt;br /&gt;
* Möglichkeiten zur Weitergabe von Daten zwischen Register, Digitalisierung, Repositorium und Präsentation&lt;br /&gt;
* prüfen, wo fehlende Standards oder inkompatible Systeme den Austausch derzeit behindern&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.3.3 Personal, Finanzierung und Betreiberverantwortung ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;background-color:#eef5fb;border-left:4px solid #5b9bd5;padding:0.7em 1em;margin:1em 0;&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Leitfrage:''' Welche zentralen Leistungen sind dauerhaft personell, organisatorisch und finanziell abgesichert, und welche hängen noch von befristeten Projekten oder einzelnen Personen ab?&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die weitere Erhebung und Analyse insbesondere zu prüfen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Betreiber beziehungsweise verantwortliche Stellen für die vier Kernfunktionen&lt;br /&gt;
* dauerhafte Stellen gegenüber befristeten Projektstellen&lt;br /&gt;
* vorhandene beziehungsweise geplante Finanzierungsmodelle&lt;br /&gt;
* laufende Betriebs- und Pflegekosten&lt;br /&gt;
* personelle Kapazitäten und erkennbare Schlüsselpersonenrisiken&lt;br /&gt;
* Unterstützung kleiner und ehrenamtlich geführter Einrichtungen&lt;br /&gt;
* Finanzierung von&lt;br /&gt;
** Beratung,&lt;br /&gt;
** Digitalisierung,&lt;br /&gt;
** Speicher und Langzeiterhaltung,&lt;br /&gt;
** Datenpflege,&lt;br /&gt;
** Rechteklärung,&lt;br /&gt;
** technischer Wartung und Weiterentwicklung;&lt;br /&gt;
* Übergang von geförderten Projekten in einen dauerhaften Regelbetrieb&lt;br /&gt;
* vorhandene Betriebs-, Kooperations- und Übergabevereinbarungen&lt;br /&gt;
* erkennbare Risiken bei Auslaufen einzelner Förderungen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== 3.4 Gesamtbewertung und vorrangiger Handlungsbedarf ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;background-color:#eef5fb;border-left:4px solid #5b9bd5;padding:0.7em 1em;margin:1em 0;&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Leitfrage:''' Welche Bedarfe sind bereits ausreichend abgedeckt, wo liegen die entscheidenden Lücken und welche davon sollten vorrangig bearbeitet werden? &amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Ergebnisse der vorangegangenen Abschnitte werden abschließend zusammengeführt. Ziel ist noch nicht die vollständige Formulierung konkreter Maßnahmen, sondern zunächst eine begründete Bewertung des Ist-Standes und der wichtigsten Lücken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dabei sollte insbesondere unterschieden werden zwischen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* unmittelbar gefährdeten Kulturgütern beziehungsweise Beständen,&lt;br /&gt;
* strukturellen Lücken, die weitere Digitalisierungsschritte blockieren,&lt;br /&gt;
* fehlenden oder nur teilweise verfügbaren Kernfunktionen,&lt;br /&gt;
* nicht dauerhaft abgesicherten Angeboten,&lt;br /&gt;
* Verbesserungsmöglichkeiten bei bereits grundsätzlich funktionierenden Strukturen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die abschließende Bewertung insbesondere zu prüfen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Ergebnisse aus Akteurs-, Bestands- und Bedarfserhebung zusammenführen&lt;br /&gt;
* für jede der vier Kernfunktionen die wichtigsten Stärken und Lücken benennen&lt;br /&gt;
* übergreifende strukturelle Probleme aus Zuständigkeiten, Standards, Betrieb und Finanzierung ergänzen&lt;br /&gt;
* unterscheiden zwischen:&lt;br /&gt;
** fehlender Leistung,&lt;br /&gt;
** unzureichender Kapazität,&lt;br /&gt;
** fehlender Bekanntheit beziehungsweise Zugänglichkeit,&lt;br /&gt;
** fehlender Verbindung bestehender Angebote,&lt;br /&gt;
** ungeklärter Zuständigkeit,&lt;br /&gt;
** fehlender dauerhafter Absicherung;&lt;br /&gt;
* Dringlichkeit begründen, insbesondere anhand von:&lt;br /&gt;
** Verlustgefahr,&lt;br /&gt;
** blockierenden Abhängigkeiten,&lt;br /&gt;
** Anzahl beziehungsweise Bedeutung betroffener Kulturgutträger,&lt;br /&gt;
** kultureller und sprachlicher Bedeutung,&lt;br /&gt;
** Aufwand und Realisierbarkeit;&lt;br /&gt;
* offene Informationslücken ausdrücklich kennzeichnen&lt;br /&gt;
* aus den ermittelten Lücken anschließend Handlungsbedarfe ableiten&lt;br /&gt;
* konkrete Lösungsmaßnahmen erst im folgenden Maßnahmen- beziehungsweise Soll-Abschnitt festlegen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mögliche zusammenfassende Bewertungsmatrix:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot; style=&amp;quot;width:100%;&amp;quot;&lt;br /&gt;
! Bereich&lt;br /&gt;
! Belegter Ist-Stand&lt;br /&gt;
! Abgedeckte Bedarfe&lt;br /&gt;
! Lücke / Risiko&lt;br /&gt;
! Dringlichkeit&lt;br /&gt;
! Daraus abgeleiteter Handlungsbedarf&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| ''Beispiel: Nachweisen und Registrieren''&lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| ''Beispiel: Digitalisieren''&lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| ''Beispiel: Langfristig erhalten''&lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| ''Beispiel: Zugänglich machen und nutzen''&lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| ''Beispiel: gemeinsame Standards / Zusammenarbeit''&lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= Referenzen =&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Měrko Šenk</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://koncept.serbski-inkubator.de/index.php?title=12.3_Digitalisierung_des_Kulturerbes&amp;diff=1201</id>
		<title>12.3 Digitalisierung des Kulturerbes</title>
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		<updated>2026-10-26T10:54:04Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Měrko Šenk: /* 3. Ist-Analyse der Digitalisierung des sorbischen Kulturerbes */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;= 1 Einleitung =&lt;br /&gt;
Die Digitalisierung von sorbischem Kulturerbe ist eine historische Chance für uns Sorben, eine Chance, unser kulturelles Erbe neu zu entdecken, es für kommende Generationen zu erhalten, für eine breitere Öffentlichkeit zugänglich zu machen und dabei die eigene Deutungshoheit zu stärken. Das erfordert neben Mut, einer klaren gemeinsamen Vision, starker Zusammenarbeit zwischen den beteiligten Akteuren auch die notwendigen Ressourcen in Form von Personal mit entsprechenden Kompetenzen, passender Technik sowie einer nachhaltig gesicherten Finanzierung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im folgenden Abschnitt werden Zielbilder für die Digitalisierung des sorbischen Kulturerbes entworfen mittels lang- und kurzfristiger Visionen sowie konkreter Ziele.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== 1.1 Visionen und Ziele für die sorbische digitale Welt ==&lt;br /&gt;
'''Vision 2035'''&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
''Sorbisches materielles und immaterielles Kulturerbe ist systematisch digital erfasst, rechtssicher und langfristig gesichert, leicht auffindbar, offen nutzbar und wird aktiv von Interessierten genutzt.''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Konkrete Ziele'''&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Bis 2032 ist ein tragfähiges, finanziell und organisatorisch abgesichertes Modell etabliert, das:&lt;br /&gt;
* Ein zentrales (oder föderiertes) digitales Langzeitarchiv nach OAIS-Referenzmodell betreibt,&lt;br /&gt;
* klare Zuständigkeiten, Prozesse und Budgets definiert,&lt;br /&gt;
* regelmäßige Qualitätssicherung und Technik-Updates vorsieht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bis 2030 sind wichtige sorbische Kulturerbe-Bestände (Kernbestände nach fachlicher Festlegung) in hoher Qualität digitalisiert, beschrieben und im Langzeitarchiv gesichert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bis 2028 liegt eine institutionenübergreifende Übersicht über relevante Kulturerbe-Bestände (analog und digital, materiell und immateriell) vor, einschließlich einer Prioritätenliste für die Digitalisierung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bis 2028 existiert ein zentrales, nutzerfreundliches „Sorbisches Kulturerbe-Portal“, das:&lt;br /&gt;
* Suchzugang über alle teilnehmenden Institutionen ermöglicht,&lt;br /&gt;
* grundlegende Inhalte frei zugänglich bereitstellt,&lt;br /&gt;
* mehrsprachige Oberflächen anbietet (Deutsch, Obersorbisch, Niedersorbisch, Englisch).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= 2 Ist-Analyse „Digitalisierung von Kulturerbe“ =&lt;br /&gt;
Das Ziel in diesem Themenbereich ist es, sorbisches Kulturerbe digital zu verwalten und damit langfristig für Recherche, Nutzung und Präsentation vorzuhalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Abschnitt &amp;quot;IST-Analyse“ werden die folgenden Fragen beantwortet: Was ist sorbisches Kulturerbe und was zählt alles dazu? Welche Schritte durchläuft ein Kulturgut, um zum digitalen Kulturerbe zu gehören? Wie können die digitale Verwaltung, Archivierung, Nutzung und Präsentation von Kulturgütern umgesetzt werden?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die grundlegenden Terminologien des Kulturerbes sollen im Folgenden festgelegt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== 2.1 Terminologie – von Kultur zu Kulturerbe ==&lt;br /&gt;
In diesem Abschnitt werden die Begriffe rund um das Kulturerbe grundlegend definiert. Es soll ein Verständnis über die Begriffe Kultur, kulturelle Ausprägung, Kulturgut und Kulturerbe erreicht werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Dataja:Wobraz_K1.png|center|260px]]&amp;lt;ref&amp;gt;Mermaid Flowchart Code: [https://mermaid.live/edit#pako:eNpF0UtuwyAQBuCroFlaTuRHTGMvKuWxq7pqV627IGZso2CIMChtk9ymN-nFimmasmJGfP-AOEGjOUIFrdTHpmfGkudtrWpF_Fq9RtGDk9aZKHojU-_aJ7PZ_bmGgSnR4mgFejaKpidC1XAmq8zDfYAoJZKVG7lxzX5stRl81C0_uwYdheGEubHD4_dXLy1hcpyC1rcLdM4GOLH1Ve2E5Gj9TPLkhgEnsLkBNDsMAmLojOBQWeMwhgHNwKYSTuFBYHucbOW3HFvmcQ21unh2YOpF6-FPGu26HqrW381X7sCZxa1gnWH_R1BxNBvtlIUqTUMEVCd49xVdzpeLMs1pXmRFXiY0hg-o8iyZL_LFXZaVSTJ1LzF8hqHJnBZ5WhZLWt5RmtIsBuTCavP4-2Hh3y4_NXaMmw hier klicken], abgerufen am 22.09.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.1.1 Kultur ===&lt;br /&gt;
Kultur bezeichnet hier die Gesamtheit aller '''vom Menschen geschaffenen und erlernten Ausdrucksformen''' des Lebens, die auf gemeinsamen Werten und Verhaltensweisen beruhen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;wiki-kultur&amp;quot;&amp;gt;URL: https://de.wikipedia.org/wiki/Kultur&amp;lt;/ref&amp;gt; Dazu zählen '''materielle Ergebnisse''' (z. B. Kunstwerke, Technik) ebenso wie '''immaterielle Praktiken''' (Sprache, Bräuche, Wissen). Kultur umfasst laut der UNESCO geistige, materielle, intellektuelle und emotionale Merkmale, die eine Gesellschaft oder soziale Gruppe kennzeichnen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;mondiacult&amp;quot;&amp;gt;UNESCO 1982: Mexico City Declaration on Cultural Policies (MONDIACULT). URL: https://www.lacult.unesco.org/docc/1982_MONDIACULT.pdf&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;ref name=&amp;quot;cultureaction&amp;quot;&amp;gt;Culture Action Europe 2024: The State of Culture report. URL: https://cultureactioneurope.org/de/news/the-state-of-culture-report-published, abgerufen am 01.10.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;  Sie ist dynamisch und wird von jeder Generation neu gestaltet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das deutsche Wort „Kultur“ ist eine Eindeutschung des lateinischen Worts „cultura“. Dieses bedeutet ursprünglich „Bebauung, Bearbeitung, Bestellung, Pflege“ und meinte sowohl die physische Bearbeitung als auch die Pflege geistiger Güter, z. B. der Sprache.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.1.2 Kulturelle Ausdrucksform ===&lt;br /&gt;
Eine kulturelle Ausdrucksform ist eine '''konkrete, gegenwärtige oder historische, Manifestation von Kultur''', bspw. eine Zeichnung, eine Tracht oder ein Lied: Sie macht die Kultur sichtbar und erlebbar. Im engeren Sinne ist es eine Ausdrucksweise, die aus der Kreativität einer Person, Gruppe oder Gesellschaft entsteht und '''kulturellen Inhalt''' trägt (symbolische Bedeutung, künstlerische Dimension, kulturelle Werte).&amp;lt;ref&amp;gt;Österreichische UNESCO-Kommission 2007: Übereinkommen zum Schutz und zur Förderung der Vielfalt kultureller Ausdrucksformen, Art. 4, Seite 13. URL: https://www.unesco.at/fileadmin/Redaktion/Publikationen/Publikations-Dokumente/2005er_UNESCO-Convention_German.pdf, abgerufen am 22.09.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt; Sie wird innerhalb und zwischen Gemeinschaften weitergegeben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Alle kulturellen Ausdrucksformen bilden einen wesentlichen Kern von Kultur, aber Kultur enthält auch latente Dimensionen (Werte, Normen, Vorannahmen etc.), die nicht unmittelbar als Ausdrucksform erscheinen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.1.3 Kulturgut ===&lt;br /&gt;
Ein „Kulturgut“ ist '''eine einzelne kulturelle Ausdrucksform''', der ein '''besonderer kultureller Wert zugemessen wird''' (durch Anerkennung, Schutz, Bedeutung). Es ist somit ein Erzeugnis menschlicher Kreativität oder Zeugnis menschlichen Lebens, welches '''Bedeutung für die Kultur einer Gemeinschaft''' hat und daher '''Bestand haben und bewahrt werden soll'''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die '''Summe aller Kulturgüter''' einer Gemeinschaft wird als dessen '''Kulturerbe''' bezeichnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.1.4 Kulturerbe ===&lt;br /&gt;
Kulturerbe ist die '''Summe der materiellen und immateriellen Ausdrucksformen''' (= Kulturgüter) einer Kultur, die als „'''bewahrenswert'''“ anerkannt wurden. International umfasst das u. a. das '''Welterbe''' (Denkmäler, Ensembles, Stätten)&amp;lt;ref&amp;gt;UNESCO (1972), Welterbekonvention, Art. 1. URL: https://www.dnk.de/wp-content/uploads/2021/02/1972_DNK_UNESCO-Welterbekonvention.pdf (abgerufen am 11.09.2025).&amp;lt;/ref&amp;gt; und das '''Immaterielles Kulturerbe''' (Praktiken, Wissen).&amp;lt;ref&amp;gt;Deutsche UNESCO-Kommission o. J.:, Übereinkommen zur Erhaltung des immateriellen Kulturerbes (dt. Ausgabe). URL: https://www.unesco.de/assets/dokumente/Deutsche_UNESCO-Kommission/02_Publikationen/Publikation_UNESCO-%C3%9Cbereinkommen_zur_Erhaltung_des_immateriellen_Kulturerbes_01.pdf, (abgerufen am 11.09.2025).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ob etwas „zum Kulturerbe“ zählt, ist Ergebnis von Bewertung, Diskurs und teils formellen Verfahren. Dem Sorbischen Kulturregister (SKR) zufolge ist „sorbisch-wendisches Kulturerbe“ eine Zuschreibung, die durch Gesellschaft, Museen, Archive und Wissenschaft erfolgen kann.&amp;lt;ref&amp;gt;Sorbisches Institut 2025: Konzept für ein Sorbisches Kulturregister (SKR). URL: https://www.serbski-institut.de/wp-content/uploads/2021/11/00_Zweite-aktualisierte-Fassung_Konzept_Sorbisches-Kulturregister_20.11.2025.pdf, abgerufen am 20.11.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.1.5 Abgrenzung: Kultur und Kulturerbe ===&lt;br /&gt;
'''Kultur / Kulturelle Ausdrucksform''' sind als Begriffe weiter gefasst als '''Kulturgut / Kulturerbe'''. Kulturelle Ausdrucksformen umfassen alles Gelebte und Gestaltete einer Gemeinschaft in Gegenwart und Vergangenheit, während Kulturgut / Kulturerbe diejenigen kulturellen Güter und Traditionen meint, denen eine Bedeutung beigemessen wurde und die als bewahrens- und weitergebenswert erkannt wurden. Kultur ist der „aktuelle“ kreative Prozess (einschließlich Popkultur, Alltagskultur), Kulturerbe der daraus überkommene Schatz. Dennoch sind die Grenzen fließend: Was heute nur Kultur ist, kann morgen zum Kulturerbe erklärt werden – abhängig von Wertzuschreibung und Diskurs.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Rahmen dieses Dokuments werden für den sorbischen Kontext die Begriffe '''„kulturelle Ausdrucksform“''' und '''„Kulturgut“''' weitgehend '''synonym''' verwendet, sofern nicht ausdrücklich anders gekennzeichnet. Hintergrund ist, dass die Gesamtzahl der identifizierbaren kulturellen Ausdrucksformen einer kleinen Minderheit wie der Sorben/Wenden im Vergleich zu großen Mehrheitsgesellschaften überschaubar ist. Zugleich ist der Anteil dieser Ausdrucksformen, denen in der Community ein besonderer Wert beigemessen wird und die daher faktisch als Kulturgut wahrgenommen und behandelt werden, sehr hoch: Ein großer Teil des gelebten kulturellen Repertoires wird als identitätsstiftend und bewahrenswert verstanden und damit dem Kulturerbe zugerechnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== 2.2 Klassifizierung von Kulturgütern ==&lt;br /&gt;
Im Folgenden soll eine griffige Klassifizierung von Kulturgütern entwickelt werden, so dass pro Kulturgut-Klasse später auf die Besonderheiten ihrer Digitalisierung eingegangen werden kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Dataja:Wobraz_K2.png|center|600px]]&amp;lt;ref&amp;gt;Mermaid Flowchart Code: [https://mermaid.live/edit#pako:eNptlM9u00AQxl9ltFWoFDlp_C9OjISU2KSgUCq1BSRIDxt77Syxd6v1mkKjSDwBlThw4YCEeuXOoeLSN-EF4BHYjZOQQG67-32_2ZnZsWco4jFBPqrVZpRR6cNsP8n4ZTTBQu7rHVP66QWOKEvV3nQM2BeYTf8eea35fF6rjdiIrUl4cjJiAMPDV_X6sMxkKdJS1uvnvu9PtRGgp5ReE46wJIKSLIOf779CycbkkqQZjSb1Ovz-cv351_drDWGN9BXS_xfZBj7dLoGxBgIFBE14nOcrZGH68E07Iu0IlSNsQkhTKnGlfvyh1bjKcngIjcYD6G2s-xvrYGMdLuuqAFOXZ0IflzFh0xxn5OBU3t1ISZhqw6KaKpo29k04jSaCJrLq0oZsa9mCAZc8FTihhBnQp1ksxd1NSsS22dFmG3oMZzwl0HveONtlc7XNATtsHI9fk6kkC3nRsKoqnVNgwrFQaUOvLGJRRtMi4SJfZ790WtppQYhFIVV7CYsJDO9uWbEMujbqOgIbTqgsddB7MCD_eXT6gQMvaFEQBlclPMVqcA6eMfqGiKLMt926isCFM4FjKiln-voCHmEWXxIxXZcUVo-jSwrVe3DBGvHqtc83DLqS0FpNAi3wRluiDBdFSBIYQ0KzzN_r265jPjQinnHh7yVJYhRS8ClZKfe3KLyk2oHneuEuqlK2qWhJWYPOwGnvoiplm4qXVMd17V5rF1UpikIGSgWNkS9FSQyUE5FjvUUzHXGE5ITkZIR8tYxJgtVXPEIjNlfYBWYvOc9XpOBlOkF-grNC7cqLWPUupFjNa74-FXo0RMBLJpFvWtYiCPJn6C3yG7bTNO2u6Tidrue0W13HQO_Usdtquuqg1bG6TtvzPNuZG-hqcXGr2baV5NhuyzId13XbBiJqDrg4qn5ni7_a_A_W9oMu hier klicken], abgerufen am 22.09.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.2.1 A. Materiell - unbeweglich 🏛️ ===&lt;br /&gt;
„Materiell - unbeweglich&amp;quot; bezeichnet ortsfeste Kulturobjekte wie Bauwerke, Ensembles, Gebäudekomplexe und Stätten/Kulturlandschaften, wie sie in Art. 1 der UNESCO-Welterbekonvention als Kategorien des kulturellen Erbes definiert sind.&amp;lt;ref&amp;gt;UNESCO World Heritage Centre o. J.: Convention Concerning the Protection of the World Cultural and Natural Heritage, Artikel 1. URL: https://whc.unesco.org/en/conventiontext/, abgerufen am 01.10.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.2.2 B. Materiell - beweglich 🖼️ ===&lt;br /&gt;
Die Kategorie „Materiell - beweglich&amp;quot; umfasst bewegliche Sachen bzw. Sachgesamtheiten von kulturellem Wert (z. B. Objekte, Sammlungen), wie sie das deutsche Kulturgutschutzgesetz (§ 2 KGSG)&amp;lt;ref&amp;gt;Deutschland 2016: Kulturgutschutzgesetz (KGSG), § 2. URL: https://www.buzer.de/2_KGSG.htm, abgerufen am 01.10.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt; als „Kulturgut“ beschreibt.&lt;br /&gt;
* B1 '''Schriftgut''' - Bücher, Zeitungen, Handschriften, Archivgut, Graphiken, Pläne, Karten&lt;br /&gt;
* B2 '''Fotografien &amp;amp; Bildträger''' &lt;br /&gt;
** Fotografisch erzeugte statische Bildträger, auch Stillbildträger genannt, z. B. Positive/Negative auf Film/Platte/Photopapier, Dias, Abzüge, Mikrofilm/-fiche und vergleichbare fotografische Repro-Träger.&lt;br /&gt;
* B3 '''Analoge AV-Träger''' (Audio/Video/Film)&lt;br /&gt;
** Analoge zeitbasierte Medien, z. B. Magnetton (Tonband, Kassette), Schallplatte, Videobänder, Film.&lt;br /&gt;
* B4 '''3D-Objekte''' - Gegenstände, „sachkulturelle Artefakte“&amp;lt;ref&amp;gt;Sorbisches Institut o. J.: Konzept zum Digitalisierungszentrum am Sorbischen Institut, S. 24.&lt;br /&gt;
(Unveröffentlichtes Konzeptpapier; interne Projektunterlage.)&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.2.3 C. Immateriell 🎭 ===&lt;br /&gt;
Meint lebendige Praktiken, Darstellungen, Ausdrucksformen, Ideen, Werte, Wissen und Fertigkeiten, die von Gemeinschaften getragen und weitergegeben werden, gemäß der folgenden 5 UNESCO ICH-Domänen.&amp;lt;ref&amp;gt;UNESCO o. J.: Intangible Cultural Heritage – Five Domains. URL: https://ich.unesco.org/doc/src/01857-EN.pdf, abgerufen am 01.10.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* C1 '''Orale Traditionen/Ausdrucksformen''' - Sprache, Gesangstraditionen&lt;br /&gt;
* C2 '''Darstellende Künste''' - Musik, Tanz, Theater&lt;br /&gt;
* C3 '''Rituale &amp;amp; Feste''' - Bräuche und soziale Praktiken des Kalenders und Lebenslaufs&lt;br /&gt;
* C4 '''Wissen &amp;amp; Praktiken''' zu Natur &amp;amp; Universum - Heil- und Sammelkenntnisse, ökologisches und astronomisches Wissen, Glaube, Religion&lt;br /&gt;
* C5 '''Traditionelles Handwerk''' - Techniken, Werkzeuge und Gestaltungsmuster&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.2.4 D. Digital 💾 ===&lt;br /&gt;
Bezeichnet in digitaler Form vorliegende Ressourcen menschlichen Wissens und Ausdrucks. Diese können sowohl born-digital sein als auch digitalisierte Repräsentationen von materiellen und immateriellen Kulturgütern.&amp;lt;ref&amp;gt;UNESCO 2003: Charter on the Preservation of Digital Heritage. URL: https://www.unesco.org/en/legal-affairs/charter-preservation-digital-heritage, abgerufen am 01.10.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* D1 '''Born-digital''' (ursprünglich digital erzeugt, kein analoges Original), z. B. Webseiten, Social-Media-Beiträge, Software, Apps, Spiele, digitale Fotos/Audio/Video.&lt;br /&gt;
* D2 '''Digitalisate''' - Digitalisierte Repräsentationen/Derivate aus den Klassen A, B und C.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== 2.3 Begriffe und Kernfunktionen ==&lt;br /&gt;
Die vorherigen Abschnitte haben geklärt, was unter Kulturerbe verstanden wird und welche Arten von Kulturgütern unterschieden werden. Bevor der nachfolgende Abschnitt den Prozess der Kulturerbe-Digitalisierung beschreibt, werden in diesem Abschnitt die dafür wichtigsten Arbeitsbegriffe und Funktionen erläutert. Der Abschnitt soll dabei die Frage beantworten: Welche Arbeitsabläufe und Funktionen sind notwendig, damit Kulturgüter nicht nur digital erfasst, sondern auch gefunden, verstanden, gesichert und genutzt werden können?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Erläuterungen sollen eine gemeinsame und leicht verständliche Grundlage schaffen für alle, die an der Digitalisierung von Kulturerbe interessiert sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.3.1 Vom Kulturgut zur digitalen Repräsentation ===&lt;br /&gt;
Dieser Abschnitt erklärt, was bei einer Digitalisierung entsteht und wie sich das digitale Ergebnis vom ursprünglichen Kulturgut unterscheidet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
! Begriff&lt;br /&gt;
! Erklärung&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Digitalisierung von Kulturerbe'''&lt;br /&gt;
| Digitalisierung bezeichnet in diesem Konzept den gesamten zusammenhängenden Prozess: Kulturgüter erfassen, beschreiben und bewerten, digitale Repräsentationen erzeugen oder übernehmen, ihre Qualität prüfen, sie sichern und für die Nutzung zugänglich machen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;DFG2016&amp;quot;&amp;gt;Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) 2016: Praxisregeln „Digitalisierung“, insbesondere S. 13 und 41-44. URL: https://www.dfg.de/resource/blob/176108/898bf3574ad0ff3b1db525fa7d04c86c/12-151-v1216-de-data.pdf, abgerufen am 16.07.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Bei ursprünglich digital entstandenen Kulturgütern – auch ''born digital'' genannt – entfällt die Überführung aus einem analogen Original; die weiteren Aufgaben bleiben bestehen.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Digitalisat und digitale Repräsentation'''&lt;br /&gt;
| Ein '''Digitalisat''' ist ein digitales Abbild eines analogen Kulturguts, beispielsweise ein Scan einer Handschrift oder ein Foto eines Museumsobjekts. Der weitere Begriff '''digitale Repräsentation''' umfasst auch Audio-, Video- oder 3D-Dokumentationen einer immateriellen kulturellen Praxis. Die digitale Repräsentation ersetzt weder das materielle Kulturgut noch die lebendige Praxis.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Masterdatei und Nutzungsderivat'''&lt;br /&gt;
| Die '''Masterdatei''' ist die möglichst hochwertige und qualitätsgeprüfte Ausgangsdatei. Sie wird für die langfristige Sicherung und spätere Bearbeitungen aufbewahrt. Ein '''Nutzungsderivat''' ist eine daraus erzeugte, an einen bestimmten Zweck angepasste Datei, beispielsweise ein kleineres Bild für eine Internetseite.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Digitales Objekt'''&lt;br /&gt;
| Als '''digitales Objekt''' wird in diesem Konzept eine zusammengehörige digitale Einheit bezeichnet. Sie kann aus einer oder mehreren Dateien, den zugehörigen Metadaten und ihren Verknüpfungen bestehen. Ein digitales Objekt kann ein Digitalisat oder ein ursprünglich digital entstandenes Kulturgut sein.&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
''Beispiel:'' Das verzierte sorbische Osterei bleibt das materielle Kulturgut. Hochauflösende Fotografien, ein 3D-Modell und die dazugehörigen Beschreibungen bilden gemeinsam seine digitale Repräsentation.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.3.2 Vier Kernfunktionen ===&lt;br /&gt;
Als '''Kernfunktionen der Kulturerbe-Digitalisierung''' werden im Folgenden vier dauerhaft zu erfüllende Aufgabenbereiche bezeichnet. Sie beschreiben, was für eine nachhaltige Digitalisierung von Kulturerbe geleistet werden muss, unabhängig davon, welche Institution oder welches technische System die jeweilige Funktion übernimmt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
! Kernfunktion&lt;br /&gt;
! Typische organisatorisch-technische Umsetzung&lt;br /&gt;
! Hauptaufgabe&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Nachweisen, beschreiben und verknüpfen'''&lt;br /&gt;
| Register oder Katalog&lt;br /&gt;
| Macht sichtbar, welche Kulturgüter vorhanden sind, wo sie sich befinden und in welchem Zusammenhang sie stehen. Ein Registereintrag kann bereits bestehen, bevor ein Digitalisat angefertigt wurde. &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Digitalisieren und Qualität sichern'''&lt;br /&gt;
| Digitalisierungszentrum oder Digitalisierungsdienst&lt;br /&gt;
| Erzeugt bzw. übernimmt digitale Repräsentationen, prüft sie und bereitet Dateien und Metadaten für die weitere Verarbeitung vor. Geliefert werden bspw. geprüfte Masterdateien und Nutzungsderivate. &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Langfristig erhalten'''&lt;br /&gt;
| Repositorium oder digitales Langzeitarchiv&lt;br /&gt;
| Übernimmt Dateien und Metadaten, speichert und verwaltet sie und erhält sie über technische und organisatorische Veränderungen hinweg dauerhaft nutzbar.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Zugänglich machen und Nutzung ermöglichen'''&lt;br /&gt;
| Präsentations- und Nutzungssystem&lt;br /&gt;
| Führt beschreibende Informationen und digitale Medien für Nutzerinnen und Nutzer zusammen. Es ermöglicht beispielsweise Suche, Anzeige, Kontextualisierung, Vermittlung und – soweit zulässig – Nachnutzung. &lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese '''Kernfunktionen''' beschreiben zunächst nicht zwingend getrennte Institutionen oder Systeme. Eine Einrichtung kann mehrere Kernfunktionen übernehmen. Umgekehrt kann eine Kernfunktion auf mehrere Einrichtungen oder technische Systeme verteilt sein. Entscheidend sind klare Zuständigkeiten, verlässliche Übergaben und gemeinsame Standards.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vereinfacht lässt sich das Zusammenspiel so zusammenfassen:&lt;br /&gt;
# Das '''Register oder der Katalog''' beschreibt und verknüpft das Kulturgut.&lt;br /&gt;
# Der '''Digitalisierungsdienst''' erzeugt und prüft seine digitale Repräsentation.&lt;br /&gt;
# Das '''Repositorium oder digitale Archiv''' übernimmt und erhält die Dateien.&lt;br /&gt;
# Das '''Präsentationssystem''' führt Beschreibungen und Medien für die Nutzung zusammen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die konkrete Ausgestaltung kann zentral, dezentral oder als Verbund mehrerer Systeme erfolgen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.3.3 Register ===&lt;br /&gt;
Die folgende Tabelle erklärt, wie Kulturgüter so erfasst, beschrieben und verknüpft werden, dass sie eindeutig zugeordnet, wiedergefunden und nach einheitlichen Regeln weiterverarbeitet werden können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
! Begriff&lt;br /&gt;
! Erklärung&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Erschließung, Verzeichnung und Registrierung'''&lt;br /&gt;
| '''Erschließung''' ist der übergeordnete Vorgang, bei dem ein Kulturgut identifiziert, beschrieben und in seinen Zusammenhang eingeordnet wird. '''Verzeichnung''' bezeichnet seine strukturierte dokumentarische Beschreibung. '''Registrierung''' bedeutet die Aufnahme in ein konkretes Register, einen Katalog oder ein Sammlungssystem. Ein Kulturgut kann bereits registriert werden, bevor ein Digitalisat vorhanden ist.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Metadaten'''&lt;br /&gt;
| Metadaten sind strukturierte Informationen über ein Kulturgut und seine digitalen Repräsentationen. Dazu gehören beispielsweise Titel, Herkunft, beteiligte Personen, Ort, Zeit, kultureller Kontext, Rechte, Dateieigenschaften und Bearbeitungsschritte. Je nach Zweck werden beschreibende, technische, rechtliche und erhaltungsbezogene Metadaten unterschieden. Sie machen Kulturgüter auffindbar, verständlich, verwaltbar und langfristig nutzbar.&amp;lt;ref name=&amp;quot;PREMIS&amp;quot;&amp;gt;Library of Congress o. J.: PREMIS – Preservation Metadata: Implementation Strategies. Internationaler Standard für Erhaltungsmetadaten. URL: https://www.loc.gov/standards/premis/, abgerufen am 16.07.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Persistenter Identifikator'''&lt;br /&gt;
| Ein '''persistenter Identifikator''' ist eine dauerhafte und eindeutige Kennung für ein Kulturgut, einen Datensatz oder eine digitale Ressource. Die Kennung bleibt bestehen, auch wenn sich der technische Speicherort oder die Internetadresse ändern. Dadurch können Kulturgüter dauerhaft zitiert und zwischen Systemen verknüpft werden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;DFG2016&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Metadaten sind keine bloße Beigabe zu einer Datei. Ohne ausreichende Beschreibungen kann ein Digitalisat zwar technisch vorhanden sein, später aber kaum gefunden, verstanden oder zuverlässig zugeordnet werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.3.4 Digitalisierungsdienst und Archiv ===&lt;br /&gt;
Die folgende Tabelle erklärt was erforderlich ist, damit Kulturgüter digitalisiert werden und nicht nur heute gespeichert sind, sondern auch nach technischen und organisatorischen Veränderungen noch gefunden, verstanden und genutzt werden können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
! Begriff&lt;br /&gt;
! Erklärung&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Repositorium'''&lt;br /&gt;
| Ein '''Repositorium''', auch ''Repository'' genannt, ist eine verwaltete technische Umgebung, in der digitale Objekte und ihre Metadaten übernommen, gespeichert, geordnet, verwaltet und bereitgestellt werden. Ein Repositorium kann Teil eines digitalen Archivs sein. Nicht jedes Repositorium erfüllt jedoch automatisch alle Anforderungen der Langzeiterhaltung.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Digitales Archiv oder digitales Langzeitarchiv'''&lt;br /&gt;
| Ein digitales Archiv ist mehr als ein Server oder ein Speicherprogramm. Es verbindet eine verantwortliche Organisation, fachkundiges Personal, Regeln, Arbeitsabläufe und technische Systeme. Es übernimmt die Verantwortung dafür, digitale Informationen langfristig zu erhalten und für festgelegte Nutzergruppen zugänglich zu machen. Das internationale Referenzmodell '''Open Archival Information System''' (OAIS, offenes Archiv-Informationssystem) bietet hierfür einen fachlichen Rahmen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;OAIS2024&amp;quot;&amp;gt;Consultative Committee for Space Data Systems (CCSDS) 2024: Reference Model for an Open Archival Information System (OAIS), CCSDS 650.0-M-3, insbesondere S. 1-1–1-2 und 2-1–2-2. URL: https://ccsds.org/Pubs/650x0m3.pdf, abgerufen am 16.07.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Ingest oder kontrollierte Übernahme'''&lt;br /&gt;
| '''Ingest''' bezeichnet die kontrollierte Übernahme digitaler Dateien und Metadaten in ein Repositorium oder digitales Archiv. Dabei werden beispielsweise Vollständigkeit, Dateiformate, Metadaten und Dateiintegrität geprüft und die Übernahme dokumentiert.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Langzeitverfügbarkeit und digitale Langzeiterhaltung'''&lt;br /&gt;
| '''Langzeitverfügbarkeit''' ist das Ziel, digitale Inhalte über technische und organisatorische Veränderungen hinweg auffindbar, lesbar, verständlich und nutzbar zu halten. '''Digitale Langzeiterhaltung''' bezeichnet die dafür notwendigen fortlaufenden Maßnahmen. Dazu können mehrere Speicherorte, regelmäßige Prüfungen, Formatüberwachung, technische Migrationen und eine nachvollziehbare Dokumentation gehören. „Langfristig“ bezeichnet dabei keine feste Zahl von Jahren, sondern einen Zeitraum, in dem mit veränderten Technologien, Formaten und Nutzungsanforderungen gerechnet werden muss.&amp;lt;ref name=&amp;quot;OAIS2024&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Datensicherung oder Backup'''&lt;br /&gt;
| Ein '''Backup''' ist eine zusätzliche Sicherungskopie, aus der Dateien nach einem Verlust oder technischen Ausfall wiederhergestellt werden können. Backups sind notwendig, ersetzen aber keine Langzeiterhaltung: Sie regeln allein noch keine dauerhaften Zuständigkeiten, Metadaten, Formatüberwachung, Integritätsprüfungen oder langfristige Zugänglichkeit.&amp;lt;ref name=&amp;quot;DPCStorage&amp;quot;&amp;gt;Digital Preservation Coalition o. J.: Digital Preservation Handbook – Storage. URL: https://www.dpconline.org/handbook/organisational-activities/storage, abgerufen am 16.07.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Integrität und Authentizität'''&lt;br /&gt;
| '''Integrität''' bedeutet, dass unbeabsichtigte Veränderungen oder Beschädigungen einer Datei erkannt werden können. Dafür werden häufig Prüfsummen verwendet - digitale Kontrollwerte, die regelmäßig verglichen werden. '''Authentizität''' bedeutet, dass Herkunft, Identität und Bearbeitungsgeschichte eines digitalen Objekts nachvollziehbar sind und belegt werden kann, dass es das ist, was es zu sein vorgibt.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Dateiformat und Datenformat'''&lt;br /&gt;
| Ein '''Dateiformat''' legt den technischen Aufbau einer einzelnen Datei fest. Ein '''Datenformat''' beschreibt, wie Informationen strukturiert und zwischen Systemen ausgetauscht werden. Gut dokumentierte, verbreitete und möglichst offen beschriebene Formate erleichtern den Austausch und die langfristige Nutzung. Sie ersetzen jedoch keine aktive Langzeiterhaltung.&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Merksatz:''' Speichern ist nicht dasselbe wie langfristiges Erhalten. Auch ein vorhandenes Backup ist noch kein digitales Langzeitarchiv.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.3.5 Präsentationssystem ===&lt;br /&gt;
Die folgende Tabelle erklärt, wie aus langfristig gesicherten Dateien ein digitales Kulturerbe wird, das von Menschen gefunden, verstanden und sinnvoll genutzt werden kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
! Begriff&lt;br /&gt;
! Erklärung&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Zugänglichmachung und Präsentation'''&lt;br /&gt;
| '''Zugänglichmachung''' bedeutet, dass digitale Objekte auffindbar und im rechtlich sowie technisch zulässigen Umfang abrufbar sind. '''Präsentation''' geht darüber hinaus: Inhalte werden ausgewählt, miteinander verknüpft, erklärt und für bestimmte Zielgruppen vermittelt. Dazu gehören verständliche Kontextinformationen, klare Rechteangaben, Mehrsprachigkeit und möglichst barrierearme Zugänge. Abhängig von Rechten, personenbezogenen Daten oder kulturellen Schutzbedarfen kann der Zugang offen oder eingeschränkt sein.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Nutzung und Nachnutzung'''&lt;br /&gt;
| '''Nutzung''' umfasst beispielsweise das Betrachten, Lesen, Anhören, Erforschen oder Vermitteln eines digitalen Kulturguts. '''Nachnutzung''' bedeutet seine weitere Verwendung in einem neuen Zusammenhang, etwa in Bildung, Forschung, Publikationen, Ausstellungen, Anwendungen oder kreativen Werken. Dafür werden geeignete Dateien, verständliche Metadaten und klare Rechteinformationen benötigt.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Rechteinformation und Lizenz'''&lt;br /&gt;
| Eine '''Rechteinformation''' beschreibt den rechtlichen Status eines digitalen Objekts und mögliche Einschränkungen seiner Nutzung. Eine '''Lizenz''' räumt durch eine dazu berechtigte Person oder Institution konkrete Nutzungsrechte ein. Ein allgemeiner Rechtehinweis ist daher nicht automatisch eine Lizenz.&amp;lt;ref name=&amp;quot;RightsReuse&amp;quot;&amp;gt;RightsStatements.org o. J.: Standardisierte Rechtehinweise für online verfügbares Kulturerbe. URL: https://rightsstatements.org/de/, abgerufen am 16.07.2026. Creative Commons 2025: Recommended Licenses and Tools for Cultural Heritage Content. URL: https://creativecommons.org/2025/07/09/recommended-licenses-and-tools-for-cultural-heritage-content/, abgerufen am 16.07.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Interoperabilität'''&lt;br /&gt;
| '''Interoperabilität''' bezeichnet die Fähigkeit von Systemen und Organisationen, Daten auszutauschen und in gleicher Bedeutung zu verstehen. Dafür werden gemeinsame Metadatenmodelle, Begriffe, Identifikatoren und technische Schnittstellen benötigt. So können beispielsweise Register, Repositorien, Präsentationsportale und externe Kulturplattformen miteinander verbunden werden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;EuropeanaEDM&amp;quot;&amp;gt;Europeana o. J.: Metadata – Europeana Data Model (EDM, Europeana-Datenmodell). URL: https://pro.europeana.eu/page/metadata, abgerufen am 16.07.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Digitalisierte Inhalte entfalten ihren kulturellen und gesellschaftlichen Nutzen erst dann vollständig, wenn sie auffindbar, verständlich, rechtlich klar und für unterschiedliche Zielgruppen tatsächlich verwendbar sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der folgende Abschnitt 2.4 beschreibt, wie diese Kernfunktionen innerhalb des gesamten Prozesses der Kulturerbe-Digitalisierung zusammenwirken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== 2.4 Prozess der Digitalisierung von Kulturerbe ==&lt;br /&gt;
Die Digitalisierung von Kulturgut ist kein rein technischer Arbeitsschritt, sondern ein vielschichtiger, oft langfristiger Prozess, der bereits mit der Wahrnehmung und Identifikation einer kulturellen Ausdrucksform beginnt. Ziel dieses Abschnitts ist es, diesen Gesamtprozess systematisch darzustellen: von der gelebten Kultur über das identifizierte Kulturgut bis hin zur digital nutzbaren Repräsentation.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die hier entwickelte Prozessdarstellung soll als praxisorientierter Überblick dienen für die Digitalisierung des sorbischen Kulturerbes. Sie berücksichtigt die Anforderungen sorbischer Einrichtungen ebenso wie die international etablierten Referenzmodelle und Standards, darunter:&lt;br /&gt;
* das OAIS-Referenzmodell (ISO 14721) für digitale Archivierung&amp;lt;ref&amp;gt;Consultative Committee for Space Data Systems (CCSDS) 2024: Reference Model for an Open Archival Information System (OAIS), CCSDS 650.0-M-3. URL: https://ccsds.org/Pubs/650x0m3.pdf, abgerufen am 01.10.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
* das DCC Curation Lifecycle Model für kuratorische Entscheidungsprozesse&amp;lt;ref&amp;gt;Higgins 2008: The DCC Curation Lifecycle Model. International Journal of Digital Curation, 3(1), 134-140. URL: https://ijdc.net/index.php/ijdc/article/view/48, abgerufen am 01.10.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
* das Spectrum-Modell für museale Objektverwaltung&amp;lt;ref&amp;gt;Collections Trust 2022. Spectrum 5.1 - The UK Museum Collections Management Standard. URL: https://collectionstrust.org.uk/spectrum/spectrum-5, abgerufen am 01.10.2025. &amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
* die UNESCO-Leitlinien zur Inventarisierung immateriellen Kulturerbes&amp;lt;ref&amp;gt;UNESCO 2024: Operational Directives for the Implementation of the Convention for the Safeguarding of the Intangible Cultural Heritage (10.GA). URL: https://ich.unesco.org/doc/src/ICH-Operational_Directives-10.GA_EN.pdf, abgerufen am 01.10.2025. &amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
* sowie technische Vorgaben wie die DFG-Praxisregeln Digitalisierung&amp;lt;ref&amp;gt;Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) 2022: Praxisregeln Digitalisierung (aktualisierte Fassung). URL: https://www.ulb.hhu.de/fileadmin/redaktion/ULB/Documents/Infomaterial/DFG_Praxisregeln_Digitalisierung_Aktualisierte_Fassung2022.pdf, abgerufen am 01.10.2025. &amp;lt;/ref&amp;gt; und die FADGI-Richtlinien&amp;lt;ref&amp;gt;Federal Agencies Digital Guidelines Initiative (FADGI) 2023: Technical Guidelines for Digitizing Cultural Heritage Materials – Still Image, 3rd ed. URL: https://www.digitizationguidelines.gov/guidelines/digitize-technical.html, abgerufen am 01.10.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Folge soll der „Lebenslauf“ eines Kulturguts dargestellt werden, also der Weg, den ein Objekt oder eine kulturelle Praxis vom Zeitpunkt der Entstehung über die Erfassung, Digitalisierung und Archivierung bis zur Veröffentlichung in einem digitalen Präsentationsmodul durchläuft.&lt;br /&gt;
Hierfür erläutert der folgende Abschnitt die einzelnen Prozessschritte im Detail, jeweils mit Akteuren und Beispielen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.4.1 Vorüberlegungen zum Prozess ===&lt;br /&gt;
Im hier vorgestellten Prozess wird auf eine harte, systematische Filterung verzichtet, welche kulturellen Ausdrucksformen „nur“ Kultur und welche bereits Kulturgut sind. Ein solcher Bewertungs- und Abgrenzungsprozess wäre ressourcenintensiv und würde den vorhandenen Kapazitäten in den beteiligten Einrichtungen nicht entsprechen. Stattdessen folgt das Konzept einer inklusiven Logik: Alle dokumentierten Ausdrucksformen werden zunächst als potenzielle Kulturgüter erfasst. Eine feinere Auswahl und Priorisierung erfolgen erst in einem späteren Schritt, nämlich dann, wenn konkret entschieden wird, welche Ausdrucksformen bzw. Kulturgüter in welcher Tiefe digitalisiert, archiviert und präsentiert werden sollen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieses Vorgehen schließt an das SKR-Konzept an, das bewusst auf eine frühe normative Trennung zwischen „kultureller Ausdrucksform“ und „Kulturgut“ verzichtet. Auch hier steht zunächst der möglichst vollständige, strukturierte Überblick über die sorbischen Kulturgüter im Vordergrund. Die differenzierte Bewertung und Schwerpunktsetzung werden als anschließende fachliche Aufgabe verstanden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.4.2 Prozessschritte im Detail ===&lt;br /&gt;
Das folgende Diagramm gibt einen Überblick über die sechs Kernschritte des Gesamtprozesses der Digitalisierung von Kulturgut – von der ersten Wahrnehmung einer kulturellen Ausdrucksform bis zu ihrer digitalen Präsentation als Kulturgut. Die Abfolge zeigt zugleich die Entwicklungsstufen: von gelebter Kultur zur kulturellen Ausdrucksform, von dort zum Kulturgut und schließlich zum digitalen Kulturgut. Die Schritte sind als generischer Ablauf zu verstehen: Je nach Art des Kulturguts können einzelne Tätigkeiten unterschiedlich aufwendig sein oder parallel erfolgen.&lt;br /&gt;
[[Dataja:Wobraz_K3.png|center|600px]]&amp;lt;ref&amp;gt;Mermaid Flowchart Code: [https://mermaid.live/edit#pako:eNplkk1OwzAQha8yGqmbkloxSZs2CyTa8LOphIAVhIVJpolF4iDH4a_qbXqTXgzHFdAKr2y97703lmaNWZMTxriqmvesFNrAfZIqgPPHFIdDzuBO1DVVajhM8QlGozOYO-WUwS0VsjVakqa93Pvmjlk4JmAwp3fS5kCHwQAWjkkcE_Y5WWkIXqrd9jBpT138UIkspBGVbI_7-rwLR146csLgRryQ-U8lMGLwTG1WapLPpHKCZQLMOY9ch7m2VxiSpOAEjJ1TSev_M_bkvv3KtY8ZnOuslG_H9VcOuf4dUO-2LamjGdHDQsscY6M78rAmXYv-ies-IEVTUk0pxvaa00p0lUkxVRtrexXqoWnqH6duuqLEeCWq1r6619zOn0hRaPGH9J_Xi6ZTBuOxS8B4jR8YhxGLeDThkR-EM37KuYefFmHTaOz7fOZHQTidBMHGwy9X6VslnNnDw4jPuB8GHlIuTaOX-7Vy27X5Bh_Osqo hier klicken], abgerufen am 22.09.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Prozess zeigt, dass Digitalisierung von Kulturgut mehr ist als das Erstellen digitaler Dateien. Sie umfasst eine Reihe aufeinander bezogener Schritte – von der ersten Wahrnehmung einer kulturellen Ausdrucksform über ihre Erfassung, Bewertung und Digitalisierung bis hin zur langfristigen Sicherung und Präsentation. Dabei sind je nach Schritt unterschiedliche Akteure beteiligt, etwa Gemeinschaften, Museen, Archive, Fachgremien, Digitalisierungsstellen oder IT. Die folgenden Beschreibungen erläutern diese Schritte so, dass nachvollziehbar wird, was jeweils mit einem Kulturgut geschieht, wer daran beteiligt ist und wie sich der Ablauf in der Praxis vorstellen lässt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''1. Sammeln &amp;amp; erfassen''' &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Hier wird eine kulturelle Ausdrucksform erstmals wahrgenommen, benannt und mit ersten Informationen erfasst: Was ist es, wer macht es oder hat es geschaffen, wo kommt es vor, warum ist es bedeutsam für die Gemeinschaft? &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Akteure''': Community, Vereine, Museen, Archive, Forschende, Privatpersonen.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Beispiel''': Auf einem Dorffest zeigt eine Frau das Verzieren sorbischer Ostereier. Jemand fotografiert dies und notiert Technik, Ort und Namen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''2. Registrieren &amp;amp; beschreiben''' &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Hier wird aus der ersten Beobachtung ein strukturierter Nachweis. Das Kulturgut oder die kulturelle Ausdrucksform wird in ein Register, eine Sammlung oder einen Katalog aufgenommen und mit strukturierten Metadaten beschrieben, damit es wiedergefunden, zugeordnet und verstanden werden kann. Dazu gehören z. B. Titel, Ort, Zeit, Technik, Funktion, beteiligte Personen und der kulturelle Kontext.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Akteure''': Registerverantwortliche, Kurator:innen, Sammlungsmitarbeitende, Community für Kontextinformationen.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Beispiel''': Das Osterei erhält einen Eintrag mit Angaben wie „Wachsbatik“, „Schleife“, „Osterei-Verzierung“, Name der Trägerin und Entstehungsjahr.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''3. Bewerten &amp;amp; freigeben''' &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
In diesem Schritt wird entschieden, ob und in welcher Priorität ein Kulturgut oder die kulturelle Ausdrucksform digitalisiert werden soll und ob dies rechtlich und ethisch möglich ist. Dabei spielen fachliche Kriterien wie Bedeutung, Repräsentativität, Seltenheit oder Gefährdung eine Rolle, aber auch Fragen des Urheberrechts, Datenschutzes und möglicher kultureller Sensibilitäten. Am Ende steht eine begründete Entscheidung, ob und in welchem Umfang das Kulturgut weiterbearbeitet und später veröffentlicht werden darf. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Akteure''': Kurator:innen, Fachgremien, Community-Vertretungen, Register/SKR, ggf. Rechteverantwortliche und Behörden. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Beispiel''': Es wird entschieden, dass die Osterei-Technik wegen ihrer Bedeutung für die sorbische Identität digital gesichert werden soll; die Kunsthandwerkerin stimmt der Veröffentlichung zu.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''4. Digitalisieren &amp;amp; prüfen''' &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Nun wird das Kulturgut technisch erfasst, also in eine digitale Form überführt. Das kann je nach Objektart durch Scan, Fotografie, Audio- oder Videoaufnahme oder 3D-Erfassung geschehen. Dabei entstehen hochwertige Master-Dateien und nutzbare Derivate. Die Digitalisierung folgt qualifizierten Standards, um Reproduzierbarkeit, Farbkonsistenz und Nutzbarkeit zu gewährleisten. Anschließend wird geprüft, ob Schärfe, Farbe, Vollständigkeit und Dateiformate den Anforderungen für Archivierung und Nutzung entsprechen. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Akteure''': Digitalisierungszentrum, Foto-/AV-/3D-Spezialist:innen, externe Dienstleister bei Spezialfällen. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Beispiel''': Das Osterei wird fotografisch hochauflösend aufgenommen und zusätzlich als 3D-Modell erfasst. Danach werden Schärfe, Farbe und Dateiformate geprüft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''5. Archivieren &amp;amp; sichern''' &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die entstandenen digitalen Dateien werden geordnet abgelegt, mit den zugehörigen Metadaten verknüpft und für die langfristige Erhaltung gesichert. Dazu gehören sichere Speicherorte, Backups, Integritätskontrollen und – wenn nötig – spätere technische Migration auf neue Systeme. Ziel ist, dass das digitale Kulturgut langfristig erhalten bleibt, auch wenn sich Technik und Formate verändern. Das Original bleibt in der Regel weiterhin am Sammlungs- oder Aufbewahrungsort. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Akteure''': Archiv, Repository, IT-Betrieb, ggf. Sorbisches Kulturarchiv bzw. Digitalisierungszentrum. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Beispiel''': Die Bilder und das 3D-Modell des Ostereis werden auf gesicherten Servern gespeichert; das Original bleibt im Museum oder bei der Eigentümerin.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''6. Präsentieren &amp;amp; nutzen''' &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Im letzten Schritt werden die digitalen Objekte so bereitgestellt, dass sie gefunden, verstanden und genutzt werden können, z. B. in Portalen, digitalen Sammlungen oder virtuellen Ausstellungen. Dafür reicht es nicht, nur Dateien anzuzeigen: Es braucht auch verständliche Kontexte, Rechteangaben, Mehrsprachigkeit und möglichst barrierearme Zugänge. So wird aus der technischen Digitalisierung eine tatsächliche kulturelle Nutzung. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Akteure''': Kurator:innen, Vermittlung, Web/IT, Museen, Kulturinformationen, Community. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Beispiel''': Das Osterei erscheint in einer Online-Ausstellung, kann herangezoomt oder als 3D-Modell gedreht werden und wird mit einem kurzen Text zur Technik erklärt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.4.3 Organisatorische Perspektive ===&lt;br /&gt;
Die folgende Abbildung ist entnommen aus einem Poster des Sorbischen Instituts zu dessen Digitalisierungsstrategie, gefunden auf der Projektseite des Digitalisierungszentrums.&amp;lt;ref&amp;gt;Sorbisches Institut: Digitalisierungszentrum (DZ). URL: [https://www.serbski-institut.de/projekte-zentrale-vorhaben/digitalisierungszentrum-dz/ https://www.serbski-institut.de/projekte-zentrale-vorhaben/digitalisierungszentrum-dz/], abgerufen am 25.03.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Digitalisierungsstrategie des Sorbischen Instituts zeigt die Erfassung, Registrierung, Digitalisierung und Archivierung bis zur Präsentation von Kulturgütern aus '''organisatorischer Sicht'''. Sie basiert auf einem '''3-Säulen-Modell aus Kulturregister, Digitalisierungszentrum und Präsentationsumgebung'''. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Dataja:Wobraz_K4.png|mini||center|600px|Abbildung: 3-Säulen-Modell der Digitalisierungsstrategie des Sorbischen Instituts. Quelle: Sorbisches Institut, „Digitalizacija serbskich kulturnych datow / Digitalisierung der sorbischen/wendischen Kulturdaten“&amp;lt;ref&amp;gt;Sorbisches Institut 2025: Digitalizacija serbskich kulturnych datow / Digitalisierung der sorbischen/wendischen Kulturdaten (Poster). URL:  [https://www.serbski-institut.de/wp-content/uploads/2021/11/A0-Druck_Digitalisierungsstrategie-SI.pdf  https://www.serbski-institut.de/wp-content/uploads/2021/11/A0-Druck_Digitalisierungsstrategie-SI.pdf], abgerufen am 25.03.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Beide Sichtweisen - die fachliche &amp;quot;Prozess-Sicht&amp;quot; und die &amp;quot;organisatorische Sicht&amp;quot; lassen sich wie folgt in einer Darstellung zusammenfassen:&lt;br /&gt;
[[Dataja:Wobraz_K5.jpg|mini||center|600px|Abbildung: Zusammengefasste Sichtweisen auf die Digitalisierung von Kulturerbe.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der &amp;quot;Prozess der Digitalisierung von Kulturerbe&amp;quot; beschreibt, '''was''' mit einem Kulturgut geschieht; das 3-Säulen-Modell zeigt, '''wo''' diese Aufgaben organisatorisch verortet sind. Bezogen auf die oben beschriebenen [[#2.3.2 Prozessschritte im Detail|Prozessschritte der Digitalisierung von Kulturerbe]] steht das '''Sorbische Kulturregister''' für den Prozessschritt „'''2. Registrieren'''“ und dient dabei vor allem der Verzeichnung und Metadatenverwaltung. Das '''Digitalisierungszentrum''' steht für die Prozessschritte „'''4. Digitalisieren'''“ und „'''5. Archivieren'''“ und dient dabei der technischen Erfassung, Bearbeitung und Sicherung der Digitalisate. Die '''Präsentationsumgebung''' steht für den Schritt „'''6. Präsentieren'''“ und dient der öffentlichen oder kuratierten Bereitstellung zur Nutzung. Ergänzende Konzepte des SI machen dabei deutlich, dass die Digitalisierung im Regelfall eine vorherige Verzeichnung im Register voraussetzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
! Prozessschritt&lt;br /&gt;
! Verantwortliche Organisation&lt;br /&gt;
! Funktion im Gesamtsystem&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''2. Registrieren'''&lt;br /&gt;
| '''Sorbisches Kulturregister'''&lt;br /&gt;
| Kulturgüter werden als Entitäten nachgewiesen, beschrieben, mit Metadaten versehen und miteinander verknüpft. Das Register erfüllt damit eine katalogähnliche Funktion: Es macht sichtbar, welche Kulturgüter es gibt, wo sie sich befinden und in welchem Kontext sie stehen.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''4. Digitalisieren'''&lt;br /&gt;
| '''Digitalisierungszentrum'''&lt;br /&gt;
| Kulturgüter werden technisch erfasst, z. B. durch Scan, Fotografie, Audio-/Videoübertragung oder 3D-Erfassung. Das Digitalisierungszentrum erzeugt und prüft die Digitalisate, ist aber nicht selbst primär ein Präsentationssystem.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''5. Archivieren'''&lt;br /&gt;
| '''Digitalisierungszentrum / Repositorium / Archiv'''&lt;br /&gt;
| Die digitalen Dateien werden geordnet gespeichert, mit Metadaten verbunden und langfristig gesichert. Dazu gehört auch die Sicherstellung der Langzeitaufbewahrung, etwa durch geeignete Speicherorte, Prüfroutinen und spätere Migrationen.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''6. Präsentieren'''&lt;br /&gt;
| '''Sorabicon / weitere Präsentationsumgebungen'''&lt;br /&gt;
| Die digitalen Inhalte werden für Nutzer:innen sichtbar, erfahrbar und verständlich gemacht, z. B. in Portalen, digitalen Sammlungen oder virtuellen Ausstellungen. Die Präsentation greift dafür auf Metadaten aus dem Register und auf Digitalisate aus dem Repositorium bzw. dem Digitalisierungszentrum zurück.&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Schritt '''1. Sammeln''' liegt vor diesen drei Säulen. Er betrifft die Sammlungsorte selbst, also z. B. Museen, Archive, Heimatstuben, Vereine, Projekte, Gemeinden oder Privatpersonen. Dort entstehen oder befinden sich die Kulturgüter zunächst, bevor sie systematisch registriert, bewertet oder digitalisiert werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Schritt '''3. Bewerten''' ist ebenfalls keine eigene technische Säule, sondern ein steuernder Entscheidungsschritt. In ihm wird geklärt, welche Kulturgüter priorisiert digitalisiert werden, welche fachliche Bedeutung sie haben, welche Rechte zu beachten sind und ob eine öffentliche Präsentation möglich ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Damit wird deutlich: Register, Digitalisierungszentrum und Präsentation erfüllen unterschiedliche Aufgaben. Das '''Register''' beschreibt und verknüpft Kulturgüter, das '''Digitalisierungszentrum''' erzeugt und sichert Digitalisate und die '''Präsentationsumgebung''' macht ausgewählte Inhalte verständlich zugänglich. Gerade diese Trennung schafft klare Zuständigkeiten und erleichtert die Zusammenarbeit zwischen Sammlungsorten, Fachstellen, technischen Dienstleistern und Öffentlichkeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== 2.5 Beispiele anderer Kulturen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Digitalisierung des Kulturerbes kleiner, autochthoner, indigener und sprachlicher Gemeinschaften weist häufig vergleichbare Herausforderungen auf: Kulturgüter und Bestände sind auf viele Institutionen, Vereine, lokale Einrichtungen und private Träger verteilt. Personelle und finanzielle Ressourcen sind begrenzt, mehrere Sprachen und Beschreibungstraditionen müssen berücksichtigt werden und nicht alle kulturellen Inhalte dürfen oder sollen ohne Einschränkung öffentlich zugänglich gemacht werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In einer vergleichenden Recherche wurde daher untersucht, wie andere Gemeinschaften und Regionen ihr Kulturerbe erfassen, beschreiben, digitalisieren, langfristig sichern und zur Nutzung bereitstellen. Dabei wurde nicht nach einer universell „idealen“ technischen Lösung gesucht. Untersucht wurde vielmehr, welche organisatorischen, technischen, rechtlichen und gemeinschaftlichen Modelle unter welchen Rahmenbedingungen funktionieren, welche Schwierigkeiten auftreten und welche übertragbaren Erfolgsfaktoren erkennbar sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die nachfolgenden Beispiele verdeutlichen unterschiedliche Schwerpunkte: gemeinschaftliche Steuerung, institutionsübergreifende Register und Suchsysteme, Digitalisierung verteilter Bestände, Sprach- und Tonarchive, abgestufte Zugänge, Unterstützung kleiner Kulturgutträger sowie die Überführung zeitlich begrenzter Projekte in einen dauerhaften Betrieb.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die daraus abgeleiteten Kriterien bilden einen Referenzrahmen. Anhand dieses Referenzrahmens kann in einer späteren Ist-Analyse geprüft werden, welche Funktionen bereits vorhanden, nur konzeptionell beschrieben, in Pilotprojekten erprobt oder dauerhaft im Regelbetrieb verankert sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die ausführlichen Fallprofile, Vergleichsmatrizen, Quellen sowie ein Hinweis zur KI-gestützten Erstellung befinden sich in der [[12.3.A1 Vergleichende Recherche – Digitalisierung des Kulturerbes anderer Kulturen und Regionen|ausführlichen Vergleichsrecherche]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.5.1 RomArchive – Digitales Archiv der Roma ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Roma und Sinti sind eine transnationale Minderheit, die in zahlreichen europäischen Staaten lebt. RomArchive wurde von 2015 bis 2019 mit 3,75 Millionen Euro durch die Kulturstiftung des Bundes gefördert. Weitere Unterstützer waren unter anderem die Bundeszentrale für politische Bildung, das Auswärtige Amt und das Goethe-Institut. Seit 2019 wird das Archiv durch das Dokumentations- und Kulturzentrum Deutscher Sinti und Roma in Heidelberg betrieben.&amp;lt;ref name=&amp;quot;vergleich_romarchive&amp;quot;&amp;gt;RomArchive o. J.: Frequently Asked Questions. URL: https://www.romarchive.eu/en/about/frequently-answered-questions/; Dokumentations- und Kulturzentrum Deutscher Sinti und Roma e. V. o. J.: Imprint. URL: https://www.romarchive.eu/en/imprint/; Kulturstiftung des Bundes o. J.: RomArchive. URL: https://www.kulturstiftung-des-bundes.de/en/programmes_projects/film_and_new_media/detail/romarchive.html, jeweils abgerufen am 20.07.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Archiv präsentiert Kunst, Geschichte und Kultur aus der Perspektive der Roma. Kuratorische Teams und Beirat waren überwiegend mit Angehörigen der Minderheit besetzt. Neben öffentlich zugänglichen Inhalten existiert ein internes Archiv mit beschränktem Forschungszugang. Besonders lehrreich ist der bereits zu Projektbeginn geplante und später tatsächlich vollzogene Übergang an einen dauerhaften Betreiber.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Erfolgsfaktoren und Learnings:''' &lt;br /&gt;
* Angehörige der Gemeinschaft sollten nicht nur Inhalte zuliefern, sondern festgelegte Entscheidungsrechte bei Auswahl, Beschreibung, Kontextualisierung und Zugangsregeln besitzen. &lt;br /&gt;
* Bereits zu Beginn einer Projektphase verbindlich klären, welche Institution das Register, Archiv oder Portal nach dem Ende der Förderung dauerhaft betreibt, pflegt und finanziert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.5.2 Nuohtti – Zugang zum Sámi-Kulturerbe ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Sámi sind ein indigenes Volk im nordeuropäischen Sápmi, das sich über Teile Norwegens, Schwedens, Finnlands und Russlands erstreckt. Viele historische Sámi-Materialien befinden sich außerhalb der Sámi-Institutionen in europäischen Archiven und Museen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nuohtti ist ein gemeinsamer Suchdienst für digitalisierte Sámi-Materialien. Er wurde von 2018 bis 2021 mit Mitteln des Programms Interreg Nord der EU (Europäische Union) entwickelt. Beteiligt waren unter anderem die Sámi-Archive der finnischen und norwegischen Nationalarchive, das schwedische Reichsarchiv und mehrere Universitäten. Die Sámi-Parlamente Finnlands, Norwegens und Schwedens waren in der Steuerungsgruppe vertreten. Der Dienst führte nach Projektangaben etwa 30.000 Datensätze aus 32 Institutionen zusammen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;vergleich_nuohtti&amp;quot;&amp;gt;Nuohtti o. J.: About Nuohtti. URL: https://nuohtti.com/Content/about; University of the Arctic 2023: The Nuohtti service provides digital access to Sámi material in European archives. URL: https://www.uarctic.org/news/2023/3/the-nuohtti-service-provides-digital-access-to-sami-material-in-european-archives/, jeweils abgerufen am 20.07.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nuohtti übernimmt nicht alle Bestände in ein einziges System. Stattdessen werden Metadaten, also strukturierte Beschreibungsdaten zu Objekten und Beständen, aus vorhandenen Einrichtungen zusammengeführt und mit mehrsprachiger Suche, Karte und Zeitleiste zugänglich gemacht. Ethische Hinweise machen darauf aufmerksam, dass viele Bestände unter historischen und teilweise kolonialen Bedingungen gesammelt und beschrieben wurden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Erfolgsfaktoren und Learnings:''' &lt;br /&gt;
* Ein gemeinsamer Zugang kann auch mit dezentraler Architektur der Bestände erfolgen – Originale, Dateien und Fachsysteme können beim Kulturgutträger verbleiben.&lt;br /&gt;
* Ein Register für Kulturdaten kann als übergreifende Nachweisschicht arbeiten: Größere Einrichtungen liefern Daten über technische Schnittstellen, während kleine Träger zentrale oder gemeinsam bereitgestellte Erfassungsdienste nutzen können. &lt;br /&gt;
* Historische Fremdbeschreibungen sollten ergänzt werden durch Selbstbezeichnungen, eigene Sprachformen, alternative Benennungen und Kontexte der betreffenden Gemeinschaft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.5.3 People’s Collection Wales / Casgliad y Werin Cymru ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wales ist ein Landesteil des Vereinigten Königreichs mit einer eigenständigen nationalen und walisischsprachigen Identität. People’s Collection Wales ist eine zweisprachige Plattform für institutionelles und gemeinschaftlich getragenes Kulturerbe. Sie wird als Verbund der National Library of Wales, des National Museum Wales und der Royal Commission on the Ancient and Historical Monuments of Wales betrieben und durch die walisische Regierung finanziert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Neben der technischen Plattform werden kostenlose Beratung und Schulungen zu Digitalisierung, Metadaten, Urheberrecht, Datenschutz und Oral History, also mündlich überlieferter und aufgezeichneter Geschichte, angeboten. Eine unabhängige Evaluation stellte Fortschritte bei der Zusammenarbeit und beim Kompetenzaufbau fest, benannte aber auch begrenzte Wirkungsnachweise, Finanzierungsrisiken und den hohen Personalaufwand für die Unterstützung der beteiligten Gemeinschaften.&amp;lt;ref name=&amp;quot;vergleich_wales&amp;quot;&amp;gt;Vittle, Kate / Haswell-Walls, Fran / Dixon, Tim; ERS Ltd. 2016: Evaluation of the Casgliad y Werin Cymru / People’s Collection Wales Digital Heritage Programme. Impact Report. URL: https://www.gov.wales/sites/default/files/publications/2019-08/evaluation-of-the-peoples-collection-wales-digital-heritage-programme-impact.pdf; People’s Collection Wales o. J.: Community Support. URL: https://www.peoplescollection.wales/about-us/community-support, jeweils abgerufen am 20.07.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Erfolgsfaktoren und Learnings:''' &lt;br /&gt;
* Kleine und ehrenamtlich betreute Sammlungen benötigen nicht nur technische Standards, sondern konkrete und dauerhaft verfügbare Dienstleistungen: Erstberatung, Schulung, Vorlagen, Unterstützung bei Rechtefragen, Qualitätskontrolle und persönliche Ansprechpartner. &lt;br /&gt;
* Ein Digitalisierungszentrum oder ein Verbund koordinierter Digitalisierungsdienste sollte daher als Service- und Kompetenzstruktur ausgestaltet werden und nicht lediglich als technische Produktionsstelle. &lt;br /&gt;
* Der dafür notwendige Beratungs- und Unterstützungsaufwand muss als dauerhafte Betriebsaufgabe eingeplant werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.5.4 Tobar an Dualchais / Kist o Riches ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schottisch-Gälisch ist eine Minderheitensprache, die vor allem in den Highlands und auf den schottischen Inseln gesprochen wird. Tobar an Dualchais macht mehr als 40.000 seit den 1930er Jahren entstandene Tonaufnahmen zugänglich. Die Bestände umfassen Erzählungen, Lieder, Musik, Gedichte und mündlich überliefertes Wissen auf Gälisch, Scots und Englisch. Ein bedeutender Teil der Originalbestände wird in den School of Scottish Studies Archives der Universität Edinburgh verwahrt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;vergleich_tobar&amp;quot;&amp;gt;University of Edinburgh 2024: Tobar an Dualchais / Kist o Riches. URL: https://gaelic.ed.ac.uk/gaelic-collections/tobar-an-dualchais-kist-o-riches; Scottish Government 2025: Rediscovering lost Gaelic words. URL: https://www.gov.scot/news/rediscovering-lost-gaelic-words/, jeweils abgerufen am 20.07.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Digitalisierung wird mit Verschriftlichung beziehungsweise Transkription, sprachlicher Erschließung, Freiwilligenarbeit und teilweise automatischer Spracherkennung verbunden. Das Projekt erhält wiederkehrende öffentliche Förderungen, muss Rechteklärung, Transkription und technische Weiterentwicklung jedoch dauerhaft fortsetzen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Erfolgsfaktoren und Learnings:''' &lt;br /&gt;
* Gefährdete Ton-, Film- und Videobestände müssen wegen Materialverfall, beschädigungsanfälliger Trägermaterialien und nicht mehr verfügbarer Wiedergabetechnik zeitlich priorisiert werden. &lt;br /&gt;
* Ein geeignetes Pilotprojekt kann Digitalisierung, Rechteklärung, Verschriftlichung, Übersetzung, Metadatenerfassung, Archivierung und Bildungsnutzung entlang einer vollständigen Prozesskette verbinden. &lt;br /&gt;
* Dadurch werden nicht nur einzelne Dateien erzeugt, sondern zugleich die notwendigen Standards, Zuständigkeiten und Aufwände erprobt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.5.5 Euskariana – Portal zum baskischen Kulturerbe ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Baskinnen und Basken leben in Gebieten Spaniens und Frankreichs. Euskariana ist das staatlich betriebene Kulturportal der Autonomen Gemeinschaft Baskenland in Spanien. Es wird durch die Digitale Bibliothek Euskadi betrieben und verbindet Daten der baskischen Regierung, der Provinzen, Kommunen, Universitäten sowie öffentlicher, kirchlicher und privater Einrichtungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Portal ist zugleich gemeinsamer Katalog und Zugang zu digitalen Objekten. Es kann Inhalte über ein eigenes Repositorium, also ein institutionell betriebenes digitales Ablage- und Erhaltungssystem, bereitstellen oder zu den Systemen der Partner verlinken. Verwendet werden internationale Standards wie Dublin Core als allgemeiner Metadatenstandard, METS (Metadata Encoding and Transmission Standard) zur Strukturierung und Übertragung digitaler Objekte, PREMIS (Preservation Metadata: Implementation Strategies) für Metadaten zur digitalen Langzeiterhaltung und ALTO (Analyzed Layout and Text Object) für erkannte Texte und Seitenlayouts. Die standardisierten Daten können unter anderem an Europeana weitergegeben werden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;vergleich_euskariana&amp;quot;&amp;gt;Gobierno Vasco / Biblioteca Digital de Euskadi o. J.: Acerca de Euskariana. URL: https://www.euskariana.euskadi.eus/euskadibib/es/help/about.do, abgerufen am 20.07.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Erfolgsfaktoren und Learnings:''' &lt;br /&gt;
* Unterschiedliche Kulturgutträger benötigen unterschiedliche Anschlussmöglichkeiten. &lt;br /&gt;
** Kleine Einrichtungen sollten Daten und gegebenenfalls Dateien in zentral bereitgestellten Diensten erfassen und verwalten können. &lt;br /&gt;
** Größere Institutionen sollten ihre vorhandenen Systeme über Datenexporte oder Programmierschnittstellen anbinden können. &lt;br /&gt;
* Dafür ist ein gemeinsamer, bewusst schlank gehaltener Metadatenkern erforderlich, der durch fach- und institutionsspezifische Angaben erweitert werden kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.5.6 Mukurtu und Plateau Peoples’ Web Portal ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mukurtu ist eine frei verfügbare Software für die gemeinschaftlich kontrollierte Verwaltung digitalen indigenen Kulturerbes. Das Plateau Peoples’ Web Portal verbindet acht indigene Nationen des nordwestlichen Plateaus der USA mit der Washington State University und mehreren Museen und Archiven. Stammesvertreter wählen und beschreiben die Inhalte; die Universität übernimmt wesentliche technische Betriebsaufgaben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mukurtu ermöglicht kulturelle Protokolle, also gemeinschaftlich festgelegte Regeln für Zugang und Nutzung, Traditional Knowledge Labels als Kennzeichnungen für überliefertes gemeinschaftliches Wissen sowie mehrere Beschreibungen zu demselben Objekt. Dadurch kann neben einer institutionellen Museumsbeschreibung eine Beschreibung der Herkunftsgemeinschaft stehen. Zugänge können von vollständig öffentlich bis streng beschränkt reichen. Mukurtu weist ausdrücklich darauf hin, dass die Plattform vor allem dem Zugang und der gemeinschaftlichen Verwaltung dient und ein gesondertes Konzept für Digitalisierung, Langzeiterhaltung, Personal und Finanzierung erforderlich bleibt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;vergleich_mukurtu&amp;quot;&amp;gt;Mukurtu CMS / Washington State University o. J.: About. URL: https://mukurtu.org/about/; Plateau Peoples’ Web Portal. URL: https://mukurtu.org/project/plateau-peoples-web-portal-showcase/, jeweils abgerufen am 20.07.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Erfolgsfaktoren und Learnings:''' &lt;br /&gt;
* Rechte und kulturelle Sensibilität müssen als Bestandteil des Datenmodells behandelt werden und dürfen nicht erst unmittelbar vor einer Veröffentlichung geprüft werden. &lt;br /&gt;
* Sinnvoll sind abgestufte Kategorien wie &lt;br /&gt;
** „nur Metadaten öffentlich“, &lt;br /&gt;
** „öffentliches Nutzungsdigitalisat“, &lt;br /&gt;
** „Zugang nach Rücksprache“, &lt;br /&gt;
** „beschränkter Gemeinschafts- oder Forschungszugang“, &lt;br /&gt;
** „zeitlich gesperrt“ und &lt;br /&gt;
** „nicht zugänglich“. &lt;br /&gt;
* Mehrere Beschreibungen zu demselben Objekt ermöglichen es außerdem, institutionelle Überlieferung und Selbstbeschreibung nebeneinander nachvollziehbar zu dokumentieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.5.7 Indigitization – zentrale Unterstützung für dezentrale Digitalisierung ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Indigitization unterstützt First Nations und weitere indigene Gemeinschaften in British Columbia in Kanada. Das Programm wird gemeinsam von indigenen Organisationen, Bibliotheken, Archiven und Hochschulen getragen. Es stellt einen Werkzeugkasten, Schulungen, Musterunterlagen, technische Beratung und Förderhilfen bereit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von 2013 bis 2019 wurden drei Pilotprojekte und 45 weitere Projekte gefördert. Dabei wurden mehr als 11.000 Audiokassetten digitalisiert. Die Digitalisierung erfolgte in den Gemeinschaften; eine allgemeine Veröffentlichung war nicht zwingend. Das frühere Förderprogramm für Audiokassetten befindet sich inzwischen allerdings in einer Pause.&amp;lt;ref name=&amp;quot;vergleich_indigitization&amp;quot;&amp;gt;Indigitization o. J.: About Us. URL: https://www.indigitization.ca/about-2/; Indigitization Toolkit. URL: https://www.indigitization.ca/toolkit/; Audio Cassette Digitization Grant. URL: https://www.indigitization.ca/funding/audio-cassette-grant/, jeweils abgerufen am 20.07.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Erfolgsfaktoren und Learnings:''' &lt;br /&gt;
* Zentral bereitgestellte Kompetenz lässt sich mit dezentraler Verantwortung verbinden. &lt;br /&gt;
* Ein Digitalisierungszentrum oder ein Verbund gemeinsamer Dienste kann Schulungen, Leih- und Mobiltechnik, Qualitätsprüfung, Rahmenverträge, Musterunterlagen, Beratung und Kleinprojektförderung anbieten. &lt;br /&gt;
* Originale, lokales Wissen und kulturelle Beziehungen können grundsätzlich bei den jeweiligen Kulturgutträgern verbleiben. &lt;br /&gt;
* Damit nach Abschluss einzelner Digitalisierungsprojekte keine ungesicherten Dateien zurückbleiben, sollte jedoch von Beginn an ein gemeinsames oder verbindlich angebundenes Repositorium beziehungsweise digitales Archiv vorgesehen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.5.8 Zusammenfassungen der Beispiele anderer Kulturen im Anhang ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tabellarische Übersichten und Zusammenfassungen aller untersuchten Beispiele anderer Kulturen und Regionen befinden sich im Anhang [[12.3.A1 Vergleichende Recherche – Digitalisierung des Kulturerbes anderer Kulturen und Regionen#E. Vergleichsmatrix|in Abschnitt E. Vergleichsmatrix]] unter &lt;br /&gt;
* [[12.3.A1 Vergleichende Recherche – Digitalisierung des Kulturerbes anderer Kulturen und Regionen#E.1 Funktionen, Architektur und Standards|E.1 Funktionen, Architektur und Standards]] und&lt;br /&gt;
* [[12.3.A1 Vergleichende Recherche – Digitalisierung des Kulturerbes anderer Kulturen und Regionen#E.2 Governance, Finanzierung, Erfolg und Übertragbarkeit|E.2 Governance, Finanzierung, Erfolg und Übertragbarkeit]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Zusammenfassung der übergreifenden Erfolgsfaktoren aus den Beispielen befindet sich im Anhang [[12.3.A1 Vergleichende Recherche – Digitalisierung des Kulturerbes anderer Kulturen und Regionen#F. Übergreifende Erfolgsfaktoren|in Abschnitt F. Übergreifende Erfolgsfaktoren]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.5.9 Was sich aus den Beispielen ableiten lässt ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus den untersuchten Beispielen lässt sich kein einzelnes Projekt und kein bestimmtes Softwaresystem ableiten, das unverändert übernommen werden könnte. Wiederkehrend zeigen sich jedoch '''vier notwendige Funktionen, drei übergreifende Erfolgsbedingungen und zwei grundlegende Umsetzungsprinzipien'''. Sie bilden einen kompakten Orientierungsrahmen für die Digitalisierung von Kulturerbe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Vier Kernfunktionen – was muss dauerhaft geleistet werden? ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Damit die Digitalisierung nicht bei einzelnen Digitalisaten oder einem Präsentationsportal stehen bleibt, müssen vier Kernfunktionen verlässlich abgedeckt und miteinander verbunden werden:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot; style=&amp;quot;width:100%;&amp;quot;&lt;br /&gt;
! Kernfunktion&lt;br /&gt;
! Kernfrage&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''1. Register für Kulturdaten'''&lt;br /&gt;
| '''Was ist vorhanden und was sollte prioritär bearbeitet werden?''' – Kulturgüter und Bestände nachweisen, beschreiben, verknüpfen und ihren Digitalisierungs- und Rechtezustand erfassen.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''2. Digitalisierungszentrum / Digitalisierungsdienste'''&lt;br /&gt;
| '''Wie wird qualitätsgesichert digitalisiert?''' – Kulturgutträger beraten, Digitalisierung vorbereiten oder durchführen, Qualität sichern und die Übergabe vorbereiten.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''3. Repositorium / digitales Langzeitarchiv'''&lt;br /&gt;
| '''Wie bleibt das digitale Kulturerbe dauerhaft erhalten?''' – Masterdateien und Metadaten sicher übernehmen, erhalten, sichern und bei technischen Veränderungen migrieren.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''4. Präsentations- und Nutzungssysteme'''&lt;br /&gt;
| '''Wie wird das Kulturerbe gefunden, verstanden und genutzt?''' – freigegebene Inhalte mehrsprachig vermitteln und für Bildung, Forschung und kulturelle Nachnutzung bereitstellen.&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die vier Funktionen bedeuten nicht zwingend vier Einrichtungen oder vier technische Systeme. Entscheidend ist, dass alle Funktionen abgedeckt, ihre Zuständigkeiten geklärt und ihre Übergaben zuverlässig organisiert sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Drei Erfolgsbedingungen – was gilt für alle Kernfunktionen? ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
# '''Gemeinsam entscheiden und Rechte abgestuft regeln:''' &lt;br /&gt;
#* Angehörige der betreffenden Gemeinschaft und die Kulturgutträger sollten nachvollziehbare Entscheidungsrechte bei Auswahl, Beschreibung, Priorisierung und Veröffentlichung besitzen. &lt;br /&gt;
#* Zugänge sollten abgestuft sein, beispielsweise auch &amp;quot;ausschließlich Metadaten&amp;quot;, &amp;quot;Zugang nach Rücksprache&amp;quot; oder &amp;quot;beschränkte Gemeinschafts- und Forschungszugänge&amp;quot; ermöglichen. &lt;br /&gt;
#* Rechtliche Zulässigkeit und kulturelle Angemessenheit sind dabei getrennt zu betrachten. &lt;br /&gt;
#* Selbstbezeichnungen und eigene kulturelle Perspektiven sollten historische Fremdbeschreibungen ergänzen können.&amp;lt;br&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
# '''Gemeinsame Standards, Mehrsprachigkeit und technische Anschlussfähigkeit sichern:''' &lt;br /&gt;
#* Ein bewusst schlanker gemeinsamer Metadatenkern, Qualitätsstandards und geregelte Datenübergaben ermöglichen die Zusammenarbeit unterschiedlicher Einrichtungen. Zusätzlich können fach- oder institutionsspezifische Metadatensätze genutzt werden.&lt;br /&gt;
#* Sprachen und Sprachvarianten müssen als eigenständige Datenwerte berücksichtigt werden, bspw. bei Metadaten, Beschreibungen usw. &lt;br /&gt;
#* Kleine Träger benötigen einfache zentrale Erfassungsmöglichkeiten, z. B. per Weboberfläche, größere Institutionen Schnittstellen oder Datenexporte aus ihren vorhandenen Systemen.&amp;lt;br&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
# '''Dauerhafte Verantwortung und Finanzierung sichern:''' &lt;br /&gt;
#* Bereits beim Aufbau muss feststehen, wer Register, Digitalisierungsdienste, Repositorium und Präsentationssystem nach einer Projektförderung dauerhaft betreibt. &lt;br /&gt;
#* Neben einmaligen Projektmitteln müssen deshalb auch Personal, Beratung, Datenpflege, Speicher, Softwarepflege, Sicherung und spätere technische Erneuerungen dauerhaft finanziert werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Zwei Umsetzungsprinzipien – wie sollte vorgegangen werden? ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
# '''Priorisieren, die vollständige Kette pilotieren, dann skalieren:''' &lt;br /&gt;
#* Nicht alles muss gleichzeitig digitalisiert werden. Besonders gefährdete oder kulturell bedeutsame Bestände sollten priorisiert werden. &lt;br /&gt;
#* Pilotprojekte sollten möglichst den gesamten Weg von der Erfassung und Rechteklärung über die Digitalisierung bis zur Archivierung und Nutzung durchlaufen. Dabei werden Standards, Zuständigkeiten, Kosten und tatsächliche Nutzung erprobt. &lt;br /&gt;
#* Erst auf dieser Grundlage sollte in größerem Umfang skaliert werden.&amp;lt;br&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
# '''Zentral ermöglichen, dezentral verantworten:''' &lt;br /&gt;
#* Zentrale Stellen können Infrastruktur, Beratung, Schulung, Digitalisierungstechnik, Qualitätskontrolle, Rechtehilfe und Langzeiterhaltung bereitstellen. &lt;br /&gt;
#* Originale, lokales Wissen, kulturelle Beziehungen und wesentliche inhaltliche Entscheidungen können gleichzeitig bei den jeweiligen Kulturgutträgern verbleiben. &lt;br /&gt;
#* Zentralisierung von Diensten und dezentrale kulturelle Verantwortung sind damit keine Gegensätze, sondern können sich gegenseitig ergänzen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Für die Reihenfolge ergibt sich daraus:''' &lt;br /&gt;
# Zuerst Entscheidungsrechte, Standards, Betreiber und Finanzierung ausreichend klären; &lt;br /&gt;
# anschließend mit ausgewählten Beständen die vollständige Prozesskette erproben und die Unterstützungsstrukturen aufbauen; &lt;br /&gt;
# auf dieser Grundlage Digitalisierung, Präsentation und Nachnutzung schrittweise verbreitern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Präsentation und Nutzung sind dabei nicht von geringerer Bedeutung und sollten bereits Bestandteil der Pilotprojekte sein. '''Später erfolgt nicht die Nutzung selbst, sondern deren breiter Ausbau.'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weiterführende '''Hinweise und Empfehlungen zu einem möglichen Vorgehen sowie zeitlichen und inhaltlichen Prioritäten''' befinden sich im Anhang [[12.3.A1 Vergleichende Recherche – Digitalisierung des Kulturerbes anderer Kulturen und Regionen#G.2 Was zentral, dezentral und gemeinsam organisiert werden sollte|im Abschnitt &amp;quot;Priorisierte Schlussfolgerung&amp;quot; von G2 bis G9]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein ausführliches '''Prüfraster zur Bewertung des jeweiligen Entwicklungsstandes''' befindet sich [[12.3.A2 Prüfraster zur Bewertung des Entwicklungsstandes beim Aufbau der Digitalisierung des Kulturerbes|im Anhang 2 &amp;quot;Prüfraster zur Bewertung des Entwicklungsstandes&amp;quot;]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= 3. Ist-Analyse der Digitalisierung des sorbischen Kulturerbes =&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der [[#2 Ist-Analyse „Digitalisierung von Kulturerbe“|vorangegangene Abschnitt 2]] hat beschrieben, was zur Digitalisierung von Kulturerbe gehört, welche Aufgaben dabei dauerhaft erfüllt werden müssen und wie andere Gemeinschaften und Regionen diese Aufgaben lösen. Der Abschnitt 3 richtet nun den Blick auf die sorbische Situation. Er geht der Frage nach, wie gut die sorbische Kulturerbelandschaft heute organisatorisch, technisch und personell aufgestellt ist, um ihr materielles, immaterielles und digitales Kulturerbe institutionsübergreifend zu erfassen, zu digitalisieren, dauerhaft zu erhalten und zugänglich zu machen – und wo vorrangiger Handlungsbedarf besteht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Analyse gliedert sich in fünf Teile:&lt;br /&gt;
* '''Akteure und Rollen''': Wer bewahrt sorbisches Kulturerbe und welche Aufgaben übernehmen die Akteure bei seiner Digitalisierung (Sammeln, Finanzieren, Koordinieren usw.)?&lt;br /&gt;
* '''Bestände und Digitalisierungsbedarf''': Welche Kulturgüter gibt es, wie weit sind  sie erfasst und digitalisiert, und welche müssen vorrangig gesichert werden?&lt;br /&gt;
* '''Vorhaben und Systeme''': Welche sorbischen Projekte und Angebote decken die [[#2.3.2 Vier Kernfunktionen|vier Kernfunktionen]] Nachweisen, Digitalisieren, langfristig Erhalten und Zugänglichmachen bereits ab?&lt;br /&gt;
* '''Zusammenarbeit und dauerhafter Betrieb''': Wie sind die Steuerung und Zusammenarbeit (Governance) organisiert (Zuständigkeiten, Standards, Rechte und Finanzierung)?&lt;br /&gt;
* '''Gesamtbewertung''': Was funktioniert bereits, wo gibt es Lücken und welche davon sollten zuerst geschlossen werden? &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Analyse stellt dabei den Bedarf der Bestände dem vorhandenen Angebot an Diensten und dem organisatorischen Rahmen gegenüber. Wo beides auseinanderfällt, entstehen Lücken, siehe nachfolgende Übersicht.&lt;br /&gt;
[[Dataja:Wobraz K6.png|thumb|center|600px|Übersicht der Ist-Analyse]]&amp;lt;ref&amp;gt;Mermaid Flowchart Code: [https://mermaid.live/edit#pako:eNqVlM1y2jAQx19lR7maFGMcwJPJDGAnh9AcaE4pPcj2-qPYErOWmtJ8PE0fo7e8WGWDTUja6VS-WB_7293_rvTAIhkj81hSyPso46Tg1l_RSoAZ088rdh5eOKc2TNcKNeH5h_DiPKQPF7fbjQW39PIzRaqMXaIsWMqiQLFiX2r7llHpMCW-yeDGwG54lCXEU9wfgv2Ic8JI5VLAYvl6fdYGMIAZVurlp4gPIVzrQmlKtVoXvKoQNiThEy_LQou0kqTe-Ji_ZsWckgOJC4hRwFSkGEpl_r5i44-L2IIyV-BTLtIij7I15m-5M-j1LmDeLqGI_5j-0rjfOwAtYljyrOzE-pcOfhu7A36OolLYMD5tzV95yONbjgTXSCLRYl1j3jkIWtAQruQ3c5KL6GB_pyujHwpOocmzcRFzjVSX15BnqCjH8A3Sh-fnZwj-kv-0VufReLrnGRlluzI-ws3xmdDQMQ_NmX2KFqR1DYq6IDu1HqFT5aZRfbFLZ_HyK1qj6PLY1RdkJhC4rgw2ykxcWLUlfpXCcgdqp4tmetXK5MIVGk1UiPdIyjRW7eNNh0d1-_mYgECtiBeQ5EXhnVzawWUwtipFco3eiXvpBu7UimQhyTsZzM03fU9o70fLmAbzYNQxJhNnbvstY2QPZrbzjsH3TbYjBLbxG3SE_uVZ4J61hP7Y7Q_tIwJMrYV11aZyvDWz5ocIj7d8K2gdd52vtgWaOu3iSJrRxTEej0fj_n7ai3llXh7iW88F99h--d_2zGIp5THzFGm0WIlU8nrKHmruiqnMXJkV88wvYay_9xoxVmwlnozphos7KcvWmqROM-YlvKjMTG9irtDPubnSZbdKdWvRXGqhmDd07AbCvAf2nXnuqWP3RwN7eDZwJ4Ph2MHeyGJb5vXs0-HEnTgDxxn3-4OzvuOarSeL_Wi8C10UFsM4V5I-7h7o5p1--g24x9CK hier klicken], abgerufen am 20.10.2026&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== 3.1 Akteure und Rollen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sorbisches Kulturerbe wird von vielen Einrichtungen, Gruppen und Einzelpersonen bewahrt, gepflegt und dokumentiert – von sorbischen ebenso wie von nicht-sorbischen. Dieser Abschnitt zeigt, wer Bestände hält, wer Dienste zur Digitalisierung anbietet und wer den organisatorischen und finanziellen Rahmen gestaltet. Damit wird auch sichtbar, welche Aufgaben bislang von keinem Akteur erkennbar übernommen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Grundlage sind Arbeitsunterlagen der Domowina aus den Jahren 2019 und 2020&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;&amp;gt;Domowina e. V., Kulturausschuss (Clemens Škoda) 2019: Serbske kulturne herbstwo (SKH). Arbeitspapier, Stand 18.03.2019, S. 2–8. Unveröffentlicht; interne Referenz: 2020-09-07_Serbske kulturne herbstwo w Budyšinje_opt.pdf.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019b&amp;quot;&amp;gt;Domowina e. V. 2019: Přehlad relewantnych městnosćow / „małkich“ a „wulkich“ muzejow nastupajo serbske kulturne herbstwo, Stand 11.11.2019. Unveröffentlicht; interne Referenz: 2019_11_Priloha A_prehlad_muzejow a zberkow.pdf.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2020&amp;quot;&amp;gt;Domowina e. V., Kulturausschuss 2020: Protokoll der Fachkommission „Serbske kulturne herbstwo“ vom 07.09.2020. Unveröffentlicht; interne Referenz: 2020_09_07_skh komisija-protokol.pdf.&amp;lt;/ref&amp;gt;, eine darauf aufbauende Arbeitsliste der Sammlungsorte mit ergänzender Internetrecherche&amp;lt;ref name=&amp;quot;liste2026&amp;quot;&amp;gt;Arbeitsliste „Sammlungsorte sorbischen Kulturerbes“, Stand 02.04.2026, erstellt im Rahmen des Digitalisierungskonzepts aus Internetrecherche und den Domowina-Unterlagen. Unveröffentlicht; Grundlage für Anhang 12.3.A3.&amp;lt;/ref&amp;gt; sowie Projektunterlagen und Gespräche. Ein Teil der Angaben ist mehrere Jahre alt und wird schrittweise aktualisiert. Nicht belegte Angaben sind als ''offen'', Vermutungen als ''Annahme'' gekennzeichnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.1.1 Begriffe und Rollen ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
; Akteur&lt;br /&gt;
: Einrichtung, Gruppe oder Person, die eine Aufgabe im Umgang mit sorbischem Kulturerbe oder seiner Digitalisierung übernimmt.&lt;br /&gt;
; Kulturgutträger&lt;br /&gt;
: Akteur, der Kulturgüter verwahrt oder eine kulturelle Praxis trägt und weitergibt, bspw. ein Museum, eine Heimatstube, ein Chor oder eine Privatperson mit einer Sammlung.&lt;br /&gt;
; Trägerschaft&lt;br /&gt;
: Rechtliche und finanzielle Verantwortung für eine Einrichtung, zum Beispiel durch eine Kommune, einen Landkreis, eine Stiftung, einen Verein, eine Kirche oder eine Privatperson. Eigentum und Betrieb können dabei auseinanderfallen, bspw. gehörte der Dom Njechorńskeho 2019 der Domowina und wurde von der Stiftung für das sorbische Volk bewirtschaftet, der Hanzo Šustrowy dom in Trebendorf gehörte der Gemeinde und wurde von der örtlichen Domowina-Gruppe bewirtschaftet.&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019b&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
; Rolle&lt;br /&gt;
: Aufgabe, die ein Akteur übernimmt. Ein Akteur kann mehrere Rollen haben, unterschieden werden Haupt- und Nebenrollen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Rollen lassen sich drei Gruppen zuordnen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
! Gruppe !! Rolle !! Kürzel&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| rowspan=&amp;quot;2&amp;quot; | '''Am Kulturgut''' || '''Bewahren''': Originale verwahren, pflegen und verwalten || '''B'''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Dokumentieren''': lebendige Praxis festhalten in Ton, Bild oder Text || '''D'''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| rowspan=&amp;quot;4&amp;quot; | '''Dienste''' ([[#2.3.2 Vier Kernfunktionen|Kernfunktionen]]) || '''Erfassen''', beschreiben und verknüpfen || '''K1'''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Digitalisieren''' und Qualität sichern || '''K2'''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Langfristig '''erhalten''' || '''K3'''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Zugänglich machen''' und Nutzung ermöglichen || '''K4'''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| rowspan=&amp;quot;2&amp;quot; | '''Rahmen''' (Governance) || '''Steuern''', koordinieren und Regeln setzen || '''S'''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Fördern''' und finanzieren || '''F'''&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dokumentieren meint hier das Festhalten von immateriellen Kulturgütern im laufenden Kulturleben, etwa Mitschnitte von Veranstaltungen. Geschieht es systematisch nach festgelegten Standards zur dauerhaften Sicherung, ist es Teil der Kernfunktion Digitalisieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.1.2 Schlüsselakteure ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einzeln aufgeführt wird, wer mindestens eines der folgenden Kriterien erfüllt:&lt;br /&gt;
# betreibt oder plant eine Kernfunktion, die über die eigene Einrichtung hinaus wirkt,&lt;br /&gt;
# verwahrt einen hauptamtlich betreuten Kernbestand,&lt;br /&gt;
# dokumentiert regelmäßig das lebendige Kulturgeschehen,&lt;br /&gt;
# fördert, koordiniert oder setzt Regeln für die Digitalisierung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|+ Rollen der Schlüsselakteure (■ Hauptrolle · ○ Nebenrolle · ? vermutet oder offen)&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
B. Bewahren, D. Dokumentieren, K1. Erfassen, K2. Digitalisieren K3. Erhalten, K4. Nutzung ermöglichen, S. Steuern, F. Fördern&lt;br /&gt;
! Akteur !! Typ / Trägerschaft !! B !! D !! K1 !! K2 !! K3 !! K4 !! S !! F !! Hinweise&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Stiftung für das sorbische Volk || Stiftung des öffentlichen Rechts, finanziert von Bund, Freistaat Sachsen u. Land Brandenburg || ○ || || || || || || ■ || ■ || bewirtschaftete 2019 den Dom Njechorńskeho&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019b&amp;quot;/&amp;gt;; unterstützte 2019 beide sorbischen Museen finanziell&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Sorbisches Institut (SI) mit Sorbischem Kulturarchiv (SKA) und Sorbischer Zentralbibliothek || Forschungseinrichtung mit Archiv und Bibliothek; eingetragener Verein, gefördert durch die Stiftung (''Annahme'') || ■ || ? || ■ || ■ || ? || ■ || ○ || || Virtueller Lesesaal mit Bibliographie, Katalog, digitalisierten Drucken, Handschriften, Fotos und Filmen; digitales Schrifttum auch über Sachsen.Digital; Sorabicon als Sorbisches Kulturlexikon&amp;lt;ref name=&amp;quot;vls&amp;quot;&amp;gt;Sorbisches Institut o. J.: Virtueller Lesesaal. URL: https://www.serbski-institut.de/bibliothek/virtueller-lesesaal/, abgerufen am 20.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;; plant das Sorbische Kulturregister (SKR)&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;&amp;gt;Sorbisches Institut 2025: Konzept für ein Sorbisches Kulturregister (SKR), zweite aktualisierte Fassung vom 20.11.2025. URL: https://www.serbski-institut.de/wp-content/uploads/2021/11/00_Zweite-aktualisierte-Fassung_Konzept_Sorbisches-Kulturregister_20.11.2025.pdf&amp;lt;/ref&amp;gt; und das Digitalisierungszentrum (DZ) auch für andere Träger&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz&amp;quot;&amp;gt;Sorbisches Institut: Digitalisierungszentrum (DZ). URL: https://www.serbski-institut.de/projekte-zentrale-vorhaben/digitalisierungszentrum-dz/&amp;lt;/ref&amp;gt;; langfristige Erhaltung für Dritte ''offen''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Sorbisches Museum Bautzen || Museum; Landkreis Bautzen, finanziell unterstützt von der Stiftung (Stand 2019)&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt; || ■ || || ○ || ? || ? || ? || || || Inventarverzeichnis vorhanden (2019)&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;; Digitalisierungsstand und Online-Angebot ''offen''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Wendisches Museum Cottbus || Museum; Stadt Cottbus, finanziell unterstützt von der Stiftung (Stand 2019)&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt; || ■ || || ○ || ? || ? || ? || || || Inventarverzeichnis vorhanden (2019)&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;; Digitalisierungsstand und Online-Angebot ''offen''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Sächsische Landesbibliothek – Staats- und Universitätsbibliothek Dresden (SLUB) || Landes- und Universitätsbibliothek; Freistaat Sachsen || ■ || || ○ || ? || ○ || ■ || || || Lusatica-Sammlung, die das kulturelle Erbe der Sorben zugänglich machen soll&amp;lt;ref name=&amp;quot;slub&amp;quot;&amp;gt;SLUB Dresden o. J.: Sammlungen zur sächsischen Landeskunde. URL: https://www.slub-dresden.de/entdecken/saechsische-landeskunde/sammlungen, abgerufen am 20.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;; über Sachsen.Digital ist auch digitales Schrifttum des SI erreichbar&amp;lt;ref name=&amp;quot;vls&amp;quot;/&amp;gt; (Betrieb der Plattform durch die SLUB: ''Annahme''); eigene digitale Langzeitarchivierung&amp;lt;ref name=&amp;quot;nestor&amp;quot;&amp;gt;nestor o. J.: Mitglied SLUB Dresden. URL: https://www.langzeitarchivierung.de/Webs/nestor/EN/nestor/Mitglieder/sLUB.html, abgerufen am 20.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;, ob sie Digitalisate sorbischer Träger übernehmen könnte, ist ''offen''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Domowina – Bund Lausitzer Sorben e. V. mit Regionalverbänden und Ortsgruppen || Dachverband sorbischer Vereine; eingetragener Verein || ○ || ○ || || || || || ○ || || Eigentümerin des Dom Njechorńskeho; Ortsgruppe Trebendorf bewirtschaftet den Hanzo Šustrowy dom&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019b&amp;quot;/&amp;gt;; mindestens 9 der 23 kleinen Sammlungsorte sind direkt oder über Mitgliedsvereine mit ihr verbunden&amp;lt;ref name=&amp;quot;liste2026&amp;quot;/&amp;gt;; Chronistengruppe der Župa Michał Hórnik; Fachkommission „Sorbisches Kulturerbe“ 2018–2020&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2020&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Maćica Serbska e. V. || wissenschaftliche Gesellschaft; Verein || || || || || || || ○ || || Arbeitskreis „Museale Einrichtungen“ mit 2019 rund 40 Adressaten; Denkmalausschuss mit eigenem, von der Stiftung verwaltetem Budget, 2019 als Vorbild für die Bewertung von Kulturerbe genannt&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Sorbisches National-Ensemble (SNE) || Ensemble; gemeinnützige GmbH der Stiftung (''Annahme'') || ■ || ? || ○ || || || || || || geordnetes Arbeitsarchiv; 2019 vorgeschlagen, dort nur Kopien zu halten und die Originale an das SKA zu geben&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;; Umfang ''offen''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Studijo Lucija || Medienproduktion; Trägerschaft ''offen'' || ○ || ■ || || || || || || || dokumentiert sorbische Veranstaltungen; Aufnahmen liegen beim Studio und gehen nur komprimiert und teilweise an das SKA&amp;lt;ref name=&amp;quot;lucija&amp;quot;&amp;gt;Projektinterne Auskunft, Oktober 2026; schriftlicher Beleg noch einzuholen.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Mitteldeutscher Rundfunk (MDR) und Rundfunk Berlin-Brandenburg (rbb), sorbischsprachige Programme || öffentlich-rechtlicher Rundfunk || ■? || ■ || || || || ○? || || || Produktionen standen dem SKA 2019 aus rechtlichen Gründen nicht zur Verfügung&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;; Archivbestände und heutiger Stand ''offen''&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.1.3 Akteursgruppen ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die meisten Kulturgutträger sind kleinere Einrichtungen, Gruppen oder Privatpersonen. Sie werden hier zu Gruppen zusammengefasst. Die Anzahlen sind Mindestwerte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|+ B. Bewahren, D. Dokumentieren, K1. Erfassen, K2. Digitalisieren K3. Erhalten, K4. Nutzung ermöglichen, S. Steuern, F. Fördern&lt;br /&gt;
! Gruppe !! Beispiele !! Typische Trägerschaft !! Bekannte Anzahl !! Typische Rollen !! Besonderheiten&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Kleine Museen, Heimatstuben, Gedenk- und Begegnungsorte ||&lt;br /&gt;
* Muzej Ćišinskeho (Panschwitz-Kuckau),&amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
* Njepilic dwór (Rohne), Sorbisches Kulturzentrum Schleife, &lt;br /&gt;
* Heimatmuseum Dissen, &lt;br /&gt;
* Archiv verschwundener Orte (Horno) &lt;br /&gt;
|| Gemeinde, Förderverein, Domowina-Ortsgruppe, privat || 22 in der Domowina-Übersicht 2019 (9 Ober-, 13 Niederlausitz)&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019b&amp;quot;/&amp;gt;; 23 in der Arbeitsliste 2026, davon 12 bisher nur durch die Domowina-Unterlagen belegt&amp;lt;ref name=&amp;quot;liste2026&amp;quot;/&amp;gt; || '''B''' ■, '''D''' ○ || überwiegend ehrenamtlich; 2019 benannte Defizite: fehlender Nachwuchs, fehlende Marketingstrategie, fehlende Vernetzung, unzureichende Finanzierung, fehlende fachliche Begleitung; teilweise ohne eigenes Inventar&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;; zwei private Ausstellungen ohne jede Förderung, von den Betreibern im Ruhestand allein betreut&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019b&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Regionale Museen mit sorbischen Beständen || &lt;br /&gt;
* Museum der Westlausitz Kamenz, &lt;br /&gt;
* Museum Bautzen, &lt;br /&gt;
* Spreewald-Museum Lübbenau mit Freilandmuseum Lehde, &lt;br /&gt;
* Slawenburg Raddusch, &lt;br /&gt;
* Niederlausitzer Heidemuseum Spremberg &lt;br /&gt;
|| Landkreis oder Kommune (''Annahme'') || 7 in der Domowina-Übersicht 2019 (2 Ober-, 5 Niederlausitz)&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019b&amp;quot;/&amp;gt; || '''B''' ■; &amp;lt;br&amp;gt;'''K1-K4''' ''offen'' || Umfang des sorbischen Anteils am Bestand ''offen''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Ensembles, Chöre, Trachten- und Brauchtumsgruppen || – || Verein || ''offen'' || tragen die Praxis;&amp;lt;br&amp;gt; '''D''' ○, '''B''' ○ || Trachtenfundi 2019 ausdrücklich zu den Beständen in sorbischer Verantwortung gezählt&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;; eigene Aufnahmen und Fundi meist nicht erfasst (''Annahme'')&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Chronisten, Film- und Fotoamateure || &lt;br /&gt;
* Chronistengruppe der Župa Michał Hórnik, &lt;br /&gt;
* deutsch-sorbischer Filmkreis &lt;br /&gt;
|| ehrenamtlich, privat || ''offen'' || '''D''' ■, '''B''' ○ || Beiträge von Laien 2019 nur sporadisch, Bestände oft unstrukturiert&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Private Sammlungen und Nachlässe || &lt;br /&gt;
* Nachlass der Malerin Hanka Krawcec, überwiegend in Tschechien; &lt;br /&gt;
* weitere private Sammlungen und Nachlässe in Ober- und Niederlausitz &lt;br /&gt;
|| privat || 4 in der Domowina-Übersicht 2019; tatsächlich ''offen'' || '''B''' ■ || Verbleib beim Generationenwechsel ungesichert (''Annahme'')&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Kirchliche Einrichtungen || &lt;br /&gt;
* Ausstellung zu Jan Bjedrich Fryco in der evangelischen Kirche Kolkwitz; &lt;br /&gt;
* kirchliches Informations- und Begegnungszentrum in Horno mit Holzmodellen abgebaggerter Kirchen&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019b&amp;quot;/&amp;gt; &lt;br /&gt;
|| Kirchgemeinde || 2 (in den kleinen Orten enthalten); weitere ''offen'' || '''B''' ○ || weitere kirchliche Bestände nicht erfasst (''Annahme'')&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Weitere sorbische Kultur- und Medieneinrichtungen || &lt;br /&gt;
* Deutsch-Sorbisches Volkstheater (Archiv 2019 zusammen mit dem des SNE genannt); &lt;br /&gt;
* Domowina-Verlag (2019 als Produzent genannt, dessen Erzeugnisse an das SKA gehen sollten)&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt; &lt;br /&gt;
|| verschieden || ''offen'' || '''B''' ○ || Umfang ''offen''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Öffentliche Träger und Fördergeber || &lt;br /&gt;
* Bund, &lt;br /&gt;
* Freistaat Sachsen, &lt;br /&gt;
* Land Brandenburg, &lt;br /&gt;
* Landkreise, &lt;br /&gt;
* Kommunen &lt;br /&gt;
|| öffentlich || – || '''F''' ■, '''S''' ○ || tragen die großen Museen; 2019 erfüllten kleine Museen im Landkreis Bautzen die Kriterien für eine institutionelle Förderung nicht, im Landkreis Spree-Neiße waren die Bedingungen besser&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Überregionale Gedächtniseinrichtungen || &lt;br /&gt;
* Oberlausitzische Bibliothek der Wissenschaften Görlitz&amp;lt;ref name=&amp;quot;slub&amp;quot;/&amp;gt;; &lt;br /&gt;
* Sächsisches Staatsarchiv, &lt;br /&gt;
* Brandenburgisches Landeshauptarchiv, &lt;br /&gt;
* Deutsche Nationalbibliothek (''Annahme''); &lt;br /&gt;
* Einrichtungen in Tschechien &lt;br /&gt;
|| öffentlich || ''offen'' || '''B''' ○; &amp;lt;br&amp;gt;mögliche Partner für K3 und K4 || sorbische Bestände außer in Görlitz ''offen''&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.1.4 Erste Befunde ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Rollenübersicht erlaubt erste Hinweise, die in den folgenden Abschnitten geprüft werden:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* '''Bewahren ist breit verteilt, Dienste sind konzentriert.''' Erfassen und Digitalisieren für mehrere Träger plant nach heutigem Kenntnisstand vor allem das SI. Die SLUB macht sorbisches Schrifttum bereits digital zugänglich, auch aus Beständen des SI. Ob weitere Akteure Dienste für Dritte anbieten, ist ''offen''.&lt;br /&gt;
* '''Für die langfristige Erhaltung fremder Bestände ist kein sorbischer Akteur erkennbar.''' Offen ist, wer Digitalisate anderer Träger verbindlich und dauerhaft übernimmt. So gelangen Veranstaltungsaufnahmen des Studijo Lucija nur komprimiert und teilweise in das SKA.&amp;lt;ref name=&amp;quot;lucija&amp;quot;/&amp;gt; Die SLUB betreibt eine eigene digitale Langzeitarchivierung; ob sie auch für sorbische Träger in Frage kommt, ist ''offen''.&lt;br /&gt;
* '''Die Dokumentation des lebendigen Kulturlebens liegt teils außerhalb sorbischer Verantwortung.''' Sorbischsprachige Produktionen von MDR und rbb standen dem SKA 2019 aus rechtlichen Gründen nicht zur Verfügung.&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt; Der heutige Stand ist ''offen''.&lt;br /&gt;
* '''Die Domowina ist der wichtigste Zugang zu kleinen Trägern.''' Mindestens 9 der 23 kleinen Sammlungsorte sind direkt oder über Mitgliedsvereine mit ihr verbunden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;liste2026&amp;quot;/&amp;gt; Ihre Strukturen eignen sich daher als Weg, kleine Träger zu erreichen – für die Erhebung ebenso wie für spätere Unterstützungsangebote.&lt;br /&gt;
* '''Das Wissen über kleine Träger ist lückenhaft und teils veraltet.''' 12 der 23 kleinen Orte sind bisher nur durch die Domowina-Unterlagen von 2019 und 2020 belegt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;liste2026&amp;quot;/&amp;gt; Ob sie heute noch bestehen und wie es um ihre Bestände steht, ist ''offen''. Besonders privat betreute Ausstellungen werden in Abschnitt 3.2 auf ihre Gefährdung geprüft.&lt;br /&gt;
* '''Kleine Träger haben keine feste Anlaufstelle, die Koordination war 2020 ungeklärt.''' Das frühere Sorbische Folklorezentrum war seit 1993 faktisch nicht mehr tätig.&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt; In der Niederlausitz diente 2020 ein Projekt zur Inwertsetzung des immateriellen Kulturerbes auch der Vernetzung kleiner Museen. Der Kulturausschuss der Domowina sah sich als ehrenamtliches Gremium nicht in der Lage, die Koordination zu leisten, und bat Fachinstitutionen und die Gremien der Stiftung, Verantwortung zu übernehmen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2020&amp;quot;/&amp;gt; Wie das heute geregelt ist, untersucht Abschnitt 3.4.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Liste aller bekannten Sammlungsorte mit Typ, Trägerschaft und Kulturgutklassen steht in [[12.3.A3 Sammlungsorte des sorbischen Kulturerbes|Anhang 12.3.A3]]. Sie wird laufend ergänzt.&lt;br /&gt;
&amp;lt;!-- Anhang 12.3.A3 aus der Arbeitsliste vom 02.04.2026 aufbauen; Namen privater Sammler nur mit Einverständnis --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.1.2 Bedarfe und Dringlichkeiten ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;background-color:#eef5fb;border-left:4px solid #5b9bd5;padding:0.7em 1em;margin:1em 0;&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Leitfrage:''' Welche Unterstützung benötigen die Kulturgutträger und welche Bedarfe sollten (+aus welchen Gründen) vorrangig bearbeitet werden?&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die bei Kulturgutträgern bestehenden Bedarfe sollten zunächst möglichst vollständig erhoben und anschließend zusammengeführt und eingeordnet werden. Dabei ist zwischen &amp;quot;von Akteuren ausdrücklich genannten Bedarfen&amp;quot; und &amp;quot;aus der Analyse zusätzlich abgeleiteten Bedarfen&amp;quot; zu unterscheiden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die weitere Erhebung und Analyse insbesondere zu prüfen:&lt;br /&gt;
* vorhandene Bedarfserhebungen, Gesprächsprotokolle und bisherige Tabellen zusammenführen&lt;br /&gt;
* Bedarfe möglichst den vier Kernfunktionen zuordnen:&lt;br /&gt;
** Nachweisen, beschreiben und verknüpfen,&lt;br /&gt;
** Digitalisieren und Qualität sichern,&lt;br /&gt;
** langfristig erhalten,&lt;br /&gt;
** zugänglich machen und Nutzung ermöglichen;&lt;br /&gt;
* zusätzlich übergreifende Bedarfe erfassen, beispielsweise:&lt;br /&gt;
** Personal und Fachkompetenz,&lt;br /&gt;
** Beratung und Schulung,&lt;br /&gt;
** Finanzierung,&lt;br /&gt;
** Rechteklärung und Datenschutz,&lt;br /&gt;
** Metadaten und gemeinsame Standards,&lt;br /&gt;
** technische Infrastruktur;&lt;br /&gt;
* Dringlichkeit anhand nachvollziehbarer Kriterien beurteilen, beispielsweise:&lt;br /&gt;
** drohender Verlust oder Materialverfall,&lt;br /&gt;
** fehlende personelle Nachfolge,&lt;br /&gt;
** gefährdete oder unbekannte Bestände,&lt;br /&gt;
** blockierende Abhängigkeit für weitere Digitalisierungsschritte,&lt;br /&gt;
** kulturelle oder sprachliche Bedeutung,&lt;br /&gt;
** erwartete Nutzung für Bildung, Forschung oder Öffentlichkeit&lt;br /&gt;
* unterscheiden zwischen Einzelfallbedarf und strukturellem Bedarf mehrerer Kulturgutträger&lt;br /&gt;
* soweit möglich erfassen, welche Bedarfe bereits durch bestehende Angebote abgedeckt werden und welche bislang offenbleiben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mögliches Ergebnis: priorisierte beziehungsweise nach Dringlichkeit geordnete Bedarfsübersicht mit Zuordnung zu Akteursgruppen und Kernfunktionen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== 3.2 Ist-Stand der vier Kernfunktionen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;background-color:#eef5fb;border-left:4px solid #5b9bd5;padding:0.7em 1em;margin:1em 0;&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Leitfrage:''' Welche Kernfunktionen werden durch bestehende Angebote / Dienste und Projekte bereits erfüllt – für welche Bestände, Akteure und Nutzungszwecke?&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Den Schwerpunkt der Ist-Analyse bildet die Frage, '''in welchem Umfang''' die vier zuvor bestimmten Kernfunktionen der Kulturerbe-Digitalisierung im sorbischen Kontext bereits erfüllt werden. Dabei reicht es nicht aus festzustellen, dass ein Projekt, eine Institution oder ein technisches System existiert. Zu prüfen ist vielmehr, welche Leistung tatsächlich verfügbar ist, welche Kulturgutträger und Bestände sie erreicht und welche Lücken verbleiben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für jede Kernfunktion sollte möglichst nach einer einheitlichen Logik untersucht werden:&lt;br /&gt;
* vorhandene Angebote, Systeme und Projekte&lt;br /&gt;
* verantwortliche Betreiber beziehungsweise Akteure&lt;br /&gt;
* Entwicklungs- und Betriebsstand&lt;br /&gt;
* erreichte Kulturgutträger, Bestände und Kulturgutarten&lt;br /&gt;
* abgedeckte Bedarfe&lt;br /&gt;
* technische und organisatorische Anschlussmöglichkeiten&lt;br /&gt;
* erkennbare Lücken, Risiken und offene Fragen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.2.1 Nachweisen, beschreiben und verknüpfen ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;background-color:#eef5fb;border-left:4px solid #5b9bd5;padding:0.7em 1em;margin:1em 0;&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Leitfrage:''' Wie vollständig und nutzbar werden sorbische Kulturgüter und Bestände heute nachgewiesen, beschrieben und miteinander verknüpft?&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die weitere Erhebung und Analyse insbesondere zu prüfen:&lt;br /&gt;
* Stand und tatsächlicher Funktionsumfang des Sorbischen/Wendischen Kulturregisters&lt;br /&gt;
* vorhandene institutionelle Kataloge, Inventare, Datenbanken und lokale Verzeichnisse&lt;br /&gt;
* welche Kulturgutarten, Einrichtungen und Regionen bereits erfasst sind&lt;br /&gt;
* welche Bestände bislang nur lokal, analog oder überhaupt nicht systematisch nachgewiesen werden&lt;br /&gt;
* verwendete Metadaten, Identifikatoren und Normdaten&lt;br /&gt;
* Möglichkeiten zur Übernahme beziehungsweise Verknüpfung bestehender Daten&lt;br /&gt;
* Anschlussmöglichkeiten:&lt;br /&gt;
** direkte Erfassung kleinerer Träger,&lt;br /&gt;
** Datenimport beziehungsweise Schnittstellen größerer Einrichtungen&lt;br /&gt;
* Mehrsprachigkeit und Umgang mit ober- und niedersorbischen Bezeichnungen&lt;br /&gt;
* Verhältnis zwischen institutionellen Beschreibungen, historischen Fremdbezeichnungen und sorbischen beziehungsweise lokalen Selbstbezeichnungen&lt;br /&gt;
* vorhandene Funktionen für Digitalisierungsstatus, Rechteinformationen und Priorisierung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.2.2 Digitalisieren und Qualität sichern ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;background-color:#eef5fb;border-left:4px solid #5b9bd5;padding:0.7em 1em;margin:1em 0;&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Leitfrage:''' Welche Kulturgüter können heute in welcher Qualität und Kapazität digitalisiert werden, und welche Kulturgutträger können diese Leistungen tatsächlich nutzen?&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die weitere Erhebung und Analyse insbesondere zu prüfen:&lt;br /&gt;
* aktueller Stand des Digitalisierungszentrums und weiterer Digitalisierungsangebote&lt;br /&gt;
* verfügbare technische Verfahren für unterschiedliche Kulturgutarten, beispielsweise:&lt;br /&gt;
** Schriftgut,&lt;br /&gt;
** Fotografien,&lt;br /&gt;
** Bücher und Zeitschriften,&lt;br /&gt;
** Tonaufnahmen,&lt;br /&gt;
** Film und Video,&lt;br /&gt;
** dreidimensionale Objekte&lt;br /&gt;
* stationäre, mobile und extern vergebene Digitalisierung&lt;br /&gt;
* vorhandene Kapazitäten und erkennbare Engpässe&lt;br /&gt;
* Zugangsmöglichkeiten für kleine und ehrenamtlich arbeitende Kulturgutträger&lt;br /&gt;
* Beratung vor der Digitalisierung&lt;br /&gt;
* Anforderungen an Vorbereitung, Metadaten und Rechteklärung&lt;br /&gt;
* vorhandene Qualitätsstandards und Qualitätskontrolle&lt;br /&gt;
* Unterstützung bei Ausschreibung beziehungsweise Beauftragung externer Dienstleister&lt;br /&gt;
* bisherige Digitalisierungsprojekte und deren Ergebnisse&lt;br /&gt;
* besonders gefährdete Bestände, für die kurzfristig Digitalisierungskapazität benötigt wird&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.2.3 Langfristig erhalten ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;background-color:#eef5fb;border-left:4px solid #5b9bd5;padding:0.7em 1em;margin:1em 0;&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Leitfrage:''' Für welche digitalen Bestände ist die langfristige Erhaltung organisatorisch und technisch tatsächlich abgesichert? &amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die weitere Erhebung und Analyse insbesondere zu prüfen:&lt;br /&gt;
* vorhandene Repositorien, digitale Archive und Speicherlösungen&lt;br /&gt;
* welche Einrichtungen bereits Digitalisate dauerhaft übernehmen können&lt;br /&gt;
* welche Digitalisate derzeit lediglich lokal oder projektbezogen gespeichert werden&lt;br /&gt;
* Unterschied zwischen:&lt;br /&gt;
** Ablage beziehungsweise Speicherung,&lt;br /&gt;
** Datensicherung,&lt;br /&gt;
** institutionellem Repositorium,&lt;br /&gt;
** digitaler Langzeiterhaltung;&lt;br /&gt;
* Verantwortlichkeiten für Übernahme, Erhaltung und spätere Datenmigration&lt;br /&gt;
* verwendete Master- und Nutzungsdateien&lt;br /&gt;
* Sicherungskopien, Prüfsummen und Wiederherstellungsverfahren&lt;br /&gt;
* verwendete beziehungsweise vorgesehene Erhaltungsmetadaten&lt;br /&gt;
* Möglichkeiten für kleinere Kulturgutträger, ihre Digitalisate an ein geeignetes Repositorium zu übergeben&lt;br /&gt;
* vorhandene Schnittstellen zwischen Digitalisierung und Repositorium&lt;br /&gt;
* organisatorische und finanzielle Absicherung des langfristigen Betriebs&lt;br /&gt;
* Digitalisate beziehungsweise Projekte identifizieren, deren dauerhafte Erhaltung derzeit ungeklärt ist&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.2.4 Zugänglich machen und Nutzung ermöglichen ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;background-color:#eef5fb;border-left:4px solid #5b9bd5;padding:0.7em 1em;margin:1em 0;&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Leitfrage:''' Welche digitalisierten Inhalte sind für welche Zielgruppen auffindbar, verständlich und im rechtlich beziehungsweise kulturell zulässigen Umfang nutzbar?&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die weitere Erhebung und Analyse insbesondere zu prüfen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* vorhandene Präsentations- und Nutzungssysteme, Portale und Online-Ausstellungen&lt;br /&gt;
* Funktion und Entwicklungsstand von Sorabicon sowie weiteren relevanten Angeboten&lt;br /&gt;
* welche Kulturgüter und Bestände bereits öffentlich zugänglich sind&lt;br /&gt;
* welche Zielgruppen angesprochen werden:&lt;br /&gt;
** Öffentlichkeit,&lt;br /&gt;
** Bildung,&lt;br /&gt;
** Forschung,&lt;br /&gt;
** sorbische Gemeinschaft,&lt;br /&gt;
** Tourismus und Kulturvermittlung;&lt;br /&gt;
* Ober- und Niedersorbisch sowie weitere benötigte Sprachen in Oberfläche, Metadaten und Inhalten&lt;br /&gt;
* Qualität der Kontextualisierung und Vermittlung&lt;br /&gt;
* Möglichkeiten für:&lt;br /&gt;
** Download,&lt;br /&gt;
** Zitation,&lt;br /&gt;
** Datenexport,&lt;br /&gt;
** Programmierschnittstellen,&lt;br /&gt;
** wissenschaftliche und kreative Nachnutzung&lt;br /&gt;
* Rechte- und Lizenzinformationen&lt;br /&gt;
* abgestufte Zugangsmöglichkeiten für sensible beziehungsweise eingeschränkt zugängliche Inhalte&lt;br /&gt;
* Barrierefreiheit beziehungsweise Barrierearmut&lt;br /&gt;
* Aktualisierung und Pflege präsentierter Inhalte&lt;br /&gt;
* soweit verfügbar tatsächliche Nutzung, Reichweite und Nachnutzung erfassen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.2.5 Zusammenspiel der Kernfunktionen in bestehenden Projekten ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;background-color:#eef5fb;border-left:4px solid #5b9bd5;padding:0.7em 1em;margin:1em 0;&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Leitfrage:''' Bei welchen bestehenden Vorhaben funktioniert der Weg vom Kulturgut über Erfassung und Digitalisierung bis zur langfristigen Erhaltung und Nutzung bereits durchgängig – und an welchen Übergängen bestehen Lücken?&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Neben dem Stand der einzelnen Kernfunktionen ist zu prüfen, '''ob diese auch tatsächlich zu einer durchgängigen Prozesskette verbunden sind'''. Ein vorhandenes Register, ein Digitalisierungszentrum, ein Repositorium und ein Präsentationsportal ergeben noch nicht automatisch einen funktionierenden Gesamtprozess.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die weitere Erhebung und Analyse insbesondere zu prüfen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* geeignete bestehende Projekte beziehungsweise Pilotvorhaben auswählen&lt;br /&gt;
* für diese Projekte die vollständige Prozesskette nachvollziehen:&lt;br /&gt;
** Erfassen,&lt;br /&gt;
** Registrieren,&lt;br /&gt;
** Bewerten und priorisieren,&lt;br /&gt;
** Digitalisieren,&lt;br /&gt;
** Archivieren beziehungsweise langfristig erhalten,&lt;br /&gt;
** Präsentieren und nachnutzen;&lt;br /&gt;
* untersuchen, welche Systeme und Akteure an den Übergaben beteiligt sind&lt;br /&gt;
* prüfen, ob Metadaten gemeinsam mit den Dateien weitergegeben werden&lt;br /&gt;
* prüfen, ob Rechte- und Zugangsangaben entlang der Prozesskette erhalten bleiben&lt;br /&gt;
* vorhandene manuelle Medienbrüche beziehungsweise Mehrfacherfassungen identifizieren&lt;br /&gt;
* unklare Zuständigkeiten und Übergabepunkte sichtbar machen&lt;br /&gt;
* positive Beispiele für bereits funktionierende Prozessketten dokumentieren&lt;br /&gt;
* aus Pilotprojekten bekannte Aufwände, Engpässe und Lernerfahrungen aufnehmen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== 3.3 Gemeinsame Regeln, Zusammenarbeit und dauerhafter Betrieb ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;background-color:#eef5fb;border-left:4px solid #5b9bd5;padding:0.7em 1em;margin:1em 0;&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Leitfrage:''' Sind die übergreifenden Voraussetzungen vorhanden, damit die einzelnen Angebote gemeinsam, verlässlich und dauerhaft funktionieren?&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Neben den einzelnen Kernfunktionen ist zu prüfen, ob '''gemeinsame organisatorische und fachliche Voraussetzungen''' vorhanden sind, damit die verschiedenen Angebote zusammenarbeiten und dauerhaft betrieben werden können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieser Abschnitt soll keine allgemeine oder abstrakte Governance-Analyse darstellen. Untersucht werden nur solche übergreifenden Fragen, die konkrete Auswirkungen auf die Digitalisierung des Kulturerbes und die spätere Ableitung von Maßnahmen haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.3.1 Zuständigkeiten, Beteiligung und Freigaben ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;background-color:#eef5fb;border-left:4px solid #5b9bd5;padding:0.7em 1em;margin:1em 0;&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Leitfrage:''' Wer entscheidet verbindlich über Auswahl, Priorisierung, Beschreibung, Digitalisierung, Veröffentlichung und Zugang, und wie sind die Kulturgutträger dabei beteiligt?&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
''Für die weitere Erhebung und Analyse insbesondere zu prüfen:''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* formelle und informelle Zuständigkeiten der beteiligten Institutionen&lt;br /&gt;
* Entscheidungsrechte bei Auswahl und Priorisierung von Beständen&lt;br /&gt;
* Verantwortlichkeiten für Rechteklärung und Veröffentlichung&lt;br /&gt;
* Beteiligung der jeweiligen Kulturgutträger&lt;br /&gt;
* Beteiligung sorbischer Fachleute und Angehöriger der Gemeinschaft bei kulturell sensiblen Inhalten&lt;br /&gt;
* vorhandene Freigabe- und Sperrverfahren&lt;br /&gt;
* Umgang mit nachträglichen Korrekturen oder Einschränkungen&lt;br /&gt;
* erkennbare Überschneidungen beziehungsweise ungeklärte Zuständigkeiten&lt;br /&gt;
* vorhandene Gremien oder Koordinierungsstrukturen&lt;br /&gt;
* prüfen, an welchen Stellen verbindliche Zuständigkeiten fehlen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.3.2 Gemeinsame Standards und Anschlussmöglichkeiten ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;background-color:#eef5fb;border-left:4px solid #5b9bd5;padding:0.7em 1em;margin:1em 0;&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Leitfrage:''' Welche gemeinsamen Regeln ermöglichen es unterschiedlichen Kulturgutträgern, Daten und Digitalisate in eine gemeinsame Infrastruktur einzubringen und zwischen den Kernfunktionen weiterzugeben?&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die weitere Erhebung und Analyse insbesondere zu prüfen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* vorhandene gemeinsame Metadatenstandards beziehungsweise Pflichtfelder&lt;br /&gt;
* verwendete Fachstandards einzelner Einrichtungen&lt;br /&gt;
* gemeinsame Regeln für Ober- und Niedersorbisch&lt;br /&gt;
* Dateiformate und Qualitätsanforderungen für unterschiedliche Kulturgutarten&lt;br /&gt;
* Identifikatoren und Normdaten&lt;br /&gt;
* Rechte- und Lizenzinformationen&lt;br /&gt;
* technische Schnittstellen und Datenexporte&lt;br /&gt;
* Übernahme vorhandener institutioneller Metadaten&lt;br /&gt;
* einfache Erfassungswege für kleinere Kulturgutträger&lt;br /&gt;
* Schnittstellen für Einrichtungen mit bestehenden Fachsystemen&lt;br /&gt;
* Möglichkeiten zur Weitergabe von Daten zwischen Register, Digitalisierung, Repositorium und Präsentation&lt;br /&gt;
* prüfen, wo fehlende Standards oder inkompatible Systeme den Austausch derzeit behindern&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.3.3 Personal, Finanzierung und Betreiberverantwortung ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;background-color:#eef5fb;border-left:4px solid #5b9bd5;padding:0.7em 1em;margin:1em 0;&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Leitfrage:''' Welche zentralen Leistungen sind dauerhaft personell, organisatorisch und finanziell abgesichert, und welche hängen noch von befristeten Projekten oder einzelnen Personen ab?&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die weitere Erhebung und Analyse insbesondere zu prüfen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Betreiber beziehungsweise verantwortliche Stellen für die vier Kernfunktionen&lt;br /&gt;
* dauerhafte Stellen gegenüber befristeten Projektstellen&lt;br /&gt;
* vorhandene beziehungsweise geplante Finanzierungsmodelle&lt;br /&gt;
* laufende Betriebs- und Pflegekosten&lt;br /&gt;
* personelle Kapazitäten und erkennbare Schlüsselpersonenrisiken&lt;br /&gt;
* Unterstützung kleiner und ehrenamtlich geführter Einrichtungen&lt;br /&gt;
* Finanzierung von&lt;br /&gt;
** Beratung,&lt;br /&gt;
** Digitalisierung,&lt;br /&gt;
** Speicher und Langzeiterhaltung,&lt;br /&gt;
** Datenpflege,&lt;br /&gt;
** Rechteklärung,&lt;br /&gt;
** technischer Wartung und Weiterentwicklung;&lt;br /&gt;
* Übergang von geförderten Projekten in einen dauerhaften Regelbetrieb&lt;br /&gt;
* vorhandene Betriebs-, Kooperations- und Übergabevereinbarungen&lt;br /&gt;
* erkennbare Risiken bei Auslaufen einzelner Förderungen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== 3.4 Gesamtbewertung und vorrangiger Handlungsbedarf ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;background-color:#eef5fb;border-left:4px solid #5b9bd5;padding:0.7em 1em;margin:1em 0;&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Leitfrage:''' Welche Bedarfe sind bereits ausreichend abgedeckt, wo liegen die entscheidenden Lücken und welche davon sollten vorrangig bearbeitet werden? &amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Ergebnisse der vorangegangenen Abschnitte werden abschließend zusammengeführt. Ziel ist noch nicht die vollständige Formulierung konkreter Maßnahmen, sondern zunächst eine begründete Bewertung des Ist-Standes und der wichtigsten Lücken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dabei sollte insbesondere unterschieden werden zwischen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* unmittelbar gefährdeten Kulturgütern beziehungsweise Beständen,&lt;br /&gt;
* strukturellen Lücken, die weitere Digitalisierungsschritte blockieren,&lt;br /&gt;
* fehlenden oder nur teilweise verfügbaren Kernfunktionen,&lt;br /&gt;
* nicht dauerhaft abgesicherten Angeboten,&lt;br /&gt;
* Verbesserungsmöglichkeiten bei bereits grundsätzlich funktionierenden Strukturen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die abschließende Bewertung insbesondere zu prüfen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Ergebnisse aus Akteurs-, Bestands- und Bedarfserhebung zusammenführen&lt;br /&gt;
* für jede der vier Kernfunktionen die wichtigsten Stärken und Lücken benennen&lt;br /&gt;
* übergreifende strukturelle Probleme aus Zuständigkeiten, Standards, Betrieb und Finanzierung ergänzen&lt;br /&gt;
* unterscheiden zwischen:&lt;br /&gt;
** fehlender Leistung,&lt;br /&gt;
** unzureichender Kapazität,&lt;br /&gt;
** fehlender Bekanntheit beziehungsweise Zugänglichkeit,&lt;br /&gt;
** fehlender Verbindung bestehender Angebote,&lt;br /&gt;
** ungeklärter Zuständigkeit,&lt;br /&gt;
** fehlender dauerhafter Absicherung;&lt;br /&gt;
* Dringlichkeit begründen, insbesondere anhand von:&lt;br /&gt;
** Verlustgefahr,&lt;br /&gt;
** blockierenden Abhängigkeiten,&lt;br /&gt;
** Anzahl beziehungsweise Bedeutung betroffener Kulturgutträger,&lt;br /&gt;
** kultureller und sprachlicher Bedeutung,&lt;br /&gt;
** Aufwand und Realisierbarkeit;&lt;br /&gt;
* offene Informationslücken ausdrücklich kennzeichnen&lt;br /&gt;
* aus den ermittelten Lücken anschließend Handlungsbedarfe ableiten&lt;br /&gt;
* konkrete Lösungsmaßnahmen erst im folgenden Maßnahmen- beziehungsweise Soll-Abschnitt festlegen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mögliche zusammenfassende Bewertungsmatrix:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot; style=&amp;quot;width:100%;&amp;quot;&lt;br /&gt;
! Bereich&lt;br /&gt;
! Belegter Ist-Stand&lt;br /&gt;
! Abgedeckte Bedarfe&lt;br /&gt;
! Lücke / Risiko&lt;br /&gt;
! Dringlichkeit&lt;br /&gt;
! Daraus abgeleiteter Handlungsbedarf&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| ''Beispiel: Nachweisen und Registrieren''&lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| ''Beispiel: Digitalisieren''&lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| ''Beispiel: Langfristig erhalten''&lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| ''Beispiel: Zugänglich machen und nutzen''&lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| ''Beispiel: gemeinsame Standards / Zusammenarbeit''&lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= Referenzen =&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Měrko Šenk</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://koncept.serbski-inkubator.de/index.php?title=12.3_Digitalisierung_des_Kulturerbes&amp;diff=1200</id>
		<title>12.3 Digitalisierung des Kulturerbes</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://koncept.serbski-inkubator.de/index.php?title=12.3_Digitalisierung_des_Kulturerbes&amp;diff=1200"/>
		<updated>2026-10-26T10:50:59Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Měrko Šenk: /* 3.1 Akteure und Rollen */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;= 1 Einleitung =&lt;br /&gt;
Die Digitalisierung von sorbischem Kulturerbe ist eine historische Chance für uns Sorben, eine Chance, unser kulturelles Erbe neu zu entdecken, es für kommende Generationen zu erhalten, für eine breitere Öffentlichkeit zugänglich zu machen und dabei die eigene Deutungshoheit zu stärken. Das erfordert neben Mut, einer klaren gemeinsamen Vision, starker Zusammenarbeit zwischen den beteiligten Akteuren auch die notwendigen Ressourcen in Form von Personal mit entsprechenden Kompetenzen, passender Technik sowie einer nachhaltig gesicherten Finanzierung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im folgenden Abschnitt werden Zielbilder für die Digitalisierung des sorbischen Kulturerbes entworfen mittels lang- und kurzfristiger Visionen sowie konkreter Ziele.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== 1.1 Visionen und Ziele für die sorbische digitale Welt ==&lt;br /&gt;
'''Vision 2035'''&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
''Sorbisches materielles und immaterielles Kulturerbe ist systematisch digital erfasst, rechtssicher und langfristig gesichert, leicht auffindbar, offen nutzbar und wird aktiv von Interessierten genutzt.''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Konkrete Ziele'''&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Bis 2032 ist ein tragfähiges, finanziell und organisatorisch abgesichertes Modell etabliert, das:&lt;br /&gt;
* Ein zentrales (oder föderiertes) digitales Langzeitarchiv nach OAIS-Referenzmodell betreibt,&lt;br /&gt;
* klare Zuständigkeiten, Prozesse und Budgets definiert,&lt;br /&gt;
* regelmäßige Qualitätssicherung und Technik-Updates vorsieht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bis 2030 sind wichtige sorbische Kulturerbe-Bestände (Kernbestände nach fachlicher Festlegung) in hoher Qualität digitalisiert, beschrieben und im Langzeitarchiv gesichert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bis 2028 liegt eine institutionenübergreifende Übersicht über relevante Kulturerbe-Bestände (analog und digital, materiell und immateriell) vor, einschließlich einer Prioritätenliste für die Digitalisierung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bis 2028 existiert ein zentrales, nutzerfreundliches „Sorbisches Kulturerbe-Portal“, das:&lt;br /&gt;
* Suchzugang über alle teilnehmenden Institutionen ermöglicht,&lt;br /&gt;
* grundlegende Inhalte frei zugänglich bereitstellt,&lt;br /&gt;
* mehrsprachige Oberflächen anbietet (Deutsch, Obersorbisch, Niedersorbisch, Englisch).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= 2 Ist-Analyse „Digitalisierung von Kulturerbe“ =&lt;br /&gt;
Das Ziel in diesem Themenbereich ist es, sorbisches Kulturerbe digital zu verwalten und damit langfristig für Recherche, Nutzung und Präsentation vorzuhalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Abschnitt &amp;quot;IST-Analyse“ werden die folgenden Fragen beantwortet: Was ist sorbisches Kulturerbe und was zählt alles dazu? Welche Schritte durchläuft ein Kulturgut, um zum digitalen Kulturerbe zu gehören? Wie können die digitale Verwaltung, Archivierung, Nutzung und Präsentation von Kulturgütern umgesetzt werden?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die grundlegenden Terminologien des Kulturerbes sollen im Folgenden festgelegt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== 2.1 Terminologie – von Kultur zu Kulturerbe ==&lt;br /&gt;
In diesem Abschnitt werden die Begriffe rund um das Kulturerbe grundlegend definiert. Es soll ein Verständnis über die Begriffe Kultur, kulturelle Ausprägung, Kulturgut und Kulturerbe erreicht werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Dataja:Wobraz_K1.png|center|260px]]&amp;lt;ref&amp;gt;Mermaid Flowchart Code: [https://mermaid.live/edit#pako:eNpF0UtuwyAQBuCroFlaTuRHTGMvKuWxq7pqV627IGZso2CIMChtk9ymN-nFimmasmJGfP-AOEGjOUIFrdTHpmfGkudtrWpF_Fq9RtGDk9aZKHojU-_aJ7PZ_bmGgSnR4mgFejaKpidC1XAmq8zDfYAoJZKVG7lxzX5stRl81C0_uwYdheGEubHD4_dXLy1hcpyC1rcLdM4GOLH1Ve2E5Gj9TPLkhgEnsLkBNDsMAmLojOBQWeMwhgHNwKYSTuFBYHucbOW3HFvmcQ21unh2YOpF6-FPGu26HqrW381X7sCZxa1gnWH_R1BxNBvtlIUqTUMEVCd49xVdzpeLMs1pXmRFXiY0hg-o8iyZL_LFXZaVSTJ1LzF8hqHJnBZ5WhZLWt5RmtIsBuTCavP4-2Hh3y4_NXaMmw hier klicken], abgerufen am 22.09.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.1.1 Kultur ===&lt;br /&gt;
Kultur bezeichnet hier die Gesamtheit aller '''vom Menschen geschaffenen und erlernten Ausdrucksformen''' des Lebens, die auf gemeinsamen Werten und Verhaltensweisen beruhen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;wiki-kultur&amp;quot;&amp;gt;URL: https://de.wikipedia.org/wiki/Kultur&amp;lt;/ref&amp;gt; Dazu zählen '''materielle Ergebnisse''' (z. B. Kunstwerke, Technik) ebenso wie '''immaterielle Praktiken''' (Sprache, Bräuche, Wissen). Kultur umfasst laut der UNESCO geistige, materielle, intellektuelle und emotionale Merkmale, die eine Gesellschaft oder soziale Gruppe kennzeichnen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;mondiacult&amp;quot;&amp;gt;UNESCO 1982: Mexico City Declaration on Cultural Policies (MONDIACULT). URL: https://www.lacult.unesco.org/docc/1982_MONDIACULT.pdf&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;ref name=&amp;quot;cultureaction&amp;quot;&amp;gt;Culture Action Europe 2024: The State of Culture report. URL: https://cultureactioneurope.org/de/news/the-state-of-culture-report-published, abgerufen am 01.10.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;  Sie ist dynamisch und wird von jeder Generation neu gestaltet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das deutsche Wort „Kultur“ ist eine Eindeutschung des lateinischen Worts „cultura“. Dieses bedeutet ursprünglich „Bebauung, Bearbeitung, Bestellung, Pflege“ und meinte sowohl die physische Bearbeitung als auch die Pflege geistiger Güter, z. B. der Sprache.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.1.2 Kulturelle Ausdrucksform ===&lt;br /&gt;
Eine kulturelle Ausdrucksform ist eine '''konkrete, gegenwärtige oder historische, Manifestation von Kultur''', bspw. eine Zeichnung, eine Tracht oder ein Lied: Sie macht die Kultur sichtbar und erlebbar. Im engeren Sinne ist es eine Ausdrucksweise, die aus der Kreativität einer Person, Gruppe oder Gesellschaft entsteht und '''kulturellen Inhalt''' trägt (symbolische Bedeutung, künstlerische Dimension, kulturelle Werte).&amp;lt;ref&amp;gt;Österreichische UNESCO-Kommission 2007: Übereinkommen zum Schutz und zur Förderung der Vielfalt kultureller Ausdrucksformen, Art. 4, Seite 13. URL: https://www.unesco.at/fileadmin/Redaktion/Publikationen/Publikations-Dokumente/2005er_UNESCO-Convention_German.pdf, abgerufen am 22.09.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt; Sie wird innerhalb und zwischen Gemeinschaften weitergegeben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Alle kulturellen Ausdrucksformen bilden einen wesentlichen Kern von Kultur, aber Kultur enthält auch latente Dimensionen (Werte, Normen, Vorannahmen etc.), die nicht unmittelbar als Ausdrucksform erscheinen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.1.3 Kulturgut ===&lt;br /&gt;
Ein „Kulturgut“ ist '''eine einzelne kulturelle Ausdrucksform''', der ein '''besonderer kultureller Wert zugemessen wird''' (durch Anerkennung, Schutz, Bedeutung). Es ist somit ein Erzeugnis menschlicher Kreativität oder Zeugnis menschlichen Lebens, welches '''Bedeutung für die Kultur einer Gemeinschaft''' hat und daher '''Bestand haben und bewahrt werden soll'''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die '''Summe aller Kulturgüter''' einer Gemeinschaft wird als dessen '''Kulturerbe''' bezeichnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.1.4 Kulturerbe ===&lt;br /&gt;
Kulturerbe ist die '''Summe der materiellen und immateriellen Ausdrucksformen''' (= Kulturgüter) einer Kultur, die als „'''bewahrenswert'''“ anerkannt wurden. International umfasst das u. a. das '''Welterbe''' (Denkmäler, Ensembles, Stätten)&amp;lt;ref&amp;gt;UNESCO (1972), Welterbekonvention, Art. 1. URL: https://www.dnk.de/wp-content/uploads/2021/02/1972_DNK_UNESCO-Welterbekonvention.pdf (abgerufen am 11.09.2025).&amp;lt;/ref&amp;gt; und das '''Immaterielles Kulturerbe''' (Praktiken, Wissen).&amp;lt;ref&amp;gt;Deutsche UNESCO-Kommission o. J.:, Übereinkommen zur Erhaltung des immateriellen Kulturerbes (dt. Ausgabe). URL: https://www.unesco.de/assets/dokumente/Deutsche_UNESCO-Kommission/02_Publikationen/Publikation_UNESCO-%C3%9Cbereinkommen_zur_Erhaltung_des_immateriellen_Kulturerbes_01.pdf, (abgerufen am 11.09.2025).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ob etwas „zum Kulturerbe“ zählt, ist Ergebnis von Bewertung, Diskurs und teils formellen Verfahren. Dem Sorbischen Kulturregister (SKR) zufolge ist „sorbisch-wendisches Kulturerbe“ eine Zuschreibung, die durch Gesellschaft, Museen, Archive und Wissenschaft erfolgen kann.&amp;lt;ref&amp;gt;Sorbisches Institut 2025: Konzept für ein Sorbisches Kulturregister (SKR). URL: https://www.serbski-institut.de/wp-content/uploads/2021/11/00_Zweite-aktualisierte-Fassung_Konzept_Sorbisches-Kulturregister_20.11.2025.pdf, abgerufen am 20.11.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.1.5 Abgrenzung: Kultur und Kulturerbe ===&lt;br /&gt;
'''Kultur / Kulturelle Ausdrucksform''' sind als Begriffe weiter gefasst als '''Kulturgut / Kulturerbe'''. Kulturelle Ausdrucksformen umfassen alles Gelebte und Gestaltete einer Gemeinschaft in Gegenwart und Vergangenheit, während Kulturgut / Kulturerbe diejenigen kulturellen Güter und Traditionen meint, denen eine Bedeutung beigemessen wurde und die als bewahrens- und weitergebenswert erkannt wurden. Kultur ist der „aktuelle“ kreative Prozess (einschließlich Popkultur, Alltagskultur), Kulturerbe der daraus überkommene Schatz. Dennoch sind die Grenzen fließend: Was heute nur Kultur ist, kann morgen zum Kulturerbe erklärt werden – abhängig von Wertzuschreibung und Diskurs.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Rahmen dieses Dokuments werden für den sorbischen Kontext die Begriffe '''„kulturelle Ausdrucksform“''' und '''„Kulturgut“''' weitgehend '''synonym''' verwendet, sofern nicht ausdrücklich anders gekennzeichnet. Hintergrund ist, dass die Gesamtzahl der identifizierbaren kulturellen Ausdrucksformen einer kleinen Minderheit wie der Sorben/Wenden im Vergleich zu großen Mehrheitsgesellschaften überschaubar ist. Zugleich ist der Anteil dieser Ausdrucksformen, denen in der Community ein besonderer Wert beigemessen wird und die daher faktisch als Kulturgut wahrgenommen und behandelt werden, sehr hoch: Ein großer Teil des gelebten kulturellen Repertoires wird als identitätsstiftend und bewahrenswert verstanden und damit dem Kulturerbe zugerechnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== 2.2 Klassifizierung von Kulturgütern ==&lt;br /&gt;
Im Folgenden soll eine griffige Klassifizierung von Kulturgütern entwickelt werden, so dass pro Kulturgut-Klasse später auf die Besonderheiten ihrer Digitalisierung eingegangen werden kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Dataja:Wobraz_K2.png|center|600px]]&amp;lt;ref&amp;gt;Mermaid Flowchart Code: [https://mermaid.live/edit#pako:eNptlM9u00AQxl9ltFWoFDlp_C9OjISU2KSgUCq1BSRIDxt77Syxd6v1mkKjSDwBlThw4YCEeuXOoeLSN-EF4BHYjZOQQG67-32_2ZnZsWco4jFBPqrVZpRR6cNsP8n4ZTTBQu7rHVP66QWOKEvV3nQM2BeYTf8eea35fF6rjdiIrUl4cjJiAMPDV_X6sMxkKdJS1uvnvu9PtRGgp5ReE46wJIKSLIOf779CycbkkqQZjSb1Ovz-cv351_drDWGN9BXS_xfZBj7dLoGxBgIFBE14nOcrZGH68E07Iu0IlSNsQkhTKnGlfvyh1bjKcngIjcYD6G2s-xvrYGMdLuuqAFOXZ0IflzFh0xxn5OBU3t1ISZhqw6KaKpo29k04jSaCJrLq0oZsa9mCAZc8FTihhBnQp1ksxd1NSsS22dFmG3oMZzwl0HveONtlc7XNATtsHI9fk6kkC3nRsKoqnVNgwrFQaUOvLGJRRtMi4SJfZ790WtppQYhFIVV7CYsJDO9uWbEMujbqOgIbTqgsddB7MCD_eXT6gQMvaFEQBlclPMVqcA6eMfqGiKLMt926isCFM4FjKiln-voCHmEWXxIxXZcUVo-jSwrVe3DBGvHqtc83DLqS0FpNAi3wRluiDBdFSBIYQ0KzzN_r265jPjQinnHh7yVJYhRS8ClZKfe3KLyk2oHneuEuqlK2qWhJWYPOwGnvoiplm4qXVMd17V5rF1UpikIGSgWNkS9FSQyUE5FjvUUzHXGE5ITkZIR8tYxJgtVXPEIjNlfYBWYvOc9XpOBlOkF-grNC7cqLWPUupFjNa74-FXo0RMBLJpFvWtYiCPJn6C3yG7bTNO2u6Tidrue0W13HQO_Usdtquuqg1bG6TtvzPNuZG-hqcXGr2baV5NhuyzId13XbBiJqDrg4qn5ni7_a_A_W9oMu hier klicken], abgerufen am 22.09.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.2.1 A. Materiell - unbeweglich 🏛️ ===&lt;br /&gt;
„Materiell - unbeweglich&amp;quot; bezeichnet ortsfeste Kulturobjekte wie Bauwerke, Ensembles, Gebäudekomplexe und Stätten/Kulturlandschaften, wie sie in Art. 1 der UNESCO-Welterbekonvention als Kategorien des kulturellen Erbes definiert sind.&amp;lt;ref&amp;gt;UNESCO World Heritage Centre o. J.: Convention Concerning the Protection of the World Cultural and Natural Heritage, Artikel 1. URL: https://whc.unesco.org/en/conventiontext/, abgerufen am 01.10.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.2.2 B. Materiell - beweglich 🖼️ ===&lt;br /&gt;
Die Kategorie „Materiell - beweglich&amp;quot; umfasst bewegliche Sachen bzw. Sachgesamtheiten von kulturellem Wert (z. B. Objekte, Sammlungen), wie sie das deutsche Kulturgutschutzgesetz (§ 2 KGSG)&amp;lt;ref&amp;gt;Deutschland 2016: Kulturgutschutzgesetz (KGSG), § 2. URL: https://www.buzer.de/2_KGSG.htm, abgerufen am 01.10.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt; als „Kulturgut“ beschreibt.&lt;br /&gt;
* B1 '''Schriftgut''' - Bücher, Zeitungen, Handschriften, Archivgut, Graphiken, Pläne, Karten&lt;br /&gt;
* B2 '''Fotografien &amp;amp; Bildträger''' &lt;br /&gt;
** Fotografisch erzeugte statische Bildträger, auch Stillbildträger genannt, z. B. Positive/Negative auf Film/Platte/Photopapier, Dias, Abzüge, Mikrofilm/-fiche und vergleichbare fotografische Repro-Träger.&lt;br /&gt;
* B3 '''Analoge AV-Träger''' (Audio/Video/Film)&lt;br /&gt;
** Analoge zeitbasierte Medien, z. B. Magnetton (Tonband, Kassette), Schallplatte, Videobänder, Film.&lt;br /&gt;
* B4 '''3D-Objekte''' - Gegenstände, „sachkulturelle Artefakte“&amp;lt;ref&amp;gt;Sorbisches Institut o. J.: Konzept zum Digitalisierungszentrum am Sorbischen Institut, S. 24.&lt;br /&gt;
(Unveröffentlichtes Konzeptpapier; interne Projektunterlage.)&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.2.3 C. Immateriell 🎭 ===&lt;br /&gt;
Meint lebendige Praktiken, Darstellungen, Ausdrucksformen, Ideen, Werte, Wissen und Fertigkeiten, die von Gemeinschaften getragen und weitergegeben werden, gemäß der folgenden 5 UNESCO ICH-Domänen.&amp;lt;ref&amp;gt;UNESCO o. J.: Intangible Cultural Heritage – Five Domains. URL: https://ich.unesco.org/doc/src/01857-EN.pdf, abgerufen am 01.10.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* C1 '''Orale Traditionen/Ausdrucksformen''' - Sprache, Gesangstraditionen&lt;br /&gt;
* C2 '''Darstellende Künste''' - Musik, Tanz, Theater&lt;br /&gt;
* C3 '''Rituale &amp;amp; Feste''' - Bräuche und soziale Praktiken des Kalenders und Lebenslaufs&lt;br /&gt;
* C4 '''Wissen &amp;amp; Praktiken''' zu Natur &amp;amp; Universum - Heil- und Sammelkenntnisse, ökologisches und astronomisches Wissen, Glaube, Religion&lt;br /&gt;
* C5 '''Traditionelles Handwerk''' - Techniken, Werkzeuge und Gestaltungsmuster&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.2.4 D. Digital 💾 ===&lt;br /&gt;
Bezeichnet in digitaler Form vorliegende Ressourcen menschlichen Wissens und Ausdrucks. Diese können sowohl born-digital sein als auch digitalisierte Repräsentationen von materiellen und immateriellen Kulturgütern.&amp;lt;ref&amp;gt;UNESCO 2003: Charter on the Preservation of Digital Heritage. URL: https://www.unesco.org/en/legal-affairs/charter-preservation-digital-heritage, abgerufen am 01.10.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* D1 '''Born-digital''' (ursprünglich digital erzeugt, kein analoges Original), z. B. Webseiten, Social-Media-Beiträge, Software, Apps, Spiele, digitale Fotos/Audio/Video.&lt;br /&gt;
* D2 '''Digitalisate''' - Digitalisierte Repräsentationen/Derivate aus den Klassen A, B und C.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== 2.3 Begriffe und Kernfunktionen ==&lt;br /&gt;
Die vorherigen Abschnitte haben geklärt, was unter Kulturerbe verstanden wird und welche Arten von Kulturgütern unterschieden werden. Bevor der nachfolgende Abschnitt den Prozess der Kulturerbe-Digitalisierung beschreibt, werden in diesem Abschnitt die dafür wichtigsten Arbeitsbegriffe und Funktionen erläutert. Der Abschnitt soll dabei die Frage beantworten: Welche Arbeitsabläufe und Funktionen sind notwendig, damit Kulturgüter nicht nur digital erfasst, sondern auch gefunden, verstanden, gesichert und genutzt werden können?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Erläuterungen sollen eine gemeinsame und leicht verständliche Grundlage schaffen für alle, die an der Digitalisierung von Kulturerbe interessiert sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.3.1 Vom Kulturgut zur digitalen Repräsentation ===&lt;br /&gt;
Dieser Abschnitt erklärt, was bei einer Digitalisierung entsteht und wie sich das digitale Ergebnis vom ursprünglichen Kulturgut unterscheidet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
! Begriff&lt;br /&gt;
! Erklärung&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Digitalisierung von Kulturerbe'''&lt;br /&gt;
| Digitalisierung bezeichnet in diesem Konzept den gesamten zusammenhängenden Prozess: Kulturgüter erfassen, beschreiben und bewerten, digitale Repräsentationen erzeugen oder übernehmen, ihre Qualität prüfen, sie sichern und für die Nutzung zugänglich machen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;DFG2016&amp;quot;&amp;gt;Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) 2016: Praxisregeln „Digitalisierung“, insbesondere S. 13 und 41-44. URL: https://www.dfg.de/resource/blob/176108/898bf3574ad0ff3b1db525fa7d04c86c/12-151-v1216-de-data.pdf, abgerufen am 16.07.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Bei ursprünglich digital entstandenen Kulturgütern – auch ''born digital'' genannt – entfällt die Überführung aus einem analogen Original; die weiteren Aufgaben bleiben bestehen.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Digitalisat und digitale Repräsentation'''&lt;br /&gt;
| Ein '''Digitalisat''' ist ein digitales Abbild eines analogen Kulturguts, beispielsweise ein Scan einer Handschrift oder ein Foto eines Museumsobjekts. Der weitere Begriff '''digitale Repräsentation''' umfasst auch Audio-, Video- oder 3D-Dokumentationen einer immateriellen kulturellen Praxis. Die digitale Repräsentation ersetzt weder das materielle Kulturgut noch die lebendige Praxis.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Masterdatei und Nutzungsderivat'''&lt;br /&gt;
| Die '''Masterdatei''' ist die möglichst hochwertige und qualitätsgeprüfte Ausgangsdatei. Sie wird für die langfristige Sicherung und spätere Bearbeitungen aufbewahrt. Ein '''Nutzungsderivat''' ist eine daraus erzeugte, an einen bestimmten Zweck angepasste Datei, beispielsweise ein kleineres Bild für eine Internetseite.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Digitales Objekt'''&lt;br /&gt;
| Als '''digitales Objekt''' wird in diesem Konzept eine zusammengehörige digitale Einheit bezeichnet. Sie kann aus einer oder mehreren Dateien, den zugehörigen Metadaten und ihren Verknüpfungen bestehen. Ein digitales Objekt kann ein Digitalisat oder ein ursprünglich digital entstandenes Kulturgut sein.&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
''Beispiel:'' Das verzierte sorbische Osterei bleibt das materielle Kulturgut. Hochauflösende Fotografien, ein 3D-Modell und die dazugehörigen Beschreibungen bilden gemeinsam seine digitale Repräsentation.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.3.2 Vier Kernfunktionen ===&lt;br /&gt;
Als '''Kernfunktionen der Kulturerbe-Digitalisierung''' werden im Folgenden vier dauerhaft zu erfüllende Aufgabenbereiche bezeichnet. Sie beschreiben, was für eine nachhaltige Digitalisierung von Kulturerbe geleistet werden muss, unabhängig davon, welche Institution oder welches technische System die jeweilige Funktion übernimmt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
! Kernfunktion&lt;br /&gt;
! Typische organisatorisch-technische Umsetzung&lt;br /&gt;
! Hauptaufgabe&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Nachweisen, beschreiben und verknüpfen'''&lt;br /&gt;
| Register oder Katalog&lt;br /&gt;
| Macht sichtbar, welche Kulturgüter vorhanden sind, wo sie sich befinden und in welchem Zusammenhang sie stehen. Ein Registereintrag kann bereits bestehen, bevor ein Digitalisat angefertigt wurde. &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Digitalisieren und Qualität sichern'''&lt;br /&gt;
| Digitalisierungszentrum oder Digitalisierungsdienst&lt;br /&gt;
| Erzeugt bzw. übernimmt digitale Repräsentationen, prüft sie und bereitet Dateien und Metadaten für die weitere Verarbeitung vor. Geliefert werden bspw. geprüfte Masterdateien und Nutzungsderivate. &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Langfristig erhalten'''&lt;br /&gt;
| Repositorium oder digitales Langzeitarchiv&lt;br /&gt;
| Übernimmt Dateien und Metadaten, speichert und verwaltet sie und erhält sie über technische und organisatorische Veränderungen hinweg dauerhaft nutzbar.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Zugänglich machen und Nutzung ermöglichen'''&lt;br /&gt;
| Präsentations- und Nutzungssystem&lt;br /&gt;
| Führt beschreibende Informationen und digitale Medien für Nutzerinnen und Nutzer zusammen. Es ermöglicht beispielsweise Suche, Anzeige, Kontextualisierung, Vermittlung und – soweit zulässig – Nachnutzung. &lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese '''Kernfunktionen''' beschreiben zunächst nicht zwingend getrennte Institutionen oder Systeme. Eine Einrichtung kann mehrere Kernfunktionen übernehmen. Umgekehrt kann eine Kernfunktion auf mehrere Einrichtungen oder technische Systeme verteilt sein. Entscheidend sind klare Zuständigkeiten, verlässliche Übergaben und gemeinsame Standards.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vereinfacht lässt sich das Zusammenspiel so zusammenfassen:&lt;br /&gt;
# Das '''Register oder der Katalog''' beschreibt und verknüpft das Kulturgut.&lt;br /&gt;
# Der '''Digitalisierungsdienst''' erzeugt und prüft seine digitale Repräsentation.&lt;br /&gt;
# Das '''Repositorium oder digitale Archiv''' übernimmt und erhält die Dateien.&lt;br /&gt;
# Das '''Präsentationssystem''' führt Beschreibungen und Medien für die Nutzung zusammen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die konkrete Ausgestaltung kann zentral, dezentral oder als Verbund mehrerer Systeme erfolgen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.3.3 Register ===&lt;br /&gt;
Die folgende Tabelle erklärt, wie Kulturgüter so erfasst, beschrieben und verknüpft werden, dass sie eindeutig zugeordnet, wiedergefunden und nach einheitlichen Regeln weiterverarbeitet werden können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
! Begriff&lt;br /&gt;
! Erklärung&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Erschließung, Verzeichnung und Registrierung'''&lt;br /&gt;
| '''Erschließung''' ist der übergeordnete Vorgang, bei dem ein Kulturgut identifiziert, beschrieben und in seinen Zusammenhang eingeordnet wird. '''Verzeichnung''' bezeichnet seine strukturierte dokumentarische Beschreibung. '''Registrierung''' bedeutet die Aufnahme in ein konkretes Register, einen Katalog oder ein Sammlungssystem. Ein Kulturgut kann bereits registriert werden, bevor ein Digitalisat vorhanden ist.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Metadaten'''&lt;br /&gt;
| Metadaten sind strukturierte Informationen über ein Kulturgut und seine digitalen Repräsentationen. Dazu gehören beispielsweise Titel, Herkunft, beteiligte Personen, Ort, Zeit, kultureller Kontext, Rechte, Dateieigenschaften und Bearbeitungsschritte. Je nach Zweck werden beschreibende, technische, rechtliche und erhaltungsbezogene Metadaten unterschieden. Sie machen Kulturgüter auffindbar, verständlich, verwaltbar und langfristig nutzbar.&amp;lt;ref name=&amp;quot;PREMIS&amp;quot;&amp;gt;Library of Congress o. J.: PREMIS – Preservation Metadata: Implementation Strategies. Internationaler Standard für Erhaltungsmetadaten. URL: https://www.loc.gov/standards/premis/, abgerufen am 16.07.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Persistenter Identifikator'''&lt;br /&gt;
| Ein '''persistenter Identifikator''' ist eine dauerhafte und eindeutige Kennung für ein Kulturgut, einen Datensatz oder eine digitale Ressource. Die Kennung bleibt bestehen, auch wenn sich der technische Speicherort oder die Internetadresse ändern. Dadurch können Kulturgüter dauerhaft zitiert und zwischen Systemen verknüpft werden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;DFG2016&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Metadaten sind keine bloße Beigabe zu einer Datei. Ohne ausreichende Beschreibungen kann ein Digitalisat zwar technisch vorhanden sein, später aber kaum gefunden, verstanden oder zuverlässig zugeordnet werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.3.4 Digitalisierungsdienst und Archiv ===&lt;br /&gt;
Die folgende Tabelle erklärt was erforderlich ist, damit Kulturgüter digitalisiert werden und nicht nur heute gespeichert sind, sondern auch nach technischen und organisatorischen Veränderungen noch gefunden, verstanden und genutzt werden können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
! Begriff&lt;br /&gt;
! Erklärung&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Repositorium'''&lt;br /&gt;
| Ein '''Repositorium''', auch ''Repository'' genannt, ist eine verwaltete technische Umgebung, in der digitale Objekte und ihre Metadaten übernommen, gespeichert, geordnet, verwaltet und bereitgestellt werden. Ein Repositorium kann Teil eines digitalen Archivs sein. Nicht jedes Repositorium erfüllt jedoch automatisch alle Anforderungen der Langzeiterhaltung.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Digitales Archiv oder digitales Langzeitarchiv'''&lt;br /&gt;
| Ein digitales Archiv ist mehr als ein Server oder ein Speicherprogramm. Es verbindet eine verantwortliche Organisation, fachkundiges Personal, Regeln, Arbeitsabläufe und technische Systeme. Es übernimmt die Verantwortung dafür, digitale Informationen langfristig zu erhalten und für festgelegte Nutzergruppen zugänglich zu machen. Das internationale Referenzmodell '''Open Archival Information System''' (OAIS, offenes Archiv-Informationssystem) bietet hierfür einen fachlichen Rahmen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;OAIS2024&amp;quot;&amp;gt;Consultative Committee for Space Data Systems (CCSDS) 2024: Reference Model for an Open Archival Information System (OAIS), CCSDS 650.0-M-3, insbesondere S. 1-1–1-2 und 2-1–2-2. URL: https://ccsds.org/Pubs/650x0m3.pdf, abgerufen am 16.07.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Ingest oder kontrollierte Übernahme'''&lt;br /&gt;
| '''Ingest''' bezeichnet die kontrollierte Übernahme digitaler Dateien und Metadaten in ein Repositorium oder digitales Archiv. Dabei werden beispielsweise Vollständigkeit, Dateiformate, Metadaten und Dateiintegrität geprüft und die Übernahme dokumentiert.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Langzeitverfügbarkeit und digitale Langzeiterhaltung'''&lt;br /&gt;
| '''Langzeitverfügbarkeit''' ist das Ziel, digitale Inhalte über technische und organisatorische Veränderungen hinweg auffindbar, lesbar, verständlich und nutzbar zu halten. '''Digitale Langzeiterhaltung''' bezeichnet die dafür notwendigen fortlaufenden Maßnahmen. Dazu können mehrere Speicherorte, regelmäßige Prüfungen, Formatüberwachung, technische Migrationen und eine nachvollziehbare Dokumentation gehören. „Langfristig“ bezeichnet dabei keine feste Zahl von Jahren, sondern einen Zeitraum, in dem mit veränderten Technologien, Formaten und Nutzungsanforderungen gerechnet werden muss.&amp;lt;ref name=&amp;quot;OAIS2024&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Datensicherung oder Backup'''&lt;br /&gt;
| Ein '''Backup''' ist eine zusätzliche Sicherungskopie, aus der Dateien nach einem Verlust oder technischen Ausfall wiederhergestellt werden können. Backups sind notwendig, ersetzen aber keine Langzeiterhaltung: Sie regeln allein noch keine dauerhaften Zuständigkeiten, Metadaten, Formatüberwachung, Integritätsprüfungen oder langfristige Zugänglichkeit.&amp;lt;ref name=&amp;quot;DPCStorage&amp;quot;&amp;gt;Digital Preservation Coalition o. J.: Digital Preservation Handbook – Storage. URL: https://www.dpconline.org/handbook/organisational-activities/storage, abgerufen am 16.07.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Integrität und Authentizität'''&lt;br /&gt;
| '''Integrität''' bedeutet, dass unbeabsichtigte Veränderungen oder Beschädigungen einer Datei erkannt werden können. Dafür werden häufig Prüfsummen verwendet - digitale Kontrollwerte, die regelmäßig verglichen werden. '''Authentizität''' bedeutet, dass Herkunft, Identität und Bearbeitungsgeschichte eines digitalen Objekts nachvollziehbar sind und belegt werden kann, dass es das ist, was es zu sein vorgibt.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Dateiformat und Datenformat'''&lt;br /&gt;
| Ein '''Dateiformat''' legt den technischen Aufbau einer einzelnen Datei fest. Ein '''Datenformat''' beschreibt, wie Informationen strukturiert und zwischen Systemen ausgetauscht werden. Gut dokumentierte, verbreitete und möglichst offen beschriebene Formate erleichtern den Austausch und die langfristige Nutzung. Sie ersetzen jedoch keine aktive Langzeiterhaltung.&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Merksatz:''' Speichern ist nicht dasselbe wie langfristiges Erhalten. Auch ein vorhandenes Backup ist noch kein digitales Langzeitarchiv.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.3.5 Präsentationssystem ===&lt;br /&gt;
Die folgende Tabelle erklärt, wie aus langfristig gesicherten Dateien ein digitales Kulturerbe wird, das von Menschen gefunden, verstanden und sinnvoll genutzt werden kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
! Begriff&lt;br /&gt;
! Erklärung&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Zugänglichmachung und Präsentation'''&lt;br /&gt;
| '''Zugänglichmachung''' bedeutet, dass digitale Objekte auffindbar und im rechtlich sowie technisch zulässigen Umfang abrufbar sind. '''Präsentation''' geht darüber hinaus: Inhalte werden ausgewählt, miteinander verknüpft, erklärt und für bestimmte Zielgruppen vermittelt. Dazu gehören verständliche Kontextinformationen, klare Rechteangaben, Mehrsprachigkeit und möglichst barrierearme Zugänge. Abhängig von Rechten, personenbezogenen Daten oder kulturellen Schutzbedarfen kann der Zugang offen oder eingeschränkt sein.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Nutzung und Nachnutzung'''&lt;br /&gt;
| '''Nutzung''' umfasst beispielsweise das Betrachten, Lesen, Anhören, Erforschen oder Vermitteln eines digitalen Kulturguts. '''Nachnutzung''' bedeutet seine weitere Verwendung in einem neuen Zusammenhang, etwa in Bildung, Forschung, Publikationen, Ausstellungen, Anwendungen oder kreativen Werken. Dafür werden geeignete Dateien, verständliche Metadaten und klare Rechteinformationen benötigt.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Rechteinformation und Lizenz'''&lt;br /&gt;
| Eine '''Rechteinformation''' beschreibt den rechtlichen Status eines digitalen Objekts und mögliche Einschränkungen seiner Nutzung. Eine '''Lizenz''' räumt durch eine dazu berechtigte Person oder Institution konkrete Nutzungsrechte ein. Ein allgemeiner Rechtehinweis ist daher nicht automatisch eine Lizenz.&amp;lt;ref name=&amp;quot;RightsReuse&amp;quot;&amp;gt;RightsStatements.org o. J.: Standardisierte Rechtehinweise für online verfügbares Kulturerbe. URL: https://rightsstatements.org/de/, abgerufen am 16.07.2026. Creative Commons 2025: Recommended Licenses and Tools for Cultural Heritage Content. URL: https://creativecommons.org/2025/07/09/recommended-licenses-and-tools-for-cultural-heritage-content/, abgerufen am 16.07.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Interoperabilität'''&lt;br /&gt;
| '''Interoperabilität''' bezeichnet die Fähigkeit von Systemen und Organisationen, Daten auszutauschen und in gleicher Bedeutung zu verstehen. Dafür werden gemeinsame Metadatenmodelle, Begriffe, Identifikatoren und technische Schnittstellen benötigt. So können beispielsweise Register, Repositorien, Präsentationsportale und externe Kulturplattformen miteinander verbunden werden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;EuropeanaEDM&amp;quot;&amp;gt;Europeana o. J.: Metadata – Europeana Data Model (EDM, Europeana-Datenmodell). URL: https://pro.europeana.eu/page/metadata, abgerufen am 16.07.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Digitalisierte Inhalte entfalten ihren kulturellen und gesellschaftlichen Nutzen erst dann vollständig, wenn sie auffindbar, verständlich, rechtlich klar und für unterschiedliche Zielgruppen tatsächlich verwendbar sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der folgende Abschnitt 2.4 beschreibt, wie diese Kernfunktionen innerhalb des gesamten Prozesses der Kulturerbe-Digitalisierung zusammenwirken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== 2.4 Prozess der Digitalisierung von Kulturerbe ==&lt;br /&gt;
Die Digitalisierung von Kulturgut ist kein rein technischer Arbeitsschritt, sondern ein vielschichtiger, oft langfristiger Prozess, der bereits mit der Wahrnehmung und Identifikation einer kulturellen Ausdrucksform beginnt. Ziel dieses Abschnitts ist es, diesen Gesamtprozess systematisch darzustellen: von der gelebten Kultur über das identifizierte Kulturgut bis hin zur digital nutzbaren Repräsentation.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die hier entwickelte Prozessdarstellung soll als praxisorientierter Überblick dienen für die Digitalisierung des sorbischen Kulturerbes. Sie berücksichtigt die Anforderungen sorbischer Einrichtungen ebenso wie die international etablierten Referenzmodelle und Standards, darunter:&lt;br /&gt;
* das OAIS-Referenzmodell (ISO 14721) für digitale Archivierung&amp;lt;ref&amp;gt;Consultative Committee for Space Data Systems (CCSDS) 2024: Reference Model for an Open Archival Information System (OAIS), CCSDS 650.0-M-3. URL: https://ccsds.org/Pubs/650x0m3.pdf, abgerufen am 01.10.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
* das DCC Curation Lifecycle Model für kuratorische Entscheidungsprozesse&amp;lt;ref&amp;gt;Higgins 2008: The DCC Curation Lifecycle Model. International Journal of Digital Curation, 3(1), 134-140. URL: https://ijdc.net/index.php/ijdc/article/view/48, abgerufen am 01.10.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
* das Spectrum-Modell für museale Objektverwaltung&amp;lt;ref&amp;gt;Collections Trust 2022. Spectrum 5.1 - The UK Museum Collections Management Standard. URL: https://collectionstrust.org.uk/spectrum/spectrum-5, abgerufen am 01.10.2025. &amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
* die UNESCO-Leitlinien zur Inventarisierung immateriellen Kulturerbes&amp;lt;ref&amp;gt;UNESCO 2024: Operational Directives for the Implementation of the Convention for the Safeguarding of the Intangible Cultural Heritage (10.GA). URL: https://ich.unesco.org/doc/src/ICH-Operational_Directives-10.GA_EN.pdf, abgerufen am 01.10.2025. &amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
* sowie technische Vorgaben wie die DFG-Praxisregeln Digitalisierung&amp;lt;ref&amp;gt;Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) 2022: Praxisregeln Digitalisierung (aktualisierte Fassung). URL: https://www.ulb.hhu.de/fileadmin/redaktion/ULB/Documents/Infomaterial/DFG_Praxisregeln_Digitalisierung_Aktualisierte_Fassung2022.pdf, abgerufen am 01.10.2025. &amp;lt;/ref&amp;gt; und die FADGI-Richtlinien&amp;lt;ref&amp;gt;Federal Agencies Digital Guidelines Initiative (FADGI) 2023: Technical Guidelines for Digitizing Cultural Heritage Materials – Still Image, 3rd ed. URL: https://www.digitizationguidelines.gov/guidelines/digitize-technical.html, abgerufen am 01.10.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Folge soll der „Lebenslauf“ eines Kulturguts dargestellt werden, also der Weg, den ein Objekt oder eine kulturelle Praxis vom Zeitpunkt der Entstehung über die Erfassung, Digitalisierung und Archivierung bis zur Veröffentlichung in einem digitalen Präsentationsmodul durchläuft.&lt;br /&gt;
Hierfür erläutert der folgende Abschnitt die einzelnen Prozessschritte im Detail, jeweils mit Akteuren und Beispielen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.4.1 Vorüberlegungen zum Prozess ===&lt;br /&gt;
Im hier vorgestellten Prozess wird auf eine harte, systematische Filterung verzichtet, welche kulturellen Ausdrucksformen „nur“ Kultur und welche bereits Kulturgut sind. Ein solcher Bewertungs- und Abgrenzungsprozess wäre ressourcenintensiv und würde den vorhandenen Kapazitäten in den beteiligten Einrichtungen nicht entsprechen. Stattdessen folgt das Konzept einer inklusiven Logik: Alle dokumentierten Ausdrucksformen werden zunächst als potenzielle Kulturgüter erfasst. Eine feinere Auswahl und Priorisierung erfolgen erst in einem späteren Schritt, nämlich dann, wenn konkret entschieden wird, welche Ausdrucksformen bzw. Kulturgüter in welcher Tiefe digitalisiert, archiviert und präsentiert werden sollen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieses Vorgehen schließt an das SKR-Konzept an, das bewusst auf eine frühe normative Trennung zwischen „kultureller Ausdrucksform“ und „Kulturgut“ verzichtet. Auch hier steht zunächst der möglichst vollständige, strukturierte Überblick über die sorbischen Kulturgüter im Vordergrund. Die differenzierte Bewertung und Schwerpunktsetzung werden als anschließende fachliche Aufgabe verstanden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.4.2 Prozessschritte im Detail ===&lt;br /&gt;
Das folgende Diagramm gibt einen Überblick über die sechs Kernschritte des Gesamtprozesses der Digitalisierung von Kulturgut – von der ersten Wahrnehmung einer kulturellen Ausdrucksform bis zu ihrer digitalen Präsentation als Kulturgut. Die Abfolge zeigt zugleich die Entwicklungsstufen: von gelebter Kultur zur kulturellen Ausdrucksform, von dort zum Kulturgut und schließlich zum digitalen Kulturgut. Die Schritte sind als generischer Ablauf zu verstehen: Je nach Art des Kulturguts können einzelne Tätigkeiten unterschiedlich aufwendig sein oder parallel erfolgen.&lt;br /&gt;
[[Dataja:Wobraz_K3.png|center|600px]]&amp;lt;ref&amp;gt;Mermaid Flowchart Code: [https://mermaid.live/edit#pako:eNplkk1OwzAQha8yGqmbkloxSZs2CyTa8LOphIAVhIVJpolF4iDH4a_qbXqTXgzHFdAKr2y97703lmaNWZMTxriqmvesFNrAfZIqgPPHFIdDzuBO1DVVajhM8QlGozOYO-WUwS0VsjVakqa93Pvmjlk4JmAwp3fS5kCHwQAWjkkcE_Y5WWkIXqrd9jBpT138UIkspBGVbI_7-rwLR146csLgRryQ-U8lMGLwTG1WapLPpHKCZQLMOY9ch7m2VxiSpOAEjJ1TSev_M_bkvv3KtY8ZnOuslG_H9VcOuf4dUO-2LamjGdHDQsscY6M78rAmXYv-ies-IEVTUk0pxvaa00p0lUkxVRtrexXqoWnqH6duuqLEeCWq1r6619zOn0hRaPGH9J_Xi6ZTBuOxS8B4jR8YhxGLeDThkR-EM37KuYefFmHTaOz7fOZHQTidBMHGwy9X6VslnNnDw4jPuB8GHlIuTaOX-7Vy27X5Bh_Osqo hier klicken], abgerufen am 22.09.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Prozess zeigt, dass Digitalisierung von Kulturgut mehr ist als das Erstellen digitaler Dateien. Sie umfasst eine Reihe aufeinander bezogener Schritte – von der ersten Wahrnehmung einer kulturellen Ausdrucksform über ihre Erfassung, Bewertung und Digitalisierung bis hin zur langfristigen Sicherung und Präsentation. Dabei sind je nach Schritt unterschiedliche Akteure beteiligt, etwa Gemeinschaften, Museen, Archive, Fachgremien, Digitalisierungsstellen oder IT. Die folgenden Beschreibungen erläutern diese Schritte so, dass nachvollziehbar wird, was jeweils mit einem Kulturgut geschieht, wer daran beteiligt ist und wie sich der Ablauf in der Praxis vorstellen lässt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''1. Sammeln &amp;amp; erfassen''' &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Hier wird eine kulturelle Ausdrucksform erstmals wahrgenommen, benannt und mit ersten Informationen erfasst: Was ist es, wer macht es oder hat es geschaffen, wo kommt es vor, warum ist es bedeutsam für die Gemeinschaft? &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Akteure''': Community, Vereine, Museen, Archive, Forschende, Privatpersonen.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Beispiel''': Auf einem Dorffest zeigt eine Frau das Verzieren sorbischer Ostereier. Jemand fotografiert dies und notiert Technik, Ort und Namen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''2. Registrieren &amp;amp; beschreiben''' &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Hier wird aus der ersten Beobachtung ein strukturierter Nachweis. Das Kulturgut oder die kulturelle Ausdrucksform wird in ein Register, eine Sammlung oder einen Katalog aufgenommen und mit strukturierten Metadaten beschrieben, damit es wiedergefunden, zugeordnet und verstanden werden kann. Dazu gehören z. B. Titel, Ort, Zeit, Technik, Funktion, beteiligte Personen und der kulturelle Kontext.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Akteure''': Registerverantwortliche, Kurator:innen, Sammlungsmitarbeitende, Community für Kontextinformationen.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Beispiel''': Das Osterei erhält einen Eintrag mit Angaben wie „Wachsbatik“, „Schleife“, „Osterei-Verzierung“, Name der Trägerin und Entstehungsjahr.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''3. Bewerten &amp;amp; freigeben''' &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
In diesem Schritt wird entschieden, ob und in welcher Priorität ein Kulturgut oder die kulturelle Ausdrucksform digitalisiert werden soll und ob dies rechtlich und ethisch möglich ist. Dabei spielen fachliche Kriterien wie Bedeutung, Repräsentativität, Seltenheit oder Gefährdung eine Rolle, aber auch Fragen des Urheberrechts, Datenschutzes und möglicher kultureller Sensibilitäten. Am Ende steht eine begründete Entscheidung, ob und in welchem Umfang das Kulturgut weiterbearbeitet und später veröffentlicht werden darf. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Akteure''': Kurator:innen, Fachgremien, Community-Vertretungen, Register/SKR, ggf. Rechteverantwortliche und Behörden. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Beispiel''': Es wird entschieden, dass die Osterei-Technik wegen ihrer Bedeutung für die sorbische Identität digital gesichert werden soll; die Kunsthandwerkerin stimmt der Veröffentlichung zu.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''4. Digitalisieren &amp;amp; prüfen''' &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Nun wird das Kulturgut technisch erfasst, also in eine digitale Form überführt. Das kann je nach Objektart durch Scan, Fotografie, Audio- oder Videoaufnahme oder 3D-Erfassung geschehen. Dabei entstehen hochwertige Master-Dateien und nutzbare Derivate. Die Digitalisierung folgt qualifizierten Standards, um Reproduzierbarkeit, Farbkonsistenz und Nutzbarkeit zu gewährleisten. Anschließend wird geprüft, ob Schärfe, Farbe, Vollständigkeit und Dateiformate den Anforderungen für Archivierung und Nutzung entsprechen. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Akteure''': Digitalisierungszentrum, Foto-/AV-/3D-Spezialist:innen, externe Dienstleister bei Spezialfällen. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Beispiel''': Das Osterei wird fotografisch hochauflösend aufgenommen und zusätzlich als 3D-Modell erfasst. Danach werden Schärfe, Farbe und Dateiformate geprüft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''5. Archivieren &amp;amp; sichern''' &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die entstandenen digitalen Dateien werden geordnet abgelegt, mit den zugehörigen Metadaten verknüpft und für die langfristige Erhaltung gesichert. Dazu gehören sichere Speicherorte, Backups, Integritätskontrollen und – wenn nötig – spätere technische Migration auf neue Systeme. Ziel ist, dass das digitale Kulturgut langfristig erhalten bleibt, auch wenn sich Technik und Formate verändern. Das Original bleibt in der Regel weiterhin am Sammlungs- oder Aufbewahrungsort. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Akteure''': Archiv, Repository, IT-Betrieb, ggf. Sorbisches Kulturarchiv bzw. Digitalisierungszentrum. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Beispiel''': Die Bilder und das 3D-Modell des Ostereis werden auf gesicherten Servern gespeichert; das Original bleibt im Museum oder bei der Eigentümerin.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''6. Präsentieren &amp;amp; nutzen''' &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Im letzten Schritt werden die digitalen Objekte so bereitgestellt, dass sie gefunden, verstanden und genutzt werden können, z. B. in Portalen, digitalen Sammlungen oder virtuellen Ausstellungen. Dafür reicht es nicht, nur Dateien anzuzeigen: Es braucht auch verständliche Kontexte, Rechteangaben, Mehrsprachigkeit und möglichst barrierearme Zugänge. So wird aus der technischen Digitalisierung eine tatsächliche kulturelle Nutzung. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Akteure''': Kurator:innen, Vermittlung, Web/IT, Museen, Kulturinformationen, Community. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Beispiel''': Das Osterei erscheint in einer Online-Ausstellung, kann herangezoomt oder als 3D-Modell gedreht werden und wird mit einem kurzen Text zur Technik erklärt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.4.3 Organisatorische Perspektive ===&lt;br /&gt;
Die folgende Abbildung ist entnommen aus einem Poster des Sorbischen Instituts zu dessen Digitalisierungsstrategie, gefunden auf der Projektseite des Digitalisierungszentrums.&amp;lt;ref&amp;gt;Sorbisches Institut: Digitalisierungszentrum (DZ). URL: [https://www.serbski-institut.de/projekte-zentrale-vorhaben/digitalisierungszentrum-dz/ https://www.serbski-institut.de/projekte-zentrale-vorhaben/digitalisierungszentrum-dz/], abgerufen am 25.03.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Digitalisierungsstrategie des Sorbischen Instituts zeigt die Erfassung, Registrierung, Digitalisierung und Archivierung bis zur Präsentation von Kulturgütern aus '''organisatorischer Sicht'''. Sie basiert auf einem '''3-Säulen-Modell aus Kulturregister, Digitalisierungszentrum und Präsentationsumgebung'''. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Dataja:Wobraz_K4.png|mini||center|600px|Abbildung: 3-Säulen-Modell der Digitalisierungsstrategie des Sorbischen Instituts. Quelle: Sorbisches Institut, „Digitalizacija serbskich kulturnych datow / Digitalisierung der sorbischen/wendischen Kulturdaten“&amp;lt;ref&amp;gt;Sorbisches Institut 2025: Digitalizacija serbskich kulturnych datow / Digitalisierung der sorbischen/wendischen Kulturdaten (Poster). URL:  [https://www.serbski-institut.de/wp-content/uploads/2021/11/A0-Druck_Digitalisierungsstrategie-SI.pdf  https://www.serbski-institut.de/wp-content/uploads/2021/11/A0-Druck_Digitalisierungsstrategie-SI.pdf], abgerufen am 25.03.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Beide Sichtweisen - die fachliche &amp;quot;Prozess-Sicht&amp;quot; und die &amp;quot;organisatorische Sicht&amp;quot; lassen sich wie folgt in einer Darstellung zusammenfassen:&lt;br /&gt;
[[Dataja:Wobraz_K5.jpg|mini||center|600px|Abbildung: Zusammengefasste Sichtweisen auf die Digitalisierung von Kulturerbe.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der &amp;quot;Prozess der Digitalisierung von Kulturerbe&amp;quot; beschreibt, '''was''' mit einem Kulturgut geschieht; das 3-Säulen-Modell zeigt, '''wo''' diese Aufgaben organisatorisch verortet sind. Bezogen auf die oben beschriebenen [[#2.3.2 Prozessschritte im Detail|Prozessschritte der Digitalisierung von Kulturerbe]] steht das '''Sorbische Kulturregister''' für den Prozessschritt „'''2. Registrieren'''“ und dient dabei vor allem der Verzeichnung und Metadatenverwaltung. Das '''Digitalisierungszentrum''' steht für die Prozessschritte „'''4. Digitalisieren'''“ und „'''5. Archivieren'''“ und dient dabei der technischen Erfassung, Bearbeitung und Sicherung der Digitalisate. Die '''Präsentationsumgebung''' steht für den Schritt „'''6. Präsentieren'''“ und dient der öffentlichen oder kuratierten Bereitstellung zur Nutzung. Ergänzende Konzepte des SI machen dabei deutlich, dass die Digitalisierung im Regelfall eine vorherige Verzeichnung im Register voraussetzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
! Prozessschritt&lt;br /&gt;
! Verantwortliche Organisation&lt;br /&gt;
! Funktion im Gesamtsystem&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''2. Registrieren'''&lt;br /&gt;
| '''Sorbisches Kulturregister'''&lt;br /&gt;
| Kulturgüter werden als Entitäten nachgewiesen, beschrieben, mit Metadaten versehen und miteinander verknüpft. Das Register erfüllt damit eine katalogähnliche Funktion: Es macht sichtbar, welche Kulturgüter es gibt, wo sie sich befinden und in welchem Kontext sie stehen.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''4. Digitalisieren'''&lt;br /&gt;
| '''Digitalisierungszentrum'''&lt;br /&gt;
| Kulturgüter werden technisch erfasst, z. B. durch Scan, Fotografie, Audio-/Videoübertragung oder 3D-Erfassung. Das Digitalisierungszentrum erzeugt und prüft die Digitalisate, ist aber nicht selbst primär ein Präsentationssystem.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''5. Archivieren'''&lt;br /&gt;
| '''Digitalisierungszentrum / Repositorium / Archiv'''&lt;br /&gt;
| Die digitalen Dateien werden geordnet gespeichert, mit Metadaten verbunden und langfristig gesichert. Dazu gehört auch die Sicherstellung der Langzeitaufbewahrung, etwa durch geeignete Speicherorte, Prüfroutinen und spätere Migrationen.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''6. Präsentieren'''&lt;br /&gt;
| '''Sorabicon / weitere Präsentationsumgebungen'''&lt;br /&gt;
| Die digitalen Inhalte werden für Nutzer:innen sichtbar, erfahrbar und verständlich gemacht, z. B. in Portalen, digitalen Sammlungen oder virtuellen Ausstellungen. Die Präsentation greift dafür auf Metadaten aus dem Register und auf Digitalisate aus dem Repositorium bzw. dem Digitalisierungszentrum zurück.&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Schritt '''1. Sammeln''' liegt vor diesen drei Säulen. Er betrifft die Sammlungsorte selbst, also z. B. Museen, Archive, Heimatstuben, Vereine, Projekte, Gemeinden oder Privatpersonen. Dort entstehen oder befinden sich die Kulturgüter zunächst, bevor sie systematisch registriert, bewertet oder digitalisiert werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Schritt '''3. Bewerten''' ist ebenfalls keine eigene technische Säule, sondern ein steuernder Entscheidungsschritt. In ihm wird geklärt, welche Kulturgüter priorisiert digitalisiert werden, welche fachliche Bedeutung sie haben, welche Rechte zu beachten sind und ob eine öffentliche Präsentation möglich ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Damit wird deutlich: Register, Digitalisierungszentrum und Präsentation erfüllen unterschiedliche Aufgaben. Das '''Register''' beschreibt und verknüpft Kulturgüter, das '''Digitalisierungszentrum''' erzeugt und sichert Digitalisate und die '''Präsentationsumgebung''' macht ausgewählte Inhalte verständlich zugänglich. Gerade diese Trennung schafft klare Zuständigkeiten und erleichtert die Zusammenarbeit zwischen Sammlungsorten, Fachstellen, technischen Dienstleistern und Öffentlichkeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== 2.5 Beispiele anderer Kulturen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Digitalisierung des Kulturerbes kleiner, autochthoner, indigener und sprachlicher Gemeinschaften weist häufig vergleichbare Herausforderungen auf: Kulturgüter und Bestände sind auf viele Institutionen, Vereine, lokale Einrichtungen und private Träger verteilt. Personelle und finanzielle Ressourcen sind begrenzt, mehrere Sprachen und Beschreibungstraditionen müssen berücksichtigt werden und nicht alle kulturellen Inhalte dürfen oder sollen ohne Einschränkung öffentlich zugänglich gemacht werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In einer vergleichenden Recherche wurde daher untersucht, wie andere Gemeinschaften und Regionen ihr Kulturerbe erfassen, beschreiben, digitalisieren, langfristig sichern und zur Nutzung bereitstellen. Dabei wurde nicht nach einer universell „idealen“ technischen Lösung gesucht. Untersucht wurde vielmehr, welche organisatorischen, technischen, rechtlichen und gemeinschaftlichen Modelle unter welchen Rahmenbedingungen funktionieren, welche Schwierigkeiten auftreten und welche übertragbaren Erfolgsfaktoren erkennbar sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die nachfolgenden Beispiele verdeutlichen unterschiedliche Schwerpunkte: gemeinschaftliche Steuerung, institutionsübergreifende Register und Suchsysteme, Digitalisierung verteilter Bestände, Sprach- und Tonarchive, abgestufte Zugänge, Unterstützung kleiner Kulturgutträger sowie die Überführung zeitlich begrenzter Projekte in einen dauerhaften Betrieb.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die daraus abgeleiteten Kriterien bilden einen Referenzrahmen. Anhand dieses Referenzrahmens kann in einer späteren Ist-Analyse geprüft werden, welche Funktionen bereits vorhanden, nur konzeptionell beschrieben, in Pilotprojekten erprobt oder dauerhaft im Regelbetrieb verankert sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die ausführlichen Fallprofile, Vergleichsmatrizen, Quellen sowie ein Hinweis zur KI-gestützten Erstellung befinden sich in der [[12.3.A1 Vergleichende Recherche – Digitalisierung des Kulturerbes anderer Kulturen und Regionen|ausführlichen Vergleichsrecherche]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.5.1 RomArchive – Digitales Archiv der Roma ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Roma und Sinti sind eine transnationale Minderheit, die in zahlreichen europäischen Staaten lebt. RomArchive wurde von 2015 bis 2019 mit 3,75 Millionen Euro durch die Kulturstiftung des Bundes gefördert. Weitere Unterstützer waren unter anderem die Bundeszentrale für politische Bildung, das Auswärtige Amt und das Goethe-Institut. Seit 2019 wird das Archiv durch das Dokumentations- und Kulturzentrum Deutscher Sinti und Roma in Heidelberg betrieben.&amp;lt;ref name=&amp;quot;vergleich_romarchive&amp;quot;&amp;gt;RomArchive o. J.: Frequently Asked Questions. URL: https://www.romarchive.eu/en/about/frequently-answered-questions/; Dokumentations- und Kulturzentrum Deutscher Sinti und Roma e. V. o. J.: Imprint. URL: https://www.romarchive.eu/en/imprint/; Kulturstiftung des Bundes o. J.: RomArchive. URL: https://www.kulturstiftung-des-bundes.de/en/programmes_projects/film_and_new_media/detail/romarchive.html, jeweils abgerufen am 20.07.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Archiv präsentiert Kunst, Geschichte und Kultur aus der Perspektive der Roma. Kuratorische Teams und Beirat waren überwiegend mit Angehörigen der Minderheit besetzt. Neben öffentlich zugänglichen Inhalten existiert ein internes Archiv mit beschränktem Forschungszugang. Besonders lehrreich ist der bereits zu Projektbeginn geplante und später tatsächlich vollzogene Übergang an einen dauerhaften Betreiber.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Erfolgsfaktoren und Learnings:''' &lt;br /&gt;
* Angehörige der Gemeinschaft sollten nicht nur Inhalte zuliefern, sondern festgelegte Entscheidungsrechte bei Auswahl, Beschreibung, Kontextualisierung und Zugangsregeln besitzen. &lt;br /&gt;
* Bereits zu Beginn einer Projektphase verbindlich klären, welche Institution das Register, Archiv oder Portal nach dem Ende der Förderung dauerhaft betreibt, pflegt und finanziert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.5.2 Nuohtti – Zugang zum Sámi-Kulturerbe ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Sámi sind ein indigenes Volk im nordeuropäischen Sápmi, das sich über Teile Norwegens, Schwedens, Finnlands und Russlands erstreckt. Viele historische Sámi-Materialien befinden sich außerhalb der Sámi-Institutionen in europäischen Archiven und Museen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nuohtti ist ein gemeinsamer Suchdienst für digitalisierte Sámi-Materialien. Er wurde von 2018 bis 2021 mit Mitteln des Programms Interreg Nord der EU (Europäische Union) entwickelt. Beteiligt waren unter anderem die Sámi-Archive der finnischen und norwegischen Nationalarchive, das schwedische Reichsarchiv und mehrere Universitäten. Die Sámi-Parlamente Finnlands, Norwegens und Schwedens waren in der Steuerungsgruppe vertreten. Der Dienst führte nach Projektangaben etwa 30.000 Datensätze aus 32 Institutionen zusammen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;vergleich_nuohtti&amp;quot;&amp;gt;Nuohtti o. J.: About Nuohtti. URL: https://nuohtti.com/Content/about; University of the Arctic 2023: The Nuohtti service provides digital access to Sámi material in European archives. URL: https://www.uarctic.org/news/2023/3/the-nuohtti-service-provides-digital-access-to-sami-material-in-european-archives/, jeweils abgerufen am 20.07.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nuohtti übernimmt nicht alle Bestände in ein einziges System. Stattdessen werden Metadaten, also strukturierte Beschreibungsdaten zu Objekten und Beständen, aus vorhandenen Einrichtungen zusammengeführt und mit mehrsprachiger Suche, Karte und Zeitleiste zugänglich gemacht. Ethische Hinweise machen darauf aufmerksam, dass viele Bestände unter historischen und teilweise kolonialen Bedingungen gesammelt und beschrieben wurden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Erfolgsfaktoren und Learnings:''' &lt;br /&gt;
* Ein gemeinsamer Zugang kann auch mit dezentraler Architektur der Bestände erfolgen – Originale, Dateien und Fachsysteme können beim Kulturgutträger verbleiben.&lt;br /&gt;
* Ein Register für Kulturdaten kann als übergreifende Nachweisschicht arbeiten: Größere Einrichtungen liefern Daten über technische Schnittstellen, während kleine Träger zentrale oder gemeinsam bereitgestellte Erfassungsdienste nutzen können. &lt;br /&gt;
* Historische Fremdbeschreibungen sollten ergänzt werden durch Selbstbezeichnungen, eigene Sprachformen, alternative Benennungen und Kontexte der betreffenden Gemeinschaft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.5.3 People’s Collection Wales / Casgliad y Werin Cymru ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wales ist ein Landesteil des Vereinigten Königreichs mit einer eigenständigen nationalen und walisischsprachigen Identität. People’s Collection Wales ist eine zweisprachige Plattform für institutionelles und gemeinschaftlich getragenes Kulturerbe. Sie wird als Verbund der National Library of Wales, des National Museum Wales und der Royal Commission on the Ancient and Historical Monuments of Wales betrieben und durch die walisische Regierung finanziert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Neben der technischen Plattform werden kostenlose Beratung und Schulungen zu Digitalisierung, Metadaten, Urheberrecht, Datenschutz und Oral History, also mündlich überlieferter und aufgezeichneter Geschichte, angeboten. Eine unabhängige Evaluation stellte Fortschritte bei der Zusammenarbeit und beim Kompetenzaufbau fest, benannte aber auch begrenzte Wirkungsnachweise, Finanzierungsrisiken und den hohen Personalaufwand für die Unterstützung der beteiligten Gemeinschaften.&amp;lt;ref name=&amp;quot;vergleich_wales&amp;quot;&amp;gt;Vittle, Kate / Haswell-Walls, Fran / Dixon, Tim; ERS Ltd. 2016: Evaluation of the Casgliad y Werin Cymru / People’s Collection Wales Digital Heritage Programme. Impact Report. URL: https://www.gov.wales/sites/default/files/publications/2019-08/evaluation-of-the-peoples-collection-wales-digital-heritage-programme-impact.pdf; People’s Collection Wales o. J.: Community Support. URL: https://www.peoplescollection.wales/about-us/community-support, jeweils abgerufen am 20.07.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Erfolgsfaktoren und Learnings:''' &lt;br /&gt;
* Kleine und ehrenamtlich betreute Sammlungen benötigen nicht nur technische Standards, sondern konkrete und dauerhaft verfügbare Dienstleistungen: Erstberatung, Schulung, Vorlagen, Unterstützung bei Rechtefragen, Qualitätskontrolle und persönliche Ansprechpartner. &lt;br /&gt;
* Ein Digitalisierungszentrum oder ein Verbund koordinierter Digitalisierungsdienste sollte daher als Service- und Kompetenzstruktur ausgestaltet werden und nicht lediglich als technische Produktionsstelle. &lt;br /&gt;
* Der dafür notwendige Beratungs- und Unterstützungsaufwand muss als dauerhafte Betriebsaufgabe eingeplant werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.5.4 Tobar an Dualchais / Kist o Riches ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schottisch-Gälisch ist eine Minderheitensprache, die vor allem in den Highlands und auf den schottischen Inseln gesprochen wird. Tobar an Dualchais macht mehr als 40.000 seit den 1930er Jahren entstandene Tonaufnahmen zugänglich. Die Bestände umfassen Erzählungen, Lieder, Musik, Gedichte und mündlich überliefertes Wissen auf Gälisch, Scots und Englisch. Ein bedeutender Teil der Originalbestände wird in den School of Scottish Studies Archives der Universität Edinburgh verwahrt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;vergleich_tobar&amp;quot;&amp;gt;University of Edinburgh 2024: Tobar an Dualchais / Kist o Riches. URL: https://gaelic.ed.ac.uk/gaelic-collections/tobar-an-dualchais-kist-o-riches; Scottish Government 2025: Rediscovering lost Gaelic words. URL: https://www.gov.scot/news/rediscovering-lost-gaelic-words/, jeweils abgerufen am 20.07.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Digitalisierung wird mit Verschriftlichung beziehungsweise Transkription, sprachlicher Erschließung, Freiwilligenarbeit und teilweise automatischer Spracherkennung verbunden. Das Projekt erhält wiederkehrende öffentliche Förderungen, muss Rechteklärung, Transkription und technische Weiterentwicklung jedoch dauerhaft fortsetzen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Erfolgsfaktoren und Learnings:''' &lt;br /&gt;
* Gefährdete Ton-, Film- und Videobestände müssen wegen Materialverfall, beschädigungsanfälliger Trägermaterialien und nicht mehr verfügbarer Wiedergabetechnik zeitlich priorisiert werden. &lt;br /&gt;
* Ein geeignetes Pilotprojekt kann Digitalisierung, Rechteklärung, Verschriftlichung, Übersetzung, Metadatenerfassung, Archivierung und Bildungsnutzung entlang einer vollständigen Prozesskette verbinden. &lt;br /&gt;
* Dadurch werden nicht nur einzelne Dateien erzeugt, sondern zugleich die notwendigen Standards, Zuständigkeiten und Aufwände erprobt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.5.5 Euskariana – Portal zum baskischen Kulturerbe ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Baskinnen und Basken leben in Gebieten Spaniens und Frankreichs. Euskariana ist das staatlich betriebene Kulturportal der Autonomen Gemeinschaft Baskenland in Spanien. Es wird durch die Digitale Bibliothek Euskadi betrieben und verbindet Daten der baskischen Regierung, der Provinzen, Kommunen, Universitäten sowie öffentlicher, kirchlicher und privater Einrichtungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Portal ist zugleich gemeinsamer Katalog und Zugang zu digitalen Objekten. Es kann Inhalte über ein eigenes Repositorium, also ein institutionell betriebenes digitales Ablage- und Erhaltungssystem, bereitstellen oder zu den Systemen der Partner verlinken. Verwendet werden internationale Standards wie Dublin Core als allgemeiner Metadatenstandard, METS (Metadata Encoding and Transmission Standard) zur Strukturierung und Übertragung digitaler Objekte, PREMIS (Preservation Metadata: Implementation Strategies) für Metadaten zur digitalen Langzeiterhaltung und ALTO (Analyzed Layout and Text Object) für erkannte Texte und Seitenlayouts. Die standardisierten Daten können unter anderem an Europeana weitergegeben werden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;vergleich_euskariana&amp;quot;&amp;gt;Gobierno Vasco / Biblioteca Digital de Euskadi o. J.: Acerca de Euskariana. URL: https://www.euskariana.euskadi.eus/euskadibib/es/help/about.do, abgerufen am 20.07.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Erfolgsfaktoren und Learnings:''' &lt;br /&gt;
* Unterschiedliche Kulturgutträger benötigen unterschiedliche Anschlussmöglichkeiten. &lt;br /&gt;
** Kleine Einrichtungen sollten Daten und gegebenenfalls Dateien in zentral bereitgestellten Diensten erfassen und verwalten können. &lt;br /&gt;
** Größere Institutionen sollten ihre vorhandenen Systeme über Datenexporte oder Programmierschnittstellen anbinden können. &lt;br /&gt;
* Dafür ist ein gemeinsamer, bewusst schlank gehaltener Metadatenkern erforderlich, der durch fach- und institutionsspezifische Angaben erweitert werden kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.5.6 Mukurtu und Plateau Peoples’ Web Portal ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mukurtu ist eine frei verfügbare Software für die gemeinschaftlich kontrollierte Verwaltung digitalen indigenen Kulturerbes. Das Plateau Peoples’ Web Portal verbindet acht indigene Nationen des nordwestlichen Plateaus der USA mit der Washington State University und mehreren Museen und Archiven. Stammesvertreter wählen und beschreiben die Inhalte; die Universität übernimmt wesentliche technische Betriebsaufgaben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mukurtu ermöglicht kulturelle Protokolle, also gemeinschaftlich festgelegte Regeln für Zugang und Nutzung, Traditional Knowledge Labels als Kennzeichnungen für überliefertes gemeinschaftliches Wissen sowie mehrere Beschreibungen zu demselben Objekt. Dadurch kann neben einer institutionellen Museumsbeschreibung eine Beschreibung der Herkunftsgemeinschaft stehen. Zugänge können von vollständig öffentlich bis streng beschränkt reichen. Mukurtu weist ausdrücklich darauf hin, dass die Plattform vor allem dem Zugang und der gemeinschaftlichen Verwaltung dient und ein gesondertes Konzept für Digitalisierung, Langzeiterhaltung, Personal und Finanzierung erforderlich bleibt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;vergleich_mukurtu&amp;quot;&amp;gt;Mukurtu CMS / Washington State University o. J.: About. URL: https://mukurtu.org/about/; Plateau Peoples’ Web Portal. URL: https://mukurtu.org/project/plateau-peoples-web-portal-showcase/, jeweils abgerufen am 20.07.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Erfolgsfaktoren und Learnings:''' &lt;br /&gt;
* Rechte und kulturelle Sensibilität müssen als Bestandteil des Datenmodells behandelt werden und dürfen nicht erst unmittelbar vor einer Veröffentlichung geprüft werden. &lt;br /&gt;
* Sinnvoll sind abgestufte Kategorien wie &lt;br /&gt;
** „nur Metadaten öffentlich“, &lt;br /&gt;
** „öffentliches Nutzungsdigitalisat“, &lt;br /&gt;
** „Zugang nach Rücksprache“, &lt;br /&gt;
** „beschränkter Gemeinschafts- oder Forschungszugang“, &lt;br /&gt;
** „zeitlich gesperrt“ und &lt;br /&gt;
** „nicht zugänglich“. &lt;br /&gt;
* Mehrere Beschreibungen zu demselben Objekt ermöglichen es außerdem, institutionelle Überlieferung und Selbstbeschreibung nebeneinander nachvollziehbar zu dokumentieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.5.7 Indigitization – zentrale Unterstützung für dezentrale Digitalisierung ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Indigitization unterstützt First Nations und weitere indigene Gemeinschaften in British Columbia in Kanada. Das Programm wird gemeinsam von indigenen Organisationen, Bibliotheken, Archiven und Hochschulen getragen. Es stellt einen Werkzeugkasten, Schulungen, Musterunterlagen, technische Beratung und Förderhilfen bereit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von 2013 bis 2019 wurden drei Pilotprojekte und 45 weitere Projekte gefördert. Dabei wurden mehr als 11.000 Audiokassetten digitalisiert. Die Digitalisierung erfolgte in den Gemeinschaften; eine allgemeine Veröffentlichung war nicht zwingend. Das frühere Förderprogramm für Audiokassetten befindet sich inzwischen allerdings in einer Pause.&amp;lt;ref name=&amp;quot;vergleich_indigitization&amp;quot;&amp;gt;Indigitization o. J.: About Us. URL: https://www.indigitization.ca/about-2/; Indigitization Toolkit. URL: https://www.indigitization.ca/toolkit/; Audio Cassette Digitization Grant. URL: https://www.indigitization.ca/funding/audio-cassette-grant/, jeweils abgerufen am 20.07.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Erfolgsfaktoren und Learnings:''' &lt;br /&gt;
* Zentral bereitgestellte Kompetenz lässt sich mit dezentraler Verantwortung verbinden. &lt;br /&gt;
* Ein Digitalisierungszentrum oder ein Verbund gemeinsamer Dienste kann Schulungen, Leih- und Mobiltechnik, Qualitätsprüfung, Rahmenverträge, Musterunterlagen, Beratung und Kleinprojektförderung anbieten. &lt;br /&gt;
* Originale, lokales Wissen und kulturelle Beziehungen können grundsätzlich bei den jeweiligen Kulturgutträgern verbleiben. &lt;br /&gt;
* Damit nach Abschluss einzelner Digitalisierungsprojekte keine ungesicherten Dateien zurückbleiben, sollte jedoch von Beginn an ein gemeinsames oder verbindlich angebundenes Repositorium beziehungsweise digitales Archiv vorgesehen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.5.8 Zusammenfassungen der Beispiele anderer Kulturen im Anhang ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tabellarische Übersichten und Zusammenfassungen aller untersuchten Beispiele anderer Kulturen und Regionen befinden sich im Anhang [[12.3.A1 Vergleichende Recherche – Digitalisierung des Kulturerbes anderer Kulturen und Regionen#E. Vergleichsmatrix|in Abschnitt E. Vergleichsmatrix]] unter &lt;br /&gt;
* [[12.3.A1 Vergleichende Recherche – Digitalisierung des Kulturerbes anderer Kulturen und Regionen#E.1 Funktionen, Architektur und Standards|E.1 Funktionen, Architektur und Standards]] und&lt;br /&gt;
* [[12.3.A1 Vergleichende Recherche – Digitalisierung des Kulturerbes anderer Kulturen und Regionen#E.2 Governance, Finanzierung, Erfolg und Übertragbarkeit|E.2 Governance, Finanzierung, Erfolg und Übertragbarkeit]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Zusammenfassung der übergreifenden Erfolgsfaktoren aus den Beispielen befindet sich im Anhang [[12.3.A1 Vergleichende Recherche – Digitalisierung des Kulturerbes anderer Kulturen und Regionen#F. Übergreifende Erfolgsfaktoren|in Abschnitt F. Übergreifende Erfolgsfaktoren]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.5.9 Was sich aus den Beispielen ableiten lässt ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus den untersuchten Beispielen lässt sich kein einzelnes Projekt und kein bestimmtes Softwaresystem ableiten, das unverändert übernommen werden könnte. Wiederkehrend zeigen sich jedoch '''vier notwendige Funktionen, drei übergreifende Erfolgsbedingungen und zwei grundlegende Umsetzungsprinzipien'''. Sie bilden einen kompakten Orientierungsrahmen für die Digitalisierung von Kulturerbe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Vier Kernfunktionen – was muss dauerhaft geleistet werden? ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Damit die Digitalisierung nicht bei einzelnen Digitalisaten oder einem Präsentationsportal stehen bleibt, müssen vier Kernfunktionen verlässlich abgedeckt und miteinander verbunden werden:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot; style=&amp;quot;width:100%;&amp;quot;&lt;br /&gt;
! Kernfunktion&lt;br /&gt;
! Kernfrage&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''1. Register für Kulturdaten'''&lt;br /&gt;
| '''Was ist vorhanden und was sollte prioritär bearbeitet werden?''' – Kulturgüter und Bestände nachweisen, beschreiben, verknüpfen und ihren Digitalisierungs- und Rechtezustand erfassen.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''2. Digitalisierungszentrum / Digitalisierungsdienste'''&lt;br /&gt;
| '''Wie wird qualitätsgesichert digitalisiert?''' – Kulturgutträger beraten, Digitalisierung vorbereiten oder durchführen, Qualität sichern und die Übergabe vorbereiten.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''3. Repositorium / digitales Langzeitarchiv'''&lt;br /&gt;
| '''Wie bleibt das digitale Kulturerbe dauerhaft erhalten?''' – Masterdateien und Metadaten sicher übernehmen, erhalten, sichern und bei technischen Veränderungen migrieren.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''4. Präsentations- und Nutzungssysteme'''&lt;br /&gt;
| '''Wie wird das Kulturerbe gefunden, verstanden und genutzt?''' – freigegebene Inhalte mehrsprachig vermitteln und für Bildung, Forschung und kulturelle Nachnutzung bereitstellen.&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die vier Funktionen bedeuten nicht zwingend vier Einrichtungen oder vier technische Systeme. Entscheidend ist, dass alle Funktionen abgedeckt, ihre Zuständigkeiten geklärt und ihre Übergaben zuverlässig organisiert sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Drei Erfolgsbedingungen – was gilt für alle Kernfunktionen? ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
# '''Gemeinsam entscheiden und Rechte abgestuft regeln:''' &lt;br /&gt;
#* Angehörige der betreffenden Gemeinschaft und die Kulturgutträger sollten nachvollziehbare Entscheidungsrechte bei Auswahl, Beschreibung, Priorisierung und Veröffentlichung besitzen. &lt;br /&gt;
#* Zugänge sollten abgestuft sein, beispielsweise auch &amp;quot;ausschließlich Metadaten&amp;quot;, &amp;quot;Zugang nach Rücksprache&amp;quot; oder &amp;quot;beschränkte Gemeinschafts- und Forschungszugänge&amp;quot; ermöglichen. &lt;br /&gt;
#* Rechtliche Zulässigkeit und kulturelle Angemessenheit sind dabei getrennt zu betrachten. &lt;br /&gt;
#* Selbstbezeichnungen und eigene kulturelle Perspektiven sollten historische Fremdbeschreibungen ergänzen können.&amp;lt;br&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
# '''Gemeinsame Standards, Mehrsprachigkeit und technische Anschlussfähigkeit sichern:''' &lt;br /&gt;
#* Ein bewusst schlanker gemeinsamer Metadatenkern, Qualitätsstandards und geregelte Datenübergaben ermöglichen die Zusammenarbeit unterschiedlicher Einrichtungen. Zusätzlich können fach- oder institutionsspezifische Metadatensätze genutzt werden.&lt;br /&gt;
#* Sprachen und Sprachvarianten müssen als eigenständige Datenwerte berücksichtigt werden, bspw. bei Metadaten, Beschreibungen usw. &lt;br /&gt;
#* Kleine Träger benötigen einfache zentrale Erfassungsmöglichkeiten, z. B. per Weboberfläche, größere Institutionen Schnittstellen oder Datenexporte aus ihren vorhandenen Systemen.&amp;lt;br&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
# '''Dauerhafte Verantwortung und Finanzierung sichern:''' &lt;br /&gt;
#* Bereits beim Aufbau muss feststehen, wer Register, Digitalisierungsdienste, Repositorium und Präsentationssystem nach einer Projektförderung dauerhaft betreibt. &lt;br /&gt;
#* Neben einmaligen Projektmitteln müssen deshalb auch Personal, Beratung, Datenpflege, Speicher, Softwarepflege, Sicherung und spätere technische Erneuerungen dauerhaft finanziert werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Zwei Umsetzungsprinzipien – wie sollte vorgegangen werden? ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
# '''Priorisieren, die vollständige Kette pilotieren, dann skalieren:''' &lt;br /&gt;
#* Nicht alles muss gleichzeitig digitalisiert werden. Besonders gefährdete oder kulturell bedeutsame Bestände sollten priorisiert werden. &lt;br /&gt;
#* Pilotprojekte sollten möglichst den gesamten Weg von der Erfassung und Rechteklärung über die Digitalisierung bis zur Archivierung und Nutzung durchlaufen. Dabei werden Standards, Zuständigkeiten, Kosten und tatsächliche Nutzung erprobt. &lt;br /&gt;
#* Erst auf dieser Grundlage sollte in größerem Umfang skaliert werden.&amp;lt;br&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
# '''Zentral ermöglichen, dezentral verantworten:''' &lt;br /&gt;
#* Zentrale Stellen können Infrastruktur, Beratung, Schulung, Digitalisierungstechnik, Qualitätskontrolle, Rechtehilfe und Langzeiterhaltung bereitstellen. &lt;br /&gt;
#* Originale, lokales Wissen, kulturelle Beziehungen und wesentliche inhaltliche Entscheidungen können gleichzeitig bei den jeweiligen Kulturgutträgern verbleiben. &lt;br /&gt;
#* Zentralisierung von Diensten und dezentrale kulturelle Verantwortung sind damit keine Gegensätze, sondern können sich gegenseitig ergänzen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Für die Reihenfolge ergibt sich daraus:''' &lt;br /&gt;
# Zuerst Entscheidungsrechte, Standards, Betreiber und Finanzierung ausreichend klären; &lt;br /&gt;
# anschließend mit ausgewählten Beständen die vollständige Prozesskette erproben und die Unterstützungsstrukturen aufbauen; &lt;br /&gt;
# auf dieser Grundlage Digitalisierung, Präsentation und Nachnutzung schrittweise verbreitern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Präsentation und Nutzung sind dabei nicht von geringerer Bedeutung und sollten bereits Bestandteil der Pilotprojekte sein. '''Später erfolgt nicht die Nutzung selbst, sondern deren breiter Ausbau.'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weiterführende '''Hinweise und Empfehlungen zu einem möglichen Vorgehen sowie zeitlichen und inhaltlichen Prioritäten''' befinden sich im Anhang [[12.3.A1 Vergleichende Recherche – Digitalisierung des Kulturerbes anderer Kulturen und Regionen#G.2 Was zentral, dezentral und gemeinsam organisiert werden sollte|im Abschnitt &amp;quot;Priorisierte Schlussfolgerung&amp;quot; von G2 bis G9]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein ausführliches '''Prüfraster zur Bewertung des jeweiligen Entwicklungsstandes''' befindet sich [[12.3.A2 Prüfraster zur Bewertung des Entwicklungsstandes beim Aufbau der Digitalisierung des Kulturerbes|im Anhang 2 &amp;quot;Prüfraster zur Bewertung des Entwicklungsstandes&amp;quot;]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= 3. Ist-Analyse der Digitalisierung des sorbischen Kulturerbes =&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der [[#2 Ist-Analyse „Digitalisierung von Kulturerbe“|vorangegangene Abschnitt 2]] hat beschrieben, was zur Digitalisierung von Kulturerbe gehört, welche Aufgaben dabei dauerhaft erfüllt werden müssen und wie andere Gemeinschaften und Regionen diese Aufgaben lösen. Der Abschnitt 3 richtet nun den Blick auf die sorbische Situation. Er geht der Frage nach, wie gut die sorbische Kulturerbelandschaft heute organisatorisch, technisch und personell aufgestellt ist, um ihr materielles, immaterielles und digitales Kulturerbe institutionsübergreifend zu erfassen, zu digitalisieren, dauerhaft zu erhalten und zugänglich zu machen – und wo vorrangiger Handlungsbedarf besteht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Analyse gliedert sich in fünf Teile:&lt;br /&gt;
* '''Akteure und Rollen''': Wer bewahrt sorbisches Kulturerbe und welche Aufgaben übernehmen die Akteure bei seiner Digitalisierung (Sammeln, Finanzieren, Koordinieren usw.)?&lt;br /&gt;
* '''Bestände und Digitalisierungsbedarf''': Welche Kulturgüter gibt es, wie weit sind  sie erfasst und digitalisiert, und welche müssen vorrangig gesichert werden?&lt;br /&gt;
* '''Vorhaben und Systeme''': Welche sorbischen Projekte und Angebote decken die [[#2.3.2 Vier Kernfunktionen|vier Kernfunktionen]] Nachweisen, Digitalisieren, langfristig Erhalten und Zugänglichmachen bereits ab?&lt;br /&gt;
* '''Zusammenarbeit und dauerhafter Betrieb''': Wie sind die Steuerung und Zusammenarbeit (Governance) organisiert (Zuständigkeiten, Standards, Rechte und Finanzierung)?&lt;br /&gt;
* '''Gesamtbewertung''': Was funktioniert bereits, wo gibt es Lücken und welche davon sollten zuerst geschlossen werden? &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Analyse stellt dabei den Bedarf der Bestände dem vorhandenen Angebot an Diensten und dem organisatorischen Rahmen gegenüber. Wo beides auseinanderfällt, entstehen Lücken, siehe nachfolgende Übersicht.&lt;br /&gt;
[[Dataja:Wobraz K6.png|thumb|center|600px|Übersicht der Ist-Analyse]]&amp;lt;ref&amp;gt;Mermaid Flowchart Code: [https://mermaid.live/edit#pako:eNqVlM1y2jAQx19lR7maFGMcwJPJDGAnh9AcaE4pPcj2-qPYErOWmtJ8PE0fo7e8WGWDTUja6VS-WB_7293_rvTAIhkj81hSyPso46Tg1l_RSoAZ088rdh5eOKc2TNcKNeH5h_DiPKQPF7fbjQW39PIzRaqMXaIsWMqiQLFiX2r7llHpMCW-yeDGwG54lCXEU9wfgv2Ic8JI5VLAYvl6fdYGMIAZVurlp4gPIVzrQmlKtVoXvKoQNiThEy_LQou0kqTe-Ji_ZsWckgOJC4hRwFSkGEpl_r5i44-L2IIyV-BTLtIij7I15m-5M-j1LmDeLqGI_5j-0rjfOwAtYljyrOzE-pcOfhu7A36OolLYMD5tzV95yONbjgTXSCLRYl1j3jkIWtAQruQ3c5KL6GB_pyujHwpOocmzcRFzjVSX15BnqCjH8A3Sh-fnZwj-kv-0VufReLrnGRlluzI-ws3xmdDQMQ_NmX2KFqR1DYq6IDu1HqFT5aZRfbFLZ_HyK1qj6PLY1RdkJhC4rgw2ykxcWLUlfpXCcgdqp4tmetXK5MIVGk1UiPdIyjRW7eNNh0d1-_mYgECtiBeQ5EXhnVzawWUwtipFco3eiXvpBu7UimQhyTsZzM03fU9o70fLmAbzYNQxJhNnbvstY2QPZrbzjsH3TbYjBLbxG3SE_uVZ4J61hP7Y7Q_tIwJMrYV11aZyvDWz5ocIj7d8K2gdd52vtgWaOu3iSJrRxTEej0fj_n7ai3llXh7iW88F99h--d_2zGIp5THzFGm0WIlU8nrKHmruiqnMXJkV88wvYay_9xoxVmwlnozphos7KcvWmqROM-YlvKjMTG9irtDPubnSZbdKdWvRXGqhmDd07AbCvAf2nXnuqWP3RwN7eDZwJ4Ph2MHeyGJb5vXs0-HEnTgDxxn3-4OzvuOarSeL_Wi8C10UFsM4V5I-7h7o5p1--g24x9CK hier klicken], abgerufen am 20.10.2026&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== 3.1 Akteure und Rollen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sorbisches Kulturerbe wird von vielen Einrichtungen, Gruppen und Einzelpersonen bewahrt, gepflegt und dokumentiert – von sorbischen ebenso wie von nicht-sorbischen. Dieser Abschnitt zeigt, wer Bestände hält, wer Dienste zur Digitalisierung anbietet und wer den organisatorischen und finanziellen Rahmen gestaltet. Damit wird auch sichtbar, welche Aufgaben bislang von keinem Akteur erkennbar übernommen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Grundlage sind Arbeitsunterlagen der Domowina aus den Jahren 2019 und 2020&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;&amp;gt;Domowina e. V., Kulturausschuss (Clemens Škoda) 2019: Serbske kulturne herbstwo (SKH). Arbeitspapier, Stand 18.03.2019, S. 2–8. Unveröffentlicht; interne Referenz: 2020-09-07_Serbske kulturne herbstwo w Budyšinje_opt.pdf.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019b&amp;quot;&amp;gt;Domowina e. V. 2019: Přehlad relewantnych městnosćow / „małkich“ a „wulkich“ muzejow nastupajo serbske kulturne herbstwo, Stand 11.11.2019. Unveröffentlicht; interne Referenz: 2019_11_Priloha A_prehlad_muzejow a zberkow.pdf.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2020&amp;quot;&amp;gt;Domowina e. V., Kulturausschuss 2020: Protokoll der Fachkommission „Serbske kulturne herbstwo“ vom 07.09.2020. Unveröffentlicht; interne Referenz: 2020_09_07_skh komisija-protokol.pdf.&amp;lt;/ref&amp;gt;, eine darauf aufbauende Arbeitsliste der Sammlungsorte mit ergänzender Internetrecherche&amp;lt;ref name=&amp;quot;liste2026&amp;quot;&amp;gt;Arbeitsliste „Sammlungsorte sorbischen Kulturerbes“, Stand 02.04.2026, erstellt im Rahmen des Digitalisierungskonzepts aus Internetrecherche und den Domowina-Unterlagen. Unveröffentlicht; Grundlage für Anhang 12.3.A3.&amp;lt;/ref&amp;gt; sowie Projektunterlagen und Gespräche. Ein Teil der Angaben ist mehrere Jahre alt und wird schrittweise aktualisiert. Nicht belegte Angaben sind als ''offen'', Vermutungen als ''Annahme'' gekennzeichnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.1.1 Begriffe und Rollen ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
; Akteur&lt;br /&gt;
: Einrichtung, Gruppe oder Person, die eine Aufgabe im Umgang mit sorbischem Kulturerbe oder seiner Digitalisierung übernimmt.&lt;br /&gt;
; Kulturgutträger&lt;br /&gt;
: Akteur, der Kulturgüter verwahrt oder eine kulturelle Praxis trägt und weitergibt, bspw. ein Museum, eine Heimatstube, ein Chor oder eine Privatperson mit einer Sammlung.&lt;br /&gt;
; Trägerschaft&lt;br /&gt;
: Rechtliche und finanzielle Verantwortung für eine Einrichtung, zum Beispiel durch eine Kommune, einen Landkreis, eine Stiftung, einen Verein, eine Kirche oder eine Privatperson. Eigentum und Betrieb können dabei auseinanderfallen, bspw. gehörte der Dom Njechorńskeho 2019 der Domowina und wurde von der Stiftung für das sorbische Volk bewirtschaftet, der Hanzo Šustrowy dom in Trebendorf gehörte der Gemeinde und wurde von der örtlichen Domowina-Gruppe bewirtschaftet.&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019b&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
; Rolle&lt;br /&gt;
: Aufgabe, die ein Akteur übernimmt. Ein Akteur kann mehrere Rollen haben, unterschieden werden Haupt- und Nebenrollen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Rollen lassen sich drei Gruppen zuordnen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
! Gruppe !! Rolle !! Kürzel&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| rowspan=&amp;quot;2&amp;quot; | '''Am Kulturgut''' || '''Bewahren''': Originale verwahren, pflegen und verwalten || '''B'''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Dokumentieren''': lebendige Praxis festhalten in Ton, Bild oder Text || '''D'''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| rowspan=&amp;quot;4&amp;quot; | '''Dienste''' ([[#2.3.2 Vier Kernfunktionen|Kernfunktionen]]) || '''Erfassen''', beschreiben und verknüpfen || '''K1'''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Digitalisieren''' und Qualität sichern || '''K2'''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Langfristig '''erhalten''' || '''K3'''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Zugänglich machen''' und Nutzung ermöglichen || '''K4'''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| rowspan=&amp;quot;2&amp;quot; | '''Rahmen''' (Governance) || '''Steuern''', koordinieren und Regeln setzen || '''S'''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Fördern''' und finanzieren || '''F'''&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dokumentieren meint hier das Festhalten von immateriellen Kulturgütern im laufenden Kulturleben, etwa Mitschnitte von Veranstaltungen. Geschieht es systematisch nach festgelegten Standards zur dauerhaften Sicherung, ist es Teil der Kernfunktion Digitalisieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.1.2 Schlüsselakteure ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einzeln aufgeführt wird, wer mindestens eines der folgenden Kriterien erfüllt:&lt;br /&gt;
# betreibt oder plant eine Kernfunktion, die über die eigene Einrichtung hinaus wirkt,&lt;br /&gt;
# verwahrt einen hauptamtlich betreuten Kernbestand,&lt;br /&gt;
# dokumentiert regelmäßig das lebendige Kulturgeschehen,&lt;br /&gt;
# fördert, koordiniert oder setzt Regeln für die Digitalisierung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|+ Rollen der Schlüsselakteure (■ Hauptrolle · ○ Nebenrolle · ? vermutet oder offen)&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
B. Bewahren, D. Dokumentieren, K1. Erfassen, K2. Digitalisieren K3. Erhalten, K4. Nutzung ermöglichen, S. Steuern, F. Fördern&lt;br /&gt;
! Akteur !! Typ / Trägerschaft !! B !! D !! K1 !! K2 !! K3 !! K4 !! S !! F !! Hinweise&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Stiftung für das sorbische Volk || Stiftung des öffentlichen Rechts, finanziert von Bund, Freistaat Sachsen u. Land Brandenburg || ○ || || || || || || ■ || ■ || bewirtschaftete 2019 den Dom Njechorńskeho&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019b&amp;quot;/&amp;gt;; unterstützte 2019 beide sorbischen Museen finanziell&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Sorbisches Institut (SI) mit Sorbischem Kulturarchiv (SKA) und Sorbischer Zentralbibliothek || Forschungseinrichtung mit Archiv und Bibliothek; eingetragener Verein, gefördert durch die Stiftung (''Annahme'') || ■ || ? || ■ || ■ || ? || ■ || ○ || || Virtueller Lesesaal mit Bibliographie, Katalog, digitalisierten Drucken, Handschriften, Fotos und Filmen; digitales Schrifttum auch über Sachsen.Digital; Sorabicon als Sorbisches Kulturlexikon&amp;lt;ref name=&amp;quot;vls&amp;quot;&amp;gt;Sorbisches Institut o. J.: Virtueller Lesesaal. URL: https://www.serbski-institut.de/bibliothek/virtueller-lesesaal/, abgerufen am 20.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;; plant das Sorbische Kulturregister (SKR)&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;&amp;gt;Sorbisches Institut 2025: Konzept für ein Sorbisches Kulturregister (SKR), zweite aktualisierte Fassung vom 20.11.2025. URL: https://www.serbski-institut.de/wp-content/uploads/2021/11/00_Zweite-aktualisierte-Fassung_Konzept_Sorbisches-Kulturregister_20.11.2025.pdf&amp;lt;/ref&amp;gt; und das Digitalisierungszentrum (DZ) auch für andere Träger&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz&amp;quot;&amp;gt;Sorbisches Institut: Digitalisierungszentrum (DZ). URL: https://www.serbski-institut.de/projekte-zentrale-vorhaben/digitalisierungszentrum-dz/&amp;lt;/ref&amp;gt;; langfristige Erhaltung für Dritte ''offen''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Sorbisches Museum Bautzen || Museum; Landkreis Bautzen, finanziell unterstützt von der Stiftung (Stand 2019)&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt; || ■ || || ○ || ? || ? || ? || || || Inventarverzeichnis vorhanden (2019)&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;; Digitalisierungsstand und Online-Angebot ''offen''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Wendisches Museum Cottbus || Museum; Stadt Cottbus, finanziell unterstützt von der Stiftung (Stand 2019)&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt; || ■ || || ○ || ? || ? || ? || || || Inventarverzeichnis vorhanden (2019)&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;; Digitalisierungsstand und Online-Angebot ''offen''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Sächsische Landesbibliothek – Staats- und Universitätsbibliothek Dresden (SLUB) || Landes- und Universitätsbibliothek; Freistaat Sachsen || ■ || || ○ || ? || ○ || ■ || || || Lusatica-Sammlung, die das kulturelle Erbe der Sorben zugänglich machen soll&amp;lt;ref name=&amp;quot;slub&amp;quot;&amp;gt;SLUB Dresden o. J.: Sammlungen zur sächsischen Landeskunde. URL: https://www.slub-dresden.de/entdecken/saechsische-landeskunde/sammlungen, abgerufen am 20.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;; über Sachsen.Digital ist auch digitales Schrifttum des SI erreichbar&amp;lt;ref name=&amp;quot;vls&amp;quot;/&amp;gt; (Betrieb der Plattform durch die SLUB: ''Annahme''); eigene digitale Langzeitarchivierung&amp;lt;ref name=&amp;quot;nestor&amp;quot;&amp;gt;nestor o. J.: Mitglied SLUB Dresden. URL: https://www.langzeitarchivierung.de/Webs/nestor/EN/nestor/Mitglieder/sLUB.html, abgerufen am 20.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;, ob sie Digitalisate sorbischer Träger übernehmen könnte, ist ''offen''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Domowina – Bund Lausitzer Sorben e. V. mit Regionalverbänden und Ortsgruppen || Dachverband sorbischer Vereine; eingetragener Verein || ○ || ○ || || || || || ○ || || Eigentümerin des Dom Njechorńskeho; Ortsgruppe Trebendorf bewirtschaftet den Hanzo Šustrowy dom&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019b&amp;quot;/&amp;gt;; mindestens 9 der 23 kleinen Sammlungsorte sind direkt oder über Mitgliedsvereine mit ihr verbunden&amp;lt;ref name=&amp;quot;liste2026&amp;quot;/&amp;gt;; Chronistengruppe der Župa Michał Hórnik; Fachkommission „Sorbisches Kulturerbe“ 2018–2020&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2020&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Maćica Serbska e. V. || wissenschaftliche Gesellschaft; Verein || || || || || || || ○ || || Arbeitskreis „Museale Einrichtungen“ mit 2019 rund 40 Adressaten; Denkmalausschuss mit eigenem, von der Stiftung verwaltetem Budget, 2019 als Vorbild für die Bewertung von Kulturerbe genannt&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Sorbisches National-Ensemble (SNE) || Ensemble; gemeinnützige GmbH der Stiftung (''Annahme'') || ■ || ? || ○ || || || || || || geordnetes Arbeitsarchiv; 2019 vorgeschlagen, dort nur Kopien zu halten und die Originale an das SKA zu geben&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;; Umfang ''offen''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Studijo Lucija || Medienproduktion; Trägerschaft ''offen'' || ○ || ■ || || || || || || || dokumentiert sorbische Veranstaltungen; Aufnahmen liegen beim Studio und gehen nur komprimiert und teilweise an das SKA&amp;lt;ref name=&amp;quot;lucija&amp;quot;&amp;gt;Projektinterne Auskunft, Oktober 2026; schriftlicher Beleg noch einzuholen.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Mitteldeutscher Rundfunk (MDR) und Rundfunk Berlin-Brandenburg (rbb), sorbischsprachige Programme || öffentlich-rechtlicher Rundfunk || ■? || ■ || || || || ○? || || || Produktionen standen dem SKA 2019 aus rechtlichen Gründen nicht zur Verfügung&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;; Archivbestände und heutiger Stand ''offen''&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.1.3 Akteursgruppen ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die meisten Kulturgutträger sind kleinere Einrichtungen, Gruppen oder Privatpersonen. Sie werden hier zu Gruppen zusammengefasst. Die Anzahlen sind Mindestwerte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|+ B. Bewahren, D. Dokumentieren, K1. Erfassen, K2. Digitalisieren K3. Erhalten, K4. Nutzung ermöglichen, S. Steuern, F. Fördern&lt;br /&gt;
! Gruppe !! Beispiele !! Typische Trägerschaft !! Bekannte Anzahl !! Typische Rollen !! Besonderheiten&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Kleine Museen, Heimatstuben, Gedenk- und Begegnungsorte ||&lt;br /&gt;
* Muzej Ćišinskeho (Panschwitz-Kuckau),&amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
* Njepilic dwór (Rohne), Sorbisches Kulturzentrum Schleife, &lt;br /&gt;
* Heimatmuseum Dissen, &lt;br /&gt;
* Archiv verschwundener Orte (Horno) &lt;br /&gt;
|| Gemeinde, Förderverein, Domowina-Ortsgruppe, privat || 22 in der Domowina-Übersicht 2019 (9 Ober-, 13 Niederlausitz)&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019b&amp;quot;/&amp;gt;; 23 in der Arbeitsliste 2026, davon 12 bisher nur durch die Domowina-Unterlagen belegt&amp;lt;ref name=&amp;quot;liste2026&amp;quot;/&amp;gt; || '''B''' ■, '''D''' ○ || überwiegend ehrenamtlich; 2019 benannte Defizite: fehlender Nachwuchs, fehlende Marketingstrategie, fehlende Vernetzung, unzureichende Finanzierung, fehlende fachliche Begleitung; teilweise ohne eigenes Inventar&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;; zwei private Ausstellungen ohne jede Förderung, von den Betreibern im Ruhestand allein betreut&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019b&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Regionale Museen mit sorbischen Beständen || &lt;br /&gt;
* Museum der Westlausitz Kamenz, &lt;br /&gt;
* Museum Bautzen, &lt;br /&gt;
* Spreewald-Museum Lübbenau mit Freilandmuseum Lehde, &lt;br /&gt;
* Slawenburg Raddusch, &lt;br /&gt;
* Niederlausitzer Heidemuseum Spremberg &lt;br /&gt;
|| Landkreis oder Kommune (''Annahme'') || 7 in der Domowina-Übersicht 2019 (2 Ober-, 5 Niederlausitz)&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019b&amp;quot;/&amp;gt; || '''B''' ■; &amp;lt;br&amp;gt;'''K1-K4''' ''offen'' || Umfang des sorbischen Anteils am Bestand ''offen''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Ensembles, Chöre, Trachten- und Brauchtumsgruppen || – || Verein || ''offen'' || tragen die Praxis;&amp;lt;br&amp;gt; '''D''' ○, '''B''' ○ || Trachtenfundi 2019 ausdrücklich zu den Beständen in sorbischer Verantwortung gezählt&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;; eigene Aufnahmen und Fundi meist nicht erfasst (''Annahme'')&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Chronisten, Film- und Fotoamateure || &lt;br /&gt;
* Chronistengruppe der Župa Michał Hórnik, &lt;br /&gt;
* deutsch-sorbischer Filmkreis &lt;br /&gt;
|| ehrenamtlich, privat || ''offen'' || '''D''' ■, '''B''' ○ || Beiträge von Laien 2019 nur sporadisch, Bestände oft unstrukturiert&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Private Sammlungen und Nachlässe || &lt;br /&gt;
* Nachlass der Malerin Hanka Krawcec, überwiegend in Tschechien; &lt;br /&gt;
* weitere private Sammlungen und Nachlässe in Ober- und Niederlausitz &lt;br /&gt;
|| privat || 4 in der Domowina-Übersicht 2019; tatsächlich ''offen'' || '''B''' ■ || Verbleib beim Generationenwechsel ungesichert (''Annahme'')&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Kirchliche Einrichtungen || &lt;br /&gt;
* Ausstellung zu Jan Bjedrich Fryco in der evangelischen Kirche Kolkwitz; &lt;br /&gt;
* kirchliches Informations- und Begegnungszentrum in Horno mit Holzmodellen abgebaggerter Kirchen&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019b&amp;quot;/&amp;gt; &lt;br /&gt;
|| Kirchgemeinde || 2 (in den kleinen Orten enthalten); weitere ''offen'' || '''B''' ○ || weitere kirchliche Bestände nicht erfasst (''Annahme'')&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Weitere sorbische Kultur- und Medieneinrichtungen || &lt;br /&gt;
* Deutsch-Sorbisches Volkstheater (Archiv 2019 zusammen mit dem des SNE genannt); &lt;br /&gt;
* Domowina-Verlag (2019 als Produzent genannt, dessen Erzeugnisse an das SKA gehen sollten)&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt; &lt;br /&gt;
|| verschieden || ''offen'' || '''B''' ○ || Umfang ''offen''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Öffentliche Träger und Fördergeber || &lt;br /&gt;
* Bund, &lt;br /&gt;
* Freistaat Sachsen, &lt;br /&gt;
* Land Brandenburg, &lt;br /&gt;
* Landkreise, &lt;br /&gt;
* Kommunen &lt;br /&gt;
|| öffentlich || – || '''F''' ■, '''S''' ○ || tragen die großen Museen; 2019 erfüllten kleine Museen im Landkreis Bautzen die Kriterien für eine institutionelle Förderung nicht, im Landkreis Spree-Neiße waren die Bedingungen besser&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Überregionale Gedächtniseinrichtungen || &lt;br /&gt;
* Oberlausitzische Bibliothek der Wissenschaften Görlitz&amp;lt;ref name=&amp;quot;slub&amp;quot;/&amp;gt;; &lt;br /&gt;
* Sächsisches Staatsarchiv, &lt;br /&gt;
* Brandenburgisches Landeshauptarchiv, &lt;br /&gt;
* Deutsche Nationalbibliothek (''Annahme''); &lt;br /&gt;
* Einrichtungen in Tschechien &lt;br /&gt;
|| öffentlich || ''offen'' || '''B''' ○; &amp;lt;br&amp;gt;mögliche Partner für K3 und K4 || sorbische Bestände außer in Görlitz ''offen''&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.1.4 Erste Befunde ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Rollenübersicht erlaubt erste Hinweise, die in den folgenden Abschnitten geprüft werden:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* '''Bewahren ist breit verteilt, Dienste sind konzentriert.''' Erfassen und Digitalisieren für mehrere Träger plant nach heutigem Kenntnisstand vor allem das SI. Die SLUB macht sorbisches Schrifttum bereits digital zugänglich, auch aus Beständen des SI. Ob weitere Akteure Dienste für Dritte anbieten, ist ''offen''.&lt;br /&gt;
* '''Für die langfristige Erhaltung fremder Bestände ist kein sorbischer Akteur erkennbar.''' Offen ist, wer Digitalisate anderer Träger verbindlich und dauerhaft übernimmt. So gelangen Veranstaltungsaufnahmen des Studijo Lucija nur komprimiert und teilweise in das SKA.&amp;lt;ref name=&amp;quot;lucija&amp;quot;/&amp;gt; Die SLUB betreibt eine eigene digitale Langzeitarchivierung; ob sie auch für sorbische Träger in Frage kommt, ist ''offen''.&lt;br /&gt;
* '''Die Dokumentation des lebendigen Kulturlebens liegt teils außerhalb sorbischer Verantwortung.''' Sorbischsprachige Produktionen von MDR und rbb standen dem SKA 2019 aus rechtlichen Gründen nicht zur Verfügung.&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt; Der heutige Stand ist ''offen''.&lt;br /&gt;
* '''Die Domowina ist der wichtigste Zugang zu kleinen Trägern.''' Mindestens 9 der 23 kleinen Sammlungsorte sind direkt oder über Mitgliedsvereine mit ihr verbunden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;liste2026&amp;quot;/&amp;gt; Ihre Strukturen eignen sich daher als Weg, kleine Träger zu erreichen – für die Erhebung ebenso wie für spätere Unterstützungsangebote.&lt;br /&gt;
* '''Das Wissen über kleine Träger ist lückenhaft und teils veraltet.''' 12 der 23 kleinen Orte sind bisher nur durch die Domowina-Unterlagen von 2019 und 2020 belegt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;liste2026&amp;quot;/&amp;gt; Ob sie heute noch bestehen und wie es um ihre Bestände steht, ist ''offen''. Besonders privat betreute Ausstellungen werden in Abschnitt 3.2 auf ihre Gefährdung geprüft.&lt;br /&gt;
* '''Kleine Träger haben keine feste Anlaufstelle, die Koordination war 2020 ungeklärt.''' Das frühere Sorbische Folklorezentrum war seit 1993 faktisch nicht mehr tätig.&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt; In der Niederlausitz diente 2020 ein Projekt zur Inwertsetzung des immateriellen Kulturerbes auch der Vernetzung kleiner Museen. Der Kulturausschuss der Domowina sah sich als ehrenamtliches Gremium nicht in der Lage, die Koordination zu leisten, und bat Fachinstitutionen und die Gremien der Stiftung, Verantwortung zu übernehmen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2020&amp;quot;/&amp;gt; Wie das heute geregelt ist, untersucht Abschnitt 3.4.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Liste aller bekannten Sammlungsorte mit Typ, Trägerschaft und Kulturgutklassen steht in [[12.3.A3 Sammlungsorte des sorbischen Kulturerbes|Anhang 12.3.A3]]. Sie wird laufend ergänzt.&lt;br /&gt;
&amp;lt;!-- Anhang 12.3.A3 aus der Arbeitsliste vom 02.04.2026 aufbauen; Namen privater Sammler nur mit Einverständnis --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== 3.1 Akteure, Bestände und Bedarfe ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;background-color:#eef5fb;border-left:4px solid #5b9bd5;padding:0.7em 1em;margin:1em 0;&amp;quot;&amp;gt;'''Leitfrage:''' Wer trägt oder nutzt sorbisches Kulturerbe, welche Bestände gibt es und welche haben hohen Handlungsbedarf und welche Unterstützung wird benötigt?&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In einem ersten Schritt wird erhoben, &lt;br /&gt;
* wer sorbisches Kulturerbe bewahrt, bearbeitet, digitalisiert, erschließt, finanziert oder nutzt und &lt;br /&gt;
* welche konkreten Bedarfe bei diesen Akteuren bestehen. &lt;br /&gt;
Dieser Abschnitt ist vor allem eine strukturierte Ist-Aufnahme. Zur Analyse wird er dort, wo Bedarfe zusammengeführt, Dringlichkeiten bewertet und erkennbare Versorgungslücken beschrieben werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.1.1 Akteure, Rollen und betreute Bestände ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;background-color:#eef5fb;border-left:4px solid #5b9bd5;padding:0.7em 1em;margin:1em 0;&amp;quot;&amp;gt;'''Leitfrage:''' Welche Akteure sind beteiligt, welche Bestände oder kulturellen Praktiken betreuen sie und welche Aufgaben übernehmen sie bereits?&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Relevante Kulturgutträger - &amp;lt;mark&amp;gt;Kurzdefinition, oder oben&amp;lt;/mark&amp;gt; - können neben Institutionen auch kleinere Vereine, Heimatstuben, kirchliche Einrichtungen, Gemeinden, ehrenamtlich Tätige und private Sammler sein. Neben dem Einrichtungstyp sollte deshalb insbesondere betrachtet werden, welche Rolle ein Akteur innerhalb der Digitalisierung des Kulturerbes tatsächlich übernimmt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Insbesondere erfassen/prüfen:&lt;br /&gt;
* Wer sind relevante sorbische und nicht-sorbische Institutionen, Einrichtungen, Vereine, Gemeinden, kirchliche Träger, Initiativen und private Kulturgutträger?&lt;br /&gt;
* nach Einrichtungstyp und Trägerschaft klassifizieren&lt;br /&gt;
* zusätzlich nach Rollen innerhalb der Digitalisierung unterscheiden, beispielsweise:&lt;br /&gt;
** Kulturgut bewahren und verwalten,&lt;br /&gt;
** Kulturgut fachlich beschreiben und kontextualisieren,&lt;br /&gt;
** Kulturgüter digitalisieren,&lt;br /&gt;
** Daten und Digitalisate dauerhaft erhalten,&lt;br /&gt;
** Inhalte präsentieren und vermitteln,&lt;br /&gt;
** technische Infrastruktur betreiben,&lt;br /&gt;
** beraten und unterstützen,&lt;br /&gt;
** finanzieren, koordinieren oder strategisch steuern&lt;br /&gt;
* betreute Kulturgut- und Bestandsarten erfassen&lt;br /&gt;
* materielles, immaterielles und bereits digitales Kulturerbe berücksichtigen&lt;br /&gt;
* Ober- und Niedersorbisch sowie regionale beziehungsweise institutionelle Unterschiede berücksichtigen&lt;br /&gt;
* vorhandene Zuständigkeiten, Kompetenzen und Überschneidungen zwischen Akteuren sichtbar machen&lt;br /&gt;
* ermitteln, welche kleineren oder privaten Sammlungen bislang kaum oder nicht systematisch erfasst sind&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mögliches Ergebnis: kompakte Übersicht über Akteure oder Matrix aus Akteur, Trägerschaft, Rolle, betreuten Beständen und vorhandenen Digitalisierungsaktivitäten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.1.2 Bedarfe und Dringlichkeiten ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;background-color:#eef5fb;border-left:4px solid #5b9bd5;padding:0.7em 1em;margin:1em 0;&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Leitfrage:''' Welche Unterstützung benötigen die Kulturgutträger und welche Bedarfe sollten (+aus welchen Gründen) vorrangig bearbeitet werden?&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die bei Kulturgutträgern bestehenden Bedarfe sollten zunächst möglichst vollständig erhoben und anschließend zusammengeführt und eingeordnet werden. Dabei ist zwischen &amp;quot;von Akteuren ausdrücklich genannten Bedarfen&amp;quot; und &amp;quot;aus der Analyse zusätzlich abgeleiteten Bedarfen&amp;quot; zu unterscheiden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die weitere Erhebung und Analyse insbesondere zu prüfen:&lt;br /&gt;
* vorhandene Bedarfserhebungen, Gesprächsprotokolle und bisherige Tabellen zusammenführen&lt;br /&gt;
* Bedarfe möglichst den vier Kernfunktionen zuordnen:&lt;br /&gt;
** Nachweisen, beschreiben und verknüpfen,&lt;br /&gt;
** Digitalisieren und Qualität sichern,&lt;br /&gt;
** langfristig erhalten,&lt;br /&gt;
** zugänglich machen und Nutzung ermöglichen;&lt;br /&gt;
* zusätzlich übergreifende Bedarfe erfassen, beispielsweise:&lt;br /&gt;
** Personal und Fachkompetenz,&lt;br /&gt;
** Beratung und Schulung,&lt;br /&gt;
** Finanzierung,&lt;br /&gt;
** Rechteklärung und Datenschutz,&lt;br /&gt;
** Metadaten und gemeinsame Standards,&lt;br /&gt;
** technische Infrastruktur;&lt;br /&gt;
* Dringlichkeit anhand nachvollziehbarer Kriterien beurteilen, beispielsweise:&lt;br /&gt;
** drohender Verlust oder Materialverfall,&lt;br /&gt;
** fehlende personelle Nachfolge,&lt;br /&gt;
** gefährdete oder unbekannte Bestände,&lt;br /&gt;
** blockierende Abhängigkeit für weitere Digitalisierungsschritte,&lt;br /&gt;
** kulturelle oder sprachliche Bedeutung,&lt;br /&gt;
** erwartete Nutzung für Bildung, Forschung oder Öffentlichkeit&lt;br /&gt;
* unterscheiden zwischen Einzelfallbedarf und strukturellem Bedarf mehrerer Kulturgutträger&lt;br /&gt;
* soweit möglich erfassen, welche Bedarfe bereits durch bestehende Angebote abgedeckt werden und welche bislang offenbleiben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mögliches Ergebnis: priorisierte beziehungsweise nach Dringlichkeit geordnete Bedarfsübersicht mit Zuordnung zu Akteursgruppen und Kernfunktionen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== 3.2 Ist-Stand der vier Kernfunktionen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;background-color:#eef5fb;border-left:4px solid #5b9bd5;padding:0.7em 1em;margin:1em 0;&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Leitfrage:''' Welche Kernfunktionen werden durch bestehende Angebote / Dienste und Projekte bereits erfüllt – für welche Bestände, Akteure und Nutzungszwecke?&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Den Schwerpunkt der Ist-Analyse bildet die Frage, '''in welchem Umfang''' die vier zuvor bestimmten Kernfunktionen der Kulturerbe-Digitalisierung im sorbischen Kontext bereits erfüllt werden. Dabei reicht es nicht aus festzustellen, dass ein Projekt, eine Institution oder ein technisches System existiert. Zu prüfen ist vielmehr, welche Leistung tatsächlich verfügbar ist, welche Kulturgutträger und Bestände sie erreicht und welche Lücken verbleiben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für jede Kernfunktion sollte möglichst nach einer einheitlichen Logik untersucht werden:&lt;br /&gt;
* vorhandene Angebote, Systeme und Projekte&lt;br /&gt;
* verantwortliche Betreiber beziehungsweise Akteure&lt;br /&gt;
* Entwicklungs- und Betriebsstand&lt;br /&gt;
* erreichte Kulturgutträger, Bestände und Kulturgutarten&lt;br /&gt;
* abgedeckte Bedarfe&lt;br /&gt;
* technische und organisatorische Anschlussmöglichkeiten&lt;br /&gt;
* erkennbare Lücken, Risiken und offene Fragen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.2.1 Nachweisen, beschreiben und verknüpfen ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;background-color:#eef5fb;border-left:4px solid #5b9bd5;padding:0.7em 1em;margin:1em 0;&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Leitfrage:''' Wie vollständig und nutzbar werden sorbische Kulturgüter und Bestände heute nachgewiesen, beschrieben und miteinander verknüpft?&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die weitere Erhebung und Analyse insbesondere zu prüfen:&lt;br /&gt;
* Stand und tatsächlicher Funktionsumfang des Sorbischen/Wendischen Kulturregisters&lt;br /&gt;
* vorhandene institutionelle Kataloge, Inventare, Datenbanken und lokale Verzeichnisse&lt;br /&gt;
* welche Kulturgutarten, Einrichtungen und Regionen bereits erfasst sind&lt;br /&gt;
* welche Bestände bislang nur lokal, analog oder überhaupt nicht systematisch nachgewiesen werden&lt;br /&gt;
* verwendete Metadaten, Identifikatoren und Normdaten&lt;br /&gt;
* Möglichkeiten zur Übernahme beziehungsweise Verknüpfung bestehender Daten&lt;br /&gt;
* Anschlussmöglichkeiten:&lt;br /&gt;
** direkte Erfassung kleinerer Träger,&lt;br /&gt;
** Datenimport beziehungsweise Schnittstellen größerer Einrichtungen&lt;br /&gt;
* Mehrsprachigkeit und Umgang mit ober- und niedersorbischen Bezeichnungen&lt;br /&gt;
* Verhältnis zwischen institutionellen Beschreibungen, historischen Fremdbezeichnungen und sorbischen beziehungsweise lokalen Selbstbezeichnungen&lt;br /&gt;
* vorhandene Funktionen für Digitalisierungsstatus, Rechteinformationen und Priorisierung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.2.2 Digitalisieren und Qualität sichern ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;background-color:#eef5fb;border-left:4px solid #5b9bd5;padding:0.7em 1em;margin:1em 0;&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Leitfrage:''' Welche Kulturgüter können heute in welcher Qualität und Kapazität digitalisiert werden, und welche Kulturgutträger können diese Leistungen tatsächlich nutzen?&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die weitere Erhebung und Analyse insbesondere zu prüfen:&lt;br /&gt;
* aktueller Stand des Digitalisierungszentrums und weiterer Digitalisierungsangebote&lt;br /&gt;
* verfügbare technische Verfahren für unterschiedliche Kulturgutarten, beispielsweise:&lt;br /&gt;
** Schriftgut,&lt;br /&gt;
** Fotografien,&lt;br /&gt;
** Bücher und Zeitschriften,&lt;br /&gt;
** Tonaufnahmen,&lt;br /&gt;
** Film und Video,&lt;br /&gt;
** dreidimensionale Objekte&lt;br /&gt;
* stationäre, mobile und extern vergebene Digitalisierung&lt;br /&gt;
* vorhandene Kapazitäten und erkennbare Engpässe&lt;br /&gt;
* Zugangsmöglichkeiten für kleine und ehrenamtlich arbeitende Kulturgutträger&lt;br /&gt;
* Beratung vor der Digitalisierung&lt;br /&gt;
* Anforderungen an Vorbereitung, Metadaten und Rechteklärung&lt;br /&gt;
* vorhandene Qualitätsstandards und Qualitätskontrolle&lt;br /&gt;
* Unterstützung bei Ausschreibung beziehungsweise Beauftragung externer Dienstleister&lt;br /&gt;
* bisherige Digitalisierungsprojekte und deren Ergebnisse&lt;br /&gt;
* besonders gefährdete Bestände, für die kurzfristig Digitalisierungskapazität benötigt wird&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.2.3 Langfristig erhalten ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;background-color:#eef5fb;border-left:4px solid #5b9bd5;padding:0.7em 1em;margin:1em 0;&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Leitfrage:''' Für welche digitalen Bestände ist die langfristige Erhaltung organisatorisch und technisch tatsächlich abgesichert? &amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die weitere Erhebung und Analyse insbesondere zu prüfen:&lt;br /&gt;
* vorhandene Repositorien, digitale Archive und Speicherlösungen&lt;br /&gt;
* welche Einrichtungen bereits Digitalisate dauerhaft übernehmen können&lt;br /&gt;
* welche Digitalisate derzeit lediglich lokal oder projektbezogen gespeichert werden&lt;br /&gt;
* Unterschied zwischen:&lt;br /&gt;
** Ablage beziehungsweise Speicherung,&lt;br /&gt;
** Datensicherung,&lt;br /&gt;
** institutionellem Repositorium,&lt;br /&gt;
** digitaler Langzeiterhaltung;&lt;br /&gt;
* Verantwortlichkeiten für Übernahme, Erhaltung und spätere Datenmigration&lt;br /&gt;
* verwendete Master- und Nutzungsdateien&lt;br /&gt;
* Sicherungskopien, Prüfsummen und Wiederherstellungsverfahren&lt;br /&gt;
* verwendete beziehungsweise vorgesehene Erhaltungsmetadaten&lt;br /&gt;
* Möglichkeiten für kleinere Kulturgutträger, ihre Digitalisate an ein geeignetes Repositorium zu übergeben&lt;br /&gt;
* vorhandene Schnittstellen zwischen Digitalisierung und Repositorium&lt;br /&gt;
* organisatorische und finanzielle Absicherung des langfristigen Betriebs&lt;br /&gt;
* Digitalisate beziehungsweise Projekte identifizieren, deren dauerhafte Erhaltung derzeit ungeklärt ist&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.2.4 Zugänglich machen und Nutzung ermöglichen ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;background-color:#eef5fb;border-left:4px solid #5b9bd5;padding:0.7em 1em;margin:1em 0;&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Leitfrage:''' Welche digitalisierten Inhalte sind für welche Zielgruppen auffindbar, verständlich und im rechtlich beziehungsweise kulturell zulässigen Umfang nutzbar?&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die weitere Erhebung und Analyse insbesondere zu prüfen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* vorhandene Präsentations- und Nutzungssysteme, Portale und Online-Ausstellungen&lt;br /&gt;
* Funktion und Entwicklungsstand von Sorabicon sowie weiteren relevanten Angeboten&lt;br /&gt;
* welche Kulturgüter und Bestände bereits öffentlich zugänglich sind&lt;br /&gt;
* welche Zielgruppen angesprochen werden:&lt;br /&gt;
** Öffentlichkeit,&lt;br /&gt;
** Bildung,&lt;br /&gt;
** Forschung,&lt;br /&gt;
** sorbische Gemeinschaft,&lt;br /&gt;
** Tourismus und Kulturvermittlung;&lt;br /&gt;
* Ober- und Niedersorbisch sowie weitere benötigte Sprachen in Oberfläche, Metadaten und Inhalten&lt;br /&gt;
* Qualität der Kontextualisierung und Vermittlung&lt;br /&gt;
* Möglichkeiten für:&lt;br /&gt;
** Download,&lt;br /&gt;
** Zitation,&lt;br /&gt;
** Datenexport,&lt;br /&gt;
** Programmierschnittstellen,&lt;br /&gt;
** wissenschaftliche und kreative Nachnutzung&lt;br /&gt;
* Rechte- und Lizenzinformationen&lt;br /&gt;
* abgestufte Zugangsmöglichkeiten für sensible beziehungsweise eingeschränkt zugängliche Inhalte&lt;br /&gt;
* Barrierefreiheit beziehungsweise Barrierearmut&lt;br /&gt;
* Aktualisierung und Pflege präsentierter Inhalte&lt;br /&gt;
* soweit verfügbar tatsächliche Nutzung, Reichweite und Nachnutzung erfassen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.2.5 Zusammenspiel der Kernfunktionen in bestehenden Projekten ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;background-color:#eef5fb;border-left:4px solid #5b9bd5;padding:0.7em 1em;margin:1em 0;&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Leitfrage:''' Bei welchen bestehenden Vorhaben funktioniert der Weg vom Kulturgut über Erfassung und Digitalisierung bis zur langfristigen Erhaltung und Nutzung bereits durchgängig – und an welchen Übergängen bestehen Lücken?&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Neben dem Stand der einzelnen Kernfunktionen ist zu prüfen, '''ob diese auch tatsächlich zu einer durchgängigen Prozesskette verbunden sind'''. Ein vorhandenes Register, ein Digitalisierungszentrum, ein Repositorium und ein Präsentationsportal ergeben noch nicht automatisch einen funktionierenden Gesamtprozess.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die weitere Erhebung und Analyse insbesondere zu prüfen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* geeignete bestehende Projekte beziehungsweise Pilotvorhaben auswählen&lt;br /&gt;
* für diese Projekte die vollständige Prozesskette nachvollziehen:&lt;br /&gt;
** Erfassen,&lt;br /&gt;
** Registrieren,&lt;br /&gt;
** Bewerten und priorisieren,&lt;br /&gt;
** Digitalisieren,&lt;br /&gt;
** Archivieren beziehungsweise langfristig erhalten,&lt;br /&gt;
** Präsentieren und nachnutzen;&lt;br /&gt;
* untersuchen, welche Systeme und Akteure an den Übergaben beteiligt sind&lt;br /&gt;
* prüfen, ob Metadaten gemeinsam mit den Dateien weitergegeben werden&lt;br /&gt;
* prüfen, ob Rechte- und Zugangsangaben entlang der Prozesskette erhalten bleiben&lt;br /&gt;
* vorhandene manuelle Medienbrüche beziehungsweise Mehrfacherfassungen identifizieren&lt;br /&gt;
* unklare Zuständigkeiten und Übergabepunkte sichtbar machen&lt;br /&gt;
* positive Beispiele für bereits funktionierende Prozessketten dokumentieren&lt;br /&gt;
* aus Pilotprojekten bekannte Aufwände, Engpässe und Lernerfahrungen aufnehmen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== 3.3 Gemeinsame Regeln, Zusammenarbeit und dauerhafter Betrieb ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;background-color:#eef5fb;border-left:4px solid #5b9bd5;padding:0.7em 1em;margin:1em 0;&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Leitfrage:''' Sind die übergreifenden Voraussetzungen vorhanden, damit die einzelnen Angebote gemeinsam, verlässlich und dauerhaft funktionieren?&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Neben den einzelnen Kernfunktionen ist zu prüfen, ob '''gemeinsame organisatorische und fachliche Voraussetzungen''' vorhanden sind, damit die verschiedenen Angebote zusammenarbeiten und dauerhaft betrieben werden können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieser Abschnitt soll keine allgemeine oder abstrakte Governance-Analyse darstellen. Untersucht werden nur solche übergreifenden Fragen, die konkrete Auswirkungen auf die Digitalisierung des Kulturerbes und die spätere Ableitung von Maßnahmen haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.3.1 Zuständigkeiten, Beteiligung und Freigaben ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;background-color:#eef5fb;border-left:4px solid #5b9bd5;padding:0.7em 1em;margin:1em 0;&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Leitfrage:''' Wer entscheidet verbindlich über Auswahl, Priorisierung, Beschreibung, Digitalisierung, Veröffentlichung und Zugang, und wie sind die Kulturgutträger dabei beteiligt?&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
''Für die weitere Erhebung und Analyse insbesondere zu prüfen:''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* formelle und informelle Zuständigkeiten der beteiligten Institutionen&lt;br /&gt;
* Entscheidungsrechte bei Auswahl und Priorisierung von Beständen&lt;br /&gt;
* Verantwortlichkeiten für Rechteklärung und Veröffentlichung&lt;br /&gt;
* Beteiligung der jeweiligen Kulturgutträger&lt;br /&gt;
* Beteiligung sorbischer Fachleute und Angehöriger der Gemeinschaft bei kulturell sensiblen Inhalten&lt;br /&gt;
* vorhandene Freigabe- und Sperrverfahren&lt;br /&gt;
* Umgang mit nachträglichen Korrekturen oder Einschränkungen&lt;br /&gt;
* erkennbare Überschneidungen beziehungsweise ungeklärte Zuständigkeiten&lt;br /&gt;
* vorhandene Gremien oder Koordinierungsstrukturen&lt;br /&gt;
* prüfen, an welchen Stellen verbindliche Zuständigkeiten fehlen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.3.2 Gemeinsame Standards und Anschlussmöglichkeiten ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;background-color:#eef5fb;border-left:4px solid #5b9bd5;padding:0.7em 1em;margin:1em 0;&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Leitfrage:''' Welche gemeinsamen Regeln ermöglichen es unterschiedlichen Kulturgutträgern, Daten und Digitalisate in eine gemeinsame Infrastruktur einzubringen und zwischen den Kernfunktionen weiterzugeben?&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die weitere Erhebung und Analyse insbesondere zu prüfen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* vorhandene gemeinsame Metadatenstandards beziehungsweise Pflichtfelder&lt;br /&gt;
* verwendete Fachstandards einzelner Einrichtungen&lt;br /&gt;
* gemeinsame Regeln für Ober- und Niedersorbisch&lt;br /&gt;
* Dateiformate und Qualitätsanforderungen für unterschiedliche Kulturgutarten&lt;br /&gt;
* Identifikatoren und Normdaten&lt;br /&gt;
* Rechte- und Lizenzinformationen&lt;br /&gt;
* technische Schnittstellen und Datenexporte&lt;br /&gt;
* Übernahme vorhandener institutioneller Metadaten&lt;br /&gt;
* einfache Erfassungswege für kleinere Kulturgutträger&lt;br /&gt;
* Schnittstellen für Einrichtungen mit bestehenden Fachsystemen&lt;br /&gt;
* Möglichkeiten zur Weitergabe von Daten zwischen Register, Digitalisierung, Repositorium und Präsentation&lt;br /&gt;
* prüfen, wo fehlende Standards oder inkompatible Systeme den Austausch derzeit behindern&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.3.3 Personal, Finanzierung und Betreiberverantwortung ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;background-color:#eef5fb;border-left:4px solid #5b9bd5;padding:0.7em 1em;margin:1em 0;&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Leitfrage:''' Welche zentralen Leistungen sind dauerhaft personell, organisatorisch und finanziell abgesichert, und welche hängen noch von befristeten Projekten oder einzelnen Personen ab?&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die weitere Erhebung und Analyse insbesondere zu prüfen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Betreiber beziehungsweise verantwortliche Stellen für die vier Kernfunktionen&lt;br /&gt;
* dauerhafte Stellen gegenüber befristeten Projektstellen&lt;br /&gt;
* vorhandene beziehungsweise geplante Finanzierungsmodelle&lt;br /&gt;
* laufende Betriebs- und Pflegekosten&lt;br /&gt;
* personelle Kapazitäten und erkennbare Schlüsselpersonenrisiken&lt;br /&gt;
* Unterstützung kleiner und ehrenamtlich geführter Einrichtungen&lt;br /&gt;
* Finanzierung von&lt;br /&gt;
** Beratung,&lt;br /&gt;
** Digitalisierung,&lt;br /&gt;
** Speicher und Langzeiterhaltung,&lt;br /&gt;
** Datenpflege,&lt;br /&gt;
** Rechteklärung,&lt;br /&gt;
** technischer Wartung und Weiterentwicklung;&lt;br /&gt;
* Übergang von geförderten Projekten in einen dauerhaften Regelbetrieb&lt;br /&gt;
* vorhandene Betriebs-, Kooperations- und Übergabevereinbarungen&lt;br /&gt;
* erkennbare Risiken bei Auslaufen einzelner Förderungen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== 3.4 Gesamtbewertung und vorrangiger Handlungsbedarf ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;background-color:#eef5fb;border-left:4px solid #5b9bd5;padding:0.7em 1em;margin:1em 0;&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Leitfrage:''' Welche Bedarfe sind bereits ausreichend abgedeckt, wo liegen die entscheidenden Lücken und welche davon sollten vorrangig bearbeitet werden? &amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Ergebnisse der vorangegangenen Abschnitte werden abschließend zusammengeführt. Ziel ist noch nicht die vollständige Formulierung konkreter Maßnahmen, sondern zunächst eine begründete Bewertung des Ist-Standes und der wichtigsten Lücken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dabei sollte insbesondere unterschieden werden zwischen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* unmittelbar gefährdeten Kulturgütern beziehungsweise Beständen,&lt;br /&gt;
* strukturellen Lücken, die weitere Digitalisierungsschritte blockieren,&lt;br /&gt;
* fehlenden oder nur teilweise verfügbaren Kernfunktionen,&lt;br /&gt;
* nicht dauerhaft abgesicherten Angeboten,&lt;br /&gt;
* Verbesserungsmöglichkeiten bei bereits grundsätzlich funktionierenden Strukturen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die abschließende Bewertung insbesondere zu prüfen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Ergebnisse aus Akteurs-, Bestands- und Bedarfserhebung zusammenführen&lt;br /&gt;
* für jede der vier Kernfunktionen die wichtigsten Stärken und Lücken benennen&lt;br /&gt;
* übergreifende strukturelle Probleme aus Zuständigkeiten, Standards, Betrieb und Finanzierung ergänzen&lt;br /&gt;
* unterscheiden zwischen:&lt;br /&gt;
** fehlender Leistung,&lt;br /&gt;
** unzureichender Kapazität,&lt;br /&gt;
** fehlender Bekanntheit beziehungsweise Zugänglichkeit,&lt;br /&gt;
** fehlender Verbindung bestehender Angebote,&lt;br /&gt;
** ungeklärter Zuständigkeit,&lt;br /&gt;
** fehlender dauerhafter Absicherung;&lt;br /&gt;
* Dringlichkeit begründen, insbesondere anhand von:&lt;br /&gt;
** Verlustgefahr,&lt;br /&gt;
** blockierenden Abhängigkeiten,&lt;br /&gt;
** Anzahl beziehungsweise Bedeutung betroffener Kulturgutträger,&lt;br /&gt;
** kultureller und sprachlicher Bedeutung,&lt;br /&gt;
** Aufwand und Realisierbarkeit;&lt;br /&gt;
* offene Informationslücken ausdrücklich kennzeichnen&lt;br /&gt;
* aus den ermittelten Lücken anschließend Handlungsbedarfe ableiten&lt;br /&gt;
* konkrete Lösungsmaßnahmen erst im folgenden Maßnahmen- beziehungsweise Soll-Abschnitt festlegen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mögliche zusammenfassende Bewertungsmatrix:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot; style=&amp;quot;width:100%;&amp;quot;&lt;br /&gt;
! Bereich&lt;br /&gt;
! Belegter Ist-Stand&lt;br /&gt;
! Abgedeckte Bedarfe&lt;br /&gt;
! Lücke / Risiko&lt;br /&gt;
! Dringlichkeit&lt;br /&gt;
! Daraus abgeleiteter Handlungsbedarf&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| ''Beispiel: Nachweisen und Registrieren''&lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| ''Beispiel: Digitalisieren''&lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| ''Beispiel: Langfristig erhalten''&lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| ''Beispiel: Zugänglich machen und nutzen''&lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| ''Beispiel: gemeinsame Standards / Zusammenarbeit''&lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= Referenzen =&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Měrko Šenk</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://koncept.serbski-inkubator.de/index.php?title=12.3_Digitalisierung_des_Kulturerbes&amp;diff=1199</id>
		<title>12.3 Digitalisierung des Kulturerbes</title>
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		<updated>2026-10-26T10:29:00Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Měrko Šenk: /* 3.1.2 Schlüsselakteure */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;= 1 Einleitung =&lt;br /&gt;
Die Digitalisierung von sorbischem Kulturerbe ist eine historische Chance für uns Sorben, eine Chance, unser kulturelles Erbe neu zu entdecken, es für kommende Generationen zu erhalten, für eine breitere Öffentlichkeit zugänglich zu machen und dabei die eigene Deutungshoheit zu stärken. Das erfordert neben Mut, einer klaren gemeinsamen Vision, starker Zusammenarbeit zwischen den beteiligten Akteuren auch die notwendigen Ressourcen in Form von Personal mit entsprechenden Kompetenzen, passender Technik sowie einer nachhaltig gesicherten Finanzierung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im folgenden Abschnitt werden Zielbilder für die Digitalisierung des sorbischen Kulturerbes entworfen mittels lang- und kurzfristiger Visionen sowie konkreter Ziele.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== 1.1 Visionen und Ziele für die sorbische digitale Welt ==&lt;br /&gt;
'''Vision 2035'''&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
''Sorbisches materielles und immaterielles Kulturerbe ist systematisch digital erfasst, rechtssicher und langfristig gesichert, leicht auffindbar, offen nutzbar und wird aktiv von Interessierten genutzt.''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Konkrete Ziele'''&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Bis 2032 ist ein tragfähiges, finanziell und organisatorisch abgesichertes Modell etabliert, das:&lt;br /&gt;
* Ein zentrales (oder föderiertes) digitales Langzeitarchiv nach OAIS-Referenzmodell betreibt,&lt;br /&gt;
* klare Zuständigkeiten, Prozesse und Budgets definiert,&lt;br /&gt;
* regelmäßige Qualitätssicherung und Technik-Updates vorsieht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bis 2030 sind wichtige sorbische Kulturerbe-Bestände (Kernbestände nach fachlicher Festlegung) in hoher Qualität digitalisiert, beschrieben und im Langzeitarchiv gesichert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bis 2028 liegt eine institutionenübergreifende Übersicht über relevante Kulturerbe-Bestände (analog und digital, materiell und immateriell) vor, einschließlich einer Prioritätenliste für die Digitalisierung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bis 2028 existiert ein zentrales, nutzerfreundliches „Sorbisches Kulturerbe-Portal“, das:&lt;br /&gt;
* Suchzugang über alle teilnehmenden Institutionen ermöglicht,&lt;br /&gt;
* grundlegende Inhalte frei zugänglich bereitstellt,&lt;br /&gt;
* mehrsprachige Oberflächen anbietet (Deutsch, Obersorbisch, Niedersorbisch, Englisch).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= 2 Ist-Analyse „Digitalisierung von Kulturerbe“ =&lt;br /&gt;
Das Ziel in diesem Themenbereich ist es, sorbisches Kulturerbe digital zu verwalten und damit langfristig für Recherche, Nutzung und Präsentation vorzuhalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Abschnitt &amp;quot;IST-Analyse“ werden die folgenden Fragen beantwortet: Was ist sorbisches Kulturerbe und was zählt alles dazu? Welche Schritte durchläuft ein Kulturgut, um zum digitalen Kulturerbe zu gehören? Wie können die digitale Verwaltung, Archivierung, Nutzung und Präsentation von Kulturgütern umgesetzt werden?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die grundlegenden Terminologien des Kulturerbes sollen im Folgenden festgelegt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== 2.1 Terminologie – von Kultur zu Kulturerbe ==&lt;br /&gt;
In diesem Abschnitt werden die Begriffe rund um das Kulturerbe grundlegend definiert. Es soll ein Verständnis über die Begriffe Kultur, kulturelle Ausprägung, Kulturgut und Kulturerbe erreicht werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Dataja:Wobraz_K1.png|center|260px]]&amp;lt;ref&amp;gt;Mermaid Flowchart Code: [https://mermaid.live/edit#pako:eNpF0UtuwyAQBuCroFlaTuRHTGMvKuWxq7pqV627IGZso2CIMChtk9ymN-nFimmasmJGfP-AOEGjOUIFrdTHpmfGkudtrWpF_Fq9RtGDk9aZKHojU-_aJ7PZ_bmGgSnR4mgFejaKpidC1XAmq8zDfYAoJZKVG7lxzX5stRl81C0_uwYdheGEubHD4_dXLy1hcpyC1rcLdM4GOLH1Ve2E5Gj9TPLkhgEnsLkBNDsMAmLojOBQWeMwhgHNwKYSTuFBYHucbOW3HFvmcQ21unh2YOpF6-FPGu26HqrW381X7sCZxa1gnWH_R1BxNBvtlIUqTUMEVCd49xVdzpeLMs1pXmRFXiY0hg-o8iyZL_LFXZaVSTJ1LzF8hqHJnBZ5WhZLWt5RmtIsBuTCavP4-2Hh3y4_NXaMmw hier klicken], abgerufen am 22.09.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.1.1 Kultur ===&lt;br /&gt;
Kultur bezeichnet hier die Gesamtheit aller '''vom Menschen geschaffenen und erlernten Ausdrucksformen''' des Lebens, die auf gemeinsamen Werten und Verhaltensweisen beruhen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;wiki-kultur&amp;quot;&amp;gt;URL: https://de.wikipedia.org/wiki/Kultur&amp;lt;/ref&amp;gt; Dazu zählen '''materielle Ergebnisse''' (z. B. Kunstwerke, Technik) ebenso wie '''immaterielle Praktiken''' (Sprache, Bräuche, Wissen). Kultur umfasst laut der UNESCO geistige, materielle, intellektuelle und emotionale Merkmale, die eine Gesellschaft oder soziale Gruppe kennzeichnen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;mondiacult&amp;quot;&amp;gt;UNESCO 1982: Mexico City Declaration on Cultural Policies (MONDIACULT). URL: https://www.lacult.unesco.org/docc/1982_MONDIACULT.pdf&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;ref name=&amp;quot;cultureaction&amp;quot;&amp;gt;Culture Action Europe 2024: The State of Culture report. URL: https://cultureactioneurope.org/de/news/the-state-of-culture-report-published, abgerufen am 01.10.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;  Sie ist dynamisch und wird von jeder Generation neu gestaltet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das deutsche Wort „Kultur“ ist eine Eindeutschung des lateinischen Worts „cultura“. Dieses bedeutet ursprünglich „Bebauung, Bearbeitung, Bestellung, Pflege“ und meinte sowohl die physische Bearbeitung als auch die Pflege geistiger Güter, z. B. der Sprache.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.1.2 Kulturelle Ausdrucksform ===&lt;br /&gt;
Eine kulturelle Ausdrucksform ist eine '''konkrete, gegenwärtige oder historische, Manifestation von Kultur''', bspw. eine Zeichnung, eine Tracht oder ein Lied: Sie macht die Kultur sichtbar und erlebbar. Im engeren Sinne ist es eine Ausdrucksweise, die aus der Kreativität einer Person, Gruppe oder Gesellschaft entsteht und '''kulturellen Inhalt''' trägt (symbolische Bedeutung, künstlerische Dimension, kulturelle Werte).&amp;lt;ref&amp;gt;Österreichische UNESCO-Kommission 2007: Übereinkommen zum Schutz und zur Förderung der Vielfalt kultureller Ausdrucksformen, Art. 4, Seite 13. URL: https://www.unesco.at/fileadmin/Redaktion/Publikationen/Publikations-Dokumente/2005er_UNESCO-Convention_German.pdf, abgerufen am 22.09.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt; Sie wird innerhalb und zwischen Gemeinschaften weitergegeben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Alle kulturellen Ausdrucksformen bilden einen wesentlichen Kern von Kultur, aber Kultur enthält auch latente Dimensionen (Werte, Normen, Vorannahmen etc.), die nicht unmittelbar als Ausdrucksform erscheinen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.1.3 Kulturgut ===&lt;br /&gt;
Ein „Kulturgut“ ist '''eine einzelne kulturelle Ausdrucksform''', der ein '''besonderer kultureller Wert zugemessen wird''' (durch Anerkennung, Schutz, Bedeutung). Es ist somit ein Erzeugnis menschlicher Kreativität oder Zeugnis menschlichen Lebens, welches '''Bedeutung für die Kultur einer Gemeinschaft''' hat und daher '''Bestand haben und bewahrt werden soll'''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die '''Summe aller Kulturgüter''' einer Gemeinschaft wird als dessen '''Kulturerbe''' bezeichnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.1.4 Kulturerbe ===&lt;br /&gt;
Kulturerbe ist die '''Summe der materiellen und immateriellen Ausdrucksformen''' (= Kulturgüter) einer Kultur, die als „'''bewahrenswert'''“ anerkannt wurden. International umfasst das u. a. das '''Welterbe''' (Denkmäler, Ensembles, Stätten)&amp;lt;ref&amp;gt;UNESCO (1972), Welterbekonvention, Art. 1. URL: https://www.dnk.de/wp-content/uploads/2021/02/1972_DNK_UNESCO-Welterbekonvention.pdf (abgerufen am 11.09.2025).&amp;lt;/ref&amp;gt; und das '''Immaterielles Kulturerbe''' (Praktiken, Wissen).&amp;lt;ref&amp;gt;Deutsche UNESCO-Kommission o. J.:, Übereinkommen zur Erhaltung des immateriellen Kulturerbes (dt. Ausgabe). URL: https://www.unesco.de/assets/dokumente/Deutsche_UNESCO-Kommission/02_Publikationen/Publikation_UNESCO-%C3%9Cbereinkommen_zur_Erhaltung_des_immateriellen_Kulturerbes_01.pdf, (abgerufen am 11.09.2025).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ob etwas „zum Kulturerbe“ zählt, ist Ergebnis von Bewertung, Diskurs und teils formellen Verfahren. Dem Sorbischen Kulturregister (SKR) zufolge ist „sorbisch-wendisches Kulturerbe“ eine Zuschreibung, die durch Gesellschaft, Museen, Archive und Wissenschaft erfolgen kann.&amp;lt;ref&amp;gt;Sorbisches Institut 2025: Konzept für ein Sorbisches Kulturregister (SKR). URL: https://www.serbski-institut.de/wp-content/uploads/2021/11/00_Zweite-aktualisierte-Fassung_Konzept_Sorbisches-Kulturregister_20.11.2025.pdf, abgerufen am 20.11.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.1.5 Abgrenzung: Kultur und Kulturerbe ===&lt;br /&gt;
'''Kultur / Kulturelle Ausdrucksform''' sind als Begriffe weiter gefasst als '''Kulturgut / Kulturerbe'''. Kulturelle Ausdrucksformen umfassen alles Gelebte und Gestaltete einer Gemeinschaft in Gegenwart und Vergangenheit, während Kulturgut / Kulturerbe diejenigen kulturellen Güter und Traditionen meint, denen eine Bedeutung beigemessen wurde und die als bewahrens- und weitergebenswert erkannt wurden. Kultur ist der „aktuelle“ kreative Prozess (einschließlich Popkultur, Alltagskultur), Kulturerbe der daraus überkommene Schatz. Dennoch sind die Grenzen fließend: Was heute nur Kultur ist, kann morgen zum Kulturerbe erklärt werden – abhängig von Wertzuschreibung und Diskurs.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Rahmen dieses Dokuments werden für den sorbischen Kontext die Begriffe '''„kulturelle Ausdrucksform“''' und '''„Kulturgut“''' weitgehend '''synonym''' verwendet, sofern nicht ausdrücklich anders gekennzeichnet. Hintergrund ist, dass die Gesamtzahl der identifizierbaren kulturellen Ausdrucksformen einer kleinen Minderheit wie der Sorben/Wenden im Vergleich zu großen Mehrheitsgesellschaften überschaubar ist. Zugleich ist der Anteil dieser Ausdrucksformen, denen in der Community ein besonderer Wert beigemessen wird und die daher faktisch als Kulturgut wahrgenommen und behandelt werden, sehr hoch: Ein großer Teil des gelebten kulturellen Repertoires wird als identitätsstiftend und bewahrenswert verstanden und damit dem Kulturerbe zugerechnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== 2.2 Klassifizierung von Kulturgütern ==&lt;br /&gt;
Im Folgenden soll eine griffige Klassifizierung von Kulturgütern entwickelt werden, so dass pro Kulturgut-Klasse später auf die Besonderheiten ihrer Digitalisierung eingegangen werden kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Dataja:Wobraz_K2.png|center|600px]]&amp;lt;ref&amp;gt;Mermaid Flowchart Code: [https://mermaid.live/edit#pako:eNptlM9u00AQxl9ltFWoFDlp_C9OjISU2KSgUCq1BSRIDxt77Syxd6v1mkKjSDwBlThw4YCEeuXOoeLSN-EF4BHYjZOQQG67-32_2ZnZsWco4jFBPqrVZpRR6cNsP8n4ZTTBQu7rHVP66QWOKEvV3nQM2BeYTf8eea35fF6rjdiIrUl4cjJiAMPDV_X6sMxkKdJS1uvnvu9PtRGgp5ReE46wJIKSLIOf779CycbkkqQZjSb1Ovz-cv351_drDWGN9BXS_xfZBj7dLoGxBgIFBE14nOcrZGH68E07Iu0IlSNsQkhTKnGlfvyh1bjKcngIjcYD6G2s-xvrYGMdLuuqAFOXZ0IflzFh0xxn5OBU3t1ISZhqw6KaKpo29k04jSaCJrLq0oZsa9mCAZc8FTihhBnQp1ksxd1NSsS22dFmG3oMZzwl0HveONtlc7XNATtsHI9fk6kkC3nRsKoqnVNgwrFQaUOvLGJRRtMi4SJfZ790WtppQYhFIVV7CYsJDO9uWbEMujbqOgIbTqgsddB7MCD_eXT6gQMvaFEQBlclPMVqcA6eMfqGiKLMt926isCFM4FjKiln-voCHmEWXxIxXZcUVo-jSwrVe3DBGvHqtc83DLqS0FpNAi3wRluiDBdFSBIYQ0KzzN_r265jPjQinnHh7yVJYhRS8ClZKfe3KLyk2oHneuEuqlK2qWhJWYPOwGnvoiplm4qXVMd17V5rF1UpikIGSgWNkS9FSQyUE5FjvUUzHXGE5ITkZIR8tYxJgtVXPEIjNlfYBWYvOc9XpOBlOkF-grNC7cqLWPUupFjNa74-FXo0RMBLJpFvWtYiCPJn6C3yG7bTNO2u6Tidrue0W13HQO_Usdtquuqg1bG6TtvzPNuZG-hqcXGr2baV5NhuyzId13XbBiJqDrg4qn5ni7_a_A_W9oMu hier klicken], abgerufen am 22.09.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.2.1 A. Materiell - unbeweglich 🏛️ ===&lt;br /&gt;
„Materiell - unbeweglich&amp;quot; bezeichnet ortsfeste Kulturobjekte wie Bauwerke, Ensembles, Gebäudekomplexe und Stätten/Kulturlandschaften, wie sie in Art. 1 der UNESCO-Welterbekonvention als Kategorien des kulturellen Erbes definiert sind.&amp;lt;ref&amp;gt;UNESCO World Heritage Centre o. J.: Convention Concerning the Protection of the World Cultural and Natural Heritage, Artikel 1. URL: https://whc.unesco.org/en/conventiontext/, abgerufen am 01.10.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.2.2 B. Materiell - beweglich 🖼️ ===&lt;br /&gt;
Die Kategorie „Materiell - beweglich&amp;quot; umfasst bewegliche Sachen bzw. Sachgesamtheiten von kulturellem Wert (z. B. Objekte, Sammlungen), wie sie das deutsche Kulturgutschutzgesetz (§ 2 KGSG)&amp;lt;ref&amp;gt;Deutschland 2016: Kulturgutschutzgesetz (KGSG), § 2. URL: https://www.buzer.de/2_KGSG.htm, abgerufen am 01.10.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt; als „Kulturgut“ beschreibt.&lt;br /&gt;
* B1 '''Schriftgut''' - Bücher, Zeitungen, Handschriften, Archivgut, Graphiken, Pläne, Karten&lt;br /&gt;
* B2 '''Fotografien &amp;amp; Bildträger''' &lt;br /&gt;
** Fotografisch erzeugte statische Bildträger, auch Stillbildträger genannt, z. B. Positive/Negative auf Film/Platte/Photopapier, Dias, Abzüge, Mikrofilm/-fiche und vergleichbare fotografische Repro-Träger.&lt;br /&gt;
* B3 '''Analoge AV-Träger''' (Audio/Video/Film)&lt;br /&gt;
** Analoge zeitbasierte Medien, z. B. Magnetton (Tonband, Kassette), Schallplatte, Videobänder, Film.&lt;br /&gt;
* B4 '''3D-Objekte''' - Gegenstände, „sachkulturelle Artefakte“&amp;lt;ref&amp;gt;Sorbisches Institut o. J.: Konzept zum Digitalisierungszentrum am Sorbischen Institut, S. 24.&lt;br /&gt;
(Unveröffentlichtes Konzeptpapier; interne Projektunterlage.)&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.2.3 C. Immateriell 🎭 ===&lt;br /&gt;
Meint lebendige Praktiken, Darstellungen, Ausdrucksformen, Ideen, Werte, Wissen und Fertigkeiten, die von Gemeinschaften getragen und weitergegeben werden, gemäß der folgenden 5 UNESCO ICH-Domänen.&amp;lt;ref&amp;gt;UNESCO o. J.: Intangible Cultural Heritage – Five Domains. URL: https://ich.unesco.org/doc/src/01857-EN.pdf, abgerufen am 01.10.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* C1 '''Orale Traditionen/Ausdrucksformen''' - Sprache, Gesangstraditionen&lt;br /&gt;
* C2 '''Darstellende Künste''' - Musik, Tanz, Theater&lt;br /&gt;
* C3 '''Rituale &amp;amp; Feste''' - Bräuche und soziale Praktiken des Kalenders und Lebenslaufs&lt;br /&gt;
* C4 '''Wissen &amp;amp; Praktiken''' zu Natur &amp;amp; Universum - Heil- und Sammelkenntnisse, ökologisches und astronomisches Wissen, Glaube, Religion&lt;br /&gt;
* C5 '''Traditionelles Handwerk''' - Techniken, Werkzeuge und Gestaltungsmuster&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.2.4 D. Digital 💾 ===&lt;br /&gt;
Bezeichnet in digitaler Form vorliegende Ressourcen menschlichen Wissens und Ausdrucks. Diese können sowohl born-digital sein als auch digitalisierte Repräsentationen von materiellen und immateriellen Kulturgütern.&amp;lt;ref&amp;gt;UNESCO 2003: Charter on the Preservation of Digital Heritage. URL: https://www.unesco.org/en/legal-affairs/charter-preservation-digital-heritage, abgerufen am 01.10.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* D1 '''Born-digital''' (ursprünglich digital erzeugt, kein analoges Original), z. B. Webseiten, Social-Media-Beiträge, Software, Apps, Spiele, digitale Fotos/Audio/Video.&lt;br /&gt;
* D2 '''Digitalisate''' - Digitalisierte Repräsentationen/Derivate aus den Klassen A, B und C.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== 2.3 Begriffe und Kernfunktionen ==&lt;br /&gt;
Die vorherigen Abschnitte haben geklärt, was unter Kulturerbe verstanden wird und welche Arten von Kulturgütern unterschieden werden. Bevor der nachfolgende Abschnitt den Prozess der Kulturerbe-Digitalisierung beschreibt, werden in diesem Abschnitt die dafür wichtigsten Arbeitsbegriffe und Funktionen erläutert. Der Abschnitt soll dabei die Frage beantworten: Welche Arbeitsabläufe und Funktionen sind notwendig, damit Kulturgüter nicht nur digital erfasst, sondern auch gefunden, verstanden, gesichert und genutzt werden können?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Erläuterungen sollen eine gemeinsame und leicht verständliche Grundlage schaffen für alle, die an der Digitalisierung von Kulturerbe interessiert sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.3.1 Vom Kulturgut zur digitalen Repräsentation ===&lt;br /&gt;
Dieser Abschnitt erklärt, was bei einer Digitalisierung entsteht und wie sich das digitale Ergebnis vom ursprünglichen Kulturgut unterscheidet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
! Begriff&lt;br /&gt;
! Erklärung&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Digitalisierung von Kulturerbe'''&lt;br /&gt;
| Digitalisierung bezeichnet in diesem Konzept den gesamten zusammenhängenden Prozess: Kulturgüter erfassen, beschreiben und bewerten, digitale Repräsentationen erzeugen oder übernehmen, ihre Qualität prüfen, sie sichern und für die Nutzung zugänglich machen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;DFG2016&amp;quot;&amp;gt;Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) 2016: Praxisregeln „Digitalisierung“, insbesondere S. 13 und 41-44. URL: https://www.dfg.de/resource/blob/176108/898bf3574ad0ff3b1db525fa7d04c86c/12-151-v1216-de-data.pdf, abgerufen am 16.07.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Bei ursprünglich digital entstandenen Kulturgütern – auch ''born digital'' genannt – entfällt die Überführung aus einem analogen Original; die weiteren Aufgaben bleiben bestehen.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Digitalisat und digitale Repräsentation'''&lt;br /&gt;
| Ein '''Digitalisat''' ist ein digitales Abbild eines analogen Kulturguts, beispielsweise ein Scan einer Handschrift oder ein Foto eines Museumsobjekts. Der weitere Begriff '''digitale Repräsentation''' umfasst auch Audio-, Video- oder 3D-Dokumentationen einer immateriellen kulturellen Praxis. Die digitale Repräsentation ersetzt weder das materielle Kulturgut noch die lebendige Praxis.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Masterdatei und Nutzungsderivat'''&lt;br /&gt;
| Die '''Masterdatei''' ist die möglichst hochwertige und qualitätsgeprüfte Ausgangsdatei. Sie wird für die langfristige Sicherung und spätere Bearbeitungen aufbewahrt. Ein '''Nutzungsderivat''' ist eine daraus erzeugte, an einen bestimmten Zweck angepasste Datei, beispielsweise ein kleineres Bild für eine Internetseite.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Digitales Objekt'''&lt;br /&gt;
| Als '''digitales Objekt''' wird in diesem Konzept eine zusammengehörige digitale Einheit bezeichnet. Sie kann aus einer oder mehreren Dateien, den zugehörigen Metadaten und ihren Verknüpfungen bestehen. Ein digitales Objekt kann ein Digitalisat oder ein ursprünglich digital entstandenes Kulturgut sein.&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
''Beispiel:'' Das verzierte sorbische Osterei bleibt das materielle Kulturgut. Hochauflösende Fotografien, ein 3D-Modell und die dazugehörigen Beschreibungen bilden gemeinsam seine digitale Repräsentation.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.3.2 Vier Kernfunktionen ===&lt;br /&gt;
Als '''Kernfunktionen der Kulturerbe-Digitalisierung''' werden im Folgenden vier dauerhaft zu erfüllende Aufgabenbereiche bezeichnet. Sie beschreiben, was für eine nachhaltige Digitalisierung von Kulturerbe geleistet werden muss, unabhängig davon, welche Institution oder welches technische System die jeweilige Funktion übernimmt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
! Kernfunktion&lt;br /&gt;
! Typische organisatorisch-technische Umsetzung&lt;br /&gt;
! Hauptaufgabe&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Nachweisen, beschreiben und verknüpfen'''&lt;br /&gt;
| Register oder Katalog&lt;br /&gt;
| Macht sichtbar, welche Kulturgüter vorhanden sind, wo sie sich befinden und in welchem Zusammenhang sie stehen. Ein Registereintrag kann bereits bestehen, bevor ein Digitalisat angefertigt wurde. &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Digitalisieren und Qualität sichern'''&lt;br /&gt;
| Digitalisierungszentrum oder Digitalisierungsdienst&lt;br /&gt;
| Erzeugt bzw. übernimmt digitale Repräsentationen, prüft sie und bereitet Dateien und Metadaten für die weitere Verarbeitung vor. Geliefert werden bspw. geprüfte Masterdateien und Nutzungsderivate. &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Langfristig erhalten'''&lt;br /&gt;
| Repositorium oder digitales Langzeitarchiv&lt;br /&gt;
| Übernimmt Dateien und Metadaten, speichert und verwaltet sie und erhält sie über technische und organisatorische Veränderungen hinweg dauerhaft nutzbar.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Zugänglich machen und Nutzung ermöglichen'''&lt;br /&gt;
| Präsentations- und Nutzungssystem&lt;br /&gt;
| Führt beschreibende Informationen und digitale Medien für Nutzerinnen und Nutzer zusammen. Es ermöglicht beispielsweise Suche, Anzeige, Kontextualisierung, Vermittlung und – soweit zulässig – Nachnutzung. &lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese '''Kernfunktionen''' beschreiben zunächst nicht zwingend getrennte Institutionen oder Systeme. Eine Einrichtung kann mehrere Kernfunktionen übernehmen. Umgekehrt kann eine Kernfunktion auf mehrere Einrichtungen oder technische Systeme verteilt sein. Entscheidend sind klare Zuständigkeiten, verlässliche Übergaben und gemeinsame Standards.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vereinfacht lässt sich das Zusammenspiel so zusammenfassen:&lt;br /&gt;
# Das '''Register oder der Katalog''' beschreibt und verknüpft das Kulturgut.&lt;br /&gt;
# Der '''Digitalisierungsdienst''' erzeugt und prüft seine digitale Repräsentation.&lt;br /&gt;
# Das '''Repositorium oder digitale Archiv''' übernimmt und erhält die Dateien.&lt;br /&gt;
# Das '''Präsentationssystem''' führt Beschreibungen und Medien für die Nutzung zusammen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die konkrete Ausgestaltung kann zentral, dezentral oder als Verbund mehrerer Systeme erfolgen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.3.3 Register ===&lt;br /&gt;
Die folgende Tabelle erklärt, wie Kulturgüter so erfasst, beschrieben und verknüpft werden, dass sie eindeutig zugeordnet, wiedergefunden und nach einheitlichen Regeln weiterverarbeitet werden können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
! Begriff&lt;br /&gt;
! Erklärung&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Erschließung, Verzeichnung und Registrierung'''&lt;br /&gt;
| '''Erschließung''' ist der übergeordnete Vorgang, bei dem ein Kulturgut identifiziert, beschrieben und in seinen Zusammenhang eingeordnet wird. '''Verzeichnung''' bezeichnet seine strukturierte dokumentarische Beschreibung. '''Registrierung''' bedeutet die Aufnahme in ein konkretes Register, einen Katalog oder ein Sammlungssystem. Ein Kulturgut kann bereits registriert werden, bevor ein Digitalisat vorhanden ist.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Metadaten'''&lt;br /&gt;
| Metadaten sind strukturierte Informationen über ein Kulturgut und seine digitalen Repräsentationen. Dazu gehören beispielsweise Titel, Herkunft, beteiligte Personen, Ort, Zeit, kultureller Kontext, Rechte, Dateieigenschaften und Bearbeitungsschritte. Je nach Zweck werden beschreibende, technische, rechtliche und erhaltungsbezogene Metadaten unterschieden. Sie machen Kulturgüter auffindbar, verständlich, verwaltbar und langfristig nutzbar.&amp;lt;ref name=&amp;quot;PREMIS&amp;quot;&amp;gt;Library of Congress o. J.: PREMIS – Preservation Metadata: Implementation Strategies. Internationaler Standard für Erhaltungsmetadaten. URL: https://www.loc.gov/standards/premis/, abgerufen am 16.07.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Persistenter Identifikator'''&lt;br /&gt;
| Ein '''persistenter Identifikator''' ist eine dauerhafte und eindeutige Kennung für ein Kulturgut, einen Datensatz oder eine digitale Ressource. Die Kennung bleibt bestehen, auch wenn sich der technische Speicherort oder die Internetadresse ändern. Dadurch können Kulturgüter dauerhaft zitiert und zwischen Systemen verknüpft werden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;DFG2016&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Metadaten sind keine bloße Beigabe zu einer Datei. Ohne ausreichende Beschreibungen kann ein Digitalisat zwar technisch vorhanden sein, später aber kaum gefunden, verstanden oder zuverlässig zugeordnet werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.3.4 Digitalisierungsdienst und Archiv ===&lt;br /&gt;
Die folgende Tabelle erklärt was erforderlich ist, damit Kulturgüter digitalisiert werden und nicht nur heute gespeichert sind, sondern auch nach technischen und organisatorischen Veränderungen noch gefunden, verstanden und genutzt werden können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
! Begriff&lt;br /&gt;
! Erklärung&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Repositorium'''&lt;br /&gt;
| Ein '''Repositorium''', auch ''Repository'' genannt, ist eine verwaltete technische Umgebung, in der digitale Objekte und ihre Metadaten übernommen, gespeichert, geordnet, verwaltet und bereitgestellt werden. Ein Repositorium kann Teil eines digitalen Archivs sein. Nicht jedes Repositorium erfüllt jedoch automatisch alle Anforderungen der Langzeiterhaltung.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Digitales Archiv oder digitales Langzeitarchiv'''&lt;br /&gt;
| Ein digitales Archiv ist mehr als ein Server oder ein Speicherprogramm. Es verbindet eine verantwortliche Organisation, fachkundiges Personal, Regeln, Arbeitsabläufe und technische Systeme. Es übernimmt die Verantwortung dafür, digitale Informationen langfristig zu erhalten und für festgelegte Nutzergruppen zugänglich zu machen. Das internationale Referenzmodell '''Open Archival Information System''' (OAIS, offenes Archiv-Informationssystem) bietet hierfür einen fachlichen Rahmen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;OAIS2024&amp;quot;&amp;gt;Consultative Committee for Space Data Systems (CCSDS) 2024: Reference Model for an Open Archival Information System (OAIS), CCSDS 650.0-M-3, insbesondere S. 1-1–1-2 und 2-1–2-2. URL: https://ccsds.org/Pubs/650x0m3.pdf, abgerufen am 16.07.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Ingest oder kontrollierte Übernahme'''&lt;br /&gt;
| '''Ingest''' bezeichnet die kontrollierte Übernahme digitaler Dateien und Metadaten in ein Repositorium oder digitales Archiv. Dabei werden beispielsweise Vollständigkeit, Dateiformate, Metadaten und Dateiintegrität geprüft und die Übernahme dokumentiert.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Langzeitverfügbarkeit und digitale Langzeiterhaltung'''&lt;br /&gt;
| '''Langzeitverfügbarkeit''' ist das Ziel, digitale Inhalte über technische und organisatorische Veränderungen hinweg auffindbar, lesbar, verständlich und nutzbar zu halten. '''Digitale Langzeiterhaltung''' bezeichnet die dafür notwendigen fortlaufenden Maßnahmen. Dazu können mehrere Speicherorte, regelmäßige Prüfungen, Formatüberwachung, technische Migrationen und eine nachvollziehbare Dokumentation gehören. „Langfristig“ bezeichnet dabei keine feste Zahl von Jahren, sondern einen Zeitraum, in dem mit veränderten Technologien, Formaten und Nutzungsanforderungen gerechnet werden muss.&amp;lt;ref name=&amp;quot;OAIS2024&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Datensicherung oder Backup'''&lt;br /&gt;
| Ein '''Backup''' ist eine zusätzliche Sicherungskopie, aus der Dateien nach einem Verlust oder technischen Ausfall wiederhergestellt werden können. Backups sind notwendig, ersetzen aber keine Langzeiterhaltung: Sie regeln allein noch keine dauerhaften Zuständigkeiten, Metadaten, Formatüberwachung, Integritätsprüfungen oder langfristige Zugänglichkeit.&amp;lt;ref name=&amp;quot;DPCStorage&amp;quot;&amp;gt;Digital Preservation Coalition o. J.: Digital Preservation Handbook – Storage. URL: https://www.dpconline.org/handbook/organisational-activities/storage, abgerufen am 16.07.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Integrität und Authentizität'''&lt;br /&gt;
| '''Integrität''' bedeutet, dass unbeabsichtigte Veränderungen oder Beschädigungen einer Datei erkannt werden können. Dafür werden häufig Prüfsummen verwendet - digitale Kontrollwerte, die regelmäßig verglichen werden. '''Authentizität''' bedeutet, dass Herkunft, Identität und Bearbeitungsgeschichte eines digitalen Objekts nachvollziehbar sind und belegt werden kann, dass es das ist, was es zu sein vorgibt.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Dateiformat und Datenformat'''&lt;br /&gt;
| Ein '''Dateiformat''' legt den technischen Aufbau einer einzelnen Datei fest. Ein '''Datenformat''' beschreibt, wie Informationen strukturiert und zwischen Systemen ausgetauscht werden. Gut dokumentierte, verbreitete und möglichst offen beschriebene Formate erleichtern den Austausch und die langfristige Nutzung. Sie ersetzen jedoch keine aktive Langzeiterhaltung.&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Merksatz:''' Speichern ist nicht dasselbe wie langfristiges Erhalten. Auch ein vorhandenes Backup ist noch kein digitales Langzeitarchiv.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.3.5 Präsentationssystem ===&lt;br /&gt;
Die folgende Tabelle erklärt, wie aus langfristig gesicherten Dateien ein digitales Kulturerbe wird, das von Menschen gefunden, verstanden und sinnvoll genutzt werden kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
! Begriff&lt;br /&gt;
! Erklärung&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Zugänglichmachung und Präsentation'''&lt;br /&gt;
| '''Zugänglichmachung''' bedeutet, dass digitale Objekte auffindbar und im rechtlich sowie technisch zulässigen Umfang abrufbar sind. '''Präsentation''' geht darüber hinaus: Inhalte werden ausgewählt, miteinander verknüpft, erklärt und für bestimmte Zielgruppen vermittelt. Dazu gehören verständliche Kontextinformationen, klare Rechteangaben, Mehrsprachigkeit und möglichst barrierearme Zugänge. Abhängig von Rechten, personenbezogenen Daten oder kulturellen Schutzbedarfen kann der Zugang offen oder eingeschränkt sein.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Nutzung und Nachnutzung'''&lt;br /&gt;
| '''Nutzung''' umfasst beispielsweise das Betrachten, Lesen, Anhören, Erforschen oder Vermitteln eines digitalen Kulturguts. '''Nachnutzung''' bedeutet seine weitere Verwendung in einem neuen Zusammenhang, etwa in Bildung, Forschung, Publikationen, Ausstellungen, Anwendungen oder kreativen Werken. Dafür werden geeignete Dateien, verständliche Metadaten und klare Rechteinformationen benötigt.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Rechteinformation und Lizenz'''&lt;br /&gt;
| Eine '''Rechteinformation''' beschreibt den rechtlichen Status eines digitalen Objekts und mögliche Einschränkungen seiner Nutzung. Eine '''Lizenz''' räumt durch eine dazu berechtigte Person oder Institution konkrete Nutzungsrechte ein. Ein allgemeiner Rechtehinweis ist daher nicht automatisch eine Lizenz.&amp;lt;ref name=&amp;quot;RightsReuse&amp;quot;&amp;gt;RightsStatements.org o. J.: Standardisierte Rechtehinweise für online verfügbares Kulturerbe. URL: https://rightsstatements.org/de/, abgerufen am 16.07.2026. Creative Commons 2025: Recommended Licenses and Tools for Cultural Heritage Content. URL: https://creativecommons.org/2025/07/09/recommended-licenses-and-tools-for-cultural-heritage-content/, abgerufen am 16.07.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Interoperabilität'''&lt;br /&gt;
| '''Interoperabilität''' bezeichnet die Fähigkeit von Systemen und Organisationen, Daten auszutauschen und in gleicher Bedeutung zu verstehen. Dafür werden gemeinsame Metadatenmodelle, Begriffe, Identifikatoren und technische Schnittstellen benötigt. So können beispielsweise Register, Repositorien, Präsentationsportale und externe Kulturplattformen miteinander verbunden werden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;EuropeanaEDM&amp;quot;&amp;gt;Europeana o. J.: Metadata – Europeana Data Model (EDM, Europeana-Datenmodell). URL: https://pro.europeana.eu/page/metadata, abgerufen am 16.07.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Digitalisierte Inhalte entfalten ihren kulturellen und gesellschaftlichen Nutzen erst dann vollständig, wenn sie auffindbar, verständlich, rechtlich klar und für unterschiedliche Zielgruppen tatsächlich verwendbar sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der folgende Abschnitt 2.4 beschreibt, wie diese Kernfunktionen innerhalb des gesamten Prozesses der Kulturerbe-Digitalisierung zusammenwirken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== 2.4 Prozess der Digitalisierung von Kulturerbe ==&lt;br /&gt;
Die Digitalisierung von Kulturgut ist kein rein technischer Arbeitsschritt, sondern ein vielschichtiger, oft langfristiger Prozess, der bereits mit der Wahrnehmung und Identifikation einer kulturellen Ausdrucksform beginnt. Ziel dieses Abschnitts ist es, diesen Gesamtprozess systematisch darzustellen: von der gelebten Kultur über das identifizierte Kulturgut bis hin zur digital nutzbaren Repräsentation.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die hier entwickelte Prozessdarstellung soll als praxisorientierter Überblick dienen für die Digitalisierung des sorbischen Kulturerbes. Sie berücksichtigt die Anforderungen sorbischer Einrichtungen ebenso wie die international etablierten Referenzmodelle und Standards, darunter:&lt;br /&gt;
* das OAIS-Referenzmodell (ISO 14721) für digitale Archivierung&amp;lt;ref&amp;gt;Consultative Committee for Space Data Systems (CCSDS) 2024: Reference Model for an Open Archival Information System (OAIS), CCSDS 650.0-M-3. URL: https://ccsds.org/Pubs/650x0m3.pdf, abgerufen am 01.10.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
* das DCC Curation Lifecycle Model für kuratorische Entscheidungsprozesse&amp;lt;ref&amp;gt;Higgins 2008: The DCC Curation Lifecycle Model. International Journal of Digital Curation, 3(1), 134-140. URL: https://ijdc.net/index.php/ijdc/article/view/48, abgerufen am 01.10.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
* das Spectrum-Modell für museale Objektverwaltung&amp;lt;ref&amp;gt;Collections Trust 2022. Spectrum 5.1 - The UK Museum Collections Management Standard. URL: https://collectionstrust.org.uk/spectrum/spectrum-5, abgerufen am 01.10.2025. &amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
* die UNESCO-Leitlinien zur Inventarisierung immateriellen Kulturerbes&amp;lt;ref&amp;gt;UNESCO 2024: Operational Directives for the Implementation of the Convention for the Safeguarding of the Intangible Cultural Heritage (10.GA). URL: https://ich.unesco.org/doc/src/ICH-Operational_Directives-10.GA_EN.pdf, abgerufen am 01.10.2025. &amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
* sowie technische Vorgaben wie die DFG-Praxisregeln Digitalisierung&amp;lt;ref&amp;gt;Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) 2022: Praxisregeln Digitalisierung (aktualisierte Fassung). URL: https://www.ulb.hhu.de/fileadmin/redaktion/ULB/Documents/Infomaterial/DFG_Praxisregeln_Digitalisierung_Aktualisierte_Fassung2022.pdf, abgerufen am 01.10.2025. &amp;lt;/ref&amp;gt; und die FADGI-Richtlinien&amp;lt;ref&amp;gt;Federal Agencies Digital Guidelines Initiative (FADGI) 2023: Technical Guidelines for Digitizing Cultural Heritage Materials – Still Image, 3rd ed. URL: https://www.digitizationguidelines.gov/guidelines/digitize-technical.html, abgerufen am 01.10.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Folge soll der „Lebenslauf“ eines Kulturguts dargestellt werden, also der Weg, den ein Objekt oder eine kulturelle Praxis vom Zeitpunkt der Entstehung über die Erfassung, Digitalisierung und Archivierung bis zur Veröffentlichung in einem digitalen Präsentationsmodul durchläuft.&lt;br /&gt;
Hierfür erläutert der folgende Abschnitt die einzelnen Prozessschritte im Detail, jeweils mit Akteuren und Beispielen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.4.1 Vorüberlegungen zum Prozess ===&lt;br /&gt;
Im hier vorgestellten Prozess wird auf eine harte, systematische Filterung verzichtet, welche kulturellen Ausdrucksformen „nur“ Kultur und welche bereits Kulturgut sind. Ein solcher Bewertungs- und Abgrenzungsprozess wäre ressourcenintensiv und würde den vorhandenen Kapazitäten in den beteiligten Einrichtungen nicht entsprechen. Stattdessen folgt das Konzept einer inklusiven Logik: Alle dokumentierten Ausdrucksformen werden zunächst als potenzielle Kulturgüter erfasst. Eine feinere Auswahl und Priorisierung erfolgen erst in einem späteren Schritt, nämlich dann, wenn konkret entschieden wird, welche Ausdrucksformen bzw. Kulturgüter in welcher Tiefe digitalisiert, archiviert und präsentiert werden sollen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieses Vorgehen schließt an das SKR-Konzept an, das bewusst auf eine frühe normative Trennung zwischen „kultureller Ausdrucksform“ und „Kulturgut“ verzichtet. Auch hier steht zunächst der möglichst vollständige, strukturierte Überblick über die sorbischen Kulturgüter im Vordergrund. Die differenzierte Bewertung und Schwerpunktsetzung werden als anschließende fachliche Aufgabe verstanden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.4.2 Prozessschritte im Detail ===&lt;br /&gt;
Das folgende Diagramm gibt einen Überblick über die sechs Kernschritte des Gesamtprozesses der Digitalisierung von Kulturgut – von der ersten Wahrnehmung einer kulturellen Ausdrucksform bis zu ihrer digitalen Präsentation als Kulturgut. Die Abfolge zeigt zugleich die Entwicklungsstufen: von gelebter Kultur zur kulturellen Ausdrucksform, von dort zum Kulturgut und schließlich zum digitalen Kulturgut. Die Schritte sind als generischer Ablauf zu verstehen: Je nach Art des Kulturguts können einzelne Tätigkeiten unterschiedlich aufwendig sein oder parallel erfolgen.&lt;br /&gt;
[[Dataja:Wobraz_K3.png|center|600px]]&amp;lt;ref&amp;gt;Mermaid Flowchart Code: [https://mermaid.live/edit#pako:eNplkk1OwzAQha8yGqmbkloxSZs2CyTa8LOphIAVhIVJpolF4iDH4a_qbXqTXgzHFdAKr2y97703lmaNWZMTxriqmvesFNrAfZIqgPPHFIdDzuBO1DVVajhM8QlGozOYO-WUwS0VsjVakqa93Pvmjlk4JmAwp3fS5kCHwQAWjkkcE_Y5WWkIXqrd9jBpT138UIkspBGVbI_7-rwLR146csLgRryQ-U8lMGLwTG1WapLPpHKCZQLMOY9ch7m2VxiSpOAEjJ1TSev_M_bkvv3KtY8ZnOuslG_H9VcOuf4dUO-2LamjGdHDQsscY6M78rAmXYv-ies-IEVTUk0pxvaa00p0lUkxVRtrexXqoWnqH6duuqLEeCWq1r6619zOn0hRaPGH9J_Xi6ZTBuOxS8B4jR8YhxGLeDThkR-EM37KuYefFmHTaOz7fOZHQTidBMHGwy9X6VslnNnDw4jPuB8GHlIuTaOX-7Vy27X5Bh_Osqo hier klicken], abgerufen am 22.09.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Prozess zeigt, dass Digitalisierung von Kulturgut mehr ist als das Erstellen digitaler Dateien. Sie umfasst eine Reihe aufeinander bezogener Schritte – von der ersten Wahrnehmung einer kulturellen Ausdrucksform über ihre Erfassung, Bewertung und Digitalisierung bis hin zur langfristigen Sicherung und Präsentation. Dabei sind je nach Schritt unterschiedliche Akteure beteiligt, etwa Gemeinschaften, Museen, Archive, Fachgremien, Digitalisierungsstellen oder IT. Die folgenden Beschreibungen erläutern diese Schritte so, dass nachvollziehbar wird, was jeweils mit einem Kulturgut geschieht, wer daran beteiligt ist und wie sich der Ablauf in der Praxis vorstellen lässt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''1. Sammeln &amp;amp; erfassen''' &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Hier wird eine kulturelle Ausdrucksform erstmals wahrgenommen, benannt und mit ersten Informationen erfasst: Was ist es, wer macht es oder hat es geschaffen, wo kommt es vor, warum ist es bedeutsam für die Gemeinschaft? &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Akteure''': Community, Vereine, Museen, Archive, Forschende, Privatpersonen.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Beispiel''': Auf einem Dorffest zeigt eine Frau das Verzieren sorbischer Ostereier. Jemand fotografiert dies und notiert Technik, Ort und Namen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''2. Registrieren &amp;amp; beschreiben''' &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Hier wird aus der ersten Beobachtung ein strukturierter Nachweis. Das Kulturgut oder die kulturelle Ausdrucksform wird in ein Register, eine Sammlung oder einen Katalog aufgenommen und mit strukturierten Metadaten beschrieben, damit es wiedergefunden, zugeordnet und verstanden werden kann. Dazu gehören z. B. Titel, Ort, Zeit, Technik, Funktion, beteiligte Personen und der kulturelle Kontext.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Akteure''': Registerverantwortliche, Kurator:innen, Sammlungsmitarbeitende, Community für Kontextinformationen.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Beispiel''': Das Osterei erhält einen Eintrag mit Angaben wie „Wachsbatik“, „Schleife“, „Osterei-Verzierung“, Name der Trägerin und Entstehungsjahr.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''3. Bewerten &amp;amp; freigeben''' &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
In diesem Schritt wird entschieden, ob und in welcher Priorität ein Kulturgut oder die kulturelle Ausdrucksform digitalisiert werden soll und ob dies rechtlich und ethisch möglich ist. Dabei spielen fachliche Kriterien wie Bedeutung, Repräsentativität, Seltenheit oder Gefährdung eine Rolle, aber auch Fragen des Urheberrechts, Datenschutzes und möglicher kultureller Sensibilitäten. Am Ende steht eine begründete Entscheidung, ob und in welchem Umfang das Kulturgut weiterbearbeitet und später veröffentlicht werden darf. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Akteure''': Kurator:innen, Fachgremien, Community-Vertretungen, Register/SKR, ggf. Rechteverantwortliche und Behörden. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Beispiel''': Es wird entschieden, dass die Osterei-Technik wegen ihrer Bedeutung für die sorbische Identität digital gesichert werden soll; die Kunsthandwerkerin stimmt der Veröffentlichung zu.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''4. Digitalisieren &amp;amp; prüfen''' &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Nun wird das Kulturgut technisch erfasst, also in eine digitale Form überführt. Das kann je nach Objektart durch Scan, Fotografie, Audio- oder Videoaufnahme oder 3D-Erfassung geschehen. Dabei entstehen hochwertige Master-Dateien und nutzbare Derivate. Die Digitalisierung folgt qualifizierten Standards, um Reproduzierbarkeit, Farbkonsistenz und Nutzbarkeit zu gewährleisten. Anschließend wird geprüft, ob Schärfe, Farbe, Vollständigkeit und Dateiformate den Anforderungen für Archivierung und Nutzung entsprechen. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Akteure''': Digitalisierungszentrum, Foto-/AV-/3D-Spezialist:innen, externe Dienstleister bei Spezialfällen. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Beispiel''': Das Osterei wird fotografisch hochauflösend aufgenommen und zusätzlich als 3D-Modell erfasst. Danach werden Schärfe, Farbe und Dateiformate geprüft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''5. Archivieren &amp;amp; sichern''' &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die entstandenen digitalen Dateien werden geordnet abgelegt, mit den zugehörigen Metadaten verknüpft und für die langfristige Erhaltung gesichert. Dazu gehören sichere Speicherorte, Backups, Integritätskontrollen und – wenn nötig – spätere technische Migration auf neue Systeme. Ziel ist, dass das digitale Kulturgut langfristig erhalten bleibt, auch wenn sich Technik und Formate verändern. Das Original bleibt in der Regel weiterhin am Sammlungs- oder Aufbewahrungsort. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Akteure''': Archiv, Repository, IT-Betrieb, ggf. Sorbisches Kulturarchiv bzw. Digitalisierungszentrum. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Beispiel''': Die Bilder und das 3D-Modell des Ostereis werden auf gesicherten Servern gespeichert; das Original bleibt im Museum oder bei der Eigentümerin.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''6. Präsentieren &amp;amp; nutzen''' &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Im letzten Schritt werden die digitalen Objekte so bereitgestellt, dass sie gefunden, verstanden und genutzt werden können, z. B. in Portalen, digitalen Sammlungen oder virtuellen Ausstellungen. Dafür reicht es nicht, nur Dateien anzuzeigen: Es braucht auch verständliche Kontexte, Rechteangaben, Mehrsprachigkeit und möglichst barrierearme Zugänge. So wird aus der technischen Digitalisierung eine tatsächliche kulturelle Nutzung. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Akteure''': Kurator:innen, Vermittlung, Web/IT, Museen, Kulturinformationen, Community. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Beispiel''': Das Osterei erscheint in einer Online-Ausstellung, kann herangezoomt oder als 3D-Modell gedreht werden und wird mit einem kurzen Text zur Technik erklärt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.4.3 Organisatorische Perspektive ===&lt;br /&gt;
Die folgende Abbildung ist entnommen aus einem Poster des Sorbischen Instituts zu dessen Digitalisierungsstrategie, gefunden auf der Projektseite des Digitalisierungszentrums.&amp;lt;ref&amp;gt;Sorbisches Institut: Digitalisierungszentrum (DZ). URL: [https://www.serbski-institut.de/projekte-zentrale-vorhaben/digitalisierungszentrum-dz/ https://www.serbski-institut.de/projekte-zentrale-vorhaben/digitalisierungszentrum-dz/], abgerufen am 25.03.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Digitalisierungsstrategie des Sorbischen Instituts zeigt die Erfassung, Registrierung, Digitalisierung und Archivierung bis zur Präsentation von Kulturgütern aus '''organisatorischer Sicht'''. Sie basiert auf einem '''3-Säulen-Modell aus Kulturregister, Digitalisierungszentrum und Präsentationsumgebung'''. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Dataja:Wobraz_K4.png|mini||center|600px|Abbildung: 3-Säulen-Modell der Digitalisierungsstrategie des Sorbischen Instituts. Quelle: Sorbisches Institut, „Digitalizacija serbskich kulturnych datow / Digitalisierung der sorbischen/wendischen Kulturdaten“&amp;lt;ref&amp;gt;Sorbisches Institut 2025: Digitalizacija serbskich kulturnych datow / Digitalisierung der sorbischen/wendischen Kulturdaten (Poster). URL:  [https://www.serbski-institut.de/wp-content/uploads/2021/11/A0-Druck_Digitalisierungsstrategie-SI.pdf  https://www.serbski-institut.de/wp-content/uploads/2021/11/A0-Druck_Digitalisierungsstrategie-SI.pdf], abgerufen am 25.03.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Beide Sichtweisen - die fachliche &amp;quot;Prozess-Sicht&amp;quot; und die &amp;quot;organisatorische Sicht&amp;quot; lassen sich wie folgt in einer Darstellung zusammenfassen:&lt;br /&gt;
[[Dataja:Wobraz_K5.jpg|mini||center|600px|Abbildung: Zusammengefasste Sichtweisen auf die Digitalisierung von Kulturerbe.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der &amp;quot;Prozess der Digitalisierung von Kulturerbe&amp;quot; beschreibt, '''was''' mit einem Kulturgut geschieht; das 3-Säulen-Modell zeigt, '''wo''' diese Aufgaben organisatorisch verortet sind. Bezogen auf die oben beschriebenen [[#2.3.2 Prozessschritte im Detail|Prozessschritte der Digitalisierung von Kulturerbe]] steht das '''Sorbische Kulturregister''' für den Prozessschritt „'''2. Registrieren'''“ und dient dabei vor allem der Verzeichnung und Metadatenverwaltung. Das '''Digitalisierungszentrum''' steht für die Prozessschritte „'''4. Digitalisieren'''“ und „'''5. Archivieren'''“ und dient dabei der technischen Erfassung, Bearbeitung und Sicherung der Digitalisate. Die '''Präsentationsumgebung''' steht für den Schritt „'''6. Präsentieren'''“ und dient der öffentlichen oder kuratierten Bereitstellung zur Nutzung. Ergänzende Konzepte des SI machen dabei deutlich, dass die Digitalisierung im Regelfall eine vorherige Verzeichnung im Register voraussetzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
! Prozessschritt&lt;br /&gt;
! Verantwortliche Organisation&lt;br /&gt;
! Funktion im Gesamtsystem&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''2. Registrieren'''&lt;br /&gt;
| '''Sorbisches Kulturregister'''&lt;br /&gt;
| Kulturgüter werden als Entitäten nachgewiesen, beschrieben, mit Metadaten versehen und miteinander verknüpft. Das Register erfüllt damit eine katalogähnliche Funktion: Es macht sichtbar, welche Kulturgüter es gibt, wo sie sich befinden und in welchem Kontext sie stehen.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''4. Digitalisieren'''&lt;br /&gt;
| '''Digitalisierungszentrum'''&lt;br /&gt;
| Kulturgüter werden technisch erfasst, z. B. durch Scan, Fotografie, Audio-/Videoübertragung oder 3D-Erfassung. Das Digitalisierungszentrum erzeugt und prüft die Digitalisate, ist aber nicht selbst primär ein Präsentationssystem.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''5. Archivieren'''&lt;br /&gt;
| '''Digitalisierungszentrum / Repositorium / Archiv'''&lt;br /&gt;
| Die digitalen Dateien werden geordnet gespeichert, mit Metadaten verbunden und langfristig gesichert. Dazu gehört auch die Sicherstellung der Langzeitaufbewahrung, etwa durch geeignete Speicherorte, Prüfroutinen und spätere Migrationen.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''6. Präsentieren'''&lt;br /&gt;
| '''Sorabicon / weitere Präsentationsumgebungen'''&lt;br /&gt;
| Die digitalen Inhalte werden für Nutzer:innen sichtbar, erfahrbar und verständlich gemacht, z. B. in Portalen, digitalen Sammlungen oder virtuellen Ausstellungen. Die Präsentation greift dafür auf Metadaten aus dem Register und auf Digitalisate aus dem Repositorium bzw. dem Digitalisierungszentrum zurück.&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Schritt '''1. Sammeln''' liegt vor diesen drei Säulen. Er betrifft die Sammlungsorte selbst, also z. B. Museen, Archive, Heimatstuben, Vereine, Projekte, Gemeinden oder Privatpersonen. Dort entstehen oder befinden sich die Kulturgüter zunächst, bevor sie systematisch registriert, bewertet oder digitalisiert werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Schritt '''3. Bewerten''' ist ebenfalls keine eigene technische Säule, sondern ein steuernder Entscheidungsschritt. In ihm wird geklärt, welche Kulturgüter priorisiert digitalisiert werden, welche fachliche Bedeutung sie haben, welche Rechte zu beachten sind und ob eine öffentliche Präsentation möglich ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Damit wird deutlich: Register, Digitalisierungszentrum und Präsentation erfüllen unterschiedliche Aufgaben. Das '''Register''' beschreibt und verknüpft Kulturgüter, das '''Digitalisierungszentrum''' erzeugt und sichert Digitalisate und die '''Präsentationsumgebung''' macht ausgewählte Inhalte verständlich zugänglich. Gerade diese Trennung schafft klare Zuständigkeiten und erleichtert die Zusammenarbeit zwischen Sammlungsorten, Fachstellen, technischen Dienstleistern und Öffentlichkeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== 2.5 Beispiele anderer Kulturen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Digitalisierung des Kulturerbes kleiner, autochthoner, indigener und sprachlicher Gemeinschaften weist häufig vergleichbare Herausforderungen auf: Kulturgüter und Bestände sind auf viele Institutionen, Vereine, lokale Einrichtungen und private Träger verteilt. Personelle und finanzielle Ressourcen sind begrenzt, mehrere Sprachen und Beschreibungstraditionen müssen berücksichtigt werden und nicht alle kulturellen Inhalte dürfen oder sollen ohne Einschränkung öffentlich zugänglich gemacht werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In einer vergleichenden Recherche wurde daher untersucht, wie andere Gemeinschaften und Regionen ihr Kulturerbe erfassen, beschreiben, digitalisieren, langfristig sichern und zur Nutzung bereitstellen. Dabei wurde nicht nach einer universell „idealen“ technischen Lösung gesucht. Untersucht wurde vielmehr, welche organisatorischen, technischen, rechtlichen und gemeinschaftlichen Modelle unter welchen Rahmenbedingungen funktionieren, welche Schwierigkeiten auftreten und welche übertragbaren Erfolgsfaktoren erkennbar sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die nachfolgenden Beispiele verdeutlichen unterschiedliche Schwerpunkte: gemeinschaftliche Steuerung, institutionsübergreifende Register und Suchsysteme, Digitalisierung verteilter Bestände, Sprach- und Tonarchive, abgestufte Zugänge, Unterstützung kleiner Kulturgutträger sowie die Überführung zeitlich begrenzter Projekte in einen dauerhaften Betrieb.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die daraus abgeleiteten Kriterien bilden einen Referenzrahmen. Anhand dieses Referenzrahmens kann in einer späteren Ist-Analyse geprüft werden, welche Funktionen bereits vorhanden, nur konzeptionell beschrieben, in Pilotprojekten erprobt oder dauerhaft im Regelbetrieb verankert sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die ausführlichen Fallprofile, Vergleichsmatrizen, Quellen sowie ein Hinweis zur KI-gestützten Erstellung befinden sich in der [[12.3.A1 Vergleichende Recherche – Digitalisierung des Kulturerbes anderer Kulturen und Regionen|ausführlichen Vergleichsrecherche]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.5.1 RomArchive – Digitales Archiv der Roma ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Roma und Sinti sind eine transnationale Minderheit, die in zahlreichen europäischen Staaten lebt. RomArchive wurde von 2015 bis 2019 mit 3,75 Millionen Euro durch die Kulturstiftung des Bundes gefördert. Weitere Unterstützer waren unter anderem die Bundeszentrale für politische Bildung, das Auswärtige Amt und das Goethe-Institut. Seit 2019 wird das Archiv durch das Dokumentations- und Kulturzentrum Deutscher Sinti und Roma in Heidelberg betrieben.&amp;lt;ref name=&amp;quot;vergleich_romarchive&amp;quot;&amp;gt;RomArchive o. J.: Frequently Asked Questions. URL: https://www.romarchive.eu/en/about/frequently-answered-questions/; Dokumentations- und Kulturzentrum Deutscher Sinti und Roma e. V. o. J.: Imprint. URL: https://www.romarchive.eu/en/imprint/; Kulturstiftung des Bundes o. J.: RomArchive. URL: https://www.kulturstiftung-des-bundes.de/en/programmes_projects/film_and_new_media/detail/romarchive.html, jeweils abgerufen am 20.07.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Archiv präsentiert Kunst, Geschichte und Kultur aus der Perspektive der Roma. Kuratorische Teams und Beirat waren überwiegend mit Angehörigen der Minderheit besetzt. Neben öffentlich zugänglichen Inhalten existiert ein internes Archiv mit beschränktem Forschungszugang. Besonders lehrreich ist der bereits zu Projektbeginn geplante und später tatsächlich vollzogene Übergang an einen dauerhaften Betreiber.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Erfolgsfaktoren und Learnings:''' &lt;br /&gt;
* Angehörige der Gemeinschaft sollten nicht nur Inhalte zuliefern, sondern festgelegte Entscheidungsrechte bei Auswahl, Beschreibung, Kontextualisierung und Zugangsregeln besitzen. &lt;br /&gt;
* Bereits zu Beginn einer Projektphase verbindlich klären, welche Institution das Register, Archiv oder Portal nach dem Ende der Förderung dauerhaft betreibt, pflegt und finanziert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.5.2 Nuohtti – Zugang zum Sámi-Kulturerbe ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Sámi sind ein indigenes Volk im nordeuropäischen Sápmi, das sich über Teile Norwegens, Schwedens, Finnlands und Russlands erstreckt. Viele historische Sámi-Materialien befinden sich außerhalb der Sámi-Institutionen in europäischen Archiven und Museen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nuohtti ist ein gemeinsamer Suchdienst für digitalisierte Sámi-Materialien. Er wurde von 2018 bis 2021 mit Mitteln des Programms Interreg Nord der EU (Europäische Union) entwickelt. Beteiligt waren unter anderem die Sámi-Archive der finnischen und norwegischen Nationalarchive, das schwedische Reichsarchiv und mehrere Universitäten. Die Sámi-Parlamente Finnlands, Norwegens und Schwedens waren in der Steuerungsgruppe vertreten. Der Dienst führte nach Projektangaben etwa 30.000 Datensätze aus 32 Institutionen zusammen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;vergleich_nuohtti&amp;quot;&amp;gt;Nuohtti o. J.: About Nuohtti. URL: https://nuohtti.com/Content/about; University of the Arctic 2023: The Nuohtti service provides digital access to Sámi material in European archives. URL: https://www.uarctic.org/news/2023/3/the-nuohtti-service-provides-digital-access-to-sami-material-in-european-archives/, jeweils abgerufen am 20.07.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nuohtti übernimmt nicht alle Bestände in ein einziges System. Stattdessen werden Metadaten, also strukturierte Beschreibungsdaten zu Objekten und Beständen, aus vorhandenen Einrichtungen zusammengeführt und mit mehrsprachiger Suche, Karte und Zeitleiste zugänglich gemacht. Ethische Hinweise machen darauf aufmerksam, dass viele Bestände unter historischen und teilweise kolonialen Bedingungen gesammelt und beschrieben wurden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Erfolgsfaktoren und Learnings:''' &lt;br /&gt;
* Ein gemeinsamer Zugang kann auch mit dezentraler Architektur der Bestände erfolgen – Originale, Dateien und Fachsysteme können beim Kulturgutträger verbleiben.&lt;br /&gt;
* Ein Register für Kulturdaten kann als übergreifende Nachweisschicht arbeiten: Größere Einrichtungen liefern Daten über technische Schnittstellen, während kleine Träger zentrale oder gemeinsam bereitgestellte Erfassungsdienste nutzen können. &lt;br /&gt;
* Historische Fremdbeschreibungen sollten ergänzt werden durch Selbstbezeichnungen, eigene Sprachformen, alternative Benennungen und Kontexte der betreffenden Gemeinschaft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.5.3 People’s Collection Wales / Casgliad y Werin Cymru ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wales ist ein Landesteil des Vereinigten Königreichs mit einer eigenständigen nationalen und walisischsprachigen Identität. People’s Collection Wales ist eine zweisprachige Plattform für institutionelles und gemeinschaftlich getragenes Kulturerbe. Sie wird als Verbund der National Library of Wales, des National Museum Wales und der Royal Commission on the Ancient and Historical Monuments of Wales betrieben und durch die walisische Regierung finanziert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Neben der technischen Plattform werden kostenlose Beratung und Schulungen zu Digitalisierung, Metadaten, Urheberrecht, Datenschutz und Oral History, also mündlich überlieferter und aufgezeichneter Geschichte, angeboten. Eine unabhängige Evaluation stellte Fortschritte bei der Zusammenarbeit und beim Kompetenzaufbau fest, benannte aber auch begrenzte Wirkungsnachweise, Finanzierungsrisiken und den hohen Personalaufwand für die Unterstützung der beteiligten Gemeinschaften.&amp;lt;ref name=&amp;quot;vergleich_wales&amp;quot;&amp;gt;Vittle, Kate / Haswell-Walls, Fran / Dixon, Tim; ERS Ltd. 2016: Evaluation of the Casgliad y Werin Cymru / People’s Collection Wales Digital Heritage Programme. Impact Report. URL: https://www.gov.wales/sites/default/files/publications/2019-08/evaluation-of-the-peoples-collection-wales-digital-heritage-programme-impact.pdf; People’s Collection Wales o. J.: Community Support. URL: https://www.peoplescollection.wales/about-us/community-support, jeweils abgerufen am 20.07.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Erfolgsfaktoren und Learnings:''' &lt;br /&gt;
* Kleine und ehrenamtlich betreute Sammlungen benötigen nicht nur technische Standards, sondern konkrete und dauerhaft verfügbare Dienstleistungen: Erstberatung, Schulung, Vorlagen, Unterstützung bei Rechtefragen, Qualitätskontrolle und persönliche Ansprechpartner. &lt;br /&gt;
* Ein Digitalisierungszentrum oder ein Verbund koordinierter Digitalisierungsdienste sollte daher als Service- und Kompetenzstruktur ausgestaltet werden und nicht lediglich als technische Produktionsstelle. &lt;br /&gt;
* Der dafür notwendige Beratungs- und Unterstützungsaufwand muss als dauerhafte Betriebsaufgabe eingeplant werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.5.4 Tobar an Dualchais / Kist o Riches ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schottisch-Gälisch ist eine Minderheitensprache, die vor allem in den Highlands und auf den schottischen Inseln gesprochen wird. Tobar an Dualchais macht mehr als 40.000 seit den 1930er Jahren entstandene Tonaufnahmen zugänglich. Die Bestände umfassen Erzählungen, Lieder, Musik, Gedichte und mündlich überliefertes Wissen auf Gälisch, Scots und Englisch. Ein bedeutender Teil der Originalbestände wird in den School of Scottish Studies Archives der Universität Edinburgh verwahrt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;vergleich_tobar&amp;quot;&amp;gt;University of Edinburgh 2024: Tobar an Dualchais / Kist o Riches. URL: https://gaelic.ed.ac.uk/gaelic-collections/tobar-an-dualchais-kist-o-riches; Scottish Government 2025: Rediscovering lost Gaelic words. URL: https://www.gov.scot/news/rediscovering-lost-gaelic-words/, jeweils abgerufen am 20.07.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Digitalisierung wird mit Verschriftlichung beziehungsweise Transkription, sprachlicher Erschließung, Freiwilligenarbeit und teilweise automatischer Spracherkennung verbunden. Das Projekt erhält wiederkehrende öffentliche Förderungen, muss Rechteklärung, Transkription und technische Weiterentwicklung jedoch dauerhaft fortsetzen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Erfolgsfaktoren und Learnings:''' &lt;br /&gt;
* Gefährdete Ton-, Film- und Videobestände müssen wegen Materialverfall, beschädigungsanfälliger Trägermaterialien und nicht mehr verfügbarer Wiedergabetechnik zeitlich priorisiert werden. &lt;br /&gt;
* Ein geeignetes Pilotprojekt kann Digitalisierung, Rechteklärung, Verschriftlichung, Übersetzung, Metadatenerfassung, Archivierung und Bildungsnutzung entlang einer vollständigen Prozesskette verbinden. &lt;br /&gt;
* Dadurch werden nicht nur einzelne Dateien erzeugt, sondern zugleich die notwendigen Standards, Zuständigkeiten und Aufwände erprobt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.5.5 Euskariana – Portal zum baskischen Kulturerbe ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Baskinnen und Basken leben in Gebieten Spaniens und Frankreichs. Euskariana ist das staatlich betriebene Kulturportal der Autonomen Gemeinschaft Baskenland in Spanien. Es wird durch die Digitale Bibliothek Euskadi betrieben und verbindet Daten der baskischen Regierung, der Provinzen, Kommunen, Universitäten sowie öffentlicher, kirchlicher und privater Einrichtungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Portal ist zugleich gemeinsamer Katalog und Zugang zu digitalen Objekten. Es kann Inhalte über ein eigenes Repositorium, also ein institutionell betriebenes digitales Ablage- und Erhaltungssystem, bereitstellen oder zu den Systemen der Partner verlinken. Verwendet werden internationale Standards wie Dublin Core als allgemeiner Metadatenstandard, METS (Metadata Encoding and Transmission Standard) zur Strukturierung und Übertragung digitaler Objekte, PREMIS (Preservation Metadata: Implementation Strategies) für Metadaten zur digitalen Langzeiterhaltung und ALTO (Analyzed Layout and Text Object) für erkannte Texte und Seitenlayouts. Die standardisierten Daten können unter anderem an Europeana weitergegeben werden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;vergleich_euskariana&amp;quot;&amp;gt;Gobierno Vasco / Biblioteca Digital de Euskadi o. J.: Acerca de Euskariana. URL: https://www.euskariana.euskadi.eus/euskadibib/es/help/about.do, abgerufen am 20.07.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Erfolgsfaktoren und Learnings:''' &lt;br /&gt;
* Unterschiedliche Kulturgutträger benötigen unterschiedliche Anschlussmöglichkeiten. &lt;br /&gt;
** Kleine Einrichtungen sollten Daten und gegebenenfalls Dateien in zentral bereitgestellten Diensten erfassen und verwalten können. &lt;br /&gt;
** Größere Institutionen sollten ihre vorhandenen Systeme über Datenexporte oder Programmierschnittstellen anbinden können. &lt;br /&gt;
* Dafür ist ein gemeinsamer, bewusst schlank gehaltener Metadatenkern erforderlich, der durch fach- und institutionsspezifische Angaben erweitert werden kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.5.6 Mukurtu und Plateau Peoples’ Web Portal ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mukurtu ist eine frei verfügbare Software für die gemeinschaftlich kontrollierte Verwaltung digitalen indigenen Kulturerbes. Das Plateau Peoples’ Web Portal verbindet acht indigene Nationen des nordwestlichen Plateaus der USA mit der Washington State University und mehreren Museen und Archiven. Stammesvertreter wählen und beschreiben die Inhalte; die Universität übernimmt wesentliche technische Betriebsaufgaben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mukurtu ermöglicht kulturelle Protokolle, also gemeinschaftlich festgelegte Regeln für Zugang und Nutzung, Traditional Knowledge Labels als Kennzeichnungen für überliefertes gemeinschaftliches Wissen sowie mehrere Beschreibungen zu demselben Objekt. Dadurch kann neben einer institutionellen Museumsbeschreibung eine Beschreibung der Herkunftsgemeinschaft stehen. Zugänge können von vollständig öffentlich bis streng beschränkt reichen. Mukurtu weist ausdrücklich darauf hin, dass die Plattform vor allem dem Zugang und der gemeinschaftlichen Verwaltung dient und ein gesondertes Konzept für Digitalisierung, Langzeiterhaltung, Personal und Finanzierung erforderlich bleibt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;vergleich_mukurtu&amp;quot;&amp;gt;Mukurtu CMS / Washington State University o. J.: About. URL: https://mukurtu.org/about/; Plateau Peoples’ Web Portal. URL: https://mukurtu.org/project/plateau-peoples-web-portal-showcase/, jeweils abgerufen am 20.07.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Erfolgsfaktoren und Learnings:''' &lt;br /&gt;
* Rechte und kulturelle Sensibilität müssen als Bestandteil des Datenmodells behandelt werden und dürfen nicht erst unmittelbar vor einer Veröffentlichung geprüft werden. &lt;br /&gt;
* Sinnvoll sind abgestufte Kategorien wie &lt;br /&gt;
** „nur Metadaten öffentlich“, &lt;br /&gt;
** „öffentliches Nutzungsdigitalisat“, &lt;br /&gt;
** „Zugang nach Rücksprache“, &lt;br /&gt;
** „beschränkter Gemeinschafts- oder Forschungszugang“, &lt;br /&gt;
** „zeitlich gesperrt“ und &lt;br /&gt;
** „nicht zugänglich“. &lt;br /&gt;
* Mehrere Beschreibungen zu demselben Objekt ermöglichen es außerdem, institutionelle Überlieferung und Selbstbeschreibung nebeneinander nachvollziehbar zu dokumentieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.5.7 Indigitization – zentrale Unterstützung für dezentrale Digitalisierung ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Indigitization unterstützt First Nations und weitere indigene Gemeinschaften in British Columbia in Kanada. Das Programm wird gemeinsam von indigenen Organisationen, Bibliotheken, Archiven und Hochschulen getragen. Es stellt einen Werkzeugkasten, Schulungen, Musterunterlagen, technische Beratung und Förderhilfen bereit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von 2013 bis 2019 wurden drei Pilotprojekte und 45 weitere Projekte gefördert. Dabei wurden mehr als 11.000 Audiokassetten digitalisiert. Die Digitalisierung erfolgte in den Gemeinschaften; eine allgemeine Veröffentlichung war nicht zwingend. Das frühere Förderprogramm für Audiokassetten befindet sich inzwischen allerdings in einer Pause.&amp;lt;ref name=&amp;quot;vergleich_indigitization&amp;quot;&amp;gt;Indigitization o. J.: About Us. URL: https://www.indigitization.ca/about-2/; Indigitization Toolkit. URL: https://www.indigitization.ca/toolkit/; Audio Cassette Digitization Grant. URL: https://www.indigitization.ca/funding/audio-cassette-grant/, jeweils abgerufen am 20.07.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Erfolgsfaktoren und Learnings:''' &lt;br /&gt;
* Zentral bereitgestellte Kompetenz lässt sich mit dezentraler Verantwortung verbinden. &lt;br /&gt;
* Ein Digitalisierungszentrum oder ein Verbund gemeinsamer Dienste kann Schulungen, Leih- und Mobiltechnik, Qualitätsprüfung, Rahmenverträge, Musterunterlagen, Beratung und Kleinprojektförderung anbieten. &lt;br /&gt;
* Originale, lokales Wissen und kulturelle Beziehungen können grundsätzlich bei den jeweiligen Kulturgutträgern verbleiben. &lt;br /&gt;
* Damit nach Abschluss einzelner Digitalisierungsprojekte keine ungesicherten Dateien zurückbleiben, sollte jedoch von Beginn an ein gemeinsames oder verbindlich angebundenes Repositorium beziehungsweise digitales Archiv vorgesehen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.5.8 Zusammenfassungen der Beispiele anderer Kulturen im Anhang ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tabellarische Übersichten und Zusammenfassungen aller untersuchten Beispiele anderer Kulturen und Regionen befinden sich im Anhang [[12.3.A1 Vergleichende Recherche – Digitalisierung des Kulturerbes anderer Kulturen und Regionen#E. Vergleichsmatrix|in Abschnitt E. Vergleichsmatrix]] unter &lt;br /&gt;
* [[12.3.A1 Vergleichende Recherche – Digitalisierung des Kulturerbes anderer Kulturen und Regionen#E.1 Funktionen, Architektur und Standards|E.1 Funktionen, Architektur und Standards]] und&lt;br /&gt;
* [[12.3.A1 Vergleichende Recherche – Digitalisierung des Kulturerbes anderer Kulturen und Regionen#E.2 Governance, Finanzierung, Erfolg und Übertragbarkeit|E.2 Governance, Finanzierung, Erfolg und Übertragbarkeit]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Zusammenfassung der übergreifenden Erfolgsfaktoren aus den Beispielen befindet sich im Anhang [[12.3.A1 Vergleichende Recherche – Digitalisierung des Kulturerbes anderer Kulturen und Regionen#F. Übergreifende Erfolgsfaktoren|in Abschnitt F. Übergreifende Erfolgsfaktoren]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.5.9 Was sich aus den Beispielen ableiten lässt ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus den untersuchten Beispielen lässt sich kein einzelnes Projekt und kein bestimmtes Softwaresystem ableiten, das unverändert übernommen werden könnte. Wiederkehrend zeigen sich jedoch '''vier notwendige Funktionen, drei übergreifende Erfolgsbedingungen und zwei grundlegende Umsetzungsprinzipien'''. Sie bilden einen kompakten Orientierungsrahmen für die Digitalisierung von Kulturerbe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Vier Kernfunktionen – was muss dauerhaft geleistet werden? ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Damit die Digitalisierung nicht bei einzelnen Digitalisaten oder einem Präsentationsportal stehen bleibt, müssen vier Kernfunktionen verlässlich abgedeckt und miteinander verbunden werden:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot; style=&amp;quot;width:100%;&amp;quot;&lt;br /&gt;
! Kernfunktion&lt;br /&gt;
! Kernfrage&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''1. Register für Kulturdaten'''&lt;br /&gt;
| '''Was ist vorhanden und was sollte prioritär bearbeitet werden?''' – Kulturgüter und Bestände nachweisen, beschreiben, verknüpfen und ihren Digitalisierungs- und Rechtezustand erfassen.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''2. Digitalisierungszentrum / Digitalisierungsdienste'''&lt;br /&gt;
| '''Wie wird qualitätsgesichert digitalisiert?''' – Kulturgutträger beraten, Digitalisierung vorbereiten oder durchführen, Qualität sichern und die Übergabe vorbereiten.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''3. Repositorium / digitales Langzeitarchiv'''&lt;br /&gt;
| '''Wie bleibt das digitale Kulturerbe dauerhaft erhalten?''' – Masterdateien und Metadaten sicher übernehmen, erhalten, sichern und bei technischen Veränderungen migrieren.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''4. Präsentations- und Nutzungssysteme'''&lt;br /&gt;
| '''Wie wird das Kulturerbe gefunden, verstanden und genutzt?''' – freigegebene Inhalte mehrsprachig vermitteln und für Bildung, Forschung und kulturelle Nachnutzung bereitstellen.&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die vier Funktionen bedeuten nicht zwingend vier Einrichtungen oder vier technische Systeme. Entscheidend ist, dass alle Funktionen abgedeckt, ihre Zuständigkeiten geklärt und ihre Übergaben zuverlässig organisiert sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Drei Erfolgsbedingungen – was gilt für alle Kernfunktionen? ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
# '''Gemeinsam entscheiden und Rechte abgestuft regeln:''' &lt;br /&gt;
#* Angehörige der betreffenden Gemeinschaft und die Kulturgutträger sollten nachvollziehbare Entscheidungsrechte bei Auswahl, Beschreibung, Priorisierung und Veröffentlichung besitzen. &lt;br /&gt;
#* Zugänge sollten abgestuft sein, beispielsweise auch &amp;quot;ausschließlich Metadaten&amp;quot;, &amp;quot;Zugang nach Rücksprache&amp;quot; oder &amp;quot;beschränkte Gemeinschafts- und Forschungszugänge&amp;quot; ermöglichen. &lt;br /&gt;
#* Rechtliche Zulässigkeit und kulturelle Angemessenheit sind dabei getrennt zu betrachten. &lt;br /&gt;
#* Selbstbezeichnungen und eigene kulturelle Perspektiven sollten historische Fremdbeschreibungen ergänzen können.&amp;lt;br&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
# '''Gemeinsame Standards, Mehrsprachigkeit und technische Anschlussfähigkeit sichern:''' &lt;br /&gt;
#* Ein bewusst schlanker gemeinsamer Metadatenkern, Qualitätsstandards und geregelte Datenübergaben ermöglichen die Zusammenarbeit unterschiedlicher Einrichtungen. Zusätzlich können fach- oder institutionsspezifische Metadatensätze genutzt werden.&lt;br /&gt;
#* Sprachen und Sprachvarianten müssen als eigenständige Datenwerte berücksichtigt werden, bspw. bei Metadaten, Beschreibungen usw. &lt;br /&gt;
#* Kleine Träger benötigen einfache zentrale Erfassungsmöglichkeiten, z. B. per Weboberfläche, größere Institutionen Schnittstellen oder Datenexporte aus ihren vorhandenen Systemen.&amp;lt;br&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
# '''Dauerhafte Verantwortung und Finanzierung sichern:''' &lt;br /&gt;
#* Bereits beim Aufbau muss feststehen, wer Register, Digitalisierungsdienste, Repositorium und Präsentationssystem nach einer Projektförderung dauerhaft betreibt. &lt;br /&gt;
#* Neben einmaligen Projektmitteln müssen deshalb auch Personal, Beratung, Datenpflege, Speicher, Softwarepflege, Sicherung und spätere technische Erneuerungen dauerhaft finanziert werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Zwei Umsetzungsprinzipien – wie sollte vorgegangen werden? ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
# '''Priorisieren, die vollständige Kette pilotieren, dann skalieren:''' &lt;br /&gt;
#* Nicht alles muss gleichzeitig digitalisiert werden. Besonders gefährdete oder kulturell bedeutsame Bestände sollten priorisiert werden. &lt;br /&gt;
#* Pilotprojekte sollten möglichst den gesamten Weg von der Erfassung und Rechteklärung über die Digitalisierung bis zur Archivierung und Nutzung durchlaufen. Dabei werden Standards, Zuständigkeiten, Kosten und tatsächliche Nutzung erprobt. &lt;br /&gt;
#* Erst auf dieser Grundlage sollte in größerem Umfang skaliert werden.&amp;lt;br&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
# '''Zentral ermöglichen, dezentral verantworten:''' &lt;br /&gt;
#* Zentrale Stellen können Infrastruktur, Beratung, Schulung, Digitalisierungstechnik, Qualitätskontrolle, Rechtehilfe und Langzeiterhaltung bereitstellen. &lt;br /&gt;
#* Originale, lokales Wissen, kulturelle Beziehungen und wesentliche inhaltliche Entscheidungen können gleichzeitig bei den jeweiligen Kulturgutträgern verbleiben. &lt;br /&gt;
#* Zentralisierung von Diensten und dezentrale kulturelle Verantwortung sind damit keine Gegensätze, sondern können sich gegenseitig ergänzen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Für die Reihenfolge ergibt sich daraus:''' &lt;br /&gt;
# Zuerst Entscheidungsrechte, Standards, Betreiber und Finanzierung ausreichend klären; &lt;br /&gt;
# anschließend mit ausgewählten Beständen die vollständige Prozesskette erproben und die Unterstützungsstrukturen aufbauen; &lt;br /&gt;
# auf dieser Grundlage Digitalisierung, Präsentation und Nachnutzung schrittweise verbreitern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Präsentation und Nutzung sind dabei nicht von geringerer Bedeutung und sollten bereits Bestandteil der Pilotprojekte sein. '''Später erfolgt nicht die Nutzung selbst, sondern deren breiter Ausbau.'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weiterführende '''Hinweise und Empfehlungen zu einem möglichen Vorgehen sowie zeitlichen und inhaltlichen Prioritäten''' befinden sich im Anhang [[12.3.A1 Vergleichende Recherche – Digitalisierung des Kulturerbes anderer Kulturen und Regionen#G.2 Was zentral, dezentral und gemeinsam organisiert werden sollte|im Abschnitt &amp;quot;Priorisierte Schlussfolgerung&amp;quot; von G2 bis G9]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein ausführliches '''Prüfraster zur Bewertung des jeweiligen Entwicklungsstandes''' befindet sich [[12.3.A2 Prüfraster zur Bewertung des Entwicklungsstandes beim Aufbau der Digitalisierung des Kulturerbes|im Anhang 2 &amp;quot;Prüfraster zur Bewertung des Entwicklungsstandes&amp;quot;]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= 3. Ist-Analyse der Digitalisierung des sorbischen Kulturerbes =&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der [[#2 Ist-Analyse „Digitalisierung von Kulturerbe“|vorangegangene Abschnitt 2]] hat beschrieben, was zur Digitalisierung von Kulturerbe gehört, welche Aufgaben dabei dauerhaft erfüllt werden müssen und wie andere Gemeinschaften und Regionen diese Aufgaben lösen. Der Abschnitt 3 richtet nun den Blick auf die sorbische Situation. Er geht der Frage nach, wie gut die sorbische Kulturerbelandschaft heute organisatorisch, technisch und personell aufgestellt ist, um ihr materielles, immaterielles und digitales Kulturerbe institutionsübergreifend zu erfassen, zu digitalisieren, dauerhaft zu erhalten und zugänglich zu machen – und wo vorrangiger Handlungsbedarf besteht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Analyse gliedert sich in fünf Teile:&lt;br /&gt;
* '''Akteure und Rollen''': Wer bewahrt sorbisches Kulturerbe und welche Aufgaben übernehmen die Akteure bei seiner Digitalisierung (Sammeln, Finanzieren, Koordinieren usw.)?&lt;br /&gt;
* '''Bestände und Digitalisierungsbedarf''': Welche Kulturgüter gibt es, wie weit sind  sie erfasst und digitalisiert, und welche müssen vorrangig gesichert werden?&lt;br /&gt;
* '''Vorhaben und Systeme''': Welche sorbischen Projekte und Angebote decken die [[#2.3.2 Vier Kernfunktionen|vier Kernfunktionen]] Nachweisen, Digitalisieren, langfristig Erhalten und Zugänglichmachen bereits ab?&lt;br /&gt;
* '''Zusammenarbeit und dauerhafter Betrieb''': Wie sind die Steuerung und Zusammenarbeit (Governance) organisiert (Zuständigkeiten, Standards, Rechte und Finanzierung)?&lt;br /&gt;
* '''Gesamtbewertung''': Was funktioniert bereits, wo gibt es Lücken und welche davon sollten zuerst geschlossen werden? &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Analyse stellt dabei den Bedarf der Bestände dem vorhandenen Angebot an Diensten und dem organisatorischen Rahmen gegenüber. Wo beides auseinanderfällt, entstehen Lücken, siehe nachfolgende Übersicht.&lt;br /&gt;
[[Dataja:Wobraz K6.png|thumb|center|600px|Übersicht der Ist-Analyse]]&amp;lt;ref&amp;gt;Mermaid Flowchart Code: [https://mermaid.live/edit#pako:eNqVlM1y2jAQx19lR7maFGMcwJPJDGAnh9AcaE4pPcj2-qPYErOWmtJ8PE0fo7e8WGWDTUja6VS-WB_7293_rvTAIhkj81hSyPso46Tg1l_RSoAZ088rdh5eOKc2TNcKNeH5h_DiPKQPF7fbjQW39PIzRaqMXaIsWMqiQLFiX2r7llHpMCW-yeDGwG54lCXEU9wfgv2Ic8JI5VLAYvl6fdYGMIAZVurlp4gPIVzrQmlKtVoXvKoQNiThEy_LQou0kqTe-Ji_ZsWckgOJC4hRwFSkGEpl_r5i44-L2IIyV-BTLtIij7I15m-5M-j1LmDeLqGI_5j-0rjfOwAtYljyrOzE-pcOfhu7A36OolLYMD5tzV95yONbjgTXSCLRYl1j3jkIWtAQruQ3c5KL6GB_pyujHwpOocmzcRFzjVSX15BnqCjH8A3Sh-fnZwj-kv-0VufReLrnGRlluzI-ws3xmdDQMQ_NmX2KFqR1DYq6IDu1HqFT5aZRfbFLZ_HyK1qj6PLY1RdkJhC4rgw2ykxcWLUlfpXCcgdqp4tmetXK5MIVGk1UiPdIyjRW7eNNh0d1-_mYgECtiBeQ5EXhnVzawWUwtipFco3eiXvpBu7UimQhyTsZzM03fU9o70fLmAbzYNQxJhNnbvstY2QPZrbzjsH3TbYjBLbxG3SE_uVZ4J61hP7Y7Q_tIwJMrYV11aZyvDWz5ocIj7d8K2gdd52vtgWaOu3iSJrRxTEej0fj_n7ai3llXh7iW88F99h--d_2zGIp5THzFGm0WIlU8nrKHmruiqnMXJkV88wvYay_9xoxVmwlnozphos7KcvWmqROM-YlvKjMTG9irtDPubnSZbdKdWvRXGqhmDd07AbCvAf2nXnuqWP3RwN7eDZwJ4Ph2MHeyGJb5vXs0-HEnTgDxxn3-4OzvuOarSeL_Wi8C10UFsM4V5I-7h7o5p1--g24x9CK hier klicken], abgerufen am 20.10.2026&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== 3.1 Akteure und Rollen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sorbisches Kulturerbe wird von vielen Einrichtungen, Gruppen und Einzelpersonen bewahrt, gepflegt und dokumentiert – von sorbischen ebenso wie von nicht-sorbischen. Dieser Abschnitt zeigt, wer Bestände hält, wer Dienste zur Digitalisierung anbietet und wer den organisatorischen und finanziellen Rahmen gestaltet. Damit wird auch sichtbar, welche Aufgaben bislang von keinem Akteur erkennbar übernommen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Grundlage sind Arbeitsunterlagen der Domowina aus den Jahren 2019 und 2020&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;&amp;gt;Domowina e. V., Kulturausschuss (Clemens Škoda) 2019: Serbske kulturne herbstwo (SKH). Arbeitspapier, Stand 18.03.2019, S. 2–8. Unveröffentlicht; interne Referenz: 2020-09-07_Serbske kulturne herbstwo w Budyšinje_opt.pdf.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019b&amp;quot;&amp;gt;Domowina e. V. 2019: Přehlad relewantnych městnosćow / „małkich“ a „wulkich“ muzejow nastupajo serbske kulturne herbstwo, Stand 11.11.2019. Unveröffentlicht; interne Referenz: 2019_11_Priloha A_prehlad_muzejow a zberkow.pdf.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2020&amp;quot;&amp;gt;Domowina e. V., Kulturausschuss 2020: Protokoll der Fachkommission „Serbske kulturne herbstwo“ vom 07.09.2020. Unveröffentlicht; interne Referenz: 2020_09_07_skh komisija-protokol.pdf.&amp;lt;/ref&amp;gt;, eine darauf aufbauende Arbeitsliste der Sammlungsorte mit ergänzender Internetrecherche&amp;lt;ref name=&amp;quot;liste2026&amp;quot;&amp;gt;Arbeitsliste „Sammlungsorte sorbischen Kulturerbes“, Stand 02.04.2026, erstellt im Rahmen des Digitalisierungskonzepts aus Internetrecherche und den Domowina-Unterlagen. Unveröffentlicht; Grundlage für Anhang 12.3.A3.&amp;lt;/ref&amp;gt; sowie Projektunterlagen und Gespräche. Ein Teil der Angaben ist mehrere Jahre alt und wird schrittweise aktualisiert. Nicht belegte Angaben sind als ''offen'', Vermutungen als ''Annahme'' gekennzeichnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.1.1 Begriffe und Rollen ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
; Akteur&lt;br /&gt;
: Einrichtung, Gruppe oder Person, die eine Aufgabe im Umgang mit sorbischem Kulturerbe oder seiner Digitalisierung übernimmt.&lt;br /&gt;
; Kulturgutträger&lt;br /&gt;
: Akteur, der Kulturgüter verwahrt oder eine kulturelle Praxis trägt und weitergibt, bspw. ein Museum, eine Heimatstube, ein Chor oder eine Privatperson mit einer Sammlung.&lt;br /&gt;
; Trägerschaft&lt;br /&gt;
: Rechtliche und finanzielle Verantwortung für eine Einrichtung, zum Beispiel durch eine Kommune, einen Landkreis, eine Stiftung, einen Verein, eine Kirche oder eine Privatperson. Eigentum und Betrieb können dabei auseinanderfallen, bspw. gehörte der Dom Njechorńskeho 2019 der Domowina und wurde von der Stiftung für das sorbische Volk bewirtschaftet, der Hanzo Šustrowy dom in Trebendorf gehörte der Gemeinde und wurde von der örtlichen Domowina-Gruppe bewirtschaftet.&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019b&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
; Rolle&lt;br /&gt;
: Aufgabe, die ein Akteur übernimmt. Ein Akteur kann mehrere Rollen haben, unterschieden werden Haupt- und Nebenrollen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Rollen lassen sich drei Gruppen zuordnen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
! Gruppe !! Rolle !! Kürzel&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| rowspan=&amp;quot;2&amp;quot; | '''Am Kulturgut''' || '''Bewahren''': Originale verwahren, pflegen und verwalten || '''B'''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Dokumentieren''': lebendige Praxis festhalten in Ton, Bild oder Text || '''D'''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| rowspan=&amp;quot;4&amp;quot; | '''Dienste''' ([[#2.3.2 Vier Kernfunktionen|Kernfunktionen]]) || '''Erfassen''', beschreiben und verknüpfen || '''K1'''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Digitalisieren''' und Qualität sichern || '''K2'''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Langfristig '''erhalten''' || '''K3'''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Zugänglich machen''' und Nutzung ermöglichen || '''K4'''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| rowspan=&amp;quot;2&amp;quot; | '''Rahmen''' (Governance) || '''Steuern''', koordinieren und Regeln setzen || '''S'''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Fördern''' und finanzieren || '''F'''&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dokumentieren meint hier das Festhalten von immateriellen Kulturgütern im laufenden Kulturleben, etwa Mitschnitte von Veranstaltungen. Geschieht es systematisch nach festgelegten Standards zur dauerhaften Sicherung, ist es Teil der Kernfunktion Digitalisieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.1.2 Schlüsselakteure ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einzeln aufgeführt wird, wer mindestens eines der folgenden Kriterien erfüllt:&lt;br /&gt;
# betreibt oder plant eine Kernfunktion, die über die eigene Einrichtung hinaus wirkt,&lt;br /&gt;
# verwahrt einen hauptamtlich betreuten Kernbestand,&lt;br /&gt;
# dokumentiert regelmäßig das lebendige Kulturgeschehen,&lt;br /&gt;
# fördert, koordiniert oder setzt Regeln für die Digitalisierung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|+ Rollen der Schlüsselakteure (■ Hauptrolle · ○ Nebenrolle · ? vermutet oder offen)&lt;br /&gt;
! Akteur !! Typ / Trägerschaft !! B !! D !! K1 !! K2 !! K3 !! K4 !! S !! F !! Hinweise&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Stiftung für das sorbische Volk || Stiftung des öffentlichen Rechts, finanziert von Bund u. Ländern Sachsen und Brandenburg || ○ || || || || || || ■ || ■ || bewirtschaftete 2019 den Dom Njechorńskeho&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019b&amp;quot;/&amp;gt;; unterstützte 2019 beide sorbischen Museen finanziell&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Sorbisches Institut (SI) mit Sorbischem Kulturarchiv (SKA) und Sorbischer Zentralbibliothek || Forschungseinrichtung mit Archiv und Bibliothek; eingetragener Verein, gefördert durch die Stiftung (''Annahme'') || ■ || ? || ■ || ■ || ? || ■ || ○ || || Virtueller Lesesaal mit Bibliographie, Katalog, digitalisierten Drucken, Handschriften, Fotos und Filmen; digitales Schrifttum auch über Sachsen.Digital; Sorabicon als Sorbisches Kulturlexikon&amp;lt;ref name=&amp;quot;vls&amp;quot;&amp;gt;Sorbisches Institut o. J.: Virtueller Lesesaal. URL: https://www.serbski-institut.de/bibliothek/virtueller-lesesaal/, abgerufen am 20.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;; plant das Sorbische Kulturregister (SKR)&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;&amp;gt;Sorbisches Institut 2025: Konzept für ein Sorbisches Kulturregister (SKR), zweite aktualisierte Fassung vom 20.11.2025. URL: https://www.serbski-institut.de/wp-content/uploads/2021/11/00_Zweite-aktualisierte-Fassung_Konzept_Sorbisches-Kulturregister_20.11.2025.pdf&amp;lt;/ref&amp;gt; und das Digitalisierungszentrum (DZ) auch für andere Träger&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz&amp;quot;&amp;gt;Sorbisches Institut: Digitalisierungszentrum (DZ). URL: https://www.serbski-institut.de/projekte-zentrale-vorhaben/digitalisierungszentrum-dz/&amp;lt;/ref&amp;gt;; langfristige Erhaltung für Dritte ''offen''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Sorbisches Museum Bautzen || Museum; Landkreis Bautzen, finanziell unterstützt von der Stiftung (Stand 2019)&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt; || ■ || || ○ || ? || ? || ? || || || Inventarverzeichnis vorhanden (2019)&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;; Digitalisierungsstand und Online-Angebot ''offen''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Wendisches Museum Cottbus || Museum; Stadt Cottbus, finanziell unterstützt von der Stiftung (Stand 2019)&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt; || ■ || || ○ || ? || ? || ? || || || Inventarverzeichnis vorhanden (2019)&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;; Digitalisierungsstand und Online-Angebot ''offen''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Sächsische Landesbibliothek – Staats- und Universitätsbibliothek Dresden (SLUB) || Landes- und Universitätsbibliothek; Freistaat Sachsen || ■ || || ○ || ? || ○ || ■ || || || Lusatica-Sammlung, die das kulturelle Erbe der Sorben zugänglich machen soll&amp;lt;ref name=&amp;quot;slub&amp;quot;&amp;gt;SLUB Dresden o. J.: Sammlungen zur sächsischen Landeskunde. URL: https://www.slub-dresden.de/entdecken/saechsische-landeskunde/sammlungen, abgerufen am 20.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;; über Sachsen.Digital ist auch digitales Schrifttum des SI erreichbar&amp;lt;ref name=&amp;quot;vls&amp;quot;/&amp;gt; (Betrieb der Plattform durch die SLUB: ''Annahme''); eigene digitale Langzeitarchivierung&amp;lt;ref name=&amp;quot;nestor&amp;quot;&amp;gt;nestor o. J.: Mitglied SLUB Dresden. URL: https://www.langzeitarchivierung.de/Webs/nestor/EN/nestor/Mitglieder/sLUB.html, abgerufen am 20.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;, ob sie Digitalisate sorbischer Träger übernehmen könnte, ist ''offen''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Domowina – Bund Lausitzer Sorben e. V. mit Regionalverbänden und Ortsgruppen || Dachverband sorbischer Vereine; eingetragener Verein || ○ || ○ || || || || || ○ || || Eigentümerin des Dom Njechorńskeho; Ortsgruppe Trebendorf bewirtschaftet den Hanzo Šustrowy dom&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019b&amp;quot;/&amp;gt;; mindestens 9 der 23 kleinen Sammlungsorte sind direkt oder über Mitgliedsvereine mit ihr verbunden&amp;lt;ref name=&amp;quot;liste2026&amp;quot;/&amp;gt;; Chronistengruppe der Župa Michał Hórnik; Fachkommission „Sorbisches Kulturerbe“ 2018–2020&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2020&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Maćica Serbska e. V. || wissenschaftliche Gesellschaft; Verein || || || || || || || ○ || || Arbeitskreis „Museale Einrichtungen“ mit 2019 rund 40 Adressaten; Denkmalausschuss mit eigenem, von der Stiftung verwaltetem Budget, 2019 als Vorbild für die Bewertung von Kulturerbe genannt&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Sorbisches National-Ensemble (SNE) || Ensemble; gemeinnützige GmbH der Stiftung (''Annahme'') || ■ || ? || ○ || || || || || || geordnetes Arbeitsarchiv; 2019 vorgeschlagen, dort nur Kopien zu halten und die Originale an das SKA zu geben&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;; Umfang ''offen''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Studijo Lucija || Medienproduktion; Trägerschaft ''offen'' || ○ || ■ || || || || || || || dokumentiert sorbische Veranstaltungen; Aufnahmen liegen beim Studio und gehen nur komprimiert und teilweise an das SKA&amp;lt;ref name=&amp;quot;lucija&amp;quot;&amp;gt;Projektinterne Auskunft, Oktober 2026; schriftlicher Beleg noch einzuholen.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Mitteldeutscher Rundfunk (MDR) und Rundfunk Berlin-Brandenburg (rbb), sorbischsprachige Programme || öffentlich-rechtlicher Rundfunk || ■? || ■ || || || || ○? || || || Produktionen standen dem SKA 2019 aus rechtlichen Gründen nicht zur Verfügung&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;; Archivbestände und heutiger Stand ''offen''&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.1.3 Akteursgruppen ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die meisten Kulturgutträger sind kleinere Einrichtungen, Gruppen oder Privatpersonen. Sie werden hier zu Gruppen zusammengefasst. Die Anzahlen sind Mindestwerte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
! Gruppe !! Beispiele !! Typische Trägerschaft !! Bekannte Anzahl !! Typische Rollen !! Besonderheiten&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Kleine Museen, Heimatstuben, Gedenk- und Begegnungsorte || Muzej Ćišinskeho (Panschwitz-Kuckau), Njepilic dwór (Rohne), Sorbisches Kulturzentrum Schleife, Heimatmuseum Dissen, Archiv verschwundener Orte (Horno) || Gemeinde, Förderverein, Domowina-Ortsgruppe, privat || 22 in der Domowina-Übersicht 2019 (9 Ober-, 13 Niederlausitz)&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019b&amp;quot;/&amp;gt;; 23 in der Arbeitsliste 2026, davon 12 bisher nur durch die Domowina-Unterlagen belegt&amp;lt;ref name=&amp;quot;liste2026&amp;quot;/&amp;gt; || B ●, D ○ || überwiegend ehrenamtlich; 2019 benannte Defizite: fehlender Nachwuchs, fehlende Marketingstrategie, fehlende Vernetzung, unzureichende Finanzierung, fehlende fachliche Begleitung; teilweise ohne eigenes Inventar&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;; zwei private Ausstellungen ohne jede Förderung, von den Betreibern im Ruhestand allein betreut&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019b&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Regionale Museen mit sorbischen Beständen || Museum der Westlausitz Kamenz, Museum Bautzen, Spreewald-Museum Lübbenau mit Freilandmuseum Lehde, Slawenburg Raddusch, Niederlausitzer Heidemuseum Spremberg || Landkreis oder Kommune (''Annahme'') || 7 in der Domowina-Übersicht 2019 (2 Ober-, 5 Niederlausitz)&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019b&amp;quot;/&amp;gt; || B ●; K1–K4 ''offen'' || Umfang des sorbischen Anteils am Bestand ''offen''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Ensembles, Chöre, Trachten- und Brauchtumsgruppen || – || Verein || ''offen'' || tragen die Praxis; D ○, B ○ || Trachtenfundi 2019 ausdrücklich zu den Beständen in sorbischer Verantwortung gezählt&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;; eigene Aufnahmen und Fundi meist nicht erfasst (''Annahme'')&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Chronisten, Film- und Fotoamateure || Chronistengruppe der Župa Michał Hórnik, deutsch-sorbischer Filmkreis || ehrenamtlich, privat || ''offen'' || D ●, B ○ || Beiträge von Laien 2019 nur sporadisch, Bestände oft unstrukturiert&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Private Sammlungen und Nachlässe || Nachlass der Malerin Hanka Krawcec, überwiegend in Tschechien; weitere private Sammlungen und Nachlässe in Ober- und Niederlausitz || privat || 4 in der Domowina-Übersicht 2019; tatsächlich ''offen'' || B ● || Verbleib beim Generationenwechsel ungesichert (''Annahme'')&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Kirchliche Einrichtungen || Ausstellung zu Jan Bjedrich Fryco in der evangelischen Kirche Kolkwitz; kirchliches Informations- und Begegnungszentrum in Horno mit Holzmodellen abgebaggerter Kirchen&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019b&amp;quot;/&amp;gt; || Kirchgemeinde || 2 (in den kleinen Orten enthalten); weitere ''offen'' || B ○ || weitere kirchliche Bestände nicht erfasst (''Annahme'')&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Weitere sorbische Kultur- und Medieneinrichtungen || Deutsch-Sorbisches Volkstheater (Archiv 2019 zusammen mit dem des SNE genannt); Domowina-Verlag (2019 als Produzent genannt, dessen Erzeugnisse an das SKA gehen sollten)&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt; || verschieden || ''offen'' || B ○ || Umfang ''offen''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Öffentliche Träger und Fördergeber || Bund, Freistaat Sachsen, Land Brandenburg, Landkreise, Kommunen || öffentlich || – || F ●, S ○ || tragen die großen Museen; 2019 erfüllten kleine Museen im Landkreis Bautzen die Kriterien für eine institutionelle Förderung nicht, im Landkreis Spree-Neiße waren die Bedingungen besser&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Überregionale Gedächtniseinrichtungen || Oberlausitzische Bibliothek der Wissenschaften Görlitz&amp;lt;ref name=&amp;quot;slub&amp;quot;/&amp;gt;; Sächsisches Staatsarchiv, Brandenburgisches Landeshauptarchiv, Deutsche Nationalbibliothek (''Annahme''); Einrichtungen in Tschechien || öffentlich || ''offen'' || B ○; mögliche Partner für K3 und K4 || sorbische Bestände außer in Görlitz ''offen''&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.1.4 Erste Befunde ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Rollenübersicht erlaubt erste Hinweise, die in den folgenden Abschnitten geprüft werden:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* '''Bewahren ist breit verteilt, Dienste sind konzentriert.''' Erfassen und Digitalisieren für mehrere Träger plant nach heutigem Kenntnisstand vor allem das SI. Die SLUB macht sorbisches Schrifttum bereits digital zugänglich, auch aus Beständen des SI. Ob weitere Akteure Dienste für Dritte anbieten, ist ''offen''.&lt;br /&gt;
* '''Für die langfristige Erhaltung fremder Bestände ist kein sorbischer Akteur erkennbar.''' Offen ist, wer Digitalisate anderer Träger verbindlich und dauerhaft übernimmt. So gelangen Veranstaltungsaufnahmen des Studijo Lucija nur komprimiert und teilweise in das SKA.&amp;lt;ref name=&amp;quot;lucija&amp;quot;/&amp;gt; Die SLUB betreibt eine eigene digitale Langzeitarchivierung; ob sie auch für sorbische Träger in Frage kommt, ist ''offen''.&lt;br /&gt;
* '''Die Dokumentation des lebendigen Kulturlebens liegt teils außerhalb sorbischer Verantwortung.''' Sorbischsprachige Produktionen von MDR und rbb standen dem SKA 2019 aus rechtlichen Gründen nicht zur Verfügung.&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt; Der heutige Stand ist ''offen''.&lt;br /&gt;
* '''Die Domowina ist der wichtigste Zugang zu kleinen Trägern.''' Mindestens 9 der 23 kleinen Sammlungsorte sind direkt oder über Mitgliedsvereine mit ihr verbunden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;liste2026&amp;quot;/&amp;gt; Ihre Strukturen eignen sich daher als Weg, kleine Träger zu erreichen – für die Erhebung ebenso wie für spätere Unterstützungsangebote.&lt;br /&gt;
* '''Das Wissen über kleine Träger ist lückenhaft und teils veraltet.''' 12 der 23 kleinen Orte sind bisher nur durch die Domowina-Unterlagen von 2019 und 2020 belegt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;liste2026&amp;quot;/&amp;gt; Ob sie heute noch bestehen und wie es um ihre Bestände steht, ist ''offen''. Besonders privat betreute Ausstellungen werden in Abschnitt 3.2 auf ihre Gefährdung geprüft.&lt;br /&gt;
* '''Kleine Träger haben keine feste Anlaufstelle, die Koordination war 2020 ungeklärt.''' Das frühere Sorbische Folklorezentrum war seit 1993 faktisch nicht mehr tätig.&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt; In der Niederlausitz diente 2020 ein Projekt zur Inwertsetzung des immateriellen Kulturerbes auch der Vernetzung kleiner Museen. Der Kulturausschuss der Domowina sah sich als ehrenamtliches Gremium nicht in der Lage, die Koordination zu leisten, und bat Fachinstitutionen und die Gremien der Stiftung, Verantwortung zu übernehmen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2020&amp;quot;/&amp;gt; Wie das heute geregelt ist, untersucht Abschnitt 3.4.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Liste aller bekannten Sammlungsorte mit Typ, Trägerschaft und Kulturgutklassen steht in [[12.3.A3 Sammlungsorte des sorbischen Kulturerbes|Anhang 12.3.A3]]. Sie wird laufend ergänzt.&lt;br /&gt;
&amp;lt;!-- Anhang 12.3.A3 aus der Arbeitsliste vom 02.04.2026 aufbauen; Namen privater Sammler nur mit Einverständnis --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== 3.1 Akteure, Bestände und Bedarfe ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;background-color:#eef5fb;border-left:4px solid #5b9bd5;padding:0.7em 1em;margin:1em 0;&amp;quot;&amp;gt;'''Leitfrage:''' Wer trägt oder nutzt sorbisches Kulturerbe, welche Bestände gibt es und welche haben hohen Handlungsbedarf und welche Unterstützung wird benötigt?&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In einem ersten Schritt wird erhoben, &lt;br /&gt;
* wer sorbisches Kulturerbe bewahrt, bearbeitet, digitalisiert, erschließt, finanziert oder nutzt und &lt;br /&gt;
* welche konkreten Bedarfe bei diesen Akteuren bestehen. &lt;br /&gt;
Dieser Abschnitt ist vor allem eine strukturierte Ist-Aufnahme. Zur Analyse wird er dort, wo Bedarfe zusammengeführt, Dringlichkeiten bewertet und erkennbare Versorgungslücken beschrieben werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.1.1 Akteure, Rollen und betreute Bestände ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;background-color:#eef5fb;border-left:4px solid #5b9bd5;padding:0.7em 1em;margin:1em 0;&amp;quot;&amp;gt;'''Leitfrage:''' Welche Akteure sind beteiligt, welche Bestände oder kulturellen Praktiken betreuen sie und welche Aufgaben übernehmen sie bereits?&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Relevante Kulturgutträger - &amp;lt;mark&amp;gt;Kurzdefinition, oder oben&amp;lt;/mark&amp;gt; - können neben Institutionen auch kleinere Vereine, Heimatstuben, kirchliche Einrichtungen, Gemeinden, ehrenamtlich Tätige und private Sammler sein. Neben dem Einrichtungstyp sollte deshalb insbesondere betrachtet werden, welche Rolle ein Akteur innerhalb der Digitalisierung des Kulturerbes tatsächlich übernimmt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Insbesondere erfassen/prüfen:&lt;br /&gt;
* Wer sind relevante sorbische und nicht-sorbische Institutionen, Einrichtungen, Vereine, Gemeinden, kirchliche Träger, Initiativen und private Kulturgutträger?&lt;br /&gt;
* nach Einrichtungstyp und Trägerschaft klassifizieren&lt;br /&gt;
* zusätzlich nach Rollen innerhalb der Digitalisierung unterscheiden, beispielsweise:&lt;br /&gt;
** Kulturgut bewahren und verwalten,&lt;br /&gt;
** Kulturgut fachlich beschreiben und kontextualisieren,&lt;br /&gt;
** Kulturgüter digitalisieren,&lt;br /&gt;
** Daten und Digitalisate dauerhaft erhalten,&lt;br /&gt;
** Inhalte präsentieren und vermitteln,&lt;br /&gt;
** technische Infrastruktur betreiben,&lt;br /&gt;
** beraten und unterstützen,&lt;br /&gt;
** finanzieren, koordinieren oder strategisch steuern&lt;br /&gt;
* betreute Kulturgut- und Bestandsarten erfassen&lt;br /&gt;
* materielles, immaterielles und bereits digitales Kulturerbe berücksichtigen&lt;br /&gt;
* Ober- und Niedersorbisch sowie regionale beziehungsweise institutionelle Unterschiede berücksichtigen&lt;br /&gt;
* vorhandene Zuständigkeiten, Kompetenzen und Überschneidungen zwischen Akteuren sichtbar machen&lt;br /&gt;
* ermitteln, welche kleineren oder privaten Sammlungen bislang kaum oder nicht systematisch erfasst sind&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mögliches Ergebnis: kompakte Übersicht über Akteure oder Matrix aus Akteur, Trägerschaft, Rolle, betreuten Beständen und vorhandenen Digitalisierungsaktivitäten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.1.2 Bedarfe und Dringlichkeiten ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;background-color:#eef5fb;border-left:4px solid #5b9bd5;padding:0.7em 1em;margin:1em 0;&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Leitfrage:''' Welche Unterstützung benötigen die Kulturgutträger und welche Bedarfe sollten (+aus welchen Gründen) vorrangig bearbeitet werden?&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die bei Kulturgutträgern bestehenden Bedarfe sollten zunächst möglichst vollständig erhoben und anschließend zusammengeführt und eingeordnet werden. Dabei ist zwischen &amp;quot;von Akteuren ausdrücklich genannten Bedarfen&amp;quot; und &amp;quot;aus der Analyse zusätzlich abgeleiteten Bedarfen&amp;quot; zu unterscheiden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die weitere Erhebung und Analyse insbesondere zu prüfen:&lt;br /&gt;
* vorhandene Bedarfserhebungen, Gesprächsprotokolle und bisherige Tabellen zusammenführen&lt;br /&gt;
* Bedarfe möglichst den vier Kernfunktionen zuordnen:&lt;br /&gt;
** Nachweisen, beschreiben und verknüpfen,&lt;br /&gt;
** Digitalisieren und Qualität sichern,&lt;br /&gt;
** langfristig erhalten,&lt;br /&gt;
** zugänglich machen und Nutzung ermöglichen;&lt;br /&gt;
* zusätzlich übergreifende Bedarfe erfassen, beispielsweise:&lt;br /&gt;
** Personal und Fachkompetenz,&lt;br /&gt;
** Beratung und Schulung,&lt;br /&gt;
** Finanzierung,&lt;br /&gt;
** Rechteklärung und Datenschutz,&lt;br /&gt;
** Metadaten und gemeinsame Standards,&lt;br /&gt;
** technische Infrastruktur;&lt;br /&gt;
* Dringlichkeit anhand nachvollziehbarer Kriterien beurteilen, beispielsweise:&lt;br /&gt;
** drohender Verlust oder Materialverfall,&lt;br /&gt;
** fehlende personelle Nachfolge,&lt;br /&gt;
** gefährdete oder unbekannte Bestände,&lt;br /&gt;
** blockierende Abhängigkeit für weitere Digitalisierungsschritte,&lt;br /&gt;
** kulturelle oder sprachliche Bedeutung,&lt;br /&gt;
** erwartete Nutzung für Bildung, Forschung oder Öffentlichkeit&lt;br /&gt;
* unterscheiden zwischen Einzelfallbedarf und strukturellem Bedarf mehrerer Kulturgutträger&lt;br /&gt;
* soweit möglich erfassen, welche Bedarfe bereits durch bestehende Angebote abgedeckt werden und welche bislang offenbleiben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mögliches Ergebnis: priorisierte beziehungsweise nach Dringlichkeit geordnete Bedarfsübersicht mit Zuordnung zu Akteursgruppen und Kernfunktionen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== 3.2 Ist-Stand der vier Kernfunktionen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;background-color:#eef5fb;border-left:4px solid #5b9bd5;padding:0.7em 1em;margin:1em 0;&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Leitfrage:''' Welche Kernfunktionen werden durch bestehende Angebote / Dienste und Projekte bereits erfüllt – für welche Bestände, Akteure und Nutzungszwecke?&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Den Schwerpunkt der Ist-Analyse bildet die Frage, '''in welchem Umfang''' die vier zuvor bestimmten Kernfunktionen der Kulturerbe-Digitalisierung im sorbischen Kontext bereits erfüllt werden. Dabei reicht es nicht aus festzustellen, dass ein Projekt, eine Institution oder ein technisches System existiert. Zu prüfen ist vielmehr, welche Leistung tatsächlich verfügbar ist, welche Kulturgutträger und Bestände sie erreicht und welche Lücken verbleiben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für jede Kernfunktion sollte möglichst nach einer einheitlichen Logik untersucht werden:&lt;br /&gt;
* vorhandene Angebote, Systeme und Projekte&lt;br /&gt;
* verantwortliche Betreiber beziehungsweise Akteure&lt;br /&gt;
* Entwicklungs- und Betriebsstand&lt;br /&gt;
* erreichte Kulturgutträger, Bestände und Kulturgutarten&lt;br /&gt;
* abgedeckte Bedarfe&lt;br /&gt;
* technische und organisatorische Anschlussmöglichkeiten&lt;br /&gt;
* erkennbare Lücken, Risiken und offene Fragen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.2.1 Nachweisen, beschreiben und verknüpfen ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;background-color:#eef5fb;border-left:4px solid #5b9bd5;padding:0.7em 1em;margin:1em 0;&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Leitfrage:''' Wie vollständig und nutzbar werden sorbische Kulturgüter und Bestände heute nachgewiesen, beschrieben und miteinander verknüpft?&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die weitere Erhebung und Analyse insbesondere zu prüfen:&lt;br /&gt;
* Stand und tatsächlicher Funktionsumfang des Sorbischen/Wendischen Kulturregisters&lt;br /&gt;
* vorhandene institutionelle Kataloge, Inventare, Datenbanken und lokale Verzeichnisse&lt;br /&gt;
* welche Kulturgutarten, Einrichtungen und Regionen bereits erfasst sind&lt;br /&gt;
* welche Bestände bislang nur lokal, analog oder überhaupt nicht systematisch nachgewiesen werden&lt;br /&gt;
* verwendete Metadaten, Identifikatoren und Normdaten&lt;br /&gt;
* Möglichkeiten zur Übernahme beziehungsweise Verknüpfung bestehender Daten&lt;br /&gt;
* Anschlussmöglichkeiten:&lt;br /&gt;
** direkte Erfassung kleinerer Träger,&lt;br /&gt;
** Datenimport beziehungsweise Schnittstellen größerer Einrichtungen&lt;br /&gt;
* Mehrsprachigkeit und Umgang mit ober- und niedersorbischen Bezeichnungen&lt;br /&gt;
* Verhältnis zwischen institutionellen Beschreibungen, historischen Fremdbezeichnungen und sorbischen beziehungsweise lokalen Selbstbezeichnungen&lt;br /&gt;
* vorhandene Funktionen für Digitalisierungsstatus, Rechteinformationen und Priorisierung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.2.2 Digitalisieren und Qualität sichern ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;background-color:#eef5fb;border-left:4px solid #5b9bd5;padding:0.7em 1em;margin:1em 0;&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Leitfrage:''' Welche Kulturgüter können heute in welcher Qualität und Kapazität digitalisiert werden, und welche Kulturgutträger können diese Leistungen tatsächlich nutzen?&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die weitere Erhebung und Analyse insbesondere zu prüfen:&lt;br /&gt;
* aktueller Stand des Digitalisierungszentrums und weiterer Digitalisierungsangebote&lt;br /&gt;
* verfügbare technische Verfahren für unterschiedliche Kulturgutarten, beispielsweise:&lt;br /&gt;
** Schriftgut,&lt;br /&gt;
** Fotografien,&lt;br /&gt;
** Bücher und Zeitschriften,&lt;br /&gt;
** Tonaufnahmen,&lt;br /&gt;
** Film und Video,&lt;br /&gt;
** dreidimensionale Objekte&lt;br /&gt;
* stationäre, mobile und extern vergebene Digitalisierung&lt;br /&gt;
* vorhandene Kapazitäten und erkennbare Engpässe&lt;br /&gt;
* Zugangsmöglichkeiten für kleine und ehrenamtlich arbeitende Kulturgutträger&lt;br /&gt;
* Beratung vor der Digitalisierung&lt;br /&gt;
* Anforderungen an Vorbereitung, Metadaten und Rechteklärung&lt;br /&gt;
* vorhandene Qualitätsstandards und Qualitätskontrolle&lt;br /&gt;
* Unterstützung bei Ausschreibung beziehungsweise Beauftragung externer Dienstleister&lt;br /&gt;
* bisherige Digitalisierungsprojekte und deren Ergebnisse&lt;br /&gt;
* besonders gefährdete Bestände, für die kurzfristig Digitalisierungskapazität benötigt wird&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.2.3 Langfristig erhalten ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;background-color:#eef5fb;border-left:4px solid #5b9bd5;padding:0.7em 1em;margin:1em 0;&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Leitfrage:''' Für welche digitalen Bestände ist die langfristige Erhaltung organisatorisch und technisch tatsächlich abgesichert? &amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die weitere Erhebung und Analyse insbesondere zu prüfen:&lt;br /&gt;
* vorhandene Repositorien, digitale Archive und Speicherlösungen&lt;br /&gt;
* welche Einrichtungen bereits Digitalisate dauerhaft übernehmen können&lt;br /&gt;
* welche Digitalisate derzeit lediglich lokal oder projektbezogen gespeichert werden&lt;br /&gt;
* Unterschied zwischen:&lt;br /&gt;
** Ablage beziehungsweise Speicherung,&lt;br /&gt;
** Datensicherung,&lt;br /&gt;
** institutionellem Repositorium,&lt;br /&gt;
** digitaler Langzeiterhaltung;&lt;br /&gt;
* Verantwortlichkeiten für Übernahme, Erhaltung und spätere Datenmigration&lt;br /&gt;
* verwendete Master- und Nutzungsdateien&lt;br /&gt;
* Sicherungskopien, Prüfsummen und Wiederherstellungsverfahren&lt;br /&gt;
* verwendete beziehungsweise vorgesehene Erhaltungsmetadaten&lt;br /&gt;
* Möglichkeiten für kleinere Kulturgutträger, ihre Digitalisate an ein geeignetes Repositorium zu übergeben&lt;br /&gt;
* vorhandene Schnittstellen zwischen Digitalisierung und Repositorium&lt;br /&gt;
* organisatorische und finanzielle Absicherung des langfristigen Betriebs&lt;br /&gt;
* Digitalisate beziehungsweise Projekte identifizieren, deren dauerhafte Erhaltung derzeit ungeklärt ist&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.2.4 Zugänglich machen und Nutzung ermöglichen ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;background-color:#eef5fb;border-left:4px solid #5b9bd5;padding:0.7em 1em;margin:1em 0;&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Leitfrage:''' Welche digitalisierten Inhalte sind für welche Zielgruppen auffindbar, verständlich und im rechtlich beziehungsweise kulturell zulässigen Umfang nutzbar?&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die weitere Erhebung und Analyse insbesondere zu prüfen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* vorhandene Präsentations- und Nutzungssysteme, Portale und Online-Ausstellungen&lt;br /&gt;
* Funktion und Entwicklungsstand von Sorabicon sowie weiteren relevanten Angeboten&lt;br /&gt;
* welche Kulturgüter und Bestände bereits öffentlich zugänglich sind&lt;br /&gt;
* welche Zielgruppen angesprochen werden:&lt;br /&gt;
** Öffentlichkeit,&lt;br /&gt;
** Bildung,&lt;br /&gt;
** Forschung,&lt;br /&gt;
** sorbische Gemeinschaft,&lt;br /&gt;
** Tourismus und Kulturvermittlung;&lt;br /&gt;
* Ober- und Niedersorbisch sowie weitere benötigte Sprachen in Oberfläche, Metadaten und Inhalten&lt;br /&gt;
* Qualität der Kontextualisierung und Vermittlung&lt;br /&gt;
* Möglichkeiten für:&lt;br /&gt;
** Download,&lt;br /&gt;
** Zitation,&lt;br /&gt;
** Datenexport,&lt;br /&gt;
** Programmierschnittstellen,&lt;br /&gt;
** wissenschaftliche und kreative Nachnutzung&lt;br /&gt;
* Rechte- und Lizenzinformationen&lt;br /&gt;
* abgestufte Zugangsmöglichkeiten für sensible beziehungsweise eingeschränkt zugängliche Inhalte&lt;br /&gt;
* Barrierefreiheit beziehungsweise Barrierearmut&lt;br /&gt;
* Aktualisierung und Pflege präsentierter Inhalte&lt;br /&gt;
* soweit verfügbar tatsächliche Nutzung, Reichweite und Nachnutzung erfassen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.2.5 Zusammenspiel der Kernfunktionen in bestehenden Projekten ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;background-color:#eef5fb;border-left:4px solid #5b9bd5;padding:0.7em 1em;margin:1em 0;&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Leitfrage:''' Bei welchen bestehenden Vorhaben funktioniert der Weg vom Kulturgut über Erfassung und Digitalisierung bis zur langfristigen Erhaltung und Nutzung bereits durchgängig – und an welchen Übergängen bestehen Lücken?&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Neben dem Stand der einzelnen Kernfunktionen ist zu prüfen, '''ob diese auch tatsächlich zu einer durchgängigen Prozesskette verbunden sind'''. Ein vorhandenes Register, ein Digitalisierungszentrum, ein Repositorium und ein Präsentationsportal ergeben noch nicht automatisch einen funktionierenden Gesamtprozess.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die weitere Erhebung und Analyse insbesondere zu prüfen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* geeignete bestehende Projekte beziehungsweise Pilotvorhaben auswählen&lt;br /&gt;
* für diese Projekte die vollständige Prozesskette nachvollziehen:&lt;br /&gt;
** Erfassen,&lt;br /&gt;
** Registrieren,&lt;br /&gt;
** Bewerten und priorisieren,&lt;br /&gt;
** Digitalisieren,&lt;br /&gt;
** Archivieren beziehungsweise langfristig erhalten,&lt;br /&gt;
** Präsentieren und nachnutzen;&lt;br /&gt;
* untersuchen, welche Systeme und Akteure an den Übergaben beteiligt sind&lt;br /&gt;
* prüfen, ob Metadaten gemeinsam mit den Dateien weitergegeben werden&lt;br /&gt;
* prüfen, ob Rechte- und Zugangsangaben entlang der Prozesskette erhalten bleiben&lt;br /&gt;
* vorhandene manuelle Medienbrüche beziehungsweise Mehrfacherfassungen identifizieren&lt;br /&gt;
* unklare Zuständigkeiten und Übergabepunkte sichtbar machen&lt;br /&gt;
* positive Beispiele für bereits funktionierende Prozessketten dokumentieren&lt;br /&gt;
* aus Pilotprojekten bekannte Aufwände, Engpässe und Lernerfahrungen aufnehmen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== 3.3 Gemeinsame Regeln, Zusammenarbeit und dauerhafter Betrieb ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;background-color:#eef5fb;border-left:4px solid #5b9bd5;padding:0.7em 1em;margin:1em 0;&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Leitfrage:''' Sind die übergreifenden Voraussetzungen vorhanden, damit die einzelnen Angebote gemeinsam, verlässlich und dauerhaft funktionieren?&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Neben den einzelnen Kernfunktionen ist zu prüfen, ob '''gemeinsame organisatorische und fachliche Voraussetzungen''' vorhanden sind, damit die verschiedenen Angebote zusammenarbeiten und dauerhaft betrieben werden können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieser Abschnitt soll keine allgemeine oder abstrakte Governance-Analyse darstellen. Untersucht werden nur solche übergreifenden Fragen, die konkrete Auswirkungen auf die Digitalisierung des Kulturerbes und die spätere Ableitung von Maßnahmen haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.3.1 Zuständigkeiten, Beteiligung und Freigaben ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;background-color:#eef5fb;border-left:4px solid #5b9bd5;padding:0.7em 1em;margin:1em 0;&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Leitfrage:''' Wer entscheidet verbindlich über Auswahl, Priorisierung, Beschreibung, Digitalisierung, Veröffentlichung und Zugang, und wie sind die Kulturgutträger dabei beteiligt?&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
''Für die weitere Erhebung und Analyse insbesondere zu prüfen:''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* formelle und informelle Zuständigkeiten der beteiligten Institutionen&lt;br /&gt;
* Entscheidungsrechte bei Auswahl und Priorisierung von Beständen&lt;br /&gt;
* Verantwortlichkeiten für Rechteklärung und Veröffentlichung&lt;br /&gt;
* Beteiligung der jeweiligen Kulturgutträger&lt;br /&gt;
* Beteiligung sorbischer Fachleute und Angehöriger der Gemeinschaft bei kulturell sensiblen Inhalten&lt;br /&gt;
* vorhandene Freigabe- und Sperrverfahren&lt;br /&gt;
* Umgang mit nachträglichen Korrekturen oder Einschränkungen&lt;br /&gt;
* erkennbare Überschneidungen beziehungsweise ungeklärte Zuständigkeiten&lt;br /&gt;
* vorhandene Gremien oder Koordinierungsstrukturen&lt;br /&gt;
* prüfen, an welchen Stellen verbindliche Zuständigkeiten fehlen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.3.2 Gemeinsame Standards und Anschlussmöglichkeiten ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;background-color:#eef5fb;border-left:4px solid #5b9bd5;padding:0.7em 1em;margin:1em 0;&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Leitfrage:''' Welche gemeinsamen Regeln ermöglichen es unterschiedlichen Kulturgutträgern, Daten und Digitalisate in eine gemeinsame Infrastruktur einzubringen und zwischen den Kernfunktionen weiterzugeben?&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die weitere Erhebung und Analyse insbesondere zu prüfen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* vorhandene gemeinsame Metadatenstandards beziehungsweise Pflichtfelder&lt;br /&gt;
* verwendete Fachstandards einzelner Einrichtungen&lt;br /&gt;
* gemeinsame Regeln für Ober- und Niedersorbisch&lt;br /&gt;
* Dateiformate und Qualitätsanforderungen für unterschiedliche Kulturgutarten&lt;br /&gt;
* Identifikatoren und Normdaten&lt;br /&gt;
* Rechte- und Lizenzinformationen&lt;br /&gt;
* technische Schnittstellen und Datenexporte&lt;br /&gt;
* Übernahme vorhandener institutioneller Metadaten&lt;br /&gt;
* einfache Erfassungswege für kleinere Kulturgutträger&lt;br /&gt;
* Schnittstellen für Einrichtungen mit bestehenden Fachsystemen&lt;br /&gt;
* Möglichkeiten zur Weitergabe von Daten zwischen Register, Digitalisierung, Repositorium und Präsentation&lt;br /&gt;
* prüfen, wo fehlende Standards oder inkompatible Systeme den Austausch derzeit behindern&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.3.3 Personal, Finanzierung und Betreiberverantwortung ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;background-color:#eef5fb;border-left:4px solid #5b9bd5;padding:0.7em 1em;margin:1em 0;&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Leitfrage:''' Welche zentralen Leistungen sind dauerhaft personell, organisatorisch und finanziell abgesichert, und welche hängen noch von befristeten Projekten oder einzelnen Personen ab?&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die weitere Erhebung und Analyse insbesondere zu prüfen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Betreiber beziehungsweise verantwortliche Stellen für die vier Kernfunktionen&lt;br /&gt;
* dauerhafte Stellen gegenüber befristeten Projektstellen&lt;br /&gt;
* vorhandene beziehungsweise geplante Finanzierungsmodelle&lt;br /&gt;
* laufende Betriebs- und Pflegekosten&lt;br /&gt;
* personelle Kapazitäten und erkennbare Schlüsselpersonenrisiken&lt;br /&gt;
* Unterstützung kleiner und ehrenamtlich geführter Einrichtungen&lt;br /&gt;
* Finanzierung von&lt;br /&gt;
** Beratung,&lt;br /&gt;
** Digitalisierung,&lt;br /&gt;
** Speicher und Langzeiterhaltung,&lt;br /&gt;
** Datenpflege,&lt;br /&gt;
** Rechteklärung,&lt;br /&gt;
** technischer Wartung und Weiterentwicklung;&lt;br /&gt;
* Übergang von geförderten Projekten in einen dauerhaften Regelbetrieb&lt;br /&gt;
* vorhandene Betriebs-, Kooperations- und Übergabevereinbarungen&lt;br /&gt;
* erkennbare Risiken bei Auslaufen einzelner Förderungen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== 3.4 Gesamtbewertung und vorrangiger Handlungsbedarf ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;background-color:#eef5fb;border-left:4px solid #5b9bd5;padding:0.7em 1em;margin:1em 0;&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Leitfrage:''' Welche Bedarfe sind bereits ausreichend abgedeckt, wo liegen die entscheidenden Lücken und welche davon sollten vorrangig bearbeitet werden? &amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Ergebnisse der vorangegangenen Abschnitte werden abschließend zusammengeführt. Ziel ist noch nicht die vollständige Formulierung konkreter Maßnahmen, sondern zunächst eine begründete Bewertung des Ist-Standes und der wichtigsten Lücken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dabei sollte insbesondere unterschieden werden zwischen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* unmittelbar gefährdeten Kulturgütern beziehungsweise Beständen,&lt;br /&gt;
* strukturellen Lücken, die weitere Digitalisierungsschritte blockieren,&lt;br /&gt;
* fehlenden oder nur teilweise verfügbaren Kernfunktionen,&lt;br /&gt;
* nicht dauerhaft abgesicherten Angeboten,&lt;br /&gt;
* Verbesserungsmöglichkeiten bei bereits grundsätzlich funktionierenden Strukturen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die abschließende Bewertung insbesondere zu prüfen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Ergebnisse aus Akteurs-, Bestands- und Bedarfserhebung zusammenführen&lt;br /&gt;
* für jede der vier Kernfunktionen die wichtigsten Stärken und Lücken benennen&lt;br /&gt;
* übergreifende strukturelle Probleme aus Zuständigkeiten, Standards, Betrieb und Finanzierung ergänzen&lt;br /&gt;
* unterscheiden zwischen:&lt;br /&gt;
** fehlender Leistung,&lt;br /&gt;
** unzureichender Kapazität,&lt;br /&gt;
** fehlender Bekanntheit beziehungsweise Zugänglichkeit,&lt;br /&gt;
** fehlender Verbindung bestehender Angebote,&lt;br /&gt;
** ungeklärter Zuständigkeit,&lt;br /&gt;
** fehlender dauerhafter Absicherung;&lt;br /&gt;
* Dringlichkeit begründen, insbesondere anhand von:&lt;br /&gt;
** Verlustgefahr,&lt;br /&gt;
** blockierenden Abhängigkeiten,&lt;br /&gt;
** Anzahl beziehungsweise Bedeutung betroffener Kulturgutträger,&lt;br /&gt;
** kultureller und sprachlicher Bedeutung,&lt;br /&gt;
** Aufwand und Realisierbarkeit;&lt;br /&gt;
* offene Informationslücken ausdrücklich kennzeichnen&lt;br /&gt;
* aus den ermittelten Lücken anschließend Handlungsbedarfe ableiten&lt;br /&gt;
* konkrete Lösungsmaßnahmen erst im folgenden Maßnahmen- beziehungsweise Soll-Abschnitt festlegen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mögliche zusammenfassende Bewertungsmatrix:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot; style=&amp;quot;width:100%;&amp;quot;&lt;br /&gt;
! Bereich&lt;br /&gt;
! Belegter Ist-Stand&lt;br /&gt;
! Abgedeckte Bedarfe&lt;br /&gt;
! Lücke / Risiko&lt;br /&gt;
! Dringlichkeit&lt;br /&gt;
! Daraus abgeleiteter Handlungsbedarf&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| ''Beispiel: Nachweisen und Registrieren''&lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| ''Beispiel: Digitalisieren''&lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| ''Beispiel: Langfristig erhalten''&lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| ''Beispiel: Zugänglich machen und nutzen''&lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| ''Beispiel: gemeinsame Standards / Zusammenarbeit''&lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= Referenzen =&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Měrko Šenk</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://koncept.serbski-inkubator.de/index.php?title=12.3_Digitalisierung_des_Kulturerbes&amp;diff=1198</id>
		<title>12.3 Digitalisierung des Kulturerbes</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://koncept.serbski-inkubator.de/index.php?title=12.3_Digitalisierung_des_Kulturerbes&amp;diff=1198"/>
		<updated>2026-10-26T10:20:51Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Měrko Šenk: /* 3.1.1 Begriffe und Rollen */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;= 1 Einleitung =&lt;br /&gt;
Die Digitalisierung von sorbischem Kulturerbe ist eine historische Chance für uns Sorben, eine Chance, unser kulturelles Erbe neu zu entdecken, es für kommende Generationen zu erhalten, für eine breitere Öffentlichkeit zugänglich zu machen und dabei die eigene Deutungshoheit zu stärken. Das erfordert neben Mut, einer klaren gemeinsamen Vision, starker Zusammenarbeit zwischen den beteiligten Akteuren auch die notwendigen Ressourcen in Form von Personal mit entsprechenden Kompetenzen, passender Technik sowie einer nachhaltig gesicherten Finanzierung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im folgenden Abschnitt werden Zielbilder für die Digitalisierung des sorbischen Kulturerbes entworfen mittels lang- und kurzfristiger Visionen sowie konkreter Ziele.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== 1.1 Visionen und Ziele für die sorbische digitale Welt ==&lt;br /&gt;
'''Vision 2035'''&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
''Sorbisches materielles und immaterielles Kulturerbe ist systematisch digital erfasst, rechtssicher und langfristig gesichert, leicht auffindbar, offen nutzbar und wird aktiv von Interessierten genutzt.''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Konkrete Ziele'''&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Bis 2032 ist ein tragfähiges, finanziell und organisatorisch abgesichertes Modell etabliert, das:&lt;br /&gt;
* Ein zentrales (oder föderiertes) digitales Langzeitarchiv nach OAIS-Referenzmodell betreibt,&lt;br /&gt;
* klare Zuständigkeiten, Prozesse und Budgets definiert,&lt;br /&gt;
* regelmäßige Qualitätssicherung und Technik-Updates vorsieht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bis 2030 sind wichtige sorbische Kulturerbe-Bestände (Kernbestände nach fachlicher Festlegung) in hoher Qualität digitalisiert, beschrieben und im Langzeitarchiv gesichert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bis 2028 liegt eine institutionenübergreifende Übersicht über relevante Kulturerbe-Bestände (analog und digital, materiell und immateriell) vor, einschließlich einer Prioritätenliste für die Digitalisierung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bis 2028 existiert ein zentrales, nutzerfreundliches „Sorbisches Kulturerbe-Portal“, das:&lt;br /&gt;
* Suchzugang über alle teilnehmenden Institutionen ermöglicht,&lt;br /&gt;
* grundlegende Inhalte frei zugänglich bereitstellt,&lt;br /&gt;
* mehrsprachige Oberflächen anbietet (Deutsch, Obersorbisch, Niedersorbisch, Englisch).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= 2 Ist-Analyse „Digitalisierung von Kulturerbe“ =&lt;br /&gt;
Das Ziel in diesem Themenbereich ist es, sorbisches Kulturerbe digital zu verwalten und damit langfristig für Recherche, Nutzung und Präsentation vorzuhalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Abschnitt &amp;quot;IST-Analyse“ werden die folgenden Fragen beantwortet: Was ist sorbisches Kulturerbe und was zählt alles dazu? Welche Schritte durchläuft ein Kulturgut, um zum digitalen Kulturerbe zu gehören? Wie können die digitale Verwaltung, Archivierung, Nutzung und Präsentation von Kulturgütern umgesetzt werden?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die grundlegenden Terminologien des Kulturerbes sollen im Folgenden festgelegt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== 2.1 Terminologie – von Kultur zu Kulturerbe ==&lt;br /&gt;
In diesem Abschnitt werden die Begriffe rund um das Kulturerbe grundlegend definiert. Es soll ein Verständnis über die Begriffe Kultur, kulturelle Ausprägung, Kulturgut und Kulturerbe erreicht werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Dataja:Wobraz_K1.png|center|260px]]&amp;lt;ref&amp;gt;Mermaid Flowchart Code: [https://mermaid.live/edit#pako:eNpF0UtuwyAQBuCroFlaTuRHTGMvKuWxq7pqV627IGZso2CIMChtk9ymN-nFimmasmJGfP-AOEGjOUIFrdTHpmfGkudtrWpF_Fq9RtGDk9aZKHojU-_aJ7PZ_bmGgSnR4mgFejaKpidC1XAmq8zDfYAoJZKVG7lxzX5stRl81C0_uwYdheGEubHD4_dXLy1hcpyC1rcLdM4GOLH1Ve2E5Gj9TPLkhgEnsLkBNDsMAmLojOBQWeMwhgHNwKYSTuFBYHucbOW3HFvmcQ21unh2YOpF6-FPGu26HqrW381X7sCZxa1gnWH_R1BxNBvtlIUqTUMEVCd49xVdzpeLMs1pXmRFXiY0hg-o8iyZL_LFXZaVSTJ1LzF8hqHJnBZ5WhZLWt5RmtIsBuTCavP4-2Hh3y4_NXaMmw hier klicken], abgerufen am 22.09.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.1.1 Kultur ===&lt;br /&gt;
Kultur bezeichnet hier die Gesamtheit aller '''vom Menschen geschaffenen und erlernten Ausdrucksformen''' des Lebens, die auf gemeinsamen Werten und Verhaltensweisen beruhen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;wiki-kultur&amp;quot;&amp;gt;URL: https://de.wikipedia.org/wiki/Kultur&amp;lt;/ref&amp;gt; Dazu zählen '''materielle Ergebnisse''' (z. B. Kunstwerke, Technik) ebenso wie '''immaterielle Praktiken''' (Sprache, Bräuche, Wissen). Kultur umfasst laut der UNESCO geistige, materielle, intellektuelle und emotionale Merkmale, die eine Gesellschaft oder soziale Gruppe kennzeichnen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;mondiacult&amp;quot;&amp;gt;UNESCO 1982: Mexico City Declaration on Cultural Policies (MONDIACULT). URL: https://www.lacult.unesco.org/docc/1982_MONDIACULT.pdf&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;ref name=&amp;quot;cultureaction&amp;quot;&amp;gt;Culture Action Europe 2024: The State of Culture report. URL: https://cultureactioneurope.org/de/news/the-state-of-culture-report-published, abgerufen am 01.10.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;  Sie ist dynamisch und wird von jeder Generation neu gestaltet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das deutsche Wort „Kultur“ ist eine Eindeutschung des lateinischen Worts „cultura“. Dieses bedeutet ursprünglich „Bebauung, Bearbeitung, Bestellung, Pflege“ und meinte sowohl die physische Bearbeitung als auch die Pflege geistiger Güter, z. B. der Sprache.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.1.2 Kulturelle Ausdrucksform ===&lt;br /&gt;
Eine kulturelle Ausdrucksform ist eine '''konkrete, gegenwärtige oder historische, Manifestation von Kultur''', bspw. eine Zeichnung, eine Tracht oder ein Lied: Sie macht die Kultur sichtbar und erlebbar. Im engeren Sinne ist es eine Ausdrucksweise, die aus der Kreativität einer Person, Gruppe oder Gesellschaft entsteht und '''kulturellen Inhalt''' trägt (symbolische Bedeutung, künstlerische Dimension, kulturelle Werte).&amp;lt;ref&amp;gt;Österreichische UNESCO-Kommission 2007: Übereinkommen zum Schutz und zur Förderung der Vielfalt kultureller Ausdrucksformen, Art. 4, Seite 13. URL: https://www.unesco.at/fileadmin/Redaktion/Publikationen/Publikations-Dokumente/2005er_UNESCO-Convention_German.pdf, abgerufen am 22.09.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt; Sie wird innerhalb und zwischen Gemeinschaften weitergegeben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Alle kulturellen Ausdrucksformen bilden einen wesentlichen Kern von Kultur, aber Kultur enthält auch latente Dimensionen (Werte, Normen, Vorannahmen etc.), die nicht unmittelbar als Ausdrucksform erscheinen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.1.3 Kulturgut ===&lt;br /&gt;
Ein „Kulturgut“ ist '''eine einzelne kulturelle Ausdrucksform''', der ein '''besonderer kultureller Wert zugemessen wird''' (durch Anerkennung, Schutz, Bedeutung). Es ist somit ein Erzeugnis menschlicher Kreativität oder Zeugnis menschlichen Lebens, welches '''Bedeutung für die Kultur einer Gemeinschaft''' hat und daher '''Bestand haben und bewahrt werden soll'''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die '''Summe aller Kulturgüter''' einer Gemeinschaft wird als dessen '''Kulturerbe''' bezeichnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.1.4 Kulturerbe ===&lt;br /&gt;
Kulturerbe ist die '''Summe der materiellen und immateriellen Ausdrucksformen''' (= Kulturgüter) einer Kultur, die als „'''bewahrenswert'''“ anerkannt wurden. International umfasst das u. a. das '''Welterbe''' (Denkmäler, Ensembles, Stätten)&amp;lt;ref&amp;gt;UNESCO (1972), Welterbekonvention, Art. 1. URL: https://www.dnk.de/wp-content/uploads/2021/02/1972_DNK_UNESCO-Welterbekonvention.pdf (abgerufen am 11.09.2025).&amp;lt;/ref&amp;gt; und das '''Immaterielles Kulturerbe''' (Praktiken, Wissen).&amp;lt;ref&amp;gt;Deutsche UNESCO-Kommission o. J.:, Übereinkommen zur Erhaltung des immateriellen Kulturerbes (dt. Ausgabe). URL: https://www.unesco.de/assets/dokumente/Deutsche_UNESCO-Kommission/02_Publikationen/Publikation_UNESCO-%C3%9Cbereinkommen_zur_Erhaltung_des_immateriellen_Kulturerbes_01.pdf, (abgerufen am 11.09.2025).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ob etwas „zum Kulturerbe“ zählt, ist Ergebnis von Bewertung, Diskurs und teils formellen Verfahren. Dem Sorbischen Kulturregister (SKR) zufolge ist „sorbisch-wendisches Kulturerbe“ eine Zuschreibung, die durch Gesellschaft, Museen, Archive und Wissenschaft erfolgen kann.&amp;lt;ref&amp;gt;Sorbisches Institut 2025: Konzept für ein Sorbisches Kulturregister (SKR). URL: https://www.serbski-institut.de/wp-content/uploads/2021/11/00_Zweite-aktualisierte-Fassung_Konzept_Sorbisches-Kulturregister_20.11.2025.pdf, abgerufen am 20.11.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.1.5 Abgrenzung: Kultur und Kulturerbe ===&lt;br /&gt;
'''Kultur / Kulturelle Ausdrucksform''' sind als Begriffe weiter gefasst als '''Kulturgut / Kulturerbe'''. Kulturelle Ausdrucksformen umfassen alles Gelebte und Gestaltete einer Gemeinschaft in Gegenwart und Vergangenheit, während Kulturgut / Kulturerbe diejenigen kulturellen Güter und Traditionen meint, denen eine Bedeutung beigemessen wurde und die als bewahrens- und weitergebenswert erkannt wurden. Kultur ist der „aktuelle“ kreative Prozess (einschließlich Popkultur, Alltagskultur), Kulturerbe der daraus überkommene Schatz. Dennoch sind die Grenzen fließend: Was heute nur Kultur ist, kann morgen zum Kulturerbe erklärt werden – abhängig von Wertzuschreibung und Diskurs.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Rahmen dieses Dokuments werden für den sorbischen Kontext die Begriffe '''„kulturelle Ausdrucksform“''' und '''„Kulturgut“''' weitgehend '''synonym''' verwendet, sofern nicht ausdrücklich anders gekennzeichnet. Hintergrund ist, dass die Gesamtzahl der identifizierbaren kulturellen Ausdrucksformen einer kleinen Minderheit wie der Sorben/Wenden im Vergleich zu großen Mehrheitsgesellschaften überschaubar ist. Zugleich ist der Anteil dieser Ausdrucksformen, denen in der Community ein besonderer Wert beigemessen wird und die daher faktisch als Kulturgut wahrgenommen und behandelt werden, sehr hoch: Ein großer Teil des gelebten kulturellen Repertoires wird als identitätsstiftend und bewahrenswert verstanden und damit dem Kulturerbe zugerechnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== 2.2 Klassifizierung von Kulturgütern ==&lt;br /&gt;
Im Folgenden soll eine griffige Klassifizierung von Kulturgütern entwickelt werden, so dass pro Kulturgut-Klasse später auf die Besonderheiten ihrer Digitalisierung eingegangen werden kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Dataja:Wobraz_K2.png|center|600px]]&amp;lt;ref&amp;gt;Mermaid Flowchart Code: [https://mermaid.live/edit#pako:eNptlM9u00AQxl9ltFWoFDlp_C9OjISU2KSgUCq1BSRIDxt77Syxd6v1mkKjSDwBlThw4YCEeuXOoeLSN-EF4BHYjZOQQG67-32_2ZnZsWco4jFBPqrVZpRR6cNsP8n4ZTTBQu7rHVP66QWOKEvV3nQM2BeYTf8eea35fF6rjdiIrUl4cjJiAMPDV_X6sMxkKdJS1uvnvu9PtRGgp5ReE46wJIKSLIOf779CycbkkqQZjSb1Ovz-cv351_drDWGN9BXS_xfZBj7dLoGxBgIFBE14nOcrZGH68E07Iu0IlSNsQkhTKnGlfvyh1bjKcngIjcYD6G2s-xvrYGMdLuuqAFOXZ0IflzFh0xxn5OBU3t1ISZhqw6KaKpo29k04jSaCJrLq0oZsa9mCAZc8FTihhBnQp1ksxd1NSsS22dFmG3oMZzwl0HveONtlc7XNATtsHI9fk6kkC3nRsKoqnVNgwrFQaUOvLGJRRtMi4SJfZ790WtppQYhFIVV7CYsJDO9uWbEMujbqOgIbTqgsddB7MCD_eXT6gQMvaFEQBlclPMVqcA6eMfqGiKLMt926isCFM4FjKiln-voCHmEWXxIxXZcUVo-jSwrVe3DBGvHqtc83DLqS0FpNAi3wRluiDBdFSBIYQ0KzzN_r265jPjQinnHh7yVJYhRS8ClZKfe3KLyk2oHneuEuqlK2qWhJWYPOwGnvoiplm4qXVMd17V5rF1UpikIGSgWNkS9FSQyUE5FjvUUzHXGE5ITkZIR8tYxJgtVXPEIjNlfYBWYvOc9XpOBlOkF-grNC7cqLWPUupFjNa74-FXo0RMBLJpFvWtYiCPJn6C3yG7bTNO2u6Tidrue0W13HQO_Usdtquuqg1bG6TtvzPNuZG-hqcXGr2baV5NhuyzId13XbBiJqDrg4qn5ni7_a_A_W9oMu hier klicken], abgerufen am 22.09.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.2.1 A. Materiell - unbeweglich 🏛️ ===&lt;br /&gt;
„Materiell - unbeweglich&amp;quot; bezeichnet ortsfeste Kulturobjekte wie Bauwerke, Ensembles, Gebäudekomplexe und Stätten/Kulturlandschaften, wie sie in Art. 1 der UNESCO-Welterbekonvention als Kategorien des kulturellen Erbes definiert sind.&amp;lt;ref&amp;gt;UNESCO World Heritage Centre o. J.: Convention Concerning the Protection of the World Cultural and Natural Heritage, Artikel 1. URL: https://whc.unesco.org/en/conventiontext/, abgerufen am 01.10.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.2.2 B. Materiell - beweglich 🖼️ ===&lt;br /&gt;
Die Kategorie „Materiell - beweglich&amp;quot; umfasst bewegliche Sachen bzw. Sachgesamtheiten von kulturellem Wert (z. B. Objekte, Sammlungen), wie sie das deutsche Kulturgutschutzgesetz (§ 2 KGSG)&amp;lt;ref&amp;gt;Deutschland 2016: Kulturgutschutzgesetz (KGSG), § 2. URL: https://www.buzer.de/2_KGSG.htm, abgerufen am 01.10.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt; als „Kulturgut“ beschreibt.&lt;br /&gt;
* B1 '''Schriftgut''' - Bücher, Zeitungen, Handschriften, Archivgut, Graphiken, Pläne, Karten&lt;br /&gt;
* B2 '''Fotografien &amp;amp; Bildträger''' &lt;br /&gt;
** Fotografisch erzeugte statische Bildträger, auch Stillbildträger genannt, z. B. Positive/Negative auf Film/Platte/Photopapier, Dias, Abzüge, Mikrofilm/-fiche und vergleichbare fotografische Repro-Träger.&lt;br /&gt;
* B3 '''Analoge AV-Träger''' (Audio/Video/Film)&lt;br /&gt;
** Analoge zeitbasierte Medien, z. B. Magnetton (Tonband, Kassette), Schallplatte, Videobänder, Film.&lt;br /&gt;
* B4 '''3D-Objekte''' - Gegenstände, „sachkulturelle Artefakte“&amp;lt;ref&amp;gt;Sorbisches Institut o. J.: Konzept zum Digitalisierungszentrum am Sorbischen Institut, S. 24.&lt;br /&gt;
(Unveröffentlichtes Konzeptpapier; interne Projektunterlage.)&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.2.3 C. Immateriell 🎭 ===&lt;br /&gt;
Meint lebendige Praktiken, Darstellungen, Ausdrucksformen, Ideen, Werte, Wissen und Fertigkeiten, die von Gemeinschaften getragen und weitergegeben werden, gemäß der folgenden 5 UNESCO ICH-Domänen.&amp;lt;ref&amp;gt;UNESCO o. J.: Intangible Cultural Heritage – Five Domains. URL: https://ich.unesco.org/doc/src/01857-EN.pdf, abgerufen am 01.10.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* C1 '''Orale Traditionen/Ausdrucksformen''' - Sprache, Gesangstraditionen&lt;br /&gt;
* C2 '''Darstellende Künste''' - Musik, Tanz, Theater&lt;br /&gt;
* C3 '''Rituale &amp;amp; Feste''' - Bräuche und soziale Praktiken des Kalenders und Lebenslaufs&lt;br /&gt;
* C4 '''Wissen &amp;amp; Praktiken''' zu Natur &amp;amp; Universum - Heil- und Sammelkenntnisse, ökologisches und astronomisches Wissen, Glaube, Religion&lt;br /&gt;
* C5 '''Traditionelles Handwerk''' - Techniken, Werkzeuge und Gestaltungsmuster&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.2.4 D. Digital 💾 ===&lt;br /&gt;
Bezeichnet in digitaler Form vorliegende Ressourcen menschlichen Wissens und Ausdrucks. Diese können sowohl born-digital sein als auch digitalisierte Repräsentationen von materiellen und immateriellen Kulturgütern.&amp;lt;ref&amp;gt;UNESCO 2003: Charter on the Preservation of Digital Heritage. URL: https://www.unesco.org/en/legal-affairs/charter-preservation-digital-heritage, abgerufen am 01.10.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* D1 '''Born-digital''' (ursprünglich digital erzeugt, kein analoges Original), z. B. Webseiten, Social-Media-Beiträge, Software, Apps, Spiele, digitale Fotos/Audio/Video.&lt;br /&gt;
* D2 '''Digitalisate''' - Digitalisierte Repräsentationen/Derivate aus den Klassen A, B und C.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== 2.3 Begriffe und Kernfunktionen ==&lt;br /&gt;
Die vorherigen Abschnitte haben geklärt, was unter Kulturerbe verstanden wird und welche Arten von Kulturgütern unterschieden werden. Bevor der nachfolgende Abschnitt den Prozess der Kulturerbe-Digitalisierung beschreibt, werden in diesem Abschnitt die dafür wichtigsten Arbeitsbegriffe und Funktionen erläutert. Der Abschnitt soll dabei die Frage beantworten: Welche Arbeitsabläufe und Funktionen sind notwendig, damit Kulturgüter nicht nur digital erfasst, sondern auch gefunden, verstanden, gesichert und genutzt werden können?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Erläuterungen sollen eine gemeinsame und leicht verständliche Grundlage schaffen für alle, die an der Digitalisierung von Kulturerbe interessiert sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.3.1 Vom Kulturgut zur digitalen Repräsentation ===&lt;br /&gt;
Dieser Abschnitt erklärt, was bei einer Digitalisierung entsteht und wie sich das digitale Ergebnis vom ursprünglichen Kulturgut unterscheidet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
! Begriff&lt;br /&gt;
! Erklärung&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Digitalisierung von Kulturerbe'''&lt;br /&gt;
| Digitalisierung bezeichnet in diesem Konzept den gesamten zusammenhängenden Prozess: Kulturgüter erfassen, beschreiben und bewerten, digitale Repräsentationen erzeugen oder übernehmen, ihre Qualität prüfen, sie sichern und für die Nutzung zugänglich machen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;DFG2016&amp;quot;&amp;gt;Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) 2016: Praxisregeln „Digitalisierung“, insbesondere S. 13 und 41-44. URL: https://www.dfg.de/resource/blob/176108/898bf3574ad0ff3b1db525fa7d04c86c/12-151-v1216-de-data.pdf, abgerufen am 16.07.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Bei ursprünglich digital entstandenen Kulturgütern – auch ''born digital'' genannt – entfällt die Überführung aus einem analogen Original; die weiteren Aufgaben bleiben bestehen.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Digitalisat und digitale Repräsentation'''&lt;br /&gt;
| Ein '''Digitalisat''' ist ein digitales Abbild eines analogen Kulturguts, beispielsweise ein Scan einer Handschrift oder ein Foto eines Museumsobjekts. Der weitere Begriff '''digitale Repräsentation''' umfasst auch Audio-, Video- oder 3D-Dokumentationen einer immateriellen kulturellen Praxis. Die digitale Repräsentation ersetzt weder das materielle Kulturgut noch die lebendige Praxis.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Masterdatei und Nutzungsderivat'''&lt;br /&gt;
| Die '''Masterdatei''' ist die möglichst hochwertige und qualitätsgeprüfte Ausgangsdatei. Sie wird für die langfristige Sicherung und spätere Bearbeitungen aufbewahrt. Ein '''Nutzungsderivat''' ist eine daraus erzeugte, an einen bestimmten Zweck angepasste Datei, beispielsweise ein kleineres Bild für eine Internetseite.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Digitales Objekt'''&lt;br /&gt;
| Als '''digitales Objekt''' wird in diesem Konzept eine zusammengehörige digitale Einheit bezeichnet. Sie kann aus einer oder mehreren Dateien, den zugehörigen Metadaten und ihren Verknüpfungen bestehen. Ein digitales Objekt kann ein Digitalisat oder ein ursprünglich digital entstandenes Kulturgut sein.&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
''Beispiel:'' Das verzierte sorbische Osterei bleibt das materielle Kulturgut. Hochauflösende Fotografien, ein 3D-Modell und die dazugehörigen Beschreibungen bilden gemeinsam seine digitale Repräsentation.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.3.2 Vier Kernfunktionen ===&lt;br /&gt;
Als '''Kernfunktionen der Kulturerbe-Digitalisierung''' werden im Folgenden vier dauerhaft zu erfüllende Aufgabenbereiche bezeichnet. Sie beschreiben, was für eine nachhaltige Digitalisierung von Kulturerbe geleistet werden muss, unabhängig davon, welche Institution oder welches technische System die jeweilige Funktion übernimmt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
! Kernfunktion&lt;br /&gt;
! Typische organisatorisch-technische Umsetzung&lt;br /&gt;
! Hauptaufgabe&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Nachweisen, beschreiben und verknüpfen'''&lt;br /&gt;
| Register oder Katalog&lt;br /&gt;
| Macht sichtbar, welche Kulturgüter vorhanden sind, wo sie sich befinden und in welchem Zusammenhang sie stehen. Ein Registereintrag kann bereits bestehen, bevor ein Digitalisat angefertigt wurde. &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Digitalisieren und Qualität sichern'''&lt;br /&gt;
| Digitalisierungszentrum oder Digitalisierungsdienst&lt;br /&gt;
| Erzeugt bzw. übernimmt digitale Repräsentationen, prüft sie und bereitet Dateien und Metadaten für die weitere Verarbeitung vor. Geliefert werden bspw. geprüfte Masterdateien und Nutzungsderivate. &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Langfristig erhalten'''&lt;br /&gt;
| Repositorium oder digitales Langzeitarchiv&lt;br /&gt;
| Übernimmt Dateien und Metadaten, speichert und verwaltet sie und erhält sie über technische und organisatorische Veränderungen hinweg dauerhaft nutzbar.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Zugänglich machen und Nutzung ermöglichen'''&lt;br /&gt;
| Präsentations- und Nutzungssystem&lt;br /&gt;
| Führt beschreibende Informationen und digitale Medien für Nutzerinnen und Nutzer zusammen. Es ermöglicht beispielsweise Suche, Anzeige, Kontextualisierung, Vermittlung und – soweit zulässig – Nachnutzung. &lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese '''Kernfunktionen''' beschreiben zunächst nicht zwingend getrennte Institutionen oder Systeme. Eine Einrichtung kann mehrere Kernfunktionen übernehmen. Umgekehrt kann eine Kernfunktion auf mehrere Einrichtungen oder technische Systeme verteilt sein. Entscheidend sind klare Zuständigkeiten, verlässliche Übergaben und gemeinsame Standards.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vereinfacht lässt sich das Zusammenspiel so zusammenfassen:&lt;br /&gt;
# Das '''Register oder der Katalog''' beschreibt und verknüpft das Kulturgut.&lt;br /&gt;
# Der '''Digitalisierungsdienst''' erzeugt und prüft seine digitale Repräsentation.&lt;br /&gt;
# Das '''Repositorium oder digitale Archiv''' übernimmt und erhält die Dateien.&lt;br /&gt;
# Das '''Präsentationssystem''' führt Beschreibungen und Medien für die Nutzung zusammen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die konkrete Ausgestaltung kann zentral, dezentral oder als Verbund mehrerer Systeme erfolgen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.3.3 Register ===&lt;br /&gt;
Die folgende Tabelle erklärt, wie Kulturgüter so erfasst, beschrieben und verknüpft werden, dass sie eindeutig zugeordnet, wiedergefunden und nach einheitlichen Regeln weiterverarbeitet werden können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
! Begriff&lt;br /&gt;
! Erklärung&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Erschließung, Verzeichnung und Registrierung'''&lt;br /&gt;
| '''Erschließung''' ist der übergeordnete Vorgang, bei dem ein Kulturgut identifiziert, beschrieben und in seinen Zusammenhang eingeordnet wird. '''Verzeichnung''' bezeichnet seine strukturierte dokumentarische Beschreibung. '''Registrierung''' bedeutet die Aufnahme in ein konkretes Register, einen Katalog oder ein Sammlungssystem. Ein Kulturgut kann bereits registriert werden, bevor ein Digitalisat vorhanden ist.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Metadaten'''&lt;br /&gt;
| Metadaten sind strukturierte Informationen über ein Kulturgut und seine digitalen Repräsentationen. Dazu gehören beispielsweise Titel, Herkunft, beteiligte Personen, Ort, Zeit, kultureller Kontext, Rechte, Dateieigenschaften und Bearbeitungsschritte. Je nach Zweck werden beschreibende, technische, rechtliche und erhaltungsbezogene Metadaten unterschieden. Sie machen Kulturgüter auffindbar, verständlich, verwaltbar und langfristig nutzbar.&amp;lt;ref name=&amp;quot;PREMIS&amp;quot;&amp;gt;Library of Congress o. J.: PREMIS – Preservation Metadata: Implementation Strategies. Internationaler Standard für Erhaltungsmetadaten. URL: https://www.loc.gov/standards/premis/, abgerufen am 16.07.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Persistenter Identifikator'''&lt;br /&gt;
| Ein '''persistenter Identifikator''' ist eine dauerhafte und eindeutige Kennung für ein Kulturgut, einen Datensatz oder eine digitale Ressource. Die Kennung bleibt bestehen, auch wenn sich der technische Speicherort oder die Internetadresse ändern. Dadurch können Kulturgüter dauerhaft zitiert und zwischen Systemen verknüpft werden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;DFG2016&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Metadaten sind keine bloße Beigabe zu einer Datei. Ohne ausreichende Beschreibungen kann ein Digitalisat zwar technisch vorhanden sein, später aber kaum gefunden, verstanden oder zuverlässig zugeordnet werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.3.4 Digitalisierungsdienst und Archiv ===&lt;br /&gt;
Die folgende Tabelle erklärt was erforderlich ist, damit Kulturgüter digitalisiert werden und nicht nur heute gespeichert sind, sondern auch nach technischen und organisatorischen Veränderungen noch gefunden, verstanden und genutzt werden können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
! Begriff&lt;br /&gt;
! Erklärung&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Repositorium'''&lt;br /&gt;
| Ein '''Repositorium''', auch ''Repository'' genannt, ist eine verwaltete technische Umgebung, in der digitale Objekte und ihre Metadaten übernommen, gespeichert, geordnet, verwaltet und bereitgestellt werden. Ein Repositorium kann Teil eines digitalen Archivs sein. Nicht jedes Repositorium erfüllt jedoch automatisch alle Anforderungen der Langzeiterhaltung.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Digitales Archiv oder digitales Langzeitarchiv'''&lt;br /&gt;
| Ein digitales Archiv ist mehr als ein Server oder ein Speicherprogramm. Es verbindet eine verantwortliche Organisation, fachkundiges Personal, Regeln, Arbeitsabläufe und technische Systeme. Es übernimmt die Verantwortung dafür, digitale Informationen langfristig zu erhalten und für festgelegte Nutzergruppen zugänglich zu machen. Das internationale Referenzmodell '''Open Archival Information System''' (OAIS, offenes Archiv-Informationssystem) bietet hierfür einen fachlichen Rahmen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;OAIS2024&amp;quot;&amp;gt;Consultative Committee for Space Data Systems (CCSDS) 2024: Reference Model for an Open Archival Information System (OAIS), CCSDS 650.0-M-3, insbesondere S. 1-1–1-2 und 2-1–2-2. URL: https://ccsds.org/Pubs/650x0m3.pdf, abgerufen am 16.07.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Ingest oder kontrollierte Übernahme'''&lt;br /&gt;
| '''Ingest''' bezeichnet die kontrollierte Übernahme digitaler Dateien und Metadaten in ein Repositorium oder digitales Archiv. Dabei werden beispielsweise Vollständigkeit, Dateiformate, Metadaten und Dateiintegrität geprüft und die Übernahme dokumentiert.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Langzeitverfügbarkeit und digitale Langzeiterhaltung'''&lt;br /&gt;
| '''Langzeitverfügbarkeit''' ist das Ziel, digitale Inhalte über technische und organisatorische Veränderungen hinweg auffindbar, lesbar, verständlich und nutzbar zu halten. '''Digitale Langzeiterhaltung''' bezeichnet die dafür notwendigen fortlaufenden Maßnahmen. Dazu können mehrere Speicherorte, regelmäßige Prüfungen, Formatüberwachung, technische Migrationen und eine nachvollziehbare Dokumentation gehören. „Langfristig“ bezeichnet dabei keine feste Zahl von Jahren, sondern einen Zeitraum, in dem mit veränderten Technologien, Formaten und Nutzungsanforderungen gerechnet werden muss.&amp;lt;ref name=&amp;quot;OAIS2024&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Datensicherung oder Backup'''&lt;br /&gt;
| Ein '''Backup''' ist eine zusätzliche Sicherungskopie, aus der Dateien nach einem Verlust oder technischen Ausfall wiederhergestellt werden können. Backups sind notwendig, ersetzen aber keine Langzeiterhaltung: Sie regeln allein noch keine dauerhaften Zuständigkeiten, Metadaten, Formatüberwachung, Integritätsprüfungen oder langfristige Zugänglichkeit.&amp;lt;ref name=&amp;quot;DPCStorage&amp;quot;&amp;gt;Digital Preservation Coalition o. J.: Digital Preservation Handbook – Storage. URL: https://www.dpconline.org/handbook/organisational-activities/storage, abgerufen am 16.07.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Integrität und Authentizität'''&lt;br /&gt;
| '''Integrität''' bedeutet, dass unbeabsichtigte Veränderungen oder Beschädigungen einer Datei erkannt werden können. Dafür werden häufig Prüfsummen verwendet - digitale Kontrollwerte, die regelmäßig verglichen werden. '''Authentizität''' bedeutet, dass Herkunft, Identität und Bearbeitungsgeschichte eines digitalen Objekts nachvollziehbar sind und belegt werden kann, dass es das ist, was es zu sein vorgibt.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Dateiformat und Datenformat'''&lt;br /&gt;
| Ein '''Dateiformat''' legt den technischen Aufbau einer einzelnen Datei fest. Ein '''Datenformat''' beschreibt, wie Informationen strukturiert und zwischen Systemen ausgetauscht werden. Gut dokumentierte, verbreitete und möglichst offen beschriebene Formate erleichtern den Austausch und die langfristige Nutzung. Sie ersetzen jedoch keine aktive Langzeiterhaltung.&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Merksatz:''' Speichern ist nicht dasselbe wie langfristiges Erhalten. Auch ein vorhandenes Backup ist noch kein digitales Langzeitarchiv.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.3.5 Präsentationssystem ===&lt;br /&gt;
Die folgende Tabelle erklärt, wie aus langfristig gesicherten Dateien ein digitales Kulturerbe wird, das von Menschen gefunden, verstanden und sinnvoll genutzt werden kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
! Begriff&lt;br /&gt;
! Erklärung&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Zugänglichmachung und Präsentation'''&lt;br /&gt;
| '''Zugänglichmachung''' bedeutet, dass digitale Objekte auffindbar und im rechtlich sowie technisch zulässigen Umfang abrufbar sind. '''Präsentation''' geht darüber hinaus: Inhalte werden ausgewählt, miteinander verknüpft, erklärt und für bestimmte Zielgruppen vermittelt. Dazu gehören verständliche Kontextinformationen, klare Rechteangaben, Mehrsprachigkeit und möglichst barrierearme Zugänge. Abhängig von Rechten, personenbezogenen Daten oder kulturellen Schutzbedarfen kann der Zugang offen oder eingeschränkt sein.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Nutzung und Nachnutzung'''&lt;br /&gt;
| '''Nutzung''' umfasst beispielsweise das Betrachten, Lesen, Anhören, Erforschen oder Vermitteln eines digitalen Kulturguts. '''Nachnutzung''' bedeutet seine weitere Verwendung in einem neuen Zusammenhang, etwa in Bildung, Forschung, Publikationen, Ausstellungen, Anwendungen oder kreativen Werken. Dafür werden geeignete Dateien, verständliche Metadaten und klare Rechteinformationen benötigt.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Rechteinformation und Lizenz'''&lt;br /&gt;
| Eine '''Rechteinformation''' beschreibt den rechtlichen Status eines digitalen Objekts und mögliche Einschränkungen seiner Nutzung. Eine '''Lizenz''' räumt durch eine dazu berechtigte Person oder Institution konkrete Nutzungsrechte ein. Ein allgemeiner Rechtehinweis ist daher nicht automatisch eine Lizenz.&amp;lt;ref name=&amp;quot;RightsReuse&amp;quot;&amp;gt;RightsStatements.org o. J.: Standardisierte Rechtehinweise für online verfügbares Kulturerbe. URL: https://rightsstatements.org/de/, abgerufen am 16.07.2026. Creative Commons 2025: Recommended Licenses and Tools for Cultural Heritage Content. URL: https://creativecommons.org/2025/07/09/recommended-licenses-and-tools-for-cultural-heritage-content/, abgerufen am 16.07.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Interoperabilität'''&lt;br /&gt;
| '''Interoperabilität''' bezeichnet die Fähigkeit von Systemen und Organisationen, Daten auszutauschen und in gleicher Bedeutung zu verstehen. Dafür werden gemeinsame Metadatenmodelle, Begriffe, Identifikatoren und technische Schnittstellen benötigt. So können beispielsweise Register, Repositorien, Präsentationsportale und externe Kulturplattformen miteinander verbunden werden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;EuropeanaEDM&amp;quot;&amp;gt;Europeana o. J.: Metadata – Europeana Data Model (EDM, Europeana-Datenmodell). URL: https://pro.europeana.eu/page/metadata, abgerufen am 16.07.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Digitalisierte Inhalte entfalten ihren kulturellen und gesellschaftlichen Nutzen erst dann vollständig, wenn sie auffindbar, verständlich, rechtlich klar und für unterschiedliche Zielgruppen tatsächlich verwendbar sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der folgende Abschnitt 2.4 beschreibt, wie diese Kernfunktionen innerhalb des gesamten Prozesses der Kulturerbe-Digitalisierung zusammenwirken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== 2.4 Prozess der Digitalisierung von Kulturerbe ==&lt;br /&gt;
Die Digitalisierung von Kulturgut ist kein rein technischer Arbeitsschritt, sondern ein vielschichtiger, oft langfristiger Prozess, der bereits mit der Wahrnehmung und Identifikation einer kulturellen Ausdrucksform beginnt. Ziel dieses Abschnitts ist es, diesen Gesamtprozess systematisch darzustellen: von der gelebten Kultur über das identifizierte Kulturgut bis hin zur digital nutzbaren Repräsentation.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die hier entwickelte Prozessdarstellung soll als praxisorientierter Überblick dienen für die Digitalisierung des sorbischen Kulturerbes. Sie berücksichtigt die Anforderungen sorbischer Einrichtungen ebenso wie die international etablierten Referenzmodelle und Standards, darunter:&lt;br /&gt;
* das OAIS-Referenzmodell (ISO 14721) für digitale Archivierung&amp;lt;ref&amp;gt;Consultative Committee for Space Data Systems (CCSDS) 2024: Reference Model for an Open Archival Information System (OAIS), CCSDS 650.0-M-3. URL: https://ccsds.org/Pubs/650x0m3.pdf, abgerufen am 01.10.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
* das DCC Curation Lifecycle Model für kuratorische Entscheidungsprozesse&amp;lt;ref&amp;gt;Higgins 2008: The DCC Curation Lifecycle Model. International Journal of Digital Curation, 3(1), 134-140. URL: https://ijdc.net/index.php/ijdc/article/view/48, abgerufen am 01.10.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
* das Spectrum-Modell für museale Objektverwaltung&amp;lt;ref&amp;gt;Collections Trust 2022. Spectrum 5.1 - The UK Museum Collections Management Standard. URL: https://collectionstrust.org.uk/spectrum/spectrum-5, abgerufen am 01.10.2025. &amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
* die UNESCO-Leitlinien zur Inventarisierung immateriellen Kulturerbes&amp;lt;ref&amp;gt;UNESCO 2024: Operational Directives for the Implementation of the Convention for the Safeguarding of the Intangible Cultural Heritage (10.GA). URL: https://ich.unesco.org/doc/src/ICH-Operational_Directives-10.GA_EN.pdf, abgerufen am 01.10.2025. &amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
* sowie technische Vorgaben wie die DFG-Praxisregeln Digitalisierung&amp;lt;ref&amp;gt;Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) 2022: Praxisregeln Digitalisierung (aktualisierte Fassung). URL: https://www.ulb.hhu.de/fileadmin/redaktion/ULB/Documents/Infomaterial/DFG_Praxisregeln_Digitalisierung_Aktualisierte_Fassung2022.pdf, abgerufen am 01.10.2025. &amp;lt;/ref&amp;gt; und die FADGI-Richtlinien&amp;lt;ref&amp;gt;Federal Agencies Digital Guidelines Initiative (FADGI) 2023: Technical Guidelines for Digitizing Cultural Heritage Materials – Still Image, 3rd ed. URL: https://www.digitizationguidelines.gov/guidelines/digitize-technical.html, abgerufen am 01.10.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Folge soll der „Lebenslauf“ eines Kulturguts dargestellt werden, also der Weg, den ein Objekt oder eine kulturelle Praxis vom Zeitpunkt der Entstehung über die Erfassung, Digitalisierung und Archivierung bis zur Veröffentlichung in einem digitalen Präsentationsmodul durchläuft.&lt;br /&gt;
Hierfür erläutert der folgende Abschnitt die einzelnen Prozessschritte im Detail, jeweils mit Akteuren und Beispielen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.4.1 Vorüberlegungen zum Prozess ===&lt;br /&gt;
Im hier vorgestellten Prozess wird auf eine harte, systematische Filterung verzichtet, welche kulturellen Ausdrucksformen „nur“ Kultur und welche bereits Kulturgut sind. Ein solcher Bewertungs- und Abgrenzungsprozess wäre ressourcenintensiv und würde den vorhandenen Kapazitäten in den beteiligten Einrichtungen nicht entsprechen. Stattdessen folgt das Konzept einer inklusiven Logik: Alle dokumentierten Ausdrucksformen werden zunächst als potenzielle Kulturgüter erfasst. Eine feinere Auswahl und Priorisierung erfolgen erst in einem späteren Schritt, nämlich dann, wenn konkret entschieden wird, welche Ausdrucksformen bzw. Kulturgüter in welcher Tiefe digitalisiert, archiviert und präsentiert werden sollen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieses Vorgehen schließt an das SKR-Konzept an, das bewusst auf eine frühe normative Trennung zwischen „kultureller Ausdrucksform“ und „Kulturgut“ verzichtet. Auch hier steht zunächst der möglichst vollständige, strukturierte Überblick über die sorbischen Kulturgüter im Vordergrund. Die differenzierte Bewertung und Schwerpunktsetzung werden als anschließende fachliche Aufgabe verstanden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.4.2 Prozessschritte im Detail ===&lt;br /&gt;
Das folgende Diagramm gibt einen Überblick über die sechs Kernschritte des Gesamtprozesses der Digitalisierung von Kulturgut – von der ersten Wahrnehmung einer kulturellen Ausdrucksform bis zu ihrer digitalen Präsentation als Kulturgut. Die Abfolge zeigt zugleich die Entwicklungsstufen: von gelebter Kultur zur kulturellen Ausdrucksform, von dort zum Kulturgut und schließlich zum digitalen Kulturgut. Die Schritte sind als generischer Ablauf zu verstehen: Je nach Art des Kulturguts können einzelne Tätigkeiten unterschiedlich aufwendig sein oder parallel erfolgen.&lt;br /&gt;
[[Dataja:Wobraz_K3.png|center|600px]]&amp;lt;ref&amp;gt;Mermaid Flowchart Code: [https://mermaid.live/edit#pako:eNplkk1OwzAQha8yGqmbkloxSZs2CyTa8LOphIAVhIVJpolF4iDH4a_qbXqTXgzHFdAKr2y97703lmaNWZMTxriqmvesFNrAfZIqgPPHFIdDzuBO1DVVajhM8QlGozOYO-WUwS0VsjVakqa93Pvmjlk4JmAwp3fS5kCHwQAWjkkcE_Y5WWkIXqrd9jBpT138UIkspBGVbI_7-rwLR146csLgRryQ-U8lMGLwTG1WapLPpHKCZQLMOY9ch7m2VxiSpOAEjJ1TSev_M_bkvv3KtY8ZnOuslG_H9VcOuf4dUO-2LamjGdHDQsscY6M78rAmXYv-ies-IEVTUk0pxvaa00p0lUkxVRtrexXqoWnqH6duuqLEeCWq1r6619zOn0hRaPGH9J_Xi6ZTBuOxS8B4jR8YhxGLeDThkR-EM37KuYefFmHTaOz7fOZHQTidBMHGwy9X6VslnNnDw4jPuB8GHlIuTaOX-7Vy27X5Bh_Osqo hier klicken], abgerufen am 22.09.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Prozess zeigt, dass Digitalisierung von Kulturgut mehr ist als das Erstellen digitaler Dateien. Sie umfasst eine Reihe aufeinander bezogener Schritte – von der ersten Wahrnehmung einer kulturellen Ausdrucksform über ihre Erfassung, Bewertung und Digitalisierung bis hin zur langfristigen Sicherung und Präsentation. Dabei sind je nach Schritt unterschiedliche Akteure beteiligt, etwa Gemeinschaften, Museen, Archive, Fachgremien, Digitalisierungsstellen oder IT. Die folgenden Beschreibungen erläutern diese Schritte so, dass nachvollziehbar wird, was jeweils mit einem Kulturgut geschieht, wer daran beteiligt ist und wie sich der Ablauf in der Praxis vorstellen lässt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''1. Sammeln &amp;amp; erfassen''' &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Hier wird eine kulturelle Ausdrucksform erstmals wahrgenommen, benannt und mit ersten Informationen erfasst: Was ist es, wer macht es oder hat es geschaffen, wo kommt es vor, warum ist es bedeutsam für die Gemeinschaft? &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Akteure''': Community, Vereine, Museen, Archive, Forschende, Privatpersonen.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Beispiel''': Auf einem Dorffest zeigt eine Frau das Verzieren sorbischer Ostereier. Jemand fotografiert dies und notiert Technik, Ort und Namen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''2. Registrieren &amp;amp; beschreiben''' &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Hier wird aus der ersten Beobachtung ein strukturierter Nachweis. Das Kulturgut oder die kulturelle Ausdrucksform wird in ein Register, eine Sammlung oder einen Katalog aufgenommen und mit strukturierten Metadaten beschrieben, damit es wiedergefunden, zugeordnet und verstanden werden kann. Dazu gehören z. B. Titel, Ort, Zeit, Technik, Funktion, beteiligte Personen und der kulturelle Kontext.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Akteure''': Registerverantwortliche, Kurator:innen, Sammlungsmitarbeitende, Community für Kontextinformationen.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Beispiel''': Das Osterei erhält einen Eintrag mit Angaben wie „Wachsbatik“, „Schleife“, „Osterei-Verzierung“, Name der Trägerin und Entstehungsjahr.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''3. Bewerten &amp;amp; freigeben''' &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
In diesem Schritt wird entschieden, ob und in welcher Priorität ein Kulturgut oder die kulturelle Ausdrucksform digitalisiert werden soll und ob dies rechtlich und ethisch möglich ist. Dabei spielen fachliche Kriterien wie Bedeutung, Repräsentativität, Seltenheit oder Gefährdung eine Rolle, aber auch Fragen des Urheberrechts, Datenschutzes und möglicher kultureller Sensibilitäten. Am Ende steht eine begründete Entscheidung, ob und in welchem Umfang das Kulturgut weiterbearbeitet und später veröffentlicht werden darf. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Akteure''': Kurator:innen, Fachgremien, Community-Vertretungen, Register/SKR, ggf. Rechteverantwortliche und Behörden. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Beispiel''': Es wird entschieden, dass die Osterei-Technik wegen ihrer Bedeutung für die sorbische Identität digital gesichert werden soll; die Kunsthandwerkerin stimmt der Veröffentlichung zu.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''4. Digitalisieren &amp;amp; prüfen''' &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Nun wird das Kulturgut technisch erfasst, also in eine digitale Form überführt. Das kann je nach Objektart durch Scan, Fotografie, Audio- oder Videoaufnahme oder 3D-Erfassung geschehen. Dabei entstehen hochwertige Master-Dateien und nutzbare Derivate. Die Digitalisierung folgt qualifizierten Standards, um Reproduzierbarkeit, Farbkonsistenz und Nutzbarkeit zu gewährleisten. Anschließend wird geprüft, ob Schärfe, Farbe, Vollständigkeit und Dateiformate den Anforderungen für Archivierung und Nutzung entsprechen. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Akteure''': Digitalisierungszentrum, Foto-/AV-/3D-Spezialist:innen, externe Dienstleister bei Spezialfällen. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Beispiel''': Das Osterei wird fotografisch hochauflösend aufgenommen und zusätzlich als 3D-Modell erfasst. Danach werden Schärfe, Farbe und Dateiformate geprüft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''5. Archivieren &amp;amp; sichern''' &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die entstandenen digitalen Dateien werden geordnet abgelegt, mit den zugehörigen Metadaten verknüpft und für die langfristige Erhaltung gesichert. Dazu gehören sichere Speicherorte, Backups, Integritätskontrollen und – wenn nötig – spätere technische Migration auf neue Systeme. Ziel ist, dass das digitale Kulturgut langfristig erhalten bleibt, auch wenn sich Technik und Formate verändern. Das Original bleibt in der Regel weiterhin am Sammlungs- oder Aufbewahrungsort. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Akteure''': Archiv, Repository, IT-Betrieb, ggf. Sorbisches Kulturarchiv bzw. Digitalisierungszentrum. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Beispiel''': Die Bilder und das 3D-Modell des Ostereis werden auf gesicherten Servern gespeichert; das Original bleibt im Museum oder bei der Eigentümerin.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''6. Präsentieren &amp;amp; nutzen''' &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Im letzten Schritt werden die digitalen Objekte so bereitgestellt, dass sie gefunden, verstanden und genutzt werden können, z. B. in Portalen, digitalen Sammlungen oder virtuellen Ausstellungen. Dafür reicht es nicht, nur Dateien anzuzeigen: Es braucht auch verständliche Kontexte, Rechteangaben, Mehrsprachigkeit und möglichst barrierearme Zugänge. So wird aus der technischen Digitalisierung eine tatsächliche kulturelle Nutzung. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Akteure''': Kurator:innen, Vermittlung, Web/IT, Museen, Kulturinformationen, Community. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Beispiel''': Das Osterei erscheint in einer Online-Ausstellung, kann herangezoomt oder als 3D-Modell gedreht werden und wird mit einem kurzen Text zur Technik erklärt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.4.3 Organisatorische Perspektive ===&lt;br /&gt;
Die folgende Abbildung ist entnommen aus einem Poster des Sorbischen Instituts zu dessen Digitalisierungsstrategie, gefunden auf der Projektseite des Digitalisierungszentrums.&amp;lt;ref&amp;gt;Sorbisches Institut: Digitalisierungszentrum (DZ). URL: [https://www.serbski-institut.de/projekte-zentrale-vorhaben/digitalisierungszentrum-dz/ https://www.serbski-institut.de/projekte-zentrale-vorhaben/digitalisierungszentrum-dz/], abgerufen am 25.03.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Digitalisierungsstrategie des Sorbischen Instituts zeigt die Erfassung, Registrierung, Digitalisierung und Archivierung bis zur Präsentation von Kulturgütern aus '''organisatorischer Sicht'''. Sie basiert auf einem '''3-Säulen-Modell aus Kulturregister, Digitalisierungszentrum und Präsentationsumgebung'''. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Dataja:Wobraz_K4.png|mini||center|600px|Abbildung: 3-Säulen-Modell der Digitalisierungsstrategie des Sorbischen Instituts. Quelle: Sorbisches Institut, „Digitalizacija serbskich kulturnych datow / Digitalisierung der sorbischen/wendischen Kulturdaten“&amp;lt;ref&amp;gt;Sorbisches Institut 2025: Digitalizacija serbskich kulturnych datow / Digitalisierung der sorbischen/wendischen Kulturdaten (Poster). URL:  [https://www.serbski-institut.de/wp-content/uploads/2021/11/A0-Druck_Digitalisierungsstrategie-SI.pdf  https://www.serbski-institut.de/wp-content/uploads/2021/11/A0-Druck_Digitalisierungsstrategie-SI.pdf], abgerufen am 25.03.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Beide Sichtweisen - die fachliche &amp;quot;Prozess-Sicht&amp;quot; und die &amp;quot;organisatorische Sicht&amp;quot; lassen sich wie folgt in einer Darstellung zusammenfassen:&lt;br /&gt;
[[Dataja:Wobraz_K5.jpg|mini||center|600px|Abbildung: Zusammengefasste Sichtweisen auf die Digitalisierung von Kulturerbe.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der &amp;quot;Prozess der Digitalisierung von Kulturerbe&amp;quot; beschreibt, '''was''' mit einem Kulturgut geschieht; das 3-Säulen-Modell zeigt, '''wo''' diese Aufgaben organisatorisch verortet sind. Bezogen auf die oben beschriebenen [[#2.3.2 Prozessschritte im Detail|Prozessschritte der Digitalisierung von Kulturerbe]] steht das '''Sorbische Kulturregister''' für den Prozessschritt „'''2. Registrieren'''“ und dient dabei vor allem der Verzeichnung und Metadatenverwaltung. Das '''Digitalisierungszentrum''' steht für die Prozessschritte „'''4. Digitalisieren'''“ und „'''5. Archivieren'''“ und dient dabei der technischen Erfassung, Bearbeitung und Sicherung der Digitalisate. Die '''Präsentationsumgebung''' steht für den Schritt „'''6. Präsentieren'''“ und dient der öffentlichen oder kuratierten Bereitstellung zur Nutzung. Ergänzende Konzepte des SI machen dabei deutlich, dass die Digitalisierung im Regelfall eine vorherige Verzeichnung im Register voraussetzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
! Prozessschritt&lt;br /&gt;
! Verantwortliche Organisation&lt;br /&gt;
! Funktion im Gesamtsystem&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''2. Registrieren'''&lt;br /&gt;
| '''Sorbisches Kulturregister'''&lt;br /&gt;
| Kulturgüter werden als Entitäten nachgewiesen, beschrieben, mit Metadaten versehen und miteinander verknüpft. Das Register erfüllt damit eine katalogähnliche Funktion: Es macht sichtbar, welche Kulturgüter es gibt, wo sie sich befinden und in welchem Kontext sie stehen.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''4. Digitalisieren'''&lt;br /&gt;
| '''Digitalisierungszentrum'''&lt;br /&gt;
| Kulturgüter werden technisch erfasst, z. B. durch Scan, Fotografie, Audio-/Videoübertragung oder 3D-Erfassung. Das Digitalisierungszentrum erzeugt und prüft die Digitalisate, ist aber nicht selbst primär ein Präsentationssystem.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''5. Archivieren'''&lt;br /&gt;
| '''Digitalisierungszentrum / Repositorium / Archiv'''&lt;br /&gt;
| Die digitalen Dateien werden geordnet gespeichert, mit Metadaten verbunden und langfristig gesichert. Dazu gehört auch die Sicherstellung der Langzeitaufbewahrung, etwa durch geeignete Speicherorte, Prüfroutinen und spätere Migrationen.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''6. Präsentieren'''&lt;br /&gt;
| '''Sorabicon / weitere Präsentationsumgebungen'''&lt;br /&gt;
| Die digitalen Inhalte werden für Nutzer:innen sichtbar, erfahrbar und verständlich gemacht, z. B. in Portalen, digitalen Sammlungen oder virtuellen Ausstellungen. Die Präsentation greift dafür auf Metadaten aus dem Register und auf Digitalisate aus dem Repositorium bzw. dem Digitalisierungszentrum zurück.&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Schritt '''1. Sammeln''' liegt vor diesen drei Säulen. Er betrifft die Sammlungsorte selbst, also z. B. Museen, Archive, Heimatstuben, Vereine, Projekte, Gemeinden oder Privatpersonen. Dort entstehen oder befinden sich die Kulturgüter zunächst, bevor sie systematisch registriert, bewertet oder digitalisiert werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Schritt '''3. Bewerten''' ist ebenfalls keine eigene technische Säule, sondern ein steuernder Entscheidungsschritt. In ihm wird geklärt, welche Kulturgüter priorisiert digitalisiert werden, welche fachliche Bedeutung sie haben, welche Rechte zu beachten sind und ob eine öffentliche Präsentation möglich ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Damit wird deutlich: Register, Digitalisierungszentrum und Präsentation erfüllen unterschiedliche Aufgaben. Das '''Register''' beschreibt und verknüpft Kulturgüter, das '''Digitalisierungszentrum''' erzeugt und sichert Digitalisate und die '''Präsentationsumgebung''' macht ausgewählte Inhalte verständlich zugänglich. Gerade diese Trennung schafft klare Zuständigkeiten und erleichtert die Zusammenarbeit zwischen Sammlungsorten, Fachstellen, technischen Dienstleistern und Öffentlichkeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== 2.5 Beispiele anderer Kulturen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Digitalisierung des Kulturerbes kleiner, autochthoner, indigener und sprachlicher Gemeinschaften weist häufig vergleichbare Herausforderungen auf: Kulturgüter und Bestände sind auf viele Institutionen, Vereine, lokale Einrichtungen und private Träger verteilt. Personelle und finanzielle Ressourcen sind begrenzt, mehrere Sprachen und Beschreibungstraditionen müssen berücksichtigt werden und nicht alle kulturellen Inhalte dürfen oder sollen ohne Einschränkung öffentlich zugänglich gemacht werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In einer vergleichenden Recherche wurde daher untersucht, wie andere Gemeinschaften und Regionen ihr Kulturerbe erfassen, beschreiben, digitalisieren, langfristig sichern und zur Nutzung bereitstellen. Dabei wurde nicht nach einer universell „idealen“ technischen Lösung gesucht. Untersucht wurde vielmehr, welche organisatorischen, technischen, rechtlichen und gemeinschaftlichen Modelle unter welchen Rahmenbedingungen funktionieren, welche Schwierigkeiten auftreten und welche übertragbaren Erfolgsfaktoren erkennbar sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die nachfolgenden Beispiele verdeutlichen unterschiedliche Schwerpunkte: gemeinschaftliche Steuerung, institutionsübergreifende Register und Suchsysteme, Digitalisierung verteilter Bestände, Sprach- und Tonarchive, abgestufte Zugänge, Unterstützung kleiner Kulturgutträger sowie die Überführung zeitlich begrenzter Projekte in einen dauerhaften Betrieb.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die daraus abgeleiteten Kriterien bilden einen Referenzrahmen. Anhand dieses Referenzrahmens kann in einer späteren Ist-Analyse geprüft werden, welche Funktionen bereits vorhanden, nur konzeptionell beschrieben, in Pilotprojekten erprobt oder dauerhaft im Regelbetrieb verankert sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die ausführlichen Fallprofile, Vergleichsmatrizen, Quellen sowie ein Hinweis zur KI-gestützten Erstellung befinden sich in der [[12.3.A1 Vergleichende Recherche – Digitalisierung des Kulturerbes anderer Kulturen und Regionen|ausführlichen Vergleichsrecherche]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.5.1 RomArchive – Digitales Archiv der Roma ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Roma und Sinti sind eine transnationale Minderheit, die in zahlreichen europäischen Staaten lebt. RomArchive wurde von 2015 bis 2019 mit 3,75 Millionen Euro durch die Kulturstiftung des Bundes gefördert. Weitere Unterstützer waren unter anderem die Bundeszentrale für politische Bildung, das Auswärtige Amt und das Goethe-Institut. Seit 2019 wird das Archiv durch das Dokumentations- und Kulturzentrum Deutscher Sinti und Roma in Heidelberg betrieben.&amp;lt;ref name=&amp;quot;vergleich_romarchive&amp;quot;&amp;gt;RomArchive o. J.: Frequently Asked Questions. URL: https://www.romarchive.eu/en/about/frequently-answered-questions/; Dokumentations- und Kulturzentrum Deutscher Sinti und Roma e. V. o. J.: Imprint. URL: https://www.romarchive.eu/en/imprint/; Kulturstiftung des Bundes o. J.: RomArchive. URL: https://www.kulturstiftung-des-bundes.de/en/programmes_projects/film_and_new_media/detail/romarchive.html, jeweils abgerufen am 20.07.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Archiv präsentiert Kunst, Geschichte und Kultur aus der Perspektive der Roma. Kuratorische Teams und Beirat waren überwiegend mit Angehörigen der Minderheit besetzt. Neben öffentlich zugänglichen Inhalten existiert ein internes Archiv mit beschränktem Forschungszugang. Besonders lehrreich ist der bereits zu Projektbeginn geplante und später tatsächlich vollzogene Übergang an einen dauerhaften Betreiber.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Erfolgsfaktoren und Learnings:''' &lt;br /&gt;
* Angehörige der Gemeinschaft sollten nicht nur Inhalte zuliefern, sondern festgelegte Entscheidungsrechte bei Auswahl, Beschreibung, Kontextualisierung und Zugangsregeln besitzen. &lt;br /&gt;
* Bereits zu Beginn einer Projektphase verbindlich klären, welche Institution das Register, Archiv oder Portal nach dem Ende der Förderung dauerhaft betreibt, pflegt und finanziert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.5.2 Nuohtti – Zugang zum Sámi-Kulturerbe ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Sámi sind ein indigenes Volk im nordeuropäischen Sápmi, das sich über Teile Norwegens, Schwedens, Finnlands und Russlands erstreckt. Viele historische Sámi-Materialien befinden sich außerhalb der Sámi-Institutionen in europäischen Archiven und Museen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nuohtti ist ein gemeinsamer Suchdienst für digitalisierte Sámi-Materialien. Er wurde von 2018 bis 2021 mit Mitteln des Programms Interreg Nord der EU (Europäische Union) entwickelt. Beteiligt waren unter anderem die Sámi-Archive der finnischen und norwegischen Nationalarchive, das schwedische Reichsarchiv und mehrere Universitäten. Die Sámi-Parlamente Finnlands, Norwegens und Schwedens waren in der Steuerungsgruppe vertreten. Der Dienst führte nach Projektangaben etwa 30.000 Datensätze aus 32 Institutionen zusammen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;vergleich_nuohtti&amp;quot;&amp;gt;Nuohtti o. J.: About Nuohtti. URL: https://nuohtti.com/Content/about; University of the Arctic 2023: The Nuohtti service provides digital access to Sámi material in European archives. URL: https://www.uarctic.org/news/2023/3/the-nuohtti-service-provides-digital-access-to-sami-material-in-european-archives/, jeweils abgerufen am 20.07.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nuohtti übernimmt nicht alle Bestände in ein einziges System. Stattdessen werden Metadaten, also strukturierte Beschreibungsdaten zu Objekten und Beständen, aus vorhandenen Einrichtungen zusammengeführt und mit mehrsprachiger Suche, Karte und Zeitleiste zugänglich gemacht. Ethische Hinweise machen darauf aufmerksam, dass viele Bestände unter historischen und teilweise kolonialen Bedingungen gesammelt und beschrieben wurden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Erfolgsfaktoren und Learnings:''' &lt;br /&gt;
* Ein gemeinsamer Zugang kann auch mit dezentraler Architektur der Bestände erfolgen – Originale, Dateien und Fachsysteme können beim Kulturgutträger verbleiben.&lt;br /&gt;
* Ein Register für Kulturdaten kann als übergreifende Nachweisschicht arbeiten: Größere Einrichtungen liefern Daten über technische Schnittstellen, während kleine Träger zentrale oder gemeinsam bereitgestellte Erfassungsdienste nutzen können. &lt;br /&gt;
* Historische Fremdbeschreibungen sollten ergänzt werden durch Selbstbezeichnungen, eigene Sprachformen, alternative Benennungen und Kontexte der betreffenden Gemeinschaft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.5.3 People’s Collection Wales / Casgliad y Werin Cymru ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wales ist ein Landesteil des Vereinigten Königreichs mit einer eigenständigen nationalen und walisischsprachigen Identität. People’s Collection Wales ist eine zweisprachige Plattform für institutionelles und gemeinschaftlich getragenes Kulturerbe. Sie wird als Verbund der National Library of Wales, des National Museum Wales und der Royal Commission on the Ancient and Historical Monuments of Wales betrieben und durch die walisische Regierung finanziert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Neben der technischen Plattform werden kostenlose Beratung und Schulungen zu Digitalisierung, Metadaten, Urheberrecht, Datenschutz und Oral History, also mündlich überlieferter und aufgezeichneter Geschichte, angeboten. Eine unabhängige Evaluation stellte Fortschritte bei der Zusammenarbeit und beim Kompetenzaufbau fest, benannte aber auch begrenzte Wirkungsnachweise, Finanzierungsrisiken und den hohen Personalaufwand für die Unterstützung der beteiligten Gemeinschaften.&amp;lt;ref name=&amp;quot;vergleich_wales&amp;quot;&amp;gt;Vittle, Kate / Haswell-Walls, Fran / Dixon, Tim; ERS Ltd. 2016: Evaluation of the Casgliad y Werin Cymru / People’s Collection Wales Digital Heritage Programme. Impact Report. URL: https://www.gov.wales/sites/default/files/publications/2019-08/evaluation-of-the-peoples-collection-wales-digital-heritage-programme-impact.pdf; People’s Collection Wales o. J.: Community Support. URL: https://www.peoplescollection.wales/about-us/community-support, jeweils abgerufen am 20.07.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Erfolgsfaktoren und Learnings:''' &lt;br /&gt;
* Kleine und ehrenamtlich betreute Sammlungen benötigen nicht nur technische Standards, sondern konkrete und dauerhaft verfügbare Dienstleistungen: Erstberatung, Schulung, Vorlagen, Unterstützung bei Rechtefragen, Qualitätskontrolle und persönliche Ansprechpartner. &lt;br /&gt;
* Ein Digitalisierungszentrum oder ein Verbund koordinierter Digitalisierungsdienste sollte daher als Service- und Kompetenzstruktur ausgestaltet werden und nicht lediglich als technische Produktionsstelle. &lt;br /&gt;
* Der dafür notwendige Beratungs- und Unterstützungsaufwand muss als dauerhafte Betriebsaufgabe eingeplant werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.5.4 Tobar an Dualchais / Kist o Riches ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schottisch-Gälisch ist eine Minderheitensprache, die vor allem in den Highlands und auf den schottischen Inseln gesprochen wird. Tobar an Dualchais macht mehr als 40.000 seit den 1930er Jahren entstandene Tonaufnahmen zugänglich. Die Bestände umfassen Erzählungen, Lieder, Musik, Gedichte und mündlich überliefertes Wissen auf Gälisch, Scots und Englisch. Ein bedeutender Teil der Originalbestände wird in den School of Scottish Studies Archives der Universität Edinburgh verwahrt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;vergleich_tobar&amp;quot;&amp;gt;University of Edinburgh 2024: Tobar an Dualchais / Kist o Riches. URL: https://gaelic.ed.ac.uk/gaelic-collections/tobar-an-dualchais-kist-o-riches; Scottish Government 2025: Rediscovering lost Gaelic words. URL: https://www.gov.scot/news/rediscovering-lost-gaelic-words/, jeweils abgerufen am 20.07.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Digitalisierung wird mit Verschriftlichung beziehungsweise Transkription, sprachlicher Erschließung, Freiwilligenarbeit und teilweise automatischer Spracherkennung verbunden. Das Projekt erhält wiederkehrende öffentliche Förderungen, muss Rechteklärung, Transkription und technische Weiterentwicklung jedoch dauerhaft fortsetzen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Erfolgsfaktoren und Learnings:''' &lt;br /&gt;
* Gefährdete Ton-, Film- und Videobestände müssen wegen Materialverfall, beschädigungsanfälliger Trägermaterialien und nicht mehr verfügbarer Wiedergabetechnik zeitlich priorisiert werden. &lt;br /&gt;
* Ein geeignetes Pilotprojekt kann Digitalisierung, Rechteklärung, Verschriftlichung, Übersetzung, Metadatenerfassung, Archivierung und Bildungsnutzung entlang einer vollständigen Prozesskette verbinden. &lt;br /&gt;
* Dadurch werden nicht nur einzelne Dateien erzeugt, sondern zugleich die notwendigen Standards, Zuständigkeiten und Aufwände erprobt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.5.5 Euskariana – Portal zum baskischen Kulturerbe ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Baskinnen und Basken leben in Gebieten Spaniens und Frankreichs. Euskariana ist das staatlich betriebene Kulturportal der Autonomen Gemeinschaft Baskenland in Spanien. Es wird durch die Digitale Bibliothek Euskadi betrieben und verbindet Daten der baskischen Regierung, der Provinzen, Kommunen, Universitäten sowie öffentlicher, kirchlicher und privater Einrichtungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Portal ist zugleich gemeinsamer Katalog und Zugang zu digitalen Objekten. Es kann Inhalte über ein eigenes Repositorium, also ein institutionell betriebenes digitales Ablage- und Erhaltungssystem, bereitstellen oder zu den Systemen der Partner verlinken. Verwendet werden internationale Standards wie Dublin Core als allgemeiner Metadatenstandard, METS (Metadata Encoding and Transmission Standard) zur Strukturierung und Übertragung digitaler Objekte, PREMIS (Preservation Metadata: Implementation Strategies) für Metadaten zur digitalen Langzeiterhaltung und ALTO (Analyzed Layout and Text Object) für erkannte Texte und Seitenlayouts. Die standardisierten Daten können unter anderem an Europeana weitergegeben werden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;vergleich_euskariana&amp;quot;&amp;gt;Gobierno Vasco / Biblioteca Digital de Euskadi o. J.: Acerca de Euskariana. URL: https://www.euskariana.euskadi.eus/euskadibib/es/help/about.do, abgerufen am 20.07.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Erfolgsfaktoren und Learnings:''' &lt;br /&gt;
* Unterschiedliche Kulturgutträger benötigen unterschiedliche Anschlussmöglichkeiten. &lt;br /&gt;
** Kleine Einrichtungen sollten Daten und gegebenenfalls Dateien in zentral bereitgestellten Diensten erfassen und verwalten können. &lt;br /&gt;
** Größere Institutionen sollten ihre vorhandenen Systeme über Datenexporte oder Programmierschnittstellen anbinden können. &lt;br /&gt;
* Dafür ist ein gemeinsamer, bewusst schlank gehaltener Metadatenkern erforderlich, der durch fach- und institutionsspezifische Angaben erweitert werden kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.5.6 Mukurtu und Plateau Peoples’ Web Portal ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mukurtu ist eine frei verfügbare Software für die gemeinschaftlich kontrollierte Verwaltung digitalen indigenen Kulturerbes. Das Plateau Peoples’ Web Portal verbindet acht indigene Nationen des nordwestlichen Plateaus der USA mit der Washington State University und mehreren Museen und Archiven. Stammesvertreter wählen und beschreiben die Inhalte; die Universität übernimmt wesentliche technische Betriebsaufgaben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mukurtu ermöglicht kulturelle Protokolle, also gemeinschaftlich festgelegte Regeln für Zugang und Nutzung, Traditional Knowledge Labels als Kennzeichnungen für überliefertes gemeinschaftliches Wissen sowie mehrere Beschreibungen zu demselben Objekt. Dadurch kann neben einer institutionellen Museumsbeschreibung eine Beschreibung der Herkunftsgemeinschaft stehen. Zugänge können von vollständig öffentlich bis streng beschränkt reichen. Mukurtu weist ausdrücklich darauf hin, dass die Plattform vor allem dem Zugang und der gemeinschaftlichen Verwaltung dient und ein gesondertes Konzept für Digitalisierung, Langzeiterhaltung, Personal und Finanzierung erforderlich bleibt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;vergleich_mukurtu&amp;quot;&amp;gt;Mukurtu CMS / Washington State University o. J.: About. URL: https://mukurtu.org/about/; Plateau Peoples’ Web Portal. URL: https://mukurtu.org/project/plateau-peoples-web-portal-showcase/, jeweils abgerufen am 20.07.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Erfolgsfaktoren und Learnings:''' &lt;br /&gt;
* Rechte und kulturelle Sensibilität müssen als Bestandteil des Datenmodells behandelt werden und dürfen nicht erst unmittelbar vor einer Veröffentlichung geprüft werden. &lt;br /&gt;
* Sinnvoll sind abgestufte Kategorien wie &lt;br /&gt;
** „nur Metadaten öffentlich“, &lt;br /&gt;
** „öffentliches Nutzungsdigitalisat“, &lt;br /&gt;
** „Zugang nach Rücksprache“, &lt;br /&gt;
** „beschränkter Gemeinschafts- oder Forschungszugang“, &lt;br /&gt;
** „zeitlich gesperrt“ und &lt;br /&gt;
** „nicht zugänglich“. &lt;br /&gt;
* Mehrere Beschreibungen zu demselben Objekt ermöglichen es außerdem, institutionelle Überlieferung und Selbstbeschreibung nebeneinander nachvollziehbar zu dokumentieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.5.7 Indigitization – zentrale Unterstützung für dezentrale Digitalisierung ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Indigitization unterstützt First Nations und weitere indigene Gemeinschaften in British Columbia in Kanada. Das Programm wird gemeinsam von indigenen Organisationen, Bibliotheken, Archiven und Hochschulen getragen. Es stellt einen Werkzeugkasten, Schulungen, Musterunterlagen, technische Beratung und Förderhilfen bereit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von 2013 bis 2019 wurden drei Pilotprojekte und 45 weitere Projekte gefördert. Dabei wurden mehr als 11.000 Audiokassetten digitalisiert. Die Digitalisierung erfolgte in den Gemeinschaften; eine allgemeine Veröffentlichung war nicht zwingend. Das frühere Förderprogramm für Audiokassetten befindet sich inzwischen allerdings in einer Pause.&amp;lt;ref name=&amp;quot;vergleich_indigitization&amp;quot;&amp;gt;Indigitization o. J.: About Us. URL: https://www.indigitization.ca/about-2/; Indigitization Toolkit. URL: https://www.indigitization.ca/toolkit/; Audio Cassette Digitization Grant. URL: https://www.indigitization.ca/funding/audio-cassette-grant/, jeweils abgerufen am 20.07.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Erfolgsfaktoren und Learnings:''' &lt;br /&gt;
* Zentral bereitgestellte Kompetenz lässt sich mit dezentraler Verantwortung verbinden. &lt;br /&gt;
* Ein Digitalisierungszentrum oder ein Verbund gemeinsamer Dienste kann Schulungen, Leih- und Mobiltechnik, Qualitätsprüfung, Rahmenverträge, Musterunterlagen, Beratung und Kleinprojektförderung anbieten. &lt;br /&gt;
* Originale, lokales Wissen und kulturelle Beziehungen können grundsätzlich bei den jeweiligen Kulturgutträgern verbleiben. &lt;br /&gt;
* Damit nach Abschluss einzelner Digitalisierungsprojekte keine ungesicherten Dateien zurückbleiben, sollte jedoch von Beginn an ein gemeinsames oder verbindlich angebundenes Repositorium beziehungsweise digitales Archiv vorgesehen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.5.8 Zusammenfassungen der Beispiele anderer Kulturen im Anhang ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tabellarische Übersichten und Zusammenfassungen aller untersuchten Beispiele anderer Kulturen und Regionen befinden sich im Anhang [[12.3.A1 Vergleichende Recherche – Digitalisierung des Kulturerbes anderer Kulturen und Regionen#E. Vergleichsmatrix|in Abschnitt E. Vergleichsmatrix]] unter &lt;br /&gt;
* [[12.3.A1 Vergleichende Recherche – Digitalisierung des Kulturerbes anderer Kulturen und Regionen#E.1 Funktionen, Architektur und Standards|E.1 Funktionen, Architektur und Standards]] und&lt;br /&gt;
* [[12.3.A1 Vergleichende Recherche – Digitalisierung des Kulturerbes anderer Kulturen und Regionen#E.2 Governance, Finanzierung, Erfolg und Übertragbarkeit|E.2 Governance, Finanzierung, Erfolg und Übertragbarkeit]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Zusammenfassung der übergreifenden Erfolgsfaktoren aus den Beispielen befindet sich im Anhang [[12.3.A1 Vergleichende Recherche – Digitalisierung des Kulturerbes anderer Kulturen und Regionen#F. Übergreifende Erfolgsfaktoren|in Abschnitt F. Übergreifende Erfolgsfaktoren]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.5.9 Was sich aus den Beispielen ableiten lässt ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus den untersuchten Beispielen lässt sich kein einzelnes Projekt und kein bestimmtes Softwaresystem ableiten, das unverändert übernommen werden könnte. Wiederkehrend zeigen sich jedoch '''vier notwendige Funktionen, drei übergreifende Erfolgsbedingungen und zwei grundlegende Umsetzungsprinzipien'''. Sie bilden einen kompakten Orientierungsrahmen für die Digitalisierung von Kulturerbe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Vier Kernfunktionen – was muss dauerhaft geleistet werden? ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Damit die Digitalisierung nicht bei einzelnen Digitalisaten oder einem Präsentationsportal stehen bleibt, müssen vier Kernfunktionen verlässlich abgedeckt und miteinander verbunden werden:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot; style=&amp;quot;width:100%;&amp;quot;&lt;br /&gt;
! Kernfunktion&lt;br /&gt;
! Kernfrage&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''1. Register für Kulturdaten'''&lt;br /&gt;
| '''Was ist vorhanden und was sollte prioritär bearbeitet werden?''' – Kulturgüter und Bestände nachweisen, beschreiben, verknüpfen und ihren Digitalisierungs- und Rechtezustand erfassen.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''2. Digitalisierungszentrum / Digitalisierungsdienste'''&lt;br /&gt;
| '''Wie wird qualitätsgesichert digitalisiert?''' – Kulturgutträger beraten, Digitalisierung vorbereiten oder durchführen, Qualität sichern und die Übergabe vorbereiten.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''3. Repositorium / digitales Langzeitarchiv'''&lt;br /&gt;
| '''Wie bleibt das digitale Kulturerbe dauerhaft erhalten?''' – Masterdateien und Metadaten sicher übernehmen, erhalten, sichern und bei technischen Veränderungen migrieren.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''4. Präsentations- und Nutzungssysteme'''&lt;br /&gt;
| '''Wie wird das Kulturerbe gefunden, verstanden und genutzt?''' – freigegebene Inhalte mehrsprachig vermitteln und für Bildung, Forschung und kulturelle Nachnutzung bereitstellen.&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die vier Funktionen bedeuten nicht zwingend vier Einrichtungen oder vier technische Systeme. Entscheidend ist, dass alle Funktionen abgedeckt, ihre Zuständigkeiten geklärt und ihre Übergaben zuverlässig organisiert sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Drei Erfolgsbedingungen – was gilt für alle Kernfunktionen? ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
# '''Gemeinsam entscheiden und Rechte abgestuft regeln:''' &lt;br /&gt;
#* Angehörige der betreffenden Gemeinschaft und die Kulturgutträger sollten nachvollziehbare Entscheidungsrechte bei Auswahl, Beschreibung, Priorisierung und Veröffentlichung besitzen. &lt;br /&gt;
#* Zugänge sollten abgestuft sein, beispielsweise auch &amp;quot;ausschließlich Metadaten&amp;quot;, &amp;quot;Zugang nach Rücksprache&amp;quot; oder &amp;quot;beschränkte Gemeinschafts- und Forschungszugänge&amp;quot; ermöglichen. &lt;br /&gt;
#* Rechtliche Zulässigkeit und kulturelle Angemessenheit sind dabei getrennt zu betrachten. &lt;br /&gt;
#* Selbstbezeichnungen und eigene kulturelle Perspektiven sollten historische Fremdbeschreibungen ergänzen können.&amp;lt;br&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
# '''Gemeinsame Standards, Mehrsprachigkeit und technische Anschlussfähigkeit sichern:''' &lt;br /&gt;
#* Ein bewusst schlanker gemeinsamer Metadatenkern, Qualitätsstandards und geregelte Datenübergaben ermöglichen die Zusammenarbeit unterschiedlicher Einrichtungen. Zusätzlich können fach- oder institutionsspezifische Metadatensätze genutzt werden.&lt;br /&gt;
#* Sprachen und Sprachvarianten müssen als eigenständige Datenwerte berücksichtigt werden, bspw. bei Metadaten, Beschreibungen usw. &lt;br /&gt;
#* Kleine Träger benötigen einfache zentrale Erfassungsmöglichkeiten, z. B. per Weboberfläche, größere Institutionen Schnittstellen oder Datenexporte aus ihren vorhandenen Systemen.&amp;lt;br&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
# '''Dauerhafte Verantwortung und Finanzierung sichern:''' &lt;br /&gt;
#* Bereits beim Aufbau muss feststehen, wer Register, Digitalisierungsdienste, Repositorium und Präsentationssystem nach einer Projektförderung dauerhaft betreibt. &lt;br /&gt;
#* Neben einmaligen Projektmitteln müssen deshalb auch Personal, Beratung, Datenpflege, Speicher, Softwarepflege, Sicherung und spätere technische Erneuerungen dauerhaft finanziert werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Zwei Umsetzungsprinzipien – wie sollte vorgegangen werden? ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
# '''Priorisieren, die vollständige Kette pilotieren, dann skalieren:''' &lt;br /&gt;
#* Nicht alles muss gleichzeitig digitalisiert werden. Besonders gefährdete oder kulturell bedeutsame Bestände sollten priorisiert werden. &lt;br /&gt;
#* Pilotprojekte sollten möglichst den gesamten Weg von der Erfassung und Rechteklärung über die Digitalisierung bis zur Archivierung und Nutzung durchlaufen. Dabei werden Standards, Zuständigkeiten, Kosten und tatsächliche Nutzung erprobt. &lt;br /&gt;
#* Erst auf dieser Grundlage sollte in größerem Umfang skaliert werden.&amp;lt;br&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
# '''Zentral ermöglichen, dezentral verantworten:''' &lt;br /&gt;
#* Zentrale Stellen können Infrastruktur, Beratung, Schulung, Digitalisierungstechnik, Qualitätskontrolle, Rechtehilfe und Langzeiterhaltung bereitstellen. &lt;br /&gt;
#* Originale, lokales Wissen, kulturelle Beziehungen und wesentliche inhaltliche Entscheidungen können gleichzeitig bei den jeweiligen Kulturgutträgern verbleiben. &lt;br /&gt;
#* Zentralisierung von Diensten und dezentrale kulturelle Verantwortung sind damit keine Gegensätze, sondern können sich gegenseitig ergänzen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Für die Reihenfolge ergibt sich daraus:''' &lt;br /&gt;
# Zuerst Entscheidungsrechte, Standards, Betreiber und Finanzierung ausreichend klären; &lt;br /&gt;
# anschließend mit ausgewählten Beständen die vollständige Prozesskette erproben und die Unterstützungsstrukturen aufbauen; &lt;br /&gt;
# auf dieser Grundlage Digitalisierung, Präsentation und Nachnutzung schrittweise verbreitern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Präsentation und Nutzung sind dabei nicht von geringerer Bedeutung und sollten bereits Bestandteil der Pilotprojekte sein. '''Später erfolgt nicht die Nutzung selbst, sondern deren breiter Ausbau.'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weiterführende '''Hinweise und Empfehlungen zu einem möglichen Vorgehen sowie zeitlichen und inhaltlichen Prioritäten''' befinden sich im Anhang [[12.3.A1 Vergleichende Recherche – Digitalisierung des Kulturerbes anderer Kulturen und Regionen#G.2 Was zentral, dezentral und gemeinsam organisiert werden sollte|im Abschnitt &amp;quot;Priorisierte Schlussfolgerung&amp;quot; von G2 bis G9]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein ausführliches '''Prüfraster zur Bewertung des jeweiligen Entwicklungsstandes''' befindet sich [[12.3.A2 Prüfraster zur Bewertung des Entwicklungsstandes beim Aufbau der Digitalisierung des Kulturerbes|im Anhang 2 &amp;quot;Prüfraster zur Bewertung des Entwicklungsstandes&amp;quot;]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= 3. Ist-Analyse der Digitalisierung des sorbischen Kulturerbes =&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der [[#2 Ist-Analyse „Digitalisierung von Kulturerbe“|vorangegangene Abschnitt 2]] hat beschrieben, was zur Digitalisierung von Kulturerbe gehört, welche Aufgaben dabei dauerhaft erfüllt werden müssen und wie andere Gemeinschaften und Regionen diese Aufgaben lösen. Der Abschnitt 3 richtet nun den Blick auf die sorbische Situation. Er geht der Frage nach, wie gut die sorbische Kulturerbelandschaft heute organisatorisch, technisch und personell aufgestellt ist, um ihr materielles, immaterielles und digitales Kulturerbe institutionsübergreifend zu erfassen, zu digitalisieren, dauerhaft zu erhalten und zugänglich zu machen – und wo vorrangiger Handlungsbedarf besteht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Analyse gliedert sich in fünf Teile:&lt;br /&gt;
* '''Akteure und Rollen''': Wer bewahrt sorbisches Kulturerbe und welche Aufgaben übernehmen die Akteure bei seiner Digitalisierung (Sammeln, Finanzieren, Koordinieren usw.)?&lt;br /&gt;
* '''Bestände und Digitalisierungsbedarf''': Welche Kulturgüter gibt es, wie weit sind  sie erfasst und digitalisiert, und welche müssen vorrangig gesichert werden?&lt;br /&gt;
* '''Vorhaben und Systeme''': Welche sorbischen Projekte und Angebote decken die [[#2.3.2 Vier Kernfunktionen|vier Kernfunktionen]] Nachweisen, Digitalisieren, langfristig Erhalten und Zugänglichmachen bereits ab?&lt;br /&gt;
* '''Zusammenarbeit und dauerhafter Betrieb''': Wie sind die Steuerung und Zusammenarbeit (Governance) organisiert (Zuständigkeiten, Standards, Rechte und Finanzierung)?&lt;br /&gt;
* '''Gesamtbewertung''': Was funktioniert bereits, wo gibt es Lücken und welche davon sollten zuerst geschlossen werden? &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Analyse stellt dabei den Bedarf der Bestände dem vorhandenen Angebot an Diensten und dem organisatorischen Rahmen gegenüber. Wo beides auseinanderfällt, entstehen Lücken, siehe nachfolgende Übersicht.&lt;br /&gt;
[[Dataja:Wobraz K6.png|thumb|center|600px|Übersicht der Ist-Analyse]]&amp;lt;ref&amp;gt;Mermaid Flowchart Code: [https://mermaid.live/edit#pako:eNqVlM1y2jAQx19lR7maFGMcwJPJDGAnh9AcaE4pPcj2-qPYErOWmtJ8PE0fo7e8WGWDTUja6VS-WB_7293_rvTAIhkj81hSyPso46Tg1l_RSoAZ088rdh5eOKc2TNcKNeH5h_DiPKQPF7fbjQW39PIzRaqMXaIsWMqiQLFiX2r7llHpMCW-yeDGwG54lCXEU9wfgv2Ic8JI5VLAYvl6fdYGMIAZVurlp4gPIVzrQmlKtVoXvKoQNiThEy_LQou0kqTe-Ji_ZsWckgOJC4hRwFSkGEpl_r5i44-L2IIyV-BTLtIij7I15m-5M-j1LmDeLqGI_5j-0rjfOwAtYljyrOzE-pcOfhu7A36OolLYMD5tzV95yONbjgTXSCLRYl1j3jkIWtAQruQ3c5KL6GB_pyujHwpOocmzcRFzjVSX15BnqCjH8A3Sh-fnZwj-kv-0VufReLrnGRlluzI-ws3xmdDQMQ_NmX2KFqR1DYq6IDu1HqFT5aZRfbFLZ_HyK1qj6PLY1RdkJhC4rgw2ykxcWLUlfpXCcgdqp4tmetXK5MIVGk1UiPdIyjRW7eNNh0d1-_mYgECtiBeQ5EXhnVzawWUwtipFco3eiXvpBu7UimQhyTsZzM03fU9o70fLmAbzYNQxJhNnbvstY2QPZrbzjsH3TbYjBLbxG3SE_uVZ4J61hP7Y7Q_tIwJMrYV11aZyvDWz5ocIj7d8K2gdd52vtgWaOu3iSJrRxTEej0fj_n7ai3llXh7iW88F99h--d_2zGIp5THzFGm0WIlU8nrKHmruiqnMXJkV88wvYay_9xoxVmwlnozphos7KcvWmqROM-YlvKjMTG9irtDPubnSZbdKdWvRXGqhmDd07AbCvAf2nXnuqWP3RwN7eDZwJ4Ph2MHeyGJb5vXs0-HEnTgDxxn3-4OzvuOarSeL_Wi8C10UFsM4V5I-7h7o5p1--g24x9CK hier klicken], abgerufen am 20.10.2026&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== 3.1 Akteure und Rollen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sorbisches Kulturerbe wird von vielen Einrichtungen, Gruppen und Einzelpersonen bewahrt, gepflegt und dokumentiert – von sorbischen ebenso wie von nicht-sorbischen. Dieser Abschnitt zeigt, wer Bestände hält, wer Dienste zur Digitalisierung anbietet und wer den organisatorischen und finanziellen Rahmen gestaltet. Damit wird auch sichtbar, welche Aufgaben bislang von keinem Akteur erkennbar übernommen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Grundlage sind Arbeitsunterlagen der Domowina aus den Jahren 2019 und 2020&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;&amp;gt;Domowina e. V., Kulturausschuss (Clemens Škoda) 2019: Serbske kulturne herbstwo (SKH). Arbeitspapier, Stand 18.03.2019, S. 2–8. Unveröffentlicht; interne Referenz: 2020-09-07_Serbske kulturne herbstwo w Budyšinje_opt.pdf.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019b&amp;quot;&amp;gt;Domowina e. V. 2019: Přehlad relewantnych městnosćow / „małkich“ a „wulkich“ muzejow nastupajo serbske kulturne herbstwo, Stand 11.11.2019. Unveröffentlicht; interne Referenz: 2019_11_Priloha A_prehlad_muzejow a zberkow.pdf.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2020&amp;quot;&amp;gt;Domowina e. V., Kulturausschuss 2020: Protokoll der Fachkommission „Serbske kulturne herbstwo“ vom 07.09.2020. Unveröffentlicht; interne Referenz: 2020_09_07_skh komisija-protokol.pdf.&amp;lt;/ref&amp;gt;, eine darauf aufbauende Arbeitsliste der Sammlungsorte mit ergänzender Internetrecherche&amp;lt;ref name=&amp;quot;liste2026&amp;quot;&amp;gt;Arbeitsliste „Sammlungsorte sorbischen Kulturerbes“, Stand 02.04.2026, erstellt im Rahmen des Digitalisierungskonzepts aus Internetrecherche und den Domowina-Unterlagen. Unveröffentlicht; Grundlage für Anhang 12.3.A3.&amp;lt;/ref&amp;gt; sowie Projektunterlagen und Gespräche. Ein Teil der Angaben ist mehrere Jahre alt und wird schrittweise aktualisiert. Nicht belegte Angaben sind als ''offen'', Vermutungen als ''Annahme'' gekennzeichnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.1.1 Begriffe und Rollen ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
; Akteur&lt;br /&gt;
: Einrichtung, Gruppe oder Person, die eine Aufgabe im Umgang mit sorbischem Kulturerbe oder seiner Digitalisierung übernimmt.&lt;br /&gt;
; Kulturgutträger&lt;br /&gt;
: Akteur, der Kulturgüter verwahrt oder eine kulturelle Praxis trägt und weitergibt, bspw. ein Museum, eine Heimatstube, ein Chor oder eine Privatperson mit einer Sammlung.&lt;br /&gt;
; Trägerschaft&lt;br /&gt;
: Rechtliche und finanzielle Verantwortung für eine Einrichtung, zum Beispiel durch eine Kommune, einen Landkreis, eine Stiftung, einen Verein, eine Kirche oder eine Privatperson. Eigentum und Betrieb können dabei auseinanderfallen, bspw. gehörte der Dom Njechorńskeho 2019 der Domowina und wurde von der Stiftung für das sorbische Volk bewirtschaftet, der Hanzo Šustrowy dom in Trebendorf gehörte der Gemeinde und wurde von der örtlichen Domowina-Gruppe bewirtschaftet.&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019b&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
; Rolle&lt;br /&gt;
: Aufgabe, die ein Akteur übernimmt. Ein Akteur kann mehrere Rollen haben, unterschieden werden Haupt- und Nebenrollen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Rollen lassen sich drei Gruppen zuordnen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
! Gruppe !! Rolle !! Kürzel&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| rowspan=&amp;quot;2&amp;quot; | '''Am Kulturgut''' || '''Bewahren''': Originale verwahren, pflegen und verwalten || '''B'''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Dokumentieren''': lebendige Praxis festhalten in Ton, Bild oder Text || '''D'''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| rowspan=&amp;quot;4&amp;quot; | '''Dienste''' ([[#2.3.2 Vier Kernfunktionen|Kernfunktionen]]) || '''Erfassen''', beschreiben und verknüpfen || '''K1'''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Digitalisieren''' und Qualität sichern || '''K2'''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Langfristig '''erhalten''' || '''K3'''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Zugänglich machen''' und Nutzung ermöglichen || '''K4'''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| rowspan=&amp;quot;2&amp;quot; | '''Rahmen''' (Governance) || '''Steuern''', koordinieren und Regeln setzen || '''S'''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Fördern''' und finanzieren || '''F'''&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dokumentieren meint hier das Festhalten von immateriellen Kulturgütern im laufenden Kulturleben, etwa Mitschnitte von Veranstaltungen. Geschieht es systematisch nach festgelegten Standards zur dauerhaften Sicherung, ist es Teil der Kernfunktion Digitalisieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.1.2 Schlüsselakteure ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einzeln aufgeführt wird, wer mindestens eines der folgenden Kriterien erfüllt:&lt;br /&gt;
# betreibt oder plant eine Kernfunktion, die über die eigene Einrichtung hinaus wirkt,&lt;br /&gt;
# verwahrt einen hauptamtlich betreuten Kernbestand,&lt;br /&gt;
# dokumentiert regelmäßig das lebendige Kulturgeschehen,&lt;br /&gt;
# fördert, koordiniert oder setzt Regeln für die Digitalisierung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|+ Rollen der Schlüsselakteure (● Hauptrolle · ○ Nebenrolle · ? vermutet oder offen)&lt;br /&gt;
! Akteur !! Typ / Trägerschaft !! B !! D !! K1 !! K2 !! K3 !! K4 !! S !! F !! Hinweise&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Stiftung für das sorbische Volk || Stiftung des öffentlichen Rechts, finanziert von Bund, Sachsen und Brandenburg || ○ || || || || || || ● || ● || bewirtschaftete 2019 den Dom Njechorńskeho&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019b&amp;quot;/&amp;gt;; unterstützte 2019 beide sorbischen Museen finanziell&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;; Auftraggeberin des Digitalisierungskonzepts&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Sorbisches Institut (SI) mit Sorbischem Kulturarchiv (SKA) und Sorbischer Zentralbibliothek || Forschungseinrichtung mit Archiv und Bibliothek; eingetragener Verein, gefördert durch die Stiftung (''Annahme'') || ● || ? || ● || ● || ? || ● || ○ || || Virtueller Lesesaal mit Bibliographie, Katalog, digitalisierten Drucken, Handschriften, Fotos und Filmen; digitales Schrifttum auch über Sachsen.Digital; Sorabicon als Sorbisches Kulturlexikon&amp;lt;ref name=&amp;quot;vls&amp;quot;&amp;gt;Sorbisches Institut o. J.: Virtueller Lesesaal. URL: https://www.serbski-institut.de/bibliothek/virtueller-lesesaal/, abgerufen am 20.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;; plant das Sorbische Kulturregister (SKR)&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;&amp;gt;Sorbisches Institut 2025: Konzept für ein Sorbisches Kulturregister (SKR), zweite aktualisierte Fassung vom 20.11.2025. URL: https://www.serbski-institut.de/wp-content/uploads/2021/11/00_Zweite-aktualisierte-Fassung_Konzept_Sorbisches-Kulturregister_20.11.2025.pdf&amp;lt;/ref&amp;gt; und das Digitalisierungszentrum (DZ) auch für andere Träger&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz&amp;quot;&amp;gt;Sorbisches Institut: Digitalisierungszentrum (DZ). URL: https://www.serbski-institut.de/projekte-zentrale-vorhaben/digitalisierungszentrum-dz/&amp;lt;/ref&amp;gt;; langfristige Erhaltung für Dritte ''offen''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Sorbisches Museum Bautzen || Museum; Landkreis Bautzen, finanziell unterstützt von der Stiftung (Stand 2019)&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt; || ● || || ○ || ? || ? || ? || || || Inventarverzeichnis vorhanden (2019)&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;; Digitalisierungsstand und Online-Angebot ''offen''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Wendisches Museum Cottbus || Museum; Stadt Cottbus, finanziell unterstützt von der Stiftung (Stand 2019)&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt; || ● || || ○ || ? || ? || ? || || || Inventarverzeichnis vorhanden (2019)&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;; Digitalisierungsstand und Online-Angebot ''offen''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Sächsische Landesbibliothek – Staats- und Universitätsbibliothek Dresden (SLUB) || Landes- und Universitätsbibliothek; Freistaat Sachsen || ● || || ○ || ? || ○ || ● || || || Lusatica-Sammlung, die das kulturelle Erbe der Sorben zugänglich machen soll&amp;lt;ref name=&amp;quot;slub&amp;quot;&amp;gt;SLUB Dresden o. J.: Sammlungen zur sächsischen Landeskunde. URL: https://www.slub-dresden.de/entdecken/saechsische-landeskunde/sammlungen, abgerufen am 20.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;; über Sachsen.Digital ist auch digitales Schrifttum des SI erreichbar&amp;lt;ref name=&amp;quot;vls&amp;quot;/&amp;gt; (Betrieb der Plattform durch die SLUB: ''Annahme''); eigene digitale Langzeitarchivierung&amp;lt;ref name=&amp;quot;nestor&amp;quot;&amp;gt;nestor o. J.: Mitglied SLUB Dresden. URL: https://www.langzeitarchivierung.de/Webs/nestor/EN/nestor/Mitglieder/sLUB.html, abgerufen am 20.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;, ob sie Digitalisate sorbischer Träger übernehmen könnte, ist ''offen''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Domowina – Bund Lausitzer Sorben e. V. mit Regionalverbänden und Ortsgruppen || Dachverband sorbischer Vereine; eingetragener Verein || ○ || ○ || || || || || ○ || || Eigentümerin des Dom Njechorńskeho; Ortsgruppe Trebendorf bewirtschaftet den Hanzo Šustrowy dom&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019b&amp;quot;/&amp;gt;; mindestens 9 der 23 kleinen Sammlungsorte sind direkt oder über Mitgliedsvereine mit ihr verbunden&amp;lt;ref name=&amp;quot;liste2026&amp;quot;/&amp;gt;; Chronistengruppe der Župa Michał Hórnik; Fachkommission „Sorbisches Kulturerbe“ 2018–2020&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2020&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Maćica Serbska e. V. || wissenschaftliche Gesellschaft; Verein || || || || || || || ○ || || Arbeitskreis „Museale Einrichtungen“ mit 2019 rund 40 Adressaten; Denkmalausschuss mit eigenem, von der Stiftung verwaltetem Budget, 2019 als Vorbild für die Bewertung von Kulturerbe genannt&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Sorbisches National-Ensemble (SNE) || Ensemble; gemeinnützige GmbH der Stiftung (''Annahme'') || ● || ? || ○ || || || || || || geordnetes Arbeitsarchiv; 2019 vorgeschlagen, dort nur Kopien zu halten und die Originale an das SKA zu geben&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;; Umfang ''offen''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Studijo Lucija || Medienproduktion; Trägerschaft ''offen'' || ○ || ● || || || || || || || dokumentiert sorbische Veranstaltungen; Aufnahmen liegen beim Studio und gehen nur komprimiert und teilweise an das SKA&amp;lt;ref name=&amp;quot;lucija&amp;quot;&amp;gt;Projektinterne Auskunft, Oktober 2026; schriftlicher Beleg noch einzuholen.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Mitteldeutscher Rundfunk (MDR) und Rundfunk Berlin-Brandenburg (rbb), sorbischsprachige Programme || öffentlich-rechtlicher Rundfunk || ●? || ● || || || || ○? || || || Produktionen standen dem SKA 2019 aus rechtlichen Gründen nicht zur Verfügung&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;; Archivbestände und heutiger Stand ''offen''&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.1.3 Akteursgruppen ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die meisten Kulturgutträger sind kleinere Einrichtungen, Gruppen oder Privatpersonen. Sie werden hier zu Gruppen zusammengefasst. Die Anzahlen sind Mindestwerte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
! Gruppe !! Beispiele !! Typische Trägerschaft !! Bekannte Anzahl !! Typische Rollen !! Besonderheiten&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Kleine Museen, Heimatstuben, Gedenk- und Begegnungsorte || Muzej Ćišinskeho (Panschwitz-Kuckau), Njepilic dwór (Rohne), Sorbisches Kulturzentrum Schleife, Heimatmuseum Dissen, Archiv verschwundener Orte (Horno) || Gemeinde, Förderverein, Domowina-Ortsgruppe, privat || 22 in der Domowina-Übersicht 2019 (9 Ober-, 13 Niederlausitz)&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019b&amp;quot;/&amp;gt;; 23 in der Arbeitsliste 2026, davon 12 bisher nur durch die Domowina-Unterlagen belegt&amp;lt;ref name=&amp;quot;liste2026&amp;quot;/&amp;gt; || B ●, D ○ || überwiegend ehrenamtlich; 2019 benannte Defizite: fehlender Nachwuchs, fehlende Marketingstrategie, fehlende Vernetzung, unzureichende Finanzierung, fehlende fachliche Begleitung; teilweise ohne eigenes Inventar&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;; zwei private Ausstellungen ohne jede Förderung, von den Betreibern im Ruhestand allein betreut&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019b&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Regionale Museen mit sorbischen Beständen || Museum der Westlausitz Kamenz, Museum Bautzen, Spreewald-Museum Lübbenau mit Freilandmuseum Lehde, Slawenburg Raddusch, Niederlausitzer Heidemuseum Spremberg || Landkreis oder Kommune (''Annahme'') || 7 in der Domowina-Übersicht 2019 (2 Ober-, 5 Niederlausitz)&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019b&amp;quot;/&amp;gt; || B ●; K1–K4 ''offen'' || Umfang des sorbischen Anteils am Bestand ''offen''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Ensembles, Chöre, Trachten- und Brauchtumsgruppen || – || Verein || ''offen'' || tragen die Praxis; D ○, B ○ || Trachtenfundi 2019 ausdrücklich zu den Beständen in sorbischer Verantwortung gezählt&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;; eigene Aufnahmen und Fundi meist nicht erfasst (''Annahme'')&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Chronisten, Film- und Fotoamateure || Chronistengruppe der Župa Michał Hórnik, deutsch-sorbischer Filmkreis || ehrenamtlich, privat || ''offen'' || D ●, B ○ || Beiträge von Laien 2019 nur sporadisch, Bestände oft unstrukturiert&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Private Sammlungen und Nachlässe || Nachlass der Malerin Hanka Krawcec, überwiegend in Tschechien; weitere private Sammlungen und Nachlässe in Ober- und Niederlausitz || privat || 4 in der Domowina-Übersicht 2019; tatsächlich ''offen'' || B ● || Verbleib beim Generationenwechsel ungesichert (''Annahme'')&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Kirchliche Einrichtungen || Ausstellung zu Jan Bjedrich Fryco in der evangelischen Kirche Kolkwitz; kirchliches Informations- und Begegnungszentrum in Horno mit Holzmodellen abgebaggerter Kirchen&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019b&amp;quot;/&amp;gt; || Kirchgemeinde || 2 (in den kleinen Orten enthalten); weitere ''offen'' || B ○ || weitere kirchliche Bestände nicht erfasst (''Annahme'')&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Weitere sorbische Kultur- und Medieneinrichtungen || Deutsch-Sorbisches Volkstheater (Archiv 2019 zusammen mit dem des SNE genannt); Domowina-Verlag (2019 als Produzent genannt, dessen Erzeugnisse an das SKA gehen sollten)&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt; || verschieden || ''offen'' || B ○ || Umfang ''offen''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Öffentliche Träger und Fördergeber || Bund, Freistaat Sachsen, Land Brandenburg, Landkreise, Kommunen || öffentlich || – || F ●, S ○ || tragen die großen Museen; 2019 erfüllten kleine Museen im Landkreis Bautzen die Kriterien für eine institutionelle Förderung nicht, im Landkreis Spree-Neiße waren die Bedingungen besser&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Überregionale Gedächtniseinrichtungen || Oberlausitzische Bibliothek der Wissenschaften Görlitz&amp;lt;ref name=&amp;quot;slub&amp;quot;/&amp;gt;; Sächsisches Staatsarchiv, Brandenburgisches Landeshauptarchiv, Deutsche Nationalbibliothek (''Annahme''); Einrichtungen in Tschechien || öffentlich || ''offen'' || B ○; mögliche Partner für K3 und K4 || sorbische Bestände außer in Görlitz ''offen''&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.1.4 Erste Befunde ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Rollenübersicht erlaubt erste Hinweise, die in den folgenden Abschnitten geprüft werden:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* '''Bewahren ist breit verteilt, Dienste sind konzentriert.''' Erfassen und Digitalisieren für mehrere Träger plant nach heutigem Kenntnisstand vor allem das SI. Die SLUB macht sorbisches Schrifttum bereits digital zugänglich, auch aus Beständen des SI. Ob weitere Akteure Dienste für Dritte anbieten, ist ''offen''.&lt;br /&gt;
* '''Für die langfristige Erhaltung fremder Bestände ist kein sorbischer Akteur erkennbar.''' Offen ist, wer Digitalisate anderer Träger verbindlich und dauerhaft übernimmt. So gelangen Veranstaltungsaufnahmen des Studijo Lucija nur komprimiert und teilweise in das SKA.&amp;lt;ref name=&amp;quot;lucija&amp;quot;/&amp;gt; Die SLUB betreibt eine eigene digitale Langzeitarchivierung; ob sie auch für sorbische Träger in Frage kommt, ist ''offen''.&lt;br /&gt;
* '''Die Dokumentation des lebendigen Kulturlebens liegt teils außerhalb sorbischer Verantwortung.''' Sorbischsprachige Produktionen von MDR und rbb standen dem SKA 2019 aus rechtlichen Gründen nicht zur Verfügung.&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt; Der heutige Stand ist ''offen''.&lt;br /&gt;
* '''Die Domowina ist der wichtigste Zugang zu kleinen Trägern.''' Mindestens 9 der 23 kleinen Sammlungsorte sind direkt oder über Mitgliedsvereine mit ihr verbunden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;liste2026&amp;quot;/&amp;gt; Ihre Strukturen eignen sich daher als Weg, kleine Träger zu erreichen – für die Erhebung ebenso wie für spätere Unterstützungsangebote.&lt;br /&gt;
* '''Das Wissen über kleine Träger ist lückenhaft und teils veraltet.''' 12 der 23 kleinen Orte sind bisher nur durch die Domowina-Unterlagen von 2019 und 2020 belegt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;liste2026&amp;quot;/&amp;gt; Ob sie heute noch bestehen und wie es um ihre Bestände steht, ist ''offen''. Besonders privat betreute Ausstellungen werden in Abschnitt 3.2 auf ihre Gefährdung geprüft.&lt;br /&gt;
* '''Kleine Träger haben keine feste Anlaufstelle, die Koordination war 2020 ungeklärt.''' Das frühere Sorbische Folklorezentrum war seit 1993 faktisch nicht mehr tätig.&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt; In der Niederlausitz diente 2020 ein Projekt zur Inwertsetzung des immateriellen Kulturerbes auch der Vernetzung kleiner Museen. Der Kulturausschuss der Domowina sah sich als ehrenamtliches Gremium nicht in der Lage, die Koordination zu leisten, und bat Fachinstitutionen und die Gremien der Stiftung, Verantwortung zu übernehmen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2020&amp;quot;/&amp;gt; Wie das heute geregelt ist, untersucht Abschnitt 3.4.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Liste aller bekannten Sammlungsorte mit Typ, Trägerschaft und Kulturgutklassen steht in [[12.3.A3 Sammlungsorte des sorbischen Kulturerbes|Anhang 12.3.A3]]. Sie wird laufend ergänzt.&lt;br /&gt;
&amp;lt;!-- Anhang 12.3.A3 aus der Arbeitsliste vom 02.04.2026 aufbauen; Namen privater Sammler nur mit Einverständnis --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== 3.1 Akteure, Bestände und Bedarfe ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;background-color:#eef5fb;border-left:4px solid #5b9bd5;padding:0.7em 1em;margin:1em 0;&amp;quot;&amp;gt;'''Leitfrage:''' Wer trägt oder nutzt sorbisches Kulturerbe, welche Bestände gibt es und welche haben hohen Handlungsbedarf und welche Unterstützung wird benötigt?&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In einem ersten Schritt wird erhoben, &lt;br /&gt;
* wer sorbisches Kulturerbe bewahrt, bearbeitet, digitalisiert, erschließt, finanziert oder nutzt und &lt;br /&gt;
* welche konkreten Bedarfe bei diesen Akteuren bestehen. &lt;br /&gt;
Dieser Abschnitt ist vor allem eine strukturierte Ist-Aufnahme. Zur Analyse wird er dort, wo Bedarfe zusammengeführt, Dringlichkeiten bewertet und erkennbare Versorgungslücken beschrieben werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.1.1 Akteure, Rollen und betreute Bestände ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;background-color:#eef5fb;border-left:4px solid #5b9bd5;padding:0.7em 1em;margin:1em 0;&amp;quot;&amp;gt;'''Leitfrage:''' Welche Akteure sind beteiligt, welche Bestände oder kulturellen Praktiken betreuen sie und welche Aufgaben übernehmen sie bereits?&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Relevante Kulturgutträger - &amp;lt;mark&amp;gt;Kurzdefinition, oder oben&amp;lt;/mark&amp;gt; - können neben Institutionen auch kleinere Vereine, Heimatstuben, kirchliche Einrichtungen, Gemeinden, ehrenamtlich Tätige und private Sammler sein. Neben dem Einrichtungstyp sollte deshalb insbesondere betrachtet werden, welche Rolle ein Akteur innerhalb der Digitalisierung des Kulturerbes tatsächlich übernimmt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Insbesondere erfassen/prüfen:&lt;br /&gt;
* Wer sind relevante sorbische und nicht-sorbische Institutionen, Einrichtungen, Vereine, Gemeinden, kirchliche Träger, Initiativen und private Kulturgutträger?&lt;br /&gt;
* nach Einrichtungstyp und Trägerschaft klassifizieren&lt;br /&gt;
* zusätzlich nach Rollen innerhalb der Digitalisierung unterscheiden, beispielsweise:&lt;br /&gt;
** Kulturgut bewahren und verwalten,&lt;br /&gt;
** Kulturgut fachlich beschreiben und kontextualisieren,&lt;br /&gt;
** Kulturgüter digitalisieren,&lt;br /&gt;
** Daten und Digitalisate dauerhaft erhalten,&lt;br /&gt;
** Inhalte präsentieren und vermitteln,&lt;br /&gt;
** technische Infrastruktur betreiben,&lt;br /&gt;
** beraten und unterstützen,&lt;br /&gt;
** finanzieren, koordinieren oder strategisch steuern&lt;br /&gt;
* betreute Kulturgut- und Bestandsarten erfassen&lt;br /&gt;
* materielles, immaterielles und bereits digitales Kulturerbe berücksichtigen&lt;br /&gt;
* Ober- und Niedersorbisch sowie regionale beziehungsweise institutionelle Unterschiede berücksichtigen&lt;br /&gt;
* vorhandene Zuständigkeiten, Kompetenzen und Überschneidungen zwischen Akteuren sichtbar machen&lt;br /&gt;
* ermitteln, welche kleineren oder privaten Sammlungen bislang kaum oder nicht systematisch erfasst sind&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mögliches Ergebnis: kompakte Übersicht über Akteure oder Matrix aus Akteur, Trägerschaft, Rolle, betreuten Beständen und vorhandenen Digitalisierungsaktivitäten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.1.2 Bedarfe und Dringlichkeiten ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;background-color:#eef5fb;border-left:4px solid #5b9bd5;padding:0.7em 1em;margin:1em 0;&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Leitfrage:''' Welche Unterstützung benötigen die Kulturgutträger und welche Bedarfe sollten (+aus welchen Gründen) vorrangig bearbeitet werden?&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die bei Kulturgutträgern bestehenden Bedarfe sollten zunächst möglichst vollständig erhoben und anschließend zusammengeführt und eingeordnet werden. Dabei ist zwischen &amp;quot;von Akteuren ausdrücklich genannten Bedarfen&amp;quot; und &amp;quot;aus der Analyse zusätzlich abgeleiteten Bedarfen&amp;quot; zu unterscheiden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die weitere Erhebung und Analyse insbesondere zu prüfen:&lt;br /&gt;
* vorhandene Bedarfserhebungen, Gesprächsprotokolle und bisherige Tabellen zusammenführen&lt;br /&gt;
* Bedarfe möglichst den vier Kernfunktionen zuordnen:&lt;br /&gt;
** Nachweisen, beschreiben und verknüpfen,&lt;br /&gt;
** Digitalisieren und Qualität sichern,&lt;br /&gt;
** langfristig erhalten,&lt;br /&gt;
** zugänglich machen und Nutzung ermöglichen;&lt;br /&gt;
* zusätzlich übergreifende Bedarfe erfassen, beispielsweise:&lt;br /&gt;
** Personal und Fachkompetenz,&lt;br /&gt;
** Beratung und Schulung,&lt;br /&gt;
** Finanzierung,&lt;br /&gt;
** Rechteklärung und Datenschutz,&lt;br /&gt;
** Metadaten und gemeinsame Standards,&lt;br /&gt;
** technische Infrastruktur;&lt;br /&gt;
* Dringlichkeit anhand nachvollziehbarer Kriterien beurteilen, beispielsweise:&lt;br /&gt;
** drohender Verlust oder Materialverfall,&lt;br /&gt;
** fehlende personelle Nachfolge,&lt;br /&gt;
** gefährdete oder unbekannte Bestände,&lt;br /&gt;
** blockierende Abhängigkeit für weitere Digitalisierungsschritte,&lt;br /&gt;
** kulturelle oder sprachliche Bedeutung,&lt;br /&gt;
** erwartete Nutzung für Bildung, Forschung oder Öffentlichkeit&lt;br /&gt;
* unterscheiden zwischen Einzelfallbedarf und strukturellem Bedarf mehrerer Kulturgutträger&lt;br /&gt;
* soweit möglich erfassen, welche Bedarfe bereits durch bestehende Angebote abgedeckt werden und welche bislang offenbleiben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mögliches Ergebnis: priorisierte beziehungsweise nach Dringlichkeit geordnete Bedarfsübersicht mit Zuordnung zu Akteursgruppen und Kernfunktionen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== 3.2 Ist-Stand der vier Kernfunktionen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;background-color:#eef5fb;border-left:4px solid #5b9bd5;padding:0.7em 1em;margin:1em 0;&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Leitfrage:''' Welche Kernfunktionen werden durch bestehende Angebote / Dienste und Projekte bereits erfüllt – für welche Bestände, Akteure und Nutzungszwecke?&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Den Schwerpunkt der Ist-Analyse bildet die Frage, '''in welchem Umfang''' die vier zuvor bestimmten Kernfunktionen der Kulturerbe-Digitalisierung im sorbischen Kontext bereits erfüllt werden. Dabei reicht es nicht aus festzustellen, dass ein Projekt, eine Institution oder ein technisches System existiert. Zu prüfen ist vielmehr, welche Leistung tatsächlich verfügbar ist, welche Kulturgutträger und Bestände sie erreicht und welche Lücken verbleiben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für jede Kernfunktion sollte möglichst nach einer einheitlichen Logik untersucht werden:&lt;br /&gt;
* vorhandene Angebote, Systeme und Projekte&lt;br /&gt;
* verantwortliche Betreiber beziehungsweise Akteure&lt;br /&gt;
* Entwicklungs- und Betriebsstand&lt;br /&gt;
* erreichte Kulturgutträger, Bestände und Kulturgutarten&lt;br /&gt;
* abgedeckte Bedarfe&lt;br /&gt;
* technische und organisatorische Anschlussmöglichkeiten&lt;br /&gt;
* erkennbare Lücken, Risiken und offene Fragen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.2.1 Nachweisen, beschreiben und verknüpfen ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;background-color:#eef5fb;border-left:4px solid #5b9bd5;padding:0.7em 1em;margin:1em 0;&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Leitfrage:''' Wie vollständig und nutzbar werden sorbische Kulturgüter und Bestände heute nachgewiesen, beschrieben und miteinander verknüpft?&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die weitere Erhebung und Analyse insbesondere zu prüfen:&lt;br /&gt;
* Stand und tatsächlicher Funktionsumfang des Sorbischen/Wendischen Kulturregisters&lt;br /&gt;
* vorhandene institutionelle Kataloge, Inventare, Datenbanken und lokale Verzeichnisse&lt;br /&gt;
* welche Kulturgutarten, Einrichtungen und Regionen bereits erfasst sind&lt;br /&gt;
* welche Bestände bislang nur lokal, analog oder überhaupt nicht systematisch nachgewiesen werden&lt;br /&gt;
* verwendete Metadaten, Identifikatoren und Normdaten&lt;br /&gt;
* Möglichkeiten zur Übernahme beziehungsweise Verknüpfung bestehender Daten&lt;br /&gt;
* Anschlussmöglichkeiten:&lt;br /&gt;
** direkte Erfassung kleinerer Träger,&lt;br /&gt;
** Datenimport beziehungsweise Schnittstellen größerer Einrichtungen&lt;br /&gt;
* Mehrsprachigkeit und Umgang mit ober- und niedersorbischen Bezeichnungen&lt;br /&gt;
* Verhältnis zwischen institutionellen Beschreibungen, historischen Fremdbezeichnungen und sorbischen beziehungsweise lokalen Selbstbezeichnungen&lt;br /&gt;
* vorhandene Funktionen für Digitalisierungsstatus, Rechteinformationen und Priorisierung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.2.2 Digitalisieren und Qualität sichern ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;background-color:#eef5fb;border-left:4px solid #5b9bd5;padding:0.7em 1em;margin:1em 0;&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Leitfrage:''' Welche Kulturgüter können heute in welcher Qualität und Kapazität digitalisiert werden, und welche Kulturgutträger können diese Leistungen tatsächlich nutzen?&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die weitere Erhebung und Analyse insbesondere zu prüfen:&lt;br /&gt;
* aktueller Stand des Digitalisierungszentrums und weiterer Digitalisierungsangebote&lt;br /&gt;
* verfügbare technische Verfahren für unterschiedliche Kulturgutarten, beispielsweise:&lt;br /&gt;
** Schriftgut,&lt;br /&gt;
** Fotografien,&lt;br /&gt;
** Bücher und Zeitschriften,&lt;br /&gt;
** Tonaufnahmen,&lt;br /&gt;
** Film und Video,&lt;br /&gt;
** dreidimensionale Objekte&lt;br /&gt;
* stationäre, mobile und extern vergebene Digitalisierung&lt;br /&gt;
* vorhandene Kapazitäten und erkennbare Engpässe&lt;br /&gt;
* Zugangsmöglichkeiten für kleine und ehrenamtlich arbeitende Kulturgutträger&lt;br /&gt;
* Beratung vor der Digitalisierung&lt;br /&gt;
* Anforderungen an Vorbereitung, Metadaten und Rechteklärung&lt;br /&gt;
* vorhandene Qualitätsstandards und Qualitätskontrolle&lt;br /&gt;
* Unterstützung bei Ausschreibung beziehungsweise Beauftragung externer Dienstleister&lt;br /&gt;
* bisherige Digitalisierungsprojekte und deren Ergebnisse&lt;br /&gt;
* besonders gefährdete Bestände, für die kurzfristig Digitalisierungskapazität benötigt wird&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.2.3 Langfristig erhalten ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;background-color:#eef5fb;border-left:4px solid #5b9bd5;padding:0.7em 1em;margin:1em 0;&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Leitfrage:''' Für welche digitalen Bestände ist die langfristige Erhaltung organisatorisch und technisch tatsächlich abgesichert? &amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die weitere Erhebung und Analyse insbesondere zu prüfen:&lt;br /&gt;
* vorhandene Repositorien, digitale Archive und Speicherlösungen&lt;br /&gt;
* welche Einrichtungen bereits Digitalisate dauerhaft übernehmen können&lt;br /&gt;
* welche Digitalisate derzeit lediglich lokal oder projektbezogen gespeichert werden&lt;br /&gt;
* Unterschied zwischen:&lt;br /&gt;
** Ablage beziehungsweise Speicherung,&lt;br /&gt;
** Datensicherung,&lt;br /&gt;
** institutionellem Repositorium,&lt;br /&gt;
** digitaler Langzeiterhaltung;&lt;br /&gt;
* Verantwortlichkeiten für Übernahme, Erhaltung und spätere Datenmigration&lt;br /&gt;
* verwendete Master- und Nutzungsdateien&lt;br /&gt;
* Sicherungskopien, Prüfsummen und Wiederherstellungsverfahren&lt;br /&gt;
* verwendete beziehungsweise vorgesehene Erhaltungsmetadaten&lt;br /&gt;
* Möglichkeiten für kleinere Kulturgutträger, ihre Digitalisate an ein geeignetes Repositorium zu übergeben&lt;br /&gt;
* vorhandene Schnittstellen zwischen Digitalisierung und Repositorium&lt;br /&gt;
* organisatorische und finanzielle Absicherung des langfristigen Betriebs&lt;br /&gt;
* Digitalisate beziehungsweise Projekte identifizieren, deren dauerhafte Erhaltung derzeit ungeklärt ist&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.2.4 Zugänglich machen und Nutzung ermöglichen ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;background-color:#eef5fb;border-left:4px solid #5b9bd5;padding:0.7em 1em;margin:1em 0;&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Leitfrage:''' Welche digitalisierten Inhalte sind für welche Zielgruppen auffindbar, verständlich und im rechtlich beziehungsweise kulturell zulässigen Umfang nutzbar?&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die weitere Erhebung und Analyse insbesondere zu prüfen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* vorhandene Präsentations- und Nutzungssysteme, Portale und Online-Ausstellungen&lt;br /&gt;
* Funktion und Entwicklungsstand von Sorabicon sowie weiteren relevanten Angeboten&lt;br /&gt;
* welche Kulturgüter und Bestände bereits öffentlich zugänglich sind&lt;br /&gt;
* welche Zielgruppen angesprochen werden:&lt;br /&gt;
** Öffentlichkeit,&lt;br /&gt;
** Bildung,&lt;br /&gt;
** Forschung,&lt;br /&gt;
** sorbische Gemeinschaft,&lt;br /&gt;
** Tourismus und Kulturvermittlung;&lt;br /&gt;
* Ober- und Niedersorbisch sowie weitere benötigte Sprachen in Oberfläche, Metadaten und Inhalten&lt;br /&gt;
* Qualität der Kontextualisierung und Vermittlung&lt;br /&gt;
* Möglichkeiten für:&lt;br /&gt;
** Download,&lt;br /&gt;
** Zitation,&lt;br /&gt;
** Datenexport,&lt;br /&gt;
** Programmierschnittstellen,&lt;br /&gt;
** wissenschaftliche und kreative Nachnutzung&lt;br /&gt;
* Rechte- und Lizenzinformationen&lt;br /&gt;
* abgestufte Zugangsmöglichkeiten für sensible beziehungsweise eingeschränkt zugängliche Inhalte&lt;br /&gt;
* Barrierefreiheit beziehungsweise Barrierearmut&lt;br /&gt;
* Aktualisierung und Pflege präsentierter Inhalte&lt;br /&gt;
* soweit verfügbar tatsächliche Nutzung, Reichweite und Nachnutzung erfassen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.2.5 Zusammenspiel der Kernfunktionen in bestehenden Projekten ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;background-color:#eef5fb;border-left:4px solid #5b9bd5;padding:0.7em 1em;margin:1em 0;&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Leitfrage:''' Bei welchen bestehenden Vorhaben funktioniert der Weg vom Kulturgut über Erfassung und Digitalisierung bis zur langfristigen Erhaltung und Nutzung bereits durchgängig – und an welchen Übergängen bestehen Lücken?&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Neben dem Stand der einzelnen Kernfunktionen ist zu prüfen, '''ob diese auch tatsächlich zu einer durchgängigen Prozesskette verbunden sind'''. Ein vorhandenes Register, ein Digitalisierungszentrum, ein Repositorium und ein Präsentationsportal ergeben noch nicht automatisch einen funktionierenden Gesamtprozess.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die weitere Erhebung und Analyse insbesondere zu prüfen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* geeignete bestehende Projekte beziehungsweise Pilotvorhaben auswählen&lt;br /&gt;
* für diese Projekte die vollständige Prozesskette nachvollziehen:&lt;br /&gt;
** Erfassen,&lt;br /&gt;
** Registrieren,&lt;br /&gt;
** Bewerten und priorisieren,&lt;br /&gt;
** Digitalisieren,&lt;br /&gt;
** Archivieren beziehungsweise langfristig erhalten,&lt;br /&gt;
** Präsentieren und nachnutzen;&lt;br /&gt;
* untersuchen, welche Systeme und Akteure an den Übergaben beteiligt sind&lt;br /&gt;
* prüfen, ob Metadaten gemeinsam mit den Dateien weitergegeben werden&lt;br /&gt;
* prüfen, ob Rechte- und Zugangsangaben entlang der Prozesskette erhalten bleiben&lt;br /&gt;
* vorhandene manuelle Medienbrüche beziehungsweise Mehrfacherfassungen identifizieren&lt;br /&gt;
* unklare Zuständigkeiten und Übergabepunkte sichtbar machen&lt;br /&gt;
* positive Beispiele für bereits funktionierende Prozessketten dokumentieren&lt;br /&gt;
* aus Pilotprojekten bekannte Aufwände, Engpässe und Lernerfahrungen aufnehmen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== 3.3 Gemeinsame Regeln, Zusammenarbeit und dauerhafter Betrieb ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;background-color:#eef5fb;border-left:4px solid #5b9bd5;padding:0.7em 1em;margin:1em 0;&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Leitfrage:''' Sind die übergreifenden Voraussetzungen vorhanden, damit die einzelnen Angebote gemeinsam, verlässlich und dauerhaft funktionieren?&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Neben den einzelnen Kernfunktionen ist zu prüfen, ob '''gemeinsame organisatorische und fachliche Voraussetzungen''' vorhanden sind, damit die verschiedenen Angebote zusammenarbeiten und dauerhaft betrieben werden können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieser Abschnitt soll keine allgemeine oder abstrakte Governance-Analyse darstellen. Untersucht werden nur solche übergreifenden Fragen, die konkrete Auswirkungen auf die Digitalisierung des Kulturerbes und die spätere Ableitung von Maßnahmen haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.3.1 Zuständigkeiten, Beteiligung und Freigaben ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;background-color:#eef5fb;border-left:4px solid #5b9bd5;padding:0.7em 1em;margin:1em 0;&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Leitfrage:''' Wer entscheidet verbindlich über Auswahl, Priorisierung, Beschreibung, Digitalisierung, Veröffentlichung und Zugang, und wie sind die Kulturgutträger dabei beteiligt?&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
''Für die weitere Erhebung und Analyse insbesondere zu prüfen:''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* formelle und informelle Zuständigkeiten der beteiligten Institutionen&lt;br /&gt;
* Entscheidungsrechte bei Auswahl und Priorisierung von Beständen&lt;br /&gt;
* Verantwortlichkeiten für Rechteklärung und Veröffentlichung&lt;br /&gt;
* Beteiligung der jeweiligen Kulturgutträger&lt;br /&gt;
* Beteiligung sorbischer Fachleute und Angehöriger der Gemeinschaft bei kulturell sensiblen Inhalten&lt;br /&gt;
* vorhandene Freigabe- und Sperrverfahren&lt;br /&gt;
* Umgang mit nachträglichen Korrekturen oder Einschränkungen&lt;br /&gt;
* erkennbare Überschneidungen beziehungsweise ungeklärte Zuständigkeiten&lt;br /&gt;
* vorhandene Gremien oder Koordinierungsstrukturen&lt;br /&gt;
* prüfen, an welchen Stellen verbindliche Zuständigkeiten fehlen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.3.2 Gemeinsame Standards und Anschlussmöglichkeiten ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;background-color:#eef5fb;border-left:4px solid #5b9bd5;padding:0.7em 1em;margin:1em 0;&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Leitfrage:''' Welche gemeinsamen Regeln ermöglichen es unterschiedlichen Kulturgutträgern, Daten und Digitalisate in eine gemeinsame Infrastruktur einzubringen und zwischen den Kernfunktionen weiterzugeben?&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die weitere Erhebung und Analyse insbesondere zu prüfen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* vorhandene gemeinsame Metadatenstandards beziehungsweise Pflichtfelder&lt;br /&gt;
* verwendete Fachstandards einzelner Einrichtungen&lt;br /&gt;
* gemeinsame Regeln für Ober- und Niedersorbisch&lt;br /&gt;
* Dateiformate und Qualitätsanforderungen für unterschiedliche Kulturgutarten&lt;br /&gt;
* Identifikatoren und Normdaten&lt;br /&gt;
* Rechte- und Lizenzinformationen&lt;br /&gt;
* technische Schnittstellen und Datenexporte&lt;br /&gt;
* Übernahme vorhandener institutioneller Metadaten&lt;br /&gt;
* einfache Erfassungswege für kleinere Kulturgutträger&lt;br /&gt;
* Schnittstellen für Einrichtungen mit bestehenden Fachsystemen&lt;br /&gt;
* Möglichkeiten zur Weitergabe von Daten zwischen Register, Digitalisierung, Repositorium und Präsentation&lt;br /&gt;
* prüfen, wo fehlende Standards oder inkompatible Systeme den Austausch derzeit behindern&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.3.3 Personal, Finanzierung und Betreiberverantwortung ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;background-color:#eef5fb;border-left:4px solid #5b9bd5;padding:0.7em 1em;margin:1em 0;&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Leitfrage:''' Welche zentralen Leistungen sind dauerhaft personell, organisatorisch und finanziell abgesichert, und welche hängen noch von befristeten Projekten oder einzelnen Personen ab?&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die weitere Erhebung und Analyse insbesondere zu prüfen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Betreiber beziehungsweise verantwortliche Stellen für die vier Kernfunktionen&lt;br /&gt;
* dauerhafte Stellen gegenüber befristeten Projektstellen&lt;br /&gt;
* vorhandene beziehungsweise geplante Finanzierungsmodelle&lt;br /&gt;
* laufende Betriebs- und Pflegekosten&lt;br /&gt;
* personelle Kapazitäten und erkennbare Schlüsselpersonenrisiken&lt;br /&gt;
* Unterstützung kleiner und ehrenamtlich geführter Einrichtungen&lt;br /&gt;
* Finanzierung von&lt;br /&gt;
** Beratung,&lt;br /&gt;
** Digitalisierung,&lt;br /&gt;
** Speicher und Langzeiterhaltung,&lt;br /&gt;
** Datenpflege,&lt;br /&gt;
** Rechteklärung,&lt;br /&gt;
** technischer Wartung und Weiterentwicklung;&lt;br /&gt;
* Übergang von geförderten Projekten in einen dauerhaften Regelbetrieb&lt;br /&gt;
* vorhandene Betriebs-, Kooperations- und Übergabevereinbarungen&lt;br /&gt;
* erkennbare Risiken bei Auslaufen einzelner Förderungen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== 3.4 Gesamtbewertung und vorrangiger Handlungsbedarf ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;background-color:#eef5fb;border-left:4px solid #5b9bd5;padding:0.7em 1em;margin:1em 0;&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Leitfrage:''' Welche Bedarfe sind bereits ausreichend abgedeckt, wo liegen die entscheidenden Lücken und welche davon sollten vorrangig bearbeitet werden? &amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Ergebnisse der vorangegangenen Abschnitte werden abschließend zusammengeführt. Ziel ist noch nicht die vollständige Formulierung konkreter Maßnahmen, sondern zunächst eine begründete Bewertung des Ist-Standes und der wichtigsten Lücken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dabei sollte insbesondere unterschieden werden zwischen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* unmittelbar gefährdeten Kulturgütern beziehungsweise Beständen,&lt;br /&gt;
* strukturellen Lücken, die weitere Digitalisierungsschritte blockieren,&lt;br /&gt;
* fehlenden oder nur teilweise verfügbaren Kernfunktionen,&lt;br /&gt;
* nicht dauerhaft abgesicherten Angeboten,&lt;br /&gt;
* Verbesserungsmöglichkeiten bei bereits grundsätzlich funktionierenden Strukturen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die abschließende Bewertung insbesondere zu prüfen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Ergebnisse aus Akteurs-, Bestands- und Bedarfserhebung zusammenführen&lt;br /&gt;
* für jede der vier Kernfunktionen die wichtigsten Stärken und Lücken benennen&lt;br /&gt;
* übergreifende strukturelle Probleme aus Zuständigkeiten, Standards, Betrieb und Finanzierung ergänzen&lt;br /&gt;
* unterscheiden zwischen:&lt;br /&gt;
** fehlender Leistung,&lt;br /&gt;
** unzureichender Kapazität,&lt;br /&gt;
** fehlender Bekanntheit beziehungsweise Zugänglichkeit,&lt;br /&gt;
** fehlender Verbindung bestehender Angebote,&lt;br /&gt;
** ungeklärter Zuständigkeit,&lt;br /&gt;
** fehlender dauerhafter Absicherung;&lt;br /&gt;
* Dringlichkeit begründen, insbesondere anhand von:&lt;br /&gt;
** Verlustgefahr,&lt;br /&gt;
** blockierenden Abhängigkeiten,&lt;br /&gt;
** Anzahl beziehungsweise Bedeutung betroffener Kulturgutträger,&lt;br /&gt;
** kultureller und sprachlicher Bedeutung,&lt;br /&gt;
** Aufwand und Realisierbarkeit;&lt;br /&gt;
* offene Informationslücken ausdrücklich kennzeichnen&lt;br /&gt;
* aus den ermittelten Lücken anschließend Handlungsbedarfe ableiten&lt;br /&gt;
* konkrete Lösungsmaßnahmen erst im folgenden Maßnahmen- beziehungsweise Soll-Abschnitt festlegen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mögliche zusammenfassende Bewertungsmatrix:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot; style=&amp;quot;width:100%;&amp;quot;&lt;br /&gt;
! Bereich&lt;br /&gt;
! Belegter Ist-Stand&lt;br /&gt;
! Abgedeckte Bedarfe&lt;br /&gt;
! Lücke / Risiko&lt;br /&gt;
! Dringlichkeit&lt;br /&gt;
! Daraus abgeleiteter Handlungsbedarf&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| ''Beispiel: Nachweisen und Registrieren''&lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| ''Beispiel: Digitalisieren''&lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| ''Beispiel: Langfristig erhalten''&lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| ''Beispiel: Zugänglich machen und nutzen''&lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| ''Beispiel: gemeinsame Standards / Zusammenarbeit''&lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= Referenzen =&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Měrko Šenk</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://koncept.serbski-inkubator.de/index.php?title=12.3_Digitalisierung_des_Kulturerbes&amp;diff=1197</id>
		<title>12.3 Digitalisierung des Kulturerbes</title>
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		<updated>2026-10-26T10:15:30Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Měrko Šenk: /* 3. Ist-Analyse der Digitalisierung des sorbischen Kulturerbes */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;= 1 Einleitung =&lt;br /&gt;
Die Digitalisierung von sorbischem Kulturerbe ist eine historische Chance für uns Sorben, eine Chance, unser kulturelles Erbe neu zu entdecken, es für kommende Generationen zu erhalten, für eine breitere Öffentlichkeit zugänglich zu machen und dabei die eigene Deutungshoheit zu stärken. Das erfordert neben Mut, einer klaren gemeinsamen Vision, starker Zusammenarbeit zwischen den beteiligten Akteuren auch die notwendigen Ressourcen in Form von Personal mit entsprechenden Kompetenzen, passender Technik sowie einer nachhaltig gesicherten Finanzierung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im folgenden Abschnitt werden Zielbilder für die Digitalisierung des sorbischen Kulturerbes entworfen mittels lang- und kurzfristiger Visionen sowie konkreter Ziele.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== 1.1 Visionen und Ziele für die sorbische digitale Welt ==&lt;br /&gt;
'''Vision 2035'''&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
''Sorbisches materielles und immaterielles Kulturerbe ist systematisch digital erfasst, rechtssicher und langfristig gesichert, leicht auffindbar, offen nutzbar und wird aktiv von Interessierten genutzt.''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Konkrete Ziele'''&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Bis 2032 ist ein tragfähiges, finanziell und organisatorisch abgesichertes Modell etabliert, das:&lt;br /&gt;
* Ein zentrales (oder föderiertes) digitales Langzeitarchiv nach OAIS-Referenzmodell betreibt,&lt;br /&gt;
* klare Zuständigkeiten, Prozesse und Budgets definiert,&lt;br /&gt;
* regelmäßige Qualitätssicherung und Technik-Updates vorsieht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bis 2030 sind wichtige sorbische Kulturerbe-Bestände (Kernbestände nach fachlicher Festlegung) in hoher Qualität digitalisiert, beschrieben und im Langzeitarchiv gesichert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bis 2028 liegt eine institutionenübergreifende Übersicht über relevante Kulturerbe-Bestände (analog und digital, materiell und immateriell) vor, einschließlich einer Prioritätenliste für die Digitalisierung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bis 2028 existiert ein zentrales, nutzerfreundliches „Sorbisches Kulturerbe-Portal“, das:&lt;br /&gt;
* Suchzugang über alle teilnehmenden Institutionen ermöglicht,&lt;br /&gt;
* grundlegende Inhalte frei zugänglich bereitstellt,&lt;br /&gt;
* mehrsprachige Oberflächen anbietet (Deutsch, Obersorbisch, Niedersorbisch, Englisch).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= 2 Ist-Analyse „Digitalisierung von Kulturerbe“ =&lt;br /&gt;
Das Ziel in diesem Themenbereich ist es, sorbisches Kulturerbe digital zu verwalten und damit langfristig für Recherche, Nutzung und Präsentation vorzuhalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Abschnitt &amp;quot;IST-Analyse“ werden die folgenden Fragen beantwortet: Was ist sorbisches Kulturerbe und was zählt alles dazu? Welche Schritte durchläuft ein Kulturgut, um zum digitalen Kulturerbe zu gehören? Wie können die digitale Verwaltung, Archivierung, Nutzung und Präsentation von Kulturgütern umgesetzt werden?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die grundlegenden Terminologien des Kulturerbes sollen im Folgenden festgelegt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== 2.1 Terminologie – von Kultur zu Kulturerbe ==&lt;br /&gt;
In diesem Abschnitt werden die Begriffe rund um das Kulturerbe grundlegend definiert. Es soll ein Verständnis über die Begriffe Kultur, kulturelle Ausprägung, Kulturgut und Kulturerbe erreicht werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Dataja:Wobraz_K1.png|center|260px]]&amp;lt;ref&amp;gt;Mermaid Flowchart Code: [https://mermaid.live/edit#pako:eNpF0UtuwyAQBuCroFlaTuRHTGMvKuWxq7pqV627IGZso2CIMChtk9ymN-nFimmasmJGfP-AOEGjOUIFrdTHpmfGkudtrWpF_Fq9RtGDk9aZKHojU-_aJ7PZ_bmGgSnR4mgFejaKpidC1XAmq8zDfYAoJZKVG7lxzX5stRl81C0_uwYdheGEubHD4_dXLy1hcpyC1rcLdM4GOLH1Ve2E5Gj9TPLkhgEnsLkBNDsMAmLojOBQWeMwhgHNwKYSTuFBYHucbOW3HFvmcQ21unh2YOpF6-FPGu26HqrW381X7sCZxa1gnWH_R1BxNBvtlIUqTUMEVCd49xVdzpeLMs1pXmRFXiY0hg-o8iyZL_LFXZaVSTJ1LzF8hqHJnBZ5WhZLWt5RmtIsBuTCavP4-2Hh3y4_NXaMmw hier klicken], abgerufen am 22.09.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.1.1 Kultur ===&lt;br /&gt;
Kultur bezeichnet hier die Gesamtheit aller '''vom Menschen geschaffenen und erlernten Ausdrucksformen''' des Lebens, die auf gemeinsamen Werten und Verhaltensweisen beruhen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;wiki-kultur&amp;quot;&amp;gt;URL: https://de.wikipedia.org/wiki/Kultur&amp;lt;/ref&amp;gt; Dazu zählen '''materielle Ergebnisse''' (z. B. Kunstwerke, Technik) ebenso wie '''immaterielle Praktiken''' (Sprache, Bräuche, Wissen). Kultur umfasst laut der UNESCO geistige, materielle, intellektuelle und emotionale Merkmale, die eine Gesellschaft oder soziale Gruppe kennzeichnen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;mondiacult&amp;quot;&amp;gt;UNESCO 1982: Mexico City Declaration on Cultural Policies (MONDIACULT). URL: https://www.lacult.unesco.org/docc/1982_MONDIACULT.pdf&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;ref name=&amp;quot;cultureaction&amp;quot;&amp;gt;Culture Action Europe 2024: The State of Culture report. URL: https://cultureactioneurope.org/de/news/the-state-of-culture-report-published, abgerufen am 01.10.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;  Sie ist dynamisch und wird von jeder Generation neu gestaltet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das deutsche Wort „Kultur“ ist eine Eindeutschung des lateinischen Worts „cultura“. Dieses bedeutet ursprünglich „Bebauung, Bearbeitung, Bestellung, Pflege“ und meinte sowohl die physische Bearbeitung als auch die Pflege geistiger Güter, z. B. der Sprache.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.1.2 Kulturelle Ausdrucksform ===&lt;br /&gt;
Eine kulturelle Ausdrucksform ist eine '''konkrete, gegenwärtige oder historische, Manifestation von Kultur''', bspw. eine Zeichnung, eine Tracht oder ein Lied: Sie macht die Kultur sichtbar und erlebbar. Im engeren Sinne ist es eine Ausdrucksweise, die aus der Kreativität einer Person, Gruppe oder Gesellschaft entsteht und '''kulturellen Inhalt''' trägt (symbolische Bedeutung, künstlerische Dimension, kulturelle Werte).&amp;lt;ref&amp;gt;Österreichische UNESCO-Kommission 2007: Übereinkommen zum Schutz und zur Förderung der Vielfalt kultureller Ausdrucksformen, Art. 4, Seite 13. URL: https://www.unesco.at/fileadmin/Redaktion/Publikationen/Publikations-Dokumente/2005er_UNESCO-Convention_German.pdf, abgerufen am 22.09.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt; Sie wird innerhalb und zwischen Gemeinschaften weitergegeben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Alle kulturellen Ausdrucksformen bilden einen wesentlichen Kern von Kultur, aber Kultur enthält auch latente Dimensionen (Werte, Normen, Vorannahmen etc.), die nicht unmittelbar als Ausdrucksform erscheinen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.1.3 Kulturgut ===&lt;br /&gt;
Ein „Kulturgut“ ist '''eine einzelne kulturelle Ausdrucksform''', der ein '''besonderer kultureller Wert zugemessen wird''' (durch Anerkennung, Schutz, Bedeutung). Es ist somit ein Erzeugnis menschlicher Kreativität oder Zeugnis menschlichen Lebens, welches '''Bedeutung für die Kultur einer Gemeinschaft''' hat und daher '''Bestand haben und bewahrt werden soll'''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die '''Summe aller Kulturgüter''' einer Gemeinschaft wird als dessen '''Kulturerbe''' bezeichnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.1.4 Kulturerbe ===&lt;br /&gt;
Kulturerbe ist die '''Summe der materiellen und immateriellen Ausdrucksformen''' (= Kulturgüter) einer Kultur, die als „'''bewahrenswert'''“ anerkannt wurden. International umfasst das u. a. das '''Welterbe''' (Denkmäler, Ensembles, Stätten)&amp;lt;ref&amp;gt;UNESCO (1972), Welterbekonvention, Art. 1. URL: https://www.dnk.de/wp-content/uploads/2021/02/1972_DNK_UNESCO-Welterbekonvention.pdf (abgerufen am 11.09.2025).&amp;lt;/ref&amp;gt; und das '''Immaterielles Kulturerbe''' (Praktiken, Wissen).&amp;lt;ref&amp;gt;Deutsche UNESCO-Kommission o. J.:, Übereinkommen zur Erhaltung des immateriellen Kulturerbes (dt. Ausgabe). URL: https://www.unesco.de/assets/dokumente/Deutsche_UNESCO-Kommission/02_Publikationen/Publikation_UNESCO-%C3%9Cbereinkommen_zur_Erhaltung_des_immateriellen_Kulturerbes_01.pdf, (abgerufen am 11.09.2025).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ob etwas „zum Kulturerbe“ zählt, ist Ergebnis von Bewertung, Diskurs und teils formellen Verfahren. Dem Sorbischen Kulturregister (SKR) zufolge ist „sorbisch-wendisches Kulturerbe“ eine Zuschreibung, die durch Gesellschaft, Museen, Archive und Wissenschaft erfolgen kann.&amp;lt;ref&amp;gt;Sorbisches Institut 2025: Konzept für ein Sorbisches Kulturregister (SKR). URL: https://www.serbski-institut.de/wp-content/uploads/2021/11/00_Zweite-aktualisierte-Fassung_Konzept_Sorbisches-Kulturregister_20.11.2025.pdf, abgerufen am 20.11.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.1.5 Abgrenzung: Kultur und Kulturerbe ===&lt;br /&gt;
'''Kultur / Kulturelle Ausdrucksform''' sind als Begriffe weiter gefasst als '''Kulturgut / Kulturerbe'''. Kulturelle Ausdrucksformen umfassen alles Gelebte und Gestaltete einer Gemeinschaft in Gegenwart und Vergangenheit, während Kulturgut / Kulturerbe diejenigen kulturellen Güter und Traditionen meint, denen eine Bedeutung beigemessen wurde und die als bewahrens- und weitergebenswert erkannt wurden. Kultur ist der „aktuelle“ kreative Prozess (einschließlich Popkultur, Alltagskultur), Kulturerbe der daraus überkommene Schatz. Dennoch sind die Grenzen fließend: Was heute nur Kultur ist, kann morgen zum Kulturerbe erklärt werden – abhängig von Wertzuschreibung und Diskurs.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Rahmen dieses Dokuments werden für den sorbischen Kontext die Begriffe '''„kulturelle Ausdrucksform“''' und '''„Kulturgut“''' weitgehend '''synonym''' verwendet, sofern nicht ausdrücklich anders gekennzeichnet. Hintergrund ist, dass die Gesamtzahl der identifizierbaren kulturellen Ausdrucksformen einer kleinen Minderheit wie der Sorben/Wenden im Vergleich zu großen Mehrheitsgesellschaften überschaubar ist. Zugleich ist der Anteil dieser Ausdrucksformen, denen in der Community ein besonderer Wert beigemessen wird und die daher faktisch als Kulturgut wahrgenommen und behandelt werden, sehr hoch: Ein großer Teil des gelebten kulturellen Repertoires wird als identitätsstiftend und bewahrenswert verstanden und damit dem Kulturerbe zugerechnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== 2.2 Klassifizierung von Kulturgütern ==&lt;br /&gt;
Im Folgenden soll eine griffige Klassifizierung von Kulturgütern entwickelt werden, so dass pro Kulturgut-Klasse später auf die Besonderheiten ihrer Digitalisierung eingegangen werden kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Dataja:Wobraz_K2.png|center|600px]]&amp;lt;ref&amp;gt;Mermaid Flowchart Code: [https://mermaid.live/edit#pako:eNptlM9u00AQxl9ltFWoFDlp_C9OjISU2KSgUCq1BSRIDxt77Syxd6v1mkKjSDwBlThw4YCEeuXOoeLSN-EF4BHYjZOQQG67-32_2ZnZsWco4jFBPqrVZpRR6cNsP8n4ZTTBQu7rHVP66QWOKEvV3nQM2BeYTf8eea35fF6rjdiIrUl4cjJiAMPDV_X6sMxkKdJS1uvnvu9PtRGgp5ReE46wJIKSLIOf779CycbkkqQZjSb1Ovz-cv351_drDWGN9BXS_xfZBj7dLoGxBgIFBE14nOcrZGH68E07Iu0IlSNsQkhTKnGlfvyh1bjKcngIjcYD6G2s-xvrYGMdLuuqAFOXZ0IflzFh0xxn5OBU3t1ISZhqw6KaKpo29k04jSaCJrLq0oZsa9mCAZc8FTihhBnQp1ksxd1NSsS22dFmG3oMZzwl0HveONtlc7XNATtsHI9fk6kkC3nRsKoqnVNgwrFQaUOvLGJRRtMi4SJfZ790WtppQYhFIVV7CYsJDO9uWbEMujbqOgIbTqgsddB7MCD_eXT6gQMvaFEQBlclPMVqcA6eMfqGiKLMt926isCFM4FjKiln-voCHmEWXxIxXZcUVo-jSwrVe3DBGvHqtc83DLqS0FpNAi3wRluiDBdFSBIYQ0KzzN_r265jPjQinnHh7yVJYhRS8ClZKfe3KLyk2oHneuEuqlK2qWhJWYPOwGnvoiplm4qXVMd17V5rF1UpikIGSgWNkS9FSQyUE5FjvUUzHXGE5ITkZIR8tYxJgtVXPEIjNlfYBWYvOc9XpOBlOkF-grNC7cqLWPUupFjNa74-FXo0RMBLJpFvWtYiCPJn6C3yG7bTNO2u6Tidrue0W13HQO_Usdtquuqg1bG6TtvzPNuZG-hqcXGr2baV5NhuyzId13XbBiJqDrg4qn5ni7_a_A_W9oMu hier klicken], abgerufen am 22.09.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.2.1 A. Materiell - unbeweglich 🏛️ ===&lt;br /&gt;
„Materiell - unbeweglich&amp;quot; bezeichnet ortsfeste Kulturobjekte wie Bauwerke, Ensembles, Gebäudekomplexe und Stätten/Kulturlandschaften, wie sie in Art. 1 der UNESCO-Welterbekonvention als Kategorien des kulturellen Erbes definiert sind.&amp;lt;ref&amp;gt;UNESCO World Heritage Centre o. J.: Convention Concerning the Protection of the World Cultural and Natural Heritage, Artikel 1. URL: https://whc.unesco.org/en/conventiontext/, abgerufen am 01.10.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.2.2 B. Materiell - beweglich 🖼️ ===&lt;br /&gt;
Die Kategorie „Materiell - beweglich&amp;quot; umfasst bewegliche Sachen bzw. Sachgesamtheiten von kulturellem Wert (z. B. Objekte, Sammlungen), wie sie das deutsche Kulturgutschutzgesetz (§ 2 KGSG)&amp;lt;ref&amp;gt;Deutschland 2016: Kulturgutschutzgesetz (KGSG), § 2. URL: https://www.buzer.de/2_KGSG.htm, abgerufen am 01.10.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt; als „Kulturgut“ beschreibt.&lt;br /&gt;
* B1 '''Schriftgut''' - Bücher, Zeitungen, Handschriften, Archivgut, Graphiken, Pläne, Karten&lt;br /&gt;
* B2 '''Fotografien &amp;amp; Bildträger''' &lt;br /&gt;
** Fotografisch erzeugte statische Bildträger, auch Stillbildträger genannt, z. B. Positive/Negative auf Film/Platte/Photopapier, Dias, Abzüge, Mikrofilm/-fiche und vergleichbare fotografische Repro-Träger.&lt;br /&gt;
* B3 '''Analoge AV-Träger''' (Audio/Video/Film)&lt;br /&gt;
** Analoge zeitbasierte Medien, z. B. Magnetton (Tonband, Kassette), Schallplatte, Videobänder, Film.&lt;br /&gt;
* B4 '''3D-Objekte''' - Gegenstände, „sachkulturelle Artefakte“&amp;lt;ref&amp;gt;Sorbisches Institut o. J.: Konzept zum Digitalisierungszentrum am Sorbischen Institut, S. 24.&lt;br /&gt;
(Unveröffentlichtes Konzeptpapier; interne Projektunterlage.)&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.2.3 C. Immateriell 🎭 ===&lt;br /&gt;
Meint lebendige Praktiken, Darstellungen, Ausdrucksformen, Ideen, Werte, Wissen und Fertigkeiten, die von Gemeinschaften getragen und weitergegeben werden, gemäß der folgenden 5 UNESCO ICH-Domänen.&amp;lt;ref&amp;gt;UNESCO o. J.: Intangible Cultural Heritage – Five Domains. URL: https://ich.unesco.org/doc/src/01857-EN.pdf, abgerufen am 01.10.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* C1 '''Orale Traditionen/Ausdrucksformen''' - Sprache, Gesangstraditionen&lt;br /&gt;
* C2 '''Darstellende Künste''' - Musik, Tanz, Theater&lt;br /&gt;
* C3 '''Rituale &amp;amp; Feste''' - Bräuche und soziale Praktiken des Kalenders und Lebenslaufs&lt;br /&gt;
* C4 '''Wissen &amp;amp; Praktiken''' zu Natur &amp;amp; Universum - Heil- und Sammelkenntnisse, ökologisches und astronomisches Wissen, Glaube, Religion&lt;br /&gt;
* C5 '''Traditionelles Handwerk''' - Techniken, Werkzeuge und Gestaltungsmuster&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.2.4 D. Digital 💾 ===&lt;br /&gt;
Bezeichnet in digitaler Form vorliegende Ressourcen menschlichen Wissens und Ausdrucks. Diese können sowohl born-digital sein als auch digitalisierte Repräsentationen von materiellen und immateriellen Kulturgütern.&amp;lt;ref&amp;gt;UNESCO 2003: Charter on the Preservation of Digital Heritage. URL: https://www.unesco.org/en/legal-affairs/charter-preservation-digital-heritage, abgerufen am 01.10.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* D1 '''Born-digital''' (ursprünglich digital erzeugt, kein analoges Original), z. B. Webseiten, Social-Media-Beiträge, Software, Apps, Spiele, digitale Fotos/Audio/Video.&lt;br /&gt;
* D2 '''Digitalisate''' - Digitalisierte Repräsentationen/Derivate aus den Klassen A, B und C.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== 2.3 Begriffe und Kernfunktionen ==&lt;br /&gt;
Die vorherigen Abschnitte haben geklärt, was unter Kulturerbe verstanden wird und welche Arten von Kulturgütern unterschieden werden. Bevor der nachfolgende Abschnitt den Prozess der Kulturerbe-Digitalisierung beschreibt, werden in diesem Abschnitt die dafür wichtigsten Arbeitsbegriffe und Funktionen erläutert. Der Abschnitt soll dabei die Frage beantworten: Welche Arbeitsabläufe und Funktionen sind notwendig, damit Kulturgüter nicht nur digital erfasst, sondern auch gefunden, verstanden, gesichert und genutzt werden können?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Erläuterungen sollen eine gemeinsame und leicht verständliche Grundlage schaffen für alle, die an der Digitalisierung von Kulturerbe interessiert sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.3.1 Vom Kulturgut zur digitalen Repräsentation ===&lt;br /&gt;
Dieser Abschnitt erklärt, was bei einer Digitalisierung entsteht und wie sich das digitale Ergebnis vom ursprünglichen Kulturgut unterscheidet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
! Begriff&lt;br /&gt;
! Erklärung&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Digitalisierung von Kulturerbe'''&lt;br /&gt;
| Digitalisierung bezeichnet in diesem Konzept den gesamten zusammenhängenden Prozess: Kulturgüter erfassen, beschreiben und bewerten, digitale Repräsentationen erzeugen oder übernehmen, ihre Qualität prüfen, sie sichern und für die Nutzung zugänglich machen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;DFG2016&amp;quot;&amp;gt;Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) 2016: Praxisregeln „Digitalisierung“, insbesondere S. 13 und 41-44. URL: https://www.dfg.de/resource/blob/176108/898bf3574ad0ff3b1db525fa7d04c86c/12-151-v1216-de-data.pdf, abgerufen am 16.07.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Bei ursprünglich digital entstandenen Kulturgütern – auch ''born digital'' genannt – entfällt die Überführung aus einem analogen Original; die weiteren Aufgaben bleiben bestehen.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Digitalisat und digitale Repräsentation'''&lt;br /&gt;
| Ein '''Digitalisat''' ist ein digitales Abbild eines analogen Kulturguts, beispielsweise ein Scan einer Handschrift oder ein Foto eines Museumsobjekts. Der weitere Begriff '''digitale Repräsentation''' umfasst auch Audio-, Video- oder 3D-Dokumentationen einer immateriellen kulturellen Praxis. Die digitale Repräsentation ersetzt weder das materielle Kulturgut noch die lebendige Praxis.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Masterdatei und Nutzungsderivat'''&lt;br /&gt;
| Die '''Masterdatei''' ist die möglichst hochwertige und qualitätsgeprüfte Ausgangsdatei. Sie wird für die langfristige Sicherung und spätere Bearbeitungen aufbewahrt. Ein '''Nutzungsderivat''' ist eine daraus erzeugte, an einen bestimmten Zweck angepasste Datei, beispielsweise ein kleineres Bild für eine Internetseite.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Digitales Objekt'''&lt;br /&gt;
| Als '''digitales Objekt''' wird in diesem Konzept eine zusammengehörige digitale Einheit bezeichnet. Sie kann aus einer oder mehreren Dateien, den zugehörigen Metadaten und ihren Verknüpfungen bestehen. Ein digitales Objekt kann ein Digitalisat oder ein ursprünglich digital entstandenes Kulturgut sein.&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
''Beispiel:'' Das verzierte sorbische Osterei bleibt das materielle Kulturgut. Hochauflösende Fotografien, ein 3D-Modell und die dazugehörigen Beschreibungen bilden gemeinsam seine digitale Repräsentation.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.3.2 Vier Kernfunktionen ===&lt;br /&gt;
Als '''Kernfunktionen der Kulturerbe-Digitalisierung''' werden im Folgenden vier dauerhaft zu erfüllende Aufgabenbereiche bezeichnet. Sie beschreiben, was für eine nachhaltige Digitalisierung von Kulturerbe geleistet werden muss, unabhängig davon, welche Institution oder welches technische System die jeweilige Funktion übernimmt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
! Kernfunktion&lt;br /&gt;
! Typische organisatorisch-technische Umsetzung&lt;br /&gt;
! Hauptaufgabe&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Nachweisen, beschreiben und verknüpfen'''&lt;br /&gt;
| Register oder Katalog&lt;br /&gt;
| Macht sichtbar, welche Kulturgüter vorhanden sind, wo sie sich befinden und in welchem Zusammenhang sie stehen. Ein Registereintrag kann bereits bestehen, bevor ein Digitalisat angefertigt wurde. &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Digitalisieren und Qualität sichern'''&lt;br /&gt;
| Digitalisierungszentrum oder Digitalisierungsdienst&lt;br /&gt;
| Erzeugt bzw. übernimmt digitale Repräsentationen, prüft sie und bereitet Dateien und Metadaten für die weitere Verarbeitung vor. Geliefert werden bspw. geprüfte Masterdateien und Nutzungsderivate. &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Langfristig erhalten'''&lt;br /&gt;
| Repositorium oder digitales Langzeitarchiv&lt;br /&gt;
| Übernimmt Dateien und Metadaten, speichert und verwaltet sie und erhält sie über technische und organisatorische Veränderungen hinweg dauerhaft nutzbar.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Zugänglich machen und Nutzung ermöglichen'''&lt;br /&gt;
| Präsentations- und Nutzungssystem&lt;br /&gt;
| Führt beschreibende Informationen und digitale Medien für Nutzerinnen und Nutzer zusammen. Es ermöglicht beispielsweise Suche, Anzeige, Kontextualisierung, Vermittlung und – soweit zulässig – Nachnutzung. &lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese '''Kernfunktionen''' beschreiben zunächst nicht zwingend getrennte Institutionen oder Systeme. Eine Einrichtung kann mehrere Kernfunktionen übernehmen. Umgekehrt kann eine Kernfunktion auf mehrere Einrichtungen oder technische Systeme verteilt sein. Entscheidend sind klare Zuständigkeiten, verlässliche Übergaben und gemeinsame Standards.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vereinfacht lässt sich das Zusammenspiel so zusammenfassen:&lt;br /&gt;
# Das '''Register oder der Katalog''' beschreibt und verknüpft das Kulturgut.&lt;br /&gt;
# Der '''Digitalisierungsdienst''' erzeugt und prüft seine digitale Repräsentation.&lt;br /&gt;
# Das '''Repositorium oder digitale Archiv''' übernimmt und erhält die Dateien.&lt;br /&gt;
# Das '''Präsentationssystem''' führt Beschreibungen und Medien für die Nutzung zusammen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die konkrete Ausgestaltung kann zentral, dezentral oder als Verbund mehrerer Systeme erfolgen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.3.3 Register ===&lt;br /&gt;
Die folgende Tabelle erklärt, wie Kulturgüter so erfasst, beschrieben und verknüpft werden, dass sie eindeutig zugeordnet, wiedergefunden und nach einheitlichen Regeln weiterverarbeitet werden können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
! Begriff&lt;br /&gt;
! Erklärung&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Erschließung, Verzeichnung und Registrierung'''&lt;br /&gt;
| '''Erschließung''' ist der übergeordnete Vorgang, bei dem ein Kulturgut identifiziert, beschrieben und in seinen Zusammenhang eingeordnet wird. '''Verzeichnung''' bezeichnet seine strukturierte dokumentarische Beschreibung. '''Registrierung''' bedeutet die Aufnahme in ein konkretes Register, einen Katalog oder ein Sammlungssystem. Ein Kulturgut kann bereits registriert werden, bevor ein Digitalisat vorhanden ist.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Metadaten'''&lt;br /&gt;
| Metadaten sind strukturierte Informationen über ein Kulturgut und seine digitalen Repräsentationen. Dazu gehören beispielsweise Titel, Herkunft, beteiligte Personen, Ort, Zeit, kultureller Kontext, Rechte, Dateieigenschaften und Bearbeitungsschritte. Je nach Zweck werden beschreibende, technische, rechtliche und erhaltungsbezogene Metadaten unterschieden. Sie machen Kulturgüter auffindbar, verständlich, verwaltbar und langfristig nutzbar.&amp;lt;ref name=&amp;quot;PREMIS&amp;quot;&amp;gt;Library of Congress o. J.: PREMIS – Preservation Metadata: Implementation Strategies. Internationaler Standard für Erhaltungsmetadaten. URL: https://www.loc.gov/standards/premis/, abgerufen am 16.07.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Persistenter Identifikator'''&lt;br /&gt;
| Ein '''persistenter Identifikator''' ist eine dauerhafte und eindeutige Kennung für ein Kulturgut, einen Datensatz oder eine digitale Ressource. Die Kennung bleibt bestehen, auch wenn sich der technische Speicherort oder die Internetadresse ändern. Dadurch können Kulturgüter dauerhaft zitiert und zwischen Systemen verknüpft werden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;DFG2016&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Metadaten sind keine bloße Beigabe zu einer Datei. Ohne ausreichende Beschreibungen kann ein Digitalisat zwar technisch vorhanden sein, später aber kaum gefunden, verstanden oder zuverlässig zugeordnet werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.3.4 Digitalisierungsdienst und Archiv ===&lt;br /&gt;
Die folgende Tabelle erklärt was erforderlich ist, damit Kulturgüter digitalisiert werden und nicht nur heute gespeichert sind, sondern auch nach technischen und organisatorischen Veränderungen noch gefunden, verstanden und genutzt werden können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
! Begriff&lt;br /&gt;
! Erklärung&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Repositorium'''&lt;br /&gt;
| Ein '''Repositorium''', auch ''Repository'' genannt, ist eine verwaltete technische Umgebung, in der digitale Objekte und ihre Metadaten übernommen, gespeichert, geordnet, verwaltet und bereitgestellt werden. Ein Repositorium kann Teil eines digitalen Archivs sein. Nicht jedes Repositorium erfüllt jedoch automatisch alle Anforderungen der Langzeiterhaltung.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Digitales Archiv oder digitales Langzeitarchiv'''&lt;br /&gt;
| Ein digitales Archiv ist mehr als ein Server oder ein Speicherprogramm. Es verbindet eine verantwortliche Organisation, fachkundiges Personal, Regeln, Arbeitsabläufe und technische Systeme. Es übernimmt die Verantwortung dafür, digitale Informationen langfristig zu erhalten und für festgelegte Nutzergruppen zugänglich zu machen. Das internationale Referenzmodell '''Open Archival Information System''' (OAIS, offenes Archiv-Informationssystem) bietet hierfür einen fachlichen Rahmen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;OAIS2024&amp;quot;&amp;gt;Consultative Committee for Space Data Systems (CCSDS) 2024: Reference Model for an Open Archival Information System (OAIS), CCSDS 650.0-M-3, insbesondere S. 1-1–1-2 und 2-1–2-2. URL: https://ccsds.org/Pubs/650x0m3.pdf, abgerufen am 16.07.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Ingest oder kontrollierte Übernahme'''&lt;br /&gt;
| '''Ingest''' bezeichnet die kontrollierte Übernahme digitaler Dateien und Metadaten in ein Repositorium oder digitales Archiv. Dabei werden beispielsweise Vollständigkeit, Dateiformate, Metadaten und Dateiintegrität geprüft und die Übernahme dokumentiert.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Langzeitverfügbarkeit und digitale Langzeiterhaltung'''&lt;br /&gt;
| '''Langzeitverfügbarkeit''' ist das Ziel, digitale Inhalte über technische und organisatorische Veränderungen hinweg auffindbar, lesbar, verständlich und nutzbar zu halten. '''Digitale Langzeiterhaltung''' bezeichnet die dafür notwendigen fortlaufenden Maßnahmen. Dazu können mehrere Speicherorte, regelmäßige Prüfungen, Formatüberwachung, technische Migrationen und eine nachvollziehbare Dokumentation gehören. „Langfristig“ bezeichnet dabei keine feste Zahl von Jahren, sondern einen Zeitraum, in dem mit veränderten Technologien, Formaten und Nutzungsanforderungen gerechnet werden muss.&amp;lt;ref name=&amp;quot;OAIS2024&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Datensicherung oder Backup'''&lt;br /&gt;
| Ein '''Backup''' ist eine zusätzliche Sicherungskopie, aus der Dateien nach einem Verlust oder technischen Ausfall wiederhergestellt werden können. Backups sind notwendig, ersetzen aber keine Langzeiterhaltung: Sie regeln allein noch keine dauerhaften Zuständigkeiten, Metadaten, Formatüberwachung, Integritätsprüfungen oder langfristige Zugänglichkeit.&amp;lt;ref name=&amp;quot;DPCStorage&amp;quot;&amp;gt;Digital Preservation Coalition o. J.: Digital Preservation Handbook – Storage. URL: https://www.dpconline.org/handbook/organisational-activities/storage, abgerufen am 16.07.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Integrität und Authentizität'''&lt;br /&gt;
| '''Integrität''' bedeutet, dass unbeabsichtigte Veränderungen oder Beschädigungen einer Datei erkannt werden können. Dafür werden häufig Prüfsummen verwendet - digitale Kontrollwerte, die regelmäßig verglichen werden. '''Authentizität''' bedeutet, dass Herkunft, Identität und Bearbeitungsgeschichte eines digitalen Objekts nachvollziehbar sind und belegt werden kann, dass es das ist, was es zu sein vorgibt.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Dateiformat und Datenformat'''&lt;br /&gt;
| Ein '''Dateiformat''' legt den technischen Aufbau einer einzelnen Datei fest. Ein '''Datenformat''' beschreibt, wie Informationen strukturiert und zwischen Systemen ausgetauscht werden. Gut dokumentierte, verbreitete und möglichst offen beschriebene Formate erleichtern den Austausch und die langfristige Nutzung. Sie ersetzen jedoch keine aktive Langzeiterhaltung.&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Merksatz:''' Speichern ist nicht dasselbe wie langfristiges Erhalten. Auch ein vorhandenes Backup ist noch kein digitales Langzeitarchiv.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.3.5 Präsentationssystem ===&lt;br /&gt;
Die folgende Tabelle erklärt, wie aus langfristig gesicherten Dateien ein digitales Kulturerbe wird, das von Menschen gefunden, verstanden und sinnvoll genutzt werden kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
! Begriff&lt;br /&gt;
! Erklärung&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Zugänglichmachung und Präsentation'''&lt;br /&gt;
| '''Zugänglichmachung''' bedeutet, dass digitale Objekte auffindbar und im rechtlich sowie technisch zulässigen Umfang abrufbar sind. '''Präsentation''' geht darüber hinaus: Inhalte werden ausgewählt, miteinander verknüpft, erklärt und für bestimmte Zielgruppen vermittelt. Dazu gehören verständliche Kontextinformationen, klare Rechteangaben, Mehrsprachigkeit und möglichst barrierearme Zugänge. Abhängig von Rechten, personenbezogenen Daten oder kulturellen Schutzbedarfen kann der Zugang offen oder eingeschränkt sein.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Nutzung und Nachnutzung'''&lt;br /&gt;
| '''Nutzung''' umfasst beispielsweise das Betrachten, Lesen, Anhören, Erforschen oder Vermitteln eines digitalen Kulturguts. '''Nachnutzung''' bedeutet seine weitere Verwendung in einem neuen Zusammenhang, etwa in Bildung, Forschung, Publikationen, Ausstellungen, Anwendungen oder kreativen Werken. Dafür werden geeignete Dateien, verständliche Metadaten und klare Rechteinformationen benötigt.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Rechteinformation und Lizenz'''&lt;br /&gt;
| Eine '''Rechteinformation''' beschreibt den rechtlichen Status eines digitalen Objekts und mögliche Einschränkungen seiner Nutzung. Eine '''Lizenz''' räumt durch eine dazu berechtigte Person oder Institution konkrete Nutzungsrechte ein. Ein allgemeiner Rechtehinweis ist daher nicht automatisch eine Lizenz.&amp;lt;ref name=&amp;quot;RightsReuse&amp;quot;&amp;gt;RightsStatements.org o. J.: Standardisierte Rechtehinweise für online verfügbares Kulturerbe. URL: https://rightsstatements.org/de/, abgerufen am 16.07.2026. Creative Commons 2025: Recommended Licenses and Tools for Cultural Heritage Content. URL: https://creativecommons.org/2025/07/09/recommended-licenses-and-tools-for-cultural-heritage-content/, abgerufen am 16.07.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Interoperabilität'''&lt;br /&gt;
| '''Interoperabilität''' bezeichnet die Fähigkeit von Systemen und Organisationen, Daten auszutauschen und in gleicher Bedeutung zu verstehen. Dafür werden gemeinsame Metadatenmodelle, Begriffe, Identifikatoren und technische Schnittstellen benötigt. So können beispielsweise Register, Repositorien, Präsentationsportale und externe Kulturplattformen miteinander verbunden werden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;EuropeanaEDM&amp;quot;&amp;gt;Europeana o. J.: Metadata – Europeana Data Model (EDM, Europeana-Datenmodell). URL: https://pro.europeana.eu/page/metadata, abgerufen am 16.07.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Digitalisierte Inhalte entfalten ihren kulturellen und gesellschaftlichen Nutzen erst dann vollständig, wenn sie auffindbar, verständlich, rechtlich klar und für unterschiedliche Zielgruppen tatsächlich verwendbar sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der folgende Abschnitt 2.4 beschreibt, wie diese Kernfunktionen innerhalb des gesamten Prozesses der Kulturerbe-Digitalisierung zusammenwirken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== 2.4 Prozess der Digitalisierung von Kulturerbe ==&lt;br /&gt;
Die Digitalisierung von Kulturgut ist kein rein technischer Arbeitsschritt, sondern ein vielschichtiger, oft langfristiger Prozess, der bereits mit der Wahrnehmung und Identifikation einer kulturellen Ausdrucksform beginnt. Ziel dieses Abschnitts ist es, diesen Gesamtprozess systematisch darzustellen: von der gelebten Kultur über das identifizierte Kulturgut bis hin zur digital nutzbaren Repräsentation.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die hier entwickelte Prozessdarstellung soll als praxisorientierter Überblick dienen für die Digitalisierung des sorbischen Kulturerbes. Sie berücksichtigt die Anforderungen sorbischer Einrichtungen ebenso wie die international etablierten Referenzmodelle und Standards, darunter:&lt;br /&gt;
* das OAIS-Referenzmodell (ISO 14721) für digitale Archivierung&amp;lt;ref&amp;gt;Consultative Committee for Space Data Systems (CCSDS) 2024: Reference Model for an Open Archival Information System (OAIS), CCSDS 650.0-M-3. URL: https://ccsds.org/Pubs/650x0m3.pdf, abgerufen am 01.10.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
* das DCC Curation Lifecycle Model für kuratorische Entscheidungsprozesse&amp;lt;ref&amp;gt;Higgins 2008: The DCC Curation Lifecycle Model. International Journal of Digital Curation, 3(1), 134-140. URL: https://ijdc.net/index.php/ijdc/article/view/48, abgerufen am 01.10.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
* das Spectrum-Modell für museale Objektverwaltung&amp;lt;ref&amp;gt;Collections Trust 2022. Spectrum 5.1 - The UK Museum Collections Management Standard. URL: https://collectionstrust.org.uk/spectrum/spectrum-5, abgerufen am 01.10.2025. &amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
* die UNESCO-Leitlinien zur Inventarisierung immateriellen Kulturerbes&amp;lt;ref&amp;gt;UNESCO 2024: Operational Directives for the Implementation of the Convention for the Safeguarding of the Intangible Cultural Heritage (10.GA). URL: https://ich.unesco.org/doc/src/ICH-Operational_Directives-10.GA_EN.pdf, abgerufen am 01.10.2025. &amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
* sowie technische Vorgaben wie die DFG-Praxisregeln Digitalisierung&amp;lt;ref&amp;gt;Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) 2022: Praxisregeln Digitalisierung (aktualisierte Fassung). URL: https://www.ulb.hhu.de/fileadmin/redaktion/ULB/Documents/Infomaterial/DFG_Praxisregeln_Digitalisierung_Aktualisierte_Fassung2022.pdf, abgerufen am 01.10.2025. &amp;lt;/ref&amp;gt; und die FADGI-Richtlinien&amp;lt;ref&amp;gt;Federal Agencies Digital Guidelines Initiative (FADGI) 2023: Technical Guidelines for Digitizing Cultural Heritage Materials – Still Image, 3rd ed. URL: https://www.digitizationguidelines.gov/guidelines/digitize-technical.html, abgerufen am 01.10.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Folge soll der „Lebenslauf“ eines Kulturguts dargestellt werden, also der Weg, den ein Objekt oder eine kulturelle Praxis vom Zeitpunkt der Entstehung über die Erfassung, Digitalisierung und Archivierung bis zur Veröffentlichung in einem digitalen Präsentationsmodul durchläuft.&lt;br /&gt;
Hierfür erläutert der folgende Abschnitt die einzelnen Prozessschritte im Detail, jeweils mit Akteuren und Beispielen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.4.1 Vorüberlegungen zum Prozess ===&lt;br /&gt;
Im hier vorgestellten Prozess wird auf eine harte, systematische Filterung verzichtet, welche kulturellen Ausdrucksformen „nur“ Kultur und welche bereits Kulturgut sind. Ein solcher Bewertungs- und Abgrenzungsprozess wäre ressourcenintensiv und würde den vorhandenen Kapazitäten in den beteiligten Einrichtungen nicht entsprechen. Stattdessen folgt das Konzept einer inklusiven Logik: Alle dokumentierten Ausdrucksformen werden zunächst als potenzielle Kulturgüter erfasst. Eine feinere Auswahl und Priorisierung erfolgen erst in einem späteren Schritt, nämlich dann, wenn konkret entschieden wird, welche Ausdrucksformen bzw. Kulturgüter in welcher Tiefe digitalisiert, archiviert und präsentiert werden sollen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieses Vorgehen schließt an das SKR-Konzept an, das bewusst auf eine frühe normative Trennung zwischen „kultureller Ausdrucksform“ und „Kulturgut“ verzichtet. Auch hier steht zunächst der möglichst vollständige, strukturierte Überblick über die sorbischen Kulturgüter im Vordergrund. Die differenzierte Bewertung und Schwerpunktsetzung werden als anschließende fachliche Aufgabe verstanden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.4.2 Prozessschritte im Detail ===&lt;br /&gt;
Das folgende Diagramm gibt einen Überblick über die sechs Kernschritte des Gesamtprozesses der Digitalisierung von Kulturgut – von der ersten Wahrnehmung einer kulturellen Ausdrucksform bis zu ihrer digitalen Präsentation als Kulturgut. Die Abfolge zeigt zugleich die Entwicklungsstufen: von gelebter Kultur zur kulturellen Ausdrucksform, von dort zum Kulturgut und schließlich zum digitalen Kulturgut. Die Schritte sind als generischer Ablauf zu verstehen: Je nach Art des Kulturguts können einzelne Tätigkeiten unterschiedlich aufwendig sein oder parallel erfolgen.&lt;br /&gt;
[[Dataja:Wobraz_K3.png|center|600px]]&amp;lt;ref&amp;gt;Mermaid Flowchart Code: [https://mermaid.live/edit#pako:eNplkk1OwzAQha8yGqmbkloxSZs2CyTa8LOphIAVhIVJpolF4iDH4a_qbXqTXgzHFdAKr2y97703lmaNWZMTxriqmvesFNrAfZIqgPPHFIdDzuBO1DVVajhM8QlGozOYO-WUwS0VsjVakqa93Pvmjlk4JmAwp3fS5kCHwQAWjkkcE_Y5WWkIXqrd9jBpT138UIkspBGVbI_7-rwLR146csLgRryQ-U8lMGLwTG1WapLPpHKCZQLMOY9ch7m2VxiSpOAEjJ1TSev_M_bkvv3KtY8ZnOuslG_H9VcOuf4dUO-2LamjGdHDQsscY6M78rAmXYv-ies-IEVTUk0pxvaa00p0lUkxVRtrexXqoWnqH6duuqLEeCWq1r6619zOn0hRaPGH9J_Xi6ZTBuOxS8B4jR8YhxGLeDThkR-EM37KuYefFmHTaOz7fOZHQTidBMHGwy9X6VslnNnDw4jPuB8GHlIuTaOX-7Vy27X5Bh_Osqo hier klicken], abgerufen am 22.09.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Prozess zeigt, dass Digitalisierung von Kulturgut mehr ist als das Erstellen digitaler Dateien. Sie umfasst eine Reihe aufeinander bezogener Schritte – von der ersten Wahrnehmung einer kulturellen Ausdrucksform über ihre Erfassung, Bewertung und Digitalisierung bis hin zur langfristigen Sicherung und Präsentation. Dabei sind je nach Schritt unterschiedliche Akteure beteiligt, etwa Gemeinschaften, Museen, Archive, Fachgremien, Digitalisierungsstellen oder IT. Die folgenden Beschreibungen erläutern diese Schritte so, dass nachvollziehbar wird, was jeweils mit einem Kulturgut geschieht, wer daran beteiligt ist und wie sich der Ablauf in der Praxis vorstellen lässt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''1. Sammeln &amp;amp; erfassen''' &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Hier wird eine kulturelle Ausdrucksform erstmals wahrgenommen, benannt und mit ersten Informationen erfasst: Was ist es, wer macht es oder hat es geschaffen, wo kommt es vor, warum ist es bedeutsam für die Gemeinschaft? &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Akteure''': Community, Vereine, Museen, Archive, Forschende, Privatpersonen.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Beispiel''': Auf einem Dorffest zeigt eine Frau das Verzieren sorbischer Ostereier. Jemand fotografiert dies und notiert Technik, Ort und Namen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''2. Registrieren &amp;amp; beschreiben''' &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Hier wird aus der ersten Beobachtung ein strukturierter Nachweis. Das Kulturgut oder die kulturelle Ausdrucksform wird in ein Register, eine Sammlung oder einen Katalog aufgenommen und mit strukturierten Metadaten beschrieben, damit es wiedergefunden, zugeordnet und verstanden werden kann. Dazu gehören z. B. Titel, Ort, Zeit, Technik, Funktion, beteiligte Personen und der kulturelle Kontext.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Akteure''': Registerverantwortliche, Kurator:innen, Sammlungsmitarbeitende, Community für Kontextinformationen.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Beispiel''': Das Osterei erhält einen Eintrag mit Angaben wie „Wachsbatik“, „Schleife“, „Osterei-Verzierung“, Name der Trägerin und Entstehungsjahr.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''3. Bewerten &amp;amp; freigeben''' &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
In diesem Schritt wird entschieden, ob und in welcher Priorität ein Kulturgut oder die kulturelle Ausdrucksform digitalisiert werden soll und ob dies rechtlich und ethisch möglich ist. Dabei spielen fachliche Kriterien wie Bedeutung, Repräsentativität, Seltenheit oder Gefährdung eine Rolle, aber auch Fragen des Urheberrechts, Datenschutzes und möglicher kultureller Sensibilitäten. Am Ende steht eine begründete Entscheidung, ob und in welchem Umfang das Kulturgut weiterbearbeitet und später veröffentlicht werden darf. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Akteure''': Kurator:innen, Fachgremien, Community-Vertretungen, Register/SKR, ggf. Rechteverantwortliche und Behörden. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Beispiel''': Es wird entschieden, dass die Osterei-Technik wegen ihrer Bedeutung für die sorbische Identität digital gesichert werden soll; die Kunsthandwerkerin stimmt der Veröffentlichung zu.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''4. Digitalisieren &amp;amp; prüfen''' &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Nun wird das Kulturgut technisch erfasst, also in eine digitale Form überführt. Das kann je nach Objektart durch Scan, Fotografie, Audio- oder Videoaufnahme oder 3D-Erfassung geschehen. Dabei entstehen hochwertige Master-Dateien und nutzbare Derivate. Die Digitalisierung folgt qualifizierten Standards, um Reproduzierbarkeit, Farbkonsistenz und Nutzbarkeit zu gewährleisten. Anschließend wird geprüft, ob Schärfe, Farbe, Vollständigkeit und Dateiformate den Anforderungen für Archivierung und Nutzung entsprechen. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Akteure''': Digitalisierungszentrum, Foto-/AV-/3D-Spezialist:innen, externe Dienstleister bei Spezialfällen. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Beispiel''': Das Osterei wird fotografisch hochauflösend aufgenommen und zusätzlich als 3D-Modell erfasst. Danach werden Schärfe, Farbe und Dateiformate geprüft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''5. Archivieren &amp;amp; sichern''' &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die entstandenen digitalen Dateien werden geordnet abgelegt, mit den zugehörigen Metadaten verknüpft und für die langfristige Erhaltung gesichert. Dazu gehören sichere Speicherorte, Backups, Integritätskontrollen und – wenn nötig – spätere technische Migration auf neue Systeme. Ziel ist, dass das digitale Kulturgut langfristig erhalten bleibt, auch wenn sich Technik und Formate verändern. Das Original bleibt in der Regel weiterhin am Sammlungs- oder Aufbewahrungsort. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Akteure''': Archiv, Repository, IT-Betrieb, ggf. Sorbisches Kulturarchiv bzw. Digitalisierungszentrum. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Beispiel''': Die Bilder und das 3D-Modell des Ostereis werden auf gesicherten Servern gespeichert; das Original bleibt im Museum oder bei der Eigentümerin.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''6. Präsentieren &amp;amp; nutzen''' &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Im letzten Schritt werden die digitalen Objekte so bereitgestellt, dass sie gefunden, verstanden und genutzt werden können, z. B. in Portalen, digitalen Sammlungen oder virtuellen Ausstellungen. Dafür reicht es nicht, nur Dateien anzuzeigen: Es braucht auch verständliche Kontexte, Rechteangaben, Mehrsprachigkeit und möglichst barrierearme Zugänge. So wird aus der technischen Digitalisierung eine tatsächliche kulturelle Nutzung. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Akteure''': Kurator:innen, Vermittlung, Web/IT, Museen, Kulturinformationen, Community. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Beispiel''': Das Osterei erscheint in einer Online-Ausstellung, kann herangezoomt oder als 3D-Modell gedreht werden und wird mit einem kurzen Text zur Technik erklärt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.4.3 Organisatorische Perspektive ===&lt;br /&gt;
Die folgende Abbildung ist entnommen aus einem Poster des Sorbischen Instituts zu dessen Digitalisierungsstrategie, gefunden auf der Projektseite des Digitalisierungszentrums.&amp;lt;ref&amp;gt;Sorbisches Institut: Digitalisierungszentrum (DZ). URL: [https://www.serbski-institut.de/projekte-zentrale-vorhaben/digitalisierungszentrum-dz/ https://www.serbski-institut.de/projekte-zentrale-vorhaben/digitalisierungszentrum-dz/], abgerufen am 25.03.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Digitalisierungsstrategie des Sorbischen Instituts zeigt die Erfassung, Registrierung, Digitalisierung und Archivierung bis zur Präsentation von Kulturgütern aus '''organisatorischer Sicht'''. Sie basiert auf einem '''3-Säulen-Modell aus Kulturregister, Digitalisierungszentrum und Präsentationsumgebung'''. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Dataja:Wobraz_K4.png|mini||center|600px|Abbildung: 3-Säulen-Modell der Digitalisierungsstrategie des Sorbischen Instituts. Quelle: Sorbisches Institut, „Digitalizacija serbskich kulturnych datow / Digitalisierung der sorbischen/wendischen Kulturdaten“&amp;lt;ref&amp;gt;Sorbisches Institut 2025: Digitalizacija serbskich kulturnych datow / Digitalisierung der sorbischen/wendischen Kulturdaten (Poster). URL:  [https://www.serbski-institut.de/wp-content/uploads/2021/11/A0-Druck_Digitalisierungsstrategie-SI.pdf  https://www.serbski-institut.de/wp-content/uploads/2021/11/A0-Druck_Digitalisierungsstrategie-SI.pdf], abgerufen am 25.03.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Beide Sichtweisen - die fachliche &amp;quot;Prozess-Sicht&amp;quot; und die &amp;quot;organisatorische Sicht&amp;quot; lassen sich wie folgt in einer Darstellung zusammenfassen:&lt;br /&gt;
[[Dataja:Wobraz_K5.jpg|mini||center|600px|Abbildung: Zusammengefasste Sichtweisen auf die Digitalisierung von Kulturerbe.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der &amp;quot;Prozess der Digitalisierung von Kulturerbe&amp;quot; beschreibt, '''was''' mit einem Kulturgut geschieht; das 3-Säulen-Modell zeigt, '''wo''' diese Aufgaben organisatorisch verortet sind. Bezogen auf die oben beschriebenen [[#2.3.2 Prozessschritte im Detail|Prozessschritte der Digitalisierung von Kulturerbe]] steht das '''Sorbische Kulturregister''' für den Prozessschritt „'''2. Registrieren'''“ und dient dabei vor allem der Verzeichnung und Metadatenverwaltung. Das '''Digitalisierungszentrum''' steht für die Prozessschritte „'''4. Digitalisieren'''“ und „'''5. Archivieren'''“ und dient dabei der technischen Erfassung, Bearbeitung und Sicherung der Digitalisate. Die '''Präsentationsumgebung''' steht für den Schritt „'''6. Präsentieren'''“ und dient der öffentlichen oder kuratierten Bereitstellung zur Nutzung. Ergänzende Konzepte des SI machen dabei deutlich, dass die Digitalisierung im Regelfall eine vorherige Verzeichnung im Register voraussetzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
! Prozessschritt&lt;br /&gt;
! Verantwortliche Organisation&lt;br /&gt;
! Funktion im Gesamtsystem&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''2. Registrieren'''&lt;br /&gt;
| '''Sorbisches Kulturregister'''&lt;br /&gt;
| Kulturgüter werden als Entitäten nachgewiesen, beschrieben, mit Metadaten versehen und miteinander verknüpft. Das Register erfüllt damit eine katalogähnliche Funktion: Es macht sichtbar, welche Kulturgüter es gibt, wo sie sich befinden und in welchem Kontext sie stehen.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''4. Digitalisieren'''&lt;br /&gt;
| '''Digitalisierungszentrum'''&lt;br /&gt;
| Kulturgüter werden technisch erfasst, z. B. durch Scan, Fotografie, Audio-/Videoübertragung oder 3D-Erfassung. Das Digitalisierungszentrum erzeugt und prüft die Digitalisate, ist aber nicht selbst primär ein Präsentationssystem.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''5. Archivieren'''&lt;br /&gt;
| '''Digitalisierungszentrum / Repositorium / Archiv'''&lt;br /&gt;
| Die digitalen Dateien werden geordnet gespeichert, mit Metadaten verbunden und langfristig gesichert. Dazu gehört auch die Sicherstellung der Langzeitaufbewahrung, etwa durch geeignete Speicherorte, Prüfroutinen und spätere Migrationen.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''6. Präsentieren'''&lt;br /&gt;
| '''Sorabicon / weitere Präsentationsumgebungen'''&lt;br /&gt;
| Die digitalen Inhalte werden für Nutzer:innen sichtbar, erfahrbar und verständlich gemacht, z. B. in Portalen, digitalen Sammlungen oder virtuellen Ausstellungen. Die Präsentation greift dafür auf Metadaten aus dem Register und auf Digitalisate aus dem Repositorium bzw. dem Digitalisierungszentrum zurück.&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Schritt '''1. Sammeln''' liegt vor diesen drei Säulen. Er betrifft die Sammlungsorte selbst, also z. B. Museen, Archive, Heimatstuben, Vereine, Projekte, Gemeinden oder Privatpersonen. Dort entstehen oder befinden sich die Kulturgüter zunächst, bevor sie systematisch registriert, bewertet oder digitalisiert werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Schritt '''3. Bewerten''' ist ebenfalls keine eigene technische Säule, sondern ein steuernder Entscheidungsschritt. In ihm wird geklärt, welche Kulturgüter priorisiert digitalisiert werden, welche fachliche Bedeutung sie haben, welche Rechte zu beachten sind und ob eine öffentliche Präsentation möglich ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Damit wird deutlich: Register, Digitalisierungszentrum und Präsentation erfüllen unterschiedliche Aufgaben. Das '''Register''' beschreibt und verknüpft Kulturgüter, das '''Digitalisierungszentrum''' erzeugt und sichert Digitalisate und die '''Präsentationsumgebung''' macht ausgewählte Inhalte verständlich zugänglich. Gerade diese Trennung schafft klare Zuständigkeiten und erleichtert die Zusammenarbeit zwischen Sammlungsorten, Fachstellen, technischen Dienstleistern und Öffentlichkeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== 2.5 Beispiele anderer Kulturen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Digitalisierung des Kulturerbes kleiner, autochthoner, indigener und sprachlicher Gemeinschaften weist häufig vergleichbare Herausforderungen auf: Kulturgüter und Bestände sind auf viele Institutionen, Vereine, lokale Einrichtungen und private Träger verteilt. Personelle und finanzielle Ressourcen sind begrenzt, mehrere Sprachen und Beschreibungstraditionen müssen berücksichtigt werden und nicht alle kulturellen Inhalte dürfen oder sollen ohne Einschränkung öffentlich zugänglich gemacht werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In einer vergleichenden Recherche wurde daher untersucht, wie andere Gemeinschaften und Regionen ihr Kulturerbe erfassen, beschreiben, digitalisieren, langfristig sichern und zur Nutzung bereitstellen. Dabei wurde nicht nach einer universell „idealen“ technischen Lösung gesucht. Untersucht wurde vielmehr, welche organisatorischen, technischen, rechtlichen und gemeinschaftlichen Modelle unter welchen Rahmenbedingungen funktionieren, welche Schwierigkeiten auftreten und welche übertragbaren Erfolgsfaktoren erkennbar sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die nachfolgenden Beispiele verdeutlichen unterschiedliche Schwerpunkte: gemeinschaftliche Steuerung, institutionsübergreifende Register und Suchsysteme, Digitalisierung verteilter Bestände, Sprach- und Tonarchive, abgestufte Zugänge, Unterstützung kleiner Kulturgutträger sowie die Überführung zeitlich begrenzter Projekte in einen dauerhaften Betrieb.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die daraus abgeleiteten Kriterien bilden einen Referenzrahmen. Anhand dieses Referenzrahmens kann in einer späteren Ist-Analyse geprüft werden, welche Funktionen bereits vorhanden, nur konzeptionell beschrieben, in Pilotprojekten erprobt oder dauerhaft im Regelbetrieb verankert sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die ausführlichen Fallprofile, Vergleichsmatrizen, Quellen sowie ein Hinweis zur KI-gestützten Erstellung befinden sich in der [[12.3.A1 Vergleichende Recherche – Digitalisierung des Kulturerbes anderer Kulturen und Regionen|ausführlichen Vergleichsrecherche]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.5.1 RomArchive – Digitales Archiv der Roma ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Roma und Sinti sind eine transnationale Minderheit, die in zahlreichen europäischen Staaten lebt. RomArchive wurde von 2015 bis 2019 mit 3,75 Millionen Euro durch die Kulturstiftung des Bundes gefördert. Weitere Unterstützer waren unter anderem die Bundeszentrale für politische Bildung, das Auswärtige Amt und das Goethe-Institut. Seit 2019 wird das Archiv durch das Dokumentations- und Kulturzentrum Deutscher Sinti und Roma in Heidelberg betrieben.&amp;lt;ref name=&amp;quot;vergleich_romarchive&amp;quot;&amp;gt;RomArchive o. J.: Frequently Asked Questions. URL: https://www.romarchive.eu/en/about/frequently-answered-questions/; Dokumentations- und Kulturzentrum Deutscher Sinti und Roma e. V. o. J.: Imprint. URL: https://www.romarchive.eu/en/imprint/; Kulturstiftung des Bundes o. J.: RomArchive. URL: https://www.kulturstiftung-des-bundes.de/en/programmes_projects/film_and_new_media/detail/romarchive.html, jeweils abgerufen am 20.07.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Archiv präsentiert Kunst, Geschichte und Kultur aus der Perspektive der Roma. Kuratorische Teams und Beirat waren überwiegend mit Angehörigen der Minderheit besetzt. Neben öffentlich zugänglichen Inhalten existiert ein internes Archiv mit beschränktem Forschungszugang. Besonders lehrreich ist der bereits zu Projektbeginn geplante und später tatsächlich vollzogene Übergang an einen dauerhaften Betreiber.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Erfolgsfaktoren und Learnings:''' &lt;br /&gt;
* Angehörige der Gemeinschaft sollten nicht nur Inhalte zuliefern, sondern festgelegte Entscheidungsrechte bei Auswahl, Beschreibung, Kontextualisierung und Zugangsregeln besitzen. &lt;br /&gt;
* Bereits zu Beginn einer Projektphase verbindlich klären, welche Institution das Register, Archiv oder Portal nach dem Ende der Förderung dauerhaft betreibt, pflegt und finanziert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.5.2 Nuohtti – Zugang zum Sámi-Kulturerbe ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Sámi sind ein indigenes Volk im nordeuropäischen Sápmi, das sich über Teile Norwegens, Schwedens, Finnlands und Russlands erstreckt. Viele historische Sámi-Materialien befinden sich außerhalb der Sámi-Institutionen in europäischen Archiven und Museen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nuohtti ist ein gemeinsamer Suchdienst für digitalisierte Sámi-Materialien. Er wurde von 2018 bis 2021 mit Mitteln des Programms Interreg Nord der EU (Europäische Union) entwickelt. Beteiligt waren unter anderem die Sámi-Archive der finnischen und norwegischen Nationalarchive, das schwedische Reichsarchiv und mehrere Universitäten. Die Sámi-Parlamente Finnlands, Norwegens und Schwedens waren in der Steuerungsgruppe vertreten. Der Dienst führte nach Projektangaben etwa 30.000 Datensätze aus 32 Institutionen zusammen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;vergleich_nuohtti&amp;quot;&amp;gt;Nuohtti o. J.: About Nuohtti. URL: https://nuohtti.com/Content/about; University of the Arctic 2023: The Nuohtti service provides digital access to Sámi material in European archives. URL: https://www.uarctic.org/news/2023/3/the-nuohtti-service-provides-digital-access-to-sami-material-in-european-archives/, jeweils abgerufen am 20.07.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nuohtti übernimmt nicht alle Bestände in ein einziges System. Stattdessen werden Metadaten, also strukturierte Beschreibungsdaten zu Objekten und Beständen, aus vorhandenen Einrichtungen zusammengeführt und mit mehrsprachiger Suche, Karte und Zeitleiste zugänglich gemacht. Ethische Hinweise machen darauf aufmerksam, dass viele Bestände unter historischen und teilweise kolonialen Bedingungen gesammelt und beschrieben wurden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Erfolgsfaktoren und Learnings:''' &lt;br /&gt;
* Ein gemeinsamer Zugang kann auch mit dezentraler Architektur der Bestände erfolgen – Originale, Dateien und Fachsysteme können beim Kulturgutträger verbleiben.&lt;br /&gt;
* Ein Register für Kulturdaten kann als übergreifende Nachweisschicht arbeiten: Größere Einrichtungen liefern Daten über technische Schnittstellen, während kleine Träger zentrale oder gemeinsam bereitgestellte Erfassungsdienste nutzen können. &lt;br /&gt;
* Historische Fremdbeschreibungen sollten ergänzt werden durch Selbstbezeichnungen, eigene Sprachformen, alternative Benennungen und Kontexte der betreffenden Gemeinschaft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.5.3 People’s Collection Wales / Casgliad y Werin Cymru ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wales ist ein Landesteil des Vereinigten Königreichs mit einer eigenständigen nationalen und walisischsprachigen Identität. People’s Collection Wales ist eine zweisprachige Plattform für institutionelles und gemeinschaftlich getragenes Kulturerbe. Sie wird als Verbund der National Library of Wales, des National Museum Wales und der Royal Commission on the Ancient and Historical Monuments of Wales betrieben und durch die walisische Regierung finanziert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Neben der technischen Plattform werden kostenlose Beratung und Schulungen zu Digitalisierung, Metadaten, Urheberrecht, Datenschutz und Oral History, also mündlich überlieferter und aufgezeichneter Geschichte, angeboten. Eine unabhängige Evaluation stellte Fortschritte bei der Zusammenarbeit und beim Kompetenzaufbau fest, benannte aber auch begrenzte Wirkungsnachweise, Finanzierungsrisiken und den hohen Personalaufwand für die Unterstützung der beteiligten Gemeinschaften.&amp;lt;ref name=&amp;quot;vergleich_wales&amp;quot;&amp;gt;Vittle, Kate / Haswell-Walls, Fran / Dixon, Tim; ERS Ltd. 2016: Evaluation of the Casgliad y Werin Cymru / People’s Collection Wales Digital Heritage Programme. Impact Report. URL: https://www.gov.wales/sites/default/files/publications/2019-08/evaluation-of-the-peoples-collection-wales-digital-heritage-programme-impact.pdf; People’s Collection Wales o. J.: Community Support. URL: https://www.peoplescollection.wales/about-us/community-support, jeweils abgerufen am 20.07.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Erfolgsfaktoren und Learnings:''' &lt;br /&gt;
* Kleine und ehrenamtlich betreute Sammlungen benötigen nicht nur technische Standards, sondern konkrete und dauerhaft verfügbare Dienstleistungen: Erstberatung, Schulung, Vorlagen, Unterstützung bei Rechtefragen, Qualitätskontrolle und persönliche Ansprechpartner. &lt;br /&gt;
* Ein Digitalisierungszentrum oder ein Verbund koordinierter Digitalisierungsdienste sollte daher als Service- und Kompetenzstruktur ausgestaltet werden und nicht lediglich als technische Produktionsstelle. &lt;br /&gt;
* Der dafür notwendige Beratungs- und Unterstützungsaufwand muss als dauerhafte Betriebsaufgabe eingeplant werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.5.4 Tobar an Dualchais / Kist o Riches ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schottisch-Gälisch ist eine Minderheitensprache, die vor allem in den Highlands und auf den schottischen Inseln gesprochen wird. Tobar an Dualchais macht mehr als 40.000 seit den 1930er Jahren entstandene Tonaufnahmen zugänglich. Die Bestände umfassen Erzählungen, Lieder, Musik, Gedichte und mündlich überliefertes Wissen auf Gälisch, Scots und Englisch. Ein bedeutender Teil der Originalbestände wird in den School of Scottish Studies Archives der Universität Edinburgh verwahrt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;vergleich_tobar&amp;quot;&amp;gt;University of Edinburgh 2024: Tobar an Dualchais / Kist o Riches. URL: https://gaelic.ed.ac.uk/gaelic-collections/tobar-an-dualchais-kist-o-riches; Scottish Government 2025: Rediscovering lost Gaelic words. URL: https://www.gov.scot/news/rediscovering-lost-gaelic-words/, jeweils abgerufen am 20.07.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Digitalisierung wird mit Verschriftlichung beziehungsweise Transkription, sprachlicher Erschließung, Freiwilligenarbeit und teilweise automatischer Spracherkennung verbunden. Das Projekt erhält wiederkehrende öffentliche Förderungen, muss Rechteklärung, Transkription und technische Weiterentwicklung jedoch dauerhaft fortsetzen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Erfolgsfaktoren und Learnings:''' &lt;br /&gt;
* Gefährdete Ton-, Film- und Videobestände müssen wegen Materialverfall, beschädigungsanfälliger Trägermaterialien und nicht mehr verfügbarer Wiedergabetechnik zeitlich priorisiert werden. &lt;br /&gt;
* Ein geeignetes Pilotprojekt kann Digitalisierung, Rechteklärung, Verschriftlichung, Übersetzung, Metadatenerfassung, Archivierung und Bildungsnutzung entlang einer vollständigen Prozesskette verbinden. &lt;br /&gt;
* Dadurch werden nicht nur einzelne Dateien erzeugt, sondern zugleich die notwendigen Standards, Zuständigkeiten und Aufwände erprobt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.5.5 Euskariana – Portal zum baskischen Kulturerbe ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Baskinnen und Basken leben in Gebieten Spaniens und Frankreichs. Euskariana ist das staatlich betriebene Kulturportal der Autonomen Gemeinschaft Baskenland in Spanien. Es wird durch die Digitale Bibliothek Euskadi betrieben und verbindet Daten der baskischen Regierung, der Provinzen, Kommunen, Universitäten sowie öffentlicher, kirchlicher und privater Einrichtungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Portal ist zugleich gemeinsamer Katalog und Zugang zu digitalen Objekten. Es kann Inhalte über ein eigenes Repositorium, also ein institutionell betriebenes digitales Ablage- und Erhaltungssystem, bereitstellen oder zu den Systemen der Partner verlinken. Verwendet werden internationale Standards wie Dublin Core als allgemeiner Metadatenstandard, METS (Metadata Encoding and Transmission Standard) zur Strukturierung und Übertragung digitaler Objekte, PREMIS (Preservation Metadata: Implementation Strategies) für Metadaten zur digitalen Langzeiterhaltung und ALTO (Analyzed Layout and Text Object) für erkannte Texte und Seitenlayouts. Die standardisierten Daten können unter anderem an Europeana weitergegeben werden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;vergleich_euskariana&amp;quot;&amp;gt;Gobierno Vasco / Biblioteca Digital de Euskadi o. J.: Acerca de Euskariana. URL: https://www.euskariana.euskadi.eus/euskadibib/es/help/about.do, abgerufen am 20.07.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Erfolgsfaktoren und Learnings:''' &lt;br /&gt;
* Unterschiedliche Kulturgutträger benötigen unterschiedliche Anschlussmöglichkeiten. &lt;br /&gt;
** Kleine Einrichtungen sollten Daten und gegebenenfalls Dateien in zentral bereitgestellten Diensten erfassen und verwalten können. &lt;br /&gt;
** Größere Institutionen sollten ihre vorhandenen Systeme über Datenexporte oder Programmierschnittstellen anbinden können. &lt;br /&gt;
* Dafür ist ein gemeinsamer, bewusst schlank gehaltener Metadatenkern erforderlich, der durch fach- und institutionsspezifische Angaben erweitert werden kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.5.6 Mukurtu und Plateau Peoples’ Web Portal ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mukurtu ist eine frei verfügbare Software für die gemeinschaftlich kontrollierte Verwaltung digitalen indigenen Kulturerbes. Das Plateau Peoples’ Web Portal verbindet acht indigene Nationen des nordwestlichen Plateaus der USA mit der Washington State University und mehreren Museen und Archiven. Stammesvertreter wählen und beschreiben die Inhalte; die Universität übernimmt wesentliche technische Betriebsaufgaben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mukurtu ermöglicht kulturelle Protokolle, also gemeinschaftlich festgelegte Regeln für Zugang und Nutzung, Traditional Knowledge Labels als Kennzeichnungen für überliefertes gemeinschaftliches Wissen sowie mehrere Beschreibungen zu demselben Objekt. Dadurch kann neben einer institutionellen Museumsbeschreibung eine Beschreibung der Herkunftsgemeinschaft stehen. Zugänge können von vollständig öffentlich bis streng beschränkt reichen. Mukurtu weist ausdrücklich darauf hin, dass die Plattform vor allem dem Zugang und der gemeinschaftlichen Verwaltung dient und ein gesondertes Konzept für Digitalisierung, Langzeiterhaltung, Personal und Finanzierung erforderlich bleibt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;vergleich_mukurtu&amp;quot;&amp;gt;Mukurtu CMS / Washington State University o. J.: About. URL: https://mukurtu.org/about/; Plateau Peoples’ Web Portal. URL: https://mukurtu.org/project/plateau-peoples-web-portal-showcase/, jeweils abgerufen am 20.07.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Erfolgsfaktoren und Learnings:''' &lt;br /&gt;
* Rechte und kulturelle Sensibilität müssen als Bestandteil des Datenmodells behandelt werden und dürfen nicht erst unmittelbar vor einer Veröffentlichung geprüft werden. &lt;br /&gt;
* Sinnvoll sind abgestufte Kategorien wie &lt;br /&gt;
** „nur Metadaten öffentlich“, &lt;br /&gt;
** „öffentliches Nutzungsdigitalisat“, &lt;br /&gt;
** „Zugang nach Rücksprache“, &lt;br /&gt;
** „beschränkter Gemeinschafts- oder Forschungszugang“, &lt;br /&gt;
** „zeitlich gesperrt“ und &lt;br /&gt;
** „nicht zugänglich“. &lt;br /&gt;
* Mehrere Beschreibungen zu demselben Objekt ermöglichen es außerdem, institutionelle Überlieferung und Selbstbeschreibung nebeneinander nachvollziehbar zu dokumentieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.5.7 Indigitization – zentrale Unterstützung für dezentrale Digitalisierung ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Indigitization unterstützt First Nations und weitere indigene Gemeinschaften in British Columbia in Kanada. Das Programm wird gemeinsam von indigenen Organisationen, Bibliotheken, Archiven und Hochschulen getragen. Es stellt einen Werkzeugkasten, Schulungen, Musterunterlagen, technische Beratung und Förderhilfen bereit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von 2013 bis 2019 wurden drei Pilotprojekte und 45 weitere Projekte gefördert. Dabei wurden mehr als 11.000 Audiokassetten digitalisiert. Die Digitalisierung erfolgte in den Gemeinschaften; eine allgemeine Veröffentlichung war nicht zwingend. Das frühere Förderprogramm für Audiokassetten befindet sich inzwischen allerdings in einer Pause.&amp;lt;ref name=&amp;quot;vergleich_indigitization&amp;quot;&amp;gt;Indigitization o. J.: About Us. URL: https://www.indigitization.ca/about-2/; Indigitization Toolkit. URL: https://www.indigitization.ca/toolkit/; Audio Cassette Digitization Grant. URL: https://www.indigitization.ca/funding/audio-cassette-grant/, jeweils abgerufen am 20.07.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Erfolgsfaktoren und Learnings:''' &lt;br /&gt;
* Zentral bereitgestellte Kompetenz lässt sich mit dezentraler Verantwortung verbinden. &lt;br /&gt;
* Ein Digitalisierungszentrum oder ein Verbund gemeinsamer Dienste kann Schulungen, Leih- und Mobiltechnik, Qualitätsprüfung, Rahmenverträge, Musterunterlagen, Beratung und Kleinprojektförderung anbieten. &lt;br /&gt;
* Originale, lokales Wissen und kulturelle Beziehungen können grundsätzlich bei den jeweiligen Kulturgutträgern verbleiben. &lt;br /&gt;
* Damit nach Abschluss einzelner Digitalisierungsprojekte keine ungesicherten Dateien zurückbleiben, sollte jedoch von Beginn an ein gemeinsames oder verbindlich angebundenes Repositorium beziehungsweise digitales Archiv vorgesehen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.5.8 Zusammenfassungen der Beispiele anderer Kulturen im Anhang ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tabellarische Übersichten und Zusammenfassungen aller untersuchten Beispiele anderer Kulturen und Regionen befinden sich im Anhang [[12.3.A1 Vergleichende Recherche – Digitalisierung des Kulturerbes anderer Kulturen und Regionen#E. Vergleichsmatrix|in Abschnitt E. Vergleichsmatrix]] unter &lt;br /&gt;
* [[12.3.A1 Vergleichende Recherche – Digitalisierung des Kulturerbes anderer Kulturen und Regionen#E.1 Funktionen, Architektur und Standards|E.1 Funktionen, Architektur und Standards]] und&lt;br /&gt;
* [[12.3.A1 Vergleichende Recherche – Digitalisierung des Kulturerbes anderer Kulturen und Regionen#E.2 Governance, Finanzierung, Erfolg und Übertragbarkeit|E.2 Governance, Finanzierung, Erfolg und Übertragbarkeit]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Zusammenfassung der übergreifenden Erfolgsfaktoren aus den Beispielen befindet sich im Anhang [[12.3.A1 Vergleichende Recherche – Digitalisierung des Kulturerbes anderer Kulturen und Regionen#F. Übergreifende Erfolgsfaktoren|in Abschnitt F. Übergreifende Erfolgsfaktoren]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.5.9 Was sich aus den Beispielen ableiten lässt ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus den untersuchten Beispielen lässt sich kein einzelnes Projekt und kein bestimmtes Softwaresystem ableiten, das unverändert übernommen werden könnte. Wiederkehrend zeigen sich jedoch '''vier notwendige Funktionen, drei übergreifende Erfolgsbedingungen und zwei grundlegende Umsetzungsprinzipien'''. Sie bilden einen kompakten Orientierungsrahmen für die Digitalisierung von Kulturerbe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Vier Kernfunktionen – was muss dauerhaft geleistet werden? ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Damit die Digitalisierung nicht bei einzelnen Digitalisaten oder einem Präsentationsportal stehen bleibt, müssen vier Kernfunktionen verlässlich abgedeckt und miteinander verbunden werden:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot; style=&amp;quot;width:100%;&amp;quot;&lt;br /&gt;
! Kernfunktion&lt;br /&gt;
! Kernfrage&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''1. Register für Kulturdaten'''&lt;br /&gt;
| '''Was ist vorhanden und was sollte prioritär bearbeitet werden?''' – Kulturgüter und Bestände nachweisen, beschreiben, verknüpfen und ihren Digitalisierungs- und Rechtezustand erfassen.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''2. Digitalisierungszentrum / Digitalisierungsdienste'''&lt;br /&gt;
| '''Wie wird qualitätsgesichert digitalisiert?''' – Kulturgutträger beraten, Digitalisierung vorbereiten oder durchführen, Qualität sichern und die Übergabe vorbereiten.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''3. Repositorium / digitales Langzeitarchiv'''&lt;br /&gt;
| '''Wie bleibt das digitale Kulturerbe dauerhaft erhalten?''' – Masterdateien und Metadaten sicher übernehmen, erhalten, sichern und bei technischen Veränderungen migrieren.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''4. Präsentations- und Nutzungssysteme'''&lt;br /&gt;
| '''Wie wird das Kulturerbe gefunden, verstanden und genutzt?''' – freigegebene Inhalte mehrsprachig vermitteln und für Bildung, Forschung und kulturelle Nachnutzung bereitstellen.&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die vier Funktionen bedeuten nicht zwingend vier Einrichtungen oder vier technische Systeme. Entscheidend ist, dass alle Funktionen abgedeckt, ihre Zuständigkeiten geklärt und ihre Übergaben zuverlässig organisiert sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Drei Erfolgsbedingungen – was gilt für alle Kernfunktionen? ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
# '''Gemeinsam entscheiden und Rechte abgestuft regeln:''' &lt;br /&gt;
#* Angehörige der betreffenden Gemeinschaft und die Kulturgutträger sollten nachvollziehbare Entscheidungsrechte bei Auswahl, Beschreibung, Priorisierung und Veröffentlichung besitzen. &lt;br /&gt;
#* Zugänge sollten abgestuft sein, beispielsweise auch &amp;quot;ausschließlich Metadaten&amp;quot;, &amp;quot;Zugang nach Rücksprache&amp;quot; oder &amp;quot;beschränkte Gemeinschafts- und Forschungszugänge&amp;quot; ermöglichen. &lt;br /&gt;
#* Rechtliche Zulässigkeit und kulturelle Angemessenheit sind dabei getrennt zu betrachten. &lt;br /&gt;
#* Selbstbezeichnungen und eigene kulturelle Perspektiven sollten historische Fremdbeschreibungen ergänzen können.&amp;lt;br&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
# '''Gemeinsame Standards, Mehrsprachigkeit und technische Anschlussfähigkeit sichern:''' &lt;br /&gt;
#* Ein bewusst schlanker gemeinsamer Metadatenkern, Qualitätsstandards und geregelte Datenübergaben ermöglichen die Zusammenarbeit unterschiedlicher Einrichtungen. Zusätzlich können fach- oder institutionsspezifische Metadatensätze genutzt werden.&lt;br /&gt;
#* Sprachen und Sprachvarianten müssen als eigenständige Datenwerte berücksichtigt werden, bspw. bei Metadaten, Beschreibungen usw. &lt;br /&gt;
#* Kleine Träger benötigen einfache zentrale Erfassungsmöglichkeiten, z. B. per Weboberfläche, größere Institutionen Schnittstellen oder Datenexporte aus ihren vorhandenen Systemen.&amp;lt;br&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
# '''Dauerhafte Verantwortung und Finanzierung sichern:''' &lt;br /&gt;
#* Bereits beim Aufbau muss feststehen, wer Register, Digitalisierungsdienste, Repositorium und Präsentationssystem nach einer Projektförderung dauerhaft betreibt. &lt;br /&gt;
#* Neben einmaligen Projektmitteln müssen deshalb auch Personal, Beratung, Datenpflege, Speicher, Softwarepflege, Sicherung und spätere technische Erneuerungen dauerhaft finanziert werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Zwei Umsetzungsprinzipien – wie sollte vorgegangen werden? ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
# '''Priorisieren, die vollständige Kette pilotieren, dann skalieren:''' &lt;br /&gt;
#* Nicht alles muss gleichzeitig digitalisiert werden. Besonders gefährdete oder kulturell bedeutsame Bestände sollten priorisiert werden. &lt;br /&gt;
#* Pilotprojekte sollten möglichst den gesamten Weg von der Erfassung und Rechteklärung über die Digitalisierung bis zur Archivierung und Nutzung durchlaufen. Dabei werden Standards, Zuständigkeiten, Kosten und tatsächliche Nutzung erprobt. &lt;br /&gt;
#* Erst auf dieser Grundlage sollte in größerem Umfang skaliert werden.&amp;lt;br&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
# '''Zentral ermöglichen, dezentral verantworten:''' &lt;br /&gt;
#* Zentrale Stellen können Infrastruktur, Beratung, Schulung, Digitalisierungstechnik, Qualitätskontrolle, Rechtehilfe und Langzeiterhaltung bereitstellen. &lt;br /&gt;
#* Originale, lokales Wissen, kulturelle Beziehungen und wesentliche inhaltliche Entscheidungen können gleichzeitig bei den jeweiligen Kulturgutträgern verbleiben. &lt;br /&gt;
#* Zentralisierung von Diensten und dezentrale kulturelle Verantwortung sind damit keine Gegensätze, sondern können sich gegenseitig ergänzen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Für die Reihenfolge ergibt sich daraus:''' &lt;br /&gt;
# Zuerst Entscheidungsrechte, Standards, Betreiber und Finanzierung ausreichend klären; &lt;br /&gt;
# anschließend mit ausgewählten Beständen die vollständige Prozesskette erproben und die Unterstützungsstrukturen aufbauen; &lt;br /&gt;
# auf dieser Grundlage Digitalisierung, Präsentation und Nachnutzung schrittweise verbreitern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Präsentation und Nutzung sind dabei nicht von geringerer Bedeutung und sollten bereits Bestandteil der Pilotprojekte sein. '''Später erfolgt nicht die Nutzung selbst, sondern deren breiter Ausbau.'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weiterführende '''Hinweise und Empfehlungen zu einem möglichen Vorgehen sowie zeitlichen und inhaltlichen Prioritäten''' befinden sich im Anhang [[12.3.A1 Vergleichende Recherche – Digitalisierung des Kulturerbes anderer Kulturen und Regionen#G.2 Was zentral, dezentral und gemeinsam organisiert werden sollte|im Abschnitt &amp;quot;Priorisierte Schlussfolgerung&amp;quot; von G2 bis G9]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein ausführliches '''Prüfraster zur Bewertung des jeweiligen Entwicklungsstandes''' befindet sich [[12.3.A2 Prüfraster zur Bewertung des Entwicklungsstandes beim Aufbau der Digitalisierung des Kulturerbes|im Anhang 2 &amp;quot;Prüfraster zur Bewertung des Entwicklungsstandes&amp;quot;]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= 3. Ist-Analyse der Digitalisierung des sorbischen Kulturerbes =&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der [[#2 Ist-Analyse „Digitalisierung von Kulturerbe“|vorangegangene Abschnitt 2]] hat beschrieben, was zur Digitalisierung von Kulturerbe gehört, welche Aufgaben dabei dauerhaft erfüllt werden müssen und wie andere Gemeinschaften und Regionen diese Aufgaben lösen. Der Abschnitt 3 richtet nun den Blick auf die sorbische Situation. Er geht der Frage nach, wie gut die sorbische Kulturerbelandschaft heute organisatorisch, technisch und personell aufgestellt ist, um ihr materielles, immaterielles und digitales Kulturerbe institutionsübergreifend zu erfassen, zu digitalisieren, dauerhaft zu erhalten und zugänglich zu machen – und wo vorrangiger Handlungsbedarf besteht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Analyse gliedert sich in fünf Teile:&lt;br /&gt;
* '''Akteure und Rollen''': Wer bewahrt sorbisches Kulturerbe und welche Aufgaben übernehmen die Akteure bei seiner Digitalisierung (Sammeln, Finanzieren, Koordinieren usw.)?&lt;br /&gt;
* '''Bestände und Digitalisierungsbedarf''': Welche Kulturgüter gibt es, wie weit sind  sie erfasst und digitalisiert, und welche müssen vorrangig gesichert werden?&lt;br /&gt;
* '''Vorhaben und Systeme''': Welche sorbischen Projekte und Angebote decken die [[#2.3.2 Vier Kernfunktionen|vier Kernfunktionen]] Nachweisen, Digitalisieren, langfristig Erhalten und Zugänglichmachen bereits ab?&lt;br /&gt;
* '''Zusammenarbeit und dauerhafter Betrieb''': Wie sind die Steuerung und Zusammenarbeit (Governance) organisiert (Zuständigkeiten, Standards, Rechte und Finanzierung)?&lt;br /&gt;
* '''Gesamtbewertung''': Was funktioniert bereits, wo gibt es Lücken und welche davon sollten zuerst geschlossen werden? &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Analyse stellt dabei den Bedarf der Bestände dem vorhandenen Angebot an Diensten und dem organisatorischen Rahmen gegenüber. Wo beides auseinanderfällt, entstehen Lücken, siehe nachfolgende Übersicht.&lt;br /&gt;
[[Dataja:Wobraz K6.png|thumb|center|600px|Übersicht der Ist-Analyse]]&amp;lt;ref&amp;gt;Mermaid Flowchart Code: [https://mermaid.live/edit#pako:eNqVlM1y2jAQx19lR7maFGMcwJPJDGAnh9AcaE4pPcj2-qPYErOWmtJ8PE0fo7e8WGWDTUja6VS-WB_7293_rvTAIhkj81hSyPso46Tg1l_RSoAZ088rdh5eOKc2TNcKNeH5h_DiPKQPF7fbjQW39PIzRaqMXaIsWMqiQLFiX2r7llHpMCW-yeDGwG54lCXEU9wfgv2Ic8JI5VLAYvl6fdYGMIAZVurlp4gPIVzrQmlKtVoXvKoQNiThEy_LQou0kqTe-Ji_ZsWckgOJC4hRwFSkGEpl_r5i44-L2IIyV-BTLtIij7I15m-5M-j1LmDeLqGI_5j-0rjfOwAtYljyrOzE-pcOfhu7A36OolLYMD5tzV95yONbjgTXSCLRYl1j3jkIWtAQruQ3c5KL6GB_pyujHwpOocmzcRFzjVSX15BnqCjH8A3Sh-fnZwj-kv-0VufReLrnGRlluzI-ws3xmdDQMQ_NmX2KFqR1DYq6IDu1HqFT5aZRfbFLZ_HyK1qj6PLY1RdkJhC4rgw2ykxcWLUlfpXCcgdqp4tmetXK5MIVGk1UiPdIyjRW7eNNh0d1-_mYgECtiBeQ5EXhnVzawWUwtipFco3eiXvpBu7UimQhyTsZzM03fU9o70fLmAbzYNQxJhNnbvstY2QPZrbzjsH3TbYjBLbxG3SE_uVZ4J61hP7Y7Q_tIwJMrYV11aZyvDWz5ocIj7d8K2gdd52vtgWaOu3iSJrRxTEej0fj_n7ai3llXh7iW88F99h--d_2zGIp5THzFGm0WIlU8nrKHmruiqnMXJkV88wvYay_9xoxVmwlnozphos7KcvWmqROM-YlvKjMTG9irtDPubnSZbdKdWvRXGqhmDd07AbCvAf2nXnuqWP3RwN7eDZwJ4Ph2MHeyGJb5vXs0-HEnTgDxxn3-4OzvuOarSeL_Wi8C10UFsM4V5I-7h7o5p1--g24x9CK hier klicken], abgerufen am 20.10.2026&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== 3.1 Akteure und Rollen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sorbisches Kulturerbe wird von vielen Einrichtungen, Gruppen und Einzelpersonen bewahrt, gepflegt und dokumentiert – von sorbischen ebenso wie von nicht-sorbischen. Dieser Abschnitt zeigt, wer Bestände hält, wer Dienste zur Digitalisierung anbietet und wer den organisatorischen und finanziellen Rahmen gestaltet. Damit wird auch sichtbar, welche Aufgaben bislang von keinem Akteur erkennbar übernommen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Grundlage sind Arbeitsunterlagen der Domowina aus den Jahren 2019 und 2020&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;&amp;gt;Domowina e. V., Kulturausschuss (Clemens Škoda) 2019: Serbske kulturne herbstwo (SKH). Arbeitspapier, Stand 18.03.2019, S. 2–8. Unveröffentlicht; interne Referenz: 2020-09-07_Serbske kulturne herbstwo w Budyšinje_opt.pdf.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019b&amp;quot;&amp;gt;Domowina e. V. 2019: Přehlad relewantnych městnosćow / „małkich“ a „wulkich“ muzejow nastupajo serbske kulturne herbstwo, Stand 11.11.2019. Unveröffentlicht; interne Referenz: 2019_11_Priloha A_prehlad_muzejow a zberkow.pdf.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2020&amp;quot;&amp;gt;Domowina e. V., Kulturausschuss 2020: Protokoll der Fachkommission „Serbske kulturne herbstwo“ vom 07.09.2020. Unveröffentlicht; interne Referenz: 2020_09_07_skh komisija-protokol.pdf.&amp;lt;/ref&amp;gt;, eine darauf aufbauende Arbeitsliste der Sammlungsorte mit ergänzender Internetrecherche&amp;lt;ref name=&amp;quot;liste2026&amp;quot;&amp;gt;Arbeitsliste „Sammlungsorte sorbischen Kulturerbes“, Stand 02.04.2026, erstellt im Rahmen des Digitalisierungskonzepts aus Internetrecherche und den Domowina-Unterlagen. Unveröffentlicht; Grundlage für Anhang 12.3.A3.&amp;lt;/ref&amp;gt; sowie Projektunterlagen und Gespräche. Ein Teil der Angaben ist mehrere Jahre alt und wird schrittweise aktualisiert. Nicht belegte Angaben sind als ''offen'', Vermutungen als ''Annahme'' gekennzeichnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.1.1 Begriffe und Rollen ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
; Akteur&lt;br /&gt;
: Einrichtung, Gruppe oder Person, die eine Aufgabe im Umgang mit sorbischem Kulturerbe oder seiner Digitalisierung übernimmt.&lt;br /&gt;
; Kulturgutträger&lt;br /&gt;
: Akteur, der Kulturgüter verwahrt oder eine kulturelle Praxis trägt und weitergibt – etwa ein Museum, eine Heimatstube, ein Chor oder eine Privatperson mit einer Sammlung.&lt;br /&gt;
; Trägerschaft&lt;br /&gt;
: Rechtliche und finanzielle Verantwortung für eine Einrichtung, zum Beispiel durch eine Kommune, einen Landkreis, eine Stiftung, einen Verein, eine Kirche oder eine Privatperson. Eigentum und Betrieb können dabei auseinanderfallen, bspw. gehörte der Dom Njechorńskeho 2019 der Domowina und wurde von der Stiftung für das sorbische Volk bewirtschaftet, der Hanzo Šustrowy dom in Trebendorf gehörte der Gemeinde und wurde von der örtlichen Domowina-Gruppe bewirtschaftet.&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019b&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
; Rolle&lt;br /&gt;
: Aufgabe, die ein Akteur übernimmt. Ein Akteur kann mehrere Rollen haben, unterschieden werden Haupt- und Nebenrollen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Rollen lassen sich drei Gruppen zuordnen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
! Gruppe !! Rolle !! Kürzel&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| rowspan=&amp;quot;2&amp;quot; | '''Am Kulturgut''' || '''Bewahren''': Originale verwahren, pflegen und verwalten || '''B'''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Dokumentieren''': lebendige Praxis festhalten in Ton, Bild oder Text || '''D'''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| rowspan=&amp;quot;4&amp;quot; | '''Dienste''' ([[#2.3.2 Vier Kernfunktionen|Kernfunktionen]]) || '''Erfassen''', beschreiben und verknüpfen || '''K1'''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Digitalisieren''' und Qualität sichern || '''K2'''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Langfristig '''erhalten''' || '''K3'''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Zugänglich machen''' und Nutzung ermöglichen || '''K4'''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| rowspan=&amp;quot;2&amp;quot; | '''Rahmen''' (Governance) || '''Steuern''', koordinieren und Regeln setzen || '''S'''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Fördern''' und finanzieren || '''F'''&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dokumentieren meint hier das Festhalten von immateriellen Kulturgütern im laufenden Kulturleben, etwa Mitschnitte von Veranstaltungen. Geschieht es systematisch nach festgelegten Standards zur dauerhaften Sicherung, ist es Teil der Kernfunktion Digitalisieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.1.2 Schlüsselakteure ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einzeln aufgeführt wird, wer mindestens eines der folgenden Kriterien erfüllt:&lt;br /&gt;
# betreibt oder plant eine Kernfunktion, die über die eigene Einrichtung hinaus wirkt,&lt;br /&gt;
# verwahrt einen hauptamtlich betreuten Kernbestand,&lt;br /&gt;
# dokumentiert regelmäßig das lebendige Kulturgeschehen,&lt;br /&gt;
# fördert, koordiniert oder setzt Regeln für die Digitalisierung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|+ Rollen der Schlüsselakteure (● Hauptrolle · ○ Nebenrolle · ? vermutet oder offen)&lt;br /&gt;
! Akteur !! Typ / Trägerschaft !! B !! D !! K1 !! K2 !! K3 !! K4 !! S !! F !! Hinweise&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Stiftung für das sorbische Volk || Stiftung des öffentlichen Rechts, finanziert von Bund, Sachsen und Brandenburg || ○ || || || || || || ● || ● || bewirtschaftete 2019 den Dom Njechorńskeho&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019b&amp;quot;/&amp;gt;; unterstützte 2019 beide sorbischen Museen finanziell&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;; Auftraggeberin des Digitalisierungskonzepts&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Sorbisches Institut (SI) mit Sorbischem Kulturarchiv (SKA) und Sorbischer Zentralbibliothek || Forschungseinrichtung mit Archiv und Bibliothek; eingetragener Verein, gefördert durch die Stiftung (''Annahme'') || ● || ? || ● || ● || ? || ● || ○ || || Virtueller Lesesaal mit Bibliographie, Katalog, digitalisierten Drucken, Handschriften, Fotos und Filmen; digitales Schrifttum auch über Sachsen.Digital; Sorabicon als Sorbisches Kulturlexikon&amp;lt;ref name=&amp;quot;vls&amp;quot;&amp;gt;Sorbisches Institut o. J.: Virtueller Lesesaal. URL: https://www.serbski-institut.de/bibliothek/virtueller-lesesaal/, abgerufen am 20.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;; plant das Sorbische Kulturregister (SKR)&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;&amp;gt;Sorbisches Institut 2025: Konzept für ein Sorbisches Kulturregister (SKR), zweite aktualisierte Fassung vom 20.11.2025. URL: https://www.serbski-institut.de/wp-content/uploads/2021/11/00_Zweite-aktualisierte-Fassung_Konzept_Sorbisches-Kulturregister_20.11.2025.pdf&amp;lt;/ref&amp;gt; und das Digitalisierungszentrum (DZ) auch für andere Träger&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz&amp;quot;&amp;gt;Sorbisches Institut: Digitalisierungszentrum (DZ). URL: https://www.serbski-institut.de/projekte-zentrale-vorhaben/digitalisierungszentrum-dz/&amp;lt;/ref&amp;gt;; langfristige Erhaltung für Dritte ''offen''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Sorbisches Museum Bautzen || Museum; Landkreis Bautzen, finanziell unterstützt von der Stiftung (Stand 2019)&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt; || ● || || ○ || ? || ? || ? || || || Inventarverzeichnis vorhanden (2019)&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;; Digitalisierungsstand und Online-Angebot ''offen''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Wendisches Museum Cottbus || Museum; Stadt Cottbus, finanziell unterstützt von der Stiftung (Stand 2019)&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt; || ● || || ○ || ? || ? || ? || || || Inventarverzeichnis vorhanden (2019)&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;; Digitalisierungsstand und Online-Angebot ''offen''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Sächsische Landesbibliothek – Staats- und Universitätsbibliothek Dresden (SLUB) || Landes- und Universitätsbibliothek; Freistaat Sachsen || ● || || ○ || ? || ○ || ● || || || Lusatica-Sammlung, die das kulturelle Erbe der Sorben zugänglich machen soll&amp;lt;ref name=&amp;quot;slub&amp;quot;&amp;gt;SLUB Dresden o. J.: Sammlungen zur sächsischen Landeskunde. URL: https://www.slub-dresden.de/entdecken/saechsische-landeskunde/sammlungen, abgerufen am 20.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;; über Sachsen.Digital ist auch digitales Schrifttum des SI erreichbar&amp;lt;ref name=&amp;quot;vls&amp;quot;/&amp;gt; (Betrieb der Plattform durch die SLUB: ''Annahme''); eigene digitale Langzeitarchivierung&amp;lt;ref name=&amp;quot;nestor&amp;quot;&amp;gt;nestor o. J.: Mitglied SLUB Dresden. URL: https://www.langzeitarchivierung.de/Webs/nestor/EN/nestor/Mitglieder/sLUB.html, abgerufen am 20.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;, ob sie Digitalisate sorbischer Träger übernehmen könnte, ist ''offen''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Domowina – Bund Lausitzer Sorben e. V. mit Regionalverbänden und Ortsgruppen || Dachverband sorbischer Vereine; eingetragener Verein || ○ || ○ || || || || || ○ || || Eigentümerin des Dom Njechorńskeho; Ortsgruppe Trebendorf bewirtschaftet den Hanzo Šustrowy dom&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019b&amp;quot;/&amp;gt;; mindestens 9 der 23 kleinen Sammlungsorte sind direkt oder über Mitgliedsvereine mit ihr verbunden&amp;lt;ref name=&amp;quot;liste2026&amp;quot;/&amp;gt;; Chronistengruppe der Župa Michał Hórnik; Fachkommission „Sorbisches Kulturerbe“ 2018–2020&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2020&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Maćica Serbska e. V. || wissenschaftliche Gesellschaft; Verein || || || || || || || ○ || || Arbeitskreis „Museale Einrichtungen“ mit 2019 rund 40 Adressaten; Denkmalausschuss mit eigenem, von der Stiftung verwaltetem Budget, 2019 als Vorbild für die Bewertung von Kulturerbe genannt&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Sorbisches National-Ensemble (SNE) || Ensemble; gemeinnützige GmbH der Stiftung (''Annahme'') || ● || ? || ○ || || || || || || geordnetes Arbeitsarchiv; 2019 vorgeschlagen, dort nur Kopien zu halten und die Originale an das SKA zu geben&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;; Umfang ''offen''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Studijo Lucija || Medienproduktion; Trägerschaft ''offen'' || ○ || ● || || || || || || || dokumentiert sorbische Veranstaltungen; Aufnahmen liegen beim Studio und gehen nur komprimiert und teilweise an das SKA&amp;lt;ref name=&amp;quot;lucija&amp;quot;&amp;gt;Projektinterne Auskunft, Oktober 2026; schriftlicher Beleg noch einzuholen.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Mitteldeutscher Rundfunk (MDR) und Rundfunk Berlin-Brandenburg (rbb), sorbischsprachige Programme || öffentlich-rechtlicher Rundfunk || ●? || ● || || || || ○? || || || Produktionen standen dem SKA 2019 aus rechtlichen Gründen nicht zur Verfügung&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;; Archivbestände und heutiger Stand ''offen''&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.1.3 Akteursgruppen ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die meisten Kulturgutträger sind kleinere Einrichtungen, Gruppen oder Privatpersonen. Sie werden hier zu Gruppen zusammengefasst. Die Anzahlen sind Mindestwerte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
! Gruppe !! Beispiele !! Typische Trägerschaft !! Bekannte Anzahl !! Typische Rollen !! Besonderheiten&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Kleine Museen, Heimatstuben, Gedenk- und Begegnungsorte || Muzej Ćišinskeho (Panschwitz-Kuckau), Njepilic dwór (Rohne), Sorbisches Kulturzentrum Schleife, Heimatmuseum Dissen, Archiv verschwundener Orte (Horno) || Gemeinde, Förderverein, Domowina-Ortsgruppe, privat || 22 in der Domowina-Übersicht 2019 (9 Ober-, 13 Niederlausitz)&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019b&amp;quot;/&amp;gt;; 23 in der Arbeitsliste 2026, davon 12 bisher nur durch die Domowina-Unterlagen belegt&amp;lt;ref name=&amp;quot;liste2026&amp;quot;/&amp;gt; || B ●, D ○ || überwiegend ehrenamtlich; 2019 benannte Defizite: fehlender Nachwuchs, fehlende Marketingstrategie, fehlende Vernetzung, unzureichende Finanzierung, fehlende fachliche Begleitung; teilweise ohne eigenes Inventar&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;; zwei private Ausstellungen ohne jede Förderung, von den Betreibern im Ruhestand allein betreut&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019b&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Regionale Museen mit sorbischen Beständen || Museum der Westlausitz Kamenz, Museum Bautzen, Spreewald-Museum Lübbenau mit Freilandmuseum Lehde, Slawenburg Raddusch, Niederlausitzer Heidemuseum Spremberg || Landkreis oder Kommune (''Annahme'') || 7 in der Domowina-Übersicht 2019 (2 Ober-, 5 Niederlausitz)&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019b&amp;quot;/&amp;gt; || B ●; K1–K4 ''offen'' || Umfang des sorbischen Anteils am Bestand ''offen''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Ensembles, Chöre, Trachten- und Brauchtumsgruppen || – || Verein || ''offen'' || tragen die Praxis; D ○, B ○ || Trachtenfundi 2019 ausdrücklich zu den Beständen in sorbischer Verantwortung gezählt&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;; eigene Aufnahmen und Fundi meist nicht erfasst (''Annahme'')&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Chronisten, Film- und Fotoamateure || Chronistengruppe der Župa Michał Hórnik, deutsch-sorbischer Filmkreis || ehrenamtlich, privat || ''offen'' || D ●, B ○ || Beiträge von Laien 2019 nur sporadisch, Bestände oft unstrukturiert&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Private Sammlungen und Nachlässe || Nachlass der Malerin Hanka Krawcec, überwiegend in Tschechien; weitere private Sammlungen und Nachlässe in Ober- und Niederlausitz || privat || 4 in der Domowina-Übersicht 2019; tatsächlich ''offen'' || B ● || Verbleib beim Generationenwechsel ungesichert (''Annahme'')&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Kirchliche Einrichtungen || Ausstellung zu Jan Bjedrich Fryco in der evangelischen Kirche Kolkwitz; kirchliches Informations- und Begegnungszentrum in Horno mit Holzmodellen abgebaggerter Kirchen&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019b&amp;quot;/&amp;gt; || Kirchgemeinde || 2 (in den kleinen Orten enthalten); weitere ''offen'' || B ○ || weitere kirchliche Bestände nicht erfasst (''Annahme'')&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Weitere sorbische Kultur- und Medieneinrichtungen || Deutsch-Sorbisches Volkstheater (Archiv 2019 zusammen mit dem des SNE genannt); Domowina-Verlag (2019 als Produzent genannt, dessen Erzeugnisse an das SKA gehen sollten)&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt; || verschieden || ''offen'' || B ○ || Umfang ''offen''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Öffentliche Träger und Fördergeber || Bund, Freistaat Sachsen, Land Brandenburg, Landkreise, Kommunen || öffentlich || – || F ●, S ○ || tragen die großen Museen; 2019 erfüllten kleine Museen im Landkreis Bautzen die Kriterien für eine institutionelle Förderung nicht, im Landkreis Spree-Neiße waren die Bedingungen besser&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Überregionale Gedächtniseinrichtungen || Oberlausitzische Bibliothek der Wissenschaften Görlitz&amp;lt;ref name=&amp;quot;slub&amp;quot;/&amp;gt;; Sächsisches Staatsarchiv, Brandenburgisches Landeshauptarchiv, Deutsche Nationalbibliothek (''Annahme''); Einrichtungen in Tschechien || öffentlich || ''offen'' || B ○; mögliche Partner für K3 und K4 || sorbische Bestände außer in Görlitz ''offen''&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.1.4 Erste Befunde ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Rollenübersicht erlaubt erste Hinweise, die in den folgenden Abschnitten geprüft werden:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* '''Bewahren ist breit verteilt, Dienste sind konzentriert.''' Erfassen und Digitalisieren für mehrere Träger plant nach heutigem Kenntnisstand vor allem das SI. Die SLUB macht sorbisches Schrifttum bereits digital zugänglich, auch aus Beständen des SI. Ob weitere Akteure Dienste für Dritte anbieten, ist ''offen''.&lt;br /&gt;
* '''Für die langfristige Erhaltung fremder Bestände ist kein sorbischer Akteur erkennbar.''' Offen ist, wer Digitalisate anderer Träger verbindlich und dauerhaft übernimmt. So gelangen Veranstaltungsaufnahmen des Studijo Lucija nur komprimiert und teilweise in das SKA.&amp;lt;ref name=&amp;quot;lucija&amp;quot;/&amp;gt; Die SLUB betreibt eine eigene digitale Langzeitarchivierung; ob sie auch für sorbische Träger in Frage kommt, ist ''offen''.&lt;br /&gt;
* '''Die Dokumentation des lebendigen Kulturlebens liegt teils außerhalb sorbischer Verantwortung.''' Sorbischsprachige Produktionen von MDR und rbb standen dem SKA 2019 aus rechtlichen Gründen nicht zur Verfügung.&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt; Der heutige Stand ist ''offen''.&lt;br /&gt;
* '''Die Domowina ist der wichtigste Zugang zu kleinen Trägern.''' Mindestens 9 der 23 kleinen Sammlungsorte sind direkt oder über Mitgliedsvereine mit ihr verbunden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;liste2026&amp;quot;/&amp;gt; Ihre Strukturen eignen sich daher als Weg, kleine Träger zu erreichen – für die Erhebung ebenso wie für spätere Unterstützungsangebote.&lt;br /&gt;
* '''Das Wissen über kleine Träger ist lückenhaft und teils veraltet.''' 12 der 23 kleinen Orte sind bisher nur durch die Domowina-Unterlagen von 2019 und 2020 belegt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;liste2026&amp;quot;/&amp;gt; Ob sie heute noch bestehen und wie es um ihre Bestände steht, ist ''offen''. Besonders privat betreute Ausstellungen werden in Abschnitt 3.2 auf ihre Gefährdung geprüft.&lt;br /&gt;
* '''Kleine Träger haben keine feste Anlaufstelle, die Koordination war 2020 ungeklärt.''' Das frühere Sorbische Folklorezentrum war seit 1993 faktisch nicht mehr tätig.&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt; In der Niederlausitz diente 2020 ein Projekt zur Inwertsetzung des immateriellen Kulturerbes auch der Vernetzung kleiner Museen. Der Kulturausschuss der Domowina sah sich als ehrenamtliches Gremium nicht in der Lage, die Koordination zu leisten, und bat Fachinstitutionen und die Gremien der Stiftung, Verantwortung zu übernehmen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2020&amp;quot;/&amp;gt; Wie das heute geregelt ist, untersucht Abschnitt 3.4.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Liste aller bekannten Sammlungsorte mit Typ, Trägerschaft und Kulturgutklassen steht in [[12.3.A3 Sammlungsorte des sorbischen Kulturerbes|Anhang 12.3.A3]]. Sie wird laufend ergänzt.&lt;br /&gt;
&amp;lt;!-- Anhang 12.3.A3 aus der Arbeitsliste vom 02.04.2026 aufbauen; Namen privater Sammler nur mit Einverständnis --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== 3.1 Akteure, Bestände und Bedarfe ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;background-color:#eef5fb;border-left:4px solid #5b9bd5;padding:0.7em 1em;margin:1em 0;&amp;quot;&amp;gt;'''Leitfrage:''' Wer trägt oder nutzt sorbisches Kulturerbe, welche Bestände gibt es und welche haben hohen Handlungsbedarf und welche Unterstützung wird benötigt?&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In einem ersten Schritt wird erhoben, &lt;br /&gt;
* wer sorbisches Kulturerbe bewahrt, bearbeitet, digitalisiert, erschließt, finanziert oder nutzt und &lt;br /&gt;
* welche konkreten Bedarfe bei diesen Akteuren bestehen. &lt;br /&gt;
Dieser Abschnitt ist vor allem eine strukturierte Ist-Aufnahme. Zur Analyse wird er dort, wo Bedarfe zusammengeführt, Dringlichkeiten bewertet und erkennbare Versorgungslücken beschrieben werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.1.1 Akteure, Rollen und betreute Bestände ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;background-color:#eef5fb;border-left:4px solid #5b9bd5;padding:0.7em 1em;margin:1em 0;&amp;quot;&amp;gt;'''Leitfrage:''' Welche Akteure sind beteiligt, welche Bestände oder kulturellen Praktiken betreuen sie und welche Aufgaben übernehmen sie bereits?&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Relevante Kulturgutträger - &amp;lt;mark&amp;gt;Kurzdefinition, oder oben&amp;lt;/mark&amp;gt; - können neben Institutionen auch kleinere Vereine, Heimatstuben, kirchliche Einrichtungen, Gemeinden, ehrenamtlich Tätige und private Sammler sein. Neben dem Einrichtungstyp sollte deshalb insbesondere betrachtet werden, welche Rolle ein Akteur innerhalb der Digitalisierung des Kulturerbes tatsächlich übernimmt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Insbesondere erfassen/prüfen:&lt;br /&gt;
* Wer sind relevante sorbische und nicht-sorbische Institutionen, Einrichtungen, Vereine, Gemeinden, kirchliche Träger, Initiativen und private Kulturgutträger?&lt;br /&gt;
* nach Einrichtungstyp und Trägerschaft klassifizieren&lt;br /&gt;
* zusätzlich nach Rollen innerhalb der Digitalisierung unterscheiden, beispielsweise:&lt;br /&gt;
** Kulturgut bewahren und verwalten,&lt;br /&gt;
** Kulturgut fachlich beschreiben und kontextualisieren,&lt;br /&gt;
** Kulturgüter digitalisieren,&lt;br /&gt;
** Daten und Digitalisate dauerhaft erhalten,&lt;br /&gt;
** Inhalte präsentieren und vermitteln,&lt;br /&gt;
** technische Infrastruktur betreiben,&lt;br /&gt;
** beraten und unterstützen,&lt;br /&gt;
** finanzieren, koordinieren oder strategisch steuern&lt;br /&gt;
* betreute Kulturgut- und Bestandsarten erfassen&lt;br /&gt;
* materielles, immaterielles und bereits digitales Kulturerbe berücksichtigen&lt;br /&gt;
* Ober- und Niedersorbisch sowie regionale beziehungsweise institutionelle Unterschiede berücksichtigen&lt;br /&gt;
* vorhandene Zuständigkeiten, Kompetenzen und Überschneidungen zwischen Akteuren sichtbar machen&lt;br /&gt;
* ermitteln, welche kleineren oder privaten Sammlungen bislang kaum oder nicht systematisch erfasst sind&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mögliches Ergebnis: kompakte Übersicht über Akteure oder Matrix aus Akteur, Trägerschaft, Rolle, betreuten Beständen und vorhandenen Digitalisierungsaktivitäten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.1.2 Bedarfe und Dringlichkeiten ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;background-color:#eef5fb;border-left:4px solid #5b9bd5;padding:0.7em 1em;margin:1em 0;&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Leitfrage:''' Welche Unterstützung benötigen die Kulturgutträger und welche Bedarfe sollten (+aus welchen Gründen) vorrangig bearbeitet werden?&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die bei Kulturgutträgern bestehenden Bedarfe sollten zunächst möglichst vollständig erhoben und anschließend zusammengeführt und eingeordnet werden. Dabei ist zwischen &amp;quot;von Akteuren ausdrücklich genannten Bedarfen&amp;quot; und &amp;quot;aus der Analyse zusätzlich abgeleiteten Bedarfen&amp;quot; zu unterscheiden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die weitere Erhebung und Analyse insbesondere zu prüfen:&lt;br /&gt;
* vorhandene Bedarfserhebungen, Gesprächsprotokolle und bisherige Tabellen zusammenführen&lt;br /&gt;
* Bedarfe möglichst den vier Kernfunktionen zuordnen:&lt;br /&gt;
** Nachweisen, beschreiben und verknüpfen,&lt;br /&gt;
** Digitalisieren und Qualität sichern,&lt;br /&gt;
** langfristig erhalten,&lt;br /&gt;
** zugänglich machen und Nutzung ermöglichen;&lt;br /&gt;
* zusätzlich übergreifende Bedarfe erfassen, beispielsweise:&lt;br /&gt;
** Personal und Fachkompetenz,&lt;br /&gt;
** Beratung und Schulung,&lt;br /&gt;
** Finanzierung,&lt;br /&gt;
** Rechteklärung und Datenschutz,&lt;br /&gt;
** Metadaten und gemeinsame Standards,&lt;br /&gt;
** technische Infrastruktur;&lt;br /&gt;
* Dringlichkeit anhand nachvollziehbarer Kriterien beurteilen, beispielsweise:&lt;br /&gt;
** drohender Verlust oder Materialverfall,&lt;br /&gt;
** fehlende personelle Nachfolge,&lt;br /&gt;
** gefährdete oder unbekannte Bestände,&lt;br /&gt;
** blockierende Abhängigkeit für weitere Digitalisierungsschritte,&lt;br /&gt;
** kulturelle oder sprachliche Bedeutung,&lt;br /&gt;
** erwartete Nutzung für Bildung, Forschung oder Öffentlichkeit&lt;br /&gt;
* unterscheiden zwischen Einzelfallbedarf und strukturellem Bedarf mehrerer Kulturgutträger&lt;br /&gt;
* soweit möglich erfassen, welche Bedarfe bereits durch bestehende Angebote abgedeckt werden und welche bislang offenbleiben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mögliches Ergebnis: priorisierte beziehungsweise nach Dringlichkeit geordnete Bedarfsübersicht mit Zuordnung zu Akteursgruppen und Kernfunktionen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== 3.2 Ist-Stand der vier Kernfunktionen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;background-color:#eef5fb;border-left:4px solid #5b9bd5;padding:0.7em 1em;margin:1em 0;&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Leitfrage:''' Welche Kernfunktionen werden durch bestehende Angebote / Dienste und Projekte bereits erfüllt – für welche Bestände, Akteure und Nutzungszwecke?&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Den Schwerpunkt der Ist-Analyse bildet die Frage, '''in welchem Umfang''' die vier zuvor bestimmten Kernfunktionen der Kulturerbe-Digitalisierung im sorbischen Kontext bereits erfüllt werden. Dabei reicht es nicht aus festzustellen, dass ein Projekt, eine Institution oder ein technisches System existiert. Zu prüfen ist vielmehr, welche Leistung tatsächlich verfügbar ist, welche Kulturgutträger und Bestände sie erreicht und welche Lücken verbleiben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für jede Kernfunktion sollte möglichst nach einer einheitlichen Logik untersucht werden:&lt;br /&gt;
* vorhandene Angebote, Systeme und Projekte&lt;br /&gt;
* verantwortliche Betreiber beziehungsweise Akteure&lt;br /&gt;
* Entwicklungs- und Betriebsstand&lt;br /&gt;
* erreichte Kulturgutträger, Bestände und Kulturgutarten&lt;br /&gt;
* abgedeckte Bedarfe&lt;br /&gt;
* technische und organisatorische Anschlussmöglichkeiten&lt;br /&gt;
* erkennbare Lücken, Risiken und offene Fragen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.2.1 Nachweisen, beschreiben und verknüpfen ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;background-color:#eef5fb;border-left:4px solid #5b9bd5;padding:0.7em 1em;margin:1em 0;&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Leitfrage:''' Wie vollständig und nutzbar werden sorbische Kulturgüter und Bestände heute nachgewiesen, beschrieben und miteinander verknüpft?&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die weitere Erhebung und Analyse insbesondere zu prüfen:&lt;br /&gt;
* Stand und tatsächlicher Funktionsumfang des Sorbischen/Wendischen Kulturregisters&lt;br /&gt;
* vorhandene institutionelle Kataloge, Inventare, Datenbanken und lokale Verzeichnisse&lt;br /&gt;
* welche Kulturgutarten, Einrichtungen und Regionen bereits erfasst sind&lt;br /&gt;
* welche Bestände bislang nur lokal, analog oder überhaupt nicht systematisch nachgewiesen werden&lt;br /&gt;
* verwendete Metadaten, Identifikatoren und Normdaten&lt;br /&gt;
* Möglichkeiten zur Übernahme beziehungsweise Verknüpfung bestehender Daten&lt;br /&gt;
* Anschlussmöglichkeiten:&lt;br /&gt;
** direkte Erfassung kleinerer Träger,&lt;br /&gt;
** Datenimport beziehungsweise Schnittstellen größerer Einrichtungen&lt;br /&gt;
* Mehrsprachigkeit und Umgang mit ober- und niedersorbischen Bezeichnungen&lt;br /&gt;
* Verhältnis zwischen institutionellen Beschreibungen, historischen Fremdbezeichnungen und sorbischen beziehungsweise lokalen Selbstbezeichnungen&lt;br /&gt;
* vorhandene Funktionen für Digitalisierungsstatus, Rechteinformationen und Priorisierung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.2.2 Digitalisieren und Qualität sichern ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;background-color:#eef5fb;border-left:4px solid #5b9bd5;padding:0.7em 1em;margin:1em 0;&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Leitfrage:''' Welche Kulturgüter können heute in welcher Qualität und Kapazität digitalisiert werden, und welche Kulturgutträger können diese Leistungen tatsächlich nutzen?&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die weitere Erhebung und Analyse insbesondere zu prüfen:&lt;br /&gt;
* aktueller Stand des Digitalisierungszentrums und weiterer Digitalisierungsangebote&lt;br /&gt;
* verfügbare technische Verfahren für unterschiedliche Kulturgutarten, beispielsweise:&lt;br /&gt;
** Schriftgut,&lt;br /&gt;
** Fotografien,&lt;br /&gt;
** Bücher und Zeitschriften,&lt;br /&gt;
** Tonaufnahmen,&lt;br /&gt;
** Film und Video,&lt;br /&gt;
** dreidimensionale Objekte&lt;br /&gt;
* stationäre, mobile und extern vergebene Digitalisierung&lt;br /&gt;
* vorhandene Kapazitäten und erkennbare Engpässe&lt;br /&gt;
* Zugangsmöglichkeiten für kleine und ehrenamtlich arbeitende Kulturgutträger&lt;br /&gt;
* Beratung vor der Digitalisierung&lt;br /&gt;
* Anforderungen an Vorbereitung, Metadaten und Rechteklärung&lt;br /&gt;
* vorhandene Qualitätsstandards und Qualitätskontrolle&lt;br /&gt;
* Unterstützung bei Ausschreibung beziehungsweise Beauftragung externer Dienstleister&lt;br /&gt;
* bisherige Digitalisierungsprojekte und deren Ergebnisse&lt;br /&gt;
* besonders gefährdete Bestände, für die kurzfristig Digitalisierungskapazität benötigt wird&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.2.3 Langfristig erhalten ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;background-color:#eef5fb;border-left:4px solid #5b9bd5;padding:0.7em 1em;margin:1em 0;&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Leitfrage:''' Für welche digitalen Bestände ist die langfristige Erhaltung organisatorisch und technisch tatsächlich abgesichert? &amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die weitere Erhebung und Analyse insbesondere zu prüfen:&lt;br /&gt;
* vorhandene Repositorien, digitale Archive und Speicherlösungen&lt;br /&gt;
* welche Einrichtungen bereits Digitalisate dauerhaft übernehmen können&lt;br /&gt;
* welche Digitalisate derzeit lediglich lokal oder projektbezogen gespeichert werden&lt;br /&gt;
* Unterschied zwischen:&lt;br /&gt;
** Ablage beziehungsweise Speicherung,&lt;br /&gt;
** Datensicherung,&lt;br /&gt;
** institutionellem Repositorium,&lt;br /&gt;
** digitaler Langzeiterhaltung;&lt;br /&gt;
* Verantwortlichkeiten für Übernahme, Erhaltung und spätere Datenmigration&lt;br /&gt;
* verwendete Master- und Nutzungsdateien&lt;br /&gt;
* Sicherungskopien, Prüfsummen und Wiederherstellungsverfahren&lt;br /&gt;
* verwendete beziehungsweise vorgesehene Erhaltungsmetadaten&lt;br /&gt;
* Möglichkeiten für kleinere Kulturgutträger, ihre Digitalisate an ein geeignetes Repositorium zu übergeben&lt;br /&gt;
* vorhandene Schnittstellen zwischen Digitalisierung und Repositorium&lt;br /&gt;
* organisatorische und finanzielle Absicherung des langfristigen Betriebs&lt;br /&gt;
* Digitalisate beziehungsweise Projekte identifizieren, deren dauerhafte Erhaltung derzeit ungeklärt ist&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.2.4 Zugänglich machen und Nutzung ermöglichen ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;background-color:#eef5fb;border-left:4px solid #5b9bd5;padding:0.7em 1em;margin:1em 0;&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Leitfrage:''' Welche digitalisierten Inhalte sind für welche Zielgruppen auffindbar, verständlich und im rechtlich beziehungsweise kulturell zulässigen Umfang nutzbar?&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die weitere Erhebung und Analyse insbesondere zu prüfen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* vorhandene Präsentations- und Nutzungssysteme, Portale und Online-Ausstellungen&lt;br /&gt;
* Funktion und Entwicklungsstand von Sorabicon sowie weiteren relevanten Angeboten&lt;br /&gt;
* welche Kulturgüter und Bestände bereits öffentlich zugänglich sind&lt;br /&gt;
* welche Zielgruppen angesprochen werden:&lt;br /&gt;
** Öffentlichkeit,&lt;br /&gt;
** Bildung,&lt;br /&gt;
** Forschung,&lt;br /&gt;
** sorbische Gemeinschaft,&lt;br /&gt;
** Tourismus und Kulturvermittlung;&lt;br /&gt;
* Ober- und Niedersorbisch sowie weitere benötigte Sprachen in Oberfläche, Metadaten und Inhalten&lt;br /&gt;
* Qualität der Kontextualisierung und Vermittlung&lt;br /&gt;
* Möglichkeiten für:&lt;br /&gt;
** Download,&lt;br /&gt;
** Zitation,&lt;br /&gt;
** Datenexport,&lt;br /&gt;
** Programmierschnittstellen,&lt;br /&gt;
** wissenschaftliche und kreative Nachnutzung&lt;br /&gt;
* Rechte- und Lizenzinformationen&lt;br /&gt;
* abgestufte Zugangsmöglichkeiten für sensible beziehungsweise eingeschränkt zugängliche Inhalte&lt;br /&gt;
* Barrierefreiheit beziehungsweise Barrierearmut&lt;br /&gt;
* Aktualisierung und Pflege präsentierter Inhalte&lt;br /&gt;
* soweit verfügbar tatsächliche Nutzung, Reichweite und Nachnutzung erfassen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.2.5 Zusammenspiel der Kernfunktionen in bestehenden Projekten ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;background-color:#eef5fb;border-left:4px solid #5b9bd5;padding:0.7em 1em;margin:1em 0;&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Leitfrage:''' Bei welchen bestehenden Vorhaben funktioniert der Weg vom Kulturgut über Erfassung und Digitalisierung bis zur langfristigen Erhaltung und Nutzung bereits durchgängig – und an welchen Übergängen bestehen Lücken?&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Neben dem Stand der einzelnen Kernfunktionen ist zu prüfen, '''ob diese auch tatsächlich zu einer durchgängigen Prozesskette verbunden sind'''. Ein vorhandenes Register, ein Digitalisierungszentrum, ein Repositorium und ein Präsentationsportal ergeben noch nicht automatisch einen funktionierenden Gesamtprozess.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die weitere Erhebung und Analyse insbesondere zu prüfen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* geeignete bestehende Projekte beziehungsweise Pilotvorhaben auswählen&lt;br /&gt;
* für diese Projekte die vollständige Prozesskette nachvollziehen:&lt;br /&gt;
** Erfassen,&lt;br /&gt;
** Registrieren,&lt;br /&gt;
** Bewerten und priorisieren,&lt;br /&gt;
** Digitalisieren,&lt;br /&gt;
** Archivieren beziehungsweise langfristig erhalten,&lt;br /&gt;
** Präsentieren und nachnutzen;&lt;br /&gt;
* untersuchen, welche Systeme und Akteure an den Übergaben beteiligt sind&lt;br /&gt;
* prüfen, ob Metadaten gemeinsam mit den Dateien weitergegeben werden&lt;br /&gt;
* prüfen, ob Rechte- und Zugangsangaben entlang der Prozesskette erhalten bleiben&lt;br /&gt;
* vorhandene manuelle Medienbrüche beziehungsweise Mehrfacherfassungen identifizieren&lt;br /&gt;
* unklare Zuständigkeiten und Übergabepunkte sichtbar machen&lt;br /&gt;
* positive Beispiele für bereits funktionierende Prozessketten dokumentieren&lt;br /&gt;
* aus Pilotprojekten bekannte Aufwände, Engpässe und Lernerfahrungen aufnehmen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== 3.3 Gemeinsame Regeln, Zusammenarbeit und dauerhafter Betrieb ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;background-color:#eef5fb;border-left:4px solid #5b9bd5;padding:0.7em 1em;margin:1em 0;&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Leitfrage:''' Sind die übergreifenden Voraussetzungen vorhanden, damit die einzelnen Angebote gemeinsam, verlässlich und dauerhaft funktionieren?&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Neben den einzelnen Kernfunktionen ist zu prüfen, ob '''gemeinsame organisatorische und fachliche Voraussetzungen''' vorhanden sind, damit die verschiedenen Angebote zusammenarbeiten und dauerhaft betrieben werden können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieser Abschnitt soll keine allgemeine oder abstrakte Governance-Analyse darstellen. Untersucht werden nur solche übergreifenden Fragen, die konkrete Auswirkungen auf die Digitalisierung des Kulturerbes und die spätere Ableitung von Maßnahmen haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.3.1 Zuständigkeiten, Beteiligung und Freigaben ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;background-color:#eef5fb;border-left:4px solid #5b9bd5;padding:0.7em 1em;margin:1em 0;&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Leitfrage:''' Wer entscheidet verbindlich über Auswahl, Priorisierung, Beschreibung, Digitalisierung, Veröffentlichung und Zugang, und wie sind die Kulturgutträger dabei beteiligt?&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
''Für die weitere Erhebung und Analyse insbesondere zu prüfen:''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* formelle und informelle Zuständigkeiten der beteiligten Institutionen&lt;br /&gt;
* Entscheidungsrechte bei Auswahl und Priorisierung von Beständen&lt;br /&gt;
* Verantwortlichkeiten für Rechteklärung und Veröffentlichung&lt;br /&gt;
* Beteiligung der jeweiligen Kulturgutträger&lt;br /&gt;
* Beteiligung sorbischer Fachleute und Angehöriger der Gemeinschaft bei kulturell sensiblen Inhalten&lt;br /&gt;
* vorhandene Freigabe- und Sperrverfahren&lt;br /&gt;
* Umgang mit nachträglichen Korrekturen oder Einschränkungen&lt;br /&gt;
* erkennbare Überschneidungen beziehungsweise ungeklärte Zuständigkeiten&lt;br /&gt;
* vorhandene Gremien oder Koordinierungsstrukturen&lt;br /&gt;
* prüfen, an welchen Stellen verbindliche Zuständigkeiten fehlen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.3.2 Gemeinsame Standards und Anschlussmöglichkeiten ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;background-color:#eef5fb;border-left:4px solid #5b9bd5;padding:0.7em 1em;margin:1em 0;&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Leitfrage:''' Welche gemeinsamen Regeln ermöglichen es unterschiedlichen Kulturgutträgern, Daten und Digitalisate in eine gemeinsame Infrastruktur einzubringen und zwischen den Kernfunktionen weiterzugeben?&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die weitere Erhebung und Analyse insbesondere zu prüfen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* vorhandene gemeinsame Metadatenstandards beziehungsweise Pflichtfelder&lt;br /&gt;
* verwendete Fachstandards einzelner Einrichtungen&lt;br /&gt;
* gemeinsame Regeln für Ober- und Niedersorbisch&lt;br /&gt;
* Dateiformate und Qualitätsanforderungen für unterschiedliche Kulturgutarten&lt;br /&gt;
* Identifikatoren und Normdaten&lt;br /&gt;
* Rechte- und Lizenzinformationen&lt;br /&gt;
* technische Schnittstellen und Datenexporte&lt;br /&gt;
* Übernahme vorhandener institutioneller Metadaten&lt;br /&gt;
* einfache Erfassungswege für kleinere Kulturgutträger&lt;br /&gt;
* Schnittstellen für Einrichtungen mit bestehenden Fachsystemen&lt;br /&gt;
* Möglichkeiten zur Weitergabe von Daten zwischen Register, Digitalisierung, Repositorium und Präsentation&lt;br /&gt;
* prüfen, wo fehlende Standards oder inkompatible Systeme den Austausch derzeit behindern&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.3.3 Personal, Finanzierung und Betreiberverantwortung ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;background-color:#eef5fb;border-left:4px solid #5b9bd5;padding:0.7em 1em;margin:1em 0;&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Leitfrage:''' Welche zentralen Leistungen sind dauerhaft personell, organisatorisch und finanziell abgesichert, und welche hängen noch von befristeten Projekten oder einzelnen Personen ab?&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die weitere Erhebung und Analyse insbesondere zu prüfen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Betreiber beziehungsweise verantwortliche Stellen für die vier Kernfunktionen&lt;br /&gt;
* dauerhafte Stellen gegenüber befristeten Projektstellen&lt;br /&gt;
* vorhandene beziehungsweise geplante Finanzierungsmodelle&lt;br /&gt;
* laufende Betriebs- und Pflegekosten&lt;br /&gt;
* personelle Kapazitäten und erkennbare Schlüsselpersonenrisiken&lt;br /&gt;
* Unterstützung kleiner und ehrenamtlich geführter Einrichtungen&lt;br /&gt;
* Finanzierung von&lt;br /&gt;
** Beratung,&lt;br /&gt;
** Digitalisierung,&lt;br /&gt;
** Speicher und Langzeiterhaltung,&lt;br /&gt;
** Datenpflege,&lt;br /&gt;
** Rechteklärung,&lt;br /&gt;
** technischer Wartung und Weiterentwicklung;&lt;br /&gt;
* Übergang von geförderten Projekten in einen dauerhaften Regelbetrieb&lt;br /&gt;
* vorhandene Betriebs-, Kooperations- und Übergabevereinbarungen&lt;br /&gt;
* erkennbare Risiken bei Auslaufen einzelner Förderungen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== 3.4 Gesamtbewertung und vorrangiger Handlungsbedarf ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;background-color:#eef5fb;border-left:4px solid #5b9bd5;padding:0.7em 1em;margin:1em 0;&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Leitfrage:''' Welche Bedarfe sind bereits ausreichend abgedeckt, wo liegen die entscheidenden Lücken und welche davon sollten vorrangig bearbeitet werden? &amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Ergebnisse der vorangegangenen Abschnitte werden abschließend zusammengeführt. Ziel ist noch nicht die vollständige Formulierung konkreter Maßnahmen, sondern zunächst eine begründete Bewertung des Ist-Standes und der wichtigsten Lücken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dabei sollte insbesondere unterschieden werden zwischen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* unmittelbar gefährdeten Kulturgütern beziehungsweise Beständen,&lt;br /&gt;
* strukturellen Lücken, die weitere Digitalisierungsschritte blockieren,&lt;br /&gt;
* fehlenden oder nur teilweise verfügbaren Kernfunktionen,&lt;br /&gt;
* nicht dauerhaft abgesicherten Angeboten,&lt;br /&gt;
* Verbesserungsmöglichkeiten bei bereits grundsätzlich funktionierenden Strukturen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die abschließende Bewertung insbesondere zu prüfen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Ergebnisse aus Akteurs-, Bestands- und Bedarfserhebung zusammenführen&lt;br /&gt;
* für jede der vier Kernfunktionen die wichtigsten Stärken und Lücken benennen&lt;br /&gt;
* übergreifende strukturelle Probleme aus Zuständigkeiten, Standards, Betrieb und Finanzierung ergänzen&lt;br /&gt;
* unterscheiden zwischen:&lt;br /&gt;
** fehlender Leistung,&lt;br /&gt;
** unzureichender Kapazität,&lt;br /&gt;
** fehlender Bekanntheit beziehungsweise Zugänglichkeit,&lt;br /&gt;
** fehlender Verbindung bestehender Angebote,&lt;br /&gt;
** ungeklärter Zuständigkeit,&lt;br /&gt;
** fehlender dauerhafter Absicherung;&lt;br /&gt;
* Dringlichkeit begründen, insbesondere anhand von:&lt;br /&gt;
** Verlustgefahr,&lt;br /&gt;
** blockierenden Abhängigkeiten,&lt;br /&gt;
** Anzahl beziehungsweise Bedeutung betroffener Kulturgutträger,&lt;br /&gt;
** kultureller und sprachlicher Bedeutung,&lt;br /&gt;
** Aufwand und Realisierbarkeit;&lt;br /&gt;
* offene Informationslücken ausdrücklich kennzeichnen&lt;br /&gt;
* aus den ermittelten Lücken anschließend Handlungsbedarfe ableiten&lt;br /&gt;
* konkrete Lösungsmaßnahmen erst im folgenden Maßnahmen- beziehungsweise Soll-Abschnitt festlegen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mögliche zusammenfassende Bewertungsmatrix:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot; style=&amp;quot;width:100%;&amp;quot;&lt;br /&gt;
! Bereich&lt;br /&gt;
! Belegter Ist-Stand&lt;br /&gt;
! Abgedeckte Bedarfe&lt;br /&gt;
! Lücke / Risiko&lt;br /&gt;
! Dringlichkeit&lt;br /&gt;
! Daraus abgeleiteter Handlungsbedarf&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| ''Beispiel: Nachweisen und Registrieren''&lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| ''Beispiel: Digitalisieren''&lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| ''Beispiel: Langfristig erhalten''&lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| ''Beispiel: Zugänglich machen und nutzen''&lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| ''Beispiel: gemeinsame Standards / Zusammenarbeit''&lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= Referenzen =&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Měrko Šenk</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://koncept.serbski-inkubator.de/index.php?title=12.3_Digitalisierung_des_Kulturerbes&amp;diff=1196</id>
		<title>12.3 Digitalisierung des Kulturerbes</title>
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		<updated>2026-10-26T10:07:06Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Měrko Šenk: /* 3. Ist-Analyse der Digitalisierung des sorbischen Kulturerbes */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;= 1 Einleitung =&lt;br /&gt;
Die Digitalisierung von sorbischem Kulturerbe ist eine historische Chance für uns Sorben, eine Chance, unser kulturelles Erbe neu zu entdecken, es für kommende Generationen zu erhalten, für eine breitere Öffentlichkeit zugänglich zu machen und dabei die eigene Deutungshoheit zu stärken. Das erfordert neben Mut, einer klaren gemeinsamen Vision, starker Zusammenarbeit zwischen den beteiligten Akteuren auch die notwendigen Ressourcen in Form von Personal mit entsprechenden Kompetenzen, passender Technik sowie einer nachhaltig gesicherten Finanzierung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im folgenden Abschnitt werden Zielbilder für die Digitalisierung des sorbischen Kulturerbes entworfen mittels lang- und kurzfristiger Visionen sowie konkreter Ziele.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== 1.1 Visionen und Ziele für die sorbische digitale Welt ==&lt;br /&gt;
'''Vision 2035'''&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
''Sorbisches materielles und immaterielles Kulturerbe ist systematisch digital erfasst, rechtssicher und langfristig gesichert, leicht auffindbar, offen nutzbar und wird aktiv von Interessierten genutzt.''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Konkrete Ziele'''&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Bis 2032 ist ein tragfähiges, finanziell und organisatorisch abgesichertes Modell etabliert, das:&lt;br /&gt;
* Ein zentrales (oder föderiertes) digitales Langzeitarchiv nach OAIS-Referenzmodell betreibt,&lt;br /&gt;
* klare Zuständigkeiten, Prozesse und Budgets definiert,&lt;br /&gt;
* regelmäßige Qualitätssicherung und Technik-Updates vorsieht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bis 2030 sind wichtige sorbische Kulturerbe-Bestände (Kernbestände nach fachlicher Festlegung) in hoher Qualität digitalisiert, beschrieben und im Langzeitarchiv gesichert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bis 2028 liegt eine institutionenübergreifende Übersicht über relevante Kulturerbe-Bestände (analog und digital, materiell und immateriell) vor, einschließlich einer Prioritätenliste für die Digitalisierung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bis 2028 existiert ein zentrales, nutzerfreundliches „Sorbisches Kulturerbe-Portal“, das:&lt;br /&gt;
* Suchzugang über alle teilnehmenden Institutionen ermöglicht,&lt;br /&gt;
* grundlegende Inhalte frei zugänglich bereitstellt,&lt;br /&gt;
* mehrsprachige Oberflächen anbietet (Deutsch, Obersorbisch, Niedersorbisch, Englisch).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= 2 Ist-Analyse „Digitalisierung von Kulturerbe“ =&lt;br /&gt;
Das Ziel in diesem Themenbereich ist es, sorbisches Kulturerbe digital zu verwalten und damit langfristig für Recherche, Nutzung und Präsentation vorzuhalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Abschnitt &amp;quot;IST-Analyse“ werden die folgenden Fragen beantwortet: Was ist sorbisches Kulturerbe und was zählt alles dazu? Welche Schritte durchläuft ein Kulturgut, um zum digitalen Kulturerbe zu gehören? Wie können die digitale Verwaltung, Archivierung, Nutzung und Präsentation von Kulturgütern umgesetzt werden?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die grundlegenden Terminologien des Kulturerbes sollen im Folgenden festgelegt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== 2.1 Terminologie – von Kultur zu Kulturerbe ==&lt;br /&gt;
In diesem Abschnitt werden die Begriffe rund um das Kulturerbe grundlegend definiert. Es soll ein Verständnis über die Begriffe Kultur, kulturelle Ausprägung, Kulturgut und Kulturerbe erreicht werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Dataja:Wobraz_K1.png|center|260px]]&amp;lt;ref&amp;gt;Mermaid Flowchart Code: [https://mermaid.live/edit#pako:eNpF0UtuwyAQBuCroFlaTuRHTGMvKuWxq7pqV627IGZso2CIMChtk9ymN-nFimmasmJGfP-AOEGjOUIFrdTHpmfGkudtrWpF_Fq9RtGDk9aZKHojU-_aJ7PZ_bmGgSnR4mgFejaKpidC1XAmq8zDfYAoJZKVG7lxzX5stRl81C0_uwYdheGEubHD4_dXLy1hcpyC1rcLdM4GOLH1Ve2E5Gj9TPLkhgEnsLkBNDsMAmLojOBQWeMwhgHNwKYSTuFBYHucbOW3HFvmcQ21unh2YOpF6-FPGu26HqrW381X7sCZxa1gnWH_R1BxNBvtlIUqTUMEVCd49xVdzpeLMs1pXmRFXiY0hg-o8iyZL_LFXZaVSTJ1LzF8hqHJnBZ5WhZLWt5RmtIsBuTCavP4-2Hh3y4_NXaMmw hier klicken], abgerufen am 22.09.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.1.1 Kultur ===&lt;br /&gt;
Kultur bezeichnet hier die Gesamtheit aller '''vom Menschen geschaffenen und erlernten Ausdrucksformen''' des Lebens, die auf gemeinsamen Werten und Verhaltensweisen beruhen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;wiki-kultur&amp;quot;&amp;gt;URL: https://de.wikipedia.org/wiki/Kultur&amp;lt;/ref&amp;gt; Dazu zählen '''materielle Ergebnisse''' (z. B. Kunstwerke, Technik) ebenso wie '''immaterielle Praktiken''' (Sprache, Bräuche, Wissen). Kultur umfasst laut der UNESCO geistige, materielle, intellektuelle und emotionale Merkmale, die eine Gesellschaft oder soziale Gruppe kennzeichnen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;mondiacult&amp;quot;&amp;gt;UNESCO 1982: Mexico City Declaration on Cultural Policies (MONDIACULT). URL: https://www.lacult.unesco.org/docc/1982_MONDIACULT.pdf&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;ref name=&amp;quot;cultureaction&amp;quot;&amp;gt;Culture Action Europe 2024: The State of Culture report. URL: https://cultureactioneurope.org/de/news/the-state-of-culture-report-published, abgerufen am 01.10.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;  Sie ist dynamisch und wird von jeder Generation neu gestaltet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das deutsche Wort „Kultur“ ist eine Eindeutschung des lateinischen Worts „cultura“. Dieses bedeutet ursprünglich „Bebauung, Bearbeitung, Bestellung, Pflege“ und meinte sowohl die physische Bearbeitung als auch die Pflege geistiger Güter, z. B. der Sprache.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.1.2 Kulturelle Ausdrucksform ===&lt;br /&gt;
Eine kulturelle Ausdrucksform ist eine '''konkrete, gegenwärtige oder historische, Manifestation von Kultur''', bspw. eine Zeichnung, eine Tracht oder ein Lied: Sie macht die Kultur sichtbar und erlebbar. Im engeren Sinne ist es eine Ausdrucksweise, die aus der Kreativität einer Person, Gruppe oder Gesellschaft entsteht und '''kulturellen Inhalt''' trägt (symbolische Bedeutung, künstlerische Dimension, kulturelle Werte).&amp;lt;ref&amp;gt;Österreichische UNESCO-Kommission 2007: Übereinkommen zum Schutz und zur Förderung der Vielfalt kultureller Ausdrucksformen, Art. 4, Seite 13. URL: https://www.unesco.at/fileadmin/Redaktion/Publikationen/Publikations-Dokumente/2005er_UNESCO-Convention_German.pdf, abgerufen am 22.09.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt; Sie wird innerhalb und zwischen Gemeinschaften weitergegeben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Alle kulturellen Ausdrucksformen bilden einen wesentlichen Kern von Kultur, aber Kultur enthält auch latente Dimensionen (Werte, Normen, Vorannahmen etc.), die nicht unmittelbar als Ausdrucksform erscheinen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.1.3 Kulturgut ===&lt;br /&gt;
Ein „Kulturgut“ ist '''eine einzelne kulturelle Ausdrucksform''', der ein '''besonderer kultureller Wert zugemessen wird''' (durch Anerkennung, Schutz, Bedeutung). Es ist somit ein Erzeugnis menschlicher Kreativität oder Zeugnis menschlichen Lebens, welches '''Bedeutung für die Kultur einer Gemeinschaft''' hat und daher '''Bestand haben und bewahrt werden soll'''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die '''Summe aller Kulturgüter''' einer Gemeinschaft wird als dessen '''Kulturerbe''' bezeichnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.1.4 Kulturerbe ===&lt;br /&gt;
Kulturerbe ist die '''Summe der materiellen und immateriellen Ausdrucksformen''' (= Kulturgüter) einer Kultur, die als „'''bewahrenswert'''“ anerkannt wurden. International umfasst das u. a. das '''Welterbe''' (Denkmäler, Ensembles, Stätten)&amp;lt;ref&amp;gt;UNESCO (1972), Welterbekonvention, Art. 1. URL: https://www.dnk.de/wp-content/uploads/2021/02/1972_DNK_UNESCO-Welterbekonvention.pdf (abgerufen am 11.09.2025).&amp;lt;/ref&amp;gt; und das '''Immaterielles Kulturerbe''' (Praktiken, Wissen).&amp;lt;ref&amp;gt;Deutsche UNESCO-Kommission o. J.:, Übereinkommen zur Erhaltung des immateriellen Kulturerbes (dt. Ausgabe). URL: https://www.unesco.de/assets/dokumente/Deutsche_UNESCO-Kommission/02_Publikationen/Publikation_UNESCO-%C3%9Cbereinkommen_zur_Erhaltung_des_immateriellen_Kulturerbes_01.pdf, (abgerufen am 11.09.2025).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ob etwas „zum Kulturerbe“ zählt, ist Ergebnis von Bewertung, Diskurs und teils formellen Verfahren. Dem Sorbischen Kulturregister (SKR) zufolge ist „sorbisch-wendisches Kulturerbe“ eine Zuschreibung, die durch Gesellschaft, Museen, Archive und Wissenschaft erfolgen kann.&amp;lt;ref&amp;gt;Sorbisches Institut 2025: Konzept für ein Sorbisches Kulturregister (SKR). URL: https://www.serbski-institut.de/wp-content/uploads/2021/11/00_Zweite-aktualisierte-Fassung_Konzept_Sorbisches-Kulturregister_20.11.2025.pdf, abgerufen am 20.11.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.1.5 Abgrenzung: Kultur und Kulturerbe ===&lt;br /&gt;
'''Kultur / Kulturelle Ausdrucksform''' sind als Begriffe weiter gefasst als '''Kulturgut / Kulturerbe'''. Kulturelle Ausdrucksformen umfassen alles Gelebte und Gestaltete einer Gemeinschaft in Gegenwart und Vergangenheit, während Kulturgut / Kulturerbe diejenigen kulturellen Güter und Traditionen meint, denen eine Bedeutung beigemessen wurde und die als bewahrens- und weitergebenswert erkannt wurden. Kultur ist der „aktuelle“ kreative Prozess (einschließlich Popkultur, Alltagskultur), Kulturerbe der daraus überkommene Schatz. Dennoch sind die Grenzen fließend: Was heute nur Kultur ist, kann morgen zum Kulturerbe erklärt werden – abhängig von Wertzuschreibung und Diskurs.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Rahmen dieses Dokuments werden für den sorbischen Kontext die Begriffe '''„kulturelle Ausdrucksform“''' und '''„Kulturgut“''' weitgehend '''synonym''' verwendet, sofern nicht ausdrücklich anders gekennzeichnet. Hintergrund ist, dass die Gesamtzahl der identifizierbaren kulturellen Ausdrucksformen einer kleinen Minderheit wie der Sorben/Wenden im Vergleich zu großen Mehrheitsgesellschaften überschaubar ist. Zugleich ist der Anteil dieser Ausdrucksformen, denen in der Community ein besonderer Wert beigemessen wird und die daher faktisch als Kulturgut wahrgenommen und behandelt werden, sehr hoch: Ein großer Teil des gelebten kulturellen Repertoires wird als identitätsstiftend und bewahrenswert verstanden und damit dem Kulturerbe zugerechnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== 2.2 Klassifizierung von Kulturgütern ==&lt;br /&gt;
Im Folgenden soll eine griffige Klassifizierung von Kulturgütern entwickelt werden, so dass pro Kulturgut-Klasse später auf die Besonderheiten ihrer Digitalisierung eingegangen werden kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Dataja:Wobraz_K2.png|center|600px]]&amp;lt;ref&amp;gt;Mermaid Flowchart Code: [https://mermaid.live/edit#pako:eNptlM9u00AQxl9ltFWoFDlp_C9OjISU2KSgUCq1BSRIDxt77Syxd6v1mkKjSDwBlThw4YCEeuXOoeLSN-EF4BHYjZOQQG67-32_2ZnZsWco4jFBPqrVZpRR6cNsP8n4ZTTBQu7rHVP66QWOKEvV3nQM2BeYTf8eea35fF6rjdiIrUl4cjJiAMPDV_X6sMxkKdJS1uvnvu9PtRGgp5ReE46wJIKSLIOf779CycbkkqQZjSb1Ovz-cv351_drDWGN9BXS_xfZBj7dLoGxBgIFBE14nOcrZGH68E07Iu0IlSNsQkhTKnGlfvyh1bjKcngIjcYD6G2s-xvrYGMdLuuqAFOXZ0IflzFh0xxn5OBU3t1ISZhqw6KaKpo29k04jSaCJrLq0oZsa9mCAZc8FTihhBnQp1ksxd1NSsS22dFmG3oMZzwl0HveONtlc7XNATtsHI9fk6kkC3nRsKoqnVNgwrFQaUOvLGJRRtMi4SJfZ790WtppQYhFIVV7CYsJDO9uWbEMujbqOgIbTqgsddB7MCD_eXT6gQMvaFEQBlclPMVqcA6eMfqGiKLMt926isCFM4FjKiln-voCHmEWXxIxXZcUVo-jSwrVe3DBGvHqtc83DLqS0FpNAi3wRluiDBdFSBIYQ0KzzN_r265jPjQinnHh7yVJYhRS8ClZKfe3KLyk2oHneuEuqlK2qWhJWYPOwGnvoiplm4qXVMd17V5rF1UpikIGSgWNkS9FSQyUE5FjvUUzHXGE5ITkZIR8tYxJgtVXPEIjNlfYBWYvOc9XpOBlOkF-grNC7cqLWPUupFjNa74-FXo0RMBLJpFvWtYiCPJn6C3yG7bTNO2u6Tidrue0W13HQO_Usdtquuqg1bG6TtvzPNuZG-hqcXGr2baV5NhuyzId13XbBiJqDrg4qn5ni7_a_A_W9oMu hier klicken], abgerufen am 22.09.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.2.1 A. Materiell - unbeweglich 🏛️ ===&lt;br /&gt;
„Materiell - unbeweglich&amp;quot; bezeichnet ortsfeste Kulturobjekte wie Bauwerke, Ensembles, Gebäudekomplexe und Stätten/Kulturlandschaften, wie sie in Art. 1 der UNESCO-Welterbekonvention als Kategorien des kulturellen Erbes definiert sind.&amp;lt;ref&amp;gt;UNESCO World Heritage Centre o. J.: Convention Concerning the Protection of the World Cultural and Natural Heritage, Artikel 1. URL: https://whc.unesco.org/en/conventiontext/, abgerufen am 01.10.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.2.2 B. Materiell - beweglich 🖼️ ===&lt;br /&gt;
Die Kategorie „Materiell - beweglich&amp;quot; umfasst bewegliche Sachen bzw. Sachgesamtheiten von kulturellem Wert (z. B. Objekte, Sammlungen), wie sie das deutsche Kulturgutschutzgesetz (§ 2 KGSG)&amp;lt;ref&amp;gt;Deutschland 2016: Kulturgutschutzgesetz (KGSG), § 2. URL: https://www.buzer.de/2_KGSG.htm, abgerufen am 01.10.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt; als „Kulturgut“ beschreibt.&lt;br /&gt;
* B1 '''Schriftgut''' - Bücher, Zeitungen, Handschriften, Archivgut, Graphiken, Pläne, Karten&lt;br /&gt;
* B2 '''Fotografien &amp;amp; Bildträger''' &lt;br /&gt;
** Fotografisch erzeugte statische Bildträger, auch Stillbildträger genannt, z. B. Positive/Negative auf Film/Platte/Photopapier, Dias, Abzüge, Mikrofilm/-fiche und vergleichbare fotografische Repro-Träger.&lt;br /&gt;
* B3 '''Analoge AV-Träger''' (Audio/Video/Film)&lt;br /&gt;
** Analoge zeitbasierte Medien, z. B. Magnetton (Tonband, Kassette), Schallplatte, Videobänder, Film.&lt;br /&gt;
* B4 '''3D-Objekte''' - Gegenstände, „sachkulturelle Artefakte“&amp;lt;ref&amp;gt;Sorbisches Institut o. J.: Konzept zum Digitalisierungszentrum am Sorbischen Institut, S. 24.&lt;br /&gt;
(Unveröffentlichtes Konzeptpapier; interne Projektunterlage.)&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.2.3 C. Immateriell 🎭 ===&lt;br /&gt;
Meint lebendige Praktiken, Darstellungen, Ausdrucksformen, Ideen, Werte, Wissen und Fertigkeiten, die von Gemeinschaften getragen und weitergegeben werden, gemäß der folgenden 5 UNESCO ICH-Domänen.&amp;lt;ref&amp;gt;UNESCO o. J.: Intangible Cultural Heritage – Five Domains. URL: https://ich.unesco.org/doc/src/01857-EN.pdf, abgerufen am 01.10.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* C1 '''Orale Traditionen/Ausdrucksformen''' - Sprache, Gesangstraditionen&lt;br /&gt;
* C2 '''Darstellende Künste''' - Musik, Tanz, Theater&lt;br /&gt;
* C3 '''Rituale &amp;amp; Feste''' - Bräuche und soziale Praktiken des Kalenders und Lebenslaufs&lt;br /&gt;
* C4 '''Wissen &amp;amp; Praktiken''' zu Natur &amp;amp; Universum - Heil- und Sammelkenntnisse, ökologisches und astronomisches Wissen, Glaube, Religion&lt;br /&gt;
* C5 '''Traditionelles Handwerk''' - Techniken, Werkzeuge und Gestaltungsmuster&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.2.4 D. Digital 💾 ===&lt;br /&gt;
Bezeichnet in digitaler Form vorliegende Ressourcen menschlichen Wissens und Ausdrucks. Diese können sowohl born-digital sein als auch digitalisierte Repräsentationen von materiellen und immateriellen Kulturgütern.&amp;lt;ref&amp;gt;UNESCO 2003: Charter on the Preservation of Digital Heritage. URL: https://www.unesco.org/en/legal-affairs/charter-preservation-digital-heritage, abgerufen am 01.10.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* D1 '''Born-digital''' (ursprünglich digital erzeugt, kein analoges Original), z. B. Webseiten, Social-Media-Beiträge, Software, Apps, Spiele, digitale Fotos/Audio/Video.&lt;br /&gt;
* D2 '''Digitalisate''' - Digitalisierte Repräsentationen/Derivate aus den Klassen A, B und C.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== 2.3 Begriffe und Kernfunktionen ==&lt;br /&gt;
Die vorherigen Abschnitte haben geklärt, was unter Kulturerbe verstanden wird und welche Arten von Kulturgütern unterschieden werden. Bevor der nachfolgende Abschnitt den Prozess der Kulturerbe-Digitalisierung beschreibt, werden in diesem Abschnitt die dafür wichtigsten Arbeitsbegriffe und Funktionen erläutert. Der Abschnitt soll dabei die Frage beantworten: Welche Arbeitsabläufe und Funktionen sind notwendig, damit Kulturgüter nicht nur digital erfasst, sondern auch gefunden, verstanden, gesichert und genutzt werden können?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Erläuterungen sollen eine gemeinsame und leicht verständliche Grundlage schaffen für alle, die an der Digitalisierung von Kulturerbe interessiert sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.3.1 Vom Kulturgut zur digitalen Repräsentation ===&lt;br /&gt;
Dieser Abschnitt erklärt, was bei einer Digitalisierung entsteht und wie sich das digitale Ergebnis vom ursprünglichen Kulturgut unterscheidet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
! Begriff&lt;br /&gt;
! Erklärung&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Digitalisierung von Kulturerbe'''&lt;br /&gt;
| Digitalisierung bezeichnet in diesem Konzept den gesamten zusammenhängenden Prozess: Kulturgüter erfassen, beschreiben und bewerten, digitale Repräsentationen erzeugen oder übernehmen, ihre Qualität prüfen, sie sichern und für die Nutzung zugänglich machen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;DFG2016&amp;quot;&amp;gt;Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) 2016: Praxisregeln „Digitalisierung“, insbesondere S. 13 und 41-44. URL: https://www.dfg.de/resource/blob/176108/898bf3574ad0ff3b1db525fa7d04c86c/12-151-v1216-de-data.pdf, abgerufen am 16.07.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Bei ursprünglich digital entstandenen Kulturgütern – auch ''born digital'' genannt – entfällt die Überführung aus einem analogen Original; die weiteren Aufgaben bleiben bestehen.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Digitalisat und digitale Repräsentation'''&lt;br /&gt;
| Ein '''Digitalisat''' ist ein digitales Abbild eines analogen Kulturguts, beispielsweise ein Scan einer Handschrift oder ein Foto eines Museumsobjekts. Der weitere Begriff '''digitale Repräsentation''' umfasst auch Audio-, Video- oder 3D-Dokumentationen einer immateriellen kulturellen Praxis. Die digitale Repräsentation ersetzt weder das materielle Kulturgut noch die lebendige Praxis.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Masterdatei und Nutzungsderivat'''&lt;br /&gt;
| Die '''Masterdatei''' ist die möglichst hochwertige und qualitätsgeprüfte Ausgangsdatei. Sie wird für die langfristige Sicherung und spätere Bearbeitungen aufbewahrt. Ein '''Nutzungsderivat''' ist eine daraus erzeugte, an einen bestimmten Zweck angepasste Datei, beispielsweise ein kleineres Bild für eine Internetseite.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Digitales Objekt'''&lt;br /&gt;
| Als '''digitales Objekt''' wird in diesem Konzept eine zusammengehörige digitale Einheit bezeichnet. Sie kann aus einer oder mehreren Dateien, den zugehörigen Metadaten und ihren Verknüpfungen bestehen. Ein digitales Objekt kann ein Digitalisat oder ein ursprünglich digital entstandenes Kulturgut sein.&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
''Beispiel:'' Das verzierte sorbische Osterei bleibt das materielle Kulturgut. Hochauflösende Fotografien, ein 3D-Modell und die dazugehörigen Beschreibungen bilden gemeinsam seine digitale Repräsentation.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.3.2 Vier Kernfunktionen ===&lt;br /&gt;
Als '''Kernfunktionen der Kulturerbe-Digitalisierung''' werden im Folgenden vier dauerhaft zu erfüllende Aufgabenbereiche bezeichnet. Sie beschreiben, was für eine nachhaltige Digitalisierung von Kulturerbe geleistet werden muss, unabhängig davon, welche Institution oder welches technische System die jeweilige Funktion übernimmt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
! Kernfunktion&lt;br /&gt;
! Typische organisatorisch-technische Umsetzung&lt;br /&gt;
! Hauptaufgabe&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Nachweisen, beschreiben und verknüpfen'''&lt;br /&gt;
| Register oder Katalog&lt;br /&gt;
| Macht sichtbar, welche Kulturgüter vorhanden sind, wo sie sich befinden und in welchem Zusammenhang sie stehen. Ein Registereintrag kann bereits bestehen, bevor ein Digitalisat angefertigt wurde. &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Digitalisieren und Qualität sichern'''&lt;br /&gt;
| Digitalisierungszentrum oder Digitalisierungsdienst&lt;br /&gt;
| Erzeugt bzw. übernimmt digitale Repräsentationen, prüft sie und bereitet Dateien und Metadaten für die weitere Verarbeitung vor. Geliefert werden bspw. geprüfte Masterdateien und Nutzungsderivate. &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Langfristig erhalten'''&lt;br /&gt;
| Repositorium oder digitales Langzeitarchiv&lt;br /&gt;
| Übernimmt Dateien und Metadaten, speichert und verwaltet sie und erhält sie über technische und organisatorische Veränderungen hinweg dauerhaft nutzbar.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Zugänglich machen und Nutzung ermöglichen'''&lt;br /&gt;
| Präsentations- und Nutzungssystem&lt;br /&gt;
| Führt beschreibende Informationen und digitale Medien für Nutzerinnen und Nutzer zusammen. Es ermöglicht beispielsweise Suche, Anzeige, Kontextualisierung, Vermittlung und – soweit zulässig – Nachnutzung. &lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese '''Kernfunktionen''' beschreiben zunächst nicht zwingend getrennte Institutionen oder Systeme. Eine Einrichtung kann mehrere Kernfunktionen übernehmen. Umgekehrt kann eine Kernfunktion auf mehrere Einrichtungen oder technische Systeme verteilt sein. Entscheidend sind klare Zuständigkeiten, verlässliche Übergaben und gemeinsame Standards.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vereinfacht lässt sich das Zusammenspiel so zusammenfassen:&lt;br /&gt;
# Das '''Register oder der Katalog''' beschreibt und verknüpft das Kulturgut.&lt;br /&gt;
# Der '''Digitalisierungsdienst''' erzeugt und prüft seine digitale Repräsentation.&lt;br /&gt;
# Das '''Repositorium oder digitale Archiv''' übernimmt und erhält die Dateien.&lt;br /&gt;
# Das '''Präsentationssystem''' führt Beschreibungen und Medien für die Nutzung zusammen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die konkrete Ausgestaltung kann zentral, dezentral oder als Verbund mehrerer Systeme erfolgen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.3.3 Register ===&lt;br /&gt;
Die folgende Tabelle erklärt, wie Kulturgüter so erfasst, beschrieben und verknüpft werden, dass sie eindeutig zugeordnet, wiedergefunden und nach einheitlichen Regeln weiterverarbeitet werden können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
! Begriff&lt;br /&gt;
! Erklärung&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Erschließung, Verzeichnung und Registrierung'''&lt;br /&gt;
| '''Erschließung''' ist der übergeordnete Vorgang, bei dem ein Kulturgut identifiziert, beschrieben und in seinen Zusammenhang eingeordnet wird. '''Verzeichnung''' bezeichnet seine strukturierte dokumentarische Beschreibung. '''Registrierung''' bedeutet die Aufnahme in ein konkretes Register, einen Katalog oder ein Sammlungssystem. Ein Kulturgut kann bereits registriert werden, bevor ein Digitalisat vorhanden ist.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Metadaten'''&lt;br /&gt;
| Metadaten sind strukturierte Informationen über ein Kulturgut und seine digitalen Repräsentationen. Dazu gehören beispielsweise Titel, Herkunft, beteiligte Personen, Ort, Zeit, kultureller Kontext, Rechte, Dateieigenschaften und Bearbeitungsschritte. Je nach Zweck werden beschreibende, technische, rechtliche und erhaltungsbezogene Metadaten unterschieden. Sie machen Kulturgüter auffindbar, verständlich, verwaltbar und langfristig nutzbar.&amp;lt;ref name=&amp;quot;PREMIS&amp;quot;&amp;gt;Library of Congress o. J.: PREMIS – Preservation Metadata: Implementation Strategies. Internationaler Standard für Erhaltungsmetadaten. URL: https://www.loc.gov/standards/premis/, abgerufen am 16.07.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Persistenter Identifikator'''&lt;br /&gt;
| Ein '''persistenter Identifikator''' ist eine dauerhafte und eindeutige Kennung für ein Kulturgut, einen Datensatz oder eine digitale Ressource. Die Kennung bleibt bestehen, auch wenn sich der technische Speicherort oder die Internetadresse ändern. Dadurch können Kulturgüter dauerhaft zitiert und zwischen Systemen verknüpft werden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;DFG2016&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Metadaten sind keine bloße Beigabe zu einer Datei. Ohne ausreichende Beschreibungen kann ein Digitalisat zwar technisch vorhanden sein, später aber kaum gefunden, verstanden oder zuverlässig zugeordnet werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.3.4 Digitalisierungsdienst und Archiv ===&lt;br /&gt;
Die folgende Tabelle erklärt was erforderlich ist, damit Kulturgüter digitalisiert werden und nicht nur heute gespeichert sind, sondern auch nach technischen und organisatorischen Veränderungen noch gefunden, verstanden und genutzt werden können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
! Begriff&lt;br /&gt;
! Erklärung&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Repositorium'''&lt;br /&gt;
| Ein '''Repositorium''', auch ''Repository'' genannt, ist eine verwaltete technische Umgebung, in der digitale Objekte und ihre Metadaten übernommen, gespeichert, geordnet, verwaltet und bereitgestellt werden. Ein Repositorium kann Teil eines digitalen Archivs sein. Nicht jedes Repositorium erfüllt jedoch automatisch alle Anforderungen der Langzeiterhaltung.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Digitales Archiv oder digitales Langzeitarchiv'''&lt;br /&gt;
| Ein digitales Archiv ist mehr als ein Server oder ein Speicherprogramm. Es verbindet eine verantwortliche Organisation, fachkundiges Personal, Regeln, Arbeitsabläufe und technische Systeme. Es übernimmt die Verantwortung dafür, digitale Informationen langfristig zu erhalten und für festgelegte Nutzergruppen zugänglich zu machen. Das internationale Referenzmodell '''Open Archival Information System''' (OAIS, offenes Archiv-Informationssystem) bietet hierfür einen fachlichen Rahmen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;OAIS2024&amp;quot;&amp;gt;Consultative Committee for Space Data Systems (CCSDS) 2024: Reference Model for an Open Archival Information System (OAIS), CCSDS 650.0-M-3, insbesondere S. 1-1–1-2 und 2-1–2-2. URL: https://ccsds.org/Pubs/650x0m3.pdf, abgerufen am 16.07.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Ingest oder kontrollierte Übernahme'''&lt;br /&gt;
| '''Ingest''' bezeichnet die kontrollierte Übernahme digitaler Dateien und Metadaten in ein Repositorium oder digitales Archiv. Dabei werden beispielsweise Vollständigkeit, Dateiformate, Metadaten und Dateiintegrität geprüft und die Übernahme dokumentiert.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Langzeitverfügbarkeit und digitale Langzeiterhaltung'''&lt;br /&gt;
| '''Langzeitverfügbarkeit''' ist das Ziel, digitale Inhalte über technische und organisatorische Veränderungen hinweg auffindbar, lesbar, verständlich und nutzbar zu halten. '''Digitale Langzeiterhaltung''' bezeichnet die dafür notwendigen fortlaufenden Maßnahmen. Dazu können mehrere Speicherorte, regelmäßige Prüfungen, Formatüberwachung, technische Migrationen und eine nachvollziehbare Dokumentation gehören. „Langfristig“ bezeichnet dabei keine feste Zahl von Jahren, sondern einen Zeitraum, in dem mit veränderten Technologien, Formaten und Nutzungsanforderungen gerechnet werden muss.&amp;lt;ref name=&amp;quot;OAIS2024&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Datensicherung oder Backup'''&lt;br /&gt;
| Ein '''Backup''' ist eine zusätzliche Sicherungskopie, aus der Dateien nach einem Verlust oder technischen Ausfall wiederhergestellt werden können. Backups sind notwendig, ersetzen aber keine Langzeiterhaltung: Sie regeln allein noch keine dauerhaften Zuständigkeiten, Metadaten, Formatüberwachung, Integritätsprüfungen oder langfristige Zugänglichkeit.&amp;lt;ref name=&amp;quot;DPCStorage&amp;quot;&amp;gt;Digital Preservation Coalition o. J.: Digital Preservation Handbook – Storage. URL: https://www.dpconline.org/handbook/organisational-activities/storage, abgerufen am 16.07.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Integrität und Authentizität'''&lt;br /&gt;
| '''Integrität''' bedeutet, dass unbeabsichtigte Veränderungen oder Beschädigungen einer Datei erkannt werden können. Dafür werden häufig Prüfsummen verwendet - digitale Kontrollwerte, die regelmäßig verglichen werden. '''Authentizität''' bedeutet, dass Herkunft, Identität und Bearbeitungsgeschichte eines digitalen Objekts nachvollziehbar sind und belegt werden kann, dass es das ist, was es zu sein vorgibt.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Dateiformat und Datenformat'''&lt;br /&gt;
| Ein '''Dateiformat''' legt den technischen Aufbau einer einzelnen Datei fest. Ein '''Datenformat''' beschreibt, wie Informationen strukturiert und zwischen Systemen ausgetauscht werden. Gut dokumentierte, verbreitete und möglichst offen beschriebene Formate erleichtern den Austausch und die langfristige Nutzung. Sie ersetzen jedoch keine aktive Langzeiterhaltung.&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Merksatz:''' Speichern ist nicht dasselbe wie langfristiges Erhalten. Auch ein vorhandenes Backup ist noch kein digitales Langzeitarchiv.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.3.5 Präsentationssystem ===&lt;br /&gt;
Die folgende Tabelle erklärt, wie aus langfristig gesicherten Dateien ein digitales Kulturerbe wird, das von Menschen gefunden, verstanden und sinnvoll genutzt werden kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
! Begriff&lt;br /&gt;
! Erklärung&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Zugänglichmachung und Präsentation'''&lt;br /&gt;
| '''Zugänglichmachung''' bedeutet, dass digitale Objekte auffindbar und im rechtlich sowie technisch zulässigen Umfang abrufbar sind. '''Präsentation''' geht darüber hinaus: Inhalte werden ausgewählt, miteinander verknüpft, erklärt und für bestimmte Zielgruppen vermittelt. Dazu gehören verständliche Kontextinformationen, klare Rechteangaben, Mehrsprachigkeit und möglichst barrierearme Zugänge. Abhängig von Rechten, personenbezogenen Daten oder kulturellen Schutzbedarfen kann der Zugang offen oder eingeschränkt sein.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Nutzung und Nachnutzung'''&lt;br /&gt;
| '''Nutzung''' umfasst beispielsweise das Betrachten, Lesen, Anhören, Erforschen oder Vermitteln eines digitalen Kulturguts. '''Nachnutzung''' bedeutet seine weitere Verwendung in einem neuen Zusammenhang, etwa in Bildung, Forschung, Publikationen, Ausstellungen, Anwendungen oder kreativen Werken. Dafür werden geeignete Dateien, verständliche Metadaten und klare Rechteinformationen benötigt.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Rechteinformation und Lizenz'''&lt;br /&gt;
| Eine '''Rechteinformation''' beschreibt den rechtlichen Status eines digitalen Objekts und mögliche Einschränkungen seiner Nutzung. Eine '''Lizenz''' räumt durch eine dazu berechtigte Person oder Institution konkrete Nutzungsrechte ein. Ein allgemeiner Rechtehinweis ist daher nicht automatisch eine Lizenz.&amp;lt;ref name=&amp;quot;RightsReuse&amp;quot;&amp;gt;RightsStatements.org o. J.: Standardisierte Rechtehinweise für online verfügbares Kulturerbe. URL: https://rightsstatements.org/de/, abgerufen am 16.07.2026. Creative Commons 2025: Recommended Licenses and Tools for Cultural Heritage Content. URL: https://creativecommons.org/2025/07/09/recommended-licenses-and-tools-for-cultural-heritage-content/, abgerufen am 16.07.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Interoperabilität'''&lt;br /&gt;
| '''Interoperabilität''' bezeichnet die Fähigkeit von Systemen und Organisationen, Daten auszutauschen und in gleicher Bedeutung zu verstehen. Dafür werden gemeinsame Metadatenmodelle, Begriffe, Identifikatoren und technische Schnittstellen benötigt. So können beispielsweise Register, Repositorien, Präsentationsportale und externe Kulturplattformen miteinander verbunden werden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;EuropeanaEDM&amp;quot;&amp;gt;Europeana o. J.: Metadata – Europeana Data Model (EDM, Europeana-Datenmodell). URL: https://pro.europeana.eu/page/metadata, abgerufen am 16.07.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Digitalisierte Inhalte entfalten ihren kulturellen und gesellschaftlichen Nutzen erst dann vollständig, wenn sie auffindbar, verständlich, rechtlich klar und für unterschiedliche Zielgruppen tatsächlich verwendbar sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der folgende Abschnitt 2.4 beschreibt, wie diese Kernfunktionen innerhalb des gesamten Prozesses der Kulturerbe-Digitalisierung zusammenwirken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== 2.4 Prozess der Digitalisierung von Kulturerbe ==&lt;br /&gt;
Die Digitalisierung von Kulturgut ist kein rein technischer Arbeitsschritt, sondern ein vielschichtiger, oft langfristiger Prozess, der bereits mit der Wahrnehmung und Identifikation einer kulturellen Ausdrucksform beginnt. Ziel dieses Abschnitts ist es, diesen Gesamtprozess systematisch darzustellen: von der gelebten Kultur über das identifizierte Kulturgut bis hin zur digital nutzbaren Repräsentation.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die hier entwickelte Prozessdarstellung soll als praxisorientierter Überblick dienen für die Digitalisierung des sorbischen Kulturerbes. Sie berücksichtigt die Anforderungen sorbischer Einrichtungen ebenso wie die international etablierten Referenzmodelle und Standards, darunter:&lt;br /&gt;
* das OAIS-Referenzmodell (ISO 14721) für digitale Archivierung&amp;lt;ref&amp;gt;Consultative Committee for Space Data Systems (CCSDS) 2024: Reference Model for an Open Archival Information System (OAIS), CCSDS 650.0-M-3. URL: https://ccsds.org/Pubs/650x0m3.pdf, abgerufen am 01.10.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
* das DCC Curation Lifecycle Model für kuratorische Entscheidungsprozesse&amp;lt;ref&amp;gt;Higgins 2008: The DCC Curation Lifecycle Model. International Journal of Digital Curation, 3(1), 134-140. URL: https://ijdc.net/index.php/ijdc/article/view/48, abgerufen am 01.10.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
* das Spectrum-Modell für museale Objektverwaltung&amp;lt;ref&amp;gt;Collections Trust 2022. Spectrum 5.1 - The UK Museum Collections Management Standard. URL: https://collectionstrust.org.uk/spectrum/spectrum-5, abgerufen am 01.10.2025. &amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
* die UNESCO-Leitlinien zur Inventarisierung immateriellen Kulturerbes&amp;lt;ref&amp;gt;UNESCO 2024: Operational Directives for the Implementation of the Convention for the Safeguarding of the Intangible Cultural Heritage (10.GA). URL: https://ich.unesco.org/doc/src/ICH-Operational_Directives-10.GA_EN.pdf, abgerufen am 01.10.2025. &amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
* sowie technische Vorgaben wie die DFG-Praxisregeln Digitalisierung&amp;lt;ref&amp;gt;Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) 2022: Praxisregeln Digitalisierung (aktualisierte Fassung). URL: https://www.ulb.hhu.de/fileadmin/redaktion/ULB/Documents/Infomaterial/DFG_Praxisregeln_Digitalisierung_Aktualisierte_Fassung2022.pdf, abgerufen am 01.10.2025. &amp;lt;/ref&amp;gt; und die FADGI-Richtlinien&amp;lt;ref&amp;gt;Federal Agencies Digital Guidelines Initiative (FADGI) 2023: Technical Guidelines for Digitizing Cultural Heritage Materials – Still Image, 3rd ed. URL: https://www.digitizationguidelines.gov/guidelines/digitize-technical.html, abgerufen am 01.10.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Folge soll der „Lebenslauf“ eines Kulturguts dargestellt werden, also der Weg, den ein Objekt oder eine kulturelle Praxis vom Zeitpunkt der Entstehung über die Erfassung, Digitalisierung und Archivierung bis zur Veröffentlichung in einem digitalen Präsentationsmodul durchläuft.&lt;br /&gt;
Hierfür erläutert der folgende Abschnitt die einzelnen Prozessschritte im Detail, jeweils mit Akteuren und Beispielen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.4.1 Vorüberlegungen zum Prozess ===&lt;br /&gt;
Im hier vorgestellten Prozess wird auf eine harte, systematische Filterung verzichtet, welche kulturellen Ausdrucksformen „nur“ Kultur und welche bereits Kulturgut sind. Ein solcher Bewertungs- und Abgrenzungsprozess wäre ressourcenintensiv und würde den vorhandenen Kapazitäten in den beteiligten Einrichtungen nicht entsprechen. Stattdessen folgt das Konzept einer inklusiven Logik: Alle dokumentierten Ausdrucksformen werden zunächst als potenzielle Kulturgüter erfasst. Eine feinere Auswahl und Priorisierung erfolgen erst in einem späteren Schritt, nämlich dann, wenn konkret entschieden wird, welche Ausdrucksformen bzw. Kulturgüter in welcher Tiefe digitalisiert, archiviert und präsentiert werden sollen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieses Vorgehen schließt an das SKR-Konzept an, das bewusst auf eine frühe normative Trennung zwischen „kultureller Ausdrucksform“ und „Kulturgut“ verzichtet. Auch hier steht zunächst der möglichst vollständige, strukturierte Überblick über die sorbischen Kulturgüter im Vordergrund. Die differenzierte Bewertung und Schwerpunktsetzung werden als anschließende fachliche Aufgabe verstanden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.4.2 Prozessschritte im Detail ===&lt;br /&gt;
Das folgende Diagramm gibt einen Überblick über die sechs Kernschritte des Gesamtprozesses der Digitalisierung von Kulturgut – von der ersten Wahrnehmung einer kulturellen Ausdrucksform bis zu ihrer digitalen Präsentation als Kulturgut. Die Abfolge zeigt zugleich die Entwicklungsstufen: von gelebter Kultur zur kulturellen Ausdrucksform, von dort zum Kulturgut und schließlich zum digitalen Kulturgut. Die Schritte sind als generischer Ablauf zu verstehen: Je nach Art des Kulturguts können einzelne Tätigkeiten unterschiedlich aufwendig sein oder parallel erfolgen.&lt;br /&gt;
[[Dataja:Wobraz_K3.png|center|600px]]&amp;lt;ref&amp;gt;Mermaid Flowchart Code: [https://mermaid.live/edit#pako:eNplkk1OwzAQha8yGqmbkloxSZs2CyTa8LOphIAVhIVJpolF4iDH4a_qbXqTXgzHFdAKr2y97703lmaNWZMTxriqmvesFNrAfZIqgPPHFIdDzuBO1DVVajhM8QlGozOYO-WUwS0VsjVakqa93Pvmjlk4JmAwp3fS5kCHwQAWjkkcE_Y5WWkIXqrd9jBpT138UIkspBGVbI_7-rwLR146csLgRryQ-U8lMGLwTG1WapLPpHKCZQLMOY9ch7m2VxiSpOAEjJ1TSev_M_bkvv3KtY8ZnOuslG_H9VcOuf4dUO-2LamjGdHDQsscY6M78rAmXYv-ies-IEVTUk0pxvaa00p0lUkxVRtrexXqoWnqH6duuqLEeCWq1r6619zOn0hRaPGH9J_Xi6ZTBuOxS8B4jR8YhxGLeDThkR-EM37KuYefFmHTaOz7fOZHQTidBMHGwy9X6VslnNnDw4jPuB8GHlIuTaOX-7Vy27X5Bh_Osqo hier klicken], abgerufen am 22.09.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Prozess zeigt, dass Digitalisierung von Kulturgut mehr ist als das Erstellen digitaler Dateien. Sie umfasst eine Reihe aufeinander bezogener Schritte – von der ersten Wahrnehmung einer kulturellen Ausdrucksform über ihre Erfassung, Bewertung und Digitalisierung bis hin zur langfristigen Sicherung und Präsentation. Dabei sind je nach Schritt unterschiedliche Akteure beteiligt, etwa Gemeinschaften, Museen, Archive, Fachgremien, Digitalisierungsstellen oder IT. Die folgenden Beschreibungen erläutern diese Schritte so, dass nachvollziehbar wird, was jeweils mit einem Kulturgut geschieht, wer daran beteiligt ist und wie sich der Ablauf in der Praxis vorstellen lässt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''1. Sammeln &amp;amp; erfassen''' &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Hier wird eine kulturelle Ausdrucksform erstmals wahrgenommen, benannt und mit ersten Informationen erfasst: Was ist es, wer macht es oder hat es geschaffen, wo kommt es vor, warum ist es bedeutsam für die Gemeinschaft? &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Akteure''': Community, Vereine, Museen, Archive, Forschende, Privatpersonen.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Beispiel''': Auf einem Dorffest zeigt eine Frau das Verzieren sorbischer Ostereier. Jemand fotografiert dies und notiert Technik, Ort und Namen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''2. Registrieren &amp;amp; beschreiben''' &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Hier wird aus der ersten Beobachtung ein strukturierter Nachweis. Das Kulturgut oder die kulturelle Ausdrucksform wird in ein Register, eine Sammlung oder einen Katalog aufgenommen und mit strukturierten Metadaten beschrieben, damit es wiedergefunden, zugeordnet und verstanden werden kann. Dazu gehören z. B. Titel, Ort, Zeit, Technik, Funktion, beteiligte Personen und der kulturelle Kontext.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Akteure''': Registerverantwortliche, Kurator:innen, Sammlungsmitarbeitende, Community für Kontextinformationen.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Beispiel''': Das Osterei erhält einen Eintrag mit Angaben wie „Wachsbatik“, „Schleife“, „Osterei-Verzierung“, Name der Trägerin und Entstehungsjahr.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''3. Bewerten &amp;amp; freigeben''' &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
In diesem Schritt wird entschieden, ob und in welcher Priorität ein Kulturgut oder die kulturelle Ausdrucksform digitalisiert werden soll und ob dies rechtlich und ethisch möglich ist. Dabei spielen fachliche Kriterien wie Bedeutung, Repräsentativität, Seltenheit oder Gefährdung eine Rolle, aber auch Fragen des Urheberrechts, Datenschutzes und möglicher kultureller Sensibilitäten. Am Ende steht eine begründete Entscheidung, ob und in welchem Umfang das Kulturgut weiterbearbeitet und später veröffentlicht werden darf. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Akteure''': Kurator:innen, Fachgremien, Community-Vertretungen, Register/SKR, ggf. Rechteverantwortliche und Behörden. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Beispiel''': Es wird entschieden, dass die Osterei-Technik wegen ihrer Bedeutung für die sorbische Identität digital gesichert werden soll; die Kunsthandwerkerin stimmt der Veröffentlichung zu.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''4. Digitalisieren &amp;amp; prüfen''' &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Nun wird das Kulturgut technisch erfasst, also in eine digitale Form überführt. Das kann je nach Objektart durch Scan, Fotografie, Audio- oder Videoaufnahme oder 3D-Erfassung geschehen. Dabei entstehen hochwertige Master-Dateien und nutzbare Derivate. Die Digitalisierung folgt qualifizierten Standards, um Reproduzierbarkeit, Farbkonsistenz und Nutzbarkeit zu gewährleisten. Anschließend wird geprüft, ob Schärfe, Farbe, Vollständigkeit und Dateiformate den Anforderungen für Archivierung und Nutzung entsprechen. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Akteure''': Digitalisierungszentrum, Foto-/AV-/3D-Spezialist:innen, externe Dienstleister bei Spezialfällen. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Beispiel''': Das Osterei wird fotografisch hochauflösend aufgenommen und zusätzlich als 3D-Modell erfasst. Danach werden Schärfe, Farbe und Dateiformate geprüft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''5. Archivieren &amp;amp; sichern''' &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die entstandenen digitalen Dateien werden geordnet abgelegt, mit den zugehörigen Metadaten verknüpft und für die langfristige Erhaltung gesichert. Dazu gehören sichere Speicherorte, Backups, Integritätskontrollen und – wenn nötig – spätere technische Migration auf neue Systeme. Ziel ist, dass das digitale Kulturgut langfristig erhalten bleibt, auch wenn sich Technik und Formate verändern. Das Original bleibt in der Regel weiterhin am Sammlungs- oder Aufbewahrungsort. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Akteure''': Archiv, Repository, IT-Betrieb, ggf. Sorbisches Kulturarchiv bzw. Digitalisierungszentrum. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Beispiel''': Die Bilder und das 3D-Modell des Ostereis werden auf gesicherten Servern gespeichert; das Original bleibt im Museum oder bei der Eigentümerin.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''6. Präsentieren &amp;amp; nutzen''' &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Im letzten Schritt werden die digitalen Objekte so bereitgestellt, dass sie gefunden, verstanden und genutzt werden können, z. B. in Portalen, digitalen Sammlungen oder virtuellen Ausstellungen. Dafür reicht es nicht, nur Dateien anzuzeigen: Es braucht auch verständliche Kontexte, Rechteangaben, Mehrsprachigkeit und möglichst barrierearme Zugänge. So wird aus der technischen Digitalisierung eine tatsächliche kulturelle Nutzung. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Akteure''': Kurator:innen, Vermittlung, Web/IT, Museen, Kulturinformationen, Community. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Beispiel''': Das Osterei erscheint in einer Online-Ausstellung, kann herangezoomt oder als 3D-Modell gedreht werden und wird mit einem kurzen Text zur Technik erklärt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.4.3 Organisatorische Perspektive ===&lt;br /&gt;
Die folgende Abbildung ist entnommen aus einem Poster des Sorbischen Instituts zu dessen Digitalisierungsstrategie, gefunden auf der Projektseite des Digitalisierungszentrums.&amp;lt;ref&amp;gt;Sorbisches Institut: Digitalisierungszentrum (DZ). URL: [https://www.serbski-institut.de/projekte-zentrale-vorhaben/digitalisierungszentrum-dz/ https://www.serbski-institut.de/projekte-zentrale-vorhaben/digitalisierungszentrum-dz/], abgerufen am 25.03.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Digitalisierungsstrategie des Sorbischen Instituts zeigt die Erfassung, Registrierung, Digitalisierung und Archivierung bis zur Präsentation von Kulturgütern aus '''organisatorischer Sicht'''. Sie basiert auf einem '''3-Säulen-Modell aus Kulturregister, Digitalisierungszentrum und Präsentationsumgebung'''. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Dataja:Wobraz_K4.png|mini||center|600px|Abbildung: 3-Säulen-Modell der Digitalisierungsstrategie des Sorbischen Instituts. Quelle: Sorbisches Institut, „Digitalizacija serbskich kulturnych datow / Digitalisierung der sorbischen/wendischen Kulturdaten“&amp;lt;ref&amp;gt;Sorbisches Institut 2025: Digitalizacija serbskich kulturnych datow / Digitalisierung der sorbischen/wendischen Kulturdaten (Poster). URL:  [https://www.serbski-institut.de/wp-content/uploads/2021/11/A0-Druck_Digitalisierungsstrategie-SI.pdf  https://www.serbski-institut.de/wp-content/uploads/2021/11/A0-Druck_Digitalisierungsstrategie-SI.pdf], abgerufen am 25.03.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Beide Sichtweisen - die fachliche &amp;quot;Prozess-Sicht&amp;quot; und die &amp;quot;organisatorische Sicht&amp;quot; lassen sich wie folgt in einer Darstellung zusammenfassen:&lt;br /&gt;
[[Dataja:Wobraz_K5.jpg|mini||center|600px|Abbildung: Zusammengefasste Sichtweisen auf die Digitalisierung von Kulturerbe.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der &amp;quot;Prozess der Digitalisierung von Kulturerbe&amp;quot; beschreibt, '''was''' mit einem Kulturgut geschieht; das 3-Säulen-Modell zeigt, '''wo''' diese Aufgaben organisatorisch verortet sind. Bezogen auf die oben beschriebenen [[#2.3.2 Prozessschritte im Detail|Prozessschritte der Digitalisierung von Kulturerbe]] steht das '''Sorbische Kulturregister''' für den Prozessschritt „'''2. Registrieren'''“ und dient dabei vor allem der Verzeichnung und Metadatenverwaltung. Das '''Digitalisierungszentrum''' steht für die Prozessschritte „'''4. Digitalisieren'''“ und „'''5. Archivieren'''“ und dient dabei der technischen Erfassung, Bearbeitung und Sicherung der Digitalisate. Die '''Präsentationsumgebung''' steht für den Schritt „'''6. Präsentieren'''“ und dient der öffentlichen oder kuratierten Bereitstellung zur Nutzung. Ergänzende Konzepte des SI machen dabei deutlich, dass die Digitalisierung im Regelfall eine vorherige Verzeichnung im Register voraussetzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
! Prozessschritt&lt;br /&gt;
! Verantwortliche Organisation&lt;br /&gt;
! Funktion im Gesamtsystem&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''2. Registrieren'''&lt;br /&gt;
| '''Sorbisches Kulturregister'''&lt;br /&gt;
| Kulturgüter werden als Entitäten nachgewiesen, beschrieben, mit Metadaten versehen und miteinander verknüpft. Das Register erfüllt damit eine katalogähnliche Funktion: Es macht sichtbar, welche Kulturgüter es gibt, wo sie sich befinden und in welchem Kontext sie stehen.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''4. Digitalisieren'''&lt;br /&gt;
| '''Digitalisierungszentrum'''&lt;br /&gt;
| Kulturgüter werden technisch erfasst, z. B. durch Scan, Fotografie, Audio-/Videoübertragung oder 3D-Erfassung. Das Digitalisierungszentrum erzeugt und prüft die Digitalisate, ist aber nicht selbst primär ein Präsentationssystem.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''5. Archivieren'''&lt;br /&gt;
| '''Digitalisierungszentrum / Repositorium / Archiv'''&lt;br /&gt;
| Die digitalen Dateien werden geordnet gespeichert, mit Metadaten verbunden und langfristig gesichert. Dazu gehört auch die Sicherstellung der Langzeitaufbewahrung, etwa durch geeignete Speicherorte, Prüfroutinen und spätere Migrationen.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''6. Präsentieren'''&lt;br /&gt;
| '''Sorabicon / weitere Präsentationsumgebungen'''&lt;br /&gt;
| Die digitalen Inhalte werden für Nutzer:innen sichtbar, erfahrbar und verständlich gemacht, z. B. in Portalen, digitalen Sammlungen oder virtuellen Ausstellungen. Die Präsentation greift dafür auf Metadaten aus dem Register und auf Digitalisate aus dem Repositorium bzw. dem Digitalisierungszentrum zurück.&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Schritt '''1. Sammeln''' liegt vor diesen drei Säulen. Er betrifft die Sammlungsorte selbst, also z. B. Museen, Archive, Heimatstuben, Vereine, Projekte, Gemeinden oder Privatpersonen. Dort entstehen oder befinden sich die Kulturgüter zunächst, bevor sie systematisch registriert, bewertet oder digitalisiert werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Schritt '''3. Bewerten''' ist ebenfalls keine eigene technische Säule, sondern ein steuernder Entscheidungsschritt. In ihm wird geklärt, welche Kulturgüter priorisiert digitalisiert werden, welche fachliche Bedeutung sie haben, welche Rechte zu beachten sind und ob eine öffentliche Präsentation möglich ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Damit wird deutlich: Register, Digitalisierungszentrum und Präsentation erfüllen unterschiedliche Aufgaben. Das '''Register''' beschreibt und verknüpft Kulturgüter, das '''Digitalisierungszentrum''' erzeugt und sichert Digitalisate und die '''Präsentationsumgebung''' macht ausgewählte Inhalte verständlich zugänglich. Gerade diese Trennung schafft klare Zuständigkeiten und erleichtert die Zusammenarbeit zwischen Sammlungsorten, Fachstellen, technischen Dienstleistern und Öffentlichkeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== 2.5 Beispiele anderer Kulturen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Digitalisierung des Kulturerbes kleiner, autochthoner, indigener und sprachlicher Gemeinschaften weist häufig vergleichbare Herausforderungen auf: Kulturgüter und Bestände sind auf viele Institutionen, Vereine, lokale Einrichtungen und private Träger verteilt. Personelle und finanzielle Ressourcen sind begrenzt, mehrere Sprachen und Beschreibungstraditionen müssen berücksichtigt werden und nicht alle kulturellen Inhalte dürfen oder sollen ohne Einschränkung öffentlich zugänglich gemacht werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In einer vergleichenden Recherche wurde daher untersucht, wie andere Gemeinschaften und Regionen ihr Kulturerbe erfassen, beschreiben, digitalisieren, langfristig sichern und zur Nutzung bereitstellen. Dabei wurde nicht nach einer universell „idealen“ technischen Lösung gesucht. Untersucht wurde vielmehr, welche organisatorischen, technischen, rechtlichen und gemeinschaftlichen Modelle unter welchen Rahmenbedingungen funktionieren, welche Schwierigkeiten auftreten und welche übertragbaren Erfolgsfaktoren erkennbar sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die nachfolgenden Beispiele verdeutlichen unterschiedliche Schwerpunkte: gemeinschaftliche Steuerung, institutionsübergreifende Register und Suchsysteme, Digitalisierung verteilter Bestände, Sprach- und Tonarchive, abgestufte Zugänge, Unterstützung kleiner Kulturgutträger sowie die Überführung zeitlich begrenzter Projekte in einen dauerhaften Betrieb.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die daraus abgeleiteten Kriterien bilden einen Referenzrahmen. Anhand dieses Referenzrahmens kann in einer späteren Ist-Analyse geprüft werden, welche Funktionen bereits vorhanden, nur konzeptionell beschrieben, in Pilotprojekten erprobt oder dauerhaft im Regelbetrieb verankert sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die ausführlichen Fallprofile, Vergleichsmatrizen, Quellen sowie ein Hinweis zur KI-gestützten Erstellung befinden sich in der [[12.3.A1 Vergleichende Recherche – Digitalisierung des Kulturerbes anderer Kulturen und Regionen|ausführlichen Vergleichsrecherche]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.5.1 RomArchive – Digitales Archiv der Roma ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Roma und Sinti sind eine transnationale Minderheit, die in zahlreichen europäischen Staaten lebt. RomArchive wurde von 2015 bis 2019 mit 3,75 Millionen Euro durch die Kulturstiftung des Bundes gefördert. Weitere Unterstützer waren unter anderem die Bundeszentrale für politische Bildung, das Auswärtige Amt und das Goethe-Institut. Seit 2019 wird das Archiv durch das Dokumentations- und Kulturzentrum Deutscher Sinti und Roma in Heidelberg betrieben.&amp;lt;ref name=&amp;quot;vergleich_romarchive&amp;quot;&amp;gt;RomArchive o. J.: Frequently Asked Questions. URL: https://www.romarchive.eu/en/about/frequently-answered-questions/; Dokumentations- und Kulturzentrum Deutscher Sinti und Roma e. V. o. J.: Imprint. URL: https://www.romarchive.eu/en/imprint/; Kulturstiftung des Bundes o. J.: RomArchive. URL: https://www.kulturstiftung-des-bundes.de/en/programmes_projects/film_and_new_media/detail/romarchive.html, jeweils abgerufen am 20.07.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Archiv präsentiert Kunst, Geschichte und Kultur aus der Perspektive der Roma. Kuratorische Teams und Beirat waren überwiegend mit Angehörigen der Minderheit besetzt. Neben öffentlich zugänglichen Inhalten existiert ein internes Archiv mit beschränktem Forschungszugang. Besonders lehrreich ist der bereits zu Projektbeginn geplante und später tatsächlich vollzogene Übergang an einen dauerhaften Betreiber.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Erfolgsfaktoren und Learnings:''' &lt;br /&gt;
* Angehörige der Gemeinschaft sollten nicht nur Inhalte zuliefern, sondern festgelegte Entscheidungsrechte bei Auswahl, Beschreibung, Kontextualisierung und Zugangsregeln besitzen. &lt;br /&gt;
* Bereits zu Beginn einer Projektphase verbindlich klären, welche Institution das Register, Archiv oder Portal nach dem Ende der Förderung dauerhaft betreibt, pflegt und finanziert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.5.2 Nuohtti – Zugang zum Sámi-Kulturerbe ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Sámi sind ein indigenes Volk im nordeuropäischen Sápmi, das sich über Teile Norwegens, Schwedens, Finnlands und Russlands erstreckt. Viele historische Sámi-Materialien befinden sich außerhalb der Sámi-Institutionen in europäischen Archiven und Museen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nuohtti ist ein gemeinsamer Suchdienst für digitalisierte Sámi-Materialien. Er wurde von 2018 bis 2021 mit Mitteln des Programms Interreg Nord der EU (Europäische Union) entwickelt. Beteiligt waren unter anderem die Sámi-Archive der finnischen und norwegischen Nationalarchive, das schwedische Reichsarchiv und mehrere Universitäten. Die Sámi-Parlamente Finnlands, Norwegens und Schwedens waren in der Steuerungsgruppe vertreten. Der Dienst führte nach Projektangaben etwa 30.000 Datensätze aus 32 Institutionen zusammen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;vergleich_nuohtti&amp;quot;&amp;gt;Nuohtti o. J.: About Nuohtti. URL: https://nuohtti.com/Content/about; University of the Arctic 2023: The Nuohtti service provides digital access to Sámi material in European archives. URL: https://www.uarctic.org/news/2023/3/the-nuohtti-service-provides-digital-access-to-sami-material-in-european-archives/, jeweils abgerufen am 20.07.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nuohtti übernimmt nicht alle Bestände in ein einziges System. Stattdessen werden Metadaten, also strukturierte Beschreibungsdaten zu Objekten und Beständen, aus vorhandenen Einrichtungen zusammengeführt und mit mehrsprachiger Suche, Karte und Zeitleiste zugänglich gemacht. Ethische Hinweise machen darauf aufmerksam, dass viele Bestände unter historischen und teilweise kolonialen Bedingungen gesammelt und beschrieben wurden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Erfolgsfaktoren und Learnings:''' &lt;br /&gt;
* Ein gemeinsamer Zugang kann auch mit dezentraler Architektur der Bestände erfolgen – Originale, Dateien und Fachsysteme können beim Kulturgutträger verbleiben.&lt;br /&gt;
* Ein Register für Kulturdaten kann als übergreifende Nachweisschicht arbeiten: Größere Einrichtungen liefern Daten über technische Schnittstellen, während kleine Träger zentrale oder gemeinsam bereitgestellte Erfassungsdienste nutzen können. &lt;br /&gt;
* Historische Fremdbeschreibungen sollten ergänzt werden durch Selbstbezeichnungen, eigene Sprachformen, alternative Benennungen und Kontexte der betreffenden Gemeinschaft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.5.3 People’s Collection Wales / Casgliad y Werin Cymru ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wales ist ein Landesteil des Vereinigten Königreichs mit einer eigenständigen nationalen und walisischsprachigen Identität. People’s Collection Wales ist eine zweisprachige Plattform für institutionelles und gemeinschaftlich getragenes Kulturerbe. Sie wird als Verbund der National Library of Wales, des National Museum Wales und der Royal Commission on the Ancient and Historical Monuments of Wales betrieben und durch die walisische Regierung finanziert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Neben der technischen Plattform werden kostenlose Beratung und Schulungen zu Digitalisierung, Metadaten, Urheberrecht, Datenschutz und Oral History, also mündlich überlieferter und aufgezeichneter Geschichte, angeboten. Eine unabhängige Evaluation stellte Fortschritte bei der Zusammenarbeit und beim Kompetenzaufbau fest, benannte aber auch begrenzte Wirkungsnachweise, Finanzierungsrisiken und den hohen Personalaufwand für die Unterstützung der beteiligten Gemeinschaften.&amp;lt;ref name=&amp;quot;vergleich_wales&amp;quot;&amp;gt;Vittle, Kate / Haswell-Walls, Fran / Dixon, Tim; ERS Ltd. 2016: Evaluation of the Casgliad y Werin Cymru / People’s Collection Wales Digital Heritage Programme. Impact Report. URL: https://www.gov.wales/sites/default/files/publications/2019-08/evaluation-of-the-peoples-collection-wales-digital-heritage-programme-impact.pdf; People’s Collection Wales o. J.: Community Support. URL: https://www.peoplescollection.wales/about-us/community-support, jeweils abgerufen am 20.07.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Erfolgsfaktoren und Learnings:''' &lt;br /&gt;
* Kleine und ehrenamtlich betreute Sammlungen benötigen nicht nur technische Standards, sondern konkrete und dauerhaft verfügbare Dienstleistungen: Erstberatung, Schulung, Vorlagen, Unterstützung bei Rechtefragen, Qualitätskontrolle und persönliche Ansprechpartner. &lt;br /&gt;
* Ein Digitalisierungszentrum oder ein Verbund koordinierter Digitalisierungsdienste sollte daher als Service- und Kompetenzstruktur ausgestaltet werden und nicht lediglich als technische Produktionsstelle. &lt;br /&gt;
* Der dafür notwendige Beratungs- und Unterstützungsaufwand muss als dauerhafte Betriebsaufgabe eingeplant werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.5.4 Tobar an Dualchais / Kist o Riches ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schottisch-Gälisch ist eine Minderheitensprache, die vor allem in den Highlands und auf den schottischen Inseln gesprochen wird. Tobar an Dualchais macht mehr als 40.000 seit den 1930er Jahren entstandene Tonaufnahmen zugänglich. Die Bestände umfassen Erzählungen, Lieder, Musik, Gedichte und mündlich überliefertes Wissen auf Gälisch, Scots und Englisch. Ein bedeutender Teil der Originalbestände wird in den School of Scottish Studies Archives der Universität Edinburgh verwahrt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;vergleich_tobar&amp;quot;&amp;gt;University of Edinburgh 2024: Tobar an Dualchais / Kist o Riches. URL: https://gaelic.ed.ac.uk/gaelic-collections/tobar-an-dualchais-kist-o-riches; Scottish Government 2025: Rediscovering lost Gaelic words. URL: https://www.gov.scot/news/rediscovering-lost-gaelic-words/, jeweils abgerufen am 20.07.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Digitalisierung wird mit Verschriftlichung beziehungsweise Transkription, sprachlicher Erschließung, Freiwilligenarbeit und teilweise automatischer Spracherkennung verbunden. Das Projekt erhält wiederkehrende öffentliche Förderungen, muss Rechteklärung, Transkription und technische Weiterentwicklung jedoch dauerhaft fortsetzen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Erfolgsfaktoren und Learnings:''' &lt;br /&gt;
* Gefährdete Ton-, Film- und Videobestände müssen wegen Materialverfall, beschädigungsanfälliger Trägermaterialien und nicht mehr verfügbarer Wiedergabetechnik zeitlich priorisiert werden. &lt;br /&gt;
* Ein geeignetes Pilotprojekt kann Digitalisierung, Rechteklärung, Verschriftlichung, Übersetzung, Metadatenerfassung, Archivierung und Bildungsnutzung entlang einer vollständigen Prozesskette verbinden. &lt;br /&gt;
* Dadurch werden nicht nur einzelne Dateien erzeugt, sondern zugleich die notwendigen Standards, Zuständigkeiten und Aufwände erprobt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.5.5 Euskariana – Portal zum baskischen Kulturerbe ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Baskinnen und Basken leben in Gebieten Spaniens und Frankreichs. Euskariana ist das staatlich betriebene Kulturportal der Autonomen Gemeinschaft Baskenland in Spanien. Es wird durch die Digitale Bibliothek Euskadi betrieben und verbindet Daten der baskischen Regierung, der Provinzen, Kommunen, Universitäten sowie öffentlicher, kirchlicher und privater Einrichtungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Portal ist zugleich gemeinsamer Katalog und Zugang zu digitalen Objekten. Es kann Inhalte über ein eigenes Repositorium, also ein institutionell betriebenes digitales Ablage- und Erhaltungssystem, bereitstellen oder zu den Systemen der Partner verlinken. Verwendet werden internationale Standards wie Dublin Core als allgemeiner Metadatenstandard, METS (Metadata Encoding and Transmission Standard) zur Strukturierung und Übertragung digitaler Objekte, PREMIS (Preservation Metadata: Implementation Strategies) für Metadaten zur digitalen Langzeiterhaltung und ALTO (Analyzed Layout and Text Object) für erkannte Texte und Seitenlayouts. Die standardisierten Daten können unter anderem an Europeana weitergegeben werden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;vergleich_euskariana&amp;quot;&amp;gt;Gobierno Vasco / Biblioteca Digital de Euskadi o. J.: Acerca de Euskariana. URL: https://www.euskariana.euskadi.eus/euskadibib/es/help/about.do, abgerufen am 20.07.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Erfolgsfaktoren und Learnings:''' &lt;br /&gt;
* Unterschiedliche Kulturgutträger benötigen unterschiedliche Anschlussmöglichkeiten. &lt;br /&gt;
** Kleine Einrichtungen sollten Daten und gegebenenfalls Dateien in zentral bereitgestellten Diensten erfassen und verwalten können. &lt;br /&gt;
** Größere Institutionen sollten ihre vorhandenen Systeme über Datenexporte oder Programmierschnittstellen anbinden können. &lt;br /&gt;
* Dafür ist ein gemeinsamer, bewusst schlank gehaltener Metadatenkern erforderlich, der durch fach- und institutionsspezifische Angaben erweitert werden kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.5.6 Mukurtu und Plateau Peoples’ Web Portal ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mukurtu ist eine frei verfügbare Software für die gemeinschaftlich kontrollierte Verwaltung digitalen indigenen Kulturerbes. Das Plateau Peoples’ Web Portal verbindet acht indigene Nationen des nordwestlichen Plateaus der USA mit der Washington State University und mehreren Museen und Archiven. Stammesvertreter wählen und beschreiben die Inhalte; die Universität übernimmt wesentliche technische Betriebsaufgaben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mukurtu ermöglicht kulturelle Protokolle, also gemeinschaftlich festgelegte Regeln für Zugang und Nutzung, Traditional Knowledge Labels als Kennzeichnungen für überliefertes gemeinschaftliches Wissen sowie mehrere Beschreibungen zu demselben Objekt. Dadurch kann neben einer institutionellen Museumsbeschreibung eine Beschreibung der Herkunftsgemeinschaft stehen. Zugänge können von vollständig öffentlich bis streng beschränkt reichen. Mukurtu weist ausdrücklich darauf hin, dass die Plattform vor allem dem Zugang und der gemeinschaftlichen Verwaltung dient und ein gesondertes Konzept für Digitalisierung, Langzeiterhaltung, Personal und Finanzierung erforderlich bleibt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;vergleich_mukurtu&amp;quot;&amp;gt;Mukurtu CMS / Washington State University o. J.: About. URL: https://mukurtu.org/about/; Plateau Peoples’ Web Portal. URL: https://mukurtu.org/project/plateau-peoples-web-portal-showcase/, jeweils abgerufen am 20.07.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Erfolgsfaktoren und Learnings:''' &lt;br /&gt;
* Rechte und kulturelle Sensibilität müssen als Bestandteil des Datenmodells behandelt werden und dürfen nicht erst unmittelbar vor einer Veröffentlichung geprüft werden. &lt;br /&gt;
* Sinnvoll sind abgestufte Kategorien wie &lt;br /&gt;
** „nur Metadaten öffentlich“, &lt;br /&gt;
** „öffentliches Nutzungsdigitalisat“, &lt;br /&gt;
** „Zugang nach Rücksprache“, &lt;br /&gt;
** „beschränkter Gemeinschafts- oder Forschungszugang“, &lt;br /&gt;
** „zeitlich gesperrt“ und &lt;br /&gt;
** „nicht zugänglich“. &lt;br /&gt;
* Mehrere Beschreibungen zu demselben Objekt ermöglichen es außerdem, institutionelle Überlieferung und Selbstbeschreibung nebeneinander nachvollziehbar zu dokumentieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.5.7 Indigitization – zentrale Unterstützung für dezentrale Digitalisierung ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Indigitization unterstützt First Nations und weitere indigene Gemeinschaften in British Columbia in Kanada. Das Programm wird gemeinsam von indigenen Organisationen, Bibliotheken, Archiven und Hochschulen getragen. Es stellt einen Werkzeugkasten, Schulungen, Musterunterlagen, technische Beratung und Förderhilfen bereit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von 2013 bis 2019 wurden drei Pilotprojekte und 45 weitere Projekte gefördert. Dabei wurden mehr als 11.000 Audiokassetten digitalisiert. Die Digitalisierung erfolgte in den Gemeinschaften; eine allgemeine Veröffentlichung war nicht zwingend. Das frühere Förderprogramm für Audiokassetten befindet sich inzwischen allerdings in einer Pause.&amp;lt;ref name=&amp;quot;vergleich_indigitization&amp;quot;&amp;gt;Indigitization o. J.: About Us. URL: https://www.indigitization.ca/about-2/; Indigitization Toolkit. URL: https://www.indigitization.ca/toolkit/; Audio Cassette Digitization Grant. URL: https://www.indigitization.ca/funding/audio-cassette-grant/, jeweils abgerufen am 20.07.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Erfolgsfaktoren und Learnings:''' &lt;br /&gt;
* Zentral bereitgestellte Kompetenz lässt sich mit dezentraler Verantwortung verbinden. &lt;br /&gt;
* Ein Digitalisierungszentrum oder ein Verbund gemeinsamer Dienste kann Schulungen, Leih- und Mobiltechnik, Qualitätsprüfung, Rahmenverträge, Musterunterlagen, Beratung und Kleinprojektförderung anbieten. &lt;br /&gt;
* Originale, lokales Wissen und kulturelle Beziehungen können grundsätzlich bei den jeweiligen Kulturgutträgern verbleiben. &lt;br /&gt;
* Damit nach Abschluss einzelner Digitalisierungsprojekte keine ungesicherten Dateien zurückbleiben, sollte jedoch von Beginn an ein gemeinsames oder verbindlich angebundenes Repositorium beziehungsweise digitales Archiv vorgesehen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.5.8 Zusammenfassungen der Beispiele anderer Kulturen im Anhang ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tabellarische Übersichten und Zusammenfassungen aller untersuchten Beispiele anderer Kulturen und Regionen befinden sich im Anhang [[12.3.A1 Vergleichende Recherche – Digitalisierung des Kulturerbes anderer Kulturen und Regionen#E. Vergleichsmatrix|in Abschnitt E. Vergleichsmatrix]] unter &lt;br /&gt;
* [[12.3.A1 Vergleichende Recherche – Digitalisierung des Kulturerbes anderer Kulturen und Regionen#E.1 Funktionen, Architektur und Standards|E.1 Funktionen, Architektur und Standards]] und&lt;br /&gt;
* [[12.3.A1 Vergleichende Recherche – Digitalisierung des Kulturerbes anderer Kulturen und Regionen#E.2 Governance, Finanzierung, Erfolg und Übertragbarkeit|E.2 Governance, Finanzierung, Erfolg und Übertragbarkeit]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Zusammenfassung der übergreifenden Erfolgsfaktoren aus den Beispielen befindet sich im Anhang [[12.3.A1 Vergleichende Recherche – Digitalisierung des Kulturerbes anderer Kulturen und Regionen#F. Übergreifende Erfolgsfaktoren|in Abschnitt F. Übergreifende Erfolgsfaktoren]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.5.9 Was sich aus den Beispielen ableiten lässt ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus den untersuchten Beispielen lässt sich kein einzelnes Projekt und kein bestimmtes Softwaresystem ableiten, das unverändert übernommen werden könnte. Wiederkehrend zeigen sich jedoch '''vier notwendige Funktionen, drei übergreifende Erfolgsbedingungen und zwei grundlegende Umsetzungsprinzipien'''. Sie bilden einen kompakten Orientierungsrahmen für die Digitalisierung von Kulturerbe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Vier Kernfunktionen – was muss dauerhaft geleistet werden? ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Damit die Digitalisierung nicht bei einzelnen Digitalisaten oder einem Präsentationsportal stehen bleibt, müssen vier Kernfunktionen verlässlich abgedeckt und miteinander verbunden werden:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot; style=&amp;quot;width:100%;&amp;quot;&lt;br /&gt;
! Kernfunktion&lt;br /&gt;
! Kernfrage&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''1. Register für Kulturdaten'''&lt;br /&gt;
| '''Was ist vorhanden und was sollte prioritär bearbeitet werden?''' – Kulturgüter und Bestände nachweisen, beschreiben, verknüpfen und ihren Digitalisierungs- und Rechtezustand erfassen.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''2. Digitalisierungszentrum / Digitalisierungsdienste'''&lt;br /&gt;
| '''Wie wird qualitätsgesichert digitalisiert?''' – Kulturgutträger beraten, Digitalisierung vorbereiten oder durchführen, Qualität sichern und die Übergabe vorbereiten.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''3. Repositorium / digitales Langzeitarchiv'''&lt;br /&gt;
| '''Wie bleibt das digitale Kulturerbe dauerhaft erhalten?''' – Masterdateien und Metadaten sicher übernehmen, erhalten, sichern und bei technischen Veränderungen migrieren.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''4. Präsentations- und Nutzungssysteme'''&lt;br /&gt;
| '''Wie wird das Kulturerbe gefunden, verstanden und genutzt?''' – freigegebene Inhalte mehrsprachig vermitteln und für Bildung, Forschung und kulturelle Nachnutzung bereitstellen.&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die vier Funktionen bedeuten nicht zwingend vier Einrichtungen oder vier technische Systeme. Entscheidend ist, dass alle Funktionen abgedeckt, ihre Zuständigkeiten geklärt und ihre Übergaben zuverlässig organisiert sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Drei Erfolgsbedingungen – was gilt für alle Kernfunktionen? ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
# '''Gemeinsam entscheiden und Rechte abgestuft regeln:''' &lt;br /&gt;
#* Angehörige der betreffenden Gemeinschaft und die Kulturgutträger sollten nachvollziehbare Entscheidungsrechte bei Auswahl, Beschreibung, Priorisierung und Veröffentlichung besitzen. &lt;br /&gt;
#* Zugänge sollten abgestuft sein, beispielsweise auch &amp;quot;ausschließlich Metadaten&amp;quot;, &amp;quot;Zugang nach Rücksprache&amp;quot; oder &amp;quot;beschränkte Gemeinschafts- und Forschungszugänge&amp;quot; ermöglichen. &lt;br /&gt;
#* Rechtliche Zulässigkeit und kulturelle Angemessenheit sind dabei getrennt zu betrachten. &lt;br /&gt;
#* Selbstbezeichnungen und eigene kulturelle Perspektiven sollten historische Fremdbeschreibungen ergänzen können.&amp;lt;br&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
# '''Gemeinsame Standards, Mehrsprachigkeit und technische Anschlussfähigkeit sichern:''' &lt;br /&gt;
#* Ein bewusst schlanker gemeinsamer Metadatenkern, Qualitätsstandards und geregelte Datenübergaben ermöglichen die Zusammenarbeit unterschiedlicher Einrichtungen. Zusätzlich können fach- oder institutionsspezifische Metadatensätze genutzt werden.&lt;br /&gt;
#* Sprachen und Sprachvarianten müssen als eigenständige Datenwerte berücksichtigt werden, bspw. bei Metadaten, Beschreibungen usw. &lt;br /&gt;
#* Kleine Träger benötigen einfache zentrale Erfassungsmöglichkeiten, z. B. per Weboberfläche, größere Institutionen Schnittstellen oder Datenexporte aus ihren vorhandenen Systemen.&amp;lt;br&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
# '''Dauerhafte Verantwortung und Finanzierung sichern:''' &lt;br /&gt;
#* Bereits beim Aufbau muss feststehen, wer Register, Digitalisierungsdienste, Repositorium und Präsentationssystem nach einer Projektförderung dauerhaft betreibt. &lt;br /&gt;
#* Neben einmaligen Projektmitteln müssen deshalb auch Personal, Beratung, Datenpflege, Speicher, Softwarepflege, Sicherung und spätere technische Erneuerungen dauerhaft finanziert werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Zwei Umsetzungsprinzipien – wie sollte vorgegangen werden? ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
# '''Priorisieren, die vollständige Kette pilotieren, dann skalieren:''' &lt;br /&gt;
#* Nicht alles muss gleichzeitig digitalisiert werden. Besonders gefährdete oder kulturell bedeutsame Bestände sollten priorisiert werden. &lt;br /&gt;
#* Pilotprojekte sollten möglichst den gesamten Weg von der Erfassung und Rechteklärung über die Digitalisierung bis zur Archivierung und Nutzung durchlaufen. Dabei werden Standards, Zuständigkeiten, Kosten und tatsächliche Nutzung erprobt. &lt;br /&gt;
#* Erst auf dieser Grundlage sollte in größerem Umfang skaliert werden.&amp;lt;br&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
# '''Zentral ermöglichen, dezentral verantworten:''' &lt;br /&gt;
#* Zentrale Stellen können Infrastruktur, Beratung, Schulung, Digitalisierungstechnik, Qualitätskontrolle, Rechtehilfe und Langzeiterhaltung bereitstellen. &lt;br /&gt;
#* Originale, lokales Wissen, kulturelle Beziehungen und wesentliche inhaltliche Entscheidungen können gleichzeitig bei den jeweiligen Kulturgutträgern verbleiben. &lt;br /&gt;
#* Zentralisierung von Diensten und dezentrale kulturelle Verantwortung sind damit keine Gegensätze, sondern können sich gegenseitig ergänzen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Für die Reihenfolge ergibt sich daraus:''' &lt;br /&gt;
# Zuerst Entscheidungsrechte, Standards, Betreiber und Finanzierung ausreichend klären; &lt;br /&gt;
# anschließend mit ausgewählten Beständen die vollständige Prozesskette erproben und die Unterstützungsstrukturen aufbauen; &lt;br /&gt;
# auf dieser Grundlage Digitalisierung, Präsentation und Nachnutzung schrittweise verbreitern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Präsentation und Nutzung sind dabei nicht von geringerer Bedeutung und sollten bereits Bestandteil der Pilotprojekte sein. '''Später erfolgt nicht die Nutzung selbst, sondern deren breiter Ausbau.'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weiterführende '''Hinweise und Empfehlungen zu einem möglichen Vorgehen sowie zeitlichen und inhaltlichen Prioritäten''' befinden sich im Anhang [[12.3.A1 Vergleichende Recherche – Digitalisierung des Kulturerbes anderer Kulturen und Regionen#G.2 Was zentral, dezentral und gemeinsam organisiert werden sollte|im Abschnitt &amp;quot;Priorisierte Schlussfolgerung&amp;quot; von G2 bis G9]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein ausführliches '''Prüfraster zur Bewertung des jeweiligen Entwicklungsstandes''' befindet sich [[12.3.A2 Prüfraster zur Bewertung des Entwicklungsstandes beim Aufbau der Digitalisierung des Kulturerbes|im Anhang 2 &amp;quot;Prüfraster zur Bewertung des Entwicklungsstandes&amp;quot;]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= 3. Ist-Analyse der Digitalisierung des sorbischen Kulturerbes =&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der [[#2 Ist-Analyse „Digitalisierung von Kulturerbe“|vorangegangene Abschnitt 2]] hat beschrieben, was zur Digitalisierung von Kulturerbe gehört, welche Aufgaben dabei dauerhaft erfüllt werden müssen und wie andere Gemeinschaften und Regionen diese Aufgaben lösen. Der Abschnitt 3 richtet nun den Blick auf die sorbische Situation. Er geht der Frage nach, wie gut die sorbische Kulturerbelandschaft heute organisatorisch, technisch und personell aufgestellt ist, um ihr materielles, immaterielles und digitales Kulturerbe institutionsübergreifend zu erfassen, zu digitalisieren, dauerhaft zu erhalten und zugänglich zu machen – und wo vorrangiger Handlungsbedarf besteht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Analyse gliedert sich in fünf Teile:&lt;br /&gt;
* '''Akteure und Rollen''' – wer sorbisches Kulturerbe bewahrt und welche Aufgaben die Akteure bei seiner Digitalisierung übernehmen, vom Sammeln bis zur Finanzierung und Koordination.&lt;br /&gt;
* '''Bestände und Digitalisierungsbedarf''' – welche Kulturgüter es gibt, wie weit sie erfasst und digitalisiert sind und welche vorrangig gesichert werden müssen.&lt;br /&gt;
* '''Vorhaben und Systeme''' – welche Projekte und Angebote die [[#2.3.2 Vier Kernfunktionen|vier Kernfunktionen]] Nachweisen, Digitalisieren, langfristig Erhalten und Zugänglichmachen bereits abdecken.&lt;br /&gt;
* '''Zusammenarbeit und dauerhafter Betrieb''' – wie Steuerung und Zusammenarbeit (Governance) organisiert sind: Zuständigkeiten, Standards, Rechte und Finanzierung.&lt;br /&gt;
* '''Gesamtbewertung''' – was bereits funktioniert, wo die entscheidenden Lücken liegen und welche zuerst geschlossen werden sollten, als Grundlage für die anschließenden Maßnahmen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Analyse stellt dabei den Bedarf der Bestände dem vorhandenen Angebot an Diensten und dem organisatorischen Rahmen gegenüber. Wo beides auseinanderfällt, entstehen Lücken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Dataja:Wobraz K6.png|thumb|center|600px|Übersicht der Ist-Analyse]]&amp;lt;ref&amp;gt;Mermaid Flowchart Code: [https://mermaid.live/edit#pako:eNqVlM1y2jAQx19lR7maFGMcwJPJDGAnh9AcaE4pPcj2-qPYErOWmtJ8PE0fo7e8WGWDTUja6VS-WB_7293_rvTAIhkj81hSyPso46Tg1l_RSoAZ088rdh5eOKc2TNcKNeH5h_DiPKQPF7fbjQW39PIzRaqMXaIsWMqiQLFiX2r7llHpMCW-yeDGwG54lCXEU9wfgv2Ic8JI5VLAYvl6fdYGMIAZVurlp4gPIVzrQmlKtVoXvKoQNiThEy_LQou0kqTe-Ji_ZsWckgOJC4hRwFSkGEpl_r5i44-L2IIyV-BTLtIij7I15m-5M-j1LmDeLqGI_5j-0rjfOwAtYljyrOzE-pcOfhu7A36OolLYMD5tzV95yONbjgTXSCLRYl1j3jkIWtAQruQ3c5KL6GB_pyujHwpOocmzcRFzjVSX15BnqCjH8A3Sh-fnZwj-kv-0VufReLrnGRlluzI-ws3xmdDQMQ_NmX2KFqR1DYq6IDu1HqFT5aZRfbFLZ_HyK1qj6PLY1RdkJhC4rgw2ykxcWLUlfpXCcgdqp4tmetXK5MIVGk1UiPdIyjRW7eNNh0d1-_mYgECtiBeQ5EXhnVzawWUwtipFco3eiXvpBu7UimQhyTsZzM03fU9o70fLmAbzYNQxJhNnbvstY2QPZrbzjsH3TbYjBLbxG3SE_uVZ4J61hP7Y7Q_tIwJMrYV11aZyvDWz5ocIj7d8K2gdd52vtgWaOu3iSJrRxTEej0fj_n7ai3llXh7iW88F99h--d_2zGIp5THzFGm0WIlU8nrKHmruiqnMXJkV88wvYay_9xoxVmwlnozphos7KcvWmqROM-YlvKjMTG9irtDPubnSZbdKdWvRXGqhmDd07AbCvAf2nXnuqWP3RwN7eDZwJ4Ph2MHeyGJb5vXs0-HEnTgDxxn3-4OzvuOarSeL_Wi8C10UFsM4V5I-7h7o5p1--g24x9CK hier klicken], abgerufen am 20.10.2026&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== 3.1 Akteure und Rollen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sorbisches Kulturerbe wird von vielen Einrichtungen, Gruppen und Einzelpersonen bewahrt, gepflegt und dokumentiert – von sorbischen ebenso wie von nicht-sorbischen. Dieser Abschnitt zeigt, wer Bestände hält, wer Dienste zur Digitalisierung anbietet und wer den organisatorischen und finanziellen Rahmen gestaltet. Damit wird auch sichtbar, welche Aufgaben bislang von keinem Akteur erkennbar übernommen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Grundlage sind Arbeitsunterlagen der Domowina aus den Jahren 2019 und 2020&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;&amp;gt;Domowina e. V., Kulturausschuss (Clemens Škoda) 2019: Serbske kulturne herbstwo (SKH). Arbeitspapier, Stand 18.03.2019, S. 2–8. Unveröffentlicht; interne Referenz: 2020-09-07_Serbske kulturne herbstwo w Budyšinje_opt.pdf.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019b&amp;quot;&amp;gt;Domowina e. V. 2019: Přehlad relewantnych městnosćow / „małkich“ a „wulkich“ muzejow nastupajo serbske kulturne herbstwo, Stand 11.11.2019. Unveröffentlicht; interne Referenz: 2019_11_Priloha A_prehlad_muzejow a zberkow.pdf.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2020&amp;quot;&amp;gt;Domowina e. V., Kulturausschuss 2020: Protokoll der Fachkommission „Serbske kulturne herbstwo“ vom 07.09.2020. Unveröffentlicht; interne Referenz: 2020_09_07_skh komisija-protokol.pdf.&amp;lt;/ref&amp;gt;, eine darauf aufbauende Arbeitsliste der Sammlungsorte mit ergänzender Internetrecherche&amp;lt;ref name=&amp;quot;liste2026&amp;quot;&amp;gt;Arbeitsliste „Sammlungsorte sorbischen Kulturerbes“, Stand 02.04.2026, erstellt im Rahmen des Digitalisierungskonzepts aus Internetrecherche und den Domowina-Unterlagen. Unveröffentlicht; Grundlage für Anhang 12.3.A3.&amp;lt;/ref&amp;gt; sowie Projektunterlagen und Gespräche. Ein Teil der Angaben ist mehrere Jahre alt und wird schrittweise aktualisiert. Nicht belegte Angaben sind als ''offen'', Vermutungen als ''Annahme'' gekennzeichnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.1.1 Begriffe und Rollen ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
; Akteur&lt;br /&gt;
: Einrichtung, Gruppe oder Person, die eine Aufgabe im Umgang mit sorbischem Kulturerbe oder seiner Digitalisierung übernimmt.&lt;br /&gt;
; Kulturgutträger&lt;br /&gt;
: Akteur, der Kulturgüter verwahrt oder eine kulturelle Praxis trägt und weitergibt – etwa ein Museum, eine Heimatstube, ein Chor oder eine Privatperson mit einer Sammlung.&lt;br /&gt;
; Trägerschaft&lt;br /&gt;
: Rechtliche und finanzielle Verantwortung für eine Einrichtung, zum Beispiel durch eine Kommune, einen Landkreis, eine Stiftung, einen Verein, eine Kirche oder eine Privatperson. Eigentum und Betrieb können dabei auseinanderfallen, bspw. gehörte der Dom Njechorńskeho 2019 der Domowina und wurde von der Stiftung für das sorbische Volk bewirtschaftet, der Hanzo Šustrowy dom in Trebendorf gehörte der Gemeinde und wurde von der örtlichen Domowina-Gruppe bewirtschaftet.&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019b&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
; Rolle&lt;br /&gt;
: Aufgabe, die ein Akteur übernimmt. Ein Akteur kann mehrere Rollen haben, unterschieden werden Haupt- und Nebenrollen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Rollen lassen sich drei Gruppen zuordnen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
! Gruppe !! Rolle !! Kürzel&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| rowspan=&amp;quot;2&amp;quot; | '''Am Kulturgut''' || '''Bewahren''': Originale verwahren, pflegen und verwalten || '''B'''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Dokumentieren''': lebendige Praxis festhalten in Ton, Bild oder Text || '''D'''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| rowspan=&amp;quot;4&amp;quot; | '''Dienste''' ([[#2.3.2 Vier Kernfunktionen|Kernfunktionen]]) || '''Erfassen''', beschreiben und verknüpfen || '''K1'''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Digitalisieren''' und Qualität sichern || '''K2'''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Langfristig '''erhalten''' || '''K3'''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Zugänglich machen''' und Nutzung ermöglichen || '''K4'''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| rowspan=&amp;quot;2&amp;quot; | '''Rahmen''' (Governance) || '''Steuern''', koordinieren und Regeln setzen || '''S'''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Fördern''' und finanzieren || '''F'''&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dokumentieren meint hier das Festhalten von immateriellen Kulturgütern im laufenden Kulturleben, etwa Mitschnitte von Veranstaltungen. Geschieht es systematisch nach festgelegten Standards zur dauerhaften Sicherung, ist es Teil der Kernfunktion Digitalisieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.1.2 Schlüsselakteure ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einzeln aufgeführt wird, wer mindestens eines der folgenden Kriterien erfüllt:&lt;br /&gt;
# betreibt oder plant eine Kernfunktion, die über die eigene Einrichtung hinaus wirkt,&lt;br /&gt;
# verwahrt einen hauptamtlich betreuten Kernbestand,&lt;br /&gt;
# dokumentiert regelmäßig das lebendige Kulturgeschehen,&lt;br /&gt;
# fördert, koordiniert oder setzt Regeln für die Digitalisierung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|+ Rollen der Schlüsselakteure (● Hauptrolle · ○ Nebenrolle · ? vermutet oder offen)&lt;br /&gt;
! Akteur !! Typ / Trägerschaft !! B !! D !! K1 !! K2 !! K3 !! K4 !! S !! F !! Hinweise&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Stiftung für das sorbische Volk || Stiftung des öffentlichen Rechts, finanziert von Bund, Sachsen und Brandenburg || ○ || || || || || || ● || ● || bewirtschaftete 2019 den Dom Njechorńskeho&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019b&amp;quot;/&amp;gt;; unterstützte 2019 beide sorbischen Museen finanziell&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;; Auftraggeberin des Digitalisierungskonzepts&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Sorbisches Institut (SI) mit Sorbischem Kulturarchiv (SKA) und Sorbischer Zentralbibliothek || Forschungseinrichtung mit Archiv und Bibliothek; eingetragener Verein, gefördert durch die Stiftung (''Annahme'') || ● || ? || ● || ● || ? || ● || ○ || || Virtueller Lesesaal mit Bibliographie, Katalog, digitalisierten Drucken, Handschriften, Fotos und Filmen; digitales Schrifttum auch über Sachsen.Digital; Sorabicon als Sorbisches Kulturlexikon&amp;lt;ref name=&amp;quot;vls&amp;quot;&amp;gt;Sorbisches Institut o. J.: Virtueller Lesesaal. URL: https://www.serbski-institut.de/bibliothek/virtueller-lesesaal/, abgerufen am 20.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;; plant das Sorbische Kulturregister (SKR)&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;&amp;gt;Sorbisches Institut 2025: Konzept für ein Sorbisches Kulturregister (SKR), zweite aktualisierte Fassung vom 20.11.2025. URL: https://www.serbski-institut.de/wp-content/uploads/2021/11/00_Zweite-aktualisierte-Fassung_Konzept_Sorbisches-Kulturregister_20.11.2025.pdf&amp;lt;/ref&amp;gt; und das Digitalisierungszentrum (DZ) auch für andere Träger&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz&amp;quot;&amp;gt;Sorbisches Institut: Digitalisierungszentrum (DZ). URL: https://www.serbski-institut.de/projekte-zentrale-vorhaben/digitalisierungszentrum-dz/&amp;lt;/ref&amp;gt;; langfristige Erhaltung für Dritte ''offen''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Sorbisches Museum Bautzen || Museum; Landkreis Bautzen, finanziell unterstützt von der Stiftung (Stand 2019)&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt; || ● || || ○ || ? || ? || ? || || || Inventarverzeichnis vorhanden (2019)&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;; Digitalisierungsstand und Online-Angebot ''offen''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Wendisches Museum Cottbus || Museum; Stadt Cottbus, finanziell unterstützt von der Stiftung (Stand 2019)&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt; || ● || || ○ || ? || ? || ? || || || Inventarverzeichnis vorhanden (2019)&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;; Digitalisierungsstand und Online-Angebot ''offen''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Sächsische Landesbibliothek – Staats- und Universitätsbibliothek Dresden (SLUB) || Landes- und Universitätsbibliothek; Freistaat Sachsen || ● || || ○ || ? || ○ || ● || || || Lusatica-Sammlung, die das kulturelle Erbe der Sorben zugänglich machen soll&amp;lt;ref name=&amp;quot;slub&amp;quot;&amp;gt;SLUB Dresden o. J.: Sammlungen zur sächsischen Landeskunde. URL: https://www.slub-dresden.de/entdecken/saechsische-landeskunde/sammlungen, abgerufen am 20.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;; über Sachsen.Digital ist auch digitales Schrifttum des SI erreichbar&amp;lt;ref name=&amp;quot;vls&amp;quot;/&amp;gt; (Betrieb der Plattform durch die SLUB: ''Annahme''); eigene digitale Langzeitarchivierung&amp;lt;ref name=&amp;quot;nestor&amp;quot;&amp;gt;nestor o. J.: Mitglied SLUB Dresden. URL: https://www.langzeitarchivierung.de/Webs/nestor/EN/nestor/Mitglieder/sLUB.html, abgerufen am 20.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;, ob sie Digitalisate sorbischer Träger übernehmen könnte, ist ''offen''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Domowina – Bund Lausitzer Sorben e. V. mit Regionalverbänden und Ortsgruppen || Dachverband sorbischer Vereine; eingetragener Verein || ○ || ○ || || || || || ○ || || Eigentümerin des Dom Njechorńskeho; Ortsgruppe Trebendorf bewirtschaftet den Hanzo Šustrowy dom&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019b&amp;quot;/&amp;gt;; mindestens 9 der 23 kleinen Sammlungsorte sind direkt oder über Mitgliedsvereine mit ihr verbunden&amp;lt;ref name=&amp;quot;liste2026&amp;quot;/&amp;gt;; Chronistengruppe der Župa Michał Hórnik; Fachkommission „Sorbisches Kulturerbe“ 2018–2020&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2020&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Maćica Serbska e. V. || wissenschaftliche Gesellschaft; Verein || || || || || || || ○ || || Arbeitskreis „Museale Einrichtungen“ mit 2019 rund 40 Adressaten; Denkmalausschuss mit eigenem, von der Stiftung verwaltetem Budget, 2019 als Vorbild für die Bewertung von Kulturerbe genannt&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Sorbisches National-Ensemble (SNE) || Ensemble; gemeinnützige GmbH der Stiftung (''Annahme'') || ● || ? || ○ || || || || || || geordnetes Arbeitsarchiv; 2019 vorgeschlagen, dort nur Kopien zu halten und die Originale an das SKA zu geben&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;; Umfang ''offen''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Studijo Lucija || Medienproduktion; Trägerschaft ''offen'' || ○ || ● || || || || || || || dokumentiert sorbische Veranstaltungen; Aufnahmen liegen beim Studio und gehen nur komprimiert und teilweise an das SKA&amp;lt;ref name=&amp;quot;lucija&amp;quot;&amp;gt;Projektinterne Auskunft, Oktober 2026; schriftlicher Beleg noch einzuholen.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Mitteldeutscher Rundfunk (MDR) und Rundfunk Berlin-Brandenburg (rbb), sorbischsprachige Programme || öffentlich-rechtlicher Rundfunk || ●? || ● || || || || ○? || || || Produktionen standen dem SKA 2019 aus rechtlichen Gründen nicht zur Verfügung&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;; Archivbestände und heutiger Stand ''offen''&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.1.3 Akteursgruppen ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die meisten Kulturgutträger sind kleinere Einrichtungen, Gruppen oder Privatpersonen. Sie werden hier zu Gruppen zusammengefasst. Die Anzahlen sind Mindestwerte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
! Gruppe !! Beispiele !! Typische Trägerschaft !! Bekannte Anzahl !! Typische Rollen !! Besonderheiten&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Kleine Museen, Heimatstuben, Gedenk- und Begegnungsorte || Muzej Ćišinskeho (Panschwitz-Kuckau), Njepilic dwór (Rohne), Sorbisches Kulturzentrum Schleife, Heimatmuseum Dissen, Archiv verschwundener Orte (Horno) || Gemeinde, Förderverein, Domowina-Ortsgruppe, privat || 22 in der Domowina-Übersicht 2019 (9 Ober-, 13 Niederlausitz)&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019b&amp;quot;/&amp;gt;; 23 in der Arbeitsliste 2026, davon 12 bisher nur durch die Domowina-Unterlagen belegt&amp;lt;ref name=&amp;quot;liste2026&amp;quot;/&amp;gt; || B ●, D ○ || überwiegend ehrenamtlich; 2019 benannte Defizite: fehlender Nachwuchs, fehlende Marketingstrategie, fehlende Vernetzung, unzureichende Finanzierung, fehlende fachliche Begleitung; teilweise ohne eigenes Inventar&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;; zwei private Ausstellungen ohne jede Förderung, von den Betreibern im Ruhestand allein betreut&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019b&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Regionale Museen mit sorbischen Beständen || Museum der Westlausitz Kamenz, Museum Bautzen, Spreewald-Museum Lübbenau mit Freilandmuseum Lehde, Slawenburg Raddusch, Niederlausitzer Heidemuseum Spremberg || Landkreis oder Kommune (''Annahme'') || 7 in der Domowina-Übersicht 2019 (2 Ober-, 5 Niederlausitz)&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019b&amp;quot;/&amp;gt; || B ●; K1–K4 ''offen'' || Umfang des sorbischen Anteils am Bestand ''offen''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Ensembles, Chöre, Trachten- und Brauchtumsgruppen || – || Verein || ''offen'' || tragen die Praxis; D ○, B ○ || Trachtenfundi 2019 ausdrücklich zu den Beständen in sorbischer Verantwortung gezählt&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;; eigene Aufnahmen und Fundi meist nicht erfasst (''Annahme'')&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Chronisten, Film- und Fotoamateure || Chronistengruppe der Župa Michał Hórnik, deutsch-sorbischer Filmkreis || ehrenamtlich, privat || ''offen'' || D ●, B ○ || Beiträge von Laien 2019 nur sporadisch, Bestände oft unstrukturiert&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Private Sammlungen und Nachlässe || Nachlass der Malerin Hanka Krawcec, überwiegend in Tschechien; weitere private Sammlungen und Nachlässe in Ober- und Niederlausitz || privat || 4 in der Domowina-Übersicht 2019; tatsächlich ''offen'' || B ● || Verbleib beim Generationenwechsel ungesichert (''Annahme'')&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Kirchliche Einrichtungen || Ausstellung zu Jan Bjedrich Fryco in der evangelischen Kirche Kolkwitz; kirchliches Informations- und Begegnungszentrum in Horno mit Holzmodellen abgebaggerter Kirchen&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019b&amp;quot;/&amp;gt; || Kirchgemeinde || 2 (in den kleinen Orten enthalten); weitere ''offen'' || B ○ || weitere kirchliche Bestände nicht erfasst (''Annahme'')&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Weitere sorbische Kultur- und Medieneinrichtungen || Deutsch-Sorbisches Volkstheater (Archiv 2019 zusammen mit dem des SNE genannt); Domowina-Verlag (2019 als Produzent genannt, dessen Erzeugnisse an das SKA gehen sollten)&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt; || verschieden || ''offen'' || B ○ || Umfang ''offen''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Öffentliche Träger und Fördergeber || Bund, Freistaat Sachsen, Land Brandenburg, Landkreise, Kommunen || öffentlich || – || F ●, S ○ || tragen die großen Museen; 2019 erfüllten kleine Museen im Landkreis Bautzen die Kriterien für eine institutionelle Förderung nicht, im Landkreis Spree-Neiße waren die Bedingungen besser&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Überregionale Gedächtniseinrichtungen || Oberlausitzische Bibliothek der Wissenschaften Görlitz&amp;lt;ref name=&amp;quot;slub&amp;quot;/&amp;gt;; Sächsisches Staatsarchiv, Brandenburgisches Landeshauptarchiv, Deutsche Nationalbibliothek (''Annahme''); Einrichtungen in Tschechien || öffentlich || ''offen'' || B ○; mögliche Partner für K3 und K4 || sorbische Bestände außer in Görlitz ''offen''&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.1.4 Erste Befunde ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Rollenübersicht erlaubt erste Hinweise, die in den folgenden Abschnitten geprüft werden:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* '''Bewahren ist breit verteilt, Dienste sind konzentriert.''' Erfassen und Digitalisieren für mehrere Träger plant nach heutigem Kenntnisstand vor allem das SI. Die SLUB macht sorbisches Schrifttum bereits digital zugänglich, auch aus Beständen des SI. Ob weitere Akteure Dienste für Dritte anbieten, ist ''offen''.&lt;br /&gt;
* '''Für die langfristige Erhaltung fremder Bestände ist kein sorbischer Akteur erkennbar.''' Offen ist, wer Digitalisate anderer Träger verbindlich und dauerhaft übernimmt. So gelangen Veranstaltungsaufnahmen des Studijo Lucija nur komprimiert und teilweise in das SKA.&amp;lt;ref name=&amp;quot;lucija&amp;quot;/&amp;gt; Die SLUB betreibt eine eigene digitale Langzeitarchivierung; ob sie auch für sorbische Träger in Frage kommt, ist ''offen''.&lt;br /&gt;
* '''Die Dokumentation des lebendigen Kulturlebens liegt teils außerhalb sorbischer Verantwortung.''' Sorbischsprachige Produktionen von MDR und rbb standen dem SKA 2019 aus rechtlichen Gründen nicht zur Verfügung.&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt; Der heutige Stand ist ''offen''.&lt;br /&gt;
* '''Die Domowina ist der wichtigste Zugang zu kleinen Trägern.''' Mindestens 9 der 23 kleinen Sammlungsorte sind direkt oder über Mitgliedsvereine mit ihr verbunden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;liste2026&amp;quot;/&amp;gt; Ihre Strukturen eignen sich daher als Weg, kleine Träger zu erreichen – für die Erhebung ebenso wie für spätere Unterstützungsangebote.&lt;br /&gt;
* '''Das Wissen über kleine Träger ist lückenhaft und teils veraltet.''' 12 der 23 kleinen Orte sind bisher nur durch die Domowina-Unterlagen von 2019 und 2020 belegt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;liste2026&amp;quot;/&amp;gt; Ob sie heute noch bestehen und wie es um ihre Bestände steht, ist ''offen''. Besonders privat betreute Ausstellungen werden in Abschnitt 3.2 auf ihre Gefährdung geprüft.&lt;br /&gt;
* '''Kleine Träger haben keine feste Anlaufstelle, die Koordination war 2020 ungeklärt.''' Das frühere Sorbische Folklorezentrum war seit 1993 faktisch nicht mehr tätig.&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt; In der Niederlausitz diente 2020 ein Projekt zur Inwertsetzung des immateriellen Kulturerbes auch der Vernetzung kleiner Museen. Der Kulturausschuss der Domowina sah sich als ehrenamtliches Gremium nicht in der Lage, die Koordination zu leisten, und bat Fachinstitutionen und die Gremien der Stiftung, Verantwortung zu übernehmen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2020&amp;quot;/&amp;gt; Wie das heute geregelt ist, untersucht Abschnitt 3.4.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Liste aller bekannten Sammlungsorte mit Typ, Trägerschaft und Kulturgutklassen steht in [[12.3.A3 Sammlungsorte des sorbischen Kulturerbes|Anhang 12.3.A3]]. Sie wird laufend ergänzt.&lt;br /&gt;
&amp;lt;!-- Anhang 12.3.A3 aus der Arbeitsliste vom 02.04.2026 aufbauen; Namen privater Sammler nur mit Einverständnis --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== 3.1 Akteure, Bestände und Bedarfe ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;background-color:#eef5fb;border-left:4px solid #5b9bd5;padding:0.7em 1em;margin:1em 0;&amp;quot;&amp;gt;'''Leitfrage:''' Wer trägt oder nutzt sorbisches Kulturerbe, welche Bestände gibt es und welche haben hohen Handlungsbedarf und welche Unterstützung wird benötigt?&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In einem ersten Schritt wird erhoben, &lt;br /&gt;
* wer sorbisches Kulturerbe bewahrt, bearbeitet, digitalisiert, erschließt, finanziert oder nutzt und &lt;br /&gt;
* welche konkreten Bedarfe bei diesen Akteuren bestehen. &lt;br /&gt;
Dieser Abschnitt ist vor allem eine strukturierte Ist-Aufnahme. Zur Analyse wird er dort, wo Bedarfe zusammengeführt, Dringlichkeiten bewertet und erkennbare Versorgungslücken beschrieben werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.1.1 Akteure, Rollen und betreute Bestände ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;background-color:#eef5fb;border-left:4px solid #5b9bd5;padding:0.7em 1em;margin:1em 0;&amp;quot;&amp;gt;'''Leitfrage:''' Welche Akteure sind beteiligt, welche Bestände oder kulturellen Praktiken betreuen sie und welche Aufgaben übernehmen sie bereits?&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Relevante Kulturgutträger - &amp;lt;mark&amp;gt;Kurzdefinition, oder oben&amp;lt;/mark&amp;gt; - können neben Institutionen auch kleinere Vereine, Heimatstuben, kirchliche Einrichtungen, Gemeinden, ehrenamtlich Tätige und private Sammler sein. Neben dem Einrichtungstyp sollte deshalb insbesondere betrachtet werden, welche Rolle ein Akteur innerhalb der Digitalisierung des Kulturerbes tatsächlich übernimmt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Insbesondere erfassen/prüfen:&lt;br /&gt;
* Wer sind relevante sorbische und nicht-sorbische Institutionen, Einrichtungen, Vereine, Gemeinden, kirchliche Träger, Initiativen und private Kulturgutträger?&lt;br /&gt;
* nach Einrichtungstyp und Trägerschaft klassifizieren&lt;br /&gt;
* zusätzlich nach Rollen innerhalb der Digitalisierung unterscheiden, beispielsweise:&lt;br /&gt;
** Kulturgut bewahren und verwalten,&lt;br /&gt;
** Kulturgut fachlich beschreiben und kontextualisieren,&lt;br /&gt;
** Kulturgüter digitalisieren,&lt;br /&gt;
** Daten und Digitalisate dauerhaft erhalten,&lt;br /&gt;
** Inhalte präsentieren und vermitteln,&lt;br /&gt;
** technische Infrastruktur betreiben,&lt;br /&gt;
** beraten und unterstützen,&lt;br /&gt;
** finanzieren, koordinieren oder strategisch steuern&lt;br /&gt;
* betreute Kulturgut- und Bestandsarten erfassen&lt;br /&gt;
* materielles, immaterielles und bereits digitales Kulturerbe berücksichtigen&lt;br /&gt;
* Ober- und Niedersorbisch sowie regionale beziehungsweise institutionelle Unterschiede berücksichtigen&lt;br /&gt;
* vorhandene Zuständigkeiten, Kompetenzen und Überschneidungen zwischen Akteuren sichtbar machen&lt;br /&gt;
* ermitteln, welche kleineren oder privaten Sammlungen bislang kaum oder nicht systematisch erfasst sind&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mögliches Ergebnis: kompakte Übersicht über Akteure oder Matrix aus Akteur, Trägerschaft, Rolle, betreuten Beständen und vorhandenen Digitalisierungsaktivitäten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.1.2 Bedarfe und Dringlichkeiten ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;background-color:#eef5fb;border-left:4px solid #5b9bd5;padding:0.7em 1em;margin:1em 0;&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Leitfrage:''' Welche Unterstützung benötigen die Kulturgutträger und welche Bedarfe sollten (+aus welchen Gründen) vorrangig bearbeitet werden?&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die bei Kulturgutträgern bestehenden Bedarfe sollten zunächst möglichst vollständig erhoben und anschließend zusammengeführt und eingeordnet werden. Dabei ist zwischen &amp;quot;von Akteuren ausdrücklich genannten Bedarfen&amp;quot; und &amp;quot;aus der Analyse zusätzlich abgeleiteten Bedarfen&amp;quot; zu unterscheiden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die weitere Erhebung und Analyse insbesondere zu prüfen:&lt;br /&gt;
* vorhandene Bedarfserhebungen, Gesprächsprotokolle und bisherige Tabellen zusammenführen&lt;br /&gt;
* Bedarfe möglichst den vier Kernfunktionen zuordnen:&lt;br /&gt;
** Nachweisen, beschreiben und verknüpfen,&lt;br /&gt;
** Digitalisieren und Qualität sichern,&lt;br /&gt;
** langfristig erhalten,&lt;br /&gt;
** zugänglich machen und Nutzung ermöglichen;&lt;br /&gt;
* zusätzlich übergreifende Bedarfe erfassen, beispielsweise:&lt;br /&gt;
** Personal und Fachkompetenz,&lt;br /&gt;
** Beratung und Schulung,&lt;br /&gt;
** Finanzierung,&lt;br /&gt;
** Rechteklärung und Datenschutz,&lt;br /&gt;
** Metadaten und gemeinsame Standards,&lt;br /&gt;
** technische Infrastruktur;&lt;br /&gt;
* Dringlichkeit anhand nachvollziehbarer Kriterien beurteilen, beispielsweise:&lt;br /&gt;
** drohender Verlust oder Materialverfall,&lt;br /&gt;
** fehlende personelle Nachfolge,&lt;br /&gt;
** gefährdete oder unbekannte Bestände,&lt;br /&gt;
** blockierende Abhängigkeit für weitere Digitalisierungsschritte,&lt;br /&gt;
** kulturelle oder sprachliche Bedeutung,&lt;br /&gt;
** erwartete Nutzung für Bildung, Forschung oder Öffentlichkeit&lt;br /&gt;
* unterscheiden zwischen Einzelfallbedarf und strukturellem Bedarf mehrerer Kulturgutträger&lt;br /&gt;
* soweit möglich erfassen, welche Bedarfe bereits durch bestehende Angebote abgedeckt werden und welche bislang offenbleiben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mögliches Ergebnis: priorisierte beziehungsweise nach Dringlichkeit geordnete Bedarfsübersicht mit Zuordnung zu Akteursgruppen und Kernfunktionen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== 3.2 Ist-Stand der vier Kernfunktionen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;background-color:#eef5fb;border-left:4px solid #5b9bd5;padding:0.7em 1em;margin:1em 0;&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Leitfrage:''' Welche Kernfunktionen werden durch bestehende Angebote / Dienste und Projekte bereits erfüllt – für welche Bestände, Akteure und Nutzungszwecke?&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Den Schwerpunkt der Ist-Analyse bildet die Frage, '''in welchem Umfang''' die vier zuvor bestimmten Kernfunktionen der Kulturerbe-Digitalisierung im sorbischen Kontext bereits erfüllt werden. Dabei reicht es nicht aus festzustellen, dass ein Projekt, eine Institution oder ein technisches System existiert. Zu prüfen ist vielmehr, welche Leistung tatsächlich verfügbar ist, welche Kulturgutträger und Bestände sie erreicht und welche Lücken verbleiben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für jede Kernfunktion sollte möglichst nach einer einheitlichen Logik untersucht werden:&lt;br /&gt;
* vorhandene Angebote, Systeme und Projekte&lt;br /&gt;
* verantwortliche Betreiber beziehungsweise Akteure&lt;br /&gt;
* Entwicklungs- und Betriebsstand&lt;br /&gt;
* erreichte Kulturgutträger, Bestände und Kulturgutarten&lt;br /&gt;
* abgedeckte Bedarfe&lt;br /&gt;
* technische und organisatorische Anschlussmöglichkeiten&lt;br /&gt;
* erkennbare Lücken, Risiken und offene Fragen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.2.1 Nachweisen, beschreiben und verknüpfen ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;background-color:#eef5fb;border-left:4px solid #5b9bd5;padding:0.7em 1em;margin:1em 0;&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Leitfrage:''' Wie vollständig und nutzbar werden sorbische Kulturgüter und Bestände heute nachgewiesen, beschrieben und miteinander verknüpft?&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die weitere Erhebung und Analyse insbesondere zu prüfen:&lt;br /&gt;
* Stand und tatsächlicher Funktionsumfang des Sorbischen/Wendischen Kulturregisters&lt;br /&gt;
* vorhandene institutionelle Kataloge, Inventare, Datenbanken und lokale Verzeichnisse&lt;br /&gt;
* welche Kulturgutarten, Einrichtungen und Regionen bereits erfasst sind&lt;br /&gt;
* welche Bestände bislang nur lokal, analog oder überhaupt nicht systematisch nachgewiesen werden&lt;br /&gt;
* verwendete Metadaten, Identifikatoren und Normdaten&lt;br /&gt;
* Möglichkeiten zur Übernahme beziehungsweise Verknüpfung bestehender Daten&lt;br /&gt;
* Anschlussmöglichkeiten:&lt;br /&gt;
** direkte Erfassung kleinerer Träger,&lt;br /&gt;
** Datenimport beziehungsweise Schnittstellen größerer Einrichtungen&lt;br /&gt;
* Mehrsprachigkeit und Umgang mit ober- und niedersorbischen Bezeichnungen&lt;br /&gt;
* Verhältnis zwischen institutionellen Beschreibungen, historischen Fremdbezeichnungen und sorbischen beziehungsweise lokalen Selbstbezeichnungen&lt;br /&gt;
* vorhandene Funktionen für Digitalisierungsstatus, Rechteinformationen und Priorisierung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.2.2 Digitalisieren und Qualität sichern ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;background-color:#eef5fb;border-left:4px solid #5b9bd5;padding:0.7em 1em;margin:1em 0;&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Leitfrage:''' Welche Kulturgüter können heute in welcher Qualität und Kapazität digitalisiert werden, und welche Kulturgutträger können diese Leistungen tatsächlich nutzen?&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die weitere Erhebung und Analyse insbesondere zu prüfen:&lt;br /&gt;
* aktueller Stand des Digitalisierungszentrums und weiterer Digitalisierungsangebote&lt;br /&gt;
* verfügbare technische Verfahren für unterschiedliche Kulturgutarten, beispielsweise:&lt;br /&gt;
** Schriftgut,&lt;br /&gt;
** Fotografien,&lt;br /&gt;
** Bücher und Zeitschriften,&lt;br /&gt;
** Tonaufnahmen,&lt;br /&gt;
** Film und Video,&lt;br /&gt;
** dreidimensionale Objekte&lt;br /&gt;
* stationäre, mobile und extern vergebene Digitalisierung&lt;br /&gt;
* vorhandene Kapazitäten und erkennbare Engpässe&lt;br /&gt;
* Zugangsmöglichkeiten für kleine und ehrenamtlich arbeitende Kulturgutträger&lt;br /&gt;
* Beratung vor der Digitalisierung&lt;br /&gt;
* Anforderungen an Vorbereitung, Metadaten und Rechteklärung&lt;br /&gt;
* vorhandene Qualitätsstandards und Qualitätskontrolle&lt;br /&gt;
* Unterstützung bei Ausschreibung beziehungsweise Beauftragung externer Dienstleister&lt;br /&gt;
* bisherige Digitalisierungsprojekte und deren Ergebnisse&lt;br /&gt;
* besonders gefährdete Bestände, für die kurzfristig Digitalisierungskapazität benötigt wird&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.2.3 Langfristig erhalten ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;background-color:#eef5fb;border-left:4px solid #5b9bd5;padding:0.7em 1em;margin:1em 0;&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Leitfrage:''' Für welche digitalen Bestände ist die langfristige Erhaltung organisatorisch und technisch tatsächlich abgesichert? &amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die weitere Erhebung und Analyse insbesondere zu prüfen:&lt;br /&gt;
* vorhandene Repositorien, digitale Archive und Speicherlösungen&lt;br /&gt;
* welche Einrichtungen bereits Digitalisate dauerhaft übernehmen können&lt;br /&gt;
* welche Digitalisate derzeit lediglich lokal oder projektbezogen gespeichert werden&lt;br /&gt;
* Unterschied zwischen:&lt;br /&gt;
** Ablage beziehungsweise Speicherung,&lt;br /&gt;
** Datensicherung,&lt;br /&gt;
** institutionellem Repositorium,&lt;br /&gt;
** digitaler Langzeiterhaltung;&lt;br /&gt;
* Verantwortlichkeiten für Übernahme, Erhaltung und spätere Datenmigration&lt;br /&gt;
* verwendete Master- und Nutzungsdateien&lt;br /&gt;
* Sicherungskopien, Prüfsummen und Wiederherstellungsverfahren&lt;br /&gt;
* verwendete beziehungsweise vorgesehene Erhaltungsmetadaten&lt;br /&gt;
* Möglichkeiten für kleinere Kulturgutträger, ihre Digitalisate an ein geeignetes Repositorium zu übergeben&lt;br /&gt;
* vorhandene Schnittstellen zwischen Digitalisierung und Repositorium&lt;br /&gt;
* organisatorische und finanzielle Absicherung des langfristigen Betriebs&lt;br /&gt;
* Digitalisate beziehungsweise Projekte identifizieren, deren dauerhafte Erhaltung derzeit ungeklärt ist&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.2.4 Zugänglich machen und Nutzung ermöglichen ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;background-color:#eef5fb;border-left:4px solid #5b9bd5;padding:0.7em 1em;margin:1em 0;&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Leitfrage:''' Welche digitalisierten Inhalte sind für welche Zielgruppen auffindbar, verständlich und im rechtlich beziehungsweise kulturell zulässigen Umfang nutzbar?&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die weitere Erhebung und Analyse insbesondere zu prüfen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* vorhandene Präsentations- und Nutzungssysteme, Portale und Online-Ausstellungen&lt;br /&gt;
* Funktion und Entwicklungsstand von Sorabicon sowie weiteren relevanten Angeboten&lt;br /&gt;
* welche Kulturgüter und Bestände bereits öffentlich zugänglich sind&lt;br /&gt;
* welche Zielgruppen angesprochen werden:&lt;br /&gt;
** Öffentlichkeit,&lt;br /&gt;
** Bildung,&lt;br /&gt;
** Forschung,&lt;br /&gt;
** sorbische Gemeinschaft,&lt;br /&gt;
** Tourismus und Kulturvermittlung;&lt;br /&gt;
* Ober- und Niedersorbisch sowie weitere benötigte Sprachen in Oberfläche, Metadaten und Inhalten&lt;br /&gt;
* Qualität der Kontextualisierung und Vermittlung&lt;br /&gt;
* Möglichkeiten für:&lt;br /&gt;
** Download,&lt;br /&gt;
** Zitation,&lt;br /&gt;
** Datenexport,&lt;br /&gt;
** Programmierschnittstellen,&lt;br /&gt;
** wissenschaftliche und kreative Nachnutzung&lt;br /&gt;
* Rechte- und Lizenzinformationen&lt;br /&gt;
* abgestufte Zugangsmöglichkeiten für sensible beziehungsweise eingeschränkt zugängliche Inhalte&lt;br /&gt;
* Barrierefreiheit beziehungsweise Barrierearmut&lt;br /&gt;
* Aktualisierung und Pflege präsentierter Inhalte&lt;br /&gt;
* soweit verfügbar tatsächliche Nutzung, Reichweite und Nachnutzung erfassen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.2.5 Zusammenspiel der Kernfunktionen in bestehenden Projekten ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;background-color:#eef5fb;border-left:4px solid #5b9bd5;padding:0.7em 1em;margin:1em 0;&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Leitfrage:''' Bei welchen bestehenden Vorhaben funktioniert der Weg vom Kulturgut über Erfassung und Digitalisierung bis zur langfristigen Erhaltung und Nutzung bereits durchgängig – und an welchen Übergängen bestehen Lücken?&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Neben dem Stand der einzelnen Kernfunktionen ist zu prüfen, '''ob diese auch tatsächlich zu einer durchgängigen Prozesskette verbunden sind'''. Ein vorhandenes Register, ein Digitalisierungszentrum, ein Repositorium und ein Präsentationsportal ergeben noch nicht automatisch einen funktionierenden Gesamtprozess.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die weitere Erhebung und Analyse insbesondere zu prüfen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* geeignete bestehende Projekte beziehungsweise Pilotvorhaben auswählen&lt;br /&gt;
* für diese Projekte die vollständige Prozesskette nachvollziehen:&lt;br /&gt;
** Erfassen,&lt;br /&gt;
** Registrieren,&lt;br /&gt;
** Bewerten und priorisieren,&lt;br /&gt;
** Digitalisieren,&lt;br /&gt;
** Archivieren beziehungsweise langfristig erhalten,&lt;br /&gt;
** Präsentieren und nachnutzen;&lt;br /&gt;
* untersuchen, welche Systeme und Akteure an den Übergaben beteiligt sind&lt;br /&gt;
* prüfen, ob Metadaten gemeinsam mit den Dateien weitergegeben werden&lt;br /&gt;
* prüfen, ob Rechte- und Zugangsangaben entlang der Prozesskette erhalten bleiben&lt;br /&gt;
* vorhandene manuelle Medienbrüche beziehungsweise Mehrfacherfassungen identifizieren&lt;br /&gt;
* unklare Zuständigkeiten und Übergabepunkte sichtbar machen&lt;br /&gt;
* positive Beispiele für bereits funktionierende Prozessketten dokumentieren&lt;br /&gt;
* aus Pilotprojekten bekannte Aufwände, Engpässe und Lernerfahrungen aufnehmen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== 3.3 Gemeinsame Regeln, Zusammenarbeit und dauerhafter Betrieb ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;background-color:#eef5fb;border-left:4px solid #5b9bd5;padding:0.7em 1em;margin:1em 0;&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Leitfrage:''' Sind die übergreifenden Voraussetzungen vorhanden, damit die einzelnen Angebote gemeinsam, verlässlich und dauerhaft funktionieren?&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Neben den einzelnen Kernfunktionen ist zu prüfen, ob '''gemeinsame organisatorische und fachliche Voraussetzungen''' vorhanden sind, damit die verschiedenen Angebote zusammenarbeiten und dauerhaft betrieben werden können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieser Abschnitt soll keine allgemeine oder abstrakte Governance-Analyse darstellen. Untersucht werden nur solche übergreifenden Fragen, die konkrete Auswirkungen auf die Digitalisierung des Kulturerbes und die spätere Ableitung von Maßnahmen haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.3.1 Zuständigkeiten, Beteiligung und Freigaben ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;background-color:#eef5fb;border-left:4px solid #5b9bd5;padding:0.7em 1em;margin:1em 0;&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Leitfrage:''' Wer entscheidet verbindlich über Auswahl, Priorisierung, Beschreibung, Digitalisierung, Veröffentlichung und Zugang, und wie sind die Kulturgutträger dabei beteiligt?&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
''Für die weitere Erhebung und Analyse insbesondere zu prüfen:''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* formelle und informelle Zuständigkeiten der beteiligten Institutionen&lt;br /&gt;
* Entscheidungsrechte bei Auswahl und Priorisierung von Beständen&lt;br /&gt;
* Verantwortlichkeiten für Rechteklärung und Veröffentlichung&lt;br /&gt;
* Beteiligung der jeweiligen Kulturgutträger&lt;br /&gt;
* Beteiligung sorbischer Fachleute und Angehöriger der Gemeinschaft bei kulturell sensiblen Inhalten&lt;br /&gt;
* vorhandene Freigabe- und Sperrverfahren&lt;br /&gt;
* Umgang mit nachträglichen Korrekturen oder Einschränkungen&lt;br /&gt;
* erkennbare Überschneidungen beziehungsweise ungeklärte Zuständigkeiten&lt;br /&gt;
* vorhandene Gremien oder Koordinierungsstrukturen&lt;br /&gt;
* prüfen, an welchen Stellen verbindliche Zuständigkeiten fehlen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.3.2 Gemeinsame Standards und Anschlussmöglichkeiten ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;background-color:#eef5fb;border-left:4px solid #5b9bd5;padding:0.7em 1em;margin:1em 0;&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Leitfrage:''' Welche gemeinsamen Regeln ermöglichen es unterschiedlichen Kulturgutträgern, Daten und Digitalisate in eine gemeinsame Infrastruktur einzubringen und zwischen den Kernfunktionen weiterzugeben?&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die weitere Erhebung und Analyse insbesondere zu prüfen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* vorhandene gemeinsame Metadatenstandards beziehungsweise Pflichtfelder&lt;br /&gt;
* verwendete Fachstandards einzelner Einrichtungen&lt;br /&gt;
* gemeinsame Regeln für Ober- und Niedersorbisch&lt;br /&gt;
* Dateiformate und Qualitätsanforderungen für unterschiedliche Kulturgutarten&lt;br /&gt;
* Identifikatoren und Normdaten&lt;br /&gt;
* Rechte- und Lizenzinformationen&lt;br /&gt;
* technische Schnittstellen und Datenexporte&lt;br /&gt;
* Übernahme vorhandener institutioneller Metadaten&lt;br /&gt;
* einfache Erfassungswege für kleinere Kulturgutträger&lt;br /&gt;
* Schnittstellen für Einrichtungen mit bestehenden Fachsystemen&lt;br /&gt;
* Möglichkeiten zur Weitergabe von Daten zwischen Register, Digitalisierung, Repositorium und Präsentation&lt;br /&gt;
* prüfen, wo fehlende Standards oder inkompatible Systeme den Austausch derzeit behindern&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.3.3 Personal, Finanzierung und Betreiberverantwortung ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;background-color:#eef5fb;border-left:4px solid #5b9bd5;padding:0.7em 1em;margin:1em 0;&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Leitfrage:''' Welche zentralen Leistungen sind dauerhaft personell, organisatorisch und finanziell abgesichert, und welche hängen noch von befristeten Projekten oder einzelnen Personen ab?&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die weitere Erhebung und Analyse insbesondere zu prüfen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Betreiber beziehungsweise verantwortliche Stellen für die vier Kernfunktionen&lt;br /&gt;
* dauerhafte Stellen gegenüber befristeten Projektstellen&lt;br /&gt;
* vorhandene beziehungsweise geplante Finanzierungsmodelle&lt;br /&gt;
* laufende Betriebs- und Pflegekosten&lt;br /&gt;
* personelle Kapazitäten und erkennbare Schlüsselpersonenrisiken&lt;br /&gt;
* Unterstützung kleiner und ehrenamtlich geführter Einrichtungen&lt;br /&gt;
* Finanzierung von&lt;br /&gt;
** Beratung,&lt;br /&gt;
** Digitalisierung,&lt;br /&gt;
** Speicher und Langzeiterhaltung,&lt;br /&gt;
** Datenpflege,&lt;br /&gt;
** Rechteklärung,&lt;br /&gt;
** technischer Wartung und Weiterentwicklung;&lt;br /&gt;
* Übergang von geförderten Projekten in einen dauerhaften Regelbetrieb&lt;br /&gt;
* vorhandene Betriebs-, Kooperations- und Übergabevereinbarungen&lt;br /&gt;
* erkennbare Risiken bei Auslaufen einzelner Förderungen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== 3.4 Gesamtbewertung und vorrangiger Handlungsbedarf ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;background-color:#eef5fb;border-left:4px solid #5b9bd5;padding:0.7em 1em;margin:1em 0;&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Leitfrage:''' Welche Bedarfe sind bereits ausreichend abgedeckt, wo liegen die entscheidenden Lücken und welche davon sollten vorrangig bearbeitet werden? &amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Ergebnisse der vorangegangenen Abschnitte werden abschließend zusammengeführt. Ziel ist noch nicht die vollständige Formulierung konkreter Maßnahmen, sondern zunächst eine begründete Bewertung des Ist-Standes und der wichtigsten Lücken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dabei sollte insbesondere unterschieden werden zwischen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* unmittelbar gefährdeten Kulturgütern beziehungsweise Beständen,&lt;br /&gt;
* strukturellen Lücken, die weitere Digitalisierungsschritte blockieren,&lt;br /&gt;
* fehlenden oder nur teilweise verfügbaren Kernfunktionen,&lt;br /&gt;
* nicht dauerhaft abgesicherten Angeboten,&lt;br /&gt;
* Verbesserungsmöglichkeiten bei bereits grundsätzlich funktionierenden Strukturen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die abschließende Bewertung insbesondere zu prüfen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Ergebnisse aus Akteurs-, Bestands- und Bedarfserhebung zusammenführen&lt;br /&gt;
* für jede der vier Kernfunktionen die wichtigsten Stärken und Lücken benennen&lt;br /&gt;
* übergreifende strukturelle Probleme aus Zuständigkeiten, Standards, Betrieb und Finanzierung ergänzen&lt;br /&gt;
* unterscheiden zwischen:&lt;br /&gt;
** fehlender Leistung,&lt;br /&gt;
** unzureichender Kapazität,&lt;br /&gt;
** fehlender Bekanntheit beziehungsweise Zugänglichkeit,&lt;br /&gt;
** fehlender Verbindung bestehender Angebote,&lt;br /&gt;
** ungeklärter Zuständigkeit,&lt;br /&gt;
** fehlender dauerhafter Absicherung;&lt;br /&gt;
* Dringlichkeit begründen, insbesondere anhand von:&lt;br /&gt;
** Verlustgefahr,&lt;br /&gt;
** blockierenden Abhängigkeiten,&lt;br /&gt;
** Anzahl beziehungsweise Bedeutung betroffener Kulturgutträger,&lt;br /&gt;
** kultureller und sprachlicher Bedeutung,&lt;br /&gt;
** Aufwand und Realisierbarkeit;&lt;br /&gt;
* offene Informationslücken ausdrücklich kennzeichnen&lt;br /&gt;
* aus den ermittelten Lücken anschließend Handlungsbedarfe ableiten&lt;br /&gt;
* konkrete Lösungsmaßnahmen erst im folgenden Maßnahmen- beziehungsweise Soll-Abschnitt festlegen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mögliche zusammenfassende Bewertungsmatrix:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot; style=&amp;quot;width:100%;&amp;quot;&lt;br /&gt;
! Bereich&lt;br /&gt;
! Belegter Ist-Stand&lt;br /&gt;
! Abgedeckte Bedarfe&lt;br /&gt;
! Lücke / Risiko&lt;br /&gt;
! Dringlichkeit&lt;br /&gt;
! Daraus abgeleiteter Handlungsbedarf&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| ''Beispiel: Nachweisen und Registrieren''&lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| ''Beispiel: Digitalisieren''&lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| ''Beispiel: Langfristig erhalten''&lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| ''Beispiel: Zugänglich machen und nutzen''&lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| ''Beispiel: gemeinsame Standards / Zusammenarbeit''&lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= Referenzen =&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Měrko Šenk</name></author>
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		<id>https://koncept.serbski-inkubator.de/index.php?title=Thema:Znw1n30xv06m6s96&amp;topic_postId=znxtcphqnwhnzc0a&amp;topic_revId=znxtcphqnwhnzc0a&amp;action=single-view</id>
		<title>Thema:Znw1n30xv06m6s96</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://koncept.serbski-inkubator.de/index.php?title=Thema:Znw1n30xv06m6s96&amp;topic_postId=znxtcphqnwhnzc0a&amp;topic_revId=znxtcphqnwhnzc0a&amp;action=single-view"/>
		<updated>2026-10-23T10:03:52Z</updated>

		<summary type="html">&lt;span class=&quot;plainlinks&quot;&gt;&lt;a href=&quot;/index.php/Wu%C5%BEiwar:M%C4%9Brko_%C5%A0enk&quot; class=&quot;mw-userlink&quot; title=&quot;Wužiwar:Měrko Šenk&quot;&gt;&lt;bdi&gt;Měrko Šenk&lt;/bdi&gt;&lt;/a&gt; &lt;span class=&quot;mw-usertoollinks&quot;&gt;(&lt;a href=&quot;/index.php/Diskusija_z_wu%C5%BEiwarjom:M%C4%9Brko_%C5%A0enk&quot; class=&quot;mw-usertoollinks-talk&quot; title=&quot;Diskusija z wužiwarjom:Měrko Šenk&quot;&gt;diskusija&lt;/a&gt; | &lt;a href=&quot;/index.php/Specialnje:P%C5%99ino%C5%A1ki/M%C4%9Brko_%C5%A0enk&quot; class=&quot;mw-usertoollinks-contribs&quot; title=&quot;Specialnje:Přinoški/Měrko Šenk&quot;&gt;přinoški&lt;/a&gt;)&lt;/span&gt; &lt;a rel=&quot;nofollow&quot; class=&quot;external text&quot; href=&quot;https://koncept.serbski-inkubator.de/index.php?title=Thema:Znw1n30xv06m6s96&amp;amp;topic_showPostId=znxtcphqnwhnzc0a#flow-post-znxtcphqnwhnzc0a&quot;&gt;kommentierte&lt;/a&gt; auf „Spam – wužiwarske strony“ (&lt;em&gt;Witaj Michał a wutrobny dźak - ja sym sebi 2 wužiwarske strony stworił (před 2 - 3 tydźenjemi) takrjec jako předłohu. Tam pisam nowu wersij…&lt;/em&gt;).&lt;/span&gt;</summary>
		<author><name>Měrko Šenk</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://koncept.serbski-inkubator.de/index.php?title=12.3_Digitalisierung_des_Kulturerbes&amp;diff=1186</id>
		<title>12.3 Digitalisierung des Kulturerbes</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://koncept.serbski-inkubator.de/index.php?title=12.3_Digitalisierung_des_Kulturerbes&amp;diff=1186"/>
		<updated>2026-10-20T16:24:57Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Měrko Šenk: /* 3. Ist-Analyse der Digitalisierung des sorbischen Kulturerbes */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;= 1 Einleitung =&lt;br /&gt;
Die Digitalisierung von sorbischem Kulturerbe ist eine historische Chance für uns Sorben, eine Chance, unser kulturelles Erbe neu zu entdecken, es für kommende Generationen zu erhalten, für eine breitere Öffentlichkeit zugänglich zu machen und dabei die eigene Deutungshoheit zu stärken. Das erfordert neben Mut, einer klaren gemeinsamen Vision, starker Zusammenarbeit zwischen den beteiligten Akteuren auch die notwendigen Ressourcen in Form von Personal mit entsprechenden Kompetenzen, passender Technik sowie einer nachhaltig gesicherten Finanzierung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im folgenden Abschnitt werden Zielbilder für die Digitalisierung des sorbischen Kulturerbes entworfen mittels lang- und kurzfristiger Visionen sowie konkreter Ziele.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== 1.1 Visionen und Ziele für die sorbische digitale Welt ==&lt;br /&gt;
'''Vision 2035'''&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
''Sorbisches materielles und immaterielles Kulturerbe ist systematisch digital erfasst, rechtssicher und langfristig gesichert, leicht auffindbar, offen nutzbar und wird aktiv von Interessierten genutzt.''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Konkrete Ziele'''&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Bis 2032 ist ein tragfähiges, finanziell und organisatorisch abgesichertes Modell etabliert, das:&lt;br /&gt;
* Ein zentrales (oder föderiertes) digitales Langzeitarchiv nach OAIS-Referenzmodell betreibt,&lt;br /&gt;
* klare Zuständigkeiten, Prozesse und Budgets definiert,&lt;br /&gt;
* regelmäßige Qualitätssicherung und Technik-Updates vorsieht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bis 2030 sind wichtige sorbische Kulturerbe-Bestände (Kernbestände nach fachlicher Festlegung) in hoher Qualität digitalisiert, beschrieben und im Langzeitarchiv gesichert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bis 2028 liegt eine institutionenübergreifende Übersicht über relevante Kulturerbe-Bestände (analog und digital, materiell und immateriell) vor, einschließlich einer Prioritätenliste für die Digitalisierung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bis 2028 existiert ein zentrales, nutzerfreundliches „Sorbisches Kulturerbe-Portal“, das:&lt;br /&gt;
* Suchzugang über alle teilnehmenden Institutionen ermöglicht,&lt;br /&gt;
* grundlegende Inhalte frei zugänglich bereitstellt,&lt;br /&gt;
* mehrsprachige Oberflächen anbietet (Deutsch, Obersorbisch, Niedersorbisch, Englisch).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= 2 Ist-Analyse „Digitalisierung von Kulturerbe“ =&lt;br /&gt;
Das Ziel in diesem Themenbereich ist es, sorbisches Kulturerbe digital zu verwalten und damit langfristig für Recherche, Nutzung und Präsentation vorzuhalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Abschnitt &amp;quot;IST-Analyse“ werden die folgenden Fragen beantwortet: Was ist sorbisches Kulturerbe und was zählt alles dazu? Welche Schritte durchläuft ein Kulturgut, um zum digitalen Kulturerbe zu gehören? Wie können die digitale Verwaltung, Archivierung, Nutzung und Präsentation von Kulturgütern umgesetzt werden?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die grundlegenden Terminologien des Kulturerbes sollen im Folgenden festgelegt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== 2.1 Terminologie – von Kultur zu Kulturerbe ==&lt;br /&gt;
In diesem Abschnitt werden die Begriffe rund um das Kulturerbe grundlegend definiert. Es soll ein Verständnis über die Begriffe Kultur, kulturelle Ausprägung, Kulturgut und Kulturerbe erreicht werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Dataja:Wobraz_K1.png|center|260px]]&amp;lt;ref&amp;gt;Mermaid Flowchart Code: [https://mermaid.live/edit#pako:eNpF0UtuwyAQBuCroFlaTuRHTGMvKuWxq7pqV627IGZso2CIMChtk9ymN-nFimmasmJGfP-AOEGjOUIFrdTHpmfGkudtrWpF_Fq9RtGDk9aZKHojU-_aJ7PZ_bmGgSnR4mgFejaKpidC1XAmq8zDfYAoJZKVG7lxzX5stRl81C0_uwYdheGEubHD4_dXLy1hcpyC1rcLdM4GOLH1Ve2E5Gj9TPLkhgEnsLkBNDsMAmLojOBQWeMwhgHNwKYSTuFBYHucbOW3HFvmcQ21unh2YOpF6-FPGu26HqrW381X7sCZxa1gnWH_R1BxNBvtlIUqTUMEVCd49xVdzpeLMs1pXmRFXiY0hg-o8iyZL_LFXZaVSTJ1LzF8hqHJnBZ5WhZLWt5RmtIsBuTCavP4-2Hh3y4_NXaMmw hier klicken], abgerufen am 22.09.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.1.1 Kultur ===&lt;br /&gt;
Kultur bezeichnet hier die Gesamtheit aller '''vom Menschen geschaffenen und erlernten Ausdrucksformen''' des Lebens, die auf gemeinsamen Werten und Verhaltensweisen beruhen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;wiki-kultur&amp;quot;&amp;gt;URL: https://de.wikipedia.org/wiki/Kultur&amp;lt;/ref&amp;gt; Dazu zählen '''materielle Ergebnisse''' (z. B. Kunstwerke, Technik) ebenso wie '''immaterielle Praktiken''' (Sprache, Bräuche, Wissen). Kultur umfasst laut der UNESCO geistige, materielle, intellektuelle und emotionale Merkmale, die eine Gesellschaft oder soziale Gruppe kennzeichnen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;mondiacult&amp;quot;&amp;gt;UNESCO 1982: Mexico City Declaration on Cultural Policies (MONDIACULT). URL: https://www.lacult.unesco.org/docc/1982_MONDIACULT.pdf&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;ref name=&amp;quot;cultureaction&amp;quot;&amp;gt;Culture Action Europe 2024: The State of Culture report. URL: https://cultureactioneurope.org/de/news/the-state-of-culture-report-published, abgerufen am 01.10.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;  Sie ist dynamisch und wird von jeder Generation neu gestaltet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das deutsche Wort „Kultur“ ist eine Eindeutschung des lateinischen Worts „cultura“. Dieses bedeutet ursprünglich „Bebauung, Bearbeitung, Bestellung, Pflege“ und meinte sowohl die physische Bearbeitung als auch die Pflege geistiger Güter, z. B. der Sprache.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.1.2 Kulturelle Ausdrucksform ===&lt;br /&gt;
Eine kulturelle Ausdrucksform ist eine '''konkrete, gegenwärtige oder historische, Manifestation von Kultur''', bspw. eine Zeichnung, eine Tracht oder ein Lied: Sie macht die Kultur sichtbar und erlebbar. Im engeren Sinne ist es eine Ausdrucksweise, die aus der Kreativität einer Person, Gruppe oder Gesellschaft entsteht und '''kulturellen Inhalt''' trägt (symbolische Bedeutung, künstlerische Dimension, kulturelle Werte).&amp;lt;ref&amp;gt;Österreichische UNESCO-Kommission 2007: Übereinkommen zum Schutz und zur Förderung der Vielfalt kultureller Ausdrucksformen, Art. 4, Seite 13. URL: https://www.unesco.at/fileadmin/Redaktion/Publikationen/Publikations-Dokumente/2005er_UNESCO-Convention_German.pdf, abgerufen am 22.09.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt; Sie wird innerhalb und zwischen Gemeinschaften weitergegeben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Alle kulturellen Ausdrucksformen bilden einen wesentlichen Kern von Kultur, aber Kultur enthält auch latente Dimensionen (Werte, Normen, Vorannahmen etc.), die nicht unmittelbar als Ausdrucksform erscheinen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.1.3 Kulturgut ===&lt;br /&gt;
Ein „Kulturgut“ ist '''eine einzelne kulturelle Ausdrucksform''', der ein '''besonderer kultureller Wert zugemessen wird''' (durch Anerkennung, Schutz, Bedeutung). Es ist somit ein Erzeugnis menschlicher Kreativität oder Zeugnis menschlichen Lebens, welches '''Bedeutung für die Kultur einer Gemeinschaft''' hat und daher '''Bestand haben und bewahrt werden soll'''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die '''Summe aller Kulturgüter''' einer Gemeinschaft wird als dessen '''Kulturerbe''' bezeichnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.1.4 Kulturerbe ===&lt;br /&gt;
Kulturerbe ist die '''Summe der materiellen und immateriellen Ausdrucksformen''' (= Kulturgüter) einer Kultur, die als „'''bewahrenswert'''“ anerkannt wurden. International umfasst das u. a. das '''Welterbe''' (Denkmäler, Ensembles, Stätten)&amp;lt;ref&amp;gt;UNESCO (1972), Welterbekonvention, Art. 1. URL: https://www.dnk.de/wp-content/uploads/2021/02/1972_DNK_UNESCO-Welterbekonvention.pdf (abgerufen am 11.09.2025).&amp;lt;/ref&amp;gt; und das '''Immaterielles Kulturerbe''' (Praktiken, Wissen).&amp;lt;ref&amp;gt;Deutsche UNESCO-Kommission o. J.:, Übereinkommen zur Erhaltung des immateriellen Kulturerbes (dt. Ausgabe). URL: https://www.unesco.de/assets/dokumente/Deutsche_UNESCO-Kommission/02_Publikationen/Publikation_UNESCO-%C3%9Cbereinkommen_zur_Erhaltung_des_immateriellen_Kulturerbes_01.pdf, (abgerufen am 11.09.2025).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ob etwas „zum Kulturerbe“ zählt, ist Ergebnis von Bewertung, Diskurs und teils formellen Verfahren. Dem Sorbischen Kulturregister (SKR) zufolge ist „sorbisch-wendisches Kulturerbe“ eine Zuschreibung, die durch Gesellschaft, Museen, Archive und Wissenschaft erfolgen kann.&amp;lt;ref&amp;gt;Sorbisches Institut 2025: Konzept für ein Sorbisches Kulturregister (SKR). URL: https://www.serbski-institut.de/wp-content/uploads/2021/11/00_Zweite-aktualisierte-Fassung_Konzept_Sorbisches-Kulturregister_20.11.2025.pdf, abgerufen am 20.11.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.1.5 Abgrenzung: Kultur und Kulturerbe ===&lt;br /&gt;
'''Kultur / Kulturelle Ausdrucksform''' sind als Begriffe weiter gefasst als '''Kulturgut / Kulturerbe'''. Kulturelle Ausdrucksformen umfassen alles Gelebte und Gestaltete einer Gemeinschaft in Gegenwart und Vergangenheit, während Kulturgut / Kulturerbe diejenigen kulturellen Güter und Traditionen meint, denen eine Bedeutung beigemessen wurde und die als bewahrens- und weitergebenswert erkannt wurden. Kultur ist der „aktuelle“ kreative Prozess (einschließlich Popkultur, Alltagskultur), Kulturerbe der daraus überkommene Schatz. Dennoch sind die Grenzen fließend: Was heute nur Kultur ist, kann morgen zum Kulturerbe erklärt werden – abhängig von Wertzuschreibung und Diskurs.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Rahmen dieses Dokuments werden für den sorbischen Kontext die Begriffe '''„kulturelle Ausdrucksform“''' und '''„Kulturgut“''' weitgehend '''synonym''' verwendet, sofern nicht ausdrücklich anders gekennzeichnet. Hintergrund ist, dass die Gesamtzahl der identifizierbaren kulturellen Ausdrucksformen einer kleinen Minderheit wie der Sorben/Wenden im Vergleich zu großen Mehrheitsgesellschaften überschaubar ist. Zugleich ist der Anteil dieser Ausdrucksformen, denen in der Community ein besonderer Wert beigemessen wird und die daher faktisch als Kulturgut wahrgenommen und behandelt werden, sehr hoch: Ein großer Teil des gelebten kulturellen Repertoires wird als identitätsstiftend und bewahrenswert verstanden und damit dem Kulturerbe zugerechnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== 2.2 Klassifizierung von Kulturgütern ==&lt;br /&gt;
Im Folgenden soll eine griffige Klassifizierung von Kulturgütern entwickelt werden, so dass pro Kulturgut-Klasse später auf die Besonderheiten ihrer Digitalisierung eingegangen werden kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Dataja:Wobraz_K2.png|center|600px]]&amp;lt;ref&amp;gt;Mermaid Flowchart Code: [https://mermaid.live/edit#pako:eNptlM9u00AQxl9ltFWoFDlp_C9OjISU2KSgUCq1BSRIDxt77Syxd6v1mkKjSDwBlThw4YCEeuXOoeLSN-EF4BHYjZOQQG67-32_2ZnZsWco4jFBPqrVZpRR6cNsP8n4ZTTBQu7rHVP66QWOKEvV3nQM2BeYTf8eea35fF6rjdiIrUl4cjJiAMPDV_X6sMxkKdJS1uvnvu9PtRGgp5ReE46wJIKSLIOf779CycbkkqQZjSb1Ovz-cv351_drDWGN9BXS_xfZBj7dLoGxBgIFBE14nOcrZGH68E07Iu0IlSNsQkhTKnGlfvyh1bjKcngIjcYD6G2s-xvrYGMdLuuqAFOXZ0IflzFh0xxn5OBU3t1ISZhqw6KaKpo29k04jSaCJrLq0oZsa9mCAZc8FTihhBnQp1ksxd1NSsS22dFmG3oMZzwl0HveONtlc7XNATtsHI9fk6kkC3nRsKoqnVNgwrFQaUOvLGJRRtMi4SJfZ790WtppQYhFIVV7CYsJDO9uWbEMujbqOgIbTqgsddB7MCD_eXT6gQMvaFEQBlclPMVqcA6eMfqGiKLMt926isCFM4FjKiln-voCHmEWXxIxXZcUVo-jSwrVe3DBGvHqtc83DLqS0FpNAi3wRluiDBdFSBIYQ0KzzN_r265jPjQinnHh7yVJYhRS8ClZKfe3KLyk2oHneuEuqlK2qWhJWYPOwGnvoiplm4qXVMd17V5rF1UpikIGSgWNkS9FSQyUE5FjvUUzHXGE5ITkZIR8tYxJgtVXPEIjNlfYBWYvOc9XpOBlOkF-grNC7cqLWPUupFjNa74-FXo0RMBLJpFvWtYiCPJn6C3yG7bTNO2u6Tidrue0W13HQO_Usdtquuqg1bG6TtvzPNuZG-hqcXGr2baV5NhuyzId13XbBiJqDrg4qn5ni7_a_A_W9oMu hier klicken], abgerufen am 22.09.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.2.1 A. Materiell - unbeweglich 🏛️ ===&lt;br /&gt;
„Materiell - unbeweglich&amp;quot; bezeichnet ortsfeste Kulturobjekte wie Bauwerke, Ensembles, Gebäudekomplexe und Stätten/Kulturlandschaften, wie sie in Art. 1 der UNESCO-Welterbekonvention als Kategorien des kulturellen Erbes definiert sind.&amp;lt;ref&amp;gt;UNESCO World Heritage Centre o. J.: Convention Concerning the Protection of the World Cultural and Natural Heritage, Artikel 1. URL: https://whc.unesco.org/en/conventiontext/, abgerufen am 01.10.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.2.2 B. Materiell - beweglich 🖼️ ===&lt;br /&gt;
Die Kategorie „Materiell - beweglich&amp;quot; umfasst bewegliche Sachen bzw. Sachgesamtheiten von kulturellem Wert (z. B. Objekte, Sammlungen), wie sie das deutsche Kulturgutschutzgesetz (§ 2 KGSG)&amp;lt;ref&amp;gt;Deutschland 2016: Kulturgutschutzgesetz (KGSG), § 2. URL: https://www.buzer.de/2_KGSG.htm, abgerufen am 01.10.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt; als „Kulturgut“ beschreibt.&lt;br /&gt;
* B1 '''Schriftgut''' - Bücher, Zeitungen, Handschriften, Archivgut, Graphiken, Pläne, Karten&lt;br /&gt;
* B2 '''Fotografien &amp;amp; Bildträger''' &lt;br /&gt;
** Fotografisch erzeugte statische Bildträger, auch Stillbildträger genannt, z. B. Positive/Negative auf Film/Platte/Photopapier, Dias, Abzüge, Mikrofilm/-fiche und vergleichbare fotografische Repro-Träger.&lt;br /&gt;
* B3 '''Analoge AV-Träger''' (Audio/Video/Film)&lt;br /&gt;
** Analoge zeitbasierte Medien, z. B. Magnetton (Tonband, Kassette), Schallplatte, Videobänder, Film.&lt;br /&gt;
* B4 '''3D-Objekte''' - Gegenstände, „sachkulturelle Artefakte“&amp;lt;ref&amp;gt;Sorbisches Institut o. J.: Konzept zum Digitalisierungszentrum am Sorbischen Institut, S. 24.&lt;br /&gt;
(Unveröffentlichtes Konzeptpapier; interne Projektunterlage.)&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.2.3 C. Immateriell 🎭 ===&lt;br /&gt;
Meint lebendige Praktiken, Darstellungen, Ausdrucksformen, Ideen, Werte, Wissen und Fertigkeiten, die von Gemeinschaften getragen und weitergegeben werden, gemäß der folgenden 5 UNESCO ICH-Domänen.&amp;lt;ref&amp;gt;UNESCO o. J.: Intangible Cultural Heritage – Five Domains. URL: https://ich.unesco.org/doc/src/01857-EN.pdf, abgerufen am 01.10.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* C1 '''Orale Traditionen/Ausdrucksformen''' - Sprache, Gesangstraditionen&lt;br /&gt;
* C2 '''Darstellende Künste''' - Musik, Tanz, Theater&lt;br /&gt;
* C3 '''Rituale &amp;amp; Feste''' - Bräuche und soziale Praktiken des Kalenders und Lebenslaufs&lt;br /&gt;
* C4 '''Wissen &amp;amp; Praktiken''' zu Natur &amp;amp; Universum - Heil- und Sammelkenntnisse, ökologisches und astronomisches Wissen, Glaube, Religion&lt;br /&gt;
* C5 '''Traditionelles Handwerk''' - Techniken, Werkzeuge und Gestaltungsmuster&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.2.4 D. Digital 💾 ===&lt;br /&gt;
Bezeichnet in digitaler Form vorliegende Ressourcen menschlichen Wissens und Ausdrucks. Diese können sowohl born-digital sein als auch digitalisierte Repräsentationen von materiellen und immateriellen Kulturgütern.&amp;lt;ref&amp;gt;UNESCO 2003: Charter on the Preservation of Digital Heritage. URL: https://www.unesco.org/en/legal-affairs/charter-preservation-digital-heritage, abgerufen am 01.10.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* D1 '''Born-digital''' (ursprünglich digital erzeugt, kein analoges Original), z. B. Webseiten, Social-Media-Beiträge, Software, Apps, Spiele, digitale Fotos/Audio/Video.&lt;br /&gt;
* D2 '''Digitalisate''' - Digitalisierte Repräsentationen/Derivate aus den Klassen A, B und C.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== 2.3 Begriffe und Kernfunktionen ==&lt;br /&gt;
Die vorherigen Abschnitte haben geklärt, was unter Kulturerbe verstanden wird und welche Arten von Kulturgütern unterschieden werden. Bevor der nachfolgende Abschnitt den Prozess der Kulturerbe-Digitalisierung beschreibt, werden in diesem Abschnitt die dafür wichtigsten Arbeitsbegriffe und Funktionen erläutert. Der Abschnitt soll dabei die Frage beantworten: Welche Arbeitsabläufe und Funktionen sind notwendig, damit Kulturgüter nicht nur digital erfasst, sondern auch gefunden, verstanden, gesichert und genutzt werden können?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Erläuterungen sollen eine gemeinsame und leicht verständliche Grundlage schaffen für alle, die an der Digitalisierung von Kulturerbe interessiert sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.3.1 Vom Kulturgut zur digitalen Repräsentation ===&lt;br /&gt;
Dieser Abschnitt erklärt, was bei einer Digitalisierung entsteht und wie sich das digitale Ergebnis vom ursprünglichen Kulturgut unterscheidet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
! Begriff&lt;br /&gt;
! Erklärung&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Digitalisierung von Kulturerbe'''&lt;br /&gt;
| Digitalisierung bezeichnet in diesem Konzept den gesamten zusammenhängenden Prozess: Kulturgüter erfassen, beschreiben und bewerten, digitale Repräsentationen erzeugen oder übernehmen, ihre Qualität prüfen, sie sichern und für die Nutzung zugänglich machen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;DFG2016&amp;quot;&amp;gt;Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) 2016: Praxisregeln „Digitalisierung“, insbesondere S. 13 und 41-44. URL: https://www.dfg.de/resource/blob/176108/898bf3574ad0ff3b1db525fa7d04c86c/12-151-v1216-de-data.pdf, abgerufen am 16.07.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Bei ursprünglich digital entstandenen Kulturgütern – auch ''born digital'' genannt – entfällt die Überführung aus einem analogen Original; die weiteren Aufgaben bleiben bestehen.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Digitalisat und digitale Repräsentation'''&lt;br /&gt;
| Ein '''Digitalisat''' ist ein digitales Abbild eines analogen Kulturguts, beispielsweise ein Scan einer Handschrift oder ein Foto eines Museumsobjekts. Der weitere Begriff '''digitale Repräsentation''' umfasst auch Audio-, Video- oder 3D-Dokumentationen einer immateriellen kulturellen Praxis. Die digitale Repräsentation ersetzt weder das materielle Kulturgut noch die lebendige Praxis.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Masterdatei und Nutzungsderivat'''&lt;br /&gt;
| Die '''Masterdatei''' ist die möglichst hochwertige und qualitätsgeprüfte Ausgangsdatei. Sie wird für die langfristige Sicherung und spätere Bearbeitungen aufbewahrt. Ein '''Nutzungsderivat''' ist eine daraus erzeugte, an einen bestimmten Zweck angepasste Datei, beispielsweise ein kleineres Bild für eine Internetseite.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Digitales Objekt'''&lt;br /&gt;
| Als '''digitales Objekt''' wird in diesem Konzept eine zusammengehörige digitale Einheit bezeichnet. Sie kann aus einer oder mehreren Dateien, den zugehörigen Metadaten und ihren Verknüpfungen bestehen. Ein digitales Objekt kann ein Digitalisat oder ein ursprünglich digital entstandenes Kulturgut sein.&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
''Beispiel:'' Das verzierte sorbische Osterei bleibt das materielle Kulturgut. Hochauflösende Fotografien, ein 3D-Modell und die dazugehörigen Beschreibungen bilden gemeinsam seine digitale Repräsentation.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.3.2 Vier Kernfunktionen ===&lt;br /&gt;
Als '''Kernfunktionen der Kulturerbe-Digitalisierung''' werden im Folgenden vier dauerhaft zu erfüllende Aufgabenbereiche bezeichnet. Sie beschreiben, was für eine nachhaltige Digitalisierung von Kulturerbe geleistet werden muss, unabhängig davon, welche Institution oder welches technische System die jeweilige Funktion übernimmt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
! Kernfunktion&lt;br /&gt;
! Typische organisatorisch-technische Umsetzung&lt;br /&gt;
! Hauptaufgabe&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Nachweisen, beschreiben und verknüpfen'''&lt;br /&gt;
| Register oder Katalog&lt;br /&gt;
| Macht sichtbar, welche Kulturgüter vorhanden sind, wo sie sich befinden und in welchem Zusammenhang sie stehen. Ein Registereintrag kann bereits bestehen, bevor ein Digitalisat angefertigt wurde. &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Digitalisieren und Qualität sichern'''&lt;br /&gt;
| Digitalisierungszentrum oder Digitalisierungsdienst&lt;br /&gt;
| Erzeugt bzw. übernimmt digitale Repräsentationen, prüft sie und bereitet Dateien und Metadaten für die weitere Verarbeitung vor. Geliefert werden bspw. geprüfte Masterdateien und Nutzungsderivate. &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Langfristig erhalten'''&lt;br /&gt;
| Repositorium oder digitales Langzeitarchiv&lt;br /&gt;
| Übernimmt Dateien und Metadaten, speichert und verwaltet sie und erhält sie über technische und organisatorische Veränderungen hinweg dauerhaft nutzbar.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Zugänglich machen und Nutzung ermöglichen'''&lt;br /&gt;
| Präsentations- und Nutzungssystem&lt;br /&gt;
| Führt beschreibende Informationen und digitale Medien für Nutzerinnen und Nutzer zusammen. Es ermöglicht beispielsweise Suche, Anzeige, Kontextualisierung, Vermittlung und – soweit zulässig – Nachnutzung. &lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese '''Kernfunktionen''' beschreiben zunächst nicht zwingend getrennte Institutionen oder Systeme. Eine Einrichtung kann mehrere Kernfunktionen übernehmen. Umgekehrt kann eine Kernfunktion auf mehrere Einrichtungen oder technische Systeme verteilt sein. Entscheidend sind klare Zuständigkeiten, verlässliche Übergaben und gemeinsame Standards.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vereinfacht lässt sich das Zusammenspiel so zusammenfassen:&lt;br /&gt;
# Das '''Register oder der Katalog''' beschreibt und verknüpft das Kulturgut.&lt;br /&gt;
# Der '''Digitalisierungsdienst''' erzeugt und prüft seine digitale Repräsentation.&lt;br /&gt;
# Das '''Repositorium oder digitale Archiv''' übernimmt und erhält die Dateien.&lt;br /&gt;
# Das '''Präsentationssystem''' führt Beschreibungen und Medien für die Nutzung zusammen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die konkrete Ausgestaltung kann zentral, dezentral oder als Verbund mehrerer Systeme erfolgen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.3.3 Register ===&lt;br /&gt;
Die folgende Tabelle erklärt, wie Kulturgüter so erfasst, beschrieben und verknüpft werden, dass sie eindeutig zugeordnet, wiedergefunden und nach einheitlichen Regeln weiterverarbeitet werden können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
! Begriff&lt;br /&gt;
! Erklärung&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Erschließung, Verzeichnung und Registrierung'''&lt;br /&gt;
| '''Erschließung''' ist der übergeordnete Vorgang, bei dem ein Kulturgut identifiziert, beschrieben und in seinen Zusammenhang eingeordnet wird. '''Verzeichnung''' bezeichnet seine strukturierte dokumentarische Beschreibung. '''Registrierung''' bedeutet die Aufnahme in ein konkretes Register, einen Katalog oder ein Sammlungssystem. Ein Kulturgut kann bereits registriert werden, bevor ein Digitalisat vorhanden ist.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Metadaten'''&lt;br /&gt;
| Metadaten sind strukturierte Informationen über ein Kulturgut und seine digitalen Repräsentationen. Dazu gehören beispielsweise Titel, Herkunft, beteiligte Personen, Ort, Zeit, kultureller Kontext, Rechte, Dateieigenschaften und Bearbeitungsschritte. Je nach Zweck werden beschreibende, technische, rechtliche und erhaltungsbezogene Metadaten unterschieden. Sie machen Kulturgüter auffindbar, verständlich, verwaltbar und langfristig nutzbar.&amp;lt;ref name=&amp;quot;PREMIS&amp;quot;&amp;gt;Library of Congress o. J.: PREMIS – Preservation Metadata: Implementation Strategies. Internationaler Standard für Erhaltungsmetadaten. URL: https://www.loc.gov/standards/premis/, abgerufen am 16.07.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Persistenter Identifikator'''&lt;br /&gt;
| Ein '''persistenter Identifikator''' ist eine dauerhafte und eindeutige Kennung für ein Kulturgut, einen Datensatz oder eine digitale Ressource. Die Kennung bleibt bestehen, auch wenn sich der technische Speicherort oder die Internetadresse ändern. Dadurch können Kulturgüter dauerhaft zitiert und zwischen Systemen verknüpft werden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;DFG2016&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Metadaten sind keine bloße Beigabe zu einer Datei. Ohne ausreichende Beschreibungen kann ein Digitalisat zwar technisch vorhanden sein, später aber kaum gefunden, verstanden oder zuverlässig zugeordnet werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.3.4 Digitalisierungsdienst und Archiv ===&lt;br /&gt;
Die folgende Tabelle erklärt was erforderlich ist, damit Kulturgüter digitalisiert werden und nicht nur heute gespeichert sind, sondern auch nach technischen und organisatorischen Veränderungen noch gefunden, verstanden und genutzt werden können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
! Begriff&lt;br /&gt;
! Erklärung&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Repositorium'''&lt;br /&gt;
| Ein '''Repositorium''', auch ''Repository'' genannt, ist eine verwaltete technische Umgebung, in der digitale Objekte und ihre Metadaten übernommen, gespeichert, geordnet, verwaltet und bereitgestellt werden. Ein Repositorium kann Teil eines digitalen Archivs sein. Nicht jedes Repositorium erfüllt jedoch automatisch alle Anforderungen der Langzeiterhaltung.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Digitales Archiv oder digitales Langzeitarchiv'''&lt;br /&gt;
| Ein digitales Archiv ist mehr als ein Server oder ein Speicherprogramm. Es verbindet eine verantwortliche Organisation, fachkundiges Personal, Regeln, Arbeitsabläufe und technische Systeme. Es übernimmt die Verantwortung dafür, digitale Informationen langfristig zu erhalten und für festgelegte Nutzergruppen zugänglich zu machen. Das internationale Referenzmodell '''Open Archival Information System''' (OAIS, offenes Archiv-Informationssystem) bietet hierfür einen fachlichen Rahmen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;OAIS2024&amp;quot;&amp;gt;Consultative Committee for Space Data Systems (CCSDS) 2024: Reference Model for an Open Archival Information System (OAIS), CCSDS 650.0-M-3, insbesondere S. 1-1–1-2 und 2-1–2-2. URL: https://ccsds.org/Pubs/650x0m3.pdf, abgerufen am 16.07.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Ingest oder kontrollierte Übernahme'''&lt;br /&gt;
| '''Ingest''' bezeichnet die kontrollierte Übernahme digitaler Dateien und Metadaten in ein Repositorium oder digitales Archiv. Dabei werden beispielsweise Vollständigkeit, Dateiformate, Metadaten und Dateiintegrität geprüft und die Übernahme dokumentiert.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Langzeitverfügbarkeit und digitale Langzeiterhaltung'''&lt;br /&gt;
| '''Langzeitverfügbarkeit''' ist das Ziel, digitale Inhalte über technische und organisatorische Veränderungen hinweg auffindbar, lesbar, verständlich und nutzbar zu halten. '''Digitale Langzeiterhaltung''' bezeichnet die dafür notwendigen fortlaufenden Maßnahmen. Dazu können mehrere Speicherorte, regelmäßige Prüfungen, Formatüberwachung, technische Migrationen und eine nachvollziehbare Dokumentation gehören. „Langfristig“ bezeichnet dabei keine feste Zahl von Jahren, sondern einen Zeitraum, in dem mit veränderten Technologien, Formaten und Nutzungsanforderungen gerechnet werden muss.&amp;lt;ref name=&amp;quot;OAIS2024&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Datensicherung oder Backup'''&lt;br /&gt;
| Ein '''Backup''' ist eine zusätzliche Sicherungskopie, aus der Dateien nach einem Verlust oder technischen Ausfall wiederhergestellt werden können. Backups sind notwendig, ersetzen aber keine Langzeiterhaltung: Sie regeln allein noch keine dauerhaften Zuständigkeiten, Metadaten, Formatüberwachung, Integritätsprüfungen oder langfristige Zugänglichkeit.&amp;lt;ref name=&amp;quot;DPCStorage&amp;quot;&amp;gt;Digital Preservation Coalition o. J.: Digital Preservation Handbook – Storage. URL: https://www.dpconline.org/handbook/organisational-activities/storage, abgerufen am 16.07.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Integrität und Authentizität'''&lt;br /&gt;
| '''Integrität''' bedeutet, dass unbeabsichtigte Veränderungen oder Beschädigungen einer Datei erkannt werden können. Dafür werden häufig Prüfsummen verwendet - digitale Kontrollwerte, die regelmäßig verglichen werden. '''Authentizität''' bedeutet, dass Herkunft, Identität und Bearbeitungsgeschichte eines digitalen Objekts nachvollziehbar sind und belegt werden kann, dass es das ist, was es zu sein vorgibt.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Dateiformat und Datenformat'''&lt;br /&gt;
| Ein '''Dateiformat''' legt den technischen Aufbau einer einzelnen Datei fest. Ein '''Datenformat''' beschreibt, wie Informationen strukturiert und zwischen Systemen ausgetauscht werden. Gut dokumentierte, verbreitete und möglichst offen beschriebene Formate erleichtern den Austausch und die langfristige Nutzung. Sie ersetzen jedoch keine aktive Langzeiterhaltung.&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Merksatz:''' Speichern ist nicht dasselbe wie langfristiges Erhalten. Auch ein vorhandenes Backup ist noch kein digitales Langzeitarchiv.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.3.5 Präsentationssystem ===&lt;br /&gt;
Die folgende Tabelle erklärt, wie aus langfristig gesicherten Dateien ein digitales Kulturerbe wird, das von Menschen gefunden, verstanden und sinnvoll genutzt werden kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
! Begriff&lt;br /&gt;
! Erklärung&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Zugänglichmachung und Präsentation'''&lt;br /&gt;
| '''Zugänglichmachung''' bedeutet, dass digitale Objekte auffindbar und im rechtlich sowie technisch zulässigen Umfang abrufbar sind. '''Präsentation''' geht darüber hinaus: Inhalte werden ausgewählt, miteinander verknüpft, erklärt und für bestimmte Zielgruppen vermittelt. Dazu gehören verständliche Kontextinformationen, klare Rechteangaben, Mehrsprachigkeit und möglichst barrierearme Zugänge. Abhängig von Rechten, personenbezogenen Daten oder kulturellen Schutzbedarfen kann der Zugang offen oder eingeschränkt sein.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Nutzung und Nachnutzung'''&lt;br /&gt;
| '''Nutzung''' umfasst beispielsweise das Betrachten, Lesen, Anhören, Erforschen oder Vermitteln eines digitalen Kulturguts. '''Nachnutzung''' bedeutet seine weitere Verwendung in einem neuen Zusammenhang, etwa in Bildung, Forschung, Publikationen, Ausstellungen, Anwendungen oder kreativen Werken. Dafür werden geeignete Dateien, verständliche Metadaten und klare Rechteinformationen benötigt.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Rechteinformation und Lizenz'''&lt;br /&gt;
| Eine '''Rechteinformation''' beschreibt den rechtlichen Status eines digitalen Objekts und mögliche Einschränkungen seiner Nutzung. Eine '''Lizenz''' räumt durch eine dazu berechtigte Person oder Institution konkrete Nutzungsrechte ein. Ein allgemeiner Rechtehinweis ist daher nicht automatisch eine Lizenz.&amp;lt;ref name=&amp;quot;RightsReuse&amp;quot;&amp;gt;RightsStatements.org o. J.: Standardisierte Rechtehinweise für online verfügbares Kulturerbe. URL: https://rightsstatements.org/de/, abgerufen am 16.07.2026. Creative Commons 2025: Recommended Licenses and Tools for Cultural Heritage Content. URL: https://creativecommons.org/2025/07/09/recommended-licenses-and-tools-for-cultural-heritage-content/, abgerufen am 16.07.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Interoperabilität'''&lt;br /&gt;
| '''Interoperabilität''' bezeichnet die Fähigkeit von Systemen und Organisationen, Daten auszutauschen und in gleicher Bedeutung zu verstehen. Dafür werden gemeinsame Metadatenmodelle, Begriffe, Identifikatoren und technische Schnittstellen benötigt. So können beispielsweise Register, Repositorien, Präsentationsportale und externe Kulturplattformen miteinander verbunden werden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;EuropeanaEDM&amp;quot;&amp;gt;Europeana o. J.: Metadata – Europeana Data Model (EDM, Europeana-Datenmodell). URL: https://pro.europeana.eu/page/metadata, abgerufen am 16.07.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Digitalisierte Inhalte entfalten ihren kulturellen und gesellschaftlichen Nutzen erst dann vollständig, wenn sie auffindbar, verständlich, rechtlich klar und für unterschiedliche Zielgruppen tatsächlich verwendbar sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der folgende Abschnitt 2.4 beschreibt, wie diese Kernfunktionen innerhalb des gesamten Prozesses der Kulturerbe-Digitalisierung zusammenwirken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== 2.4 Prozess der Digitalisierung von Kulturerbe ==&lt;br /&gt;
Die Digitalisierung von Kulturgut ist kein rein technischer Arbeitsschritt, sondern ein vielschichtiger, oft langfristiger Prozess, der bereits mit der Wahrnehmung und Identifikation einer kulturellen Ausdrucksform beginnt. Ziel dieses Abschnitts ist es, diesen Gesamtprozess systematisch darzustellen: von der gelebten Kultur über das identifizierte Kulturgut bis hin zur digital nutzbaren Repräsentation.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die hier entwickelte Prozessdarstellung soll als praxisorientierter Überblick dienen für die Digitalisierung des sorbischen Kulturerbes. Sie berücksichtigt die Anforderungen sorbischer Einrichtungen ebenso wie die international etablierten Referenzmodelle und Standards, darunter:&lt;br /&gt;
* das OAIS-Referenzmodell (ISO 14721) für digitale Archivierung&amp;lt;ref&amp;gt;Consultative Committee for Space Data Systems (CCSDS) 2024: Reference Model for an Open Archival Information System (OAIS), CCSDS 650.0-M-3. URL: https://ccsds.org/Pubs/650x0m3.pdf, abgerufen am 01.10.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
* das DCC Curation Lifecycle Model für kuratorische Entscheidungsprozesse&amp;lt;ref&amp;gt;Higgins 2008: The DCC Curation Lifecycle Model. International Journal of Digital Curation, 3(1), 134-140. URL: https://ijdc.net/index.php/ijdc/article/view/48, abgerufen am 01.10.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
* das Spectrum-Modell für museale Objektverwaltung&amp;lt;ref&amp;gt;Collections Trust 2022. Spectrum 5.1 - The UK Museum Collections Management Standard. URL: https://collectionstrust.org.uk/spectrum/spectrum-5, abgerufen am 01.10.2025. &amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
* die UNESCO-Leitlinien zur Inventarisierung immateriellen Kulturerbes&amp;lt;ref&amp;gt;UNESCO 2024: Operational Directives for the Implementation of the Convention for the Safeguarding of the Intangible Cultural Heritage (10.GA). URL: https://ich.unesco.org/doc/src/ICH-Operational_Directives-10.GA_EN.pdf, abgerufen am 01.10.2025. &amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
* sowie technische Vorgaben wie die DFG-Praxisregeln Digitalisierung&amp;lt;ref&amp;gt;Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) 2022: Praxisregeln Digitalisierung (aktualisierte Fassung). URL: https://www.ulb.hhu.de/fileadmin/redaktion/ULB/Documents/Infomaterial/DFG_Praxisregeln_Digitalisierung_Aktualisierte_Fassung2022.pdf, abgerufen am 01.10.2025. &amp;lt;/ref&amp;gt; und die FADGI-Richtlinien&amp;lt;ref&amp;gt;Federal Agencies Digital Guidelines Initiative (FADGI) 2023: Technical Guidelines for Digitizing Cultural Heritage Materials – Still Image, 3rd ed. URL: https://www.digitizationguidelines.gov/guidelines/digitize-technical.html, abgerufen am 01.10.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Folge soll der „Lebenslauf“ eines Kulturguts dargestellt werden, also der Weg, den ein Objekt oder eine kulturelle Praxis vom Zeitpunkt der Entstehung über die Erfassung, Digitalisierung und Archivierung bis zur Veröffentlichung in einem digitalen Präsentationsmodul durchläuft.&lt;br /&gt;
Hierfür erläutert der folgende Abschnitt die einzelnen Prozessschritte im Detail, jeweils mit Akteuren und Beispielen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.4.1 Vorüberlegungen zum Prozess ===&lt;br /&gt;
Im hier vorgestellten Prozess wird auf eine harte, systematische Filterung verzichtet, welche kulturellen Ausdrucksformen „nur“ Kultur und welche bereits Kulturgut sind. Ein solcher Bewertungs- und Abgrenzungsprozess wäre ressourcenintensiv und würde den vorhandenen Kapazitäten in den beteiligten Einrichtungen nicht entsprechen. Stattdessen folgt das Konzept einer inklusiven Logik: Alle dokumentierten Ausdrucksformen werden zunächst als potenzielle Kulturgüter erfasst. Eine feinere Auswahl und Priorisierung erfolgen erst in einem späteren Schritt, nämlich dann, wenn konkret entschieden wird, welche Ausdrucksformen bzw. Kulturgüter in welcher Tiefe digitalisiert, archiviert und präsentiert werden sollen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieses Vorgehen schließt an das SKR-Konzept an, das bewusst auf eine frühe normative Trennung zwischen „kultureller Ausdrucksform“ und „Kulturgut“ verzichtet. Auch hier steht zunächst der möglichst vollständige, strukturierte Überblick über die sorbischen Kulturgüter im Vordergrund. Die differenzierte Bewertung und Schwerpunktsetzung werden als anschließende fachliche Aufgabe verstanden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.4.2 Prozessschritte im Detail ===&lt;br /&gt;
Das folgende Diagramm gibt einen Überblick über die sechs Kernschritte des Gesamtprozesses der Digitalisierung von Kulturgut – von der ersten Wahrnehmung einer kulturellen Ausdrucksform bis zu ihrer digitalen Präsentation als Kulturgut. Die Abfolge zeigt zugleich die Entwicklungsstufen: von gelebter Kultur zur kulturellen Ausdrucksform, von dort zum Kulturgut und schließlich zum digitalen Kulturgut. Die Schritte sind als generischer Ablauf zu verstehen: Je nach Art des Kulturguts können einzelne Tätigkeiten unterschiedlich aufwendig sein oder parallel erfolgen.&lt;br /&gt;
[[Dataja:Wobraz_K3.png|center|600px]]&amp;lt;ref&amp;gt;Mermaid Flowchart Code: [https://mermaid.live/edit#pako:eNplkk1OwzAQha8yGqmbkloxSZs2CyTa8LOphIAVhIVJpolF4iDH4a_qbXqTXgzHFdAKr2y97703lmaNWZMTxriqmvesFNrAfZIqgPPHFIdDzuBO1DVVajhM8QlGozOYO-WUwS0VsjVakqa93Pvmjlk4JmAwp3fS5kCHwQAWjkkcE_Y5WWkIXqrd9jBpT138UIkspBGVbI_7-rwLR146csLgRryQ-U8lMGLwTG1WapLPpHKCZQLMOY9ch7m2VxiSpOAEjJ1TSev_M_bkvv3KtY8ZnOuslG_H9VcOuf4dUO-2LamjGdHDQsscY6M78rAmXYv-ies-IEVTUk0pxvaa00p0lUkxVRtrexXqoWnqH6duuqLEeCWq1r6619zOn0hRaPGH9J_Xi6ZTBuOxS8B4jR8YhxGLeDThkR-EM37KuYefFmHTaOz7fOZHQTidBMHGwy9X6VslnNnDw4jPuB8GHlIuTaOX-7Vy27X5Bh_Osqo hier klicken], abgerufen am 22.09.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Prozess zeigt, dass Digitalisierung von Kulturgut mehr ist als das Erstellen digitaler Dateien. Sie umfasst eine Reihe aufeinander bezogener Schritte – von der ersten Wahrnehmung einer kulturellen Ausdrucksform über ihre Erfassung, Bewertung und Digitalisierung bis hin zur langfristigen Sicherung und Präsentation. Dabei sind je nach Schritt unterschiedliche Akteure beteiligt, etwa Gemeinschaften, Museen, Archive, Fachgremien, Digitalisierungsstellen oder IT. Die folgenden Beschreibungen erläutern diese Schritte so, dass nachvollziehbar wird, was jeweils mit einem Kulturgut geschieht, wer daran beteiligt ist und wie sich der Ablauf in der Praxis vorstellen lässt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''1. Sammeln &amp;amp; erfassen''' &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Hier wird eine kulturelle Ausdrucksform erstmals wahrgenommen, benannt und mit ersten Informationen erfasst: Was ist es, wer macht es oder hat es geschaffen, wo kommt es vor, warum ist es bedeutsam für die Gemeinschaft? &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Akteure''': Community, Vereine, Museen, Archive, Forschende, Privatpersonen.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Beispiel''': Auf einem Dorffest zeigt eine Frau das Verzieren sorbischer Ostereier. Jemand fotografiert dies und notiert Technik, Ort und Namen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''2. Registrieren &amp;amp; beschreiben''' &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Hier wird aus der ersten Beobachtung ein strukturierter Nachweis. Das Kulturgut oder die kulturelle Ausdrucksform wird in ein Register, eine Sammlung oder einen Katalog aufgenommen und mit strukturierten Metadaten beschrieben, damit es wiedergefunden, zugeordnet und verstanden werden kann. Dazu gehören z. B. Titel, Ort, Zeit, Technik, Funktion, beteiligte Personen und der kulturelle Kontext.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Akteure''': Registerverantwortliche, Kurator:innen, Sammlungsmitarbeitende, Community für Kontextinformationen.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Beispiel''': Das Osterei erhält einen Eintrag mit Angaben wie „Wachsbatik“, „Schleife“, „Osterei-Verzierung“, Name der Trägerin und Entstehungsjahr.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''3. Bewerten &amp;amp; freigeben''' &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
In diesem Schritt wird entschieden, ob und in welcher Priorität ein Kulturgut oder die kulturelle Ausdrucksform digitalisiert werden soll und ob dies rechtlich und ethisch möglich ist. Dabei spielen fachliche Kriterien wie Bedeutung, Repräsentativität, Seltenheit oder Gefährdung eine Rolle, aber auch Fragen des Urheberrechts, Datenschutzes und möglicher kultureller Sensibilitäten. Am Ende steht eine begründete Entscheidung, ob und in welchem Umfang das Kulturgut weiterbearbeitet und später veröffentlicht werden darf. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Akteure''': Kurator:innen, Fachgremien, Community-Vertretungen, Register/SKR, ggf. Rechteverantwortliche und Behörden. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Beispiel''': Es wird entschieden, dass die Osterei-Technik wegen ihrer Bedeutung für die sorbische Identität digital gesichert werden soll; die Kunsthandwerkerin stimmt der Veröffentlichung zu.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''4. Digitalisieren &amp;amp; prüfen''' &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Nun wird das Kulturgut technisch erfasst, also in eine digitale Form überführt. Das kann je nach Objektart durch Scan, Fotografie, Audio- oder Videoaufnahme oder 3D-Erfassung geschehen. Dabei entstehen hochwertige Master-Dateien und nutzbare Derivate. Die Digitalisierung folgt qualifizierten Standards, um Reproduzierbarkeit, Farbkonsistenz und Nutzbarkeit zu gewährleisten. Anschließend wird geprüft, ob Schärfe, Farbe, Vollständigkeit und Dateiformate den Anforderungen für Archivierung und Nutzung entsprechen. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Akteure''': Digitalisierungszentrum, Foto-/AV-/3D-Spezialist:innen, externe Dienstleister bei Spezialfällen. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Beispiel''': Das Osterei wird fotografisch hochauflösend aufgenommen und zusätzlich als 3D-Modell erfasst. Danach werden Schärfe, Farbe und Dateiformate geprüft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''5. Archivieren &amp;amp; sichern''' &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die entstandenen digitalen Dateien werden geordnet abgelegt, mit den zugehörigen Metadaten verknüpft und für die langfristige Erhaltung gesichert. Dazu gehören sichere Speicherorte, Backups, Integritätskontrollen und – wenn nötig – spätere technische Migration auf neue Systeme. Ziel ist, dass das digitale Kulturgut langfristig erhalten bleibt, auch wenn sich Technik und Formate verändern. Das Original bleibt in der Regel weiterhin am Sammlungs- oder Aufbewahrungsort. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Akteure''': Archiv, Repository, IT-Betrieb, ggf. Sorbisches Kulturarchiv bzw. Digitalisierungszentrum. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Beispiel''': Die Bilder und das 3D-Modell des Ostereis werden auf gesicherten Servern gespeichert; das Original bleibt im Museum oder bei der Eigentümerin.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''6. Präsentieren &amp;amp; nutzen''' &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Im letzten Schritt werden die digitalen Objekte so bereitgestellt, dass sie gefunden, verstanden und genutzt werden können, z. B. in Portalen, digitalen Sammlungen oder virtuellen Ausstellungen. Dafür reicht es nicht, nur Dateien anzuzeigen: Es braucht auch verständliche Kontexte, Rechteangaben, Mehrsprachigkeit und möglichst barrierearme Zugänge. So wird aus der technischen Digitalisierung eine tatsächliche kulturelle Nutzung. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Akteure''': Kurator:innen, Vermittlung, Web/IT, Museen, Kulturinformationen, Community. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Beispiel''': Das Osterei erscheint in einer Online-Ausstellung, kann herangezoomt oder als 3D-Modell gedreht werden und wird mit einem kurzen Text zur Technik erklärt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.4.3 Organisatorische Perspektive ===&lt;br /&gt;
Die folgende Abbildung ist entnommen aus einem Poster des Sorbischen Instituts zu dessen Digitalisierungsstrategie, gefunden auf der Projektseite des Digitalisierungszentrums.&amp;lt;ref&amp;gt;Sorbisches Institut: Digitalisierungszentrum (DZ). URL: [https://www.serbski-institut.de/projekte-zentrale-vorhaben/digitalisierungszentrum-dz/ https://www.serbski-institut.de/projekte-zentrale-vorhaben/digitalisierungszentrum-dz/], abgerufen am 25.03.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Digitalisierungsstrategie des Sorbischen Instituts zeigt die Erfassung, Registrierung, Digitalisierung und Archivierung bis zur Präsentation von Kulturgütern aus '''organisatorischer Sicht'''. Sie basiert auf einem '''3-Säulen-Modell aus Kulturregister, Digitalisierungszentrum und Präsentationsumgebung'''. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Dataja:Wobraz_K4.png|mini||center|600px|Abbildung: 3-Säulen-Modell der Digitalisierungsstrategie des Sorbischen Instituts. Quelle: Sorbisches Institut, „Digitalizacija serbskich kulturnych datow / Digitalisierung der sorbischen/wendischen Kulturdaten“&amp;lt;ref&amp;gt;Sorbisches Institut 2025: Digitalizacija serbskich kulturnych datow / Digitalisierung der sorbischen/wendischen Kulturdaten (Poster). URL:  [https://www.serbski-institut.de/wp-content/uploads/2021/11/A0-Druck_Digitalisierungsstrategie-SI.pdf  https://www.serbski-institut.de/wp-content/uploads/2021/11/A0-Druck_Digitalisierungsstrategie-SI.pdf], abgerufen am 25.03.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Beide Sichtweisen - die fachliche &amp;quot;Prozess-Sicht&amp;quot; und die &amp;quot;organisatorische Sicht&amp;quot; lassen sich wie folgt in einer Darstellung zusammenfassen:&lt;br /&gt;
[[Dataja:Wobraz_K5.jpg|mini||center|600px|Abbildung: Zusammengefasste Sichtweisen auf die Digitalisierung von Kulturerbe.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der &amp;quot;Prozess der Digitalisierung von Kulturerbe&amp;quot; beschreibt, '''was''' mit einem Kulturgut geschieht; das 3-Säulen-Modell zeigt, '''wo''' diese Aufgaben organisatorisch verortet sind. Bezogen auf die oben beschriebenen [[#2.3.2 Prozessschritte im Detail|Prozessschritte der Digitalisierung von Kulturerbe]] steht das '''Sorbische Kulturregister''' für den Prozessschritt „'''2. Registrieren'''“ und dient dabei vor allem der Verzeichnung und Metadatenverwaltung. Das '''Digitalisierungszentrum''' steht für die Prozessschritte „'''4. Digitalisieren'''“ und „'''5. Archivieren'''“ und dient dabei der technischen Erfassung, Bearbeitung und Sicherung der Digitalisate. Die '''Präsentationsumgebung''' steht für den Schritt „'''6. Präsentieren'''“ und dient der öffentlichen oder kuratierten Bereitstellung zur Nutzung. Ergänzende Konzepte des SI machen dabei deutlich, dass die Digitalisierung im Regelfall eine vorherige Verzeichnung im Register voraussetzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
! Prozessschritt&lt;br /&gt;
! Verantwortliche Organisation&lt;br /&gt;
! Funktion im Gesamtsystem&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''2. Registrieren'''&lt;br /&gt;
| '''Sorbisches Kulturregister'''&lt;br /&gt;
| Kulturgüter werden als Entitäten nachgewiesen, beschrieben, mit Metadaten versehen und miteinander verknüpft. Das Register erfüllt damit eine katalogähnliche Funktion: Es macht sichtbar, welche Kulturgüter es gibt, wo sie sich befinden und in welchem Kontext sie stehen.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''4. Digitalisieren'''&lt;br /&gt;
| '''Digitalisierungszentrum'''&lt;br /&gt;
| Kulturgüter werden technisch erfasst, z. B. durch Scan, Fotografie, Audio-/Videoübertragung oder 3D-Erfassung. Das Digitalisierungszentrum erzeugt und prüft die Digitalisate, ist aber nicht selbst primär ein Präsentationssystem.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''5. Archivieren'''&lt;br /&gt;
| '''Digitalisierungszentrum / Repositorium / Archiv'''&lt;br /&gt;
| Die digitalen Dateien werden geordnet gespeichert, mit Metadaten verbunden und langfristig gesichert. Dazu gehört auch die Sicherstellung der Langzeitaufbewahrung, etwa durch geeignete Speicherorte, Prüfroutinen und spätere Migrationen.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''6. Präsentieren'''&lt;br /&gt;
| '''Sorabicon / weitere Präsentationsumgebungen'''&lt;br /&gt;
| Die digitalen Inhalte werden für Nutzer:innen sichtbar, erfahrbar und verständlich gemacht, z. B. in Portalen, digitalen Sammlungen oder virtuellen Ausstellungen. Die Präsentation greift dafür auf Metadaten aus dem Register und auf Digitalisate aus dem Repositorium bzw. dem Digitalisierungszentrum zurück.&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Schritt '''1. Sammeln''' liegt vor diesen drei Säulen. Er betrifft die Sammlungsorte selbst, also z. B. Museen, Archive, Heimatstuben, Vereine, Projekte, Gemeinden oder Privatpersonen. Dort entstehen oder befinden sich die Kulturgüter zunächst, bevor sie systematisch registriert, bewertet oder digitalisiert werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Schritt '''3. Bewerten''' ist ebenfalls keine eigene technische Säule, sondern ein steuernder Entscheidungsschritt. In ihm wird geklärt, welche Kulturgüter priorisiert digitalisiert werden, welche fachliche Bedeutung sie haben, welche Rechte zu beachten sind und ob eine öffentliche Präsentation möglich ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Damit wird deutlich: Register, Digitalisierungszentrum und Präsentation erfüllen unterschiedliche Aufgaben. Das '''Register''' beschreibt und verknüpft Kulturgüter, das '''Digitalisierungszentrum''' erzeugt und sichert Digitalisate und die '''Präsentationsumgebung''' macht ausgewählte Inhalte verständlich zugänglich. Gerade diese Trennung schafft klare Zuständigkeiten und erleichtert die Zusammenarbeit zwischen Sammlungsorten, Fachstellen, technischen Dienstleistern und Öffentlichkeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== 2.5 Beispiele anderer Kulturen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Digitalisierung des Kulturerbes kleiner, autochthoner, indigener und sprachlicher Gemeinschaften weist häufig vergleichbare Herausforderungen auf: Kulturgüter und Bestände sind auf viele Institutionen, Vereine, lokale Einrichtungen und private Träger verteilt. Personelle und finanzielle Ressourcen sind begrenzt, mehrere Sprachen und Beschreibungstraditionen müssen berücksichtigt werden und nicht alle kulturellen Inhalte dürfen oder sollen ohne Einschränkung öffentlich zugänglich gemacht werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In einer vergleichenden Recherche wurde daher untersucht, wie andere Gemeinschaften und Regionen ihr Kulturerbe erfassen, beschreiben, digitalisieren, langfristig sichern und zur Nutzung bereitstellen. Dabei wurde nicht nach einer universell „idealen“ technischen Lösung gesucht. Untersucht wurde vielmehr, welche organisatorischen, technischen, rechtlichen und gemeinschaftlichen Modelle unter welchen Rahmenbedingungen funktionieren, welche Schwierigkeiten auftreten und welche übertragbaren Erfolgsfaktoren erkennbar sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die nachfolgenden Beispiele verdeutlichen unterschiedliche Schwerpunkte: gemeinschaftliche Steuerung, institutionsübergreifende Register und Suchsysteme, Digitalisierung verteilter Bestände, Sprach- und Tonarchive, abgestufte Zugänge, Unterstützung kleiner Kulturgutträger sowie die Überführung zeitlich begrenzter Projekte in einen dauerhaften Betrieb.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die daraus abgeleiteten Kriterien bilden einen Referenzrahmen. Anhand dieses Referenzrahmens kann in einer späteren Ist-Analyse geprüft werden, welche Funktionen bereits vorhanden, nur konzeptionell beschrieben, in Pilotprojekten erprobt oder dauerhaft im Regelbetrieb verankert sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die ausführlichen Fallprofile, Vergleichsmatrizen, Quellen sowie ein Hinweis zur KI-gestützten Erstellung befinden sich in der [[12.3.A1 Vergleichende Recherche – Digitalisierung des Kulturerbes anderer Kulturen und Regionen|ausführlichen Vergleichsrecherche]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.5.1 RomArchive – Digitales Archiv der Roma ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Roma und Sinti sind eine transnationale Minderheit, die in zahlreichen europäischen Staaten lebt. RomArchive wurde von 2015 bis 2019 mit 3,75 Millionen Euro durch die Kulturstiftung des Bundes gefördert. Weitere Unterstützer waren unter anderem die Bundeszentrale für politische Bildung, das Auswärtige Amt und das Goethe-Institut. Seit 2019 wird das Archiv durch das Dokumentations- und Kulturzentrum Deutscher Sinti und Roma in Heidelberg betrieben.&amp;lt;ref name=&amp;quot;vergleich_romarchive&amp;quot;&amp;gt;RomArchive o. J.: Frequently Asked Questions. URL: https://www.romarchive.eu/en/about/frequently-answered-questions/; Dokumentations- und Kulturzentrum Deutscher Sinti und Roma e. V. o. J.: Imprint. URL: https://www.romarchive.eu/en/imprint/; Kulturstiftung des Bundes o. J.: RomArchive. URL: https://www.kulturstiftung-des-bundes.de/en/programmes_projects/film_and_new_media/detail/romarchive.html, jeweils abgerufen am 20.07.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Archiv präsentiert Kunst, Geschichte und Kultur aus der Perspektive der Roma. Kuratorische Teams und Beirat waren überwiegend mit Angehörigen der Minderheit besetzt. Neben öffentlich zugänglichen Inhalten existiert ein internes Archiv mit beschränktem Forschungszugang. Besonders lehrreich ist der bereits zu Projektbeginn geplante und später tatsächlich vollzogene Übergang an einen dauerhaften Betreiber.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Erfolgsfaktoren und Learnings:''' &lt;br /&gt;
* Angehörige der Gemeinschaft sollten nicht nur Inhalte zuliefern, sondern festgelegte Entscheidungsrechte bei Auswahl, Beschreibung, Kontextualisierung und Zugangsregeln besitzen. &lt;br /&gt;
* Bereits zu Beginn einer Projektphase verbindlich klären, welche Institution das Register, Archiv oder Portal nach dem Ende der Förderung dauerhaft betreibt, pflegt und finanziert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.5.2 Nuohtti – Zugang zum Sámi-Kulturerbe ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Sámi sind ein indigenes Volk im nordeuropäischen Sápmi, das sich über Teile Norwegens, Schwedens, Finnlands und Russlands erstreckt. Viele historische Sámi-Materialien befinden sich außerhalb der Sámi-Institutionen in europäischen Archiven und Museen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nuohtti ist ein gemeinsamer Suchdienst für digitalisierte Sámi-Materialien. Er wurde von 2018 bis 2021 mit Mitteln des Programms Interreg Nord der EU (Europäische Union) entwickelt. Beteiligt waren unter anderem die Sámi-Archive der finnischen und norwegischen Nationalarchive, das schwedische Reichsarchiv und mehrere Universitäten. Die Sámi-Parlamente Finnlands, Norwegens und Schwedens waren in der Steuerungsgruppe vertreten. Der Dienst führte nach Projektangaben etwa 30.000 Datensätze aus 32 Institutionen zusammen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;vergleich_nuohtti&amp;quot;&amp;gt;Nuohtti o. J.: About Nuohtti. URL: https://nuohtti.com/Content/about; University of the Arctic 2023: The Nuohtti service provides digital access to Sámi material in European archives. URL: https://www.uarctic.org/news/2023/3/the-nuohtti-service-provides-digital-access-to-sami-material-in-european-archives/, jeweils abgerufen am 20.07.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nuohtti übernimmt nicht alle Bestände in ein einziges System. Stattdessen werden Metadaten, also strukturierte Beschreibungsdaten zu Objekten und Beständen, aus vorhandenen Einrichtungen zusammengeführt und mit mehrsprachiger Suche, Karte und Zeitleiste zugänglich gemacht. Ethische Hinweise machen darauf aufmerksam, dass viele Bestände unter historischen und teilweise kolonialen Bedingungen gesammelt und beschrieben wurden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Erfolgsfaktoren und Learnings:''' &lt;br /&gt;
* Ein gemeinsamer Zugang kann auch mit dezentraler Architektur der Bestände erfolgen – Originale, Dateien und Fachsysteme können beim Kulturgutträger verbleiben.&lt;br /&gt;
* Ein Register für Kulturdaten kann als übergreifende Nachweisschicht arbeiten: Größere Einrichtungen liefern Daten über technische Schnittstellen, während kleine Träger zentrale oder gemeinsam bereitgestellte Erfassungsdienste nutzen können. &lt;br /&gt;
* Historische Fremdbeschreibungen sollten ergänzt werden durch Selbstbezeichnungen, eigene Sprachformen, alternative Benennungen und Kontexte der betreffenden Gemeinschaft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.5.3 People’s Collection Wales / Casgliad y Werin Cymru ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wales ist ein Landesteil des Vereinigten Königreichs mit einer eigenständigen nationalen und walisischsprachigen Identität. People’s Collection Wales ist eine zweisprachige Plattform für institutionelles und gemeinschaftlich getragenes Kulturerbe. Sie wird als Verbund der National Library of Wales, des National Museum Wales und der Royal Commission on the Ancient and Historical Monuments of Wales betrieben und durch die walisische Regierung finanziert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Neben der technischen Plattform werden kostenlose Beratung und Schulungen zu Digitalisierung, Metadaten, Urheberrecht, Datenschutz und Oral History, also mündlich überlieferter und aufgezeichneter Geschichte, angeboten. Eine unabhängige Evaluation stellte Fortschritte bei der Zusammenarbeit und beim Kompetenzaufbau fest, benannte aber auch begrenzte Wirkungsnachweise, Finanzierungsrisiken und den hohen Personalaufwand für die Unterstützung der beteiligten Gemeinschaften.&amp;lt;ref name=&amp;quot;vergleich_wales&amp;quot;&amp;gt;Vittle, Kate / Haswell-Walls, Fran / Dixon, Tim; ERS Ltd. 2016: Evaluation of the Casgliad y Werin Cymru / People’s Collection Wales Digital Heritage Programme. Impact Report. URL: https://www.gov.wales/sites/default/files/publications/2019-08/evaluation-of-the-peoples-collection-wales-digital-heritage-programme-impact.pdf; People’s Collection Wales o. J.: Community Support. URL: https://www.peoplescollection.wales/about-us/community-support, jeweils abgerufen am 20.07.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Erfolgsfaktoren und Learnings:''' &lt;br /&gt;
* Kleine und ehrenamtlich betreute Sammlungen benötigen nicht nur technische Standards, sondern konkrete und dauerhaft verfügbare Dienstleistungen: Erstberatung, Schulung, Vorlagen, Unterstützung bei Rechtefragen, Qualitätskontrolle und persönliche Ansprechpartner. &lt;br /&gt;
* Ein Digitalisierungszentrum oder ein Verbund koordinierter Digitalisierungsdienste sollte daher als Service- und Kompetenzstruktur ausgestaltet werden und nicht lediglich als technische Produktionsstelle. &lt;br /&gt;
* Der dafür notwendige Beratungs- und Unterstützungsaufwand muss als dauerhafte Betriebsaufgabe eingeplant werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.5.4 Tobar an Dualchais / Kist o Riches ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schottisch-Gälisch ist eine Minderheitensprache, die vor allem in den Highlands und auf den schottischen Inseln gesprochen wird. Tobar an Dualchais macht mehr als 40.000 seit den 1930er Jahren entstandene Tonaufnahmen zugänglich. Die Bestände umfassen Erzählungen, Lieder, Musik, Gedichte und mündlich überliefertes Wissen auf Gälisch, Scots und Englisch. Ein bedeutender Teil der Originalbestände wird in den School of Scottish Studies Archives der Universität Edinburgh verwahrt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;vergleich_tobar&amp;quot;&amp;gt;University of Edinburgh 2024: Tobar an Dualchais / Kist o Riches. URL: https://gaelic.ed.ac.uk/gaelic-collections/tobar-an-dualchais-kist-o-riches; Scottish Government 2025: Rediscovering lost Gaelic words. URL: https://www.gov.scot/news/rediscovering-lost-gaelic-words/, jeweils abgerufen am 20.07.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Digitalisierung wird mit Verschriftlichung beziehungsweise Transkription, sprachlicher Erschließung, Freiwilligenarbeit und teilweise automatischer Spracherkennung verbunden. Das Projekt erhält wiederkehrende öffentliche Förderungen, muss Rechteklärung, Transkription und technische Weiterentwicklung jedoch dauerhaft fortsetzen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Erfolgsfaktoren und Learnings:''' &lt;br /&gt;
* Gefährdete Ton-, Film- und Videobestände müssen wegen Materialverfall, beschädigungsanfälliger Trägermaterialien und nicht mehr verfügbarer Wiedergabetechnik zeitlich priorisiert werden. &lt;br /&gt;
* Ein geeignetes Pilotprojekt kann Digitalisierung, Rechteklärung, Verschriftlichung, Übersetzung, Metadatenerfassung, Archivierung und Bildungsnutzung entlang einer vollständigen Prozesskette verbinden. &lt;br /&gt;
* Dadurch werden nicht nur einzelne Dateien erzeugt, sondern zugleich die notwendigen Standards, Zuständigkeiten und Aufwände erprobt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.5.5 Euskariana – Portal zum baskischen Kulturerbe ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Baskinnen und Basken leben in Gebieten Spaniens und Frankreichs. Euskariana ist das staatlich betriebene Kulturportal der Autonomen Gemeinschaft Baskenland in Spanien. Es wird durch die Digitale Bibliothek Euskadi betrieben und verbindet Daten der baskischen Regierung, der Provinzen, Kommunen, Universitäten sowie öffentlicher, kirchlicher und privater Einrichtungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Portal ist zugleich gemeinsamer Katalog und Zugang zu digitalen Objekten. Es kann Inhalte über ein eigenes Repositorium, also ein institutionell betriebenes digitales Ablage- und Erhaltungssystem, bereitstellen oder zu den Systemen der Partner verlinken. Verwendet werden internationale Standards wie Dublin Core als allgemeiner Metadatenstandard, METS (Metadata Encoding and Transmission Standard) zur Strukturierung und Übertragung digitaler Objekte, PREMIS (Preservation Metadata: Implementation Strategies) für Metadaten zur digitalen Langzeiterhaltung und ALTO (Analyzed Layout and Text Object) für erkannte Texte und Seitenlayouts. Die standardisierten Daten können unter anderem an Europeana weitergegeben werden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;vergleich_euskariana&amp;quot;&amp;gt;Gobierno Vasco / Biblioteca Digital de Euskadi o. J.: Acerca de Euskariana. URL: https://www.euskariana.euskadi.eus/euskadibib/es/help/about.do, abgerufen am 20.07.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Erfolgsfaktoren und Learnings:''' &lt;br /&gt;
* Unterschiedliche Kulturgutträger benötigen unterschiedliche Anschlussmöglichkeiten. &lt;br /&gt;
** Kleine Einrichtungen sollten Daten und gegebenenfalls Dateien in zentral bereitgestellten Diensten erfassen und verwalten können. &lt;br /&gt;
** Größere Institutionen sollten ihre vorhandenen Systeme über Datenexporte oder Programmierschnittstellen anbinden können. &lt;br /&gt;
* Dafür ist ein gemeinsamer, bewusst schlank gehaltener Metadatenkern erforderlich, der durch fach- und institutionsspezifische Angaben erweitert werden kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.5.6 Mukurtu und Plateau Peoples’ Web Portal ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mukurtu ist eine frei verfügbare Software für die gemeinschaftlich kontrollierte Verwaltung digitalen indigenen Kulturerbes. Das Plateau Peoples’ Web Portal verbindet acht indigene Nationen des nordwestlichen Plateaus der USA mit der Washington State University und mehreren Museen und Archiven. Stammesvertreter wählen und beschreiben die Inhalte; die Universität übernimmt wesentliche technische Betriebsaufgaben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mukurtu ermöglicht kulturelle Protokolle, also gemeinschaftlich festgelegte Regeln für Zugang und Nutzung, Traditional Knowledge Labels als Kennzeichnungen für überliefertes gemeinschaftliches Wissen sowie mehrere Beschreibungen zu demselben Objekt. Dadurch kann neben einer institutionellen Museumsbeschreibung eine Beschreibung der Herkunftsgemeinschaft stehen. Zugänge können von vollständig öffentlich bis streng beschränkt reichen. Mukurtu weist ausdrücklich darauf hin, dass die Plattform vor allem dem Zugang und der gemeinschaftlichen Verwaltung dient und ein gesondertes Konzept für Digitalisierung, Langzeiterhaltung, Personal und Finanzierung erforderlich bleibt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;vergleich_mukurtu&amp;quot;&amp;gt;Mukurtu CMS / Washington State University o. J.: About. URL: https://mukurtu.org/about/; Plateau Peoples’ Web Portal. URL: https://mukurtu.org/project/plateau-peoples-web-portal-showcase/, jeweils abgerufen am 20.07.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Erfolgsfaktoren und Learnings:''' &lt;br /&gt;
* Rechte und kulturelle Sensibilität müssen als Bestandteil des Datenmodells behandelt werden und dürfen nicht erst unmittelbar vor einer Veröffentlichung geprüft werden. &lt;br /&gt;
* Sinnvoll sind abgestufte Kategorien wie &lt;br /&gt;
** „nur Metadaten öffentlich“, &lt;br /&gt;
** „öffentliches Nutzungsdigitalisat“, &lt;br /&gt;
** „Zugang nach Rücksprache“, &lt;br /&gt;
** „beschränkter Gemeinschafts- oder Forschungszugang“, &lt;br /&gt;
** „zeitlich gesperrt“ und &lt;br /&gt;
** „nicht zugänglich“. &lt;br /&gt;
* Mehrere Beschreibungen zu demselben Objekt ermöglichen es außerdem, institutionelle Überlieferung und Selbstbeschreibung nebeneinander nachvollziehbar zu dokumentieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.5.7 Indigitization – zentrale Unterstützung für dezentrale Digitalisierung ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Indigitization unterstützt First Nations und weitere indigene Gemeinschaften in British Columbia in Kanada. Das Programm wird gemeinsam von indigenen Organisationen, Bibliotheken, Archiven und Hochschulen getragen. Es stellt einen Werkzeugkasten, Schulungen, Musterunterlagen, technische Beratung und Förderhilfen bereit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von 2013 bis 2019 wurden drei Pilotprojekte und 45 weitere Projekte gefördert. Dabei wurden mehr als 11.000 Audiokassetten digitalisiert. Die Digitalisierung erfolgte in den Gemeinschaften; eine allgemeine Veröffentlichung war nicht zwingend. Das frühere Förderprogramm für Audiokassetten befindet sich inzwischen allerdings in einer Pause.&amp;lt;ref name=&amp;quot;vergleich_indigitization&amp;quot;&amp;gt;Indigitization o. J.: About Us. URL: https://www.indigitization.ca/about-2/; Indigitization Toolkit. URL: https://www.indigitization.ca/toolkit/; Audio Cassette Digitization Grant. URL: https://www.indigitization.ca/funding/audio-cassette-grant/, jeweils abgerufen am 20.07.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Erfolgsfaktoren und Learnings:''' &lt;br /&gt;
* Zentral bereitgestellte Kompetenz lässt sich mit dezentraler Verantwortung verbinden. &lt;br /&gt;
* Ein Digitalisierungszentrum oder ein Verbund gemeinsamer Dienste kann Schulungen, Leih- und Mobiltechnik, Qualitätsprüfung, Rahmenverträge, Musterunterlagen, Beratung und Kleinprojektförderung anbieten. &lt;br /&gt;
* Originale, lokales Wissen und kulturelle Beziehungen können grundsätzlich bei den jeweiligen Kulturgutträgern verbleiben. &lt;br /&gt;
* Damit nach Abschluss einzelner Digitalisierungsprojekte keine ungesicherten Dateien zurückbleiben, sollte jedoch von Beginn an ein gemeinsames oder verbindlich angebundenes Repositorium beziehungsweise digitales Archiv vorgesehen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.5.8 Zusammenfassungen der Beispiele anderer Kulturen im Anhang ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tabellarische Übersichten und Zusammenfassungen aller untersuchten Beispiele anderer Kulturen und Regionen befinden sich im Anhang [[12.3.A1 Vergleichende Recherche – Digitalisierung des Kulturerbes anderer Kulturen und Regionen#E. Vergleichsmatrix|in Abschnitt E. Vergleichsmatrix]] unter &lt;br /&gt;
* [[12.3.A1 Vergleichende Recherche – Digitalisierung des Kulturerbes anderer Kulturen und Regionen#E.1 Funktionen, Architektur und Standards|E.1 Funktionen, Architektur und Standards]] und&lt;br /&gt;
* [[12.3.A1 Vergleichende Recherche – Digitalisierung des Kulturerbes anderer Kulturen und Regionen#E.2 Governance, Finanzierung, Erfolg und Übertragbarkeit|E.2 Governance, Finanzierung, Erfolg und Übertragbarkeit]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Zusammenfassung der übergreifenden Erfolgsfaktoren aus den Beispielen befindet sich im Anhang [[12.3.A1 Vergleichende Recherche – Digitalisierung des Kulturerbes anderer Kulturen und Regionen#F. Übergreifende Erfolgsfaktoren|in Abschnitt F. Übergreifende Erfolgsfaktoren]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.5.9 Was sich aus den Beispielen ableiten lässt ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus den untersuchten Beispielen lässt sich kein einzelnes Projekt und kein bestimmtes Softwaresystem ableiten, das unverändert übernommen werden könnte. Wiederkehrend zeigen sich jedoch '''vier notwendige Funktionen, drei übergreifende Erfolgsbedingungen und zwei grundlegende Umsetzungsprinzipien'''. Sie bilden einen kompakten Orientierungsrahmen für die Digitalisierung von Kulturerbe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Vier Kernfunktionen – was muss dauerhaft geleistet werden? ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Damit die Digitalisierung nicht bei einzelnen Digitalisaten oder einem Präsentationsportal stehen bleibt, müssen vier Kernfunktionen verlässlich abgedeckt und miteinander verbunden werden:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot; style=&amp;quot;width:100%;&amp;quot;&lt;br /&gt;
! Kernfunktion&lt;br /&gt;
! Kernfrage&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''1. Register für Kulturdaten'''&lt;br /&gt;
| '''Was ist vorhanden und was sollte prioritär bearbeitet werden?''' – Kulturgüter und Bestände nachweisen, beschreiben, verknüpfen und ihren Digitalisierungs- und Rechtezustand erfassen.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''2. Digitalisierungszentrum / Digitalisierungsdienste'''&lt;br /&gt;
| '''Wie wird qualitätsgesichert digitalisiert?''' – Kulturgutträger beraten, Digitalisierung vorbereiten oder durchführen, Qualität sichern und die Übergabe vorbereiten.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''3. Repositorium / digitales Langzeitarchiv'''&lt;br /&gt;
| '''Wie bleibt das digitale Kulturerbe dauerhaft erhalten?''' – Masterdateien und Metadaten sicher übernehmen, erhalten, sichern und bei technischen Veränderungen migrieren.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''4. Präsentations- und Nutzungssysteme'''&lt;br /&gt;
| '''Wie wird das Kulturerbe gefunden, verstanden und genutzt?''' – freigegebene Inhalte mehrsprachig vermitteln und für Bildung, Forschung und kulturelle Nachnutzung bereitstellen.&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die vier Funktionen bedeuten nicht zwingend vier Einrichtungen oder vier technische Systeme. Entscheidend ist, dass alle Funktionen abgedeckt, ihre Zuständigkeiten geklärt und ihre Übergaben zuverlässig organisiert sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Drei Erfolgsbedingungen – was gilt für alle Kernfunktionen? ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
# '''Gemeinsam entscheiden und Rechte abgestuft regeln:''' &lt;br /&gt;
#* Angehörige der betreffenden Gemeinschaft und die Kulturgutträger sollten nachvollziehbare Entscheidungsrechte bei Auswahl, Beschreibung, Priorisierung und Veröffentlichung besitzen. &lt;br /&gt;
#* Zugänge sollten abgestuft sein, beispielsweise auch &amp;quot;ausschließlich Metadaten&amp;quot;, &amp;quot;Zugang nach Rücksprache&amp;quot; oder &amp;quot;beschränkte Gemeinschafts- und Forschungszugänge&amp;quot; ermöglichen. &lt;br /&gt;
#* Rechtliche Zulässigkeit und kulturelle Angemessenheit sind dabei getrennt zu betrachten. &lt;br /&gt;
#* Selbstbezeichnungen und eigene kulturelle Perspektiven sollten historische Fremdbeschreibungen ergänzen können.&amp;lt;br&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
# '''Gemeinsame Standards, Mehrsprachigkeit und technische Anschlussfähigkeit sichern:''' &lt;br /&gt;
#* Ein bewusst schlanker gemeinsamer Metadatenkern, Qualitätsstandards und geregelte Datenübergaben ermöglichen die Zusammenarbeit unterschiedlicher Einrichtungen. Zusätzlich können fach- oder institutionsspezifische Metadatensätze genutzt werden.&lt;br /&gt;
#* Sprachen und Sprachvarianten müssen als eigenständige Datenwerte berücksichtigt werden, bspw. bei Metadaten, Beschreibungen usw. &lt;br /&gt;
#* Kleine Träger benötigen einfache zentrale Erfassungsmöglichkeiten, z. B. per Weboberfläche, größere Institutionen Schnittstellen oder Datenexporte aus ihren vorhandenen Systemen.&amp;lt;br&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
# '''Dauerhafte Verantwortung und Finanzierung sichern:''' &lt;br /&gt;
#* Bereits beim Aufbau muss feststehen, wer Register, Digitalisierungsdienste, Repositorium und Präsentationssystem nach einer Projektförderung dauerhaft betreibt. &lt;br /&gt;
#* Neben einmaligen Projektmitteln müssen deshalb auch Personal, Beratung, Datenpflege, Speicher, Softwarepflege, Sicherung und spätere technische Erneuerungen dauerhaft finanziert werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Zwei Umsetzungsprinzipien – wie sollte vorgegangen werden? ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
# '''Priorisieren, die vollständige Kette pilotieren, dann skalieren:''' &lt;br /&gt;
#* Nicht alles muss gleichzeitig digitalisiert werden. Besonders gefährdete oder kulturell bedeutsame Bestände sollten priorisiert werden. &lt;br /&gt;
#* Pilotprojekte sollten möglichst den gesamten Weg von der Erfassung und Rechteklärung über die Digitalisierung bis zur Archivierung und Nutzung durchlaufen. Dabei werden Standards, Zuständigkeiten, Kosten und tatsächliche Nutzung erprobt. &lt;br /&gt;
#* Erst auf dieser Grundlage sollte in größerem Umfang skaliert werden.&amp;lt;br&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
# '''Zentral ermöglichen, dezentral verantworten:''' &lt;br /&gt;
#* Zentrale Stellen können Infrastruktur, Beratung, Schulung, Digitalisierungstechnik, Qualitätskontrolle, Rechtehilfe und Langzeiterhaltung bereitstellen. &lt;br /&gt;
#* Originale, lokales Wissen, kulturelle Beziehungen und wesentliche inhaltliche Entscheidungen können gleichzeitig bei den jeweiligen Kulturgutträgern verbleiben. &lt;br /&gt;
#* Zentralisierung von Diensten und dezentrale kulturelle Verantwortung sind damit keine Gegensätze, sondern können sich gegenseitig ergänzen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Für die Reihenfolge ergibt sich daraus:''' &lt;br /&gt;
# Zuerst Entscheidungsrechte, Standards, Betreiber und Finanzierung ausreichend klären; &lt;br /&gt;
# anschließend mit ausgewählten Beständen die vollständige Prozesskette erproben und die Unterstützungsstrukturen aufbauen; &lt;br /&gt;
# auf dieser Grundlage Digitalisierung, Präsentation und Nachnutzung schrittweise verbreitern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Präsentation und Nutzung sind dabei nicht von geringerer Bedeutung und sollten bereits Bestandteil der Pilotprojekte sein. '''Später erfolgt nicht die Nutzung selbst, sondern deren breiter Ausbau.'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weiterführende '''Hinweise und Empfehlungen zu einem möglichen Vorgehen sowie zeitlichen und inhaltlichen Prioritäten''' befinden sich im Anhang [[12.3.A1 Vergleichende Recherche – Digitalisierung des Kulturerbes anderer Kulturen und Regionen#G.2 Was zentral, dezentral und gemeinsam organisiert werden sollte|im Abschnitt &amp;quot;Priorisierte Schlussfolgerung&amp;quot; von G2 bis G9]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein ausführliches '''Prüfraster zur Bewertung des jeweiligen Entwicklungsstandes''' befindet sich [[12.3.A2 Prüfraster zur Bewertung des Entwicklungsstandes beim Aufbau der Digitalisierung des Kulturerbes|im Anhang 2 &amp;quot;Prüfraster zur Bewertung des Entwicklungsstandes&amp;quot;]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= 3. Ist-Analyse der Digitalisierung des sorbischen Kulturerbes =&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der [[#2 Ist-Analyse „Digitalisierung von Kulturerbe“|vorangegangene Abschnitt 2]] hat beschrieben, was zur Digitalisierung von Kulturerbe gehört, welche Aufgaben dabei dauerhaft erfüllt werden müssen und wie andere Gemeinschaften und Regionen diese Aufgaben lösen. Dieser Abschnitt richtet den Blick auf die sorbische Situation. Er geht der Frage nach, wie gut die sorbische Kulturerbelandschaft heute organisatorisch, technisch und personell aufgestellt ist, um ihr materielles, immaterielles und digitales Kulturerbe institutionsübergreifend zu erfassen, zu digitalisieren, dauerhaft zu erhalten und zugänglich zu machen – und wo vorrangiger Handlungsbedarf besteht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Analyse gliedert sich in fünf Teile:&lt;br /&gt;
* '''Akteure und Rollen''' – wer sorbisches Kulturerbe bewahrt und welche Aufgaben die Akteure bei seiner Digitalisierung übernehmen, vom Sammeln bis zur Finanzierung und Koordination.&lt;br /&gt;
* '''Bestände und Digitalisierungsbedarf''' – welche Kulturgüter es gibt, wie weit sie erfasst und digitalisiert sind und welche vorrangig gesichert werden müssen.&lt;br /&gt;
* '''Vorhaben und Systeme''' – welche Projekte und Angebote die [[#2.3.2 Vier Kernfunktionen|vier Kernfunktionen]] Nachweisen, Digitalisieren, langfristig Erhalten und Zugänglichmachen bereits abdecken.&lt;br /&gt;
* '''Zusammenarbeit und dauerhafter Betrieb''' – wie Steuerung und Zusammenarbeit (Governance) organisiert sind: Zuständigkeiten, Standards, Rechte und Finanzierung.&lt;br /&gt;
* '''Gesamtbewertung''' – was bereits funktioniert, wo die entscheidenden Lücken liegen und welche zuerst geschlossen werden sollten, als Grundlage für die anschließenden Maßnahmen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Analyse stellt dabei den Bedarf der Bestände dem vorhandenen Angebot an Diensten und dem organisatorischen Rahmen gegenüber. Wo beides auseinanderfällt, entstehen Lücken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Dataja:Wobraz K6.png|thumb|center|600px|Übersicht der Ist-Analyse]]&amp;lt;ref&amp;gt;Mermaid Flowchart Code: [https://mermaid.live/edit#pako:eNqVlM1y2jAQx19lR7maFGMcwJPJDGAnh9AcaE4pPcj2-qPYErOWmtJ8PE0fo7e8WGWDTUja6VS-WB_7293_rvTAIhkj81hSyPso46Tg1l_RSoAZ088rdh5eOKc2TNcKNeH5h_DiPKQPF7fbjQW39PIzRaqMXaIsWMqiQLFiX2r7llHpMCW-yeDGwG54lCXEU9wfgv2Ic8JI5VLAYvl6fdYGMIAZVurlp4gPIVzrQmlKtVoXvKoQNiThEy_LQou0kqTe-Ji_ZsWckgOJC4hRwFSkGEpl_r5i44-L2IIyV-BTLtIij7I15m-5M-j1LmDeLqGI_5j-0rjfOwAtYljyrOzE-pcOfhu7A36OolLYMD5tzV95yONbjgTXSCLRYl1j3jkIWtAQruQ3c5KL6GB_pyujHwpOocmzcRFzjVSX15BnqCjH8A3Sh-fnZwj-kv-0VufReLrnGRlluzI-ws3xmdDQMQ_NmX2KFqR1DYq6IDu1HqFT5aZRfbFLZ_HyK1qj6PLY1RdkJhC4rgw2ykxcWLUlfpXCcgdqp4tmetXK5MIVGk1UiPdIyjRW7eNNh0d1-_mYgECtiBeQ5EXhnVzawWUwtipFco3eiXvpBu7UimQhyTsZzM03fU9o70fLmAbzYNQxJhNnbvstY2QPZrbzjsH3TbYjBLbxG3SE_uVZ4J61hP7Y7Q_tIwJMrYV11aZyvDWz5ocIj7d8K2gdd52vtgWaOu3iSJrRxTEej0fj_n7ai3llXh7iW88F99h--d_2zGIp5THzFGm0WIlU8nrKHmruiqnMXJkV88wvYay_9xoxVmwlnozphos7KcvWmqROM-YlvKjMTG9irtDPubnSZbdKdWvRXGqhmDd07AbCvAf2nXnuqWP3RwN7eDZwJ4Ph2MHeyGJb5vXs0-HEnTgDxxn3-4OzvuOarSeL_Wi8C10UFsM4V5I-7h7o5p1--g24x9CK hier klicken], abgerufen am 20.10.2026&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== 3.1 Akteure und Rollen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sorbisches Kulturerbe wird von vielen Einrichtungen, Gruppen und Einzelpersonen bewahrt, gepflegt und dokumentiert – von sorbischen ebenso wie von nicht-sorbischen. Dieser Abschnitt zeigt, wer Bestände hält, wer Dienste zur Digitalisierung anbietet und wer den organisatorischen und finanziellen Rahmen gestaltet. Damit wird auch sichtbar, welche Aufgaben bislang von keinem Akteur erkennbar übernommen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Grundlage sind Arbeitsunterlagen der Domowina aus den Jahren 2019 und 2020&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;&amp;gt;Domowina e. V., Kulturausschuss (Clemens Škoda) 2019: Serbske kulturne herbstwo (SKH). Arbeitspapier, Stand 18.03.2019, S. 2–8. Unveröffentlicht; interne Referenz: 2020-09-07_Serbske kulturne herbstwo w Budyšinje_opt.pdf.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019b&amp;quot;&amp;gt;Domowina e. V. 2019: Přehlad relewantnych městnosćow / „małkich“ a „wulkich“ muzejow nastupajo serbske kulturne herbstwo, Stand 11.11.2019. Unveröffentlicht; interne Referenz: 2019_11_Priloha A_prehlad_muzejow a zberkow.pdf.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2020&amp;quot;&amp;gt;Domowina e. V., Kulturausschuss 2020: Protokoll der Fachkommission „Serbske kulturne herbstwo“ vom 07.09.2020. Unveröffentlicht; interne Referenz: 2020_09_07_skh komisija-protokol.pdf.&amp;lt;/ref&amp;gt;, eine darauf aufbauende Arbeitsliste der Sammlungsorte mit ergänzender Internetrecherche&amp;lt;ref name=&amp;quot;liste2026&amp;quot;&amp;gt;Arbeitsliste „Sammlungsorte sorbischen Kulturerbes“, Stand 02.04.2026, erstellt im Rahmen des Digitalisierungskonzepts aus Internetrecherche und den Domowina-Unterlagen. Unveröffentlicht; Grundlage für Anhang 12.3.A3.&amp;lt;/ref&amp;gt; sowie Projektunterlagen und Gespräche. Ein Teil der Angaben ist mehrere Jahre alt und wird schrittweise aktualisiert. Nicht belegte Angaben sind als ''offen'', Vermutungen als ''Annahme'' gekennzeichnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.1.1 Begriffe und Rollen ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
; Akteur&lt;br /&gt;
: Einrichtung, Gruppe oder Person, die eine Aufgabe im Umgang mit sorbischem Kulturerbe oder seiner Digitalisierung übernimmt.&lt;br /&gt;
; Kulturgutträger&lt;br /&gt;
: Akteur, der Kulturgüter verwahrt oder eine kulturelle Praxis trägt und weitergibt – etwa ein Museum, eine Heimatstube, ein Chor oder eine Privatperson mit einer Sammlung.&lt;br /&gt;
; Trägerschaft&lt;br /&gt;
: Rechtliche und finanzielle Verantwortung für eine Einrichtung, zum Beispiel durch eine Kommune, einen Landkreis, eine Stiftung, einen Verein, eine Kirche oder eine Privatperson. Eigentum und Betrieb können dabei auseinanderfallen, bspw. gehörte der Dom Njechorńskeho 2019 der Domowina und wurde von der Stiftung für das sorbische Volk bewirtschaftet, der Hanzo Šustrowy dom in Trebendorf gehörte der Gemeinde und wurde von der örtlichen Domowina-Gruppe bewirtschaftet.&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019b&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
; Rolle&lt;br /&gt;
: Aufgabe, die ein Akteur übernimmt. Ein Akteur kann mehrere Rollen haben, unterschieden werden Haupt- und Nebenrollen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Rollen lassen sich drei Gruppen zuordnen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
! Gruppe !! Rolle !! Kürzel&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| rowspan=&amp;quot;2&amp;quot; | '''Am Kulturgut''' || '''Bewahren''': Originale verwahren, pflegen und verwalten || '''B'''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Dokumentieren''': lebendige Praxis festhalten in Ton, Bild oder Text || '''D'''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| rowspan=&amp;quot;4&amp;quot; | '''Dienste''' ([[#2.3.2 Vier Kernfunktionen|Kernfunktionen]]) || '''Erfassen''', beschreiben und verknüpfen || '''K1'''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Digitalisieren''' und Qualität sichern || '''K2'''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Langfristig '''erhalten''' || '''K3'''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Zugänglich machen''' und Nutzung ermöglichen || '''K4'''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| rowspan=&amp;quot;2&amp;quot; | '''Rahmen''' (Governance) || '''Steuern''', koordinieren und Regeln setzen || '''S'''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Fördern''' und finanzieren || '''F'''&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dokumentieren meint hier das Festhalten von immateriellen Kulturgütern im laufenden Kulturleben, etwa Mitschnitte von Veranstaltungen. Geschieht es systematisch nach festgelegten Standards zur dauerhaften Sicherung, ist es Teil der Kernfunktion Digitalisieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.1.2 Schlüsselakteure ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einzeln aufgeführt wird, wer mindestens eines der folgenden Kriterien erfüllt:&lt;br /&gt;
# betreibt oder plant eine Kernfunktion, die über die eigene Einrichtung hinaus wirkt,&lt;br /&gt;
# verwahrt einen hauptamtlich betreuten Kernbestand,&lt;br /&gt;
# dokumentiert regelmäßig das lebendige Kulturgeschehen,&lt;br /&gt;
# fördert, koordiniert oder setzt Regeln für die Digitalisierung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|+ Rollen der Schlüsselakteure (● Hauptrolle · ○ Nebenrolle · ? vermutet oder offen)&lt;br /&gt;
! Akteur !! Typ / Trägerschaft !! B !! D !! K1 !! K2 !! K3 !! K4 !! S !! F !! Hinweise&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Stiftung für das sorbische Volk || Stiftung des öffentlichen Rechts, finanziert von Bund, Sachsen und Brandenburg || ○ || || || || || || ● || ● || bewirtschaftete 2019 den Dom Njechorńskeho&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019b&amp;quot;/&amp;gt;; unterstützte 2019 beide sorbischen Museen finanziell&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;; Auftraggeberin des Digitalisierungskonzepts&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Sorbisches Institut (SI) mit Sorbischem Kulturarchiv (SKA) und Sorbischer Zentralbibliothek || Forschungseinrichtung mit Archiv und Bibliothek; eingetragener Verein, gefördert durch die Stiftung (''Annahme'') || ● || ? || ● || ● || ? || ● || ○ || || Virtueller Lesesaal mit Bibliographie, Katalog, digitalisierten Drucken, Handschriften, Fotos und Filmen; digitales Schrifttum auch über Sachsen.Digital; Sorabicon als Sorbisches Kulturlexikon&amp;lt;ref name=&amp;quot;vls&amp;quot;&amp;gt;Sorbisches Institut o. J.: Virtueller Lesesaal. URL: https://www.serbski-institut.de/bibliothek/virtueller-lesesaal/, abgerufen am 20.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;; plant das Sorbische Kulturregister (SKR)&amp;lt;ref name=&amp;quot;skr2025&amp;quot;&amp;gt;Sorbisches Institut 2025: Konzept für ein Sorbisches Kulturregister (SKR), zweite aktualisierte Fassung vom 20.11.2025. URL: https://www.serbski-institut.de/wp-content/uploads/2021/11/00_Zweite-aktualisierte-Fassung_Konzept_Sorbisches-Kulturregister_20.11.2025.pdf&amp;lt;/ref&amp;gt; und das Digitalisierungszentrum (DZ) auch für andere Träger&amp;lt;ref name=&amp;quot;dz&amp;quot;&amp;gt;Sorbisches Institut: Digitalisierungszentrum (DZ). URL: https://www.serbski-institut.de/projekte-zentrale-vorhaben/digitalisierungszentrum-dz/&amp;lt;/ref&amp;gt;; langfristige Erhaltung für Dritte ''offen''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Sorbisches Museum Bautzen || Museum; Landkreis Bautzen, finanziell unterstützt von der Stiftung (Stand 2019)&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt; || ● || || ○ || ? || ? || ? || || || Inventarverzeichnis vorhanden (2019)&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;; Digitalisierungsstand und Online-Angebot ''offen''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Wendisches Museum Cottbus || Museum; Stadt Cottbus, finanziell unterstützt von der Stiftung (Stand 2019)&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt; || ● || || ○ || ? || ? || ? || || || Inventarverzeichnis vorhanden (2019)&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;; Digitalisierungsstand und Online-Angebot ''offen''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Sächsische Landesbibliothek – Staats- und Universitätsbibliothek Dresden (SLUB) || Landes- und Universitätsbibliothek; Freistaat Sachsen || ● || || ○ || ? || ○ || ● || || || Lusatica-Sammlung, die das kulturelle Erbe der Sorben zugänglich machen soll&amp;lt;ref name=&amp;quot;slub&amp;quot;&amp;gt;SLUB Dresden o. J.: Sammlungen zur sächsischen Landeskunde. URL: https://www.slub-dresden.de/entdecken/saechsische-landeskunde/sammlungen, abgerufen am 20.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;; über Sachsen.Digital ist auch digitales Schrifttum des SI erreichbar&amp;lt;ref name=&amp;quot;vls&amp;quot;/&amp;gt; (Betrieb der Plattform durch die SLUB: ''Annahme''); eigene digitale Langzeitarchivierung&amp;lt;ref name=&amp;quot;nestor&amp;quot;&amp;gt;nestor o. J.: Mitglied SLUB Dresden. URL: https://www.langzeitarchivierung.de/Webs/nestor/EN/nestor/Mitglieder/sLUB.html, abgerufen am 20.10.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;, ob sie Digitalisate sorbischer Träger übernehmen könnte, ist ''offen''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Domowina – Bund Lausitzer Sorben e. V. mit Regionalverbänden und Ortsgruppen || Dachverband sorbischer Vereine; eingetragener Verein || ○ || ○ || || || || || ○ || || Eigentümerin des Dom Njechorńskeho; Ortsgruppe Trebendorf bewirtschaftet den Hanzo Šustrowy dom&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019b&amp;quot;/&amp;gt;; mindestens 9 der 23 kleinen Sammlungsorte sind direkt oder über Mitgliedsvereine mit ihr verbunden&amp;lt;ref name=&amp;quot;liste2026&amp;quot;/&amp;gt;; Chronistengruppe der Župa Michał Hórnik; Fachkommission „Sorbisches Kulturerbe“ 2018–2020&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2020&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Maćica Serbska e. V. || wissenschaftliche Gesellschaft; Verein || || || || || || || ○ || || Arbeitskreis „Museale Einrichtungen“ mit 2019 rund 40 Adressaten; Denkmalausschuss mit eigenem, von der Stiftung verwaltetem Budget, 2019 als Vorbild für die Bewertung von Kulturerbe genannt&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Sorbisches National-Ensemble (SNE) || Ensemble; gemeinnützige GmbH der Stiftung (''Annahme'') || ● || ? || ○ || || || || || || geordnetes Arbeitsarchiv; 2019 vorgeschlagen, dort nur Kopien zu halten und die Originale an das SKA zu geben&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;; Umfang ''offen''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Studijo Lucija || Medienproduktion; Trägerschaft ''offen'' || ○ || ● || || || || || || || dokumentiert sorbische Veranstaltungen; Aufnahmen liegen beim Studio und gehen nur komprimiert und teilweise an das SKA&amp;lt;ref name=&amp;quot;lucija&amp;quot;&amp;gt;Projektinterne Auskunft, Oktober 2026; schriftlicher Beleg noch einzuholen.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Mitteldeutscher Rundfunk (MDR) und Rundfunk Berlin-Brandenburg (rbb), sorbischsprachige Programme || öffentlich-rechtlicher Rundfunk || ●? || ● || || || || ○? || || || Produktionen standen dem SKA 2019 aus rechtlichen Gründen nicht zur Verfügung&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;; Archivbestände und heutiger Stand ''offen''&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.1.3 Akteursgruppen ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die meisten Kulturgutträger sind kleinere Einrichtungen, Gruppen oder Privatpersonen. Sie werden hier zu Gruppen zusammengefasst. Die Anzahlen sind Mindestwerte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
! Gruppe !! Beispiele !! Typische Trägerschaft !! Bekannte Anzahl !! Typische Rollen !! Besonderheiten&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Kleine Museen, Heimatstuben, Gedenk- und Begegnungsorte || Muzej Ćišinskeho (Panschwitz-Kuckau), Njepilic dwór (Rohne), Sorbisches Kulturzentrum Schleife, Heimatmuseum Dissen, Archiv verschwundener Orte (Horno) || Gemeinde, Förderverein, Domowina-Ortsgruppe, privat || 22 in der Domowina-Übersicht 2019 (9 Ober-, 13 Niederlausitz)&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019b&amp;quot;/&amp;gt;; 23 in der Arbeitsliste 2026, davon 12 bisher nur durch die Domowina-Unterlagen belegt&amp;lt;ref name=&amp;quot;liste2026&amp;quot;/&amp;gt; || B ●, D ○ || überwiegend ehrenamtlich; 2019 benannte Defizite: fehlender Nachwuchs, fehlende Marketingstrategie, fehlende Vernetzung, unzureichende Finanzierung, fehlende fachliche Begleitung; teilweise ohne eigenes Inventar&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;; zwei private Ausstellungen ohne jede Förderung, von den Betreibern im Ruhestand allein betreut&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019b&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Regionale Museen mit sorbischen Beständen || Museum der Westlausitz Kamenz, Museum Bautzen, Spreewald-Museum Lübbenau mit Freilandmuseum Lehde, Slawenburg Raddusch, Niederlausitzer Heidemuseum Spremberg || Landkreis oder Kommune (''Annahme'') || 7 in der Domowina-Übersicht 2019 (2 Ober-, 5 Niederlausitz)&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019b&amp;quot;/&amp;gt; || B ●; K1–K4 ''offen'' || Umfang des sorbischen Anteils am Bestand ''offen''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Ensembles, Chöre, Trachten- und Brauchtumsgruppen || – || Verein || ''offen'' || tragen die Praxis; D ○, B ○ || Trachtenfundi 2019 ausdrücklich zu den Beständen in sorbischer Verantwortung gezählt&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;; eigene Aufnahmen und Fundi meist nicht erfasst (''Annahme'')&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Chronisten, Film- und Fotoamateure || Chronistengruppe der Župa Michał Hórnik, deutsch-sorbischer Filmkreis || ehrenamtlich, privat || ''offen'' || D ●, B ○ || Beiträge von Laien 2019 nur sporadisch, Bestände oft unstrukturiert&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Private Sammlungen und Nachlässe || Nachlass der Malerin Hanka Krawcec, überwiegend in Tschechien; weitere private Sammlungen und Nachlässe in Ober- und Niederlausitz || privat || 4 in der Domowina-Übersicht 2019; tatsächlich ''offen'' || B ● || Verbleib beim Generationenwechsel ungesichert (''Annahme'')&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Kirchliche Einrichtungen || Ausstellung zu Jan Bjedrich Fryco in der evangelischen Kirche Kolkwitz; kirchliches Informations- und Begegnungszentrum in Horno mit Holzmodellen abgebaggerter Kirchen&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019b&amp;quot;/&amp;gt; || Kirchgemeinde || 2 (in den kleinen Orten enthalten); weitere ''offen'' || B ○ || weitere kirchliche Bestände nicht erfasst (''Annahme'')&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Weitere sorbische Kultur- und Medieneinrichtungen || Deutsch-Sorbisches Volkstheater (Archiv 2019 zusammen mit dem des SNE genannt); Domowina-Verlag (2019 als Produzent genannt, dessen Erzeugnisse an das SKA gehen sollten)&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt; || verschieden || ''offen'' || B ○ || Umfang ''offen''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Öffentliche Träger und Fördergeber || Bund, Freistaat Sachsen, Land Brandenburg, Landkreise, Kommunen || öffentlich || – || F ●, S ○ || tragen die großen Museen; 2019 erfüllten kleine Museen im Landkreis Bautzen die Kriterien für eine institutionelle Förderung nicht, im Landkreis Spree-Neiße waren die Bedingungen besser&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Überregionale Gedächtniseinrichtungen || Oberlausitzische Bibliothek der Wissenschaften Görlitz&amp;lt;ref name=&amp;quot;slub&amp;quot;/&amp;gt;; Sächsisches Staatsarchiv, Brandenburgisches Landeshauptarchiv, Deutsche Nationalbibliothek (''Annahme''); Einrichtungen in Tschechien || öffentlich || ''offen'' || B ○; mögliche Partner für K3 und K4 || sorbische Bestände außer in Görlitz ''offen''&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.1.4 Erste Befunde ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Rollenübersicht erlaubt erste Hinweise, die in den folgenden Abschnitten geprüft werden:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* '''Bewahren ist breit verteilt, Dienste sind konzentriert.''' Erfassen und Digitalisieren für mehrere Träger plant nach heutigem Kenntnisstand vor allem das SI. Die SLUB macht sorbisches Schrifttum bereits digital zugänglich, auch aus Beständen des SI. Ob weitere Akteure Dienste für Dritte anbieten, ist ''offen''.&lt;br /&gt;
* '''Für die langfristige Erhaltung fremder Bestände ist kein sorbischer Akteur erkennbar.''' Offen ist, wer Digitalisate anderer Träger verbindlich und dauerhaft übernimmt. So gelangen Veranstaltungsaufnahmen des Studijo Lucija nur komprimiert und teilweise in das SKA.&amp;lt;ref name=&amp;quot;lucija&amp;quot;/&amp;gt; Die SLUB betreibt eine eigene digitale Langzeitarchivierung; ob sie auch für sorbische Träger in Frage kommt, ist ''offen''.&lt;br /&gt;
* '''Die Dokumentation des lebendigen Kulturlebens liegt teils außerhalb sorbischer Verantwortung.''' Sorbischsprachige Produktionen von MDR und rbb standen dem SKA 2019 aus rechtlichen Gründen nicht zur Verfügung.&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt; Der heutige Stand ist ''offen''.&lt;br /&gt;
* '''Die Domowina ist der wichtigste Zugang zu kleinen Trägern.''' Mindestens 9 der 23 kleinen Sammlungsorte sind direkt oder über Mitgliedsvereine mit ihr verbunden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;liste2026&amp;quot;/&amp;gt; Ihre Strukturen eignen sich daher als Weg, kleine Träger zu erreichen – für die Erhebung ebenso wie für spätere Unterstützungsangebote.&lt;br /&gt;
* '''Das Wissen über kleine Träger ist lückenhaft und teils veraltet.''' 12 der 23 kleinen Orte sind bisher nur durch die Domowina-Unterlagen von 2019 und 2020 belegt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;liste2026&amp;quot;/&amp;gt; Ob sie heute noch bestehen und wie es um ihre Bestände steht, ist ''offen''. Besonders privat betreute Ausstellungen werden in Abschnitt 3.2 auf ihre Gefährdung geprüft.&lt;br /&gt;
* '''Kleine Träger haben keine feste Anlaufstelle, die Koordination war 2020 ungeklärt.''' Das frühere Sorbische Folklorezentrum war seit 1993 faktisch nicht mehr tätig.&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2019a&amp;quot;/&amp;gt; In der Niederlausitz diente 2020 ein Projekt zur Inwertsetzung des immateriellen Kulturerbes auch der Vernetzung kleiner Museen. Der Kulturausschuss der Domowina sah sich als ehrenamtliches Gremium nicht in der Lage, die Koordination zu leisten, und bat Fachinstitutionen und die Gremien der Stiftung, Verantwortung zu übernehmen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;dom2020&amp;quot;/&amp;gt; Wie das heute geregelt ist, untersucht Abschnitt 3.4.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Liste aller bekannten Sammlungsorte mit Typ, Trägerschaft und Kulturgutklassen steht in [[12.3.A3 Sammlungsorte des sorbischen Kulturerbes|Anhang 12.3.A3]]. Sie wird laufend ergänzt.&lt;br /&gt;
&amp;lt;!-- Anhang 12.3.A3 aus der Arbeitsliste vom 02.04.2026 aufbauen; Namen privater Sammler nur mit Einverständnis --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== 3.1 Akteure, Bestände und Bedarfe ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;background-color:#eef5fb;border-left:4px solid #5b9bd5;padding:0.7em 1em;margin:1em 0;&amp;quot;&amp;gt;'''Leitfrage:''' Wer trägt oder nutzt sorbisches Kulturerbe, welche Bestände gibt es und welche haben hohen Handlungsbedarf und welche Unterstützung wird benötigt?&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In einem ersten Schritt wird erhoben, &lt;br /&gt;
* wer sorbisches Kulturerbe bewahrt, bearbeitet, digitalisiert, erschließt, finanziert oder nutzt und &lt;br /&gt;
* welche konkreten Bedarfe bei diesen Akteuren bestehen. &lt;br /&gt;
Dieser Abschnitt ist vor allem eine strukturierte Ist-Aufnahme. Zur Analyse wird er dort, wo Bedarfe zusammengeführt, Dringlichkeiten bewertet und erkennbare Versorgungslücken beschrieben werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.1.1 Akteure, Rollen und betreute Bestände ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;background-color:#eef5fb;border-left:4px solid #5b9bd5;padding:0.7em 1em;margin:1em 0;&amp;quot;&amp;gt;'''Leitfrage:''' Welche Akteure sind beteiligt, welche Bestände oder kulturellen Praktiken betreuen sie und welche Aufgaben übernehmen sie bereits?&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Relevante Kulturgutträger - &amp;lt;mark&amp;gt;Kurzdefinition, oder oben&amp;lt;/mark&amp;gt; - können neben Institutionen auch kleinere Vereine, Heimatstuben, kirchliche Einrichtungen, Gemeinden, ehrenamtlich Tätige und private Sammler sein. Neben dem Einrichtungstyp sollte deshalb insbesondere betrachtet werden, welche Rolle ein Akteur innerhalb der Digitalisierung des Kulturerbes tatsächlich übernimmt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Insbesondere erfassen/prüfen:&lt;br /&gt;
* Wer sind relevante sorbische und nicht-sorbische Institutionen, Einrichtungen, Vereine, Gemeinden, kirchliche Träger, Initiativen und private Kulturgutträger?&lt;br /&gt;
* nach Einrichtungstyp und Trägerschaft klassifizieren&lt;br /&gt;
* zusätzlich nach Rollen innerhalb der Digitalisierung unterscheiden, beispielsweise:&lt;br /&gt;
** Kulturgut bewahren und verwalten,&lt;br /&gt;
** Kulturgut fachlich beschreiben und kontextualisieren,&lt;br /&gt;
** Kulturgüter digitalisieren,&lt;br /&gt;
** Daten und Digitalisate dauerhaft erhalten,&lt;br /&gt;
** Inhalte präsentieren und vermitteln,&lt;br /&gt;
** technische Infrastruktur betreiben,&lt;br /&gt;
** beraten und unterstützen,&lt;br /&gt;
** finanzieren, koordinieren oder strategisch steuern&lt;br /&gt;
* betreute Kulturgut- und Bestandsarten erfassen&lt;br /&gt;
* materielles, immaterielles und bereits digitales Kulturerbe berücksichtigen&lt;br /&gt;
* Ober- und Niedersorbisch sowie regionale beziehungsweise institutionelle Unterschiede berücksichtigen&lt;br /&gt;
* vorhandene Zuständigkeiten, Kompetenzen und Überschneidungen zwischen Akteuren sichtbar machen&lt;br /&gt;
* ermitteln, welche kleineren oder privaten Sammlungen bislang kaum oder nicht systematisch erfasst sind&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mögliches Ergebnis: kompakte Übersicht über Akteure oder Matrix aus Akteur, Trägerschaft, Rolle, betreuten Beständen und vorhandenen Digitalisierungsaktivitäten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.1.2 Bedarfe und Dringlichkeiten ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;background-color:#eef5fb;border-left:4px solid #5b9bd5;padding:0.7em 1em;margin:1em 0;&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Leitfrage:''' Welche Unterstützung benötigen die Kulturgutträger und welche Bedarfe sollten (+aus welchen Gründen) vorrangig bearbeitet werden?&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die bei Kulturgutträgern bestehenden Bedarfe sollten zunächst möglichst vollständig erhoben und anschließend zusammengeführt und eingeordnet werden. Dabei ist zwischen &amp;quot;von Akteuren ausdrücklich genannten Bedarfen&amp;quot; und &amp;quot;aus der Analyse zusätzlich abgeleiteten Bedarfen&amp;quot; zu unterscheiden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die weitere Erhebung und Analyse insbesondere zu prüfen:&lt;br /&gt;
* vorhandene Bedarfserhebungen, Gesprächsprotokolle und bisherige Tabellen zusammenführen&lt;br /&gt;
* Bedarfe möglichst den vier Kernfunktionen zuordnen:&lt;br /&gt;
** Nachweisen, beschreiben und verknüpfen,&lt;br /&gt;
** Digitalisieren und Qualität sichern,&lt;br /&gt;
** langfristig erhalten,&lt;br /&gt;
** zugänglich machen und Nutzung ermöglichen;&lt;br /&gt;
* zusätzlich übergreifende Bedarfe erfassen, beispielsweise:&lt;br /&gt;
** Personal und Fachkompetenz,&lt;br /&gt;
** Beratung und Schulung,&lt;br /&gt;
** Finanzierung,&lt;br /&gt;
** Rechteklärung und Datenschutz,&lt;br /&gt;
** Metadaten und gemeinsame Standards,&lt;br /&gt;
** technische Infrastruktur;&lt;br /&gt;
* Dringlichkeit anhand nachvollziehbarer Kriterien beurteilen, beispielsweise:&lt;br /&gt;
** drohender Verlust oder Materialverfall,&lt;br /&gt;
** fehlende personelle Nachfolge,&lt;br /&gt;
** gefährdete oder unbekannte Bestände,&lt;br /&gt;
** blockierende Abhängigkeit für weitere Digitalisierungsschritte,&lt;br /&gt;
** kulturelle oder sprachliche Bedeutung,&lt;br /&gt;
** erwartete Nutzung für Bildung, Forschung oder Öffentlichkeit&lt;br /&gt;
* unterscheiden zwischen Einzelfallbedarf und strukturellem Bedarf mehrerer Kulturgutträger&lt;br /&gt;
* soweit möglich erfassen, welche Bedarfe bereits durch bestehende Angebote abgedeckt werden und welche bislang offenbleiben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mögliches Ergebnis: priorisierte beziehungsweise nach Dringlichkeit geordnete Bedarfsübersicht mit Zuordnung zu Akteursgruppen und Kernfunktionen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== 3.2 Ist-Stand der vier Kernfunktionen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;background-color:#eef5fb;border-left:4px solid #5b9bd5;padding:0.7em 1em;margin:1em 0;&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Leitfrage:''' Welche Kernfunktionen werden durch bestehende Angebote / Dienste und Projekte bereits erfüllt – für welche Bestände, Akteure und Nutzungszwecke?&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Den Schwerpunkt der Ist-Analyse bildet die Frage, '''in welchem Umfang''' die vier zuvor bestimmten Kernfunktionen der Kulturerbe-Digitalisierung im sorbischen Kontext bereits erfüllt werden. Dabei reicht es nicht aus festzustellen, dass ein Projekt, eine Institution oder ein technisches System existiert. Zu prüfen ist vielmehr, welche Leistung tatsächlich verfügbar ist, welche Kulturgutträger und Bestände sie erreicht und welche Lücken verbleiben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für jede Kernfunktion sollte möglichst nach einer einheitlichen Logik untersucht werden:&lt;br /&gt;
* vorhandene Angebote, Systeme und Projekte&lt;br /&gt;
* verantwortliche Betreiber beziehungsweise Akteure&lt;br /&gt;
* Entwicklungs- und Betriebsstand&lt;br /&gt;
* erreichte Kulturgutträger, Bestände und Kulturgutarten&lt;br /&gt;
* abgedeckte Bedarfe&lt;br /&gt;
* technische und organisatorische Anschlussmöglichkeiten&lt;br /&gt;
* erkennbare Lücken, Risiken und offene Fragen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.2.1 Nachweisen, beschreiben und verknüpfen ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;background-color:#eef5fb;border-left:4px solid #5b9bd5;padding:0.7em 1em;margin:1em 0;&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Leitfrage:''' Wie vollständig und nutzbar werden sorbische Kulturgüter und Bestände heute nachgewiesen, beschrieben und miteinander verknüpft?&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die weitere Erhebung und Analyse insbesondere zu prüfen:&lt;br /&gt;
* Stand und tatsächlicher Funktionsumfang des Sorbischen/Wendischen Kulturregisters&lt;br /&gt;
* vorhandene institutionelle Kataloge, Inventare, Datenbanken und lokale Verzeichnisse&lt;br /&gt;
* welche Kulturgutarten, Einrichtungen und Regionen bereits erfasst sind&lt;br /&gt;
* welche Bestände bislang nur lokal, analog oder überhaupt nicht systematisch nachgewiesen werden&lt;br /&gt;
* verwendete Metadaten, Identifikatoren und Normdaten&lt;br /&gt;
* Möglichkeiten zur Übernahme beziehungsweise Verknüpfung bestehender Daten&lt;br /&gt;
* Anschlussmöglichkeiten:&lt;br /&gt;
** direkte Erfassung kleinerer Träger,&lt;br /&gt;
** Datenimport beziehungsweise Schnittstellen größerer Einrichtungen&lt;br /&gt;
* Mehrsprachigkeit und Umgang mit ober- und niedersorbischen Bezeichnungen&lt;br /&gt;
* Verhältnis zwischen institutionellen Beschreibungen, historischen Fremdbezeichnungen und sorbischen beziehungsweise lokalen Selbstbezeichnungen&lt;br /&gt;
* vorhandene Funktionen für Digitalisierungsstatus, Rechteinformationen und Priorisierung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.2.2 Digitalisieren und Qualität sichern ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;background-color:#eef5fb;border-left:4px solid #5b9bd5;padding:0.7em 1em;margin:1em 0;&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Leitfrage:''' Welche Kulturgüter können heute in welcher Qualität und Kapazität digitalisiert werden, und welche Kulturgutträger können diese Leistungen tatsächlich nutzen?&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die weitere Erhebung und Analyse insbesondere zu prüfen:&lt;br /&gt;
* aktueller Stand des Digitalisierungszentrums und weiterer Digitalisierungsangebote&lt;br /&gt;
* verfügbare technische Verfahren für unterschiedliche Kulturgutarten, beispielsweise:&lt;br /&gt;
** Schriftgut,&lt;br /&gt;
** Fotografien,&lt;br /&gt;
** Bücher und Zeitschriften,&lt;br /&gt;
** Tonaufnahmen,&lt;br /&gt;
** Film und Video,&lt;br /&gt;
** dreidimensionale Objekte&lt;br /&gt;
* stationäre, mobile und extern vergebene Digitalisierung&lt;br /&gt;
* vorhandene Kapazitäten und erkennbare Engpässe&lt;br /&gt;
* Zugangsmöglichkeiten für kleine und ehrenamtlich arbeitende Kulturgutträger&lt;br /&gt;
* Beratung vor der Digitalisierung&lt;br /&gt;
* Anforderungen an Vorbereitung, Metadaten und Rechteklärung&lt;br /&gt;
* vorhandene Qualitätsstandards und Qualitätskontrolle&lt;br /&gt;
* Unterstützung bei Ausschreibung beziehungsweise Beauftragung externer Dienstleister&lt;br /&gt;
* bisherige Digitalisierungsprojekte und deren Ergebnisse&lt;br /&gt;
* besonders gefährdete Bestände, für die kurzfristig Digitalisierungskapazität benötigt wird&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.2.3 Langfristig erhalten ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;background-color:#eef5fb;border-left:4px solid #5b9bd5;padding:0.7em 1em;margin:1em 0;&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Leitfrage:''' Für welche digitalen Bestände ist die langfristige Erhaltung organisatorisch und technisch tatsächlich abgesichert? &amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die weitere Erhebung und Analyse insbesondere zu prüfen:&lt;br /&gt;
* vorhandene Repositorien, digitale Archive und Speicherlösungen&lt;br /&gt;
* welche Einrichtungen bereits Digitalisate dauerhaft übernehmen können&lt;br /&gt;
* welche Digitalisate derzeit lediglich lokal oder projektbezogen gespeichert werden&lt;br /&gt;
* Unterschied zwischen:&lt;br /&gt;
** Ablage beziehungsweise Speicherung,&lt;br /&gt;
** Datensicherung,&lt;br /&gt;
** institutionellem Repositorium,&lt;br /&gt;
** digitaler Langzeiterhaltung;&lt;br /&gt;
* Verantwortlichkeiten für Übernahme, Erhaltung und spätere Datenmigration&lt;br /&gt;
* verwendete Master- und Nutzungsdateien&lt;br /&gt;
* Sicherungskopien, Prüfsummen und Wiederherstellungsverfahren&lt;br /&gt;
* verwendete beziehungsweise vorgesehene Erhaltungsmetadaten&lt;br /&gt;
* Möglichkeiten für kleinere Kulturgutträger, ihre Digitalisate an ein geeignetes Repositorium zu übergeben&lt;br /&gt;
* vorhandene Schnittstellen zwischen Digitalisierung und Repositorium&lt;br /&gt;
* organisatorische und finanzielle Absicherung des langfristigen Betriebs&lt;br /&gt;
* Digitalisate beziehungsweise Projekte identifizieren, deren dauerhafte Erhaltung derzeit ungeklärt ist&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.2.4 Zugänglich machen und Nutzung ermöglichen ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;background-color:#eef5fb;border-left:4px solid #5b9bd5;padding:0.7em 1em;margin:1em 0;&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Leitfrage:''' Welche digitalisierten Inhalte sind für welche Zielgruppen auffindbar, verständlich und im rechtlich beziehungsweise kulturell zulässigen Umfang nutzbar?&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die weitere Erhebung und Analyse insbesondere zu prüfen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* vorhandene Präsentations- und Nutzungssysteme, Portale und Online-Ausstellungen&lt;br /&gt;
* Funktion und Entwicklungsstand von Sorabicon sowie weiteren relevanten Angeboten&lt;br /&gt;
* welche Kulturgüter und Bestände bereits öffentlich zugänglich sind&lt;br /&gt;
* welche Zielgruppen angesprochen werden:&lt;br /&gt;
** Öffentlichkeit,&lt;br /&gt;
** Bildung,&lt;br /&gt;
** Forschung,&lt;br /&gt;
** sorbische Gemeinschaft,&lt;br /&gt;
** Tourismus und Kulturvermittlung;&lt;br /&gt;
* Ober- und Niedersorbisch sowie weitere benötigte Sprachen in Oberfläche, Metadaten und Inhalten&lt;br /&gt;
* Qualität der Kontextualisierung und Vermittlung&lt;br /&gt;
* Möglichkeiten für:&lt;br /&gt;
** Download,&lt;br /&gt;
** Zitation,&lt;br /&gt;
** Datenexport,&lt;br /&gt;
** Programmierschnittstellen,&lt;br /&gt;
** wissenschaftliche und kreative Nachnutzung&lt;br /&gt;
* Rechte- und Lizenzinformationen&lt;br /&gt;
* abgestufte Zugangsmöglichkeiten für sensible beziehungsweise eingeschränkt zugängliche Inhalte&lt;br /&gt;
* Barrierefreiheit beziehungsweise Barrierearmut&lt;br /&gt;
* Aktualisierung und Pflege präsentierter Inhalte&lt;br /&gt;
* soweit verfügbar tatsächliche Nutzung, Reichweite und Nachnutzung erfassen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.2.5 Zusammenspiel der Kernfunktionen in bestehenden Projekten ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;background-color:#eef5fb;border-left:4px solid #5b9bd5;padding:0.7em 1em;margin:1em 0;&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Leitfrage:''' Bei welchen bestehenden Vorhaben funktioniert der Weg vom Kulturgut über Erfassung und Digitalisierung bis zur langfristigen Erhaltung und Nutzung bereits durchgängig – und an welchen Übergängen bestehen Lücken?&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Neben dem Stand der einzelnen Kernfunktionen ist zu prüfen, '''ob diese auch tatsächlich zu einer durchgängigen Prozesskette verbunden sind'''. Ein vorhandenes Register, ein Digitalisierungszentrum, ein Repositorium und ein Präsentationsportal ergeben noch nicht automatisch einen funktionierenden Gesamtprozess.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die weitere Erhebung und Analyse insbesondere zu prüfen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* geeignete bestehende Projekte beziehungsweise Pilotvorhaben auswählen&lt;br /&gt;
* für diese Projekte die vollständige Prozesskette nachvollziehen:&lt;br /&gt;
** Erfassen,&lt;br /&gt;
** Registrieren,&lt;br /&gt;
** Bewerten und priorisieren,&lt;br /&gt;
** Digitalisieren,&lt;br /&gt;
** Archivieren beziehungsweise langfristig erhalten,&lt;br /&gt;
** Präsentieren und nachnutzen;&lt;br /&gt;
* untersuchen, welche Systeme und Akteure an den Übergaben beteiligt sind&lt;br /&gt;
* prüfen, ob Metadaten gemeinsam mit den Dateien weitergegeben werden&lt;br /&gt;
* prüfen, ob Rechte- und Zugangsangaben entlang der Prozesskette erhalten bleiben&lt;br /&gt;
* vorhandene manuelle Medienbrüche beziehungsweise Mehrfacherfassungen identifizieren&lt;br /&gt;
* unklare Zuständigkeiten und Übergabepunkte sichtbar machen&lt;br /&gt;
* positive Beispiele für bereits funktionierende Prozessketten dokumentieren&lt;br /&gt;
* aus Pilotprojekten bekannte Aufwände, Engpässe und Lernerfahrungen aufnehmen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== 3.3 Gemeinsame Regeln, Zusammenarbeit und dauerhafter Betrieb ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;background-color:#eef5fb;border-left:4px solid #5b9bd5;padding:0.7em 1em;margin:1em 0;&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Leitfrage:''' Sind die übergreifenden Voraussetzungen vorhanden, damit die einzelnen Angebote gemeinsam, verlässlich und dauerhaft funktionieren?&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Neben den einzelnen Kernfunktionen ist zu prüfen, ob '''gemeinsame organisatorische und fachliche Voraussetzungen''' vorhanden sind, damit die verschiedenen Angebote zusammenarbeiten und dauerhaft betrieben werden können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieser Abschnitt soll keine allgemeine oder abstrakte Governance-Analyse darstellen. Untersucht werden nur solche übergreifenden Fragen, die konkrete Auswirkungen auf die Digitalisierung des Kulturerbes und die spätere Ableitung von Maßnahmen haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.3.1 Zuständigkeiten, Beteiligung und Freigaben ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;background-color:#eef5fb;border-left:4px solid #5b9bd5;padding:0.7em 1em;margin:1em 0;&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Leitfrage:''' Wer entscheidet verbindlich über Auswahl, Priorisierung, Beschreibung, Digitalisierung, Veröffentlichung und Zugang, und wie sind die Kulturgutträger dabei beteiligt?&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
''Für die weitere Erhebung und Analyse insbesondere zu prüfen:''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* formelle und informelle Zuständigkeiten der beteiligten Institutionen&lt;br /&gt;
* Entscheidungsrechte bei Auswahl und Priorisierung von Beständen&lt;br /&gt;
* Verantwortlichkeiten für Rechteklärung und Veröffentlichung&lt;br /&gt;
* Beteiligung der jeweiligen Kulturgutträger&lt;br /&gt;
* Beteiligung sorbischer Fachleute und Angehöriger der Gemeinschaft bei kulturell sensiblen Inhalten&lt;br /&gt;
* vorhandene Freigabe- und Sperrverfahren&lt;br /&gt;
* Umgang mit nachträglichen Korrekturen oder Einschränkungen&lt;br /&gt;
* erkennbare Überschneidungen beziehungsweise ungeklärte Zuständigkeiten&lt;br /&gt;
* vorhandene Gremien oder Koordinierungsstrukturen&lt;br /&gt;
* prüfen, an welchen Stellen verbindliche Zuständigkeiten fehlen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.3.2 Gemeinsame Standards und Anschlussmöglichkeiten ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;background-color:#eef5fb;border-left:4px solid #5b9bd5;padding:0.7em 1em;margin:1em 0;&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Leitfrage:''' Welche gemeinsamen Regeln ermöglichen es unterschiedlichen Kulturgutträgern, Daten und Digitalisate in eine gemeinsame Infrastruktur einzubringen und zwischen den Kernfunktionen weiterzugeben?&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die weitere Erhebung und Analyse insbesondere zu prüfen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* vorhandene gemeinsame Metadatenstandards beziehungsweise Pflichtfelder&lt;br /&gt;
* verwendete Fachstandards einzelner Einrichtungen&lt;br /&gt;
* gemeinsame Regeln für Ober- und Niedersorbisch&lt;br /&gt;
* Dateiformate und Qualitätsanforderungen für unterschiedliche Kulturgutarten&lt;br /&gt;
* Identifikatoren und Normdaten&lt;br /&gt;
* Rechte- und Lizenzinformationen&lt;br /&gt;
* technische Schnittstellen und Datenexporte&lt;br /&gt;
* Übernahme vorhandener institutioneller Metadaten&lt;br /&gt;
* einfache Erfassungswege für kleinere Kulturgutträger&lt;br /&gt;
* Schnittstellen für Einrichtungen mit bestehenden Fachsystemen&lt;br /&gt;
* Möglichkeiten zur Weitergabe von Daten zwischen Register, Digitalisierung, Repositorium und Präsentation&lt;br /&gt;
* prüfen, wo fehlende Standards oder inkompatible Systeme den Austausch derzeit behindern&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.3.3 Personal, Finanzierung und Betreiberverantwortung ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;background-color:#eef5fb;border-left:4px solid #5b9bd5;padding:0.7em 1em;margin:1em 0;&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Leitfrage:''' Welche zentralen Leistungen sind dauerhaft personell, organisatorisch und finanziell abgesichert, und welche hängen noch von befristeten Projekten oder einzelnen Personen ab?&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die weitere Erhebung und Analyse insbesondere zu prüfen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Betreiber beziehungsweise verantwortliche Stellen für die vier Kernfunktionen&lt;br /&gt;
* dauerhafte Stellen gegenüber befristeten Projektstellen&lt;br /&gt;
* vorhandene beziehungsweise geplante Finanzierungsmodelle&lt;br /&gt;
* laufende Betriebs- und Pflegekosten&lt;br /&gt;
* personelle Kapazitäten und erkennbare Schlüsselpersonenrisiken&lt;br /&gt;
* Unterstützung kleiner und ehrenamtlich geführter Einrichtungen&lt;br /&gt;
* Finanzierung von&lt;br /&gt;
** Beratung,&lt;br /&gt;
** Digitalisierung,&lt;br /&gt;
** Speicher und Langzeiterhaltung,&lt;br /&gt;
** Datenpflege,&lt;br /&gt;
** Rechteklärung,&lt;br /&gt;
** technischer Wartung und Weiterentwicklung;&lt;br /&gt;
* Übergang von geförderten Projekten in einen dauerhaften Regelbetrieb&lt;br /&gt;
* vorhandene Betriebs-, Kooperations- und Übergabevereinbarungen&lt;br /&gt;
* erkennbare Risiken bei Auslaufen einzelner Förderungen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== 3.4 Gesamtbewertung und vorrangiger Handlungsbedarf ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;background-color:#eef5fb;border-left:4px solid #5b9bd5;padding:0.7em 1em;margin:1em 0;&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Leitfrage:''' Welche Bedarfe sind bereits ausreichend abgedeckt, wo liegen die entscheidenden Lücken und welche davon sollten vorrangig bearbeitet werden? &amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Ergebnisse der vorangegangenen Abschnitte werden abschließend zusammengeführt. Ziel ist noch nicht die vollständige Formulierung konkreter Maßnahmen, sondern zunächst eine begründete Bewertung des Ist-Standes und der wichtigsten Lücken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dabei sollte insbesondere unterschieden werden zwischen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* unmittelbar gefährdeten Kulturgütern beziehungsweise Beständen,&lt;br /&gt;
* strukturellen Lücken, die weitere Digitalisierungsschritte blockieren,&lt;br /&gt;
* fehlenden oder nur teilweise verfügbaren Kernfunktionen,&lt;br /&gt;
* nicht dauerhaft abgesicherten Angeboten,&lt;br /&gt;
* Verbesserungsmöglichkeiten bei bereits grundsätzlich funktionierenden Strukturen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die abschließende Bewertung insbesondere zu prüfen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Ergebnisse aus Akteurs-, Bestands- und Bedarfserhebung zusammenführen&lt;br /&gt;
* für jede der vier Kernfunktionen die wichtigsten Stärken und Lücken benennen&lt;br /&gt;
* übergreifende strukturelle Probleme aus Zuständigkeiten, Standards, Betrieb und Finanzierung ergänzen&lt;br /&gt;
* unterscheiden zwischen:&lt;br /&gt;
** fehlender Leistung,&lt;br /&gt;
** unzureichender Kapazität,&lt;br /&gt;
** fehlender Bekanntheit beziehungsweise Zugänglichkeit,&lt;br /&gt;
** fehlender Verbindung bestehender Angebote,&lt;br /&gt;
** ungeklärter Zuständigkeit,&lt;br /&gt;
** fehlender dauerhafter Absicherung;&lt;br /&gt;
* Dringlichkeit begründen, insbesondere anhand von:&lt;br /&gt;
** Verlustgefahr,&lt;br /&gt;
** blockierenden Abhängigkeiten,&lt;br /&gt;
** Anzahl beziehungsweise Bedeutung betroffener Kulturgutträger,&lt;br /&gt;
** kultureller und sprachlicher Bedeutung,&lt;br /&gt;
** Aufwand und Realisierbarkeit;&lt;br /&gt;
* offene Informationslücken ausdrücklich kennzeichnen&lt;br /&gt;
* aus den ermittelten Lücken anschließend Handlungsbedarfe ableiten&lt;br /&gt;
* konkrete Lösungsmaßnahmen erst im folgenden Maßnahmen- beziehungsweise Soll-Abschnitt festlegen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mögliche zusammenfassende Bewertungsmatrix:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot; style=&amp;quot;width:100%;&amp;quot;&lt;br /&gt;
! Bereich&lt;br /&gt;
! Belegter Ist-Stand&lt;br /&gt;
! Abgedeckte Bedarfe&lt;br /&gt;
! Lücke / Risiko&lt;br /&gt;
! Dringlichkeit&lt;br /&gt;
! Daraus abgeleiteter Handlungsbedarf&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| ''Beispiel: Nachweisen und Registrieren''&lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| ''Beispiel: Digitalisieren''&lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| ''Beispiel: Langfristig erhalten''&lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| ''Beispiel: Zugänglich machen und nutzen''&lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| ''Beispiel: gemeinsame Standards / Zusammenarbeit''&lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= Referenzen =&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Měrko Šenk</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://koncept.serbski-inkubator.de/index.php?title=Dataja:Wobraz_K6.png&amp;diff=1185</id>
		<title>Dataja:Wobraz K6.png</title>
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		<updated>2026-10-20T16:12:32Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Měrko Šenk: Měrko Šenk je nowu wersiju Dataja:Wobraz K6.png nahrał&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Měrko Šenk</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://koncept.serbski-inkubator.de/index.php?title=Dataja:Wobraz_K6.png&amp;diff=1184</id>
		<title>Dataja:Wobraz K6.png</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://koncept.serbski-inkubator.de/index.php?title=Dataja:Wobraz_K6.png&amp;diff=1184"/>
		<updated>2026-10-20T16:08:20Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Měrko Šenk: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Měrko Šenk</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://koncept.serbski-inkubator.de/index.php?title=12.3_Digitalisierung_des_Kulturerbes&amp;diff=1183</id>
		<title>12.3 Digitalisierung des Kulturerbes</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://koncept.serbski-inkubator.de/index.php?title=12.3_Digitalisierung_des_Kulturerbes&amp;diff=1183"/>
		<updated>2026-10-20T11:10:09Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Měrko Šenk: /* 3. Ist-Analyse der Digitalisierung des sorbischen Kulturerbes */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;= 1 Einleitung =&lt;br /&gt;
Die Digitalisierung von sorbischem Kulturerbe ist eine historische Chance für uns Sorben, eine Chance, unser kulturelles Erbe neu zu entdecken, es für kommende Generationen zu erhalten, für eine breitere Öffentlichkeit zugänglich zu machen und dabei die eigene Deutungshoheit zu stärken. Das erfordert neben Mut, einer klaren gemeinsamen Vision, starker Zusammenarbeit zwischen den beteiligten Akteuren auch die notwendigen Ressourcen in Form von Personal mit entsprechenden Kompetenzen, passender Technik sowie einer nachhaltig gesicherten Finanzierung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im folgenden Abschnitt werden Zielbilder für die Digitalisierung des sorbischen Kulturerbes entworfen mittels lang- und kurzfristiger Visionen sowie konkreter Ziele.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== 1.1 Visionen und Ziele für die sorbische digitale Welt ==&lt;br /&gt;
'''Vision 2035'''&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
''Sorbisches materielles und immaterielles Kulturerbe ist systematisch digital erfasst, rechtssicher und langfristig gesichert, leicht auffindbar, offen nutzbar und wird aktiv von Interessierten genutzt.''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Konkrete Ziele'''&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Bis 2032 ist ein tragfähiges, finanziell und organisatorisch abgesichertes Modell etabliert, das:&lt;br /&gt;
* Ein zentrales (oder föderiertes) digitales Langzeitarchiv nach OAIS-Referenzmodell betreibt,&lt;br /&gt;
* klare Zuständigkeiten, Prozesse und Budgets definiert,&lt;br /&gt;
* regelmäßige Qualitätssicherung und Technik-Updates vorsieht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bis 2030 sind wichtige sorbische Kulturerbe-Bestände (Kernbestände nach fachlicher Festlegung) in hoher Qualität digitalisiert, beschrieben und im Langzeitarchiv gesichert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bis 2028 liegt eine institutionenübergreifende Übersicht über relevante Kulturerbe-Bestände (analog und digital, materiell und immateriell) vor, einschließlich einer Prioritätenliste für die Digitalisierung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bis 2028 existiert ein zentrales, nutzerfreundliches „Sorbisches Kulturerbe-Portal“, das:&lt;br /&gt;
* Suchzugang über alle teilnehmenden Institutionen ermöglicht,&lt;br /&gt;
* grundlegende Inhalte frei zugänglich bereitstellt,&lt;br /&gt;
* mehrsprachige Oberflächen anbietet (Deutsch, Obersorbisch, Niedersorbisch, Englisch).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= 2 Ist-Analyse „Digitalisierung von Kulturerbe“ =&lt;br /&gt;
Das Ziel in diesem Themenbereich ist es, sorbisches Kulturerbe digital zu verwalten und damit langfristig für Recherche, Nutzung und Präsentation vorzuhalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Abschnitt &amp;quot;IST-Analyse“ werden die folgenden Fragen beantwortet: Was ist sorbisches Kulturerbe und was zählt alles dazu? Welche Schritte durchläuft ein Kulturgut, um zum digitalen Kulturerbe zu gehören? Wie können die digitale Verwaltung, Archivierung, Nutzung und Präsentation von Kulturgütern umgesetzt werden?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die grundlegenden Terminologien des Kulturerbes sollen im Folgenden festgelegt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== 2.1 Terminologie – von Kultur zu Kulturerbe ==&lt;br /&gt;
In diesem Abschnitt werden die Begriffe rund um das Kulturerbe grundlegend definiert. Es soll ein Verständnis über die Begriffe Kultur, kulturelle Ausprägung, Kulturgut und Kulturerbe erreicht werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Dataja:Wobraz_K1.png|center|260px]]&amp;lt;ref&amp;gt;Mermaid Flowchart Code: [https://mermaid.live/edit#pako:eNpF0UtuwyAQBuCroFlaTuRHTGMvKuWxq7pqV627IGZso2CIMChtk9ymN-nFimmasmJGfP-AOEGjOUIFrdTHpmfGkudtrWpF_Fq9RtGDk9aZKHojU-_aJ7PZ_bmGgSnR4mgFejaKpidC1XAmq8zDfYAoJZKVG7lxzX5stRl81C0_uwYdheGEubHD4_dXLy1hcpyC1rcLdM4GOLH1Ve2E5Gj9TPLkhgEnsLkBNDsMAmLojOBQWeMwhgHNwKYSTuFBYHucbOW3HFvmcQ21unh2YOpF6-FPGu26HqrW381X7sCZxa1gnWH_R1BxNBvtlIUqTUMEVCd49xVdzpeLMs1pXmRFXiY0hg-o8iyZL_LFXZaVSTJ1LzF8hqHJnBZ5WhZLWt5RmtIsBuTCavP4-2Hh3y4_NXaMmw hier klicken], abgerufen am 22.09.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.1.1 Kultur ===&lt;br /&gt;
Kultur bezeichnet hier die Gesamtheit aller '''vom Menschen geschaffenen und erlernten Ausdrucksformen''' des Lebens, die auf gemeinsamen Werten und Verhaltensweisen beruhen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;wiki-kultur&amp;quot;&amp;gt;URL: https://de.wikipedia.org/wiki/Kultur&amp;lt;/ref&amp;gt; Dazu zählen '''materielle Ergebnisse''' (z. B. Kunstwerke, Technik) ebenso wie '''immaterielle Praktiken''' (Sprache, Bräuche, Wissen). Kultur umfasst laut der UNESCO geistige, materielle, intellektuelle und emotionale Merkmale, die eine Gesellschaft oder soziale Gruppe kennzeichnen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;mondiacult&amp;quot;&amp;gt;UNESCO 1982: Mexico City Declaration on Cultural Policies (MONDIACULT). URL: https://www.lacult.unesco.org/docc/1982_MONDIACULT.pdf&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;ref name=&amp;quot;cultureaction&amp;quot;&amp;gt;Culture Action Europe 2024: The State of Culture report. URL: https://cultureactioneurope.org/de/news/the-state-of-culture-report-published, abgerufen am 01.10.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;  Sie ist dynamisch und wird von jeder Generation neu gestaltet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das deutsche Wort „Kultur“ ist eine Eindeutschung des lateinischen Worts „cultura“. Dieses bedeutet ursprünglich „Bebauung, Bearbeitung, Bestellung, Pflege“ und meinte sowohl die physische Bearbeitung als auch die Pflege geistiger Güter, z. B. der Sprache.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.1.2 Kulturelle Ausdrucksform ===&lt;br /&gt;
Eine kulturelle Ausdrucksform ist eine '''konkrete, gegenwärtige oder historische, Manifestation von Kultur''', bspw. eine Zeichnung, eine Tracht oder ein Lied: Sie macht die Kultur sichtbar und erlebbar. Im engeren Sinne ist es eine Ausdrucksweise, die aus der Kreativität einer Person, Gruppe oder Gesellschaft entsteht und '''kulturellen Inhalt''' trägt (symbolische Bedeutung, künstlerische Dimension, kulturelle Werte).&amp;lt;ref&amp;gt;Österreichische UNESCO-Kommission 2007: Übereinkommen zum Schutz und zur Förderung der Vielfalt kultureller Ausdrucksformen, Art. 4, Seite 13. URL: https://www.unesco.at/fileadmin/Redaktion/Publikationen/Publikations-Dokumente/2005er_UNESCO-Convention_German.pdf, abgerufen am 22.09.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt; Sie wird innerhalb und zwischen Gemeinschaften weitergegeben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Alle kulturellen Ausdrucksformen bilden einen wesentlichen Kern von Kultur, aber Kultur enthält auch latente Dimensionen (Werte, Normen, Vorannahmen etc.), die nicht unmittelbar als Ausdrucksform erscheinen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.1.3 Kulturgut ===&lt;br /&gt;
Ein „Kulturgut“ ist '''eine einzelne kulturelle Ausdrucksform''', der ein '''besonderer kultureller Wert zugemessen wird''' (durch Anerkennung, Schutz, Bedeutung). Es ist somit ein Erzeugnis menschlicher Kreativität oder Zeugnis menschlichen Lebens, welches '''Bedeutung für die Kultur einer Gemeinschaft''' hat und daher '''Bestand haben und bewahrt werden soll'''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die '''Summe aller Kulturgüter''' einer Gemeinschaft wird als dessen '''Kulturerbe''' bezeichnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.1.4 Kulturerbe ===&lt;br /&gt;
Kulturerbe ist die '''Summe der materiellen und immateriellen Ausdrucksformen''' (= Kulturgüter) einer Kultur, die als „'''bewahrenswert'''“ anerkannt wurden. International umfasst das u. a. das '''Welterbe''' (Denkmäler, Ensembles, Stätten)&amp;lt;ref&amp;gt;UNESCO (1972), Welterbekonvention, Art. 1. URL: https://www.dnk.de/wp-content/uploads/2021/02/1972_DNK_UNESCO-Welterbekonvention.pdf (abgerufen am 11.09.2025).&amp;lt;/ref&amp;gt; und das '''Immaterielles Kulturerbe''' (Praktiken, Wissen).&amp;lt;ref&amp;gt;Deutsche UNESCO-Kommission o. J.:, Übereinkommen zur Erhaltung des immateriellen Kulturerbes (dt. Ausgabe). URL: https://www.unesco.de/assets/dokumente/Deutsche_UNESCO-Kommission/02_Publikationen/Publikation_UNESCO-%C3%9Cbereinkommen_zur_Erhaltung_des_immateriellen_Kulturerbes_01.pdf, (abgerufen am 11.09.2025).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ob etwas „zum Kulturerbe“ zählt, ist Ergebnis von Bewertung, Diskurs und teils formellen Verfahren. Dem Sorbischen Kulturregister (SKR) zufolge ist „sorbisch-wendisches Kulturerbe“ eine Zuschreibung, die durch Gesellschaft, Museen, Archive und Wissenschaft erfolgen kann.&amp;lt;ref&amp;gt;Sorbisches Institut 2025: Konzept für ein Sorbisches Kulturregister (SKR). URL: https://www.serbski-institut.de/wp-content/uploads/2021/11/00_Zweite-aktualisierte-Fassung_Konzept_Sorbisches-Kulturregister_20.11.2025.pdf, abgerufen am 20.11.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.1.5 Abgrenzung: Kultur und Kulturerbe ===&lt;br /&gt;
'''Kultur / Kulturelle Ausdrucksform''' sind als Begriffe weiter gefasst als '''Kulturgut / Kulturerbe'''. Kulturelle Ausdrucksformen umfassen alles Gelebte und Gestaltete einer Gemeinschaft in Gegenwart und Vergangenheit, während Kulturgut / Kulturerbe diejenigen kulturellen Güter und Traditionen meint, denen eine Bedeutung beigemessen wurde und die als bewahrens- und weitergebenswert erkannt wurden. Kultur ist der „aktuelle“ kreative Prozess (einschließlich Popkultur, Alltagskultur), Kulturerbe der daraus überkommene Schatz. Dennoch sind die Grenzen fließend: Was heute nur Kultur ist, kann morgen zum Kulturerbe erklärt werden – abhängig von Wertzuschreibung und Diskurs.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Rahmen dieses Dokuments werden für den sorbischen Kontext die Begriffe '''„kulturelle Ausdrucksform“''' und '''„Kulturgut“''' weitgehend '''synonym''' verwendet, sofern nicht ausdrücklich anders gekennzeichnet. Hintergrund ist, dass die Gesamtzahl der identifizierbaren kulturellen Ausdrucksformen einer kleinen Minderheit wie der Sorben/Wenden im Vergleich zu großen Mehrheitsgesellschaften überschaubar ist. Zugleich ist der Anteil dieser Ausdrucksformen, denen in der Community ein besonderer Wert beigemessen wird und die daher faktisch als Kulturgut wahrgenommen und behandelt werden, sehr hoch: Ein großer Teil des gelebten kulturellen Repertoires wird als identitätsstiftend und bewahrenswert verstanden und damit dem Kulturerbe zugerechnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== 2.2 Klassifizierung von Kulturgütern ==&lt;br /&gt;
Im Folgenden soll eine griffige Klassifizierung von Kulturgütern entwickelt werden, so dass pro Kulturgut-Klasse später auf die Besonderheiten ihrer Digitalisierung eingegangen werden kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Dataja:Wobraz_K2.png|center|600px]]&amp;lt;ref&amp;gt;Mermaid Flowchart Code: [https://mermaid.live/edit#pako:eNptlM9u00AQxl9ltFWoFDlp_C9OjISU2KSgUCq1BSRIDxt77Syxd6v1mkKjSDwBlThw4YCEeuXOoeLSN-EF4BHYjZOQQG67-32_2ZnZsWco4jFBPqrVZpRR6cNsP8n4ZTTBQu7rHVP66QWOKEvV3nQM2BeYTf8eea35fF6rjdiIrUl4cjJiAMPDV_X6sMxkKdJS1uvnvu9PtRGgp5ReE46wJIKSLIOf779CycbkkqQZjSb1Ovz-cv351_drDWGN9BXS_xfZBj7dLoGxBgIFBE14nOcrZGH68E07Iu0IlSNsQkhTKnGlfvyh1bjKcngIjcYD6G2s-xvrYGMdLuuqAFOXZ0IflzFh0xxn5OBU3t1ISZhqw6KaKpo29k04jSaCJrLq0oZsa9mCAZc8FTihhBnQp1ksxd1NSsS22dFmG3oMZzwl0HveONtlc7XNATtsHI9fk6kkC3nRsKoqnVNgwrFQaUOvLGJRRtMi4SJfZ790WtppQYhFIVV7CYsJDO9uWbEMujbqOgIbTqgsddB7MCD_eXT6gQMvaFEQBlclPMVqcA6eMfqGiKLMt926isCFM4FjKiln-voCHmEWXxIxXZcUVo-jSwrVe3DBGvHqtc83DLqS0FpNAi3wRluiDBdFSBIYQ0KzzN_r265jPjQinnHh7yVJYhRS8ClZKfe3KLyk2oHneuEuqlK2qWhJWYPOwGnvoiplm4qXVMd17V5rF1UpikIGSgWNkS9FSQyUE5FjvUUzHXGE5ITkZIR8tYxJgtVXPEIjNlfYBWYvOc9XpOBlOkF-grNC7cqLWPUupFjNa74-FXo0RMBLJpFvWtYiCPJn6C3yG7bTNO2u6Tidrue0W13HQO_Usdtquuqg1bG6TtvzPNuZG-hqcXGr2baV5NhuyzId13XbBiJqDrg4qn5ni7_a_A_W9oMu hier klicken], abgerufen am 22.09.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.2.1 A. Materiell - unbeweglich 🏛️ ===&lt;br /&gt;
„Materiell - unbeweglich&amp;quot; bezeichnet ortsfeste Kulturobjekte wie Bauwerke, Ensembles, Gebäudekomplexe und Stätten/Kulturlandschaften, wie sie in Art. 1 der UNESCO-Welterbekonvention als Kategorien des kulturellen Erbes definiert sind.&amp;lt;ref&amp;gt;UNESCO World Heritage Centre o. J.: Convention Concerning the Protection of the World Cultural and Natural Heritage, Artikel 1. URL: https://whc.unesco.org/en/conventiontext/, abgerufen am 01.10.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.2.2 B. Materiell - beweglich 🖼️ ===&lt;br /&gt;
Die Kategorie „Materiell - beweglich&amp;quot; umfasst bewegliche Sachen bzw. Sachgesamtheiten von kulturellem Wert (z. B. Objekte, Sammlungen), wie sie das deutsche Kulturgutschutzgesetz (§ 2 KGSG)&amp;lt;ref&amp;gt;Deutschland 2016: Kulturgutschutzgesetz (KGSG), § 2. URL: https://www.buzer.de/2_KGSG.htm, abgerufen am 01.10.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt; als „Kulturgut“ beschreibt.&lt;br /&gt;
* B1 '''Schriftgut''' - Bücher, Zeitungen, Handschriften, Archivgut, Graphiken, Pläne, Karten&lt;br /&gt;
* B2 '''Fotografien &amp;amp; Bildträger''' &lt;br /&gt;
** Fotografisch erzeugte statische Bildträger, auch Stillbildträger genannt, z. B. Positive/Negative auf Film/Platte/Photopapier, Dias, Abzüge, Mikrofilm/-fiche und vergleichbare fotografische Repro-Träger.&lt;br /&gt;
* B3 '''Analoge AV-Träger''' (Audio/Video/Film)&lt;br /&gt;
** Analoge zeitbasierte Medien, z. B. Magnetton (Tonband, Kassette), Schallplatte, Videobänder, Film.&lt;br /&gt;
* B4 '''3D-Objekte''' - Gegenstände, „sachkulturelle Artefakte“&amp;lt;ref&amp;gt;Sorbisches Institut o. J.: Konzept zum Digitalisierungszentrum am Sorbischen Institut, S. 24.&lt;br /&gt;
(Unveröffentlichtes Konzeptpapier; interne Projektunterlage.)&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.2.3 C. Immateriell 🎭 ===&lt;br /&gt;
Meint lebendige Praktiken, Darstellungen, Ausdrucksformen, Ideen, Werte, Wissen und Fertigkeiten, die von Gemeinschaften getragen und weitergegeben werden, gemäß der folgenden 5 UNESCO ICH-Domänen.&amp;lt;ref&amp;gt;UNESCO o. J.: Intangible Cultural Heritage – Five Domains. URL: https://ich.unesco.org/doc/src/01857-EN.pdf, abgerufen am 01.10.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* C1 '''Orale Traditionen/Ausdrucksformen''' - Sprache, Gesangstraditionen&lt;br /&gt;
* C2 '''Darstellende Künste''' - Musik, Tanz, Theater&lt;br /&gt;
* C3 '''Rituale &amp;amp; Feste''' - Bräuche und soziale Praktiken des Kalenders und Lebenslaufs&lt;br /&gt;
* C4 '''Wissen &amp;amp; Praktiken''' zu Natur &amp;amp; Universum - Heil- und Sammelkenntnisse, ökologisches und astronomisches Wissen, Glaube, Religion&lt;br /&gt;
* C5 '''Traditionelles Handwerk''' - Techniken, Werkzeuge und Gestaltungsmuster&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.2.4 D. Digital 💾 ===&lt;br /&gt;
Bezeichnet in digitaler Form vorliegende Ressourcen menschlichen Wissens und Ausdrucks. Diese können sowohl born-digital sein als auch digitalisierte Repräsentationen von materiellen und immateriellen Kulturgütern.&amp;lt;ref&amp;gt;UNESCO 2003: Charter on the Preservation of Digital Heritage. URL: https://www.unesco.org/en/legal-affairs/charter-preservation-digital-heritage, abgerufen am 01.10.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* D1 '''Born-digital''' (ursprünglich digital erzeugt, kein analoges Original), z. B. Webseiten, Social-Media-Beiträge, Software, Apps, Spiele, digitale Fotos/Audio/Video.&lt;br /&gt;
* D2 '''Digitalisate''' - Digitalisierte Repräsentationen/Derivate aus den Klassen A, B und C.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== 2.3 Begriffe und Kernfunktionen ==&lt;br /&gt;
Die vorherigen Abschnitte haben geklärt, was unter Kulturerbe verstanden wird und welche Arten von Kulturgütern unterschieden werden. Bevor der nachfolgende Abschnitt den Prozess der Kulturerbe-Digitalisierung beschreibt, werden in diesem Abschnitt die dafür wichtigsten Arbeitsbegriffe und Funktionen erläutert. Der Abschnitt soll dabei die Frage beantworten: Welche Arbeitsabläufe und Funktionen sind notwendig, damit Kulturgüter nicht nur digital erfasst, sondern auch gefunden, verstanden, gesichert und genutzt werden können?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Erläuterungen sollen eine gemeinsame und leicht verständliche Grundlage schaffen für alle, die an der Digitalisierung von Kulturerbe interessiert sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.3.1 Vom Kulturgut zur digitalen Repräsentation ===&lt;br /&gt;
Dieser Abschnitt erklärt, was bei einer Digitalisierung entsteht und wie sich das digitale Ergebnis vom ursprünglichen Kulturgut unterscheidet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
! Begriff&lt;br /&gt;
! Erklärung&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Digitalisierung von Kulturerbe'''&lt;br /&gt;
| Digitalisierung bezeichnet in diesem Konzept den gesamten zusammenhängenden Prozess: Kulturgüter erfassen, beschreiben und bewerten, digitale Repräsentationen erzeugen oder übernehmen, ihre Qualität prüfen, sie sichern und für die Nutzung zugänglich machen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;DFG2016&amp;quot;&amp;gt;Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) 2016: Praxisregeln „Digitalisierung“, insbesondere S. 13 und 41-44. URL: https://www.dfg.de/resource/blob/176108/898bf3574ad0ff3b1db525fa7d04c86c/12-151-v1216-de-data.pdf, abgerufen am 16.07.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Bei ursprünglich digital entstandenen Kulturgütern – auch ''born digital'' genannt – entfällt die Überführung aus einem analogen Original; die weiteren Aufgaben bleiben bestehen.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Digitalisat und digitale Repräsentation'''&lt;br /&gt;
| Ein '''Digitalisat''' ist ein digitales Abbild eines analogen Kulturguts, beispielsweise ein Scan einer Handschrift oder ein Foto eines Museumsobjekts. Der weitere Begriff '''digitale Repräsentation''' umfasst auch Audio-, Video- oder 3D-Dokumentationen einer immateriellen kulturellen Praxis. Die digitale Repräsentation ersetzt weder das materielle Kulturgut noch die lebendige Praxis.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Masterdatei und Nutzungsderivat'''&lt;br /&gt;
| Die '''Masterdatei''' ist die möglichst hochwertige und qualitätsgeprüfte Ausgangsdatei. Sie wird für die langfristige Sicherung und spätere Bearbeitungen aufbewahrt. Ein '''Nutzungsderivat''' ist eine daraus erzeugte, an einen bestimmten Zweck angepasste Datei, beispielsweise ein kleineres Bild für eine Internetseite.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Digitales Objekt'''&lt;br /&gt;
| Als '''digitales Objekt''' wird in diesem Konzept eine zusammengehörige digitale Einheit bezeichnet. Sie kann aus einer oder mehreren Dateien, den zugehörigen Metadaten und ihren Verknüpfungen bestehen. Ein digitales Objekt kann ein Digitalisat oder ein ursprünglich digital entstandenes Kulturgut sein.&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
''Beispiel:'' Das verzierte sorbische Osterei bleibt das materielle Kulturgut. Hochauflösende Fotografien, ein 3D-Modell und die dazugehörigen Beschreibungen bilden gemeinsam seine digitale Repräsentation.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.3.2 Vier Kernfunktionen ===&lt;br /&gt;
Als '''Kernfunktionen der Kulturerbe-Digitalisierung''' werden im Folgenden vier dauerhaft zu erfüllende Aufgabenbereiche bezeichnet. Sie beschreiben, was für eine nachhaltige Digitalisierung von Kulturerbe geleistet werden muss, unabhängig davon, welche Institution oder welches technische System die jeweilige Funktion übernimmt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
! Kernfunktion&lt;br /&gt;
! Typische organisatorisch-technische Umsetzung&lt;br /&gt;
! Hauptaufgabe&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Nachweisen, beschreiben und verknüpfen'''&lt;br /&gt;
| Register oder Katalog&lt;br /&gt;
| Macht sichtbar, welche Kulturgüter vorhanden sind, wo sie sich befinden und in welchem Zusammenhang sie stehen. Ein Registereintrag kann bereits bestehen, bevor ein Digitalisat angefertigt wurde. &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Digitalisieren und Qualität sichern'''&lt;br /&gt;
| Digitalisierungszentrum oder Digitalisierungsdienst&lt;br /&gt;
| Erzeugt bzw. übernimmt digitale Repräsentationen, prüft sie und bereitet Dateien und Metadaten für die weitere Verarbeitung vor. Geliefert werden bspw. geprüfte Masterdateien und Nutzungsderivate. &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Langfristig erhalten'''&lt;br /&gt;
| Repositorium oder digitales Langzeitarchiv&lt;br /&gt;
| Übernimmt Dateien und Metadaten, speichert und verwaltet sie und erhält sie über technische und organisatorische Veränderungen hinweg dauerhaft nutzbar.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Zugänglich machen und Nutzung ermöglichen'''&lt;br /&gt;
| Präsentations- und Nutzungssystem&lt;br /&gt;
| Führt beschreibende Informationen und digitale Medien für Nutzerinnen und Nutzer zusammen. Es ermöglicht beispielsweise Suche, Anzeige, Kontextualisierung, Vermittlung und – soweit zulässig – Nachnutzung. &lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese '''Kernfunktionen''' beschreiben zunächst nicht zwingend getrennte Institutionen oder Systeme. Eine Einrichtung kann mehrere Kernfunktionen übernehmen. Umgekehrt kann eine Kernfunktion auf mehrere Einrichtungen oder technische Systeme verteilt sein. Entscheidend sind klare Zuständigkeiten, verlässliche Übergaben und gemeinsame Standards.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vereinfacht lässt sich das Zusammenspiel so zusammenfassen:&lt;br /&gt;
# Das '''Register oder der Katalog''' beschreibt und verknüpft das Kulturgut.&lt;br /&gt;
# Der '''Digitalisierungsdienst''' erzeugt und prüft seine digitale Repräsentation.&lt;br /&gt;
# Das '''Repositorium oder digitale Archiv''' übernimmt und erhält die Dateien.&lt;br /&gt;
# Das '''Präsentationssystem''' führt Beschreibungen und Medien für die Nutzung zusammen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die konkrete Ausgestaltung kann zentral, dezentral oder als Verbund mehrerer Systeme erfolgen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.3.3 Register ===&lt;br /&gt;
Die folgende Tabelle erklärt, wie Kulturgüter so erfasst, beschrieben und verknüpft werden, dass sie eindeutig zugeordnet, wiedergefunden und nach einheitlichen Regeln weiterverarbeitet werden können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
! Begriff&lt;br /&gt;
! Erklärung&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Erschließung, Verzeichnung und Registrierung'''&lt;br /&gt;
| '''Erschließung''' ist der übergeordnete Vorgang, bei dem ein Kulturgut identifiziert, beschrieben und in seinen Zusammenhang eingeordnet wird. '''Verzeichnung''' bezeichnet seine strukturierte dokumentarische Beschreibung. '''Registrierung''' bedeutet die Aufnahme in ein konkretes Register, einen Katalog oder ein Sammlungssystem. Ein Kulturgut kann bereits registriert werden, bevor ein Digitalisat vorhanden ist.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Metadaten'''&lt;br /&gt;
| Metadaten sind strukturierte Informationen über ein Kulturgut und seine digitalen Repräsentationen. Dazu gehören beispielsweise Titel, Herkunft, beteiligte Personen, Ort, Zeit, kultureller Kontext, Rechte, Dateieigenschaften und Bearbeitungsschritte. Je nach Zweck werden beschreibende, technische, rechtliche und erhaltungsbezogene Metadaten unterschieden. Sie machen Kulturgüter auffindbar, verständlich, verwaltbar und langfristig nutzbar.&amp;lt;ref name=&amp;quot;PREMIS&amp;quot;&amp;gt;Library of Congress o. J.: PREMIS – Preservation Metadata: Implementation Strategies. Internationaler Standard für Erhaltungsmetadaten. URL: https://www.loc.gov/standards/premis/, abgerufen am 16.07.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Persistenter Identifikator'''&lt;br /&gt;
| Ein '''persistenter Identifikator''' ist eine dauerhafte und eindeutige Kennung für ein Kulturgut, einen Datensatz oder eine digitale Ressource. Die Kennung bleibt bestehen, auch wenn sich der technische Speicherort oder die Internetadresse ändern. Dadurch können Kulturgüter dauerhaft zitiert und zwischen Systemen verknüpft werden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;DFG2016&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Metadaten sind keine bloße Beigabe zu einer Datei. Ohne ausreichende Beschreibungen kann ein Digitalisat zwar technisch vorhanden sein, später aber kaum gefunden, verstanden oder zuverlässig zugeordnet werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.3.4 Digitalisierungsdienst und Archiv ===&lt;br /&gt;
Die folgende Tabelle erklärt was erforderlich ist, damit Kulturgüter digitalisiert werden und nicht nur heute gespeichert sind, sondern auch nach technischen und organisatorischen Veränderungen noch gefunden, verstanden und genutzt werden können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
! Begriff&lt;br /&gt;
! Erklärung&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Repositorium'''&lt;br /&gt;
| Ein '''Repositorium''', auch ''Repository'' genannt, ist eine verwaltete technische Umgebung, in der digitale Objekte und ihre Metadaten übernommen, gespeichert, geordnet, verwaltet und bereitgestellt werden. Ein Repositorium kann Teil eines digitalen Archivs sein. Nicht jedes Repositorium erfüllt jedoch automatisch alle Anforderungen der Langzeiterhaltung.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Digitales Archiv oder digitales Langzeitarchiv'''&lt;br /&gt;
| Ein digitales Archiv ist mehr als ein Server oder ein Speicherprogramm. Es verbindet eine verantwortliche Organisation, fachkundiges Personal, Regeln, Arbeitsabläufe und technische Systeme. Es übernimmt die Verantwortung dafür, digitale Informationen langfristig zu erhalten und für festgelegte Nutzergruppen zugänglich zu machen. Das internationale Referenzmodell '''Open Archival Information System''' (OAIS, offenes Archiv-Informationssystem) bietet hierfür einen fachlichen Rahmen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;OAIS2024&amp;quot;&amp;gt;Consultative Committee for Space Data Systems (CCSDS) 2024: Reference Model for an Open Archival Information System (OAIS), CCSDS 650.0-M-3, insbesondere S. 1-1–1-2 und 2-1–2-2. URL: https://ccsds.org/Pubs/650x0m3.pdf, abgerufen am 16.07.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Ingest oder kontrollierte Übernahme'''&lt;br /&gt;
| '''Ingest''' bezeichnet die kontrollierte Übernahme digitaler Dateien und Metadaten in ein Repositorium oder digitales Archiv. Dabei werden beispielsweise Vollständigkeit, Dateiformate, Metadaten und Dateiintegrität geprüft und die Übernahme dokumentiert.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Langzeitverfügbarkeit und digitale Langzeiterhaltung'''&lt;br /&gt;
| '''Langzeitverfügbarkeit''' ist das Ziel, digitale Inhalte über technische und organisatorische Veränderungen hinweg auffindbar, lesbar, verständlich und nutzbar zu halten. '''Digitale Langzeiterhaltung''' bezeichnet die dafür notwendigen fortlaufenden Maßnahmen. Dazu können mehrere Speicherorte, regelmäßige Prüfungen, Formatüberwachung, technische Migrationen und eine nachvollziehbare Dokumentation gehören. „Langfristig“ bezeichnet dabei keine feste Zahl von Jahren, sondern einen Zeitraum, in dem mit veränderten Technologien, Formaten und Nutzungsanforderungen gerechnet werden muss.&amp;lt;ref name=&amp;quot;OAIS2024&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Datensicherung oder Backup'''&lt;br /&gt;
| Ein '''Backup''' ist eine zusätzliche Sicherungskopie, aus der Dateien nach einem Verlust oder technischen Ausfall wiederhergestellt werden können. Backups sind notwendig, ersetzen aber keine Langzeiterhaltung: Sie regeln allein noch keine dauerhaften Zuständigkeiten, Metadaten, Formatüberwachung, Integritätsprüfungen oder langfristige Zugänglichkeit.&amp;lt;ref name=&amp;quot;DPCStorage&amp;quot;&amp;gt;Digital Preservation Coalition o. J.: Digital Preservation Handbook – Storage. URL: https://www.dpconline.org/handbook/organisational-activities/storage, abgerufen am 16.07.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Integrität und Authentizität'''&lt;br /&gt;
| '''Integrität''' bedeutet, dass unbeabsichtigte Veränderungen oder Beschädigungen einer Datei erkannt werden können. Dafür werden häufig Prüfsummen verwendet - digitale Kontrollwerte, die regelmäßig verglichen werden. '''Authentizität''' bedeutet, dass Herkunft, Identität und Bearbeitungsgeschichte eines digitalen Objekts nachvollziehbar sind und belegt werden kann, dass es das ist, was es zu sein vorgibt.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Dateiformat und Datenformat'''&lt;br /&gt;
| Ein '''Dateiformat''' legt den technischen Aufbau einer einzelnen Datei fest. Ein '''Datenformat''' beschreibt, wie Informationen strukturiert und zwischen Systemen ausgetauscht werden. Gut dokumentierte, verbreitete und möglichst offen beschriebene Formate erleichtern den Austausch und die langfristige Nutzung. Sie ersetzen jedoch keine aktive Langzeiterhaltung.&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Merksatz:''' Speichern ist nicht dasselbe wie langfristiges Erhalten. Auch ein vorhandenes Backup ist noch kein digitales Langzeitarchiv.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.3.5 Präsentationssystem ===&lt;br /&gt;
Die folgende Tabelle erklärt, wie aus langfristig gesicherten Dateien ein digitales Kulturerbe wird, das von Menschen gefunden, verstanden und sinnvoll genutzt werden kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
! Begriff&lt;br /&gt;
! Erklärung&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Zugänglichmachung und Präsentation'''&lt;br /&gt;
| '''Zugänglichmachung''' bedeutet, dass digitale Objekte auffindbar und im rechtlich sowie technisch zulässigen Umfang abrufbar sind. '''Präsentation''' geht darüber hinaus: Inhalte werden ausgewählt, miteinander verknüpft, erklärt und für bestimmte Zielgruppen vermittelt. Dazu gehören verständliche Kontextinformationen, klare Rechteangaben, Mehrsprachigkeit und möglichst barrierearme Zugänge. Abhängig von Rechten, personenbezogenen Daten oder kulturellen Schutzbedarfen kann der Zugang offen oder eingeschränkt sein.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Nutzung und Nachnutzung'''&lt;br /&gt;
| '''Nutzung''' umfasst beispielsweise das Betrachten, Lesen, Anhören, Erforschen oder Vermitteln eines digitalen Kulturguts. '''Nachnutzung''' bedeutet seine weitere Verwendung in einem neuen Zusammenhang, etwa in Bildung, Forschung, Publikationen, Ausstellungen, Anwendungen oder kreativen Werken. Dafür werden geeignete Dateien, verständliche Metadaten und klare Rechteinformationen benötigt.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Rechteinformation und Lizenz'''&lt;br /&gt;
| Eine '''Rechteinformation''' beschreibt den rechtlichen Status eines digitalen Objekts und mögliche Einschränkungen seiner Nutzung. Eine '''Lizenz''' räumt durch eine dazu berechtigte Person oder Institution konkrete Nutzungsrechte ein. Ein allgemeiner Rechtehinweis ist daher nicht automatisch eine Lizenz.&amp;lt;ref name=&amp;quot;RightsReuse&amp;quot;&amp;gt;RightsStatements.org o. J.: Standardisierte Rechtehinweise für online verfügbares Kulturerbe. URL: https://rightsstatements.org/de/, abgerufen am 16.07.2026. Creative Commons 2025: Recommended Licenses and Tools for Cultural Heritage Content. URL: https://creativecommons.org/2025/07/09/recommended-licenses-and-tools-for-cultural-heritage-content/, abgerufen am 16.07.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Interoperabilität'''&lt;br /&gt;
| '''Interoperabilität''' bezeichnet die Fähigkeit von Systemen und Organisationen, Daten auszutauschen und in gleicher Bedeutung zu verstehen. Dafür werden gemeinsame Metadatenmodelle, Begriffe, Identifikatoren und technische Schnittstellen benötigt. So können beispielsweise Register, Repositorien, Präsentationsportale und externe Kulturplattformen miteinander verbunden werden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;EuropeanaEDM&amp;quot;&amp;gt;Europeana o. J.: Metadata – Europeana Data Model (EDM, Europeana-Datenmodell). URL: https://pro.europeana.eu/page/metadata, abgerufen am 16.07.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Digitalisierte Inhalte entfalten ihren kulturellen und gesellschaftlichen Nutzen erst dann vollständig, wenn sie auffindbar, verständlich, rechtlich klar und für unterschiedliche Zielgruppen tatsächlich verwendbar sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der folgende Abschnitt 2.4 beschreibt, wie diese Kernfunktionen innerhalb des gesamten Prozesses der Kulturerbe-Digitalisierung zusammenwirken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== 2.4 Prozess der Digitalisierung von Kulturerbe ==&lt;br /&gt;
Die Digitalisierung von Kulturgut ist kein rein technischer Arbeitsschritt, sondern ein vielschichtiger, oft langfristiger Prozess, der bereits mit der Wahrnehmung und Identifikation einer kulturellen Ausdrucksform beginnt. Ziel dieses Abschnitts ist es, diesen Gesamtprozess systematisch darzustellen: von der gelebten Kultur über das identifizierte Kulturgut bis hin zur digital nutzbaren Repräsentation.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die hier entwickelte Prozessdarstellung soll als praxisorientierter Überblick dienen für die Digitalisierung des sorbischen Kulturerbes. Sie berücksichtigt die Anforderungen sorbischer Einrichtungen ebenso wie die international etablierten Referenzmodelle und Standards, darunter:&lt;br /&gt;
* das OAIS-Referenzmodell (ISO 14721) für digitale Archivierung&amp;lt;ref&amp;gt;Consultative Committee for Space Data Systems (CCSDS) 2024: Reference Model for an Open Archival Information System (OAIS), CCSDS 650.0-M-3. URL: https://ccsds.org/Pubs/650x0m3.pdf, abgerufen am 01.10.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
* das DCC Curation Lifecycle Model für kuratorische Entscheidungsprozesse&amp;lt;ref&amp;gt;Higgins 2008: The DCC Curation Lifecycle Model. International Journal of Digital Curation, 3(1), 134-140. URL: https://ijdc.net/index.php/ijdc/article/view/48, abgerufen am 01.10.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
* das Spectrum-Modell für museale Objektverwaltung&amp;lt;ref&amp;gt;Collections Trust 2022. Spectrum 5.1 - The UK Museum Collections Management Standard. URL: https://collectionstrust.org.uk/spectrum/spectrum-5, abgerufen am 01.10.2025. &amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
* die UNESCO-Leitlinien zur Inventarisierung immateriellen Kulturerbes&amp;lt;ref&amp;gt;UNESCO 2024: Operational Directives for the Implementation of the Convention for the Safeguarding of the Intangible Cultural Heritage (10.GA). URL: https://ich.unesco.org/doc/src/ICH-Operational_Directives-10.GA_EN.pdf, abgerufen am 01.10.2025. &amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
* sowie technische Vorgaben wie die DFG-Praxisregeln Digitalisierung&amp;lt;ref&amp;gt;Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) 2022: Praxisregeln Digitalisierung (aktualisierte Fassung). URL: https://www.ulb.hhu.de/fileadmin/redaktion/ULB/Documents/Infomaterial/DFG_Praxisregeln_Digitalisierung_Aktualisierte_Fassung2022.pdf, abgerufen am 01.10.2025. &amp;lt;/ref&amp;gt; und die FADGI-Richtlinien&amp;lt;ref&amp;gt;Federal Agencies Digital Guidelines Initiative (FADGI) 2023: Technical Guidelines for Digitizing Cultural Heritage Materials – Still Image, 3rd ed. URL: https://www.digitizationguidelines.gov/guidelines/digitize-technical.html, abgerufen am 01.10.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Folge soll der „Lebenslauf“ eines Kulturguts dargestellt werden, also der Weg, den ein Objekt oder eine kulturelle Praxis vom Zeitpunkt der Entstehung über die Erfassung, Digitalisierung und Archivierung bis zur Veröffentlichung in einem digitalen Präsentationsmodul durchläuft.&lt;br /&gt;
Hierfür erläutert der folgende Abschnitt die einzelnen Prozessschritte im Detail, jeweils mit Akteuren und Beispielen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.4.1 Vorüberlegungen zum Prozess ===&lt;br /&gt;
Im hier vorgestellten Prozess wird auf eine harte, systematische Filterung verzichtet, welche kulturellen Ausdrucksformen „nur“ Kultur und welche bereits Kulturgut sind. Ein solcher Bewertungs- und Abgrenzungsprozess wäre ressourcenintensiv und würde den vorhandenen Kapazitäten in den beteiligten Einrichtungen nicht entsprechen. Stattdessen folgt das Konzept einer inklusiven Logik: Alle dokumentierten Ausdrucksformen werden zunächst als potenzielle Kulturgüter erfasst. Eine feinere Auswahl und Priorisierung erfolgen erst in einem späteren Schritt, nämlich dann, wenn konkret entschieden wird, welche Ausdrucksformen bzw. Kulturgüter in welcher Tiefe digitalisiert, archiviert und präsentiert werden sollen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieses Vorgehen schließt an das SKR-Konzept an, das bewusst auf eine frühe normative Trennung zwischen „kultureller Ausdrucksform“ und „Kulturgut“ verzichtet. Auch hier steht zunächst der möglichst vollständige, strukturierte Überblick über die sorbischen Kulturgüter im Vordergrund. Die differenzierte Bewertung und Schwerpunktsetzung werden als anschließende fachliche Aufgabe verstanden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.4.2 Prozessschritte im Detail ===&lt;br /&gt;
Das folgende Diagramm gibt einen Überblick über die sechs Kernschritte des Gesamtprozesses der Digitalisierung von Kulturgut – von der ersten Wahrnehmung einer kulturellen Ausdrucksform bis zu ihrer digitalen Präsentation als Kulturgut. Die Abfolge zeigt zugleich die Entwicklungsstufen: von gelebter Kultur zur kulturellen Ausdrucksform, von dort zum Kulturgut und schließlich zum digitalen Kulturgut. Die Schritte sind als generischer Ablauf zu verstehen: Je nach Art des Kulturguts können einzelne Tätigkeiten unterschiedlich aufwendig sein oder parallel erfolgen.&lt;br /&gt;
[[Dataja:Wobraz_K3.png|center|600px]]&amp;lt;ref&amp;gt;Mermaid Flowchart Code: [https://mermaid.live/edit#pako:eNplkk1OwzAQha8yGqmbkloxSZs2CyTa8LOphIAVhIVJpolF4iDH4a_qbXqTXgzHFdAKr2y97703lmaNWZMTxriqmvesFNrAfZIqgPPHFIdDzuBO1DVVajhM8QlGozOYO-WUwS0VsjVakqa93Pvmjlk4JmAwp3fS5kCHwQAWjkkcE_Y5WWkIXqrd9jBpT138UIkspBGVbI_7-rwLR146csLgRryQ-U8lMGLwTG1WapLPpHKCZQLMOY9ch7m2VxiSpOAEjJ1TSev_M_bkvv3KtY8ZnOuslG_H9VcOuf4dUO-2LamjGdHDQsscY6M78rAmXYv-ies-IEVTUk0pxvaa00p0lUkxVRtrexXqoWnqH6duuqLEeCWq1r6619zOn0hRaPGH9J_Xi6ZTBuOxS8B4jR8YhxGLeDThkR-EM37KuYefFmHTaOz7fOZHQTidBMHGwy9X6VslnNnDw4jPuB8GHlIuTaOX-7Vy27X5Bh_Osqo hier klicken], abgerufen am 22.09.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Prozess zeigt, dass Digitalisierung von Kulturgut mehr ist als das Erstellen digitaler Dateien. Sie umfasst eine Reihe aufeinander bezogener Schritte – von der ersten Wahrnehmung einer kulturellen Ausdrucksform über ihre Erfassung, Bewertung und Digitalisierung bis hin zur langfristigen Sicherung und Präsentation. Dabei sind je nach Schritt unterschiedliche Akteure beteiligt, etwa Gemeinschaften, Museen, Archive, Fachgremien, Digitalisierungsstellen oder IT. Die folgenden Beschreibungen erläutern diese Schritte so, dass nachvollziehbar wird, was jeweils mit einem Kulturgut geschieht, wer daran beteiligt ist und wie sich der Ablauf in der Praxis vorstellen lässt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''1. Sammeln &amp;amp; erfassen''' &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Hier wird eine kulturelle Ausdrucksform erstmals wahrgenommen, benannt und mit ersten Informationen erfasst: Was ist es, wer macht es oder hat es geschaffen, wo kommt es vor, warum ist es bedeutsam für die Gemeinschaft? &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Akteure''': Community, Vereine, Museen, Archive, Forschende, Privatpersonen.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Beispiel''': Auf einem Dorffest zeigt eine Frau das Verzieren sorbischer Ostereier. Jemand fotografiert dies und notiert Technik, Ort und Namen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''2. Registrieren &amp;amp; beschreiben''' &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Hier wird aus der ersten Beobachtung ein strukturierter Nachweis. Das Kulturgut oder die kulturelle Ausdrucksform wird in ein Register, eine Sammlung oder einen Katalog aufgenommen und mit strukturierten Metadaten beschrieben, damit es wiedergefunden, zugeordnet und verstanden werden kann. Dazu gehören z. B. Titel, Ort, Zeit, Technik, Funktion, beteiligte Personen und der kulturelle Kontext.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Akteure''': Registerverantwortliche, Kurator:innen, Sammlungsmitarbeitende, Community für Kontextinformationen.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Beispiel''': Das Osterei erhält einen Eintrag mit Angaben wie „Wachsbatik“, „Schleife“, „Osterei-Verzierung“, Name der Trägerin und Entstehungsjahr.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''3. Bewerten &amp;amp; freigeben''' &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
In diesem Schritt wird entschieden, ob und in welcher Priorität ein Kulturgut oder die kulturelle Ausdrucksform digitalisiert werden soll und ob dies rechtlich und ethisch möglich ist. Dabei spielen fachliche Kriterien wie Bedeutung, Repräsentativität, Seltenheit oder Gefährdung eine Rolle, aber auch Fragen des Urheberrechts, Datenschutzes und möglicher kultureller Sensibilitäten. Am Ende steht eine begründete Entscheidung, ob und in welchem Umfang das Kulturgut weiterbearbeitet und später veröffentlicht werden darf. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Akteure''': Kurator:innen, Fachgremien, Community-Vertretungen, Register/SKR, ggf. Rechteverantwortliche und Behörden. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Beispiel''': Es wird entschieden, dass die Osterei-Technik wegen ihrer Bedeutung für die sorbische Identität digital gesichert werden soll; die Kunsthandwerkerin stimmt der Veröffentlichung zu.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''4. Digitalisieren &amp;amp; prüfen''' &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Nun wird das Kulturgut technisch erfasst, also in eine digitale Form überführt. Das kann je nach Objektart durch Scan, Fotografie, Audio- oder Videoaufnahme oder 3D-Erfassung geschehen. Dabei entstehen hochwertige Master-Dateien und nutzbare Derivate. Die Digitalisierung folgt qualifizierten Standards, um Reproduzierbarkeit, Farbkonsistenz und Nutzbarkeit zu gewährleisten. Anschließend wird geprüft, ob Schärfe, Farbe, Vollständigkeit und Dateiformate den Anforderungen für Archivierung und Nutzung entsprechen. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Akteure''': Digitalisierungszentrum, Foto-/AV-/3D-Spezialist:innen, externe Dienstleister bei Spezialfällen. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Beispiel''': Das Osterei wird fotografisch hochauflösend aufgenommen und zusätzlich als 3D-Modell erfasst. Danach werden Schärfe, Farbe und Dateiformate geprüft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''5. Archivieren &amp;amp; sichern''' &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die entstandenen digitalen Dateien werden geordnet abgelegt, mit den zugehörigen Metadaten verknüpft und für die langfristige Erhaltung gesichert. Dazu gehören sichere Speicherorte, Backups, Integritätskontrollen und – wenn nötig – spätere technische Migration auf neue Systeme. Ziel ist, dass das digitale Kulturgut langfristig erhalten bleibt, auch wenn sich Technik und Formate verändern. Das Original bleibt in der Regel weiterhin am Sammlungs- oder Aufbewahrungsort. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Akteure''': Archiv, Repository, IT-Betrieb, ggf. Sorbisches Kulturarchiv bzw. Digitalisierungszentrum. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Beispiel''': Die Bilder und das 3D-Modell des Ostereis werden auf gesicherten Servern gespeichert; das Original bleibt im Museum oder bei der Eigentümerin.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''6. Präsentieren &amp;amp; nutzen''' &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Im letzten Schritt werden die digitalen Objekte so bereitgestellt, dass sie gefunden, verstanden und genutzt werden können, z. B. in Portalen, digitalen Sammlungen oder virtuellen Ausstellungen. Dafür reicht es nicht, nur Dateien anzuzeigen: Es braucht auch verständliche Kontexte, Rechteangaben, Mehrsprachigkeit und möglichst barrierearme Zugänge. So wird aus der technischen Digitalisierung eine tatsächliche kulturelle Nutzung. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Akteure''': Kurator:innen, Vermittlung, Web/IT, Museen, Kulturinformationen, Community. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Beispiel''': Das Osterei erscheint in einer Online-Ausstellung, kann herangezoomt oder als 3D-Modell gedreht werden und wird mit einem kurzen Text zur Technik erklärt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.4.3 Organisatorische Perspektive ===&lt;br /&gt;
Die folgende Abbildung ist entnommen aus einem Poster des Sorbischen Instituts zu dessen Digitalisierungsstrategie, gefunden auf der Projektseite des Digitalisierungszentrums.&amp;lt;ref&amp;gt;Sorbisches Institut: Digitalisierungszentrum (DZ). URL: [https://www.serbski-institut.de/projekte-zentrale-vorhaben/digitalisierungszentrum-dz/ https://www.serbski-institut.de/projekte-zentrale-vorhaben/digitalisierungszentrum-dz/], abgerufen am 25.03.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Digitalisierungsstrategie des Sorbischen Instituts zeigt die Erfassung, Registrierung, Digitalisierung und Archivierung bis zur Präsentation von Kulturgütern aus '''organisatorischer Sicht'''. Sie basiert auf einem '''3-Säulen-Modell aus Kulturregister, Digitalisierungszentrum und Präsentationsumgebung'''. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Dataja:Wobraz_K4.png|mini||center|600px|Abbildung: 3-Säulen-Modell der Digitalisierungsstrategie des Sorbischen Instituts. Quelle: Sorbisches Institut, „Digitalizacija serbskich kulturnych datow / Digitalisierung der sorbischen/wendischen Kulturdaten“&amp;lt;ref&amp;gt;Sorbisches Institut 2025: Digitalizacija serbskich kulturnych datow / Digitalisierung der sorbischen/wendischen Kulturdaten (Poster). URL:  [https://www.serbski-institut.de/wp-content/uploads/2021/11/A0-Druck_Digitalisierungsstrategie-SI.pdf  https://www.serbski-institut.de/wp-content/uploads/2021/11/A0-Druck_Digitalisierungsstrategie-SI.pdf], abgerufen am 25.03.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Beide Sichtweisen - die fachliche &amp;quot;Prozess-Sicht&amp;quot; und die &amp;quot;organisatorische Sicht&amp;quot; lassen sich wie folgt in einer Darstellung zusammenfassen:&lt;br /&gt;
[[Dataja:Wobraz_K5.jpg|mini||center|600px|Abbildung: Zusammengefasste Sichtweisen auf die Digitalisierung von Kulturerbe.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der &amp;quot;Prozess der Digitalisierung von Kulturerbe&amp;quot; beschreibt, '''was''' mit einem Kulturgut geschieht; das 3-Säulen-Modell zeigt, '''wo''' diese Aufgaben organisatorisch verortet sind. Bezogen auf die oben beschriebenen [[#2.3.2 Prozessschritte im Detail|Prozessschritte der Digitalisierung von Kulturerbe]] steht das '''Sorbische Kulturregister''' für den Prozessschritt „'''2. Registrieren'''“ und dient dabei vor allem der Verzeichnung und Metadatenverwaltung. Das '''Digitalisierungszentrum''' steht für die Prozessschritte „'''4. Digitalisieren'''“ und „'''5. Archivieren'''“ und dient dabei der technischen Erfassung, Bearbeitung und Sicherung der Digitalisate. Die '''Präsentationsumgebung''' steht für den Schritt „'''6. Präsentieren'''“ und dient der öffentlichen oder kuratierten Bereitstellung zur Nutzung. Ergänzende Konzepte des SI machen dabei deutlich, dass die Digitalisierung im Regelfall eine vorherige Verzeichnung im Register voraussetzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
! Prozessschritt&lt;br /&gt;
! Verantwortliche Organisation&lt;br /&gt;
! Funktion im Gesamtsystem&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''2. Registrieren'''&lt;br /&gt;
| '''Sorbisches Kulturregister'''&lt;br /&gt;
| Kulturgüter werden als Entitäten nachgewiesen, beschrieben, mit Metadaten versehen und miteinander verknüpft. Das Register erfüllt damit eine katalogähnliche Funktion: Es macht sichtbar, welche Kulturgüter es gibt, wo sie sich befinden und in welchem Kontext sie stehen.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''4. Digitalisieren'''&lt;br /&gt;
| '''Digitalisierungszentrum'''&lt;br /&gt;
| Kulturgüter werden technisch erfasst, z. B. durch Scan, Fotografie, Audio-/Videoübertragung oder 3D-Erfassung. Das Digitalisierungszentrum erzeugt und prüft die Digitalisate, ist aber nicht selbst primär ein Präsentationssystem.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''5. Archivieren'''&lt;br /&gt;
| '''Digitalisierungszentrum / Repositorium / Archiv'''&lt;br /&gt;
| Die digitalen Dateien werden geordnet gespeichert, mit Metadaten verbunden und langfristig gesichert. Dazu gehört auch die Sicherstellung der Langzeitaufbewahrung, etwa durch geeignete Speicherorte, Prüfroutinen und spätere Migrationen.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''6. Präsentieren'''&lt;br /&gt;
| '''Sorabicon / weitere Präsentationsumgebungen'''&lt;br /&gt;
| Die digitalen Inhalte werden für Nutzer:innen sichtbar, erfahrbar und verständlich gemacht, z. B. in Portalen, digitalen Sammlungen oder virtuellen Ausstellungen. Die Präsentation greift dafür auf Metadaten aus dem Register und auf Digitalisate aus dem Repositorium bzw. dem Digitalisierungszentrum zurück.&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Schritt '''1. Sammeln''' liegt vor diesen drei Säulen. Er betrifft die Sammlungsorte selbst, also z. B. Museen, Archive, Heimatstuben, Vereine, Projekte, Gemeinden oder Privatpersonen. Dort entstehen oder befinden sich die Kulturgüter zunächst, bevor sie systematisch registriert, bewertet oder digitalisiert werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Schritt '''3. Bewerten''' ist ebenfalls keine eigene technische Säule, sondern ein steuernder Entscheidungsschritt. In ihm wird geklärt, welche Kulturgüter priorisiert digitalisiert werden, welche fachliche Bedeutung sie haben, welche Rechte zu beachten sind und ob eine öffentliche Präsentation möglich ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Damit wird deutlich: Register, Digitalisierungszentrum und Präsentation erfüllen unterschiedliche Aufgaben. Das '''Register''' beschreibt und verknüpft Kulturgüter, das '''Digitalisierungszentrum''' erzeugt und sichert Digitalisate und die '''Präsentationsumgebung''' macht ausgewählte Inhalte verständlich zugänglich. Gerade diese Trennung schafft klare Zuständigkeiten und erleichtert die Zusammenarbeit zwischen Sammlungsorten, Fachstellen, technischen Dienstleistern und Öffentlichkeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== 2.5 Beispiele anderer Kulturen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Digitalisierung des Kulturerbes kleiner, autochthoner, indigener und sprachlicher Gemeinschaften weist häufig vergleichbare Herausforderungen auf: Kulturgüter und Bestände sind auf viele Institutionen, Vereine, lokale Einrichtungen und private Träger verteilt. Personelle und finanzielle Ressourcen sind begrenzt, mehrere Sprachen und Beschreibungstraditionen müssen berücksichtigt werden und nicht alle kulturellen Inhalte dürfen oder sollen ohne Einschränkung öffentlich zugänglich gemacht werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In einer vergleichenden Recherche wurde daher untersucht, wie andere Gemeinschaften und Regionen ihr Kulturerbe erfassen, beschreiben, digitalisieren, langfristig sichern und zur Nutzung bereitstellen. Dabei wurde nicht nach einer universell „idealen“ technischen Lösung gesucht. Untersucht wurde vielmehr, welche organisatorischen, technischen, rechtlichen und gemeinschaftlichen Modelle unter welchen Rahmenbedingungen funktionieren, welche Schwierigkeiten auftreten und welche übertragbaren Erfolgsfaktoren erkennbar sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die nachfolgenden Beispiele verdeutlichen unterschiedliche Schwerpunkte: gemeinschaftliche Steuerung, institutionsübergreifende Register und Suchsysteme, Digitalisierung verteilter Bestände, Sprach- und Tonarchive, abgestufte Zugänge, Unterstützung kleiner Kulturgutträger sowie die Überführung zeitlich begrenzter Projekte in einen dauerhaften Betrieb.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die daraus abgeleiteten Kriterien bilden einen Referenzrahmen. Anhand dieses Referenzrahmens kann in einer späteren Ist-Analyse geprüft werden, welche Funktionen bereits vorhanden, nur konzeptionell beschrieben, in Pilotprojekten erprobt oder dauerhaft im Regelbetrieb verankert sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die ausführlichen Fallprofile, Vergleichsmatrizen, Quellen sowie ein Hinweis zur KI-gestützten Erstellung befinden sich in der [[12.3.A1 Vergleichende Recherche – Digitalisierung des Kulturerbes anderer Kulturen und Regionen|ausführlichen Vergleichsrecherche]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.5.1 RomArchive – Digitales Archiv der Roma ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Roma und Sinti sind eine transnationale Minderheit, die in zahlreichen europäischen Staaten lebt. RomArchive wurde von 2015 bis 2019 mit 3,75 Millionen Euro durch die Kulturstiftung des Bundes gefördert. Weitere Unterstützer waren unter anderem die Bundeszentrale für politische Bildung, das Auswärtige Amt und das Goethe-Institut. Seit 2019 wird das Archiv durch das Dokumentations- und Kulturzentrum Deutscher Sinti und Roma in Heidelberg betrieben.&amp;lt;ref name=&amp;quot;vergleich_romarchive&amp;quot;&amp;gt;RomArchive o. J.: Frequently Asked Questions. URL: https://www.romarchive.eu/en/about/frequently-answered-questions/; Dokumentations- und Kulturzentrum Deutscher Sinti und Roma e. V. o. J.: Imprint. URL: https://www.romarchive.eu/en/imprint/; Kulturstiftung des Bundes o. J.: RomArchive. URL: https://www.kulturstiftung-des-bundes.de/en/programmes_projects/film_and_new_media/detail/romarchive.html, jeweils abgerufen am 20.07.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Archiv präsentiert Kunst, Geschichte und Kultur aus der Perspektive der Roma. Kuratorische Teams und Beirat waren überwiegend mit Angehörigen der Minderheit besetzt. Neben öffentlich zugänglichen Inhalten existiert ein internes Archiv mit beschränktem Forschungszugang. Besonders lehrreich ist der bereits zu Projektbeginn geplante und später tatsächlich vollzogene Übergang an einen dauerhaften Betreiber.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Erfolgsfaktoren und Learnings:''' &lt;br /&gt;
* Angehörige der Gemeinschaft sollten nicht nur Inhalte zuliefern, sondern festgelegte Entscheidungsrechte bei Auswahl, Beschreibung, Kontextualisierung und Zugangsregeln besitzen. &lt;br /&gt;
* Bereits zu Beginn einer Projektphase verbindlich klären, welche Institution das Register, Archiv oder Portal nach dem Ende der Förderung dauerhaft betreibt, pflegt und finanziert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.5.2 Nuohtti – Zugang zum Sámi-Kulturerbe ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Sámi sind ein indigenes Volk im nordeuropäischen Sápmi, das sich über Teile Norwegens, Schwedens, Finnlands und Russlands erstreckt. Viele historische Sámi-Materialien befinden sich außerhalb der Sámi-Institutionen in europäischen Archiven und Museen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nuohtti ist ein gemeinsamer Suchdienst für digitalisierte Sámi-Materialien. Er wurde von 2018 bis 2021 mit Mitteln des Programms Interreg Nord der EU (Europäische Union) entwickelt. Beteiligt waren unter anderem die Sámi-Archive der finnischen und norwegischen Nationalarchive, das schwedische Reichsarchiv und mehrere Universitäten. Die Sámi-Parlamente Finnlands, Norwegens und Schwedens waren in der Steuerungsgruppe vertreten. Der Dienst führte nach Projektangaben etwa 30.000 Datensätze aus 32 Institutionen zusammen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;vergleich_nuohtti&amp;quot;&amp;gt;Nuohtti o. J.: About Nuohtti. URL: https://nuohtti.com/Content/about; University of the Arctic 2023: The Nuohtti service provides digital access to Sámi material in European archives. URL: https://www.uarctic.org/news/2023/3/the-nuohtti-service-provides-digital-access-to-sami-material-in-european-archives/, jeweils abgerufen am 20.07.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nuohtti übernimmt nicht alle Bestände in ein einziges System. Stattdessen werden Metadaten, also strukturierte Beschreibungsdaten zu Objekten und Beständen, aus vorhandenen Einrichtungen zusammengeführt und mit mehrsprachiger Suche, Karte und Zeitleiste zugänglich gemacht. Ethische Hinweise machen darauf aufmerksam, dass viele Bestände unter historischen und teilweise kolonialen Bedingungen gesammelt und beschrieben wurden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Erfolgsfaktoren und Learnings:''' &lt;br /&gt;
* Ein gemeinsamer Zugang kann auch mit dezentraler Architektur der Bestände erfolgen – Originale, Dateien und Fachsysteme können beim Kulturgutträger verbleiben.&lt;br /&gt;
* Ein Register für Kulturdaten kann als übergreifende Nachweisschicht arbeiten: Größere Einrichtungen liefern Daten über technische Schnittstellen, während kleine Träger zentrale oder gemeinsam bereitgestellte Erfassungsdienste nutzen können. &lt;br /&gt;
* Historische Fremdbeschreibungen sollten ergänzt werden durch Selbstbezeichnungen, eigene Sprachformen, alternative Benennungen und Kontexte der betreffenden Gemeinschaft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.5.3 People’s Collection Wales / Casgliad y Werin Cymru ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wales ist ein Landesteil des Vereinigten Königreichs mit einer eigenständigen nationalen und walisischsprachigen Identität. People’s Collection Wales ist eine zweisprachige Plattform für institutionelles und gemeinschaftlich getragenes Kulturerbe. Sie wird als Verbund der National Library of Wales, des National Museum Wales und der Royal Commission on the Ancient and Historical Monuments of Wales betrieben und durch die walisische Regierung finanziert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Neben der technischen Plattform werden kostenlose Beratung und Schulungen zu Digitalisierung, Metadaten, Urheberrecht, Datenschutz und Oral History, also mündlich überlieferter und aufgezeichneter Geschichte, angeboten. Eine unabhängige Evaluation stellte Fortschritte bei der Zusammenarbeit und beim Kompetenzaufbau fest, benannte aber auch begrenzte Wirkungsnachweise, Finanzierungsrisiken und den hohen Personalaufwand für die Unterstützung der beteiligten Gemeinschaften.&amp;lt;ref name=&amp;quot;vergleich_wales&amp;quot;&amp;gt;Vittle, Kate / Haswell-Walls, Fran / Dixon, Tim; ERS Ltd. 2016: Evaluation of the Casgliad y Werin Cymru / People’s Collection Wales Digital Heritage Programme. Impact Report. URL: https://www.gov.wales/sites/default/files/publications/2019-08/evaluation-of-the-peoples-collection-wales-digital-heritage-programme-impact.pdf; People’s Collection Wales o. J.: Community Support. URL: https://www.peoplescollection.wales/about-us/community-support, jeweils abgerufen am 20.07.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Erfolgsfaktoren und Learnings:''' &lt;br /&gt;
* Kleine und ehrenamtlich betreute Sammlungen benötigen nicht nur technische Standards, sondern konkrete und dauerhaft verfügbare Dienstleistungen: Erstberatung, Schulung, Vorlagen, Unterstützung bei Rechtefragen, Qualitätskontrolle und persönliche Ansprechpartner. &lt;br /&gt;
* Ein Digitalisierungszentrum oder ein Verbund koordinierter Digitalisierungsdienste sollte daher als Service- und Kompetenzstruktur ausgestaltet werden und nicht lediglich als technische Produktionsstelle. &lt;br /&gt;
* Der dafür notwendige Beratungs- und Unterstützungsaufwand muss als dauerhafte Betriebsaufgabe eingeplant werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.5.4 Tobar an Dualchais / Kist o Riches ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schottisch-Gälisch ist eine Minderheitensprache, die vor allem in den Highlands und auf den schottischen Inseln gesprochen wird. Tobar an Dualchais macht mehr als 40.000 seit den 1930er Jahren entstandene Tonaufnahmen zugänglich. Die Bestände umfassen Erzählungen, Lieder, Musik, Gedichte und mündlich überliefertes Wissen auf Gälisch, Scots und Englisch. Ein bedeutender Teil der Originalbestände wird in den School of Scottish Studies Archives der Universität Edinburgh verwahrt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;vergleich_tobar&amp;quot;&amp;gt;University of Edinburgh 2024: Tobar an Dualchais / Kist o Riches. URL: https://gaelic.ed.ac.uk/gaelic-collections/tobar-an-dualchais-kist-o-riches; Scottish Government 2025: Rediscovering lost Gaelic words. URL: https://www.gov.scot/news/rediscovering-lost-gaelic-words/, jeweils abgerufen am 20.07.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Digitalisierung wird mit Verschriftlichung beziehungsweise Transkription, sprachlicher Erschließung, Freiwilligenarbeit und teilweise automatischer Spracherkennung verbunden. Das Projekt erhält wiederkehrende öffentliche Förderungen, muss Rechteklärung, Transkription und technische Weiterentwicklung jedoch dauerhaft fortsetzen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Erfolgsfaktoren und Learnings:''' &lt;br /&gt;
* Gefährdete Ton-, Film- und Videobestände müssen wegen Materialverfall, beschädigungsanfälliger Trägermaterialien und nicht mehr verfügbarer Wiedergabetechnik zeitlich priorisiert werden. &lt;br /&gt;
* Ein geeignetes Pilotprojekt kann Digitalisierung, Rechteklärung, Verschriftlichung, Übersetzung, Metadatenerfassung, Archivierung und Bildungsnutzung entlang einer vollständigen Prozesskette verbinden. &lt;br /&gt;
* Dadurch werden nicht nur einzelne Dateien erzeugt, sondern zugleich die notwendigen Standards, Zuständigkeiten und Aufwände erprobt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.5.5 Euskariana – Portal zum baskischen Kulturerbe ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Baskinnen und Basken leben in Gebieten Spaniens und Frankreichs. Euskariana ist das staatlich betriebene Kulturportal der Autonomen Gemeinschaft Baskenland in Spanien. Es wird durch die Digitale Bibliothek Euskadi betrieben und verbindet Daten der baskischen Regierung, der Provinzen, Kommunen, Universitäten sowie öffentlicher, kirchlicher und privater Einrichtungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Portal ist zugleich gemeinsamer Katalog und Zugang zu digitalen Objekten. Es kann Inhalte über ein eigenes Repositorium, also ein institutionell betriebenes digitales Ablage- und Erhaltungssystem, bereitstellen oder zu den Systemen der Partner verlinken. Verwendet werden internationale Standards wie Dublin Core als allgemeiner Metadatenstandard, METS (Metadata Encoding and Transmission Standard) zur Strukturierung und Übertragung digitaler Objekte, PREMIS (Preservation Metadata: Implementation Strategies) für Metadaten zur digitalen Langzeiterhaltung und ALTO (Analyzed Layout and Text Object) für erkannte Texte und Seitenlayouts. Die standardisierten Daten können unter anderem an Europeana weitergegeben werden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;vergleich_euskariana&amp;quot;&amp;gt;Gobierno Vasco / Biblioteca Digital de Euskadi o. J.: Acerca de Euskariana. URL: https://www.euskariana.euskadi.eus/euskadibib/es/help/about.do, abgerufen am 20.07.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Erfolgsfaktoren und Learnings:''' &lt;br /&gt;
* Unterschiedliche Kulturgutträger benötigen unterschiedliche Anschlussmöglichkeiten. &lt;br /&gt;
** Kleine Einrichtungen sollten Daten und gegebenenfalls Dateien in zentral bereitgestellten Diensten erfassen und verwalten können. &lt;br /&gt;
** Größere Institutionen sollten ihre vorhandenen Systeme über Datenexporte oder Programmierschnittstellen anbinden können. &lt;br /&gt;
* Dafür ist ein gemeinsamer, bewusst schlank gehaltener Metadatenkern erforderlich, der durch fach- und institutionsspezifische Angaben erweitert werden kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.5.6 Mukurtu und Plateau Peoples’ Web Portal ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mukurtu ist eine frei verfügbare Software für die gemeinschaftlich kontrollierte Verwaltung digitalen indigenen Kulturerbes. Das Plateau Peoples’ Web Portal verbindet acht indigene Nationen des nordwestlichen Plateaus der USA mit der Washington State University und mehreren Museen und Archiven. Stammesvertreter wählen und beschreiben die Inhalte; die Universität übernimmt wesentliche technische Betriebsaufgaben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mukurtu ermöglicht kulturelle Protokolle, also gemeinschaftlich festgelegte Regeln für Zugang und Nutzung, Traditional Knowledge Labels als Kennzeichnungen für überliefertes gemeinschaftliches Wissen sowie mehrere Beschreibungen zu demselben Objekt. Dadurch kann neben einer institutionellen Museumsbeschreibung eine Beschreibung der Herkunftsgemeinschaft stehen. Zugänge können von vollständig öffentlich bis streng beschränkt reichen. Mukurtu weist ausdrücklich darauf hin, dass die Plattform vor allem dem Zugang und der gemeinschaftlichen Verwaltung dient und ein gesondertes Konzept für Digitalisierung, Langzeiterhaltung, Personal und Finanzierung erforderlich bleibt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;vergleich_mukurtu&amp;quot;&amp;gt;Mukurtu CMS / Washington State University o. J.: About. URL: https://mukurtu.org/about/; Plateau Peoples’ Web Portal. URL: https://mukurtu.org/project/plateau-peoples-web-portal-showcase/, jeweils abgerufen am 20.07.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Erfolgsfaktoren und Learnings:''' &lt;br /&gt;
* Rechte und kulturelle Sensibilität müssen als Bestandteil des Datenmodells behandelt werden und dürfen nicht erst unmittelbar vor einer Veröffentlichung geprüft werden. &lt;br /&gt;
* Sinnvoll sind abgestufte Kategorien wie &lt;br /&gt;
** „nur Metadaten öffentlich“, &lt;br /&gt;
** „öffentliches Nutzungsdigitalisat“, &lt;br /&gt;
** „Zugang nach Rücksprache“, &lt;br /&gt;
** „beschränkter Gemeinschafts- oder Forschungszugang“, &lt;br /&gt;
** „zeitlich gesperrt“ und &lt;br /&gt;
** „nicht zugänglich“. &lt;br /&gt;
* Mehrere Beschreibungen zu demselben Objekt ermöglichen es außerdem, institutionelle Überlieferung und Selbstbeschreibung nebeneinander nachvollziehbar zu dokumentieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.5.7 Indigitization – zentrale Unterstützung für dezentrale Digitalisierung ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Indigitization unterstützt First Nations und weitere indigene Gemeinschaften in British Columbia in Kanada. Das Programm wird gemeinsam von indigenen Organisationen, Bibliotheken, Archiven und Hochschulen getragen. Es stellt einen Werkzeugkasten, Schulungen, Musterunterlagen, technische Beratung und Förderhilfen bereit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von 2013 bis 2019 wurden drei Pilotprojekte und 45 weitere Projekte gefördert. Dabei wurden mehr als 11.000 Audiokassetten digitalisiert. Die Digitalisierung erfolgte in den Gemeinschaften; eine allgemeine Veröffentlichung war nicht zwingend. Das frühere Förderprogramm für Audiokassetten befindet sich inzwischen allerdings in einer Pause.&amp;lt;ref name=&amp;quot;vergleich_indigitization&amp;quot;&amp;gt;Indigitization o. J.: About Us. URL: https://www.indigitization.ca/about-2/; Indigitization Toolkit. URL: https://www.indigitization.ca/toolkit/; Audio Cassette Digitization Grant. URL: https://www.indigitization.ca/funding/audio-cassette-grant/, jeweils abgerufen am 20.07.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Erfolgsfaktoren und Learnings:''' &lt;br /&gt;
* Zentral bereitgestellte Kompetenz lässt sich mit dezentraler Verantwortung verbinden. &lt;br /&gt;
* Ein Digitalisierungszentrum oder ein Verbund gemeinsamer Dienste kann Schulungen, Leih- und Mobiltechnik, Qualitätsprüfung, Rahmenverträge, Musterunterlagen, Beratung und Kleinprojektförderung anbieten. &lt;br /&gt;
* Originale, lokales Wissen und kulturelle Beziehungen können grundsätzlich bei den jeweiligen Kulturgutträgern verbleiben. &lt;br /&gt;
* Damit nach Abschluss einzelner Digitalisierungsprojekte keine ungesicherten Dateien zurückbleiben, sollte jedoch von Beginn an ein gemeinsames oder verbindlich angebundenes Repositorium beziehungsweise digitales Archiv vorgesehen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.5.8 Zusammenfassungen der Beispiele anderer Kulturen im Anhang ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tabellarische Übersichten und Zusammenfassungen aller untersuchten Beispiele anderer Kulturen und Regionen befinden sich im Anhang [[12.3.A1 Vergleichende Recherche – Digitalisierung des Kulturerbes anderer Kulturen und Regionen#E. Vergleichsmatrix|in Abschnitt E. Vergleichsmatrix]] unter &lt;br /&gt;
* [[12.3.A1 Vergleichende Recherche – Digitalisierung des Kulturerbes anderer Kulturen und Regionen#E.1 Funktionen, Architektur und Standards|E.1 Funktionen, Architektur und Standards]] und&lt;br /&gt;
* [[12.3.A1 Vergleichende Recherche – Digitalisierung des Kulturerbes anderer Kulturen und Regionen#E.2 Governance, Finanzierung, Erfolg und Übertragbarkeit|E.2 Governance, Finanzierung, Erfolg und Übertragbarkeit]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Zusammenfassung der übergreifenden Erfolgsfaktoren aus den Beispielen befindet sich im Anhang [[12.3.A1 Vergleichende Recherche – Digitalisierung des Kulturerbes anderer Kulturen und Regionen#F. Übergreifende Erfolgsfaktoren|in Abschnitt F. Übergreifende Erfolgsfaktoren]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.5.9 Was sich aus den Beispielen ableiten lässt ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus den untersuchten Beispielen lässt sich kein einzelnes Projekt und kein bestimmtes Softwaresystem ableiten, das unverändert übernommen werden könnte. Wiederkehrend zeigen sich jedoch '''vier notwendige Funktionen, drei übergreifende Erfolgsbedingungen und zwei grundlegende Umsetzungsprinzipien'''. Sie bilden einen kompakten Orientierungsrahmen für die Digitalisierung von Kulturerbe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Vier Kernfunktionen – was muss dauerhaft geleistet werden? ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Damit die Digitalisierung nicht bei einzelnen Digitalisaten oder einem Präsentationsportal stehen bleibt, müssen vier Kernfunktionen verlässlich abgedeckt und miteinander verbunden werden:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot; style=&amp;quot;width:100%;&amp;quot;&lt;br /&gt;
! Kernfunktion&lt;br /&gt;
! Kernfrage&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''1. Register für Kulturdaten'''&lt;br /&gt;
| '''Was ist vorhanden und was sollte prioritär bearbeitet werden?''' – Kulturgüter und Bestände nachweisen, beschreiben, verknüpfen und ihren Digitalisierungs- und Rechtezustand erfassen.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''2. Digitalisierungszentrum / Digitalisierungsdienste'''&lt;br /&gt;
| '''Wie wird qualitätsgesichert digitalisiert?''' – Kulturgutträger beraten, Digitalisierung vorbereiten oder durchführen, Qualität sichern und die Übergabe vorbereiten.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''3. Repositorium / digitales Langzeitarchiv'''&lt;br /&gt;
| '''Wie bleibt das digitale Kulturerbe dauerhaft erhalten?''' – Masterdateien und Metadaten sicher übernehmen, erhalten, sichern und bei technischen Veränderungen migrieren.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''4. Präsentations- und Nutzungssysteme'''&lt;br /&gt;
| '''Wie wird das Kulturerbe gefunden, verstanden und genutzt?''' – freigegebene Inhalte mehrsprachig vermitteln und für Bildung, Forschung und kulturelle Nachnutzung bereitstellen.&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die vier Funktionen bedeuten nicht zwingend vier Einrichtungen oder vier technische Systeme. Entscheidend ist, dass alle Funktionen abgedeckt, ihre Zuständigkeiten geklärt und ihre Übergaben zuverlässig organisiert sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Drei Erfolgsbedingungen – was gilt für alle Kernfunktionen? ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
# '''Gemeinsam entscheiden und Rechte abgestuft regeln:''' &lt;br /&gt;
#* Angehörige der betreffenden Gemeinschaft und die Kulturgutträger sollten nachvollziehbare Entscheidungsrechte bei Auswahl, Beschreibung, Priorisierung und Veröffentlichung besitzen. &lt;br /&gt;
#* Zugänge sollten abgestuft sein, beispielsweise auch &amp;quot;ausschließlich Metadaten&amp;quot;, &amp;quot;Zugang nach Rücksprache&amp;quot; oder &amp;quot;beschränkte Gemeinschafts- und Forschungszugänge&amp;quot; ermöglichen. &lt;br /&gt;
#* Rechtliche Zulässigkeit und kulturelle Angemessenheit sind dabei getrennt zu betrachten. &lt;br /&gt;
#* Selbstbezeichnungen und eigene kulturelle Perspektiven sollten historische Fremdbeschreibungen ergänzen können.&amp;lt;br&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
# '''Gemeinsame Standards, Mehrsprachigkeit und technische Anschlussfähigkeit sichern:''' &lt;br /&gt;
#* Ein bewusst schlanker gemeinsamer Metadatenkern, Qualitätsstandards und geregelte Datenübergaben ermöglichen die Zusammenarbeit unterschiedlicher Einrichtungen. Zusätzlich können fach- oder institutionsspezifische Metadatensätze genutzt werden.&lt;br /&gt;
#* Sprachen und Sprachvarianten müssen als eigenständige Datenwerte berücksichtigt werden, bspw. bei Metadaten, Beschreibungen usw. &lt;br /&gt;
#* Kleine Träger benötigen einfache zentrale Erfassungsmöglichkeiten, z. B. per Weboberfläche, größere Institutionen Schnittstellen oder Datenexporte aus ihren vorhandenen Systemen.&amp;lt;br&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
# '''Dauerhafte Verantwortung und Finanzierung sichern:''' &lt;br /&gt;
#* Bereits beim Aufbau muss feststehen, wer Register, Digitalisierungsdienste, Repositorium und Präsentationssystem nach einer Projektförderung dauerhaft betreibt. &lt;br /&gt;
#* Neben einmaligen Projektmitteln müssen deshalb auch Personal, Beratung, Datenpflege, Speicher, Softwarepflege, Sicherung und spätere technische Erneuerungen dauerhaft finanziert werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Zwei Umsetzungsprinzipien – wie sollte vorgegangen werden? ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
# '''Priorisieren, die vollständige Kette pilotieren, dann skalieren:''' &lt;br /&gt;
#* Nicht alles muss gleichzeitig digitalisiert werden. Besonders gefährdete oder kulturell bedeutsame Bestände sollten priorisiert werden. &lt;br /&gt;
#* Pilotprojekte sollten möglichst den gesamten Weg von der Erfassung und Rechteklärung über die Digitalisierung bis zur Archivierung und Nutzung durchlaufen. Dabei werden Standards, Zuständigkeiten, Kosten und tatsächliche Nutzung erprobt. &lt;br /&gt;
#* Erst auf dieser Grundlage sollte in größerem Umfang skaliert werden.&amp;lt;br&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
# '''Zentral ermöglichen, dezentral verantworten:''' &lt;br /&gt;
#* Zentrale Stellen können Infrastruktur, Beratung, Schulung, Digitalisierungstechnik, Qualitätskontrolle, Rechtehilfe und Langzeiterhaltung bereitstellen. &lt;br /&gt;
#* Originale, lokales Wissen, kulturelle Beziehungen und wesentliche inhaltliche Entscheidungen können gleichzeitig bei den jeweiligen Kulturgutträgern verbleiben. &lt;br /&gt;
#* Zentralisierung von Diensten und dezentrale kulturelle Verantwortung sind damit keine Gegensätze, sondern können sich gegenseitig ergänzen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Für die Reihenfolge ergibt sich daraus:''' &lt;br /&gt;
# Zuerst Entscheidungsrechte, Standards, Betreiber und Finanzierung ausreichend klären; &lt;br /&gt;
# anschließend mit ausgewählten Beständen die vollständige Prozesskette erproben und die Unterstützungsstrukturen aufbauen; &lt;br /&gt;
# auf dieser Grundlage Digitalisierung, Präsentation und Nachnutzung schrittweise verbreitern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Präsentation und Nutzung sind dabei nicht von geringerer Bedeutung und sollten bereits Bestandteil der Pilotprojekte sein. '''Später erfolgt nicht die Nutzung selbst, sondern deren breiter Ausbau.'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weiterführende '''Hinweise und Empfehlungen zu einem möglichen Vorgehen sowie zeitlichen und inhaltlichen Prioritäten''' befinden sich im Anhang [[12.3.A1 Vergleichende Recherche – Digitalisierung des Kulturerbes anderer Kulturen und Regionen#G.2 Was zentral, dezentral und gemeinsam organisiert werden sollte|im Abschnitt &amp;quot;Priorisierte Schlussfolgerung&amp;quot; von G2 bis G9]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein ausführliches '''Prüfraster zur Bewertung des jeweiligen Entwicklungsstandes''' befindet sich [[12.3.A2 Prüfraster zur Bewertung des Entwicklungsstandes beim Aufbau der Digitalisierung des Kulturerbes|im Anhang 2 &amp;quot;Prüfraster zur Bewertung des Entwicklungsstandes&amp;quot;]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= 3. Ist-Analyse der Digitalisierung des sorbischen Kulturerbes =&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der [[#2 Ist-Analyse „Digitalisierung von Kulturerbe“|vorangegangene Abschnitt 2]] hat beschrieben, was zur Digitalisierung von Kulturerbe gehört, welche Aufgaben dabei dauerhaft erfüllt werden müssen und wie andere Gemeinschaften und Regionen diese Aufgaben lösen. Dieser Abschnitt richtet den Blick auf die sorbische Situation. Er geht der Frage nach, wie gut die sorbische Kulturerbelandschaft heute organisatorisch, technisch und personell aufgestellt ist, um ihr materielles, immaterielles und digitales Kulturerbe institutionsübergreifend zu erfassen, zu digitalisieren, dauerhaft zu erhalten und zugänglich zu machen – und wo vorrangiger Handlungsbedarf besteht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Analyse gliedert sich in fünf Teile:&lt;br /&gt;
* '''Akteure und Rollen''' – wer sorbisches Kulturerbe bewahrt und welche Aufgaben die Akteure bei seiner Digitalisierung übernehmen, vom Sammeln bis zur Finanzierung und Koordination.&lt;br /&gt;
* '''Bestände und Digitalisierungsbedarf''' – welche Kulturgüter es gibt, wie weit sie erfasst und digitalisiert sind und welche vorrangig gesichert werden müssen.&lt;br /&gt;
* '''Vorhaben und Systeme''' – welche Projekte und Angebote die [[#2.3.2 Vier Kernfunktionen|vier Kernfunktionen]] Nachweisen, Digitalisieren, langfristig Erhalten und Zugänglichmachen bereits abdecken.&lt;br /&gt;
* '''Zusammenarbeit und dauerhafter Betrieb''' – wie Steuerung und Zusammenarbeit (Governance) organisiert sind: Zuständigkeiten, Standards, Rechte und Finanzierung.&lt;br /&gt;
* '''Gesamtbewertung''' – was bereits funktioniert, wo die entscheidenden Lücken liegen und welche zuerst geschlossen werden sollten, als Grundlage für die anschließenden Maßnahmen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== 3.1 Akteure, Bestände und Bedarfe ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;background-color:#eef5fb;border-left:4px solid #5b9bd5;padding:0.7em 1em;margin:1em 0;&amp;quot;&amp;gt;'''Leitfrage:''' Wer trägt oder nutzt sorbisches Kulturerbe, welche Bestände gibt es und welche haben hohen Handlungsbedarf und welche Unterstützung wird benötigt?&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In einem ersten Schritt wird erhoben, &lt;br /&gt;
* wer sorbisches Kulturerbe bewahrt, bearbeitet, digitalisiert, erschließt, finanziert oder nutzt und &lt;br /&gt;
* welche konkreten Bedarfe bei diesen Akteuren bestehen. &lt;br /&gt;
Dieser Abschnitt ist vor allem eine strukturierte Ist-Aufnahme. Zur Analyse wird er dort, wo Bedarfe zusammengeführt, Dringlichkeiten bewertet und erkennbare Versorgungslücken beschrieben werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.1.1 Akteure, Rollen und betreute Bestände ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;background-color:#eef5fb;border-left:4px solid #5b9bd5;padding:0.7em 1em;margin:1em 0;&amp;quot;&amp;gt;'''Leitfrage:''' Welche Akteure sind beteiligt, welche Bestände oder kulturellen Praktiken betreuen sie und welche Aufgaben übernehmen sie bereits?&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Relevante Kulturgutträger - &amp;lt;mark&amp;gt;Kurzdefinition, oder oben&amp;lt;/mark&amp;gt; - können neben Institutionen auch kleinere Vereine, Heimatstuben, kirchliche Einrichtungen, Gemeinden, ehrenamtlich Tätige und private Sammler sein. Neben dem Einrichtungstyp sollte deshalb insbesondere betrachtet werden, welche Rolle ein Akteur innerhalb der Digitalisierung des Kulturerbes tatsächlich übernimmt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Insbesondere erfassen/prüfen:&lt;br /&gt;
* Wer sind relevante sorbische und nicht-sorbische Institutionen, Einrichtungen, Vereine, Gemeinden, kirchliche Träger, Initiativen und private Kulturgutträger?&lt;br /&gt;
* nach Einrichtungstyp und Trägerschaft klassifizieren&lt;br /&gt;
* zusätzlich nach Rollen innerhalb der Digitalisierung unterscheiden, beispielsweise:&lt;br /&gt;
** Kulturgut bewahren und verwalten,&lt;br /&gt;
** Kulturgut fachlich beschreiben und kontextualisieren,&lt;br /&gt;
** Kulturgüter digitalisieren,&lt;br /&gt;
** Daten und Digitalisate dauerhaft erhalten,&lt;br /&gt;
** Inhalte präsentieren und vermitteln,&lt;br /&gt;
** technische Infrastruktur betreiben,&lt;br /&gt;
** beraten und unterstützen,&lt;br /&gt;
** finanzieren, koordinieren oder strategisch steuern&lt;br /&gt;
* betreute Kulturgut- und Bestandsarten erfassen&lt;br /&gt;
* materielles, immaterielles und bereits digitales Kulturerbe berücksichtigen&lt;br /&gt;
* Ober- und Niedersorbisch sowie regionale beziehungsweise institutionelle Unterschiede berücksichtigen&lt;br /&gt;
* vorhandene Zuständigkeiten, Kompetenzen und Überschneidungen zwischen Akteuren sichtbar machen&lt;br /&gt;
* ermitteln, welche kleineren oder privaten Sammlungen bislang kaum oder nicht systematisch erfasst sind&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mögliches Ergebnis: kompakte Übersicht über Akteure oder Matrix aus Akteur, Trägerschaft, Rolle, betreuten Beständen und vorhandenen Digitalisierungsaktivitäten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.1.2 Bedarfe und Dringlichkeiten ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;background-color:#eef5fb;border-left:4px solid #5b9bd5;padding:0.7em 1em;margin:1em 0;&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Leitfrage:''' Welche Unterstützung benötigen die Kulturgutträger und welche Bedarfe sollten (+aus welchen Gründen) vorrangig bearbeitet werden?&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die bei Kulturgutträgern bestehenden Bedarfe sollten zunächst möglichst vollständig erhoben und anschließend zusammengeführt und eingeordnet werden. Dabei ist zwischen &amp;quot;von Akteuren ausdrücklich genannten Bedarfen&amp;quot; und &amp;quot;aus der Analyse zusätzlich abgeleiteten Bedarfen&amp;quot; zu unterscheiden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die weitere Erhebung und Analyse insbesondere zu prüfen:&lt;br /&gt;
* vorhandene Bedarfserhebungen, Gesprächsprotokolle und bisherige Tabellen zusammenführen&lt;br /&gt;
* Bedarfe möglichst den vier Kernfunktionen zuordnen:&lt;br /&gt;
** Nachweisen, beschreiben und verknüpfen,&lt;br /&gt;
** Digitalisieren und Qualität sichern,&lt;br /&gt;
** langfristig erhalten,&lt;br /&gt;
** zugänglich machen und Nutzung ermöglichen;&lt;br /&gt;
* zusätzlich übergreifende Bedarfe erfassen, beispielsweise:&lt;br /&gt;
** Personal und Fachkompetenz,&lt;br /&gt;
** Beratung und Schulung,&lt;br /&gt;
** Finanzierung,&lt;br /&gt;
** Rechteklärung und Datenschutz,&lt;br /&gt;
** Metadaten und gemeinsame Standards,&lt;br /&gt;
** technische Infrastruktur;&lt;br /&gt;
* Dringlichkeit anhand nachvollziehbarer Kriterien beurteilen, beispielsweise:&lt;br /&gt;
** drohender Verlust oder Materialverfall,&lt;br /&gt;
** fehlende personelle Nachfolge,&lt;br /&gt;
** gefährdete oder unbekannte Bestände,&lt;br /&gt;
** blockierende Abhängigkeit für weitere Digitalisierungsschritte,&lt;br /&gt;
** kulturelle oder sprachliche Bedeutung,&lt;br /&gt;
** erwartete Nutzung für Bildung, Forschung oder Öffentlichkeit&lt;br /&gt;
* unterscheiden zwischen Einzelfallbedarf und strukturellem Bedarf mehrerer Kulturgutträger&lt;br /&gt;
* soweit möglich erfassen, welche Bedarfe bereits durch bestehende Angebote abgedeckt werden und welche bislang offenbleiben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mögliches Ergebnis: priorisierte beziehungsweise nach Dringlichkeit geordnete Bedarfsübersicht mit Zuordnung zu Akteursgruppen und Kernfunktionen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== 3.2 Ist-Stand der vier Kernfunktionen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;background-color:#eef5fb;border-left:4px solid #5b9bd5;padding:0.7em 1em;margin:1em 0;&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Leitfrage:''' Welche Kernfunktionen werden durch bestehende Angebote / Dienste und Projekte bereits erfüllt – für welche Bestände, Akteure und Nutzungszwecke?&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Den Schwerpunkt der Ist-Analyse bildet die Frage, '''in welchem Umfang''' die vier zuvor bestimmten Kernfunktionen der Kulturerbe-Digitalisierung im sorbischen Kontext bereits erfüllt werden. Dabei reicht es nicht aus festzustellen, dass ein Projekt, eine Institution oder ein technisches System existiert. Zu prüfen ist vielmehr, welche Leistung tatsächlich verfügbar ist, welche Kulturgutträger und Bestände sie erreicht und welche Lücken verbleiben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für jede Kernfunktion sollte möglichst nach einer einheitlichen Logik untersucht werden:&lt;br /&gt;
* vorhandene Angebote, Systeme und Projekte&lt;br /&gt;
* verantwortliche Betreiber beziehungsweise Akteure&lt;br /&gt;
* Entwicklungs- und Betriebsstand&lt;br /&gt;
* erreichte Kulturgutträger, Bestände und Kulturgutarten&lt;br /&gt;
* abgedeckte Bedarfe&lt;br /&gt;
* technische und organisatorische Anschlussmöglichkeiten&lt;br /&gt;
* erkennbare Lücken, Risiken und offene Fragen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.2.1 Nachweisen, beschreiben und verknüpfen ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;background-color:#eef5fb;border-left:4px solid #5b9bd5;padding:0.7em 1em;margin:1em 0;&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Leitfrage:''' Wie vollständig und nutzbar werden sorbische Kulturgüter und Bestände heute nachgewiesen, beschrieben und miteinander verknüpft?&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die weitere Erhebung und Analyse insbesondere zu prüfen:&lt;br /&gt;
* Stand und tatsächlicher Funktionsumfang des Sorbischen/Wendischen Kulturregisters&lt;br /&gt;
* vorhandene institutionelle Kataloge, Inventare, Datenbanken und lokale Verzeichnisse&lt;br /&gt;
* welche Kulturgutarten, Einrichtungen und Regionen bereits erfasst sind&lt;br /&gt;
* welche Bestände bislang nur lokal, analog oder überhaupt nicht systematisch nachgewiesen werden&lt;br /&gt;
* verwendete Metadaten, Identifikatoren und Normdaten&lt;br /&gt;
* Möglichkeiten zur Übernahme beziehungsweise Verknüpfung bestehender Daten&lt;br /&gt;
* Anschlussmöglichkeiten:&lt;br /&gt;
** direkte Erfassung kleinerer Träger,&lt;br /&gt;
** Datenimport beziehungsweise Schnittstellen größerer Einrichtungen&lt;br /&gt;
* Mehrsprachigkeit und Umgang mit ober- und niedersorbischen Bezeichnungen&lt;br /&gt;
* Verhältnis zwischen institutionellen Beschreibungen, historischen Fremdbezeichnungen und sorbischen beziehungsweise lokalen Selbstbezeichnungen&lt;br /&gt;
* vorhandene Funktionen für Digitalisierungsstatus, Rechteinformationen und Priorisierung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.2.2 Digitalisieren und Qualität sichern ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;background-color:#eef5fb;border-left:4px solid #5b9bd5;padding:0.7em 1em;margin:1em 0;&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Leitfrage:''' Welche Kulturgüter können heute in welcher Qualität und Kapazität digitalisiert werden, und welche Kulturgutträger können diese Leistungen tatsächlich nutzen?&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die weitere Erhebung und Analyse insbesondere zu prüfen:&lt;br /&gt;
* aktueller Stand des Digitalisierungszentrums und weiterer Digitalisierungsangebote&lt;br /&gt;
* verfügbare technische Verfahren für unterschiedliche Kulturgutarten, beispielsweise:&lt;br /&gt;
** Schriftgut,&lt;br /&gt;
** Fotografien,&lt;br /&gt;
** Bücher und Zeitschriften,&lt;br /&gt;
** Tonaufnahmen,&lt;br /&gt;
** Film und Video,&lt;br /&gt;
** dreidimensionale Objekte&lt;br /&gt;
* stationäre, mobile und extern vergebene Digitalisierung&lt;br /&gt;
* vorhandene Kapazitäten und erkennbare Engpässe&lt;br /&gt;
* Zugangsmöglichkeiten für kleine und ehrenamtlich arbeitende Kulturgutträger&lt;br /&gt;
* Beratung vor der Digitalisierung&lt;br /&gt;
* Anforderungen an Vorbereitung, Metadaten und Rechteklärung&lt;br /&gt;
* vorhandene Qualitätsstandards und Qualitätskontrolle&lt;br /&gt;
* Unterstützung bei Ausschreibung beziehungsweise Beauftragung externer Dienstleister&lt;br /&gt;
* bisherige Digitalisierungsprojekte und deren Ergebnisse&lt;br /&gt;
* besonders gefährdete Bestände, für die kurzfristig Digitalisierungskapazität benötigt wird&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.2.3 Langfristig erhalten ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;background-color:#eef5fb;border-left:4px solid #5b9bd5;padding:0.7em 1em;margin:1em 0;&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Leitfrage:''' Für welche digitalen Bestände ist die langfristige Erhaltung organisatorisch und technisch tatsächlich abgesichert? &amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die weitere Erhebung und Analyse insbesondere zu prüfen:&lt;br /&gt;
* vorhandene Repositorien, digitale Archive und Speicherlösungen&lt;br /&gt;
* welche Einrichtungen bereits Digitalisate dauerhaft übernehmen können&lt;br /&gt;
* welche Digitalisate derzeit lediglich lokal oder projektbezogen gespeichert werden&lt;br /&gt;
* Unterschied zwischen:&lt;br /&gt;
** Ablage beziehungsweise Speicherung,&lt;br /&gt;
** Datensicherung,&lt;br /&gt;
** institutionellem Repositorium,&lt;br /&gt;
** digitaler Langzeiterhaltung;&lt;br /&gt;
* Verantwortlichkeiten für Übernahme, Erhaltung und spätere Datenmigration&lt;br /&gt;
* verwendete Master- und Nutzungsdateien&lt;br /&gt;
* Sicherungskopien, Prüfsummen und Wiederherstellungsverfahren&lt;br /&gt;
* verwendete beziehungsweise vorgesehene Erhaltungsmetadaten&lt;br /&gt;
* Möglichkeiten für kleinere Kulturgutträger, ihre Digitalisate an ein geeignetes Repositorium zu übergeben&lt;br /&gt;
* vorhandene Schnittstellen zwischen Digitalisierung und Repositorium&lt;br /&gt;
* organisatorische und finanzielle Absicherung des langfristigen Betriebs&lt;br /&gt;
* Digitalisate beziehungsweise Projekte identifizieren, deren dauerhafte Erhaltung derzeit ungeklärt ist&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.2.4 Zugänglich machen und Nutzung ermöglichen ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;background-color:#eef5fb;border-left:4px solid #5b9bd5;padding:0.7em 1em;margin:1em 0;&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Leitfrage:''' Welche digitalisierten Inhalte sind für welche Zielgruppen auffindbar, verständlich und im rechtlich beziehungsweise kulturell zulässigen Umfang nutzbar?&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die weitere Erhebung und Analyse insbesondere zu prüfen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* vorhandene Präsentations- und Nutzungssysteme, Portale und Online-Ausstellungen&lt;br /&gt;
* Funktion und Entwicklungsstand von Sorabicon sowie weiteren relevanten Angeboten&lt;br /&gt;
* welche Kulturgüter und Bestände bereits öffentlich zugänglich sind&lt;br /&gt;
* welche Zielgruppen angesprochen werden:&lt;br /&gt;
** Öffentlichkeit,&lt;br /&gt;
** Bildung,&lt;br /&gt;
** Forschung,&lt;br /&gt;
** sorbische Gemeinschaft,&lt;br /&gt;
** Tourismus und Kulturvermittlung;&lt;br /&gt;
* Ober- und Niedersorbisch sowie weitere benötigte Sprachen in Oberfläche, Metadaten und Inhalten&lt;br /&gt;
* Qualität der Kontextualisierung und Vermittlung&lt;br /&gt;
* Möglichkeiten für:&lt;br /&gt;
** Download,&lt;br /&gt;
** Zitation,&lt;br /&gt;
** Datenexport,&lt;br /&gt;
** Programmierschnittstellen,&lt;br /&gt;
** wissenschaftliche und kreative Nachnutzung&lt;br /&gt;
* Rechte- und Lizenzinformationen&lt;br /&gt;
* abgestufte Zugangsmöglichkeiten für sensible beziehungsweise eingeschränkt zugängliche Inhalte&lt;br /&gt;
* Barrierefreiheit beziehungsweise Barrierearmut&lt;br /&gt;
* Aktualisierung und Pflege präsentierter Inhalte&lt;br /&gt;
* soweit verfügbar tatsächliche Nutzung, Reichweite und Nachnutzung erfassen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.2.5 Zusammenspiel der Kernfunktionen in bestehenden Projekten ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;background-color:#eef5fb;border-left:4px solid #5b9bd5;padding:0.7em 1em;margin:1em 0;&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Leitfrage:''' Bei welchen bestehenden Vorhaben funktioniert der Weg vom Kulturgut über Erfassung und Digitalisierung bis zur langfristigen Erhaltung und Nutzung bereits durchgängig – und an welchen Übergängen bestehen Lücken?&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Neben dem Stand der einzelnen Kernfunktionen ist zu prüfen, '''ob diese auch tatsächlich zu einer durchgängigen Prozesskette verbunden sind'''. Ein vorhandenes Register, ein Digitalisierungszentrum, ein Repositorium und ein Präsentationsportal ergeben noch nicht automatisch einen funktionierenden Gesamtprozess.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die weitere Erhebung und Analyse insbesondere zu prüfen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* geeignete bestehende Projekte beziehungsweise Pilotvorhaben auswählen&lt;br /&gt;
* für diese Projekte die vollständige Prozesskette nachvollziehen:&lt;br /&gt;
** Erfassen,&lt;br /&gt;
** Registrieren,&lt;br /&gt;
** Bewerten und priorisieren,&lt;br /&gt;
** Digitalisieren,&lt;br /&gt;
** Archivieren beziehungsweise langfristig erhalten,&lt;br /&gt;
** Präsentieren und nachnutzen;&lt;br /&gt;
* untersuchen, welche Systeme und Akteure an den Übergaben beteiligt sind&lt;br /&gt;
* prüfen, ob Metadaten gemeinsam mit den Dateien weitergegeben werden&lt;br /&gt;
* prüfen, ob Rechte- und Zugangsangaben entlang der Prozesskette erhalten bleiben&lt;br /&gt;
* vorhandene manuelle Medienbrüche beziehungsweise Mehrfacherfassungen identifizieren&lt;br /&gt;
* unklare Zuständigkeiten und Übergabepunkte sichtbar machen&lt;br /&gt;
* positive Beispiele für bereits funktionierende Prozessketten dokumentieren&lt;br /&gt;
* aus Pilotprojekten bekannte Aufwände, Engpässe und Lernerfahrungen aufnehmen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== 3.3 Gemeinsame Regeln, Zusammenarbeit und dauerhafter Betrieb ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;background-color:#eef5fb;border-left:4px solid #5b9bd5;padding:0.7em 1em;margin:1em 0;&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Leitfrage:''' Sind die übergreifenden Voraussetzungen vorhanden, damit die einzelnen Angebote gemeinsam, verlässlich und dauerhaft funktionieren?&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Neben den einzelnen Kernfunktionen ist zu prüfen, ob '''gemeinsame organisatorische und fachliche Voraussetzungen''' vorhanden sind, damit die verschiedenen Angebote zusammenarbeiten und dauerhaft betrieben werden können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieser Abschnitt soll keine allgemeine oder abstrakte Governance-Analyse darstellen. Untersucht werden nur solche übergreifenden Fragen, die konkrete Auswirkungen auf die Digitalisierung des Kulturerbes und die spätere Ableitung von Maßnahmen haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.3.1 Zuständigkeiten, Beteiligung und Freigaben ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;background-color:#eef5fb;border-left:4px solid #5b9bd5;padding:0.7em 1em;margin:1em 0;&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Leitfrage:''' Wer entscheidet verbindlich über Auswahl, Priorisierung, Beschreibung, Digitalisierung, Veröffentlichung und Zugang, und wie sind die Kulturgutträger dabei beteiligt?&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
''Für die weitere Erhebung und Analyse insbesondere zu prüfen:''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* formelle und informelle Zuständigkeiten der beteiligten Institutionen&lt;br /&gt;
* Entscheidungsrechte bei Auswahl und Priorisierung von Beständen&lt;br /&gt;
* Verantwortlichkeiten für Rechteklärung und Veröffentlichung&lt;br /&gt;
* Beteiligung der jeweiligen Kulturgutträger&lt;br /&gt;
* Beteiligung sorbischer Fachleute und Angehöriger der Gemeinschaft bei kulturell sensiblen Inhalten&lt;br /&gt;
* vorhandene Freigabe- und Sperrverfahren&lt;br /&gt;
* Umgang mit nachträglichen Korrekturen oder Einschränkungen&lt;br /&gt;
* erkennbare Überschneidungen beziehungsweise ungeklärte Zuständigkeiten&lt;br /&gt;
* vorhandene Gremien oder Koordinierungsstrukturen&lt;br /&gt;
* prüfen, an welchen Stellen verbindliche Zuständigkeiten fehlen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.3.2 Gemeinsame Standards und Anschlussmöglichkeiten ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;background-color:#eef5fb;border-left:4px solid #5b9bd5;padding:0.7em 1em;margin:1em 0;&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Leitfrage:''' Welche gemeinsamen Regeln ermöglichen es unterschiedlichen Kulturgutträgern, Daten und Digitalisate in eine gemeinsame Infrastruktur einzubringen und zwischen den Kernfunktionen weiterzugeben?&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die weitere Erhebung und Analyse insbesondere zu prüfen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* vorhandene gemeinsame Metadatenstandards beziehungsweise Pflichtfelder&lt;br /&gt;
* verwendete Fachstandards einzelner Einrichtungen&lt;br /&gt;
* gemeinsame Regeln für Ober- und Niedersorbisch&lt;br /&gt;
* Dateiformate und Qualitätsanforderungen für unterschiedliche Kulturgutarten&lt;br /&gt;
* Identifikatoren und Normdaten&lt;br /&gt;
* Rechte- und Lizenzinformationen&lt;br /&gt;
* technische Schnittstellen und Datenexporte&lt;br /&gt;
* Übernahme vorhandener institutioneller Metadaten&lt;br /&gt;
* einfache Erfassungswege für kleinere Kulturgutträger&lt;br /&gt;
* Schnittstellen für Einrichtungen mit bestehenden Fachsystemen&lt;br /&gt;
* Möglichkeiten zur Weitergabe von Daten zwischen Register, Digitalisierung, Repositorium und Präsentation&lt;br /&gt;
* prüfen, wo fehlende Standards oder inkompatible Systeme den Austausch derzeit behindern&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.3.3 Personal, Finanzierung und Betreiberverantwortung ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;background-color:#eef5fb;border-left:4px solid #5b9bd5;padding:0.7em 1em;margin:1em 0;&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Leitfrage:''' Welche zentralen Leistungen sind dauerhaft personell, organisatorisch und finanziell abgesichert, und welche hängen noch von befristeten Projekten oder einzelnen Personen ab?&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die weitere Erhebung und Analyse insbesondere zu prüfen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Betreiber beziehungsweise verantwortliche Stellen für die vier Kernfunktionen&lt;br /&gt;
* dauerhafte Stellen gegenüber befristeten Projektstellen&lt;br /&gt;
* vorhandene beziehungsweise geplante Finanzierungsmodelle&lt;br /&gt;
* laufende Betriebs- und Pflegekosten&lt;br /&gt;
* personelle Kapazitäten und erkennbare Schlüsselpersonenrisiken&lt;br /&gt;
* Unterstützung kleiner und ehrenamtlich geführter Einrichtungen&lt;br /&gt;
* Finanzierung von&lt;br /&gt;
** Beratung,&lt;br /&gt;
** Digitalisierung,&lt;br /&gt;
** Speicher und Langzeiterhaltung,&lt;br /&gt;
** Datenpflege,&lt;br /&gt;
** Rechteklärung,&lt;br /&gt;
** technischer Wartung und Weiterentwicklung;&lt;br /&gt;
* Übergang von geförderten Projekten in einen dauerhaften Regelbetrieb&lt;br /&gt;
* vorhandene Betriebs-, Kooperations- und Übergabevereinbarungen&lt;br /&gt;
* erkennbare Risiken bei Auslaufen einzelner Förderungen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== 3.4 Gesamtbewertung und vorrangiger Handlungsbedarf ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;background-color:#eef5fb;border-left:4px solid #5b9bd5;padding:0.7em 1em;margin:1em 0;&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Leitfrage:''' Welche Bedarfe sind bereits ausreichend abgedeckt, wo liegen die entscheidenden Lücken und welche davon sollten vorrangig bearbeitet werden? &amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Ergebnisse der vorangegangenen Abschnitte werden abschließend zusammengeführt. Ziel ist noch nicht die vollständige Formulierung konkreter Maßnahmen, sondern zunächst eine begründete Bewertung des Ist-Standes und der wichtigsten Lücken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dabei sollte insbesondere unterschieden werden zwischen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* unmittelbar gefährdeten Kulturgütern beziehungsweise Beständen,&lt;br /&gt;
* strukturellen Lücken, die weitere Digitalisierungsschritte blockieren,&lt;br /&gt;
* fehlenden oder nur teilweise verfügbaren Kernfunktionen,&lt;br /&gt;
* nicht dauerhaft abgesicherten Angeboten,&lt;br /&gt;
* Verbesserungsmöglichkeiten bei bereits grundsätzlich funktionierenden Strukturen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die abschließende Bewertung insbesondere zu prüfen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Ergebnisse aus Akteurs-, Bestands- und Bedarfserhebung zusammenführen&lt;br /&gt;
* für jede der vier Kernfunktionen die wichtigsten Stärken und Lücken benennen&lt;br /&gt;
* übergreifende strukturelle Probleme aus Zuständigkeiten, Standards, Betrieb und Finanzierung ergänzen&lt;br /&gt;
* unterscheiden zwischen:&lt;br /&gt;
** fehlender Leistung,&lt;br /&gt;
** unzureichender Kapazität,&lt;br /&gt;
** fehlender Bekanntheit beziehungsweise Zugänglichkeit,&lt;br /&gt;
** fehlender Verbindung bestehender Angebote,&lt;br /&gt;
** ungeklärter Zuständigkeit,&lt;br /&gt;
** fehlender dauerhafter Absicherung;&lt;br /&gt;
* Dringlichkeit begründen, insbesondere anhand von:&lt;br /&gt;
** Verlustgefahr,&lt;br /&gt;
** blockierenden Abhängigkeiten,&lt;br /&gt;
** Anzahl beziehungsweise Bedeutung betroffener Kulturgutträger,&lt;br /&gt;
** kultureller und sprachlicher Bedeutung,&lt;br /&gt;
** Aufwand und Realisierbarkeit;&lt;br /&gt;
* offene Informationslücken ausdrücklich kennzeichnen&lt;br /&gt;
* aus den ermittelten Lücken anschließend Handlungsbedarfe ableiten&lt;br /&gt;
* konkrete Lösungsmaßnahmen erst im folgenden Maßnahmen- beziehungsweise Soll-Abschnitt festlegen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mögliche zusammenfassende Bewertungsmatrix:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot; style=&amp;quot;width:100%;&amp;quot;&lt;br /&gt;
! Bereich&lt;br /&gt;
! Belegter Ist-Stand&lt;br /&gt;
! Abgedeckte Bedarfe&lt;br /&gt;
! Lücke / Risiko&lt;br /&gt;
! Dringlichkeit&lt;br /&gt;
! Daraus abgeleiteter Handlungsbedarf&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| ''Beispiel: Nachweisen und Registrieren''&lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| ''Beispiel: Digitalisieren''&lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| ''Beispiel: Langfristig erhalten''&lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| ''Beispiel: Zugänglich machen und nutzen''&lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| ''Beispiel: gemeinsame Standards / Zusammenarbeit''&lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= Referenzen =&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Měrko Šenk</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://koncept.serbski-inkubator.de/index.php?title=12.3_Digitalisierung_des_Kulturerbes&amp;diff=1182</id>
		<title>12.3 Digitalisierung des Kulturerbes</title>
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		<updated>2026-10-20T11:06:44Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Měrko Šenk: /* 3. Ist-Analyse der Digitalisierung des sorbischen Kulturerbes */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;= 1 Einleitung =&lt;br /&gt;
Die Digitalisierung von sorbischem Kulturerbe ist eine historische Chance für uns Sorben, eine Chance, unser kulturelles Erbe neu zu entdecken, es für kommende Generationen zu erhalten, für eine breitere Öffentlichkeit zugänglich zu machen und dabei die eigene Deutungshoheit zu stärken. Das erfordert neben Mut, einer klaren gemeinsamen Vision, starker Zusammenarbeit zwischen den beteiligten Akteuren auch die notwendigen Ressourcen in Form von Personal mit entsprechenden Kompetenzen, passender Technik sowie einer nachhaltig gesicherten Finanzierung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im folgenden Abschnitt werden Zielbilder für die Digitalisierung des sorbischen Kulturerbes entworfen mittels lang- und kurzfristiger Visionen sowie konkreter Ziele.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== 1.1 Visionen und Ziele für die sorbische digitale Welt ==&lt;br /&gt;
'''Vision 2035'''&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
''Sorbisches materielles und immaterielles Kulturerbe ist systematisch digital erfasst, rechtssicher und langfristig gesichert, leicht auffindbar, offen nutzbar und wird aktiv von Interessierten genutzt.''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Konkrete Ziele'''&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Bis 2032 ist ein tragfähiges, finanziell und organisatorisch abgesichertes Modell etabliert, das:&lt;br /&gt;
* Ein zentrales (oder föderiertes) digitales Langzeitarchiv nach OAIS-Referenzmodell betreibt,&lt;br /&gt;
* klare Zuständigkeiten, Prozesse und Budgets definiert,&lt;br /&gt;
* regelmäßige Qualitätssicherung und Technik-Updates vorsieht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bis 2030 sind wichtige sorbische Kulturerbe-Bestände (Kernbestände nach fachlicher Festlegung) in hoher Qualität digitalisiert, beschrieben und im Langzeitarchiv gesichert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bis 2028 liegt eine institutionenübergreifende Übersicht über relevante Kulturerbe-Bestände (analog und digital, materiell und immateriell) vor, einschließlich einer Prioritätenliste für die Digitalisierung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bis 2028 existiert ein zentrales, nutzerfreundliches „Sorbisches Kulturerbe-Portal“, das:&lt;br /&gt;
* Suchzugang über alle teilnehmenden Institutionen ermöglicht,&lt;br /&gt;
* grundlegende Inhalte frei zugänglich bereitstellt,&lt;br /&gt;
* mehrsprachige Oberflächen anbietet (Deutsch, Obersorbisch, Niedersorbisch, Englisch).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= 2 Ist-Analyse „Digitalisierung von Kulturerbe“ =&lt;br /&gt;
Das Ziel in diesem Themenbereich ist es, sorbisches Kulturerbe digital zu verwalten und damit langfristig für Recherche, Nutzung und Präsentation vorzuhalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Abschnitt &amp;quot;IST-Analyse“ werden die folgenden Fragen beantwortet: Was ist sorbisches Kulturerbe und was zählt alles dazu? Welche Schritte durchläuft ein Kulturgut, um zum digitalen Kulturerbe zu gehören? Wie können die digitale Verwaltung, Archivierung, Nutzung und Präsentation von Kulturgütern umgesetzt werden?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die grundlegenden Terminologien des Kulturerbes sollen im Folgenden festgelegt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== 2.1 Terminologie – von Kultur zu Kulturerbe ==&lt;br /&gt;
In diesem Abschnitt werden die Begriffe rund um das Kulturerbe grundlegend definiert. Es soll ein Verständnis über die Begriffe Kultur, kulturelle Ausprägung, Kulturgut und Kulturerbe erreicht werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Dataja:Wobraz_K1.png|center|260px]]&amp;lt;ref&amp;gt;Mermaid Flowchart Code: [https://mermaid.live/edit#pako:eNpF0UtuwyAQBuCroFlaTuRHTGMvKuWxq7pqV627IGZso2CIMChtk9ymN-nFimmasmJGfP-AOEGjOUIFrdTHpmfGkudtrWpF_Fq9RtGDk9aZKHojU-_aJ7PZ_bmGgSnR4mgFejaKpidC1XAmq8zDfYAoJZKVG7lxzX5stRl81C0_uwYdheGEubHD4_dXLy1hcpyC1rcLdM4GOLH1Ve2E5Gj9TPLkhgEnsLkBNDsMAmLojOBQWeMwhgHNwKYSTuFBYHucbOW3HFvmcQ21unh2YOpF6-FPGu26HqrW381X7sCZxa1gnWH_R1BxNBvtlIUqTUMEVCd49xVdzpeLMs1pXmRFXiY0hg-o8iyZL_LFXZaVSTJ1LzF8hqHJnBZ5WhZLWt5RmtIsBuTCavP4-2Hh3y4_NXaMmw hier klicken], abgerufen am 22.09.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.1.1 Kultur ===&lt;br /&gt;
Kultur bezeichnet hier die Gesamtheit aller '''vom Menschen geschaffenen und erlernten Ausdrucksformen''' des Lebens, die auf gemeinsamen Werten und Verhaltensweisen beruhen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;wiki-kultur&amp;quot;&amp;gt;URL: https://de.wikipedia.org/wiki/Kultur&amp;lt;/ref&amp;gt; Dazu zählen '''materielle Ergebnisse''' (z. B. Kunstwerke, Technik) ebenso wie '''immaterielle Praktiken''' (Sprache, Bräuche, Wissen). Kultur umfasst laut der UNESCO geistige, materielle, intellektuelle und emotionale Merkmale, die eine Gesellschaft oder soziale Gruppe kennzeichnen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;mondiacult&amp;quot;&amp;gt;UNESCO 1982: Mexico City Declaration on Cultural Policies (MONDIACULT). URL: https://www.lacult.unesco.org/docc/1982_MONDIACULT.pdf&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;ref name=&amp;quot;cultureaction&amp;quot;&amp;gt;Culture Action Europe 2024: The State of Culture report. URL: https://cultureactioneurope.org/de/news/the-state-of-culture-report-published, abgerufen am 01.10.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;  Sie ist dynamisch und wird von jeder Generation neu gestaltet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das deutsche Wort „Kultur“ ist eine Eindeutschung des lateinischen Worts „cultura“. Dieses bedeutet ursprünglich „Bebauung, Bearbeitung, Bestellung, Pflege“ und meinte sowohl die physische Bearbeitung als auch die Pflege geistiger Güter, z. B. der Sprache.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.1.2 Kulturelle Ausdrucksform ===&lt;br /&gt;
Eine kulturelle Ausdrucksform ist eine '''konkrete, gegenwärtige oder historische, Manifestation von Kultur''', bspw. eine Zeichnung, eine Tracht oder ein Lied: Sie macht die Kultur sichtbar und erlebbar. Im engeren Sinne ist es eine Ausdrucksweise, die aus der Kreativität einer Person, Gruppe oder Gesellschaft entsteht und '''kulturellen Inhalt''' trägt (symbolische Bedeutung, künstlerische Dimension, kulturelle Werte).&amp;lt;ref&amp;gt;Österreichische UNESCO-Kommission 2007: Übereinkommen zum Schutz und zur Förderung der Vielfalt kultureller Ausdrucksformen, Art. 4, Seite 13. URL: https://www.unesco.at/fileadmin/Redaktion/Publikationen/Publikations-Dokumente/2005er_UNESCO-Convention_German.pdf, abgerufen am 22.09.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt; Sie wird innerhalb und zwischen Gemeinschaften weitergegeben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Alle kulturellen Ausdrucksformen bilden einen wesentlichen Kern von Kultur, aber Kultur enthält auch latente Dimensionen (Werte, Normen, Vorannahmen etc.), die nicht unmittelbar als Ausdrucksform erscheinen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.1.3 Kulturgut ===&lt;br /&gt;
Ein „Kulturgut“ ist '''eine einzelne kulturelle Ausdrucksform''', der ein '''besonderer kultureller Wert zugemessen wird''' (durch Anerkennung, Schutz, Bedeutung). Es ist somit ein Erzeugnis menschlicher Kreativität oder Zeugnis menschlichen Lebens, welches '''Bedeutung für die Kultur einer Gemeinschaft''' hat und daher '''Bestand haben und bewahrt werden soll'''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die '''Summe aller Kulturgüter''' einer Gemeinschaft wird als dessen '''Kulturerbe''' bezeichnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.1.4 Kulturerbe ===&lt;br /&gt;
Kulturerbe ist die '''Summe der materiellen und immateriellen Ausdrucksformen''' (= Kulturgüter) einer Kultur, die als „'''bewahrenswert'''“ anerkannt wurden. International umfasst das u. a. das '''Welterbe''' (Denkmäler, Ensembles, Stätten)&amp;lt;ref&amp;gt;UNESCO (1972), Welterbekonvention, Art. 1. URL: https://www.dnk.de/wp-content/uploads/2021/02/1972_DNK_UNESCO-Welterbekonvention.pdf (abgerufen am 11.09.2025).&amp;lt;/ref&amp;gt; und das '''Immaterielles Kulturerbe''' (Praktiken, Wissen).&amp;lt;ref&amp;gt;Deutsche UNESCO-Kommission o. J.:, Übereinkommen zur Erhaltung des immateriellen Kulturerbes (dt. Ausgabe). URL: https://www.unesco.de/assets/dokumente/Deutsche_UNESCO-Kommission/02_Publikationen/Publikation_UNESCO-%C3%9Cbereinkommen_zur_Erhaltung_des_immateriellen_Kulturerbes_01.pdf, (abgerufen am 11.09.2025).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ob etwas „zum Kulturerbe“ zählt, ist Ergebnis von Bewertung, Diskurs und teils formellen Verfahren. Dem Sorbischen Kulturregister (SKR) zufolge ist „sorbisch-wendisches Kulturerbe“ eine Zuschreibung, die durch Gesellschaft, Museen, Archive und Wissenschaft erfolgen kann.&amp;lt;ref&amp;gt;Sorbisches Institut 2025: Konzept für ein Sorbisches Kulturregister (SKR). URL: https://www.serbski-institut.de/wp-content/uploads/2021/11/00_Zweite-aktualisierte-Fassung_Konzept_Sorbisches-Kulturregister_20.11.2025.pdf, abgerufen am 20.11.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.1.5 Abgrenzung: Kultur und Kulturerbe ===&lt;br /&gt;
'''Kultur / Kulturelle Ausdrucksform''' sind als Begriffe weiter gefasst als '''Kulturgut / Kulturerbe'''. Kulturelle Ausdrucksformen umfassen alles Gelebte und Gestaltete einer Gemeinschaft in Gegenwart und Vergangenheit, während Kulturgut / Kulturerbe diejenigen kulturellen Güter und Traditionen meint, denen eine Bedeutung beigemessen wurde und die als bewahrens- und weitergebenswert erkannt wurden. Kultur ist der „aktuelle“ kreative Prozess (einschließlich Popkultur, Alltagskultur), Kulturerbe der daraus überkommene Schatz. Dennoch sind die Grenzen fließend: Was heute nur Kultur ist, kann morgen zum Kulturerbe erklärt werden – abhängig von Wertzuschreibung und Diskurs.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Rahmen dieses Dokuments werden für den sorbischen Kontext die Begriffe '''„kulturelle Ausdrucksform“''' und '''„Kulturgut“''' weitgehend '''synonym''' verwendet, sofern nicht ausdrücklich anders gekennzeichnet. Hintergrund ist, dass die Gesamtzahl der identifizierbaren kulturellen Ausdrucksformen einer kleinen Minderheit wie der Sorben/Wenden im Vergleich zu großen Mehrheitsgesellschaften überschaubar ist. Zugleich ist der Anteil dieser Ausdrucksformen, denen in der Community ein besonderer Wert beigemessen wird und die daher faktisch als Kulturgut wahrgenommen und behandelt werden, sehr hoch: Ein großer Teil des gelebten kulturellen Repertoires wird als identitätsstiftend und bewahrenswert verstanden und damit dem Kulturerbe zugerechnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== 2.2 Klassifizierung von Kulturgütern ==&lt;br /&gt;
Im Folgenden soll eine griffige Klassifizierung von Kulturgütern entwickelt werden, so dass pro Kulturgut-Klasse später auf die Besonderheiten ihrer Digitalisierung eingegangen werden kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Dataja:Wobraz_K2.png|center|600px]]&amp;lt;ref&amp;gt;Mermaid Flowchart Code: [https://mermaid.live/edit#pako:eNptlM9u00AQxl9ltFWoFDlp_C9OjISU2KSgUCq1BSRIDxt77Syxd6v1mkKjSDwBlThw4YCEeuXOoeLSN-EF4BHYjZOQQG67-32_2ZnZsWco4jFBPqrVZpRR6cNsP8n4ZTTBQu7rHVP66QWOKEvV3nQM2BeYTf8eea35fF6rjdiIrUl4cjJiAMPDV_X6sMxkKdJS1uvnvu9PtRGgp5ReE46wJIKSLIOf779CycbkkqQZjSb1Ovz-cv351_drDWGN9BXS_xfZBj7dLoGxBgIFBE14nOcrZGH68E07Iu0IlSNsQkhTKnGlfvyh1bjKcngIjcYD6G2s-xvrYGMdLuuqAFOXZ0IflzFh0xxn5OBU3t1ISZhqw6KaKpo29k04jSaCJrLq0oZsa9mCAZc8FTihhBnQp1ksxd1NSsS22dFmG3oMZzwl0HveONtlc7XNATtsHI9fk6kkC3nRsKoqnVNgwrFQaUOvLGJRRtMi4SJfZ790WtppQYhFIVV7CYsJDO9uWbEMujbqOgIbTqgsddB7MCD_eXT6gQMvaFEQBlclPMVqcA6eMfqGiKLMt926isCFM4FjKiln-voCHmEWXxIxXZcUVo-jSwrVe3DBGvHqtc83DLqS0FpNAi3wRluiDBdFSBIYQ0KzzN_r265jPjQinnHh7yVJYhRS8ClZKfe3KLyk2oHneuEuqlK2qWhJWYPOwGnvoiplm4qXVMd17V5rF1UpikIGSgWNkS9FSQyUE5FjvUUzHXGE5ITkZIR8tYxJgtVXPEIjNlfYBWYvOc9XpOBlOkF-grNC7cqLWPUupFjNa74-FXo0RMBLJpFvWtYiCPJn6C3yG7bTNO2u6Tidrue0W13HQO_Usdtquuqg1bG6TtvzPNuZG-hqcXGr2baV5NhuyzId13XbBiJqDrg4qn5ni7_a_A_W9oMu hier klicken], abgerufen am 22.09.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.2.1 A. Materiell - unbeweglich 🏛️ ===&lt;br /&gt;
„Materiell - unbeweglich&amp;quot; bezeichnet ortsfeste Kulturobjekte wie Bauwerke, Ensembles, Gebäudekomplexe und Stätten/Kulturlandschaften, wie sie in Art. 1 der UNESCO-Welterbekonvention als Kategorien des kulturellen Erbes definiert sind.&amp;lt;ref&amp;gt;UNESCO World Heritage Centre o. J.: Convention Concerning the Protection of the World Cultural and Natural Heritage, Artikel 1. URL: https://whc.unesco.org/en/conventiontext/, abgerufen am 01.10.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.2.2 B. Materiell - beweglich 🖼️ ===&lt;br /&gt;
Die Kategorie „Materiell - beweglich&amp;quot; umfasst bewegliche Sachen bzw. Sachgesamtheiten von kulturellem Wert (z. B. Objekte, Sammlungen), wie sie das deutsche Kulturgutschutzgesetz (§ 2 KGSG)&amp;lt;ref&amp;gt;Deutschland 2016: Kulturgutschutzgesetz (KGSG), § 2. URL: https://www.buzer.de/2_KGSG.htm, abgerufen am 01.10.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt; als „Kulturgut“ beschreibt.&lt;br /&gt;
* B1 '''Schriftgut''' - Bücher, Zeitungen, Handschriften, Archivgut, Graphiken, Pläne, Karten&lt;br /&gt;
* B2 '''Fotografien &amp;amp; Bildträger''' &lt;br /&gt;
** Fotografisch erzeugte statische Bildträger, auch Stillbildträger genannt, z. B. Positive/Negative auf Film/Platte/Photopapier, Dias, Abzüge, Mikrofilm/-fiche und vergleichbare fotografische Repro-Träger.&lt;br /&gt;
* B3 '''Analoge AV-Träger''' (Audio/Video/Film)&lt;br /&gt;
** Analoge zeitbasierte Medien, z. B. Magnetton (Tonband, Kassette), Schallplatte, Videobänder, Film.&lt;br /&gt;
* B4 '''3D-Objekte''' - Gegenstände, „sachkulturelle Artefakte“&amp;lt;ref&amp;gt;Sorbisches Institut o. J.: Konzept zum Digitalisierungszentrum am Sorbischen Institut, S. 24.&lt;br /&gt;
(Unveröffentlichtes Konzeptpapier; interne Projektunterlage.)&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.2.3 C. Immateriell 🎭 ===&lt;br /&gt;
Meint lebendige Praktiken, Darstellungen, Ausdrucksformen, Ideen, Werte, Wissen und Fertigkeiten, die von Gemeinschaften getragen und weitergegeben werden, gemäß der folgenden 5 UNESCO ICH-Domänen.&amp;lt;ref&amp;gt;UNESCO o. J.: Intangible Cultural Heritage – Five Domains. URL: https://ich.unesco.org/doc/src/01857-EN.pdf, abgerufen am 01.10.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* C1 '''Orale Traditionen/Ausdrucksformen''' - Sprache, Gesangstraditionen&lt;br /&gt;
* C2 '''Darstellende Künste''' - Musik, Tanz, Theater&lt;br /&gt;
* C3 '''Rituale &amp;amp; Feste''' - Bräuche und soziale Praktiken des Kalenders und Lebenslaufs&lt;br /&gt;
* C4 '''Wissen &amp;amp; Praktiken''' zu Natur &amp;amp; Universum - Heil- und Sammelkenntnisse, ökologisches und astronomisches Wissen, Glaube, Religion&lt;br /&gt;
* C5 '''Traditionelles Handwerk''' - Techniken, Werkzeuge und Gestaltungsmuster&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.2.4 D. Digital 💾 ===&lt;br /&gt;
Bezeichnet in digitaler Form vorliegende Ressourcen menschlichen Wissens und Ausdrucks. Diese können sowohl born-digital sein als auch digitalisierte Repräsentationen von materiellen und immateriellen Kulturgütern.&amp;lt;ref&amp;gt;UNESCO 2003: Charter on the Preservation of Digital Heritage. URL: https://www.unesco.org/en/legal-affairs/charter-preservation-digital-heritage, abgerufen am 01.10.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* D1 '''Born-digital''' (ursprünglich digital erzeugt, kein analoges Original), z. B. Webseiten, Social-Media-Beiträge, Software, Apps, Spiele, digitale Fotos/Audio/Video.&lt;br /&gt;
* D2 '''Digitalisate''' - Digitalisierte Repräsentationen/Derivate aus den Klassen A, B und C.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== 2.3 Begriffe und Kernfunktionen ==&lt;br /&gt;
Die vorherigen Abschnitte haben geklärt, was unter Kulturerbe verstanden wird und welche Arten von Kulturgütern unterschieden werden. Bevor der nachfolgende Abschnitt den Prozess der Kulturerbe-Digitalisierung beschreibt, werden in diesem Abschnitt die dafür wichtigsten Arbeitsbegriffe und Funktionen erläutert. Der Abschnitt soll dabei die Frage beantworten: Welche Arbeitsabläufe und Funktionen sind notwendig, damit Kulturgüter nicht nur digital erfasst, sondern auch gefunden, verstanden, gesichert und genutzt werden können?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Erläuterungen sollen eine gemeinsame und leicht verständliche Grundlage schaffen für alle, die an der Digitalisierung von Kulturerbe interessiert sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.3.1 Vom Kulturgut zur digitalen Repräsentation ===&lt;br /&gt;
Dieser Abschnitt erklärt, was bei einer Digitalisierung entsteht und wie sich das digitale Ergebnis vom ursprünglichen Kulturgut unterscheidet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
! Begriff&lt;br /&gt;
! Erklärung&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Digitalisierung von Kulturerbe'''&lt;br /&gt;
| Digitalisierung bezeichnet in diesem Konzept den gesamten zusammenhängenden Prozess: Kulturgüter erfassen, beschreiben und bewerten, digitale Repräsentationen erzeugen oder übernehmen, ihre Qualität prüfen, sie sichern und für die Nutzung zugänglich machen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;DFG2016&amp;quot;&amp;gt;Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) 2016: Praxisregeln „Digitalisierung“, insbesondere S. 13 und 41-44. URL: https://www.dfg.de/resource/blob/176108/898bf3574ad0ff3b1db525fa7d04c86c/12-151-v1216-de-data.pdf, abgerufen am 16.07.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Bei ursprünglich digital entstandenen Kulturgütern – auch ''born digital'' genannt – entfällt die Überführung aus einem analogen Original; die weiteren Aufgaben bleiben bestehen.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Digitalisat und digitale Repräsentation'''&lt;br /&gt;
| Ein '''Digitalisat''' ist ein digitales Abbild eines analogen Kulturguts, beispielsweise ein Scan einer Handschrift oder ein Foto eines Museumsobjekts. Der weitere Begriff '''digitale Repräsentation''' umfasst auch Audio-, Video- oder 3D-Dokumentationen einer immateriellen kulturellen Praxis. Die digitale Repräsentation ersetzt weder das materielle Kulturgut noch die lebendige Praxis.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Masterdatei und Nutzungsderivat'''&lt;br /&gt;
| Die '''Masterdatei''' ist die möglichst hochwertige und qualitätsgeprüfte Ausgangsdatei. Sie wird für die langfristige Sicherung und spätere Bearbeitungen aufbewahrt. Ein '''Nutzungsderivat''' ist eine daraus erzeugte, an einen bestimmten Zweck angepasste Datei, beispielsweise ein kleineres Bild für eine Internetseite.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Digitales Objekt'''&lt;br /&gt;
| Als '''digitales Objekt''' wird in diesem Konzept eine zusammengehörige digitale Einheit bezeichnet. Sie kann aus einer oder mehreren Dateien, den zugehörigen Metadaten und ihren Verknüpfungen bestehen. Ein digitales Objekt kann ein Digitalisat oder ein ursprünglich digital entstandenes Kulturgut sein.&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
''Beispiel:'' Das verzierte sorbische Osterei bleibt das materielle Kulturgut. Hochauflösende Fotografien, ein 3D-Modell und die dazugehörigen Beschreibungen bilden gemeinsam seine digitale Repräsentation.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.3.2 Vier Kernfunktionen ===&lt;br /&gt;
Als '''Kernfunktionen der Kulturerbe-Digitalisierung''' werden im Folgenden vier dauerhaft zu erfüllende Aufgabenbereiche bezeichnet. Sie beschreiben, was für eine nachhaltige Digitalisierung von Kulturerbe geleistet werden muss, unabhängig davon, welche Institution oder welches technische System die jeweilige Funktion übernimmt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
! Kernfunktion&lt;br /&gt;
! Typische organisatorisch-technische Umsetzung&lt;br /&gt;
! Hauptaufgabe&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Nachweisen, beschreiben und verknüpfen'''&lt;br /&gt;
| Register oder Katalog&lt;br /&gt;
| Macht sichtbar, welche Kulturgüter vorhanden sind, wo sie sich befinden und in welchem Zusammenhang sie stehen. Ein Registereintrag kann bereits bestehen, bevor ein Digitalisat angefertigt wurde. &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Digitalisieren und Qualität sichern'''&lt;br /&gt;
| Digitalisierungszentrum oder Digitalisierungsdienst&lt;br /&gt;
| Erzeugt bzw. übernimmt digitale Repräsentationen, prüft sie und bereitet Dateien und Metadaten für die weitere Verarbeitung vor. Geliefert werden bspw. geprüfte Masterdateien und Nutzungsderivate. &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Langfristig erhalten'''&lt;br /&gt;
| Repositorium oder digitales Langzeitarchiv&lt;br /&gt;
| Übernimmt Dateien und Metadaten, speichert und verwaltet sie und erhält sie über technische und organisatorische Veränderungen hinweg dauerhaft nutzbar.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Zugänglich machen und Nutzung ermöglichen'''&lt;br /&gt;
| Präsentations- und Nutzungssystem&lt;br /&gt;
| Führt beschreibende Informationen und digitale Medien für Nutzerinnen und Nutzer zusammen. Es ermöglicht beispielsweise Suche, Anzeige, Kontextualisierung, Vermittlung und – soweit zulässig – Nachnutzung. &lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese '''Kernfunktionen''' beschreiben zunächst nicht zwingend getrennte Institutionen oder Systeme. Eine Einrichtung kann mehrere Kernfunktionen übernehmen. Umgekehrt kann eine Kernfunktion auf mehrere Einrichtungen oder technische Systeme verteilt sein. Entscheidend sind klare Zuständigkeiten, verlässliche Übergaben und gemeinsame Standards.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vereinfacht lässt sich das Zusammenspiel so zusammenfassen:&lt;br /&gt;
# Das '''Register oder der Katalog''' beschreibt und verknüpft das Kulturgut.&lt;br /&gt;
# Der '''Digitalisierungsdienst''' erzeugt und prüft seine digitale Repräsentation.&lt;br /&gt;
# Das '''Repositorium oder digitale Archiv''' übernimmt und erhält die Dateien.&lt;br /&gt;
# Das '''Präsentationssystem''' führt Beschreibungen und Medien für die Nutzung zusammen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die konkrete Ausgestaltung kann zentral, dezentral oder als Verbund mehrerer Systeme erfolgen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.3.3 Register ===&lt;br /&gt;
Die folgende Tabelle erklärt, wie Kulturgüter so erfasst, beschrieben und verknüpft werden, dass sie eindeutig zugeordnet, wiedergefunden und nach einheitlichen Regeln weiterverarbeitet werden können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
! Begriff&lt;br /&gt;
! Erklärung&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Erschließung, Verzeichnung und Registrierung'''&lt;br /&gt;
| '''Erschließung''' ist der übergeordnete Vorgang, bei dem ein Kulturgut identifiziert, beschrieben und in seinen Zusammenhang eingeordnet wird. '''Verzeichnung''' bezeichnet seine strukturierte dokumentarische Beschreibung. '''Registrierung''' bedeutet die Aufnahme in ein konkretes Register, einen Katalog oder ein Sammlungssystem. Ein Kulturgut kann bereits registriert werden, bevor ein Digitalisat vorhanden ist.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Metadaten'''&lt;br /&gt;
| Metadaten sind strukturierte Informationen über ein Kulturgut und seine digitalen Repräsentationen. Dazu gehören beispielsweise Titel, Herkunft, beteiligte Personen, Ort, Zeit, kultureller Kontext, Rechte, Dateieigenschaften und Bearbeitungsschritte. Je nach Zweck werden beschreibende, technische, rechtliche und erhaltungsbezogene Metadaten unterschieden. Sie machen Kulturgüter auffindbar, verständlich, verwaltbar und langfristig nutzbar.&amp;lt;ref name=&amp;quot;PREMIS&amp;quot;&amp;gt;Library of Congress o. J.: PREMIS – Preservation Metadata: Implementation Strategies. Internationaler Standard für Erhaltungsmetadaten. URL: https://www.loc.gov/standards/premis/, abgerufen am 16.07.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Persistenter Identifikator'''&lt;br /&gt;
| Ein '''persistenter Identifikator''' ist eine dauerhafte und eindeutige Kennung für ein Kulturgut, einen Datensatz oder eine digitale Ressource. Die Kennung bleibt bestehen, auch wenn sich der technische Speicherort oder die Internetadresse ändern. Dadurch können Kulturgüter dauerhaft zitiert und zwischen Systemen verknüpft werden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;DFG2016&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Metadaten sind keine bloße Beigabe zu einer Datei. Ohne ausreichende Beschreibungen kann ein Digitalisat zwar technisch vorhanden sein, später aber kaum gefunden, verstanden oder zuverlässig zugeordnet werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.3.4 Digitalisierungsdienst und Archiv ===&lt;br /&gt;
Die folgende Tabelle erklärt was erforderlich ist, damit Kulturgüter digitalisiert werden und nicht nur heute gespeichert sind, sondern auch nach technischen und organisatorischen Veränderungen noch gefunden, verstanden und genutzt werden können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
! Begriff&lt;br /&gt;
! Erklärung&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Repositorium'''&lt;br /&gt;
| Ein '''Repositorium''', auch ''Repository'' genannt, ist eine verwaltete technische Umgebung, in der digitale Objekte und ihre Metadaten übernommen, gespeichert, geordnet, verwaltet und bereitgestellt werden. Ein Repositorium kann Teil eines digitalen Archivs sein. Nicht jedes Repositorium erfüllt jedoch automatisch alle Anforderungen der Langzeiterhaltung.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Digitales Archiv oder digitales Langzeitarchiv'''&lt;br /&gt;
| Ein digitales Archiv ist mehr als ein Server oder ein Speicherprogramm. Es verbindet eine verantwortliche Organisation, fachkundiges Personal, Regeln, Arbeitsabläufe und technische Systeme. Es übernimmt die Verantwortung dafür, digitale Informationen langfristig zu erhalten und für festgelegte Nutzergruppen zugänglich zu machen. Das internationale Referenzmodell '''Open Archival Information System''' (OAIS, offenes Archiv-Informationssystem) bietet hierfür einen fachlichen Rahmen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;OAIS2024&amp;quot;&amp;gt;Consultative Committee for Space Data Systems (CCSDS) 2024: Reference Model for an Open Archival Information System (OAIS), CCSDS 650.0-M-3, insbesondere S. 1-1–1-2 und 2-1–2-2. URL: https://ccsds.org/Pubs/650x0m3.pdf, abgerufen am 16.07.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Ingest oder kontrollierte Übernahme'''&lt;br /&gt;
| '''Ingest''' bezeichnet die kontrollierte Übernahme digitaler Dateien und Metadaten in ein Repositorium oder digitales Archiv. Dabei werden beispielsweise Vollständigkeit, Dateiformate, Metadaten und Dateiintegrität geprüft und die Übernahme dokumentiert.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Langzeitverfügbarkeit und digitale Langzeiterhaltung'''&lt;br /&gt;
| '''Langzeitverfügbarkeit''' ist das Ziel, digitale Inhalte über technische und organisatorische Veränderungen hinweg auffindbar, lesbar, verständlich und nutzbar zu halten. '''Digitale Langzeiterhaltung''' bezeichnet die dafür notwendigen fortlaufenden Maßnahmen. Dazu können mehrere Speicherorte, regelmäßige Prüfungen, Formatüberwachung, technische Migrationen und eine nachvollziehbare Dokumentation gehören. „Langfristig“ bezeichnet dabei keine feste Zahl von Jahren, sondern einen Zeitraum, in dem mit veränderten Technologien, Formaten und Nutzungsanforderungen gerechnet werden muss.&amp;lt;ref name=&amp;quot;OAIS2024&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Datensicherung oder Backup'''&lt;br /&gt;
| Ein '''Backup''' ist eine zusätzliche Sicherungskopie, aus der Dateien nach einem Verlust oder technischen Ausfall wiederhergestellt werden können. Backups sind notwendig, ersetzen aber keine Langzeiterhaltung: Sie regeln allein noch keine dauerhaften Zuständigkeiten, Metadaten, Formatüberwachung, Integritätsprüfungen oder langfristige Zugänglichkeit.&amp;lt;ref name=&amp;quot;DPCStorage&amp;quot;&amp;gt;Digital Preservation Coalition o. J.: Digital Preservation Handbook – Storage. URL: https://www.dpconline.org/handbook/organisational-activities/storage, abgerufen am 16.07.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Integrität und Authentizität'''&lt;br /&gt;
| '''Integrität''' bedeutet, dass unbeabsichtigte Veränderungen oder Beschädigungen einer Datei erkannt werden können. Dafür werden häufig Prüfsummen verwendet - digitale Kontrollwerte, die regelmäßig verglichen werden. '''Authentizität''' bedeutet, dass Herkunft, Identität und Bearbeitungsgeschichte eines digitalen Objekts nachvollziehbar sind und belegt werden kann, dass es das ist, was es zu sein vorgibt.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Dateiformat und Datenformat'''&lt;br /&gt;
| Ein '''Dateiformat''' legt den technischen Aufbau einer einzelnen Datei fest. Ein '''Datenformat''' beschreibt, wie Informationen strukturiert und zwischen Systemen ausgetauscht werden. Gut dokumentierte, verbreitete und möglichst offen beschriebene Formate erleichtern den Austausch und die langfristige Nutzung. Sie ersetzen jedoch keine aktive Langzeiterhaltung.&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Merksatz:''' Speichern ist nicht dasselbe wie langfristiges Erhalten. Auch ein vorhandenes Backup ist noch kein digitales Langzeitarchiv.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.3.5 Präsentationssystem ===&lt;br /&gt;
Die folgende Tabelle erklärt, wie aus langfristig gesicherten Dateien ein digitales Kulturerbe wird, das von Menschen gefunden, verstanden und sinnvoll genutzt werden kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
! Begriff&lt;br /&gt;
! Erklärung&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Zugänglichmachung und Präsentation'''&lt;br /&gt;
| '''Zugänglichmachung''' bedeutet, dass digitale Objekte auffindbar und im rechtlich sowie technisch zulässigen Umfang abrufbar sind. '''Präsentation''' geht darüber hinaus: Inhalte werden ausgewählt, miteinander verknüpft, erklärt und für bestimmte Zielgruppen vermittelt. Dazu gehören verständliche Kontextinformationen, klare Rechteangaben, Mehrsprachigkeit und möglichst barrierearme Zugänge. Abhängig von Rechten, personenbezogenen Daten oder kulturellen Schutzbedarfen kann der Zugang offen oder eingeschränkt sein.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Nutzung und Nachnutzung'''&lt;br /&gt;
| '''Nutzung''' umfasst beispielsweise das Betrachten, Lesen, Anhören, Erforschen oder Vermitteln eines digitalen Kulturguts. '''Nachnutzung''' bedeutet seine weitere Verwendung in einem neuen Zusammenhang, etwa in Bildung, Forschung, Publikationen, Ausstellungen, Anwendungen oder kreativen Werken. Dafür werden geeignete Dateien, verständliche Metadaten und klare Rechteinformationen benötigt.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Rechteinformation und Lizenz'''&lt;br /&gt;
| Eine '''Rechteinformation''' beschreibt den rechtlichen Status eines digitalen Objekts und mögliche Einschränkungen seiner Nutzung. Eine '''Lizenz''' räumt durch eine dazu berechtigte Person oder Institution konkrete Nutzungsrechte ein. Ein allgemeiner Rechtehinweis ist daher nicht automatisch eine Lizenz.&amp;lt;ref name=&amp;quot;RightsReuse&amp;quot;&amp;gt;RightsStatements.org o. J.: Standardisierte Rechtehinweise für online verfügbares Kulturerbe. URL: https://rightsstatements.org/de/, abgerufen am 16.07.2026. Creative Commons 2025: Recommended Licenses and Tools for Cultural Heritage Content. URL: https://creativecommons.org/2025/07/09/recommended-licenses-and-tools-for-cultural-heritage-content/, abgerufen am 16.07.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Interoperabilität'''&lt;br /&gt;
| '''Interoperabilität''' bezeichnet die Fähigkeit von Systemen und Organisationen, Daten auszutauschen und in gleicher Bedeutung zu verstehen. Dafür werden gemeinsame Metadatenmodelle, Begriffe, Identifikatoren und technische Schnittstellen benötigt. So können beispielsweise Register, Repositorien, Präsentationsportale und externe Kulturplattformen miteinander verbunden werden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;EuropeanaEDM&amp;quot;&amp;gt;Europeana o. J.: Metadata – Europeana Data Model (EDM, Europeana-Datenmodell). URL: https://pro.europeana.eu/page/metadata, abgerufen am 16.07.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Digitalisierte Inhalte entfalten ihren kulturellen und gesellschaftlichen Nutzen erst dann vollständig, wenn sie auffindbar, verständlich, rechtlich klar und für unterschiedliche Zielgruppen tatsächlich verwendbar sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der folgende Abschnitt 2.4 beschreibt, wie diese Kernfunktionen innerhalb des gesamten Prozesses der Kulturerbe-Digitalisierung zusammenwirken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== 2.4 Prozess der Digitalisierung von Kulturerbe ==&lt;br /&gt;
Die Digitalisierung von Kulturgut ist kein rein technischer Arbeitsschritt, sondern ein vielschichtiger, oft langfristiger Prozess, der bereits mit der Wahrnehmung und Identifikation einer kulturellen Ausdrucksform beginnt. Ziel dieses Abschnitts ist es, diesen Gesamtprozess systematisch darzustellen: von der gelebten Kultur über das identifizierte Kulturgut bis hin zur digital nutzbaren Repräsentation.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die hier entwickelte Prozessdarstellung soll als praxisorientierter Überblick dienen für die Digitalisierung des sorbischen Kulturerbes. Sie berücksichtigt die Anforderungen sorbischer Einrichtungen ebenso wie die international etablierten Referenzmodelle und Standards, darunter:&lt;br /&gt;
* das OAIS-Referenzmodell (ISO 14721) für digitale Archivierung&amp;lt;ref&amp;gt;Consultative Committee for Space Data Systems (CCSDS) 2024: Reference Model for an Open Archival Information System (OAIS), CCSDS 650.0-M-3. URL: https://ccsds.org/Pubs/650x0m3.pdf, abgerufen am 01.10.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
* das DCC Curation Lifecycle Model für kuratorische Entscheidungsprozesse&amp;lt;ref&amp;gt;Higgins 2008: The DCC Curation Lifecycle Model. International Journal of Digital Curation, 3(1), 134-140. URL: https://ijdc.net/index.php/ijdc/article/view/48, abgerufen am 01.10.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
* das Spectrum-Modell für museale Objektverwaltung&amp;lt;ref&amp;gt;Collections Trust 2022. Spectrum 5.1 - The UK Museum Collections Management Standard. URL: https://collectionstrust.org.uk/spectrum/spectrum-5, abgerufen am 01.10.2025. &amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
* die UNESCO-Leitlinien zur Inventarisierung immateriellen Kulturerbes&amp;lt;ref&amp;gt;UNESCO 2024: Operational Directives for the Implementation of the Convention for the Safeguarding of the Intangible Cultural Heritage (10.GA). URL: https://ich.unesco.org/doc/src/ICH-Operational_Directives-10.GA_EN.pdf, abgerufen am 01.10.2025. &amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
* sowie technische Vorgaben wie die DFG-Praxisregeln Digitalisierung&amp;lt;ref&amp;gt;Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) 2022: Praxisregeln Digitalisierung (aktualisierte Fassung). URL: https://www.ulb.hhu.de/fileadmin/redaktion/ULB/Documents/Infomaterial/DFG_Praxisregeln_Digitalisierung_Aktualisierte_Fassung2022.pdf, abgerufen am 01.10.2025. &amp;lt;/ref&amp;gt; und die FADGI-Richtlinien&amp;lt;ref&amp;gt;Federal Agencies Digital Guidelines Initiative (FADGI) 2023: Technical Guidelines for Digitizing Cultural Heritage Materials – Still Image, 3rd ed. URL: https://www.digitizationguidelines.gov/guidelines/digitize-technical.html, abgerufen am 01.10.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Folge soll der „Lebenslauf“ eines Kulturguts dargestellt werden, also der Weg, den ein Objekt oder eine kulturelle Praxis vom Zeitpunkt der Entstehung über die Erfassung, Digitalisierung und Archivierung bis zur Veröffentlichung in einem digitalen Präsentationsmodul durchläuft.&lt;br /&gt;
Hierfür erläutert der folgende Abschnitt die einzelnen Prozessschritte im Detail, jeweils mit Akteuren und Beispielen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.4.1 Vorüberlegungen zum Prozess ===&lt;br /&gt;
Im hier vorgestellten Prozess wird auf eine harte, systematische Filterung verzichtet, welche kulturellen Ausdrucksformen „nur“ Kultur und welche bereits Kulturgut sind. Ein solcher Bewertungs- und Abgrenzungsprozess wäre ressourcenintensiv und würde den vorhandenen Kapazitäten in den beteiligten Einrichtungen nicht entsprechen. Stattdessen folgt das Konzept einer inklusiven Logik: Alle dokumentierten Ausdrucksformen werden zunächst als potenzielle Kulturgüter erfasst. Eine feinere Auswahl und Priorisierung erfolgen erst in einem späteren Schritt, nämlich dann, wenn konkret entschieden wird, welche Ausdrucksformen bzw. Kulturgüter in welcher Tiefe digitalisiert, archiviert und präsentiert werden sollen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieses Vorgehen schließt an das SKR-Konzept an, das bewusst auf eine frühe normative Trennung zwischen „kultureller Ausdrucksform“ und „Kulturgut“ verzichtet. Auch hier steht zunächst der möglichst vollständige, strukturierte Überblick über die sorbischen Kulturgüter im Vordergrund. Die differenzierte Bewertung und Schwerpunktsetzung werden als anschließende fachliche Aufgabe verstanden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.4.2 Prozessschritte im Detail ===&lt;br /&gt;
Das folgende Diagramm gibt einen Überblick über die sechs Kernschritte des Gesamtprozesses der Digitalisierung von Kulturgut – von der ersten Wahrnehmung einer kulturellen Ausdrucksform bis zu ihrer digitalen Präsentation als Kulturgut. Die Abfolge zeigt zugleich die Entwicklungsstufen: von gelebter Kultur zur kulturellen Ausdrucksform, von dort zum Kulturgut und schließlich zum digitalen Kulturgut. Die Schritte sind als generischer Ablauf zu verstehen: Je nach Art des Kulturguts können einzelne Tätigkeiten unterschiedlich aufwendig sein oder parallel erfolgen.&lt;br /&gt;
[[Dataja:Wobraz_K3.png|center|600px]]&amp;lt;ref&amp;gt;Mermaid Flowchart Code: [https://mermaid.live/edit#pako:eNplkk1OwzAQha8yGqmbkloxSZs2CyTa8LOphIAVhIVJpolF4iDH4a_qbXqTXgzHFdAKr2y97703lmaNWZMTxriqmvesFNrAfZIqgPPHFIdDzuBO1DVVajhM8QlGozOYO-WUwS0VsjVakqa93Pvmjlk4JmAwp3fS5kCHwQAWjkkcE_Y5WWkIXqrd9jBpT138UIkspBGVbI_7-rwLR146csLgRryQ-U8lMGLwTG1WapLPpHKCZQLMOY9ch7m2VxiSpOAEjJ1TSev_M_bkvv3KtY8ZnOuslG_H9VcOuf4dUO-2LamjGdHDQsscY6M78rAmXYv-ies-IEVTUk0pxvaa00p0lUkxVRtrexXqoWnqH6duuqLEeCWq1r6619zOn0hRaPGH9J_Xi6ZTBuOxS8B4jR8YhxGLeDThkR-EM37KuYefFmHTaOz7fOZHQTidBMHGwy9X6VslnNnDw4jPuB8GHlIuTaOX-7Vy27X5Bh_Osqo hier klicken], abgerufen am 22.09.2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Prozess zeigt, dass Digitalisierung von Kulturgut mehr ist als das Erstellen digitaler Dateien. Sie umfasst eine Reihe aufeinander bezogener Schritte – von der ersten Wahrnehmung einer kulturellen Ausdrucksform über ihre Erfassung, Bewertung und Digitalisierung bis hin zur langfristigen Sicherung und Präsentation. Dabei sind je nach Schritt unterschiedliche Akteure beteiligt, etwa Gemeinschaften, Museen, Archive, Fachgremien, Digitalisierungsstellen oder IT. Die folgenden Beschreibungen erläutern diese Schritte so, dass nachvollziehbar wird, was jeweils mit einem Kulturgut geschieht, wer daran beteiligt ist und wie sich der Ablauf in der Praxis vorstellen lässt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''1. Sammeln &amp;amp; erfassen''' &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Hier wird eine kulturelle Ausdrucksform erstmals wahrgenommen, benannt und mit ersten Informationen erfasst: Was ist es, wer macht es oder hat es geschaffen, wo kommt es vor, warum ist es bedeutsam für die Gemeinschaft? &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Akteure''': Community, Vereine, Museen, Archive, Forschende, Privatpersonen.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Beispiel''': Auf einem Dorffest zeigt eine Frau das Verzieren sorbischer Ostereier. Jemand fotografiert dies und notiert Technik, Ort und Namen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''2. Registrieren &amp;amp; beschreiben''' &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Hier wird aus der ersten Beobachtung ein strukturierter Nachweis. Das Kulturgut oder die kulturelle Ausdrucksform wird in ein Register, eine Sammlung oder einen Katalog aufgenommen und mit strukturierten Metadaten beschrieben, damit es wiedergefunden, zugeordnet und verstanden werden kann. Dazu gehören z. B. Titel, Ort, Zeit, Technik, Funktion, beteiligte Personen und der kulturelle Kontext.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Akteure''': Registerverantwortliche, Kurator:innen, Sammlungsmitarbeitende, Community für Kontextinformationen.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Beispiel''': Das Osterei erhält einen Eintrag mit Angaben wie „Wachsbatik“, „Schleife“, „Osterei-Verzierung“, Name der Trägerin und Entstehungsjahr.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''3. Bewerten &amp;amp; freigeben''' &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
In diesem Schritt wird entschieden, ob und in welcher Priorität ein Kulturgut oder die kulturelle Ausdrucksform digitalisiert werden soll und ob dies rechtlich und ethisch möglich ist. Dabei spielen fachliche Kriterien wie Bedeutung, Repräsentativität, Seltenheit oder Gefährdung eine Rolle, aber auch Fragen des Urheberrechts, Datenschutzes und möglicher kultureller Sensibilitäten. Am Ende steht eine begründete Entscheidung, ob und in welchem Umfang das Kulturgut weiterbearbeitet und später veröffentlicht werden darf. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Akteure''': Kurator:innen, Fachgremien, Community-Vertretungen, Register/SKR, ggf. Rechteverantwortliche und Behörden. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Beispiel''': Es wird entschieden, dass die Osterei-Technik wegen ihrer Bedeutung für die sorbische Identität digital gesichert werden soll; die Kunsthandwerkerin stimmt der Veröffentlichung zu.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''4. Digitalisieren &amp;amp; prüfen''' &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Nun wird das Kulturgut technisch erfasst, also in eine digitale Form überführt. Das kann je nach Objektart durch Scan, Fotografie, Audio- oder Videoaufnahme oder 3D-Erfassung geschehen. Dabei entstehen hochwertige Master-Dateien und nutzbare Derivate. Die Digitalisierung folgt qualifizierten Standards, um Reproduzierbarkeit, Farbkonsistenz und Nutzbarkeit zu gewährleisten. Anschließend wird geprüft, ob Schärfe, Farbe, Vollständigkeit und Dateiformate den Anforderungen für Archivierung und Nutzung entsprechen. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Akteure''': Digitalisierungszentrum, Foto-/AV-/3D-Spezialist:innen, externe Dienstleister bei Spezialfällen. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Beispiel''': Das Osterei wird fotografisch hochauflösend aufgenommen und zusätzlich als 3D-Modell erfasst. Danach werden Schärfe, Farbe und Dateiformate geprüft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''5. Archivieren &amp;amp; sichern''' &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die entstandenen digitalen Dateien werden geordnet abgelegt, mit den zugehörigen Metadaten verknüpft und für die langfristige Erhaltung gesichert. Dazu gehören sichere Speicherorte, Backups, Integritätskontrollen und – wenn nötig – spätere technische Migration auf neue Systeme. Ziel ist, dass das digitale Kulturgut langfristig erhalten bleibt, auch wenn sich Technik und Formate verändern. Das Original bleibt in der Regel weiterhin am Sammlungs- oder Aufbewahrungsort. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Akteure''': Archiv, Repository, IT-Betrieb, ggf. Sorbisches Kulturarchiv bzw. Digitalisierungszentrum. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Beispiel''': Die Bilder und das 3D-Modell des Ostereis werden auf gesicherten Servern gespeichert; das Original bleibt im Museum oder bei der Eigentümerin.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''6. Präsentieren &amp;amp; nutzen''' &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Im letzten Schritt werden die digitalen Objekte so bereitgestellt, dass sie gefunden, verstanden und genutzt werden können, z. B. in Portalen, digitalen Sammlungen oder virtuellen Ausstellungen. Dafür reicht es nicht, nur Dateien anzuzeigen: Es braucht auch verständliche Kontexte, Rechteangaben, Mehrsprachigkeit und möglichst barrierearme Zugänge. So wird aus der technischen Digitalisierung eine tatsächliche kulturelle Nutzung. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Akteure''': Kurator:innen, Vermittlung, Web/IT, Museen, Kulturinformationen, Community. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Beispiel''': Das Osterei erscheint in einer Online-Ausstellung, kann herangezoomt oder als 3D-Modell gedreht werden und wird mit einem kurzen Text zur Technik erklärt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.4.3 Organisatorische Perspektive ===&lt;br /&gt;
Die folgende Abbildung ist entnommen aus einem Poster des Sorbischen Instituts zu dessen Digitalisierungsstrategie, gefunden auf der Projektseite des Digitalisierungszentrums.&amp;lt;ref&amp;gt;Sorbisches Institut: Digitalisierungszentrum (DZ). URL: [https://www.serbski-institut.de/projekte-zentrale-vorhaben/digitalisierungszentrum-dz/ https://www.serbski-institut.de/projekte-zentrale-vorhaben/digitalisierungszentrum-dz/], abgerufen am 25.03.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Digitalisierungsstrategie des Sorbischen Instituts zeigt die Erfassung, Registrierung, Digitalisierung und Archivierung bis zur Präsentation von Kulturgütern aus '''organisatorischer Sicht'''. Sie basiert auf einem '''3-Säulen-Modell aus Kulturregister, Digitalisierungszentrum und Präsentationsumgebung'''. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Dataja:Wobraz_K4.png|mini||center|600px|Abbildung: 3-Säulen-Modell der Digitalisierungsstrategie des Sorbischen Instituts. Quelle: Sorbisches Institut, „Digitalizacija serbskich kulturnych datow / Digitalisierung der sorbischen/wendischen Kulturdaten“&amp;lt;ref&amp;gt;Sorbisches Institut 2025: Digitalizacija serbskich kulturnych datow / Digitalisierung der sorbischen/wendischen Kulturdaten (Poster). URL:  [https://www.serbski-institut.de/wp-content/uploads/2021/11/A0-Druck_Digitalisierungsstrategie-SI.pdf  https://www.serbski-institut.de/wp-content/uploads/2021/11/A0-Druck_Digitalisierungsstrategie-SI.pdf], abgerufen am 25.03.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Beide Sichtweisen - die fachliche &amp;quot;Prozess-Sicht&amp;quot; und die &amp;quot;organisatorische Sicht&amp;quot; lassen sich wie folgt in einer Darstellung zusammenfassen:&lt;br /&gt;
[[Dataja:Wobraz_K5.jpg|mini||center|600px|Abbildung: Zusammengefasste Sichtweisen auf die Digitalisierung von Kulturerbe.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der &amp;quot;Prozess der Digitalisierung von Kulturerbe&amp;quot; beschreibt, '''was''' mit einem Kulturgut geschieht; das 3-Säulen-Modell zeigt, '''wo''' diese Aufgaben organisatorisch verortet sind. Bezogen auf die oben beschriebenen [[#2.3.2 Prozessschritte im Detail|Prozessschritte der Digitalisierung von Kulturerbe]] steht das '''Sorbische Kulturregister''' für den Prozessschritt „'''2. Registrieren'''“ und dient dabei vor allem der Verzeichnung und Metadatenverwaltung. Das '''Digitalisierungszentrum''' steht für die Prozessschritte „'''4. Digitalisieren'''“ und „'''5. Archivieren'''“ und dient dabei der technischen Erfassung, Bearbeitung und Sicherung der Digitalisate. Die '''Präsentationsumgebung''' steht für den Schritt „'''6. Präsentieren'''“ und dient der öffentlichen oder kuratierten Bereitstellung zur Nutzung. Ergänzende Konzepte des SI machen dabei deutlich, dass die Digitalisierung im Regelfall eine vorherige Verzeichnung im Register voraussetzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
! Prozessschritt&lt;br /&gt;
! Verantwortliche Organisation&lt;br /&gt;
! Funktion im Gesamtsystem&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''2. Registrieren'''&lt;br /&gt;
| '''Sorbisches Kulturregister'''&lt;br /&gt;
| Kulturgüter werden als Entitäten nachgewiesen, beschrieben, mit Metadaten versehen und miteinander verknüpft. Das Register erfüllt damit eine katalogähnliche Funktion: Es macht sichtbar, welche Kulturgüter es gibt, wo sie sich befinden und in welchem Kontext sie stehen.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''4. Digitalisieren'''&lt;br /&gt;
| '''Digitalisierungszentrum'''&lt;br /&gt;
| Kulturgüter werden technisch erfasst, z. B. durch Scan, Fotografie, Audio-/Videoübertragung oder 3D-Erfassung. Das Digitalisierungszentrum erzeugt und prüft die Digitalisate, ist aber nicht selbst primär ein Präsentationssystem.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''5. Archivieren'''&lt;br /&gt;
| '''Digitalisierungszentrum / Repositorium / Archiv'''&lt;br /&gt;
| Die digitalen Dateien werden geordnet gespeichert, mit Metadaten verbunden und langfristig gesichert. Dazu gehört auch die Sicherstellung der Langzeitaufbewahrung, etwa durch geeignete Speicherorte, Prüfroutinen und spätere Migrationen.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''6. Präsentieren'''&lt;br /&gt;
| '''Sorabicon / weitere Präsentationsumgebungen'''&lt;br /&gt;
| Die digitalen Inhalte werden für Nutzer:innen sichtbar, erfahrbar und verständlich gemacht, z. B. in Portalen, digitalen Sammlungen oder virtuellen Ausstellungen. Die Präsentation greift dafür auf Metadaten aus dem Register und auf Digitalisate aus dem Repositorium bzw. dem Digitalisierungszentrum zurück.&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Schritt '''1. Sammeln''' liegt vor diesen drei Säulen. Er betrifft die Sammlungsorte selbst, also z. B. Museen, Archive, Heimatstuben, Vereine, Projekte, Gemeinden oder Privatpersonen. Dort entstehen oder befinden sich die Kulturgüter zunächst, bevor sie systematisch registriert, bewertet oder digitalisiert werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Schritt '''3. Bewerten''' ist ebenfalls keine eigene technische Säule, sondern ein steuernder Entscheidungsschritt. In ihm wird geklärt, welche Kulturgüter priorisiert digitalisiert werden, welche fachliche Bedeutung sie haben, welche Rechte zu beachten sind und ob eine öffentliche Präsentation möglich ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Damit wird deutlich: Register, Digitalisierungszentrum und Präsentation erfüllen unterschiedliche Aufgaben. Das '''Register''' beschreibt und verknüpft Kulturgüter, das '''Digitalisierungszentrum''' erzeugt und sichert Digitalisate und die '''Präsentationsumgebung''' macht ausgewählte Inhalte verständlich zugänglich. Gerade diese Trennung schafft klare Zuständigkeiten und erleichtert die Zusammenarbeit zwischen Sammlungsorten, Fachstellen, technischen Dienstleistern und Öffentlichkeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== 2.5 Beispiele anderer Kulturen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Digitalisierung des Kulturerbes kleiner, autochthoner, indigener und sprachlicher Gemeinschaften weist häufig vergleichbare Herausforderungen auf: Kulturgüter und Bestände sind auf viele Institutionen, Vereine, lokale Einrichtungen und private Träger verteilt. Personelle und finanzielle Ressourcen sind begrenzt, mehrere Sprachen und Beschreibungstraditionen müssen berücksichtigt werden und nicht alle kulturellen Inhalte dürfen oder sollen ohne Einschränkung öffentlich zugänglich gemacht werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In einer vergleichenden Recherche wurde daher untersucht, wie andere Gemeinschaften und Regionen ihr Kulturerbe erfassen, beschreiben, digitalisieren, langfristig sichern und zur Nutzung bereitstellen. Dabei wurde nicht nach einer universell „idealen“ technischen Lösung gesucht. Untersucht wurde vielmehr, welche organisatorischen, technischen, rechtlichen und gemeinschaftlichen Modelle unter welchen Rahmenbedingungen funktionieren, welche Schwierigkeiten auftreten und welche übertragbaren Erfolgsfaktoren erkennbar sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die nachfolgenden Beispiele verdeutlichen unterschiedliche Schwerpunkte: gemeinschaftliche Steuerung, institutionsübergreifende Register und Suchsysteme, Digitalisierung verteilter Bestände, Sprach- und Tonarchive, abgestufte Zugänge, Unterstützung kleiner Kulturgutträger sowie die Überführung zeitlich begrenzter Projekte in einen dauerhaften Betrieb.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die daraus abgeleiteten Kriterien bilden einen Referenzrahmen. Anhand dieses Referenzrahmens kann in einer späteren Ist-Analyse geprüft werden, welche Funktionen bereits vorhanden, nur konzeptionell beschrieben, in Pilotprojekten erprobt oder dauerhaft im Regelbetrieb verankert sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die ausführlichen Fallprofile, Vergleichsmatrizen, Quellen sowie ein Hinweis zur KI-gestützten Erstellung befinden sich in der [[12.3.A1 Vergleichende Recherche – Digitalisierung des Kulturerbes anderer Kulturen und Regionen|ausführlichen Vergleichsrecherche]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.5.1 RomArchive – Digitales Archiv der Roma ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Roma und Sinti sind eine transnationale Minderheit, die in zahlreichen europäischen Staaten lebt. RomArchive wurde von 2015 bis 2019 mit 3,75 Millionen Euro durch die Kulturstiftung des Bundes gefördert. Weitere Unterstützer waren unter anderem die Bundeszentrale für politische Bildung, das Auswärtige Amt und das Goethe-Institut. Seit 2019 wird das Archiv durch das Dokumentations- und Kulturzentrum Deutscher Sinti und Roma in Heidelberg betrieben.&amp;lt;ref name=&amp;quot;vergleich_romarchive&amp;quot;&amp;gt;RomArchive o. J.: Frequently Asked Questions. URL: https://www.romarchive.eu/en/about/frequently-answered-questions/; Dokumentations- und Kulturzentrum Deutscher Sinti und Roma e. V. o. J.: Imprint. URL: https://www.romarchive.eu/en/imprint/; Kulturstiftung des Bundes o. J.: RomArchive. URL: https://www.kulturstiftung-des-bundes.de/en/programmes_projects/film_and_new_media/detail/romarchive.html, jeweils abgerufen am 20.07.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Archiv präsentiert Kunst, Geschichte und Kultur aus der Perspektive der Roma. Kuratorische Teams und Beirat waren überwiegend mit Angehörigen der Minderheit besetzt. Neben öffentlich zugänglichen Inhalten existiert ein internes Archiv mit beschränktem Forschungszugang. Besonders lehrreich ist der bereits zu Projektbeginn geplante und später tatsächlich vollzogene Übergang an einen dauerhaften Betreiber.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Erfolgsfaktoren und Learnings:''' &lt;br /&gt;
* Angehörige der Gemeinschaft sollten nicht nur Inhalte zuliefern, sondern festgelegte Entscheidungsrechte bei Auswahl, Beschreibung, Kontextualisierung und Zugangsregeln besitzen. &lt;br /&gt;
* Bereits zu Beginn einer Projektphase verbindlich klären, welche Institution das Register, Archiv oder Portal nach dem Ende der Förderung dauerhaft betreibt, pflegt und finanziert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.5.2 Nuohtti – Zugang zum Sámi-Kulturerbe ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Sámi sind ein indigenes Volk im nordeuropäischen Sápmi, das sich über Teile Norwegens, Schwedens, Finnlands und Russlands erstreckt. Viele historische Sámi-Materialien befinden sich außerhalb der Sámi-Institutionen in europäischen Archiven und Museen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nuohtti ist ein gemeinsamer Suchdienst für digitalisierte Sámi-Materialien. Er wurde von 2018 bis 2021 mit Mitteln des Programms Interreg Nord der EU (Europäische Union) entwickelt. Beteiligt waren unter anderem die Sámi-Archive der finnischen und norwegischen Nationalarchive, das schwedische Reichsarchiv und mehrere Universitäten. Die Sámi-Parlamente Finnlands, Norwegens und Schwedens waren in der Steuerungsgruppe vertreten. Der Dienst führte nach Projektangaben etwa 30.000 Datensätze aus 32 Institutionen zusammen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;vergleich_nuohtti&amp;quot;&amp;gt;Nuohtti o. J.: About Nuohtti. URL: https://nuohtti.com/Content/about; University of the Arctic 2023: The Nuohtti service provides digital access to Sámi material in European archives. URL: https://www.uarctic.org/news/2023/3/the-nuohtti-service-provides-digital-access-to-sami-material-in-european-archives/, jeweils abgerufen am 20.07.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nuohtti übernimmt nicht alle Bestände in ein einziges System. Stattdessen werden Metadaten, also strukturierte Beschreibungsdaten zu Objekten und Beständen, aus vorhandenen Einrichtungen zusammengeführt und mit mehrsprachiger Suche, Karte und Zeitleiste zugänglich gemacht. Ethische Hinweise machen darauf aufmerksam, dass viele Bestände unter historischen und teilweise kolonialen Bedingungen gesammelt und beschrieben wurden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Erfolgsfaktoren und Learnings:''' &lt;br /&gt;
* Ein gemeinsamer Zugang kann auch mit dezentraler Architektur der Bestände erfolgen – Originale, Dateien und Fachsysteme können beim Kulturgutträger verbleiben.&lt;br /&gt;
* Ein Register für Kulturdaten kann als übergreifende Nachweisschicht arbeiten: Größere Einrichtungen liefern Daten über technische Schnittstellen, während kleine Träger zentrale oder gemeinsam bereitgestellte Erfassungsdienste nutzen können. &lt;br /&gt;
* Historische Fremdbeschreibungen sollten ergänzt werden durch Selbstbezeichnungen, eigene Sprachformen, alternative Benennungen und Kontexte der betreffenden Gemeinschaft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.5.3 People’s Collection Wales / Casgliad y Werin Cymru ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wales ist ein Landesteil des Vereinigten Königreichs mit einer eigenständigen nationalen und walisischsprachigen Identität. People’s Collection Wales ist eine zweisprachige Plattform für institutionelles und gemeinschaftlich getragenes Kulturerbe. Sie wird als Verbund der National Library of Wales, des National Museum Wales und der Royal Commission on the Ancient and Historical Monuments of Wales betrieben und durch die walisische Regierung finanziert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Neben der technischen Plattform werden kostenlose Beratung und Schulungen zu Digitalisierung, Metadaten, Urheberrecht, Datenschutz und Oral History, also mündlich überlieferter und aufgezeichneter Geschichte, angeboten. Eine unabhängige Evaluation stellte Fortschritte bei der Zusammenarbeit und beim Kompetenzaufbau fest, benannte aber auch begrenzte Wirkungsnachweise, Finanzierungsrisiken und den hohen Personalaufwand für die Unterstützung der beteiligten Gemeinschaften.&amp;lt;ref name=&amp;quot;vergleich_wales&amp;quot;&amp;gt;Vittle, Kate / Haswell-Walls, Fran / Dixon, Tim; ERS Ltd. 2016: Evaluation of the Casgliad y Werin Cymru / People’s Collection Wales Digital Heritage Programme. Impact Report. URL: https://www.gov.wales/sites/default/files/publications/2019-08/evaluation-of-the-peoples-collection-wales-digital-heritage-programme-impact.pdf; People’s Collection Wales o. J.: Community Support. URL: https://www.peoplescollection.wales/about-us/community-support, jeweils abgerufen am 20.07.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Erfolgsfaktoren und Learnings:''' &lt;br /&gt;
* Kleine und ehrenamtlich betreute Sammlungen benötigen nicht nur technische Standards, sondern konkrete und dauerhaft verfügbare Dienstleistungen: Erstberatung, Schulung, Vorlagen, Unterstützung bei Rechtefragen, Qualitätskontrolle und persönliche Ansprechpartner. &lt;br /&gt;
* Ein Digitalisierungszentrum oder ein Verbund koordinierter Digitalisierungsdienste sollte daher als Service- und Kompetenzstruktur ausgestaltet werden und nicht lediglich als technische Produktionsstelle. &lt;br /&gt;
* Der dafür notwendige Beratungs- und Unterstützungsaufwand muss als dauerhafte Betriebsaufgabe eingeplant werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.5.4 Tobar an Dualchais / Kist o Riches ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schottisch-Gälisch ist eine Minderheitensprache, die vor allem in den Highlands und auf den schottischen Inseln gesprochen wird. Tobar an Dualchais macht mehr als 40.000 seit den 1930er Jahren entstandene Tonaufnahmen zugänglich. Die Bestände umfassen Erzählungen, Lieder, Musik, Gedichte und mündlich überliefertes Wissen auf Gälisch, Scots und Englisch. Ein bedeutender Teil der Originalbestände wird in den School of Scottish Studies Archives der Universität Edinburgh verwahrt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;vergleich_tobar&amp;quot;&amp;gt;University of Edinburgh 2024: Tobar an Dualchais / Kist o Riches. URL: https://gaelic.ed.ac.uk/gaelic-collections/tobar-an-dualchais-kist-o-riches; Scottish Government 2025: Rediscovering lost Gaelic words. URL: https://www.gov.scot/news/rediscovering-lost-gaelic-words/, jeweils abgerufen am 20.07.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Digitalisierung wird mit Verschriftlichung beziehungsweise Transkription, sprachlicher Erschließung, Freiwilligenarbeit und teilweise automatischer Spracherkennung verbunden. Das Projekt erhält wiederkehrende öffentliche Förderungen, muss Rechteklärung, Transkription und technische Weiterentwicklung jedoch dauerhaft fortsetzen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Erfolgsfaktoren und Learnings:''' &lt;br /&gt;
* Gefährdete Ton-, Film- und Videobestände müssen wegen Materialverfall, beschädigungsanfälliger Trägermaterialien und nicht mehr verfügbarer Wiedergabetechnik zeitlich priorisiert werden. &lt;br /&gt;
* Ein geeignetes Pilotprojekt kann Digitalisierung, Rechteklärung, Verschriftlichung, Übersetzung, Metadatenerfassung, Archivierung und Bildungsnutzung entlang einer vollständigen Prozesskette verbinden. &lt;br /&gt;
* Dadurch werden nicht nur einzelne Dateien erzeugt, sondern zugleich die notwendigen Standards, Zuständigkeiten und Aufwände erprobt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.5.5 Euskariana – Portal zum baskischen Kulturerbe ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Baskinnen und Basken leben in Gebieten Spaniens und Frankreichs. Euskariana ist das staatlich betriebene Kulturportal der Autonomen Gemeinschaft Baskenland in Spanien. Es wird durch die Digitale Bibliothek Euskadi betrieben und verbindet Daten der baskischen Regierung, der Provinzen, Kommunen, Universitäten sowie öffentlicher, kirchlicher und privater Einrichtungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Portal ist zugleich gemeinsamer Katalog und Zugang zu digitalen Objekten. Es kann Inhalte über ein eigenes Repositorium, also ein institutionell betriebenes digitales Ablage- und Erhaltungssystem, bereitstellen oder zu den Systemen der Partner verlinken. Verwendet werden internationale Standards wie Dublin Core als allgemeiner Metadatenstandard, METS (Metadata Encoding and Transmission Standard) zur Strukturierung und Übertragung digitaler Objekte, PREMIS (Preservation Metadata: Implementation Strategies) für Metadaten zur digitalen Langzeiterhaltung und ALTO (Analyzed Layout and Text Object) für erkannte Texte und Seitenlayouts. Die standardisierten Daten können unter anderem an Europeana weitergegeben werden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;vergleich_euskariana&amp;quot;&amp;gt;Gobierno Vasco / Biblioteca Digital de Euskadi o. J.: Acerca de Euskariana. URL: https://www.euskariana.euskadi.eus/euskadibib/es/help/about.do, abgerufen am 20.07.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Erfolgsfaktoren und Learnings:''' &lt;br /&gt;
* Unterschiedliche Kulturgutträger benötigen unterschiedliche Anschlussmöglichkeiten. &lt;br /&gt;
** Kleine Einrichtungen sollten Daten und gegebenenfalls Dateien in zentral bereitgestellten Diensten erfassen und verwalten können. &lt;br /&gt;
** Größere Institutionen sollten ihre vorhandenen Systeme über Datenexporte oder Programmierschnittstellen anbinden können. &lt;br /&gt;
* Dafür ist ein gemeinsamer, bewusst schlank gehaltener Metadatenkern erforderlich, der durch fach- und institutionsspezifische Angaben erweitert werden kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.5.6 Mukurtu und Plateau Peoples’ Web Portal ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mukurtu ist eine frei verfügbare Software für die gemeinschaftlich kontrollierte Verwaltung digitalen indigenen Kulturerbes. Das Plateau Peoples’ Web Portal verbindet acht indigene Nationen des nordwestlichen Plateaus der USA mit der Washington State University und mehreren Museen und Archiven. Stammesvertreter wählen und beschreiben die Inhalte; die Universität übernimmt wesentliche technische Betriebsaufgaben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mukurtu ermöglicht kulturelle Protokolle, also gemeinschaftlich festgelegte Regeln für Zugang und Nutzung, Traditional Knowledge Labels als Kennzeichnungen für überliefertes gemeinschaftliches Wissen sowie mehrere Beschreibungen zu demselben Objekt. Dadurch kann neben einer institutionellen Museumsbeschreibung eine Beschreibung der Herkunftsgemeinschaft stehen. Zugänge können von vollständig öffentlich bis streng beschränkt reichen. Mukurtu weist ausdrücklich darauf hin, dass die Plattform vor allem dem Zugang und der gemeinschaftlichen Verwaltung dient und ein gesondertes Konzept für Digitalisierung, Langzeiterhaltung, Personal und Finanzierung erforderlich bleibt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;vergleich_mukurtu&amp;quot;&amp;gt;Mukurtu CMS / Washington State University o. J.: About. URL: https://mukurtu.org/about/; Plateau Peoples’ Web Portal. URL: https://mukurtu.org/project/plateau-peoples-web-portal-showcase/, jeweils abgerufen am 20.07.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Erfolgsfaktoren und Learnings:''' &lt;br /&gt;
* Rechte und kulturelle Sensibilität müssen als Bestandteil des Datenmodells behandelt werden und dürfen nicht erst unmittelbar vor einer Veröffentlichung geprüft werden. &lt;br /&gt;
* Sinnvoll sind abgestufte Kategorien wie &lt;br /&gt;
** „nur Metadaten öffentlich“, &lt;br /&gt;
** „öffentliches Nutzungsdigitalisat“, &lt;br /&gt;
** „Zugang nach Rücksprache“, &lt;br /&gt;
** „beschränkter Gemeinschafts- oder Forschungszugang“, &lt;br /&gt;
** „zeitlich gesperrt“ und &lt;br /&gt;
** „nicht zugänglich“. &lt;br /&gt;
* Mehrere Beschreibungen zu demselben Objekt ermöglichen es außerdem, institutionelle Überlieferung und Selbstbeschreibung nebeneinander nachvollziehbar zu dokumentieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.5.7 Indigitization – zentrale Unterstützung für dezentrale Digitalisierung ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Indigitization unterstützt First Nations und weitere indigene Gemeinschaften in British Columbia in Kanada. Das Programm wird gemeinsam von indigenen Organisationen, Bibliotheken, Archiven und Hochschulen getragen. Es stellt einen Werkzeugkasten, Schulungen, Musterunterlagen, technische Beratung und Förderhilfen bereit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von 2013 bis 2019 wurden drei Pilotprojekte und 45 weitere Projekte gefördert. Dabei wurden mehr als 11.000 Audiokassetten digitalisiert. Die Digitalisierung erfolgte in den Gemeinschaften; eine allgemeine Veröffentlichung war nicht zwingend. Das frühere Förderprogramm für Audiokassetten befindet sich inzwischen allerdings in einer Pause.&amp;lt;ref name=&amp;quot;vergleich_indigitization&amp;quot;&amp;gt;Indigitization o. J.: About Us. URL: https://www.indigitization.ca/about-2/; Indigitization Toolkit. URL: https://www.indigitization.ca/toolkit/; Audio Cassette Digitization Grant. URL: https://www.indigitization.ca/funding/audio-cassette-grant/, jeweils abgerufen am 20.07.2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Erfolgsfaktoren und Learnings:''' &lt;br /&gt;
* Zentral bereitgestellte Kompetenz lässt sich mit dezentraler Verantwortung verbinden. &lt;br /&gt;
* Ein Digitalisierungszentrum oder ein Verbund gemeinsamer Dienste kann Schulungen, Leih- und Mobiltechnik, Qualitätsprüfung, Rahmenverträge, Musterunterlagen, Beratung und Kleinprojektförderung anbieten. &lt;br /&gt;
* Originale, lokales Wissen und kulturelle Beziehungen können grundsätzlich bei den jeweiligen Kulturgutträgern verbleiben. &lt;br /&gt;
* Damit nach Abschluss einzelner Digitalisierungsprojekte keine ungesicherten Dateien zurückbleiben, sollte jedoch von Beginn an ein gemeinsames oder verbindlich angebundenes Repositorium beziehungsweise digitales Archiv vorgesehen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.5.8 Zusammenfassungen der Beispiele anderer Kulturen im Anhang ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tabellarische Übersichten und Zusammenfassungen aller untersuchten Beispiele anderer Kulturen und Regionen befinden sich im Anhang [[12.3.A1 Vergleichende Recherche – Digitalisierung des Kulturerbes anderer Kulturen und Regionen#E. Vergleichsmatrix|in Abschnitt E. Vergleichsmatrix]] unter &lt;br /&gt;
* [[12.3.A1 Vergleichende Recherche – Digitalisierung des Kulturerbes anderer Kulturen und Regionen#E.1 Funktionen, Architektur und Standards|E.1 Funktionen, Architektur und Standards]] und&lt;br /&gt;
* [[12.3.A1 Vergleichende Recherche – Digitalisierung des Kulturerbes anderer Kulturen und Regionen#E.2 Governance, Finanzierung, Erfolg und Übertragbarkeit|E.2 Governance, Finanzierung, Erfolg und Übertragbarkeit]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Zusammenfassung der übergreifenden Erfolgsfaktoren aus den Beispielen befindet sich im Anhang [[12.3.A1 Vergleichende Recherche – Digitalisierung des Kulturerbes anderer Kulturen und Regionen#F. Übergreifende Erfolgsfaktoren|in Abschnitt F. Übergreifende Erfolgsfaktoren]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2.5.9 Was sich aus den Beispielen ableiten lässt ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus den untersuchten Beispielen lässt sich kein einzelnes Projekt und kein bestimmtes Softwaresystem ableiten, das unverändert übernommen werden könnte. Wiederkehrend zeigen sich jedoch '''vier notwendige Funktionen, drei übergreifende Erfolgsbedingungen und zwei grundlegende Umsetzungsprinzipien'''. Sie bilden einen kompakten Orientierungsrahmen für die Digitalisierung von Kulturerbe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Vier Kernfunktionen – was muss dauerhaft geleistet werden? ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Damit die Digitalisierung nicht bei einzelnen Digitalisaten oder einem Präsentationsportal stehen bleibt, müssen vier Kernfunktionen verlässlich abgedeckt und miteinander verbunden werden:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot; style=&amp;quot;width:100%;&amp;quot;&lt;br /&gt;
! Kernfunktion&lt;br /&gt;
! Kernfrage&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''1. Register für Kulturdaten'''&lt;br /&gt;
| '''Was ist vorhanden und was sollte prioritär bearbeitet werden?''' – Kulturgüter und Bestände nachweisen, beschreiben, verknüpfen und ihren Digitalisierungs- und Rechtezustand erfassen.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''2. Digitalisierungszentrum / Digitalisierungsdienste'''&lt;br /&gt;
| '''Wie wird qualitätsgesichert digitalisiert?''' – Kulturgutträger beraten, Digitalisierung vorbereiten oder durchführen, Qualität sichern und die Übergabe vorbereiten.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''3. Repositorium / digitales Langzeitarchiv'''&lt;br /&gt;
| '''Wie bleibt das digitale Kulturerbe dauerhaft erhalten?''' – Masterdateien und Metadaten sicher übernehmen, erhalten, sichern und bei technischen Veränderungen migrieren.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''4. Präsentations- und Nutzungssysteme'''&lt;br /&gt;
| '''Wie wird das Kulturerbe gefunden, verstanden und genutzt?''' – freigegebene Inhalte mehrsprachig vermitteln und für Bildung, Forschung und kulturelle Nachnutzung bereitstellen.&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die vier Funktionen bedeuten nicht zwingend vier Einrichtungen oder vier technische Systeme. Entscheidend ist, dass alle Funktionen abgedeckt, ihre Zuständigkeiten geklärt und ihre Übergaben zuverlässig organisiert sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Drei Erfolgsbedingungen – was gilt für alle Kernfunktionen? ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
# '''Gemeinsam entscheiden und Rechte abgestuft regeln:''' &lt;br /&gt;
#* Angehörige der betreffenden Gemeinschaft und die Kulturgutträger sollten nachvollziehbare Entscheidungsrechte bei Auswahl, Beschreibung, Priorisierung und Veröffentlichung besitzen. &lt;br /&gt;
#* Zugänge sollten abgestuft sein, beispielsweise auch &amp;quot;ausschließlich Metadaten&amp;quot;, &amp;quot;Zugang nach Rücksprache&amp;quot; oder &amp;quot;beschränkte Gemeinschafts- und Forschungszugänge&amp;quot; ermöglichen. &lt;br /&gt;
#* Rechtliche Zulässigkeit und kulturelle Angemessenheit sind dabei getrennt zu betrachten. &lt;br /&gt;
#* Selbstbezeichnungen und eigene kulturelle Perspektiven sollten historische Fremdbeschreibungen ergänzen können.&amp;lt;br&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
# '''Gemeinsame Standards, Mehrsprachigkeit und technische Anschlussfähigkeit sichern:''' &lt;br /&gt;
#* Ein bewusst schlanker gemeinsamer Metadatenkern, Qualitätsstandards und geregelte Datenübergaben ermöglichen die Zusammenarbeit unterschiedlicher Einrichtungen. Zusätzlich können fach- oder institutionsspezifische Metadatensätze genutzt werden.&lt;br /&gt;
#* Sprachen und Sprachvarianten müssen als eigenständige Datenwerte berücksichtigt werden, bspw. bei Metadaten, Beschreibungen usw. &lt;br /&gt;
#* Kleine Träger benötigen einfache zentrale Erfassungsmöglichkeiten, z. B. per Weboberfläche, größere Institutionen Schnittstellen oder Datenexporte aus ihren vorhandenen Systemen.&amp;lt;br&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
# '''Dauerhafte Verantwortung und Finanzierung sichern:''' &lt;br /&gt;
#* Bereits beim Aufbau muss feststehen, wer Register, Digitalisierungsdienste, Repositorium und Präsentationssystem nach einer Projektförderung dauerhaft betreibt. &lt;br /&gt;
#* Neben einmaligen Projektmitteln müssen deshalb auch Personal, Beratung, Datenpflege, Speicher, Softwarepflege, Sicherung und spätere technische Erneuerungen dauerhaft finanziert werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Zwei Umsetzungsprinzipien – wie sollte vorgegangen werden? ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
# '''Priorisieren, die vollständige Kette pilotieren, dann skalieren:''' &lt;br /&gt;
#* Nicht alles muss gleichzeitig digitalisiert werden. Besonders gefährdete oder kulturell bedeutsame Bestände sollten priorisiert werden. &lt;br /&gt;
#* Pilotprojekte sollten möglichst den gesamten Weg von der Erfassung und Rechteklärung über die Digitalisierung bis zur Archivierung und Nutzung durchlaufen. Dabei werden Standards, Zuständigkeiten, Kosten und tatsächliche Nutzung erprobt. &lt;br /&gt;
#* Erst auf dieser Grundlage sollte in größerem Umfang skaliert werden.&amp;lt;br&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
# '''Zentral ermöglichen, dezentral verantworten:''' &lt;br /&gt;
#* Zentrale Stellen können Infrastruktur, Beratung, Schulung, Digitalisierungstechnik, Qualitätskontrolle, Rechtehilfe und Langzeiterhaltung bereitstellen. &lt;br /&gt;
#* Originale, lokales Wissen, kulturelle Beziehungen und wesentliche inhaltliche Entscheidungen können gleichzeitig bei den jeweiligen Kulturgutträgern verbleiben. &lt;br /&gt;
#* Zentralisierung von Diensten und dezentrale kulturelle Verantwortung sind damit keine Gegensätze, sondern können sich gegenseitig ergänzen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Für die Reihenfolge ergibt sich daraus:''' &lt;br /&gt;
# Zuerst Entscheidungsrechte, Standards, Betreiber und Finanzierung ausreichend klären; &lt;br /&gt;
# anschließend mit ausgewählten Beständen die vollständige Prozesskette erproben und die Unterstützungsstrukturen aufbauen; &lt;br /&gt;
# auf dieser Grundlage Digitalisierung, Präsentation und Nachnutzung schrittweise verbreitern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Präsentation und Nutzung sind dabei nicht von geringerer Bedeutung und sollten bereits Bestandteil der Pilotprojekte sein. '''Später erfolgt nicht die Nutzung selbst, sondern deren breiter Ausbau.'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weiterführende '''Hinweise und Empfehlungen zu einem möglichen Vorgehen sowie zeitlichen und inhaltlichen Prioritäten''' befinden sich im Anhang [[12.3.A1 Vergleichende Recherche – Digitalisierung des Kulturerbes anderer Kulturen und Regionen#G.2 Was zentral, dezentral und gemeinsam organisiert werden sollte|im Abschnitt &amp;quot;Priorisierte Schlussfolgerung&amp;quot; von G2 bis G9]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein ausführliches '''Prüfraster zur Bewertung des jeweiligen Entwicklungsstandes''' befindet sich [[12.3.A2 Prüfraster zur Bewertung des Entwicklungsstandes beim Aufbau der Digitalisierung des Kulturerbes|im Anhang 2 &amp;quot;Prüfraster zur Bewertung des Entwicklungsstandes&amp;quot;]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= 3. Ist-Analyse der Digitalisierung des sorbischen Kulturerbes =&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der [[#2 Ist-Analyse „Digitalisierung von Kulturerbe“|vorangegangene Abschnitt 2]] hat beschrieben, was zur Digitalisierung von Kulturerbe gehört, welche Aufgaben dabei dauerhaft erfüllt werden müssen und wie andere Gemeinschaften und Regionen diese Aufgaben lösen. Dieser Abschnitt richtet den Blick auf die sorbische Situation. Er geht der Frage nach, wie gut die sorbische Kulturerbelandschaft heute organisatorisch, technisch und personell aufgestellt ist, um ihr materielles, immaterielles und digitales Kulturerbe institutionsübergreifend zu erfassen, zu digitalisieren, dauerhaft zu erhalten und zugänglich zu machen – und wo vorrangiger Handlungsbedarf besteht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Analyse gliedert sich in fünf Teile:&lt;br /&gt;
* '''Akteure und Rollen''' – wer sorbisches Kulturerbe bewahrt und welche Aufgaben die Akteure bei seiner Digitalisierung übernehmen, vom Sammeln bis zur Finanzierung und Koordination.&lt;br /&gt;
* '''Bestände und Digitalisierungsbedarf''' – welche Kulturgüter es gibt, wie weit sie erfasst und digitalisiert sind und welche vorrangig gesichert werden müssen.&lt;br /&gt;
* '''Vorhaben und Systeme''' – welche Projekte und Angebote die [[#2.3.2 Vier Kernfunktionen|vier Kernfunktionen]] Erfassen, Digitalisieren, langfristig Erhalten und Zugänglichmachen bereits abdecken.&lt;br /&gt;
* '''Zusammenarbeit und dauerhafter Betrieb''' – wie Steuerung und Zusammenarbeit (Governance) organisiert sind: Zuständigkeiten, Standards, Rechte und Finanzierung.&lt;br /&gt;
* '''Gesamtbewertung''' – was bereits funktioniert, wo die entscheidenden Lücken liegen und welche zuerst geschlossen werden sollten, als Grundlage für die anschließenden Maßnahmen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== 3.1 Akteure, Bestände und Bedarfe ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;background-color:#eef5fb;border-left:4px solid #5b9bd5;padding:0.7em 1em;margin:1em 0;&amp;quot;&amp;gt;'''Leitfrage:''' Wer trägt oder nutzt sorbisches Kulturerbe, welche Bestände gibt es und welche haben hohen Handlungsbedarf und welche Unterstützung wird benötigt?&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In einem ersten Schritt wird erhoben, &lt;br /&gt;
* wer sorbisches Kulturerbe bewahrt, bearbeitet, digitalisiert, erschließt, finanziert oder nutzt und &lt;br /&gt;
* welche konkreten Bedarfe bei diesen Akteuren bestehen. &lt;br /&gt;
Dieser Abschnitt ist vor allem eine strukturierte Ist-Aufnahme. Zur Analyse wird er dort, wo Bedarfe zusammengeführt, Dringlichkeiten bewertet und erkennbare Versorgungslücken beschrieben werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.1.1 Akteure, Rollen und betreute Bestände ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;background-color:#eef5fb;border-left:4px solid #5b9bd5;padding:0.7em 1em;margin:1em 0;&amp;quot;&amp;gt;'''Leitfrage:''' Welche Akteure sind beteiligt, welche Bestände oder kulturellen Praktiken betreuen sie und welche Aufgaben übernehmen sie bereits?&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Relevante Kulturgutträger - &amp;lt;mark&amp;gt;Kurzdefinition, oder oben&amp;lt;/mark&amp;gt; - können neben Institutionen auch kleinere Vereine, Heimatstuben, kirchliche Einrichtungen, Gemeinden, ehrenamtlich Tätige und private Sammler sein. Neben dem Einrichtungstyp sollte deshalb insbesondere betrachtet werden, welche Rolle ein Akteur innerhalb der Digitalisierung des Kulturerbes tatsächlich übernimmt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Insbesondere erfassen/prüfen:&lt;br /&gt;
* Wer sind relevante sorbische und nicht-sorbische Institutionen, Einrichtungen, Vereine, Gemeinden, kirchliche Träger, Initiativen und private Kulturgutträger?&lt;br /&gt;
* nach Einrichtungstyp und Trägerschaft klassifizieren&lt;br /&gt;
* zusätzlich nach Rollen innerhalb der Digitalisierung unterscheiden, beispielsweise:&lt;br /&gt;
** Kulturgut bewahren und verwalten,&lt;br /&gt;
** Kulturgut fachlich beschreiben und kontextualisieren,&lt;br /&gt;
** Kulturgüter digitalisieren,&lt;br /&gt;
** Daten und Digitalisate dauerhaft erhalten,&lt;br /&gt;
** Inhalte präsentieren und vermitteln,&lt;br /&gt;
** technische Infrastruktur betreiben,&lt;br /&gt;
** beraten und unterstützen,&lt;br /&gt;
** finanzieren, koordinieren oder strategisch steuern&lt;br /&gt;
* betreute Kulturgut- und Bestandsarten erfassen&lt;br /&gt;
* materielles, immaterielles und bereits digitales Kulturerbe berücksichtigen&lt;br /&gt;
* Ober- und Niedersorbisch sowie regionale beziehungsweise institutionelle Unterschiede berücksichtigen&lt;br /&gt;
* vorhandene Zuständigkeiten, Kompetenzen und Überschneidungen zwischen Akteuren sichtbar machen&lt;br /&gt;
* ermitteln, welche kleineren oder privaten Sammlungen bislang kaum oder nicht systematisch erfasst sind&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mögliches Ergebnis: kompakte Übersicht über Akteure oder Matrix aus Akteur, Trägerschaft, Rolle, betreuten Beständen und vorhandenen Digitalisierungsaktivitäten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.1.2 Bedarfe und Dringlichkeiten ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;background-color:#eef5fb;border-left:4px solid #5b9bd5;padding:0.7em 1em;margin:1em 0;&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Leitfrage:''' Welche Unterstützung benötigen die Kulturgutträger und welche Bedarfe sollten (+aus welchen Gründen) vorrangig bearbeitet werden?&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die bei Kulturgutträgern bestehenden Bedarfe sollten zunächst möglichst vollständig erhoben und anschließend zusammengeführt und eingeordnet werden. Dabei ist zwischen &amp;quot;von Akteuren ausdrücklich genannten Bedarfen&amp;quot; und &amp;quot;aus der Analyse zusätzlich abgeleiteten Bedarfen&amp;quot; zu unterscheiden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die weitere Erhebung und Analyse insbesondere zu prüfen:&lt;br /&gt;
* vorhandene Bedarfserhebungen, Gesprächsprotokolle und bisherige Tabellen zusammenführen&lt;br /&gt;
* Bedarfe möglichst den vier Kernfunktionen zuordnen:&lt;br /&gt;
** Nachweisen, beschreiben und verknüpfen,&lt;br /&gt;
** Digitalisieren und Qualität sichern,&lt;br /&gt;
** langfristig erhalten,&lt;br /&gt;
** zugänglich machen und Nutzung ermöglichen;&lt;br /&gt;
* zusätzlich übergreifende Bedarfe erfassen, beispielsweise:&lt;br /&gt;
** Personal und Fachkompetenz,&lt;br /&gt;
** Beratung und Schulung,&lt;br /&gt;
** Finanzierung,&lt;br /&gt;
** Rechteklärung und Datenschutz,&lt;br /&gt;
** Metadaten und gemeinsame Standards,&lt;br /&gt;
** technische Infrastruktur;&lt;br /&gt;
* Dringlichkeit anhand nachvollziehbarer Kriterien beurteilen, beispielsweise:&lt;br /&gt;
** drohender Verlust oder Materialverfall,&lt;br /&gt;
** fehlende personelle Nachfolge,&lt;br /&gt;
** gefährdete oder unbekannte Bestände,&lt;br /&gt;
** blockierende Abhängigkeit für weitere Digitalisierungsschritte,&lt;br /&gt;
** kulturelle oder sprachliche Bedeutung,&lt;br /&gt;
** erwartete Nutzung für Bildung, Forschung oder Öffentlichkeit&lt;br /&gt;
* unterscheiden zwischen Einzelfallbedarf und strukturellem Bedarf mehrerer Kulturgutträger&lt;br /&gt;
* soweit möglich erfassen, welche Bedarfe bereits durch bestehende Angebote abgedeckt werden und welche bislang offenbleiben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mögliches Ergebnis: priorisierte beziehungsweise nach Dringlichkeit geordnete Bedarfsübersicht mit Zuordnung zu Akteursgruppen und Kernfunktionen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== 3.2 Ist-Stand der vier Kernfunktionen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;background-color:#eef5fb;border-left:4px solid #5b9bd5;padding:0.7em 1em;margin:1em 0;&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Leitfrage:''' Welche Kernfunktionen werden durch bestehende Angebote / Dienste und Projekte bereits erfüllt – für welche Bestände, Akteure und Nutzungszwecke?&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Den Schwerpunkt der Ist-Analyse bildet die Frage, '''in welchem Umfang''' die vier zuvor bestimmten Kernfunktionen der Kulturerbe-Digitalisierung im sorbischen Kontext bereits erfüllt werden. Dabei reicht es nicht aus festzustellen, dass ein Projekt, eine Institution oder ein technisches System existiert. Zu prüfen ist vielmehr, welche Leistung tatsächlich verfügbar ist, welche Kulturgutträger und Bestände sie erreicht und welche Lücken verbleiben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für jede Kernfunktion sollte möglichst nach einer einheitlichen Logik untersucht werden:&lt;br /&gt;
* vorhandene Angebote, Systeme und Projekte&lt;br /&gt;
* verantwortliche Betreiber beziehungsweise Akteure&lt;br /&gt;
* Entwicklungs- und Betriebsstand&lt;br /&gt;
* erreichte Kulturgutträger, Bestände und Kulturgutarten&lt;br /&gt;
* abgedeckte Bedarfe&lt;br /&gt;
* technische und organisatorische Anschlussmöglichkeiten&lt;br /&gt;
* erkennbare Lücken, Risiken und offene Fragen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.2.1 Nachweisen, beschreiben und verknüpfen ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;background-color:#eef5fb;border-left:4px solid #5b9bd5;padding:0.7em 1em;margin:1em 0;&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Leitfrage:''' Wie vollständig und nutzbar werden sorbische Kulturgüter und Bestände heute nachgewiesen, beschrieben und miteinander verknüpft?&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die weitere Erhebung und Analyse insbesondere zu prüfen:&lt;br /&gt;
* Stand und tatsächlicher Funktionsumfang des Sorbischen/Wendischen Kulturregisters&lt;br /&gt;
* vorhandene institutionelle Kataloge, Inventare, Datenbanken und lokale Verzeichnisse&lt;br /&gt;
* welche Kulturgutarten, Einrichtungen und Regionen bereits erfasst sind&lt;br /&gt;
* welche Bestände bislang nur lokal, analog oder überhaupt nicht systematisch nachgewiesen werden&lt;br /&gt;
* verwendete Metadaten, Identifikatoren und Normdaten&lt;br /&gt;
* Möglichkeiten zur Übernahme beziehungsweise Verknüpfung bestehender Daten&lt;br /&gt;
* Anschlussmöglichkeiten:&lt;br /&gt;
** direkte Erfassung kleinerer Träger,&lt;br /&gt;
** Datenimport beziehungsweise Schnittstellen größerer Einrichtungen&lt;br /&gt;
* Mehrsprachigkeit und Umgang mit ober- und niedersorbischen Bezeichnungen&lt;br /&gt;
* Verhältnis zwischen institutionellen Beschreibungen, historischen Fremdbezeichnungen und sorbischen beziehungsweise lokalen Selbstbezeichnungen&lt;br /&gt;
* vorhandene Funktionen für Digitalisierungsstatus, Rechteinformationen und Priorisierung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.2.2 Digitalisieren und Qualität sichern ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;background-color:#eef5fb;border-left:4px solid #5b9bd5;padding:0.7em 1em;margin:1em 0;&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Leitfrage:''' Welche Kulturgüter können heute in welcher Qualität und Kapazität digitalisiert werden, und welche Kulturgutträger können diese Leistungen tatsächlich nutzen?&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die weitere Erhebung und Analyse insbesondere zu prüfen:&lt;br /&gt;
* aktueller Stand des Digitalisierungszentrums und weiterer Digitalisierungsangebote&lt;br /&gt;
* verfügbare technische Verfahren für unterschiedliche Kulturgutarten, beispielsweise:&lt;br /&gt;
** Schriftgut,&lt;br /&gt;
** Fotografien,&lt;br /&gt;
** Bücher und Zeitschriften,&lt;br /&gt;
** Tonaufnahmen,&lt;br /&gt;
** Film und Video,&lt;br /&gt;
** dreidimensionale Objekte&lt;br /&gt;
* stationäre, mobile und extern vergebene Digitalisierung&lt;br /&gt;
* vorhandene Kapazitäten und erkennbare Engpässe&lt;br /&gt;
* Zugangsmöglichkeiten für kleine und ehrenamtlich arbeitende Kulturgutträger&lt;br /&gt;
* Beratung vor der Digitalisierung&lt;br /&gt;
* Anforderungen an Vorbereitung, Metadaten und Rechteklärung&lt;br /&gt;
* vorhandene Qualitätsstandards und Qualitätskontrolle&lt;br /&gt;
* Unterstützung bei Ausschreibung beziehungsweise Beauftragung externer Dienstleister&lt;br /&gt;
* bisherige Digitalisierungsprojekte und deren Ergebnisse&lt;br /&gt;
* besonders gefährdete Bestände, für die kurzfristig Digitalisierungskapazität benötigt wird&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.2.3 Langfristig erhalten ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;background-color:#eef5fb;border-left:4px solid #5b9bd5;padding:0.7em 1em;margin:1em 0;&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Leitfrage:''' Für welche digitalen Bestände ist die langfristige Erhaltung organisatorisch und technisch tatsächlich abgesichert? &amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die weitere Erhebung und Analyse insbesondere zu prüfen:&lt;br /&gt;
* vorhandene Repositorien, digitale Archive und Speicherlösungen&lt;br /&gt;
* welche Einrichtungen bereits Digitalisate dauerhaft übernehmen können&lt;br /&gt;
* welche Digitalisate derzeit lediglich lokal oder projektbezogen gespeichert werden&lt;br /&gt;
* Unterschied zwischen:&lt;br /&gt;
** Ablage beziehungsweise Speicherung,&lt;br /&gt;
** Datensicherung,&lt;br /&gt;
** institutionellem Repositorium,&lt;br /&gt;
** digitaler Langzeiterhaltung;&lt;br /&gt;
* Verantwortlichkeiten für Übernahme, Erhaltung und spätere Datenmigration&lt;br /&gt;
* verwendete Master- und Nutzungsdateien&lt;br /&gt;
* Sicherungskopien, Prüfsummen und Wiederherstellungsverfahren&lt;br /&gt;
* verwendete beziehungsweise vorgesehene Erhaltungsmetadaten&lt;br /&gt;
* Möglichkeiten für kleinere Kulturgutträger, ihre Digitalisate an ein geeignetes Repositorium zu übergeben&lt;br /&gt;
* vorhandene Schnittstellen zwischen Digitalisierung und Repositorium&lt;br /&gt;
* organisatorische und finanzielle Absicherung des langfristigen Betriebs&lt;br /&gt;
* Digitalisate beziehungsweise Projekte identifizieren, deren dauerhafte Erhaltung derzeit ungeklärt ist&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.2.4 Zugänglich machen und Nutzung ermöglichen ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;background-color:#eef5fb;border-left:4px solid #5b9bd5;padding:0.7em 1em;margin:1em 0;&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Leitfrage:''' Welche digitalisierten Inhalte sind für welche Zielgruppen auffindbar, verständlich und im rechtlich beziehungsweise kulturell zulässigen Umfang nutzbar?&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die weitere Erhebung und Analyse insbesondere zu prüfen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* vorhandene Präsentations- und Nutzungssysteme, Portale und Online-Ausstellungen&lt;br /&gt;
* Funktion und Entwicklungsstand von Sorabicon sowie weiteren relevanten Angeboten&lt;br /&gt;
* welche Kulturgüter und Bestände bereits öffentlich zugänglich sind&lt;br /&gt;
* welche Zielgruppen angesprochen werden:&lt;br /&gt;
** Öffentlichkeit,&lt;br /&gt;
** Bildung,&lt;br /&gt;
** Forschung,&lt;br /&gt;
** sorbische Gemeinschaft,&lt;br /&gt;
** Tourismus und Kulturvermittlung;&lt;br /&gt;
* Ober- und Niedersorbisch sowie weitere benötigte Sprachen in Oberfläche, Metadaten und Inhalten&lt;br /&gt;
* Qualität der Kontextualisierung und Vermittlung&lt;br /&gt;
* Möglichkeiten für:&lt;br /&gt;
** Download,&lt;br /&gt;
** Zitation,&lt;br /&gt;
** Datenexport,&lt;br /&gt;
** Programmierschnittstellen,&lt;br /&gt;
** wissenschaftliche und kreative Nachnutzung&lt;br /&gt;
* Rechte- und Lizenzinformationen&lt;br /&gt;
* abgestufte Zugangsmöglichkeiten für sensible beziehungsweise eingeschränkt zugängliche Inhalte&lt;br /&gt;
* Barrierefreiheit beziehungsweise Barrierearmut&lt;br /&gt;
* Aktualisierung und Pflege präsentierter Inhalte&lt;br /&gt;
* soweit verfügbar tatsächliche Nutzung, Reichweite und Nachnutzung erfassen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.2.5 Zusammenspiel der Kernfunktionen in bestehenden Projekten ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;background-color:#eef5fb;border-left:4px solid #5b9bd5;padding:0.7em 1em;margin:1em 0;&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Leitfrage:''' Bei welchen bestehenden Vorhaben funktioniert der Weg vom Kulturgut über Erfassung und Digitalisierung bis zur langfristigen Erhaltung und Nutzung bereits durchgängig – und an welchen Übergängen bestehen Lücken?&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Neben dem Stand der einzelnen Kernfunktionen ist zu prüfen, '''ob diese auch tatsächlich zu einer durchgängigen Prozesskette verbunden sind'''. Ein vorhandenes Register, ein Digitalisierungszentrum, ein Repositorium und ein Präsentationsportal ergeben noch nicht automatisch einen funktionierenden Gesamtprozess.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die weitere Erhebung und Analyse insbesondere zu prüfen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* geeignete bestehende Projekte beziehungsweise Pilotvorhaben auswählen&lt;br /&gt;
* für diese Projekte die vollständige Prozesskette nachvollziehen:&lt;br /&gt;
** Erfassen,&lt;br /&gt;
** Registrieren,&lt;br /&gt;
** Bewerten und priorisieren,&lt;br /&gt;
** Digitalisieren,&lt;br /&gt;
** Archivieren beziehungsweise langfristig erhalten,&lt;br /&gt;
** Präsentieren und nachnutzen;&lt;br /&gt;
* untersuchen, welche Systeme und Akteure an den Übergaben beteiligt sind&lt;br /&gt;
* prüfen, ob Metadaten gemeinsam mit den Dateien weitergegeben werden&lt;br /&gt;
* prüfen, ob Rechte- und Zugangsangaben entlang der Prozesskette erhalten bleiben&lt;br /&gt;
* vorhandene manuelle Medienbrüche beziehungsweise Mehrfacherfassungen identifizieren&lt;br /&gt;
* unklare Zuständigkeiten und Übergabepunkte sichtbar machen&lt;br /&gt;
* positive Beispiele für bereits funktionierende Prozessketten dokumentieren&lt;br /&gt;
* aus Pilotprojekten bekannte Aufwände, Engpässe und Lernerfahrungen aufnehmen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== 3.3 Gemeinsame Regeln, Zusammenarbeit und dauerhafter Betrieb ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;background-color:#eef5fb;border-left:4px solid #5b9bd5;padding:0.7em 1em;margin:1em 0;&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Leitfrage:''' Sind die übergreifenden Voraussetzungen vorhanden, damit die einzelnen Angebote gemeinsam, verlässlich und dauerhaft funktionieren?&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Neben den einzelnen Kernfunktionen ist zu prüfen, ob '''gemeinsame organisatorische und fachliche Voraussetzungen''' vorhanden sind, damit die verschiedenen Angebote zusammenarbeiten und dauerhaft betrieben werden können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieser Abschnitt soll keine allgemeine oder abstrakte Governance-Analyse darstellen. Untersucht werden nur solche übergreifenden Fragen, die konkrete Auswirkungen auf die Digitalisierung des Kulturerbes und die spätere Ableitung von Maßnahmen haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.3.1 Zuständigkeiten, Beteiligung und Freigaben ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;background-color:#eef5fb;border-left:4px solid #5b9bd5;padding:0.7em 1em;margin:1em 0;&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Leitfrage:''' Wer entscheidet verbindlich über Auswahl, Priorisierung, Beschreibung, Digitalisierung, Veröffentlichung und Zugang, und wie sind die Kulturgutträger dabei beteiligt?&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
''Für die weitere Erhebung und Analyse insbesondere zu prüfen:''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* formelle und informelle Zuständigkeiten der beteiligten Institutionen&lt;br /&gt;
* Entscheidungsrechte bei Auswahl und Priorisierung von Beständen&lt;br /&gt;
* Verantwortlichkeiten für Rechteklärung und Veröffentlichung&lt;br /&gt;
* Beteiligung der jeweiligen Kulturgutträger&lt;br /&gt;
* Beteiligung sorbischer Fachleute und Angehöriger der Gemeinschaft bei kulturell sensiblen Inhalten&lt;br /&gt;
* vorhandene Freigabe- und Sperrverfahren&lt;br /&gt;
* Umgang mit nachträglichen Korrekturen oder Einschränkungen&lt;br /&gt;
* erkennbare Überschneidungen beziehungsweise ungeklärte Zuständigkeiten&lt;br /&gt;
* vorhandene Gremien oder Koordinierungsstrukturen&lt;br /&gt;
* prüfen, an welchen Stellen verbindliche Zuständigkeiten fehlen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.3.2 Gemeinsame Standards und Anschlussmöglichkeiten ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;background-color:#eef5fb;border-left:4px solid #5b9bd5;padding:0.7em 1em;margin:1em 0;&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Leitfrage:''' Welche gemeinsamen Regeln ermöglichen es unterschiedlichen Kulturgutträgern, Daten und Digitalisate in eine gemeinsame Infrastruktur einzubringen und zwischen den Kernfunktionen weiterzugeben?&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die weitere Erhebung und Analyse insbesondere zu prüfen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* vorhandene gemeinsame Metadatenstandards beziehungsweise Pflichtfelder&lt;br /&gt;
* verwendete Fachstandards einzelner Einrichtungen&lt;br /&gt;
* gemeinsame Regeln für Ober- und Niedersorbisch&lt;br /&gt;
* Dateiformate und Qualitätsanforderungen für unterschiedliche Kulturgutarten&lt;br /&gt;
* Identifikatoren und Normdaten&lt;br /&gt;
* Rechte- und Lizenzinformationen&lt;br /&gt;
* technische Schnittstellen und Datenexporte&lt;br /&gt;
* Übernahme vorhandener institutioneller Metadaten&lt;br /&gt;
* einfache Erfassungswege für kleinere Kulturgutträger&lt;br /&gt;
* Schnittstellen für Einrichtungen mit bestehenden Fachsystemen&lt;br /&gt;
* Möglichkeiten zur Weitergabe von Daten zwischen Register, Digitalisierung, Repositorium und Präsentation&lt;br /&gt;
* prüfen, wo fehlende Standards oder inkompatible Systeme den Austausch derzeit behindern&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 3.3.3 Personal, Finanzierung und Betreiberverantwortung ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;background-color:#eef5fb;border-left:4px solid #5b9bd5;padding:0.7em 1em;margin:1em 0;&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Leitfrage:''' Welche zentralen Leistungen sind dauerhaft personell, organisatorisch und finanziell abgesichert, und welche hängen noch von befristeten Projekten oder einzelnen Personen ab?&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die weitere Erhebung und Analyse insbesondere zu prüfen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Betreiber beziehungsweise verantwortliche Stellen für die vier Kernfunktionen&lt;br /&gt;
* dauerhafte Stellen gegenüber befristeten Projektstellen&lt;br /&gt;
* vorhandene beziehungsweise geplante Finanzierungsmodelle&lt;br /&gt;
* laufende Betriebs- und Pflegekosten&lt;br /&gt;
* personelle Kapazitäten und erkennbare Schlüsselpersonenrisiken&lt;br /&gt;
* Unterstützung kleiner und ehrenamtlich geführter Einrichtungen&lt;br /&gt;
* Finanzierung von&lt;br /&gt;
** Beratung,&lt;br /&gt;
** Digitalisierung,&lt;br /&gt;
** Speicher und Langzeiterhaltung,&lt;br /&gt;
** Datenpflege,&lt;br /&gt;
** Rechteklärung,&lt;br /&gt;
** technischer Wartung und Weiterentwicklung;&lt;br /&gt;
* Übergang von geförderten Projekten in einen dauerhaften Regelbetrieb&lt;br /&gt;
* vorhandene Betriebs-, Kooperations- und Übergabevereinbarungen&lt;br /&gt;
* erkennbare Risiken bei Auslaufen einzelner Förderungen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== 3.4 Gesamtbewertung und vorrangiger Handlungsbedarf ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;background-color:#eef5fb;border-left:4px solid #5b9bd5;padding:0.7em 1em;margin:1em 0;&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Leitfrage:''' Welche Bedarfe sind bereits ausreichend abgedeckt, wo liegen die entscheidenden Lücken und welche davon sollten vorrangig bearbeitet werden? &amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Ergebnisse der vorangegangenen Abschnitte werden abschließend zusammengeführt. Ziel ist noch nicht die vollständige Formulierung konkreter Maßnahmen, sondern zunächst eine begründete Bewertung des Ist-Standes und der wichtigsten Lücken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dabei sollte insbesondere unterschieden werden zwischen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* unmittelbar gefährdeten Kulturgütern beziehungsweise Beständen,&lt;br /&gt;
* strukturellen Lücken, die weitere Digitalisierungsschritte blockieren,&lt;br /&gt;
* fehlenden oder nur teilweise verfügbaren Kernfunktionen,&lt;br /&gt;
* nicht dauerhaft abgesicherten Angeboten,&lt;br /&gt;
* Verbesserungsmöglichkeiten bei bereits grundsätzlich funktionierenden Strukturen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die abschließende Bewertung insbesondere zu prüfen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Ergebnisse aus Akteurs-, Bestands- und Bedarfserhebung zusammenführen&lt;br /&gt;
* für jede der vier Kernfunktionen die wichtigsten Stärken und Lücken benennen&lt;br /&gt;
* übergreifende strukturelle Probleme aus Zuständigkeiten, Standards, Betrieb und Finanzierung ergänzen&lt;br /&gt;
* unterscheiden zwischen:&lt;br /&gt;
** fehlender Leistung,&lt;br /&gt;
** unzureichender Kapazität,&lt;br /&gt;
** fehlender Bekanntheit beziehungsweise Zugänglichkeit,&lt;br /&gt;
** fehlender Verbindung bestehender Angebote,&lt;br /&gt;
** ungeklärter Zuständigkeit,&lt;br /&gt;
** fehlender dauerhafter Absicherung;&lt;br /&gt;
* Dringlichkeit begründen, insbesondere anhand von:&lt;br /&gt;
** Verlustgefahr,&lt;br /&gt;
** blockierenden Abhängigkeiten,&lt;br /&gt;
** Anzahl beziehungsweise Bedeutung betroffener Kulturgutträger,&lt;br /&gt;
** kultureller und sprachlicher Bedeutung,&lt;br /&gt;
** Aufwand und Realisierbarkeit;&lt;br /&gt;
* offene Informationslücken ausdrücklich kennzeichnen&lt;br /&gt;
* aus den ermittelten Lücken anschließend Handlungsbedarfe ableiten&lt;br /&gt;
* konkrete Lösungsmaßnahmen erst im folgenden Maßnahmen- beziehungsweise Soll-Abschnitt festlegen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mögliche zusammenfassende Bewertungsmatrix:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot; style=&amp;quot;width:100%;&amp;quot;&lt;br /&gt;
! Bereich&lt;br /&gt;
! Belegter Ist-Stand&lt;br /&gt;
! Abgedeckte Bedarfe&lt;br /&gt;
! Lücke / Risiko&lt;br /&gt;
! Dringlichkeit&lt;br /&gt;
! Daraus abgeleiteter Handlungsbedarf&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| ''Beispiel: Nachweisen und Registrieren''&lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| ''Beispiel: Digitalisieren''&lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| ''Beispiel: Langfristig erhalten''&lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| ''Beispiel: Zugänglich machen und nutzen''&lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| ''Beispiel: gemeinsame Standards / Zusammenarbeit''&lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= Referenzen =&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Měrko Šenk</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://koncept.serbski-inkubator.de/index.php?title=Wu%C5%BEiwar:M%C4%9Brko_%C5%A0enk/1.1_Sprechen_mit_elektronischen_Ger%C3%A4ten&amp;diff=1181</id>
		<title>Wužiwar:Měrko Šenk/1.1 Sprechen mit elektronischen Geräten</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://koncept.serbski-inkubator.de/index.php?title=Wu%C5%BEiwar:M%C4%9Brko_%C5%A0enk/1.1_Sprechen_mit_elektronischen_Ger%C3%A4ten&amp;diff=1181"/>
		<updated>2026-10-16T13:43:24Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Měrko Šenk: /* 1.1_1 – Entwicklung einer obersorbischen Spracherkennung (HSB) */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;__NOINDEX__&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
__TOC__&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Management Summary ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| style=&amp;quot;border-spacing:0;&amp;quot;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;background-color:#d9e2f3;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0.101cm;padding-bottom:0.101cm;padding-left:0.199cm;padding-right:0.199cm;&amp;quot; | &lt;br /&gt;
'''Handlungsfeld'''&lt;br /&gt;
| colspan=&amp;quot;2&amp;quot;  style=&amp;quot;background-color:#d9e2f3;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0.101cm;padding-bottom:0.101cm;padding-left:0.199cm;padding-right:0.199cm;&amp;quot; | &lt;br /&gt;
'''1 Digitale Sprachnutzung'''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;background-color:#d9e2f3;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0.101cm;padding-bottom:0.101cm;padding-left:0.199cm;padding-right:0.199cm;&amp;quot; | &lt;br /&gt;
'''Themenbereich'''&lt;br /&gt;
| colspan=&amp;quot;2&amp;quot;  style=&amp;quot;background-color:#d9e2f3;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0.101cm;padding-bottom:0.101cm;padding-left:0.199cm;padding-right:0.199cm;&amp;quot; | &lt;br /&gt;
'''1.1 Sprechen mit elektronischen Geräten'''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;background-color:#d9e2f3;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0.101cm;padding-bottom:0.101cm;padding-left:0.199cm;padding-right:0.199cm;&amp;quot; | &lt;br /&gt;
'''Beschreibung'''&lt;br /&gt;
| colspan=&amp;quot;2&amp;quot;  style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0.101cm;padding-bottom:0.101cm;padding-left:0.199cm;padding-right:0.199cm;&amp;quot; | &lt;br /&gt;
Unterstützung des Anwenders beim Sprechen mit elektron. Geräten in sorbischer Sprache&lt;br /&gt;
* '''Sprachausgabe''': das Vorlesen geschriebener sorbischer Wörter&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
* '''Spracherkennung''': das Erkennen und Darstellen von gesprochenen sorbischen Wörtern durch elektronische Geräte&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
* '''Sprachverarbeitung''': das Verarbeiten gesprochener sorbischer Wörter und Reagieren darauf&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;background-color:#d9e2f3;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | &lt;br /&gt;
'''Vision'''&lt;br /&gt;
| colspan=&amp;quot;2&amp;quot;  style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.5cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | &lt;br /&gt;
'''Überall dort, wo sich mit digitalen Geräten sprechen lässt, können Ober- und Niedersorbisch gleichwertig mit Deutsch verwendet werden.'''&lt;br /&gt;
&amp;lt;br&amp;gt;&amp;lt;mark&amp;gt;Alternatiwa: &amp;lt;/mark&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;Überall dort, wo sich mit digitalen Geräten sprechen lässt, können Ober- und Niedersorbisch &amp;lt;mark&amp;gt;ebenso wie&amp;lt;/mark&amp;gt; Deutsch verwendet werden.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;background-color:#d9e2f3;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | &lt;br /&gt;
'''Ziele'''&lt;br /&gt;
| colspan=&amp;quot;2&amp;quot;  style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0.12cm;padding-bottom:0.25cm;padding-left:0.1cm;padding-right:0.2cm;&amp;quot; | &lt;br /&gt;
# '''Spracherkennung / Diktierfunktion''': In ausgewählten Betriebssystemen und Anwendungen können Texte auf Ober- und Niedersorbisch diktiert werden. Gesprochene Wörter und Sätze werden erkannt und in geschriebenen Text umgewandelt.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
# '''Sprachausgabe / Vorlesefunktion''': Ausgewählte Systeme und Anwendungen können ober- und niedersorbische Texte vorlesen. Sorbische Inhalte werden dadurch auch für Menschen zugänglich, die Texte nicht oder nur eingeschränkt lesen können (Barrierefreiheit).&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
# '''KI-gestützte Synchronisation von Filmen''': Dokumentationen, Lernfilme und weitere Filme können mithilfe künstlicher Intelligenz gesprochene ober- und niedersorbische Sprachfassungen erhalten.&lt;br /&gt;
# '''Simultanübersetzung''': In mehrsprachigen Videokonferenzen, Gesprächen und Veranstaltungen können gesprochene Beiträge automatisch und nahezu in Echtzeit von und nach Ober- und Niedersorbisch übersetzt werden.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| colspan=&amp;quot;2&amp;quot;  style=&amp;quot;background-color:#d9e2f3;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | &lt;br /&gt;
'''IST-Analyse – Sprachassistenzsysteme''' (Stand: 2021)&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;background-color:#d9e2f3;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | &lt;br /&gt;
'''IST-Analyse – sorbische Projekte'''  (Stand: 2023)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| colspan=&amp;quot;2&amp;quot;  style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | &lt;br /&gt;
''4 Bausteine der Sprachassistenz: ''&lt;br /&gt;
# &amp;lt;div style=&amp;quot;color:#000000;margin-left:0.54cm;margin-right:0cm;&amp;quot;&amp;gt;'''Spracherkennung'''&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
#* &amp;lt;div style=&amp;quot;color:#000000;margin-left:0.547cm;margin-right:0cm;&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;u&amp;gt;Ziel&amp;lt;/u&amp;gt;: phonetisches Wörterbuch, dafür &amp;lt;u&amp;gt;notwendig&amp;lt;/u&amp;gt;:&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
#* &amp;lt;div style=&amp;quot;color:#000000;margin-left:0.547cm;margin-right:0cm;&amp;quot;&amp;gt;große Basis an geschriebenen und gesprochenen Sätzen für das Anlernen eines Spracherkennungs-Systems&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
# &amp;lt;div style=&amp;quot;color:#000000;margin-left:0.54cm;margin-right:0cm;&amp;quot;&amp;gt;'''Textübersetzung'''&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
#* &amp;lt;div style=&amp;quot;color:#000000;margin-left:0.547cm;margin-right:0cm;&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;u&amp;gt;Notwendig&amp;lt;/u&amp;gt;: umfangreicher 2-sprachiger Textkorpus im speziellen Format&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
# &amp;lt;div style=&amp;quot;color:#000000;margin-left:0.54cm;margin-right:0cm;&amp;quot;&amp;gt;'''Intention erkennen, Anweisungen ausführen'''&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
#* &amp;lt;div style=&amp;quot;color:#000000;margin-left:0.54cm;margin-right:0cm;&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;u&amp;gt;Ziel&amp;lt;/u&amp;gt;: Intention des Nutzers erkennen, Anweisungen ableiten und ausführen &amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
#* &amp;lt;div style=&amp;quot;color:#000000;margin-left:0.54cm;margin-right:0cm;&amp;quot;&amp;gt;Spezielle Systeme notwendig&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
# &amp;lt;div style=&amp;quot;color:#000000;margin-left:0.54cm;margin-right:0cm;&amp;quot;&amp;gt;'''Sprachausgabe'''&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
#* &amp;lt;div style=&amp;quot;color:#000000;margin-left:0.547cm;margin-right:0cm;&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;u&amp;gt;Notwendig&amp;lt;/u&amp;gt;: Audio-Wörterbuch, phonetisches Wörterbuch&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | &lt;br /&gt;
Handlungsbedarf als Farbe: &amp;lt;span style=&amp;quot;background-color:#c5e0b3;&amp;quot;&amp;gt;gering&amp;lt;/span&amp;gt;, &amp;lt;span style=&amp;quot;background-color:#ffff00;&amp;quot;&amp;gt;groß&amp;lt;/span&amp;gt;, &amp;lt;span style=&amp;quot;background-color:#f69292;&amp;quot;&amp;gt;sehr groß&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
{| style=&amp;quot;border-spacing:0;&amp;quot;&lt;br /&gt;
|- style=&amp;quot;border:0.5pt solid #d0cece;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.101cm;padding-right:0.101cm;&amp;quot;&lt;br /&gt;
| align=right| '''Aktueller Stand'''&lt;br /&gt;
| align=center| '''Obersorbisch'''&lt;br /&gt;
| align=center| '''Nieder­sorbisch'''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;background-color:transparent;border:0.5pt solid #d0cece;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.101cm;padding-right:0.101cm;&amp;quot; | &lt;br /&gt;
&amp;lt;span style=&amp;quot;color:#000000;&amp;quot;&amp;gt;'''1. Spracherkennung'''&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
| align=center style=&amp;quot;background-color:transparent;border:0.5pt solid #d0cece;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.101cm;padding-right:0.101cm;&amp;quot; | &lt;br /&gt;
| align=center style=&amp;quot;background-color:transparent;border:0.5pt solid #d0cece;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.101cm;padding-right:0.101cm;&amp;quot; | &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;background-color:transparent;border:0.5pt solid #d0cece;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.101cm;padding-right:0.101cm;&amp;quot; | &lt;br /&gt;
Mozilla common voice&lt;br /&gt;
* &amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:0.289cm;margin-right:0cm;&amp;quot;&amp;gt;geschriebene Sätze&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
* &amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:0.289cm;margin-right:0cm;&amp;quot;&amp;gt;gesprochene Minuten&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;background-color:#ffff00;border:0.5pt solid #d0cece;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.101cm;padding-right:0.101cm;&amp;quot; | &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;gt; 7.500&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
171&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;background-color:#f69292;border:0.5pt solid #d0cece;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.101cm;padding-right:0.101cm;&amp;quot; | &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
0&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
0 &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;background-color:transparent;border:0.5pt solid #d0cece;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.101cm;padding-right:0.101cm;&amp;quot; | &lt;br /&gt;
Projekt Sprach­erkennung und maschin. Übersetzung&lt;br /&gt;
* &amp;lt;div style=&amp;quot;color:#000000;margin-left:0.289cm;margin-right:0cm;&amp;quot;&amp;gt;Prototyp „digidom“ veröffentlicht&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
| align=center style=&amp;quot;background-color:#e2efd9;border:0.5pt solid #d0cece;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.101cm;padding-right:0.101cm;&amp;quot; | &lt;br /&gt;
seit 2020&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2022&lt;br /&gt;
| align=center style=&amp;quot;background-color:#e2efd9;border:0.5pt solid #d0cece;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.101cm;padding-right:0.101cm;&amp;quot; | &lt;br /&gt;
seit 2020&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
in Planung&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;background-color:transparent;border:0.5pt solid #d0cece;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.101cm;padding-right:0.101cm;color:#000000;&amp;quot; | '''2. Textübersetzung'''&lt;br /&gt;
| align=center style=&amp;quot;background-color:transparent;border:0.5pt solid #d0cece;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.101cm;padding-right:0.101cm;&amp;quot; | &lt;br /&gt;
| align=center style=&amp;quot;background-color:transparent;border:0.5pt solid #d0cece;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.101cm;padding-right:0.101cm;&amp;quot; | &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;background-color:transparent;border:0.5pt solid #d0cece;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.101cm;padding-right:0.101cm;&amp;quot; | &lt;br /&gt;
* &amp;lt;div style=&amp;quot;color:#000000;margin-left:0.289cm;margin-right:0cm;&amp;quot;&amp;gt;notwendiger Textkorpus&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
| align=center style=&amp;quot;background-color:#e2efd9;border:0.5pt solid #d0cece;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.101cm;padding-right:0.101cm;&amp;quot; | groß&lt;br /&gt;
| align=center style=&amp;quot;background-color:#e2efd9;border:0.5pt solid #d0cece;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.101cm;padding-right:0.101cm;&amp;quot; | groß&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;background-color:transparent;border:0.5pt solid #d0cece;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.101cm;padding-right:0.101cm;color:#000000;&amp;quot; | '''3. Intention, Anweisung'''&lt;br /&gt;
| align=center style=&amp;quot;background-color:transparent;border:0.5pt solid #d0cece;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.101cm;padding-right:0.101cm;&amp;quot; | &lt;br /&gt;
| align=center style=&amp;quot;background-color:transparent;border:0.5pt solid #d0cece;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.101cm;padding-right:0.101cm;&amp;quot; | &lt;br /&gt;
|- style=&amp;quot;background-color:#e2efd9;border:0.5pt solid #d0cece;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.101cm;padding-right:0.101cm;&amp;quot;&lt;br /&gt;
| colspan=&amp;quot;3&amp;quot; | &lt;br /&gt;
* &amp;lt;div style=&amp;quot;color:#000000;margin-left:0.289cm;margin-right:0cm;&amp;quot;&amp;gt;Spätere Recherche und Nutzung von bestehenden Systemen (z.&amp;amp;nbsp;B. open source)&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;background-color:transparent;border:0.5pt solid #d0cece;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.101cm;padding-right:0.101cm;color:#000000;&amp;quot; | '''4. Sprachausgabe'''&lt;br /&gt;
| align=center style=&amp;quot;background-color:transparent;border:0.5pt solid #d0cece;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.101cm;padding-right:0.101cm;&amp;quot; | &lt;br /&gt;
| align=center style=&amp;quot;background-color:transparent;border:0.5pt solid #d0cece;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.101cm;padding-right:0.101cm;&amp;quot; | &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;background-color:transparent;border:0.5pt solid #d0cece;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.101cm;padding-right:0.101cm;&amp;quot; | &lt;br /&gt;
Entwicklung Vorlese­funktion im Sorbischen Institut&lt;br /&gt;
* &amp;lt;div style=&amp;quot;color:#000000;margin-left:0.289cm;margin-right:0cm;&amp;quot;&amp;gt;Prototyp Juro und Matej veröffentlicht&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
| align=center style=&amp;quot;background-color:#e2efd9;border:0.5pt solid #d0cece;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.101cm;padding-right:0.101cm;&amp;quot; | &lt;br /&gt;
2018 - 2023&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2023&lt;br /&gt;
| align=center style=&amp;quot;background-color:#e2efd9;border:0.5pt solid #d0cece;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.101cm;padding-right:0.101cm;&amp;quot; | &lt;br /&gt;
2018 – 2023&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2023&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;background-color:transparent;border:0.5pt solid #d0cece;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.101cm;padding-right:0.101cm;&amp;quot; | &lt;br /&gt;
private Entwicklung Online-Vorlesefunktionen mittels KI&lt;br /&gt;
| align=center style=&amp;quot;background-color:#e2efd9;border:0.5pt solid #d0cece;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.101cm;padding-right:0.101cm;&amp;quot; | seit 2020&lt;br /&gt;
| align=center style=&amp;quot;background-color:#f69292;border:0.5pt solid #d0cece;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.101cm;padding-right:0.101cm;&amp;quot; | -&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
{| style=&amp;quot;border-spacing:0;&amp;quot;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| colspan=&amp;quot;3&amp;quot; style=&amp;quot;background-color:#d9e2f3;border:0.5pt solid #000000;padding:0.101cm 0.199cm;&amp;quot; |&lt;br /&gt;
'''SOLL-Konzeption – zukünftige Maßnahmen und Aufgaben'''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| colspan=&amp;quot;3&amp;quot; style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding:0.6em;&amp;quot; |&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot; style=&amp;quot;width:100%;margin:0;&amp;quot;&lt;br /&gt;
! style=&amp;quot;width:12%;&amp;quot; | Sub-Thema&lt;br /&gt;
! style=&amp;quot;width:5%;&amp;quot; | Nr.&lt;br /&gt;
! style=&amp;quot;width:20%;&amp;quot; | Maßnahme&lt;br /&gt;
! style=&amp;quot;width:9%;text-align:center;&amp;quot; | Attraktivität&lt;br /&gt;
! style=&amp;quot;width:12%;&amp;quot; | Status&lt;br /&gt;
! style=&amp;quot;width:42%;&amp;quot; | Offene Schritte&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Spracherkennung&lt;br /&gt;
| [[#M1.1_1|1.1_1]]&lt;br /&gt;
| [[#M1.1_1|Entwicklung einer obersorbischen Spracherkennung (HSB)]]&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;text-align:center;&amp;quot; | '''hoch''' (+1)&amp;lt;br&amp;gt;&amp;lt;small&amp;gt;A 3 · N 4&amp;lt;/small&amp;gt;&lt;br /&gt;
| 🟡 in Bearbeitung&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
* Anwendungen und Qualitätskriterien festlegen&lt;br /&gt;
* Sprachdaten und Modelle prüfen, Lücken und Rechte klären&lt;br /&gt;
* Sprachdienst entwickeln, erproben und in den Betrieb überführen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Spracherkennung&lt;br /&gt;
| [[#M1.1_2|1.1_2]]&lt;br /&gt;
| [[#M1.1_2|Entwicklung einer niedersorbischen Spracherkennung (DSB)]]&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;text-align:center;&amp;quot; | '''mittel''' (0)&amp;lt;br&amp;gt;&amp;lt;small&amp;gt;A 4 · N 4&amp;lt;/small&amp;gt;&lt;br /&gt;
| 🟡 in Bearbeitung&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
* Anwendungen (vorrangig Diktieren) und Qualitätskriterien festlegen&lt;br /&gt;
* Vorhandene Daten prüfen, weitere Sammlung gezielt ausrichten&lt;br /&gt;
* Sprachdienst entwickeln, erproben und in den Betrieb überführen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Übersetzungsdienst&lt;br /&gt;
| [[#M1.1_3|1.1_3]]&lt;br /&gt;
| [[#M1.1_3|Entwicklung eines obersorbischen Übersetzungsdienstes für Texte (HSB)]]&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;text-align:center;&amp;quot; | '''hoch''' (+1)&amp;lt;br&amp;gt;&amp;lt;small&amp;gt;A 3 · N 4&amp;lt;/small&amp;gt;&lt;br /&gt;
| 🔵 laufende Daueraufgabe&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
* Textkorpora dort erweitern, wo Übersetzungen Schwächen zeigen&lt;br /&gt;
* Schnittstellen dokumentieren, Vorlesefunktion anbinden&lt;br /&gt;
* Finanzierung, Betreuung und Qualitätsprüfung dauerhaft sichern&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Übersetzungsdienst&lt;br /&gt;
| [[#M1.1_4|1.1_4]]&lt;br /&gt;
| [[#M1.1_4|Entwicklung eines niedersorbischen Übersetzungsdienstes für Texte (DSB)]]&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;text-align:center;&amp;quot; | '''mittel''' (0)&amp;lt;br&amp;gt;&amp;lt;small&amp;gt;A 4 · N 4&amp;lt;/small&amp;gt;&lt;br /&gt;
| 🔵 laufende Daueraufgabe&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
* Fehlende Textarten und Fachbegriffe in den Korpora ergänzen&lt;br /&gt;
* Obersorbische Lösungen übertragen und für Niedersorbisch eigens prüfen&lt;br /&gt;
* Finanzierung, Betreuung und Qualitätsprüfung dauerhaft sichern&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Sprachausgabe&lt;br /&gt;
| [[#M1.1_5|1.1_5]]&lt;br /&gt;
| [[#M1.1_5|Entwicklung einer obersorbischen Sprachausgabe (HSB)]]&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;text-align:center;&amp;quot; | '''hoch''' (+1)&amp;lt;br&amp;gt;&amp;lt;small&amp;gt;A 3 · N 4&amp;lt;/small&amp;gt;&lt;br /&gt;
| 🟡 in Bearbeitung&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
* Matej und bamborak nach Qualität, Rechten und Einbindung bewerten&lt;br /&gt;
* Vorrangige Anwendungen festlegen (Barrierefreiheit, Übersetzung, Lernen)&lt;br /&gt;
* Einbindung in „sotra“ und eine weitere Anwendung erproben&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Sprachausgabe&lt;br /&gt;
| [[#M1.1_6|1.1_6]]&lt;br /&gt;
| [[#M1.1_6|Entwicklung einer niedersorbischen Sprachausgabe (DSB)]]&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;text-align:center;&amp;quot; | '''hoch''' (+1)&amp;lt;br&amp;gt;&amp;lt;small&amp;gt;A 3 · N 4&amp;lt;/small&amp;gt;&lt;br /&gt;
| 🟡 in Bearbeitung&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
* Aktuellen Stand von Juro erheben&lt;br /&gt;
* Aussprache und Verständlichkeit mit Sprechenden prüfen&lt;br /&gt;
* Einbindung in „sotra“ und eine weitere Anwendung erproben&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Intention / Anweisung&lt;br /&gt;
| [[#M1.1_7|1.1_7]]&lt;br /&gt;
| [[#M1.1_7|Finden einer Software für „Intention und Anweisungen“]]&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;text-align:center;&amp;quot; | '''mittel''' (0)&amp;lt;br&amp;gt;&amp;lt;small&amp;gt;A 2 · N 2&amp;lt;/small&amp;gt;&lt;br /&gt;
| 🟡 in Bearbeitung&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
* Einen begrenzten Anwendungsfall mit konkreten Anweisungen festlegen&lt;br /&gt;
* AGATA, serbski.chat und vorhandene Demonstratoren auf Eignung prüfen&lt;br /&gt;
* Erst mit Texteingabe erproben, dann mit Spracherkennung und -ausgabe verbinden&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;small&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Attraktivität''' = Nutzen (N) minus Aufwand (A): positiv = hoch, 0 = mittel, negativ = gering. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Status:'''&lt;br /&gt;
* ⚪ '''nicht begonnen''' – Maßnahme ist vorgesehen, die Umsetzung hat noch nicht begonnen.&lt;br /&gt;
* 🟡 '''in Bearbeitung''' – Maßnahme wird bearbeitet.&lt;br /&gt;
* 🟢 '''umgesetzt''' – definiertes Ergebnis wurde erreicht.&lt;br /&gt;
* 🔵 '''laufende Daueraufgabe''' – Maßnahme benötigt laufende Bearbeitung ohne festen Abschluss.&lt;br /&gt;
* ⏸ '''zurückgestellt''' – Bearbeitung ist ausgesetzt oder von Voraussetzungen abhängig.&lt;br /&gt;
* ❓ '''zu prüfen''' – der aktuelle Stand ist zu ermitteln.&lt;br /&gt;
&amp;lt;/small&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einleitung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieser Themenbereich beinhaltet die Unterstützung des Anwenders beim Sprechen mit elektronischen Geräten in den sorbischen Sprachen. Im Fokus steht die Interaktion von Menschen mit elektronischen Geräten mittels gesprochener Worte. Dies umfasst folgende Bereiche:&lt;br /&gt;
* '''Sprachausgabe:''' das '''Vorlesen''' geschriebener sorbischer Wörter&lt;br /&gt;
* '''Spracherkennung: '''das '''Erkennen''' und Darstellen von gesprochenen sorbischen Wörtern durch elektronische Geräte (Computer, Smartphones usw.)&lt;br /&gt;
* '''Sprachverarbeitung: ''' das '''Verarbeiten''' gesprochener sorbischer Wörter und '''Reagieren''' darauf (z.&amp;amp;nbsp;B. Anweisungen ausführen, Antworten).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mögliche Einsatzbereiche und Applikationen sind bspw.&lt;br /&gt;
* Sprachassistenten,&lt;br /&gt;
* Spiele, Spielzeuge (wie Lingufino),&lt;br /&gt;
* Untertitel und Simultanübersetzungen (z. B. bei Videokonferenzen).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ist-Analyse Stand der Entwicklung von Sprachassistenzsystemen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;background-color:#f6f6f6;border:1px solid #DCDCDC;padding:0.6em 0.8em;margin:0.6em 0 1em 0;&amp;quot;&amp;gt;'''Letzte Aktualisierung des Abschnitts: 2021''' &amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Welche Bausteine werden für eine Sprachassistenz benötigt? ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Um eine sprachliche Interaktion mit einem elektronischen Gerät ähnlich wie mit Menschen zu erreichen, sind verschiedene technische Bausteine notwendig, welche jeweils unterschiedliche Aufgaben übernehmen. Die folgende Einteilung der Bausteine orientiert sich an einem Vortrag von Jan Budar vom 13.09.2018 in Senftenberg zu “Digitalisierung als Chance für die Sorben”.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Baustein 1: Spracherkennung (Automatic Speech Recognition, ASR; Speech to Text, STT)&amp;lt;ref name=&amp;quot;ftn1&amp;quot;&amp;gt;Übersicht STT-Engines: [https://mycroft-ai.gitbook.io/docs/using-mycroft-ai/customizations/stt-engine https://mycroft-ai.gitbook.io/docs/using-mycroft-ai/customizations/stt-engine]&amp;lt;/ref&amp;gt; ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* basiert auf phonetischen Informationen zu&lt;br /&gt;
** einzelnen Buchstaben und Silben&lt;br /&gt;
** deren Kombinationen&lt;br /&gt;
** ihrer Position im Wort/Satz&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Umwandlung von gesprochener Sprache in Text''' &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die typischen Schritte zur Umwandlung von gesprochener Sprache in Text (Speech-to-Text, STT) sind:&lt;br /&gt;
# Aufnahme der Sprache: Der erste Schritt besteht darin, die gesprochene Sprache aufzunehmen. Dies kann entweder über ein Mikrofon oder eine andere Audioquelle erfolgen.&lt;br /&gt;
# Signalverarbeitung: Die aufgenommenen Audiosignale werden durch Signalverarbeitungsalgorithmen vorverarbeitet. Dazu gehören zum Beispiel Rauschunterdrückung, Echo-Entfernung und Entzerrung.&lt;br /&gt;
# Sprachsegmentierung: Die Audioaufnahme wird in kurze Segmente unterteilt, die normalerweise zwischen 10 und 30 Millisekunden lang sind. Diese Segmente werden dann weiterverarbeitet.&lt;br /&gt;
# Merkmalsextraktion: Für jedes Sprachsegment werden akustische Merkmale wie Frequenz, Lautstärke, Tonhöhe und Dauer extrahiert. Diese Merkmale dienen als Eingabe für das Spracherkennungsmodell.&lt;br /&gt;
# Spracherkennung: Das Spracherkennungsmodell verwendet die extrahierten Merkmale, um die gesprochene Sprache in Text umzuwandeln. Dieser Schritt kann auf unterschiedliche Weise durchgeführt werden, z.B. mit Hidden Markov Models (HMMs), künstlichen neuronalen Netzen (KNNs) oder Deep-Learning-Modellen.&lt;br /&gt;
# Postprocessing: Der erkannte Text wird postprozessiert, um mögliche Fehler oder Inkonsistenzen im Text zu korrigieren. Dazu können beispielsweise Grammatik- und Sprachmodelle verwendet werden, um den erkannten Text zu verbessern.&lt;br /&gt;
# Textausgabe: Der endgültige Text wird dann ausgegeben, z.B. in einer Textdatei oder als Eingabe für eine andere Anwendung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Je nach Anwendung und Sprachmodell können die genauen Schritte und Technologien zur Umwandlung von Sprache in Text  variieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Training von Spracherkennungs-Maschinen''' &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
* vgl. auch Vortrag von D. Sobe 2022 im Rahmen einer Online-Abendveranstaltung&amp;lt;ref&amp;gt;vgl. [https://digiserb.de/2022/06/09/zarjadowanje-masinelne-spoznawanje-serbsciny/ Veranstaltung auf digiserb.de], [https://digiserb.de/wp-content/uploads/2022/06/2022_06_auswertung.pdf Folien bei digiserb.de], [https://www.youtube.com/watch?v=RWUo7N_Aybw Video bei YouTube].&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Klassischerweise wird die Spracherkennung durch die Verwendung von stochastische Modellen wie Hidden-Markov-Modellen (HMM) und Gauss'schen Mischmodellen (GMM) durchgeführt. Das Sprachsignal wird dabei in kurze Abschnitte, sogenannte Phoneme, unterteilt. Die Phoneme werden dann in einer HMM- oder GMM-Datenbank gespeichert. Bei der Erkennung wird das Sprachsignal in Phoneme aufgeteilt und mit der HMM- oder GMM-Datenbank abgeglichen, um die wahrscheinlichste Sequenz von Phonemen zu finden. Diese wird dann in Text umgewandelt und ausgegeben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den letzten Jahren haben sich Deep Learning Modelle mit tiefen neuronalen Netzen, wie z.B. Recurrent Neural Networks (RNNs) und Convolutional Neural Networks (CNNs), als effektive Methoden zur Spracherkennung erwiesen. Diese Modelle können komplexe Beziehungen zwischen Phonemen und Wörtern erfassen und somit die Genauigkeit der Spracherkennung verbessern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* z.&amp;amp;nbsp;B. Mozilla Common Voice&amp;lt;ref name=&amp;quot;ftn2&amp;quot;&amp;gt;vgl. [https://voice.mozilla.org https://voice.mozilla.org] und [https://github.com/mozilla/DeepSpeech https://github.com/mozilla/DeepSpeech]&amp;lt;/ref&amp;gt; in Kombination mit einer Spracherkennungs-Engine wie Mozilla Deep Speech&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Erstellung von Spracherkennungs-Maschinen''' &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Um eine Spracherkennungs-Engine (Speech-to-Text) zu erstellen, werden verschiedene Ressourcen benötigt, darunter:&lt;br /&gt;
# Sprachdaten: Um ein Spracherkennungsmodell zu trainieren, werden große Mengen an Audioaufnahmen benötigt, die repräsentativ für die Sprache und den Dialekt sind, den die Engine erkennen soll. Diese Sprachdaten sollten auch verschiedene Sprecher, Akzente und Hintergrundgeräusche enthalten.&lt;br /&gt;
# Transkriptionen: Jede Audioaufnahme muss mit einer Texttranskription versehen werden, die angibt, was in der Aufnahme gesagt wird. Diese Transkriptionen werden verwendet, um das Modell zu trainieren und zu testen.&lt;br /&gt;
# Sprachmodelle: Sprachmodelle sind eine wichtige Komponente von Spracherkennungs-Engines, da sie die Wahrscheinlichkeit berechnen, mit der eine bestimmte Sequenz von Wörtern in einem bestimmten Kontext auftreten wird. Diese Modelle werden verwendet, um die Wahrscheinlichkeit des erkannten Textes zu berechnen und die Genauigkeit der Spracherkennungs-Engine zu verbessern.&lt;br /&gt;
# Aussprachelexika: Ein Aussprachelexikon enthält eine Liste von Wörtern und deren Aussprache in der jeweiligen Sprache. Dies wird verwendet, um die richtige Aussprache von Wörtern im erkannten Text zu bestimmen.&lt;br /&gt;
# Phonemmodelle: Phonemmodelle beschreiben, wie Wörter in ihre kleinsten sprachlichen Einheiten (Phoneme) aufgeteilt werden können. Diese Modelle werden verwendet, um die Wahrscheinlichkeit von Phonemsequenzen zu berechnen und die Genauigkeit der Spracherkennungs-Engine zu verbessern.&lt;br /&gt;
# Linguistische Ressourcen: Zusätzlich zu den oben genannten Ressourcen können auch linguistische Ressourcen wie Grammatiken, semantische Modelle und syntaktische Modelle verwendet werden, um die Genauigkeit der Spracherkennungs-Engine zu verbessern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Baustein 2: Textübersetzung (Machine Translation, MT) ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Grundlage hierfür sind Massen an übersetzten Sätzen&lt;br /&gt;
* Künstliche Intelligenz lernt aus diesen übersetzten Sätzen durch&lt;br /&gt;
** Mustererkennung&lt;br /&gt;
** Training&lt;br /&gt;
* vgl. Kapitel 5 Abschnitt [https://koncept.serbski-inkubator.de/index.php/5._Schreiben_auf_elektronischen_Ger%C3%A4ten#.C3.9Cbersetzer Übersetzer]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Baustein 3: Intention erkennen und Anweisungen ausführen&amp;lt;ref name=&amp;quot;ftn3&amp;quot;&amp;gt;vgl. [https://mycroft.ai/wp-content/uploads/2018/08/mycroft-ai-introduction-to-voice-stack-whitepaper.pdf https://mycroft.ai/wp-content/uploads/2018/08/mycroft-ai-introduction-to-voice-stack-whitepaper.pdf]&amp;lt;/ref&amp;gt;  ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* aus dem erkannten Text wird die Intention des Nutzers extrahiert (intent parser)&lt;br /&gt;
* Anweisungen werden abgeleitet und ausgeführt (Skill invocation)&lt;br /&gt;
* z.&amp;amp;nbsp;B. [https://wit.ai/ https://wit.ai/] (eine Sprachplattform, welche zum Facebook-Konzern gehört)&lt;br /&gt;
* z.B. [https://mycroft.ai/ https://mycroft.ai/]als datenschutzfreundliche Alternative&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Baustein 4: Sprachausgabe (Text to Speech, TTS)&amp;lt;ref name=&amp;quot;ftn4&amp;quot;&amp;gt;Übersicht TTS-Engines: [https://mycroft-ai.gitbook.io/docs/using-mycroft-ai/customizations/tts-engine https://mycroft-ai.gitbook.io/docs/using-mycroft-ai/customizations/tts-engine]&amp;lt;/ref&amp;gt; ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* bspw. für barrierefreie Webseiten notwendig&lt;br /&gt;
* Open Source Text-to-speech-System: MaryTTS&lt;br /&gt;
* modularer Aufbau: Lexikon, Sprache, Daten, Synthese&lt;br /&gt;
* Unit-Selectin-Synthese (Verkettung natürlichsprachlicher Elemente)&lt;br /&gt;
* ThorstenVoice (OSS Variante)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die folgenden Schritte sind typischerweise erforderlich, um einen Text in eine gesprochene Sprachausgabe umzuwandeln:&lt;br /&gt;
# Linguistische Analyse: Der eingegebene Text wird vorverarbeitet, um dessen Struktur zu analysieren, einschließlich der Trennung von Sätzen, der Erkennung von Interpunktion und der Ermittlung der Betonung.&lt;br /&gt;
# Phonetische Umsetzung: Der Text wird in eine phonetische Darstellung umgewandelt, in der jeder Textabschnitt in eine entsprechende Sequenz von Lauten (Phonemen) übersetzt wird. Dies wird typischerweise durch eine phonetische Lexikon-Datenbank und Sprachregeln erreicht.&lt;br /&gt;
# Prosodische Modellierung: Es wird die Betonung und Intonation des Textes bestimmt. Hierbei werden Faktoren wie Akzent, Tonhöhe, Tempo, Pause und Rhythmus berücksichtigt, um eine natürliche Sprachmelodie zu erzeugen.&lt;br /&gt;
# Synthese: Der phonetisch umgesetzte Text wird dann in Sprache umgewandelt, indem die phonetischen Einheiten zu Sprachsignalen zusammengefügt werden. Dies kann entweder durch die Verwendung von Klangeinheiten, die in einer Datenbank gespeichert sind, oder durch das Generieren von Sprache auf der Grundlage von Modellen, wie z.B. Deep-Learning-Modellen, erfolgen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine TTS-Engine benötigt folgende Voraussetzungen:&lt;br /&gt;
# Eine umfangreiche phonetische Datenbank oder ein phonetisches Modell, um die Übersetzung von Text in Phoneme zu ermöglichen.&lt;br /&gt;
# Ein Prosodie-Modell, um die natürliche Sprachmelodie zu erzeugen.&lt;br /&gt;
# Eine Sprachsynthesetechnologie, um die Phoneme in Sprachsignale zu konvertieren.&lt;br /&gt;
# Training mit großen Datenmengen, um die Sprachsynthese-Modelle auf die spezifische Sprache und Stimme zu optimieren.&lt;br /&gt;
&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Definition und Marktübersicht von Sprachassistenten ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Sprachassistent ist eine bestimmte Art von Software, die gesprochene Worte analysiert, in den richtigen Kontext einordnet und darauf reagiert. Sprachassistenten sind als Software meist in Smartphones oder Smart Speaker, aber auch in Konsolen (PS4), Fernseher und smart watches integriert. Ein Smart Speaker wiederum ist ein bestimmtes Gerät, auf welchem der Sprachassistent als Software installiert ist.&amp;lt;ref name=&amp;quot;ftn5&amp;quot;&amp;gt;vgl. [https://de.wikipedia.org/wiki/Intelligenter_pers%C3%B6nlicher_Assistent https://de.wikipedia.org/wiki/Intelligenter_pers%C3%B6nlicher_Assistent]&amp;lt;/ref&amp;gt; Spricht ein Mensch mit diesem Gerät, so beantwortet es über seine Sprachsoftware verbal Fragen oder führt Anweisungen aus, z.&amp;amp;nbsp;B. steuert es vernetzte smart home Geräte (TV-Geräte, Heizungsthermostate, Rollläden, Lampen, Waschmaschine, Backofen, Kaffee­maschine bis hin zur Toilettenspülung usw.). Auch in Autos, Kopfhörern, Bürogeräten und Kleidung sind bereits Sprachassistenten im Einsatz.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Entwicklung der Sprachassistenten:* 2010 Apples Siri („Hey Siri“)&lt;br /&gt;
* 2012 Google Assistant (vormals Google Now) („Ok, Google“)&lt;br /&gt;
* 2013 Microsoft Cortana („Hey Cortana“)&lt;br /&gt;
* 2014 Amazon Alexa („Alexa“)&lt;br /&gt;
* 2015 Mycroft - open Source Smart Speaker (“Hey Mycroft”)&amp;lt;ref name=&amp;quot;ftn6&amp;quot;&amp;gt;vgl. [https://mycroft.ai/ https://mycroft.ai/] und [https://www.kickstarter.com/projects/aiforeveryone/mycroft-an-open-source-artificial-intelligence-for/description https://www.kickstarter.com/projects/aiforeveryone/mycroft-an-open-source-artificial-intelligence-for/description]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* 2017 Sprachassistenten der chinesischen Firmen Baidu und Alibaba&lt;br /&gt;
* 2018 Samsung Bixby („Hi Bixby“)&lt;br /&gt;
* 2019 Leon – open source personal assistant&amp;lt;ref name=&amp;quot;ftn7&amp;quot;&amp;gt;vgl. [https://getleon.ai/ https://getleon.ai/]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Heute sind weltweit bereits mehr als 4 Milliarden Sprachassistenten im Einsatz. Bis 2023 rechnet die Marktforschungsfirma Juniper Research mit 8 Milliarden Sprachassistenten.&amp;lt;ref name=&amp;quot;ftn8&amp;quot;&amp;gt;vgl. [https://voicebot.ai/google-home-google-assistant-stats/#voice-asst-in-use-juniper https://voicebot.ai/google-home-google-assistant-stats/#voice-asst-in-use-juniper]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Image:Grafik 16.png|top]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Marktübersicht'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die führenden Anbieter für Sprachassistenzsysteme am weltweiten Markt sind:&lt;br /&gt;
# Amazon mit seinem Sprachassistenzsystem &amp;quot;Alexa&amp;quot; und den Amazon Echo Geräten.&lt;br /&gt;
# Google mit seinem Sprachassistenzsystem &amp;quot;Google Assistant&amp;quot; und den Google Home Geräten.&lt;br /&gt;
# Apple mit seinem Sprachassistenzsystem &amp;quot;Siri&amp;quot; und der HomePod-Produktlinie.&lt;br /&gt;
# Microsoft mit seinem Sprachassistenzsystem &amp;quot;Cortana&amp;quot; und der Surface Headphones Produktlinie.&lt;br /&gt;
# Samsung mit seinem Sprachassistenzsystem &amp;quot;Bixby&amp;quot; und der Galaxy Home Produktlinie.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Anbieter haben in den letzten Jahren in die Entwicklung und Verbesserung von Sprachassistenzsystemen investiert und setzen auf künstliche Intelligenz und maschinelles Lernen, um die Spracherkennung und -verarbeitung zu verbessern. Dabei sind ihre Sprachassistenzsysteme nicht nur auf den Heimgebrauch beschränkt, sondern auch in mobilen Geräten, Autos und anderen Branchen wie Gesundheitswesen, Einzelhandel und Finanzen verbreitet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es ist schwierig, genaue Zahlen darüber zu finden, welchen Anteil jeder Anbieter am Gesamtmarkt für Sprachassistenzsysteme hat, da es keine einheitliche Definition des Marktes gibt und die Zahlen von verschiedenen Marktforschungsunternehmen variieren können. Basierend auf den verfügbaren Daten sind die größten Anbieter am Markt Amazon Alexa mit rund 25% Marktanteil, Google Assistant mit rund 20% Marktanteil und Apples Siri mit rund 15% Marktanteil weltweit. Es gibt jedoch Unterschiede in den Zahlen je nach Region und Art des Geräts (z.B. intelligente Lautsprecher, Mobiltelefone, Smart-Home-Geräte). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die beliebtesten Anwendungsfälle von Nutzern von Smart Speakern sind&amp;lt;ref name=&amp;quot;ftn12&amp;quot;&amp;gt;vgl. [https://voicebot.ai/2020/05/03/streaming-music-questions-weather-timers-and-alarms-remain-smart-speaker-killer-apps-third-party-voice-app-usage-not-growing/ https://voicebot.ai/2020/05/03/streaming-music-questions-weather-timers-and-alarms-remain-smart-speaker-killer-apps-third-party-voice-app-usage-not-growing/] &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
# Musik hören&lt;br /&gt;
# Fragen stellen&lt;br /&gt;
# Wetter checken&lt;br /&gt;
# Zeitschaltuhr einschalten&lt;br /&gt;
# Alarm einstellen&lt;br /&gt;
# Radio hören&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Image:Grafik 17.png|top]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Aktuell unterstützte Sprachen'''&amp;lt;ref name=&amp;quot;ftn13&amp;quot;&amp;gt;vgl. [https://www.globalme.net/blog/language-support-voice-assistants-compared/ https://www.globalme.net/blog/language-support-voice-assistants-compared/] sowie die dort angegeben Webseiten&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* &amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:0.501cm;margin-right:0cm;&amp;quot;&amp;gt;'''Amazons Alexa''' unterstützt '''9 Sprachen'''&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
** Arabisch, Deutsch, Englisch (5 Dialekte), Französisch (2 Dialekte), Hindi (Indisch), Italienisch, Japanisch, Portugiesisch (Brasil.), Spanisch (3 Dialekte)&lt;br /&gt;
* &amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:0.501cm;margin-right:0cm;&amp;quot;&amp;gt;'''Google Assistant''' unterstützt '''44 Sprachen '''auf Smartphones&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
* &amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:0.501cm;margin-right:0cm;&amp;quot;&amp;gt;'''Google Assistant''' unterstützt '''13 Sprachen''' auf Smart Speakern / Google Home&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
** Dänisch, Deutsch (2 Dialekte), Englisch (6 Dialekte), Französisch (2 Dialekte), Hindi, Italienisch, Japanisch, Koreanisch, Niederländisch, Norwegisch, Portugiesisch (Brasil.), Schwedisch, Spanisch (3 Dialekte)&lt;br /&gt;
* &amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:0.501cm;margin-right:0cm;&amp;quot;&amp;gt;'''Apples Siri unterstützt rund 42 Sprachen'''&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ist-Analyse sorbischer Potenziale, Ressourcen und Projekte ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;background-color:#f6f6f6;border:1px solid #DCDCDC;padding:0.6em 0.8em;margin:0.6em 0 1em 0;&amp;quot;&amp;gt;'''Letzte Aktualisierung des Abschnitts: 2023''' &amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während digitale Angebote wie Sprachausgabe und Spracherkennung in deutscher Sprache selbstverständlich sind und sowohl von internationalen Großkonzernen als auch von der öffentlichen Hand vorangetrieben und ausgebaut werden, gilt das für dieselben Angebote in sorbischer Sprache nur sehr eingeschränkt. Welche Grundlagen der Sprachunterstützung beider sorbischer Sprachen bereits realisiert oder geplant sind, sollen die folgenden Abschnitte untersuchen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Ist-Stand der 4 Bausteine des Sprechens mit elektronischen Geräten===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Baustein 1: Spracherkennung (Automatic Speech Recognition, ASR; Speech to Text, STT) ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* sorbische Ausgangslage: die folgenden Vorarbeiten sind vorhanden&lt;br /&gt;
* '''Mozilla common voice''': &lt;br /&gt;
** die sorbischen Sprachen werden hier aktuell nicht weiter ergänzt, die gesammelten Daten werden jedoch in anderen Projekten weiter verwendet&lt;br /&gt;
*** die Anzahl an Daten ist bei weitem nicht ausreichend für den Einsatz von neuronalen Technologien&lt;br /&gt;
*** die Qualität der Daten ist nur hinreichend für die Evaluation von Spracherkennungssystemen, nicht jedoch für deren Training (hierfür wird Tonstudio-Qualität benötigt)&lt;br /&gt;
** für das Obersorbische wurden bereits ca. 7.500 lizenzfreie Sätze gesammelt sowie 2 Stunden und 51 Minuten eingesprochen und validiert&lt;br /&gt;
** diese sind aktuell in sehr unterschiedlicher Qualität, sehr unausgewogen hinsichtlich der Stimmen (Geschlecht- und Alter-Verteilung)&lt;br /&gt;
** darüber hinaus lassen sich die Sätze common voice aktuell nicht thematisch zuordnen &lt;br /&gt;
** Für das Niedersorbische fehlen die Sätze und das Einsprechen&amp;lt;ref name=&amp;quot;ftn17&amp;quot;&amp;gt;vgl. [https://voice.mozilla.org/de/languages https://voice.mozilla.org/de/languages]&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;br&amp;gt;  &lt;br /&gt;
  &lt;br /&gt;
* '''Prototyp &amp;quot;smart lamp&amp;quot; / &amp;quot;digidom&amp;quot;'''&lt;br /&gt;
** 2020 startete das '''Projekt „Spracherkennung und maschinelle Übersetzung der sorbischen Sprachen'''“ der Stiftung für das sorbische Volk&lt;br /&gt;
** Durchgeführt wurde eine Machbarkeitsstudie zur automatischen Spracherkennung für die ober­sorbische Sprache vom Fraunhofer-Institut für keramische Technologien und Systeme Dresden (Abteilung Maschinelles Lernen und Datenanalyse) in Zusammenarbeit mit der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus mit folgenden Zielstellungen: &lt;br /&gt;
*** Realisierung eines prototypischen Spracherkenners für eine spezifizierte Beispielanwendung in einer stark beschränkten Sprachdomäne&lt;br /&gt;
*** Ziel wurde es, eine Smart-Home-Anwendung zu erstellen, welches mittels Sprachbefehlen eine Lampe bedienen kann, &amp;quot;digidom&amp;quot;&lt;br /&gt;
*** Einschätzung möglicher und empfohlener Technologien für die Entwicklung eines sorbischen Spracherkenners mit umfangreichem Wortschatz&lt;br /&gt;
*** Aussagen zur Anwendung der niedersorbischen Sprache&lt;br /&gt;
** Folgende Arbeitsschritte wurden bisher für dieses Projekt durchgeführt:&lt;br /&gt;
*** Statistische Auswertung von Textkorpora&lt;br /&gt;
*** Aufstellen der Phonemliste und der Ausspracheregeln&lt;br /&gt;
*** Auswahl an Aufzeichnungen aus „Common Voice“ sowie neue Aufzeichnungen wurden erstellt&lt;br /&gt;
*** Demonstrator unter Open Source Lizenz veröffentlicht&amp;lt;ref&amp;gt;vgl. [https://github.com/ZalozbaDev/web_demo_spoznawanje https://github.com/ZalozbaDev/web_demo_spoznawanje]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
*** Prototyp „digidom“ unter Open Source Lizenz veröffentlicht &amp;lt;ref&amp;gt;vgl. [https://github.com/ZalozbaDev/raspberry_pi_demo_spoznawanje https://github.com/ZalozbaDev/raspberry_pi_demo_spoznawanje]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
*** Veröfentlichung der Ergebnisse in einer Studie&amp;lt;ref&amp;gt;vgl. [http://www.essv.de/pdf/2021_43_50.pdf http://www.essv.de/pdf/2021_43_50.pdf]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
*** Veröffentlichen von Kriterien zur Auswahl eines Sprachkorpus&amp;lt;ref&amp;gt;vgl. [https://github.com/ZalozbaDev/speech_recognition_corpus_creation/blob/main/report/report_summary_german.pdf https://github.com/ZalozbaDev/speech_recognition_corpus_creation/blob/main/report/report_summary_german.pdf]&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
* '''Folgeprojekt &amp;quot;Vorbereitung der Spracherkennung für das Obersorbische für eine Diktierfunktion&amp;quot;''' 2023:&lt;br /&gt;
** Das Ziel war die Entwicklung neuer und Verbesserung bestehender akustischer Modelle für die obersorbische Spracherkennung. &lt;br /&gt;
** Hierfür sollten akustische Modelle auf größeren Audiokorpora trainiert werden.&lt;br /&gt;
*** Es erfolgte eine Erweiterung der Sprachdatensätze mittels Augmentation, d. h. Einfügen von Hintergrundgeräuschen verschiedener Stärke.&lt;br /&gt;
*** Monophon- und Triphon-basierte Modelle wurden mit dem Open-Source-ASR-Toolkit KALDI trainiert.&lt;br /&gt;
*** Die Daten für die Modelle stammen aus verschiedenen Quellen, einschließlich des Common Voice Projekts, der ersten Machbarkeitsstudie (HSB-I) und neuen Audiodaten aus dem aktuellen Projekt.&lt;br /&gt;
*** Nach der Datenaugmentation umfassten die Sprachaufnahmen insgesamt 33:31:10 Stunden und 29.229 gesprochene Sätze.&lt;br /&gt;
** Triphon-basierte Modelle zeigten eine signifikant bessere Leistung als das monophon-basierte Modell. &lt;br /&gt;
** Ein robusteres und weiterentwickeltes triphon-basiertes akustisches Modell wurde erfolgreich erstellt.&lt;br /&gt;
** Mit den folgenden Schritten erfolgte die Verbesserung der Sprachmodellierung mit den bereitgestellten Ressourcen:&lt;br /&gt;
*** Vorverarbeitung und Normalisierung der Textdaten, z. B. Erkennen von Abkürzungen und Eigennamen, Segmentierung von Wörtern in morphologische Einheiten usw.&lt;br /&gt;
*** Wortklassenmodellierung durch Erkennung benannter Einheiten aus vordefinierten Wortklassen, z. B. Datums-, Uhrzeits-, Wochentags-, Namens-, Orts- und Zahlen-Ausdrücke.&lt;br /&gt;
*** Teilwortzerlegung mittels Byte Pair Encoding (BPE) und dem Morfessor-Algorithmus, um das Vokabular zu verkleinern.&lt;br /&gt;
** Die Wahl des richtigen Teilwortzerlegungsverfahrens und der geeigneten Vokabulargröße hat einen signifikanten Einfluss auf die Leistung des Sprachmodells.&lt;br /&gt;
** Im Ergebnis konnte eine Sammlung von normalisierten Textkorpora erzeugt werden, der für das Training von statistischen Sprachmodellen basierend auf ganzen Wörtern oder Wortteilen geeignet ist.&lt;br /&gt;
* Weitere Arbeit an Robustheit und Leistungsfähigkeit von &amp;quot;digidom&amp;quot; ist nötig &amp;lt;br&amp;gt;  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* '''weitere Applikationen mittels Spracherkennung''' &lt;br /&gt;
** Spiele&lt;br /&gt;
*** Lingufino, eine interaktive Puppe, die auf Spracheingaben reagiert&lt;br /&gt;
** Diktierfunktion&lt;br /&gt;
** Simultanübersetzung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Baustein 2: Textübersetzung (Machine Translation, MT) ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* vgl. auch Kapitel 5 Abschnitt [https://koncept.serbski-inkubator.de/index.php/5._Schreiben_auf_elektronischen_Ger%C3%A4ten#.C3.9Cbersetzer Übersetzer]&lt;br /&gt;
* Notwendig: umfangreicher 2-sprachiger Textkorpus&lt;br /&gt;
** Urheberrechtsfrei, gemeinfrei oder unter Creative-Commons-Lizenz (CC0)&lt;br /&gt;
** Satzweise übersetzt&lt;br /&gt;
** Vereinheitlicht, maschinenlesbar&lt;br /&gt;
* Sorbische Ausgangslage: paralleler Textkorpus liegt im WITAJ-Sprachzentrum vor&lt;br /&gt;
* Aufgabe: laufende digitale Erfassung bestehender Übersetzungen in hoher Qualität&lt;br /&gt;
* Herausforderung: Technologieneutralität, d.&amp;amp;nbsp;h. eine Textübersetzung unabhängig von einer speziellen Technologie zu erstellen, so dass sie später in verschiedenen Produkten und Diensten genutzt werden kann (Google Translate, Microsoft Bing Translator, DeepL)&lt;br /&gt;
*  '''sotra.app''': Seit 2019 laufendes Projekt des '''WITAJ-Sprachzentrums: Aufbau eines automatischen „Online-Übersetzers Deutsch-Sorbisch, Sorbisch-Deutsch“''' &lt;br /&gt;
** seit 2021 verfügbar für Obersorbisch und seit 2022 auch in Niedersorbisch für Texte mit max. 6.000 Zeichen&lt;br /&gt;
** Übersetzungen möglich von und nach Deutsch, Ober- und Niedersorbisch und Tschechisch (Beta, von und nach den sorbischen Sprachen)&lt;br /&gt;
** zusätzlicher Service: Rechtschreibkontrolle&lt;br /&gt;
** Mitte 2022 beinhaltete der 2-sprachige Textkorpus ca. 300.000 parallele Satzpaare &lt;br /&gt;
** zukünftig geplant: OCR-Erkennung von Bildern mit Texten&lt;br /&gt;
** Historie:&lt;br /&gt;
*** Aufbau eines großen 2-sprachigen Textkorpus, Ziel bis Ende 2020 ca. 170.000 Satzpaare (ca. 2 Mio. Wörter)&lt;br /&gt;
*** Ende 2021 beinhaltete der 2-sprachige Textkorpus ca. 260.000 parallele Satzpaare &lt;br /&gt;
*** das Projekt startete mit dem Tool Microsoft Translator Hub (eingestellt durch Microsoft)&lt;br /&gt;
*** es wird nun der Ansatz verfolgt, offene Plattformen zu nutzen, um Unabhängigkeit von den Firmen Google, Microsoft, DeepL usw. und deren wirtschaftlichen Interessen zu bewahren&lt;br /&gt;
*** aktuell wird das statistische System MOSES-decoder genutzt&lt;br /&gt;
*** parallel erfolgen Tests des neuronalen Systems OpenNMT (Python)&lt;br /&gt;
* '''Microsoft Bing Translator'''&amp;lt;ref name=&amp;quot;ftn46&amp;quot;&amp;gt;vgl. [https://www.bing.com/translator https://www.bing.com/translator]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
** Der Bing Translator konnte mittels des 2-sprachigen Teytkorpus des WITAJ-Sprachzentrums auf beide sorbische Sprachen trainiert werden:&lt;br /&gt;
** Obersorbisch wird seit 2022 mit aktuell max. 1.000 Zeichen pro Text unterstützt.&lt;br /&gt;
** Niedersorbisch wird seit 2023 mit aktuell max. 1.000 Zeichen pro Text unterstützt.&lt;br /&gt;
** In der Microsoft Bing Translator App wird lediglich die Funktion 'Text übersetzen' unterstützt. Es fehlen die Funktionen 'Sprechen' (STT), 'autom. Spracherkennung', 'Text in Bild übersetzen', 'Audiowiedergabe der Übersetzung' (TTS), 'Offline übersetzen'.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Baustein 3: Intention erkennen und Anweisungen ausführen  ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Hierzu sind keine sorbischen Projekte bekannt. Es kann zu einem späteren Zeitpunkt im Bedarfsfall ggf. auf bereits bestehende Projekte zurückgegriffen werden, wie z.&amp;amp;nbsp;B. [https://wit.ai/ https://wit.ai/].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Baustein 4: Sprachausgabe (Text to Speech, TTS) ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Erste Projekte in die Richtung Sprachausgabe wurden bereits umgesetzt:&lt;br /&gt;
* '''Audioversion des Deutsch-Niedersorbischen Wörterbuchs (nicht als TTS realisiert)'''&lt;br /&gt;
** Für die niedersorbische Sprache wurden vom Sorbischen Institut seit 2014 Tondateien erstellt und in die online-Fassung des Deutsch-Niedersorbischen Wörterbuchs integriert. In einer wissenschaftlichen Studie wurden zudem die verschiedenen Erfahrungen mit praktischen Schwierigkeiten bei der Aussprache verarbeitet. Diese Studie diente dazu, im Jahre 2018 einen praktischen online-Führer zur Aussprache des Niedersorbischen zu erarbeiten. Hochwertige Tonaufnahmen wurden zusammengestellt und bestimmten Lautgruppen bzw. für den Spracherwerb wichtigen lautlichen Phänomenen zugeordnet, mit wichtigen erläuternden Texten ergänzt und auf [http://www.dolnoserbski.de www.dolnoserbski.de] als neue Dienstleistung angeboten. Dadurch steht erstmals eine praktische, durch Tonbeispiele illustrierte Anleitung zur Aussprache des Niedersorbischen zur Verfügung.&lt;br /&gt;
* '''Entwicklung einer Vorlesefunktion für die nieder- und obersorbische Schriftsprache'''&lt;br /&gt;
** Seit 2018 erfolgen die Konzeption, Planung und Entwicklung einer Vorlesesoftware für Nieder- und Obersorbisch für die Integration in Webseiten, Online-Wörterbücher u.&amp;amp;nbsp;ä. durch das Sorbische Institut in Bautzen. Geplanter Abschluss ist 2023.&lt;br /&gt;
** Seit 2023 können die beiden Vorlesestimmen Juro (niedersorbisch) und Matej (obersorbisch) in einer ersten Version ausprobiert werden.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl. [http://tts-juro-matej.serbski-institut.de http://tts-juro-matej.serbski-institut.de], [https://www.serbski-institut.de/projekte-sprachwissenschaft/entwicklung-einer-vorlesefunktion-fuer-die-nieder-und-obersorbische-schriftsprache/ Projektseite SI], [https://www.serbski-institut.de/erste-version-der-sorbischen-vorlesefunktion-und-sprachlandschaft-schleife/ Pressemitteilung SI]&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
* '''Bookii-Bücher in sorbischer Sprache'''&amp;lt;ref&amp;gt;vgl. [https://www.domowina-verlag.de/kinderbuecher/bookii-buecher.html?limit=20 https://www.domowina-verlag.de/kinderbuecher/bookii-buecher.html?limit=20]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
** Aktuell gibt es 9 Bookii-Bücher in obersorbischer Sprache&lt;br /&gt;
** und 3 Bookii-Bücher in niedersorbischer Sprache.&lt;br /&gt;
* '''bamborak''', TTS-System für Obersorbisch&amp;lt;ref name=&amp;quot;ftn56&amp;quot;&amp;gt;vgl. [https://gaussia.de/bamborak/ https://gaussia.de/bamborak]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
** Seit 2022 entwickelt K. Baier ein obersorbisches TTS-System auf Basis eines neuronalen Netzes.&lt;br /&gt;
** Bisher wurden hierfür ca. 2.400 Sätze aufgenommen und durch das neuronale Netz verarbeitet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Übersicht von bisherigen Maßnahmen und Projekten bzgl. Sprachassistenz ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weitere Projekte zu Wörterbüchern u.&amp;amp;nbsp;ä. werden in Abschnitt 5.3.2 &amp;quot;Übersicht von bisherigen Maßnahmen und Projekten bzgl. Schreibunterstützung&amp;quot; genannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| style=&amp;quot;border-spacing:0;&amp;quot;&lt;br /&gt;
|- style=&amp;quot;background-color:#d9e2f3;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot;&lt;br /&gt;
|| '''Name'''&lt;br /&gt;
|| '''Beschreibung'''&lt;br /&gt;
|| '''Zeitraum'''&lt;br /&gt;
|| '''Verantwortlich'''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | '''Audioversion des Deutsch-Niedersorbischen Wörterbuchs'''&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | Tonbeispiele zur Aussprache des Niedersorbischen&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | Seit 2014&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | Sorbisches Institut&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | '''Erarbeitung eines online-Führers mit Tonbeispielen zur Aussprache des Niedersorbischen'''&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | Veröffentlichung auf [http://www.dolnoserbski.de www.dolnoserbski.de]&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | 2018&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | Sorbisches Institut, gefördert durch die Stiftung für das sorbische Volk&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | '''Entwicklung einer Vorlesefunktion für die nieder- und obersorbische Schriftsprache'''&amp;lt;ref name=&amp;quot;ftn18&amp;quot;&amp;gt;vgl. [https://www.serbski-institut.de/de/Entwicklung-einer-Vorlesefunktion-fuer-die-nieder--und-obersorbische-Schriftsprache/ https://www.serbski-institut.de/de/Entwicklung-einer-Vorlesefunktion-fuer-die-nieder--und-obersorbische-Schriftsprache/]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | Konzeption, Planung und Entwicklung einer Vorlesesoftware für Nieder- und Obersorbisch (geplanter Abschluss 2023)&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | Seit 2018&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | Sorbisches Institut, gefördert durch das Sächsische Staatsministerium für Wissenschaft, Kultur und Tourismus (SMWK)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | '''Online-Übersetzer Deutsch-Sorbisch, Sorbisch-Deutsch'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''(zunächst Obersorbisch)'''&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | Entwicklung und Bereitstellung eines Online-Übersetzungsdienstes für Sätze und Texte, Deutsch-Sorbisch und Sorbisch-Deutsch. Als Übersetzungs­grundlage dient ein bilingualer Textkorpus, welcher erstellt wird und für das Training eines Übersetzungssystems verwendet wird.&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | Seit 2019 &lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | WITAJ-Sprachzentrum, gefördert durch die Stiftung für das sorbische Volk&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | '''Mozilla Common Voice obersorbisch und niedersorbisch'''&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | Erstellung von öffentlich zugänglichen Sprachdaten, diese stehen via CC0-Lizenz zur freien Nutzung zur Verfügung, z.&amp;amp;nbsp;B. für das Training eine Spracherkennungs-Engine&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | Seit 2019&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | engagierte Privat­personen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | '''Spracherkennung und maschinelle Übersetzung der sorbischen Sprachen'''&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | Machbarkeitsstudie zur automatischen Spracherkennung für die obersorbische Sprache, Prototypen &amp;quot;smart lamp&amp;quot; und &amp;quot;digidom&amp;quot;&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | Seit 2020&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | Stiftung für das sorbische Volk&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | '''Bereitstellung von interaktiven Spielzeugen und Büchern in den sorbischen Sprachen'''&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | Bereitstellung von interaktiven Bookii-Büchern und der sprechenden interaktiven Puppe Lingufino in den sorbischen Sprachen&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | Seit 2018&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | Domowina Verlag gGmbH und  Medienpädagogisches Projekt LUCIJA des Sorbischen Schulvereins e. V., gefördert durch die Stiftung für das sorbische Volk &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | '''Bereitstellung von Online-Vorlesefunktionen in obersorbischer Sprache'''&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | Vorlesefunktion auf Basis neuronaler Netze für Zahlen und Uhrzeit&amp;lt;ref name=&amp;quot;ftn&amp;quot;&amp;gt;vgl. [https://gaussia.de/slp/ https://gaussia.de/slp]&amp;lt;/ref&amp;gt; sowie für Texte&amp;lt;ref name=&amp;quot;ftn56&amp;quot;&amp;gt;vgl. [https://gaussia.de/bamborak/ https://gaussia.de/bamborak]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | Seit ca. 2020&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | eine engagierte Privatperson&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Fazit ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für eine funktionierende Spracherkennung der sorbischen Sprachen ist es noch ein weiter Weg, auf dem die ersten Schritte bereits gegangen wurden. Eine breite Basis an digitalen Wortsammlungen (sog. linguistischen Ressourcen) in Form von Wörterbüchern, Textkorpora sowie entsprechende morphologische Generatoren sind für beide sorbische Sprachen vorhanden, vgl. Kapitel [[5._Schreiben_auf_elektronischen_Geräten|5. Schreiben auf elektronischen Geräten]]. Hierfür sind noch die Nutzungsrechte zu klären, vgl. Kapitel [[10._Open_Access_Open_Data_Lizenzen|10. Open Access, Open Data, Lizenzen]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die hierauf aufbauenden digitalen sorbischen Sprachdienste werden aktuell gerade erst die Grundlagen gelegt oder eruiert. Für die Umsetzung einer Spracherkennung laufen aktuell 2 Projekte: das freiwillige Projekt der Sammlung von Sprachdaten mittels Mozilla common voice sowie das Projekt „Spracherkennung und maschinelle Übersetzung der sorbischen Sprachen“ der Stiftung für das sorbische Volk. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die Umsetzung einer automatischen Textübersetzung gibt es das Projekt „Online-Übersetzer Deutsch-Sorbisch, Sorbisch-Deutsch“ des WITAJ-Sprachzentrums. Dieses bezieht sich aktuell zunächst auf obersorbische Texte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für den Baustein&amp;amp;nbsp;3 „Intention erkennen, Anweisungen ausführen“ gibt es keine speziellen sorbischen Projekte, jedoch eine Reihe weltweiter Projekte, einige davon open source. Sind die weiteren Bausteine realisiert, so kann ein passendes System für die Umsetzung dieses Bausteins recherchiert werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die Sprachausgabe entwickelt das Sorbische Institut bereits eine Vorlesefunktion für beide sorbischen Sprachen, welche voraussichtlich 2023 abgeschlossen ist. Ebenso werden vom Sorbischen Institut die niedersorbischen Online-Wörterbücher nach und nach mit Tonbeispielen unterlegt. Für das Niedersorbische sind hierfür bereits umfangreiche Tonbeispiele zur Aussprache des Niedersorbischen auf [http://www.dolnoserbski.de www.dolnoserbski.de] veröffentlicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Zukünftige Maßnahmen bzgl. Sprachassistenz ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;background-color:#f6f6f6;border:1px solid #DCDCDC;padding:0.6em 0.8em;margin:0.6em 0 1em 0;&amp;quot;&amp;gt;'''Letzte Aktualisierung des Abschnitts: 2026''' &amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Bewertung der Maßnahmen'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bewertet werden Aufwand und Nutzen als grobe Einschätzungen von 1 (gering) bis 4 (sehr hoch bzw. sehr groß).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* '''Aufwand''': umfasst die geschätzten Kosten, Zeit und Personal&lt;br /&gt;
* '''Nutzen''': erwarteter Beitrag zu Vision und Zielen des Themenbereichs sowie zu den [https://koncept.serbski-inkubator.de/index.php/2.3_Strategische_Ziele_f%C3%BCr_die_sorbische_Kultur_und_Sprache strategischen Zielen für die sorbische Kultur und Sprache]&lt;br /&gt;
* '''Attraktivität''': Nutzen minus Aufwand: positiv = hoch, 0 = mittel, negativ = gering. Sie dient der Orientierung und ersetzt keine Priorisierung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== &amp;lt;span id=&amp;quot;M1.1_1&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;1.1_1 – Entwicklung einer obersorbischen Spracherkennung (HSB) ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot; style=&amp;quot;width:100%;background-color:#ffffff;color:#202122;&amp;quot;&lt;br /&gt;
! colspan=&amp;quot;2&amp;quot; style=&amp;quot;background-color:#d9e2f3;text-align:left;&amp;quot; | Maßnahme 1.1_1 – Entwicklung einer obersorbischen Spracherkennung (HSB)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;width:20%;text-align:left;&amp;quot; | Ziel&lt;br /&gt;
| Eine obersorbische Spracherkennung steht als Sprachdienst zur Verfügung und kann in priorisierten Anwendungen genutzt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left;&amp;quot; | Inhalt&lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
* Bereitstellung geeigneter Sprachdaten&lt;br /&gt;
* Entwicklung oder Anpassung von Spracherkennungsmodellen&lt;br /&gt;
* Qualitätsprüfung &lt;br /&gt;
* Bereitstellung über dokumentierte Schnittstellen&lt;br /&gt;
* Einbindung in Anwendungen &lt;br /&gt;
* Absicherung von Betrieb und Pflege&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left;&amp;quot; | Bewertung&lt;br /&gt;
| '''Aufwand: hoch''' (3/4) · '''Nutzen: sehr groß''' (4/4) · '''Attraktivität: hoch''' (+1)&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! colspan=&amp;quot;2&amp;quot; style=&amp;quot;background-color:#eaf0f8;text-align:left;&amp;quot; | Umsetzungsstand und weitere Planung (Stand: 2026)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left;&amp;quot; | Status&lt;br /&gt;
| 🟡 '''in Bearbeitung'''&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Machbarkeitsstudie und erste Entwicklungsprojekte sind abgeschlossen&lt;br /&gt;
* weitere Sprachdatensammlung und Modellentwicklung laufen&lt;br /&gt;
* Einbindung in priorisierte Anwendungen (insbesondere Diktierfunktion) sowie produktiver Betrieb stehen aus&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left;&amp;quot; | Abgeschlossene Projekte&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
* '''2020-2021:''' Machbarkeitsstudie und Demonstrator „smart lamp / mudra lampa“ („digidom #1“)&lt;br /&gt;
** Fraunhofer IKTS und BTU Cottbus im Auftrag der Stiftung für das sorbische Volk&lt;br /&gt;
** [https://zalozba.de/medien/pressearchiv/detail/digidom-1-mudra-lampa/ Informationen zum Projekt]&lt;br /&gt;
* '''2023:''' Folgeprojekt „Vorbereitung der Spracherkennung für das Obersorbische für eine Diktierfunktion“&lt;br /&gt;
** Stiftung für das sorbische Volk.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left;&amp;quot; | Laufende Projekte&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
*  '''Seit 2019:''' Mozilla Common Voice Obersorbisch; Sprachaufnahmen und Prüfung durch freiwillig Mitwirkende&lt;br /&gt;
** Stiftung für das sorbische Volk und WITAJ-Sprachzentrum unterstützen den Beteiligungsaufruf&lt;br /&gt;
** '''Stand 2026:''' Erweiterung des Datenbestands veröffentlicht, [https://discourse.mozilla.org/t/common-voice-scripted-speech-v27-0-and-spontaneous-speech-v5-0-released/149490 siehe Meldung]&lt;br /&gt;
* '''Seit 2023:''' Entwicklung und Verbesserung von Modellen zur Automatischen Spracherkennung für Nieder- und Obersorbisch&lt;br /&gt;
** Sorbisches Institut&lt;br /&gt;
** [https://www.serbski-institut.de/projekte-sprachwissenschaft/entwicklung-und-verbesserung-von-modellen-zur-automatischen-spracherkennung-fuer-nieder-und-obersorbisch/ Informationen zum Projekt]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left;&amp;quot; | Offene Schritte&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
# Priorisierte Anwendungen und Qualitätskriterien festlegen.&lt;br /&gt;
# Vorhandene Sprachdaten und Modelle prüfen; Datenlücken und offene Nutzungsrechte klären.&lt;br /&gt;
# Spracherkennungsmodell und Sprachdienst entwickeln und anhand der Qualitätskriterien prüfen.&lt;br /&gt;
# Priorisierten Anwendungsfall pilotieren.&lt;br /&gt;
# Produktive Nutzung sowie Finanzierung, Betrieb und Pflege verbindlich organisieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== &amp;lt;span id=&amp;quot;M1.1_2&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;1.1_2 – Entwicklung einer niedersorbischen Spracherkennung (DSB) ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot; style=&amp;quot;width:100%;background-color:#ffffff;color:#202122;&amp;quot;&lt;br /&gt;
! colspan=&amp;quot;2&amp;quot; style=&amp;quot;background-color:#d9e2f3;text-align:left;&amp;quot; | Maßnahme 1.1_2 – Entwicklung einer niedersorbischen Spracherkennung (DSB)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;width:20%;text-align:left;&amp;quot; | Ziel&lt;br /&gt;
| Eine niedersorbische Spracherkennung steht als Sprachdienst zur Verfügung und kann in priorisierten Anwendungen genutzt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left;&amp;quot; | Inhalt&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
* Bereitstellung geeigneter niedersorbischer Sprachaufnahmen und zugehöriger Texte&lt;br /&gt;
* Entwicklung oder Anpassung von Spracherkennungsmodellen&lt;br /&gt;
* Qualitätsprüfung mit unterschiedlichen Sprecherinnen und Sprechern&lt;br /&gt;
* Bereitstellung über dokumentierte Schnittstellen&lt;br /&gt;
* Einbindung in Anwendungen&lt;br /&gt;
* Absicherung von Betrieb und Pflege&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left;&amp;quot; | Bewertung&lt;br /&gt;
| '''Aufwand: sehr hoch''' (4/4) · '''Nutzen: sehr groß''' (4/4) · '''Attraktivität: mittel''' (0)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! colspan=&amp;quot;2&amp;quot; style=&amp;quot;background-color:#eaf0f8;text-align:left;&amp;quot; | Umsetzungsstand und weitere Planung (Stand: 2026)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left;&amp;quot; | Status&lt;br /&gt;
| 🟡 '''in Bearbeitung''' &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Datensammlung und Modellentwicklung sind dokumentiert. &lt;br /&gt;
* Entwicklungsstand und Verfügbarkeit eines nutzbaren Sprachdienstes: &amp;lt;mark&amp;gt;prošu dodać&amp;lt;/mark&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left;&amp;quot; | Abgeschlossene Projekte&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
* &amp;lt;mark&amp;gt;prošu dodać&amp;lt;/mark&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left;&amp;quot; | Laufende Projekte&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
* '''Seit 2023:''' Entwicklung und Verbesserung von Modellen zur Automatischen Spracherkennung für Nieder- und Obersorbisch&lt;br /&gt;
** Sorbisches Institut, gefördert durch die Stiftung für das sorbische Volk&lt;br /&gt;
** Niedersorbische Pilotphase ab 2023, Fertigstellung eines Prototyps für 2024 vorgesehen. &lt;br /&gt;
** &amp;lt;mark&amp;gt;staw prošu dodać&amp;lt;/mark&amp;gt;&lt;br /&gt;
** [https://www.serbski-institut.de/projekte-sprachwissenschaft/entwicklung-und-verbesserung-von-modellen-zur-automatischen-spracherkennung-fuer-nieder-und-obersorbisch/ Informationen zum Projekt]&lt;br /&gt;
* '''Seit 2026:''' Mozilla Common Voice Niedersorbisch&lt;br /&gt;
** initiiert vom WITAJ-Sprachzentrum Cottbus&lt;br /&gt;
** Gewinnung und Einweisung von Sprecherinnen und Sprechern für die Sammlung von Sprachaufnahmen&lt;br /&gt;
** &amp;lt;mark&amp;gt;staw dodać?&amp;lt;/mark&amp;gt;&lt;br /&gt;
** [https://www.witaj-sprachzentrum.de/niedersorbisch/2026/09/30/common-voice-projekt-fuer-niedersorbisch-vorgestellt/ Informationen zum Projekt]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left;&amp;quot; | Offene Schritte&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
# Priorisierte Anwendungen, insbesondere eine Diktierfunktion, und anwendungsbezogene Qualitätskriterien festlegen.&lt;br /&gt;
# Vorhandene Sprachaufnahmen und Texte auf Qualität, Sprecherabdeckung, Datenlücken und Nutzungsrechte prüfen; weitere Datensammlung darauf ausrichten.&lt;br /&gt;
# Spracherkennungsmodell und Sprachdienst entwickeln oder anpassen, anhand der Qualitätskriterien prüfen und in einer priorisierten Anwendung erproben.&lt;br /&gt;
# Produktive Nutzung sowie Finanzierung, Betrieb und Pflege verbindlich organisieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== &amp;lt;span id=&amp;quot;M1.1_3&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;1.1_3 – Entwicklung eines obersorbischen Übersetzungsdienstes für Texte (HSB) ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot; style=&amp;quot;width:100%;background-color:#ffffff;color:#202122;&amp;quot;&lt;br /&gt;
! colspan=&amp;quot;2&amp;quot; style=&amp;quot;background-color:#d9e2f3;text-align:left;&amp;quot; | Maßnahme 1.1_3 – Entwicklung eines obersorbischen Übersetzungsdienstes für Texte (HSB)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;width:20%;text-align:left;&amp;quot; | Ziel&lt;br /&gt;
| Ein Übersetzungsdienst zwischen Obersorbisch und Deutsch steht zur Verfügung, kann auf den meistgenutzten elektronischen Geräten genutzt und in priorisierte Anwendungen eingebunden werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left;&amp;quot; | Inhalt&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
* Aufbau und Pflege geeigneter einsprachiger Textsammlungen und zweisprachiger Parallelkorpora&lt;br /&gt;
* Entwicklung und Weiterentwicklung von Übersetzungsmodellen&lt;br /&gt;
* Sprachliche und technische Qualitätsprüfung&lt;br /&gt;
* Bereitstellung als nutzerfreundlicher Online-Dienst und über dokumentierte Schnittstellen&lt;br /&gt;
* Einbindung in Anwendungen sowie Verbindung mit Spracherkennung und Sprachausgabe&lt;br /&gt;
* Absicherung von Betrieb und Pflege&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left;&amp;quot; | Bewertung&lt;br /&gt;
| '''Aufwand: hoch''' (3/4) · '''Nutzen: sehr groß''' (4/4) · '''Attraktivität: hoch''' (+1)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! colspan=&amp;quot;2&amp;quot; style=&amp;quot;background-color:#eaf0f8;text-align:left;&amp;quot; | Umsetzungsstand und weitere Planung (Stand: 2026)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left;&amp;quot; | Status&lt;br /&gt;
| 🔵 '''laufende Daueraufgabe''' &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Übersetzungsangebote sind verfügbar&lt;br /&gt;
* Qualitätsverbesserung, Erweiterung und Betrieb werden fortgeführt&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left;&amp;quot; | Abgeschlossene Projekte&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
* '''2019-2021:''' Entwicklung und Veröffentlichung der ersten &amp;quot;sotra&amp;quot;-Version für Obersorbisch–Deutsch und Deutsch–Obersorbisch&lt;br /&gt;
** WITAJ-Sprachzentrum mit externen Entwicklungspartnern, gefördert durch die Stiftung für das sorbische Volk&lt;br /&gt;
** Öffentliche Bereitstellung im März 2021&lt;br /&gt;
** [https://www.witaj-sprachzentrum.de/obersorbisch/portfolio-items/online-uebersetzer-sotra/ Projektchronik]&lt;br /&gt;
* '''2022:''' Aufnahme des Obersorbischen in den Microsoft Translator&lt;br /&gt;
** Microsoft, unterstützt durch die Stiftung für das sorbische Volk, das WITAJ-Sprachzentrums und das Sorbische Institut&lt;br /&gt;
** Text- und Dokumentübersetzung seit Februar 2022 verfügbar&lt;br /&gt;
** [https://www.microsoft.com/en-us/translator/blog/2022/02/21/translator-celebrates-international-mother-language-day-by-adding-upper-sorbian/ Informationen zur Veröffentlichung]&lt;br /&gt;
* '''2025/2026:''' Neues &amp;quot;sotra&amp;quot;-Modell für Deutsch–Obersorbisch&lt;br /&gt;
** WITAJ-Sprachzentrum und text2knowledge (t2k), Dresden&lt;br /&gt;
** im Januar 2026 öffentlich vorgestellt&lt;br /&gt;
** [https://www.witaj-sprachzentrum.de/obersorbisch/2026/01/05/sotra-app-mit-neuem-modell-fuer-die-uebersetzungsrichtung-deutsch-obersorbisch/ Informationen zum Modell]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left;&amp;quot; | Laufende Projekte&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
* '''Seit 2021:''' Betrieb und Weiterentwicklung von &amp;quot;sotra&amp;quot; für Obersorbisch&lt;br /&gt;
** WITAJ-Sprachzentrum&lt;br /&gt;
** Ausbau der Textkorpora und Weiterentwicklung der Übersetzungsmodelle&lt;br /&gt;
** &amp;lt;mark&amp;gt; dalše dodać?&amp;lt;/mark&amp;gt;&lt;br /&gt;
** [https://www.witaj-sprachzentrum.de/obersorbisch/wp-content/uploads/sites/3/2026/05/T%C3%A4tigkeitsbericht-2025.pdf Tätigkeitsbericht 2025, S. 3 und 6], [https://www.witaj-sprachzentrum.de/niedersorbisch/wp-content/uploads/sites/2/2026/06/Arbeitsplan-2026.pdf Arbeitsplan 2026, S. 3 und 5]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left;&amp;quot; | Offene Schritte&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
# Textkorpora anhand tatsächlich auftretender Übersetzungsfehler, fehlender Fachbegriffe und benötigter Textarten erweitern, Nutzungsrechte dokumentieren.&lt;br /&gt;
# Vorhandene Schnittstellen und Einbindungsmöglichkeiten prüfen, dokumentieren und für priorisierte Anwendungen nutzbar machen.&lt;br /&gt;
# Die geplante Verbindung mit der obersorbischen Sprachausgabe gemäß [[#M1.1_5|Maßnahme 1.1_5]] prüfen und umsetzen, die Eignung für Simultanübersetzung gemeinsam mit [[#M1.1_1|Maßnahme 1.1_1]] gesondert erproben.&lt;br /&gt;
# Finanzierung, technische Betreuung und regelmäßige Qualitätsprüfung langfristig absichern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== &amp;lt;span id=&amp;quot;M1.1_4&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;1.1_4 – Entwicklung eines niedersorbischen Übersetzungsdienstes für Texte (DSB) ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot; style=&amp;quot;width:100%;background-color:#ffffff;color:#202122;&amp;quot;&lt;br /&gt;
! colspan=&amp;quot;2&amp;quot; style=&amp;quot;background-color:#d9e2f3;text-align:left;&amp;quot; | Maßnahme 1.1_4 – Entwicklung eines niedersorbischen Übersetzungsdienstes für Texte (DSB)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;width:20%;text-align:left;&amp;quot; | Ziel&lt;br /&gt;
| Ein Übersetzungsdienst zwischen Niedersorbisch und Deutsch &amp;lt;mark&amp;gt;steht zur Verfügung, kann auf den meistgenutzten elektronischen Geräten genutzt und in priorisierte Anwendungen eingebunden werden.&amp;lt;/mark&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left;&amp;quot; | Inhalt&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
* Aufbau und Pflege geeigneter niedersorbischer Textsammlungen und zweisprachiger Parallelkorpora&lt;br /&gt;
* Entwicklung und Weiterentwicklung von Übersetzungsmodellen unter Nutzung geeigneter gemeinsamer Bausteine mit dem Obersorbischen&lt;br /&gt;
* Eigenständige sprachliche und technische Qualitätsprüfung für Niedersorbisch&lt;br /&gt;
* Bereitstellung als nutzerfreundlicher Online-Dienst und über dokumentierte Schnittstellen&lt;br /&gt;
* Einbindung in Anwendungen sowie Verbindung mit Spracherkennung und Sprachausgabe&lt;br /&gt;
* Absicherung von Betrieb und Pflege&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left;&amp;quot; | Bewertung&lt;br /&gt;
| '''Aufwand: sehr hoch''' (4/4) · '''Nutzen: sehr groß''' (4/4) · '''Attraktivität: mittel''' (0)&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! colspan=&amp;quot;2&amp;quot; style=&amp;quot;background-color:#eaf0f8;text-align:left;&amp;quot; | Umsetzungsstand und weitere Planung (Stand: 2026)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left;&amp;quot; | Status&lt;br /&gt;
| 🔵 '''laufende Daueraufgabe''' &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Übersetzungsangebote sind verfügbar&lt;br /&gt;
* Qualitätsverbesserung, Erweiterung und Betrieb werden fortgeführt&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left;&amp;quot; | Abgeschlossene Projekte&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
* '''2021-2022:''' Entwicklung und Veröffentlichung der niedersorbischen &amp;quot;sotra&amp;quot;-Version&lt;br /&gt;
** WITAJ-Sprachzentrum mit externen Entwicklungspartnern und Unterstützung des Sorbischen Instituts durch Sprachdaten&lt;br /&gt;
** Seit 2022: Übersetzungen zwischen Niedersorbisch und Deutsch sowie zwischen Nieder- und Obersorbisch&lt;br /&gt;
** [https://www.witaj-sprachzentrum.de/niedersorbisch/2022/09/15/online-uebersetzungsprogramm-sotra-jetzt-auch-fuer-niedersorbisch/ Informationen zur Veröffentlichung]&lt;br /&gt;
* '''2023:''' Aufnahme des Niedersorbischen in den Microsoft Translator&lt;br /&gt;
** Microsoft, unterstützt durch die Stiftung für das sorbische Volk, das Sorbische Institut und das WITAJ-Sprachzentrum&lt;br /&gt;
** Text- und Dokumentübersetzung seit 2023 verfügbar&lt;br /&gt;
** [https://www.microsoft.com/en-us/translator/blog/2023/04/20/introducing-lower-sorbian/ Informationen zur Veröffentlichung]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left;&amp;quot; | Laufende Projekte&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
* '''Seit 2022:''' Weiterentwicklung und Betrieb von &amp;quot;sotra&amp;quot; für Niedersorbisch&lt;br /&gt;
** WITAJ-Sprachzentrum, Zusammenarbeit mit text2knowledge (t2k) &lt;br /&gt;
** Erweiterung der niedersorbischen Textkorpora und Verbesserung der Übersetzungsmodelle&lt;br /&gt;
** &amp;lt;mark&amp;gt;dalše dodać?&amp;lt;/mark&amp;gt;&lt;br /&gt;
** [https://www.witaj-sprachzentrum.de/obersorbisch/wp-content/uploads/sites/3/2026/05/T%C3%A4tigkeitsbericht-2025.pdf Tätigkeitsbericht 2025, S. 3 und 6], [https://www.witaj-sprachzentrum.de/niedersorbisch/wp-content/uploads/sites/2/2026/06/Arbeitsplan-2026.pdf Arbeitsplan 2026, S. 3 und 5]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left;&amp;quot; | Offene Schritte&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
# Fehlende Textarten, Fachbegriffe und sprachliche Erscheinungen in den Textkorpora gezielt ergänzen, Nutzungsrechte dokumentieren.&lt;br /&gt;
# Übertragbare technische Lösungen aus [[#M1.1_3|Maßnahme 1.1_3]] nutzen, ihre Qualität für Niedersorbisch gesondert prüfen.&lt;br /&gt;
# Schnittstellen für priorisierte Anwendungen dokumentieren und die Verbindung mit [[#M1.1_6|niedersorbischer Sprachausgabe]] erproben, Anforderungen einer späteren Simultanübersetzung mit [[#M1.1_2|niedersorbischer Spracherkennung]] gesondert prüfen.&lt;br /&gt;
# Finanzierung, technische Betreuung und regelmäßige Qualitätsprüfung langfristig absichern.&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== &amp;lt;span id=&amp;quot;M1.1_5&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;1.1_5 – Entwicklung einer obersorbischen Sprachausgabe (HSB) ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot; style=&amp;quot;width:100%;background-color:#ffffff;color:#202122;&amp;quot;&lt;br /&gt;
! colspan=&amp;quot;2&amp;quot; style=&amp;quot;background-color:#d9e2f3;text-align:left;&amp;quot; | Maßnahme 1.1_5 – Entwicklung einer obersorbischen Sprachausgabe (HSB)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;width:20%;text-align:left;&amp;quot; | Ziel&lt;br /&gt;
| Eine obersorbische Sprachausgabe steht als Sprachdienst zur Verfügung und kann Texte in priorisierten Anwendungen verständlich vorlesen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left;&amp;quot; | Inhalt&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
* Bereitstellung geeigneter Sprachaufnahmen, Texte und Ausspracheinformationen&lt;br /&gt;
* Entwicklung oder Anpassung von Modellen zur automatischen Sprachausgabe (Text-to-Speech, TTS)&lt;br /&gt;
* Qualitätsprüfung hinsichtlich Aussprache, Verständlichkeit und Natürlichkeit&lt;br /&gt;
* Bereitstellung über dokumentierte Schnittstellen&lt;br /&gt;
* Einbindung in Webseiten, Übersetzungsdienste und weitere priorisierte Anwendungen&lt;br /&gt;
* Absicherung von Betrieb und Pflege&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left;&amp;quot; | Bewertung&lt;br /&gt;
| '''Aufwand: hoch''' (3/4) · '''Nutzen: sehr groß''' (4/4) · '''Attraktivität: hoch''' (+1)&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! colspan=&amp;quot;2&amp;quot; style=&amp;quot;background-color:#eaf0f8;text-align:left;&amp;quot; | Umsetzungsstand und weitere Planung (Stand: 2026)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left;&amp;quot; | Status&lt;br /&gt;
| 🟡 '''in Bearbeitung''' &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Vorlesefunktionen sind vorhanden&lt;br /&gt;
* Einbindung in priorisierten Anwendungen ist noch in Entwicklung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left;&amp;quot; | Abgeschlossene Projekte&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
* '''2018-2024:''' Entwicklung einer Vorlesefunktion für die nieder- und obersorbische Schriftsprache – obersorbischer Teil „Matej“&lt;br /&gt;
** Sorbisches Institut, Förderung durch den Freistaat Sachsen&lt;br /&gt;
** Erste öffentliche Version 2023&lt;br /&gt;
** [https://www.serbski-institut.de/projekte-sprachwissenschaft/entwicklung-einer-vorlesefunktion-fuer-die-nieder-und-obersorbische-schriftsprache/ Informationen zum Projekt]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left;&amp;quot; | Laufende Projekte&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
* '''Seit 2025:''' Bereitstellung und Webeinbindung der Vorlesefunktion „Matej“&lt;br /&gt;
** Sorbisches Institut&lt;br /&gt;
** Auf den obersorbischen Institutsseiten eingebunden, Erweiterung auf weitere Webseiten möglich.&lt;br /&gt;
** &amp;lt;mark&amp;gt;dalše dodać?&amp;lt;/mark&amp;gt;&lt;br /&gt;
** [https://www.serbski-institut.de/projekte-sprachwissenschaft/entwicklung-einer-vorlesefunktion-fuer-die-nieder-und-obersorbische-schriftsprache/ Informationen zum Dienst] · [https://github.com/Sorbisches-Institut/Serbski-TTS Programmkomponenten]&lt;br /&gt;
* '''Seit 2022:''' bamborak – obersorbische Sprachausgabe&lt;br /&gt;
** Korla Baier, frei zugängliches Entwicklungsprojekt&lt;br /&gt;
** Software und Modelle sind veröffentlicht&lt;br /&gt;
** &amp;lt;mark&amp;gt;aktualny staw dodać?&amp;lt;/mark&amp;gt;&lt;br /&gt;
** [https://digiserb.de/projekt/bamborak/ Projektbeschreibung] · [https://github.com/Korla-tech/bamborak Quellcode und Hinweise zu den Modellen]&lt;br /&gt;
* '''Seit 2025:''' Vorlesefunktionen im Umfeld von serbski.chat und &amp;quot;sotra&amp;quot;&lt;br /&gt;
** WITAJ-Sprachzentrum&lt;br /&gt;
** seit 2025: Vorlesefunktionen in serbski.chat &lt;br /&gt;
** Die Verbindung von &amp;quot;sotra&amp;quot; mit den Vorlesefunktionen des Sorbischen Instituts und bamborak ist für 2026 vorgesehen.&lt;br /&gt;
** &amp;lt;mark&amp;gt;aktualny staw dodać?&amp;lt;/mark&amp;gt;&lt;br /&gt;
** [https://www.witaj-sprachzentrum.de/obersorbisch/wp-content/uploads/sites/3/2026/05/T%C3%A4tigkeitsbericht-2025.pdf Tätigkeitsbericht 2025, S. 7] · [https://www.witaj-sprachzentrum.de/niedersorbisch/wp-content/uploads/sites/2/2026/06/Arbeitsplan-2026.pdf Arbeitsplan 2026, S. 5]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left;&amp;quot; | Offene Schritte&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
# Qualität, Nutzungsbedingungen und Einbindungsmöglichkeiten von Matej und bamborak gemeinsam mit den Entwicklern erheben.&lt;br /&gt;
# Priorisierte Anwendungen und passende Qualitätskriterien festlegen, insbesondere für barrierearmes Vorlesen, Übersetzungsdienste und Lernmaterialien.&lt;br /&gt;
# Aussprachefehler und fehlende Sprachdaten gezielt bearbeiten, Rechte an Aufnahmen, Stimmen, Modellen und erzeugten Audiodateien klären.&lt;br /&gt;
# Die geplante &amp;quot;sotra&amp;quot;-Einbindung prüfen und eine priorisierte Anwendung erproben. Die Eignung für die automatische Vertonung von Untertiteln oder Lernfilmen gesondert bewerten.&lt;br /&gt;
# Schnittstellen, Betrieb, Pflege und Finanzierung für die eingesetzten Dienste absichern.&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== &amp;lt;span id=&amp;quot;M1.1_6&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;1.1_6 – Entwicklung einer niedersorbischen Sprachausgabe (DSB) ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot; style=&amp;quot;width:100%;background-color:#ffffff;color:#202122;&amp;quot;&lt;br /&gt;
! colspan=&amp;quot;2&amp;quot; style=&amp;quot;background-color:#d9e2f3;text-align:left;&amp;quot; | Maßnahme 1.1_6 – Entwicklung einer niedersorbischen Sprachausgabe (DSB)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;width:20%;text-align:left;&amp;quot; | Ziel&lt;br /&gt;
| Eine niedersorbische Sprachausgabe steht als Sprachdienst zur Verfügung und kann Texte in priorisierten Anwendungen verständlich vorlesen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left;&amp;quot; | Inhalt&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
* Bereitstellung geeigneter niedersorbischer Sprachaufnahmen, Texte und Ausspracheinformationen&lt;br /&gt;
* Entwicklung oder Anpassung von Modellen zur automatischen Sprachausgabe (Text-to-Speech, TTS)&lt;br /&gt;
* Eigenständige Qualitätsprüfung hinsichtlich Aussprache, Verständlichkeit und Natürlichkeit des Niedersorbischen&lt;br /&gt;
* Bereitstellung über dokumentierte Schnittstellen&lt;br /&gt;
* Einbindung in Webseiten, Übersetzungsdienste und weitere priorisierte Anwendungen&lt;br /&gt;
* Absicherung von Betrieb und Pflege&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left;&amp;quot; | Bewertung&lt;br /&gt;
| '''Aufwand: hoch''' (3/4) · '''Nutzen: sehr groß''' (4/4) · '''Attraktivität: hoch''' (+1)&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! colspan=&amp;quot;2&amp;quot; style=&amp;quot;background-color:#eaf0f8;text-align:left;&amp;quot; | Umsetzungsstand und weitere Planung (Stand: 2026)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left;&amp;quot; | Status&lt;br /&gt;
| 🟡 '''in Bearbeitung'''&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Eine Vorlesefunktion ist vorhanden&lt;br /&gt;
* Einbindung in priorisierte Anwendungen ist noch in Entwicklung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left;&amp;quot; | Abgeschlossene Projekte&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
* '''2018-2024:''' Entwicklung einer Vorlesefunktion für die nieder- und obersorbische Schriftsprache – niedersorbischer Teil „Juro“&lt;br /&gt;
** Sorbisches Institut, Förderung durch den Freistaat Sachsen&lt;br /&gt;
** Erste öffentliche Version 2023, Gemeinsames Projekt mit [[#M1.1_5|Maßnahme 1.1_5]]&lt;br /&gt;
** [https://www.serbski-institut.de/projekte-sprachwissenschaft/entwicklung-einer-vorlesefunktion-fuer-die-nieder-und-obersorbische-schriftsprache/ Informationen zum Projekt]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left;&amp;quot; | Laufende Projekte&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
* '''Seit 2025:''' Bereitstellung und Webeinbindung der Vorlesefunktion „Juro“&lt;br /&gt;
** Sorbisches Institut&lt;br /&gt;
** Auf den niedersorbischen Institutsseiten eingebunden&lt;br /&gt;
** &amp;lt;mark&amp;gt;dalše dodać?&amp;lt;/mark&amp;gt;&lt;br /&gt;
** [https://www.serbski-institut.de/projekte-sprachwissenschaft/entwicklung-einer-vorlesefunktion-fuer-die-nieder-und-obersorbische-schriftsprache/ Informationen zum Dienst], [https://github.com/Sorbisches-Institut/Serbski-TTS Programmkomponenten]&lt;br /&gt;
* '''für 2026 geplant:''' Verbindung von &amp;quot;sotra&amp;quot; mit der Vorlesefunktion des Sorbischen Instituts&lt;br /&gt;
** WITAJ-Sprachzentrum, technische Umsetzungspartner:  &amp;lt;mark&amp;gt;dodać?&amp;lt;/mark&amp;gt;&lt;br /&gt;
** [https://www.witaj-sprachzentrum.de/niedersorbisch/wp-content/uploads/sites/2/2026/06/Arbeitsplan-2026.pdf Arbeitsplan 2026, S. 5]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left;&amp;quot; | Offene Schritte&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
# Aktuellen Entwicklungs- und Betriebsstand von Juro sowie vorhandene niedersorbische Vorlesefunktionen im &amp;quot;sotra&amp;quot;-Umfeld erheben.&lt;br /&gt;
# Priorisierte Anwendungen und niedersorbische Qualitätskriterien festlegen, die Verständlichkeit und Aussprache mit sprachkundigen Nutzenden prüfen.&lt;br /&gt;
# Erforderliche Verbesserungen an Aussprache, Sprachdaten oder Modellen bestimmen und Nutzungsrechte klären, technische Bausteine aus [[#M1.1_5|Maßnahme 1.1_5]] auf Übertragbarkeit prüfen.&lt;br /&gt;
# Die Einbindung in den [[#M1.1_4|niedersorbischen Übersetzungsdienst]] und eine weitere priorisierte Anwendung erproben, die Eignung für Lernmaterialien und automatische Vertonung gesondert bewerten.&lt;br /&gt;
# Schnittstellen, Betrieb, Pflege und Finanzierung für die eingesetzten Dienste absichern.&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== &amp;lt;span id=&amp;quot;M1.1_7&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;1.1_7 - Finden einer Software für 'Intention und Anweisungen' ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot; style=&amp;quot;width:100%;background-color:#ffffff;color:#202122;&amp;quot;&lt;br /&gt;
! colspan=&amp;quot;2&amp;quot; style=&amp;quot;background-color:#d9e2f3;text-align:left;&amp;quot; | Maßnahme 1.1_7 – Finden einer Software für 'Intention und Anweisungen'&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;width:20%;text-align:left;&amp;quot; | Ziel&lt;br /&gt;
| Gesprochene ober- und niedersorbische Anweisungen können in priorisierten Anwendungen verstanden und in gewünschte Aktionen umgesetzt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left;&amp;quot; | Inhalt&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
* Festlegung unterstützter Nutzerabsichten und Anweisungen (z. B. Informationsabfragen oder Steuerung von Funktionen)&lt;br /&gt;
* Auswahl und gegebenenfalls Anpassung einer geeigneten Software&lt;br /&gt;
* Verbindung mit sorbischer Spracherkennung und Sprachausgabe, bei Bedarf auch mit Übersetzungsdiensten&lt;br /&gt;
* Einbindung der anzusteuernden Anwendungen oder Geräte&lt;br /&gt;
* Prüfung der Zuverlässigkeit sowie Umgang mit unklaren oder fehlerhaft erkannten Anweisungen&lt;br /&gt;
* Absicherung von Berechtigungen, Betrieb und Pflege&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left;&amp;quot; | Bewertung&lt;br /&gt;
| '''Aufwand: moderat''' (2/4) · '''Nutzen: moderat''' (2/4) · '''Attraktivität: mittel''' (0)&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! colspan=&amp;quot;2&amp;quot; style=&amp;quot;background-color:#eaf0f8;text-align:left;&amp;quot; | Umsetzungsstand und weitere Planung (Stand: 2026)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left;&amp;quot; | Status&lt;br /&gt;
| 🟡 in Bearbeitung&lt;br /&gt;
* ein Demonstrator und Chat-Bots sind pilotiert &lt;br /&gt;
* &amp;lt;mark&amp;gt;dalše dodać?&amp;lt;/mark&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left;&amp;quot; | Abgeschlossene Projekte&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
* '''2021:''' Demonstrator „smart lamp / mudra lampa“ („digidom #1“)&lt;br /&gt;
** Fraunhofer IKTS und BTU Cottbus, im Auftrag der Stiftung für das sorbische Volk&lt;br /&gt;
** Demonstration einer begrenzten obersorbischen Sprachsteuerung, gemeinsamer Entwicklungsbaustein mit [[#M1.1_1|Maßnahme 1.1_1]], kein vollständiger universeller Sprachassistent.&lt;br /&gt;
** [https://zalozba.de/medien/pressearchiv/detail/digidom-1-mudra-lampa/ Informationen zum Demonstrator], [https://github.com/ZalozbaDev/raspberry_pi_demo_spoznawanje Technische Dokumentation]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left;&amp;quot; | Laufende Projekte&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
* '''Seit 2023:''' [https://serbski.chat/ serbski.chat], sorbischer Chat des WITAJ-Sprachzentrums&lt;br /&gt;
** WITAJ-Sprachzentrum&lt;br /&gt;
** Dialog-, Übersetzungs- und Vorlesefunktionen sind dokumentiert, eine öffentliche Vorstellung im Rahmen von &amp;quot;sotra&amp;quot; war für 2026 vorgesehen.&lt;br /&gt;
** &amp;lt;mark&amp;gt;aktualny staw dodać?&amp;lt;/mark&amp;gt;&lt;br /&gt;
** [https://www.witaj-sprachzentrum.de/obersorbisch/wp-content/uploads/sites/3/2026/05/T%C3%A4tigkeitsbericht-2025.pdf Tätigkeitsbericht 2025, S. 3 und 7]&lt;br /&gt;
* '''Projektbeginn und Laufzeit: &amp;lt;mark&amp;gt;dodać&amp;lt;/mark&amp;gt;''' – [https://agata.chat/ AGATA], sorbischer Chatbot&lt;br /&gt;
** Projektteam AGATA: &amp;lt;mark&amp;gt;staw dodać&amp;lt;/mark&amp;gt;&lt;br /&gt;
** Obersorbischer Dialog mit Texteingabe sowie Sprachein- und -ausgabe ist beschrieben&lt;br /&gt;
** Unterstützung des Niedersorbischen, Ausführung konkreter Anweisungen und Weiterentwicklung 2026: &amp;lt;mark&amp;gt;dodać&amp;lt;/mark&amp;gt;&lt;br /&gt;
** [https://digiserb.de/projekt/agata-ein-sorbischer-chatbot/ Informationen zum Projekt]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left;&amp;quot; | Offene Schritte&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
# Einen begrenzten Anwendungsfall auswählen und festlegen, welche Anweisungen das System verstehen und welche Aktionen es tatsächlich ausführen soll.&lt;br /&gt;
# Vorhandene Demonstratoren, AGATA, serbski.chat und weitere geeignete Software auf Wiederverwendbarkeit prüfen, Dialogfähigkeit und zuverlässige Befehlsausführung getrennt bewerten.&lt;br /&gt;
# Die Erkennung von Nutzerabsichten zunächst mit Texteingaben erproben und anschließend mit [[#M1.1_1|obersorbischer]] beziehungsweise [[#M1.1_2|niedersorbischer Spracherkennung]] sowie [[#M1.1_5|obersorbischer]] beziehungsweise [[#M1.1_6|niedersorbischer Sprachausgabe]] verbinden.&lt;br /&gt;
# Einen Anwendungsfall mit Nutzenden erproben, Fehlinterpretationen, Rückfragen und Bestätigungen vor folgenreichen Aktionen berücksichtigen.&lt;br /&gt;
# Über die weitere Umsetzung entscheiden und durchführende Institution, Finanzierung, Betrieb und Pflege festlegen.&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
----&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Měrko Šenk</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://koncept.serbski-inkubator.de/index.php?title=Wu%C5%BEiwar:M%C4%9Brko_%C5%A0enk/1.1_Sprechen_mit_elektronischen_Ger%C3%A4ten&amp;diff=1180</id>
		<title>Wužiwar:Měrko Šenk/1.1 Sprechen mit elektronischen Geräten</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://koncept.serbski-inkubator.de/index.php?title=Wu%C5%BEiwar:M%C4%9Brko_%C5%A0enk/1.1_Sprechen_mit_elektronischen_Ger%C3%A4ten&amp;diff=1180"/>
		<updated>2026-10-16T13:38:31Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Měrko Šenk: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;__NOINDEX__&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
__TOC__&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Management Summary ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| style=&amp;quot;border-spacing:0;&amp;quot;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;background-color:#d9e2f3;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0.101cm;padding-bottom:0.101cm;padding-left:0.199cm;padding-right:0.199cm;&amp;quot; | &lt;br /&gt;
'''Handlungsfeld'''&lt;br /&gt;
| colspan=&amp;quot;2&amp;quot;  style=&amp;quot;background-color:#d9e2f3;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0.101cm;padding-bottom:0.101cm;padding-left:0.199cm;padding-right:0.199cm;&amp;quot; | &lt;br /&gt;
'''1 Digitale Sprachnutzung'''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;background-color:#d9e2f3;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0.101cm;padding-bottom:0.101cm;padding-left:0.199cm;padding-right:0.199cm;&amp;quot; | &lt;br /&gt;
'''Themenbereich'''&lt;br /&gt;
| colspan=&amp;quot;2&amp;quot;  style=&amp;quot;background-color:#d9e2f3;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0.101cm;padding-bottom:0.101cm;padding-left:0.199cm;padding-right:0.199cm;&amp;quot; | &lt;br /&gt;
'''1.1 Sprechen mit elektronischen Geräten'''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;background-color:#d9e2f3;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0.101cm;padding-bottom:0.101cm;padding-left:0.199cm;padding-right:0.199cm;&amp;quot; | &lt;br /&gt;
'''Beschreibung'''&lt;br /&gt;
| colspan=&amp;quot;2&amp;quot;  style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0.101cm;padding-bottom:0.101cm;padding-left:0.199cm;padding-right:0.199cm;&amp;quot; | &lt;br /&gt;
Unterstützung des Anwenders beim Sprechen mit elektron. Geräten in sorbischer Sprache&lt;br /&gt;
* '''Sprachausgabe''': das Vorlesen geschriebener sorbischer Wörter&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
* '''Spracherkennung''': das Erkennen und Darstellen von gesprochenen sorbischen Wörtern durch elektronische Geräte&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
* '''Sprachverarbeitung''': das Verarbeiten gesprochener sorbischer Wörter und Reagieren darauf&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;background-color:#d9e2f3;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | &lt;br /&gt;
'''Vision'''&lt;br /&gt;
| colspan=&amp;quot;2&amp;quot;  style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.5cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | &lt;br /&gt;
'''Überall dort, wo sich mit digitalen Geräten sprechen lässt, können Ober- und Niedersorbisch gleichwertig mit Deutsch verwendet werden.'''&lt;br /&gt;
&amp;lt;br&amp;gt;&amp;lt;mark&amp;gt;Alternatiwa: &amp;lt;/mark&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;Überall dort, wo sich mit digitalen Geräten sprechen lässt, können Ober- und Niedersorbisch &amp;lt;mark&amp;gt;ebenso wie&amp;lt;/mark&amp;gt; Deutsch verwendet werden.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;background-color:#d9e2f3;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | &lt;br /&gt;
'''Ziele'''&lt;br /&gt;
| colspan=&amp;quot;2&amp;quot;  style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0.12cm;padding-bottom:0.25cm;padding-left:0.1cm;padding-right:0.2cm;&amp;quot; | &lt;br /&gt;
# '''Spracherkennung / Diktierfunktion''': In ausgewählten Betriebssystemen und Anwendungen können Texte auf Ober- und Niedersorbisch diktiert werden. Gesprochene Wörter und Sätze werden erkannt und in geschriebenen Text umgewandelt.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
# '''Sprachausgabe / Vorlesefunktion''': Ausgewählte Systeme und Anwendungen können ober- und niedersorbische Texte vorlesen. Sorbische Inhalte werden dadurch auch für Menschen zugänglich, die Texte nicht oder nur eingeschränkt lesen können (Barrierefreiheit).&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
# '''KI-gestützte Synchronisation von Filmen''': Dokumentationen, Lernfilme und weitere Filme können mithilfe künstlicher Intelligenz gesprochene ober- und niedersorbische Sprachfassungen erhalten.&lt;br /&gt;
# '''Simultanübersetzung''': In mehrsprachigen Videokonferenzen, Gesprächen und Veranstaltungen können gesprochene Beiträge automatisch und nahezu in Echtzeit von und nach Ober- und Niedersorbisch übersetzt werden.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| colspan=&amp;quot;2&amp;quot;  style=&amp;quot;background-color:#d9e2f3;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | &lt;br /&gt;
'''IST-Analyse – Sprachassistenzsysteme''' (Stand: 2021)&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;background-color:#d9e2f3;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | &lt;br /&gt;
'''IST-Analyse – sorbische Projekte'''  (Stand: 2023)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| colspan=&amp;quot;2&amp;quot;  style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | &lt;br /&gt;
''4 Bausteine der Sprachassistenz: ''&lt;br /&gt;
# &amp;lt;div style=&amp;quot;color:#000000;margin-left:0.54cm;margin-right:0cm;&amp;quot;&amp;gt;'''Spracherkennung'''&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
#* &amp;lt;div style=&amp;quot;color:#000000;margin-left:0.547cm;margin-right:0cm;&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;u&amp;gt;Ziel&amp;lt;/u&amp;gt;: phonetisches Wörterbuch, dafür &amp;lt;u&amp;gt;notwendig&amp;lt;/u&amp;gt;:&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
#* &amp;lt;div style=&amp;quot;color:#000000;margin-left:0.547cm;margin-right:0cm;&amp;quot;&amp;gt;große Basis an geschriebenen und gesprochenen Sätzen für das Anlernen eines Spracherkennungs-Systems&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
# &amp;lt;div style=&amp;quot;color:#000000;margin-left:0.54cm;margin-right:0cm;&amp;quot;&amp;gt;'''Textübersetzung'''&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
#* &amp;lt;div style=&amp;quot;color:#000000;margin-left:0.547cm;margin-right:0cm;&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;u&amp;gt;Notwendig&amp;lt;/u&amp;gt;: umfangreicher 2-sprachiger Textkorpus im speziellen Format&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
# &amp;lt;div style=&amp;quot;color:#000000;margin-left:0.54cm;margin-right:0cm;&amp;quot;&amp;gt;'''Intention erkennen, Anweisungen ausführen'''&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
#* &amp;lt;div style=&amp;quot;color:#000000;margin-left:0.54cm;margin-right:0cm;&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;u&amp;gt;Ziel&amp;lt;/u&amp;gt;: Intention des Nutzers erkennen, Anweisungen ableiten und ausführen &amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
#* &amp;lt;div style=&amp;quot;color:#000000;margin-left:0.54cm;margin-right:0cm;&amp;quot;&amp;gt;Spezielle Systeme notwendig&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
# &amp;lt;div style=&amp;quot;color:#000000;margin-left:0.54cm;margin-right:0cm;&amp;quot;&amp;gt;'''Sprachausgabe'''&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
#* &amp;lt;div style=&amp;quot;color:#000000;margin-left:0.547cm;margin-right:0cm;&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;u&amp;gt;Notwendig&amp;lt;/u&amp;gt;: Audio-Wörterbuch, phonetisches Wörterbuch&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | &lt;br /&gt;
Handlungsbedarf als Farbe: &amp;lt;span style=&amp;quot;background-color:#c5e0b3;&amp;quot;&amp;gt;gering&amp;lt;/span&amp;gt;, &amp;lt;span style=&amp;quot;background-color:#ffff00;&amp;quot;&amp;gt;groß&amp;lt;/span&amp;gt;, &amp;lt;span style=&amp;quot;background-color:#f69292;&amp;quot;&amp;gt;sehr groß&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
{| style=&amp;quot;border-spacing:0;&amp;quot;&lt;br /&gt;
|- style=&amp;quot;border:0.5pt solid #d0cece;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.101cm;padding-right:0.101cm;&amp;quot;&lt;br /&gt;
| align=right| '''Aktueller Stand'''&lt;br /&gt;
| align=center| '''Obersorbisch'''&lt;br /&gt;
| align=center| '''Nieder­sorbisch'''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;background-color:transparent;border:0.5pt solid #d0cece;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.101cm;padding-right:0.101cm;&amp;quot; | &lt;br /&gt;
&amp;lt;span style=&amp;quot;color:#000000;&amp;quot;&amp;gt;'''1. Spracherkennung'''&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
| align=center style=&amp;quot;background-color:transparent;border:0.5pt solid #d0cece;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.101cm;padding-right:0.101cm;&amp;quot; | &lt;br /&gt;
| align=center style=&amp;quot;background-color:transparent;border:0.5pt solid #d0cece;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.101cm;padding-right:0.101cm;&amp;quot; | &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;background-color:transparent;border:0.5pt solid #d0cece;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.101cm;padding-right:0.101cm;&amp;quot; | &lt;br /&gt;
Mozilla common voice&lt;br /&gt;
* &amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:0.289cm;margin-right:0cm;&amp;quot;&amp;gt;geschriebene Sätze&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
* &amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:0.289cm;margin-right:0cm;&amp;quot;&amp;gt;gesprochene Minuten&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;background-color:#ffff00;border:0.5pt solid #d0cece;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.101cm;padding-right:0.101cm;&amp;quot; | &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;gt; 7.500&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
171&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;background-color:#f69292;border:0.5pt solid #d0cece;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.101cm;padding-right:0.101cm;&amp;quot; | &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
0&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
0 &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;background-color:transparent;border:0.5pt solid #d0cece;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.101cm;padding-right:0.101cm;&amp;quot; | &lt;br /&gt;
Projekt Sprach­erkennung und maschin. Übersetzung&lt;br /&gt;
* &amp;lt;div style=&amp;quot;color:#000000;margin-left:0.289cm;margin-right:0cm;&amp;quot;&amp;gt;Prototyp „digidom“ veröffentlicht&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
| align=center style=&amp;quot;background-color:#e2efd9;border:0.5pt solid #d0cece;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.101cm;padding-right:0.101cm;&amp;quot; | &lt;br /&gt;
seit 2020&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2022&lt;br /&gt;
| align=center style=&amp;quot;background-color:#e2efd9;border:0.5pt solid #d0cece;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.101cm;padding-right:0.101cm;&amp;quot; | &lt;br /&gt;
seit 2020&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
in Planung&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;background-color:transparent;border:0.5pt solid #d0cece;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.101cm;padding-right:0.101cm;color:#000000;&amp;quot; | '''2. Textübersetzung'''&lt;br /&gt;
| align=center style=&amp;quot;background-color:transparent;border:0.5pt solid #d0cece;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.101cm;padding-right:0.101cm;&amp;quot; | &lt;br /&gt;
| align=center style=&amp;quot;background-color:transparent;border:0.5pt solid #d0cece;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.101cm;padding-right:0.101cm;&amp;quot; | &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;background-color:transparent;border:0.5pt solid #d0cece;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.101cm;padding-right:0.101cm;&amp;quot; | &lt;br /&gt;
* &amp;lt;div style=&amp;quot;color:#000000;margin-left:0.289cm;margin-right:0cm;&amp;quot;&amp;gt;notwendiger Textkorpus&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
| align=center style=&amp;quot;background-color:#e2efd9;border:0.5pt solid #d0cece;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.101cm;padding-right:0.101cm;&amp;quot; | groß&lt;br /&gt;
| align=center style=&amp;quot;background-color:#e2efd9;border:0.5pt solid #d0cece;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.101cm;padding-right:0.101cm;&amp;quot; | groß&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;background-color:transparent;border:0.5pt solid #d0cece;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.101cm;padding-right:0.101cm;color:#000000;&amp;quot; | '''3. Intention, Anweisung'''&lt;br /&gt;
| align=center style=&amp;quot;background-color:transparent;border:0.5pt solid #d0cece;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.101cm;padding-right:0.101cm;&amp;quot; | &lt;br /&gt;
| align=center style=&amp;quot;background-color:transparent;border:0.5pt solid #d0cece;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.101cm;padding-right:0.101cm;&amp;quot; | &lt;br /&gt;
|- style=&amp;quot;background-color:#e2efd9;border:0.5pt solid #d0cece;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.101cm;padding-right:0.101cm;&amp;quot;&lt;br /&gt;
| colspan=&amp;quot;3&amp;quot; | &lt;br /&gt;
* &amp;lt;div style=&amp;quot;color:#000000;margin-left:0.289cm;margin-right:0cm;&amp;quot;&amp;gt;Spätere Recherche und Nutzung von bestehenden Systemen (z.&amp;amp;nbsp;B. open source)&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;background-color:transparent;border:0.5pt solid #d0cece;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.101cm;padding-right:0.101cm;color:#000000;&amp;quot; | '''4. Sprachausgabe'''&lt;br /&gt;
| align=center style=&amp;quot;background-color:transparent;border:0.5pt solid #d0cece;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.101cm;padding-right:0.101cm;&amp;quot; | &lt;br /&gt;
| align=center style=&amp;quot;background-color:transparent;border:0.5pt solid #d0cece;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.101cm;padding-right:0.101cm;&amp;quot; | &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;background-color:transparent;border:0.5pt solid #d0cece;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.101cm;padding-right:0.101cm;&amp;quot; | &lt;br /&gt;
Entwicklung Vorlese­funktion im Sorbischen Institut&lt;br /&gt;
* &amp;lt;div style=&amp;quot;color:#000000;margin-left:0.289cm;margin-right:0cm;&amp;quot;&amp;gt;Prototyp Juro und Matej veröffentlicht&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
| align=center style=&amp;quot;background-color:#e2efd9;border:0.5pt solid #d0cece;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.101cm;padding-right:0.101cm;&amp;quot; | &lt;br /&gt;
2018 - 2023&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2023&lt;br /&gt;
| align=center style=&amp;quot;background-color:#e2efd9;border:0.5pt solid #d0cece;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.101cm;padding-right:0.101cm;&amp;quot; | &lt;br /&gt;
2018 – 2023&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2023&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;background-color:transparent;border:0.5pt solid #d0cece;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.101cm;padding-right:0.101cm;&amp;quot; | &lt;br /&gt;
private Entwicklung Online-Vorlesefunktionen mittels KI&lt;br /&gt;
| align=center style=&amp;quot;background-color:#e2efd9;border:0.5pt solid #d0cece;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.101cm;padding-right:0.101cm;&amp;quot; | seit 2020&lt;br /&gt;
| align=center style=&amp;quot;background-color:#f69292;border:0.5pt solid #d0cece;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.101cm;padding-right:0.101cm;&amp;quot; | -&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
{| style=&amp;quot;border-spacing:0;&amp;quot;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| colspan=&amp;quot;3&amp;quot; style=&amp;quot;background-color:#d9e2f3;border:0.5pt solid #000000;padding:0.101cm 0.199cm;&amp;quot; |&lt;br /&gt;
'''SOLL-Konzeption – zukünftige Maßnahmen und Aufgaben'''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| colspan=&amp;quot;3&amp;quot; style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding:0.6em;&amp;quot; |&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot; style=&amp;quot;width:100%;margin:0;&amp;quot;&lt;br /&gt;
! style=&amp;quot;width:12%;&amp;quot; | Sub-Thema&lt;br /&gt;
! style=&amp;quot;width:5%;&amp;quot; | Nr.&lt;br /&gt;
! style=&amp;quot;width:20%;&amp;quot; | Maßnahme&lt;br /&gt;
! style=&amp;quot;width:9%;text-align:center;&amp;quot; | Attraktivität&lt;br /&gt;
! style=&amp;quot;width:12%;&amp;quot; | Status&lt;br /&gt;
! style=&amp;quot;width:42%;&amp;quot; | Offene Schritte&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Spracherkennung&lt;br /&gt;
| [[#M1.1_1|1.1_1]]&lt;br /&gt;
| [[#M1.1_1|Entwicklung einer obersorbischen Spracherkennung (HSB)]]&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;text-align:center;&amp;quot; | '''hoch''' (+1)&amp;lt;br&amp;gt;&amp;lt;small&amp;gt;A 3 · N 4&amp;lt;/small&amp;gt;&lt;br /&gt;
| 🟡 in Bearbeitung&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
* Anwendungen und Qualitätskriterien festlegen&lt;br /&gt;
* Sprachdaten und Modelle prüfen, Lücken und Rechte klären&lt;br /&gt;
* Sprachdienst entwickeln, erproben und in den Betrieb überführen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Spracherkennung&lt;br /&gt;
| [[#M1.1_2|1.1_2]]&lt;br /&gt;
| [[#M1.1_2|Entwicklung einer niedersorbischen Spracherkennung (DSB)]]&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;text-align:center;&amp;quot; | '''mittel''' (0)&amp;lt;br&amp;gt;&amp;lt;small&amp;gt;A 4 · N 4&amp;lt;/small&amp;gt;&lt;br /&gt;
| 🟡 in Bearbeitung&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
* Anwendungen (vorrangig Diktieren) und Qualitätskriterien festlegen&lt;br /&gt;
* Vorhandene Daten prüfen, weitere Sammlung gezielt ausrichten&lt;br /&gt;
* Sprachdienst entwickeln, erproben und in den Betrieb überführen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Übersetzungsdienst&lt;br /&gt;
| [[#M1.1_3|1.1_3]]&lt;br /&gt;
| [[#M1.1_3|Entwicklung eines obersorbischen Übersetzungsdienstes für Texte (HSB)]]&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;text-align:center;&amp;quot; | '''hoch''' (+1)&amp;lt;br&amp;gt;&amp;lt;small&amp;gt;A 3 · N 4&amp;lt;/small&amp;gt;&lt;br /&gt;
| 🔵 laufende Daueraufgabe&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
* Textkorpora dort erweitern, wo Übersetzungen Schwächen zeigen&lt;br /&gt;
* Schnittstellen dokumentieren, Vorlesefunktion anbinden&lt;br /&gt;
* Finanzierung, Betreuung und Qualitätsprüfung dauerhaft sichern&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Übersetzungsdienst&lt;br /&gt;
| [[#M1.1_4|1.1_4]]&lt;br /&gt;
| [[#M1.1_4|Entwicklung eines niedersorbischen Übersetzungsdienstes für Texte (DSB)]]&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;text-align:center;&amp;quot; | '''mittel''' (0)&amp;lt;br&amp;gt;&amp;lt;small&amp;gt;A 4 · N 4&amp;lt;/small&amp;gt;&lt;br /&gt;
| 🔵 laufende Daueraufgabe&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
* Fehlende Textarten und Fachbegriffe in den Korpora ergänzen&lt;br /&gt;
* Obersorbische Lösungen übertragen und für Niedersorbisch eigens prüfen&lt;br /&gt;
* Finanzierung, Betreuung und Qualitätsprüfung dauerhaft sichern&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Sprachausgabe&lt;br /&gt;
| [[#M1.1_5|1.1_5]]&lt;br /&gt;
| [[#M1.1_5|Entwicklung einer obersorbischen Sprachausgabe (HSB)]]&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;text-align:center;&amp;quot; | '''hoch''' (+1)&amp;lt;br&amp;gt;&amp;lt;small&amp;gt;A 3 · N 4&amp;lt;/small&amp;gt;&lt;br /&gt;
| 🟡 in Bearbeitung&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
* Matej und bamborak nach Qualität, Rechten und Einbindung bewerten&lt;br /&gt;
* Vorrangige Anwendungen festlegen (Barrierefreiheit, Übersetzung, Lernen)&lt;br /&gt;
* Einbindung in „sotra“ und eine weitere Anwendung erproben&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Sprachausgabe&lt;br /&gt;
| [[#M1.1_6|1.1_6]]&lt;br /&gt;
| [[#M1.1_6|Entwicklung einer niedersorbischen Sprachausgabe (DSB)]]&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;text-align:center;&amp;quot; | '''hoch''' (+1)&amp;lt;br&amp;gt;&amp;lt;small&amp;gt;A 3 · N 4&amp;lt;/small&amp;gt;&lt;br /&gt;
| 🟡 in Bearbeitung&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
* Aktuellen Stand von Juro erheben&lt;br /&gt;
* Aussprache und Verständlichkeit mit Sprechenden prüfen&lt;br /&gt;
* Einbindung in „sotra“ und eine weitere Anwendung erproben&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Intention / Anweisung&lt;br /&gt;
| [[#M1.1_7|1.1_7]]&lt;br /&gt;
| [[#M1.1_7|Finden einer Software für „Intention und Anweisungen“]]&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;text-align:center;&amp;quot; | '''mittel''' (0)&amp;lt;br&amp;gt;&amp;lt;small&amp;gt;A 2 · N 2&amp;lt;/small&amp;gt;&lt;br /&gt;
| 🟡 in Bearbeitung&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
* Einen begrenzten Anwendungsfall mit konkreten Anweisungen festlegen&lt;br /&gt;
* AGATA, serbski.chat und vorhandene Demonstratoren auf Eignung prüfen&lt;br /&gt;
* Erst mit Texteingabe erproben, dann mit Spracherkennung und -ausgabe verbinden&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;small&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Attraktivität''' = Nutzen (N) minus Aufwand (A): positiv = hoch, 0 = mittel, negativ = gering. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Status:'''&lt;br /&gt;
* ⚪ '''nicht begonnen''' – Maßnahme ist vorgesehen, die Umsetzung hat noch nicht begonnen.&lt;br /&gt;
* 🟡 '''in Bearbeitung''' – Maßnahme wird bearbeitet.&lt;br /&gt;
* 🟢 '''umgesetzt''' – definiertes Ergebnis wurde erreicht.&lt;br /&gt;
* 🔵 '''laufende Daueraufgabe''' – Maßnahme benötigt laufende Bearbeitung ohne festen Abschluss.&lt;br /&gt;
* ⏸ '''zurückgestellt''' – Bearbeitung ist ausgesetzt oder von Voraussetzungen abhängig.&lt;br /&gt;
* ❓ '''zu prüfen''' – der aktuelle Stand ist zu ermitteln.&lt;br /&gt;
&amp;lt;/small&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einleitung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieser Themenbereich beinhaltet die Unterstützung des Anwenders beim Sprechen mit elektronischen Geräten in den sorbischen Sprachen. Im Fokus steht die Interaktion von Menschen mit elektronischen Geräten mittels gesprochener Worte. Dies umfasst folgende Bereiche:&lt;br /&gt;
* '''Sprachausgabe:''' das '''Vorlesen''' geschriebener sorbischer Wörter&lt;br /&gt;
* '''Spracherkennung: '''das '''Erkennen''' und Darstellen von gesprochenen sorbischen Wörtern durch elektronische Geräte (Computer, Smartphones usw.)&lt;br /&gt;
* '''Sprachverarbeitung: ''' das '''Verarbeiten''' gesprochener sorbischer Wörter und '''Reagieren''' darauf (z.&amp;amp;nbsp;B. Anweisungen ausführen, Antworten).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mögliche Einsatzbereiche und Applikationen sind bspw.&lt;br /&gt;
* Sprachassistenten,&lt;br /&gt;
* Spiele, Spielzeuge (wie Lingufino),&lt;br /&gt;
* Untertitel und Simultanübersetzungen (z. B. bei Videokonferenzen).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ist-Analyse Stand der Entwicklung von Sprachassistenzsystemen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;background-color:#f6f6f6;border:1px solid #DCDCDC;padding:0.6em 0.8em;margin:0.6em 0 1em 0;&amp;quot;&amp;gt;'''Letzte Aktualisierung des Abschnitts: 2021''' &amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Welche Bausteine werden für eine Sprachassistenz benötigt? ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Um eine sprachliche Interaktion mit einem elektronischen Gerät ähnlich wie mit Menschen zu erreichen, sind verschiedene technische Bausteine notwendig, welche jeweils unterschiedliche Aufgaben übernehmen. Die folgende Einteilung der Bausteine orientiert sich an einem Vortrag von Jan Budar vom 13.09.2018 in Senftenberg zu “Digitalisierung als Chance für die Sorben”.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Baustein 1: Spracherkennung (Automatic Speech Recognition, ASR; Speech to Text, STT)&amp;lt;ref name=&amp;quot;ftn1&amp;quot;&amp;gt;Übersicht STT-Engines: [https://mycroft-ai.gitbook.io/docs/using-mycroft-ai/customizations/stt-engine https://mycroft-ai.gitbook.io/docs/using-mycroft-ai/customizations/stt-engine]&amp;lt;/ref&amp;gt; ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* basiert auf phonetischen Informationen zu&lt;br /&gt;
** einzelnen Buchstaben und Silben&lt;br /&gt;
** deren Kombinationen&lt;br /&gt;
** ihrer Position im Wort/Satz&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Umwandlung von gesprochener Sprache in Text''' &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die typischen Schritte zur Umwandlung von gesprochener Sprache in Text (Speech-to-Text, STT) sind:&lt;br /&gt;
# Aufnahme der Sprache: Der erste Schritt besteht darin, die gesprochene Sprache aufzunehmen. Dies kann entweder über ein Mikrofon oder eine andere Audioquelle erfolgen.&lt;br /&gt;
# Signalverarbeitung: Die aufgenommenen Audiosignale werden durch Signalverarbeitungsalgorithmen vorverarbeitet. Dazu gehören zum Beispiel Rauschunterdrückung, Echo-Entfernung und Entzerrung.&lt;br /&gt;
# Sprachsegmentierung: Die Audioaufnahme wird in kurze Segmente unterteilt, die normalerweise zwischen 10 und 30 Millisekunden lang sind. Diese Segmente werden dann weiterverarbeitet.&lt;br /&gt;
# Merkmalsextraktion: Für jedes Sprachsegment werden akustische Merkmale wie Frequenz, Lautstärke, Tonhöhe und Dauer extrahiert. Diese Merkmale dienen als Eingabe für das Spracherkennungsmodell.&lt;br /&gt;
# Spracherkennung: Das Spracherkennungsmodell verwendet die extrahierten Merkmale, um die gesprochene Sprache in Text umzuwandeln. Dieser Schritt kann auf unterschiedliche Weise durchgeführt werden, z.B. mit Hidden Markov Models (HMMs), künstlichen neuronalen Netzen (KNNs) oder Deep-Learning-Modellen.&lt;br /&gt;
# Postprocessing: Der erkannte Text wird postprozessiert, um mögliche Fehler oder Inkonsistenzen im Text zu korrigieren. Dazu können beispielsweise Grammatik- und Sprachmodelle verwendet werden, um den erkannten Text zu verbessern.&lt;br /&gt;
# Textausgabe: Der endgültige Text wird dann ausgegeben, z.B. in einer Textdatei oder als Eingabe für eine andere Anwendung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Je nach Anwendung und Sprachmodell können die genauen Schritte und Technologien zur Umwandlung von Sprache in Text  variieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Training von Spracherkennungs-Maschinen''' &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
* vgl. auch Vortrag von D. Sobe 2022 im Rahmen einer Online-Abendveranstaltung&amp;lt;ref&amp;gt;vgl. [https://digiserb.de/2022/06/09/zarjadowanje-masinelne-spoznawanje-serbsciny/ Veranstaltung auf digiserb.de], [https://digiserb.de/wp-content/uploads/2022/06/2022_06_auswertung.pdf Folien bei digiserb.de], [https://www.youtube.com/watch?v=RWUo7N_Aybw Video bei YouTube].&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Klassischerweise wird die Spracherkennung durch die Verwendung von stochastische Modellen wie Hidden-Markov-Modellen (HMM) und Gauss'schen Mischmodellen (GMM) durchgeführt. Das Sprachsignal wird dabei in kurze Abschnitte, sogenannte Phoneme, unterteilt. Die Phoneme werden dann in einer HMM- oder GMM-Datenbank gespeichert. Bei der Erkennung wird das Sprachsignal in Phoneme aufgeteilt und mit der HMM- oder GMM-Datenbank abgeglichen, um die wahrscheinlichste Sequenz von Phonemen zu finden. Diese wird dann in Text umgewandelt und ausgegeben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den letzten Jahren haben sich Deep Learning Modelle mit tiefen neuronalen Netzen, wie z.B. Recurrent Neural Networks (RNNs) und Convolutional Neural Networks (CNNs), als effektive Methoden zur Spracherkennung erwiesen. Diese Modelle können komplexe Beziehungen zwischen Phonemen und Wörtern erfassen und somit die Genauigkeit der Spracherkennung verbessern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* z.&amp;amp;nbsp;B. Mozilla Common Voice&amp;lt;ref name=&amp;quot;ftn2&amp;quot;&amp;gt;vgl. [https://voice.mozilla.org https://voice.mozilla.org] und [https://github.com/mozilla/DeepSpeech https://github.com/mozilla/DeepSpeech]&amp;lt;/ref&amp;gt; in Kombination mit einer Spracherkennungs-Engine wie Mozilla Deep Speech&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Erstellung von Spracherkennungs-Maschinen''' &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Um eine Spracherkennungs-Engine (Speech-to-Text) zu erstellen, werden verschiedene Ressourcen benötigt, darunter:&lt;br /&gt;
# Sprachdaten: Um ein Spracherkennungsmodell zu trainieren, werden große Mengen an Audioaufnahmen benötigt, die repräsentativ für die Sprache und den Dialekt sind, den die Engine erkennen soll. Diese Sprachdaten sollten auch verschiedene Sprecher, Akzente und Hintergrundgeräusche enthalten.&lt;br /&gt;
# Transkriptionen: Jede Audioaufnahme muss mit einer Texttranskription versehen werden, die angibt, was in der Aufnahme gesagt wird. Diese Transkriptionen werden verwendet, um das Modell zu trainieren und zu testen.&lt;br /&gt;
# Sprachmodelle: Sprachmodelle sind eine wichtige Komponente von Spracherkennungs-Engines, da sie die Wahrscheinlichkeit berechnen, mit der eine bestimmte Sequenz von Wörtern in einem bestimmten Kontext auftreten wird. Diese Modelle werden verwendet, um die Wahrscheinlichkeit des erkannten Textes zu berechnen und die Genauigkeit der Spracherkennungs-Engine zu verbessern.&lt;br /&gt;
# Aussprachelexika: Ein Aussprachelexikon enthält eine Liste von Wörtern und deren Aussprache in der jeweiligen Sprache. Dies wird verwendet, um die richtige Aussprache von Wörtern im erkannten Text zu bestimmen.&lt;br /&gt;
# Phonemmodelle: Phonemmodelle beschreiben, wie Wörter in ihre kleinsten sprachlichen Einheiten (Phoneme) aufgeteilt werden können. Diese Modelle werden verwendet, um die Wahrscheinlichkeit von Phonemsequenzen zu berechnen und die Genauigkeit der Spracherkennungs-Engine zu verbessern.&lt;br /&gt;
# Linguistische Ressourcen: Zusätzlich zu den oben genannten Ressourcen können auch linguistische Ressourcen wie Grammatiken, semantische Modelle und syntaktische Modelle verwendet werden, um die Genauigkeit der Spracherkennungs-Engine zu verbessern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Baustein 2: Textübersetzung (Machine Translation, MT) ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Grundlage hierfür sind Massen an übersetzten Sätzen&lt;br /&gt;
* Künstliche Intelligenz lernt aus diesen übersetzten Sätzen durch&lt;br /&gt;
** Mustererkennung&lt;br /&gt;
** Training&lt;br /&gt;
* vgl. Kapitel 5 Abschnitt [https://koncept.serbski-inkubator.de/index.php/5._Schreiben_auf_elektronischen_Ger%C3%A4ten#.C3.9Cbersetzer Übersetzer]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Baustein 3: Intention erkennen und Anweisungen ausführen&amp;lt;ref name=&amp;quot;ftn3&amp;quot;&amp;gt;vgl. [https://mycroft.ai/wp-content/uploads/2018/08/mycroft-ai-introduction-to-voice-stack-whitepaper.pdf https://mycroft.ai/wp-content/uploads/2018/08/mycroft-ai-introduction-to-voice-stack-whitepaper.pdf]&amp;lt;/ref&amp;gt;  ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* aus dem erkannten Text wird die Intention des Nutzers extrahiert (intent parser)&lt;br /&gt;
* Anweisungen werden abgeleitet und ausgeführt (Skill invocation)&lt;br /&gt;
* z.&amp;amp;nbsp;B. [https://wit.ai/ https://wit.ai/] (eine Sprachplattform, welche zum Facebook-Konzern gehört)&lt;br /&gt;
* z.B. [https://mycroft.ai/ https://mycroft.ai/]als datenschutzfreundliche Alternative&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Baustein 4: Sprachausgabe (Text to Speech, TTS)&amp;lt;ref name=&amp;quot;ftn4&amp;quot;&amp;gt;Übersicht TTS-Engines: [https://mycroft-ai.gitbook.io/docs/using-mycroft-ai/customizations/tts-engine https://mycroft-ai.gitbook.io/docs/using-mycroft-ai/customizations/tts-engine]&amp;lt;/ref&amp;gt; ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* bspw. für barrierefreie Webseiten notwendig&lt;br /&gt;
* Open Source Text-to-speech-System: MaryTTS&lt;br /&gt;
* modularer Aufbau: Lexikon, Sprache, Daten, Synthese&lt;br /&gt;
* Unit-Selectin-Synthese (Verkettung natürlichsprachlicher Elemente)&lt;br /&gt;
* ThorstenVoice (OSS Variante)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die folgenden Schritte sind typischerweise erforderlich, um einen Text in eine gesprochene Sprachausgabe umzuwandeln:&lt;br /&gt;
# Linguistische Analyse: Der eingegebene Text wird vorverarbeitet, um dessen Struktur zu analysieren, einschließlich der Trennung von Sätzen, der Erkennung von Interpunktion und der Ermittlung der Betonung.&lt;br /&gt;
# Phonetische Umsetzung: Der Text wird in eine phonetische Darstellung umgewandelt, in der jeder Textabschnitt in eine entsprechende Sequenz von Lauten (Phonemen) übersetzt wird. Dies wird typischerweise durch eine phonetische Lexikon-Datenbank und Sprachregeln erreicht.&lt;br /&gt;
# Prosodische Modellierung: Es wird die Betonung und Intonation des Textes bestimmt. Hierbei werden Faktoren wie Akzent, Tonhöhe, Tempo, Pause und Rhythmus berücksichtigt, um eine natürliche Sprachmelodie zu erzeugen.&lt;br /&gt;
# Synthese: Der phonetisch umgesetzte Text wird dann in Sprache umgewandelt, indem die phonetischen Einheiten zu Sprachsignalen zusammengefügt werden. Dies kann entweder durch die Verwendung von Klangeinheiten, die in einer Datenbank gespeichert sind, oder durch das Generieren von Sprache auf der Grundlage von Modellen, wie z.B. Deep-Learning-Modellen, erfolgen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine TTS-Engine benötigt folgende Voraussetzungen:&lt;br /&gt;
# Eine umfangreiche phonetische Datenbank oder ein phonetisches Modell, um die Übersetzung von Text in Phoneme zu ermöglichen.&lt;br /&gt;
# Ein Prosodie-Modell, um die natürliche Sprachmelodie zu erzeugen.&lt;br /&gt;
# Eine Sprachsynthesetechnologie, um die Phoneme in Sprachsignale zu konvertieren.&lt;br /&gt;
# Training mit großen Datenmengen, um die Sprachsynthese-Modelle auf die spezifische Sprache und Stimme zu optimieren.&lt;br /&gt;
&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Definition und Marktübersicht von Sprachassistenten ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Sprachassistent ist eine bestimmte Art von Software, die gesprochene Worte analysiert, in den richtigen Kontext einordnet und darauf reagiert. Sprachassistenten sind als Software meist in Smartphones oder Smart Speaker, aber auch in Konsolen (PS4), Fernseher und smart watches integriert. Ein Smart Speaker wiederum ist ein bestimmtes Gerät, auf welchem der Sprachassistent als Software installiert ist.&amp;lt;ref name=&amp;quot;ftn5&amp;quot;&amp;gt;vgl. [https://de.wikipedia.org/wiki/Intelligenter_pers%C3%B6nlicher_Assistent https://de.wikipedia.org/wiki/Intelligenter_pers%C3%B6nlicher_Assistent]&amp;lt;/ref&amp;gt; Spricht ein Mensch mit diesem Gerät, so beantwortet es über seine Sprachsoftware verbal Fragen oder führt Anweisungen aus, z.&amp;amp;nbsp;B. steuert es vernetzte smart home Geräte (TV-Geräte, Heizungsthermostate, Rollläden, Lampen, Waschmaschine, Backofen, Kaffee­maschine bis hin zur Toilettenspülung usw.). Auch in Autos, Kopfhörern, Bürogeräten und Kleidung sind bereits Sprachassistenten im Einsatz.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Entwicklung der Sprachassistenten:* 2010 Apples Siri („Hey Siri“)&lt;br /&gt;
* 2012 Google Assistant (vormals Google Now) („Ok, Google“)&lt;br /&gt;
* 2013 Microsoft Cortana („Hey Cortana“)&lt;br /&gt;
* 2014 Amazon Alexa („Alexa“)&lt;br /&gt;
* 2015 Mycroft - open Source Smart Speaker (“Hey Mycroft”)&amp;lt;ref name=&amp;quot;ftn6&amp;quot;&amp;gt;vgl. [https://mycroft.ai/ https://mycroft.ai/] und [https://www.kickstarter.com/projects/aiforeveryone/mycroft-an-open-source-artificial-intelligence-for/description https://www.kickstarter.com/projects/aiforeveryone/mycroft-an-open-source-artificial-intelligence-for/description]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* 2017 Sprachassistenten der chinesischen Firmen Baidu und Alibaba&lt;br /&gt;
* 2018 Samsung Bixby („Hi Bixby“)&lt;br /&gt;
* 2019 Leon – open source personal assistant&amp;lt;ref name=&amp;quot;ftn7&amp;quot;&amp;gt;vgl. [https://getleon.ai/ https://getleon.ai/]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Heute sind weltweit bereits mehr als 4 Milliarden Sprachassistenten im Einsatz. Bis 2023 rechnet die Marktforschungsfirma Juniper Research mit 8 Milliarden Sprachassistenten.&amp;lt;ref name=&amp;quot;ftn8&amp;quot;&amp;gt;vgl. [https://voicebot.ai/google-home-google-assistant-stats/#voice-asst-in-use-juniper https://voicebot.ai/google-home-google-assistant-stats/#voice-asst-in-use-juniper]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Image:Grafik 16.png|top]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Marktübersicht'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die führenden Anbieter für Sprachassistenzsysteme am weltweiten Markt sind:&lt;br /&gt;
# Amazon mit seinem Sprachassistenzsystem &amp;quot;Alexa&amp;quot; und den Amazon Echo Geräten.&lt;br /&gt;
# Google mit seinem Sprachassistenzsystem &amp;quot;Google Assistant&amp;quot; und den Google Home Geräten.&lt;br /&gt;
# Apple mit seinem Sprachassistenzsystem &amp;quot;Siri&amp;quot; und der HomePod-Produktlinie.&lt;br /&gt;
# Microsoft mit seinem Sprachassistenzsystem &amp;quot;Cortana&amp;quot; und der Surface Headphones Produktlinie.&lt;br /&gt;
# Samsung mit seinem Sprachassistenzsystem &amp;quot;Bixby&amp;quot; und der Galaxy Home Produktlinie.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Anbieter haben in den letzten Jahren in die Entwicklung und Verbesserung von Sprachassistenzsystemen investiert und setzen auf künstliche Intelligenz und maschinelles Lernen, um die Spracherkennung und -verarbeitung zu verbessern. Dabei sind ihre Sprachassistenzsysteme nicht nur auf den Heimgebrauch beschränkt, sondern auch in mobilen Geräten, Autos und anderen Branchen wie Gesundheitswesen, Einzelhandel und Finanzen verbreitet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es ist schwierig, genaue Zahlen darüber zu finden, welchen Anteil jeder Anbieter am Gesamtmarkt für Sprachassistenzsysteme hat, da es keine einheitliche Definition des Marktes gibt und die Zahlen von verschiedenen Marktforschungsunternehmen variieren können. Basierend auf den verfügbaren Daten sind die größten Anbieter am Markt Amazon Alexa mit rund 25% Marktanteil, Google Assistant mit rund 20% Marktanteil und Apples Siri mit rund 15% Marktanteil weltweit. Es gibt jedoch Unterschiede in den Zahlen je nach Region und Art des Geräts (z.B. intelligente Lautsprecher, Mobiltelefone, Smart-Home-Geräte). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die beliebtesten Anwendungsfälle von Nutzern von Smart Speakern sind&amp;lt;ref name=&amp;quot;ftn12&amp;quot;&amp;gt;vgl. [https://voicebot.ai/2020/05/03/streaming-music-questions-weather-timers-and-alarms-remain-smart-speaker-killer-apps-third-party-voice-app-usage-not-growing/ https://voicebot.ai/2020/05/03/streaming-music-questions-weather-timers-and-alarms-remain-smart-speaker-killer-apps-third-party-voice-app-usage-not-growing/] &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
# Musik hören&lt;br /&gt;
# Fragen stellen&lt;br /&gt;
# Wetter checken&lt;br /&gt;
# Zeitschaltuhr einschalten&lt;br /&gt;
# Alarm einstellen&lt;br /&gt;
# Radio hören&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Image:Grafik 17.png|top]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Aktuell unterstützte Sprachen'''&amp;lt;ref name=&amp;quot;ftn13&amp;quot;&amp;gt;vgl. [https://www.globalme.net/blog/language-support-voice-assistants-compared/ https://www.globalme.net/blog/language-support-voice-assistants-compared/] sowie die dort angegeben Webseiten&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* &amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:0.501cm;margin-right:0cm;&amp;quot;&amp;gt;'''Amazons Alexa''' unterstützt '''9 Sprachen'''&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
** Arabisch, Deutsch, Englisch (5 Dialekte), Französisch (2 Dialekte), Hindi (Indisch), Italienisch, Japanisch, Portugiesisch (Brasil.), Spanisch (3 Dialekte)&lt;br /&gt;
* &amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:0.501cm;margin-right:0cm;&amp;quot;&amp;gt;'''Google Assistant''' unterstützt '''44 Sprachen '''auf Smartphones&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
* &amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:0.501cm;margin-right:0cm;&amp;quot;&amp;gt;'''Google Assistant''' unterstützt '''13 Sprachen''' auf Smart Speakern / Google Home&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
** Dänisch, Deutsch (2 Dialekte), Englisch (6 Dialekte), Französisch (2 Dialekte), Hindi, Italienisch, Japanisch, Koreanisch, Niederländisch, Norwegisch, Portugiesisch (Brasil.), Schwedisch, Spanisch (3 Dialekte)&lt;br /&gt;
* &amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:0.501cm;margin-right:0cm;&amp;quot;&amp;gt;'''Apples Siri unterstützt rund 42 Sprachen'''&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ist-Analyse sorbischer Potenziale, Ressourcen und Projekte ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;background-color:#f6f6f6;border:1px solid #DCDCDC;padding:0.6em 0.8em;margin:0.6em 0 1em 0;&amp;quot;&amp;gt;'''Letzte Aktualisierung des Abschnitts: 2023''' &amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während digitale Angebote wie Sprachausgabe und Spracherkennung in deutscher Sprache selbstverständlich sind und sowohl von internationalen Großkonzernen als auch von der öffentlichen Hand vorangetrieben und ausgebaut werden, gilt das für dieselben Angebote in sorbischer Sprache nur sehr eingeschränkt. Welche Grundlagen der Sprachunterstützung beider sorbischer Sprachen bereits realisiert oder geplant sind, sollen die folgenden Abschnitte untersuchen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Ist-Stand der 4 Bausteine des Sprechens mit elektronischen Geräten===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Baustein 1: Spracherkennung (Automatic Speech Recognition, ASR; Speech to Text, STT) ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* sorbische Ausgangslage: die folgenden Vorarbeiten sind vorhanden&lt;br /&gt;
* '''Mozilla common voice''': &lt;br /&gt;
** die sorbischen Sprachen werden hier aktuell nicht weiter ergänzt, die gesammelten Daten werden jedoch in anderen Projekten weiter verwendet&lt;br /&gt;
*** die Anzahl an Daten ist bei weitem nicht ausreichend für den Einsatz von neuronalen Technologien&lt;br /&gt;
*** die Qualität der Daten ist nur hinreichend für die Evaluation von Spracherkennungssystemen, nicht jedoch für deren Training (hierfür wird Tonstudio-Qualität benötigt)&lt;br /&gt;
** für das Obersorbische wurden bereits ca. 7.500 lizenzfreie Sätze gesammelt sowie 2 Stunden und 51 Minuten eingesprochen und validiert&lt;br /&gt;
** diese sind aktuell in sehr unterschiedlicher Qualität, sehr unausgewogen hinsichtlich der Stimmen (Geschlecht- und Alter-Verteilung)&lt;br /&gt;
** darüber hinaus lassen sich die Sätze common voice aktuell nicht thematisch zuordnen &lt;br /&gt;
** Für das Niedersorbische fehlen die Sätze und das Einsprechen&amp;lt;ref name=&amp;quot;ftn17&amp;quot;&amp;gt;vgl. [https://voice.mozilla.org/de/languages https://voice.mozilla.org/de/languages]&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;br&amp;gt;  &lt;br /&gt;
  &lt;br /&gt;
* '''Prototyp &amp;quot;smart lamp&amp;quot; / &amp;quot;digidom&amp;quot;'''&lt;br /&gt;
** 2020 startete das '''Projekt „Spracherkennung und maschinelle Übersetzung der sorbischen Sprachen'''“ der Stiftung für das sorbische Volk&lt;br /&gt;
** Durchgeführt wurde eine Machbarkeitsstudie zur automatischen Spracherkennung für die ober­sorbische Sprache vom Fraunhofer-Institut für keramische Technologien und Systeme Dresden (Abteilung Maschinelles Lernen und Datenanalyse) in Zusammenarbeit mit der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus mit folgenden Zielstellungen: &lt;br /&gt;
*** Realisierung eines prototypischen Spracherkenners für eine spezifizierte Beispielanwendung in einer stark beschränkten Sprachdomäne&lt;br /&gt;
*** Ziel wurde es, eine Smart-Home-Anwendung zu erstellen, welches mittels Sprachbefehlen eine Lampe bedienen kann, &amp;quot;digidom&amp;quot;&lt;br /&gt;
*** Einschätzung möglicher und empfohlener Technologien für die Entwicklung eines sorbischen Spracherkenners mit umfangreichem Wortschatz&lt;br /&gt;
*** Aussagen zur Anwendung der niedersorbischen Sprache&lt;br /&gt;
** Folgende Arbeitsschritte wurden bisher für dieses Projekt durchgeführt:&lt;br /&gt;
*** Statistische Auswertung von Textkorpora&lt;br /&gt;
*** Aufstellen der Phonemliste und der Ausspracheregeln&lt;br /&gt;
*** Auswahl an Aufzeichnungen aus „Common Voice“ sowie neue Aufzeichnungen wurden erstellt&lt;br /&gt;
*** Demonstrator unter Open Source Lizenz veröffentlicht&amp;lt;ref&amp;gt;vgl. [https://github.com/ZalozbaDev/web_demo_spoznawanje https://github.com/ZalozbaDev/web_demo_spoznawanje]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
*** Prototyp „digidom“ unter Open Source Lizenz veröffentlicht &amp;lt;ref&amp;gt;vgl. [https://github.com/ZalozbaDev/raspberry_pi_demo_spoznawanje https://github.com/ZalozbaDev/raspberry_pi_demo_spoznawanje]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
*** Veröfentlichung der Ergebnisse in einer Studie&amp;lt;ref&amp;gt;vgl. [http://www.essv.de/pdf/2021_43_50.pdf http://www.essv.de/pdf/2021_43_50.pdf]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
*** Veröffentlichen von Kriterien zur Auswahl eines Sprachkorpus&amp;lt;ref&amp;gt;vgl. [https://github.com/ZalozbaDev/speech_recognition_corpus_creation/blob/main/report/report_summary_german.pdf https://github.com/ZalozbaDev/speech_recognition_corpus_creation/blob/main/report/report_summary_german.pdf]&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
* '''Folgeprojekt &amp;quot;Vorbereitung der Spracherkennung für das Obersorbische für eine Diktierfunktion&amp;quot;''' 2023:&lt;br /&gt;
** Das Ziel war die Entwicklung neuer und Verbesserung bestehender akustischer Modelle für die obersorbische Spracherkennung. &lt;br /&gt;
** Hierfür sollten akustische Modelle auf größeren Audiokorpora trainiert werden.&lt;br /&gt;
*** Es erfolgte eine Erweiterung der Sprachdatensätze mittels Augmentation, d. h. Einfügen von Hintergrundgeräuschen verschiedener Stärke.&lt;br /&gt;
*** Monophon- und Triphon-basierte Modelle wurden mit dem Open-Source-ASR-Toolkit KALDI trainiert.&lt;br /&gt;
*** Die Daten für die Modelle stammen aus verschiedenen Quellen, einschließlich des Common Voice Projekts, der ersten Machbarkeitsstudie (HSB-I) und neuen Audiodaten aus dem aktuellen Projekt.&lt;br /&gt;
*** Nach der Datenaugmentation umfassten die Sprachaufnahmen insgesamt 33:31:10 Stunden und 29.229 gesprochene Sätze.&lt;br /&gt;
** Triphon-basierte Modelle zeigten eine signifikant bessere Leistung als das monophon-basierte Modell. &lt;br /&gt;
** Ein robusteres und weiterentwickeltes triphon-basiertes akustisches Modell wurde erfolgreich erstellt.&lt;br /&gt;
** Mit den folgenden Schritten erfolgte die Verbesserung der Sprachmodellierung mit den bereitgestellten Ressourcen:&lt;br /&gt;
*** Vorverarbeitung und Normalisierung der Textdaten, z. B. Erkennen von Abkürzungen und Eigennamen, Segmentierung von Wörtern in morphologische Einheiten usw.&lt;br /&gt;
*** Wortklassenmodellierung durch Erkennung benannter Einheiten aus vordefinierten Wortklassen, z. B. Datums-, Uhrzeits-, Wochentags-, Namens-, Orts- und Zahlen-Ausdrücke.&lt;br /&gt;
*** Teilwortzerlegung mittels Byte Pair Encoding (BPE) und dem Morfessor-Algorithmus, um das Vokabular zu verkleinern.&lt;br /&gt;
** Die Wahl des richtigen Teilwortzerlegungsverfahrens und der geeigneten Vokabulargröße hat einen signifikanten Einfluss auf die Leistung des Sprachmodells.&lt;br /&gt;
** Im Ergebnis konnte eine Sammlung von normalisierten Textkorpora erzeugt werden, der für das Training von statistischen Sprachmodellen basierend auf ganzen Wörtern oder Wortteilen geeignet ist.&lt;br /&gt;
* Weitere Arbeit an Robustheit und Leistungsfähigkeit von &amp;quot;digidom&amp;quot; ist nötig &amp;lt;br&amp;gt;  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* '''weitere Applikationen mittels Spracherkennung''' &lt;br /&gt;
** Spiele&lt;br /&gt;
*** Lingufino, eine interaktive Puppe, die auf Spracheingaben reagiert&lt;br /&gt;
** Diktierfunktion&lt;br /&gt;
** Simultanübersetzung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Baustein 2: Textübersetzung (Machine Translation, MT) ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* vgl. auch Kapitel 5 Abschnitt [https://koncept.serbski-inkubator.de/index.php/5._Schreiben_auf_elektronischen_Ger%C3%A4ten#.C3.9Cbersetzer Übersetzer]&lt;br /&gt;
* Notwendig: umfangreicher 2-sprachiger Textkorpus&lt;br /&gt;
** Urheberrechtsfrei, gemeinfrei oder unter Creative-Commons-Lizenz (CC0)&lt;br /&gt;
** Satzweise übersetzt&lt;br /&gt;
** Vereinheitlicht, maschinenlesbar&lt;br /&gt;
* Sorbische Ausgangslage: paralleler Textkorpus liegt im WITAJ-Sprachzentrum vor&lt;br /&gt;
* Aufgabe: laufende digitale Erfassung bestehender Übersetzungen in hoher Qualität&lt;br /&gt;
* Herausforderung: Technologieneutralität, d.&amp;amp;nbsp;h. eine Textübersetzung unabhängig von einer speziellen Technologie zu erstellen, so dass sie später in verschiedenen Produkten und Diensten genutzt werden kann (Google Translate, Microsoft Bing Translator, DeepL)&lt;br /&gt;
*  '''sotra.app''': Seit 2019 laufendes Projekt des '''WITAJ-Sprachzentrums: Aufbau eines automatischen „Online-Übersetzers Deutsch-Sorbisch, Sorbisch-Deutsch“''' &lt;br /&gt;
** seit 2021 verfügbar für Obersorbisch und seit 2022 auch in Niedersorbisch für Texte mit max. 6.000 Zeichen&lt;br /&gt;
** Übersetzungen möglich von und nach Deutsch, Ober- und Niedersorbisch und Tschechisch (Beta, von und nach den sorbischen Sprachen)&lt;br /&gt;
** zusätzlicher Service: Rechtschreibkontrolle&lt;br /&gt;
** Mitte 2022 beinhaltete der 2-sprachige Textkorpus ca. 300.000 parallele Satzpaare &lt;br /&gt;
** zukünftig geplant: OCR-Erkennung von Bildern mit Texten&lt;br /&gt;
** Historie:&lt;br /&gt;
*** Aufbau eines großen 2-sprachigen Textkorpus, Ziel bis Ende 2020 ca. 170.000 Satzpaare (ca. 2 Mio. Wörter)&lt;br /&gt;
*** Ende 2021 beinhaltete der 2-sprachige Textkorpus ca. 260.000 parallele Satzpaare &lt;br /&gt;
*** das Projekt startete mit dem Tool Microsoft Translator Hub (eingestellt durch Microsoft)&lt;br /&gt;
*** es wird nun der Ansatz verfolgt, offene Plattformen zu nutzen, um Unabhängigkeit von den Firmen Google, Microsoft, DeepL usw. und deren wirtschaftlichen Interessen zu bewahren&lt;br /&gt;
*** aktuell wird das statistische System MOSES-decoder genutzt&lt;br /&gt;
*** parallel erfolgen Tests des neuronalen Systems OpenNMT (Python)&lt;br /&gt;
* '''Microsoft Bing Translator'''&amp;lt;ref name=&amp;quot;ftn46&amp;quot;&amp;gt;vgl. [https://www.bing.com/translator https://www.bing.com/translator]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
** Der Bing Translator konnte mittels des 2-sprachigen Teytkorpus des WITAJ-Sprachzentrums auf beide sorbische Sprachen trainiert werden:&lt;br /&gt;
** Obersorbisch wird seit 2022 mit aktuell max. 1.000 Zeichen pro Text unterstützt.&lt;br /&gt;
** Niedersorbisch wird seit 2023 mit aktuell max. 1.000 Zeichen pro Text unterstützt.&lt;br /&gt;
** In der Microsoft Bing Translator App wird lediglich die Funktion 'Text übersetzen' unterstützt. Es fehlen die Funktionen 'Sprechen' (STT), 'autom. Spracherkennung', 'Text in Bild übersetzen', 'Audiowiedergabe der Übersetzung' (TTS), 'Offline übersetzen'.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Baustein 3: Intention erkennen und Anweisungen ausführen  ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Hierzu sind keine sorbischen Projekte bekannt. Es kann zu einem späteren Zeitpunkt im Bedarfsfall ggf. auf bereits bestehende Projekte zurückgegriffen werden, wie z.&amp;amp;nbsp;B. [https://wit.ai/ https://wit.ai/].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Baustein 4: Sprachausgabe (Text to Speech, TTS) ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Erste Projekte in die Richtung Sprachausgabe wurden bereits umgesetzt:&lt;br /&gt;
* '''Audioversion des Deutsch-Niedersorbischen Wörterbuchs (nicht als TTS realisiert)'''&lt;br /&gt;
** Für die niedersorbische Sprache wurden vom Sorbischen Institut seit 2014 Tondateien erstellt und in die online-Fassung des Deutsch-Niedersorbischen Wörterbuchs integriert. In einer wissenschaftlichen Studie wurden zudem die verschiedenen Erfahrungen mit praktischen Schwierigkeiten bei der Aussprache verarbeitet. Diese Studie diente dazu, im Jahre 2018 einen praktischen online-Führer zur Aussprache des Niedersorbischen zu erarbeiten. Hochwertige Tonaufnahmen wurden zusammengestellt und bestimmten Lautgruppen bzw. für den Spracherwerb wichtigen lautlichen Phänomenen zugeordnet, mit wichtigen erläuternden Texten ergänzt und auf [http://www.dolnoserbski.de www.dolnoserbski.de] als neue Dienstleistung angeboten. Dadurch steht erstmals eine praktische, durch Tonbeispiele illustrierte Anleitung zur Aussprache des Niedersorbischen zur Verfügung.&lt;br /&gt;
* '''Entwicklung einer Vorlesefunktion für die nieder- und obersorbische Schriftsprache'''&lt;br /&gt;
** Seit 2018 erfolgen die Konzeption, Planung und Entwicklung einer Vorlesesoftware für Nieder- und Obersorbisch für die Integration in Webseiten, Online-Wörterbücher u.&amp;amp;nbsp;ä. durch das Sorbische Institut in Bautzen. Geplanter Abschluss ist 2023.&lt;br /&gt;
** Seit 2023 können die beiden Vorlesestimmen Juro (niedersorbisch) und Matej (obersorbisch) in einer ersten Version ausprobiert werden.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl. [http://tts-juro-matej.serbski-institut.de http://tts-juro-matej.serbski-institut.de], [https://www.serbski-institut.de/projekte-sprachwissenschaft/entwicklung-einer-vorlesefunktion-fuer-die-nieder-und-obersorbische-schriftsprache/ Projektseite SI], [https://www.serbski-institut.de/erste-version-der-sorbischen-vorlesefunktion-und-sprachlandschaft-schleife/ Pressemitteilung SI]&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
* '''Bookii-Bücher in sorbischer Sprache'''&amp;lt;ref&amp;gt;vgl. [https://www.domowina-verlag.de/kinderbuecher/bookii-buecher.html?limit=20 https://www.domowina-verlag.de/kinderbuecher/bookii-buecher.html?limit=20]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
** Aktuell gibt es 9 Bookii-Bücher in obersorbischer Sprache&lt;br /&gt;
** und 3 Bookii-Bücher in niedersorbischer Sprache.&lt;br /&gt;
* '''bamborak''', TTS-System für Obersorbisch&amp;lt;ref name=&amp;quot;ftn56&amp;quot;&amp;gt;vgl. [https://gaussia.de/bamborak/ https://gaussia.de/bamborak]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
** Seit 2022 entwickelt K. Baier ein obersorbisches TTS-System auf Basis eines neuronalen Netzes.&lt;br /&gt;
** Bisher wurden hierfür ca. 2.400 Sätze aufgenommen und durch das neuronale Netz verarbeitet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Übersicht von bisherigen Maßnahmen und Projekten bzgl. Sprachassistenz ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weitere Projekte zu Wörterbüchern u.&amp;amp;nbsp;ä. werden in Abschnitt 5.3.2 &amp;quot;Übersicht von bisherigen Maßnahmen und Projekten bzgl. Schreibunterstützung&amp;quot; genannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| style=&amp;quot;border-spacing:0;&amp;quot;&lt;br /&gt;
|- style=&amp;quot;background-color:#d9e2f3;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot;&lt;br /&gt;
|| '''Name'''&lt;br /&gt;
|| '''Beschreibung'''&lt;br /&gt;
|| '''Zeitraum'''&lt;br /&gt;
|| '''Verantwortlich'''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | '''Audioversion des Deutsch-Niedersorbischen Wörterbuchs'''&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | Tonbeispiele zur Aussprache des Niedersorbischen&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | Seit 2014&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | Sorbisches Institut&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | '''Erarbeitung eines online-Führers mit Tonbeispielen zur Aussprache des Niedersorbischen'''&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | Veröffentlichung auf [http://www.dolnoserbski.de www.dolnoserbski.de]&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | 2018&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | Sorbisches Institut, gefördert durch die Stiftung für das sorbische Volk&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | '''Entwicklung einer Vorlesefunktion für die nieder- und obersorbische Schriftsprache'''&amp;lt;ref name=&amp;quot;ftn18&amp;quot;&amp;gt;vgl. [https://www.serbski-institut.de/de/Entwicklung-einer-Vorlesefunktion-fuer-die-nieder--und-obersorbische-Schriftsprache/ https://www.serbski-institut.de/de/Entwicklung-einer-Vorlesefunktion-fuer-die-nieder--und-obersorbische-Schriftsprache/]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | Konzeption, Planung und Entwicklung einer Vorlesesoftware für Nieder- und Obersorbisch (geplanter Abschluss 2023)&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | Seit 2018&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | Sorbisches Institut, gefördert durch das Sächsische Staatsministerium für Wissenschaft, Kultur und Tourismus (SMWK)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | '''Online-Übersetzer Deutsch-Sorbisch, Sorbisch-Deutsch'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''(zunächst Obersorbisch)'''&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | Entwicklung und Bereitstellung eines Online-Übersetzungsdienstes für Sätze und Texte, Deutsch-Sorbisch und Sorbisch-Deutsch. Als Übersetzungs­grundlage dient ein bilingualer Textkorpus, welcher erstellt wird und für das Training eines Übersetzungssystems verwendet wird.&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | Seit 2019 &lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | WITAJ-Sprachzentrum, gefördert durch die Stiftung für das sorbische Volk&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | '''Mozilla Common Voice obersorbisch und niedersorbisch'''&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | Erstellung von öffentlich zugänglichen Sprachdaten, diese stehen via CC0-Lizenz zur freien Nutzung zur Verfügung, z.&amp;amp;nbsp;B. für das Training eine Spracherkennungs-Engine&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | Seit 2019&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | engagierte Privat­personen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | '''Spracherkennung und maschinelle Übersetzung der sorbischen Sprachen'''&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | Machbarkeitsstudie zur automatischen Spracherkennung für die obersorbische Sprache, Prototypen &amp;quot;smart lamp&amp;quot; und &amp;quot;digidom&amp;quot;&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | Seit 2020&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | Stiftung für das sorbische Volk&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | '''Bereitstellung von interaktiven Spielzeugen und Büchern in den sorbischen Sprachen'''&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | Bereitstellung von interaktiven Bookii-Büchern und der sprechenden interaktiven Puppe Lingufino in den sorbischen Sprachen&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | Seit 2018&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | Domowina Verlag gGmbH und  Medienpädagogisches Projekt LUCIJA des Sorbischen Schulvereins e. V., gefördert durch die Stiftung für das sorbische Volk &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | '''Bereitstellung von Online-Vorlesefunktionen in obersorbischer Sprache'''&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | Vorlesefunktion auf Basis neuronaler Netze für Zahlen und Uhrzeit&amp;lt;ref name=&amp;quot;ftn&amp;quot;&amp;gt;vgl. [https://gaussia.de/slp/ https://gaussia.de/slp]&amp;lt;/ref&amp;gt; sowie für Texte&amp;lt;ref name=&amp;quot;ftn56&amp;quot;&amp;gt;vgl. [https://gaussia.de/bamborak/ https://gaussia.de/bamborak]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | Seit ca. 2020&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | eine engagierte Privatperson&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Fazit ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für eine funktionierende Spracherkennung der sorbischen Sprachen ist es noch ein weiter Weg, auf dem die ersten Schritte bereits gegangen wurden. Eine breite Basis an digitalen Wortsammlungen (sog. linguistischen Ressourcen) in Form von Wörterbüchern, Textkorpora sowie entsprechende morphologische Generatoren sind für beide sorbische Sprachen vorhanden, vgl. Kapitel [[5._Schreiben_auf_elektronischen_Geräten|5. Schreiben auf elektronischen Geräten]]. Hierfür sind noch die Nutzungsrechte zu klären, vgl. Kapitel [[10._Open_Access_Open_Data_Lizenzen|10. Open Access, Open Data, Lizenzen]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die hierauf aufbauenden digitalen sorbischen Sprachdienste werden aktuell gerade erst die Grundlagen gelegt oder eruiert. Für die Umsetzung einer Spracherkennung laufen aktuell 2 Projekte: das freiwillige Projekt der Sammlung von Sprachdaten mittels Mozilla common voice sowie das Projekt „Spracherkennung und maschinelle Übersetzung der sorbischen Sprachen“ der Stiftung für das sorbische Volk. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die Umsetzung einer automatischen Textübersetzung gibt es das Projekt „Online-Übersetzer Deutsch-Sorbisch, Sorbisch-Deutsch“ des WITAJ-Sprachzentrums. Dieses bezieht sich aktuell zunächst auf obersorbische Texte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für den Baustein&amp;amp;nbsp;3 „Intention erkennen, Anweisungen ausführen“ gibt es keine speziellen sorbischen Projekte, jedoch eine Reihe weltweiter Projekte, einige davon open source. Sind die weiteren Bausteine realisiert, so kann ein passendes System für die Umsetzung dieses Bausteins recherchiert werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die Sprachausgabe entwickelt das Sorbische Institut bereits eine Vorlesefunktion für beide sorbischen Sprachen, welche voraussichtlich 2023 abgeschlossen ist. Ebenso werden vom Sorbischen Institut die niedersorbischen Online-Wörterbücher nach und nach mit Tonbeispielen unterlegt. Für das Niedersorbische sind hierfür bereits umfangreiche Tonbeispiele zur Aussprache des Niedersorbischen auf [http://www.dolnoserbski.de www.dolnoserbski.de] veröffentlicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Zukünftige Maßnahmen bzgl. Sprachassistenz ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;background-color:#f6f6f6;border:1px solid #DCDCDC;padding:0.6em 0.8em;margin:0.6em 0 1em 0;&amp;quot;&amp;gt;'''Letzte Aktualisierung des Abschnitts: 2026''' &amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Bewertung der Maßnahmen'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bewertet werden Aufwand und Nutzen als grobe Einschätzungen von 1 (gering) bis 4 (sehr hoch bzw. sehr groß).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* '''Aufwand''': umfasst die geschätzten Kosten, Zeit und Personal&lt;br /&gt;
* '''Nutzen''': erwarteter Beitrag zu Vision und Zielen des Themenbereichs sowie zu den [https://koncept.serbski-inkubator.de/index.php/2.3_Strategische_Ziele_f%C3%BCr_die_sorbische_Kultur_und_Sprache strategischen Zielen für die sorbische Kultur und Sprache]&lt;br /&gt;
* '''Attraktivität''': Nutzen minus Aufwand: positiv = hoch, 0 = mittel, negativ = gering. Sie dient der Orientierung und ersetzt keine Priorisierung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== &amp;lt;span id=&amp;quot;M1.1_1&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;1.1_1 – Entwicklung einer obersorbischen Spracherkennung (HSB) ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot; style=&amp;quot;width:100%;background-color:#ffffff;color:#202122;&amp;quot;&lt;br /&gt;
! colspan=&amp;quot;2&amp;quot; style=&amp;quot;background-color:#d9e2f3;text-align:left;&amp;quot; | Maßnahme 1.1_1 – Entwicklung einer obersorbischen Spracherkennung (HSB)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;width:20%;text-align:left;&amp;quot; | Ziel&lt;br /&gt;
| Eine obersorbische Spracherkennung steht als Sprachdienst zur Verfügung und kann in priorisierten Anwendungen genutzt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left;&amp;quot; | Inhalt&lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
* Bereitstellung geeigneter Sprachdaten&lt;br /&gt;
* Entwicklung oder Anpassung von Spracherkennungsmodellen&lt;br /&gt;
* Qualitätsprüfung &lt;br /&gt;
* Bereitstellung über dokumentierte Schnittstellen&lt;br /&gt;
* Einbindung in Anwendungen &lt;br /&gt;
* Absicherung von Betrieb und Pflege&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left;&amp;quot; | Bewertung&lt;br /&gt;
| '''Aufwand: hoch''' (3/4) · '''Nutzen: sehr groß''' (4/4) · '''Attraktivität: hoch''' (+1)&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! colspan=&amp;quot;2&amp;quot; style=&amp;quot;background-color:#eaf0f8;text-align:left;&amp;quot; | Umsetzungsstand und weitere Planung (Stand: 2026)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left;&amp;quot; | Status&lt;br /&gt;
| 🟡 '''in Bearbeitung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left;&amp;quot; | Abgeschlossene Projekte&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
* '''2020-2021:''' Machbarkeitsstudie und Demonstrator „smart lamp / mudra lampa“ („digidom #1“)&lt;br /&gt;
** Fraunhofer IKTS und BTU Cottbus im Auftrag der Stiftung für das sorbische Volk&lt;br /&gt;
** [https://zalozba.de/medien/pressearchiv/detail/digidom-1-mudra-lampa/ Informationen zum Projekt]&lt;br /&gt;
* '''2023:''' Folgeprojekt „Vorbereitung der Spracherkennung für das Obersorbische für eine Diktierfunktion“&lt;br /&gt;
** Stiftung für das sorbische Volk.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left;&amp;quot; | Laufende Projekte&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
*  '''Seit 2019:''' Mozilla Common Voice Obersorbisch; Sprachaufnahmen und Prüfung durch freiwillig Mitwirkende&lt;br /&gt;
** Stiftung für das sorbische Volk und WITAJ-Sprachzentrum unterstützen den Beteiligungsaufruf&lt;br /&gt;
** '''Stand 2026:''' Erweiterung des Datenbestands veröffentlicht, [https://discourse.mozilla.org/t/common-voice-scripted-speech-v27-0-and-spontaneous-speech-v5-0-released/149490 siehe Meldung]&lt;br /&gt;
* '''Seit 2023:''' Entwicklung und Verbesserung von Modellen zur Automatischen Spracherkennung für Nieder- und Obersorbisch&lt;br /&gt;
** Sorbisches Institut&lt;br /&gt;
** [https://www.serbski-institut.de/projekte-sprachwissenschaft/entwicklung-und-verbesserung-von-modellen-zur-automatischen-spracherkennung-fuer-nieder-und-obersorbisch/ Informationen zum Projekt]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left;&amp;quot; | Offene Schritte&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
# Priorisierte Anwendungen und Qualitätskriterien festlegen.&lt;br /&gt;
# Vorhandene Sprachdaten und Modelle prüfen; Datenlücken und offene Nutzungsrechte klären.&lt;br /&gt;
# Spracherkennungsmodell und Sprachdienst entwickeln und anhand der Qualitätskriterien prüfen.&lt;br /&gt;
# Priorisierten Anwendungsfall pilotieren.&lt;br /&gt;
# Produktive Nutzung sowie Finanzierung, Betrieb und Pflege verbindlich organisieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== &amp;lt;span id=&amp;quot;M1.1_2&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;1.1_2 – Entwicklung einer niedersorbischen Spracherkennung (DSB) ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot; style=&amp;quot;width:100%;background-color:#ffffff;color:#202122;&amp;quot;&lt;br /&gt;
! colspan=&amp;quot;2&amp;quot; style=&amp;quot;background-color:#d9e2f3;text-align:left;&amp;quot; | Maßnahme 1.1_2 – Entwicklung einer niedersorbischen Spracherkennung (DSB)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;width:20%;text-align:left;&amp;quot; | Ziel&lt;br /&gt;
| Eine niedersorbische Spracherkennung steht als Sprachdienst zur Verfügung und kann in priorisierten Anwendungen genutzt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left;&amp;quot; | Inhalt&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
* Bereitstellung geeigneter niedersorbischer Sprachaufnahmen und zugehöriger Texte&lt;br /&gt;
* Entwicklung oder Anpassung von Spracherkennungsmodellen&lt;br /&gt;
* Qualitätsprüfung mit unterschiedlichen Sprecherinnen und Sprechern&lt;br /&gt;
* Bereitstellung über dokumentierte Schnittstellen&lt;br /&gt;
* Einbindung in Anwendungen&lt;br /&gt;
* Absicherung von Betrieb und Pflege&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left;&amp;quot; | Bewertung&lt;br /&gt;
| '''Aufwand: sehr hoch''' (4/4) · '''Nutzen: sehr groß''' (4/4) · '''Attraktivität: mittel''' (0)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! colspan=&amp;quot;2&amp;quot; style=&amp;quot;background-color:#eaf0f8;text-align:left;&amp;quot; | Umsetzungsstand und weitere Planung (Stand: 2026)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left;&amp;quot; | Status&lt;br /&gt;
| 🟡 '''in Bearbeitung''' &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Datensammlung und Modellentwicklung sind dokumentiert. &lt;br /&gt;
* Entwicklungsstand und Verfügbarkeit eines nutzbaren Sprachdienstes: &amp;lt;mark&amp;gt;prošu dodać&amp;lt;/mark&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left;&amp;quot; | Abgeschlossene Projekte&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
* &amp;lt;mark&amp;gt;prošu dodać&amp;lt;/mark&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left;&amp;quot; | Laufende Projekte&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
* '''Seit 2023:''' Entwicklung und Verbesserung von Modellen zur Automatischen Spracherkennung für Nieder- und Obersorbisch&lt;br /&gt;
** Sorbisches Institut, gefördert durch die Stiftung für das sorbische Volk&lt;br /&gt;
** Niedersorbische Pilotphase ab 2023, Fertigstellung eines Prototyps für 2024 vorgesehen. &lt;br /&gt;
** &amp;lt;mark&amp;gt;staw prošu dodać&amp;lt;/mark&amp;gt;&lt;br /&gt;
** [https://www.serbski-institut.de/projekte-sprachwissenschaft/entwicklung-und-verbesserung-von-modellen-zur-automatischen-spracherkennung-fuer-nieder-und-obersorbisch/ Informationen zum Projekt]&lt;br /&gt;
* '''Seit 2026:''' Mozilla Common Voice Niedersorbisch&lt;br /&gt;
** initiiert vom WITAJ-Sprachzentrum Cottbus&lt;br /&gt;
** Gewinnung und Einweisung von Sprecherinnen und Sprechern für die Sammlung von Sprachaufnahmen&lt;br /&gt;
** &amp;lt;mark&amp;gt;staw dodać?&amp;lt;/mark&amp;gt;&lt;br /&gt;
** [https://www.witaj-sprachzentrum.de/niedersorbisch/2026/09/30/common-voice-projekt-fuer-niedersorbisch-vorgestellt/ Informationen zum Projekt]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left;&amp;quot; | Offene Schritte&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
# Priorisierte Anwendungen, insbesondere eine Diktierfunktion, und anwendungsbezogene Qualitätskriterien festlegen.&lt;br /&gt;
# Vorhandene Sprachaufnahmen und Texte auf Qualität, Sprecherabdeckung, Datenlücken und Nutzungsrechte prüfen; weitere Datensammlung darauf ausrichten.&lt;br /&gt;
# Spracherkennungsmodell und Sprachdienst entwickeln oder anpassen, anhand der Qualitätskriterien prüfen und in einer priorisierten Anwendung erproben.&lt;br /&gt;
# Produktive Nutzung sowie Finanzierung, Betrieb und Pflege verbindlich organisieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== &amp;lt;span id=&amp;quot;M1.1_3&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;1.1_3 – Entwicklung eines obersorbischen Übersetzungsdienstes für Texte (HSB) ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot; style=&amp;quot;width:100%;background-color:#ffffff;color:#202122;&amp;quot;&lt;br /&gt;
! colspan=&amp;quot;2&amp;quot; style=&amp;quot;background-color:#d9e2f3;text-align:left;&amp;quot; | Maßnahme 1.1_3 – Entwicklung eines obersorbischen Übersetzungsdienstes für Texte (HSB)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;width:20%;text-align:left;&amp;quot; | Ziel&lt;br /&gt;
| Ein Übersetzungsdienst zwischen Obersorbisch und Deutsch steht zur Verfügung, kann auf den meistgenutzten elektronischen Geräten genutzt und in priorisierte Anwendungen eingebunden werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left;&amp;quot; | Inhalt&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
* Aufbau und Pflege geeigneter einsprachiger Textsammlungen und zweisprachiger Parallelkorpora&lt;br /&gt;
* Entwicklung und Weiterentwicklung von Übersetzungsmodellen&lt;br /&gt;
* Sprachliche und technische Qualitätsprüfung&lt;br /&gt;
* Bereitstellung als nutzerfreundlicher Online-Dienst und über dokumentierte Schnittstellen&lt;br /&gt;
* Einbindung in Anwendungen sowie Verbindung mit Spracherkennung und Sprachausgabe&lt;br /&gt;
* Absicherung von Betrieb und Pflege&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left;&amp;quot; | Bewertung&lt;br /&gt;
| '''Aufwand: hoch''' (3/4) · '''Nutzen: sehr groß''' (4/4) · '''Attraktivität: hoch''' (+1)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! colspan=&amp;quot;2&amp;quot; style=&amp;quot;background-color:#eaf0f8;text-align:left;&amp;quot; | Umsetzungsstand und weitere Planung (Stand: 2026)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left;&amp;quot; | Status&lt;br /&gt;
| 🔵 '''laufende Daueraufgabe''' &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Übersetzungsangebote sind verfügbar&lt;br /&gt;
* Qualitätsverbesserung, Erweiterung und Betrieb werden fortgeführt&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left;&amp;quot; | Abgeschlossene Projekte&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
* '''2019-2021:''' Entwicklung und Veröffentlichung der ersten &amp;quot;sotra&amp;quot;-Version für Obersorbisch–Deutsch und Deutsch–Obersorbisch&lt;br /&gt;
** WITAJ-Sprachzentrum mit externen Entwicklungspartnern, gefördert durch die Stiftung für das sorbische Volk&lt;br /&gt;
** Öffentliche Bereitstellung im März 2021&lt;br /&gt;
** [https://www.witaj-sprachzentrum.de/obersorbisch/portfolio-items/online-uebersetzer-sotra/ Projektchronik]&lt;br /&gt;
* '''2022:''' Aufnahme des Obersorbischen in den Microsoft Translator&lt;br /&gt;
** Microsoft, unterstützt durch die Stiftung für das sorbische Volk, das WITAJ-Sprachzentrums und das Sorbische Institut&lt;br /&gt;
** Text- und Dokumentübersetzung seit Februar 2022 verfügbar&lt;br /&gt;
** [https://www.microsoft.com/en-us/translator/blog/2022/02/21/translator-celebrates-international-mother-language-day-by-adding-upper-sorbian/ Informationen zur Veröffentlichung]&lt;br /&gt;
* '''2025/2026:''' Neues &amp;quot;sotra&amp;quot;-Modell für Deutsch–Obersorbisch&lt;br /&gt;
** WITAJ-Sprachzentrum und text2knowledge (t2k), Dresden&lt;br /&gt;
** im Januar 2026 öffentlich vorgestellt&lt;br /&gt;
** [https://www.witaj-sprachzentrum.de/obersorbisch/2026/01/05/sotra-app-mit-neuem-modell-fuer-die-uebersetzungsrichtung-deutsch-obersorbisch/ Informationen zum Modell]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left;&amp;quot; | Laufende Projekte&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
* '''Seit 2021:''' Betrieb und Weiterentwicklung von &amp;quot;sotra&amp;quot; für Obersorbisch&lt;br /&gt;
** WITAJ-Sprachzentrum&lt;br /&gt;
** Ausbau der Textkorpora und Weiterentwicklung der Übersetzungsmodelle&lt;br /&gt;
** &amp;lt;mark&amp;gt; dalše dodać?&amp;lt;/mark&amp;gt;&lt;br /&gt;
** [https://www.witaj-sprachzentrum.de/obersorbisch/wp-content/uploads/sites/3/2026/05/T%C3%A4tigkeitsbericht-2025.pdf Tätigkeitsbericht 2025, S. 3 und 6], [https://www.witaj-sprachzentrum.de/niedersorbisch/wp-content/uploads/sites/2/2026/06/Arbeitsplan-2026.pdf Arbeitsplan 2026, S. 3 und 5]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left;&amp;quot; | Offene Schritte&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
# Textkorpora anhand tatsächlich auftretender Übersetzungsfehler, fehlender Fachbegriffe und benötigter Textarten erweitern, Nutzungsrechte dokumentieren.&lt;br /&gt;
# Vorhandene Schnittstellen und Einbindungsmöglichkeiten prüfen, dokumentieren und für priorisierte Anwendungen nutzbar machen.&lt;br /&gt;
# Die geplante Verbindung mit der obersorbischen Sprachausgabe gemäß [[#M1.1_5|Maßnahme 1.1_5]] prüfen und umsetzen, die Eignung für Simultanübersetzung gemeinsam mit [[#M1.1_1|Maßnahme 1.1_1]] gesondert erproben.&lt;br /&gt;
# Finanzierung, technische Betreuung und regelmäßige Qualitätsprüfung langfristig absichern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== &amp;lt;span id=&amp;quot;M1.1_4&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;1.1_4 – Entwicklung eines niedersorbischen Übersetzungsdienstes für Texte (DSB) ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot; style=&amp;quot;width:100%;background-color:#ffffff;color:#202122;&amp;quot;&lt;br /&gt;
! colspan=&amp;quot;2&amp;quot; style=&amp;quot;background-color:#d9e2f3;text-align:left;&amp;quot; | Maßnahme 1.1_4 – Entwicklung eines niedersorbischen Übersetzungsdienstes für Texte (DSB)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;width:20%;text-align:left;&amp;quot; | Ziel&lt;br /&gt;
| Ein Übersetzungsdienst zwischen Niedersorbisch und Deutsch &amp;lt;mark&amp;gt;steht zur Verfügung, kann auf den meistgenutzten elektronischen Geräten genutzt und in priorisierte Anwendungen eingebunden werden.&amp;lt;/mark&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left;&amp;quot; | Inhalt&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
* Aufbau und Pflege geeigneter niedersorbischer Textsammlungen und zweisprachiger Parallelkorpora&lt;br /&gt;
* Entwicklung und Weiterentwicklung von Übersetzungsmodellen unter Nutzung geeigneter gemeinsamer Bausteine mit dem Obersorbischen&lt;br /&gt;
* Eigenständige sprachliche und technische Qualitätsprüfung für Niedersorbisch&lt;br /&gt;
* Bereitstellung als nutzerfreundlicher Online-Dienst und über dokumentierte Schnittstellen&lt;br /&gt;
* Einbindung in Anwendungen sowie Verbindung mit Spracherkennung und Sprachausgabe&lt;br /&gt;
* Absicherung von Betrieb und Pflege&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left;&amp;quot; | Bewertung&lt;br /&gt;
| '''Aufwand: sehr hoch''' (4/4) · '''Nutzen: sehr groß''' (4/4) · '''Attraktivität: mittel''' (0)&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! colspan=&amp;quot;2&amp;quot; style=&amp;quot;background-color:#eaf0f8;text-align:left;&amp;quot; | Umsetzungsstand und weitere Planung (Stand: 2026)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left;&amp;quot; | Status&lt;br /&gt;
| 🔵 '''laufende Daueraufgabe''' &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Übersetzungsangebote sind verfügbar&lt;br /&gt;
* Qualitätsverbesserung, Erweiterung und Betrieb werden fortgeführt&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left;&amp;quot; | Abgeschlossene Projekte&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
* '''2021-2022:''' Entwicklung und Veröffentlichung der niedersorbischen &amp;quot;sotra&amp;quot;-Version&lt;br /&gt;
** WITAJ-Sprachzentrum mit externen Entwicklungspartnern und Unterstützung des Sorbischen Instituts durch Sprachdaten&lt;br /&gt;
** Seit 2022: Übersetzungen zwischen Niedersorbisch und Deutsch sowie zwischen Nieder- und Obersorbisch&lt;br /&gt;
** [https://www.witaj-sprachzentrum.de/niedersorbisch/2022/09/15/online-uebersetzungsprogramm-sotra-jetzt-auch-fuer-niedersorbisch/ Informationen zur Veröffentlichung]&lt;br /&gt;
* '''2023:''' Aufnahme des Niedersorbischen in den Microsoft Translator&lt;br /&gt;
** Microsoft, unterstützt durch die Stiftung für das sorbische Volk, das Sorbische Institut und das WITAJ-Sprachzentrum&lt;br /&gt;
** Text- und Dokumentübersetzung seit 2023 verfügbar&lt;br /&gt;
** [https://www.microsoft.com/en-us/translator/blog/2023/04/20/introducing-lower-sorbian/ Informationen zur Veröffentlichung]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left;&amp;quot; | Laufende Projekte&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
* '''Seit 2022:''' Weiterentwicklung und Betrieb von &amp;quot;sotra&amp;quot; für Niedersorbisch&lt;br /&gt;
** WITAJ-Sprachzentrum, Zusammenarbeit mit text2knowledge (t2k) &lt;br /&gt;
** Erweiterung der niedersorbischen Textkorpora und Verbesserung der Übersetzungsmodelle&lt;br /&gt;
** &amp;lt;mark&amp;gt;dalše dodać?&amp;lt;/mark&amp;gt;&lt;br /&gt;
** [https://www.witaj-sprachzentrum.de/obersorbisch/wp-content/uploads/sites/3/2026/05/T%C3%A4tigkeitsbericht-2025.pdf Tätigkeitsbericht 2025, S. 3 und 6], [https://www.witaj-sprachzentrum.de/niedersorbisch/wp-content/uploads/sites/2/2026/06/Arbeitsplan-2026.pdf Arbeitsplan 2026, S. 3 und 5]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left;&amp;quot; | Offene Schritte&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
# Fehlende Textarten, Fachbegriffe und sprachliche Erscheinungen in den Textkorpora gezielt ergänzen, Nutzungsrechte dokumentieren.&lt;br /&gt;
# Übertragbare technische Lösungen aus [[#M1.1_3|Maßnahme 1.1_3]] nutzen, ihre Qualität für Niedersorbisch gesondert prüfen.&lt;br /&gt;
# Schnittstellen für priorisierte Anwendungen dokumentieren und die Verbindung mit [[#M1.1_6|niedersorbischer Sprachausgabe]] erproben, Anforderungen einer späteren Simultanübersetzung mit [[#M1.1_2|niedersorbischer Spracherkennung]] gesondert prüfen.&lt;br /&gt;
# Finanzierung, technische Betreuung und regelmäßige Qualitätsprüfung langfristig absichern.&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== &amp;lt;span id=&amp;quot;M1.1_5&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;1.1_5 – Entwicklung einer obersorbischen Sprachausgabe (HSB) ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot; style=&amp;quot;width:100%;background-color:#ffffff;color:#202122;&amp;quot;&lt;br /&gt;
! colspan=&amp;quot;2&amp;quot; style=&amp;quot;background-color:#d9e2f3;text-align:left;&amp;quot; | Maßnahme 1.1_5 – Entwicklung einer obersorbischen Sprachausgabe (HSB)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;width:20%;text-align:left;&amp;quot; | Ziel&lt;br /&gt;
| Eine obersorbische Sprachausgabe steht als Sprachdienst zur Verfügung und kann Texte in priorisierten Anwendungen verständlich vorlesen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left;&amp;quot; | Inhalt&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
* Bereitstellung geeigneter Sprachaufnahmen, Texte und Ausspracheinformationen&lt;br /&gt;
* Entwicklung oder Anpassung von Modellen zur automatischen Sprachausgabe (Text-to-Speech, TTS)&lt;br /&gt;
* Qualitätsprüfung hinsichtlich Aussprache, Verständlichkeit und Natürlichkeit&lt;br /&gt;
* Bereitstellung über dokumentierte Schnittstellen&lt;br /&gt;
* Einbindung in Webseiten, Übersetzungsdienste und weitere priorisierte Anwendungen&lt;br /&gt;
* Absicherung von Betrieb und Pflege&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left;&amp;quot; | Bewertung&lt;br /&gt;
| '''Aufwand: hoch''' (3/4) · '''Nutzen: sehr groß''' (4/4) · '''Attraktivität: hoch''' (+1)&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! colspan=&amp;quot;2&amp;quot; style=&amp;quot;background-color:#eaf0f8;text-align:left;&amp;quot; | Umsetzungsstand und weitere Planung (Stand: 2026)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left;&amp;quot; | Status&lt;br /&gt;
| 🟡 '''in Bearbeitung''' &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Vorlesefunktionen sind vorhanden&lt;br /&gt;
* Einbindung in priorisierten Anwendungen ist noch in Entwicklung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left;&amp;quot; | Abgeschlossene Projekte&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
* '''2018-2024:''' Entwicklung einer Vorlesefunktion für die nieder- und obersorbische Schriftsprache – obersorbischer Teil „Matej“&lt;br /&gt;
** Sorbisches Institut, Förderung durch den Freistaat Sachsen&lt;br /&gt;
** Erste öffentliche Version 2023&lt;br /&gt;
** [https://www.serbski-institut.de/projekte-sprachwissenschaft/entwicklung-einer-vorlesefunktion-fuer-die-nieder-und-obersorbische-schriftsprache/ Informationen zum Projekt]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left;&amp;quot; | Laufende Projekte&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
* '''Seit 2025:''' Bereitstellung und Webeinbindung der Vorlesefunktion „Matej“&lt;br /&gt;
** Sorbisches Institut&lt;br /&gt;
** Auf den obersorbischen Institutsseiten eingebunden, Erweiterung auf weitere Webseiten möglich.&lt;br /&gt;
** &amp;lt;mark&amp;gt;dalše dodać?&amp;lt;/mark&amp;gt;&lt;br /&gt;
** [https://www.serbski-institut.de/projekte-sprachwissenschaft/entwicklung-einer-vorlesefunktion-fuer-die-nieder-und-obersorbische-schriftsprache/ Informationen zum Dienst] · [https://github.com/Sorbisches-Institut/Serbski-TTS Programmkomponenten]&lt;br /&gt;
* '''Seit 2022:''' bamborak – obersorbische Sprachausgabe&lt;br /&gt;
** Korla Baier, frei zugängliches Entwicklungsprojekt&lt;br /&gt;
** Software und Modelle sind veröffentlicht&lt;br /&gt;
** &amp;lt;mark&amp;gt;aktualny staw dodać?&amp;lt;/mark&amp;gt;&lt;br /&gt;
** [https://digiserb.de/projekt/bamborak/ Projektbeschreibung] · [https://github.com/Korla-tech/bamborak Quellcode und Hinweise zu den Modellen]&lt;br /&gt;
* '''Seit 2025:''' Vorlesefunktionen im Umfeld von serbski.chat und &amp;quot;sotra&amp;quot;&lt;br /&gt;
** WITAJ-Sprachzentrum&lt;br /&gt;
** seit 2025: Vorlesefunktionen in serbski.chat &lt;br /&gt;
** Die Verbindung von &amp;quot;sotra&amp;quot; mit den Vorlesefunktionen des Sorbischen Instituts und bamborak ist für 2026 vorgesehen.&lt;br /&gt;
** &amp;lt;mark&amp;gt;aktualny staw dodać?&amp;lt;/mark&amp;gt;&lt;br /&gt;
** [https://www.witaj-sprachzentrum.de/obersorbisch/wp-content/uploads/sites/3/2026/05/T%C3%A4tigkeitsbericht-2025.pdf Tätigkeitsbericht 2025, S. 7] · [https://www.witaj-sprachzentrum.de/niedersorbisch/wp-content/uploads/sites/2/2026/06/Arbeitsplan-2026.pdf Arbeitsplan 2026, S. 5]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left;&amp;quot; | Offene Schritte&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
# Qualität, Nutzungsbedingungen und Einbindungsmöglichkeiten von Matej und bamborak gemeinsam mit den Entwicklern erheben.&lt;br /&gt;
# Priorisierte Anwendungen und passende Qualitätskriterien festlegen, insbesondere für barrierearmes Vorlesen, Übersetzungsdienste und Lernmaterialien.&lt;br /&gt;
# Aussprachefehler und fehlende Sprachdaten gezielt bearbeiten, Rechte an Aufnahmen, Stimmen, Modellen und erzeugten Audiodateien klären.&lt;br /&gt;
# Die geplante &amp;quot;sotra&amp;quot;-Einbindung prüfen und eine priorisierte Anwendung erproben. Die Eignung für die automatische Vertonung von Untertiteln oder Lernfilmen gesondert bewerten.&lt;br /&gt;
# Schnittstellen, Betrieb, Pflege und Finanzierung für die eingesetzten Dienste absichern.&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== &amp;lt;span id=&amp;quot;M1.1_6&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;1.1_6 – Entwicklung einer niedersorbischen Sprachausgabe (DSB) ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot; style=&amp;quot;width:100%;background-color:#ffffff;color:#202122;&amp;quot;&lt;br /&gt;
! colspan=&amp;quot;2&amp;quot; style=&amp;quot;background-color:#d9e2f3;text-align:left;&amp;quot; | Maßnahme 1.1_6 – Entwicklung einer niedersorbischen Sprachausgabe (DSB)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;width:20%;text-align:left;&amp;quot; | Ziel&lt;br /&gt;
| Eine niedersorbische Sprachausgabe steht als Sprachdienst zur Verfügung und kann Texte in priorisierten Anwendungen verständlich vorlesen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left;&amp;quot; | Inhalt&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
* Bereitstellung geeigneter niedersorbischer Sprachaufnahmen, Texte und Ausspracheinformationen&lt;br /&gt;
* Entwicklung oder Anpassung von Modellen zur automatischen Sprachausgabe (Text-to-Speech, TTS)&lt;br /&gt;
* Eigenständige Qualitätsprüfung hinsichtlich Aussprache, Verständlichkeit und Natürlichkeit des Niedersorbischen&lt;br /&gt;
* Bereitstellung über dokumentierte Schnittstellen&lt;br /&gt;
* Einbindung in Webseiten, Übersetzungsdienste und weitere priorisierte Anwendungen&lt;br /&gt;
* Absicherung von Betrieb und Pflege&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left;&amp;quot; | Bewertung&lt;br /&gt;
| '''Aufwand: hoch''' (3/4) · '''Nutzen: sehr groß''' (4/4) · '''Attraktivität: hoch''' (+1)&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! colspan=&amp;quot;2&amp;quot; style=&amp;quot;background-color:#eaf0f8;text-align:left;&amp;quot; | Umsetzungsstand und weitere Planung (Stand: 2026)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left;&amp;quot; | Status&lt;br /&gt;
| 🟡 '''in Bearbeitung'''&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Eine Vorlesefunktion ist vorhanden&lt;br /&gt;
* Einbindung in priorisierte Anwendungen ist noch in Entwicklung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left;&amp;quot; | Abgeschlossene Projekte&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
* '''2018-2024:''' Entwicklung einer Vorlesefunktion für die nieder- und obersorbische Schriftsprache – niedersorbischer Teil „Juro“&lt;br /&gt;
** Sorbisches Institut, Förderung durch den Freistaat Sachsen&lt;br /&gt;
** Erste öffentliche Version 2023, Gemeinsames Projekt mit [[#M1.1_5|Maßnahme 1.1_5]]&lt;br /&gt;
** [https://www.serbski-institut.de/projekte-sprachwissenschaft/entwicklung-einer-vorlesefunktion-fuer-die-nieder-und-obersorbische-schriftsprache/ Informationen zum Projekt]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left;&amp;quot; | Laufende Projekte&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
* '''Seit 2025:''' Bereitstellung und Webeinbindung der Vorlesefunktion „Juro“&lt;br /&gt;
** Sorbisches Institut&lt;br /&gt;
** Auf den niedersorbischen Institutsseiten eingebunden&lt;br /&gt;
** &amp;lt;mark&amp;gt;dalše dodać?&amp;lt;/mark&amp;gt;&lt;br /&gt;
** [https://www.serbski-institut.de/projekte-sprachwissenschaft/entwicklung-einer-vorlesefunktion-fuer-die-nieder-und-obersorbische-schriftsprache/ Informationen zum Dienst], [https://github.com/Sorbisches-Institut/Serbski-TTS Programmkomponenten]&lt;br /&gt;
* '''für 2026 geplant:''' Verbindung von &amp;quot;sotra&amp;quot; mit der Vorlesefunktion des Sorbischen Instituts&lt;br /&gt;
** WITAJ-Sprachzentrum, technische Umsetzungspartner:  &amp;lt;mark&amp;gt;dodać?&amp;lt;/mark&amp;gt;&lt;br /&gt;
** [https://www.witaj-sprachzentrum.de/niedersorbisch/wp-content/uploads/sites/2/2026/06/Arbeitsplan-2026.pdf Arbeitsplan 2026, S. 5]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left;&amp;quot; | Offene Schritte&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
# Aktuellen Entwicklungs- und Betriebsstand von Juro sowie vorhandene niedersorbische Vorlesefunktionen im &amp;quot;sotra&amp;quot;-Umfeld erheben.&lt;br /&gt;
# Priorisierte Anwendungen und niedersorbische Qualitätskriterien festlegen, die Verständlichkeit und Aussprache mit sprachkundigen Nutzenden prüfen.&lt;br /&gt;
# Erforderliche Verbesserungen an Aussprache, Sprachdaten oder Modellen bestimmen und Nutzungsrechte klären, technische Bausteine aus [[#M1.1_5|Maßnahme 1.1_5]] auf Übertragbarkeit prüfen.&lt;br /&gt;
# Die Einbindung in den [[#M1.1_4|niedersorbischen Übersetzungsdienst]] und eine weitere priorisierte Anwendung erproben, die Eignung für Lernmaterialien und automatische Vertonung gesondert bewerten.&lt;br /&gt;
# Schnittstellen, Betrieb, Pflege und Finanzierung für die eingesetzten Dienste absichern.&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== &amp;lt;span id=&amp;quot;M1.1_7&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;1.1_7 - Finden einer Software für 'Intention und Anweisungen' ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot; style=&amp;quot;width:100%;background-color:#ffffff;color:#202122;&amp;quot;&lt;br /&gt;
! colspan=&amp;quot;2&amp;quot; style=&amp;quot;background-color:#d9e2f3;text-align:left;&amp;quot; | Maßnahme 1.1_7 – Finden einer Software für 'Intention und Anweisungen'&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;width:20%;text-align:left;&amp;quot; | Ziel&lt;br /&gt;
| Gesprochene ober- und niedersorbische Anweisungen können in priorisierten Anwendungen verstanden und in gewünschte Aktionen umgesetzt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left;&amp;quot; | Inhalt&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
* Festlegung unterstützter Nutzerabsichten und Anweisungen (z. B. Informationsabfragen oder Steuerung von Funktionen)&lt;br /&gt;
* Auswahl und gegebenenfalls Anpassung einer geeigneten Software&lt;br /&gt;
* Verbindung mit sorbischer Spracherkennung und Sprachausgabe, bei Bedarf auch mit Übersetzungsdiensten&lt;br /&gt;
* Einbindung der anzusteuernden Anwendungen oder Geräte&lt;br /&gt;
* Prüfung der Zuverlässigkeit sowie Umgang mit unklaren oder fehlerhaft erkannten Anweisungen&lt;br /&gt;
* Absicherung von Berechtigungen, Betrieb und Pflege&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left;&amp;quot; | Bewertung&lt;br /&gt;
| '''Aufwand: moderat''' (2/4) · '''Nutzen: moderat''' (2/4) · '''Attraktivität: mittel''' (0)&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! colspan=&amp;quot;2&amp;quot; style=&amp;quot;background-color:#eaf0f8;text-align:left;&amp;quot; | Umsetzungsstand und weitere Planung (Stand: 2026)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left;&amp;quot; | Status&lt;br /&gt;
| 🟡 in Bearbeitung&lt;br /&gt;
* ein Demonstrator und Chat-Bots sind pilotiert &lt;br /&gt;
* &amp;lt;mark&amp;gt;dalše dodać?&amp;lt;/mark&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left;&amp;quot; | Abgeschlossene Projekte&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
* '''2021:''' Demonstrator „smart lamp / mudra lampa“ („digidom #1“)&lt;br /&gt;
** Fraunhofer IKTS und BTU Cottbus, im Auftrag der Stiftung für das sorbische Volk&lt;br /&gt;
** Demonstration einer begrenzten obersorbischen Sprachsteuerung, gemeinsamer Entwicklungsbaustein mit [[#M1.1_1|Maßnahme 1.1_1]], kein vollständiger universeller Sprachassistent.&lt;br /&gt;
** [https://zalozba.de/medien/pressearchiv/detail/digidom-1-mudra-lampa/ Informationen zum Demonstrator], [https://github.com/ZalozbaDev/raspberry_pi_demo_spoznawanje Technische Dokumentation]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left;&amp;quot; | Laufende Projekte&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
* '''Seit 2023:''' [https://serbski.chat/ serbski.chat], sorbischer Chat des WITAJ-Sprachzentrums&lt;br /&gt;
** WITAJ-Sprachzentrum&lt;br /&gt;
** Dialog-, Übersetzungs- und Vorlesefunktionen sind dokumentiert, eine öffentliche Vorstellung im Rahmen von &amp;quot;sotra&amp;quot; war für 2026 vorgesehen.&lt;br /&gt;
** &amp;lt;mark&amp;gt;aktualny staw dodać?&amp;lt;/mark&amp;gt;&lt;br /&gt;
** [https://www.witaj-sprachzentrum.de/obersorbisch/wp-content/uploads/sites/3/2026/05/T%C3%A4tigkeitsbericht-2025.pdf Tätigkeitsbericht 2025, S. 3 und 7]&lt;br /&gt;
* '''Projektbeginn und Laufzeit: &amp;lt;mark&amp;gt;dodać&amp;lt;/mark&amp;gt;''' – [https://agata.chat/ AGATA], sorbischer Chatbot&lt;br /&gt;
** Projektteam AGATA: &amp;lt;mark&amp;gt;staw dodać&amp;lt;/mark&amp;gt;&lt;br /&gt;
** Obersorbischer Dialog mit Texteingabe sowie Sprachein- und -ausgabe ist beschrieben&lt;br /&gt;
** Unterstützung des Niedersorbischen, Ausführung konkreter Anweisungen und Weiterentwicklung 2026: &amp;lt;mark&amp;gt;dodać&amp;lt;/mark&amp;gt;&lt;br /&gt;
** [https://digiserb.de/projekt/agata-ein-sorbischer-chatbot/ Informationen zum Projekt]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left;&amp;quot; | Offene Schritte&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
# Einen begrenzten Anwendungsfall auswählen und festlegen, welche Anweisungen das System verstehen und welche Aktionen es tatsächlich ausführen soll.&lt;br /&gt;
# Vorhandene Demonstratoren, AGATA, serbski.chat und weitere geeignete Software auf Wiederverwendbarkeit prüfen, Dialogfähigkeit und zuverlässige Befehlsausführung getrennt bewerten.&lt;br /&gt;
# Die Erkennung von Nutzerabsichten zunächst mit Texteingaben erproben und anschließend mit [[#M1.1_1|obersorbischer]] beziehungsweise [[#M1.1_2|niedersorbischer Spracherkennung]] sowie [[#M1.1_5|obersorbischer]] beziehungsweise [[#M1.1_6|niedersorbischer Sprachausgabe]] verbinden.&lt;br /&gt;
# Einen Anwendungsfall mit Nutzenden erproben, Fehlinterpretationen, Rückfragen und Bestätigungen vor folgenreichen Aktionen berücksichtigen.&lt;br /&gt;
# Über die weitere Umsetzung entscheiden und durchführende Institution, Finanzierung, Betrieb und Pflege festlegen.&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
----&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Měrko Šenk</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://koncept.serbski-inkubator.de/index.php?title=Wu%C5%BEiwar:M%C4%9Brko_%C5%A0enk/1.1_Sprechen_mit_elektronischen_Ger%C3%A4ten&amp;diff=1179</id>
		<title>Wužiwar:Měrko Šenk/1.1 Sprechen mit elektronischen Geräten</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://koncept.serbski-inkubator.de/index.php?title=Wu%C5%BEiwar:M%C4%9Brko_%C5%A0enk/1.1_Sprechen_mit_elektronischen_Ger%C3%A4ten&amp;diff=1179"/>
		<updated>2026-10-16T13:37:50Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Měrko Šenk: /* 1.1_7 - Finden einer Software für 'Intention und Anweisungen' */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;__NOINDEX__&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
__TOC__&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Management Summary ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| style=&amp;quot;border-spacing:0;&amp;quot;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;background-color:#d9e2f3;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0.101cm;padding-bottom:0.101cm;padding-left:0.199cm;padding-right:0.199cm;&amp;quot; | &lt;br /&gt;
'''Handlungsfeld'''&lt;br /&gt;
| colspan=&amp;quot;2&amp;quot;  style=&amp;quot;background-color:#d9e2f3;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0.101cm;padding-bottom:0.101cm;padding-left:0.199cm;padding-right:0.199cm;&amp;quot; | &lt;br /&gt;
'''1 Digitale Sprachnutzung'''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;background-color:#d9e2f3;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0.101cm;padding-bottom:0.101cm;padding-left:0.199cm;padding-right:0.199cm;&amp;quot; | &lt;br /&gt;
'''Themenbereich'''&lt;br /&gt;
| colspan=&amp;quot;2&amp;quot;  style=&amp;quot;background-color:#d9e2f3;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0.101cm;padding-bottom:0.101cm;padding-left:0.199cm;padding-right:0.199cm;&amp;quot; | &lt;br /&gt;
'''1.1 Sprechen mit elektronischen Geräten'''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;background-color:#d9e2f3;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0.101cm;padding-bottom:0.101cm;padding-left:0.199cm;padding-right:0.199cm;&amp;quot; | &lt;br /&gt;
'''Beschreibung'''&lt;br /&gt;
| colspan=&amp;quot;2&amp;quot;  style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0.101cm;padding-bottom:0.101cm;padding-left:0.199cm;padding-right:0.199cm;&amp;quot; | &lt;br /&gt;
Unterstützung des Anwenders beim Sprechen mit elektron. Geräten in sorbischer Sprache&lt;br /&gt;
* '''Sprachausgabe''': das Vorlesen geschriebener sorbischer Wörter&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
* '''Spracherkennung''': das Erkennen und Darstellen von gesprochenen sorbischen Wörtern durch elektronische Geräte&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
* '''Sprachverarbeitung''': das Verarbeiten gesprochener sorbischer Wörter und Reagieren darauf&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;background-color:#d9e2f3;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | &lt;br /&gt;
'''Vision'''&lt;br /&gt;
| colspan=&amp;quot;2&amp;quot;  style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.5cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | &lt;br /&gt;
'''Überall dort, wo sich mit digitalen Geräten sprechen lässt, können Ober- und Niedersorbisch gleichwertig mit Deutsch verwendet werden.'''&lt;br /&gt;
&amp;lt;br&amp;gt;&amp;lt;mark&amp;gt;Alternatiwa: &amp;lt;/mark&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;Überall dort, wo sich mit digitalen Geräten sprechen lässt, können Ober- und Niedersorbisch &amp;lt;mark&amp;gt;ebenso wie&amp;lt;/mark&amp;gt; Deutsch verwendet werden.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;background-color:#d9e2f3;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | &lt;br /&gt;
'''Ziele'''&lt;br /&gt;
| colspan=&amp;quot;2&amp;quot;  style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0.12cm;padding-bottom:0.25cm;padding-left:0.1cm;padding-right:0.2cm;&amp;quot; | &lt;br /&gt;
# '''Spracherkennung / Diktierfunktion''': In ausgewählten Betriebssystemen und Anwendungen können Texte auf Ober- und Niedersorbisch diktiert werden. Gesprochene Wörter und Sätze werden erkannt und in geschriebenen Text umgewandelt.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
# '''Sprachausgabe / Vorlesefunktion''': Ausgewählte Systeme und Anwendungen können ober- und niedersorbische Texte vorlesen. Sorbische Inhalte werden dadurch auch für Menschen zugänglich, die Texte nicht oder nur eingeschränkt lesen können (Barrierefreiheit).&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
# '''KI-gestützte Synchronisation von Filmen''': Dokumentationen, Lernfilme und weitere Filme können mithilfe künstlicher Intelligenz gesprochene ober- und niedersorbische Sprachfassungen erhalten.&lt;br /&gt;
# '''Simultanübersetzung''': In mehrsprachigen Videokonferenzen, Gesprächen und Veranstaltungen können gesprochene Beiträge automatisch und nahezu in Echtzeit von und nach Ober- und Niedersorbisch übersetzt werden.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| colspan=&amp;quot;2&amp;quot;  style=&amp;quot;background-color:#d9e2f3;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | &lt;br /&gt;
'''IST-Analyse – Sprachassistenzsysteme''' (Stand: 2021)&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;background-color:#d9e2f3;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | &lt;br /&gt;
'''IST-Analyse – sorbische Projekte'''  (Stand: 2023)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| colspan=&amp;quot;2&amp;quot;  style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | &lt;br /&gt;
''4 Bausteine der Sprachassistenz: ''&lt;br /&gt;
# &amp;lt;div style=&amp;quot;color:#000000;margin-left:0.54cm;margin-right:0cm;&amp;quot;&amp;gt;'''Spracherkennung'''&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
#* &amp;lt;div style=&amp;quot;color:#000000;margin-left:0.547cm;margin-right:0cm;&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;u&amp;gt;Ziel&amp;lt;/u&amp;gt;: phonetisches Wörterbuch, dafür &amp;lt;u&amp;gt;notwendig&amp;lt;/u&amp;gt;:&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
#* &amp;lt;div style=&amp;quot;color:#000000;margin-left:0.547cm;margin-right:0cm;&amp;quot;&amp;gt;große Basis an geschriebenen und gesprochenen Sätzen für das Anlernen eines Spracherkennungs-Systems&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
# &amp;lt;div style=&amp;quot;color:#000000;margin-left:0.54cm;margin-right:0cm;&amp;quot;&amp;gt;'''Textübersetzung'''&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
#* &amp;lt;div style=&amp;quot;color:#000000;margin-left:0.547cm;margin-right:0cm;&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;u&amp;gt;Notwendig&amp;lt;/u&amp;gt;: umfangreicher 2-sprachiger Textkorpus im speziellen Format&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
# &amp;lt;div style=&amp;quot;color:#000000;margin-left:0.54cm;margin-right:0cm;&amp;quot;&amp;gt;'''Intention erkennen, Anweisungen ausführen'''&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
#* &amp;lt;div style=&amp;quot;color:#000000;margin-left:0.54cm;margin-right:0cm;&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;u&amp;gt;Ziel&amp;lt;/u&amp;gt;: Intention des Nutzers erkennen, Anweisungen ableiten und ausführen &amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
#* &amp;lt;div style=&amp;quot;color:#000000;margin-left:0.54cm;margin-right:0cm;&amp;quot;&amp;gt;Spezielle Systeme notwendig&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
# &amp;lt;div style=&amp;quot;color:#000000;margin-left:0.54cm;margin-right:0cm;&amp;quot;&amp;gt;'''Sprachausgabe'''&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
#* &amp;lt;div style=&amp;quot;color:#000000;margin-left:0.547cm;margin-right:0cm;&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;u&amp;gt;Notwendig&amp;lt;/u&amp;gt;: Audio-Wörterbuch, phonetisches Wörterbuch&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | &lt;br /&gt;
Handlungsbedarf als Farbe: &amp;lt;span style=&amp;quot;background-color:#c5e0b3;&amp;quot;&amp;gt;gering&amp;lt;/span&amp;gt;, &amp;lt;span style=&amp;quot;background-color:#ffff00;&amp;quot;&amp;gt;groß&amp;lt;/span&amp;gt;, &amp;lt;span style=&amp;quot;background-color:#f69292;&amp;quot;&amp;gt;sehr groß&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
{| style=&amp;quot;border-spacing:0;&amp;quot;&lt;br /&gt;
|- style=&amp;quot;border:0.5pt solid #d0cece;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.101cm;padding-right:0.101cm;&amp;quot;&lt;br /&gt;
| align=right| '''Aktueller Stand'''&lt;br /&gt;
| align=center| '''Obersorbisch'''&lt;br /&gt;
| align=center| '''Nieder­sorbisch'''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;background-color:transparent;border:0.5pt solid #d0cece;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.101cm;padding-right:0.101cm;&amp;quot; | &lt;br /&gt;
&amp;lt;span style=&amp;quot;color:#000000;&amp;quot;&amp;gt;'''1. Spracherkennung'''&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
| align=center style=&amp;quot;background-color:transparent;border:0.5pt solid #d0cece;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.101cm;padding-right:0.101cm;&amp;quot; | &lt;br /&gt;
| align=center style=&amp;quot;background-color:transparent;border:0.5pt solid #d0cece;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.101cm;padding-right:0.101cm;&amp;quot; | &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;background-color:transparent;border:0.5pt solid #d0cece;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.101cm;padding-right:0.101cm;&amp;quot; | &lt;br /&gt;
Mozilla common voice&lt;br /&gt;
* &amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:0.289cm;margin-right:0cm;&amp;quot;&amp;gt;geschriebene Sätze&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
* &amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:0.289cm;margin-right:0cm;&amp;quot;&amp;gt;gesprochene Minuten&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;background-color:#ffff00;border:0.5pt solid #d0cece;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.101cm;padding-right:0.101cm;&amp;quot; | &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;gt; 7.500&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
171&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;background-color:#f69292;border:0.5pt solid #d0cece;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.101cm;padding-right:0.101cm;&amp;quot; | &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
0&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
0 &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;background-color:transparent;border:0.5pt solid #d0cece;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.101cm;padding-right:0.101cm;&amp;quot; | &lt;br /&gt;
Projekt Sprach­erkennung und maschin. Übersetzung&lt;br /&gt;
* &amp;lt;div style=&amp;quot;color:#000000;margin-left:0.289cm;margin-right:0cm;&amp;quot;&amp;gt;Prototyp „digidom“ veröffentlicht&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
| align=center style=&amp;quot;background-color:#e2efd9;border:0.5pt solid #d0cece;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.101cm;padding-right:0.101cm;&amp;quot; | &lt;br /&gt;
seit 2020&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2022&lt;br /&gt;
| align=center style=&amp;quot;background-color:#e2efd9;border:0.5pt solid #d0cece;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.101cm;padding-right:0.101cm;&amp;quot; | &lt;br /&gt;
seit 2020&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
in Planung&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;background-color:transparent;border:0.5pt solid #d0cece;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.101cm;padding-right:0.101cm;color:#000000;&amp;quot; | '''2. Textübersetzung'''&lt;br /&gt;
| align=center style=&amp;quot;background-color:transparent;border:0.5pt solid #d0cece;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.101cm;padding-right:0.101cm;&amp;quot; | &lt;br /&gt;
| align=center style=&amp;quot;background-color:transparent;border:0.5pt solid #d0cece;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.101cm;padding-right:0.101cm;&amp;quot; | &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;background-color:transparent;border:0.5pt solid #d0cece;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.101cm;padding-right:0.101cm;&amp;quot; | &lt;br /&gt;
* &amp;lt;div style=&amp;quot;color:#000000;margin-left:0.289cm;margin-right:0cm;&amp;quot;&amp;gt;notwendiger Textkorpus&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
| align=center style=&amp;quot;background-color:#e2efd9;border:0.5pt solid #d0cece;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.101cm;padding-right:0.101cm;&amp;quot; | groß&lt;br /&gt;
| align=center style=&amp;quot;background-color:#e2efd9;border:0.5pt solid #d0cece;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.101cm;padding-right:0.101cm;&amp;quot; | groß&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;background-color:transparent;border:0.5pt solid #d0cece;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.101cm;padding-right:0.101cm;color:#000000;&amp;quot; | '''3. Intention, Anweisung'''&lt;br /&gt;
| align=center style=&amp;quot;background-color:transparent;border:0.5pt solid #d0cece;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.101cm;padding-right:0.101cm;&amp;quot; | &lt;br /&gt;
| align=center style=&amp;quot;background-color:transparent;border:0.5pt solid #d0cece;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.101cm;padding-right:0.101cm;&amp;quot; | &lt;br /&gt;
|- style=&amp;quot;background-color:#e2efd9;border:0.5pt solid #d0cece;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.101cm;padding-right:0.101cm;&amp;quot;&lt;br /&gt;
| colspan=&amp;quot;3&amp;quot; | &lt;br /&gt;
* &amp;lt;div style=&amp;quot;color:#000000;margin-left:0.289cm;margin-right:0cm;&amp;quot;&amp;gt;Spätere Recherche und Nutzung von bestehenden Systemen (z.&amp;amp;nbsp;B. open source)&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;background-color:transparent;border:0.5pt solid #d0cece;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.101cm;padding-right:0.101cm;color:#000000;&amp;quot; | '''4. Sprachausgabe'''&lt;br /&gt;
| align=center style=&amp;quot;background-color:transparent;border:0.5pt solid #d0cece;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.101cm;padding-right:0.101cm;&amp;quot; | &lt;br /&gt;
| align=center style=&amp;quot;background-color:transparent;border:0.5pt solid #d0cece;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.101cm;padding-right:0.101cm;&amp;quot; | &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;background-color:transparent;border:0.5pt solid #d0cece;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.101cm;padding-right:0.101cm;&amp;quot; | &lt;br /&gt;
Entwicklung Vorlese­funktion im Sorbischen Institut&lt;br /&gt;
* &amp;lt;div style=&amp;quot;color:#000000;margin-left:0.289cm;margin-right:0cm;&amp;quot;&amp;gt;Prototyp Juro und Matej veröffentlicht&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
| align=center style=&amp;quot;background-color:#e2efd9;border:0.5pt solid #d0cece;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.101cm;padding-right:0.101cm;&amp;quot; | &lt;br /&gt;
2018 - 2023&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2023&lt;br /&gt;
| align=center style=&amp;quot;background-color:#e2efd9;border:0.5pt solid #d0cece;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.101cm;padding-right:0.101cm;&amp;quot; | &lt;br /&gt;
2018 – 2023&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2023&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;background-color:transparent;border:0.5pt solid #d0cece;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.101cm;padding-right:0.101cm;&amp;quot; | &lt;br /&gt;
private Entwicklung Online-Vorlesefunktionen mittels KI&lt;br /&gt;
| align=center style=&amp;quot;background-color:#e2efd9;border:0.5pt solid #d0cece;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.101cm;padding-right:0.101cm;&amp;quot; | seit 2020&lt;br /&gt;
| align=center style=&amp;quot;background-color:#f69292;border:0.5pt solid #d0cece;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.101cm;padding-right:0.101cm;&amp;quot; | -&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
{| style=&amp;quot;border-spacing:0;&amp;quot;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| colspan=&amp;quot;3&amp;quot; style=&amp;quot;background-color:#d9e2f3;border:0.5pt solid #000000;padding:0.101cm 0.199cm;&amp;quot; |&lt;br /&gt;
'''SOLL-Konzeption – zukünftige Maßnahmen und Aufgaben'''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| colspan=&amp;quot;3&amp;quot; style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding:0.6em;&amp;quot; |&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot; style=&amp;quot;width:100%;margin:0;&amp;quot;&lt;br /&gt;
! style=&amp;quot;width:12%;&amp;quot; | Sub-Thema&lt;br /&gt;
! style=&amp;quot;width:5%;&amp;quot; | Nr.&lt;br /&gt;
! style=&amp;quot;width:20%;&amp;quot; | Maßnahme&lt;br /&gt;
! style=&amp;quot;width:9%;text-align:center;&amp;quot; | Attraktivität&lt;br /&gt;
! style=&amp;quot;width:12%;&amp;quot; | Status&lt;br /&gt;
! style=&amp;quot;width:42%;&amp;quot; | Offene Schritte&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Spracherkennung&lt;br /&gt;
| [[#M1.1_1|1.1_1]]&lt;br /&gt;
| [[#M1.1_1|Entwicklung einer obersorbischen Spracherkennung (HSB)]]&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;text-align:center;&amp;quot; | '''hoch''' (+1)&amp;lt;br&amp;gt;&amp;lt;small&amp;gt;A 3 · N 4&amp;lt;/small&amp;gt;&lt;br /&gt;
| 🟡 in Bearbeitung&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
* Anwendungen und Qualitätskriterien festlegen&lt;br /&gt;
* Sprachdaten und Modelle prüfen, Lücken und Rechte klären&lt;br /&gt;
* Sprachdienst entwickeln, erproben und in den Betrieb überführen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Spracherkennung&lt;br /&gt;
| [[#M1.1_2|1.1_2]]&lt;br /&gt;
| [[#M1.1_2|Entwicklung einer niedersorbischen Spracherkennung (DSB)]]&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;text-align:center;&amp;quot; | '''mittel''' (0)&amp;lt;br&amp;gt;&amp;lt;small&amp;gt;A 4 · N 4&amp;lt;/small&amp;gt;&lt;br /&gt;
| 🟡 in Bearbeitung&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
* Anwendungen (vorrangig Diktieren) und Qualitätskriterien festlegen&lt;br /&gt;
* Vorhandene Daten prüfen, weitere Sammlung gezielt ausrichten&lt;br /&gt;
* Sprachdienst entwickeln, erproben und in den Betrieb überführen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Übersetzungsdienst&lt;br /&gt;
| [[#M1.1_3|1.1_3]]&lt;br /&gt;
| [[#M1.1_3|Entwicklung eines obersorbischen Übersetzungsdienstes für Texte (HSB)]]&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;text-align:center;&amp;quot; | '''hoch''' (+1)&amp;lt;br&amp;gt;&amp;lt;small&amp;gt;A 3 · N 4&amp;lt;/small&amp;gt;&lt;br /&gt;
| 🔵 laufende Daueraufgabe&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
* Textkorpora dort erweitern, wo Übersetzungen Schwächen zeigen&lt;br /&gt;
* Schnittstellen dokumentieren, Vorlesefunktion anbinden&lt;br /&gt;
* Finanzierung, Betreuung und Qualitätsprüfung dauerhaft sichern&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Übersetzungsdienst&lt;br /&gt;
| [[#M1.1_4|1.1_4]]&lt;br /&gt;
| [[#M1.1_4|Entwicklung eines niedersorbischen Übersetzungsdienstes für Texte (DSB)]]&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;text-align:center;&amp;quot; | '''mittel''' (0)&amp;lt;br&amp;gt;&amp;lt;small&amp;gt;A 4 · N 4&amp;lt;/small&amp;gt;&lt;br /&gt;
| 🔵 laufende Daueraufgabe&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
* Fehlende Textarten und Fachbegriffe in den Korpora ergänzen&lt;br /&gt;
* Obersorbische Lösungen übertragen und für Niedersorbisch eigens prüfen&lt;br /&gt;
* Finanzierung, Betreuung und Qualitätsprüfung dauerhaft sichern&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Sprachausgabe&lt;br /&gt;
| [[#M1.1_5|1.1_5]]&lt;br /&gt;
| [[#M1.1_5|Entwicklung einer obersorbischen Sprachausgabe (HSB)]]&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;text-align:center;&amp;quot; | '''hoch''' (+1)&amp;lt;br&amp;gt;&amp;lt;small&amp;gt;A 3 · N 4&amp;lt;/small&amp;gt;&lt;br /&gt;
| 🟡 in Bearbeitung&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
* Matej und bamborak nach Qualität, Rechten und Einbindung bewerten&lt;br /&gt;
* Vorrangige Anwendungen festlegen (Barrierefreiheit, Übersetzung, Lernen)&lt;br /&gt;
* Einbindung in „sotra“ und eine weitere Anwendung erproben&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Sprachausgabe&lt;br /&gt;
| [[#M1.1_6|1.1_6]]&lt;br /&gt;
| [[#M1.1_6|Entwicklung einer niedersorbischen Sprachausgabe (DSB)]]&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;text-align:center;&amp;quot; | '''hoch''' (+1)&amp;lt;br&amp;gt;&amp;lt;small&amp;gt;A 3 · N 4&amp;lt;/small&amp;gt;&lt;br /&gt;
| 🟡 in Bearbeitung&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
* Aktuellen Stand von Juro erheben&lt;br /&gt;
* Aussprache und Verständlichkeit mit Sprechenden prüfen&lt;br /&gt;
* Einbindung in „sotra“ und eine weitere Anwendung erproben&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Intention / Anweisung&lt;br /&gt;
| [[#M1.1_7|1.1_7]]&lt;br /&gt;
| [[#M1.1_7|Finden einer Software für „Intention und Anweisungen“]]&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;text-align:center;&amp;quot; | '''mittel''' (0)&amp;lt;br&amp;gt;&amp;lt;small&amp;gt;A 2 · N 2&amp;lt;/small&amp;gt;&lt;br /&gt;
| 🟡 in Bearbeitung&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
* Einen begrenzten Anwendungsfall mit konkreten Anweisungen festlegen&lt;br /&gt;
* AGATA, serbski.chat und vorhandene Demonstratoren auf Eignung prüfen&lt;br /&gt;
* Erst mit Texteingabe erproben, dann mit Spracherkennung und -ausgabe verbinden&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;small&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Attraktivität''' = Nutzen (N) minus Aufwand (A): positiv = hoch, 0 = mittel, negativ = gering. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Status:'''&lt;br /&gt;
* ⚪ '''nicht begonnen''' – Maßnahme ist vorgesehen, die Umsetzung hat noch nicht begonnen.&lt;br /&gt;
* 🟡 '''in Bearbeitung''' – Maßnahme wird bearbeitet.&lt;br /&gt;
* 🟢 '''umgesetzt''' – definiertes Ergebnis wurde erreicht.&lt;br /&gt;
* 🔵 '''laufende Daueraufgabe''' – Maßnahme benötigt laufende Bearbeitung ohne festen Abschluss.&lt;br /&gt;
* ⏸ '''zurückgestellt''' – Bearbeitung ist ausgesetzt oder von Voraussetzungen abhängig.&lt;br /&gt;
* ❓ '''zu prüfen''' – der aktuelle Stand ist zu ermitteln.&lt;br /&gt;
&amp;lt;/small&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einleitung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieser Themenbereich beinhaltet die Unterstützung des Anwenders beim Sprechen mit elektronischen Geräten in den sorbischen Sprachen. Im Fokus steht die Interaktion von Menschen mit elektronischen Geräten mittels gesprochener Worte. Dies umfasst folgende Bereiche:&lt;br /&gt;
* '''Sprachausgabe:''' das '''Vorlesen''' geschriebener sorbischer Wörter&lt;br /&gt;
* '''Spracherkennung: '''das '''Erkennen''' und Darstellen von gesprochenen sorbischen Wörtern durch elektronische Geräte (Computer, Smartphones usw.)&lt;br /&gt;
* '''Sprachverarbeitung: ''' das '''Verarbeiten''' gesprochener sorbischer Wörter und '''Reagieren''' darauf (z.&amp;amp;nbsp;B. Anweisungen ausführen, Antworten).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mögliche Einsatzbereiche und Applikationen sind bspw.&lt;br /&gt;
* Sprachassistenten,&lt;br /&gt;
* Spiele, Spielzeuge (wie Lingufino),&lt;br /&gt;
* Untertitel und Simultanübersetzungen (z. B. bei Videokonferenzen).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ist-Analyse Stand der Entwicklung von Sprachassistenzsystemen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;background-color:#f6f6f6;border:1px solid #DCDCDC;padding:0.6em 0.8em;margin:0.6em 0 1em 0;&amp;quot;&amp;gt;'''Letzte Aktualisierung des Abschnitts: 2021''' &amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Welche Bausteine werden für eine Sprachassistenz benötigt? ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Um eine sprachliche Interaktion mit einem elektronischen Gerät ähnlich wie mit Menschen zu erreichen, sind verschiedene technische Bausteine notwendig, welche jeweils unterschiedliche Aufgaben übernehmen. Die folgende Einteilung der Bausteine orientiert sich an einem Vortrag von Jan Budar vom 13.09.2018 in Senftenberg zu “Digitalisierung als Chance für die Sorben”.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Baustein 1: Spracherkennung (Automatic Speech Recognition, ASR; Speech to Text, STT)&amp;lt;ref name=&amp;quot;ftn1&amp;quot;&amp;gt;Übersicht STT-Engines: [https://mycroft-ai.gitbook.io/docs/using-mycroft-ai/customizations/stt-engine https://mycroft-ai.gitbook.io/docs/using-mycroft-ai/customizations/stt-engine]&amp;lt;/ref&amp;gt; ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* basiert auf phonetischen Informationen zu&lt;br /&gt;
** einzelnen Buchstaben und Silben&lt;br /&gt;
** deren Kombinationen&lt;br /&gt;
** ihrer Position im Wort/Satz&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Umwandlung von gesprochener Sprache in Text''' &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die typischen Schritte zur Umwandlung von gesprochener Sprache in Text (Speech-to-Text, STT) sind:&lt;br /&gt;
# Aufnahme der Sprache: Der erste Schritt besteht darin, die gesprochene Sprache aufzunehmen. Dies kann entweder über ein Mikrofon oder eine andere Audioquelle erfolgen.&lt;br /&gt;
# Signalverarbeitung: Die aufgenommenen Audiosignale werden durch Signalverarbeitungsalgorithmen vorverarbeitet. Dazu gehören zum Beispiel Rauschunterdrückung, Echo-Entfernung und Entzerrung.&lt;br /&gt;
# Sprachsegmentierung: Die Audioaufnahme wird in kurze Segmente unterteilt, die normalerweise zwischen 10 und 30 Millisekunden lang sind. Diese Segmente werden dann weiterverarbeitet.&lt;br /&gt;
# Merkmalsextraktion: Für jedes Sprachsegment werden akustische Merkmale wie Frequenz, Lautstärke, Tonhöhe und Dauer extrahiert. Diese Merkmale dienen als Eingabe für das Spracherkennungsmodell.&lt;br /&gt;
# Spracherkennung: Das Spracherkennungsmodell verwendet die extrahierten Merkmale, um die gesprochene Sprache in Text umzuwandeln. Dieser Schritt kann auf unterschiedliche Weise durchgeführt werden, z.B. mit Hidden Markov Models (HMMs), künstlichen neuronalen Netzen (KNNs) oder Deep-Learning-Modellen.&lt;br /&gt;
# Postprocessing: Der erkannte Text wird postprozessiert, um mögliche Fehler oder Inkonsistenzen im Text zu korrigieren. Dazu können beispielsweise Grammatik- und Sprachmodelle verwendet werden, um den erkannten Text zu verbessern.&lt;br /&gt;
# Textausgabe: Der endgültige Text wird dann ausgegeben, z.B. in einer Textdatei oder als Eingabe für eine andere Anwendung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Je nach Anwendung und Sprachmodell können die genauen Schritte und Technologien zur Umwandlung von Sprache in Text  variieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Training von Spracherkennungs-Maschinen''' &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
* vgl. auch Vortrag von D. Sobe 2022 im Rahmen einer Online-Abendveranstaltung&amp;lt;ref&amp;gt;vgl. [https://digiserb.de/2022/06/09/zarjadowanje-masinelne-spoznawanje-serbsciny/ Veranstaltung auf digiserb.de], [https://digiserb.de/wp-content/uploads/2022/06/2022_06_auswertung.pdf Folien bei digiserb.de], [https://www.youtube.com/watch?v=RWUo7N_Aybw Video bei YouTube].&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Klassischerweise wird die Spracherkennung durch die Verwendung von stochastische Modellen wie Hidden-Markov-Modellen (HMM) und Gauss'schen Mischmodellen (GMM) durchgeführt. Das Sprachsignal wird dabei in kurze Abschnitte, sogenannte Phoneme, unterteilt. Die Phoneme werden dann in einer HMM- oder GMM-Datenbank gespeichert. Bei der Erkennung wird das Sprachsignal in Phoneme aufgeteilt und mit der HMM- oder GMM-Datenbank abgeglichen, um die wahrscheinlichste Sequenz von Phonemen zu finden. Diese wird dann in Text umgewandelt und ausgegeben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den letzten Jahren haben sich Deep Learning Modelle mit tiefen neuronalen Netzen, wie z.B. Recurrent Neural Networks (RNNs) und Convolutional Neural Networks (CNNs), als effektive Methoden zur Spracherkennung erwiesen. Diese Modelle können komplexe Beziehungen zwischen Phonemen und Wörtern erfassen und somit die Genauigkeit der Spracherkennung verbessern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* z.&amp;amp;nbsp;B. Mozilla Common Voice&amp;lt;ref name=&amp;quot;ftn2&amp;quot;&amp;gt;vgl. [https://voice.mozilla.org https://voice.mozilla.org] und [https://github.com/mozilla/DeepSpeech https://github.com/mozilla/DeepSpeech]&amp;lt;/ref&amp;gt; in Kombination mit einer Spracherkennungs-Engine wie Mozilla Deep Speech&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Erstellung von Spracherkennungs-Maschinen''' &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Um eine Spracherkennungs-Engine (Speech-to-Text) zu erstellen, werden verschiedene Ressourcen benötigt, darunter:&lt;br /&gt;
# Sprachdaten: Um ein Spracherkennungsmodell zu trainieren, werden große Mengen an Audioaufnahmen benötigt, die repräsentativ für die Sprache und den Dialekt sind, den die Engine erkennen soll. Diese Sprachdaten sollten auch verschiedene Sprecher, Akzente und Hintergrundgeräusche enthalten.&lt;br /&gt;
# Transkriptionen: Jede Audioaufnahme muss mit einer Texttranskription versehen werden, die angibt, was in der Aufnahme gesagt wird. Diese Transkriptionen werden verwendet, um das Modell zu trainieren und zu testen.&lt;br /&gt;
# Sprachmodelle: Sprachmodelle sind eine wichtige Komponente von Spracherkennungs-Engines, da sie die Wahrscheinlichkeit berechnen, mit der eine bestimmte Sequenz von Wörtern in einem bestimmten Kontext auftreten wird. Diese Modelle werden verwendet, um die Wahrscheinlichkeit des erkannten Textes zu berechnen und die Genauigkeit der Spracherkennungs-Engine zu verbessern.&lt;br /&gt;
# Aussprachelexika: Ein Aussprachelexikon enthält eine Liste von Wörtern und deren Aussprache in der jeweiligen Sprache. Dies wird verwendet, um die richtige Aussprache von Wörtern im erkannten Text zu bestimmen.&lt;br /&gt;
# Phonemmodelle: Phonemmodelle beschreiben, wie Wörter in ihre kleinsten sprachlichen Einheiten (Phoneme) aufgeteilt werden können. Diese Modelle werden verwendet, um die Wahrscheinlichkeit von Phonemsequenzen zu berechnen und die Genauigkeit der Spracherkennungs-Engine zu verbessern.&lt;br /&gt;
# Linguistische Ressourcen: Zusätzlich zu den oben genannten Ressourcen können auch linguistische Ressourcen wie Grammatiken, semantische Modelle und syntaktische Modelle verwendet werden, um die Genauigkeit der Spracherkennungs-Engine zu verbessern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Baustein 2: Textübersetzung (Machine Translation, MT) ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Grundlage hierfür sind Massen an übersetzten Sätzen&lt;br /&gt;
* Künstliche Intelligenz lernt aus diesen übersetzten Sätzen durch&lt;br /&gt;
** Mustererkennung&lt;br /&gt;
** Training&lt;br /&gt;
* vgl. Kapitel 5 Abschnitt [https://koncept.serbski-inkubator.de/index.php/5._Schreiben_auf_elektronischen_Ger%C3%A4ten#.C3.9Cbersetzer Übersetzer]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Baustein 3: Intention erkennen und Anweisungen ausführen&amp;lt;ref name=&amp;quot;ftn3&amp;quot;&amp;gt;vgl. [https://mycroft.ai/wp-content/uploads/2018/08/mycroft-ai-introduction-to-voice-stack-whitepaper.pdf https://mycroft.ai/wp-content/uploads/2018/08/mycroft-ai-introduction-to-voice-stack-whitepaper.pdf]&amp;lt;/ref&amp;gt;  ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* aus dem erkannten Text wird die Intention des Nutzers extrahiert (intent parser)&lt;br /&gt;
* Anweisungen werden abgeleitet und ausgeführt (Skill invocation)&lt;br /&gt;
* z.&amp;amp;nbsp;B. [https://wit.ai/ https://wit.ai/] (eine Sprachplattform, welche zum Facebook-Konzern gehört)&lt;br /&gt;
* z.B. [https://mycroft.ai/ https://mycroft.ai/]als datenschutzfreundliche Alternative&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Baustein 4: Sprachausgabe (Text to Speech, TTS)&amp;lt;ref name=&amp;quot;ftn4&amp;quot;&amp;gt;Übersicht TTS-Engines: [https://mycroft-ai.gitbook.io/docs/using-mycroft-ai/customizations/tts-engine https://mycroft-ai.gitbook.io/docs/using-mycroft-ai/customizations/tts-engine]&amp;lt;/ref&amp;gt; ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* bspw. für barrierefreie Webseiten notwendig&lt;br /&gt;
* Open Source Text-to-speech-System: MaryTTS&lt;br /&gt;
* modularer Aufbau: Lexikon, Sprache, Daten, Synthese&lt;br /&gt;
* Unit-Selectin-Synthese (Verkettung natürlichsprachlicher Elemente)&lt;br /&gt;
* ThorstenVoice (OSS Variante)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die folgenden Schritte sind typischerweise erforderlich, um einen Text in eine gesprochene Sprachausgabe umzuwandeln:&lt;br /&gt;
# Linguistische Analyse: Der eingegebene Text wird vorverarbeitet, um dessen Struktur zu analysieren, einschließlich der Trennung von Sätzen, der Erkennung von Interpunktion und der Ermittlung der Betonung.&lt;br /&gt;
# Phonetische Umsetzung: Der Text wird in eine phonetische Darstellung umgewandelt, in der jeder Textabschnitt in eine entsprechende Sequenz von Lauten (Phonemen) übersetzt wird. Dies wird typischerweise durch eine phonetische Lexikon-Datenbank und Sprachregeln erreicht.&lt;br /&gt;
# Prosodische Modellierung: Es wird die Betonung und Intonation des Textes bestimmt. Hierbei werden Faktoren wie Akzent, Tonhöhe, Tempo, Pause und Rhythmus berücksichtigt, um eine natürliche Sprachmelodie zu erzeugen.&lt;br /&gt;
# Synthese: Der phonetisch umgesetzte Text wird dann in Sprache umgewandelt, indem die phonetischen Einheiten zu Sprachsignalen zusammengefügt werden. Dies kann entweder durch die Verwendung von Klangeinheiten, die in einer Datenbank gespeichert sind, oder durch das Generieren von Sprache auf der Grundlage von Modellen, wie z.B. Deep-Learning-Modellen, erfolgen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine TTS-Engine benötigt folgende Voraussetzungen:&lt;br /&gt;
# Eine umfangreiche phonetische Datenbank oder ein phonetisches Modell, um die Übersetzung von Text in Phoneme zu ermöglichen.&lt;br /&gt;
# Ein Prosodie-Modell, um die natürliche Sprachmelodie zu erzeugen.&lt;br /&gt;
# Eine Sprachsynthesetechnologie, um die Phoneme in Sprachsignale zu konvertieren.&lt;br /&gt;
# Training mit großen Datenmengen, um die Sprachsynthese-Modelle auf die spezifische Sprache und Stimme zu optimieren.&lt;br /&gt;
&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Definition und Marktübersicht von Sprachassistenten ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Sprachassistent ist eine bestimmte Art von Software, die gesprochene Worte analysiert, in den richtigen Kontext einordnet und darauf reagiert. Sprachassistenten sind als Software meist in Smartphones oder Smart Speaker, aber auch in Konsolen (PS4), Fernseher und smart watches integriert. Ein Smart Speaker wiederum ist ein bestimmtes Gerät, auf welchem der Sprachassistent als Software installiert ist.&amp;lt;ref name=&amp;quot;ftn5&amp;quot;&amp;gt;vgl. [https://de.wikipedia.org/wiki/Intelligenter_pers%C3%B6nlicher_Assistent https://de.wikipedia.org/wiki/Intelligenter_pers%C3%B6nlicher_Assistent]&amp;lt;/ref&amp;gt; Spricht ein Mensch mit diesem Gerät, so beantwortet es über seine Sprachsoftware verbal Fragen oder führt Anweisungen aus, z.&amp;amp;nbsp;B. steuert es vernetzte smart home Geräte (TV-Geräte, Heizungsthermostate, Rollläden, Lampen, Waschmaschine, Backofen, Kaffee­maschine bis hin zur Toilettenspülung usw.). Auch in Autos, Kopfhörern, Bürogeräten und Kleidung sind bereits Sprachassistenten im Einsatz.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Entwicklung der Sprachassistenten:* 2010 Apples Siri („Hey Siri“)&lt;br /&gt;
* 2012 Google Assistant (vormals Google Now) („Ok, Google“)&lt;br /&gt;
* 2013 Microsoft Cortana („Hey Cortana“)&lt;br /&gt;
* 2014 Amazon Alexa („Alexa“)&lt;br /&gt;
* 2015 Mycroft - open Source Smart Speaker (“Hey Mycroft”)&amp;lt;ref name=&amp;quot;ftn6&amp;quot;&amp;gt;vgl. [https://mycroft.ai/ https://mycroft.ai/] und [https://www.kickstarter.com/projects/aiforeveryone/mycroft-an-open-source-artificial-intelligence-for/description https://www.kickstarter.com/projects/aiforeveryone/mycroft-an-open-source-artificial-intelligence-for/description]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* 2017 Sprachassistenten der chinesischen Firmen Baidu und Alibaba&lt;br /&gt;
* 2018 Samsung Bixby („Hi Bixby“)&lt;br /&gt;
* 2019 Leon – open source personal assistant&amp;lt;ref name=&amp;quot;ftn7&amp;quot;&amp;gt;vgl. [https://getleon.ai/ https://getleon.ai/]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Heute sind weltweit bereits mehr als 4 Milliarden Sprachassistenten im Einsatz. Bis 2023 rechnet die Marktforschungsfirma Juniper Research mit 8 Milliarden Sprachassistenten.&amp;lt;ref name=&amp;quot;ftn8&amp;quot;&amp;gt;vgl. [https://voicebot.ai/google-home-google-assistant-stats/#voice-asst-in-use-juniper https://voicebot.ai/google-home-google-assistant-stats/#voice-asst-in-use-juniper]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Image:Grafik 16.png|top]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Marktübersicht'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die führenden Anbieter für Sprachassistenzsysteme am weltweiten Markt sind:&lt;br /&gt;
# Amazon mit seinem Sprachassistenzsystem &amp;quot;Alexa&amp;quot; und den Amazon Echo Geräten.&lt;br /&gt;
# Google mit seinem Sprachassistenzsystem &amp;quot;Google Assistant&amp;quot; und den Google Home Geräten.&lt;br /&gt;
# Apple mit seinem Sprachassistenzsystem &amp;quot;Siri&amp;quot; und der HomePod-Produktlinie.&lt;br /&gt;
# Microsoft mit seinem Sprachassistenzsystem &amp;quot;Cortana&amp;quot; und der Surface Headphones Produktlinie.&lt;br /&gt;
# Samsung mit seinem Sprachassistenzsystem &amp;quot;Bixby&amp;quot; und der Galaxy Home Produktlinie.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Anbieter haben in den letzten Jahren in die Entwicklung und Verbesserung von Sprachassistenzsystemen investiert und setzen auf künstliche Intelligenz und maschinelles Lernen, um die Spracherkennung und -verarbeitung zu verbessern. Dabei sind ihre Sprachassistenzsysteme nicht nur auf den Heimgebrauch beschränkt, sondern auch in mobilen Geräten, Autos und anderen Branchen wie Gesundheitswesen, Einzelhandel und Finanzen verbreitet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es ist schwierig, genaue Zahlen darüber zu finden, welchen Anteil jeder Anbieter am Gesamtmarkt für Sprachassistenzsysteme hat, da es keine einheitliche Definition des Marktes gibt und die Zahlen von verschiedenen Marktforschungsunternehmen variieren können. Basierend auf den verfügbaren Daten sind die größten Anbieter am Markt Amazon Alexa mit rund 25% Marktanteil, Google Assistant mit rund 20% Marktanteil und Apples Siri mit rund 15% Marktanteil weltweit. Es gibt jedoch Unterschiede in den Zahlen je nach Region und Art des Geräts (z.B. intelligente Lautsprecher, Mobiltelefone, Smart-Home-Geräte). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die beliebtesten Anwendungsfälle von Nutzern von Smart Speakern sind&amp;lt;ref name=&amp;quot;ftn12&amp;quot;&amp;gt;vgl. [https://voicebot.ai/2020/05/03/streaming-music-questions-weather-timers-and-alarms-remain-smart-speaker-killer-apps-third-party-voice-app-usage-not-growing/ https://voicebot.ai/2020/05/03/streaming-music-questions-weather-timers-and-alarms-remain-smart-speaker-killer-apps-third-party-voice-app-usage-not-growing/] &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
# Musik hören&lt;br /&gt;
# Fragen stellen&lt;br /&gt;
# Wetter checken&lt;br /&gt;
# Zeitschaltuhr einschalten&lt;br /&gt;
# Alarm einstellen&lt;br /&gt;
# Radio hören&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Image:Grafik 17.png|top]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Aktuell unterstützte Sprachen'''&amp;lt;ref name=&amp;quot;ftn13&amp;quot;&amp;gt;vgl. [https://www.globalme.net/blog/language-support-voice-assistants-compared/ https://www.globalme.net/blog/language-support-voice-assistants-compared/] sowie die dort angegeben Webseiten&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* &amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:0.501cm;margin-right:0cm;&amp;quot;&amp;gt;'''Amazons Alexa''' unterstützt '''9 Sprachen'''&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
** Arabisch, Deutsch, Englisch (5 Dialekte), Französisch (2 Dialekte), Hindi (Indisch), Italienisch, Japanisch, Portugiesisch (Brasil.), Spanisch (3 Dialekte)&lt;br /&gt;
* &amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:0.501cm;margin-right:0cm;&amp;quot;&amp;gt;'''Google Assistant''' unterstützt '''44 Sprachen '''auf Smartphones&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
* &amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:0.501cm;margin-right:0cm;&amp;quot;&amp;gt;'''Google Assistant''' unterstützt '''13 Sprachen''' auf Smart Speakern / Google Home&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
** Dänisch, Deutsch (2 Dialekte), Englisch (6 Dialekte), Französisch (2 Dialekte), Hindi, Italienisch, Japanisch, Koreanisch, Niederländisch, Norwegisch, Portugiesisch (Brasil.), Schwedisch, Spanisch (3 Dialekte)&lt;br /&gt;
* &amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:0.501cm;margin-right:0cm;&amp;quot;&amp;gt;'''Apples Siri unterstützt rund 42 Sprachen'''&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ist-Analyse sorbischer Potenziale, Ressourcen und Projekte ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;background-color:#f6f6f6;border:1px solid #DCDCDC;padding:0.6em 0.8em;margin:0.6em 0 1em 0;&amp;quot;&amp;gt;'''Letzte Aktualisierung des Abschnitts: 2023''' &amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während digitale Angebote wie Sprachausgabe und Spracherkennung in deutscher Sprache selbstverständlich sind und sowohl von internationalen Großkonzernen als auch von der öffentlichen Hand vorangetrieben und ausgebaut werden, gilt das für dieselben Angebote in sorbischer Sprache nur sehr eingeschränkt. Welche Grundlagen der Sprachunterstützung beider sorbischer Sprachen bereits realisiert oder geplant sind, sollen die folgenden Abschnitte untersuchen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Ist-Stand der 4 Bausteine des Sprechens mit elektronischen Geräten===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Baustein 1: Spracherkennung (Automatic Speech Recognition, ASR; Speech to Text, STT) ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* sorbische Ausgangslage: die folgenden Vorarbeiten sind vorhanden&lt;br /&gt;
* '''Mozilla common voice''': &lt;br /&gt;
** die sorbischen Sprachen werden hier aktuell nicht weiter ergänzt, die gesammelten Daten werden jedoch in anderen Projekten weiter verwendet&lt;br /&gt;
*** die Anzahl an Daten ist bei weitem nicht ausreichend für den Einsatz von neuronalen Technologien&lt;br /&gt;
*** die Qualität der Daten ist nur hinreichend für die Evaluation von Spracherkennungssystemen, nicht jedoch für deren Training (hierfür wird Tonstudio-Qualität benötigt)&lt;br /&gt;
** für das Obersorbische wurden bereits ca. 7.500 lizenzfreie Sätze gesammelt sowie 2 Stunden und 51 Minuten eingesprochen und validiert&lt;br /&gt;
** diese sind aktuell in sehr unterschiedlicher Qualität, sehr unausgewogen hinsichtlich der Stimmen (Geschlecht- und Alter-Verteilung)&lt;br /&gt;
** darüber hinaus lassen sich die Sätze common voice aktuell nicht thematisch zuordnen &lt;br /&gt;
** Für das Niedersorbische fehlen die Sätze und das Einsprechen&amp;lt;ref name=&amp;quot;ftn17&amp;quot;&amp;gt;vgl. [https://voice.mozilla.org/de/languages https://voice.mozilla.org/de/languages]&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;br&amp;gt;  &lt;br /&gt;
  &lt;br /&gt;
* '''Prototyp &amp;quot;smart lamp&amp;quot; / &amp;quot;digidom&amp;quot;'''&lt;br /&gt;
** 2020 startete das '''Projekt „Spracherkennung und maschinelle Übersetzung der sorbischen Sprachen'''“ der Stiftung für das sorbische Volk&lt;br /&gt;
** Durchgeführt wurde eine Machbarkeitsstudie zur automatischen Spracherkennung für die ober­sorbische Sprache vom Fraunhofer-Institut für keramische Technologien und Systeme Dresden (Abteilung Maschinelles Lernen und Datenanalyse) in Zusammenarbeit mit der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus mit folgenden Zielstellungen: &lt;br /&gt;
*** Realisierung eines prototypischen Spracherkenners für eine spezifizierte Beispielanwendung in einer stark beschränkten Sprachdomäne&lt;br /&gt;
*** Ziel wurde es, eine Smart-Home-Anwendung zu erstellen, welches mittels Sprachbefehlen eine Lampe bedienen kann, &amp;quot;digidom&amp;quot;&lt;br /&gt;
*** Einschätzung möglicher und empfohlener Technologien für die Entwicklung eines sorbischen Spracherkenners mit umfangreichem Wortschatz&lt;br /&gt;
*** Aussagen zur Anwendung der niedersorbischen Sprache&lt;br /&gt;
** Folgende Arbeitsschritte wurden bisher für dieses Projekt durchgeführt:&lt;br /&gt;
*** Statistische Auswertung von Textkorpora&lt;br /&gt;
*** Aufstellen der Phonemliste und der Ausspracheregeln&lt;br /&gt;
*** Auswahl an Aufzeichnungen aus „Common Voice“ sowie neue Aufzeichnungen wurden erstellt&lt;br /&gt;
*** Demonstrator unter Open Source Lizenz veröffentlicht&amp;lt;ref&amp;gt;vgl. [https://github.com/ZalozbaDev/web_demo_spoznawanje https://github.com/ZalozbaDev/web_demo_spoznawanje]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
*** Prototyp „digidom“ unter Open Source Lizenz veröffentlicht &amp;lt;ref&amp;gt;vgl. [https://github.com/ZalozbaDev/raspberry_pi_demo_spoznawanje https://github.com/ZalozbaDev/raspberry_pi_demo_spoznawanje]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
*** Veröfentlichung der Ergebnisse in einer Studie&amp;lt;ref&amp;gt;vgl. [http://www.essv.de/pdf/2021_43_50.pdf http://www.essv.de/pdf/2021_43_50.pdf]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
*** Veröffentlichen von Kriterien zur Auswahl eines Sprachkorpus&amp;lt;ref&amp;gt;vgl. [https://github.com/ZalozbaDev/speech_recognition_corpus_creation/blob/main/report/report_summary_german.pdf https://github.com/ZalozbaDev/speech_recognition_corpus_creation/blob/main/report/report_summary_german.pdf]&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
* '''Folgeprojekt &amp;quot;Vorbereitung der Spracherkennung für das Obersorbische für eine Diktierfunktion&amp;quot;''' 2023:&lt;br /&gt;
** Das Ziel war die Entwicklung neuer und Verbesserung bestehender akustischer Modelle für die obersorbische Spracherkennung. &lt;br /&gt;
** Hierfür sollten akustische Modelle auf größeren Audiokorpora trainiert werden.&lt;br /&gt;
*** Es erfolgte eine Erweiterung der Sprachdatensätze mittels Augmentation, d. h. Einfügen von Hintergrundgeräuschen verschiedener Stärke.&lt;br /&gt;
*** Monophon- und Triphon-basierte Modelle wurden mit dem Open-Source-ASR-Toolkit KALDI trainiert.&lt;br /&gt;
*** Die Daten für die Modelle stammen aus verschiedenen Quellen, einschließlich des Common Voice Projekts, der ersten Machbarkeitsstudie (HSB-I) und neuen Audiodaten aus dem aktuellen Projekt.&lt;br /&gt;
*** Nach der Datenaugmentation umfassten die Sprachaufnahmen insgesamt 33:31:10 Stunden und 29.229 gesprochene Sätze.&lt;br /&gt;
** Triphon-basierte Modelle zeigten eine signifikant bessere Leistung als das monophon-basierte Modell. &lt;br /&gt;
** Ein robusteres und weiterentwickeltes triphon-basiertes akustisches Modell wurde erfolgreich erstellt.&lt;br /&gt;
** Mit den folgenden Schritten erfolgte die Verbesserung der Sprachmodellierung mit den bereitgestellten Ressourcen:&lt;br /&gt;
*** Vorverarbeitung und Normalisierung der Textdaten, z. B. Erkennen von Abkürzungen und Eigennamen, Segmentierung von Wörtern in morphologische Einheiten usw.&lt;br /&gt;
*** Wortklassenmodellierung durch Erkennung benannter Einheiten aus vordefinierten Wortklassen, z. B. Datums-, Uhrzeits-, Wochentags-, Namens-, Orts- und Zahlen-Ausdrücke.&lt;br /&gt;
*** Teilwortzerlegung mittels Byte Pair Encoding (BPE) und dem Morfessor-Algorithmus, um das Vokabular zu verkleinern.&lt;br /&gt;
** Die Wahl des richtigen Teilwortzerlegungsverfahrens und der geeigneten Vokabulargröße hat einen signifikanten Einfluss auf die Leistung des Sprachmodells.&lt;br /&gt;
** Im Ergebnis konnte eine Sammlung von normalisierten Textkorpora erzeugt werden, der für das Training von statistischen Sprachmodellen basierend auf ganzen Wörtern oder Wortteilen geeignet ist.&lt;br /&gt;
* Weitere Arbeit an Robustheit und Leistungsfähigkeit von &amp;quot;digidom&amp;quot; ist nötig &amp;lt;br&amp;gt;  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* '''weitere Applikationen mittels Spracherkennung''' &lt;br /&gt;
** Spiele&lt;br /&gt;
*** Lingufino, eine interaktive Puppe, die auf Spracheingaben reagiert&lt;br /&gt;
** Diktierfunktion&lt;br /&gt;
** Simultanübersetzung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Baustein 2: Textübersetzung (Machine Translation, MT) ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* vgl. auch Kapitel 5 Abschnitt [https://koncept.serbski-inkubator.de/index.php/5._Schreiben_auf_elektronischen_Ger%C3%A4ten#.C3.9Cbersetzer Übersetzer]&lt;br /&gt;
* Notwendig: umfangreicher 2-sprachiger Textkorpus&lt;br /&gt;
** Urheberrechtsfrei, gemeinfrei oder unter Creative-Commons-Lizenz (CC0)&lt;br /&gt;
** Satzweise übersetzt&lt;br /&gt;
** Vereinheitlicht, maschinenlesbar&lt;br /&gt;
* Sorbische Ausgangslage: paralleler Textkorpus liegt im WITAJ-Sprachzentrum vor&lt;br /&gt;
* Aufgabe: laufende digitale Erfassung bestehender Übersetzungen in hoher Qualität&lt;br /&gt;
* Herausforderung: Technologieneutralität, d.&amp;amp;nbsp;h. eine Textübersetzung unabhängig von einer speziellen Technologie zu erstellen, so dass sie später in verschiedenen Produkten und Diensten genutzt werden kann (Google Translate, Microsoft Bing Translator, DeepL)&lt;br /&gt;
*  '''sotra.app''': Seit 2019 laufendes Projekt des '''WITAJ-Sprachzentrums: Aufbau eines automatischen „Online-Übersetzers Deutsch-Sorbisch, Sorbisch-Deutsch“''' &lt;br /&gt;
** seit 2021 verfügbar für Obersorbisch und seit 2022 auch in Niedersorbisch für Texte mit max. 6.000 Zeichen&lt;br /&gt;
** Übersetzungen möglich von und nach Deutsch, Ober- und Niedersorbisch und Tschechisch (Beta, von und nach den sorbischen Sprachen)&lt;br /&gt;
** zusätzlicher Service: Rechtschreibkontrolle&lt;br /&gt;
** Mitte 2022 beinhaltete der 2-sprachige Textkorpus ca. 300.000 parallele Satzpaare &lt;br /&gt;
** zukünftig geplant: OCR-Erkennung von Bildern mit Texten&lt;br /&gt;
** Historie:&lt;br /&gt;
*** Aufbau eines großen 2-sprachigen Textkorpus, Ziel bis Ende 2020 ca. 170.000 Satzpaare (ca. 2 Mio. Wörter)&lt;br /&gt;
*** Ende 2021 beinhaltete der 2-sprachige Textkorpus ca. 260.000 parallele Satzpaare &lt;br /&gt;
*** das Projekt startete mit dem Tool Microsoft Translator Hub (eingestellt durch Microsoft)&lt;br /&gt;
*** es wird nun der Ansatz verfolgt, offene Plattformen zu nutzen, um Unabhängigkeit von den Firmen Google, Microsoft, DeepL usw. und deren wirtschaftlichen Interessen zu bewahren&lt;br /&gt;
*** aktuell wird das statistische System MOSES-decoder genutzt&lt;br /&gt;
*** parallel erfolgen Tests des neuronalen Systems OpenNMT (Python)&lt;br /&gt;
* '''Microsoft Bing Translator'''&amp;lt;ref name=&amp;quot;ftn46&amp;quot;&amp;gt;vgl. [https://www.bing.com/translator https://www.bing.com/translator]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
** Der Bing Translator konnte mittels des 2-sprachigen Teytkorpus des WITAJ-Sprachzentrums auf beide sorbische Sprachen trainiert werden:&lt;br /&gt;
** Obersorbisch wird seit 2022 mit aktuell max. 1.000 Zeichen pro Text unterstützt.&lt;br /&gt;
** Niedersorbisch wird seit 2023 mit aktuell max. 1.000 Zeichen pro Text unterstützt.&lt;br /&gt;
** In der Microsoft Bing Translator App wird lediglich die Funktion 'Text übersetzen' unterstützt. Es fehlen die Funktionen 'Sprechen' (STT), 'autom. Spracherkennung', 'Text in Bild übersetzen', 'Audiowiedergabe der Übersetzung' (TTS), 'Offline übersetzen'.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Baustein 3: Intention erkennen und Anweisungen ausführen  ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Hierzu sind keine sorbischen Projekte bekannt. Es kann zu einem späteren Zeitpunkt im Bedarfsfall ggf. auf bereits bestehende Projekte zurückgegriffen werden, wie z.&amp;amp;nbsp;B. [https://wit.ai/ https://wit.ai/].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Baustein 4: Sprachausgabe (Text to Speech, TTS) ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Erste Projekte in die Richtung Sprachausgabe wurden bereits umgesetzt:&lt;br /&gt;
* '''Audioversion des Deutsch-Niedersorbischen Wörterbuchs (nicht als TTS realisiert)'''&lt;br /&gt;
** Für die niedersorbische Sprache wurden vom Sorbischen Institut seit 2014 Tondateien erstellt und in die online-Fassung des Deutsch-Niedersorbischen Wörterbuchs integriert. In einer wissenschaftlichen Studie wurden zudem die verschiedenen Erfahrungen mit praktischen Schwierigkeiten bei der Aussprache verarbeitet. Diese Studie diente dazu, im Jahre 2018 einen praktischen online-Führer zur Aussprache des Niedersorbischen zu erarbeiten. Hochwertige Tonaufnahmen wurden zusammengestellt und bestimmten Lautgruppen bzw. für den Spracherwerb wichtigen lautlichen Phänomenen zugeordnet, mit wichtigen erläuternden Texten ergänzt und auf [http://www.dolnoserbski.de www.dolnoserbski.de] als neue Dienstleistung angeboten. Dadurch steht erstmals eine praktische, durch Tonbeispiele illustrierte Anleitung zur Aussprache des Niedersorbischen zur Verfügung.&lt;br /&gt;
* '''Entwicklung einer Vorlesefunktion für die nieder- und obersorbische Schriftsprache'''&lt;br /&gt;
** Seit 2018 erfolgen die Konzeption, Planung und Entwicklung einer Vorlesesoftware für Nieder- und Obersorbisch für die Integration in Webseiten, Online-Wörterbücher u.&amp;amp;nbsp;ä. durch das Sorbische Institut in Bautzen. Geplanter Abschluss ist 2023.&lt;br /&gt;
** Seit 2023 können die beiden Vorlesestimmen Juro (niedersorbisch) und Matej (obersorbisch) in einer ersten Version ausprobiert werden.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl. [http://tts-juro-matej.serbski-institut.de http://tts-juro-matej.serbski-institut.de], [https://www.serbski-institut.de/projekte-sprachwissenschaft/entwicklung-einer-vorlesefunktion-fuer-die-nieder-und-obersorbische-schriftsprache/ Projektseite SI], [https://www.serbski-institut.de/erste-version-der-sorbischen-vorlesefunktion-und-sprachlandschaft-schleife/ Pressemitteilung SI]&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
* '''Bookii-Bücher in sorbischer Sprache'''&amp;lt;ref&amp;gt;vgl. [https://www.domowina-verlag.de/kinderbuecher/bookii-buecher.html?limit=20 https://www.domowina-verlag.de/kinderbuecher/bookii-buecher.html?limit=20]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
** Aktuell gibt es 9 Bookii-Bücher in obersorbischer Sprache&lt;br /&gt;
** und 3 Bookii-Bücher in niedersorbischer Sprache.&lt;br /&gt;
* '''bamborak''', TTS-System für Obersorbisch&amp;lt;ref name=&amp;quot;ftn56&amp;quot;&amp;gt;vgl. [https://gaussia.de/bamborak/ https://gaussia.de/bamborak]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
** Seit 2022 entwickelt K. Baier ein obersorbisches TTS-System auf Basis eines neuronalen Netzes.&lt;br /&gt;
** Bisher wurden hierfür ca. 2.400 Sätze aufgenommen und durch das neuronale Netz verarbeitet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Übersicht von bisherigen Maßnahmen und Projekten bzgl. Sprachassistenz ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weitere Projekte zu Wörterbüchern u.&amp;amp;nbsp;ä. werden in Abschnitt 5.3.2 &amp;quot;Übersicht von bisherigen Maßnahmen und Projekten bzgl. Schreibunterstützung&amp;quot; genannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| style=&amp;quot;border-spacing:0;&amp;quot;&lt;br /&gt;
|- style=&amp;quot;background-color:#d9e2f3;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot;&lt;br /&gt;
|| '''Name'''&lt;br /&gt;
|| '''Beschreibung'''&lt;br /&gt;
|| '''Zeitraum'''&lt;br /&gt;
|| '''Verantwortlich'''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | '''Audioversion des Deutsch-Niedersorbischen Wörterbuchs'''&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | Tonbeispiele zur Aussprache des Niedersorbischen&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | Seit 2014&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | Sorbisches Institut&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | '''Erarbeitung eines online-Führers mit Tonbeispielen zur Aussprache des Niedersorbischen'''&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | Veröffentlichung auf [http://www.dolnoserbski.de www.dolnoserbski.de]&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | 2018&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | Sorbisches Institut, gefördert durch die Stiftung für das sorbische Volk&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | '''Entwicklung einer Vorlesefunktion für die nieder- und obersorbische Schriftsprache'''&amp;lt;ref name=&amp;quot;ftn18&amp;quot;&amp;gt;vgl. [https://www.serbski-institut.de/de/Entwicklung-einer-Vorlesefunktion-fuer-die-nieder--und-obersorbische-Schriftsprache/ https://www.serbski-institut.de/de/Entwicklung-einer-Vorlesefunktion-fuer-die-nieder--und-obersorbische-Schriftsprache/]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | Konzeption, Planung und Entwicklung einer Vorlesesoftware für Nieder- und Obersorbisch (geplanter Abschluss 2023)&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | Seit 2018&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | Sorbisches Institut, gefördert durch das Sächsische Staatsministerium für Wissenschaft, Kultur und Tourismus (SMWK)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | '''Online-Übersetzer Deutsch-Sorbisch, Sorbisch-Deutsch'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''(zunächst Obersorbisch)'''&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | Entwicklung und Bereitstellung eines Online-Übersetzungsdienstes für Sätze und Texte, Deutsch-Sorbisch und Sorbisch-Deutsch. Als Übersetzungs­grundlage dient ein bilingualer Textkorpus, welcher erstellt wird und für das Training eines Übersetzungssystems verwendet wird.&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | Seit 2019 &lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | WITAJ-Sprachzentrum, gefördert durch die Stiftung für das sorbische Volk&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | '''Mozilla Common Voice obersorbisch und niedersorbisch'''&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | Erstellung von öffentlich zugänglichen Sprachdaten, diese stehen via CC0-Lizenz zur freien Nutzung zur Verfügung, z.&amp;amp;nbsp;B. für das Training eine Spracherkennungs-Engine&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | Seit 2019&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | engagierte Privat­personen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | '''Spracherkennung und maschinelle Übersetzung der sorbischen Sprachen'''&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | Machbarkeitsstudie zur automatischen Spracherkennung für die obersorbische Sprache, Prototypen &amp;quot;smart lamp&amp;quot; und &amp;quot;digidom&amp;quot;&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | Seit 2020&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | Stiftung für das sorbische Volk&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | '''Bereitstellung von interaktiven Spielzeugen und Büchern in den sorbischen Sprachen'''&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | Bereitstellung von interaktiven Bookii-Büchern und der sprechenden interaktiven Puppe Lingufino in den sorbischen Sprachen&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | Seit 2018&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | Domowina Verlag gGmbH und  Medienpädagogisches Projekt LUCIJA des Sorbischen Schulvereins e. V., gefördert durch die Stiftung für das sorbische Volk &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | '''Bereitstellung von Online-Vorlesefunktionen in obersorbischer Sprache'''&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | Vorlesefunktion auf Basis neuronaler Netze für Zahlen und Uhrzeit&amp;lt;ref name=&amp;quot;ftn&amp;quot;&amp;gt;vgl. [https://gaussia.de/slp/ https://gaussia.de/slp]&amp;lt;/ref&amp;gt; sowie für Texte&amp;lt;ref name=&amp;quot;ftn56&amp;quot;&amp;gt;vgl. [https://gaussia.de/bamborak/ https://gaussia.de/bamborak]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | Seit ca. 2020&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | eine engagierte Privatperson&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Fazit ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für eine funktionierende Spracherkennung der sorbischen Sprachen ist es noch ein weiter Weg, auf dem die ersten Schritte bereits gegangen wurden. Eine breite Basis an digitalen Wortsammlungen (sog. linguistischen Ressourcen) in Form von Wörterbüchern, Textkorpora sowie entsprechende morphologische Generatoren sind für beide sorbische Sprachen vorhanden, vgl. Kapitel [[5._Schreiben_auf_elektronischen_Geräten|5. Schreiben auf elektronischen Geräten]]. Hierfür sind noch die Nutzungsrechte zu klären, vgl. Kapitel [[10._Open_Access_Open_Data_Lizenzen|10. Open Access, Open Data, Lizenzen]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die hierauf aufbauenden digitalen sorbischen Sprachdienste werden aktuell gerade erst die Grundlagen gelegt oder eruiert. Für die Umsetzung einer Spracherkennung laufen aktuell 2 Projekte: das freiwillige Projekt der Sammlung von Sprachdaten mittels Mozilla common voice sowie das Projekt „Spracherkennung und maschinelle Übersetzung der sorbischen Sprachen“ der Stiftung für das sorbische Volk. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die Umsetzung einer automatischen Textübersetzung gibt es das Projekt „Online-Übersetzer Deutsch-Sorbisch, Sorbisch-Deutsch“ des WITAJ-Sprachzentrums. Dieses bezieht sich aktuell zunächst auf obersorbische Texte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für den Baustein&amp;amp;nbsp;3 „Intention erkennen, Anweisungen ausführen“ gibt es keine speziellen sorbischen Projekte, jedoch eine Reihe weltweiter Projekte, einige davon open source. Sind die weiteren Bausteine realisiert, so kann ein passendes System für die Umsetzung dieses Bausteins recherchiert werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die Sprachausgabe entwickelt das Sorbische Institut bereits eine Vorlesefunktion für beide sorbischen Sprachen, welche voraussichtlich 2023 abgeschlossen ist. Ebenso werden vom Sorbischen Institut die niedersorbischen Online-Wörterbücher nach und nach mit Tonbeispielen unterlegt. Für das Niedersorbische sind hierfür bereits umfangreiche Tonbeispiele zur Aussprache des Niedersorbischen auf [http://www.dolnoserbski.de www.dolnoserbski.de] veröffentlicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Zukünftige Maßnahmen bzgl. Sprachassistenz ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;background-color:#f6f6f6;border:1px solid #DCDCDC;padding:0.6em 0.8em;margin:0.6em 0 1em 0;&amp;quot;&amp;gt;'''Letzte Aktualisierung des Abschnitts: 2026''' &amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Bewertung der Maßnahmen'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bewertet werden Aufwand und Nutzen als grobe Einschätzungen von 1 (gering) bis 4 (sehr hoch bzw. sehr groß).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* '''Aufwand''': umfasst die geschätzten Kosten, Zeit und Personal&lt;br /&gt;
* '''Nutzen''': erwarteter Beitrag zu Vision und Zielen des Themenbereichs sowie zu den [https://koncept.serbski-inkubator.de/index.php/2.3_Strategische_Ziele_f%C3%BCr_die_sorbische_Kultur_und_Sprache strategischen Zielen für die sorbische Kultur und Sprache]&lt;br /&gt;
* '''Attraktivität''': Nutzen minus Aufwand: positiv = hoch, 0 = mittel, negativ = gering. Sie dient der Orientierung und ersetzt keine Priorisierung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== &amp;lt;span id=&amp;quot;M1.1_1&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;1.1_1 – Entwicklung einer obersorbischen Spracherkennung (HSB) ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot; style=&amp;quot;width:100%;background-color:#ffffff;color:#202122;&amp;quot;&lt;br /&gt;
! colspan=&amp;quot;2&amp;quot; style=&amp;quot;background-color:#d9e2f3;text-align:left;&amp;quot; | Maßnahme 1.1_1 – Entwicklung einer obersorbischen Spracherkennung (HSB)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;width:20%;text-align:left;&amp;quot; | Ziel&lt;br /&gt;
| Eine obersorbische Spracherkennung steht als Sprachdienst zur Verfügung und kann in priorisierten Anwendungen genutzt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left;&amp;quot; | Inhalt&lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
* Bereitstellung geeigneter Sprachdaten&lt;br /&gt;
* Entwicklung oder Anpassung von Spracherkennungsmodellen&lt;br /&gt;
* Qualitätsprüfung &lt;br /&gt;
* Bereitstellung über dokumentierte Schnittstellen&lt;br /&gt;
* Einbindung in Anwendungen &lt;br /&gt;
* Absicherung von Betrieb und Pflege&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left;&amp;quot; | Bewertung&lt;br /&gt;
| '''Aufwand: hoch''' (3/4) · '''Nutzen: sehr groß''' (4/4) · '''Attraktivität: hoch''' (+1)&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! colspan=&amp;quot;2&amp;quot; style=&amp;quot;background-color:#eaf0f8;text-align:left;&amp;quot; | Umsetzungsstand und weitere Planung (Stand: 2026)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left;&amp;quot; | Status&lt;br /&gt;
| 🟡 '''in Bearbeitung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left;&amp;quot; | Abgeschlossene Projekte&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
* '''2020-2021:''' Machbarkeitsstudie und Demonstrator „smart lamp / mudra lampa“ („digidom #1“)&lt;br /&gt;
** Fraunhofer IKTS und BTU Cottbus im Auftrag der Stiftung für das sorbische Volk&lt;br /&gt;
** [https://zalozba.de/medien/pressearchiv/detail/digidom-1-mudra-lampa/ Informationen zum Projekt]&lt;br /&gt;
* '''2023:''' Folgeprojekt „Vorbereitung der Spracherkennung für das Obersorbische für eine Diktierfunktion“&lt;br /&gt;
** Stiftung für das sorbische Volk.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left;&amp;quot; | Laufende Projekte&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
*  '''Seit 2019:''' Mozilla Common Voice Obersorbisch; Sprachaufnahmen und Prüfung durch freiwillig Mitwirkende&lt;br /&gt;
** Stiftung für das sorbische Volk und WITAJ-Sprachzentrum unterstützen den Beteiligungsaufruf&lt;br /&gt;
** '''Stand 2026:''' Erweiterung des Datenbestands veröffentlicht, [https://discourse.mozilla.org/t/common-voice-scripted-speech-v27-0-and-spontaneous-speech-v5-0-released/149490 siehe Meldung]&lt;br /&gt;
* '''Seit 2023:''' Entwicklung und Verbesserung von Modellen zur Automatischen Spracherkennung für Nieder- und Obersorbisch&lt;br /&gt;
** Sorbisches Institut&lt;br /&gt;
** [https://www.serbski-institut.de/projekte-sprachwissenschaft/entwicklung-und-verbesserung-von-modellen-zur-automatischen-spracherkennung-fuer-nieder-und-obersorbisch/ Informationen zum Projekt]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left;&amp;quot; | Offene Schritte&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
# Priorisierte Anwendungen und Qualitätskriterien festlegen.&lt;br /&gt;
# Vorhandene Sprachdaten und Modelle prüfen; Datenlücken und offene Nutzungsrechte klären.&lt;br /&gt;
# Spracherkennungsmodell und Sprachdienst entwickeln und anhand der Qualitätskriterien prüfen.&lt;br /&gt;
# Priorisierten Anwendungsfall pilotieren.&lt;br /&gt;
# Produktive Nutzung sowie Finanzierung, Betrieb und Pflege verbindlich organisieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== &amp;lt;span id=&amp;quot;M1.1_2&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;1.1_2 – Entwicklung einer niedersorbischen Spracherkennung (DSB) ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot; style=&amp;quot;width:100%;background-color:#ffffff;color:#202122;&amp;quot;&lt;br /&gt;
! colspan=&amp;quot;2&amp;quot; style=&amp;quot;background-color:#d9e2f3;text-align:left;&amp;quot; | Maßnahme 1.1_2 – Entwicklung einer niedersorbischen Spracherkennung (DSB)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;width:20%;text-align:left;&amp;quot; | Ziel&lt;br /&gt;
| Eine niedersorbische Spracherkennung steht als Sprachdienst zur Verfügung und kann in priorisierten Anwendungen genutzt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left;&amp;quot; | Inhalt&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
* Bereitstellung geeigneter niedersorbischer Sprachaufnahmen und zugehöriger Texte&lt;br /&gt;
* Entwicklung oder Anpassung von Spracherkennungsmodellen&lt;br /&gt;
* Qualitätsprüfung mit unterschiedlichen Sprecherinnen und Sprechern&lt;br /&gt;
* Bereitstellung über dokumentierte Schnittstellen&lt;br /&gt;
* Einbindung in Anwendungen&lt;br /&gt;
* Absicherung von Betrieb und Pflege&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left;&amp;quot; | Bewertung&lt;br /&gt;
| '''Aufwand: sehr hoch''' (4/4) · '''Nutzen: sehr groß''' (4/4) · '''Attraktivität: mittel''' (0)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! colspan=&amp;quot;2&amp;quot; style=&amp;quot;background-color:#eaf0f8;text-align:left;&amp;quot; | Umsetzungsstand und weitere Planung (Stand: 2026)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left;&amp;quot; | Status&lt;br /&gt;
| 🟡 '''in Bearbeitung''' &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Datensammlung und Modellentwicklung sind dokumentiert. &lt;br /&gt;
* Entwicklungsstand und Verfügbarkeit eines nutzbaren Sprachdienstes: &amp;lt;mark&amp;gt;prošu dodać&amp;lt;/mark&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left;&amp;quot; | Abgeschlossene Projekte&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
* &amp;lt;mark&amp;gt;prošu dodać&amp;lt;/mark&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left;&amp;quot; | Laufende Projekte&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
* '''Seit 2023:''' Entwicklung und Verbesserung von Modellen zur Automatischen Spracherkennung für Nieder- und Obersorbisch&lt;br /&gt;
** Sorbisches Institut, gefördert durch die Stiftung für das sorbische Volk&lt;br /&gt;
** Niedersorbische Pilotphase ab 2023, Fertigstellung eines Prototyps für 2024 vorgesehen. &lt;br /&gt;
** &amp;lt;mark&amp;gt;staw prošu dodać&amp;lt;/mark&amp;gt;&lt;br /&gt;
** [https://www.serbski-institut.de/projekte-sprachwissenschaft/entwicklung-und-verbesserung-von-modellen-zur-automatischen-spracherkennung-fuer-nieder-und-obersorbisch/ Informationen zum Projekt]&lt;br /&gt;
* '''Seit 2026:''' Mozilla Common Voice Niedersorbisch&lt;br /&gt;
** initiiert vom WITAJ-Sprachzentrum Cottbus&lt;br /&gt;
** Gewinnung und Einweisung von Sprecherinnen und Sprechern für die Sammlung von Sprachaufnahmen&lt;br /&gt;
** &amp;lt;mark&amp;gt;staw dodać?&amp;lt;/mark&amp;gt;&lt;br /&gt;
** [https://www.witaj-sprachzentrum.de/niedersorbisch/2026/09/30/common-voice-projekt-fuer-niedersorbisch-vorgestellt/ Informationen zum Projekt]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left;&amp;quot; | Offene Schritte&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
# Priorisierte Anwendungen, insbesondere eine Diktierfunktion, und anwendungsbezogene Qualitätskriterien festlegen.&lt;br /&gt;
# Vorhandene Sprachaufnahmen und Texte auf Qualität, Sprecherabdeckung, Datenlücken und Nutzungsrechte prüfen; weitere Datensammlung darauf ausrichten.&lt;br /&gt;
# Spracherkennungsmodell und Sprachdienst entwickeln oder anpassen, anhand der Qualitätskriterien prüfen und in einer priorisierten Anwendung erproben.&lt;br /&gt;
# Produktive Nutzung sowie Finanzierung, Betrieb und Pflege verbindlich organisieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== &amp;lt;span id=&amp;quot;M1.1_3&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;1.1_3 – Entwicklung eines obersorbischen Übersetzungsdienstes für Texte (HSB) ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot; style=&amp;quot;width:100%;background-color:#ffffff;color:#202122;&amp;quot;&lt;br /&gt;
! colspan=&amp;quot;2&amp;quot; style=&amp;quot;background-color:#d9e2f3;text-align:left;&amp;quot; | Maßnahme 1.1_3 – Entwicklung eines obersorbischen Übersetzungsdienstes für Texte (HSB)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;width:20%;text-align:left;&amp;quot; | Ziel&lt;br /&gt;
| Ein Übersetzungsdienst zwischen Obersorbisch und Deutsch steht zur Verfügung, kann auf den meistgenutzten elektronischen Geräten genutzt und in priorisierte Anwendungen eingebunden werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left;&amp;quot; | Inhalt&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
* Aufbau und Pflege geeigneter einsprachiger Textsammlungen und zweisprachiger Parallelkorpora&lt;br /&gt;
* Entwicklung und Weiterentwicklung von Übersetzungsmodellen&lt;br /&gt;
* Sprachliche und technische Qualitätsprüfung&lt;br /&gt;
* Bereitstellung als nutzerfreundlicher Online-Dienst und über dokumentierte Schnittstellen&lt;br /&gt;
* Einbindung in Anwendungen sowie Verbindung mit Spracherkennung und Sprachausgabe&lt;br /&gt;
* Absicherung von Betrieb und Pflege&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left;&amp;quot; | Bewertung&lt;br /&gt;
| '''Aufwand: hoch''' (3/4) · '''Nutzen: sehr groß''' (4/4) · '''Attraktivität: hoch''' (+1)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! colspan=&amp;quot;2&amp;quot; style=&amp;quot;background-color:#eaf0f8;text-align:left;&amp;quot; | Umsetzungsstand und weitere Planung (Stand: 2026)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left;&amp;quot; | Status&lt;br /&gt;
| 🔵 '''laufende Daueraufgabe''' &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Übersetzungsangebote sind verfügbar&lt;br /&gt;
* Qualitätsverbesserung, Erweiterung und Betrieb werden fortgeführt&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left;&amp;quot; | Abgeschlossene Projekte&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
* '''2019-2021:''' Entwicklung und Veröffentlichung der ersten &amp;quot;sotra&amp;quot;-Version für Obersorbisch–Deutsch und Deutsch–Obersorbisch&lt;br /&gt;
** WITAJ-Sprachzentrum mit externen Entwicklungspartnern, gefördert durch die Stiftung für das sorbische Volk&lt;br /&gt;
** Öffentliche Bereitstellung im März 2021&lt;br /&gt;
** [https://www.witaj-sprachzentrum.de/obersorbisch/portfolio-items/online-uebersetzer-sotra/ Projektchronik]&lt;br /&gt;
* '''2022:''' Aufnahme des Obersorbischen in den Microsoft Translator&lt;br /&gt;
** Microsoft, unterstützt durch die Stiftung für das sorbische Volk, das WITAJ-Sprachzentrums und das Sorbische Institut&lt;br /&gt;
** Text- und Dokumentübersetzung seit Februar 2022 verfügbar&lt;br /&gt;
** [https://www.microsoft.com/en-us/translator/blog/2022/02/21/translator-celebrates-international-mother-language-day-by-adding-upper-sorbian/ Informationen zur Veröffentlichung]&lt;br /&gt;
* '''2025/2026:''' Neues &amp;quot;sotra&amp;quot;-Modell für Deutsch–Obersorbisch&lt;br /&gt;
** WITAJ-Sprachzentrum und text2knowledge (t2k), Dresden&lt;br /&gt;
** im Januar 2026 öffentlich vorgestellt&lt;br /&gt;
** [https://www.witaj-sprachzentrum.de/obersorbisch/2026/01/05/sotra-app-mit-neuem-modell-fuer-die-uebersetzungsrichtung-deutsch-obersorbisch/ Informationen zum Modell]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left;&amp;quot; | Laufende Projekte&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
* '''Seit 2021:''' Betrieb und Weiterentwicklung von &amp;quot;sotra&amp;quot; für Obersorbisch&lt;br /&gt;
** WITAJ-Sprachzentrum&lt;br /&gt;
** Ausbau der Textkorpora und Weiterentwicklung der Übersetzungsmodelle&lt;br /&gt;
** &amp;lt;mark&amp;gt; dalše dodać?&amp;lt;/mark&amp;gt;&lt;br /&gt;
** [https://www.witaj-sprachzentrum.de/obersorbisch/wp-content/uploads/sites/3/2026/05/T%C3%A4tigkeitsbericht-2025.pdf Tätigkeitsbericht 2025, S. 3 und 6], [https://www.witaj-sprachzentrum.de/niedersorbisch/wp-content/uploads/sites/2/2026/06/Arbeitsplan-2026.pdf Arbeitsplan 2026, S. 3 und 5]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left;&amp;quot; | Offene Schritte&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
# Textkorpora anhand tatsächlich auftretender Übersetzungsfehler, fehlender Fachbegriffe und benötigter Textarten erweitern, Nutzungsrechte dokumentieren.&lt;br /&gt;
# Vorhandene Schnittstellen und Einbindungsmöglichkeiten prüfen, dokumentieren und für priorisierte Anwendungen nutzbar machen.&lt;br /&gt;
# Die geplante Verbindung mit der obersorbischen Sprachausgabe gemäß [[#M1.1_5|Maßnahme 1.1_5]] prüfen und umsetzen, die Eignung für Simultanübersetzung gemeinsam mit [[#M1.1_1|Maßnahme 1.1_1]] gesondert erproben.&lt;br /&gt;
# Finanzierung, technische Betreuung und regelmäßige Qualitätsprüfung langfristig absichern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== &amp;lt;span id=&amp;quot;M1.1_4&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;1.1_4 – Entwicklung eines niedersorbischen Übersetzungsdienstes für Texte (DSB) ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot; style=&amp;quot;width:100%;background-color:#ffffff;color:#202122;&amp;quot;&lt;br /&gt;
! colspan=&amp;quot;2&amp;quot; style=&amp;quot;background-color:#d9e2f3;text-align:left;&amp;quot; | Maßnahme 1.1_4 – Entwicklung eines niedersorbischen Übersetzungsdienstes für Texte (DSB)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;width:20%;text-align:left;&amp;quot; | Ziel&lt;br /&gt;
| Ein Übersetzungsdienst zwischen Niedersorbisch und Deutsch &amp;lt;mark&amp;gt;steht zur Verfügung, kann auf den meistgenutzten elektronischen Geräten genutzt und in priorisierte Anwendungen eingebunden werden.&amp;lt;/mark&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left;&amp;quot; | Inhalt&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
* Aufbau und Pflege geeigneter niedersorbischer Textsammlungen und zweisprachiger Parallelkorpora&lt;br /&gt;
* Entwicklung und Weiterentwicklung von Übersetzungsmodellen unter Nutzung geeigneter gemeinsamer Bausteine mit dem Obersorbischen&lt;br /&gt;
* Eigenständige sprachliche und technische Qualitätsprüfung für Niedersorbisch&lt;br /&gt;
* Bereitstellung als nutzerfreundlicher Online-Dienst und über dokumentierte Schnittstellen&lt;br /&gt;
* Einbindung in Anwendungen sowie Verbindung mit Spracherkennung und Sprachausgabe&lt;br /&gt;
* Absicherung von Betrieb und Pflege&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left;&amp;quot; | Bewertung&lt;br /&gt;
| '''Aufwand: sehr hoch''' (4/4) · '''Nutzen: sehr groß''' (4/4) · '''Attraktivität: mittel''' (0)&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! colspan=&amp;quot;2&amp;quot; style=&amp;quot;background-color:#eaf0f8;text-align:left;&amp;quot; | Umsetzungsstand und weitere Planung (Stand: 2026)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left;&amp;quot; | Status&lt;br /&gt;
| 🔵 '''laufende Daueraufgabe''' &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Übersetzungsangebote sind verfügbar&lt;br /&gt;
* Qualitätsverbesserung, Erweiterung und Betrieb werden fortgeführt&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left;&amp;quot; | Abgeschlossene Projekte&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
* '''2021-2022:''' Entwicklung und Veröffentlichung der niedersorbischen &amp;quot;sotra&amp;quot;-Version&lt;br /&gt;
** WITAJ-Sprachzentrum mit externen Entwicklungspartnern und Unterstützung des Sorbischen Instituts durch Sprachdaten&lt;br /&gt;
** Seit 2022: Übersetzungen zwischen Niedersorbisch und Deutsch sowie zwischen Nieder- und Obersorbisch&lt;br /&gt;
** [https://www.witaj-sprachzentrum.de/niedersorbisch/2022/09/15/online-uebersetzungsprogramm-sotra-jetzt-auch-fuer-niedersorbisch/ Informationen zur Veröffentlichung]&lt;br /&gt;
* '''2023:''' Aufnahme des Niedersorbischen in den Microsoft Translator&lt;br /&gt;
** Microsoft, unterstützt durch die Stiftung für das sorbische Volk, das Sorbische Institut und das WITAJ-Sprachzentrum&lt;br /&gt;
** Text- und Dokumentübersetzung seit 2023 verfügbar&lt;br /&gt;
** [https://www.microsoft.com/en-us/translator/blog/2023/04/20/introducing-lower-sorbian/ Informationen zur Veröffentlichung]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left;&amp;quot; | Laufende Projekte&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
* '''Seit 2022:''' Weiterentwicklung und Betrieb von &amp;quot;sotra&amp;quot; für Niedersorbisch&lt;br /&gt;
** WITAJ-Sprachzentrum, Zusammenarbeit mit text2knowledge (t2k) &lt;br /&gt;
** Erweiterung der niedersorbischen Textkorpora und Verbesserung der Übersetzungsmodelle&lt;br /&gt;
** &amp;lt;mark&amp;gt;dalše dodać?&amp;lt;/mark&amp;gt;&lt;br /&gt;
** [https://www.witaj-sprachzentrum.de/obersorbisch/wp-content/uploads/sites/3/2026/05/T%C3%A4tigkeitsbericht-2025.pdf Tätigkeitsbericht 2025, S. 3 und 6], [https://www.witaj-sprachzentrum.de/niedersorbisch/wp-content/uploads/sites/2/2026/06/Arbeitsplan-2026.pdf Arbeitsplan 2026, S. 3 und 5]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left;&amp;quot; | Offene Schritte&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
# Fehlende Textarten, Fachbegriffe und sprachliche Erscheinungen in den Textkorpora gezielt ergänzen, Nutzungsrechte dokumentieren.&lt;br /&gt;
# Übertragbare technische Lösungen aus [[#M1.1_3|Maßnahme 1.1_3]] nutzen, ihre Qualität für Niedersorbisch gesondert prüfen.&lt;br /&gt;
# Schnittstellen für priorisierte Anwendungen dokumentieren und die Verbindung mit [[#M1.1_6|niedersorbischer Sprachausgabe]] erproben, Anforderungen einer späteren Simultanübersetzung mit [[#M1.1_2|niedersorbischer Spracherkennung]] gesondert prüfen.&lt;br /&gt;
# Finanzierung, technische Betreuung und regelmäßige Qualitätsprüfung langfristig absichern.&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== &amp;lt;span id=&amp;quot;M1.1_5&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;1.1_5 – Entwicklung einer obersorbischen Sprachausgabe (HSB) ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot; style=&amp;quot;width:100%;background-color:#ffffff;color:#202122;&amp;quot;&lt;br /&gt;
! colspan=&amp;quot;2&amp;quot; style=&amp;quot;background-color:#d9e2f3;text-align:left;&amp;quot; | Maßnahme 1.1_5 – Entwicklung einer obersorbischen Sprachausgabe (HSB)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;width:20%;text-align:left;&amp;quot; | Ziel&lt;br /&gt;
| Eine obersorbische Sprachausgabe steht als Sprachdienst zur Verfügung und kann Texte in priorisierten Anwendungen verständlich vorlesen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left;&amp;quot; | Inhalt&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
* Bereitstellung geeigneter Sprachaufnahmen, Texte und Ausspracheinformationen&lt;br /&gt;
* Entwicklung oder Anpassung von Modellen zur automatischen Sprachausgabe (Text-to-Speech, TTS)&lt;br /&gt;
* Qualitätsprüfung hinsichtlich Aussprache, Verständlichkeit und Natürlichkeit&lt;br /&gt;
* Bereitstellung über dokumentierte Schnittstellen&lt;br /&gt;
* Einbindung in Webseiten, Übersetzungsdienste und weitere priorisierte Anwendungen&lt;br /&gt;
* Absicherung von Betrieb und Pflege&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left;&amp;quot; | Bewertung&lt;br /&gt;
| '''Aufwand: hoch''' (3/4) · '''Nutzen: sehr groß''' (4/4) · '''Attraktivität: hoch''' (+1)&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! colspan=&amp;quot;2&amp;quot; style=&amp;quot;background-color:#eaf0f8;text-align:left;&amp;quot; | Umsetzungsstand und weitere Planung (Stand: 2026)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left;&amp;quot; | Status&lt;br /&gt;
| 🟡 '''in Bearbeitung''' &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Vorlesefunktionen sind vorhanden&lt;br /&gt;
* Einbindung in priorisierten Anwendungen ist noch in Entwicklung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left;&amp;quot; | Abgeschlossene Projekte&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
* '''2018-2024:''' Entwicklung einer Vorlesefunktion für die nieder- und obersorbische Schriftsprache – obersorbischer Teil „Matej“&lt;br /&gt;
** Sorbisches Institut, Förderung durch den Freistaat Sachsen&lt;br /&gt;
** Erste öffentliche Version 2023&lt;br /&gt;
** [https://www.serbski-institut.de/projekte-sprachwissenschaft/entwicklung-einer-vorlesefunktion-fuer-die-nieder-und-obersorbische-schriftsprache/ Informationen zum Projekt]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left;&amp;quot; | Laufende Projekte&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
* '''Seit 2025:''' Bereitstellung und Webeinbindung der Vorlesefunktion „Matej“&lt;br /&gt;
** Sorbisches Institut&lt;br /&gt;
** Auf den obersorbischen Institutsseiten eingebunden, Erweiterung auf weitere Webseiten möglich.&lt;br /&gt;
** &amp;lt;mark&amp;gt;dalše dodać?&amp;lt;/mark&amp;gt;&lt;br /&gt;
** [https://www.serbski-institut.de/projekte-sprachwissenschaft/entwicklung-einer-vorlesefunktion-fuer-die-nieder-und-obersorbische-schriftsprache/ Informationen zum Dienst] · [https://github.com/Sorbisches-Institut/Serbski-TTS Programmkomponenten]&lt;br /&gt;
* '''Seit 2022:''' bamborak – obersorbische Sprachausgabe&lt;br /&gt;
** Korla Baier, frei zugängliches Entwicklungsprojekt&lt;br /&gt;
** Software und Modelle sind veröffentlicht&lt;br /&gt;
** &amp;lt;mark&amp;gt;aktualny staw dodać?&amp;lt;/mark&amp;gt;&lt;br /&gt;
** [https://digiserb.de/projekt/bamborak/ Projektbeschreibung] · [https://github.com/Korla-tech/bamborak Quellcode und Hinweise zu den Modellen]&lt;br /&gt;
* '''Seit 2025:''' Vorlesefunktionen im Umfeld von serbski.chat und &amp;quot;sotra&amp;quot;&lt;br /&gt;
** WITAJ-Sprachzentrum&lt;br /&gt;
** seit 2025: Vorlesefunktionen in serbski.chat &lt;br /&gt;
** Die Verbindung von &amp;quot;sotra&amp;quot; mit den Vorlesefunktionen des Sorbischen Instituts und bamborak ist für 2026 vorgesehen.&lt;br /&gt;
** &amp;lt;mark&amp;gt;aktualny staw dodać?&amp;lt;/mark&amp;gt;&lt;br /&gt;
** [https://www.witaj-sprachzentrum.de/obersorbisch/wp-content/uploads/sites/3/2026/05/T%C3%A4tigkeitsbericht-2025.pdf Tätigkeitsbericht 2025, S. 7] · [https://www.witaj-sprachzentrum.de/niedersorbisch/wp-content/uploads/sites/2/2026/06/Arbeitsplan-2026.pdf Arbeitsplan 2026, S. 5]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left;&amp;quot; | Offene Schritte&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
# Qualität, Nutzungsbedingungen und Einbindungsmöglichkeiten von Matej und bamborak gemeinsam mit den Entwicklern erheben.&lt;br /&gt;
# Priorisierte Anwendungen und passende Qualitätskriterien festlegen, insbesondere für barrierearmes Vorlesen, Übersetzungsdienste und Lernmaterialien.&lt;br /&gt;
# Aussprachefehler und fehlende Sprachdaten gezielt bearbeiten, Rechte an Aufnahmen, Stimmen, Modellen und erzeugten Audiodateien klären.&lt;br /&gt;
# Die geplante &amp;quot;sotra&amp;quot;-Einbindung prüfen und eine priorisierte Anwendung erproben. Die Eignung für die automatische Vertonung von Untertiteln oder Lernfilmen gesondert bewerten.&lt;br /&gt;
# Schnittstellen, Betrieb, Pflege und Finanzierung für die eingesetzten Dienste absichern.&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== &amp;lt;span id=&amp;quot;M1.1_6&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;1.1_6 – Entwicklung einer niedersorbischen Sprachausgabe (DSB) ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot; style=&amp;quot;width:100%;background-color:#ffffff;color:#202122;&amp;quot;&lt;br /&gt;
! colspan=&amp;quot;2&amp;quot; style=&amp;quot;background-color:#d9e2f3;text-align:left;&amp;quot; | Maßnahme 1.1_6 – Entwicklung einer niedersorbischen Sprachausgabe (DSB)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;width:20%;text-align:left;&amp;quot; | Ziel&lt;br /&gt;
| Eine niedersorbische Sprachausgabe steht als Sprachdienst zur Verfügung und kann Texte in priorisierten Anwendungen verständlich vorlesen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left;&amp;quot; | Inhalt&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
* Bereitstellung geeigneter niedersorbischer Sprachaufnahmen, Texte und Ausspracheinformationen&lt;br /&gt;
* Entwicklung oder Anpassung von Modellen zur automatischen Sprachausgabe (Text-to-Speech, TTS)&lt;br /&gt;
* Eigenständige Qualitätsprüfung hinsichtlich Aussprache, Verständlichkeit und Natürlichkeit des Niedersorbischen&lt;br /&gt;
* Bereitstellung über dokumentierte Schnittstellen&lt;br /&gt;
* Einbindung in Webseiten, Übersetzungsdienste und weitere priorisierte Anwendungen&lt;br /&gt;
* Absicherung von Betrieb und Pflege&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left;&amp;quot; | Bewertung&lt;br /&gt;
| '''Aufwand: hoch''' (3/4) · '''Nutzen: sehr groß''' (4/4) · '''Attraktivität: hoch''' (+1)&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! colspan=&amp;quot;2&amp;quot; style=&amp;quot;background-color:#eaf0f8;text-align:left;&amp;quot; | Umsetzungsstand und weitere Planung (Stand: 2026)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left;&amp;quot; | Status&lt;br /&gt;
| 🟡 '''in Bearbeitung'''&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Eine Vorlesefunktion ist vorhanden&lt;br /&gt;
* Einbindung in priorisierte Anwendungen ist noch in Entwicklung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left;&amp;quot; | Abgeschlossene Projekte&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
* '''2018-2024:''' Entwicklung einer Vorlesefunktion für die nieder- und obersorbische Schriftsprache – niedersorbischer Teil „Juro“&lt;br /&gt;
** Sorbisches Institut, Förderung durch den Freistaat Sachsen&lt;br /&gt;
** Erste öffentliche Version 2023, Gemeinsames Projekt mit [[#M1.1_5|Maßnahme 1.1_5]]&lt;br /&gt;
** [https://www.serbski-institut.de/projekte-sprachwissenschaft/entwicklung-einer-vorlesefunktion-fuer-die-nieder-und-obersorbische-schriftsprache/ Informationen zum Projekt]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left;&amp;quot; | Laufende Projekte&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
* '''Seit 2025:''' Bereitstellung und Webeinbindung der Vorlesefunktion „Juro“&lt;br /&gt;
** Sorbisches Institut&lt;br /&gt;
** Auf den niedersorbischen Institutsseiten eingebunden&lt;br /&gt;
** &amp;lt;mark&amp;gt;dalše dodać?&amp;lt;/mark&amp;gt;&lt;br /&gt;
** [https://www.serbski-institut.de/projekte-sprachwissenschaft/entwicklung-einer-vorlesefunktion-fuer-die-nieder-und-obersorbische-schriftsprache/ Informationen zum Dienst], [https://github.com/Sorbisches-Institut/Serbski-TTS Programmkomponenten]&lt;br /&gt;
* '''für 2026 geplant:''' Verbindung von &amp;quot;sotra&amp;quot; mit der Vorlesefunktion des Sorbischen Instituts&lt;br /&gt;
** WITAJ-Sprachzentrum, technische Umsetzungspartner:  &amp;lt;mark&amp;gt;dodać?&amp;lt;/mark&amp;gt;&lt;br /&gt;
** [https://www.witaj-sprachzentrum.de/niedersorbisch/wp-content/uploads/sites/2/2026/06/Arbeitsplan-2026.pdf Arbeitsplan 2026, S. 5]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left;&amp;quot; | Offene Schritte&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
# Aktuellen Entwicklungs- und Betriebsstand von Juro sowie vorhandene niedersorbische Vorlesefunktionen im &amp;quot;sotra&amp;quot;-Umfeld erheben.&lt;br /&gt;
# Priorisierte Anwendungen und niedersorbische Qualitätskriterien festlegen, die Verständlichkeit und Aussprache mit sprachkundigen Nutzenden prüfen.&lt;br /&gt;
# Erforderliche Verbesserungen an Aussprache, Sprachdaten oder Modellen bestimmen und Nutzungsrechte klären, technische Bausteine aus [[#M1.1_5|Maßnahme 1.1_5]] auf Übertragbarkeit prüfen.&lt;br /&gt;
# Die Einbindung in den [[#M1.1_4|niedersorbischen Übersetzungsdienst]] und eine weitere priorisierte Anwendung erproben, die Eignung für Lernmaterialien und automatische Vertonung gesondert bewerten.&lt;br /&gt;
# Schnittstellen, Betrieb, Pflege und Finanzierung für die eingesetzten Dienste absichern.&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== &amp;lt;span id=&amp;quot;M1.1_7&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;1.1_7 - Finden einer Software für 'Intention und Anweisungen' ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot; style=&amp;quot;width:100%;background-color:#ffffff;color:#202122;&amp;quot;&lt;br /&gt;
! colspan=&amp;quot;2&amp;quot; style=&amp;quot;background-color:#d9e2f3;text-align:left;&amp;quot; | Maßnahme 1.1_7 – Finden einer Software für 'Intention und Anweisungen'&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;width:20%;text-align:left;&amp;quot; | Ziel&lt;br /&gt;
| Gesprochene ober- und niedersorbische Anweisungen können in priorisierten Anwendungen verstanden und in gewünschte Aktionen umgesetzt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left;&amp;quot; | Inhalt&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
* Festlegung unterstützter Nutzerabsichten und Anweisungen (z. B. Informationsabfragen oder Steuerung von Funktionen)&lt;br /&gt;
* Auswahl und gegebenenfalls Anpassung einer geeigneten Software&lt;br /&gt;
* Verbindung mit sorbischer Spracherkennung und Sprachausgabe, bei Bedarf auch mit Übersetzungsdiensten&lt;br /&gt;
* Einbindung der anzusteuernden Anwendungen oder Geräte&lt;br /&gt;
* Prüfung der Zuverlässigkeit sowie Umgang mit unklaren oder fehlerhaft erkannten Anweisungen&lt;br /&gt;
* Absicherung von Berechtigungen, Betrieb und Pflege&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left;&amp;quot; | Bewertung&lt;br /&gt;
| '''Aufwand: moderat''' (2/4) · '''Nutzen: moderat''' (2/4) · '''Attraktivität: mittel''' (0)&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! colspan=&amp;quot;2&amp;quot; style=&amp;quot;background-color:#eaf0f8;text-align:left;&amp;quot; | Umsetzungsstand und weitere Planung (Stand: 2026)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left;&amp;quot; | Status&lt;br /&gt;
| 🟡 in Bearbeitung&lt;br /&gt;
* ein Demonstrator und Chat-Bots sind pilotiert &lt;br /&gt;
* &amp;lt;mark&amp;gt;dalše dodać?&amp;lt;/mark&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left;&amp;quot; | Abgeschlossene Projekte&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
* '''2021:''' Demonstrator „smart lamp / mudra lampa“ („digidom #1“)&lt;br /&gt;
** Fraunhofer IKTS und BTU Cottbus, im Auftrag der Stiftung für das sorbische Volk&lt;br /&gt;
** Demonstration einer begrenzten obersorbischen Sprachsteuerung, gemeinsamer Entwicklungsbaustein mit [[#M1.1_1|Maßnahme 1.1_1]], kein vollständiger universeller Sprachassistent.&lt;br /&gt;
** [https://zalozba.de/medien/pressearchiv/detail/digidom-1-mudra-lampa/ Informationen zum Demonstrator], [https://github.com/ZalozbaDev/raspberry_pi_demo_spoznawanje Technische Dokumentation]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left;&amp;quot; | Laufende Projekte&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
* '''Seit 2023:''' [https://serbski.chat/ serbski.chat], sorbischer Chat des WITAJ-Sprachzentrums&lt;br /&gt;
** WITAJ-Sprachzentrum&lt;br /&gt;
** Dialog-, Übersetzungs- und Vorlesefunktionen sind dokumentiert, eine öffentliche Vorstellung im Rahmen von &amp;quot;sotra&amp;quot; war für 2026 vorgesehen.&lt;br /&gt;
** &amp;lt;mark&amp;gt;aktualny staw dodać?&amp;lt;/mark&amp;gt;&lt;br /&gt;
** [https://www.witaj-sprachzentrum.de/obersorbisch/wp-content/uploads/sites/3/2026/05/T%C3%A4tigkeitsbericht-2025.pdf Tätigkeitsbericht 2025, S. 3 und 7]&lt;br /&gt;
* '''Projektbeginn und Laufzeit: &amp;lt;mark&amp;gt;dodać&amp;lt;/mark&amp;gt;''' – [https://agata.chat/ AGATA], sorbischer Chatbot&lt;br /&gt;
** Projektteam AGATA: &amp;lt;mark&amp;gt;staw dodać&amp;lt;/mark&amp;gt;&lt;br /&gt;
** Obersorbischer Dialog mit Texteingabe sowie Sprachein- und -ausgabe ist beschrieben&lt;br /&gt;
** Unterstützung des Niedersorbischen, Ausführung konkreter Anweisungen und Weiterentwicklung 2026: &amp;lt;mark&amp;gt;dodać&amp;lt;/mark&amp;gt;&lt;br /&gt;
** [https://digiserb.de/projekt/agata-ein-sorbischer-chatbot/ Informationen zum Projekt]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left;&amp;quot; | Offene Schritte&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
# Einen begrenzten Anwendungsfall auswählen und festlegen, welche Anweisungen das System verstehen und welche Aktionen es tatsächlich ausführen soll.&lt;br /&gt;
# Vorhandene Demonstratoren, AGATA, serbski.chat und weitere geeignete Software auf Wiederverwendbarkeit prüfen, Dialogfähigkeit und zuverlässige Befehlsausführung getrennt bewerten.&lt;br /&gt;
# Die Erkennung von Nutzerabsichten zunächst mit Texteingaben erproben und anschließend mit [[#M1.1_1|obersorbischer]] beziehungsweise [[#M1.1_2|niedersorbischer Spracherkennung]] sowie [[#M1.1_5|obersorbischer]] beziehungsweise [[#M1.1_6|niedersorbischer Sprachausgabe]] verbinden.&lt;br /&gt;
# Einen Anwendungsfall mit Nutzenden erproben, Fehlinterpretationen, Rückfragen und Bestätigungen vor folgenreichen Aktionen berücksichtigen.&lt;br /&gt;
# Über die weitere Umsetzung entscheiden und durchführende Institution, Finanzierung, Betrieb und Pflege festlegen.&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
----&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Měrko Šenk</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://koncept.serbski-inkubator.de/index.php?title=Wu%C5%BEiwar:M%C4%9Brko_%C5%A0enk/1.1_Sprechen_mit_elektronischen_Ger%C3%A4ten&amp;diff=1178</id>
		<title>Wužiwar:Měrko Šenk/1.1 Sprechen mit elektronischen Geräten</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://koncept.serbski-inkubator.de/index.php?title=Wu%C5%BEiwar:M%C4%9Brko_%C5%A0enk/1.1_Sprechen_mit_elektronischen_Ger%C3%A4ten&amp;diff=1178"/>
		<updated>2026-10-16T13:36:57Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Měrko Šenk: /* Management Summary */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;__NOINDEX__&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
__TOC__&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Management Summary ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| style=&amp;quot;border-spacing:0;&amp;quot;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;background-color:#d9e2f3;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0.101cm;padding-bottom:0.101cm;padding-left:0.199cm;padding-right:0.199cm;&amp;quot; | &lt;br /&gt;
'''Handlungsfeld'''&lt;br /&gt;
| colspan=&amp;quot;2&amp;quot;  style=&amp;quot;background-color:#d9e2f3;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0.101cm;padding-bottom:0.101cm;padding-left:0.199cm;padding-right:0.199cm;&amp;quot; | &lt;br /&gt;
'''1 Digitale Sprachnutzung'''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;background-color:#d9e2f3;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0.101cm;padding-bottom:0.101cm;padding-left:0.199cm;padding-right:0.199cm;&amp;quot; | &lt;br /&gt;
'''Themenbereich'''&lt;br /&gt;
| colspan=&amp;quot;2&amp;quot;  style=&amp;quot;background-color:#d9e2f3;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0.101cm;padding-bottom:0.101cm;padding-left:0.199cm;padding-right:0.199cm;&amp;quot; | &lt;br /&gt;
'''1.1 Sprechen mit elektronischen Geräten'''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;background-color:#d9e2f3;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0.101cm;padding-bottom:0.101cm;padding-left:0.199cm;padding-right:0.199cm;&amp;quot; | &lt;br /&gt;
'''Beschreibung'''&lt;br /&gt;
| colspan=&amp;quot;2&amp;quot;  style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0.101cm;padding-bottom:0.101cm;padding-left:0.199cm;padding-right:0.199cm;&amp;quot; | &lt;br /&gt;
Unterstützung des Anwenders beim Sprechen mit elektron. Geräten in sorbischer Sprache&lt;br /&gt;
* '''Sprachausgabe''': das Vorlesen geschriebener sorbischer Wörter&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
* '''Spracherkennung''': das Erkennen und Darstellen von gesprochenen sorbischen Wörtern durch elektronische Geräte&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
* '''Sprachverarbeitung''': das Verarbeiten gesprochener sorbischer Wörter und Reagieren darauf&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;background-color:#d9e2f3;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | &lt;br /&gt;
'''Vision'''&lt;br /&gt;
| colspan=&amp;quot;2&amp;quot;  style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.5cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | &lt;br /&gt;
'''Überall dort, wo sich mit digitalen Geräten sprechen lässt, können Ober- und Niedersorbisch gleichwertig mit Deutsch verwendet werden.'''&lt;br /&gt;
&amp;lt;br&amp;gt;&amp;lt;mark&amp;gt;Alternatiwa: &amp;lt;/mark&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;Überall dort, wo sich mit digitalen Geräten sprechen lässt, können Ober- und Niedersorbisch &amp;lt;mark&amp;gt;ebenso wie&amp;lt;/mark&amp;gt; Deutsch verwendet werden.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;background-color:#d9e2f3;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | &lt;br /&gt;
'''Ziele'''&lt;br /&gt;
| colspan=&amp;quot;2&amp;quot;  style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0.12cm;padding-bottom:0.25cm;padding-left:0.1cm;padding-right:0.2cm;&amp;quot; | &lt;br /&gt;
# '''Spracherkennung / Diktierfunktion''': In ausgewählten Betriebssystemen und Anwendungen können Texte auf Ober- und Niedersorbisch diktiert werden. Gesprochene Wörter und Sätze werden erkannt und in geschriebenen Text umgewandelt.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
# '''Sprachausgabe / Vorlesefunktion''': Ausgewählte Systeme und Anwendungen können ober- und niedersorbische Texte vorlesen. Sorbische Inhalte werden dadurch auch für Menschen zugänglich, die Texte nicht oder nur eingeschränkt lesen können (Barrierefreiheit).&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
# '''KI-gestützte Synchronisation von Filmen''': Dokumentationen, Lernfilme und weitere Filme können mithilfe künstlicher Intelligenz gesprochene ober- und niedersorbische Sprachfassungen erhalten.&lt;br /&gt;
# '''Simultanübersetzung''': In mehrsprachigen Videokonferenzen, Gesprächen und Veranstaltungen können gesprochene Beiträge automatisch und nahezu in Echtzeit von und nach Ober- und Niedersorbisch übersetzt werden.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| colspan=&amp;quot;2&amp;quot;  style=&amp;quot;background-color:#d9e2f3;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | &lt;br /&gt;
'''IST-Analyse – Sprachassistenzsysteme''' (Stand: 2021)&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;background-color:#d9e2f3;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | &lt;br /&gt;
'''IST-Analyse – sorbische Projekte'''  (Stand: 2023)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| colspan=&amp;quot;2&amp;quot;  style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | &lt;br /&gt;
''4 Bausteine der Sprachassistenz: ''&lt;br /&gt;
# &amp;lt;div style=&amp;quot;color:#000000;margin-left:0.54cm;margin-right:0cm;&amp;quot;&amp;gt;'''Spracherkennung'''&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
#* &amp;lt;div style=&amp;quot;color:#000000;margin-left:0.547cm;margin-right:0cm;&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;u&amp;gt;Ziel&amp;lt;/u&amp;gt;: phonetisches Wörterbuch, dafür &amp;lt;u&amp;gt;notwendig&amp;lt;/u&amp;gt;:&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
#* &amp;lt;div style=&amp;quot;color:#000000;margin-left:0.547cm;margin-right:0cm;&amp;quot;&amp;gt;große Basis an geschriebenen und gesprochenen Sätzen für das Anlernen eines Spracherkennungs-Systems&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
# &amp;lt;div style=&amp;quot;color:#000000;margin-left:0.54cm;margin-right:0cm;&amp;quot;&amp;gt;'''Textübersetzung'''&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
#* &amp;lt;div style=&amp;quot;color:#000000;margin-left:0.547cm;margin-right:0cm;&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;u&amp;gt;Notwendig&amp;lt;/u&amp;gt;: umfangreicher 2-sprachiger Textkorpus im speziellen Format&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
# &amp;lt;div style=&amp;quot;color:#000000;margin-left:0.54cm;margin-right:0cm;&amp;quot;&amp;gt;'''Intention erkennen, Anweisungen ausführen'''&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
#* &amp;lt;div style=&amp;quot;color:#000000;margin-left:0.54cm;margin-right:0cm;&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;u&amp;gt;Ziel&amp;lt;/u&amp;gt;: Intention des Nutzers erkennen, Anweisungen ableiten und ausführen &amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
#* &amp;lt;div style=&amp;quot;color:#000000;margin-left:0.54cm;margin-right:0cm;&amp;quot;&amp;gt;Spezielle Systeme notwendig&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
# &amp;lt;div style=&amp;quot;color:#000000;margin-left:0.54cm;margin-right:0cm;&amp;quot;&amp;gt;'''Sprachausgabe'''&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
#* &amp;lt;div style=&amp;quot;color:#000000;margin-left:0.547cm;margin-right:0cm;&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;u&amp;gt;Notwendig&amp;lt;/u&amp;gt;: Audio-Wörterbuch, phonetisches Wörterbuch&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | &lt;br /&gt;
Handlungsbedarf als Farbe: &amp;lt;span style=&amp;quot;background-color:#c5e0b3;&amp;quot;&amp;gt;gering&amp;lt;/span&amp;gt;, &amp;lt;span style=&amp;quot;background-color:#ffff00;&amp;quot;&amp;gt;groß&amp;lt;/span&amp;gt;, &amp;lt;span style=&amp;quot;background-color:#f69292;&amp;quot;&amp;gt;sehr groß&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
{| style=&amp;quot;border-spacing:0;&amp;quot;&lt;br /&gt;
|- style=&amp;quot;border:0.5pt solid #d0cece;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.101cm;padding-right:0.101cm;&amp;quot;&lt;br /&gt;
| align=right| '''Aktueller Stand'''&lt;br /&gt;
| align=center| '''Obersorbisch'''&lt;br /&gt;
| align=center| '''Nieder­sorbisch'''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;background-color:transparent;border:0.5pt solid #d0cece;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.101cm;padding-right:0.101cm;&amp;quot; | &lt;br /&gt;
&amp;lt;span style=&amp;quot;color:#000000;&amp;quot;&amp;gt;'''1. Spracherkennung'''&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
| align=center style=&amp;quot;background-color:transparent;border:0.5pt solid #d0cece;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.101cm;padding-right:0.101cm;&amp;quot; | &lt;br /&gt;
| align=center style=&amp;quot;background-color:transparent;border:0.5pt solid #d0cece;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.101cm;padding-right:0.101cm;&amp;quot; | &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;background-color:transparent;border:0.5pt solid #d0cece;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.101cm;padding-right:0.101cm;&amp;quot; | &lt;br /&gt;
Mozilla common voice&lt;br /&gt;
* &amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:0.289cm;margin-right:0cm;&amp;quot;&amp;gt;geschriebene Sätze&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
* &amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:0.289cm;margin-right:0cm;&amp;quot;&amp;gt;gesprochene Minuten&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;background-color:#ffff00;border:0.5pt solid #d0cece;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.101cm;padding-right:0.101cm;&amp;quot; | &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;gt; 7.500&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
171&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;background-color:#f69292;border:0.5pt solid #d0cece;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.101cm;padding-right:0.101cm;&amp;quot; | &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
0&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
0 &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;background-color:transparent;border:0.5pt solid #d0cece;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.101cm;padding-right:0.101cm;&amp;quot; | &lt;br /&gt;
Projekt Sprach­erkennung und maschin. Übersetzung&lt;br /&gt;
* &amp;lt;div style=&amp;quot;color:#000000;margin-left:0.289cm;margin-right:0cm;&amp;quot;&amp;gt;Prototyp „digidom“ veröffentlicht&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
| align=center style=&amp;quot;background-color:#e2efd9;border:0.5pt solid #d0cece;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.101cm;padding-right:0.101cm;&amp;quot; | &lt;br /&gt;
seit 2020&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2022&lt;br /&gt;
| align=center style=&amp;quot;background-color:#e2efd9;border:0.5pt solid #d0cece;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.101cm;padding-right:0.101cm;&amp;quot; | &lt;br /&gt;
seit 2020&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
in Planung&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;background-color:transparent;border:0.5pt solid #d0cece;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.101cm;padding-right:0.101cm;color:#000000;&amp;quot; | '''2. Textübersetzung'''&lt;br /&gt;
| align=center style=&amp;quot;background-color:transparent;border:0.5pt solid #d0cece;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.101cm;padding-right:0.101cm;&amp;quot; | &lt;br /&gt;
| align=center style=&amp;quot;background-color:transparent;border:0.5pt solid #d0cece;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.101cm;padding-right:0.101cm;&amp;quot; | &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;background-color:transparent;border:0.5pt solid #d0cece;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.101cm;padding-right:0.101cm;&amp;quot; | &lt;br /&gt;
* &amp;lt;div style=&amp;quot;color:#000000;margin-left:0.289cm;margin-right:0cm;&amp;quot;&amp;gt;notwendiger Textkorpus&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
| align=center style=&amp;quot;background-color:#e2efd9;border:0.5pt solid #d0cece;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.101cm;padding-right:0.101cm;&amp;quot; | groß&lt;br /&gt;
| align=center style=&amp;quot;background-color:#e2efd9;border:0.5pt solid #d0cece;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.101cm;padding-right:0.101cm;&amp;quot; | groß&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;background-color:transparent;border:0.5pt solid #d0cece;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.101cm;padding-right:0.101cm;color:#000000;&amp;quot; | '''3. Intention, Anweisung'''&lt;br /&gt;
| align=center style=&amp;quot;background-color:transparent;border:0.5pt solid #d0cece;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.101cm;padding-right:0.101cm;&amp;quot; | &lt;br /&gt;
| align=center style=&amp;quot;background-color:transparent;border:0.5pt solid #d0cece;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.101cm;padding-right:0.101cm;&amp;quot; | &lt;br /&gt;
|- style=&amp;quot;background-color:#e2efd9;border:0.5pt solid #d0cece;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.101cm;padding-right:0.101cm;&amp;quot;&lt;br /&gt;
| colspan=&amp;quot;3&amp;quot; | &lt;br /&gt;
* &amp;lt;div style=&amp;quot;color:#000000;margin-left:0.289cm;margin-right:0cm;&amp;quot;&amp;gt;Spätere Recherche und Nutzung von bestehenden Systemen (z.&amp;amp;nbsp;B. open source)&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;background-color:transparent;border:0.5pt solid #d0cece;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.101cm;padding-right:0.101cm;color:#000000;&amp;quot; | '''4. Sprachausgabe'''&lt;br /&gt;
| align=center style=&amp;quot;background-color:transparent;border:0.5pt solid #d0cece;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.101cm;padding-right:0.101cm;&amp;quot; | &lt;br /&gt;
| align=center style=&amp;quot;background-color:transparent;border:0.5pt solid #d0cece;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.101cm;padding-right:0.101cm;&amp;quot; | &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;background-color:transparent;border:0.5pt solid #d0cece;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.101cm;padding-right:0.101cm;&amp;quot; | &lt;br /&gt;
Entwicklung Vorlese­funktion im Sorbischen Institut&lt;br /&gt;
* &amp;lt;div style=&amp;quot;color:#000000;margin-left:0.289cm;margin-right:0cm;&amp;quot;&amp;gt;Prototyp Juro und Matej veröffentlicht&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
| align=center style=&amp;quot;background-color:#e2efd9;border:0.5pt solid #d0cece;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.101cm;padding-right:0.101cm;&amp;quot; | &lt;br /&gt;
2018 - 2023&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2023&lt;br /&gt;
| align=center style=&amp;quot;background-color:#e2efd9;border:0.5pt solid #d0cece;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.101cm;padding-right:0.101cm;&amp;quot; | &lt;br /&gt;
2018 – 2023&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2023&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;background-color:transparent;border:0.5pt solid #d0cece;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.101cm;padding-right:0.101cm;&amp;quot; | &lt;br /&gt;
private Entwicklung Online-Vorlesefunktionen mittels KI&lt;br /&gt;
| align=center style=&amp;quot;background-color:#e2efd9;border:0.5pt solid #d0cece;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.101cm;padding-right:0.101cm;&amp;quot; | seit 2020&lt;br /&gt;
| align=center style=&amp;quot;background-color:#f69292;border:0.5pt solid #d0cece;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.101cm;padding-right:0.101cm;&amp;quot; | -&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
{| style=&amp;quot;border-spacing:0;&amp;quot;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| colspan=&amp;quot;3&amp;quot; style=&amp;quot;background-color:#d9e2f3;border:0.5pt solid #000000;padding:0.101cm 0.199cm;&amp;quot; |&lt;br /&gt;
'''SOLL-Konzeption – zukünftige Maßnahmen und Aufgaben'''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| colspan=&amp;quot;3&amp;quot; style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding:0.6em;&amp;quot; |&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot; style=&amp;quot;width:100%;margin:0;&amp;quot;&lt;br /&gt;
! style=&amp;quot;width:12%;&amp;quot; | Sub-Thema&lt;br /&gt;
! style=&amp;quot;width:5%;&amp;quot; | Nr.&lt;br /&gt;
! style=&amp;quot;width:20%;&amp;quot; | Maßnahme&lt;br /&gt;
! style=&amp;quot;width:9%;text-align:center;&amp;quot; | Attraktivität&lt;br /&gt;
! style=&amp;quot;width:12%;&amp;quot; | Status&lt;br /&gt;
! style=&amp;quot;width:42%;&amp;quot; | Offene Schritte&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Spracherkennung&lt;br /&gt;
| [[#M1.1_1|1.1_1]]&lt;br /&gt;
| [[#M1.1_1|Entwicklung einer obersorbischen Spracherkennung (HSB)]]&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;text-align:center;&amp;quot; | '''hoch''' (+1)&amp;lt;br&amp;gt;&amp;lt;small&amp;gt;A 3 · N 4&amp;lt;/small&amp;gt;&lt;br /&gt;
| 🟡 in Bearbeitung&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
* Anwendungen und Qualitätskriterien festlegen&lt;br /&gt;
* Sprachdaten und Modelle prüfen, Lücken und Rechte klären&lt;br /&gt;
* Sprachdienst entwickeln, erproben und in den Betrieb überführen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Spracherkennung&lt;br /&gt;
| [[#M1.1_2|1.1_2]]&lt;br /&gt;
| [[#M1.1_2|Entwicklung einer niedersorbischen Spracherkennung (DSB)]]&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;text-align:center;&amp;quot; | '''mittel''' (0)&amp;lt;br&amp;gt;&amp;lt;small&amp;gt;A 4 · N 4&amp;lt;/small&amp;gt;&lt;br /&gt;
| 🟡 in Bearbeitung&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
* Anwendungen (vorrangig Diktieren) und Qualitätskriterien festlegen&lt;br /&gt;
* Vorhandene Daten prüfen, weitere Sammlung gezielt ausrichten&lt;br /&gt;
* Sprachdienst entwickeln, erproben und in den Betrieb überführen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Übersetzungsdienst&lt;br /&gt;
| [[#M1.1_3|1.1_3]]&lt;br /&gt;
| [[#M1.1_3|Entwicklung eines obersorbischen Übersetzungsdienstes für Texte (HSB)]]&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;text-align:center;&amp;quot; | '''hoch''' (+1)&amp;lt;br&amp;gt;&amp;lt;small&amp;gt;A 3 · N 4&amp;lt;/small&amp;gt;&lt;br /&gt;
| 🔵 laufende Daueraufgabe&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
* Textkorpora dort erweitern, wo Übersetzungen Schwächen zeigen&lt;br /&gt;
* Schnittstellen dokumentieren, Vorlesefunktion anbinden&lt;br /&gt;
* Finanzierung, Betreuung und Qualitätsprüfung dauerhaft sichern&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Übersetzungsdienst&lt;br /&gt;
| [[#M1.1_4|1.1_4]]&lt;br /&gt;
| [[#M1.1_4|Entwicklung eines niedersorbischen Übersetzungsdienstes für Texte (DSB)]]&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;text-align:center;&amp;quot; | '''mittel''' (0)&amp;lt;br&amp;gt;&amp;lt;small&amp;gt;A 4 · N 4&amp;lt;/small&amp;gt;&lt;br /&gt;
| 🔵 laufende Daueraufgabe&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
* Fehlende Textarten und Fachbegriffe in den Korpora ergänzen&lt;br /&gt;
* Obersorbische Lösungen übertragen und für Niedersorbisch eigens prüfen&lt;br /&gt;
* Finanzierung, Betreuung und Qualitätsprüfung dauerhaft sichern&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Sprachausgabe&lt;br /&gt;
| [[#M1.1_5|1.1_5]]&lt;br /&gt;
| [[#M1.1_5|Entwicklung einer obersorbischen Sprachausgabe (HSB)]]&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;text-align:center;&amp;quot; | '''hoch''' (+1)&amp;lt;br&amp;gt;&amp;lt;small&amp;gt;A 3 · N 4&amp;lt;/small&amp;gt;&lt;br /&gt;
| 🟡 in Bearbeitung&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
* Matej und bamborak nach Qualität, Rechten und Einbindung bewerten&lt;br /&gt;
* Vorrangige Anwendungen festlegen (Barrierefreiheit, Übersetzung, Lernen)&lt;br /&gt;
* Einbindung in „sotra“ und eine weitere Anwendung erproben&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Sprachausgabe&lt;br /&gt;
| [[#M1.1_6|1.1_6]]&lt;br /&gt;
| [[#M1.1_6|Entwicklung einer niedersorbischen Sprachausgabe (DSB)]]&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;text-align:center;&amp;quot; | '''hoch''' (+1)&amp;lt;br&amp;gt;&amp;lt;small&amp;gt;A 3 · N 4&amp;lt;/small&amp;gt;&lt;br /&gt;
| 🟡 in Bearbeitung&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
* Aktuellen Stand von Juro erheben&lt;br /&gt;
* Aussprache und Verständlichkeit mit Sprechenden prüfen&lt;br /&gt;
* Einbindung in „sotra“ und eine weitere Anwendung erproben&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Intention / Anweisung&lt;br /&gt;
| [[#M1.1_7|1.1_7]]&lt;br /&gt;
| [[#M1.1_7|Finden einer Software für „Intention und Anweisungen“]]&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;text-align:center;&amp;quot; | '''mittel''' (0)&amp;lt;br&amp;gt;&amp;lt;small&amp;gt;A 2 · N 2&amp;lt;/small&amp;gt;&lt;br /&gt;
| 🟡 in Bearbeitung&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
* Einen begrenzten Anwendungsfall mit konkreten Anweisungen festlegen&lt;br /&gt;
* AGATA, serbski.chat und vorhandene Demonstratoren auf Eignung prüfen&lt;br /&gt;
* Erst mit Texteingabe erproben, dann mit Spracherkennung und -ausgabe verbinden&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;small&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Attraktivität''' = Nutzen (N) minus Aufwand (A): positiv = hoch, 0 = mittel, negativ = gering. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Status:'''&lt;br /&gt;
* ⚪ '''nicht begonnen''' – Maßnahme ist vorgesehen, die Umsetzung hat noch nicht begonnen.&lt;br /&gt;
* 🟡 '''in Bearbeitung''' – Maßnahme wird bearbeitet.&lt;br /&gt;
* 🟢 '''umgesetzt''' – definiertes Ergebnis wurde erreicht.&lt;br /&gt;
* 🔵 '''laufende Daueraufgabe''' – Maßnahme benötigt laufende Bearbeitung ohne festen Abschluss.&lt;br /&gt;
* ⏸ '''zurückgestellt''' – Bearbeitung ist ausgesetzt oder von Voraussetzungen abhängig.&lt;br /&gt;
* ❓ '''zu prüfen''' – der aktuelle Stand ist zu ermitteln.&lt;br /&gt;
&amp;lt;/small&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einleitung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieser Themenbereich beinhaltet die Unterstützung des Anwenders beim Sprechen mit elektronischen Geräten in den sorbischen Sprachen. Im Fokus steht die Interaktion von Menschen mit elektronischen Geräten mittels gesprochener Worte. Dies umfasst folgende Bereiche:&lt;br /&gt;
* '''Sprachausgabe:''' das '''Vorlesen''' geschriebener sorbischer Wörter&lt;br /&gt;
* '''Spracherkennung: '''das '''Erkennen''' und Darstellen von gesprochenen sorbischen Wörtern durch elektronische Geräte (Computer, Smartphones usw.)&lt;br /&gt;
* '''Sprachverarbeitung: ''' das '''Verarbeiten''' gesprochener sorbischer Wörter und '''Reagieren''' darauf (z.&amp;amp;nbsp;B. Anweisungen ausführen, Antworten).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mögliche Einsatzbereiche und Applikationen sind bspw.&lt;br /&gt;
* Sprachassistenten,&lt;br /&gt;
* Spiele, Spielzeuge (wie Lingufino),&lt;br /&gt;
* Untertitel und Simultanübersetzungen (z. B. bei Videokonferenzen).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ist-Analyse Stand der Entwicklung von Sprachassistenzsystemen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;background-color:#f6f6f6;border:1px solid #DCDCDC;padding:0.6em 0.8em;margin:0.6em 0 1em 0;&amp;quot;&amp;gt;'''Letzte Aktualisierung des Abschnitts: 2021''' &amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Welche Bausteine werden für eine Sprachassistenz benötigt? ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Um eine sprachliche Interaktion mit einem elektronischen Gerät ähnlich wie mit Menschen zu erreichen, sind verschiedene technische Bausteine notwendig, welche jeweils unterschiedliche Aufgaben übernehmen. Die folgende Einteilung der Bausteine orientiert sich an einem Vortrag von Jan Budar vom 13.09.2018 in Senftenberg zu “Digitalisierung als Chance für die Sorben”.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Baustein 1: Spracherkennung (Automatic Speech Recognition, ASR; Speech to Text, STT)&amp;lt;ref name=&amp;quot;ftn1&amp;quot;&amp;gt;Übersicht STT-Engines: [https://mycroft-ai.gitbook.io/docs/using-mycroft-ai/customizations/stt-engine https://mycroft-ai.gitbook.io/docs/using-mycroft-ai/customizations/stt-engine]&amp;lt;/ref&amp;gt; ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* basiert auf phonetischen Informationen zu&lt;br /&gt;
** einzelnen Buchstaben und Silben&lt;br /&gt;
** deren Kombinationen&lt;br /&gt;
** ihrer Position im Wort/Satz&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Umwandlung von gesprochener Sprache in Text''' &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die typischen Schritte zur Umwandlung von gesprochener Sprache in Text (Speech-to-Text, STT) sind:&lt;br /&gt;
# Aufnahme der Sprache: Der erste Schritt besteht darin, die gesprochene Sprache aufzunehmen. Dies kann entweder über ein Mikrofon oder eine andere Audioquelle erfolgen.&lt;br /&gt;
# Signalverarbeitung: Die aufgenommenen Audiosignale werden durch Signalverarbeitungsalgorithmen vorverarbeitet. Dazu gehören zum Beispiel Rauschunterdrückung, Echo-Entfernung und Entzerrung.&lt;br /&gt;
# Sprachsegmentierung: Die Audioaufnahme wird in kurze Segmente unterteilt, die normalerweise zwischen 10 und 30 Millisekunden lang sind. Diese Segmente werden dann weiterverarbeitet.&lt;br /&gt;
# Merkmalsextraktion: Für jedes Sprachsegment werden akustische Merkmale wie Frequenz, Lautstärke, Tonhöhe und Dauer extrahiert. Diese Merkmale dienen als Eingabe für das Spracherkennungsmodell.&lt;br /&gt;
# Spracherkennung: Das Spracherkennungsmodell verwendet die extrahierten Merkmale, um die gesprochene Sprache in Text umzuwandeln. Dieser Schritt kann auf unterschiedliche Weise durchgeführt werden, z.B. mit Hidden Markov Models (HMMs), künstlichen neuronalen Netzen (KNNs) oder Deep-Learning-Modellen.&lt;br /&gt;
# Postprocessing: Der erkannte Text wird postprozessiert, um mögliche Fehler oder Inkonsistenzen im Text zu korrigieren. Dazu können beispielsweise Grammatik- und Sprachmodelle verwendet werden, um den erkannten Text zu verbessern.&lt;br /&gt;
# Textausgabe: Der endgültige Text wird dann ausgegeben, z.B. in einer Textdatei oder als Eingabe für eine andere Anwendung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Je nach Anwendung und Sprachmodell können die genauen Schritte und Technologien zur Umwandlung von Sprache in Text  variieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Training von Spracherkennungs-Maschinen''' &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
* vgl. auch Vortrag von D. Sobe 2022 im Rahmen einer Online-Abendveranstaltung&amp;lt;ref&amp;gt;vgl. [https://digiserb.de/2022/06/09/zarjadowanje-masinelne-spoznawanje-serbsciny/ Veranstaltung auf digiserb.de], [https://digiserb.de/wp-content/uploads/2022/06/2022_06_auswertung.pdf Folien bei digiserb.de], [https://www.youtube.com/watch?v=RWUo7N_Aybw Video bei YouTube].&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Klassischerweise wird die Spracherkennung durch die Verwendung von stochastische Modellen wie Hidden-Markov-Modellen (HMM) und Gauss'schen Mischmodellen (GMM) durchgeführt. Das Sprachsignal wird dabei in kurze Abschnitte, sogenannte Phoneme, unterteilt. Die Phoneme werden dann in einer HMM- oder GMM-Datenbank gespeichert. Bei der Erkennung wird das Sprachsignal in Phoneme aufgeteilt und mit der HMM- oder GMM-Datenbank abgeglichen, um die wahrscheinlichste Sequenz von Phonemen zu finden. Diese wird dann in Text umgewandelt und ausgegeben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den letzten Jahren haben sich Deep Learning Modelle mit tiefen neuronalen Netzen, wie z.B. Recurrent Neural Networks (RNNs) und Convolutional Neural Networks (CNNs), als effektive Methoden zur Spracherkennung erwiesen. Diese Modelle können komplexe Beziehungen zwischen Phonemen und Wörtern erfassen und somit die Genauigkeit der Spracherkennung verbessern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* z.&amp;amp;nbsp;B. Mozilla Common Voice&amp;lt;ref name=&amp;quot;ftn2&amp;quot;&amp;gt;vgl. [https://voice.mozilla.org https://voice.mozilla.org] und [https://github.com/mozilla/DeepSpeech https://github.com/mozilla/DeepSpeech]&amp;lt;/ref&amp;gt; in Kombination mit einer Spracherkennungs-Engine wie Mozilla Deep Speech&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Erstellung von Spracherkennungs-Maschinen''' &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Um eine Spracherkennungs-Engine (Speech-to-Text) zu erstellen, werden verschiedene Ressourcen benötigt, darunter:&lt;br /&gt;
# Sprachdaten: Um ein Spracherkennungsmodell zu trainieren, werden große Mengen an Audioaufnahmen benötigt, die repräsentativ für die Sprache und den Dialekt sind, den die Engine erkennen soll. Diese Sprachdaten sollten auch verschiedene Sprecher, Akzente und Hintergrundgeräusche enthalten.&lt;br /&gt;
# Transkriptionen: Jede Audioaufnahme muss mit einer Texttranskription versehen werden, die angibt, was in der Aufnahme gesagt wird. Diese Transkriptionen werden verwendet, um das Modell zu trainieren und zu testen.&lt;br /&gt;
# Sprachmodelle: Sprachmodelle sind eine wichtige Komponente von Spracherkennungs-Engines, da sie die Wahrscheinlichkeit berechnen, mit der eine bestimmte Sequenz von Wörtern in einem bestimmten Kontext auftreten wird. Diese Modelle werden verwendet, um die Wahrscheinlichkeit des erkannten Textes zu berechnen und die Genauigkeit der Spracherkennungs-Engine zu verbessern.&lt;br /&gt;
# Aussprachelexika: Ein Aussprachelexikon enthält eine Liste von Wörtern und deren Aussprache in der jeweiligen Sprache. Dies wird verwendet, um die richtige Aussprache von Wörtern im erkannten Text zu bestimmen.&lt;br /&gt;
# Phonemmodelle: Phonemmodelle beschreiben, wie Wörter in ihre kleinsten sprachlichen Einheiten (Phoneme) aufgeteilt werden können. Diese Modelle werden verwendet, um die Wahrscheinlichkeit von Phonemsequenzen zu berechnen und die Genauigkeit der Spracherkennungs-Engine zu verbessern.&lt;br /&gt;
# Linguistische Ressourcen: Zusätzlich zu den oben genannten Ressourcen können auch linguistische Ressourcen wie Grammatiken, semantische Modelle und syntaktische Modelle verwendet werden, um die Genauigkeit der Spracherkennungs-Engine zu verbessern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Baustein 2: Textübersetzung (Machine Translation, MT) ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Grundlage hierfür sind Massen an übersetzten Sätzen&lt;br /&gt;
* Künstliche Intelligenz lernt aus diesen übersetzten Sätzen durch&lt;br /&gt;
** Mustererkennung&lt;br /&gt;
** Training&lt;br /&gt;
* vgl. Kapitel 5 Abschnitt [https://koncept.serbski-inkubator.de/index.php/5._Schreiben_auf_elektronischen_Ger%C3%A4ten#.C3.9Cbersetzer Übersetzer]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Baustein 3: Intention erkennen und Anweisungen ausführen&amp;lt;ref name=&amp;quot;ftn3&amp;quot;&amp;gt;vgl. [https://mycroft.ai/wp-content/uploads/2018/08/mycroft-ai-introduction-to-voice-stack-whitepaper.pdf https://mycroft.ai/wp-content/uploads/2018/08/mycroft-ai-introduction-to-voice-stack-whitepaper.pdf]&amp;lt;/ref&amp;gt;  ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* aus dem erkannten Text wird die Intention des Nutzers extrahiert (intent parser)&lt;br /&gt;
* Anweisungen werden abgeleitet und ausgeführt (Skill invocation)&lt;br /&gt;
* z.&amp;amp;nbsp;B. [https://wit.ai/ https://wit.ai/] (eine Sprachplattform, welche zum Facebook-Konzern gehört)&lt;br /&gt;
* z.B. [https://mycroft.ai/ https://mycroft.ai/]als datenschutzfreundliche Alternative&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Baustein 4: Sprachausgabe (Text to Speech, TTS)&amp;lt;ref name=&amp;quot;ftn4&amp;quot;&amp;gt;Übersicht TTS-Engines: [https://mycroft-ai.gitbook.io/docs/using-mycroft-ai/customizations/tts-engine https://mycroft-ai.gitbook.io/docs/using-mycroft-ai/customizations/tts-engine]&amp;lt;/ref&amp;gt; ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* bspw. für barrierefreie Webseiten notwendig&lt;br /&gt;
* Open Source Text-to-speech-System: MaryTTS&lt;br /&gt;
* modularer Aufbau: Lexikon, Sprache, Daten, Synthese&lt;br /&gt;
* Unit-Selectin-Synthese (Verkettung natürlichsprachlicher Elemente)&lt;br /&gt;
* ThorstenVoice (OSS Variante)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die folgenden Schritte sind typischerweise erforderlich, um einen Text in eine gesprochene Sprachausgabe umzuwandeln:&lt;br /&gt;
# Linguistische Analyse: Der eingegebene Text wird vorverarbeitet, um dessen Struktur zu analysieren, einschließlich der Trennung von Sätzen, der Erkennung von Interpunktion und der Ermittlung der Betonung.&lt;br /&gt;
# Phonetische Umsetzung: Der Text wird in eine phonetische Darstellung umgewandelt, in der jeder Textabschnitt in eine entsprechende Sequenz von Lauten (Phonemen) übersetzt wird. Dies wird typischerweise durch eine phonetische Lexikon-Datenbank und Sprachregeln erreicht.&lt;br /&gt;
# Prosodische Modellierung: Es wird die Betonung und Intonation des Textes bestimmt. Hierbei werden Faktoren wie Akzent, Tonhöhe, Tempo, Pause und Rhythmus berücksichtigt, um eine natürliche Sprachmelodie zu erzeugen.&lt;br /&gt;
# Synthese: Der phonetisch umgesetzte Text wird dann in Sprache umgewandelt, indem die phonetischen Einheiten zu Sprachsignalen zusammengefügt werden. Dies kann entweder durch die Verwendung von Klangeinheiten, die in einer Datenbank gespeichert sind, oder durch das Generieren von Sprache auf der Grundlage von Modellen, wie z.B. Deep-Learning-Modellen, erfolgen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine TTS-Engine benötigt folgende Voraussetzungen:&lt;br /&gt;
# Eine umfangreiche phonetische Datenbank oder ein phonetisches Modell, um die Übersetzung von Text in Phoneme zu ermöglichen.&lt;br /&gt;
# Ein Prosodie-Modell, um die natürliche Sprachmelodie zu erzeugen.&lt;br /&gt;
# Eine Sprachsynthesetechnologie, um die Phoneme in Sprachsignale zu konvertieren.&lt;br /&gt;
# Training mit großen Datenmengen, um die Sprachsynthese-Modelle auf die spezifische Sprache und Stimme zu optimieren.&lt;br /&gt;
&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Definition und Marktübersicht von Sprachassistenten ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Sprachassistent ist eine bestimmte Art von Software, die gesprochene Worte analysiert, in den richtigen Kontext einordnet und darauf reagiert. Sprachassistenten sind als Software meist in Smartphones oder Smart Speaker, aber auch in Konsolen (PS4), Fernseher und smart watches integriert. Ein Smart Speaker wiederum ist ein bestimmtes Gerät, auf welchem der Sprachassistent als Software installiert ist.&amp;lt;ref name=&amp;quot;ftn5&amp;quot;&amp;gt;vgl. [https://de.wikipedia.org/wiki/Intelligenter_pers%C3%B6nlicher_Assistent https://de.wikipedia.org/wiki/Intelligenter_pers%C3%B6nlicher_Assistent]&amp;lt;/ref&amp;gt; Spricht ein Mensch mit diesem Gerät, so beantwortet es über seine Sprachsoftware verbal Fragen oder führt Anweisungen aus, z.&amp;amp;nbsp;B. steuert es vernetzte smart home Geräte (TV-Geräte, Heizungsthermostate, Rollläden, Lampen, Waschmaschine, Backofen, Kaffee­maschine bis hin zur Toilettenspülung usw.). Auch in Autos, Kopfhörern, Bürogeräten und Kleidung sind bereits Sprachassistenten im Einsatz.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Entwicklung der Sprachassistenten:* 2010 Apples Siri („Hey Siri“)&lt;br /&gt;
* 2012 Google Assistant (vormals Google Now) („Ok, Google“)&lt;br /&gt;
* 2013 Microsoft Cortana („Hey Cortana“)&lt;br /&gt;
* 2014 Amazon Alexa („Alexa“)&lt;br /&gt;
* 2015 Mycroft - open Source Smart Speaker (“Hey Mycroft”)&amp;lt;ref name=&amp;quot;ftn6&amp;quot;&amp;gt;vgl. [https://mycroft.ai/ https://mycroft.ai/] und [https://www.kickstarter.com/projects/aiforeveryone/mycroft-an-open-source-artificial-intelligence-for/description https://www.kickstarter.com/projects/aiforeveryone/mycroft-an-open-source-artificial-intelligence-for/description]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* 2017 Sprachassistenten der chinesischen Firmen Baidu und Alibaba&lt;br /&gt;
* 2018 Samsung Bixby („Hi Bixby“)&lt;br /&gt;
* 2019 Leon – open source personal assistant&amp;lt;ref name=&amp;quot;ftn7&amp;quot;&amp;gt;vgl. [https://getleon.ai/ https://getleon.ai/]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Heute sind weltweit bereits mehr als 4 Milliarden Sprachassistenten im Einsatz. Bis 2023 rechnet die Marktforschungsfirma Juniper Research mit 8 Milliarden Sprachassistenten.&amp;lt;ref name=&amp;quot;ftn8&amp;quot;&amp;gt;vgl. [https://voicebot.ai/google-home-google-assistant-stats/#voice-asst-in-use-juniper https://voicebot.ai/google-home-google-assistant-stats/#voice-asst-in-use-juniper]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Image:Grafik 16.png|top]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Marktübersicht'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die führenden Anbieter für Sprachassistenzsysteme am weltweiten Markt sind:&lt;br /&gt;
# Amazon mit seinem Sprachassistenzsystem &amp;quot;Alexa&amp;quot; und den Amazon Echo Geräten.&lt;br /&gt;
# Google mit seinem Sprachassistenzsystem &amp;quot;Google Assistant&amp;quot; und den Google Home Geräten.&lt;br /&gt;
# Apple mit seinem Sprachassistenzsystem &amp;quot;Siri&amp;quot; und der HomePod-Produktlinie.&lt;br /&gt;
# Microsoft mit seinem Sprachassistenzsystem &amp;quot;Cortana&amp;quot; und der Surface Headphones Produktlinie.&lt;br /&gt;
# Samsung mit seinem Sprachassistenzsystem &amp;quot;Bixby&amp;quot; und der Galaxy Home Produktlinie.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Anbieter haben in den letzten Jahren in die Entwicklung und Verbesserung von Sprachassistenzsystemen investiert und setzen auf künstliche Intelligenz und maschinelles Lernen, um die Spracherkennung und -verarbeitung zu verbessern. Dabei sind ihre Sprachassistenzsysteme nicht nur auf den Heimgebrauch beschränkt, sondern auch in mobilen Geräten, Autos und anderen Branchen wie Gesundheitswesen, Einzelhandel und Finanzen verbreitet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es ist schwierig, genaue Zahlen darüber zu finden, welchen Anteil jeder Anbieter am Gesamtmarkt für Sprachassistenzsysteme hat, da es keine einheitliche Definition des Marktes gibt und die Zahlen von verschiedenen Marktforschungsunternehmen variieren können. Basierend auf den verfügbaren Daten sind die größten Anbieter am Markt Amazon Alexa mit rund 25% Marktanteil, Google Assistant mit rund 20% Marktanteil und Apples Siri mit rund 15% Marktanteil weltweit. Es gibt jedoch Unterschiede in den Zahlen je nach Region und Art des Geräts (z.B. intelligente Lautsprecher, Mobiltelefone, Smart-Home-Geräte). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die beliebtesten Anwendungsfälle von Nutzern von Smart Speakern sind&amp;lt;ref name=&amp;quot;ftn12&amp;quot;&amp;gt;vgl. [https://voicebot.ai/2020/05/03/streaming-music-questions-weather-timers-and-alarms-remain-smart-speaker-killer-apps-third-party-voice-app-usage-not-growing/ https://voicebot.ai/2020/05/03/streaming-music-questions-weather-timers-and-alarms-remain-smart-speaker-killer-apps-third-party-voice-app-usage-not-growing/] &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
# Musik hören&lt;br /&gt;
# Fragen stellen&lt;br /&gt;
# Wetter checken&lt;br /&gt;
# Zeitschaltuhr einschalten&lt;br /&gt;
# Alarm einstellen&lt;br /&gt;
# Radio hören&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Image:Grafik 17.png|top]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Aktuell unterstützte Sprachen'''&amp;lt;ref name=&amp;quot;ftn13&amp;quot;&amp;gt;vgl. [https://www.globalme.net/blog/language-support-voice-assistants-compared/ https://www.globalme.net/blog/language-support-voice-assistants-compared/] sowie die dort angegeben Webseiten&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* &amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:0.501cm;margin-right:0cm;&amp;quot;&amp;gt;'''Amazons Alexa''' unterstützt '''9 Sprachen'''&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
** Arabisch, Deutsch, Englisch (5 Dialekte), Französisch (2 Dialekte), Hindi (Indisch), Italienisch, Japanisch, Portugiesisch (Brasil.), Spanisch (3 Dialekte)&lt;br /&gt;
* &amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:0.501cm;margin-right:0cm;&amp;quot;&amp;gt;'''Google Assistant''' unterstützt '''44 Sprachen '''auf Smartphones&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
* &amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:0.501cm;margin-right:0cm;&amp;quot;&amp;gt;'''Google Assistant''' unterstützt '''13 Sprachen''' auf Smart Speakern / Google Home&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
** Dänisch, Deutsch (2 Dialekte), Englisch (6 Dialekte), Französisch (2 Dialekte), Hindi, Italienisch, Japanisch, Koreanisch, Niederländisch, Norwegisch, Portugiesisch (Brasil.), Schwedisch, Spanisch (3 Dialekte)&lt;br /&gt;
* &amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:0.501cm;margin-right:0cm;&amp;quot;&amp;gt;'''Apples Siri unterstützt rund 42 Sprachen'''&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ist-Analyse sorbischer Potenziale, Ressourcen und Projekte ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;background-color:#f6f6f6;border:1px solid #DCDCDC;padding:0.6em 0.8em;margin:0.6em 0 1em 0;&amp;quot;&amp;gt;'''Letzte Aktualisierung des Abschnitts: 2023''' &amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während digitale Angebote wie Sprachausgabe und Spracherkennung in deutscher Sprache selbstverständlich sind und sowohl von internationalen Großkonzernen als auch von der öffentlichen Hand vorangetrieben und ausgebaut werden, gilt das für dieselben Angebote in sorbischer Sprache nur sehr eingeschränkt. Welche Grundlagen der Sprachunterstützung beider sorbischer Sprachen bereits realisiert oder geplant sind, sollen die folgenden Abschnitte untersuchen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Ist-Stand der 4 Bausteine des Sprechens mit elektronischen Geräten===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Baustein 1: Spracherkennung (Automatic Speech Recognition, ASR; Speech to Text, STT) ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* sorbische Ausgangslage: die folgenden Vorarbeiten sind vorhanden&lt;br /&gt;
* '''Mozilla common voice''': &lt;br /&gt;
** die sorbischen Sprachen werden hier aktuell nicht weiter ergänzt, die gesammelten Daten werden jedoch in anderen Projekten weiter verwendet&lt;br /&gt;
*** die Anzahl an Daten ist bei weitem nicht ausreichend für den Einsatz von neuronalen Technologien&lt;br /&gt;
*** die Qualität der Daten ist nur hinreichend für die Evaluation von Spracherkennungssystemen, nicht jedoch für deren Training (hierfür wird Tonstudio-Qualität benötigt)&lt;br /&gt;
** für das Obersorbische wurden bereits ca. 7.500 lizenzfreie Sätze gesammelt sowie 2 Stunden und 51 Minuten eingesprochen und validiert&lt;br /&gt;
** diese sind aktuell in sehr unterschiedlicher Qualität, sehr unausgewogen hinsichtlich der Stimmen (Geschlecht- und Alter-Verteilung)&lt;br /&gt;
** darüber hinaus lassen sich die Sätze common voice aktuell nicht thematisch zuordnen &lt;br /&gt;
** Für das Niedersorbische fehlen die Sätze und das Einsprechen&amp;lt;ref name=&amp;quot;ftn17&amp;quot;&amp;gt;vgl. [https://voice.mozilla.org/de/languages https://voice.mozilla.org/de/languages]&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;br&amp;gt;  &lt;br /&gt;
  &lt;br /&gt;
* '''Prototyp &amp;quot;smart lamp&amp;quot; / &amp;quot;digidom&amp;quot;'''&lt;br /&gt;
** 2020 startete das '''Projekt „Spracherkennung und maschinelle Übersetzung der sorbischen Sprachen'''“ der Stiftung für das sorbische Volk&lt;br /&gt;
** Durchgeführt wurde eine Machbarkeitsstudie zur automatischen Spracherkennung für die ober­sorbische Sprache vom Fraunhofer-Institut für keramische Technologien und Systeme Dresden (Abteilung Maschinelles Lernen und Datenanalyse) in Zusammenarbeit mit der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus mit folgenden Zielstellungen: &lt;br /&gt;
*** Realisierung eines prototypischen Spracherkenners für eine spezifizierte Beispielanwendung in einer stark beschränkten Sprachdomäne&lt;br /&gt;
*** Ziel wurde es, eine Smart-Home-Anwendung zu erstellen, welches mittels Sprachbefehlen eine Lampe bedienen kann, &amp;quot;digidom&amp;quot;&lt;br /&gt;
*** Einschätzung möglicher und empfohlener Technologien für die Entwicklung eines sorbischen Spracherkenners mit umfangreichem Wortschatz&lt;br /&gt;
*** Aussagen zur Anwendung der niedersorbischen Sprache&lt;br /&gt;
** Folgende Arbeitsschritte wurden bisher für dieses Projekt durchgeführt:&lt;br /&gt;
*** Statistische Auswertung von Textkorpora&lt;br /&gt;
*** Aufstellen der Phonemliste und der Ausspracheregeln&lt;br /&gt;
*** Auswahl an Aufzeichnungen aus „Common Voice“ sowie neue Aufzeichnungen wurden erstellt&lt;br /&gt;
*** Demonstrator unter Open Source Lizenz veröffentlicht&amp;lt;ref&amp;gt;vgl. [https://github.com/ZalozbaDev/web_demo_spoznawanje https://github.com/ZalozbaDev/web_demo_spoznawanje]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
*** Prototyp „digidom“ unter Open Source Lizenz veröffentlicht &amp;lt;ref&amp;gt;vgl. [https://github.com/ZalozbaDev/raspberry_pi_demo_spoznawanje https://github.com/ZalozbaDev/raspberry_pi_demo_spoznawanje]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
*** Veröfentlichung der Ergebnisse in einer Studie&amp;lt;ref&amp;gt;vgl. [http://www.essv.de/pdf/2021_43_50.pdf http://www.essv.de/pdf/2021_43_50.pdf]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
*** Veröffentlichen von Kriterien zur Auswahl eines Sprachkorpus&amp;lt;ref&amp;gt;vgl. [https://github.com/ZalozbaDev/speech_recognition_corpus_creation/blob/main/report/report_summary_german.pdf https://github.com/ZalozbaDev/speech_recognition_corpus_creation/blob/main/report/report_summary_german.pdf]&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
* '''Folgeprojekt &amp;quot;Vorbereitung der Spracherkennung für das Obersorbische für eine Diktierfunktion&amp;quot;''' 2023:&lt;br /&gt;
** Das Ziel war die Entwicklung neuer und Verbesserung bestehender akustischer Modelle für die obersorbische Spracherkennung. &lt;br /&gt;
** Hierfür sollten akustische Modelle auf größeren Audiokorpora trainiert werden.&lt;br /&gt;
*** Es erfolgte eine Erweiterung der Sprachdatensätze mittels Augmentation, d. h. Einfügen von Hintergrundgeräuschen verschiedener Stärke.&lt;br /&gt;
*** Monophon- und Triphon-basierte Modelle wurden mit dem Open-Source-ASR-Toolkit KALDI trainiert.&lt;br /&gt;
*** Die Daten für die Modelle stammen aus verschiedenen Quellen, einschließlich des Common Voice Projekts, der ersten Machbarkeitsstudie (HSB-I) und neuen Audiodaten aus dem aktuellen Projekt.&lt;br /&gt;
*** Nach der Datenaugmentation umfassten die Sprachaufnahmen insgesamt 33:31:10 Stunden und 29.229 gesprochene Sätze.&lt;br /&gt;
** Triphon-basierte Modelle zeigten eine signifikant bessere Leistung als das monophon-basierte Modell. &lt;br /&gt;
** Ein robusteres und weiterentwickeltes triphon-basiertes akustisches Modell wurde erfolgreich erstellt.&lt;br /&gt;
** Mit den folgenden Schritten erfolgte die Verbesserung der Sprachmodellierung mit den bereitgestellten Ressourcen:&lt;br /&gt;
*** Vorverarbeitung und Normalisierung der Textdaten, z. B. Erkennen von Abkürzungen und Eigennamen, Segmentierung von Wörtern in morphologische Einheiten usw.&lt;br /&gt;
*** Wortklassenmodellierung durch Erkennung benannter Einheiten aus vordefinierten Wortklassen, z. B. Datums-, Uhrzeits-, Wochentags-, Namens-, Orts- und Zahlen-Ausdrücke.&lt;br /&gt;
*** Teilwortzerlegung mittels Byte Pair Encoding (BPE) und dem Morfessor-Algorithmus, um das Vokabular zu verkleinern.&lt;br /&gt;
** Die Wahl des richtigen Teilwortzerlegungsverfahrens und der geeigneten Vokabulargröße hat einen signifikanten Einfluss auf die Leistung des Sprachmodells.&lt;br /&gt;
** Im Ergebnis konnte eine Sammlung von normalisierten Textkorpora erzeugt werden, der für das Training von statistischen Sprachmodellen basierend auf ganzen Wörtern oder Wortteilen geeignet ist.&lt;br /&gt;
* Weitere Arbeit an Robustheit und Leistungsfähigkeit von &amp;quot;digidom&amp;quot; ist nötig &amp;lt;br&amp;gt;  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* '''weitere Applikationen mittels Spracherkennung''' &lt;br /&gt;
** Spiele&lt;br /&gt;
*** Lingufino, eine interaktive Puppe, die auf Spracheingaben reagiert&lt;br /&gt;
** Diktierfunktion&lt;br /&gt;
** Simultanübersetzung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Baustein 2: Textübersetzung (Machine Translation, MT) ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* vgl. auch Kapitel 5 Abschnitt [https://koncept.serbski-inkubator.de/index.php/5._Schreiben_auf_elektronischen_Ger%C3%A4ten#.C3.9Cbersetzer Übersetzer]&lt;br /&gt;
* Notwendig: umfangreicher 2-sprachiger Textkorpus&lt;br /&gt;
** Urheberrechtsfrei, gemeinfrei oder unter Creative-Commons-Lizenz (CC0)&lt;br /&gt;
** Satzweise übersetzt&lt;br /&gt;
** Vereinheitlicht, maschinenlesbar&lt;br /&gt;
* Sorbische Ausgangslage: paralleler Textkorpus liegt im WITAJ-Sprachzentrum vor&lt;br /&gt;
* Aufgabe: laufende digitale Erfassung bestehender Übersetzungen in hoher Qualität&lt;br /&gt;
* Herausforderung: Technologieneutralität, d.&amp;amp;nbsp;h. eine Textübersetzung unabhängig von einer speziellen Technologie zu erstellen, so dass sie später in verschiedenen Produkten und Diensten genutzt werden kann (Google Translate, Microsoft Bing Translator, DeepL)&lt;br /&gt;
*  '''sotra.app''': Seit 2019 laufendes Projekt des '''WITAJ-Sprachzentrums: Aufbau eines automatischen „Online-Übersetzers Deutsch-Sorbisch, Sorbisch-Deutsch“''' &lt;br /&gt;
** seit 2021 verfügbar für Obersorbisch und seit 2022 auch in Niedersorbisch für Texte mit max. 6.000 Zeichen&lt;br /&gt;
** Übersetzungen möglich von und nach Deutsch, Ober- und Niedersorbisch und Tschechisch (Beta, von und nach den sorbischen Sprachen)&lt;br /&gt;
** zusätzlicher Service: Rechtschreibkontrolle&lt;br /&gt;
** Mitte 2022 beinhaltete der 2-sprachige Textkorpus ca. 300.000 parallele Satzpaare &lt;br /&gt;
** zukünftig geplant: OCR-Erkennung von Bildern mit Texten&lt;br /&gt;
** Historie:&lt;br /&gt;
*** Aufbau eines großen 2-sprachigen Textkorpus, Ziel bis Ende 2020 ca. 170.000 Satzpaare (ca. 2 Mio. Wörter)&lt;br /&gt;
*** Ende 2021 beinhaltete der 2-sprachige Textkorpus ca. 260.000 parallele Satzpaare &lt;br /&gt;
*** das Projekt startete mit dem Tool Microsoft Translator Hub (eingestellt durch Microsoft)&lt;br /&gt;
*** es wird nun der Ansatz verfolgt, offene Plattformen zu nutzen, um Unabhängigkeit von den Firmen Google, Microsoft, DeepL usw. und deren wirtschaftlichen Interessen zu bewahren&lt;br /&gt;
*** aktuell wird das statistische System MOSES-decoder genutzt&lt;br /&gt;
*** parallel erfolgen Tests des neuronalen Systems OpenNMT (Python)&lt;br /&gt;
* '''Microsoft Bing Translator'''&amp;lt;ref name=&amp;quot;ftn46&amp;quot;&amp;gt;vgl. [https://www.bing.com/translator https://www.bing.com/translator]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
** Der Bing Translator konnte mittels des 2-sprachigen Teytkorpus des WITAJ-Sprachzentrums auf beide sorbische Sprachen trainiert werden:&lt;br /&gt;
** Obersorbisch wird seit 2022 mit aktuell max. 1.000 Zeichen pro Text unterstützt.&lt;br /&gt;
** Niedersorbisch wird seit 2023 mit aktuell max. 1.000 Zeichen pro Text unterstützt.&lt;br /&gt;
** In der Microsoft Bing Translator App wird lediglich die Funktion 'Text übersetzen' unterstützt. Es fehlen die Funktionen 'Sprechen' (STT), 'autom. Spracherkennung', 'Text in Bild übersetzen', 'Audiowiedergabe der Übersetzung' (TTS), 'Offline übersetzen'.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Baustein 3: Intention erkennen und Anweisungen ausführen  ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Hierzu sind keine sorbischen Projekte bekannt. Es kann zu einem späteren Zeitpunkt im Bedarfsfall ggf. auf bereits bestehende Projekte zurückgegriffen werden, wie z.&amp;amp;nbsp;B. [https://wit.ai/ https://wit.ai/].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Baustein 4: Sprachausgabe (Text to Speech, TTS) ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Erste Projekte in die Richtung Sprachausgabe wurden bereits umgesetzt:&lt;br /&gt;
* '''Audioversion des Deutsch-Niedersorbischen Wörterbuchs (nicht als TTS realisiert)'''&lt;br /&gt;
** Für die niedersorbische Sprache wurden vom Sorbischen Institut seit 2014 Tondateien erstellt und in die online-Fassung des Deutsch-Niedersorbischen Wörterbuchs integriert. In einer wissenschaftlichen Studie wurden zudem die verschiedenen Erfahrungen mit praktischen Schwierigkeiten bei der Aussprache verarbeitet. Diese Studie diente dazu, im Jahre 2018 einen praktischen online-Führer zur Aussprache des Niedersorbischen zu erarbeiten. Hochwertige Tonaufnahmen wurden zusammengestellt und bestimmten Lautgruppen bzw. für den Spracherwerb wichtigen lautlichen Phänomenen zugeordnet, mit wichtigen erläuternden Texten ergänzt und auf [http://www.dolnoserbski.de www.dolnoserbski.de] als neue Dienstleistung angeboten. Dadurch steht erstmals eine praktische, durch Tonbeispiele illustrierte Anleitung zur Aussprache des Niedersorbischen zur Verfügung.&lt;br /&gt;
* '''Entwicklung einer Vorlesefunktion für die nieder- und obersorbische Schriftsprache'''&lt;br /&gt;
** Seit 2018 erfolgen die Konzeption, Planung und Entwicklung einer Vorlesesoftware für Nieder- und Obersorbisch für die Integration in Webseiten, Online-Wörterbücher u.&amp;amp;nbsp;ä. durch das Sorbische Institut in Bautzen. Geplanter Abschluss ist 2023.&lt;br /&gt;
** Seit 2023 können die beiden Vorlesestimmen Juro (niedersorbisch) und Matej (obersorbisch) in einer ersten Version ausprobiert werden.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl. [http://tts-juro-matej.serbski-institut.de http://tts-juro-matej.serbski-institut.de], [https://www.serbski-institut.de/projekte-sprachwissenschaft/entwicklung-einer-vorlesefunktion-fuer-die-nieder-und-obersorbische-schriftsprache/ Projektseite SI], [https://www.serbski-institut.de/erste-version-der-sorbischen-vorlesefunktion-und-sprachlandschaft-schleife/ Pressemitteilung SI]&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
* '''Bookii-Bücher in sorbischer Sprache'''&amp;lt;ref&amp;gt;vgl. [https://www.domowina-verlag.de/kinderbuecher/bookii-buecher.html?limit=20 https://www.domowina-verlag.de/kinderbuecher/bookii-buecher.html?limit=20]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
** Aktuell gibt es 9 Bookii-Bücher in obersorbischer Sprache&lt;br /&gt;
** und 3 Bookii-Bücher in niedersorbischer Sprache.&lt;br /&gt;
* '''bamborak''', TTS-System für Obersorbisch&amp;lt;ref name=&amp;quot;ftn56&amp;quot;&amp;gt;vgl. [https://gaussia.de/bamborak/ https://gaussia.de/bamborak]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
** Seit 2022 entwickelt K. Baier ein obersorbisches TTS-System auf Basis eines neuronalen Netzes.&lt;br /&gt;
** Bisher wurden hierfür ca. 2.400 Sätze aufgenommen und durch das neuronale Netz verarbeitet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Übersicht von bisherigen Maßnahmen und Projekten bzgl. Sprachassistenz ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weitere Projekte zu Wörterbüchern u.&amp;amp;nbsp;ä. werden in Abschnitt 5.3.2 &amp;quot;Übersicht von bisherigen Maßnahmen und Projekten bzgl. Schreibunterstützung&amp;quot; genannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| style=&amp;quot;border-spacing:0;&amp;quot;&lt;br /&gt;
|- style=&amp;quot;background-color:#d9e2f3;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot;&lt;br /&gt;
|| '''Name'''&lt;br /&gt;
|| '''Beschreibung'''&lt;br /&gt;
|| '''Zeitraum'''&lt;br /&gt;
|| '''Verantwortlich'''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | '''Audioversion des Deutsch-Niedersorbischen Wörterbuchs'''&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | Tonbeispiele zur Aussprache des Niedersorbischen&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | Seit 2014&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | Sorbisches Institut&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | '''Erarbeitung eines online-Führers mit Tonbeispielen zur Aussprache des Niedersorbischen'''&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | Veröffentlichung auf [http://www.dolnoserbski.de www.dolnoserbski.de]&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | 2018&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | Sorbisches Institut, gefördert durch die Stiftung für das sorbische Volk&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | '''Entwicklung einer Vorlesefunktion für die nieder- und obersorbische Schriftsprache'''&amp;lt;ref name=&amp;quot;ftn18&amp;quot;&amp;gt;vgl. [https://www.serbski-institut.de/de/Entwicklung-einer-Vorlesefunktion-fuer-die-nieder--und-obersorbische-Schriftsprache/ https://www.serbski-institut.de/de/Entwicklung-einer-Vorlesefunktion-fuer-die-nieder--und-obersorbische-Schriftsprache/]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | Konzeption, Planung und Entwicklung einer Vorlesesoftware für Nieder- und Obersorbisch (geplanter Abschluss 2023)&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | Seit 2018&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | Sorbisches Institut, gefördert durch das Sächsische Staatsministerium für Wissenschaft, Kultur und Tourismus (SMWK)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | '''Online-Übersetzer Deutsch-Sorbisch, Sorbisch-Deutsch'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''(zunächst Obersorbisch)'''&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | Entwicklung und Bereitstellung eines Online-Übersetzungsdienstes für Sätze und Texte, Deutsch-Sorbisch und Sorbisch-Deutsch. Als Übersetzungs­grundlage dient ein bilingualer Textkorpus, welcher erstellt wird und für das Training eines Übersetzungssystems verwendet wird.&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | Seit 2019 &lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | WITAJ-Sprachzentrum, gefördert durch die Stiftung für das sorbische Volk&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | '''Mozilla Common Voice obersorbisch und niedersorbisch'''&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | Erstellung von öffentlich zugänglichen Sprachdaten, diese stehen via CC0-Lizenz zur freien Nutzung zur Verfügung, z.&amp;amp;nbsp;B. für das Training eine Spracherkennungs-Engine&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | Seit 2019&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | engagierte Privat­personen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | '''Spracherkennung und maschinelle Übersetzung der sorbischen Sprachen'''&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | Machbarkeitsstudie zur automatischen Spracherkennung für die obersorbische Sprache, Prototypen &amp;quot;smart lamp&amp;quot; und &amp;quot;digidom&amp;quot;&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | Seit 2020&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | Stiftung für das sorbische Volk&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | '''Bereitstellung von interaktiven Spielzeugen und Büchern in den sorbischen Sprachen'''&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | Bereitstellung von interaktiven Bookii-Büchern und der sprechenden interaktiven Puppe Lingufino in den sorbischen Sprachen&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | Seit 2018&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | Domowina Verlag gGmbH und  Medienpädagogisches Projekt LUCIJA des Sorbischen Schulvereins e. V., gefördert durch die Stiftung für das sorbische Volk &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | '''Bereitstellung von Online-Vorlesefunktionen in obersorbischer Sprache'''&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | Vorlesefunktion auf Basis neuronaler Netze für Zahlen und Uhrzeit&amp;lt;ref name=&amp;quot;ftn&amp;quot;&amp;gt;vgl. [https://gaussia.de/slp/ https://gaussia.de/slp]&amp;lt;/ref&amp;gt; sowie für Texte&amp;lt;ref name=&amp;quot;ftn56&amp;quot;&amp;gt;vgl. [https://gaussia.de/bamborak/ https://gaussia.de/bamborak]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | Seit ca. 2020&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | eine engagierte Privatperson&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Fazit ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für eine funktionierende Spracherkennung der sorbischen Sprachen ist es noch ein weiter Weg, auf dem die ersten Schritte bereits gegangen wurden. Eine breite Basis an digitalen Wortsammlungen (sog. linguistischen Ressourcen) in Form von Wörterbüchern, Textkorpora sowie entsprechende morphologische Generatoren sind für beide sorbische Sprachen vorhanden, vgl. Kapitel [[5._Schreiben_auf_elektronischen_Geräten|5. Schreiben auf elektronischen Geräten]]. Hierfür sind noch die Nutzungsrechte zu klären, vgl. Kapitel [[10._Open_Access_Open_Data_Lizenzen|10. Open Access, Open Data, Lizenzen]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die hierauf aufbauenden digitalen sorbischen Sprachdienste werden aktuell gerade erst die Grundlagen gelegt oder eruiert. Für die Umsetzung einer Spracherkennung laufen aktuell 2 Projekte: das freiwillige Projekt der Sammlung von Sprachdaten mittels Mozilla common voice sowie das Projekt „Spracherkennung und maschinelle Übersetzung der sorbischen Sprachen“ der Stiftung für das sorbische Volk. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die Umsetzung einer automatischen Textübersetzung gibt es das Projekt „Online-Übersetzer Deutsch-Sorbisch, Sorbisch-Deutsch“ des WITAJ-Sprachzentrums. Dieses bezieht sich aktuell zunächst auf obersorbische Texte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für den Baustein&amp;amp;nbsp;3 „Intention erkennen, Anweisungen ausführen“ gibt es keine speziellen sorbischen Projekte, jedoch eine Reihe weltweiter Projekte, einige davon open source. Sind die weiteren Bausteine realisiert, so kann ein passendes System für die Umsetzung dieses Bausteins recherchiert werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die Sprachausgabe entwickelt das Sorbische Institut bereits eine Vorlesefunktion für beide sorbischen Sprachen, welche voraussichtlich 2023 abgeschlossen ist. Ebenso werden vom Sorbischen Institut die niedersorbischen Online-Wörterbücher nach und nach mit Tonbeispielen unterlegt. Für das Niedersorbische sind hierfür bereits umfangreiche Tonbeispiele zur Aussprache des Niedersorbischen auf [http://www.dolnoserbski.de www.dolnoserbski.de] veröffentlicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Zukünftige Maßnahmen bzgl. Sprachassistenz ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;background-color:#f6f6f6;border:1px solid #DCDCDC;padding:0.6em 0.8em;margin:0.6em 0 1em 0;&amp;quot;&amp;gt;'''Letzte Aktualisierung des Abschnitts: 2026''' &amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Bewertung der Maßnahmen'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bewertet werden Aufwand und Nutzen als grobe Einschätzungen von 1 (gering) bis 4 (sehr hoch bzw. sehr groß).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* '''Aufwand''': umfasst die geschätzten Kosten, Zeit und Personal&lt;br /&gt;
* '''Nutzen''': erwarteter Beitrag zu Vision und Zielen des Themenbereichs sowie zu den [https://koncept.serbski-inkubator.de/index.php/2.3_Strategische_Ziele_f%C3%BCr_die_sorbische_Kultur_und_Sprache strategischen Zielen für die sorbische Kultur und Sprache]&lt;br /&gt;
* '''Attraktivität''': Nutzen minus Aufwand: positiv = hoch, 0 = mittel, negativ = gering. Sie dient der Orientierung und ersetzt keine Priorisierung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== &amp;lt;span id=&amp;quot;M1.1_1&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;1.1_1 – Entwicklung einer obersorbischen Spracherkennung (HSB) ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot; style=&amp;quot;width:100%;background-color:#ffffff;color:#202122;&amp;quot;&lt;br /&gt;
! colspan=&amp;quot;2&amp;quot; style=&amp;quot;background-color:#d9e2f3;text-align:left;&amp;quot; | Maßnahme 1.1_1 – Entwicklung einer obersorbischen Spracherkennung (HSB)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;width:20%;text-align:left;&amp;quot; | Ziel&lt;br /&gt;
| Eine obersorbische Spracherkennung steht als Sprachdienst zur Verfügung und kann in priorisierten Anwendungen genutzt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left;&amp;quot; | Inhalt&lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
* Bereitstellung geeigneter Sprachdaten&lt;br /&gt;
* Entwicklung oder Anpassung von Spracherkennungsmodellen&lt;br /&gt;
* Qualitätsprüfung &lt;br /&gt;
* Bereitstellung über dokumentierte Schnittstellen&lt;br /&gt;
* Einbindung in Anwendungen &lt;br /&gt;
* Absicherung von Betrieb und Pflege&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left;&amp;quot; | Bewertung&lt;br /&gt;
| '''Aufwand: hoch''' (3/4) · '''Nutzen: sehr groß''' (4/4) · '''Attraktivität: hoch''' (+1)&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! colspan=&amp;quot;2&amp;quot; style=&amp;quot;background-color:#eaf0f8;text-align:left;&amp;quot; | Umsetzungsstand und weitere Planung (Stand: 2026)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left;&amp;quot; | Status&lt;br /&gt;
| 🟡 '''in Bearbeitung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left;&amp;quot; | Abgeschlossene Projekte&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
* '''2020-2021:''' Machbarkeitsstudie und Demonstrator „smart lamp / mudra lampa“ („digidom #1“)&lt;br /&gt;
** Fraunhofer IKTS und BTU Cottbus im Auftrag der Stiftung für das sorbische Volk&lt;br /&gt;
** [https://zalozba.de/medien/pressearchiv/detail/digidom-1-mudra-lampa/ Informationen zum Projekt]&lt;br /&gt;
* '''2023:''' Folgeprojekt „Vorbereitung der Spracherkennung für das Obersorbische für eine Diktierfunktion“&lt;br /&gt;
** Stiftung für das sorbische Volk.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left;&amp;quot; | Laufende Projekte&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
*  '''Seit 2019:''' Mozilla Common Voice Obersorbisch; Sprachaufnahmen und Prüfung durch freiwillig Mitwirkende&lt;br /&gt;
** Stiftung für das sorbische Volk und WITAJ-Sprachzentrum unterstützen den Beteiligungsaufruf&lt;br /&gt;
** '''Stand 2026:''' Erweiterung des Datenbestands veröffentlicht, [https://discourse.mozilla.org/t/common-voice-scripted-speech-v27-0-and-spontaneous-speech-v5-0-released/149490 siehe Meldung]&lt;br /&gt;
* '''Seit 2023:''' Entwicklung und Verbesserung von Modellen zur Automatischen Spracherkennung für Nieder- und Obersorbisch&lt;br /&gt;
** Sorbisches Institut&lt;br /&gt;
** [https://www.serbski-institut.de/projekte-sprachwissenschaft/entwicklung-und-verbesserung-von-modellen-zur-automatischen-spracherkennung-fuer-nieder-und-obersorbisch/ Informationen zum Projekt]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left;&amp;quot; | Offene Schritte&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
# Priorisierte Anwendungen und Qualitätskriterien festlegen.&lt;br /&gt;
# Vorhandene Sprachdaten und Modelle prüfen; Datenlücken und offene Nutzungsrechte klären.&lt;br /&gt;
# Spracherkennungsmodell und Sprachdienst entwickeln und anhand der Qualitätskriterien prüfen.&lt;br /&gt;
# Priorisierten Anwendungsfall pilotieren.&lt;br /&gt;
# Produktive Nutzung sowie Finanzierung, Betrieb und Pflege verbindlich organisieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== &amp;lt;span id=&amp;quot;M1.1_2&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;1.1_2 – Entwicklung einer niedersorbischen Spracherkennung (DSB) ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot; style=&amp;quot;width:100%;background-color:#ffffff;color:#202122;&amp;quot;&lt;br /&gt;
! colspan=&amp;quot;2&amp;quot; style=&amp;quot;background-color:#d9e2f3;text-align:left;&amp;quot; | Maßnahme 1.1_2 – Entwicklung einer niedersorbischen Spracherkennung (DSB)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;width:20%;text-align:left;&amp;quot; | Ziel&lt;br /&gt;
| Eine niedersorbische Spracherkennung steht als Sprachdienst zur Verfügung und kann in priorisierten Anwendungen genutzt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left;&amp;quot; | Inhalt&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
* Bereitstellung geeigneter niedersorbischer Sprachaufnahmen und zugehöriger Texte&lt;br /&gt;
* Entwicklung oder Anpassung von Spracherkennungsmodellen&lt;br /&gt;
* Qualitätsprüfung mit unterschiedlichen Sprecherinnen und Sprechern&lt;br /&gt;
* Bereitstellung über dokumentierte Schnittstellen&lt;br /&gt;
* Einbindung in Anwendungen&lt;br /&gt;
* Absicherung von Betrieb und Pflege&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left;&amp;quot; | Bewertung&lt;br /&gt;
| '''Aufwand: sehr hoch''' (4/4) · '''Nutzen: sehr groß''' (4/4) · '''Attraktivität: mittel''' (0)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! colspan=&amp;quot;2&amp;quot; style=&amp;quot;background-color:#eaf0f8;text-align:left;&amp;quot; | Umsetzungsstand und weitere Planung (Stand: 2026)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left;&amp;quot; | Status&lt;br /&gt;
| 🟡 '''in Bearbeitung''' &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Datensammlung und Modellentwicklung sind dokumentiert. &lt;br /&gt;
* Entwicklungsstand und Verfügbarkeit eines nutzbaren Sprachdienstes: &amp;lt;mark&amp;gt;prošu dodać&amp;lt;/mark&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left;&amp;quot; | Abgeschlossene Projekte&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
* &amp;lt;mark&amp;gt;prošu dodać&amp;lt;/mark&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left;&amp;quot; | Laufende Projekte&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
* '''Seit 2023:''' Entwicklung und Verbesserung von Modellen zur Automatischen Spracherkennung für Nieder- und Obersorbisch&lt;br /&gt;
** Sorbisches Institut, gefördert durch die Stiftung für das sorbische Volk&lt;br /&gt;
** Niedersorbische Pilotphase ab 2023, Fertigstellung eines Prototyps für 2024 vorgesehen. &lt;br /&gt;
** &amp;lt;mark&amp;gt;staw prošu dodać&amp;lt;/mark&amp;gt;&lt;br /&gt;
** [https://www.serbski-institut.de/projekte-sprachwissenschaft/entwicklung-und-verbesserung-von-modellen-zur-automatischen-spracherkennung-fuer-nieder-und-obersorbisch/ Informationen zum Projekt]&lt;br /&gt;
* '''Seit 2026:''' Mozilla Common Voice Niedersorbisch&lt;br /&gt;
** initiiert vom WITAJ-Sprachzentrum Cottbus&lt;br /&gt;
** Gewinnung und Einweisung von Sprecherinnen und Sprechern für die Sammlung von Sprachaufnahmen&lt;br /&gt;
** &amp;lt;mark&amp;gt;staw dodać?&amp;lt;/mark&amp;gt;&lt;br /&gt;
** [https://www.witaj-sprachzentrum.de/niedersorbisch/2026/09/30/common-voice-projekt-fuer-niedersorbisch-vorgestellt/ Informationen zum Projekt]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left;&amp;quot; | Offene Schritte&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
# Priorisierte Anwendungen, insbesondere eine Diktierfunktion, und anwendungsbezogene Qualitätskriterien festlegen.&lt;br /&gt;
# Vorhandene Sprachaufnahmen und Texte auf Qualität, Sprecherabdeckung, Datenlücken und Nutzungsrechte prüfen; weitere Datensammlung darauf ausrichten.&lt;br /&gt;
# Spracherkennungsmodell und Sprachdienst entwickeln oder anpassen, anhand der Qualitätskriterien prüfen und in einer priorisierten Anwendung erproben.&lt;br /&gt;
# Produktive Nutzung sowie Finanzierung, Betrieb und Pflege verbindlich organisieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== &amp;lt;span id=&amp;quot;M1.1_3&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;1.1_3 – Entwicklung eines obersorbischen Übersetzungsdienstes für Texte (HSB) ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot; style=&amp;quot;width:100%;background-color:#ffffff;color:#202122;&amp;quot;&lt;br /&gt;
! colspan=&amp;quot;2&amp;quot; style=&amp;quot;background-color:#d9e2f3;text-align:left;&amp;quot; | Maßnahme 1.1_3 – Entwicklung eines obersorbischen Übersetzungsdienstes für Texte (HSB)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;width:20%;text-align:left;&amp;quot; | Ziel&lt;br /&gt;
| Ein Übersetzungsdienst zwischen Obersorbisch und Deutsch steht zur Verfügung, kann auf den meistgenutzten elektronischen Geräten genutzt und in priorisierte Anwendungen eingebunden werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left;&amp;quot; | Inhalt&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
* Aufbau und Pflege geeigneter einsprachiger Textsammlungen und zweisprachiger Parallelkorpora&lt;br /&gt;
* Entwicklung und Weiterentwicklung von Übersetzungsmodellen&lt;br /&gt;
* Sprachliche und technische Qualitätsprüfung&lt;br /&gt;
* Bereitstellung als nutzerfreundlicher Online-Dienst und über dokumentierte Schnittstellen&lt;br /&gt;
* Einbindung in Anwendungen sowie Verbindung mit Spracherkennung und Sprachausgabe&lt;br /&gt;
* Absicherung von Betrieb und Pflege&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left;&amp;quot; | Bewertung&lt;br /&gt;
| '''Aufwand: hoch''' (3/4) · '''Nutzen: sehr groß''' (4/4) · '''Attraktivität: hoch''' (+1)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! colspan=&amp;quot;2&amp;quot; style=&amp;quot;background-color:#eaf0f8;text-align:left;&amp;quot; | Umsetzungsstand und weitere Planung (Stand: 2026)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left;&amp;quot; | Status&lt;br /&gt;
| 🔵 '''laufende Daueraufgabe''' &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Übersetzungsangebote sind verfügbar&lt;br /&gt;
* Qualitätsverbesserung, Erweiterung und Betrieb werden fortgeführt&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left;&amp;quot; | Abgeschlossene Projekte&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
* '''2019-2021:''' Entwicklung und Veröffentlichung der ersten &amp;quot;sotra&amp;quot;-Version für Obersorbisch–Deutsch und Deutsch–Obersorbisch&lt;br /&gt;
** WITAJ-Sprachzentrum mit externen Entwicklungspartnern, gefördert durch die Stiftung für das sorbische Volk&lt;br /&gt;
** Öffentliche Bereitstellung im März 2021&lt;br /&gt;
** [https://www.witaj-sprachzentrum.de/obersorbisch/portfolio-items/online-uebersetzer-sotra/ Projektchronik]&lt;br /&gt;
* '''2022:''' Aufnahme des Obersorbischen in den Microsoft Translator&lt;br /&gt;
** Microsoft, unterstützt durch die Stiftung für das sorbische Volk, das WITAJ-Sprachzentrums und das Sorbische Institut&lt;br /&gt;
** Text- und Dokumentübersetzung seit Februar 2022 verfügbar&lt;br /&gt;
** [https://www.microsoft.com/en-us/translator/blog/2022/02/21/translator-celebrates-international-mother-language-day-by-adding-upper-sorbian/ Informationen zur Veröffentlichung]&lt;br /&gt;
* '''2025/2026:''' Neues &amp;quot;sotra&amp;quot;-Modell für Deutsch–Obersorbisch&lt;br /&gt;
** WITAJ-Sprachzentrum und text2knowledge (t2k), Dresden&lt;br /&gt;
** im Januar 2026 öffentlich vorgestellt&lt;br /&gt;
** [https://www.witaj-sprachzentrum.de/obersorbisch/2026/01/05/sotra-app-mit-neuem-modell-fuer-die-uebersetzungsrichtung-deutsch-obersorbisch/ Informationen zum Modell]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left;&amp;quot; | Laufende Projekte&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
* '''Seit 2021:''' Betrieb und Weiterentwicklung von &amp;quot;sotra&amp;quot; für Obersorbisch&lt;br /&gt;
** WITAJ-Sprachzentrum&lt;br /&gt;
** Ausbau der Textkorpora und Weiterentwicklung der Übersetzungsmodelle&lt;br /&gt;
** &amp;lt;mark&amp;gt; dalše dodać?&amp;lt;/mark&amp;gt;&lt;br /&gt;
** [https://www.witaj-sprachzentrum.de/obersorbisch/wp-content/uploads/sites/3/2026/05/T%C3%A4tigkeitsbericht-2025.pdf Tätigkeitsbericht 2025, S. 3 und 6], [https://www.witaj-sprachzentrum.de/niedersorbisch/wp-content/uploads/sites/2/2026/06/Arbeitsplan-2026.pdf Arbeitsplan 2026, S. 3 und 5]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left;&amp;quot; | Offene Schritte&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
# Textkorpora anhand tatsächlich auftretender Übersetzungsfehler, fehlender Fachbegriffe und benötigter Textarten erweitern, Nutzungsrechte dokumentieren.&lt;br /&gt;
# Vorhandene Schnittstellen und Einbindungsmöglichkeiten prüfen, dokumentieren und für priorisierte Anwendungen nutzbar machen.&lt;br /&gt;
# Die geplante Verbindung mit der obersorbischen Sprachausgabe gemäß [[#M1.1_5|Maßnahme 1.1_5]] prüfen und umsetzen, die Eignung für Simultanübersetzung gemeinsam mit [[#M1.1_1|Maßnahme 1.1_1]] gesondert erproben.&lt;br /&gt;
# Finanzierung, technische Betreuung und regelmäßige Qualitätsprüfung langfristig absichern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== &amp;lt;span id=&amp;quot;M1.1_4&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;1.1_4 – Entwicklung eines niedersorbischen Übersetzungsdienstes für Texte (DSB) ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot; style=&amp;quot;width:100%;background-color:#ffffff;color:#202122;&amp;quot;&lt;br /&gt;
! colspan=&amp;quot;2&amp;quot; style=&amp;quot;background-color:#d9e2f3;text-align:left;&amp;quot; | Maßnahme 1.1_4 – Entwicklung eines niedersorbischen Übersetzungsdienstes für Texte (DSB)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;width:20%;text-align:left;&amp;quot; | Ziel&lt;br /&gt;
| Ein Übersetzungsdienst zwischen Niedersorbisch und Deutsch &amp;lt;mark&amp;gt;steht zur Verfügung, kann auf den meistgenutzten elektronischen Geräten genutzt und in priorisierte Anwendungen eingebunden werden.&amp;lt;/mark&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left;&amp;quot; | Inhalt&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
* Aufbau und Pflege geeigneter niedersorbischer Textsammlungen und zweisprachiger Parallelkorpora&lt;br /&gt;
* Entwicklung und Weiterentwicklung von Übersetzungsmodellen unter Nutzung geeigneter gemeinsamer Bausteine mit dem Obersorbischen&lt;br /&gt;
* Eigenständige sprachliche und technische Qualitätsprüfung für Niedersorbisch&lt;br /&gt;
* Bereitstellung als nutzerfreundlicher Online-Dienst und über dokumentierte Schnittstellen&lt;br /&gt;
* Einbindung in Anwendungen sowie Verbindung mit Spracherkennung und Sprachausgabe&lt;br /&gt;
* Absicherung von Betrieb und Pflege&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left;&amp;quot; | Bewertung&lt;br /&gt;
| '''Aufwand: sehr hoch''' (4/4) · '''Nutzen: sehr groß''' (4/4) · '''Attraktivität: mittel''' (0)&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! colspan=&amp;quot;2&amp;quot; style=&amp;quot;background-color:#eaf0f8;text-align:left;&amp;quot; | Umsetzungsstand und weitere Planung (Stand: 2026)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left;&amp;quot; | Status&lt;br /&gt;
| 🔵 '''laufende Daueraufgabe''' &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Übersetzungsangebote sind verfügbar&lt;br /&gt;
* Qualitätsverbesserung, Erweiterung und Betrieb werden fortgeführt&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left;&amp;quot; | Abgeschlossene Projekte&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
* '''2021-2022:''' Entwicklung und Veröffentlichung der niedersorbischen &amp;quot;sotra&amp;quot;-Version&lt;br /&gt;
** WITAJ-Sprachzentrum mit externen Entwicklungspartnern und Unterstützung des Sorbischen Instituts durch Sprachdaten&lt;br /&gt;
** Seit 2022: Übersetzungen zwischen Niedersorbisch und Deutsch sowie zwischen Nieder- und Obersorbisch&lt;br /&gt;
** [https://www.witaj-sprachzentrum.de/niedersorbisch/2022/09/15/online-uebersetzungsprogramm-sotra-jetzt-auch-fuer-niedersorbisch/ Informationen zur Veröffentlichung]&lt;br /&gt;
* '''2023:''' Aufnahme des Niedersorbischen in den Microsoft Translator&lt;br /&gt;
** Microsoft, unterstützt durch die Stiftung für das sorbische Volk, das Sorbische Institut und das WITAJ-Sprachzentrum&lt;br /&gt;
** Text- und Dokumentübersetzung seit 2023 verfügbar&lt;br /&gt;
** [https://www.microsoft.com/en-us/translator/blog/2023/04/20/introducing-lower-sorbian/ Informationen zur Veröffentlichung]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left;&amp;quot; | Laufende Projekte&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
* '''Seit 2022:''' Weiterentwicklung und Betrieb von &amp;quot;sotra&amp;quot; für Niedersorbisch&lt;br /&gt;
** WITAJ-Sprachzentrum, Zusammenarbeit mit text2knowledge (t2k) &lt;br /&gt;
** Erweiterung der niedersorbischen Textkorpora und Verbesserung der Übersetzungsmodelle&lt;br /&gt;
** &amp;lt;mark&amp;gt;dalše dodać?&amp;lt;/mark&amp;gt;&lt;br /&gt;
** [https://www.witaj-sprachzentrum.de/obersorbisch/wp-content/uploads/sites/3/2026/05/T%C3%A4tigkeitsbericht-2025.pdf Tätigkeitsbericht 2025, S. 3 und 6], [https://www.witaj-sprachzentrum.de/niedersorbisch/wp-content/uploads/sites/2/2026/06/Arbeitsplan-2026.pdf Arbeitsplan 2026, S. 3 und 5]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left;&amp;quot; | Offene Schritte&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
# Fehlende Textarten, Fachbegriffe und sprachliche Erscheinungen in den Textkorpora gezielt ergänzen, Nutzungsrechte dokumentieren.&lt;br /&gt;
# Übertragbare technische Lösungen aus [[#M1.1_3|Maßnahme 1.1_3]] nutzen, ihre Qualität für Niedersorbisch gesondert prüfen.&lt;br /&gt;
# Schnittstellen für priorisierte Anwendungen dokumentieren und die Verbindung mit [[#M1.1_6|niedersorbischer Sprachausgabe]] erproben, Anforderungen einer späteren Simultanübersetzung mit [[#M1.1_2|niedersorbischer Spracherkennung]] gesondert prüfen.&lt;br /&gt;
# Finanzierung, technische Betreuung und regelmäßige Qualitätsprüfung langfristig absichern.&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== &amp;lt;span id=&amp;quot;M1.1_5&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;1.1_5 – Entwicklung einer obersorbischen Sprachausgabe (HSB) ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot; style=&amp;quot;width:100%;background-color:#ffffff;color:#202122;&amp;quot;&lt;br /&gt;
! colspan=&amp;quot;2&amp;quot; style=&amp;quot;background-color:#d9e2f3;text-align:left;&amp;quot; | Maßnahme 1.1_5 – Entwicklung einer obersorbischen Sprachausgabe (HSB)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;width:20%;text-align:left;&amp;quot; | Ziel&lt;br /&gt;
| Eine obersorbische Sprachausgabe steht als Sprachdienst zur Verfügung und kann Texte in priorisierten Anwendungen verständlich vorlesen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left;&amp;quot; | Inhalt&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
* Bereitstellung geeigneter Sprachaufnahmen, Texte und Ausspracheinformationen&lt;br /&gt;
* Entwicklung oder Anpassung von Modellen zur automatischen Sprachausgabe (Text-to-Speech, TTS)&lt;br /&gt;
* Qualitätsprüfung hinsichtlich Aussprache, Verständlichkeit und Natürlichkeit&lt;br /&gt;
* Bereitstellung über dokumentierte Schnittstellen&lt;br /&gt;
* Einbindung in Webseiten, Übersetzungsdienste und weitere priorisierte Anwendungen&lt;br /&gt;
* Absicherung von Betrieb und Pflege&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left;&amp;quot; | Bewertung&lt;br /&gt;
| '''Aufwand: hoch''' (3/4) · '''Nutzen: sehr groß''' (4/4) · '''Attraktivität: hoch''' (+1)&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! colspan=&amp;quot;2&amp;quot; style=&amp;quot;background-color:#eaf0f8;text-align:left;&amp;quot; | Umsetzungsstand und weitere Planung (Stand: 2026)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left;&amp;quot; | Status&lt;br /&gt;
| 🟡 '''in Bearbeitung''' &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Vorlesefunktionen sind vorhanden&lt;br /&gt;
* Einbindung in priorisierten Anwendungen ist noch in Entwicklung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left;&amp;quot; | Abgeschlossene Projekte&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
* '''2018-2024:''' Entwicklung einer Vorlesefunktion für die nieder- und obersorbische Schriftsprache – obersorbischer Teil „Matej“&lt;br /&gt;
** Sorbisches Institut, Förderung durch den Freistaat Sachsen&lt;br /&gt;
** Erste öffentliche Version 2023&lt;br /&gt;
** [https://www.serbski-institut.de/projekte-sprachwissenschaft/entwicklung-einer-vorlesefunktion-fuer-die-nieder-und-obersorbische-schriftsprache/ Informationen zum Projekt]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left;&amp;quot; | Laufende Projekte&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
* '''Seit 2025:''' Bereitstellung und Webeinbindung der Vorlesefunktion „Matej“&lt;br /&gt;
** Sorbisches Institut&lt;br /&gt;
** Auf den obersorbischen Institutsseiten eingebunden, Erweiterung auf weitere Webseiten möglich.&lt;br /&gt;
** &amp;lt;mark&amp;gt;dalše dodać?&amp;lt;/mark&amp;gt;&lt;br /&gt;
** [https://www.serbski-institut.de/projekte-sprachwissenschaft/entwicklung-einer-vorlesefunktion-fuer-die-nieder-und-obersorbische-schriftsprache/ Informationen zum Dienst] · [https://github.com/Sorbisches-Institut/Serbski-TTS Programmkomponenten]&lt;br /&gt;
* '''Seit 2022:''' bamborak – obersorbische Sprachausgabe&lt;br /&gt;
** Korla Baier, frei zugängliches Entwicklungsprojekt&lt;br /&gt;
** Software und Modelle sind veröffentlicht&lt;br /&gt;
** &amp;lt;mark&amp;gt;aktualny staw dodać?&amp;lt;/mark&amp;gt;&lt;br /&gt;
** [https://digiserb.de/projekt/bamborak/ Projektbeschreibung] · [https://github.com/Korla-tech/bamborak Quellcode und Hinweise zu den Modellen]&lt;br /&gt;
* '''Seit 2025:''' Vorlesefunktionen im Umfeld von serbski.chat und &amp;quot;sotra&amp;quot;&lt;br /&gt;
** WITAJ-Sprachzentrum&lt;br /&gt;
** seit 2025: Vorlesefunktionen in serbski.chat &lt;br /&gt;
** Die Verbindung von &amp;quot;sotra&amp;quot; mit den Vorlesefunktionen des Sorbischen Instituts und bamborak ist für 2026 vorgesehen.&lt;br /&gt;
** &amp;lt;mark&amp;gt;aktualny staw dodać?&amp;lt;/mark&amp;gt;&lt;br /&gt;
** [https://www.witaj-sprachzentrum.de/obersorbisch/wp-content/uploads/sites/3/2026/05/T%C3%A4tigkeitsbericht-2025.pdf Tätigkeitsbericht 2025, S. 7] · [https://www.witaj-sprachzentrum.de/niedersorbisch/wp-content/uploads/sites/2/2026/06/Arbeitsplan-2026.pdf Arbeitsplan 2026, S. 5]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left;&amp;quot; | Offene Schritte&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
# Qualität, Nutzungsbedingungen und Einbindungsmöglichkeiten von Matej und bamborak gemeinsam mit den Entwicklern erheben.&lt;br /&gt;
# Priorisierte Anwendungen und passende Qualitätskriterien festlegen, insbesondere für barrierearmes Vorlesen, Übersetzungsdienste und Lernmaterialien.&lt;br /&gt;
# Aussprachefehler und fehlende Sprachdaten gezielt bearbeiten, Rechte an Aufnahmen, Stimmen, Modellen und erzeugten Audiodateien klären.&lt;br /&gt;
# Die geplante &amp;quot;sotra&amp;quot;-Einbindung prüfen und eine priorisierte Anwendung erproben. Die Eignung für die automatische Vertonung von Untertiteln oder Lernfilmen gesondert bewerten.&lt;br /&gt;
# Schnittstellen, Betrieb, Pflege und Finanzierung für die eingesetzten Dienste absichern.&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== &amp;lt;span id=&amp;quot;M1.1_6&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;1.1_6 – Entwicklung einer niedersorbischen Sprachausgabe (DSB) ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot; style=&amp;quot;width:100%;background-color:#ffffff;color:#202122;&amp;quot;&lt;br /&gt;
! colspan=&amp;quot;2&amp;quot; style=&amp;quot;background-color:#d9e2f3;text-align:left;&amp;quot; | Maßnahme 1.1_6 – Entwicklung einer niedersorbischen Sprachausgabe (DSB)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;width:20%;text-align:left;&amp;quot; | Ziel&lt;br /&gt;
| Eine niedersorbische Sprachausgabe steht als Sprachdienst zur Verfügung und kann Texte in priorisierten Anwendungen verständlich vorlesen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left;&amp;quot; | Inhalt&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
* Bereitstellung geeigneter niedersorbischer Sprachaufnahmen, Texte und Ausspracheinformationen&lt;br /&gt;
* Entwicklung oder Anpassung von Modellen zur automatischen Sprachausgabe (Text-to-Speech, TTS)&lt;br /&gt;
* Eigenständige Qualitätsprüfung hinsichtlich Aussprache, Verständlichkeit und Natürlichkeit des Niedersorbischen&lt;br /&gt;
* Bereitstellung über dokumentierte Schnittstellen&lt;br /&gt;
* Einbindung in Webseiten, Übersetzungsdienste und weitere priorisierte Anwendungen&lt;br /&gt;
* Absicherung von Betrieb und Pflege&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left;&amp;quot; | Bewertung&lt;br /&gt;
| '''Aufwand: hoch''' (3/4) · '''Nutzen: sehr groß''' (4/4) · '''Attraktivität: hoch''' (+1)&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! colspan=&amp;quot;2&amp;quot; style=&amp;quot;background-color:#eaf0f8;text-align:left;&amp;quot; | Umsetzungsstand und weitere Planung (Stand: 2026)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left;&amp;quot; | Status&lt;br /&gt;
| 🟡 '''in Bearbeitung'''&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Eine Vorlesefunktion ist vorhanden&lt;br /&gt;
* Einbindung in priorisierte Anwendungen ist noch in Entwicklung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left;&amp;quot; | Abgeschlossene Projekte&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
* '''2018-2024:''' Entwicklung einer Vorlesefunktion für die nieder- und obersorbische Schriftsprache – niedersorbischer Teil „Juro“&lt;br /&gt;
** Sorbisches Institut, Förderung durch den Freistaat Sachsen&lt;br /&gt;
** Erste öffentliche Version 2023, Gemeinsames Projekt mit [[#M1.1_5|Maßnahme 1.1_5]]&lt;br /&gt;
** [https://www.serbski-institut.de/projekte-sprachwissenschaft/entwicklung-einer-vorlesefunktion-fuer-die-nieder-und-obersorbische-schriftsprache/ Informationen zum Projekt]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left;&amp;quot; | Laufende Projekte&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
* '''Seit 2025:''' Bereitstellung und Webeinbindung der Vorlesefunktion „Juro“&lt;br /&gt;
** Sorbisches Institut&lt;br /&gt;
** Auf den niedersorbischen Institutsseiten eingebunden&lt;br /&gt;
** &amp;lt;mark&amp;gt;dalše dodać?&amp;lt;/mark&amp;gt;&lt;br /&gt;
** [https://www.serbski-institut.de/projekte-sprachwissenschaft/entwicklung-einer-vorlesefunktion-fuer-die-nieder-und-obersorbische-schriftsprache/ Informationen zum Dienst], [https://github.com/Sorbisches-Institut/Serbski-TTS Programmkomponenten]&lt;br /&gt;
* '''für 2026 geplant:''' Verbindung von &amp;quot;sotra&amp;quot; mit der Vorlesefunktion des Sorbischen Instituts&lt;br /&gt;
** WITAJ-Sprachzentrum, technische Umsetzungspartner:  &amp;lt;mark&amp;gt;dodać?&amp;lt;/mark&amp;gt;&lt;br /&gt;
** [https://www.witaj-sprachzentrum.de/niedersorbisch/wp-content/uploads/sites/2/2026/06/Arbeitsplan-2026.pdf Arbeitsplan 2026, S. 5]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left;&amp;quot; | Offene Schritte&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
# Aktuellen Entwicklungs- und Betriebsstand von Juro sowie vorhandene niedersorbische Vorlesefunktionen im &amp;quot;sotra&amp;quot;-Umfeld erheben.&lt;br /&gt;
# Priorisierte Anwendungen und niedersorbische Qualitätskriterien festlegen, die Verständlichkeit und Aussprache mit sprachkundigen Nutzenden prüfen.&lt;br /&gt;
# Erforderliche Verbesserungen an Aussprache, Sprachdaten oder Modellen bestimmen und Nutzungsrechte klären, technische Bausteine aus [[#M1.1_5|Maßnahme 1.1_5]] auf Übertragbarkeit prüfen.&lt;br /&gt;
# Die Einbindung in den [[#M1.1_4|niedersorbischen Übersetzungsdienst]] und eine weitere priorisierte Anwendung erproben, die Eignung für Lernmaterialien und automatische Vertonung gesondert bewerten.&lt;br /&gt;
# Schnittstellen, Betrieb, Pflege und Finanzierung für die eingesetzten Dienste absichern.&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== &amp;lt;span id=&amp;quot;M1.1_7&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;1.1_7 - Finden einer Software für 'Intention und Anweisungen' ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot; style=&amp;quot;width:100%;background-color:#ffffff;color:#202122;&amp;quot;&lt;br /&gt;
! colspan=&amp;quot;2&amp;quot; style=&amp;quot;background-color:#d9e2f3;text-align:left;&amp;quot; | Maßnahme 1.1_7 – Finden einer Software für 'Intention und Anweisungen'&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;width:20%;text-align:left;&amp;quot; | Ziel&lt;br /&gt;
| Gesprochene ober- und niedersorbische Anweisungen können in priorisierten Anwendungen verstanden und in gewünschte Aktionen umgesetzt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left;&amp;quot; | Inhalt&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
* Festlegung unterstützter Nutzerabsichten und Anweisungen (z. B. Informationsabfragen oder Steuerung von Funktionen)&lt;br /&gt;
* Auswahl und gegebenenfalls Anpassung einer geeigneten Software&lt;br /&gt;
* Verbindung mit sorbischer Spracherkennung und Sprachausgabe, bei Bedarf auch mit Übersetzungsdiensten&lt;br /&gt;
* Einbindung der anzusteuernden Anwendungen oder Geräte&lt;br /&gt;
* Prüfung der Zuverlässigkeit sowie Umgang mit unklaren oder fehlerhaft erkannten Anweisungen&lt;br /&gt;
* Absicherung von Berechtigungen, Betrieb und Pflege&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left;&amp;quot; | Bewertung&lt;br /&gt;
| '''Aufwand: moderat''' (2/4) · '''Nutzen: moderat''' (2/4) · '''Attraktivität: mittel''' (0)&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! colspan=&amp;quot;2&amp;quot; style=&amp;quot;background-color:#eaf0f8;text-align:left;&amp;quot; | Umsetzungsstand und weitere Planung (Stand: 2026)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left;&amp;quot; | Status&lt;br /&gt;
| ❓ '''zu prüfen''' &lt;br /&gt;
* ein Demonstrator und Chat-Bots sind pilotiert &lt;br /&gt;
* &amp;lt;mark&amp;gt;dalše dodać?&amp;lt;/mark&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left;&amp;quot; | Abgeschlossene Projekte&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
* '''2021:''' Demonstrator „smart lamp / mudra lampa“ („digidom #1“)&lt;br /&gt;
** Fraunhofer IKTS und BTU Cottbus, im Auftrag der Stiftung für das sorbische Volk&lt;br /&gt;
** Demonstration einer begrenzten obersorbischen Sprachsteuerung, gemeinsamer Entwicklungsbaustein mit [[#M1.1_1|Maßnahme 1.1_1]], kein vollständiger universeller Sprachassistent.&lt;br /&gt;
** [https://zalozba.de/medien/pressearchiv/detail/digidom-1-mudra-lampa/ Informationen zum Demonstrator], [https://github.com/ZalozbaDev/raspberry_pi_demo_spoznawanje Technische Dokumentation]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left;&amp;quot; | Laufende Projekte&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
* '''Seit 2023:''' [https://serbski.chat/ serbski.chat], sorbischer Chat des WITAJ-Sprachzentrums&lt;br /&gt;
** WITAJ-Sprachzentrum&lt;br /&gt;
** Dialog-, Übersetzungs- und Vorlesefunktionen sind dokumentiert, eine öffentliche Vorstellung im Rahmen von &amp;quot;sotra&amp;quot; war für 2026 vorgesehen.&lt;br /&gt;
** &amp;lt;mark&amp;gt;aktualny staw dodać?&amp;lt;/mark&amp;gt;&lt;br /&gt;
** [https://www.witaj-sprachzentrum.de/obersorbisch/wp-content/uploads/sites/3/2026/05/T%C3%A4tigkeitsbericht-2025.pdf Tätigkeitsbericht 2025, S. 3 und 7]&lt;br /&gt;
* '''Projektbeginn und Laufzeit: &amp;lt;mark&amp;gt;dodać&amp;lt;/mark&amp;gt;''' – [https://agata.chat/ AGATA], sorbischer Chatbot&lt;br /&gt;
** Projektteam AGATA: &amp;lt;mark&amp;gt;staw dodać&amp;lt;/mark&amp;gt;&lt;br /&gt;
** Obersorbischer Dialog mit Texteingabe sowie Sprachein- und -ausgabe ist beschrieben&lt;br /&gt;
** Unterstützung des Niedersorbischen, Ausführung konkreter Anweisungen und Weiterentwicklung 2026: &amp;lt;mark&amp;gt;dodać&amp;lt;/mark&amp;gt;&lt;br /&gt;
** [https://digiserb.de/projekt/agata-ein-sorbischer-chatbot/ Informationen zum Projekt]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left;&amp;quot; | Offene Schritte&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
# Einen begrenzten Anwendungsfall auswählen und festlegen, welche Anweisungen das System verstehen und welche Aktionen es tatsächlich ausführen soll.&lt;br /&gt;
# Vorhandene Demonstratoren, AGATA, serbski.chat und weitere geeignete Software auf Wiederverwendbarkeit prüfen, Dialogfähigkeit und zuverlässige Befehlsausführung getrennt bewerten.&lt;br /&gt;
# Die Erkennung von Nutzerabsichten zunächst mit Texteingaben erproben und anschließend mit [[#M1.1_1|obersorbischer]] beziehungsweise [[#M1.1_2|niedersorbischer Spracherkennung]] sowie [[#M1.1_5|obersorbischer]] beziehungsweise [[#M1.1_6|niedersorbischer Sprachausgabe]] verbinden.&lt;br /&gt;
# Einen Anwendungsfall mit Nutzenden erproben, Fehlinterpretationen, Rückfragen und Bestätigungen vor folgenreichen Aktionen berücksichtigen.&lt;br /&gt;
# Über die weitere Umsetzung entscheiden und durchführende Institution, Finanzierung, Betrieb und Pflege festlegen.&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
----&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Měrko Šenk</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://koncept.serbski-inkubator.de/index.php?title=Wu%C5%BEiwar:M%C4%9Brko_%C5%A0enk/1.1_Sprechen_mit_elektronischen_Ger%C3%A4ten&amp;diff=1177</id>
		<title>Wužiwar:Měrko Šenk/1.1 Sprechen mit elektronischen Geräten</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://koncept.serbski-inkubator.de/index.php?title=Wu%C5%BEiwar:M%C4%9Brko_%C5%A0enk/1.1_Sprechen_mit_elektronischen_Ger%C3%A4ten&amp;diff=1177"/>
		<updated>2026-10-16T13:10:04Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Měrko Šenk: /* Management Summary */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;__NOINDEX__&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
__TOC__&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Management Summary ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| style=&amp;quot;border-spacing:0;&amp;quot;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;background-color:#d9e2f3;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0.101cm;padding-bottom:0.101cm;padding-left:0.199cm;padding-right:0.199cm;&amp;quot; | &lt;br /&gt;
'''Handlungsfeld'''&lt;br /&gt;
| colspan=&amp;quot;2&amp;quot;  style=&amp;quot;background-color:#d9e2f3;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0.101cm;padding-bottom:0.101cm;padding-left:0.199cm;padding-right:0.199cm;&amp;quot; | &lt;br /&gt;
'''1 Digitale Sprachnutzung'''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;background-color:#d9e2f3;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0.101cm;padding-bottom:0.101cm;padding-left:0.199cm;padding-right:0.199cm;&amp;quot; | &lt;br /&gt;
'''Themenbereich'''&lt;br /&gt;
| colspan=&amp;quot;2&amp;quot;  style=&amp;quot;background-color:#d9e2f3;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0.101cm;padding-bottom:0.101cm;padding-left:0.199cm;padding-right:0.199cm;&amp;quot; | &lt;br /&gt;
'''1.1 Sprechen mit elektronischen Geräten'''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;background-color:#d9e2f3;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0.101cm;padding-bottom:0.101cm;padding-left:0.199cm;padding-right:0.199cm;&amp;quot; | &lt;br /&gt;
'''Beschreibung'''&lt;br /&gt;
| colspan=&amp;quot;2&amp;quot;  style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0.101cm;padding-bottom:0.101cm;padding-left:0.199cm;padding-right:0.199cm;&amp;quot; | &lt;br /&gt;
Unterstützung des Anwenders beim Sprechen mit elektron. Geräten in sorbischer Sprache&lt;br /&gt;
* '''Sprachausgabe''': das Vorlesen geschriebener sorbischer Wörter&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
* '''Spracherkennung''': das Erkennen und Darstellen von gesprochenen sorbischen Wörtern durch elektronische Geräte&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
* '''Sprachverarbeitung''': das Verarbeiten gesprochener sorbischer Wörter und Reagieren darauf&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;background-color:#d9e2f3;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | &lt;br /&gt;
'''Vision'''&lt;br /&gt;
| colspan=&amp;quot;2&amp;quot;  style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.5cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | &lt;br /&gt;
'''Überall dort, wo sich mit digitalen Geräten sprechen lässt, können Ober- und Niedersorbisch gleichwertig mit Deutsch verwendet werden.'''&lt;br /&gt;
&amp;lt;br&amp;gt;&amp;lt;mark&amp;gt;Alternatiwa: &amp;lt;/mark&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;Überall dort, wo sich mit digitalen Geräten sprechen lässt, können Ober- und Niedersorbisch &amp;lt;mark&amp;gt;ebenso wie&amp;lt;/mark&amp;gt; Deutsch verwendet werden.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;background-color:#d9e2f3;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | &lt;br /&gt;
'''Ziele'''&lt;br /&gt;
| colspan=&amp;quot;2&amp;quot;  style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0.12cm;padding-bottom:0.25cm;padding-left:0.1cm;padding-right:0.2cm;&amp;quot; | &lt;br /&gt;
# '''Spracherkennung / Diktierfunktion''': In ausgewählten Betriebssystemen und Anwendungen können Texte auf Ober- und Niedersorbisch diktiert werden. Gesprochene Wörter und Sätze werden erkannt und in geschriebenen Text umgewandelt.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
# '''Sprachausgabe / Vorlesefunktion''': Ausgewählte Systeme und Anwendungen können ober- und niedersorbische Texte vorlesen. Sorbische Inhalte werden dadurch auch für Menschen zugänglich, die Texte nicht oder nur eingeschränkt lesen können (Barrierefreiheit).&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
# '''KI-gestützte Synchronisation von Filmen''': Dokumentationen, Lernfilme und weitere Filme können mithilfe künstlicher Intelligenz gesprochene ober- und niedersorbische Sprachfassungen erhalten.&lt;br /&gt;
# '''Simultanübersetzung''': In mehrsprachigen Videokonferenzen, Gesprächen und Veranstaltungen können gesprochene Beiträge automatisch und nahezu in Echtzeit von und nach Ober- und Niedersorbisch übersetzt werden.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| colspan=&amp;quot;2&amp;quot;  style=&amp;quot;background-color:#d9e2f3;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | &lt;br /&gt;
'''IST-Analyse – Sprachassistenzsysteme''' (Stand: 2021)&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;background-color:#d9e2f3;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | &lt;br /&gt;
'''IST-Analyse – sorbische Projekte'''  (Stand: 2023)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| colspan=&amp;quot;2&amp;quot;  style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | &lt;br /&gt;
''4 Bausteine der Sprachassistenz: ''&lt;br /&gt;
# &amp;lt;div style=&amp;quot;color:#000000;margin-left:0.54cm;margin-right:0cm;&amp;quot;&amp;gt;'''Spracherkennung'''&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
#* &amp;lt;div style=&amp;quot;color:#000000;margin-left:0.547cm;margin-right:0cm;&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;u&amp;gt;Ziel&amp;lt;/u&amp;gt;: phonetisches Wörterbuch, dafür &amp;lt;u&amp;gt;notwendig&amp;lt;/u&amp;gt;:&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
#* &amp;lt;div style=&amp;quot;color:#000000;margin-left:0.547cm;margin-right:0cm;&amp;quot;&amp;gt;große Basis an geschriebenen und gesprochenen Sätzen für das Anlernen eines Spracherkennungs-Systems&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
# &amp;lt;div style=&amp;quot;color:#000000;margin-left:0.54cm;margin-right:0cm;&amp;quot;&amp;gt;'''Textübersetzung'''&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
#* &amp;lt;div style=&amp;quot;color:#000000;margin-left:0.547cm;margin-right:0cm;&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;u&amp;gt;Notwendig&amp;lt;/u&amp;gt;: umfangreicher 2-sprachiger Textkorpus im speziellen Format&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
# &amp;lt;div style=&amp;quot;color:#000000;margin-left:0.54cm;margin-right:0cm;&amp;quot;&amp;gt;'''Intention erkennen, Anweisungen ausführen'''&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
#* &amp;lt;div style=&amp;quot;color:#000000;margin-left:0.54cm;margin-right:0cm;&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;u&amp;gt;Ziel&amp;lt;/u&amp;gt;: Intention des Nutzers erkennen, Anweisungen ableiten und ausführen &amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
#* &amp;lt;div style=&amp;quot;color:#000000;margin-left:0.54cm;margin-right:0cm;&amp;quot;&amp;gt;Spezielle Systeme notwendig&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
# &amp;lt;div style=&amp;quot;color:#000000;margin-left:0.54cm;margin-right:0cm;&amp;quot;&amp;gt;'''Sprachausgabe'''&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
#* &amp;lt;div style=&amp;quot;color:#000000;margin-left:0.547cm;margin-right:0cm;&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;u&amp;gt;Notwendig&amp;lt;/u&amp;gt;: Audio-Wörterbuch, phonetisches Wörterbuch&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | &lt;br /&gt;
Handlungsbedarf als Farbe: &amp;lt;span style=&amp;quot;background-color:#c5e0b3;&amp;quot;&amp;gt;gering&amp;lt;/span&amp;gt;, &amp;lt;span style=&amp;quot;background-color:#ffff00;&amp;quot;&amp;gt;groß&amp;lt;/span&amp;gt;, &amp;lt;span style=&amp;quot;background-color:#f69292;&amp;quot;&amp;gt;sehr groß&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
{| style=&amp;quot;border-spacing:0;&amp;quot;&lt;br /&gt;
|- style=&amp;quot;border:0.5pt solid #d0cece;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.101cm;padding-right:0.101cm;&amp;quot;&lt;br /&gt;
| align=right| '''Aktueller Stand'''&lt;br /&gt;
| align=center| '''Obersorbisch'''&lt;br /&gt;
| align=center| '''Nieder­sorbisch'''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;background-color:transparent;border:0.5pt solid #d0cece;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.101cm;padding-right:0.101cm;&amp;quot; | &lt;br /&gt;
&amp;lt;span style=&amp;quot;color:#000000;&amp;quot;&amp;gt;'''1. Spracherkennung'''&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
| align=center style=&amp;quot;background-color:transparent;border:0.5pt solid #d0cece;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.101cm;padding-right:0.101cm;&amp;quot; | &lt;br /&gt;
| align=center style=&amp;quot;background-color:transparent;border:0.5pt solid #d0cece;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.101cm;padding-right:0.101cm;&amp;quot; | &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;background-color:transparent;border:0.5pt solid #d0cece;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.101cm;padding-right:0.101cm;&amp;quot; | &lt;br /&gt;
Mozilla common voice&lt;br /&gt;
* &amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:0.289cm;margin-right:0cm;&amp;quot;&amp;gt;geschriebene Sätze&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
* &amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:0.289cm;margin-right:0cm;&amp;quot;&amp;gt;gesprochene Minuten&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;background-color:#ffff00;border:0.5pt solid #d0cece;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.101cm;padding-right:0.101cm;&amp;quot; | &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;gt; 7.500&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
171&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;background-color:#f69292;border:0.5pt solid #d0cece;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.101cm;padding-right:0.101cm;&amp;quot; | &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
0&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
0 &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;background-color:transparent;border:0.5pt solid #d0cece;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.101cm;padding-right:0.101cm;&amp;quot; | &lt;br /&gt;
Projekt Sprach­erkennung und maschin. Übersetzung&lt;br /&gt;
* &amp;lt;div style=&amp;quot;color:#000000;margin-left:0.289cm;margin-right:0cm;&amp;quot;&amp;gt;Prototyp „digidom“ veröffentlicht&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
| align=center style=&amp;quot;background-color:#e2efd9;border:0.5pt solid #d0cece;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.101cm;padding-right:0.101cm;&amp;quot; | &lt;br /&gt;
seit 2020&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2022&lt;br /&gt;
| align=center style=&amp;quot;background-color:#e2efd9;border:0.5pt solid #d0cece;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.101cm;padding-right:0.101cm;&amp;quot; | &lt;br /&gt;
seit 2020&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
in Planung&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;background-color:transparent;border:0.5pt solid #d0cece;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.101cm;padding-right:0.101cm;color:#000000;&amp;quot; | '''2. Textübersetzung'''&lt;br /&gt;
| align=center style=&amp;quot;background-color:transparent;border:0.5pt solid #d0cece;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.101cm;padding-right:0.101cm;&amp;quot; | &lt;br /&gt;
| align=center style=&amp;quot;background-color:transparent;border:0.5pt solid #d0cece;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.101cm;padding-right:0.101cm;&amp;quot; | &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;background-color:transparent;border:0.5pt solid #d0cece;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.101cm;padding-right:0.101cm;&amp;quot; | &lt;br /&gt;
* &amp;lt;div style=&amp;quot;color:#000000;margin-left:0.289cm;margin-right:0cm;&amp;quot;&amp;gt;notwendiger Textkorpus&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
| align=center style=&amp;quot;background-color:#e2efd9;border:0.5pt solid #d0cece;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.101cm;padding-right:0.101cm;&amp;quot; | groß&lt;br /&gt;
| align=center style=&amp;quot;background-color:#e2efd9;border:0.5pt solid #d0cece;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.101cm;padding-right:0.101cm;&amp;quot; | groß&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;background-color:transparent;border:0.5pt solid #d0cece;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.101cm;padding-right:0.101cm;color:#000000;&amp;quot; | '''3. Intention, Anweisung'''&lt;br /&gt;
| align=center style=&amp;quot;background-color:transparent;border:0.5pt solid #d0cece;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.101cm;padding-right:0.101cm;&amp;quot; | &lt;br /&gt;
| align=center style=&amp;quot;background-color:transparent;border:0.5pt solid #d0cece;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.101cm;padding-right:0.101cm;&amp;quot; | &lt;br /&gt;
|- style=&amp;quot;background-color:#e2efd9;border:0.5pt solid #d0cece;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.101cm;padding-right:0.101cm;&amp;quot;&lt;br /&gt;
| colspan=&amp;quot;3&amp;quot; | &lt;br /&gt;
* &amp;lt;div style=&amp;quot;color:#000000;margin-left:0.289cm;margin-right:0cm;&amp;quot;&amp;gt;Spätere Recherche und Nutzung von bestehenden Systemen (z.&amp;amp;nbsp;B. open source)&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;background-color:transparent;border:0.5pt solid #d0cece;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.101cm;padding-right:0.101cm;color:#000000;&amp;quot; | '''4. Sprachausgabe'''&lt;br /&gt;
| align=center style=&amp;quot;background-color:transparent;border:0.5pt solid #d0cece;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.101cm;padding-right:0.101cm;&amp;quot; | &lt;br /&gt;
| align=center style=&amp;quot;background-color:transparent;border:0.5pt solid #d0cece;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.101cm;padding-right:0.101cm;&amp;quot; | &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;background-color:transparent;border:0.5pt solid #d0cece;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.101cm;padding-right:0.101cm;&amp;quot; | &lt;br /&gt;
Entwicklung Vorlese­funktion im Sorbischen Institut&lt;br /&gt;
* &amp;lt;div style=&amp;quot;color:#000000;margin-left:0.289cm;margin-right:0cm;&amp;quot;&amp;gt;Prototyp Juro und Matej veröffentlicht&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
| align=center style=&amp;quot;background-color:#e2efd9;border:0.5pt solid #d0cece;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.101cm;padding-right:0.101cm;&amp;quot; | &lt;br /&gt;
2018 - 2023&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2023&lt;br /&gt;
| align=center style=&amp;quot;background-color:#e2efd9;border:0.5pt solid #d0cece;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.101cm;padding-right:0.101cm;&amp;quot; | &lt;br /&gt;
2018 – 2023&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2023&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;background-color:transparent;border:0.5pt solid #d0cece;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.101cm;padding-right:0.101cm;&amp;quot; | &lt;br /&gt;
private Entwicklung Online-Vorlesefunktionen mittels KI&lt;br /&gt;
| align=center style=&amp;quot;background-color:#e2efd9;border:0.5pt solid #d0cece;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.101cm;padding-right:0.101cm;&amp;quot; | seit 2020&lt;br /&gt;
| align=center style=&amp;quot;background-color:#f69292;border:0.5pt solid #d0cece;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.101cm;padding-right:0.101cm;&amp;quot; | -&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| style=&amp;quot;border-spacing:0;&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| colspan=&amp;quot;3&amp;quot; style=&amp;quot;background-color:#d9e2f3;border:0.5pt solid #000000;padding:0.101cm 0.199cm;&amp;quot; |&lt;br /&gt;
'''SOLL-Konzeption – zukünftige Maßnahmen und Aufgaben'''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| colspan=&amp;quot;3&amp;quot; style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding:0.6em;&amp;quot; |&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot; style=&amp;quot;width:100%;margin:0;&amp;quot;&lt;br /&gt;
! style=&amp;quot;width:13%;&amp;quot; | Sub-Thema&lt;br /&gt;
! style=&amp;quot;width:5%;&amp;quot; | Nr.&lt;br /&gt;
! style=&amp;quot;width:20%;&amp;quot; | Maßnahme&lt;br /&gt;
! style=&amp;quot;width:14%;&amp;quot; | Status&lt;br /&gt;
! style=&amp;quot;width:50%;&amp;quot; | Offene Schritte&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Spracherkennung&lt;br /&gt;
| [[#M1.1_1|1.1_1]]&lt;br /&gt;
| [[#M1.1_1|Entwicklung einer obersorbischen Spracherkennung (HSB)]]&lt;br /&gt;
| 🟡 in Bearbeitung&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
* priorisierte Anwendungen und Qualitätskriterien festlegen&lt;br /&gt;
* vorhandene Sprachdaten und Modelle einschließlich Datenlücken und Nutzungsrechten prüfen&lt;br /&gt;
* Spracherkennungsdienst entwickeln, qualitätsprüfen und in einer Anwendung pilotieren&lt;br /&gt;
* produktiven Betrieb und Pflege sicherstellen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Spracherkennung&lt;br /&gt;
| [[#M1.1_2|1.1_2]]&lt;br /&gt;
| [[#M1.1_2|Entwicklung einer niedersorbischen Spracherkennung (DSB)]]&lt;br /&gt;
| 🟡 in Bearbeitung&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
* priorisierte Anwendungen (insbesondere Diktieren) und Qualitätskriterien festlegen&lt;br /&gt;
* vorhandene Sprachdaten, Modelle und Datenlücken prüfen&lt;br /&gt;
* Spracherkennungsdienst entwickeln bzw. anpassen und in einer Anwendung erproben&lt;br /&gt;
* produktiven Betrieb und Pflege sicherstellen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Übersetzungsdienst&lt;br /&gt;
| [[#M1.1_3|1.1_3]]&lt;br /&gt;
| [[#M1.1_3|Entwicklung eines obersorbischen Übersetzungsdienstes für Texte (HSB)]]&lt;br /&gt;
| 🔵 laufende Daueraufgabe&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
* Textkorpora gezielt erweitern, Nutzungsrechte dokumentieren &lt;br /&gt;
* Schnittstellen für priorisierte Anwendungen nutzbar machen&lt;br /&gt;
* Verbindung mit obersorbischer Sprachausgabe und Eignung für Simultanübersetzung erproben&lt;br /&gt;
* Qualität und Betrieb langfristig sicherstellen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Übersetzungsdienst&lt;br /&gt;
| [[#M1.1_4|1.1_4]]&lt;br /&gt;
| [[#M1.1_4|Entwicklung eines niedersorbischen Übersetzungsdienstes für Texte (DSB)]]&lt;br /&gt;
| 🔵 laufende Daueraufgabe&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
* Niedersorbische Textkorpora gezielt ergänzen&lt;br /&gt;
* übertragbare technische Lösungen nutzen &lt;br /&gt;
* Schnittstellen und Verbindung mit niedersorbischer Sprachausgabe erproben&lt;br /&gt;
* Anforderungen an Simultanübersetzung klären und Betrieb sicherstellen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Sprachausgabe&lt;br /&gt;
| [[#M1.1_5|1.1_5]]&lt;br /&gt;
| [[#M1.1_5|Entwicklung einer obersorbischen Sprachausgabe (HSB)]]&lt;br /&gt;
| 🟡 in Bearbeitung&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
* Qualität, Nutzungsrechte und Einbindungsmöglichkeiten von Matej und bamborak prüfen&lt;br /&gt;
* priorisierte Anwendungen festlegen&lt;br /&gt;
* Einbindung in Sotra und eine weitere Anwendung erproben&lt;br /&gt;
* notwendige Qualitätsverbesserungen, Schnittstellen und Betrieb sicherstellen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Sprachausgabe&lt;br /&gt;
| [[#M1.1_6|1.1_6]]&lt;br /&gt;
| [[#M1.1_6|Entwicklung einer niedersorbischen Sprachausgabe (DSB)]]&lt;br /&gt;
| 🟡 in Bearbeitung&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
* aktuellen Stand von Juro und geplante Integrationen erheben&lt;br /&gt;
* Qualitätsanforderungen und Verbesserungsbedarf festlegen&lt;br /&gt;
* Einbindung in Sotra und eine weitere Anwendung erproben&lt;br /&gt;
* Nutzungsrechte, Schnittstellen und Betrieb sicherstellen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Intention / Anweisung&lt;br /&gt;
| [[#M1.1_7|1.1_7]]&lt;br /&gt;
| [[#M1.1_7|Finden einer Software für „Intention und Anweisungen“]]&lt;br /&gt;
| ❓ zu prüfen&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
* konkreten Anwendungsfall und ausführbare Anweisungen festlegen&lt;br /&gt;
* vorhandene Systeme (u. a. AGATA und serbski.chat) auf Eignung prüfen&lt;br /&gt;
* Erkennung von Nutzerabsichten mit Spracherkennung und Sprachausgabe verbinden und pilotieren&lt;br /&gt;
* über weitere Umsetzung und Betrieb entscheiden&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;small&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Status:'''&lt;br /&gt;
* ⚪ '''nicht begonnen''' – Maßnahme ist vorgesehen, die Umsetzung hat noch nicht begonnen.&lt;br /&gt;
* 🟡 '''in Bearbeitung''' – Maßnahme wird bearbeitet.&lt;br /&gt;
* 🟢 '''umgesetzt''' – definiertes Ergebnis wurde erreicht.&lt;br /&gt;
* 🔵 '''laufende Daueraufgabe''' – Maßnahme benötigt laufende Bearbeitung ohne festen Abschluss.&lt;br /&gt;
* ⏸ '''zurückgestellt''' – Bearbeitung ist ausgesetzt oder von Voraussetzungen abhängig.&lt;br /&gt;
* ❓ '''zu prüfen''' – der aktuelle Stand ist zu ermitteln.&lt;br /&gt;
&amp;lt;/small&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einleitung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieser Themenbereich beinhaltet die Unterstützung des Anwenders beim Sprechen mit elektronischen Geräten in den sorbischen Sprachen. Im Fokus steht die Interaktion von Menschen mit elektronischen Geräten mittels gesprochener Worte. Dies umfasst folgende Bereiche:&lt;br /&gt;
* '''Sprachausgabe:''' das '''Vorlesen''' geschriebener sorbischer Wörter&lt;br /&gt;
* '''Spracherkennung: '''das '''Erkennen''' und Darstellen von gesprochenen sorbischen Wörtern durch elektronische Geräte (Computer, Smartphones usw.)&lt;br /&gt;
* '''Sprachverarbeitung: ''' das '''Verarbeiten''' gesprochener sorbischer Wörter und '''Reagieren''' darauf (z.&amp;amp;nbsp;B. Anweisungen ausführen, Antworten).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mögliche Einsatzbereiche und Applikationen sind bspw.&lt;br /&gt;
* Sprachassistenten,&lt;br /&gt;
* Spiele, Spielzeuge (wie Lingufino),&lt;br /&gt;
* Untertitel und Simultanübersetzungen (z. B. bei Videokonferenzen).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ist-Analyse Stand der Entwicklung von Sprachassistenzsystemen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;background-color:#f6f6f6;border:1px solid #DCDCDC;padding:0.6em 0.8em;margin:0.6em 0 1em 0;&amp;quot;&amp;gt;'''Letzte Aktualisierung des Abschnitts: 2021''' &amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Welche Bausteine werden für eine Sprachassistenz benötigt? ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Um eine sprachliche Interaktion mit einem elektronischen Gerät ähnlich wie mit Menschen zu erreichen, sind verschiedene technische Bausteine notwendig, welche jeweils unterschiedliche Aufgaben übernehmen. Die folgende Einteilung der Bausteine orientiert sich an einem Vortrag von Jan Budar vom 13.09.2018 in Senftenberg zu “Digitalisierung als Chance für die Sorben”.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Baustein 1: Spracherkennung (Automatic Speech Recognition, ASR; Speech to Text, STT)&amp;lt;ref name=&amp;quot;ftn1&amp;quot;&amp;gt;Übersicht STT-Engines: [https://mycroft-ai.gitbook.io/docs/using-mycroft-ai/customizations/stt-engine https://mycroft-ai.gitbook.io/docs/using-mycroft-ai/customizations/stt-engine]&amp;lt;/ref&amp;gt; ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* basiert auf phonetischen Informationen zu&lt;br /&gt;
** einzelnen Buchstaben und Silben&lt;br /&gt;
** deren Kombinationen&lt;br /&gt;
** ihrer Position im Wort/Satz&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Umwandlung von gesprochener Sprache in Text''' &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die typischen Schritte zur Umwandlung von gesprochener Sprache in Text (Speech-to-Text, STT) sind:&lt;br /&gt;
# Aufnahme der Sprache: Der erste Schritt besteht darin, die gesprochene Sprache aufzunehmen. Dies kann entweder über ein Mikrofon oder eine andere Audioquelle erfolgen.&lt;br /&gt;
# Signalverarbeitung: Die aufgenommenen Audiosignale werden durch Signalverarbeitungsalgorithmen vorverarbeitet. Dazu gehören zum Beispiel Rauschunterdrückung, Echo-Entfernung und Entzerrung.&lt;br /&gt;
# Sprachsegmentierung: Die Audioaufnahme wird in kurze Segmente unterteilt, die normalerweise zwischen 10 und 30 Millisekunden lang sind. Diese Segmente werden dann weiterverarbeitet.&lt;br /&gt;
# Merkmalsextraktion: Für jedes Sprachsegment werden akustische Merkmale wie Frequenz, Lautstärke, Tonhöhe und Dauer extrahiert. Diese Merkmale dienen als Eingabe für das Spracherkennungsmodell.&lt;br /&gt;
# Spracherkennung: Das Spracherkennungsmodell verwendet die extrahierten Merkmale, um die gesprochene Sprache in Text umzuwandeln. Dieser Schritt kann auf unterschiedliche Weise durchgeführt werden, z.B. mit Hidden Markov Models (HMMs), künstlichen neuronalen Netzen (KNNs) oder Deep-Learning-Modellen.&lt;br /&gt;
# Postprocessing: Der erkannte Text wird postprozessiert, um mögliche Fehler oder Inkonsistenzen im Text zu korrigieren. Dazu können beispielsweise Grammatik- und Sprachmodelle verwendet werden, um den erkannten Text zu verbessern.&lt;br /&gt;
# Textausgabe: Der endgültige Text wird dann ausgegeben, z.B. in einer Textdatei oder als Eingabe für eine andere Anwendung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Je nach Anwendung und Sprachmodell können die genauen Schritte und Technologien zur Umwandlung von Sprache in Text  variieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Training von Spracherkennungs-Maschinen''' &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
* vgl. auch Vortrag von D. Sobe 2022 im Rahmen einer Online-Abendveranstaltung&amp;lt;ref&amp;gt;vgl. [https://digiserb.de/2022/06/09/zarjadowanje-masinelne-spoznawanje-serbsciny/ Veranstaltung auf digiserb.de], [https://digiserb.de/wp-content/uploads/2022/06/2022_06_auswertung.pdf Folien bei digiserb.de], [https://www.youtube.com/watch?v=RWUo7N_Aybw Video bei YouTube].&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Klassischerweise wird die Spracherkennung durch die Verwendung von stochastische Modellen wie Hidden-Markov-Modellen (HMM) und Gauss'schen Mischmodellen (GMM) durchgeführt. Das Sprachsignal wird dabei in kurze Abschnitte, sogenannte Phoneme, unterteilt. Die Phoneme werden dann in einer HMM- oder GMM-Datenbank gespeichert. Bei der Erkennung wird das Sprachsignal in Phoneme aufgeteilt und mit der HMM- oder GMM-Datenbank abgeglichen, um die wahrscheinlichste Sequenz von Phonemen zu finden. Diese wird dann in Text umgewandelt und ausgegeben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den letzten Jahren haben sich Deep Learning Modelle mit tiefen neuronalen Netzen, wie z.B. Recurrent Neural Networks (RNNs) und Convolutional Neural Networks (CNNs), als effektive Methoden zur Spracherkennung erwiesen. Diese Modelle können komplexe Beziehungen zwischen Phonemen und Wörtern erfassen und somit die Genauigkeit der Spracherkennung verbessern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* z.&amp;amp;nbsp;B. Mozilla Common Voice&amp;lt;ref name=&amp;quot;ftn2&amp;quot;&amp;gt;vgl. [https://voice.mozilla.org https://voice.mozilla.org] und [https://github.com/mozilla/DeepSpeech https://github.com/mozilla/DeepSpeech]&amp;lt;/ref&amp;gt; in Kombination mit einer Spracherkennungs-Engine wie Mozilla Deep Speech&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Erstellung von Spracherkennungs-Maschinen''' &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Um eine Spracherkennungs-Engine (Speech-to-Text) zu erstellen, werden verschiedene Ressourcen benötigt, darunter:&lt;br /&gt;
# Sprachdaten: Um ein Spracherkennungsmodell zu trainieren, werden große Mengen an Audioaufnahmen benötigt, die repräsentativ für die Sprache und den Dialekt sind, den die Engine erkennen soll. Diese Sprachdaten sollten auch verschiedene Sprecher, Akzente und Hintergrundgeräusche enthalten.&lt;br /&gt;
# Transkriptionen: Jede Audioaufnahme muss mit einer Texttranskription versehen werden, die angibt, was in der Aufnahme gesagt wird. Diese Transkriptionen werden verwendet, um das Modell zu trainieren und zu testen.&lt;br /&gt;
# Sprachmodelle: Sprachmodelle sind eine wichtige Komponente von Spracherkennungs-Engines, da sie die Wahrscheinlichkeit berechnen, mit der eine bestimmte Sequenz von Wörtern in einem bestimmten Kontext auftreten wird. Diese Modelle werden verwendet, um die Wahrscheinlichkeit des erkannten Textes zu berechnen und die Genauigkeit der Spracherkennungs-Engine zu verbessern.&lt;br /&gt;
# Aussprachelexika: Ein Aussprachelexikon enthält eine Liste von Wörtern und deren Aussprache in der jeweiligen Sprache. Dies wird verwendet, um die richtige Aussprache von Wörtern im erkannten Text zu bestimmen.&lt;br /&gt;
# Phonemmodelle: Phonemmodelle beschreiben, wie Wörter in ihre kleinsten sprachlichen Einheiten (Phoneme) aufgeteilt werden können. Diese Modelle werden verwendet, um die Wahrscheinlichkeit von Phonemsequenzen zu berechnen und die Genauigkeit der Spracherkennungs-Engine zu verbessern.&lt;br /&gt;
# Linguistische Ressourcen: Zusätzlich zu den oben genannten Ressourcen können auch linguistische Ressourcen wie Grammatiken, semantische Modelle und syntaktische Modelle verwendet werden, um die Genauigkeit der Spracherkennungs-Engine zu verbessern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Baustein 2: Textübersetzung (Machine Translation, MT) ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Grundlage hierfür sind Massen an übersetzten Sätzen&lt;br /&gt;
* Künstliche Intelligenz lernt aus diesen übersetzten Sätzen durch&lt;br /&gt;
** Mustererkennung&lt;br /&gt;
** Training&lt;br /&gt;
* vgl. Kapitel 5 Abschnitt [https://koncept.serbski-inkubator.de/index.php/5._Schreiben_auf_elektronischen_Ger%C3%A4ten#.C3.9Cbersetzer Übersetzer]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Baustein 3: Intention erkennen und Anweisungen ausführen&amp;lt;ref name=&amp;quot;ftn3&amp;quot;&amp;gt;vgl. [https://mycroft.ai/wp-content/uploads/2018/08/mycroft-ai-introduction-to-voice-stack-whitepaper.pdf https://mycroft.ai/wp-content/uploads/2018/08/mycroft-ai-introduction-to-voice-stack-whitepaper.pdf]&amp;lt;/ref&amp;gt;  ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* aus dem erkannten Text wird die Intention des Nutzers extrahiert (intent parser)&lt;br /&gt;
* Anweisungen werden abgeleitet und ausgeführt (Skill invocation)&lt;br /&gt;
* z.&amp;amp;nbsp;B. [https://wit.ai/ https://wit.ai/] (eine Sprachplattform, welche zum Facebook-Konzern gehört)&lt;br /&gt;
* z.B. [https://mycroft.ai/ https://mycroft.ai/]als datenschutzfreundliche Alternative&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Baustein 4: Sprachausgabe (Text to Speech, TTS)&amp;lt;ref name=&amp;quot;ftn4&amp;quot;&amp;gt;Übersicht TTS-Engines: [https://mycroft-ai.gitbook.io/docs/using-mycroft-ai/customizations/tts-engine https://mycroft-ai.gitbook.io/docs/using-mycroft-ai/customizations/tts-engine]&amp;lt;/ref&amp;gt; ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* bspw. für barrierefreie Webseiten notwendig&lt;br /&gt;
* Open Source Text-to-speech-System: MaryTTS&lt;br /&gt;
* modularer Aufbau: Lexikon, Sprache, Daten, Synthese&lt;br /&gt;
* Unit-Selectin-Synthese (Verkettung natürlichsprachlicher Elemente)&lt;br /&gt;
* ThorstenVoice (OSS Variante)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die folgenden Schritte sind typischerweise erforderlich, um einen Text in eine gesprochene Sprachausgabe umzuwandeln:&lt;br /&gt;
# Linguistische Analyse: Der eingegebene Text wird vorverarbeitet, um dessen Struktur zu analysieren, einschließlich der Trennung von Sätzen, der Erkennung von Interpunktion und der Ermittlung der Betonung.&lt;br /&gt;
# Phonetische Umsetzung: Der Text wird in eine phonetische Darstellung umgewandelt, in der jeder Textabschnitt in eine entsprechende Sequenz von Lauten (Phonemen) übersetzt wird. Dies wird typischerweise durch eine phonetische Lexikon-Datenbank und Sprachregeln erreicht.&lt;br /&gt;
# Prosodische Modellierung: Es wird die Betonung und Intonation des Textes bestimmt. Hierbei werden Faktoren wie Akzent, Tonhöhe, Tempo, Pause und Rhythmus berücksichtigt, um eine natürliche Sprachmelodie zu erzeugen.&lt;br /&gt;
# Synthese: Der phonetisch umgesetzte Text wird dann in Sprache umgewandelt, indem die phonetischen Einheiten zu Sprachsignalen zusammengefügt werden. Dies kann entweder durch die Verwendung von Klangeinheiten, die in einer Datenbank gespeichert sind, oder durch das Generieren von Sprache auf der Grundlage von Modellen, wie z.B. Deep-Learning-Modellen, erfolgen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine TTS-Engine benötigt folgende Voraussetzungen:&lt;br /&gt;
# Eine umfangreiche phonetische Datenbank oder ein phonetisches Modell, um die Übersetzung von Text in Phoneme zu ermöglichen.&lt;br /&gt;
# Ein Prosodie-Modell, um die natürliche Sprachmelodie zu erzeugen.&lt;br /&gt;
# Eine Sprachsynthesetechnologie, um die Phoneme in Sprachsignale zu konvertieren.&lt;br /&gt;
# Training mit großen Datenmengen, um die Sprachsynthese-Modelle auf die spezifische Sprache und Stimme zu optimieren.&lt;br /&gt;
&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Definition und Marktübersicht von Sprachassistenten ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Sprachassistent ist eine bestimmte Art von Software, die gesprochene Worte analysiert, in den richtigen Kontext einordnet und darauf reagiert. Sprachassistenten sind als Software meist in Smartphones oder Smart Speaker, aber auch in Konsolen (PS4), Fernseher und smart watches integriert. Ein Smart Speaker wiederum ist ein bestimmtes Gerät, auf welchem der Sprachassistent als Software installiert ist.&amp;lt;ref name=&amp;quot;ftn5&amp;quot;&amp;gt;vgl. [https://de.wikipedia.org/wiki/Intelligenter_pers%C3%B6nlicher_Assistent https://de.wikipedia.org/wiki/Intelligenter_pers%C3%B6nlicher_Assistent]&amp;lt;/ref&amp;gt; Spricht ein Mensch mit diesem Gerät, so beantwortet es über seine Sprachsoftware verbal Fragen oder führt Anweisungen aus, z.&amp;amp;nbsp;B. steuert es vernetzte smart home Geräte (TV-Geräte, Heizungsthermostate, Rollläden, Lampen, Waschmaschine, Backofen, Kaffee­maschine bis hin zur Toilettenspülung usw.). Auch in Autos, Kopfhörern, Bürogeräten und Kleidung sind bereits Sprachassistenten im Einsatz.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Entwicklung der Sprachassistenten:* 2010 Apples Siri („Hey Siri“)&lt;br /&gt;
* 2012 Google Assistant (vormals Google Now) („Ok, Google“)&lt;br /&gt;
* 2013 Microsoft Cortana („Hey Cortana“)&lt;br /&gt;
* 2014 Amazon Alexa („Alexa“)&lt;br /&gt;
* 2015 Mycroft - open Source Smart Speaker (“Hey Mycroft”)&amp;lt;ref name=&amp;quot;ftn6&amp;quot;&amp;gt;vgl. [https://mycroft.ai/ https://mycroft.ai/] und [https://www.kickstarter.com/projects/aiforeveryone/mycroft-an-open-source-artificial-intelligence-for/description https://www.kickstarter.com/projects/aiforeveryone/mycroft-an-open-source-artificial-intelligence-for/description]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* 2017 Sprachassistenten der chinesischen Firmen Baidu und Alibaba&lt;br /&gt;
* 2018 Samsung Bixby („Hi Bixby“)&lt;br /&gt;
* 2019 Leon – open source personal assistant&amp;lt;ref name=&amp;quot;ftn7&amp;quot;&amp;gt;vgl. [https://getleon.ai/ https://getleon.ai/]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Heute sind weltweit bereits mehr als 4 Milliarden Sprachassistenten im Einsatz. Bis 2023 rechnet die Marktforschungsfirma Juniper Research mit 8 Milliarden Sprachassistenten.&amp;lt;ref name=&amp;quot;ftn8&amp;quot;&amp;gt;vgl. [https://voicebot.ai/google-home-google-assistant-stats/#voice-asst-in-use-juniper https://voicebot.ai/google-home-google-assistant-stats/#voice-asst-in-use-juniper]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Image:Grafik 16.png|top]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Marktübersicht'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die führenden Anbieter für Sprachassistenzsysteme am weltweiten Markt sind:&lt;br /&gt;
# Amazon mit seinem Sprachassistenzsystem &amp;quot;Alexa&amp;quot; und den Amazon Echo Geräten.&lt;br /&gt;
# Google mit seinem Sprachassistenzsystem &amp;quot;Google Assistant&amp;quot; und den Google Home Geräten.&lt;br /&gt;
# Apple mit seinem Sprachassistenzsystem &amp;quot;Siri&amp;quot; und der HomePod-Produktlinie.&lt;br /&gt;
# Microsoft mit seinem Sprachassistenzsystem &amp;quot;Cortana&amp;quot; und der Surface Headphones Produktlinie.&lt;br /&gt;
# Samsung mit seinem Sprachassistenzsystem &amp;quot;Bixby&amp;quot; und der Galaxy Home Produktlinie.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Anbieter haben in den letzten Jahren in die Entwicklung und Verbesserung von Sprachassistenzsystemen investiert und setzen auf künstliche Intelligenz und maschinelles Lernen, um die Spracherkennung und -verarbeitung zu verbessern. Dabei sind ihre Sprachassistenzsysteme nicht nur auf den Heimgebrauch beschränkt, sondern auch in mobilen Geräten, Autos und anderen Branchen wie Gesundheitswesen, Einzelhandel und Finanzen verbreitet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es ist schwierig, genaue Zahlen darüber zu finden, welchen Anteil jeder Anbieter am Gesamtmarkt für Sprachassistenzsysteme hat, da es keine einheitliche Definition des Marktes gibt und die Zahlen von verschiedenen Marktforschungsunternehmen variieren können. Basierend auf den verfügbaren Daten sind die größten Anbieter am Markt Amazon Alexa mit rund 25% Marktanteil, Google Assistant mit rund 20% Marktanteil und Apples Siri mit rund 15% Marktanteil weltweit. Es gibt jedoch Unterschiede in den Zahlen je nach Region und Art des Geräts (z.B. intelligente Lautsprecher, Mobiltelefone, Smart-Home-Geräte). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die beliebtesten Anwendungsfälle von Nutzern von Smart Speakern sind&amp;lt;ref name=&amp;quot;ftn12&amp;quot;&amp;gt;vgl. [https://voicebot.ai/2020/05/03/streaming-music-questions-weather-timers-and-alarms-remain-smart-speaker-killer-apps-third-party-voice-app-usage-not-growing/ https://voicebot.ai/2020/05/03/streaming-music-questions-weather-timers-and-alarms-remain-smart-speaker-killer-apps-third-party-voice-app-usage-not-growing/] &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
# Musik hören&lt;br /&gt;
# Fragen stellen&lt;br /&gt;
# Wetter checken&lt;br /&gt;
# Zeitschaltuhr einschalten&lt;br /&gt;
# Alarm einstellen&lt;br /&gt;
# Radio hören&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Image:Grafik 17.png|top]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Aktuell unterstützte Sprachen'''&amp;lt;ref name=&amp;quot;ftn13&amp;quot;&amp;gt;vgl. [https://www.globalme.net/blog/language-support-voice-assistants-compared/ https://www.globalme.net/blog/language-support-voice-assistants-compared/] sowie die dort angegeben Webseiten&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* &amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:0.501cm;margin-right:0cm;&amp;quot;&amp;gt;'''Amazons Alexa''' unterstützt '''9 Sprachen'''&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
** Arabisch, Deutsch, Englisch (5 Dialekte), Französisch (2 Dialekte), Hindi (Indisch), Italienisch, Japanisch, Portugiesisch (Brasil.), Spanisch (3 Dialekte)&lt;br /&gt;
* &amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:0.501cm;margin-right:0cm;&amp;quot;&amp;gt;'''Google Assistant''' unterstützt '''44 Sprachen '''auf Smartphones&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
* &amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:0.501cm;margin-right:0cm;&amp;quot;&amp;gt;'''Google Assistant''' unterstützt '''13 Sprachen''' auf Smart Speakern / Google Home&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
** Dänisch, Deutsch (2 Dialekte), Englisch (6 Dialekte), Französisch (2 Dialekte), Hindi, Italienisch, Japanisch, Koreanisch, Niederländisch, Norwegisch, Portugiesisch (Brasil.), Schwedisch, Spanisch (3 Dialekte)&lt;br /&gt;
* &amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:0.501cm;margin-right:0cm;&amp;quot;&amp;gt;'''Apples Siri unterstützt rund 42 Sprachen'''&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ist-Analyse sorbischer Potenziale, Ressourcen und Projekte ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;background-color:#f6f6f6;border:1px solid #DCDCDC;padding:0.6em 0.8em;margin:0.6em 0 1em 0;&amp;quot;&amp;gt;'''Letzte Aktualisierung des Abschnitts: 2023''' &amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während digitale Angebote wie Sprachausgabe und Spracherkennung in deutscher Sprache selbstverständlich sind und sowohl von internationalen Großkonzernen als auch von der öffentlichen Hand vorangetrieben und ausgebaut werden, gilt das für dieselben Angebote in sorbischer Sprache nur sehr eingeschränkt. Welche Grundlagen der Sprachunterstützung beider sorbischer Sprachen bereits realisiert oder geplant sind, sollen die folgenden Abschnitte untersuchen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Ist-Stand der 4 Bausteine des Sprechens mit elektronischen Geräten===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Baustein 1: Spracherkennung (Automatic Speech Recognition, ASR; Speech to Text, STT) ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* sorbische Ausgangslage: die folgenden Vorarbeiten sind vorhanden&lt;br /&gt;
* '''Mozilla common voice''': &lt;br /&gt;
** die sorbischen Sprachen werden hier aktuell nicht weiter ergänzt, die gesammelten Daten werden jedoch in anderen Projekten weiter verwendet&lt;br /&gt;
*** die Anzahl an Daten ist bei weitem nicht ausreichend für den Einsatz von neuronalen Technologien&lt;br /&gt;
*** die Qualität der Daten ist nur hinreichend für die Evaluation von Spracherkennungssystemen, nicht jedoch für deren Training (hierfür wird Tonstudio-Qualität benötigt)&lt;br /&gt;
** für das Obersorbische wurden bereits ca. 7.500 lizenzfreie Sätze gesammelt sowie 2 Stunden und 51 Minuten eingesprochen und validiert&lt;br /&gt;
** diese sind aktuell in sehr unterschiedlicher Qualität, sehr unausgewogen hinsichtlich der Stimmen (Geschlecht- und Alter-Verteilung)&lt;br /&gt;
** darüber hinaus lassen sich die Sätze common voice aktuell nicht thematisch zuordnen &lt;br /&gt;
** Für das Niedersorbische fehlen die Sätze und das Einsprechen&amp;lt;ref name=&amp;quot;ftn17&amp;quot;&amp;gt;vgl. [https://voice.mozilla.org/de/languages https://voice.mozilla.org/de/languages]&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;br&amp;gt;  &lt;br /&gt;
  &lt;br /&gt;
* '''Prototyp &amp;quot;smart lamp&amp;quot; / &amp;quot;digidom&amp;quot;'''&lt;br /&gt;
** 2020 startete das '''Projekt „Spracherkennung und maschinelle Übersetzung der sorbischen Sprachen'''“ der Stiftung für das sorbische Volk&lt;br /&gt;
** Durchgeführt wurde eine Machbarkeitsstudie zur automatischen Spracherkennung für die ober­sorbische Sprache vom Fraunhofer-Institut für keramische Technologien und Systeme Dresden (Abteilung Maschinelles Lernen und Datenanalyse) in Zusammenarbeit mit der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus mit folgenden Zielstellungen: &lt;br /&gt;
*** Realisierung eines prototypischen Spracherkenners für eine spezifizierte Beispielanwendung in einer stark beschränkten Sprachdomäne&lt;br /&gt;
*** Ziel wurde es, eine Smart-Home-Anwendung zu erstellen, welches mittels Sprachbefehlen eine Lampe bedienen kann, &amp;quot;digidom&amp;quot;&lt;br /&gt;
*** Einschätzung möglicher und empfohlener Technologien für die Entwicklung eines sorbischen Spracherkenners mit umfangreichem Wortschatz&lt;br /&gt;
*** Aussagen zur Anwendung der niedersorbischen Sprache&lt;br /&gt;
** Folgende Arbeitsschritte wurden bisher für dieses Projekt durchgeführt:&lt;br /&gt;
*** Statistische Auswertung von Textkorpora&lt;br /&gt;
*** Aufstellen der Phonemliste und der Ausspracheregeln&lt;br /&gt;
*** Auswahl an Aufzeichnungen aus „Common Voice“ sowie neue Aufzeichnungen wurden erstellt&lt;br /&gt;
*** Demonstrator unter Open Source Lizenz veröffentlicht&amp;lt;ref&amp;gt;vgl. [https://github.com/ZalozbaDev/web_demo_spoznawanje https://github.com/ZalozbaDev/web_demo_spoznawanje]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
*** Prototyp „digidom“ unter Open Source Lizenz veröffentlicht &amp;lt;ref&amp;gt;vgl. [https://github.com/ZalozbaDev/raspberry_pi_demo_spoznawanje https://github.com/ZalozbaDev/raspberry_pi_demo_spoznawanje]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
*** Veröfentlichung der Ergebnisse in einer Studie&amp;lt;ref&amp;gt;vgl. [http://www.essv.de/pdf/2021_43_50.pdf http://www.essv.de/pdf/2021_43_50.pdf]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
*** Veröffentlichen von Kriterien zur Auswahl eines Sprachkorpus&amp;lt;ref&amp;gt;vgl. [https://github.com/ZalozbaDev/speech_recognition_corpus_creation/blob/main/report/report_summary_german.pdf https://github.com/ZalozbaDev/speech_recognition_corpus_creation/blob/main/report/report_summary_german.pdf]&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
* '''Folgeprojekt &amp;quot;Vorbereitung der Spracherkennung für das Obersorbische für eine Diktierfunktion&amp;quot;''' 2023:&lt;br /&gt;
** Das Ziel war die Entwicklung neuer und Verbesserung bestehender akustischer Modelle für die obersorbische Spracherkennung. &lt;br /&gt;
** Hierfür sollten akustische Modelle auf größeren Audiokorpora trainiert werden.&lt;br /&gt;
*** Es erfolgte eine Erweiterung der Sprachdatensätze mittels Augmentation, d. h. Einfügen von Hintergrundgeräuschen verschiedener Stärke.&lt;br /&gt;
*** Monophon- und Triphon-basierte Modelle wurden mit dem Open-Source-ASR-Toolkit KALDI trainiert.&lt;br /&gt;
*** Die Daten für die Modelle stammen aus verschiedenen Quellen, einschließlich des Common Voice Projekts, der ersten Machbarkeitsstudie (HSB-I) und neuen Audiodaten aus dem aktuellen Projekt.&lt;br /&gt;
*** Nach der Datenaugmentation umfassten die Sprachaufnahmen insgesamt 33:31:10 Stunden und 29.229 gesprochene Sätze.&lt;br /&gt;
** Triphon-basierte Modelle zeigten eine signifikant bessere Leistung als das monophon-basierte Modell. &lt;br /&gt;
** Ein robusteres und weiterentwickeltes triphon-basiertes akustisches Modell wurde erfolgreich erstellt.&lt;br /&gt;
** Mit den folgenden Schritten erfolgte die Verbesserung der Sprachmodellierung mit den bereitgestellten Ressourcen:&lt;br /&gt;
*** Vorverarbeitung und Normalisierung der Textdaten, z. B. Erkennen von Abkürzungen und Eigennamen, Segmentierung von Wörtern in morphologische Einheiten usw.&lt;br /&gt;
*** Wortklassenmodellierung durch Erkennung benannter Einheiten aus vordefinierten Wortklassen, z. B. Datums-, Uhrzeits-, Wochentags-, Namens-, Orts- und Zahlen-Ausdrücke.&lt;br /&gt;
*** Teilwortzerlegung mittels Byte Pair Encoding (BPE) und dem Morfessor-Algorithmus, um das Vokabular zu verkleinern.&lt;br /&gt;
** Die Wahl des richtigen Teilwortzerlegungsverfahrens und der geeigneten Vokabulargröße hat einen signifikanten Einfluss auf die Leistung des Sprachmodells.&lt;br /&gt;
** Im Ergebnis konnte eine Sammlung von normalisierten Textkorpora erzeugt werden, der für das Training von statistischen Sprachmodellen basierend auf ganzen Wörtern oder Wortteilen geeignet ist.&lt;br /&gt;
* Weitere Arbeit an Robustheit und Leistungsfähigkeit von &amp;quot;digidom&amp;quot; ist nötig &amp;lt;br&amp;gt;  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* '''weitere Applikationen mittels Spracherkennung''' &lt;br /&gt;
** Spiele&lt;br /&gt;
*** Lingufino, eine interaktive Puppe, die auf Spracheingaben reagiert&lt;br /&gt;
** Diktierfunktion&lt;br /&gt;
** Simultanübersetzung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Baustein 2: Textübersetzung (Machine Translation, MT) ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* vgl. auch Kapitel 5 Abschnitt [https://koncept.serbski-inkubator.de/index.php/5._Schreiben_auf_elektronischen_Ger%C3%A4ten#.C3.9Cbersetzer Übersetzer]&lt;br /&gt;
* Notwendig: umfangreicher 2-sprachiger Textkorpus&lt;br /&gt;
** Urheberrechtsfrei, gemeinfrei oder unter Creative-Commons-Lizenz (CC0)&lt;br /&gt;
** Satzweise übersetzt&lt;br /&gt;
** Vereinheitlicht, maschinenlesbar&lt;br /&gt;
* Sorbische Ausgangslage: paralleler Textkorpus liegt im WITAJ-Sprachzentrum vor&lt;br /&gt;
* Aufgabe: laufende digitale Erfassung bestehender Übersetzungen in hoher Qualität&lt;br /&gt;
* Herausforderung: Technologieneutralität, d.&amp;amp;nbsp;h. eine Textübersetzung unabhängig von einer speziellen Technologie zu erstellen, so dass sie später in verschiedenen Produkten und Diensten genutzt werden kann (Google Translate, Microsoft Bing Translator, DeepL)&lt;br /&gt;
*  '''sotra.app''': Seit 2019 laufendes Projekt des '''WITAJ-Sprachzentrums: Aufbau eines automatischen „Online-Übersetzers Deutsch-Sorbisch, Sorbisch-Deutsch“''' &lt;br /&gt;
** seit 2021 verfügbar für Obersorbisch und seit 2022 auch in Niedersorbisch für Texte mit max. 6.000 Zeichen&lt;br /&gt;
** Übersetzungen möglich von und nach Deutsch, Ober- und Niedersorbisch und Tschechisch (Beta, von und nach den sorbischen Sprachen)&lt;br /&gt;
** zusätzlicher Service: Rechtschreibkontrolle&lt;br /&gt;
** Mitte 2022 beinhaltete der 2-sprachige Textkorpus ca. 300.000 parallele Satzpaare &lt;br /&gt;
** zukünftig geplant: OCR-Erkennung von Bildern mit Texten&lt;br /&gt;
** Historie:&lt;br /&gt;
*** Aufbau eines großen 2-sprachigen Textkorpus, Ziel bis Ende 2020 ca. 170.000 Satzpaare (ca. 2 Mio. Wörter)&lt;br /&gt;
*** Ende 2021 beinhaltete der 2-sprachige Textkorpus ca. 260.000 parallele Satzpaare &lt;br /&gt;
*** das Projekt startete mit dem Tool Microsoft Translator Hub (eingestellt durch Microsoft)&lt;br /&gt;
*** es wird nun der Ansatz verfolgt, offene Plattformen zu nutzen, um Unabhängigkeit von den Firmen Google, Microsoft, DeepL usw. und deren wirtschaftlichen Interessen zu bewahren&lt;br /&gt;
*** aktuell wird das statistische System MOSES-decoder genutzt&lt;br /&gt;
*** parallel erfolgen Tests des neuronalen Systems OpenNMT (Python)&lt;br /&gt;
* '''Microsoft Bing Translator'''&amp;lt;ref name=&amp;quot;ftn46&amp;quot;&amp;gt;vgl. [https://www.bing.com/translator https://www.bing.com/translator]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
** Der Bing Translator konnte mittels des 2-sprachigen Teytkorpus des WITAJ-Sprachzentrums auf beide sorbische Sprachen trainiert werden:&lt;br /&gt;
** Obersorbisch wird seit 2022 mit aktuell max. 1.000 Zeichen pro Text unterstützt.&lt;br /&gt;
** Niedersorbisch wird seit 2023 mit aktuell max. 1.000 Zeichen pro Text unterstützt.&lt;br /&gt;
** In der Microsoft Bing Translator App wird lediglich die Funktion 'Text übersetzen' unterstützt. Es fehlen die Funktionen 'Sprechen' (STT), 'autom. Spracherkennung', 'Text in Bild übersetzen', 'Audiowiedergabe der Übersetzung' (TTS), 'Offline übersetzen'.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Baustein 3: Intention erkennen und Anweisungen ausführen  ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Hierzu sind keine sorbischen Projekte bekannt. Es kann zu einem späteren Zeitpunkt im Bedarfsfall ggf. auf bereits bestehende Projekte zurückgegriffen werden, wie z.&amp;amp;nbsp;B. [https://wit.ai/ https://wit.ai/].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Baustein 4: Sprachausgabe (Text to Speech, TTS) ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Erste Projekte in die Richtung Sprachausgabe wurden bereits umgesetzt:&lt;br /&gt;
* '''Audioversion des Deutsch-Niedersorbischen Wörterbuchs (nicht als TTS realisiert)'''&lt;br /&gt;
** Für die niedersorbische Sprache wurden vom Sorbischen Institut seit 2014 Tondateien erstellt und in die online-Fassung des Deutsch-Niedersorbischen Wörterbuchs integriert. In einer wissenschaftlichen Studie wurden zudem die verschiedenen Erfahrungen mit praktischen Schwierigkeiten bei der Aussprache verarbeitet. Diese Studie diente dazu, im Jahre 2018 einen praktischen online-Führer zur Aussprache des Niedersorbischen zu erarbeiten. Hochwertige Tonaufnahmen wurden zusammengestellt und bestimmten Lautgruppen bzw. für den Spracherwerb wichtigen lautlichen Phänomenen zugeordnet, mit wichtigen erläuternden Texten ergänzt und auf [http://www.dolnoserbski.de www.dolnoserbski.de] als neue Dienstleistung angeboten. Dadurch steht erstmals eine praktische, durch Tonbeispiele illustrierte Anleitung zur Aussprache des Niedersorbischen zur Verfügung.&lt;br /&gt;
* '''Entwicklung einer Vorlesefunktion für die nieder- und obersorbische Schriftsprache'''&lt;br /&gt;
** Seit 2018 erfolgen die Konzeption, Planung und Entwicklung einer Vorlesesoftware für Nieder- und Obersorbisch für die Integration in Webseiten, Online-Wörterbücher u.&amp;amp;nbsp;ä. durch das Sorbische Institut in Bautzen. Geplanter Abschluss ist 2023.&lt;br /&gt;
** Seit 2023 können die beiden Vorlesestimmen Juro (niedersorbisch) und Matej (obersorbisch) in einer ersten Version ausprobiert werden.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl. [http://tts-juro-matej.serbski-institut.de http://tts-juro-matej.serbski-institut.de], [https://www.serbski-institut.de/projekte-sprachwissenschaft/entwicklung-einer-vorlesefunktion-fuer-die-nieder-und-obersorbische-schriftsprache/ Projektseite SI], [https://www.serbski-institut.de/erste-version-der-sorbischen-vorlesefunktion-und-sprachlandschaft-schleife/ Pressemitteilung SI]&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
* '''Bookii-Bücher in sorbischer Sprache'''&amp;lt;ref&amp;gt;vgl. [https://www.domowina-verlag.de/kinderbuecher/bookii-buecher.html?limit=20 https://www.domowina-verlag.de/kinderbuecher/bookii-buecher.html?limit=20]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
** Aktuell gibt es 9 Bookii-Bücher in obersorbischer Sprache&lt;br /&gt;
** und 3 Bookii-Bücher in niedersorbischer Sprache.&lt;br /&gt;
* '''bamborak''', TTS-System für Obersorbisch&amp;lt;ref name=&amp;quot;ftn56&amp;quot;&amp;gt;vgl. [https://gaussia.de/bamborak/ https://gaussia.de/bamborak]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
** Seit 2022 entwickelt K. Baier ein obersorbisches TTS-System auf Basis eines neuronalen Netzes.&lt;br /&gt;
** Bisher wurden hierfür ca. 2.400 Sätze aufgenommen und durch das neuronale Netz verarbeitet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Übersicht von bisherigen Maßnahmen und Projekten bzgl. Sprachassistenz ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weitere Projekte zu Wörterbüchern u.&amp;amp;nbsp;ä. werden in Abschnitt 5.3.2 &amp;quot;Übersicht von bisherigen Maßnahmen und Projekten bzgl. Schreibunterstützung&amp;quot; genannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| style=&amp;quot;border-spacing:0;&amp;quot;&lt;br /&gt;
|- style=&amp;quot;background-color:#d9e2f3;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot;&lt;br /&gt;
|| '''Name'''&lt;br /&gt;
|| '''Beschreibung'''&lt;br /&gt;
|| '''Zeitraum'''&lt;br /&gt;
|| '''Verantwortlich'''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | '''Audioversion des Deutsch-Niedersorbischen Wörterbuchs'''&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | Tonbeispiele zur Aussprache des Niedersorbischen&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | Seit 2014&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | Sorbisches Institut&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | '''Erarbeitung eines online-Führers mit Tonbeispielen zur Aussprache des Niedersorbischen'''&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | Veröffentlichung auf [http://www.dolnoserbski.de www.dolnoserbski.de]&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | 2018&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | Sorbisches Institut, gefördert durch die Stiftung für das sorbische Volk&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | '''Entwicklung einer Vorlesefunktion für die nieder- und obersorbische Schriftsprache'''&amp;lt;ref name=&amp;quot;ftn18&amp;quot;&amp;gt;vgl. [https://www.serbski-institut.de/de/Entwicklung-einer-Vorlesefunktion-fuer-die-nieder--und-obersorbische-Schriftsprache/ https://www.serbski-institut.de/de/Entwicklung-einer-Vorlesefunktion-fuer-die-nieder--und-obersorbische-Schriftsprache/]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | Konzeption, Planung und Entwicklung einer Vorlesesoftware für Nieder- und Obersorbisch (geplanter Abschluss 2023)&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | Seit 2018&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | Sorbisches Institut, gefördert durch das Sächsische Staatsministerium für Wissenschaft, Kultur und Tourismus (SMWK)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | '''Online-Übersetzer Deutsch-Sorbisch, Sorbisch-Deutsch'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''(zunächst Obersorbisch)'''&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | Entwicklung und Bereitstellung eines Online-Übersetzungsdienstes für Sätze und Texte, Deutsch-Sorbisch und Sorbisch-Deutsch. Als Übersetzungs­grundlage dient ein bilingualer Textkorpus, welcher erstellt wird und für das Training eines Übersetzungssystems verwendet wird.&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | Seit 2019 &lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | WITAJ-Sprachzentrum, gefördert durch die Stiftung für das sorbische Volk&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | '''Mozilla Common Voice obersorbisch und niedersorbisch'''&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | Erstellung von öffentlich zugänglichen Sprachdaten, diese stehen via CC0-Lizenz zur freien Nutzung zur Verfügung, z.&amp;amp;nbsp;B. für das Training eine Spracherkennungs-Engine&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | Seit 2019&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | engagierte Privat­personen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | '''Spracherkennung und maschinelle Übersetzung der sorbischen Sprachen'''&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | Machbarkeitsstudie zur automatischen Spracherkennung für die obersorbische Sprache, Prototypen &amp;quot;smart lamp&amp;quot; und &amp;quot;digidom&amp;quot;&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | Seit 2020&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | Stiftung für das sorbische Volk&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | '''Bereitstellung von interaktiven Spielzeugen und Büchern in den sorbischen Sprachen'''&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | Bereitstellung von interaktiven Bookii-Büchern und der sprechenden interaktiven Puppe Lingufino in den sorbischen Sprachen&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | Seit 2018&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | Domowina Verlag gGmbH und  Medienpädagogisches Projekt LUCIJA des Sorbischen Schulvereins e. V., gefördert durch die Stiftung für das sorbische Volk &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | '''Bereitstellung von Online-Vorlesefunktionen in obersorbischer Sprache'''&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | Vorlesefunktion auf Basis neuronaler Netze für Zahlen und Uhrzeit&amp;lt;ref name=&amp;quot;ftn&amp;quot;&amp;gt;vgl. [https://gaussia.de/slp/ https://gaussia.de/slp]&amp;lt;/ref&amp;gt; sowie für Texte&amp;lt;ref name=&amp;quot;ftn56&amp;quot;&amp;gt;vgl. [https://gaussia.de/bamborak/ https://gaussia.de/bamborak]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | Seit ca. 2020&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | eine engagierte Privatperson&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Fazit ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für eine funktionierende Spracherkennung der sorbischen Sprachen ist es noch ein weiter Weg, auf dem die ersten Schritte bereits gegangen wurden. Eine breite Basis an digitalen Wortsammlungen (sog. linguistischen Ressourcen) in Form von Wörterbüchern, Textkorpora sowie entsprechende morphologische Generatoren sind für beide sorbische Sprachen vorhanden, vgl. Kapitel [[5._Schreiben_auf_elektronischen_Geräten|5. Schreiben auf elektronischen Geräten]]. Hierfür sind noch die Nutzungsrechte zu klären, vgl. Kapitel [[10._Open_Access_Open_Data_Lizenzen|10. Open Access, Open Data, Lizenzen]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die hierauf aufbauenden digitalen sorbischen Sprachdienste werden aktuell gerade erst die Grundlagen gelegt oder eruiert. Für die Umsetzung einer Spracherkennung laufen aktuell 2 Projekte: das freiwillige Projekt der Sammlung von Sprachdaten mittels Mozilla common voice sowie das Projekt „Spracherkennung und maschinelle Übersetzung der sorbischen Sprachen“ der Stiftung für das sorbische Volk. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die Umsetzung einer automatischen Textübersetzung gibt es das Projekt „Online-Übersetzer Deutsch-Sorbisch, Sorbisch-Deutsch“ des WITAJ-Sprachzentrums. Dieses bezieht sich aktuell zunächst auf obersorbische Texte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für den Baustein&amp;amp;nbsp;3 „Intention erkennen, Anweisungen ausführen“ gibt es keine speziellen sorbischen Projekte, jedoch eine Reihe weltweiter Projekte, einige davon open source. Sind die weiteren Bausteine realisiert, so kann ein passendes System für die Umsetzung dieses Bausteins recherchiert werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die Sprachausgabe entwickelt das Sorbische Institut bereits eine Vorlesefunktion für beide sorbischen Sprachen, welche voraussichtlich 2023 abgeschlossen ist. Ebenso werden vom Sorbischen Institut die niedersorbischen Online-Wörterbücher nach und nach mit Tonbeispielen unterlegt. Für das Niedersorbische sind hierfür bereits umfangreiche Tonbeispiele zur Aussprache des Niedersorbischen auf [http://www.dolnoserbski.de www.dolnoserbski.de] veröffentlicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Zukünftige Maßnahmen bzgl. Sprachassistenz ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;background-color:#f6f6f6;border:1px solid #DCDCDC;padding:0.6em 0.8em;margin:0.6em 0 1em 0;&amp;quot;&amp;gt;'''Letzte Aktualisierung des Abschnitts: 2026''' &amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Bewertung der Maßnahmen'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bewertet werden Aufwand und Nutzen als grobe Einschätzungen von 1 (gering) bis 4 (sehr hoch bzw. sehr groß).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* '''Aufwand''': umfasst die geschätzten Kosten, Zeit und Personal&lt;br /&gt;
* '''Nutzen''': erwarteter Beitrag zu Vision und Zielen des Themenbereichs sowie zu den [https://koncept.serbski-inkubator.de/index.php/2.3_Strategische_Ziele_f%C3%BCr_die_sorbische_Kultur_und_Sprache strategischen Zielen für die sorbische Kultur und Sprache]&lt;br /&gt;
* '''Attraktivität''': Nutzen minus Aufwand: positiv = hoch, 0 = mittel, negativ = gering. Sie dient der Orientierung und ersetzt keine Priorisierung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== &amp;lt;span id=&amp;quot;M1.1_1&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;1.1_1 – Entwicklung einer obersorbischen Spracherkennung (HSB) ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot; style=&amp;quot;width:100%;background-color:#ffffff;color:#202122;&amp;quot;&lt;br /&gt;
! colspan=&amp;quot;2&amp;quot; style=&amp;quot;background-color:#d9e2f3;text-align:left;&amp;quot; | Maßnahme 1.1_1 – Entwicklung einer obersorbischen Spracherkennung (HSB)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;width:20%;text-align:left;&amp;quot; | Ziel&lt;br /&gt;
| Eine obersorbische Spracherkennung steht als Sprachdienst zur Verfügung und kann in priorisierten Anwendungen genutzt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left;&amp;quot; | Inhalt&lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
* Bereitstellung geeigneter Sprachdaten&lt;br /&gt;
* Entwicklung oder Anpassung von Spracherkennungsmodellen&lt;br /&gt;
* Qualitätsprüfung &lt;br /&gt;
* Bereitstellung über dokumentierte Schnittstellen&lt;br /&gt;
* Einbindung in Anwendungen &lt;br /&gt;
* Absicherung von Betrieb und Pflege&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left;&amp;quot; | Bewertung&lt;br /&gt;
| '''Aufwand: hoch''' (3/4) · '''Nutzen: sehr groß''' (4/4) · '''Attraktivität: hoch''' (+1)&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! colspan=&amp;quot;2&amp;quot; style=&amp;quot;background-color:#eaf0f8;text-align:left;&amp;quot; | Umsetzungsstand und weitere Planung (Stand: 2026)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left;&amp;quot; | Status&lt;br /&gt;
| 🟡 '''in Bearbeitung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left;&amp;quot; | Abgeschlossene Projekte&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
* '''2020-2021:''' Machbarkeitsstudie und Demonstrator „smart lamp / mudra lampa“ („digidom #1“)&lt;br /&gt;
** Fraunhofer IKTS und BTU Cottbus im Auftrag der Stiftung für das sorbische Volk&lt;br /&gt;
** [https://zalozba.de/medien/pressearchiv/detail/digidom-1-mudra-lampa/ Informationen zum Projekt]&lt;br /&gt;
* '''2023:''' Folgeprojekt „Vorbereitung der Spracherkennung für das Obersorbische für eine Diktierfunktion“&lt;br /&gt;
** Stiftung für das sorbische Volk.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left;&amp;quot; | Laufende Projekte&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
*  '''Seit 2019:''' Mozilla Common Voice Obersorbisch; Sprachaufnahmen und Prüfung durch freiwillig Mitwirkende&lt;br /&gt;
** Stiftung für das sorbische Volk und WITAJ-Sprachzentrum unterstützen den Beteiligungsaufruf&lt;br /&gt;
** '''Stand 2026:''' Erweiterung des Datenbestands veröffentlicht, [https://discourse.mozilla.org/t/common-voice-scripted-speech-v27-0-and-spontaneous-speech-v5-0-released/149490 siehe Meldung]&lt;br /&gt;
* '''Seit 2023:''' Entwicklung und Verbesserung von Modellen zur Automatischen Spracherkennung für Nieder- und Obersorbisch&lt;br /&gt;
** Sorbisches Institut&lt;br /&gt;
** [https://www.serbski-institut.de/projekte-sprachwissenschaft/entwicklung-und-verbesserung-von-modellen-zur-automatischen-spracherkennung-fuer-nieder-und-obersorbisch/ Informationen zum Projekt]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left;&amp;quot; | Offene Schritte&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
# Priorisierte Anwendungen und Qualitätskriterien festlegen.&lt;br /&gt;
# Vorhandene Sprachdaten und Modelle prüfen; Datenlücken und offene Nutzungsrechte klären.&lt;br /&gt;
# Spracherkennungsmodell und Sprachdienst entwickeln und anhand der Qualitätskriterien prüfen.&lt;br /&gt;
# Priorisierten Anwendungsfall pilotieren.&lt;br /&gt;
# Produktive Nutzung sowie Finanzierung, Betrieb und Pflege verbindlich organisieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== &amp;lt;span id=&amp;quot;M1.1_2&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;1.1_2 – Entwicklung einer niedersorbischen Spracherkennung (DSB) ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot; style=&amp;quot;width:100%;background-color:#ffffff;color:#202122;&amp;quot;&lt;br /&gt;
! colspan=&amp;quot;2&amp;quot; style=&amp;quot;background-color:#d9e2f3;text-align:left;&amp;quot; | Maßnahme 1.1_2 – Entwicklung einer niedersorbischen Spracherkennung (DSB)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;width:20%;text-align:left;&amp;quot; | Ziel&lt;br /&gt;
| Eine niedersorbische Spracherkennung steht als Sprachdienst zur Verfügung und kann in priorisierten Anwendungen genutzt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left;&amp;quot; | Inhalt&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
* Bereitstellung geeigneter niedersorbischer Sprachaufnahmen und zugehöriger Texte&lt;br /&gt;
* Entwicklung oder Anpassung von Spracherkennungsmodellen&lt;br /&gt;
* Qualitätsprüfung mit unterschiedlichen Sprecherinnen und Sprechern&lt;br /&gt;
* Bereitstellung über dokumentierte Schnittstellen&lt;br /&gt;
* Einbindung in Anwendungen&lt;br /&gt;
* Absicherung von Betrieb und Pflege&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left;&amp;quot; | Bewertung&lt;br /&gt;
| '''Aufwand: sehr hoch''' (4/4) · '''Nutzen: sehr groß''' (4/4) · '''Attraktivität: mittel''' (0)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! colspan=&amp;quot;2&amp;quot; style=&amp;quot;background-color:#eaf0f8;text-align:left;&amp;quot; | Umsetzungsstand und weitere Planung (Stand: 2026)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left;&amp;quot; | Status&lt;br /&gt;
| 🟡 '''in Bearbeitung''' &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Datensammlung und Modellentwicklung sind dokumentiert. &lt;br /&gt;
* Entwicklungsstand und Verfügbarkeit eines nutzbaren Sprachdienstes: &amp;lt;mark&amp;gt;prošu dodać&amp;lt;/mark&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left;&amp;quot; | Abgeschlossene Projekte&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
* &amp;lt;mark&amp;gt;prošu dodać&amp;lt;/mark&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left;&amp;quot; | Laufende Projekte&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
* '''Seit 2023:''' Entwicklung und Verbesserung von Modellen zur Automatischen Spracherkennung für Nieder- und Obersorbisch&lt;br /&gt;
** Sorbisches Institut, gefördert durch die Stiftung für das sorbische Volk&lt;br /&gt;
** Niedersorbische Pilotphase ab 2023, Fertigstellung eines Prototyps für 2024 vorgesehen. &lt;br /&gt;
** &amp;lt;mark&amp;gt;staw prošu dodać&amp;lt;/mark&amp;gt;&lt;br /&gt;
** [https://www.serbski-institut.de/projekte-sprachwissenschaft/entwicklung-und-verbesserung-von-modellen-zur-automatischen-spracherkennung-fuer-nieder-und-obersorbisch/ Informationen zum Projekt]&lt;br /&gt;
* '''Seit 2026:''' Mozilla Common Voice Niedersorbisch&lt;br /&gt;
** initiiert vom WITAJ-Sprachzentrum Cottbus&lt;br /&gt;
** Gewinnung und Einweisung von Sprecherinnen und Sprechern für die Sammlung von Sprachaufnahmen&lt;br /&gt;
** &amp;lt;mark&amp;gt;staw dodać?&amp;lt;/mark&amp;gt;&lt;br /&gt;
** [https://www.witaj-sprachzentrum.de/niedersorbisch/2026/09/30/common-voice-projekt-fuer-niedersorbisch-vorgestellt/ Informationen zum Projekt]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left;&amp;quot; | Offene Schritte&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
# Priorisierte Anwendungen, insbesondere eine Diktierfunktion, und anwendungsbezogene Qualitätskriterien festlegen.&lt;br /&gt;
# Vorhandene Sprachaufnahmen und Texte auf Qualität, Sprecherabdeckung, Datenlücken und Nutzungsrechte prüfen; weitere Datensammlung darauf ausrichten.&lt;br /&gt;
# Spracherkennungsmodell und Sprachdienst entwickeln oder anpassen, anhand der Qualitätskriterien prüfen und in einer priorisierten Anwendung erproben.&lt;br /&gt;
# Produktive Nutzung sowie Finanzierung, Betrieb und Pflege verbindlich organisieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== &amp;lt;span id=&amp;quot;M1.1_3&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;1.1_3 – Entwicklung eines obersorbischen Übersetzungsdienstes für Texte (HSB) ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot; style=&amp;quot;width:100%;background-color:#ffffff;color:#202122;&amp;quot;&lt;br /&gt;
! colspan=&amp;quot;2&amp;quot; style=&amp;quot;background-color:#d9e2f3;text-align:left;&amp;quot; | Maßnahme 1.1_3 – Entwicklung eines obersorbischen Übersetzungsdienstes für Texte (HSB)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;width:20%;text-align:left;&amp;quot; | Ziel&lt;br /&gt;
| Ein Übersetzungsdienst zwischen Obersorbisch und Deutsch steht zur Verfügung, kann auf den meistgenutzten elektronischen Geräten genutzt und in priorisierte Anwendungen eingebunden werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left;&amp;quot; | Inhalt&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
* Aufbau und Pflege geeigneter einsprachiger Textsammlungen und zweisprachiger Parallelkorpora&lt;br /&gt;
* Entwicklung und Weiterentwicklung von Übersetzungsmodellen&lt;br /&gt;
* Sprachliche und technische Qualitätsprüfung&lt;br /&gt;
* Bereitstellung als nutzerfreundlicher Online-Dienst und über dokumentierte Schnittstellen&lt;br /&gt;
* Einbindung in Anwendungen sowie Verbindung mit Spracherkennung und Sprachausgabe&lt;br /&gt;
* Absicherung von Betrieb und Pflege&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left;&amp;quot; | Bewertung&lt;br /&gt;
| '''Aufwand: hoch''' (3/4) · '''Nutzen: sehr groß''' (4/4) · '''Attraktivität: hoch''' (+1)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! colspan=&amp;quot;2&amp;quot; style=&amp;quot;background-color:#eaf0f8;text-align:left;&amp;quot; | Umsetzungsstand und weitere Planung (Stand: 2026)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left;&amp;quot; | Status&lt;br /&gt;
| 🔵 '''laufende Daueraufgabe''' &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Übersetzungsangebote sind verfügbar&lt;br /&gt;
* Qualitätsverbesserung, Erweiterung und Betrieb werden fortgeführt&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left;&amp;quot; | Abgeschlossene Projekte&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
* '''2019-2021:''' Entwicklung und Veröffentlichung der ersten &amp;quot;sotra&amp;quot;-Version für Obersorbisch–Deutsch und Deutsch–Obersorbisch&lt;br /&gt;
** WITAJ-Sprachzentrum mit externen Entwicklungspartnern, gefördert durch die Stiftung für das sorbische Volk&lt;br /&gt;
** Öffentliche Bereitstellung im März 2021&lt;br /&gt;
** [https://www.witaj-sprachzentrum.de/obersorbisch/portfolio-items/online-uebersetzer-sotra/ Projektchronik]&lt;br /&gt;
* '''2022:''' Aufnahme des Obersorbischen in den Microsoft Translator&lt;br /&gt;
** Microsoft, unterstützt durch die Stiftung für das sorbische Volk, das WITAJ-Sprachzentrums und das Sorbische Institut&lt;br /&gt;
** Text- und Dokumentübersetzung seit Februar 2022 verfügbar&lt;br /&gt;
** [https://www.microsoft.com/en-us/translator/blog/2022/02/21/translator-celebrates-international-mother-language-day-by-adding-upper-sorbian/ Informationen zur Veröffentlichung]&lt;br /&gt;
* '''2025/2026:''' Neues &amp;quot;sotra&amp;quot;-Modell für Deutsch–Obersorbisch&lt;br /&gt;
** WITAJ-Sprachzentrum und text2knowledge (t2k), Dresden&lt;br /&gt;
** im Januar 2026 öffentlich vorgestellt&lt;br /&gt;
** [https://www.witaj-sprachzentrum.de/obersorbisch/2026/01/05/sotra-app-mit-neuem-modell-fuer-die-uebersetzungsrichtung-deutsch-obersorbisch/ Informationen zum Modell]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left;&amp;quot; | Laufende Projekte&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
* '''Seit 2021:''' Betrieb und Weiterentwicklung von &amp;quot;sotra&amp;quot; für Obersorbisch&lt;br /&gt;
** WITAJ-Sprachzentrum&lt;br /&gt;
** Ausbau der Textkorpora und Weiterentwicklung der Übersetzungsmodelle&lt;br /&gt;
** &amp;lt;mark&amp;gt; dalše dodać?&amp;lt;/mark&amp;gt;&lt;br /&gt;
** [https://www.witaj-sprachzentrum.de/obersorbisch/wp-content/uploads/sites/3/2026/05/T%C3%A4tigkeitsbericht-2025.pdf Tätigkeitsbericht 2025, S. 3 und 6], [https://www.witaj-sprachzentrum.de/niedersorbisch/wp-content/uploads/sites/2/2026/06/Arbeitsplan-2026.pdf Arbeitsplan 2026, S. 3 und 5]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left;&amp;quot; | Offene Schritte&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
# Textkorpora anhand tatsächlich auftretender Übersetzungsfehler, fehlender Fachbegriffe und benötigter Textarten erweitern, Nutzungsrechte dokumentieren.&lt;br /&gt;
# Vorhandene Schnittstellen und Einbindungsmöglichkeiten prüfen, dokumentieren und für priorisierte Anwendungen nutzbar machen.&lt;br /&gt;
# Die geplante Verbindung mit der obersorbischen Sprachausgabe gemäß [[#M1.1_5|Maßnahme 1.1_5]] prüfen und umsetzen, die Eignung für Simultanübersetzung gemeinsam mit [[#M1.1_1|Maßnahme 1.1_1]] gesondert erproben.&lt;br /&gt;
# Finanzierung, technische Betreuung und regelmäßige Qualitätsprüfung langfristig absichern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== &amp;lt;span id=&amp;quot;M1.1_4&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;1.1_4 – Entwicklung eines niedersorbischen Übersetzungsdienstes für Texte (DSB) ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot; style=&amp;quot;width:100%;background-color:#ffffff;color:#202122;&amp;quot;&lt;br /&gt;
! colspan=&amp;quot;2&amp;quot; style=&amp;quot;background-color:#d9e2f3;text-align:left;&amp;quot; | Maßnahme 1.1_4 – Entwicklung eines niedersorbischen Übersetzungsdienstes für Texte (DSB)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;width:20%;text-align:left;&amp;quot; | Ziel&lt;br /&gt;
| Ein Übersetzungsdienst zwischen Niedersorbisch und Deutsch &amp;lt;mark&amp;gt;steht zur Verfügung, kann auf den meistgenutzten elektronischen Geräten genutzt und in priorisierte Anwendungen eingebunden werden.&amp;lt;/mark&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left;&amp;quot; | Inhalt&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
* Aufbau und Pflege geeigneter niedersorbischer Textsammlungen und zweisprachiger Parallelkorpora&lt;br /&gt;
* Entwicklung und Weiterentwicklung von Übersetzungsmodellen unter Nutzung geeigneter gemeinsamer Bausteine mit dem Obersorbischen&lt;br /&gt;
* Eigenständige sprachliche und technische Qualitätsprüfung für Niedersorbisch&lt;br /&gt;
* Bereitstellung als nutzerfreundlicher Online-Dienst und über dokumentierte Schnittstellen&lt;br /&gt;
* Einbindung in Anwendungen sowie Verbindung mit Spracherkennung und Sprachausgabe&lt;br /&gt;
* Absicherung von Betrieb und Pflege&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left;&amp;quot; | Bewertung&lt;br /&gt;
| '''Aufwand: sehr hoch''' (4/4) · '''Nutzen: sehr groß''' (4/4) · '''Attraktivität: mittel''' (0)&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! colspan=&amp;quot;2&amp;quot; style=&amp;quot;background-color:#eaf0f8;text-align:left;&amp;quot; | Umsetzungsstand und weitere Planung (Stand: 2026)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left;&amp;quot; | Status&lt;br /&gt;
| 🔵 '''laufende Daueraufgabe''' &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Übersetzungsangebote sind verfügbar&lt;br /&gt;
* Qualitätsverbesserung, Erweiterung und Betrieb werden fortgeführt&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left;&amp;quot; | Abgeschlossene Projekte&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
* '''2021-2022:''' Entwicklung und Veröffentlichung der niedersorbischen &amp;quot;sotra&amp;quot;-Version&lt;br /&gt;
** WITAJ-Sprachzentrum mit externen Entwicklungspartnern und Unterstützung des Sorbischen Instituts durch Sprachdaten&lt;br /&gt;
** Seit 2022: Übersetzungen zwischen Niedersorbisch und Deutsch sowie zwischen Nieder- und Obersorbisch&lt;br /&gt;
** [https://www.witaj-sprachzentrum.de/niedersorbisch/2022/09/15/online-uebersetzungsprogramm-sotra-jetzt-auch-fuer-niedersorbisch/ Informationen zur Veröffentlichung]&lt;br /&gt;
* '''2023:''' Aufnahme des Niedersorbischen in den Microsoft Translator&lt;br /&gt;
** Microsoft, unterstützt durch die Stiftung für das sorbische Volk, das Sorbische Institut und das WITAJ-Sprachzentrum&lt;br /&gt;
** Text- und Dokumentübersetzung seit 2023 verfügbar&lt;br /&gt;
** [https://www.microsoft.com/en-us/translator/blog/2023/04/20/introducing-lower-sorbian/ Informationen zur Veröffentlichung]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left;&amp;quot; | Laufende Projekte&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
* '''Seit 2022:''' Weiterentwicklung und Betrieb von &amp;quot;sotra&amp;quot; für Niedersorbisch&lt;br /&gt;
** WITAJ-Sprachzentrum, Zusammenarbeit mit text2knowledge (t2k) &lt;br /&gt;
** Erweiterung der niedersorbischen Textkorpora und Verbesserung der Übersetzungsmodelle&lt;br /&gt;
** &amp;lt;mark&amp;gt;dalše dodać?&amp;lt;/mark&amp;gt;&lt;br /&gt;
** [https://www.witaj-sprachzentrum.de/obersorbisch/wp-content/uploads/sites/3/2026/05/T%C3%A4tigkeitsbericht-2025.pdf Tätigkeitsbericht 2025, S. 3 und 6], [https://www.witaj-sprachzentrum.de/niedersorbisch/wp-content/uploads/sites/2/2026/06/Arbeitsplan-2026.pdf Arbeitsplan 2026, S. 3 und 5]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left;&amp;quot; | Offene Schritte&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
# Fehlende Textarten, Fachbegriffe und sprachliche Erscheinungen in den Textkorpora gezielt ergänzen, Nutzungsrechte dokumentieren.&lt;br /&gt;
# Übertragbare technische Lösungen aus [[#M1.1_3|Maßnahme 1.1_3]] nutzen, ihre Qualität für Niedersorbisch gesondert prüfen.&lt;br /&gt;
# Schnittstellen für priorisierte Anwendungen dokumentieren und die Verbindung mit [[#M1.1_6|niedersorbischer Sprachausgabe]] erproben, Anforderungen einer späteren Simultanübersetzung mit [[#M1.1_2|niedersorbischer Spracherkennung]] gesondert prüfen.&lt;br /&gt;
# Finanzierung, technische Betreuung und regelmäßige Qualitätsprüfung langfristig absichern.&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== &amp;lt;span id=&amp;quot;M1.1_5&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;1.1_5 – Entwicklung einer obersorbischen Sprachausgabe (HSB) ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot; style=&amp;quot;width:100%;background-color:#ffffff;color:#202122;&amp;quot;&lt;br /&gt;
! colspan=&amp;quot;2&amp;quot; style=&amp;quot;background-color:#d9e2f3;text-align:left;&amp;quot; | Maßnahme 1.1_5 – Entwicklung einer obersorbischen Sprachausgabe (HSB)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;width:20%;text-align:left;&amp;quot; | Ziel&lt;br /&gt;
| Eine obersorbische Sprachausgabe steht als Sprachdienst zur Verfügung und kann Texte in priorisierten Anwendungen verständlich vorlesen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left;&amp;quot; | Inhalt&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
* Bereitstellung geeigneter Sprachaufnahmen, Texte und Ausspracheinformationen&lt;br /&gt;
* Entwicklung oder Anpassung von Modellen zur automatischen Sprachausgabe (Text-to-Speech, TTS)&lt;br /&gt;
* Qualitätsprüfung hinsichtlich Aussprache, Verständlichkeit und Natürlichkeit&lt;br /&gt;
* Bereitstellung über dokumentierte Schnittstellen&lt;br /&gt;
* Einbindung in Webseiten, Übersetzungsdienste und weitere priorisierte Anwendungen&lt;br /&gt;
* Absicherung von Betrieb und Pflege&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left;&amp;quot; | Bewertung&lt;br /&gt;
| '''Aufwand: hoch''' (3/4) · '''Nutzen: sehr groß''' (4/4) · '''Attraktivität: hoch''' (+1)&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! colspan=&amp;quot;2&amp;quot; style=&amp;quot;background-color:#eaf0f8;text-align:left;&amp;quot; | Umsetzungsstand und weitere Planung (Stand: 2026)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left;&amp;quot; | Status&lt;br /&gt;
| 🟡 '''in Bearbeitung''' &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Vorlesefunktionen sind vorhanden&lt;br /&gt;
* Einbindung in priorisierten Anwendungen ist noch in Entwicklung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left;&amp;quot; | Abgeschlossene Projekte&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
* '''2018-2024:''' Entwicklung einer Vorlesefunktion für die nieder- und obersorbische Schriftsprache – obersorbischer Teil „Matej“&lt;br /&gt;
** Sorbisches Institut, Förderung durch den Freistaat Sachsen&lt;br /&gt;
** Erste öffentliche Version 2023&lt;br /&gt;
** [https://www.serbski-institut.de/projekte-sprachwissenschaft/entwicklung-einer-vorlesefunktion-fuer-die-nieder-und-obersorbische-schriftsprache/ Informationen zum Projekt]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left;&amp;quot; | Laufende Projekte&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
* '''Seit 2025:''' Bereitstellung und Webeinbindung der Vorlesefunktion „Matej“&lt;br /&gt;
** Sorbisches Institut&lt;br /&gt;
** Auf den obersorbischen Institutsseiten eingebunden, Erweiterung auf weitere Webseiten möglich.&lt;br /&gt;
** &amp;lt;mark&amp;gt;dalše dodać?&amp;lt;/mark&amp;gt;&lt;br /&gt;
** [https://www.serbski-institut.de/projekte-sprachwissenschaft/entwicklung-einer-vorlesefunktion-fuer-die-nieder-und-obersorbische-schriftsprache/ Informationen zum Dienst] · [https://github.com/Sorbisches-Institut/Serbski-TTS Programmkomponenten]&lt;br /&gt;
* '''Seit 2022:''' bamborak – obersorbische Sprachausgabe&lt;br /&gt;
** Korla Baier, frei zugängliches Entwicklungsprojekt&lt;br /&gt;
** Software und Modelle sind veröffentlicht&lt;br /&gt;
** &amp;lt;mark&amp;gt;aktualny staw dodać?&amp;lt;/mark&amp;gt;&lt;br /&gt;
** [https://digiserb.de/projekt/bamborak/ Projektbeschreibung] · [https://github.com/Korla-tech/bamborak Quellcode und Hinweise zu den Modellen]&lt;br /&gt;
* '''Seit 2025:''' Vorlesefunktionen im Umfeld von serbski.chat und &amp;quot;sotra&amp;quot;&lt;br /&gt;
** WITAJ-Sprachzentrum&lt;br /&gt;
** seit 2025: Vorlesefunktionen in serbski.chat &lt;br /&gt;
** Die Verbindung von &amp;quot;sotra&amp;quot; mit den Vorlesefunktionen des Sorbischen Instituts und bamborak ist für 2026 vorgesehen.&lt;br /&gt;
** &amp;lt;mark&amp;gt;aktualny staw dodać?&amp;lt;/mark&amp;gt;&lt;br /&gt;
** [https://www.witaj-sprachzentrum.de/obersorbisch/wp-content/uploads/sites/3/2026/05/T%C3%A4tigkeitsbericht-2025.pdf Tätigkeitsbericht 2025, S. 7] · [https://www.witaj-sprachzentrum.de/niedersorbisch/wp-content/uploads/sites/2/2026/06/Arbeitsplan-2026.pdf Arbeitsplan 2026, S. 5]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left;&amp;quot; | Offene Schritte&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
# Qualität, Nutzungsbedingungen und Einbindungsmöglichkeiten von Matej und bamborak gemeinsam mit den Entwicklern erheben.&lt;br /&gt;
# Priorisierte Anwendungen und passende Qualitätskriterien festlegen, insbesondere für barrierearmes Vorlesen, Übersetzungsdienste und Lernmaterialien.&lt;br /&gt;
# Aussprachefehler und fehlende Sprachdaten gezielt bearbeiten, Rechte an Aufnahmen, Stimmen, Modellen und erzeugten Audiodateien klären.&lt;br /&gt;
# Die geplante &amp;quot;sotra&amp;quot;-Einbindung prüfen und eine priorisierte Anwendung erproben. Die Eignung für die automatische Vertonung von Untertiteln oder Lernfilmen gesondert bewerten.&lt;br /&gt;
# Schnittstellen, Betrieb, Pflege und Finanzierung für die eingesetzten Dienste absichern.&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== &amp;lt;span id=&amp;quot;M1.1_6&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;1.1_6 – Entwicklung einer niedersorbischen Sprachausgabe (DSB) ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot; style=&amp;quot;width:100%;background-color:#ffffff;color:#202122;&amp;quot;&lt;br /&gt;
! colspan=&amp;quot;2&amp;quot; style=&amp;quot;background-color:#d9e2f3;text-align:left;&amp;quot; | Maßnahme 1.1_6 – Entwicklung einer niedersorbischen Sprachausgabe (DSB)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;width:20%;text-align:left;&amp;quot; | Ziel&lt;br /&gt;
| Eine niedersorbische Sprachausgabe steht als Sprachdienst zur Verfügung und kann Texte in priorisierten Anwendungen verständlich vorlesen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left;&amp;quot; | Inhalt&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
* Bereitstellung geeigneter niedersorbischer Sprachaufnahmen, Texte und Ausspracheinformationen&lt;br /&gt;
* Entwicklung oder Anpassung von Modellen zur automatischen Sprachausgabe (Text-to-Speech, TTS)&lt;br /&gt;
* Eigenständige Qualitätsprüfung hinsichtlich Aussprache, Verständlichkeit und Natürlichkeit des Niedersorbischen&lt;br /&gt;
* Bereitstellung über dokumentierte Schnittstellen&lt;br /&gt;
* Einbindung in Webseiten, Übersetzungsdienste und weitere priorisierte Anwendungen&lt;br /&gt;
* Absicherung von Betrieb und Pflege&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left;&amp;quot; | Bewertung&lt;br /&gt;
| '''Aufwand: hoch''' (3/4) · '''Nutzen: sehr groß''' (4/4) · '''Attraktivität: hoch''' (+1)&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! colspan=&amp;quot;2&amp;quot; style=&amp;quot;background-color:#eaf0f8;text-align:left;&amp;quot; | Umsetzungsstand und weitere Planung (Stand: 2026)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left;&amp;quot; | Status&lt;br /&gt;
| 🟡 '''in Bearbeitung'''&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Eine Vorlesefunktion ist vorhanden&lt;br /&gt;
* Einbindung in priorisierte Anwendungen ist noch in Entwicklung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left;&amp;quot; | Abgeschlossene Projekte&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
* '''2018-2024:''' Entwicklung einer Vorlesefunktion für die nieder- und obersorbische Schriftsprache – niedersorbischer Teil „Juro“&lt;br /&gt;
** Sorbisches Institut, Förderung durch den Freistaat Sachsen&lt;br /&gt;
** Erste öffentliche Version 2023, Gemeinsames Projekt mit [[#M1.1_5|Maßnahme 1.1_5]]&lt;br /&gt;
** [https://www.serbski-institut.de/projekte-sprachwissenschaft/entwicklung-einer-vorlesefunktion-fuer-die-nieder-und-obersorbische-schriftsprache/ Informationen zum Projekt]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left;&amp;quot; | Laufende Projekte&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
* '''Seit 2025:''' Bereitstellung und Webeinbindung der Vorlesefunktion „Juro“&lt;br /&gt;
** Sorbisches Institut&lt;br /&gt;
** Auf den niedersorbischen Institutsseiten eingebunden&lt;br /&gt;
** &amp;lt;mark&amp;gt;dalše dodać?&amp;lt;/mark&amp;gt;&lt;br /&gt;
** [https://www.serbski-institut.de/projekte-sprachwissenschaft/entwicklung-einer-vorlesefunktion-fuer-die-nieder-und-obersorbische-schriftsprache/ Informationen zum Dienst], [https://github.com/Sorbisches-Institut/Serbski-TTS Programmkomponenten]&lt;br /&gt;
* '''für 2026 geplant:''' Verbindung von &amp;quot;sotra&amp;quot; mit der Vorlesefunktion des Sorbischen Instituts&lt;br /&gt;
** WITAJ-Sprachzentrum, technische Umsetzungspartner:  &amp;lt;mark&amp;gt;dodać?&amp;lt;/mark&amp;gt;&lt;br /&gt;
** [https://www.witaj-sprachzentrum.de/niedersorbisch/wp-content/uploads/sites/2/2026/06/Arbeitsplan-2026.pdf Arbeitsplan 2026, S. 5]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left;&amp;quot; | Offene Schritte&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
# Aktuellen Entwicklungs- und Betriebsstand von Juro sowie vorhandene niedersorbische Vorlesefunktionen im &amp;quot;sotra&amp;quot;-Umfeld erheben.&lt;br /&gt;
# Priorisierte Anwendungen und niedersorbische Qualitätskriterien festlegen, die Verständlichkeit und Aussprache mit sprachkundigen Nutzenden prüfen.&lt;br /&gt;
# Erforderliche Verbesserungen an Aussprache, Sprachdaten oder Modellen bestimmen und Nutzungsrechte klären, technische Bausteine aus [[#M1.1_5|Maßnahme 1.1_5]] auf Übertragbarkeit prüfen.&lt;br /&gt;
# Die Einbindung in den [[#M1.1_4|niedersorbischen Übersetzungsdienst]] und eine weitere priorisierte Anwendung erproben, die Eignung für Lernmaterialien und automatische Vertonung gesondert bewerten.&lt;br /&gt;
# Schnittstellen, Betrieb, Pflege und Finanzierung für die eingesetzten Dienste absichern.&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== &amp;lt;span id=&amp;quot;M1.1_7&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;1.1_7 - Finden einer Software für 'Intention und Anweisungen' ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot; style=&amp;quot;width:100%;background-color:#ffffff;color:#202122;&amp;quot;&lt;br /&gt;
! colspan=&amp;quot;2&amp;quot; style=&amp;quot;background-color:#d9e2f3;text-align:left;&amp;quot; | Maßnahme 1.1_7 – Finden einer Software für 'Intention und Anweisungen'&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;width:20%;text-align:left;&amp;quot; | Ziel&lt;br /&gt;
| Gesprochene ober- und niedersorbische Anweisungen können in priorisierten Anwendungen verstanden und in gewünschte Aktionen umgesetzt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left;&amp;quot; | Inhalt&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
* Festlegung unterstützter Nutzerabsichten und Anweisungen (z. B. Informationsabfragen oder Steuerung von Funktionen)&lt;br /&gt;
* Auswahl und gegebenenfalls Anpassung einer geeigneten Software&lt;br /&gt;
* Verbindung mit sorbischer Spracherkennung und Sprachausgabe, bei Bedarf auch mit Übersetzungsdiensten&lt;br /&gt;
* Einbindung der anzusteuernden Anwendungen oder Geräte&lt;br /&gt;
* Prüfung der Zuverlässigkeit sowie Umgang mit unklaren oder fehlerhaft erkannten Anweisungen&lt;br /&gt;
* Absicherung von Berechtigungen, Betrieb und Pflege&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left;&amp;quot; | Bewertung&lt;br /&gt;
| '''Aufwand: moderat''' (2/4) · '''Nutzen: moderat''' (2/4) · '''Attraktivität: mittel''' (0)&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! colspan=&amp;quot;2&amp;quot; style=&amp;quot;background-color:#eaf0f8;text-align:left;&amp;quot; | Umsetzungsstand und weitere Planung (Stand: 2026)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left;&amp;quot; | Status&lt;br /&gt;
| ❓ '''zu prüfen''' &lt;br /&gt;
* ein Demonstrator und Chat-Bots sind pilotiert &lt;br /&gt;
* &amp;lt;mark&amp;gt;dalše dodać?&amp;lt;/mark&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left;&amp;quot; | Abgeschlossene Projekte&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
* '''2021:''' Demonstrator „smart lamp / mudra lampa“ („digidom #1“)&lt;br /&gt;
** Fraunhofer IKTS und BTU Cottbus, im Auftrag der Stiftung für das sorbische Volk&lt;br /&gt;
** Demonstration einer begrenzten obersorbischen Sprachsteuerung, gemeinsamer Entwicklungsbaustein mit [[#M1.1_1|Maßnahme 1.1_1]], kein vollständiger universeller Sprachassistent.&lt;br /&gt;
** [https://zalozba.de/medien/pressearchiv/detail/digidom-1-mudra-lampa/ Informationen zum Demonstrator], [https://github.com/ZalozbaDev/raspberry_pi_demo_spoznawanje Technische Dokumentation]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left;&amp;quot; | Laufende Projekte&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
* '''Seit 2023:''' [https://serbski.chat/ serbski.chat], sorbischer Chat des WITAJ-Sprachzentrums&lt;br /&gt;
** WITAJ-Sprachzentrum&lt;br /&gt;
** Dialog-, Übersetzungs- und Vorlesefunktionen sind dokumentiert, eine öffentliche Vorstellung im Rahmen von &amp;quot;sotra&amp;quot; war für 2026 vorgesehen.&lt;br /&gt;
** &amp;lt;mark&amp;gt;aktualny staw dodać?&amp;lt;/mark&amp;gt;&lt;br /&gt;
** [https://www.witaj-sprachzentrum.de/obersorbisch/wp-content/uploads/sites/3/2026/05/T%C3%A4tigkeitsbericht-2025.pdf Tätigkeitsbericht 2025, S. 3 und 7]&lt;br /&gt;
* '''Projektbeginn und Laufzeit: &amp;lt;mark&amp;gt;dodać&amp;lt;/mark&amp;gt;''' – [https://agata.chat/ AGATA], sorbischer Chatbot&lt;br /&gt;
** Projektteam AGATA: &amp;lt;mark&amp;gt;staw dodać&amp;lt;/mark&amp;gt;&lt;br /&gt;
** Obersorbischer Dialog mit Texteingabe sowie Sprachein- und -ausgabe ist beschrieben&lt;br /&gt;
** Unterstützung des Niedersorbischen, Ausführung konkreter Anweisungen und Weiterentwicklung 2026: &amp;lt;mark&amp;gt;dodać&amp;lt;/mark&amp;gt;&lt;br /&gt;
** [https://digiserb.de/projekt/agata-ein-sorbischer-chatbot/ Informationen zum Projekt]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left;&amp;quot; | Offene Schritte&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
# Einen begrenzten Anwendungsfall auswählen und festlegen, welche Anweisungen das System verstehen und welche Aktionen es tatsächlich ausführen soll.&lt;br /&gt;
# Vorhandene Demonstratoren, AGATA, serbski.chat und weitere geeignete Software auf Wiederverwendbarkeit prüfen, Dialogfähigkeit und zuverlässige Befehlsausführung getrennt bewerten.&lt;br /&gt;
# Die Erkennung von Nutzerabsichten zunächst mit Texteingaben erproben und anschließend mit [[#M1.1_1|obersorbischer]] beziehungsweise [[#M1.1_2|niedersorbischer Spracherkennung]] sowie [[#M1.1_5|obersorbischer]] beziehungsweise [[#M1.1_6|niedersorbischer Sprachausgabe]] verbinden.&lt;br /&gt;
# Einen Anwendungsfall mit Nutzenden erproben, Fehlinterpretationen, Rückfragen und Bestätigungen vor folgenreichen Aktionen berücksichtigen.&lt;br /&gt;
# Über die weitere Umsetzung entscheiden und durchführende Institution, Finanzierung, Betrieb und Pflege festlegen.&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
----&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Měrko Šenk</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://koncept.serbski-inkubator.de/index.php?title=Wu%C5%BEiwar:M%C4%9Brko_%C5%A0enk/1.1_Sprechen_mit_elektronischen_Ger%C3%A4ten&amp;diff=1176</id>
		<title>Wužiwar:Měrko Šenk/1.1 Sprechen mit elektronischen Geräten</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://koncept.serbski-inkubator.de/index.php?title=Wu%C5%BEiwar:M%C4%9Brko_%C5%A0enk/1.1_Sprechen_mit_elektronischen_Ger%C3%A4ten&amp;diff=1176"/>
		<updated>2026-10-16T12:50:48Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Měrko Šenk: /* Zukünftige Maßnahmen bzgl. Sprachassistenz */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;__NOINDEX__&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
__TOC__&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Management Summary ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| style=&amp;quot;border-spacing:0;&amp;quot;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;background-color:#d9e2f3;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0.101cm;padding-bottom:0.101cm;padding-left:0.199cm;padding-right:0.199cm;&amp;quot; | &lt;br /&gt;
'''Handlungsfeld'''&lt;br /&gt;
| colspan=&amp;quot;2&amp;quot;  style=&amp;quot;background-color:#d9e2f3;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0.101cm;padding-bottom:0.101cm;padding-left:0.199cm;padding-right:0.199cm;&amp;quot; | &lt;br /&gt;
'''1 Digitale Sprachnutzung'''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;background-color:#d9e2f3;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0.101cm;padding-bottom:0.101cm;padding-left:0.199cm;padding-right:0.199cm;&amp;quot; | &lt;br /&gt;
'''Themenbereich'''&lt;br /&gt;
| colspan=&amp;quot;2&amp;quot;  style=&amp;quot;background-color:#d9e2f3;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0.101cm;padding-bottom:0.101cm;padding-left:0.199cm;padding-right:0.199cm;&amp;quot; | &lt;br /&gt;
'''1.1 Sprechen mit elektronischen Geräten'''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;background-color:#d9e2f3;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0.101cm;padding-bottom:0.101cm;padding-left:0.199cm;padding-right:0.199cm;&amp;quot; | &lt;br /&gt;
'''Beschreibung'''&lt;br /&gt;
| colspan=&amp;quot;2&amp;quot;  style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0.101cm;padding-bottom:0.101cm;padding-left:0.199cm;padding-right:0.199cm;&amp;quot; | &lt;br /&gt;
Unterstützung des Anwenders beim Sprechen mit elektron. Geräten in sorbischer Sprache&lt;br /&gt;
* '''Sprachausgabe''': das Vorlesen geschriebener sorbischer Wörter&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
* '''Spracherkennung''': das Erkennen und Darstellen von gesprochenen sorbischen Wörtern durch elektronische Geräte&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
* '''Sprachverarbeitung''': das Verarbeiten gesprochener sorbischer Wörter und Reagieren darauf&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;background-color:#d9e2f3;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | &lt;br /&gt;
'''Vision'''&lt;br /&gt;
| colspan=&amp;quot;2&amp;quot;  style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.5cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | &lt;br /&gt;
'''Überall dort, wo sich mit digitalen Geräten sprechen lässt, können Ober- und Niedersorbisch gleichwertig mit Deutsch verwendet werden.'''&lt;br /&gt;
&amp;lt;br&amp;gt;&amp;lt;mark&amp;gt;Alternatiwa: &amp;lt;/mark&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;Überall dort, wo sich mit digitalen Geräten sprechen lässt, können Ober- und Niedersorbisch &amp;lt;mark&amp;gt;ebenso wie&amp;lt;/mark&amp;gt; Deutsch verwendet werden.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;background-color:#d9e2f3;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | &lt;br /&gt;
'''Ziele'''&lt;br /&gt;
| colspan=&amp;quot;2&amp;quot;  style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0.12cm;padding-bottom:0.25cm;padding-left:0.1cm;padding-right:0.2cm;&amp;quot; | &lt;br /&gt;
# '''Spracherkennung / Diktierfunktion''': In ausgewählten Betriebssystemen und Anwendungen können Texte auf Ober- und Niedersorbisch diktiert werden. Gesprochene Wörter und Sätze werden erkannt und in geschriebenen Text umgewandelt.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
# '''Sprachausgabe / Vorlesefunktion''': Ausgewählte Systeme und Anwendungen können ober- und niedersorbische Texte vorlesen. Sorbische Inhalte werden dadurch auch für Menschen zugänglich, die Texte nicht oder nur eingeschränkt lesen können (Barrierefreiheit).&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
# '''KI-gestützte Synchronisation von Filmen''': Dokumentationen, Lernfilme und weitere Filme können mithilfe künstlicher Intelligenz gesprochene ober- und niedersorbische Sprachfassungen erhalten.&lt;br /&gt;
# '''Simultanübersetzung''': In mehrsprachigen Videokonferenzen, Gesprächen und Veranstaltungen können gesprochene Beiträge automatisch und nahezu in Echtzeit von und nach Ober- und Niedersorbisch übersetzt werden.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| colspan=&amp;quot;2&amp;quot;  style=&amp;quot;background-color:#d9e2f3;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | &lt;br /&gt;
'''IST-Analyse – Sprachassistenzsysteme''' (Stand: 2021)&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;background-color:#d9e2f3;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | &lt;br /&gt;
'''IST-Analyse – sorbische Projekte'''  (Stand: 2023)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| colspan=&amp;quot;2&amp;quot;  style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | &lt;br /&gt;
''4 Bausteine der Sprachassistenz: ''&lt;br /&gt;
# &amp;lt;div style=&amp;quot;color:#000000;margin-left:0.54cm;margin-right:0cm;&amp;quot;&amp;gt;'''Spracherkennung'''&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
#* &amp;lt;div style=&amp;quot;color:#000000;margin-left:0.547cm;margin-right:0cm;&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;u&amp;gt;Ziel&amp;lt;/u&amp;gt;: phonetisches Wörterbuch, dafür &amp;lt;u&amp;gt;notwendig&amp;lt;/u&amp;gt;:&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
#* &amp;lt;div style=&amp;quot;color:#000000;margin-left:0.547cm;margin-right:0cm;&amp;quot;&amp;gt;große Basis an geschriebenen und gesprochenen Sätzen für das Anlernen eines Spracherkennungs-Systems&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
# &amp;lt;div style=&amp;quot;color:#000000;margin-left:0.54cm;margin-right:0cm;&amp;quot;&amp;gt;'''Textübersetzung'''&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
#* &amp;lt;div style=&amp;quot;color:#000000;margin-left:0.547cm;margin-right:0cm;&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;u&amp;gt;Notwendig&amp;lt;/u&amp;gt;: umfangreicher 2-sprachiger Textkorpus im speziellen Format&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
# &amp;lt;div style=&amp;quot;color:#000000;margin-left:0.54cm;margin-right:0cm;&amp;quot;&amp;gt;'''Intention erkennen, Anweisungen ausführen'''&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
#* &amp;lt;div style=&amp;quot;color:#000000;margin-left:0.54cm;margin-right:0cm;&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;u&amp;gt;Ziel&amp;lt;/u&amp;gt;: Intention des Nutzers erkennen, Anweisungen ableiten und ausführen &amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
#* &amp;lt;div style=&amp;quot;color:#000000;margin-left:0.54cm;margin-right:0cm;&amp;quot;&amp;gt;Spezielle Systeme notwendig&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
# &amp;lt;div style=&amp;quot;color:#000000;margin-left:0.54cm;margin-right:0cm;&amp;quot;&amp;gt;'''Sprachausgabe'''&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
#* &amp;lt;div style=&amp;quot;color:#000000;margin-left:0.547cm;margin-right:0cm;&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;u&amp;gt;Notwendig&amp;lt;/u&amp;gt;: Audio-Wörterbuch, phonetisches Wörterbuch&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | &lt;br /&gt;
Handlungsbedarf als Farbe: &amp;lt;span style=&amp;quot;background-color:#c5e0b3;&amp;quot;&amp;gt;gering&amp;lt;/span&amp;gt;, &amp;lt;span style=&amp;quot;background-color:#ffff00;&amp;quot;&amp;gt;groß&amp;lt;/span&amp;gt;, &amp;lt;span style=&amp;quot;background-color:#f69292;&amp;quot;&amp;gt;sehr groß&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
{| style=&amp;quot;border-spacing:0;&amp;quot;&lt;br /&gt;
|- style=&amp;quot;border:0.5pt solid #d0cece;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.101cm;padding-right:0.101cm;&amp;quot;&lt;br /&gt;
| align=right| '''Aktueller Stand'''&lt;br /&gt;
| align=center| '''Obersorbisch'''&lt;br /&gt;
| align=center| '''Nieder­sorbisch'''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;background-color:transparent;border:0.5pt solid #d0cece;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.101cm;padding-right:0.101cm;&amp;quot; | &lt;br /&gt;
&amp;lt;span style=&amp;quot;color:#000000;&amp;quot;&amp;gt;'''1. Spracherkennung'''&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
| align=center style=&amp;quot;background-color:transparent;border:0.5pt solid #d0cece;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.101cm;padding-right:0.101cm;&amp;quot; | &lt;br /&gt;
| align=center style=&amp;quot;background-color:transparent;border:0.5pt solid #d0cece;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.101cm;padding-right:0.101cm;&amp;quot; | &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;background-color:transparent;border:0.5pt solid #d0cece;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.101cm;padding-right:0.101cm;&amp;quot; | &lt;br /&gt;
Mozilla common voice&lt;br /&gt;
* &amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:0.289cm;margin-right:0cm;&amp;quot;&amp;gt;geschriebene Sätze&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
* &amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:0.289cm;margin-right:0cm;&amp;quot;&amp;gt;gesprochene Minuten&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;background-color:#ffff00;border:0.5pt solid #d0cece;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.101cm;padding-right:0.101cm;&amp;quot; | &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;gt; 7.500&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
171&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;background-color:#f69292;border:0.5pt solid #d0cece;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.101cm;padding-right:0.101cm;&amp;quot; | &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
0&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
0 &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;background-color:transparent;border:0.5pt solid #d0cece;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.101cm;padding-right:0.101cm;&amp;quot; | &lt;br /&gt;
Projekt Sprach­erkennung und maschin. Übersetzung&lt;br /&gt;
* &amp;lt;div style=&amp;quot;color:#000000;margin-left:0.289cm;margin-right:0cm;&amp;quot;&amp;gt;Prototyp „digidom“ veröffentlicht&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
| align=center style=&amp;quot;background-color:#e2efd9;border:0.5pt solid #d0cece;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.101cm;padding-right:0.101cm;&amp;quot; | &lt;br /&gt;
seit 2020&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2022&lt;br /&gt;
| align=center style=&amp;quot;background-color:#e2efd9;border:0.5pt solid #d0cece;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.101cm;padding-right:0.101cm;&amp;quot; | &lt;br /&gt;
seit 2020&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
in Planung&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;background-color:transparent;border:0.5pt solid #d0cece;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.101cm;padding-right:0.101cm;color:#000000;&amp;quot; | '''2. Textübersetzung'''&lt;br /&gt;
| align=center style=&amp;quot;background-color:transparent;border:0.5pt solid #d0cece;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.101cm;padding-right:0.101cm;&amp;quot; | &lt;br /&gt;
| align=center style=&amp;quot;background-color:transparent;border:0.5pt solid #d0cece;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.101cm;padding-right:0.101cm;&amp;quot; | &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;background-color:transparent;border:0.5pt solid #d0cece;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.101cm;padding-right:0.101cm;&amp;quot; | &lt;br /&gt;
* &amp;lt;div style=&amp;quot;color:#000000;margin-left:0.289cm;margin-right:0cm;&amp;quot;&amp;gt;notwendiger Textkorpus&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
| align=center style=&amp;quot;background-color:#e2efd9;border:0.5pt solid #d0cece;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.101cm;padding-right:0.101cm;&amp;quot; | groß&lt;br /&gt;
| align=center style=&amp;quot;background-color:#e2efd9;border:0.5pt solid #d0cece;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.101cm;padding-right:0.101cm;&amp;quot; | groß&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;background-color:transparent;border:0.5pt solid #d0cece;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.101cm;padding-right:0.101cm;color:#000000;&amp;quot; | '''3. Intention, Anweisung'''&lt;br /&gt;
| align=center style=&amp;quot;background-color:transparent;border:0.5pt solid #d0cece;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.101cm;padding-right:0.101cm;&amp;quot; | &lt;br /&gt;
| align=center style=&amp;quot;background-color:transparent;border:0.5pt solid #d0cece;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.101cm;padding-right:0.101cm;&amp;quot; | &lt;br /&gt;
|- style=&amp;quot;background-color:#e2efd9;border:0.5pt solid #d0cece;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.101cm;padding-right:0.101cm;&amp;quot;&lt;br /&gt;
| colspan=&amp;quot;3&amp;quot; | &lt;br /&gt;
* &amp;lt;div style=&amp;quot;color:#000000;margin-left:0.289cm;margin-right:0cm;&amp;quot;&amp;gt;Spätere Recherche und Nutzung von bestehenden Systemen (z.&amp;amp;nbsp;B. open source)&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;background-color:transparent;border:0.5pt solid #d0cece;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.101cm;padding-right:0.101cm;color:#000000;&amp;quot; | '''4. Sprachausgabe'''&lt;br /&gt;
| align=center style=&amp;quot;background-color:transparent;border:0.5pt solid #d0cece;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.101cm;padding-right:0.101cm;&amp;quot; | &lt;br /&gt;
| align=center style=&amp;quot;background-color:transparent;border:0.5pt solid #d0cece;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.101cm;padding-right:0.101cm;&amp;quot; | &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;background-color:transparent;border:0.5pt solid #d0cece;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.101cm;padding-right:0.101cm;&amp;quot; | &lt;br /&gt;
Entwicklung Vorlese­funktion im Sorbischen Institut&lt;br /&gt;
* &amp;lt;div style=&amp;quot;color:#000000;margin-left:0.289cm;margin-right:0cm;&amp;quot;&amp;gt;Prototyp Juro und Matej veröffentlicht&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
| align=center style=&amp;quot;background-color:#e2efd9;border:0.5pt solid #d0cece;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.101cm;padding-right:0.101cm;&amp;quot; | &lt;br /&gt;
2018 - 2023&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2023&lt;br /&gt;
| align=center style=&amp;quot;background-color:#e2efd9;border:0.5pt solid #d0cece;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.101cm;padding-right:0.101cm;&amp;quot; | &lt;br /&gt;
2018 – 2023&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2023&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;background-color:transparent;border:0.5pt solid #d0cece;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.101cm;padding-right:0.101cm;&amp;quot; | &lt;br /&gt;
private Entwicklung Online-Vorlesefunktionen mittels KI&lt;br /&gt;
| align=center style=&amp;quot;background-color:#e2efd9;border:0.5pt solid #d0cece;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.101cm;padding-right:0.101cm;&amp;quot; | seit 2020&lt;br /&gt;
| align=center style=&amp;quot;background-color:#f69292;border:0.5pt solid #d0cece;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.101cm;padding-right:0.101cm;&amp;quot; | -&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| style=&amp;quot;border-spacing:0;&amp;quot;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| colspan=&amp;quot;3&amp;quot; style=&amp;quot;background-color:#d9e2f3;border:0.5pt solid #000000;padding:0.101cm 0.199cm;&amp;quot; |&lt;br /&gt;
'''SOLL-Konzeption – zukünftige Maßnahmen und Aufgaben'''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| colspan=&amp;quot;3&amp;quot; style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding:0.6em;&amp;quot; |&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot; style=&amp;quot;width:100%;margin:0;&amp;quot;&lt;br /&gt;
! style=&amp;quot;width:13%;&amp;quot; | Sub-Thema&lt;br /&gt;
! style=&amp;quot;width:6%;&amp;quot; | Nr.&lt;br /&gt;
! style=&amp;quot;width:27%;&amp;quot; | Maßnahme&lt;br /&gt;
! style=&amp;quot;width:14%;&amp;quot; | Status&lt;br /&gt;
! style=&amp;quot;width:40%;&amp;quot; | Nächster Schritt&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Spracherkennung&lt;br /&gt;
| [[#M1.1_1|1.1_1]]&lt;br /&gt;
| [[#M1.1_1|Entwicklung einer obersorbischen Spracherkennung (HSB)]]&lt;br /&gt;
| 🟡 in Bearbeitung&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
* Aktuellen Stand der Machbarkeitsstudie und der Folgearbeiten erheben;&lt;br /&gt;
* Ziel, Qualitätskriterien, Verantwortliche und Integrationswege festlegen.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Spracherkennung&lt;br /&gt;
| [[#M1.1_2|1.1_2]]&lt;br /&gt;
| [[#M1.1_2|Entwicklung einer niedersorbischen Spracherkennung (DSB)]]&lt;br /&gt;
| 🟡 in Bearbeitung&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
* Vorhandene Daten und Modelle prüfen;&lt;br /&gt;
* Vorgehen und Abhängigkeiten zu Maßnahme 1.1_1 festlegen.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Übersetzungsdienst&lt;br /&gt;
| [[#M1.1_3|1.1_3]]&lt;br /&gt;
| [[#M1.1_3|Entwicklung eines obersorbischen Übersetzungsdienstes für Texte (HSB)]]&lt;br /&gt;
| 🔵 laufende Daueraufgabe&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
* neue Technologien implementieren&lt;br /&gt;
* Schnittstellen entwickeln / dokumentieren?&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Übersetzungsdienst&lt;br /&gt;
| [[#M1.1_4|1.1_4]]&lt;br /&gt;
| [[#M1.1_4|Entwicklung eines niedersorbischen Übersetzungsdienstes (für Texte) (DSB)]]&lt;br /&gt;
| 🔵 laufende Daueraufgabe&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
* s. o.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Sprachausgabe&lt;br /&gt;
| [[#M1.1_5|1.1_5 / 1.1_6]]&lt;br /&gt;
| [[#M1.1_5|Entwicklung einer Sprachausgabe (HSB, DSB)]]&lt;br /&gt;
| 🟡 in Bearbeitung&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
* ?&lt;br /&gt;
* priorisierte Integrationen festlegen.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Intention / Anweisung&lt;br /&gt;
| [[#M1.1_7|1.1_7]]&lt;br /&gt;
| [[#M1.1_7|Finden einer Software für „Intention und Anweisungen“]]&lt;br /&gt;
| ⏸ nachgelagert&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
* Nach Stabilisierung der Basiskomponenten erneut bewerten und einen konkreten Anwendungsfall auswählen.&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;small&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Status:'''&lt;br /&gt;
* ⚪ '''nicht begonnen''' – Maßnahme ist vorgesehen, die Umsetzung hat noch nicht begonnen.&lt;br /&gt;
* 🟡 '''in Bearbeitung''' – Maßnahme wird bearbeitet.&lt;br /&gt;
* 🟢 '''umgesetzt''' – definiertes Ergebnis wurde erreicht.&lt;br /&gt;
* 🔵 '''laufende Daueraufgabe''' – Maßnahme benötigt laufende Bearbeitung ohne festen Abschluss.&lt;br /&gt;
* ⏸ '''zurückgestellt''' – Bearbeitung ist ausgesetzt oder von Voraussetzungen abhängig.&lt;br /&gt;
* ❓ '''zu prüfen''' – der aktuelle Stand ist zu ermitteln.&lt;br /&gt;
&amp;lt;/small&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einleitung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieser Themenbereich beinhaltet die Unterstützung des Anwenders beim Sprechen mit elektronischen Geräten in den sorbischen Sprachen. Im Fokus steht die Interaktion von Menschen mit elektronischen Geräten mittels gesprochener Worte. Dies umfasst folgende Bereiche:&lt;br /&gt;
* '''Sprachausgabe:''' das '''Vorlesen''' geschriebener sorbischer Wörter&lt;br /&gt;
* '''Spracherkennung: '''das '''Erkennen''' und Darstellen von gesprochenen sorbischen Wörtern durch elektronische Geräte (Computer, Smartphones usw.)&lt;br /&gt;
* '''Sprachverarbeitung: ''' das '''Verarbeiten''' gesprochener sorbischer Wörter und '''Reagieren''' darauf (z.&amp;amp;nbsp;B. Anweisungen ausführen, Antworten).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mögliche Einsatzbereiche und Applikationen sind bspw.&lt;br /&gt;
* Sprachassistenten,&lt;br /&gt;
* Spiele, Spielzeuge (wie Lingufino),&lt;br /&gt;
* Untertitel und Simultanübersetzungen (z. B. bei Videokonferenzen).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ist-Analyse Stand der Entwicklung von Sprachassistenzsystemen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;background-color:#f6f6f6;border:1px solid #DCDCDC;padding:0.6em 0.8em;margin:0.6em 0 1em 0;&amp;quot;&amp;gt;'''Letzte Aktualisierung des Abschnitts: 2021''' &amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Welche Bausteine werden für eine Sprachassistenz benötigt? ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Um eine sprachliche Interaktion mit einem elektronischen Gerät ähnlich wie mit Menschen zu erreichen, sind verschiedene technische Bausteine notwendig, welche jeweils unterschiedliche Aufgaben übernehmen. Die folgende Einteilung der Bausteine orientiert sich an einem Vortrag von Jan Budar vom 13.09.2018 in Senftenberg zu “Digitalisierung als Chance für die Sorben”.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Baustein 1: Spracherkennung (Automatic Speech Recognition, ASR; Speech to Text, STT)&amp;lt;ref name=&amp;quot;ftn1&amp;quot;&amp;gt;Übersicht STT-Engines: [https://mycroft-ai.gitbook.io/docs/using-mycroft-ai/customizations/stt-engine https://mycroft-ai.gitbook.io/docs/using-mycroft-ai/customizations/stt-engine]&amp;lt;/ref&amp;gt; ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* basiert auf phonetischen Informationen zu&lt;br /&gt;
** einzelnen Buchstaben und Silben&lt;br /&gt;
** deren Kombinationen&lt;br /&gt;
** ihrer Position im Wort/Satz&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Umwandlung von gesprochener Sprache in Text''' &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die typischen Schritte zur Umwandlung von gesprochener Sprache in Text (Speech-to-Text, STT) sind:&lt;br /&gt;
# Aufnahme der Sprache: Der erste Schritt besteht darin, die gesprochene Sprache aufzunehmen. Dies kann entweder über ein Mikrofon oder eine andere Audioquelle erfolgen.&lt;br /&gt;
# Signalverarbeitung: Die aufgenommenen Audiosignale werden durch Signalverarbeitungsalgorithmen vorverarbeitet. Dazu gehören zum Beispiel Rauschunterdrückung, Echo-Entfernung und Entzerrung.&lt;br /&gt;
# Sprachsegmentierung: Die Audioaufnahme wird in kurze Segmente unterteilt, die normalerweise zwischen 10 und 30 Millisekunden lang sind. Diese Segmente werden dann weiterverarbeitet.&lt;br /&gt;
# Merkmalsextraktion: Für jedes Sprachsegment werden akustische Merkmale wie Frequenz, Lautstärke, Tonhöhe und Dauer extrahiert. Diese Merkmale dienen als Eingabe für das Spracherkennungsmodell.&lt;br /&gt;
# Spracherkennung: Das Spracherkennungsmodell verwendet die extrahierten Merkmale, um die gesprochene Sprache in Text umzuwandeln. Dieser Schritt kann auf unterschiedliche Weise durchgeführt werden, z.B. mit Hidden Markov Models (HMMs), künstlichen neuronalen Netzen (KNNs) oder Deep-Learning-Modellen.&lt;br /&gt;
# Postprocessing: Der erkannte Text wird postprozessiert, um mögliche Fehler oder Inkonsistenzen im Text zu korrigieren. Dazu können beispielsweise Grammatik- und Sprachmodelle verwendet werden, um den erkannten Text zu verbessern.&lt;br /&gt;
# Textausgabe: Der endgültige Text wird dann ausgegeben, z.B. in einer Textdatei oder als Eingabe für eine andere Anwendung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Je nach Anwendung und Sprachmodell können die genauen Schritte und Technologien zur Umwandlung von Sprache in Text  variieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Training von Spracherkennungs-Maschinen''' &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
* vgl. auch Vortrag von D. Sobe 2022 im Rahmen einer Online-Abendveranstaltung&amp;lt;ref&amp;gt;vgl. [https://digiserb.de/2022/06/09/zarjadowanje-masinelne-spoznawanje-serbsciny/ Veranstaltung auf digiserb.de], [https://digiserb.de/wp-content/uploads/2022/06/2022_06_auswertung.pdf Folien bei digiserb.de], [https://www.youtube.com/watch?v=RWUo7N_Aybw Video bei YouTube].&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Klassischerweise wird die Spracherkennung durch die Verwendung von stochastische Modellen wie Hidden-Markov-Modellen (HMM) und Gauss'schen Mischmodellen (GMM) durchgeführt. Das Sprachsignal wird dabei in kurze Abschnitte, sogenannte Phoneme, unterteilt. Die Phoneme werden dann in einer HMM- oder GMM-Datenbank gespeichert. Bei der Erkennung wird das Sprachsignal in Phoneme aufgeteilt und mit der HMM- oder GMM-Datenbank abgeglichen, um die wahrscheinlichste Sequenz von Phonemen zu finden. Diese wird dann in Text umgewandelt und ausgegeben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den letzten Jahren haben sich Deep Learning Modelle mit tiefen neuronalen Netzen, wie z.B. Recurrent Neural Networks (RNNs) und Convolutional Neural Networks (CNNs), als effektive Methoden zur Spracherkennung erwiesen. Diese Modelle können komplexe Beziehungen zwischen Phonemen und Wörtern erfassen und somit die Genauigkeit der Spracherkennung verbessern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* z.&amp;amp;nbsp;B. Mozilla Common Voice&amp;lt;ref name=&amp;quot;ftn2&amp;quot;&amp;gt;vgl. [https://voice.mozilla.org https://voice.mozilla.org] und [https://github.com/mozilla/DeepSpeech https://github.com/mozilla/DeepSpeech]&amp;lt;/ref&amp;gt; in Kombination mit einer Spracherkennungs-Engine wie Mozilla Deep Speech&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Erstellung von Spracherkennungs-Maschinen''' &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Um eine Spracherkennungs-Engine (Speech-to-Text) zu erstellen, werden verschiedene Ressourcen benötigt, darunter:&lt;br /&gt;
# Sprachdaten: Um ein Spracherkennungsmodell zu trainieren, werden große Mengen an Audioaufnahmen benötigt, die repräsentativ für die Sprache und den Dialekt sind, den die Engine erkennen soll. Diese Sprachdaten sollten auch verschiedene Sprecher, Akzente und Hintergrundgeräusche enthalten.&lt;br /&gt;
# Transkriptionen: Jede Audioaufnahme muss mit einer Texttranskription versehen werden, die angibt, was in der Aufnahme gesagt wird. Diese Transkriptionen werden verwendet, um das Modell zu trainieren und zu testen.&lt;br /&gt;
# Sprachmodelle: Sprachmodelle sind eine wichtige Komponente von Spracherkennungs-Engines, da sie die Wahrscheinlichkeit berechnen, mit der eine bestimmte Sequenz von Wörtern in einem bestimmten Kontext auftreten wird. Diese Modelle werden verwendet, um die Wahrscheinlichkeit des erkannten Textes zu berechnen und die Genauigkeit der Spracherkennungs-Engine zu verbessern.&lt;br /&gt;
# Aussprachelexika: Ein Aussprachelexikon enthält eine Liste von Wörtern und deren Aussprache in der jeweiligen Sprache. Dies wird verwendet, um die richtige Aussprache von Wörtern im erkannten Text zu bestimmen.&lt;br /&gt;
# Phonemmodelle: Phonemmodelle beschreiben, wie Wörter in ihre kleinsten sprachlichen Einheiten (Phoneme) aufgeteilt werden können. Diese Modelle werden verwendet, um die Wahrscheinlichkeit von Phonemsequenzen zu berechnen und die Genauigkeit der Spracherkennungs-Engine zu verbessern.&lt;br /&gt;
# Linguistische Ressourcen: Zusätzlich zu den oben genannten Ressourcen können auch linguistische Ressourcen wie Grammatiken, semantische Modelle und syntaktische Modelle verwendet werden, um die Genauigkeit der Spracherkennungs-Engine zu verbessern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Baustein 2: Textübersetzung (Machine Translation, MT) ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Grundlage hierfür sind Massen an übersetzten Sätzen&lt;br /&gt;
* Künstliche Intelligenz lernt aus diesen übersetzten Sätzen durch&lt;br /&gt;
** Mustererkennung&lt;br /&gt;
** Training&lt;br /&gt;
* vgl. Kapitel 5 Abschnitt [https://koncept.serbski-inkubator.de/index.php/5._Schreiben_auf_elektronischen_Ger%C3%A4ten#.C3.9Cbersetzer Übersetzer]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Baustein 3: Intention erkennen und Anweisungen ausführen&amp;lt;ref name=&amp;quot;ftn3&amp;quot;&amp;gt;vgl. [https://mycroft.ai/wp-content/uploads/2018/08/mycroft-ai-introduction-to-voice-stack-whitepaper.pdf https://mycroft.ai/wp-content/uploads/2018/08/mycroft-ai-introduction-to-voice-stack-whitepaper.pdf]&amp;lt;/ref&amp;gt;  ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* aus dem erkannten Text wird die Intention des Nutzers extrahiert (intent parser)&lt;br /&gt;
* Anweisungen werden abgeleitet und ausgeführt (Skill invocation)&lt;br /&gt;
* z.&amp;amp;nbsp;B. [https://wit.ai/ https://wit.ai/] (eine Sprachplattform, welche zum Facebook-Konzern gehört)&lt;br /&gt;
* z.B. [https://mycroft.ai/ https://mycroft.ai/]als datenschutzfreundliche Alternative&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Baustein 4: Sprachausgabe (Text to Speech, TTS)&amp;lt;ref name=&amp;quot;ftn4&amp;quot;&amp;gt;Übersicht TTS-Engines: [https://mycroft-ai.gitbook.io/docs/using-mycroft-ai/customizations/tts-engine https://mycroft-ai.gitbook.io/docs/using-mycroft-ai/customizations/tts-engine]&amp;lt;/ref&amp;gt; ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* bspw. für barrierefreie Webseiten notwendig&lt;br /&gt;
* Open Source Text-to-speech-System: MaryTTS&lt;br /&gt;
* modularer Aufbau: Lexikon, Sprache, Daten, Synthese&lt;br /&gt;
* Unit-Selectin-Synthese (Verkettung natürlichsprachlicher Elemente)&lt;br /&gt;
* ThorstenVoice (OSS Variante)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die folgenden Schritte sind typischerweise erforderlich, um einen Text in eine gesprochene Sprachausgabe umzuwandeln:&lt;br /&gt;
# Linguistische Analyse: Der eingegebene Text wird vorverarbeitet, um dessen Struktur zu analysieren, einschließlich der Trennung von Sätzen, der Erkennung von Interpunktion und der Ermittlung der Betonung.&lt;br /&gt;
# Phonetische Umsetzung: Der Text wird in eine phonetische Darstellung umgewandelt, in der jeder Textabschnitt in eine entsprechende Sequenz von Lauten (Phonemen) übersetzt wird. Dies wird typischerweise durch eine phonetische Lexikon-Datenbank und Sprachregeln erreicht.&lt;br /&gt;
# Prosodische Modellierung: Es wird die Betonung und Intonation des Textes bestimmt. Hierbei werden Faktoren wie Akzent, Tonhöhe, Tempo, Pause und Rhythmus berücksichtigt, um eine natürliche Sprachmelodie zu erzeugen.&lt;br /&gt;
# Synthese: Der phonetisch umgesetzte Text wird dann in Sprache umgewandelt, indem die phonetischen Einheiten zu Sprachsignalen zusammengefügt werden. Dies kann entweder durch die Verwendung von Klangeinheiten, die in einer Datenbank gespeichert sind, oder durch das Generieren von Sprache auf der Grundlage von Modellen, wie z.B. Deep-Learning-Modellen, erfolgen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine TTS-Engine benötigt folgende Voraussetzungen:&lt;br /&gt;
# Eine umfangreiche phonetische Datenbank oder ein phonetisches Modell, um die Übersetzung von Text in Phoneme zu ermöglichen.&lt;br /&gt;
# Ein Prosodie-Modell, um die natürliche Sprachmelodie zu erzeugen.&lt;br /&gt;
# Eine Sprachsynthesetechnologie, um die Phoneme in Sprachsignale zu konvertieren.&lt;br /&gt;
# Training mit großen Datenmengen, um die Sprachsynthese-Modelle auf die spezifische Sprache und Stimme zu optimieren.&lt;br /&gt;
&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Definition und Marktübersicht von Sprachassistenten ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Sprachassistent ist eine bestimmte Art von Software, die gesprochene Worte analysiert, in den richtigen Kontext einordnet und darauf reagiert. Sprachassistenten sind als Software meist in Smartphones oder Smart Speaker, aber auch in Konsolen (PS4), Fernseher und smart watches integriert. Ein Smart Speaker wiederum ist ein bestimmtes Gerät, auf welchem der Sprachassistent als Software installiert ist.&amp;lt;ref name=&amp;quot;ftn5&amp;quot;&amp;gt;vgl. [https://de.wikipedia.org/wiki/Intelligenter_pers%C3%B6nlicher_Assistent https://de.wikipedia.org/wiki/Intelligenter_pers%C3%B6nlicher_Assistent]&amp;lt;/ref&amp;gt; Spricht ein Mensch mit diesem Gerät, so beantwortet es über seine Sprachsoftware verbal Fragen oder führt Anweisungen aus, z.&amp;amp;nbsp;B. steuert es vernetzte smart home Geräte (TV-Geräte, Heizungsthermostate, Rollläden, Lampen, Waschmaschine, Backofen, Kaffee­maschine bis hin zur Toilettenspülung usw.). Auch in Autos, Kopfhörern, Bürogeräten und Kleidung sind bereits Sprachassistenten im Einsatz.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Entwicklung der Sprachassistenten:* 2010 Apples Siri („Hey Siri“)&lt;br /&gt;
* 2012 Google Assistant (vormals Google Now) („Ok, Google“)&lt;br /&gt;
* 2013 Microsoft Cortana („Hey Cortana“)&lt;br /&gt;
* 2014 Amazon Alexa („Alexa“)&lt;br /&gt;
* 2015 Mycroft - open Source Smart Speaker (“Hey Mycroft”)&amp;lt;ref name=&amp;quot;ftn6&amp;quot;&amp;gt;vgl. [https://mycroft.ai/ https://mycroft.ai/] und [https://www.kickstarter.com/projects/aiforeveryone/mycroft-an-open-source-artificial-intelligence-for/description https://www.kickstarter.com/projects/aiforeveryone/mycroft-an-open-source-artificial-intelligence-for/description]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* 2017 Sprachassistenten der chinesischen Firmen Baidu und Alibaba&lt;br /&gt;
* 2018 Samsung Bixby („Hi Bixby“)&lt;br /&gt;
* 2019 Leon – open source personal assistant&amp;lt;ref name=&amp;quot;ftn7&amp;quot;&amp;gt;vgl. [https://getleon.ai/ https://getleon.ai/]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Heute sind weltweit bereits mehr als 4 Milliarden Sprachassistenten im Einsatz. Bis 2023 rechnet die Marktforschungsfirma Juniper Research mit 8 Milliarden Sprachassistenten.&amp;lt;ref name=&amp;quot;ftn8&amp;quot;&amp;gt;vgl. [https://voicebot.ai/google-home-google-assistant-stats/#voice-asst-in-use-juniper https://voicebot.ai/google-home-google-assistant-stats/#voice-asst-in-use-juniper]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Image:Grafik 16.png|top]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Marktübersicht'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die führenden Anbieter für Sprachassistenzsysteme am weltweiten Markt sind:&lt;br /&gt;
# Amazon mit seinem Sprachassistenzsystem &amp;quot;Alexa&amp;quot; und den Amazon Echo Geräten.&lt;br /&gt;
# Google mit seinem Sprachassistenzsystem &amp;quot;Google Assistant&amp;quot; und den Google Home Geräten.&lt;br /&gt;
# Apple mit seinem Sprachassistenzsystem &amp;quot;Siri&amp;quot; und der HomePod-Produktlinie.&lt;br /&gt;
# Microsoft mit seinem Sprachassistenzsystem &amp;quot;Cortana&amp;quot; und der Surface Headphones Produktlinie.&lt;br /&gt;
# Samsung mit seinem Sprachassistenzsystem &amp;quot;Bixby&amp;quot; und der Galaxy Home Produktlinie.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Anbieter haben in den letzten Jahren in die Entwicklung und Verbesserung von Sprachassistenzsystemen investiert und setzen auf künstliche Intelligenz und maschinelles Lernen, um die Spracherkennung und -verarbeitung zu verbessern. Dabei sind ihre Sprachassistenzsysteme nicht nur auf den Heimgebrauch beschränkt, sondern auch in mobilen Geräten, Autos und anderen Branchen wie Gesundheitswesen, Einzelhandel und Finanzen verbreitet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es ist schwierig, genaue Zahlen darüber zu finden, welchen Anteil jeder Anbieter am Gesamtmarkt für Sprachassistenzsysteme hat, da es keine einheitliche Definition des Marktes gibt und die Zahlen von verschiedenen Marktforschungsunternehmen variieren können. Basierend auf den verfügbaren Daten sind die größten Anbieter am Markt Amazon Alexa mit rund 25% Marktanteil, Google Assistant mit rund 20% Marktanteil und Apples Siri mit rund 15% Marktanteil weltweit. Es gibt jedoch Unterschiede in den Zahlen je nach Region und Art des Geräts (z.B. intelligente Lautsprecher, Mobiltelefone, Smart-Home-Geräte). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die beliebtesten Anwendungsfälle von Nutzern von Smart Speakern sind&amp;lt;ref name=&amp;quot;ftn12&amp;quot;&amp;gt;vgl. [https://voicebot.ai/2020/05/03/streaming-music-questions-weather-timers-and-alarms-remain-smart-speaker-killer-apps-third-party-voice-app-usage-not-growing/ https://voicebot.ai/2020/05/03/streaming-music-questions-weather-timers-and-alarms-remain-smart-speaker-killer-apps-third-party-voice-app-usage-not-growing/] &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
# Musik hören&lt;br /&gt;
# Fragen stellen&lt;br /&gt;
# Wetter checken&lt;br /&gt;
# Zeitschaltuhr einschalten&lt;br /&gt;
# Alarm einstellen&lt;br /&gt;
# Radio hören&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Image:Grafik 17.png|top]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Aktuell unterstützte Sprachen'''&amp;lt;ref name=&amp;quot;ftn13&amp;quot;&amp;gt;vgl. [https://www.globalme.net/blog/language-support-voice-assistants-compared/ https://www.globalme.net/blog/language-support-voice-assistants-compared/] sowie die dort angegeben Webseiten&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* &amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:0.501cm;margin-right:0cm;&amp;quot;&amp;gt;'''Amazons Alexa''' unterstützt '''9 Sprachen'''&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
** Arabisch, Deutsch, Englisch (5 Dialekte), Französisch (2 Dialekte), Hindi (Indisch), Italienisch, Japanisch, Portugiesisch (Brasil.), Spanisch (3 Dialekte)&lt;br /&gt;
* &amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:0.501cm;margin-right:0cm;&amp;quot;&amp;gt;'''Google Assistant''' unterstützt '''44 Sprachen '''auf Smartphones&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
* &amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:0.501cm;margin-right:0cm;&amp;quot;&amp;gt;'''Google Assistant''' unterstützt '''13 Sprachen''' auf Smart Speakern / Google Home&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
** Dänisch, Deutsch (2 Dialekte), Englisch (6 Dialekte), Französisch (2 Dialekte), Hindi, Italienisch, Japanisch, Koreanisch, Niederländisch, Norwegisch, Portugiesisch (Brasil.), Schwedisch, Spanisch (3 Dialekte)&lt;br /&gt;
* &amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:0.501cm;margin-right:0cm;&amp;quot;&amp;gt;'''Apples Siri unterstützt rund 42 Sprachen'''&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ist-Analyse sorbischer Potenziale, Ressourcen und Projekte ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;background-color:#f6f6f6;border:1px solid #DCDCDC;padding:0.6em 0.8em;margin:0.6em 0 1em 0;&amp;quot;&amp;gt;'''Letzte Aktualisierung des Abschnitts: 2023''' &amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während digitale Angebote wie Sprachausgabe und Spracherkennung in deutscher Sprache selbstverständlich sind und sowohl von internationalen Großkonzernen als auch von der öffentlichen Hand vorangetrieben und ausgebaut werden, gilt das für dieselben Angebote in sorbischer Sprache nur sehr eingeschränkt. Welche Grundlagen der Sprachunterstützung beider sorbischer Sprachen bereits realisiert oder geplant sind, sollen die folgenden Abschnitte untersuchen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Ist-Stand der 4 Bausteine des Sprechens mit elektronischen Geräten===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Baustein 1: Spracherkennung (Automatic Speech Recognition, ASR; Speech to Text, STT) ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* sorbische Ausgangslage: die folgenden Vorarbeiten sind vorhanden&lt;br /&gt;
* '''Mozilla common voice''': &lt;br /&gt;
** die sorbischen Sprachen werden hier aktuell nicht weiter ergänzt, die gesammelten Daten werden jedoch in anderen Projekten weiter verwendet&lt;br /&gt;
*** die Anzahl an Daten ist bei weitem nicht ausreichend für den Einsatz von neuronalen Technologien&lt;br /&gt;
*** die Qualität der Daten ist nur hinreichend für die Evaluation von Spracherkennungssystemen, nicht jedoch für deren Training (hierfür wird Tonstudio-Qualität benötigt)&lt;br /&gt;
** für das Obersorbische wurden bereits ca. 7.500 lizenzfreie Sätze gesammelt sowie 2 Stunden und 51 Minuten eingesprochen und validiert&lt;br /&gt;
** diese sind aktuell in sehr unterschiedlicher Qualität, sehr unausgewogen hinsichtlich der Stimmen (Geschlecht- und Alter-Verteilung)&lt;br /&gt;
** darüber hinaus lassen sich die Sätze common voice aktuell nicht thematisch zuordnen &lt;br /&gt;
** Für das Niedersorbische fehlen die Sätze und das Einsprechen&amp;lt;ref name=&amp;quot;ftn17&amp;quot;&amp;gt;vgl. [https://voice.mozilla.org/de/languages https://voice.mozilla.org/de/languages]&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;br&amp;gt;  &lt;br /&gt;
  &lt;br /&gt;
* '''Prototyp &amp;quot;smart lamp&amp;quot; / &amp;quot;digidom&amp;quot;'''&lt;br /&gt;
** 2020 startete das '''Projekt „Spracherkennung und maschinelle Übersetzung der sorbischen Sprachen'''“ der Stiftung für das sorbische Volk&lt;br /&gt;
** Durchgeführt wurde eine Machbarkeitsstudie zur automatischen Spracherkennung für die ober­sorbische Sprache vom Fraunhofer-Institut für keramische Technologien und Systeme Dresden (Abteilung Maschinelles Lernen und Datenanalyse) in Zusammenarbeit mit der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus mit folgenden Zielstellungen: &lt;br /&gt;
*** Realisierung eines prototypischen Spracherkenners für eine spezifizierte Beispielanwendung in einer stark beschränkten Sprachdomäne&lt;br /&gt;
*** Ziel wurde es, eine Smart-Home-Anwendung zu erstellen, welches mittels Sprachbefehlen eine Lampe bedienen kann, &amp;quot;digidom&amp;quot;&lt;br /&gt;
*** Einschätzung möglicher und empfohlener Technologien für die Entwicklung eines sorbischen Spracherkenners mit umfangreichem Wortschatz&lt;br /&gt;
*** Aussagen zur Anwendung der niedersorbischen Sprache&lt;br /&gt;
** Folgende Arbeitsschritte wurden bisher für dieses Projekt durchgeführt:&lt;br /&gt;
*** Statistische Auswertung von Textkorpora&lt;br /&gt;
*** Aufstellen der Phonemliste und der Ausspracheregeln&lt;br /&gt;
*** Auswahl an Aufzeichnungen aus „Common Voice“ sowie neue Aufzeichnungen wurden erstellt&lt;br /&gt;
*** Demonstrator unter Open Source Lizenz veröffentlicht&amp;lt;ref&amp;gt;vgl. [https://github.com/ZalozbaDev/web_demo_spoznawanje https://github.com/ZalozbaDev/web_demo_spoznawanje]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
*** Prototyp „digidom“ unter Open Source Lizenz veröffentlicht &amp;lt;ref&amp;gt;vgl. [https://github.com/ZalozbaDev/raspberry_pi_demo_spoznawanje https://github.com/ZalozbaDev/raspberry_pi_demo_spoznawanje]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
*** Veröfentlichung der Ergebnisse in einer Studie&amp;lt;ref&amp;gt;vgl. [http://www.essv.de/pdf/2021_43_50.pdf http://www.essv.de/pdf/2021_43_50.pdf]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
*** Veröffentlichen von Kriterien zur Auswahl eines Sprachkorpus&amp;lt;ref&amp;gt;vgl. [https://github.com/ZalozbaDev/speech_recognition_corpus_creation/blob/main/report/report_summary_german.pdf https://github.com/ZalozbaDev/speech_recognition_corpus_creation/blob/main/report/report_summary_german.pdf]&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
* '''Folgeprojekt &amp;quot;Vorbereitung der Spracherkennung für das Obersorbische für eine Diktierfunktion&amp;quot;''' 2023:&lt;br /&gt;
** Das Ziel war die Entwicklung neuer und Verbesserung bestehender akustischer Modelle für die obersorbische Spracherkennung. &lt;br /&gt;
** Hierfür sollten akustische Modelle auf größeren Audiokorpora trainiert werden.&lt;br /&gt;
*** Es erfolgte eine Erweiterung der Sprachdatensätze mittels Augmentation, d. h. Einfügen von Hintergrundgeräuschen verschiedener Stärke.&lt;br /&gt;
*** Monophon- und Triphon-basierte Modelle wurden mit dem Open-Source-ASR-Toolkit KALDI trainiert.&lt;br /&gt;
*** Die Daten für die Modelle stammen aus verschiedenen Quellen, einschließlich des Common Voice Projekts, der ersten Machbarkeitsstudie (HSB-I) und neuen Audiodaten aus dem aktuellen Projekt.&lt;br /&gt;
*** Nach der Datenaugmentation umfassten die Sprachaufnahmen insgesamt 33:31:10 Stunden und 29.229 gesprochene Sätze.&lt;br /&gt;
** Triphon-basierte Modelle zeigten eine signifikant bessere Leistung als das monophon-basierte Modell. &lt;br /&gt;
** Ein robusteres und weiterentwickeltes triphon-basiertes akustisches Modell wurde erfolgreich erstellt.&lt;br /&gt;
** Mit den folgenden Schritten erfolgte die Verbesserung der Sprachmodellierung mit den bereitgestellten Ressourcen:&lt;br /&gt;
*** Vorverarbeitung und Normalisierung der Textdaten, z. B. Erkennen von Abkürzungen und Eigennamen, Segmentierung von Wörtern in morphologische Einheiten usw.&lt;br /&gt;
*** Wortklassenmodellierung durch Erkennung benannter Einheiten aus vordefinierten Wortklassen, z. B. Datums-, Uhrzeits-, Wochentags-, Namens-, Orts- und Zahlen-Ausdrücke.&lt;br /&gt;
*** Teilwortzerlegung mittels Byte Pair Encoding (BPE) und dem Morfessor-Algorithmus, um das Vokabular zu verkleinern.&lt;br /&gt;
** Die Wahl des richtigen Teilwortzerlegungsverfahrens und der geeigneten Vokabulargröße hat einen signifikanten Einfluss auf die Leistung des Sprachmodells.&lt;br /&gt;
** Im Ergebnis konnte eine Sammlung von normalisierten Textkorpora erzeugt werden, der für das Training von statistischen Sprachmodellen basierend auf ganzen Wörtern oder Wortteilen geeignet ist.&lt;br /&gt;
* Weitere Arbeit an Robustheit und Leistungsfähigkeit von &amp;quot;digidom&amp;quot; ist nötig &amp;lt;br&amp;gt;  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* '''weitere Applikationen mittels Spracherkennung''' &lt;br /&gt;
** Spiele&lt;br /&gt;
*** Lingufino, eine interaktive Puppe, die auf Spracheingaben reagiert&lt;br /&gt;
** Diktierfunktion&lt;br /&gt;
** Simultanübersetzung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Baustein 2: Textübersetzung (Machine Translation, MT) ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* vgl. auch Kapitel 5 Abschnitt [https://koncept.serbski-inkubator.de/index.php/5._Schreiben_auf_elektronischen_Ger%C3%A4ten#.C3.9Cbersetzer Übersetzer]&lt;br /&gt;
* Notwendig: umfangreicher 2-sprachiger Textkorpus&lt;br /&gt;
** Urheberrechtsfrei, gemeinfrei oder unter Creative-Commons-Lizenz (CC0)&lt;br /&gt;
** Satzweise übersetzt&lt;br /&gt;
** Vereinheitlicht, maschinenlesbar&lt;br /&gt;
* Sorbische Ausgangslage: paralleler Textkorpus liegt im WITAJ-Sprachzentrum vor&lt;br /&gt;
* Aufgabe: laufende digitale Erfassung bestehender Übersetzungen in hoher Qualität&lt;br /&gt;
* Herausforderung: Technologieneutralität, d.&amp;amp;nbsp;h. eine Textübersetzung unabhängig von einer speziellen Technologie zu erstellen, so dass sie später in verschiedenen Produkten und Diensten genutzt werden kann (Google Translate, Microsoft Bing Translator, DeepL)&lt;br /&gt;
*  '''sotra.app''': Seit 2019 laufendes Projekt des '''WITAJ-Sprachzentrums: Aufbau eines automatischen „Online-Übersetzers Deutsch-Sorbisch, Sorbisch-Deutsch“''' &lt;br /&gt;
** seit 2021 verfügbar für Obersorbisch und seit 2022 auch in Niedersorbisch für Texte mit max. 6.000 Zeichen&lt;br /&gt;
** Übersetzungen möglich von und nach Deutsch, Ober- und Niedersorbisch und Tschechisch (Beta, von und nach den sorbischen Sprachen)&lt;br /&gt;
** zusätzlicher Service: Rechtschreibkontrolle&lt;br /&gt;
** Mitte 2022 beinhaltete der 2-sprachige Textkorpus ca. 300.000 parallele Satzpaare &lt;br /&gt;
** zukünftig geplant: OCR-Erkennung von Bildern mit Texten&lt;br /&gt;
** Historie:&lt;br /&gt;
*** Aufbau eines großen 2-sprachigen Textkorpus, Ziel bis Ende 2020 ca. 170.000 Satzpaare (ca. 2 Mio. Wörter)&lt;br /&gt;
*** Ende 2021 beinhaltete der 2-sprachige Textkorpus ca. 260.000 parallele Satzpaare &lt;br /&gt;
*** das Projekt startete mit dem Tool Microsoft Translator Hub (eingestellt durch Microsoft)&lt;br /&gt;
*** es wird nun der Ansatz verfolgt, offene Plattformen zu nutzen, um Unabhängigkeit von den Firmen Google, Microsoft, DeepL usw. und deren wirtschaftlichen Interessen zu bewahren&lt;br /&gt;
*** aktuell wird das statistische System MOSES-decoder genutzt&lt;br /&gt;
*** parallel erfolgen Tests des neuronalen Systems OpenNMT (Python)&lt;br /&gt;
* '''Microsoft Bing Translator'''&amp;lt;ref name=&amp;quot;ftn46&amp;quot;&amp;gt;vgl. [https://www.bing.com/translator https://www.bing.com/translator]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
** Der Bing Translator konnte mittels des 2-sprachigen Teytkorpus des WITAJ-Sprachzentrums auf beide sorbische Sprachen trainiert werden:&lt;br /&gt;
** Obersorbisch wird seit 2022 mit aktuell max. 1.000 Zeichen pro Text unterstützt.&lt;br /&gt;
** Niedersorbisch wird seit 2023 mit aktuell max. 1.000 Zeichen pro Text unterstützt.&lt;br /&gt;
** In der Microsoft Bing Translator App wird lediglich die Funktion 'Text übersetzen' unterstützt. Es fehlen die Funktionen 'Sprechen' (STT), 'autom. Spracherkennung', 'Text in Bild übersetzen', 'Audiowiedergabe der Übersetzung' (TTS), 'Offline übersetzen'.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Baustein 3: Intention erkennen und Anweisungen ausführen  ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Hierzu sind keine sorbischen Projekte bekannt. Es kann zu einem späteren Zeitpunkt im Bedarfsfall ggf. auf bereits bestehende Projekte zurückgegriffen werden, wie z.&amp;amp;nbsp;B. [https://wit.ai/ https://wit.ai/].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Baustein 4: Sprachausgabe (Text to Speech, TTS) ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Erste Projekte in die Richtung Sprachausgabe wurden bereits umgesetzt:&lt;br /&gt;
* '''Audioversion des Deutsch-Niedersorbischen Wörterbuchs (nicht als TTS realisiert)'''&lt;br /&gt;
** Für die niedersorbische Sprache wurden vom Sorbischen Institut seit 2014 Tondateien erstellt und in die online-Fassung des Deutsch-Niedersorbischen Wörterbuchs integriert. In einer wissenschaftlichen Studie wurden zudem die verschiedenen Erfahrungen mit praktischen Schwierigkeiten bei der Aussprache verarbeitet. Diese Studie diente dazu, im Jahre 2018 einen praktischen online-Führer zur Aussprache des Niedersorbischen zu erarbeiten. Hochwertige Tonaufnahmen wurden zusammengestellt und bestimmten Lautgruppen bzw. für den Spracherwerb wichtigen lautlichen Phänomenen zugeordnet, mit wichtigen erläuternden Texten ergänzt und auf [http://www.dolnoserbski.de www.dolnoserbski.de] als neue Dienstleistung angeboten. Dadurch steht erstmals eine praktische, durch Tonbeispiele illustrierte Anleitung zur Aussprache des Niedersorbischen zur Verfügung.&lt;br /&gt;
* '''Entwicklung einer Vorlesefunktion für die nieder- und obersorbische Schriftsprache'''&lt;br /&gt;
** Seit 2018 erfolgen die Konzeption, Planung und Entwicklung einer Vorlesesoftware für Nieder- und Obersorbisch für die Integration in Webseiten, Online-Wörterbücher u.&amp;amp;nbsp;ä. durch das Sorbische Institut in Bautzen. Geplanter Abschluss ist 2023.&lt;br /&gt;
** Seit 2023 können die beiden Vorlesestimmen Juro (niedersorbisch) und Matej (obersorbisch) in einer ersten Version ausprobiert werden.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl. [http://tts-juro-matej.serbski-institut.de http://tts-juro-matej.serbski-institut.de], [https://www.serbski-institut.de/projekte-sprachwissenschaft/entwicklung-einer-vorlesefunktion-fuer-die-nieder-und-obersorbische-schriftsprache/ Projektseite SI], [https://www.serbski-institut.de/erste-version-der-sorbischen-vorlesefunktion-und-sprachlandschaft-schleife/ Pressemitteilung SI]&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
* '''Bookii-Bücher in sorbischer Sprache'''&amp;lt;ref&amp;gt;vgl. [https://www.domowina-verlag.de/kinderbuecher/bookii-buecher.html?limit=20 https://www.domowina-verlag.de/kinderbuecher/bookii-buecher.html?limit=20]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
** Aktuell gibt es 9 Bookii-Bücher in obersorbischer Sprache&lt;br /&gt;
** und 3 Bookii-Bücher in niedersorbischer Sprache.&lt;br /&gt;
* '''bamborak''', TTS-System für Obersorbisch&amp;lt;ref name=&amp;quot;ftn56&amp;quot;&amp;gt;vgl. [https://gaussia.de/bamborak/ https://gaussia.de/bamborak]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
** Seit 2022 entwickelt K. Baier ein obersorbisches TTS-System auf Basis eines neuronalen Netzes.&lt;br /&gt;
** Bisher wurden hierfür ca. 2.400 Sätze aufgenommen und durch das neuronale Netz verarbeitet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Übersicht von bisherigen Maßnahmen und Projekten bzgl. Sprachassistenz ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weitere Projekte zu Wörterbüchern u.&amp;amp;nbsp;ä. werden in Abschnitt 5.3.2 &amp;quot;Übersicht von bisherigen Maßnahmen und Projekten bzgl. Schreibunterstützung&amp;quot; genannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| style=&amp;quot;border-spacing:0;&amp;quot;&lt;br /&gt;
|- style=&amp;quot;background-color:#d9e2f3;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot;&lt;br /&gt;
|| '''Name'''&lt;br /&gt;
|| '''Beschreibung'''&lt;br /&gt;
|| '''Zeitraum'''&lt;br /&gt;
|| '''Verantwortlich'''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | '''Audioversion des Deutsch-Niedersorbischen Wörterbuchs'''&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | Tonbeispiele zur Aussprache des Niedersorbischen&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | Seit 2014&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | Sorbisches Institut&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | '''Erarbeitung eines online-Führers mit Tonbeispielen zur Aussprache des Niedersorbischen'''&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | Veröffentlichung auf [http://www.dolnoserbski.de www.dolnoserbski.de]&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | 2018&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | Sorbisches Institut, gefördert durch die Stiftung für das sorbische Volk&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | '''Entwicklung einer Vorlesefunktion für die nieder- und obersorbische Schriftsprache'''&amp;lt;ref name=&amp;quot;ftn18&amp;quot;&amp;gt;vgl. [https://www.serbski-institut.de/de/Entwicklung-einer-Vorlesefunktion-fuer-die-nieder--und-obersorbische-Schriftsprache/ https://www.serbski-institut.de/de/Entwicklung-einer-Vorlesefunktion-fuer-die-nieder--und-obersorbische-Schriftsprache/]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | Konzeption, Planung und Entwicklung einer Vorlesesoftware für Nieder- und Obersorbisch (geplanter Abschluss 2023)&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | Seit 2018&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | Sorbisches Institut, gefördert durch das Sächsische Staatsministerium für Wissenschaft, Kultur und Tourismus (SMWK)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | '''Online-Übersetzer Deutsch-Sorbisch, Sorbisch-Deutsch'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''(zunächst Obersorbisch)'''&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | Entwicklung und Bereitstellung eines Online-Übersetzungsdienstes für Sätze und Texte, Deutsch-Sorbisch und Sorbisch-Deutsch. Als Übersetzungs­grundlage dient ein bilingualer Textkorpus, welcher erstellt wird und für das Training eines Übersetzungssystems verwendet wird.&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | Seit 2019 &lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | WITAJ-Sprachzentrum, gefördert durch die Stiftung für das sorbische Volk&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | '''Mozilla Common Voice obersorbisch und niedersorbisch'''&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | Erstellung von öffentlich zugänglichen Sprachdaten, diese stehen via CC0-Lizenz zur freien Nutzung zur Verfügung, z.&amp;amp;nbsp;B. für das Training eine Spracherkennungs-Engine&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | Seit 2019&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | engagierte Privat­personen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | '''Spracherkennung und maschinelle Übersetzung der sorbischen Sprachen'''&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | Machbarkeitsstudie zur automatischen Spracherkennung für die obersorbische Sprache, Prototypen &amp;quot;smart lamp&amp;quot; und &amp;quot;digidom&amp;quot;&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | Seit 2020&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | Stiftung für das sorbische Volk&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | '''Bereitstellung von interaktiven Spielzeugen und Büchern in den sorbischen Sprachen'''&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | Bereitstellung von interaktiven Bookii-Büchern und der sprechenden interaktiven Puppe Lingufino in den sorbischen Sprachen&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | Seit 2018&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | Domowina Verlag gGmbH und  Medienpädagogisches Projekt LUCIJA des Sorbischen Schulvereins e. V., gefördert durch die Stiftung für das sorbische Volk &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | '''Bereitstellung von Online-Vorlesefunktionen in obersorbischer Sprache'''&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | Vorlesefunktion auf Basis neuronaler Netze für Zahlen und Uhrzeit&amp;lt;ref name=&amp;quot;ftn&amp;quot;&amp;gt;vgl. [https://gaussia.de/slp/ https://gaussia.de/slp]&amp;lt;/ref&amp;gt; sowie für Texte&amp;lt;ref name=&amp;quot;ftn56&amp;quot;&amp;gt;vgl. [https://gaussia.de/bamborak/ https://gaussia.de/bamborak]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | Seit ca. 2020&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | eine engagierte Privatperson&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Fazit ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für eine funktionierende Spracherkennung der sorbischen Sprachen ist es noch ein weiter Weg, auf dem die ersten Schritte bereits gegangen wurden. Eine breite Basis an digitalen Wortsammlungen (sog. linguistischen Ressourcen) in Form von Wörterbüchern, Textkorpora sowie entsprechende morphologische Generatoren sind für beide sorbische Sprachen vorhanden, vgl. Kapitel [[5._Schreiben_auf_elektronischen_Geräten|5. Schreiben auf elektronischen Geräten]]. Hierfür sind noch die Nutzungsrechte zu klären, vgl. Kapitel [[10._Open_Access_Open_Data_Lizenzen|10. Open Access, Open Data, Lizenzen]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die hierauf aufbauenden digitalen sorbischen Sprachdienste werden aktuell gerade erst die Grundlagen gelegt oder eruiert. Für die Umsetzung einer Spracherkennung laufen aktuell 2 Projekte: das freiwillige Projekt der Sammlung von Sprachdaten mittels Mozilla common voice sowie das Projekt „Spracherkennung und maschinelle Übersetzung der sorbischen Sprachen“ der Stiftung für das sorbische Volk. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die Umsetzung einer automatischen Textübersetzung gibt es das Projekt „Online-Übersetzer Deutsch-Sorbisch, Sorbisch-Deutsch“ des WITAJ-Sprachzentrums. Dieses bezieht sich aktuell zunächst auf obersorbische Texte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für den Baustein&amp;amp;nbsp;3 „Intention erkennen, Anweisungen ausführen“ gibt es keine speziellen sorbischen Projekte, jedoch eine Reihe weltweiter Projekte, einige davon open source. Sind die weiteren Bausteine realisiert, so kann ein passendes System für die Umsetzung dieses Bausteins recherchiert werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die Sprachausgabe entwickelt das Sorbische Institut bereits eine Vorlesefunktion für beide sorbischen Sprachen, welche voraussichtlich 2023 abgeschlossen ist. Ebenso werden vom Sorbischen Institut die niedersorbischen Online-Wörterbücher nach und nach mit Tonbeispielen unterlegt. Für das Niedersorbische sind hierfür bereits umfangreiche Tonbeispiele zur Aussprache des Niedersorbischen auf [http://www.dolnoserbski.de www.dolnoserbski.de] veröffentlicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Zukünftige Maßnahmen bzgl. Sprachassistenz ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;background-color:#f6f6f6;border:1px solid #DCDCDC;padding:0.6em 0.8em;margin:0.6em 0 1em 0;&amp;quot;&amp;gt;'''Letzte Aktualisierung des Abschnitts: 2026''' &amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Bewertung der Maßnahmen'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bewertet werden Aufwand und Nutzen als grobe Einschätzungen von 1 (gering) bis 4 (sehr hoch bzw. sehr groß).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* '''Aufwand''': umfasst die geschätzten Kosten, Zeit und Personal&lt;br /&gt;
* '''Nutzen''': erwarteter Beitrag zu Vision und Zielen des Themenbereichs sowie zu den [https://koncept.serbski-inkubator.de/index.php/2.3_Strategische_Ziele_f%C3%BCr_die_sorbische_Kultur_und_Sprache strategischen Zielen für die sorbische Kultur und Sprache]&lt;br /&gt;
* '''Attraktivität''': Nutzen minus Aufwand: positiv = hoch, 0 = mittel, negativ = gering. Sie dient der Orientierung und ersetzt keine Priorisierung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== &amp;lt;span id=&amp;quot;M1.1_1&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;1.1_1 – Entwicklung einer obersorbischen Spracherkennung (HSB) ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot; style=&amp;quot;width:100%;background-color:#ffffff;color:#202122;&amp;quot;&lt;br /&gt;
! colspan=&amp;quot;2&amp;quot; style=&amp;quot;background-color:#d9e2f3;text-align:left;&amp;quot; | Maßnahme 1.1_1 – Entwicklung einer obersorbischen Spracherkennung (HSB)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;width:20%;text-align:left;&amp;quot; | Ziel&lt;br /&gt;
| Eine obersorbische Spracherkennung steht als Sprachdienst zur Verfügung und kann in priorisierten Anwendungen genutzt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left;&amp;quot; | Inhalt&lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
* Bereitstellung geeigneter Sprachdaten&lt;br /&gt;
* Entwicklung oder Anpassung von Spracherkennungsmodellen&lt;br /&gt;
* Qualitätsprüfung &lt;br /&gt;
* Bereitstellung über dokumentierte Schnittstellen&lt;br /&gt;
* Einbindung in Anwendungen &lt;br /&gt;
* Absicherung von Betrieb und Pflege&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left;&amp;quot; | Bewertung&lt;br /&gt;
| '''Aufwand: hoch''' (3/4) · '''Nutzen: sehr groß''' (4/4) · '''Attraktivität: hoch''' (+1)&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! colspan=&amp;quot;2&amp;quot; style=&amp;quot;background-color:#eaf0f8;text-align:left;&amp;quot; | Umsetzungsstand und weitere Planung (Stand: 2026)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left;&amp;quot; | Status&lt;br /&gt;
| 🟡 '''in Bearbeitung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left;&amp;quot; | Abgeschlossene Projekte&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
* '''2020-2021:''' Machbarkeitsstudie und Demonstrator „smart lamp / mudra lampa“ („digidom #1“)&lt;br /&gt;
** Fraunhofer IKTS und BTU Cottbus im Auftrag der Stiftung für das sorbische Volk&lt;br /&gt;
** [https://zalozba.de/medien/pressearchiv/detail/digidom-1-mudra-lampa/ Informationen zum Projekt]&lt;br /&gt;
* '''2023:''' Folgeprojekt „Vorbereitung der Spracherkennung für das Obersorbische für eine Diktierfunktion“&lt;br /&gt;
** Stiftung für das sorbische Volk.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left;&amp;quot; | Laufende Projekte&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
*  '''Seit 2019:''' Mozilla Common Voice Obersorbisch; Sprachaufnahmen und Prüfung durch freiwillig Mitwirkende&lt;br /&gt;
** Stiftung für das sorbische Volk und WITAJ-Sprachzentrum unterstützen den Beteiligungsaufruf&lt;br /&gt;
** '''Stand 2026:''' Erweiterung des Datenbestands veröffentlicht, [https://discourse.mozilla.org/t/common-voice-scripted-speech-v27-0-and-spontaneous-speech-v5-0-released/149490 siehe Meldung]&lt;br /&gt;
* '''Seit 2023:''' Entwicklung und Verbesserung von Modellen zur Automatischen Spracherkennung für Nieder- und Obersorbisch&lt;br /&gt;
** Sorbisches Institut&lt;br /&gt;
** [https://www.serbski-institut.de/projekte-sprachwissenschaft/entwicklung-und-verbesserung-von-modellen-zur-automatischen-spracherkennung-fuer-nieder-und-obersorbisch/ Informationen zum Projekt]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left;&amp;quot; | Offene Schritte&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
# Priorisierte Anwendungen und Qualitätskriterien festlegen.&lt;br /&gt;
# Vorhandene Sprachdaten und Modelle prüfen; Datenlücken und offene Nutzungsrechte klären.&lt;br /&gt;
# Spracherkennungsmodell und Sprachdienst entwickeln und anhand der Qualitätskriterien prüfen.&lt;br /&gt;
# Priorisierten Anwendungsfall pilotieren.&lt;br /&gt;
# Produktive Nutzung sowie Finanzierung, Betrieb und Pflege verbindlich organisieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== &amp;lt;span id=&amp;quot;M1.1_2&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;1.1_2 – Entwicklung einer niedersorbischen Spracherkennung (DSB) ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot; style=&amp;quot;width:100%;background-color:#ffffff;color:#202122;&amp;quot;&lt;br /&gt;
! colspan=&amp;quot;2&amp;quot; style=&amp;quot;background-color:#d9e2f3;text-align:left;&amp;quot; | Maßnahme 1.1_2 – Entwicklung einer niedersorbischen Spracherkennung (DSB)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;width:20%;text-align:left;&amp;quot; | Ziel&lt;br /&gt;
| Eine niedersorbische Spracherkennung steht als Sprachdienst zur Verfügung und kann in priorisierten Anwendungen genutzt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left;&amp;quot; | Inhalt&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
* Bereitstellung geeigneter niedersorbischer Sprachaufnahmen und zugehöriger Texte&lt;br /&gt;
* Entwicklung oder Anpassung von Spracherkennungsmodellen&lt;br /&gt;
* Qualitätsprüfung mit unterschiedlichen Sprecherinnen und Sprechern&lt;br /&gt;
* Bereitstellung über dokumentierte Schnittstellen&lt;br /&gt;
* Einbindung in Anwendungen&lt;br /&gt;
* Absicherung von Betrieb und Pflege&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left;&amp;quot; | Bewertung&lt;br /&gt;
| '''Aufwand: sehr hoch''' (4/4) · '''Nutzen: sehr groß''' (4/4) · '''Attraktivität: mittel''' (0)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! colspan=&amp;quot;2&amp;quot; style=&amp;quot;background-color:#eaf0f8;text-align:left;&amp;quot; | Umsetzungsstand und weitere Planung (Stand: 2026)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left;&amp;quot; | Status&lt;br /&gt;
| 🟡 '''in Bearbeitung''' &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Datensammlung und Modellentwicklung sind dokumentiert. &lt;br /&gt;
* Entwicklungsstand und Verfügbarkeit eines nutzbaren Sprachdienstes: &amp;lt;mark&amp;gt;prošu dodać&amp;lt;/mark&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left;&amp;quot; | Abgeschlossene Projekte&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
* &amp;lt;mark&amp;gt;prošu dodać&amp;lt;/mark&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left;&amp;quot; | Laufende Projekte&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
* '''Seit 2023:''' Entwicklung und Verbesserung von Modellen zur Automatischen Spracherkennung für Nieder- und Obersorbisch&lt;br /&gt;
** Sorbisches Institut, gefördert durch die Stiftung für das sorbische Volk&lt;br /&gt;
** Niedersorbische Pilotphase ab 2023, Fertigstellung eines Prototyps für 2024 vorgesehen. &lt;br /&gt;
** &amp;lt;mark&amp;gt;staw prošu dodać&amp;lt;/mark&amp;gt;&lt;br /&gt;
** [https://www.serbski-institut.de/projekte-sprachwissenschaft/entwicklung-und-verbesserung-von-modellen-zur-automatischen-spracherkennung-fuer-nieder-und-obersorbisch/ Informationen zum Projekt]&lt;br /&gt;
* '''Seit 2026:''' Mozilla Common Voice Niedersorbisch&lt;br /&gt;
** initiiert vom WITAJ-Sprachzentrum Cottbus&lt;br /&gt;
** Gewinnung und Einweisung von Sprecherinnen und Sprechern für die Sammlung von Sprachaufnahmen&lt;br /&gt;
** &amp;lt;mark&amp;gt;staw dodać?&amp;lt;/mark&amp;gt;&lt;br /&gt;
** [https://www.witaj-sprachzentrum.de/niedersorbisch/2026/09/30/common-voice-projekt-fuer-niedersorbisch-vorgestellt/ Informationen zum Projekt]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left;&amp;quot; | Offene Schritte&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
# Priorisierte Anwendungen, insbesondere eine Diktierfunktion, und anwendungsbezogene Qualitätskriterien festlegen.&lt;br /&gt;
# Vorhandene Sprachaufnahmen und Texte auf Qualität, Sprecherabdeckung, Datenlücken und Nutzungsrechte prüfen; weitere Datensammlung darauf ausrichten.&lt;br /&gt;
# Spracherkennungsmodell und Sprachdienst entwickeln oder anpassen, anhand der Qualitätskriterien prüfen und in einer priorisierten Anwendung erproben.&lt;br /&gt;
# Produktive Nutzung sowie Finanzierung, Betrieb und Pflege verbindlich organisieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== &amp;lt;span id=&amp;quot;M1.1_3&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;1.1_3 – Entwicklung eines obersorbischen Übersetzungsdienstes für Texte (HSB) ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot; style=&amp;quot;width:100%;background-color:#ffffff;color:#202122;&amp;quot;&lt;br /&gt;
! colspan=&amp;quot;2&amp;quot; style=&amp;quot;background-color:#d9e2f3;text-align:left;&amp;quot; | Maßnahme 1.1_3 – Entwicklung eines obersorbischen Übersetzungsdienstes für Texte (HSB)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;width:20%;text-align:left;&amp;quot; | Ziel&lt;br /&gt;
| Ein Übersetzungsdienst zwischen Obersorbisch und Deutsch steht zur Verfügung, kann auf den meistgenutzten elektronischen Geräten genutzt und in priorisierte Anwendungen eingebunden werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left;&amp;quot; | Inhalt&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
* Aufbau und Pflege geeigneter einsprachiger Textsammlungen und zweisprachiger Parallelkorpora&lt;br /&gt;
* Entwicklung und Weiterentwicklung von Übersetzungsmodellen&lt;br /&gt;
* Sprachliche und technische Qualitätsprüfung&lt;br /&gt;
* Bereitstellung als nutzerfreundlicher Online-Dienst und über dokumentierte Schnittstellen&lt;br /&gt;
* Einbindung in Anwendungen sowie Verbindung mit Spracherkennung und Sprachausgabe&lt;br /&gt;
* Absicherung von Betrieb und Pflege&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left;&amp;quot; | Bewertung&lt;br /&gt;
| '''Aufwand: hoch''' (3/4) · '''Nutzen: sehr groß''' (4/4) · '''Attraktivität: hoch''' (+1)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! colspan=&amp;quot;2&amp;quot; style=&amp;quot;background-color:#eaf0f8;text-align:left;&amp;quot; | Umsetzungsstand und weitere Planung (Stand: 2026)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left;&amp;quot; | Status&lt;br /&gt;
| 🔵 '''laufende Daueraufgabe''' &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Übersetzungsangebote sind verfügbar&lt;br /&gt;
* Qualitätsverbesserung, Erweiterung und Betrieb werden fortgeführt&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left;&amp;quot; | Abgeschlossene Projekte&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
* '''2019-2021:''' Entwicklung und Veröffentlichung der ersten &amp;quot;sotra&amp;quot;-Version für Obersorbisch–Deutsch und Deutsch–Obersorbisch&lt;br /&gt;
** WITAJ-Sprachzentrum mit externen Entwicklungspartnern, gefördert durch die Stiftung für das sorbische Volk&lt;br /&gt;
** Öffentliche Bereitstellung im März 2021&lt;br /&gt;
** [https://www.witaj-sprachzentrum.de/obersorbisch/portfolio-items/online-uebersetzer-sotra/ Projektchronik]&lt;br /&gt;
* '''2022:''' Aufnahme des Obersorbischen in den Microsoft Translator&lt;br /&gt;
** Microsoft, unterstützt durch die Stiftung für das sorbische Volk, das WITAJ-Sprachzentrums und das Sorbische Institut&lt;br /&gt;
** Text- und Dokumentübersetzung seit Februar 2022 verfügbar&lt;br /&gt;
** [https://www.microsoft.com/en-us/translator/blog/2022/02/21/translator-celebrates-international-mother-language-day-by-adding-upper-sorbian/ Informationen zur Veröffentlichung]&lt;br /&gt;
* '''2025/2026:''' Neues &amp;quot;sotra&amp;quot;-Modell für Deutsch–Obersorbisch&lt;br /&gt;
** WITAJ-Sprachzentrum und text2knowledge (t2k), Dresden&lt;br /&gt;
** im Januar 2026 öffentlich vorgestellt&lt;br /&gt;
** [https://www.witaj-sprachzentrum.de/obersorbisch/2026/01/05/sotra-app-mit-neuem-modell-fuer-die-uebersetzungsrichtung-deutsch-obersorbisch/ Informationen zum Modell]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left;&amp;quot; | Laufende Projekte&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
* '''Seit 2021:''' Betrieb und Weiterentwicklung von &amp;quot;sotra&amp;quot; für Obersorbisch&lt;br /&gt;
** WITAJ-Sprachzentrum&lt;br /&gt;
** Ausbau der Textkorpora und Weiterentwicklung der Übersetzungsmodelle&lt;br /&gt;
** &amp;lt;mark&amp;gt; dalše dodać?&amp;lt;/mark&amp;gt;&lt;br /&gt;
** [https://www.witaj-sprachzentrum.de/obersorbisch/wp-content/uploads/sites/3/2026/05/T%C3%A4tigkeitsbericht-2025.pdf Tätigkeitsbericht 2025, S. 3 und 6], [https://www.witaj-sprachzentrum.de/niedersorbisch/wp-content/uploads/sites/2/2026/06/Arbeitsplan-2026.pdf Arbeitsplan 2026, S. 3 und 5]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left;&amp;quot; | Offene Schritte&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
# Textkorpora anhand tatsächlich auftretender Übersetzungsfehler, fehlender Fachbegriffe und benötigter Textarten erweitern, Nutzungsrechte dokumentieren.&lt;br /&gt;
# Vorhandene Schnittstellen und Einbindungsmöglichkeiten prüfen, dokumentieren und für priorisierte Anwendungen nutzbar machen.&lt;br /&gt;
# Die geplante Verbindung mit der obersorbischen Sprachausgabe gemäß [[#M1.1_5|Maßnahme 1.1_5]] prüfen und umsetzen, die Eignung für Simultanübersetzung gemeinsam mit [[#M1.1_1|Maßnahme 1.1_1]] gesondert erproben.&lt;br /&gt;
# Finanzierung, technische Betreuung und regelmäßige Qualitätsprüfung langfristig absichern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== &amp;lt;span id=&amp;quot;M1.1_4&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;1.1_4 – Entwicklung eines niedersorbischen Übersetzungsdienstes für Texte (DSB) ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot; style=&amp;quot;width:100%;background-color:#ffffff;color:#202122;&amp;quot;&lt;br /&gt;
! colspan=&amp;quot;2&amp;quot; style=&amp;quot;background-color:#d9e2f3;text-align:left;&amp;quot; | Maßnahme 1.1_4 – Entwicklung eines niedersorbischen Übersetzungsdienstes für Texte (DSB)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;width:20%;text-align:left;&amp;quot; | Ziel&lt;br /&gt;
| Ein Übersetzungsdienst zwischen Niedersorbisch und Deutsch &amp;lt;mark&amp;gt;steht zur Verfügung, kann auf den meistgenutzten elektronischen Geräten genutzt und in priorisierte Anwendungen eingebunden werden.&amp;lt;/mark&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left;&amp;quot; | Inhalt&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
* Aufbau und Pflege geeigneter niedersorbischer Textsammlungen und zweisprachiger Parallelkorpora&lt;br /&gt;
* Entwicklung und Weiterentwicklung von Übersetzungsmodellen unter Nutzung geeigneter gemeinsamer Bausteine mit dem Obersorbischen&lt;br /&gt;
* Eigenständige sprachliche und technische Qualitätsprüfung für Niedersorbisch&lt;br /&gt;
* Bereitstellung als nutzerfreundlicher Online-Dienst und über dokumentierte Schnittstellen&lt;br /&gt;
* Einbindung in Anwendungen sowie Verbindung mit Spracherkennung und Sprachausgabe&lt;br /&gt;
* Absicherung von Betrieb und Pflege&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left;&amp;quot; | Bewertung&lt;br /&gt;
| '''Aufwand: sehr hoch''' (4/4) · '''Nutzen: sehr groß''' (4/4) · '''Attraktivität: mittel''' (0)&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! colspan=&amp;quot;2&amp;quot; style=&amp;quot;background-color:#eaf0f8;text-align:left;&amp;quot; | Umsetzungsstand und weitere Planung (Stand: 2026)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left;&amp;quot; | Status&lt;br /&gt;
| 🔵 '''laufende Daueraufgabe''' &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Übersetzungsangebote sind verfügbar&lt;br /&gt;
* Qualitätsverbesserung, Erweiterung und Betrieb werden fortgeführt&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left;&amp;quot; | Abgeschlossene Projekte&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
* '''2021-2022:''' Entwicklung und Veröffentlichung der niedersorbischen &amp;quot;sotra&amp;quot;-Version&lt;br /&gt;
** WITAJ-Sprachzentrum mit externen Entwicklungspartnern und Unterstützung des Sorbischen Instituts durch Sprachdaten&lt;br /&gt;
** Seit 2022: Übersetzungen zwischen Niedersorbisch und Deutsch sowie zwischen Nieder- und Obersorbisch&lt;br /&gt;
** [https://www.witaj-sprachzentrum.de/niedersorbisch/2022/09/15/online-uebersetzungsprogramm-sotra-jetzt-auch-fuer-niedersorbisch/ Informationen zur Veröffentlichung]&lt;br /&gt;
* '''2023:''' Aufnahme des Niedersorbischen in den Microsoft Translator&lt;br /&gt;
** Microsoft, unterstützt durch die Stiftung für das sorbische Volk, das Sorbische Institut und das WITAJ-Sprachzentrum&lt;br /&gt;
** Text- und Dokumentübersetzung seit 2023 verfügbar&lt;br /&gt;
** [https://www.microsoft.com/en-us/translator/blog/2023/04/20/introducing-lower-sorbian/ Informationen zur Veröffentlichung]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left;&amp;quot; | Laufende Projekte&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
* '''Seit 2022:''' Weiterentwicklung und Betrieb von &amp;quot;sotra&amp;quot; für Niedersorbisch&lt;br /&gt;
** WITAJ-Sprachzentrum, Zusammenarbeit mit text2knowledge (t2k) &lt;br /&gt;
** Erweiterung der niedersorbischen Textkorpora und Verbesserung der Übersetzungsmodelle&lt;br /&gt;
** &amp;lt;mark&amp;gt;dalše dodać?&amp;lt;/mark&amp;gt;&lt;br /&gt;
** [https://www.witaj-sprachzentrum.de/obersorbisch/wp-content/uploads/sites/3/2026/05/T%C3%A4tigkeitsbericht-2025.pdf Tätigkeitsbericht 2025, S. 3 und 6], [https://www.witaj-sprachzentrum.de/niedersorbisch/wp-content/uploads/sites/2/2026/06/Arbeitsplan-2026.pdf Arbeitsplan 2026, S. 3 und 5]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left;&amp;quot; | Offene Schritte&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
# Fehlende Textarten, Fachbegriffe und sprachliche Erscheinungen in den Textkorpora gezielt ergänzen, Nutzungsrechte dokumentieren.&lt;br /&gt;
# Übertragbare technische Lösungen aus [[#M1.1_3|Maßnahme 1.1_3]] nutzen, ihre Qualität für Niedersorbisch gesondert prüfen.&lt;br /&gt;
# Schnittstellen für priorisierte Anwendungen dokumentieren und die Verbindung mit [[#M1.1_6|niedersorbischer Sprachausgabe]] erproben, Anforderungen einer späteren Simultanübersetzung mit [[#M1.1_2|niedersorbischer Spracherkennung]] gesondert prüfen.&lt;br /&gt;
# Finanzierung, technische Betreuung und regelmäßige Qualitätsprüfung langfristig absichern.&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== &amp;lt;span id=&amp;quot;M1.1_5&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;1.1_5 – Entwicklung einer obersorbischen Sprachausgabe (HSB) ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot; style=&amp;quot;width:100%;background-color:#ffffff;color:#202122;&amp;quot;&lt;br /&gt;
! colspan=&amp;quot;2&amp;quot; style=&amp;quot;background-color:#d9e2f3;text-align:left;&amp;quot; | Maßnahme 1.1_5 – Entwicklung einer obersorbischen Sprachausgabe (HSB)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;width:20%;text-align:left;&amp;quot; | Ziel&lt;br /&gt;
| Eine obersorbische Sprachausgabe steht als Sprachdienst zur Verfügung und kann Texte in priorisierten Anwendungen verständlich vorlesen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left;&amp;quot; | Inhalt&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
* Bereitstellung geeigneter Sprachaufnahmen, Texte und Ausspracheinformationen&lt;br /&gt;
* Entwicklung oder Anpassung von Modellen zur automatischen Sprachausgabe (Text-to-Speech, TTS)&lt;br /&gt;
* Qualitätsprüfung hinsichtlich Aussprache, Verständlichkeit und Natürlichkeit&lt;br /&gt;
* Bereitstellung über dokumentierte Schnittstellen&lt;br /&gt;
* Einbindung in Webseiten, Übersetzungsdienste und weitere priorisierte Anwendungen&lt;br /&gt;
* Absicherung von Betrieb und Pflege&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left;&amp;quot; | Bewertung&lt;br /&gt;
| '''Aufwand: hoch''' (3/4) · '''Nutzen: sehr groß''' (4/4) · '''Attraktivität: hoch''' (+1)&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! colspan=&amp;quot;2&amp;quot; style=&amp;quot;background-color:#eaf0f8;text-align:left;&amp;quot; | Umsetzungsstand und weitere Planung (Stand: 2026)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left;&amp;quot; | Status&lt;br /&gt;
| 🟡 '''in Bearbeitung''' &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Vorlesefunktionen sind vorhanden&lt;br /&gt;
* Einbindung in priorisierten Anwendungen ist noch in Entwicklung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left;&amp;quot; | Abgeschlossene Projekte&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
* '''2018-2024:''' Entwicklung einer Vorlesefunktion für die nieder- und obersorbische Schriftsprache – obersorbischer Teil „Matej“&lt;br /&gt;
** Sorbisches Institut, Förderung durch den Freistaat Sachsen&lt;br /&gt;
** Erste öffentliche Version 2023&lt;br /&gt;
** [https://www.serbski-institut.de/projekte-sprachwissenschaft/entwicklung-einer-vorlesefunktion-fuer-die-nieder-und-obersorbische-schriftsprache/ Informationen zum Projekt]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left;&amp;quot; | Laufende Projekte&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
* '''Seit 2025:''' Bereitstellung und Webeinbindung der Vorlesefunktion „Matej“&lt;br /&gt;
** Sorbisches Institut&lt;br /&gt;
** Auf den obersorbischen Institutsseiten eingebunden, Erweiterung auf weitere Webseiten möglich.&lt;br /&gt;
** &amp;lt;mark&amp;gt;dalše dodać?&amp;lt;/mark&amp;gt;&lt;br /&gt;
** [https://www.serbski-institut.de/projekte-sprachwissenschaft/entwicklung-einer-vorlesefunktion-fuer-die-nieder-und-obersorbische-schriftsprache/ Informationen zum Dienst] · [https://github.com/Sorbisches-Institut/Serbski-TTS Programmkomponenten]&lt;br /&gt;
* '''Seit 2022:''' bamborak – obersorbische Sprachausgabe&lt;br /&gt;
** Korla Baier, frei zugängliches Entwicklungsprojekt&lt;br /&gt;
** Software und Modelle sind veröffentlicht&lt;br /&gt;
** &amp;lt;mark&amp;gt;aktualny staw dodać?&amp;lt;/mark&amp;gt;&lt;br /&gt;
** [https://digiserb.de/projekt/bamborak/ Projektbeschreibung] · [https://github.com/Korla-tech/bamborak Quellcode und Hinweise zu den Modellen]&lt;br /&gt;
* '''Seit 2025:''' Vorlesefunktionen im Umfeld von serbski.chat und &amp;quot;sotra&amp;quot;&lt;br /&gt;
** WITAJ-Sprachzentrum&lt;br /&gt;
** seit 2025: Vorlesefunktionen in serbski.chat &lt;br /&gt;
** Die Verbindung von &amp;quot;sotra&amp;quot; mit den Vorlesefunktionen des Sorbischen Instituts und bamborak ist für 2026 vorgesehen.&lt;br /&gt;
** &amp;lt;mark&amp;gt;aktualny staw dodać?&amp;lt;/mark&amp;gt;&lt;br /&gt;
** [https://www.witaj-sprachzentrum.de/obersorbisch/wp-content/uploads/sites/3/2026/05/T%C3%A4tigkeitsbericht-2025.pdf Tätigkeitsbericht 2025, S. 7] · [https://www.witaj-sprachzentrum.de/niedersorbisch/wp-content/uploads/sites/2/2026/06/Arbeitsplan-2026.pdf Arbeitsplan 2026, S. 5]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left;&amp;quot; | Offene Schritte&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
# Qualität, Nutzungsbedingungen und Einbindungsmöglichkeiten von Matej und bamborak gemeinsam mit den Entwicklern erheben.&lt;br /&gt;
# Priorisierte Anwendungen und passende Qualitätskriterien festlegen, insbesondere für barrierearmes Vorlesen, Übersetzungsdienste und Lernmaterialien.&lt;br /&gt;
# Aussprachefehler und fehlende Sprachdaten gezielt bearbeiten, Rechte an Aufnahmen, Stimmen, Modellen und erzeugten Audiodateien klären.&lt;br /&gt;
# Die geplante &amp;quot;sotra&amp;quot;-Einbindung prüfen und eine priorisierte Anwendung erproben. Die Eignung für die automatische Vertonung von Untertiteln oder Lernfilmen gesondert bewerten.&lt;br /&gt;
# Schnittstellen, Betrieb, Pflege und Finanzierung für die eingesetzten Dienste absichern.&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== &amp;lt;span id=&amp;quot;M1.1_6&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;1.1_6 – Entwicklung einer niedersorbischen Sprachausgabe (DSB) ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot; style=&amp;quot;width:100%;background-color:#ffffff;color:#202122;&amp;quot;&lt;br /&gt;
! colspan=&amp;quot;2&amp;quot; style=&amp;quot;background-color:#d9e2f3;text-align:left;&amp;quot; | Maßnahme 1.1_6 – Entwicklung einer niedersorbischen Sprachausgabe (DSB)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;width:20%;text-align:left;&amp;quot; | Ziel&lt;br /&gt;
| Eine niedersorbische Sprachausgabe steht als Sprachdienst zur Verfügung und kann Texte in priorisierten Anwendungen verständlich vorlesen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left;&amp;quot; | Inhalt&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
* Bereitstellung geeigneter niedersorbischer Sprachaufnahmen, Texte und Ausspracheinformationen&lt;br /&gt;
* Entwicklung oder Anpassung von Modellen zur automatischen Sprachausgabe (Text-to-Speech, TTS)&lt;br /&gt;
* Eigenständige Qualitätsprüfung hinsichtlich Aussprache, Verständlichkeit und Natürlichkeit des Niedersorbischen&lt;br /&gt;
* Bereitstellung über dokumentierte Schnittstellen&lt;br /&gt;
* Einbindung in Webseiten, Übersetzungsdienste und weitere priorisierte Anwendungen&lt;br /&gt;
* Absicherung von Betrieb und Pflege&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left;&amp;quot; | Bewertung&lt;br /&gt;
| '''Aufwand: hoch''' (3/4) · '''Nutzen: sehr groß''' (4/4) · '''Attraktivität: hoch''' (+1)&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! colspan=&amp;quot;2&amp;quot; style=&amp;quot;background-color:#eaf0f8;text-align:left;&amp;quot; | Umsetzungsstand und weitere Planung (Stand: 2026)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left;&amp;quot; | Status&lt;br /&gt;
| 🟡 '''in Bearbeitung'''&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Eine Vorlesefunktion ist vorhanden&lt;br /&gt;
* Einbindung in priorisierte Anwendungen ist noch in Entwicklung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left;&amp;quot; | Abgeschlossene Projekte&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
* '''2018-2024:''' Entwicklung einer Vorlesefunktion für die nieder- und obersorbische Schriftsprache – niedersorbischer Teil „Juro“&lt;br /&gt;
** Sorbisches Institut, Förderung durch den Freistaat Sachsen&lt;br /&gt;
** Erste öffentliche Version 2023, Gemeinsames Projekt mit [[#M1.1_5|Maßnahme 1.1_5]]&lt;br /&gt;
** [https://www.serbski-institut.de/projekte-sprachwissenschaft/entwicklung-einer-vorlesefunktion-fuer-die-nieder-und-obersorbische-schriftsprache/ Informationen zum Projekt]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left;&amp;quot; | Laufende Projekte&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
* '''Seit 2025:''' Bereitstellung und Webeinbindung der Vorlesefunktion „Juro“&lt;br /&gt;
** Sorbisches Institut&lt;br /&gt;
** Auf den niedersorbischen Institutsseiten eingebunden&lt;br /&gt;
** &amp;lt;mark&amp;gt;dalše dodać?&amp;lt;/mark&amp;gt;&lt;br /&gt;
** [https://www.serbski-institut.de/projekte-sprachwissenschaft/entwicklung-einer-vorlesefunktion-fuer-die-nieder-und-obersorbische-schriftsprache/ Informationen zum Dienst], [https://github.com/Sorbisches-Institut/Serbski-TTS Programmkomponenten]&lt;br /&gt;
* '''für 2026 geplant:''' Verbindung von &amp;quot;sotra&amp;quot; mit der Vorlesefunktion des Sorbischen Instituts&lt;br /&gt;
** WITAJ-Sprachzentrum, technische Umsetzungspartner:  &amp;lt;mark&amp;gt;dodać?&amp;lt;/mark&amp;gt;&lt;br /&gt;
** [https://www.witaj-sprachzentrum.de/niedersorbisch/wp-content/uploads/sites/2/2026/06/Arbeitsplan-2026.pdf Arbeitsplan 2026, S. 5]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left;&amp;quot; | Offene Schritte&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
# Aktuellen Entwicklungs- und Betriebsstand von Juro sowie vorhandene niedersorbische Vorlesefunktionen im &amp;quot;sotra&amp;quot;-Umfeld erheben.&lt;br /&gt;
# Priorisierte Anwendungen und niedersorbische Qualitätskriterien festlegen, die Verständlichkeit und Aussprache mit sprachkundigen Nutzenden prüfen.&lt;br /&gt;
# Erforderliche Verbesserungen an Aussprache, Sprachdaten oder Modellen bestimmen und Nutzungsrechte klären, technische Bausteine aus [[#M1.1_5|Maßnahme 1.1_5]] auf Übertragbarkeit prüfen.&lt;br /&gt;
# Die Einbindung in den [[#M1.1_4|niedersorbischen Übersetzungsdienst]] und eine weitere priorisierte Anwendung erproben, die Eignung für Lernmaterialien und automatische Vertonung gesondert bewerten.&lt;br /&gt;
# Schnittstellen, Betrieb, Pflege und Finanzierung für die eingesetzten Dienste absichern.&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== &amp;lt;span id=&amp;quot;M1.1_7&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;1.1_7 - Finden einer Software für 'Intention und Anweisungen' ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot; style=&amp;quot;width:100%;background-color:#ffffff;color:#202122;&amp;quot;&lt;br /&gt;
! colspan=&amp;quot;2&amp;quot; style=&amp;quot;background-color:#d9e2f3;text-align:left;&amp;quot; | Maßnahme 1.1_7 – Finden einer Software für 'Intention und Anweisungen'&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;width:20%;text-align:left;&amp;quot; | Ziel&lt;br /&gt;
| Gesprochene ober- und niedersorbische Anweisungen können in priorisierten Anwendungen verstanden und in gewünschte Aktionen umgesetzt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left;&amp;quot; | Inhalt&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
* Festlegung unterstützter Nutzerabsichten und Anweisungen (z. B. Informationsabfragen oder Steuerung von Funktionen)&lt;br /&gt;
* Auswahl und gegebenenfalls Anpassung einer geeigneten Software&lt;br /&gt;
* Verbindung mit sorbischer Spracherkennung und Sprachausgabe, bei Bedarf auch mit Übersetzungsdiensten&lt;br /&gt;
* Einbindung der anzusteuernden Anwendungen oder Geräte&lt;br /&gt;
* Prüfung der Zuverlässigkeit sowie Umgang mit unklaren oder fehlerhaft erkannten Anweisungen&lt;br /&gt;
* Absicherung von Berechtigungen, Betrieb und Pflege&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left;&amp;quot; | Bewertung&lt;br /&gt;
| '''Aufwand: moderat''' (2/4) · '''Nutzen: moderat''' (2/4) · '''Attraktivität: mittel''' (0)&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! colspan=&amp;quot;2&amp;quot; style=&amp;quot;background-color:#eaf0f8;text-align:left;&amp;quot; | Umsetzungsstand und weitere Planung (Stand: 2026)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left;&amp;quot; | Status&lt;br /&gt;
| ❓ '''zu prüfen''' &lt;br /&gt;
* ein Demonstrator und Chat-Bots sind pilotiert &lt;br /&gt;
* &amp;lt;mark&amp;gt;dalše dodać?&amp;lt;/mark&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left;&amp;quot; | Abgeschlossene Projekte&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
* '''2021:''' Demonstrator „smart lamp / mudra lampa“ („digidom #1“)&lt;br /&gt;
** Fraunhofer IKTS und BTU Cottbus, im Auftrag der Stiftung für das sorbische Volk&lt;br /&gt;
** Demonstration einer begrenzten obersorbischen Sprachsteuerung, gemeinsamer Entwicklungsbaustein mit [[#M1.1_1|Maßnahme 1.1_1]], kein vollständiger universeller Sprachassistent.&lt;br /&gt;
** [https://zalozba.de/medien/pressearchiv/detail/digidom-1-mudra-lampa/ Informationen zum Demonstrator], [https://github.com/ZalozbaDev/raspberry_pi_demo_spoznawanje Technische Dokumentation]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left;&amp;quot; | Laufende Projekte&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
* '''Seit 2023:''' [https://serbski.chat/ serbski.chat], sorbischer Chat des WITAJ-Sprachzentrums&lt;br /&gt;
** WITAJ-Sprachzentrum&lt;br /&gt;
** Dialog-, Übersetzungs- und Vorlesefunktionen sind dokumentiert, eine öffentliche Vorstellung im Rahmen von &amp;quot;sotra&amp;quot; war für 2026 vorgesehen.&lt;br /&gt;
** &amp;lt;mark&amp;gt;aktualny staw dodać?&amp;lt;/mark&amp;gt;&lt;br /&gt;
** [https://www.witaj-sprachzentrum.de/obersorbisch/wp-content/uploads/sites/3/2026/05/T%C3%A4tigkeitsbericht-2025.pdf Tätigkeitsbericht 2025, S. 3 und 7]&lt;br /&gt;
* '''Projektbeginn und Laufzeit: &amp;lt;mark&amp;gt;dodać&amp;lt;/mark&amp;gt;''' – [https://agata.chat/ AGATA], sorbischer Chatbot&lt;br /&gt;
** Projektteam AGATA: &amp;lt;mark&amp;gt;staw dodać&amp;lt;/mark&amp;gt;&lt;br /&gt;
** Obersorbischer Dialog mit Texteingabe sowie Sprachein- und -ausgabe ist beschrieben&lt;br /&gt;
** Unterstützung des Niedersorbischen, Ausführung konkreter Anweisungen und Weiterentwicklung 2026: &amp;lt;mark&amp;gt;dodać&amp;lt;/mark&amp;gt;&lt;br /&gt;
** [https://digiserb.de/projekt/agata-ein-sorbischer-chatbot/ Informationen zum Projekt]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left;&amp;quot; | Offene Schritte&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
# Einen begrenzten Anwendungsfall auswählen und festlegen, welche Anweisungen das System verstehen und welche Aktionen es tatsächlich ausführen soll.&lt;br /&gt;
# Vorhandene Demonstratoren, AGATA, serbski.chat und weitere geeignete Software auf Wiederverwendbarkeit prüfen, Dialogfähigkeit und zuverlässige Befehlsausführung getrennt bewerten.&lt;br /&gt;
# Die Erkennung von Nutzerabsichten zunächst mit Texteingaben erproben und anschließend mit [[#M1.1_1|obersorbischer]] beziehungsweise [[#M1.1_2|niedersorbischer Spracherkennung]] sowie [[#M1.1_5|obersorbischer]] beziehungsweise [[#M1.1_6|niedersorbischer Sprachausgabe]] verbinden.&lt;br /&gt;
# Einen Anwendungsfall mit Nutzenden erproben, Fehlinterpretationen, Rückfragen und Bestätigungen vor folgenreichen Aktionen berücksichtigen.&lt;br /&gt;
# Über die weitere Umsetzung entscheiden und durchführende Institution, Finanzierung, Betrieb und Pflege festlegen.&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
----&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Měrko Šenk</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://koncept.serbski-inkubator.de/index.php?title=Wu%C5%BEiwar:M%C4%9Brko_%C5%A0enk/1.1_Sprechen_mit_elektronischen_Ger%C3%A4ten&amp;diff=1175</id>
		<title>Wužiwar:Měrko Šenk/1.1 Sprechen mit elektronischen Geräten</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://koncept.serbski-inkubator.de/index.php?title=Wu%C5%BEiwar:M%C4%9Brko_%C5%A0enk/1.1_Sprechen_mit_elektronischen_Ger%C3%A4ten&amp;diff=1175"/>
		<updated>2026-10-16T12:48:32Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Měrko Šenk: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;__NOINDEX__&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
__TOC__&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Management Summary ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| style=&amp;quot;border-spacing:0;&amp;quot;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;background-color:#d9e2f3;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0.101cm;padding-bottom:0.101cm;padding-left:0.199cm;padding-right:0.199cm;&amp;quot; | &lt;br /&gt;
'''Handlungsfeld'''&lt;br /&gt;
| colspan=&amp;quot;2&amp;quot;  style=&amp;quot;background-color:#d9e2f3;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0.101cm;padding-bottom:0.101cm;padding-left:0.199cm;padding-right:0.199cm;&amp;quot; | &lt;br /&gt;
'''1 Digitale Sprachnutzung'''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;background-color:#d9e2f3;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0.101cm;padding-bottom:0.101cm;padding-left:0.199cm;padding-right:0.199cm;&amp;quot; | &lt;br /&gt;
'''Themenbereich'''&lt;br /&gt;
| colspan=&amp;quot;2&amp;quot;  style=&amp;quot;background-color:#d9e2f3;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0.101cm;padding-bottom:0.101cm;padding-left:0.199cm;padding-right:0.199cm;&amp;quot; | &lt;br /&gt;
'''1.1 Sprechen mit elektronischen Geräten'''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;background-color:#d9e2f3;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0.101cm;padding-bottom:0.101cm;padding-left:0.199cm;padding-right:0.199cm;&amp;quot; | &lt;br /&gt;
'''Beschreibung'''&lt;br /&gt;
| colspan=&amp;quot;2&amp;quot;  style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0.101cm;padding-bottom:0.101cm;padding-left:0.199cm;padding-right:0.199cm;&amp;quot; | &lt;br /&gt;
Unterstützung des Anwenders beim Sprechen mit elektron. Geräten in sorbischer Sprache&lt;br /&gt;
* '''Sprachausgabe''': das Vorlesen geschriebener sorbischer Wörter&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
* '''Spracherkennung''': das Erkennen und Darstellen von gesprochenen sorbischen Wörtern durch elektronische Geräte&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
* '''Sprachverarbeitung''': das Verarbeiten gesprochener sorbischer Wörter und Reagieren darauf&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;background-color:#d9e2f3;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | &lt;br /&gt;
'''Vision'''&lt;br /&gt;
| colspan=&amp;quot;2&amp;quot;  style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.5cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | &lt;br /&gt;
'''Überall dort, wo sich mit digitalen Geräten sprechen lässt, können Ober- und Niedersorbisch gleichwertig mit Deutsch verwendet werden.'''&lt;br /&gt;
&amp;lt;br&amp;gt;&amp;lt;mark&amp;gt;Alternatiwa: &amp;lt;/mark&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;Überall dort, wo sich mit digitalen Geräten sprechen lässt, können Ober- und Niedersorbisch &amp;lt;mark&amp;gt;ebenso wie&amp;lt;/mark&amp;gt; Deutsch verwendet werden.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;background-color:#d9e2f3;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | &lt;br /&gt;
'''Ziele'''&lt;br /&gt;
| colspan=&amp;quot;2&amp;quot;  style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0.12cm;padding-bottom:0.25cm;padding-left:0.1cm;padding-right:0.2cm;&amp;quot; | &lt;br /&gt;
# '''Spracherkennung / Diktierfunktion''': In ausgewählten Betriebssystemen und Anwendungen können Texte auf Ober- und Niedersorbisch diktiert werden. Gesprochene Wörter und Sätze werden erkannt und in geschriebenen Text umgewandelt.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
# '''Sprachausgabe / Vorlesefunktion''': Ausgewählte Systeme und Anwendungen können ober- und niedersorbische Texte vorlesen. Sorbische Inhalte werden dadurch auch für Menschen zugänglich, die Texte nicht oder nur eingeschränkt lesen können (Barrierefreiheit).&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
# '''KI-gestützte Synchronisation von Filmen''': Dokumentationen, Lernfilme und weitere Filme können mithilfe künstlicher Intelligenz gesprochene ober- und niedersorbische Sprachfassungen erhalten.&lt;br /&gt;
# '''Simultanübersetzung''': In mehrsprachigen Videokonferenzen, Gesprächen und Veranstaltungen können gesprochene Beiträge automatisch und nahezu in Echtzeit von und nach Ober- und Niedersorbisch übersetzt werden.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| colspan=&amp;quot;2&amp;quot;  style=&amp;quot;background-color:#d9e2f3;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | &lt;br /&gt;
'''IST-Analyse – Sprachassistenzsysteme''' (Stand: 2021)&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;background-color:#d9e2f3;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | &lt;br /&gt;
'''IST-Analyse – sorbische Projekte'''  (Stand: 2023)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| colspan=&amp;quot;2&amp;quot;  style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | &lt;br /&gt;
''4 Bausteine der Sprachassistenz: ''&lt;br /&gt;
# &amp;lt;div style=&amp;quot;color:#000000;margin-left:0.54cm;margin-right:0cm;&amp;quot;&amp;gt;'''Spracherkennung'''&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
#* &amp;lt;div style=&amp;quot;color:#000000;margin-left:0.547cm;margin-right:0cm;&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;u&amp;gt;Ziel&amp;lt;/u&amp;gt;: phonetisches Wörterbuch, dafür &amp;lt;u&amp;gt;notwendig&amp;lt;/u&amp;gt;:&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
#* &amp;lt;div style=&amp;quot;color:#000000;margin-left:0.547cm;margin-right:0cm;&amp;quot;&amp;gt;große Basis an geschriebenen und gesprochenen Sätzen für das Anlernen eines Spracherkennungs-Systems&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
# &amp;lt;div style=&amp;quot;color:#000000;margin-left:0.54cm;margin-right:0cm;&amp;quot;&amp;gt;'''Textübersetzung'''&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
#* &amp;lt;div style=&amp;quot;color:#000000;margin-left:0.547cm;margin-right:0cm;&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;u&amp;gt;Notwendig&amp;lt;/u&amp;gt;: umfangreicher 2-sprachiger Textkorpus im speziellen Format&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
# &amp;lt;div style=&amp;quot;color:#000000;margin-left:0.54cm;margin-right:0cm;&amp;quot;&amp;gt;'''Intention erkennen, Anweisungen ausführen'''&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
#* &amp;lt;div style=&amp;quot;color:#000000;margin-left:0.54cm;margin-right:0cm;&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;u&amp;gt;Ziel&amp;lt;/u&amp;gt;: Intention des Nutzers erkennen, Anweisungen ableiten und ausführen &amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
#* &amp;lt;div style=&amp;quot;color:#000000;margin-left:0.54cm;margin-right:0cm;&amp;quot;&amp;gt;Spezielle Systeme notwendig&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
# &amp;lt;div style=&amp;quot;color:#000000;margin-left:0.54cm;margin-right:0cm;&amp;quot;&amp;gt;'''Sprachausgabe'''&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
#* &amp;lt;div style=&amp;quot;color:#000000;margin-left:0.547cm;margin-right:0cm;&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;u&amp;gt;Notwendig&amp;lt;/u&amp;gt;: Audio-Wörterbuch, phonetisches Wörterbuch&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | &lt;br /&gt;
Handlungsbedarf als Farbe: &amp;lt;span style=&amp;quot;background-color:#c5e0b3;&amp;quot;&amp;gt;gering&amp;lt;/span&amp;gt;, &amp;lt;span style=&amp;quot;background-color:#ffff00;&amp;quot;&amp;gt;groß&amp;lt;/span&amp;gt;, &amp;lt;span style=&amp;quot;background-color:#f69292;&amp;quot;&amp;gt;sehr groß&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
{| style=&amp;quot;border-spacing:0;&amp;quot;&lt;br /&gt;
|- style=&amp;quot;border:0.5pt solid #d0cece;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.101cm;padding-right:0.101cm;&amp;quot;&lt;br /&gt;
| align=right| '''Aktueller Stand'''&lt;br /&gt;
| align=center| '''Obersorbisch'''&lt;br /&gt;
| align=center| '''Nieder­sorbisch'''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;background-color:transparent;border:0.5pt solid #d0cece;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.101cm;padding-right:0.101cm;&amp;quot; | &lt;br /&gt;
&amp;lt;span style=&amp;quot;color:#000000;&amp;quot;&amp;gt;'''1. Spracherkennung'''&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
| align=center style=&amp;quot;background-color:transparent;border:0.5pt solid #d0cece;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.101cm;padding-right:0.101cm;&amp;quot; | &lt;br /&gt;
| align=center style=&amp;quot;background-color:transparent;border:0.5pt solid #d0cece;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.101cm;padding-right:0.101cm;&amp;quot; | &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;background-color:transparent;border:0.5pt solid #d0cece;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.101cm;padding-right:0.101cm;&amp;quot; | &lt;br /&gt;
Mozilla common voice&lt;br /&gt;
* &amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:0.289cm;margin-right:0cm;&amp;quot;&amp;gt;geschriebene Sätze&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
* &amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:0.289cm;margin-right:0cm;&amp;quot;&amp;gt;gesprochene Minuten&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;background-color:#ffff00;border:0.5pt solid #d0cece;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.101cm;padding-right:0.101cm;&amp;quot; | &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;gt; 7.500&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
171&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;background-color:#f69292;border:0.5pt solid #d0cece;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.101cm;padding-right:0.101cm;&amp;quot; | &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
0&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
0 &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;background-color:transparent;border:0.5pt solid #d0cece;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.101cm;padding-right:0.101cm;&amp;quot; | &lt;br /&gt;
Projekt Sprach­erkennung und maschin. Übersetzung&lt;br /&gt;
* &amp;lt;div style=&amp;quot;color:#000000;margin-left:0.289cm;margin-right:0cm;&amp;quot;&amp;gt;Prototyp „digidom“ veröffentlicht&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
| align=center style=&amp;quot;background-color:#e2efd9;border:0.5pt solid #d0cece;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.101cm;padding-right:0.101cm;&amp;quot; | &lt;br /&gt;
seit 2020&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2022&lt;br /&gt;
| align=center style=&amp;quot;background-color:#e2efd9;border:0.5pt solid #d0cece;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.101cm;padding-right:0.101cm;&amp;quot; | &lt;br /&gt;
seit 2020&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
in Planung&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;background-color:transparent;border:0.5pt solid #d0cece;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.101cm;padding-right:0.101cm;color:#000000;&amp;quot; | '''2. Textübersetzung'''&lt;br /&gt;
| align=center style=&amp;quot;background-color:transparent;border:0.5pt solid #d0cece;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.101cm;padding-right:0.101cm;&amp;quot; | &lt;br /&gt;
| align=center style=&amp;quot;background-color:transparent;border:0.5pt solid #d0cece;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.101cm;padding-right:0.101cm;&amp;quot; | &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;background-color:transparent;border:0.5pt solid #d0cece;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.101cm;padding-right:0.101cm;&amp;quot; | &lt;br /&gt;
* &amp;lt;div style=&amp;quot;color:#000000;margin-left:0.289cm;margin-right:0cm;&amp;quot;&amp;gt;notwendiger Textkorpus&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
| align=center style=&amp;quot;background-color:#e2efd9;border:0.5pt solid #d0cece;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.101cm;padding-right:0.101cm;&amp;quot; | groß&lt;br /&gt;
| align=center style=&amp;quot;background-color:#e2efd9;border:0.5pt solid #d0cece;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.101cm;padding-right:0.101cm;&amp;quot; | groß&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;background-color:transparent;border:0.5pt solid #d0cece;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.101cm;padding-right:0.101cm;color:#000000;&amp;quot; | '''3. Intention, Anweisung'''&lt;br /&gt;
| align=center style=&amp;quot;background-color:transparent;border:0.5pt solid #d0cece;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.101cm;padding-right:0.101cm;&amp;quot; | &lt;br /&gt;
| align=center style=&amp;quot;background-color:transparent;border:0.5pt solid #d0cece;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.101cm;padding-right:0.101cm;&amp;quot; | &lt;br /&gt;
|- style=&amp;quot;background-color:#e2efd9;border:0.5pt solid #d0cece;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.101cm;padding-right:0.101cm;&amp;quot;&lt;br /&gt;
| colspan=&amp;quot;3&amp;quot; | &lt;br /&gt;
* &amp;lt;div style=&amp;quot;color:#000000;margin-left:0.289cm;margin-right:0cm;&amp;quot;&amp;gt;Spätere Recherche und Nutzung von bestehenden Systemen (z.&amp;amp;nbsp;B. open source)&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;background-color:transparent;border:0.5pt solid #d0cece;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.101cm;padding-right:0.101cm;color:#000000;&amp;quot; | '''4. Sprachausgabe'''&lt;br /&gt;
| align=center style=&amp;quot;background-color:transparent;border:0.5pt solid #d0cece;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.101cm;padding-right:0.101cm;&amp;quot; | &lt;br /&gt;
| align=center style=&amp;quot;background-color:transparent;border:0.5pt solid #d0cece;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.101cm;padding-right:0.101cm;&amp;quot; | &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;background-color:transparent;border:0.5pt solid #d0cece;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.101cm;padding-right:0.101cm;&amp;quot; | &lt;br /&gt;
Entwicklung Vorlese­funktion im Sorbischen Institut&lt;br /&gt;
* &amp;lt;div style=&amp;quot;color:#000000;margin-left:0.289cm;margin-right:0cm;&amp;quot;&amp;gt;Prototyp Juro und Matej veröffentlicht&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
| align=center style=&amp;quot;background-color:#e2efd9;border:0.5pt solid #d0cece;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.101cm;padding-right:0.101cm;&amp;quot; | &lt;br /&gt;
2018 - 2023&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2023&lt;br /&gt;
| align=center style=&amp;quot;background-color:#e2efd9;border:0.5pt solid #d0cece;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.101cm;padding-right:0.101cm;&amp;quot; | &lt;br /&gt;
2018 – 2023&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2023&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;background-color:transparent;border:0.5pt solid #d0cece;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.101cm;padding-right:0.101cm;&amp;quot; | &lt;br /&gt;
private Entwicklung Online-Vorlesefunktionen mittels KI&lt;br /&gt;
| align=center style=&amp;quot;background-color:#e2efd9;border:0.5pt solid #d0cece;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.101cm;padding-right:0.101cm;&amp;quot; | seit 2020&lt;br /&gt;
| align=center style=&amp;quot;background-color:#f69292;border:0.5pt solid #d0cece;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.101cm;padding-right:0.101cm;&amp;quot; | -&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| style=&amp;quot;border-spacing:0;&amp;quot;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| colspan=&amp;quot;3&amp;quot; style=&amp;quot;background-color:#d9e2f3;border:0.5pt solid #000000;padding:0.101cm 0.199cm;&amp;quot; |&lt;br /&gt;
'''SOLL-Konzeption – zukünftige Maßnahmen und Aufgaben'''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| colspan=&amp;quot;3&amp;quot; style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding:0.6em;&amp;quot; |&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot; style=&amp;quot;width:100%;margin:0;&amp;quot;&lt;br /&gt;
! style=&amp;quot;width:13%;&amp;quot; | Sub-Thema&lt;br /&gt;
! style=&amp;quot;width:6%;&amp;quot; | Nr.&lt;br /&gt;
! style=&amp;quot;width:27%;&amp;quot; | Maßnahme&lt;br /&gt;
! style=&amp;quot;width:14%;&amp;quot; | Status&lt;br /&gt;
! style=&amp;quot;width:40%;&amp;quot; | Nächster Schritt&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Spracherkennung&lt;br /&gt;
| [[#M1.1_1|1.1_1]]&lt;br /&gt;
| [[#M1.1_1|Entwicklung einer obersorbischen Spracherkennung (HSB)]]&lt;br /&gt;
| 🟡 in Bearbeitung&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
* Aktuellen Stand der Machbarkeitsstudie und der Folgearbeiten erheben;&lt;br /&gt;
* Ziel, Qualitätskriterien, Verantwortliche und Integrationswege festlegen.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Spracherkennung&lt;br /&gt;
| [[#M1.1_2|1.1_2]]&lt;br /&gt;
| [[#M1.1_2|Entwicklung einer niedersorbischen Spracherkennung (DSB)]]&lt;br /&gt;
| 🟡 in Bearbeitung&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
* Vorhandene Daten und Modelle prüfen;&lt;br /&gt;
* Vorgehen und Abhängigkeiten zu Maßnahme 1.1_1 festlegen.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Übersetzungsdienst&lt;br /&gt;
| [[#M1.1_3|1.1_3]]&lt;br /&gt;
| [[#M1.1_3|Entwicklung eines obersorbischen Übersetzungsdienstes für Texte (HSB)]]&lt;br /&gt;
| 🔵 laufende Daueraufgabe&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
* neue Technologien implementieren&lt;br /&gt;
* Schnittstellen entwickeln / dokumentieren?&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Übersetzungsdienst&lt;br /&gt;
| [[#M1.1_4|1.1_4]]&lt;br /&gt;
| [[#M1.1_4|Entwicklung eines niedersorbischen Übersetzungsdienstes (für Texte) (DSB)]]&lt;br /&gt;
| 🔵 laufende Daueraufgabe&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
* s. o.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Sprachausgabe&lt;br /&gt;
| [[#M1.1_5|1.1_5 / 1.1_6]]&lt;br /&gt;
| [[#M1.1_5|Entwicklung einer Sprachausgabe (HSB, DSB)]]&lt;br /&gt;
| 🟡 in Bearbeitung&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
* ?&lt;br /&gt;
* priorisierte Integrationen festlegen.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Intention / Anweisung&lt;br /&gt;
| [[#M1.1_7|1.1_7]]&lt;br /&gt;
| [[#M1.1_7|Finden einer Software für „Intention und Anweisungen“]]&lt;br /&gt;
| ⏸ nachgelagert&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
* Nach Stabilisierung der Basiskomponenten erneut bewerten und einen konkreten Anwendungsfall auswählen.&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;small&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Status:'''&lt;br /&gt;
* ⚪ '''nicht begonnen''' – Maßnahme ist vorgesehen, die Umsetzung hat noch nicht begonnen.&lt;br /&gt;
* 🟡 '''in Bearbeitung''' – Maßnahme wird bearbeitet.&lt;br /&gt;
* 🟢 '''umgesetzt''' – definiertes Ergebnis wurde erreicht.&lt;br /&gt;
* 🔵 '''laufende Daueraufgabe''' – Maßnahme benötigt laufende Bearbeitung ohne festen Abschluss.&lt;br /&gt;
* ⏸ '''zurückgestellt''' – Bearbeitung ist ausgesetzt oder von Voraussetzungen abhängig.&lt;br /&gt;
* ❓ '''zu prüfen''' – der aktuelle Stand ist zu ermitteln.&lt;br /&gt;
&amp;lt;/small&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einleitung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieser Themenbereich beinhaltet die Unterstützung des Anwenders beim Sprechen mit elektronischen Geräten in den sorbischen Sprachen. Im Fokus steht die Interaktion von Menschen mit elektronischen Geräten mittels gesprochener Worte. Dies umfasst folgende Bereiche:&lt;br /&gt;
* '''Sprachausgabe:''' das '''Vorlesen''' geschriebener sorbischer Wörter&lt;br /&gt;
* '''Spracherkennung: '''das '''Erkennen''' und Darstellen von gesprochenen sorbischen Wörtern durch elektronische Geräte (Computer, Smartphones usw.)&lt;br /&gt;
* '''Sprachverarbeitung: ''' das '''Verarbeiten''' gesprochener sorbischer Wörter und '''Reagieren''' darauf (z.&amp;amp;nbsp;B. Anweisungen ausführen, Antworten).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mögliche Einsatzbereiche und Applikationen sind bspw.&lt;br /&gt;
* Sprachassistenten,&lt;br /&gt;
* Spiele, Spielzeuge (wie Lingufino),&lt;br /&gt;
* Untertitel und Simultanübersetzungen (z. B. bei Videokonferenzen).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ist-Analyse Stand der Entwicklung von Sprachassistenzsystemen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;background-color:#f6f6f6;border:1px solid #DCDCDC;padding:0.6em 0.8em;margin:0.6em 0 1em 0;&amp;quot;&amp;gt;'''Letzte Aktualisierung des Abschnitts: 2021''' &amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Welche Bausteine werden für eine Sprachassistenz benötigt? ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Um eine sprachliche Interaktion mit einem elektronischen Gerät ähnlich wie mit Menschen zu erreichen, sind verschiedene technische Bausteine notwendig, welche jeweils unterschiedliche Aufgaben übernehmen. Die folgende Einteilung der Bausteine orientiert sich an einem Vortrag von Jan Budar vom 13.09.2018 in Senftenberg zu “Digitalisierung als Chance für die Sorben”.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Baustein 1: Spracherkennung (Automatic Speech Recognition, ASR; Speech to Text, STT)&amp;lt;ref name=&amp;quot;ftn1&amp;quot;&amp;gt;Übersicht STT-Engines: [https://mycroft-ai.gitbook.io/docs/using-mycroft-ai/customizations/stt-engine https://mycroft-ai.gitbook.io/docs/using-mycroft-ai/customizations/stt-engine]&amp;lt;/ref&amp;gt; ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* basiert auf phonetischen Informationen zu&lt;br /&gt;
** einzelnen Buchstaben und Silben&lt;br /&gt;
** deren Kombinationen&lt;br /&gt;
** ihrer Position im Wort/Satz&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Umwandlung von gesprochener Sprache in Text''' &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die typischen Schritte zur Umwandlung von gesprochener Sprache in Text (Speech-to-Text, STT) sind:&lt;br /&gt;
# Aufnahme der Sprache: Der erste Schritt besteht darin, die gesprochene Sprache aufzunehmen. Dies kann entweder über ein Mikrofon oder eine andere Audioquelle erfolgen.&lt;br /&gt;
# Signalverarbeitung: Die aufgenommenen Audiosignale werden durch Signalverarbeitungsalgorithmen vorverarbeitet. Dazu gehören zum Beispiel Rauschunterdrückung, Echo-Entfernung und Entzerrung.&lt;br /&gt;
# Sprachsegmentierung: Die Audioaufnahme wird in kurze Segmente unterteilt, die normalerweise zwischen 10 und 30 Millisekunden lang sind. Diese Segmente werden dann weiterverarbeitet.&lt;br /&gt;
# Merkmalsextraktion: Für jedes Sprachsegment werden akustische Merkmale wie Frequenz, Lautstärke, Tonhöhe und Dauer extrahiert. Diese Merkmale dienen als Eingabe für das Spracherkennungsmodell.&lt;br /&gt;
# Spracherkennung: Das Spracherkennungsmodell verwendet die extrahierten Merkmale, um die gesprochene Sprache in Text umzuwandeln. Dieser Schritt kann auf unterschiedliche Weise durchgeführt werden, z.B. mit Hidden Markov Models (HMMs), künstlichen neuronalen Netzen (KNNs) oder Deep-Learning-Modellen.&lt;br /&gt;
# Postprocessing: Der erkannte Text wird postprozessiert, um mögliche Fehler oder Inkonsistenzen im Text zu korrigieren. Dazu können beispielsweise Grammatik- und Sprachmodelle verwendet werden, um den erkannten Text zu verbessern.&lt;br /&gt;
# Textausgabe: Der endgültige Text wird dann ausgegeben, z.B. in einer Textdatei oder als Eingabe für eine andere Anwendung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Je nach Anwendung und Sprachmodell können die genauen Schritte und Technologien zur Umwandlung von Sprache in Text  variieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Training von Spracherkennungs-Maschinen''' &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
* vgl. auch Vortrag von D. Sobe 2022 im Rahmen einer Online-Abendveranstaltung&amp;lt;ref&amp;gt;vgl. [https://digiserb.de/2022/06/09/zarjadowanje-masinelne-spoznawanje-serbsciny/ Veranstaltung auf digiserb.de], [https://digiserb.de/wp-content/uploads/2022/06/2022_06_auswertung.pdf Folien bei digiserb.de], [https://www.youtube.com/watch?v=RWUo7N_Aybw Video bei YouTube].&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Klassischerweise wird die Spracherkennung durch die Verwendung von stochastische Modellen wie Hidden-Markov-Modellen (HMM) und Gauss'schen Mischmodellen (GMM) durchgeführt. Das Sprachsignal wird dabei in kurze Abschnitte, sogenannte Phoneme, unterteilt. Die Phoneme werden dann in einer HMM- oder GMM-Datenbank gespeichert. Bei der Erkennung wird das Sprachsignal in Phoneme aufgeteilt und mit der HMM- oder GMM-Datenbank abgeglichen, um die wahrscheinlichste Sequenz von Phonemen zu finden. Diese wird dann in Text umgewandelt und ausgegeben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den letzten Jahren haben sich Deep Learning Modelle mit tiefen neuronalen Netzen, wie z.B. Recurrent Neural Networks (RNNs) und Convolutional Neural Networks (CNNs), als effektive Methoden zur Spracherkennung erwiesen. Diese Modelle können komplexe Beziehungen zwischen Phonemen und Wörtern erfassen und somit die Genauigkeit der Spracherkennung verbessern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* z.&amp;amp;nbsp;B. Mozilla Common Voice&amp;lt;ref name=&amp;quot;ftn2&amp;quot;&amp;gt;vgl. [https://voice.mozilla.org https://voice.mozilla.org] und [https://github.com/mozilla/DeepSpeech https://github.com/mozilla/DeepSpeech]&amp;lt;/ref&amp;gt; in Kombination mit einer Spracherkennungs-Engine wie Mozilla Deep Speech&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Erstellung von Spracherkennungs-Maschinen''' &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Um eine Spracherkennungs-Engine (Speech-to-Text) zu erstellen, werden verschiedene Ressourcen benötigt, darunter:&lt;br /&gt;
# Sprachdaten: Um ein Spracherkennungsmodell zu trainieren, werden große Mengen an Audioaufnahmen benötigt, die repräsentativ für die Sprache und den Dialekt sind, den die Engine erkennen soll. Diese Sprachdaten sollten auch verschiedene Sprecher, Akzente und Hintergrundgeräusche enthalten.&lt;br /&gt;
# Transkriptionen: Jede Audioaufnahme muss mit einer Texttranskription versehen werden, die angibt, was in der Aufnahme gesagt wird. Diese Transkriptionen werden verwendet, um das Modell zu trainieren und zu testen.&lt;br /&gt;
# Sprachmodelle: Sprachmodelle sind eine wichtige Komponente von Spracherkennungs-Engines, da sie die Wahrscheinlichkeit berechnen, mit der eine bestimmte Sequenz von Wörtern in einem bestimmten Kontext auftreten wird. Diese Modelle werden verwendet, um die Wahrscheinlichkeit des erkannten Textes zu berechnen und die Genauigkeit der Spracherkennungs-Engine zu verbessern.&lt;br /&gt;
# Aussprachelexika: Ein Aussprachelexikon enthält eine Liste von Wörtern und deren Aussprache in der jeweiligen Sprache. Dies wird verwendet, um die richtige Aussprache von Wörtern im erkannten Text zu bestimmen.&lt;br /&gt;
# Phonemmodelle: Phonemmodelle beschreiben, wie Wörter in ihre kleinsten sprachlichen Einheiten (Phoneme) aufgeteilt werden können. Diese Modelle werden verwendet, um die Wahrscheinlichkeit von Phonemsequenzen zu berechnen und die Genauigkeit der Spracherkennungs-Engine zu verbessern.&lt;br /&gt;
# Linguistische Ressourcen: Zusätzlich zu den oben genannten Ressourcen können auch linguistische Ressourcen wie Grammatiken, semantische Modelle und syntaktische Modelle verwendet werden, um die Genauigkeit der Spracherkennungs-Engine zu verbessern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Baustein 2: Textübersetzung (Machine Translation, MT) ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Grundlage hierfür sind Massen an übersetzten Sätzen&lt;br /&gt;
* Künstliche Intelligenz lernt aus diesen übersetzten Sätzen durch&lt;br /&gt;
** Mustererkennung&lt;br /&gt;
** Training&lt;br /&gt;
* vgl. Kapitel 5 Abschnitt [https://koncept.serbski-inkubator.de/index.php/5._Schreiben_auf_elektronischen_Ger%C3%A4ten#.C3.9Cbersetzer Übersetzer]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Baustein 3: Intention erkennen und Anweisungen ausführen&amp;lt;ref name=&amp;quot;ftn3&amp;quot;&amp;gt;vgl. [https://mycroft.ai/wp-content/uploads/2018/08/mycroft-ai-introduction-to-voice-stack-whitepaper.pdf https://mycroft.ai/wp-content/uploads/2018/08/mycroft-ai-introduction-to-voice-stack-whitepaper.pdf]&amp;lt;/ref&amp;gt;  ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* aus dem erkannten Text wird die Intention des Nutzers extrahiert (intent parser)&lt;br /&gt;
* Anweisungen werden abgeleitet und ausgeführt (Skill invocation)&lt;br /&gt;
* z.&amp;amp;nbsp;B. [https://wit.ai/ https://wit.ai/] (eine Sprachplattform, welche zum Facebook-Konzern gehört)&lt;br /&gt;
* z.B. [https://mycroft.ai/ https://mycroft.ai/]als datenschutzfreundliche Alternative&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Baustein 4: Sprachausgabe (Text to Speech, TTS)&amp;lt;ref name=&amp;quot;ftn4&amp;quot;&amp;gt;Übersicht TTS-Engines: [https://mycroft-ai.gitbook.io/docs/using-mycroft-ai/customizations/tts-engine https://mycroft-ai.gitbook.io/docs/using-mycroft-ai/customizations/tts-engine]&amp;lt;/ref&amp;gt; ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* bspw. für barrierefreie Webseiten notwendig&lt;br /&gt;
* Open Source Text-to-speech-System: MaryTTS&lt;br /&gt;
* modularer Aufbau: Lexikon, Sprache, Daten, Synthese&lt;br /&gt;
* Unit-Selectin-Synthese (Verkettung natürlichsprachlicher Elemente)&lt;br /&gt;
* ThorstenVoice (OSS Variante)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die folgenden Schritte sind typischerweise erforderlich, um einen Text in eine gesprochene Sprachausgabe umzuwandeln:&lt;br /&gt;
# Linguistische Analyse: Der eingegebene Text wird vorverarbeitet, um dessen Struktur zu analysieren, einschließlich der Trennung von Sätzen, der Erkennung von Interpunktion und der Ermittlung der Betonung.&lt;br /&gt;
# Phonetische Umsetzung: Der Text wird in eine phonetische Darstellung umgewandelt, in der jeder Textabschnitt in eine entsprechende Sequenz von Lauten (Phonemen) übersetzt wird. Dies wird typischerweise durch eine phonetische Lexikon-Datenbank und Sprachregeln erreicht.&lt;br /&gt;
# Prosodische Modellierung: Es wird die Betonung und Intonation des Textes bestimmt. Hierbei werden Faktoren wie Akzent, Tonhöhe, Tempo, Pause und Rhythmus berücksichtigt, um eine natürliche Sprachmelodie zu erzeugen.&lt;br /&gt;
# Synthese: Der phonetisch umgesetzte Text wird dann in Sprache umgewandelt, indem die phonetischen Einheiten zu Sprachsignalen zusammengefügt werden. Dies kann entweder durch die Verwendung von Klangeinheiten, die in einer Datenbank gespeichert sind, oder durch das Generieren von Sprache auf der Grundlage von Modellen, wie z.B. Deep-Learning-Modellen, erfolgen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine TTS-Engine benötigt folgende Voraussetzungen:&lt;br /&gt;
# Eine umfangreiche phonetische Datenbank oder ein phonetisches Modell, um die Übersetzung von Text in Phoneme zu ermöglichen.&lt;br /&gt;
# Ein Prosodie-Modell, um die natürliche Sprachmelodie zu erzeugen.&lt;br /&gt;
# Eine Sprachsynthesetechnologie, um die Phoneme in Sprachsignale zu konvertieren.&lt;br /&gt;
# Training mit großen Datenmengen, um die Sprachsynthese-Modelle auf die spezifische Sprache und Stimme zu optimieren.&lt;br /&gt;
&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Definition und Marktübersicht von Sprachassistenten ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Sprachassistent ist eine bestimmte Art von Software, die gesprochene Worte analysiert, in den richtigen Kontext einordnet und darauf reagiert. Sprachassistenten sind als Software meist in Smartphones oder Smart Speaker, aber auch in Konsolen (PS4), Fernseher und smart watches integriert. Ein Smart Speaker wiederum ist ein bestimmtes Gerät, auf welchem der Sprachassistent als Software installiert ist.&amp;lt;ref name=&amp;quot;ftn5&amp;quot;&amp;gt;vgl. [https://de.wikipedia.org/wiki/Intelligenter_pers%C3%B6nlicher_Assistent https://de.wikipedia.org/wiki/Intelligenter_pers%C3%B6nlicher_Assistent]&amp;lt;/ref&amp;gt; Spricht ein Mensch mit diesem Gerät, so beantwortet es über seine Sprachsoftware verbal Fragen oder führt Anweisungen aus, z.&amp;amp;nbsp;B. steuert es vernetzte smart home Geräte (TV-Geräte, Heizungsthermostate, Rollläden, Lampen, Waschmaschine, Backofen, Kaffee­maschine bis hin zur Toilettenspülung usw.). Auch in Autos, Kopfhörern, Bürogeräten und Kleidung sind bereits Sprachassistenten im Einsatz.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Entwicklung der Sprachassistenten:* 2010 Apples Siri („Hey Siri“)&lt;br /&gt;
* 2012 Google Assistant (vormals Google Now) („Ok, Google“)&lt;br /&gt;
* 2013 Microsoft Cortana („Hey Cortana“)&lt;br /&gt;
* 2014 Amazon Alexa („Alexa“)&lt;br /&gt;
* 2015 Mycroft - open Source Smart Speaker (“Hey Mycroft”)&amp;lt;ref name=&amp;quot;ftn6&amp;quot;&amp;gt;vgl. [https://mycroft.ai/ https://mycroft.ai/] und [https://www.kickstarter.com/projects/aiforeveryone/mycroft-an-open-source-artificial-intelligence-for/description https://www.kickstarter.com/projects/aiforeveryone/mycroft-an-open-source-artificial-intelligence-for/description]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* 2017 Sprachassistenten der chinesischen Firmen Baidu und Alibaba&lt;br /&gt;
* 2018 Samsung Bixby („Hi Bixby“)&lt;br /&gt;
* 2019 Leon – open source personal assistant&amp;lt;ref name=&amp;quot;ftn7&amp;quot;&amp;gt;vgl. [https://getleon.ai/ https://getleon.ai/]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Heute sind weltweit bereits mehr als 4 Milliarden Sprachassistenten im Einsatz. Bis 2023 rechnet die Marktforschungsfirma Juniper Research mit 8 Milliarden Sprachassistenten.&amp;lt;ref name=&amp;quot;ftn8&amp;quot;&amp;gt;vgl. [https://voicebot.ai/google-home-google-assistant-stats/#voice-asst-in-use-juniper https://voicebot.ai/google-home-google-assistant-stats/#voice-asst-in-use-juniper]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Image:Grafik 16.png|top]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Marktübersicht'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die führenden Anbieter für Sprachassistenzsysteme am weltweiten Markt sind:&lt;br /&gt;
# Amazon mit seinem Sprachassistenzsystem &amp;quot;Alexa&amp;quot; und den Amazon Echo Geräten.&lt;br /&gt;
# Google mit seinem Sprachassistenzsystem &amp;quot;Google Assistant&amp;quot; und den Google Home Geräten.&lt;br /&gt;
# Apple mit seinem Sprachassistenzsystem &amp;quot;Siri&amp;quot; und der HomePod-Produktlinie.&lt;br /&gt;
# Microsoft mit seinem Sprachassistenzsystem &amp;quot;Cortana&amp;quot; und der Surface Headphones Produktlinie.&lt;br /&gt;
# Samsung mit seinem Sprachassistenzsystem &amp;quot;Bixby&amp;quot; und der Galaxy Home Produktlinie.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Anbieter haben in den letzten Jahren in die Entwicklung und Verbesserung von Sprachassistenzsystemen investiert und setzen auf künstliche Intelligenz und maschinelles Lernen, um die Spracherkennung und -verarbeitung zu verbessern. Dabei sind ihre Sprachassistenzsysteme nicht nur auf den Heimgebrauch beschränkt, sondern auch in mobilen Geräten, Autos und anderen Branchen wie Gesundheitswesen, Einzelhandel und Finanzen verbreitet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es ist schwierig, genaue Zahlen darüber zu finden, welchen Anteil jeder Anbieter am Gesamtmarkt für Sprachassistenzsysteme hat, da es keine einheitliche Definition des Marktes gibt und die Zahlen von verschiedenen Marktforschungsunternehmen variieren können. Basierend auf den verfügbaren Daten sind die größten Anbieter am Markt Amazon Alexa mit rund 25% Marktanteil, Google Assistant mit rund 20% Marktanteil und Apples Siri mit rund 15% Marktanteil weltweit. Es gibt jedoch Unterschiede in den Zahlen je nach Region und Art des Geräts (z.B. intelligente Lautsprecher, Mobiltelefone, Smart-Home-Geräte). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die beliebtesten Anwendungsfälle von Nutzern von Smart Speakern sind&amp;lt;ref name=&amp;quot;ftn12&amp;quot;&amp;gt;vgl. [https://voicebot.ai/2020/05/03/streaming-music-questions-weather-timers-and-alarms-remain-smart-speaker-killer-apps-third-party-voice-app-usage-not-growing/ https://voicebot.ai/2020/05/03/streaming-music-questions-weather-timers-and-alarms-remain-smart-speaker-killer-apps-third-party-voice-app-usage-not-growing/] &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
# Musik hören&lt;br /&gt;
# Fragen stellen&lt;br /&gt;
# Wetter checken&lt;br /&gt;
# Zeitschaltuhr einschalten&lt;br /&gt;
# Alarm einstellen&lt;br /&gt;
# Radio hören&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Image:Grafik 17.png|top]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Aktuell unterstützte Sprachen'''&amp;lt;ref name=&amp;quot;ftn13&amp;quot;&amp;gt;vgl. [https://www.globalme.net/blog/language-support-voice-assistants-compared/ https://www.globalme.net/blog/language-support-voice-assistants-compared/] sowie die dort angegeben Webseiten&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* &amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:0.501cm;margin-right:0cm;&amp;quot;&amp;gt;'''Amazons Alexa''' unterstützt '''9 Sprachen'''&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
** Arabisch, Deutsch, Englisch (5 Dialekte), Französisch (2 Dialekte), Hindi (Indisch), Italienisch, Japanisch, Portugiesisch (Brasil.), Spanisch (3 Dialekte)&lt;br /&gt;
* &amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:0.501cm;margin-right:0cm;&amp;quot;&amp;gt;'''Google Assistant''' unterstützt '''44 Sprachen '''auf Smartphones&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
* &amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:0.501cm;margin-right:0cm;&amp;quot;&amp;gt;'''Google Assistant''' unterstützt '''13 Sprachen''' auf Smart Speakern / Google Home&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
** Dänisch, Deutsch (2 Dialekte), Englisch (6 Dialekte), Französisch (2 Dialekte), Hindi, Italienisch, Japanisch, Koreanisch, Niederländisch, Norwegisch, Portugiesisch (Brasil.), Schwedisch, Spanisch (3 Dialekte)&lt;br /&gt;
* &amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:0.501cm;margin-right:0cm;&amp;quot;&amp;gt;'''Apples Siri unterstützt rund 42 Sprachen'''&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ist-Analyse sorbischer Potenziale, Ressourcen und Projekte ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;background-color:#f6f6f6;border:1px solid #DCDCDC;padding:0.6em 0.8em;margin:0.6em 0 1em 0;&amp;quot;&amp;gt;'''Letzte Aktualisierung des Abschnitts: 2023''' &amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während digitale Angebote wie Sprachausgabe und Spracherkennung in deutscher Sprache selbstverständlich sind und sowohl von internationalen Großkonzernen als auch von der öffentlichen Hand vorangetrieben und ausgebaut werden, gilt das für dieselben Angebote in sorbischer Sprache nur sehr eingeschränkt. Welche Grundlagen der Sprachunterstützung beider sorbischer Sprachen bereits realisiert oder geplant sind, sollen die folgenden Abschnitte untersuchen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Ist-Stand der 4 Bausteine des Sprechens mit elektronischen Geräten===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Baustein 1: Spracherkennung (Automatic Speech Recognition, ASR; Speech to Text, STT) ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* sorbische Ausgangslage: die folgenden Vorarbeiten sind vorhanden&lt;br /&gt;
* '''Mozilla common voice''': &lt;br /&gt;
** die sorbischen Sprachen werden hier aktuell nicht weiter ergänzt, die gesammelten Daten werden jedoch in anderen Projekten weiter verwendet&lt;br /&gt;
*** die Anzahl an Daten ist bei weitem nicht ausreichend für den Einsatz von neuronalen Technologien&lt;br /&gt;
*** die Qualität der Daten ist nur hinreichend für die Evaluation von Spracherkennungssystemen, nicht jedoch für deren Training (hierfür wird Tonstudio-Qualität benötigt)&lt;br /&gt;
** für das Obersorbische wurden bereits ca. 7.500 lizenzfreie Sätze gesammelt sowie 2 Stunden und 51 Minuten eingesprochen und validiert&lt;br /&gt;
** diese sind aktuell in sehr unterschiedlicher Qualität, sehr unausgewogen hinsichtlich der Stimmen (Geschlecht- und Alter-Verteilung)&lt;br /&gt;
** darüber hinaus lassen sich die Sätze common voice aktuell nicht thematisch zuordnen &lt;br /&gt;
** Für das Niedersorbische fehlen die Sätze und das Einsprechen&amp;lt;ref name=&amp;quot;ftn17&amp;quot;&amp;gt;vgl. [https://voice.mozilla.org/de/languages https://voice.mozilla.org/de/languages]&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;br&amp;gt;  &lt;br /&gt;
  &lt;br /&gt;
* '''Prototyp &amp;quot;smart lamp&amp;quot; / &amp;quot;digidom&amp;quot;'''&lt;br /&gt;
** 2020 startete das '''Projekt „Spracherkennung und maschinelle Übersetzung der sorbischen Sprachen'''“ der Stiftung für das sorbische Volk&lt;br /&gt;
** Durchgeführt wurde eine Machbarkeitsstudie zur automatischen Spracherkennung für die ober­sorbische Sprache vom Fraunhofer-Institut für keramische Technologien und Systeme Dresden (Abteilung Maschinelles Lernen und Datenanalyse) in Zusammenarbeit mit der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus mit folgenden Zielstellungen: &lt;br /&gt;
*** Realisierung eines prototypischen Spracherkenners für eine spezifizierte Beispielanwendung in einer stark beschränkten Sprachdomäne&lt;br /&gt;
*** Ziel wurde es, eine Smart-Home-Anwendung zu erstellen, welches mittels Sprachbefehlen eine Lampe bedienen kann, &amp;quot;digidom&amp;quot;&lt;br /&gt;
*** Einschätzung möglicher und empfohlener Technologien für die Entwicklung eines sorbischen Spracherkenners mit umfangreichem Wortschatz&lt;br /&gt;
*** Aussagen zur Anwendung der niedersorbischen Sprache&lt;br /&gt;
** Folgende Arbeitsschritte wurden bisher für dieses Projekt durchgeführt:&lt;br /&gt;
*** Statistische Auswertung von Textkorpora&lt;br /&gt;
*** Aufstellen der Phonemliste und der Ausspracheregeln&lt;br /&gt;
*** Auswahl an Aufzeichnungen aus „Common Voice“ sowie neue Aufzeichnungen wurden erstellt&lt;br /&gt;
*** Demonstrator unter Open Source Lizenz veröffentlicht&amp;lt;ref&amp;gt;vgl. [https://github.com/ZalozbaDev/web_demo_spoznawanje https://github.com/ZalozbaDev/web_demo_spoznawanje]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
*** Prototyp „digidom“ unter Open Source Lizenz veröffentlicht &amp;lt;ref&amp;gt;vgl. [https://github.com/ZalozbaDev/raspberry_pi_demo_spoznawanje https://github.com/ZalozbaDev/raspberry_pi_demo_spoznawanje]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
*** Veröfentlichung der Ergebnisse in einer Studie&amp;lt;ref&amp;gt;vgl. [http://www.essv.de/pdf/2021_43_50.pdf http://www.essv.de/pdf/2021_43_50.pdf]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
*** Veröffentlichen von Kriterien zur Auswahl eines Sprachkorpus&amp;lt;ref&amp;gt;vgl. [https://github.com/ZalozbaDev/speech_recognition_corpus_creation/blob/main/report/report_summary_german.pdf https://github.com/ZalozbaDev/speech_recognition_corpus_creation/blob/main/report/report_summary_german.pdf]&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
* '''Folgeprojekt &amp;quot;Vorbereitung der Spracherkennung für das Obersorbische für eine Diktierfunktion&amp;quot;''' 2023:&lt;br /&gt;
** Das Ziel war die Entwicklung neuer und Verbesserung bestehender akustischer Modelle für die obersorbische Spracherkennung. &lt;br /&gt;
** Hierfür sollten akustische Modelle auf größeren Audiokorpora trainiert werden.&lt;br /&gt;
*** Es erfolgte eine Erweiterung der Sprachdatensätze mittels Augmentation, d. h. Einfügen von Hintergrundgeräuschen verschiedener Stärke.&lt;br /&gt;
*** Monophon- und Triphon-basierte Modelle wurden mit dem Open-Source-ASR-Toolkit KALDI trainiert.&lt;br /&gt;
*** Die Daten für die Modelle stammen aus verschiedenen Quellen, einschließlich des Common Voice Projekts, der ersten Machbarkeitsstudie (HSB-I) und neuen Audiodaten aus dem aktuellen Projekt.&lt;br /&gt;
*** Nach der Datenaugmentation umfassten die Sprachaufnahmen insgesamt 33:31:10 Stunden und 29.229 gesprochene Sätze.&lt;br /&gt;
** Triphon-basierte Modelle zeigten eine signifikant bessere Leistung als das monophon-basierte Modell. &lt;br /&gt;
** Ein robusteres und weiterentwickeltes triphon-basiertes akustisches Modell wurde erfolgreich erstellt.&lt;br /&gt;
** Mit den folgenden Schritten erfolgte die Verbesserung der Sprachmodellierung mit den bereitgestellten Ressourcen:&lt;br /&gt;
*** Vorverarbeitung und Normalisierung der Textdaten, z. B. Erkennen von Abkürzungen und Eigennamen, Segmentierung von Wörtern in morphologische Einheiten usw.&lt;br /&gt;
*** Wortklassenmodellierung durch Erkennung benannter Einheiten aus vordefinierten Wortklassen, z. B. Datums-, Uhrzeits-, Wochentags-, Namens-, Orts- und Zahlen-Ausdrücke.&lt;br /&gt;
*** Teilwortzerlegung mittels Byte Pair Encoding (BPE) und dem Morfessor-Algorithmus, um das Vokabular zu verkleinern.&lt;br /&gt;
** Die Wahl des richtigen Teilwortzerlegungsverfahrens und der geeigneten Vokabulargröße hat einen signifikanten Einfluss auf die Leistung des Sprachmodells.&lt;br /&gt;
** Im Ergebnis konnte eine Sammlung von normalisierten Textkorpora erzeugt werden, der für das Training von statistischen Sprachmodellen basierend auf ganzen Wörtern oder Wortteilen geeignet ist.&lt;br /&gt;
* Weitere Arbeit an Robustheit und Leistungsfähigkeit von &amp;quot;digidom&amp;quot; ist nötig &amp;lt;br&amp;gt;  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* '''weitere Applikationen mittels Spracherkennung''' &lt;br /&gt;
** Spiele&lt;br /&gt;
*** Lingufino, eine interaktive Puppe, die auf Spracheingaben reagiert&lt;br /&gt;
** Diktierfunktion&lt;br /&gt;
** Simultanübersetzung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Baustein 2: Textübersetzung (Machine Translation, MT) ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* vgl. auch Kapitel 5 Abschnitt [https://koncept.serbski-inkubator.de/index.php/5._Schreiben_auf_elektronischen_Ger%C3%A4ten#.C3.9Cbersetzer Übersetzer]&lt;br /&gt;
* Notwendig: umfangreicher 2-sprachiger Textkorpus&lt;br /&gt;
** Urheberrechtsfrei, gemeinfrei oder unter Creative-Commons-Lizenz (CC0)&lt;br /&gt;
** Satzweise übersetzt&lt;br /&gt;
** Vereinheitlicht, maschinenlesbar&lt;br /&gt;
* Sorbische Ausgangslage: paralleler Textkorpus liegt im WITAJ-Sprachzentrum vor&lt;br /&gt;
* Aufgabe: laufende digitale Erfassung bestehender Übersetzungen in hoher Qualität&lt;br /&gt;
* Herausforderung: Technologieneutralität, d.&amp;amp;nbsp;h. eine Textübersetzung unabhängig von einer speziellen Technologie zu erstellen, so dass sie später in verschiedenen Produkten und Diensten genutzt werden kann (Google Translate, Microsoft Bing Translator, DeepL)&lt;br /&gt;
*  '''sotra.app''': Seit 2019 laufendes Projekt des '''WITAJ-Sprachzentrums: Aufbau eines automatischen „Online-Übersetzers Deutsch-Sorbisch, Sorbisch-Deutsch“''' &lt;br /&gt;
** seit 2021 verfügbar für Obersorbisch und seit 2022 auch in Niedersorbisch für Texte mit max. 6.000 Zeichen&lt;br /&gt;
** Übersetzungen möglich von und nach Deutsch, Ober- und Niedersorbisch und Tschechisch (Beta, von und nach den sorbischen Sprachen)&lt;br /&gt;
** zusätzlicher Service: Rechtschreibkontrolle&lt;br /&gt;
** Mitte 2022 beinhaltete der 2-sprachige Textkorpus ca. 300.000 parallele Satzpaare &lt;br /&gt;
** zukünftig geplant: OCR-Erkennung von Bildern mit Texten&lt;br /&gt;
** Historie:&lt;br /&gt;
*** Aufbau eines großen 2-sprachigen Textkorpus, Ziel bis Ende 2020 ca. 170.000 Satzpaare (ca. 2 Mio. Wörter)&lt;br /&gt;
*** Ende 2021 beinhaltete der 2-sprachige Textkorpus ca. 260.000 parallele Satzpaare &lt;br /&gt;
*** das Projekt startete mit dem Tool Microsoft Translator Hub (eingestellt durch Microsoft)&lt;br /&gt;
*** es wird nun der Ansatz verfolgt, offene Plattformen zu nutzen, um Unabhängigkeit von den Firmen Google, Microsoft, DeepL usw. und deren wirtschaftlichen Interessen zu bewahren&lt;br /&gt;
*** aktuell wird das statistische System MOSES-decoder genutzt&lt;br /&gt;
*** parallel erfolgen Tests des neuronalen Systems OpenNMT (Python)&lt;br /&gt;
* '''Microsoft Bing Translator'''&amp;lt;ref name=&amp;quot;ftn46&amp;quot;&amp;gt;vgl. [https://www.bing.com/translator https://www.bing.com/translator]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
** Der Bing Translator konnte mittels des 2-sprachigen Teytkorpus des WITAJ-Sprachzentrums auf beide sorbische Sprachen trainiert werden:&lt;br /&gt;
** Obersorbisch wird seit 2022 mit aktuell max. 1.000 Zeichen pro Text unterstützt.&lt;br /&gt;
** Niedersorbisch wird seit 2023 mit aktuell max. 1.000 Zeichen pro Text unterstützt.&lt;br /&gt;
** In der Microsoft Bing Translator App wird lediglich die Funktion 'Text übersetzen' unterstützt. Es fehlen die Funktionen 'Sprechen' (STT), 'autom. Spracherkennung', 'Text in Bild übersetzen', 'Audiowiedergabe der Übersetzung' (TTS), 'Offline übersetzen'.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Baustein 3: Intention erkennen und Anweisungen ausführen  ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Hierzu sind keine sorbischen Projekte bekannt. Es kann zu einem späteren Zeitpunkt im Bedarfsfall ggf. auf bereits bestehende Projekte zurückgegriffen werden, wie z.&amp;amp;nbsp;B. [https://wit.ai/ https://wit.ai/].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Baustein 4: Sprachausgabe (Text to Speech, TTS) ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Erste Projekte in die Richtung Sprachausgabe wurden bereits umgesetzt:&lt;br /&gt;
* '''Audioversion des Deutsch-Niedersorbischen Wörterbuchs (nicht als TTS realisiert)'''&lt;br /&gt;
** Für die niedersorbische Sprache wurden vom Sorbischen Institut seit 2014 Tondateien erstellt und in die online-Fassung des Deutsch-Niedersorbischen Wörterbuchs integriert. In einer wissenschaftlichen Studie wurden zudem die verschiedenen Erfahrungen mit praktischen Schwierigkeiten bei der Aussprache verarbeitet. Diese Studie diente dazu, im Jahre 2018 einen praktischen online-Führer zur Aussprache des Niedersorbischen zu erarbeiten. Hochwertige Tonaufnahmen wurden zusammengestellt und bestimmten Lautgruppen bzw. für den Spracherwerb wichtigen lautlichen Phänomenen zugeordnet, mit wichtigen erläuternden Texten ergänzt und auf [http://www.dolnoserbski.de www.dolnoserbski.de] als neue Dienstleistung angeboten. Dadurch steht erstmals eine praktische, durch Tonbeispiele illustrierte Anleitung zur Aussprache des Niedersorbischen zur Verfügung.&lt;br /&gt;
* '''Entwicklung einer Vorlesefunktion für die nieder- und obersorbische Schriftsprache'''&lt;br /&gt;
** Seit 2018 erfolgen die Konzeption, Planung und Entwicklung einer Vorlesesoftware für Nieder- und Obersorbisch für die Integration in Webseiten, Online-Wörterbücher u.&amp;amp;nbsp;ä. durch das Sorbische Institut in Bautzen. Geplanter Abschluss ist 2023.&lt;br /&gt;
** Seit 2023 können die beiden Vorlesestimmen Juro (niedersorbisch) und Matej (obersorbisch) in einer ersten Version ausprobiert werden.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl. [http://tts-juro-matej.serbski-institut.de http://tts-juro-matej.serbski-institut.de], [https://www.serbski-institut.de/projekte-sprachwissenschaft/entwicklung-einer-vorlesefunktion-fuer-die-nieder-und-obersorbische-schriftsprache/ Projektseite SI], [https://www.serbski-institut.de/erste-version-der-sorbischen-vorlesefunktion-und-sprachlandschaft-schleife/ Pressemitteilung SI]&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
* '''Bookii-Bücher in sorbischer Sprache'''&amp;lt;ref&amp;gt;vgl. [https://www.domowina-verlag.de/kinderbuecher/bookii-buecher.html?limit=20 https://www.domowina-verlag.de/kinderbuecher/bookii-buecher.html?limit=20]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
** Aktuell gibt es 9 Bookii-Bücher in obersorbischer Sprache&lt;br /&gt;
** und 3 Bookii-Bücher in niedersorbischer Sprache.&lt;br /&gt;
* '''bamborak''', TTS-System für Obersorbisch&amp;lt;ref name=&amp;quot;ftn56&amp;quot;&amp;gt;vgl. [https://gaussia.de/bamborak/ https://gaussia.de/bamborak]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
** Seit 2022 entwickelt K. Baier ein obersorbisches TTS-System auf Basis eines neuronalen Netzes.&lt;br /&gt;
** Bisher wurden hierfür ca. 2.400 Sätze aufgenommen und durch das neuronale Netz verarbeitet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Übersicht von bisherigen Maßnahmen und Projekten bzgl. Sprachassistenz ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weitere Projekte zu Wörterbüchern u.&amp;amp;nbsp;ä. werden in Abschnitt 5.3.2 &amp;quot;Übersicht von bisherigen Maßnahmen und Projekten bzgl. Schreibunterstützung&amp;quot; genannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| style=&amp;quot;border-spacing:0;&amp;quot;&lt;br /&gt;
|- style=&amp;quot;background-color:#d9e2f3;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot;&lt;br /&gt;
|| '''Name'''&lt;br /&gt;
|| '''Beschreibung'''&lt;br /&gt;
|| '''Zeitraum'''&lt;br /&gt;
|| '''Verantwortlich'''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | '''Audioversion des Deutsch-Niedersorbischen Wörterbuchs'''&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | Tonbeispiele zur Aussprache des Niedersorbischen&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | Seit 2014&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | Sorbisches Institut&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | '''Erarbeitung eines online-Führers mit Tonbeispielen zur Aussprache des Niedersorbischen'''&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | Veröffentlichung auf [http://www.dolnoserbski.de www.dolnoserbski.de]&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | 2018&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | Sorbisches Institut, gefördert durch die Stiftung für das sorbische Volk&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | '''Entwicklung einer Vorlesefunktion für die nieder- und obersorbische Schriftsprache'''&amp;lt;ref name=&amp;quot;ftn18&amp;quot;&amp;gt;vgl. [https://www.serbski-institut.de/de/Entwicklung-einer-Vorlesefunktion-fuer-die-nieder--und-obersorbische-Schriftsprache/ https://www.serbski-institut.de/de/Entwicklung-einer-Vorlesefunktion-fuer-die-nieder--und-obersorbische-Schriftsprache/]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | Konzeption, Planung und Entwicklung einer Vorlesesoftware für Nieder- und Obersorbisch (geplanter Abschluss 2023)&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | Seit 2018&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | Sorbisches Institut, gefördert durch das Sächsische Staatsministerium für Wissenschaft, Kultur und Tourismus (SMWK)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | '''Online-Übersetzer Deutsch-Sorbisch, Sorbisch-Deutsch'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''(zunächst Obersorbisch)'''&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | Entwicklung und Bereitstellung eines Online-Übersetzungsdienstes für Sätze und Texte, Deutsch-Sorbisch und Sorbisch-Deutsch. Als Übersetzungs­grundlage dient ein bilingualer Textkorpus, welcher erstellt wird und für das Training eines Übersetzungssystems verwendet wird.&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | Seit 2019 &lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | WITAJ-Sprachzentrum, gefördert durch die Stiftung für das sorbische Volk&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | '''Mozilla Common Voice obersorbisch und niedersorbisch'''&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | Erstellung von öffentlich zugänglichen Sprachdaten, diese stehen via CC0-Lizenz zur freien Nutzung zur Verfügung, z.&amp;amp;nbsp;B. für das Training eine Spracherkennungs-Engine&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | Seit 2019&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | engagierte Privat­personen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | '''Spracherkennung und maschinelle Übersetzung der sorbischen Sprachen'''&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | Machbarkeitsstudie zur automatischen Spracherkennung für die obersorbische Sprache, Prototypen &amp;quot;smart lamp&amp;quot; und &amp;quot;digidom&amp;quot;&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | Seit 2020&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | Stiftung für das sorbische Volk&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | '''Bereitstellung von interaktiven Spielzeugen und Büchern in den sorbischen Sprachen'''&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | Bereitstellung von interaktiven Bookii-Büchern und der sprechenden interaktiven Puppe Lingufino in den sorbischen Sprachen&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | Seit 2018&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | Domowina Verlag gGmbH und  Medienpädagogisches Projekt LUCIJA des Sorbischen Schulvereins e. V., gefördert durch die Stiftung für das sorbische Volk &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | '''Bereitstellung von Online-Vorlesefunktionen in obersorbischer Sprache'''&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | Vorlesefunktion auf Basis neuronaler Netze für Zahlen und Uhrzeit&amp;lt;ref name=&amp;quot;ftn&amp;quot;&amp;gt;vgl. [https://gaussia.de/slp/ https://gaussia.de/slp]&amp;lt;/ref&amp;gt; sowie für Texte&amp;lt;ref name=&amp;quot;ftn56&amp;quot;&amp;gt;vgl. [https://gaussia.de/bamborak/ https://gaussia.de/bamborak]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | Seit ca. 2020&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | eine engagierte Privatperson&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Fazit ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für eine funktionierende Spracherkennung der sorbischen Sprachen ist es noch ein weiter Weg, auf dem die ersten Schritte bereits gegangen wurden. Eine breite Basis an digitalen Wortsammlungen (sog. linguistischen Ressourcen) in Form von Wörterbüchern, Textkorpora sowie entsprechende morphologische Generatoren sind für beide sorbische Sprachen vorhanden, vgl. Kapitel [[5._Schreiben_auf_elektronischen_Geräten|5. Schreiben auf elektronischen Geräten]]. Hierfür sind noch die Nutzungsrechte zu klären, vgl. Kapitel [[10._Open_Access_Open_Data_Lizenzen|10. Open Access, Open Data, Lizenzen]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die hierauf aufbauenden digitalen sorbischen Sprachdienste werden aktuell gerade erst die Grundlagen gelegt oder eruiert. Für die Umsetzung einer Spracherkennung laufen aktuell 2 Projekte: das freiwillige Projekt der Sammlung von Sprachdaten mittels Mozilla common voice sowie das Projekt „Spracherkennung und maschinelle Übersetzung der sorbischen Sprachen“ der Stiftung für das sorbische Volk. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die Umsetzung einer automatischen Textübersetzung gibt es das Projekt „Online-Übersetzer Deutsch-Sorbisch, Sorbisch-Deutsch“ des WITAJ-Sprachzentrums. Dieses bezieht sich aktuell zunächst auf obersorbische Texte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für den Baustein&amp;amp;nbsp;3 „Intention erkennen, Anweisungen ausführen“ gibt es keine speziellen sorbischen Projekte, jedoch eine Reihe weltweiter Projekte, einige davon open source. Sind die weiteren Bausteine realisiert, so kann ein passendes System für die Umsetzung dieses Bausteins recherchiert werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die Sprachausgabe entwickelt das Sorbische Institut bereits eine Vorlesefunktion für beide sorbischen Sprachen, welche voraussichtlich 2023 abgeschlossen ist. Ebenso werden vom Sorbischen Institut die niedersorbischen Online-Wörterbücher nach und nach mit Tonbeispielen unterlegt. Für das Niedersorbische sind hierfür bereits umfangreiche Tonbeispiele zur Aussprache des Niedersorbischen auf [http://www.dolnoserbski.de www.dolnoserbski.de] veröffentlicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Zukünftige Maßnahmen bzgl. Sprachassistenz ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;background-color:#f6f6f6;border:1px solid #DCDCDC;padding:0.6em 0.8em;margin:0.6em 0 1em 0;&amp;quot;&amp;gt;'''Letzte Aktualisierung des Abschnitts: 2021''' &amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Bewertung der Maßnahmen'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bewertet werden Aufwand und Nutzen als grobe Einschätzungen von 1 (gering) bis 4 (sehr hoch bzw. sehr groß).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* '''Aufwand''': umfasst die geschätzten Kosten, Zeit und Personal&lt;br /&gt;
* '''Nutzen''': erwarteter Beitrag zu Vision und Zielen des Themenbereichs sowie zu den [https://koncept.serbski-inkubator.de/index.php/2.3_Strategische_Ziele_f%C3%BCr_die_sorbische_Kultur_und_Sprache strategischen Zielen für die sorbische Kultur und Sprache]&lt;br /&gt;
* '''Attraktivität''': Nutzen minus Aufwand: positiv = hoch, 0 = mittel, negativ = gering. Sie dient der Orientierung und ersetzt keine Priorisierung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== &amp;lt;span id=&amp;quot;M1.1_1&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;1.1_1 – Entwicklung einer obersorbischen Spracherkennung (HSB) ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot; style=&amp;quot;width:100%;background-color:#ffffff;color:#202122;&amp;quot;&lt;br /&gt;
! colspan=&amp;quot;2&amp;quot; style=&amp;quot;background-color:#d9e2f3;text-align:left;&amp;quot; | Maßnahme 1.1_1 – Entwicklung einer obersorbischen Spracherkennung (HSB)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;width:20%;text-align:left;&amp;quot; | Ziel&lt;br /&gt;
| Eine obersorbische Spracherkennung steht als Sprachdienst zur Verfügung und kann in priorisierten Anwendungen genutzt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left;&amp;quot; | Inhalt&lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
* Bereitstellung geeigneter Sprachdaten&lt;br /&gt;
* Entwicklung oder Anpassung von Spracherkennungsmodellen&lt;br /&gt;
* Qualitätsprüfung &lt;br /&gt;
* Bereitstellung über dokumentierte Schnittstellen&lt;br /&gt;
* Einbindung in Anwendungen &lt;br /&gt;
* Absicherung von Betrieb und Pflege&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left;&amp;quot; | Bewertung&lt;br /&gt;
| '''Aufwand: hoch''' (3/4) · '''Nutzen: sehr groß''' (4/4) · '''Attraktivität: hoch''' (+1)&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! colspan=&amp;quot;2&amp;quot; style=&amp;quot;background-color:#eaf0f8;text-align:left;&amp;quot; | Umsetzungsstand und weitere Planung (Stand: 2026)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left;&amp;quot; | Status&lt;br /&gt;
| 🟡 '''in Bearbeitung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left;&amp;quot; | Abgeschlossene Projekte&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
* '''2020-2021:''' Machbarkeitsstudie und Demonstrator „smart lamp / mudra lampa“ („digidom #1“)&lt;br /&gt;
** Fraunhofer IKTS und BTU Cottbus im Auftrag der Stiftung für das sorbische Volk&lt;br /&gt;
** [https://zalozba.de/medien/pressearchiv/detail/digidom-1-mudra-lampa/ Informationen zum Projekt]&lt;br /&gt;
* '''2023:''' Folgeprojekt „Vorbereitung der Spracherkennung für das Obersorbische für eine Diktierfunktion“&lt;br /&gt;
** Stiftung für das sorbische Volk.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left;&amp;quot; | Laufende Projekte&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
*  '''seit 2019:''' Mozilla Common Voice Obersorbisch; Sprachaufnahmen und Prüfung durch freiwillig Mitwirkende&lt;br /&gt;
** Stiftung für das sorbische Volk und WITAJ-Sprachzentrum unterstützen den Beteiligungsaufruf&lt;br /&gt;
** '''Stand 2026:''' Erweiterung des Datenbestands veröffentlicht, [https://discourse.mozilla.org/t/common-voice-scripted-speech-v27-0-and-spontaneous-speech-v5-0-released/149490 siehe Meldung]&lt;br /&gt;
* '''seit 2023:''' Entwicklung und Verbesserung von Modellen zur Automatischen Spracherkennung für Nieder- und Obersorbisch&lt;br /&gt;
** Sorbisches Institut&lt;br /&gt;
** [https://www.serbski-institut.de/projekte-sprachwissenschaft/entwicklung-und-verbesserung-von-modellen-zur-automatischen-spracherkennung-fuer-nieder-und-obersorbisch/ Informationen zum Projekt]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left;&amp;quot; | Offene Schritte&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
# Priorisierte Anwendungen und Qualitätskriterien festlegen.&lt;br /&gt;
# Vorhandene Sprachdaten und Modelle prüfen; Datenlücken und offene Nutzungsrechte klären.&lt;br /&gt;
# Spracherkennungsmodell und Sprachdienst entwickeln und anhand der Qualitätskriterien prüfen.&lt;br /&gt;
# Priorisierten Anwendungsfall pilotieren.&lt;br /&gt;
# Produktive Nutzung sowie Finanzierung, Betrieb und Pflege verbindlich organisieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== &amp;lt;span id=&amp;quot;M1.1_2&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;1.1_2 – Entwicklung einer niedersorbischen Spracherkennung (DSB) ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot; style=&amp;quot;width:100%;background-color:#ffffff;color:#202122;&amp;quot;&lt;br /&gt;
! colspan=&amp;quot;2&amp;quot; style=&amp;quot;background-color:#d9e2f3;text-align:left;&amp;quot; | Maßnahme 1.1_2 – Entwicklung einer niedersorbischen Spracherkennung (DSB)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;width:20%;text-align:left;&amp;quot; | Ziel&lt;br /&gt;
| Eine niedersorbische Spracherkennung steht als Sprachdienst zur Verfügung und kann in priorisierten Anwendungen genutzt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left;&amp;quot; | Inhalt&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
* Bereitstellung geeigneter niedersorbischer Sprachaufnahmen und zugehöriger Texte&lt;br /&gt;
* Entwicklung oder Anpassung von Spracherkennungsmodellen&lt;br /&gt;
* Qualitätsprüfung mit unterschiedlichen Sprecherinnen und Sprechern&lt;br /&gt;
* Bereitstellung über dokumentierte Schnittstellen&lt;br /&gt;
* Einbindung in Anwendungen&lt;br /&gt;
* Absicherung von Betrieb und Pflege&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left;&amp;quot; | Bewertung&lt;br /&gt;
| '''Aufwand: sehr hoch''' (4/4) · '''Nutzen: sehr groß''' (4/4) · '''Attraktivität: mittel''' (0)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! colspan=&amp;quot;2&amp;quot; style=&amp;quot;background-color:#eaf0f8;text-align:left;&amp;quot; | Umsetzungsstand und weitere Planung (Stand: 2026)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left;&amp;quot; | Status&lt;br /&gt;
| 🟡 '''in Bearbeitung''' &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Datensammlung und Modellentwicklung sind dokumentiert. &lt;br /&gt;
* Entwicklungsstand und Verfügbarkeit eines nutzbaren Sprachdienstes: &amp;lt;mark&amp;gt;prošu dodać&amp;lt;/mark&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left;&amp;quot; | Abgeschlossene Projekte&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
* &amp;lt;mark&amp;gt;prošu dodać&amp;lt;/mark&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left;&amp;quot; | Laufende Projekte&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
* '''seit 2023:''' Entwicklung und Verbesserung von Modellen zur Automatischen Spracherkennung für Nieder- und Obersorbisch&lt;br /&gt;
** Sorbisches Institut, gefördert durch die Stiftung für das sorbische Volk&lt;br /&gt;
** Niedersorbische Pilotphase ab 2023, Fertigstellung eines Prototyps für 2024 vorgesehen. &lt;br /&gt;
** &amp;lt;mark&amp;gt;staw prošu dodać&amp;lt;/mark&amp;gt;&lt;br /&gt;
** [https://www.serbski-institut.de/projekte-sprachwissenschaft/entwicklung-und-verbesserung-von-modellen-zur-automatischen-spracherkennung-fuer-nieder-und-obersorbisch/ Informationen zum Projekt]&lt;br /&gt;
* '''seit 2026:''' Mozilla Common Voice Niedersorbisch&lt;br /&gt;
** initiiert vom WITAJ-Sprachzentrum Cottbus&lt;br /&gt;
** Gewinnung und Einweisung von Sprecherinnen und Sprechern für die Sammlung von Sprachaufnahmen&lt;br /&gt;
** &amp;lt;mark&amp;gt;staw dodać?&amp;lt;/mark&amp;gt;&lt;br /&gt;
** [https://www.witaj-sprachzentrum.de/niedersorbisch/2026/09/30/common-voice-projekt-fuer-niedersorbisch-vorgestellt/ Informationen zum Projekt]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left;&amp;quot; | Offene Schritte&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
# Priorisierte Anwendungen, insbesondere eine Diktierfunktion, und anwendungsbezogene Qualitätskriterien festlegen.&lt;br /&gt;
# Vorhandene Sprachaufnahmen und Texte auf Qualität, Sprecherabdeckung, Datenlücken und Nutzungsrechte prüfen; weitere Datensammlung darauf ausrichten.&lt;br /&gt;
# Spracherkennungsmodell und Sprachdienst entwickeln oder anpassen, anhand der Qualitätskriterien prüfen und in einer priorisierten Anwendung erproben.&lt;br /&gt;
# Produktive Nutzung sowie Finanzierung, Betrieb und Pflege verbindlich organisieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== &amp;lt;span id=&amp;quot;M1.1_3&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;1.1_3 – Entwicklung eines obersorbischen Übersetzungsdienstes für Texte (HSB) ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot; style=&amp;quot;width:100%;background-color:#ffffff;color:#202122;&amp;quot;&lt;br /&gt;
! colspan=&amp;quot;2&amp;quot; style=&amp;quot;background-color:#d9e2f3;text-align:left;&amp;quot; | Maßnahme 1.1_3 – Entwicklung eines obersorbischen Übersetzungsdienstes für Texte (HSB)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;width:20%;text-align:left;&amp;quot; | Ziel&lt;br /&gt;
| Ein Übersetzungsdienst zwischen Obersorbisch und Deutsch steht zur Verfügung, kann auf den meistgenutzten elektronischen Geräten genutzt und in priorisierte Anwendungen eingebunden werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left;&amp;quot; | Inhalt&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
* Aufbau und Pflege geeigneter einsprachiger Textsammlungen und zweisprachiger Parallelkorpora&lt;br /&gt;
* Entwicklung und Weiterentwicklung von Übersetzungsmodellen&lt;br /&gt;
* Sprachliche und technische Qualitätsprüfung&lt;br /&gt;
* Bereitstellung als nutzerfreundlicher Online-Dienst und über dokumentierte Schnittstellen&lt;br /&gt;
* Einbindung in Anwendungen sowie Verbindung mit Spracherkennung und Sprachausgabe&lt;br /&gt;
* Absicherung von Betrieb und Pflege&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left;&amp;quot; | Bewertung&lt;br /&gt;
| '''Aufwand: hoch''' (3/4) · '''Nutzen: sehr groß''' (4/4) · '''Attraktivität: hoch''' (+1)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! colspan=&amp;quot;2&amp;quot; style=&amp;quot;background-color:#eaf0f8;text-align:left;&amp;quot; | Umsetzungsstand und weitere Planung (Stand: 2026)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left;&amp;quot; | Status&lt;br /&gt;
| 🔵 '''laufende Daueraufgabe''' &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Übersetzungsangebote sind verfügbar&lt;br /&gt;
* Qualitätsverbesserung, Erweiterung und Betrieb werden fortgeführt&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left;&amp;quot; | Abgeschlossene Projekte&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
* '''2019-2021:''' Entwicklung und Veröffentlichung der ersten &amp;quot;sotra&amp;quot;-Version für Obersorbisch–Deutsch und Deutsch–Obersorbisch&lt;br /&gt;
** WITAJ-Sprachzentrum mit externen Entwicklungspartnern, gefördert durch die Stiftung für das sorbische Volk&lt;br /&gt;
** Öffentliche Bereitstellung im März 2021&lt;br /&gt;
** [https://www.witaj-sprachzentrum.de/obersorbisch/portfolio-items/online-uebersetzer-sotra/ Projektchronik]&lt;br /&gt;
* '''2022:''' Aufnahme des Obersorbischen in den Microsoft Translator&lt;br /&gt;
** Microsoft, unterstützt durch die Stiftung für das sorbische Volk, das WITAJ-Sprachzentrums und das Sorbische Institut&lt;br /&gt;
** Text- und Dokumentübersetzung seit Februar 2022 verfügbar&lt;br /&gt;
** [https://www.microsoft.com/en-us/translator/blog/2022/02/21/translator-celebrates-international-mother-language-day-by-adding-upper-sorbian/ Informationen zur Veröffentlichung]&lt;br /&gt;
* '''2025/2026:''' Neues &amp;quot;sotra&amp;quot;-Modell für Deutsch–Obersorbisch&lt;br /&gt;
** WITAJ-Sprachzentrum und text2knowledge (t2k), Dresden&lt;br /&gt;
** im Januar 2026 öffentlich vorgestellt&lt;br /&gt;
** [https://www.witaj-sprachzentrum.de/obersorbisch/2026/01/05/sotra-app-mit-neuem-modell-fuer-die-uebersetzungsrichtung-deutsch-obersorbisch/ Informationen zum Modell]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left;&amp;quot; | Laufende Projekte&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
* '''Seit 2021:''' Betrieb und Weiterentwicklung von &amp;quot;sotra&amp;quot; für Obersorbisch&lt;br /&gt;
** WITAJ-Sprachzentrum&lt;br /&gt;
** Ausbau der Textkorpora und Weiterentwicklung der Übersetzungsmodelle&lt;br /&gt;
** &amp;lt;mark&amp;gt; dalše dodać?&amp;lt;/mark&amp;gt;&lt;br /&gt;
** [https://www.witaj-sprachzentrum.de/obersorbisch/wp-content/uploads/sites/3/2026/05/T%C3%A4tigkeitsbericht-2025.pdf Tätigkeitsbericht 2025, S. 3 und 6], [https://www.witaj-sprachzentrum.de/niedersorbisch/wp-content/uploads/sites/2/2026/06/Arbeitsplan-2026.pdf Arbeitsplan 2026, S. 3 und 5]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left;&amp;quot; | Offene Schritte&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
# Textkorpora anhand tatsächlich auftretender Übersetzungsfehler, fehlender Fachbegriffe und benötigter Textarten erweitern, Nutzungsrechte dokumentieren.&lt;br /&gt;
# Vorhandene Schnittstellen und Einbindungsmöglichkeiten prüfen, dokumentieren und für priorisierte Anwendungen nutzbar machen.&lt;br /&gt;
# Die geplante Verbindung mit der obersorbischen Sprachausgabe gemäß [[#M1.1_5|Maßnahme 1.1_5]] prüfen und umsetzen, die Eignung für Simultanübersetzung gemeinsam mit [[#M1.1_1|Maßnahme 1.1_1]] gesondert erproben.&lt;br /&gt;
# Finanzierung, technische Betreuung und regelmäßige Qualitätsprüfung langfristig absichern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== &amp;lt;span id=&amp;quot;M1.1_4&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;1.1_4 – Entwicklung eines niedersorbischen Übersetzungsdienstes für Texte (DSB) ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot; style=&amp;quot;width:100%;background-color:#ffffff;color:#202122;&amp;quot;&lt;br /&gt;
! colspan=&amp;quot;2&amp;quot; style=&amp;quot;background-color:#d9e2f3;text-align:left;&amp;quot; | Maßnahme 1.1_4 – Entwicklung eines niedersorbischen Übersetzungsdienstes für Texte (DSB)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;width:20%;text-align:left;&amp;quot; | Ziel&lt;br /&gt;
| Ein Übersetzungsdienst zwischen Niedersorbisch und Deutsch &amp;lt;mark&amp;gt;steht zur Verfügung, kann auf den meistgenutzten elektronischen Geräten genutzt und in priorisierte Anwendungen eingebunden werden.&amp;lt;/mark&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left;&amp;quot; | Inhalt&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
* Aufbau und Pflege geeigneter niedersorbischer Textsammlungen und zweisprachiger Parallelkorpora&lt;br /&gt;
* Entwicklung und Weiterentwicklung von Übersetzungsmodellen unter Nutzung geeigneter gemeinsamer Bausteine mit dem Obersorbischen&lt;br /&gt;
* Eigenständige sprachliche und technische Qualitätsprüfung für Niedersorbisch&lt;br /&gt;
* Bereitstellung als nutzerfreundlicher Online-Dienst und über dokumentierte Schnittstellen&lt;br /&gt;
* Einbindung in Anwendungen sowie Verbindung mit Spracherkennung und Sprachausgabe&lt;br /&gt;
* Absicherung von Betrieb und Pflege&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left;&amp;quot; | Bewertung&lt;br /&gt;
| '''Aufwand: sehr hoch''' (4/4) · '''Nutzen: sehr groß''' (4/4) · '''Attraktivität: mittel''' (0)&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! colspan=&amp;quot;2&amp;quot; style=&amp;quot;background-color:#eaf0f8;text-align:left;&amp;quot; | Umsetzungsstand und weitere Planung (Stand: 2026)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left;&amp;quot; | Status&lt;br /&gt;
| 🔵 '''laufende Daueraufgabe''' &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Übersetzungsangebote sind verfügbar&lt;br /&gt;
* Qualitätsverbesserung, Erweiterung und Betrieb werden fortgeführt&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left;&amp;quot; | Abgeschlossene Projekte&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
* '''2021-2022:''' Entwicklung und Veröffentlichung der niedersorbischen &amp;quot;sotra&amp;quot;-Version&lt;br /&gt;
** WITAJ-Sprachzentrum mit externen Entwicklungspartnern und Unterstützung des Sorbischen Instituts durch Sprachdaten&lt;br /&gt;
** Seit 2022: Übersetzungen zwischen Niedersorbisch und Deutsch sowie zwischen Nieder- und Obersorbisch&lt;br /&gt;
** [https://www.witaj-sprachzentrum.de/niedersorbisch/2022/09/15/online-uebersetzungsprogramm-sotra-jetzt-auch-fuer-niedersorbisch/ Informationen zur Veröffentlichung]&lt;br /&gt;
* '''2023:''' Aufnahme des Niedersorbischen in den Microsoft Translator&lt;br /&gt;
** Microsoft, unterstützt durch die Stiftung für das sorbische Volk, das Sorbische Institut und das WITAJ-Sprachzentrum&lt;br /&gt;
** Text- und Dokumentübersetzung seit 2023 verfügbar&lt;br /&gt;
** [https://www.microsoft.com/en-us/translator/blog/2023/04/20/introducing-lower-sorbian/ Informationen zur Veröffentlichung]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left;&amp;quot; | Laufende Projekte&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
* '''Seit 2022:''' Weiterentwicklung und Betrieb von &amp;quot;sotra&amp;quot; für Niedersorbisch&lt;br /&gt;
** WITAJ-Sprachzentrum, Zusammenarbeit mit text2knowledge (t2k) &lt;br /&gt;
** Erweiterung der niedersorbischen Textkorpora und Verbesserung der Übersetzungsmodelle&lt;br /&gt;
** &amp;lt;mark&amp;gt;dalše dodać?&amp;lt;/mark&amp;gt;&lt;br /&gt;
** [https://www.witaj-sprachzentrum.de/obersorbisch/wp-content/uploads/sites/3/2026/05/T%C3%A4tigkeitsbericht-2025.pdf Tätigkeitsbericht 2025, S. 3 und 6], [https://www.witaj-sprachzentrum.de/niedersorbisch/wp-content/uploads/sites/2/2026/06/Arbeitsplan-2026.pdf Arbeitsplan 2026, S. 3 und 5]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left;&amp;quot; | Offene Schritte&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
# Fehlende Textarten, Fachbegriffe und sprachliche Erscheinungen in den Textkorpora gezielt ergänzen, Nutzungsrechte dokumentieren.&lt;br /&gt;
# Übertragbare technische Lösungen aus [[#M1.1_3|Maßnahme 1.1_3]] nutzen, ihre Qualität für Niedersorbisch gesondert prüfen.&lt;br /&gt;
# Schnittstellen für priorisierte Anwendungen dokumentieren und die Verbindung mit [[#M1.1_6|niedersorbischer Sprachausgabe]] erproben, Anforderungen einer späteren Simultanübersetzung mit [[#M1.1_2|niedersorbischer Spracherkennung]] gesondert prüfen.&lt;br /&gt;
# Finanzierung, technische Betreuung und regelmäßige Qualitätsprüfung langfristig absichern.&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== &amp;lt;span id=&amp;quot;M1.1_5&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;1.1_5 – Entwicklung einer obersorbischen Sprachausgabe (HSB) ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot; style=&amp;quot;width:100%;background-color:#ffffff;color:#202122;&amp;quot;&lt;br /&gt;
! colspan=&amp;quot;2&amp;quot; style=&amp;quot;background-color:#d9e2f3;text-align:left;&amp;quot; | Maßnahme 1.1_5 – Entwicklung einer obersorbischen Sprachausgabe (HSB)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;width:20%;text-align:left;&amp;quot; | Ziel&lt;br /&gt;
| Eine obersorbische Sprachausgabe steht als Sprachdienst zur Verfügung und kann Texte in priorisierten Anwendungen verständlich vorlesen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left;&amp;quot; | Inhalt&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
* Bereitstellung geeigneter Sprachaufnahmen, Texte und Ausspracheinformationen&lt;br /&gt;
* Entwicklung oder Anpassung von Modellen zur automatischen Sprachausgabe (Text-to-Speech, TTS)&lt;br /&gt;
* Qualitätsprüfung hinsichtlich Aussprache, Verständlichkeit und Natürlichkeit&lt;br /&gt;
* Bereitstellung über dokumentierte Schnittstellen&lt;br /&gt;
* Einbindung in Webseiten, Übersetzungsdienste und weitere priorisierte Anwendungen&lt;br /&gt;
* Absicherung von Betrieb und Pflege&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left;&amp;quot; | Bewertung&lt;br /&gt;
| '''Aufwand: hoch''' (3/4) · '''Nutzen: sehr groß''' (4/4) · '''Attraktivität: hoch''' (+1)&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! colspan=&amp;quot;2&amp;quot; style=&amp;quot;background-color:#eaf0f8;text-align:left;&amp;quot; | Umsetzungsstand und weitere Planung (Stand: 2026)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left;&amp;quot; | Status&lt;br /&gt;
| 🟡 '''in Bearbeitung''' &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Vorlesefunktionen sind vorhanden&lt;br /&gt;
* Einbindung in priorisierten Anwendungen ist noch in Entwicklung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left;&amp;quot; | Abgeschlossene Projekte&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
* '''2018-2024:''' Entwicklung einer Vorlesefunktion für die nieder- und obersorbische Schriftsprache – obersorbischer Teil „Matej“&lt;br /&gt;
** Sorbisches Institut, Förderung durch den Freistaat Sachsen&lt;br /&gt;
** Erste öffentliche Version 2023&lt;br /&gt;
** [https://www.serbski-institut.de/projekte-sprachwissenschaft/entwicklung-einer-vorlesefunktion-fuer-die-nieder-und-obersorbische-schriftsprache/ Informationen zum Projekt]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left;&amp;quot; | Laufende Projekte&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
* '''Seit 2025:''' Bereitstellung und Webeinbindung der Vorlesefunktion „Matej“&lt;br /&gt;
** Sorbisches Institut&lt;br /&gt;
** Auf den obersorbischen Institutsseiten eingebunden, Erweiterung auf weitere Webseiten möglich.&lt;br /&gt;
** &amp;lt;mark&amp;gt;dalše dodać?&amp;lt;/mark&amp;gt;&lt;br /&gt;
** [https://www.serbski-institut.de/projekte-sprachwissenschaft/entwicklung-einer-vorlesefunktion-fuer-die-nieder-und-obersorbische-schriftsprache/ Informationen zum Dienst] · [https://github.com/Sorbisches-Institut/Serbski-TTS Programmkomponenten]&lt;br /&gt;
* '''Seit 2022:''' bamborak – obersorbische Sprachausgabe&lt;br /&gt;
** Korla Baier, frei zugängliches Entwicklungsprojekt&lt;br /&gt;
** Software und Modelle sind veröffentlicht&lt;br /&gt;
** &amp;lt;mark&amp;gt;aktualny staw dodać?&amp;lt;/mark&amp;gt;&lt;br /&gt;
** [https://digiserb.de/projekt/bamborak/ Projektbeschreibung] · [https://github.com/Korla-tech/bamborak Quellcode und Hinweise zu den Modellen]&lt;br /&gt;
* '''Seit 2025:''' Vorlesefunktionen im Umfeld von serbski.chat und &amp;quot;sotra&amp;quot;&lt;br /&gt;
** WITAJ-Sprachzentrum&lt;br /&gt;
** seit 2025: Vorlesefunktionen in serbski.chat &lt;br /&gt;
** Die Verbindung von &amp;quot;sotra&amp;quot; mit den Vorlesefunktionen des Sorbischen Instituts und bamborak ist für 2026 vorgesehen.&lt;br /&gt;
** &amp;lt;mark&amp;gt;aktualny staw dodać?&amp;lt;/mark&amp;gt;&lt;br /&gt;
** [https://www.witaj-sprachzentrum.de/obersorbisch/wp-content/uploads/sites/3/2026/05/T%C3%A4tigkeitsbericht-2025.pdf Tätigkeitsbericht 2025, S. 7] · [https://www.witaj-sprachzentrum.de/niedersorbisch/wp-content/uploads/sites/2/2026/06/Arbeitsplan-2026.pdf Arbeitsplan 2026, S. 5]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left;&amp;quot; | Offene Schritte&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
# Qualität, Nutzungsbedingungen und Einbindungsmöglichkeiten von Matej und bamborak gemeinsam mit den Entwicklern erheben.&lt;br /&gt;
# Priorisierte Anwendungen und passende Qualitätskriterien festlegen, insbesondere für barrierearmes Vorlesen, Übersetzungsdienste und Lernmaterialien.&lt;br /&gt;
# Aussprachefehler und fehlende Sprachdaten gezielt bearbeiten, Rechte an Aufnahmen, Stimmen, Modellen und erzeugten Audiodateien klären.&lt;br /&gt;
# Die geplante &amp;quot;sotra&amp;quot;-Einbindung prüfen und eine priorisierte Anwendung erproben. Die Eignung für die automatische Vertonung von Untertiteln oder Lernfilmen gesondert bewerten.&lt;br /&gt;
# Schnittstellen, Betrieb, Pflege und Finanzierung für die eingesetzten Dienste absichern.&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== &amp;lt;span id=&amp;quot;M1.1_6&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;1.1_6 – Entwicklung einer niedersorbischen Sprachausgabe (DSB) ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot; style=&amp;quot;width:100%;background-color:#ffffff;color:#202122;&amp;quot;&lt;br /&gt;
! colspan=&amp;quot;2&amp;quot; style=&amp;quot;background-color:#d9e2f3;text-align:left;&amp;quot; | Maßnahme 1.1_6 – Entwicklung einer niedersorbischen Sprachausgabe (DSB)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;width:20%;text-align:left;&amp;quot; | Ziel&lt;br /&gt;
| Eine niedersorbische Sprachausgabe steht als Sprachdienst zur Verfügung und kann Texte in priorisierten Anwendungen verständlich vorlesen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left;&amp;quot; | Inhalt&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
* Bereitstellung geeigneter niedersorbischer Sprachaufnahmen, Texte und Ausspracheinformationen&lt;br /&gt;
* Entwicklung oder Anpassung von Modellen zur automatischen Sprachausgabe (Text-to-Speech, TTS)&lt;br /&gt;
* Eigenständige Qualitätsprüfung hinsichtlich Aussprache, Verständlichkeit und Natürlichkeit des Niedersorbischen&lt;br /&gt;
* Bereitstellung über dokumentierte Schnittstellen&lt;br /&gt;
* Einbindung in Webseiten, Übersetzungsdienste und weitere priorisierte Anwendungen&lt;br /&gt;
* Absicherung von Betrieb und Pflege&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left;&amp;quot; | Bewertung&lt;br /&gt;
| '''Aufwand: hoch''' (3/4) · '''Nutzen: sehr groß''' (4/4) · '''Attraktivität: hoch''' (+1)&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! colspan=&amp;quot;2&amp;quot; style=&amp;quot;background-color:#eaf0f8;text-align:left;&amp;quot; | Umsetzungsstand und weitere Planung (Stand: 2026)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left;&amp;quot; | Status&lt;br /&gt;
| 🟡 '''in Bearbeitung'''&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Eine Vorlesefunktion ist vorhanden&lt;br /&gt;
* Einbindung in priorisierte Anwendungen ist noch in Entwicklung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left;&amp;quot; | Abgeschlossene Projekte&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
* '''2018-2024:''' Entwicklung einer Vorlesefunktion für die nieder- und obersorbische Schriftsprache – niedersorbischer Teil „Juro“&lt;br /&gt;
** Sorbisches Institut, Förderung durch den Freistaat Sachsen&lt;br /&gt;
** Erste öffentliche Version 2023, Gemeinsames Projekt mit [[#M1.1_5|Maßnahme 1.1_5]]&lt;br /&gt;
** [https://www.serbski-institut.de/projekte-sprachwissenschaft/entwicklung-einer-vorlesefunktion-fuer-die-nieder-und-obersorbische-schriftsprache/ Informationen zum Projekt]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left;&amp;quot; | Laufende Projekte&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
* '''Seit 2025:''' Bereitstellung und Webeinbindung der Vorlesefunktion „Juro“&lt;br /&gt;
** Sorbisches Institut&lt;br /&gt;
** Auf den niedersorbischen Institutsseiten eingebunden&lt;br /&gt;
** &amp;lt;mark&amp;gt;dalše dodać?&amp;lt;/mark&amp;gt;&lt;br /&gt;
** [https://www.serbski-institut.de/projekte-sprachwissenschaft/entwicklung-einer-vorlesefunktion-fuer-die-nieder-und-obersorbische-schriftsprache/ Informationen zum Dienst], [https://github.com/Sorbisches-Institut/Serbski-TTS Programmkomponenten]&lt;br /&gt;
* '''2026 geplant:''' Verbindung von &amp;quot;sotra&amp;quot; mit der Vorlesefunktion des Sorbischen Instituts&lt;br /&gt;
** WITAJ-Sprachzentrum, technische Umsetzungspartner:  &amp;lt;mark&amp;gt;dodać?&amp;lt;/mark&amp;gt;&lt;br /&gt;
** [https://www.witaj-sprachzentrum.de/niedersorbisch/wp-content/uploads/sites/2/2026/06/Arbeitsplan-2026.pdf Arbeitsplan 2026, S. 5]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left;&amp;quot; | Offene Schritte&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
# Aktuellen Entwicklungs- und Betriebsstand von Juro sowie vorhandene niedersorbische Vorlesefunktionen im &amp;quot;sotra&amp;quot;-Umfeld erheben.&lt;br /&gt;
# Priorisierte Anwendungen und niedersorbische Qualitätskriterien festlegen, die Verständlichkeit und Aussprache mit sprachkundigen Nutzenden prüfen.&lt;br /&gt;
# Erforderliche Verbesserungen an Aussprache, Sprachdaten oder Modellen bestimmen und Nutzungsrechte klären, technische Bausteine aus [[#M1.1_5|Maßnahme 1.1_5]] auf Übertragbarkeit prüfen.&lt;br /&gt;
# Die Einbindung in den [[#M1.1_4|niedersorbischen Übersetzungsdienst]] und eine weitere priorisierte Anwendung erproben, die Eignung für Lernmaterialien und automatische Vertonung gesondert bewerten.&lt;br /&gt;
# Schnittstellen, Betrieb, Pflege und Finanzierung für die eingesetzten Dienste absichern.&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== &amp;lt;span id=&amp;quot;M1.1_7&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;1.1_7 - Finden einer Software für 'Intention und Anweisungen' ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot; style=&amp;quot;width:100%;background-color:#ffffff;color:#202122;&amp;quot;&lt;br /&gt;
! colspan=&amp;quot;2&amp;quot; style=&amp;quot;background-color:#d9e2f3;text-align:left;&amp;quot; | Maßnahme 1.1_7 – Finden einer Software für 'Intention und Anweisungen'&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;width:20%;text-align:left;&amp;quot; | Ziel&lt;br /&gt;
| Gesprochene ober- und niedersorbische Anweisungen können in priorisierten Anwendungen verstanden und in gewünschte Aktionen umgesetzt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left;&amp;quot; | Inhalt&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
* Festlegung unterstützter Nutzerabsichten und Anweisungen (z. B. Informationsabfragen oder Steuerung von Funktionen)&lt;br /&gt;
* Auswahl und gegebenenfalls Anpassung einer geeigneten Software&lt;br /&gt;
* Verbindung mit sorbischer Spracherkennung und Sprachausgabe, bei Bedarf auch mit Übersetzungsdiensten&lt;br /&gt;
* Einbindung der anzusteuernden Anwendungen oder Geräte&lt;br /&gt;
* Prüfung der Zuverlässigkeit sowie Umgang mit unklaren oder fehlerhaft erkannten Anweisungen&lt;br /&gt;
* Absicherung von Berechtigungen, Betrieb und Pflege&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left;&amp;quot; | Bewertung&lt;br /&gt;
| '''Aufwand: moderat''' (2/4) · '''Nutzen: moderat''' (2/4) · '''Attraktivität: mittel''' (0)&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! colspan=&amp;quot;2&amp;quot; style=&amp;quot;background-color:#eaf0f8;text-align:left;&amp;quot; | Umsetzungsstand und weitere Planung (Stand: 2026)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left;&amp;quot; | Status&lt;br /&gt;
| ❓ '''zu prüfen''' &lt;br /&gt;
* ein Demonstrator und Chat-Bots sind pilotiert &lt;br /&gt;
* &amp;lt;mark&amp;gt;dalše dodać?&amp;lt;/mark&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left;&amp;quot; | Abgeschlossene Projekte&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
* '''2021:''' Demonstrator „smart lamp / mudra lampa“ („digidom #1“)&lt;br /&gt;
** Fraunhofer IKTS und BTU Cottbus, im Auftrag der Stiftung für das sorbische Volk&lt;br /&gt;
** Demonstration einer begrenzten obersorbischen Sprachsteuerung, gemeinsamer Entwicklungsbaustein mit [[#M1.1_1|Maßnahme 1.1_1]], kein vollständiger universeller Sprachassistent.&lt;br /&gt;
** [https://zalozba.de/medien/pressearchiv/detail/digidom-1-mudra-lampa/ Informationen zum Demonstrator], [https://github.com/ZalozbaDev/raspberry_pi_demo_spoznawanje Technische Dokumentation]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left;&amp;quot; | Laufende Projekte&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
* '''Seit 2023:''' [https://serbski.chat/ serbski.chat], sorbischer Chat des WITAJ-Sprachzentrums&lt;br /&gt;
** WITAJ-Sprachzentrum&lt;br /&gt;
** Dialog-, Übersetzungs- und Vorlesefunktionen sind dokumentiert, eine öffentliche Vorstellung im Rahmen von &amp;quot;sotra&amp;quot; war für 2026 vorgesehen.&lt;br /&gt;
** &amp;lt;mark&amp;gt;aktualny staw dodać?&amp;lt;/mark&amp;gt;&lt;br /&gt;
** [https://www.witaj-sprachzentrum.de/obersorbisch/wp-content/uploads/sites/3/2026/05/T%C3%A4tigkeitsbericht-2025.pdf Tätigkeitsbericht 2025, S. 3 und 7]&lt;br /&gt;
* '''Projektbeginn und Laufzeit: &amp;lt;mark&amp;gt;dodać&amp;lt;/mark&amp;gt;''' – [https://agata.chat/ AGATA], sorbischer Chatbot&lt;br /&gt;
** Projektteam AGATA: &amp;lt;mark&amp;gt;staw dodać&amp;lt;/mark&amp;gt;&lt;br /&gt;
** Obersorbischer Dialog mit Texteingabe sowie Sprachein- und -ausgabe ist beschrieben&lt;br /&gt;
** Unterstützung des Niedersorbischen, Ausführung konkreter Anweisungen und Weiterentwicklung 2026: &amp;lt;mark&amp;gt;dodać&amp;lt;/mark&amp;gt;&lt;br /&gt;
** [https://digiserb.de/projekt/agata-ein-sorbischer-chatbot/ Informationen zum Projekt]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left;&amp;quot; | Offene Schritte&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
# Einen begrenzten Anwendungsfall auswählen und festlegen, welche Anweisungen das System verstehen und welche Aktionen es tatsächlich ausführen soll.&lt;br /&gt;
# Vorhandene Demonstratoren, AGATA, serbski.chat und weitere geeignete Software auf Wiederverwendbarkeit prüfen, Dialogfähigkeit und zuverlässige Befehlsausführung getrennt bewerten.&lt;br /&gt;
# Die Erkennung von Nutzerabsichten zunächst mit Texteingaben erproben und anschließend mit [[#M1.1_1|obersorbischer]] beziehungsweise [[#M1.1_2|niedersorbischer Spracherkennung]] sowie [[#M1.1_5|obersorbischer]] beziehungsweise [[#M1.1_6|niedersorbischer Sprachausgabe]] verbinden.&lt;br /&gt;
# Einen Anwendungsfall mit Nutzenden erproben, Fehlinterpretationen, Rückfragen und Bestätigungen vor folgenreichen Aktionen berücksichtigen.&lt;br /&gt;
# Über die weitere Umsetzung entscheiden und durchführende Institution, Finanzierung, Betrieb und Pflege festlegen.&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
----&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Měrko Šenk</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://koncept.serbski-inkubator.de/index.php?title=Wu%C5%BEiwar:M%C4%9Brko_%C5%A0enk/1.1_Sprechen_mit_elektronischen_Ger%C3%A4ten&amp;diff=1174</id>
		<title>Wužiwar:Měrko Šenk/1.1 Sprechen mit elektronischen Geräten</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://koncept.serbski-inkubator.de/index.php?title=Wu%C5%BEiwar:M%C4%9Brko_%C5%A0enk/1.1_Sprechen_mit_elektronischen_Ger%C3%A4ten&amp;diff=1174"/>
		<updated>2026-10-16T12:46:04Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Měrko Šenk: /* Zukünftige Maßnahmen bzgl. Sprachassistenz */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;__NOINDEX__&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
__TOC__&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Management Summary ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| style=&amp;quot;border-spacing:0;&amp;quot;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;background-color:#d9e2f3;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0.101cm;padding-bottom:0.101cm;padding-left:0.199cm;padding-right:0.199cm;&amp;quot; | &lt;br /&gt;
'''Handlungsfeld'''&lt;br /&gt;
| colspan=&amp;quot;2&amp;quot;  style=&amp;quot;background-color:#d9e2f3;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0.101cm;padding-bottom:0.101cm;padding-left:0.199cm;padding-right:0.199cm;&amp;quot; | &lt;br /&gt;
'''1 Digitale Sprachnutzung'''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;background-color:#d9e2f3;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0.101cm;padding-bottom:0.101cm;padding-left:0.199cm;padding-right:0.199cm;&amp;quot; | &lt;br /&gt;
'''Themenbereich'''&lt;br /&gt;
| colspan=&amp;quot;2&amp;quot;  style=&amp;quot;background-color:#d9e2f3;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0.101cm;padding-bottom:0.101cm;padding-left:0.199cm;padding-right:0.199cm;&amp;quot; | &lt;br /&gt;
'''1.1 Sprechen mit elektronischen Geräten'''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;background-color:#d9e2f3;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0.101cm;padding-bottom:0.101cm;padding-left:0.199cm;padding-right:0.199cm;&amp;quot; | &lt;br /&gt;
'''Beschreibung'''&lt;br /&gt;
| colspan=&amp;quot;2&amp;quot;  style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0.101cm;padding-bottom:0.101cm;padding-left:0.199cm;padding-right:0.199cm;&amp;quot; | &lt;br /&gt;
Unterstützung des Anwenders beim Sprechen mit elektron. Geräten in sorbischer Sprache&lt;br /&gt;
* '''Sprachausgabe''': das Vorlesen geschriebener sorbischer Wörter&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
* '''Spracherkennung''': das Erkennen und Darstellen von gesprochenen sorbischen Wörtern durch elektronische Geräte&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
* '''Sprachverarbeitung''': das Verarbeiten gesprochener sorbischer Wörter und Reagieren darauf&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;background-color:#d9e2f3;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | &lt;br /&gt;
'''Vision'''&lt;br /&gt;
| colspan=&amp;quot;2&amp;quot;  style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.5cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | &lt;br /&gt;
'''Überall dort, wo sich mit digitalen Geräten sprechen lässt, können Ober- und Niedersorbisch gleichwertig mit Deutsch verwendet werden.'''&lt;br /&gt;
&amp;lt;br&amp;gt;&amp;lt;mark&amp;gt;Alternatiwa: &amp;lt;/mark&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;Überall dort, wo sich mit digitalen Geräten sprechen lässt, können Ober- und Niedersorbisch &amp;lt;mark&amp;gt;ebenso wie&amp;lt;/mark&amp;gt; Deutsch verwendet werden.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;background-color:#d9e2f3;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | &lt;br /&gt;
'''Ziele'''&lt;br /&gt;
| colspan=&amp;quot;2&amp;quot;  style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0.12cm;padding-bottom:0.25cm;padding-left:0.1cm;padding-right:0.2cm;&amp;quot; | &lt;br /&gt;
# '''Spracherkennung / Diktierfunktion''': In ausgewählten Betriebssystemen und Anwendungen können Texte auf Ober- und Niedersorbisch diktiert werden. Gesprochene Wörter und Sätze werden erkannt und in geschriebenen Text umgewandelt.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
# '''Sprachausgabe / Vorlesefunktion''': Ausgewählte Systeme und Anwendungen können ober- und niedersorbische Texte vorlesen. Sorbische Inhalte werden dadurch auch für Menschen zugänglich, die Texte nicht oder nur eingeschränkt lesen können (Barrierefreiheit).&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
# '''KI-gestützte Synchronisation von Filmen''': Dokumentationen, Lernfilme und weitere Filme können mithilfe künstlicher Intelligenz gesprochene ober- und niedersorbische Sprachfassungen erhalten.&lt;br /&gt;
# '''Simultanübersetzung''': In mehrsprachigen Videokonferenzen, Gesprächen und Veranstaltungen können gesprochene Beiträge automatisch und nahezu in Echtzeit von und nach Ober- und Niedersorbisch übersetzt werden.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| colspan=&amp;quot;2&amp;quot;  style=&amp;quot;background-color:#d9e2f3;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | &lt;br /&gt;
'''IST-Analyse – Sprachassistenzsysteme''' (Stand: 2021)&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;background-color:#d9e2f3;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | &lt;br /&gt;
'''IST-Analyse – sorbische Projekte'''  (Stand: 2023)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| colspan=&amp;quot;2&amp;quot;  style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | &lt;br /&gt;
''4 Bausteine der Sprachassistenz: ''&lt;br /&gt;
# &amp;lt;div style=&amp;quot;color:#000000;margin-left:0.54cm;margin-right:0cm;&amp;quot;&amp;gt;'''Spracherkennung'''&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
#* &amp;lt;div style=&amp;quot;color:#000000;margin-left:0.547cm;margin-right:0cm;&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;u&amp;gt;Ziel&amp;lt;/u&amp;gt;: phonetisches Wörterbuch, dafür &amp;lt;u&amp;gt;notwendig&amp;lt;/u&amp;gt;:&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
#* &amp;lt;div style=&amp;quot;color:#000000;margin-left:0.547cm;margin-right:0cm;&amp;quot;&amp;gt;große Basis an geschriebenen und gesprochenen Sätzen für das Anlernen eines Spracherkennungs-Systems&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
# &amp;lt;div style=&amp;quot;color:#000000;margin-left:0.54cm;margin-right:0cm;&amp;quot;&amp;gt;'''Textübersetzung'''&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
#* &amp;lt;div style=&amp;quot;color:#000000;margin-left:0.547cm;margin-right:0cm;&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;u&amp;gt;Notwendig&amp;lt;/u&amp;gt;: umfangreicher 2-sprachiger Textkorpus im speziellen Format&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
# &amp;lt;div style=&amp;quot;color:#000000;margin-left:0.54cm;margin-right:0cm;&amp;quot;&amp;gt;'''Intention erkennen, Anweisungen ausführen'''&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
#* &amp;lt;div style=&amp;quot;color:#000000;margin-left:0.54cm;margin-right:0cm;&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;u&amp;gt;Ziel&amp;lt;/u&amp;gt;: Intention des Nutzers erkennen, Anweisungen ableiten und ausführen &amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
#* &amp;lt;div style=&amp;quot;color:#000000;margin-left:0.54cm;margin-right:0cm;&amp;quot;&amp;gt;Spezielle Systeme notwendig&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
# &amp;lt;div style=&amp;quot;color:#000000;margin-left:0.54cm;margin-right:0cm;&amp;quot;&amp;gt;'''Sprachausgabe'''&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
#* &amp;lt;div style=&amp;quot;color:#000000;margin-left:0.547cm;margin-right:0cm;&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;u&amp;gt;Notwendig&amp;lt;/u&amp;gt;: Audio-Wörterbuch, phonetisches Wörterbuch&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | &lt;br /&gt;
Handlungsbedarf als Farbe: &amp;lt;span style=&amp;quot;background-color:#c5e0b3;&amp;quot;&amp;gt;gering&amp;lt;/span&amp;gt;, &amp;lt;span style=&amp;quot;background-color:#ffff00;&amp;quot;&amp;gt;groß&amp;lt;/span&amp;gt;, &amp;lt;span style=&amp;quot;background-color:#f69292;&amp;quot;&amp;gt;sehr groß&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
{| style=&amp;quot;border-spacing:0;&amp;quot;&lt;br /&gt;
|- style=&amp;quot;border:0.5pt solid #d0cece;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.101cm;padding-right:0.101cm;&amp;quot;&lt;br /&gt;
| align=right| '''Aktueller Stand'''&lt;br /&gt;
| align=center| '''Obersorbisch'''&lt;br /&gt;
| align=center| '''Nieder­sorbisch'''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;background-color:transparent;border:0.5pt solid #d0cece;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.101cm;padding-right:0.101cm;&amp;quot; | &lt;br /&gt;
&amp;lt;span style=&amp;quot;color:#000000;&amp;quot;&amp;gt;'''1. Spracherkennung'''&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
| align=center style=&amp;quot;background-color:transparent;border:0.5pt solid #d0cece;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.101cm;padding-right:0.101cm;&amp;quot; | &lt;br /&gt;
| align=center style=&amp;quot;background-color:transparent;border:0.5pt solid #d0cece;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.101cm;padding-right:0.101cm;&amp;quot; | &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;background-color:transparent;border:0.5pt solid #d0cece;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.101cm;padding-right:0.101cm;&amp;quot; | &lt;br /&gt;
Mozilla common voice&lt;br /&gt;
* &amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:0.289cm;margin-right:0cm;&amp;quot;&amp;gt;geschriebene Sätze&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
* &amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:0.289cm;margin-right:0cm;&amp;quot;&amp;gt;gesprochene Minuten&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;background-color:#ffff00;border:0.5pt solid #d0cece;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.101cm;padding-right:0.101cm;&amp;quot; | &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;gt; 7.500&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
171&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;background-color:#f69292;border:0.5pt solid #d0cece;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.101cm;padding-right:0.101cm;&amp;quot; | &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
0&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
0 &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;background-color:transparent;border:0.5pt solid #d0cece;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.101cm;padding-right:0.101cm;&amp;quot; | &lt;br /&gt;
Projekt Sprach­erkennung und maschin. Übersetzung&lt;br /&gt;
* &amp;lt;div style=&amp;quot;color:#000000;margin-left:0.289cm;margin-right:0cm;&amp;quot;&amp;gt;Prototyp „digidom“ veröffentlicht&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
| align=center style=&amp;quot;background-color:#e2efd9;border:0.5pt solid #d0cece;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.101cm;padding-right:0.101cm;&amp;quot; | &lt;br /&gt;
seit 2020&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2022&lt;br /&gt;
| align=center style=&amp;quot;background-color:#e2efd9;border:0.5pt solid #d0cece;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.101cm;padding-right:0.101cm;&amp;quot; | &lt;br /&gt;
seit 2020&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
in Planung&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;background-color:transparent;border:0.5pt solid #d0cece;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.101cm;padding-right:0.101cm;color:#000000;&amp;quot; | '''2. Textübersetzung'''&lt;br /&gt;
| align=center style=&amp;quot;background-color:transparent;border:0.5pt solid #d0cece;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.101cm;padding-right:0.101cm;&amp;quot; | &lt;br /&gt;
| align=center style=&amp;quot;background-color:transparent;border:0.5pt solid #d0cece;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.101cm;padding-right:0.101cm;&amp;quot; | &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;background-color:transparent;border:0.5pt solid #d0cece;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.101cm;padding-right:0.101cm;&amp;quot; | &lt;br /&gt;
* &amp;lt;div style=&amp;quot;color:#000000;margin-left:0.289cm;margin-right:0cm;&amp;quot;&amp;gt;notwendiger Textkorpus&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
| align=center style=&amp;quot;background-color:#e2efd9;border:0.5pt solid #d0cece;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.101cm;padding-right:0.101cm;&amp;quot; | groß&lt;br /&gt;
| align=center style=&amp;quot;background-color:#e2efd9;border:0.5pt solid #d0cece;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.101cm;padding-right:0.101cm;&amp;quot; | groß&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;background-color:transparent;border:0.5pt solid #d0cece;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.101cm;padding-right:0.101cm;color:#000000;&amp;quot; | '''3. Intention, Anweisung'''&lt;br /&gt;
| align=center style=&amp;quot;background-color:transparent;border:0.5pt solid #d0cece;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.101cm;padding-right:0.101cm;&amp;quot; | &lt;br /&gt;
| align=center style=&amp;quot;background-color:transparent;border:0.5pt solid #d0cece;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.101cm;padding-right:0.101cm;&amp;quot; | &lt;br /&gt;
|- style=&amp;quot;background-color:#e2efd9;border:0.5pt solid #d0cece;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.101cm;padding-right:0.101cm;&amp;quot;&lt;br /&gt;
| colspan=&amp;quot;3&amp;quot; | &lt;br /&gt;
* &amp;lt;div style=&amp;quot;color:#000000;margin-left:0.289cm;margin-right:0cm;&amp;quot;&amp;gt;Spätere Recherche und Nutzung von bestehenden Systemen (z.&amp;amp;nbsp;B. open source)&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;background-color:transparent;border:0.5pt solid #d0cece;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.101cm;padding-right:0.101cm;color:#000000;&amp;quot; | '''4. Sprachausgabe'''&lt;br /&gt;
| align=center style=&amp;quot;background-color:transparent;border:0.5pt solid #d0cece;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.101cm;padding-right:0.101cm;&amp;quot; | &lt;br /&gt;
| align=center style=&amp;quot;background-color:transparent;border:0.5pt solid #d0cece;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.101cm;padding-right:0.101cm;&amp;quot; | &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;background-color:transparent;border:0.5pt solid #d0cece;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.101cm;padding-right:0.101cm;&amp;quot; | &lt;br /&gt;
Entwicklung Vorlese­funktion im Sorbischen Institut&lt;br /&gt;
* &amp;lt;div style=&amp;quot;color:#000000;margin-left:0.289cm;margin-right:0cm;&amp;quot;&amp;gt;Prototyp Juro und Matej veröffentlicht&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
| align=center style=&amp;quot;background-color:#e2efd9;border:0.5pt solid #d0cece;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.101cm;padding-right:0.101cm;&amp;quot; | &lt;br /&gt;
2018 - 2023&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2023&lt;br /&gt;
| align=center style=&amp;quot;background-color:#e2efd9;border:0.5pt solid #d0cece;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.101cm;padding-right:0.101cm;&amp;quot; | &lt;br /&gt;
2018 – 2023&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2023&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;background-color:transparent;border:0.5pt solid #d0cece;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.101cm;padding-right:0.101cm;&amp;quot; | &lt;br /&gt;
private Entwicklung Online-Vorlesefunktionen mittels KI&lt;br /&gt;
| align=center style=&amp;quot;background-color:#e2efd9;border:0.5pt solid #d0cece;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.101cm;padding-right:0.101cm;&amp;quot; | seit 2020&lt;br /&gt;
| align=center style=&amp;quot;background-color:#f69292;border:0.5pt solid #d0cece;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.101cm;padding-right:0.101cm;&amp;quot; | -&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| style=&amp;quot;border-spacing:0;&amp;quot;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| colspan=&amp;quot;3&amp;quot; style=&amp;quot;background-color:#d9e2f3;border:0.5pt solid #000000;padding:0.101cm 0.199cm;&amp;quot; |&lt;br /&gt;
'''SOLL-Konzeption – zukünftige Maßnahmen und Aufgaben'''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| colspan=&amp;quot;3&amp;quot; style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding:0.6em;&amp;quot; |&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot; style=&amp;quot;width:100%;margin:0;&amp;quot;&lt;br /&gt;
! style=&amp;quot;width:13%;&amp;quot; | Sub-Thema&lt;br /&gt;
! style=&amp;quot;width:6%;&amp;quot; | Nr.&lt;br /&gt;
! style=&amp;quot;width:27%;&amp;quot; | Maßnahme&lt;br /&gt;
! style=&amp;quot;width:14%;&amp;quot; | Status&lt;br /&gt;
! style=&amp;quot;width:40%;&amp;quot; | Nächster Schritt&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Spracherkennung&lt;br /&gt;
| [[#M1.1_1|1.1_1]]&lt;br /&gt;
| [[#M1.1_1|Entwicklung einer obersorbischen Spracherkennung (HSB)]]&lt;br /&gt;
| 🟡 in Bearbeitung&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
* Aktuellen Stand der Machbarkeitsstudie und der Folgearbeiten erheben;&lt;br /&gt;
* Ziel, Qualitätskriterien, Verantwortliche und Integrationswege festlegen.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Spracherkennung&lt;br /&gt;
| [[#M1.1_2|1.1_2]]&lt;br /&gt;
| [[#M1.1_2|Entwicklung einer niedersorbischen Spracherkennung (DSB)]]&lt;br /&gt;
| 🟡 in Bearbeitung&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
* Vorhandene Daten und Modelle prüfen;&lt;br /&gt;
* Vorgehen und Abhängigkeiten zu Maßnahme 1.1_1 festlegen.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Übersetzungsdienst&lt;br /&gt;
| [[#M1.1_3|1.1_3]]&lt;br /&gt;
| [[#M1.1_3|Entwicklung eines obersorbischen Übersetzungsdienstes für Texte (HSB)]]&lt;br /&gt;
| 🔵 laufende Daueraufgabe&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
* neue Technologien implementieren&lt;br /&gt;
* Schnittstellen entwickeln / dokumentieren?&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Übersetzungsdienst&lt;br /&gt;
| [[#M1.1_4|1.1_4]]&lt;br /&gt;
| [[#M1.1_4|Entwicklung eines niedersorbischen Übersetzungsdienstes (für Texte) (DSB)]]&lt;br /&gt;
| 🔵 laufende Daueraufgabe&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
* s. o.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Sprachausgabe&lt;br /&gt;
| [[#M1.1_5|1.1_5 / 1.1_6]]&lt;br /&gt;
| [[#M1.1_5|Entwicklung einer Sprachausgabe (HSB, DSB)]]&lt;br /&gt;
| 🟡 in Bearbeitung&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
* ?&lt;br /&gt;
* priorisierte Integrationen festlegen.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Intention / Anweisung&lt;br /&gt;
| [[#M1.1_7|1.1_7]]&lt;br /&gt;
| [[#M1.1_7|Finden einer Software für „Intention und Anweisungen“]]&lt;br /&gt;
| ⏸ nachgelagert&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
* Nach Stabilisierung der Basiskomponenten erneut bewerten und einen konkreten Anwendungsfall auswählen.&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;small&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Status:'''&lt;br /&gt;
* ⚪ '''nicht begonnen''' – Maßnahme ist vorgesehen, die Umsetzung hat noch nicht begonnen.&lt;br /&gt;
* 🟡 '''in Bearbeitung''' – Maßnahme wird bearbeitet.&lt;br /&gt;
* 🟢 '''umgesetzt''' – definiertes Ergebnis wurde erreicht.&lt;br /&gt;
* 🔵 '''laufende Daueraufgabe''' – Maßnahme benötigt laufende Bearbeitung ohne festen Abschluss.&lt;br /&gt;
* ⏸ '''zurückgestellt''' – Bearbeitung ist ausgesetzt oder von Voraussetzungen abhängig.&lt;br /&gt;
* ❓ '''zu prüfen''' – der aktuelle Stand ist zu ermitteln.&lt;br /&gt;
&amp;lt;/small&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einleitung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieser Themenbereich beinhaltet die Unterstützung des Anwenders beim Sprechen mit elektronischen Geräten in den sorbischen Sprachen. Im Fokus steht die Interaktion von Menschen mit elektronischen Geräten mittels gesprochener Worte. Dies umfasst folgende Bereiche:&lt;br /&gt;
* '''Sprachausgabe:''' das '''Vorlesen''' geschriebener sorbischer Wörter&lt;br /&gt;
* '''Spracherkennung: '''das '''Erkennen''' und Darstellen von gesprochenen sorbischen Wörtern durch elektronische Geräte (Computer, Smartphones usw.)&lt;br /&gt;
* '''Sprachverarbeitung: ''' das '''Verarbeiten''' gesprochener sorbischer Wörter und '''Reagieren''' darauf (z.&amp;amp;nbsp;B. Anweisungen ausführen, Antworten).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mögliche Einsatzbereiche und Applikationen sind bspw.&lt;br /&gt;
* Sprachassistenten,&lt;br /&gt;
* Spiele, Spielzeuge (wie Lingufino),&lt;br /&gt;
* Untertitel und Simultanübersetzungen (z. B. bei Videokonferenzen).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ist-Analyse Stand der Entwicklung von Sprachassistenzsystemen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;background-color:#f6f6f6;border:1px solid #DCDCDC;padding:0.6em 0.8em;margin:0.6em 0 1em 0;&amp;quot;&amp;gt;'''Letzte Aktualisierung des Abschnitts: 2021''' &amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Welche Bausteine werden für eine Sprachassistenz benötigt? ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Um eine sprachliche Interaktion mit einem elektronischen Gerät ähnlich wie mit Menschen zu erreichen, sind verschiedene technische Bausteine notwendig, welche jeweils unterschiedliche Aufgaben übernehmen. Die folgende Einteilung der Bausteine orientiert sich an einem Vortrag von Jan Budar vom 13.09.2018 in Senftenberg zu “Digitalisierung als Chance für die Sorben”.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Baustein 1: Spracherkennung (Automatic Speech Recognition, ASR; Speech to Text, STT)&amp;lt;ref name=&amp;quot;ftn1&amp;quot;&amp;gt;Übersicht STT-Engines: [https://mycroft-ai.gitbook.io/docs/using-mycroft-ai/customizations/stt-engine https://mycroft-ai.gitbook.io/docs/using-mycroft-ai/customizations/stt-engine]&amp;lt;/ref&amp;gt; ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* basiert auf phonetischen Informationen zu&lt;br /&gt;
** einzelnen Buchstaben und Silben&lt;br /&gt;
** deren Kombinationen&lt;br /&gt;
** ihrer Position im Wort/Satz&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Umwandlung von gesprochener Sprache in Text''' &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die typischen Schritte zur Umwandlung von gesprochener Sprache in Text (Speech-to-Text, STT) sind:&lt;br /&gt;
# Aufnahme der Sprache: Der erste Schritt besteht darin, die gesprochene Sprache aufzunehmen. Dies kann entweder über ein Mikrofon oder eine andere Audioquelle erfolgen.&lt;br /&gt;
# Signalverarbeitung: Die aufgenommenen Audiosignale werden durch Signalverarbeitungsalgorithmen vorverarbeitet. Dazu gehören zum Beispiel Rauschunterdrückung, Echo-Entfernung und Entzerrung.&lt;br /&gt;
# Sprachsegmentierung: Die Audioaufnahme wird in kurze Segmente unterteilt, die normalerweise zwischen 10 und 30 Millisekunden lang sind. Diese Segmente werden dann weiterverarbeitet.&lt;br /&gt;
# Merkmalsextraktion: Für jedes Sprachsegment werden akustische Merkmale wie Frequenz, Lautstärke, Tonhöhe und Dauer extrahiert. Diese Merkmale dienen als Eingabe für das Spracherkennungsmodell.&lt;br /&gt;
# Spracherkennung: Das Spracherkennungsmodell verwendet die extrahierten Merkmale, um die gesprochene Sprache in Text umzuwandeln. Dieser Schritt kann auf unterschiedliche Weise durchgeführt werden, z.B. mit Hidden Markov Models (HMMs), künstlichen neuronalen Netzen (KNNs) oder Deep-Learning-Modellen.&lt;br /&gt;
# Postprocessing: Der erkannte Text wird postprozessiert, um mögliche Fehler oder Inkonsistenzen im Text zu korrigieren. Dazu können beispielsweise Grammatik- und Sprachmodelle verwendet werden, um den erkannten Text zu verbessern.&lt;br /&gt;
# Textausgabe: Der endgültige Text wird dann ausgegeben, z.B. in einer Textdatei oder als Eingabe für eine andere Anwendung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Je nach Anwendung und Sprachmodell können die genauen Schritte und Technologien zur Umwandlung von Sprache in Text  variieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Training von Spracherkennungs-Maschinen''' &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
* vgl. auch Vortrag von D. Sobe 2022 im Rahmen einer Online-Abendveranstaltung&amp;lt;ref&amp;gt;vgl. [https://digiserb.de/2022/06/09/zarjadowanje-masinelne-spoznawanje-serbsciny/ Veranstaltung auf digiserb.de], [https://digiserb.de/wp-content/uploads/2022/06/2022_06_auswertung.pdf Folien bei digiserb.de], [https://www.youtube.com/watch?v=RWUo7N_Aybw Video bei YouTube].&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Klassischerweise wird die Spracherkennung durch die Verwendung von stochastische Modellen wie Hidden-Markov-Modellen (HMM) und Gauss'schen Mischmodellen (GMM) durchgeführt. Das Sprachsignal wird dabei in kurze Abschnitte, sogenannte Phoneme, unterteilt. Die Phoneme werden dann in einer HMM- oder GMM-Datenbank gespeichert. Bei der Erkennung wird das Sprachsignal in Phoneme aufgeteilt und mit der HMM- oder GMM-Datenbank abgeglichen, um die wahrscheinlichste Sequenz von Phonemen zu finden. Diese wird dann in Text umgewandelt und ausgegeben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den letzten Jahren haben sich Deep Learning Modelle mit tiefen neuronalen Netzen, wie z.B. Recurrent Neural Networks (RNNs) und Convolutional Neural Networks (CNNs), als effektive Methoden zur Spracherkennung erwiesen. Diese Modelle können komplexe Beziehungen zwischen Phonemen und Wörtern erfassen und somit die Genauigkeit der Spracherkennung verbessern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* z.&amp;amp;nbsp;B. Mozilla Common Voice&amp;lt;ref name=&amp;quot;ftn2&amp;quot;&amp;gt;vgl. [https://voice.mozilla.org https://voice.mozilla.org] und [https://github.com/mozilla/DeepSpeech https://github.com/mozilla/DeepSpeech]&amp;lt;/ref&amp;gt; in Kombination mit einer Spracherkennungs-Engine wie Mozilla Deep Speech&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Erstellung von Spracherkennungs-Maschinen''' &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Um eine Spracherkennungs-Engine (Speech-to-Text) zu erstellen, werden verschiedene Ressourcen benötigt, darunter:&lt;br /&gt;
# Sprachdaten: Um ein Spracherkennungsmodell zu trainieren, werden große Mengen an Audioaufnahmen benötigt, die repräsentativ für die Sprache und den Dialekt sind, den die Engine erkennen soll. Diese Sprachdaten sollten auch verschiedene Sprecher, Akzente und Hintergrundgeräusche enthalten.&lt;br /&gt;
# Transkriptionen: Jede Audioaufnahme muss mit einer Texttranskription versehen werden, die angibt, was in der Aufnahme gesagt wird. Diese Transkriptionen werden verwendet, um das Modell zu trainieren und zu testen.&lt;br /&gt;
# Sprachmodelle: Sprachmodelle sind eine wichtige Komponente von Spracherkennungs-Engines, da sie die Wahrscheinlichkeit berechnen, mit der eine bestimmte Sequenz von Wörtern in einem bestimmten Kontext auftreten wird. Diese Modelle werden verwendet, um die Wahrscheinlichkeit des erkannten Textes zu berechnen und die Genauigkeit der Spracherkennungs-Engine zu verbessern.&lt;br /&gt;
# Aussprachelexika: Ein Aussprachelexikon enthält eine Liste von Wörtern und deren Aussprache in der jeweiligen Sprache. Dies wird verwendet, um die richtige Aussprache von Wörtern im erkannten Text zu bestimmen.&lt;br /&gt;
# Phonemmodelle: Phonemmodelle beschreiben, wie Wörter in ihre kleinsten sprachlichen Einheiten (Phoneme) aufgeteilt werden können. Diese Modelle werden verwendet, um die Wahrscheinlichkeit von Phonemsequenzen zu berechnen und die Genauigkeit der Spracherkennungs-Engine zu verbessern.&lt;br /&gt;
# Linguistische Ressourcen: Zusätzlich zu den oben genannten Ressourcen können auch linguistische Ressourcen wie Grammatiken, semantische Modelle und syntaktische Modelle verwendet werden, um die Genauigkeit der Spracherkennungs-Engine zu verbessern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Baustein 2: Textübersetzung (Machine Translation, MT) ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Grundlage hierfür sind Massen an übersetzten Sätzen&lt;br /&gt;
* Künstliche Intelligenz lernt aus diesen übersetzten Sätzen durch&lt;br /&gt;
** Mustererkennung&lt;br /&gt;
** Training&lt;br /&gt;
* vgl. Kapitel 5 Abschnitt [https://koncept.serbski-inkubator.de/index.php/5._Schreiben_auf_elektronischen_Ger%C3%A4ten#.C3.9Cbersetzer Übersetzer]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Baustein 3: Intention erkennen und Anweisungen ausführen&amp;lt;ref name=&amp;quot;ftn3&amp;quot;&amp;gt;vgl. [https://mycroft.ai/wp-content/uploads/2018/08/mycroft-ai-introduction-to-voice-stack-whitepaper.pdf https://mycroft.ai/wp-content/uploads/2018/08/mycroft-ai-introduction-to-voice-stack-whitepaper.pdf]&amp;lt;/ref&amp;gt;  ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* aus dem erkannten Text wird die Intention des Nutzers extrahiert (intent parser)&lt;br /&gt;
* Anweisungen werden abgeleitet und ausgeführt (Skill invocation)&lt;br /&gt;
* z.&amp;amp;nbsp;B. [https://wit.ai/ https://wit.ai/] (eine Sprachplattform, welche zum Facebook-Konzern gehört)&lt;br /&gt;
* z.B. [https://mycroft.ai/ https://mycroft.ai/]als datenschutzfreundliche Alternative&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Baustein 4: Sprachausgabe (Text to Speech, TTS)&amp;lt;ref name=&amp;quot;ftn4&amp;quot;&amp;gt;Übersicht TTS-Engines: [https://mycroft-ai.gitbook.io/docs/using-mycroft-ai/customizations/tts-engine https://mycroft-ai.gitbook.io/docs/using-mycroft-ai/customizations/tts-engine]&amp;lt;/ref&amp;gt; ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* bspw. für barrierefreie Webseiten notwendig&lt;br /&gt;
* Open Source Text-to-speech-System: MaryTTS&lt;br /&gt;
* modularer Aufbau: Lexikon, Sprache, Daten, Synthese&lt;br /&gt;
* Unit-Selectin-Synthese (Verkettung natürlichsprachlicher Elemente)&lt;br /&gt;
* ThorstenVoice (OSS Variante)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die folgenden Schritte sind typischerweise erforderlich, um einen Text in eine gesprochene Sprachausgabe umzuwandeln:&lt;br /&gt;
# Linguistische Analyse: Der eingegebene Text wird vorverarbeitet, um dessen Struktur zu analysieren, einschließlich der Trennung von Sätzen, der Erkennung von Interpunktion und der Ermittlung der Betonung.&lt;br /&gt;
# Phonetische Umsetzung: Der Text wird in eine phonetische Darstellung umgewandelt, in der jeder Textabschnitt in eine entsprechende Sequenz von Lauten (Phonemen) übersetzt wird. Dies wird typischerweise durch eine phonetische Lexikon-Datenbank und Sprachregeln erreicht.&lt;br /&gt;
# Prosodische Modellierung: Es wird die Betonung und Intonation des Textes bestimmt. Hierbei werden Faktoren wie Akzent, Tonhöhe, Tempo, Pause und Rhythmus berücksichtigt, um eine natürliche Sprachmelodie zu erzeugen.&lt;br /&gt;
# Synthese: Der phonetisch umgesetzte Text wird dann in Sprache umgewandelt, indem die phonetischen Einheiten zu Sprachsignalen zusammengefügt werden. Dies kann entweder durch die Verwendung von Klangeinheiten, die in einer Datenbank gespeichert sind, oder durch das Generieren von Sprache auf der Grundlage von Modellen, wie z.B. Deep-Learning-Modellen, erfolgen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine TTS-Engine benötigt folgende Voraussetzungen:&lt;br /&gt;
# Eine umfangreiche phonetische Datenbank oder ein phonetisches Modell, um die Übersetzung von Text in Phoneme zu ermöglichen.&lt;br /&gt;
# Ein Prosodie-Modell, um die natürliche Sprachmelodie zu erzeugen.&lt;br /&gt;
# Eine Sprachsynthesetechnologie, um die Phoneme in Sprachsignale zu konvertieren.&lt;br /&gt;
# Training mit großen Datenmengen, um die Sprachsynthese-Modelle auf die spezifische Sprache und Stimme zu optimieren.&lt;br /&gt;
&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Definition und Marktübersicht von Sprachassistenten ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Sprachassistent ist eine bestimmte Art von Software, die gesprochene Worte analysiert, in den richtigen Kontext einordnet und darauf reagiert. Sprachassistenten sind als Software meist in Smartphones oder Smart Speaker, aber auch in Konsolen (PS4), Fernseher und smart watches integriert. Ein Smart Speaker wiederum ist ein bestimmtes Gerät, auf welchem der Sprachassistent als Software installiert ist.&amp;lt;ref name=&amp;quot;ftn5&amp;quot;&amp;gt;vgl. [https://de.wikipedia.org/wiki/Intelligenter_pers%C3%B6nlicher_Assistent https://de.wikipedia.org/wiki/Intelligenter_pers%C3%B6nlicher_Assistent]&amp;lt;/ref&amp;gt; Spricht ein Mensch mit diesem Gerät, so beantwortet es über seine Sprachsoftware verbal Fragen oder führt Anweisungen aus, z.&amp;amp;nbsp;B. steuert es vernetzte smart home Geräte (TV-Geräte, Heizungsthermostate, Rollläden, Lampen, Waschmaschine, Backofen, Kaffee­maschine bis hin zur Toilettenspülung usw.). Auch in Autos, Kopfhörern, Bürogeräten und Kleidung sind bereits Sprachassistenten im Einsatz.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Entwicklung der Sprachassistenten:* 2010 Apples Siri („Hey Siri“)&lt;br /&gt;
* 2012 Google Assistant (vormals Google Now) („Ok, Google“)&lt;br /&gt;
* 2013 Microsoft Cortana („Hey Cortana“)&lt;br /&gt;
* 2014 Amazon Alexa („Alexa“)&lt;br /&gt;
* 2015 Mycroft - open Source Smart Speaker (“Hey Mycroft”)&amp;lt;ref name=&amp;quot;ftn6&amp;quot;&amp;gt;vgl. [https://mycroft.ai/ https://mycroft.ai/] und [https://www.kickstarter.com/projects/aiforeveryone/mycroft-an-open-source-artificial-intelligence-for/description https://www.kickstarter.com/projects/aiforeveryone/mycroft-an-open-source-artificial-intelligence-for/description]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* 2017 Sprachassistenten der chinesischen Firmen Baidu und Alibaba&lt;br /&gt;
* 2018 Samsung Bixby („Hi Bixby“)&lt;br /&gt;
* 2019 Leon – open source personal assistant&amp;lt;ref name=&amp;quot;ftn7&amp;quot;&amp;gt;vgl. [https://getleon.ai/ https://getleon.ai/]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Heute sind weltweit bereits mehr als 4 Milliarden Sprachassistenten im Einsatz. Bis 2023 rechnet die Marktforschungsfirma Juniper Research mit 8 Milliarden Sprachassistenten.&amp;lt;ref name=&amp;quot;ftn8&amp;quot;&amp;gt;vgl. [https://voicebot.ai/google-home-google-assistant-stats/#voice-asst-in-use-juniper https://voicebot.ai/google-home-google-assistant-stats/#voice-asst-in-use-juniper]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Image:Grafik 16.png|top]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Marktübersicht'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die führenden Anbieter für Sprachassistenzsysteme am weltweiten Markt sind:&lt;br /&gt;
# Amazon mit seinem Sprachassistenzsystem &amp;quot;Alexa&amp;quot; und den Amazon Echo Geräten.&lt;br /&gt;
# Google mit seinem Sprachassistenzsystem &amp;quot;Google Assistant&amp;quot; und den Google Home Geräten.&lt;br /&gt;
# Apple mit seinem Sprachassistenzsystem &amp;quot;Siri&amp;quot; und der HomePod-Produktlinie.&lt;br /&gt;
# Microsoft mit seinem Sprachassistenzsystem &amp;quot;Cortana&amp;quot; und der Surface Headphones Produktlinie.&lt;br /&gt;
# Samsung mit seinem Sprachassistenzsystem &amp;quot;Bixby&amp;quot; und der Galaxy Home Produktlinie.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Anbieter haben in den letzten Jahren in die Entwicklung und Verbesserung von Sprachassistenzsystemen investiert und setzen auf künstliche Intelligenz und maschinelles Lernen, um die Spracherkennung und -verarbeitung zu verbessern. Dabei sind ihre Sprachassistenzsysteme nicht nur auf den Heimgebrauch beschränkt, sondern auch in mobilen Geräten, Autos und anderen Branchen wie Gesundheitswesen, Einzelhandel und Finanzen verbreitet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es ist schwierig, genaue Zahlen darüber zu finden, welchen Anteil jeder Anbieter am Gesamtmarkt für Sprachassistenzsysteme hat, da es keine einheitliche Definition des Marktes gibt und die Zahlen von verschiedenen Marktforschungsunternehmen variieren können. Basierend auf den verfügbaren Daten sind die größten Anbieter am Markt Amazon Alexa mit rund 25% Marktanteil, Google Assistant mit rund 20% Marktanteil und Apples Siri mit rund 15% Marktanteil weltweit. Es gibt jedoch Unterschiede in den Zahlen je nach Region und Art des Geräts (z.B. intelligente Lautsprecher, Mobiltelefone, Smart-Home-Geräte). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die beliebtesten Anwendungsfälle von Nutzern von Smart Speakern sind&amp;lt;ref name=&amp;quot;ftn12&amp;quot;&amp;gt;vgl. [https://voicebot.ai/2020/05/03/streaming-music-questions-weather-timers-and-alarms-remain-smart-speaker-killer-apps-third-party-voice-app-usage-not-growing/ https://voicebot.ai/2020/05/03/streaming-music-questions-weather-timers-and-alarms-remain-smart-speaker-killer-apps-third-party-voice-app-usage-not-growing/] &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
# Musik hören&lt;br /&gt;
# Fragen stellen&lt;br /&gt;
# Wetter checken&lt;br /&gt;
# Zeitschaltuhr einschalten&lt;br /&gt;
# Alarm einstellen&lt;br /&gt;
# Radio hören&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Image:Grafik 17.png|top]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Aktuell unterstützte Sprachen'''&amp;lt;ref name=&amp;quot;ftn13&amp;quot;&amp;gt;vgl. [https://www.globalme.net/blog/language-support-voice-assistants-compared/ https://www.globalme.net/blog/language-support-voice-assistants-compared/] sowie die dort angegeben Webseiten&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* &amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:0.501cm;margin-right:0cm;&amp;quot;&amp;gt;'''Amazons Alexa''' unterstützt '''9 Sprachen'''&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
** Arabisch, Deutsch, Englisch (5 Dialekte), Französisch (2 Dialekte), Hindi (Indisch), Italienisch, Japanisch, Portugiesisch (Brasil.), Spanisch (3 Dialekte)&lt;br /&gt;
* &amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:0.501cm;margin-right:0cm;&amp;quot;&amp;gt;'''Google Assistant''' unterstützt '''44 Sprachen '''auf Smartphones&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
* &amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:0.501cm;margin-right:0cm;&amp;quot;&amp;gt;'''Google Assistant''' unterstützt '''13 Sprachen''' auf Smart Speakern / Google Home&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
** Dänisch, Deutsch (2 Dialekte), Englisch (6 Dialekte), Französisch (2 Dialekte), Hindi, Italienisch, Japanisch, Koreanisch, Niederländisch, Norwegisch, Portugiesisch (Brasil.), Schwedisch, Spanisch (3 Dialekte)&lt;br /&gt;
* &amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:0.501cm;margin-right:0cm;&amp;quot;&amp;gt;'''Apples Siri unterstützt rund 42 Sprachen'''&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ist-Analyse sorbischer Potenziale, Ressourcen und Projekte ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;background-color:#f6f6f6;border:1px solid #DCDCDC;padding:0.6em 0.8em;margin:0.6em 0 1em 0;&amp;quot;&amp;gt;'''Letzte Aktualisierung des Abschnitts: 2023''' &amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während digitale Angebote wie Sprachausgabe und Spracherkennung in deutscher Sprache selbstverständlich sind und sowohl von internationalen Großkonzernen als auch von der öffentlichen Hand vorangetrieben und ausgebaut werden, gilt das für dieselben Angebote in sorbischer Sprache nur sehr eingeschränkt. Welche Grundlagen der Sprachunterstützung beider sorbischer Sprachen bereits realisiert oder geplant sind, sollen die folgenden Abschnitte untersuchen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Ist-Stand der 4 Bausteine des Sprechens mit elektronischen Geräten===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Baustein 1: Spracherkennung (Automatic Speech Recognition, ASR; Speech to Text, STT) ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* sorbische Ausgangslage: die folgenden Vorarbeiten sind vorhanden&lt;br /&gt;
* '''Mozilla common voice''': &lt;br /&gt;
** die sorbischen Sprachen werden hier aktuell nicht weiter ergänzt, die gesammelten Daten werden jedoch in anderen Projekten weiter verwendet&lt;br /&gt;
*** die Anzahl an Daten ist bei weitem nicht ausreichend für den Einsatz von neuronalen Technologien&lt;br /&gt;
*** die Qualität der Daten ist nur hinreichend für die Evaluation von Spracherkennungssystemen, nicht jedoch für deren Training (hierfür wird Tonstudio-Qualität benötigt)&lt;br /&gt;
** für das Obersorbische wurden bereits ca. 7.500 lizenzfreie Sätze gesammelt sowie 2 Stunden und 51 Minuten eingesprochen und validiert&lt;br /&gt;
** diese sind aktuell in sehr unterschiedlicher Qualität, sehr unausgewogen hinsichtlich der Stimmen (Geschlecht- und Alter-Verteilung)&lt;br /&gt;
** darüber hinaus lassen sich die Sätze common voice aktuell nicht thematisch zuordnen &lt;br /&gt;
** Für das Niedersorbische fehlen die Sätze und das Einsprechen&amp;lt;ref name=&amp;quot;ftn17&amp;quot;&amp;gt;vgl. [https://voice.mozilla.org/de/languages https://voice.mozilla.org/de/languages]&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;br&amp;gt;  &lt;br /&gt;
  &lt;br /&gt;
* '''Prototyp &amp;quot;smart lamp&amp;quot; / &amp;quot;digidom&amp;quot;'''&lt;br /&gt;
** 2020 startete das '''Projekt „Spracherkennung und maschinelle Übersetzung der sorbischen Sprachen'''“ der Stiftung für das sorbische Volk&lt;br /&gt;
** Durchgeführt wurde eine Machbarkeitsstudie zur automatischen Spracherkennung für die ober­sorbische Sprache vom Fraunhofer-Institut für keramische Technologien und Systeme Dresden (Abteilung Maschinelles Lernen und Datenanalyse) in Zusammenarbeit mit der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus mit folgenden Zielstellungen: &lt;br /&gt;
*** Realisierung eines prototypischen Spracherkenners für eine spezifizierte Beispielanwendung in einer stark beschränkten Sprachdomäne&lt;br /&gt;
*** Ziel wurde es, eine Smart-Home-Anwendung zu erstellen, welches mittels Sprachbefehlen eine Lampe bedienen kann, &amp;quot;digidom&amp;quot;&lt;br /&gt;
*** Einschätzung möglicher und empfohlener Technologien für die Entwicklung eines sorbischen Spracherkenners mit umfangreichem Wortschatz&lt;br /&gt;
*** Aussagen zur Anwendung der niedersorbischen Sprache&lt;br /&gt;
** Folgende Arbeitsschritte wurden bisher für dieses Projekt durchgeführt:&lt;br /&gt;
*** Statistische Auswertung von Textkorpora&lt;br /&gt;
*** Aufstellen der Phonemliste und der Ausspracheregeln&lt;br /&gt;
*** Auswahl an Aufzeichnungen aus „Common Voice“ sowie neue Aufzeichnungen wurden erstellt&lt;br /&gt;
*** Demonstrator unter Open Source Lizenz veröffentlicht&amp;lt;ref&amp;gt;vgl. [https://github.com/ZalozbaDev/web_demo_spoznawanje https://github.com/ZalozbaDev/web_demo_spoznawanje]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
*** Prototyp „digidom“ unter Open Source Lizenz veröffentlicht &amp;lt;ref&amp;gt;vgl. [https://github.com/ZalozbaDev/raspberry_pi_demo_spoznawanje https://github.com/ZalozbaDev/raspberry_pi_demo_spoznawanje]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
*** Veröfentlichung der Ergebnisse in einer Studie&amp;lt;ref&amp;gt;vgl. [http://www.essv.de/pdf/2021_43_50.pdf http://www.essv.de/pdf/2021_43_50.pdf]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
*** Veröffentlichen von Kriterien zur Auswahl eines Sprachkorpus&amp;lt;ref&amp;gt;vgl. [https://github.com/ZalozbaDev/speech_recognition_corpus_creation/blob/main/report/report_summary_german.pdf https://github.com/ZalozbaDev/speech_recognition_corpus_creation/blob/main/report/report_summary_german.pdf]&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
* '''Folgeprojekt &amp;quot;Vorbereitung der Spracherkennung für das Obersorbische für eine Diktierfunktion&amp;quot;''' 2023:&lt;br /&gt;
** Das Ziel war die Entwicklung neuer und Verbesserung bestehender akustischer Modelle für die obersorbische Spracherkennung. &lt;br /&gt;
** Hierfür sollten akustische Modelle auf größeren Audiokorpora trainiert werden.&lt;br /&gt;
*** Es erfolgte eine Erweiterung der Sprachdatensätze mittels Augmentation, d. h. Einfügen von Hintergrundgeräuschen verschiedener Stärke.&lt;br /&gt;
*** Monophon- und Triphon-basierte Modelle wurden mit dem Open-Source-ASR-Toolkit KALDI trainiert.&lt;br /&gt;
*** Die Daten für die Modelle stammen aus verschiedenen Quellen, einschließlich des Common Voice Projekts, der ersten Machbarkeitsstudie (HSB-I) und neuen Audiodaten aus dem aktuellen Projekt.&lt;br /&gt;
*** Nach der Datenaugmentation umfassten die Sprachaufnahmen insgesamt 33:31:10 Stunden und 29.229 gesprochene Sätze.&lt;br /&gt;
** Triphon-basierte Modelle zeigten eine signifikant bessere Leistung als das monophon-basierte Modell. &lt;br /&gt;
** Ein robusteres und weiterentwickeltes triphon-basiertes akustisches Modell wurde erfolgreich erstellt.&lt;br /&gt;
** Mit den folgenden Schritten erfolgte die Verbesserung der Sprachmodellierung mit den bereitgestellten Ressourcen:&lt;br /&gt;
*** Vorverarbeitung und Normalisierung der Textdaten, z. B. Erkennen von Abkürzungen und Eigennamen, Segmentierung von Wörtern in morphologische Einheiten usw.&lt;br /&gt;
*** Wortklassenmodellierung durch Erkennung benannter Einheiten aus vordefinierten Wortklassen, z. B. Datums-, Uhrzeits-, Wochentags-, Namens-, Orts- und Zahlen-Ausdrücke.&lt;br /&gt;
*** Teilwortzerlegung mittels Byte Pair Encoding (BPE) und dem Morfessor-Algorithmus, um das Vokabular zu verkleinern.&lt;br /&gt;
** Die Wahl des richtigen Teilwortzerlegungsverfahrens und der geeigneten Vokabulargröße hat einen signifikanten Einfluss auf die Leistung des Sprachmodells.&lt;br /&gt;
** Im Ergebnis konnte eine Sammlung von normalisierten Textkorpora erzeugt werden, der für das Training von statistischen Sprachmodellen basierend auf ganzen Wörtern oder Wortteilen geeignet ist.&lt;br /&gt;
* Weitere Arbeit an Robustheit und Leistungsfähigkeit von &amp;quot;digidom&amp;quot; ist nötig &amp;lt;br&amp;gt;  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* '''weitere Applikationen mittels Spracherkennung''' &lt;br /&gt;
** Spiele&lt;br /&gt;
*** Lingufino, eine interaktive Puppe, die auf Spracheingaben reagiert&lt;br /&gt;
** Diktierfunktion&lt;br /&gt;
** Simultanübersetzung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Baustein 2: Textübersetzung (Machine Translation, MT) ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* vgl. auch Kapitel 5 Abschnitt [https://koncept.serbski-inkubator.de/index.php/5._Schreiben_auf_elektronischen_Ger%C3%A4ten#.C3.9Cbersetzer Übersetzer]&lt;br /&gt;
* Notwendig: umfangreicher 2-sprachiger Textkorpus&lt;br /&gt;
** Urheberrechtsfrei, gemeinfrei oder unter Creative-Commons-Lizenz (CC0)&lt;br /&gt;
** Satzweise übersetzt&lt;br /&gt;
** Vereinheitlicht, maschinenlesbar&lt;br /&gt;
* Sorbische Ausgangslage: paralleler Textkorpus liegt im WITAJ-Sprachzentrum vor&lt;br /&gt;
* Aufgabe: laufende digitale Erfassung bestehender Übersetzungen in hoher Qualität&lt;br /&gt;
* Herausforderung: Technologieneutralität, d.&amp;amp;nbsp;h. eine Textübersetzung unabhängig von einer speziellen Technologie zu erstellen, so dass sie später in verschiedenen Produkten und Diensten genutzt werden kann (Google Translate, Microsoft Bing Translator, DeepL)&lt;br /&gt;
*  '''sotra.app''': Seit 2019 laufendes Projekt des '''WITAJ-Sprachzentrums: Aufbau eines automatischen „Online-Übersetzers Deutsch-Sorbisch, Sorbisch-Deutsch“''' &lt;br /&gt;
** seit 2021 verfügbar für Obersorbisch und seit 2022 auch in Niedersorbisch für Texte mit max. 6.000 Zeichen&lt;br /&gt;
** Übersetzungen möglich von und nach Deutsch, Ober- und Niedersorbisch und Tschechisch (Beta, von und nach den sorbischen Sprachen)&lt;br /&gt;
** zusätzlicher Service: Rechtschreibkontrolle&lt;br /&gt;
** Mitte 2022 beinhaltete der 2-sprachige Textkorpus ca. 300.000 parallele Satzpaare &lt;br /&gt;
** zukünftig geplant: OCR-Erkennung von Bildern mit Texten&lt;br /&gt;
** Historie:&lt;br /&gt;
*** Aufbau eines großen 2-sprachigen Textkorpus, Ziel bis Ende 2020 ca. 170.000 Satzpaare (ca. 2 Mio. Wörter)&lt;br /&gt;
*** Ende 2021 beinhaltete der 2-sprachige Textkorpus ca. 260.000 parallele Satzpaare &lt;br /&gt;
*** das Projekt startete mit dem Tool Microsoft Translator Hub (eingestellt durch Microsoft)&lt;br /&gt;
*** es wird nun der Ansatz verfolgt, offene Plattformen zu nutzen, um Unabhängigkeit von den Firmen Google, Microsoft, DeepL usw. und deren wirtschaftlichen Interessen zu bewahren&lt;br /&gt;
*** aktuell wird das statistische System MOSES-decoder genutzt&lt;br /&gt;
*** parallel erfolgen Tests des neuronalen Systems OpenNMT (Python)&lt;br /&gt;
* '''Microsoft Bing Translator'''&amp;lt;ref name=&amp;quot;ftn46&amp;quot;&amp;gt;vgl. [https://www.bing.com/translator https://www.bing.com/translator]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
** Der Bing Translator konnte mittels des 2-sprachigen Teytkorpus des WITAJ-Sprachzentrums auf beide sorbische Sprachen trainiert werden:&lt;br /&gt;
** Obersorbisch wird seit 2022 mit aktuell max. 1.000 Zeichen pro Text unterstützt.&lt;br /&gt;
** Niedersorbisch wird seit 2023 mit aktuell max. 1.000 Zeichen pro Text unterstützt.&lt;br /&gt;
** In der Microsoft Bing Translator App wird lediglich die Funktion 'Text übersetzen' unterstützt. Es fehlen die Funktionen 'Sprechen' (STT), 'autom. Spracherkennung', 'Text in Bild übersetzen', 'Audiowiedergabe der Übersetzung' (TTS), 'Offline übersetzen'.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Baustein 3: Intention erkennen und Anweisungen ausführen  ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Hierzu sind keine sorbischen Projekte bekannt. Es kann zu einem späteren Zeitpunkt im Bedarfsfall ggf. auf bereits bestehende Projekte zurückgegriffen werden, wie z.&amp;amp;nbsp;B. [https://wit.ai/ https://wit.ai/].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Baustein 4: Sprachausgabe (Text to Speech, TTS) ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Erste Projekte in die Richtung Sprachausgabe wurden bereits umgesetzt:&lt;br /&gt;
* '''Audioversion des Deutsch-Niedersorbischen Wörterbuchs (nicht als TTS realisiert)'''&lt;br /&gt;
** Für die niedersorbische Sprache wurden vom Sorbischen Institut seit 2014 Tondateien erstellt und in die online-Fassung des Deutsch-Niedersorbischen Wörterbuchs integriert. In einer wissenschaftlichen Studie wurden zudem die verschiedenen Erfahrungen mit praktischen Schwierigkeiten bei der Aussprache verarbeitet. Diese Studie diente dazu, im Jahre 2018 einen praktischen online-Führer zur Aussprache des Niedersorbischen zu erarbeiten. Hochwertige Tonaufnahmen wurden zusammengestellt und bestimmten Lautgruppen bzw. für den Spracherwerb wichtigen lautlichen Phänomenen zugeordnet, mit wichtigen erläuternden Texten ergänzt und auf [http://www.dolnoserbski.de www.dolnoserbski.de] als neue Dienstleistung angeboten. Dadurch steht erstmals eine praktische, durch Tonbeispiele illustrierte Anleitung zur Aussprache des Niedersorbischen zur Verfügung.&lt;br /&gt;
* '''Entwicklung einer Vorlesefunktion für die nieder- und obersorbische Schriftsprache'''&lt;br /&gt;
** Seit 2018 erfolgen die Konzeption, Planung und Entwicklung einer Vorlesesoftware für Nieder- und Obersorbisch für die Integration in Webseiten, Online-Wörterbücher u.&amp;amp;nbsp;ä. durch das Sorbische Institut in Bautzen. Geplanter Abschluss ist 2023.&lt;br /&gt;
** Seit 2023 können die beiden Vorlesestimmen Juro (niedersorbisch) und Matej (obersorbisch) in einer ersten Version ausprobiert werden.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl. [http://tts-juro-matej.serbski-institut.de http://tts-juro-matej.serbski-institut.de], [https://www.serbski-institut.de/projekte-sprachwissenschaft/entwicklung-einer-vorlesefunktion-fuer-die-nieder-und-obersorbische-schriftsprache/ Projektseite SI], [https://www.serbski-institut.de/erste-version-der-sorbischen-vorlesefunktion-und-sprachlandschaft-schleife/ Pressemitteilung SI]&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
* '''Bookii-Bücher in sorbischer Sprache'''&amp;lt;ref&amp;gt;vgl. [https://www.domowina-verlag.de/kinderbuecher/bookii-buecher.html?limit=20 https://www.domowina-verlag.de/kinderbuecher/bookii-buecher.html?limit=20]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
** Aktuell gibt es 9 Bookii-Bücher in obersorbischer Sprache&lt;br /&gt;
** und 3 Bookii-Bücher in niedersorbischer Sprache.&lt;br /&gt;
* '''bamborak''', TTS-System für Obersorbisch&amp;lt;ref name=&amp;quot;ftn56&amp;quot;&amp;gt;vgl. [https://gaussia.de/bamborak/ https://gaussia.de/bamborak]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
** Seit 2022 entwickelt K. Baier ein obersorbisches TTS-System auf Basis eines neuronalen Netzes.&lt;br /&gt;
** Bisher wurden hierfür ca. 2.400 Sätze aufgenommen und durch das neuronale Netz verarbeitet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Übersicht von bisherigen Maßnahmen und Projekten bzgl. Sprachassistenz ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weitere Projekte zu Wörterbüchern u.&amp;amp;nbsp;ä. werden in Abschnitt 5.3.2 &amp;quot;Übersicht von bisherigen Maßnahmen und Projekten bzgl. Schreibunterstützung&amp;quot; genannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| style=&amp;quot;border-spacing:0;&amp;quot;&lt;br /&gt;
|- style=&amp;quot;background-color:#d9e2f3;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot;&lt;br /&gt;
|| '''Name'''&lt;br /&gt;
|| '''Beschreibung'''&lt;br /&gt;
|| '''Zeitraum'''&lt;br /&gt;
|| '''Verantwortlich'''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | '''Audioversion des Deutsch-Niedersorbischen Wörterbuchs'''&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | Tonbeispiele zur Aussprache des Niedersorbischen&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | Seit 2014&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | Sorbisches Institut&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | '''Erarbeitung eines online-Führers mit Tonbeispielen zur Aussprache des Niedersorbischen'''&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | Veröffentlichung auf [http://www.dolnoserbski.de www.dolnoserbski.de]&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | 2018&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | Sorbisches Institut, gefördert durch die Stiftung für das sorbische Volk&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | '''Entwicklung einer Vorlesefunktion für die nieder- und obersorbische Schriftsprache'''&amp;lt;ref name=&amp;quot;ftn18&amp;quot;&amp;gt;vgl. [https://www.serbski-institut.de/de/Entwicklung-einer-Vorlesefunktion-fuer-die-nieder--und-obersorbische-Schriftsprache/ https://www.serbski-institut.de/de/Entwicklung-einer-Vorlesefunktion-fuer-die-nieder--und-obersorbische-Schriftsprache/]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | Konzeption, Planung und Entwicklung einer Vorlesesoftware für Nieder- und Obersorbisch (geplanter Abschluss 2023)&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | Seit 2018&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | Sorbisches Institut, gefördert durch das Sächsische Staatsministerium für Wissenschaft, Kultur und Tourismus (SMWK)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | '''Online-Übersetzer Deutsch-Sorbisch, Sorbisch-Deutsch'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''(zunächst Obersorbisch)'''&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | Entwicklung und Bereitstellung eines Online-Übersetzungsdienstes für Sätze und Texte, Deutsch-Sorbisch und Sorbisch-Deutsch. Als Übersetzungs­grundlage dient ein bilingualer Textkorpus, welcher erstellt wird und für das Training eines Übersetzungssystems verwendet wird.&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | Seit 2019 &lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | WITAJ-Sprachzentrum, gefördert durch die Stiftung für das sorbische Volk&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | '''Mozilla Common Voice obersorbisch und niedersorbisch'''&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | Erstellung von öffentlich zugänglichen Sprachdaten, diese stehen via CC0-Lizenz zur freien Nutzung zur Verfügung, z.&amp;amp;nbsp;B. für das Training eine Spracherkennungs-Engine&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | Seit 2019&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | engagierte Privat­personen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | '''Spracherkennung und maschinelle Übersetzung der sorbischen Sprachen'''&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | Machbarkeitsstudie zur automatischen Spracherkennung für die obersorbische Sprache, Prototypen &amp;quot;smart lamp&amp;quot; und &amp;quot;digidom&amp;quot;&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | Seit 2020&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | Stiftung für das sorbische Volk&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | '''Bereitstellung von interaktiven Spielzeugen und Büchern in den sorbischen Sprachen'''&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | Bereitstellung von interaktiven Bookii-Büchern und der sprechenden interaktiven Puppe Lingufino in den sorbischen Sprachen&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | Seit 2018&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | Domowina Verlag gGmbH und  Medienpädagogisches Projekt LUCIJA des Sorbischen Schulvereins e. V., gefördert durch die Stiftung für das sorbische Volk &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | '''Bereitstellung von Online-Vorlesefunktionen in obersorbischer Sprache'''&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | Vorlesefunktion auf Basis neuronaler Netze für Zahlen und Uhrzeit&amp;lt;ref name=&amp;quot;ftn&amp;quot;&amp;gt;vgl. [https://gaussia.de/slp/ https://gaussia.de/slp]&amp;lt;/ref&amp;gt; sowie für Texte&amp;lt;ref name=&amp;quot;ftn56&amp;quot;&amp;gt;vgl. [https://gaussia.de/bamborak/ https://gaussia.de/bamborak]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | Seit ca. 2020&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | eine engagierte Privatperson&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Fazit ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für eine funktionierende Spracherkennung der sorbischen Sprachen ist es noch ein weiter Weg, auf dem die ersten Schritte bereits gegangen wurden. Eine breite Basis an digitalen Wortsammlungen (sog. linguistischen Ressourcen) in Form von Wörterbüchern, Textkorpora sowie entsprechende morphologische Generatoren sind für beide sorbische Sprachen vorhanden, vgl. Kapitel [[5._Schreiben_auf_elektronischen_Geräten|5. Schreiben auf elektronischen Geräten]]. Hierfür sind noch die Nutzungsrechte zu klären, vgl. Kapitel [[10._Open_Access_Open_Data_Lizenzen|10. Open Access, Open Data, Lizenzen]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die hierauf aufbauenden digitalen sorbischen Sprachdienste werden aktuell gerade erst die Grundlagen gelegt oder eruiert. Für die Umsetzung einer Spracherkennung laufen aktuell 2 Projekte: das freiwillige Projekt der Sammlung von Sprachdaten mittels Mozilla common voice sowie das Projekt „Spracherkennung und maschinelle Übersetzung der sorbischen Sprachen“ der Stiftung für das sorbische Volk. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die Umsetzung einer automatischen Textübersetzung gibt es das Projekt „Online-Übersetzer Deutsch-Sorbisch, Sorbisch-Deutsch“ des WITAJ-Sprachzentrums. Dieses bezieht sich aktuell zunächst auf obersorbische Texte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für den Baustein&amp;amp;nbsp;3 „Intention erkennen, Anweisungen ausführen“ gibt es keine speziellen sorbischen Projekte, jedoch eine Reihe weltweiter Projekte, einige davon open source. Sind die weiteren Bausteine realisiert, so kann ein passendes System für die Umsetzung dieses Bausteins recherchiert werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die Sprachausgabe entwickelt das Sorbische Institut bereits eine Vorlesefunktion für beide sorbischen Sprachen, welche voraussichtlich 2023 abgeschlossen ist. Ebenso werden vom Sorbischen Institut die niedersorbischen Online-Wörterbücher nach und nach mit Tonbeispielen unterlegt. Für das Niedersorbische sind hierfür bereits umfangreiche Tonbeispiele zur Aussprache des Niedersorbischen auf [http://www.dolnoserbski.de www.dolnoserbski.de] veröffentlicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Zukünftige Maßnahmen bzgl. Sprachassistenz ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;background-color:#f6f6f6;border:1px solid #DCDCDC;padding:0.6em 0.8em;margin:0.6em 0 1em 0;&amp;quot;&amp;gt;'''Letzte Aktualisierung des Abschnitts: 2021''' &amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Bewertung der Maßnahmen'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bewertet werden Aufwand und Nutzen als grobe Einschätzungen von 1 (gering) bis 4 (sehr hoch bzw. sehr groß).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* '''Aufwand''': umfasst die geschätzten Kosten, Zeit und Personal&lt;br /&gt;
* '''Nutzen''': erwarteter Beitrag zu Vision und Zielen des Themenbereichs sowie zu den [https://koncept.serbski-inkubator.de/index.php/2.3_Strategische_Ziele_f%C3%BCr_die_sorbische_Kultur_und_Sprache strategischen Zielen für die sorbische Kultur und Sprache]&lt;br /&gt;
* '''Attraktivität''': Nutzen minus Aufwand: positiv = hoch, 0 = mittel, negativ = gering. Sie dient der Orientierung und ersetzt keine Priorisierung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== &amp;lt;span id=&amp;quot;M1.1_1&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;1.1_1 – Entwicklung einer obersorbischen Spracherkennung (HSB) ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot; style=&amp;quot;width:100%;background-color:#ffffff;color:#202122;&amp;quot;&lt;br /&gt;
! colspan=&amp;quot;2&amp;quot; style=&amp;quot;background-color:#d9e2f3;text-align:left;&amp;quot; | Maßnahme 1.1_1 – Entwicklung einer obersorbischen Spracherkennung (HSB)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;width:20%;text-align:left;&amp;quot; | Ziel&lt;br /&gt;
| Eine obersorbische Spracherkennung steht als Sprachdienst zur Verfügung und kann in priorisierten Anwendungen genutzt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left;&amp;quot; | Inhalt&lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
* Bereitstellung geeigneter Sprachdaten&lt;br /&gt;
* Entwicklung oder Anpassung von Spracherkennungsmodellen&lt;br /&gt;
* Qualitätsprüfung &lt;br /&gt;
* Bereitstellung über dokumentierte Schnittstellen&lt;br /&gt;
* Einbindung in Anwendungen &lt;br /&gt;
* Absicherung von Betrieb und Pflege&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left;&amp;quot; | Bewertung&lt;br /&gt;
| '''Aufwand: hoch''' (3/4) · '''Nutzen: sehr groß''' (4/4) · '''Attraktivität: hoch''' (+1)&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! colspan=&amp;quot;2&amp;quot; style=&amp;quot;background-color:#eaf0f8;text-align:left;&amp;quot; | Umsetzungsstand und weitere Planung (Stand: 2026)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left;&amp;quot; | Status&lt;br /&gt;
| 🟡 '''in Bearbeitung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left;&amp;quot; | Abgeschlossene Projekte&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
* '''2020-2021:''' Machbarkeitsstudie und Demonstrator „smart lamp / mudra lampa“ („digidom #1“)&lt;br /&gt;
** Fraunhofer IKTS und BTU Cottbus im Auftrag der Stiftung für das sorbische Volk&lt;br /&gt;
** [https://zalozba.de/medien/pressearchiv/detail/digidom-1-mudra-lampa/ Informationen zum Projekt]&lt;br /&gt;
* '''2023:''' Folgeprojekt „Vorbereitung der Spracherkennung für das Obersorbische für eine Diktierfunktion“&lt;br /&gt;
** Stiftung für das sorbische Volk.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left;&amp;quot; | Laufende Projekte&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
*  '''seit 2019:''' Mozilla Common Voice Obersorbisch; Sprachaufnahmen und Prüfung durch freiwillig Mitwirkende&lt;br /&gt;
** Stiftung für das sorbische Volk und WITAJ-Sprachzentrum unterstützen den Beteiligungsaufruf&lt;br /&gt;
** '''Stand 2026:''' Erweiterung des Datenbestands veröffentlicht, [https://discourse.mozilla.org/t/common-voice-scripted-speech-v27-0-and-spontaneous-speech-v5-0-released/149490 siehe Meldung]&lt;br /&gt;
* '''seit 2023:''' Entwicklung und Verbesserung von Modellen zur Automatischen Spracherkennung für Nieder- und Obersorbisch&lt;br /&gt;
** Sorbisches Institut&lt;br /&gt;
** [https://www.serbski-institut.de/projekte-sprachwissenschaft/entwicklung-und-verbesserung-von-modellen-zur-automatischen-spracherkennung-fuer-nieder-und-obersorbisch/ Informationen zum Projekt]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left;&amp;quot; | Offene Schritte&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
# Priorisierte Anwendungen und Qualitätskriterien festlegen.&lt;br /&gt;
# Vorhandene Sprachdaten und Modelle prüfen; Datenlücken und offene Nutzungsrechte klären.&lt;br /&gt;
# Spracherkennungsmodell und Sprachdienst entwickeln und anhand der Qualitätskriterien prüfen.&lt;br /&gt;
# Priorisierten Anwendungsfall pilotieren.&lt;br /&gt;
# Produktive Nutzung sowie Finanzierung, Betrieb und Pflege verbindlich organisieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== &amp;lt;span id=&amp;quot;M1.1_2&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;1.1_2 – Entwicklung einer niedersorbischen Spracherkennung (DSB) ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot; style=&amp;quot;width:100%;background-color:#ffffff;color:#202122;&amp;quot;&lt;br /&gt;
! colspan=&amp;quot;2&amp;quot; style=&amp;quot;background-color:#d9e2f3;text-align:left;&amp;quot; | Maßnahme 1.1_2 – Entwicklung einer niedersorbischen Spracherkennung (DSB)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;width:20%;text-align:left;&amp;quot; | Ziel&lt;br /&gt;
| Eine niedersorbische Spracherkennung steht als Sprachdienst zur Verfügung und kann in priorisierten Anwendungen genutzt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left;&amp;quot; | Inhalt&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
* Bereitstellung geeigneter niedersorbischer Sprachaufnahmen und zugehöriger Texte&lt;br /&gt;
* Entwicklung oder Anpassung von Spracherkennungsmodellen&lt;br /&gt;
* Qualitätsprüfung mit unterschiedlichen Sprecherinnen und Sprechern&lt;br /&gt;
* Bereitstellung über dokumentierte Schnittstellen&lt;br /&gt;
* Einbindung in Anwendungen&lt;br /&gt;
* Absicherung von Betrieb und Pflege&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left;&amp;quot; | Bewertung&lt;br /&gt;
| '''Aufwand: sehr hoch''' (4/4) · '''Nutzen: sehr groß''' (4/4) · '''Attraktivität: mittel''' (0)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! colspan=&amp;quot;2&amp;quot; style=&amp;quot;background-color:#eaf0f8;text-align:left;&amp;quot; | Umsetzungsstand und weitere Planung (Stand: 2026)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left;&amp;quot; | Status&lt;br /&gt;
| 🟡 '''in Bearbeitung''' &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Datensammlung und Modellentwicklung sind dokumentiert. &lt;br /&gt;
* Entwicklungsstand und Verfügbarkeit eines nutzbaren Sprachdienstes: &amp;lt;mark&amp;gt;prošu dodać&amp;lt;/mark&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left;&amp;quot; | Abgeschlossene Projekte&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
* &amp;lt;mark&amp;gt;prošu dodać&amp;lt;/mark&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left;&amp;quot; | Laufende Projekte&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
* '''seit 2023:''' Entwicklung und Verbesserung von Modellen zur Automatischen Spracherkennung für Nieder- und Obersorbisch&lt;br /&gt;
** Sorbisches Institut, gefördert durch die Stiftung für das sorbische Volk&lt;br /&gt;
** Niedersorbische Pilotphase ab 2023, Fertigstellung eines Prototyps für 2024 vorgesehen. &lt;br /&gt;
** &amp;lt;mark&amp;gt;staw prošu dodać&amp;lt;/mark&amp;gt;&lt;br /&gt;
** [https://www.serbski-institut.de/projekte-sprachwissenschaft/entwicklung-und-verbesserung-von-modellen-zur-automatischen-spracherkennung-fuer-nieder-und-obersorbisch/ Informationen zum Projekt]&lt;br /&gt;
* '''seit 2026:''' Mozilla Common Voice Niedersorbisch&lt;br /&gt;
** initiiert vom WITAJ-Sprachzentrum Cottbus&lt;br /&gt;
** Gewinnung und Einweisung von Sprecherinnen und Sprechern für die Sammlung von Sprachaufnahmen&lt;br /&gt;
** &amp;lt;mark&amp;gt;staw dodać?&amp;lt;/mark&amp;gt;&lt;br /&gt;
** [https://www.witaj-sprachzentrum.de/niedersorbisch/2026/09/30/common-voice-projekt-fuer-niedersorbisch-vorgestellt/ Informationen zum Projekt]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left;&amp;quot; | Offene Schritte&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
# Priorisierte Anwendungen, insbesondere eine Diktierfunktion, und anwendungsbezogene Qualitätskriterien festlegen.&lt;br /&gt;
# Vorhandene Sprachaufnahmen und Texte auf Qualität, Sprecherabdeckung, Datenlücken und Nutzungsrechte prüfen; weitere Datensammlung darauf ausrichten.&lt;br /&gt;
# Spracherkennungsmodell und Sprachdienst entwickeln oder anpassen, anhand der Qualitätskriterien prüfen und in einer priorisierten Anwendung erproben.&lt;br /&gt;
# Produktive Nutzung sowie Finanzierung, Betrieb und Pflege verbindlich organisieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== &amp;lt;span id=&amp;quot;M1.1_3&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;1.1_3 – Entwicklung eines obersorbischen Übersetzungsdienstes für Texte (HSB) ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot; style=&amp;quot;width:100%;background-color:#ffffff;color:#202122;&amp;quot;&lt;br /&gt;
! colspan=&amp;quot;2&amp;quot; style=&amp;quot;background-color:#d9e2f3;text-align:left;&amp;quot; | Maßnahme 1.1_3 – Entwicklung eines obersorbischen Übersetzungsdienstes für Texte (HSB)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;width:20%;text-align:left;&amp;quot; | Ziel&lt;br /&gt;
| Ein Übersetzungsdienst zwischen Obersorbisch und Deutsch steht zur Verfügung, kann auf den meistgenutzten elektronischen Geräten genutzt und in priorisierte Anwendungen eingebunden werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left;&amp;quot; | Inhalt&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
* Aufbau und Pflege geeigneter einsprachiger Textsammlungen und zweisprachiger Parallelkorpora&lt;br /&gt;
* Entwicklung und Weiterentwicklung von Übersetzungsmodellen&lt;br /&gt;
* Sprachliche und technische Qualitätsprüfung&lt;br /&gt;
* Bereitstellung als nutzerfreundlicher Online-Dienst und über dokumentierte Schnittstellen&lt;br /&gt;
* Einbindung in Anwendungen sowie Verbindung mit Spracherkennung und Sprachausgabe&lt;br /&gt;
* Absicherung von Betrieb und Pflege&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left;&amp;quot; | Bewertung&lt;br /&gt;
| '''Aufwand: hoch''' (3/4) · '''Nutzen: sehr groß''' (4/4) · '''Attraktivität: hoch''' (+1)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! colspan=&amp;quot;2&amp;quot; style=&amp;quot;background-color:#eaf0f8;text-align:left;&amp;quot; | Umsetzungsstand und weitere Planung (Stand: 2026)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left;&amp;quot; | Status&lt;br /&gt;
| 🔵 '''laufende Daueraufgabe''' &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Übersetzungsangebote sind verfügbar&lt;br /&gt;
* Qualitätsverbesserung, Erweiterung und Betrieb werden fortgeführt&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left;&amp;quot; | Abgeschlossene Projekte&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
* '''2019-2021:''' Entwicklung und Veröffentlichung der ersten Sotra-Version für Obersorbisch–Deutsch und Deutsch–Obersorbisch&lt;br /&gt;
** WITAJ-Sprachzentrum mit externen Entwicklungspartnern, gefördert durch die Stiftung für das sorbische Volk&lt;br /&gt;
** Öffentliche Bereitstellung im März 2021&lt;br /&gt;
** [https://www.witaj-sprachzentrum.de/obersorbisch/portfolio-items/online-uebersetzer-sotra/ Projektchronik]&lt;br /&gt;
* '''2022:''' Aufnahme des Obersorbischen in den Microsoft Translator&lt;br /&gt;
** Microsoft, unterstützt durch die Stiftung für das sorbische Volk, das WITAJ-Sprachzentrums und das Sorbische Institut&lt;br /&gt;
** Text- und Dokumentübersetzung seit Februar 2022 verfügbar&lt;br /&gt;
** [https://www.microsoft.com/en-us/translator/blog/2022/02/21/translator-celebrates-international-mother-language-day-by-adding-upper-sorbian/ Informationen zur Veröffentlichung]&lt;br /&gt;
* '''2025/2026:''' Neues Sotra-Modell für Deutsch–Obersorbisch&lt;br /&gt;
** WITAJ-Sprachzentrum und text2knowledge (t2k), Dresden&lt;br /&gt;
** im Januar 2026 öffentlich vorgestellt&lt;br /&gt;
** [https://www.witaj-sprachzentrum.de/obersorbisch/2026/01/05/sotra-app-mit-neuem-modell-fuer-die-uebersetzungsrichtung-deutsch-obersorbisch/ Informationen zum Modell]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left;&amp;quot; | Laufende Projekte&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
* '''Seit 2021:''' Betrieb und Weiterentwicklung von Sotra für Obersorbisch&lt;br /&gt;
** WITAJ-Sprachzentrum&lt;br /&gt;
** Ausbau der Textkorpora und Weiterentwicklung der Übersetzungsmodelle&lt;br /&gt;
** &amp;lt;mark&amp;gt; dalše dodać?&amp;lt;/mark&amp;gt;&lt;br /&gt;
** [https://www.witaj-sprachzentrum.de/obersorbisch/wp-content/uploads/sites/3/2026/05/T%C3%A4tigkeitsbericht-2025.pdf Tätigkeitsbericht 2025, S. 3 und 6], [https://www.witaj-sprachzentrum.de/niedersorbisch/wp-content/uploads/sites/2/2026/06/Arbeitsplan-2026.pdf Arbeitsplan 2026, S. 3 und 5]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left;&amp;quot; | Offene Schritte&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
# Textkorpora anhand tatsächlich auftretender Übersetzungsfehler, fehlender Fachbegriffe und benötigter Textarten erweitern, Nutzungsrechte dokumentieren.&lt;br /&gt;
# Vorhandene Schnittstellen und Einbindungsmöglichkeiten prüfen, dokumentieren und für priorisierte Anwendungen nutzbar machen.&lt;br /&gt;
# Die geplante Verbindung mit der obersorbischen Sprachausgabe gemäß [[#M1.1_5|Maßnahme 1.1_5]] prüfen und umsetzen, die Eignung für Simultanübersetzung gemeinsam mit [[#M1.1_1|Maßnahme 1.1_1]] gesondert erproben.&lt;br /&gt;
# Finanzierung, technische Betreuung und regelmäßige Qualitätsprüfung langfristig absichern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== &amp;lt;span id=&amp;quot;M1.1_4&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;1.1_4 – Entwicklung eines niedersorbischen Übersetzungsdienstes für Texte (DSB) ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot; style=&amp;quot;width:100%;background-color:#ffffff;color:#202122;&amp;quot;&lt;br /&gt;
! colspan=&amp;quot;2&amp;quot; style=&amp;quot;background-color:#d9e2f3;text-align:left;&amp;quot; | Maßnahme 1.1_4 – Entwicklung eines niedersorbischen Übersetzungsdienstes für Texte (DSB)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;width:20%;text-align:left;&amp;quot; | Ziel&lt;br /&gt;
| Ein Übersetzungsdienst zwischen Niedersorbisch und Deutsch &amp;lt;mark&amp;gt;steht zur Verfügung, kann auf den meistgenutzten elektronischen Geräten genutzt und in priorisierte Anwendungen eingebunden werden.&amp;lt;/mark&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left;&amp;quot; | Inhalt&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
* Aufbau und Pflege geeigneter niedersorbischer Textsammlungen und zweisprachiger Parallelkorpora&lt;br /&gt;
* Entwicklung und Weiterentwicklung von Übersetzungsmodellen unter Nutzung geeigneter gemeinsamer Bausteine mit dem Obersorbischen&lt;br /&gt;
* Eigenständige sprachliche und technische Qualitätsprüfung für Niedersorbisch&lt;br /&gt;
* Bereitstellung als nutzerfreundlicher Online-Dienst und über dokumentierte Schnittstellen&lt;br /&gt;
* Einbindung in Anwendungen sowie Verbindung mit Spracherkennung und Sprachausgabe&lt;br /&gt;
* Absicherung von Betrieb und Pflege&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left;&amp;quot; | Bewertung&lt;br /&gt;
| '''Aufwand: sehr hoch''' (4/4) · '''Nutzen: sehr groß''' (4/4) · '''Attraktivität: mittel''' (0)&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! colspan=&amp;quot;2&amp;quot; style=&amp;quot;background-color:#eaf0f8;text-align:left;&amp;quot; | Umsetzungsstand und weitere Planung (Stand: 2026)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left;&amp;quot; | Status&lt;br /&gt;
| 🔵 '''laufende Daueraufgabe''' &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Übersetzungsangebote sind verfügbar&lt;br /&gt;
* Qualitätsverbesserung, Erweiterung und Betrieb werden fortgeführt&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left;&amp;quot; | Abgeschlossene Projekte&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
* '''2021-2022:''' Entwicklung und Veröffentlichung der niedersorbischen Sotra-Version&lt;br /&gt;
** WITAJ-Sprachzentrum mit externen Entwicklungspartnern und Unterstützung des Sorbischen Instituts durch Sprachdaten&lt;br /&gt;
** Seit 2022: Übersetzungen zwischen Niedersorbisch und Deutsch sowie zwischen Nieder- und Obersorbisch&lt;br /&gt;
** [https://www.witaj-sprachzentrum.de/niedersorbisch/2022/09/15/online-uebersetzungsprogramm-sotra-jetzt-auch-fuer-niedersorbisch/ Informationen zur Veröffentlichung]&lt;br /&gt;
* '''2023:''' Aufnahme des Niedersorbischen in den Microsoft Translator&lt;br /&gt;
** Microsoft, unterstützt durch die Stiftung für das sorbische Volk, das Sorbische Institut und das WITAJ-Sprachzentrum&lt;br /&gt;
** Text- und Dokumentübersetzung seit 2023 verfügbar&lt;br /&gt;
** [https://www.microsoft.com/en-us/translator/blog/2023/04/20/introducing-lower-sorbian/ Informationen zur Veröffentlichung]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left;&amp;quot; | Laufende Projekte&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
* '''Seit 2022:''' Weiterentwicklung und Betrieb von Sotra für Niedersorbisch&lt;br /&gt;
** WITAJ-Sprachzentrum, Zusammenarbeit mit text2knowledge (t2k) &lt;br /&gt;
** Erweiterung der niedersorbischen Textkorpora und Verbesserung der Übersetzungsmodelle&lt;br /&gt;
** &amp;lt;mark&amp;gt;dalše dodać?&amp;lt;/mark&amp;gt;&lt;br /&gt;
** [https://www.witaj-sprachzentrum.de/obersorbisch/wp-content/uploads/sites/3/2026/05/T%C3%A4tigkeitsbericht-2025.pdf Tätigkeitsbericht 2025, S. 3 und 6], [https://www.witaj-sprachzentrum.de/niedersorbisch/wp-content/uploads/sites/2/2026/06/Arbeitsplan-2026.pdf Arbeitsplan 2026, S. 3 und 5]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left;&amp;quot; | Offene Schritte&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
# Fehlende Textarten, Fachbegriffe und sprachliche Erscheinungen in den Textkorpora gezielt ergänzen, Nutzungsrechte dokumentieren.&lt;br /&gt;
# Übertragbare technische Lösungen aus [[#M1.1_3|Maßnahme 1.1_3]] nutzen, ihre Qualität für Niedersorbisch gesondert prüfen.&lt;br /&gt;
# Schnittstellen für priorisierte Anwendungen dokumentieren und die Verbindung mit [[#M1.1_6|niedersorbischer Sprachausgabe]] erproben, Anforderungen einer späteren Simultanübersetzung mit [[#M1.1_2|niedersorbischer Spracherkennung]] gesondert prüfen.&lt;br /&gt;
# Finanzierung, technische Betreuung und regelmäßige Qualitätsprüfung langfristig absichern.&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== &amp;lt;span id=&amp;quot;M1.1_5&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;1.1_5 – Entwicklung einer obersorbischen Sprachausgabe (HSB) ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot; style=&amp;quot;width:100%;background-color:#ffffff;color:#202122;&amp;quot;&lt;br /&gt;
! colspan=&amp;quot;2&amp;quot; style=&amp;quot;background-color:#d9e2f3;text-align:left;&amp;quot; | Maßnahme 1.1_5 – Entwicklung einer obersorbischen Sprachausgabe (HSB)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;width:20%;text-align:left;&amp;quot; | Ziel&lt;br /&gt;
| Eine obersorbische Sprachausgabe steht als Sprachdienst zur Verfügung und kann Texte in priorisierten Anwendungen verständlich vorlesen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left;&amp;quot; | Inhalt&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
* Bereitstellung geeigneter Sprachaufnahmen, Texte und Ausspracheinformationen&lt;br /&gt;
* Entwicklung oder Anpassung von Modellen zur automatischen Sprachausgabe (Text-to-Speech, TTS)&lt;br /&gt;
* Qualitätsprüfung hinsichtlich Aussprache, Verständlichkeit und Natürlichkeit&lt;br /&gt;
* Bereitstellung über dokumentierte Schnittstellen&lt;br /&gt;
* Einbindung in Webseiten, Übersetzungsdienste und weitere priorisierte Anwendungen&lt;br /&gt;
* Absicherung von Betrieb und Pflege&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left;&amp;quot; | Bewertung&lt;br /&gt;
| '''Aufwand: hoch''' (3/4) · '''Nutzen: sehr groß''' (4/4) · '''Attraktivität: hoch''' (+1)&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! colspan=&amp;quot;2&amp;quot; style=&amp;quot;background-color:#eaf0f8;text-align:left;&amp;quot; | Umsetzungsstand und weitere Planung (Stand: 2026)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left;&amp;quot; | Status&lt;br /&gt;
| 🟡 '''in Bearbeitung''' &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Vorlesefunktionen sind vorhanden&lt;br /&gt;
* Einbindung in priorisierten Anwendungen ist noch in Entwicklung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left;&amp;quot; | Abgeschlossene Projekte&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
* '''2018-2024:''' Entwicklung einer Vorlesefunktion für die nieder- und obersorbische Schriftsprache – obersorbischer Teil „Matej“&lt;br /&gt;
** Sorbisches Institut, Förderung durch den Freistaat Sachsen&lt;br /&gt;
** Erste öffentliche Version 2023&lt;br /&gt;
** [https://www.serbski-institut.de/projekte-sprachwissenschaft/entwicklung-einer-vorlesefunktion-fuer-die-nieder-und-obersorbische-schriftsprache/ Informationen zum Projekt]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left;&amp;quot; | Laufende Projekte&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
* '''Seit 2025:''' Bereitstellung und Webeinbindung der Vorlesefunktion „Matej“&lt;br /&gt;
** Sorbisches Institut&lt;br /&gt;
** Auf den obersorbischen Institutsseiten eingebunden, Erweiterung auf weitere Webseiten möglich.&lt;br /&gt;
** &amp;lt;mark&amp;gt;dalše dodać?&amp;lt;/mark&amp;gt;&lt;br /&gt;
** [https://www.serbski-institut.de/projekte-sprachwissenschaft/entwicklung-einer-vorlesefunktion-fuer-die-nieder-und-obersorbische-schriftsprache/ Informationen zum Dienst] · [https://github.com/Sorbisches-Institut/Serbski-TTS Programmkomponenten]&lt;br /&gt;
* '''Seit 2022:''' bamborak – obersorbische Sprachausgabe&lt;br /&gt;
** Korla Baier, frei zugängliches Entwicklungsprojekt&lt;br /&gt;
** Software und Modelle sind veröffentlicht&lt;br /&gt;
** &amp;lt;mark&amp;gt;aktualny staw dodać?&amp;lt;/mark&amp;gt;&lt;br /&gt;
** [https://digiserb.de/projekt/bamborak/ Projektbeschreibung] · [https://github.com/Korla-tech/bamborak Quellcode und Hinweise zu den Modellen]&lt;br /&gt;
* '''Seit 2025:''' Vorlesefunktionen im Umfeld von serbski.chat und Sotra&lt;br /&gt;
** WITAJ-Sprachzentrum&lt;br /&gt;
** seit 2025: Vorlesefunktionen in serbski.chat &lt;br /&gt;
** Die Verbindung von Sotra mit den Vorlesefunktionen des Sorbischen Instituts und bamborak ist für 2026 vorgesehen.&lt;br /&gt;
** &amp;lt;mark&amp;gt;aktualny staw dodać?&amp;lt;/mark&amp;gt;&lt;br /&gt;
** [https://www.witaj-sprachzentrum.de/obersorbisch/wp-content/uploads/sites/3/2026/05/T%C3%A4tigkeitsbericht-2025.pdf Tätigkeitsbericht 2025, S. 7] · [https://www.witaj-sprachzentrum.de/niedersorbisch/wp-content/uploads/sites/2/2026/06/Arbeitsplan-2026.pdf Arbeitsplan 2026, S. 5]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left;&amp;quot; | Offene Schritte&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
# Qualität, Nutzungsbedingungen und Einbindungsmöglichkeiten von Matej und bamborak gemeinsam mit den Entwicklern erheben.&lt;br /&gt;
# Priorisierte Anwendungen und passende Qualitätskriterien festlegen, insbesondere für barrierearmes Vorlesen, Übersetzungsdienste und Lernmaterialien.&lt;br /&gt;
# Aussprachefehler und fehlende Sprachdaten gezielt bearbeiten, Rechte an Aufnahmen, Stimmen, Modellen und erzeugten Audiodateien klären.&lt;br /&gt;
# Die geplante &amp;quot;sotra&amp;quot;-Einbindung prüfen und eine priorisierte Anwendung erproben. Die Eignung für die automatische Vertonung von Untertiteln oder Lernfilmen gesondert bewerten.&lt;br /&gt;
# Schnittstellen, Betrieb, Pflege und Finanzierung für die eingesetzten Dienste absichern.&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== &amp;lt;span id=&amp;quot;M1.1_6&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;1.1_6 – Entwicklung einer niedersorbischen Sprachausgabe (DSB) ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot; style=&amp;quot;width:100%;background-color:#ffffff;color:#202122;&amp;quot;&lt;br /&gt;
! colspan=&amp;quot;2&amp;quot; style=&amp;quot;background-color:#d9e2f3;text-align:left;&amp;quot; | Maßnahme 1.1_6 – Entwicklung einer niedersorbischen Sprachausgabe (DSB)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;width:20%;text-align:left;&amp;quot; | Ziel&lt;br /&gt;
| Eine niedersorbische Sprachausgabe steht als Sprachdienst zur Verfügung und kann Texte in priorisierten Anwendungen verständlich vorlesen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left;&amp;quot; | Inhalt&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
* Bereitstellung geeigneter niedersorbischer Sprachaufnahmen, Texte und Ausspracheinformationen&lt;br /&gt;
* Entwicklung oder Anpassung von Modellen zur automatischen Sprachausgabe (Text-to-Speech, TTS)&lt;br /&gt;
* Eigenständige Qualitätsprüfung hinsichtlich Aussprache, Verständlichkeit und Natürlichkeit des Niedersorbischen&lt;br /&gt;
* Bereitstellung über dokumentierte Schnittstellen&lt;br /&gt;
* Einbindung in Webseiten, Übersetzungsdienste und weitere priorisierte Anwendungen&lt;br /&gt;
* Absicherung von Betrieb und Pflege&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left;&amp;quot; | Bewertung&lt;br /&gt;
| '''Aufwand: hoch''' (3/4) · '''Nutzen: sehr groß''' (4/4) · '''Attraktivität: hoch''' (+1)&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! colspan=&amp;quot;2&amp;quot; style=&amp;quot;background-color:#eaf0f8;text-align:left;&amp;quot; | Umsetzungsstand und weitere Planung (Stand: 2026)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left;&amp;quot; | Status&lt;br /&gt;
| 🟡 '''in Bearbeitung'''&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Eine Vorlesefunktion ist vorhanden&lt;br /&gt;
* Einbindung in priorisierte Anwendungen ist noch in Entwicklung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left;&amp;quot; | Abgeschlossene Projekte&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
* '''2018-2024:''' Entwicklung einer Vorlesefunktion für die nieder- und obersorbische Schriftsprache – niedersorbischer Teil „Juro“&lt;br /&gt;
** Sorbisches Institut, Förderung durch den Freistaat Sachsen&lt;br /&gt;
** Erste öffentliche Version 2023, Gemeinsames Projekt mit [[#M1.1_5|Maßnahme 1.1_5]]&lt;br /&gt;
** [https://www.serbski-institut.de/projekte-sprachwissenschaft/entwicklung-einer-vorlesefunktion-fuer-die-nieder-und-obersorbische-schriftsprache/ Informationen zum Projekt]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left;&amp;quot; | Laufende Projekte&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
* '''Seit 2025:''' Bereitstellung und Webeinbindung der Vorlesefunktion „Juro“&lt;br /&gt;
** Sorbisches Institut&lt;br /&gt;
** Auf den niedersorbischen Institutsseiten eingebunden&lt;br /&gt;
** &amp;lt;mark&amp;gt;dalše dodać?&amp;lt;/mark&amp;gt;&lt;br /&gt;
** [https://www.serbski-institut.de/projekte-sprachwissenschaft/entwicklung-einer-vorlesefunktion-fuer-die-nieder-und-obersorbische-schriftsprache/ Informationen zum Dienst], [https://github.com/Sorbisches-Institut/Serbski-TTS Programmkomponenten]&lt;br /&gt;
* '''2026 geplant:''' Verbindung von Sotra mit der Vorlesefunktion des Sorbischen Instituts&lt;br /&gt;
** WITAJ-Sprachzentrum, technische Umsetzungspartner:  &amp;lt;mark&amp;gt;dodać?&amp;lt;/mark&amp;gt;&lt;br /&gt;
** [https://www.witaj-sprachzentrum.de/niedersorbisch/wp-content/uploads/sites/2/2026/06/Arbeitsplan-2026.pdf Arbeitsplan 2026, S. 5]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left;&amp;quot; | Offene Schritte&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
# Aktuellen Entwicklungs- und Betriebsstand von Juro sowie vorhandene niedersorbische Vorlesefunktionen im Sotra-Umfeld erheben.&lt;br /&gt;
# Priorisierte Anwendungen und niedersorbische Qualitätskriterien festlegen, die Verständlichkeit und Aussprache mit sprachkundigen Nutzenden prüfen.&lt;br /&gt;
# Erforderliche Verbesserungen an Aussprache, Sprachdaten oder Modellen bestimmen und Nutzungsrechte klären, technische Bausteine aus [[#M1.1_5|Maßnahme 1.1_5]] auf Übertragbarkeit prüfen.&lt;br /&gt;
# Die Einbindung in den [[#M1.1_4|niedersorbischen Übersetzungsdienst]] und eine weitere priorisierte Anwendung erproben, die Eignung für Lernmaterialien und automatische Vertonung gesondert bewerten.&lt;br /&gt;
# Schnittstellen, Betrieb, Pflege und Finanzierung für die eingesetzten Dienste absichern.&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== &amp;lt;span id=&amp;quot;M1.1_7&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;1.1_7 - Finden einer Software für 'Intention und Anweisungen' ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot; style=&amp;quot;width:100%;background-color:#ffffff;color:#202122;&amp;quot;&lt;br /&gt;
! colspan=&amp;quot;2&amp;quot; style=&amp;quot;background-color:#d9e2f3;text-align:left;&amp;quot; | Maßnahme 1.1_7 – Finden einer Software für 'Intention und Anweisungen'&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;width:20%;text-align:left;&amp;quot; | Ziel&lt;br /&gt;
| Gesprochene ober- und niedersorbische Anweisungen können in priorisierten Anwendungen verstanden und in gewünschte Aktionen umgesetzt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left;&amp;quot; | Inhalt&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
* Festlegung unterstützter Nutzerabsichten und Anweisungen (z. B. Informationsabfragen oder Steuerung von Funktionen)&lt;br /&gt;
* Auswahl und gegebenenfalls Anpassung einer geeigneten Software&lt;br /&gt;
* Verbindung mit sorbischer Spracherkennung und Sprachausgabe, bei Bedarf auch mit Übersetzungsdiensten&lt;br /&gt;
* Einbindung der anzusteuernden Anwendungen oder Geräte&lt;br /&gt;
* Prüfung der Zuverlässigkeit sowie Umgang mit unklaren oder fehlerhaft erkannten Anweisungen&lt;br /&gt;
* Absicherung von Berechtigungen, Betrieb und Pflege&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left;&amp;quot; | Bewertung&lt;br /&gt;
| '''Aufwand: moderat''' (2/4) · '''Nutzen: moderat''' (2/4) · '''Attraktivität: mittel''' (0)&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! colspan=&amp;quot;2&amp;quot; style=&amp;quot;background-color:#eaf0f8;text-align:left;&amp;quot; | Umsetzungsstand und weitere Planung (Stand: 2026)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left;&amp;quot; | Status&lt;br /&gt;
| ❓ '''zu prüfen''' &lt;br /&gt;
* ein Demonstrator und Chat-Bots sind pilotiert &lt;br /&gt;
* &amp;lt;mark&amp;gt;dalše dodać?&amp;lt;/mark&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left;&amp;quot; | Abgeschlossene Projekte&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
* '''2021:''' Demonstrator „smart lamp / mudra lampa“ („digidom #1“)&lt;br /&gt;
** Fraunhofer IKTS und BTU Cottbus, im Auftrag der Stiftung für das sorbische Volk&lt;br /&gt;
** Demonstration einer begrenzten obersorbischen Sprachsteuerung, gemeinsamer Entwicklungsbaustein mit [[#M1.1_1|Maßnahme 1.1_1]], kein vollständiger universeller Sprachassistent.&lt;br /&gt;
** [https://zalozba.de/medien/pressearchiv/detail/digidom-1-mudra-lampa/ Informationen zum Demonstrator], [https://github.com/ZalozbaDev/raspberry_pi_demo_spoznawanje Technische Dokumentation]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left;&amp;quot; | Laufende Projekte&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
* '''Seit 2023:''' [https://serbski.chat/ serbski.chat], sorbischer Chat des WITAJ-Sprachzentrums&lt;br /&gt;
** WITAJ-Sprachzentrum&lt;br /&gt;
** Dialog-, Übersetzungs- und Vorlesefunktionen sind dokumentiert, eine öffentliche Vorstellung im Rahmen von Sotra war für 2026 vorgesehen.&lt;br /&gt;
** &amp;lt;mark&amp;gt;aktualny staw dodać?&amp;lt;/mark&amp;gt;&lt;br /&gt;
** [https://www.witaj-sprachzentrum.de/obersorbisch/wp-content/uploads/sites/3/2026/05/T%C3%A4tigkeitsbericht-2025.pdf Tätigkeitsbericht 2025, S. 3 und 7]&lt;br /&gt;
* '''Projektbeginn und Laufzeit: &amp;lt;mark&amp;gt;dodać&amp;lt;/mark&amp;gt;''' – [https://agata.chat/ AGATA], sorbischer Chatbot&lt;br /&gt;
** Projektteam AGATA: &amp;lt;mark&amp;gt;staw dodać&amp;lt;/mark&amp;gt;&lt;br /&gt;
** Obersorbischer Dialog mit Texteingabe sowie Sprachein- und -ausgabe ist beschrieben&lt;br /&gt;
** Unterstützung des Niedersorbischen, Ausführung konkreter Anweisungen und Weiterentwicklung 2026: &amp;lt;mark&amp;gt;dodać&amp;lt;/mark&amp;gt;&lt;br /&gt;
** [https://digiserb.de/projekt/agata-ein-sorbischer-chatbot/ Informationen zum Projekt]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left;&amp;quot; | Offene Schritte&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
# Einen begrenzten Anwendungsfall auswählen und festlegen, welche Anweisungen das System verstehen und welche Aktionen es tatsächlich ausführen soll.&lt;br /&gt;
# Vorhandene Demonstratoren, AGATA, serbski.chat und weitere geeignete Software auf Wiederverwendbarkeit prüfen, Dialogfähigkeit und zuverlässige Befehlsausführung getrennt bewerten.&lt;br /&gt;
# Die Erkennung von Nutzerabsichten zunächst mit Texteingaben erproben und anschließend mit [[#M1.1_1|obersorbischer]] beziehungsweise [[#M1.1_2|niedersorbischer Spracherkennung]] sowie [[#M1.1_5|obersorbischer]] beziehungsweise [[#M1.1_6|niedersorbischer Sprachausgabe]] verbinden.&lt;br /&gt;
# Einen Anwendungsfall mit Nutzenden erproben, Fehlinterpretationen, Rückfragen und Bestätigungen vor folgenreichen Aktionen berücksichtigen.&lt;br /&gt;
# Über die weitere Umsetzung entscheiden und durchführende Institution, Finanzierung, Betrieb und Pflege festlegen.&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
----&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Měrko Šenk</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://koncept.serbski-inkubator.de/index.php?title=Wu%C5%BEiwar:M%C4%9Brko_%C5%A0enk/1.1_Sprechen_mit_elektronischen_Ger%C3%A4ten&amp;diff=1173</id>
		<title>Wužiwar:Měrko Šenk/1.1 Sprechen mit elektronischen Geräten</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://koncept.serbski-inkubator.de/index.php?title=Wu%C5%BEiwar:M%C4%9Brko_%C5%A0enk/1.1_Sprechen_mit_elektronischen_Ger%C3%A4ten&amp;diff=1173"/>
		<updated>2026-10-16T12:05:05Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Měrko Šenk: /* 1.1_7 - Finden einer Software für 'Intention und Anweisungen' */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;__NOINDEX__&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
__TOC__&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Management Summary ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| style=&amp;quot;border-spacing:0;&amp;quot;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;background-color:#d9e2f3;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0.101cm;padding-bottom:0.101cm;padding-left:0.199cm;padding-right:0.199cm;&amp;quot; | &lt;br /&gt;
'''Handlungsfeld'''&lt;br /&gt;
| colspan=&amp;quot;2&amp;quot;  style=&amp;quot;background-color:#d9e2f3;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0.101cm;padding-bottom:0.101cm;padding-left:0.199cm;padding-right:0.199cm;&amp;quot; | &lt;br /&gt;
'''1 Digitale Sprachnutzung'''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;background-color:#d9e2f3;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0.101cm;padding-bottom:0.101cm;padding-left:0.199cm;padding-right:0.199cm;&amp;quot; | &lt;br /&gt;
'''Themenbereich'''&lt;br /&gt;
| colspan=&amp;quot;2&amp;quot;  style=&amp;quot;background-color:#d9e2f3;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0.101cm;padding-bottom:0.101cm;padding-left:0.199cm;padding-right:0.199cm;&amp;quot; | &lt;br /&gt;
'''1.1 Sprechen mit elektronischen Geräten'''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;background-color:#d9e2f3;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0.101cm;padding-bottom:0.101cm;padding-left:0.199cm;padding-right:0.199cm;&amp;quot; | &lt;br /&gt;
'''Beschreibung'''&lt;br /&gt;
| colspan=&amp;quot;2&amp;quot;  style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0.101cm;padding-bottom:0.101cm;padding-left:0.199cm;padding-right:0.199cm;&amp;quot; | &lt;br /&gt;
Unterstützung des Anwenders beim Sprechen mit elektron. Geräten in sorbischer Sprache&lt;br /&gt;
* '''Sprachausgabe''': das Vorlesen geschriebener sorbischer Wörter&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
* '''Spracherkennung''': das Erkennen und Darstellen von gesprochenen sorbischen Wörtern durch elektronische Geräte&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
* '''Sprachverarbeitung''': das Verarbeiten gesprochener sorbischer Wörter und Reagieren darauf&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;background-color:#d9e2f3;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | &lt;br /&gt;
'''Vision'''&lt;br /&gt;
| colspan=&amp;quot;2&amp;quot;  style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.5cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | &lt;br /&gt;
'''Überall dort, wo sich mit digitalen Geräten sprechen lässt, können Ober- und Niedersorbisch gleichwertig mit Deutsch verwendet werden.'''&lt;br /&gt;
&amp;lt;br&amp;gt;&amp;lt;mark&amp;gt;Alternatiwa: &amp;lt;/mark&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;Überall dort, wo sich mit digitalen Geräten sprechen lässt, können Ober- und Niedersorbisch &amp;lt;mark&amp;gt;ebenso wie&amp;lt;/mark&amp;gt; Deutsch verwendet werden.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;background-color:#d9e2f3;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | &lt;br /&gt;
'''Ziele'''&lt;br /&gt;
| colspan=&amp;quot;2&amp;quot;  style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0.12cm;padding-bottom:0.25cm;padding-left:0.1cm;padding-right:0.2cm;&amp;quot; | &lt;br /&gt;
# '''Spracherkennung / Diktierfunktion''': In ausgewählten Betriebssystemen und Anwendungen können Texte auf Ober- und Niedersorbisch diktiert werden. Gesprochene Wörter und Sätze werden erkannt und in geschriebenen Text umgewandelt.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
# '''Sprachausgabe / Vorlesefunktion''': Ausgewählte Systeme und Anwendungen können ober- und niedersorbische Texte vorlesen. Sorbische Inhalte werden dadurch auch für Menschen zugänglich, die Texte nicht oder nur eingeschränkt lesen können (Barrierefreiheit).&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
# '''KI-gestützte Synchronisation von Filmen''': Dokumentationen, Lernfilme und weitere Filme können mithilfe künstlicher Intelligenz gesprochene ober- und niedersorbische Sprachfassungen erhalten.&lt;br /&gt;
# '''Simultanübersetzung''': In mehrsprachigen Videokonferenzen, Gesprächen und Veranstaltungen können gesprochene Beiträge automatisch und nahezu in Echtzeit von und nach Ober- und Niedersorbisch übersetzt werden.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| colspan=&amp;quot;2&amp;quot;  style=&amp;quot;background-color:#d9e2f3;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | &lt;br /&gt;
'''IST-Analyse – Sprachassistenzsysteme''' (Stand: 2021)&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;background-color:#d9e2f3;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | &lt;br /&gt;
'''IST-Analyse – sorbische Projekte'''  (Stand: 2023)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| colspan=&amp;quot;2&amp;quot;  style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | &lt;br /&gt;
''4 Bausteine der Sprachassistenz: ''&lt;br /&gt;
# &amp;lt;div style=&amp;quot;color:#000000;margin-left:0.54cm;margin-right:0cm;&amp;quot;&amp;gt;'''Spracherkennung'''&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
#* &amp;lt;div style=&amp;quot;color:#000000;margin-left:0.547cm;margin-right:0cm;&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;u&amp;gt;Ziel&amp;lt;/u&amp;gt;: phonetisches Wörterbuch, dafür &amp;lt;u&amp;gt;notwendig&amp;lt;/u&amp;gt;:&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
#* &amp;lt;div style=&amp;quot;color:#000000;margin-left:0.547cm;margin-right:0cm;&amp;quot;&amp;gt;große Basis an geschriebenen und gesprochenen Sätzen für das Anlernen eines Spracherkennungs-Systems&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
# &amp;lt;div style=&amp;quot;color:#000000;margin-left:0.54cm;margin-right:0cm;&amp;quot;&amp;gt;'''Textübersetzung'''&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
#* &amp;lt;div style=&amp;quot;color:#000000;margin-left:0.547cm;margin-right:0cm;&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;u&amp;gt;Notwendig&amp;lt;/u&amp;gt;: umfangreicher 2-sprachiger Textkorpus im speziellen Format&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
# &amp;lt;div style=&amp;quot;color:#000000;margin-left:0.54cm;margin-right:0cm;&amp;quot;&amp;gt;'''Intention erkennen, Anweisungen ausführen'''&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
#* &amp;lt;div style=&amp;quot;color:#000000;margin-left:0.54cm;margin-right:0cm;&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;u&amp;gt;Ziel&amp;lt;/u&amp;gt;: Intention des Nutzers erkennen, Anweisungen ableiten und ausführen &amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
#* &amp;lt;div style=&amp;quot;color:#000000;margin-left:0.54cm;margin-right:0cm;&amp;quot;&amp;gt;Spezielle Systeme notwendig&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
# &amp;lt;div style=&amp;quot;color:#000000;margin-left:0.54cm;margin-right:0cm;&amp;quot;&amp;gt;'''Sprachausgabe'''&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
#* &amp;lt;div style=&amp;quot;color:#000000;margin-left:0.547cm;margin-right:0cm;&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;u&amp;gt;Notwendig&amp;lt;/u&amp;gt;: Audio-Wörterbuch, phonetisches Wörterbuch&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | &lt;br /&gt;
Handlungsbedarf als Farbe: &amp;lt;span style=&amp;quot;background-color:#c5e0b3;&amp;quot;&amp;gt;gering&amp;lt;/span&amp;gt;, &amp;lt;span style=&amp;quot;background-color:#ffff00;&amp;quot;&amp;gt;groß&amp;lt;/span&amp;gt;, &amp;lt;span style=&amp;quot;background-color:#f69292;&amp;quot;&amp;gt;sehr groß&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
{| style=&amp;quot;border-spacing:0;&amp;quot;&lt;br /&gt;
|- style=&amp;quot;border:0.5pt solid #d0cece;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.101cm;padding-right:0.101cm;&amp;quot;&lt;br /&gt;
| align=right| '''Aktueller Stand'''&lt;br /&gt;
| align=center| '''Obersorbisch'''&lt;br /&gt;
| align=center| '''Nieder­sorbisch'''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;background-color:transparent;border:0.5pt solid #d0cece;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.101cm;padding-right:0.101cm;&amp;quot; | &lt;br /&gt;
&amp;lt;span style=&amp;quot;color:#000000;&amp;quot;&amp;gt;'''1. Spracherkennung'''&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
| align=center style=&amp;quot;background-color:transparent;border:0.5pt solid #d0cece;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.101cm;padding-right:0.101cm;&amp;quot; | &lt;br /&gt;
| align=center style=&amp;quot;background-color:transparent;border:0.5pt solid #d0cece;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.101cm;padding-right:0.101cm;&amp;quot; | &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;background-color:transparent;border:0.5pt solid #d0cece;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.101cm;padding-right:0.101cm;&amp;quot; | &lt;br /&gt;
Mozilla common voice&lt;br /&gt;
* &amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:0.289cm;margin-right:0cm;&amp;quot;&amp;gt;geschriebene Sätze&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
* &amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:0.289cm;margin-right:0cm;&amp;quot;&amp;gt;gesprochene Minuten&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;background-color:#ffff00;border:0.5pt solid #d0cece;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.101cm;padding-right:0.101cm;&amp;quot; | &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;gt; 7.500&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
171&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;background-color:#f69292;border:0.5pt solid #d0cece;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.101cm;padding-right:0.101cm;&amp;quot; | &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
0&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
0 &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;background-color:transparent;border:0.5pt solid #d0cece;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.101cm;padding-right:0.101cm;&amp;quot; | &lt;br /&gt;
Projekt Sprach­erkennung und maschin. Übersetzung&lt;br /&gt;
* &amp;lt;div style=&amp;quot;color:#000000;margin-left:0.289cm;margin-right:0cm;&amp;quot;&amp;gt;Prototyp „digidom“ veröffentlicht&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
| align=center style=&amp;quot;background-color:#e2efd9;border:0.5pt solid #d0cece;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.101cm;padding-right:0.101cm;&amp;quot; | &lt;br /&gt;
seit 2020&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2022&lt;br /&gt;
| align=center style=&amp;quot;background-color:#e2efd9;border:0.5pt solid #d0cece;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.101cm;padding-right:0.101cm;&amp;quot; | &lt;br /&gt;
seit 2020&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
in Planung&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;background-color:transparent;border:0.5pt solid #d0cece;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.101cm;padding-right:0.101cm;color:#000000;&amp;quot; | '''2. Textübersetzung'''&lt;br /&gt;
| align=center style=&amp;quot;background-color:transparent;border:0.5pt solid #d0cece;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.101cm;padding-right:0.101cm;&amp;quot; | &lt;br /&gt;
| align=center style=&amp;quot;background-color:transparent;border:0.5pt solid #d0cece;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.101cm;padding-right:0.101cm;&amp;quot; | &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;background-color:transparent;border:0.5pt solid #d0cece;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.101cm;padding-right:0.101cm;&amp;quot; | &lt;br /&gt;
* &amp;lt;div style=&amp;quot;color:#000000;margin-left:0.289cm;margin-right:0cm;&amp;quot;&amp;gt;notwendiger Textkorpus&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
| align=center style=&amp;quot;background-color:#e2efd9;border:0.5pt solid #d0cece;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.101cm;padding-right:0.101cm;&amp;quot; | groß&lt;br /&gt;
| align=center style=&amp;quot;background-color:#e2efd9;border:0.5pt solid #d0cece;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.101cm;padding-right:0.101cm;&amp;quot; | groß&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;background-color:transparent;border:0.5pt solid #d0cece;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.101cm;padding-right:0.101cm;color:#000000;&amp;quot; | '''3. Intention, Anweisung'''&lt;br /&gt;
| align=center style=&amp;quot;background-color:transparent;border:0.5pt solid #d0cece;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.101cm;padding-right:0.101cm;&amp;quot; | &lt;br /&gt;
| align=center style=&amp;quot;background-color:transparent;border:0.5pt solid #d0cece;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.101cm;padding-right:0.101cm;&amp;quot; | &lt;br /&gt;
|- style=&amp;quot;background-color:#e2efd9;border:0.5pt solid #d0cece;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.101cm;padding-right:0.101cm;&amp;quot;&lt;br /&gt;
| colspan=&amp;quot;3&amp;quot; | &lt;br /&gt;
* &amp;lt;div style=&amp;quot;color:#000000;margin-left:0.289cm;margin-right:0cm;&amp;quot;&amp;gt;Spätere Recherche und Nutzung von bestehenden Systemen (z.&amp;amp;nbsp;B. open source)&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;background-color:transparent;border:0.5pt solid #d0cece;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.101cm;padding-right:0.101cm;color:#000000;&amp;quot; | '''4. Sprachausgabe'''&lt;br /&gt;
| align=center style=&amp;quot;background-color:transparent;border:0.5pt solid #d0cece;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.101cm;padding-right:0.101cm;&amp;quot; | &lt;br /&gt;
| align=center style=&amp;quot;background-color:transparent;border:0.5pt solid #d0cece;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.101cm;padding-right:0.101cm;&amp;quot; | &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;background-color:transparent;border:0.5pt solid #d0cece;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.101cm;padding-right:0.101cm;&amp;quot; | &lt;br /&gt;
Entwicklung Vorlese­funktion im Sorbischen Institut&lt;br /&gt;
* &amp;lt;div style=&amp;quot;color:#000000;margin-left:0.289cm;margin-right:0cm;&amp;quot;&amp;gt;Prototyp Juro und Matej veröffentlicht&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
| align=center style=&amp;quot;background-color:#e2efd9;border:0.5pt solid #d0cece;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.101cm;padding-right:0.101cm;&amp;quot; | &lt;br /&gt;
2018 - 2023&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2023&lt;br /&gt;
| align=center style=&amp;quot;background-color:#e2efd9;border:0.5pt solid #d0cece;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.101cm;padding-right:0.101cm;&amp;quot; | &lt;br /&gt;
2018 – 2023&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2023&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;background-color:transparent;border:0.5pt solid #d0cece;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.101cm;padding-right:0.101cm;&amp;quot; | &lt;br /&gt;
private Entwicklung Online-Vorlesefunktionen mittels KI&lt;br /&gt;
| align=center style=&amp;quot;background-color:#e2efd9;border:0.5pt solid #d0cece;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.101cm;padding-right:0.101cm;&amp;quot; | seit 2020&lt;br /&gt;
| align=center style=&amp;quot;background-color:#f69292;border:0.5pt solid #d0cece;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.101cm;padding-right:0.101cm;&amp;quot; | -&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| style=&amp;quot;border-spacing:0;&amp;quot;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| colspan=&amp;quot;3&amp;quot; style=&amp;quot;background-color:#d9e2f3;border:0.5pt solid #000000;padding:0.101cm 0.199cm;&amp;quot; |&lt;br /&gt;
'''SOLL-Konzeption – zukünftige Maßnahmen und Aufgaben'''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| colspan=&amp;quot;3&amp;quot; style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding:0.6em;&amp;quot; |&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot; style=&amp;quot;width:100%;margin:0;&amp;quot;&lt;br /&gt;
! style=&amp;quot;width:13%;&amp;quot; | Sub-Thema&lt;br /&gt;
! style=&amp;quot;width:6%;&amp;quot; | Nr.&lt;br /&gt;
! style=&amp;quot;width:27%;&amp;quot; | Maßnahme&lt;br /&gt;
! style=&amp;quot;width:14%;&amp;quot; | Status&lt;br /&gt;
! style=&amp;quot;width:40%;&amp;quot; | Nächster Schritt&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Spracherkennung&lt;br /&gt;
| [[#M1.1_1|1.1_1]]&lt;br /&gt;
| [[#M1.1_1|Entwicklung einer obersorbischen Spracherkennung (HSB)]]&lt;br /&gt;
| 🟡 in Bearbeitung&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
* Aktuellen Stand der Machbarkeitsstudie und der Folgearbeiten erheben;&lt;br /&gt;
* Ziel, Qualitätskriterien, Verantwortliche und Integrationswege festlegen.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Spracherkennung&lt;br /&gt;
| [[#M1.1_2|1.1_2]]&lt;br /&gt;
| [[#M1.1_2|Entwicklung einer niedersorbischen Spracherkennung (DSB)]]&lt;br /&gt;
| 🟡 in Bearbeitung&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
* Vorhandene Daten und Modelle prüfen;&lt;br /&gt;
* Vorgehen und Abhängigkeiten zu Maßnahme 1.1_1 festlegen.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Übersetzungsdienst&lt;br /&gt;
| [[#M1.1_3|1.1_3]]&lt;br /&gt;
| [[#M1.1_3|Entwicklung eines obersorbischen Übersetzungsdienstes für Texte (HSB)]]&lt;br /&gt;
| 🔵 laufende Daueraufgabe&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
* neue Technologien implementieren&lt;br /&gt;
* Schnittstellen entwickeln / dokumentieren?&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Übersetzungsdienst&lt;br /&gt;
| [[#M1.1_4|1.1_4]]&lt;br /&gt;
| [[#M1.1_4|Entwicklung eines niedersorbischen Übersetzungsdienstes (für Texte) (DSB)]]&lt;br /&gt;
| 🔵 laufende Daueraufgabe&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
* s. o.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Sprachausgabe&lt;br /&gt;
| [[#M1.1_5|1.1_5 / 1.1_6]]&lt;br /&gt;
| [[#M1.1_5|Entwicklung einer Sprachausgabe (HSB, DSB)]]&lt;br /&gt;
| 🟡 in Bearbeitung&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
* ?&lt;br /&gt;
* priorisierte Integrationen festlegen.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Intention / Anweisung&lt;br /&gt;
| [[#M1.1_7|1.1_7]]&lt;br /&gt;
| [[#M1.1_7|Finden einer Software für „Intention und Anweisungen“]]&lt;br /&gt;
| ⏸ nachgelagert&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
* Nach Stabilisierung der Basiskomponenten erneut bewerten und einen konkreten Anwendungsfall auswählen.&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;small&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Status:'''&lt;br /&gt;
* ⚪ '''nicht begonnen''' – Maßnahme ist vorgesehen, die Umsetzung hat noch nicht begonnen.&lt;br /&gt;
* 🟡 '''in Bearbeitung''' – Maßnahme wird bearbeitet.&lt;br /&gt;
* 🟢 '''umgesetzt''' – definiertes Ergebnis wurde erreicht.&lt;br /&gt;
* 🔵 '''laufende Daueraufgabe''' – Maßnahme benötigt laufende Bearbeitung ohne festen Abschluss.&lt;br /&gt;
* ⏸ '''zurückgestellt''' – Bearbeitung ist ausgesetzt oder von Voraussetzungen abhängig.&lt;br /&gt;
* ❓ '''zu prüfen''' – der aktuelle Stand ist zu ermitteln.&lt;br /&gt;
&amp;lt;/small&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einleitung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieser Themenbereich beinhaltet die Unterstützung des Anwenders beim Sprechen mit elektronischen Geräten in den sorbischen Sprachen. Im Fokus steht die Interaktion von Menschen mit elektronischen Geräten mittels gesprochener Worte. Dies umfasst folgende Bereiche:&lt;br /&gt;
* '''Sprachausgabe:''' das '''Vorlesen''' geschriebener sorbischer Wörter&lt;br /&gt;
* '''Spracherkennung: '''das '''Erkennen''' und Darstellen von gesprochenen sorbischen Wörtern durch elektronische Geräte (Computer, Smartphones usw.)&lt;br /&gt;
* '''Sprachverarbeitung: ''' das '''Verarbeiten''' gesprochener sorbischer Wörter und '''Reagieren''' darauf (z.&amp;amp;nbsp;B. Anweisungen ausführen, Antworten).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mögliche Einsatzbereiche und Applikationen sind bspw.&lt;br /&gt;
* Sprachassistenten,&lt;br /&gt;
* Spiele, Spielzeuge (wie Lingufino),&lt;br /&gt;
* Untertitel und Simultanübersetzungen (z. B. bei Videokonferenzen).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ist-Analyse Stand der Entwicklung von Sprachassistenzsystemen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;background-color:#f6f6f6;border:1px solid #DCDCDC;padding:0.6em 0.8em;margin:0.6em 0 1em 0;&amp;quot;&amp;gt;'''Letzte Aktualisierung des Abschnitts: 2021''' &amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Welche Bausteine werden für eine Sprachassistenz benötigt? ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Um eine sprachliche Interaktion mit einem elektronischen Gerät ähnlich wie mit Menschen zu erreichen, sind verschiedene technische Bausteine notwendig, welche jeweils unterschiedliche Aufgaben übernehmen. Die folgende Einteilung der Bausteine orientiert sich an einem Vortrag von Jan Budar vom 13.09.2018 in Senftenberg zu “Digitalisierung als Chance für die Sorben”.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Baustein 1: Spracherkennung (Automatic Speech Recognition, ASR; Speech to Text, STT)&amp;lt;ref name=&amp;quot;ftn1&amp;quot;&amp;gt;Übersicht STT-Engines: [https://mycroft-ai.gitbook.io/docs/using-mycroft-ai/customizations/stt-engine https://mycroft-ai.gitbook.io/docs/using-mycroft-ai/customizations/stt-engine]&amp;lt;/ref&amp;gt; ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* basiert auf phonetischen Informationen zu&lt;br /&gt;
** einzelnen Buchstaben und Silben&lt;br /&gt;
** deren Kombinationen&lt;br /&gt;
** ihrer Position im Wort/Satz&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Umwandlung von gesprochener Sprache in Text''' &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die typischen Schritte zur Umwandlung von gesprochener Sprache in Text (Speech-to-Text, STT) sind:&lt;br /&gt;
# Aufnahme der Sprache: Der erste Schritt besteht darin, die gesprochene Sprache aufzunehmen. Dies kann entweder über ein Mikrofon oder eine andere Audioquelle erfolgen.&lt;br /&gt;
# Signalverarbeitung: Die aufgenommenen Audiosignale werden durch Signalverarbeitungsalgorithmen vorverarbeitet. Dazu gehören zum Beispiel Rauschunterdrückung, Echo-Entfernung und Entzerrung.&lt;br /&gt;
# Sprachsegmentierung: Die Audioaufnahme wird in kurze Segmente unterteilt, die normalerweise zwischen 10 und 30 Millisekunden lang sind. Diese Segmente werden dann weiterverarbeitet.&lt;br /&gt;
# Merkmalsextraktion: Für jedes Sprachsegment werden akustische Merkmale wie Frequenz, Lautstärke, Tonhöhe und Dauer extrahiert. Diese Merkmale dienen als Eingabe für das Spracherkennungsmodell.&lt;br /&gt;
# Spracherkennung: Das Spracherkennungsmodell verwendet die extrahierten Merkmale, um die gesprochene Sprache in Text umzuwandeln. Dieser Schritt kann auf unterschiedliche Weise durchgeführt werden, z.B. mit Hidden Markov Models (HMMs), künstlichen neuronalen Netzen (KNNs) oder Deep-Learning-Modellen.&lt;br /&gt;
# Postprocessing: Der erkannte Text wird postprozessiert, um mögliche Fehler oder Inkonsistenzen im Text zu korrigieren. Dazu können beispielsweise Grammatik- und Sprachmodelle verwendet werden, um den erkannten Text zu verbessern.&lt;br /&gt;
# Textausgabe: Der endgültige Text wird dann ausgegeben, z.B. in einer Textdatei oder als Eingabe für eine andere Anwendung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Je nach Anwendung und Sprachmodell können die genauen Schritte und Technologien zur Umwandlung von Sprache in Text  variieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Training von Spracherkennungs-Maschinen''' &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
* vgl. auch Vortrag von D. Sobe 2022 im Rahmen einer Online-Abendveranstaltung&amp;lt;ref&amp;gt;vgl. [https://digiserb.de/2022/06/09/zarjadowanje-masinelne-spoznawanje-serbsciny/ Veranstaltung auf digiserb.de], [https://digiserb.de/wp-content/uploads/2022/06/2022_06_auswertung.pdf Folien bei digiserb.de], [https://www.youtube.com/watch?v=RWUo7N_Aybw Video bei YouTube].&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Klassischerweise wird die Spracherkennung durch die Verwendung von stochastische Modellen wie Hidden-Markov-Modellen (HMM) und Gauss'schen Mischmodellen (GMM) durchgeführt. Das Sprachsignal wird dabei in kurze Abschnitte, sogenannte Phoneme, unterteilt. Die Phoneme werden dann in einer HMM- oder GMM-Datenbank gespeichert. Bei der Erkennung wird das Sprachsignal in Phoneme aufgeteilt und mit der HMM- oder GMM-Datenbank abgeglichen, um die wahrscheinlichste Sequenz von Phonemen zu finden. Diese wird dann in Text umgewandelt und ausgegeben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den letzten Jahren haben sich Deep Learning Modelle mit tiefen neuronalen Netzen, wie z.B. Recurrent Neural Networks (RNNs) und Convolutional Neural Networks (CNNs), als effektive Methoden zur Spracherkennung erwiesen. Diese Modelle können komplexe Beziehungen zwischen Phonemen und Wörtern erfassen und somit die Genauigkeit der Spracherkennung verbessern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* z.&amp;amp;nbsp;B. Mozilla Common Voice&amp;lt;ref name=&amp;quot;ftn2&amp;quot;&amp;gt;vgl. [https://voice.mozilla.org https://voice.mozilla.org] und [https://github.com/mozilla/DeepSpeech https://github.com/mozilla/DeepSpeech]&amp;lt;/ref&amp;gt; in Kombination mit einer Spracherkennungs-Engine wie Mozilla Deep Speech&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Erstellung von Spracherkennungs-Maschinen''' &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Um eine Spracherkennungs-Engine (Speech-to-Text) zu erstellen, werden verschiedene Ressourcen benötigt, darunter:&lt;br /&gt;
# Sprachdaten: Um ein Spracherkennungsmodell zu trainieren, werden große Mengen an Audioaufnahmen benötigt, die repräsentativ für die Sprache und den Dialekt sind, den die Engine erkennen soll. Diese Sprachdaten sollten auch verschiedene Sprecher, Akzente und Hintergrundgeräusche enthalten.&lt;br /&gt;
# Transkriptionen: Jede Audioaufnahme muss mit einer Texttranskription versehen werden, die angibt, was in der Aufnahme gesagt wird. Diese Transkriptionen werden verwendet, um das Modell zu trainieren und zu testen.&lt;br /&gt;
# Sprachmodelle: Sprachmodelle sind eine wichtige Komponente von Spracherkennungs-Engines, da sie die Wahrscheinlichkeit berechnen, mit der eine bestimmte Sequenz von Wörtern in einem bestimmten Kontext auftreten wird. Diese Modelle werden verwendet, um die Wahrscheinlichkeit des erkannten Textes zu berechnen und die Genauigkeit der Spracherkennungs-Engine zu verbessern.&lt;br /&gt;
# Aussprachelexika: Ein Aussprachelexikon enthält eine Liste von Wörtern und deren Aussprache in der jeweiligen Sprache. Dies wird verwendet, um die richtige Aussprache von Wörtern im erkannten Text zu bestimmen.&lt;br /&gt;
# Phonemmodelle: Phonemmodelle beschreiben, wie Wörter in ihre kleinsten sprachlichen Einheiten (Phoneme) aufgeteilt werden können. Diese Modelle werden verwendet, um die Wahrscheinlichkeit von Phonemsequenzen zu berechnen und die Genauigkeit der Spracherkennungs-Engine zu verbessern.&lt;br /&gt;
# Linguistische Ressourcen: Zusätzlich zu den oben genannten Ressourcen können auch linguistische Ressourcen wie Grammatiken, semantische Modelle und syntaktische Modelle verwendet werden, um die Genauigkeit der Spracherkennungs-Engine zu verbessern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Baustein 2: Textübersetzung (Machine Translation, MT) ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Grundlage hierfür sind Massen an übersetzten Sätzen&lt;br /&gt;
* Künstliche Intelligenz lernt aus diesen übersetzten Sätzen durch&lt;br /&gt;
** Mustererkennung&lt;br /&gt;
** Training&lt;br /&gt;
* vgl. Kapitel 5 Abschnitt [https://koncept.serbski-inkubator.de/index.php/5._Schreiben_auf_elektronischen_Ger%C3%A4ten#.C3.9Cbersetzer Übersetzer]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Baustein 3: Intention erkennen und Anweisungen ausführen&amp;lt;ref name=&amp;quot;ftn3&amp;quot;&amp;gt;vgl. [https://mycroft.ai/wp-content/uploads/2018/08/mycroft-ai-introduction-to-voice-stack-whitepaper.pdf https://mycroft.ai/wp-content/uploads/2018/08/mycroft-ai-introduction-to-voice-stack-whitepaper.pdf]&amp;lt;/ref&amp;gt;  ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* aus dem erkannten Text wird die Intention des Nutzers extrahiert (intent parser)&lt;br /&gt;
* Anweisungen werden abgeleitet und ausgeführt (Skill invocation)&lt;br /&gt;
* z.&amp;amp;nbsp;B. [https://wit.ai/ https://wit.ai/] (eine Sprachplattform, welche zum Facebook-Konzern gehört)&lt;br /&gt;
* z.B. [https://mycroft.ai/ https://mycroft.ai/]als datenschutzfreundliche Alternative&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Baustein 4: Sprachausgabe (Text to Speech, TTS)&amp;lt;ref name=&amp;quot;ftn4&amp;quot;&amp;gt;Übersicht TTS-Engines: [https://mycroft-ai.gitbook.io/docs/using-mycroft-ai/customizations/tts-engine https://mycroft-ai.gitbook.io/docs/using-mycroft-ai/customizations/tts-engine]&amp;lt;/ref&amp;gt; ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* bspw. für barrierefreie Webseiten notwendig&lt;br /&gt;
* Open Source Text-to-speech-System: MaryTTS&lt;br /&gt;
* modularer Aufbau: Lexikon, Sprache, Daten, Synthese&lt;br /&gt;
* Unit-Selectin-Synthese (Verkettung natürlichsprachlicher Elemente)&lt;br /&gt;
* ThorstenVoice (OSS Variante)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die folgenden Schritte sind typischerweise erforderlich, um einen Text in eine gesprochene Sprachausgabe umzuwandeln:&lt;br /&gt;
# Linguistische Analyse: Der eingegebene Text wird vorverarbeitet, um dessen Struktur zu analysieren, einschließlich der Trennung von Sätzen, der Erkennung von Interpunktion und der Ermittlung der Betonung.&lt;br /&gt;
# Phonetische Umsetzung: Der Text wird in eine phonetische Darstellung umgewandelt, in der jeder Textabschnitt in eine entsprechende Sequenz von Lauten (Phonemen) übersetzt wird. Dies wird typischerweise durch eine phonetische Lexikon-Datenbank und Sprachregeln erreicht.&lt;br /&gt;
# Prosodische Modellierung: Es wird die Betonung und Intonation des Textes bestimmt. Hierbei werden Faktoren wie Akzent, Tonhöhe, Tempo, Pause und Rhythmus berücksichtigt, um eine natürliche Sprachmelodie zu erzeugen.&lt;br /&gt;
# Synthese: Der phonetisch umgesetzte Text wird dann in Sprache umgewandelt, indem die phonetischen Einheiten zu Sprachsignalen zusammengefügt werden. Dies kann entweder durch die Verwendung von Klangeinheiten, die in einer Datenbank gespeichert sind, oder durch das Generieren von Sprache auf der Grundlage von Modellen, wie z.B. Deep-Learning-Modellen, erfolgen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine TTS-Engine benötigt folgende Voraussetzungen:&lt;br /&gt;
# Eine umfangreiche phonetische Datenbank oder ein phonetisches Modell, um die Übersetzung von Text in Phoneme zu ermöglichen.&lt;br /&gt;
# Ein Prosodie-Modell, um die natürliche Sprachmelodie zu erzeugen.&lt;br /&gt;
# Eine Sprachsynthesetechnologie, um die Phoneme in Sprachsignale zu konvertieren.&lt;br /&gt;
# Training mit großen Datenmengen, um die Sprachsynthese-Modelle auf die spezifische Sprache und Stimme zu optimieren.&lt;br /&gt;
&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Definition und Marktübersicht von Sprachassistenten ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Sprachassistent ist eine bestimmte Art von Software, die gesprochene Worte analysiert, in den richtigen Kontext einordnet und darauf reagiert. Sprachassistenten sind als Software meist in Smartphones oder Smart Speaker, aber auch in Konsolen (PS4), Fernseher und smart watches integriert. Ein Smart Speaker wiederum ist ein bestimmtes Gerät, auf welchem der Sprachassistent als Software installiert ist.&amp;lt;ref name=&amp;quot;ftn5&amp;quot;&amp;gt;vgl. [https://de.wikipedia.org/wiki/Intelligenter_pers%C3%B6nlicher_Assistent https://de.wikipedia.org/wiki/Intelligenter_pers%C3%B6nlicher_Assistent]&amp;lt;/ref&amp;gt; Spricht ein Mensch mit diesem Gerät, so beantwortet es über seine Sprachsoftware verbal Fragen oder führt Anweisungen aus, z.&amp;amp;nbsp;B. steuert es vernetzte smart home Geräte (TV-Geräte, Heizungsthermostate, Rollläden, Lampen, Waschmaschine, Backofen, Kaffee­maschine bis hin zur Toilettenspülung usw.). Auch in Autos, Kopfhörern, Bürogeräten und Kleidung sind bereits Sprachassistenten im Einsatz.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Entwicklung der Sprachassistenten:* 2010 Apples Siri („Hey Siri“)&lt;br /&gt;
* 2012 Google Assistant (vormals Google Now) („Ok, Google“)&lt;br /&gt;
* 2013 Microsoft Cortana („Hey Cortana“)&lt;br /&gt;
* 2014 Amazon Alexa („Alexa“)&lt;br /&gt;
* 2015 Mycroft - open Source Smart Speaker (“Hey Mycroft”)&amp;lt;ref name=&amp;quot;ftn6&amp;quot;&amp;gt;vgl. [https://mycroft.ai/ https://mycroft.ai/] und [https://www.kickstarter.com/projects/aiforeveryone/mycroft-an-open-source-artificial-intelligence-for/description https://www.kickstarter.com/projects/aiforeveryone/mycroft-an-open-source-artificial-intelligence-for/description]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* 2017 Sprachassistenten der chinesischen Firmen Baidu und Alibaba&lt;br /&gt;
* 2018 Samsung Bixby („Hi Bixby“)&lt;br /&gt;
* 2019 Leon – open source personal assistant&amp;lt;ref name=&amp;quot;ftn7&amp;quot;&amp;gt;vgl. [https://getleon.ai/ https://getleon.ai/]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Heute sind weltweit bereits mehr als 4 Milliarden Sprachassistenten im Einsatz. Bis 2023 rechnet die Marktforschungsfirma Juniper Research mit 8 Milliarden Sprachassistenten.&amp;lt;ref name=&amp;quot;ftn8&amp;quot;&amp;gt;vgl. [https://voicebot.ai/google-home-google-assistant-stats/#voice-asst-in-use-juniper https://voicebot.ai/google-home-google-assistant-stats/#voice-asst-in-use-juniper]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Image:Grafik 16.png|top]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Marktübersicht'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die führenden Anbieter für Sprachassistenzsysteme am weltweiten Markt sind:&lt;br /&gt;
# Amazon mit seinem Sprachassistenzsystem &amp;quot;Alexa&amp;quot; und den Amazon Echo Geräten.&lt;br /&gt;
# Google mit seinem Sprachassistenzsystem &amp;quot;Google Assistant&amp;quot; und den Google Home Geräten.&lt;br /&gt;
# Apple mit seinem Sprachassistenzsystem &amp;quot;Siri&amp;quot; und der HomePod-Produktlinie.&lt;br /&gt;
# Microsoft mit seinem Sprachassistenzsystem &amp;quot;Cortana&amp;quot; und der Surface Headphones Produktlinie.&lt;br /&gt;
# Samsung mit seinem Sprachassistenzsystem &amp;quot;Bixby&amp;quot; und der Galaxy Home Produktlinie.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Anbieter haben in den letzten Jahren in die Entwicklung und Verbesserung von Sprachassistenzsystemen investiert und setzen auf künstliche Intelligenz und maschinelles Lernen, um die Spracherkennung und -verarbeitung zu verbessern. Dabei sind ihre Sprachassistenzsysteme nicht nur auf den Heimgebrauch beschränkt, sondern auch in mobilen Geräten, Autos und anderen Branchen wie Gesundheitswesen, Einzelhandel und Finanzen verbreitet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es ist schwierig, genaue Zahlen darüber zu finden, welchen Anteil jeder Anbieter am Gesamtmarkt für Sprachassistenzsysteme hat, da es keine einheitliche Definition des Marktes gibt und die Zahlen von verschiedenen Marktforschungsunternehmen variieren können. Basierend auf den verfügbaren Daten sind die größten Anbieter am Markt Amazon Alexa mit rund 25% Marktanteil, Google Assistant mit rund 20% Marktanteil und Apples Siri mit rund 15% Marktanteil weltweit. Es gibt jedoch Unterschiede in den Zahlen je nach Region und Art des Geräts (z.B. intelligente Lautsprecher, Mobiltelefone, Smart-Home-Geräte). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die beliebtesten Anwendungsfälle von Nutzern von Smart Speakern sind&amp;lt;ref name=&amp;quot;ftn12&amp;quot;&amp;gt;vgl. [https://voicebot.ai/2020/05/03/streaming-music-questions-weather-timers-and-alarms-remain-smart-speaker-killer-apps-third-party-voice-app-usage-not-growing/ https://voicebot.ai/2020/05/03/streaming-music-questions-weather-timers-and-alarms-remain-smart-speaker-killer-apps-third-party-voice-app-usage-not-growing/] &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
# Musik hören&lt;br /&gt;
# Fragen stellen&lt;br /&gt;
# Wetter checken&lt;br /&gt;
# Zeitschaltuhr einschalten&lt;br /&gt;
# Alarm einstellen&lt;br /&gt;
# Radio hören&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Image:Grafik 17.png|top]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Aktuell unterstützte Sprachen'''&amp;lt;ref name=&amp;quot;ftn13&amp;quot;&amp;gt;vgl. [https://www.globalme.net/blog/language-support-voice-assistants-compared/ https://www.globalme.net/blog/language-support-voice-assistants-compared/] sowie die dort angegeben Webseiten&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* &amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:0.501cm;margin-right:0cm;&amp;quot;&amp;gt;'''Amazons Alexa''' unterstützt '''9 Sprachen'''&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
** Arabisch, Deutsch, Englisch (5 Dialekte), Französisch (2 Dialekte), Hindi (Indisch), Italienisch, Japanisch, Portugiesisch (Brasil.), Spanisch (3 Dialekte)&lt;br /&gt;
* &amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:0.501cm;margin-right:0cm;&amp;quot;&amp;gt;'''Google Assistant''' unterstützt '''44 Sprachen '''auf Smartphones&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
* &amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:0.501cm;margin-right:0cm;&amp;quot;&amp;gt;'''Google Assistant''' unterstützt '''13 Sprachen''' auf Smart Speakern / Google Home&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
** Dänisch, Deutsch (2 Dialekte), Englisch (6 Dialekte), Französisch (2 Dialekte), Hindi, Italienisch, Japanisch, Koreanisch, Niederländisch, Norwegisch, Portugiesisch (Brasil.), Schwedisch, Spanisch (3 Dialekte)&lt;br /&gt;
* &amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:0.501cm;margin-right:0cm;&amp;quot;&amp;gt;'''Apples Siri unterstützt rund 42 Sprachen'''&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ist-Analyse sorbischer Potenziale, Ressourcen und Projekte ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;background-color:#f6f6f6;border:1px solid #DCDCDC;padding:0.6em 0.8em;margin:0.6em 0 1em 0;&amp;quot;&amp;gt;'''Letzte Aktualisierung des Abschnitts: 2023''' &amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während digitale Angebote wie Sprachausgabe und Spracherkennung in deutscher Sprache selbstverständlich sind und sowohl von internationalen Großkonzernen als auch von der öffentlichen Hand vorangetrieben und ausgebaut werden, gilt das für dieselben Angebote in sorbischer Sprache nur sehr eingeschränkt. Welche Grundlagen der Sprachunterstützung beider sorbischer Sprachen bereits realisiert oder geplant sind, sollen die folgenden Abschnitte untersuchen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Ist-Stand der 4 Bausteine des Sprechens mit elektronischen Geräten===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Baustein 1: Spracherkennung (Automatic Speech Recognition, ASR; Speech to Text, STT) ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* sorbische Ausgangslage: die folgenden Vorarbeiten sind vorhanden&lt;br /&gt;
* '''Mozilla common voice''': &lt;br /&gt;
** die sorbischen Sprachen werden hier aktuell nicht weiter ergänzt, die gesammelten Daten werden jedoch in anderen Projekten weiter verwendet&lt;br /&gt;
*** die Anzahl an Daten ist bei weitem nicht ausreichend für den Einsatz von neuronalen Technologien&lt;br /&gt;
*** die Qualität der Daten ist nur hinreichend für die Evaluation von Spracherkennungssystemen, nicht jedoch für deren Training (hierfür wird Tonstudio-Qualität benötigt)&lt;br /&gt;
** für das Obersorbische wurden bereits ca. 7.500 lizenzfreie Sätze gesammelt sowie 2 Stunden und 51 Minuten eingesprochen und validiert&lt;br /&gt;
** diese sind aktuell in sehr unterschiedlicher Qualität, sehr unausgewogen hinsichtlich der Stimmen (Geschlecht- und Alter-Verteilung)&lt;br /&gt;
** darüber hinaus lassen sich die Sätze common voice aktuell nicht thematisch zuordnen &lt;br /&gt;
** Für das Niedersorbische fehlen die Sätze und das Einsprechen&amp;lt;ref name=&amp;quot;ftn17&amp;quot;&amp;gt;vgl. [https://voice.mozilla.org/de/languages https://voice.mozilla.org/de/languages]&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;br&amp;gt;  &lt;br /&gt;
  &lt;br /&gt;
* '''Prototyp &amp;quot;smart lamp&amp;quot; / &amp;quot;digidom&amp;quot;'''&lt;br /&gt;
** 2020 startete das '''Projekt „Spracherkennung und maschinelle Übersetzung der sorbischen Sprachen'''“ der Stiftung für das sorbische Volk&lt;br /&gt;
** Durchgeführt wurde eine Machbarkeitsstudie zur automatischen Spracherkennung für die ober­sorbische Sprache vom Fraunhofer-Institut für keramische Technologien und Systeme Dresden (Abteilung Maschinelles Lernen und Datenanalyse) in Zusammenarbeit mit der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus mit folgenden Zielstellungen: &lt;br /&gt;
*** Realisierung eines prototypischen Spracherkenners für eine spezifizierte Beispielanwendung in einer stark beschränkten Sprachdomäne&lt;br /&gt;
*** Ziel wurde es, eine Smart-Home-Anwendung zu erstellen, welches mittels Sprachbefehlen eine Lampe bedienen kann, &amp;quot;digidom&amp;quot;&lt;br /&gt;
*** Einschätzung möglicher und empfohlener Technologien für die Entwicklung eines sorbischen Spracherkenners mit umfangreichem Wortschatz&lt;br /&gt;
*** Aussagen zur Anwendung der niedersorbischen Sprache&lt;br /&gt;
** Folgende Arbeitsschritte wurden bisher für dieses Projekt durchgeführt:&lt;br /&gt;
*** Statistische Auswertung von Textkorpora&lt;br /&gt;
*** Aufstellen der Phonemliste und der Ausspracheregeln&lt;br /&gt;
*** Auswahl an Aufzeichnungen aus „Common Voice“ sowie neue Aufzeichnungen wurden erstellt&lt;br /&gt;
*** Demonstrator unter Open Source Lizenz veröffentlicht&amp;lt;ref&amp;gt;vgl. [https://github.com/ZalozbaDev/web_demo_spoznawanje https://github.com/ZalozbaDev/web_demo_spoznawanje]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
*** Prototyp „digidom“ unter Open Source Lizenz veröffentlicht &amp;lt;ref&amp;gt;vgl. [https://github.com/ZalozbaDev/raspberry_pi_demo_spoznawanje https://github.com/ZalozbaDev/raspberry_pi_demo_spoznawanje]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
*** Veröfentlichung der Ergebnisse in einer Studie&amp;lt;ref&amp;gt;vgl. [http://www.essv.de/pdf/2021_43_50.pdf http://www.essv.de/pdf/2021_43_50.pdf]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
*** Veröffentlichen von Kriterien zur Auswahl eines Sprachkorpus&amp;lt;ref&amp;gt;vgl. [https://github.com/ZalozbaDev/speech_recognition_corpus_creation/blob/main/report/report_summary_german.pdf https://github.com/ZalozbaDev/speech_recognition_corpus_creation/blob/main/report/report_summary_german.pdf]&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
* '''Folgeprojekt &amp;quot;Vorbereitung der Spracherkennung für das Obersorbische für eine Diktierfunktion&amp;quot;''' 2023:&lt;br /&gt;
** Das Ziel war die Entwicklung neuer und Verbesserung bestehender akustischer Modelle für die obersorbische Spracherkennung. &lt;br /&gt;
** Hierfür sollten akustische Modelle auf größeren Audiokorpora trainiert werden.&lt;br /&gt;
*** Es erfolgte eine Erweiterung der Sprachdatensätze mittels Augmentation, d. h. Einfügen von Hintergrundgeräuschen verschiedener Stärke.&lt;br /&gt;
*** Monophon- und Triphon-basierte Modelle wurden mit dem Open-Source-ASR-Toolkit KALDI trainiert.&lt;br /&gt;
*** Die Daten für die Modelle stammen aus verschiedenen Quellen, einschließlich des Common Voice Projekts, der ersten Machbarkeitsstudie (HSB-I) und neuen Audiodaten aus dem aktuellen Projekt.&lt;br /&gt;
*** Nach der Datenaugmentation umfassten die Sprachaufnahmen insgesamt 33:31:10 Stunden und 29.229 gesprochene Sätze.&lt;br /&gt;
** Triphon-basierte Modelle zeigten eine signifikant bessere Leistung als das monophon-basierte Modell. &lt;br /&gt;
** Ein robusteres und weiterentwickeltes triphon-basiertes akustisches Modell wurde erfolgreich erstellt.&lt;br /&gt;
** Mit den folgenden Schritten erfolgte die Verbesserung der Sprachmodellierung mit den bereitgestellten Ressourcen:&lt;br /&gt;
*** Vorverarbeitung und Normalisierung der Textdaten, z. B. Erkennen von Abkürzungen und Eigennamen, Segmentierung von Wörtern in morphologische Einheiten usw.&lt;br /&gt;
*** Wortklassenmodellierung durch Erkennung benannter Einheiten aus vordefinierten Wortklassen, z. B. Datums-, Uhrzeits-, Wochentags-, Namens-, Orts- und Zahlen-Ausdrücke.&lt;br /&gt;
*** Teilwortzerlegung mittels Byte Pair Encoding (BPE) und dem Morfessor-Algorithmus, um das Vokabular zu verkleinern.&lt;br /&gt;
** Die Wahl des richtigen Teilwortzerlegungsverfahrens und der geeigneten Vokabulargröße hat einen signifikanten Einfluss auf die Leistung des Sprachmodells.&lt;br /&gt;
** Im Ergebnis konnte eine Sammlung von normalisierten Textkorpora erzeugt werden, der für das Training von statistischen Sprachmodellen basierend auf ganzen Wörtern oder Wortteilen geeignet ist.&lt;br /&gt;
* Weitere Arbeit an Robustheit und Leistungsfähigkeit von &amp;quot;digidom&amp;quot; ist nötig &amp;lt;br&amp;gt;  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* '''weitere Applikationen mittels Spracherkennung''' &lt;br /&gt;
** Spiele&lt;br /&gt;
*** Lingufino, eine interaktive Puppe, die auf Spracheingaben reagiert&lt;br /&gt;
** Diktierfunktion&lt;br /&gt;
** Simultanübersetzung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Baustein 2: Textübersetzung (Machine Translation, MT) ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* vgl. auch Kapitel 5 Abschnitt [https://koncept.serbski-inkubator.de/index.php/5._Schreiben_auf_elektronischen_Ger%C3%A4ten#.C3.9Cbersetzer Übersetzer]&lt;br /&gt;
* Notwendig: umfangreicher 2-sprachiger Textkorpus&lt;br /&gt;
** Urheberrechtsfrei, gemeinfrei oder unter Creative-Commons-Lizenz (CC0)&lt;br /&gt;
** Satzweise übersetzt&lt;br /&gt;
** Vereinheitlicht, maschinenlesbar&lt;br /&gt;
* Sorbische Ausgangslage: paralleler Textkorpus liegt im WITAJ-Sprachzentrum vor&lt;br /&gt;
* Aufgabe: laufende digitale Erfassung bestehender Übersetzungen in hoher Qualität&lt;br /&gt;
* Herausforderung: Technologieneutralität, d.&amp;amp;nbsp;h. eine Textübersetzung unabhängig von einer speziellen Technologie zu erstellen, so dass sie später in verschiedenen Produkten und Diensten genutzt werden kann (Google Translate, Microsoft Bing Translator, DeepL)&lt;br /&gt;
*  '''sotra.app''': Seit 2019 laufendes Projekt des '''WITAJ-Sprachzentrums: Aufbau eines automatischen „Online-Übersetzers Deutsch-Sorbisch, Sorbisch-Deutsch“''' &lt;br /&gt;
** seit 2021 verfügbar für Obersorbisch und seit 2022 auch in Niedersorbisch für Texte mit max. 6.000 Zeichen&lt;br /&gt;
** Übersetzungen möglich von und nach Deutsch, Ober- und Niedersorbisch und Tschechisch (Beta, von und nach den sorbischen Sprachen)&lt;br /&gt;
** zusätzlicher Service: Rechtschreibkontrolle&lt;br /&gt;
** Mitte 2022 beinhaltete der 2-sprachige Textkorpus ca. 300.000 parallele Satzpaare &lt;br /&gt;
** zukünftig geplant: OCR-Erkennung von Bildern mit Texten&lt;br /&gt;
** Historie:&lt;br /&gt;
*** Aufbau eines großen 2-sprachigen Textkorpus, Ziel bis Ende 2020 ca. 170.000 Satzpaare (ca. 2 Mio. Wörter)&lt;br /&gt;
*** Ende 2021 beinhaltete der 2-sprachige Textkorpus ca. 260.000 parallele Satzpaare &lt;br /&gt;
*** das Projekt startete mit dem Tool Microsoft Translator Hub (eingestellt durch Microsoft)&lt;br /&gt;
*** es wird nun der Ansatz verfolgt, offene Plattformen zu nutzen, um Unabhängigkeit von den Firmen Google, Microsoft, DeepL usw. und deren wirtschaftlichen Interessen zu bewahren&lt;br /&gt;
*** aktuell wird das statistische System MOSES-decoder genutzt&lt;br /&gt;
*** parallel erfolgen Tests des neuronalen Systems OpenNMT (Python)&lt;br /&gt;
* '''Microsoft Bing Translator'''&amp;lt;ref name=&amp;quot;ftn46&amp;quot;&amp;gt;vgl. [https://www.bing.com/translator https://www.bing.com/translator]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
** Der Bing Translator konnte mittels des 2-sprachigen Teytkorpus des WITAJ-Sprachzentrums auf beide sorbische Sprachen trainiert werden:&lt;br /&gt;
** Obersorbisch wird seit 2022 mit aktuell max. 1.000 Zeichen pro Text unterstützt.&lt;br /&gt;
** Niedersorbisch wird seit 2023 mit aktuell max. 1.000 Zeichen pro Text unterstützt.&lt;br /&gt;
** In der Microsoft Bing Translator App wird lediglich die Funktion 'Text übersetzen' unterstützt. Es fehlen die Funktionen 'Sprechen' (STT), 'autom. Spracherkennung', 'Text in Bild übersetzen', 'Audiowiedergabe der Übersetzung' (TTS), 'Offline übersetzen'.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Baustein 3: Intention erkennen und Anweisungen ausführen  ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Hierzu sind keine sorbischen Projekte bekannt. Es kann zu einem späteren Zeitpunkt im Bedarfsfall ggf. auf bereits bestehende Projekte zurückgegriffen werden, wie z.&amp;amp;nbsp;B. [https://wit.ai/ https://wit.ai/].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Baustein 4: Sprachausgabe (Text to Speech, TTS) ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Erste Projekte in die Richtung Sprachausgabe wurden bereits umgesetzt:&lt;br /&gt;
* '''Audioversion des Deutsch-Niedersorbischen Wörterbuchs (nicht als TTS realisiert)'''&lt;br /&gt;
** Für die niedersorbische Sprache wurden vom Sorbischen Institut seit 2014 Tondateien erstellt und in die online-Fassung des Deutsch-Niedersorbischen Wörterbuchs integriert. In einer wissenschaftlichen Studie wurden zudem die verschiedenen Erfahrungen mit praktischen Schwierigkeiten bei der Aussprache verarbeitet. Diese Studie diente dazu, im Jahre 2018 einen praktischen online-Führer zur Aussprache des Niedersorbischen zu erarbeiten. Hochwertige Tonaufnahmen wurden zusammengestellt und bestimmten Lautgruppen bzw. für den Spracherwerb wichtigen lautlichen Phänomenen zugeordnet, mit wichtigen erläuternden Texten ergänzt und auf [http://www.dolnoserbski.de www.dolnoserbski.de] als neue Dienstleistung angeboten. Dadurch steht erstmals eine praktische, durch Tonbeispiele illustrierte Anleitung zur Aussprache des Niedersorbischen zur Verfügung.&lt;br /&gt;
* '''Entwicklung einer Vorlesefunktion für die nieder- und obersorbische Schriftsprache'''&lt;br /&gt;
** Seit 2018 erfolgen die Konzeption, Planung und Entwicklung einer Vorlesesoftware für Nieder- und Obersorbisch für die Integration in Webseiten, Online-Wörterbücher u.&amp;amp;nbsp;ä. durch das Sorbische Institut in Bautzen. Geplanter Abschluss ist 2023.&lt;br /&gt;
** Seit 2023 können die beiden Vorlesestimmen Juro (niedersorbisch) und Matej (obersorbisch) in einer ersten Version ausprobiert werden.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl. [http://tts-juro-matej.serbski-institut.de http://tts-juro-matej.serbski-institut.de], [https://www.serbski-institut.de/projekte-sprachwissenschaft/entwicklung-einer-vorlesefunktion-fuer-die-nieder-und-obersorbische-schriftsprache/ Projektseite SI], [https://www.serbski-institut.de/erste-version-der-sorbischen-vorlesefunktion-und-sprachlandschaft-schleife/ Pressemitteilung SI]&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
* '''Bookii-Bücher in sorbischer Sprache'''&amp;lt;ref&amp;gt;vgl. [https://www.domowina-verlag.de/kinderbuecher/bookii-buecher.html?limit=20 https://www.domowina-verlag.de/kinderbuecher/bookii-buecher.html?limit=20]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
** Aktuell gibt es 9 Bookii-Bücher in obersorbischer Sprache&lt;br /&gt;
** und 3 Bookii-Bücher in niedersorbischer Sprache.&lt;br /&gt;
* '''bamborak''', TTS-System für Obersorbisch&amp;lt;ref name=&amp;quot;ftn56&amp;quot;&amp;gt;vgl. [https://gaussia.de/bamborak/ https://gaussia.de/bamborak]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
** Seit 2022 entwickelt K. Baier ein obersorbisches TTS-System auf Basis eines neuronalen Netzes.&lt;br /&gt;
** Bisher wurden hierfür ca. 2.400 Sätze aufgenommen und durch das neuronale Netz verarbeitet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Übersicht von bisherigen Maßnahmen und Projekten bzgl. Sprachassistenz ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weitere Projekte zu Wörterbüchern u.&amp;amp;nbsp;ä. werden in Abschnitt 5.3.2 &amp;quot;Übersicht von bisherigen Maßnahmen und Projekten bzgl. Schreibunterstützung&amp;quot; genannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| style=&amp;quot;border-spacing:0;&amp;quot;&lt;br /&gt;
|- style=&amp;quot;background-color:#d9e2f3;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot;&lt;br /&gt;
|| '''Name'''&lt;br /&gt;
|| '''Beschreibung'''&lt;br /&gt;
|| '''Zeitraum'''&lt;br /&gt;
|| '''Verantwortlich'''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | '''Audioversion des Deutsch-Niedersorbischen Wörterbuchs'''&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | Tonbeispiele zur Aussprache des Niedersorbischen&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | Seit 2014&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | Sorbisches Institut&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | '''Erarbeitung eines online-Führers mit Tonbeispielen zur Aussprache des Niedersorbischen'''&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | Veröffentlichung auf [http://www.dolnoserbski.de www.dolnoserbski.de]&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | 2018&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | Sorbisches Institut, gefördert durch die Stiftung für das sorbische Volk&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | '''Entwicklung einer Vorlesefunktion für die nieder- und obersorbische Schriftsprache'''&amp;lt;ref name=&amp;quot;ftn18&amp;quot;&amp;gt;vgl. [https://www.serbski-institut.de/de/Entwicklung-einer-Vorlesefunktion-fuer-die-nieder--und-obersorbische-Schriftsprache/ https://www.serbski-institut.de/de/Entwicklung-einer-Vorlesefunktion-fuer-die-nieder--und-obersorbische-Schriftsprache/]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | Konzeption, Planung und Entwicklung einer Vorlesesoftware für Nieder- und Obersorbisch (geplanter Abschluss 2023)&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | Seit 2018&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | Sorbisches Institut, gefördert durch das Sächsische Staatsministerium für Wissenschaft, Kultur und Tourismus (SMWK)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | '''Online-Übersetzer Deutsch-Sorbisch, Sorbisch-Deutsch'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''(zunächst Obersorbisch)'''&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | Entwicklung und Bereitstellung eines Online-Übersetzungsdienstes für Sätze und Texte, Deutsch-Sorbisch und Sorbisch-Deutsch. Als Übersetzungs­grundlage dient ein bilingualer Textkorpus, welcher erstellt wird und für das Training eines Übersetzungssystems verwendet wird.&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | Seit 2019 &lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | WITAJ-Sprachzentrum, gefördert durch die Stiftung für das sorbische Volk&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | '''Mozilla Common Voice obersorbisch und niedersorbisch'''&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | Erstellung von öffentlich zugänglichen Sprachdaten, diese stehen via CC0-Lizenz zur freien Nutzung zur Verfügung, z.&amp;amp;nbsp;B. für das Training eine Spracherkennungs-Engine&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | Seit 2019&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | engagierte Privat­personen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | '''Spracherkennung und maschinelle Übersetzung der sorbischen Sprachen'''&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | Machbarkeitsstudie zur automatischen Spracherkennung für die obersorbische Sprache, Prototypen &amp;quot;smart lamp&amp;quot; und &amp;quot;digidom&amp;quot;&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | Seit 2020&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | Stiftung für das sorbische Volk&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | '''Bereitstellung von interaktiven Spielzeugen und Büchern in den sorbischen Sprachen'''&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | Bereitstellung von interaktiven Bookii-Büchern und der sprechenden interaktiven Puppe Lingufino in den sorbischen Sprachen&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | Seit 2018&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | Domowina Verlag gGmbH und  Medienpädagogisches Projekt LUCIJA des Sorbischen Schulvereins e. V., gefördert durch die Stiftung für das sorbische Volk &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | '''Bereitstellung von Online-Vorlesefunktionen in obersorbischer Sprache'''&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | Vorlesefunktion auf Basis neuronaler Netze für Zahlen und Uhrzeit&amp;lt;ref name=&amp;quot;ftn&amp;quot;&amp;gt;vgl. [https://gaussia.de/slp/ https://gaussia.de/slp]&amp;lt;/ref&amp;gt; sowie für Texte&amp;lt;ref name=&amp;quot;ftn56&amp;quot;&amp;gt;vgl. [https://gaussia.de/bamborak/ https://gaussia.de/bamborak]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | Seit ca. 2020&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | eine engagierte Privatperson&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Fazit ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für eine funktionierende Spracherkennung der sorbischen Sprachen ist es noch ein weiter Weg, auf dem die ersten Schritte bereits gegangen wurden. Eine breite Basis an digitalen Wortsammlungen (sog. linguistischen Ressourcen) in Form von Wörterbüchern, Textkorpora sowie entsprechende morphologische Generatoren sind für beide sorbische Sprachen vorhanden, vgl. Kapitel [[5._Schreiben_auf_elektronischen_Geräten|5. Schreiben auf elektronischen Geräten]]. Hierfür sind noch die Nutzungsrechte zu klären, vgl. Kapitel [[10._Open_Access_Open_Data_Lizenzen|10. Open Access, Open Data, Lizenzen]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die hierauf aufbauenden digitalen sorbischen Sprachdienste werden aktuell gerade erst die Grundlagen gelegt oder eruiert. Für die Umsetzung einer Spracherkennung laufen aktuell 2 Projekte: das freiwillige Projekt der Sammlung von Sprachdaten mittels Mozilla common voice sowie das Projekt „Spracherkennung und maschinelle Übersetzung der sorbischen Sprachen“ der Stiftung für das sorbische Volk. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die Umsetzung einer automatischen Textübersetzung gibt es das Projekt „Online-Übersetzer Deutsch-Sorbisch, Sorbisch-Deutsch“ des WITAJ-Sprachzentrums. Dieses bezieht sich aktuell zunächst auf obersorbische Texte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für den Baustein&amp;amp;nbsp;3 „Intention erkennen, Anweisungen ausführen“ gibt es keine speziellen sorbischen Projekte, jedoch eine Reihe weltweiter Projekte, einige davon open source. Sind die weiteren Bausteine realisiert, so kann ein passendes System für die Umsetzung dieses Bausteins recherchiert werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die Sprachausgabe entwickelt das Sorbische Institut bereits eine Vorlesefunktion für beide sorbischen Sprachen, welche voraussichtlich 2023 abgeschlossen ist. Ebenso werden vom Sorbischen Institut die niedersorbischen Online-Wörterbücher nach und nach mit Tonbeispielen unterlegt. Für das Niedersorbische sind hierfür bereits umfangreiche Tonbeispiele zur Aussprache des Niedersorbischen auf [http://www.dolnoserbski.de www.dolnoserbski.de] veröffentlicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Zukünftige Maßnahmen bzgl. Sprachassistenz ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;background-color:#f6f6f6;border:1px solid #DCDCDC;padding:0.6em 0.8em;margin:0.6em 0 1em 0;&amp;quot;&amp;gt;'''Letzte Aktualisierung des Abschnitts: 2021''' &amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Bewertung der Maßnahmen'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bewertet werden Aufwand und Nutzen als grobe Einschätzungen von 1 (gering) bis 4 (sehr hoch bzw. sehr groß).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* '''Aufwand''': umfasst die geschätzten Kosten, Zeit und Personal&lt;br /&gt;
* '''Nutzen''': erwarteter Beitrag zu Vision und Zielen des Themenbereichs sowie zu den [https://koncept.serbski-inkubator.de/index.php/2.3_Strategische_Ziele_f%C3%BCr_die_sorbische_Kultur_und_Sprache strategischen Zielen für die sorbische Kultur und Sprache]&lt;br /&gt;
* '''Attraktivität''': Nutzen minus Aufwand: positiv = hoch, 0 = mittel, negativ = gering. Sie dient der Orientierung und ersetzt keine Priorisierung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== &amp;lt;span id=&amp;quot;M1.1_1&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;1.1_1 – Entwicklung einer obersorbischen Spracherkennung (HSB) ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot; style=&amp;quot;width:100%;background-color:#ffffff;color:#202122;&amp;quot;&lt;br /&gt;
! colspan=&amp;quot;2&amp;quot; style=&amp;quot;background-color:#d9e2f3;text-align:left;&amp;quot; | Maßnahme 1.1_1 – Entwicklung einer obersorbischen Spracherkennung (HSB)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;width:20%;text-align:left;&amp;quot; | Ziel&lt;br /&gt;
| Eine obersorbische Spracherkennung steht als Sprachdienst zur Verfügung und kann in priorisierten Anwendungen genutzt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left;&amp;quot; | Inhalt&lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
* Bereitstellung geeigneter Sprachdaten&lt;br /&gt;
* Entwicklung oder Anpassung von Spracherkennungsmodellen&lt;br /&gt;
* Qualitätsprüfung &lt;br /&gt;
* Bereitstellung über dokumentierte Schnittstellen&lt;br /&gt;
* Einbindung in Anwendungen &lt;br /&gt;
* Absicherung von Betrieb und Pflege&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left;&amp;quot; | Bewertung&lt;br /&gt;
| '''Aufwand: hoch''' (3/4) · '''Nutzen: sehr groß''' (4/4) · '''Attraktivität: hoch''' (+1)&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! colspan=&amp;quot;2&amp;quot; style=&amp;quot;background-color:#eaf0f8;text-align:left;&amp;quot; | Umsetzungsstand und weitere Planung (Stand: 2026)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left;&amp;quot; | Status&lt;br /&gt;
| 🟡 '''in Bearbeitung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left;&amp;quot; | Abgeschlossene Projekte&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
* '''2020-2021:''' Machbarkeitsstudie und Demonstrator „smart lamp / mudra lampa“ („digidom #1“)&lt;br /&gt;
** Fraunhofer IKTS und BTU Cottbus im Auftrag der Stiftung für das sorbische Volk&lt;br /&gt;
** [https://zalozba.de/medien/pressearchiv/detail/digidom-1-mudra-lampa/ Informationen zum Projekt]&lt;br /&gt;
* '''2023:''' Folgeprojekt „Vorbereitung der Spracherkennung für das Obersorbische für eine Diktierfunktion“&lt;br /&gt;
** Stiftung für das sorbische Volk.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left;&amp;quot; | Laufende Projekte&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
*  '''seit 2019:''' Mozilla Common Voice Obersorbisch; Sprachaufnahmen und Prüfung durch freiwillig Mitwirkende&lt;br /&gt;
** Stiftung für das sorbische Volk und WITAJ-Sprachzentrum unterstützen den Beteiligungsaufruf&lt;br /&gt;
** '''Stand 2026:''' Erweiterung des Datenbestands veröffentlicht, [https://discourse.mozilla.org/t/common-voice-scripted-speech-v27-0-and-spontaneous-speech-v5-0-released/149490 siehe Meldung]&lt;br /&gt;
* '''seit 2023:''' Entwicklung und Verbesserung von Modellen zur Automatischen Spracherkennung für Nieder- und Obersorbisch&lt;br /&gt;
** Sorbisches Institut&lt;br /&gt;
** [https://www.serbski-institut.de/projekte-sprachwissenschaft/entwicklung-und-verbesserung-von-modellen-zur-automatischen-spracherkennung-fuer-nieder-und-obersorbisch/ Informationen zum Projekt]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left;&amp;quot; | Offene Schritte&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
# Priorisierte Anwendungen und Qualitätskriterien festlegen.&lt;br /&gt;
# Vorhandene Sprachdaten und Modelle prüfen; Datenlücken und offene Nutzungsrechte klären.&lt;br /&gt;
# Spracherkennungsmodell und Sprachdienst entwickeln und anhand der Qualitätskriterien prüfen.&lt;br /&gt;
# Priorisierten Anwendungsfall pilotieren.&lt;br /&gt;
# Produktive Nutzung sowie Finanzierung, Betrieb und Pflege verbindlich organisieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== &amp;lt;span id=&amp;quot;M1.1_2&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;1.1_2 – Entwicklung einer niedersorbischen Spracherkennung (DSB) ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot; style=&amp;quot;width:100%;background-color:#ffffff;color:#202122;&amp;quot;&lt;br /&gt;
! colspan=&amp;quot;2&amp;quot; style=&amp;quot;background-color:#d9e2f3;text-align:left;&amp;quot; | Maßnahme 1.1_2 – Entwicklung einer niedersorbischen Spracherkennung (DSB)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;width:20%;text-align:left;&amp;quot; | Ziel&lt;br /&gt;
| Eine niedersorbische Spracherkennung steht als Sprachdienst zur Verfügung und kann in priorisierten Anwendungen genutzt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left;&amp;quot; | Inhalt&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
* Bereitstellung geeigneter niedersorbischer Sprachaufnahmen und zugehöriger Texte&lt;br /&gt;
* Entwicklung oder Anpassung von Spracherkennungsmodellen&lt;br /&gt;
* Qualitätsprüfung mit unterschiedlichen Sprecherinnen und Sprechern&lt;br /&gt;
* Bereitstellung über dokumentierte Schnittstellen&lt;br /&gt;
* Einbindung in Anwendungen&lt;br /&gt;
* Absicherung von Betrieb und Pflege&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left;&amp;quot; | Bewertung&lt;br /&gt;
| '''Aufwand: sehr hoch''' (4/4) · '''Nutzen: sehr groß''' (4/4) · '''Attraktivität: mittel''' (0)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! colspan=&amp;quot;2&amp;quot; style=&amp;quot;background-color:#eaf0f8;text-align:left;&amp;quot; | Umsetzungsstand und weitere Planung (Stand: 2026)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left;&amp;quot; | Status&lt;br /&gt;
| 🟡 '''in Bearbeitung''' &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Datensammlung und Modellentwicklung sind dokumentiert. &lt;br /&gt;
* Entwicklungsstand und Verfügbarkeit eines nutzbaren Sprachdienstes: &amp;lt;mark&amp;gt;prošu dodać&amp;lt;/mark&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left;&amp;quot; | Abgeschlossene Projekte&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
* &amp;lt;mark&amp;gt;prošu dodać&amp;lt;/mark&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left;&amp;quot; | Laufende Projekte&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
* '''seit 2023:''' Entwicklung und Verbesserung von Modellen zur Automatischen Spracherkennung für Nieder- und Obersorbisch&lt;br /&gt;
** Sorbisches Institut, gefördert durch die Stiftung für das sorbische Volk&lt;br /&gt;
** Niedersorbische Pilotphase ab 2023, Fertigstellung eines Prototyps für 2024 vorgesehen. &lt;br /&gt;
** &amp;lt;mark&amp;gt;staw prošu dodać&amp;lt;/mark&amp;gt;&lt;br /&gt;
** [https://www.serbski-institut.de/projekte-sprachwissenschaft/entwicklung-und-verbesserung-von-modellen-zur-automatischen-spracherkennung-fuer-nieder-und-obersorbisch/ Informationen zum Projekt]&lt;br /&gt;
* '''seit 2026:''' Mozilla Common Voice Niedersorbisch&lt;br /&gt;
** initiiert vom WITAJ-Sprachzentrum Cottbus&lt;br /&gt;
** Gewinnung und Einweisung von Sprecherinnen und Sprechern für die Sammlung von Sprachaufnahmen&lt;br /&gt;
** &amp;lt;mark&amp;gt;staw dodać?&amp;lt;/mark&amp;gt;&lt;br /&gt;
** [https://www.witaj-sprachzentrum.de/niedersorbisch/2026/09/30/common-voice-projekt-fuer-niedersorbisch-vorgestellt/ Informationen zum Projekt]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left;&amp;quot; | Offene Schritte&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
# Priorisierte Anwendungen, insbesondere eine Diktierfunktion, und anwendungsbezogene Qualitätskriterien festlegen.&lt;br /&gt;
# Vorhandene Sprachaufnahmen und Texte auf Qualität, Sprecherabdeckung, Datenlücken und Nutzungsrechte prüfen; weitere Datensammlung darauf ausrichten.&lt;br /&gt;
# Spracherkennungsmodell und Sprachdienst entwickeln oder anpassen, anhand der Qualitätskriterien prüfen und in einer priorisierten Anwendung erproben.&lt;br /&gt;
# Produktive Nutzung sowie Finanzierung, Betrieb und Pflege verbindlich organisieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== &amp;lt;span id=&amp;quot;M1.1_3&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;1.1_3 – Entwicklung eines obersorbischen Übersetzungsdienstes für Texte (HSB) ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot; style=&amp;quot;width:100%;background-color:#ffffff;color:#202122;&amp;quot;&lt;br /&gt;
! colspan=&amp;quot;2&amp;quot; style=&amp;quot;background-color:#d9e2f3;text-align:left;&amp;quot; | Maßnahme 1.1_3 – Entwicklung eines obersorbischen Übersetzungsdienstes für Texte (HSB)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;width:20%;text-align:left;&amp;quot; | Ziel&lt;br /&gt;
| Ein Übersetzungsdienst zwischen Obersorbisch und Deutsch steht zur Verfügung, kann auf den meistgenutzten elektronischen Geräten genutzt und in priorisierte Anwendungen eingebunden werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left;&amp;quot; | Inhalt&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
* Aufbau und Pflege geeigneter einsprachiger Textsammlungen und zweisprachiger Parallelkorpora&lt;br /&gt;
* Entwicklung und Weiterentwicklung von Übersetzungsmodellen&lt;br /&gt;
* Sprachliche und technische Qualitätsprüfung&lt;br /&gt;
* Bereitstellung als nutzerfreundlicher Online-Dienst und über dokumentierte Schnittstellen&lt;br /&gt;
* Einbindung in Anwendungen sowie Verbindung mit Spracherkennung und Sprachausgabe&lt;br /&gt;
* Absicherung von Betrieb und Pflege&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left;&amp;quot; | Bewertung&lt;br /&gt;
| '''Aufwand: hoch''' (3/4) · '''Nutzen: sehr groß''' (4/4) · '''Attraktivität: hoch''' (+1)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! colspan=&amp;quot;2&amp;quot; style=&amp;quot;background-color:#eaf0f8;text-align:left;&amp;quot; | Umsetzungsstand und weitere Planung (Stand: 2026)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left;&amp;quot; | Status&lt;br /&gt;
| 🔵 '''laufende Daueraufgabe''' &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Übersetzungsangebote sind verfügbar&lt;br /&gt;
* Qualitätsverbesserung, Erweiterung und Betrieb werden fortgeführt&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left;&amp;quot; | Abgeschlossene Projekte&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
* '''2019-2021:''' Entwicklung und Veröffentlichung der ersten Sotra-Version für Obersorbisch–Deutsch und Deutsch–Obersorbisch&lt;br /&gt;
** WITAJ-Sprachzentrum mit externen Entwicklungspartnern, gefördert durch die Stiftung für das sorbische Volk&lt;br /&gt;
** Öffentliche Bereitstellung im März 2021&lt;br /&gt;
** [https://www.witaj-sprachzentrum.de/obersorbisch/portfolio-items/online-uebersetzer-sotra/ Projektchronik]&lt;br /&gt;
* '''2022:''' Aufnahme des Obersorbischen in den Microsoft Translator&lt;br /&gt;
** Microsoft, unterstützt durch die Stiftung für das sorbische Volk, das WITAJ-Sprachzentrums und das Sorbische Institut&lt;br /&gt;
** Text- und Dokumentübersetzung seit Februar 2022 verfügbar&lt;br /&gt;
** [https://www.microsoft.com/en-us/translator/blog/2022/02/21/translator-celebrates-international-mother-language-day-by-adding-upper-sorbian/ Informationen zur Veröffentlichung]&lt;br /&gt;
* '''2025/2026:''' Neues Sotra-Modell für Deutsch–Obersorbisch&lt;br /&gt;
** WITAJ-Sprachzentrum und text2knowledge (t2k), Dresden&lt;br /&gt;
** im Januar 2026 öffentlich vorgestellt&lt;br /&gt;
** [https://www.witaj-sprachzentrum.de/obersorbisch/2026/01/05/sotra-app-mit-neuem-modell-fuer-die-uebersetzungsrichtung-deutsch-obersorbisch/ Informationen zum Modell]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left;&amp;quot; | Laufende Projekte&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
* '''Seit 2021:''' Betrieb und Weiterentwicklung von Sotra für Obersorbisch&lt;br /&gt;
** WITAJ-Sprachzentrum&lt;br /&gt;
** Ausbau der Textkorpora und Weiterentwicklung der Übersetzungsmodelle&lt;br /&gt;
** &amp;lt;mark&amp;gt; dalše dodać?&amp;lt;/mark&amp;gt;&lt;br /&gt;
** [https://www.witaj-sprachzentrum.de/obersorbisch/wp-content/uploads/sites/3/2026/05/T%C3%A4tigkeitsbericht-2025.pdf Tätigkeitsbericht 2025, S. 3 und 6], [https://www.witaj-sprachzentrum.de/niedersorbisch/wp-content/uploads/sites/2/2026/06/Arbeitsplan-2026.pdf Arbeitsplan 2026, S. 3 und 5]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left;&amp;quot; | Offene Schritte&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
# Textkorpora anhand tatsächlich auftretender Übersetzungsfehler, fehlender Fachbegriffe und benötigter Textarten erweitern, Nutzungsrechte dokumentieren.&lt;br /&gt;
# Vorhandene Schnittstellen und Einbindungsmöglichkeiten prüfen, dokumentieren und für priorisierte Anwendungen nutzbar machen.&lt;br /&gt;
# Die geplante Verbindung mit der obersorbischen Sprachausgabe gemäß [[#M1.1_5|Maßnahme 1.1_5]] prüfen und umsetzen, die Eignung für Simultanübersetzung gemeinsam mit [[#M1.1_1|Maßnahme 1.1_1]] gesondert erproben.&lt;br /&gt;
# Finanzierung, technische Betreuung und regelmäßige Qualitätsprüfung langfristig absichern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== &amp;lt;span id=&amp;quot;M1.1_4&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;1.1_4 – Entwicklung eines niedersorbischen Übersetzungsdienstes für Texte (DSB) ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot; style=&amp;quot;width:100%;background-color:#ffffff;color:#202122;&amp;quot;&lt;br /&gt;
! colspan=&amp;quot;2&amp;quot; style=&amp;quot;background-color:#d9e2f3;text-align:left;&amp;quot; | Maßnahme 1.1_4 – Entwicklung eines niedersorbischen Übersetzungsdienstes für Texte (DSB)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;width:20%;text-align:left;&amp;quot; | Ziel&lt;br /&gt;
| Ein Übersetzungsdienst zwischen Niedersorbisch und Deutsch &amp;lt;mark&amp;gt;steht zur Verfügung, kann auf den meistgenutzten elektronischen Geräten genutzt und in priorisierte Anwendungen eingebunden werden.&amp;lt;/mark&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left;&amp;quot; | Inhalt&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
* Aufbau und Pflege geeigneter niedersorbischer Textsammlungen und zweisprachiger Parallelkorpora&lt;br /&gt;
* Entwicklung und Weiterentwicklung von Übersetzungsmodellen unter Nutzung geeigneter gemeinsamer Bausteine mit dem Obersorbischen&lt;br /&gt;
* Eigenständige sprachliche und technische Qualitätsprüfung für Niedersorbisch&lt;br /&gt;
* Bereitstellung als nutzerfreundlicher Online-Dienst und über dokumentierte Schnittstellen&lt;br /&gt;
* Einbindung in Anwendungen sowie Verbindung mit Spracherkennung und Sprachausgabe&lt;br /&gt;
* Absicherung von Betrieb und Pflege&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left;&amp;quot; | Bewertung&lt;br /&gt;
| '''Aufwand: sehr hoch''' (4/4) · '''Nutzen: sehr groß''' (4/4) · '''Attraktivität: mittel''' (0)&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! colspan=&amp;quot;2&amp;quot; style=&amp;quot;background-color:#eaf0f8;text-align:left;&amp;quot; | Umsetzungsstand und weitere Planung (Stand: 2026)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left;&amp;quot; | Status&lt;br /&gt;
| 🔵 '''laufende Daueraufgabe''' &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Übersetzungsangebote sind verfügbar&lt;br /&gt;
* Qualitätsverbesserung, Erweiterung und Betrieb werden fortgeführt&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left;&amp;quot; | Abgeschlossene Projekte&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
* '''2021-2022:''' Entwicklung und Veröffentlichung der niedersorbischen Sotra-Version&lt;br /&gt;
** WITAJ-Sprachzentrum mit externen Entwicklungspartnern und Unterstützung des Sorbischen Instituts durch Sprachdaten&lt;br /&gt;
** Seit 2022: Übersetzungen zwischen Niedersorbisch und Deutsch sowie zwischen Nieder- und Obersorbisch&lt;br /&gt;
** [https://www.witaj-sprachzentrum.de/niedersorbisch/2022/09/15/online-uebersetzungsprogramm-sotra-jetzt-auch-fuer-niedersorbisch/ Informationen zur Veröffentlichung]&lt;br /&gt;
* '''2023:''' Aufnahme des Niedersorbischen in den Microsoft Translator&lt;br /&gt;
** Microsoft, unterstützt durch die Stiftung für das sorbische Volk, das Sorbische Institut und das WITAJ-Sprachzentrum&lt;br /&gt;
** Text- und Dokumentübersetzung seit 2023 verfügbar&lt;br /&gt;
** [https://www.microsoft.com/en-us/translator/blog/2023/04/20/introducing-lower-sorbian/ Informationen zur Veröffentlichung]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left;&amp;quot; | Laufende Projekte&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
* '''Seit 2022:''' Weiterentwicklung und Betrieb von Sotra für Niedersorbisch&lt;br /&gt;
** WITAJ-Sprachzentrum, Zusammenarbeit mit text2knowledge (t2k) &lt;br /&gt;
** Erweiterung der niedersorbischen Textkorpora und Verbesserung der Übersetzungsmodelle&lt;br /&gt;
** &amp;lt;mark&amp;gt;dalše dodać?&amp;lt;/mark&amp;gt;&lt;br /&gt;
** [https://www.witaj-sprachzentrum.de/obersorbisch/wp-content/uploads/sites/3/2026/05/T%C3%A4tigkeitsbericht-2025.pdf Tätigkeitsbericht 2025, S. 3 und 6], [https://www.witaj-sprachzentrum.de/niedersorbisch/wp-content/uploads/sites/2/2026/06/Arbeitsplan-2026.pdf Arbeitsplan 2026, S. 3 und 5]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left;&amp;quot; | Offene Schritte&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
# Fehlende Textarten, Fachbegriffe und sprachliche Erscheinungen in den Textkorpora gezielt ergänzen, Nutzungsrechte dokumentieren.&lt;br /&gt;
# Übertragbare technische Lösungen aus [[#M1.1_3|Maßnahme 1.1_3]] nutzen, ihre Qualität für Niedersorbisch gesondert prüfen.&lt;br /&gt;
# Schnittstellen für priorisierte Anwendungen dokumentieren und die Verbindung mit [[#M1.1_6|niedersorbischer Sprachausgabe]] erproben, Anforderungen einer späteren Simultanübersetzung mit [[#M1.1_2|niedersorbischer Spracherkennung]] gesondert prüfen.&lt;br /&gt;
# Finanzierung, technische Betreuung und regelmäßige Qualitätsprüfung langfristig absichern.&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== &amp;lt;span id=&amp;quot;M1.1_5&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;1.1_5 – Entwicklung einer obersorbischen Sprachausgabe (HSB) ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot; style=&amp;quot;width:100%;background-color:#ffffff;color:#202122;&amp;quot;&lt;br /&gt;
! colspan=&amp;quot;2&amp;quot; style=&amp;quot;background-color:#d9e2f3;text-align:left;&amp;quot; | Maßnahme 1.1_5 – Entwicklung einer obersorbischen Sprachausgabe (HSB)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;width:20%;text-align:left;&amp;quot; | Ziel&lt;br /&gt;
| Eine obersorbische Sprachausgabe steht als Sprachdienst zur Verfügung und kann Texte in priorisierten Anwendungen verständlich vorlesen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left;&amp;quot; | Inhalt&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
* Bereitstellung geeigneter Sprachaufnahmen, Texte und Ausspracheinformationen&lt;br /&gt;
* Entwicklung oder Anpassung von Modellen zur automatischen Sprachausgabe (Text-to-Speech, TTS)&lt;br /&gt;
* Qualitätsprüfung hinsichtlich Aussprache, Verständlichkeit und Natürlichkeit&lt;br /&gt;
* Bereitstellung über dokumentierte Schnittstellen&lt;br /&gt;
* Einbindung in Webseiten, Übersetzungsdienste und weitere priorisierte Anwendungen&lt;br /&gt;
* Absicherung von Betrieb und Pflege&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left;&amp;quot; | Bewertung&lt;br /&gt;
| '''Aufwand: hoch''' (3/4) · '''Nutzen: sehr groß''' (4/4) · '''Attraktivität: hoch''' (+1)&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! colspan=&amp;quot;2&amp;quot; style=&amp;quot;background-color:#eaf0f8;text-align:left;&amp;quot; | Umsetzungsstand und weitere Planung (Stand: 2026)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left;&amp;quot; | Status&lt;br /&gt;
| 🟡 '''in Bearbeitung''' &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Vorlesefunktionen sind vorhanden&lt;br /&gt;
* Einbindung in priorisierten Anwendungen ist noch in Entwicklung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left;&amp;quot; | Abgeschlossene Projekte&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
* '''2018-2024:''' Entwicklung einer Vorlesefunktion für die nieder- und obersorbische Schriftsprache – obersorbischer Teil „Matej“&lt;br /&gt;
** Sorbisches Institut, Förderung durch den Freistaat Sachsen&lt;br /&gt;
** Erste öffentliche Version 2023&lt;br /&gt;
** [https://www.serbski-institut.de/projekte-sprachwissenschaft/entwicklung-einer-vorlesefunktion-fuer-die-nieder-und-obersorbische-schriftsprache/ Informationen zum Projekt]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left;&amp;quot; | Laufende Projekte&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
* '''Seit 2025:''' Bereitstellung und Webeinbindung der Vorlesefunktion „Matej“&lt;br /&gt;
** Sorbisches Institut&lt;br /&gt;
** Auf den obersorbischen Institutsseiten eingebunden, Erweiterung auf weitere Webseiten möglich.&lt;br /&gt;
** &amp;lt;mark&amp;gt;dalše dodać?&amp;lt;/mark&amp;gt;&lt;br /&gt;
** [https://www.serbski-institut.de/projekte-sprachwissenschaft/entwicklung-einer-vorlesefunktion-fuer-die-nieder-und-obersorbische-schriftsprache/ Informationen zum Dienst] · [https://github.com/Sorbisches-Institut/Serbski-TTS Programmkomponenten]&lt;br /&gt;
* '''Seit 2022:''' bamborak – obersorbische Sprachausgabe&lt;br /&gt;
** Korla Baier, frei zugängliches Entwicklungsprojekt&lt;br /&gt;
** Software und Modelle sind veröffentlicht&lt;br /&gt;
** &amp;lt;mark&amp;gt;aktualny staw dodać?&amp;lt;/mark&amp;gt;&lt;br /&gt;
** [https://digiserb.de/projekt/bamborak/ Projektbeschreibung] · [https://github.com/Korla-tech/bamborak Quellcode und Hinweise zu den Modellen]&lt;br /&gt;
* '''Seit 2025:''' Vorlesefunktionen im Umfeld von serbski.chat und Sotra&lt;br /&gt;
** WITAJ-Sprachzentrum&lt;br /&gt;
** seit 2025: Vorlesefunktionen in serbski.chat &lt;br /&gt;
** Die Verbindung von Sotra mit den Vorlesefunktionen des Sorbischen Instituts und bamborak ist für 2026 vorgesehen.&lt;br /&gt;
** &amp;lt;mark&amp;gt;aktualny staw dodać?&amp;lt;/mark&amp;gt;&lt;br /&gt;
** [https://www.witaj-sprachzentrum.de/obersorbisch/wp-content/uploads/sites/3/2026/05/T%C3%A4tigkeitsbericht-2025.pdf Tätigkeitsbericht 2025, S. 7] · [https://www.witaj-sprachzentrum.de/niedersorbisch/wp-content/uploads/sites/2/2026/06/Arbeitsplan-2026.pdf Arbeitsplan 2026, S. 5]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left;&amp;quot; | Offene Schritte&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
# Qualität, Nutzungsbedingungen und Einbindungsmöglichkeiten von Matej und bamborak gemeinsam mit den Entwicklern erheben.&lt;br /&gt;
# Priorisierte Anwendungen und passende Qualitätskriterien festlegen, insbesondere für barrierearmes Vorlesen, Übersetzungsdienste und Lernmaterialien.&lt;br /&gt;
# Aussprachefehler und fehlende Sprachdaten gezielt bearbeiten, Rechte an Aufnahmen, Stimmen, Modellen und erzeugten Audiodateien klären.&lt;br /&gt;
# Die geplante &amp;quot;sotra&amp;quot;-Einbindung prüfen und eine priorisierte Anwendung erproben. Die Eignung für die automatische Vertonung von Untertiteln oder Lernfilmen gesondert bewerten.&lt;br /&gt;
# Schnittstellen, Betrieb, Pflege und Finanzierung für die eingesetzten Dienste absichern.&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== &amp;lt;span id=&amp;quot;M1.1_6&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;1.1_6 – Entwicklung einer niedersorbischen Sprachausgabe (DSB) ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot; style=&amp;quot;width:100%;background-color:#ffffff;color:#202122;&amp;quot;&lt;br /&gt;
! colspan=&amp;quot;2&amp;quot; style=&amp;quot;background-color:#d9e2f3;text-align:left;&amp;quot; | Maßnahme 1.1_6 – Entwicklung einer niedersorbischen Sprachausgabe (DSB)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;width:20%;text-align:left;&amp;quot; | Ziel&lt;br /&gt;
| Eine niedersorbische Sprachausgabe steht als Sprachdienst zur Verfügung und kann Texte in priorisierten Anwendungen verständlich vorlesen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left;&amp;quot; | Inhalt&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
* Bereitstellung geeigneter niedersorbischer Sprachaufnahmen, Texte und Ausspracheinformationen&lt;br /&gt;
* Entwicklung oder Anpassung von Modellen zur automatischen Sprachausgabe (Text-to-Speech, TTS)&lt;br /&gt;
* Eigenständige Qualitätsprüfung hinsichtlich Aussprache, Verständlichkeit und Natürlichkeit des Niedersorbischen&lt;br /&gt;
* Bereitstellung über dokumentierte Schnittstellen&lt;br /&gt;
* Einbindung in Webseiten, Übersetzungsdienste und weitere priorisierte Anwendungen&lt;br /&gt;
* Absicherung von Betrieb und Pflege&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left;&amp;quot; | Bewertung&lt;br /&gt;
| '''Aufwand: hoch''' (3/4) · '''Nutzen: sehr groß''' (4/4) · '''Attraktivität: hoch''' (+1)&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! colspan=&amp;quot;2&amp;quot; style=&amp;quot;background-color:#eaf0f8;text-align:left;&amp;quot; | Umsetzungsstand und weitere Planung (Stand: 2026)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left;&amp;quot; | Status&lt;br /&gt;
| 🟡 '''in Bearbeitung'''&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Eine Vorlesefunktion ist vorhanden&lt;br /&gt;
* Einbindung in priorisierte Anwendungen ist noch in Entwicklung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left;&amp;quot; | Abgeschlossene Projekte&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
* '''2018-2024:''' Entwicklung einer Vorlesefunktion für die nieder- und obersorbische Schriftsprache – niedersorbischer Teil „Juro“&lt;br /&gt;
** Sorbisches Institut, Förderung durch den Freistaat Sachsen&lt;br /&gt;
** Erste öffentliche Version 2023, Gemeinsames Projekt mit [[#M1.1_5|Maßnahme 1.1_5]]&lt;br /&gt;
** [https://www.serbski-institut.de/projekte-sprachwissenschaft/entwicklung-einer-vorlesefunktion-fuer-die-nieder-und-obersorbische-schriftsprache/ Informationen zum Projekt]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left;&amp;quot; | Laufende Projekte&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
* '''Seit 2025:''' Bereitstellung und Webeinbindung der Vorlesefunktion „Juro“&lt;br /&gt;
** Sorbisches Institut&lt;br /&gt;
** Auf den niedersorbischen Institutsseiten eingebunden&lt;br /&gt;
** &amp;lt;mark&amp;gt;dalše dodać?&amp;lt;/mark&amp;gt;&lt;br /&gt;
** [https://www.serbski-institut.de/projekte-sprachwissenschaft/entwicklung-einer-vorlesefunktion-fuer-die-nieder-und-obersorbische-schriftsprache/ Informationen zum Dienst], [https://github.com/Sorbisches-Institut/Serbski-TTS Programmkomponenten]&lt;br /&gt;
* '''2026 geplant:''' Verbindung von Sotra mit der Vorlesefunktion des Sorbischen Instituts&lt;br /&gt;
** WITAJ-Sprachzentrum, technische Umsetzungspartner:  &amp;lt;mark&amp;gt;dodać?&amp;lt;/mark&amp;gt;&lt;br /&gt;
** [https://www.witaj-sprachzentrum.de/niedersorbisch/wp-content/uploads/sites/2/2026/06/Arbeitsplan-2026.pdf Arbeitsplan 2026, S. 5]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left;&amp;quot; | Offene Schritte&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
# Aktuellen Entwicklungs- und Betriebsstand von Juro sowie vorhandene niedersorbische Vorlesefunktionen im Sotra-Umfeld erheben.&lt;br /&gt;
# Priorisierte Anwendungen und niedersorbische Qualitätskriterien festlegen, die Verständlichkeit und Aussprache mit sprachkundigen Nutzenden prüfen.&lt;br /&gt;
# Erforderliche Verbesserungen an Aussprache, Sprachdaten oder Modellen bestimmen und Nutzungsrechte klären, technische Bausteine aus [[#M1.1_5|Maßnahme 1.1_5]] auf Übertragbarkeit prüfen.&lt;br /&gt;
# Die Einbindung in den [[#M1.1_4|niedersorbischen Übersetzungsdienst]] und eine weitere priorisierte Anwendung erproben, die Eignung für Lernmaterialien und automatische Vertonung gesondert bewerten.&lt;br /&gt;
# Schnittstellen, Betrieb, Pflege und Finanzierung für die eingesetzten Dienste absichern.&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== &amp;lt;span id=&amp;quot;M1.1_7&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;1.1_7 - Finden einer Software für 'Intention und Anweisungen' ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| style=&amp;quot;border-spacing:0;width: 100%;&amp;quot;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| align=center style=&amp;quot;background-color:#d9e2f3;border:0.5pt solid #000000;width: 20%;&amp;quot; | '''1.1_7'''&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;background-color:#d9e2f3;border:0.5pt solid #000000;width: 80%;&amp;quot; | '''Finden einer Software für 'Intention und Anweisungen''''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;background-color:#d9e2f3;border:0.5pt solid #000000;width: 20%;&amp;quot; | '''Zielstellung'''&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;width: 80%;&amp;quot; | Für die Interaktion mit elektronischen Geräten kann die gesprochene sorbische Sprache gleichwertig zur geschriebenen Sprache genutzt werden.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;background-color:#d9e2f3;border:0.5pt solid #000000;width: 20%;&amp;quot; | '''Inhalt'''&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;width: 80%;&amp;quot; | Für eine vollständige Sprachassistenz ist diese Maßnahme abschließend durchzuführen. Hierfür kann am Markt nach vorhandenen Programmen recherchiert werden, welche die Intention des Nutzers erkennen, Anweisungen ableiten und ausführen können.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
{| style=&amp;quot;border-spacing:0;width: 100%;&amp;quot;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;background-color:#d9e2f3;border:0.5pt solid #000000;width: 50%;&amp;quot; | '''Geschätzter Aufwand:''' moderat (2 / 4)&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;background-color:#d9e2f3;border:0.5pt solid #000000;width: 50%;&amp;quot; | '''Erwarteter Nutzen:''' moderat (2 / 4)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;width: 50%;&amp;quot; | &lt;br /&gt;
* &amp;lt;div style=&amp;quot;color:#000000;margin-left:0.34cm;margin-right:0cm;&amp;quot;&amp;gt;entsprechende Software gibt es als Open-Source-Projekte&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
* &amp;lt;div style=&amp;quot;color:#000000;margin-left:0.34cm;margin-right:0cm;&amp;quot;&amp;gt;diese muss recherchiert und getestet sowie angepasst werden&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;width: 50%;&amp;quot; | &lt;br /&gt;
* &amp;lt;div style=&amp;quot;color:#000000;margin-left:0.34cm;margin-right:0cm;&amp;quot;&amp;gt;diese Software ist der letzte Baustein zum vollständigen Sprachassistenten&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
* &amp;lt;div style=&amp;quot;color:#000000;margin-left:0.34cm;margin-right:0cm;&amp;quot;&amp;gt;dieser hat einen sehr großen Einfluss sowohl auf die Visionen für die sorbische digitale Welt 2025 als auch auf die strate­gischen Ziele für die sorbische Kultur und Sprache &amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
* &amp;lt;div style=&amp;quot;color:#000000;margin-left:0.34cm;margin-right:0cm;&amp;quot;&amp;gt;allen Sorben und Lernenden eröffnen sich neue Sprachräume mit Sprachassistenten&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
* &amp;lt;div style=&amp;quot;color:#000000;margin-left:0.34cm;margin-right:0cm;&amp;quot;&amp;gt;ohne Finalisierung der Vorgänger-Maßnahmen entsteht hier kein Nutzen&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== &amp;lt;span id=&amp;quot;M1.1_7&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;1.1_7 – Finden einer Software für „Intention und Anweisungen“ ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot; style=&amp;quot;width:100%;background-color:#ffffff;color:#202122;&amp;quot;&lt;br /&gt;
! colspan=&amp;quot;2&amp;quot; style=&amp;quot;background-color:#d9e2f3;text-align:left;&amp;quot; | Maßnahme 1.1_7 – Finden einer Software für „Intention und Anweisungen“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;width:20%;text-align:left;&amp;quot; | Ziel&lt;br /&gt;
| Gesprochene ober- und niedersorbische Anweisungen können in priorisierten Anwendungen verstanden und in gewünschte Aktionen umgesetzt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left;&amp;quot; | Inhalt&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
* Festlegung unterstützter Nutzerabsichten und Anweisungen (z. B. Informationsabfragen oder Steuerung von Funktionen)&lt;br /&gt;
* Auswahl und gegebenenfalls Anpassung einer geeigneten Software&lt;br /&gt;
* Verbindung mit sorbischer Spracherkennung und Sprachausgabe, bei Bedarf auch mit Übersetzungsdiensten&lt;br /&gt;
* Einbindung der anzusteuernden Anwendungen oder Geräte&lt;br /&gt;
* Prüfung der Zuverlässigkeit sowie Umgang mit unklaren oder fehlerhaft erkannten Anweisungen&lt;br /&gt;
* Absicherung von Berechtigungen, Betrieb und Pflege&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left;&amp;quot; | Bewertung&lt;br /&gt;
| '''Aufwand: moderat''' (2/4) · '''Nutzen: moderat''' (2/4) · '''Attraktivität: mittel''' (0)&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! colspan=&amp;quot;2&amp;quot; style=&amp;quot;background-color:#eaf0f8;text-align:left;&amp;quot; | Umsetzungsstand und weitere Planung (Stand: 2026)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left;&amp;quot; | Status&lt;br /&gt;
| ❓ '''zu prüfen''' &lt;br /&gt;
* Ein Demonstrator und dialogorientierte Vorarbeiten sind dokumentiert. &lt;br /&gt;
* &amp;lt;mark&amp;gt;dalše dodać?&amp;lt;/mark&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left;&amp;quot; | Abgeschlossene Projekte&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
* '''2021:''' Demonstrator „smart lamp / mudra lampa“ („digidom #1“)&lt;br /&gt;
** Fraunhofer IKTS und BTU Cottbus, im Auftrag der Stiftung für das sorbische Volk&lt;br /&gt;
** Demonstration einer begrenzten obersorbischen Sprachsteuerung, gemeinsamer Entwicklungsbaustein mit [[#M1.1_1|Maßnahme 1.1_1]], kein vollständiger universeller Sprachassistent.&lt;br /&gt;
** [https://zalozba.de/medien/pressearchiv/detail/digidom-1-mudra-lampa/ Informationen zum Demonstrator], [https://github.com/ZalozbaDev/raspberry_pi_demo_spoznawanje Technische Dokumentation]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left;&amp;quot; | Laufende Projekte&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
* '''Seit 2023:''' [https://serbski.chat/ serbski.chat], sorbischer Chat des WITAJ-Sprachzentrums&lt;br /&gt;
** WITAJ-Sprachzentrum&lt;br /&gt;
** Dialog-, Übersetzungs- und Vorlesefunktionen sind dokumentiert, eine öffentliche Vorstellung im Rahmen von Sotra war für 2026 vorgesehen.&lt;br /&gt;
** &amp;lt;mark&amp;gt;aktualny staw dodać?&amp;lt;/mark&amp;gt;&lt;br /&gt;
** [https://www.witaj-sprachzentrum.de/obersorbisch/wp-content/uploads/sites/3/2026/05/T%C3%A4tigkeitsbericht-2025.pdf Tätigkeitsbericht 2025, S. 3 und 7]&lt;br /&gt;
* '''Projektbeginn und Laufzeit: &amp;lt;mark&amp;gt;dodać&amp;lt;/mark&amp;gt;''' – [https://agata.chat/ AGATA], sorbischer Chatbot&lt;br /&gt;
** Projektteam AGATA: &amp;lt;mark&amp;gt;staw dodać&amp;lt;/mark&amp;gt;&lt;br /&gt;
** Obersorbischer Dialog mit Texteingabe sowie Sprachein- und -ausgabe ist beschrieben. &lt;br /&gt;
** Unterstützung des Niedersorbischen, Ausführung konkreter Anweisungen und Weiterentwicklung 2026: &amp;lt;mark&amp;gt;dodać&amp;lt;/mark&amp;gt;.&lt;br /&gt;
** [https://digiserb.de/projekt/agata-ein-sorbischer-chatbot/ Informationen zum Projekt]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left;&amp;quot; | Offene Schritte&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
# Einen begrenzten Anwendungsfall auswählen und festlegen, welche Anweisungen das System verstehen und welche Aktionen es tatsächlich ausführen soll.&lt;br /&gt;
# Vorhandene Demonstratoren, AGATA, serbski.chat und weitere geeignete Software auf Wiederverwendbarkeit prüfen, Dialogfähigkeit und zuverlässige Befehlsausführung getrennt bewerten.&lt;br /&gt;
# Die Erkennung von Nutzerabsichten zunächst mit Texteingaben erproben und anschließend mit [[#M1.1_1|obersorbischer]] beziehungsweise [[#M1.1_2|niedersorbischer Spracherkennung]] sowie [[#M1.1_5|obersorbischer]] beziehungsweise [[#M1.1_6|niedersorbischer Sprachausgabe]] verbinden.&lt;br /&gt;
# Einen Anwendungsfall mit Nutzenden erproben, Fehlinterpretationen, Rückfragen und Bestätigungen vor folgenreichen Aktionen berücksichtigen.&lt;br /&gt;
# Über die weitere Umsetzung entscheiden und durchführende Institution, Finanzierung, Betrieb und Pflege festlegen.&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
----&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Měrko Šenk</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://koncept.serbski-inkubator.de/index.php?title=Wu%C5%BEiwar:M%C4%9Brko_%C5%A0enk/1.1_Sprechen_mit_elektronischen_Ger%C3%A4ten&amp;diff=1172</id>
		<title>Wužiwar:Měrko Šenk/1.1 Sprechen mit elektronischen Geräten</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://koncept.serbski-inkubator.de/index.php?title=Wu%C5%BEiwar:M%C4%9Brko_%C5%A0enk/1.1_Sprechen_mit_elektronischen_Ger%C3%A4ten&amp;diff=1172"/>
		<updated>2026-10-16T11:45:59Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Měrko Šenk: /* Zukünftige Maßnahmen bzgl. Sprachassistenz */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;__NOINDEX__&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
__TOC__&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Management Summary ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| style=&amp;quot;border-spacing:0;&amp;quot;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;background-color:#d9e2f3;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0.101cm;padding-bottom:0.101cm;padding-left:0.199cm;padding-right:0.199cm;&amp;quot; | &lt;br /&gt;
'''Handlungsfeld'''&lt;br /&gt;
| colspan=&amp;quot;2&amp;quot;  style=&amp;quot;background-color:#d9e2f3;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0.101cm;padding-bottom:0.101cm;padding-left:0.199cm;padding-right:0.199cm;&amp;quot; | &lt;br /&gt;
'''1 Digitale Sprachnutzung'''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;background-color:#d9e2f3;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0.101cm;padding-bottom:0.101cm;padding-left:0.199cm;padding-right:0.199cm;&amp;quot; | &lt;br /&gt;
'''Themenbereich'''&lt;br /&gt;
| colspan=&amp;quot;2&amp;quot;  style=&amp;quot;background-color:#d9e2f3;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0.101cm;padding-bottom:0.101cm;padding-left:0.199cm;padding-right:0.199cm;&amp;quot; | &lt;br /&gt;
'''1.1 Sprechen mit elektronischen Geräten'''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;background-color:#d9e2f3;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0.101cm;padding-bottom:0.101cm;padding-left:0.199cm;padding-right:0.199cm;&amp;quot; | &lt;br /&gt;
'''Beschreibung'''&lt;br /&gt;
| colspan=&amp;quot;2&amp;quot;  style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0.101cm;padding-bottom:0.101cm;padding-left:0.199cm;padding-right:0.199cm;&amp;quot; | &lt;br /&gt;
Unterstützung des Anwenders beim Sprechen mit elektron. Geräten in sorbischer Sprache&lt;br /&gt;
* '''Sprachausgabe''': das Vorlesen geschriebener sorbischer Wörter&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
* '''Spracherkennung''': das Erkennen und Darstellen von gesprochenen sorbischen Wörtern durch elektronische Geräte&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
* '''Sprachverarbeitung''': das Verarbeiten gesprochener sorbischer Wörter und Reagieren darauf&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;background-color:#d9e2f3;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | &lt;br /&gt;
'''Vision'''&lt;br /&gt;
| colspan=&amp;quot;2&amp;quot;  style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.5cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | &lt;br /&gt;
'''Überall dort, wo sich mit digitalen Geräten sprechen lässt, können Ober- und Niedersorbisch gleichwertig mit Deutsch verwendet werden.'''&lt;br /&gt;
&amp;lt;br&amp;gt;&amp;lt;mark&amp;gt;Alternatiwa: &amp;lt;/mark&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;Überall dort, wo sich mit digitalen Geräten sprechen lässt, können Ober- und Niedersorbisch &amp;lt;mark&amp;gt;ebenso wie&amp;lt;/mark&amp;gt; Deutsch verwendet werden.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;background-color:#d9e2f3;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | &lt;br /&gt;
'''Ziele'''&lt;br /&gt;
| colspan=&amp;quot;2&amp;quot;  style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0.12cm;padding-bottom:0.25cm;padding-left:0.1cm;padding-right:0.2cm;&amp;quot; | &lt;br /&gt;
# '''Spracherkennung / Diktierfunktion''': In ausgewählten Betriebssystemen und Anwendungen können Texte auf Ober- und Niedersorbisch diktiert werden. Gesprochene Wörter und Sätze werden erkannt und in geschriebenen Text umgewandelt.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
# '''Sprachausgabe / Vorlesefunktion''': Ausgewählte Systeme und Anwendungen können ober- und niedersorbische Texte vorlesen. Sorbische Inhalte werden dadurch auch für Menschen zugänglich, die Texte nicht oder nur eingeschränkt lesen können (Barrierefreiheit).&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
# '''KI-gestützte Synchronisation von Filmen''': Dokumentationen, Lernfilme und weitere Filme können mithilfe künstlicher Intelligenz gesprochene ober- und niedersorbische Sprachfassungen erhalten.&lt;br /&gt;
# '''Simultanübersetzung''': In mehrsprachigen Videokonferenzen, Gesprächen und Veranstaltungen können gesprochene Beiträge automatisch und nahezu in Echtzeit von und nach Ober- und Niedersorbisch übersetzt werden.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| colspan=&amp;quot;2&amp;quot;  style=&amp;quot;background-color:#d9e2f3;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | &lt;br /&gt;
'''IST-Analyse – Sprachassistenzsysteme''' (Stand: 2021)&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;background-color:#d9e2f3;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | &lt;br /&gt;
'''IST-Analyse – sorbische Projekte'''  (Stand: 2023)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| colspan=&amp;quot;2&amp;quot;  style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | &lt;br /&gt;
''4 Bausteine der Sprachassistenz: ''&lt;br /&gt;
# &amp;lt;div style=&amp;quot;color:#000000;margin-left:0.54cm;margin-right:0cm;&amp;quot;&amp;gt;'''Spracherkennung'''&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
#* &amp;lt;div style=&amp;quot;color:#000000;margin-left:0.547cm;margin-right:0cm;&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;u&amp;gt;Ziel&amp;lt;/u&amp;gt;: phonetisches Wörterbuch, dafür &amp;lt;u&amp;gt;notwendig&amp;lt;/u&amp;gt;:&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
#* &amp;lt;div style=&amp;quot;color:#000000;margin-left:0.547cm;margin-right:0cm;&amp;quot;&amp;gt;große Basis an geschriebenen und gesprochenen Sätzen für das Anlernen eines Spracherkennungs-Systems&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
# &amp;lt;div style=&amp;quot;color:#000000;margin-left:0.54cm;margin-right:0cm;&amp;quot;&amp;gt;'''Textübersetzung'''&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
#* &amp;lt;div style=&amp;quot;color:#000000;margin-left:0.547cm;margin-right:0cm;&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;u&amp;gt;Notwendig&amp;lt;/u&amp;gt;: umfangreicher 2-sprachiger Textkorpus im speziellen Format&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
# &amp;lt;div style=&amp;quot;color:#000000;margin-left:0.54cm;margin-right:0cm;&amp;quot;&amp;gt;'''Intention erkennen, Anweisungen ausführen'''&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
#* &amp;lt;div style=&amp;quot;color:#000000;margin-left:0.54cm;margin-right:0cm;&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;u&amp;gt;Ziel&amp;lt;/u&amp;gt;: Intention des Nutzers erkennen, Anweisungen ableiten und ausführen &amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
#* &amp;lt;div style=&amp;quot;color:#000000;margin-left:0.54cm;margin-right:0cm;&amp;quot;&amp;gt;Spezielle Systeme notwendig&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
# &amp;lt;div style=&amp;quot;color:#000000;margin-left:0.54cm;margin-right:0cm;&amp;quot;&amp;gt;'''Sprachausgabe'''&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
#* &amp;lt;div style=&amp;quot;color:#000000;margin-left:0.547cm;margin-right:0cm;&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;u&amp;gt;Notwendig&amp;lt;/u&amp;gt;: Audio-Wörterbuch, phonetisches Wörterbuch&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | &lt;br /&gt;
Handlungsbedarf als Farbe: &amp;lt;span style=&amp;quot;background-color:#c5e0b3;&amp;quot;&amp;gt;gering&amp;lt;/span&amp;gt;, &amp;lt;span style=&amp;quot;background-color:#ffff00;&amp;quot;&amp;gt;groß&amp;lt;/span&amp;gt;, &amp;lt;span style=&amp;quot;background-color:#f69292;&amp;quot;&amp;gt;sehr groß&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
{| style=&amp;quot;border-spacing:0;&amp;quot;&lt;br /&gt;
|- style=&amp;quot;border:0.5pt solid #d0cece;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.101cm;padding-right:0.101cm;&amp;quot;&lt;br /&gt;
| align=right| '''Aktueller Stand'''&lt;br /&gt;
| align=center| '''Obersorbisch'''&lt;br /&gt;
| align=center| '''Nieder­sorbisch'''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;background-color:transparent;border:0.5pt solid #d0cece;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.101cm;padding-right:0.101cm;&amp;quot; | &lt;br /&gt;
&amp;lt;span style=&amp;quot;color:#000000;&amp;quot;&amp;gt;'''1. Spracherkennung'''&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
| align=center style=&amp;quot;background-color:transparent;border:0.5pt solid #d0cece;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.101cm;padding-right:0.101cm;&amp;quot; | &lt;br /&gt;
| align=center style=&amp;quot;background-color:transparent;border:0.5pt solid #d0cece;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.101cm;padding-right:0.101cm;&amp;quot; | &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;background-color:transparent;border:0.5pt solid #d0cece;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.101cm;padding-right:0.101cm;&amp;quot; | &lt;br /&gt;
Mozilla common voice&lt;br /&gt;
* &amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:0.289cm;margin-right:0cm;&amp;quot;&amp;gt;geschriebene Sätze&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
* &amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:0.289cm;margin-right:0cm;&amp;quot;&amp;gt;gesprochene Minuten&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;background-color:#ffff00;border:0.5pt solid #d0cece;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.101cm;padding-right:0.101cm;&amp;quot; | &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;gt; 7.500&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
171&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;background-color:#f69292;border:0.5pt solid #d0cece;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.101cm;padding-right:0.101cm;&amp;quot; | &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
0&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
0 &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;background-color:transparent;border:0.5pt solid #d0cece;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.101cm;padding-right:0.101cm;&amp;quot; | &lt;br /&gt;
Projekt Sprach­erkennung und maschin. Übersetzung&lt;br /&gt;
* &amp;lt;div style=&amp;quot;color:#000000;margin-left:0.289cm;margin-right:0cm;&amp;quot;&amp;gt;Prototyp „digidom“ veröffentlicht&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
| align=center style=&amp;quot;background-color:#e2efd9;border:0.5pt solid #d0cece;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.101cm;padding-right:0.101cm;&amp;quot; | &lt;br /&gt;
seit 2020&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2022&lt;br /&gt;
| align=center style=&amp;quot;background-color:#e2efd9;border:0.5pt solid #d0cece;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.101cm;padding-right:0.101cm;&amp;quot; | &lt;br /&gt;
seit 2020&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
in Planung&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;background-color:transparent;border:0.5pt solid #d0cece;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.101cm;padding-right:0.101cm;color:#000000;&amp;quot; | '''2. Textübersetzung'''&lt;br /&gt;
| align=center style=&amp;quot;background-color:transparent;border:0.5pt solid #d0cece;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.101cm;padding-right:0.101cm;&amp;quot; | &lt;br /&gt;
| align=center style=&amp;quot;background-color:transparent;border:0.5pt solid #d0cece;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.101cm;padding-right:0.101cm;&amp;quot; | &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;background-color:transparent;border:0.5pt solid #d0cece;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.101cm;padding-right:0.101cm;&amp;quot; | &lt;br /&gt;
* &amp;lt;div style=&amp;quot;color:#000000;margin-left:0.289cm;margin-right:0cm;&amp;quot;&amp;gt;notwendiger Textkorpus&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
| align=center style=&amp;quot;background-color:#e2efd9;border:0.5pt solid #d0cece;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.101cm;padding-right:0.101cm;&amp;quot; | groß&lt;br /&gt;
| align=center style=&amp;quot;background-color:#e2efd9;border:0.5pt solid #d0cece;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.101cm;padding-right:0.101cm;&amp;quot; | groß&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;background-color:transparent;border:0.5pt solid #d0cece;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.101cm;padding-right:0.101cm;color:#000000;&amp;quot; | '''3. Intention, Anweisung'''&lt;br /&gt;
| align=center style=&amp;quot;background-color:transparent;border:0.5pt solid #d0cece;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.101cm;padding-right:0.101cm;&amp;quot; | &lt;br /&gt;
| align=center style=&amp;quot;background-color:transparent;border:0.5pt solid #d0cece;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.101cm;padding-right:0.101cm;&amp;quot; | &lt;br /&gt;
|- style=&amp;quot;background-color:#e2efd9;border:0.5pt solid #d0cece;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.101cm;padding-right:0.101cm;&amp;quot;&lt;br /&gt;
| colspan=&amp;quot;3&amp;quot; | &lt;br /&gt;
* &amp;lt;div style=&amp;quot;color:#000000;margin-left:0.289cm;margin-right:0cm;&amp;quot;&amp;gt;Spätere Recherche und Nutzung von bestehenden Systemen (z.&amp;amp;nbsp;B. open source)&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;background-color:transparent;border:0.5pt solid #d0cece;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.101cm;padding-right:0.101cm;color:#000000;&amp;quot; | '''4. Sprachausgabe'''&lt;br /&gt;
| align=center style=&amp;quot;background-color:transparent;border:0.5pt solid #d0cece;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.101cm;padding-right:0.101cm;&amp;quot; | &lt;br /&gt;
| align=center style=&amp;quot;background-color:transparent;border:0.5pt solid #d0cece;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.101cm;padding-right:0.101cm;&amp;quot; | &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;background-color:transparent;border:0.5pt solid #d0cece;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.101cm;padding-right:0.101cm;&amp;quot; | &lt;br /&gt;
Entwicklung Vorlese­funktion im Sorbischen Institut&lt;br /&gt;
* &amp;lt;div style=&amp;quot;color:#000000;margin-left:0.289cm;margin-right:0cm;&amp;quot;&amp;gt;Prototyp Juro und Matej veröffentlicht&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
| align=center style=&amp;quot;background-color:#e2efd9;border:0.5pt solid #d0cece;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.101cm;padding-right:0.101cm;&amp;quot; | &lt;br /&gt;
2018 - 2023&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2023&lt;br /&gt;
| align=center style=&amp;quot;background-color:#e2efd9;border:0.5pt solid #d0cece;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.101cm;padding-right:0.101cm;&amp;quot; | &lt;br /&gt;
2018 – 2023&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2023&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;background-color:transparent;border:0.5pt solid #d0cece;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.101cm;padding-right:0.101cm;&amp;quot; | &lt;br /&gt;
private Entwicklung Online-Vorlesefunktionen mittels KI&lt;br /&gt;
| align=center style=&amp;quot;background-color:#e2efd9;border:0.5pt solid #d0cece;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.101cm;padding-right:0.101cm;&amp;quot; | seit 2020&lt;br /&gt;
| align=center style=&amp;quot;background-color:#f69292;border:0.5pt solid #d0cece;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.101cm;padding-right:0.101cm;&amp;quot; | -&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| style=&amp;quot;border-spacing:0;&amp;quot;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| colspan=&amp;quot;3&amp;quot; style=&amp;quot;background-color:#d9e2f3;border:0.5pt solid #000000;padding:0.101cm 0.199cm;&amp;quot; |&lt;br /&gt;
'''SOLL-Konzeption – zukünftige Maßnahmen und Aufgaben'''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| colspan=&amp;quot;3&amp;quot; style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding:0.6em;&amp;quot; |&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot; style=&amp;quot;width:100%;margin:0;&amp;quot;&lt;br /&gt;
! style=&amp;quot;width:13%;&amp;quot; | Sub-Thema&lt;br /&gt;
! style=&amp;quot;width:6%;&amp;quot; | Nr.&lt;br /&gt;
! style=&amp;quot;width:27%;&amp;quot; | Maßnahme&lt;br /&gt;
! style=&amp;quot;width:14%;&amp;quot; | Status&lt;br /&gt;
! style=&amp;quot;width:40%;&amp;quot; | Nächster Schritt&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Spracherkennung&lt;br /&gt;
| [[#M1.1_1|1.1_1]]&lt;br /&gt;
| [[#M1.1_1|Entwicklung einer obersorbischen Spracherkennung (HSB)]]&lt;br /&gt;
| 🟡 in Bearbeitung&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
* Aktuellen Stand der Machbarkeitsstudie und der Folgearbeiten erheben;&lt;br /&gt;
* Ziel, Qualitätskriterien, Verantwortliche und Integrationswege festlegen.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Spracherkennung&lt;br /&gt;
| [[#M1.1_2|1.1_2]]&lt;br /&gt;
| [[#M1.1_2|Entwicklung einer niedersorbischen Spracherkennung (DSB)]]&lt;br /&gt;
| 🟡 in Bearbeitung&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
* Vorhandene Daten und Modelle prüfen;&lt;br /&gt;
* Vorgehen und Abhängigkeiten zu Maßnahme 1.1_1 festlegen.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Übersetzungsdienst&lt;br /&gt;
| [[#M1.1_3|1.1_3]]&lt;br /&gt;
| [[#M1.1_3|Entwicklung eines obersorbischen Übersetzungsdienstes für Texte (HSB)]]&lt;br /&gt;
| 🔵 laufende Daueraufgabe&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
* neue Technologien implementieren&lt;br /&gt;
* Schnittstellen entwickeln / dokumentieren?&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Übersetzungsdienst&lt;br /&gt;
| [[#M1.1_4|1.1_4]]&lt;br /&gt;
| [[#M1.1_4|Entwicklung eines niedersorbischen Übersetzungsdienstes (für Texte) (DSB)]]&lt;br /&gt;
| 🔵 laufende Daueraufgabe&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
* s. o.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Sprachausgabe&lt;br /&gt;
| [[#M1.1_5|1.1_5 / 1.1_6]]&lt;br /&gt;
| [[#M1.1_5|Entwicklung einer Sprachausgabe (HSB, DSB)]]&lt;br /&gt;
| 🟡 in Bearbeitung&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
* ?&lt;br /&gt;
* priorisierte Integrationen festlegen.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Intention / Anweisung&lt;br /&gt;
| [[#M1.1_7|1.1_7]]&lt;br /&gt;
| [[#M1.1_7|Finden einer Software für „Intention und Anweisungen“]]&lt;br /&gt;
| ⏸ nachgelagert&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
* Nach Stabilisierung der Basiskomponenten erneut bewerten und einen konkreten Anwendungsfall auswählen.&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;small&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Status:'''&lt;br /&gt;
* ⚪ '''nicht begonnen''' – Maßnahme ist vorgesehen, die Umsetzung hat noch nicht begonnen.&lt;br /&gt;
* 🟡 '''in Bearbeitung''' – Maßnahme wird bearbeitet.&lt;br /&gt;
* 🟢 '''umgesetzt''' – definiertes Ergebnis wurde erreicht.&lt;br /&gt;
* 🔵 '''laufende Daueraufgabe''' – Maßnahme benötigt laufende Bearbeitung ohne festen Abschluss.&lt;br /&gt;
* ⏸ '''zurückgestellt''' – Bearbeitung ist ausgesetzt oder von Voraussetzungen abhängig.&lt;br /&gt;
* ❓ '''zu prüfen''' – der aktuelle Stand ist zu ermitteln.&lt;br /&gt;
&amp;lt;/small&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einleitung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieser Themenbereich beinhaltet die Unterstützung des Anwenders beim Sprechen mit elektronischen Geräten in den sorbischen Sprachen. Im Fokus steht die Interaktion von Menschen mit elektronischen Geräten mittels gesprochener Worte. Dies umfasst folgende Bereiche:&lt;br /&gt;
* '''Sprachausgabe:''' das '''Vorlesen''' geschriebener sorbischer Wörter&lt;br /&gt;
* '''Spracherkennung: '''das '''Erkennen''' und Darstellen von gesprochenen sorbischen Wörtern durch elektronische Geräte (Computer, Smartphones usw.)&lt;br /&gt;
* '''Sprachverarbeitung: ''' das '''Verarbeiten''' gesprochener sorbischer Wörter und '''Reagieren''' darauf (z.&amp;amp;nbsp;B. Anweisungen ausführen, Antworten).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mögliche Einsatzbereiche und Applikationen sind bspw.&lt;br /&gt;
* Sprachassistenten,&lt;br /&gt;
* Spiele, Spielzeuge (wie Lingufino),&lt;br /&gt;
* Untertitel und Simultanübersetzungen (z. B. bei Videokonferenzen).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ist-Analyse Stand der Entwicklung von Sprachassistenzsystemen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;background-color:#f6f6f6;border:1px solid #DCDCDC;padding:0.6em 0.8em;margin:0.6em 0 1em 0;&amp;quot;&amp;gt;'''Letzte Aktualisierung des Abschnitts: 2021''' &amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Welche Bausteine werden für eine Sprachassistenz benötigt? ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Um eine sprachliche Interaktion mit einem elektronischen Gerät ähnlich wie mit Menschen zu erreichen, sind verschiedene technische Bausteine notwendig, welche jeweils unterschiedliche Aufgaben übernehmen. Die folgende Einteilung der Bausteine orientiert sich an einem Vortrag von Jan Budar vom 13.09.2018 in Senftenberg zu “Digitalisierung als Chance für die Sorben”.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Baustein 1: Spracherkennung (Automatic Speech Recognition, ASR; Speech to Text, STT)&amp;lt;ref name=&amp;quot;ftn1&amp;quot;&amp;gt;Übersicht STT-Engines: [https://mycroft-ai.gitbook.io/docs/using-mycroft-ai/customizations/stt-engine https://mycroft-ai.gitbook.io/docs/using-mycroft-ai/customizations/stt-engine]&amp;lt;/ref&amp;gt; ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* basiert auf phonetischen Informationen zu&lt;br /&gt;
** einzelnen Buchstaben und Silben&lt;br /&gt;
** deren Kombinationen&lt;br /&gt;
** ihrer Position im Wort/Satz&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Umwandlung von gesprochener Sprache in Text''' &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die typischen Schritte zur Umwandlung von gesprochener Sprache in Text (Speech-to-Text, STT) sind:&lt;br /&gt;
# Aufnahme der Sprache: Der erste Schritt besteht darin, die gesprochene Sprache aufzunehmen. Dies kann entweder über ein Mikrofon oder eine andere Audioquelle erfolgen.&lt;br /&gt;
# Signalverarbeitung: Die aufgenommenen Audiosignale werden durch Signalverarbeitungsalgorithmen vorverarbeitet. Dazu gehören zum Beispiel Rauschunterdrückung, Echo-Entfernung und Entzerrung.&lt;br /&gt;
# Sprachsegmentierung: Die Audioaufnahme wird in kurze Segmente unterteilt, die normalerweise zwischen 10 und 30 Millisekunden lang sind. Diese Segmente werden dann weiterverarbeitet.&lt;br /&gt;
# Merkmalsextraktion: Für jedes Sprachsegment werden akustische Merkmale wie Frequenz, Lautstärke, Tonhöhe und Dauer extrahiert. Diese Merkmale dienen als Eingabe für das Spracherkennungsmodell.&lt;br /&gt;
# Spracherkennung: Das Spracherkennungsmodell verwendet die extrahierten Merkmale, um die gesprochene Sprache in Text umzuwandeln. Dieser Schritt kann auf unterschiedliche Weise durchgeführt werden, z.B. mit Hidden Markov Models (HMMs), künstlichen neuronalen Netzen (KNNs) oder Deep-Learning-Modellen.&lt;br /&gt;
# Postprocessing: Der erkannte Text wird postprozessiert, um mögliche Fehler oder Inkonsistenzen im Text zu korrigieren. Dazu können beispielsweise Grammatik- und Sprachmodelle verwendet werden, um den erkannten Text zu verbessern.&lt;br /&gt;
# Textausgabe: Der endgültige Text wird dann ausgegeben, z.B. in einer Textdatei oder als Eingabe für eine andere Anwendung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Je nach Anwendung und Sprachmodell können die genauen Schritte und Technologien zur Umwandlung von Sprache in Text  variieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Training von Spracherkennungs-Maschinen''' &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
* vgl. auch Vortrag von D. Sobe 2022 im Rahmen einer Online-Abendveranstaltung&amp;lt;ref&amp;gt;vgl. [https://digiserb.de/2022/06/09/zarjadowanje-masinelne-spoznawanje-serbsciny/ Veranstaltung auf digiserb.de], [https://digiserb.de/wp-content/uploads/2022/06/2022_06_auswertung.pdf Folien bei digiserb.de], [https://www.youtube.com/watch?v=RWUo7N_Aybw Video bei YouTube].&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Klassischerweise wird die Spracherkennung durch die Verwendung von stochastische Modellen wie Hidden-Markov-Modellen (HMM) und Gauss'schen Mischmodellen (GMM) durchgeführt. Das Sprachsignal wird dabei in kurze Abschnitte, sogenannte Phoneme, unterteilt. Die Phoneme werden dann in einer HMM- oder GMM-Datenbank gespeichert. Bei der Erkennung wird das Sprachsignal in Phoneme aufgeteilt und mit der HMM- oder GMM-Datenbank abgeglichen, um die wahrscheinlichste Sequenz von Phonemen zu finden. Diese wird dann in Text umgewandelt und ausgegeben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den letzten Jahren haben sich Deep Learning Modelle mit tiefen neuronalen Netzen, wie z.B. Recurrent Neural Networks (RNNs) und Convolutional Neural Networks (CNNs), als effektive Methoden zur Spracherkennung erwiesen. Diese Modelle können komplexe Beziehungen zwischen Phonemen und Wörtern erfassen und somit die Genauigkeit der Spracherkennung verbessern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* z.&amp;amp;nbsp;B. Mozilla Common Voice&amp;lt;ref name=&amp;quot;ftn2&amp;quot;&amp;gt;vgl. [https://voice.mozilla.org https://voice.mozilla.org] und [https://github.com/mozilla/DeepSpeech https://github.com/mozilla/DeepSpeech]&amp;lt;/ref&amp;gt; in Kombination mit einer Spracherkennungs-Engine wie Mozilla Deep Speech&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Erstellung von Spracherkennungs-Maschinen''' &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Um eine Spracherkennungs-Engine (Speech-to-Text) zu erstellen, werden verschiedene Ressourcen benötigt, darunter:&lt;br /&gt;
# Sprachdaten: Um ein Spracherkennungsmodell zu trainieren, werden große Mengen an Audioaufnahmen benötigt, die repräsentativ für die Sprache und den Dialekt sind, den die Engine erkennen soll. Diese Sprachdaten sollten auch verschiedene Sprecher, Akzente und Hintergrundgeräusche enthalten.&lt;br /&gt;
# Transkriptionen: Jede Audioaufnahme muss mit einer Texttranskription versehen werden, die angibt, was in der Aufnahme gesagt wird. Diese Transkriptionen werden verwendet, um das Modell zu trainieren und zu testen.&lt;br /&gt;
# Sprachmodelle: Sprachmodelle sind eine wichtige Komponente von Spracherkennungs-Engines, da sie die Wahrscheinlichkeit berechnen, mit der eine bestimmte Sequenz von Wörtern in einem bestimmten Kontext auftreten wird. Diese Modelle werden verwendet, um die Wahrscheinlichkeit des erkannten Textes zu berechnen und die Genauigkeit der Spracherkennungs-Engine zu verbessern.&lt;br /&gt;
# Aussprachelexika: Ein Aussprachelexikon enthält eine Liste von Wörtern und deren Aussprache in der jeweiligen Sprache. Dies wird verwendet, um die richtige Aussprache von Wörtern im erkannten Text zu bestimmen.&lt;br /&gt;
# Phonemmodelle: Phonemmodelle beschreiben, wie Wörter in ihre kleinsten sprachlichen Einheiten (Phoneme) aufgeteilt werden können. Diese Modelle werden verwendet, um die Wahrscheinlichkeit von Phonemsequenzen zu berechnen und die Genauigkeit der Spracherkennungs-Engine zu verbessern.&lt;br /&gt;
# Linguistische Ressourcen: Zusätzlich zu den oben genannten Ressourcen können auch linguistische Ressourcen wie Grammatiken, semantische Modelle und syntaktische Modelle verwendet werden, um die Genauigkeit der Spracherkennungs-Engine zu verbessern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Baustein 2: Textübersetzung (Machine Translation, MT) ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Grundlage hierfür sind Massen an übersetzten Sätzen&lt;br /&gt;
* Künstliche Intelligenz lernt aus diesen übersetzten Sätzen durch&lt;br /&gt;
** Mustererkennung&lt;br /&gt;
** Training&lt;br /&gt;
* vgl. Kapitel 5 Abschnitt [https://koncept.serbski-inkubator.de/index.php/5._Schreiben_auf_elektronischen_Ger%C3%A4ten#.C3.9Cbersetzer Übersetzer]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Baustein 3: Intention erkennen und Anweisungen ausführen&amp;lt;ref name=&amp;quot;ftn3&amp;quot;&amp;gt;vgl. [https://mycroft.ai/wp-content/uploads/2018/08/mycroft-ai-introduction-to-voice-stack-whitepaper.pdf https://mycroft.ai/wp-content/uploads/2018/08/mycroft-ai-introduction-to-voice-stack-whitepaper.pdf]&amp;lt;/ref&amp;gt;  ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* aus dem erkannten Text wird die Intention des Nutzers extrahiert (intent parser)&lt;br /&gt;
* Anweisungen werden abgeleitet und ausgeführt (Skill invocation)&lt;br /&gt;
* z.&amp;amp;nbsp;B. [https://wit.ai/ https://wit.ai/] (eine Sprachplattform, welche zum Facebook-Konzern gehört)&lt;br /&gt;
* z.B. [https://mycroft.ai/ https://mycroft.ai/]als datenschutzfreundliche Alternative&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Baustein 4: Sprachausgabe (Text to Speech, TTS)&amp;lt;ref name=&amp;quot;ftn4&amp;quot;&amp;gt;Übersicht TTS-Engines: [https://mycroft-ai.gitbook.io/docs/using-mycroft-ai/customizations/tts-engine https://mycroft-ai.gitbook.io/docs/using-mycroft-ai/customizations/tts-engine]&amp;lt;/ref&amp;gt; ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* bspw. für barrierefreie Webseiten notwendig&lt;br /&gt;
* Open Source Text-to-speech-System: MaryTTS&lt;br /&gt;
* modularer Aufbau: Lexikon, Sprache, Daten, Synthese&lt;br /&gt;
* Unit-Selectin-Synthese (Verkettung natürlichsprachlicher Elemente)&lt;br /&gt;
* ThorstenVoice (OSS Variante)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die folgenden Schritte sind typischerweise erforderlich, um einen Text in eine gesprochene Sprachausgabe umzuwandeln:&lt;br /&gt;
# Linguistische Analyse: Der eingegebene Text wird vorverarbeitet, um dessen Struktur zu analysieren, einschließlich der Trennung von Sätzen, der Erkennung von Interpunktion und der Ermittlung der Betonung.&lt;br /&gt;
# Phonetische Umsetzung: Der Text wird in eine phonetische Darstellung umgewandelt, in der jeder Textabschnitt in eine entsprechende Sequenz von Lauten (Phonemen) übersetzt wird. Dies wird typischerweise durch eine phonetische Lexikon-Datenbank und Sprachregeln erreicht.&lt;br /&gt;
# Prosodische Modellierung: Es wird die Betonung und Intonation des Textes bestimmt. Hierbei werden Faktoren wie Akzent, Tonhöhe, Tempo, Pause und Rhythmus berücksichtigt, um eine natürliche Sprachmelodie zu erzeugen.&lt;br /&gt;
# Synthese: Der phonetisch umgesetzte Text wird dann in Sprache umgewandelt, indem die phonetischen Einheiten zu Sprachsignalen zusammengefügt werden. Dies kann entweder durch die Verwendung von Klangeinheiten, die in einer Datenbank gespeichert sind, oder durch das Generieren von Sprache auf der Grundlage von Modellen, wie z.B. Deep-Learning-Modellen, erfolgen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine TTS-Engine benötigt folgende Voraussetzungen:&lt;br /&gt;
# Eine umfangreiche phonetische Datenbank oder ein phonetisches Modell, um die Übersetzung von Text in Phoneme zu ermöglichen.&lt;br /&gt;
# Ein Prosodie-Modell, um die natürliche Sprachmelodie zu erzeugen.&lt;br /&gt;
# Eine Sprachsynthesetechnologie, um die Phoneme in Sprachsignale zu konvertieren.&lt;br /&gt;
# Training mit großen Datenmengen, um die Sprachsynthese-Modelle auf die spezifische Sprache und Stimme zu optimieren.&lt;br /&gt;
&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Definition und Marktübersicht von Sprachassistenten ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Sprachassistent ist eine bestimmte Art von Software, die gesprochene Worte analysiert, in den richtigen Kontext einordnet und darauf reagiert. Sprachassistenten sind als Software meist in Smartphones oder Smart Speaker, aber auch in Konsolen (PS4), Fernseher und smart watches integriert. Ein Smart Speaker wiederum ist ein bestimmtes Gerät, auf welchem der Sprachassistent als Software installiert ist.&amp;lt;ref name=&amp;quot;ftn5&amp;quot;&amp;gt;vgl. [https://de.wikipedia.org/wiki/Intelligenter_pers%C3%B6nlicher_Assistent https://de.wikipedia.org/wiki/Intelligenter_pers%C3%B6nlicher_Assistent]&amp;lt;/ref&amp;gt; Spricht ein Mensch mit diesem Gerät, so beantwortet es über seine Sprachsoftware verbal Fragen oder führt Anweisungen aus, z.&amp;amp;nbsp;B. steuert es vernetzte smart home Geräte (TV-Geräte, Heizungsthermostate, Rollläden, Lampen, Waschmaschine, Backofen, Kaffee­maschine bis hin zur Toilettenspülung usw.). Auch in Autos, Kopfhörern, Bürogeräten und Kleidung sind bereits Sprachassistenten im Einsatz.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Entwicklung der Sprachassistenten:* 2010 Apples Siri („Hey Siri“)&lt;br /&gt;
* 2012 Google Assistant (vormals Google Now) („Ok, Google“)&lt;br /&gt;
* 2013 Microsoft Cortana („Hey Cortana“)&lt;br /&gt;
* 2014 Amazon Alexa („Alexa“)&lt;br /&gt;
* 2015 Mycroft - open Source Smart Speaker (“Hey Mycroft”)&amp;lt;ref name=&amp;quot;ftn6&amp;quot;&amp;gt;vgl. [https://mycroft.ai/ https://mycroft.ai/] und [https://www.kickstarter.com/projects/aiforeveryone/mycroft-an-open-source-artificial-intelligence-for/description https://www.kickstarter.com/projects/aiforeveryone/mycroft-an-open-source-artificial-intelligence-for/description]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* 2017 Sprachassistenten der chinesischen Firmen Baidu und Alibaba&lt;br /&gt;
* 2018 Samsung Bixby („Hi Bixby“)&lt;br /&gt;
* 2019 Leon – open source personal assistant&amp;lt;ref name=&amp;quot;ftn7&amp;quot;&amp;gt;vgl. [https://getleon.ai/ https://getleon.ai/]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Heute sind weltweit bereits mehr als 4 Milliarden Sprachassistenten im Einsatz. Bis 2023 rechnet die Marktforschungsfirma Juniper Research mit 8 Milliarden Sprachassistenten.&amp;lt;ref name=&amp;quot;ftn8&amp;quot;&amp;gt;vgl. [https://voicebot.ai/google-home-google-assistant-stats/#voice-asst-in-use-juniper https://voicebot.ai/google-home-google-assistant-stats/#voice-asst-in-use-juniper]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Image:Grafik 16.png|top]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Marktübersicht'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die führenden Anbieter für Sprachassistenzsysteme am weltweiten Markt sind:&lt;br /&gt;
# Amazon mit seinem Sprachassistenzsystem &amp;quot;Alexa&amp;quot; und den Amazon Echo Geräten.&lt;br /&gt;
# Google mit seinem Sprachassistenzsystem &amp;quot;Google Assistant&amp;quot; und den Google Home Geräten.&lt;br /&gt;
# Apple mit seinem Sprachassistenzsystem &amp;quot;Siri&amp;quot; und der HomePod-Produktlinie.&lt;br /&gt;
# Microsoft mit seinem Sprachassistenzsystem &amp;quot;Cortana&amp;quot; und der Surface Headphones Produktlinie.&lt;br /&gt;
# Samsung mit seinem Sprachassistenzsystem &amp;quot;Bixby&amp;quot; und der Galaxy Home Produktlinie.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Anbieter haben in den letzten Jahren in die Entwicklung und Verbesserung von Sprachassistenzsystemen investiert und setzen auf künstliche Intelligenz und maschinelles Lernen, um die Spracherkennung und -verarbeitung zu verbessern. Dabei sind ihre Sprachassistenzsysteme nicht nur auf den Heimgebrauch beschränkt, sondern auch in mobilen Geräten, Autos und anderen Branchen wie Gesundheitswesen, Einzelhandel und Finanzen verbreitet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es ist schwierig, genaue Zahlen darüber zu finden, welchen Anteil jeder Anbieter am Gesamtmarkt für Sprachassistenzsysteme hat, da es keine einheitliche Definition des Marktes gibt und die Zahlen von verschiedenen Marktforschungsunternehmen variieren können. Basierend auf den verfügbaren Daten sind die größten Anbieter am Markt Amazon Alexa mit rund 25% Marktanteil, Google Assistant mit rund 20% Marktanteil und Apples Siri mit rund 15% Marktanteil weltweit. Es gibt jedoch Unterschiede in den Zahlen je nach Region und Art des Geräts (z.B. intelligente Lautsprecher, Mobiltelefone, Smart-Home-Geräte). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die beliebtesten Anwendungsfälle von Nutzern von Smart Speakern sind&amp;lt;ref name=&amp;quot;ftn12&amp;quot;&amp;gt;vgl. [https://voicebot.ai/2020/05/03/streaming-music-questions-weather-timers-and-alarms-remain-smart-speaker-killer-apps-third-party-voice-app-usage-not-growing/ https://voicebot.ai/2020/05/03/streaming-music-questions-weather-timers-and-alarms-remain-smart-speaker-killer-apps-third-party-voice-app-usage-not-growing/] &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
# Musik hören&lt;br /&gt;
# Fragen stellen&lt;br /&gt;
# Wetter checken&lt;br /&gt;
# Zeitschaltuhr einschalten&lt;br /&gt;
# Alarm einstellen&lt;br /&gt;
# Radio hören&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Image:Grafik 17.png|top]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Aktuell unterstützte Sprachen'''&amp;lt;ref name=&amp;quot;ftn13&amp;quot;&amp;gt;vgl. [https://www.globalme.net/blog/language-support-voice-assistants-compared/ https://www.globalme.net/blog/language-support-voice-assistants-compared/] sowie die dort angegeben Webseiten&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* &amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:0.501cm;margin-right:0cm;&amp;quot;&amp;gt;'''Amazons Alexa''' unterstützt '''9 Sprachen'''&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
** Arabisch, Deutsch, Englisch (5 Dialekte), Französisch (2 Dialekte), Hindi (Indisch), Italienisch, Japanisch, Portugiesisch (Brasil.), Spanisch (3 Dialekte)&lt;br /&gt;
* &amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:0.501cm;margin-right:0cm;&amp;quot;&amp;gt;'''Google Assistant''' unterstützt '''44 Sprachen '''auf Smartphones&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
* &amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:0.501cm;margin-right:0cm;&amp;quot;&amp;gt;'''Google Assistant''' unterstützt '''13 Sprachen''' auf Smart Speakern / Google Home&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
** Dänisch, Deutsch (2 Dialekte), Englisch (6 Dialekte), Französisch (2 Dialekte), Hindi, Italienisch, Japanisch, Koreanisch, Niederländisch, Norwegisch, Portugiesisch (Brasil.), Schwedisch, Spanisch (3 Dialekte)&lt;br /&gt;
* &amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:0.501cm;margin-right:0cm;&amp;quot;&amp;gt;'''Apples Siri unterstützt rund 42 Sprachen'''&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ist-Analyse sorbischer Potenziale, Ressourcen und Projekte ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;background-color:#f6f6f6;border:1px solid #DCDCDC;padding:0.6em 0.8em;margin:0.6em 0 1em 0;&amp;quot;&amp;gt;'''Letzte Aktualisierung des Abschnitts: 2023''' &amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während digitale Angebote wie Sprachausgabe und Spracherkennung in deutscher Sprache selbstverständlich sind und sowohl von internationalen Großkonzernen als auch von der öffentlichen Hand vorangetrieben und ausgebaut werden, gilt das für dieselben Angebote in sorbischer Sprache nur sehr eingeschränkt. Welche Grundlagen der Sprachunterstützung beider sorbischer Sprachen bereits realisiert oder geplant sind, sollen die folgenden Abschnitte untersuchen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Ist-Stand der 4 Bausteine des Sprechens mit elektronischen Geräten===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Baustein 1: Spracherkennung (Automatic Speech Recognition, ASR; Speech to Text, STT) ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* sorbische Ausgangslage: die folgenden Vorarbeiten sind vorhanden&lt;br /&gt;
* '''Mozilla common voice''': &lt;br /&gt;
** die sorbischen Sprachen werden hier aktuell nicht weiter ergänzt, die gesammelten Daten werden jedoch in anderen Projekten weiter verwendet&lt;br /&gt;
*** die Anzahl an Daten ist bei weitem nicht ausreichend für den Einsatz von neuronalen Technologien&lt;br /&gt;
*** die Qualität der Daten ist nur hinreichend für die Evaluation von Spracherkennungssystemen, nicht jedoch für deren Training (hierfür wird Tonstudio-Qualität benötigt)&lt;br /&gt;
** für das Obersorbische wurden bereits ca. 7.500 lizenzfreie Sätze gesammelt sowie 2 Stunden und 51 Minuten eingesprochen und validiert&lt;br /&gt;
** diese sind aktuell in sehr unterschiedlicher Qualität, sehr unausgewogen hinsichtlich der Stimmen (Geschlecht- und Alter-Verteilung)&lt;br /&gt;
** darüber hinaus lassen sich die Sätze common voice aktuell nicht thematisch zuordnen &lt;br /&gt;
** Für das Niedersorbische fehlen die Sätze und das Einsprechen&amp;lt;ref name=&amp;quot;ftn17&amp;quot;&amp;gt;vgl. [https://voice.mozilla.org/de/languages https://voice.mozilla.org/de/languages]&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;br&amp;gt;  &lt;br /&gt;
  &lt;br /&gt;
* '''Prototyp &amp;quot;smart lamp&amp;quot; / &amp;quot;digidom&amp;quot;'''&lt;br /&gt;
** 2020 startete das '''Projekt „Spracherkennung und maschinelle Übersetzung der sorbischen Sprachen'''“ der Stiftung für das sorbische Volk&lt;br /&gt;
** Durchgeführt wurde eine Machbarkeitsstudie zur automatischen Spracherkennung für die ober­sorbische Sprache vom Fraunhofer-Institut für keramische Technologien und Systeme Dresden (Abteilung Maschinelles Lernen und Datenanalyse) in Zusammenarbeit mit der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus mit folgenden Zielstellungen: &lt;br /&gt;
*** Realisierung eines prototypischen Spracherkenners für eine spezifizierte Beispielanwendung in einer stark beschränkten Sprachdomäne&lt;br /&gt;
*** Ziel wurde es, eine Smart-Home-Anwendung zu erstellen, welches mittels Sprachbefehlen eine Lampe bedienen kann, &amp;quot;digidom&amp;quot;&lt;br /&gt;
*** Einschätzung möglicher und empfohlener Technologien für die Entwicklung eines sorbischen Spracherkenners mit umfangreichem Wortschatz&lt;br /&gt;
*** Aussagen zur Anwendung der niedersorbischen Sprache&lt;br /&gt;
** Folgende Arbeitsschritte wurden bisher für dieses Projekt durchgeführt:&lt;br /&gt;
*** Statistische Auswertung von Textkorpora&lt;br /&gt;
*** Aufstellen der Phonemliste und der Ausspracheregeln&lt;br /&gt;
*** Auswahl an Aufzeichnungen aus „Common Voice“ sowie neue Aufzeichnungen wurden erstellt&lt;br /&gt;
*** Demonstrator unter Open Source Lizenz veröffentlicht&amp;lt;ref&amp;gt;vgl. [https://github.com/ZalozbaDev/web_demo_spoznawanje https://github.com/ZalozbaDev/web_demo_spoznawanje]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
*** Prototyp „digidom“ unter Open Source Lizenz veröffentlicht &amp;lt;ref&amp;gt;vgl. [https://github.com/ZalozbaDev/raspberry_pi_demo_spoznawanje https://github.com/ZalozbaDev/raspberry_pi_demo_spoznawanje]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
*** Veröfentlichung der Ergebnisse in einer Studie&amp;lt;ref&amp;gt;vgl. [http://www.essv.de/pdf/2021_43_50.pdf http://www.essv.de/pdf/2021_43_50.pdf]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
*** Veröffentlichen von Kriterien zur Auswahl eines Sprachkorpus&amp;lt;ref&amp;gt;vgl. [https://github.com/ZalozbaDev/speech_recognition_corpus_creation/blob/main/report/report_summary_german.pdf https://github.com/ZalozbaDev/speech_recognition_corpus_creation/blob/main/report/report_summary_german.pdf]&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
* '''Folgeprojekt &amp;quot;Vorbereitung der Spracherkennung für das Obersorbische für eine Diktierfunktion&amp;quot;''' 2023:&lt;br /&gt;
** Das Ziel war die Entwicklung neuer und Verbesserung bestehender akustischer Modelle für die obersorbische Spracherkennung. &lt;br /&gt;
** Hierfür sollten akustische Modelle auf größeren Audiokorpora trainiert werden.&lt;br /&gt;
*** Es erfolgte eine Erweiterung der Sprachdatensätze mittels Augmentation, d. h. Einfügen von Hintergrundgeräuschen verschiedener Stärke.&lt;br /&gt;
*** Monophon- und Triphon-basierte Modelle wurden mit dem Open-Source-ASR-Toolkit KALDI trainiert.&lt;br /&gt;
*** Die Daten für die Modelle stammen aus verschiedenen Quellen, einschließlich des Common Voice Projekts, der ersten Machbarkeitsstudie (HSB-I) und neuen Audiodaten aus dem aktuellen Projekt.&lt;br /&gt;
*** Nach der Datenaugmentation umfassten die Sprachaufnahmen insgesamt 33:31:10 Stunden und 29.229 gesprochene Sätze.&lt;br /&gt;
** Triphon-basierte Modelle zeigten eine signifikant bessere Leistung als das monophon-basierte Modell. &lt;br /&gt;
** Ein robusteres und weiterentwickeltes triphon-basiertes akustisches Modell wurde erfolgreich erstellt.&lt;br /&gt;
** Mit den folgenden Schritten erfolgte die Verbesserung der Sprachmodellierung mit den bereitgestellten Ressourcen:&lt;br /&gt;
*** Vorverarbeitung und Normalisierung der Textdaten, z. B. Erkennen von Abkürzungen und Eigennamen, Segmentierung von Wörtern in morphologische Einheiten usw.&lt;br /&gt;
*** Wortklassenmodellierung durch Erkennung benannter Einheiten aus vordefinierten Wortklassen, z. B. Datums-, Uhrzeits-, Wochentags-, Namens-, Orts- und Zahlen-Ausdrücke.&lt;br /&gt;
*** Teilwortzerlegung mittels Byte Pair Encoding (BPE) und dem Morfessor-Algorithmus, um das Vokabular zu verkleinern.&lt;br /&gt;
** Die Wahl des richtigen Teilwortzerlegungsverfahrens und der geeigneten Vokabulargröße hat einen signifikanten Einfluss auf die Leistung des Sprachmodells.&lt;br /&gt;
** Im Ergebnis konnte eine Sammlung von normalisierten Textkorpora erzeugt werden, der für das Training von statistischen Sprachmodellen basierend auf ganzen Wörtern oder Wortteilen geeignet ist.&lt;br /&gt;
* Weitere Arbeit an Robustheit und Leistungsfähigkeit von &amp;quot;digidom&amp;quot; ist nötig &amp;lt;br&amp;gt;  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* '''weitere Applikationen mittels Spracherkennung''' &lt;br /&gt;
** Spiele&lt;br /&gt;
*** Lingufino, eine interaktive Puppe, die auf Spracheingaben reagiert&lt;br /&gt;
** Diktierfunktion&lt;br /&gt;
** Simultanübersetzung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Baustein 2: Textübersetzung (Machine Translation, MT) ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* vgl. auch Kapitel 5 Abschnitt [https://koncept.serbski-inkubator.de/index.php/5._Schreiben_auf_elektronischen_Ger%C3%A4ten#.C3.9Cbersetzer Übersetzer]&lt;br /&gt;
* Notwendig: umfangreicher 2-sprachiger Textkorpus&lt;br /&gt;
** Urheberrechtsfrei, gemeinfrei oder unter Creative-Commons-Lizenz (CC0)&lt;br /&gt;
** Satzweise übersetzt&lt;br /&gt;
** Vereinheitlicht, maschinenlesbar&lt;br /&gt;
* Sorbische Ausgangslage: paralleler Textkorpus liegt im WITAJ-Sprachzentrum vor&lt;br /&gt;
* Aufgabe: laufende digitale Erfassung bestehender Übersetzungen in hoher Qualität&lt;br /&gt;
* Herausforderung: Technologieneutralität, d.&amp;amp;nbsp;h. eine Textübersetzung unabhängig von einer speziellen Technologie zu erstellen, so dass sie später in verschiedenen Produkten und Diensten genutzt werden kann (Google Translate, Microsoft Bing Translator, DeepL)&lt;br /&gt;
*  '''sotra.app''': Seit 2019 laufendes Projekt des '''WITAJ-Sprachzentrums: Aufbau eines automatischen „Online-Übersetzers Deutsch-Sorbisch, Sorbisch-Deutsch“''' &lt;br /&gt;
** seit 2021 verfügbar für Obersorbisch und seit 2022 auch in Niedersorbisch für Texte mit max. 6.000 Zeichen&lt;br /&gt;
** Übersetzungen möglich von und nach Deutsch, Ober- und Niedersorbisch und Tschechisch (Beta, von und nach den sorbischen Sprachen)&lt;br /&gt;
** zusätzlicher Service: Rechtschreibkontrolle&lt;br /&gt;
** Mitte 2022 beinhaltete der 2-sprachige Textkorpus ca. 300.000 parallele Satzpaare &lt;br /&gt;
** zukünftig geplant: OCR-Erkennung von Bildern mit Texten&lt;br /&gt;
** Historie:&lt;br /&gt;
*** Aufbau eines großen 2-sprachigen Textkorpus, Ziel bis Ende 2020 ca. 170.000 Satzpaare (ca. 2 Mio. Wörter)&lt;br /&gt;
*** Ende 2021 beinhaltete der 2-sprachige Textkorpus ca. 260.000 parallele Satzpaare &lt;br /&gt;
*** das Projekt startete mit dem Tool Microsoft Translator Hub (eingestellt durch Microsoft)&lt;br /&gt;
*** es wird nun der Ansatz verfolgt, offene Plattformen zu nutzen, um Unabhängigkeit von den Firmen Google, Microsoft, DeepL usw. und deren wirtschaftlichen Interessen zu bewahren&lt;br /&gt;
*** aktuell wird das statistische System MOSES-decoder genutzt&lt;br /&gt;
*** parallel erfolgen Tests des neuronalen Systems OpenNMT (Python)&lt;br /&gt;
* '''Microsoft Bing Translator'''&amp;lt;ref name=&amp;quot;ftn46&amp;quot;&amp;gt;vgl. [https://www.bing.com/translator https://www.bing.com/translator]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
** Der Bing Translator konnte mittels des 2-sprachigen Teytkorpus des WITAJ-Sprachzentrums auf beide sorbische Sprachen trainiert werden:&lt;br /&gt;
** Obersorbisch wird seit 2022 mit aktuell max. 1.000 Zeichen pro Text unterstützt.&lt;br /&gt;
** Niedersorbisch wird seit 2023 mit aktuell max. 1.000 Zeichen pro Text unterstützt.&lt;br /&gt;
** In der Microsoft Bing Translator App wird lediglich die Funktion 'Text übersetzen' unterstützt. Es fehlen die Funktionen 'Sprechen' (STT), 'autom. Spracherkennung', 'Text in Bild übersetzen', 'Audiowiedergabe der Übersetzung' (TTS), 'Offline übersetzen'.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Baustein 3: Intention erkennen und Anweisungen ausführen  ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Hierzu sind keine sorbischen Projekte bekannt. Es kann zu einem späteren Zeitpunkt im Bedarfsfall ggf. auf bereits bestehende Projekte zurückgegriffen werden, wie z.&amp;amp;nbsp;B. [https://wit.ai/ https://wit.ai/].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Baustein 4: Sprachausgabe (Text to Speech, TTS) ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Erste Projekte in die Richtung Sprachausgabe wurden bereits umgesetzt:&lt;br /&gt;
* '''Audioversion des Deutsch-Niedersorbischen Wörterbuchs (nicht als TTS realisiert)'''&lt;br /&gt;
** Für die niedersorbische Sprache wurden vom Sorbischen Institut seit 2014 Tondateien erstellt und in die online-Fassung des Deutsch-Niedersorbischen Wörterbuchs integriert. In einer wissenschaftlichen Studie wurden zudem die verschiedenen Erfahrungen mit praktischen Schwierigkeiten bei der Aussprache verarbeitet. Diese Studie diente dazu, im Jahre 2018 einen praktischen online-Führer zur Aussprache des Niedersorbischen zu erarbeiten. Hochwertige Tonaufnahmen wurden zusammengestellt und bestimmten Lautgruppen bzw. für den Spracherwerb wichtigen lautlichen Phänomenen zugeordnet, mit wichtigen erläuternden Texten ergänzt und auf [http://www.dolnoserbski.de www.dolnoserbski.de] als neue Dienstleistung angeboten. Dadurch steht erstmals eine praktische, durch Tonbeispiele illustrierte Anleitung zur Aussprache des Niedersorbischen zur Verfügung.&lt;br /&gt;
* '''Entwicklung einer Vorlesefunktion für die nieder- und obersorbische Schriftsprache'''&lt;br /&gt;
** Seit 2018 erfolgen die Konzeption, Planung und Entwicklung einer Vorlesesoftware für Nieder- und Obersorbisch für die Integration in Webseiten, Online-Wörterbücher u.&amp;amp;nbsp;ä. durch das Sorbische Institut in Bautzen. Geplanter Abschluss ist 2023.&lt;br /&gt;
** Seit 2023 können die beiden Vorlesestimmen Juro (niedersorbisch) und Matej (obersorbisch) in einer ersten Version ausprobiert werden.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl. [http://tts-juro-matej.serbski-institut.de http://tts-juro-matej.serbski-institut.de], [https://www.serbski-institut.de/projekte-sprachwissenschaft/entwicklung-einer-vorlesefunktion-fuer-die-nieder-und-obersorbische-schriftsprache/ Projektseite SI], [https://www.serbski-institut.de/erste-version-der-sorbischen-vorlesefunktion-und-sprachlandschaft-schleife/ Pressemitteilung SI]&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
* '''Bookii-Bücher in sorbischer Sprache'''&amp;lt;ref&amp;gt;vgl. [https://www.domowina-verlag.de/kinderbuecher/bookii-buecher.html?limit=20 https://www.domowina-verlag.de/kinderbuecher/bookii-buecher.html?limit=20]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
** Aktuell gibt es 9 Bookii-Bücher in obersorbischer Sprache&lt;br /&gt;
** und 3 Bookii-Bücher in niedersorbischer Sprache.&lt;br /&gt;
* '''bamborak''', TTS-System für Obersorbisch&amp;lt;ref name=&amp;quot;ftn56&amp;quot;&amp;gt;vgl. [https://gaussia.de/bamborak/ https://gaussia.de/bamborak]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
** Seit 2022 entwickelt K. Baier ein obersorbisches TTS-System auf Basis eines neuronalen Netzes.&lt;br /&gt;
** Bisher wurden hierfür ca. 2.400 Sätze aufgenommen und durch das neuronale Netz verarbeitet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Übersicht von bisherigen Maßnahmen und Projekten bzgl. Sprachassistenz ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weitere Projekte zu Wörterbüchern u.&amp;amp;nbsp;ä. werden in Abschnitt 5.3.2 &amp;quot;Übersicht von bisherigen Maßnahmen und Projekten bzgl. Schreibunterstützung&amp;quot; genannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| style=&amp;quot;border-spacing:0;&amp;quot;&lt;br /&gt;
|- style=&amp;quot;background-color:#d9e2f3;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot;&lt;br /&gt;
|| '''Name'''&lt;br /&gt;
|| '''Beschreibung'''&lt;br /&gt;
|| '''Zeitraum'''&lt;br /&gt;
|| '''Verantwortlich'''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | '''Audioversion des Deutsch-Niedersorbischen Wörterbuchs'''&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | Tonbeispiele zur Aussprache des Niedersorbischen&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | Seit 2014&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | Sorbisches Institut&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | '''Erarbeitung eines online-Führers mit Tonbeispielen zur Aussprache des Niedersorbischen'''&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | Veröffentlichung auf [http://www.dolnoserbski.de www.dolnoserbski.de]&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | 2018&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | Sorbisches Institut, gefördert durch die Stiftung für das sorbische Volk&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | '''Entwicklung einer Vorlesefunktion für die nieder- und obersorbische Schriftsprache'''&amp;lt;ref name=&amp;quot;ftn18&amp;quot;&amp;gt;vgl. [https://www.serbski-institut.de/de/Entwicklung-einer-Vorlesefunktion-fuer-die-nieder--und-obersorbische-Schriftsprache/ https://www.serbski-institut.de/de/Entwicklung-einer-Vorlesefunktion-fuer-die-nieder--und-obersorbische-Schriftsprache/]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | Konzeption, Planung und Entwicklung einer Vorlesesoftware für Nieder- und Obersorbisch (geplanter Abschluss 2023)&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | Seit 2018&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | Sorbisches Institut, gefördert durch das Sächsische Staatsministerium für Wissenschaft, Kultur und Tourismus (SMWK)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | '''Online-Übersetzer Deutsch-Sorbisch, Sorbisch-Deutsch'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''(zunächst Obersorbisch)'''&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | Entwicklung und Bereitstellung eines Online-Übersetzungsdienstes für Sätze und Texte, Deutsch-Sorbisch und Sorbisch-Deutsch. Als Übersetzungs­grundlage dient ein bilingualer Textkorpus, welcher erstellt wird und für das Training eines Übersetzungssystems verwendet wird.&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | Seit 2019 &lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | WITAJ-Sprachzentrum, gefördert durch die Stiftung für das sorbische Volk&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | '''Mozilla Common Voice obersorbisch und niedersorbisch'''&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | Erstellung von öffentlich zugänglichen Sprachdaten, diese stehen via CC0-Lizenz zur freien Nutzung zur Verfügung, z.&amp;amp;nbsp;B. für das Training eine Spracherkennungs-Engine&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | Seit 2019&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | engagierte Privat­personen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | '''Spracherkennung und maschinelle Übersetzung der sorbischen Sprachen'''&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | Machbarkeitsstudie zur automatischen Spracherkennung für die obersorbische Sprache, Prototypen &amp;quot;smart lamp&amp;quot; und &amp;quot;digidom&amp;quot;&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | Seit 2020&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | Stiftung für das sorbische Volk&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | '''Bereitstellung von interaktiven Spielzeugen und Büchern in den sorbischen Sprachen'''&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | Bereitstellung von interaktiven Bookii-Büchern und der sprechenden interaktiven Puppe Lingufino in den sorbischen Sprachen&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | Seit 2018&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | Domowina Verlag gGmbH und  Medienpädagogisches Projekt LUCIJA des Sorbischen Schulvereins e. V., gefördert durch die Stiftung für das sorbische Volk &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | '''Bereitstellung von Online-Vorlesefunktionen in obersorbischer Sprache'''&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | Vorlesefunktion auf Basis neuronaler Netze für Zahlen und Uhrzeit&amp;lt;ref name=&amp;quot;ftn&amp;quot;&amp;gt;vgl. [https://gaussia.de/slp/ https://gaussia.de/slp]&amp;lt;/ref&amp;gt; sowie für Texte&amp;lt;ref name=&amp;quot;ftn56&amp;quot;&amp;gt;vgl. [https://gaussia.de/bamborak/ https://gaussia.de/bamborak]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | Seit ca. 2020&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | eine engagierte Privatperson&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Fazit ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für eine funktionierende Spracherkennung der sorbischen Sprachen ist es noch ein weiter Weg, auf dem die ersten Schritte bereits gegangen wurden. Eine breite Basis an digitalen Wortsammlungen (sog. linguistischen Ressourcen) in Form von Wörterbüchern, Textkorpora sowie entsprechende morphologische Generatoren sind für beide sorbische Sprachen vorhanden, vgl. Kapitel [[5._Schreiben_auf_elektronischen_Geräten|5. Schreiben auf elektronischen Geräten]]. Hierfür sind noch die Nutzungsrechte zu klären, vgl. Kapitel [[10._Open_Access_Open_Data_Lizenzen|10. Open Access, Open Data, Lizenzen]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die hierauf aufbauenden digitalen sorbischen Sprachdienste werden aktuell gerade erst die Grundlagen gelegt oder eruiert. Für die Umsetzung einer Spracherkennung laufen aktuell 2 Projekte: das freiwillige Projekt der Sammlung von Sprachdaten mittels Mozilla common voice sowie das Projekt „Spracherkennung und maschinelle Übersetzung der sorbischen Sprachen“ der Stiftung für das sorbische Volk. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die Umsetzung einer automatischen Textübersetzung gibt es das Projekt „Online-Übersetzer Deutsch-Sorbisch, Sorbisch-Deutsch“ des WITAJ-Sprachzentrums. Dieses bezieht sich aktuell zunächst auf obersorbische Texte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für den Baustein&amp;amp;nbsp;3 „Intention erkennen, Anweisungen ausführen“ gibt es keine speziellen sorbischen Projekte, jedoch eine Reihe weltweiter Projekte, einige davon open source. Sind die weiteren Bausteine realisiert, so kann ein passendes System für die Umsetzung dieses Bausteins recherchiert werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die Sprachausgabe entwickelt das Sorbische Institut bereits eine Vorlesefunktion für beide sorbischen Sprachen, welche voraussichtlich 2023 abgeschlossen ist. Ebenso werden vom Sorbischen Institut die niedersorbischen Online-Wörterbücher nach und nach mit Tonbeispielen unterlegt. Für das Niedersorbische sind hierfür bereits umfangreiche Tonbeispiele zur Aussprache des Niedersorbischen auf [http://www.dolnoserbski.de www.dolnoserbski.de] veröffentlicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Zukünftige Maßnahmen bzgl. Sprachassistenz ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;background-color:#f6f6f6;border:1px solid #DCDCDC;padding:0.6em 0.8em;margin:0.6em 0 1em 0;&amp;quot;&amp;gt;'''Letzte Aktualisierung des Abschnitts: 2021''' &amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Bewertung der Maßnahmen'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bewertet werden Aufwand und Nutzen als grobe Einschätzungen von 1 (gering) bis 4 (sehr hoch bzw. sehr groß).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* '''Aufwand''': umfasst die geschätzten Kosten, Zeit und Personal&lt;br /&gt;
* '''Nutzen''': erwarteter Beitrag zu Vision und Zielen des Themenbereichs sowie zu den [https://koncept.serbski-inkubator.de/index.php/2.3_Strategische_Ziele_f%C3%BCr_die_sorbische_Kultur_und_Sprache strategischen Zielen für die sorbische Kultur und Sprache]&lt;br /&gt;
* '''Attraktivität''': Nutzen minus Aufwand: positiv = hoch, 0 = mittel, negativ = gering. Sie dient der Orientierung und ersetzt keine Priorisierung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== &amp;lt;span id=&amp;quot;M1.1_1&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;1.1_1 – Entwicklung einer obersorbischen Spracherkennung (HSB) ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot; style=&amp;quot;width:100%;background-color:#ffffff;color:#202122;&amp;quot;&lt;br /&gt;
! colspan=&amp;quot;2&amp;quot; style=&amp;quot;background-color:#d9e2f3;text-align:left;&amp;quot; | Maßnahme 1.1_1 – Entwicklung einer obersorbischen Spracherkennung (HSB)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;width:20%;text-align:left;&amp;quot; | Ziel&lt;br /&gt;
| Eine obersorbische Spracherkennung steht als Sprachdienst zur Verfügung und kann in priorisierten Anwendungen genutzt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left;&amp;quot; | Inhalt&lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
* Bereitstellung geeigneter Sprachdaten&lt;br /&gt;
* Entwicklung oder Anpassung von Spracherkennungsmodellen&lt;br /&gt;
* Qualitätsprüfung &lt;br /&gt;
* Bereitstellung über dokumentierte Schnittstellen&lt;br /&gt;
* Einbindung in Anwendungen &lt;br /&gt;
* Absicherung von Betrieb und Pflege&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left;&amp;quot; | Bewertung&lt;br /&gt;
| '''Aufwand: hoch''' (3/4) · '''Nutzen: sehr groß''' (4/4) · '''Attraktivität: hoch''' (+1)&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! colspan=&amp;quot;2&amp;quot; style=&amp;quot;background-color:#eaf0f8;text-align:left;&amp;quot; | Umsetzungsstand und weitere Planung (Stand: 2026)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left;&amp;quot; | Status&lt;br /&gt;
| 🟡 '''in Bearbeitung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left;&amp;quot; | Abgeschlossene Projekte&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
* '''2020-2021:''' Machbarkeitsstudie und Demonstrator „smart lamp / mudra lampa“ („digidom #1“)&lt;br /&gt;
** Fraunhofer IKTS und BTU Cottbus im Auftrag der Stiftung für das sorbische Volk&lt;br /&gt;
** [https://zalozba.de/medien/pressearchiv/detail/digidom-1-mudra-lampa/ Informationen zum Projekt]&lt;br /&gt;
* '''2023:''' Folgeprojekt „Vorbereitung der Spracherkennung für das Obersorbische für eine Diktierfunktion“&lt;br /&gt;
** Stiftung für das sorbische Volk.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left;&amp;quot; | Laufende Projekte&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
*  '''seit 2019:''' Mozilla Common Voice Obersorbisch; Sprachaufnahmen und Prüfung durch freiwillig Mitwirkende&lt;br /&gt;
** Stiftung für das sorbische Volk und WITAJ-Sprachzentrum unterstützen den Beteiligungsaufruf&lt;br /&gt;
** '''Stand 2026:''' Erweiterung des Datenbestands veröffentlicht, [https://discourse.mozilla.org/t/common-voice-scripted-speech-v27-0-and-spontaneous-speech-v5-0-released/149490 siehe Meldung]&lt;br /&gt;
* '''seit 2023:''' Entwicklung und Verbesserung von Modellen zur Automatischen Spracherkennung für Nieder- und Obersorbisch&lt;br /&gt;
** Sorbisches Institut&lt;br /&gt;
** [https://www.serbski-institut.de/projekte-sprachwissenschaft/entwicklung-und-verbesserung-von-modellen-zur-automatischen-spracherkennung-fuer-nieder-und-obersorbisch/ Informationen zum Projekt]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left;&amp;quot; | Offene Schritte&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
# Priorisierte Anwendungen und Qualitätskriterien festlegen.&lt;br /&gt;
# Vorhandene Sprachdaten und Modelle prüfen; Datenlücken und offene Nutzungsrechte klären.&lt;br /&gt;
# Spracherkennungsmodell und Sprachdienst entwickeln und anhand der Qualitätskriterien prüfen.&lt;br /&gt;
# Priorisierten Anwendungsfall pilotieren.&lt;br /&gt;
# Produktive Nutzung sowie Finanzierung, Betrieb und Pflege verbindlich organisieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== &amp;lt;span id=&amp;quot;M1.1_2&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;1.1_2 – Entwicklung einer niedersorbischen Spracherkennung (DSB) ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot; style=&amp;quot;width:100%;background-color:#ffffff;color:#202122;&amp;quot;&lt;br /&gt;
! colspan=&amp;quot;2&amp;quot; style=&amp;quot;background-color:#d9e2f3;text-align:left;&amp;quot; | Maßnahme 1.1_2 – Entwicklung einer niedersorbischen Spracherkennung (DSB)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;width:20%;text-align:left;&amp;quot; | Ziel&lt;br /&gt;
| Eine niedersorbische Spracherkennung steht als Sprachdienst zur Verfügung und kann in priorisierten Anwendungen genutzt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left;&amp;quot; | Inhalt&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
* Bereitstellung geeigneter niedersorbischer Sprachaufnahmen und zugehöriger Texte&lt;br /&gt;
* Entwicklung oder Anpassung von Spracherkennungsmodellen&lt;br /&gt;
* Qualitätsprüfung mit unterschiedlichen Sprecherinnen und Sprechern&lt;br /&gt;
* Bereitstellung über dokumentierte Schnittstellen&lt;br /&gt;
* Einbindung in Anwendungen&lt;br /&gt;
* Absicherung von Betrieb und Pflege&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left;&amp;quot; | Bewertung&lt;br /&gt;
| '''Aufwand: sehr hoch''' (4/4) · '''Nutzen: sehr groß''' (4/4) · '''Attraktivität: mittel''' (0)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! colspan=&amp;quot;2&amp;quot; style=&amp;quot;background-color:#eaf0f8;text-align:left;&amp;quot; | Umsetzungsstand und weitere Planung (Stand: 2026)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left;&amp;quot; | Status&lt;br /&gt;
| 🟡 '''in Bearbeitung''' &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Datensammlung und Modellentwicklung sind dokumentiert. &lt;br /&gt;
* Entwicklungsstand und Verfügbarkeit eines nutzbaren Sprachdienstes: &amp;lt;mark&amp;gt;prošu dodać&amp;lt;/mark&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left;&amp;quot; | Abgeschlossene Projekte&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
* &amp;lt;mark&amp;gt;prošu dodać&amp;lt;/mark&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left;&amp;quot; | Laufende Projekte&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
* '''seit 2023:''' Entwicklung und Verbesserung von Modellen zur Automatischen Spracherkennung für Nieder- und Obersorbisch&lt;br /&gt;
** Sorbisches Institut, gefördert durch die Stiftung für das sorbische Volk&lt;br /&gt;
** Niedersorbische Pilotphase ab 2023, Fertigstellung eines Prototyps für 2024 vorgesehen. &lt;br /&gt;
** &amp;lt;mark&amp;gt;staw prošu dodać&amp;lt;/mark&amp;gt;&lt;br /&gt;
** [https://www.serbski-institut.de/projekte-sprachwissenschaft/entwicklung-und-verbesserung-von-modellen-zur-automatischen-spracherkennung-fuer-nieder-und-obersorbisch/ Informationen zum Projekt]&lt;br /&gt;
* '''seit 2026:''' Mozilla Common Voice Niedersorbisch&lt;br /&gt;
** initiiert vom WITAJ-Sprachzentrum Cottbus&lt;br /&gt;
** Gewinnung und Einweisung von Sprecherinnen und Sprechern für die Sammlung von Sprachaufnahmen&lt;br /&gt;
** &amp;lt;mark&amp;gt;staw dodać?&amp;lt;/mark&amp;gt;&lt;br /&gt;
** [https://www.witaj-sprachzentrum.de/niedersorbisch/2026/09/30/common-voice-projekt-fuer-niedersorbisch-vorgestellt/ Informationen zum Projekt]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left;&amp;quot; | Offene Schritte&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
# Priorisierte Anwendungen, insbesondere eine Diktierfunktion, und anwendungsbezogene Qualitätskriterien festlegen.&lt;br /&gt;
# Vorhandene Sprachaufnahmen und Texte auf Qualität, Sprecherabdeckung, Datenlücken und Nutzungsrechte prüfen; weitere Datensammlung darauf ausrichten.&lt;br /&gt;
# Spracherkennungsmodell und Sprachdienst entwickeln oder anpassen, anhand der Qualitätskriterien prüfen und in einer priorisierten Anwendung erproben.&lt;br /&gt;
# Produktive Nutzung sowie Finanzierung, Betrieb und Pflege verbindlich organisieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== &amp;lt;span id=&amp;quot;M1.1_3&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;1.1_3 – Entwicklung eines obersorbischen Übersetzungsdienstes für Texte (HSB) ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot; style=&amp;quot;width:100%;background-color:#ffffff;color:#202122;&amp;quot;&lt;br /&gt;
! colspan=&amp;quot;2&amp;quot; style=&amp;quot;background-color:#d9e2f3;text-align:left;&amp;quot; | Maßnahme 1.1_3 – Entwicklung eines obersorbischen Übersetzungsdienstes für Texte (HSB)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;width:20%;text-align:left;&amp;quot; | Ziel&lt;br /&gt;
| Ein Übersetzungsdienst zwischen Obersorbisch und Deutsch steht zur Verfügung, kann auf den meistgenutzten elektronischen Geräten genutzt und in priorisierte Anwendungen eingebunden werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left;&amp;quot; | Inhalt&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
* Aufbau und Pflege geeigneter einsprachiger Textsammlungen und zweisprachiger Parallelkorpora&lt;br /&gt;
* Entwicklung und Weiterentwicklung von Übersetzungsmodellen&lt;br /&gt;
* Sprachliche und technische Qualitätsprüfung&lt;br /&gt;
* Bereitstellung als nutzerfreundlicher Online-Dienst und über dokumentierte Schnittstellen&lt;br /&gt;
* Einbindung in Anwendungen sowie Verbindung mit Spracherkennung und Sprachausgabe&lt;br /&gt;
* Absicherung von Betrieb und Pflege&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left;&amp;quot; | Bewertung&lt;br /&gt;
| '''Aufwand: hoch''' (3/4) · '''Nutzen: sehr groß''' (4/4) · '''Attraktivität: hoch''' (+1)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! colspan=&amp;quot;2&amp;quot; style=&amp;quot;background-color:#eaf0f8;text-align:left;&amp;quot; | Umsetzungsstand und weitere Planung (Stand: 2026)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left;&amp;quot; | Status&lt;br /&gt;
| 🔵 '''laufende Daueraufgabe''' &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Übersetzungsangebote sind verfügbar&lt;br /&gt;
* Qualitätsverbesserung, Erweiterung und Betrieb werden fortgeführt&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left;&amp;quot; | Abgeschlossene Projekte&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
* '''2019-2021:''' Entwicklung und Veröffentlichung der ersten Sotra-Version für Obersorbisch–Deutsch und Deutsch–Obersorbisch&lt;br /&gt;
** WITAJ-Sprachzentrum mit externen Entwicklungspartnern, gefördert durch die Stiftung für das sorbische Volk&lt;br /&gt;
** Öffentliche Bereitstellung im März 2021&lt;br /&gt;
** [https://www.witaj-sprachzentrum.de/obersorbisch/portfolio-items/online-uebersetzer-sotra/ Projektchronik]&lt;br /&gt;
* '''2022:''' Aufnahme des Obersorbischen in den Microsoft Translator&lt;br /&gt;
** Microsoft, unterstützt durch die Stiftung für das sorbische Volk, das WITAJ-Sprachzentrums und das Sorbische Institut&lt;br /&gt;
** Text- und Dokumentübersetzung seit Februar 2022 verfügbar&lt;br /&gt;
** [https://www.microsoft.com/en-us/translator/blog/2022/02/21/translator-celebrates-international-mother-language-day-by-adding-upper-sorbian/ Informationen zur Veröffentlichung]&lt;br /&gt;
* '''2025/2026:''' Neues Sotra-Modell für Deutsch–Obersorbisch&lt;br /&gt;
** WITAJ-Sprachzentrum und text2knowledge (t2k), Dresden&lt;br /&gt;
** im Januar 2026 öffentlich vorgestellt&lt;br /&gt;
** [https://www.witaj-sprachzentrum.de/obersorbisch/2026/01/05/sotra-app-mit-neuem-modell-fuer-die-uebersetzungsrichtung-deutsch-obersorbisch/ Informationen zum Modell]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left;&amp;quot; | Laufende Projekte&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
* '''Seit 2021:''' Betrieb und Weiterentwicklung von Sotra für Obersorbisch&lt;br /&gt;
** WITAJ-Sprachzentrum&lt;br /&gt;
** Ausbau der Textkorpora und Weiterentwicklung der Übersetzungsmodelle&lt;br /&gt;
** &amp;lt;mark&amp;gt; dalše dodać?&amp;lt;/mark&amp;gt;&lt;br /&gt;
** [https://www.witaj-sprachzentrum.de/obersorbisch/wp-content/uploads/sites/3/2026/05/T%C3%A4tigkeitsbericht-2025.pdf Tätigkeitsbericht 2025, S. 3 und 6], [https://www.witaj-sprachzentrum.de/niedersorbisch/wp-content/uploads/sites/2/2026/06/Arbeitsplan-2026.pdf Arbeitsplan 2026, S. 3 und 5]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left;&amp;quot; | Offene Schritte&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
# Textkorpora anhand tatsächlich auftretender Übersetzungsfehler, fehlender Fachbegriffe und benötigter Textarten erweitern, Nutzungsrechte dokumentieren.&lt;br /&gt;
# Vorhandene Schnittstellen und Einbindungsmöglichkeiten prüfen, dokumentieren und für priorisierte Anwendungen nutzbar machen.&lt;br /&gt;
# Die geplante Verbindung mit der obersorbischen Sprachausgabe gemäß [[#M1.1_5|Maßnahme 1.1_5]] prüfen und umsetzen, die Eignung für Simultanübersetzung gemeinsam mit [[#M1.1_1|Maßnahme 1.1_1]] gesondert erproben.&lt;br /&gt;
# Finanzierung, technische Betreuung und regelmäßige Qualitätsprüfung langfristig absichern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== &amp;lt;span id=&amp;quot;M1.1_4&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;1.1_4 – Entwicklung eines niedersorbischen Übersetzungsdienstes für Texte (DSB) ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot; style=&amp;quot;width:100%;background-color:#ffffff;color:#202122;&amp;quot;&lt;br /&gt;
! colspan=&amp;quot;2&amp;quot; style=&amp;quot;background-color:#d9e2f3;text-align:left;&amp;quot; | Maßnahme 1.1_4 – Entwicklung eines niedersorbischen Übersetzungsdienstes für Texte (DSB)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;width:20%;text-align:left;&amp;quot; | Ziel&lt;br /&gt;
| Ein Übersetzungsdienst zwischen Niedersorbisch und Deutsch &amp;lt;mark&amp;gt;steht zur Verfügung, kann auf den meistgenutzten elektronischen Geräten genutzt und in priorisierte Anwendungen eingebunden werden.&amp;lt;/mark&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left;&amp;quot; | Inhalt&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
* Aufbau und Pflege geeigneter niedersorbischer Textsammlungen und zweisprachiger Parallelkorpora&lt;br /&gt;
* Entwicklung und Weiterentwicklung von Übersetzungsmodellen unter Nutzung geeigneter gemeinsamer Bausteine mit dem Obersorbischen&lt;br /&gt;
* Eigenständige sprachliche und technische Qualitätsprüfung für Niedersorbisch&lt;br /&gt;
* Bereitstellung als nutzerfreundlicher Online-Dienst und über dokumentierte Schnittstellen&lt;br /&gt;
* Einbindung in Anwendungen sowie Verbindung mit Spracherkennung und Sprachausgabe&lt;br /&gt;
* Absicherung von Betrieb und Pflege&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left;&amp;quot; | Bewertung&lt;br /&gt;
| '''Aufwand: sehr hoch''' (4/4) · '''Nutzen: sehr groß''' (4/4) · '''Attraktivität: mittel''' (0)&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! colspan=&amp;quot;2&amp;quot; style=&amp;quot;background-color:#eaf0f8;text-align:left;&amp;quot; | Umsetzungsstand und weitere Planung (Stand: 2026)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left;&amp;quot; | Status&lt;br /&gt;
| 🔵 '''laufende Daueraufgabe''' &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Übersetzungsangebote sind verfügbar&lt;br /&gt;
* Qualitätsverbesserung, Erweiterung und Betrieb werden fortgeführt&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left;&amp;quot; | Abgeschlossene Projekte&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
* '''2021-2022:''' Entwicklung und Veröffentlichung der niedersorbischen Sotra-Version&lt;br /&gt;
** WITAJ-Sprachzentrum mit externen Entwicklungspartnern und Unterstützung des Sorbischen Instituts durch Sprachdaten&lt;br /&gt;
** Seit 2022: Übersetzungen zwischen Niedersorbisch und Deutsch sowie zwischen Nieder- und Obersorbisch&lt;br /&gt;
** [https://www.witaj-sprachzentrum.de/niedersorbisch/2022/09/15/online-uebersetzungsprogramm-sotra-jetzt-auch-fuer-niedersorbisch/ Informationen zur Veröffentlichung]&lt;br /&gt;
* '''2023:''' Aufnahme des Niedersorbischen in den Microsoft Translator&lt;br /&gt;
** Microsoft, unterstützt durch die Stiftung für das sorbische Volk, das Sorbische Institut und das WITAJ-Sprachzentrum&lt;br /&gt;
** Text- und Dokumentübersetzung seit 2023 verfügbar&lt;br /&gt;
** [https://www.microsoft.com/en-us/translator/blog/2023/04/20/introducing-lower-sorbian/ Informationen zur Veröffentlichung]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left;&amp;quot; | Laufende Projekte&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
* '''Seit 2022:''' Weiterentwicklung und Betrieb von Sotra für Niedersorbisch&lt;br /&gt;
** WITAJ-Sprachzentrum, Zusammenarbeit mit text2knowledge (t2k) &lt;br /&gt;
** Erweiterung der niedersorbischen Textkorpora und Verbesserung der Übersetzungsmodelle&lt;br /&gt;
** &amp;lt;mark&amp;gt;dalše dodać?&amp;lt;/mark&amp;gt;&lt;br /&gt;
** [https://www.witaj-sprachzentrum.de/obersorbisch/wp-content/uploads/sites/3/2026/05/T%C3%A4tigkeitsbericht-2025.pdf Tätigkeitsbericht 2025, S. 3 und 6], [https://www.witaj-sprachzentrum.de/niedersorbisch/wp-content/uploads/sites/2/2026/06/Arbeitsplan-2026.pdf Arbeitsplan 2026, S. 3 und 5]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left;&amp;quot; | Offene Schritte&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
# Fehlende Textarten, Fachbegriffe und sprachliche Erscheinungen in den Textkorpora gezielt ergänzen, Nutzungsrechte dokumentieren.&lt;br /&gt;
# Übertragbare technische Lösungen aus [[#M1.1_3|Maßnahme 1.1_3]] nutzen, ihre Qualität für Niedersorbisch gesondert prüfen.&lt;br /&gt;
# Schnittstellen für priorisierte Anwendungen dokumentieren und die Verbindung mit [[#M1.1_6|niedersorbischer Sprachausgabe]] erproben, Anforderungen einer späteren Simultanübersetzung mit [[#M1.1_2|niedersorbischer Spracherkennung]] gesondert prüfen.&lt;br /&gt;
# Finanzierung, technische Betreuung und regelmäßige Qualitätsprüfung langfristig absichern.&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== &amp;lt;span id=&amp;quot;M1.1_5&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;1.1_5 – Entwicklung einer obersorbischen Sprachausgabe (HSB) ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot; style=&amp;quot;width:100%;background-color:#ffffff;color:#202122;&amp;quot;&lt;br /&gt;
! colspan=&amp;quot;2&amp;quot; style=&amp;quot;background-color:#d9e2f3;text-align:left;&amp;quot; | Maßnahme 1.1_5 – Entwicklung einer obersorbischen Sprachausgabe (HSB)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;width:20%;text-align:left;&amp;quot; | Ziel&lt;br /&gt;
| Eine obersorbische Sprachausgabe steht als Sprachdienst zur Verfügung und kann Texte in priorisierten Anwendungen verständlich vorlesen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left;&amp;quot; | Inhalt&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
* Bereitstellung geeigneter Sprachaufnahmen, Texte und Ausspracheinformationen&lt;br /&gt;
* Entwicklung oder Anpassung von Modellen zur automatischen Sprachausgabe (Text-to-Speech, TTS)&lt;br /&gt;
* Qualitätsprüfung hinsichtlich Aussprache, Verständlichkeit und Natürlichkeit&lt;br /&gt;
* Bereitstellung über dokumentierte Schnittstellen&lt;br /&gt;
* Einbindung in Webseiten, Übersetzungsdienste und weitere priorisierte Anwendungen&lt;br /&gt;
* Absicherung von Betrieb und Pflege&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left;&amp;quot; | Bewertung&lt;br /&gt;
| '''Aufwand: hoch''' (3/4) · '''Nutzen: sehr groß''' (4/4) · '''Attraktivität: hoch''' (+1)&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! colspan=&amp;quot;2&amp;quot; style=&amp;quot;background-color:#eaf0f8;text-align:left;&amp;quot; | Umsetzungsstand und weitere Planung (Stand: 2026)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left;&amp;quot; | Status&lt;br /&gt;
| 🟡 '''in Bearbeitung''' &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Vorlesefunktionen sind vorhanden&lt;br /&gt;
* Einbindung in priorisierten Anwendungen ist noch in Entwicklung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left;&amp;quot; | Abgeschlossene Projekte&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
* '''2018-2024:''' Entwicklung einer Vorlesefunktion für die nieder- und obersorbische Schriftsprache – obersorbischer Teil „Matej“&lt;br /&gt;
** Sorbisches Institut, Förderung durch den Freistaat Sachsen&lt;br /&gt;
** Erste öffentliche Version 2023&lt;br /&gt;
** [https://www.serbski-institut.de/projekte-sprachwissenschaft/entwicklung-einer-vorlesefunktion-fuer-die-nieder-und-obersorbische-schriftsprache/ Informationen zum Projekt]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left;&amp;quot; | Laufende Projekte&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
* '''Seit 2025:''' Bereitstellung und Webeinbindung der Vorlesefunktion „Matej“&lt;br /&gt;
** Sorbisches Institut&lt;br /&gt;
** Auf den obersorbischen Institutsseiten eingebunden, Erweiterung auf weitere Webseiten möglich.&lt;br /&gt;
** &amp;lt;mark&amp;gt;dalše dodać?&amp;lt;/mark&amp;gt;&lt;br /&gt;
** [https://www.serbski-institut.de/projekte-sprachwissenschaft/entwicklung-einer-vorlesefunktion-fuer-die-nieder-und-obersorbische-schriftsprache/ Informationen zum Dienst] · [https://github.com/Sorbisches-Institut/Serbski-TTS Programmkomponenten]&lt;br /&gt;
* '''Seit 2022:''' bamborak – obersorbische Sprachausgabe&lt;br /&gt;
** Korla Baier, frei zugängliches Entwicklungsprojekt&lt;br /&gt;
** Software und Modelle sind veröffentlicht&lt;br /&gt;
** &amp;lt;mark&amp;gt;aktualny staw dodać?&amp;lt;/mark&amp;gt;&lt;br /&gt;
** [https://digiserb.de/projekt/bamborak/ Projektbeschreibung] · [https://github.com/Korla-tech/bamborak Quellcode und Hinweise zu den Modellen]&lt;br /&gt;
* '''Seit 2025:''' Vorlesefunktionen im Umfeld von serbski.chat und Sotra&lt;br /&gt;
** WITAJ-Sprachzentrum&lt;br /&gt;
** seit 2025: Vorlesefunktionen in serbski.chat &lt;br /&gt;
** Die Verbindung von Sotra mit den Vorlesefunktionen des Sorbischen Instituts und bamborak ist für 2026 vorgesehen.&lt;br /&gt;
** &amp;lt;mark&amp;gt;aktualny staw dodać?&amp;lt;/mark&amp;gt;&lt;br /&gt;
** [https://www.witaj-sprachzentrum.de/obersorbisch/wp-content/uploads/sites/3/2026/05/T%C3%A4tigkeitsbericht-2025.pdf Tätigkeitsbericht 2025, S. 7] · [https://www.witaj-sprachzentrum.de/niedersorbisch/wp-content/uploads/sites/2/2026/06/Arbeitsplan-2026.pdf Arbeitsplan 2026, S. 5]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left;&amp;quot; | Offene Schritte&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
# Qualität, Nutzungsbedingungen und Einbindungsmöglichkeiten von Matej und bamborak gemeinsam mit den Entwicklern erheben.&lt;br /&gt;
# Priorisierte Anwendungen und passende Qualitätskriterien festlegen, insbesondere für barrierearmes Vorlesen, Übersetzungsdienste und Lernmaterialien.&lt;br /&gt;
# Aussprachefehler und fehlende Sprachdaten gezielt bearbeiten, Rechte an Aufnahmen, Stimmen, Modellen und erzeugten Audiodateien klären.&lt;br /&gt;
# Die geplante &amp;quot;sotra&amp;quot;-Einbindung prüfen und eine priorisierte Anwendung erproben. Die Eignung für die automatische Vertonung von Untertiteln oder Lernfilmen gesondert bewerten.&lt;br /&gt;
# Schnittstellen, Betrieb, Pflege und Finanzierung für die eingesetzten Dienste absichern.&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== &amp;lt;span id=&amp;quot;M1.1_6&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;1.1_6 – Entwicklung einer niedersorbischen Sprachausgabe (DSB) ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot; style=&amp;quot;width:100%;background-color:#ffffff;color:#202122;&amp;quot;&lt;br /&gt;
! colspan=&amp;quot;2&amp;quot; style=&amp;quot;background-color:#d9e2f3;text-align:left;&amp;quot; | Maßnahme 1.1_6 – Entwicklung einer niedersorbischen Sprachausgabe (DSB)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;width:20%;text-align:left;&amp;quot; | Ziel&lt;br /&gt;
| Eine niedersorbische Sprachausgabe steht als Sprachdienst zur Verfügung und kann Texte in priorisierten Anwendungen verständlich vorlesen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left;&amp;quot; | Inhalt&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
* Bereitstellung geeigneter niedersorbischer Sprachaufnahmen, Texte und Ausspracheinformationen&lt;br /&gt;
* Entwicklung oder Anpassung von Modellen zur automatischen Sprachausgabe (Text-to-Speech, TTS)&lt;br /&gt;
* Eigenständige Qualitätsprüfung hinsichtlich Aussprache, Verständlichkeit und Natürlichkeit des Niedersorbischen&lt;br /&gt;
* Bereitstellung über dokumentierte Schnittstellen&lt;br /&gt;
* Einbindung in Webseiten, Übersetzungsdienste und weitere priorisierte Anwendungen&lt;br /&gt;
* Absicherung von Betrieb und Pflege&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left;&amp;quot; | Bewertung&lt;br /&gt;
| '''Aufwand: hoch''' (3/4) · '''Nutzen: sehr groß''' (4/4) · '''Attraktivität: hoch''' (+1)&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! colspan=&amp;quot;2&amp;quot; style=&amp;quot;background-color:#eaf0f8;text-align:left;&amp;quot; | Umsetzungsstand und weitere Planung (Stand: 2026)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left;&amp;quot; | Status&lt;br /&gt;
| 🟡 '''in Bearbeitung'''&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Eine Vorlesefunktion ist vorhanden&lt;br /&gt;
* Einbindung in priorisierte Anwendungen ist noch in Entwicklung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left;&amp;quot; | Abgeschlossene Projekte&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
* '''2018-2024:''' Entwicklung einer Vorlesefunktion für die nieder- und obersorbische Schriftsprache – niedersorbischer Teil „Juro“&lt;br /&gt;
** Sorbisches Institut, Förderung durch den Freistaat Sachsen&lt;br /&gt;
** Erste öffentliche Version 2023, Gemeinsames Projekt mit [[#M1.1_5|Maßnahme 1.1_5]]&lt;br /&gt;
** [https://www.serbski-institut.de/projekte-sprachwissenschaft/entwicklung-einer-vorlesefunktion-fuer-die-nieder-und-obersorbische-schriftsprache/ Informationen zum Projekt]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left;&amp;quot; | Laufende Projekte&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
* '''Seit 2025:''' Bereitstellung und Webeinbindung der Vorlesefunktion „Juro“&lt;br /&gt;
** Sorbisches Institut&lt;br /&gt;
** Auf den niedersorbischen Institutsseiten eingebunden&lt;br /&gt;
** &amp;lt;mark&amp;gt;dalše dodać?&amp;lt;/mark&amp;gt;&lt;br /&gt;
** [https://www.serbski-institut.de/projekte-sprachwissenschaft/entwicklung-einer-vorlesefunktion-fuer-die-nieder-und-obersorbische-schriftsprache/ Informationen zum Dienst], [https://github.com/Sorbisches-Institut/Serbski-TTS Programmkomponenten]&lt;br /&gt;
* '''2026 geplant:''' Verbindung von Sotra mit der Vorlesefunktion des Sorbischen Instituts&lt;br /&gt;
** WITAJ-Sprachzentrum, technische Umsetzungspartner:  &amp;lt;mark&amp;gt;dodać?&amp;lt;/mark&amp;gt;&lt;br /&gt;
** [https://www.witaj-sprachzentrum.de/niedersorbisch/wp-content/uploads/sites/2/2026/06/Arbeitsplan-2026.pdf Arbeitsplan 2026, S. 5]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left;&amp;quot; | Offene Schritte&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
# Aktuellen Entwicklungs- und Betriebsstand von Juro sowie vorhandene niedersorbische Vorlesefunktionen im Sotra-Umfeld erheben.&lt;br /&gt;
# Priorisierte Anwendungen und niedersorbische Qualitätskriterien festlegen, die Verständlichkeit und Aussprache mit sprachkundigen Nutzenden prüfen.&lt;br /&gt;
# Erforderliche Verbesserungen an Aussprache, Sprachdaten oder Modellen bestimmen und Nutzungsrechte klären, technische Bausteine aus [[#M1.1_5|Maßnahme 1.1_5]] auf Übertragbarkeit prüfen.&lt;br /&gt;
# Die Einbindung in den [[#M1.1_4|niedersorbischen Übersetzungsdienst]] und eine weitere priorisierte Anwendung erproben, die Eignung für Lernmaterialien und automatische Vertonung gesondert bewerten.&lt;br /&gt;
# Schnittstellen, Betrieb, Pflege und Finanzierung für die eingesetzten Dienste absichern.&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== &amp;lt;span id=&amp;quot;M1.1_7&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;1.1_7 - Finden einer Software für 'Intention und Anweisungen' ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| style=&amp;quot;border-spacing:0;width: 100%;&amp;quot;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| align=center style=&amp;quot;background-color:#d9e2f3;border:0.5pt solid #000000;width: 20%;&amp;quot; | '''1.1_7'''&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;background-color:#d9e2f3;border:0.5pt solid #000000;width: 80%;&amp;quot; | '''Finden einer Software für 'Intention und Anweisungen''''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;background-color:#d9e2f3;border:0.5pt solid #000000;width: 20%;&amp;quot; | '''Zielstellung'''&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;width: 80%;&amp;quot; | Für die Interaktion mit elektronischen Geräten kann die gesprochene sorbische Sprache gleichwertig zur geschriebenen Sprache genutzt werden.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;background-color:#d9e2f3;border:0.5pt solid #000000;width: 20%;&amp;quot; | '''Inhalt'''&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;width: 80%;&amp;quot; | Für eine vollständige Sprachassistenz ist diese Maßnahme abschließend durchzuführen. Hierfür kann am Markt nach vorhandenen Programmen recherchiert werden, welche die Intention des Nutzers erkennen, Anweisungen ableiten und ausführen können.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
{| style=&amp;quot;border-spacing:0;width: 100%;&amp;quot;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;background-color:#d9e2f3;border:0.5pt solid #000000;width: 50%;&amp;quot; | '''Geschätzter Aufwand:''' moderat (2 / 4)&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;background-color:#d9e2f3;border:0.5pt solid #000000;width: 50%;&amp;quot; | '''Erwarteter Nutzen:''' moderat (2 / 4)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;width: 50%;&amp;quot; | &lt;br /&gt;
* &amp;lt;div style=&amp;quot;color:#000000;margin-left:0.34cm;margin-right:0cm;&amp;quot;&amp;gt;entsprechende Software gibt es als Open-Source-Projekte&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
* &amp;lt;div style=&amp;quot;color:#000000;margin-left:0.34cm;margin-right:0cm;&amp;quot;&amp;gt;diese muss recherchiert und getestet sowie angepasst werden&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;width: 50%;&amp;quot; | &lt;br /&gt;
* &amp;lt;div style=&amp;quot;color:#000000;margin-left:0.34cm;margin-right:0cm;&amp;quot;&amp;gt;diese Software ist der letzte Baustein zum vollständigen Sprachassistenten&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
* &amp;lt;div style=&amp;quot;color:#000000;margin-left:0.34cm;margin-right:0cm;&amp;quot;&amp;gt;dieser hat einen sehr großen Einfluss sowohl auf die Visionen für die sorbische digitale Welt 2025 als auch auf die strate­gischen Ziele für die sorbische Kultur und Sprache &amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
* &amp;lt;div style=&amp;quot;color:#000000;margin-left:0.34cm;margin-right:0cm;&amp;quot;&amp;gt;allen Sorben und Lernenden eröffnen sich neue Sprachräume mit Sprachassistenten&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
* &amp;lt;div style=&amp;quot;color:#000000;margin-left:0.34cm;margin-right:0cm;&amp;quot;&amp;gt;ohne Finalisierung der Vorgänger-Maßnahmen entsteht hier kein Nutzen&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
----&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Měrko Šenk</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://koncept.serbski-inkubator.de/index.php?title=Wu%C5%BEiwar:M%C4%9Brko_%C5%A0enk/1.1_Sprechen_mit_elektronischen_Ger%C3%A4ten&amp;diff=1171</id>
		<title>Wužiwar:Měrko Šenk/1.1 Sprechen mit elektronischen Geräten</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://koncept.serbski-inkubator.de/index.php?title=Wu%C5%BEiwar:M%C4%9Brko_%C5%A0enk/1.1_Sprechen_mit_elektronischen_Ger%C3%A4ten&amp;diff=1171"/>
		<updated>2026-10-16T11:38:51Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Měrko Šenk: /* 1.1_5 – Entwicklung einer obersorbischen Sprachausgabe (HSB) */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;__NOINDEX__&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
__TOC__&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Management Summary ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| style=&amp;quot;border-spacing:0;&amp;quot;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;background-color:#d9e2f3;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0.101cm;padding-bottom:0.101cm;padding-left:0.199cm;padding-right:0.199cm;&amp;quot; | &lt;br /&gt;
'''Handlungsfeld'''&lt;br /&gt;
| colspan=&amp;quot;2&amp;quot;  style=&amp;quot;background-color:#d9e2f3;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0.101cm;padding-bottom:0.101cm;padding-left:0.199cm;padding-right:0.199cm;&amp;quot; | &lt;br /&gt;
'''1 Digitale Sprachnutzung'''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;background-color:#d9e2f3;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0.101cm;padding-bottom:0.101cm;padding-left:0.199cm;padding-right:0.199cm;&amp;quot; | &lt;br /&gt;
'''Themenbereich'''&lt;br /&gt;
| colspan=&amp;quot;2&amp;quot;  style=&amp;quot;background-color:#d9e2f3;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0.101cm;padding-bottom:0.101cm;padding-left:0.199cm;padding-right:0.199cm;&amp;quot; | &lt;br /&gt;
'''1.1 Sprechen mit elektronischen Geräten'''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;background-color:#d9e2f3;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0.101cm;padding-bottom:0.101cm;padding-left:0.199cm;padding-right:0.199cm;&amp;quot; | &lt;br /&gt;
'''Beschreibung'''&lt;br /&gt;
| colspan=&amp;quot;2&amp;quot;  style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0.101cm;padding-bottom:0.101cm;padding-left:0.199cm;padding-right:0.199cm;&amp;quot; | &lt;br /&gt;
Unterstützung des Anwenders beim Sprechen mit elektron. Geräten in sorbischer Sprache&lt;br /&gt;
* '''Sprachausgabe''': das Vorlesen geschriebener sorbischer Wörter&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
* '''Spracherkennung''': das Erkennen und Darstellen von gesprochenen sorbischen Wörtern durch elektronische Geräte&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
* '''Sprachverarbeitung''': das Verarbeiten gesprochener sorbischer Wörter und Reagieren darauf&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;background-color:#d9e2f3;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | &lt;br /&gt;
'''Vision'''&lt;br /&gt;
| colspan=&amp;quot;2&amp;quot;  style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.5cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | &lt;br /&gt;
'''Überall dort, wo sich mit digitalen Geräten sprechen lässt, können Ober- und Niedersorbisch gleichwertig mit Deutsch verwendet werden.'''&lt;br /&gt;
&amp;lt;br&amp;gt;&amp;lt;mark&amp;gt;Alternatiwa: &amp;lt;/mark&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;Überall dort, wo sich mit digitalen Geräten sprechen lässt, können Ober- und Niedersorbisch &amp;lt;mark&amp;gt;ebenso wie&amp;lt;/mark&amp;gt; Deutsch verwendet werden.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;background-color:#d9e2f3;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | &lt;br /&gt;
'''Ziele'''&lt;br /&gt;
| colspan=&amp;quot;2&amp;quot;  style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0.12cm;padding-bottom:0.25cm;padding-left:0.1cm;padding-right:0.2cm;&amp;quot; | &lt;br /&gt;
# '''Spracherkennung / Diktierfunktion''': In ausgewählten Betriebssystemen und Anwendungen können Texte auf Ober- und Niedersorbisch diktiert werden. Gesprochene Wörter und Sätze werden erkannt und in geschriebenen Text umgewandelt.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
# '''Sprachausgabe / Vorlesefunktion''': Ausgewählte Systeme und Anwendungen können ober- und niedersorbische Texte vorlesen. Sorbische Inhalte werden dadurch auch für Menschen zugänglich, die Texte nicht oder nur eingeschränkt lesen können (Barrierefreiheit).&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
# '''KI-gestützte Synchronisation von Filmen''': Dokumentationen, Lernfilme und weitere Filme können mithilfe künstlicher Intelligenz gesprochene ober- und niedersorbische Sprachfassungen erhalten.&lt;br /&gt;
# '''Simultanübersetzung''': In mehrsprachigen Videokonferenzen, Gesprächen und Veranstaltungen können gesprochene Beiträge automatisch und nahezu in Echtzeit von und nach Ober- und Niedersorbisch übersetzt werden.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| colspan=&amp;quot;2&amp;quot;  style=&amp;quot;background-color:#d9e2f3;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | &lt;br /&gt;
'''IST-Analyse – Sprachassistenzsysteme''' (Stand: 2021)&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;background-color:#d9e2f3;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | &lt;br /&gt;
'''IST-Analyse – sorbische Projekte'''  (Stand: 2023)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| colspan=&amp;quot;2&amp;quot;  style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | &lt;br /&gt;
''4 Bausteine der Sprachassistenz: ''&lt;br /&gt;
# &amp;lt;div style=&amp;quot;color:#000000;margin-left:0.54cm;margin-right:0cm;&amp;quot;&amp;gt;'''Spracherkennung'''&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
#* &amp;lt;div style=&amp;quot;color:#000000;margin-left:0.547cm;margin-right:0cm;&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;u&amp;gt;Ziel&amp;lt;/u&amp;gt;: phonetisches Wörterbuch, dafür &amp;lt;u&amp;gt;notwendig&amp;lt;/u&amp;gt;:&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
#* &amp;lt;div style=&amp;quot;color:#000000;margin-left:0.547cm;margin-right:0cm;&amp;quot;&amp;gt;große Basis an geschriebenen und gesprochenen Sätzen für das Anlernen eines Spracherkennungs-Systems&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
# &amp;lt;div style=&amp;quot;color:#000000;margin-left:0.54cm;margin-right:0cm;&amp;quot;&amp;gt;'''Textübersetzung'''&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
#* &amp;lt;div style=&amp;quot;color:#000000;margin-left:0.547cm;margin-right:0cm;&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;u&amp;gt;Notwendig&amp;lt;/u&amp;gt;: umfangreicher 2-sprachiger Textkorpus im speziellen Format&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
# &amp;lt;div style=&amp;quot;color:#000000;margin-left:0.54cm;margin-right:0cm;&amp;quot;&amp;gt;'''Intention erkennen, Anweisungen ausführen'''&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
#* &amp;lt;div style=&amp;quot;color:#000000;margin-left:0.54cm;margin-right:0cm;&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;u&amp;gt;Ziel&amp;lt;/u&amp;gt;: Intention des Nutzers erkennen, Anweisungen ableiten und ausführen &amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
#* &amp;lt;div style=&amp;quot;color:#000000;margin-left:0.54cm;margin-right:0cm;&amp;quot;&amp;gt;Spezielle Systeme notwendig&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
# &amp;lt;div style=&amp;quot;color:#000000;margin-left:0.54cm;margin-right:0cm;&amp;quot;&amp;gt;'''Sprachausgabe'''&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
#* &amp;lt;div style=&amp;quot;color:#000000;margin-left:0.547cm;margin-right:0cm;&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;u&amp;gt;Notwendig&amp;lt;/u&amp;gt;: Audio-Wörterbuch, phonetisches Wörterbuch&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | &lt;br /&gt;
Handlungsbedarf als Farbe: &amp;lt;span style=&amp;quot;background-color:#c5e0b3;&amp;quot;&amp;gt;gering&amp;lt;/span&amp;gt;, &amp;lt;span style=&amp;quot;background-color:#ffff00;&amp;quot;&amp;gt;groß&amp;lt;/span&amp;gt;, &amp;lt;span style=&amp;quot;background-color:#f69292;&amp;quot;&amp;gt;sehr groß&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
{| style=&amp;quot;border-spacing:0;&amp;quot;&lt;br /&gt;
|- style=&amp;quot;border:0.5pt solid #d0cece;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.101cm;padding-right:0.101cm;&amp;quot;&lt;br /&gt;
| align=right| '''Aktueller Stand'''&lt;br /&gt;
| align=center| '''Obersorbisch'''&lt;br /&gt;
| align=center| '''Nieder­sorbisch'''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;background-color:transparent;border:0.5pt solid #d0cece;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.101cm;padding-right:0.101cm;&amp;quot; | &lt;br /&gt;
&amp;lt;span style=&amp;quot;color:#000000;&amp;quot;&amp;gt;'''1. Spracherkennung'''&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
| align=center style=&amp;quot;background-color:transparent;border:0.5pt solid #d0cece;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.101cm;padding-right:0.101cm;&amp;quot; | &lt;br /&gt;
| align=center style=&amp;quot;background-color:transparent;border:0.5pt solid #d0cece;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.101cm;padding-right:0.101cm;&amp;quot; | &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;background-color:transparent;border:0.5pt solid #d0cece;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.101cm;padding-right:0.101cm;&amp;quot; | &lt;br /&gt;
Mozilla common voice&lt;br /&gt;
* &amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:0.289cm;margin-right:0cm;&amp;quot;&amp;gt;geschriebene Sätze&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
* &amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:0.289cm;margin-right:0cm;&amp;quot;&amp;gt;gesprochene Minuten&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;background-color:#ffff00;border:0.5pt solid #d0cece;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.101cm;padding-right:0.101cm;&amp;quot; | &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;gt; 7.500&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
171&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;background-color:#f69292;border:0.5pt solid #d0cece;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.101cm;padding-right:0.101cm;&amp;quot; | &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
0&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
0 &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;background-color:transparent;border:0.5pt solid #d0cece;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.101cm;padding-right:0.101cm;&amp;quot; | &lt;br /&gt;
Projekt Sprach­erkennung und maschin. Übersetzung&lt;br /&gt;
* &amp;lt;div style=&amp;quot;color:#000000;margin-left:0.289cm;margin-right:0cm;&amp;quot;&amp;gt;Prototyp „digidom“ veröffentlicht&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
| align=center style=&amp;quot;background-color:#e2efd9;border:0.5pt solid #d0cece;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.101cm;padding-right:0.101cm;&amp;quot; | &lt;br /&gt;
seit 2020&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2022&lt;br /&gt;
| align=center style=&amp;quot;background-color:#e2efd9;border:0.5pt solid #d0cece;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.101cm;padding-right:0.101cm;&amp;quot; | &lt;br /&gt;
seit 2020&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
in Planung&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;background-color:transparent;border:0.5pt solid #d0cece;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.101cm;padding-right:0.101cm;color:#000000;&amp;quot; | '''2. Textübersetzung'''&lt;br /&gt;
| align=center style=&amp;quot;background-color:transparent;border:0.5pt solid #d0cece;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.101cm;padding-right:0.101cm;&amp;quot; | &lt;br /&gt;
| align=center style=&amp;quot;background-color:transparent;border:0.5pt solid #d0cece;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.101cm;padding-right:0.101cm;&amp;quot; | &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;background-color:transparent;border:0.5pt solid #d0cece;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.101cm;padding-right:0.101cm;&amp;quot; | &lt;br /&gt;
* &amp;lt;div style=&amp;quot;color:#000000;margin-left:0.289cm;margin-right:0cm;&amp;quot;&amp;gt;notwendiger Textkorpus&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
| align=center style=&amp;quot;background-color:#e2efd9;border:0.5pt solid #d0cece;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.101cm;padding-right:0.101cm;&amp;quot; | groß&lt;br /&gt;
| align=center style=&amp;quot;background-color:#e2efd9;border:0.5pt solid #d0cece;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.101cm;padding-right:0.101cm;&amp;quot; | groß&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;background-color:transparent;border:0.5pt solid #d0cece;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.101cm;padding-right:0.101cm;color:#000000;&amp;quot; | '''3. Intention, Anweisung'''&lt;br /&gt;
| align=center style=&amp;quot;background-color:transparent;border:0.5pt solid #d0cece;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.101cm;padding-right:0.101cm;&amp;quot; | &lt;br /&gt;
| align=center style=&amp;quot;background-color:transparent;border:0.5pt solid #d0cece;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.101cm;padding-right:0.101cm;&amp;quot; | &lt;br /&gt;
|- style=&amp;quot;background-color:#e2efd9;border:0.5pt solid #d0cece;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.101cm;padding-right:0.101cm;&amp;quot;&lt;br /&gt;
| colspan=&amp;quot;3&amp;quot; | &lt;br /&gt;
* &amp;lt;div style=&amp;quot;color:#000000;margin-left:0.289cm;margin-right:0cm;&amp;quot;&amp;gt;Spätere Recherche und Nutzung von bestehenden Systemen (z.&amp;amp;nbsp;B. open source)&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;background-color:transparent;border:0.5pt solid #d0cece;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.101cm;padding-right:0.101cm;color:#000000;&amp;quot; | '''4. Sprachausgabe'''&lt;br /&gt;
| align=center style=&amp;quot;background-color:transparent;border:0.5pt solid #d0cece;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.101cm;padding-right:0.101cm;&amp;quot; | &lt;br /&gt;
| align=center style=&amp;quot;background-color:transparent;border:0.5pt solid #d0cece;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.101cm;padding-right:0.101cm;&amp;quot; | &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;background-color:transparent;border:0.5pt solid #d0cece;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.101cm;padding-right:0.101cm;&amp;quot; | &lt;br /&gt;
Entwicklung Vorlese­funktion im Sorbischen Institut&lt;br /&gt;
* &amp;lt;div style=&amp;quot;color:#000000;margin-left:0.289cm;margin-right:0cm;&amp;quot;&amp;gt;Prototyp Juro und Matej veröffentlicht&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
| align=center style=&amp;quot;background-color:#e2efd9;border:0.5pt solid #d0cece;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.101cm;padding-right:0.101cm;&amp;quot; | &lt;br /&gt;
2018 - 2023&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2023&lt;br /&gt;
| align=center style=&amp;quot;background-color:#e2efd9;border:0.5pt solid #d0cece;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.101cm;padding-right:0.101cm;&amp;quot; | &lt;br /&gt;
2018 – 2023&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2023&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;background-color:transparent;border:0.5pt solid #d0cece;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.101cm;padding-right:0.101cm;&amp;quot; | &lt;br /&gt;
private Entwicklung Online-Vorlesefunktionen mittels KI&lt;br /&gt;
| align=center style=&amp;quot;background-color:#e2efd9;border:0.5pt solid #d0cece;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.101cm;padding-right:0.101cm;&amp;quot; | seit 2020&lt;br /&gt;
| align=center style=&amp;quot;background-color:#f69292;border:0.5pt solid #d0cece;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.101cm;padding-right:0.101cm;&amp;quot; | -&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| style=&amp;quot;border-spacing:0;&amp;quot;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| colspan=&amp;quot;3&amp;quot; style=&amp;quot;background-color:#d9e2f3;border:0.5pt solid #000000;padding:0.101cm 0.199cm;&amp;quot; |&lt;br /&gt;
'''SOLL-Konzeption – zukünftige Maßnahmen und Aufgaben'''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| colspan=&amp;quot;3&amp;quot; style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding:0.6em;&amp;quot; |&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot; style=&amp;quot;width:100%;margin:0;&amp;quot;&lt;br /&gt;
! style=&amp;quot;width:13%;&amp;quot; | Sub-Thema&lt;br /&gt;
! style=&amp;quot;width:6%;&amp;quot; | Nr.&lt;br /&gt;
! style=&amp;quot;width:27%;&amp;quot; | Maßnahme&lt;br /&gt;
! style=&amp;quot;width:14%;&amp;quot; | Status&lt;br /&gt;
! style=&amp;quot;width:40%;&amp;quot; | Nächster Schritt&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Spracherkennung&lt;br /&gt;
| [[#M1.1_1|1.1_1]]&lt;br /&gt;
| [[#M1.1_1|Entwicklung einer obersorbischen Spracherkennung (HSB)]]&lt;br /&gt;
| 🟡 in Bearbeitung&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
* Aktuellen Stand der Machbarkeitsstudie und der Folgearbeiten erheben;&lt;br /&gt;
* Ziel, Qualitätskriterien, Verantwortliche und Integrationswege festlegen.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Spracherkennung&lt;br /&gt;
| [[#M1.1_2|1.1_2]]&lt;br /&gt;
| [[#M1.1_2|Entwicklung einer niedersorbischen Spracherkennung (DSB)]]&lt;br /&gt;
| 🟡 in Bearbeitung&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
* Vorhandene Daten und Modelle prüfen;&lt;br /&gt;
* Vorgehen und Abhängigkeiten zu Maßnahme 1.1_1 festlegen.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Übersetzungsdienst&lt;br /&gt;
| [[#M1.1_3|1.1_3]]&lt;br /&gt;
| [[#M1.1_3|Entwicklung eines obersorbischen Übersetzungsdienstes für Texte (HSB)]]&lt;br /&gt;
| 🔵 laufende Daueraufgabe&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
* neue Technologien implementieren&lt;br /&gt;
* Schnittstellen entwickeln / dokumentieren?&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Übersetzungsdienst&lt;br /&gt;
| [[#M1.1_4|1.1_4]]&lt;br /&gt;
| [[#M1.1_4|Entwicklung eines niedersorbischen Übersetzungsdienstes (für Texte) (DSB)]]&lt;br /&gt;
| 🔵 laufende Daueraufgabe&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
* s. o.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Sprachausgabe&lt;br /&gt;
| [[#M1.1_5|1.1_5 / 1.1_6]]&lt;br /&gt;
| [[#M1.1_5|Entwicklung einer Sprachausgabe (HSB, DSB)]]&lt;br /&gt;
| 🟡 in Bearbeitung&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
* ?&lt;br /&gt;
* priorisierte Integrationen festlegen.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Intention / Anweisung&lt;br /&gt;
| [[#M1.1_7|1.1_7]]&lt;br /&gt;
| [[#M1.1_7|Finden einer Software für „Intention und Anweisungen“]]&lt;br /&gt;
| ⏸ nachgelagert&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
* Nach Stabilisierung der Basiskomponenten erneut bewerten und einen konkreten Anwendungsfall auswählen.&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;small&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Status:'''&lt;br /&gt;
* ⚪ '''nicht begonnen''' – Maßnahme ist vorgesehen, die Umsetzung hat noch nicht begonnen.&lt;br /&gt;
* 🟡 '''in Bearbeitung''' – Maßnahme wird bearbeitet.&lt;br /&gt;
* 🟢 '''umgesetzt''' – definiertes Ergebnis wurde erreicht.&lt;br /&gt;
* 🔵 '''laufende Daueraufgabe''' – Maßnahme benötigt laufende Bearbeitung ohne festen Abschluss.&lt;br /&gt;
* ⏸ '''zurückgestellt''' – Bearbeitung ist ausgesetzt oder von Voraussetzungen abhängig.&lt;br /&gt;
* ❓ '''zu prüfen''' – der aktuelle Stand ist zu ermitteln.&lt;br /&gt;
&amp;lt;/small&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einleitung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieser Themenbereich beinhaltet die Unterstützung des Anwenders beim Sprechen mit elektronischen Geräten in den sorbischen Sprachen. Im Fokus steht die Interaktion von Menschen mit elektronischen Geräten mittels gesprochener Worte. Dies umfasst folgende Bereiche:&lt;br /&gt;
* '''Sprachausgabe:''' das '''Vorlesen''' geschriebener sorbischer Wörter&lt;br /&gt;
* '''Spracherkennung: '''das '''Erkennen''' und Darstellen von gesprochenen sorbischen Wörtern durch elektronische Geräte (Computer, Smartphones usw.)&lt;br /&gt;
* '''Sprachverarbeitung: ''' das '''Verarbeiten''' gesprochener sorbischer Wörter und '''Reagieren''' darauf (z.&amp;amp;nbsp;B. Anweisungen ausführen, Antworten).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mögliche Einsatzbereiche und Applikationen sind bspw.&lt;br /&gt;
* Sprachassistenten,&lt;br /&gt;
* Spiele, Spielzeuge (wie Lingufino),&lt;br /&gt;
* Untertitel und Simultanübersetzungen (z. B. bei Videokonferenzen).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ist-Analyse Stand der Entwicklung von Sprachassistenzsystemen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;background-color:#f6f6f6;border:1px solid #DCDCDC;padding:0.6em 0.8em;margin:0.6em 0 1em 0;&amp;quot;&amp;gt;'''Letzte Aktualisierung des Abschnitts: 2021''' &amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Welche Bausteine werden für eine Sprachassistenz benötigt? ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Um eine sprachliche Interaktion mit einem elektronischen Gerät ähnlich wie mit Menschen zu erreichen, sind verschiedene technische Bausteine notwendig, welche jeweils unterschiedliche Aufgaben übernehmen. Die folgende Einteilung der Bausteine orientiert sich an einem Vortrag von Jan Budar vom 13.09.2018 in Senftenberg zu “Digitalisierung als Chance für die Sorben”.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Baustein 1: Spracherkennung (Automatic Speech Recognition, ASR; Speech to Text, STT)&amp;lt;ref name=&amp;quot;ftn1&amp;quot;&amp;gt;Übersicht STT-Engines: [https://mycroft-ai.gitbook.io/docs/using-mycroft-ai/customizations/stt-engine https://mycroft-ai.gitbook.io/docs/using-mycroft-ai/customizations/stt-engine]&amp;lt;/ref&amp;gt; ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* basiert auf phonetischen Informationen zu&lt;br /&gt;
** einzelnen Buchstaben und Silben&lt;br /&gt;
** deren Kombinationen&lt;br /&gt;
** ihrer Position im Wort/Satz&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Umwandlung von gesprochener Sprache in Text''' &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die typischen Schritte zur Umwandlung von gesprochener Sprache in Text (Speech-to-Text, STT) sind:&lt;br /&gt;
# Aufnahme der Sprache: Der erste Schritt besteht darin, die gesprochene Sprache aufzunehmen. Dies kann entweder über ein Mikrofon oder eine andere Audioquelle erfolgen.&lt;br /&gt;
# Signalverarbeitung: Die aufgenommenen Audiosignale werden durch Signalverarbeitungsalgorithmen vorverarbeitet. Dazu gehören zum Beispiel Rauschunterdrückung, Echo-Entfernung und Entzerrung.&lt;br /&gt;
# Sprachsegmentierung: Die Audioaufnahme wird in kurze Segmente unterteilt, die normalerweise zwischen 10 und 30 Millisekunden lang sind. Diese Segmente werden dann weiterverarbeitet.&lt;br /&gt;
# Merkmalsextraktion: Für jedes Sprachsegment werden akustische Merkmale wie Frequenz, Lautstärke, Tonhöhe und Dauer extrahiert. Diese Merkmale dienen als Eingabe für das Spracherkennungsmodell.&lt;br /&gt;
# Spracherkennung: Das Spracherkennungsmodell verwendet die extrahierten Merkmale, um die gesprochene Sprache in Text umzuwandeln. Dieser Schritt kann auf unterschiedliche Weise durchgeführt werden, z.B. mit Hidden Markov Models (HMMs), künstlichen neuronalen Netzen (KNNs) oder Deep-Learning-Modellen.&lt;br /&gt;
# Postprocessing: Der erkannte Text wird postprozessiert, um mögliche Fehler oder Inkonsistenzen im Text zu korrigieren. Dazu können beispielsweise Grammatik- und Sprachmodelle verwendet werden, um den erkannten Text zu verbessern.&lt;br /&gt;
# Textausgabe: Der endgültige Text wird dann ausgegeben, z.B. in einer Textdatei oder als Eingabe für eine andere Anwendung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Je nach Anwendung und Sprachmodell können die genauen Schritte und Technologien zur Umwandlung von Sprache in Text  variieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Training von Spracherkennungs-Maschinen''' &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
* vgl. auch Vortrag von D. Sobe 2022 im Rahmen einer Online-Abendveranstaltung&amp;lt;ref&amp;gt;vgl. [https://digiserb.de/2022/06/09/zarjadowanje-masinelne-spoznawanje-serbsciny/ Veranstaltung auf digiserb.de], [https://digiserb.de/wp-content/uploads/2022/06/2022_06_auswertung.pdf Folien bei digiserb.de], [https://www.youtube.com/watch?v=RWUo7N_Aybw Video bei YouTube].&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Klassischerweise wird die Spracherkennung durch die Verwendung von stochastische Modellen wie Hidden-Markov-Modellen (HMM) und Gauss'schen Mischmodellen (GMM) durchgeführt. Das Sprachsignal wird dabei in kurze Abschnitte, sogenannte Phoneme, unterteilt. Die Phoneme werden dann in einer HMM- oder GMM-Datenbank gespeichert. Bei der Erkennung wird das Sprachsignal in Phoneme aufgeteilt und mit der HMM- oder GMM-Datenbank abgeglichen, um die wahrscheinlichste Sequenz von Phonemen zu finden. Diese wird dann in Text umgewandelt und ausgegeben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den letzten Jahren haben sich Deep Learning Modelle mit tiefen neuronalen Netzen, wie z.B. Recurrent Neural Networks (RNNs) und Convolutional Neural Networks (CNNs), als effektive Methoden zur Spracherkennung erwiesen. Diese Modelle können komplexe Beziehungen zwischen Phonemen und Wörtern erfassen und somit die Genauigkeit der Spracherkennung verbessern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* z.&amp;amp;nbsp;B. Mozilla Common Voice&amp;lt;ref name=&amp;quot;ftn2&amp;quot;&amp;gt;vgl. [https://voice.mozilla.org https://voice.mozilla.org] und [https://github.com/mozilla/DeepSpeech https://github.com/mozilla/DeepSpeech]&amp;lt;/ref&amp;gt; in Kombination mit einer Spracherkennungs-Engine wie Mozilla Deep Speech&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Erstellung von Spracherkennungs-Maschinen''' &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Um eine Spracherkennungs-Engine (Speech-to-Text) zu erstellen, werden verschiedene Ressourcen benötigt, darunter:&lt;br /&gt;
# Sprachdaten: Um ein Spracherkennungsmodell zu trainieren, werden große Mengen an Audioaufnahmen benötigt, die repräsentativ für die Sprache und den Dialekt sind, den die Engine erkennen soll. Diese Sprachdaten sollten auch verschiedene Sprecher, Akzente und Hintergrundgeräusche enthalten.&lt;br /&gt;
# Transkriptionen: Jede Audioaufnahme muss mit einer Texttranskription versehen werden, die angibt, was in der Aufnahme gesagt wird. Diese Transkriptionen werden verwendet, um das Modell zu trainieren und zu testen.&lt;br /&gt;
# Sprachmodelle: Sprachmodelle sind eine wichtige Komponente von Spracherkennungs-Engines, da sie die Wahrscheinlichkeit berechnen, mit der eine bestimmte Sequenz von Wörtern in einem bestimmten Kontext auftreten wird. Diese Modelle werden verwendet, um die Wahrscheinlichkeit des erkannten Textes zu berechnen und die Genauigkeit der Spracherkennungs-Engine zu verbessern.&lt;br /&gt;
# Aussprachelexika: Ein Aussprachelexikon enthält eine Liste von Wörtern und deren Aussprache in der jeweiligen Sprache. Dies wird verwendet, um die richtige Aussprache von Wörtern im erkannten Text zu bestimmen.&lt;br /&gt;
# Phonemmodelle: Phonemmodelle beschreiben, wie Wörter in ihre kleinsten sprachlichen Einheiten (Phoneme) aufgeteilt werden können. Diese Modelle werden verwendet, um die Wahrscheinlichkeit von Phonemsequenzen zu berechnen und die Genauigkeit der Spracherkennungs-Engine zu verbessern.&lt;br /&gt;
# Linguistische Ressourcen: Zusätzlich zu den oben genannten Ressourcen können auch linguistische Ressourcen wie Grammatiken, semantische Modelle und syntaktische Modelle verwendet werden, um die Genauigkeit der Spracherkennungs-Engine zu verbessern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Baustein 2: Textübersetzung (Machine Translation, MT) ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Grundlage hierfür sind Massen an übersetzten Sätzen&lt;br /&gt;
* Künstliche Intelligenz lernt aus diesen übersetzten Sätzen durch&lt;br /&gt;
** Mustererkennung&lt;br /&gt;
** Training&lt;br /&gt;
* vgl. Kapitel 5 Abschnitt [https://koncept.serbski-inkubator.de/index.php/5._Schreiben_auf_elektronischen_Ger%C3%A4ten#.C3.9Cbersetzer Übersetzer]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Baustein 3: Intention erkennen und Anweisungen ausführen&amp;lt;ref name=&amp;quot;ftn3&amp;quot;&amp;gt;vgl. [https://mycroft.ai/wp-content/uploads/2018/08/mycroft-ai-introduction-to-voice-stack-whitepaper.pdf https://mycroft.ai/wp-content/uploads/2018/08/mycroft-ai-introduction-to-voice-stack-whitepaper.pdf]&amp;lt;/ref&amp;gt;  ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* aus dem erkannten Text wird die Intention des Nutzers extrahiert (intent parser)&lt;br /&gt;
* Anweisungen werden abgeleitet und ausgeführt (Skill invocation)&lt;br /&gt;
* z.&amp;amp;nbsp;B. [https://wit.ai/ https://wit.ai/] (eine Sprachplattform, welche zum Facebook-Konzern gehört)&lt;br /&gt;
* z.B. [https://mycroft.ai/ https://mycroft.ai/]als datenschutzfreundliche Alternative&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Baustein 4: Sprachausgabe (Text to Speech, TTS)&amp;lt;ref name=&amp;quot;ftn4&amp;quot;&amp;gt;Übersicht TTS-Engines: [https://mycroft-ai.gitbook.io/docs/using-mycroft-ai/customizations/tts-engine https://mycroft-ai.gitbook.io/docs/using-mycroft-ai/customizations/tts-engine]&amp;lt;/ref&amp;gt; ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* bspw. für barrierefreie Webseiten notwendig&lt;br /&gt;
* Open Source Text-to-speech-System: MaryTTS&lt;br /&gt;
* modularer Aufbau: Lexikon, Sprache, Daten, Synthese&lt;br /&gt;
* Unit-Selectin-Synthese (Verkettung natürlichsprachlicher Elemente)&lt;br /&gt;
* ThorstenVoice (OSS Variante)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die folgenden Schritte sind typischerweise erforderlich, um einen Text in eine gesprochene Sprachausgabe umzuwandeln:&lt;br /&gt;
# Linguistische Analyse: Der eingegebene Text wird vorverarbeitet, um dessen Struktur zu analysieren, einschließlich der Trennung von Sätzen, der Erkennung von Interpunktion und der Ermittlung der Betonung.&lt;br /&gt;
# Phonetische Umsetzung: Der Text wird in eine phonetische Darstellung umgewandelt, in der jeder Textabschnitt in eine entsprechende Sequenz von Lauten (Phonemen) übersetzt wird. Dies wird typischerweise durch eine phonetische Lexikon-Datenbank und Sprachregeln erreicht.&lt;br /&gt;
# Prosodische Modellierung: Es wird die Betonung und Intonation des Textes bestimmt. Hierbei werden Faktoren wie Akzent, Tonhöhe, Tempo, Pause und Rhythmus berücksichtigt, um eine natürliche Sprachmelodie zu erzeugen.&lt;br /&gt;
# Synthese: Der phonetisch umgesetzte Text wird dann in Sprache umgewandelt, indem die phonetischen Einheiten zu Sprachsignalen zusammengefügt werden. Dies kann entweder durch die Verwendung von Klangeinheiten, die in einer Datenbank gespeichert sind, oder durch das Generieren von Sprache auf der Grundlage von Modellen, wie z.B. Deep-Learning-Modellen, erfolgen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine TTS-Engine benötigt folgende Voraussetzungen:&lt;br /&gt;
# Eine umfangreiche phonetische Datenbank oder ein phonetisches Modell, um die Übersetzung von Text in Phoneme zu ermöglichen.&lt;br /&gt;
# Ein Prosodie-Modell, um die natürliche Sprachmelodie zu erzeugen.&lt;br /&gt;
# Eine Sprachsynthesetechnologie, um die Phoneme in Sprachsignale zu konvertieren.&lt;br /&gt;
# Training mit großen Datenmengen, um die Sprachsynthese-Modelle auf die spezifische Sprache und Stimme zu optimieren.&lt;br /&gt;
&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Definition und Marktübersicht von Sprachassistenten ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Sprachassistent ist eine bestimmte Art von Software, die gesprochene Worte analysiert, in den richtigen Kontext einordnet und darauf reagiert. Sprachassistenten sind als Software meist in Smartphones oder Smart Speaker, aber auch in Konsolen (PS4), Fernseher und smart watches integriert. Ein Smart Speaker wiederum ist ein bestimmtes Gerät, auf welchem der Sprachassistent als Software installiert ist.&amp;lt;ref name=&amp;quot;ftn5&amp;quot;&amp;gt;vgl. [https://de.wikipedia.org/wiki/Intelligenter_pers%C3%B6nlicher_Assistent https://de.wikipedia.org/wiki/Intelligenter_pers%C3%B6nlicher_Assistent]&amp;lt;/ref&amp;gt; Spricht ein Mensch mit diesem Gerät, so beantwortet es über seine Sprachsoftware verbal Fragen oder führt Anweisungen aus, z.&amp;amp;nbsp;B. steuert es vernetzte smart home Geräte (TV-Geräte, Heizungsthermostate, Rollläden, Lampen, Waschmaschine, Backofen, Kaffee­maschine bis hin zur Toilettenspülung usw.). Auch in Autos, Kopfhörern, Bürogeräten und Kleidung sind bereits Sprachassistenten im Einsatz.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Entwicklung der Sprachassistenten:* 2010 Apples Siri („Hey Siri“)&lt;br /&gt;
* 2012 Google Assistant (vormals Google Now) („Ok, Google“)&lt;br /&gt;
* 2013 Microsoft Cortana („Hey Cortana“)&lt;br /&gt;
* 2014 Amazon Alexa („Alexa“)&lt;br /&gt;
* 2015 Mycroft - open Source Smart Speaker (“Hey Mycroft”)&amp;lt;ref name=&amp;quot;ftn6&amp;quot;&amp;gt;vgl. [https://mycroft.ai/ https://mycroft.ai/] und [https://www.kickstarter.com/projects/aiforeveryone/mycroft-an-open-source-artificial-intelligence-for/description https://www.kickstarter.com/projects/aiforeveryone/mycroft-an-open-source-artificial-intelligence-for/description]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* 2017 Sprachassistenten der chinesischen Firmen Baidu und Alibaba&lt;br /&gt;
* 2018 Samsung Bixby („Hi Bixby“)&lt;br /&gt;
* 2019 Leon – open source personal assistant&amp;lt;ref name=&amp;quot;ftn7&amp;quot;&amp;gt;vgl. [https://getleon.ai/ https://getleon.ai/]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Heute sind weltweit bereits mehr als 4 Milliarden Sprachassistenten im Einsatz. Bis 2023 rechnet die Marktforschungsfirma Juniper Research mit 8 Milliarden Sprachassistenten.&amp;lt;ref name=&amp;quot;ftn8&amp;quot;&amp;gt;vgl. [https://voicebot.ai/google-home-google-assistant-stats/#voice-asst-in-use-juniper https://voicebot.ai/google-home-google-assistant-stats/#voice-asst-in-use-juniper]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Image:Grafik 16.png|top]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Marktübersicht'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die führenden Anbieter für Sprachassistenzsysteme am weltweiten Markt sind:&lt;br /&gt;
# Amazon mit seinem Sprachassistenzsystem &amp;quot;Alexa&amp;quot; und den Amazon Echo Geräten.&lt;br /&gt;
# Google mit seinem Sprachassistenzsystem &amp;quot;Google Assistant&amp;quot; und den Google Home Geräten.&lt;br /&gt;
# Apple mit seinem Sprachassistenzsystem &amp;quot;Siri&amp;quot; und der HomePod-Produktlinie.&lt;br /&gt;
# Microsoft mit seinem Sprachassistenzsystem &amp;quot;Cortana&amp;quot; und der Surface Headphones Produktlinie.&lt;br /&gt;
# Samsung mit seinem Sprachassistenzsystem &amp;quot;Bixby&amp;quot; und der Galaxy Home Produktlinie.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Anbieter haben in den letzten Jahren in die Entwicklung und Verbesserung von Sprachassistenzsystemen investiert und setzen auf künstliche Intelligenz und maschinelles Lernen, um die Spracherkennung und -verarbeitung zu verbessern. Dabei sind ihre Sprachassistenzsysteme nicht nur auf den Heimgebrauch beschränkt, sondern auch in mobilen Geräten, Autos und anderen Branchen wie Gesundheitswesen, Einzelhandel und Finanzen verbreitet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es ist schwierig, genaue Zahlen darüber zu finden, welchen Anteil jeder Anbieter am Gesamtmarkt für Sprachassistenzsysteme hat, da es keine einheitliche Definition des Marktes gibt und die Zahlen von verschiedenen Marktforschungsunternehmen variieren können. Basierend auf den verfügbaren Daten sind die größten Anbieter am Markt Amazon Alexa mit rund 25% Marktanteil, Google Assistant mit rund 20% Marktanteil und Apples Siri mit rund 15% Marktanteil weltweit. Es gibt jedoch Unterschiede in den Zahlen je nach Region und Art des Geräts (z.B. intelligente Lautsprecher, Mobiltelefone, Smart-Home-Geräte). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die beliebtesten Anwendungsfälle von Nutzern von Smart Speakern sind&amp;lt;ref name=&amp;quot;ftn12&amp;quot;&amp;gt;vgl. [https://voicebot.ai/2020/05/03/streaming-music-questions-weather-timers-and-alarms-remain-smart-speaker-killer-apps-third-party-voice-app-usage-not-growing/ https://voicebot.ai/2020/05/03/streaming-music-questions-weather-timers-and-alarms-remain-smart-speaker-killer-apps-third-party-voice-app-usage-not-growing/] &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
# Musik hören&lt;br /&gt;
# Fragen stellen&lt;br /&gt;
# Wetter checken&lt;br /&gt;
# Zeitschaltuhr einschalten&lt;br /&gt;
# Alarm einstellen&lt;br /&gt;
# Radio hören&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Image:Grafik 17.png|top]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Aktuell unterstützte Sprachen'''&amp;lt;ref name=&amp;quot;ftn13&amp;quot;&amp;gt;vgl. [https://www.globalme.net/blog/language-support-voice-assistants-compared/ https://www.globalme.net/blog/language-support-voice-assistants-compared/] sowie die dort angegeben Webseiten&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* &amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:0.501cm;margin-right:0cm;&amp;quot;&amp;gt;'''Amazons Alexa''' unterstützt '''9 Sprachen'''&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
** Arabisch, Deutsch, Englisch (5 Dialekte), Französisch (2 Dialekte), Hindi (Indisch), Italienisch, Japanisch, Portugiesisch (Brasil.), Spanisch (3 Dialekte)&lt;br /&gt;
* &amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:0.501cm;margin-right:0cm;&amp;quot;&amp;gt;'''Google Assistant''' unterstützt '''44 Sprachen '''auf Smartphones&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
* &amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:0.501cm;margin-right:0cm;&amp;quot;&amp;gt;'''Google Assistant''' unterstützt '''13 Sprachen''' auf Smart Speakern / Google Home&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
** Dänisch, Deutsch (2 Dialekte), Englisch (6 Dialekte), Französisch (2 Dialekte), Hindi, Italienisch, Japanisch, Koreanisch, Niederländisch, Norwegisch, Portugiesisch (Brasil.), Schwedisch, Spanisch (3 Dialekte)&lt;br /&gt;
* &amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:0.501cm;margin-right:0cm;&amp;quot;&amp;gt;'''Apples Siri unterstützt rund 42 Sprachen'''&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ist-Analyse sorbischer Potenziale, Ressourcen und Projekte ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;background-color:#f6f6f6;border:1px solid #DCDCDC;padding:0.6em 0.8em;margin:0.6em 0 1em 0;&amp;quot;&amp;gt;'''Letzte Aktualisierung des Abschnitts: 2023''' &amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während digitale Angebote wie Sprachausgabe und Spracherkennung in deutscher Sprache selbstverständlich sind und sowohl von internationalen Großkonzernen als auch von der öffentlichen Hand vorangetrieben und ausgebaut werden, gilt das für dieselben Angebote in sorbischer Sprache nur sehr eingeschränkt. Welche Grundlagen der Sprachunterstützung beider sorbischer Sprachen bereits realisiert oder geplant sind, sollen die folgenden Abschnitte untersuchen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Ist-Stand der 4 Bausteine des Sprechens mit elektronischen Geräten===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Baustein 1: Spracherkennung (Automatic Speech Recognition, ASR; Speech to Text, STT) ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* sorbische Ausgangslage: die folgenden Vorarbeiten sind vorhanden&lt;br /&gt;
* '''Mozilla common voice''': &lt;br /&gt;
** die sorbischen Sprachen werden hier aktuell nicht weiter ergänzt, die gesammelten Daten werden jedoch in anderen Projekten weiter verwendet&lt;br /&gt;
*** die Anzahl an Daten ist bei weitem nicht ausreichend für den Einsatz von neuronalen Technologien&lt;br /&gt;
*** die Qualität der Daten ist nur hinreichend für die Evaluation von Spracherkennungssystemen, nicht jedoch für deren Training (hierfür wird Tonstudio-Qualität benötigt)&lt;br /&gt;
** für das Obersorbische wurden bereits ca. 7.500 lizenzfreie Sätze gesammelt sowie 2 Stunden und 51 Minuten eingesprochen und validiert&lt;br /&gt;
** diese sind aktuell in sehr unterschiedlicher Qualität, sehr unausgewogen hinsichtlich der Stimmen (Geschlecht- und Alter-Verteilung)&lt;br /&gt;
** darüber hinaus lassen sich die Sätze common voice aktuell nicht thematisch zuordnen &lt;br /&gt;
** Für das Niedersorbische fehlen die Sätze und das Einsprechen&amp;lt;ref name=&amp;quot;ftn17&amp;quot;&amp;gt;vgl. [https://voice.mozilla.org/de/languages https://voice.mozilla.org/de/languages]&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;br&amp;gt;  &lt;br /&gt;
  &lt;br /&gt;
* '''Prototyp &amp;quot;smart lamp&amp;quot; / &amp;quot;digidom&amp;quot;'''&lt;br /&gt;
** 2020 startete das '''Projekt „Spracherkennung und maschinelle Übersetzung der sorbischen Sprachen'''“ der Stiftung für das sorbische Volk&lt;br /&gt;
** Durchgeführt wurde eine Machbarkeitsstudie zur automatischen Spracherkennung für die ober­sorbische Sprache vom Fraunhofer-Institut für keramische Technologien und Systeme Dresden (Abteilung Maschinelles Lernen und Datenanalyse) in Zusammenarbeit mit der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus mit folgenden Zielstellungen: &lt;br /&gt;
*** Realisierung eines prototypischen Spracherkenners für eine spezifizierte Beispielanwendung in einer stark beschränkten Sprachdomäne&lt;br /&gt;
*** Ziel wurde es, eine Smart-Home-Anwendung zu erstellen, welches mittels Sprachbefehlen eine Lampe bedienen kann, &amp;quot;digidom&amp;quot;&lt;br /&gt;
*** Einschätzung möglicher und empfohlener Technologien für die Entwicklung eines sorbischen Spracherkenners mit umfangreichem Wortschatz&lt;br /&gt;
*** Aussagen zur Anwendung der niedersorbischen Sprache&lt;br /&gt;
** Folgende Arbeitsschritte wurden bisher für dieses Projekt durchgeführt:&lt;br /&gt;
*** Statistische Auswertung von Textkorpora&lt;br /&gt;
*** Aufstellen der Phonemliste und der Ausspracheregeln&lt;br /&gt;
*** Auswahl an Aufzeichnungen aus „Common Voice“ sowie neue Aufzeichnungen wurden erstellt&lt;br /&gt;
*** Demonstrator unter Open Source Lizenz veröffentlicht&amp;lt;ref&amp;gt;vgl. [https://github.com/ZalozbaDev/web_demo_spoznawanje https://github.com/ZalozbaDev/web_demo_spoznawanje]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
*** Prototyp „digidom“ unter Open Source Lizenz veröffentlicht &amp;lt;ref&amp;gt;vgl. [https://github.com/ZalozbaDev/raspberry_pi_demo_spoznawanje https://github.com/ZalozbaDev/raspberry_pi_demo_spoznawanje]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
*** Veröfentlichung der Ergebnisse in einer Studie&amp;lt;ref&amp;gt;vgl. [http://www.essv.de/pdf/2021_43_50.pdf http://www.essv.de/pdf/2021_43_50.pdf]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
*** Veröffentlichen von Kriterien zur Auswahl eines Sprachkorpus&amp;lt;ref&amp;gt;vgl. [https://github.com/ZalozbaDev/speech_recognition_corpus_creation/blob/main/report/report_summary_german.pdf https://github.com/ZalozbaDev/speech_recognition_corpus_creation/blob/main/report/report_summary_german.pdf]&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
* '''Folgeprojekt &amp;quot;Vorbereitung der Spracherkennung für das Obersorbische für eine Diktierfunktion&amp;quot;''' 2023:&lt;br /&gt;
** Das Ziel war die Entwicklung neuer und Verbesserung bestehender akustischer Modelle für die obersorbische Spracherkennung. &lt;br /&gt;
** Hierfür sollten akustische Modelle auf größeren Audiokorpora trainiert werden.&lt;br /&gt;
*** Es erfolgte eine Erweiterung der Sprachdatensätze mittels Augmentation, d. h. Einfügen von Hintergrundgeräuschen verschiedener Stärke.&lt;br /&gt;
*** Monophon- und Triphon-basierte Modelle wurden mit dem Open-Source-ASR-Toolkit KALDI trainiert.&lt;br /&gt;
*** Die Daten für die Modelle stammen aus verschiedenen Quellen, einschließlich des Common Voice Projekts, der ersten Machbarkeitsstudie (HSB-I) und neuen Audiodaten aus dem aktuellen Projekt.&lt;br /&gt;
*** Nach der Datenaugmentation umfassten die Sprachaufnahmen insgesamt 33:31:10 Stunden und 29.229 gesprochene Sätze.&lt;br /&gt;
** Triphon-basierte Modelle zeigten eine signifikant bessere Leistung als das monophon-basierte Modell. &lt;br /&gt;
** Ein robusteres und weiterentwickeltes triphon-basiertes akustisches Modell wurde erfolgreich erstellt.&lt;br /&gt;
** Mit den folgenden Schritten erfolgte die Verbesserung der Sprachmodellierung mit den bereitgestellten Ressourcen:&lt;br /&gt;
*** Vorverarbeitung und Normalisierung der Textdaten, z. B. Erkennen von Abkürzungen und Eigennamen, Segmentierung von Wörtern in morphologische Einheiten usw.&lt;br /&gt;
*** Wortklassenmodellierung durch Erkennung benannter Einheiten aus vordefinierten Wortklassen, z. B. Datums-, Uhrzeits-, Wochentags-, Namens-, Orts- und Zahlen-Ausdrücke.&lt;br /&gt;
*** Teilwortzerlegung mittels Byte Pair Encoding (BPE) und dem Morfessor-Algorithmus, um das Vokabular zu verkleinern.&lt;br /&gt;
** Die Wahl des richtigen Teilwortzerlegungsverfahrens und der geeigneten Vokabulargröße hat einen signifikanten Einfluss auf die Leistung des Sprachmodells.&lt;br /&gt;
** Im Ergebnis konnte eine Sammlung von normalisierten Textkorpora erzeugt werden, der für das Training von statistischen Sprachmodellen basierend auf ganzen Wörtern oder Wortteilen geeignet ist.&lt;br /&gt;
* Weitere Arbeit an Robustheit und Leistungsfähigkeit von &amp;quot;digidom&amp;quot; ist nötig &amp;lt;br&amp;gt;  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* '''weitere Applikationen mittels Spracherkennung''' &lt;br /&gt;
** Spiele&lt;br /&gt;
*** Lingufino, eine interaktive Puppe, die auf Spracheingaben reagiert&lt;br /&gt;
** Diktierfunktion&lt;br /&gt;
** Simultanübersetzung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Baustein 2: Textübersetzung (Machine Translation, MT) ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* vgl. auch Kapitel 5 Abschnitt [https://koncept.serbski-inkubator.de/index.php/5._Schreiben_auf_elektronischen_Ger%C3%A4ten#.C3.9Cbersetzer Übersetzer]&lt;br /&gt;
* Notwendig: umfangreicher 2-sprachiger Textkorpus&lt;br /&gt;
** Urheberrechtsfrei, gemeinfrei oder unter Creative-Commons-Lizenz (CC0)&lt;br /&gt;
** Satzweise übersetzt&lt;br /&gt;
** Vereinheitlicht, maschinenlesbar&lt;br /&gt;
* Sorbische Ausgangslage: paralleler Textkorpus liegt im WITAJ-Sprachzentrum vor&lt;br /&gt;
* Aufgabe: laufende digitale Erfassung bestehender Übersetzungen in hoher Qualität&lt;br /&gt;
* Herausforderung: Technologieneutralität, d.&amp;amp;nbsp;h. eine Textübersetzung unabhängig von einer speziellen Technologie zu erstellen, so dass sie später in verschiedenen Produkten und Diensten genutzt werden kann (Google Translate, Microsoft Bing Translator, DeepL)&lt;br /&gt;
*  '''sotra.app''': Seit 2019 laufendes Projekt des '''WITAJ-Sprachzentrums: Aufbau eines automatischen „Online-Übersetzers Deutsch-Sorbisch, Sorbisch-Deutsch“''' &lt;br /&gt;
** seit 2021 verfügbar für Obersorbisch und seit 2022 auch in Niedersorbisch für Texte mit max. 6.000 Zeichen&lt;br /&gt;
** Übersetzungen möglich von und nach Deutsch, Ober- und Niedersorbisch und Tschechisch (Beta, von und nach den sorbischen Sprachen)&lt;br /&gt;
** zusätzlicher Service: Rechtschreibkontrolle&lt;br /&gt;
** Mitte 2022 beinhaltete der 2-sprachige Textkorpus ca. 300.000 parallele Satzpaare &lt;br /&gt;
** zukünftig geplant: OCR-Erkennung von Bildern mit Texten&lt;br /&gt;
** Historie:&lt;br /&gt;
*** Aufbau eines großen 2-sprachigen Textkorpus, Ziel bis Ende 2020 ca. 170.000 Satzpaare (ca. 2 Mio. Wörter)&lt;br /&gt;
*** Ende 2021 beinhaltete der 2-sprachige Textkorpus ca. 260.000 parallele Satzpaare &lt;br /&gt;
*** das Projekt startete mit dem Tool Microsoft Translator Hub (eingestellt durch Microsoft)&lt;br /&gt;
*** es wird nun der Ansatz verfolgt, offene Plattformen zu nutzen, um Unabhängigkeit von den Firmen Google, Microsoft, DeepL usw. und deren wirtschaftlichen Interessen zu bewahren&lt;br /&gt;
*** aktuell wird das statistische System MOSES-decoder genutzt&lt;br /&gt;
*** parallel erfolgen Tests des neuronalen Systems OpenNMT (Python)&lt;br /&gt;
* '''Microsoft Bing Translator'''&amp;lt;ref name=&amp;quot;ftn46&amp;quot;&amp;gt;vgl. [https://www.bing.com/translator https://www.bing.com/translator]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
** Der Bing Translator konnte mittels des 2-sprachigen Teytkorpus des WITAJ-Sprachzentrums auf beide sorbische Sprachen trainiert werden:&lt;br /&gt;
** Obersorbisch wird seit 2022 mit aktuell max. 1.000 Zeichen pro Text unterstützt.&lt;br /&gt;
** Niedersorbisch wird seit 2023 mit aktuell max. 1.000 Zeichen pro Text unterstützt.&lt;br /&gt;
** In der Microsoft Bing Translator App wird lediglich die Funktion 'Text übersetzen' unterstützt. Es fehlen die Funktionen 'Sprechen' (STT), 'autom. Spracherkennung', 'Text in Bild übersetzen', 'Audiowiedergabe der Übersetzung' (TTS), 'Offline übersetzen'.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Baustein 3: Intention erkennen und Anweisungen ausführen  ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Hierzu sind keine sorbischen Projekte bekannt. Es kann zu einem späteren Zeitpunkt im Bedarfsfall ggf. auf bereits bestehende Projekte zurückgegriffen werden, wie z.&amp;amp;nbsp;B. [https://wit.ai/ https://wit.ai/].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Baustein 4: Sprachausgabe (Text to Speech, TTS) ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Erste Projekte in die Richtung Sprachausgabe wurden bereits umgesetzt:&lt;br /&gt;
* '''Audioversion des Deutsch-Niedersorbischen Wörterbuchs (nicht als TTS realisiert)'''&lt;br /&gt;
** Für die niedersorbische Sprache wurden vom Sorbischen Institut seit 2014 Tondateien erstellt und in die online-Fassung des Deutsch-Niedersorbischen Wörterbuchs integriert. In einer wissenschaftlichen Studie wurden zudem die verschiedenen Erfahrungen mit praktischen Schwierigkeiten bei der Aussprache verarbeitet. Diese Studie diente dazu, im Jahre 2018 einen praktischen online-Führer zur Aussprache des Niedersorbischen zu erarbeiten. Hochwertige Tonaufnahmen wurden zusammengestellt und bestimmten Lautgruppen bzw. für den Spracherwerb wichtigen lautlichen Phänomenen zugeordnet, mit wichtigen erläuternden Texten ergänzt und auf [http://www.dolnoserbski.de www.dolnoserbski.de] als neue Dienstleistung angeboten. Dadurch steht erstmals eine praktische, durch Tonbeispiele illustrierte Anleitung zur Aussprache des Niedersorbischen zur Verfügung.&lt;br /&gt;
* '''Entwicklung einer Vorlesefunktion für die nieder- und obersorbische Schriftsprache'''&lt;br /&gt;
** Seit 2018 erfolgen die Konzeption, Planung und Entwicklung einer Vorlesesoftware für Nieder- und Obersorbisch für die Integration in Webseiten, Online-Wörterbücher u.&amp;amp;nbsp;ä. durch das Sorbische Institut in Bautzen. Geplanter Abschluss ist 2023.&lt;br /&gt;
** Seit 2023 können die beiden Vorlesestimmen Juro (niedersorbisch) und Matej (obersorbisch) in einer ersten Version ausprobiert werden.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl. [http://tts-juro-matej.serbski-institut.de http://tts-juro-matej.serbski-institut.de], [https://www.serbski-institut.de/projekte-sprachwissenschaft/entwicklung-einer-vorlesefunktion-fuer-die-nieder-und-obersorbische-schriftsprache/ Projektseite SI], [https://www.serbski-institut.de/erste-version-der-sorbischen-vorlesefunktion-und-sprachlandschaft-schleife/ Pressemitteilung SI]&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
* '''Bookii-Bücher in sorbischer Sprache'''&amp;lt;ref&amp;gt;vgl. [https://www.domowina-verlag.de/kinderbuecher/bookii-buecher.html?limit=20 https://www.domowina-verlag.de/kinderbuecher/bookii-buecher.html?limit=20]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
** Aktuell gibt es 9 Bookii-Bücher in obersorbischer Sprache&lt;br /&gt;
** und 3 Bookii-Bücher in niedersorbischer Sprache.&lt;br /&gt;
* '''bamborak''', TTS-System für Obersorbisch&amp;lt;ref name=&amp;quot;ftn56&amp;quot;&amp;gt;vgl. [https://gaussia.de/bamborak/ https://gaussia.de/bamborak]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
** Seit 2022 entwickelt K. Baier ein obersorbisches TTS-System auf Basis eines neuronalen Netzes.&lt;br /&gt;
** Bisher wurden hierfür ca. 2.400 Sätze aufgenommen und durch das neuronale Netz verarbeitet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Übersicht von bisherigen Maßnahmen und Projekten bzgl. Sprachassistenz ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weitere Projekte zu Wörterbüchern u.&amp;amp;nbsp;ä. werden in Abschnitt 5.3.2 &amp;quot;Übersicht von bisherigen Maßnahmen und Projekten bzgl. Schreibunterstützung&amp;quot; genannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| style=&amp;quot;border-spacing:0;&amp;quot;&lt;br /&gt;
|- style=&amp;quot;background-color:#d9e2f3;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot;&lt;br /&gt;
|| '''Name'''&lt;br /&gt;
|| '''Beschreibung'''&lt;br /&gt;
|| '''Zeitraum'''&lt;br /&gt;
|| '''Verantwortlich'''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | '''Audioversion des Deutsch-Niedersorbischen Wörterbuchs'''&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | Tonbeispiele zur Aussprache des Niedersorbischen&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | Seit 2014&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | Sorbisches Institut&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | '''Erarbeitung eines online-Führers mit Tonbeispielen zur Aussprache des Niedersorbischen'''&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | Veröffentlichung auf [http://www.dolnoserbski.de www.dolnoserbski.de]&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | 2018&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | Sorbisches Institut, gefördert durch die Stiftung für das sorbische Volk&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | '''Entwicklung einer Vorlesefunktion für die nieder- und obersorbische Schriftsprache'''&amp;lt;ref name=&amp;quot;ftn18&amp;quot;&amp;gt;vgl. [https://www.serbski-institut.de/de/Entwicklung-einer-Vorlesefunktion-fuer-die-nieder--und-obersorbische-Schriftsprache/ https://www.serbski-institut.de/de/Entwicklung-einer-Vorlesefunktion-fuer-die-nieder--und-obersorbische-Schriftsprache/]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | Konzeption, Planung und Entwicklung einer Vorlesesoftware für Nieder- und Obersorbisch (geplanter Abschluss 2023)&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | Seit 2018&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | Sorbisches Institut, gefördert durch das Sächsische Staatsministerium für Wissenschaft, Kultur und Tourismus (SMWK)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | '''Online-Übersetzer Deutsch-Sorbisch, Sorbisch-Deutsch'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''(zunächst Obersorbisch)'''&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | Entwicklung und Bereitstellung eines Online-Übersetzungsdienstes für Sätze und Texte, Deutsch-Sorbisch und Sorbisch-Deutsch. Als Übersetzungs­grundlage dient ein bilingualer Textkorpus, welcher erstellt wird und für das Training eines Übersetzungssystems verwendet wird.&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | Seit 2019 &lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | WITAJ-Sprachzentrum, gefördert durch die Stiftung für das sorbische Volk&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | '''Mozilla Common Voice obersorbisch und niedersorbisch'''&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | Erstellung von öffentlich zugänglichen Sprachdaten, diese stehen via CC0-Lizenz zur freien Nutzung zur Verfügung, z.&amp;amp;nbsp;B. für das Training eine Spracherkennungs-Engine&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | Seit 2019&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | engagierte Privat­personen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | '''Spracherkennung und maschinelle Übersetzung der sorbischen Sprachen'''&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | Machbarkeitsstudie zur automatischen Spracherkennung für die obersorbische Sprache, Prototypen &amp;quot;smart lamp&amp;quot; und &amp;quot;digidom&amp;quot;&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | Seit 2020&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | Stiftung für das sorbische Volk&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | '''Bereitstellung von interaktiven Spielzeugen und Büchern in den sorbischen Sprachen'''&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | Bereitstellung von interaktiven Bookii-Büchern und der sprechenden interaktiven Puppe Lingufino in den sorbischen Sprachen&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | Seit 2018&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | Domowina Verlag gGmbH und  Medienpädagogisches Projekt LUCIJA des Sorbischen Schulvereins e. V., gefördert durch die Stiftung für das sorbische Volk &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | '''Bereitstellung von Online-Vorlesefunktionen in obersorbischer Sprache'''&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | Vorlesefunktion auf Basis neuronaler Netze für Zahlen und Uhrzeit&amp;lt;ref name=&amp;quot;ftn&amp;quot;&amp;gt;vgl. [https://gaussia.de/slp/ https://gaussia.de/slp]&amp;lt;/ref&amp;gt; sowie für Texte&amp;lt;ref name=&amp;quot;ftn56&amp;quot;&amp;gt;vgl. [https://gaussia.de/bamborak/ https://gaussia.de/bamborak]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | Seit ca. 2020&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | eine engagierte Privatperson&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Fazit ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für eine funktionierende Spracherkennung der sorbischen Sprachen ist es noch ein weiter Weg, auf dem die ersten Schritte bereits gegangen wurden. Eine breite Basis an digitalen Wortsammlungen (sog. linguistischen Ressourcen) in Form von Wörterbüchern, Textkorpora sowie entsprechende morphologische Generatoren sind für beide sorbische Sprachen vorhanden, vgl. Kapitel [[5._Schreiben_auf_elektronischen_Geräten|5. Schreiben auf elektronischen Geräten]]. Hierfür sind noch die Nutzungsrechte zu klären, vgl. Kapitel [[10._Open_Access_Open_Data_Lizenzen|10. Open Access, Open Data, Lizenzen]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die hierauf aufbauenden digitalen sorbischen Sprachdienste werden aktuell gerade erst die Grundlagen gelegt oder eruiert. Für die Umsetzung einer Spracherkennung laufen aktuell 2 Projekte: das freiwillige Projekt der Sammlung von Sprachdaten mittels Mozilla common voice sowie das Projekt „Spracherkennung und maschinelle Übersetzung der sorbischen Sprachen“ der Stiftung für das sorbische Volk. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die Umsetzung einer automatischen Textübersetzung gibt es das Projekt „Online-Übersetzer Deutsch-Sorbisch, Sorbisch-Deutsch“ des WITAJ-Sprachzentrums. Dieses bezieht sich aktuell zunächst auf obersorbische Texte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für den Baustein&amp;amp;nbsp;3 „Intention erkennen, Anweisungen ausführen“ gibt es keine speziellen sorbischen Projekte, jedoch eine Reihe weltweiter Projekte, einige davon open source. Sind die weiteren Bausteine realisiert, so kann ein passendes System für die Umsetzung dieses Bausteins recherchiert werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die Sprachausgabe entwickelt das Sorbische Institut bereits eine Vorlesefunktion für beide sorbischen Sprachen, welche voraussichtlich 2023 abgeschlossen ist. Ebenso werden vom Sorbischen Institut die niedersorbischen Online-Wörterbücher nach und nach mit Tonbeispielen unterlegt. Für das Niedersorbische sind hierfür bereits umfangreiche Tonbeispiele zur Aussprache des Niedersorbischen auf [http://www.dolnoserbski.de www.dolnoserbski.de] veröffentlicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Zukünftige Maßnahmen bzgl. Sprachassistenz ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;background-color:#f6f6f6;border:1px solid #DCDCDC;padding:0.6em 0.8em;margin:0.6em 0 1em 0;&amp;quot;&amp;gt;'''Letzte Aktualisierung des Abschnitts: 2021''' &amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Bewertung der Maßnahmen'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bewertet werden Aufwand und Nutzen als grobe Einschätzungen von 1 (gering) bis 4 (sehr hoch bzw. sehr groß).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* '''Aufwand''': umfasst die geschätzten Kosten, Zeit und Personal&lt;br /&gt;
* '''Nutzen''': erwarteter Beitrag zu Vision und Zielen des Themenbereichs sowie zu den [https://koncept.serbski-inkubator.de/index.php/2.3_Strategische_Ziele_f%C3%BCr_die_sorbische_Kultur_und_Sprache strategischen Zielen für die sorbische Kultur und Sprache]&lt;br /&gt;
* '''Attraktivität''': Nutzen minus Aufwand: positiv = hoch, 0 = mittel, negativ = gering. Sie dient der Orientierung und ersetzt keine Priorisierung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== &amp;lt;span id=&amp;quot;M1.1_1&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;1.1_1 – Entwicklung einer obersorbischen Spracherkennung (HSB) ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot; style=&amp;quot;width:100%;background-color:#ffffff;color:#202122;&amp;quot;&lt;br /&gt;
! colspan=&amp;quot;2&amp;quot; style=&amp;quot;background-color:#d9e2f3;text-align:left;&amp;quot; | Maßnahme 1.1_1 – Entwicklung einer obersorbischen Spracherkennung (HSB)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;width:20%;text-align:left;&amp;quot; | Ziel&lt;br /&gt;
| Eine obersorbische Spracherkennung steht als Sprachdienst zur Verfügung und kann in priorisierten Anwendungen genutzt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left;&amp;quot; | Inhalt&lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
* Bereitstellung geeigneter Sprachdaten&lt;br /&gt;
* Entwicklung oder Anpassung von Spracherkennungsmodellen&lt;br /&gt;
* Qualitätsprüfung &lt;br /&gt;
* Bereitstellung über dokumentierte Schnittstellen&lt;br /&gt;
* Einbindung in Anwendungen &lt;br /&gt;
* Absicherung von Betrieb und Pflege&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left;&amp;quot; | Bewertung&lt;br /&gt;
| '''Aufwand: hoch''' (3/4) · '''Nutzen: sehr groß''' (4/4) · '''Attraktivität: hoch''' (+1)&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! colspan=&amp;quot;2&amp;quot; style=&amp;quot;background-color:#eaf0f8;text-align:left;&amp;quot; | Umsetzungsstand und weitere Planung (Stand: 2026)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left;&amp;quot; | Status&lt;br /&gt;
| 🟡 '''in Bearbeitung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left;&amp;quot; | Abgeschlossene Projekte&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
* '''2020-2021:''' Machbarkeitsstudie und Demonstrator „smart lamp / mudra lampa“ („digidom #1“)&lt;br /&gt;
** Fraunhofer IKTS und BTU Cottbus im Auftrag der Stiftung für das sorbische Volk&lt;br /&gt;
** [https://zalozba.de/medien/pressearchiv/detail/digidom-1-mudra-lampa/ Informationen zum Projekt]&lt;br /&gt;
* '''2023:''' Folgeprojekt „Vorbereitung der Spracherkennung für das Obersorbische für eine Diktierfunktion“&lt;br /&gt;
** Stiftung für das sorbische Volk.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left;&amp;quot; | Laufende Projekte&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
*  '''seit 2019:''' Mozilla Common Voice Obersorbisch; Sprachaufnahmen und Prüfung durch freiwillig Mitwirkende&lt;br /&gt;
** Stiftung für das sorbische Volk und WITAJ-Sprachzentrum unterstützen den Beteiligungsaufruf&lt;br /&gt;
** '''Stand 2026:''' Erweiterung des Datenbestands veröffentlicht, [https://discourse.mozilla.org/t/common-voice-scripted-speech-v27-0-and-spontaneous-speech-v5-0-released/149490 siehe Meldung]&lt;br /&gt;
* '''seit 2023:''' Entwicklung und Verbesserung von Modellen zur Automatischen Spracherkennung für Nieder- und Obersorbisch&lt;br /&gt;
** Sorbisches Institut&lt;br /&gt;
** [https://www.serbski-institut.de/projekte-sprachwissenschaft/entwicklung-und-verbesserung-von-modellen-zur-automatischen-spracherkennung-fuer-nieder-und-obersorbisch/ Informationen zum Projekt]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left;&amp;quot; | Offene Schritte&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
# Priorisierte Anwendungen und Qualitätskriterien festlegen.&lt;br /&gt;
# Vorhandene Sprachdaten und Modelle prüfen; Datenlücken und offene Nutzungsrechte klären.&lt;br /&gt;
# Spracherkennungsmodell und Sprachdienst entwickeln und anhand der Qualitätskriterien prüfen.&lt;br /&gt;
# Priorisierten Anwendungsfall pilotieren.&lt;br /&gt;
# Produktive Nutzung sowie Finanzierung, Betrieb und Pflege verbindlich organisieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== &amp;lt;span id=&amp;quot;M1.1_2&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;1.1_2 – Entwicklung einer niedersorbischen Spracherkennung (DSB) ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot; style=&amp;quot;width:100%;background-color:#ffffff;color:#202122;&amp;quot;&lt;br /&gt;
! colspan=&amp;quot;2&amp;quot; style=&amp;quot;background-color:#d9e2f3;text-align:left;&amp;quot; | Maßnahme 1.1_2 – Entwicklung einer niedersorbischen Spracherkennung (DSB)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;width:20%;text-align:left;&amp;quot; | Ziel&lt;br /&gt;
| Eine niedersorbische Spracherkennung steht als Sprachdienst zur Verfügung und kann in priorisierten Anwendungen genutzt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left;&amp;quot; | Inhalt&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
* Bereitstellung geeigneter niedersorbischer Sprachaufnahmen und zugehöriger Texte&lt;br /&gt;
* Entwicklung oder Anpassung von Spracherkennungsmodellen&lt;br /&gt;
* Qualitätsprüfung mit unterschiedlichen Sprecherinnen und Sprechern&lt;br /&gt;
* Bereitstellung über dokumentierte Schnittstellen&lt;br /&gt;
* Einbindung in Anwendungen&lt;br /&gt;
* Absicherung von Betrieb und Pflege&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left;&amp;quot; | Bewertung&lt;br /&gt;
| '''Aufwand: sehr hoch''' (4/4) · '''Nutzen: sehr groß''' (4/4) · '''Attraktivität: mittel''' (0)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! colspan=&amp;quot;2&amp;quot; style=&amp;quot;background-color:#eaf0f8;text-align:left;&amp;quot; | Umsetzungsstand und weitere Planung (Stand: 2026)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left;&amp;quot; | Status&lt;br /&gt;
| 🟡 '''in Bearbeitung''' &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Datensammlung und Modellentwicklung sind dokumentiert. &lt;br /&gt;
* Entwicklungsstand und Verfügbarkeit eines nutzbaren Sprachdienstes: &amp;lt;mark&amp;gt;prošu dodać&amp;lt;/mark&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left;&amp;quot; | Abgeschlossene Projekte&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
* &amp;lt;mark&amp;gt;prošu dodać&amp;lt;/mark&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left;&amp;quot; | Laufende Projekte&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
* '''seit 2023:''' Entwicklung und Verbesserung von Modellen zur Automatischen Spracherkennung für Nieder- und Obersorbisch&lt;br /&gt;
** Sorbisches Institut, gefördert durch die Stiftung für das sorbische Volk&lt;br /&gt;
** Niedersorbische Pilotphase ab 2023, Fertigstellung eines Prototyps für 2024 vorgesehen. &lt;br /&gt;
** &amp;lt;mark&amp;gt;staw prošu dodać&amp;lt;/mark&amp;gt;&lt;br /&gt;
** [https://www.serbski-institut.de/projekte-sprachwissenschaft/entwicklung-und-verbesserung-von-modellen-zur-automatischen-spracherkennung-fuer-nieder-und-obersorbisch/ Informationen zum Projekt]&lt;br /&gt;
* '''seit 2026:''' Mozilla Common Voice Niedersorbisch&lt;br /&gt;
** initiiert vom WITAJ-Sprachzentrum Cottbus&lt;br /&gt;
** Gewinnung und Einweisung von Sprecherinnen und Sprechern für die Sammlung von Sprachaufnahmen&lt;br /&gt;
** &amp;lt;mark&amp;gt;staw dodać?&amp;lt;/mark&amp;gt;&lt;br /&gt;
** [https://www.witaj-sprachzentrum.de/niedersorbisch/2026/09/30/common-voice-projekt-fuer-niedersorbisch-vorgestellt/ Informationen zum Projekt]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left;&amp;quot; | Offene Schritte&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
# Priorisierte Anwendungen, insbesondere eine Diktierfunktion, und anwendungsbezogene Qualitätskriterien festlegen.&lt;br /&gt;
# Vorhandene Sprachaufnahmen und Texte auf Qualität, Sprecherabdeckung, Datenlücken und Nutzungsrechte prüfen; weitere Datensammlung darauf ausrichten.&lt;br /&gt;
# Spracherkennungsmodell und Sprachdienst entwickeln oder anpassen, anhand der Qualitätskriterien prüfen und in einer priorisierten Anwendung erproben.&lt;br /&gt;
# Produktive Nutzung sowie Finanzierung, Betrieb und Pflege verbindlich organisieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== &amp;lt;span id=&amp;quot;M1.1_3&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;1.1_3 – Entwicklung eines obersorbischen Übersetzungsdienstes für Texte (HSB) ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot; style=&amp;quot;width:100%;background-color:#ffffff;color:#202122;&amp;quot;&lt;br /&gt;
! colspan=&amp;quot;2&amp;quot; style=&amp;quot;background-color:#d9e2f3;text-align:left;&amp;quot; | Maßnahme 1.1_3 – Entwicklung eines obersorbischen Übersetzungsdienstes für Texte (HSB)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;width:20%;text-align:left;&amp;quot; | Ziel&lt;br /&gt;
| Ein Übersetzungsdienst zwischen Obersorbisch und Deutsch steht zur Verfügung, kann auf den meistgenutzten elektronischen Geräten genutzt und in priorisierte Anwendungen eingebunden werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left;&amp;quot; | Inhalt&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
* Aufbau und Pflege geeigneter einsprachiger Textsammlungen und zweisprachiger Parallelkorpora&lt;br /&gt;
* Entwicklung und Weiterentwicklung von Übersetzungsmodellen&lt;br /&gt;
* Sprachliche und technische Qualitätsprüfung&lt;br /&gt;
* Bereitstellung als nutzerfreundlicher Online-Dienst und über dokumentierte Schnittstellen&lt;br /&gt;
* Einbindung in Anwendungen sowie Verbindung mit Spracherkennung und Sprachausgabe&lt;br /&gt;
* Absicherung von Betrieb und Pflege&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left;&amp;quot; | Bewertung&lt;br /&gt;
| '''Aufwand: hoch''' (3/4) · '''Nutzen: sehr groß''' (4/4) · '''Attraktivität: hoch''' (+1)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! colspan=&amp;quot;2&amp;quot; style=&amp;quot;background-color:#eaf0f8;text-align:left;&amp;quot; | Umsetzungsstand und weitere Planung (Stand: 2026)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left;&amp;quot; | Status&lt;br /&gt;
| 🔵 '''laufende Daueraufgabe''' &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Übersetzungsangebote sind verfügbar&lt;br /&gt;
* Qualitätsverbesserung, Erweiterung und Betrieb werden fortgeführt&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left;&amp;quot; | Abgeschlossene Projekte&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
* '''2019-2021:''' Entwicklung und Veröffentlichung der ersten Sotra-Version für Obersorbisch–Deutsch und Deutsch–Obersorbisch&lt;br /&gt;
** WITAJ-Sprachzentrum mit externen Entwicklungspartnern, gefördert durch die Stiftung für das sorbische Volk&lt;br /&gt;
** Öffentliche Bereitstellung im März 2021&lt;br /&gt;
** [https://www.witaj-sprachzentrum.de/obersorbisch/portfolio-items/online-uebersetzer-sotra/ Projektchronik]&lt;br /&gt;
* '''2022:''' Aufnahme des Obersorbischen in den Microsoft Translator&lt;br /&gt;
** Microsoft, unterstützt durch die Stiftung für das sorbische Volk, das WITAJ-Sprachzentrums und das Sorbische Institut&lt;br /&gt;
** Text- und Dokumentübersetzung seit Februar 2022 verfügbar&lt;br /&gt;
** [https://www.microsoft.com/en-us/translator/blog/2022/02/21/translator-celebrates-international-mother-language-day-by-adding-upper-sorbian/ Informationen zur Veröffentlichung]&lt;br /&gt;
* '''2025/2026:''' Neues Sotra-Modell für Deutsch–Obersorbisch&lt;br /&gt;
** WITAJ-Sprachzentrum und text2knowledge (t2k), Dresden&lt;br /&gt;
** im Januar 2026 öffentlich vorgestellt&lt;br /&gt;
** [https://www.witaj-sprachzentrum.de/obersorbisch/2026/01/05/sotra-app-mit-neuem-modell-fuer-die-uebersetzungsrichtung-deutsch-obersorbisch/ Informationen zum Modell]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left;&amp;quot; | Laufende Projekte&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
* '''Seit 2021:''' Betrieb und Weiterentwicklung von Sotra für Obersorbisch&lt;br /&gt;
** WITAJ-Sprachzentrum&lt;br /&gt;
** Ausbau der Textkorpora und Weiterentwicklung der Übersetzungsmodelle&lt;br /&gt;
** &amp;lt;mark&amp;gt; dalše dodać?&amp;lt;/mark&amp;gt;&lt;br /&gt;
** [https://www.witaj-sprachzentrum.de/obersorbisch/wp-content/uploads/sites/3/2026/05/T%C3%A4tigkeitsbericht-2025.pdf Tätigkeitsbericht 2025, S. 3 und 6], [https://www.witaj-sprachzentrum.de/niedersorbisch/wp-content/uploads/sites/2/2026/06/Arbeitsplan-2026.pdf Arbeitsplan 2026, S. 3 und 5]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left;&amp;quot; | Offene Schritte&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
# Textkorpora anhand tatsächlich auftretender Übersetzungsfehler, fehlender Fachbegriffe und benötigter Textarten erweitern, Nutzungsrechte dokumentieren.&lt;br /&gt;
# Vorhandene Schnittstellen und Einbindungsmöglichkeiten prüfen, dokumentieren und für priorisierte Anwendungen nutzbar machen.&lt;br /&gt;
# Die geplante Verbindung mit der obersorbischen Sprachausgabe gemäß [[#M1.1_5|Maßnahme 1.1_5]] prüfen und umsetzen, die Eignung für Simultanübersetzung gemeinsam mit [[#M1.1_1|Maßnahme 1.1_1]] gesondert erproben.&lt;br /&gt;
# Finanzierung, technische Betreuung und regelmäßige Qualitätsprüfung langfristig absichern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== &amp;lt;span id=&amp;quot;M1.1_4&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;1.1_4 – Entwicklung eines niedersorbischen Übersetzungsdienstes für Texte (DSB) ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot; style=&amp;quot;width:100%;background-color:#ffffff;color:#202122;&amp;quot;&lt;br /&gt;
! colspan=&amp;quot;2&amp;quot; style=&amp;quot;background-color:#d9e2f3;text-align:left;&amp;quot; | Maßnahme 1.1_4 – Entwicklung eines niedersorbischen Übersetzungsdienstes für Texte (DSB)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;width:20%;text-align:left;&amp;quot; | Ziel&lt;br /&gt;
| Ein Übersetzungsdienst zwischen Niedersorbisch und Deutsch &amp;lt;mark&amp;gt;steht zur Verfügung, kann auf den meistgenutzten elektronischen Geräten genutzt und in priorisierte Anwendungen eingebunden werden.&amp;lt;/mark&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left;&amp;quot; | Inhalt&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
* Aufbau und Pflege geeigneter niedersorbischer Textsammlungen und zweisprachiger Parallelkorpora&lt;br /&gt;
* Entwicklung und Weiterentwicklung von Übersetzungsmodellen unter Nutzung geeigneter gemeinsamer Bausteine mit dem Obersorbischen&lt;br /&gt;
* Eigenständige sprachliche und technische Qualitätsprüfung für Niedersorbisch&lt;br /&gt;
* Bereitstellung als nutzerfreundlicher Online-Dienst und über dokumentierte Schnittstellen&lt;br /&gt;
* Einbindung in Anwendungen sowie Verbindung mit Spracherkennung und Sprachausgabe&lt;br /&gt;
* Absicherung von Betrieb und Pflege&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left;&amp;quot; | Bewertung&lt;br /&gt;
| '''Aufwand: sehr hoch''' (4/4) · '''Nutzen: sehr groß''' (4/4) · '''Attraktivität: mittel''' (0)&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! colspan=&amp;quot;2&amp;quot; style=&amp;quot;background-color:#eaf0f8;text-align:left;&amp;quot; | Umsetzungsstand und weitere Planung (Stand: 2026)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left;&amp;quot; | Status&lt;br /&gt;
| 🔵 '''laufende Daueraufgabe''' &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Übersetzungsangebote sind verfügbar&lt;br /&gt;
* Qualitätsverbesserung, Erweiterung und Betrieb werden fortgeführt&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left;&amp;quot; | Abgeschlossene Projekte&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
* '''2021-2022:''' Entwicklung und Veröffentlichung der niedersorbischen Sotra-Version&lt;br /&gt;
** WITAJ-Sprachzentrum mit externen Entwicklungspartnern und Unterstützung des Sorbischen Instituts durch Sprachdaten&lt;br /&gt;
** Seit 2022: Übersetzungen zwischen Niedersorbisch und Deutsch sowie zwischen Nieder- und Obersorbisch&lt;br /&gt;
** [https://www.witaj-sprachzentrum.de/niedersorbisch/2022/09/15/online-uebersetzungsprogramm-sotra-jetzt-auch-fuer-niedersorbisch/ Informationen zur Veröffentlichung]&lt;br /&gt;
* '''2023:''' Aufnahme des Niedersorbischen in den Microsoft Translator&lt;br /&gt;
** Microsoft, unterstützt durch die Stiftung für das sorbische Volk, das Sorbische Institut und das WITAJ-Sprachzentrum&lt;br /&gt;
** Text- und Dokumentübersetzung seit 2023 verfügbar&lt;br /&gt;
** [https://www.microsoft.com/en-us/translator/blog/2023/04/20/introducing-lower-sorbian/ Informationen zur Veröffentlichung]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left;&amp;quot; | Laufende Projekte&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
* '''Seit 2022:''' Weiterentwicklung und Betrieb von Sotra für Niedersorbisch&lt;br /&gt;
** WITAJ-Sprachzentrum, Zusammenarbeit mit text2knowledge (t2k) &lt;br /&gt;
** Erweiterung der niedersorbischen Textkorpora und Verbesserung der Übersetzungsmodelle&lt;br /&gt;
** &amp;lt;mark&amp;gt;dalše dodać?&amp;lt;/mark&amp;gt;&lt;br /&gt;
** [https://www.witaj-sprachzentrum.de/obersorbisch/wp-content/uploads/sites/3/2026/05/T%C3%A4tigkeitsbericht-2025.pdf Tätigkeitsbericht 2025, S. 3 und 6], [https://www.witaj-sprachzentrum.de/niedersorbisch/wp-content/uploads/sites/2/2026/06/Arbeitsplan-2026.pdf Arbeitsplan 2026, S. 3 und 5]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left;&amp;quot; | Offene Schritte&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
# Fehlende Textarten, Fachbegriffe und sprachliche Erscheinungen in den Textkorpora gezielt ergänzen, Nutzungsrechte dokumentieren.&lt;br /&gt;
# Übertragbare technische Lösungen aus [[#M1.1_3|Maßnahme 1.1_3]] nutzen, ihre Qualität für Niedersorbisch gesondert prüfen.&lt;br /&gt;
# Schnittstellen für priorisierte Anwendungen dokumentieren und die Verbindung mit [[#M1.1_6|niedersorbischer Sprachausgabe]] erproben, Anforderungen einer späteren Simultanübersetzung mit [[#M1.1_2|niedersorbischer Spracherkennung]] gesondert prüfen.&lt;br /&gt;
# Finanzierung, technische Betreuung und regelmäßige Qualitätsprüfung langfristig absichern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== &amp;lt;span id=&amp;quot;M1.1_5&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;1.1_5 und 1.1_6 - Entwicklung einer Sprachausgabe (HSB, DSB) ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| style=&amp;quot;border-spacing:0;width: 100%;&amp;quot;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| align=center style=&amp;quot;background-color:#d9e2f3;border:0.5pt solid #000000;width: 20%;&amp;quot; | '''1.1_5 und 1.1_6'''&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;background-color:#d9e2f3;border:0.5pt solid #000000;width: 80%;&amp;quot; | '''Entwicklung einer Sprachausgabe (HSB, DSB)'''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;background-color:#d9e2f3;border:0.5pt solid #000000;width: 20%;&amp;quot; | '''Zielstellung'''&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;width: 80%;&amp;quot; | Eine Sprachausgabe in beiden sorbischen Sprachen ist auf den meistgenutzten elektronischen Geräten nutzbar.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;background-color:#d9e2f3;border:0.5pt solid #000000;width: 20%;&amp;quot; | '''Inhalt'''&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;width: 80%;&amp;quot; | Erstellung vollständiger Audio-Wörterbücher / phonetischer Wörterbücher als Basis für eine Sprachausgabe / Vorlesefunktion (TTS).&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;background-color:#d9e2f3;border:0.5pt solid #000000;width: 20%;&amp;quot; | '''Schritte'''&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;background-color:transparent;border:0.5pt solid #000000;width: 80%;&amp;quot; | &lt;br /&gt;
# &amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:0.61cm;margin-right:0cm;&amp;quot;&amp;gt;Prüfung der Ergebnisse der Entwicklung einer Vorlesefunktion für beide sorbische Sprachen durch das Sorbische Institut, ca. 2023&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
# &amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:0.61cm;margin-right:0cm;&amp;quot;&amp;gt;Festlegung und Umsetzung von weiteren Schritten zur Entwicklung einer Sprachausgabe &amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
{| style=&amp;quot;border-spacing:0;width: 100%;&amp;quot;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;background-color:#d9e2f3;border:0.5pt solid #000000;width: 50%;&amp;quot; | '''Geschätzter Aufwand:''' hoch (3 / 4)&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;background-color:#d9e2f3;border:0.5pt solid #000000;width: 50%;&amp;quot; | '''Erwarteter Nutzen:''' sehr groß (4 / 4)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;width: 50%;&amp;quot; | &lt;br /&gt;
* &amp;lt;div style=&amp;quot;color:#000000;margin-left:0.34cm;margin-right:0cm;&amp;quot;&amp;gt;es ist ein langer und schwerer Weg mit breiter Grundlagenarbeit&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
* &amp;lt;div style=&amp;quot;color:#000000;margin-left:0.34cm;margin-right:0cm;&amp;quot;&amp;gt;der Aufwand für die Erstellung einer Vorlese­funktion für beide sorbische Sprachen ist einge­plant beim Sorbischen Institut von 2018 bis 2023&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;width: 50%;&amp;quot; | &lt;br /&gt;
* &amp;lt;div style=&amp;quot;color:#000000;margin-left:0.34cm;margin-right:0cm;&amp;quot;&amp;gt;s. o.&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== &amp;lt;span id=&amp;quot;M1.1_5&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;1.1_5 – Entwicklung einer obersorbischen Sprachausgabe (HSB) ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot; style=&amp;quot;width:100%;background-color:#ffffff;color:#202122;&amp;quot;&lt;br /&gt;
! colspan=&amp;quot;2&amp;quot; style=&amp;quot;background-color:#d9e2f3;text-align:left;&amp;quot; | Maßnahme 1.1_5 – Entwicklung einer obersorbischen Sprachausgabe (HSB)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;width:20%;text-align:left;&amp;quot; | Ziel&lt;br /&gt;
| Eine obersorbische Sprachausgabe steht als Sprachdienst zur Verfügung und kann Texte in priorisierten Anwendungen verständlich vorlesen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left;&amp;quot; | Inhalt&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
* Bereitstellung geeigneter Sprachaufnahmen, Texte und Ausspracheinformationen&lt;br /&gt;
* Entwicklung oder Anpassung von Modellen zur automatischen Sprachausgabe (Text-to-Speech, TTS)&lt;br /&gt;
* Qualitätsprüfung hinsichtlich Aussprache, Verständlichkeit und Natürlichkeit&lt;br /&gt;
* Bereitstellung über dokumentierte Schnittstellen&lt;br /&gt;
* Einbindung in Webseiten, Übersetzungsdienste und weitere priorisierte Anwendungen&lt;br /&gt;
* Absicherung von Betrieb und Pflege&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left;&amp;quot; | Bewertung&lt;br /&gt;
| '''Aufwand: hoch''' (3/4) · '''Nutzen: sehr groß''' (4/4) · '''Attraktivität: hoch''' (+1)&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! colspan=&amp;quot;2&amp;quot; style=&amp;quot;background-color:#eaf0f8;text-align:left;&amp;quot; | Umsetzungsstand und weitere Planung (Stand: 2026)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left;&amp;quot; | Status&lt;br /&gt;
| 🟡 '''in Bearbeitung''' &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Vorlesefunktionen sind vorhanden&lt;br /&gt;
* Einbindung in priorisierten Anwendungen ist noch in Entwicklung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left;&amp;quot; | Abgeschlossene Projekte&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
* '''2018-2024:''' Entwicklung einer Vorlesefunktion für die nieder- und obersorbische Schriftsprache – obersorbischer Teil „Matej“&lt;br /&gt;
** Sorbisches Institut, Förderung durch den Freistaat Sachsen&lt;br /&gt;
** Erste öffentliche Version 2023&lt;br /&gt;
** [https://www.serbski-institut.de/projekte-sprachwissenschaft/entwicklung-einer-vorlesefunktion-fuer-die-nieder-und-obersorbische-schriftsprache/ Informationen zum Projekt]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left;&amp;quot; | Laufende Projekte&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
* '''Seit 2025:''' Bereitstellung und Webeinbindung der Vorlesefunktion „Matej“&lt;br /&gt;
** Sorbisches Institut&lt;br /&gt;
** Auf den obersorbischen Institutsseiten eingebunden, Erweiterung auf weitere Webseiten möglich.&lt;br /&gt;
** &amp;lt;mark&amp;gt;dalše dodać?&amp;lt;/mark&amp;gt;&lt;br /&gt;
** [https://www.serbski-institut.de/projekte-sprachwissenschaft/entwicklung-einer-vorlesefunktion-fuer-die-nieder-und-obersorbische-schriftsprache/ Informationen zum Dienst] · [https://github.com/Sorbisches-Institut/Serbski-TTS Programmkomponenten]&lt;br /&gt;
* '''Seit 2022:''' bamborak – obersorbische Sprachausgabe&lt;br /&gt;
** Korla Baier, frei zugängliches Entwicklungsprojekt&lt;br /&gt;
** Software und Modelle sind veröffentlicht&lt;br /&gt;
** &amp;lt;mark&amp;gt;aktualny staw dodać?&amp;lt;/mark&amp;gt;&lt;br /&gt;
** [https://digiserb.de/projekt/bamborak/ Projektbeschreibung] · [https://github.com/Korla-tech/bamborak Quellcode und Hinweise zu den Modellen]&lt;br /&gt;
* '''Seit 2025:''' Vorlesefunktionen im Umfeld von serbski.chat und Sotra&lt;br /&gt;
** WITAJ-Sprachzentrum&lt;br /&gt;
** seit 2025: Vorlesefunktionen in serbski.chat &lt;br /&gt;
** Die Verbindung von Sotra mit den Vorlesefunktionen des Sorbischen Instituts und bamborak ist für 2026 vorgesehen.&lt;br /&gt;
** &amp;lt;mark&amp;gt;aktualny staw dodać?&amp;lt;/mark&amp;gt;&lt;br /&gt;
** [https://www.witaj-sprachzentrum.de/obersorbisch/wp-content/uploads/sites/3/2026/05/T%C3%A4tigkeitsbericht-2025.pdf Tätigkeitsbericht 2025, S. 7] · [https://www.witaj-sprachzentrum.de/niedersorbisch/wp-content/uploads/sites/2/2026/06/Arbeitsplan-2026.pdf Arbeitsplan 2026, S. 5]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left;&amp;quot; | Offene Schritte&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
# Qualität, Nutzungsbedingungen und Einbindungsmöglichkeiten von Matej und bamborak gemeinsam mit den Entwicklern erheben.&lt;br /&gt;
# Priorisierte Anwendungen und passende Qualitätskriterien festlegen, insbesondere für barrierearmes Vorlesen, Übersetzungsdienste und Lernmaterialien.&lt;br /&gt;
# Aussprachefehler und fehlende Sprachdaten gezielt bearbeiten, Rechte an Aufnahmen, Stimmen, Modellen und erzeugten Audiodateien klären.&lt;br /&gt;
# Die geplante &amp;quot;sotra&amp;quot;-Einbindung prüfen und eine priorisierte Anwendung erproben. Die Eignung für die automatische Vertonung von Untertiteln oder Lernfilmen gesondert bewerten.&lt;br /&gt;
# Schnittstellen, Betrieb, Pflege und Finanzierung für die eingesetzten Dienste absichern.&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== &amp;lt;span id=&amp;quot;M1.1_7&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;1.1_7 - Finden einer Software für 'Intention und Anweisungen' ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| style=&amp;quot;border-spacing:0;width: 100%;&amp;quot;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| align=center style=&amp;quot;background-color:#d9e2f3;border:0.5pt solid #000000;width: 20%;&amp;quot; | '''1.1_7'''&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;background-color:#d9e2f3;border:0.5pt solid #000000;width: 80%;&amp;quot; | '''Finden einer Software für 'Intention und Anweisungen''''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;background-color:#d9e2f3;border:0.5pt solid #000000;width: 20%;&amp;quot; | '''Zielstellung'''&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;width: 80%;&amp;quot; | Für die Interaktion mit elektronischen Geräten kann die gesprochene sorbische Sprache gleichwertig zur geschriebenen Sprache genutzt werden.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;background-color:#d9e2f3;border:0.5pt solid #000000;width: 20%;&amp;quot; | '''Inhalt'''&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;width: 80%;&amp;quot; | Für eine vollständige Sprachassistenz ist diese Maßnahme abschließend durchzuführen. Hierfür kann am Markt nach vorhandenen Programmen recherchiert werden, welche die Intention des Nutzers erkennen, Anweisungen ableiten und ausführen können.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
{| style=&amp;quot;border-spacing:0;width: 100%;&amp;quot;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;background-color:#d9e2f3;border:0.5pt solid #000000;width: 50%;&amp;quot; | '''Geschätzter Aufwand:''' moderat (2 / 4)&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;background-color:#d9e2f3;border:0.5pt solid #000000;width: 50%;&amp;quot; | '''Erwarteter Nutzen:''' moderat (2 / 4)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;width: 50%;&amp;quot; | &lt;br /&gt;
* &amp;lt;div style=&amp;quot;color:#000000;margin-left:0.34cm;margin-right:0cm;&amp;quot;&amp;gt;entsprechende Software gibt es als Open-Source-Projekte&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
* &amp;lt;div style=&amp;quot;color:#000000;margin-left:0.34cm;margin-right:0cm;&amp;quot;&amp;gt;diese muss recherchiert und getestet sowie angepasst werden&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;width: 50%;&amp;quot; | &lt;br /&gt;
* &amp;lt;div style=&amp;quot;color:#000000;margin-left:0.34cm;margin-right:0cm;&amp;quot;&amp;gt;diese Software ist der letzte Baustein zum vollständigen Sprachassistenten&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
* &amp;lt;div style=&amp;quot;color:#000000;margin-left:0.34cm;margin-right:0cm;&amp;quot;&amp;gt;dieser hat einen sehr großen Einfluss sowohl auf die Visionen für die sorbische digitale Welt 2025 als auch auf die strate­gischen Ziele für die sorbische Kultur und Sprache &amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
* &amp;lt;div style=&amp;quot;color:#000000;margin-left:0.34cm;margin-right:0cm;&amp;quot;&amp;gt;allen Sorben und Lernenden eröffnen sich neue Sprachräume mit Sprachassistenten&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
* &amp;lt;div style=&amp;quot;color:#000000;margin-left:0.34cm;margin-right:0cm;&amp;quot;&amp;gt;ohne Finalisierung der Vorgänger-Maßnahmen entsteht hier kein Nutzen&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
----&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Měrko Šenk</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://koncept.serbski-inkubator.de/index.php?title=Wu%C5%BEiwar:M%C4%9Brko_%C5%A0enk/1.1_Sprechen_mit_elektronischen_Ger%C3%A4ten&amp;diff=1170</id>
		<title>Wužiwar:Měrko Šenk/1.1 Sprechen mit elektronischen Geräten</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://koncept.serbski-inkubator.de/index.php?title=Wu%C5%BEiwar:M%C4%9Brko_%C5%A0enk/1.1_Sprechen_mit_elektronischen_Ger%C3%A4ten&amp;diff=1170"/>
		<updated>2026-10-16T11:37:23Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Měrko Šenk: /* 1.1_5 – Entwicklung einer obersorbischen Sprachausgabe (HSB) */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;__NOINDEX__&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
__TOC__&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Management Summary ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| style=&amp;quot;border-spacing:0;&amp;quot;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;background-color:#d9e2f3;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0.101cm;padding-bottom:0.101cm;padding-left:0.199cm;padding-right:0.199cm;&amp;quot; | &lt;br /&gt;
'''Handlungsfeld'''&lt;br /&gt;
| colspan=&amp;quot;2&amp;quot;  style=&amp;quot;background-color:#d9e2f3;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0.101cm;padding-bottom:0.101cm;padding-left:0.199cm;padding-right:0.199cm;&amp;quot; | &lt;br /&gt;
'''1 Digitale Sprachnutzung'''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;background-color:#d9e2f3;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0.101cm;padding-bottom:0.101cm;padding-left:0.199cm;padding-right:0.199cm;&amp;quot; | &lt;br /&gt;
'''Themenbereich'''&lt;br /&gt;
| colspan=&amp;quot;2&amp;quot;  style=&amp;quot;background-color:#d9e2f3;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0.101cm;padding-bottom:0.101cm;padding-left:0.199cm;padding-right:0.199cm;&amp;quot; | &lt;br /&gt;
'''1.1 Sprechen mit elektronischen Geräten'''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;background-color:#d9e2f3;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0.101cm;padding-bottom:0.101cm;padding-left:0.199cm;padding-right:0.199cm;&amp;quot; | &lt;br /&gt;
'''Beschreibung'''&lt;br /&gt;
| colspan=&amp;quot;2&amp;quot;  style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0.101cm;padding-bottom:0.101cm;padding-left:0.199cm;padding-right:0.199cm;&amp;quot; | &lt;br /&gt;
Unterstützung des Anwenders beim Sprechen mit elektron. Geräten in sorbischer Sprache&lt;br /&gt;
* '''Sprachausgabe''': das Vorlesen geschriebener sorbischer Wörter&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
* '''Spracherkennung''': das Erkennen und Darstellen von gesprochenen sorbischen Wörtern durch elektronische Geräte&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
* '''Sprachverarbeitung''': das Verarbeiten gesprochener sorbischer Wörter und Reagieren darauf&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;background-color:#d9e2f3;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | &lt;br /&gt;
'''Vision'''&lt;br /&gt;
| colspan=&amp;quot;2&amp;quot;  style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.5cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | &lt;br /&gt;
'''Überall dort, wo sich mit digitalen Geräten sprechen lässt, können Ober- und Niedersorbisch gleichwertig mit Deutsch verwendet werden.'''&lt;br /&gt;
&amp;lt;br&amp;gt;&amp;lt;mark&amp;gt;Alternatiwa: &amp;lt;/mark&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;Überall dort, wo sich mit digitalen Geräten sprechen lässt, können Ober- und Niedersorbisch &amp;lt;mark&amp;gt;ebenso wie&amp;lt;/mark&amp;gt; Deutsch verwendet werden.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;background-color:#d9e2f3;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | &lt;br /&gt;
'''Ziele'''&lt;br /&gt;
| colspan=&amp;quot;2&amp;quot;  style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0.12cm;padding-bottom:0.25cm;padding-left:0.1cm;padding-right:0.2cm;&amp;quot; | &lt;br /&gt;
# '''Spracherkennung / Diktierfunktion''': In ausgewählten Betriebssystemen und Anwendungen können Texte auf Ober- und Niedersorbisch diktiert werden. Gesprochene Wörter und Sätze werden erkannt und in geschriebenen Text umgewandelt.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
# '''Sprachausgabe / Vorlesefunktion''': Ausgewählte Systeme und Anwendungen können ober- und niedersorbische Texte vorlesen. Sorbische Inhalte werden dadurch auch für Menschen zugänglich, die Texte nicht oder nur eingeschränkt lesen können (Barrierefreiheit).&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
# '''KI-gestützte Synchronisation von Filmen''': Dokumentationen, Lernfilme und weitere Filme können mithilfe künstlicher Intelligenz gesprochene ober- und niedersorbische Sprachfassungen erhalten.&lt;br /&gt;
# '''Simultanübersetzung''': In mehrsprachigen Videokonferenzen, Gesprächen und Veranstaltungen können gesprochene Beiträge automatisch und nahezu in Echtzeit von und nach Ober- und Niedersorbisch übersetzt werden.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| colspan=&amp;quot;2&amp;quot;  style=&amp;quot;background-color:#d9e2f3;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | &lt;br /&gt;
'''IST-Analyse – Sprachassistenzsysteme''' (Stand: 2021)&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;background-color:#d9e2f3;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | &lt;br /&gt;
'''IST-Analyse – sorbische Projekte'''  (Stand: 2023)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| colspan=&amp;quot;2&amp;quot;  style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | &lt;br /&gt;
''4 Bausteine der Sprachassistenz: ''&lt;br /&gt;
# &amp;lt;div style=&amp;quot;color:#000000;margin-left:0.54cm;margin-right:0cm;&amp;quot;&amp;gt;'''Spracherkennung'''&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
#* &amp;lt;div style=&amp;quot;color:#000000;margin-left:0.547cm;margin-right:0cm;&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;u&amp;gt;Ziel&amp;lt;/u&amp;gt;: phonetisches Wörterbuch, dafür &amp;lt;u&amp;gt;notwendig&amp;lt;/u&amp;gt;:&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
#* &amp;lt;div style=&amp;quot;color:#000000;margin-left:0.547cm;margin-right:0cm;&amp;quot;&amp;gt;große Basis an geschriebenen und gesprochenen Sätzen für das Anlernen eines Spracherkennungs-Systems&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
# &amp;lt;div style=&amp;quot;color:#000000;margin-left:0.54cm;margin-right:0cm;&amp;quot;&amp;gt;'''Textübersetzung'''&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
#* &amp;lt;div style=&amp;quot;color:#000000;margin-left:0.547cm;margin-right:0cm;&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;u&amp;gt;Notwendig&amp;lt;/u&amp;gt;: umfangreicher 2-sprachiger Textkorpus im speziellen Format&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
# &amp;lt;div style=&amp;quot;color:#000000;margin-left:0.54cm;margin-right:0cm;&amp;quot;&amp;gt;'''Intention erkennen, Anweisungen ausführen'''&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
#* &amp;lt;div style=&amp;quot;color:#000000;margin-left:0.54cm;margin-right:0cm;&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;u&amp;gt;Ziel&amp;lt;/u&amp;gt;: Intention des Nutzers erkennen, Anweisungen ableiten und ausführen &amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
#* &amp;lt;div style=&amp;quot;color:#000000;margin-left:0.54cm;margin-right:0cm;&amp;quot;&amp;gt;Spezielle Systeme notwendig&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
# &amp;lt;div style=&amp;quot;color:#000000;margin-left:0.54cm;margin-right:0cm;&amp;quot;&amp;gt;'''Sprachausgabe'''&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
#* &amp;lt;div style=&amp;quot;color:#000000;margin-left:0.547cm;margin-right:0cm;&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;u&amp;gt;Notwendig&amp;lt;/u&amp;gt;: Audio-Wörterbuch, phonetisches Wörterbuch&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | &lt;br /&gt;
Handlungsbedarf als Farbe: &amp;lt;span style=&amp;quot;background-color:#c5e0b3;&amp;quot;&amp;gt;gering&amp;lt;/span&amp;gt;, &amp;lt;span style=&amp;quot;background-color:#ffff00;&amp;quot;&amp;gt;groß&amp;lt;/span&amp;gt;, &amp;lt;span style=&amp;quot;background-color:#f69292;&amp;quot;&amp;gt;sehr groß&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
{| style=&amp;quot;border-spacing:0;&amp;quot;&lt;br /&gt;
|- style=&amp;quot;border:0.5pt solid #d0cece;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.101cm;padding-right:0.101cm;&amp;quot;&lt;br /&gt;
| align=right| '''Aktueller Stand'''&lt;br /&gt;
| align=center| '''Obersorbisch'''&lt;br /&gt;
| align=center| '''Nieder­sorbisch'''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;background-color:transparent;border:0.5pt solid #d0cece;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.101cm;padding-right:0.101cm;&amp;quot; | &lt;br /&gt;
&amp;lt;span style=&amp;quot;color:#000000;&amp;quot;&amp;gt;'''1. Spracherkennung'''&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
| align=center style=&amp;quot;background-color:transparent;border:0.5pt solid #d0cece;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.101cm;padding-right:0.101cm;&amp;quot; | &lt;br /&gt;
| align=center style=&amp;quot;background-color:transparent;border:0.5pt solid #d0cece;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.101cm;padding-right:0.101cm;&amp;quot; | &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;background-color:transparent;border:0.5pt solid #d0cece;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.101cm;padding-right:0.101cm;&amp;quot; | &lt;br /&gt;
Mozilla common voice&lt;br /&gt;
* &amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:0.289cm;margin-right:0cm;&amp;quot;&amp;gt;geschriebene Sätze&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
* &amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:0.289cm;margin-right:0cm;&amp;quot;&amp;gt;gesprochene Minuten&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;background-color:#ffff00;border:0.5pt solid #d0cece;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.101cm;padding-right:0.101cm;&amp;quot; | &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;gt; 7.500&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
171&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;background-color:#f69292;border:0.5pt solid #d0cece;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.101cm;padding-right:0.101cm;&amp;quot; | &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
0&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
0 &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;background-color:transparent;border:0.5pt solid #d0cece;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.101cm;padding-right:0.101cm;&amp;quot; | &lt;br /&gt;
Projekt Sprach­erkennung und maschin. Übersetzung&lt;br /&gt;
* &amp;lt;div style=&amp;quot;color:#000000;margin-left:0.289cm;margin-right:0cm;&amp;quot;&amp;gt;Prototyp „digidom“ veröffentlicht&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
| align=center style=&amp;quot;background-color:#e2efd9;border:0.5pt solid #d0cece;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.101cm;padding-right:0.101cm;&amp;quot; | &lt;br /&gt;
seit 2020&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2022&lt;br /&gt;
| align=center style=&amp;quot;background-color:#e2efd9;border:0.5pt solid #d0cece;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.101cm;padding-right:0.101cm;&amp;quot; | &lt;br /&gt;
seit 2020&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
in Planung&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;background-color:transparent;border:0.5pt solid #d0cece;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.101cm;padding-right:0.101cm;color:#000000;&amp;quot; | '''2. Textübersetzung'''&lt;br /&gt;
| align=center style=&amp;quot;background-color:transparent;border:0.5pt solid #d0cece;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.101cm;padding-right:0.101cm;&amp;quot; | &lt;br /&gt;
| align=center style=&amp;quot;background-color:transparent;border:0.5pt solid #d0cece;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.101cm;padding-right:0.101cm;&amp;quot; | &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;background-color:transparent;border:0.5pt solid #d0cece;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.101cm;padding-right:0.101cm;&amp;quot; | &lt;br /&gt;
* &amp;lt;div style=&amp;quot;color:#000000;margin-left:0.289cm;margin-right:0cm;&amp;quot;&amp;gt;notwendiger Textkorpus&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
| align=center style=&amp;quot;background-color:#e2efd9;border:0.5pt solid #d0cece;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.101cm;padding-right:0.101cm;&amp;quot; | groß&lt;br /&gt;
| align=center style=&amp;quot;background-color:#e2efd9;border:0.5pt solid #d0cece;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.101cm;padding-right:0.101cm;&amp;quot; | groß&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;background-color:transparent;border:0.5pt solid #d0cece;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.101cm;padding-right:0.101cm;color:#000000;&amp;quot; | '''3. Intention, Anweisung'''&lt;br /&gt;
| align=center style=&amp;quot;background-color:transparent;border:0.5pt solid #d0cece;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.101cm;padding-right:0.101cm;&amp;quot; | &lt;br /&gt;
| align=center style=&amp;quot;background-color:transparent;border:0.5pt solid #d0cece;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.101cm;padding-right:0.101cm;&amp;quot; | &lt;br /&gt;
|- style=&amp;quot;background-color:#e2efd9;border:0.5pt solid #d0cece;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.101cm;padding-right:0.101cm;&amp;quot;&lt;br /&gt;
| colspan=&amp;quot;3&amp;quot; | &lt;br /&gt;
* &amp;lt;div style=&amp;quot;color:#000000;margin-left:0.289cm;margin-right:0cm;&amp;quot;&amp;gt;Spätere Recherche und Nutzung von bestehenden Systemen (z.&amp;amp;nbsp;B. open source)&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;background-color:transparent;border:0.5pt solid #d0cece;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.101cm;padding-right:0.101cm;color:#000000;&amp;quot; | '''4. Sprachausgabe'''&lt;br /&gt;
| align=center style=&amp;quot;background-color:transparent;border:0.5pt solid #d0cece;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.101cm;padding-right:0.101cm;&amp;quot; | &lt;br /&gt;
| align=center style=&amp;quot;background-color:transparent;border:0.5pt solid #d0cece;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.101cm;padding-right:0.101cm;&amp;quot; | &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;background-color:transparent;border:0.5pt solid #d0cece;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.101cm;padding-right:0.101cm;&amp;quot; | &lt;br /&gt;
Entwicklung Vorlese­funktion im Sorbischen Institut&lt;br /&gt;
* &amp;lt;div style=&amp;quot;color:#000000;margin-left:0.289cm;margin-right:0cm;&amp;quot;&amp;gt;Prototyp Juro und Matej veröffentlicht&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
| align=center style=&amp;quot;background-color:#e2efd9;border:0.5pt solid #d0cece;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.101cm;padding-right:0.101cm;&amp;quot; | &lt;br /&gt;
2018 - 2023&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2023&lt;br /&gt;
| align=center style=&amp;quot;background-color:#e2efd9;border:0.5pt solid #d0cece;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.101cm;padding-right:0.101cm;&amp;quot; | &lt;br /&gt;
2018 – 2023&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2023&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;background-color:transparent;border:0.5pt solid #d0cece;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.101cm;padding-right:0.101cm;&amp;quot; | &lt;br /&gt;
private Entwicklung Online-Vorlesefunktionen mittels KI&lt;br /&gt;
| align=center style=&amp;quot;background-color:#e2efd9;border:0.5pt solid #d0cece;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.101cm;padding-right:0.101cm;&amp;quot; | seit 2020&lt;br /&gt;
| align=center style=&amp;quot;background-color:#f69292;border:0.5pt solid #d0cece;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.101cm;padding-right:0.101cm;&amp;quot; | -&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| style=&amp;quot;border-spacing:0;&amp;quot;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| colspan=&amp;quot;3&amp;quot; style=&amp;quot;background-color:#d9e2f3;border:0.5pt solid #000000;padding:0.101cm 0.199cm;&amp;quot; |&lt;br /&gt;
'''SOLL-Konzeption – zukünftige Maßnahmen und Aufgaben'''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| colspan=&amp;quot;3&amp;quot; style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding:0.6em;&amp;quot; |&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot; style=&amp;quot;width:100%;margin:0;&amp;quot;&lt;br /&gt;
! style=&amp;quot;width:13%;&amp;quot; | Sub-Thema&lt;br /&gt;
! style=&amp;quot;width:6%;&amp;quot; | Nr.&lt;br /&gt;
! style=&amp;quot;width:27%;&amp;quot; | Maßnahme&lt;br /&gt;
! style=&amp;quot;width:14%;&amp;quot; | Status&lt;br /&gt;
! style=&amp;quot;width:40%;&amp;quot; | Nächster Schritt&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Spracherkennung&lt;br /&gt;
| [[#M1.1_1|1.1_1]]&lt;br /&gt;
| [[#M1.1_1|Entwicklung einer obersorbischen Spracherkennung (HSB)]]&lt;br /&gt;
| 🟡 in Bearbeitung&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
* Aktuellen Stand der Machbarkeitsstudie und der Folgearbeiten erheben;&lt;br /&gt;
* Ziel, Qualitätskriterien, Verantwortliche und Integrationswege festlegen.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Spracherkennung&lt;br /&gt;
| [[#M1.1_2|1.1_2]]&lt;br /&gt;
| [[#M1.1_2|Entwicklung einer niedersorbischen Spracherkennung (DSB)]]&lt;br /&gt;
| 🟡 in Bearbeitung&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
* Vorhandene Daten und Modelle prüfen;&lt;br /&gt;
* Vorgehen und Abhängigkeiten zu Maßnahme 1.1_1 festlegen.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Übersetzungsdienst&lt;br /&gt;
| [[#M1.1_3|1.1_3]]&lt;br /&gt;
| [[#M1.1_3|Entwicklung eines obersorbischen Übersetzungsdienstes für Texte (HSB)]]&lt;br /&gt;
| 🔵 laufende Daueraufgabe&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
* neue Technologien implementieren&lt;br /&gt;
* Schnittstellen entwickeln / dokumentieren?&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Übersetzungsdienst&lt;br /&gt;
| [[#M1.1_4|1.1_4]]&lt;br /&gt;
| [[#M1.1_4|Entwicklung eines niedersorbischen Übersetzungsdienstes (für Texte) (DSB)]]&lt;br /&gt;
| 🔵 laufende Daueraufgabe&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
* s. o.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Sprachausgabe&lt;br /&gt;
| [[#M1.1_5|1.1_5 / 1.1_6]]&lt;br /&gt;
| [[#M1.1_5|Entwicklung einer Sprachausgabe (HSB, DSB)]]&lt;br /&gt;
| 🟡 in Bearbeitung&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
* ?&lt;br /&gt;
* priorisierte Integrationen festlegen.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Intention / Anweisung&lt;br /&gt;
| [[#M1.1_7|1.1_7]]&lt;br /&gt;
| [[#M1.1_7|Finden einer Software für „Intention und Anweisungen“]]&lt;br /&gt;
| ⏸ nachgelagert&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
* Nach Stabilisierung der Basiskomponenten erneut bewerten und einen konkreten Anwendungsfall auswählen.&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;small&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Status:'''&lt;br /&gt;
* ⚪ '''nicht begonnen''' – Maßnahme ist vorgesehen, die Umsetzung hat noch nicht begonnen.&lt;br /&gt;
* 🟡 '''in Bearbeitung''' – Maßnahme wird bearbeitet.&lt;br /&gt;
* 🟢 '''umgesetzt''' – definiertes Ergebnis wurde erreicht.&lt;br /&gt;
* 🔵 '''laufende Daueraufgabe''' – Maßnahme benötigt laufende Bearbeitung ohne festen Abschluss.&lt;br /&gt;
* ⏸ '''zurückgestellt''' – Bearbeitung ist ausgesetzt oder von Voraussetzungen abhängig.&lt;br /&gt;
* ❓ '''zu prüfen''' – der aktuelle Stand ist zu ermitteln.&lt;br /&gt;
&amp;lt;/small&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einleitung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieser Themenbereich beinhaltet die Unterstützung des Anwenders beim Sprechen mit elektronischen Geräten in den sorbischen Sprachen. Im Fokus steht die Interaktion von Menschen mit elektronischen Geräten mittels gesprochener Worte. Dies umfasst folgende Bereiche:&lt;br /&gt;
* '''Sprachausgabe:''' das '''Vorlesen''' geschriebener sorbischer Wörter&lt;br /&gt;
* '''Spracherkennung: '''das '''Erkennen''' und Darstellen von gesprochenen sorbischen Wörtern durch elektronische Geräte (Computer, Smartphones usw.)&lt;br /&gt;
* '''Sprachverarbeitung: ''' das '''Verarbeiten''' gesprochener sorbischer Wörter und '''Reagieren''' darauf (z.&amp;amp;nbsp;B. Anweisungen ausführen, Antworten).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mögliche Einsatzbereiche und Applikationen sind bspw.&lt;br /&gt;
* Sprachassistenten,&lt;br /&gt;
* Spiele, Spielzeuge (wie Lingufino),&lt;br /&gt;
* Untertitel und Simultanübersetzungen (z. B. bei Videokonferenzen).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ist-Analyse Stand der Entwicklung von Sprachassistenzsystemen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;background-color:#f6f6f6;border:1px solid #DCDCDC;padding:0.6em 0.8em;margin:0.6em 0 1em 0;&amp;quot;&amp;gt;'''Letzte Aktualisierung des Abschnitts: 2021''' &amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Welche Bausteine werden für eine Sprachassistenz benötigt? ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Um eine sprachliche Interaktion mit einem elektronischen Gerät ähnlich wie mit Menschen zu erreichen, sind verschiedene technische Bausteine notwendig, welche jeweils unterschiedliche Aufgaben übernehmen. Die folgende Einteilung der Bausteine orientiert sich an einem Vortrag von Jan Budar vom 13.09.2018 in Senftenberg zu “Digitalisierung als Chance für die Sorben”.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Baustein 1: Spracherkennung (Automatic Speech Recognition, ASR; Speech to Text, STT)&amp;lt;ref name=&amp;quot;ftn1&amp;quot;&amp;gt;Übersicht STT-Engines: [https://mycroft-ai.gitbook.io/docs/using-mycroft-ai/customizations/stt-engine https://mycroft-ai.gitbook.io/docs/using-mycroft-ai/customizations/stt-engine]&amp;lt;/ref&amp;gt; ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* basiert auf phonetischen Informationen zu&lt;br /&gt;
** einzelnen Buchstaben und Silben&lt;br /&gt;
** deren Kombinationen&lt;br /&gt;
** ihrer Position im Wort/Satz&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Umwandlung von gesprochener Sprache in Text''' &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die typischen Schritte zur Umwandlung von gesprochener Sprache in Text (Speech-to-Text, STT) sind:&lt;br /&gt;
# Aufnahme der Sprache: Der erste Schritt besteht darin, die gesprochene Sprache aufzunehmen. Dies kann entweder über ein Mikrofon oder eine andere Audioquelle erfolgen.&lt;br /&gt;
# Signalverarbeitung: Die aufgenommenen Audiosignale werden durch Signalverarbeitungsalgorithmen vorverarbeitet. Dazu gehören zum Beispiel Rauschunterdrückung, Echo-Entfernung und Entzerrung.&lt;br /&gt;
# Sprachsegmentierung: Die Audioaufnahme wird in kurze Segmente unterteilt, die normalerweise zwischen 10 und 30 Millisekunden lang sind. Diese Segmente werden dann weiterverarbeitet.&lt;br /&gt;
# Merkmalsextraktion: Für jedes Sprachsegment werden akustische Merkmale wie Frequenz, Lautstärke, Tonhöhe und Dauer extrahiert. Diese Merkmale dienen als Eingabe für das Spracherkennungsmodell.&lt;br /&gt;
# Spracherkennung: Das Spracherkennungsmodell verwendet die extrahierten Merkmale, um die gesprochene Sprache in Text umzuwandeln. Dieser Schritt kann auf unterschiedliche Weise durchgeführt werden, z.B. mit Hidden Markov Models (HMMs), künstlichen neuronalen Netzen (KNNs) oder Deep-Learning-Modellen.&lt;br /&gt;
# Postprocessing: Der erkannte Text wird postprozessiert, um mögliche Fehler oder Inkonsistenzen im Text zu korrigieren. Dazu können beispielsweise Grammatik- und Sprachmodelle verwendet werden, um den erkannten Text zu verbessern.&lt;br /&gt;
# Textausgabe: Der endgültige Text wird dann ausgegeben, z.B. in einer Textdatei oder als Eingabe für eine andere Anwendung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Je nach Anwendung und Sprachmodell können die genauen Schritte und Technologien zur Umwandlung von Sprache in Text  variieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Training von Spracherkennungs-Maschinen''' &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
* vgl. auch Vortrag von D. Sobe 2022 im Rahmen einer Online-Abendveranstaltung&amp;lt;ref&amp;gt;vgl. [https://digiserb.de/2022/06/09/zarjadowanje-masinelne-spoznawanje-serbsciny/ Veranstaltung auf digiserb.de], [https://digiserb.de/wp-content/uploads/2022/06/2022_06_auswertung.pdf Folien bei digiserb.de], [https://www.youtube.com/watch?v=RWUo7N_Aybw Video bei YouTube].&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Klassischerweise wird die Spracherkennung durch die Verwendung von stochastische Modellen wie Hidden-Markov-Modellen (HMM) und Gauss'schen Mischmodellen (GMM) durchgeführt. Das Sprachsignal wird dabei in kurze Abschnitte, sogenannte Phoneme, unterteilt. Die Phoneme werden dann in einer HMM- oder GMM-Datenbank gespeichert. Bei der Erkennung wird das Sprachsignal in Phoneme aufgeteilt und mit der HMM- oder GMM-Datenbank abgeglichen, um die wahrscheinlichste Sequenz von Phonemen zu finden. Diese wird dann in Text umgewandelt und ausgegeben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den letzten Jahren haben sich Deep Learning Modelle mit tiefen neuronalen Netzen, wie z.B. Recurrent Neural Networks (RNNs) und Convolutional Neural Networks (CNNs), als effektive Methoden zur Spracherkennung erwiesen. Diese Modelle können komplexe Beziehungen zwischen Phonemen und Wörtern erfassen und somit die Genauigkeit der Spracherkennung verbessern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* z.&amp;amp;nbsp;B. Mozilla Common Voice&amp;lt;ref name=&amp;quot;ftn2&amp;quot;&amp;gt;vgl. [https://voice.mozilla.org https://voice.mozilla.org] und [https://github.com/mozilla/DeepSpeech https://github.com/mozilla/DeepSpeech]&amp;lt;/ref&amp;gt; in Kombination mit einer Spracherkennungs-Engine wie Mozilla Deep Speech&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Erstellung von Spracherkennungs-Maschinen''' &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Um eine Spracherkennungs-Engine (Speech-to-Text) zu erstellen, werden verschiedene Ressourcen benötigt, darunter:&lt;br /&gt;
# Sprachdaten: Um ein Spracherkennungsmodell zu trainieren, werden große Mengen an Audioaufnahmen benötigt, die repräsentativ für die Sprache und den Dialekt sind, den die Engine erkennen soll. Diese Sprachdaten sollten auch verschiedene Sprecher, Akzente und Hintergrundgeräusche enthalten.&lt;br /&gt;
# Transkriptionen: Jede Audioaufnahme muss mit einer Texttranskription versehen werden, die angibt, was in der Aufnahme gesagt wird. Diese Transkriptionen werden verwendet, um das Modell zu trainieren und zu testen.&lt;br /&gt;
# Sprachmodelle: Sprachmodelle sind eine wichtige Komponente von Spracherkennungs-Engines, da sie die Wahrscheinlichkeit berechnen, mit der eine bestimmte Sequenz von Wörtern in einem bestimmten Kontext auftreten wird. Diese Modelle werden verwendet, um die Wahrscheinlichkeit des erkannten Textes zu berechnen und die Genauigkeit der Spracherkennungs-Engine zu verbessern.&lt;br /&gt;
# Aussprachelexika: Ein Aussprachelexikon enthält eine Liste von Wörtern und deren Aussprache in der jeweiligen Sprache. Dies wird verwendet, um die richtige Aussprache von Wörtern im erkannten Text zu bestimmen.&lt;br /&gt;
# Phonemmodelle: Phonemmodelle beschreiben, wie Wörter in ihre kleinsten sprachlichen Einheiten (Phoneme) aufgeteilt werden können. Diese Modelle werden verwendet, um die Wahrscheinlichkeit von Phonemsequenzen zu berechnen und die Genauigkeit der Spracherkennungs-Engine zu verbessern.&lt;br /&gt;
# Linguistische Ressourcen: Zusätzlich zu den oben genannten Ressourcen können auch linguistische Ressourcen wie Grammatiken, semantische Modelle und syntaktische Modelle verwendet werden, um die Genauigkeit der Spracherkennungs-Engine zu verbessern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Baustein 2: Textübersetzung (Machine Translation, MT) ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Grundlage hierfür sind Massen an übersetzten Sätzen&lt;br /&gt;
* Künstliche Intelligenz lernt aus diesen übersetzten Sätzen durch&lt;br /&gt;
** Mustererkennung&lt;br /&gt;
** Training&lt;br /&gt;
* vgl. Kapitel 5 Abschnitt [https://koncept.serbski-inkubator.de/index.php/5._Schreiben_auf_elektronischen_Ger%C3%A4ten#.C3.9Cbersetzer Übersetzer]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Baustein 3: Intention erkennen und Anweisungen ausführen&amp;lt;ref name=&amp;quot;ftn3&amp;quot;&amp;gt;vgl. [https://mycroft.ai/wp-content/uploads/2018/08/mycroft-ai-introduction-to-voice-stack-whitepaper.pdf https://mycroft.ai/wp-content/uploads/2018/08/mycroft-ai-introduction-to-voice-stack-whitepaper.pdf]&amp;lt;/ref&amp;gt;  ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* aus dem erkannten Text wird die Intention des Nutzers extrahiert (intent parser)&lt;br /&gt;
* Anweisungen werden abgeleitet und ausgeführt (Skill invocation)&lt;br /&gt;
* z.&amp;amp;nbsp;B. [https://wit.ai/ https://wit.ai/] (eine Sprachplattform, welche zum Facebook-Konzern gehört)&lt;br /&gt;
* z.B. [https://mycroft.ai/ https://mycroft.ai/]als datenschutzfreundliche Alternative&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Baustein 4: Sprachausgabe (Text to Speech, TTS)&amp;lt;ref name=&amp;quot;ftn4&amp;quot;&amp;gt;Übersicht TTS-Engines: [https://mycroft-ai.gitbook.io/docs/using-mycroft-ai/customizations/tts-engine https://mycroft-ai.gitbook.io/docs/using-mycroft-ai/customizations/tts-engine]&amp;lt;/ref&amp;gt; ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* bspw. für barrierefreie Webseiten notwendig&lt;br /&gt;
* Open Source Text-to-speech-System: MaryTTS&lt;br /&gt;
* modularer Aufbau: Lexikon, Sprache, Daten, Synthese&lt;br /&gt;
* Unit-Selectin-Synthese (Verkettung natürlichsprachlicher Elemente)&lt;br /&gt;
* ThorstenVoice (OSS Variante)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die folgenden Schritte sind typischerweise erforderlich, um einen Text in eine gesprochene Sprachausgabe umzuwandeln:&lt;br /&gt;
# Linguistische Analyse: Der eingegebene Text wird vorverarbeitet, um dessen Struktur zu analysieren, einschließlich der Trennung von Sätzen, der Erkennung von Interpunktion und der Ermittlung der Betonung.&lt;br /&gt;
# Phonetische Umsetzung: Der Text wird in eine phonetische Darstellung umgewandelt, in der jeder Textabschnitt in eine entsprechende Sequenz von Lauten (Phonemen) übersetzt wird. Dies wird typischerweise durch eine phonetische Lexikon-Datenbank und Sprachregeln erreicht.&lt;br /&gt;
# Prosodische Modellierung: Es wird die Betonung und Intonation des Textes bestimmt. Hierbei werden Faktoren wie Akzent, Tonhöhe, Tempo, Pause und Rhythmus berücksichtigt, um eine natürliche Sprachmelodie zu erzeugen.&lt;br /&gt;
# Synthese: Der phonetisch umgesetzte Text wird dann in Sprache umgewandelt, indem die phonetischen Einheiten zu Sprachsignalen zusammengefügt werden. Dies kann entweder durch die Verwendung von Klangeinheiten, die in einer Datenbank gespeichert sind, oder durch das Generieren von Sprache auf der Grundlage von Modellen, wie z.B. Deep-Learning-Modellen, erfolgen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine TTS-Engine benötigt folgende Voraussetzungen:&lt;br /&gt;
# Eine umfangreiche phonetische Datenbank oder ein phonetisches Modell, um die Übersetzung von Text in Phoneme zu ermöglichen.&lt;br /&gt;
# Ein Prosodie-Modell, um die natürliche Sprachmelodie zu erzeugen.&lt;br /&gt;
# Eine Sprachsynthesetechnologie, um die Phoneme in Sprachsignale zu konvertieren.&lt;br /&gt;
# Training mit großen Datenmengen, um die Sprachsynthese-Modelle auf die spezifische Sprache und Stimme zu optimieren.&lt;br /&gt;
&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Definition und Marktübersicht von Sprachassistenten ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Sprachassistent ist eine bestimmte Art von Software, die gesprochene Worte analysiert, in den richtigen Kontext einordnet und darauf reagiert. Sprachassistenten sind als Software meist in Smartphones oder Smart Speaker, aber auch in Konsolen (PS4), Fernseher und smart watches integriert. Ein Smart Speaker wiederum ist ein bestimmtes Gerät, auf welchem der Sprachassistent als Software installiert ist.&amp;lt;ref name=&amp;quot;ftn5&amp;quot;&amp;gt;vgl. [https://de.wikipedia.org/wiki/Intelligenter_pers%C3%B6nlicher_Assistent https://de.wikipedia.org/wiki/Intelligenter_pers%C3%B6nlicher_Assistent]&amp;lt;/ref&amp;gt; Spricht ein Mensch mit diesem Gerät, so beantwortet es über seine Sprachsoftware verbal Fragen oder führt Anweisungen aus, z.&amp;amp;nbsp;B. steuert es vernetzte smart home Geräte (TV-Geräte, Heizungsthermostate, Rollläden, Lampen, Waschmaschine, Backofen, Kaffee­maschine bis hin zur Toilettenspülung usw.). Auch in Autos, Kopfhörern, Bürogeräten und Kleidung sind bereits Sprachassistenten im Einsatz.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Entwicklung der Sprachassistenten:* 2010 Apples Siri („Hey Siri“)&lt;br /&gt;
* 2012 Google Assistant (vormals Google Now) („Ok, Google“)&lt;br /&gt;
* 2013 Microsoft Cortana („Hey Cortana“)&lt;br /&gt;
* 2014 Amazon Alexa („Alexa“)&lt;br /&gt;
* 2015 Mycroft - open Source Smart Speaker (“Hey Mycroft”)&amp;lt;ref name=&amp;quot;ftn6&amp;quot;&amp;gt;vgl. [https://mycroft.ai/ https://mycroft.ai/] und [https://www.kickstarter.com/projects/aiforeveryone/mycroft-an-open-source-artificial-intelligence-for/description https://www.kickstarter.com/projects/aiforeveryone/mycroft-an-open-source-artificial-intelligence-for/description]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* 2017 Sprachassistenten der chinesischen Firmen Baidu und Alibaba&lt;br /&gt;
* 2018 Samsung Bixby („Hi Bixby“)&lt;br /&gt;
* 2019 Leon – open source personal assistant&amp;lt;ref name=&amp;quot;ftn7&amp;quot;&amp;gt;vgl. [https://getleon.ai/ https://getleon.ai/]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Heute sind weltweit bereits mehr als 4 Milliarden Sprachassistenten im Einsatz. Bis 2023 rechnet die Marktforschungsfirma Juniper Research mit 8 Milliarden Sprachassistenten.&amp;lt;ref name=&amp;quot;ftn8&amp;quot;&amp;gt;vgl. [https://voicebot.ai/google-home-google-assistant-stats/#voice-asst-in-use-juniper https://voicebot.ai/google-home-google-assistant-stats/#voice-asst-in-use-juniper]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Image:Grafik 16.png|top]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Marktübersicht'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die führenden Anbieter für Sprachassistenzsysteme am weltweiten Markt sind:&lt;br /&gt;
# Amazon mit seinem Sprachassistenzsystem &amp;quot;Alexa&amp;quot; und den Amazon Echo Geräten.&lt;br /&gt;
# Google mit seinem Sprachassistenzsystem &amp;quot;Google Assistant&amp;quot; und den Google Home Geräten.&lt;br /&gt;
# Apple mit seinem Sprachassistenzsystem &amp;quot;Siri&amp;quot; und der HomePod-Produktlinie.&lt;br /&gt;
# Microsoft mit seinem Sprachassistenzsystem &amp;quot;Cortana&amp;quot; und der Surface Headphones Produktlinie.&lt;br /&gt;
# Samsung mit seinem Sprachassistenzsystem &amp;quot;Bixby&amp;quot; und der Galaxy Home Produktlinie.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Anbieter haben in den letzten Jahren in die Entwicklung und Verbesserung von Sprachassistenzsystemen investiert und setzen auf künstliche Intelligenz und maschinelles Lernen, um die Spracherkennung und -verarbeitung zu verbessern. Dabei sind ihre Sprachassistenzsysteme nicht nur auf den Heimgebrauch beschränkt, sondern auch in mobilen Geräten, Autos und anderen Branchen wie Gesundheitswesen, Einzelhandel und Finanzen verbreitet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es ist schwierig, genaue Zahlen darüber zu finden, welchen Anteil jeder Anbieter am Gesamtmarkt für Sprachassistenzsysteme hat, da es keine einheitliche Definition des Marktes gibt und die Zahlen von verschiedenen Marktforschungsunternehmen variieren können. Basierend auf den verfügbaren Daten sind die größten Anbieter am Markt Amazon Alexa mit rund 25% Marktanteil, Google Assistant mit rund 20% Marktanteil und Apples Siri mit rund 15% Marktanteil weltweit. Es gibt jedoch Unterschiede in den Zahlen je nach Region und Art des Geräts (z.B. intelligente Lautsprecher, Mobiltelefone, Smart-Home-Geräte). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die beliebtesten Anwendungsfälle von Nutzern von Smart Speakern sind&amp;lt;ref name=&amp;quot;ftn12&amp;quot;&amp;gt;vgl. [https://voicebot.ai/2020/05/03/streaming-music-questions-weather-timers-and-alarms-remain-smart-speaker-killer-apps-third-party-voice-app-usage-not-growing/ https://voicebot.ai/2020/05/03/streaming-music-questions-weather-timers-and-alarms-remain-smart-speaker-killer-apps-third-party-voice-app-usage-not-growing/] &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
# Musik hören&lt;br /&gt;
# Fragen stellen&lt;br /&gt;
# Wetter checken&lt;br /&gt;
# Zeitschaltuhr einschalten&lt;br /&gt;
# Alarm einstellen&lt;br /&gt;
# Radio hören&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Image:Grafik 17.png|top]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Aktuell unterstützte Sprachen'''&amp;lt;ref name=&amp;quot;ftn13&amp;quot;&amp;gt;vgl. [https://www.globalme.net/blog/language-support-voice-assistants-compared/ https://www.globalme.net/blog/language-support-voice-assistants-compared/] sowie die dort angegeben Webseiten&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* &amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:0.501cm;margin-right:0cm;&amp;quot;&amp;gt;'''Amazons Alexa''' unterstützt '''9 Sprachen'''&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
** Arabisch, Deutsch, Englisch (5 Dialekte), Französisch (2 Dialekte), Hindi (Indisch), Italienisch, Japanisch, Portugiesisch (Brasil.), Spanisch (3 Dialekte)&lt;br /&gt;
* &amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:0.501cm;margin-right:0cm;&amp;quot;&amp;gt;'''Google Assistant''' unterstützt '''44 Sprachen '''auf Smartphones&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
* &amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:0.501cm;margin-right:0cm;&amp;quot;&amp;gt;'''Google Assistant''' unterstützt '''13 Sprachen''' auf Smart Speakern / Google Home&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
** Dänisch, Deutsch (2 Dialekte), Englisch (6 Dialekte), Französisch (2 Dialekte), Hindi, Italienisch, Japanisch, Koreanisch, Niederländisch, Norwegisch, Portugiesisch (Brasil.), Schwedisch, Spanisch (3 Dialekte)&lt;br /&gt;
* &amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:0.501cm;margin-right:0cm;&amp;quot;&amp;gt;'''Apples Siri unterstützt rund 42 Sprachen'''&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ist-Analyse sorbischer Potenziale, Ressourcen und Projekte ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;background-color:#f6f6f6;border:1px solid #DCDCDC;padding:0.6em 0.8em;margin:0.6em 0 1em 0;&amp;quot;&amp;gt;'''Letzte Aktualisierung des Abschnitts: 2023''' &amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während digitale Angebote wie Sprachausgabe und Spracherkennung in deutscher Sprache selbstverständlich sind und sowohl von internationalen Großkonzernen als auch von der öffentlichen Hand vorangetrieben und ausgebaut werden, gilt das für dieselben Angebote in sorbischer Sprache nur sehr eingeschränkt. Welche Grundlagen der Sprachunterstützung beider sorbischer Sprachen bereits realisiert oder geplant sind, sollen die folgenden Abschnitte untersuchen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Ist-Stand der 4 Bausteine des Sprechens mit elektronischen Geräten===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Baustein 1: Spracherkennung (Automatic Speech Recognition, ASR; Speech to Text, STT) ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* sorbische Ausgangslage: die folgenden Vorarbeiten sind vorhanden&lt;br /&gt;
* '''Mozilla common voice''': &lt;br /&gt;
** die sorbischen Sprachen werden hier aktuell nicht weiter ergänzt, die gesammelten Daten werden jedoch in anderen Projekten weiter verwendet&lt;br /&gt;
*** die Anzahl an Daten ist bei weitem nicht ausreichend für den Einsatz von neuronalen Technologien&lt;br /&gt;
*** die Qualität der Daten ist nur hinreichend für die Evaluation von Spracherkennungssystemen, nicht jedoch für deren Training (hierfür wird Tonstudio-Qualität benötigt)&lt;br /&gt;
** für das Obersorbische wurden bereits ca. 7.500 lizenzfreie Sätze gesammelt sowie 2 Stunden und 51 Minuten eingesprochen und validiert&lt;br /&gt;
** diese sind aktuell in sehr unterschiedlicher Qualität, sehr unausgewogen hinsichtlich der Stimmen (Geschlecht- und Alter-Verteilung)&lt;br /&gt;
** darüber hinaus lassen sich die Sätze common voice aktuell nicht thematisch zuordnen &lt;br /&gt;
** Für das Niedersorbische fehlen die Sätze und das Einsprechen&amp;lt;ref name=&amp;quot;ftn17&amp;quot;&amp;gt;vgl. [https://voice.mozilla.org/de/languages https://voice.mozilla.org/de/languages]&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;br&amp;gt;  &lt;br /&gt;
  &lt;br /&gt;
* '''Prototyp &amp;quot;smart lamp&amp;quot; / &amp;quot;digidom&amp;quot;'''&lt;br /&gt;
** 2020 startete das '''Projekt „Spracherkennung und maschinelle Übersetzung der sorbischen Sprachen'''“ der Stiftung für das sorbische Volk&lt;br /&gt;
** Durchgeführt wurde eine Machbarkeitsstudie zur automatischen Spracherkennung für die ober­sorbische Sprache vom Fraunhofer-Institut für keramische Technologien und Systeme Dresden (Abteilung Maschinelles Lernen und Datenanalyse) in Zusammenarbeit mit der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus mit folgenden Zielstellungen: &lt;br /&gt;
*** Realisierung eines prototypischen Spracherkenners für eine spezifizierte Beispielanwendung in einer stark beschränkten Sprachdomäne&lt;br /&gt;
*** Ziel wurde es, eine Smart-Home-Anwendung zu erstellen, welches mittels Sprachbefehlen eine Lampe bedienen kann, &amp;quot;digidom&amp;quot;&lt;br /&gt;
*** Einschätzung möglicher und empfohlener Technologien für die Entwicklung eines sorbischen Spracherkenners mit umfangreichem Wortschatz&lt;br /&gt;
*** Aussagen zur Anwendung der niedersorbischen Sprache&lt;br /&gt;
** Folgende Arbeitsschritte wurden bisher für dieses Projekt durchgeführt:&lt;br /&gt;
*** Statistische Auswertung von Textkorpora&lt;br /&gt;
*** Aufstellen der Phonemliste und der Ausspracheregeln&lt;br /&gt;
*** Auswahl an Aufzeichnungen aus „Common Voice“ sowie neue Aufzeichnungen wurden erstellt&lt;br /&gt;
*** Demonstrator unter Open Source Lizenz veröffentlicht&amp;lt;ref&amp;gt;vgl. [https://github.com/ZalozbaDev/web_demo_spoznawanje https://github.com/ZalozbaDev/web_demo_spoznawanje]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
*** Prototyp „digidom“ unter Open Source Lizenz veröffentlicht &amp;lt;ref&amp;gt;vgl. [https://github.com/ZalozbaDev/raspberry_pi_demo_spoznawanje https://github.com/ZalozbaDev/raspberry_pi_demo_spoznawanje]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
*** Veröfentlichung der Ergebnisse in einer Studie&amp;lt;ref&amp;gt;vgl. [http://www.essv.de/pdf/2021_43_50.pdf http://www.essv.de/pdf/2021_43_50.pdf]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
*** Veröffentlichen von Kriterien zur Auswahl eines Sprachkorpus&amp;lt;ref&amp;gt;vgl. [https://github.com/ZalozbaDev/speech_recognition_corpus_creation/blob/main/report/report_summary_german.pdf https://github.com/ZalozbaDev/speech_recognition_corpus_creation/blob/main/report/report_summary_german.pdf]&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
* '''Folgeprojekt &amp;quot;Vorbereitung der Spracherkennung für das Obersorbische für eine Diktierfunktion&amp;quot;''' 2023:&lt;br /&gt;
** Das Ziel war die Entwicklung neuer und Verbesserung bestehender akustischer Modelle für die obersorbische Spracherkennung. &lt;br /&gt;
** Hierfür sollten akustische Modelle auf größeren Audiokorpora trainiert werden.&lt;br /&gt;
*** Es erfolgte eine Erweiterung der Sprachdatensätze mittels Augmentation, d. h. Einfügen von Hintergrundgeräuschen verschiedener Stärke.&lt;br /&gt;
*** Monophon- und Triphon-basierte Modelle wurden mit dem Open-Source-ASR-Toolkit KALDI trainiert.&lt;br /&gt;
*** Die Daten für die Modelle stammen aus verschiedenen Quellen, einschließlich des Common Voice Projekts, der ersten Machbarkeitsstudie (HSB-I) und neuen Audiodaten aus dem aktuellen Projekt.&lt;br /&gt;
*** Nach der Datenaugmentation umfassten die Sprachaufnahmen insgesamt 33:31:10 Stunden und 29.229 gesprochene Sätze.&lt;br /&gt;
** Triphon-basierte Modelle zeigten eine signifikant bessere Leistung als das monophon-basierte Modell. &lt;br /&gt;
** Ein robusteres und weiterentwickeltes triphon-basiertes akustisches Modell wurde erfolgreich erstellt.&lt;br /&gt;
** Mit den folgenden Schritten erfolgte die Verbesserung der Sprachmodellierung mit den bereitgestellten Ressourcen:&lt;br /&gt;
*** Vorverarbeitung und Normalisierung der Textdaten, z. B. Erkennen von Abkürzungen und Eigennamen, Segmentierung von Wörtern in morphologische Einheiten usw.&lt;br /&gt;
*** Wortklassenmodellierung durch Erkennung benannter Einheiten aus vordefinierten Wortklassen, z. B. Datums-, Uhrzeits-, Wochentags-, Namens-, Orts- und Zahlen-Ausdrücke.&lt;br /&gt;
*** Teilwortzerlegung mittels Byte Pair Encoding (BPE) und dem Morfessor-Algorithmus, um das Vokabular zu verkleinern.&lt;br /&gt;
** Die Wahl des richtigen Teilwortzerlegungsverfahrens und der geeigneten Vokabulargröße hat einen signifikanten Einfluss auf die Leistung des Sprachmodells.&lt;br /&gt;
** Im Ergebnis konnte eine Sammlung von normalisierten Textkorpora erzeugt werden, der für das Training von statistischen Sprachmodellen basierend auf ganzen Wörtern oder Wortteilen geeignet ist.&lt;br /&gt;
* Weitere Arbeit an Robustheit und Leistungsfähigkeit von &amp;quot;digidom&amp;quot; ist nötig &amp;lt;br&amp;gt;  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* '''weitere Applikationen mittels Spracherkennung''' &lt;br /&gt;
** Spiele&lt;br /&gt;
*** Lingufino, eine interaktive Puppe, die auf Spracheingaben reagiert&lt;br /&gt;
** Diktierfunktion&lt;br /&gt;
** Simultanübersetzung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Baustein 2: Textübersetzung (Machine Translation, MT) ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* vgl. auch Kapitel 5 Abschnitt [https://koncept.serbski-inkubator.de/index.php/5._Schreiben_auf_elektronischen_Ger%C3%A4ten#.C3.9Cbersetzer Übersetzer]&lt;br /&gt;
* Notwendig: umfangreicher 2-sprachiger Textkorpus&lt;br /&gt;
** Urheberrechtsfrei, gemeinfrei oder unter Creative-Commons-Lizenz (CC0)&lt;br /&gt;
** Satzweise übersetzt&lt;br /&gt;
** Vereinheitlicht, maschinenlesbar&lt;br /&gt;
* Sorbische Ausgangslage: paralleler Textkorpus liegt im WITAJ-Sprachzentrum vor&lt;br /&gt;
* Aufgabe: laufende digitale Erfassung bestehender Übersetzungen in hoher Qualität&lt;br /&gt;
* Herausforderung: Technologieneutralität, d.&amp;amp;nbsp;h. eine Textübersetzung unabhängig von einer speziellen Technologie zu erstellen, so dass sie später in verschiedenen Produkten und Diensten genutzt werden kann (Google Translate, Microsoft Bing Translator, DeepL)&lt;br /&gt;
*  '''sotra.app''': Seit 2019 laufendes Projekt des '''WITAJ-Sprachzentrums: Aufbau eines automatischen „Online-Übersetzers Deutsch-Sorbisch, Sorbisch-Deutsch“''' &lt;br /&gt;
** seit 2021 verfügbar für Obersorbisch und seit 2022 auch in Niedersorbisch für Texte mit max. 6.000 Zeichen&lt;br /&gt;
** Übersetzungen möglich von und nach Deutsch, Ober- und Niedersorbisch und Tschechisch (Beta, von und nach den sorbischen Sprachen)&lt;br /&gt;
** zusätzlicher Service: Rechtschreibkontrolle&lt;br /&gt;
** Mitte 2022 beinhaltete der 2-sprachige Textkorpus ca. 300.000 parallele Satzpaare &lt;br /&gt;
** zukünftig geplant: OCR-Erkennung von Bildern mit Texten&lt;br /&gt;
** Historie:&lt;br /&gt;
*** Aufbau eines großen 2-sprachigen Textkorpus, Ziel bis Ende 2020 ca. 170.000 Satzpaare (ca. 2 Mio. Wörter)&lt;br /&gt;
*** Ende 2021 beinhaltete der 2-sprachige Textkorpus ca. 260.000 parallele Satzpaare &lt;br /&gt;
*** das Projekt startete mit dem Tool Microsoft Translator Hub (eingestellt durch Microsoft)&lt;br /&gt;
*** es wird nun der Ansatz verfolgt, offene Plattformen zu nutzen, um Unabhängigkeit von den Firmen Google, Microsoft, DeepL usw. und deren wirtschaftlichen Interessen zu bewahren&lt;br /&gt;
*** aktuell wird das statistische System MOSES-decoder genutzt&lt;br /&gt;
*** parallel erfolgen Tests des neuronalen Systems OpenNMT (Python)&lt;br /&gt;
* '''Microsoft Bing Translator'''&amp;lt;ref name=&amp;quot;ftn46&amp;quot;&amp;gt;vgl. [https://www.bing.com/translator https://www.bing.com/translator]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
** Der Bing Translator konnte mittels des 2-sprachigen Teytkorpus des WITAJ-Sprachzentrums auf beide sorbische Sprachen trainiert werden:&lt;br /&gt;
** Obersorbisch wird seit 2022 mit aktuell max. 1.000 Zeichen pro Text unterstützt.&lt;br /&gt;
** Niedersorbisch wird seit 2023 mit aktuell max. 1.000 Zeichen pro Text unterstützt.&lt;br /&gt;
** In der Microsoft Bing Translator App wird lediglich die Funktion 'Text übersetzen' unterstützt. Es fehlen die Funktionen 'Sprechen' (STT), 'autom. Spracherkennung', 'Text in Bild übersetzen', 'Audiowiedergabe der Übersetzung' (TTS), 'Offline übersetzen'.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Baustein 3: Intention erkennen und Anweisungen ausführen  ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Hierzu sind keine sorbischen Projekte bekannt. Es kann zu einem späteren Zeitpunkt im Bedarfsfall ggf. auf bereits bestehende Projekte zurückgegriffen werden, wie z.&amp;amp;nbsp;B. [https://wit.ai/ https://wit.ai/].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Baustein 4: Sprachausgabe (Text to Speech, TTS) ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Erste Projekte in die Richtung Sprachausgabe wurden bereits umgesetzt:&lt;br /&gt;
* '''Audioversion des Deutsch-Niedersorbischen Wörterbuchs (nicht als TTS realisiert)'''&lt;br /&gt;
** Für die niedersorbische Sprache wurden vom Sorbischen Institut seit 2014 Tondateien erstellt und in die online-Fassung des Deutsch-Niedersorbischen Wörterbuchs integriert. In einer wissenschaftlichen Studie wurden zudem die verschiedenen Erfahrungen mit praktischen Schwierigkeiten bei der Aussprache verarbeitet. Diese Studie diente dazu, im Jahre 2018 einen praktischen online-Führer zur Aussprache des Niedersorbischen zu erarbeiten. Hochwertige Tonaufnahmen wurden zusammengestellt und bestimmten Lautgruppen bzw. für den Spracherwerb wichtigen lautlichen Phänomenen zugeordnet, mit wichtigen erläuternden Texten ergänzt und auf [http://www.dolnoserbski.de www.dolnoserbski.de] als neue Dienstleistung angeboten. Dadurch steht erstmals eine praktische, durch Tonbeispiele illustrierte Anleitung zur Aussprache des Niedersorbischen zur Verfügung.&lt;br /&gt;
* '''Entwicklung einer Vorlesefunktion für die nieder- und obersorbische Schriftsprache'''&lt;br /&gt;
** Seit 2018 erfolgen die Konzeption, Planung und Entwicklung einer Vorlesesoftware für Nieder- und Obersorbisch für die Integration in Webseiten, Online-Wörterbücher u.&amp;amp;nbsp;ä. durch das Sorbische Institut in Bautzen. Geplanter Abschluss ist 2023.&lt;br /&gt;
** Seit 2023 können die beiden Vorlesestimmen Juro (niedersorbisch) und Matej (obersorbisch) in einer ersten Version ausprobiert werden.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl. [http://tts-juro-matej.serbski-institut.de http://tts-juro-matej.serbski-institut.de], [https://www.serbski-institut.de/projekte-sprachwissenschaft/entwicklung-einer-vorlesefunktion-fuer-die-nieder-und-obersorbische-schriftsprache/ Projektseite SI], [https://www.serbski-institut.de/erste-version-der-sorbischen-vorlesefunktion-und-sprachlandschaft-schleife/ Pressemitteilung SI]&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
* '''Bookii-Bücher in sorbischer Sprache'''&amp;lt;ref&amp;gt;vgl. [https://www.domowina-verlag.de/kinderbuecher/bookii-buecher.html?limit=20 https://www.domowina-verlag.de/kinderbuecher/bookii-buecher.html?limit=20]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
** Aktuell gibt es 9 Bookii-Bücher in obersorbischer Sprache&lt;br /&gt;
** und 3 Bookii-Bücher in niedersorbischer Sprache.&lt;br /&gt;
* '''bamborak''', TTS-System für Obersorbisch&amp;lt;ref name=&amp;quot;ftn56&amp;quot;&amp;gt;vgl. [https://gaussia.de/bamborak/ https://gaussia.de/bamborak]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
** Seit 2022 entwickelt K. Baier ein obersorbisches TTS-System auf Basis eines neuronalen Netzes.&lt;br /&gt;
** Bisher wurden hierfür ca. 2.400 Sätze aufgenommen und durch das neuronale Netz verarbeitet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Übersicht von bisherigen Maßnahmen und Projekten bzgl. Sprachassistenz ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weitere Projekte zu Wörterbüchern u.&amp;amp;nbsp;ä. werden in Abschnitt 5.3.2 &amp;quot;Übersicht von bisherigen Maßnahmen und Projekten bzgl. Schreibunterstützung&amp;quot; genannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| style=&amp;quot;border-spacing:0;&amp;quot;&lt;br /&gt;
|- style=&amp;quot;background-color:#d9e2f3;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot;&lt;br /&gt;
|| '''Name'''&lt;br /&gt;
|| '''Beschreibung'''&lt;br /&gt;
|| '''Zeitraum'''&lt;br /&gt;
|| '''Verantwortlich'''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | '''Audioversion des Deutsch-Niedersorbischen Wörterbuchs'''&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | Tonbeispiele zur Aussprache des Niedersorbischen&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | Seit 2014&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | Sorbisches Institut&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | '''Erarbeitung eines online-Führers mit Tonbeispielen zur Aussprache des Niedersorbischen'''&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | Veröffentlichung auf [http://www.dolnoserbski.de www.dolnoserbski.de]&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | 2018&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | Sorbisches Institut, gefördert durch die Stiftung für das sorbische Volk&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | '''Entwicklung einer Vorlesefunktion für die nieder- und obersorbische Schriftsprache'''&amp;lt;ref name=&amp;quot;ftn18&amp;quot;&amp;gt;vgl. [https://www.serbski-institut.de/de/Entwicklung-einer-Vorlesefunktion-fuer-die-nieder--und-obersorbische-Schriftsprache/ https://www.serbski-institut.de/de/Entwicklung-einer-Vorlesefunktion-fuer-die-nieder--und-obersorbische-Schriftsprache/]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | Konzeption, Planung und Entwicklung einer Vorlesesoftware für Nieder- und Obersorbisch (geplanter Abschluss 2023)&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | Seit 2018&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | Sorbisches Institut, gefördert durch das Sächsische Staatsministerium für Wissenschaft, Kultur und Tourismus (SMWK)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | '''Online-Übersetzer Deutsch-Sorbisch, Sorbisch-Deutsch'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''(zunächst Obersorbisch)'''&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | Entwicklung und Bereitstellung eines Online-Übersetzungsdienstes für Sätze und Texte, Deutsch-Sorbisch und Sorbisch-Deutsch. Als Übersetzungs­grundlage dient ein bilingualer Textkorpus, welcher erstellt wird und für das Training eines Übersetzungssystems verwendet wird.&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | Seit 2019 &lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | WITAJ-Sprachzentrum, gefördert durch die Stiftung für das sorbische Volk&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | '''Mozilla Common Voice obersorbisch und niedersorbisch'''&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | Erstellung von öffentlich zugänglichen Sprachdaten, diese stehen via CC0-Lizenz zur freien Nutzung zur Verfügung, z.&amp;amp;nbsp;B. für das Training eine Spracherkennungs-Engine&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | Seit 2019&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | engagierte Privat­personen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | '''Spracherkennung und maschinelle Übersetzung der sorbischen Sprachen'''&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | Machbarkeitsstudie zur automatischen Spracherkennung für die obersorbische Sprache, Prototypen &amp;quot;smart lamp&amp;quot; und &amp;quot;digidom&amp;quot;&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | Seit 2020&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | Stiftung für das sorbische Volk&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | '''Bereitstellung von interaktiven Spielzeugen und Büchern in den sorbischen Sprachen'''&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | Bereitstellung von interaktiven Bookii-Büchern und der sprechenden interaktiven Puppe Lingufino in den sorbischen Sprachen&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | Seit 2018&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | Domowina Verlag gGmbH und  Medienpädagogisches Projekt LUCIJA des Sorbischen Schulvereins e. V., gefördert durch die Stiftung für das sorbische Volk &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | '''Bereitstellung von Online-Vorlesefunktionen in obersorbischer Sprache'''&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | Vorlesefunktion auf Basis neuronaler Netze für Zahlen und Uhrzeit&amp;lt;ref name=&amp;quot;ftn&amp;quot;&amp;gt;vgl. [https://gaussia.de/slp/ https://gaussia.de/slp]&amp;lt;/ref&amp;gt; sowie für Texte&amp;lt;ref name=&amp;quot;ftn56&amp;quot;&amp;gt;vgl. [https://gaussia.de/bamborak/ https://gaussia.de/bamborak]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | Seit ca. 2020&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;padding-top:0cm;padding-bottom:0cm;padding-left:0.191cm;padding-right:0.191cm;&amp;quot; | eine engagierte Privatperson&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Fazit ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für eine funktionierende Spracherkennung der sorbischen Sprachen ist es noch ein weiter Weg, auf dem die ersten Schritte bereits gegangen wurden. Eine breite Basis an digitalen Wortsammlungen (sog. linguistischen Ressourcen) in Form von Wörterbüchern, Textkorpora sowie entsprechende morphologische Generatoren sind für beide sorbische Sprachen vorhanden, vgl. Kapitel [[5._Schreiben_auf_elektronischen_Geräten|5. Schreiben auf elektronischen Geräten]]. Hierfür sind noch die Nutzungsrechte zu klären, vgl. Kapitel [[10._Open_Access_Open_Data_Lizenzen|10. Open Access, Open Data, Lizenzen]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die hierauf aufbauenden digitalen sorbischen Sprachdienste werden aktuell gerade erst die Grundlagen gelegt oder eruiert. Für die Umsetzung einer Spracherkennung laufen aktuell 2 Projekte: das freiwillige Projekt der Sammlung von Sprachdaten mittels Mozilla common voice sowie das Projekt „Spracherkennung und maschinelle Übersetzung der sorbischen Sprachen“ der Stiftung für das sorbische Volk. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die Umsetzung einer automatischen Textübersetzung gibt es das Projekt „Online-Übersetzer Deutsch-Sorbisch, Sorbisch-Deutsch“ des WITAJ-Sprachzentrums. Dieses bezieht sich aktuell zunächst auf obersorbische Texte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für den Baustein&amp;amp;nbsp;3 „Intention erkennen, Anweisungen ausführen“ gibt es keine speziellen sorbischen Projekte, jedoch eine Reihe weltweiter Projekte, einige davon open source. Sind die weiteren Bausteine realisiert, so kann ein passendes System für die Umsetzung dieses Bausteins recherchiert werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die Sprachausgabe entwickelt das Sorbische Institut bereits eine Vorlesefunktion für beide sorbischen Sprachen, welche voraussichtlich 2023 abgeschlossen ist. Ebenso werden vom Sorbischen Institut die niedersorbischen Online-Wörterbücher nach und nach mit Tonbeispielen unterlegt. Für das Niedersorbische sind hierfür bereits umfangreiche Tonbeispiele zur Aussprache des Niedersorbischen auf [http://www.dolnoserbski.de www.dolnoserbski.de] veröffentlicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Zukünftige Maßnahmen bzgl. Sprachassistenz ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;background-color:#f6f6f6;border:1px solid #DCDCDC;padding:0.6em 0.8em;margin:0.6em 0 1em 0;&amp;quot;&amp;gt;'''Letzte Aktualisierung des Abschnitts: 2021''' &amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Bewertung der Maßnahmen'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bewertet werden Aufwand und Nutzen als grobe Einschätzungen von 1 (gering) bis 4 (sehr hoch bzw. sehr groß).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* '''Aufwand''': umfasst die geschätzten Kosten, Zeit und Personal&lt;br /&gt;
* '''Nutzen''': erwarteter Beitrag zu Vision und Zielen des Themenbereichs sowie zu den [https://koncept.serbski-inkubator.de/index.php/2.3_Strategische_Ziele_f%C3%BCr_die_sorbische_Kultur_und_Sprache strategischen Zielen für die sorbische Kultur und Sprache]&lt;br /&gt;
* '''Attraktivität''': Nutzen minus Aufwand: positiv = hoch, 0 = mittel, negativ = gering. Sie dient der Orientierung und ersetzt keine Priorisierung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== &amp;lt;span id=&amp;quot;M1.1_1&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;1.1_1 – Entwicklung einer obersorbischen Spracherkennung (HSB) ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot; style=&amp;quot;width:100%;background-color:#ffffff;color:#202122;&amp;quot;&lt;br /&gt;
! colspan=&amp;quot;2&amp;quot; style=&amp;quot;background-color:#d9e2f3;text-align:left;&amp;quot; | Maßnahme 1.1_1 – Entwicklung einer obersorbischen Spracherkennung (HSB)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;width:20%;text-align:left;&amp;quot; | Ziel&lt;br /&gt;
| Eine obersorbische Spracherkennung steht als Sprachdienst zur Verfügung und kann in priorisierten Anwendungen genutzt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left;&amp;quot; | Inhalt&lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
* Bereitstellung geeigneter Sprachdaten&lt;br /&gt;
* Entwicklung oder Anpassung von Spracherkennungsmodellen&lt;br /&gt;
* Qualitätsprüfung &lt;br /&gt;
* Bereitstellung über dokumentierte Schnittstellen&lt;br /&gt;
* Einbindung in Anwendungen &lt;br /&gt;
* Absicherung von Betrieb und Pflege&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left;&amp;quot; | Bewertung&lt;br /&gt;
| '''Aufwand: hoch''' (3/4) · '''Nutzen: sehr groß''' (4/4) · '''Attraktivität: hoch''' (+1)&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! colspan=&amp;quot;2&amp;quot; style=&amp;quot;background-color:#eaf0f8;text-align:left;&amp;quot; | Umsetzungsstand und weitere Planung (Stand: 2026)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left;&amp;quot; | Status&lt;br /&gt;
| 🟡 '''in Bearbeitung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left;&amp;quot; | Abgeschlossene Projekte&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
* '''2020-2021:''' Machbarkeitsstudie und Demonstrator „smart lamp / mudra lampa“ („digidom #1“)&lt;br /&gt;
** Fraunhofer IKTS und BTU Cottbus im Auftrag der Stiftung für das sorbische Volk&lt;br /&gt;
** [https://zalozba.de/medien/pressearchiv/detail/digidom-1-mudra-lampa/ Informationen zum Projekt]&lt;br /&gt;
* '''2023:''' Folgeprojekt „Vorbereitung der Spracherkennung für das Obersorbische für eine Diktierfunktion“&lt;br /&gt;
** Stiftung für das sorbische Volk.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left;&amp;quot; | Laufende Projekte&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
*  '''seit 2019:''' Mozilla Common Voice Obersorbisch; Sprachaufnahmen und Prüfung durch freiwillig Mitwirkende&lt;br /&gt;
** Stiftung für das sorbische Volk und WITAJ-Sprachzentrum unterstützen den Beteiligungsaufruf&lt;br /&gt;
** '''Stand 2026:''' Erweiterung des Datenbestands veröffentlicht, [https://discourse.mozilla.org/t/common-voice-scripted-speech-v27-0-and-spontaneous-speech-v5-0-released/149490 siehe Meldung]&lt;br /&gt;
* '''seit 2023:''' Entwicklung und Verbesserung von Modellen zur Automatischen Spracherkennung für Nieder- und Obersorbisch&lt;br /&gt;
** Sorbisches Institut&lt;br /&gt;
** [https://www.serbski-institut.de/projekte-sprachwissenschaft/entwicklung-und-verbesserung-von-modellen-zur-automatischen-spracherkennung-fuer-nieder-und-obersorbisch/ Informationen zum Projekt]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left;&amp;quot; | Offene Schritte&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
# Priorisierte Anwendungen und Qualitätskriterien festlegen.&lt;br /&gt;
# Vorhandene Sprachdaten und Modelle prüfen; Datenlücken und offene Nutzungsrechte klären.&lt;br /&gt;
# Spracherkennungsmodell und Sprachdienst entwickeln und anhand der Qualitätskriterien prüfen.&lt;br /&gt;
# Priorisierten Anwendungsfall pilotieren.&lt;br /&gt;
# Produktive Nutzung sowie Finanzierung, Betrieb und Pflege verbindlich organisieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== &amp;lt;span id=&amp;quot;M1.1_2&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;1.1_2 – Entwicklung einer niedersorbischen Spracherkennung (DSB) ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot; style=&amp;quot;width:100%;background-color:#ffffff;color:#202122;&amp;quot;&lt;br /&gt;
! colspan=&amp;quot;2&amp;quot; style=&amp;quot;background-color:#d9e2f3;text-align:left;&amp;quot; | Maßnahme 1.1_2 – Entwicklung einer niedersorbischen Spracherkennung (DSB)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;width:20%;text-align:left;&amp;quot; | Ziel&lt;br /&gt;
| Eine niedersorbische Spracherkennung steht als Sprachdienst zur Verfügung und kann in priorisierten Anwendungen genutzt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left;&amp;quot; | Inhalt&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
* Bereitstellung geeigneter niedersorbischer Sprachaufnahmen und zugehöriger Texte&lt;br /&gt;
* Entwicklung oder Anpassung von Spracherkennungsmodellen&lt;br /&gt;
* Qualitätsprüfung mit unterschiedlichen Sprecherinnen und Sprechern&lt;br /&gt;
* Bereitstellung über dokumentierte Schnittstellen&lt;br /&gt;
* Einbindung in Anwendungen&lt;br /&gt;
* Absicherung von Betrieb und Pflege&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left;&amp;quot; | Bewertung&lt;br /&gt;
| '''Aufwand: sehr hoch''' (4/4) · '''Nutzen: sehr groß''' (4/4) · '''Attraktivität: mittel''' (0)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! colspan=&amp;quot;2&amp;quot; style=&amp;quot;background-color:#eaf0f8;text-align:left;&amp;quot; | Umsetzungsstand und weitere Planung (Stand: 2026)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left;&amp;quot; | Status&lt;br /&gt;
| 🟡 '''in Bearbeitung''' &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Datensammlung und Modellentwicklung sind dokumentiert. &lt;br /&gt;
* Entwicklungsstand und Verfügbarkeit eines nutzbaren Sprachdienstes: &amp;lt;mark&amp;gt;prošu dodać&amp;lt;/mark&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left;&amp;quot; | Abgeschlossene Projekte&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
* &amp;lt;mark&amp;gt;prošu dodać&amp;lt;/mark&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left;&amp;quot; | Laufende Projekte&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
* '''seit 2023:''' Entwicklung und Verbesserung von Modellen zur Automatischen Spracherkennung für Nieder- und Obersorbisch&lt;br /&gt;
** Sorbisches Institut, gefördert durch die Stiftung für das sorbische Volk&lt;br /&gt;
** Niedersorbische Pilotphase ab 2023, Fertigstellung eines Prototyps für 2024 vorgesehen. &lt;br /&gt;
** &amp;lt;mark&amp;gt;staw prošu dodać&amp;lt;/mark&amp;gt;&lt;br /&gt;
** [https://www.serbski-institut.de/projekte-sprachwissenschaft/entwicklung-und-verbesserung-von-modellen-zur-automatischen-spracherkennung-fuer-nieder-und-obersorbisch/ Informationen zum Projekt]&lt;br /&gt;
* '''seit 2026:''' Mozilla Common Voice Niedersorbisch&lt;br /&gt;
** initiiert vom WITAJ-Sprachzentrum Cottbus&lt;br /&gt;
** Gewinnung und Einweisung von Sprecherinnen und Sprechern für die Sammlung von Sprachaufnahmen&lt;br /&gt;
** &amp;lt;mark&amp;gt;staw dodać?&amp;lt;/mark&amp;gt;&lt;br /&gt;
** [https://www.witaj-sprachzentrum.de/niedersorbisch/2026/09/30/common-voice-projekt-fuer-niedersorbisch-vorgestellt/ Informationen zum Projekt]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left;&amp;quot; | Offene Schritte&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
# Priorisierte Anwendungen, insbesondere eine Diktierfunktion, und anwendungsbezogene Qualitätskriterien festlegen.&lt;br /&gt;
# Vorhandene Sprachaufnahmen und Texte auf Qualität, Sprecherabdeckung, Datenlücken und Nutzungsrechte prüfen; weitere Datensammlung darauf ausrichten.&lt;br /&gt;
# Spracherkennungsmodell und Sprachdienst entwickeln oder anpassen, anhand der Qualitätskriterien prüfen und in einer priorisierten Anwendung erproben.&lt;br /&gt;
# Produktive Nutzung sowie Finanzierung, Betrieb und Pflege verbindlich organisieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== &amp;lt;span id=&amp;quot;M1.1_3&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;1.1_3 – Entwicklung eines obersorbischen Übersetzungsdienstes für Texte (HSB) ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot; style=&amp;quot;width:100%;background-color:#ffffff;color:#202122;&amp;quot;&lt;br /&gt;
! colspan=&amp;quot;2&amp;quot; style=&amp;quot;background-color:#d9e2f3;text-align:left;&amp;quot; | Maßnahme 1.1_3 – Entwicklung eines obersorbischen Übersetzungsdienstes für Texte (HSB)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;width:20%;text-align:left;&amp;quot; | Ziel&lt;br /&gt;
| Ein Übersetzungsdienst zwischen Obersorbisch und Deutsch steht zur Verfügung, kann auf den meistgenutzten elektronischen Geräten genutzt und in priorisierte Anwendungen eingebunden werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left;&amp;quot; | Inhalt&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
* Aufbau und Pflege geeigneter einsprachiger Textsammlungen und zweisprachiger Parallelkorpora&lt;br /&gt;
* Entwicklung und Weiterentwicklung von Übersetzungsmodellen&lt;br /&gt;
* Sprachliche und technische Qualitätsprüfung&lt;br /&gt;
* Bereitstellung als nutzerfreundlicher Online-Dienst und über dokumentierte Schnittstellen&lt;br /&gt;
* Einbindung in Anwendungen sowie Verbindung mit Spracherkennung und Sprachausgabe&lt;br /&gt;
* Absicherung von Betrieb und Pflege&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left;&amp;quot; | Bewertung&lt;br /&gt;
| '''Aufwand: hoch''' (3/4) · '''Nutzen: sehr groß''' (4/4) · '''Attraktivität: hoch''' (+1)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! colspan=&amp;quot;2&amp;quot; style=&amp;quot;background-color:#eaf0f8;text-align:left;&amp;quot; | Umsetzungsstand und weitere Planung (Stand: 2026)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left;&amp;quot; | Status&lt;br /&gt;
| 🔵 '''laufende Daueraufgabe''' &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Übersetzungsangebote sind verfügbar&lt;br /&gt;
* Qualitätsverbesserung, Erweiterung und Betrieb werden fortgeführt&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left;&amp;quot; | Abgeschlossene Projekte&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
* '''2019-2021:''' Entwicklung und Veröffentlichung der ersten Sotra-Version für Obersorbisch–Deutsch und Deutsch–Obersorbisch&lt;br /&gt;
** WITAJ-Sprachzentrum mit externen Entwicklungspartnern, gefördert durch die Stiftung für das sorbische Volk&lt;br /&gt;
** Öffentliche Bereitstellung im März 2021&lt;br /&gt;
** [https://www.witaj-sprachzentrum.de/obersorbisch/portfolio-items/online-uebersetzer-sotra/ Projektchronik]&lt;br /&gt;
* '''2022:''' Aufnahme des Obersorbischen in den Microsoft Translator&lt;br /&gt;
** Microsoft, unterstützt durch die Stiftung für das sorbische Volk, das WITAJ-Sprachzentrums und das Sorbische Institut&lt;br /&gt;
** Text- und Dokumentübersetzung seit Februar 2022 verfügbar&lt;br /&gt;
** [https://www.microsoft.com/en-us/translator/blog/2022/02/21/translator-celebrates-international-mother-language-day-by-adding-upper-sorbian/ Informationen zur Veröffentlichung]&lt;br /&gt;
* '''2025/2026:''' Neues Sotra-Modell für Deutsch–Obersorbisch&lt;br /&gt;
** WITAJ-Sprachzentrum und text2knowledge (t2k), Dresden&lt;br /&gt;
** im Januar 2026 öffentlich vorgestellt&lt;br /&gt;
** [https://www.witaj-sprachzentrum.de/obersorbisch/2026/01/05/sotra-app-mit-neuem-modell-fuer-die-uebersetzungsrichtung-deutsch-obersorbisch/ Informationen zum Modell]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left;&amp;quot; | Laufende Projekte&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
* '''Seit 2021:''' Betrieb und Weiterentwicklung von Sotra für Obersorbisch&lt;br /&gt;
** WITAJ-Sprachzentrum&lt;br /&gt;
** Ausbau der Textkorpora und Weiterentwicklung der Übersetzungsmodelle&lt;br /&gt;
** &amp;lt;mark&amp;gt; dalše dodać?&amp;lt;/mark&amp;gt;&lt;br /&gt;
** [https://www.witaj-sprachzentrum.de/obersorbisch/wp-content/uploads/sites/3/2026/05/T%C3%A4tigkeitsbericht-2025.pdf Tätigkeitsbericht 2025, S. 3 und 6], [https://www.witaj-sprachzentrum.de/niedersorbisch/wp-content/uploads/sites/2/2026/06/Arbeitsplan-2026.pdf Arbeitsplan 2026, S. 3 und 5]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left;&amp;quot; | Offene Schritte&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
# Textkorpora anhand tatsächlich auftretender Übersetzungsfehler, fehlender Fachbegriffe und benötigter Textarten erweitern, Nutzungsrechte dokumentieren.&lt;br /&gt;
# Vorhandene Schnittstellen und Einbindungsmöglichkeiten prüfen, dokumentieren und für priorisierte Anwendungen nutzbar machen.&lt;br /&gt;
# Die geplante Verbindung mit der obersorbischen Sprachausgabe gemäß [[#M1.1_5|Maßnahme 1.1_5]] prüfen und umsetzen, die Eignung für Simultanübersetzung gemeinsam mit [[#M1.1_1|Maßnahme 1.1_1]] gesondert erproben.&lt;br /&gt;
# Finanzierung, technische Betreuung und regelmäßige Qualitätsprüfung langfristig absichern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== &amp;lt;span id=&amp;quot;M1.1_4&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;1.1_4 – Entwicklung eines niedersorbischen Übersetzungsdienstes für Texte (DSB) ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot; style=&amp;quot;width:100%;background-color:#ffffff;color:#202122;&amp;quot;&lt;br /&gt;
! colspan=&amp;quot;2&amp;quot; style=&amp;quot;background-color:#d9e2f3;text-align:left;&amp;quot; | Maßnahme 1.1_4 – Entwicklung eines niedersorbischen Übersetzungsdienstes für Texte (DSB)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;width:20%;text-align:left;&amp;quot; | Ziel&lt;br /&gt;
| Ein Übersetzungsdienst zwischen Niedersorbisch und Deutsch &amp;lt;mark&amp;gt;steht zur Verfügung, kann auf den meistgenutzten elektronischen Geräten genutzt und in priorisierte Anwendungen eingebunden werden.&amp;lt;/mark&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left;&amp;quot; | Inhalt&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
* Aufbau und Pflege geeigneter niedersorbischer Textsammlungen und zweisprachiger Parallelkorpora&lt;br /&gt;
* Entwicklung und Weiterentwicklung von Übersetzungsmodellen unter Nutzung geeigneter gemeinsamer Bausteine mit dem Obersorbischen&lt;br /&gt;
* Eigenständige sprachliche und technische Qualitätsprüfung für Niedersorbisch&lt;br /&gt;
* Bereitstellung als nutzerfreundlicher Online-Dienst und über dokumentierte Schnittstellen&lt;br /&gt;
* Einbindung in Anwendungen sowie Verbindung mit Spracherkennung und Sprachausgabe&lt;br /&gt;
* Absicherung von Betrieb und Pflege&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left;&amp;quot; | Bewertung&lt;br /&gt;
| '''Aufwand: sehr hoch''' (4/4) · '''Nutzen: sehr groß''' (4/4) · '''Attraktivität: mittel''' (0)&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! colspan=&amp;quot;2&amp;quot; style=&amp;quot;background-color:#eaf0f8;text-align:left;&amp;quot; | Umsetzungsstand und weitere Planung (Stand: 2026)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left;&amp;quot; | Status&lt;br /&gt;
| 🔵 '''laufende Daueraufgabe''' &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Übersetzungsangebote sind verfügbar&lt;br /&gt;
* Qualitätsverbesserung, Erweiterung und Betrieb werden fortgeführt&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left;&amp;quot; | Abgeschlossene Projekte&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
* '''2021-2022:''' Entwicklung und Veröffentlichung der niedersorbischen Sotra-Version&lt;br /&gt;
** WITAJ-Sprachzentrum mit externen Entwicklungspartnern und Unterstützung des Sorbischen Instituts durch Sprachdaten&lt;br /&gt;
** Seit 2022: Übersetzungen zwischen Niedersorbisch und Deutsch sowie zwischen Nieder- und Obersorbisch&lt;br /&gt;
** [https://www.witaj-sprachzentrum.de/niedersorbisch/2022/09/15/online-uebersetzungsprogramm-sotra-jetzt-auch-fuer-niedersorbisch/ Informationen zur Veröffentlichung]&lt;br /&gt;
* '''2023:''' Aufnahme des Niedersorbischen in den Microsoft Translator&lt;br /&gt;
** Microsoft, unterstützt durch die Stiftung für das sorbische Volk, das Sorbische Institut und das WITAJ-Sprachzentrum&lt;br /&gt;
** Text- und Dokumentübersetzung seit 2023 verfügbar&lt;br /&gt;
** [https://www.microsoft.com/en-us/translator/blog/2023/04/20/introducing-lower-sorbian/ Informationen zur Veröffentlichung]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left;&amp;quot; | Laufende Projekte&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
* '''Seit 2022:''' Weiterentwicklung und Betrieb von Sotra für Niedersorbisch&lt;br /&gt;
** WITAJ-Sprachzentrum, Zusammenarbeit mit text2knowledge (t2k) &lt;br /&gt;
** Erweiterung der niedersorbischen Textkorpora und Verbesserung der Übersetzungsmodelle&lt;br /&gt;
** &amp;lt;mark&amp;gt;dalše dodać?&amp;lt;/mark&amp;gt;&lt;br /&gt;
** [https://www.witaj-sprachzentrum.de/obersorbisch/wp-content/uploads/sites/3/2026/05/T%C3%A4tigkeitsbericht-2025.pdf Tätigkeitsbericht 2025, S. 3 und 6], [https://www.witaj-sprachzentrum.de/niedersorbisch/wp-content/uploads/sites/2/2026/06/Arbeitsplan-2026.pdf Arbeitsplan 2026, S. 3 und 5]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left;&amp;quot; | Offene Schritte&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
# Fehlende Textarten, Fachbegriffe und sprachliche Erscheinungen in den Textkorpora gezielt ergänzen, Nutzungsrechte dokumentieren.&lt;br /&gt;
# Übertragbare technische Lösungen aus [[#M1.1_3|Maßnahme 1.1_3]] nutzen, ihre Qualität für Niedersorbisch gesondert prüfen.&lt;br /&gt;
# Schnittstellen für priorisierte Anwendungen dokumentieren und die Verbindung mit [[#M1.1_6|niedersorbischer Sprachausgabe]] erproben, Anforderungen einer späteren Simultanübersetzung mit [[#M1.1_2|niedersorbischer Spracherkennung]] gesondert prüfen.&lt;br /&gt;
# Finanzierung, technische Betreuung und regelmäßige Qualitätsprüfung langfristig absichern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== &amp;lt;span id=&amp;quot;M1.1_5&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;1.1_5 und 1.1_6 - Entwicklung einer Sprachausgabe (HSB, DSB) ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| style=&amp;quot;border-spacing:0;width: 100%;&amp;quot;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| align=center style=&amp;quot;background-color:#d9e2f3;border:0.5pt solid #000000;width: 20%;&amp;quot; | '''1.1_5 und 1.1_6'''&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;background-color:#d9e2f3;border:0.5pt solid #000000;width: 80%;&amp;quot; | '''Entwicklung einer Sprachausgabe (HSB, DSB)'''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;background-color:#d9e2f3;border:0.5pt solid #000000;width: 20%;&amp;quot; | '''Zielstellung'''&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;width: 80%;&amp;quot; | Eine Sprachausgabe in beiden sorbischen Sprachen ist auf den meistgenutzten elektronischen Geräten nutzbar.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;background-color:#d9e2f3;border:0.5pt solid #000000;width: 20%;&amp;quot; | '''Inhalt'''&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;width: 80%;&amp;quot; | Erstellung vollständiger Audio-Wörterbücher / phonetischer Wörterbücher als Basis für eine Sprachausgabe / Vorlesefunktion (TTS).&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;background-color:#d9e2f3;border:0.5pt solid #000000;width: 20%;&amp;quot; | '''Schritte'''&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;background-color:transparent;border:0.5pt solid #000000;width: 80%;&amp;quot; | &lt;br /&gt;
# &amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:0.61cm;margin-right:0cm;&amp;quot;&amp;gt;Prüfung der Ergebnisse der Entwicklung einer Vorlesefunktion für beide sorbische Sprachen durch das Sorbische Institut, ca. 2023&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
# &amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:0.61cm;margin-right:0cm;&amp;quot;&amp;gt;Festlegung und Umsetzung von weiteren Schritten zur Entwicklung einer Sprachausgabe &amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
{| style=&amp;quot;border-spacing:0;width: 100%;&amp;quot;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;background-color:#d9e2f3;border:0.5pt solid #000000;width: 50%;&amp;quot; | '''Geschätzter Aufwand:''' hoch (3 / 4)&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;background-color:#d9e2f3;border:0.5pt solid #000000;width: 50%;&amp;quot; | '''Erwarteter Nutzen:''' sehr groß (4 / 4)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;width: 50%;&amp;quot; | &lt;br /&gt;
* &amp;lt;div style=&amp;quot;color:#000000;margin-left:0.34cm;margin-right:0cm;&amp;quot;&amp;gt;es ist ein langer und schwerer Weg mit breiter Grundlagenarbeit&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
* &amp;lt;div style=&amp;quot;color:#000000;margin-left:0.34cm;margin-right:0cm;&amp;quot;&amp;gt;der Aufwand für die Erstellung einer Vorlese­funktion für beide sorbische Sprachen ist einge­plant beim Sorbischen Institut von 2018 bis 2023&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;width: 50%;&amp;quot; | &lt;br /&gt;
* &amp;lt;div style=&amp;quot;color:#000000;margin-left:0.34cm;margin-right:0cm;&amp;quot;&amp;gt;s. o.&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== &amp;lt;span id=&amp;quot;M1.1_5&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;1.1_5 – Entwicklung einer obersorbischen Sprachausgabe (HSB) ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot; style=&amp;quot;width:100%;background-color:#ffffff;color:#202122;&amp;quot;&lt;br /&gt;
! colspan=&amp;quot;2&amp;quot; style=&amp;quot;background-color:#d9e2f3;text-align:left;&amp;quot; | Maßnahme 1.1_5 – Entwicklung einer obersorbischen Sprachausgabe (HSB)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;width:20%;text-align:left;&amp;quot; | Ziel&lt;br /&gt;
| Eine obersorbische Sprachausgabe steht als Sprachdienst zur Verfügung und kann Texte in priorisierten Anwendungen verständlich vorlesen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left;&amp;quot; | Inhalt&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
* Bereitstellung geeigneter Sprachaufnahmen, Texte und Ausspracheinformationen&lt;br /&gt;
* Entwicklung oder Anpassung von Modellen zur automatischen Sprachausgabe (Text-to-Speech, TTS)&lt;br /&gt;
* Qualitätsprüfung hinsichtlich Aussprache, Verständlichkeit und Natürlichkeit&lt;br /&gt;
* Bereitstellung über dokumentierte Schnittstellen&lt;br /&gt;
* Einbindung in Webseiten, Übersetzungsdienste und weitere priorisierte Anwendungen&lt;br /&gt;
* Absicherung von Betrieb und Pflege&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left;&amp;quot; | Bewertung&lt;br /&gt;
| '''Aufwand: hoch''' (3/4) · '''Nutzen: sehr groß''' (4/4) · '''Attraktivität: hoch''' (+1)&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! colspan=&amp;quot;2&amp;quot; style=&amp;quot;background-color:#eaf0f8;text-align:left;&amp;quot; | Umsetzungsstand und weitere Planung (Stand: 2026)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left;&amp;quot; | Status&lt;br /&gt;
| 🟡 '''in Bearbeitung''' &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Vorlesefunktionen sind vorhanden&lt;br /&gt;
* Einbindung in priorisierten Anwendungen ist noch in Entwicklung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left;&amp;quot; | Abgeschlossene Projekte&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
* '''2018-2024:''' Entwicklung einer Vorlesefunktion für die nieder- und obersorbische Schriftsprache – obersorbischer Teil „Matej“&lt;br /&gt;
** Sorbisches Institut, Förderung durch den Freistaat Sachsen&lt;br /&gt;
** Erste öffentliche Version 2023&lt;br /&gt;
** [https://www.serbski-institut.de/projekte-sprachwissenschaft/entwicklung-einer-vorlesefunktion-fuer-die-nieder-und-obersorbische-schriftsprache/ Informationen zum Projekt]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left;&amp;quot; | Laufende Projekte&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
* '''Seit 2025:''' Bereitstellung und Webeinbindung der Vorlesefunktion „Matej“&lt;br /&gt;
** Sorbisches Institut&lt;br /&gt;
** Auf den obersorbischen Institutsseiten eingebunden, Erweiterung auf weitere Webseiten möglich.&lt;br /&gt;
** &amp;lt;mark&amp;gt;dalše dodać?&amp;lt;/mark&amp;gt;&lt;br /&gt;
** [https://www.serbski-institut.de/projekte-sprachwissenschaft/entwicklung-einer-vorlesefunktion-fuer-die-nieder-und-obersorbische-schriftsprache/ Informationen zum Dienst] · [https://github.com/Sorbisches-Institut/Serbski-TTS Programmkomponenten]&lt;br /&gt;
* '''Seit 2022:''' bamborak – obersorbische Sprachausgabe&lt;br /&gt;
** Korla Baier, frei zugängliches Entwicklungsprojekt&lt;br /&gt;
** Software und Modelle sind veröffentlicht&lt;br /&gt;
** &amp;lt;mark&amp;gt;aktualny staw dodać?&amp;lt;/mark&amp;gt;&lt;br /&gt;
** [https://digiserb.de/projekt/bamborak/ Projektbeschreibung] · [https://github.com/Korla-tech/bamborak Quellcode und Hinweise zu den Modellen]&lt;br /&gt;
* '''2025/2026:''' Vorlesefunktionen im Umfeld von serbski.chat und Sotra&lt;br /&gt;
** WITAJ-Sprachzentrum&lt;br /&gt;
** seit 2025: Vorlesefunktionen in serbski.chat &lt;br /&gt;
** Die Verbindung von Sotra mit den Vorlesefunktionen des Sorbischen Instituts und bamborak ist für 2026 vorgesehen.&lt;br /&gt;
** &amp;lt;mark&amp;gt;aktualny staw dodać?&amp;lt;/mark&amp;gt;&lt;br /&gt;
** [https://www.witaj-sprachzentrum.de/obersorbisch/wp-content/uploads/sites/3/2026/05/T%C3%A4tigkeitsbericht-2025.pdf Tätigkeitsbericht 2025, S. 7] · [https://www.witaj-sprachzentrum.de/niedersorbisch/wp-content/uploads/sites/2/2026/06/Arbeitsplan-2026.pdf Arbeitsplan 2026, S. 5]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! scope=&amp;quot;row&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:left;&amp;quot; | Offene Schritte&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
# Qualität, Nutzungsbedingungen und Einbindungsmöglichkeiten von Matej und bamborak gemeinsam mit den Entwicklern erheben.&lt;br /&gt;
# Priorisierte Anwendungen und passende Qualitätskriterien festlegen, insbesondere für barrierearmes Vorlesen, Übersetzungsdienste und Lernmaterialien.&lt;br /&gt;
# Aussprachefehler und fehlende Sprachdaten gezielt bearbeiten, Rechte an Aufnahmen, Stimmen, Modellen und erzeugten Audiodateien klären.&lt;br /&gt;
# Die geplante &amp;quot;sotra&amp;quot;-Einbindung prüfen und eine priorisierte Anwendung erproben. Die Eignung für die automatische Vertonung von Untertiteln oder Lernfilmen gesondert bewerten.&lt;br /&gt;
# Schnittstellen, Betrieb, Pflege und Finanzierung für die eingesetzten Dienste absichern.&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== &amp;lt;span id=&amp;quot;M1.1_7&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;1.1_7 - Finden einer Software für 'Intention und Anweisungen' ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| style=&amp;quot;border-spacing:0;width: 100%;&amp;quot;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| align=center style=&amp;quot;background-color:#d9e2f3;border:0.5pt solid #000000;width: 20%;&amp;quot; | '''1.1_7'''&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;background-color:#d9e2f3;border:0.5pt solid #000000;width: 80%;&amp;quot; | '''Finden einer Software für 'Intention und Anweisungen''''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;background-color:#d9e2f3;border:0.5pt solid #000000;width: 20%;&amp;quot; | '''Zielstellung'''&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;width: 80%;&amp;quot; | Für die Interaktion mit elektronischen Geräten kann die gesprochene sorbische Sprache gleichwertig zur geschriebenen Sprache genutzt werden.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;background-color:#d9e2f3;border:0.5pt solid #000000;width: 20%;&amp;quot; | '''Inhalt'''&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;width: 80%;&amp;quot; | Für eine vollständige Sprachassistenz ist diese Maßnahme abschließend durchzuführen. Hierfür kann am Markt nach vorhandenen Programmen recherchiert werden, welche die Intention des Nutzers erkennen, Anweisungen ableiten und ausführen können.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
{| style=&amp;quot;border-spacing:0;width: 100%;&amp;quot;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;background-color:#d9e2f3;border:0.5pt solid #000000;width: 50%;&amp;quot; | '''Geschätzter Aufwand:''' moderat (2 / 4)&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;background-color:#d9e2f3;border:0.5pt solid #000000;width: 50%;&amp;quot; | '''Erwarteter Nutzen:''' moderat (2 / 4)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;width: 50%;&amp;quot; | &lt;br /&gt;
* &amp;lt;div style=&amp;quot;color:#000000;margin-left:0.34cm;margin-right:0cm;&amp;quot;&amp;gt;entsprechende Software gibt es als Open-Source-Projekte&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
* &amp;lt;div style=&amp;quot;color:#000000;margin-left:0.34cm;margin-right:0cm;&amp;quot;&amp;gt;diese muss recherchiert und getestet sowie angepasst werden&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;border:0.5pt solid #000000;width: 50%;&amp;quot; | &lt;br /&gt;
* &amp;lt;div style=&amp;quot;color:#000000;margin-left:0.34cm;margin-right:0cm;&amp;quot;&amp;gt;diese Software ist der letzte Baustein zum vollständigen Sprachassistenten&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
* &amp;lt;div style=&amp;quot;color:#000000;margin-left:0.34cm;margin-right:0cm;&amp;quot;&amp;gt;dieser hat einen sehr großen Einfluss sowohl auf die Visionen für die sorbische digitale Welt 2025 als auch auf die strate­gischen Ziele für die sorbische Kultur und Sprache &amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
* &amp;lt;div style=&amp;quot;color:#000000;margin-left:0.34cm;margin-right:0cm;&amp;quot;&amp;gt;allen Sorben und Lernenden eröffnen sich neue Sprachräume mit Sprachassistenten&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
* &amp;lt;div style=&amp;quot;color:#000000;margin-left:0.34cm;margin-right:0cm;&amp;quot;&amp;gt;ohne Finalisierung der Vorgänger-Maßnahmen entsteht hier kein Nutzen&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
----&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Měrko Šenk</name></author>
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